jlr. 2? 8. Mittwoch, km 27. November 1889. 6. Zabrg. SellimVMl«» Brgsn für die Interessen der Arbeiter. 4 Das»Berli»er Voltsblatt" scheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. AdonnementspmS für Berlin frei »»Haus vierteljährlich 4 Mark, monatlich IIS Mark, wöchentlich 35 Pf. Einjelne Nummer jlvf. Sonntags- Nummer mit dem„Sonntags-Blatt' 10 Pf. Bei Abholung aus unserer Edition Zimmerstrabe 44 I Mark pro Monat. Postabonnemenr 4 Mark pro Quartal. (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1889 unter Nr. 86«-) � b«» Auoland: Täglich uuter Kreuzband durch unsere Expedition 3 Mark pro Monat. Jnferti aus gebühr beträgt für die 4gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Verfammlungs» Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstrabc 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mttags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. -» Fernsprecher: Amt VI. Ztr. 4100.»-•- Vedalitton: Neuthstratze— Expedition: Iimtneestentze 44. Eknrets von von veukplhen Äketnknhle nnrerkren. Die klägliche Lage der in Kohlenbergwerken Mftiyten Arbeiter ist durch die Ausstand«- Bewegungen Jahres so offenkundig geworden, daß man Mitglied � Dortmunder Handelskammer oder Redakteur der„Rhein.- Ztg." sein muß, um über die Zunahme des Wohl- unter den Grubenleuten entzückt zu sein, wie über �egehrlichkeit der Arbeiter in sittliche Entrüstung zu ge- kfa verlohnt sich nicht, die Ausflüchte und Spiegel- Strien der Schreiber des Unternehmerthums nochmals zu Wo die Thatsachen so beredt gesprochen haben, ist �Überflüssig, längst Nachgewiesenes nochmals zu be- « Uns interessirt heute die Entwickelung des groß- .»dualistischen Betriebe« in den deutschen Stein- .�gruben. Man kann an den Zahlen, wie sie die amt- �Statistik liefert, recht deutlich den Gang unserer öko- «tischen Entwicklung verfolgen. Immer mehr werden die .��uktionsmittel konzentrirt, immer mehr mittlere und kleine Miede fallen im Kampfe gegen das übermächtige Groß- Mal, das durch die Bereinigung gewaltiger Mittel, durch �wtmfive Ausbeutung jedes technischen Fortschritts, so- Mer Fortschritt verspricht, Profit abzuwerfen, durch drsck Dlachtentfaltung auf dem inländischen und auSlän- junh klarst, durch seine rasfinirte Ausnutzung jeder Kon- ko M. die kapitalschwachen Mitbewerber rücksichtslos nieder« heJu?' Die Aktiengesellschaft kommt im Bergbau zur lleo, und die verbündeten Geldmänner laufen Sturm �Mdle kleinen Betriebe. iq, /Machten wir den Steinkohlen- BergwerkSbettieb �traum 1878—1887! w. Und zwar zunächst die Z a h l der betriebenen � und die mittlere Belegschaft. Es gab Tabelle l. Steinkohlengruben mit einer Belegschaft von 1878... 318 168 068 Köpfen 1879... 503 170 509„ 1880... 497 178 799„ 1881... 495 186 335„ 1882... 491 195 958„ 1883... 489 207 577„ 1884... 467 214 728„ 1885... 469 218 725 1886... 450 217 581„ �____ 1887... 431 217 357„ minimale Zahl von Werken, welche das betreffende ,mc als Neder produkt herstellen, lasten wir foct, da � übt das Ergebniß auch nicht den geringsten Ein» �euilletott. '«»«tm.I Gsrttrinsl. �«ziale« R»««» von Emile Zola. >39 autoristrt« Q«bers«h»»g vo« Er»st Ziegler. »ächa?Mhan entschied, daß sämmtliche Kolonien bis zum DeZ'?»bend im Walde zusammen berufen werden sollten. lich war ausgebrannt, wie bei LevaqueS, und plötz- �t».,'°schte da« Licht. Sie hatten keine Kohle, kern W. keinen Talgstumpf mehr, sie mußten sich finstere Kälte, die ihnen prickelnd die Haut zu- ins Schlafzimmer hinauftasten. D,e Kinder -»her?MUn war jetzt geheilt und konnte wieder gehe«; ?us 5�/� ��ne waren schlecht zusammengefügt, er hinkte ' �__ �.. r jt.___ rr mif wie' früher, mit watschelte er wie Mex„b" und wenn er schwell, M(Sj�urtigen Geschicklichkeit dahinlief, ��„�chfirn Abend lauerte er mit seinen unzerttennlichen Si* II �dbert und Lndia auf der Landstraße bei Räquillardt Jaune versteckt, gerade gegenüber einem kleine« Md.(s!' 61 dort an der Kreuzung eineS Fußwege« uüe, fast blinde Frau bot darin drei oder vier h,n � erbfen feil, und in der Thüre ihres Ki uo Crojen feil, und in oer �yurr u,»» � mit»?- ei"°lier gedörrter Stockfisch, der über und Menschmutz besät war. Auf diesen Fisch hatte . abgesehen und er hatte schon zweimal Bebert Muh v?'/ um ihn herabzureißen i aber immer war 85 -■& S- »- :0 ©5 iriÖ Unwit' yciuujuicipcu, Uvwv wiiiicv Wangen. ehrend Leute, die Einem in den Weg kmmen," Die Zahl der bettiebenen Werke hat sich von 1878 bis 1887 stetig vermindert, die Menge der angewendeten Arbeitskräfte dagegen ist im gleichen Jahrzehnt beständig g e« wachsen, ein drastischer Beleg für die Verdichtung der Produktionsmittel, für die rasche Entfaltung des Großbe- triebs. Die Abnahme der Betriebe bettägt 16,7 Prozent, die Steigerung der Händeziffer 29,3 Prozent. Es entfiel durchschnittlich auf ein Werk Tabelle II. 1878... 324,3 1879... 338.9 1880... 359,7 1881... 376,4 1882... 399,1 1883.. � 424.4 1884... 459,8 1885... 466.3 1886... 483,5 1887... 504,3 Von Zahr zu Jahr wächst die Menge der von den Grubenlords ausgenützten Arbeitskräfte. Während 1878 auf ein Werk 324,3 Arbeiter treffen, kommen 1887 bereits 504,3 auf ein betriebenes Werk. In Prozenten ausgedrückt, hat die Zahl der durchschnittlich in einem Werk exploitirten Grubenleute von 1878 bis 1887 um fünfundfünfzig und ein halbes Prozent zugenommen. Schlagender kann der Fortschritt der ökonomischen Eni- wickelung wohl kaum nachgewiesen werden, als durch diese aus offiziellen Angaben berechneten Zusammenstellungen. Die Bettiebe vermindern sich, den kleinen Gewerken wird der GarauS gemacht, aber die Zahl der von der vermin- derten Zahl Werke beschäftigten Arbeiter ist in ununter- brochener Zunahme begriffen. Die bürgerliche WirthschaftS- weife bringt es mit sich, daß die Kleinbetriebe von den Großbetrieben aufgesaugt, daß die kleinen Ausbeuter von den großen bei Seite geschoben werden. Die Monopoli- sirung der Produktion läßt sich nicht aufhalten, und zahl- reiche kleinkapitalistische Existenzen werden vernichtet. So wüthet die Bourgeoisie gegen ihr eigen Fleisch und Bein. Saturn frißt seine Kinder.... Aber wenn sich die Menge der Werke vermindert und die Zahl der Hände vermehrt, so verändern sich auch die Daten der ProduktionSstatistik, dieses verhätschelten Schooß- kinde« der offiziellen Statistiker. Wir haben in den deutschen Steinkohlen- Bergwerken folgende ProduktiovS- Verhältnisse: Tabelle Hl. Produktion Menge 1000 Tonnen 39 589.8 42 025,7 46 973,6 48 688,2 52 118,6 m 1878 1879 1880 1881 1882 Werth in 1000 Mark 207 916 205 703 245 665 252 252 267 859 rief Jeanlin ärgerlich,„man kann nicht ruhig seinen Ge- schäften nachgehen!" Ein Reiter wurde sichtbar, und die Kinder warfen sich hinter den Planken glatt auf den Fußboden; sie hatten Herrn Hennebeau erkannt. Man sah ihn seit dem Ausbruch des Streikes oft so ohne Begleitung mit ruhigem Muthe die empörten Arbeiterviertel durchstreifen. Und niemals war ein Stein nach ihm geworfen worden; er begegnete Leuten, welche ihn zögernd und widerwillig grüßten, oder verliebten Paaren, die sich nicht um Politik kümmerten und nur ihrer Liebe lebten.ß Dann pflegte er da« Gesicht abzuwenden, um Nie- mand zu stören, während ein neidischer Schmerz ihm die Brust schnürte. Er bemerkte die Kinder in ihrem Versteck und ritt, steif im Sattel fitzend, bis an den Kragen in seinen schwarzen Rock geknöpft, vorüber. „Verdammt", flüsterte Jeanlin,„wird man endlich Ruhe haben! Jetzt lauf schnell, faß' ihn beim Schwanz und reiß ihn loS!" Aber zwei Männer kamen vorüber, und Jeanlin unter- drückte einen Fluch, denn er hatte die Stimme seines Bruders erkannt, welcher seinem Freund Mouquet erzählte, wie er vierzig SouS im Unterrock seiner Frau eingenäht gefunden. Beide lachten und klopften sich gut gelaunt auf die Schul- tern- dann schlug Mouquet eine große Ballpartie für den nächsten Tag vor. Man würde um zwei Uhr von Rasse- neur'S Gasthause aufbrechen und nach Montoire zu über die Felder hinweg spielen. Zacharias war einverstanden: man solle ihn zuftieden lassen mit der dummen Politik, ei sei viel gescheidter, sich einen guten Tag zu machen. Sie wollten eben bei der Biegung des Wege« verschwinden, als Stephan, vom Kanal kommend, sie aufhielt und mit ihnen zu plaudern begann. „Teufel!" sagte Jeanlin leise,„wollen d,e hier über 1883 1884 1885 1886 1887 Menge in 1000 Tonnen 55 943,0 57 233,9 58 320,4 58 056,6 60 334,0 Werth in 1000 Mark 293 628 298 780 302 942 300 728 311 077 Während 1878 rund 39 589 000 Tonnen(die Tonne— 20 Zentner) Steinkohlen von 518 Werken zu Tage ge- bracht worden, betrug das ProduktionSauantum der 431 Werke im Jahre 1887 60 334 000 Tonnen, also 52,4 pCt. Der ProduktionSwerth stieg von 207 916 000 M. in 1878 auf 311 077 000 M. oder um 44,3 pCt.! Auf eji n Werk trafen durchschnittlich J Tabelle IV. Menge Werth in 1000 Tonnen in 1000 M. 1878 76,4 461.3 1879 83,5 408,9 1880 94,5 492,2 1881 98,3 509,6 1882 106,1 545,5 1883 114,4 600,4 1884 122,5 639,9 1885 124,3 645,9 1886 129,2 668,2' 1887 139,6 727.1 Im Jahre 1878 entfiel auf ein Werk eine ProduktionS- menge von 76 400 Tonnen im Werthe von 4 013 000 M., 1887 betrugen die entsprechenden Ziffern 139 900 Tonnen bezw. 7 271 000 M. Da« heißt, daS ProduktionSquantum stieg um 83,1 pCt., der ProduktionSwerth um 81,1 pCt. Der Profit ist im steten Steigen, und ebenso die Intensität der Arbeit. Die Ausbeutung der Ar- bcitskraft ist eine immer höher potenzirte geworden, die auf den Arbeiter entfallende Leistung ist gewachsen. Man be- trachte folgende Uebersicht! ES traf auf die Steinkohlengrubenarbeiter in einem Werk(vgl. Tabelle II) Tabelle V. Durchschnittsleistung 1878... 233,1 Tonnen 1879... 246,0„ 1880... 262,2„ 1881... 264,0„ 1882... 265,6„ 1882... 269,1„ 1883... 270,6„ 1884... 266,5„ 1885... 266,7„ 1886... 267,2„ 1887... 277.3„ Soweit die Löhne eine Steigerung überhaupt aufzu- weisen scheinen, entspricht ihnen eine gesteigerte Arbeits- leistung, ganz abgesehen von der enormen Zunahme der Hauptlebensmittelpreise. Dazu kommt, Nacht bleiben? Es wird spät; die Alte wird ihren Laden zuschließen!" Ein anderer Minenarbeiter kam und ging den Weg nach Requillart hinab. Stephan begleitete ihn, und als sie bei der Bretterwand vorüber schritten, vernahm Jeanlin, wie sie von der Versammlung im Walde sprachen, welche auf den nächsten Abend verschoben war, da es nicht möglich gewesen, alle Kolonien an einem Tage zu verständigen. „Hört Ihr," flüsterte Jeanlin seinen Gespielen zu,„der große Rummel ist morgen Abend; wir müssen dabei sein, am Nachmittag brennen wir durch!" Und da der Weg endlich frei war, schickte er Böbert zu dem Häuschen gegenüber: „Sei keck, zieh' tüchtig, und nimm Dich in Acht: die Alte hat einen Besen!" ES dunkelte bereit«. Bebert war mit einem Satze drüben, packte den Fisch und riß mit kräftigem Ruck die Schnur entzwei, an welcher er hing; dann, seine Beute wie einen Drachen in der Lust schwenkend, rannte er über das Feld und die beiden Andern hinter ihm her. Die Alte mochte das Getrampel ihrer Füße gehört haben, sie kam bestürzt au« ihrem Laden und bl che den fliehenden Kindern nach doch ohne sie zu erkennen und ohne zu verstehen, warum' sie so schnell über d,e Ebene dahin galoppirten. Diese drei Spitzbuben waren der Schrecken des Landes geroordeti. Zuerst hatten sie sich auf die Halde des Voreux beschrankt, rn deren Höhlen sie sich tagelang versteckten, und auf den Vorhof der Grube, wo sie in den Kohlenbergen herumkletterten und hinter den Holzstößen spielten. Bald aber sah man sie überall: in den Feldern rissen sie allerhand Kraut aus und verzehrten es; im Kanal stahlen sie aus den Behältern die Fische, welche sie roh verschlangen� und endlich wagten sie sich gar bis nach Montsou und MarchienneS, verwüsteten unter Jeanlin'S Führung die Zwiebelgärten, und daß je intensiver die keistungSfähiakeit deS Arbeiters ange- spannt wird, um so rascher seine Arbeitskraft verbraucht, er um so schneller invalide wird. Wie der„ A b n ü tz u n g S- koeffizient der Arbeitsfähigkeit" durch das Wachsen der Durchschnittsleistungen bestimmt, darüber belehrt u. a. eine Abhandlung des SanitätSrathS Dr. H o I tz e in Kattowitz über die Lebensverhältnisse der schlesischen Arbeiter. Nach ihm betrug im s ch l e s i s ch e n Kohlenbergbau: Zahre E 1869-1874 1875—1880 1881—1886 So zu lesen Zahl der Invalide« infolge von Entkräftung. 4,48 pro Mille. 7,66„„ 9,50 Durchschnittsleistung Tonnen. 242,8 275,6 313,5 in der„Zeitschrift des oberschlesischen Berg- und Hüttenmännische» Vereins", Jahrgang 1888. Es ist vielleicht nicht unangebracht, diese Daten jetzt den Arbeitern zur Kenntuißnahme zu bringen als— Weg- weiser für die Enquete der preußische» Regierung über die Kohlenarbeiter-Verhältnisse. Für die Enquete, die noch immer nicht ihre Ergebnisse der Oeffentlichkeit übermittelt hat. jr»olikiltfie Itclrcvnrfrf. „Ktaawfrinde" sollen wir Sozialisten, nach den Deduk« tionen der Sioatsanwaltschaft sein. Das Material, wie es zu der Riesenanklage, die geaenwärtig am Elberfelder Landgericht verhandelt wird, zusammengetragen worden ist, läßt keinen Zweifel daran aufkommen und der Abg. Bebel halte Recht, als er in der DonnerstagSfitzung, bei Veranlassung mehrerer Artikel aus dem»Sozialdemokrat� bemerkte, es wäre richtiger, wenn man diesen Prozeß«inen Hochoerrathsprozeß genannt hätte.»Stoatsfeind«"'!— Man könnte glauben, wir lebten in einer verkehrten Welt, in der alle Begrisse auf den Kopf ge- stellt sind. Durch die Sprache der offinösen und reaktionärm Blätter bat man fich daran gewöhnt, den Sozialismus als staatsfeindlich zu betrachten. Wer da« glaubt, hat das Wesen des Sozialismus nicht erkannt. Denn der Sozialismus beruht auf Zentralisation und kann ohne eine kräftige und volksihümliche Staatsgewalt gar nicht gedacht werden. Weit davon entfernt, dem Staate feind« lich zu fein, enthält sogar der Sozialismus eine Stäikung des Staatsbegriffs und die Manchestermänner werfen deshalb den Sozialisten— ohne Beweis dafür— vor, daß die letzteren eine alle Freiheit ertödtende Staatsallmacht anstrebten. Giebt e« Staatsfeinde? O ja, aber sie sind bei den Sozialisten nicht zu suchen. Wer ein Gegner eines bestimmten Reaierungssystems oder einzelner nach seiner Meinung zeitgemäßer Einrichtungen ist, der ist doch noch kein Gegner des Staatsbeg'iffs selbst. Aber man liebt eS heute eben, die Begriffe selbst zu wenden und zu drehen, den Inhalt mit der Form zu verwechseln. Staatsfeinde find heute die— Anarchisten und die Bourgeoisie. . Die Anarchisten erklären fich offen gegen den Staatsbegriff und wollen die Gesellschaft in kleine Gruppen auflösen, wobei auch der StaatSoerband in Trümmer gehen müßte. Schon wenn man bedenkt, daß wir in der Epoche der GroßproKuklion leben, begreift man leicht, daß diese Theorie eine völlig falsche ist. Die StaatShilfe kann soziale Schäden heilen, die»Autonomie des Einzelnen" kann nur Verwirrung anrichten. In diesen Dingen aber begegnen fich der Anarchismus und der Großkapitalismus. Wie der Anarchismus die Gesellschaft in Gruppen auf« lösen will, so hat der GroßkapitaliSmuS schon die Auflösung in seiner Weise vollzogen, indem er die Gesellschaft in eine Reihe von Interessengruppen zerrissen bat, die sich grimmig und unaufhörlich befehden. Die Autonomie deS Einzelnen, d. h. die Freiheit zu thun, was man will, eine Auffrischung des alten bardarischen Rechts des Stärkeren, ist in der freien Kon« kurrenz bis zu einem gewissen Grade gleickifalls enthalten, wir sehen ia täglich, wie der einzelne Kapitalist von seiner»Auto- nomie" Gebrauch macht und fich Ellbogenroum schafft. Indem er andere niederkonkurrirt, macht er von dem Recht deS Stärkeren uneingeschränktesten Gebrauch. Die Vertreter de« modernen Kapitalismus, die große Bourgeoisie und ihre Anhängsel lassen es niemals an Versiche- rungenMrhlen, daß sie staatsfreun blich seien. Dadurch wird fich nur ber Unkundige täuschen lassen. Schon vor langer Zeit wurde der Satz aufgestellt, die Bourgeoisie sucht den Staat zu ihrem Nachtwächter zu machen, und wenn man die Staaten betrachtet, in welchen die Bourgeoisie dominirt, so wird man plünderten die Auslagen der Kaufleute. Man glaubte, daß streikende Kohlenmänner diese Diebstähle vollführten, und eS war die Meinung verbreitet, es müsse eine ganz wohl- organisirte Bande sein, die daß Land unsicher mache. Eines Tages hatte Zeanlin Lydia sogar bewogen, ihrer Mutter aus einem Glase am Fensterbrett zwei Dutzend Stangen Gerstenzucker zu entwenden, und so groß war die Furcht, welche da» Kind vor ihm hatte, daß sie ihn trotz aller Schläge, die sie von der Mutter bekommen, nicht verrieth.• Dabei sprach er sich immer den Löwenantheil zu, und sogar Bcbert mußte ihm seine Beute ausliefern. Aber seit einiger Zeit trieb Jeanlin es zu arg: er schlug Lydia, als wenn sie seine legitime Frau gewesen wäre, und hetzte den leichtgläubigen Bebert in allerhand unangenehme Abenteuer: denn eS machte ihm Spaß, den großen Jungen, der ihn mit einem Faustschlage hätte zu Boden strecken können, wie einen Tölpel herum zu sprengen. Er verachtete sie alle Beide, behandelte sie wie seine Untergebenen und redete ihnen vor, er sei der Geliebte einer Prinzessin, vor welcher sie unwerth seien, zu erscheinen. Seit einer Woche nämlich verschwand er täglich, nachdem er ihnen befohle« hatte. in'S Dorf zurückzukehren, ohne sich umzuschauen. Auch heute sollte eS wieder so kommen. „Gieb her!" sagte er, Bebert den Stockfisch entreißend. Bebert protestirte. „Ich will auch davon; Du weißt, daß ich ihn herab- gerissen habe!" „Was? Wie? Du wirst davon bekommen, wenn ich Dir davon geben werde; aber heute gewiß nicht; morgen, wenn etwas übrig bleibt." Er pflanzte sie Beide neben einander auf, dann, hinter sie tretend, rief er: „Jetzt werdet Ihr fünf Minuten so stehen bleiben, ohne Euch umzudrehen! Wenn Ihr nur eine Bewegung mit dem Kopfe macht, Hetze ich die wilden Thiers, Euch zu zer- reißen!... Nachher geht Ihr sofort in'S Dorf zurück, ver» standen?" Jetzt schlüpfte er lautloS mit seinen nackten Füßen in'S Dunkle. Die beiden Gefährten blieben eine Zeit lang stehen, unschwer erkennen, daß der Staat' körper an einem schweren Siechtbum keankt und das Staatsleben durch die schwere Hand des GroßkapitaliSmuS an einer gesunden und gedeihlichen Entfaltung gehindert ist. Man bl'cke nur auf Belgien, das »Musterland der modernen Bourgeoisie". Die Bevölkerung ver- kommt dort unter dem Druck eines unersättlichen intustnellen Systems, und vergebens würde eine Regierung dort mit Sozial- reionnen eine Besserung erstreb:». Denn die Bourgeoisie will fich keine solche Fesseln auferlegen und ihren Kapitalprofit nicht verkürzen lassen. Dazu kommt noch, daß speziell in Belgien die Bourgeoisie aus ihren Reihen ganz korrumpirt« Re- gierungen stellt, und es sogar zu ewem Lockspitzelminlsterium gebracht hat. Blicke man nach Frankreich, bo t lölen sich die Gruppen der Bourgeoisie in der Regierung ab. Die Einen benutzen oen Staat, um überseeische Expeditionen zu machen, bei denen sie ihr Geld für gute Zinsen vortiifflich anlegen können. Der Staat haftet ja für Alles und in dieser Rille ist er ibnen an- genehm. Aber wehe ihm, wmn er sich auf eigene Füße stellen will! Wenn der französische Finanzminister eine Anleihe machen will, wird eine solche Geldoperatton nicht so leicht zu Stande kommen. Wir brauchen gar nicht in die Ferne zu schweife». Jedermann in Deutschland weiß, daß uns von Rußland eine nnauihörliche KciegSarfahr droht. Wer Rußland mit Geld unterstützt, damit eS feine kolossalen Rüstungen vollenden kann, der handelt direkt gegen die Interessen des Deutschen Reiches und aller deutschen Staaten, denn ein Sieg Rußlands würde deren Zerttümmeruna bcdeut n. Aber find«s denn Sozialisten, welche den Russen ihre Anleihen machen he fcn und da§ Publikum für sie heranlocken? Nein, Großkapitalisten, Börsenmatadore und ehrliche»Patrioten" sind es, welche den Russen das Geld verschaffen, um gegen Deutschland zu rüsten! Das Alles könnte man noch weiter ausführen. Doch ge- nug damit. Was ist denn der Sozialismus? Doch nur da« Symptom, der lebendige Beweis, daß diese Gcsillschaft zerrüttet ,ft. Die zersetzende Gewalt der modernen, zu Gunsten des Großkapita- ismus ausgebildeten ProdukiionSform macht sich auf allen Gebieten geltend. Wer der Anficht ist, man müsse durch eine organische Entwickelung sich zu anderen Formen durcharbeiten, der gilt als Staatsfciad"! Welch' eine Begriffsverwirrung! Ale»Uardd. Allgrm. Ztg." giebt die folaenden, keine Erläuterung bedürftigen Auslassuagen der»Mürch. Allg. Z'g." über die Auslassungen des Sozialisten gesitzes wieder:»Die Frage, ob sich die Nationalliberalen dazu verstrhen würden, den ÄuSweisungSparagraphen mit beschränkter Dauer, die übrigen Bestimmungen des Gefetzentwurfs mit unbeschränkter Dauer, gemäß dem gefaßten KommisfionSbeschlusse. zu bewilligen, ist vorläufig ebenso wenig auch nur mit einiger Bistimmtheit zu beantworten, wie die Gegenfrage, ob die Regieiung bereit sein wird, für den ÄuSweisungSparagraphen, auf den sie b.sondere« Gewicht legt, die Fristbestimmung eintreten zu lassen, wie ja überhaupt eine Fristdauer von zehn Jahren für das ganze Gesetz vocgrichlagen werden könnte. Die Möglichkeit, aß eS auf diesem Wege zu einer Verständigung kommt, wird von ernsthaften Politikern nicht für ausgeschlossen gehalten. Jedenfalls darf man darauf gefaßt sein, daß es noch langer Verhandlungen in der Kommission, im Plenum und in ver- traulichen Vsrbriprechurgen betürien wird, um eine Lösung. die lür die Regierung und die Kartellwehiheit befriedigend ausfällt, zu finden, und es ist mehr als wahrschrinlich, daß die entscheidenden Beschlüsse auf beiden Seilen in einer Zeit gefaßt werden, in welcher der Reichskanzler wieder in Berlin weilt. Man kann sich der Hoffnung hingeben, daß«s dem vermitteln- den Eii fluß des Reichskanzlers gelingen wird, eine Verstän- diguna herbei zu führen, wenn eine solche nicht vorher ohne sein« Mitwirkung zu erreichen wäre." Di« Krastlianische Revolution ist doch kein für Europa so ganz belangloses Ereigmß, als die meisten beut- schen Zeitungen zu glauben scheinen. Die ultrareaktionären Blätter a la»Kreuzzeitung", der es von Anfang an nicht ae- heuer vorkam, hatten diesmal einen richtigen Instinkt. Die unmittelbare Wirkung auf Portugal und Spanien ist eine ganz außerordentliche; die Sache der Republikaner hat in beiden Landern bedeutend gewonnen. Aber auch in Italien macht sich der Rückschlag bemerkbar, und diejenige Macht, welche den Vortheil davon hat, ist das republikanische Frankreich. Es handelt sich hier allerding« um Faktoren, die nicht gezählt und nicht g'wogen werden können, allein solche Imponderabilien haben mitunter eine gewaltige Explosivkraft und spielen in der Politik oft eine aus'chlaqgebende Rolle. So viel steht fest, die republikanische Idee hat, durch die Verwandlung des B asilianischen Kaiserreichs in eine Republik, namentlich in der romanischen Welt, die längst zwischen republikanischem und monarchischem Prmzip gespalten war, stark an Terrain gewonnen und wir dürfen nicht überrascht sein, wenn gelegentlich Veränderungen stattfinden, welche dcn wie er ihnen geheißm hatte, dann schlichen sie sich nach Hause. Stephan war um diese Zeit in R-'quillart; am vorigen Abend hatte ihn die Mouquette so zärtlich gebeten, wieder zu kommen, daß er sie noch einmal besuchen wollte. Aber eS sollte das letzte Mal sein; er nahm sich vor, mit ihr zu brechen, denn er fand eS unwürdig, gerade jetzt, wo alle Kameraden Hunger und Roth litten, ein Liebesverhältniß zu unterhalten. Als er ankam, fand er sie noch nicht da- heim und wartete im Vorhof der Grube. Unter dem verfallenen Thurme klaffte halbverstopft der schwarze Schlund des alten Schachtes. Ein aufrecht stehen- der Balken, der noch ein Stück Dach ttug, hing wie ein Galgen über dem finsteren Loche, und zwei Bäume, eine Esche und ein Ahorn, deren Stämme die ausgemauerte Mündung deS Schachte» geborsten hatten, schienen mit ihrem laublosen Astwerk wie aus dem Innern der Erde empor- gewachsen. Schlehe» und Hagedorn, in denen im Sommer Grasmücken nisteten, umwucherten den Ort; zwischen Wurzeln und Gesträuch, zwischen alten Brettern und Balken lugte schwarz und tief daS unergründliche Loch. Seit zehn Jahren wollte die Kompagnie den Schacht verschütten; doch es mußte erst im Voreux ein Ventilator gebaut werden, denn das Blasewerk befand sich gerade am Fuße von Requillart, und da beide Gruben zusammenhingen, diente der alte Wetterschacht einstweilen als Luftloch. Man be- schränkte sich also inzwischen darauf, die Holzverdämmung deS Schachtes durch Querbalken zu stützen, hatte die oberen Etagen, welche von dem Schacht abzweigten, sich selbst über- lassen und bekümmerte sich nur um den untersten Stollen, in welchem ein gewaltiges Kohlenfeuer unterhalten wurde, welches unausgesetzt mit so yefttger Macht brannte, daß der Luftzug wie ein Sturm brausend durch die Gänge fuhr und bis zum Voreux vernehmbar war. Damit man, wenn es erforderlich werde, hinauf oder hinabsteigen könne, war angeordnet, daß die Fahrten oder Leitern, welche fünfbundertfünfundzwanzig Meter tief, schräg hinab- liefen, in Stand gehalten werden sollten. Doch Niemand achtete dieser Weisung; die Leitern verwitterten und die Treppenabsätze, auf welchen sie ruhten, brachen zusammen. Sifwerpunkt der europäischen Maftverhaltnissc einigemaßi vorschieben.„ Landräthlich« M«i«hett. Das»KatlowitzrcKrntblsi- enthüi folaenve Verfügung oes Kattowitzer Landroths:»»*» einem kürzlich zu meiner Kenntniß gelangten Vorfalle nw ich, daß die inländischen Arbeitgeber— angeblich wenign«" — roch immer Zweifel daiüber hegen, wie sie fich gegeimW dem Anaebote ausländisch-polnischer Arbeitskräfte zu verhau� haben. Ich mache daher wiederhott daraus aufmerksam, da» solche Ardeiter von der Beschäftigung im Inland« ohne mna« Gmehmiaurg ausgeschlossen find, uns die heimliche�ordnunM- widrige Beschäftigung derselben durch empfinM'che Straten am Grund der Kreispolizeioerordnung vom 14. Okiober IBo ahndet wird, nach deren klarem und verstöndl chem Jnbam vorgängige Änmclduna und die darauf eventuell arfolgem Genehmigung die nolhwcndigc Voraussetzung für die Belchaim gung bildet. Ich weife ferner darauf hin, daß ick n'®'" der Lage bin— von eklatanten wirihfchaftlichen Nolbstanow abgesehen, welche nirgends zu bisorgen sind— eine solche v* nehmigung zu erth-ilen oder zu beantragen. Außerdem anlasse ich endlich die Polize'behZrden des Krers-s zur nJ®' drücklichsten Bestrafung von Uetertretungen mit dem Bemerlen, daß die unbesugt« Bcschäktigung jede« einzelnen zu der de- zeichneten Kategorie gehörigen ArbeiteiS einen besonders KonttaventionStall darstellt und demnach für fich briondn» Wege der poli» rlichen Str�ffestsetzung zu ahnden ist."«eraf laßt ist diese V-rfügung dadurch, daß kürzlich 30 gallM� Arbeiter aus Kattowitz ausaewiefen werden mußten, welche av? die vorgeschriebene landräthlich« Genehmigung m dem geschäfte der Gebrüder Goldstein zu Kattowitz Beschäftigt� gefunden hatten. Urb«? de« mysteriöse« antisemitischen Aebeift* Kongreß schreibt«m bekannter französischer Poluik«." Getehner:»Auf Ihren Wunsch Hobe ich nach dem nationalen Araciler Kongreß mit ant. semitischen Tendenze»° genauesten Nachforschunzen angestellt. Ich selbst erinnertem� an nichts derartiges, und die Sache ist auch so absurd, daß � gar nicht daran glauben kann. In Frankreich giebt eö w Anttsemiten, die einen Kongreß halten könnten; und nm> t französische Arbeiter! Die würden sich schön bedanken!� Allem ich traute meinem Gedächtntß nickt vollst»-? und zog rechts und links, die Kreuz und die Quer Erku� gurgen ein. Niemand hatte von einer solchen Monstr� gehö t. Nur Einer erinnerte fich dunkel, er hätte in irgend duvkelen Blättchen gelesen, 6 oder 7 dunkle Ehrenmänner irgendwo— in Paris oder an einem anderen Ort—, einmal getagt, u m einen internationalen Judenhetzer-Koap! zu Stande zu bringen. Das ist Alles was ich ermitteln konnte:—",, Genug, in Paris hat ein internationaler anlifemim�. Arbrilcrkongreß nicht stattgefunden, und unsere Veemuth»* daß der famo'e Kongreß ein Klein-Pariser L-ederM� Fritzsch'schcS Unternehmen war, gewinnt immer mehr an scheinlichkert. König« berg. Am Sonntag Nachmittag wurde h�?,, in großer Masse ein sojiaId»mokratlscheS Wahiftugblallf», breitet. Die Verbreitung erfolgte in ganz kurzer Zeit. Perlen ist dabei sistwt aber sofort freigelassen worden, zirka 10 Exemplare beschlagnahmt wurden.- Elberfeld, 25. November. Der große Sozialistenplft, nimmt einen für die Anklage höchst merkwürdigen und> � ungünstigen Ver lau f. Die letzten zwei VeihindlungStagd. vorige Freitag— Sonnabend war Pause— und der HJjjj Tag sind a>S eine moralische Niederloge der StaatSarwaw� und ihrer Hilfsorgane, der Kriminalpolizei, zu betrachten. Aussagen der Potizeikommissare Kammhof und W'lsing,� erstere in Bezug auf Elberfeld, der letztere in Bez t s# Ba>men, liefein ein recht lehrreiches Bild von dem, lt!L, manch: Polizeibeamte fähia find, aber nicht fähig fein 1%� Beise brachten eine Unmosse Augaden über angebliche geds�i Versammlungen und Konvmtikel der Sozialisten, in die verschiedensten verbotenen und nicht verbotenen Handl� vorge ommen worden sein sollten. Als aber zur Sprach» Lz was von alledem die Polizeiorgane selbst wahrgeno®�, und festgestellt hätten, konnte keiner auch nur eine fache anführen, die er selbst oder einer seiner Beamte» eigener Wahrnehmung wußten. Alle Mittheilungen bezogen die Aussagen unbekannter Hintermänner, der bekannten gentlemen, deren Namen zu nennen die Polizei sich weigerte. � � Weigerung erregte das peinlichste Aufsehen innerhalb, außerhalb des Gerichtssaales. Verlhribiger und Angcj� verlangten den Ausschluß der O-ffentlichkeit, beziehenlli®. Anwendung des Schweigegcbots, was der Angeklagte mit den Worten motioirte, daß er nie geglaubt habe, je i" J Lage zu kommen, dieses Gesetz, das er und feine Fieund«, das entschiedenste im Reichstag bekämpft hätten, zum S®"' für sich anrufen zu müssen..-ai In der heutigen Sitzung wurde das Spiel der zahllose Berichte ih.er Hintermänner vorzulesen,\ox$lcd Dieses Mal war es der Polizeikommissar von Barmen, Besonders die allerersten Stufen der obersten Leiter ausgefallen, und man mußte sich an den Himbeerstrauchs welche die Mündung verstopften, hinabrutschen lassen, bi» gleitende Fuß die Sprossen erreichte.. Stephan wartete hinter einem Gebüsch, als er etwas durch die dürren Zweige schleichen hörte. Er nie' es sei eine Natter; doch da blitzte die Flamme eines Holzes durch das Astwerk, und er gewahrte Jeanlin, Licht anzündete und damit ia der Höhle verschwanv. � Eine lebhafte Neugierde trieb ihn; er drang bl*? Mündung de» Schachtes und sah von dem zweiten Trepp, absatz das Licht des Knaben emporleuchten; er zögerte e � Moment, dann ließ er sich ebenfalls an den Zweigen hinad� meinte, er werde die ganzen fünfhundert Meter hinunteriv; doch bald fühlte er die erste der Leitern unter den die oberste Sprosse brach, dennoch stieg er langsam h � Jeanlin mußte nichts vernommen haben, denn noch sah Stephan unter sich das Licht tiefer und tiefer i" � Berg klettern, während der gespenstig verzerrte Schat��, Knaben mit den ungeschickten Verrenkungen seiner �0 Beine, unheimlich tanzend, die Fahrten hinabkroch, �ji ein Affe half sich der Junge dabei mit Händen, Füß�'�e dem Kinn über die fehlenden Sprossen hinweg.*: Leitern waren noch in ihrer ganzen sieben Meter meft � Länge erhalten; wieder andere gaben knarrend»a®/'sj wollten sie brechen. Die Absätze waren morsch ulfti wie MooS, und je tiefer man hinunterstieg, um so erstM � wurde die Hitze, welche von dem Kohlenfeuer empori! w; trotzdem daS Feuer des Streiks wegen eingeschränkt denn wenn der Voreux arbeitet, verzehrt eS dreitauseim�pi gramm Kohle täglich, und Niemand hätte dort � können, ohne sich zu versengen.. „Welch ein verwünschter Benael!" fluchte Sie „Wo zum Teufel kriecht er nur hin?".,. seh� Seine Stiefel rutschten auf dem glatten Holz. zweimal hatte er fast das Gleichgewicht verloren. � er wenigstens auch ein Licht gehabt hätte! aber.<< finsteren Beleuchtung von Jeanlin's Talgstumpf ,, jeden Augenblick fehl und lief Gefahr, in die TJ) stürzen.(Fortsetzung f"1« I -"•S diese angenehme Beschäftigung ausübte. Hierbei wurde Mn durch die V-rtheidiger wie durch den Angeklagten Bebel � allgemeiner Ueberralchung festgestellt, daß nach den v er- A nttt®er'(d'en die Polizei von einer Anzahl sogenannter r5 eurer Versammlungen, die staltfinden sollten, vorher »mnlnih halten, ohne auch nur den geringsten Ersuch zu machen, diese u n g esetz li ch en B er- lamm I un gen zu verhindern oder aufzuheben. �nso verlas der genannte Kommissar einen Spihelbecicht, ach ihm die Ankunft eines Ballens angeblich verbotener �»schüren in Unterbarmen angezeigt wurde, ohne daß er ?�«nur den geringsten Versuch machte, diese '* leine Hände zu bekommen. Ferner will die Polizei im Besitz eines»Organisationsplanes'' J"1 Barmen sein. Was aber produzirt wurde, war eine voll- wmnen unbeglaubigte Abschrift erneS solchen und der im � dtz des Originals gewesen sein sollte, bestritt auf das Aller- sssswedenfte, ,e solch' ein Ding gesehen zu haben oder von »emer Existenz Kennlniß zu besitzen. Auch hier wurde wieder WHtatttt,' daß die Polizei alle Sorgfalt versäumte, sich in den �ntz eines Originals dieses angeblich existirenden OrganifationS- »lanes fich setzen, und fie cbenfallS es nicht verstand, ein so- Mannte« Sammelbuch fich zu beschaffen, von dessen Mausgabe fie unterrichtet sein und wissen wollte, welche Per- '�dasselbe zu vertheilen beschlossen hatten.' ... Was nun die angeblichen geheimen Versammlungen be- W, so stellte sich schon bei der bloßen Vernehmung heraus, ..ll? es fich h,or nicht um geheime Versammlungen, sondern um «Ui. vertrauliche Zusammenkünfte handelte, in welchen die Mheiligltn fich über die Beschaffung von Geldern und jswjntnten für dos hier erscheinende Ärbeiterorgan die»Freie Nesse" unterhielten und bcriethen. Weder andere Zusammen- MUe, die als„geheime" Versammlungen angeführt ?M>en, waren solche des polizeilich ange- d e t e n Wahlkomitee'S ic. Als eine geheime Ver- Mmlung wurde auch die Zusammenkunft Hanns mit v®"nipe beze chnet, in welcher letzterer mit dem elfteren wegen » lauflichen Uebernahme der Druckerei und des Blatte« der '»r- Presse" verhandelte. z» Haupt» ff ekt in der heutigen Sitzung aber machte die *■'9 a ftun g des im Verdachte der S p» tz e l e i stehenden lMwebers Julius Weber, der in seiner Zeugenaussage Ute mit der Polizei in Beziehung gestanden und ihr Be. ' ert zu haben; als er aber den Schwur für die Sir »'-'cheit seiner Aussagen leisten sollte, fich weigerte, den �.abzulegen. Darauf beschloß der Gerichtehof die sofortige tTwftnahme drssclben. Weber wird vermuthlich bis zum Ende U.vrvzesseS, wo alsdann seine Haft dem Gesetz zufolge von N. aulhört, in Hakt bleiben; denn es steht fest, daß er alle hat, seine polizeilichen Hintermänner nicht zu kompro- �Ägemein gespannt ist man. wie fich die Ober-Bürger- 'sämier zu Elberfeld und Barmen zu dem auf Antrag ... iger vom Gerichtshof beschlossenen Verlangen ..xp» werden, daß diese den ihnen unterstellten Polizeibeamten . �arnmene Freiheit gewähren. Alle« zu sagen, was ihnen Sj'dch in Bezug auf die Angeklagien bekannt geworden ist. , �S«rn fich die Bürgermeistereien, diesem Verlangen Folge geben, so werden die Vertheidiger den Antrag embringen, .Nmehr für diesen Theil der Verhandlungen die Orffentlich- auszuschließen und da« Schweigegebot zu erlassen. An 'Matifcher Lebendigkeit werden also die Prozeßverhandlungen 1 den nächsten Tagen nichts zu wünschen übrig lassen. , Eine seitens der Vertheidiger und des Angeklagten Bebel fdars angegnffcne Stellung nimmt die Anklagebehörde gegen 'nr obengenannten Julius Weber ein. Weber ist eine � n, der Anklagelchrifl am meisten genannten Personen. i. Ngurirt nach der Anklage in den verschiedenen angeblich am Versammlungen als Vertrauensmann, als Mitglied als Stellvertreter de« Korrespondenten, der mit Zürich aufrecht zu erhalten hat, als imm"",">tt in"geheimen Versammlungen, davon auch zwei, luT* noch der Anklage, in seiner eigenen Wohnung stattge- Sin daben sollen. Und obgleich also Weber hiernach ,m flnof r.'et Puklage als einer der allergefährlichsten Personen Nock e" werden muß, war er weder in Voruntersuchung, oi»? lieht er jetzt unter Anklage, er figurirt auch nicht, wie bei �"dere bekannte Sozialdemokraten, als Zeuge. Ja z. den ersten Anzapfungen der Staatsanwaltschaft Sö,?1 den Angeklagten Bebel wollte die erstere diesen s-in.vicht einmal kennen, fie hatte statt einen gewissen Theodor Weber in Voruntersuchung tb» i" lassen, der mit der Sozialdemokratie gar nichts zu f'vn hat und natürlich nicht unter Anklage gestellt werden "vir. Diese Vorkommnisse geben für die Einlerwng und de« ijesse zu Grunde liegende Verfahren reichlich zu denken kpiel nC®ttden noch in den PlaidoyerS eine gewichtige Rolle Neheim ors va V««« be», m �orrommnrsse geven für vre smieimng unv ves vn? 5�°i«ffe zu Grunde liegende Verfahren reichlich zu denken Wien® irden noch in den PlaidoyerS eine gewichtige Rolle �ach Auffassung Vieler hier am Orte, die den VerHand- t..�v mit Aufmerksamkeit folgen, sind es nicht die Angeklag- tdir« v vvf der Anklagebank fitzen. Aller Vorausficht nach d,, J>er Prozeß mit einer gewaltigen Schlappe de« Vertreter« r Staatsgewalt enden. »Merkt � daß unter den Berichten über den hiesigen �«.ß, diejenigen der„Kölnischen Ztg." sich durch vielfache �''�tigkerten auszeichnen, die merkwürdiger Weise immer �«schaden der Angeklagten vorkommen. nur st.' r sozialdemokratische Bewegung in mib-. �' ch schreitet erfreulich voran. Während die Partei \u"'ch''m Stande war. ein einzige« Prcß Organ auf die iu halten, besitzt sie jetzt— allerdings noch nicht in bx.,- ah'v auch sich jetzt größere Ausfichten eröffnen— gm 1 wöchentliche und halbwöchentlrche Organe, die alle einen Mb wachsenden Abonnenten staild haben, und von denen Haft"»Action sodale" von Lyon soeben ihr Format nam« vergrößert hat und demnächst zweimal wöchentlich er- SR? s?ll- schmtil'*'chon mitgetheilt. wird in Lille, wo eine Genossen» »r�I�vruckerei gegründet worden ist, vom l. Januar an ein dem sozialdemokratisches Organ herausgegeben werden, von tviif-r""® hofft, daß es fich bald zu einem täglichen Blatt ent» i? werde. Paris, wo der internationale Kongreß das Angeklagten Frankreich. i-ro,®t« Thatsache, daß die Sozialdemokraten bloz, v Abgeordnete durchgebracht haben, und die Posfib, listen Paris», m'( I o f f r i n und D u m a y), hat aus diejenigen phien die noch unter posfibilistischem Einfluß waren, Nveutenden Eindruck hervorgebracht. Und dieser Ein- v> so,» stch mit jedem Tag verstärken und vertiefen, wenn l u s.'mische Fraktion— Baudin, Boyer, Couturier, .„v t, Ferroul,Lachize und Thieri er—, ganz auf den Boden de« Internationalen seinen' Ko n g r es se s g'stollt hat, ihr bereits in all . �chsü>>.. ev genau festgesetztee parlamentarisches Programm ."s-in ," woran wir bei der Tüchtigkeit der„Sieben" nicht §»t&tMir2en* Da« Programm stimmt beiläufig mit dem > �lch,»». Ich e n Sozialdemokratie so genau üderein, als die torläßt �hert der politischen Zustände beider Länder es Die den JvJialÖMokratifäe Fraktion hat jede Gemeinschaft chat./'den Opportunisten Joffrin und Dumay ab- '"IIa mir dem sozialrevolutionäre-blanquistisch-boulan- mstischen Kleeblatt Granger, Iourde und Roche. Um Jourde, der eine reme Vergangenheit hat, und dessen Ver- irrung seine Freunde kaum begreifen können, ist es recht schade; an den beiden Anderen aber ist nichts verloren, so wenig wie an den zwei poisibiliftischen Abgeordneten, die fich jrtzt ganz und gar den Bourgeois-Opportunisten anschließen müssen. AttKVßKtt» AuS Porto Alegre erhält die„Voss. Ztg." ein Schreiben, das«kernen läßt, wie die Stimmung d« Bevölkerung, sowie die politische und wirthschaftliche Lage de« Lande« dazu ange- tban waren, da» rasche Gelingen d« jüngsten Umwälzung in Brasilien zu ermöglichen. D« deutsch-brafilianische B«ichterstatt« schreibt unt«m 28. Oktob«, also 18 Tage vor Ausbruch d« Revolution: Am 15. Oktob« feierten der Hof und die ihm nahe stebenden Kreise da« Fest d« Silberhochzeit d« Kronprinzessin und ihre« Gemahl«, de« Eonde d'Eu. Von einer innigen Antheilnahme der Bevölkerung de» Lande« oder auch nur d« Reichshauptstadt war nichts zu bemerken. Der 15. Oktober ist übrigens ein dreifacher Jentag für die kaiserliche Familie: Namenstag d« Kaiserin Therese Christine, Hochzeitstag der Kronprinzessin und Geburtstag ihres ältesten Sohnes D. Pedro, de« Prinzen von Grao Parä und künftigen Thron«ben. geb. 1875.— Noch find zwar nicht von allen engeren Wahlen die Ergebnisse bekannt, aber au« den bneits bekannt-n ist zu er- kennen, baß die Regierung im Allgemeinen ihren Willen durch- gesetzt hat. Nur ein Republikaner und ein Konservativer haben über den lib«alen Gegenkandidaten triumyhirt. In den an- derm Fällen ist, wo ein Lib«aler mit einem Konservativen zur Stichwahl kam, der Regierungskandidat, und wo ein Liberal« oder Konservativ« mit einem Republikaner in die eng«e Wahl eintrat, der Monarchist gewählt worden. Die Mehrzahl der Konservativen hat die taktische Erwägung, daß gegen den ge- meinsamen Feind, hi« die korrumpirte und korrumpirende Rc- giemng, die schwächeren Gegner fich verbünden müssen, bei Seite geletzt und sich, wohl mehr durch die Künste der offiziellen Wahlmacher, als aus Furcht vor der Bewegung der Rcpublikan«, bestium-n lassen, in den Wahlkreisen, wo die Entscheidung zwischen einem Republikan« und einem Liberalen zu treffen war, dem Letzteren ihre Stimme»u geben. Duich die« Verhalten d« Masse der konservativen Wähl« ist in ver- schiedenen Wahlkreisen die Parteileitung verleugnet worden. Trotz ihrer Niederlagen geht die republikanische Partei er- Hoberen Haupte« aus der Wahlschlacht, denn die Zahl der ihr zugefallenen Stimmen hat fich sehr erheblich vermehrt. Auffällig grob war auch die Zahl der Stimmenthaltungen, viel größer als bei den früheren Wahlen nach dem Gesetz von 1881. Selbst m den Vororten der Reichshauptstadt«schienen nur zwei Drittel d« Wähler an den Urnen. So fest das Minist«ium mit seiner erdrückenden Mehrheit in d« Depu- tirtenkammer, wo wuthmaßlich 115 Mitglied« unter 125 zur Iib«alen Partei gehören w«den, zu stehen scheint, so kann ihm doch eins verhängnißvoll werden, nämlich die Kcifis, wo nicht aar d« Krach, wohin die alle« Maß und Ziel überschreitende Gründerei in Rio üb« kurz öder lang zu führen droht. Be- 1 anders die Sucht, neue Banken zu gründen und da« Kapital i« alten zu erhöhen, sowie eine Anzahl Depofiten- und Di«- konto-Banken in Zettelbanken umzuwandeln, ist in ein be- ängstigende« Fieber ausgeartet, da» eine Katastrophe befürchten läßt. Der Finanzminister hat nun durch gewisse Maßnahmen und durch sein Verhalten dm Verdacht od« den Schein auf fich geladen, daß er dieses Spekulation«- fieb« in den Kreis seiner Berechnungen gezogen hat, um durch einen blenbmden„wirthschattlichen Auf- schwung" den Erfolg sein« Finanzpolitik zu beleuchten. Die demokratische Presse geht noch wnter und macht ihm den Vor- wurf, daß er persönlich unter Vorschiebung seine« Sohne« und vertrauter Freunde in mg« Verbindung mit dem Äründ«- thum und d« Börse steht. Diese Dinge w«den rückhaltlos öffentlich besprochm, unbeschadet der Anerkmnung, die einigen Finanzmaßregeln de« Minister« gezollt wird und gezollt werden muß. Ais solche find vor allen zu nennen die gelungene Kon- vertirung der 5prozentigen äußeren Schuld in eine 4prozentiae, wodurch das Eifordernrß für die auswärtige Schuld um jähr- lich 437 985 Lstr. erleichtert wird, und die Inangriffnahme der Einziehung des StaatSpapiergelde». Das find ohne Zweifel vortreffliche Maßregeln; gleichwohl war es nicht wohlgetdan, diele tolle Spekulation«- und Gründungswuth zu entfesseln, und ein Rückschlag, wenn er gleich von der wirthschaftlichen Entwicklung beS Lande« bald überwunden wird, muß auf die Verantwortung de« Finanzministers zurückfallm. Es giebt in sein« eigenen, der liberalen Partei Elemente genug, die ihn dafür verantwortlich machen werden. Elberfelder KllMlljlevprlizei. 6. Tag der Verhandlung. Die Zeugenvernehmung wird fortgesetzt. Zuerst wndm die geladenm Zeugen verlesen; dieselben find zum größten Theil anwesend. Der Präfident verkündet den Gerichtsbeschluß, daß die Genehmigung de« Oberbürgermeisters zur Aussage des Polizei- kommrssarS Kammhoff eingeholt w'rde. Der Staatsanwalt: Die Behauptungm der An- klageschrift wurden mehrfach bezweifelt. Ich«kläre Bebel gegenüb«, daß die„Winke für die Agitation" zum Theil wöct- lich dm bezüglichm Artikeln de«„Sozialdemokrat" entnommen find. Die späterm Ausgaben heißm allerdings„Rathschläge" und find etwa« ander«, enthalten aber thatsächlich die gleichm Verhaltungsmaßregeln.(Er verliest zum Beweise einige kocre« spondirende Stellm de«„Sozialdemokrat" und der„Winke".) Bebel: Ich habe destritten, daß die Broschüre der Ab- druck der Artikel sei. Da« halte ich aufrecht. Auf dem Kopm- Hagen« Kongreß wurde die H«au«gabe ein« Broschüre, nicht der Artikel beschlossm. In zwei Punktm ist die Anklage unwobr. Staatsanwalt: Es kommt darauf an, ob der Kongreß die Herausgabe ein« Broschüre beschlossen hat. Dieselbe ist theilweise den Artikeln entnommen. Bebel: Ich habe selbst zugegeben, daß die„Winke" auf Beschluß de« Kongress s herausgegeben find. V ert Heid.: In der Anklageschrift ist die Rede von Karten, die mit dem Stempel»Oertliche Verwaltung Elber- seid" bezeichnet find. Wir bitten um Vorlegung einer solchen Karte. Zeuge D r e w e«(vereidigt): Am 22. Juli 1884«fuhr ich, daß eine V«sammlung bei Marian war. Bei Marian war ich nicht. Ich weiß die« nur vom Höcmsagm. In Langenhaus waren etwa IOOO Personen. Einige kannte ich, wie Harm, Müll« ic. Viereck war anwesend. (D« Zeuge wird aufm«ksam gemacht, nicht« zu v«- schweigen.) D r e w e S: Reden wurden nicht gehaltm, davon ist mir nicht« bekannt. Geheime V«handlungen an einem Tisch habe ich nickt bemerkt. Mit Kammhoff verkehre ich; derselbe hatte den„Sozialdemokrat",« hat ihn mir aber nicht zum Lesen gegeben. Grimve: DreweS hat mit Jeup von der Vertheilung de«„Soz." durch Kammhoff gesprochen. Er hat gesagt:„Wir Zettungsmenschen können lügen; da« ist ad« nicht« dagegen, wa« Kammhoff lügt." Drewes: Ich hatte mich damals mit Kammhoff ent- zweit. Müller: Wa« hat Kammhoff mit dem„Sozial demo- krat" gemacht? Drewes: Davon weiß ich nichts. Jeup: Drewes hat mich besucht und ein Schriftstück mitaebracht, welches d« Behörde zugehen sollte und Kamm- boff's Amtsführung schilderte. Der Zeuge DreweS hatte Einsicht in die sekreten Akten. Ist es wahr, daß Kammhoff den Z-ugen bei d« Staatsanwaltschaft denunzirt hatte, weil« den „Sozialdemokrat" verbreitet haben soll? Drewe«: Es ist mir von d« Denunziation mitaeth-ikt worden: e« stellte fich ab« als unwahr heraus, Jeup solli« darüber schweigen. Einblick in die Papiere hat mir Kamm- hoff nicht gestattet. Zeuge Poli�eikomnnssar W i l s i n g(v«ndigt): Seit 1883 bin ich nnt d« Beobachtung der politischen Bewegung betraut. Die Anklageschrift habe ich von der Staatsanwalt- schaft. Von Letzt«« bin ich inftruirt worden. Mit V«tretnu derselben habe ich nicht konferirt. Die Sozialdemokraten in Barmen hielten geheime Versammlungen ab; am 19. Sept. 1883. und an anderen Tagen. E« wurde üb« die Organisation gesprochen. In Barmen bestehen Bezirke mit je einem Vor» steh«. E« besteben drei Klubs. Die dem Vertratunsmanrr unterstehenden P«sonen sollen nicht üb« 15 sein. Jed» Distrikt hält feine V«sammlungen separat; alle Monate findet eine Ko-poreversammlung d« Vertrauensmänner statt. Mohr- henn ist Korrespondent. So war e« 1884. 1886 wurde wir von einer geheimen V«sammluna mitgetheilt, wo üb« die Cr* ganisation beratben wurde. Es fanden noch weitere V«samm. lungen statt. Ein von Hülle entworfen« OrganisalionSplan wurde mir mitgetheilt. Meine Zeugenaussage Hobe ich nickt aufgeschrieben. Der Organisationsplan ist vom Original ab» geschrieben. Ueber den Gewährsmann verweigere ich die Aussage. (Die Vertheidigung protestirt gegen die Verlesung de« OrganisattonSplanS. Es wird protokollirt, daß der Zeuge den Organisationsplan vom Original abgeschrieben hat.) W i l s i n g»«liest den OrganisatianSolan.(Es wirb darin u. A. em Erekutivausschuß erwähnt.) Ich bezweifle nicht, daß ich da« Origmal in Händen hatte, da ich Hülle« Schrift kannte. Hülle: Ich habe nie etwa« D«arttaes gesehen. Wilsing: Von Hülle hatte ich VersammlungSanmel- düngen in Händen, dah« kenne ick die Schrift. Hülle: Ich habe nie eine Versammlung schriftlich an- gemeldet. Wilsing: Ich sab auch and«e Schritten von Hülle, ich glaube schon vor dem Organisationsplan. Ich glaube, daß dieser von Hülle geschrieben ist. B e b e l: Hat die Polizei ein Sammelbuch bei Hau«- suchungen gesunden? Da« ist mir wichtig. Wilsing: Ich weiß nicht, daß ick ein Sammelbuch b-- schlagnahmte. Ich glaube, daß solche existiren. Es fand 1686 eine geheime Versammlung statt, in welch« ein neu« Opera- tionSplan vorgelesen wurde. Darnach ist Barmen in drei Klub«, die in Sektionen zerfallen, eingethnlt. Spät« fand noch eine geheime Ansammlung statt, die mir angezeigt wurde. Bebel: Hat der Zeuge die Ansammlung nicht aufgelöst und warum nicht. Wilsing: Darüber verweigere ick die Aussage. Spät« fanden noch weitrre Versammlungen statt, wo Wahlen voll- zogen und Röllinghoff kaltgestellt wurde. Bebel: Der kaltgestellte Röllinghoff sollte also«neu eigenen Klub bilden? Wilsing: So ist mir mitgetheilt. Grimpe: Die Zeugenaussagen find wörtlich d« Dm- klageschrift entnommen. Wilsing: In einer späteren V-rsammlung wurde über die„Freie Presse" gesprochen. Ich v«rweig«e die Aussage darüber, ob mir die« von Wrber mitgetheilt wurde. Am 19. Oktober 1885 fand bei Hülle eine geheime Versamm- lung statt. Hülle: Nach der Zeugenaussage sollte ich kaltgestellt wer» den und dann fand bei mir eine Versammlung statt? Wilsing: Die Berichte find nicht m d« richtig-» Reihenfolge. In der geheimen Versammlung am 19. Oktober 1885 wurde über Untnschlagungen verhandelt. Die„lchwarze Lifte" wurde besprochen und es war von einem Schr«ben au Bebel die Rede. Bebel: Davon weiß ich nichts. Wilsing: In d« Ve-sammlung wurde noch mehr be- sprachen. Am 1. Dezemd« 1885 fand ebenfall« eine Veisawm- lung statt, wo die Abhaltung weiterer Versammlungen be» schlössen und eine Zeitung« kommisfion gewählt wurde. Bebel: Hat die Polizei fich Mühe gegeben, eine solche Versomm'ung zu packen? Wilsing: Nein. Bebel: Die Polizei hatte davon Kenntniß und die Der- sammlungcn wurden nicht aufgelöst. Das ist merkwürdig. Ich konstatire, daß die Barmer Polizei von ungesetzlichen Versamm- lungen Kenntniß hatte. Der Zeuge war doch von AmtSwegeu verpflichtet, Ungesetzlichkeiten zu verhindern. Verth.: Der Zeuge hat sich durch sein Verhalten der Theilnehmerschast an einer geheimen Verbindung vrrdächtrg. gemacht. Wir protestiren gegen die wertere Vernehmung des Zeugen. Wir fixiren, daß der Zeuge fich nicht d« Polizei. beamten, sondern sein«„Gewährsmann«" zur Ueberwachung der Versammlungen b dient hat. Wilsing: Ich vnweigere die Auskunft darüber, warum ich die Versammlungen nicht aufgelöst habe. In der V«samm° lung am 1. Dezemb« 1885 wurde auch über die Eigeathümer- schaft der„Freien Presse" gesprochen. Zugegen waren u. A. Weber und Bernhard Schumacher. An die Theilnahme de« Abgeordn-ten Schumacher kann ich mich mcht entsinnen. Bebel: Welch« Web« ist gemeint? Wilsing: Julius Weber. Verth.: Warum ist Weber nicht angeklagt? D« Präsident: Darüb« giebt der Zeuge keine Aus- kunft. Morgen wird Web« vernommen. Verth.: Ich bitte, den Zeugen darüber zu fiagen. Staatsanwalt: Nur Diejenigen wurden angeklagt, gegen welche noch andere Beweise als Polizeiberchte v«» lagen. Verth.: Hat man d« Staatsanwaltschaft Beweisstucke gegen Weber vorenthalten?.. Wilsing: Ich nicht. Weber kenne ich und habe bei Bubenzer nach sein« Wohnung gefragt. Bebel: Da hat Bubenz« i-oensalls Web« gewarnt. Die Polizei mußte doch die Wohnung Weber'S kennen, bei dem fie eine Haussuchung hallen sollte. Man hat ihm als» Zeit gegeben, StaatSgefährliche« zu beseiizen. Wilsing: Ich verweigere die Aussage darüb«, ob ich die Wohnung Weber'« kannte. Weber kenne ich seit dem ersten Jahre, da ich in Barmen war. Ob ich 1881 oder 1882 nnr Weber verkehlte, darüber««weigere ich die Auskunst. Seit 1879 etwa kenne ich Web«. Vertheidiger: Wir beantragen die soso, tige Sistirung Webn's. Bebel: Früh« hat Wilsing unt« Zeugeneid ausgesagt, Weber nicht zu kennen. Wil ting: Da« war ein anderer Web«. Da« Gericht beschließt die sofortige Ladung Weber'«. Wilsing: In d« Versammlung wurden noch«eitere Angelegenheiten»«handelt. Hülle: Ich verlange die Vernehmung de« Redakteurs Emmert, um festzustellen, daß d« Gewährsmann Wilsing'« em ganz verlogenes Subjekt ist. (Fortsetzung in d« Beilage.) Theater. Mittwoch, den 27. November. ftynrntim*. Gioconda. Kchantpietha»». Die Räude,-. KttlSsch-» Theater. Der Sohn der Wildnis UeM«a-Tt»-ater. Die Ehre. Kerltaer Theater. Die wilde Jagd. HrtedrUH- WUfcetatKSdtische» Theater Der Polengraf. Keftd««s-Uheaier. Sckwiegermama. ZAaRaer-Theater. Koko. Aittarta-Theater» Sianley in Akrtka� VAead- Theater. Muttersegen oder: Die neue Fanchon." KeZteaUiaae,- Theater. Der Zauberlehv ling. ASreieftädtische» Theater. Der Trompeter von Säkkingen. Beatral-Theate». Leute von heute. &h»!»h Ar««»»Theater. Jlotte Weiber. Weh». Nichter'» Uari»tck. Spezialitäten V steliung. Keüh.holle»- Theater. 9t. Spezialitäten. w«H»«nuttp Kaufmann« U artete. Gr. Spezialitäten� Borslellung. MinTGio»»-l'tteatvn. ts»b DertdeuerK». M. Täglich Borste ll un g. Cipcus üttnz. Aarlstrabe. H»t«, Mittwoch den 27 November 188» Abends 7 lltzr: Gala-MorstrUnng unter persönlicher Mtvirkung des Direktor E. Renz. Aschendrödel oder: llon yIsTennv I�antottvI. Großes phaniaft Zaubermärchen mit Aufzügen, Tänzen und Gruppirungen. Arranaict und in S,ene gesetzt v. Direktor G. Renz. Zylka unö Zante, arab. Schrmmelhengtte, dress. und vorgef. vom Direktor E. Renz. Auftreten der Sckulreilerm ft l. Guerra. Ascension auf dem gespannten 30 Faß hohen und 70 Fuß langen Drahtseil, stounenerregend kquilrbrische Produkt, onen, ausgeführt von FrU Nalalre Schumann. Auftr. Der renommirten Künstler. fimilie Bnawre. Der Reitkünstlerinnen Geschw Orford und Mm. Bradbury. Morgen Vorstellung. Sonntag 2 Vorstell. C. Renz, Dneklor Cipcus Busen- Hr»e»rr«-»«rr-llter. »nttt, Mittwoch,»en 27. Nvvember 188»: Abends 7z Uhr: 1063 Auf vielfeiti res Verlangen Wiederholung der grofiartigen, mit ganz außerordentlichem Beifall aufgenommenen Parforee-Uorstellttug. der besten Nummern des RepenoirS gelangen zur Aufführung; trotzdem wi d die gewöhnliche Z.il- dauer der Vorstellung nicht überschritten werden Vom Besten da» Beste! So.mtaa: 2 Vorstellungen, 4 und 7t Uhr, 4 Ahr 1 Kind frei. Pastare 1??. S M.— 10 Uhr A. Kaisep-Panorama. Neu! 8. R.rse d. d. mal. Kchwelz. III. Cyclu«. Reise Zithr«�«»«stantinopri. VL Lbtheilung: pariser Weltausstellung Eine Reike 20 Pf., Kmd nur 10 Pf. Abonn. L Reifen 1 M. II. PpAusohap*» anatomische« MUSEUM 89/81 Kommandantenstrass« 80/81. Täglich geöffnet für erwachfeae Herren M Preaßtag und Kreitag Dameurag! M Entree 30 Pf. VerernSkaNen gillig. 53g Ctkh-Utrhxlle mS Jeßilliiti« M. tterndt Kowald Nachfl Oranienstrasse 128,[1067 empfiehlt fernen vorzü,l FrSvitücks-. Mi'iagS unoAde-dnsch billigst. Voltsblatt, Volts- trtbüae, vortSzeitung u. a. 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Die Beerdigung unseres inniggelrebten Mannes und Vaters, de« Ersendrehers Karl Kutz, findet Mittwoch, den 27. d., Nachmittags 3 Uhr vom Trauerhaufe ans, Manteuffelftr. 120, nach dem Emmamki'chhos bei Britz, statt. Die ttefbetrübke Wittwe und Sohn. Allgem. Metallardeiterverein Kerlins«. Umgegend. Lrasse Versammlung am Mittwoch, den 27. Nsvemb'r, Abends 8 Uhr, im 88iim, schon Brauhaus, Landsberger Allee 11—13. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn B ö l f ch e. Thema: Die Zukunft dcr Erde nach den Forschunaen der Astronomie.[1071 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder 4. Verschiedenes. Fragekast-n. Gäste haben Zutritt. Um recht zahlreichen Besuch bittet Der vorstand. Heneuhüte, Cylillüerhöte, Kllllbenhüte von 3 M. an, von 6,50 M. an, von 2 M. an empfiehlt die Hntfubrik von lossz A. Rossdeutscher _ Maldemarstr. 63(am Marrannenplatz). Achtung Putzer! 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Grojje öjfeMllie lloskz-Aersammlllng am DovaerSag. den 28. November, Abends 8'� Uhr, w der Kranerei„Friedrtchshatn� am Köuigsthor. .~ � Tages-Ordnung:... 1. Sozialismus und Antifimitismus. Eine Antwort auf den Vortrag des Herrn fW* Vortrag vom Buchdrucker Albert Schmidt. 2. Diskusfion. m n �rr'*s!a!?5c|f|ßei5fÖnetfr Böckel ist zu dieser Versammlung eingeladen. lvllZ ES ist Pflicht e,nes zeden Ardeiters, zu erscheinen. per Ginberuf«».__, Sozialdemokratischer Wahlvereia für den erste« Berliller Reichstagstvahlkreis. Donnerstag, den 28. Uovember, Abend» 8 Uhr. im Kokale de» Herrn Grschel, Kebastianstraste Ur. 36: Große öffentliche Nersammlnng. Tagesordnung: 1. Die verschiedenen politischen Parteien im Reichstag. ReferentGost! Schulz. 2. Aufstellung eines Kandidaten zur bevorstehenden Reichstagswahl. 3.'.DlSWPJ*: 4. Verschiedenes und Fra�ekasten. � � Gäste haben Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Uorstaud»��. Crvßc össkstliche kolmilillilwöhIer-PcrMmliilili dos 17. Eommunai-Wahlbouirko.. am Mtttmoch, den 27. November. Abend« 8 Nbr, im Kokale de« Kerr« PPW"' Masferthoistr. 68. Tages-Oronung: � 1. Die bevorstehenden Siadtverordneten. Stich mahlen. Ref.: Wilh. Boernerr' Kaufmann V o g t h e r r. ,($ 2. Diskussion. 3. Veisch ebenes. Da» Central-Mahlk-mite«. Kommunalwätzler-Nerfirmmlung des 35. Kommunal- Wahlbezirks «n« Donnerstag, d. 28. U-»rmber. Abends 8 Uhr. im fokale de» Kerru Keltzck� K ch n�e dterstraste Ur. 2». i°..» mi'mywfilxüf. ,l*HÄÄiÄ""a" Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung stait. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Da» Central-Mahlkomil� Große öffentliche Uersnmmlnng � � Ä I« unrl öenufsysnnssell am Donnerstag, den 28. N---mb-r. Abend» 8; Uhr. i« DeigmuUer» K-le» Alte Jakobkraste 48a: .. Doges- Ordnung: � a g/genwartige Lage des im Sattlerg'werde beschäftigten Arbeiterstande?? V-rb.-sserungsbedurwge? 2. Wah. einer LohvkommMon. 3. Gründung � organisalion reip. Wahl von WerkstattSdelegirten. 4. Verschiedenes.«. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. � Um das Erscheinen Aller wird diingend ersucht. Der Giuberufer.�- Große öffentliche Versammlung der Weber-, Tuchmacher-, Vaschmacher-Gesel!�» sovile der selöstständiyen Arbeiter dieser Hra«� Berlins und Umgegend ,,1. am Donuerftag, 28. November, Abends 8 Uhr, im Lokal KöuigSbank, Gr. Frankfurterp' Tages-Ordnung: 1. Wie verhalten sich die Gesellen zu folgenden Fragen: Proientfrage, Kündigungowesen. Zweidrittel-Lohnsiistem und sonstige Beschwerden. Referent: A. Korreferent: P. Wagner. 2. Diokufsion. 3. Formulirung event. Forderungen den" gegenüber. 4. VerschleveneS. Lnosss Veraammlung des Vereins der Nähmsschinev- und Handarbeiterin�� Kerlin» und Umgegeud am Dounerstag» d. 28. Novimber, Abends 8 Uhr, rn Moabit, Ahrend'S Brauer«. im giotzen Saal. Tagesordnung: 1. Vo.trag des Herrn Zud eil über: Zweck und Ziele der bewegung. 2. Diskussion. 3. Aufnahme ncuer Mitglieder. 4. Wahl einer Bevollm«»� 5. Wahl einer Ka'sicerin. 6. W:bl emer Schriflfuhrerin. 7. Verschiedenes..» Herren und Dame» aus sämmtliche» Berusszweigen haben Zutritt. Zur Unkosten Tellersammlung. Die Herren Berichterstalter find hierzu eingeladen. Um recht zahlreiches Ericheinen bittet Der Dorstunv. Wringmafchtuea eigene» Fabrikat auf Theilzahluug bei Boiimann, Gollnomstr. 26._ üdnliiDlnti. Moraenkleidern, Regen- und Winter-Mänteln, Plüsch, Krimmer, Pelz, Sammet, Trikot zu Taillen, auf Wunsch gleich zugeschnitten. 682 Barlo, Lausttzer Platz 1 iEcke Watdemarstr.l Allen Freunden und Bekannten zur Nach- richt, bah ich Anfangs Dezember 1889, mein Weiß- und Bainsch-BierlM von der Gtfeuacherstr� 4 nach Kerli« 8., Gorlchtsstrasso 18, verlegen werde und bitte um geneigten Zuspruch. 1032 Robert Barths Restaurateur. Arbeitvmarkt. Gin junger Man«(Parteigenosse) Familien- vater, sucht Sellung, gteichv. in welcher Branche. Offerten unter R. R. 10 an die Exp. d. Bl. 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Rüc�engeew E Vogtherr, r«ttt.70 h«»«•>« fi4: föHI 511�� Laussbergerstrahe 64(am Mexa f im««in« IsW Beilage M Berliner Bolksblatt. lt. M8 Mittwoch den 27. November 1889 6. Jahrg. Dsvlamsnisberichke Jlfutlch*« Krichotag. 28. Sitzung vom 26. November, 1t »m Tiime des Bundesrats: Graf von Bis» ?°rck, v. Marschall, Graf Berchem, Geh. Rath »rauel. j. Der Abg. Clauh(Chemnitz), Mitglied der nationalliberalen P»ttei, ist gestern Abend in seiner Heimath gestorben. DaS haus ehrt sein Andenken m der üblichen Weise. � . Die am Freitag abgebrochene Verhandlung über Tit. 4 �»>ats des Auswärtigen Amtes: Gesandtschaft in "«tn 38 000 M. wird fortgesetzt. Staatssekretär Graf w. Kiomarck kommt'auf die vom »dz Baumbach betonte Frage des NiederlafsungSvertrageS mit °er Schweiz».mück, wiewohl die Stellung der verbündeten Regie- �"zen bereits in der Budgetkommisston binlänglich dargelegt forden sei. Er wolle indessen nochmals ausdrücklich erklären, daß keine Abneigung habe, den RiederlassungSverlrag zu erneuern, 7�«. Anregungen der Schweiz hierzu entgegen zu nehmen. Der Menge Vertrag gelte nur noch bis zum Juli nächsten Jahres, *«e m daher nicht nöthig. Wenn der bisherige Vertrag ge- «.ddigt wurde, so war dies nichts Außergewöhnliches, denn die Mdrgung war ausdrücklich vorgesehen. Sie entsprang lediglich «nnungsverschiedenherten über die Interpretation einzelner Be- «Mmungen. Gerade im Interesse eines guten Einvernehmens Uder befreundeten schweizerischen Regierung sei eine präzisere �daktion erwünscht. UebrigenS haben bis zum Jahre 1877 rj ohne einen solchen Vertrag die besten Beziehungen zwischen �Reiche und der Schweiz geherrscht. Abg v. Kardorff(Reichsp.) betont, daß es im Interesse U« guten Beziehungen nicht liegen könne, wenn die Verhand- Mm über diesen Gegenstand im Hause noch weiter auSge- würden. Er bitte, davon Abstand m nehmen. ».Daraus wurde vom Abg. DeliuS(kons.) ein Antrag auf Mssi der Debatte eingebracht.— Derselbe wird angenom- S?.w>d darauf Titel 4 genehmigt.— Ferner ohne Debatte 5-14. gji T t«l 15(.Botschafter in London�) bringt der t,- Kichk»»(dfr.) das jüngst ausgegebene Weißbuid, be» SJpb den deutsch-englischen Notcnwechsel über dasNiger-Benuö« t, zur Sprache. Es fei dann von Beschwerden deutscher er gegen die englische Riger-Benus. Kompagnie, als auch hrt, die Rede. ES fei zweisckm eidig, gegen die Zoller. len englsscherfeitS primipielle Einwendungen zu maten, g?.dieselben auch gegen die Zollerhebungen sertenS der deutschen ?'sellschaften in den Kolonien geltend gemacht werden könnten. irnvfehle sich, zur Schlichtung von Streitftagen schiedS. �ierlichr Instanzen einzuführen. >. Abg. Dr. Kammacher(natl.) hebt hervor, daß die beut- H? Einwendungen sich nur gegen die Höhe der englischen Sjfk richteten, welche nachgerade zu einem Monopol sich heraus« Mdet hoben. Der Regierung gsbühre Dank, daß sie sich der �men B shmerden angenommen habe. d»«v6®. Moerma««(natl.) schließt sich den Ausführungen A��orrevnerS an und bemerkt, daß von einer Niger-Benus. Stoß N'cht mehr dir Rede fein könne, fondrrn von der ein#.» r�-Kowp ignie. Der Redner regt ferner die Einsetzung „ konsularischen Vertretung im Gebiete der Riger-Mündungen fragt zum Schluß, ob seit dem Oktober in Sachen des ar. diete« keine weiteren Eingänge vorliegen. �.Staatssekretär Graf». Kismarck ist angenehm berührt s�?d den öem Auswärtigen Amte bekundeten Dank. Er werde, r,�,- m die Ehre habe, seinen Posten zu bekleiden, für be- sMte d,uttche Jntenssen jederzeit eintreten.(Allseitiger Bei- lab». Die Frage eine« Konsulats— Woermann habe wohl Ca- äVc nn Auge— sei bereits vom Gouverneur in Kamerun, »in* Soaen, angeregt. Derselbe werde wohl im Frühjahr jj�kr auf Urlaub kommen; dann solle diese Frage erörtert SS.' Seitens des englischen Botschafters liege ein« neue tot,* vom 16. November vor, worin im Gegensatzezu den Aus- seng en Richters ausdrücklich aneikannt werde, daß deutscher- »nicht«inseitig vorgegangen seü der o-.®- Nichter(dlrers.) demerkt, daß dre Frage der Hohe Zd�vIIe von ihm nicht in den Vordergrund gestellt worden ser. dick»,*n Bezug auf die Zollerhebungen in den Kolomen &[. 1tt sehr den Splitter im Auge des anderen sehen und den tiAf. r, im eigenen übersehen. Die Hauptbeschwerde tjh �ch gegen den Zoll auf Spirituosen. Ei scheine hier d Schnapsgeschäft im Hintergrunde zu stehen. Er finde ta.?vnz in her Ordnung, wenn der Vergiftung der Neger �kr?e. SchnvpS ein gründlicher Zollriegel vorgeschoben *• Kardorff(RcickiSp.): Es wäre eine traurige Re» dre sich der deutschen Interessen deshalb nicht an« tist?*" wollte, weil dabei auch englische Interessen in Betracht (Bravo! rechts) Graf v. Mirbach(dkons.) will da« Wort»ur er« Ztin,*?' um aus dem Schweigen keinen falschen Schlüssen �to.lr.zu geben. Die verbündeten Regierungen sollten den soqzsUhnrngen Richter'« doch kein solches Gewicht beilegen, »«-.'su lediglich nach ihren wohl erwogenen Intentionen . Die deutschen Erfolge in jenem Kolonialgebiete 'H*n wit denen anderer Nationen zur Zeit noch nicht ver« 8** werden.~~..... Di .-....... Ein Moment aber, welches unsere redlichen .«.-.Unzen besonder« hemme, wolle er hervorheben: dre (tzebr�Unung derselben seitens der freifinnigen Passe. I7?U>dento �css« jeden kolonialen Mißerfolg wit einer gewissen « �.tofube bucht. Diele Art, die Kolonialvolitik zu hehan- Woniix®'»w deutschen Volke keinen Boden finden. Für seine „vch.?k'gung sei das koloniale Vorgehen der Regierung &No,tt t F�ig; er möchte schneller und nachdrücklicher vor« H» f/.ehen. Die Weilst-llung Deutschland« erfordere e«, ls»tb) tu einem gewissen Grade Kolonialmacht werden. (blc_) nkläil. bab ihr« Pttssk.»benlo mt sie selbst, gegenüber den Illusionen, die man andererseits be« züglich dcr Kolonialpolitik verbreite, die Pfl'cht habe, da« Volk über die Mißerfolge dieser Politik aufzuklären. Im Volke denke man, daß die Steuerzahler nickt dazu da seien, zu Gunsten einiger Dutzend großer Firmen Millionen für Kolonial« Unternehmungen aufzubringen. Abg. v. Kennig je«(natl.): E« handle sich hier nicht um die Kolonralpolrtik im allgemeinen, sondern um die Frage, ob die Rechte und Interessen deutscher Staatsangehöriger mr Auslande genügenden Schutz feiten« ihrer Regierung im Mutterlande finden. Da sollte doch jeder, einerlei ob er für die Kolonialpolitik ist oder nicht, sich freuen, wenn die Reichs« regierung so kräftig für die deutschen Rechte eintritt.(Beifall.) Abg. Graf v. Mirbach(deutschkons.): Wenn Bamberger ihm vorwerfe, daß er die Kolonialpolitik im allgemeinen ge« streift, so wundere ihn dieser Vorwurf gerade von dieser Seite. Man möge sich nur einmal den breiten Raum vergegenwärtigen, welchen die Reden der kleinen«.freisinnigen" Partei hier einnehmen.(Sehr gut! rechts.) Die Aeußerung Bambergers über seinen Begriff«.national" falle auf diesen zurück. WaS die Kosten für die Koionialpolitik anlange, so möge man nur demnächst die Reichsbank im Sinne des kon- servativm Antrags gestalten; das werfe mehr ab, als die Ko« lonialpolitik kostet!(Heiterkeit und Bravo! rechts.) Abg. Windthorst bestreitet, daß die kolontalpolitische Be- wegung einen goldenen Boden im Volke noch habe, nachdem es sich herausgestellt, daß die daran geknüpfte Hoffnung auf Ablenkung des großen ÄuSwanderungsstrome« sich nicht ver- wirklichen lasse. Er wünsche, daß der Reichskanzler die Sache fest m der Hand behalte und sich von keiner Seite drängen lasse, auch nicht von den Herren v. Kardorss und Graf Mirbach. Eine Vermehrung der Flotte zu koloniatpolitischen Zwecken wünsche er durchaus nicht. Nach weiteren Auseinandersetzungen zwischen den Abgg. Richter, v. Kardorff und Windthorst wird die De- batte geschlossen; es folgen persönliche Bemerkungen. Dann wird der Titel 15 bewilligt: ferner ohne Debatte die Titel 16—52. Beim«Generalkonsulat in A p i a" bemerft Abg. Richter: Die Samoakonferenz, welche während unserer letzten Session noch tagte, hat inzwischen ihre Be« rathungen abgeschlossen. Wie ts heißt, sollen die Ergebnisse dieser Konferenz nicht eher veröffentlicht werden, als bis der amerikanische Senat, der im September zusammentritt, die be« treffmde Vorlage erhält. Werden wir, nachdem dies geschehen, etwa durch ein Weißbuch von dem Ergebniß dieser Samoa« Konferenz unterrichtet werden? Nach allerdings nicht amtlichen Mittheilungen amerikanischer Zeitungen ist die bisherig« Samoopolitik im Wesentlichen aufgegeben und der Standpunkt Gleichberechtigung mit Amerika und England auf den Samoa« inseln jetzt ohne Rücksicht angenommen worden. Wir haben beim Etat des Reichsamis de« Innern die Frage erörtert, ob wir nicht die Zweiglinie von Sidney nach Apia aufgeben könn- ten. Die Sache ist an die Budgetkommrssion verwiesen worden, und ich wünschte, daß die Herren vom Auswärtigen Amt diesem Antrage ihr Interesse schenkten. Inzwischen haben wir vernommen, daß z. B. die ganze Einfuhr Hornburgs au» Samoa nur 704 Tonnen, darunter 672 To. Kopra, betrug. Diese« Kopra können die Postdampfer gar nicht mitnehmen, weil es zu viel Ungeziefer m die Schiffe bringt. Die Bedeutung der Zweig« linie ist also noch geringer, als wir bisher annahmen. Nach- dem die Samoainseln für uns an Bedeutung verloren haben, wäre wohl zu erwägen, ob nicht einer der Konsuln in Apia aus den Aussterbeetat gesetzt werden könnte. Staatssekretär Graf v. Kiomarrk: Ich hätte vielleicht ebenso gut arthan, das Wort nicht zu ergreifen in dieser Sache, ich will mich auch möglichst kurz fassen. Das Nächstliegende für mich würde gewesen sein, zu antworten: In dieser Frage lassen es die politischen Interessen nicht erwünscht erscheinen, daß im Reichstage darüber diskutirt wird. Wenn ich aber nichts weiter gesagt hätte, so hätte ich besürchten müssen, daß vielleicht manche Herren gerade daraus Anlaß nehmen würden, die Sache möglichst breit zu treten. Ich möchte darum also sagen, daß die Beschlüsse der Somoakonferenz in der That auf dreiseitige gemeinsame Abmachungen hin zwischen den betber- ligten Mächten geheim zu halten find bis auf Weiteres. Der Moment wird sich für die Bekanntmachung ergeben, sobald die drei Kontrahenten keinen Zweifel mehr haben, daß die Ver« öffentlichung ohne Schaden stattfinden kann. Der Moment liegt bisher nicht vor. Ich sehe gar keinen Grund, weshalb wir immer nicht dem Reichstage, wenn es ihn mterefsiren sollte, Mittheilungen über die Abmachungen zugehen lassen. Ferner kann ich doch eine Bemerkung nicht ganz unrelevirt vorübergehen lassen. Es wurde eben von Gleichberechtigung der politischen Interessen in Samoa gesprochen. Dieselbe ist von un« niemals angefochtm worden. Die Sachlage liegt für Jeden, der sie kennt, politisch so, daß Samoa eine unabhängige Regie- ung hat und daß politisch alle Möchte, die dort Interessen haben, gleichberechtigt find: es haben seit Jahren Verhandlungen ge- schwebt über eine deftiedigende Regelung der positsichen Ver« hällnisse, zumal im Hinbl-ck darauf, daß den fortwährenden Kämpfen zwischen den Eingeborenen— den Bürgerkriegen, will ich es nennen— ein Ziel gesetzt würde. Auf der Kon- ferenz find wir nun zu einem für alle Theile beftiedigenden Resultat gelangt im Verein mit den befreundeten Re« pierungen von den Vereinigten Staaten und von England. Insoweit in Bezug auf Samoa das Wort«politisch" gefallen sein mag, kann eS immer nur«handelSpoliti«" heißen, und ich kann also nur bitten, im Interesse der Po itik des Reich« diese Sacke nicht weiter zu dtskutiren. Jnter- essiren wird cS die Herren vielleicht noch, zu hören, daß sich auch darin die volle Einigkeit zwischen den drei Regierungen dckumentirt hat, daß der auf Allerhöchsten Befehl vor mehreren Monaten begnadigte und nach Samoa zurückgebrachte frühere König Malietoa aus gemeinsamen Beschluß der Konsuln der drei betheiligten Großmächte wieder als König proklamirt worden ist. Dies ist also ein neues Zeichen dafür, in welchem guten Einvernehmen die drei Vertragsmächte, welche in Samoa vertreten find, fich dort befinden- Abg. Kichior: Ich würde nicht das Wort erbeten haben, wenn der Herr Staatssekretär nicht bemerkt hätte, er wäre überzeugt, daß, wenn er erklärte, e« läge nicht im politischen Interesse, dem gegenüber eine Frage weiter zu diskuliren, dann von unserer Serie gerade da» Gegentherl erfolgen würde. (Zustimmung links.) Da« ist eine ganz willkürliche, aus der Luft gegriffme Voraussetzung, wogegen wir un« auf das Aller« entschiedenste verwahren.(Beifall links.) Der Herr Staats» sekretair hat nicht die Spur der Berechtigung, solch eine Behauptung auszustellen, weil er nicht im Stande ist, auch nur em einziges Beispiel anzuführen, wie jemals gegen« über einer solchen Andeutung vom Miniftertische au« von uns die Diskussion fortgesetzt wäre da« ist ebenso willkürlich und ungerechtfertigt, als wenn ich etwa behaupten wollte, wenn wir etwa« Sinfichtige«, Gerechtfertigte» wünschen, so thut e« die Regierung aus Eigensinn nicht, weil es von unlerer Seite kommt. So wenig der Staate sekretär eS ruhig hinnehmen würde, wenn wir ihm infinuirten, aus Eigensinn zu handeln, ebenso dürfen wir solche Insinuationen ruhig hinnehmen, selbst wenn sie von Staatsmännern ausgingen, welche sich mehr Ver« dienste um Deutschland erworben haben, als der Herr Staat«- sekretär dazu bisher Gelegenheit gehabt hat.(Oho! und Lachen rechts.) Nachdem übrigens der Staatssekretär in Bezug auf die Dampferverdindung erklärt hat, daß hier kein au«. wärtigeS, kein politische«, sondern nur ein Handels politische« Interesse vorliege, hoffe ich, daß wir demnächst auf die Streichung dieser Samoalinie eingehen werden. Staatssekretär Graf v. Kismarrtr: Ich bin leider ge- nöthigt, noch ernmal zu spachen, und zwar wieder au« dem Gmnde, den ich schon neulich anführen mußte, nämlich dem- jenigen, daß der Herr Vorredner es mitunter zu lieben scheint, sich selbst eine Scheibe aufzustellen, die niemand Ander« auf- gestelltthat, nach der er dann zu werfen beliebt. So ist e« auch in diesem Falle. Es ist mir gar nicht eingefallm, seine Partei oder überhaupt irgend Jemand zu nennen. Ich habe ganz allgemein gesagt, daß ick jene Bitte aussprechen würde, wenn ich nicht besürchten müßte, daß die« gerade zum Anlaß ge- nommen werden würde, die Sache breitzutreten. Dafür, daß ich Niemanden genannt habe, kann ich alle anwesenden Herren zu Zeugen anrufen. Wenn trotzdem Herr Richter fich sofort erhob, um mit einiger Gereiztheit auf Etwas zu erwidern, was ich so gar nickt gesagt halte, so kann ich nur nach dem alten französischen Sprichwort sagen: gut»'«-rcuse s'accuse. Ich habe Niemand etwa» vorgeworfen, habe nur im Allgemeinen gesprochen, wenn sich einer freiwillig getroffen fühlen will, so kann ich nichts dafür. Außerdem habe ich ausdrürktich erklärt, eine Diskulfion nicht eröffnen zu wollen, ich babe nur eine Konstatirung vornehmen müssen, weil der Herr Vorredner etwa« gesprochen hatte, welches so verstanden wer- den konnte, als od eine Gleichberechtigung der politischen Standpunkte ftüher nicht stattgefunden hätte. Ick habe die« nur richtig gestellt: man ist ja meisten« in der Lage, wenn man dem Herrn Vorredner antwortet, nur richtig stelle« zu müssen und weiter habe ich diesmal nichts thun wollen. Heber die Dampfersubvention habe ich kein Wort gesogt. Der Herr Abgeordnete hat behauptet, ich hätte mich über die Dampfer geäußert: da auf den eigenen Antrag des Herrn Vorredner« diese Frage in der Kommission verwiesen ist, so glaube ich, daß wir besser thun, unser so weit und breit diskutirte« heutige« Material nicht noch durch solches zu vermehren, welche« auf den eigenen Antrag des Herrn Vorredners seiner Zeit in der Kommission erwartet wird. Ich habe nur gesagt, daß in Bezug auf die Inselgruppe von Samoa das!Wort politisch stets«handeis- politisch" bedeutet. Im übrigen habe ich gebeten, über diese Verhältnisse heute nicht weiter zu sprechen; ich kann diese Bitte nur wiederholen. Abg. Richter: Nach dem ganzen Zusammenhange war die Bemerkung dcS Staatssekretärs gar nicht anders zu ver- stehen, al« gegen uns gerichtet.(Zustimmung links.) Wenn fie sich auf irgend Jemand draußen bezog, so wäre es besser ge« wesen, die Bemerkung draußen zu machen. Dcr Staatssekretär hat aber die Bemerknng noch verschärft, indem er sich bezog auf da« Sprichwort gut a'excuze, s'accuse. Was würden Sie sagen, wenn ich sagte, eS aiebt Minister, die, weil fie unfähig sind, eine sachliche Diskussion zu führen, bei jeder Gelegenheit einen persönlichen Streit vom Zaun brechen, und wenn ich mich nachher dahinter zurückziehen wollte, daß ich unter dieser allgemeinen Bemerkung den Herrn Staatssekretär nicht ver- standen hätte? Die Position wird bewilligt. Für Basel wird ein neue« Berufskonsulat(16000 M.) verlangt. Abg. Ri«hi»»: Mit dieser Bewilligung find wir ein» verstanden. In der Bemerkung zu diesem Etattitel wird auf unsere vielfachen Beziehungen zu dem R chbarlande«Schweiz" hingewiesen; die offiziöse Passe bezeichnete es biohcr al« «wildes" Land. In der Schweiz leben viermal soviel D-u'icke, als Schweizer bei uns. Da« neue Bcrufskonsulot in B iel würde ab.r nicht so viel nützen können, als auf der ande.e» Seite die Beziehungen zu der Schweiz Schaden leiden würd.n, wenn der gekündigte NiederlessungSvertrag nicht erneuert wer- den sollte. Ich freue mich deshalb, daß ich durch meine Mr- eitelung des Schlusses der Diskussion in der vorigen Sitzung dem Herrn Staatssekretär Gelegenheit gegeben habe, in dieser Sitzung ausdrücklich zu erklären, daß die Geneigtheit zu Unter- Handlungen über einen neuen NiederlassungSoerlraq mit der Schweiz vorhanden ist. Ein solcher Vertrag würde aller- ding« die Thätigk-it dieses Konsuls erheblich unter- stützen. Es könnte sonst eine Verstimmung ein- treten, die auf unsere Beziehungen zu der Sckw'iz sehr nachtheilig einwirken würde. Um aber diesem Konsul dre Rechtsgrundlage für feine Wirksamkeit»u geben, ist e« durch- aus nolhwendrg, den neuen Vertrag in Wirklichkeit als Nieder- lassungSvertrag und nicht al« AuSweisungSoeitrag zu schließen. Der ganze Streit mit der Schweiz ist ja dadurch entstanden, daß das auswärtige Amt den Niederlossungsvertrag al« einen Ausweisungsvertrag auslegte. Der Deutsche Reichstag würde niemals einem Ausweisungsvertrage zustimmen, wie er e« auch früher nicht gethan. Die Position wird bewilligt. tu einem ferneren Titel nimmt abermals das Wort bg. Richter: Die deutsche Flaggenhissung in Witu ist ganz abweichend von der bisherigen Praxis erfolgt. Die deutsch« Herrschaft scheint in Witu ganz in die Luft gebaut zu sein und der Fürst von Hohenloh i-Langenburg, der Vorfitzende der Witu« Gesellschaft, nebenbei die einzige fürstliche Perlon in Deutschland. die nicht bloS für die Kolonralpolitik schwärmt, sondern auch dafür in die Tasche greift, nimmt nun für diese Gesellschaft dm Schutz des Reiches in Ampruch. Die Zölle der Gefell» schaft sollen auch auf der Insel Lama«hoben werdm, einem Gebiet, das im Bereiche des Sultans von Sansibar liegt. E« ist dies ein Umstand, der besondei« geeignet ist, uns in Bei- wickelungm m t dem Auslande zu bringen. Abg. Kammacher: Die vom Herrn Vorredner genannte Witu-GeseUfchaft ist eine Privatgesellschaft und auch da« Vir- hältniß des Herrn Fürsten zu H< henlvhe- Langenburg zu der» jeldm ist ein rein privates. Die Voraussetzungen des Herrn Abg. Richter sind zudem falsch, und ich drn gern bereit, ihrr privatim über die Verbältmsse aufzuklären. ™ Abg. Richter: Wenn die Hoheilsrechte de« Deutsche» Reiches über«n Land oder ein Unternahm m auSgespiocknr werden, so unterliegt dasselbe auch der öffevtl.chen Kntck. So rouroc ich z..o. nicht anstehen, die Stellung des Herrn Hain- mach« zur weftasrikanischen Gesellschaft hur zur Sprach« zu brmgm. Abg. Kammacher: Die Witu-Gesellschast ist eine private, und ich nu ine, daß man nur im äußersten Nothfall private Verhältnisse hier»ur Diskussion bringm soll. Ich könnte ubtlgen« Herrn Richter neben dem Fürsten Hohenlohe» 9 Langenburg roch andere Fürsten nennen, die für die nationale Sache der Kolonisation auch matnielle Opser bringen.(Beifall rechts.) Abg. Uichler: Herr Hammacher sagt, die Witu-Gesell- schaft sei eine Prioat-Gescllschaft ohne HoveitSrechte. In allen Akten der Gesellschaft funuirt Herr Kurt Toppen, ihr Vertreter, gewissermahen als kaiserlicher Kommissar. Ist Witu also, wenn eS eine Miltelstellung emnnnmt, etwa eme Kronkolonie? Ich frage daher, auf welches Konto die Ein- und Ausgaben für jenes Gebiet»u setzen find. Diese Witu- Gesellschaft hat nach dem Muster ostafrikamschec Gesellschaft die Zollpocht der Insel Lamu zu erhalten gesucht. Darauf hat England Widerspruch erhoben, und die VermittelungSversuche durch ein Schiedsgericht unter einem belgischen Minister find fehlgeschlagen. Ich frage daher den Herrn Staatssekretär, welche staatsrechtliche Stellung die Witugeselllchaft einnimmt. Abg. Hammacher: Die Frage der Erweiterung des Schutzaebieres will rch mit Herrn Richter nicht diskutiren. Aus der Äoficht, die Zölle in Lamu zu pachten, die Erlangung von Hoheitsrechten der Gesellschaft zu imputiren, ist meines Er- achtens verfehlt. Die Pacht der Zölle kann ebenso gut von privaten Korporationen mit öffentlich rechtlichen Funktionen wahrgenommen werden. Ich wiederhole, es widerspricht dem parlamentarischen Gebrauch, außerhalb des Hauses stehende Privatpersonen in die Debatte zu ziehen. Abg. Kichtor: Herr Hammacher tritt als Regent von Witu auf, während das Auswärtige Amt schweigt. Ich frage: Wer leistet über Einnahmen und Ausgaben dieses Gebietes �De5 Gegenstand wird verlassen. Zu einem ferneren Titel nimmt wieder das Wort Abg. Kichte»: Ich werde zwei Anträge einbringen. Zu- nächst erinnere ich an die Verhandlungen, welche hier zu Ende Mai d. I. über den Handel mit Spirituosen in den Kolonien stattfanden. Herr Slöcker brachte damals den Antrag ein, die Reichs-Regierung aufzufordern, in erneute Erwägung zu ziehen, ob und wie dem Handel mit Spirituosen m den deutschen Kolonien wirksam entgegen getreten werden könne. Damals betheiligte fich kein Vertreter der Regierungen an der Debatte, und man hat Herrn Stöcker vorgeworfen, daß fein Autrag zu milde fei. Darauf hat er entgegnet, daß er mit einem milden Antrage nur anfangen wolle. Ich weiß nicht, ob er weitere Anträge stellen will, ich will ihm gern die Führung in dieser Sache überlassen. Die Frage hat eine Bedeutung, die nicht ver- kannt werden kann, deshalb glaube ich, ist es angebracht, daß der on»rr-i c" � w• i____.___» r••'••"• Reichstag sich erkundigt, was aus seiner Resolution geworden ist. ~' bringe dieselbe deshalb wieder ein. Damals hat TV*____ k.- � r"\____ i___ V____ C-TC-l__ Ich uns Herr Wörmann das Quantum der eingeführten Spirituosen angegeben und gesagt, daß der Liter Branntwein in Kamerun 20 oder 25 Pfennig koste bei einem Zollsatze von 10 Pfennig. Ich mache nun darauf aufmerksam, daß man dem Branntweinhandel am wirksamsten durch Erhöhung der Zoll- sätze entgegentreten kann. Nach dem Zolltarif der Neu-Guinea- Kompagnie beträgt der Zoll dort 80 Pf. pro Liter und diese Steuer bezweckt, die Eingeborenen vom Branntweingenusse gänzlich auszuschließen und denselben nur den Beamten zu ge- statten. Meine»weite Frage schließt fich unmittelbar an den Etat an. Die Einnahmen und Ausgaben unserer Kolonien find unserer Beschlußfassung entzogen. Man sagt, daß auch Korporationen, wie zum Beispiel Universitäten über Einnahme und Ausgabe im Etat nickt Rechenschaft ablegen, deshalb soll es mit Kamerun, Togo und Südwestafrika ebenso sein. Ich weiß aber nicht, daß dort besondere Korporationen bc ständen, dazu kommt, daß nicht einmal Vertreter von Korporationen dort vor- banden find und die Syndikatsbildung zur Uebernahme der Verwaltung durch Private gescheitert ist. Die Frage ist 1887/88 zuerst im Etat zur Sprache gebracht worden, kam aber nicht zum Austrage; ich glaube, es ist an der Zeit, diese Rechtsfrage " zum Abschluß zu bringen und stelle deshalb den Antrag, leichsregierung zu ersuchen, die Lokal« Etats von die Kamerun, Togo und Südwestafrika im nächsten Jahre dem Hause zur Beschlußfassungzu unterbreiten. Geh. LegalionSrath Krauel: ES hat der Anregung des Reichstaas nicht bedurft, um die Behörden in den deutschen Schutzgebieten zu veranlassen, fich mit der Frage der Sinfuh- rung von SpinMofen in den betreffenden Gebieten zu be- fchäfligen. Wir haben es von jeher für unsere Pflicht gehalten, nicht nur die kaufmännischen Interessen der Reichsangehörigen wahrzunehmen, sondern auch daS Wohl und Wehe der em- heimischen Bevölkerung, die schädlichen Folgen, die rhr der Brannt- weingenuß bereiten kann, in Betracht zu ziehen. Wir haben auch in den Gebieten, wo der Genuß des Branntweins fchäd- ltch wirken kann und die einheimische Bevölkerung korrumpirt und dezimirt, nicht gezögert, den Verkauf des Branntweins an die Eingeborenen bei Strafe zu verbieten. Dies ist geschehen auf den Marschallinseln, im Gebiet der Neu-Guinea-Kom- pagnie und dem Bismarck-Archipel. Fast überall, wo die deutsche Flagge gehißt worden ist, haben die deutschen Be- Hörden durch Proklamationen die Verabfolgung des Brannt- weinS in irgend einer Form an die Eingeborenen untersagt. Wesentlich ander« liegen die Verhältnisse in Ost-Afrika. Die dortige Vevölkerung'.konsumirt keinen Branntwein in erheblichen Quantitäten; e« lag deshalb kein Anlaß vor, hier gesetzgeberisch gegen die Einfuhrt von Branntwein vorzugehen. Wir werden ein wachsames Auge darauf haben, daß diese Verhältnisse fich nicht verschlechtern. In Westafrika finden wir aber den Branntwein- genuß nicht erst seit heute und gestern, sondern schon seit mehreren Jahrhunderten. Die Geschichte zeigt, daß zu der Zeit, wo zuerst die brandenburgische Flagge an der Westküste Afrikas neben den Fahnen anderer kolonisirender Mächte er- schien, in der einheimischen Bevölkerung der Branntwein be- rert« ein begehrter Artikel war. Die Schwarzen in Westafrika konsumiren schon seit Jahrhunderten sowohl europäischen, wie einheimischen selbstbereiteten Branntwein. Nach den Berichten unserer Beamten in Kamerun und Togo ist der Branntwein- konsum dort ein verhältnißmäßig geringer, die Trunksucht sei mit Ausnahme vereinzelter Exzisse wemg verbreitet und also liege auch kein Grund zu gesetzgeberischen Maßregeln vor. Der Gouverneur von Kamerun schreibt uns, im Allgemeinen wird das Gouvernement mehr durch betrunkene Weiße als durch betrunkene Schwarze behelligt.(Heiterkeit.) Der Gouverneur konnte zu den traurigen Wahrnehmungen der Misston, obwohl er doch mehr und mehr mit den Leuten in Verbindung gekommen, nicht gelangen. Au« Togo wird uns berichtet: die Schnapspest existirt mcht, das durchschnittliche Quantum de« genossenen SchnopseS er- scheint bei der großen Masse der hierbei Thätigen als ein mi- nimales. Sine Sntfittlichung der Eingeborenen ist hier nir- gends zu beobachten, ebenso wenig eine andere Schädigung derselben, am wenigsten eine solche, welche etwa zur Aul« rottung der Rasse wie bei den Indianern NordamenkaS fuhren könnte. Nach diesen Berichten lag bei unS kern Anlaß vor, uns mit der Frage einer gesetzlichen Regelung zu beschäftigen. Ander« liegen die Verhältnisse in Südwestaftrka. Hier ist zuzugeben, daß sowohl die Batu- Neger wie die Hereros und Damara: dem Branntweingenuß in leiden« fchaftlicher Weife ergeben find. Vorzüglich find eS eng» lische Händler, die den Branntwein in jene Gegenden bringen. Au« den Berichten de« dortigen Kommissar« gehl da« deutlich hervor. Aber auch hier muß man zugeben, daß eine ernste Besorgniß vor dem Ueberhandnehmen und Umfichareifen der Schnapepest nicht existirt. Der kaiserliche Kommissar hat «ine Forderung in AuSftcht genommen, die eine Lizenzabgabe für den Vertrieb von Branntwein einführen oder womöglich den Verkauf an die Eingeborenen ganz verbieten wollte. Dank der segensreichen Thätigkeit der rheinischen Mission, welche seit 40 Jahren in Südwestafrika angesessen ist, ist ,n einem gewissen Theile de« Schutzgebiets der Brannt« weingenuß noch gänzlich unbekannt. Jene Verordnung hat fich aber nicht durchführen lassen, weil die Exekutive im füd- westafrikanifchen Schutzgebiet fich zu schwach erwie«, um den Schmuggel von Branntwein zu verhindern. Wenn die ge- forderte Verstärkung der Exekutive bewilligt wird, werden wir der Sache näher treten, und ich hoffe, daß Jeder, der fich für die Sache inierrsfirt, barin ein Motiv sehen wird, die nach- e r. nr*. e,".... t_!**i---- aixr.. c.»r?..... c JT. gesuchte Verstärkung zu bewilligen. Wir bekämpfen also die SchnapSeinfuhr, wamste nachweislich schädliche Folgen für die Eingeborenen hat. Wie wert das in jedem einzelnen Gebiet der Fall ist, kann nur an der Hand der Erfahrung beurtheiit werden. Wo die spärlichen Folgen zu Tage getreten find, hat eS weder an dem Willen, noch an der Kraft gefehlt, dem Ueoel entgegen zu treten.(Beifall.) Um 4t Uhr wird die Fortsetzung der Debatte auf Mittwoch 1 Uhr vertagt. Die zweite Kesang des Sozialistengef'etze», welche heute, Dienstag Abend, m der Kommilfion stattfand, zeigte, daß die Kartellmajoritöt fich bis jetzt über den AuSweisungS- Paragraphen noch nicht geeinigt hat. Nachdem die Vorlage, soweit dieselbe fich auf Verbot von Vereinen, Versammlungen und Druckschriften bezieht, nach den Beschlüssen erster Lesung ohne jede Diskussion angc- nommen war, beschäftigte fich die Kommission mit einem Antrage der Konservaiioen, welcher die in der ersten Brrathung beschlossene Oeffentlrchkeit der Verhandlungen der Beschwerde- kommisfion wieder beseitigen wollte. Dieser Antrag fand bei den Nationalliberalen keinen Anklang. und so blieb es auch in diesem Falle bei dem Beschluß, >W wonach die Beschwerdekommission öffentlich verhandeln soll, unö nur in den, vom Gerichtsverfassungsgesetz bestimmten Fällen die Oeffentlichkeit ausschließen kann; ein Umstand der übrigens nach den früheren Ausführungen des Herrn Munsters Herrfurth und des Staatssekretär« der Justiz wohl jedes Mal eintreten wird, da es nach Anficht dieser Herren unzulässig ist, daß Verbote oder Auflösungen von Versammlungen, sowie Ver- böte von Druckschriften, wenn eS fich um die sozialdemokratische Partei handelt in öffentlicher Gerichtssitzung geprüft werden. Vielleicht hat der Herr Minister des Innern in seiner Eigen- schast als Vorfitzender der Beschwerde. Kommisfion oft Geleaen- heit gehabt, zu bemerken, daß in vielen Fällen derartige Ver- böte das Lrcht und die Kritik der Ocffentlichkeit nicht vertragen können. Nach Erledigung dieses Paragraphen wurde beantragt, die Berathung über die AuSweisungSbefugniß auszusetzen, da man Punkt erst noch in den Fraktionen berathen müsse. . rr ic..»......»jt. f! Jt.___ jc______• über diesen._. Die Nbtionallrberalen, welche fich vorläufig noch ein wenig sträube«, über den ÄuSweisirngSgraben zu springen, griffen freudig zu und haben fich das Recht erobert, noch acht Tag« bamit zu warten. Nächsten Mittwoch soll die Berathung fortgesetzt werden, bis dahin werden die national-konservatioen Besprechungen zu einem die Regierung befriedigenden Resultat geführt haben, und da« Sozialistengesetz wird dann, umstrahlt von dem Glänze der Ausweisungen, den Weihnachtsbaum des deutschen Volke« zieren. Lokales. Kon der Lokaltromnrisfiorr gehen uns folgende Mel- düngen zu: Das Lokal Saeger, Grüner Weg Nr. 29, ist von her Liste der veröffentlichten Lokale zu streichen, da Herr Sae« ger nicht, wie er sagt, gewillt ist, bei Fcauenversammlungen Geld zuzugeben, trotzdem ihm vorgehalten worden, daß doch kein Vergnügen ohne Frauen abgehalten werden kann. Ferner ist noch mitzuteilen, daß Golecki fich schriftlich bereit erklärt bat, jetzt auf jeden Fall den Arbeitern„Elyfium� wieder zur Verfugung zu stellen und zwar zu allen Versammlungen. Ferner wird hierdurch bekannt gemacht, daß um Jrrthümern vorzubeugen, die in KauffmannS Variete zu veranstaltenden Matine'n wohl abgehaltm werden können, da der Besitzer der Lokalkommisfion die schriftliche Erklärung gegeben, sobald sein Lokal ftei ist, es auch den Arbeitern zu jene» Versammlung zur freien Verfügung steht. Da» Museum für Völkerkunde wird gegenwärtig von einem sehr seltenen Fund, von dem ihm die Regierung Mit- theilung gemacht hat, beschäftigt. In der Nähe von Anger- münde stießen Knechte beim Pflügen auf einen alten Begrab- nißplatz, der merkwürdigerweise nicht die bekannten Urnen, in denen die Germanen die verbrannten Gebeine ihrer Tobten aufbewahrten, sondern sogenannte„Stein kistengrSber' enthielt. Gebaut find die Gräber m der Weise, daß größere Steine übereinander geschichtet und dann überwölbt find, dieselben liegen in der Richtung von Süden nach Norden. Die Köpfe der Tobten liegen nach Süden. Die in einzelnen Gräbern vorgefundenen Skelette waren noch gut erhalten und ist bereit« da« Ausgraben weiterer Gräber in Ausficht genommen. Seitens des MuscumS werden einige Professoren dieser interessanten Angelegenheit näher auf den Grund gehen und dürfte man bald mehr darüber hören. Vo« Krmohnern de« Iuualideupark» ist bei der städtstchen Parkdepmatwn der Antrag gestellt worden, diesen Park auch während der Wintermonate dem Publikum zu er« schließen. Die Parkdeputation hat diesem Antrage zugestimmt und beschlossen, bei dem Gouvernement de« JnvalidenhauseS nach dieser Richtung hin vorstellig zu werden. Di» DireKtiou der Großen Pferdebahn-Gesellschaft soll fich mit dem Plane tragen, den Kontroleuren, älteren Schaffnern und dem Suba?ternbureau. Personal zu Weihnachten eine Gehaltszulage mit Rückficht auf die anhaltenden Mieths- steigerungen und Echöhung der Lebensmittelpreise zukommen zu lassen. Die reiche Gesellschaft hätte drei längst thun können und sollen. «in Kchiffbrnch in Herlin in de« Worte« eigentlicher Bedeutung gehört gewiß nicht zu den alltäglichen Vorkomm nissen in per Großstadt. Einen solchen erlitt am Sonnabend ein Kahn der Berliner Mörtelwerke von besonder« großen Ver Hältnissen. Derselbe fuhr, vollständig mit Sand beladen, auf dem Kanal zwischen der Lützow« und der van der Heydt-Brücke am Lützow-Ufer so unglückcich mit seinem Vordertheile gegen ein andere« Fahrzeug, daß die Spitze vollständig barst, der Kahn fich mit Wasser füllte und sofort sank. Mit seinem vordersten und hintersten Theile ragt er j cht noch aus dem Wasser. Glücklicher Weise liegt er mit seiner Längenachse fast anz in der Richtung de« Kanal«, so daß der z. Z. sehr leb« aste Schiffverkehr dadurch keine Störung erlerdet. Um das Prack flott zu machen, wird wohl die ganze Ladung gelöscht werden müssen. Mo»» oder Kelbstmord. Bezüglich des bereit» ge- meldeten Selbstmorde« des Kommissionär» Zühlsdorf gehen uns folgende zuverlässige Mrtiheilungen zu, welche den Selbst- mord als mindesten« zwerfelhast«schermn lassen und dm Sachverhalt vollständig ander« darstellen, als wie derselbe bi!« her in die Orffenilichkeit gedrungen ist. Die Familie Zühlsdorf hatte im Haule Lottumftr. 13 eine vier Treppen im Quer- gedäude belegene Wohnung inne, welche au« zwei Zimmem und einer Küche besteht. Z. ist schon seit vielm Jahrm im höchftm Grade magenleidend und daher vollständig erwerbi- unfähig und körperlich sehr geschwächt gewesen. Die Frau de«- selbw, sowie die ältesten unverheirathetm Tochter, von dwv fich vier im Alter von 13 bis 29 Jahrm zu Hanse besang bestritten den Haushalt durch Räharbeitm. Der krankes welcher 49 Jahre zähUe und wie wir gleich hwzufugev, ff» Trünke durchaus nicht ergebm war, hat sich bei HauSbewohw» wiederholt beschwert über die schlechte Behandlung»� die ihm feiten« seiner Frau zu Theil werde und die e» kaum gestatte, daß er mrt seinm Kindern sprechen Weinend bat er, über seine Klagm nicht« zu verrothew seine Frau sonst sehr böse sein würde. Seit 8 Tagen hat& Z. die gemeinschaftliche Wohnung verlassen, um fick M � rn der Nähe wohnmdm veiheirathetm 24jährigm Tock�� begebm, am Mittwoch holte sie die beidm zängstm Kmder« der Wohnung fort, dmm endlich am Freitag die beiden aucw Mädchm solgten. Außerdem schaffte Frau Z. die werthvoUn" Sachen aus der Wohnung, welche ste zum Theil erner' demselben Flur wohnenden Nachbarin zum Aufbewahrt g In der Nackt zum Sonntag hörten die unter den Zimmern Wohnmdm gegen j3 Uhr plötzlich einen durM� Fall, wie wmn ein Stuhl umgeworfm würde; bald hörten die Leute Hilferufe, ein anhaltendes berausch, dumpfes Stöhnen, und augenscheinlich suchte Jemand» Klopsen auf dm Fußbodm der Z.'schen Wohnung die Bewo� unter derselben auf fich aufmerksam zu machm. Da man* ri genau wußte, daß die Z'sche Familie auSgeivget� verhielt man fich, eine Ehestandsszene vermuthend, rufen gegenüber ablehnend. Als im Laufe desSonntagVorwu � auf wiederholte« Klingeln nicht geöffnet wurde, ließ du* mitlaos benachrichtigte Polizei die Wohnungtlhür dura£■ Schlosser erbrechen, man durchschritt die Küche, das anstoze� Wohnzimmer, ohne etwas Verdächtige« wahrzunehmen- man jedoch nach dem Schlafzimmer gelangte, bot fich de"�, tretendm ein entsetzlicher Anblick; da« ganze Zimmer«W l Blut besudelt, blutig zwei an der Wand stehende Bette», mit Blut bedeckte Bettdecke lag am Fußbodm, vor de»*' leeren Bette standen die mit Blut bedeckten Stieseln de»„. !n»r» Ram wate». m tl» K aschei «d besont '»»schmdieb worden hie fcyA «öschendied werkten, v «mutm b «ase an hart« ihr st s» decken k «n»t, es ti beeil Hi I JwWßen h Mekt Hai fuhrt war «ne bst-hlen f( ««fe«s b- «r Matte Ns JWMttung Wenen dieser selbst lag auf einem yts-a-vis stehenden Bette. Tobte war mit Ausnahme seinc« Rocke« und der Sticsel � ständig angekleidet, die Hosen waren blutig, währmd du«� übrige Kleidung und, wie wir ganz besonders den>ol> � müssen, auch die Strümpfe unblutig warm. Die HimM*� warm über beide Handgelmke fortgezogen, und zwar �� daß die Polizei erst nach langem Suchm an dem rechte». oberhalb des ArmgelenkeS eine tiefe Schnittwunde an dn? aber entdeckte. Femer fand man am Fußboden blutige« abdrücke, welche nach Ausspruch eine« anwesmven i macherS Sch. von„Damenstiefeln� herrührtm. Ebenso fj»� � nun in dem Wohnzimmer ein gewöhnliches KüchenMtsie«� j dem Fußbodm liegend, welches jedoch keine Blutspur«*�/ j Olm nrrh�r�Ä nti# rnMA�rrt»»in«»imnid«©CWrvy o— vvvv» oivtybstv/ svnufi« jtwvuf itiut Em andere« Jnstmmmt, mit welchem ein etwaiger ausgelührt sein könnte, wurde in der Z.'schen Wohnu»»� gefunden. Dagegen fand man an der Thürzarge de» zimmer« einm Bmdfadm hängmd, währmd ein W L#' gerissener Theil der Schnur am Bodm lag. Die Lli«« � am Abend noch nach der Morgue geschafft, wo noch f yf tag bei genauerer Untersuchung festgestellt wurde, daß i Korper de« Todtm ifich auch noch eine zweite Sch»"?�»! I und zwar am linken Arm oberhalb des Aimgelmk»,,. � ebmfalls die Pulsader verletzend. Am Hasse zeigte»�zi! Strangulationsmarke, welche bestätigte, daß Z. unbe�»°ß»! an der Thür gehangm habm muß. Die Z'chm sofort polizeilich versiegelt wordm und bcfindm sich ff» c» Zeit noch unter Siegel. In dem Rock de« Z. w»« Stückchen trockene« Brot gefundm. Mil" Vom eigenen Magen überfahren wurde am ein Kuischer erner Kohlenhandlung kurz vor der bereit» fi) Fuhrleuten verhängnißvoll gewordenen Ecke MolkenBffV»/ Poustraßr. Der Unglückliche, durch Arbeit überangs� fi schlief auf dem Bock seine« schwerbeladmm Kohlmwvoj u*' er dieser Stelle fich näherte. Und sein Schlasen war bemerkt geblieben. Ein reitender Schutzmann, den � lieutmant auf dm Schlafendm bereit« aufmerksa» r hatte, kam dem Wagm näher. Da glitt der Kull®j � seinem Sitzplatze, und im nachstm Augenblick ging° Cff. Vorderrad 0«S Wagens über de« plötzlich Erwachs körper; e« ging ihm von der linkm Schulter nach JJs< /(■'. Achselhöhle, dann auch noch über die rechte Hand. � Laut lag der Verunglückte da; nur ein Blutstroi»$1� sernem Munde. Mit knapper Roth verhinderte ein kutscher und der Sohn de« Kieiderhändler« Spicg'i' noch da« Hinterrad über den Daliegendm ging. r. nun nach einem Hausflur de« Polizeipräsidiums«ffö« WrederbelebunaSversuche unter ärztlicher Leitung\ ein mächtiger Bluterguß und bald darauf der Tod �? 2i Uhr kam der Eharitee-Leichmwagm, um dm »uholen.. � Kpurlo» nsrfchwnnden«» Kannnternehm»'',� Erregung herrschte am Sonnabend Abend unter den Bauarbeitern eines in der P.-Straße belezme» � � r Der Bauherr hatte dm Leutm zugesichert, daß ff jjjwj längerer Zeit rückständigen Löhne an diesem Adenoc«- zahlen werde und fich zu diesem Zweck schon zie mittage nach dem Bankgeschäft begeben, welches«h»' juffj gelder bisher gezahlt. Stunde um Stunde verrann,'» j müther wurden immer erregter— aber der Bauheff wieder zum Vorschein. Der dm Bau leitende J schließlich, von tiüben Ahnungen erfaßt, in nnen. fuhr noch dem ihm bekannten Bankinstitut, um zu J der geniale Bauherr eine ziemlich beträchtliche ■m--» r�\ U.San ffmkus ihn ZL' fc>C t h OQl «»»onn 'M iSJ" i "ler s lUner �tet.. PN Z Str 29, so daß die Annahme, er habe mit dem erhobmM Weite gesucht, wohl berechtigt erscheint.. Die Zeiche-ine» zeldstmörber» u-urd« im Jagen 150 des Grunewald« gefunden.~ lo»ffü! papiere, welche auf den Ramm„Oschatz, K! oft erst ras □ wurden bei der Leiche gefundm. Der Selbstmörder oo�r— hon»»'.!, c � »j;o mi F«ch>sirr �infion fe"0 j-I�wri »ottflen 'S« m SB �theilt »q.»' 1*1 �'. der ihn für Reism nach dem Lin- � u und Spanim legitimirte, jz ,, ausgestellt. Die Leiche wurd«� »eine Stlbftmörder-Lcichenhalle de« KirchHo!« bei J Sprach«, wo sie fich noch befindet. Die Berlin« A von dem Vorfall m Kmntniß gesetzt worden... .. Nortie» non Tatteesall hat fich'» b�e �0n«m f � ber Neiße bei Hnschberg abgesu»ff «tne« Manre« in der Mitte der 40er Jahre'st als <�SuV.1*!,,en Bo tier« rekognoszirt worden- � � Zahn- nnb Mnnbk«-. g Friednchstr. 131<:, ist an Wochmtagm Morgen« 0 für Unbemittelte geöffnet. c 1 1««� Am 25. d. M. Mittags * l* DOmb'm H°use Molkmmarkt 14 von]»«"<*"/ beladenen Wagen, wurde v'" v so schwere Quetschungen dt; starb.— Zu derselben Zeit gingm in d« straße die Pferde eine« mit"Holz beladenen � durch. Der dmselbm führende Arbeit« ,0 folge dessm vor dem Hause Nr. 3 vom Wagff',. über ihn hinweaaina. Rebrend«litt h"...i Quetschungen über ihn hinwegging.'Vefcend«litt.jf«�nke� J en und mußte nach dem El.°b-ch-«« 5 im Lazarus. Kcankmhauie«forderlich niur- � zum 26. d. M. wurde in der Epr« v � Sch'ffdau«damm Nr. 2 ein Mann d»», � k» Wacht« aus dem Wass« gezogen. von bme ; bef-«d" kranke i fügen, M Sbewoh»? I 0 je die tt chen dwi" irretie� � m hat Sro i» M chl° �iwen Samen angeben und mußte nach der Chantee gebracht »st«». älter« -Her« ■1 > ©««idjfe-IJeiluttö. ?ir Kahn Höf« der Ktadtbah« wurden im August cr. aschenoreben in beunruhigender Weife unsicher gemacht M besonder« aus dem Schlesischen Bahnhofe kamen viele -�>lchendiebstähle vor. Zwei der gewiegtesten Kriminalbeamten »•wn hier coftirt und diese fanden die herrschende Unsicher« fort erklärlich, als sie eincS Abends die Wittwe Wil- Machotka, eine 60 jährige, im Zuchthause ergraute iebin von Profession, in dem Menschengewühle be» »ukten, welches beim Einlaufen eines Zuges entstand. Die beobachteten, daß die Machorka sich in verdächtiger «eise an drei Damen herandrängte und daß ein Mann, der harter ihr stand, die Bewegungen ihrer Hände mit seinem Körper ja decken suchte. Auch dieser Mann war den Beamten de» jpajt, es war ein Sohn der Machorka aus erster Eh?, ein gewisser ??!..H'nze, der gleichfalls häufige Gefängnißstrafen»u abbüßen hatte. DaS verdächtige Paar muß die Beamten wohl Merkt haben: denn bevor noch ein Taschendiebstahl auSge« fahrt war, zoa es vor, den Bahnhof zu verlassen. Während £* eine der Beamten sich bei den Damen erkundigte, ob sie Mahlen seien, folgte der andere Mutter und Sohn, ohne daß Ma es bemerkten. Auf der Srraße hörte er, daß der Sohn M Mutter Vorwurfe machte durch die Worte: Hättest Du M besser zugegriffen, jetzt laufe ich den ganzen Abend herum M habe nicht» davon." Der Beamte schritt nun zu ihrer «»Haftung. Nach den Beschreibungen der früher Be« Mrnen muß die Machotka die Thäterin gewesen 1 und hat die dritte Strafkammer des Landgerichts I auch für überführt erachtet und sie zu sechs Jahren Zucht- * verurtheilt. Gestern wurde der Buchbinder Hinze von �«lben Strafkammer der Beihilfe in einem Kalle für �befunden und dieserhalb zu einem Jahre Gefängniß ... Vir Angelegenheit de» Karrfmann« Draack beschäf« Jw mrmer noch die Gerichtshöfe. Bekanntlich behauptet rjWbe in Wort und Schrift, daß er das Opfer einer groß- MZen Jntrrgue geworden, indem man ihn wider besseres für geisteskrank erklärt und zeitweise auch ins us gesperrt hat. Er beschuldigt eine ganze Persönlichkeiten, daß sie ihre Hand zu diesem verbreche- Treiben geboten und nachdem eS ihm auf Gnmd der �"-�ten anderer medizinischer Sachverständigen� gelungen ist, Ntzegen ihn zur Anwendung gebrachte GntmündigungSver« •fen wieder zur Aufhebung zu bringen, verfolgt er seine ffder durch Angnffe in Broschüren und anderen Druck- N«en. Besonders der KreiSphysikuS Dr. Wallichs in wird auf das Heftigste von Draack angegriffen C? der schwersten Strafihaten bezichtigt. In einem vor cMSftift erschienenen �.Rechtsschutz-Kalenders hat Draack Vk aaml~ Sfcgr Mit war 29.' h Leidensgeschichte veröffentlicht und den Kreis. ..— u Dr. Wallichs wiederum fo angegriffen, daß dieser Mn ihn den Slrafantrag wegen Beleidigung stellte. Gestern Me vgr der 87. Abiheilung des Schöffengerichts die Sache «s Verhandlung gelangen, es kam aber nicht dazu, weil Dr. Vilichs den Sirafantrag noch in letzter Stunde zurück« «hftlrn hat. .Draack bat mitwischen einen„Roman-Schriftsteller" ge» der seine Aufsehen erregende Angelegenheit in einer hte zusammengestellt hat. welche in Heften unter dem �»Der große Jrrenhaus-Schwmdel" erscheint und einen �'wen Absatz findet. « wer Strafprozeß gegen den Veranstalter des Kannten»Rtfauer Spuk«", den jetzt zum fpiri« .Medium" aranzirten früheren Dienst knecht Wolter, t«pw_heute m fünfter Instanz wieder vor dem Kammergencht tickt* Schöffengericht in Werder hatte nämlich den Ange- foS, wegen vier von ihm verübter selbstständiger Hand« de« groben Unfugs zu je einer Woche, in Summa fower Wochen Gefängniß verurtheilt, wäbrend die Straf« zu Potsdam nur zwei Unfugsfälle für erwiesen to? i'«ber dennoch dasselbe Strafmaß wie der erste Richter ��andte. Wegen dieser»refbrnistio in pejus", weil nämlich auf die entsprechend geringere Strafe erkannt worden bob dag Kammergencht rn der RevifionSinstanz am ej'.Mai er. die Vorentscheidung auf und wies die ir"«« behufs anderweitiger Entscheidung wieder an Strafkammer zu Potsdam zurück, welche nun aV. 29. September die Strafe auf zwei Wochen ZNangniß festsetzte. Hiergegen legte der Angeklagte wiederum Ii*,., ein, indem er diese Entscheidung sowohl m thatsach« ' als rechtlicher Beziehung angriff und namentlich auszu- u suchte, daß der äußere Bestand der öffentlichen Ordnung - die inkriminirten Handlungen nicht verletzt worden, alfo S» Jucht grober Unfug anzunehmen sei. Der Strafsenat wreS ZtJi. ssut Rücksicht auf die betr. thatsächliche ohne ersichtlichen jiJMeetlhum geschehene Feststellung des Vorderrichters die �"eesrou zurück. b«». �ukscheidung«« d«» Zleichsgericht«.(Nachdruck ver- «esa.) Leipzig, dm 25. November.(Ein Sittenbild au« in(--s�onim«rv.) Unter dieser Ueberschrift veröffentlichte der i-ivlargard erscheinmde»Stettiner Volksbote" in seiner dies- �ssrn Nr. 20 einen Leitartikel, welcher in Verbindung mit in der vorhergehenden Nummer unter der Spitzmarke I. Umschlag" veröffentlichten Notiz die Veranlassung wurde, B her Herausgeber des gmannten Blattes, Hnr Fritz Herbert, zweimonatigen Gefängnißftrafe wegen Beleidigung Ar«. 7.� Strafkammer in Stargard(Hinterpommem) ver« »>/>.?, wurde. Der objektive Inhalt der beidm Artikel »>>»'?�«nder. Am 5. März d. I. halte der Arbeiter Wegener, der zudem Rittergutspächter Hartwig Mab in Nmendorf bn a.,v°w tntlassm worden war, aus einem vom Gute gehongm »JffMerke einm Arm voll Reisig geholt, um damit fern DkaS bu erwärmm und zugleich Brod zu backen. Herr ilö,? hatte hiervon Kmntniß erhalten und war personlich zu M�ergegangm, um das Holz, auf welches dieser nach semer -JUA» feintn Anspruch mehr hatte, wieder fortzuholen. Als sein �. zur Herausgabe des Maß seine Leute Holze« zu bewegen und Nr Vornahme von Ge- Lierauf ver« A «tt >»f unV1 beiden Gehilfen de- Maß d°S "".d zerstörten auf Geheiß'hre�S Herrn 'ff der Stube befindlichen »b e e erstattete Anzeige h r n... Staatsanwalt, gegen Brand nlcht etn n zu können, da derselbe in Nothw�ehr v» p-S' s* St fCA- Backofen. erklärte tö dübelt habe. Die von der Wittwe des Ge« Mrk» hiergegen erhobene Beschwerde 0».?> V f*Ä*- �rsiab.. ddw Oberstaatsanwalt al» unbe» «»>...« t v e r w o r f e n.— Dieser Sackverhalt bildete also, ahnt, d,e Grundlage der beiden Artikel, wegen wir deren »t vom Siaatsanwalt im öffmtlichen Interesse ver- Kartellbrüdern ohne weiteres Maß beziehen nicht festgestellt folgt wurde. Beleidigt war durch dieselbm nämlich der Ritter- guiSpächter Maß. Nach dm Feststellungen de» Landgerichts Stargard mthielt schon der erste Artikel beleidigmde Vorwürfe aegm dm RttterguiSpäckter Maß. In erster Linie wurde in Frage gestellt, ob die Wegnahme des Holzes durch W-gmer überhaupt ein Diebstahl sei, sodann hüß es an einer Stelle: „Der Gutsherr Maß veranlaßte seine Leute, auf Wegener einzuhauen und ihm die Schädeldecke emzuschlagm." Die Hauptsache kam aber erst in dem zweiten, größerm Artikel. Es fei gleich an dieser Stelle erwähnt, daß das Landgericht Star- gard geglaubt hat, besonderes Gewicht darauf legm zu müssm, daß das Blatt de« Angeklagten ein sozialdemokra« tische« sei. Folgmde Stellen de« Artikels werdm als in- kriminirt angesehm:„Von einem mmschmwürdigen Dasein ist keine Rede für die Arbeiter(nämlich bei den Hinterpommer- scheu Gutsbesitzern). Während die Gutsherren da« Geld ver- prassen, müssm die Arbeiter verhungern."„Durchweg fromme Betbrüder sind die hinterpommerfchm Gutsbesitzer."„Nächstm- liebe ist ihnen fremd."„Der gnädige Herr lief in die Wohnung des Arbeiters, um selbst da« Holz wieder wegzu- holen."„Bis zu welchem Grade der Gefühllosigkeit mussm Mmschm abgestumpft sein, die bei strengster Winterkälte einem armm Arbeiter das letzte Holz wegholen, das kann nur in Hinterpommem vorkommen, wo die Arbeiter Mmschm zweiter Klaffe sind."„Die Kartellbrüder, die sich für Abschaffung der Sklaverei in Afrika begeistem, möchtm wir auf Hinterpommem hmweisen."— Das Gericht nahm an, der Angeklagte habe dem Maß dm unberechtigten und daher beleidigenden Vorwurf ge- macht, er habe seine Leute zu Thätlichkeiten gegen Wegener veranlaßt. Auch wurde als erwiesen angenommen, daß die allgemein gehaltmm Bemerkungen über die hinter- pommerschm Gutsbesitzer auf Maß gemünzt gewesm seien, obgleich derselbe nur Gutspächter sei. Wmn in dem zweiten Artikel noch von grausigen Zuständm gesprochm und gesagt wird, die BourgeoiSpnsse habe dm Ramm des Maß verschwiegen, so glaube da« Gericht dem Angeklagten als Hintergedankm bei diesem PassuS importirm zu müssen, das Vergehen de« Maß sei so scheußlich, daß die Bourgeoispresse sich scheue den Namen mitzutheilen.- AuS der Revision des Angeklagten gegen diese« Urtheil, welche heute(25. November) vor dem 3. Strafsenate des Reichsgericht« zur Verhandlung kam, ist folgendes heroorzuhebm: Wenn Maß seinen Lmtm gesagt hat, sie solltm dm Wegener bindm, so hat der Ange» klagte dem Maß nicht grundlos den Vorwurf gemacht, er habe feine Leute zu Thätlichkeiten gegm W. aufgefordert, von einer »Beleidigung" könne also keine Rede sein. Durch die Stelle über die Bourgeoispresse könne höchstens diese selbst, nicht aber Maß beleidigt sein. Wenn von Gmsbesitzern und gesprochm sei, so könne daraus nicht gefolgert werdm, daß sich die« alles auf solle, da seine Zugehörigkeit zum Kartell sei. Wenn der Artikel in dem Gebahrm de« Maß einen Mangel an Nächstmliebe finde, so sei die« durch- aus berechtigt. Es dürfte die Pflicht jeden Staatsbürgers sein, ldiesm Mangel von Nächstenliebe mit Verachtung zu er- wähnm. Uebrigm« habe doch Maß �durchaus ohne Rechts- titel gehandelt, denn unerlaubte Selbsthilfe, Aufreizung zur Mißhandlung feien doch verboten. Der Reicksanwalt, Herr Dr. Lippmann, beantragte die Verwerfung der Revision. Räch den Feststellungen habe Angeklagter dem Maß den unwahrm und daher unberechtigtm Vorwurf gemacht, daß er den Wegmer unmmschlich und roh habe behandeln lassm. Was die Bourgeoispresse beträfe, so könne man vielleicht der Auf- faffung der Revision folgm, indessen stände dem die thatsäch- liche Feststellung mtgegen. Auf 8 93 habe der Angeklagte sich nicht bemfen, und von amtSwegen habe das Gericht nicht nöthig gehabt, sich über§ 93 zu äußern. Das Reichsgericht verwarf sodann aus diesen Grundm die Revision de« Ange- klagten. �* Werfelder KoMUflevprozeß. (Fortsetzung aus dem Hauptblatt.) W i l s i n g: Am 17. Dezember 1885 fand eine geheime Versammlung statt, in welcher Verschiedene«, auch über die Agitatton für die»Fr. Pr.', besprochm wurde. Beschlossm wurde, daß Jeder, der den»Sozialdemokrat" haben wolle, ihn unter Kouvert direkt von Zürich beziehm solle. Die Anstellung von Adami an der„Fr. Pr." wurde abgelehnt. Julius Weber hatte dm Vorfitz in der geheimen Versammlung. Harm er« klärte, daß Jemand für die Fortsetzung der»Fr. Pr." 3000 M. gezeichnet habe. Verth.: E« handelt sich um eine Versammlung, wo- für noch andere« Beweismaterial als Polizeiberichte vorliegt. Welsing: Am 14. Januar 1886 fand eine geheime Versammlung statt, in welcher über die»Fr. Presse" gesprochm wurde. Am 28. Juni 1885 sollte ein Parteitag in Blankm- stein abgehaltm werdm. Derselbe hat nach einer Mittheilung stattgefundm. Redner waren Dastig, Barthel, Hülle, Lam- berti. Es wurde beschlossm, sich gegm Frohm« zu erklären. Am 4. Dezember(ich weiß das Jahr nickt mehr) fand eine Vertrauensmännerversammlung statt, wo die Abrechnung vorkam. Verth.: Das Sparkassenbuch über 100 M. wird als besonderer Beweis angeführt. Hat sich nicht herausgestellt, daß ein anderer Thielmann al« der Angeklagte die Spareinlage gemacht hat? Willing: Es ist ein Maurer Thielmann. Verth.: Die Berichte bafirm auf der falschen Unter- stellung, daß das Sparkassenbuch dem Angeklagten gehört. Staatsanwalt: Es hat sich berausgestellt, daß ein anderer Thielmann gleichzeitig mit dem Angeklagten eine Ein« läge machte.' Bebel: Der fremde Thielmann hat 40 Mark erhoben, sie konnten also nicht an den UnterstutzungSfondS geschickt Staatsanwalt: Man weiß noch nicht, ob die ge« schilderten Verhältnisse thatfäcklich find. W i l s i n g erwähnt die Zentralleitung. Bebel: Wie ist die Zmtraleitung? Wilsing: Ich verlese nur da«, was mir mitzethM wurde. Am 23. November fand eine geheime Versammlung statt, wo Sammelbücher ausgegeben wurdm. Bebel: Ist darauf eine Haussuchung gewesm? Der Präsident konstatirt, daß die« nicht der Fall war. Hülle: Ich war damals in Pari« und habe eine Sammelliste für die franzöfifchm Kammerwahlen mitgebracht. Ich persönlich sammelte 10 Mark und sandte sie nach Pari«. Wilfing: In der Versammlung wurde die Samm« lung beschlossm. In einer andem Versammlung wurde über den Streit zwischm Bebel und Frohme und nnm Parteitag gesprochm. Bebel konstatirt, daß die der Polizei bekanntm Ver- sammlungm nicht überwacht wurden. Wilsina: Es fand eene Vertraumtmännerversammlung statt. An der Versammlung in der Beek nahmm 80 Personen Theil: Hasmclever trat als Redner auf. Bebel: Ist die Versammlung überwacht oder aufge« hoben worden? Wilsing: DaS war nicht in meinem Revier. Schumacher: Hasmclever war damals nicht in Solingm. Es tritt eine Pauje von 20 Mmutm ein. In der Vernehmung Wilfing« wird fortgefahren. Wilfing: Am 15. September 1888 fand eine Ver- trauensmännerversammluna statt wegen einer zu veranstaltmden Festlichkeit, wegm eine« Briefe« an Bismarck und wegen der fchwarzm L ste". Beschlossen wurde. Alle« an dm„Sozialde- mokrat" zu Smdmde der geheimen Versammlung vorzulegen. Hülle: Der„Gewährsmann" mischt unter seine Nn- wahrheitm hie und da ein Kömchm Wahrheit. Ich Hab« an Bismarck einm Brief abgeschickt, dessm Inhalt eine in öffmt-- lechen Versammlung angenommene Resolution war, denselben zurückbekommm und öffentlich herumgezeigt, weil er wegm der vielen Stempel eine Kuriosität war, den Brief bade ich noch. Von einer geheimen Versammlung kann keine Rede sein. Wilsing: Am Schluß der gebeimm Versammlung wurde eine Broschüre vertheilt. Am 6. Oktober 1885 fand in der Wiesenstraße eine Versammlung statt mit der Abrechnung wegm des„Soziald." Vertheidiger: Zu welcher Tageszeit war die Versammlung. Wilfing: Da« weiß ich nicht, in der Regel sind dir Versammlungen Abends. Bebel: Es ist wichtig, weil der Postschein über die Geld» smdung nach Zürich vom 6. Oktober dattrt. W i l s i n g: Am 27. Oktober fand ein« Versammlung statt mit Abrechnungen. Es wurde über die B.theiiigunq an den LandtagSwahlm beschlossen und Viereck'sche Broschüren ver- theilt. N e u m a n n: Die bei mir gefundmm Broschürm Hab« ich direkt von Viereck. Wilsing: Am 15. Dezember wurde in einer Versamm- lung über die Gründung der»Fr. Pr." gesprochm, sowie üb« derm Haltung." Hülle: GilleS war damals Redaktmr der demokratischen »Rheinisch-westfälischen Blätter", deshalb war vielfach die Frage über die Haltung d>S Blattes besprochen. Willing: Später fandm noch weitere Versammlungen statt, in welcher Streitigkeiten geschlechtet und der Beschluß ge- faßt wurde, an Stelle dm verbotenen„Fr. Presse" ein anderes Blatt erscheinen zu lassen. Ein Vorschlag Gilles' wurde angenommen. Am 26. Dezember 1385 war eine Berfamm« lunq bei Marian, am 14. Februar 1886 in d« Wohnung Gille«. Harm: In der Anklageschrist werde ich der Theilnahme an zwei Versammlungm an einem Tage beschuldigt. Da« est doch nicht möglich. Wilfing: In der Versammlung wurde Verschiedene« erledigt, auch über Rückstände an dm„Sozialdemokrat" gesprochen. Präsident: Die« wird bestätigt durch Notizm im »Sozialdemokrat", in welcher über eingegangme Geld« quittirt wird. Bebel: In der Fraktion wurde über diese Sache nichts verhandelt. Wilfing: Den Bericht über die Versammlung habe ich kurz nach der Versammlung erhalten. Ich verweigere die Aussage darüber, ob ich die Berichte mündlich oder schriftlich«hielt. Im März fand wieder eine Versammlung statt, worin u. a. über die Äufhissung ein« rothen Fahne zur Feier de« 18. März ge- sprochm wurde. An einer Versammlung bei Thielmann bethei- legten sich 20 Personm. Am 11. April 1886 fand eine V«- trauenSmännerversammlung statt, in welch« über die»Freie Presse" verhandelt und Salzb«g al« Kasfir« gewählt, sowie eine Preßkommifsion gewählt wurde. Im gleichm Monat fand abermals eine Vnsammlung und später ein Ausflug nach Schwelm statt. Salzberg: Ich war und bin noch Kasfir« d«»Freien Presse", von Harm angestellt. Willing: Es wurde über die Fachvereine und den Puttkamer'scyen Streikeclaß gesprochm. Die Versammlung war bei Weber. Am 17. Juni 1886 war bei Schmidt eine V«» sammlung wegen de« Kongresse«. Beschlossm wurde, einen Delegirtm mit gebundmem Mandat zum Kongreß zu sch'ckm. Bebel: Ich konstatire, daß eine Ausführung dtes« Beschlüsse, soweit sie St. Gallm betreffen, unmöglich war. Dort wurdm keine Mandate»«langt. Wilsing: E« wurde ub« den Kongreß noch mehr ge- sprochm. Am 24. Juni 1886 fand bei Walt« eine Berfamm. lung statt mit der Vorbereitung zur Delegirtenwahl. Bor- geschlagm wurden Hülle, Röllinghoff und Weber. Bebel: Ich konstatire, daß der vorgeschlagene Weder der jetzt geladene Zeuge ist. Trotzdem wurde« nicht an- geklaat. Wilfing: Später fanden noch mehrere Versammlungen statt. AI« Detegirt« wurde Hülle in der Stichwahl gegm Web« gewählt. Bei Schmitz fand ebmfall« eine V«famm- lung statt, spät« eine Sitzung de« Komitee« bei Weder am 11. Juli. Es bandelte sich um Ueb«gabe der Geschäfte. Bebel: Wa« war der ExekutioauSschuß? Wilfing: Persönliche Wahmehmungen machte ich nicht; ich schrieb nur nieder, wa« mir mitgetheilt wurde. Hülle: Die Postanweisung an Frau Sisele in Zürich üb« 136 Franks habe ich nicht geschriebm. Hat die schweize. rische Post die Quittung ausgeliefert? Präsident: Die Quittung ist aus dem regelmäßigen Wege nach Berlin gekommen. Hülle: Die mir vorgelegte Anweisung von 1882 ifl von meiner Hand. Meine Handschrift hat sich inzwischm ge» ändert. Bebel: Sind noch and«e Beweise dafür da, daß Hülle „Korrespondent" war? Präsident; Außer den vorliegendm Postanweisungen nicht. Wilsina: Am 12. August 1886 war«ine Veifamm. lung, in welcher über die schlechte Haltung Röllinahoffs ais Expedient verhandelt und beschlossen wurde, denselben abzu. setzen. Röllinghoff: Fehler in d« Buchsühmna der»Freien Presse" sind mir nicht nachgewiesm, ich habe hier eine Be« scheimguna de« Herrn Harm. Willing: Am 29. August 1886 wurde bei Wirlh Schimmelpferd über die„Fr. Pr." und die Kündigung Bleck- mann's gesprochen. Zwei Theilnehm« wurden ausgefordert, einm nmen Organisationsplan auszuarbeiten. Vertheidigung: Wir konstatirm, daß die Preß kein- Mission sich nur um dm redaktionellen Theil, nicht um die B«. waltung da„Fr. Pr." zu kümmern hatte. Harm: Emen Wirth Schimmelpferd, bei dem ich ge» wesm sein soll, kmne ich nicht. W i l s i n g: Am 23. November fand wieder eine Ben» sammlung wegen der»Fr. Presse" statt. Später fandm noch einige Vasammlungm m dieser Anaelcgenheil statt; am 5. De- zember bei Schimmelpfnd, am 3. Januar 1887 ebenfalls wegen da»Fr. Presse". Verth.: Die»örtliche Verwaltung Barmm" soll noch d« Anklageschrift an die»Fr. Presse" Geld bezahlt habm; der Bericht de« Zeuam spricht von dn Partei. Bebel: Nie in meinem Leben ist mir der Ausdruck »örtliche Vawalrung" vorgekommm. Staatsanwalt: Die offizielle Bezeichnung soll das nicht sein. Bebel: Es wird in der ganzm Anklage von»örtliS« Vawallung" gesprochen. Willing: Die Karte mit dem Stempel ist mir««. geben worden, ob sie für die ortliche Verwaltung dienm soll. wnß rch augenblicklich mcht. Am 16. Januar 1887 wurde eine Versammlung abgehalten, in welcher Wahlen vollzöge« wurden. Sammellisten wurden an die Führer aus» gegeben(für die Reichstagswahl). Ueb« Flugbläner wurde gesprochen. Den Namen Desjenigen, der mir d e «arte gab, nenne ich nicht; ich halte ihn für zuverlässig. Qr« würbe nn Wahlkomitee gewählt und die Adhaftung einen Volksversammlung beschloffen. Bebel: War das Wahllomitee bei der Polizei ange- meldet und thun das andere Parteien auch?, Wilsina: Ja; ich kann nicht bestimmt sagen, ob an- der- Parteien die Komitees anmelden, auch nicht, ob sie Geld sammeln; ich habe mit diesen Sachen nichts zu thun. Bebel: Ich halte es für wichtig, daß der Gerichtshof ermittele, ob andere Parteien ihre Wahlkomitees anmelden oder Gelder sammeln. Staatsanwalt: Als ungesetzlich werden die Komitee- ptzungen nicht betrachtet: sie sollen nur dazu dienen, die Glaub- Würdigkeit der Gewährsmänner zu erweisen. Vertheidigung: Welchen Zweck sollte es haben, im Geheimen Abmachungen zu treffen, die dann die Ocffentlichkeit beschäliiyen? Wr Ising: In einer späteren geheimen Versammlung wurde vom„Dynamitmachen" geredet: von wem, hat mein Vertrauensmann nicht gesagt. Die Fachvereine wurden be- jprochen und der bevorstrhende Kongreß erwähnt. Vom Par- lamentarismus wurde kern Heil für die Arbeiter erwartet; jeder überzeugte Sozialdemokrat müsse Anarchist sein. Ich verweigere die Aussage darüber, od die Polizei den Versuch mochte, eine Sendung verbotener Schriften abzufangen. In einer geheimen Versammlung am 6. Juni 1887 bei Harm wurde über die„Freie Presse gesprochen. Es handelte sich um den damals unpü, stigen Stand des Blattes. An Grillenberger soll ein Brief geschrieben werden um Geld zu beschaffen. Grillenberger: Ich habe einen Brief erhalten, um Geld herbeizuschaffen. Das habe ich verweigert, auch bin ich nicht in Elberfeld gewesen. Die Vertheidigung beantragt die sofortige Vernehmung Webers. Zeuge Julius Weber erscheint. Zeuge Bandwirker Weber(wird vorläufig unbeeidigt vernommen und zur Wahrheit ermahnt): Ich gebäre der sozialdemokratischen Partei an, war persönlich mit Harm be- kannt, habe an geheimen Versammlungen Theil genommen. Ich verweigere dre Auskunft darüber, ob ich an der Wahl des Kongrcßdelegirten mich betheiligt. Abonnent des„Sozialdemo- fcat" war ich früher. Der Polizei habe ich keine Mittheilungen gemacht.(Der Zeuge wird vom Präsident zur Wahrheit ermahnt.) Durch Zeuge Schmitz habe ich keine MUtheilungen an die Polizei gemacht. Weder direkt noch indirekt stand ich mit der Polizei ,n Verbindunp. Von der Polizei habe ich niemals eine Bezahlung erhalten. Mit Wilfing habe ich nie verkehrt. Es ist mir bekannt, daß ich im Verdacht stehe, der Polizei Dienste zu leisten. G r i m p e machtfaufmerksam, daß Kommissar Kammhoff an- wesend sei. Derselbe sei noch Zeuge. Präsident: Es kann doch jetzt nicht viel darauf an- kommen, der Zeuge Kammhoff lese doch die Berichte in den Zeitungen. Weber: Polizeikommissar Wilfing kenne ich und habe mit ihm wegen meines BcuderS verkehrt. In seinem Hause war ich. Prwatbesuche hat er mir nicht abgestattet. Von der bevorstehenden, Haussuchung erhielt ich keine Kenntniß. Vertheidiger: Im dienstlichen Interesse hat Wilfing die Aussage verweigert, ob er Mittheilungen von Weber erhalten. Hat Weber an die Polizei Mittheilungen gelangen lassen? Weber: Mit Kammhoff habe ich nicht verkehrt. Mit- theilungen an die Polizei machte ich nicht. Schwören thue ich nicht auf meine Aussage! Verth. Wir beantragen Anwendung der gesetzlichen Zwangsmittel. Staatsanwalt: Ich verlange ebenfalls, daß der Zeuge sich offen ausspreche. Der Präsident macht den Zeugen darauf aufmerksam, daß er die Aussage nicht verweigern dürfe, da er vereidigt werde. Die Vertheidigung stellt Ausschluß der Ocffentlichkeit für die Vernehmung deS Weber anHeim. Kammhoff: Mir wurde berichtet, daß em Theil der Angeklagten mrt dem Zeugen verkehrte. Verth.: Ick habe dem Angeklagten Finke den Auftrag gegeben, daß er Weber beobachte, damit er nicht von der Polizei bearbeitet werde..___ Finke: Ich habe dem Zeugen kerne Mittheilungen gemacht, mich nur beobachtend verhalten. Weber: Auf dieAuSsage schwöre ich nicht. sse" gefunden sei. Es mürben geschäftliche Anordnungen und über die Hallung des Blattes gesprochen. Schumacher: In der Versammlung war ich nicht, es hat meines Wissens keine stattgefunden. Mit Harm sprach ich öfter üb.r die„Freie Pr,sse". Grimpe hat an mich ge. schrieben, daß er in Köln ein Blatt hcrouk geben wolle; spater Hai Harm mit mir über die„Fr. Pr." gesprochen und diesen habe ich dann ouf Gi impe aufmetksom gemacht. Wie der Kauf abge- schlössen worden, weiß ich nicht. Ich stehe rn keinem andern Verhälwiß zur„Fr. Presse", wie als Mitarbeiter. Griwpe wünscht Vorlegung eines in der Anklage er- wähnten Schreibens von Wörtern u. Komp. an Grimpe. Das Schreiben wird verlesen. Es enthält u. A. Empfehlungen von Schriftgießereien und Maschinenfabriken. Es ist vom 21. Juli 1887. Wilsing: Am 31. Juli 1887 war eine Versammlung, in welcher über den Verkauf der„Freien Presse" verhandelt wurde. Grimpe: Mewe Reise nach Paris ist aus der Luft ge« g! iffen; ich war nach Köln zurückgekehrt. Verth.: Das Verhällmß zwischen Käufer und Verkäufer ist doch keine geheime Verbindung. W i l s i n g: Ick theile nur mit, wa» mir mein Gewähr«- mann berichtete. Gedanken habe ich mir nicht gemacht. Die Schung wird um 2% Uhr auf Dienstag, Morgens g Uhr, vertagt. Wie uns ein Privat- Telegramm aus Elberfeld soeben meldet, hat Weber in der DienstagS-Sitzung eingestanden, Spitzeldienste geleistet zu haben. Er war sehr zerknirscht, bat, man solle ihn erschießen: er sei verleitet worden.— Der Prozeß scheint eine Fülle von Ueberraschungen nicht für die Angeklagten, sondern für die Ankläger bringen zu wollen. Sozinlc Uskrevstchk. K« dl« Mechaniker Kerlin»! In der Werkstatt von Biedermann uns Czarnrkow, Kreuzbergftr. 7, haben am Mon- tag sämmtliche Kollegen die Arbeit niedergelegt, weil der bis- herige Werkführer, der für höhere Arbeitslöhne eintrat, plötzlich ohne jeden Grund entlassen worden ist..Es wird gebeten, Zuzug fern zu halten. Näherer Bericht folgt. Achtung! Schäftebranche! Infolge Maßregelung eines Kollegen haben sämmtlrche Arbeiter und Arbeiterinnen der Werkstatt George, Grüner Weg, die Arbeit niedergelegt. Es wird ersucht den Zuzug fernzuhalten. Eine Frucht der im vorig«« Sommer stattge- fundene» LffrnUiche« Kellnrrvrrsammlunge« ist der ins Leben gerufene Verein Bertiner Gastwrnhsuehülfen unter Vorfitz des in den betheillgten Kreisen bekannten Herrn M. Herzberg. Der Verein will es fich zur Ausgabe machen, eine Reform in den jetzt bestehenden mißlichen Lohn- und Arbeitsverhältnissen im Gastwirthsgewerbe auf gesetzlichem Wege herbeizuführen; er verlangt weiter einen kostenlosen Ar- beitSnachweiS, bclle geräumige den heutigen Verhältnissen ent- sprechende AufenthaltSräume für unbemittelte arbeitsfuchende GastwirthSgehülfen. Um nun nach allen Richtungen hin, erfolgreich thätig sein zu können, ist es als nothwendig anerkannt worden, daß die m den öffentlichen Kellnerversawmlungen gerügten Mißstände im Gaftwirths- gewerbe der Oeffentlichkeit übergeben werden. Die destehende Berliner TageSvresse ist aus naheliegenden Gründen nicht in der Lage, die Interessen der Gehilfenschast voll und ganz zu vertreten. Es ist infolge dessen die HeiouSgabe eines eigenen, unabhängigen Fachorgans, welches berufen fem soll, die Krebs- schäden im Gastwirthsgewerbe bloßzulegen, in A-Sficht genom- men. Um nun dieses Projekt sobala als möglich verwirklichen zu können, wozu die Mittel noch fehlen, veranstalt t der neue Verein am Dienstag, den 3. Dezember, Nachi« 11 Uhr, in den neueröffneten Krller'S Festlälen, Köpnickerstraße 93—97, einen allgememen Kellner-Kommers. Der Ertrag soll dem neuen ZertungSunternedmen zu Gute kommen, und ist es Pflicht eines jeden Kellners Berlins, fich an dem Kommers zu dctheiligen. Billets a 50 Pf. find in den mit Plakat belegten Stellen zu haben. Korreferenten. Herrn Die Philharmonie Versammlungen her. diesen, dann ebenso Oevfrrtnrnlrrngcrr. (Teint öffentliche Uersammlong der Uorstände vo« Gewerkschaften, UergnSsungsvereinr««. f. w., fand am Sonntag Vormittag unter Vorfitz des AlbumarbeiterS Herrn Miclenz im oberen Saale des Feuerstein'schen Lokals statt, um endgiltig die Frage zu regeln, ob man die Lokale„Phil- Harmonie" und„Kroll's Etablissement" zu Ver- Snügungenchniethen kann, ohne die Beschlüsse der in Bezug auf ie Lokrlfrage ttaltgehabten VolkSve fommlungen zu verletzen. Der Referent, Herr Grauer, hielt es für unbedingt nothwendig, daß diese beiden Lokale, die zu Versammlungen nicht zu haben find, für Vergnügungen gemiethet werden dürfen, da diese Lokale seit Jahren schon keiner einzigen Partei zu Versamm- lungen geöffnet find. Außerdem sei es für solche gar nicht brauchbar, während die Freigabe dieser Lokale eine LebenSstage für verschiedene Gewerkschaften, so für seine(Hausdiener), be- deute. Ohne Vergnügungen könnten viele Gewerkschaften nicht bestehen. tWiderspruch.) Da kein annähernd glerchwerthigeS Lokal in B-rlm zu finden sei und die Philharmonie fich stets neutral den Parteien� gegenüber verhalten habe, so ersuche er, das Lokal für neutral zu erklären und es für Vergnügungen frei zu geben. Dem wurde vom Wiemer, entschieden widersprochen. gebe ihrm Saal zu Gewerkschafts Wenn der Saal brauchbar sei zu � gut zu politischen. Die Politik sei von der Geweikschastsbe oe gung nicht zu trennen. Thut man das, so falle man wieder in die VerernSmeierei der SOer Jahre zurück. Davor solle man fich hüten. Man müsse deshalb fordern, daß auch die Phil- Harmonie ihre Thüren zu politischen Versammlungen öffne. Wolle fie das nicht, dann sei fie nicht zu beachten. Die An- wesenden sollten in seinem Sinne beschließen, sonst würden fie der ganzen Bewegung m Bezug auf die Lokatfrage einen Schlag ins G«ficht versetzen. Nach langer Debatte, in die auch die Lokalkommisfion eingriff, pflichtete die Majorität den Aus- führungen des Korreferenten bei, denn fie beschloß, die Pdil- Harmonie, Kroll's Etablissement und Kaufmann's Variete(Der Äcfitzer von Kaufmann's Varie'e hat inzwischen, wie die oben veröffentlichte Notiz der Lokalkommisfion besagt, nachgegeben. Red.) nicht mehr zu Vergnügungen zu nehmen, überhaupt nur solche Lokale zu mielhen, die von der Lokalkommisfion empfohlen werden. In Bezug auf Keller's Holjäzer wurde der auf Ti-mli gefaßte Beschluß hochgehalten. Derselbe lautet: Die Ver- sammlung des sozialdemokratischen WahloereinS im»weilen Berliner Reichstagswahlkrerfe, die von 4000 Personen besucht war, verpflichtet fich, nicht mehr daS Lokal Theodor Keller'« Hossäger in der Hafendaide zu besuchen, auch wenn Herr Keller fich bereit e,kläien sollie, sein Lokal zu Ver- sowmlungen herzugeben, weil derselbe Arbeitern g'genüber eine höchst feindselige Gefienung zum Ausdruck gebracht bat. Alle Vereins- und Krankenkassenvorstände werden aufgefordert, das Lokal ru Vergnügungen nicht zu besuchen. De« U«rba«d deutscher Mechaniker und verwandter Berufsgenossen hielt am 20. d. M. eine Mitglrederveefamm- lung ob. In derselben hielt Herr Gerisch über das Thema: „Was lehrt den Arbeiter da« Sinken des Zinsfußes?" einen äußerst an'egrnden Voitrag. Redner führte aus, daß so lange in einim Lande der Zinsfuß em hoher, auch die Lage des Ar- beiterS eine bessere ist, hingegen bedeutet das Sinken de« Zms- fußeS einen Niedergang in der wirthschafllichen Lgqe des Arbeiters. So kamen ,n England nach genauen Aufnahmen im Jahre 1833 von 800 Millionen Pfd. Strl., der Gesammtwerth oller erreugten Waaren, auf die arbeitende Bevölkeiung nur 300 Millwnen, während die übrigen 500 Millionen den Kapilalisten anh-imfielen. Wäre das Verhältniß em umgekehrtes gewesen, so Härte fich daS Einkommen dcs Arbeiters nahezu vcrdoppelt, das Einkommen des Kapitalisten wäre aber noch vier Mal größer gewesen, wie das frühere Einkommen de« Arbeiters. Auch bei unS in Deutschland baden fich die Ve! Hältnisse denen Englands genähert. Man liebt es ber uns, genaue statistische Aufnahmen über das Voltsein- kommen m ein dichtes �Dunkel zu hüllen und zu Tage kommende Benckte sind für den A beiter so unklar gehaiten, daß es nicht woglich ist genaue Informationen herouszule>en. Es haben zwar von der Dortmunder Hondelsk mmer Auf- nahmen über Gesowmteinkommen der Jahre 1877— 85 statt- gesunden, daS Resultat war fieitich kein erbauliche« zu nenn-n, enn danach hatlen fich 1385 die armen Leute um 19 pCt., die reichen Leute um 17, noch reichere um 25 und die aanz reichen so:ar um 23 pC'. veimchrt; mithin find jede« Jahr 75 neue Millionäre entstanden. Tamn noit> ni»e einigen um die allgemeine Kultur zu retten, welche die Kap>>«> konzentration in unerhörter Weise zu Grunde richtet. Nech» ledigung der D'Sku fion wurde die Äütheilung gemacht,» vom Berliner Magistrat Fragebogen zur Feststellung der» beitSlöhne vertheilt wsrden find. Diese« Vorgehen des grstratS, fich direkt an die Arbeiter zu wenden, wurde von»" schiedener Seite dankend anerkannt, jedoch mit der Bemerk»'- daß die Resultate auch in Arbeiterdlättern bekannt geflj' werden müßten. Denn Jedermann sucht zuerst rn fo14? Zeitungen Aufklärung und Belehrung, welche fich daS e, gehen und Gedeihen einer Sache zum Zielpunkt haben. Folgende Resolution wurde ein stimmig angenomv „Die Versammlung knüpft an die Ausfüllung der Fraaedo«' die Bedingung, daß der Magistrat die Resultate der S!«>»- in den ArbeUerblättern veröffentlicht." • ♦, Sff-ntltch» Pirtatamiuag»er P»«g»U-»r und Berlin» am Mtilwoch, den«7. Stovemder, Lbendi 8 Uhr. tn»ruerr Salon. Alte Jatodnr. 78. Tagetordnung« I. Bericht der Aommtlnoa- die Vorarbetlerr zum ttonared. 2. Dittulklorr. 8 Wahl der Dein- 4. Be schiedene» W-dtiinal- N»t,rftütz»„g»>»»r»i» vor«adaleirrbeitor, Ehrscauen und Tadatrrverreilnnen zu Berlin-. rsatzwahl 4. Verschiedene» und Fragekasten. Um vünkllichet und in E.schetnen wird ersucht. «roff» öff-ntttch, ipersaneinlung d»r Mechanik»».»" Dliirrnaq»», chlrnrg. und anderer Inftrnnrentenmacher r Freitag, den 29. Nooemher, Abend» 8 Uhr, Im souireirstästilchen« hau». Alte Jakob ttr. 87 Tagesordnung r I Die Verkürzung der» und ihre Bedeurung für die Arbeirer. Referent: Kollege 6 Belker. iuiffon. 8. Stellungnahme zu der im Dezember b. z. in Jena slalt? Konseienz der Kommission vom Heidelberger Mechamkertag. 4. Belitz Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellerlammtuug stall. «esaag-, Tara- und geseUtge Vereine am Mittwoch) gesangoerein.Zugendlust' Abend» 8» Uhr wl Restaurant Paff od, straffe 162,— Männergesangoereln.iäcina' Abend» 9 llhr im R'. Köpntlterftraffe 127a.— Gesangoerein.Männerchor Linde' Abend»»L Restauram Haller, Raunvnftraffe 79.— Männergesangverein.Sanje-'L Aderrd» 9 Uhr im Restaurant Musehald, Landibergerftraffe Vr � Gel angverein.Freva' Abend» 8Zj Uhr im Restauram Beuel«, II Hamburgerstraffe Rr. 16.— Hupperrssche Sängerver einigring jedr« im Monat, Abend« 9 llhr im Reslaura«� .Eecger'scher Gesangverein' Abend» straffe 41.— Gesangverein.Schwungrad, ...... Annenstraffe 16.— Männergesangoel«� beer kränz' Abend« 9 Uhr im Restaurant«arsch, vrantenstraffe 190.. verein.Rord-Zudal' Adendi 9 Uhr in Velltn» Bierhau», Beleranenst Ge rangverein„lllwerzagt' Abend« 9 llhr Kipnickerftr. 127» det K Männergesangverein.Schneeglöckchen' Abend« 9 Uhr im Restauram t stein, Martannenstraffe 81-82.— Gesangverein.Eangerrunde' AbenWJ Luckowerstraffe 9.— Verein.Sangeötreue' im Restaurant Hencket., straffe 26, l, llebungSstunbe von 8Ji bit 11 llhr Abend».— IS'" .Bruderbrmd' Adend« 9 llhr bei Pagotbl, Reichenberoerjtrnffe 16. Gelangveretn„Schneeglöckchen" Abend» g llhr Eiffung im Elehmann. Melchrorstr. IS.— Lüdeckjcher Turnverein tl. Lehrling». Abend« 8 Uhr Elisabethftraffe 57-88.— Turnverein.Weddili«, straffe 9 Männeradlherlung von 8d dt» 10jj lldr Abend» l dedgleich�/ Itngiablheilung von 8—10 llhr Abend».—.Mehr Licht', Veretu und Ernir. Abends Kj lldr im Restaurant Heid, Fruchtsiro Schlesischer Verein.Hotlei' Abend« 9 llhr im Restaurant Henke. straffe 106.— Vergnstgungiveretn.Fröhlichicrl' Lberrd« 9 Uhr im* Säger, Grüner Weg 29.— WlffenschaiUicher Verein für Roller itz graodle. Abend« 8» llhr im Resraurant Veese, Aste Schönhauser� Unrerrtcht und lledungistunde.— Roller scher Srenograohenverein® Adendi 8g llhr im Restaurant Prinzenstraffe 97, Siffung und stunde.— Arendi'scher Etenogravhen-Berein.Amicitio' Abend«., im Restauram Bebrend», Echönebergerftraffe Rr. 6.— Arend« Icktztz Sraphenverein.Phtlta' Abend« 9 llhr im Restaurant.Wtlhel lochstr. 7.— Stenographische Gesellschatt Arend« im Restaurant Bs Lindenstr. 106. Unentgelttichei Unterricht und Hebung.— Berliner .Wrangel' Adend» 9 lld- tm Restaurant Foge, Köpnickerftr 191.— .Havanna 80' Abend« 8st llhr tm Restauram Paeffoidt, Retcheilderge»_ Rauchilud.Gerrstithlichkeit' Adend» 9 lldr im Restauram Achsel. Köon«M> '"' tdolumbw' Adend» A Uhr im Restauram Beger, Prln««M ----........ � ifitjumfdut 2eii®?| dendi 9 llhr tm RestaurAU röhllchkeit', gegründet lÄst � wo» nach dem einen — Rauchklub'.Frisch gewagt' Abend« lauerstraffe 27,— Rauchklub.Vulkan' Gräseftraffe 82.— Veignügungiverein 9 llhr Grüner Weg 29.—.Pollack-Elub-Eintracht', jeden Piriw'0«, G. Thsel. Wienerstraffe 68.— Gesangverein der Tapezitt�n« « llhr bei.________ WWW»»» jeden Mittwoch Restauram Seodetstraffe 80, von 9—11 Uhr llmerhalrungioerein.Harmonie' Siffuna Abend»« llb> Dresdenecio, Wem»— Tamdaurverttn.Erelfior",«X llhr, U-durrgSstunde „.... M Wendl. RllderSdoiserstr. 8. Ausnahme neuer Mitglieder. Bei Anfragen bitten wir die Sdonnememi-Ouittung beizusllgeii. Antwort wird nicht ertheilt. J. M. Kfilmostr. 4S. Ein sozialdemokraisscher tagSob�evivvei-r vni nie m der Bülowitr. 32 gewohn»- G. K. Nelnirkeudorf. Herr B. hat mit der nichts zu thun gehadi. Wenn Ihnen die Angeleqer.httt erscheint, so schicken Sie uns doch noch einmal die s lung»u a V.§. Sie bedmfen einer Schankkonzession, ou« Sie nur aus der Flasche Bier trinken lassen. Komm sti also um Erthrilung der Konzejfion ein und untersagen � dahin Jhr-n Gästen den Biergenuß..(F. P. 100. Die Po rzei hat nicht das Reckt, öffeniirchen Gewer tschafisver-ammlung Nichtmitgliedern� Reden zu untersogen und aus diesem Grunde die v � lung aufzulä en. Wir glauben, daß rn einem solchen v' Beamte rekt fi.iri werden würbe.,„ljtf Gerichtssachen. 1) Wenn Sie zum T>rm'N scheinen, werde» Sie in die Kosten vcrurrheilt. Geht« � her entweder zum Kläger und bieten Sie demselben Kosten an oder erkennen Sie im Termine Jh-e„ v. zur Trazung der Kosten an. Sonst werden die P nütz vertheuert. 2) Sie müssen das Gewerbe der«teu Elnquartirungs-Depu'ation des Magistrats witthkiltn-,.g>- Adalberlstr. 100. Sie müssen mit Ihrer EV A gemernlaafillches Testament machen. Dasselbe wird„ gv, richte entw. der verschlossen eingereicht oder zu Proio den. Im erstcren Falle können Sie fich zur Ansert>A Testamentes der Hltfe erne« AnwaüeS bedienew 4)« pr punkt richtet sich nach der vorausfichttichen Hob4. lasscs. � G M. Forsterstr-. Eine Beantwortung Jhser i�? Fragen wür'e den vertügbaren Raum weil übersch: mündliche- Auskunft fino wir berert..«schasssit p. M. Blantragen Sie bei der Staatsanwa � u. Herausgab� der beschlagnahmten Bücher, �event. des« fich beim OderstaalSar�watk. Fceit'ch würde Jhr�»- Erfolg ve-tp-echen, wenn i as Slrafoerfadren nicht wrv oder die Bücher für dasselbe entbehrlich find. A. L. Ein festen Hebeammen-Tarrf besteht n j jO der Regel wtrden 3 M. für die Enibtndung upo für jeden weiteren Besuch als anglmessen zuzebtUigl- m Kch. Hr. 100. Wer vor den Schiedsmann K' wird, «ck Kch. Ur. 100. Wer vor vr»«ml naß entweoer zum Termin ersche-nen ojer v theilen, er.werde nicht erscheinen. Anderenfalls� kann den Ausgebliebenen eine Ordnungsstrafe biS zu Schi, �-mann festgesetzt werden. Ifnfall. Irr Vater hat Anspruch auf ttnssallo pW.. jedoch e.ft noch Ablauf der 13. Woche. Er geber, bei dem er beschäftigt»st, zur Anzeige deS�u � sff fordern und nach einiger � Ansp-uch anmelden. V �P�rafidiow Verantwortlicher Redakteur: K. Erousteim in Berlin. Druck und Verlag von Ma» Kadiug in B-.rtin LW., Beuttzftraße 2.