efitzt» W' � k�rrn. � itsich ww )te ftop'Hj*' u Noch er macht, M ng der ir m de« M de von«r Bemerk� nnt gew� in solch? da« W-d unkt g-!'s enoinmn Donnerstag, de« 28. November 188V. «. I-brg. «er Statt! tn nmttBwJJf •t D-l-«d>» Iii' 3? MincrMbbliili. Krgan für die Interessen der Arbeiter. DaS„Berliner Volksblatt" Acheint täglich Morgens außer nach Sonn- und festlagen. Adonnementöpreis für Berlin frei �i Vauä vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Einzelne Nummer «Pf- Sonntags- Nummer mit dem„Sonntags- Blatt" 10 Pf. Bei Abholung aus unserer �kpedition Zimmerstratze 44 1 Mark pro Monat. Postabonnemenr 4 Mark pro Quartal. --- QSnreisIifte für 1889 unter Nr. 866.1 pro Monat. «n(Eingetragen tn der PostzeitungSvreisliste für 1889 unter Nr. 866.) "* bog Anstand: Täglich unter Kreuzband durch unsere Expedition 3 Mark Jnsertionsgebühr beträgt für die 4gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VerfammlungS- Anzetgen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin 8>v., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. -» Fernsprecher: Amt VI. Ur. 4106.•- ♦- föefraftlian: Veuthstratze 2.— Exprdition: 44. Die Llüflungen. j. Die Träume der Panslavisten und jener kosackischen Klteurer in Generalsuniform, welche den„verfaulten" Wkn Europas als eine gute Beute betrachten, die das ™Se Rußland gelegenen TagS nur wegzuschnappen braucht, Än wohl nicht so bald in Erfüllung gehen. Auch in SjBwnd wachsen die Bäume der Abenteurer nicht in den Mniel und man wird sich denn doch auch dort besinnen, ijrj Weltbrand zu entzünden, nur damit einige kecke Ge- lu Ruhm und Beute kommen. Neuerdings wird sogar Wm1" inu9m uno-oeuir rvminrn.-jicuctumyo, iuuu|vyui Wulfsen vor ihren eigenen Rüstungen bange und daS will �Weißen. a'""-1—1— toki Man braucht gewiß nicht Alles zu glauben, H offizielle russische Presse sagt, denn m Rußland w? amtlich und nicht amtlich gelogen. Wenn aber ein rJJ* wie der Petersburger„G r a s ch d a n i n", daS zu den z �den Kreisen Rußlands in engen Beziehungen steht, die , e n R ü st u n g s a u S g a b e n als ein U n h e i l be- Maet, so willdas etwas heißen und verdient Beachtung. Inden zünden Kreisen Rußlands ist man nicht gewohnt, auf die �nzielle Wohlfahrt des Reiches solche Rücksichten zu neh- ?tn, denn wenn die Regierung Alles an sich nimmt, so W Man das als ein Walten der Vorsehung an. Zwar !°>>nte man glauben, die Wehklagen des russischen Blattes Über hjx HeeresauSgaben seien nur eine Maske, um die lnde Rußlands in Sicherheit�einzulullen. Dagegen läßt ix... �v�vzvvjv..•v.p* 5 allerdings einwenden, daß Rußland wohl keine Regie- iiari? l�x f0 halten wird, als könnte sie ihre Politik 's den Aeußerungen russischer Blätter einrichten. siben»Traschdamn" sagt mit dürren Worten, die russi- Rüstungen seien nun so angewachsen, daß der u«z°.bSschatz zu Grunde gerichtet werde »,? daß d i e Möglichkeit eines Krieges Dn« ��ud mehr in die Ferne gerückt sei.— tz.,"J�S wahr sein und in diesem Bekenntniß einer schönen die«1*5? no� tnehr' nämlich das Eingeständniß, daß auch �.. Spekulanten und Unternehmer, dte Diplomaten und L- �ifchen Abenteurer, betrachteten die Sache offenbar so, «er. t in den Rüstungen angelegte Kapital sich reichlich s.'Psen werde durch Eroberungen und Kontributionen, wie iz glücklicher Krieg mit sich bringt. Sie haben viel W tn das Geschäft gesteckt, die Herren, und zwar anderer s. 7 Geld. Aber sie sind immer noch nicht so weit, � daß ij,'�en Konkurrenten überlegen sind. Das Geschäft war h�Sloß angelegt und nun geht aus einmal das »Hl� apital aus. Kredit ist auch nicht mehr viel Waden_ in That, die Herren müffen mit. der �gerung der Rüstungen nachlaffcn oder der Staats- � Feuilleton. verboten.] (40 Gormtnsl. sozialer Roma« vo« Emile Zola. autorifirte Nebersetzung vo« Er«st Ziegler. p�on mochte er zwanzig Leitern zurückgelegt haben (ft Mmer noch sank das Licht unter ihm tiefer hinab. dt«;,. üTann?u zählen: einundzwanzig, zweiundzwanzig, Wi(tp nani'9, und immer weiter ging'S bergab. Eine slie.� Lohe umglühte seinen Kopf; ihm war'S, als Vni;)le in einen brennenden Schlot. Plötzlich verschwand d*eifcin» Licht in einem Seitenstollen. Stephan hatte üef Fahrten gezählt, sie mußten zweihundertzehn Meter sich i''�as wird er jetzt machen? Wahrscheinlich verkriecht er V'e Pferdestalle" d-ar m°�die Gallerie, welche links zu den Ställen führte, �se kl r ttet; Zeanlin bog rechts in einen Gang. Fleder- /lohen erschreckt auf und hängten sich an die Decke ki -racn.- Stephan mußte"sich beeilen, um den lrch mcht zu verlieren; aber während �ener leicht °>n vo��gen Wege schlüpfte, konnte er selbst nur muh- We,, dringen, denn unter der Last des Berges H täM,?. lue verlassenen Strecken zusammengedrückt, engten Attest � u>ohr, bis der nachdrängende Fels sie ganz ver- r Haut. Die Stützen bogen und barsten, nssen ihm gießen �'hren scharfe« Brüchen und drohten, ihn auf' Er' Uvrt� jetzt auf den Knieen dahin; eine Schaar auf- llcken. �n lies ihm über die Hände, über Nacken und �e�w� denn endlich da sein!" sagte er halblaut. aren angelangt. Nachdem sie wohl einen Kilo- schätz löst sich in Rauch auf und der Staatsbankerott kommt. Es ist eine über alles Erwarten erfreuliche Thatsache, daß zuerst in jenem Reiche, dessen unermeßliche Rüstungen eine stete Bedrohung des europäischen Friedens bilden, die Leere des Staatssäckels den Einhalt erzwingt. Darf man hoffen, daß diese Erscheinung den Beginn einer neuen, friedlichen Aera bildet? DaS wagen wir nicht ohne Weiteres, denn die Rüstungen, die man in Jahrzehnten emporgetrieben hat, können nicht mit einem Mal wieder hinweggefegt werden. Aber eS liegt doch ein gewisser Trost darin, daß überhaupt einmal eine Grenze für die Steigerung der Rüstungen erscheint, eine Grenze, die vom Horizont des unter seiner Waffenrüstung stöhnen- den Europa verschwunden zu sein schien. Sollte eS einer weisen und gemeinsamen Staaten- Politik im Westen nicht möglich sein, darauf Rücksicht zu nehmen, daß ein Weg der Erleichterung der Waffenrüstung auch beschritten werden kann, ohne daß man bis zur Er- schöpfung der öffentlichen Mittel gelangt ist? Oder wird man die Konkurrenz auch so lange fortsetzen, bis man vor einer gähnenden Oede im Staatsschatz zurückschreckt? Das erwähnte Petersburger Blatt ist übrigens auch mit einem guten Rath für den Lenker des russischen Reiches bei der Hand. Es meint, man solle von den Millionen, die man für die Armee verwendet, Einiges streichen und solle alljährlich eine größere Summe für„diplomatische B e d ü r f n i,s s e" verwenden, denn mit Geld laffe sich Alles erreichen. DaS vortreffliche Blatt meint also, man solle vorläufig die Beunruhigung Europas durch Jntriguen auf der Balkanhalbinsel, durch Wühlereien in den Nachbar- staaten, durch Alarmartikel in der auswärtigen bestochenen Presse u. s. w. fortsetzen, bis eine bessere Gelegenheit ge- kommen sei, auf Eroberungen auszugehen. Eine löbliche Gesinnung daS! Der russische Koloß hat damit wieder einmal seine be- kannten thönernen Füße gezeigt. Man sieht, daß die Furcht vor den Schrecken eines großen Krieges, die man bei der heutigen Bewaffnung noch gar nicht einmal ermessen kann, vor dem Schaden und der Verwüstung, die er anrichten muß, auch in diejenigen russischen Kreise eingedrungen ist, die sonst am leichtfertigsten mit der Eventualität kriegerischer Verwickelungen zu spielen pflegten. Europa wird so ziemlich Ruhe vor Rußland haben, wenn es keine russischen Anleihen mehr zu Stande kommen läßt; dann fallen die russischen Rüstungen zum großen Theil in sich selbst zusammen, weil der erschöpfte Staats- schätz nicht die Mittel hat, sie aufrecht zu erhalten. Diese letztere wichtige Thatsache erhellt aus dem genannten russi- schen Blatte; die allzu hoch gesteigerten Rüstungen führen zum Staatsbankerott. Ob man in Rußland nun so klug sein wird, mit der meter zurückgelegt, weitete sich plötzlich die Gallerie, und ein prächtig erhaltener Stollen that sich vor ihnen auf. Jeanlin stellte sein Licht zwischen zwei Sterne und legte sich mit zu- friedener Behaglichkeit, wie Jemand, der endlich zu Hause ist, auf einem Heulager nieder. Ein Tisch, aus alten Brettern geformt, stand vor ihm; darauf lagen Lichte, Brot, Flaschen Wachholder, allerhand zusammengeraubtes DiebS- gut; selbst hier unverwerthbare Gegenstände: Seife, Wichse, die nur aus Lust am Raube gestohlen worden, befanden sich darunter. Und zwischen all' diesen Sachen saß Jeanlin und weidete sein Auge an den heimlichen Schätzen. „Sag' mal, Du gewissenloser Patron," rief Stephan, „Du thust Dir hier gütlich, während wir oben ver- hungern?" Jeanlin zitterte furchterstarrt; aber als er den Pen- sionär seiner Eltern erkannte, beruhigte er sich schnell und fragte: „Willst Du mit mir essen? Was meinst Du zu einem Stück gerösteten Stockfisch?" Er hielt den Fisch noch in der Hand und schabte nun mit einem neuen Meffer den Fliegenschmutz davon ab. ES war eines jener kleinen Dolchmeffer, mit knöchernem Griff, auf dem Sprüche oder Widmungen stehen. Stephan las die Worte„Aus Liebe." „Du hast ein hübsches Messer!" antwortete er endlich. „Em Geschenk von Lydia," erwiderte Jeanlin, vergaß aber hinzuzusetzen, daß sie eS auf sein Geheiß einem Krämer von Montsou vor dem WirthShause„Zum abgeschnittenen Kopf" gestohlen hatte. Er fuhr fort, seinen Fisch zu reinigen, dann sagte er: „Nicht wahr, es ist hübsch bei mir? Etwas wärmer als oben." Stephan, begierig, den Knaben auszufragen, hatte sich gesetzt. Sein Zorn war verflogen und er empfand ein ge- wisses neugieriges Interesse für den verschmitzten Gesellen, der so klug für sich zu sorgen wußte. Es war wirklich be- hagltch in seinem Schlupfwinkel: Eine gleichmäßige ange- Steigerung inne zu halten und sich mit den diplomatischen Wühlereien zu begnügen, oder ob man so unbesonnen sein wird, mit irgend einem verzweifelten Streich sich auS der furchtbaren Finanzklcmme zu befreien, das muß die Zeit lehren. Wir sind froh, einmal eine Grenze des MilitariS- muS, wenn auch nur von ferne, erblickt zu haben. ZtaliftTihv �Irlierlrrlil. Die Vorgänge in Krastlir« beschäftigen mehr und mehr unsere ofsiz ö>e Presse— und bei der unleugbaren Wichtig- keit und Tragweite dieser Ereignisse halten wir das auch für durchaus berechtigt. Nur sollte man stch damit bepnügen, die Wahrheit über die Vorgeschichte und den Verlauf der brasilianischen Revolution zu ermitteln, und die Wirkungen und Folgen in Erwägung zu ziehen. Dies geschieht jedoch nur in sehr unzulänglicher Weise, und statt dessen wird viel von Schritten geredet, zu denen„die euro- päischen Großmächte" sich veranlaßt sähen, oder sehen könnten. Daß die europäischen Monarchien durch den Sturz des Kaiserreichs und Ptoklamirung der Republik in Brasilien mittelbar berührt find und daß sie vielleicht Grund zu Vor» ficht«- und Schutzmaßregeln haben, das läßt sich wohl kaum in Abrede stellen. Wenn man aber in offiziösen Blättern von europäischen Flottendemonstrationen an der brasi- lianischen Küste, insbesondere vor Rio Janeiro, der Landeshauptstadt, liest, so zeugen solche Auslassungen von einer völligen Verkennung der Situation und der internationalen Rechts- und Machtverhält- nisse. Es darf nicht vergrssen werden, daß Brasilien in Amerika liegt, und daß die Vereinigten Staaten von Nordamerika feit längerer Zeit die sogenannte Monroe-Doktrin, d.h. den Satz: Amerika für die Amerikaner, in ihr Programm ausgenommen haben. Vor 27 oder 28 Jahren, als Napoleon der Kleine seine berüch- tigte Expedition nach Mexiko organifirte und den repu- dltkanischen Mexikanern ein Kaiserreich aufzwingen wollte, mußten die Vereinigten Staaten sich zunächst mit einem Pro- t e st e begnügen, weil der furchtbare Bürgerkrieg all' ihre Kräfte in Anspruch nahm. Unter der Hand jedoch unterstützten sie die bedrohte Nachbar- Republik, und wäre das Kaiserreich Mexiko nicht schon vorher zusammengebrochen, so würde so« fort nach Niederwerfung der Sklavenhalter-Rebellion die ganze Riesenmacht der Vereinigten Staaten zur Vernichtung des im- portirten Kaiserthums benutzt worden sein. Seitdem hat aber die Macht der Vereinigten Staaten sich verzehnfacht; und— sind auch die Ameri- kaner entschlossen, die Politik der Nichteinmischung in europäische Dinge vorläufig beizubehalten, so find sie doch auf der anderen Seite ebenso fest entschlossen, keiner euro- päischen Macht die gering sie Einmischung in amerikanische Dinge, und den leisesten Ein- griff in die amerikanische Machtsphäre zu gestatten. nehme Wärme durchwehte den Raum; die alten Stollen hatten im Laufe der Jahre ihre Gase verloren, und dem modernden Holze entströmte ein ätherischer Parfüm, der mit einem Atom Gewürznelke zersetzt schien. DaS Holz selbst wdr von blaßgelber Marmorfarbe, und flockiger Schimmel behing eS, gleich von Seide und Perlen durch- webten weißen Spitzen; dann wieder wucherten'Pilze darauf, und Motten, Nachtschmetterlinge und Schnee- spinnen schwirrten und krochen dazwischen, ein seltsam farbloses Volk unterirdischen Gethiers, das nie die Sonne gesehen. „Aber fürchtest Du Dich hier nicht?" ftagte Stephan. Jeanlin blickte ihn erstaunt an: „Fürchten? Vor wem denn, ich bin ja ganz allein?" Bald war der Fisch gesäubert. DerJunge machte ein Holz- feuer, stellte einen Rost mit dem Fisch daneben, und theilte ein Brod in zwei Hälften. Es war ein entsetzlich ge- salzeneS Mahl, aber von trefflichem Geschmack für einen starken Magen. Stephan hatte die Portion, welche ihm der Knabe an- bot, genommen und sagte: Jetzt wundert eS mich nicht mehr, daß Du fett wirst, während wir wie die Gerippe ausschauen... Aber weist Du, daß es gemein ist, sich hier zu mästen, ohne an die Andern zu denken?!" „Warum find die Andern so dumm?" „UebrigenS hast Du Recht, Dich zu verstecken, denn wenn der Vater von Deinen Räubereien wüßte, würde er Dir übel mitspielen." „Und waS thue ich BöseS? Bestehlen uns die Bürger nicht auch? Du hörst ja nicht auf, eS uns zu predigen!... Dies Brot, welches ich dem Maigrat fortgenommen habe, ist doch sicher ein Brot, das von Rechtswegen uns ge- hört?" Stephan schwieg verlegen. Er betrachtete die herab- gekommene Gestalt, die großen Ohren, den spitzen Mund, die grün schillernden Augen dieses Geschöpfes, des wild den der bis mit ver» Die— schmer begreiflicki«— Jgnorirung dieser Thatsachen bat erst jüngst zu der empfindlichen Niederlage der deutschen Politik auf den Samoa-Jnseln geführt und eine euro» päische Flottendemonstratron, gegen die Brasilische Republik, wie sie von unserer Reptilien presse angekündigt wird, würde für die betheiligtcn Mächte nur Unannehmlichkeiten zur Folge haben,— zumal in dreser Angelegenheit England und Frankreich vorauksichtlich auf Seilen de:„Vereinigten Staaten� stehen würden, keinenfalls auf Seiten der demonstrirenden Mächte. Das wissen die beiheiligten Kreise auch ohne Zweifel; es ist also mit Bestimmtheil zu erwarten, daß sie sich vor einem Abenleuer hüten werden, das wohl schwere Blamagen und Niederlagen, nimmermehr aber Ehre und Vortheile bringen kann.— Drohungen gegen die Ztationattiberalen. Dem „Hamburger Korresp." wird geschrieben, daß der AuSweisungS» Paragraph im Sozialistengesetz für die verbündeten Regierungen wirklich unantastber ist.„Die nationalliberale Partei steht hier vor einer starken politischen Verantwortlichkeit und ist um so mehr darauf hingewiesen, eine Verständigung herbei zu führen, als eben das bisher ausgesprochene noo possmuus nicht aus grundsätzlrcher Gegnerschaft beruht." In Regierungskreisen nehme man an, daß in dem Entwurf schon weitgehende Rück- sichten auf die Stellung der Nation alliberalen Partei genom- men seien. Die nationalliberale Partei möge sich daher bei der zweiten Lesung in der Kommission zu dem AuSweisungSpara- graphen bekehren. Gi« Kompromiß über das Sozialistengesetz mit Nationallidcralen ist nach dem„Reichsboten" auf Grundlage zu erwarten, daß dem Gesetze eine Dauer zum Ende des Jahrhunderts und dem Paragraphen der Ausweisungsdesugnrß eine zwei- bis dreijährige liehen wird. Wie wenig da» Schreiben der Grubenvermai- tuuge« de» Essener Kohlenrevier» an das Bergarberter. komilee geergnel rtt, oa« V-rirauen der Arbeit-r zu der Ver. söhnlrchkelt der Grubenbesitzer wieder herzustellen, geht aus folgenden Mittheilungen des in Essen erscheinenden„Allg. Bcob." hervor: Am Sonnabend Vormittag, sofort als das Schreiben der Herren Grubenvertreter bekannt wurde, begaben sich mehrere langjährige, aber vor einiger Zeit entlassene Deputirte von Be« legschaftcn des Kölner Bergwerksvereins zu Allernssen zu den betr. Betriebsführern und meldeten sich dort unter Hinweis auf das Schraden der Grubenverlreter zur Arbeit an. Und welche Antwort wurde ihnen»u Theil? Es wurde ihnen einfach be» deutet:„Wir haben Arbeiter genug, wir können Euch nicht gebrauchen!!" Eine Versammlung am Sonntag Vormittag in Borbeck, über welche Benchte in der Montag Ausgabe er- folgen werden, beschäftigten sich eingehend mrt dem Schreiben der Grub-nvertreter, lowie mit dem Vorgehen der be> treffenden Grubenverwaltungen in Alienessen, und einstimmig war man der Ansicht, daß unter den gegebenen Verhältnissen von eurer Aufhebung der Sperre keine Rebe sein kann. Die Borbccker Versammlung gab>hrer Meinung turch die ein» stimmige Annohme folgender Resolution Ausdruck:„Die heute im Lokale de« Herrn Hausmann zu Borbeck von mehreren hundert Bergleuien besuchte Versammlung erkrärt die Behaup- tung der Grubenverlreter, als seien kerne Arbeiter infolge des Streiks gekündigt worden, für unrichtig; ferner muß dieselbe die Eikiärung der Grubrnoertreter, die Arbeiter, welche wäh- rend und nach dem Ausstand entlassen worden sind, wieder in Arbert zu nehmen, als nicht ernsthaft gegeben betrachten, nach- dem heute bereits durch mehrere Redner nachgewiesen wurde, daß sie, trotzdem sie lange Jahre auf der beireffenden Zeche gearbeitet, bei ihrer gestrigen Nachfrage abgewiesen worden find. Die Versammlung hält dieses Vorgehen für durchaus verwerf» lich und nicht geeignet, das Vertrauen der Arbeiter zu den Grubenbesitzern zu kräsiigen und den sehnlichst erwünschten Frieden herbeizuführen." Die sächstschrn KarteUbrüder haben die Allianz der Antrs emrten abgelehnt— so berichten die Zeitungen. Die Nachricht ist richtig und falsch. Richtig, weil in der That den Judenhrtz-rn ein Körbchen verabrerchi wurde— falsch, weil der weitaus größere Theil der sächsischen Kartell- brüder antisemitisch angehaucht ist und die Antisemiten mit Freuden in'« Kartell ausnehmen würde, sobald— von Berlin dre Erlaubniß gekommen ist. Das ist der Punkt, um den es sich handelt. Und die Erlaubniß wird gelegentlich kommen, denn da« sächsische Kartell kann ohne die Antisemiten gar nicht bestehen. Auch dann nicht, wenn die„Kammerlortschrittler", wa« diese sehnlichst wünschen, formell rn das Kart ll aufgenommen find. Da«„Sächstjche Wochenblatt" ist von der königlichen Kreishauptmannschafl va boren worden. DaS Ericheinen dieses Ärbeiterblaites war schon vor ungefähr drei Jahren einmal sozialistengesetzlich inhidrrt worden. Die Reichs kommission hob damals da« Verbot auf. Hoffentlich geschieht das jetzt wieder. An» Halle a. K. wird uns gemeldet: Das am 24. No» vember 1öd9 auf der LandeSoerfammlung der sozialdemokrati» listige Klugheit zum thierischen Ursprung zurück zu neigen schien. Die Mine, die ihn geboren, hatte ihn vollendet, in- dem sie ihm die Beine brach. „Bringst Du auch Lydia zuweilm hierher?" Jeanlin lachte spöttisch: „Die Kleine, fällt mir nicht ein... Ein Frauenzimmer, daS kann den Mund nicht halten." Er mißachtete seine beiden Gespielen gründlich: Was für dumme Dinger! Die Erinnerung daran, wie sie ihm all' seine Flausen glaubten und sich mit leeren Händen forttrollten, während er hier im Warmen sitzt und Fisch ißt, machte ihm besonderes Vergnügen und er streckte sich behag- lich in seinem Heu; dann setzte er mit ernster Philosoph,- hinzu: «Man ist am besten allein, da verträgt man sich immer." Während Stephan sein Brod verzehrte und einen Schluck Wachholder dazu trank, dachte er darüber nach, ob er nicht Jeanlin'S Gastfreundschaft damit belohnen müsse, daß er ihn bei den Ohren nahm, nach HauS jagte und ihn verhinderte, weiter zu stehlen. Aber, indem er diesen ver- borgenen Versteck betrachtete, fiel ihm ein, daß er denselben möglichenfalls für die Kameraden oder für sich selbst auS- nutzen könne, falls ihre Angelegenheiten schlecht abliefen. Darum ließ er Jeanlin nur schwören, daß er nie wieder die Nacht ausbleiben werde, wie ihm daS passirt war, wenn ihn der Schlaf hier im Heu überrascht hatte; darauf zündete der junge Mann ein Licht an und ging voraus den Weg zurück, den er gekommen war, während Jeanlin sein Heim wieder aufzuräumen begann. Die Mouquette saß trotz der Kälte, ihn erwartend, auf einem Balken vor ihrer Wohnung. Als sie ihn endlich er- blickte, fiel sie ihm stürmisch um den HalS; doch da er ihr sagte, er wolle sie nicht mehr besuchen, fuhr eS wie ein Stich durch ihre Brust: Warum denn nicht, mein Gott? Liebte sie ihn nicht? Um der Versuchung aus dem Wege zu gehen, bei ihr einzutreten, schritt er auf die Straße hmauS, indem er ihr so schonend wie möglich erklärte, daß sie ihn in den Augen der Kamerade« kompromittirte und damit ver Sache schade, schen Partei zu Halle a. S. gewählte Zmtral-Wahl-AgitationS- Komitee für die Provinz Sachsen, d,e thüringischen Staaten und Anhalt hat sich konstiiuirt und besteht aus den Herren: Adolph Hoffmann, Vergolder, Gr. Klausstr. 35, Vorfitzender; Adolph Älbrecht, Schneioer, Gr. Brauhausgasse 161, Kassirer; Wilhelm Sengpiel, Schneider, Gr. Sandberg ü, Schriftführer; August Groß, Korkschneider, Ober-Glaucha 36 und Wilhelm Biehl, Schuhmacher, Wörmlitzerstraße Nr. 35, Ersatzmänner. Sämmtliche zu Halle a. S. wohnhaft. Elberfeld, 26. November. Die heutige Verhandlung im hiesigen Sozialistenprozeß überbot an sensationellem Interesse noch ihre Vorgä gerinnen. Zeigte der Verhandlungssaal bisher das Bild eines sozialdemokraiischen Kongresses, der unter dem Vorsitze eines Gerichtshofes statifindet. so gewann heute der Verhandlungslaal das Bild einer Volksoersammlung, die von zahlreichen uniformirten Polizeibeamtcn überwacht wurde. Es war die Schaar der Zeugen, die neben den Angeklagten von allen Richtungen der Windrose erschienen waren, dar- unter zahlreiche von auswärts geladene Polizeibeamte. Von bekannten Sozialdemokraten befanden sich der frühere ReickslagSabgeordnete Pfannkuch aus Kassel und Dr. Bruno Sitönlank aus Nürnberg unter der Zeugenschaft. Auch eine Anzahl Frauen waren als Zeugen erschienen, darunter mehrere Ehekauen von Angeklagten Als der Zeugen» aufruf eifolgte, machte ganz besonderen Eindruck das dünne „Hier!" einer Kinderstimme. Es war der achtjährige Knabe eines der Angeklagten, der als Be- lastungszeuge gegen seinen eigenen Vater geladen ist! Der Präsident mochte bekannt, daß zu seinem Bedauern er nur einen klemen Theil der erschienenen Zeugen werde verhören können; er ersuchte die von auswärts Er- schienenen, anwesend zu bleiben, dagegen die aus Elberfeld- Barmen Geladenen, sich morgen Vormittag S Uhr wieder ein- zufinden. Die Verhandlungen begannen mit der Fortsetzung der Zeugenvernehmung des Barmer Polizei- Kommissars Wilfing. Der Zeuge verlas wieder eine Menge von Berichten über alle möglichen angeblichen geheimen Zusammenkünfte und Partei» tage, wußte aber merkwürdiger Weise fast nichts über die Verbreitung des„Sozialdemokrat" und verbotener'Schritten in Barmen zu berichten. Konstatirt wurde auch heute, daß, ob» gleich dem Zeuaen verschiedene angeblich geheime Versamm- jungen, d-e statifinden sollten, vorher gemeldet worden waren, er die nölhigen Schritte nicht that, um dieselben unmöglich zu machen oder aufzuheben. Das gleiche geschah bezüglich des Bezugs verbotener Schriften, wie des„Sozialdemokral". Von den Vertheivigern und dem Angeklagten Bebel inquirirt, warum er die Beschlagnahme von verbotenen Schriften, die an ihm näher bezeichnete Personen gelangten, nicht vorgenommen habe, erklärte er zum größten Staunen der Versammlung, darüber die Aussage verweigern zu müssen. Ebenso verweigerte er die Aussage, ob er wisse, daß der gestern verhaftete Zeuge Weber den„Sozialdemokrat" be- zogen und auch an ihn, den Kommissar Wilsing, verbreitet habe. Bei Eintritt der üblichen Pause wurde der Kommissar Wrlfing für einstweilen entlassen und nach Beendigung der Pause mit der Vernehmung der von auswärts erschienenen Zeugen begonnen. Diese wußten sämmtlich nur so absolut Be- langioks auszusagen, daß mau sich wohl fragen darf, zu wel- chem Zweck die Anklage dieser mit so vielem Geld und Zeit- aufwand verknüpfte Zeugenschaar ins Treffen führte. Mitten in diese Art von Verhandlungen fiel die Nachricht, daß der gestern verhaftete Zeuge Weber sich gemeldet habe, um jetzt Zeugniß abzulegen. Die Spannung stieg auf den höchsten Grad, als Webrr, der den Eindruck eines vollständig gebrochenen in höchster Äusiegung b'fiadlichen Mannes machte, bissen Hände sich krampfhaft öffneten und schlössen, sitzt vorgeführt wurde. Weber wurde von dem Präsidenten in sehr nachdrücklicher Weise aufmerksam gemacht, d,e Wahrheit und zwar die volle Wahrheit zu sagen, bei der Gefahr, sonst wegen unwahrer Aussagen wegen Mein- eid bestraft zu werden. Weber ge st and nun zu, daß er Polizeispion sei, daß erfürGeld seine Parteigenossen verralhen habe, daß er aber auch in seinen Aussagen und Berichten an den Polizeikommissar Wilsing oft die U n- Wahrheit berichtet, manches verschwiegen, anderes übertrieben habe, daß er aus Roth gehandeit, weil er eine starke Familie Hab« und arbeitslos gewesen sei. Dabei wiederholte Weber, daß er ein verächtlicher Mensch sei und die furchtbarsten Qualen zu erdulden gehabt habe. Auf der an- deren Seite wich der Zeuge einer ganzen Reihe von Fragen über die von ihm erstatteten Polizeibcrichte mit der Angabe aus, daß er sich dieses und jenes nicht mehr entsinne, sein Ge- dächtniß habe unter den Folterqualen der letzten Jahre schwer gelitten. Er bejahte ohne Zögern die Fragen des Angeklagten Bebel: oberinmehrerenExemplaren den„Sozialdemokrar" bezogen und zwar aus Beireiben des Kommissars Wilsing und diesem auch regelmäßig ein Exemplar bebändigte. Der Eindruck dieses Verhörs auf sämmlliwe Anwesende ist schwer zu beschreiben. Kaum einer der Angeklagten dürfte Szenen, wie sie der heutige Verhandlungstag bot, beigewohnt haben und der Eindruck, den die er verfechte. Sie meinte, daß er sich ihrer schäme, und Sie war nicht verletzt darüber, sondern fand es natürlich und »ot ihm an, er möge sie öffentlich ohrfeigen, damit sie vor den Augen der Welt mit einander brächen; aber heimlich solle er von Zeit zu Zeit zu ihr kommen. O, nur zuweilen und nur fünf Minuten; sie werde sich verstecken, Niemand solle darum wissen, bat sie mit hinreißend flehendem Ton. Er war bewegt, aber er mußte nein sagen. Sie waren, sich mit den Armen umschlungen haltend, bis nahe Montsou ge- kommen, und der runde Mond beschien sie. Eine Frau be- gegnete ihnen und schrak plötzlich, da sie an ihnen vorüber ging, mit entsetzter Geberde zusammen, als wenn sie über einen Stein gestolpert wäre. „Wer war das?" fragte Stephan. .Katharine ist's, die aus Jean-Bart heimkommt." Die Andere hatte gesenkten Hauptes mit wankenden Knicen ihren Weg fortgesetzt; Stephan, ihr nachblickend, ärgerte sich, daß er von ihr gesehen worden. Gewiffens- bisse quälten ihn, er machte sich Vorwürfe, und doch wußte er, daß er ihr nichts schuldig war: hatte sie nicht einen Anderen, und hatte sie nicht auch ihm gerade auf dieser Straße soviel Herzeleid bereitet, an jenem Abend, wo sie Chaval'S Geliebte geworden? DaS war wohl richtig; aber eS schmerzte ihn doch, daß er ihr Gleiches mit Gleichem vergolten. „Soll ich Dir sagen," flüsterte die Mouquette, als sie unter Thräven von ihm Abschied nahm,„warum Du mich nicht lieben willst?— Weil Du eine Ändere liebst!" Am nächsten Tage wölbte sich ein prächtig frostklarer Himmel über den Feldern, und die festgefrorene Erde tönte wie Kiystall bei jedem Schritt. Jeanlin war schon um ein Uhr verschwunden; aber er mußte hinter der Kirche lange aus Böbert warten, und Beide waren im Begriff, ohne Lydia aufzubrechen, welche ihre Mutter wieder in dem Keller ein- geschlossen hatte, als die Kleine plötzlich mit einem große« Handkorb am Ann erschien. Ihr war ausgetragen, Löwen- zahn zu suchen, und die Mutter hatte ihr gedroht, wenn sie den Korb nicht mit Salat gefüllt heimbringe, würde sie die ganze Nacht mit den Ratten eingesperrt werden. Ihr war bange und sie wollte sosott den Salat suchen gehen, aber diese Vorkommnisse nach außen machen werden, wird da> öffentlichen Ankläger und den Eiufädlera iXS Prozesse« lich zum Ruhm gereichen. Wehe über ein Syltcm, da« � solck-n Mitteln arbeitet oder mbeilen zu müssen glaubt. In der Glberfelder„Fr. Dresse" fiaven wir folge»« Erk.ärung: Nach den Berichien der Zeitungen hrt der PM Kommissar Kammhoff vor Gericht ausgesagt, daß« aa« der D-uckerei der„Freien Presse" seine Gewährsmänner(»«■ Da Niemand von den Unterzeichneten in dem entehren«- Ruf eines Kammhoff'fchen Gewährsmannes stehen wul, weisen wir die obige ganz allgemeine Verdächtigung belli®* und entschieden zurück und bezeichnen dieselbe so lange r-- völlig grundlos, als Herr Kammhoff nicht mit dem"»or seines Gewährmannes in der„Freien Presse" Jeder von uns ist bereit, zu beeioiaen, daß er uiemol«! Herrn Kammboff in irgend welchen Beziehunqen gestanden! Das Personal der Buchdruckerei der „Freien Presse";.. A. Braun. E. E r i ch s e n. F. G ö r g e n. O. I b a n« E. Issel. C.Koch. E. Koßmann. W. Krame» W. Krüger. O. Schumann. Lehrlinge: I. B ö ck e n. H. K a i s e r. Einlegerinnen: Adele Runkel. Maria Kroll. Au» Kagamoyo, 2». Oktober, geht den„Hamb. Not» ein Schreiben zu, weiches ausführliche Schilderungen der Kol»' enthält, die die deutschen Schutztruppen mit Buschiri und 0/» Anhang im Monat Oktober zu bestehen hatten. Wir entneo»» demselben folgende Stellen:„ Herr von Gravenreuth stieß schon am 19. in der Nohf_ Pombo auf ein Mafiiilager, aus welchem zirka 499 dem- nach einigem Widerstand und mit großen Verlusten oertnv-. wurden. Die Gegend, welche mit dem'Namen Domdo H zeichnet wird(einen Ort oder ein Dorf dieses Nnrneir« 8 1 es nicht) ist sehr hügelig. Es ziehen sich zwei Thäler, parallel, etwa eine halbe deutsche Meile hin; sie fwvjj. in der Regenzeit, etwas sumpfig und nur schwer zu Auf dem Höhenzuge, welcher östlich von dem seitigen Thale liegt, hatte Buschiri zwei Lager DaS größere Lager schien für 599 Krieger e zu sein; Buschin und die vornehmeren Häupilmge haut»� Lehmhütten e-bauen lassen. Nachdem das eiste Lage» große Mühe gcnomm?n war, sandte Chef v. Gravenrei»«� Lieutenant v. Behc mit einem kliinen Trupp aus derselbe� höhe nördlich weiter, während er selbst das Thal dur«?� 1»«� �'»v» Hi erriE eing«H und den zwischen den beiden Thälern tiegenden Höhen zurJ steigen wollte. Plötzlich tauchten jedoch im hohen Gross � rechts balo links Krieger mit den wunderbarsten Kopw?� auf, Wurfspeere sausten durch die Lust und m kurzer 3� sich d»e kleine Kolonne von 8 Europäern und 89 Soldaten einem Heere von mindestens 3999 Wilden Nun mussle sich der deutsche Mulh bewähren. Wenn in kritischen Augenblick die schwarzen Soldaten Furch'-.f, Bangigkeit bei den Weißen gesehen hätten, so V sie sofort wegqelaufen. Wie Pilze aus der j! wuchsen die Mafitis»u einer erdrückenden l1eber>'„ an. Glücklicheiweise sind ihre Waffen nicht IsLf, fährlich wie chr Aussehen. Kleine, leichte, etwa U lange Wurfspeere als Waffen und große, Ifj Meter ho»» Ki Schilde aus Kuh- oder Gazellenhaut als Abwehrmiltel st» � ganze kriegerrsche Ausrüstung. In diese dichten Haufe»? feuerte nun unsere brave Mannschaft Salve auf Saloe,! � sich die Angriffslinien der Gegner immer mehr lichtete»- � als die Mafitis endlich einsahen, daß Spieß und Sch»� Puloer und Blei doch nicht rivalisiren können, auch gegenüberliegenden Hügelabhang her ein neuer Kugelre/.� sie hineinbrach(Lieutenant v. Behr hatte inzwischen kleiren Adiheilung Buschin aus dem Lager geworfen) L i» griffen sie, trotz ihrer Uebermacht die Flucht. Es diesem Gefechte über 299 Feinde, wir hatten auf unsere» einen Verlust von 3 Tobten und 7 Verwundeten. Großbritannien. In England ist man geneigt, den Mittheilunge» •e uh»r»>-« arxA»niimf/-nft h»4 Victoria-Nyllnza die �/ ley'S über er den Flächenumfang des Vi..„..»-v�»..�. Gehende Bedeutung im Hinblick auf die Handels-»» st»» ehrSpolitische Zukunft Binnenafrikas beizumessen. berichtet worden, hat Stanley sich durch persönlichen Aujss überzeugt, daß das genannte Wasserbecken sich niS' trächtlichtz weiter erstreckt, als bis dahin angenommen»/ war. Der Viktor, a-Nyanza entsendet nämlich eine» Ausläufer in südwestlicher Richtung, welcher de» See von dem Tanganyika trennenden ZvischeM»»»� nur 155 englische Meilen verringert, den wahren Fläfl«» ,j.'' des Viktoria- Nyanza aber um 1999 Ouadratmeilen»f»/ Auf Grund dieser Sianley'schen Entdeckung erh»»„ von der Anordnung der großen afrikanischen Bmne»! � ganz anderes Bild; gerade die beiden größten derselbe»!,/ in ein ungleich engeres Verhältniß zu einander; der Wjv daß Victorla-Nyanza und Tanganyika nur anderthal»»� englische Meilen auseinanderliegen, hat in untern»«» z» englischen Köpfen schon den Plan entspringen Ilm1'"' J?anlin sagte, das werde man später besorgen, und mit. Seit langer Zeit schon reizte ihn„Polonia", tige Kaninchenmutter Rasseneur's, und als sie vor dem tö Hause daS Thür herumhüpfen sahen, ergriff er eS Ohren, steckre eS in Lydia'S Korb, und alle drei floh«» im Galopp über die Felder. � Aber sie erblickten Zacharias und Mouquet,: nachdem sie mit zwei anderen Kameraden bei Rassen� � Schoppen getrunken hatten, ihre Ballpartie begänne»-�/ Preis war eine neue Kappe und ein rothes Halstuch- b», Rnffi-npiit hcnrmiirt Die nier Snieler ie iiive�' 0»' vo«1 bei Rasseneur deponirt. Die vier Spieler, je zw»' Partei, versteigerten unter einander die erste Partl« vom Voreux bis zum Pachtgute Paillot gespieu mußte.«4vra-h-', Zacharias war der mindest Fordernde, er sieben CoupS die drei Kilometer zu durchmessen, � fl Mouquet acht verlangt hatte. Sie stellten den Apis kleines aus Buchsbaum gedrechseltes Ei, mit® �#, nach oben auf das Pflaster; Alle hielten ihre der schiefen Metallscheibe und dem langen, mit em? umsponnenen Griffe bereit; es schlug zwer sis U»' Spiel begann. Zacharias schleuderte den Ball m„ii ersten Coup, der aus drei Würfen bestand, msy hundert Meter über die Zuckerrübenfelder dsshm!(Aji war verboten, auf den Landstraßen und in»e � zu spielen, weil der Holzball schon Menschen 8*, Mouquet aber schwang seinen Schläger mit«jj ssölzerne Ei mit einem einzigen daß er das Hölze hundertfünfzig' Meter zurückwarf. Und. beiden Parteien den Ball hinüber und herud�'.Mit* ~„i„„f ni,«.>>i- bart g»' die Spieler im Sturmlauf über die hu� � Zunft war�die Kinder hinter den Ballspiels einhtt S� und hatten mit großer Lust die mächtigen W» l sie, Dann aber dachte« sie plötzlich an„Poloma, ßuf% Korbe hin und her warfen, und sie ließen m, ui» Feldern das Sprel im Stich und öffneten den sehen, ob das Kaninchen tüchtig laufen weroe. (Fortsetzung folgt.) »" 0 wird rft« tt««" bttl"' übt. ir folgii>d< icr Poi'p er ow" nner ntehttn«-- , will, z laniie � -m EaBt« ierau oertnetj !>ombs � nens«S ÄZ ;,V'5 ttf" s- rs« bur«?� enz'lli" l�lenbe Zwischenglied durch Anlegung eines Kanals zu er» Saium und dadurch ehren Wasserweg von dem Miltelmeer bis w da« Hnz de« dunklen Welttheils, und darüber hinaus zu ; einen Wasserwege der freilich hier und da durch Wasserfälle, Stromschnellen und Untiefen unterbrochen wird, aber in seiner gewaltiaenAuSdehnung von decMeereSküste bis zum ?. Grad südlicher Brerte der modernen Technik eme Aufgabe stellt, m deren Lösung ein auf die Dauer unwiderstehlicher Anreiz ge- �den sein dürfte. Wenn nach Slanley'S Richtigstellung die Gefammtlänge des Victoria-Ryanza nunmehr auf 270 Meilen bh erhöht, während der Tanganyika ihrer 400 mißt und der Mischen räum mit 155 Meilen hinzukommt, so würde nach Mtigftellung des Verbindungskanals zwischen beiden Wasser» Schaltern Binnenafrika in den Besitz einer ununterbrochenen Mfdaren Straße von 825 Meilen treten. E« kommt hinzu, m die Südsp.tze des Tanganyika von der Nordseite des Massaseez nur ourch etwa zwei Breitengrade geschieden ist und letzterer wiederum seinerseits tief in die Gebiete hineinreicht, � jetzt die britifch-südafrikanische Gesellschaft und das portu- tzlesische Kolonialreich einander den Vorrang streitig machen— tzu erkennen, welch' ein ungeheures Gebiet fruchtbringender jJ-Hatrgkeit sich der europäischen Kultur aufbinnen-afrlkanischem «odm eröffnet. Elberfelder Kozlllllktevprozeß. Gras- gegl i rn �urcht der 25 i e# »ü "V "«.'V tel fi«' VF MF J! & v%<.t serrf" die«V tt" iil* Ä" Ä "n U " V'l >en" jjl acaittt' Ut -'S -hält y rense�i- Ibe» � Delegirten erhielten Anweisungen für die aber fand wieder eine Versammlung statt; Tele» albKy ned-� afsf' iil dnÄ' d'-"'- m% tief « V iht" ieut Tw •M »ck ff, iSTf ol«" den" . D° >tet '.i "k- �ieb l% \tft0 • f." che JV i auf b, 7. Tag der Verhandlung. Der Präsident läßt die Liste der geladenen Zeugen "trlesen.(Darunter befindet sich ein etwa achtjähriger Knabe, "eisen Vater angeklagt ist.) Nur die auswärtigen Zeugen I°>Ien, so weit als möalich vernommen werden, die hiesigen werden entlassen und auf morgen bestellt. � Grillender ger(auf Befragen des Staatsanwalts): Sommer wurde ich brieflich um Unterstützung der»Freien Presse" gebeten. Das habe ich abgelehnt. Von wem der Brief war, kann ich mich nicht mehr erinnern. Von den an Harm �ebenen 1500 M. waren 500 M. aus dem UnterstüsungS- Wttbl, dos Uedrige von einem Privatmann. Es handelte sich "(cht um die Unterstützung der»Freien Presse". Bebel hat ?? den Beschluß nicht Theil genommen; er war im Ge- '"ngniß, Bebel(auf Befragen des Staatsanwalts): Ich er» »are, daß ich von dem Vorgang keine Kenntniß hatte, W würde ich ihn erwähnt haben. Erst viel später habe ? davon vernommen �und nicht einmal etwas Genaues. � habe einfach den Saldobetrag von Singer empfangen �d neue Bücher angelegt. Für das, was wahrend meiner wss geschah, kann ich nicht verantwortlich sein. Da« Kassirer- wst führe ich neben vielen anderen Geschäften und konnte mich r* die einzelnen nicht kümmern. Die Summe war kein Dar» sondern ein Geschenk. . Zeuge Polizei-Kommissar W i l s i n g: Am 4. September M und später fanden geheime Versammlungen statt. Müller � Harm wurden als Kongreßdeleairte gewählt. . Schumacher: Den Kongreß habe ich mit einberufen, nicht besucht. y. Wilsing: Die "f'se. Am 4. November. 's handelte sich um die Bewilligung der Kosten für die iWen, Organisatronsfragen u. a. Auf Aefragen Bebel'« erklärt der Präsident, daß mehrere Parteitage polizeilich überwacht wurden. Wrlsrng: In einer späteren geheimen Versammlung wurde von den Delegirten Beiicht erstattet. Der„Soz." sei |»oc wie nach Parteiblatt. Die Hamburger Organisation wurde oli Muster angeführt. Bebel: Ich setze voraus, daß der St. Gallener Partei- jag, noch einmal bei meiner p-rsönlichen Vernehmung vor- mnrnt T>aß über den»Sozialdemokrat" beschlossen worden, >n unwahr. »>.. Befragen der Vertheidigung erklärt Wilsing, daß »Sozialdemokrat" in dem Berichte semeS Gewährsmannes «»r als Parteidlatt, nicht als»osfijielleS Parteiblatt" bezeichnet Hiiiroe. Bebel: Da« ist also wieder so ein Jrrthum der An- �aaeschrist. Ich konstatire, daß kein einziger Beschluß des Kon- Heises in dem Bericht unterdrückt ist. Alles, was über die "Resolution betreffs des»Sozialdemokrat" dem Zeugen berichtet £ unwahr, erfunden und erlogen. V e r t h e i d.. Ich erkläre, daß in der Anklageschrift ein �erthum ist. - Wilsing: Am 20. November fand eine geheime Ver- S�lung statt, in welcher 350 Mark, ais die Hälfte des «orderung des Buchdruckers Berle, bewilligt wurden.(Auf Frage der Vertherdigung erklärt Wilsing. daß rhm bekannt sei, ob das Geld aus der Parteikasse kam.) Vom �{Jgreß wurde berichtet, daß nach demselben noch eine Be- trVjung zwischen Bebel, Singer und anderen Abgeordneten �«gefunden habe. B e bei: Das erkläre ich als unwabr! w W ilsina: Arn 23. Dezember 1887 fand eine geheime �"rsanrmlung statt, bei welcher Grillenberger war. r � Grillenberger: Es war ern Privatbesuch, keine ge- (Me Versammlung. Bücher habe ich nicht revidirt. Wie käme ? auch dazu, in die Verhältnisse eines Privatgeschäfts Emsicht w nehmen. > Wilsing: Am 15. Januar 1888 fand eine geheime Ver» zfR�uung statt, in welcher Harm berichtete, daß bei Verschärfung [s8 So�ralistengesetzeS die Abgeordneten ihre Mandate nieder- h��würden. Dann fei der Airarchismus in schönster Form ... Bebel: ES ist zu einfältig, als daß Harm so etwas »."ußert haben könnte. Den Gefallen thun wir unseren nicht! i?8 Bertbeidigung bemerkt, daß wieder ein Be- ftift, 84 Gewährsmannes mit der Anklage nicht überein- ■R1«8.(Herrn Lenzmann wird vom Vorsitzenden das Wort Wiaen.) anmalt: Aus der Kasse der örtlichen Orga» L�on kamen die Zuschüsse. An Stelle des Wo-tes»Oraani- '"ihafi nur Wort»Verwaltung" in der Anklageschrift (U Fu Protokoll wird gcnomm-n, daß Herr Lenamann zur 8 gerufen und ihm das Wort entzogen wurde. Ferner Ar.ifc der Präsident, daß Niemand das Wort bekommt, bis WI mit der Verlesung ferner Protokolle fertig ist. B-��'ssing: In einer späteren Versammlung war von der ein w � von Wechseln und von Flugblättern gesprochen, ferner y.oneitag für Rheinland-Westfalen beschlossen und Delegirte Am 19. Februar fand eine geheime Versamm.ung fOurn 8n welcher zwei Manuskripte des Flugblatte« vorgelegt bct g?*" Gedruckt sollte e« werden in der»Fr. Pr-sse" mrt vtrmi.vcksirma»Hotiingen-Zürrch". Scharfe Ausdrücke solltrn Nacks!8 �n werden. Eme geheime Komiteefttzung fand am sa>n-ni Sonntag statt und später noch eine geheime Ver» 'Wt 8" Der A Sflug nach LangenhouS wurde mir nnige- Nick, kr wurde überwacht von zwei Beamten in Zivil, die Sss. /wschtnten sollten, wenn keine Versammlung stattfinde. hsy � erfuhren, daß eine Ungehörigkeit stattfinde, eilten wir ?»«, ich Auch von der Versammlung in der Beek erhielt �etzj,."8untnib, an welcher Haser clever Theil nahm. w sollte auch an einer öffimlichen Volk. Versammlung sich belheiligen. Karten a 30 Pfg. wurden zu dem Parteitag verkauft, die den Stempel,»örtliche Verwaltung", trugen. Es wurde über den Streit Bebel-Frohme verhandelt. Hülsmann begleitete Hasenclever. Am 9. August 1335 fand eine geheime Versammlung in Iserlohn statt, an welcher sich Parteigenossen aus Barmen- Elberfeld betheiligten. Im Felsenmeer traten verschiedene Redner auf. Man verhandelte über die Organi- sation Rheinland- Westfalens. Es wurde noch auf die Ver» breitung von Schriften aufmerksam gemacht. Am 14. August 1887 war eine geheime Versammlung der Führer im Ne« anderthal. Schumacher: Aus Solingen war Niemand dabei. Wilsing: Im N.-anderthal wurde ein Lied gesungen, das gedruckt vertherlt wurde. Am 15. Septbr. 1885 fand eine geheime Versammlung statt, in welcher über die Verbindung mrt der„Parteivertretung" berathen wurde. Staatsanwalt: Die Parteivertretung hat mit den ört» lichen Verwalungen dadurch in Verbindung gestanden, daß sie ihre Kundgebungen an dieselben sandte. Ist die Einladung zur Wabl eines Delegirten nach Barmen oder Elberfeld ge- kommen? Löwen st ein beschwert sich, daß der Staatsanwalt- schaft das Wort gestattet, der Vertheidigung aber entzogen wurde. Wilsing: Ich weiß nicht, ob eine Einladung zum Kongreß gekommen. Da« betreffende Zirkular wurde mir von meinem Gewährt mann übergeben; es war gedruckt, nicht aus einer Zeitung geschnitten. Bebel: Derartige Zirkulare wurden verschickt. Wilsing: E« ist noch ein Zirkular eingegangen wegen der Kongreßberichte vom 10. Oktober 1837, von St. Gallen. Es sollte an Oertel-Nürnberg mitgetheilt werden, wie viel Kongreßproiokolle gewünscht werden. Grillenberger weist auf seine früheren Angaben hin, wonach da« Zirkular durch Wirth» St. Gallen versandt wurde. Auf Wunsch Bebels wird konstatirt, daß das erste Zirkular von veasch ebenen Abgeordneten unterzeichnet ist. Wilsing: Vor mehreren Jahren habe ich bei Löwen- stein gedaussucht. In der Tasche SeligmannS wurde em Zettel mit der Adresse:»Frau Eisele, Zürich" gefunden. Löwenstein: Der Zettel lag am Boden, beschmutzt, wo ihn ein Polizeibeamter fand und dem Kommissar übergab. Richter Dr. Schäfer konstatirt aus früheren Akren, daß der Zetiel auf dem Boden gefunben wurde. Löwen st ein: Der Zeuge wird sich erinnern, daß ein Sergeant den Zettel fand und ihn als werthlo« wegwerfen wollte. Wilsing: Ich kann mich de« Vorganges nicht mehr genau erinnern. Von Deckadressen des»Sozialdemokrat" thrilte wir mein Gewährsmann mit, ebenso von den Stich- worten für Barmen bei Quittungen im»Sozialdemokrat", wie »Sperber" rc. Bebel: Wurden hier Deckndressen benutzt, d.h. der „Soz." an unverdächtige Personen geschickt? Wilsing: 1833 habe ich bei einer Haussuchung eine K ste mit dem„Soz." beschlagnahmt. Die Kiste war mit der Bahn g'kommin, da« Duplikat des Frachibriefes im Brief. Eigene Wahrnehmungen über die Versendung de«„Soz." habe ich nicht gemacht. Ich glaube, daß die Kisten an Deckadressen komm-n. In der örtlichen Verwaltung Barmen waren Deck- adressen für den Empfang von Druckschriften. Ich habe ver- schiebene aufgeschrieben.(Zeuge verliest Stellen aus dem „Soz." und dem Zirkular der»Feldpost", die von Deckadressen sprechen.) Bebel: Der Zeuge kann keine Deckadresse angeben, nur einen Schumacher, den er nicht näher kennt. Diente Julius Weber als Deckadresse? Hat der Zeuge den„Soz." von Julius Weder erhalten? Wilsing: Darüber verweigere ich die Aussage.(Zeuge nennt auf Befragen de« Staatsanwalts die Adressen von rn Pfullendorf aufgegebenen Packete.) Bebel: Wer ist der Schumacher? Verth.: Gehört Hermann Schumacher zu den Gewähr«- männern? Wilsing: Darüber verweigere ich die Aussage.(Auf Beftagen Bebels:) Ob ich angekommene Kisten befchlag- nahmt, darüber verweigere ich die Auskunft. Der Präsident: In Pfullendorf wurden zwei Packete an Hermann Schumacher in Barmen auf der Post beschlag- nahmt.(Die Packete werden vorgelegt und geöffnet; sie tragen die Nummer 99. Dieselben enthalten das»Liederbuch" und den»Rothen Teufel.") Bebel: Vom»Rothen Teufel" ist nur eine Nummer erschienen. G r i m p e: Der vom Zeugen als Deckadresse angegebene Langen bieler arbeitete bei Julius Weber. War dem Zeugen die« bekannt? Wilsing: Nein. Ueber die Gewährsmänner verweigere ich die Auskunft. Ob Süther und Borchart darunter, darüber verweigere ich die Aussage. Unter den Angeklagten befindet sich keine Deckadresse. Ich hatte mehrere G>währSmLnner; über die Zahl verweigere ich die Aussage. U»ber denselben Vorgang erhielt ich stets nur von einem Gewährsmann Mit» thertung. ES ist mir nicht bekannt, ob an einer Versammlung »wei meiner GewährSmäncr Theil nehmen. Ob die hrefige Polizei der Iserlohner die geheime Versammlung mitgetheilt, ist mir nrcht bekannt. So viel ich weiß, habe ick nicht nach Iserlohn geschrieben.(Bebel stellt Fragen an den Zeugen, die dieser wie folgt beantwortet:) Hasenclever war in Elberfeld, nicht in Barmen. Die Versammlung wurde von Elberfeld aus bewacht. Die Gendarmerie überwachte die Versammlung im Neanderthal. Verth.: Die Karte mit dem Stempel JDertliche Verwaltungsstelle" ist von der Krankenkasse der Weber rc. ausge- geben. Sie wurde bei einer Festlichkeit benutzt. Da« stelle ich unter Zeugenbeweis: Der Stempel ist der gleiche, wie in den Ouritungsbüchern der Krankenkasse. Präsident: Der Beweis ist wichtig und die Zeugen werden geladen. G rr mp e: Nach meiner Meinung scheint es. daß alle Angaben des Zeugen auf Mittheilungen Julius Webers be- ruhen. L tzterer hat auch darauf hinzuwirken versucht, die »Freie Presse" unter Kontrole zu stellen. Die Anträge einiger P rsonen in Barmen, die darauf hinwirkten, habe ich schroff zurückgewiesen. Julius Weber wollte einen Parteitag wegen der»Fr. Pr." einberufen und selbst Beiträge dafür leisten. Da« war der Gewährsmann Wilsing«. Präsident: Sie halten also Weber für einen Agent provocateur. Müller: Was bedeutet:»Müller war in Sonnborn." Wilsing: Da« weiß ich nicht. Hülle: Die Denunziation eine« hiisigen Schutzmanns sollte von meiner Hand geschrieben sein; das wurde als Be- we« dafür ange>ührt, daß ich den Organisationsplan ge- schrieben. Die Denunziation ist aber von einem Freunde von mir geschrieben. Es tritt eine Pause von 20 Minuten ein. Der Präsident verkündet, daß die Vernehmung der au«- «ärtigen Zeugen beginne. Zeuge F r o b b e i n, Bürgermeister von Lanoenberg(ver- eidigt): Meines WrssenS hat in Langenberg eine Organisation bestanden. Es wurde mir mitgethestt, daß in Blankenstein eine Versammlung war. Zeug« B l u m b a ch, Amtmann in Blankenstein bei Hat- fingen(vereidigt): An einem Nachmittag wurde mir mitge- theilt, daß in Blankenstein sich eme Anzahl Personen ansam- 3J melten, anscheinend Sozialdemokraten. Aus eigener Wahr- nehmung kann ich nichts bekunden. Zeuge Hegelich, Wirth in Dürkheim(vereidigt) hatte früher in Barmen eine Gastwirthschaft. Bei mir fan eine Wählerversammlung statt. Einige Personen waren m einem besonderen Zimmer mit Harm. Harm: War es im unteren Lokal nicht zu voll? H e g e l i ch: Ja, es war sehr voll. Ich glaube, es war Nachmittags, etwas später als die Wahlversammlung. DaS Zimmer war nickt verschlossen; ich habe selbst mehrmals Bier gebrockt. Ein Vorsitzender war nicht vorhanden. Auffällig war nichts, die Unterhaltung dauerte fort, wenn ich auch kam. Harm verkehrte auch sonst bei mir. ZeugelV o l l m e r. Soldat, früherlKonditorgehilfe bei Finke (vereidigt): Ich war Gehilfe bei Gustav Finke. Ich weiß, daß er Sozialdemokrat ist. Von Versammlungen weiß ich nicht«: es waren einige Mal mehrere Personen da. Daß es Sozial- demokraten waren, sagten mir Nachbarn. Ob Finke sich an anderen Versammlungen betheiligte, weiß ich nicht. Fmke macht« einmal einen Ausflug, ob nach Schwelm, weiß ich nicht. Ich sah, daß Finke eine Zeitung, gelbes Papier, hatte. Das hohe ich erzählt. Vorgelesen hat er mir nichts. Die Männer haben hei Finke gegessen, als sie ihn besuchten, es war zwei Mal. Finke hatte ein offenes Kaffeehaus. Die Besucher waren in einem Zimmer, wo auch andere Gäste hinkamen. Finke: Habe ich aus dem„Soz." vorgelesen? Vollmer: Da« habe ich nicht gesehen. Zeugin Frau Wind will nicht« aussagen. Sie wird entlassen. Zeugin Frau vom Stein, Wirthin aus Blankenstein (vereidigt): Ich kann nicht behaupten, daß in Blankenstein eine Versammlung war; an Sonntagen kamen immer viele Per- sonen. Es wurde mir gesagt, daß einige Personen eine rothe Fahne halten, ein Taschentuch. Wie viele Leute es waren, weiß ich nicht. Zeugin Frau Ronsdorf, Barmen(vorläufig unver« eidigt, weil sie nach ihrer Anaahe gedächtnißschwach ist): Ich habe mit Schmitz in einem Hause gewohnt. Ich hörte durch die Bretterwand, daß Versammlungen stattfanden, MontazS und Donnerstags. Die Zahl der Personen war verschieden. Robert v. Eckern war dabei, es ist der Schwager von Schmitz. Sie sprachen von der Sozialdemokraterei und der Arbeiter- partei. Geld sah ich nicht, härte es aber klingen. Schmitz hat hei der Wahl Schriften vertheilt. Vertheidiger: Die Frau hat früher ihren Mann denunzirt und Schmitz war Entlastungszeuge für den Mann. F-au Ronsdorf: Ich habe die Wahrheit gesagt. Die Zeugin wird vereidigt. Schmitz: Ich wohne nach der Straße, die Frau hinten hinaus. Konnte sie denn da etwas hören? F-au R o n s d o r f: Die Thüren waren oft verschlossen, oft geöffnet. Zeuge Gerling, Kaufmann au« Köln(vereidigt): In Köln habe ich keiner Versammlung angewohnt, oder bei Marian einer zufälligen Besprechung, dort zirkulirte eine L ste, ick weiß nicht, ob fie für Gille« oder die »Freie Presse" war. Ich habe 30—35 Mark bezahlt. Später habe ich an Harm ein Darlebn gegeben, 200 Mark. Ich hätte es auch für die»Freie Presse" gegeben. Es waren auch Nrcht-Sozialdemokraten bei der Besprechung. Den Ein- druck einer Versammlung machte das nickt. Gilles sprach über das Schicksal der»Freien Presse". Ich ging mit meinen Freunden nach oben. Die Herren saßen an einem Tilche. ch bin Sozialist, gehöre aber keiner politischen Partei an. Gilles stand nicht auf, sondern saß, während er sprach. Wir unterhielten un« gemeinsam. Zeuge vom Stein, Wirth in Blankenstein(vereidigt): Leute mit rothm Taschentüchern an den Stöcken sah ich vor etwa vier Jahren auf der Chaussee. Ob Leute in Trupps kamen, weiß ich nicht. Am Thurm war eine rothe Fahne, die ich entfernen ließ. Es mögen etwa 20 bis 30 Leute ge- wesen sein. Zeuge Mosbacher, Klempner au« Essen(vereidigt): Ich war in Blankenstein zufällig auf einer VerqnügungSlour. Ich hörte sozialdemokratische Lieder und bemerkte verschiedene Vereine, wie Turner und hergl. Ob Leute aus Elberfeld oder Barmen da waren, weiß ich nicht. Zeugin Fräulein Schwager au« Blankenstein(ver- eidigt): Bei mir wurde vor drei Jahren im Sommer eine Gesellschaft angemeldet, die später kam. Ob Reden ge- halten wurden, weiß ich nicht, auch nicht, ob es Sozialdemokraten warm. Viele hatten Frauen und Kinder bei sich. (Fortsetzung in der Beilage.) Vcrsrnnrnlungetr. Gine öffentliche, von mehr.als 3000 Personen befnchte Tischlern ersammlung wurde am 26. d. Mi«, im Schweizergalten benufs Siellunanahme zu der Einführung de« AckistundentageS abgehalten. Der Anbrang zu dieser Ver- sammlung war ein außerordentlicher, so daß, um den zu- strö-n enden Kallegen Eintritt in das Versammlungslokal zu schaffen und einer polizeilichen Sperre vorzubeugen. Tische und Stühle au« dem Saal entfernt werden mußten. Nachdem die stattliche Versammlung die Kollegen Millarch, Lobschütz und Mertens ins Bureau gewäh t batte, hielt Herr Th. Glocke einen bereits fiüher skizfirten Vortrag über das zur Tagesordnung stehende Thema. Speziell das Tischlergewerbe anbelangend, zeigte Redner, daß auch in diesem hie Maschine immer mehr Eingang gewinne und die Handarbeit verdränge, daß sich in Berlin die Kl-mmeister noch zu halten ver- mögm, verdanken sie hauptsächlich dem Fehlen größerer Fabriken und der größtm Ausnutzung der Ä beits- kraft der Arbeiter. Dies hältm die Kleinmeister wohl erkannt, indem fie sich mit Macht zu organisirm suchen, besonders in der Innung, deren Bestrebungen naiür ich darauf hinauSlaufm, die berechtigtm Forderungen der Arbeiter zu unterdrückm. Demgegmübcr habe die Tsschlergesellenfchaft fich in einer einzigm großm Verewigung zusammenzufinden, um geregelte ArbeitSverbältnisse und eine Besserstellung der Lage der Arbeiter im Tifchlergewerbe herbeizuführen. Hierzu würden die Arbeiter gedrängt durch die Thatfache, daß auf ge- setzgeberifchem Wege nach dieser Richtung hin bisher noch nicht« geschehen sei und voraussichtlich sobald auch nichts geschehen werde. Redner verlangte emschiedm Erweiterung de« Koali- tionSrecht« der Arbeiter; bis zur Gewährung dieser For- derung aber Ausnutzung heS bestehenden KoalitionSrechteS bis zum letzten Tipfelchen und Anschluß aller Tischler an den Fachverew, um die hauplsächlichste Forderung durchsetzen zu können, die da lautet: Verkürzung der Arbeitszeit. Redner wies ferner darauf hin, daß ebenso, wie die großen Streiks der Bcrgorber, der Dockarbeiter aus sich heraus Bahn ge- brachen hätten, weil die Verhältnisse dieser Arbeiter mit der Zeit derartige geworden waren, daß die Arbeiter nicht mehr zu exiftiren vermockten, auch im Tischlcrgewerbe fich über kurz ober lang gleiche Verhältnisse geltend machen und zu einem Massen« streik südren würden, verfeh'te aber nicht, darzulegen, daß so- wohl vor als auch nach dem Streck eine staike Organisation unbedingt erforderlich sei. Wie der Referent weiter mittheilte, ist der deutscke Tischlerverband, welcher f. Z. hier unterdrückt wurde, am VersammlungStage freigegeben worden, und würde es nunmehr möglich sein, in Berlin eine Zahlstelle zu er- richten, und, nachdem die gesammte Berliner Tischlergesellen- schalt fich dem Fachoerein angeschlossen habe, lo corpore- dem Verbände beizutreten. Redner schloß mit der Aufforderung, die i Beschlüsse des Pariser internationalen ArbeiterkonqnsseS hochzuhalten. Die vortrefflichen Ausführungen des Vortragend-n wurden mit rauschendem Beifalle belohnt. Vor Eintritt in die Diskussion wurde„der Sicherheit wegen" folgende Resolution einstimmig angenommen:„Die heutige im„Schweizergarten" tastende öffentliche Trschlerversammlung beschließt, indem sie sich mit den Ausführungen des Referenten voll und ganz einver- standen erklärt, 1. In der richtigen Erkenn tniß, daß nur durch eine Verkürzung der Arbeitszeit der durch das Maschinenwesen hervorgerufenen Arbeitslosigkeit mit Erfolg begegnet werden kann, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln dahin zu wiiken, daß der achtstündige Arbeitstag emgeführt wird; 2. In der richtigen Erkenntniß, daß nur durch eine feste und starke Orga- nilation dieses Ziel zu erreichen ist, dahin zu wirken, daß die Mehrzahl der Berliner Kollegen dem Jachverein beitritt, den 1. Mai 1890 zur Kundgebung dieser ihrer Erkenntniß zu benutzen und für emen Arbeiter-Feiertag zu erklären.— In demselben Sinne waren noch mehrere Resolutionen beim Bureau eingelaufen. An der folgenden Diskussion betheiligte sich eine große Anzahl von Rednern. In derselben wurde besonders hervorgehoben, daß, nachdem die Berliner Tischler durch die Annahme der vorstehenden Resolution ihren Stand- pünkt gekennzeichnet haben, sie nun auch den sich selber fest- gesetzten 9istündigen Arbeits tag strikte inne halten und nicht, wie es jetzt leider vielfach geschehe, 14—15 Stunden täglich arbeiten müßten. Nach Schluß der Diskussion gelangte der Antrag einstimmig zur Annahme, die Hälfte des UeberschusseS der Tellersammlung dem Komitee in Basel zur Einführung des Organs„Der Achtstundentag", die andere Hälfte des UeberschusseS den streikenden Tischlern Deutschlands zu überweisen. DeS Weiteren wünschte Herr Weber, daß das Bureau beauftragt werde, in kürzester Zeit eine öffent- liche Tischlerversammlung einzuberufen behufs Stellungnahme zum Streik der Bildhauer, speziell in den Fabriken von Pfaff, Weimann und G r o s ch k u S, um durch eine evenwelle Arbeitsniederlegung den Bildhauern zum Siege zu verhelfen. Die Versammlung beschloß, da die Forderungen d» Bildhauer den Bestrebungen der allgemeinen ArbeiterbeweM auf Verkürzung der Arbeitszeit entsprechen, sich chlt i' streikenden Bildhauern solidarisch zu erttären und dieseM moralisch und materiell zu unterstützen. Auch wird sich° Fünferkommisfinn bemühen, in kürzester Zeit eine öffenuw Versammlung einzuberufen. Auch wurde den Tischlern ön" gend ans Herz gelegt, am 11. Dezember bei der Stichwahl z» Stadtoerordneten. Versammlung mehr ihre Pflicht zu thiw,° eS bei der Hauptwahl geschehen sei. Nachdem noch beschall worden war, nur in solchen Gast- und Schankwirthschasten p verkehren, in denen die beiden Ärbeiterblätter, das„Berlw Volksblatt" und die„Volkstribüne", ausliegen, klangen» Verhandlungen dem Geiste, der sie beseelt hatte, entspreM' in einem brausenden dreifachen Hoch auf die internationale-u beiterbewcgung aus. I Theater. Donnerstag, den 28. November. •ymtfcMi». Tannhäuser und der Sänger- krieg auf der Wartburg. Die Räuber. Deutsche» Theater. Macbetb. t«M»a-Tlieater. Der Fall Clemenceau. berliner Theater. König Lear. Friedrich- WUdelmstädtische« Theater. Der Polengras. »estdeaz-Theater. Schwieaermama. »attaer-Theater. Geschlossen. »itrtaria-Theater. Stanley m Afrika. Hftead- Theater. Das neue Gebot. WeNeatliaur«- Theater. Der Zauderlehr. lwg. KSnigftSdtisch«» Theater. Der Glöckner >' von Notre-Dame. Zextrat-Theater. Leute von heute. »d-M»h Grast-Theater. Flotte Weiber. Gedr. Dichter'» Uarittck. Spezialitäten. Verstellung. U»ich»halle«» Theater. Gr. Spezialitäten. Vorstellung. Kaafmau»'» Nariete. Gr. Spezialitäten- Vorstellung._ American-Theater, IM*«irrtinevfhr. 65. Täglich Vorstellung. Circus Renz. Karlstraße. Hot», Donnerstag, de« 28. Novemter 1889, Abends 7 Uhr: I« dunklen GrdtHeU. (Einnahme von Kagamoyo.) Große equestrische Original-Pantomime, arrangirt und in Szene gesetzt vom Direktor E. Renz. Vorführen der 4 engl. Vollblut-Jagdpferde in neuer ganz eigner Art dresfirt und vorge- führt von Herrn Franz Renz. Schulquadrille mit 3 Schulpferden, geritten von 8 Herren.— Auftreten der vorzüglichen Reitkünstlerinnen und Reitkünftler. Campeador, engl. Vollblut, ge- ritten in der hohen Schule von Frl. E. Guerra. Morgen: Vorstellung. Sonntag: 2 Vorstellungen. A. 11..., Direktor. Vipene Busch. Foie»»ich-»«rl-llfer. 9 eure, Donnerstag, de« 28. Roemder 1889: «dend» 7t Udr: 1031 Ubjjk brilllick IsrUW. Tramvolin-Sprünge mit einfachen und dop- pelten Saltomortales bis überj 10 Pferde. Prämien-Springpferd„Volina". Clown Tom Tom als Theater. Direktor. Clown W. Ol- ichansky als Corporal. Clown Michael mit einem Wunderponny„Punschchen". Auftreten >er Reiter Mr. Devigne und Allen. Diophan- tuS, engl. Vollblut, geritten von Fr. Dir. Busch. Die fünffache Postfahrschule, ohne Zügel ge- ritton vom Direktor. Sonntag: 2 Vorstellungen, 4 und 7t Uhr, 4 Uhr 1 Kind frei. Passage 1 Dr. 9 M.— 10 Uhr A. Kai.ep-Panorama, |len! 8. 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November nach siebenwöchentlichem Krankenlager in der Charitee am Lungenbrand verstorben ist. Di« Beerdigung findet Freitag, 2 Uhr, von der Charitee nach dem neuen Jakobikirchbos, statt. 1079 Frau Urban geb. Prüfer. Bichktrng! Die Sperre ist über folgende Fabriken ver ngt: s1084 ... Korff, Grüner Weg 46(Laden). M. Laser, Georgenkirchstr. 17(Laden) Ecke der Gollnowstraße. G r ep l i n g. Wassertborstr. 25a(Laden). Einbeck, Weberstr. 19(Laden). K e i l p f l u g, Elsasserstr. 8(Laden). E b e l i n g, Gollnowstr. 18. K a s p a r i, Langestr. 10. H i n tz e, Holzmarktstr. 68.' Probst, Linien str. 25(Laden). Wir danken für bie rege Sympathie, die uns von allen Gewerkschaften entgegen gebracht wird, wir werden bestrebt fem, uns derselben würdig »u erzeiaen. Die Kohukommissto« der Tabakarbeiter. Empfehle allen Genoffen meine Clilsem und Bildertinrahmung. Besonders empfehlenSwerth und zu jedem Geschenk passend: Laeeane und Hasenclevep als Präfidenten. 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I. in Jeno� findenden Konferenz der Kommission vom Heidelberger Mechanikertag. 4. Verschiedenes, j der Unkosten findet Tellersammlung statt. Tagesordnung: 1. !ur Deckunl m recht joi reichen Besuch bittet Der Ginbernfer. Große öffentliche Versammlung aller la der Kauslndu�rle beschaftlgleu Arbetter als da siad: KMtB Klhahlllllltier. Kattler. Tapezlrer, AGMer. tederarbeller. NosmeB « f- W.»„4h» am Freitag, d. SS. November, Abends Uhr, bei Deigmäller, Alte Jakobst»'» Tages-Orbnung:. 0' 1. Welche Stellung gedenken die Hausmdustriellen»u den in Paris beschlossene» � stundentag einzunehmen? Ref.: Schneider Leonhardt Pfeiffer. 2. Diskussion. 3. Verla» Um reckt zahlreiches Erscheinen wird dringend ersucht. Der Ginberufee> Kitte lese« Ki»! Im Versatz verfallene �lator-kaletots, sowie Anzüge, einzelne Zaqnet», Hosen, Damen-Wäntel und-Kleiber. Hüte, Gttefel, Wäsche, Uhren, Bette»,«eis«- «. Holzkosse» w. Alle« in all und neu sehr billig zu»erlaufen bei 11745 A.Wergien, Kdallterft. 127. 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Druck und Verlag von Mar Fading in Berlin SV., Beuthstraße Oterz» .M 1 L Beilage;um Berliner Bollsblatt. Kr. S7S Vnrlsmenksberichke. Deutsch«» Ketchetag. 24. Sitzung vom 27. November, li N Hr. Tische de« BuvdeSrath«: Staateftkrelär Graf «ig marck, v. Bötticher, v. Maltzahn. . Die Geschäfisordnungskowmission beanttagt, da« Mandat ?? N>g. Dr. v. Cuny in Folge ferner Ernennung zum ordent« r??1 Honorarprofessor an der Universriät Berlin als nicht er- zu betrachten. Ohne Debatte beschlieht da« Hau« dem« * Darauf wird die zweite Berathung de« Etat« für da« artig« Amt bei Tit. Ul �Kamerun" fort» - Der dazu vorliegende Antrag Richter lautet:»Den z?» Reichskanzler zu ersuchen, die Lokaletat« für da« �wterungebiet, für Tongo und da« südweftafrikarische Schutz« �t im nächsten Jahre durch Einverleibung in den Reich«- � Haitz. Etat der Beschlußfassung de« Reichstage« zu unter- Men.-' Donnerstag den 28» November 1889< 6. Jahrg. S�bg. Nicht«»: Der Herr Regierungskommissar hat en, auf drcsen meinen Antrag nicht« bemerkt; rch nehme �?td an, er hatte nicht« gegen denselben einzuwenden, so J" tch wohl hoffm darf, auch da« Hau« werde dem Antrag C®wjncn. SBofl die Frage de« SpirituS-JmportS nach «/"airifj anlangt, so bezog« n sich die im vorigen Jahre bei �»thung de« Stöcker'scken Antrage« erbobenen Beschwerden auf Togo. Nach den vorjährigen Angaben de« Wörmann betrug im Vorjahre die Spiritus-Einfuhr in ' w».*«.—'i------ w-------,— D------ Ischen Berichte von dort, e« läge nicht viel Anlaß dort vor, ?8m vorgekommener Exzesse einzuschreiten. Aber man wird �>rt wohl nicht so scharf nehmen mit dem Einschreiten, wie hier in der Friedrichstraße. Aus der Hand liegt jedenfalls, ?d«r Spiritr« die Arbeitskraft der Schwarzen korruwpirt. �amtlichen Berichten von dort und den darauf gestützten fffcen Ausführungen de« Herrn Regierung«. Kommissar« übrigen« lebhafte Beschwerden der Missionare entgegen. tz?Uben wird durch die übermäßige Einfuhr von Brannt- A entgegen gearbeitet. Treten die Missionare dem über- ?ilzen Branntweingenuß entgegen, so laufen sie— wie l hr einem Mssronarbeiicht heißt- Gksahr, daß ? jungen Christengemeinden sich auflösen. Die Angabe ?! Dtisfionare und die de« Herrn RegierungS-Kommissar« �.�vrechen«inander jedenfalls. Da« Beste wäre, der Spirttu«- jr'uhr dort durch hohe Zölle— wie in Neu-Guinea— ent- �»�Ujutreten. Staatssekretär». Maltzah« will nur auf den oben wieder- denen Antrag Richter eingehen. Bisher seien die lokalen sahmen und Ausgaben der Schutzgebiete nikmal« als �««-Einnahmen und Ausgaben angesehen worden, und bei j�Tpsficht habe man sich in Ucbereinstimmung mit den V europäischen Kolonialmächten befunben. Ein dringen- nerf.?**ttrfniß zu einer Amderung de« seitherigen Buchung«- liege nicht vor. den» Kennigse« bemerkt, er persönlich sei geneigt, teÜM. Richter tür»ich tig zu halten. Bei den Schwi riz- Uteilun Festst' llung der Einzel-Etot« schlage er jedoch Ver- 9,8 des ArtrazeS an die Budg-tkomwission vor. �tats V kurzer weiterer Debatte üaer die Frage der Lokal- v>,,* ber Schutzgedüte wird der Vorschlag von Bennigsen'« N,,"�Ulmeu und der Antrag Richter in die Kommission ver- a»• Ditel Kämet un wird genehmigt. »!' Ditel Togo«innert Nicht er daran, daß laut voi jähriger Angabe Wörmann« �Viri« der dortigen Emtuhr au« Gewehren, Munition und bestehen. Wenn man von einem»Aufschwung" de« m Togo spreche, wie Wärmann die« neulich gethan, �«ve dies allerdings feine R chtigkeit. ."che{»„. „uvvvllly..............— Aber worin bestehe 'Aufschwung"? In Zunahme des Schmuggel« von Munition und Spiritus über die benachbarte eng- Ncch Angabe de« Afrika! eisenden K-ause herrsche �l'. � gerade in dem deutschen Togogebiete der Skaoenhandcl. A�.Äberzeugung der Sklavenhändler, daß auf deutschem und Tsschnn Gebiete der Sklavenhandel erlaubt sei, werde � schreibe— so lange dav«n, bis E.ner oder der 're mit Zuchlhaus bestraft werde, wie im benachbarten ''lchen Gebiet« Auch andere Reisende bestätigen die That- „,�rs Sklavenhandels. Die einzige Maßnahme, welche die th,™eilietung getroffen habe, sei— wie ihm versichert "'lht, daß die Sklavenhändler ausgewiesen seien, � Krause ausgewiesen worden sei. Solle Togo ein �br'� l für den Sklavenhandel bleibm, dann sei e« doch «A besses, die deutsche Fahne dort einzuz-ehen! »i Kommissar Geh. LegationSrath Dr. Krauel bezweifelt, L>t v.�ssteresse, welches von der linken Seite de« Hauses £ to.w'kl"fen entgegengebracht werde, ein wohlwollende« sei. � Ohn-' Kch pegen die Behauptungen Richter« bezüglich ltitjs'Wande in Togo. Solche Ansichten entständen lediglich «u.häussg beobachtete Und:kann tschaft der TageSpresse Kns�I�ialen Dingen. Bezüglich der verlangten Statistik auf das Septemberheft des»Deutschen Handel«- • Er wolle das Haus nicht mit der Vorlesung dleser ?'ss»,? Dinge aufhalten, um die Lücken in dem koiomalm £5 Abg. Richter auszufüllen.(Heiterkeit.) Die Briefe r�Ä�'s�ben Kraule in der»Kreu,-Zeitung" seien auch.m S°U>Sen Amte oufg-fallen und man habe infolge dessen D.'�?UiMissar im Tooo- Gebiete um einen Bericht ersucht. «ÄJV0* nicht"eingettoffen, würSe aber dem Hause � Enthalten. Er(Rednn) hält die Krause schen Angabm Tkmzenhandel für unglaubwürdig. Wenn Krause Zs«'n Gefahr gerathen sei, so liege die« daran, daß er usschln? der Häuptlinge nicht«widert habe. In Äpvia».»�zeichne man ein solch-« Benehmen al« �\K(Heiterkeit), in Afrika« sehr S Umklicher. Man habe mit Rücksicht darauf ejW""senden bedeutet,««röge seine Besuche fiSa»-(«ha! link«.) Kamerun und Toeo seien keme Annie z'. sondern Handel«, und Plantagen-Kolonieen; c« bei ihn?n nickt auf" ,&nTt" �o!�b�«ich7 e�Uen a tn auf die Produktion und Konsumtion d« Eing m, der Zeit würden diese Kolonieen schon pro- �! aus �an möge nur mit der Kritik etwa« wohlwollerd r Drkn,n, � Boden einer negativen Kiitik gedeihe der Baum S MU�-rhaup) nicht.(Beifall recht«.)�.„ i» t? �n�ls?�aeru,a'ün'(noil.) weist nach, daß der Handel in � had��«5°�nialgc bieten sich innerhalb 10 Wesh»"-«>-i t $%iet H dal,.'"»�"»ioniaigl vielen nw innergiuo iv Jahren ge« 4zebj,l.�-Shald solle da« nicht auch bei den deutschen i. Ii» 1.1'tn der Fall sein? Im einzelnen schildert der .'ta>,, vir«.vir'. OUU l»iu» v...o»«..v.. I«»------. wi» �dsutung de« Afcikahandel« für Hamburg und ''®tnt für unse-en überseeischen Handel überhaupt •' und Anhaltspunkte in den Kolonieen zu haben. Wenn man die Zahlen de« Welthandel« betrachte, so«gebe sich, wie klein wir darin noch sind, namentbch England gegen- über, dessen dom n-rende Stellung wesentlich seiner Kolonial- poliiik zu danken sei. Deshalb dürften auch wir hierin nicht zurückstehen. Afrika werde für un« noch von größt« Bedeu» lung werden; man dürfe daher keinen Fuß breit davon auf- geben.(B'avo! bei den Nationalliberalen.) Abg Nichte»(dfr.) hält an seinem Urlheil fest, daß unsne Kolonialpotitrk überhaupt eine Chimäre sei. Da. Kapital balte ihr gegenüber entschieden zurück. Au« der vom Abg Wör- mann gepriesenen Schüssel speisen nur einzelne Jnl«>ssknlen, wäh env Millionen dam beitrogen müssen, daß jenen d« Stutz de« Reiche« gewährt wird. Zur Hebung unsere« Welthandel« sei die Rückkehr zum Freihandel weitaus dienlich«, al«»da« bischen Ko'onialpolitil". Auf die vom Regierun gskowmissar ang«egte Frage de« Wohlwollen« od« Nichlwohlwollen« für diese Po'i'ik komme e« oMolut nicht an, sondern auf die Fraae:.Wa« ist Wahrheit?" Deshalb verlangten feine Freunde Ihatsächlicke Angaben. Wa« Dr. Krauel vorgebracht, seien nur kleine Momente, welche an sein« Beurtheilung nicht« ver- schlagen. Der Redner kommt alsdann auf die Beritte de« Dr. Henrici üb« da« Togogrbiet und die dagegen veröffent- lichte Brostüre de« praktischen Landwirth« K.üa« zurück. Die Angaben Krause« datirten au« dem Januar und April. So weit liege doch Togo nicht; der von der Regierung vttlangte „Bericht" müsse demnach sehr spät eingefordert worden sein. Eigenthümlich sei e«, daß man da« Vnweilen deutscher Forsch« in den Schutzgebieten abhängig mache von d« Beschänkung der Häuptlinge. Träfen Krause« Angaben zu, so sei die Bei- beHaltung Togo« al« Schutzgebiet nicht gerechtfertigt. Die Debatte wird geschlossen und nach persönlichen Be- merkungen d« Abgg. W ö r m a n n und Richter der Titel »Togo" bewilligt. Der Titel»Südafrikanische« Schutzgebiet" A 100 M. wird in Verbindung mit dem Einmaligen.Äuszabe« zukchuß zur Bestreitung r« Verwaltungsausgaben im südwestafrikanischen Gebiet 268 800 M.(166 800 M. mehr al« im vorigen Jahre) berathen. Referent Abg. Kkrktt«: Die Ansprüche Lewe'« find erst hervorgetreten, nachdem die nsten Goldfunde gemacht wor- den find. In Bezug auf den Abbau find die V«hälin>sse noch nicht hinlänglich aufgeklärt, gleichwohl bat e« die Kommission für gnechtfnligt gehalten, die dreh« bestandene Bergbehörde ein« Privatgefelllchaft in eine ReichSbebörde zu verwandeln. Von den Polizcitruppen sollen ewige 20 Mann dem Haupt- mann v. Fran?oiS zugetheil« werden, der, wie er leibst b«ichtet, in einer unangreifbaren Position sich jetzt b, findet. Er hat die Aufgabe, die deutsche Autorität nachdrücklich zu unter. stützen und die Kortrole über den Waffenhandel zu üben. Die geforderten M'ttel find nach dem Urlheil der Kommission nicht »u hoch gegr ffen. Die Engländn machen erheblich größere Aufwendungen. Staatssekretär Graf»»« Kivmarck: Ich möchte dem m den Motiven zum Etat bereit« Gesagten not Einige« hinzufügen, wenn auch der He« Referent das Meiste und Beste schon gesagt hat. In erster Linie muß ich bestätigen, wa« der Herr Referent üb« die Lage des Herrn Hauptmann« von Frangoi« mitgelheilt hat. Da ich ab« jedenfalls mit Recht annehmen darf, daß dem Reichstage daran lieot, näder orientirt zu werden, so will ich auf die V«hä'wisse im Hererolande noch einmal ausführlicher ein- geh n. He« Hauptmann von Frangoi« hat fein Stand. quartier von Uijimbwgue nach Zaobi« verlegt, weil« dort am Kreuzungspunkte zweier Wege die Einfuhr von Waffen und den Handel mit Branntwein einer schärferen Kontrole unterziehen konnte. Auch war in Utj'mbingue für ihn kerne passende Unterkunft, und er befindet sich jetzt in einer geficher- ten Position, wenn auch nach seinen Beziehungen zu den Serercs nicht anzunehmen ist. daß er in seinem alten Quartier chaden erlitten haben würde. Die lrtzten Nachrichten sind rom 13. September. Tieselben geben zur Beunruhigung keinen Anlaß. Allnding« märe es aber«wünscht, die Schutztruppe im Hinblick auf alle Eoer tualitäten bald vermehrt zu sehen— es heißt dekholb auch hier: dia äar, qui cito dat- damit unsere Landsleute fiegesfreudig« in die Zukunft schauen können. Zum Belege dafür, daß von ein« feindseligen Slim- mung unter den Emgctorenen Nicht« bekannt ist, beziehe ich mich auf zwei Briefe von dortigen Häuptlingen, der eine vom 3. Sevtbr., ist von einem gewissen Zacharias Zerana. D«Bri,f giebt dem Erstaunen de« Schreib» S über den plötzlichen Auf- bruch Frargois' au« Utjiwbingue Ausdruck, betont die kned- f«tigen G sinnungen d« H««oS und entschuldigt des Nach- laufen von 4 Kindern, welche mit Flinten bewaffnet waren und sich nicht richtig benommen hätten. Der zweite Brief, datirt von Ende August, ist von Maharero selbst. Auch er spricht seine Vnwunderung über den plötzlichen Abmarsch der deutschen Schutztrrwpen aus und erkundigt sich nach den Gründen de«- 'elben. Wenn ctwa Streitigkeiten mit den Engländern der Grund fiien, so möge man ihn, den Häuptling, au« dem Spiele lassen. Au« dusem Briefe wird man mit Recht ent- nehmen dürfen, daß eine momentane Gefahr nicht vorliegt. Aber um sicher»u gehen, wäre eine Verstärkung der Schutz- trvppe sehr erwünscht. 50 Mann«scheinen wahrlich nicht zu viel, um den Wasser Handel zu übernehmen, und ich hoffe, Sie werden die Bewilligung nicht versagen, e« sei denn, daß Sie in jenen Schutzgebieten mit unseren deutlchen Interessen tabula raka machen wollen. Die Reibungen, we'che dort zwischen den Deutschen und den Hernes bestanden hatten und von dem Sie durch die Presse untenichtet find, sind auf' den Kapländer Lewe« zurück zu sühren, welch« die Annexion de« deutschen Schutzgebiet« durch die Kap- kolorü- herbeiführen wcllte und durch Einfuhr �>on Waffen und Spirituosen dafür unt« den Eingeborenen Stimmung zu machen suchte. Es ist ihm gelungen, den Glauben zu erwecken, als stände bie Kop Regierung hmt« ihm; ab« die englische Regierung, welche sich Her wie in andnen Fällen höchst loyal gezeigt hat, hat di-se Machenschaften beseitigen Helsen. Durch eine gemischte englisch-deutsch- Kommission wurden die An- spräche geprüft, und damals erbob Lewes auch nur auf zwei Minen Aiifp-.uch. Nach dem 1887« Abschluß nun wurden die erstin Goldfunde gewacht, d>Shatb wohl mag denn Lewe« seine Ansprüche weiter ausgedehnt haben. Thatsache ist e«, daß das System der Aufhetzung von Seiten der kapländischen Aden- teurer seit dies« Z-it mit besond«em Nachdruck aufiecht er- halten wurde. Man verstand e«, Maharero glauben, zu machen, der Kommissar Göhcina sei nur Abgesandter einer Privatgesellschaft, und Maharero nahm sogar htn kopländrfchen Abenteurer Lewes zum Mitregenten an. Dieser jedoch trat bald so eigenmächtig auf, haß« den Unw'lleu and«« doriiger Häuptlinge «reute, welche ebenfalls nitt ohne Einfluß find. Zu diesen aebört u. a. der Häuptling Manasse.(Heile! keit.) Manasse ist seinen Gesinnungen nach Chnft und hat die Taufe nur de«. halb bi«»u seinem Todtendett aufgeschoben, weil« sich nicht von seinen vielen Frauen trennen will.(Heiterkeit.) Kommissar Göh'ing war allein, und so mußte er seiner Zeit da« Grbiet vertassen, wa« wohl nicht röthig gewesen märe, wenn ihm die genügende Schutztruvpe zur Seite gestanden hätte. Uebrigen« möchte ick dabei erwähnen, daß die kapländischen Abenteurer den Murh zu ihrem Borge hm wohl auch au« der Lektüre deutscher Zeitungen geschöpft haben mögen, welche nach dem Koplande gelangten und die feindseligsten Artikel gegen uns«e Kotonialpolitik enthielten, wie sie au« denselben auch die ab' fälligen Urtheile kennen leinten, welche hier im Reichstage üb« Kolonialfragen gefällt zu werden pflegen. Die Abnrteur« mußten wohl glauben, diese Zeitungen hätten einen zroßcn Einfluß bei uns. und die deutsche Regierung würde froh sein, leichten Kauf« au« jenen Gebieten wieder fortzu- kommen. Zur Zeit wird übrigen« auch üb« den Verkauf dortrg« Ländereien unterbandelt. E« hoben sich um dieselben verschiedene englische Gesellschaften beworben; hie Unterhand- lungen find noch nicht zum Abschluß gekommen, auch glauben wir nicht im Sinne de« Rnchsta�S zn handeln, wenn wir dortige Grbiete an Fremde abtreten.(Zustimmung recht«.) Neuerdings ist uns nun auch von deutscher Seite ein Angebot gemacht worden, wonach eine Gesellschaft sich bilden will zur Uebnnabme einrs Komplexe« für Ländereien. Es ist die« Sache der dortigen Interessenten, und wir wttden un« mit denselben in Verbindung setzen. Jedenfalls ist hinaus der Schluß zu ziehen, daß dre Sache doch nicht so ganz werthlc« ist. Auch haß die kapländischen Abenteur« sich nicht zurück« ziehen, ist bezeichnend. Wird, wie ich hoffe, unsere Schutztruppe vermehrt, dann könnte es zu Ausweisungen kommen, dte dort unter Umständen auch mit körperlichen Beschädigungen v«- Kunden sein könnten— trotzdem ziehen sich die kap- ländischm Abenteurer nicht zurück. Einige Notizen über die jetzt den Engländern reiche Einnahme bietende Kapkolonie dürften hier vielleicht am Platze sein. Bi« zum Jahre �1648 lag das Kavland völlig wüst, dann nahmen es die Holländ» in Besitz, doch führte die Kolonie lange Zeit nur ein sehr kümmerliche« Dasein. Noch im Jahre 1663 wurde in einem Briefe die jetzige Kapstadt für den schanderhaftesten Flcck der Erde erklärt. Bi« zum Jahre 1712 blieb die Kolonie nur eine Last für Holland. In diesem Jahre bestanden in Kapstadt 250 Privathäuser, die Einnahmen der Kolonie betrugen 160 OOO M., die Ausgaben 230 000 M. Im Jahre 1806 wurde die Kolonie von den Engländern in Besitz genommen. Da zogen die dortigen Bauern nach dem bi« dahin wüsten Baal- lanhe. AI« diese« 1836 zur Kapkolonie kam, gründeten die Bauern— die Borr«— die Transvaal-Republik, von welchem Lande noch 1852 d« englische Gouverneur in der Kapstadt sagte e« sei»absolut Nicht« werlh." NichiSdestoweniger haben jetzt w diesem vor verhältnißmäßig kürzerer Zeit für werthlos angese« henen Gebiete viele Leute ihr gute« Fortkommen.— Ich glaube, die vorerwähnten Daten find von einigem Jnt«esse, da eS sich um Nachbargebiete uns«es südwest-afiikani'chm Lan- de« handelt. Erne B-ssnung in den holländischen beza», englischen Kolonien ist also«st nach jahrelangen Bemühungen eingetreten. So werden sich uns«e südwestafrrkavischen Schutz- gebtete mit d« Zeit zur Pferde- und Rindvichzucht geeignet erweisen, auch d« Weinbau dürste ähnlich wie im Kaplande vroeptticen. Es handelt sich zunächst um Beschaffung von Wasser. Im Anlegen von Dämmen wie Zisternen find die Transvaal- Leute gesch'ckt, so daß wir mit ihrer Hrlie wohl zum Ziele kommen werden, ebenso dmfte sich tn den Kupser- B ergwerken Wass« finden. Interesse an dem Lande haben verschiedene Gesellschaften, so die Kolonial- Gesellschaft für Südwestafrika, welche dort ausgedehnte B«gwnke befitzt, dann die Deutsch- Westafrikanische Kompagnie, welche vielfache Sandelsbeziehungen unterhält, dann die Deutsch- Afrikantsche Minen- Gesellschaft und endlich das Rehobother Konsor- tium. Auch haben einzelne deutsche Staatsangehörige in Südost-Astika mannigfache Interessen. Endlich aber ist e« doch wohl auch unsere Pflicht, die dortigen deutschen MisfionSaesell- schaffen, die mit vierer Mühe dort Erfolge errungen haben, zu schützen. Die Engländ« unterhalten unter ganz gleichen Be'- hälimssen, wie wir, eine Schutztrupve in British-Betshua' a- Land. Dieselbe steht unter vier Olfizieren unv e« werd n 90 000 Pfd. Sterl. dafür auSgegebcn.(Hört! hört! rechts.) Die Farmen werdrn dort auf drei Jahre verpachtet und die Farm« verpflichten sich, statt de« Pachtzinses Kriegsdienste zu leisten. Nach Ablauf der drei Jahre werden sie Eiger thümer der Farmen— ein Sysbm, welche« sich möglicherweise auch für unsere Gebiete eignen würde. U>ber den Export und Import lassen sich schwer feste Zahlen angeben, da ern groß« Thetl, namentlich die exportirten Straußenfedern, über Kap- stadt geht. Für unsere Bergbehörde zahlen wir staat- jich«seits weniger, als seinerzeit die Privat' Gesellschaft dafür bezahlt hat. Die vermehrte Polizeitruppe toll dazu dienen, die fortwährcnbcn Streitigkeff-n zwischen den Eingeborenen zu schlichten, Ruhe und Ordrung auf- recht zu erhalten und den Waffen- und Branrtweinhandel an der Küste zu übe-wachen, wobei wir mit den englischen Behörden Hanv in Hand gehen. Für alle diese Zweck« ist die geforderte Vermehrung durchaus nothwendig.(Beifall rechts.) Z Abg. Kambrrger(dfr.): Tie Debatte rimmt heute einen friedlicheren Verlauf, als gestern, und das ist erfreulich. Fanatismus und Schwärmerei find auf diesem Gebiete am wenigsten angebracht, und man möge sich hüten, in wirlhschast- lichen Fragen Bannstcahle auf Andersdenkend- zu schlcudern, wie e« gestern Herr Graf von Mirbach getban hat. H«r von Kardorff und Herr von Bennigsen haben ja auch zugegeben, daß man kein Vaterlandsveiräther zu le-n braucht, wenn man nicht an Angra Pequena glaubt. Wenn man Privatunternehmungen nicht in die Debatte gezogen haben will, so möge man auch nicht die Flotte, die Kanonen und die Gelder de« Reiche« für diese Prioatuntnneb,mungen in Anspruch nehmen. Der Herr Reichskanzler hat mir einmal vorgeworfen, daß ich durch meine abfällige Kritrk von Angra- P-quena den Verkauf der Bergwerke an eine englische Kam- pagnie vereitelt hätte, � jetzt haben wir gehört, daß e« im nationalen Interesse wünschenewerth ist, wenn der Verkauf unterbleibt; ick habe damals also ein patriotisches Werk ge- than. Unsere Kolonialpolffik ist mit einem Programm inaugu- rirt worden, wonach die Privatgesellschasten für ihren Schatz in polizeilicher Beziehung selbst sorgen sollten. Von diesem Grundsatz ist man letzt abgegangen und auf d« eingeschlagenen Bahn rmmer weiter gedrängt worden, alle mögl.chm noch so abenteuerlrchm Unternehmungen soll da« Reich schützen. H-enn können wir der Politik de« Reichs- kanzler« nicht Jolgen, wir werden also das Ordinarium de- willigen, dre Forderung im Extraordinarium ab« ablehnen. Wre ist denn die ganze Südafrikanische Gesellschaft eigentlich zu Stande aekommen? Hnr Lüd«itz hatte durch persönliche LtebenSwuidigkert das Herz de« ReichSkanzl«« giwonnen, und das nach ihm benannte Land wurde unter die Reichsflagge gestellt. Bald zeigten sich pekuniäre Schwierigkeiten, au« denen Herr Luderitz durch einige Bankiers auf höheres Ersuchen be- freit wurde. Die Bankiers bildelen die erste Gesellschaft, die aber keineswegs prosperirte. Man hat den Küstenstrich von Angra Pcquena jetzt aufgegeben und die Hoffnung auf den Bergbau m Szene gesetzt. Aber man darf Kalifornien mit seinem Autdlühen nicht zum Vergleiche heranziehen, denn nach Er- schöpfung der Goldfelder war dort Raum für Niederlassungen, der im Hererolande mit Rückficht auf das Klima nicht vorhanden rst. Was nun die Schutztrvppe anbetrifft, so müssen wir uns im Hinblick auf Ostalrika dieser Forderung widersetzen. Da hieß es auch, es koste blos 2 Millionen; aber nach und nach wird immer mehr gefordert werden und der Nutzen dieser Bewilligungen wird fich in absehbarer Zeit nicht feststellen lassen. Gegenüber der Anspannung aller un» serer Sieuerkräfte müssen wir zwischen nothmendiaen Aus- gaben und Luxus unterscheiden, und Luxus ist unsere ganze Kolonialoolitik und im Volke lacht man darüber.(Widerspruch und Gelächter.) Wir sind bei der Lage unseres Etats nicht im Smnde, diesen Luxus mitzrmachen. Staatssekretär Graf von Bismarck: Es find in der That der deutschen Gesellschaft für Südwestafrika erheb« liche Anerbietungen für Abtretung ihrer Rechte gemacht worden. Gerade, daß trotz der HcraM.tzung der dortigen deutschen Interessen seitens des Herrn Vorredners und seiner Partei fich Häuser in England gefunden haben, welche die Kaufunterhand- langen fortgeführt haben, beweist, daß man in England anderer Ansicht über den Werth jener Besitzungen ist, als auf der linken Seite des Deutschen Reichstages. Ich könnte Ihnen noch andere Gründe anführen, welche daiür sprechen, die Dinge dort nicht in solcher Weise zu behandeln, wenn es nicht im Reichsinteresse läge, darüber zu schweigen. Gründe, welche den Herrn RerchZkanzler in der vorigen Session mit Recht veranlaßten, sein Bedauern darüber auSzu- sprechen, daß von jener Seite des Hause« in so starker Weife gegen unsere Interessen Front gemacht wird. Ein Vertagungsantrag wird angenommen. Persönlich bemerkt Abg. Kamberger: Meme heutigen Bedenken richteten fich dagegen, baß der Reichskanzler im vorigen Jahre behauptet hat, ich würde durch meine Reden im Reichstage diejenigen Kaufleute, die Lust hätten, die Bergwerke»u kaufen, abschrecken, und das würde fich in Zukunft herausstellen. Wenn nun der Herr Staatssekretär behauptet, daß der Umstand, daß ein früheres hohes Angebot zurückgezogen und später ein andere« gemacht fei, auf meine Reden hier zurückzuführen sei, so meine ich, daß eine solche Behauptung einen Beweis nöthig hätte, selbst wenn sie von so hochgcstellier Seite aufgestellt ist. Schluß 5 Uhr. Nächste Sitzung Donnerstag 1 Uhr. (Etat des Auswärtigen Amts.) Mrmmnrnales. Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverord- «eten-Nerfammtung am Donnerstag, den28. No- vember d. I., Nachmittags 5 Uhr. Vorlagen, betr. die Theilung des Bezirks der 38., der 1S8. und der 208. Armen-Kommission— Vorlage, betr. die anderweitige Fest- stellung der Grenze an der Rosenau zwischen der Richard Wagner-Straße und dem Gondelhafen— desgl., betr. die Erwerbung der zur Fieilegung der Straßen innerhalb des Terrains zwischen Waffergasse, Insel-, Wall- und Spreeufer- Srraß« erforderlichen Flächen— desgl., betr. die erfolgte Genehmigung der Wahl des Stadtverordneten Mrchelet zum ersten Stellvertreter für die Abgeordneten der Stadt Berlin zum Kommunal-Landtage der Kurmark— desgl., betr. da« Lagerbuch über das Vermögen der Stadtaemeinde— desgl., betr. die Erwerbung de« von dem Grundstücke Schön- hauser Allee 176 zur Straßenregutirung erforderlichen Terrains — beSjjl. bitr. die von der Stadt- Hauplkasse im Vierteljahr Juli-September d. I. geleisteten Vorschüsse— desgl., betr. den Verkauf der städtischen Bauparzelle Dieffenbachstraße 12.— Vorlagen, betr. die Skizzen zum Neubau einer Gemeinde- Doppelschuie aus dem städtischen Grundstücke zwischen Böckh- und Dieffrnbachstraße, sowie einer Gemein de-Doppelschule und einer Bürgerschule auf dem ehemaligen städtischen Friedhofe an der Friedenstraße.— Vorlage, betr. die Durchlegung der Zlmmerstraße durch den Gartm de« königlichen Kriegsministe- riumS— Beantwortung der Anfrage von Milglredern der Versammlung, betr. die Anlage von Stallungen an der Georgen- straße— Fünf Rechnungen.— Außerdem findet am Beginn dieser Sitzung die Ernsührung des Stadtverordneten Ziethen statt. Lokales. De» diesjährige Weihnachtsmarkt beginnt am M!tt- woch, oen 11. uno dauert bis zum Frertag, den 27. Dezember einschli'ßl'ch mit der Maßgabe, daß am 28. Dezember d. I. früh 8 Uhr sämmtliche Buden und Verkaufsvorrichiungen von den b'treffenden Straßen und Plätzen fortgeschafft sem müssen. Um der UeberfLUang der Magenadtheiinnge« in den Stadt- uno Rmgzügen wirksam entgegen zu treten, hat das Königliche Eisenvahnbetriebsamt nachstehende Bekannt« machung aus den S-ationen der Stadt- und Ringbahn»um Aushang bringen lassen:„DaS Einsteigen in bereits 10 Per- fönen besetzte Abtheilungen der Sradtbahnwaqen ist verboten. Zuwiderhandlungen werden auf Grund der§§ 53 und 62 des Bohnpolizeireglements für die Eisenbahnen Deutschland« be- straft." Zum Kau Krach. Am verflossenen Sonnabend sollen nicht weniger wre 150 Rohbauten wegen nicht erhaltener weiterer Baugelder zum Stillstand gebracht worden sein.(!?) Zu Ketreff der Durchlegung der Zimmerkratze durch den Garten des Kriegsmrnrsteriums gehen die Anträge de« Magistrats für die Stadtverordneten-Verfammlung dahin, 1) daß die zur Durchlegung erforderliche Fläche des Gartens des Krieosministeriums freihändig erworben werde; 2) daß die als Kaufpreis zu gewährende Entschädigung einschließlich des etwaigen MinderwertheS der Restflächen durch das Gutachten zweier Sachverständigen, von denen das Krieg« mim st erium und die Stadtgemeinde je einen ernennen, event. unter Zuziehung «ine» von Venfelben zu wählenden Obmannes festgestellt werde; 3) daß der Militärverwaltung für die Herstellung und Unter- Haltung von Abschiußmauern zu beiden Seiten der Verlänge- rung der Zrmmerstcaße eine Pauschal- Entschädigung von 65 000 M. gezahlt werde; 4) baß städtischerseits zur Ver- bindung der durch die Straßenanlage getrennten Gartentheile mit der durchgelegten Straße je eine nach den Thorwegen bezw. Fußgängerpforten in der Mauer hinaufführende Rampe hergestellt werde; 5) doß die bei Herstellung der Straße und Ausführung der baulichen Anlagen beschädigten Therle des Gartens wieder in eine- ordentlichen Zustand versetzt und�daß etwa beschädigte Baume rc. nach rhrem Geldwerlhe entschädigt werden. 6) daß die unter 3 vorgesehene Pauschalentschadigung von 65 000 M., sowie die für die unter 4 und 5 gedachten Leistungen aufzuwendenden Kosten bei Berechnung derjenigen Beiträge außer Betracht bleiben, welch« im Falle der Errichtung von mtlitä.fiskalri'chen Gebäuden nach Maßgabe de« OrlSstatutS seitens des Militä'fiskuS zu e>statten find. Ueber dir Lage der Fachvereine macht die»Deutsche Wageudauerzeit-ng" einige Aussuhrungen, weiche eines weiteren Interesses nicht entbehren. Die Geschichte der deutschen Fach- vereme ist nach dem Urtheile des genannten Fachdlattes fest tzcm Jahre 1878 ein fortlaufendes Märlyrerthum. Wie Herr v. Putlkiimer hinter jeden Streik, so scheine die deutsche Polizei hinter oder in jedem Fachvereine die»Hydra der Revolution" zu erblicken. Die deutschen Fachvereine wurden zu polizeilichen Vivisektionsobjekten, an denen jede Behörde nach Herzenslust herumexperimentirte und herumexperimentirt. Am schlimmsten erging es. den sächsischen Fachoereinen. Die sächsischen, und namentlich die Leipziger Polizeibehörden begnügten fich nicht da- mit, die ih ren gefährlich dünkenden Fachvereine aufzulösen, sie er- laubten auch keine nachherige Organisation der betitffenden Fach- genossen, indem sie jede derartige Organisation für eine Fortsetzung de« aufgelösten Fachvereins erklärten. Die Arbeiter mochten thun, was sie wollten, sie mochten den größten Scharfsinn aufwenden, um fich mit den bestehenden Gesetzen und der herrschenden Rechtsauslegung in Einklang zu setzen— eS half ihnen alles nicht: der neue Verein war eine Forlsetzung und verfiel ohne Gnade der Auflösung. So ist für einen großen Theil der Deutschen, namentlich der sächsilchen Arbeiter, das Vereins- und Koalitionsrecht thaisächlich aufgehoben und find Zustände herbei- geführt worden, die selbst von hervorragenden Polizeibeamte,, für unhaltbar erklärt werden. Der dem Berliner Polizeipiäfi- dium angebörige Herr Dr. Zacher, Verfasser einer viel- genannten Schrift über die Sozialdemokratie, veröffentlicht im »Deutschen Wochenblatt" Aufsätze zum Sozialistengesetze, m deren erstem er entschieden gegen die bisherige Stellung der Behörden zu den Aibeiterberufsvereinen in die Schranken tritt und eine reichsgesetzliche Regelung dieser Frage fordeit. Die Landesgesetze, insbesondere das preußische und das sächsische VereinSgesrtz, verbieten Gesammtvereinen oder VereinSwehr- heiten die Beschäftigung mit politischen Angelegenheiten. Nach den herrschenden Anschauungen aber gehört zu den politischen oder öffentlichen Angelegenheiten alles, was auf das Verhältniß des Staates zu seinen»llnierthanen" und zu anderen Staaten oder auf seine Verwaltung, Verfassung oder Gesetzgebung Bezug hat, folglich auch die Sozialpolitik. Die gewerkschaftliche Be- wegung könne, so meint Dr. Zacher, eine gewisse politische Bei- Mischung um so weniger umgehen, als verschiedene Fragen, wie die des weiteren Arberterschutzes, eine andeie als gesetzgeberische Lösung kaum zulassen. Herr Dr. Zacher fährt fort:»Daher die zunehmenden Kollisionen mit den VereinSgesctzen! Dazu kommt noch, daß die Auslegung der Vereinsgesetze bei dem dehnbaren�Begriff der»politischen Angelegenheiten" in den verschiedenen Staaten und selbst bei den Behörden desselben Staates eme überaus verschiedene ist, sodaß in dieser Beziehung ein Zustand der RechtSunficherheit herrscht, der seines Gleichen sucht. Gehört doch z. B. nach dem sächsischen Gesetze schon die Regelung der Lohnfrage mnerhalb eine« Gewerbszweiges zu den vereinsgesetzlich verbotenen Bestrebungen, da diese« Gesetz zwischen öffentlichen und polilsschen Angelegenheiten nicht unterscheidet. Auch vermag es der einfache Sinn der Arbeiter nicht zu begreifen, weshalb das, was in Preußen er- laubt ist, eine halbe Stunde weiter, auf ebenfalls deutschem Boden, ein strafbares Vergehen ist und weshalb den Fach- vereinen zum Beispiel eme Diskussion über die Invaliden- Versorgung bald erlaubt, bald verboten ist, je nachdem ek fich um einen bloßen Statuten-Entwurf oder um einen Gesetzentwurf handelt. Hiernach liegen den vereinSgefetzüchen Beurtheilungen keineswegs immer absichtliche Rechtsverletzungen zu Grunde und es ist jedenfalls in fich widerspruchsvoller Zustand, wenn die Arbeiter einerseits gegenüber den sozial« demokratischen Umsturzbestcebungen mit ihren Forderungen auf den Weg der Gesetzgebung verwiesen werden, andererseits bei Befolgung dieses Gebotes die Schließung ihrer Vereine und noch peisönliche Beftrafunge« zu erwarten haben. Dieses Gefühl der RechtSunficherheit innerhalb der Arbeiterschaft ver- wandell fich aber in das der Rechtsungleichheit, wenn die vereinsgesetzlichen Beschränkungen ausschließlich gegen die Fach vereine zur Anwendung kommen, während die schon notorisch poliiischen Bestrebungen der Innungen und selbst der fortschrittlichen Gewerkoereine unbeanstandet bleiben. Will man der Soz-aldemokiatie nicht geradezu in die Hände arbeiten, so sollte die vereinsgesetzliche Maß« regelung auf Fachvereine mit nachweisbar staatsfeind- lieben Tendenzen beschränkt, allen übrigen aber die« selbe BewegungSfteiheit wie die Innungen und Gewerkvereinen belassen werden. Gerade die einseilige Anwendung her vereinS- gesetzlichen Beschränkungen auf die Fachvereine als solche hat mit dazujbeigetragen, dieselbe in ausgesprochene Streikvereine(?) umzuwandeln und ber Streikbewegung eine bisher unbekannte Ausdehnung zu geben." So Herr Zacher. Eme nähere Er- Lrterung seiner ÄuSeinandersetzangen hält das Fachblatt für überflüssig, macht aber darauf aufmerksam, daß der Begnff »staatsfeindliche Tendenz" ein außerotdentlich elastischer ist und daß ein nervöser Polizeibeamter— und wir leben ja im »Zeitalter der Nervosität"— in jeder Beraihung von Ardeitern über ihre Klasseninteressen»staatsfeindliche Tendenzen" entdecken kann und fährt dann fort:»Es gilt mit dem System der polizeiliiben Bevormundung zu brechen..." Unter der Bezeichnung Carkon-Natron-Nefe» sind in den letzten Jahren Hcizeinnchlungen an den Markt gebracht und mit dem Hinweis darauf empfohlen warben, baß diesetben ohne Erzeugung von Rauch und Geruch WLime liefern und daher für Räume ohne Schornsteinanlaae zu verwendm seien. Sofern eS fich um Wohnräume handele, würden die Oefen mit einer überall leicht anzubringenden Abzugsvorrichtung be- Hufs Abführung etwa sich entwickelnder schädlicher Gase zu ver- sehen sein. Während des verflossenen Winters sind dessen- ungeachtet in hiesiger Stadt ein, in Wiesbaden»wei Fälle von Kohlenoxydvergiftung infolge Aufstellung jener Carbon-Na-ron- Oefen herbeigeführt worden; durch einschlägige Prüfungen im hrefigen hygienischen Institut ist festgestellt worden, daß diese Art Ofen al« eine äußerst gesährlrche, unter Umständen todt« bringende Heizvorrichiung zu bezeichnen ist. Indem das Polizeipräfioium diese Thalsachen»ur öffentlichen Kenntniß bringt, warnt eS hierdurch vor der Verwendung der Karbon- Natron-Oesen zur Bcheizuna von geschlossenen Räumen, welche zum dauernden Aufenthalt für Menschen dienen, insbesondere von Schlafzimmern. Da» Schicksal de« vor mehreren Monaten spurlos ver« schwundenen Bankiers I h r ck e ist noch immer in Dunkel ge- hüllt. Der Verschollene hatte bei seinem Verschwinden aus Berlin eine durch unglückliche Spekulalionen hervorgerufene beträchtliche Schuldenlast hinterlassen, wobei für die Gläubiger kaum 16 pCt. herausgekommen find. Irgend einer der mit ihm in Veitzfndung gestandenen»kleinen Leute" ,st durch ihn nicht geschädigt worden, vielmehr find die Depot« in voller Ordnung vorgefunden. Was aus Jhrcke gewoid-n, ist noch unaufgeklärt, doch ist die Vermuthung, daß demselben em Un- glück zugestoßen, ganz zurückgedrängt worden, und es liegt die Wahrscheinlichkeit nicht fern, daß er leinen Aufenthalt in Amerika genommen, wo in erner größeren Stadt ein Verwandler von zm ein Bankaelchäft betreibt. Da» U erfahre« gege« de« Nechl»a«Walt» GlS»ick« tfi, wre wir hören, nunmehr ganz erngestellt worden. Herr G. war, wie erinnerlich sein wird, s. Z. aus Berlin versck wunden und em hiesiger»Geldmann" halte die Einleitung eines Straf- Verfahrens gegen denselben veranlaßt. Vor einiger Zeit hatte sich Rechtsanwalt G. fteiw llig gestellt und war auf kurze Zeit in Untersuchungshaft genommen, dann aber wieder entlassen worden. Jetzt bat die Angelegenheit mit der Einstellung de« Vnfoyrens lyr Enoe errnwf. Im Intrrrsse de» Milch Konlnmirenden Dndlik««» macht das Pvlizeipiaft.mtm dekanni. daß bei den M.lchhändlern: Franz Dzimbowtki, Svtaue, ftr. 20; August Erler, Fü'ften- bergerstraße 4; Wrlhrlm Kuhn, Münchedergerstr. 4; Ernst Laubinger, Müllerstr. 7; W'Ihelmrne Löwe, geb. Radiger, Perlebergerstr. 24; Rudolf Maas, Laufitzerstr. 3g; Johann Popanda, Pappel-Allee 24; Wilhelm Rosenzweig. Wiener- straße 31; Franz Uipschat, Bernauerstr. 44; Heinrich Wallraf, Gerichitstr. 16; Maxie Werner, geb. Schulz, ZionSkirchst� wiederhast Milch entnommen worden ist, welche nicht der J* 1 der Polizei Verordnung vom 6. Jlüi Genannten find deshalb mehrfach depo stimmung in§ entsprach. Die worden. Ei« Liedespiirche» an« Kerll« versuchte ft« einigen Tagen in Potsdam in dem Hotel zum Fürsten B!M durch Aufschneiden der Pulsadern den Tod zu geben. � Pärchen hat!« fich dort einlozirt und bereit« zwei Tage a« das Beste gelebt, ohne an Bezahlung zu denken. Als sodcri der Hotelbesitzer die Rechnung piäsentirte stellte fich die lungSunsähigkert deS Pärchens heraus. Während der Zeit, � welcher nunmehr ber Hotelbesitzer zur Poll»« schickte, oeifuO'i: die Beiden fich durch Aufschneiden der Pulsadern»u todl� wurden md-ssen noch rechtzeitig festgenommen, um sofort o«' bunden werden zu können. Der Bräutigam entpuppte sich � ein einundzwanzigjähnger Glasmaler aus Berlin, das MadM da« fich in gesegneten Umständen befindet, ist achlzehn 3°»' a-t. Beide wurden in das UntersuchungSgesängmß zu dam eingeliefert. Die„Findigkeit" der Dost erfährt wieder einmal � «igenorlige Beleuchtung duich folgenden von der»Berl. W wttgetheilten Fall: Causseestr. 114 in Britz wohnt ein G. Günther seit dem 1. Januar dieses JabreS. Bliest auch Geldsendungen find bisber stets pünblich unter dtf? Adresse an rhu gelangt. Im Laufe dieses Monats find vier Briefejin den Herrn als unbestellbar zurückgegangei'. der Briefträaer den Adressaten plötzlich nickt mrhr zu WJ vermochte. Das Beste ist aber, daß das Ortsamt die»nt mit dem Vermerk versah:»In Britz bei Berlin nicht gemeld»' obwohl Herr Günther, seitdem er in Britz wohnt, auch polizeilich gemeldet ist. Als fich der Herr beim OrtSvoiW über diese zwerfelloS recht oberflächliche Art amtlicher Ausku»� ertheilung mit vollem Recht beschwerte, hat er fick noch heiten sagen lassen müssen. Entschuldigungen wären nach 11 screr Meinung besser am Platze gnvelen. Ans dem Bahnhof Friedrichshag«« haben fich£ gestern leider zwei sehr fqwere Unglücksfälle ereignet./? Lokomotivbeizer Mollendorf wurde, auf dem Geleise von dem Vorortzug 732 überfahren und verstarb nach'A Zeit. An oemsetden Abend vcrlreß ein Maurer den auS B» lau kommenden Zug, noch ehe derselbe völlig zum Siehst bracht war. Er geneth unter die Röder und wurde aus' Stelle getödtet. Bei der Reparatur de» Fahrstnhl« im JnlW gebäude verunglückte gestern VoiM'itag oer Morteur 6'% dadurch, daß er beim Aufzug des Stuhles denselben nicht l? machte; der urbefestigt' Fahrstuhl stürzte mit voller GesaH die Tiefe, wobei der Monteur leider derartig verletzt daß er sich«inen Bruch des Rückgrats zuzog und auf»"E, nung de« hinzugerufeneu Arzte« Dr. Lazarus nach dem Kram" Haufe geschafft wurde. u, Ei« kalte« Kad nahm gestern Rachmitwg in der CJJ, fpree ein aus einem Waschbrett beschästi. ter Färber der mann'schen Färberei. Deiseibe russchte beim Spülen au§ � fiel ins Wasser. Durch einen herbei eilenden Kahn bald wieder aus dem nassen Elemente befreit. Abgefaßt. Vor einigen Tagen berichteten hiefize�'�, von emem Ei»bruch, we'chcn Drebe in einem in de, burgerstraß« belegenen Bürstcngeschäst dadurch verübt hl» daß sie das Schaufenster zertrümmert und die darin Jj% leg'en Gegenstände raudien. Der Diebstahl war zwischen 10—11 Uhr verübt norden und dieThäter waertLtf her unemSecke geblieben. Jetzt nun find dieselben worden und zwar anläßlich erneS Diebstahls, welchen lsi-p, einem anderen Gebiete unternommen halten. Bei ciievrA ierialiken in der nämlichen Strcße kautte ein junger ein halbes Pfund Zucker, während fein Begleeier im� harmlos Umschau zu halten schien. So harmlos war dieHjV schau aber doch nicht, dmn ur mittelbar nach dem For'sfLi, beitren Leute vemeikte der Matenalist, daß drei Kon!�. buchsen verschwunden waren. Er eiste auf die Straße»"Af merkte in einiger Entfernung noch die beiden Personen, � er heimlich folgte, bis er sie in einem Kellettestaurai» � schwinden sab. Nunmehr requirüte er einen Schutzmann, dessen Hilfe die Beiden, da man die Korserven in ihrer lasche fand, verhaftet wurden. Aul das Revier pebratW� man ihnen dort den Diebstahl in dem Bürstengeschäft pul � Kopf zu und in ihrer Verwirrung räumten sie auch ei»- Schaufenster»rbrocken und geplündert zu haben. Ein rachsnchtiger Brandstifter hat in der vorgrF� Nacht in unserem Nachbarort Weißensee durch Anlcgurfl Brande« zu schädigen gesucht. Paffanten der König«�»� gewahrten um Mitternacht dicht vor dem Laden de« machrrs Menzel aus dem Keller hervordringenden d' lg, Suilenftabt blrfidl unb Nru-Külln 48,©tralnuet«ierlel, Sft.....» (U) 87, Molrnthaler Soi (Xb.) 28, Cionlenbutatr Botftabt Öd (in.) 89, ssebbinfl am.) iii Dir .«*44UIIU 6£,0, VULU1CI aljtmuU 38,5,»anjid lg.z,»rtSben 18 1 .Im -------------....-------- und Th>u� Ladens«ine große Menge Papier und Lumpen gesteckt i welche in Brand gesetzt, dazu dienen sollten, die Flammn'� dem Lokal hineinzutragen, um die daselbst befindlichen 1 vorrälhe zu vernichten. Das Feuer selbst wurde von den i j* I alarmirten Hausbevqbnern mit leichter Mühe gelöscht-�»> Recherchen nach dem Brandstifter wurden sofort aulg«"'' f und dürften, da Verdacht vorliegt, baldigst von Erso>S krönt sein. Palheibericht. Am 26. d. M. Vormittags wurd � Monteur Stiller rm Seitenflügel de« Hauses KoMMlwsi,.�- straße 77- 79, als er, auf dem Kasten des Fahrstuhl« die Leitschicnen schmieren wollte, durch den emporsteig Fahrstuhl, welchen er zu befestigen versäumt halte, obersten Eisenschienen grqueischt und dadurch ans® o tf* innerlich schwer versitzt, so daß er nach dem Krankend� Zv» FriednckSbain aedrachl werden mußte.— Zu derseW fand auf dem Potsdamer Außenbahnhofe zw schcnRoUru � eine Schlägerei statt, wobei ein Kutscher mittelst eine« st, stiel« einen Schlag über den Kopf erhielr, infolge aus einer schweren Wunde blutend, ohnmächtig zusani»� Er wurde nach dem Elisabeth-Krankenhause gebracht- B-rorgnng der K»l>Sll>»ru»>g l>»rKta8t Berlt». S. bii g Nov mber l88g scmbrn 394 Sheschllkhungkn siutt. j9„ boren würben 842 Kinder, barunler 100 auieredeltiti, lobigeboren irt Jifl 9 Uliereheltchen Die Lebenboeborenen finb 28,9, blt TobKieboren»�0. Mille ber Benbltcrung, ble augercbellch geborenen llnb bei den Beb« � Up. bei ben Toblgcborenen 23,0 pSt, Die Zahl ber gemelbclen irug 522, ble stlb auf ble WocheiiMne wie solat nerihellen: j, Monlag 78, Dlmstaa 77, Mittwoch 78, Donnerstag 80, sstall j, «btnb 67. Von ben Gestorbenen erlagen an Maiern 2, Zuv", gl «ose t, viphlberte 20.«raune 1. Keuchhusten 5.«tnbbeNsted« Knschla« epldein.«enlckilaire�O, Rudr 0,� Sopblli» 2.«lterSlchwelch-�?.����' von da � 2?�. bo � hervo k. butch Verbrennung unb Beibrllhnng 1, Schuzwunbe2, OperailonO, Utbersabren l, Sturz aber Schlag 8, hlerunter stnb 10 Tobedsölle bu �(, herbelgesührl Dein Aller nach slnb blt Seftorbenen unter l Zabte al zasn j» ber Geiamnusterblichkelt), I-ö Jab.e 70, 5-16 Zahre 23'» zab» go- 20-30 Jahre 83, 80-40 Zabre 39, 40-80 Jahre 89, OO-W jj»�, über 80 Jahre 14 Personen In hiefigen Krankendäuscrn star�,��, Ichllebllch 18 Äutwürltge, welche zur Vebanblung hier der � £b> Ä Temixlhoser Borstabi Sutsrnstabi sensett,.�„isilit »(VI.) 89, Stralauer Alerid, �3 östllch(Vllb) 28, Kbntgstadt(VM> 87, a6t, r&A Borltabt, südlich(!».) 28. Rosenlbasir®0s und�sH n Borstab,(XI.) 55. Frtedrlch.Wilbelmstabt� uttU m.) 31 Die Sierbesttlle stnb l7L pr°?",n so�ss aelchrlebenen Bet'SlterungSzahl(1520918), Die Eterbltchsisiitts"-» z»> Stäbten be« Deutschen Reiche« mit mehr al» bunberttaule. d K nug in Lochen 2t.7.»Ilona 22,8, Barme» 154, Bremen t4S.; K " t. Düsselbors IIA.95, -■ Hannover i",1 jbtbutg 16A Stuttgart IS' a.®1. 13,1, Hamburg mit Bororten 20.0, mn? 8 ,aUi.«reselb 12.7«etvjlg 15,4, MagbeSur» i aus Dürnberg 18,5, Stettin 23.2. Etraßdurg i#. 12.0, Stuttgart 13' 3n anberen«Srobstabten»urova« ml! mehr all breibuuberttauien S.! Elerbllchkttijiffrr in Amsterdam 2fi,6, Budapest r rw________,-<», � e� cn__ la nr\ n kl>.v*«»-, 21 9, j«'»1» J« Sinti K; Ä-A? '»Säis, W, Ltoeiv°->i'Ä"lV 9ot bon ISÄ �Jaris" 20,7, Peteriöura(Baiwackel 'schau(Borwoche) 32L. Wien(Borwoche) 20.6 auf Tausend. ES wur- � ene. 3514 Weggezogene gemeldet, so daß sich die Bev�kerung der nachträglich gemeldeten Geborenen und deS Zuschlages, 12*11 In der Woche vom 10 bis 16 November kämm zur Meldung MtionS-ErkrankungSfälle an TovhuS dl, Pockm 0, Maseru 22. Scharlach 8- Athene»10, Kindbettfieber 1. d|£«kcv. R�aUnertheat«? war voraeftern Abend bei den vorgeführten Stücken ein entschiedener Mißerfolg zu rp�chnen. Beide Stücke verberpen unter einer neu sein £j«nden Schale einen uralten Kern, der dadurch nicht schmack- Wer wurde, daß man die beiden Stücke mit allem möglichnr �Utrkram aufgeputzt halte. kleiner, herzlich unbedeutender Einakter, der von zwei vl««digt würde, applaudirte man das erste Stück noch. wtU; ztocUe Stuck, eine französische Posse, wurde jedoch Mh'eden abgelehnt, und wie sehr sich auch das Orcheshr am Mühe gab, die Töne des Mißfallens zu übertrumpfen, ddeben die Wcher doch Sieger. Ein französischer Kaufmann hatte vor zwei Jahrzehnten r* irgend eine unmögliche Insel in der Sudsee befucht und Gastfreundickafl mit dem dortigen König geschlossen. rrd guter Landessiite hatte ihn der König eine seiner Frauen Mreten, unterfdem Versprechen, daß, wenn er— der König— £-*»1 nach Paris käme, ihm von seinem Gast- doit eine gleiche Aufmerksamkeit zu Theil würde. Der pariser Kaufmann hatte sich zum RWier»mmickelt und kalte als solcher die Ge- würde. Der pariser Kaufmann hatte jg-irer entwickelt und hatte als solcher seines abwesenden FreunoeS geheirathet— der»zufällig' jjch einer Expedition nach Afrika angeschlossen halte, bei rr er umgekommen sein sollte. Natürlich ist es der Fall, er kehrt zurück und erfährt die Heirath feines »des. Er beschließt, sich an ibm zu rächen, und wählt d» Maske des überseeischen Königs»Koko". Natürlich , � ch nachher Alles in allgemeines Wohlgefallen auf— nur �.Publikum nicht, welches auf die Spähe seiner schwarzen � �-./*»•«.««fit»ivtrtoAsm'rnnfl Ii» verstand. Gerichks-Zeikung. Zahlstelle de« Verbände« deutscher Tischler zj?vvgebe«. Unter dem II. Dezember 1887 wurde Seitens Polizeipräsidiums die hiesige Zahlstelle des deutschen �«Verbandes, dessen Bevollmächtigter der Tischler Zubeil Auffichls-veae geschlossen war. Am 8. April d. I. neue Zahlstelle des genanmen Velbanbe», wo schon Ttaiuten inzwischen einer Revision und Aenderung unter- hier eröffnet und von dem Bevollmächtigten Zubeil bei Ag�Ll. Polizeipräsidium angemeldet. Wegen dieser angeblichen »est IN? der im Dezember 1887 geschlossenen Zahlstelle er- Zubeil eine polizeiliche Verfügung, nach welcher er in eine urafe von 100 M. event. 14 Tage Hast genommen wurde ÄWn� welcher die Aufhebung des Geschäftsbetriebes der i»,. bei Vermeidung erhöhter Geld- und Haftstrafe unier« 4f. Außerdem erhielt der Vorstand de« deutschen »��rveibandeS:c.. Herr Vorsitzender Karl Kloß in Stuttgart dnz /ZlHPolize präsidium eine Verfügung mit der Eiöffnung, Versuch, den GeschäftZbetiieb des deutschen Tischler- • 8>n Berlin ohne staatliche Genehmigung herzustellen, ew Ivbes Mitglied des Vorstandes eine Strafe von 150 M. Hast nach sich ziehen würde. Gegm diese Verfugungen erhoben der Vorstand und der hiesige >z,, arachtigte durch den Rechtsanwalt Freuden- die Klage im Verwaltungsstieitverfohren. Die hin. wurde dem königlichen Polizeip, äsidium in Gemäß- h~. i* i Vt)„r,e5m§ 129 L..V. Ges. vom 30. Juli 1883 zur ?*!* I Verfügung von dem Bezirksausschüsse abgegeben und f»taKvj er Rechtsanwalt Freudenihal von dem Königl. Polizei- >.«I Nim dln Bescheid, daß der Klage nicht Fortgang ge« 'werden könne, weil die den beiden Klagen zu Grunde otn, polizeilichen Verfügungen die Aufrechterhaitung we,t-re Durchführung der unterm 11. De- 1887 getroffenen Zwangsschließur.g der Zahlstelle i�ge � tn diesem Falle nur die Beschwerde im Auffich'S- jt', aQ"beil und Kloß ein Strafverfahren wegen Zi En,s!!. salfchen Statuten schwebe und beantragte f** m'�>vidung bis zur Erledigung der Strafsache auszusetzen: Mh'wtShof beschloß von einer Entscheidung vorläufig Ab- Boß i?"»bmen. Bevor jedoch in der Strafsache Zubeil und <6 1 Enischeidung erging, wurde ein neuer Termin auf Wchiu®' M. angesetzt. Der Vertreter de« Königl. Polizei- »ei?, beantragte, von Neuem Aussetzung der ke Ä?.b>S zur Erledigung der Strafsache. Dieiem «« m,»>�.r...�.—.u Freudenthal, indem er he gegen die Zahl- schon seine Rechts- eipromen yanr, w>,c der Verband roch cherungsanstalten seien. In dem Strafverfahren ., die Statuten unrichtig die Unterstützungen nur zum "'''' da« Recht, als Ver- »-"nt„ y*»"-verncherungsantiaiien teirn � ,.N nicht festgestellt wcrden. vav �� gen WNd hie Bestimmungen üb« ditUnleruu»�» � �efi,.�nssen wären; denn der V. et �icht U"' h 0®« derartige Gestaltung zu �"'«„vssichUiNg, sich der ?»i{ft4"(5'5?nftalt angesehen wird;«ne cS QU sich nicht. "ner Behörde zu unterstellen �L°bj äsidiumS, daß e- N"klarte der Vertreter deS kgl- M' � zurück- HC Angegriffenen po.zeilichen stra ver ug � Wied« K-t�nm.st dt. Zahlstelle der T.lchl« lur �"«.seU-uer Uächstenliebe ist der»«»A�straW i»ri» bem in der Pnson eines gewissen,� Landgerichts l ««stellt und war dort glücklich«ngenial. mw»-- Jen Ruck an" seiner Uhrketle und sah den Nor sich, welcher sich offenbar bemüht hatte, t'J Uhrkette abzureißen. Derselbe thot ab« außerordentlich unschuldig und menschenfreundlich, denn« versicherte dem Schläfer, daß n sich nur brmüht rabe, ihn aus der gefährlichen schiefen Stellung, welche er beim Schlafen angenommen, habe herausreißen und ausrichten wollen, damit er nicht falle. Der so seltsam aus dem Schlafe Gestörte war aber ein ung äubiger Thomas, er vnfolgte den Angeklagten, bis ein Wächter des Weges kam, welch« dm Menschmfmmd in Empfang nahm und zur Polizeiwache beförderte. Dort wurde er in eine DetmtionSzelle gesperrt, die schon einem Schlächt« als Auf- enthalte ort angewiesen worden war. Derselbe war erst ganz kurze Zeit in Berlin, hatte Gelegenheit gefundm, schon mit dem»groben Unfug-Paragraphm" bekannt zu werden und schlief nun in d« Zelle d« Polizeiwache den Schlaf des Ge- rechtm. Als er gegen Morgm geweckt wurde, vermißte er sofort seine Uhr aus der Westentasche, Da dieselbe unmöglich verschwunden sein konnte, so suchte man einfach danach und fand sie mdiich in dem— Hutfutter de« Angeklagten. Der gute Mann hatte, er versicherte, sich nur einen„Scherz" machen wollen, durch welchen er seinen LeidmSgmossen in d« Trübsal seines Herzen« etwas zu«heitern gedachte. Der Ge- »ichtshof war aber ebenso ungläubig, wie der Schläf« in dn Blücherstraße und verurtheilte dm g'spaßigm Menschm zu zwei Jahr-n s Monaten Zuchthaus. Megen Falscheide« wurde gestnn der Nachtwächter August S i tz m a n n vor der 3. Strafkammer am hiesigen Landgericht I zur Verantwortung gezogen. Derselbe hatte in ein« Nacht Veranlassung zu habm geglaubt, einen Mann zur Wache zu befördern und als gegen dm- selben die Anklage wegm ruhestörmdm Lärms vor dem Schäffmgericht verhandelt wurde, halte der Wächter mit seinem Eide au« behauptet, daß d« Angeklagte einem anderen Manne auf dm Rücken gesprungen sei. Er war dann von dem Richter befragt worden, ob er den Angeklagtm auch genau wieder er- kenne und soll nun, nach dem Ausweise des Protokolls, de« schworen haben:»In d« Person irre ich mich nicht." That- sächlich ist e« aber eine Fanz andere Person gewesen, welche dm Sprung auf dm Ruckm ausgeführt hat, und als dies de- könnt wurde, ist das V«fahren gegen dm Wächter eingeleitet wordm. Derselbe berief sich nun auf Zeugm darüber, daß er in der Gerichtsverhandlung über die Persönlichkeit des da- maligm Angeklagten doch selbst zweifelhast aewordm und seine Bekundung dahin eingeschränkt habe, daß er dmselben nur wieder zu erkmnm glaube. D« Gerichte Hof hielt daraufhin die Fassung des Protokolls nicht für beweisend und erkannte auf Freisprechung. Ei«« bemitleidenswertste Angeklagte stand gestern in der Person der Arbeiter-Ehefrau Atma Vogler vor der dritten Strafkammer des Landgerichts I. Sie war der intellektuellm Urkundenfälschung beschuldigt und geständig, ob- gleich sie bestritt, daß sie von der Strafbarkeit ihrer HandlungS- weife eine Ahnung gehobt. Ihr sehnlichster Wunsch sei es gewesen, ein Kind zu befitzen; aber für die Erfüllung dieses Wunsches war keine Aussicht vorhanden. Da wurde ihr im März d. I. das«st einige Wochen alte Töchterchen eines armen verlassenm Mädchens angeboten und sie glaubte gleich- zeitig ein gutes Weck zu thun, wenn sie das Kind als ihr eigenes annahm. Um eine spätere Entdeckung, daß sie nicht die rechte Muti« de« KinteS sei, zu verhüten und um das Letztere dadmch vor einer Täuschung zu bewahren, ging sie hin unv meldete eS beim StgndeSamte a!S von>yr geboien an. Die Angeklagte meinte unter Thränen, sie müsse doch dem- jenigen, da§ ihr zu«gm gegebm worden, auch ihren Ramm beilegen dürfen. Staateanwalt Dr. Siephan hob hervor, daß der Fall so milde wie nur denkbar liege, er beantragte das zulässig rnedr-gste Strafmaß, einen Tag Gefängniß und der Gerichtshof«kannte nach diesem Antrage. Der Präsident mt- ließ die Angeklagte mit cinigm TrosteSwortm. Mit kaum glaublicher Frechheit hat die mehrfach vor- bestrafte unv«ehcllchte Mariha Kube, die gestern vor der ersten Strafkammer des Landgerichts 1 stand, einen Diebstahl und einen B-trugSvnsuch ausgeführt. Sie stand eines Tages in der Nähe eines Korbmach«ladenS, als sie gewahrte, wie der In« Hab« sich von seiner ihn bis vor die Thür begleitenden Ehefrau ver- abschiedete, um einige Geschäftsgänge zu oesorgen. Einige Zeit darauf betrat die Angeklagte den Ladm, wobei sie gleichzeitig einm der Körbe, die an der Thür hingen, an sich nahm. Sie erklärte der aus der Nebenstude hervortretendm Meisterin, daß sie dm Korb Tags zuvor von ihrem Ehemanne für ihre in der Nachbarschaft wohnende He«schufl gekauft habe, die letztere sei mit dem Korb aber nicht zufrieden und wünsche die dafür gezahlte Mark zurück. Die Meisterin wollte sich auf nichts einlassen, sonst hätte sie den Korb bezahlt, der ihr selbst ge- stöhlen war. Die Angeklagte mußte sich somit mit dem Korbe begnügen, den sie wieder mitnahm. D« Gerichtshof belegte die Angeklagte mit S Monatm Gefängniß. »» Elderselder MaWeWrozeß. (Fortsetzung auS dem Hauptblatt.) Zeuge Decker, Schubmacher aus Bochum(vereidigt): Ich war nicht bei einer Versammlung in Blankenstein� sondern mit meiner Familie. Es ist mir nicht bekannt, daß Personen emgeiaden wurdm. Zeuge Fern holz, Fabrikarbeiter aus Blankenstein(vereidigt): Je» war auf dem Thurm in Blankmstein. Es wurde ein rothes Tuch an die Stange gebunden. Lieder wurden ge- sungen, ob sozialdmrokratische, weiß ich nicht. Zeuge Steffen, Bergmann aus Blankenstein(vereidigt): Ich war am 28. Juni 1885 in Blankenstein; es waren etwa 50 oder mehr Personen da. Eine rothe Fahne wurde aufgehißt. Zeuge B r e u s i n g, Fabrikarbeiter aus Blankenstein (v«eidigt): Im Juni 1885 sab ich eine Anzahl Leute in Blankenstein; ich kannte zwei Personen, die später kamen. Eine Ansprache wurde gehalten. Von sozialdemokratischen Liednn habe ich nichts gehört. Zeuge Schwarz, Schlosser aus Krähwinkel(vereidigt): Vergnügungshalber ging ich nach Blankenstein, wo ich viele Leute bemerkte. Ich habe nicht bemerkt, daß einige rothe Shlipse trugen. Ich bin Sozialdemokrat� Ich kann mich nicht ennnern, sozialdemokratische Lieder oder Reden gehört zu haben, auch nicht, ob ich einen rothen ShsipS trug. Dr. Schönlank war einmal in Velbert; ich sah ihn mit mehreren Personen. Meist au« Köln war einmal in Velbert; ich habe nicht mit ihm gesprochen. Zeuge Martin tritt em. Verth.: Sollen die früher Angeschuldigten als Zeugen vernommen werden? Präs.: Der Gerichtshof wird bei jedem Zeugen darüb« beschließen. Zeuge Martin(unvereidigt): Ich war in Blanken- stein; sozialdemokratische Lieder habe ich nicht gehört, auf rothe Sh ipse nicht Obacht gegeben. Die rothe Fahne oder Reden habe ich nicht bemerkt. Verkauft habe ich keine rothen Shlipse; unterwegs habeich meinen Sblips einem Andern ge- geben.(Der Zeuge wird auf Antrag des Staatsanwalts noch nicht entlassen.) Vom Präsident wirb verkündet, daß d« gestern wegen Eidesverweigerung»«haftete Zeuge Julius Weber vernommen zu w«den wünscht, derselbe soll sofrnt vorgeführt werden. Zeuge Copaller, Fabrikarbeiter aus Iserlohn: Von ein« geheimen Versammlung im Felsenmeer ist mir nichts be- kannt: es kommen Sonntags dort Taufende hin.(Der Zeuge wird v«eidizt.) Ich gehöre seit 1875 der sozialdemokratischen Partei an. Au« der Leipzig« Genossenschaftsdruck«« habe ich Schriften bezogen. cm- r x q Rechtsanwalt Lenzmann: Wir ersuchen den Zeugm Julius Web« h«einzusühren, da Polizeikommissar Kammhoff anwesend ist. Staatsanwalt: Ich muß mich gegm die fortwäh- rendm Anzapfungen d« Polizei wendm. Rechtsenwait Lenzmann: Wir müssen die Zeuge» vor Beeinflussung zu fchützm suchen. Zeuge T i l g e r, Polizeikommissor in Düsseldorf(o«- eidigt): Bei ReinSdorff habe ich gelegmtlich ein« Haus- suchung ein Fläschchen gefunden und an die Staate anwalischaft geschickt. Gesunden habe ich verschiedene Schriften, wie »Neuer Welt-Kalender" u. a.; ob stets nur ein Exemplar, weiß ich nicht. Die Schriften find unverboten. Wind: Beim Düsseldorf« Sozialistmprozeß hat Zwge bei mir gehaussucht, obgleich ick schon in Eckerfeld war. Tilg er: Ich hielt Haussuchung bei Schmalz, der mir eingestand, für Wind Packete anamommen zu habm. Schmalz hatte ein Packet wieder in seine Wohnung genommen, aeöffaet und gesehm, daß der Sozialdemokrat darin war. Mit Schmalz bin ich per Droschke in die Wohnung Wind's gefahren, wo ich nichts fand. Zeuge Julius Weber wird voraeführt. Weber: Ich will meine Aussage veeidigm. Ich habe an Wilsing Mittheilungen gemacht, ich weiß nicht mehr welche.(Er wird vom Pcäsi- dentm ernstlich zur Wahrheit ermahnt.) Die an Polizeikommissar Wilsing gemachtm Mittheilungm waren nicht ganz ehrlich. Ich habe Wilsing theils etwas verschwiege«, tkeils zu viel gesagt, ick habe übertrieben. (Auf Vorhalt deS Präsidentm:) Ich war in der Vtrsaww» lung, als die Kongreßdelegirtm gewählt wurdm. W« außer- dem dabei war, darüb« v«weig«e ich die Auskunft. Der Zeuge wird aufmerksam gemacht, daß er die Auskunft nicht verweigern dürfe, da er'nicht als Angeklagter, sondern als Polizeispion hier sei. Er solle die Wahrheit sagen, da er sonst wegen Meineids in'« Zuchthaus wandern müßte. Weber: Mathildenblick kenne ich nicht. Der Wahl Bierenfeld habe ich beigewohnt; die andern dabei B-lheiligteu weiß ich nicht mehr. Ich weiß nicht bestimmt, ob Jemand den Vorfitz führte. Wmn ein Vorsitz geführt wurde, war'S viel- leicht. Ich habe rmm« darauf angetragm. B-erenfeld wurd« gewählt. Die Wahl schwankte zw schen ihm und mir. De» Polizeikommissar habe ich Mittheilung gemacht. Ich weiß nicht mehr, ob Küpper dabei war. Präsident: Ihre Halbheit wird Sie in'S Zuchthaus bringen. Weber: Ich bin so wie so ein verlorener Mensch. Auch Andne müssen dem Kommissar Mittheilungm gemacht haben. Thielmann war nicht zugegen, ab« Borobart, Bierenfeld und möglicherweise auch Stürm«. Es wurde äff nt« lich, nicht durch Stimmzettel gewählt. Bei d« V-rsammtm,g. wo Bittenfeld Bmckt«stattete, war ich nicht.(Auf die Bor» Haltungen des Präsidenten:) Ich weiß mich nicht zu besinnen. Bebel: Ist diese Zusammenkunft am Biertisch grwssen, wo vielleicht Bierenfeld erzählte? Ich vermulhe, daß viele dieser geheimen Zusammenkünfte am Biertisch stattfanden und von den Polizeispitzeln bloß aufgebauscht wurden, um sie ge» fährlich erscheinen zu lassen. Weber: Das kann möglich fein, daß ich da dabei war. Ich weiß es nicht mehr, ob Bi«enfeld dabei war, und wenn Sie mich erschießen. Ich habe iir. den letzten zwei Jahren mehr gelitten, als einer der Angeklagten. Mir wäre e« anr- liebsten, wenn ich heute Abend erschossen würde. Eine feste Organisatton bestand über- Haupt nie. Zusammenkünfte wurden nur unter vcrschiedeneu Freunden abgehalten, wegen des HasencleoufondS. Von der Verbreitung des»Sozialdemokrat" weiß ich nichts. Wir find zusammengekommen und haben über die»Fr. Pr." gesprockeu, so mit Gilles. Es ist möglich, daß ich eme Preßkommiffio« vorgeschlagen habe. Ich habe mehr«e Exemplare de«»Sozia!» demokrat" per Brief bezogen. Bebel: Wieviel Exemplare des»Soz." haben Sr« be- Weber: Zw«. Bebel: Haben Sie davon regelmäßig eins dem Polizeikommissar Wilsing ausgehändigt? Weber: Ja. Bebel: Hat Kommissar Wilsing Sie veranlaßt, die Exemplare für ihn zu abonniren? Weber: Ja.(Große Bewegung.) Rechtsanwalt Lenzmann: Ich bitte, den Mann heut« zu entlassen, da er bei der Vernehmung in normalem Zu- stände fein muß, um ihn am Donnerstag weit« ver- nehmen zu können. Ich garantire dafür, daß ibm von den Angeklagten nichts geschieht, sonst legen wir die Vertheidigung nieder. Weber: Ich bin den Angeklag ten viel zu schlecht, als daß sie mich noch schlagen würden. R.>A. Lenzmann: Ich habe aber noch zwei Fragnr an den Zeugen: Wurden Sie für die der Polizei geleisteten Dienste bezahlt? Bezogen Sie ein feste« Gehalt o Vr erhielten Sie nach der Quantität Ihrer Mittheilungen Bezahlung? Weber: Festes Geholt erhielt ich nicht, sondern ab und zu Vergütung für meine Zeitversäumniß. R.-A. Lenz mann: Wenn Sie viel lieferten, floß dann die Quelle reichlich«? Weber: Das könnte ich gerade nicht sagen. Verth. Lenzmann: Wie sind Sie an die Polizei gv> kommen, freiwillig oder wurden Sie aufgesucht? Weber: Ich bin durch andere Verhältnisse dazu ge- zwungm worden, d« Polizei Dienste zu leisten. Ehe ich mich umsab, stak ich drin, ich wußte selbst nicht wie. Verth. Lenzmann: Waren Sie in Roth? Sie sagten gestern, Ihre Frau wäre krank gewesen? Weber: Ja. Ich habe zahlreiche Familie und war arbeitslos. D« Zeuge Weber wendet sich an die ihm zunächst sitzenden Angeklagten, bittend, ein gutes Wort für ihn eiuzu- legen, damit er heute ftei käme. Der Zeuge wird bis Donnerstag Vormittag entlassen,«ach- dem« ein dringlich ermahnt worden, sich alles zu überlegen und gmau die Wahrheit zu sagen, widrigenfalls ihn die Strafe des Meineides treffe. Die Vertheidigung beantragt die Vernehmung des im Saale anwesenden Polizeikommissar« Kammhoff. Derselbe tritt an den Zeugen stand. Verth. R.-A. Lenzmann: Sie haben d« Frau Boll.- muß zugemuthet, daß. was Sie von ihrem Mann in Bezug auf Sozialdemokratie wisse, gegen Geld der Polizei mtizu- thellen? K a m m h o f f: Ich bin nicht bei Frau Bollmuß gewesen und Geld habe ich für den Anrath an ihrem Mann nicht geboten. Die Vertheidigung beantragt die Ladung einer Z-ugi«. die über die Sache aussagm soll.(Frau Boll muß ist vereus als Zeugm geladen.) _ Um zwei Uhr wird die Sitzung auf Mittwoch, den 27. November, Morgens 9 Uhr vutagt. Solztele UtebserflAhk. Warnung an all« Kernmacher A erlin» k Das ehe- malige Mitglied unsere« Vnems Avol, Wenzel bekam im Frühjahre durch eine Annonze in d«»Volkszeitung" Arbeit in der Messinggießer« von Herrn Wagner in Chemnitz. Da Arbeit genug vorhanden war, ging alles gut. Jetzt aber ist nicht viel zu thun, und nun sucht der Herr Meister durch allerlei Machinaiwnen unseren Kolleoen aus Arbeit zu bringen. Aollege Wenzel stellte Herrn Wagner darüber zur Rede, der. selbe hatte darauf u. A. die Anlwort:»Wenn es Ihnen nicht paßt, so schreibe ich nach Berlin, da bekomm« ich soviel, wie ich nur haben will. Jä> warne hiermit alle Kollegen, im Fall einer Annonze, nach Chemnitz zu gehen, Herr Wagner kann �Chemnitzer einstellen. Es ist für uns hier jetzt Sit Beil genug vorhanden. Alfred Schmidt, Vorsitzender des Fachoerews der Kernmacher und verwandten Berufsgenossen. A« dem Luckenwalder Hutarbeiter-«ud-Arbei- terinneustreik fmb 832 Personen de, heiligt. Der Stieik ist lediglich em Prwz'pienstreik, indem es sich darum handelt, daß die Maßregelungen, die infolge der diesigen Arbeitet bm Restaurant Damerow, Chauffeestraße) versammelt. Wie v'ele ihrer waren, verschweigt de« un« zu egangenen Berichte« Höf» lichke t. Der Vorsitzende, P ofessor Lortzing, meinte: Die Partei dürfte schon recht zufrieden sein, wenn sie einen Kan. didaten ausstellen könne. Düse Bescheidenheit ist rührend. Nie» mand wird so grausam sein, den Nationalliberalen da« Vergnügen einer Kandidatenaufftellung zu mißgönnen, wenn sie eine solche ihrer»Zufriedenheit" schuldig zu sein glauben. Der Redner de« Abend« war Herr Kuleman n. Derselbe gab u. A. die Entdeckung zum Besten, daß in den Sozialismus ein Programm n>cht, wie man gewöhnlich meine, von Marx, son» dern von Schäffie hineingebracht worden sei. Erwähnenswerther als dr« e-genen Geoc ken des Herrn Kulemann waren einige Mitlheilungen, welche derselbe vom Dmer beim Minister von Böriicher mitbrachte. Er äußert«:»Das Sozialistengesetz sei durch da« Bestehen der Regurung auf dem Ausweisung«. Paragraphen gefährdet. Aber in nationalliberalen und den Regierungskreisen verhehle man sich nicht, daß die Wahlen schwerlich wieder»so gut" ausfallen würden, wie das vorige Mab Der Staatsminister v. Boetticher habe sich deshalb ent» schlössen, den Fürsten Bismarck aufzusuchen und zu versuchen, ihn umzustimmen." Und wenn nun wirklich Fürst Bismarck von den Natronalliberalen umgestimmt würde, und nicht— wie gewöhnlich— umgekehrt, glaubt das Kartell dann die Wahl» schlacht zu gewinnen? Da erkannte tie Lage doch Herr von Liliencro» b-sser, welcher an demselben Abend vor den Konscrvatrocn de« nämlichen Wahlkreises(m der»Norddeutschen Brauerc,") referirte. Er begann:»Ich kann e« nicht leugnen, daß viele Leute recht trübe gestimmt sind". Und Herrn v. Lilien- «ron'S Rede war ein« einzige bewegliche Klage, der Redner kam einem vor, wie der Prophet Jeremias. Und doch ist kein Unglück so riesengroß, daß nicht ein Hoffnangsbiümlein sprießt. Herr v. Liliencron erzählte seinen bereits verzagenden Zuhörern, daß er vor zwanzig Jahren in einer sozial: cmokratischen Vetsamm» lung gesprochen und daß er nie ,n seinem Leben solchen Bei» fall gefunden habe, wie damals. Da faßten die Konservativen Trost und e§ kam über sie wie eine Erleuchtung. Sie hatten den Mann gefunden, der den Kampf gegen die Sozialdemo- kratie siegreich bestchcn wird. Herr v. Liliencron wurde als Reichstagskandidat profamirt. In der letzten Uerfamminng de« sozialdemokratischen Watztvereins für den 4. Ueichstagswahlkreis hielt Dr. Biuno Wille einen Vortrug über:»Der Kampf ums Dasein rn der VolkSwirthschaft". Den Vortrag, während dessen zweimal eine Versammlung aufgelöst worden«st(erst eine Versammlung der HauSdimer und dann eine der Gärtner) vermochte der Redner dicSmal zu Ende zu halten. Nachdem er den Begriff de«»Kampfe« ums Dasein" aus der Lehre Darwin'« festgestellt hatte, legte er den Kampf ums Dasein in der Voikswirthschast dar, wo er sich zwischen Unternehmer und Unternehmer, zwischen Arbeiter und Aibeiler, zuletzt ober ent- scheidend zw'schen Kapital und Arbeit abspielt. Nicht j der Interessen kämpf wird aufhören, erst aber derienige, weicher die schwächeren Individuen willkürlicher Vernichtung durch die stä keren preiSgiebt. Nachdem Redner noch meh ere Emwände der Antisozialisten widerlegt hatte, schloß er folgen. dermaßen:»Wir olle kämpfen oen Kampf um« Dasem und bluten an ihm au« tausend Wunden, solche find: über» mäßige Arbeitszeit, Siechlhum, zerltörteS Familienleben, mangelnde BrldungSgelegenbeit u. f. w. Doch ein Wasser heilt alle diese Wunden, ein Wasser so groß, daß tS die Wunden von Millionen au«lpült. Das Wasser ist der Strom der Arbeiter» bemegung. Wohl sucht man ihn aufzuhalten, ihm Abzugs- kanäle zu graben. Er braust weiter mit gewaüig zunehmender Kraft. Er mag wohl auch einmal eine Urberschwewmung bewirten. Dann aber, nachdem diese sich verlaufen, erscheint blühendes G.silde mit einer neuen und schönen Vegetation." Den Vortragerden lohnte reicher Beifall. Eine Diskussion w rde nicht gewünscht. Im weiteren Anlaufe der Verlomm» lung wurde der Bescheid de« Polizeipräsidiums, betr. die Auf» lösung einer Komn unalwählerversammlung im»Böhm. B�ou» Hause" in dem Augenblick, als Herr Stadthagen da« Wort nahm, mitgetheilt und besprochen: diese Besprechung interessirt« namentlich den überwachenden Polijnlieu ena't. Es wurde außerdem über die Gleichgiltigkeit und Lässigkeit vieler Ar» beiter bei den Kommunalwahlen geklagt, insbesondere der Tüchler: der Punkt ist ,m»Bert. Volksdl." schon»rmöbnt. Kiur ötzrutliltze vo« rirtra 800 Perfove« besurtzte ?Udha«ervrrfamml««g fand am 25. d. im KonzerlhauS anstoun stall. Zum 1. Punkt dn Tagesordnung:»Der Siand unserer Bewegung" refernte Kollege Dupont. Im An» fang seiner Ausführungen geißelte Redner in ironffcher und schlagender Weise die Bestrebungen der Jnnung»brüder, wie dieselben in den Verhandlunaen der letzten Delegirten-Ver- sammlung des JnnungS-AuStchusse« zum Ausdruck gelangt feien. Dies« Versammlung bade sich mit dem Strnk und speziell mit den vom Streikkomitee der Bildhauer verhängten Sperren beschäjtigt, und man wäre dabei natürlicherweise zu dem Ergebniß gelangt, daß das Vorgehen der Bildhauer ein ungerechtfertigtes, die Forderungen»ausverschämte" seien. Dieser letztere, von einem Rebner gebrauchte getstreiche Ausdruck wmde noch üdertroffen durch andere, die Streiks im Allgemeinenbetreffende Aeußcrungen:»man müsse die Streikbrüter aushungern",»die Juden aus dem Reichstaz bringen" u. f. w. Daß die In» nungsbrüdcr sich mit einer Petition an den Reichstag wenden wollen um eine»Deklaration" des Koalitionsgesetzes resp. Be» schränkung der Koalitionsfreiheit zu Gunsten der Unternebmer, fei übrigens wieder ein Beweis dafür, daß wir zweierlei Recht haben. Die Jnnungsbrüder dürften sich zum Schutz ihrer ver» meintlichen Jotcressen an die Gefttzzebung wenden; den Ar- beitervereinen fei es streng verboten, politische Dinjje nur zu erörtern. Zum Verein der sclbstftändigen Bildhauer uberaehend, erwähnt der Referent die verunglückte Eingabe an das Polizei» Präsidium um Schutz speziell gegen die Werkstattsperren. Es sei dies ein wohlverdienter Nasenstüber gewesen, den die Herrm da bekommen hätten. Was die gegenwärtige Bewegung anbelange, so nehme dieselbe ohne Zweifel einen siegreichen Verlauf. 220 Weikstätten haben bewilligt, widerständen auch einzelne kapitalkräftige Prinzipale noch, gäbe es auch ein» zelne indifferente Kollegen, so dürfe man sich deshalb doch nicht entmuthigtn lassen. Auswärts sei schon vielfach Arbeit sür größere hiesige gesperrte Werkstätten zurückgtwiesen worden, wa« hauptsächlich dem Verband der Bildhauer zu danken sei. Redner«mahnt zum Schluß, den Kampf mit Zuversicht weit«- zuführen und so uns«n Sieg zu einem vollständigen zu machen.(Beifall.) Ueber die finanziellen Vnhä tnisse gab Kollege Klose einen gedrängten Uebttblick. Darnach sind an Unterstützungen bis jetzt gezahlt worden: 3042 M., der Gau- verein»ablte 800 M. an Untersiützungen. Ge'ammtausgabe d« Kommt fion 3808 M. Gefanimteinnabme 5924 M., von Gewerkschaften 1140, von auSwäi tnen Bildhauer-Vereinen sind dem h-sigen Gauverein 2500 M. üb«wiesen worden. In der Diskussion sprachen sich sämmtliche Redner im Sinne des Referenten aus. Kollege Winkier kritrsirte das anfänglich wohlwollende jetzt so kläglich reaktionäre Gedahcen des Prinz�pawereinS. Die G.Hilfen würden auch nach Weihnachten ih e Forderungen hochhatten und die Hoffaungen da Prinzipale »u Schanden machen. Eme R-solution des Inhalts, daß die heutige öffentliche Versammlung der Bildhauer sich solidarisch erklärt, mit den Prinzipien der modernen Arbeiter- bewegung in der gegenwärtigen Bewegung und den dadurch anzultredenden besseren Lebensbedingungen nur das Mittel sieht, die Bildhauer zum Kampf für ihre weiteren sozialen und politischen Ziele zu befählHen, das Verhalten des Vereins selbftst. Bildhauer ein reakiionares nennt, m demfKleinmeister- thum nur die Vermittelung der Kapitalisten und der Arbeit« ersieht und deshalb in der Beseitigung deS KleinmeistkrthumS einen Forischrttl auf dem Wege zur sozialistischen ProduktionS» weife erdlicki, wird einstimmig angenommen. Desgleichen eine »weite Resolution: Die Veriammlung deschließt, gemäß den Beschlüssen des Paris« Kongresses, den 1. Mai 1390 für einen Feierlag zu erklären, und an diesem Tage Versammlungen abzu- halten zu Gunsten deS Achtstunden-ArbeilSlageS und«wartet ferner von der Regierung, die Betheiligung an dem von der Schweiz geplanten Kongresse zur Berathung einer internaUonalen Arbeiterfchutzgeletzgcbun g. Bei»Verschiedenes" wurde bedauert, daß sich hier und da die Tischler ver Einführung d« kürzeren Aibeitszett b-i den Bildhauern insofern widersetzten, als die regelmätzige Beibehaltung der Eßpausen geso>derl würde, wa« der der jetzigen verkürzten ArbetlLziit nicht immer möglich ist. In e nzeinen Werkstätten s« übrige.« durch die Vermittlung der Kommrtsion die Sache schon geregelt. Kollege Plage rügt in scharf« Weise das Verhalten einzeln« Bildhauer bei der S adtvnordnetenwahl rm 11. Wahlbezirk. Dort sollen Kollegen für den antisemitischen Dr. J.mer gestimmt haben. Er finde eine solche Handlungsweise schmachooll.(Lebhaft« Beifall.) Nach Beiprechung einiger Werkstattangelegenheiten schloß die Veisawm ung. H«ckenW«rlde, 27. Novemb«. Gestern tagte in Lackner's Restauranl»ine öffentliche V«sammlang der Hatacbeil« und Arbeiterinnen von Luckenwalde. Dieselbe war von 4—5000 Personen besucht. Die Tagesordnung war: 1. Der General- streik und seine Bedeuiung. 2. Ditkussson. 3. Verschiedenes und Fragekasten.— Zum 1. Punkt hatte Kollege Vö'lkel au« Berlin oa» Referat. Teiselbe legte in klar« und deutlich« Weise die Bedeutung de« Gennalstreiks und seine event. Folgen dar. Reftrenl führte au«, daß sich sitzt schon Ent- lüstung in Luckenwalde bemnkbar machr gegen diejenigen Leute, welche den ftiedlichen Arbeiter hiesig« Stadt zu«n« derartigen Maßregel verattlaßi haben. E« find sogar schon Gerüchte von Blättern 0« Bomgevifie aufgebracht worden, daß man es hier mit sozialistischen»Äufhktzereien" zu thun hätte, und daß deshalb die B-setzung der Sladt durch Mitt.är erfolgen müsse, um die Sicherheit des Eigenthums zu schützen. Gegen derartige Gerüchte müss n wir uns entschieden verwahren. Die Hutaideiterschasl Lackenwaldes kämpft nur einen gerechten Kampf, und wiro es w.hl auch verstehen, denselben mit allen gesetzlichen Mltle!n durchzufühlen, um dadurch solche Ge.llchte hinfällig zu machen. Des Wttteren wurde von Kollege Völkel ein Appell an das SolioanlätSgefühl sämmt- lich« Anwesend« geiichiet und einem Jeden es ans Herz ge- legt, Hand in Hand, Schult« an Schuller mit den Stieikenden diesen aufgezwungenen Kampf zum Siege zu führen. Es ist kein Grund vorhanden, den Muih sinken zu lass.n, da nicht allein die Hutarblitecschaft Deutschlands, sondern die Arbeit«- schaft der ganzen Well hinter den Streikenden steht, und dafür Sorge tragen wrrd, daß die Roth, da« Schreckarspenst der Ai detter, nicht an sie h«atttnlt. In der DiSkussian sprach Frau Gubela aus Berlin, und zwar richtete sie speziell an die Arbeiterinnen d.-r Hulbrarche den Appell, ebenfall« den aufgenommenen Kampf in Gemeinschaft mit den Männern ohne Furcht und Zittern weit« zu kämpfen, bis d« Siez er- runa.n ist. Auch sie«k.Lrt es für unbeoingt nothwendig, daß dre Arbeiterinnen Luckenwaldes sich inSgefammt der Frauen- bewegung DeutfchwnOS anschließen, um auch ihre Interessen gegen den KapilaliemuS zu wahren. Dre Versammlung wurde nach Annahme folgender Resolution geschlossen:»Die heute im Lackner'schen Lokal tag'Nde Vei sammlung«klärt den Generalstreik der hiefiaen Huiarbeit« und Aibeilerinnen für gerechlfertigt und verpfllchtel sich, mit allen gesetzlichen Mitteln dafür einzustehen. »* • Achtung. Sit zum Sonnttftaa, den 28 Novnndcr. neck der Brauerei Frtid tchehiln etniierufene Boittoersammmlung kinn nicht ftallstl.den, da die pol z-iliche ivenehmiiung nicht erideüt wurde. $0|ial»»tnakratir>i»»ag»«>ah»kr»t». Doime slas, den 2« Ron mber. üdet di> 8 llbr, im Lokaie de« p-tru Oitchel. Sebasttannr 39 Bioie öffentliche tjersommlui g Tageeotdnuna: Sie Beriwiedenen voiiitchm Parleien im Rcichitag. fHt'r tili Staiistted Schulz 2 Sufittliung etr.ei«andidaten zur b norftrdenden Reich«- la.twadl 8. Sitkutffan. 4. Berlcknrdene« und ffra.etastem BSste Huben Zu- trill lim zattcetche» 8 scheinen wird etfuUit. Soitaldemoieratischer Aas» und Z>i»l,utirklud iaffa&t. Jeden Sonnetnau itibcnd« 8tz lidr, im Lokale de« Herrn Ziemer, feuaiuftiaie 16, ®aiit können durch Muglteder cingesührt werden, Reue Milgiieder werden ausgenommen. Aonemunatwähiir-Vrsaminlnu» de» 83. StoueMuual-Mahl- (»lirtt» am Sru.neiflag, den 28. Rooemder. kldei.d« 8 lidr. im Lot,. k de« Herrn Lehman, Schwedierftr 28. lageitoidnuna 1. Sit bevo st den--- Such wähl. Reserenten: Rechtsanwalt Srlhur EiaMHagen und Robert 2. Didkusfion und BerschirdeneS. Zur Deckung der linkasten ffndel sammlung statt.... «trotz» Siffsutlich» JUrCommiuno dur Wider-,»«ch«»A"' ---""- NN»»»»»«»« Arb»tt»t»"!" .. rar«ortgddaui, rsnoze>zranrtu letiir.. 1. Wie verhalten flch die Gesellen zu folgenden sitagen: Prozetusrace, BW frage, ÄündlgungSwesen. ZweidiiIIel-Lobn>vltem und sonstige Beschw»� Reserent il. Schuster. Aorilferent: P. Wagner. Diskussion. 3. FotwullrMt eveni. Fo'derungen den Meiftetn gegei llder. 4. Lerschird-neS.» «rotz» V-rkamnriuug d»» ip»r»in» d»r NSipuaschi»»«- Kaudarbeiteriuu'n Kerlin» uud zlmgegend am Donnerstag, 28. November, Sbendi 8 Uhr, in Moadtl, SdiendS Brauerei, NN»tsn- Saal Tagesordnung: 1 Vortrag de« Herrn ZudeU über: Zwrck un°L�! der Krouenbewegnvg. 2. Diskussion 8. Ausnahme neuer Witglieder einer Bevollmächitgten 5. Wahl einer Kasslrerin 6, Wahl einer S« führerin, 7. Verschiedenes. Herren und Damen au? lümmllichen veiuts zweigen haben Zutritt. Zur Deckung der Unkosten Teller sammlung. 1 Herren Bertchteiftatter sind die- zu eingeladen.. K»r,in K»rli»»r papt»r. uird KchrrUnoaar»«- Donner ftag. den 28 November. Adendi 8!( Uhr, V-isammiuno, im Resia»'» tkuerftein Alte Iakobsti 73 Ta,e«ordnung: l. Der Bescheid bei Pidv! iff! chulkollegium» und unser Be halten dazu. 2 Waarenmustcr-Aulllegun» u» Einkauf 8 Vereiniangeleget heilen sAufnahme nouet Mitglieder, B.-nchl«>- der Svarkaffe k) 4 Verschiedenes und Fragekasten...*, «rotz» Sffentiich» Vrtrammlung d»r Sattl»r und BervttgA am Donnerstag, den 28 November, Abend« 8!k Uhr, in Delgmülln S sa>» Alte Jakodstr. 48». Tagesordnung: 1. Ist die gegenwärtige Lage SaNlergewerde beschästigten Aideitersta' bei eine Be> bessetunaibeduri"- 2. Wahl einer Lobnkrmmisflon. 3. Gründung einer We kstatisotgat tlao r,sp. Wahl von WerkswttSdelegirten. 4. Verschiedene«. Zur Dickung der ff- ianen findet Telleisammlung statt. Um da« Erscheinen Aller wird dnr» ersucht. 'S. tei ooinuiajet eine cciiamnuung ao. �ngcvveoi schästttchel, Millbeilui g-n.»nm-Idung der.iki- der zur Weih,, ch dbi'lten" K»r tzintreSühnngsbund d»r Ka»««di»»»r K»rlin« WV.. 8. Dezember 1889 bei F uerftein. Alte Jakodstr. 74 eine MiMi-dkt.Veti®"� lung ab, mit folgender Tigeiordnung l Mtttheilungen. 2. Ab-echtun° den Festen und Ausnahme reuer Mitglieder. 3. Verschiedene«. 4. Ktg«""? Die«olleoen werden gebeten recht zohlreich zu erscheinen. N»r Ard»it»nack,w»t« d»r Klavi»rard»it»r befindet sich straße 78 bei Winzer. Die AdressenauSaabe findet i-den Adend von 8-"L!V und Sonntags Vormittag« von 10— nx Ubr, sowohl an Mitglieder wie wlin»- Mitglieder unenloeldlich swtt. Di- A deit»vetmiNrlungS-.lkotnmissiotl. «»sang-, Sor«- und gesellig» v»r»in» am Donnerstag:»M gesangverein.Lättlia' Abend« 9 Ubr In Vetttn'S Restaurant, Beieranenttn„ — Gesangverein.Bretzelschiud' Abends Uhr im Restaurant Köonickrtftraße Ivo.— Männergesangverein.Nordstern' Sbendi 9 iHv Restaurant Pohl, Müllerftraße 7.— Sckäserttcher Gesangverein.d" Ahendi 9 Uhr bei Wolf u..ikrüacr, Ekalißerstrahe 126, Gesang.—"Jr- verein.Blüthenkranz' Abend« 9 Ubr im Restaurant Brandenburgstraße.!� MSnnergesangverein.Alerander' Adend» 9 llbr im Restaurant Rase, bergerstrade 3.— Männergesangoerei».Firmsta»' bei.siinner, Kdoniu«-�» Nr. 68.— Gesangverein Männerchor.St. Urban' Abend« 9 Uhr«Jlr fttahe 9— Gesangverein„Deutsche Liedertafel" Abend« 9 Uhr strahe IM.— Geiangverein„Norddeutsche Schleife" Abend« von il Uhr Michaelkirchstrahe 89—„Männer. Gesangverein Sange»sttu?g Abend« 9 hi« li Uhr, Frankfurter Bierhallen(Arügeit, Gr. FrankfurterVo»» —„Brunonia" Abend« 9 Ubr Uebunglliunde bei Lehmann, AlertW»** ftrahe 32.— Turnverein„Hasenhaide" lSehrlingi-Abtheilungl Abend» � Dicffenbachftrahe 66—61.—..Berliner Turngenoffenschast" 17. wriS Lbibeilnng! Sbendi 8 Uhr in der städtischen Turnhalle f'y strahe 17—18;— deigl. 6. Männer- Abtheilung Abend« 8 Uht jl»,, städitichen Turnhalle. Gubenerstrahe Sl.— Lübeckscher Turnverein Abtheiung) Abend« 8 Uhr Eltsabtthstraie 57-38.— Sllgemetneer Areiu? 1» Etenograohenverein,--------""-■■■■—■-— Restaurant Preuh, Abthcilung..Louilenftadt", Sbendi 8ls öde Oranienstr. 31.— Arendistcher Stenogravdet�,, .Phalam' Abend« SU Uhr im Restaurant.Zum Buckower Garten', WM, d strafte 9.— Deutscher Verein Arendi'scher Etmogravhen Sbendi 9 Heidi« Restaurant, Koppenftr, 73, Unterricht und Uehung.— Berliner? grapden-Verein(Softem Arend» Abend« 9 Uhr im Restaurant FrikdritA„� — Stolze scher Stenograph enver ein.Nord-Berltn' Abend» 9 Uhr, Yatrfi' strahe 44.— Berein der.Natursreunde' Abend» 9 Uhr im Restaurant B- ftrahc 85— Verein der Unruhftädter Abend« 8X llhr im.Äöntgstadt-»"-�» Holzmarktstrahe 72.— Verein ehemaliger F. W. Rettschlag'scher S!iMj,ff i. und 3. Donnerstag seden Monat« NN Gas« Schüler, LandSdergersis�M Abend« 8 Uhr.— Rauchklub.Aernlpihe' Abend« 8!j Udr im Restauraw�»ä- Rüdeitdorferstr. S.— Rauchklub. Srcvna' Sdd».9llbr bei Zipllntki. Rki(Wti-j(i strahe 71.- Rauchklub..Dezimalwaage" Abend« 9 Uhr im Restaur®"»�. .«rautistrahe 48— Rauchklub„Vorwärts" Abend» 9 llhr bei Herrn Küf Restaurant„Zum Amboi", BreSIauerstrahe 27.—„Orientalischer isian�o Abend« 9 Uhr im Restaurant Wiechert, Oranimftrahe 8— Rauchklub Pieve" Abend« 9 Uhr Langestrahe 70 bei Hrindois.— „kollegta" Sbendi 9 Uhr bei Thiemermann, Ekaliherslrahe 63.—, f.z-N Tchealcrgesellschast„Adserschwtnge" Sitzung Uhr Gartenstrahe 14 del-.,<1 — Munkverein„Vorwärltz" Uedung Abend« von 9—11 Uhr Neue Mitglieder erwünscht.— VergnügungSverein„Farinello" WetiM V' Sitzung Fidelitatz Jnvaltdmftratze 180. Gäste willkommen. Ausnahm' Mitglieder._ Meusys Machriihketl Vertagung de« Reichstage». Die»Bert. Börsenf� meldet m sehr beftimwlen Tone:»Die Vertagung de« tageS tritt am 14. Dezember em; Sie Vethandlungen beg' �j dann wieder am 8. Januar. Es isi nicht anzunchmech�g die zweite Lesung des Reichshausbalisetats noch 14. Dezember werde erledigt werden können. Ja, es ist' � zweifelhaft geworcen, ob die zweite Lesung des ars-tzeg roch vor Weidv achten zu erledigen sein wird- gj. Bankgesetz soll in jedem Falle noch vor den Ferien schiusi gebracht werden." Auf Grund de» Saktalisteugefetzea find in B? � schwelg die Nummern 39, 41 und 47 sowie das fchemen deS von Lüttichau herausgegebenen»Ver';� bt altes für die Maurer und Bauarbeiter Deutschland» boten worden. Depefrlien. (Molkf's Eelrgrapheu-Kureau.) Autwerpeu» 27. Novtmber. In dem Ptwß n am 6. S-pt'Mder d. I. erfolgten Explosion der Corvlial» Patronenkabrik hat das Zuchtpolizeigericht den Eigenihuw Fobiik, Corvilain, zu 4t Jabren und den Direktor dett � Delaunoy zu 1t Jahren Gesängniß verurthertt. Ausi wurde gegen dieselben unter Vrrurtheilung in die auk Zahlung einer Entschädigungssumme von 1200v erkannt. Madrid, 27. November. In der gesirigen Kammer uktärten der Minister des Janern und der# minisier, laß auf Cu'm vollsiändiae Rabe herrstbe.-„stilkl Uew-Nork, 26. November. Die SiadtLyrn(Mass�ul. � ist durch eine heuie Mittag auSgebiochene F-uerSbru. � großen TbeU in Asche gelegt worden. Zwölt Häuser oroßen Schuhsabriken, sowie der Zeniralbadnhot,..„Hb Banken, ZettungSosfisinen, Kirchen, Särulen, KludS reiche Wohnbäujcr sind nieder grbrannt. Auch mehrere find in den Flammen umgekommen. Der gesammte wird auk 10 Millionen Dollars geschätzt.-w-ldud«'� New-Uork, 27. November. Nach neueren M über dre FeuerSbrm st in Lynn find über 100.sz8<$ eingeäschert, gegen 160 Familien obdachlos uno mehr � ha> Personen beschäftigungslos geworden. Der �nr�erv emen Aufruf erlassen, in welchem er besonders fofor 6 dung von Kleidungsstücken erbittet. d- Bei Anfragen bitten wir die AbonnementS-Quittimg beizufügen. Antwort wird nicht erthellt. Zwei Mettende. Kkatttzerstr. 44. garniUen haben bei den Siadlvirordneten-Wahien � recht; Sck'afburichen Nicht. 2. Das vollendete 24. g u» Mr. 200. I. M. Als Entschädigung w«gj Loai» eines Di-nlimäochens wird 1,25 M. pro*-0H M.ficn zucteM�t; � � nächsten R-ich-wgSwA V wablbe, echt igt, weil Sie erst 24 Jahre alt P"e' atge»' Miliiärpension beziehen und steuerfter find, wäre Hinderunrsgrund. Fr. pr. Verklagen Sie die Deputrnon. Sre hat kein Recht «urückiub- hal-en. Dame bei der�K Ihnen den gan»� Verantwortlicher Redakteur: K. Erousteim in Bertm. Druck und Verlag von Mar Kudiug-tn Berlin S\V., Beuthstratze 2. dn sordmMI' nee,«P' rmullm» rftng,» i®«'J? tö er SdllW1 n Beiw» ung. J* «*«? :=>'« i'3fe, it\r idt" W* gif- -A 2. Beilage mm Berliner Volksblatt. Kr. 279. Donnerstag, den 28. November 1889. 6. Jahrg. WernehUerthM vnd Arbetter. m. Edinburgh den 6. Oktober 1889. Am Mittwoch, den 2. d. M. suchten wir zunächst in S-It- dw» on the sea, einem etwa i Stunde Elsenbahnfahrt von Middlesborough reizend gelegenen kleinm Badeort, Mr. Whil, well auf, an den wir empfohlen waren, derselbe befand sich >edoch im Ausland. Leider war auch Mr. Toyn, der Sekretär der a �wra-associaliou— von den Erzgruben— auf einer Ge- Ichäfisreife abwesend. Da derselbe gegen Abend zurück erwartet wurde, so verabredeten wir mildem zweiten Sekrerär Mr. HobbS gne Zusammenkunft für den Abend in unserem Hotel in valtbum. Wir fuhren hierauf nach MiddleSborough. wo wir w>t längere Besprechung mit Mr. Snow dem Sekretär der Hochofmleute hatten. Nachdem wir nach Saltburn zurückq* lehrt waren, fand dann am Abend noch die Zusammenkunft wit dm Herren Toyn und LobbS statt. Am Donnerstag, den 3. Oktober, fuhren wir direkt nach �nvcastle und suchten, nachdem wir unsere Sachen im Hotel untergebracht hatten, zunächst dm Mr. Reginald Guthrie, Se- »etär der miolox ownee'S of North Darham(Kohlenindustrie) leider jedoch vergebens auf, da der Herr verreist war. Von Mr. David Dale waren wir auch bei Dr. Robert «Pen« Watson, einem Rechtsanwalt, durch Schreibm einge- Mrt worden. Derselbe hat vielfach als Schiedsrichter in den Streitigkeiten zwischen den Arbeitern und Arbeitgebern der llohlenindustrie gewirkt und genießt, wie wir uns vielfach über Lugt haben, bei beiden Parteien außerordentliches Ansehen. Auch dieser Herr war abwesend; wir hinterließen dre Bitte, uns �ne Zeit für die Zusammenkunft zu bestimmen und fanden, als wir nach einigen Stundm in unser Hotel zurückkehrten, eine Einladung zum Abmdessen, um in dieser Weise ungestört rtne Besprechung abhalten zu können. Hierauf begaben wir uns zu Herrn Reichwald, dem Ver ueter der Firma Fr. Krupp in Esten, den wir antrafen, und wn dem wir außerordmtlich schätzmSwerthe Jnformationm Aieltm. Am Nachmittag fuhren wir nach Durham, um "r. Eranford M. P., dm Generalsekretär der Durham Einers association zu sprechen, den wir auch antrafen; den Abmd verlebten wir bei Dr. Watson, der in einem Vororte o»» Newcastle wohnt. Am Freitag, den 4. dS. MtS. hatten wir, unserer vorher Setroffenen Verabredung gemäß, zunächst eine längere Unter, ttdunq mit Mr. Guthrie, dann suchten wir Mr. Burt M. P, hon Generalsekretär der Northumberland miners mutual con- fident assodation, auf, an besten Stelle wir, nicht zu unserem Schaden, die beidm Sekretäre Nijon und Doung antrafen, hie uns willig alle gewünschte Auskunst gaben. Nach der mit Hirsen Herren geführten sehr langen Unterredung fuhren wir den Schiff'bauern Wigham, Richerson u. Co., Neptun- Works. in Lowalker und von da den Tone hinunter *«ch Tynemouth, um wenigstens einen Ueberblick über die JgaUtge verschiedenartige Industrie zu erlangm, die hier de- wird. In Tynemuth verlebten wir den Abend bei �errn Reichwald, der uns in freundlichster Weife zum Mittag, »en eingeladen hatte. . Eonnabend, den 5. d. M., besuchten wir zunächst Mr. KUlghi. Generalsekretär der TradeS-UnionS der Shipbuilders und Sjlennakers, eine Organisation, welche die Arbeiter dieser Kanchen im ganzen Königreich umfaßt. Sodann besuchtm wir den zgnr. Stanley, Sekretär der l'zmside and District "-abourer's Association, diejenige der umgebildeten Union der ?dgelernten Arbeiter auf. Im Laufe des Nachmittags "chrm wir nach Edinburg, wo wir dm Sonntag verlebtm. t, Da die Personen, die wir, wie vorstehend dargelegt, ge- sthen, m ihrer Lebensstellung, in ihrem Bildungsgrade und Demgemäß auch in ihrer Dmkungs- und Darstellungsart «lßerorventlich verschieden von einander waren, so ist es un- ??stl>ch, in einer allgemeinen Darstellung die erlangtm Ein- "icke wiederzugeben. . In zwei Punkten steilich können wir das Gehörte W zusammenfassen: erstens wurde ausnahmslos die Wirksamkeit der TradeS-UnionS und die Art und Weise, in Welcher nunmehr die Streitigkeiten zwischen Arbeitern und Arbeitgebern auf dem Wege ver gegenseitigen Verhandlungm durch Schiedsrichter beigelegt werdm, von beidm Seitm y* befriedigend und zuträglich betrachtet. ZveitmS wurde von dm Vertretem der Arbeiter übereinstimmend und �scheinend aus innerster Ueberzeuaung die Versicherung ge« °rben, daß ihre Beftrebungm sich nicht gegm die Arbeit- ««der bezw. das Kapital richten. Man wolle nur Ten, dem Arbeiter zukommendm Äntheil am Gewinn haben, u» llebrigm fei man von der Gegmseitigkeit der Interessen Ä�rzmgt. Wtr hatten es in den Tagen, auf welchen sich dieser Be- bezieht, vorzugsweise mit den Vertretem der Arbeiter zu und dabei Gelegenheit zu den interessantestm Beobach- du�en. Mx find sie wirklich Arbeiter gewesen, die sich selbst, »1.' HFlv>S#cUU||CTl/ worden find. i Mr. Snow, der Sekretär der Hochofmlmte beispielsweise jj? H»e Schule nur bis zum 8. Lebmsjahre besucht; als er sie J*"eß, konnte er lesen und etwas addiren, aber nur sehr ■t�gelhast schreiben. Vom 8. Jahre hat er in der Landwirth- dann 4 Jahre in London gearbettet. Auf die Kunde nll h«n besterm Verdimst der GmbmarbeUer begab er sich Cleveland. Hier hatte er sich durch dm Besuch einer schule so fortgebildet, daß er sich bald in Bethätiaung ort»«! Organisation gerichteten Bestrebungen seiner Mit- �°«ter ausgezeichnet und vor ca. 6—8 Jahren von dm Hochofm- htrufm wurde, als ihr Führer oder, wie es heißt, eine Organisation unter ihnen zu Stande zu �D.rse Aufgabe hat Snow, wie er sagt, ohne auf ftgend bösen Willen oder auf Widerstand sertmS der Arbeit- T-.? iu ftoßm, erfüllt. Gegenwärtig ist Snow Mitglied des «Tu cia£4 von Middlesborough, in welcher Eigenschaft er uns, bj. j�b'barer Befriedigung das wirklich schöne Stadthaus und hol." bemselbm befindliche und von der Stadtbehorde unter- enth�i?»sientliche Lelehälle und die mehrere tausmd Bande z?Udeöffmtliche Bibliothek zeigte......« Drades-UnionS der Hochofmlmte richtet ihre Be- beite. � uur auf die Lohnfrage; mit Versicherung der Ar« �Nom'rgend einer Form beschäftigt sie sich nicht. Mr. Ttow �»nte w dieser Beziehung, daß die Aufgabe der her..�'Umons darin bestehe, Streiks zu vermeidm, nicht solche sbe» Arrusen oder zu begünstigen. Sammeln die TradeS-UnionS Fonds an, wie solches gewöhnlich mit dem gleich- der Versicherung der Fall sei, so werde dre sill, �una Streiks anzufangen vorhandm und es werde die- wm To größer sein, als eine Trmnung der Fonds, dm verschiedmen Zweckm der Verfichemng mtsprechmd, nicht statte finde, und der allgemeine Fonds daher leicht zu Streikzwecken verwendet werden könne. Daß Snow gewillt ist, auch die berechtigtm Jnteressm der Arbeitgeber zu achten, ging aus einer seiner Antwortm recht schlagend hervor. Von unserer Seite war bemerkt «ordm, daß die TradeS-UnionS wohl soviel an Lohn zu erlangen suchm, wie nach Lage der Verhältnisse irgend möglich sei. Lebhaft, fast erregt, wurde dies von Snow mit dem Hinweis darauf bestritten, daß der Unternehmer immer feinm gutm Verdienst haben müsse, da er anderm Falles sich zurückziehen und fem Kapital anderswo verwenden würde dies aber müsse nachtheilig auf dm Stand der Arbeit wirken. Mit der Sozialdemokratie, von welcher er nur unklare Begriffe hatte, wollte Snow nichts gemein habm. Zum Be weise dessm führte er an, daß er jetzt gerade bemüht sei, die Dockarbeiter in Middlesborough im Sinne der TradeS-UnionS zu organisiren, wesentlich zy, dem Zweck, sie nicht in die Hände von BurnS fallm zu lassm: Von Toyn und HobbS, den Sekretären der Vereinigtm Gmbmarbeiter in dm Eismdistriktm, wurde uns im Wesenl liehen nur bestätigt, was wir bisher bereits gehört hatten. Bei den Leuten war der Arbeiter noch vollkommen anzusehm, sie waren aber sehr gut über die für sie maßaebmden Vm hältmsse unterrichtet. In Mr. HobbS, einem älteren Manne, lerntm wir einen Idealisten kennen, der seine Aus gäbe in der That als Wobstahrt nach allen Seitm ar- bettend, auffaßte. Höchst auffällig war uns bei zufälligem Hinweis auf den Streik in Westfalm die Bemerkung des Mr. Toyn, daß die westtälischm Grubenarbeiter vor Ausbruch de» Streiks mit dm Grubenarbeitem in England in Beziehung aestandm hatten. Wir wollen jedoch hier gleich bemerkm, daß solche Beziehungm von Mr. Crawsord, dem Generalsekretär der Grubenarbeiter in dem bedeutendsten Steinkohlmbezirke Englands, m Durham, entschiedm in Abrede gestellt wurde. In Dr. Watson lerntm wir einen hochgebildeten, feinm Engländer, einm Gmtleman in des Wortes voller Bedmtung kmnm. Freilich hat uns die höchst anziehmde Unterhaltung und die geistreiche Schllderung der bestehmden Verhältnisse nicht viel thatsächliches, namentlich nicht nmes Material ge- bracht. Dennoch kehlt es nicht an höchst interessantm und er- wähnenSwerthm Miltheilungen. So schilderte er u. A. dm unter den englischm Arbeitern herrschenden außerordmtlichm BildungSdrang, für welchen er ganz merkwürdige Beispiele anführte. So warm ganz zu« fällig an einem Abmd 8 oder 9 Arbeiter, die sich Rath bei ihm holen wolltm, mit 2 Profestoren aus Oxford zusammen. getroffen, welch' letztere, erstaunt über diese Begegnung, sich anfänglich sehr reseroirt verhallen hatten. Zufällig sei die Rede auf ein, erst vor einem Vierteljahr erschimeneS staatspolitifches, schnell berühmt gewordenes Werk von Seely gekommen; da stellte sich heraus, daß alle diese Arbeiter das Werk nicht nur gelesen, sondem auch dm Inhalt verftandm und über denselbm so nachgedacht hatten, daß sich hieran eine etwa dreistündige höchst interessante Unterhaltung über da» Werk geknüpft hatte. Das Erstaunen der Herrm Professoren schilderte Doktor Watson in drastischer Werse. Derselbe theilt uns als Beispiel noch einm weiterm Fall mit. Die Arbeiter verschiedener Orte des Bezirks lassm sich auf ihre Koftm im Winter junge Gelehrte kommen, die ihnm Vorlesungen halten müssm, gewöhnlich 12 über einen gewissen Gegenstand. Im vergangmm Winter wurde ein solcher Zyklus von Vorträgm an einem Orte über Geologie gehaltm. Da kämm au» einem anderen etwa 5 Meilen(englische) entfernt gelegenen Orte, in welchem die das erforderliche Geld nicht aufzubringen hatten, regelmäßig 2 Arbeiter, natürlich zu dm Vorlesungen, um am nächstm Abmd ihren Ko gut sie konntm, mitzutheilm, was sie gehört halten. In der That scheint, ganz abgesehm von dm sehr begabtm Führem der Arbeiter, das Bildungibedürfniß bei den ge« ringerm Klassen de» englischm Volkes nicht unbedeutend zu sein, sicherlich wird von diesm Klassen mehr gelesen, als unter glerchm Verhältnissen in Deutschland. Ob aber der Umstand, daß Jedermann hier fast jedm freien Augmblick benutzt, um seine Zeitung zu lesm, der Arbeiter, der Gepäckiröger, der Heizer wie der Maschinist auf der augmdlicklich stehenden Lokomotive, als ein Zeichm des Bildungsdranges anzu- sehen ist, erscheint un« doch sehr ftaglich. Hier fällt der Umstand wesmtlich in» Gewicht, daß, abgesehm von den we- nigen großen und führmdm politischen Blättern, die meistm malischen Zeitungm fast gänzlich ausgefüllt find mit SmsationS- und Klatschgeschichtm und mit bedmtungSlosm Lokalberichtm. Es ist wohl möglich, daß dieser Stoff da« Lesm der Zeitungen so allgemein gemacht hat. Immerhin aber wird der Arbeiter, außer dem unsrucht. baren S'off in seiner Zeitung doch hin und wieder auch Anderes fiadm, was geeignet ist, ihn geistig anMegm und feinm Gesichtskreis zu erweitern. Selbstverständlich richtete sich das Gespräch auch auf Dr. Watson'« Thätigkeit als Schiedsrichter bei Lohnstreitigkeiten, auf welche Thätigkeit da« grobe Ansebm zurückzuführen ist, da» der Gmannte in dm betreffmden Kreism genießt. Dabei meinte er, daß nur derjmige Schiedsspruch Ausficht habe, von beidm Parteim anerkannt zu werdm und dm Streik abzuwenden, der in feinfühligster Weise alle beftihendm und für die Gestaltung des Lohnes maßgebendm Umstände berück- sichtigt. Dr. Watson vermied es anscheinendZ absichtlich direkt auszusprechen, daß der Schiedsspruch einfach darauf Rückficht zu nehmen habe, auf welcher Seite gerade nach der Lage de« MarkieS und der wirthschastlrchen Verbältnisse, die größere Macht liege; au« feinm umschreibendm Wortm ging e« jedoch beutlich hervor, daß et tha sächlich so sei. Auch dieker hochgebildete Mann hatte noch nicht vermocht, sich eine richtige Vorstellung von unserer kontinmtalm Sozialdemo« kratie zu machm. Mit derselbm bringt er lediglich da« Strebm in Verbindung, den Staat zum Eingreifm in die Arbeiter- Verhältnisse zu veranlassm, ein Streben, welche«, wie er zugiebt, auch in England mehr und mehr Bodm gewinne. Als wir die Ziele der kontinmtalm Sozialdemokratie, und die Mittel, derm sich dieselbe zur Verwirklichung ihrer Abfichtm bedimt, darleqtm und unsere Anficht aussprachen, daß für England die Gekahr des Eindringen» solcher Jdem nicht auSgeschlossm sei, riefen wir damit nur ein fast ungläubiges Lächeln und die zuversichtliche Behauptung hervor, daß der Charakter de« eng- lischm VotkeS diese Gefahr gänzlich ausschließe. Ja dieser Werse urlheiltm noch alle über dm Arbeitern stehende Per- sonm, die wir bisher gesprochen habm, und auch die meistm Arbeiterführer selbst. E« ist un« nicht erinnerlich, ob wir in unserem»weitm Berich ie die Bemerkung de« Mr. Hugh Bell heroorgehobm haben, daß die Arbeiter früher ausschließlich radikal oder liberal gewählt hättm, daß aber bei dm letztm Wahlen viele Arbeiter n da« konservative Lager übergegangen seim. Mr. Hugh Arbeiter vermocht fuß, zu egm, so Bell bezeichnete diesm Vorgang als unerklärlich und Staunen erregend. Dr. Watlon führte denselben auf die das National« gefuhl verletzende Politik Gladftone's in Bezug aus Irland zurück; er meinte aber, daß diese Erscheinung nicht lange vor« halten werde, da die natürlichm Verhältnisse dm Arbeiter stet» drängm werdm, sich der liberalm bezw. radikalm Partei an- zuschließm. Wir könnm nicht umhin, hier nochmals hervorzuhebm, daß der bei Dr. Watson verlebte Abend uns außerordmtlich viel Interessantes gebotm hat, und daß wir gmußreichere Stunden bis dahin in England kaum verlebt hatten. In dem Generalsekretär der Gmbmarbeiter von Rord- Durham, Mr. Crawford, der auch Mttalied des Parlament» ist, fandm wir einm bereits bejahrten Mann, der von der neuerm Entwickelung der T ades-UnionS an als erfolgreicher Führer thätig ist. Er tritt mit dem unverkennbaren Be- wußtsein der Macht auf, die er als Führer von 40000 Arbeitern besitzt und fein außerordmtliches Selbst« bewußtsein äußerte sich drastisch in der Art, wie wir von ihm empfangm wurden und wie er sich in der Unterhaltung äußerte. Angmscheinlich war ihm die Begeg- nung mit uns nrcht angmehm und wenn er uns überhaupt Rede stand, so verdankten wir die« nur dem Ansehm und der Achtung, welche Herr David Dale gmießt, der un« em- pfohlm hatte. Thatsächlich hörten wir auch nicht viel Neues. Crawford schilderte uns die Ocaanisation seiner Union, welche, wie bereits bemerkt, 40000 Mitglieder umfaßt, die sich auf 190 Unter« verbände, sogenannte Logen, veriheilm. Die Mitglieder zahlen wöchentlich 3 Pen« Beitrag, wofür sie im Falle der Arbeits- losigkeit 10 Sh. wöchentliche Unte, stlltzung et halten. Wollen die Mitglieder sich auch nne Unterstützung im Falle der Cr- krankung sichern, so mussm sie weitere Beiträge zahlm und zwar erwerbm sie sich durch 3 Pence mehr ein Krankengeld von 5 Sh. die Woche, durch 6 Pmce mehr ein solches von 10 Sh. Von Juni 1888 bis dahin 1889 hat die Union de« Mr. Crawford eine Einnahme von 37 785 Pfd. Strl. 4SH. OPence und eine Ausgabe von rund 30 000 Ptb. Sterl. gehabt, sie befitzt einm Bestand von 42000 Pst». Sterl. Mr. Crawford schilderte uns dann noch die un« fteilich bereits bekannte Art und Weise, in welcher die Lohn- und andere Streitigkeitm durch Verhandlung mit dm Arbeitgebem beigelegt werden. Die Frage, ob irgmd eine Hinneigung zur Sozial« demokratie in unftrem Sinne in seiner Union, wie der den TradeS-UnionS überhaupt bestehe, verneinte Mr. Crawford mit großer Entschiedmheit. BurnS bezeichnete er als einm rabiatm Sozialiften, mit dem er nichts zu thun haben wolle, von dem er auch nicht annehme, daß er sich aufrichtig gemäßig« term Ansichten zuwendm könne. In Bezug auf die Haltung der TradeS-UnionS, mindesten« derjmigen der Grubenarbeiter, war uns aber doch der folgende Umstand von nicht geringer Bedeutung. Die Trabes-Union« der Erz- und Kohlen-Grubmarbeiter in den v-rschiedmm LandeStheilm habm eine durch Deleairte gebildete Vweinigung in„The Miners' National Ui Ion of Great Britain," Diese Hai für dm 8. d. MtS. eine allgemeine Veisammlung nach Bir- mingham einberufen und als 4. Punkt folgendes auf die Tagesordnung gesetzt: „Die Repräsmtantm der Grubmarbeiter, welche dem jüngsten Arberterkongreß in Paris beigewohnt habm, haben dm dringmdm(strong) Wunsch geäußert, daß ein internationaler Kongreß der Grubenarbeiter m Eng. land abgehalten werdm möge und in gleicher Weite beschlossen, von der Miners' National Union of Great Britain zu verlangen, daß' sie es übernehme, einm solchm Kongreß zu berufen zu einer Zeit und nach einem Ort, der ihr geeignet erscheinm sollte. Der Zmtral-Ausschuß der genannten Assoziation, welcher diesen Gegmstand als einen solchen von grober Bedeu« tung erachtet, hat Herrn W. Ccawferd, M P. und Sern» Joseph Toyne ernannt, um die Frage vor die onfermz zu brmgm, von dem Gesichtspunkte au» der- selbm die Sympathie und Unterstützung der Konfermz zu sichern:* In diesem Vorgange, von welchem wir au» einem Pipier Kmntniß erhalten, da« un« Mr. Crawford mtt anderm Papieren übergab, erblicken wir eine, wmn auch vielleicht un« bewußte Hinneigung zur internationalen Sozialdemokratie. Wir hatten die Gmugthunng später zu härm, daß diese Ansicht, wmn auch nur vereinzelt, auch von Engländern getheilt wird. Mr. Crawsord wurde erst, so zu sagen, zuthunlicher als er un« nach Beendigung der Besprechung in dem Geschä'tSdause der Union herumführte. Diese» Hau», zu welchm noch verschiedme Nachbargrundstücke gehören, ist nach mglischm Verhältnissen sehr geräumig; eS mthatt die nöthigen, sehr gut eingerichtetm Bureauiäume, Konferenzzimmer und einen großm Sitzungssaal. An der Front de« Hau'e« ist das lebensgroße Marmorstand- bild eines Mannes— Mac'onald ist sein Name— ange« bracht, der bereits vor ca. 50 Jahrm für die Organisation der Gmbmarbeiter gewirkt hat. Auch in dem Sitzunggsaa e find verschiedene, fteilich von sehr untergeordneter Kunst erHand an- gefertigte Marmorbüften und Portrait» von Arbeitern, die sich um die Organisation verdient gemacht haben, angebracht. Kurz alle« zeigt, daß die Arbeiteroerbindung über große Mittel zu gebieten hat, wa« auch au« dem Umstände hervorgeht, daß die- selbe jährlich mnd 30 000 M. für Formulare und sonstige Dmck- fachen ausgiebt. In Bezug auf die äußere Repräsmtation leistet aber auch die Vereinigung der Grubenbesitzer wirklich Großartiges. Ihr Vereinshau«, welches wir am folgendm Tage bei dem Besuche de« Sekretärs, Herrn Guthrie, kennen lernten, gehört zu dm schönsten und größtm in Newcastle. Auch dieses mthält schöne Büreauräume, einen Sitzungssaal, einm Saal für Vor» lesungm und eine auffallmd große Zahl von Kon- ferenzzimmern, in dmm die Arbeitgeber und Ar« bester bei dm Versammlungm der oemeinsamm Komitee'« mtweder zusammm oder getrmnt Konferenzen und Be« sprechungen abhaltm könnm. Eine S.hens Würdigkeit ist die große, hochgewölbte Halle, welche die Bibliothek de» Vereins mthält. Auch von Herrn Guthrie haben wir wesmtlich Reue« nicht in Erfahrung gebracht.� In Anbetracht der wichtigm Stellung diese« Manne» als Sekcelär der Grubenbesitzer und der Kmntniß der Verhältnisse, dre wir bei ihm voraus- etzm müssm, erscheint e« wohl angebracht, hier noch« mal« speziell hervorzuhebm, daß nach seiner Versicherung die Gmbmbefitzer mit dem bestehmden, durch di« Trades-Union« leschaffmm Zustande vollkommen einverstanden find; daß die Befürwortung bezw. Berufung eine« rnternaiionalen Kongresses der Grubmardester ein erster Schritt zur intemationalm Sozial« demokratie sei, wurde auch von Mr. Guthrie zugegeben. Die Gmbmbefitzer hättm aber durchaus keine Neigung, auch keine Veranlassung, sich um solche Sachen zu kümmern, oder sich gar in diese inneren Angelegenheiten der Tradeö-Unions hinein- zmmDen. Ä Bei den Herren Nixon und Poung, den Sekretären der„kiortdumberlaiul miners mutual conßdent association"— den Generalsekretär Mr. Burt hatten wir, wie bereits gesagt, nicht zu Hause gefunden— muhten wir zunächst selbst eine größere Reihe von Fragen beantworten, aus denen wir er« kannten, daß namentlich Mr. Doung die Bei hältnisse in Deutsch- land mit großem Interesse verfolgt. Hier, wie bereits in mehreren anderen Fällen, hatten wir Gelegenheit, die an- scheinend in England allgem in verbreitete Ansicht zu be« richtigen, daß die Führer des Streiks der westfälischen Gruben- arbeiter verhaftet worden seien, lediglich weil sie eben den Ausstand geleitet hatten. In Bezug auf die Sozialdemokratie erklärten beide Se- kretäre, entschiedene Gegner derselben zu sein. Mr. Boung gab aber unbedingt zu, daß sich die Anbänger der inter- nationalen Sozialdemokratie bereits in den meisten, wenn nicht in allen TradeS-UnionS befinden, und daß die Zahl derselben im Zunehmen begriffen sei; auch er hielt den geplanten inter- nationalen Kongreß der Grubenarbeiter für ein sozialdemo- kratischeS und demgemäß gefährliches Unternehmen. Dr. Watson, den wir später noch einmal zu sprechen Gelegenheit hatten und dem wir diese Aeußerung des Mr. Voung mittheilten, bezeichnete diesen als einen sehr weit- gehenden Pessimisten. Wir wollen die Frage nicht weiter er- ortern, ob nicht Dr. Watson mit allen uns bisher be- kannt gewordenen Arbeitgebern in Bezug auf die von der So- zialdemokratie drohenden Gefahren als arge Optimisten be- zeichnet werden könnten. Mr. Pouna gab uns ein interessantes Bild von der Ent- Wickelung der Assoziation und von den Schwankungen in der Zahl der Mitglieder, welche sich, je nach dem besseren oder schlechteren Gang der Industrie, eingestellt haben. In Bezug auf die Regelung der Lohnfrage gab er an, daß die Arbeiter durchaus nicht immer den Führern folgen. Dies habe sich namentlich gezeigt, als nach dem großartigen Auffchwunge in den ersten siebziger Jahren der schwere Rück- gang eintrat. Sie, die Führer, hatten die Noihwendigkeit er- kannt, die von den Grubenbesitzern verlangte Herabsetzung der Löhne anzunehmen. Die Arbeiter aber waren nicht zu über- zeuaen und die Folge war der verderbliche Streik im Jahre 1876.— Mr. Doung machte uns auch nicht uninteressante Mitthei- lungen über den augenblicklichen Stand des D u r ch s ch n i t t s- Verdienstes der Grubenarbeiter in Dmham und Northum- berland. Derselbe beträgt: in Durham in Northum- berland 5 sK. 8 d. 4* 1* 3» 6» für Hauer in 8 stündiger Schicht 5»K. 2 d. „ Schlepper* 10„„ 4„ 2\„ „ Pferdetreiber«10« ,, 3„ 6„ « Schlepper«11«« 4«7« « Treiber«11«« 3«3« Die Hauer erhalten außerdem freie Woh- nung und freie Kohle. Für ein HauS ist in ländlicher Gegend im Uebrigen eine Miethe von S bis 6 Lstrl. für das Jahr zu zahlen, in den Städten, besonders m Newcastle steigt die Miethe bis 8, selbst auf 11 Pfd. Sterl. Diese Angaben stimmen mit denjenigen Lberein, die wir von Mr. Guthrie erhalten hatten. Die Assoziation der Grubenarbeiter von Northumberland betreibt keine Kranken- oder Unfall- und Invalidenversicherung; hierfür besteht eine andere, dem Gebiete der Artend ly Sodeties, angehörende Verbindung, die„k�orrkuiud-rlalld und Ourkam permanent rdief." Bisher hatten wir nur das Urtheil von Arbeitgebern gehört, die in einigem Zusammenhange mit der von den TradeS- Unions ausgegangenen Bewegung und mit dem ganzen Aus- gleichSverfahren bei vorkommenden Streitigkeiten standen; es war uns daher sehr erwünscht von Dr. Watson eine Einführung für die Herren Winham. Richerson u. Co., Eizenthümer der großen Schtffsbauanstalt Neptun Works, zu erhalten, welche soweit wir erfahren konnten, aktiv an der Bewegung wenig oder gar nicht betheiligt sind.> Die Unterhaltung mit Herrn Richerson konnte von uns in deutscher Sprache geführt werden, während er sich der englischen Sprachebediente. Unsere auch hier wieder angebrachte Frage, oh der jetzige Zustand für die englische Industrie günstig sei, bejahte er entschieden. Wir erwiderten hierauf, daß, nach unserer Kenntniß der Sache, die Löhne von den Trades-Unions doch entschieden in die Höhe geschraubt seien, worunter die Kon- kurrenzfähigkeit der englischen Industrie doch unzweifelhaft ae- litten haben müsse. Dieser Annahme gegenüber bestritt Mr. Richerson entschieden, daß die TradeS-UnionS im Stande seien, die Löhne willkürlich zu erhöhen beziehungsweise auf hohem Stande zu erhalten. Bei keiner Klasse seien in neuerer Zeit die Löhne so sehr gestiegen, wie gerade bei den Domestiken beiherlei Geschlechts, welche doch in keiner Weise organisirt seien. Aus diesem Vockommniß gehe hervor, daß der Lohn sich lediglich nach der Lage des Arbeitsmarktes richte und diesem Gesetze müßten sich auch die TradeS-UnionS unterwerfen. Im äußersten Falle könne es den Trades-Unions gelingen, einen ihnen günstigen Zustand länger, als es das vorstehende Gesetz eigentlich gestatte, festzuhalien und demge- mäß eine ungünstige Wendung länger aufzuhalten. Mit dem Hinweis auf die Thaisache, daß diejenigen Industriellen, welche mit den TradeS-UnionS ihrer Ar- beiter zur Regelung der Löhne eine sogenannte glei- tende Skala vereinbart haben, verpflichtet seien, den Rechnungsrevisoren der Arbeiter zur Feststellung der Verkaufspreise ihre Bücher vorzulegen, richteten wir an Mr. Richerson die Frage, ob er sich auch dazu verstehen würde. Er antwortete, daß in seiner Industrie keine gleitende Skala bestehe— was uns bekannt war—, daß die Arbeiter eine ähnliche Forderung an ihn noch nicht gestellt hätten, daß er aber durchaus nichts darin finden würde, einer solchen Forde- rung nachzukommen. Im Uebrigen machte er un« detaillirte Mittheilungen über die Organisation den SchiffSbau-Arbeiter, die sich später jedoch als nicht ganz zutreffend erwiesen haben; denn die An- gaben, die wir am folgenden Tage von Mr. Knight, dem Generalsekretär der ünhed Society of Boilerrnakers and iron SKipbniiders, erhielten, lauteten in manchen Beziehungen doch ander».. Diese Union umfaßt die sämmtfichen, den«wähnten Kategorien angehörigen Arbeiter, gegemvarttg ca. 33 000, da sich die der Vereinigung angehörenden Arbeiter wetgern, mtl nicht uniirten Leuten zu arbeiten, so stehen nur äußerst wenige und zwar die schlechten, die zu 2 und 3 Mann B-schafiiMng auf ganz kleinen Werften oder in Reparaturw er. statten stnden, außerhalb der Vereinigung. Die gesammte Ennahme der Union betrug rm Jahre 18»» 84425 Psd. Sterl. 15 Eh.,.an angesammeltem Kapital besaß dieselbe 53028 Pfd. Sterl. In der Schiffsindustrie ist die Einführung einer gleitenden Skala zur Regelung der Löbne nicht möglich, weil die Arbeiten vielfach verschieden find. An die Stelle der Skala hat daher die Union ein System außerordentlich detaillnt ausgearbeiteter «»nrMnke für alle vorkommenden einzelnen Arbeüen mit den R�reiniaunaen der Arbeitgeber vereinbart, nach welchen der Ä>hn?. n°ch den Umständen projentwe.se erhöht oder ver- ändert wird Bemerken-werth ist her Umstand, daß d.e vor 4 Jahren auf den niedrigsten Stand herabgedrucklen Lohne, die vereinbarten Sätze noch nicht Der einheitlichen Orgam atwn der Sch'ffsbauarbnter steht ein- a�ch- Oraanffation�er Arbeitgeber noch nicht gegenüber. Zur Herbeiführung einer solchen soll aber in den nächsten Tagen eine V-rsammlung der SchiffSbcmer statifinden. Schließlich hatten wir gestern noch eine außerordentlich interessante Beaegnung mit dem Sekretär Wm. Stanley der ganz neugebildeten Trabes UmonS d«r«ungelernten Ardriter�, also der Tagelöhner, Platzarbeiter und der Handlanger der gelernten Ar beiter und Trabes- Unionisten. Mr. Stanley halte aug«nscheinlich noch bi» vor ganz kurzer Zeit gearbeitet; er muß dabei aber auch sehr viel und mit Elfolg ftudirt haben, denn er kannte die h-upl sächlichsten natwnalökonomischen Schnftstell-r seine« Laaves und hatte sie, wie seine sehr klaren AuSsührungen zeigten, auch verstanden. DcS traurige Schicksal der«ungelernten Arbeiter" hatte ihn zu diesem Studium geführt. Wie er sagte, hätten die ge lernten Arbeiter mit Hilfe ihrer TradeS-UnionS bei all-n Lohn erhöhungen Alles für sich inAnspruch genommen, für die theilweise in Lohn bei j-nen st hmden ungelernten Arbeiter wäre nichts abgefallen. In bdonderS flotten Geschäftszeilen, wie gegen wärtig, Hobe sich bei steigenden Lebensmittelpreisen die Lage der ungelernten Arbeiter sogar verschlechtert. Das habe ihm Veranlassung zur Bildung einer TradeS-UnionS der«unae- lernten Arbeiter" gegeben, welcher sich bereits etwa 12 000 Ar- beiter im Distrikt angeschlossen hätten, auch seien bereits recht erfreuliche Erfolge erzielt worden. Der Mann war von seiner Sache begeistert und äugen scheinlich ein geübter Volksredner, denn er sprach zu un», wie von der Rednertribüne. Unsere Frage, ob seine Organisation im Zusammenhange stehe mit dem Streben de» Leiter» beim Londoner Docka, beiter- Streik, die ungelernten Arbeiter im ganzen Königreich im sozialdemokratischen Sinne zu organifiren, verneinte er-nt- S hie den. Er schilderte uns in vollkommen zutreffender Werse ie Ziele der internationalen Sonaldemokratie— zum ersten Male hörten wir das von einem Engländer—, versicherte uns aber, daß, wenn die sozialdemokratischen Lehren auch srüher anziehend für ihn gewesen seten, sein Studium ihn doch dahin geführt habe, sich von der Sozialdemokratie abzuwenden. Jetzt erkenne er, daß Kapital und Arbeit zusammen- gehören, daß eS unrecht sei, die Arbeitgeber und das Kapital anzugreifen. Diese Versicherungen waren zwar von einem Arbeiter gut vorgetragen, sie kamen uns aber doch ziemlich verdächtig vor, denn mit anderen Papieren wurde uns auch eine kleine Wochenschrift«Tkde Labour Elector* übergeben, welche an der Spitze eine Sentenz von Karl Marx trug und das Porträt und die Lebensbeschreibung von Berjamin T'llet, dem zweiten Führer im Lonvoner Streik brachte; Porträt und Lebens- beschreibung von BurnS war für die nächste Rummer angemeldet. Wrr waren nicht im Stande, den Widerspruch aufzuklären, da wir die Entdeckungen bezüglich der Wochen- schrift eist im Koupee auf dem Wege nach Edrnburg machten. Es wäre aber nicht unmöglich, daß sich unter der Leitung eines sehr geschickten Mannes hier eine kräftige sozialvemokratische Vereinigung unter den Augen derjenigen Männer gebildet hat, die da» Eindringen der Sozialdemokratie für unmöglich erachten. Wir haben bisher nur günstige llrtheile über die Thätig« keit der Trades-Unions zu berichten gehabt; den Heuligen Bericht wollen wir mit dem ganz enlgegenoesetzten llrtheile des Vertreters der Firma Fr. Krupp, Herrn Reichwald, schließen. Derselbe ist seit langen Jahren und in umfangreicher Weise als Geschäftsmann in England thätig und nach dem Eindruck, den er macht, muß er wohl im Stande fein, scharf zu beod- achten und richtige Schlüsse aus dem Beobachteten zu ziehen. Herr Reichwald behauptet, daß die Trade« Unions und deren Treiben der englischen Industrie entschieden Schaden zu- gefügt haben, indem sie derselben die Konkurrenz in und mit dem Auslande erschwert haben. Ohne diese Eischwerung würde es namentlich der deutschen Industrie nicht gelungen sein, gegen die englische Jndustiie aufzukommen, ja einen recht er- heblicken Absatz auf dem englischen Markt selbst zu finden. Dies Vordringen Deuijchlands werde von den englischen Geschäftsleuten mit äußerst scheelen Blicken angesehen. Daher sei die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß man die Trade«- Union« und ihr ganze« Gebahren so herausstreichen, um Deutsch. land zu veranlassen, ähnliche Einrichtungen auch bei sich einzu- führen. In diesem Schritte aber würde Herr Reichwald einen außerordentlichen Nachtheil für die deutsche Industrie erblicken. Die TradeS- Union« oder ähnliche Einrichtungen, die geeignet find, die Stellung der Arbeiter immer machtvoller �u gestalten, würden auch m Deutschland wesentlich zur Steigerung der Löhne beitragen, damit die deutsche Industrie konkurrenzunfähig machen, sodaß sie die schwer erworbenen Positionen wieder auf- geben müßte. Aus diesen Gründen warnte Herr Reichwald aufs Nach- drücklichste vor der Uebertragung der Tradee-Union» oder ähn- licher Verhältnisse auf Deutschland, wenigstens solle man de- strebt sein, sich so lange wie möglich vor der> selben zu be- wahren. Bei diesen Auseinandersetzungen fielen uns die Worte ein, welche un« Mr. Hugh Bell nachrief, als wir uns von ihm ver- abschiedeten; er meinte, e« würde höchst wünschenSwerlh sein, wenn die Löhne in Deutschland recht bald die Höhe der eng- fischen Löhne erreichen möchten. gez. Dr. B e u m e r. gez. H. A. B u e ck. gez. E a r o n. gez. Möller. Depfnittiirlungcn. Di- allg-m-i«- Kkuhlarb-tt-r.N-r-i»ig««g hielt am Montag Abend u ter dem Vorsitz de» Her-n Lehmann, Wein- straße 11, eme stark besuchte Versammlung ab. Man hörte einen Vortrag de« Herrn Paul Wagner über den«achtftündi- gen MaximalarbeitStag". Die Verkürzung der Arbeitszeit an sich bezeichnete der Referent als eine nothwendige Konsequenz de« semerzeit vom Fürsten Bismarck im Reichstage anerkannten Rechts aus Arbeit. Die Arbeit ser aber auch eme Pflicht, von welcher nur entbunden sei, wer von der Arbeit anderer lebe. Wer sich in dies« glücklichen Lage nicht befinde, trotz- dem aber nicht arbeite und infolge dessen unt«standslos fei, w«de zur Zwangsarbeit in die KorreklionShäus« gesteckt. Diese Schmach sei für die davon Betroffenen umso größ«, da sie an ihr« UnterstandSlosigkeit völlig schuldlos wären; sie könnten daher-«langen, daß ihnen m d««Freiheit" Arbeit in ausreichendem Maße zu Thnl werde. Redn« untersucht nun, ob bei 8 stündiger Arbeitszeit da« Volk seine Bedürfnisse einschränken müßte und kommt zu dem Schluß, daß die» nicht der Fall wäre, da d« durch die V«kürzung d« Arbeitszeit entstehende Ausfall an der Produktion durch größ«e Intensität der Arbeit, technische Verde ssnungen und Hinemziehung d« jetzt gezwungenermaßen Feiernden in den Produktionsprozeß reichlich Deckung finden würde. Doch selbst wenn die» nicht eintrete, die Arbeit« ab« dennoch den achtstündigen Arbeitstag verlangten, läge kein Grund zur Ablehnung dies« Forderung vor. Denn die Arbeit«, al» die Schlechtestgestellten, hätten am meisten unt« d« Verminderung der Produktion zu leiden, auch wenn sie, als der weitaus größte Theil de« Volke» damit einv«standen wären, müßten es die anderen Bevöcke- rungsklassen«st recht fein, umlomehr, da viele von ihnen, so verschiedene Beamteukategorten, sich seit langem ein« noch kürzeren ArderiSzeit«freuten.~ 0"' d« Wirkungen über da« Kapital ausübe««-,.- sein könnten. Heut würden die geschüstlichen Auftrage so wert wie möglich hinausgeschoben, wnl die Auftraggeber wüßten, daß d« Unternehmer nöthigenfalls die Arbeitszeit»«längern, wodurch die Aufträge doch ihre Erledigung fänden. Auf oiese Werse w«de die Saison imm« kürzer und die Krile im«« läng«. Da ab« d« Lohn in d« Krise imm« mehr sinke, al» « in d« Saflon steige, müsse da» Arbeittttinkommen»ou Jahr zu Jahr gering« w«den, ein Vorgang, da dem Arbeit« die Ueberwindung der Krisen im»« schwieriger mache. Also gerade, wenn diese Krise«n längsten, sei d« Arbeiter am wenigsten widerstandsfähig. De aber die Arbeiter nicht verhungern wollen, würden sie j» einem verzweifelten Schritt getrieben««den, entweder sie»er- greifen sich an den Maschinen, al» den vermeintlichen Urhebern rhrer Noihlage, und kernten eine kleinbürgerliche Produktion»- weise in zweit« Auflage vor, die sich dann allmählig wird« zur Großproduktion auswächst, so daß man nach fünfzig Jahren vor demselben Dilemma steht.— oder sie schonen die Maschine«, erklären sie einfach als ihr Eigenthum und nehmen die Leitunz d« Produktion in ihre Hände. Diese» gewaltsame Ende»er kapilalrstischen Produktionsweise würde ab« selbstvnständlrch fiüh« eintreten, als andernfalls das natürliche. L-tztereS könne aber durch eine mit d« Zunahme der Produktion Hand>» Hand gehende Verkürzung dir Arbeitszeit erreicht werden, wo- durch der Kapitalismus zur höchsten Entwickelung gelangen, alsdann aber auf natürfiche Weise absterben würde. Redn« zeigt dies an einem recht einfachen Beispiel. Da die Zahl d« Kapitalisten sich imm« mehr venmgert, sei anzunehmen,«»» die gesammte Produktion eines Lande«, bei ungestört« E«� Wickelung, einst m den Händen eines einzigen Manne» sich b> finden wnde. Dann sei der Tod d« kapitalistische» Produktionsweise nahe. Wenn beispielsweise d« St«« au« einem Unternehmer und hund«t Arbeiter« stände, diese hundert Arbeit« täglich 100 Thaler v«die«te» und d« Unternehmer ebenso viel, würde die gesammte Pe»- duktion eines Tages 200Thlr. kosten. Würden die verdiente» 200 Thal« voll ausgegeben, so könnten Konsumfion und Pf»' dukiion bis in alle Ewigkeit sich dre Wage halten. Allein dies geschieht nicht. Die Arbeit« geben wohl ihre 100 Thal« a»»e der Unternehmer von den seinen aber vielleicht nur 50.•• muß also notdwend'g ein Viertel d« Produkte übrig bleibe»- Weder durch Reduzrrung der Arbeitszeit und d« Arbeiten zahl, noch d« Arbeitslöhne sei dies zu vnmeide» denn durch jene Maßnahmen würde da« Arbeiter einkonivtej reduzirt, folglich auch die Kauskrast der Arbeit«, das Ue»» also noch vnschlimmnt. D« Unternehm« würde also gn zwungen, gleich den Arbeitern sein Einkommen voll und g«*l auszugeben, entweder durch den Kauf von Konsumartt kein über seinen Bedarf hinaus, oder durch Erhöhung der Arbeitslöhne in dem Maße, daß sein Profit zur Unterhaltung seines H««* wescns gerade hinreichte. Dann hätte ab« die Produktion ji{ ihn keinen Zweck mehr, denn er„arbeitet" mehr um Kapital p» bilden, als um seinen Nnt«haU zu„verdienen". würde dann den Arbeitnn die ProduktionSrnitto zur freien Verfügung überlassen. Das wäre da» natürliche Ende d« kapilalifhschen Produktionsweise,' da« ab« viel spät« eintreten würde, als das willkürlich Herdes geführte. Die Verkürzung d« Arbeitszeit wäre also ein„Geset gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen de« Kapitalism»» und der Regierung, die ja gemeingefährliche Bestrebung� energisch bekämpft, warm zu empfehlen. Die Wirkung der verkürzten Arbeitszeit auf die ökonomische Lage der Arbeits bezeichnet Redner ebenfalls als günstig, denn sie würde nw seiner Meinung die Profitrate beständig herabsetzen, die Lohn' rate ab« erhöhen, mithin Konsumtion und Produktion het� und somit auch den Ünternehm« durch«höhten Absatz st den Ausfall entschädigen. Dies Alles wäre aber zum Nuse» des gesammten Staates. Die Verkürzung d« Arbeitszeit auch den Gesundheilsz- stand der arbeitenden Kiassen hed** Auch die« wäre von ökonomisch, m Ratzen, denn ein grw' Theil dessen, was heut in die Apotheke gelragen w«de, für Konsumartikel ander« Art ausgegeben werden. Im är fanden Körper wohne aber auch gesunder Geist. Da« arbeite»-' Volk, einmal eingetreten in das ihm bis vor kurzem noch un»*' kannte Reich d« Bildung, w«de immer weit« darin»»1* dringen und damit imm« menschlich« werden. D« EzoiS«� durch die Einschränkung d« kapitalistischen Macht ohneHJ* eingeengt, würde der Humanität, der reinsten Menschenliebe mälig Patz machen. Damit würden die„Er gel" vorbere«� die nach Ansicht manch« Leute nölhig seien für die zukünW Gesellschaftsordnung. Da» Wort des verstorbenen Dr. Du"' „Die Menschheit lieb', sie lieb' im Dulden":c., würde iu>«? mehr Arberter herzen erob«n. Daß der Arheiter in den©'«*• gesetzt werde, sich immer m'hr zu bilden, liege auch ganz? Interesse der Staatsverwaltung. Denn wenn an dem.l£J tigen Staat alle« so gut sei, wie es den Arbeitern tagtag'™ getagt werde, so würden die» die Arbeiter, wenn sie geb"° wären, doch sehr wohl erkennen und ohne Zweifel 1 Stützen diese» Staate» w«den. Sollte aber d« Arbern entdecken, daß„etwas faul ist im Staate DLneM«� so würde er den Ursachen jener Fäulniß auf den Grund ko»- men und Mittel zu ihrer Beseitigung finden. Wenn« ohne Brille etwas sehen sollte, was die Herren Geheimra� durch die Bnlle nicht wahrnehmen, so wäre er auch hier Stütze, ja der Retter de« Staates. Selbstverständlich s« daß man ihm dann als den„Scharfsichtigeren" auch die Lert»»» des Staates anv«trauen müßte. Dafür wäre« dann»«' mehr geeignet, da« semer umfangreichen theoretischen Bilou auch dre Erfahrung der industriellen Arbeit, der Grund stutze». Staate«, in sich»«einigte. Die Verkürzung der ArbeitSzeU>. also im Stande, den Staat zu erhalten, resp. zu for°� Ruhe und Frieden, Humanität, mat«iellen und geistigen Ot'» also die gesammte Kultur. Und w« sich jener Maßre««» e» gegenstelle, sei ein Feind des Friedens, ein Feind der Meni heit, ein Feind der Kultur. Er sei kein Staatsbürger, ein Staatsw..... Die Diskussion bewegte sich fast schließlich im Sinne des Referats und gelangte schließlich dementsprechende Resolution zur Annahme. VviefVtAflen. Bei ilntroqen Miien wir die AdonnementSQuitlung deizuiflsen. Antwort wird nicht ertheilt. «rieffl* Weichs, in 50. D. ZU®. 1) Rückständiges Arbeitslohn. ein« Fadiitsparkasse untergebracht ist, kann stet« voi auf Grund eine« vollstreckbaren Urtheils gepfändet w 2) Der Gerichtsvollzieher muß einen Arbeits-.uno � Sonntagsanzuo, sowie einen Ueb«zith« al» unentbehr»«? Schuldner belassen..„tnteN- I. Admirnlstr. 1) Nach d« nntgetheflten Sw� bestimmung Mdel das Sterbegeld ein eigenes Recht 0«>(t auch wenn diese d« Erbschaft entsagt. Die Klage der � würden wir für aussichtslos halten. 2) Wir kenn näh«en Sachverhalt nicht und können dah« nicht oem» ob der Verein Berlm« Volksbäd«»«pflichtet war, oe gestorbenen zur Krankenkasse anzumelden. Ist die nach rgef fetz erforderlich gewesene Anmeldung von dem hierzu pfl chteten unterlassen worden, so ist d«selbe schaden pfl�Zut»» Zllennnent. Sie find nicht zur Unkrhaltm'S� vorehelichen KindeS Ihr« Frau verpflichtet; es dürfen t