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«. 881. Konnabend, de« SV. Zlonembrr 188». «.Zalwa. iiMerHMI«». Krgan für die Interessen der Arbeiter. Das„Berliner Volksblatt" Memt täglich Morgens außer nach Sonn, und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei jn« Haus vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Einzelne Nummer �Pf. Sonntags-Nummer mit dem»Sonntags-Blatt" 10 Pf. Bei Abholung aus unserer Spedition Zimmerstraße 44 1 Mark pro Monat. Postabonnemenr 4 Mark pro Quartal. __(Eingetragen in der PostzeitungSvreisliste für 1889 unter Nr. 865.) da« Ausland: Täglich uuter Kreuzband durch unsere Expedition 3 Mark pro Monat. Jasertioasgebühr beträgt für die 4gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VerfammlungS- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin 8w., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Mr Vormittags geöffnet. -» Fernsprecher; Amt VI. Ztr. 4106.« ♦ Aedscktio«: VeulhfirMe— Expeditton: Iimmerpkratze 44. Abonnements- Einladung. Für den Monat Dezember eröffnen wir em neues Abonne- auf das »Kerliner Notksblatt" dem wöchentlich erscheinenden „Ssttntagsblatt". . Der Abo»n-m-«t»prei» beträgt frei in« Ha«» für � ganze Vierteljahr 4 Mark, monatlich 1 Mark SS Pf., Nchentlich SS Pf. Bei Selbstabholung aus der Expedition, �wierstraße 44, 1 Mark pro Monat.~WW Bestellungen werden von sämmtlichen Zeitungsspediteuren von der Expedition unseres Blattes. Zimmerstraße 44, �kgengenommen. Für außerhalb nehmen s ä m m t l i ch e Postanstalten Be- 'ngen an. Die Redaktion nnd Grpeditio« de«„Kerliner Kolksklatt". r?ur Äerztefrnge. , Di« Mangelhaftigkeit der medizinischen Wissenschaft ist oft von den verschiedensten Seiten beleuchtet worden. V°bdem find fich aber die wenigsten Menschen darüber klar, ' der jetzt noch im Schwangt befindliche Mtdizin-Unfug lick tür die Menschheit verderblichen Folgen im Wesent« -"ur unfern verkehrten staatlichen und gesellschaftlichen gen geschuldet ist, und der Zweck der nachfolgenden igen soll e« sein, dies zu beweisen. »wahrend in der heutigen Gesellschaft die sogenannten Jj/�arzte, die Geistlichen und Lehrer, Staats- oder iGe- ßh ebeamte find, also mit einem auskömmlichen Gehalt gestellt werden, find die doch noch viel wichtigeren �bärztr Geschäftsleute, wie jeder Schuhmacher Schneider, und darauf angewiesen, zur Sicherung ihrer da« möglichst viel zu verdienen. Es stellt fich infolge dessen Unwürdige Verhältniß heraus, daß jeder Arzt, der nicht u Haus aus schon ein reicher Mann, und dabei «in vernünftig denkender, humaner Mensch ist, etwa ein Interesse daran hat, daß möglichst wenig •W. �unk find, und wenn fie je krank werden, man in möglichst kurzer Zeil und mit den besten Mitteln Gesundheit wieder verschafft: im Gegentheil, in der Gesellschaft hat jeder Arzt zur Auftechlhaltung Existenz ein Interesse daran, daß möglichst viel möglichst lange krank find, da er nur dann ST! � Feuilleton. Ontclen] (42 sozialer Roma» oo« Emile Zola. «mtorifirt« Nebersetzung vo» Ernst Ziegler. Arbeiter und immer wieder der vom Kapital aus- Wst»T ��bester allein sei es, der alle Krisen zu zahlen ellej' uian das Brod vor'm Munde wegnehme, ihn «stummer ertragen lasse, sobald die Konkurrenz eine Her- f be? Herstellungspreises verlange. Nein, der nme annehmbar; er bedeute eine versteckte Er- 4».,. b, man wolle jedem Arbeiter eine Stunde von seinem t• fehlen, werter nichts. Doch das sei zu viel! DaS � voll, die Stund habe geschlagen, wo die Unglück- Schaft öuf'ä Aeußerste getrieben, fich st'" en. selbst Gerecht, gleit ist F hielt beide Arme erhoben; die Menge aber durchfuhr'S fow? Worte Gerechtigkeit wie ein mächtiger Schauer; Beifall durchbrauste die Nacht und von allen « �«: Leichtigkeit! Gerechtigkeit! ES ist Zeit!" ticht d?..��h� und mehr erhitzte sich Stephan. Er hatte �ie* ieichi fließende Rede Rassen eur'S: oft fehlten, hm �»er at'. vst mühte er sich und fand nicht rasch daS Ende ; dann half er, mit der Schulter schiebend fc�e,; sud, biz et daS rechte Wort herausgebracht. Aber ?�kv«�. �kn Stockungen fielen ihm Bilder von bedeutender 'heu..?u, und auch seine Gesten, die den Arbeiter ver- n 1 'tfnel ,1 gebrochenen Arme, plötzlich mit geballter Faust W""d in'S Weite gestreckt, und sein heftig, als wolle ™ vorgeworfener Unterkiefer, machten einen sehr etwas ordentliches verdienen kann, was wiederum zur Folge hat, daß häufig junge Leute, welche bezahlen können, mit leichten Ansteckungskrankheiten, welche man m 14 Tagen bequem kuriren könnte, monatelang hingehalten werden, nur um einem gewissenlosen Arzte die Taschen zu füllen. DaS find der Kultur des 19. Jahrhunderts unwürdige Zustände und wir meinen doch, da in der Regel auch nur in einem gesunden Körper eine gesunde Seele wohnen kann, daß die körperliche Gesundheit unseres Volkes zum Gedeihen des Staates viel wichtiger ist, als die Bearbei- tung und Behütung ihrer Seelen. Wenn man es also schon längst für angezeigt gehalten hat, die Seelenärzte, die Geistlichen und Lehrer, zu Staats- und Gemeindebeamten zu machen, so müßte dies mit den viel nothwendigeren und wichtigeren Leibesärzten nach unserer Anficht erst recht der Fall sein; dann würde fich daS heutige unwürdige Ver- hältniß zwischen Publikum und Arzt in sein Gegentheil verkehren. Während heutzutage die Aerzte als Geschäftsleute ein Interesse daran haben, daß möglichst viele Menschen mög- lichst lange krank find, würde fich das mit einem Schlage ändern, wenn die Aerzte Staats- oder Gemeindebeamte würden. Wenn diese Herren dann mit einem ihrem Stande angemessmen auskömmlichen Gehalte angestellt würden, mit der Verpflichtung, in ihrem Bezirke jenem Hilfesuchenden bedingungslos zur Verfügung zu stehen, so würden fie das eigenste Interesse daran haben, einestheits den Leuten zu lehren, wie fie leben müssen, um gesund zu bleiben, und anderntheils würden sie das Bestreben haben, wenn trotzdem eine krankhafte Störung eintritt, den Betreffenden in möglichst kürzester Frist und mit den besten und zuttäglichsten Mitteln wieder gesund zu machen. Je weniger Kranke ein solcher von Staat oder Gemeinde angestellter Arzt dann in seinem Bezirk hätte, ein desto angenehmeres, bequemeres Leben könnte er fich oerschaffen, da ja seine Einnahmen trotzdem dieselben blieben, und man würde dann in Folge dessen den segensreichen Forsschritt zu verzeichnen haben, daß die Aerzte nicht mehr wie jetzt nur Krankheits- kurirer, s andern Gesundheitslehrer sein würden. Wenn man dann in unseren Schulen und speziell in den Volksschulen statt der Taujende von Bibelsprüchen und Ge- sangbuchversen, welche man jetzt den Kindern lehrt und mit welchem für das praktische Leben absolut unnützem Gedächtniß- kram man nur den meisten Kindern die Schule verleidet, ein paar Stunden in der Woche populäre Anatomie triebe und den Kindern in gemeinverständlicher Weise lehrte, wie die künstliche Maschine ihres Körpers zusammengesetzt ist und wie fie leben müssen, um dieselben in ihren Funktionen nicht zu stören, das heißt, nicht krank zu werden, und ferner, welches Ver- großen Eindruck auf die Zuhörer. Jetzt fuhr er noch lauter fort: „Das Lohnwesen ist eine neue Form der Sklaverei; die Mine soll dem Minenarbeiter gehören, wie daS Meer dem Fischer, das Land dem Bauer... Begreift Ihr: Die Mine gehört Euch, Euch allein, die Ihr sie seit einem Jahrhundert mit Eurem Schweiß, mit Eurem Blut, mit Roth und Jammer bezahlt habt!" Er ging auf die RechtSftage über und besprach d,e Spezialgesetze, welche der Staat für den Bergbau ge- schaffen. Das Innere der Erde müsse der Nation gehören, wie der Erdboden. Durch ein schändliches ungerechtes Mo- nopol habe der Staat es einzelnen Kompagnien zuge- sprachen, und dies sei um so rechtswidriger, als die vor- gebliche Legalität der Konzessionen durch die Verträge er- schüttert werde, die früher nach altem Brauch mrt den einstigen Lehnsherren geschlossen worden. DaS Volk der Bergarbeiter habe also ein Recht, als dies sein ftühereS Gut wieder zurück zu verlangen!— Er breitete die Arme und wies weit hinaus über das Land. In diesem Augenblicke glitt der Mond über die Wipfel der Bäume und beschien den Redner, und als die Menge, welche noch im Schatten stand, ihn so plötzlich von dem weißen Licht übergössen sah, wie er da« Land mit seinen ausgestreckten Armen an fie vertheilte, rief sie vo» Neuem: „Ja, ja, er hat Recht! Bravo! Bravo!" Nun berührte der Redner sein Lieblingsthema, de« Kollektivismus. Er war von der Idee der Brüderlichkeit, von der Reform der Löhne zur gänzlichen Abschaffung oeS Lohn- wesenS gelangt und hatte fich, besonders seit der Versamm- lung im„Lustigen Bruder", ein komplizirtes Programm heran- gebildet, dessen einzelne Artikel er jetzt wissenschaftlich erklärte und begründete. Er sagte:„Die Freiheit kann nicht ohne Zerstörung des Staates erlangt werden. Erst wenn das Volk fich der Herrschaft wird bemächtigt haben, kann die halten nöthig ist, um bei einer trotzdem eingetretenen krankhaften Störung dem menschlichen Körper in ange- messener Weise zu Hilfe zu kommen, so würde man einen großen Theil der jetzt grasfirenden Krankheiten überhaupt zu verhüten im Stande sein. Daß damit aber und speziell auch durch die damit zusammenhängende Einrichtung von guten und billigen Volksbädern die gefammte Bevölkerung und vorzugsweise die Arbeiterklasse auf ein viel höheres kultu- relles Niveau gehoben werden würde, bedarf keines besonderen Beweise«. Im Uebrigen ist die von uns vertretene Idee keineswegs neu, sondern ein altes Kulturvolk, die Chinesen, hat fie schon längst, wenn auch in einer etwas anderen Form, zur Durchführung gebracht. In China hat jeder Beamte, und überhaupt auch jeder besser fituirte Einwohner seinen Hausarzt, welcher für seine Hülfeleistung einen bestimmte» JahreSgehalt bekommt. Für jeden Tag aber, an welchem er oder eine« seiner Familienglieder krank ist, wird dem Arzt von seinem JahreSgehalt eine entsprechende Summe abge- zogen, so daß jeder Arzt das eigenste Interesse daran hat, die Familien seiner Klienten stets gesund zu erhalten.— O, wie sind uns doch die bezopften Chinesen auf diesem Ge- biete in der Kultur weit über! Wir Deutschen fürchten zwar, nach einem berühmten Ausspruche, nur Gott und sonst nichts auf der Welt, aber ehe wir in Bezug auf vernünftige sanitäre Einrichtungen dahin kommen werden, wo die Chmesen schon vor tausend Jahren waren, da wird noch viel Wasser die Spree hinablaufen müssen. Es wird wahr- schein lich auf diesem Gebiete erst einer vollständigen Umformung unserer heutigen Produktionsverhältnisse und damit auch unserer ganzen gesellschaftlichen Zustände bedürfen, um ein menschenwürdigeres Verhältniß zwischen Arzt und Patienten zu schaffen, daß der Kranke nicht mehr ein Ausbeu- wngSobjekt für den auf das Verdienen angewiesenen Arzt, sondern der Arzt vielmehr der uneigennützige Freund und Be- rather jeder Familie ist. PolitiMro ZUebersttttk. M. abge- Verbänden .........ut Verbände angehörigen Genossenschaften. Von der vorgelegten Samm- lung von Aktenstücken, betreffend deutsche Interessen im Niger- gebiete, nahm die Versammlung Kenntnis und übergab den Antrag Hessens, betreffend das Ausscheiden der bei hesfischm StaatS-Tiefbauten besckäftigtm Arbeiter auS der Tiefbau-Be- rufSgenossenschaft, den Ausschüssen für Handel und Verkehr und für Justizwesen zur Vorberatbung. Die obersten(LandeS-Jinanz. behörden zu Bremen und Hamburg wurden ermächtigt, für ihr Verwaltungsgebiet über die Verlängerung bezw. Aufhebung der fünfjährigen Lagerfrist für Privatlager(§ 10, Absatz 2 des Reform beginnen: die Rückkehr zur primittven Kommune, die Begründung der gleichberechttgten fteien Familie an Stelle der moralischen und oppressiven, die unbegrenzte zivile, poli- fische und ökonomische Gleichheit der Individuen, garanfirt durch die Unabhängigkeit eines Jeden und sein ungeschmä- lerteS Anrecht auf das Erttägniß seiner Arbeit, endlich der professionelle unentgeltliche Unterricht, den die Kollekfivität bezahlt. DieS Alles wird eine vollständige Neugestaltung der alten verwitterten Gesellschaft bedingen." Er griff die Ehe an, das Recht zu testiren, begrenzte das Vermögen eines Jeden und riß mit einer großen Armbewegung(immer derselbe, wie wenn ein Landmann Getreide mäht) daS rechtswidrige Gebäude aller Jahrhunderte hinweg, und mit der anderen Hand baute er die Zukunft auf, daS große Monument der Wahrheit und Gerechfigkeit, von der Morgen- röthe des zwanzigsten Jahrhunderts beschienen. Jetzt war eS nur noch der fanatisch hingerissene Scktirer, der sprach. Die Vernunft, der gesunde Menschenverstand, Ueberlegung, Alles verflog. Die Realifirung dieser neuen Welt war ein leichtes Spiel; der Redner hatte Alles vor- bedacht, überlegt und sprach davon, wie von einer Maschine, die er in zwei Stunden aufbauen könne, ohne daß es weder Blut kosten werde, noch Feuer. „An uns ist die Reihe gekommen!" schloß er mit be- geistertet Extase.„Unser wird die Macht sein! Unser der Reichthum!" Ein Beifallsdonner rollte über den Platz. Jetzt beleuchtete der Mond die ganze Lichtung, Hub tausend Köpfe grell au« der stürmischen Welle dieser bewegten Schaar, die fich bis unter die graustämmigen Waldriesen in ein verschwommene« Gewirr verlor. Wilde Gesichter, blitzende Augen, geöffnete Lippen brachen aus der eisstarren Nacht; ein ganzes Volk, Männer, Weiber, Kinder vom quälenden Hunger gepeitscht, bereit zur Plünderung de« angestammten Gutes, das man ihnen genommen hatte. Sie fühlte» nicht mehr die Kälte,
Privatlag«r'RegulativS) nach Maßgabe de« Bedürfnisses allge- mein Anordnung zu treffen. Dem Antrage der Ausschüsse für Soll« und Steuerwesen und für ReckmungSwesen, betr. die tatS der Zollverwaltungskosten für Bremen und Hamburg wurde die Zustimmung ertheilt. Das Schreiben des Pröfi- denten des Reichstags, betr. den Beschluß des leßteren zu der Petition des Verbandes deutscher Schlosserinnungen wegen Abänderung des§ 369 des Strafgesetzbuchs, wurde dem Vor» sitzenden des Bundesraths überwiesen. Endlich wurde über Eingaben von Weingroßbändlern in Minden wegen zollamt- licher Behandlung von Schaumweinen Beschluß gefaßt. Gwe„eigenthümtiche" Jagdgrschichte tischt die„Leip- ziger Zeitung* ihren Lesern auf. Sre schreibt in einer ihrer letzten Nummern: Leipzig, 23. November. In einer vorgestern von einem hiesigen Fachverem veranstalteten Versammlung spielte sich ein eigenthllmlicher Vorgang ab. Von Seiten eines vom Vereins vorstände engaairten Herrn L. wurde ein Vortrag über „Das Städteleben sonst und jetzt* gehalten. Dieser Vortrag unterschied sich von den sonst in sozialdemokratischer Umgebung gehaltenen in vortheilhafter Weise, er war unparteiisch und Itreng sachlich geholten und ließ die üblichen aufregenden Ausfälle und Angriffe auf Arbeitgeber und Kapital vollständig vermissen. Die Versammlung mochte denn auch etwas An« deres erwartet haben, denn sie ließ keine Gelegenheit vorüber« gehen, ohne durch lärmende und verletzende Kundgebungen ihrer Unzufriedenheit den Vortragenden zu stören und zu unterbrechen. Als derselbe vollends den gezogenen Vergleich zwischen Sonst und Jetzt dahin zusammenfaßte, daß die Lebensverhältnisse des Volkes heute weit angenehmer seien als im Mittelalter, wurde er geröthigt, seinen Vortrag vorzeitig zu schließen. In der darauf folgenden DiS« kusfion fand die allgemeine Verstimmung über das Gehörte Ausdruck, und der Vorstand wurde scharf getadelt, weil er über die Persönlichkeit des Vortragenden sich zu unterrichten unter- lassen habe. So unbedeutend der in Frage kommende Fach« verein auch ist, so erscheint der vorstehend geschilderte Vorfall doch ganz besonders geeignet, darzuthun, welche Be st re- bungen innerhalb der sogenannten Fachvereine sich breit machen und das unausgesetzte Einschreiten der Behörden hervorrufen.* Dies die Erzählung der„Leipziger Zeitung*. Sie ist sofern sehr erfreulich, als sie zeigt, daß die m fächfischen Behörden, deren Verfahren gegen die unabhängigen Arbeiterorganisationen im Reichstag scharf getadelt worden ist, und selbst in Berliner Polizeikreisen Miß« billigung gefunden hat, das Bedürfniß empfindet, sich zu rechtfertigen. Freilich diese Rechtfertigung ist so ungeschickt wie nur irgend möglich. Angenommen, der Be- richt enthalte die Wahrheit, so wäre daraus blos zu ersehen, daß die Mitglieder des betreffenden Fachvereins, die ihre wirth« schaftliche Lage zu verbessern streben, keine Freude daran habm. wenn man ihnen— obendrein vermittelst des schon vor 26 oder 27 Jahren von L a s s a l l e als Charlatanerie gekennzeichneten Kunstgriffs der Vergleichung mit mittel- alterlichen Zuständen— ihre Lage als eine befriedigende oder gar rosige hinstellt. Die Mitglieder jenes Fachvereins waren in der Aeußerung ihres Mißvergnügens obendrein noch sehr manierlich. Dre„nothleidenden* Agrarier gehen m solchen Fällen viel drastischer zu Werke. Wurde doch bei der letzten Ersatzwahl im Wurzen-Oschatzer ReichstagSwahlkreiS ein sozialdemokratischer Redner, welcher das„Elend* der„noth- leidenden* Herrn Gutsbesitzer in Zweifel zog, um ein Haar von den wohlgenährten„Hungerleidern* durchgeprügelt. Arrsnahmetarife find, nach der„Frarkf. Ztg.", auf den preußischen Siaatseilenbahr en nunmehr endgrlt'a vom 1. Ja- nuar 1890 ab für nachstehende Artikel eingeführt worden: 1. Düngle mittel, Dünger(Mist und AbtrittSdunaer), Tho- masschlacke und andere mineralische Phosphate, roh oder ge« mahlen, rohe Kalisalze, als: Kaimt, Karr allit, Kieserit, Krugit, Schönit. Sylvmit, Gipsasche, Kalkasche(Siaubkalk), Kaltstem- mehl, Gaskalk; 2. Erde, gewöhnliche, KieS, Grund, Sand, Mergel, Lebm, Thon(nur lose oder in Säcken verpack'), Por- zellanerde(Chinaclay, Kaolin), Pselfenerde, Schlick, Schlamm aus Flüssen und Kanälen; 3. Kartoffeln: 4. Rüben des Spezialtarifs Hl. sowie Schnitzel, auch gedörrte und getrocknete Schnitzabfälle und Köpfe davon, auch Pceßrückstände der Rüben« zuckererzeugung. Diese AuSnahmetarisr sind auf Grundlage einer Abfertigungsgebühr von 7 Pf. für 100 kg und eines Strecken- einheitssatzes von 2,2 Pf. für Idie Tonne und das Kilometer der Mehrllrecke, berechnet. Mit der Einführung treten die für die Beförderung von Kalirohsalze von den ProduktionSstätten -Direktionsbeziiks Magdeburg des Eisenbohn-Direktionsbezirks Magdeburg eingeführten Aus nahmetariffötze außer Wirksamkeit. Soweit dagegen für ein- zelne der übrigen oben bezeichneten Artikel allgemein oder für bestimmte Stationsverbindungen niedrige AuSnahmetarifsätze he« stehen, bleiben diese bis auf Weiteres neben dem neu einge- führten AuSnabmetarif der Regel nach in Geltung. Für die Kehandlnng der Kerglente durch die Zechen- beamlen liefert eine Verhandlung einen bemerkenswerthen Bei- trag, die am 12. November vor der Strafkammer zu Waiden« die feurigen Worte Stephan'S hatte ihre Brust durchglüht; eine religiöse Exaltation, ein fanatisches Hoffnungsfieber riß sie hm. Viele Stellen in der Rede waren ihnen dunkel geblieben und unverstanden; aber eben diese Dunkelheit, diese unklaren, abstrakten Phrasen ließen ihnen die GlückSverfprechungen, noch weiter und blendender erscheinen: Welch ein Traum, die Herren sein und endlich genießen! „Das ist es! Bravo! An uns ist die Reihe! Nieder mit den Mächtigen!" Die Frauen riefen am lautesten; selbst die Maheude war auS ihrer Ruhe aufgewacht und lärmte, vom Schwindel des Hungers erfaßt. Die Levaque schrie; die alte Brul° hieb mit ihren Hexenarmen in die Luft; Philomene keuchte rhren bellenden Husten in das Getöse, und die Mouquette war so degeistert, daß sie über die Häupter der Andern hinweg dem Redner zärtliche LiebeSworte zurief. Unter den Männern war eS besonders Maheu, der. mächtig ergriffen, sich in einem lauten ZorneSruf Luft machte, während Pierron zitternd schwieg und Levaque ununterbrochen schalt und tobte. Die leichten Gesellen Zacharias und Mouquet wagten kaum noch zu scherzen, und sie waren erstaunt, daß der Kamerad so viel habe reden können, ohne ein einzige« Mal da- zwischen zu trinke». Doch den meisten Lärm machten die drei Kinder auf ihrem Holzstoß; ihre Stimmen überkreischten johlend den Tumult, und Zeanlin schwenkte den Korb mit dem Kaninchenweib hoch in der Lust. Die Begeisterung legte sich nicht sogleich, und Stephan Senoß minutenlang das berauschende Glück seiner Popu- irität. Diese dreitausend Kehlen, die ihm zujauchzten, diese Männerschaar, die sein Wort zum Zerstörungskampf gegen die alte Welt hinriß, verkörperten seine Macht. Souvarine neben ihm hatte seinen eigenen Ideen applau- dirt, wo er sie in Stephan'S Rede wiederfand, zufrieden mit dem Fortschritt, den sein Kamerad zum Anarchismus machte. Er war ziemlich einverstanden mit seinem Pro- gramm bis auf den Punkt, welcher den Unterricht betraf, und den er als einen Rest sentimentaler Naivetät verur- theilte; die gesunde und heilsame Unwissenheit meinte er, müsse daS Bad sein, in welchem die Menschheit geläutert bürg stattfand. Es handelte sich um eine Anklage gegen neun Bergleute, welche sich am Nachmittag des 13. Mai de« Haus- friedensbruchs schuldig gemacht haben sollten. Die Angeklagten wurden fieigesprochen. Bei der Verhandlung aber wurde durch eidliche Vernehmung von Zeugen bekundet, daß ein Obersteiger den Bergleuten gegenüber sich Aeußerungen erlaubt Hab«, wie: „Vagabunden, Bummler, fteßt Lettennudeln und Regen- würmer*. GUrttfeld» 28. November. Heute zeigten die Verband- lungen des Sozialistenprozesses ein ruhigeres und friedlicheres Bild al« an den vorhergehenden Tagen. Die massenhaft vör- geladenen Zeugen konnten nur zum kleinsten Theil vernommen werden. Der Zeuge Julius Weber, Velsen Austreten mit großer Spannung erwartet wurde, erschien nicht. Statt dessen kam die polizeiliche Meldung. Weber sei seit gestern Abend au» seiner Wohnung verschwunden. Einige Zeit später traf ein ärztliches Zeugniß ein, daß Weber fieberkrank sei und ver- nehmungsunsähig wäre, was durch eine weitere bald darauf folgende polizeiliche Meldung bestätigt wurde. Am Schlüsse der Verhandlungen beantragte die Vertheidiaung die baldigste Vernehmung des Weber eventuell in der Wohnung desselben. Ein Intermezzo über den Zmgen Weber spielte sich zwischen dem Vertheidiaer Lenzmann und dem Staatsanwalt ab. Der Vertheidiger hatte dem Staatsanwalt privatim gegen- über bemerkt,«r werde den Kommissar Wilfing vernehmen lassen, woher Weber das Geld zur Flucht erhalten habe, der Staatsanwalt meldete diese Aeußerung des VertheidigerS bei dem Vorfitzenden, der eben den ganzen Vorgang protokollarisch feststellen wollte, als der Vertheidiger hervorhob, daß der ganze Vorgang sich privatim zugetragen und der Staatsanwalt auf feine, Lenzmann's, Bemerkung erwidert habe, da« Geld für Weber'« Entweichung würden wohl seine Klienten beschafft haben. Darauf blieb dieser Vorgang im Protokoll unerwähnt. Wie an den vorhergehenden Tagen; so waren auch heute die Zeugenaussagen mit AuSnabme gegen zwei Angeklagte voll- ständig belanglos. Weder wußten die zitirten Polizei- beamten das geringste Belastende zu melden noch die übrigen Zeugen. Mehrere geladene Ehefrauen von Angeklagten und die Tochter eines derselben verweigerten gegen ihre Ehemänner bezw. ihren Vater, Aussagen zu machen und wurden entlassen. Ein anderer Zwischenfall ereignete sich mit dem Zeugen Borg- Hardt. Kommissar Wilfing war befragt worden, ob Borghardt ibm Berichte geliefert, erklärte aber, hierüber die Antwort zu verweigern. Borghardt, auf den da- durch erst recht ein Schatten geworfen wurde, bezeich- nete das Verfahren Wilfings als schmutzig. Wegen dieses Ausdrucks heantragie der Staatsanwalt 3 Tage Haft. Der Gerichtshof nahm Milderungegründe an. und verurtheilte den Borghardt zu 20 M. Geldstrafe oder 2 Tagen Haft. Interessant für den Werth der Polizeiberichie Weber'« war folgende Thatsache, die der Zeuge Frank vorbrachte. Dieser hatte eines Tages mit einer Anzahl Freunden am Biertisch eine Erörterung über die hiesige„Freie� Presse", in welcher hauptsächlich GilleS da« Wort führte. Hierbei machte Weber, der ebenfalls anwesend war, wiederholt den Ver- such, sich zum Vorsitzenden auszuwerfen, worauf ihm bedeutet wurde, man brauche keinen Vorfitzenden. Weber hatte in seinem P o li z ei b eri ch t diese in freier WirthSstube in Gegenwart von andern Gästen stattgehabte Unterhaltung eine geheime Versammlung genannt. Ueberhaupt bestritten eine Anzahl Wirthe als Zeugen und zwar auf Eid, daß bei ihnen je geheime Zusammenkünste stattgehabt. Dar- nach läßt fich ermessen, in welcher Weise Weber m seinen Be- richten gefälscht und gelogen hat. Einen Aussehen erregenden Eindruck machte ferner die Aussage einer Frau, diese war be- fragt worden, ob ein Logisherr von ihr zu einer ge- wissen Zeit acht Tage lang abwesend gewesen sei. Die Frau gab die Abwesenheit zu, war aber außerstande, die Zeit anzugeben, wann da« der Fall war. Im polizeilichen Ver- N'hmungSproiokoll stand aber, daß der Betreffende im Okiober 1887 abwesend gewesen sei. Befragt, wieso fie damals zu dieser Aussage gekommen sei, antwortete fie: der Kommissar Wilfing habe ihr gesagt:„Nun, wenn Sie die Zert nicht mehr genau wissen, wollen wir den Oktober an« nehmen* und habe das in's Protokoll gesetzt. Den Ein- druck, den alle diese Vorgänge auf die Angeklagten und nicht bloß auf die Angeklagten, wie wir hoffen, machen, kann sich der Leser vo- stellen. Hamborg» 27. November. Die Aussperrung der hiesigen Former dauert im Anfang deS nächsten Monat« bereit« ein ganze« Jahr, weil fie fich den Bedingungen der vereinigten Eisenindustriellen nicht fügen und deren Arbeitsnachweis als allein maßgebend nicht anerkennen wollten. Die Mehrzahl der Hamburger Former und Kernmacher find von hier fortgezogen oft mit Weid und Kind, je nachdem fich ihnen anderswo Arbeitsgelegenheit bot und man nahm die Leute gern, da fie tüchtige, ordentliche und in jeder Beziehung brauchbare Arbeiter find. Andere, denen es unmöglich war, von hier fort zu ziehen, wandten fich anderer Beschäftigung zu. Ein kleiner Rest ist und gestählt werde. Raffeneur zuckte die Achseln voll Ver- achtung und Unmuth: „Jetzt wirst Du mich einmal reden lassen!" rief er. Stephan sprang von dem Baumstamme: „Sprich! Wir werden sehen, ob sie Dich anhören!" Schon stand Raffeneur an seinem Platz. Doch der Lärm verstummte nicht. Die Vordersten hatten ihn erkannt, sein Name ging von Mund zu Mund bis unter das Dunkel der Bäume; man wollte ihn nicht hören; er war ein ge- stürztes Idol, dessen Anblick allein seine früheren Anhänger ärgerte. Seine lerchtfließende Rede, seine gutmüthige Sprech- weise, welche so lange gefallen hatten, kamen ihnen in dieser Stunde wie lauter Thee vor, gut, um Feiglinge einzu- schläfern. Vergebens rief er durch de« Tumult, versuchend, seine beruhigende Rede vom„Lustigen Bruder" wieder auf- zunehmen, sprach von oer Unmöglichkeit, die Welt mit neuen Gesetzen plötzlich auf den Kopf zu stellen, von der Roth- wendrgkeit, der sozialen Neubildung Zert zum Werden zu laffen— seine Niederlage wurde noch gründlicher; man lachte, pfiff, warf ihm ausgerissenes Moos an den Kopf, und eine Frau rief: „Nieder mit dem Verräther!" Er erklärte, die Mine könne nicht dem Minenarbeiter gehören, wie der Webstuhl dem Weber, eS sei praktischer, wenn der Arbeiter trachte, einen Antheil am Gewinn zu er- halten.. „Nieder mit dem Verräther!" brüllte« tausend Stim- men, und Steine umpfiffen sein Haupt. Raffeneur erbleichie. Die Verzweiflung trieb ihm Thränen in die Augen. Zwanzig Jahre ehrgeizigen StrebenS für das Gemeinwohl der Kameraden wurden an der Un- dankbarkeit der Menge zu Schanden. Er stieg von seinem Baume herab, ohne Kraft fortzufahren und wandte sich bebend an Stephan: „Du lächelst über meine Niederlage? Wohlan, ich wünsche, daß Dir das Gleiche widerfahren möge! Und es wird kom- men, verlaß Dich darauf!" Beide Arme erhebend, wies Raffeneur die Verant- wortung für das Unglück, welches er ahnte, von sich; dann verschwand er zwischen den Bäume«, vo» Hohnrufen und .. Prinz Ii« heut« -Da« sin! �.Jahrhur Aaubern azenberge bildete da stolz dara berge ten.'( eine Relo «orge tra, «gedenkt . b,e Kon Reujahi >tn noch zu untervützen. Diese Aussperrung hat den Arbeitt» bereite über 70 000 M. gekostet. In Altona-Ottensen IM die Verhältnisse für die Former und Kernmacher ähnlich. verlangten die Gießereibi sitzer, daß die Leute au« ibrern verein austreten sollten. Aber nur wenige fügten fich dw» despotischen und ungerechten Verlangen. Auch von wanderte die Mehrzahl au«, so daß der Fachverein der Fori»« und Kernmacher in Altona-Ottensen bis auf 35 Mann J»' sammenschmolz, die aber immer treu zusammen halten und d» sog. Albeitgebern beweisen, daß fie freie Leute sein wollen, wet» sich nicht den tyrannischen Launen des Unternehmertbum« bniS'� Die Lücken in den Arbeiterreihen der Gießereien sind beki"""' lich nolhdürftig durch angeworbene Schlesier und Böhmen gefüllt worden. Die Arbeiten wurden und werden noch Theil sehr mangelhaft ausgeführt; jede irgendwie sch Arbeit muß nach auswärts, z. B. nach Magdeburg u. zur Ausführung geschickt werden. Man kann fich denken. die Einbuße der Gießereibefitzer gleichfalls ganz enorm doch können sie vom Feile früherer Jahre zehren und st« bnv,ll,ote finden sich in den Schlingen der großen Eisenmdustnell»"onzerfch ffe denen sie nicht so bald entrinnen. Jetzt scheint nun auch um» i0£0 den importirten Böhmen das Solidaritätsaefühl mehr?* drei Punze erwachen. In der Gießerei Reuter in Hamburg*%et. Wir vor einigen Tagen ein böhmischer Former von dem Mw»»t diese Et,k> beleidigt, worauf dieser die Arbeit einstellte. Jetzt erklmm daß fi fich alle anderen Böhmen in der Gießerei mit ihrem Koste»»«jch, � beleidigt und trotzdem der Meister gute Wo'te gab, wa« �»eootiven E den früheren einheimischen Arbeitern gegenüber vielleicht»>flve Bntheidi eingefallen wäre, und die Böhmen bat, doch weiter zu arbeu» Vnf, � verließen fie sämmtlich die Gießerei und sind bereits'?? n« Heimath abgereist.- Wäre übrigens nicht die Sprachversch«� Jjjttu Diese heil vorhanden, so hätten die hiesigen Former schon seit Ia»»��»en haben. Zeit mehr Einfluß aufihreböhmlschenKollegen erlanat. Dieübn»»« sich„ielleiä Arbeiter aber am hiesigen Platze, besonders die Metallarb'««' m Buttlerer Q müssen den Formern für ihren energischen Widerstand dankbortt» jtn � denn ohne diesen wäre von den Elsenindustriellen der A'b™� N dem 9Whi üfc « fiS Mill.oner Nachweis derselben auch den andern Branchen der Maschs industrie schon diktatorisch aufgezwängt worden— hätten den Segen� der schwarzen Listen und mit geh»»� W Zeichen versehenen Arbeitsscheinen zu kosten bekommen, � von 3000 Metallarbeitern aller Branchen besuchte V ss??, � lung hat sich denn auch am 22. d. Mi«, in dieser Bezi»� M energisch ausgesprochen Sympathien bezeugt: und den ausgesperrten Former« uijcubi. u, Da« Interesse der gesummten Hamburger Arbeiterscha»� ....irt fich gegenwärtig selbstverftöndlrch auf den Verlag Geheimbundprozcsse« in Eiberfetd, dessen Bedeutung die ß presse jetzt vergebens durch allerlei hämische Bemerkung» � zuschwächen suchte, weil unwillkürlich sich auch den&»? welche die sogenannte Staatstreue in Pacht haben,»i». hagliche« Gefühl bei den Gerichtsverhandlungen an ber WfA aufdrängt; das Gefühl das ganz andere Leute aus Prozesse als Verurtheilte hervorgehen' werden, wie m»»� hofft und erwartet. Im Grunde genommen bi findet fi» A Sozialistengesetz auf der Angeklagebank � � JJ't Armstä ?"monen f � Oer ber Rtede beti vor »un, alle Mt etwc edo-Ai Q Wenn fie N« für die äj'ttft Q«brö( tfNl gebrai feüt SllUt den ''ttn Zweif die klein jetzt das ganze.. nicht Bebel und Genossen! U Der Ausfall der letzten Kommunalwahlen in Berli»� ,n den hiesigen Arbeiterkreisen große Freude hervorgtk�o Jeder Sieg, auch der kleinste, welchen die Arbeiterpaitei ist wenn auch nicht gleich von ausschlaggebender, so weittragender Bedeutung, weil er den Muth und die ficht der ganzen deutschen Arbeiterschaft für die näW 3 l--' ficht der ganzen deutschen Arbeiterschaft für kunft fiärkr. Zlrevde«, den 28. November. Die sozial dem»'',, tischen Landtagsabgeordneten hoben die 3* zä» �ellot_ton,_ betriffend� den Chcmnitzer UkaS tfi**& Anti-Boykott der Arbeiter, rn der zweiten Stav0*Lit> gebracht. Der Dresdener Polizei-Erlaß'st nicht,. Zweif . teK ©inten„3f iATorpedi .'"nn man vertheid Wer natic , M zu kön ' st* einschli Mlreichen stste diese< Einig« »le Staat» ? in der T dem Obei C? der Ge % soll an, iVM ij* die Bort � Cy'tem K« ««denkt. 2l ?u.tlltenfamrr ich erwähnt, weil er fich auf den elastischen llsL«» Paragraphen stützt, mit dem Alle« fich rech» läßt. Die Interpellation, welche fich an da« Sioatsm�'Ae« lichtet, wird wohl schon im Laufe der nächsten Wachet sprechung kommen. Oesterr-ich-Ungar«.. Prag, 25. November. Die stürmischen Szenen tage haben Fortsetzungen erlebt. Eist heute kam es einer sehr erregten Hußdebatte. Die Kommrffion bea»� �"sse über wie der„Frkf. Ztg.* gemeldet wird, die Emreihung de«"l.jJ f" Adicha Huß auf die Gedenktafeln im Museum. Probst Äorovyj � �'Jgt. Die a-gen die Verherrlichung des Andenkens Huß werl dm»; t» Urheber des AufstandeS gegen die katholische Ki-che Jungtschechen unterbrachen und begleiteten die Rede Geschrei und Zwischenrufen. Rieger ruft den JungN�xi» zu, ihr Verhalten ser unschicklich, worauf Grear ruf» i Ration wird Sie lehren was schicklich.* P>ofessor Tom" � Probst Lenz sprechen ebenfalls gegen den Komm'ffion«� 0 Lenz behauptet, die Rehabilitirung von Huß wäre WM richtung der katholisch» n Kirche.(Lärm.) In lebhafter ,)( tritt Eduard Gregr für den HusfiliSwu« ein; die-1 e Ki-che Machten 2 die Rede tn« zielen Jm| den Junfl1'® t't"«witees fi -•«1» kommen, welche die heutige Sa mach abwischen werde u». Volk werde de« heutigen Tage« als erne« Tages der& feit n» «l � Vert " venlgew Verwünschungen verfolgt, und schlug über die bleichen den Heimweg an. �$... Noch lärmte die Menge, da stand plötzlich der Bonnemort, der mit Mouque träumend abseits gesesp' �* dem Baumstamm. Ihm mochte eine jener Krisen jj � �---- haben, welche die Vergangenheit in seinem Gedächtns»-�» wühlten und in mächtiger Gährung seine Lippen übers' � ließ. Alle verstummten und horchten dem blaffe» �(, den der Mond mit gespenstigem Schein übergoß, �( ohne an die Gegenwart anzuknüpfen, alte Geschichten» z/ zählen begann. Er sprach von seiner Jugend; von dew�; seiner beiden Onkel, die ein Erdsturz im Voreux beg von der Lungenentzündung, die seine Frau sich dort � geholt und an der sie gestorben. Dann warf er altersschwacher Resignation sein müdes Wort dazw � ei war nie gut gewesen und wird eS nimmer sugeBei eine g b rannte i Lh!.u,un9 i-tücher a S�Uiden Ad bei'» «"»»» w ili" iht».. VnN i ?Aes Ha, e« b, Ä« E. CX»»VlU- II IC yu* t)CU>C|Cll«IUI UHW es llliumv* Te r im Walde hatten fie sich einst ihrer fünfhundert versaw �I�i�lvino weil der König ihre Arbeitsstunden nicht vermindern zftz, und wieder waren fie hier zusammengekommen und„ z»'ch nich,g Jeder Streik hatte unter den Bäumen seinen Schluß � �( gönnen, bald hier, wo sie jetzt standen im Pt v« aj}01 DameS, bald drüben in der Charbonnidre,"v j tiefer im Walde beim Saut- du- Loup. Zuwe» � ei im Winter und fror, ein andermal im Sommer> � Abends regnete es so heftig, daß sie Alle nach Va � r mußten, ohne fich nur ein Wort gesagt zu haben. � Soldaten des König« kamen und Flintenschüsse ihre Reihen!... „Wir erhoben die Hand, so wie wir schworen, nicht mehr einzufahre«...... � auch geschworen..."„0» I Sie hörten mit offenem Munde, von emem M lichen Schauer ergriffen. Aber Stephan, der die r wacht, sprang wieder auf den Stamm, neben den fes _____ ie ich fie hier � �|jv.( re»... 3«, ivacyi, Vfnuuy uuevet uuf ucn wev*«» /< hatte Chaval erkannt, und der Gedanke, daß auch dort sein möge, reizte ihn, er wollte sich vor thr lassen. (Fortsetzung folgt.) »g Staa fyviao t,*tt8e Cntt � i�werd« an,, «.'•s 'C,"
m Arbeitt» Prinz Earl Schwarzenberg sagt:»Die Jungtschechen ensen liq« sich heute selbst als Hutstten bekannt."(Stürmische hnlich. Dm �'»«ai find wir!").Guß' Lehre war der Kommunismus ibrem M ��.Jahrhunderts, die Hasfiten wurden bald eine Bande n sich d'esO?»räubern und Brandstiftern.(Tosender Lärm.) Die i von<0� pgenberge traten einst in Stelle der Rosenberge; die , der Aar«« bildete da« Kampfzeichen gegen die Huifiten und ich > Mann t11' J®' stolz darauf sein, wenn heute die weibblaue Fahne der ten und d�Mmzenberge wieder das Kampfzeichen wäre gegen diese sollen, tvwWultttoi*(Stmmilckie Bewegung, SörtnO Schließlich iums beug�?®' eine Resolution Sch warzen berg's: der Landesausschuß md bekan»»«« Sorge tragen, daß bei der Auswahl der Namen für die Zähmen aar�ttumsgedenktafeln die rel'g ösen Gefühle nicht verletzt wer- en noch i»»> an die Kommisfion verwiesen. Der Landlag vertagte fich . schwierig«"'»ach Reujahr. urg u. s.u Fr tt u st r? i ch. denken, a �»Journal des Debats" schreibt über die Bestimmung i enorm'08 Millionen, welche der Senat dem Marineminister dieser �und«e>»! bnvill'ate:»Die Privatindustrie wird zu bauen haben: lmdunnea» Nanzersch ffe von mittlerem Tonnenpehalt, 4 Torpedoaviso- n auch ui> jpftt, 10 Torpedodöte für die hob« See, 3V Küftenlorpedos. '? ,n r«,& L Panzerschiffe werden ebenfalls als»Küstenwachter'" >burg«m Met. Wir wollen hoffen, der Minister halte fich nicht v'Jia«f ri fe Etikette für gebunden und die Schiffe werden so sktzt nkian>Men, daß fie auch in die hohe See gehen können. Frankreich rem Kau»»icht reich genug, um Panzerschiffe zu haben, welche durch ni na �5�'� �'Lenschaftm an dre Küste gebunden und auf die mellerfli> wt Vertheidiguna angewiesen find. Dies wäre eine schlechte '*U 0 itelw'• denn das beste Mittel, unsere Küste zu vertheidigen, ereitS m wrai ur der Offerfive und daß wir die feindliche Flotte chvers?»® Diese Panzerschiffe werden nicht mehr als 6800 smt lang Ii»«, hahf�� Hier spenden wir vollen Beifall, denn, wie t. Dieudn»" m fich vielleicht erinnert, hatten wir von jeher das Panzer- '* l.M Mt 7 aieueraii errnnerr, yaiien wir von lletallard � 0i> wittlerer G> äße anempfohlen. Es ist nur zu wünschen, d®'"» den drei Schiffen statt der zwe, Kanonen zu 34 cm der A'O?! dem Vorbilde des„Furieux" je vier Kanonen zu 27 cm, 5ii?rMaU"C'>'c Vits öf... t.____ cts.* r Masch'A'«it Armstärke zu handhaben find, gäbe. i und?««>onen sind gut für Rresenschiffe und "i«----'- mmen, le Die Ungeheuer ...........„„_____________.....____ alle zuiammen Oer Niederlage entgegen. Was die leichtm Schiffe des awms betriffi, so wäre es statt der 30 Torpedos für die �abewachung mit der Hälfte geihan. Unsere Flotte vor allem rascher Ekloireur«, ich sage»EkiaireurS" ij,."icht etwa»Kreuzer". In dieser Richtung werden uns r-edo-Aoisooampfer unschätzbar« und dillige Dienste ?»M tormen1" üterschast� Verla«? g die lerkungM � WWWWWWWI m, ein 0°? Win Zweifel' mehr� Es wäre daher wünschenSwerth, daß ' k" V» kleinen Schiffe bestimmten Kredite so verlheilt wür- • auä.» 6 Toipedoavtsodampser, 15 Torpedodampfer für die hohe wie waa�»—....... ndet fi«? agebaw � w? zwei, ja drei für jedes Geschwaderpanzerschiff. Darüber seit den letzten Flottenmanövern in Frankreich und Eng- k jeui Zweifel mehr.~ die klkinKN 1t ljb zm B'wachung der Küste. Man vergesse nicht, daß die hinten»35 Metertorpedog" uns nach ihrer Umgestaltung 48 Torpedos für die Küftenbewachung geben werden. Und man nicht genug wiederholen: Wir müssen uns im izT vertheidigen. So will es die Kriegskunst und so will es <®nser nationales Temperament. Um die feindliche Flotte zu können, muß man genau wissen, wo fie ist, welchen ? ae einschlägt; weiche Pläne fie hat: daher das Bedürfniß Ahlreichen Eklaireurs. .»>le diese Schiffe sollen durch die Privatindustrie hergestellt vi. Einige Senatoren machten Herrn Barbey bemerklich, die SlaatSwerften nicht sämmllrch befähigt sind. Sie in der That Recht. Der Minister gab dies zu und ver- bem Oberhause, nur den nationalen Bauplätzen die Her- der Geichwaderpanzerschrffe, mit der nächstens begonnen � soll, anzuvertrauen." s�rr Verfasser de» A-t-kelS kündigt eine Fortsetzung an, in r* die Vortheile und Nachthelle deS in Auefichl genom- i»: Systems, der Pilvailndustrie die klemen und den .*M«,altn die großen.Schiffe zu übertragen, zu unter- Sedenkt. Italien. m."1«, 28. Rovemoer. In der heutigen Sitzung der ..-'ffvikammer wurden von der Regierung die Gesetz- /* �der die Reform der WoblthätigkeitSanstalten und Berli»? >ervorgn�ll rpaitei«ltt, AIP lbenioj!', die 3«% 6f0"«je ÄONÄ�J- 'ch-°,i>�>r>u»i»f«>>i>�»»uv i�deS(jj Abschaffung der Differentialzölle gegenüber Frankreich Zorovv.�xltzsi..gt.� Die für den letztgedachten Gesetzentwurf beantragte eit wurde angenommen. Unier den in der Kammer 'en Interpellationen defindet fich eine solche deS '(n Jmbnani über die angeblich willkürliche Auflösung SorovYj�i (eil d-ests»st he ■bt Jungl!«� ruft-' Z r Tow'l� 'sfior«� ftfi' ire«"i'aaft" bhost-r y t Z-i- y erde m/ hPf W® A * jmbnani über btc angeb "lstees für Trieft und Trient. eichen lich geseM 'nsen.fy l-»--?. «•6. Achten von de" M er tvtcb«1, daz«'s�- > Wersclder KoMWevtliess. 9. Tag der Verhandlung. i Iii?.'* räsident konftatirt, daß einige Angeklagte fehlen; 0' darauf die Zeugenliste verlesen. ji J* Vertheidigung beantragt Vorführung des nicht ?vn Zeuaen Julius Weber. Der Gerichtshof de- oemgemäß. L e Zeugen beantworten die an fie gestellten Fragen wie Bender, Bürgermeister zu Gerresheim(vereidigt): eine große Ansammlung im Neanderthat; von den n �.rannte ich keinen. Ich hörte Hurrahrufen. ES ist nichts K/?dutung pasfirt. BelleS sah ich, auch einzelne rothe �-ttucher an Stöcken. Auf rothes Papier gedruckte Fest- ?urdm veriherlt. ,, ü?üe A d a m i, Agent in Elberfeld(vereidigt): Ich habe %!■,°oi Gründung eines Blattes gezeichnet. Von einem �""soe weiß ich nicht. Die»Londoner Freie Presse" ,""btmals von G>lle» gesandt; auch nach dem Ver- 7 w'n«d sie unter Kreuzband: die Adresse war nicht mehr k Q§atib. Snit?® Eickhoff(vereidigt): Eine Petition gegen das und Unterschriften ge- ndern i?!««" cn,,t Peiition übergab ich Haim, dem Vertreter dieses und � zr i geheimen oder unangemeldeten Versammlungm �iplo«' � Akexan der Frank(vereidigt): Ich bin Demo- "'i r' Alexander Frank(vererdigt): Ich bm Demo- od« war ich, aber e« fand keine Versammlung uweile» A mmer: jd r$ besuchte mich und ich ging mit ihm zu Marian, wo Ai Freunden über ein Zniunasunternehmen gesprochen ® lallte ein demokratisches Blatt gegründet werden. lissermvßm den Voi.. Es waren noch andere Per- I K...............................__________ zugegeu und wollte gewiffermvßm den Vorfitz überl .... r � w,�tton wir protestrrten. -kracht Ze»» �'""uer. A 3« st?.?o h«, Burchdruckereibefitzer(vereidigt): Ich Hab« erbebe,�.Freie Pr.ffe" gedruckt und b.n dafür bezahlt ja ich � �ohlun l,e6 bti bi- P'obenummer drucken. '...m A eingelöst ™ �«ifctgo recherchirt. Lenzmann macht zum Staatsanwalt � iuno. n werde durch die Vernehmung des Polizei- V Kissing feststellen, wer Weber da« Reisegeld gt- �ag,� �atsanwalt: Ich werde Ihre Klienten dar« Rechtsanwalt Krüsemann: Das waren Privatäuße- rungen. Der Präsident betrachtet dies als Privatäußerungen. Zeuge B e r g h 0 f, Schlosser in Velbert(vereidigt): Ich vermuthete, daß in Blankenstein eine Versammlung war; ich hörte es von Hoppe. Zeuge Lartz(vereidigt):- Ich war qt« Lehrling bei Gustav Finke und trat aus, weil er Sozialdemokrat war. Von Versammlungen bei ihm weiß ich nichts, aber von Be- suchen. Finke äußerte einmal zu seinem Bruder, der feine Herr aus Düffeldorf, der ihn besuchte, wolle eine Rede halten. Wie der Herr hieß, sagte er nicht. Finke hält den»Sozial- demokrat", er lag einmal auf dem Tisch. Vom Vorlesen hörte ich nichts. Finke sagte einmal: Wir brauchen keinen Kaiser, wir könnten einen Präsidenten wählen." An die Unterhaltung über den Reichstag kann ich mich nicht mehr erinnern. Was Finke am Schluß über den Kaiser sagte, ist mir nicht erinnerlich.(Der Zeuge erzählt mit unverständlicher Stimme noch einige Äeußerungen Finke'«.) Ich habe nicht gesehen, daß er den»Sozialdemokrat" an Jemand gab.(Auf Befragen Finke'«, der den Lehrling entlassen): Ich habe meinem Vater gesagt, daß Finke den »Sozialdem." halte und da hat mir mein Bruder eine andere Stelle besorgt. Aus Rache habe ich nichts gesagt, nur die Wahrheit. Zeuge Rein h. Franke aus Velbert(vereidigt): In Blankenstein war ich; ich glaube, daß Busch mit war. Es waren viele Leute da; von Reden weiß ich nicht«. Ich hörte nur den Namen Daftig; ob er da war, weiß ich nicht. Es ist möglich, daß rothe Shlipse getragen wurden. Meist habe ich in Velbert gesehen; von sozialdemokratischen Reden hörte ich nicht«. Möglich ist, daß Dr. Schönlank in Velbert war. Z.uge Burger au« Velbert(vereidigt): Ich war mit Franke und Andem, vielleicht auch Busch, in Blankenstein. Daß die dort anwesenden Leute Sozialdemokraten waren, ist möglich. E« waren sehr viele Leute da. Von Brüderlichkeit wurde gesprächsweise geredet. Daß da« eine sozialdemokratische Versammlung war, kann ich nicht behaupten.(Auf Befragen Dastig'S): Gesprochen wurde viel, aber im Sitzen, nicht als Vortrag. Dastig kenne ich nicht. Zeuge Engel(Wirth in Barmen, vereidigt): Röllinghoff war wenig bei mir, Finke einmal. Ich weiß nicht, ob über sozialdemokratische Dinge gesprochen wurde. Salzderg verkehrte nur bei mir, wenn er da« Gelb für die»Freie Presse" ein- kassirte. Buchenau war wenig bei mir. Zeugin Sophie Scheerer(vereidigt): Bierenfeld wohnte bei mir und reiste einmal nach Gotha; fünf Tage war er weg. Bierenfeld: Ich war 1836 in Gotha zum Tischler- kongreß, zwischen Weihnachten und Neujahr. Zeugin Scheerer: An die Zeit kann ich mich nicht er- innern. Bierenfeld war nur einmal weg.(Auf die Frage der Verth.): Ich habe in gleicher Weise wie hier zu dem Polizei- kommiffar Wiising ausgesagt.(Bewegung) Zeugin Berg er aus Bannen(vereidigt): In meiner Wirthschaft verkehrten Bubenzer und Bierenfeld, Nachmittags oder Abends. Es ist nicht der Angeklagte Bubenzer.(Auf Befragen des Staatsanwalts): Ich weiß nicht, ob Besprechungen stnttfanden. Ein ärztliches Gutachten wird verlesen, wonachWeber fieberhaft erkrankt ist. Zeuge Karl Eickhofs aus Elberfeld(vereidigt): v. Sckemm kenne ich; er war voriges Jahr mir 180 M. schuldig für Waaren. Er lebt in geordneten Verhälimssen. Im Sommer bezahlte er immer die Schulden, die er im Winter gemacht. Ich traute v. Schemm. Ueber die Beschlagnahme des Geldes habe ich mir keine Gedanken gemacht. 40 M. habe ich an ihn für Reparaturen bezahlt. Die Bürgschaft seiner Frau für die Schwägerin habe ich angenommen, da« ist in dm Schulden inbegriffm. Zeugin BirmeS, Wirthin in der Beek(vereidigt): Es warm einmal Männer bei mir, die den Saal haben wollten. Es kamon dann etwa 60 bis 80 Personm. Das kommt häufig vor. Zmge H 0 l t h ö f e r, Wirth in Neanderthal(vereidigt): Es wurde von einigm Personen angefiagt, ob fie dm Saal habm könnten. Ich gab ihn nicht, weil es Sozialdemokraten waren, ob aus Düffeldorf, weiß ich nicht. Zeuge Borghart aus Barmm(war früher mitangeklagt): In Blankmstein war ich jedes Jahr emige Mal. Ich treffe immer Bekannte. Von einem sozialdemokratischen Ausflug weiß ich nichts. Den»Sozialdemokrat" bekam ich in einzelnm Eremplarm, von wem, darüber verweigere ich die Aussage. Ais Deckabrcffe diente ich nicht. Ich war wohl in Wirihschaften und habe am Biertisch mit Freunden politifirt; von geheimen Zusammmkünfien weiß ich nichts. An Samm- lungen für Hasmclever und die Wahl habe ich mich belheiligt. An Singer habe ich nie Geld gesandt. Ich will vereidigt wer- den darüber, daß ich nie mit der Polizei in Verbindung stand. Ich finde es schmutzig von Kommissar Wilfing, daß er über mich die Aussage verweigert. Der Staatsanwalt beantragt gegm den Zeugm drei Tage Haft wegm Ungebühr. Präsident: Das Gericht wird über die Vereidigung beschließm. Der Zeuge darf dm Saal nicht verlassen. Zeuge B e r g l a r(vereidigt): Die Verbreitung von Flug. blättem am 8. April habe ich gesehm. Der Angeklagte Schür- mann war es nicht. Zmge Steinborn, Wirth in Barmm(vereidigt): Röllinghoff sollte ich 200 M. borgen, ihm privat. Er erklärte, Harm würde es zurückzahlm. Von der»Fr. Presse" wurde mir nichts gesagt. Harm zahlte das Geld durch einen Wechsel zurück. Zmge Hinnenberg, Wirth aus Barmm(vereidigt): Fachvereme tagten bei mir. Ich glaube, Küpper war Vor- fitzender. Von geheimm Versammlungm weiß ich nicht«. Hülle und Harm warm da; die Vorträge wurdm polizeilich überwacht. Zeuge Decker au« Frankfurt(früher Angeklagter): Die bei mir gefundenm verbotenm Dmckschnftm habe ich theilS zugefchickt erhalten. Ich verweigere die Aussage über diesm Punkl. Wie mein Name auf dre bei Schumacher gefundme Liste kam, weiß ich nicht, auch nicht, wie ich zu der Sammel« liste für Hasmclever kam. Zeuge Lücke aus Köln: In Düsseldorf war ich schon; mit BelleS habe ich dort nicht gesprochen. Barthel kenne ich dem Namen nach. Ich war in Düsseldorf zum Vergnügm. Ob im Januar 1888 ein Flugblatt erscheinm sollte, weiß ich nrcht. Positiv kann ich nichts behauptm. Von dem»Mahn solches Blatt geschrieben; Aber im Januar 1888 das war wort" ist mir nichts bekannt. Bebel: Ich habe ein wurde nachträglich verbotm. da« nicht. Lücke: Da« mir vorgelegte Flugblatt kmne ich nicht und glaube, e« wurde nicht verbleitet. Ich bin als Kandidat für die nächste ReichStazSwahl aufgestellt. Bebel: Da müßte er doch von dem Flugblatt wissm. Es kommt häufiz vor, daß saifirte Diuckschristm, die nur in einem Exemplar gefunden wurdm, verbotm werdm, um die Verbrei- tung zu verhindern. Lücke: Cordes kenne ich nicht dem Namen nach, vielleicht aber, wmn er mir vorgestellt wird. R.-A. Lenzmann: Ich bitte, von AmtSwegm mir die Aktm von Stüde zu Lbergebm. Dies geschieht. Es tritt eine Pause von 20 Minutm ein. Berichtigung: Der als Zmge gestern erschimme Knabe und dessen Vater heißm Pfeiffer, nicht Kaiser. Der Präsident verkündet dm Beschluß de« Gericht«- Hofes: Der Zeuge Bongart wird zu 20 M. event. 2 Taam Haft vemrtheilt, weil er m zu schroffer Form die Aussage de« Polizeikommissars Wilfing zurückwies. Das Gericht erkannte hierin eine Ungedührlichkeit. Er wird nicht vereidigt, der Zeuge Lücke ebmfalls nicht. Zmae W 0 t t k e, Maler aus Elberfeld(vereidigt): Ich war m Blankmstein 1885. Es wurde dort gesungm und de«- wegm habe ich den Platz verlaffm. Ein Lied nach der Melodie der Marseillaise wurde gesungen, auch»Hell Dir im Siegerkranz". Zmge Polizeiinspektor Meyer au» Hagm(vereidigt): Wie der»Sozialdemokrat" verbreitet wird, weiß ich nicht. Bei Sönchm habe ich eine resultatlose Haussuchung gehaltm. Karl Schmidt ist mir als Führer der Sozialdemokratie bekannt. Die Haussuchung geschah auf Veranlassung von auswärts. Zeugin Wwe. Hannes, Wirthin aus Barmen(vereidigt): Bierenseid kenne ich nicht. Mein Mann hat über ihn nicht mit mir gesprockim. Zeuge Polizeikommiffar Sperling au« Köln(vereidigt): Bei dem Angeklagten Brmer habe ich auf Requisition der Kieler Staatsanwaltschaft erfolglos gehaussucht. Das Rmds- burger Packet war an einm Gefellm BrmerS adresfirt. Brmer ist mir als Sozialdemokrat bekannt, der Deckadressat nicht. Die Ehefrau Breuer« hat das Packet empfangen. In Köln wurdm verschiedme Flugblätter vertheilt; an ein Besondere« kann ich mich nicht erinnern. Zmgin Ehefrau Breuer verweigert da« Zeugniß und wird mtlassm. Zmge Drüge(Soldat, war Beschuldigter): Ich war bei Brmer in Arbeit. Ein Packet mit Heftm habe ich erhaltm und verbrannt. Da« Packet war offm und zerfetzt; ich wollt« mit der Sache nicht« zu thun haben. Das würde ich stet« thun. Ich habe da« Packet vom Postboten bekommm und ich weiß nur von einem Packet. Die Hefte hatten einm rothm Umschlag. An meine frühere Aussage kann ich mich nicht er- innern. Mit Breuer habe ich über das Packet nicht gesprochm. (Zeuge wird ermahnt, in Zukunft kein Packet zu verbrmnm.) Nach der Haussuchung habe ich Breuer von dem Verbrmnm de« Packet« erzählt. An die Zeil kann ich mich nicht erinnem, es war im Sommer. Breuer: Die Haussuchung war am 1. Mai. Nach der Haussuchung hat der Zmge mir von dem Packet erzählt. Der Gerichtshof beschließt, den Zeugm nicht zu ver- eidigm. Zmge R ei ding in Elberfeld(war Beschuldigter): Ein Packet au« Rendsburg erhielt ich. Barthel sagte mir, ich solle das Packet annehmen; ein Unbekannter hat es abgeholt. Barthel sagte mir einige Wochm vor der Ankunft des Packet«, daß es ankomme, aber nicht woher. Ich war bei der Arbeit, als es abgeholt wurde.(Der Zeuge wird vereidigt.) Zmgin Frau R ei ding: Im Dezember 1887 kam ein Packet, das von zwei Unbekannten abgeholt wurde. Barthel hat meinm Mann beausiragt, da« Packet anzunehmen. Die beidm Männer sagten mir, daß da» Packet aus Rendsburg war, und da habe ich es ausgeliefert. Unter dm Angeklagtm erkenne ich die beidm Männer nicht. Zeuge L e ck e b u s ch, Schlosser au» Velbert(vereidigt): In Blankmstein war ich mit Busch und Anderen. Lmte mit rothm Shlipsen sah ich; von Reden habe ich nicht« gehört. Ich wollt« Blankenstein besicktigm. Zmge Kalter, Schachtmeifter in Lennep(vereidigt): Am 28. Juni 1885 war ich in Blankenstein. Ich bin Sozial- demokrat. Von Redm habe ich nichts gehört. Ich erzählte vorher, daß verschiedene bekannte Familien nach Blankmstein gingen. Daß Dastig da war, glaube ich, erinnere mich aber nicht bestimmt. Zeuge F r a n z e n au« Mettmann(vereidigt): In Blanken- stein war ich nicht; Hoppe sagte mir aber Abend« vorher, e« würde eine Versammlung oder Zusammmkunft abgehalten. Hoppe ist ein Schwätzer; er spricht kernm Satz klar aus. Zeuge H i n t e r 0 r t, Schlosser aus Velbert: Im Neander- thal war ich mit Freudm. Es sollte etwa« lo« sein, wie ich hörte. Dem Untersuchungsrichter habe ich gesagt, daß Harm da war. Harm, BelleS und Lehmann waren da. Lieder habe ich nicht fingen hörm. ES waren etwa 100 bis 120 Perlonm da. Von anderm Zusammenkünftm weiß ich nicht«. Redm oder ein Hoch hörte ich nicht. Von VertrauenSmännem der Sozialdemokratie habe ich dem Untersuchungsrichter gesagt, aber ich weiß nicht, wer fie find. Ich habe e« daran« geschlossm, weil auch andere Parteien solche haben. Wer bei Hof zugegm war, werß ich nicht, es warm etwa 10 Personm. Wa« gesagt wordm, weiß ich nicht.(Der Zeuge wird vereidigt.) Zeuge Schmalz, Schlosser au« Düsseldorf: An mich kam der»Soz." im Packet. Für Wmd habe ich die Packet« angmomm-n und ihm übergebm. Es warm etwa vier Packet« in Zwischenräumen von sechs Wochen. Cm Packet habe ich an Held abgedm wollen, es aber rhm nicht offerirt, weil er mir keine An kunft geben wollte. Ein Packet habe ich fpäter an Held abgegebm. In diesem Packet waren etwa 30»Sozialdemokr.". Ich hatte ti vorher geöffnet, ehe ich e« Held gab. Wind: Ich bitte, Schmalz zu fragen, ob ich nicht von Held als einem Sozialdemok-aten gesprochm. Ich glaube nicht, daß ich dem Schmalz den Held vorstellm wollte. Schmalz blnbt bei seiner Angabe. Er wird ver- eidigt. Zmge Leonhard Schumacher, Drechsler(war Be- schuldtgter), verweigert aus Grund de« 8 54 der Strafprozeß- ordnung jede Auskunft in diesem Prozeß. Sozialdemokrat bin ich. An geheimm Versammlungen nahm ich nicht Theil. Den»Sozialdemokrat" hatte ich nrcht. Ueber die Verbreitung desselbm verweigere ich die Aussage. Der Zeuge wird mtlassm. Zeugin Frau Knabe aus Barmm(vereidigt): Bei mir wohnte Dubmkopf. Packet« kamen für ihn. Werter weiß ich nichts. Zmge Peveling(vereidigt): In Blankmstein war ich. Es war eine Versawm ung; auf die Zahl der Theilnehmer erinnereich mich n, cht. Es wurden Redm gehalten, aus dmm ich nicht mtnehmm konnte, daß dre Leute Sozialdemokratm warm. Rothe Shl'pfe wurdm verkauft. Ich sah Leute ans- stehen und redm, aber hörte nicht um« Won bitten. An dm Inhalt der Redm erinnere ich mich nicht. Verth ei big er: In der Anklage steht, daß über Pro- duktivgenossmschaftm gesprochen wurde. Zmge Sommer au» Velbert(vereidigt): Hoppe sagte, wie ich glaube, ich sollte m>t ihm nach Blankenstnm Dort sah ich mehrere Bekannte. R-dm sind, so viel ich weiß, nicht gehalten wordm. Ein Hoch hörte ich nicht. Aufgefallm ist mir nicht«.„ t t Zeuge K a l t e n b a ch: Zur Gründung der»Freren Presse" habe ich Geld gegeben, weil ich mich für die Arbeiterpartei interesfirte. Von dm 1560 Mark habe ich 300 zurückerhalten. Da« Geld gab ich an Röllinghoff und GrlleS, bei achte aber sHarm als meinm Schuldner, werl er Verleger ist. Emer Be- pirchung wegm der»Fieim Presse" habe rch beigewohnt. Mit Hüitenberger war ich in Hagen zum Vergnügm. Es fand eine öffentliche Schneiberversammlung dort statt, die ich de- suchte. Hüttenberger: Ich wollte vermitteln und habe darum Kaltenbach eingeladen, nach Hagen zu kommm. (Fortsetzung in der Beilage.)
Der Theater. Sonnabend, den 30. November. G»»>ntha»«. Don Juan. »ch«»Ipt»cha»». Qaucisümn«. >««tsch»» Theater. Faust'« Tod. T»sft«g-Tl»»at»r. Der Zaungast. Werltner Theater. Schlechte Rasse. Friedrich- Wtthetmftädtische» Theater. Der Polengraf. U»ftd»«s-Theater. Schwiegermama. MaNaer-Theater. Nervo«.— Vorher: Scheidungsgrund. XUrtorta-Theater. Stanley in Afrika. ktend- Theater. Das neue Gebot. F,»»allia»c». Theater. Vor Sonnen> aufgang. MSaiyftSdtische» Theater. Wibmann grtrat-Theater. Historischer Possenabend. etph«rnst-Theater. Frotte Wewer. d». Uichter'« Uarittt. Spqialitäten» Vorstellung. Ueich«hallpsß»eilir«it«-M am mepitnplatn. Massiv goldene Ringe. Trauringe(1 Dukaten). ,(2 Dukaten). Goldene Broschen.. I Golddoubl«- Ketten auf Silber...... Goldene Ohrringe.. Simili-Ohrringe i Gold von M. Mark M. 3,— an 11- 21,- 5, an 6�50 2,— 8- 2�0 von M. jedem Echte Corallenbroschen. » Corallenarmbänder m, Golddubl«» Armbänder auf Silber....»- Golddoubl-broschen auf Silber......., Damen• und Herren- MedaillonS(Gold- doubl« auf Silber).,, Telephon 9S56/DL >/- 4�0 Miitint H. Stramm. 123 Rittepstpasse 123, verbunden mit Herberge und Arbeitsnachweis Klempner. M frX Empfehle meinen allbekann- JS ten vorzüglichen FrsihftSck-, JKT MMag- und Abeudtisch. Jmr taIMW sonstige Speisen und Ge. Ii T Jrr n'ränke in bekannter Güte. Mw jiJ Zwei Zimmer, paffend zu .....»ALJe Zahlstellen und Arbett»- nachwetS, stehen zm Verfügung.[1440 Zum Umzage empfehle mein große« Lager w[97 Deguüateupen bester Qualität, in den feinsten und neuesten Mustern ausaeführt. Einfache Regulateure in Äußbaum-Gehäufe, 8 u. 14 Tage gehend, schon von 12 Mk. an. Garantie vi» ,u fünf Jahren. Sanduhren, nur Faller'sche Werke (da« beste was existirt) von 3 Mk. an. ver- «tckelte Standwecker mit Ankergang von 3 Mark an. Reichhaltige« Lager in gol- denen«nd silbernen Herren- und Damen-Uhren. Beste Rickel-Rememotr mit Sekundenzeiger, Emaille-Zlfferblatt, kurzem Aufzug und Zeigerstellung von außen, 10.75 Mk. Getragene, silberne Zylinder-Uhren von 5 Mk. an. Sämmtliche Neuheiten in Brillante«, Gold-, Silber-. Korallen-«. Granat- Schmucksachen zu FabrUpreisen. Gol- dene Facon- und Trauringe v. 4 M. an. Kedevtevde RepllratumerWlltt Taschenuhr reinigen.. 1 Mk. 50 Pf. do. neue Feder.. 1, 50, Wanduhr reinigen... 1„ do. m. Schlagw. reinig. 1, 50„ G. Wagner, Uhren- u. Goldwaarenfabrik, Berlin S., Orautenftratze 184, zwischen Adalbertstraße und HemrichSplatz. Prämlirt auf»tele« Ausstellungen. Ferner größte Auswahl goldener Kerren»«. Damenkette»», Kklip«nadel», Granat- und KUdersache« jede« Genre». Kager Alffdnidea Reparatupwepketfitte. 1 J JU'.-�IWWWMWU .jnne �.,dnn R. xraonffatioi «wtschland �geführt �e» au« �V°r «st..sechs ltl!� pnhe»: I 7-«o e«' � der Z SNvnch,,, ?g»be v« ander« > Der B M die i Zungen I jährlich ?l>rn den wurde .> gtößer« »Weltlich Achhebank kü, Priva! xbei un S Ant .M in �gelehnt t N dt« SU' rj'chauunf NN �«rifcher in r.!l.ntral bS"«r Sr für Sl allg« feianm) ?«ig die eÄ.»- >»■ Va.v?e Selnii Qt LI?»"1" I�dlungei �,,üren."y �d«chth 074 Kur Keretne. Filz- und Seiden- Hute, reelle Waare zu billigsten Preisen bei Bud. Beisse, Ehaaffeestr.*" Schöne Räume für Krankenkassen jk- nachweiö zu vergeben DreSvenerstr ���M 70. 97 l Kiel billiger wie bisher müssen, um das Lager zu räumen, eine große Partte eleganter Damen« und Kinder- mäntel für die Hälfte des Selbstkostenprelse« ausverkauft werden. Regenmäntel von 5 Mk. an, WtnterpaletvtS 5, wwter- DolmanS 8, K'ndermäntel, hochelegant, S, JaquetS 3. Räder 7 Mk. Sonntags bis Abends geöffnet. 1.. Jacobus« Große Frankfurterftrotze 118. Filiale: Gesundbrunnen, vadstr. 58. Als Wertbpapitt bis»1 Dezember 1880 anfzubLwahre» ilemMsfoNfo.! Total- fe- bie ZA» Nff Schaft pnfrt- o w' destüt MZSffig. ffnne na Uaupw, 'in �si.hZt "Scherl � Bank �schafl fei Sonbt 'W' tN.M d des Empfehlt mein [218 Weiß-«. Wollivlims-CcsGst. Wegen Räumung t werden sämmtliche Waaren unter« Brei» verkauft, wie. �«icl U« Nopmal- und Bapchend-Hemden, Stpick» Jacken, r sowie jeden Artikel für Arbeiter.'MB Ä»& f.«eih-rd. Möbel, eigener Fabpik- Smeiel i. PoUterwaaren. Cr. Lager, bUL Preise. Emil Heyn, Brunnenstr. 28, Hof part. Thcili. nach Uebereinkunft Berantwortl icher Redakteur: U. Grönheim in Berlin. Druck und Verlag von Mo» Fading in Berlm SV/., Beuthstraße ««»er m vre,» nm»»,., Herren- u. Knaben-W. Herreu- u. Knaben-WM� Damen- u.Mädcheu-M l � � Teppiche, Vorleger, Ga ß �(v dinen. Läufer, Kieiderst � �.1 Bettzeuge, Wäsche u. s- u. s. w- >72[ Hochachtend-G I.. AdoiSSi Kierm****
n« Beilage zum Berlmer VolNlaü. Dr. 281- Sonnabend de« 30. Konember 188S. 6. Hahrs. ute. ibfti. m üiiajt. Sc IS- uns Saveli« aidtlS� :*** u« K.Ä ExpOtl Vorlttmenksberichke. D»tttfch»r Jletchstag. 26- Sitzung vom SS. November, l Uhr. . Am Tische de« Bundeirach«: von Bötticher, von �«tend. « Auf der Togekordnung steht die zweite Berathung » � k l l e zum Bankgesetz. Noch ders Iben sollen vir ».�'«eigner eine Dividende von 31 pCt. erhalten, von dem age soll eine Quote von 20 pCt. dem Reservefonds �inchriebkn werden. Der rückblcidende Rekt soll zur Hälfte 7° die Antheil« eigner, zur Hälfte an die Rei»skasse gezahlt "'den. und soweit di' Gesamwtdividende 6 pCt. übersteigt, o der Rest zu einem Viertel an die Antheileeigner, zu drei . on die Reichtkaste fallen.(B sher erhielten die An« »"»eigner eine Dwidende von 41 vCt., und erst bei einer »nenmntdividende von mehr al« 8 pCt. erhielt da« Reich drei �Wel de« tteben-est,«.) 3ur �w'iten Berathung ____. liegen folgende Anträge vor: j®) Vom Abg. Grafen zu Stolberg-Wernigerode: ?"�tag wolle beschließen: 1. den vorl-egenden Gesetzentwurf T ,, v01 keinen Theilen abzulehnen; 2. folgende Resolution an« �s'hmen: den H rrn Reichikonzler»u ersuchen: 1. die An- ?'üischein<> der Reichtbank zum 1. Jonuar 1891 zu kündigen; ' dem Reichstage einen Gis tzentwurf vorzulegen, durch ?s»en:-) dix Reichsbank unter Beibehaltung ihrer sonstigen Z�aanisation und unter Aufrechterhaltung der übrigen in �tschland bestehenden Notenbanken in den Belitz de« Reiche« �geführt wird; d) die Ausschüsse der Antbeilseigner durch aus Vertretern von Handel, Industrie und Land �"bschaft gebildeten Beirath ersetzt werden. i d) Vom Abg. Huene: Der Reichstag wolle beschließen, .sechs" zu setzen:.fünf". «,.*■) Vom Abg. Mooren sZentr): Der R-ichstoq wolle b«. ?d»ßrn: In Erwägung, daß die R-ich«dank die Aufgabe hat, ?- wo e«' der Verkehr erfordert, Zweiganstalten zu errichten, r�e der Reichstag erklären, daß eS nicht seinen Absichten Nwncht, wenn die Reichsbank sich für die Erfüllung d'eser ?»nbe von den betheilmten Gew inden Steuerbefreiungen andere Zuschüsse bewilligen läßt. »Der Berichterftatter Abg. KLstng snatl.) berichtet zunächst die Verhandlungen der Kommission, welche in zwei TzUngen die Rov-lle erledigt habe. Er entwickelt namentlich jjnrhrlich die G rinde, welche in der Kommitsion für und Jflto» den Antrag de« Grafen Stoiberg vorg� bracht wurden. ? wurde namentlich ausgeführt, daß»ine Piioaibank eine ,' lNößere Beweglichkeit habe, als»ine Re'chsdank und daß towentlich bei einer feindlichen Invasion die Bestände der ?"ch«bank mit Beschlag belegt werden würden, während Q Privatbank dagegen geschützt se«. ES würde sich M«l um»ine Summe von 2 Milliarden handeln. Antrag auf Verstaatlichnrg der Bank fei als- in der Komm'fsion mit ollen geaen 3 Stimmen �gelehnt worden. Wo« nun die Novelle selbst anlange, so die Mehrheit der Kommission der Ansicht, daß dieselbe den 7?schauunpen entspieche, welche bei Emaniruna des Bank« maßgebend gew. sen feien. Die Kommission empfiehlt dessen die unveränderte Abnahm« der Vortage. fich ni9'®raf k8 Atoltz»rg-M»r»igrrod»(kons.) verwahrt b,g"'s« einmal energisch gegen den rhm gemochten Vorwurf, " tt Kam Wm Abn nicht der maßgeben de gewesen sei und soweit i,!,;''......... I Gesichtspunkt in«krage komme, nicht agrarische, � allgemeine J'.teressen vorwalteten. Er könne son. nicht »r 'd' warum ein« verstaatlichte Bark nicht ebrnso nach �/vrannischen Grundsätzen geleitet werden könne, wie gegen- die Reichsdank. Er wiederhole, daß"!»« sich dabei um �>itdl resp. Verlust für da« Reich von 3jj Millionen »y, ��9-*. Kenda(natl.): Er habe nur das Wort ergriffen, tz. �ne alte Erinnerung hier aufzufrischen. Es fei am � chwruar 1870 gewesen, als der damalige Graf v. Bismarck fonb?" fandwirihschafttichen Kongresse erschien und an den Ver« �"6�" desselben regen Anlheil nahm und er glaube nicht �lf??' wrnn tr behaupte, daß von dielem Tag« an sich die simz• Huud dotire, welche die Bankoerwaltung der �dnnrthschaft geboten habe. Diese hilfieiche Hand »'it.? Dank nicht wieder zurückgezogen, sie habe in ßtiii stssl��llen Zeiten der Landwirthschaft ihre Kossen tvj�.S'vssaet, sie Hab« der Landwiithschalt Darlehne auf un- »östliche Produkte gegeben, natürlich sogenannte.Reit- -�geschlossen. gr glaube, Herr von Dechend werde »p, i�llatigen. Die Behauptung, daß die großen Bankhäuser SSI*« Dividenden schlucken, indem sie die Bankantberls- nach und nach an sich bringen, weist Redner mit der �uptung zmück, daß sich ein großer Theil der Antheil- **>tiKerJw den Händm kleinerer Banken befänden. Redner schließlich die Annahme der Vorlage, welche der (den ffin Hnt/ITti-t* h»r W, A«hnrf MttfnrrAr. lB>av0.l intrfl Sar- wffe' s- vi. >it< dafür sorgen, .____- i"------------. die Geldzirku- >ber„i*?1 Ststvrt wird. Da« ist ihre Aufgabe, daraus folgt pn f# JJ"' daß sie nicht auch für die Landwirthschaft thötig Ich kann behaupten, daß die« auch geschehen est, jchr dl? unterlassen, der Herr Reichskanzler würde mich i'�a» korrigirt haben.(Heiterkeet.) Sind denn nun '"lstef Jjn die Bank gekommen, daß sie mehr thun r£. ist' �b« kein« gesehen und alle« wa« geschehen e?�fen �-"�ueeiner Initiative geschehen. Die Gründe de« �lvlberg habe ich bereit« in dem Buche de« Herrn N>e. w'ch'« ich aber für kem fehr gute« Produtt a-z. nrrr»infach von der Sache sehr wenig ver- l Unter den 76 000 bei der Bank krcditirten � Kunden sich allerding« nur 5000 Gutsbesitzer. Da« t»"I«ri iu?°i>er, daß es im ganzen Westen und Süden vif*..daß ein Gutsbesitzer sich auf Wechsel Geld ver« l�. bitte üble» Verhältnisse bestehen nur im Osten. 'tall.) Hau«, die Vorlage der Regiernng anzunehmen. bsitb��r.*. Auen-(Z.) ist der Anficht, d-ß die Bank S�il»t dewadit bade, eine Aenderung daher nicht tbnZ;-� müff« sich daher gegen die Verstaailichung >1-1 her» Ki WJ ,0-ch"ich' ausgeschlossen sei, daß viell'icht in � Verhältnisse sich in einer Weise gestalten kö'.nten, tfe«l-""1- Sie soll nach dem Bankgesetz 7.dvu.-."b uvg in Ordnung bleibt un�d daß daß er seine Anficht ändern müsse. Redner befürwortet seinen Antrag. Er befürchte nicht, daß die AntheilSeigner wegen de« denken, als diese Leute doch erwägen müßten, daß das Reich die Antheillcheine einmal kündigen könnte. Die Befüchtung, daß der Reservefonds aufzebroucht werden könne, kann der Redner nicht theilen, so lange die Bank solide verwaltet wird StaatSsekletär Dr.». Kätticher will dem Abg. Grafen zu Stoiberp, dessen Antrag rm Hause keine Mehrheit finden werde, zur Beruhigung sagen, daß die verbündeten Regierungen dem Gedanken der Verstaatlichung der Reichsbank keineswegs feindlich gegenüberstehen.(Hört, hört!) Diese Frage sei bei der Berathung de« Entwurf« auch ventilirt worden, man habe sich aber zur Zeit zu einer solchen Aenderung nicht entschließen können, da nicht genügende Gegengründe vor- lagen, die bewährte Organssation aufzugeben. Daher be- wege sich der Entwurf auch nur in einer geringeren Aenderung de« bisherigen Zustande«. Durch den Antrag v. Huene erwachse ja dem Reiche ein höherer Nutzeffekt. Allein so freundlich vi-r... ctf—«_______ x. c." w aa• x___ w v__ /»i_____ r• r. dieser Antrag auch für das Reich und dem Steuerzahler sei,so lehr entbehre er der Berechtigung und derBrlligkeit. W I da« Reich, welche« zur Gründung der Reich-han! keinen Pfennig hergegeben, sondern dieselbe lediglich unter seinen Schutz gestellt bat, mit einem Male einen höheren Gewinn beanspruchen? Auck die Rücksicht auf die AntheilSeigener lasse den Antrag v. Huene unbillig erscheinen. Er empfehle daher die Annahme der Regierungsvorlage, bei welcher weder das Reich, noch die AntheilSeigner zu kurz kommen. Abg.», Kardorff(ReichSp.) erkennt an, daß die Bank ihrer Aufgabe, die Währung aufrecht zu erhalten und den Geldumlauf zu regeln, bisber gerecht geworden fei. Wie stehe e« ober mit der Zukunft? Nach seiner Ueberzeugung havi man in den nächsten Dezennien nicht mit lo günstigen Handels bilanzen zu rechnen, a!««S bisher der Fall gewesen. Spiritus und Zucker seien auf dem Weltmartt schon entwertb't. Dazu komme, daß die Französische Bank doppelt so viel Gold und sechs Mol so viel Silber in ihrem Tresor hält, wie unsere Rcichsbank. Außerdem ist seit wenigen Jahren erst Deutsch land der Markt für die Lbtrseesschen Gotdanleihen geworden, und ich habe gar keinen Zweifel, daß das Beispiel Argen. tinien« noch weitere Nachahmung siirden wird. In Argentinien ist das Goldogio gegenwärtig 120 Prozent, dabei ist«s ein aufstrebendes Land mit großen natürlichen Hilfsquellen. Man wird also den Goldabfluß dahin kaum verhindern können, zumal da Privatnotenbanken neben der Reichsbank existiren. Wenn sich die Privatnotenbanken auf den Goldexoort«inlassen, wird die Reicksbank immer zu spät kommen, wenn sie ihn verhindern will.(Sehr richtig! rechts.) Ist also die Reichsdank nicht viel zu schwach, und müssen wir sie nicht durch Verdoppelung de« Grundkapital« auf denselben Standpunkt bringen wie die Französische Bank? Durch da« Goldogw von 120 pCt. bat sich Argentinien eine Exportprämie von 120 pCt. für seine Produkte und einen Zoll von 120 pCt. gegen allen Import verschafft. Mit diesen Erscheinungen muffen wir rechnen. Haben wir eine so stark« Reichsbank, wie die Französische Bank ist, so kann sie zur Bc lebung von Handel und Verkehr mehr thun, al« sie jetzt thun darf. Preußen ist gegenüber Bayern und Sachsen benochtheiligt, der schnellere Aufschwung von Handel und Verkehr in diesen Staaten beruht auf der Thätigkeit der dortiaen Privatnotenbanken. Hauptsächlich aber bestimmt mich zur V-rstä-kung der Reichsbank der Kriegsfall. Bei Ausbruch eine« Krieges ist die Höhe de« Metallschatzes in der Reichs- bavk von der größten Tragweite für den Kredit des Lande«. Frantteick würbe trotz seiner viel höheren Staatsschuld einen besseren Kredit haben al« wir. Bei Erlaß des Bank, s. hofften wir, daß in den 15 Jahren der Dauer desselben die Pervatnotenbanken verschwinden und wir das wesentlichste Requisit de« Bankverkehr«, die Einheitlichkeit der Note erreichen würden. Die Verdoppelung oder Verdreifachung de« Grundkapitals der Reichsbank und die Einheitlichkeit der Note find mir da« Wichtigste, die Verstaatlichung steht für mich im Hintergrund. Aber ein absoluter Gegner der Verstaatlichung bin ich nicht; die Gründe dagegen werden sehr übertrieben und die Verwaltung der Bank wäre unter der Verstaatlichung dieselbe. Aber im Augenblick ist die Verstaat- lichung nicht rathsam, dagegen empfiehlt e« sich, die Vorlage abzulehnen und dadmch die Regierung in die Log« zu setzen, die Bankantheile zu kündigen und dem nächsten Reichstag ein neue« Bankgesetz' auf neuen Grundlagen vorzulegen, bei welchem meine Wünsche berücksichtigt werden können. Be- stimmte Anträge habe ich nicht gestellt, weil für ein neue« Bankgesetz keine.. Jahre aber Zeit Härten, und werl die Regierung bi« jetzt noch wenig Sympathie für meme Auffassung in der WLH- rungsftag« hat. Dies« hat zwar mit der Bankfrage an und für sich wenig zu thun, es gab aber auch ein« Zeit, wo unsere ganze höhere Bureaukratie den Freihandel für ein so unanfechtbare« Dogma hielt, wie beute noch der Abg. Bam- berger; wer damals ein protettioniftifche« System Wissenschaft- lich begründen wollte, wurde von den Gehermräthen für ver« rückt gehalten.(Heiterkeit.) Ebenso fängt man w der Währung«- frage auf den Universitäten schon an, die herrschende Geldtheorie für überwunden zu halten. Wer die Vorlage annimmt, trägt die Verantwortung für die Beibehaltung der Goldwährung und für da« Fortbestehen de« ungerechten Zustandes in Preußen gegenüber Bayern und Sachsen, sowie dafür, daß wir im Kriegsfall eine Bank befitzen, die ihrem Vaterlande nicht die Dienste leisten kann, welche die französische 1870 in so hohem Grade Frankeich geleistet hat. Setzen Sie au« diesen Gründen aeiteUt, wert wir jetzt Zeit haben, im nächsten der Borlage ein Rein entgegen!(Lebhafter Beiiall recht«.) Präsident der Reichtbank». Dechend: Der Herr V redner geht von thalsächlich unrichtigen Voraussetzungen au«. Di« Bank von Frankreich hat ihr Stammkapital vollständig festgelegt in Renten, die sie nicht verkaufen kann. Der Ver- glerch mit Frankeich ließt also zu unseren Gunsten, nicht zu unseren Ungunsten. See hat auch ein nicht viel höhere« Siammkapital, 183 Millinonen F-ank«, England hat ein giößere«, aber tt hat e« ganz zur Verfügung de« Staat« ge- oeben, verfügt also nicht über mehr Summen als wir. Was den Metallbestand anbetrifft, so haben wir feit Bestehen der Reichsbank für 1075 Millionen Gold gekauft, wa« nirgend« sonst vor- gekommen ist. Der Vorredner meint, da« wäre ganz gut, und er war so freundlich, d»r Verwaltung, auch mir, Anerkennung zu Theil werden zu lassen, und ich danke ihm dafür. Aber er hat gefragt: wer steht dafür, daß da« künftig ebenso sein wird? Wenn das lediglich von dem Willen und der Intelligenz de« jeweiligen Leiter« der Bank abhinge, dann wäre die Sache in der That sehr bedenkliih. Aber da« ist ein Jrrtbum. Da« hängt von ten Wechselkursen ab. Sind die für un« günstig, dann muß da« Gold zu un« hereinfließen nach der Bestinr- mung, laß wir für 1392 M. da« Pfund Gold kaufen müssen. Ich kann nicht zugeben, daß sich die BankantherlSeigner für die Sache nicht genügend interessiren. Die Bonkantheil« eigner sind doch nicht nur da«, sondern sie find auch große Handel«- Häuser, und kein Stand hat ein solches Interesse daran, daß das Gold im Inland« nicht fehlt, wie der Handelsstand. Wir verdanken dem Handelsstand hauptsächlich diese enorme Summe an Gold. Der Handelsstand hat sich von jeher al« außerordent- lich tüchtig erwiesen und hat große Verdienste. E« ist ein Irr- thum, wenn man ihm nachsagt, er habe keine weiteren Interessen, als das am Geldbeutel. Er hat bei uns sehr vorterfftiche Gesinnungen auch für das öffentliche Interesse.(Beifall link«.) Ich halte mich verpflichtet, das zu sagen, wenn immer auf den Handelsstand hingewiesen wird, al« auf einen solchen, der ohne Patriotismus ist. �Beifall links.) Unsere Bank steht so da, wie keine andere, für den Kriegsfall ebenso wie für gewöhn- liche Zeiten, Sie hat keinen Pfennig festgelegt und, sobald ein Krieg ausbricht, kann sie dem Reich mit voller Kraft helfen. Eine Vergrößerung des Stammkovital« würde die Bank nur in große Verlegenheit setzen. Wir wüßten Jahre lang nicht, was mit dem Gelde geschehen sollte. Ich habe dem Versuche widerstanden, preußische oder Reichsanleiben oder sonstige Papiere zu kaufen, weil ich da« Geld zur Veriüguna des Landes für alle Zeiten halten wollte. Würde das Kapital verdoppelt oder verdreifacht, so wäre e« unmöglich, solche Summen im Kasten lieaen lassen. Ich kann nicht rathen, emen solchen Beschluß auch nur in Erwägung zu ziehen. Verlassen Sie sich darauf, daß die Bank in ihrer Organssation, ganz abgesehen von meiner Person, dafür sorgen wi-d, daß es an dem nötbigen Gelde nicht fehlt. Der Weg dazu ist ein ganz anderer, das ist die Diskontoerhöhung, sobald sie nöthig wird. Wie da« wirkt, habe ich in dem Kriege gesehen. Im Uebrige« kann Niemand wissen, was uns Handel und Industrie bringen wird. Wie Sie auch über die Frage denken, fo bitte ich Sie, doch nicht die Bankfrage durch Verknüpfung mit außer aller Verbindung damit stehenden Dingen zu verzögern. Das kann ja der Vorredner nach wie vor thun, aber wo« da« mit der Bankfrog« zu thun hat, weiß ich nicht.(Heiterkeit.) Ich kann nicht empfehlen, diesen Vorschlag in Erwägung zu ziehen oder gar zum Beschluß zu machen. Ich fürchte da« auch nicht. Ich bin uberzeugt, daß an die Verstaatlichung die große Mehrzahl nicht mehr denkt. Ueber die sachlichen Gründe gegen die Ver- staatlichung habe ich mich in der Kommission geäußert; sie eignen sich nicht zur Verhandlung im Plenum. Abg. Meyer(Halle): Münz- und Kreditwesen bedürfen der Stetigkeit. Wir können also nicht auf ein volle« Jabr Ungewißheit darüber lassen, was aus dem Bankwesen wird. Dos Gleichniß mit der Verstaatlichung der Eisenbahnen paßt nicht, denn diese hat die Regierung gewollt, die Verstaatlichung der Reichsbank will sie nicht. Bei der Stellung Preußen« gegenüber Sachsen und Bayern verwechselt Gras Stolberg die Bank im Allgemeinen mit den Zettelbanken. Die Zettelbankm haben ihre Privilegien weggeworfen, weil sie keinen Werth für sie hatten. Die Zettelbonken befriedigen auch nur einen Theil des Kredits. Dem Mehrgewinn des Reichs durch die Verstaat- lichung steht der Zuwachs an Kenntniß und kapitalistischer In- telligenz infolge der bisheriaen Einrichtungen de« Bankau«- schusses sowie da» große Risiko de« Staate« gegenüber, da« allerdings im Frieden nickt vorhanden ist. Man sagt, der Feind würde die Gelder einer Privat« dank ebenso nehmen wie die einer Staatsbank, e« liegen aber Präzedenzfälle dafür vor. daß Bankgelder in KrieoSzeiten geschont worden find. Wir fürcht-n den Antrag de« Grafen Sto'berg um so mehr, weil wir den Verdacht nicht abwenden können, daß wenn nicht ihm und seinen Freunden hier, so doch Anderen die sogenannten wirthschastlichen Gründe wichtiger sind, au« denen sie eine Umgestaltung der Reichsbank dahin erstreben, daß sie al« Zettelbank offene Kredite oiebt. Solche Kredite eigenen sich aber nicht für Banken, die Zettel ausgeben. Deshalb hat sich ja bei un« ein reiche« private« Bankwesen ausgebildet; und ich habe mich oft gewundert, daß sich die Lanbwirthe selbst nicht mehr bemüht haben, solche Banken in« Leben zu rufen, welche ihnen offenen Kredit ge- währen. Wenn eine Bank geschaffen werden soll, die an Un- sichere Kredit giebt, so lassen Sie die von Landwirthen be- gründen, die haben die Wasserstiefeln an, die können damit vorangehen, aber nicht der Reichstag.(Heiterkrit und Ruf«: Au! recht».) Gegen den Antrag Hume mache ich geltend, daß der daraus zu erwartende Gewrnn doch sehr geringfügig fem würde. Es scheint mir de« Reichstag« wenig würdig, so zu feilschen. Lehnt die Versammlung der Interessenten da« Anerbieten al« zu niedrig ab, dann müssen wir ihnen entweder doch einen höheren Betrog gewähren oder wir sind qenöthigt, geaen unseren Willen das Reichsbankprivileoium zu kündigen. Wird der Antrag Huene angenommen, so legen Sie die Frage, ob die Reichs- dank fortbestehen soll oder nicht, in die Hände der Bank- aktionäre, Sie geben die eigene Entscheidung auf. Wa« nun die ernsthaften Prophezeiungen des Herrn v. Kardorff anbetrifft, so haben sie auf uns einen großen Eindruck gemacht. Wir find daran gewöhnt, daß feine UnglückSuro- phezeiungen mit unfehlbarer Sicherheit in Erfüllung gehen. Am 11. Juni stand im �Deutschen Wochenblatt" rin Artikel de« Herrn v. Kardorff, worin er eine starke Preisermäßigung für Kohlen unter dem Drucke der Goldwährung als unabweisbar wie ein Fatum hinstellte.(Große Heiterkeit.) Mögen olle seine UnglückSvrophezeiungen sich in demselben Grade erfüllen. Herr von Kardoiff spricht von einem Zurück« gehen dn Handelsbilanz. Ich weise dagegen nur auf den Unterschied zwischen Handels- und Zahlung«bilanz hin. Die Handelsbilanzen beruhen ja doch nur auf Muihmaßungen. Selbst wenn der Export sich vermindert, der Import sich ver- mehrt, so folgt daraus noch keineswegs, daß Geld au« dem Lande gegangen ist. Es find andere Faktoren, namentlich die Schulden fremder Staaten, auf die wir Anspruch haben, die dabei sehr wesentlich mitwirken. Herr v. Kardorff setzt au«. einander, daß wir weniger Spiritus und Zucker exvortiren m- folge unserer ungenügenden Exportprämie.(Mderspruch de« Abgeordneten von Kardorff.) Herr von Kardorff bat doch selbst die großen Exportprämien angeführt, die Oesterreich und Rußland zahlen. Will er mein« Folgerung nicht gelten lassen, so nehme ich da« gern zurück. Daß wir durch unseren bisherigen Export von Spiritu« und Zucker gerade besonder« reich geworden find, kann ich nicht zugeben. Wenn er sich dann auf das starke Argentinien be- ruft, welches dem Deutschen Reiche sein Gold durch Verschlechterung der Valuta au« der Nase ziehe, so erwidere ich: wenn wan erst allgemein annehmen wird, daß sein Staat sewen Wohlstand dadurch erhohen kann, daß er zu einer schlechten apierwährung übergeht, dann werden sich auch bei un« die .alente finden, die erne Maßregel durch, und den Staat über die Grenzen de« Bankerott« hinausführen. Ich glaube,«an kann für diesen Fall schon ganz bestimmte Talente in Aussicht nehmen.(Heiterkeit links.) Ich'habe aber'den drinpendeu Wunsch, daß wir ihrer nicht bedürfen werden. Wa« den Krieg«« puntt betriff«, so hat Herr v. Kardorff dasjenige zu viel.an
Rückficht darauf genommen, was Graf Stolbero zu wenig nahm. Unser Geld ift uns keineswegs vom Auslande abgezogen worden. Ja den letzten 10 Jahren haben die Wechselkurse nur 7 Monate zu unseren Ungunsten gestanden. In der ganzen Zeit find wir in der Lage gewesen, so viel Gold zu beziehen, als wir nur irgend brauchen konnten und haben so viel bezogen. Ich ver- stehe also nicht, wie man aus der Geschichte der Vergangenheit oder Gegenwart einen Schluß herleiten kann, daß im KnegS- falle unsere Loge eine schlechte sein wird. Nach meinem Dafür- halten ist übrigens der Goldschatz in diesem Falle von viel geringerer Erheblichkeit als der Wohlstand dcS Volkes. Dielen letzteren zu steigern, die Bevö terung vor übermäßigen Be« lastungen zu schützen, das gebärt mit zu den benchtigsten KnegSrüstungen.— Eine Metall'chotzerhöhung, wie Herr von Kar vor ff fie unter Hinweis auf Frank, eich anregt, so ist das ein ganz mechanische« Mittel, fich auf den Kriegsfall vorzu- bereiten. Herr v. Kardorff stellt die Bank von Frankreich als glänzendes Beispiel hin, da fie dem Staat beim Ausbruch des Krieges groß n Nutzen gebracht habe. Aber zu den Mitteln, mit denen sie dies erreichte, gehört auch, daß sie ihre Zahlungen, wennZauch nur für kurze Zeit, einstellte. Das würde ja auch bei uns nicht ganz unerschwinglich sein, sobald fich erst die Ueberzcugung von der Nützlichkeit einer solchen Maßregel verbreitet hätie.(Heiterkeit.) Aber Herr von Kar- � dorff wird große Schwierigkeiten haben, diele Ueberzeugung zu vertreten. Ueberrascht war ich davon, daß der Herr Bank- Präsident seibst einen Punkt kontrov.-rS gemacht hat, der bis letzt gar nicht berührt wurde, nämlich die Kontinger' tirungS- grenze, welche auch in den fünkzchn Jahren nicht den ge- ringsten Schaden gethon Hot. Wir stimmen für die Vorlage, die ganze freisinnige Partei einstimmig für die Regierung! (Große Heiterkeit links.) Was will man mehr?(Große Heiterkeit.) Abg. Graf Mirbach(dk.): Es handelt fich gar nicht darum, ob das Rnch bei der Bank mit Kapital betheiligt ist oder nicht, sondern nur darum, wie viel können wir den BankovtheilSeignern Zinsen bewilligen, ohne die Steuerzahler zu schädigen. Nicht ganz kleine Leute befitzen die AntheilS- scheine, sondern es müssen ganz gut fituirte Beamte sein; die kleinen Kapitalisten können Papiere von so hohen a potnts nicht gebrauchen. Herr Bambcrger hat sich für die einheitliche Notenausgabe ouSgelprochen; er hat die Noten als G.ld be- zeichnet und steht damit ganz auf dem Boden der Agrarier, welche das Recht der Notenausgabe drm Münzreckt gleichstellen. Man sollte dabcr eigentlich glauben, daß die Verstaatlichung der ReichSbark von den liberalen und nationalen Parteien vertreten würde. Aber sobald die Sonne der realen In- teressen des Kapitals zu leuchten beginnt, dann ver- schwinden die unitarischen Gedanken wie der Morgennebel vor der Sonne. Auf die Notensteuer hat Herr v. Dechen d selbst kein großes Gewicht gelegt; ich lege auch keinen Werth darauf, aber der Handelsstand wird immer bedenklich, wenn die Notenreserve angegriffen wird. Die Reichsbank, wie sie j-tzt besteht, kann der Landwirthschaft mchtS Besonderes nützen; denn den Lombardverkehr kann der Landwirth nur selten be- nutzen. Herr v. Dechend hat in der ersten Lesung bereits her- vorgehoben, daß ein Gutsbesitzer, welcher mit der Bank in W-cbselverbindung tritt, bereits in einer gefährdeten Lage sich befinden nürde. Der Grundbesitz kann überhaupt heute nicht mehr persönlichen Kredit verlangen, als er fckion hat. Es würde. nur darauf ankommen, ihm den Kredit billiger zuzu- führen. Das kann die Reichsbank aber nicht, weil sie auf die kurzen Fristen nicht verzichten kann und weil der Gutsbesitzer nur lange Fristen brauchen kann. Dieser Gedanke könnte nur ausgeführt werden, wenn die Reichkbank ein von ihrem sonstigen Kapital gesondertes Kapital dazu zur Verfügung hätte. Eine Veistaatlichung der Reichs- dank würde dem Reiche eine amu erhebliche Mehreinnahme, Zuführen und zwar, wenn das Banktapital durch dreiprozenliae konlols aufgebracht wird, würde die Mehreinnahme zirka 43 Millionen Mark in 10 Jahien betragen, während die Re- aierungSvorlage kaum den zehnten Theil davon ergeben würde. Da ist es vielleicht noch besser, den AntheilS eignem eine feste Rente von Söder 4� pCt. zu geben und allen anderen Gewinnüberschuß dem Reiche zuzuwenden. Die Mehrzahl meiner Freunde wird für den Antrag Huenestimmm und behält fich vor, in dritter Lesung vielleicht mit einem anderen Antrage zu kommen. Ich finde keinen Gmnd, welcher mich veranlassen könnte, einem Bankantheilseigner mehr zuzuwenden als nothwendig ist. Da die Bark fast absolut sicher ist, werden die AntheilSeigner mit einem sehr niedrigen Zinsfuß zufrieden sein. ES wird immer von den Krisen gesprochen, welche die Uebernahme der Bank für das Reich gefährlich machen. Gerade in den Krisen verdient die Bank das meiste Geld. Es ist darauf hingewiesen worden, daß die Filialen der Bank von Frankreich in Straßburg von Miliiär besetzt und das Geld l beschlagnahmt wurde; die Beschlagnahme wurde aber wieder auigehobm, al« fich herausstellte, daß die Bank von Fianlnich eine Privatbank ist. Das war sehr human, aber woh nickt ganz korrekt; ich als Kommandeur einer Tmppenabtherluna hätte anders orrtahren(Widerspruch.) Fch glaub« aber, die Gefahr einer Invasion liegt bei unserir starken Rüstung nicht so sehr nahe. Die Geldbestände liegen doch haupt>ä-vlich in Berlin, nicht in den Filialen. Die Herren auS dem Westen und Süden werden sich aarüber wundern, daß wir aus dem Osten um die lumpigen Millionen uns lo ereifern. Aber die Herren kennen unsere Vei hältmsse nicht. In Berlin wird für Monumentalbauten in einem I hre 6 Millionen mehr auf- gewendet, als dos Budget einer der ärmeren östlichen Pro- vinzen betrögt. Dre Voilage bringt ja dem Reiche einen kleinen Vortheil, aber, wenn Sie etwas Ordentliiies erreichen wollen, dann geben Sie dem Reiche, was des Reiches ist, und be- seiligen das Privatkapilal aus der Reichst ank.(Beifall rechts.) Um 5 Uhr wird die weitere Debatte bi« M o n t a g 12 Uhr vertagt. Außerdem steht der freisinnige Antrag wegen Besei- tiaung der obligarischen Arbeitsbücher für Bergleute auf der Tagesordnung. Lokales. Mird da« Trinkwasser der Kindt Kerlin durch die Sanefi.irvtlon m>l Sicherheit von elwa>gen Ins. kiionSkeimen _ ivutrte das Thema, über welches der Assistent vom hygienischen Institut, Prioatdozent Dr. E. Fraenkel, in der Sitzung der deutschen Gesellichaft für öffentliche GesundheitS- pflege am 25. d. M. vort-ug: In den ersten Monaten diese« Jahres wuide Berlin turch eme auffallend heslige Typhus- eprdemie heimgesucht, und zwar waren es fast ausschließlich die östlichen, von dem Stralauer Werk mit Trinkwasser veisorgten Stadttherle, welche von der Seuche betraffm wuroen. Geheimrath Koch hatte deshalb den Vortragenden ver- anlaßt, durch bestimmte Versuche der Frage naher zu treten, obwohl ein ursächlicher Z sammenhang zwischen dem filtriiten Spreewusser und dem Auft.eUn des l'/pbus sd-lomt- »alis bestehen könne und od die Reinigung deS Wassers auf dem Wege der Sank filirmion nicht vollkommene Sicherheit gegen die etwaige Verschleppung der JnfeknonSstoffe biete. Bisher hatte man sich in der That auf die Leistungen der Santfilter mit unbegrenztem V rtrauen verlassen und die An- ficht vertreten, daß dieselben em absolut keimsreie«, hygienisch nicht weiter»u beanstandendes Filtrat lieferten. Der Vor- tragende hat nun in Gemeinschaft mit dem BetnebS-Jngenieur der Werke vor dem Stralauer Thore, Herrn Pieske, Er- Mittelungen darüber angestellt, wie sich die Sandfilter egen die wichtigsten pathogenen Mikroorganismen, die ' yphusbvzillen und Cholllabakterien verhielten. Zu diesem Z Zwecke wurden zwei Versuchsfilter genau nach dem Muster der großen Anlagen ausgeführt und mit besonderer Sorgfalt, nammtlich auch, was die nachträgliche Beseitigung der gefährlichen Keime betrifft, in Betrieb gesetzt. Das Ergebwß war, daß die Sandfilter keine bakteriendicht arbeitenden Apparate sind, daß weder die gewöhnlichen Wasser- bakterien noch auch Typhus- und Cholerabozillen mit Sicher- heit von denselben zurückgehalten werden. Die Menge der in das Filtrat übergehenden Mikroorganismen ist abhängig von der Anzahl der im unfiltrirten Wasser vorhandenen Bakterien und von der Schnelligkeit der Filtration. Anfang und Ende einer jeden Periode sind besonders gefährliche Zeiten, weil im ersteren Falle die Filter noch nicht ihre volle Leistungs- fähigkeit erlangt haben, im letzteren die Pressung der oberflächlichen Schichtm und das selbstständige Durch- wachsen der Bakterien durch das Filter eine Verbrei- tung der Mikroorganismen hegünst'ge. Der Vortragende folgert hieraus, daß der unbedingte Glaube an die Zuverlässig- keit der Sandfilter, der bisher in hygienischen Kreisen bestanden hatte, keineswegs gerechtfertigt sei. Er erklärt sogar, daß eine Antwort auf die Frage, ob die Wasserv'rsorgung beschuldigt werden könne, die TypbuS-Epidemie dieses Jahres veranlaßt zu haben, zwar nicht unbedingt zu bejahen sei, aber jedenfalls nicht kurzer Hand verneint werden dürfe. Der Vortragende macht dann schließlich noch eine Reihe von VeikssenmgS- vorschlügen und weift namentlich darauf hin, daß man das Grundwasser, welches nach seinen Unt-rsuchungen auch dicht unter der Oberfläche b;5 stark verunreinigten Berliner Bodens eine bakterienfreie Flüssigkeit sei, mehr als bisher für die Wasserversorgung benutzen solle. An der Diskussion belheiligten fich die Herren Professor Orth, A. Müller, Regierungsrath Dr. Peiri, Ingenieur Pieske und Stadtrath Maragrass. Ueber die angeblich« Verbrüderung von Kozial- drmolrratie und Freist«» flunkern die Kart-lldlätter läg- lich. Es wird so dargestellt, als ob die Freisinnigen für die 1887 von den Sozialdemokraten empfangene Wahlunterstützung kolossale Verpflichtungen eingegangen und jetzt dabei waren, dieselben einzulösen. Die Kartellbruder verspotten die dummen Freifinnigen, weil diese fich von dm Sozialdemokraten aus- beuten ließen. Auf diesm Spott haben, obwohl er unverdient ist, die nm Richter keine Antwort. Die Sozialdemokraten haben bei den Stichwahlm 1887 den Freisinn unterstützt, eine Entschädigung dafür habe fie nicht bekommen, im Gegmtheil, es ist ihm auch nicht um eine Entschädigung oder um Gegm- seitigkeit»u thun gewesm. Der Frersinn hat die sozialdemo- krali che Hilfe einfach eingesteckt, ohne daß es ihm etwas ge- kostet hat. Es ist deshalb putzig, daß Herr Richter sich den Hohn der Kartellbrüder aefallm läßt, der in den Thatsachen wirklich nicht berechtigt ist. Seinm Grund wird es freilich schon haben; es paßt Herrn Richter in den Kram, als der Dumme zu gelten und über den gemachten Profi: zu schweigen. Die Sozialdemokraten täuscht er damit nicht. Killig« Murst«»d höh« Fl-ischpreis«— das verträgt fich schlecht miteinander. Da« dachte wohl auch die Polizei, als sie erfuhr, daß der an einem hiefigm Platze wohnende Schlächtermeister P. trotz der hohm Fleischpreise Wurst zu sehr billigen Pressen an Bud.ker und Destillateure verkaufe. Um über diesen merkwürdigen Widerspruch fich etwas Klarheit zu verschaffen, hielt«S, wie die �.Allgemeine Fleisch erztg." m,t- theilt, die Polizei für gut. Herrn P. ein wenig zu beobachten, und da traf es fich, daß sie den Lieferanten so dilliger Wurst eines schönen TaoeS dabei überraschte, wie er gerade einen großen Sack mit Pferdefleisch ins Haus brachte. Herr P. er« klärte bereitwillig, daß er das Pferdefleisch zum Füttern seiner Hunde gebrauche, und deshalb verzichte die Polizei darauf, den Pack mit seinem Inhalt mit Beschlag zu belegen. Ader ungläubig, wie die Polizei nun einmal ist, begnügte sie sich mit P/s Erklärung nicht und hat nun eine Untersuchung einleiten lassen, deren Ergebniß ja lehren wird, ob e« wirklich nur die Hunde find, für die das Pferdefleisch bestimmt war. Der Knreauchrf einer großen Fabrik in Tegel ist wegen Unregelmäßtgkellen in der Buchführung entlassen worden. Er hatte seit langen Jahren wöchentlich 100—120 Mark mthr in die Unfall- Lohnbücher eingetragen, als in Wirklichkeit zur Aus- zahlung gelangten. Man spricht von 50—70 000 Mark, die er auf diese Wesse veruntreut hat. Da er indessen die fehlende Summe ersetzt hat, hat die Fabrik von einem Strasantrag Ab- stand genommen. Ein Unglücksfall hat sich dieser Tage in den RüderS- dorfer Kalkdergen zugewagen. Der daselbst veschäftigte Arbeiter Blume war Abends, nachdem er von seiner Arbeit au« den Kalkb-raen zurückgekehrt, noch mit seiner Karre nach dem in der Nähe befindlichen Weinberg gefahren, um daselbst Sand zu holen. Als er jedoch nicht wieder nach Haufe zurückkehrte, suchten ihn seine Angehörigen, von bangen Ahnungen getrieben, an der Stelle, wo er den Sand zu holen pfleote. Zu ihrem Entsetzen sanden fie wohl den Karren, das Band und den Spaten vor, aber von ihm selbst keine Spur. Die ganze Um- gegend deS Weinberges wurde durchsucht, aber nirgend« wurde ein Anhaltspunkt gesunden. Da Blume ein nüchterner, ordent- licher Mann war, der mit den Seinen in stetem Frieden lebte, so wird gemuthmaßt, daß der leider ob und zu an Krämpfen seidende Blume infolge eines solchen Anfalls in seiner Angst nach einer am Wasser belegenen Stelle gelaufen und daselbst ertrunken ist. Blume ist ca. 40 Jahre und befitzt Familie. Nach d-r Leiche wird eifrigst gesucht. Durch«lue« Giseubalznzug üderfahre« und ge» tödte». Em entsetzlicher Ungluckstall hat sich in der Nacht zum Donnerstag aus dem äußeren Rangirbahnhof de« Anhalter Bahnhofes zugetragen, welcher leider mit dem Tode eines pfl chtgelreuen Beam en endete. Dortselbst war der Schaffner Peters beim Rangiren eines Güterzuges in der zwölften Nacht- stunde beschäftigt und war dabei auf den hintersten Waggon gesprungen. Hierbei verfehlte der Beamte wohl da« Trittbrett, er glitt aus und stürzte in demselben Augenblick herab, in welchem sich der Zug wieder rückwärts bewegte. P. wurde von den Rädern des Zuges erfaßt und mehrere Wagen gingen über den Unglück ichcn hinweg. Als die übrigen Schaffner den Unfall bemerkten, war an Rettung nicht mehr zu denken. Der Un- glückliche war auf der Stelle getödtet. Die Leiche des be- dauernswer then Mannes wurde nach dem nächsten Güterschuppen und von da nach der Morgue geschafft. N«r„Herr Kriminalkommissar". Eö war am ver- gangenen Montag, da tauchte, so erzählt das„B. Tgbl.", bei eirem in der W-berstraße wohnhaften Schneidermeister, welcher Damenmäntel für größere Geschäfte verfertigt, ein in der Mitte der vierziger Jahre stehender Mann auf, der fich Schneider Ehlmg nannte, angeblich in derLtnienstr.25l wohnte und srhr eindringlich mit dem Hinweis darauf um Beschästigung bat, daß er eine zahlreiche Familie zu ernähren habe. Der Meister ließ fich rühren, er übergab dem Ehlmg, nachdem dieser fich durch seinen MiethSverttaz legitimirt, Stoff und Zulhaten zu sechs Mänteln, welche, der Verabredung gemäß, am letzten Mittwoch Vormittag abgeliefert werden sollten. Aber der Mitt« woch Mittag war bereit« herangekommen, ohne daß Ehlmg fich mit den Mänteln blicken ließ; der Schneidermeister machte sich da- her auf den Weg, um den säumigen Aiberter zu mahnen. Er iand wohl die Lrnienstraße, aber dort kern Hau«, welches die Nummer 251 irägt, denn die Hausnummern reichen daselbst nur bis 250. Natürlich war auch von Edling und noch weniger von den ihm anvertrauten Stoffen irgend eine Spur zu ent- decken. Der Schneidermeister sah nun wohl em, daß er einem Gauner in die Hände gefallen wer, wagte es jedoch vorerst nicht, mit dieser tiüben Bolschaft nach Hause zurückzukehren, wert er dort ein gehörige«„Aufgebot" von Seiten semer sehr energischen besseren Hälfte zu befürchten hatte. Um sich Trost und Muih zu trinken, trat er in die nächste Destillation, wo er fich„Einen genehmigte", von dort besuchte er zu Zweck eine zweite, eine dritte u. f. f., bis es mittlerweileAdoss geworden und der noch immer de« Trostes und des ZRw*» bedürftige Meister bis zur Destillation an der Ecke der Gollvo» und LandSbergerftraße angelangt war. Doch da— er tau» feinen Augen kaum— sah er an der Ecke den lang gesuchten»hlfflg leibhaftig vor fich; er stellte ihn natürlich sofort zur Rede, düm aber wies den Meister barsch mit den Worten ab:»W» wollen Sie, ich bin der Kriminalkommissar Braun, und wv« Sie sofort wegen Beamtenbeleidigung verhasten."—; M» Schneidermeister fürchtete sich jedoch nicht mehr, h'klt dea „Kriminalkommissar Braun" vielmehr fest, es gab ein Handgemenge, und selbstverständlich sammelte fich um das stressende Paar sehr bald eue größere Menschenmenge, die, nachdem 1* den Sachverhalt erfahren, für den betrogenen Schneider ttm« kräftig Partei ergriff, und dessen Gegner, der fich als PoWd nicht zu legitimiren vermochte, tüchtig verblöute. Ein wss»«' weile hinzugekommener Schutzmann befreite seinen„Pskuds- Kollegen" au« den ihn bearbeitenden Händen und brachte M zur nächsten Revierwache. Dort ergaben die angestellten forschungen, daß der Sistirte allerdings zu dem Komwü!« Herrn Braun schon in näbere Beziehung getreten war, dfl» er steht unter Polizeiausficht und ist erst kürzlich wieder iwS"» „Hochschule von Sonnen bürg" entlassen worden. Er wurde« Untersuchungshaft genommen, den Mäntelstoffen fteilich trarreu der b-trogene Schneidermeister noch immer nach. Im Osten de« Stadt hat kürz'ich der Vermoger-- zusammenbruch eines bekannten Bezirksvorstehers allgemem« Aufsehen erregt, um so mehr, als man seine Finanzveihältev bisher für reckt günstige gehalten hatte. Nun hat sich noch zum größeren Erstaunen beim Konkurse hcrausgestellt, in der Liquidation angesichts der großen Schuldenlast die zw*' reichen Gläubiger nur mit zwei Prozent ihrer l ungen befriedigt werden können. Die Aktiva bestehen no«w' lich aus zwei Häusern, auf denen aber bedeutende HypoA? ruhen. Vor der Katastrophe halte der Betroffene feine als Bezirksvorsteber niederaelegt. Di« fo oft g«rLat««nd oo« U«h«U Unsttt« d«r Knabe», sich hmten an den Wagen festzuyal� und sich in vieler Wesse eine Strecke fortschleifen zu lasst"-� vorgestern Nachmittag in der Kottbus rstraße ein große« H Slück zur Folge gehab». Der neunjährige Knabe Richo�Jri atte sich vorgestern Nachmittag in der bekannten hinten an einem Rollwagen fcstgehalttn und zwar so, daf mit den Händen jene Eisenstange umklammert hielt, um der Hebedaum der Rollwagen sich dreht. In diesen zwischen Stange und Wagen gerieth, während das Juhss� in vollem Gange war, der Knabe mit seinen Armen,**( nicht wieder hervorzuziehen vermochte. Willenlos hinter dem Wagen hegezerrt, selbst dann noch, als cr � Bewußtsein verloren hatte. Auf den Zmuf der Passanten i* der Kutscher das Fuhrwerk an und man befieite nach � Anstrengungen den Knaben aus seiner schrecklichen Lage. � der Unvorsichtige hatte einen doppelten Bruch beidtr davongetragen. Als die Hände von der Stange ab« uu. mit den Armen zwischen Wagen und Essenstange hineing«��, war, hing er mit seinem ganzen Gewicht an den festgekievowj Armen, die eine solche Last nicht zu tragen vermochte" � daher brachen. � Der d«» Doppel- Raubmord«« verdächtige Klausin, welcher sich anfänglich in seiner Untersuchungshall gewöhnlich dreist benommen hat und auch heute noch vor-? Untersuchungsrichter die Thet begangen zu haben, leugnet,� wahrscheinlich durch Emwirkunz der Haft und infolge der f' j schen Ausregung, die fich desOefleren in fl.'fi HanblungfSl Worten kund thut, recht angegriffen und'eidend aus. iL, in der Wohnung des K., in seinem Heimathsorte Bieb�z aufgefundene Geld soll, nach den Geldsorten, soweit siä Ll eben feststellen läßt, mit der Summe des von dem MörtwLx. der Vaneß'ichen Wohnung geraubten Geldes übe, einstig Klaufin behauptet bekanntlich, da« Geld m der NÄs.zze Zentral- Viehhofes gesunden zu haben und hat d-th� � Polizei eine Bekanntmachung erloffen, wonach fich Li treffende Verlierer des Geldes umgehend melden mögt, � Bekanntmachung, die bis jetzt ohne jeden Erfolg geblicl*"� — Die ehemalige Vaneß'jche Wohnung ist bereits nnedtf � wohnt und sind die Sachen der Ermordeten vorläufig � Pfandkammer untergebracht worden, woselbst sie der Erbs**jj, masse de« neunjährigen Knaben der erschlagenen W>tt�a der sich gegenwärtig noch bei dem Jlei'cher Werner beprj) später aber in« Waisenhaus gebracht werden wird, meistbm� versteige! t werden sollen.„�i Jugendlich« poftriiuber find in Woltersdorf bei�Li vorgestern en. dickt worden. In Kalkberge-RüderSdorf"v, om 20. d. M. aus dem zwischen dort und Eikner verkehr� Karriolpostwagen ein an die Rüdersdorfer Hutfabrik geu«� Packet gestohlen. Von den Dieben war das Schutzleder � Wagens durchichniiten worden; später wurde das entivw�j Kolli, in welch, m sich Hüte befanden, in einem Gehöft Nähe von Wollersdorf gefunden. Vorgestern stellte 1 heraus, daß zwei 12— 14jährige Sckulknoben aus Woft die Diebe gewesen sind. Die Burschen vollbrachten die am dunkeln Abend uyd warfen das Packet als für sie* fort; sie befinden sich letzt in Haft. Klug«» über ei»«» jungen Man», welcher Sor»"�- in der Nähe des Potsdamer Bahr.hofcS den Kadetten» lauern pflegte, wenn sie des Abends nach Lichterfelde � k-hren und fie mit schändlichen Anträgen verfo'gte,. sich in letzter Zeit sehr auffällig. Kadetten, welche in Weise belästigt wurden, haben versucht, den Mann zu l j, aber e« ist ihnen nicht gelungen. Vorgestern wurde einem hiesigen Hotel verhastet. Er ist 20 Jahre alt un»» en, Musikschüler zu sein.-*{1» Km Fahrstuhl verunglückt. Ein schwerer llrig>� � ereignete sich gestern Vormittag in der Putzpomadefab- � Ao. Vogt&■ Co. in Friedriche berg. In dem in der thalstroße gelegenen Fabrikraum dieser Fiima war der Mall# � Heizer B. am Fuße des Iah'stuhlschachteS mit einer Rep' am Eisengitter beschäftigt, als plötzlich infolge eines ncw�� aufgeklärten Umstanbes der in der Höhe der zweiten. � hängende Fahrstuhl sich aus feiner Befestigung lockerte furchtbarer Gewalt herunterstürzte und zwar gerade � ahnungslosen Heizer, der mit einem furchtbaren Aull w' m der entsetzlichen Last am Kopf und Fuß getroffen, l®1 ifcji« sammenbrach. Der BedauernSwerthe, welcher von der»o Last nur gestreift ist, hat derartig schwere Verletzung Kopf, sowie einen Bruch de« linken Unterschenkels ertttj�z er auf Anordnung der Aerzte, nachdem ihm ein llioia angelegt worden, mittelst Krankenwagen« nach dem ll Krankenhause am Friedrichshain geschafft wurde. nch � Kei d«r zuständig«« Iioilkamm««",<£«« d? Ehescheidungsprozesse von Monat zu Monat. Die s» � durchgegangenen Ehegatten nimmt nachgerade ubcryan � braucht nur die cmllichen Bläiter aufzuschlagen, um Stoße Menge der Aufrufe zu erstaunen, welche tagtog». � )«strteur schäftiate im ganzen Landgericht.. m 05**' Polizeibericht. Am 28. d. M. wurde auf de«. ps" Bahnhose der Anhalter Essenbahn der Rangirer£ßietl>«,p einem Rangirzuae überfahren und sofort g, tobtet. � vermuthssch bei dem Versuche einen Bremswagen zu �« ausgeglitten und auf das Geleise gefallen? Morgen« wurden im Aschbehälter des Grundstucks« � und Voimiltags bei Gelegenheit von Ausschachtungsa Garten des Grundstücks Thiergartenstraße 4 zweier neugeborenen K.nder aufgefunden und nach Haufe geschafft. yaire .»erden ist. tung" V Schaff v i« ei jwlt worde btt Uebersä «iitck der Z Weaus" in ««btundie «lum � Wle. Cor swterm 6.! %•" ein, l Vbe der 9 ?°dmen ge '"ficht und iM-mthe Termir Khrne der
»'SS' K GevMks Isttung. Die N'rjähruug de» Kteafthat wegen Zlichtanf- >«hme»i»»e Keeichtignng d»g,rnt nech einer heule von � Ettalkmnmer VI a. Berliner Landgerichts I getroffenen Eni« widung mit dem Tage, an welchem die eingesandte Berichti« 8�1} hätte aufgenommen sein müssen und nicht abgedruckt »orden iss. Der ftühere Redakt« ur der„Berliner Z ei- '"ig', Naul Ehrentraut, war von der 94. Abtheilung 'ki CchäfferaeiichlS wegen Nichtaufnahme einer Berichtigung � i« e i Fällen m je 20 M. event. je 4 Tagen Haft verur- Mlt worden. Dos gedachte Blatt hatte am 3. März cr. unter iss Lebersckrift„Echvtz der literarischen Arbeit" eine scharfe «'dk der Ttätigkeit des fiüheren„Litterarischen UeberwachungS« «ilieauz" in Berlin unter Leitung des Schriftstellers Kölscher Ml und behauptet, daß dieser fich mit dem Rechtsanwalt Dr. Hans ?ium in Leipzig zu gemeinschaftlichem Wirken verbundm »ei!e. Sowohl Herr Kölscher, als Dr. Hans Blum sandten sptom 6. März er. längere Berichtigungen an die„Berliner otp* ein, die aber keine Aufnahme fanden, weil sie nach An- Me der Rldakiion nicht in dem vorgeschriebenen gesetzlichen »ahmen gehalten wären. DoS Schöffengericht war aber anderer «tisjcht und hat deshalb den Angeklagten, wie oben«rfichtlich w, o-mrtheilt. Hiergegen hat derselbe Berufung eingelegt. Termine konftatirte der Vorsstzende, daß wegen Nichtauf- Mwe der Kalscher'schen Berichtigung die erste richterliche Hand- Üs�Z am 25. Juni cr, also nach Ablauf der dreimonatlichen Ver- TOungifnst, vorglnommen sei. Es mußte deshalb in diesem ckalle unter Aufh-bung des ersten Urtheils, das Verfahren ?>« unzulässig eingestellt werden; wegen des »alles Dr. Hans Blum erachtete der Gerichtshof die Berufung l1* Angeklagten für unbegründet und erkannte auf deren «erwerfun g. . Gin- muthwillige KestchSdignng eines der Fern- lpkechapparate in der Körfe wurde dem Kaufmanne M. � Last peleat, welcher gestern dieferhalb vor der 91. Abthci- M des Schöffengerichts zu erscheinen hatte. Den Fernsprcch- ?°mt»schtkn Anschluß nicht erhielt, unbewußt und von Nervosi- jp beherrscht, an dem Hacken gebogen habe und erkannte da- jss auf Freisprechung. Der Angcklogte wurde aber mit dem »»the entlassen, in Zukunft vorsichtiger zu telephoniren. . Gine häßliche Kadeerinnrrung bildete für Frl. Mündt "�Anklage, welche gestern vor der 91. Abtheilung des Schöffen- Mcht« gegen sie verhandelt wurde. Frl. Mündt befand sich August d. I. in Warnemünde. Eines Nachmittags hatte Ja. im Kurgästen Platz genommen. Sie fand neben ihrem fei«i* ein Portemonnaie, welches sie aufhob und welches fich zi* Turtsitt mit einem Inhalte von 114 M. beschwert erwies. Ii.- c Kellner ihr irgend welchen Aufschluß über den Ver- "'"n nicht geben konnte, so steckte Frl. Mündt das Portemonnaie «!?* und nahm es am Abende mit nach ihrem Logrs nach jcck. Inzwischen war der Verlust ruchbar geworden auch die Finverin wu'de ermittelt, schon in der Frühe " wlgenden Morgens erschien bei der letzteren ein Polizist, m Mittelungen anzustellen. Bei der ersten Frage erklärte in. M, sofort, daß sie das Portemonnaie gefunden habe und �titwillrg gab sie es heraus. Sie reiste nach Berlin zurück, �. die ganze Angelegenheit war bereits ihrem Gedächtnisse r/uichivunben. als sie zu ihrem Schrecken eine Anklage wegen �'Unterschlagung erhielt, denn so wurde ihre HandlungS- M aufgefaßt, weil sie es unterlassen Haie, den Fund bei der Ä'tei abzugeben. Im gestrigen Termine verficher te die An- 0 mgte, daß ihr die Absicht einer rechtswidrigen Zueignung fern sie habe einfach nicht daran gedacht, zur Polizei zu gehen c/.,'er Kellner habe auch keine Ardeutung gemacht, daß »r>z den Fund in Verwahrung geben möge. Staateanwalt Gerichtshof glaubten der Angeklagten und beantragten Kannten auf Freisprechung. r Wiederum unterlag gestern ein schweres Bau-Unglück Prüfung der 1. Strafkammer des Landgerichts l. In der �Utapftunde des 23. Juli stürzte eine über drei Meter hohe »nffiiauer zwischen zwei Grundstücken der Arndt- und r'U'bald-Alexis- Straße, nach der elfteren Straße hinüber und �chs Arbeiter, welche mit Aufräumungsarbeiten kräftigt waren, unter ihren Trümmern. Sämmtliche sechs ttn!0Ian wurden nach dem Krankenhaus Beihanicn gebracht, Glück find alle von den verschiedenen Arm- und Bein- ��en. sowie den sonstigen inneren Verletzungen, wenn auch 'u ara�'»nger Zeit, genesen, nur einer hat wider den Willen Iii» das Krankenhaus vorzeitig verlassen und dadurch W»„Tod selbst verschuldet. Für diesen Unplück-sall wurden � Maurermeister Ernst Heier und der Architekt Paul $.*'*«, der Schwager des Ersteren, verantwortlich gemacht. telz Grundstück des ersten Angeklagten, zu bissen Bl bauung der- Frühjahre auf Grund der eingereichten Zeichnung dre sie», P'flich« E-loubniß erhielt, stößt mit der Rückseite an die vrel ____ � -'c liegende"Wlliböl"e-Älixis-Sit.�» Innenseite bis»u zwei Drittel der. Hohe d'S Ä" Fuitermauer versehen und der durch die Abschussiakert �oH��ens entstandene hohle Raum mit Erde ausgefüllt. sC/'w Gutachten des Bauroths Badftubner ist hrerdvrch �»iben»llgemein anerkannten Regeln der Baukunst verstoßen SC- Die Mauer war dem ungeheuren Sertendruck des teils?shenden Erbreichs nicht gewachsen unh. mrßte jen» sdtft,»�überfallen. Es war unkedingt erforderlrch, daß der k, freie Raum neben der Mauer überwö.bt wurde, wo- dotlr nP seitliche Druck aufgehoben worden wäre. Anderrlfalls ?eio»?.°u»um Ausfüllen de« Raumes nicht Erde, sondern� eine 5»ilern!� nehmen müssen. Ferner sei auch das Material der 0(w,ou2; mangelhaft gewesen. Der erste Angeklagte walzte ffog� ir Verantwortung auf die Schultern seines mrtange- i'sortic.» �°S«S, welcher Sachverständiger genug fei, einen .ob. Bau zu leiten und auf den er sich ganz verlassen »jJ» Gerichtshof nahm auch an, daß der Angeklagte "cht verantwortlich gemacht werden könne und verur« ts �iet theilte nur den Angeklagten Klette zu einer Gefängnißstrafe von vier Monaten. N»fch«S«Picht»- Ent>cheid««g. Am 5. Juli verur- theilte die 3. Strafkammer des hiesigen Landgerichts I den Tsschler F-anz Stammer wegen Verstoßes gegen 8 240 des R..Str.-G.>B. in idealer Konkurrenz mit§8 152 und 153 der Reichsgewerbeordnung auf Grund folgenden Thatbrstandes zu 6 Monaten Gefängniß. Zur Zeit, als in Hamburg eine Ar- beitSeinstellung der Tischler- und Schlossergesellen stat'.fand, waren die Tischlergesellen Möller und Saß dorthin gekommen und hatten bei einem Tischlermeister Arbeit gefunden. Auf Zureden des Tischler-Streik-Komitee« hatten sie jedoch be- schlössen, wieder abzureisen. Stammer brachte sie, wie ihm auf- getragen war, auf denl Bahnhof und händigte ihnen die Fahrbillets nebst Reisegeld ein. Durch die Schlossermeister Pctschmann und Kraul veranlaßt, zögerten Möller und Saß jedoch, in den bereit stehenden Zug einzusteigen und als Stammer sah, daß Möller nicht einsteigen wollte, cr- griff er ihn am Rockkragen und schob ihn in da« Koupee hin- ein. Aut Veranlassung des Pctschmann wurde Stammer von einem Polizeibeamten festgenommen und Möller sowie Saß blieben in Hamburg, wo sie Arbeit fanden. Aus Grund dieser Thatsachen stellte der erste Richter fest, daß der An g< klagte durch dieselbe Handlung:-) den Möller durch Anwendung körperlichen Zwanges zu bestimmen versucht hat, der V-rabredung der Tischlergesellen zum Behufe der Er- langung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen mittelst Ar- beitSeinstellung Folge zu leisten, b) denselben durch Gewalt widerrechtlich zu einer Handlung, nämlich zum Besteigen des Zuges genöthigt zu haben. Der Richter erachtete deshalb den Augeklagten aus 8 240 des Strafgesetzbuches der Nöthi- gung und des Vergehens gegen die 8§ 152 und 153 der Gewerbeordnung in idealer Konkurrenz für schuldig. Die Revision rügte, daß jene Strafbestimmungen verletzt worden seien; sie wurde jedoch verworfen. Denn nach den 88 152 und 153 mache sich nicht nur der- jenige strafbar, der einen Anderen durch Anwendung körper- lichen Zwanges zu bestimmen versucht, an den Verabredungm der Streikenden Theil zu nehmen sondern auch der, welcher einen Anderen zu hindern versucht, von solchen Verabredungen zurückzutreten. Hotte daher auch Möller fich den Ver- abredungen insofern angeschlossen, als er auf Zureden des Streik-Komitees darauf eingegangen war, von Hamburg ab- zuressen, so habe fich dennoch der Angeklagte gegen den 8 153 dadurch vergangen, daß er durch Anwendung körperlichen Zwanges den Möller zu hindern versuchte, von seiner Zusage zurückzutreten, wozu er unbedingt Willens war. Ebenso liegen dieBorouSsetzungen des 8 240 des St.-G.-B. gegen den Angeklagten vor. Die Rüge der Revision, daß, die Nolhigung anlangend nach dem festgestellten Sachverhalte nicht ein vollendetes, londern nur ein versuchtes Vergehen vorliege, weil Möller in Folge der Handlungsweise des Angeklagten doch nicht abgereist sei, treffe nicht zu. Es fei dabei ubersehen worden, daß der erste Richter die Handlung, zu welcher der Angeklagte den Möller genöthigt hat, nicht in der Abreise von Hamburg, sondern in dem Besteigen de« Zuges gefunden hat. Mu dieser durch Gewalt bewirkten Handlung des Möller wurde die Nöih'aung vollendet und es fei in dieser Beziehung einflußlos, daß Möller später dennoch in Hamburg verblieben ist. Das Urlherl des ersten Richters wurde somit bestätigt und die Kosten des Rechtsmittels dem Angeklagten auferlegt. Werselder WWevMeß. (Fortsetzung aus dem Hauptblatt.) Kaltenbach: Den„Sozialdemokrat" erhielt ich; ich ver« weigere die Auskunft, von wem. Die Verbreitung desselben kenne ich nicht. Von„Deckadressen" weiß ich nur au» ZeitungS- berichten. Das„Gedenkblatt" erbielt ich in einer Wirthlchaft von einem Unbekannten. Die Deckadresse Haafe ist mir nicht bekannt. Wenn mir meine Notizen im Notizbuch vorgelegt werden,«inner« ich mich vielleitt.(Das Notizbuch wird ihm vorgelegt.) Von Haase steht da nichts.„Hirslanden-Zürich" habe ich geschrieben, zu welchem Zweck weiß ich nicht. Die anderen Notizen beziehen fich vielleicht ouf Fachvereine; erinnern kann ich mich nicht. AuS Berlin empfing ich von Harm ein Schreiben; über die„bestellte Waare" kann ich nichts mehr sagen. Wer Ge- nosse W. ist, weiß ich nicht. Harm: Ich weiß nicht mehr, was„bestellte Waare" be« deutet. Kaltenbach: Die Radirungen im Notizbuch geschahen, um die Eintragungen ins Reine zu bringen. Ich schrieb an anderer Stelle e« wieder zu. Es wird Ärankenkassen-Ange- legenbeiten betreffen. Der Zeuge wird unbeeidigt entlassen. Zeuge H a p p e aus Neviges: Ich habe im Laufe des Jahres Vieles vergessen. In Blankenstein habe ich nichts beobachtet. Es wurde mir gesagt, es sei keine Versammlung, ich sollte im Sitzen sprechen. Ein rorher SHIipS wurde mir gegeben und umgebunden. Von einer rothen Fahne habe ich nicht gehört. Einen Vorfitzenden sah ich nicht, es war keine Versammlung. Mir wurde gesogt, ich sollte meine Sache vor- bringen und das habe ich gerhan. Meist habe ich in Velbert äufgefi.cht und eine Kiste Zigarren bei ihm bestellt. E« wurde mir einmal gesagt:„Was willst du bei Hof?"(Der Zeuge wird beeidigt.) Zeuge H e l l m a n n, Fabrikarbeiter aus Iserlohn: Ich bin Sozialdemokrat. Eine Aossorderung. in die Dechenhöhle zu kommen, erhielt ich per Karte von Röllinghoff. Dieser wollte die Dechenhöhle besuiben. Dort habe ich Röllinghoff getreffen mit noch Jemand. Wie viel Leute da waren, weiß ich nicht. Ob Copalle da war weiß ich nicht, es ist zu lange her. Ich habe in der Voruntersuchung, als mir die Namen vorgelesen wurden, gesagt, ich wüßte nicht, ob die Leute dagewesen. Reden habe ich nicht gehört.(Auf Befragen Bebels): Die Karte war eine Postkarte. Es ist möglich, daß ich an Copalle davon etwas gesagt.(Der Zeuge wird vereidigt.) Zeuge B er gfeld aus Iserlohn: In der Dechenhöhle war ich nicht ber einer Zusammenkunft. Von anderer Seite Hab« ich nicht« darüber gehört.(Der Zeug« wird vereidigt.) Der Präsident ersucht die Ana, klagten fich mit den Zeugen nicht zu unterhalten, um jeden Schein der Beeinflussung zu vermeiden. Zeuge Gustav Engels, ftüher Polizeisergeant(ver- eidigt): Den Autflug nach Langenhau« habe ich beobachtet. Reden wurden nicht gehalten. Die Leute sprachen zu- sammen. �, Z« uge G r e g e l o h, Wnth in Schwelm(vereidigt): Von einer Veisommlung bei mir weiß ich nichts. Meine Tochter wurde einmal gefragt, od eine Versammlung bei mir stattfinden könnte. Das wurde abgelehnt. Zeuge Berghaus aus Bledinghaufen-Remscheid(ver- eidigt): In Langenhaus war ich; cS waren viele Personen da. Reden wurden nicht gehalten. ES fand Kegelschieben und der- gleichen statt. Zeuge Robert Sönchen au« Hagen,(war Beschul- digter): Ein Packet aus Rendsburg erhrelt ich nicht, das kann ch beschwören. Es girbt mehrere Sönchen; es muß ein Jrrthum vor liegen. Es wird festgestellt, daß ein Jerthum in der Person vor- liegt.(Der Zeuge verlangt im Abgehen seine Zeugengebühren. Heiterkeit.) Zeuge Barkhaus au« Hagen(vereidigt): In Langen- hau« sah ick viele Leute, darunter Harm. Bon Reden habe ich nichts gebärt. Zeugin Eheftau Bollmuß verweigert die Aussage gegen ihren Mann und wird entlassen, ebenso die Tochter de« Ange- lagten Bollmuß. Zeuge S ch ö l g e n S, Schriftsetzer aus Barmen(vereidigt): An einer Versammlung wegen der„Freien Presse" habe ich mich nicht betheiligt. Der Untersuchungsrichter hat mir nicht gesagt, was er unter Versammlung verstand. In einer öffentlichen Versammlung auf dem Johannesberz lernte ich Gilles kennen. Mit Röllinghoff ging ich in eine Wohnung, wo mehrere Personen beim Glas Bier saßen. Es wurde über mein Engagement als Geschäftsführer gesprochen. Ich habe au« meinen eigenen Mitteln die Kosten der„Freien Presse" bis zum Verbot getragen. Von geheimen Versammlungen weiß ich nichts. Es soll, wie der Präsident mittheilt, Kenntniß gegeben werden, wann Weber vernehmungsfähig ist. Die Vcrlheidigung beantragt event. kommissarische Vernehmung. Die Verhandlung wird auf Freitag vertagt. Soziale Uckieellihk. A« alle Kteinmrtze«! DaS„Vereinsblatt" ist verboten. Da unser Gewerk aber ohne Vertretung in der„Presse" nicht bestehen kann, so habe ich mit veranlaßt, daß ein neues Blatt „Der Wanderbursche" herausgegeben wird, und ersuche die Kollegen aller Orts„Der Wanderbursche" bis auf weiteres als Ve bandsorgan anzunehmen. Der VerbandSvorfitzende Jo'. J-fchky. � Gl« Unternehmer-. Der Bauunternehmer(Scharwerker). auch zu gleicher Zeit Mitglied eine» umformirten, Krieger- v-reins, F. Krüger, Madaistr. 12 wohnhaft, maßregelte 5 feiner Gesellen, die er am Sonnabend, den 23. d. M., seiner Anficht nach wegen Aufwiegelei entlassen hat. Diese Eni- lassung stützt sich auf folgende Gründe: 1. Die Gesellen dieses Platzes hielten mit einigen Ausnahmen für ihre Pflicht, fich an der Sammlung für den Reservefonds der Z mmecer recht rege zu betheiligen; diese Betheiligung hielt der:c. Krüger für„sozialistische Agitatior". 2. Der:c. Krüger zahlte in dem Lokale des Restaurateur« Theidel, Largestraße 44, des Sonn- abends seinen Gesellen das Geld aus. Einige dieser Gesellen hielten es nicht für nöthig, bei dem betreffenden Wirth des Sonnabends etwas zu verzehren, weil er es nicht für nöthig hielt, das„Berliner Volksblatt" refp.„Berliner Volks-Tribüne" zu halten. Dieser Umstand wurde von Herrn Krüger als„Aufwiegelei" bezeichnet. Aus seinem Gerede war zu entnehmen, daß ihm diese Mittheilurgen angeblich von einigen Kameraden und von dem obengenannten Wirth des Lokals hinterbracht worden find. Er schleudate dm Entlassenen ins Geficht, sie feien Umstürzler und Staatsgesährlrche. Ihrem Prinzip Folge leistend, legten noch am Montag, den 25. d. Mis., fünf der Kameraden die Arbeit nieder, so daß am ge- nannten Tage wohl zehn Mann die Arbeitsstätte verlassen haben. Vovpsrnmlrrngen. Der sozialdemokratische Wahlverein im 5. Berliner Riichstagsmahlkrei» hielt am Montag, den 25. d. M.'S., im„Schweizergarten" eine sehr gut besuchte Versammlung ab. Auf der Tagesordnung stand: 1. Vortrag des Herrn Wild- berger über:„Die politische Lage und die Sozialdemokratie." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekastm. Der Refe- rent führte ungefähr folgende« aus. So oft die Wahlen be- vorstehen, findet ein großer Wettlauf der Parteien statt, die Stimmen des Arbeiters zu fangen. Sind die Wahlen aber vorbei, hört die Arbeitcrfreundlichkeit auf. Redner kritisirte die freifinnige, ZmtrumS« und die antisemitische Partei, welche alle dem Arbeiter„helfen" wollen. Diejenige Partei, welche nicht bloS Versprechungen macht, sondern thatkräiiig eingreift, der Sozialdemokra ie, hat man den Mund verschlossen. Die Wähler haben e« in der Hand, gegen die geaerwärlige Wirth- schaftSpolitik zu proteftiren; dazu gehört die Redefreiheit. Man muß sichswundern,waS fürMrttelangewandt werden, dieOcdnungS- brüder zusammenzuhalten. Referent kam auf die Wahlm von 1887 zu sprechm, wie der gegenwärtige Kartell-Reichstag zu Stande kam. Das Septennat wurb« bewilligt und dadurch die Lasten des Volke« vergrößert. Er mtw'ckelte hierbei das vollständige Programm der fozioldemokratrschen Partei und kam auf die bevorstehenden Wahlen zu sprechen. Redner schließt seinen Vortrag mit den Worten: Bei der bevorstehen- den ReichStagSwahl rst es Pflicht eines jeden Arbeiters recht rege zu agitiren und für den sozialdemokratischen Kandidaten zu stimmen.(Lebhafter Beifall.) An der Diskussion be- theiligte fich Herr Albert Auerbach. Derselbe wendet sich gegen das Sozialistengesetz. Er betonte u. a., wenn fich jeder Bürger klar gewesen wäre, wäre das Sozialistengesetz damals nicht zu Stanoe gekommen. Die Sozialdemokrat:« muß dagegen pro- testiren, sie verlangt gleiches Recht für Alle! Redner kritisirte den Bericht des Minister Herrfurth, wie es in sozialdemokratischen Versammlungen zugeht:„Erst ist Alle« still, dann Bravorufe, dann wird die Versammlung stürmischer, bis die Auflösung erfolgt, dann Hoch auf die Sozialdemokratie und draußen vor dem Lokale große Massenansammlungen zo" Redner meinte, daß jede Versammlung gegen die aufgebauschten Berickte des Ministers Herrfurth proteftiren muß und wünscht, daß sich der Minister de« Innern doch einmal in solche Ver- sammlungen begeben möchte, da könnte er ja einmal sehen, wie es da zugeht. Redner kam auch auf die bevorstehenden Wahlen zu sprechen und bemerkte dabei, daß selbst die Frei- finnigen sagen, daß im 5. Wahlkreise diese« Mal die sozial- demokratische Partei in Stichwahl kommt. Redner schließt mit den Worten:„Der Wahltag muß ein Feiertag sein für die politischen Rechte und für die Freiheit des Volkes!(Anhalten- der Beifall.) Weiter sprach sich auch Herr Woyack in diesem Sinne au«; namentlich entrollte er em traurige« Bild der Lage der Tagelöhner und Kleinbauern auf dem Lanbe und betonte dabei, eine Abhilfe könne nur geschaffen werden durch große Agitation seitens der sozialdemokratischen Partei. (Beifall.) Im Sinne de« Referenten sprachen sich noch die Herren Jost und Kutzbach aus. Hierauf gelangte folgende Resolution zur einstimmigen Annahme:„Die heute im Schweizer Garten tagende Äersanmlung des Wahlvereins de« 5. Berliner Wahlkreises legt Protest ein gegen die Schilderung de« Ministers Herrfurth über Vorgänge in sozialdemokratischen Versammlungen und erklärt ferner, daß e« nöthig ist, um alle» reaktionären Strömungen vorzubeugen, daß das arbeitende Volk bei der nächsten Wahl einmüthrg für den Kandidaten der sozialdemokratischen Partei eintritt; die Versammlung erklärt ferner, den Wahltag als einen Feiertag zu betrachtm und die Arbeit rühm zu lassen." Zu Verschiedenem kam hierauf fol- gende Resolution zur Verlesung und Annahme:„Da sich die Parteigenossen in Fr i e d ri ch s h a g en in der unangenehmen Lage befindm, zu ihren Versammlungen keinen Saal erhalZten zu können, indem sämmtliche Lokalbesitzer, unterstützt von sämmtliche« Schankwrrthen Friedrichhagens inkl. Hirsch- garten, M uga elsch lö ß ch en und Ravenstein, 39 an der Zahl, erklärt haben, ihren Saal der sozial- demokratischen Partei nicht zu Versamm- lungen hergeben zu wollen, auch da« Ardeiter- organ nicht auslegen, ferner erklärt haben, f o lange ?Ut b'b die Partei nachgegeben hat, so beschließt die heutige Versammlung, für dm nächste»
Sommer Landpartien nach Friedrichshagen wNufive Müggelschlöbchen, Hirschgarten und Ravenstein nicht zu machen, da doch bekanntlich ielb-ige Lokalbesitzer hauptsächlich von Sommeraus- flügen der Arbeiter abhängen.— Nachdem der Iragekastcn erledigt war, schloß der Vorsitzende die Vertamm- lung mit der Aufforderung, auf die„Arbeit erbibliolhek"' zu abonniren, und mit einem dreifachen Hoch auf die Sozial- Demokratie. gmdtvtvtin der Tischler für de« Gsten. Der Verein hielt am Sonn ag, den 17. November, eine Mitgliederversamm- lung im Neustäoter Volksgartcn. ProSkauerstraße, ab. Die Tagesordnung war folgende: 1. Die Mißstände in der Näh- und Schreibtischbranche. Referent Fr. Oelze. 2. Diskussion. 3. Werkstatt- und VereinSanaelegenheiten. 4. Verschiedenes. Kollege Oelze führte aus: Dieselben Mißstände als in der Räh. und Schreibtisch brauche, beständen in allen anderen Branchen ebenfalls, und diese seien nur durch die Gesammtheit der Berliner Tischler zu beseitigen. Jeder Einzelne muffe sich mit der Gesammtheit solidansch erklären. Ja der Diskussion, an welcher sich die Kollegen Schade, Wiedemann, Klose und andere bei heiligten, erklärte Kollege Schade, daß nur durch das Dazwischentrctin d»s Fachvereins fem er Zeit die Gründung des Näh- und Schreibtischbranchen-VerrinS mhibirt worden sei, welches der Oiganisation nur zum Nutzen gewesen ist. In seinem Schlußwort beionte der Referent, daß der Arbeiter sein ganzes Kapital in seiner AibeitSkrast besitze und deSbalb ver» pflichtet fei, sie zu einem möglichst hohm Preise zu veranschlagen. Sodann wurde folgend« Resolution vom Kollegen Heider ein- stimmig angencminen:„Die heutige Versammlung deS Fach- vereinS der Titchler und insbesondere die Kollegen in der Näh- und Schreibtisch- Branche erklären sich mit den Ausführungen des Reserenten voll und ganz einverstanden und beschließen, vom morgigen Tage ab die 9j-stündige Arbeitszeit pünktlich inne zn halten und der großen, alle Brancken umfoffenden Organisation, der Kampfer Organisation der B rliner Tischler, dem Fachverein, beizutreten. Natd-m zu Werkstattangelegen- heilen die Kollegen Rogaemann, Wiedemann und andere sich twußert, wurde unter Verschiedenem der Antrag de« Kollegen lathe, die Produkte von„Klingel-Bolle" und Loeser u. Wolff nicht zu kaufen, einstimmig angenommen. Kollege Rogaemann machte zum Schlüsse darauf aufmerksam, daß, sollten Kollegen wegen Einführung der gs-stündigen Arbeitszeit gemaßreaelt werden, so würden dieselben vom Fachverein unterstützt. Auf- genommen wurden 32 Mitglieder. Per Verein der Filzlchnharbetter und Kerufs- gen offen Kerlin» und Umgegend hielt am Sonnabend, den 23. November, in Zemler's Lokal eine gut besuchte Ver- fawmlung ab. Die Togesordnurg lautete: 1. Voitraa des Herrn Metzner über Lebensmitlelvertheuerung und Schutzzölle. 2. DrStusbon. 3. Verschiedenes. 4. Wahl einer Lohnkom- mrssion. Referent beleuchtete die Preise der Lebensmittel, die vor 1847 waren und wie sie jetzt find. Der Lebensunterhalt sei um so viel theurer geworden, daß der Arbeiter schon bald umkommen muß, denn man meikt eS ja wie klein das Brot geworden ist, ein Fllnfzig-Pfennigbrot ist so groß, daß man es in der Rocklasche beherbergen kann und der Preis des Fleisches ist so in die Höhe getrieben worden, daß es für den Arbeiter ein Luxusartikel geworden ist. Aber wie kommt denn di se Theuerung? Es find die enormen Steuern, die auf den nothwendigsten Lebensmitteln lasten. D. m Arbeiter wird Alles entzogen, er muß zu Grunde gehen, aber dem ist abzuhelfen, wenn er sich organifirt und an den Arbeitgeber herantritt und leine Forderungen stellt. Nun hob Redner hervor, daß die Reichetapswahl n nahe bevorstehen, da könne der Arbeiter von seinem Wahlrecht Gebrauch machen; er wird an die Urne herantreten und seine Stimme dem Ar- beileikandidaten geben. Als Redner sagte, daß nur die sozial- demokratische Partei für den Arbeiter eintritt und nur die Sozialdemokratie für da« Rechte strebt, löste der überwachende Beamte auf Grund des Z 9 des Sozialistcngesetzes die Ver« samwlung auf. Ein Bravo durchbeble den Saal, die Arbeiter- Marseillaise wurde gesungen und der Polizei-Lieutenant zog den Drgen. So verlicßen die Anwesenden den Saal. gischUr- N»r»in Aotlbuserstrahe So. beule. Abend! 9 llhr: Ver- saminlung. Lachv,r>t» der UtschUr.(gür den Osten.) Grolle Bertamrnluna am Eonnabend, den 80 Novernber, Abend! 8X Uhr. im Böhmischen B>ouhousi lhinterer EouO Landtderger Allee 11 18. Zoge!ordnung: 1. Die Bedeulung der G'weitschosl!orgl>ntsotion. R-serent Herr M-rlcn!. 2. Ditkusston. 8 Weikstollanaelegenheitin und Verschiedene«. Neue Mil«Iteder werden in der Versammlune ausgenommen. Kollegen al! Gäste willkommen. Die Kollegen der W itsiellen von B andt, Andreadstr. 8g Rönsch. Grüner Weg bO-Si. Schmidt, Fitldensir. 81, Witte, Btumenftr. 84, Röhncr, Weinstr. s, werden ganz desonder! eingeladen AUg»m»in»r dvntschir Sattl,ro«r,i« iMitglicdschast Berlin). Ver- lammlung am Sonnabend, den 80. November. Abend««X Uhr, im Restaurant River, Alte Zokobftr. 88 Tagesordnung 1. Gene tschatiiiche« 2. Dtttulfion. 8, Verschiedene« und Fragekasten.— Der AibeilSnaibwet« befindet sich Krausen- strotze II. Sber d« von 8 bi! 9 an Wochentagen, außer Eonnabend« und Sonn- tag« von 12 bi« 1. N»r»w ittr Wahrung der materiellen Interessen der Kiein- träger und verwar dler Berussgenofien Am Sonntag, d>n 1. Drzemdcr, Vormittag« 11 Uhr, In Skiii sserb Salon Jnsctstr. 10: Mirgtieder Versammlung. Tagesordnung: 1. Die Bildung de« Aibetler«. wie sie ist und wie stc sein soll. mit besardcier Beillckfichltgung der Kinder-Erziehung. Res: Otto Hcindors. 2. VereinSangelege, hetten. 8. Wahl eine« VlUglt de»- zur Fachtommtsfion. 4, Verlchsedene« und Fragekasten. In der hnmaniftltehen Gemeinde, Kommandanlcnsttahe 78. hält am nächsten Sonntag, Vormittag« 10 Uhr. Herr Eckäser den Vortrag über Sophoktc! AuSIgruch: Da« gl ätzte Wunder ist der Mensch Gäbe willkommen. «esellschast für Kerbreitung von jgolteebrldung. Am Sonntag. den 1. D-zemder, Aderd« 6 Uhr, bei Mündt. Kämtckcrftr. 100. Mereinignng der Krecheler Kentfchland», OrtSverwalwng BerlnI. Mitgliedervcisammlung am Sonntag, den 1. Dcz-mder. Vormiltao« 10% Uhr, in©ahm'« Ktub-bau», Annenstr. 16 Tagesordnung: 1. Getchäs ssche«. 2. Vortrog und Ditkusston über.da« Koattlsor«reche". Rrs: Kollege Hildebrand 8 Verschiedene» und Fragekaften. Neue Mitglieder werden ausgenommmen Zahlreiche« Erscheinen erwünscht Kachverein der«apezlrer Kerlin» und Umgegend Montag, den 2. Dezember, Abend» 8)1 Uhr, bei Feuerstein, AtteZakobstr. 78. Taaetordnung: Vortrag de« Kot. Hettsch über: Do« modeine Eiend und die moderne Ueder- vötkeiung, Ditkusston. Gewerkschostllchc« Veieiatrangelegenhelt. Fragekasten. Um eobl: eichet und pünklttchls Erscheinen wird gebeten. Gä--e willkov men Kachverei» sämmtitcher an Kolid»arb»ttnng»mafchi»»n de- schäsitgten Arbeiter. Bei sammlung am Montag, den 2. Dezember, in Sä, er'« Lokal, Grüner Weg 29, Tagesordnung: 1. Vorttog de« Herrn P Litfin. Die Gewce kschoft«organ>sation. ihr Nug-n und ihre Bedeutung sür die Arbetlerbewegurig. 2. Verschiedene«. 8 Fcogikasten, Gäste willkomnieri Neue Mtlglieder we den ousoenommeeo. Merfammtnn» der Freie» Kerelnionng der Zimmerer Berlin« »nd Umgeaend am Montag, den 2. Dezember, Abend« 8 lldr, in der Adler- Brauerei. Bad- und Hochstraßen- Ecke. Zagetordnung: 1. Die Ziele der heutigen Giwerk'challSbtweguna 2 Ditkusston. 8. Berschsedenet und Fragekaften. Gaste willkommen. Um zahlreiche« Erscheinen wird ersucht. Zim fei», Mitglieder mit derKandhabnng und Wastrung von »lebtrifcheu Anla?»u und Vtaichtenm vertraut zu wachen, läßr der Verein der Maschinisten und Hrizer eine Rethe von Vorträgen über elekntlche Themata holten. Der nächste Vortrag findet Sonntag, den 1. Dezember. Nachmitrag« 8 Uhr, Neue I kobstr, 24 28, statt Herr Ingenieur G Kohle wird über: Die Äonstrulrion der Dv- amo-Moschtne, tbre Echatwng und ihr Betrieb, Stärlingen tm Betriebe sprechen. Neue Mitglieder werden ausgenommen. Für Ktvdaef, Krih u. f. m. Am Montag, der 2. Dezember. Abend« 8 Ubr, findet tn der VerelnSbraueret, Herrmarn- und Iägerstraßc Ecke, eine öffentliche Versammlung aller in der Bekletdungi-Indunrie d-schäffigien Ar- detter und Arbeiterinnen statt. Tagetordnung: Schäden und Mängel in unserem Gewerbe und wie ist demselben abzuhelstn. Ditkusston. BeiMfi'-'"' Alle Schneider, speziell die Frauen und Mädchen, find bierzu eingeladen- Fachverein für Kchlvsser uud K»ruf«»»«»ss»». Brisamr-li.'-g � Monloo. den 2. Dezemder. Abend» 8)1 Uhr, im oberen Saale de« Herrn fit in. Alte Iakabstr. 78., Allgemein« Onchbeveber- Versammlung am Montag, den» zember. Abend« 8 Uhr. im Bähmischen Braubause, Landsberger Allee u-'r Tagesordnung: 1 Beschlußiafiung über den Termin der Borlcgun» de» NN- revidtrten Taris« in Berlin. 2. Die Schmußkonkurrenz tn unterem und wo« ist dagegen zu Ihun? 8. Verschiedene«. Alle Kollegen Berlin« M-»»" dieser Versammlung eingeladen. «raff»»ssenttich»«irchler-Versammluug am Montag, den« 7, zember, Abend« 8 Ubr, tm Lokale bei Schweizer-Barten»-.> a>a,-.„>,-eoerlk,->- TaceSordnun« 1. Vortrag: Die Ueber Siaturenberathun« 8 Btrelntana-l'oendeit 8 lld-, bei veitt. Sichre,'der, ttt-- Die Uebernötkerungtsrage. 2. Forlseßun« ana-leacndeit 4. Ve schieden-«_ «»fang-,«uru-«ab gefellig« Herein» am Sonnabend."str?. oerein.Harmonia' Abend« 8 Uhr im Restaurant, Alte Iakobstt Männergcsangverein.Treue' Abend« 9 Uhr tm Restaurant AndieaSstraße» Männergeiangveretn.......""""■ 1"n™- Männergetangoeretn. UedungSstunde, Aufnahme...................... Abend» 9 Ubr im Restaurant Sedmann Kursllrste' str. 8l Gesangstrm«»- Sübeck scher Turnverein(1. Lehrlingt-Adtheilungi Abend» 8 lldr ElisadethM»- Nr 87-88- Turnverein..Wkddwa". Pankslr. 9, Männer«dtdeilung vor«t � 10)1 Ubr Abend»: deSgl. 1. LehrlingSadtbeilung von 8 bi« 10 Uhr»vm» — SrendSstche Clenographenkiaffc de»„Berliner Handwerkervereins' 8* Uhr Eophicnstr 18- i"---... 8 lldr im Souisenstädlischen enriaste de«„Berliner Handwerkerverem»-r" a Tbeater- und BergnüaungSverein..Earitae � ........ lügungsverem„>»»»»»"rgu, Bier traute, Sdmiralftr 88- Tbeater- rrn«"J; gnügungtaelelltchast„Treue" Abend« te.»dmtralttr 88- Tdearer- w.» .......... W Uhr in Bodert'»«olltalon.«et"'»L - Privat-Tbeaiergesellschasl„Schneeglöckchen",«dend« 9 Uhr in«eltin« vclcranenftr. 19— Geie-tigkeitSklub„Luftig" Abend» teil Uhr im Restatsts. Wetcheit, Taubenstr. 48.— Verein der Taribentreundk Abend S N Udr� Restaurant Hillmann. Manteufieiftraßc 88.- Dänischer Verein„Frepa»«st. 9 Uhr tm Restaurant Poppe, Lindcnftr 106.— Verein der Württem«"� Abend» 8)1 Uhr bei Baidinger. Dorotheen str. 84.— Verein ehem. SäB«. 84. Bemeindctchule Abend« 9 Uhr im Restaurant, Koopeirstr. 88.- ehem. M 6. Lulhcr'Icher Schüler Abend« 9% Uhr tm Restaurant V»*: Ohmgaffe 2.— Rauchklub„Portortco" Abend« 9 Ubr bi« 11 Ubr straße 187 bei Schutz.— Rauchklud„Qualm" Abend« 8 Ubr tm Rcttrv Tmnm. Schönhauser Allee 28- Vergnügunatveretn„Lustige 18" Adend«»fiA im Restaurant Albrecht. Annenstr. 9.— Tomnrmrnrretn Srdon" Si»»no«" j, straße 187 bei hauser Allee 28.- Bergnügungti Albrecht, Annenstr. 9.— Tamhaurverein„Eedan" Stßung 9 Uhr.«rüner Weg 9— KX Ausnahme neuer Mitglieder— Tambour»'' � .Herz Innig", Abend» 8 Udr, Sitzung im Restaurant Etiaßburoerstrist. vtrlgeni und Borsttzender Frttz Laukant.— Tamdouroerein„Etnigketi � stark", gegründet 1886, Dirigent zur Zeit H Kämitng. Ausnahme"jj Mitglieder Abend« 9 Uhr tm Restaurant Hobn. Ettafferstraße 87- verein„Felsenfest", Sitzung Kl Uhr, Weißendurgerftraße 84 Dirigent und- fitzender: A Friese. Ausnahme neuer Mitglieder.— BergnügungSveretn Seelen" Abend« 9 Uhr tm Restaurant Schuster. Orantenftr. 8.— Bergr verein Holpicia Kleine Auguftftraße 14 Abend« 9 Ubr. OepeWieii. (Vtalff• S»l«graphen»K«r»aa.) gern, 29. November. Ter BundeSra'b hat den- eingebracht, in die Bundesverfassung die Bestimmung aul) nehmen, daß der Bund befugt ist, auf dem W.ge der pedung die obligatorische Unfallversicherung einzurichten. rL BundeSrath soll im Weiterea ermächtigt sgjn, über dre Ktt�'.� Versicherung Bestimmungen zu tnffen und für sämmiliche�?, arbeiter den Beitritt zu einem Krankenkassen. Ver band für � kindlich zu erklären. I Achtiiss! Uergolder! N»te»k ricknete Kommission tagt täglich oo« 10 Uhr Morgen» di» 9 Uhr Abend« bei E. Rfipnick, Magaslnstr. 1,«nd sind VZelder dort adzng-de«. lN25 Die Ktreikkommlsfio«. Jeutral-Kranken-«. Sterbe- Kasse der Tischler«, s. w. (Gertliche Verwaltung Kerlin G.) Den Mitgliedern zur Nachnckt, daß die Zahl- stelle von den Frucht str. 69 nach Am Ott- dahnhof Nr. 7 verlegt ist. ll129 f gleicher Zeit erinnern wir die Mitglieder, am Sonnabend, den 30. November, im Kchmeher- Garten» ein ßat. findet. Um recht»ohl'n'chen Bewch ersucht Die Grtsvermaltang. Zrssken- und Begrabsißklisse der Bas- vvd zabrikarbeitn Berliks. (E. H. 13) Atlftroideitli. Gmmloersimliiiis am Sonntag, den 8. Dezember, Vorm. Ivj Ubr, im Lokal des H-rm Kager» Grüner Weg 29. Tagesordnung: Vorsiandswahl. 11119 Da« Kassenbuch legitimirt. Um zahlreiche« Erscheinen der Mitglieder ersucht Der Vorstand. _ I. A.: W. Reinert. Fiele Nerelulgvilg aller lv der ltzlrurgislheu Srasche desUfllgteu Kerafsgeuoffeu. Sonntag, d. 1. Dezember, Vormittag« 10t Uhr, in Zemter'« Lokal, Münz str. ll: 8r. öftstl. Mitglieder-Bersmmlssg. Tagesordnung: 1. Vortrag be« Herrn Otto Klein über: Das Denken dec Selbst siändi�kelt. 2. Dwkussion. 3. Verschiedenes.„„„ ll.06 Zu dieter Versammlung find alle Kollegen, de- konderS die Stablinstium'nt-nmachrr. ernaeladen. Imiiz.WiihriWi>.ZiltNksscil der Llamkmbciter «nd verwandter Krrnf« genossen. A««»»tag. de« s. Dezember Abds 8 Uhr, t« letgmüller'd Salon, Aue Iakabstr. 48-: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Wrrkstalt-Attgelezevheiten. 3. BeremSangklegenheiten und Verschiedene«. U« rege Betyetligung ersucht � � � 1124 Der yarfuuiP» OeffentllA UerstMlvng der Albumarbeiter Berlins O Montag, den 2. Dezember. Abends 8 Uhr, Waldemarstr. 75(Süd-Ost). Tagesordnung: 1132 l. Stellungnahme der Aldum-Arbeiter zur Olganisasion. 2. Verschiedene«. Da zwei Versammlungen bisher verboten wurden, so erwartet jetzt ein allgemein es Er- schemen Der Ginbrrnfer. Schutz Faitverein der Tischler Montag, den S. Dezember, Abends 81 Uhr, ht Jordan'S Salon, Neue Grünstraße 28: Versammlung. Tagesordnung: l. Das Verhalten der Arbeiter bei Abschluß de« ArbeitSverttageS und Streitigkeiten über denselben. Referent: Herr Rechtsanwalt Wolf- gang Heine. 2. DUkussion. 3. Der Streik der Bildhauer. 4. Verschiedenes, Vereinsangelegenheiten und Fragekasten. Neue Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen. 1109__ Der Vorstand. Neremiguns der Drechsler Dentfchland« Ortvoormsltung Baplin I. Am Sonntao, den 1. Dezember, Vorm. 10t Uhr, in Sohm's KiubhliuS, Annenstr. 16: Mitglieder- Versammlung. (Siehe redaktionellen Theil.) 1130 Verein der Einsetzer (Tischt«») giebt bekannt, daß fem 6. Stiftungsfest nicht Sonnabend, den?. Dezember, bei Keller, sondern in den Zentral-Festfäl««» Oranienftr. 180, am 14. Dezember staltfindet, und mit dem bei Keller nicht» gemein hat; diese« Vergnügen ist von em paar Personen arrangirt, welche sich al« Komitee der Einsetzer geriren. s1l28 De» vorstand. Der Tischler Khan», bisher Mitglied des „Fachverein« der Tl-chler", wohnhaft Reichen- bergerftr. 114, wird ersucht. Buch, Karte und Schlüssel vom Arbeitsnachweis an den Bevoll mächtigten der ArbeitSvermittelungskommiffion abzuliefern._ 1133 Den Genossin SÄ1*"" Smn->.jlMbt«-krirtmItt>-8tsNft. Wilh. Pahr, Freundl. möbl. Schläfst, f. Herrn b. Retsia, Friedrrck-f-ide'ktn. 17 n. l. s1138 nasse u. kalte Fuss* M. ä X Dick's engl, garoniirt wasserdickte S ch« h e und Kti«/�,eii Herren, Vame« und Kinder halten den Fuß Ztt und warm, und sind bedeutend dauerkrakiei- und � und warm, und find bedeutend dauerhafler und als anderes Fußzeug. Jede Art Fußzeua, auch welches nicht unser wird reparirt und wasserdicht gemacht. Zerren Zumen—__________ v_____________ jdiader Sohle« u. Absähe(neuer Boden) v. Mk. ohlen und Absähe(neuer Boden) S#- »hle« und Absah«(neuer BodenX� Jede Uhr zu repariren(ausser Krnch) kostet bei mw 1,30 Mark unter Garantie de« Gut- und Richtiggehen«. Kl. Reparaturen entsprechend billiger. Patent- oder Alackolas ZV Pf. Schlüffel Iv Pf. Zeiger 2» Pf ic.»c. Lager all Artenllhreo, Gold-u.Cilbrrtvaaren. �.arl �nuseii. 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