tfftUW*' SU«• iing»8' ra l � let»-» n JM** inl Mi* «n« fr n und pldfulfli«- Btldd-»� ebr.«!->°' id-tl-0» «.»•gr Etjtfflto. ). tV* krltnl w l«Mj- raerfn eMg 1 wt 9tW V ftratf», Äurftl m« W ik. 288. Sonntag, den 1. Dezember 188». «. Anw» ßtrliBcrlulbstilnll. Krgan für die Interessen der Arbeiter. Das..Berliner Bolksblatt" scheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. AdonnementSpreiS für Berlin fr« '"«Haus vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Einzelne Nummer �Pf. SonniagS- Nummer mir dem..Sonntags-Blatt" 10 Pf. Bei Abholung aus unserer «lpedition Zimmerstraßc 44 1 Mark pro Monat. Postabonnemeni 4 Mark pro Quartal. (Eingetragen «- da» � n in der Postzeitungsvreisliste für 1WV unter Nr. 863.) äglich uuter Kreuzband durch unsere Expedition 3 Mark pro Monat. Ja fertioasgebühr deträgt für die 4 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlung«» Anzeigen 20 Pf. 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Vielleicht finden wir auf diese » eher Gehör bei der Göttin mit den verbundenen Juift"'®'eje Binde vor den Augen ist ein recht überflüssiges �stattungzstück. Ohne dafielbe würde die Göttin selber sehen, ihr zeigen wollen und wir könnten uns die Mühe >s meinen nämlich die famose Praxis, die sich be- ßlich her a l S Zeugen in den Geheim- "dßpry�essen auftretenden Polizeibe- '»Ue » nach und nach herausgebildet hat. Feuilleton. »nbblcnZ l« Gortninal. �«zialer Rsma« vo» Emil« Z» la. .«»torifirte Ueberfetzung vo» Er»st Ziigler. gibz/�"meraden!" rief er,„Ihr habt einen von den Alten bm"- Das Alles hat er gelitten, und daS Alles werden �«ch unsere Kinder leiden, wenn wir nicht ein Ende „«nit den Dieben, mit unfern Henkern!..." ich.? war fürchterlich; noch nie hatte er mit solcher Heftig- V,"prochen. Mit einem Arme hielt er den Alten um die ich w gefaßt, wie ein noth- und jammergetränktes Banner ich 5"?«. Und in kurzen Sätzen erzählte er die Geschichte "«MUie Maheu: in hundertjährigem Leid ausgesogen W, Kompagnie und heute unglücklicher und elender «Ski i.%r gegenüber stellte er die Regie: die ganze |ch«h. � Aktionäre, die sich seit einem Jahrhundert gleich 3,�ren sich mästen und Feste geben kann?" Er L all- �""kheiten der Minenarbeiter studirt und ließ Mchr..wit krasten Details vor ihnen defilircn: die ?hh>Na Skrofeln, die schwarze Bronchitis, das i»,'_ welches sie erstickt und der Rheumatismus, ?f),.Cn, die Glieder lähmt. Und man pfercht sie m die engen Arbeiterviertel, maßregelt sie mit i sie aus. Die großen Kompagnien quälen von Arbeitern, setzen ihnen den Fuß auf's Genicke Schon oftmals ist es dagewesen, daß in diesen Pro- zessen Polizeikommissäre und andere Beamte dieser Kate- gorie aufgetreten sind und für die Angeklagten mehr oder weniger belastende Zeugenaussagen gemacht haben.- Sozialisten pflegen den Herren Polizeikommistären über ihre inneren Parteiangelegenheiten Nichts mitzutheilen und was diese Beamten aus eigener Wahrnehmung erspähen, kann nur sehr dürftig sein; es müsten also Verräther und Spione unter den Sozialisten gewesen sein, wenn bedeut- same und wirklich belastende Thatsachen zur Kenntniß der Herren Kommistäre w. gekommen sind. Wenn man in solchen Fällen die Verräther und Spione direkt den Ange- klagten gegenüber stellen würde, so würde sich nicht nur der wahre Werth von deren Aussagen bald ergeben müsten, sondern eS müßten für den Fall einer Verurtheilung auch die„Gewährsmänner" verurtheilt werden. Da sie gewöhnlich dasselbe gethan haben, was die Angeklagten, ihnen auch oft mit gutem Beispiel vorangegangen sind. Man erinnere sich nur an den Schneider Horsch und Andere. Man hat nun eine Praxis erfunden, bei welcher die Herren Spione im Hintergrunde bleiben. Die Polizei- beamten treten als Zeugen auf und erzählen, was ihnen von ihren„Gewährsmännern" mitgetheilt worden ist. Wenn nach den famosen„Gewährsmännern" geforscht wird, so er- klären die Herren Kommistäre, daß ihnen ihre Amtspflicht Verschwiegenheit auferlege und daß sie die Personen nicht nennen dürften, von denen sie ihre Mittheilungen haben. Die Gerichte gehen im Allgemeinen darauf ein. Die Göttin möge gefälligst die Binde abnehmen und sich die Sache etwas näher ansehen. Auf diese Weise kann ja daS Gericht die Behauptungen der„Gewährsmänner" gar nicht auf ihre Wahrheit prüfen. Wir sind überzeugt, daß eS Leute genug giebt, welche diese„Praxis" ganz in der Ordnung finden und mehrfach Jagen:„Unsere Polizeibeamten werden schon dafür sorgen, laß ihre Gewährsmänner zuverlässige Leute sind." Wenn die Polizeibeamten sich wirklich in der Auswahl solcher„Gewährsmänner" nur auf solche Leute beschränken, die ihnen durchaus zuverlässig erscheinen, so muß man aber nicht vergessen, daß die Polizei sich eben irren kann. Die „Agenten", von denen die Polizei ihre Berichte bezieht, geben sich Mühe, recht eifrig zu erscheine», und haben auch ein pekuniäres Interesse daran, immer etwas Neues zu wissen. Der Herr Reichskanzler hat selbst einmal vor Jahren von solchen„Gewährsmännern" gesagt:„Sie lügen und übertreiben unverantwortlich." Nun hat im Elberfelder Geheimbundprozeß ein solcher Gewährsmann, den das Gericht durch den Zeugnißzwang dahin brachte, seinen Mund aufzuthun, selbst vor Gericht eingestanden, daß er den Polizeikommistär, dessen GewährS- mann er gewesen, belogen habe. Wenn ei nun nicht möglich gewesen wäre, diesen .Gewährsmann" ausfindig zu machen und zur Aussage zu wie einem Volk von Sclaven, das sich an ihren Maschinen zu Tode schinden muß. Warum? Um den NichtSthuern Millionen zu verdienen! Aber der Kohlenmann ist heute kein stumpfes Arbeitsthier mehr. Ei» Heer von Männern wächst in den unterirdischen Tiefen, eine mächtige Saat keimt und sproßt und wird eines Tages aufbrechen im hellen Sonnenlicht. Dann wird man erfahren, ob es statthaft ist, einen GreiS, der nach fünfzigjähriger Dienstzeit Kohle spuckt und dessen Beme gelähmt sind vom kalten Grundwasser, eine Pension von einhundertundfüafzig Franks zu zahlen. Jawohl, der Arbeiter wird Rechenschaft verlangen vom Kapital, diesem unpersönlichen Götzen, der ihm daS Blut aussaugt und daS Leben. Er wird ihn finden beim Leuchten der Feuerbrände, wird ihm in« Gesicht schauen, diesem mißgestalteven Scheusal, das sich mit Menschenfleisch gemästet! Er schwieg, aber sein ausgestreckter Arm deutete noch nach dem unbekannten Feinde in weiter unbekannter Ferne. Diesmal war der Donner des Beifalls so gewaltig, daß der weite Wald davon erzitterte, Nachtvögel flogen erschreckt auS chrem Versteck und entflohen unter dem hellen Firmament, und die ungeheure Welle dieser dreitausend Simmen wälzte sich rollend bis nach Montfou, wo die erschreckten Einwohner nach Vandame hinüberblickten, meinend, ein furchtbarer Erdsturz habe den Boden erschüttert. Stephan schloß: „Kameraden, waS beschließt Ihr? Wollt Ihr die Fort- setzung de« Streiks?" „Ja! Ja!" brüllte der Chor. „Und welche Maßregeln bestimmt Ihr?... Unsere Niederlage ist besiegelt, wenn Feiglinge morgen einfahren." Und mit ihrem Sturmesheulen antwortete die Menge: „Nieder mit den Memmen;" „Ihr beschließt also, daß wir sie zur Pflicht ihre« ver- pfändeten Wortes zurückrufen?... Wollt Ihr, daß wir bringen— was dann? Hätte man dann seinen durch de» Kommissär angegebenen Mittheilungen eine andere Bedeutung beilegen müssen? Nun, wir wissen wohl, daß die Gerichte nicht besonders geneigt sind, solchen Angaben Glauben zu schenken, deren Urheber sie nicht vor ihre Schranken laden können. Aber, ftagen wir, wohin soll eS denn führen, wenn diese Praxis sich in den politischen Prozessen einbürgert? Wir glauben kaum, daß eine solche Stellung der„Ge- währSmänner" im Geiste der Strafprozeßordnung liegt und daß e« sich hier um eine Auslegung und eine„Praxis" handelt, an welche die Männer, welche die Strafprozeß- ordnung gemacht, nicht im Entferntesten gedacht haben. Aber sollten die Herren Juristen, nachdem sie sich die Sache genau angesehen, nicht zu dem Entschlüsse kommen, daß man hier abhelfen und diese Praxis beseitigen müsse? Wie soll man helfen? Durch einen entsprechenden Zusatz in der Strafprozeß- ordnung? Das wird nur schwer durchzusetzen sein. Nun, die Geheimbundprozesse, deren wir in Deutsch- land so viele zählen, sind eine Wirkung des Sozialisten- gesetzes, das den Zweck hat, gewisse politische Bestrebungen auS der Oeffentlichkeit zu verdrängen. Hunderte sind wegen Geheimbündelei verurtheilt worden und zu Elberfeld fitzen zur Zeit 91 Mann auf der Anklagebank. Wenn man den Arbeitern das volle Recht giebt, sich zu versammeln und zu vereinigen, so werden die Geheimbundprozesse sofort ver- schwinden und auch die Rolle der famosen„Gewährsmänner�' wird auf der Stelle ausgespielt sei». Die„Gewährsmänner" wären also kaum ander» als durch Aufhebung des Sozialistengesetzes zu beseitigen— und da sind wir wieder soweit wie zuvor. Man wird zugeben, daß eS etwas nervenauftegend ist, wenn man sich alle Folgen und Wirkungen dieser„Praxis" denkt. Aber wir haben dennoch die heikle Angelegenheit ruhig und sachlich behandelt und empfehlen den Gesetzgebern über die„erzieherischen Wirkungen" dieser Praxis ein wenig nachzudenken. PolikilAie Ilclicrtrrllk. Trop tardl Zu spät! lautete da« Schicksalswort de« Jahres 1848, als durch verspätete Nachgiebigkeit die Sünden der Regierungen gesühnt werden sollten. Zu spät! können wir jetzt den unglücklichen Befürwortern einer internationalen In» dustrieausstellung in Bertin zurufen. Hätten die Herren vor der Pariser Ausstellung ihre Vorschläge gemacht, so hätte sich darüber reden lassen. Damals waren die Herren aber nicht zu sprechen; und als da« Projekt thatfächlich auftauchte, da waren gerade diejenigen Kreise, in denen man sich jetzt dafür de» geistert, die heftigsten Gegner de« Plans. Inzwischen ist die Pariser Ausstellung gekommen, und hat«inen außerordentlichen Erfolg gehabt. Und die Größe Alle zu den Gruben gehen, die Verräther herausholen und der Kompagnie zeigen, daß wir einig sind unter einander und daß wir lieber sterben, als nachgeben?" „Ja! Ja! Zu den Gruben! Zu den Gruben!" dröhnte eS durch den Wald. Seit er sprach, hatte Stephan Katharinen in der zu seinen Füßen wogenden Menge gesucht; aber sie war nicht dort; nur Chaval stand immer noch in den vordersten Reihen, lächelte, zuckte die Achseln, vo« Eifersucht verzerrt, zu Allem bereit, um auch ein Bruchtheil dieser Popularität zu genießen. Stephan fuhr fort: „Und wenn Spione in unserer Mitte sind, mögen sie sich in Acht nehmen, man kennt sie!... Ja, ich sehe Arbeiter von Vandame, welche nicht die Grube verlassen haben..." „Sagst Du da» für mich?" rief Chaval mit trotziger Miene. „Für Dich, oder Andere! Aber weil Du Dich meldest, wisse, daß Diejenigen, welche essen, nichts zu thun haben mit Denen, die hungern. Du arbettest in Jean-Bart.. Eine Stimme unterbrach ihn mit spottendem Ruf: „O, er arbeitet!... Sein Mädchen arbeitet für ihn!" „Zum Teufel, ist'« denn verboten, zu arbetten?" fluchte Chaval, roth vor Zorn. �Gewiß, wenn die Kameraden Roth leiden für'S all- gemeine Wohl, ist es verboten, sich als Egoist und Heuchler auf die Seite der Chefs zu stellen. Wäre die Arbeitsein- stellung allgemein, längst würden wir gesiegt haben. Kein emziger Mann hätte sollen in Vandame einfahren, als Montsou feierte; das hätte gewirkt, wenn überall im ganzen Lande die Arbeit eingestellt worden, bei Herrn Deneulin w»e bei un«... Aber Ihr seid Verräther in Jean-Bart, nichts als Verräther!" Der Haufe um Chaval nahm eine drohende Haltung dieses Erfolges steht der Veranstaltung einer neuen Ausstellung durch ein Land, welches nicht Ebenbürtiges leisten kann, end- giltig im Wege. Während der Pariser Ausstellung schrieben wir: es gebe nur ein Land, welches noch eine Weltausstellung ohne Fiasko unternehmen könne, und dieses Land sei Amerika. Amerika hat mittlerweile die Sache in die Hand ge- nommen, und das vierhundertste Geburtsjahr der Entdeckung von Amerika— 1893— wird unzweifelhaft durch eine inter- nationale Ausstellung gefeiert werden, die sich der Pariser würdig an die Seite stellen wird. Die Befürworter der internationalen Industrieausstellung in Berlin haben unter solchen Umständen die Wahl: ent- weder bis nach der amerikanischen Welt-AuS- stellung zu warten, oder mit ihr zu k o n k u r r i r e n. Letzteres wäre aber ein hoffnungsloses Beginnen, und erstereS— je nun, warten wir bis nach 1393— dann wollen wir uns darüber unterhalten. Ei» entschiedenes Mein hat nach dem„Franks. Journ." in Berlin Herr Miquel allen Bitten der Parteifreunde um Aenderung seines Entschlusses auf Austritt aus dem Reichs- tag entgegengesetzt. Es bleibt also dabei: Herr Miquel will nicht mehr mit- thun. Ate„Uordd. AUg. Ztg." hält es für nothwendig, den Staatssekretär Grafen Bismarck zu entschuldigen, daß er in der vorgestrigen Reichstagssitzung nicht noch einmal in die Kolonial- debatte eingegriffen habe. Das osfissose Blatt schreibt: „Da die zweite Lesung der ersten unmittelbar folgte, was m keiner Weise vorhergesehen worden war, so konnte auch der Staatssekretär Graf Bismarck sich nicht mehr an derselben be- theiliaen, da er genöchigt war, die Sitzung kurz vor Schluß zu verlassen, um einer von ihm angenommenen Einladung des amerikanischen Gesandten Herrn PhelpS zu dem großen National- feste der Union zu folgen." Die„Voss. Ztg." bemerkt hierzu: Es scheint hiernach an irgend einer Stelle aufgefallen zu sein, daß Graf Bismarck nicht noch einmal das Wort ergriffen hat. Im Reichstag dürfte diese Stelle nicht zu suchen sein. In de« Kreise« der Glderfelder Sozialdemokratie wird oer Verlust, welchen die Angeklagten des Geheimdund- Prozesses an Arbeite lohn und anderen Ausgaben erleiden, auf ungefähr 25 000 M. geschätzt. Außerdem erwachsen denselben noch die Kosten der Verlheidigung, für welche eine nicht unerheb- liche Summe, man spricht von 15000 M., zu zahlen ist. Zu allen baaren Auslagen kommen die Entlassungen von bis jetzt 31 Arbeitern wegen des Prozesses und schließlich noch das große Elend, welches in den Familien durch Arbeitslofigkeit und volitilche Anfeindungen aller Art entstanden ist. Ueber die Frage des Kontraktbrache« der Ar- beiter hat die westpreußische Gewerbekammer am Montag in Danzig verhandelt. Der Herr Landrath v. AuerSwald wollte dem Kontraktbruch durch die Einführung obligatorischer Legi- timationSpapiere für die Arbeiter steuern, ein Herr von KrieS- Trankwch hielt eine kriminelle Bestrafung des Kontraktbruchs für unumgänglich nöthig. Herr Berenz warnte vor der Schaffung von Ausnahmemaßregeln; dieser Anficht schloffen fich auch ver- schiedene Vertreter der Industrie an. Herr Stadtrath N-ufeldt führte aus, daß es nicht möglich fei, durch polizeiliche Maß- regeln Streiks zu verhindern. Mehrere Vertreter des Hand- werkS verlangten das Recht der polizeilichen Zurückführung der Lehrlinge und Gesellen. Herr Schütz hob hervor, daß er mit polizeilich zurückgebrachten Leuten üble Erfahrungen ge- macht habe. Schließlich wurde mit 16 gegen 10 Stimmen Antrag angenommen, wonach bie_ abfichtliche Verein letzung eines Rechtsvertrages nicht allein zivilrechtlich, fondern auch kriminell zu bestrafen fei. Dagegen wurde die Frage der polizeilichen Zurückführung von Arbeitern mit 15 gegen 13 Stimmen verneint. Angenommen wurde ferner mit 16 gegen 10 Stimmen ein Antrag auf Einführung von Ar- beitsbuchern, ebenso em Antrag, daß nach Analogie der Ge- findeordnung die Bestrafung von Arbeitgebern, welche Arberter ohne Legitimation annehmen, bestimmt werde. Weiter ver- handelte die Gewerbekammer über die Frage der Sachsen- gängerei. Der Oberpräfident von Leipziger führte aus, daß die Sachsengänger etwa pro Kopf 50 M. Ersparniß pro Jahr machen. Eine günstige Folge der Sachsengängerei sei auch die Abnahme der Auswanderung. Eine generelle Aufgabe des Prinzips der Freizügigkeit sei völlig ausfichtSloS. Nach län- gerer DiSkusfion beschloß die Veisammlung, daß die Nachtheile der Sachsengängerei für die Landwirthschaft durch eine Förde» rung ihrer gerechten Bestrebungen auf anderen Gebieten ver- mieden werden können. Hierzu gehöre die Einführung von billigen Tarisen für Getreide und Vieh und die Aufhebung des Identitätsnachweises. Der lachstsche Landtag wird fich wahrscheinlich am nächsten Drenliag mit der sozialdemokratischen Interpellation bezüglich des UkafeS zu Gunsten der arbeiterboykottenden Wirthe zu beschäftigen haben. Bei dieser Gelegenheit wird das ordnungsparteiliche Boykott gegen die Sozialdemokraten, wel- ches in keinem anderen Lande Deutschlands so gehäsfig und so an ; Fäuste hoben sich und Rufe: Todt! Nieder! drangen an sein Ohr. Er erbleichte; aber um keinen Preis wollte er sich von Stephan besiegen lassen, ihm kam plötzlich ein rettender Gedanke. „Hört mich an!" rief er,„kommt morgen nach Zean- Bart, und Ihr werdet sehen, ob wir arbeiten... Wir sind mit Euch; man hat mich hergeschickt, es Euch zu ver- künden. Und wißt, auch die Maschinen müssen still stehen, auch die Maschinisten müssen feiern, die Pumpen selbst dürfen nicht mehr arbeiten; mögen die Wässer die Gruben verderben, mag Alles zu Grunde gehen!" Eine lärmende Beifallssalve begrüßte diese Worte. Jetzt wurde selbst Stephan überboten. Ein Redner sprang nach dem andern auf den gefällten Baum, gestikulirte maßlos heftig mit den Armen und schrie unsinnig wilde Vorschläge durch den Tumult. ES schien, al« habe ein plötzlicher Wahnsinn all diese Männer ergriffen; ihre durch den Hunger ausgedörrten Schädel waren wie von verzücktem Taumel befangen, sie sahen roth, träumten Brand und Blut, daraus das endliche Glück emporsteigen werde. Und der Mond belächelte still das tobende Volk, und der tiefe Wald umgürtete mit seinem kalten Schweigen ihr Mordgeschrei. DaS geftorene MooS brach knisternd unter den Füßen der aufgeregten Schaar; aber die mächtigen Buchen umstanden unbewegt das ohnmächtige 9Büthen der Armen, während die zart geschnittenen Astkronen sich hoch oben an das weiße Gewölbe des Himmels lehnten. Die Gruppen wogten und schoben sich. Die Maheude fand sich neben ihrem Mann, und Beide, durch daS monatelange Leid aus ihrer ruhigen AlltagSüberlegung heraus- gerissen, pflichteten laut Levaque bei, welcher den Tod des Ingenieurs verlangte. Pierron war verschwunden. Bonne- mort und Mouque sprachen gleichzeitig allerhand unklare heftige Worte, die Niemand verstand. Zacharias verlangte zum Scherz die Demolirung der Kirchen; während Mouquet mit seinem Ballschläger auf den harten Boden hieb, um den Lärm zu vermehren. Die Frauen waren außer sich. Die Levaque, beide Fäuste auf die Hüsten gestemmt, stritt laut mit Philomenen, weil dieselbe gelacht habe. Die Mouquette rief, sie werde die Gendarmen m,t Fußtritten systematisch betrieben worden ist, wie in Sachsen, seine Be- leuchtuvg finden. U-b»r jäch fische Arbetteroerhalwifie schreibt man dem„B. T.", daß im Maschinenbau die Söhre in die Höhe oeganaen seien; die Steigerung betrage mit Einrechnung der Ueberstunden annähernd 15—20 pCt., in der Strumpswaaren- brauche etwa 5—13 pCt. Die im Maschinenbau beschäftigten Arbeiter seien„die einzigen, deren Einkommen fich derart ge- steigert hat, daß fie meist die höhnen Lebensmittelpreise ohne Entbehrung ertragen können."---------- „Dagegen find die höheren Arbeitsverdienste in der Textil- industrie meist nicht hinreichend, um das Heraufgehen der Lebensmittelpreise auszugleichen."--------- „Die Lebenshaltung der textilindustriellen Arbeiter ist so- mit selbst dort keine bessere geworden, wo fich der Arbeits- verdienst steigerte; stark zurückgegangen ist, dieselbe aber überall dort, wo die alten Löhne bezahlt werden. Hier wie in zahlreichen anderen Gewerben, denen es nicht möglich war, die Arbeitslöhne zu erhöhen, ist die Ernährung der Arbeiter eine noch schlechtere geworden als vor der Theuerung. Unter dieser leidet namentlich das Kleingewerbe und der ländliche Arbeiter, der sein täglich Brot in der Haupt- fache eben so wenig selbst erntet wie der großindustrielle Weber oder Maschinenbauer. Doch auch die durch das Steigen der Lebensmittel in diesen Kreisen verursachten bedauerlichen Ver- hältnisse wollen wir noch nicht einmal als Nothstand bezeich- nen; es ist doch üblich geworden, diesen erst dann beim Ar- beiter anzunehmen, wenn der blasse Hunger ihm täglich auf der Schwelle fitzt. Aber wer noch ein Herz hat, das gegen den Jammer des Daseins fich nicht kalt und vornehm verschließt, dessen Auge wird mit Trauer auf jenen Zuständen ruhen, die heute vielfach in der sächfischen Hausindustrie herrschen, namentlich soweit dieselbe noch mit der Hand betrieben wird. Vor der durch die Steigerung der Lebensmittelpreise noch größer gewordenen bitteren NahrungSnoth der sächsischen Hand- weder wird jener Optimismus unserer Agrarier kläglich zu Schanden, der da behauptet: Es giebt keine Theuerung! Die Bedürfnißlofigkeit eines sächfischen HandweberS, einer Klöpp- lerin und Gorlnäherin ist wunderbar; aber wenn man bedenkt, daß vielfach eine kinderreiche Handwerkerfamilie in Sachsen kaum ein höheres Einkommen als wöchentlich 7—10 M. hat, fo wird man begreifen, daß alle Bedürfnißlofigkeit nicht aus- reicht, um unter den gegenwärtigen Verhältnissen die erbar- mungSlose Roth von dieser bescheidenen und fleißigen Bevöl- kerung fernzuhalten. Unter ihr erkennt man erst, wie schwer gerade auf den Aermsten die Steigerung der Lebensmittelpreise lastet." K-lgie«. Was seit Monaten infolge der Enthüllungen über die Spltzelwirthschaft des Ministeriums Beernaert erwartet werden mußte, ist zur Ausführung gekommen. Das Ministenum hat die beiden obersten Beamten der Verwaltung der öffentlichen Sicherheit, welche muthig die Spitzelei und die Verbindung der Minister mit den Spitzeln öffentlich aufdeckten, bestraft. Der Administrator Herr Gauthier de Rasse ist, da der König die von den Mimstern geforderte Amtsentlassung ohne Gehalt nicht genehmigte, disziplinarisch mit halbem Gehalte durch königlichen Erlaß vom heutigen Tage seines Amtes enthoben und der erste Bureauchef Herr Notelteirs ist. obwohl seit 20 Jahren in diesem Amte, versetzt worden. Noch bevor Herr Gauthier daS Ministerium verließ, richtete er an feine Beamten ein Rundschreiben, in welchem eS heißt:„Ich habe das Be- wußtsein, stets meine Pflicht loyal mit der Giadbeit erneS ehemaligen Richters erfüllt zu haben. Ich danke allen den- jenigen unter meinen Amtsgenossen und Mitarbeitern, welche inmitten der Prüfungen, die ich soeben durchschritten und der leidenschaftlichen Angriffe, deren Zielpunkt ich gewesen und noch fortdauernd bin, an mir nicht gezweifelt haben." Sein Nach- folger wird der Direktor bei der Gefärgnißoerwaltung Herr de Latour, zu dessen„Zuverlässigkeit" das Ministerium mehr Vertrauen hat. Diese Maßregelung des Herrn Gauthier durch Minister, welche an der ganzen Spitzelwirthlchaft die Haupt- schuld tragen, rust in der ganzen liberalen Partei des Landes Entrüstung hervor; alle liberalen Zeitungen verurtheilen„diese Herausforderung der öffentlichen Meinung" auf das Schärfste. Die Kammerlinke hat sofort eine Interpellation beschlossen und unter Führung der Depulirten Herrn Bora und Jansson wird ein neuer Ansturm gegen daS Ministerium unternommen werden. Zur Beschwichtigung der öffentlichen Meinung läßt daS Ministerium im„Monit." den Bericht veröffentlichen, welchen der Juftizmrnister dem Könige über Herrn Gaulhier erstattet hat. Ja demselben wird deiselbe angeschuldigt, weder die Minister noch die Justiz genügend und rechtzeitig über die Spitzel aufgeklärt, die Schnfistücke seiner Verwaltung nicht vollständig mitgetheilt, viele sogar verheimlicht, ja sogar wich- tige fremden Personen mitgethkit zu haben. Amerika- Der portugiesische ForichungSreisende Hermingilde Capello, welcher fich augenblicklich als Delegirter bei der Äntisklaoerei- zu Paaren treiben. Die Brulö hatte Lydia gezüchtigt, weil sie ihren Handkorb nicht mehr unterm Arm trug, und dann fuhr sie fort in der Luft herum zu schlagen, als wenn sie alle Chefs der Welt ohrfeige. Jeanlin war einen Augen- blick starr geblieben, als Böbert von einem Karrenjungen erfahren, daß Frau Rasseneur gesehen habe, wie sie daS Kaninchen gestohlen. Aber er faßte sich schnell und ent- schied, daß man„Polonia" in der Nähe des Gasthauses heimlich wieder frei lassen werde; dann begann er, lauter wie alle Andern zu schreien öffnete sein neues Messer und schwang es drohend in der Luft, stolz, die glänzende Klinge leuchten zu sehen. Immer wilder tobte der Lärm. Nur Souvarine blickte mit seinem sanften melancholischen Auge in die aufgeregte Masse, und ein spöttisches Lächeln umspielte seine Lippen. „Kameraden! Kameraden!" rief Stephan, vergeblich versuchend, sich Gehör zu schaffen. Endlich beruhigte sich der Shirm. „Kameraden! Morgen früh in Jean-Bart. Seid Ihr einverstanden?" „Ja! Ja! Nach Jean-Bart! Tod den Verräthern!" Und wieder durchbrauste der Lärm da« weite Firma- ment, in der urreinev Klarheit des ewig lächelnden Mondes. Fünfter«heil. Erstes Kapitel. Um fünf Uhr ging der Mond unter, und die Nacht wurde sehr schwarz. Bei Deneulin schli.f noch Alle«; der alte Ziegelbau lag stumm und dunkel am Ende de« unge- pflegten Gartens, der ihn von der Grube Jean-Bart trennte; auf der entgegengesetzten Seite führte eine öde Straße nach Vandame, einer drei Kilometer weit hinter'm Walde ver- steckten alten Burg. Deneulin, der einen Theil de« vorigen TageS in seinem Bergwerke gearbeitet halte, schnarchte, daS Gesicht der Mauer zugewandt, als ihm plötzlich träumte, man rufe ihn. Er erwachte, hörte in der That eine Stimme, lief zum Fenster, öffnete es und erblickte eine» seiner Aufseher. „Was giebt e«?" rief er in dm Gartm hinunter. konfermz in Brüssel aufhält, hat dieser Tage einem Mitarbeit« der„Jndep. B." erzählt, der Exkaiser von Brasilien, Dm« Pedro, habe im vorigen Jahre, als er nach Brasilien zirw« kehrte, dm beidm Abschied nehmenden portugiefisckm Ministent Carvalho und Navarro, gesagt:„Was mich betrifft, so bin ich Republikaner", und als die beidm Minister ungläubig w>S erstaunt lächeltm, Hobe der Kaiser gesogt:„Ich bin Repnbn' kaner." Er kann fich also über die Revolution nicht beklagen, fügte Capello boshaft hinzu, fie hat alle seine Wünsche erfüllt, üm; In Bezug auf diese Miitheilung erklärt nun das offinöle Organ»wchl des klerikalen belgischen Ministeriums, da«„Journal de pljnz .eine solche Dummheit zu sagen und fich eine« solchm Verratht W lägU, schuldig zu machen". Die brafilianische Herrscherwürde sei w r* wotget Bit erbo >i'I«de-, K- I�-bei Ad. ( Innung. """ I, die m �ling. »lottbru Schneid« gen en vei �iu putze seinem Hause erblich und er hätte„nach dm beschworen« M logar de Gesetzen" und als„Familenvater" handeln müssm: er baut Cjjlmben 5 die Äilitärrevolte voraussehen und dieselbe unt-rdrücken müssen,«he», ein Wmn Vttgt« Kaiser", schließt da« kler kal-monarchilche Blatt giftig,..daS Onrns ein Astrologe, ein ausgezeichneter Mensch übrigmS, ein gutrr mn Boro portugiesischer Bürger, welchem es nicht an Jntelligmz fehlteun«"lifen her der Niemanden Schlimmes that, außer seiner Familie und seinn».» auf dem Reiche. Mit einem Worte, er ist ein„lacdeui" sunzuverläsigss r Etarke r Geselle.) Hol' der Teufel solche Souveräne!" Was müssen d«'ige Tem fich geärgert haben. In so schroffer und ungerechter Wesse �der Mük fich bisher kein klerikale» und monarchisches Blatt über d« verbannten Kasser ausgesprochen. Nem-Uork, 21. November. Trotzdem Herr Powderl?, der umer dem Titel„Gmeral Master Woikman" bekan»» Präfidmt der Arbeitervereinigung„KnigH'S of Labor","r andere Führer dieser einst so mächtigen Assoziation dieä Abrede zu stellen bemüht find, bleibt die Thatsache beftehr", daß der Orden in letzter Zeit beständig verlorm, d. h-"j Einfluß und Mitgliedern eingebüß: hat. Am tr»ff.ndsten>li>° unwiderlegbarsten wird dieser Niedergang der„ÄrbeilSrittn durch die Anfangs dieser Woche m Ällanta, Ga, zulam«� getretme JahreSkonvmtion des Ordens illust irt. Dmn, wahres noch an der vor drei Jahren in Richmond, Va., stattgefunden Konvention etwa 700 Delegaten thet, nahmen, welche weit>»0 eine halbe Million Arbeiter rep>Lsm»rm, waren auf der di« wöchentlichen nur noch ca. 200000 Mitglieder de« Ord«l durch etwa 150 Delegaten verlreten, em schlagender Bew« dafür, daß der Orden der„K. os L" in den letzten Jajf bedeutende Rückschritte gemacht. Der Verfall der einst einss reichen und bedeutsamen Assoziation datirt von dem glückten großen Essenbahnstretk vor einigen Jakren und«st durch die infolge verschredmer anderer, ebenfalls verloren gangmer Streiks hervorgeiufme innere Spalmng, sowie dm» om Mißerfolg der Leiter de« Ordms, in der Politik<£■ Rolle spielen zu wollen, beschleunigt wordm. Der Orden � „Arbeits» Ritter" hat fich somit längst als nicht existev berechtigt erwiesm und seme gänzliche Auflösung ist nur � "l liefern "tag, em den Bm ' wird, k � erst a, j«* alt her da», Z unb D 5 Mnerh, ■ und sl »e hatte 'rt auf Frage der Zeit. rolurles. ü?.die äffet en weist f Werder 'er Mo 'en" fi eine V e Foh. ei; di Berl iben '? &SV. 'enster Hut uf d das Fenster j/Nvbenge fc.Sipfelmü £Mo „ ock n C«ltidr £?en zu fii Uach Krjchlnss de» Magistratskollegwm« soll-f Desinfektion der Wohnungen der ai steckenden Krankheiten»? Maßgabe der hierfür bestehendm polizeilichen VorschrifiM? die städtische Verwaltung übemommen werdm. Die Mulss? Bestreitung der Ausgaben werden in Höhe von 30 000 9? in dm Stadthaushaltsetat für das Rechnungsjahr 1890/9!� gestellt werdm. Eine diesbezügliche Vorlage wird der verordneten-Versammlung zur Genehmigung unterbreitet wer� Der..Correspondrnt für Deutschland» Knchdr«� ««d Schriftgiester" schteibt: Em Biait mit brillanten Grundlätzm ist„Der H a werker", Organ und Eigenthum des Zmtial-Ausscd� der vereinigten J»nunpSvnbände Deutschlands. Dafür b>l� aber auch dre berühmteftm In, ungsleuie(Faster, Md, B.andes, Warrcke u. a) seine RtdaklionSkommlssion und r!, unter dem heroischen Wahl'pruch:„Ja Treue fest." Sits- klLr«n:„Wir wollen in Treue anhängem allem, was H«% und Mehrung der nationalm Wohlfahrt bedeutet" und spr�» ihren Unwillen darüber au«, daß die„auf sich ttl�I, Lehrlingszüchierei und die Ausbeutung jug»�, licher Arbeitskräfte nach wie vor unbehinds- ffort besteh en„-- als Beispiel, wie da« zu verst� ist, tassm fie den„Handwerker", rn welchem fie die« sch�jj bei Adolf Knickmeyer in Berlin drucken, der in der Statistik bei 34 Gehilfen mit nur 21 Lehrlingen figui" Brillante Grundsätze!, kttd* fchmoi «g odei fwann , Ral � Windei �»C stau ß, /'-.en' C1 kch°! S inst fes® -darf. fc d, h�ftech, mt für .�.Nud habend tt!, iwei CH i-n C b-l°st bieselb nicht „Herr Direktor, die Hälfte der Leute will arbeiten und verhindert die Andern einzufahrm." Er verstand nur halb; sein Kopf war schwer und trunkm, und die eisige Kälte der Nacht betäubte ihn �' eine kalte Douche. „Mein Gott, zwingen Sie sie einzufahren!"/.J „Seit einer Stunde geben wir uns alle Mühe/ wartete der Aufseher,„darum haben wir Sie holen rvo�. Sie allein könnm die Leute vielleicht zur Vernunft bringt „Gut, ich komme!" Jetzt verstand er und kleidete sich schnell an. die Köchin noch der Dimer warm aufgewacht; man daS Haus ausplündern könnm. Aber von der an � Seite des Flures hörte er ein unruhiges Flüstern, und- er angekleidet aus dem Zimmer trat, kamen seine Töchter ihm in hastig übergeworfmm weißm S."' mtgegm: „Was giebt's dmn, Vater?"„11, Dre Aelteste, Lucie, war zweiundzwanzig Jahre � groß, brünett und sehr schön gebaut; während Johanna, � ''rtge, ein anmuthig zierliches Geschopl Ich kaum Nmnzehnjährige, goldblondem Haar war. „Nichts Ernste«!" versetzte er, um sie zu „Ein paar Ruhestörer machm Lärm da drübm. 'mal Hinüberschaum." Aber sie wollte» ihn nicht fortlassm, ohne daß er Warmes genommen, sonst könne er trank werdm; an � er erklärte, er habe keine Zeit, hing sich Johann seinm Hal«: „So wirst Du wenigstmS ein Gläschm Rum. � und ein paar Biscuit dazu essm! Ja, Du mußt!~st» Dich nicht loS!". i* Trotzdem er schwur, daß ihm der BiScuit Halse stecken bleibe, blieb ihm nichts übrig, als nachl° � Seine Töchter liefm schon vor ihm die Treppe htnaj-'e p mit einem Licht in der Hand, und untm beeilten K ihn zu bedimm: die Eme goß dm Rum ein, die" lief rn die Vorrathskammer und holte ein Packet (Fortsetzung folgt.) sir- , W lU Wer lerne 3 \ la ti 'ern S S'V" &&' S" Sß»' SÄ' 'g'i K- W W b1' I Ä». »° 0 .0« L JJilortrite L8tr ertahen ferner die Organe der Glaser-, Böttcher-, ten, Jto* rpw», Korbmacher» und Schneider-Innung— alle ge- ien zum' M bei Adolf Knickmeyer in Berlin! Jedenfalls erstreben Ministeni,.< Innungen die Privilegien des§ 100« der Gewerbe» so bin �uno, die ihnen erst werden, wenn sie stck»auf dem Gebiete äubig w>>?«hrlingswesens bewährt haben", und benutzen daher i Republi' l!''«lattdruckerei als MusterlehrlingSwirthschaft zu Studien. t beklogen, Schneiderinnungtorgan klagt denn auch, daß heute ein che ernlud �«mg gewöhnlich nicht einschlägt, weil die Mutter ihr iö'se Orga» UWichen verzog, indem sie ihm gestattete»seine Stiesel im ,urnal de Anzuputzen und anbeißen Sommertagen von Zjl bis �2 Uhr ebabt Hobe, �,7>chagt>chläfchen auf dem Sopha zu machen, ihr Feuerholz n Verratht U> lagte, hockt« und in die Küche trug, das Frühstück um irde fei w ,uiir morgens selbst holte" u. s. w. Ja, wenn das Mutter- schworeneii sogar der Veranlass er war, daß»der kerngesunde Junge '"-n' Winter auf j-dem kmzen Wege warme Filzschuhe m müssen, Mhen, einen dicken Shawl umbinden, ein« Pelzmütze tief Venn ob« � die Ohren herabziehen, stüchtige Fausthandschuhe anlegen m wirmt Me", so dürfte der gute Lehrmeister allerdings seine liebe leine Fo- s' haben, den Jungen zur Dienstmaad der Frau Meisterin Hirte da° zum Schneeschipper zu machen.— Und diese wunderlichen t dm»»' räsonniren über Pfuscherthum und predigen Hebung eschäftigeo,« van d werks! z war ka».»er Frokt in den letzten Taqen, welcher in der vorgestrigen ,.daS«»l« bereils bis 4 Gr.unter Null aufwies, macht sich besonders in ein guta wen Vororten bemerkbar. So zeigen die Spree und die jfrHIteunt �l'een bereit« theilweise schwache Eisränder und Eisansätze md seinki«.° aus dem Müggelsee hat die Eisdecke an einzelnen Stellen uverläsiaa' Starke von i Zoll erreicht. Wenn die jetzt herrschende müssen d'J Temperatur noch einiie Tage andauern tollte, so wird Weise P Müggelsee in der nächsten Woche bereits Natur-Eis- über de«.yn liefern. Die Zahl der Kun st-Eisbahnen wird am heutigen eine recht beträchtliche sein, sobald die Kälte anhalt. Powderlo, l den Bauten, auf welchen übiigen« noch sämmtlich gear- ' bekannt,« wird, konnte der herrschenden Kälte wegen in den letzten bor",~ a c und die«. bestei««' � d. H nb Ren twj beitsrilto zuiam«� n, währr� zefund««� weit ut« f der dl» «S Or -er Bl ten Jo> ist emfll em vei md ist wloren jK >owie d»? so'itik Orden>" >t ttm ist nur «® foßjz kheitm«? hrifien? e Ml'tg )000 w .890/91«, der ö'4'' tut wer>� tchdr»� ;r H aAi mtür b1'1: er, t und " fÜ ioS Het«Z nd fpr«,, tcht«'4, l luge-, -h'nd« i veist� -SschrK n der lel, n fi� nicht und s-h� te ih- � ühe," m. en n-ou�/ t brwS� «- Äi man nne � erst am Spät Bormit'aa beaonnm werden. Ä u �teste Kerliner Drofchkentarlf ist vom 1. Juni -her dolii t. Für eine Fuhre mnerhald der Stadt Berlin, und Werder bezahlte man 4 Groschen, bis an jedes Mnerhalb der Landweb'en 5 Gr., für eine ganze Stunde • und für jede folgende Stunde 4 Gr. In seiner höckisten sh« hatte es das Berliner Fiakerinftitut im vorigen Jahr» ml ouf 12—16 Wagen gebracht, im Jahre 1790 mußten t«« öffentlichen Droschken den Sänften und Privatmieth«» 'n weichen. Erst am 29. November 1814, alto gerade 75 «erden es in diesem Jahre, erhielt der Berliner Pferde» Mortier die Erlaubniß, sogenannte»Warschauer 'rn" für Berlin in Betrieb zu setzen. Ihr Tarif betrug eine Person und 6 Groschen für 2 Personen. Eine °e Fahrt kostete 12 Groschen für eine Person und 18 Gr. : die Fohlt war also nicht billiger wie heute. Diese � Berlwer Droschkenkutsiber trugen dunkelgrüne Jacken kalben Schnüren, graue Pantalons und einen schwarz Hut mit goldenen Tressen: der schwarz lackirte Hut * auf den heutigen Tag geblieben. gut» anßergeWiihnUche Reklame hat gestern fc?4 das Daziv,leten der Po izei veranlaßt. Da« Munster eines in der Rosenthalerftraße belegenen Herren» jWobengeschästS war ausgeräumt und in dem Fenster war j?? weiter zu sehen al«— ein Mann, der auf dem Kopfe Zipfelmütze und Pariser auf den Füßen, es sich in einem jS�ock mössichst bequem gemacht hatte. Um die Vorzüge O4 KletdungSklückes einem verehrlichen Publikum recht vor zu führen, dropirte er sich mit ihm in allen möglichen u!*' wellte eme gemüihllche Häuslichkeit zu erlauben vermag. schmauchte der Mann seine Pfeife, bald las er du '"B oder er prowenirte im Schaufenster auf und ab, damit «wann des Schlafrocks herrliche Schleppe bewundern , Natüilich lockte diese Art der Reklame eine solche Ä�-nze an, daß dieselbe sich zu einer undurchdring- nw ��r vom Bürgerstelg bis weit über dm Straßen- ,m)»nute und den Wagen» und Pferdebahnverkehr ,,'•, Es erschien denn auch Polizei zur Stelle, welche das zz �Vkich bei der Wurzel packte, dos heißt, beim Schlafrock »sU r mit dem dazu gehörigen Mann aus dem Schau- 'ch0ff'«/ worauf sich von selbst die tausendköpfize to>üii �streute. Die Behörden aber werden e« dem m- ?! Garderobier noch klar machen, daß die Reklame kL,. 1« i n die Puppen, aber nicht bis in die Menschen der Straße vorkommende Unanständigkette« ..�sichtlichen Ahndung zu dnngen, lauft nicht immer ohne für den sich Einmischenden ab. Dies hat der Eigen- "ud. M. an sich ertahren müssen. Derselbe war am egr-Ktid de« 31. August er. Z-uge, wie in der Leipziger- WL. iwei fein grkleioete Herten eine schnell ihres Weges . lnnge Dame verfolgten und mit unanständigen Redens» "klästigixn. Vor dem Cafe Keck holte M. die beiden �i.etn und forderte einen dort posttrten Schutzmann �lefelbm behufs Feststellung ihrer Perfönlichkeiten nach stiren. Der Beamte lehnte dies Ansinnen ab, weil ihm M. den Grund für die Sisttrung anzu- z�Ulven behufl iu ilKtren. , A weil ihm Ä geweigert hätte, Heid- Jahre eschöp *1* jhatt«« ach, u»? 'in fie P e? LL? S'aV während M. behauptet, sofort mit- iaft.. iu haben, daß dte Herren eine Dame in un- , ,°'Ser Weise belästigt haben. Der Schutzmann lune Weigerung aber damit motlvirt, daß die betreffenden , la ihm nichis zu Leide gethan haben und daß er des- krn Recht hätte, die Sistirung der jungen Leute zu be- �*n. Als M. darauf sich die Nummer des Schutzmanns '.forderte ihn derselbe auf, ihm zur Wache zu folgen. er dazu gekommen war, die B-schwerde über das des Schutzmanns zu ergreifen, habe er ein Polizei- »iQ über 20 M. untrr der Anschuldigung erhalten, durch schreien du Ruhe ungebührlich gestört und durch n! eine« Schutzmannes groben Unfug verübt zu haben. pj» d,,s uon ihm eingelegten Widerspruch wurde M. zwar �r doppelten Anklage freigejprochen, da weder ein über- N�.�chreten desselben, noch eine Belästigung de« Beamten 5%, Jr�en wurde, sein Anttag aber, dem Schutzmann die �»„K S*n leichtfertiger Erstattung der Anzeige aufzuerlegen, . tzl.S-undet abgelehnt... »Sft»»ranstge« Tod. de« Flammentod, suchte rm İm geu ngen Mutag die 43jähnge F.au des Schutz. ------—~ 1 t dort in der M, Wilhelmftr. 138. Derselbe hat dort tn 8« mit seiner Frau und einem einzigen Kinde eme wne und lebte mit der ersteren in glücklichster Ehe. 1 Isfe ?[i �8 tnne und lebte mit der ersteren in glucklichner«ye. " Bestem Mittag um 1 Uhr au« seinem Dienst»»ruck- er vom Flur au« durch die Thürritze seiner Woh» wahr und als ihm auf wiederholte« Kiovfen tzjl?. blcht geöffnet wurde, erbrach er die Thür gewaltsam. iin"«r. de« Zimmer« bot sich ihm ein entsetzlicher An» Jst. in demselben stand, in eine geuerfaule ae- iij.'Jk. A Ötau, starr und unbeweglich, keinen Laut von sich Hilst �nell wollte sich der zu Tode erschrockene Mann, i?«fingen, auf die brennende Frau stürzen, da wandte tz? T. RiUr Flucht und eilte in die Wohnung ihres Nach- H'er gelang tt den D.'schen Eheleuten und dem ß>> o�kn Gatten der U- glücklichen, die Flammen V.W der GnfteSg'stLiUn, denn m't emer solchen �»» � thun. abzulöschen, und die Aermfte, welche tst �'�'k' war, nach ihrer Wohnung zuiückzusch' ffen. �1*''be stanzen Körper verkohlt, dte Haut fiel in F tzm Zz�Nl g,?!!", den Armen herab und kein Glted tft vom F-u« 'C0«ih� ,efctn! die Kleidung ist total abgebrannt, so daß k� �.erden muß, daß die Unglückliche eme Viertel- Mt» Hl f. V'sutzlichsten Martern ausgestanden haben muß, �atast» �iurufen. Die Unglückliche, welche bis zu 0sthe völlig gesund war, ist plötzlich wahnfinnig geworden: die B. hatte sich kurz vordem für 1 M. SvirituS gekauft und den Körper wie auch die Kleider mit dieser Flüssig- keit getränkt und dann angezündet. Auf Befragen erklarte fie, daß fie den»bösen Geist" aus ihrem Kopf habe bannen wollen. Die Bedauernswerthe, welche hoffnungsln« darniederliegt, wurde milteist Krankenwagen nach der königlichen Klmik ge- bracht. Der bösartige Damhirsch im Grunewald, über dessen Unthaien vor emtgen Wochen berichtet wurde, setzt sein Hand- werk zwischm dem Havelberg, der Saubucht und dem Bahn- Hof Grunewald fort. Am letzten Sonntag verfolgte er, wie das»B. T." meldet, ein Berliner Ehepaar bis zum Gatter des Bahnhofs, welches, um sein Eindringen zu verhüten, schnell vor ihm verschlossen wurde. Auch die Lebensgeschichte dieses Hirsch RinaldoS ist durch einen mulhigen Interviewer festge- stellt worden. Das Damthier ist als junges Kalb von der Mutter verlassen im Grunewald gefunden und von einem Wirth bei Schildhorn mit der Flasche aufgepäppelt worden. Damit hängt ohne Zweifel die nichtachtende Dreistigkeit zusammen, die ihn ohne Weiteres auf den Menschen losgehen läßt. Andererseits hat ihn diese verfeinerte Erziehung mit seines Gleichen verfeindet, er wird von den Damhirschrudeln sehr unsanft zurückgewiesen und ist infolge dessen zu einem unfreiwilligen Junggesellenleben verurtheilt, was ihn verdrießt und noch mehr anstachelt, seine Wuth an den Verpfuschern seiner Jugend, den Menscken, auszulassen. Zum Handel mit Chrißdäurnen wird aus forstlichen Kreisen verirchert, daß der urgeheure Verbrauch der Großstädte die Besorgniß um einen drohenden Mangel an WeihnachtS- bäumen immer weiter um sich greifen läßt. Um diesem Mangel nun»u begegnen, haben sich bereits viele Forstleute dazu ent- schlössen, Chnstbäume in eigenen Kulturen aufzuziehen. Forst- mäßig gezogene Tannen eignen sich zu Weihnachtsbäumen nur nach strengster Auswahl. Davon ist aber der richtige Forst- mann durchaus kein Freund, denn seine Pflichten und Nei- gungen für rationelle Waldpflege veranlassen ihn gerade, die schönsten Exemplare zu schonen. In Erwäguna dieser Um- stände haben sich seit vielen Jahren im südlichen Holstein zahl- reiche Gärtner und Landwirthe der Massenzucht van Chnst- bäumen gewidmet. Sie pflanzen diese zu Itz— 2i Mtr. im Quadrat in Verbänden, räumen den Bestand im 8— 14 jährigen Umtriebe und machen damit gute Geschäfte. Weihnachten 1887 be- zahlten dort Berliner Händler 7—8 Mark, 1888 15—25 Mark für 100 Stück Christbäume. Ueber 50 Waggonladungen dieser extra bezogenen, besonders stattlichen Bäume gingen aus Süd- Holstein im vergangenen Jahre nach Berlin. Auch für dieses Jahr find äußerst umfangreiche Bestellungen dortselbst gemacht, so daß der Harz von dem Berliner Konsum bedeutend entlastet und die Preise für die Harzer Christbäume eine empfindliche Herabsetzung erfahren dürsten. Nevjnmmlrtmictr. Girre imposante, öffentliche Versammlung der Der- golder«nd Fachgenossen fand am Mittwoch, den 27. d. M., in Feuerstein's Lokal, Alte Jakobstr. 75, unter Vorfitz de« Herrn E. Böhl mit folgender Tagesordnung statt: 1. Bericht der Kongreßkommisfion. 2. Wahl von Delegirten zum Kongreß. 3. Verschiedenes. Kollege Böhl erstattete Bericht über die Ar- b-iten der Kommission. Er theilte mit, daß auf die abgesandten Briefe noch außerhalb sympathische ZustimmunzSerklärungen für den Kongreß eingegangen find. Auch ist schon in ver- schiedenen Städten!die Wahl von Delegtrlen erfolgt: so daß anzunehmen ist, daß jeder Kollege von dem guten Zweck des Kongresses überzeugt ist, und derselbe einen günstigen Verlauf für sämmtlich« Veraolder Deutschlands nehmen wird. Die von der Kommission autgearbeiteten Statuten St den Verband kamen nicht zur Verlesung, da er dieselben doch nur der Kongreß zu bestimmen hat, und dieselben nur al« Vorlage dienen sollen. E« wurden nun für je 100 Vergolder ein Delegirter gewählt. Die Gehülfen- schaft wurde auf 800 geschätzt und dementsprechend auch acht Delegirte gewählt. Aus der Wahl gingen als gewäbll hervor: E. Böhl, Wils'y, Franz Schumme, Ramlow, R. Möhring, Dünnebeil, O. Meyer und Nlebergall. Der Kongreß findet am 26. und 27. Dezember in Brandenburg a.H. ftalt. Unter Ver- schiedenem wurde der Streik der Kollegen der Firma E. Meth« low u. Co. erörtert. Der Streik wurde von der Versammlung durch folgende einstimmig angenommene Resolution für gerecht- fertigt anerkannt: Die heutige öffentliche von eo. 300 Vergoldem besuchte Versammlung erklärt das Vorgehen der Kollegen bei Methlow für gerecht und beschlußt mit allen gesetzlich zu Gebote stehenden Mitteln denselben zum Siege zu verhelfen und ferner gegen die im Umlauf dtfindltchen schwarzen Listen in jeder Weikstatt entschieden Front zu machen. Du formellen Forderungen der streikenden Kollegen find: 1. Abschaffung des Markensystems und der Strafgelder. 2. Die Wiederein- stellung des gemaßregelten Kollegen Dünnebeil und 3. die Entlassung de« Werkführers Herrn Esser. Die Forderungen der Streikenden wurden durch folgende wahrherlSgelreuen That- fachen begründet: die Strafgelder bettagen für 5 Minuten zu spät kommen 20 Pf., für ein«. Stunde zu spat kommen wird erstens dteStundeahgezoaen(für denLohnarbeiter)und dann noch 20 Pf. Sttafe. Die Strafgelder wurden nicht, wie sonst üblich, für die Ar- bester verwandt, sondern die Chefs verwandten sie zu ihren Zwecken.(Pariser Weltausstellung.) Die Strafgelber werfen jährlich ungefähr 1500-2000 M. für die Herren ab. Kollege Dünnebeil(derselbe ist 2. Vorsitzender des Fachvereins) hatte sich durch seine Agitation für die gerechte Sache unliebsam ge- macht, er hatte bis jetzt einen Lohn von 30 M. erhalten und sollte nun mit einem Male nur 25 M. bekommen. Wenn er da« nicht wollte, wäre er entlassen. Die dritte Forderung der Kollegen wird daunt mottvttt, daß mit dem Werksührer ein ferneres Zusammenarbeiten unmöglich ist; derselbe ist letzt auch nach dem Rheinland gereist, um dort Kollegen anzu- werben. Er hat sich aber auch dort so unliebsam gemacht, daß anzunehmen ist, er werde ohne Arbeiter wieder kommen. Auch find die nölhigen Schritte dazu bereit« getroffen worden. Den Stteikenden wurde der destehende Stteikfond« zur Verfügung gestellt. Die Unterstützung wurde für die Verheiratheten auf 21 M., für die Unverheiratheten auf 15 M. festgesetzt. Eine Resolution, daß sich die Kollegen mit den Arbeiterinnen sali- datisch erklären und fie in leder Angelegenheit unterstützen werden, wurde von der Versammlung emstimmig angenommen. Außerdem wurden die durch die fieiwillrge Sommluna aufge- brachten Gelder folgendermaßen vertheilt: 30 M. das Exekutiv- Komitee in Zürich zur Unterstützung der»Achtstundenztg.", 30 M. zum sozialdemokratischen Wahlfonds und das übrige zum Kongreß. Außerdem giebt die Versammlung ihre Erklärung dahin ah, für die nächsten ReichstapSwahlen thatkräftig einzutreten. Zum Schluß wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: »Die heute, am 27. Novdr. cr., in Feuerstein'« Lokal tagende öffentliche Versammlung der Vergolber und Fachgenossen be- schließt, dahin zu wirken, daß alle Kollegen den 1. Mai 1890 als einen Feiertag anerkennen, um durch diese« Vorgehen zu z-igen, daß alle Vergolder und Fachgenossen Berlin« die Ver- kürzung der Arbeitszeit anstreben. Ferner erwarten fie, daß die Regierung sich an der von der Schweiz einberufenen Kon« ferenz belheiligt, um die Arbeiterschutzgesetzgebung international zu regeln. Mrt einem dreifachen Hoch auf den Sieg der strei- kenden Kollegen schloß der Vorfitzende die Versamm»ung. Der Verein der Klempner Herline und Umgegend Ittll am D>er.stag, den 26. November, rm Saale des Herrn keuerstein. Alte Jakobsftr. 75, eine außerordentliche General- Versammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Ergänzung«. wähl des Vorstandes und Wahl einer Fach-, Bibliothek- und Rechtsschutz- Kommission. 2. Interne Vereinsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. Da der Saal zu überfüllt war, durften auf Anordnung des überwachenden Beamten die beiden Galerien besetzt werden. Zum 1. Vorfitzenden wurde Paul Selchow, zum Beisitzenden Paul Abraham, zum Protokoll- führer A. Kliche gewählt. Darauf sprach Kollege Selchow über die Arbeiten und Pflichten, die der Fachkommission obliegen. Vor allen Dingen wäre eine genaue Statistik herzustellen über unsere Lohnverhältnisse. Redner fordert die Kollegen, die ge- wählt werden, auf, mit Lust und Liebe an das Werk zu gehen. Kollege Neumann spricht hierauf über die Bibliothek« kommission. Sie hat dafür zu sorgen, daß den Mitgliedern nur gute Werke zu Gebote stehen. Darauf sprach Kollege Schmidt über Rechtsschutz; unter anderem führte er an, wie der einzelne Arbeiter bei einer Forderung gegen das Kapital machtlos dasteht, wenn er keiner Organisation angehört, die ihm Rechtsschutz gewährt und für seine Interessen eintritt. Er ersucht die Kollegen, Leute zu wählen, die ganz auf dem Boden der heutigen Arbeiterbewegung stehen, und die unter allen Umständen ern- treten für Recht und Wahrheit. In die Fach-Kommision wurden folgende Kollegen gewählt. R. Fischer, M. Kamenz, G. Rochow, K. Bode, Pretschmann, F. Hoffmann, E. Steinberger, E. Kollex, G. Machl, A. Schneider, O. Gimperlein, R. Köhler, F. Carl- söhn, I. Voß, O. Hübner. In die Btbliolhekkommisfion: G. Oriwohl. A. Ellend, G. Bode, O. Burphardt, O. Klein, M. Metz. A. Grafenstein. In die Rechtsschutzkommisfion: A. Lippich, R. Jacobi, C. Müller und Bredel. Sodann wurde der Antrag angenommen, vom 1. Januar 1890 ab das Ein- trittsgeld von 20 Ps. auf 50 Pf., die wöchentlichen Beiträge von 10 Pf. auf 15 Pf. zu erhöhen. Darauf wurden 50 Mk. den streikenden Kollegen in Thale bewilligt. Es wurde noch folgende Resolution angenommen. Die heute in Feuerstein'« Salon tagende Versammlung de« Verein« der Klempner Ber- lins und Umgegend macht den Beschluß de« Internationalen Arbeiterkongresses zu Pari« zu dem ihrigen und verpflichtet sich, den 1. Mai 1890 als Feiertag zu begehen, und dadurch ihrer Propaganda für den gesetzlich einzuführenden 8 stündigm Arbeitstag Ausdruck zu verleihen. R. Köhler. Darauf schloß der Vorsitzende die imposante Versammlurig. Velten. Am Sonntag, den 24. d. MlS., fand in Fehr- b-llin, Kiers Osthavelland, in welchem der Genosse, Maurer Wernau- Berlin kandidttt, eine vom liberalen Wahlverem ein- berufene Versammlung statt, in welcher der freisinnige Kandidat, Dr. Ruae-Steglitz, referttte. Derselbe sörderte nur die allbekannten Phrasen der deutschfieifinnigen Partei zu Tage, doch machte derselbe in einer Hinsicht eine vollständige Au«. nähme von seinen Gesinnungsgenossen. Er sprach der Sozial- demokratie jede Berechtigung als politische Partei ab, da die Lehre derselben eine falsche sei. Eine Partei, welche die Wahr- heit lehre, werde immer mehr und mehr Anhänger gewinnen, dagegen verliere eine Partei in jeder Weise an Terrain, welche Unmöglichkeiten verlange. Aus diesem Grunde find wtt Gegner der Sozialdemokratie: wir werden dieselbe bekämpfen, weit der Einzelne in seiner persönlichen Freiheit durch fie be« schränkt werden soll; wir sind Gegner von Ausnahmegesetzen, die Sozialdemokratie nicht! Der Vorfitzende macht bekannt, daß nur Fragestellungen gestattet seien, worauf sich Herr Otto Thierbach-Berlrn, welcher mit mehreren Freunden au« Velten anwesend war, zum Wort meldete, um den geistteichen Vortrag des Herrn Rüge einer Kritik zu unterziehen. Er zeigt, wie un- haltbar die Ausführungen des Referenten feien; er wie« nach, daß die Thatsachen es beweisen, daß die Lehre der Sozial- demokratie keine irrige sei; denn den größten Sieg, den die Sozialdemokratie zu verzeichnen hat, ist der daß von Seiten der Regierungen, sowie von Seiten sämmtlicher Parteien des Deutschen Reiches man darnach ttachtet, Sozialreform zu Gun- sten der Arbeiter zu schaffen und daß man heute dte Roth- wendigkeit einer Arbeiterschutzgesetzgebung anerkennt, während man früher eine derartige Gesetzgebung, welch, von Seiten der Sozialdemokratie gefordert wurve, in höhnischer Weise zurück- wies. Redner beleuchtete das Vorgehen der deutschfieifinnigen Partei im Reichstage und weist ferner darauf hin, daß fie die Vertreter de« Manchesterthums seien.(Rufe: Raus mit ibm, Haut ihn!) Der Vorsitzende entzieht dem Redner hierauf da« Wort. Nun glaubte' der Herr Rüge seinen Stern leuchten lassen zu können und erging sich in den heftigsten Schmäh- ungen über die Sozialdemokratie! Wahrhaftig, ein Mann, auf den die deutschfreisinnige Partei stolz sein kann. Herr Thier- dach, empört über derartige Angriffe, nahm da« Wort und charak- terisirt in kurzer Weise den Vertreter der deutschfieifinnigen Partei. Er erklärte es al« euren Akt der Feigheit, daß die freifinnigen Männer nicht den Muth haben, sich mit ihm in eine sachliche Diskussion einzulassin. Hierauf wurde das Geschrei wieder er- hoben:»Haut ihn!"»Raus mit den Sozialdemokraten?" Stimme de« Vorsitzenden: �Jch schließe die Versammlung." N cht« Böses ahnend, verließen alle den Saal; auf der Straße angekommen, trat Herrn Thierbach ein Polizist und ein Gm- darm gegenüber, welche ihn, sowie den Töpfer H. Mayer au« Berlin, aufforderten, ihnen nach einem naheliegmden Lokal zu folgen, was auch geschab. In einem anderen Lokal, in«elchm die Betreff nden engekehrt warm, um sich über dm weiterm V-rlouf mit Gesinnungsgenossen auszusprechen, erschimm nach wmigen Minuten der Gmdorm, hmler ihm 15— 18 Deutsch- sreifinnige, welche sich durch spitze Redensarten bemerkbar mach- tm. Als un« von einem unbekannten Herm mitgetherlt wurde, daß man uns verhauen wollte, verließen wir das Lokal. Aus der Bahn angekommen, bemerklen wir gleich, daß wir von dm Dmtschfreifinniam verfolgt wurden. Der GrnSdaim pattouillirte vor der Bahnhofsrestauration aufund ab. Nachdem wir in dm Zug eingtstiegm warm, wurdm wir von hinten und vom zu- fammm gedrängt. Ohne jedwede Veranlassung bekam Herr Thierbach einen Faustfchlag ins Gesicht, daß ihm die Brillm- gläfir, in die Augm gedrückt, zerfprangen. Im felbm Augm- dlrcke war auch die Brille verfchwundm. Hierauf wmdete sich der Schläger, geschützt vrn seinen Koirplizen, geom Herm Mayer, ihm 8— 10 Faustichläge verabfolgend. Herr Mayer ver- langte vom Gmdamen die Feststellung der Personalim de« Raufboldes, was jeborb nickt geschah. Der Schläger versetzte sogar noch mit einem Messer Herm Mayer mehrere St, che in« linke Auge. Herr Mayer, sowie Herr Thierbach habm die Sache der Staatsanwaltschaft übergebm.(Vielleicht nehmm die »Voss. Ztg." und die»Bert. Ztg.", die sich so sedr über unsere Einladung zum Besuche der deutschfieifinnigm Versammlung in Werßens. e aufiegten, in w'lcher Herr Hmtze sprechm sollte, auch von diesen Vorgängm Rott». Red.) Utkersristhes. Im Verlage von I. H. W. Dutz in Stuttgart ist, zu Festgeschenken vorzüglich geeignet, ein Prachtband erschimm unter dem Titel»L i ch t st r o h l e n der Poesie", eine Ge- dichisammlung, ausgmädlt von Max Keoel; tllustmt von Otto Emil Lau. 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Int 1. teznnlnr 1889, 2 große UorfteUnngen. 4 und 7i llh' 4 Uhr 1 Kind frei. Auf besonderes Verlangen in der Nachmittag- Vorstellung: Fatme. die R-fe von Trtpolt. Oriental. Original- Ausstattungs- Pantomime, gesetzlich geschützt. Erstes Austreten der Schul- reiten» Frl. Mmna, sowie der betten Künstler und Künstlerinnen. In beiden Vorstellungen 22 Hengste. Konkurrenz-Springen aller KlownS. Die unübertreffliche Künstlerin Frl. Maria Dore. Abends 7* Uhr: Pom Frühling zum Minier. Gr. Balletdivertissement in 4 Abtherlungen. �Lumpacr" und„Vagabundus", arab. Rapphengste, vorgef. vom Direktor. Frl. Margerithe all Jockey. Amateur-Konkurren». Reiten. 50 M. Prämie, wer die Manege drei Mal stehend um- reitet. Ein amerikanischer Dorfbarbier. Frl. Jan- sen als Parfoicereiterin. Sign. Olga, Schul« reiterin. Mr. Fotits als Jongleur. Akrobaten Gebr. Florida. Moraen: Große Vorstelluna. P-ffase 1 Tr. SM.-10 Uhr A. Kaieep-Panorama. y/rfrStf 3. Kris« am schöne« Rhein. lll. CyctuS. 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Diese Ernährung war aber so unge- *�end, daß eine schnell zunehmende Abmagerung der Kranken antrat, welche das Körpergewicht, welches etwa t2v Pfund im Jamalen Zustande betragen haben mag, auf 68 Pfund �nwteibrachte. Die Kranke wäre alio dem sicheren Hunaer- ottlgefetzt gewesen, wenn nicht die Verengung des Speisen- ?",?angi, erweitert werden konnte. Der Kranken wurde des- *5 zunächst eine Magenfiftel künstlich beigebracht, die dann »ah die Wirkung hatte, daß eine Erweiterung der verengten I xpris-rohre herbe, geführt wurde. Dagegen blieb noch immer die ?*rengung des Kehlkopfe« bestehen und wirkte hindernd auf � Emnahme der Nahrung. Die Aerzte entschloffen sich nun- J*« zu einer Spaltung de« K hikopfe«, die denn auch vor- pmnmen wurde und den gewünlckten Erfolg gehabt hat. J* Ernährung der«ranken ha feit der letzten Operation er- Aalrche Aortschritte gemacht, da« Körpergewicht ist von 68 auf »Jpfimb gestiegen. Das M ffec de« Chirurgen, das in diesem Wunderdinge verrichtet hat, ist aber hoffentlich noch von «Milzend abschreckender Wrrkuna, um Selbstmordkandrdaten �.ähnlichen Fällen von der Ausführung ihres Vorhaben« ab- rV«slück»fi»Ue. Sin schwerer Unglücksfall ereignete sich n Nachmittag auf einem Neubau in der Taubenstraße. war der in der Steinmetzsti aß« wohnhafte Ardeiter August na dem Abstemmen aller Fundamente beschäftigt, als «h ein zwei Meter lange« und ein Meter hohes Stück er nachgab und sich auf M. heradsenkte. Der bedauerns- t Mann konnte der zentnerschweren Last nicht ausweichen � wurde niedergedrückt. Nachdem man den bewußtlosen �Miglückien hervorgezogen, wurde derselbe in ein Kranken- geschafft.— Von emem Schlächtrrwagen wurde m der x»»l,deuftraße der Oranienstraße 159 wohahafle Arbeiter ffcodor E. überfahren. C. stand auf dem Fahrdamm und L�l nne VermessungSftange m der Hano, nach welcher ein ?°mter Aufnahmen machte. In scharfem Trabe lagie der �lächtergesclle, ohne»inen W-rvungkruf ergehen zu lassen, ? Ettaße entlang, wodurch C. überfahren wurde. Er erlitt AvMe Verletzungen an den«einen und wurde nach Hause j||j(lwfft. Der ruckfichisiofe Kutscher wurde zur Polizeiwache Et» govattige!» Kchadenfrnrrwüthete vorgestern Nach- dttttag auf dem GlUabstück Friedenstr. 94. Dasselbe desteht � emem fünfstöckigen Vorderhause und einem ebenso hohen �chleu Seiiei flügel und Ouergedäude, welche bei dem letzten ?Mstück ausschli» ßlrch zu Fabr'kzwtcken dienen, so einer Sprit- vm, iwe, Tischlereien, Möbellager u. s. w. Grstern~ gegen\2 Uhr bemerkten Hausbewohner au» dem der, Gestern Räch. Vor. Rauchwolken, man __ stiid O ilrgebäude hervordringende r»»s sofort die Feuerwehr und als wenige Minuten da- fch,� eisten Feuerloschzüge an der Brandstelle eintrafen, Sfe •'arm _ WWW ■««jtn die' Flammen"bereit« zum Dache hinaus. Da« Element �hatte VfXnr keraeban h« fi. sich über sowie'üder da« Dachgeschoß den giöberen Theil reichliche Nah- «n der Tischlerei �S'Nhen fand, während»n b.m vorocren Dachgeschoß große von Brennholz und Kohlen vernichtet wurden. Mit � Dampf, und Handdiuckspritzen und zwei an den Hyvranten zd'lminr Schläuchen unternahmen unsere Löschmannschaften O�Kampf gegen da« Feuer, welches bereit« bis nach dem Stockwerke durchgedrungen und nach ftündlger �°>st>kiit gelang es, die Gefahr einer Weiterverbreitung zu ik&n, so daß um ü Uhr Nachmittag« die ersten Löschzuge konnten. Der angerichtete Schaden, den VerfichmmgS- dschoften zu tragen haben, ist ziemlich bedeutend; entstanden * �ouer durch einen Sckornsteinbrand. «in,», Aetbstmordvmtsnch an« Ken« um fem ver- fcTd'S Eheglück hat gestrin ein m der Brunnenstraße in �asstellt____________________....________. v >«tl» �«ohnie früher in der Großen Frankfurrerstraße und gestern em m wohnender Schlosser W. an sich ausgeführt.— M__________________ WWW �>il ftiner jungen Frau in glücklichster Ehe, bis dieselbe Sotmi$i||spXmtd»erei. JuJS c- Seitdem uns die Polizei auf Veranlassung de« f��alvereinS deutscher Industrieller den ersten HöflichkeitS- abgestattet hat, befleißigen wir uns der ausgezeichnetsten �.chachwng allen den Leuten gegenüber, die mit der Groß- l-i,stüe m irgend einem sittlichen oder unsittlichen Ver- stehen. Wer sich mit der Stärke des Gesetze« um- >>b?' Anspruch auf Werthschätzung— und obgleich �ausendmarkscheine gerade nicht zum Wegwerfe» Aussig habe, so daß ich es mir stets auf das Eingehendste .�ge, ob ich für eine Bagatelle drei dieser seltene» jC.Tftütfc ausgebe, rührt mich die Zumuthung dieser ei. ä�ähsgkeit doch so gröblich, daß ich mir fast selbst wie �..�ohiodustrieller vorkomme. Und daran fehlt doch i'sthaftjg noch viel, denn die Journalistik ist im allgemeinen fcrw no$ auf den Kleinbetrieb angewiesen und die Massen- v.'fak,'—----- r---------- litt au Ar.o, �der nicht" jedem" Tintenkuli zur Verfügung— und jj�ktwn von Artikeln befindet sich vorläufig noch im Anfangs- ihrer Entwickelung; cS müßte denn sein, daß man zur Jülich«, Verbreitung seiner Ansichten und Betrachtungen sich,, Zoyraphen zu Helfe nimmt. Ein solcher Apparat hitt'�'der nicht jedem Tintenkuli zur Verfügung- und »>»0 daran fest, daß man am Besten daran thut, wenn Wh. 10118 fUr sich behalten will, daS Schreiben aber mcht «ijL"'V daß man in diesem Falle zur Fixirung se,ner W..-'Jeheimniffe nur ganz gewöhnliche Tinte benützt, so h Zukunft viel Böses in dieser argen Welt verhindert. W>»>mmer neugierige Menschen, die sich gern um Rümmer« was sie garnicht« angeht, und man braucht �"«e--.schwerer Junge" zu sein, um hinter manche Wtn.ri �mmen, die mit Recht das Licht einer größere» D ch�eU scheuen. Nft-��ensch henkt, da« ist richtig— aber eS kommt anders. Der Großindustrielle kennt kein anderes Vif1«ms dieser Welt, als de» Diebstahl, und ttitt " Anderer in den Weg, so prüft er ihn am liebsten vor Jahresfrist etwa durch richterlichen Spruch getrennt werden mußte. Die junge Frau sollte, wie die Nackbaen wissen wollten und dem Galten mittheflten, mit einem Monteur ein LiebeSverhältniß unterhalten haben, und als W. keine greif- baren Beweise für diese Behauptungen erhielt, kam eS zu höchst unerquicklichen Szmen zwischen den Ehegatten, umsomehr als der stch für betrogen haltende Schlosser sich dem Trünke er- geben hatte.— Schließlich ging e» nicht mehr, beide Gatten gingen auseinander, klagten auf gegenfeitiae Abneigung und vom Gericht wurde der Frau das einzige Kmd, welches W. abgöttisch liebte, zugesprochen. Der Schlosser zog in Schlaf- stelle, während die Frau bei ihren Eltern wohnend für stch und ihr Kind arbeitete.— Vor einem Viertelfahre starb die Frau an Lungenentzündung und vor einigen Tagen erlag da« Kind der DivhtheriS. Dieser letztere Todesfall namentlich muß den Sch'osser furchtbar er- fchüttert haben, denn als W. gestern die Nachricht von dem Tode seines Kindes erfahren, schloß er sich in seiner Schlaf« Kammer ein um stundenlang still vor sich hinzuweinen. Gegen l Uhr MrtttagS hörten die WirthSleute derselben dumme« Stöhnen au« der Kammer hervordringen und die Thür der- selben gewaltsam öffnend fanden fie ihren Schlafburschen am Fensterkreuz hängend. Rechtzeitig noch abgeschnitten, wurde der bedauernSwerthe Selbstmordkandidat zwar zum Bewußtsein zurückgebracht, von dem Arzte jedoch du Ueber fuhrung des schwindsüchtigen ManneS nach einem Kcankmhaufe ange- ordnet. Gine«nuerbesserllche Ladendiel' i« ist gestern ver- haftet worden. Die nicht mehr ganz junge Emma Schling, geborene Wünsch, hat die letzten 7 Jahre bis Anfang dieses Jahres im Zuchthaus zugebracht. Gestern Nachmittag ging fie durch die Elsasserstraße. Ein ihr entgegenkommender Geheim- Polizist nahm fie auf's Korn und wartete auf ihre Rückkehr, als sie in eine Rcsterhandlung eingetreten war. Hier hielt die Diebin sich über$ Stunden auf, ließ fidb Alles vorlegen und kaufte schließlich eine Rosette für— 25 Pfennige. Als fie aus dem Laden trat, wurde fie zu emem Gang nach der nächsten Polizeiwache eingeladen, und hier fand man unter ihren Röcken vier werthvolle Straußenfedern, über deren Erwerb sie un» wahre Angaben machte. Da man, um zur Wache zu gelangen, einen langen, dunklen Gang zu durchschreiten hat, so erregte eS keine Verwunderung, auf demselben später ein Stück Seide zu finden, welche« der Resterhändler als fein Eigenthum re- klawrrte. Ilster diesen Umständen mußte Frau Emma Schling trotz ihren Belheuerungen, daß fie ganz unschuldig sei, wieder hinter Schloß und Riegel. Gegen den Schriftsteller Conrad Klberti, dessen neuester Roman„Die Alten und die Jungen"' vor km z«r Zeil polizeilich beschlagnahmt wurde, ist auf Grund des Z 184 des Strafgesetzbuches refp. Uebertretung desselben mit Bezugnahme auf den angeblich„unsittlichen"' Charakter genannten Buches die Voruntersuchung des Strafverfahrens eingeleitet worden. Vrosektirt»» Repertoire der königliche« Kchan- jpiele vom I. bis 9. Dezember 1889. Im Opernhause. Sonntag, den 1.: Der fliegende Holländer; Montag, den 2.: Der Trompeter von Säkkingen; Dienstag, den 3.: Satanella; Mittwoch, den 4.: Lohengrin; Donnerstag, den 5., zum erst:» Male: Äennchen von Tharau; Freitag den 6.: IV. Sinfonie der Königlichen Kapelle; Sonnabend, den 7., zum ersten Male wiederholt: Aennchen von Tharau; Sonntag, den 8.: Gioconda; Montag, den 9.: Da« Rherngold.— I m Schau- s p i e l h a u s e. Sonntag, den t, zum ersten Male wiederholt: cismleanius; Montag, den 2,: Die Räuber; Dienstag, den 3.: Die Räuber; Mittwoch, den 4.: Gaudeamus; Donnerstag, den 5.: Die Journalisten; Freitag, den 6.: Gaudea-rus; Sonnabend, den 7., zum ersten Male: Feurige Kohlen; Sonntag, den 8.: Wilhelm Tell; Montag, den 9.: Wil- Helm Tell. Polfteibericht. Am 29. d. Mts. Vormittags wurde der Arbeiter MoSler auf dem Holzplotze Plan-Ufer 66/67 von einem vom Schneidebock herabstürzenden Balken getroffen und am Rücken, sowie auch innerlich schwer verletzt, so daß er nach dem St. Hedwigs-Kcan kenhause gebracht werden mußte.— Mittags wurde eine Frau m ihrer Wohnung in der Wilhelm- straße 138 mit schweren Brandwunden am ganzen Körper auf- gefunden und alsbald nach der Universitätsklinik gebracht. Dieselbe hat vermuthlich in einem Anfalle von Schwermuth ihr Kleid mit Spiritus begossen und angezündet.— Nachmittag« wurde der denn Abbruch de« Haufe« Taubenstt. 27/28 mit dem Abstemmen alter Fundamente beschäftigte Arbeiter Mer- ttn« durch ein nachfallendes Stück Mauerwerk gegen eine zur Siche:ung de« Nachbargebietes dienende Absteifung gedrückt gleich auf die Zuverlässigkeit seiner Dietriche und seine« Brecheisens. Der Großindustrielle kennt sich aus, er weiß, wie es gemacht wird, und ei ist ein Laster, welches aber den meisten Menschen anhaftet, daß man stets von sich auf Aridere schließt. Daher soll auch der gewöhnliche Mensch nicht„übeluehmisch" sein, sondern stets die heitere Ruhe be- wahren, die erner alten Legende zufolge ein ruhiges Gewissen verleiht; als einen durchaus irrigen muß man aber den Gedanken bekämpfen, daß das Stehlen nur einer einzigen Gesellschaftsklasse ausschließlich erlaubt sein soll. Gewiß thut e« uns leid, die Herren Kommerzienräthe mit und ohne Orden— ob eS Exciuplare der letzteren Kategorie giebt, wissen wir leider nicht— Fabrikanten, Kohlenbarone und was dergleichen Hungerleider mehr sind, ein klein wenig auS der Fassung gebracht zu haben: wir unsererseits sind sehr friedfertig und namentlich jedem gemalt- samen Einbruch in ftemde Schreibtische durchaus abgeneigt. Aber auch das angenehmste Leben wird schaal und abge- standen, wenn ihm die Abwechselung fehlt, und zur Erhaltung der menschlichlichen Gesundheit und zur Vermeidung von Fettlebern hat die gütige Natur den Menschenkindern den Aerger vescheert. Wozu wäre der Aeraer überhaupt in der Welt, wen« man ihn nie haben sollte?! Auch der Aerger ist nicht nur Vorrecht einer einzigen GesellschaftS- klaffe— o nein, er soll allgemein sein, wie da« Sonnen- licht, und sogar die Aerzte würden gut thun, wenn sie be- häbigen Patienten statt der bisher üblichen theuren Medizinen, die doch kein Mensch gern genießt, eine gehörige Portion Aerger verschrieben. Da» kühlt ab, erhält den Appetit und macht gescbmeidig, wie es sich für Nationalliberale schickt. Wir sind bescheiden, und verlangen für unsere guten fltathschläge nicht einmal eine besondere Gegenleistung— im Gegentheil, wir find ungemein zufrieden und preisen ein gnädiges Geschick, wenn uns unsere berufliche Thätig- keit so viel einbringt, daß wir zur Begleichung der uns zustoßenden KontravcntionSfälle stets mit genügenden und erlitt hierdurch so bedeutende Ouetschungen der Brust, daß er nach dem Krankenhause gebracht werden mußte.— Zu derselben Zeit glitt der Zimmermann Stawibki vor dem Hause PotSdamerstr. 116 aus und fiel mit dem Gesicht auf die Bord- fchtvelle, so daß er eine bedeutende Verletzung erlitt. Er wurde noch dem Krankenhause in Moabit gebracht.— Nachmittags fand Friedenstr. 94 ein Dachstuhibrand statt, welcher von der Feuer- wehr gelöscht wurde. GvrWrts-Ieikrmg. Der Schwede Gullav Hallström, der in Gemeinschaft mit seinem Landmanne Soensson am 5. November d. I. unter dem Verdachte de« Ticket-Diebstabls vor der ersten Straf» kammer am Landgericht tl stand, erschien am Sonnabend noch einmal vor demselben Gerichtshofe. Hall ström wurde damals fteigesp-ochen, therls weil er sein Alibi nach-veisen, theils weil er nicht rekognozirt werden konnte. Nur in einem einzigen Falle konnte ein Urtbeit nicht gefällt werden. Der Angeklagte stand unter dem Verdache, dem Gardinenfabrikanten Harker auk der Weißenfeer Rennbahn feinen'Hundertmarkschein au« der Billettasche eSkamotirt zu haben. Obwohl aus den Akten bekannt war, daß der Bestohlene den Anglagte» gar nicht kannte, so muhte dieser Fall doch ausge- schieden und verlegt worden, weil dieser Belastungszeug« fehlte und aus formellen Gründen auf das Zeugniß desselben nicht verzichtet werden konnte. Als am Sonnabend der An- klagerest erledigt werden sollte, theilte der' Vorsitzende mit, daß sich der Angeklagte zur Zeit wieder in Godenberg in Schwe- den befinde und auf seinen Antrag wegen weiter Entfernung vom persönlichen Erscheinen in der Hauptverhandluna entbunden worden sei. Der ganz« Gerichtshof war daher erstaunt, als beim Aufruf der Sache der Angeklagte im Sitzungssaale er- schien. Befragt, warum er trotzdem persönlich erschienen sei, erwiderte der Angeklagte:„Ja, das ist nun einmal mein Pech, das mir in der ganzen Geschichte bi« zu Ende treugeblieben ist. ES war Pech, daß ich mit Soensson zufällig bekannt worden war, der ohne mein Wissen einen falschen Paß bei sich führte; e« war Pech, daß wir am Tage unserer Verhaftung den Namen des Hotels vergessen hatten, in welchem wir logirten, so baß wir als obdachlos angesehen werden konnten; meine Ver« Haftung danke ich dem Zusammenwirken'kleiner Zufälligkeiten und dielen wieder verdanke ich es, daß ich 6 Monate unschul- big der Freiheit beraubt war, daß ich eine liebe Braut verlor und meine denkbar günstigsten Aussichten für die Zukunft durch- kreuzt wurden. Es war wieder Pech, daß der Zeuge Hacker in der vorigen Verhandlung nicht erschien und so die Sache nicht vollständigt erledigt werden konnte; ich erhielt zwar meine Freiheit wieder, aber das mir abgenommene Geld blieb in gerichtlicher Beschlagnahme. Hierbleiben konnte ich obne Mittel nicht, und nach meiner Heimath konnte ich nicht zurück, weil ich befürchten mußte, durch meine Entfernung den Schein zu erwecken, als wollte ich vor dem letzten Falle noch die Flucht ergreifen Meine Anwesenheit in der Heimalh war um meiner Verwandten willen dringend nothwendig, weil die schwedischen Zeitungen, deren Redakteure nicht deutsch verstehen, die den Berliner Zeitungen entnommenen Berichte falsch übersetzt und statt meiner Freisprechung meine Verurtbeilung zu neun Mz- naten Gefängmß gemeldet hatten. Ich bin erst abgereist, a'S mir gerichtSleitig versichert wurde, daß ein Fluchtverdacht nicht auf mich fallen könne und ich vom persönlichen Erscheine» entbunden werden würde, wenn ich einen diesbemglichen Antrag stellte. Das habe ich gethan, der Antrag ist bewilligt worden, aber das betreffende Telegramm traf erst 2t Stunden nach Ab- gang de« Schiffes ein, mit dem ich abgereist war und ich er« hielt die Nachricht erst, als ich in Stettin wieder an das Land kam. Da ich einmal in Stettin war, wollte ich erst recht nach Berlin, um zu zeigen, daß ich nicht« zu fürchten habe. Aber nun wird mein Pech wohl endlich aufhören!" Die Verband- lung war eine sehr kurze. Zeuge Hacker bekundete zwar/ d.ß ihm ein Hundertmarkschein auf der Rennbahn abhanden ge« kommen sei, von dem er nicht wisse, ob er denselben verloren oder ob er ihm gestohlen worden sei, aber er könne stch absolut nicht entsinnen, den Angeklagten gesehen zu habm, weder in seiner Nähe noch überhaupt. Der Staatsanwalt beantragte darauf die Freisprechung und der Gerichtshof erkannte dem- gemäß, ordnete auch die fofortiae Herausgabe der dem Ange- klagten gehörigen Gelder und Wertblachen an. Unter dem U erdachte der Hochstapelei stand gestern die Sängerin Agnes Klara Scholz vor der 91. Adtheilung Baarniitteln versehen sind. Jedoch von allen Sorgen, die man haben kann, sind die nagendsten, prosaischsten und unangenehmsten die Geldsorgen. Sie bohren sich förmlich ein ,n unser Gehirn und ersticken jeden auf- keimenden höheren Gedanken. Aber da uns da« Schicksal nun gerade mit den Großindustriellen zusammengeführt hat, geziemt eS un« nicht, Klagelieder anzustimmen, iin Gegen- theil: jetzt heißt eS, dicke thun— e« kann immer eine alte Kuh kosten, wir haben ja keine! So müssen wir uns vorläufig damit zuftieden geben, daß die Unternehmerwuth sich über unser unschuldige» Haupt ergießt. In Demuth muß man ertragen, was daS Leben uns bringt: und sind cS Widerwärtigkeiten, die ge- rade von den höchsten Spitzen der Unternehmer ausgehen, so muß man um so demuthsvoller sein, und die Maßrege- lungen, die diese Herren in ihrer höheren Weisheit über den gewöhnlichen Sterblichen zu verhängen geruht haben, mit gekrümmtem Rücken und dem Hut in der Hand entgegennehmen. Dann ist die Möglichkeit gegeben, daß man später wieder Verzeihung erhält, und daß man wieder in Gnaden als Mensch betrachtet wird. Allerdings— nichts ist verwerflicher und abscheulicher als die Rolle des Aufwieglers. Gegen ihn muß Staa:3- aewalt und die ganze Schwere des Gesetzes ins Feld ge- führt werden— er soll verworfen sein und ausgelöscht. Lc,der ist der moderne Mensch abgebrüht, er läßt sich nicht in Angst jagen:„Bange machen gilt nicht." Und so dreht man denn einmal den Spieß um und zeigt den Herren, daß man auch etwas kann— vielleicht bewahren sie ihre Geheimnisse in Zukunft besser. Und wenn sie sich wieder einmal etwas Vertrauliches in die Ohren zu zischeln habe», so sollen sie hübsch aufmerksam sein, und dafür sorgen, daß auch alles hübsch unter ihnen bleibt. Dann ersparen sie sich den Aerger und uns die polizei- uche» Visiten, ohne die wir ganz gut leben zu könuc» glauben. des Schöffengelichts. Es wurden ihr acht Betrugsfälle zur Last gelegt. Die aus Breslau stammende Angeklagte soll eine ganze Anzahl Geschäftsleute durch falsche Vorspiegelungen um zum Therl recht erhebliche Summen geprellt haben. Sie rühmte sich Koher Gönnerinnen, wie der Gräfinnen Hasselburg unv Pourtules und gab besonders an, dah die letztere Dame die von ibr aufgenommenen Darlehen zurückerstatten würde. Bald wollte sie bei Kroll, bald in Hannooer und Wies- baden Aussicht auf Engagement haben und in den meisten Fällen wies sie darauf hin, daß ihr Vater Gutsbesitzer fei, der demnächst nach Berlin kommen würde, um die Schulden seiner Tochter zu bezahlen. Die Angeklagte hat es verstanden, sich monatelang durch Dar- lehen bei W-instubenbefitzern, Oberkellnern und Pensionsinhaberinnen über Waffer zu halten, bis schliehlick ihre Ver- Haftung erfolgte, nachdem ihr Vater, der nickt Gutsbesitzer, sondern Beamter ist, erklärte, daß er für die Sckulden seiner S rotzjährigen und selbstständigen Tochter nicht aufkomme. Am hwersten ist ein Bieivedeger geschädigt worden, dem die An« geklagte gegen 400 M. abborgte. Sie bestritt im Termine ihre Schuld und behauptete, datz thatsächlich die Gräfin PourtaleS sie vielfach unterstützt habe und sie auch nickt im Stiche gelassen haben würde, wenn sie, die Gräfin, nicht auf Rissen gegangen wäre. Sie behauptete, datz sie eine am Konservatorium zu Gräz auSge- bi dete Künstlerin sei, die bererts in Dresden und Hannover austrat und zu den schönsten Hoffnungen berechtige. Im Laufe der mehrstündigen Beweisaufnahme ließ der Staatsanwalt vier der leichteren Äeirugsfälle fallen, da die Geschädigten erklärten, datz sie der Angeklagten die Darlehne auch ohne die fallchen Vorspiegelungen gegeben haben würden. Der Vertheiöiger stellte ferner unter Beweis, datz die Gräfin PourtaleS der Angeklagten während ei? es Zeitraums von drei Monaten nicht weniger als 1047 Mark batte zuwenden lassen, sowie, datz ferner die in dem LogiS der Angeklagten zurückgelassenen Garderobestücke einen so hohen Werth be- säßen, datz der größte Tbeil ihrer Schulden damit hätte gedeckt werden können. Der Gerichtshof hielt diese Beweisanträge für so wesentlich, datz die Verhandlung vertagt wurde. Unter der Anklage des Dnldens von Hasardspiel stand gestern der edematrge Pächier des Tunnet-RestauraotS im G> and Hotel Alrxanderplatz, Georg Spiecker, vor der W. Abtherlung des Schöffengerichts. Wie mehrere Zeugen bekundeten, hat der Angeklagte mehrfach kurz vor Geschäfts- schlutz mehrere seiner Freunde zu emem kleinen„Jeu" um sich versammelt, es wurde„die lustige Sir Ken" mit Würfeln und auch „Fix herum" und©carte gespielt. Besonders beim Würfeln schemt hoch gesetzt worden zu sein, denn der Billardprofessor Eischer soll emmal 180 M. verloren haben. Dem Angeklagten wollte es nicht einleuchten, daß Würtelspiel um Geld zu den Glücksspielen zu rechnen sei, auch wollie er nur zwei Fälle zu- geben. Der Staatsanwalt nahm dagegen fünf Fälle für er« wiesen an, wofür er eine Geldstrafe von 100 M. beantragte. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Wwnker, machte als straf- mildernd geltend, daß das Spiel nur unter Freunden stattge« funden»od erreichte auch, datz der Gerichtshof es bei einer Strafe von 30 M. bewenden ließ. Clderstlder KflzfoWellpzelj. 10. Tag der Verhandlung. Der Präsident konstalirt, datz einige Angeklagte dar- unter B-'bel und Grillenberger, fehlen. Darauf wird die Zeugenlrste verlesen. Die an sie gestellten Fragen beantworten die Zeugen wie folgt. Zeuge Gustav Lehmann aus Düsseldorf: Am sogenannten Parteitag in Blankenstein habe ich nicht Theil genommen. Von Düsseldorf giny ich mit einigen Freunden, darunter BelleS, hin. Von Vortragen habe ich nicht« gehört. Auf dem Kongreß in St. Gallen war ick: von BelleS habe ich einen Theil des Geldes erhalten. Müller und Bierenfeld waren auch in St. Gallen. Ueber den„Sozialdemokrat" wurde nicht gesprochen. Der Bericht über den Kongreß stimmt genau mit den Vorgängen. Selbst im Prioatgespräch fielen keine Aeutzerungen über den„Soz." da wir wußten, datz Spitzel unter uns waren. Von der Verwendung der geheimen Tinte würde ich abrathen, wenn ich davon wüßte. Am Kongreß betheiligten sich etwa 70 Personen: eine Präsenzliste wurde nicht verlesen. Nach ergangener öffentlicher Einladung schrieb ich an Grillenberger, der mir antwortete, datz ich nur hinsah' en solle. Gewählt wu de ich nicht, aber ich ging im Einverständnitz mit befreunde en Parteigenossen, mit denen ich mich einzeln de- sprach. Da B-lles nicht hin konnte, so war es selbstverständ- lich, datz ick cing. Oo Mitglieder der Redaktion oder Expe- ditwn da waren, weiß ick nicht; ich kenne die Leute nicht per- sönlich, sondern nur den Namen nach. Von Reinsdorf habe ich nie den„Sozialdemokrat" erhalten. Wie ich ihn erh'elt, darüber vtrimigere ich die Aussage. Ich bin bereit, meine Aus- sage zu beschwören. Von dim Bestehen eines Komitees in ©lderfeld ist mir nichts bekannt. Der Gerichtshof deschlietzt, den Zeugen nicht zu ver- eidigen, weil er in Düsseldorf wegen Gehelmbund bestraft ist. Bierenfeld(auf Befragen des Staatsanwalts): Ich verweigere die Auskunft darüber, ob ich in St. Gallen war. Zeuge H ü l s m a n n, Kaufmann in Elberfeld: Hasen- clever hat nie bei mir gewohnt, aber ich habe mit ihm vei kehrt. Von emer Geheimorganssation writz ich nicht«. Ick war nicht Mit Husenclever in der Beek; dieser hat mir von einem Spa- ziergang erzählt. Wie der„Soz." verbreitet wird, weiß ,ch nicht. 1885 vekam ich ein Ex.mplar des„Soz."(Der Zeuge wird vereidigt.) Zeuge Pütt mann, Bäcker aus Elberfeld(vereidigt): Zu Bilmes in der Beek kamen einmal ewige Leute, etwa 3V bis 40, die den Saal haben wollten. Von Reden habe ich nichts gehört. Zeuge O l b e r t s, Bautechniker aus Barmen vereidigt): Vor fünf I ihren war ick m der Wirthschaft meiner M> t er in Bormen, Hüll«, Röllinghoff und Andere b>kamen unser Lokal zu einer Fesit chkeit, zu weicher Karten onkaust wurden. Wozu daS erlöste Geld verw-ndet wurde, weiß ick nicht. Den Erlös der Karten bekamen die Leute. Für das Lokal bekamen wir meines ErmnernS nichts. Die Musik mutzten die Leute be- zahlen.' rm.,,„ Zeuge Brinkmann, früher Wirth rn Barmen(ver- eidigt): Eine Festlichkeit wurde bei mir abgehalten. Ich Hab- Gratltkarten an meme Gäste verthei t, auch an Röllinghoff solche gegeben. Ich habe kein Geld dafür bekommen. An der Kasse wurden gewöhnlich 10 Pf. Entree genommen. Genau kann ich mich nicht mehr erinnern, da es schon zu lange her ist. Es waren viele Festlichkeiten bei mir. Zeuge Langewitsche erscheint. Auf seine Vernehmung wird seitens der StaatSanwaltsckaft verzichtet. Zeuge Hertig, Postassistent(vereidigt): Von dem Ausflug nach Lmgenhaus w«,tz ich nur, w'S ich früher ausgesagt. Von Reden und Hockrufen habe ich nichts gehört. Zeuge Weldert, Stadtdiener zu Elberfeld(vereidigt): Mit Finke habe ich im gleichen Hauie gewohnt und bemerkt, datz eimae Leute bei ihm waren und Schriften auf dem Tisch lagen. Bessäufig hat mir Finke einmal gesagt, datz«S Mit- « lieber eines Gesangvereins waren. Es war in der Kaffee- unde. Die Schriften können auch Zeitungen gewesen fem. Ich habe nie von Finke eine Zeitung geliehen. Zeuge O b b e i o d e, Wiith in Elberfeld(vereidigt): In memer Wirthschaft tagt der Gesangverein„Liederlust", dessen Mitglieder ich kenne. Einige Angeklagte find darunter. Von sozialdemokratischen Besprechungen ist mir nichts bekannt. (Der Zeuge u Finke inkler rc. Zeuge Völkel aus Mettmann(vereidigt): Wenn ich einen Brief mit der Bezeichnung„Rheinland" empfange, sollte ich den Brief für Adolph annehmen. Wie viel Briefe kamen, weitz ich nickt. Meine Frau gab die Briefe an Adolph Sie hatten das Aussehen gewöhnlicher Briefe. Es war 1836, ,m Sommer. Zeugin Frau Völkel(vereidigt): Mew Man sagte mir, ick solle Briefe für Adolph annehmen; da« that ich. Es war 1886, genau weitz ich es nicht. Zeuge Düsseler, Gendarm in Cronenberg, ftüher in Velbert(vereidigt): Eme Versammlung fand beim Wirth SassenhauS statt, nach einer Zeitungsannonze. Zur Verfamm- lung kam eS nicht. Einige der Anwesenden kannte ich. Im Busch zwischen Neviges und Wülfrath soll eine Versammlung stattgefunden haben. In Rosenhöh soll ebenfalls eine Ver- fammlung gewesen sein, das wurde gcmuthmatzt, aber nicht fest- gestellt. Dr. Sckönlank war einmal in einer öffentlichen Ge- Werkvereinsversammlung, die aufgelöst wurde. Nachher ginacn die Sozialdemokraten in verschiedene Wirthschaften. Der „Soz." kam unter Kouvert an Busch und Rietz, das erfuhr ich von meinem Vertrauensmann; aus eigener Wissenschaft kann ich darüber nicht« sogen. Die Annorce im Viereck'schen Blatt habe ich nicht gelesen. Den Gewährsmann nenne ich nicht. Die Vertheidigung beantragt, da« Landrathsamt zu ersuchen, dem Zeugen die Erlaubnitz zur Aussage zu geben. Da« Gericht beschließt demgemäß. Zeuge Franz Schmidt, Schuhmach-r in Hagen(war Beschuldigter): Der„Soz." wird meine« Wissen« m Hagen nicht gehalten. Seit dem ReichSgericktSerkenntmtz halte rch ihn nicht mehr. Mst Harm war ich zuweilen zusammen. Ich war mehrmals in Elberfeld und verkehrte mit Harm, weil er Kan- didat und ich Vorsitzender des Hagen« WahlkomiteeS war. Von dem Zustandekommen des„Gedenkblattes" ist mir nicht« be- kannt. Gelder wurden mir übergeben für den Hafer clever« fonds. Für die in Elberfeld Verhasteten Hab- ich Geld angenommen und meines Wissens an Harm gesandt. Nach Zürich oder an Bebel und Grillenberg« habe ich nie Geld gesandt. Vom Verkauf von Druckschriften in Hagen weih ich nichts.(Der Zeuge wird vereidigt.) Zeuge Japcke, Gendarm in GetreSheim(vereidigt): Ich wurde nach dem Neanderthal geschickt, weil dort eine Verfamm- lung sein sollte. In ein« Wirth'chaft traf ich BelleS und And«e. Der Wirth sagte, datz diese sich wunderten, daß wir da wären. Spät« kamen von Neanderthal truppweise Leute in die Wirthschaft. Belle« sagte, sie sollten zurückgeben, da da« Lokal zu klein sei. Die Leute sanmn und es kam zu Reibneien. Alles ging später zu einem Wirtb, dem ich sagte, er dürfe keine Reden dulden. Ich wurde verhöhnt. In einem kleinen Zimmer saßen die Führer, darunter BelleS. Es wurde gelärmt und ick forderte zum Verlassen de« Lokals auf. Nachher wurden rothe Taschentücher geschwenkt und„Hoch die Sozial- demokratie!" gerufen. Zeuge Knolle, Gendarm in Mettmann(vereidigt): Ich wurde nach dem Neanderthal beordert, wo Männ« und Frauen saßen und von roihen Zetteln Lieder sangen. Spät« zogen sie nach dem Thurm. Zeuge Clemens, Polizeis«geant in Erkrath(vereidigt): In Folge einer Depesche wurde ich nach dem Neanderthal ge- sandt. Dort traf ich Gendarmen und viele Leute. Letztere sangen. Belle« habe ich bemerkt. Zeua« Stephan Brill, Gastwirth aus Elberfeld: Bis 1889 sammelte ich Annonzen für die„Freie Presse." Zusammenkünfte in deren Lokal habe ich nie bemerkt. Wo das „GlaubenSdekenntnitz" gedruckt wurde, weitz ich nicht, auch nichts von der Verbreitung de«„Gedenkblattes." wird vereidigt.) Zeugin Frau Geldmacher(vereidigt): kamen mehrere der Angeklagten, wie Hütlenberger, Diese verkehrten auch bei Stehr. Robert Müll« hat mir ein- mal Aeutze-ungen FinkeS«zählt. Fmke hat mir einen Ka- lender zum Kauf angeboten. Die Untemdung zwischen mir und Müller fand statt, als er schon von Finte entlassen war. Müller stand in Untersuchung wegen Sittenvergehens. Verth.: Deshalb wurde er von Finke entlassen. Frau Geldmacher: Ich war dabei, als Müll« ent» lassen wurde. Drohungen st'ek er öfters au«, als er entlassen war. Ick habe aedöit, datz Müller sich gegen ein Kind ver- ging. Frau Lohmann sagte es vor seiner Entlassung. Als Müller entlassen wurde, sagte«, er wolle Fmke bei der Polizei anzeigen. Hüttenberger: War ich m d« Privatwohnung Finke'S? Frau Geld macher: Das weitz ich nicht. Die Andern waren im Konditorladen. Zeuge R o m a n n y, Nachtwächter(vereidigt): Ich hatte das Rwi-r, wo Hüttenberger wohnte. Ende 1837 od« An- fang« 1888 sah ich um 1 Uhr Nachts mehrere Peisonen aus Hültenbeign's Wohnung kommen. Finke, Hütter b«gcr, Harm haoe ich öfter zusammen gesehen auf d« Straße. Winkl« sab'ch em Blatt vor eine Thür legen, das ich munahm. Winkln hatte mehrne Blätter in der Hand. Ich habe einige Blätter gefunden, aber Winkl« nur eines hinlegen sehen. W i n k l e r: Ich bin um 1 9 Uhr verhaftet worden; wie kann d« Wächter mich in der Johannisstraße gesehen haben? R o m a n n y: Ich sab Wintler in das Haus gehen. Winkler: Ich wmde doch m der Gesundheitsstratze ver- haftet. Romanny: Es war im November, nein, im März. Winkl er: Es kann eine Verwechslung vorliegen; ich wurde schon einmal, wie gerichtlich festgestellt, mit einer andern Person verwechselt. Romanny: Ich kenne Winkler seit 1887. Zeuge Jarchow, Polizessergeant(vereidigt): Von Kom- missär Kammhoff, der von der Verbnitung de«„Gedenkblaiteü" schon wußte, wurde ich in die Johann'Sftratze geschickt, wo ich Winkl« m die Häuser gehen sab. In der Gesundheitsstratze habe ich ihn eine Stunde später verhaftet. Er warf ein schweres P cket über die Jsländerbrücke Win kl er: Warum sollie ich leugnen?.' Auf der Wacht« stube sagte der S-r�eant, ich hätte zwöss Blätt« in die Wupper geworfen, und jetzt ist cS ein schweres Packet. Jarchow: Es waren Hunderte von Exemplaren. Win kl er: Ich konnte doch nicht Hunderte von Exem- plaren in die Brusttasche stecken. Jarchow: Bü einer anderen Gelegenheft war ich mit der Ueberwachung Neumann« beauftragt. Ich war auf dessen Hof und hörte mehrere Personen sprechen. Winkler war dabei. Bertram: Ich war öfter bei Neumann, bei Hahn blo« xinmal. Ich bin mit ihm bekannt. Bei ihm wollte ich Erkundigungen in Krankenkassen-Angelegenheiten einzichen. Hahn: Ich war ftüber Schriftführer der Schrein er lasse. Bertram war me vorher bei mir, als an dem Tage, wo ich die Kiste holte. Jarchow: Als Bertram da« zweite Mal in Hahn's Haus war, wu de er verhaftet. B e r t r a m: Ich wußte Hahn'« Wohnung nicht genau und bade mich bei Neumann darnoch erkundigt. Jarchow: Von dem„Gedenkblatt" fand ich sieben Exemplare. Ä-.A. Lenz mann: Das.Gedenkblatt" ist nach der amtlichen Liste nicht verboten.— Es ist mir aufgefallen, datz die Zeugen Bl-ckmann und Müll« fehlten. Präft: Bleckmann soll krank sein und Rod. Müller ist auf einer Geschäftsreise. Dr. Schwer tz er beantragt kommissarische Vernehmung de« schwerkranken Zeugen Mendt. Es tritt eine Pause von 20 Minuten ein. u Der Präsident: Die Vernehmung des Zeugen Wen» wird kommissarisch morgen Vorwittag 11 Uhr im Krankenhause zu Barmen«folgen. Zeuge Polizeis«geant Jarchow: Kommissar Seidler b« Frau Bollmutz vernommen. Die Frau hat sich bei mir udn ihren Mann beklagt und ihn denunzirt, er habe sie bedrobt. Frau Bollmutz zog in meiner Gegenwart den„Sozialdemokrot aus d« Rocktasche ihres Mannes und gab ihn mir. Sie sagte. ihr Mann verbreite fortgesetzt Flugblätter und gebe Gel°,lur sozialdemokratische Sammlungen. Es war zur Zeit, als BoU- mutz in Untersuchungshaft war., Bollmutz: Kommissar Kammhoff hat ausgesagt, er ba« mich bei Harm verhaftet. Hat Zeuge gesehen, datz die Fraii den„Sozialdemokrat" au« mein« Tasche zog? Jarchow: Ja. Bollmutz: Ich beantrage die Ladung mein« Hau-' wirthin Frau Blumendraht. Dieselbe wird auf Dienstag geladen. Zeugin Fiau Brinkmann(vereidigt): Röllinghoff ei* hielt ftüher von mir Einftitskarten, und zwar unentgeltlm- Ändere Herren gab ich auch Karten. Ob an d« Kasse Eatiee genommen wu-de, weitz ich nicht. Zeuge v. Ei ck ern in Barmen(war Belchuldigt«):»ss* Röllinghoff stand ich inj Verbindung. 1885g sprach fick wu Rölliv.ghcff; derselbe theilte mit, daß dl« Gründung em» Blattes beabsichtigt werde. Dieselbe wurde von GilleS au« gegründet, ah« das Unternehmen brach wird« zusanw»«. Nachh« wurde wied« ein Blatt herausgegeben, weil die Lm>e ibr Geld nicht vnli«en wollten. Belpreckungen über die-m' P i fft" fanden mehrfach statt, in Wirthschaften oder in RöllmS- hoff's Wohnung. Wie der„Sozialdemokrat" hier vndreit« wird, weiß ich nicht, auch nicht, ob in Barmen Klub« stehen. D« Staatsanw alt ist gegen Vereidigung O" Zeugen. v. Eickern: Ich habe Wechsel für die akzeptftt.(D« Zeuge wird vereidigt.) Zeugin Frau Brüt ger(vereidigt): Ich §Ieichen Hause mit Finke. An denselben kamen irau Finke sagte, mit Schriften. Das Abholen......—. habe ick einmal gesehen; es geschah nach Angabe des Kmo- durch„Onkel Frrtz". Was für Schriften in den Packeten wäret' hat mir Frau Fmke nicht gesagt._ Finke: Ich annonzirte vielfach Schriften in der„Fre? Presse". Die Zeugin hat mir gesagt, sie sei auf der Str«; von einem Manne gefragt worden, ob ich Schriften«haue' das habe sie verneint. B r ü t g e r: Ich habe Packele ankommen sehen. Ob dem abgeholten Packet Büch« waren, weitz ich nicht., Zeuge Habernickel(vereidigt): Sachse hat mir einiuu eine Sammellifte vorgelegt; es war 1887. Ick gab 1�0.°. 2 M. Sachse sagte, ich wüßte wohl, welchen Zweck es fa'1? für die Frauen. Für welche Frauen, weitz ich nicht. fragte gar nicht darnach. Ob damals Sfteik war, weiß w nicht. Sachse: Die Sammlung geschah für Streikende. v war 1887. Habernickel: Es wird 1887 gewesen sein._ Sachse: Ich verkehrte neun Jahre lang bei dem Ze«#» seit 1887 habe ich ihn nicht mehr besucht., Zeuge Schlösser, früher Wirth, HilsSbote in Elbens (vereidigt): Früber hatte ich eine Wirthschaft. Hüttenbert'' Corde«, Harm, Neumann und Andere, deren Name ich""j. kenne, verkehrten� viel bei mir. Aus ihre Gespräche habt rnntMi .Fr. Press«' wohnte i» Packete, eines Poch» nicht geachtet. Meine« W sserS waien einmal Liebknecht Au« bei mir, bei der Stichwahl 1887, offen und frei. � Ausflüge bei mir besprochen, kann ich nicht wissen.*2! .Soz." habe ich von Flitz zum Lesen erhalten. Urb«? Verbreitung des„Soz." kann gesprochen worden sein, ab**' kann mich nicht mehr erinnern. y Zeuge Braun, Schloff« au« Barmen(war Beschuldig�' Ich bin Sozialdemokrat. Den„Soz." holte ich nicht. � In Blankenstein w«� nie Geld gegeben. y* er verbreitet wird, we tz ich nicht nicht. Zu Sammlungen habe ich Zeuge wird vereidlot.) Zeugin Frau Braun(vereidigt) 0» Im Juni od« in Blankenstein, wo wir» Der Angeklagte Schmitz' .ele waren wrr mit Röllinghoff Leute sahen. Hülle war da. nicht dabei. Zeuge Brandes, Wachtmeister in Elberfeld(vereidig� Ich war zugegen, a's dn kleine Pfeiffer von Kammhoff J*'. nommen wurde. Er sagte, datz« für seinen Vater Flugbl»' au« d«„Freien Presse" holte.— Verth.: Hat Kammhcff gesagt,« wollte den Ju»! an die Kette legen? u Brandes: Das habe ich nicht gehört. Der Jungks seine Aussage widerrufen, als dessen Mutter kam. Bertram: Ich war dort und habe den Kleinen we» gehört. w Zeuge J ä ekel, Polizeisergeant(vereidigt): E« w«* mir von Jemand mitgelheilt, daß Schiefn« Flugblätter v theilte, unv das habe ich zur Anzeige gebracht. Ick'ly. es von Hülle gehört. Das Fluablatt ist da«.Gedenkblo In dn Nackt vom 26. Juni 1887 wurde ich benachnckv«, aebeime Verlammluna war. Als«ck � datz bei Stehr eine geheime Versammlung war. Al«"* nie Kammhoff hinkam, war sie vorbei. Nachher wurden Namen der Theilnehmer miigetheflt. Zu ein« anderen 3� sah ich mehrere bekannte Sozialdemokraten in Neumann'S-j gehen. Spät« kam Kammhoff und Bnlram wurde in. HauS verhaftet, ferner eine Kiste beschlagnahmt. Mit Ber« ging ein junges Mädchen, das eine le»e Kiste trug. Bertram: Mit mir ging kein Mädchen. Jockel: Das Mädchen ging hinter Ihnen. Jchv«we die Auskunft über meine Gewährsmänner. Die Genehmigung zur AuikunftS«theilung soll w«den. t-tt Hülle konstalirt, datz er nickt d« von Jäckel Hülle sei; er wolle nicht in der Gesellschaft dunkl« � männ« kommen. Jäckel: Der Angeklagte Hülle war daS nicht. ,�zr Zeuge Berle, Buchdruckereibesitz« in Elberfeld Beschuldigter): Die„Freie Presse" habe ich gedruckt, � Glaubensbekenntnitz gedruckt ist, weitz dazu habe ich gesehen, der Setz« Stein mutz hint« meinem Rücken gedruckt warnte Stein noch, sich nicht unglückli einem Pretzkomit« weiß ich nicht«; ich als dem Verleger verhandelt. Die später Grimpe übernommen. Während ich nicht. De» zeigte ihn m'«- � worden len«- »u machen. -be nur««'t � „Freie Pttff' St d«"�bl.eit ich verschiedene Flugbläu« gedruckt, ab« da«„Gkden nicht. Den Druck der„Freien Presse" habe betrachtet... D astig: D« Gewährsmann d« Poliz« oez- mich als den Besteller.,».„„tniß' Berle: Herr Dastig hat nie da«„GlaubenSbekenn bei mir bestellt, überhaupt Niemand._,..»oit' Verth.: Wer beantragen, datz Berle als Sackve'- big« vernommen wird, ob da« Gedenkblatt in d«*or* gebruft wurde. Berle: Dos ist schwer zu sagen.. Sctz� Verth.: Wir beantragen die Ladung sammtucher „Fr. Pr." Der Zeuge Berle wird vneidigt.«is-rfeld: Zeuge Heinrich Stein, Schriftsetzer z«» Ew. �,1 Ich war von 1886 bi« 1887 in Berle« Druckerei. Ick den Satz des„Glaub« sbekenntnisses" in der Presse � Ob etwa« gedruckt war, wertz ich nicht. Ich schloß au b« »Glaubensbekenntnisses" 'wfebm des Satzes, taz davon gedruckt war. Loh hat Berle fofe S-zeigt. gerle: Stein hat mir den Satz gezeigt. „ Stein: Jt habe den Satz nicht an Verl« gezeigt. Bei »l>Kaa Finke habe ich ein»Glaubensbekenntniß" für 10 Pf. snauft. A'nke; Der Zeuae war nie bei mir. Das vorgelegte Exemplar des.Kle «lld�von Stein und Beele anerkannt. ..Stein: Es wurde mir erzählt, daß das GloubenSbekennt» z!» 3inke zu haben fei.(Auf Befragen BerleS): Als ich 'u Satz sah, war Berle gar nicht in der Druckerei. Als Lötz den Satz zeigte, erhielt er eine Rüge. varm: Der Zeuge Stein hat einen Haß gegen Berle, '"in dieser ihn wegen Trunkenheit entlieh. .Stein: Ich sage nichts aus Haß aus. Ich war mit Lütgen bei Harm. ». Harm: Das stimmt nicht; Stein war allein bei mir. .er Setzer waren einmal bei mir wegen eines Abzuges, den ��le machen wollte. . Stein: Ich habe mit Harm nur ein einziges Mal ge- krochen, als ich mit den Andern da war. .. i n k e: Auch mich hat Stein um Vermittelung gebeten, ° An Berle wieder annehme. I,.« e r I e: Stein war gekündigt und hat innerhalb der �ge die Bettelei um Wiederanstellung getrieben. ii:ve'n(auf Befragen): Die mir vorgezeigte Karte habe '"'cht zur Polirei gebracht.(Der Zeuge wird vereidigt.) Zeuge B o o st, Polizeilergeant in Elberfeld(vereidigt): „«ifugWa»„An das Volk" wurde im Frübjahr 1888 hier "heilt. Einen Verbreiter habe ich verhafter. Es war Reinicke. i. Z'uae Gottfried Müller(vereidigt): Von Bierenfeld ,ch Broschüren zum Lesen erhalten, namentlich Reichstags- s»?'.auch Blätter; es ist möglich, daß es der„Soz." war. lew �"dringliche Ermahnung.) Vor meiner Vernehmung Hai .»er der Angeklagten oder sonst Jemand mit mir über meine s�'agt gesprochen. Sozialdemokrat bin ich nicht; ich habe aber Harm gestimmt. % Zeuge Ziebenhau«, Wirth aus Barmen(vereidigt): � deinem Hause war früher eine Filial. Expedition der„Fr.Pr."; a einer Versammlung dort weih ich nicht«, auch nicht von �aerea Brachungen wegen der„Fr. Pr.". » Zeuge Neust, Maschinenbauer zu Barmen(vereidigt): ?a Harm gab ich einmal Geld, ebenso an Buchenau. Weitere« 'ch nicht. ..Zeuge Gustav Auerbach(war Beschuldigter): Ich �«gere die Auskunft, ob ich Postsendungen erhielt. Ich weigere die Aussage überhaupt. Der Zeuge wird entlassen. �.Zeuge B i e r w i r l h, Schreiner aus Elberfeld(vereidigt): an mich kamen meines Wissens nicht. s.«uf die Vernehmung der ftüher Beschuldigten wird seitens j?StaotSanwaltschast und der Vertheidigung verzichtet und �Gerichtshof beschliestt demgemäß. jj. Zeuge Bruns, Wirth zu Egner bei Schwelm(vereidigt): � unbekannte L.ute haben mich eines Tages besucht. Reden den nicht gehalten. ». Zeuge Bürtner, Polizeiagent hier(o«reidigt): Die »/"Heilung von Jlupblältern Hobe ich am 9. April 1888 ver- Es hiest:„An das Volk". Einen gewissen Wohlers 'ich dabei verhaftet.. � m. c. Zeuge Jakob: Schreiner in Mülheim a. Rh.: Packete "icht an mich gekommen. Ob Briefe für Anbere an mich ' kMMen. darüber verweigere ich die Auskunft. d Der Gerichtshof zieht sich zur Beralhung zurück, od die "Weigerung der Aussage zulässig sei. Beim Wiedererlcheinen des Gerichtshofes wird veikündct, dast der Zeuge die Aussage verweigern könne und er wird entlassen. Zeuge Hölzer(vereidigt): In Langenhaus waren mele Personen. Ich habe nichts bemerkt, dast sie in Gruppm zu» sammensasten. Lieder habe ich nicht gehört. Die Sitzung wird um halb 3 Uhr auf Montag vertagt, die Angeklagten werden auf die gesetzlichen Bestimmungen über die Anwesenheit bei den Verhandlungen aufmerksam gemacht. Soztelo ilclicti'trfjk. Um Aufnahm« folgender Kerichttgnng werden wir von oer Filma Ei. Melhlow u. Co. erjuchl: Die in dem Artikel Ihrer Nummer 230: An die Arbeiter Deutschlands!»»r»in»;u W«iS»ns«» Sonniaa. den I. Dezember, b-i Kaiser Wichelm. Taaeiordnuna � I Wabi eine» debniiinen Vorstände». 2. Vorpag über die wisscnschafilichi Bedeui»"» der französischen N-vosution. Referent Türk. z. Verschiedene» Um zahlreicht» E- scheinen wich ersucht. giMiotlteb de» K»rlin»r Krl>»tt»r Kildungsv»r»in». Die»ui- gäbe und Ea pfananahme der Bücher aeschicbt alle Sonntag Vormittag» oon im;— m Uhr. Such werden dort in dieser Zeit Beiträge entgegen- und Mit- giieder ausgenommen. Sosiaibonioseratisistir F-r»kl«b..Fefsrng". Jeden Montag«lbend S Uhr im Restaurant Lcondardt. Wallftraße Rc. 20. Vorlesung und DiSkasston. Durchreisende Benossen, welche sich ai» solche legitimiren, finden gafttichc Äu>- nahwe. AUgemeiu» Huchdruelieroersainutinng am Montag, den 2. Dezember, Äbend« S Ufr im Böhmischen B auhruse, Landtbergcr Allee II 18 Taaeiordnung: 1 Beschlufifafiuna über den Termin der Vorlegung de» neu- rcvidirten Tarif» in Berlin. 2 Die Echmudtonkurrenz in unserem Bewerde und wa» ist dagegen zu thun? 3 Verschiedene». Alle Kollegen Berlin» find zu die- sei Versammlung eingeladen. «esfeutltch» versau» mluna der Zllbumardelter Kerliu», Montag. den 2. Dezember, Abend« 8 llbr. Waldemarftr 75llan«al»» Berlin». Montag, den 2 Dezember. Abendiä Uhr. Alte Jakodstr. 75. Tage»oidnung „Welch- m verbände schliefen wir UN» an? Dilkusfion. «roste öffentlich» Versammlung der Feilenstaner am Montag. den 2. Dezember. Abend» 8 llhr, im W-ddingpark. Müllerstr, 178. Um zahl- reiche» Erscheinen wird gebeten. National» banfmännisch» Kranken- und Kterbekass«.(Ein»-. tragene Hilstkaffe Nr 7l 1 Bu eau: Kt Franksurterstr. lv. M. Die nächste VorstandSfigung ist Montag, den 2. Dezember cr.. Abend»(Si Uhr, bei Zemter, Vilioriaresrmrrant. Mllozftr. 11. verein ,nr Mastrnng der Intereste« der Klaoierarbeiter und verwandter Berusigenossen. Am Montag, den 2 D-zemder, Abend» 8Z( Uhr. in Deigmüller'i Salon, Alte Jakobistr. 48». Versammlung. Tageiordnung 1. Vortrag. 2. Werkstattangelegenhciten. 8. Vereinsangelegenheiten und Ver» schieden,» Fach»«rein der Kederarbeiter etc. Montag, den 2 Dezember. Lbend» bis Uhr Oraniennr. 180, Versammlung Tagt»oidnung: I. Die Kn>. wickelung der Gewerkschaften. Referent Herr Frig Zubell. 2. Angelegeuhstt Eimonlon Versammlung der freie» Vereinigung der«raoeur», tiselenr» am Montag, den 2. Dezember. Abend« g Uhr, Dreddenecstr. 48. aoeSordnung: 1. Grlchästliche» 2. Vortrag de« Herrn Wille über: Der Karnns um» Dasein in der Botliwirthschast 8. verschiedene» Klbumarbeiter! Montag, den 2. Dezember, Abend» 8 Uhr, findet da VeretnSdaii» Süd Ost. Waldcmarllr. 75, eine öffent Ich- Albumarbeiter vecsamm. lung bebuss Beratduvg über die Organisation, sowte über die Herabsetzung der Arbeitszeit ftati Zwei vorher angemeldete Vcrsaminlungen wurden inrlizeilich verboten: erst die dritte ist genehmigt worden. Zeigt nunmehr, bah Ihr ge- sonn-n seid. Eure Znierefien selbst zu vertreten und erscheint Man» für Mann_ v-rsamml«ng de» soilatdemokraiische» Wahlverei»» für de» s. Ueichotagowahlkrei» am Dienstag, den 8 Dezember. Lberrtr» 8X Uhr, im groben Saale der Vikioria-Bcauerci, Lützowftr, III. Tage»- Ordnung: II. Vortrag über„die politische Lage" von M. Bagintki 2 Di»- kuifion. 8 Berichierstailung der Revisoren von der v'crleljrhrtabrechuung 4 Verschiedene» und Fragekaften. Gaste willkommen. Mitgtiider werden aus. genommen. Auch werden BeiKäge dort entgegen ge, ommen. Um zahlreiche» Erscheinen wird ersucht. Jentrat-KranKen- und KierbeKass» der»ischler u. s. m. (Oertliche Verwaltung Berlin tZ> Den Mitgli dern zur Nachricht, dah die Zahlstelle von der Fruchrstr«g nach Am Ostdabr.hos 7 verlegt ist. Der Verein der Einsetzer lTilchler) giedt bek rnnt, dah sein sechste» Tllstungiscft nicht Sonnabend, den 7 Dezember, bei Keller, sondern in den Z-ntral gespiüen. Oranienstr 180, am 14. Dezember stattfindet, und mll dem bei Keller nicht» aemein bat; diese» Vergnügen ist van ein paar Personen anangirt, welche sich ali Komitee der Einsetzer gerirev. OepcMlen. LuckettWald«. 30. November.(Privat- Telearamm tze« „Beritner Boiksblatt".) Die heute stattgehabte Sitzung des Zentral-StreikkomiteeS mit der Behörde ist resultatloS ve» lausen. (Molsf'« Trtegravh«n-L»r«>u».) A«««b«rg, 30. November. Der Nicht« 1 Uhr hier fällige München er Postzug stiest bei der Einfahrt in'olg« un- richtiger W-ichenstellung auf einen leeren Zuz. Reisende find nicht beschädigt, dagegen zwei Elsenbahnbeamte verletzt worden. Da« fahrende Material hat starken Schaden erlitten. Vrtoskspten. Bei Anfragen bitten wir die Abonnementi-Ouittung beizufügen, vrieslich« Antwort wird nicht erlhellt. SOO N. M Aergerlich. 1. Die Praxis der Gerichte ist hier so, dost eme Exmilsionstlage in Ihrem Falle kaum statt-, gegeben werden dürfte. 2. Der Vater bestimmt über das Kind. C. fi. und G. M. von R. R. 1» M. Wir gebrauchen dringend die Nummer 202 unseres Blatte« vom 3 i. August 1887. Vielleicht ist einer unserer Leser so freundlich, sie uns zur Verfügung zu stellen. Unwiderruflich vom 14.— 17. December c. Weißnachts-Iießung der Großen Lotterie zu Weimar. Loose a 1 M., II Stck. 10 M., auch gegen Briefmarken, empfehlen und versenden Gewinne. Werth. 1 ä 50,000— M. 50,000 Oscar Bräuer& Co., 1 ä 1 ä 1 ä a ä 5 ä 10 ä 10 ä 15 ä 10,000— 5,000= 3,000= 1,000= 500= 300=■ aoo— 100— Geueral-Debit, 5053 Gew. I«f. 10,000 5.000 3.000 3,000 2,500 3,000 2,000 1,500 70,000 Berlin W., Leipziger-Straße 103. Jeder Bestellung find 20 Pfg. für Porto und Gewinnliste beizufügen. 4000 Gen.. M. M. 150,000 Allen Freunden und Bekannten empfehle mein Weiß- nnh Kairich Kierlokai. Z-mmer mit Piano für Vereine, Zahlstellen zc� A. W.Lorer.zMevdelsoM.15. Be. p>NVS-NS� in nebenstehender Form mit OST* Prima- Gläsern"WBJ in S'ohl und Nickel � von Mark 2.50 an.-WU ! Autof ix-pince-nez. a'ijQe Ausmahl in Brillen und P i n c e- n e z von Gold» vlld Klereoskopen!u d �-v..... �._______ tu?*». N ckel. 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Dnember, Abends Zx Uhr, im groben Saale der ViKtoria-Kraurrri, Lützowstr. III. T..O.: 1. Bericht der Revisoren über die VierleliahiSadrechnung. 2. Vortrag über -Die politische Lage im."Allzemeinen�. Referent: Max Biqmski. 3. Diskussion. 4. Verschiedene» und Fragekaften.— Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen, auch «erde» Beiträge dort entzengenommm. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein des sechsten Berliner Reichstags Mahlkreises. Donnerstag, den 5. Dezember, Abend» tv Uhr, im Saale des Teutscheu volkStheaterS, Schönhauser Allee: BflT Grosse Sffentliche Versammlung. Tagesordnung: Frauenfrage.(Referent: fsritz Krüger) Diskusfion zc. Um recht zahl» reich« Betheiligung ersucht_[1134]_ Der Vorstand. Grosse Versammlung deS SoMemkrMtll Wahlverms für Ttltow-Beskoni-Ttllrkm-Chilrlottenbllrg am den 3. Dezember, Abends 8 Uhr, in Gose-Brauerei, W-llstraße 4S. Tagesordnung: Vortrag de« Herrn Rechtsanwalts Stadthagen über: An'» Vater- land, an'« theure, schlieb dich an; Aufnahme neuer Mitglieder. Jeder Arbeiter von dem betreffenden Kreit wird gebetm, sich aufnehmen zu lassen. 44]_ I. A: H. Wernicke. kroße iptlidie KommlmileMtsWinlW des 17. Kommunal-Wahlbezirks. Montag, den 2. Dezember, Abend» 8 Uhr, im Lokale de» Herrn Krieger. Wasserthorstr. 63. TageS-Ordnung: 1. Die bevorstehenden Stadtverordneten-Stichwahlen. Referenten: Gründe! und Stadtverordneter Franz Tutzmer.[4 2. Diskusfion. 3. Verschiedene«. Ker Einderufer. Otto K r ä ck e r. Große Mäßlerverfammlung dem II. Aemmuaal-Malildezirlrs. Montag, den 2. Dezember, Abend» 8 Uhr, m der Zlutonobrauerei, Hasenhaide 3/5. Tages-Ordnung: 1. Die bevorstehenden Stadtverordneten-Stichwahlen. Referenten: Rechtsanwalt Arthur Stadthagen und Fritz Zubeil.[3 2. Diskusfion. 3. Verschiedenes. Um recht zahlreichen Besuch bittet Aus Wahlkomttee. Große öffentliche Uersamminng der NSüel-Rühttikvtll und Arbtiterillueu der Herren- und Wilsche-Lchneiderei, sowie der Bugler, Steuuer und Zuslhueider am S. v«r«mb«r> Abends 8t Uhr, im vsut«>l-d«n Votk.ttiaalvr, Schönhauser Allee Nr. 156. Tagesordnung: 1. Welche Rechte entstehen für die F'au aus rhrer Stellung als Frau m» Znduftrte-Arbetterin 1 Referentm: Frau Ihrer au« Velten. 2. Diskusiion. Rege«etherligung erwartet vis Agitations-Kommission. I. A.: M a r, e G e r It e n d e r a. Annenstraß» 2. Große öffentliche Uersammlnng der Maler u. Anstreicher Berlins u. Umg. am Mitiwoah, den 4. Dezember, Abend« präzise 8 Uhr, im Zouisenstödiische« Kouzerthau», Alte Jakodstrabe 37. Tages-Ordnung: 1. Abrechnung vom diesjährigen Streik.[1311 2. Wahl eines Kasfirer« und zweier Vertrauensleute für Süden und Westen. 3. Verschiedenes. Es ist Pflicht jedes Kollegen in dieser Versammlung zu erscheinen. Achtung, Schloffer«. Moschinrnvauer! Das biet jährige Meiklnacklts �Vergnügen de« Kachverein« findet am reeitag, den 27. Dezember(3. Weihnachtsfeiertag), im gnifen Saale der Berliner Bockbrauerei(T mprlhoser Berg) statt. Grosse Ver- loosung und während der Pausen Vortrüge. Kinder unter 14 Jahren frei. Gäste find hrrzllch willkommen! Sintrittskorten ä 30 Pf. find zu haben bei Otto Kehn, Manteuffelftr. 39; Carl Fischer, Laufitzerstr. 51; Hago Bartusch, Naunnnstr. 22; Alex Hütter, Veteranenftr. 27; Gustav Schub- mann, Grimmttr. 41 v. 3 Tr.; Carl P�rch, Veteranenftr. 10; Albert Friedrich, Gartenstr. 33; Carl Roder, Bärwatdstr. 14, l. Seitenfl. 4 Tr., sowie im Arbeitsnachweis, Dresdenerftc. 11'' ( iß. Gründet)___[49 Große Schneid er-Verjammlung um M o n t a g, 2. Dezember, Abds. 8' Uhr, in vtratwett's Bierhalle«, Kommandantenstr. 77/79. TageS-Ordnung: 1. Der BesähigungSnachweis im Deutschen Reichstag und die moderne Arbeiterbewegung. Referent: Herr A. Täterow. 2. Diskusfion. 3. Verschiedene».[9 All« Schneider, namentlich die Herren JnnungSmeister, find hiermit einge- laben._ Der E i n b e r u f e r. Offendorther jrrsmenkmffe. Sonntag, den 8. Oecember, Vorm. 12 Uhr, in Kaufmann'« Variete i Grosse Matinee zum Kesten anvgestenerter Mitglieder. BilleiS sind zu haben bei: Tapfe, Waldemarstr. 64, H. 2 Tr.; Vladrck.«ochstiahe 20; Dvlz, Bergst'asik 80; Wasewitz. Pulli'adenstraß« 22, H. 1 Tr.; Brodel, Reichenbcrgerstr. 65, Hos 1 Tr.; 1137 Karge, Reue Jakob str. 26; Frau Lutz, Puttkamerstr. 7; Frau Günther, Wasserthorstr. 49, 3 Tr.; Frau Meyer, Skalitzerstr. 58, H. 1 Tr.; sowie in den mit Plakaten belegten Handlungen. DtMn SdjllttiKt'SkM. (Filiale Berlin.) Mittwoch, Abb«. 8$ Uhr, Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 10—11: Mtglieder-Versammlung. Tagesordnung: 1. Fachwissenschastlichrr Vortrag.de» Herrn Barth. ■"2. Diskussion.[18 3. Verschiedene«. SB. All« Kostümschneider find freundlichst ein- «laden. Gälten baden Zutritt. U» zahlreiches Erscheinen ersucht Tie Lokal-erwaltung. Bnl.Atdeitll-BildiilDmiil. Mittwoch, den 4. Dezember, Aoevds 8sl Uhr, in A hren d'sBrauerei,Moabit, Strom- und Thumstraben-Ecke: Grosso Vorsammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Rechtsanwalts Arthur Ktadt» Sage« über:»Rechte und Pflichten eiaes ngeklazten. 2. Diskusfion. 1146 3. Allgemeine» und Fragekasten._. Gäste willkommen. Um zahlreiche» Erscheinen ersucht Der Vorstand. I. A.: Hugo Lehmann, St.'ttinerftrahe 9, 1. Verein zur Wahrung der matkriellen Jntereffeil Steinträger u. verw. Berufsgenoffen. Große Wohltlsötigkeits- Matinee am den 15. Dezember, in Kaufmann'- Uariötö, am Alexauderplatz, zum Besten der WeihmiWeslhenmii fSt Sie AiiSee Set litglickt. Kill et« find in allen mit Plakaten belegten Lokalen und bei folgenden Herren 1» haben: K. Beeskow. Laufitzerstr. 50; E.W ber. Bahnstr. 15 bei Klinge(Schoneber): F. Schröder. Amalien, tr. 5; H. Friese, Dönderstr. 55, G.Heim, Oppetnerstr. 2; L. Steinberg. Stephan str. 60! H. Gnmm, Braadenburgstr. 59; K.»an ale, Andreasstr. 71; A. Wobser, Prinzen-Allee 22: H. Furchner, Georgenkirrdstr. 36; D. Lehminn, Manteuffelftr. 58; H. Geppert, Admiratftr. 2ö: L. Kohlstädt, Gräsestraße 8; A.Schlüter, Görlitzerstrahe 70; W. Wernau, Swinemündeistraße?! I. Mabron, Pücklerftr. 13; K. Gatsch. Orpelnerftr. 24. Fachverew der Tischler für de« Norden. Dienstag, den 3. Dezember cr-, Abends 8l Uhr: Große Vcrs immlung. Tagesordnung: 1. Vortrag von Herrn Apelt über die Be» deuiunq der Gewerkschaftsbewegung. 2. Diskusfion. 3. Werkstatt-Angelegenheiten. 4. VertchiedeneS. Die Werkstatt von Müller, Ruppinerstraße 5, wird hiermit laut Beschtub der letzten Ver- sammlung eingeladen. 15j_ Ter Bevollmächtigte. Freie Vereinigung d. Graveure, Ziseleure etr. Montag, den 2. Dezember cr., Abends 9 Uhr, Dresdener st. oße 45:_ 13 WSF" Versammlung,"MM Tagesor dnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille über: Der Kamp' um'« Dasein in der Volksw rthschaft. 3. Verschiedenes.— Arbeits. nochwn«: Müller, Gnmmftr. 37.— Um zahlr. Erscheinen ersucht Der Vorstand. .Dacht), sämmtl. an HolzbearkieitKvgi-- Maschinen beschäst, Arbeiter. Montag, den 2. Dezcmber, in Saezer'« Lokal, Grüner Weg 29: Versammlung TageS-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn P. L i t f i n:„Die GewerkichaftSorganisalion, ihr Ratz n und ihre Bedeutung für die Ardeiterbewegung." 2. Verschiedenes. n 3. Fragckasten. Gäste wtllko.nmen. Neue Mitglieder werden ausjenommen. Fchtttti» ilttLkSttiirbcitttu. Montag, den 2. Dez mber. Abends 8'/, Uhr, Ocantei'str. 180: Die Enttvickelmig der deul- scheu S-Wcrlschafien, Reseient: Herr Fritz Zuderl. Angelegenheit Simonson sc. 10_ Der Vorstand. Fachverein für Schlosser nnd Vernfsgenosse«. Montag, oen 2. Dezember, Abends 81 Uhr, im oberen Saale dcs Herrn Feuerstein, Alte Jakobstr. 75: 1140 Vorsammlung. Tagesordnung: 1. Nutzen einer Berufsstatrftrk. Referent: Herr K üger. 2. Aufnahme neuer Mitglieder und Eni« richtung der Beiträge. 3 Verschiedenes und F.aqekasten. Um Zahlreiche« und pünktliches Erscheinen der Kollegen ersucht Der Vorstand. Gesperrt: I. C. Pfaff, E-gel. Ufer Nr. lc. G r o s ch k u«, Gollnowstr. 19. Gebr. Weinmann, Kö-iggrätzecstr. 81. Müller u. K o., Blücherftr. 85. S ch i m m e l p f e n n i p, Andreasstraße 39. Franz, Prinzenstraß- 20. B o n n e l l, Stallschreibecstr. 30. I o e s ch k e, Alexander str. 29. Franke, Brandenburg- straße 33. G e h r i ck e, Hächstestr. 32. G r i e- mahn, Brandenburgstrahe 19. Thiele, Barmmstr. 32. Coutourier, Louisen-Ufir Nr. 17. JariuS, Barnimstr. 41. Hein- rrchs, Mehner str. 3. Ochs, Reichenberger» strahe 170. Stahlheuer, KönigSderger- strahe 4. B r u h n, Langeste. 6. M o h n k e, Admiraistr. 20. Kursig, Bcandenburgstr. 20. Rahn, Brunnenstr. 154— 155. Lüdolph, Grenadierstr. 4a. Jaksch, Naunynstr. 44. Schwarz, Reichenbergeistr. 124. Balis, Köpnickerstr. 110—111. Schmitz, Oianien« steahe 147. Vater, Wasserthorstrahe 35. Meschef, Manteuff.lstr. 57. Söfner, Fürstcnstr. 16. Ulrich, Reichenbergeistr. 63. G o st a, Weinstr. 30. D o r n e t h, Oranien- straße 7. Ziska, Adaldertstr. 42. Sckö- ning, Pallisadenstrahe 14. Welkisch, Skalitzerstr. 11. Kürschner, Adaldertstr. 42. H e n n i g, Weinfte. 10. Thiem, Reichenberger str. 24. J ante, Reick enderg'rfte. 63. Pickert, Frankfuiterstr. 132a. Deck-Asressen: Köpmckerstr. 115, 190 und 26a, Aoalbertstr. 38, Pücklerftr. 6. Sperre- aufgehoben: Hebe, Schmidtstr. 32. Krause, Landsbergrrstrabe 13. Loose, Louisen-Ufer 17. Bewilligt: 230 Wnkstättm. Kollegen haben fich nur an die Stellen-Ver- Mittelung der Bildhauer Berlins Abend» 8—9, Sonniags Vorm. 10—11 Uhr zu wenden. Fernlvr.-Amt IV Nr. 933. Z« dem 50 jahrigen Geselle«' jubilanm MLIßielm aus Frankfurt, welche« wir an 88.5': zember auf der Berliner Bockbraaei*0* leiern wollen, lasen wir sämmtnche Kolleg«» fieundlichst nn. Die Kollegen der Tischlerwerkstatt von Gast u. Krost. Gete-Krankevkass'« der Kteiadruckr» «ad Lttstagraphen;« Kerli». A n 29. o. M. verstarb unser Mitglied, Befitzer Herr �ullue Stentz. Die Beeroigung findet am 3. De« zember cr., NachmntagS 3 Uhr, von dn Leichenhalle des alten Louisenstädtisch«» Kirchhofe«, Bcrgmannstrahe, au«, statt. Um zahlreiche Betheilizung bittet __ Der Vnryavd-. Uuterstühnngsbnnd der Hausdiener Herlins. Dienstag, den 3. Dezember, Abend« 9 bei Feuerstein, Alt« Jakobstr. 75, 1 Tr-! Grosse Versammlung- Tageso-dnung: Ä l • 1. Mittheilungen. 2. Abrechnungen und»»1 nähme neuer Mitglieder. 3. VeischiedenesJ?, Fragekasten. Alle Kollegen find al« »ehr gern gesehen. Um recht zahlreiches � scheinen bittet 1102 Her N-rst-Z»' Da» Bureau des Stellennachweises d-s � des ist Krausenftr. 18. Fernsprech-Amt IbJ� Fachverein der Tischt Montag, de» 8. Dezemdee» Abend« 81 Uhr... in Jordan'« Salon, N-ue Grünstrahe f' Nersammlung. Tagesordnung:.„i L Das Veihalten der Arbeiter bei 2"*, des Arbeitsverträge« und Stieitigkeiten der.selben. Reseient: Herr Rechtsanwalt gang Heine. 2. Diskusfion. 3. Der Streik der Bildhauer. 4. Verschiedenes, Vereinsangelegenheit«» Fcaaekattcn. � Neue Mitglieder werden in der Versaiw» ausgenommen. t 1109 flrr Fachverein KerttnerKanstnckate«� Montag, den 2. Dezember, Abends 3 bei Rölling, Münzstr. 11: Nersammlung. Tagesordnung:$jf.' 1. Vortrag über: Vor hundert Jahren. � Kollege Marker. 2. Gewerkschaftliches. 3. Verschiedenes. Erscheinen ist Pflicht. Neue Mitglieder werden ausgenommen.- I. A.: Der Vorsts AWiig! MtlitölsAtiStt!. Freilog, den 6. Dezember, Ab«nl>�«Abfindet in„DeizmiUler'S Sal»»'. Alte J strofie 48a,-ine öffentliche Mtlitärschneider-BersammwA statt. Tagesordnung wird in der Versaw � bekannt gemacht. Es ist Pflicht«,nt' Kollegen, daseibst zu erscheinen. tsialK* Die Lob njornrnj flLS� 161 l)or K?gian � der Anfertigung von Sommersachen ve> die noch vorrälhigen„ i i Sinter= nn!)!Iitgcnni>>nw Jaquet» etc. zu äufierst b-lligen � fjf F. Kadtke- Skalitinilraße U P Kohtabak"«LÄ!!!!!» am hiesigen Platze bekanntlich BrSaate Kuevosvl- i,,»v w... A— gd« � *. Boidsohmidt, E»o«d«»-etm» Sa««&tivt ftchor Streng reelle Bedienung, billmt» Siimmtliche im Handel befindlirden Tabake find am Lageram Hackeschen Markt. Verantwortlicher Redakteur: K. Grönheim in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kading in Berlin SW,, Bruthstrab« 2. 2, Beilage zum Berliner Bolksblall. i>r. S8S. Sonntag, den 1. Dezember 188S. 6. Jahrg. KorreMondenzen. 17. November. Wohl an den meisten größeren wo sich eine Anzahl freisinniger Deutschen - New-Nork, yfltn tat üanoe, Ii m' �rirde dieses Iah: die Todter.feier für die am ■Kovemoer 1887 in Chcago Hingerichteten unter ebenso J"1" r, theilweiser stöikerec Beiheiligung abgehalten, als im Jahre. Von Chicago selbst waren am 10. November wo Personen in einer Anzahl Extrazügen nach Waldheim fahren, wo die Todten begiaben liegen. Die Kirchhofs Ver r.'wrg hatte zwar geplant, die Demonstration zu verhindern sann sich aber schließlich eines Besseren.— In New-?)ork r* die Betheiligung an der Feier eine stärkere, als im ngen Jahre; die Behörde war diesmal so gescheut, Ä'ich fern zu bleiben, so daß nicht die geringste Ruhe� „«""8 vorkam. In Philadelphia dagegen konnte sie cS unterlassen, Reklame für die �Anarchisten" zu machen� i» war die leier ausschließlich von diesen arrangirt worden, /die Sozialisten und Gewerkschaftler es abgelehnt hallen, mit sä» l gemeinsam in der Sache zu handeln.) Das Ver- Mailrrng- lokal war von mehreren hundert Polizisten umringt, �>che die Leute in der bekannten brutalen Manier auseinander- ».* Unö denen mit Verhaftung drohten, welche sich auf ihr als„freie Amerikaner" beriefen. Der Polizeichtf erklärte /"Vhn aussuchenden Komitee, daß von New-Hoik„schwarz- Wanderte Zukulare" nach Philadelphia gesandl worden seien ~ 0 dies den Anlaß zu der getroffenen Maßregel gegeben habe. konnte das Komitee gehen!— In Baltimore verweigerte leLi» �er des Versammlungslokals die O ffnung desselben unter M ljorgeden, erhabe nicht gewußt, daß es sich um eine Anarchisten. Sammlung handle. D'e Feier wnrde darauf in einem andern .>01 abgehalten, wo Profe Garside, der sich jetzt im anarchisti- «banger befindet, die EmleitungSrede hielt. Es ist d'.es das Mal feit seinem Abenteuer-Debüt, daß man wieder von hört.- Auch an den meisten anderen Orten hatten die �rchjsten die Gelegenheit— die inneren Wirren der sozia- Alchen Arbeiterpartei— benutzt, um die Arrangements in u Hand zu b,komm>n, so daß die Feier dieses Jahr»inen ? stark anarchistischen Beigeschmack hatte.— Hier in New- �> scheint man die Vorkommnisse seit der Herkunft Most'S fc? vergessen zu haben; es ist nur wenige Jahre her, daß die /vre in d n„Ccmeoräio Assembly Rooms' stattgefunden, be- '> 9Uf- �4 welcher Most in der„Volkszeitung" nicht sehr j/asichssvoll" behandelt wurde, und jetzt spielt er in Spalten wieder eine ähnliche Rolle, wie nach Ankunft, als man sozusagen reklamemäßig groß- »Woelt, wofür er sich später in seiner Art bedankt.— ?/! dieser Gelegenheit sei nebenbei bemerkt, daß er schon seit „/S'r Zeit nicht mehr die„Respektsperson"(Autorität darf � ja nicht sagen) bei seinen Genossen ist, wie vor einigen />hren. Es hat zwar schon seit Längerem eine kleine Gruppe Lj,„Nickern" bestanden; zu denen hat sich aber aus den |hnen speziellen Anhängern M.'S ein neuer Zuwachs von ?"vktöpfen" gesellt, wie er sie nennt, so daß das Häuflein vol.? Streuen sehr zusammengeschmolzen ist. Und das ist M« der eigentliche Gruno, weshalb er die theoretische die ttm"0 der„Streichhölzchentaktik" ausgestellt und sich auf hat.'s�vuschaflliche Begründung" de« Anarchismus verlegt hster o tlnt hämischen Bemerkungen über den Panser-Sozia- vock � �veß haben übrigens.gezeigt, dab>r im„Titfinnersten" °lte ist. 'fcv» V die Anschauungen der sozialistischen und anarchisti- �auH /vr über den Chicagoer Justizmord beschaffen waren, letifk,>>h wobl nicht darzulegen; dagegen dürfte eS von In- 'vr diejenigen eines Mannes zu hören, der noch bis d«,?7"'gen Jahren als Prediger an emer christlichen Kirche huar AVnannte„Evangelium der Liebe verkündete. Es ist dies /initecost, der nack keiner eigenen Aussage hauptsächlich Verbrechen in Chicago zu der Uederzeugung gekom- »I« n?'./aß die„P ominenten" dieses Landes nichts weniger b. � �stvn im Sinne jene« Evangeliums sind. In einer am lhsch,' Mts. stattgehabten Massenversammlung zu Ehren ir f�'ichewsky's, zu der er eingeladen worden, legte lfheii� Ursachen dar, welche ihn zum Gegner der de- «d, �-Zustände gemacht. Er sagte unter anderem:„Ich Jn0 rne Reihe von Jahren in der Kirche zugebracht, also i �»ke wie nur irgend möglich von dcm arbeitenden I �kti./�llvrnt. Ich wurde aufgezogen in dem Glauben, daß I sin? flH.te Menschen nur unter den„respektablen" Klassen I Ht- o und, welche theure Weine trinken und nicht Bier, : I fefe--lssgarren rauchen und nicht Thonpfeifen. Besonders war I't bn,? r. die Presse die Uederzeugung beigebracht worden, daß iVPlfachlid. die unwissenden Ausländer seien, welche nicht st>),� rer Verachtung, sondern unsere« Hasse« würdig sind, httiai k' uon ihnen fähig sei. uns den Hais abzuschneiden. inj li„. Sozialiften, Anarchisten und Nihilisten wurden mir �»te» � ie niedrigsten Charaktere darg stellt, welche Blut pvv Tag. Ich war der Meinung, daß die v��en r�u dem allmächtigen Gott in seiner Gute eingesetzt > d die Leute, wie Ihr seid, in Ordnung zu halten. O�en o„ inung sind heute noch Neunzehntel meiner da- ,/isx, Kollegen, ja Neunzehntel de« Volkes ,«>i. cvV1 u d es, welche ihre Meinung aus der Tagespresse eriwm?m"ach New-Aork und sah bei der Gelegenheit 3)oi,k" Maie ein TennementhauS(Miethskaserne). Hin U krg.f wußte ich eines dieser Häuser betreten. Sö machte LAah bin zufällig in ziemlich wohlhabender Nach. \yy W* V'V«——-r i---- diu wein» Lri dämmerte in mir die Meinung auf, «"ficht über dies. Leute Nicht so ganz q??l>sten» ddim war ,ch noch immer der Meinung, daß «u Uhtn r�'wlchlsten und Nwilisten wobl die schlechtesten iltl � and»» cm?'' � der Chicago, r Prozeß brachte mich -IlL'ch ttuih' �"nung. Ich oerfolgte denselben und sage ks.»er! cyj.; stolz sein, wenn ich so wäre, wie Einer jener -~ Hätte "«et' CV,.»»vzg nur/»VV*».» i".----.„- »ine Wach diese Anficht in meiner Kirche aus- Hatte k"v,n°°!� unter meine Zuhörer g'worfen,.so hatte d e die n�cht grober sein können. Die dort bin. Spater siel N«»Z? Bürg.r'"im'Mgt�'cVn.n7 Dieser Ausländer gelehrt, als all meine Mitbürger v°r'W.- auer ipatcrer Zeiten würden nur zu gern ihre Ab- Z�uf Leute wie Albert Parson« und s-me Genossen � hTsi r� heroischem Stoff gemacht, das Volk will h.ute noch nicht frei !>'?.. H'vzrn u'!,/ 3 beute bereits viele helle Köpfe und st>di. �t. Wenn»- h°be einige von ihnen ' dies ihZm't �-h'» das Gesetz zu übertreten, oun, und dann Mit verschrankten Armen die Folgen tragen." In einer von ihm selbst einberufenen Ver- sammlung mit dem Thema:„Das Verbrechen vom 11. November" sagte P.:„Am 11. Nov. 1887 wurden in Chicago 4 Männer gehängt unter der Anklage der Ermordung mehrerer Polizisten durch cine Bombe, welche von unbekannter Hand geworden wurde."— Er schilderte dann den Hergang der Heumarkiaffaire und fuhr fort:„Acht Leute wurden verhastet, aus keinem andern Grunde, als weil sie Anarchisten und Führer der Arbeiterbewegung waren. Vier von ihnen wurden gehängt. Die Hinrichtung dieser Vier war der ungerechteste und grausamste Akt, der die Welt je ge- sehen. Es war nicht nur ein unmoralischer Akt, derlei Akte sind wir gewohnt, es war auch ein ungesetzlicher Akt. Ich glaube, daß öer Werfer der Bombe ein Mann war, der mit der anarchistischen Bewegung sympaihifirte, aber was auch meine Privatmeinung fein mag, der Staat hat gesetz- lich nicht beweisen können, daß irgend einer der An- geklagten mit der Bombe etwas zu thun hatte. Eine Um- wälzung der Volksmeinung hat begonnen. Viele beginnen einzusehen, daß die Hinrichtung nicht nur ein Verbrechen, son- dern schlimmer als das, ein Fehler war. Es war ein Ver- brechen der Reichen gegen die Armen, aber eS war ein Fehler, da es nicht die Arbeiter eingeschüchtert, sondern deren Gefühl für Unrecht lebhafter gemacht hat. Auf mich hat der Prozeß den Eindruck gemacht, daß ich sah, was wir gewöhnlich Schutz der VolSrechte nennen, nichts als Schutz der Schlechtigkeit der Reichen ist. Dieser Chicagoer Vorgang, der so alles Gute in mir empörte, ließ mich sehen, was eigentlich unsere söge. nannte VolkSregierung ist. Die Gesetzgeber, Richter, Polizisten, Redakteure, Priester bilden eine einzige große Brüderschaft des Unrechte. Vielleicht sind die meisten sich dessen selbst nicht be- wüßt, aber die Thatsache bleibt nichts destoweniger bestehen. ES war das Interesse der Chicagoer Polizei, die Uoschuldiaen an den Galgen zu bringen, im Cconin-Falle ist ihr Interesse, die Schuldigen zu schützen.— Dieses schurkische Verbrechen hat unser Land mit ewiger Schande beladen. Die Zeit wird kommen, daß Alle, welche jene Leute in den Tod Hetzen, von allen ehrlichen Menschen verachtet werden, wie sie es verdienen. Der Geist der Arbeiter ist durch diesen Mord nicht gebrochen, sondern geweckt. Jene Leute glauben, das Volk sollte zu den Waffen greifen für seine Freiheit, doch waren sie nicht Mörder. Sie waren verschiedene Male geknüppelt wordm und hatten angekündigt, daß sie sich beim nächsten Falle ihrer Haut wehren würden. fJch persönlich bin gegen Anwendung der Gewalt, sowohl zu Gunsten der Auf- rechterhaltung, wie zum Umsturz einer Regierung. Die Kon- stitution der Vereinigten Staaten denkt jedoch anders. Sie giebt den Bürgern dos Recht, Waffen»u trogen, und die Un- abhängigkertserklärung erkennt ausdrücklich das Recht der Re- volution. Der Mann, der die Bombe warf, handelte in Selbst- vertheidigung. Jene Leute waren Reoolutionäre und wurden deshalb gehängt von den Nachkommen der Revolutionäre, welche die britischen Soldaten erschossen. Der einzige Unterschied zwischen Albert ParsonS und George Washington war,., daß Letzterer erfolgreich war, Ersterer erfolglos."— Was bei der diesjährigen Erinnerungsfeier nicht angenehm berührte, war der Umstand, daß sich hier und da die Phrase breit machte, was voriges Jahr nicht so der Fall war. Und das bezieht sich besonders auf diejenigen Aeußerunaen, welche auf den„baldigen Tag der Befreiung" hinwiesen. Wenn wir auch die„Neunzehntel" Pentccost'S nicht erst bi« auf den letzten Mann zur Em ficht gebracht haben müssen, daß ibnen Unrecht geschieht, daß sie ausgebeutet und ver- gewaltigt werden, so ist doch für jeden unterrichteten und logisch denkenden Menschen klar,— und dieselbe Presse, welche jene Phrasen wiedergab, legt ja fast täglich die Ursachen dar, weS- halb dem so ist— daß noch eine müesame und der ruhigen Ausdauer bedürftigen Thätigkeit von Nöthen ist, um in die Köpfe des arbeitenden Volkes Amerikas Licht zu bringen. Die„Massen- Versammlungen" dürfen uns nicht täuschen; die Leute, welche dieselben in diesem Jahre besuchten, find dieselben, welche auch vor Jahren aus dem Platze waren. Es find, leider! wenig neue hinzugekommen. VerfÄnrmlungen. Der fozialdemokratilche Mahloerein für de« erste« Kerlwer Reichgtagsmahlkrei» hielt am Donnerstag Abend eine öffentliche Versammlung zum Zweck der Ausstellung eine« Kandidaten ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde ein Antrag angenommen, welcher verlangte, baß nur zwei Polizei- beamte im Saale geduldet werden sollten. Hierauf erhielt Herr Gottfried Schulz zu einem Vortrage über die verschiedenen Parteien im Reichstage das Wort. Redner begann mit dem Hinweis, daß die sozialdemokratische die einzige Partei sei, welche stet« konsequent sür die Rechte des Volkes gekämpft habe. Und da« werde fie auch in der Zukunft thun. Die Wahlstatistik liefert uns den besten Beweis, daß unsere Sache Boden im Volke gewonnen hat, unsere Stimmenzahl ist bis 1887 auf 763000 gewachsen. Die bisher in diesem Kreise do- mmirende„Fortschrittspartei" hat sich verschiedene Male ge- häutet und ist jetzt bis auf den„Freisinn" gekommen. Sie hat auch da« alle Freiheiten beschränkende Sozialistengesetz ver- längern helfen, welchiS auf Grund der Attentate für die Sozialdemokratie geschaffen wurde, obgleich Hödel und Nobiling dieser Parte, garnicht angehöct haben. Mit Hilfe der Polizei ist aber noch keine geistige Bewegung unmöglich gemacht worden, und wie die Thatsachen zeigen, ist eS auch nicht gelungen, die Sozial- demvkratie zu unterdrücken. Wir müssen ganz entschieden sür die einjährige Legislaturperiode eintreten� und uns gegen die von unseren Gegnern eingeführte fünfjährige wenden, durch welche eS möglich gemacht wird, daß viele Bürger erst von 30 Jahren an ihr Wahlrecht ausüben können. Der Wahltag muß ein Sonntag fein, damit Jeder zur Wahl gehen kann und da« allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht muß für alle Wahlen eingeführt werden. Wir müssen auch entschieden Stellung gegen den Militarismus nehmen, welcher heutzutage die kolossalen Summen verschlingt, die indirekt von den Bocks- massin erhoben werden. Wir sind strikte gegen die indirekten Sieuern und verlangen die Einführung einer pro- gressiven Einkommensteuer. Die Aiberter dürfen nicht so belastet werden, daß fie kein menschliches Da- sein mehr haben. Ferner treten wir für unbeschränkte Koalitionsfteiheit ein, wir fordern, daß die Bürgerschaft berech- tigt sein soll, sich überall frei zu versammeln und ihre Jäter- essen zu berathen. Auch einen MoximalarbeitStag wollen wir einführen, ebenso die Sonntagsruhe. Der Albeiter muß Zeit gewinnen, sich geistig auszubilden und physisch zu erholen. Wir wollen schließlich unsere Ideen zum Durchbruch bringen, was aber nur möglich ist, wenn wir mit aller Energie dafür ein- treten. Hierzu bietet sich uns auch in diesem Kreise bei den bevorstehenden ReichstagSwahlen Gelegenheit: sorgen Sie da- für, daß auch in diesem Kreise, falls es nicht zur Stichwahl kommen sollte, doch eine Stimmenzahl erreicht wird, auf die unsere Partei mit Stolz blicken kann.(Lebhafter Beifall.) Ein Antrag, die Versammlung auf zwanzig Minuten zu vertagen, wurde angenommen. Nach Ablauf dieser Zeit gelangte folgende von Herrn Felgentreff gestellte Resolution zur Verlesung:„Die heutige öffentliche Versammlung des sozialdemokratischen Wahl- vereinS im ersten Berliner ReichStagSwahlkreise erklärt sich in allen Punkten mit dem Vortragenden einverstanden und stellt denselben als Kandidaten für den ersten Berliner Reichstags- Wahlkreis auf."— Herr Karge trat warm für diesen Antrag ein. Der Vorsitzende erklärte, daß dem Verein vier Personen für die Kandidatur vorgeschlagen worden seien und zwar die Herren Flatow, Dr. Reiche, Wilschke und Gottftied Schulz. Von diesen hätten die ersten beiden abge- lehnt, und da Herr Schulz in der Arbeiterbewegung älter fei, als Herr Wilschke, so habe der Vorstand sich dafür entschieden, diesen den Parteigenossen zu empfehlen. Nach dieser Erklärung wurde Herr Gottfried Schulz einstimmig zum Kandidaten für den ersten Berliner Wahlkreis proklamm. Herr G. Schulz sprach der Versammlung seinen Dank für das ihm entgegen- gebrachte Vertrauen aus, er werde stets die Rechte des arbeitenden Volkes wahrnehmen. Die sozialdemokratische Partei sei die Partei der Zukunft, die Partei der Wissenschaft, wäh- rend das Lämpchen der bürgerlichen Parteien im Erlöschen sei. An die Stelle dieser Parteien trete das kämpfende Proletariat, das unsere Partei bilde.(Bravo.)— Herr Dolinski kritifirte unter dem Beifall der Anwesenden die Prinzipien der ver- schiedenen Parteien und mahnte zu thatkräftiger Agitation für die Wahlen. An der weiteren Diskussion betheiligten sich noch die Herren Kinkisch, Klienert, Barth. Täterow und Pfeiffer. Die Versammlung stimmte ferner einer Resolution zu, nur in solchen Lokalen zu verkehren, in denen das„Berliner Volksblatt" und die„Berliner Volkstribüne" ausliegcn und aus denen der„Lokalanzeiaer" beseitigt ist. Ein Antrag, die Kellner aufzufordern, sich den Bestrebungen der Arbeiter nicht mehr feindlich gegenüber zu stellen, sondern sich denselben anzu- schließen, andernfalls die Arbeiter sich das merken würden, wurde vorläufia zurückgestellt, um zunächst mehr Aufklärung über das Verhalten der Kellner zu schaffen. In derselben Weise wurde eine Resolution behandelt, nach welcher der Wahl- tag zu einem allgemeinen Feiertage erklärt werden sollte, da diese Forderung auf dem Parteiprogramm stehe. Mit einem dreifachen Hoch auf den Kandidaten und die internationale Arbeiterbewegung wurde die überaus stark besuchte Versamm- lung vom Vorsitzenden, Herrn Wiemer, geschlossen. Eine Versammlung de« Allgemeine« Metall- arbeiternereino Krrlin»««d Umgegend fand am Dienstag, den 26. November, in Arenos Brauerei in Moabit statt mit folgender Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Litfin über Zweck und Nutzen der GewirkschaftSbewegung. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschie- deneS und Fragekostcn. Kollege Hartmann eiöffnete die Ver- sammlung um 9 Uhr. Herr Litfin weift darauf hin, daß bei der großen Anzahl der unorganisirten Arbeiter eS nöthig wäre, dieses Tbema immer wieder in Versammlungen zu verhandeln, damit endlich die große Mass« Indifferenter aufgerüttelt werde. Die Versammlung folgte seinen weiteren Aus» führunzen mit Interesse und zollte ihm lebhaften Beifall. An der Diskussion betheiligten sich die Kollegen Klein und Mummendey im Sinne des Referenten, und hob ersterer be- sonders hervor, daß es Pflicht eines jeden Arbeiters sei, gemäß dem Beschlüsse des Pmiser Kongresses, den 1. Mai nächsten Jahres als Feiertag zu betrachten. Es waren zwei Resolutionen eingelaufen, und da sich dieselben fast vollständig deckten, wur- den beide in gemeinsamer Abstimmung einstimmig angenommen. Die gefaßten Resolutionen Uuten: 1. Die heute, den 26. No- vember, in Arendl's Brauerei tagende Versammlung des Allg. Metallarbeitervereins erklärt sich mit den Ausführungen de« Referenten einverstanden und deschließt: In Erwägung, da die heutige kapitalistische Produktionsweise durch die intensive Ausbeutung des Einzelnen, durch das Fortschreiten der Technik und durch die lange Arbeitszeit immer mehr Arbeiter brotlos macht, verpflichten sich diejenigen, welche noch keiner Organisation angehören, dem Allgemeinen Metallarbeiterverein beizutreten, ferner am 1. Mai n. I. die Arbeit ruhen zu lassen, um zu sehen, wie viele von den Kollegen gewillt find, für die Besserstellung unserer gedrückten Lage ein- zutreten. 2. Die heutige Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen einverstanden und ersucht die Kollegen, dem Allgemeinen Metallarbeiterverein beizutreten, und um sich den Nutzen ihrer Hände Arbeit zu sichern, den achtstündigen Arbeitstag in nächster Zukunft zu erkämpfen." Da sich sckon vor Eröffnung der Versammlung eine große Anzahl Mitglieder hatten aufnehmen lassen, eine Vertagung der Ver- sammlung daher nicht mehr nöthig war, trat dieselbe zu Punkt Verschiedenes über. Kollege Mummendey führt aus, daß es sehr wünschenSwerth und wohl auch für den Verein von Nutzen wäre, wenn die Metallarbeiterschaft Berlins nächstes Frühjahr in eine Lohnbewegung eintreten würde. Er befürwortet ferner, um ein klares Bild von den einzelnen Werkstätten zu erhalten, Werkstättenberichte von zu wählenden Vertrauensleuten anfer- tigen zu lassen. Er hält diese Berichte sogar für besser als eine Statistik, welch' letztere mehr schablonenmäßig sei und die spe- ziellen Mißstände einzelner Fabriken nicht so klar legen kann. Die Kollegen Hortmann und Klein treten dem entgegen. Die Eclangung der Werkstättenberichte würde wohl mit Schwierig- leiten verknüpft sein, da die Vertrauensleute Maßregelungen »u befürchten hätten. UebrigenS sei zur Anführung von Mißständen einzelner Fabriken auf den Fragebogen der vom Verein in Angriff genommenen Statistik unter Rubrik Bemer- kungen genügend Raum gelassen. Was einen Lohnkampf anbetrifft, so wurde derselbe sür nächste« Frühjahr wohl ausfichts- los fein. Dazu sei der Verein trotz seiner 3500 Mitglieder noch u schwach. An einem verlorenen Streik sei schon manch ein Derein zu Grunde gegangen, und so würde es dem Metall- arbeiterverein auch gehen. So sehr auch die Verhältnisse der Metallarbeiter einer Aufbesserung bedürfen, wird für nächstes Frühjahr eine Lohnbewegung nicht angängig sein. "erriet macht Kollege Hartmann bekannt, daß am nächsten -onnabend die Vertheilung von Fragebogen beginnt und er- sucht die Kollegen um recht rege Betheiligung daran und um gewissenhafte Ausfüllung der Fragen. Mit einem Hoch auf den Verein endete die Versammlung. Di- Posam-ntirre und K-rufsgenoss--« tagten am Montag, ven 25. d. MtS., bei Feue. stein, Alte Jakobstr. 75, mit folgender Tagesordnung: Versckiieöene« und Fragekasten. »erst wurde an Stelle des Herrn Röhden, der abgereist ist, .err G. Berger in die Fachkommission gewählt. Herr Teuer« kritisirt hierauf die Zustände in der Fabrik von Schumann. Er habe dort als guter Arbeiter bei 12stündiaer Arbeitszeit täglich nur 3,50 M. verdient. Ferner werde daselbst unter dem Tarif bezahlt; infolgedessen Hab« er von 1887 bis dato eine Schädigung an seinem Lohn von 173 S5 M. erlitten. Auch werde tag SiUhleinnchten nicht bezahlt. So kommt es vor, daß ein Arbeiter für 4tägige Arbeit keinen Pfennig erholte. Herr Skranewitz weist nun darauf hin, daß er für dieselbe Arbeit, die obige Firma mit 14 Pf. pro Elle bezahle, 25 Pf. erhalte. Derartige Zustände entstehen nur dadurch, daß sich die Kleinmeister von dem Fabrikanten oder Verleger die Löhne drücken lassen, aber an der Arbeit dasselbe verdienen wollen, wie vorher. Hier müsse nun der Arbeiter seine Haut zu Markte tragen. Statt, daß nun die Klein meister, und zwar der Goldarbeiterbranche, mit den Arbeitern Hand in Hand gehen sollten um gegen ein derartiges System energisch Front zu machen, thun sre gerade da« Gegenlheil, und rechnen es sich zur ganz besonderen Ehre, den Titel Meister zu besitzen. Hierauf bemerkt ein Kollege, daß der In- haber der Firma Kopf, Bethanienufer 8, gesagt habe, bei ihm sei nur im Guten was zu erreichen, und mit dem Fachverein solle man ihm nicht kommen. Bei diesem Arbeitgeber werden nun wöchentlich jedem Arbeiter 50 Pf. von seinem Lohn einbe- halten, um ihm für Stuhleinrichtungen die dazu verbrauchte Zeit von diesem Gelde zu bezahlen. So ist es vorgekommen, daß ein Arbeiter der 19 Jahre dort thätig ist, bis dato von diesem Gelde die Summe von einer Mark erhalten. Es wird nun hierzu folgende Resolution angenommen.»Die Versamm- lung wünscht, daß die Goldarbeiter m eine Lohnbewegung eintreten, und beschließt, daß der Fachverein voll und ganz dahinter stehen muß." Ferner wird HerrTeuert, da er als der Gemaßregelte betrachiet wird, mit 15 M unterstützt. Zu gleicher Zeit wird eine Kommission von Öni Mitgliedern gewählt, die den Lohn- kämpf der Gold- und Ordensbandarbeiter vorbereiten sollen. Hiernach läuft folgende Frage ein: Wie stellt sich die Ver- sammlung zur achlstündigen Arbeitszeit? Diese Frage wird von Herrn Pfeiffer(Schneider), d r als Gast anwesend und als Delegirter der Hausindustriearbeiter in Paris war, in ein- Sehender Weise beantwortet. Folgende Resolution wurde nun ierauf unter Beifall einstimmig angenommen:»Die heutige Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Herrn Pferffer voll und ganz einverstanden und deschließt daher, erstens die Mitglieder des Vereins zu verpflichten, den 1. Mai 1890 als F-iertag zu proklamiren, um dadurch zu zeigen, daß alle Arbeiter Verkürzung der Arbeitszeit wollen: zweiten« für die im nächsten Jahre in unserem Gewerk einzuführende neunstündige Arbeuszeit mit aller Energie einzutreten; dritten« erwartet sie, daß die Regierung sich an der von der Schweiz einberufenen Konferenz betheiligt, um die internationale Rege- lung der Arbeiterschutzzesitze vorzunehmen. Nachdem noch nach- strhende Resolution angenommen worden:»Die heutige Ver- sammlung der Posamentierer und Berufsgenossen beschlrcßt, im nächsten Sommer keine Landpartie nack Fiiedrichsbagen und dem Müggelschlößchen zu machen, da sämmtliche Wirthe ihre Lokale zu Arbeiterv-rsammlungen verweigert Habens schließt der Vorsitz-mde die Versammlung. Eine öffentliche Korbmacherverlammlung, wie solche seit langer Zeit nicht>o zah>rer betucht war, tagte am 25. d. M. im Lokale de« Herrn Roll, ASalb-rtstr. 21, um zu den von den Kollegen Magdeburgs erlassenen Ausrufe zwecks Einberufung eme« Kolimacher-Kmgresses Stellung zunehmen. Nach Wahl der Herren Carl, Wuh. Schulz und Jungnickel in das Bureau, nahm der Vorfitzende, He,r Cnl, da« Wort, um klarzulegen, daß es sich auf dem Kongresse hauvtsächlich darum handeln wird, eine Zentralorganisanon der Korbmacher Deutschlands herbeizuführen, sowie auch die Gründung einer Fachzeitung an- zustreben. Redner erklärt sich im Prinzip mit einer Central- organisation einverstanden, hält es jedoch angesichts der gegenwärtig sehr deich' änkten Koalitionsfceihert für zweckmäßiger, davon Abstand zu nehm-n. Sobald die Behörde«s einmal für nöthig halte, den Central- verband auszulösen, sei mit einem Male die ganze mühsam hergerichtete Organisation zerstört, während es bei Lokaloroanisaiion doch immer nur den betnff.nden Ort beträfe. Die Gründung einer Fachzertung hält Redner für sehr nöthig und betont, daß diese Angelegenheit bereits auf dem vor fünf Jahren in Berlin stattgehabten Kongr-sse diskutirt worden sei. Herr Fechner spricht sich im Wesentlichen in demselben Sinne aus. Die nun folgenden Redner sind sämmtlich für eine Zen- tralorganisation. Herr Nielsch v-iw-ift auf die Innungen hin, die unter sich einen Verband georldet hätten, die Gesellen könnten ein Gleiches thun; Redner hofft, daß dre Korbmachern noch eine Zukunft habe, da in diesem Gewerb- die Maschinen noch keinen Eingang gefunden Härten. Herr K üger konstotirt, daß in Berlm die Löhne in dn Grünbranche durch den di-sjäh- rigen Streik ihren Höhepunkt erreicht härten, wollte man die Löhne noch höher bnngen, so würden die hiesigen Meister mit den aus- wärtigen nicht mehr konkurriren können und die Grünarbeit gänzlich aus Berlin verdrängt werden; nur eine Zentral- orgamsation könnte hierin Abhilfe schaffen. Herr Fiebig kommt auf die leidige Konkurrenz der ZuchthauSaibeit zu sprechen. Die JnnungSmeister jammern über die Konkurrenz, und doch kaufen sie die Arbeit;«s sollte kein Geselle bei einem Jnnungz- meister arbeiten, der im Zuchthruse verfertigte Waaren bezieht. Herr Vmgt deutet darauf hin, daß. wenn die L» xuSarbeiter in Berlin streiken wollten, der Streik durch die Zufuhr Koburq'scher Korbwaar-n vollständig illusorisch gemacht würde. Herr Franke tritt der Ansicht de« Herrn Nielsch entgegen, daß da« Korb- macherhandwerk wegen Mangel« maschineller Hilfsk.äste noch eine Zukunft habe. Gerade weil wir einzig und allein auf unserer Hände Arbeit angewiesen find, find die Löhne so er- bärmlich niedrige; in den Giwerben, wo mit Maschinen ge- arbeitet wird, sind die Löhne duichweg höhere. Auch ist nach Ansicht de« Redners dm Jnnunqsmeistem kein Vorwurf daraus zu machen, daß sie in Zuchthäusern verfertigte Waaren kaufen. Durch die gegenwärtigen Verhältnisse find sie dazu gezwungen, um mit den anderen, Korbwaaren führmden Ge« schästm konkuriren zu können. Nachdem die Debatte ge- schlössen, erkärt sich die Versammlung durch ein- stimmigen Beschluß für Zentralorganrsation und beschließt, zwei Delegirte zu dem Kongreß zu mlsenden, und werden als solche einstimmig die Herren Crrl und K-üger gewählt. Dm- selbm werden je 25 M. bewilligt zur Reise nach Magdeburg, wo der Kongreß vom 27. bu> 29. Dezember stattfindet. Zur Aufbringung dieses Geldes wird ein Komitee von S Mit- gliedern gewählt und zwar die Herrm Groß, Grundmann, Gündler, Westphal, Eger« und Bmnemann. Zum Schluß wird eine von Herm Aug. Krüger eingebrockte Resolution ein- stimmig angenommen, welcke besagt, daß sich die Korbmacher Berlin« mit dem auf dem Pariser Kongreß gefaßtm Beschlüsse der Einführung des achtstündigen Arbeitstage« betreffend ein- verstanden erklaren und dieses dadurch kund thun, daß sie am 1. Mai 1890 die Art rühm lassen. Der Fachuerein der Eins-, Maffer-, Heizmrgs- Rohrleger und Kerufsgrnoffe» Kerlina hielt am Sonn- tag, den 24. November, seme regelmäßige Mitgliederversamm- lung in Fmcrstein'S Salon, Alte Jakobstraße 75, mit folgender Tagesordnung ab: 1. Vortrag des Herrn C. Pirch über Thema:»Soll der Arbeiter sparen?" 2. Diskussion. 3. Auf- nähme neuer Mitglieder. 4. V-rschiedeneS und Jragekasten. Zu Punkt 1 referirte Kollege Puch. Derselbe schilderte in ein- flehender Weise die verschiedenm Sparsystcme, wie sie in der Industrie eingeführt seien, und deren Folge und Wickung auf die Arbeiter. Es wird immer gesagt, ein jeder Kapitalist habe gespart; habm denn Rothschild, Borsig, Stumm, Krupp u. 91. mehr gespart? Oder sind nicht die Arbeiter viejenigm, welche es ihnen möglich gemacht, Millionen aufzuhäufen. Ge- spart haben diese Herren wohl, aber auf Kosten ihrer Arbeiter, sie habm gespart an den Bedürfnissen des Arbeiters, man hat demfelbm nicht das gegeben, was ihm rechtmäßig zukam, sondern sich daran bereichert, und das nennt der Kapitalist»Sparen." Der Arbeiter hingegen kann nicht sparm, und wenn er dennoch in der Lage wäre, so müßte er sich da« Spargeld abgaunem und seinen eigenen Körper darunter leiden lassm. Refermt findet es höchst verwerflich, wmn die Arbeiter beim Untemegmer sparen und gedacht« hierbei der Fabriksparkassen. Wer hier am meisten svart, sei angesehen, die andern hingegen würdm als lüderliche Menschm betrachtet. Verwerflich seim auch die Pfmniasparkassm der Kinder. Man sagt, dadurch werde ein ordentlicher Mensch erzogen, aber das Gegmtheil werde sich herausstellen. Dadurch werde die Seele des Kindes vergiftet, es wird raffinirt, ver- kommm und verkrüppeln, und gerade dieses System mußte bestraft werdm. Ferner gedachte der Redner derZwangssparkassmin indu- striellm Werkm, namentlich m Rheinland und Oldenburg. Hier hat der Kapitalist da« Geld in Händm und wuchert damit in seinem Interesse, dmn im Interesse seiner Arbeiter dasselbe zu verwmdm, wird ihm nicht m den Sinn kommen. Kommt nun der Arbeiter in Differenzen mit semem Unternehmer, so kommt es häufig vor, daß er leer ausgeht. Das Grundkapital des Arbeiters sei seine Arbeitskraft, hiermit wirihschafte der Arbeiter lüderlich, frühzeitig gehe er deSwegm zu Grunde. Statistisch wies Referent nach, daß Leute, die nicht arbeitm, 50 Jahre Arbeiter hingegen nur 35 Jahre durchschnittlich alt werden. Das erste sei deswegen, daß der Arbeiter anfange, mit seiner Arbeitskraft zu sparen, daß er stets die Verkürzung der Arbeitszeit anstrebe; nur dadurch sei e« möglich, eine vorläufige Besserung zu erzielen. Darum fort mit allen künstlichen Sparsystemen, welche den Arbeiter frühzeitig zu Grunde richten; schütze man die natio« nale Arbeit, gebe man uns ein Arberterschutzzesetz, welches den Arbeiter gegen die ziellose, raisinirte Ausbeutung in Schutz nehme, damit der Arbeiter im Stande fei, zu sparen an seiner Arbeitskraft. Lebhafter Beifall wurde dem Referenten für seinen interessanten Vortrag zu Tbeil. Zur Diskussion sprachen die Kollegen Hanke, FiciuS und Meyer. Zum fünften Punkt wurde nochmals auf dos am 30. November in Orfchel'S Salon, Sebastianstr. 39, stallfindende Winiervergnügen auf- merksam gemacht. Ferner wurden die Mitglieder aufgefordert. die Versammlungen zeitiger zu besuchen. Zum Schluß wurde noch vom Voifitzenden auf die am 15. Dezember stattfindende Fachveremsversammlung aufmerksam gemacht und hierauf die Versammlung yelchlossen. Der Kerliuer ZWeigurni« des deutschen Real- schulmänueroereina hielt am Mutwoch eine im»Branden- bucger Hause"(Mohienstraße) eine Versammlung ab, in welcher Herr Dr. Freitag über»Schulstrafen" referirte. Der Gegenstand hat ein allgemeines Interesse, zudem sind die Ausführungen für die Strömung in der gegenwärtigen Lehrerwilt bezeichnend; aus diesem Grunde geben wir dem Berichte über die Versammlung Raum. Herr Dr. Fcei'ag bekämpfte lebhaft den Standpunkt derjenigen, welche den Be- griff der Strafe neuerdings beseitigen und an Stelle der Strafe eine»Heilbehandlung" setzen wollen, es müsse dies zu fonal. demokratischen Konsequenzen führen.(Ist etwas deshalb falsch, weil e« zu sozialdemokratischen Folg, rungen führt?) Er de- trachtete die Strafe, insbesondere die Schulstrafe, als eine »Manifestirung der heutigen Weltordnung" und ihr Zweck sei der»Schutz der Guten gegen die Schlechten". Für »strafmündig" erklärte der Redner alle schulpflichtigen Kmder, von höchst seltenen Ausnahmen abgesehen. Die»Klassenftrate"(bei welcher die Unschuldigen mitleiden) sei, im Falle daß der bestimmt«»Schuldige" nicht ermittelt werde, im Prinzip berechtigt. Die Eintragung jeder Skale, auch jedes mündlichen Tadels, in das Klassenbu« sei unerläßlich. Daß ein Schüler der oberen Klasse ernem jüngeren bei unpassenden Benehmen»eine herunterhaue" sei in der Ord- nung und nicht zu bestrafen. Da« zeitweilige Hinausweifen eine« Schülers aus der Klasse fei in seltenen Fällen zulässig. (Wir meinen, der Schüler sei in der Schule, um zu lernen. Das kann er aber nicht, wmn er hinausgewiesen wird.) Die körperliche Züchtigung hielt der Refermt unter gewissm Be- dingungen für zulässig und geboten. Die Forderung an dm Lehrer, mit dem Direktor eine»Prügeldilanz" über die voll- zogenen Körperstrafen zu ziehen, sei unberechtigt. Auch im Skafm müsse das G'setz des Fortschritt« vom Leichteren zum Schwereren gelten. Bei allen Stcafm aber dürfe nicht über- sehen werden, daß die Liebe der wirksamere Faktor sei, alz die Strafe. In ber Diskussion erklärte sich der Direktor(und Stadt- verordnete) Sck w alb« mit Entschiedenheit gegm die Prügel« strafe. Er persönlich komme als Lehrer und als Vater ohne das Mittel der körperlichen Züchtigung aus, und er sei der Ueb-rzeugung, daß jeder Lehrer und Vater ebmsall« ohne dasselbe auskommen könne.(W derspmch seitmö e, niger jüngeren Lehrer.) Auch Direktor Bach wendete sich gegm die Straf« wutb; mit dem Wort, besonders dem unter vier Augen ge- sprockmen, wsike man weitmehr. Damit sckloß die Diskulsion. Die Freie Dereinigung der Hausdiener Kerlin» hielt am Freitag, den 22. o. M., eine öffentliche Versammlung in Feunstein'S Salon ab, in welcher Herr A. G-risch einen Vortrag über:»Was lehrt den Arbeiter oas Sinken des Zins- fußes?" hielt. Lebhafter Beifall lohnte dem Redner für seine Ausführungen. Eme D sku'sion fand nicht statt. Unter Ver- fchiedmem kam die Firma Wolf u. Lieber zur Sprache, welche Hausdiener sucht mit guten und langjährigen Zeugnissen: der Hausdiener muß 500 M. Kaution stellen können, bezieht ein»angenehmes" Gehaft von 10 bis 13 Mark wöchentlich. Die Arbeitszeit dauert von früh 7 bis Abends 9 Uhr. Demselben ist Gelegenheit geboten sich nach Feierabend noch einige Groschen zu verdienen. Alter der gewünschten Person 16—17 Jahr. Es wurden noch die Firmen Arndt u. Lippmann, Wolf u. Lasse, Cohn u. Lieber und Emil Bormas einer scharfen Kritik unter- zogen. Besonders wurde bei der letzteren die lange AibeilSzeit getadelt, die so ausgedehnt sein soll, daß es den Hausdienern nicht möglich ist, de« Nacht« nach Haufe zu gehen, sondern daß fie froh fem mußten, wenn sie bei emcm mitleidigen Kutscher im Pferdestall übernachten konnten, um den weiten Weg nach Hause zu sparen und am folgenden Tag wieder frisch bei der Arbeit zu sein. In einem Chinesischen Äazar in der Leipziger- straße soll auch die Mode herrschen, daß den Hausdienern weder Frühsiück- noch Mittagpause gewährt wird, und da« bei einer 12— 13stündigen Arbeitszeit und einem Gehalt von 16.50 Mark pro Woche. Auch die Firma Wittkowski wurde der Kritik unterzogen. Dort wurde vor nicht lanaer Zeit die Früh- stückspaule gänzlich aufgehoben. Als aber der Chef dre Mittags- pause ausheben wollte, sah sich der Kollege Hermann genöchrgt, den Dienst zu quittiren. Der Kollege Lambrecht forderte die Versammlung noch auf, den Antrag der Zigarrenarbeiter in Betreff der Firma Löier u. Wolff nach Kräften zu unterstützen. Nachdem noch Kollege Wremer die Anwesenden aufgefordert hatte, nur m den Lokalen zu verkehren, wo da«»Berliner VolkZblatt" und die»VolkS-Tribüne" ausliegen, wurde die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf das Gedeihen der Freien Vereinigung der Hauediener Berlin« geschlossen. Der Fachverein der Tischler hielt am 23. d. MtS. im Restaurant Königshof, Bülowftr. 37, eine Mitgliederversammlung ab. Tagesordnung: 1. Die ProduktionSwerse im Tischler« gcwerk und die Sullung des Jachvncins dazu. Referent Wiedemann. 2. Diskussion. 3. Verschiedene«. Der Referent entrollt an der Hand vieler Thatsachen und Beispiele, aus der Tischlerei sowohl wie anderen Gcwerkcn, wie durch die heutige pnvatkapitalistffche Produktionsweise sich die Lebenslage der Arbeiter bezw. der Tischler immer ungünstiger pestalien; wie dem Unternehmer jeder Vortheil. welchen die Maschine, die technischen Fortichritle, sowie die Massen« und Theilarbeit, bietet, zu Gute kommt; während auf der andern Seite die durch die geradezu unsinnige Produktionsweise hervorgerufen« Krisen, die Reservearmee der Arbeiter fortwährend vergrößern, ein will- kommenes Hilfsmittel der Unternehmer, die Löhne noch mehr zu drücken und die Arbeitszeit bis in« unendliche zu verlängern. Diesen erbärmlichen Zuständen mit aller Energie entgegen z« treten, ist nicht nur das erlaubte Recht der Arbeiter, sonser» auch deren höchste Pflicht. Diese erfolgreich zu ei füllen ilt ow dadurch möglich, daß wir uns in einer großen und starken aanifation die nöthige Aufklärung über unsere wnl» schaftliche Lage verschaffen; darum, so schließt Redner,«'"> mit aller Macht dahin, daß alle Kollegen dem Fachveremi der Tischler angehören.(Reicher Beifall.) In der DiSkusM sprachen noch mehrere Kollegen im Sinne des Reieien� Unter Verschiedenem wurden vom Kollegen Millarg die schlüsse der letzten Meisterverfammlung zur Kenntniß gebrach und kritisirt, sowie daiauf aufmerksam gemacht, Werkstellw, wo über 9f Stunden gearbeitet wird, der W erkstatlkon troll- Kommi sion b-kannt zu geben, deren Bevollmächtigter, Kolleg Rogg mann, Dreidenerstr. 77 wotmt. Eine öffentliche Versammlung der MeiKsvrdt' fand am 23. November unter �Vorsitz des Kollegen Trapp»a"- Auf der Tagesordnung stand: 1. Vortrag über Gemsss' schaftliches. 2. Verschiedene». Der Referent war am Erscheine verhindert, so daß sofort in die Diskussion eingetreten wiuoe Von Kollegen Brinkmann wurde kurz auseinandergesetzt, daß ew wirkliche GewerkschaslSorganisation, wie wir ihrer vedurftv- durch das Sozialistengesetz unmöglich gemacht wird. Deg mehr find wir daraus angewiesen, unsere Organisation, lowv es uns gesetzlich möglich ist, ouszunütz-n, als einzige« An''" gegen die Mackt des Kopitals. Unter Verschiedenem beri«»' Kollege Trepp über Unterstützungen, die seit 15. Septem» d. I. verschiedene Gewerke bei Streiks erhalten had� Dieselben betrugen: Den Feilenhauern 100 M, Formern Hamburg» 50 M, den Tischlern Braunschweigs 30� oen Weißgerbern Reppen« 20 M., den Berliner Topsie» 30 M., den Ki''enmachcrn 50 M.. den Vergoldern 50 M-, Bildbauern 50 M., den Tadakarbeitern 50 M. Zu Reolimf» wurden die Kollegen Engel, Bozdahn und Majen aewa?> In längerer und h ftiger Debatte kamen sodann die Veft)». nisse in der Meier'schen Gerberei zur Sprache. Die Kollefr sind bei den jetziaen Atkordlöhnen nicht ,m Stande, Wochenlohn von 24 M. zu verdienen; auch der Lohn w Schmaschenzurichten soll wie in anderen Gerbereien um 1»"� erhöht werden. Es entspann sich eine so heftige Debatte, der überwachende Beamte drohte, die Versammlung aufzulo� Folgender Antrag gelangte zur Annahme: Die V-rsammm? wolle beschließen, daß in der Meier'schen Fabrik die Akt#' arbeit in der Gerberei aufhört und der übliche Wochenlohn» 24 M. eingeführt wird. In der weiteren Diskussion w»» ein Tabakarbeiter über die Lage seiner streikenden Koll'8 sprechen; der überwachende Beamte wollte dies nicht gesi� und erklärte, wenn ihm nicht Folge geleistet würde, die � sammlung auizulösen. Ein Antrag, die Tabakarbeiter � weiteren 50 M. zu unterstützen, wurde angenommen; ouk» dem soll beim Po iizei-Präsidium Beschwerde über daSÄustren. des Beamtm geführt werden. Folgende Anträge wurden"j' einstimmig angenommen: 1. Di« Versammlung wolle» schließen, daß Lokale, deren Wirthe gegen dre Int«««? der Arbeiter auftreten, von un« streng gemieden werden, v außerdem Lokale, in denen die Arbeiterpresse»Bvrlm Volksblatt" und»Berliner Volks- Tribüne" nicht liegen, von uns nicht besucht werden. 2. Den Beschlüssen� Berliner Arbeiterschaft haben wir uns anzuschließen und Produkte von Loeser u. Wolff und von Bolle nicht zu u sum>r-n.»rf Eine Versammlung de» Fachverein» für Schi"» und Kerufsgenoffe» tagte am Drenstag, den 26. Nooco>'� im Lehmanns Salon, Schwedterstraße 24, mit der Tafsi�, nung: 1. Vortrog de« Herrn Bö»che über Darwinst"L 2. Dwkussion. 3. Effatzwahl der AroeitSnachweiSkomM" p 4. Aufnahme neuer Mitglieder. 5. Verschiedenes und oj'L. kästen. Der Referent erntete den Beifall der Versamiv� An der Diskussion betheiligten sich w-hrere Kollege».�. sprachen im Sinne de« Referenten,»n die Nackweii'",,� Mission wurden die Kollegen Ronnebomg und Truhn gkvJL Zur Aufnahme meldeten sich 3 Kollegen. Unter-L schieden em wurden eine Anzahl Werkstätten kro'.� darunter hauptsächlich die Werkstatt deS Herrn Franke, M Hamburgerstr. 20. Derselbe beschäftigt gegenwärtig 17 Le« I i n g e täglich 12 Stunden und noch vorüber mit streichen und dergleichen Arbeit, und wenn dieselben 21 gelernt haben, kennen sie kaum einen Zollstock. Nachdem auf das Weihnachtsvergnügen aufmerksam gemacht und_ Fragekasten erledigt war, wurde die Versammlung geschl""� Die Billets zum Weihnachtsvergnügen find zu Hab«1. Norden bn den Kollegm IZirch, Pefnanenstr. 10, � 6� Veteranenstr. 27, Friedrich, G arten str. 33. Die nächste sammlung des Fachverein» findet am Montag, den 2. 3)«.'., Feuerstein, Alte Jakobtstc. 75, statt, und wird um recht Betheiiigunfl gebeten. jpt Eine Generalversammlung de» Interessenv««-' � der Kisten- und Koffermacher taate am Sonnaben� Orscket's Salon, Sebastianstraße 39. Tagesordnung: schluß und Auslegung de«§ 7. 2. Einfügung eine«" J* 8 5a: Ein Mitglied ist m den Vorstand nur wählbar, � es 6 Monat dem Verein angehört. 3. Verschiedene». Karl Toffstecher brachte den Antrag ein, daß Kollegen, w � wegen Wahrung der Interessen des Verein« gcmaßregelt m»»z mit 1 M. 50 Pf. pro Tag unterstützt werden. Dieser AN. wurde angenommen. Herr Fritz Torfstecher stellte den»n � daß Mitglieder nur erst dann berechtigt sind, den Schutz die Unterstützung zu beanspruchen, wenn fie 3 Monat dem- die Unterstützung zu beanfpruchen, wenn ste 3 Monai oem~„i, angehören. Dieser Antrag wurde mit dem Zusatz angenom � daß drei Monate Karenzzeit auch für die Wählbarkeit fS�rr CrttiflinTh«rm'{.i* Vorstand genügen. Herr Kaufhold von der Schredskorrau berichtet hierauf, daß in verschiedenen� Wcrkftellen Lohn»�, gemacht werden, und forderte jeden Kollegen auf, wo � differenzen statifinden, sich sofort an die Kommission zu w � Ja der Werkstelle von E. Streubel, Markusstroße, lek> Montag die Arbeiter wegen Lohndifferenzen die Acbeu" gib Die Angelegenheit wurde von der Kommission gütlich 0 und die Arbeit sofort wieder aufgenommen.._ pff Eine»ut besuchte öffentliche VresammlvnS Meber-, Tuchmacher- und KaschmachergrseUe»,' � der selbstständigen Arbeiter dieser Branchen fand am �7, tag Abend im Hotel»KönigSbank", Große Frankfurterii- � statt. Der erste Gegenstand der Tagekordnuna lautete» verhalten sich die Gesellen zur Prozentfrage, Spulsrag� digungSmesen. Zweidrittel-Lohnsystem und sonstigen BelG n», punkten?" Hierüber referirten die Herren A. Schul* Paul Wagner. Beide Redner nahmen eine ebenio aiS zutreffende Kritik an der Innung vor und bezeicku zu als Pflicht der aufgeklärten Arbeiter, sich zu»rgamst' gZl!' der Diskussion zeigte itzra-a-iucuti/ fiu; jit*»/•».- Herr Heindorf, daß da schwinden deS Klein meist er ch u m S unaufhaltbar fei scharst so schleunig als möglich vollziehe; hierfür 1« i de?! besten Acbeiterschutz- Bestimmungen da« geeignete Mittel. Untergang des KieinmeisterthumS werde der Kamps» gegen das Kapital ein klarerer fein und rascher pro kommen. Herr Schade forderte auf, sich nicht lo �schaf Fragen, wie den auf der TageSordnuna stehenden, tigen, sondern mebr die allgememen Verhältnisse ort ge< zu behandeln und Fühlung mit der Arbeiterbewegung» Ki< winnen. Dies« Anregung fiel auf fruchtbaren Booen-��ii. Versammlung faßt« nämlich den Beschluß,«inen ueue Kt einen»Fachoerem" zu gründen, der sich die aug""$C' lehrung seiner Mitglieder zum Ziele steckt und auf � dt" den der Arbüterbewegung steht. Ferner wurde bis st« 1. Mai des nächsten Jahres als Feiertag zu bekachlen�� a" ierdurck der Broninirnb» de« acatstündigen ArderlSlas hierdurch der Propaganda des achtstündigen zuschließen. 1 , Der Fachverein der Saitler«nd Kerttfsgettosse« la8te am Dienstag, den 36. d. M.. mit folgender TageSord' ?lu?g: l. Voetrag des Herrn Sachs über E.ektrizität. 2. Dis« wiion. I. Verschiedenes und Fragekasten.— Herr Sachs »utete für seinen lehrreichen Vortrag allaemeinen Beifall. An d» Diskussion betheiligten sich mehrere Kallegen und es wur» d» mehrere Fragen gestellt, die der Referent auch beant- �ortete. Kollege Bombin empfahl besonders, daß Jeder, der irgend machen kann, sich einmal den Vortrag in der„Ucama" AuistellungSpark anhöre. Das wäre für Jeden sehr nutz» � Unter Verschiedenem wurde vom Vorsitzenden em vom Magistrat gesandter statistischer Fragebogen über die Lohnver- daltnisse verlesen. Doch mehrere Redner sprechen dagegen, wnl die Ausarbeitung mit Geldkosten verbunden ist und doch U'chts nütze. Deshalb soll das Sckreiben unbeantwortet bleiben. Ersitzender ermahnt noch die Mitglieder,»um Schlüsse des �.uaitals ihre Beiträge zu bezahlen. Die nächste Versammlung N'det am 10. Dezember statt. , Eine öffentliche Versammlung von Gastwirtst»- ikhilfe« fand gestern Nachmittag im Buggenbagen schen «aale statt. Herr Herzberg war Einberufer, Vorsitzender und Referent in einer Person. Herr Her»berg nahm zu. rv»———— unchst Veranlassung, zu--klaren, daß er Soj'ald mokaten in innen Verlammbungen das Wort nicht gebe, die Uge°-r �llner müsse gebessert, Politik aber ausgeschlossen s-m.»- T°j,aldtm°krale� drohten i-tzt schon wit Entztehung oer �nnkgelder und führten einen terroristischen Kampf gegen 'führten einen terroristischen Kampf gegen �—ereien und Wirthe. Daraus könne man sehen, welche Gewaltherrschaft diese Partei ausüben würde, wenn st- ans ..Uder kommen sollte. Die Presse ersuche er, von diesen Aus- Ehrungen Notiz iil Nzir»rkiissen diese Bitte und Mstatiren, daß »u nehmen. Wir die von Herrn Herzderg geleitete Kellner- der Arbeit »»,«PMg vollständig außerhalb der Arbeiterbewegung steht sich damit selber zur Erlolglofiakeit verurtheilt hat. Eine vn»», welche den von Herrn Herzberg bezeichneten Stand« M-t zum Ausdruck brachte, wurde debattelos angenommen. �-�ammlung war von etwa 250 Personen besucht. , Tine grosse öffentliche Versammlung der und Berufsgenossen fand am Montag, den 25. o. taiB''n F-uerstein'« Salon, unter Vorsitz de» Herrn Breit i �«tott» {., .-o»u«. Die Tagesordnung lautete: Lohnkommisston. 2. Wahl 1. Rechenschaftsbericht einer AgitationSkommisfion. 3. Verschiedenes. Zum 1. Punkt der Tagesordnung erstattete Herr Becker den Rechenschaftsbericht über die bis heute einge- sammelten UnterstützungSaelder. Die Einnahme betrug 1237,93 M., die Ausgabe 605,15 M., bleibt ein Bestand von 632,78 M. Ferner schlug Herr Becker vor, das Einsammeln von Unterstützungsgeldern fortzusetzen. Dazu stellte Herr FiciuS den Antrag, die Beiträge nicht wie bisher alle acht Tage, fon« dem alle 14 Tage zu sammeln, und hat der Rohrleger 50 Pf., der Helfer 25 Pf. zu zahlen. Der Antrag FiciuS wurde ein- stimmig angenommen. Zum 2. Vunkt schlug Herr Becker vor, zu der Agitation« kommission 3 Mann zu wählen und find dazu die Herren Becker, FiciuS und Karpenkiel ernannt worden, und die Unterstützungsgelder bei Herm Riedel, Kommandanten. straße, im Arbeitsnachweis, sowie m den FachoereinSversamm« lungen einzusammeln. Nachdem zum 3. Punkt mehrere Redner für die Organisation und Lohnbewegung gesprochen, schloß der Vorsttzende mit dreimaligem Hoch auf die Lohnbewegung und Agitationskommission die Versammlung. »* * Turn-«nb gesellig» Perein» am Sonntag: llübeif scher Turnverein (2. LedrlingSabtheilung! Abends ö Uhr Elisabethstraie 57- S8. � Turnverein „Wedding"(2. LehrlingSabtheilung» Nachmittags 4 Uhr Panlstr. 9. Turnverein „£rof) und Frei" iLebilimisadlhcilungi Nachmittags 4 Uhr Berall. 57.— ÜJtr- anllgungSverein„Fröhlichkeit" igegr. 18801 Nachmittags 5 Uhr Grüner Weg LS Versammlung. Siesang-, Turn- und gesellige Herein» etr. am Montag' Gesang. verein„Slingerlust" Abends s Uhr im ittesiaurant, Landibergerstraie 8a— Illtännergeiangverein„Weihe Rote" AbendS g Uhr im tttellaurant Kleine GerichtSstraßc 10.— Mönnergesangverein.Einmacht I'AbendS S Uhr Köv- nickerstrahc 88. im Restaurant.— Gesangverein„Echo 1872" Abends 9 Udr Oranicnstrahe 190.—„Deutsche Liedertafel" Abend» 9 Uhr, Oranicnstrahe 190.— Gesangverein„Mvrthenbltitter" UebungSstunde Alte Schöndauserstrahe 42 bei Vtalzahn.— Turnverein„basenhaide" lsehr. lwgsablheilungl Abends 8 Uhr Diesjenbachstrabe 80—81.—„Berliner Turn- genoffenschast(7. Lehrlingiabtheilungl Abends 8 Uhr in der stödstschen Turn- balle, Brigerstr. 17—18;— deSgl. 6. Mtinnerabthetlung Abend» 8 Uhr in der städtischen Turnhalle. Gudeneritratze 51.— Lübecf scher Turnverein(Männer- abtheilungl Abends 8 Uhr Elisabethstraßc 57—58.— Verein ehemaliger Schüler der VII. Gemeindcschulk Abend» 9 Uhr im Restaurant Poppe. Lindenstraßc 108. —„FriedrtchS-Verein"(ehemalige Zdillinge deS großen FriedrichS-Waisenhauie» der Stadt Beilini Abends 8lj Uhr bei Bormann, Ohingasie 2.— Unterhaltung». klub Schiller AbendS 8 Uhr im Restaurant Giesel, Triststraße 41.— Verein Berliner Theatersreunde Abend» 8?t Uhr bei Lülow, Admiralstraße 88.- VergnügungSvcrein„Zick-Zack" Abends 9 Uhr in Möwe» Gescllschastihaus, §ichtestraße 29.— Verein„Lustig" Abend« 9 Uhr hei Thamm, Schönhauser llee 28.— Verein„Ratibor" Abends W Uhr im Königstadt-Kastno, Holz- mmktstraße 72.— Arendsstcher Stenographenverein„Apollodund" Abends Ä Uhr Zhnrmstraße 81(Moabit.).— Wiffenschasllicher Verein sür Rollcr'sche- Stenographie Abend« 8!s Uhr im Münchener Bräuhau», Neue Friedrichsstraße Nr. I, Unterrichts- und UebungSstunde.— Rauchklub„Nordstern" in Susatt» Lokal Frankfurter«llee 174, Friedrichsberg.- Rauchklub„Hellblau" Abend» ZK Uhr Skaliserstraße 148.— Verein ehemaliger Schüler der 42. Gemeinde» schule Abends 9 Uhr bei Kloth, DreSdmerstraße 10.— Zitherklub„Waldlose". Abend» 9 Uhr. Uebung»stunde bei Schneider, Adalbertstr. 8. Dirigent: Wegcner Aufnahme neue» Mitglieder. Gäste willkommm. Gsriihrs-�eikung. Mohl selten konnte ein Angeklagter sich rühme«, so viele verschiedene Gefängnisse kennen gelernt zu haben, wie der Kaufmann Friedrich Wilhelm Hauck, welcher gestern der 1. Strafkammer des Landgerichts I vorgeführt wurde. Der 45jährige Angeklagte hat eine lange Kette Vorstrafen wegen der verschiedensten Verbrechen und Vergehen hinter sich, seine Spezialität scheint aber gewerbsmäßiges Spiel zu fein, denn er saß dieserhalb in den Gesängnissen zu Straßburg, Em«, Baden» Baden und Frankfurt a. M.— Er ist aus dem Zuchthause zu Liegnitz hierher transvortirt worden, weil sein Konto mit einem Gaunerstückiden belastet war, dos er hier im September v. I. ausgeführt hat. In der Nähe des Brandenburger Thors sah er einen Herrn stehen, der sich durch den Baedecker, den er in der Hand trug, al« Fremder kennzeichnete. Es war ein Oberlehrer aus Graz, dem es beschieden sein sollte, -mt Berliner Bauernfängern Bekanntschaft zu machen. Der Angeklagte drängte sich an den Fremden heran und erbot sich, ihm einen Theil der Berliner Sehenswürdigkeiten zu zeigen. Nachdem das Anerbieten angenommen worven, verschleppte der Angeklagte den Fremden nach einer Restauration in der Linienstraße. Hier traf der Erstere mit zwei unermittelt gebliebene Komplizen zusammen, es wurde das Kümmelblältchenspiel aemacht und der Lehrer hatte im Handumdrehen 80 Mark verloren. Die Gewinner drückten sich, dkm Gerupften war es inzwischen klar geworden, daß er Gaunern in die Hände gefallen war, er erstattete An- zeige und der Angeklagte ist später im Zuchthause zu Liegnitz ermittelt worden. Der Gerichtshof belegte ihn mit einer Zu- satzstrafe von drei Monaten Zuchthaus. Hl" Gegründet 1867. Nütaeliche Weihnachtsgeschenke l Oberhemden non 2,50-6 M. Herrenhemde» von 1—5 M. Damenhemde« von 1,10—7 M. Kinderhemden von 0,35—1,75 M. GsKimohemden, Arverts- hnnden, olatt, blau, gestreift un d grauleinene. Uachtfacken von 1,25— 6 M. Damen- beinkleider von 1—5 M. Taschentücher, wertz uno bunt, Dutzmd von 1 M. an. Unterbrinkleider, Unterjacken, Socke« und Strümpfe, Leinen» Domlas, Kemdentnch, Kettzenge, Stuben- u. Küchenhandtücher, Tischtücher u. Serviette«. H. Wessling vormals G. G. Matro», Dresdenerstrasse 134 am Kottbuser Thor. 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