einfachst» fcJOO UJobtewent f**<%o9« elkreuM Et Tonslck iheilhafteßi » nnten wo» Dienstag, de« 3. Dezember 1883» «. Jabrg IS. abteiche i» SPf 'tfl ipfehle wo» Brgan für die Interessen der Arbeiter. »eng». aße Nr.� Das SORi ! 2t__. Pf-bl-«? c-W, ben. empst�? 'aue'ii *!!! 1,2 5$• 1,50, 1,25, 1,50, 2,00. 1,00, 0,75' 0,90' 0,90' n von uftt. .er, np-t» ieblt =Zinr Ä ?;if lorjüg'!�, 'schwell' zener� ipprod>�> Ux,„93 et litt et Volksblatt" jWnt täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei ,».Haus vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Einzelne Nummer e:— tags-Nummer mit dem„Sonntags- Blatt" 10 Pf. Bei Wholung aus unserer limmerstraße 44 1 Mark pro Monat. Postabonnemem 4 Mark pro Quartal. »(Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1889 unter Nr. 8«S.) ""'»* Ausland: Täglich uuter Kreuzband durch unsere Expedition 3 Mark pro Monat. Jasertionsgebühr beträgt für die 4 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin STl,., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uljx Vormittags geöffnet. -* Fernsprecher: Amt Nr. 4106. Ncdalikion: Veuthstratzr S.— Expedition: ÄimincrstrNtze 44. Durch die Wüste schleppt sich der einsame Wanderer, /vonnengluth und Durst gequält. Dem schier Ver- Achtenden erscheint jene selltsame Luftspiegelung, die Morgans, die ihm lachend grüne Oasen und silberne vorzaubert. Begierig eilt er darauf zu, aber wenn jjpubt, dem Ziele nahe zu sei«, verschwindet die ganze M Täuschung; der Wanderer bleibt seiner Qual über- TJ- Der wunderliche Spuk wiederholt sich immer und � fällt auch der Wanderer der unheimlichen Täuschung iSitedcm Wüstenwanderer geht es unseren Kolonial- ''ärmer n und denen, die sich von ihnen haben in'S Ptau nehmen lasten. Wo sind denn die Schähe * geblieben, die man zu heben gedachte? Wo ist die ' thung mit Gold und Elsenbein, von der gierige und aberwitzige Philister geträumt haben? Wo .»'e großen neuen Absatzgebiete für Handel und In- von denen die Afrikareisenden gefabelt haben? Wo ist die Masteneinwanderung„überschüssiger" Arbeits- "ach den Kolonien? �llles dies ist zu Wasser geworden und statt gewinn- �.Kolonien und Beseitigung der Arbeitsstockung droht unbeschäftigten Hände noch in'S Unabsehbare zu � chren, indem man sich bemüht, eine Kuli-Einfuhr Deutschland zu Stande zu bringen. wenig wir sonst zu den Verehrern der Politik des i j>n, e ichskanzlers gehören— wir hatten gehofft, �•""falsch wärmerei werde sich einigermaßen dämpfen ""ten ä) die engen Grenzen, welche er in seinen be- ' w den Weißbüchern veröffentlichten Erklärungen �''' oft ■unQ, � für Kolonialerwerbungen und Kolonialpoutik Jene Grenzen sind aber— aus uns unbe- u ° h n versickt. sind aani lindere. als die ?lea Men � Gründen— längst von der Kolonialpolitik über 't N�vrden und die Grundsätze, die jetzt Bismarck Äar' w verficht, sind ganz ändere, der Vater aufgestellt hat. Man darf nicht vergessen, daß die Bourgeoisie sehr Serlin � xanDt�i «et. °US ist, Gelegenheit zu neuen und ersprießlichen ! W. Ätei a8fn zu suchen. DaS Plantagewesen, die Handels- "ifu?fan Un� ähnliche Einrichtungen find ihr eben recht. Wi-J!"tan bequem sein Geld anlegen und eine Rente &>>' die eingeborenen Arbeitskräfte sind ja so billig zu die ganze Sache macht sich so angenehm, denn �1?. Rentier und Unternehmer braucht ja nicht„über Süt?».�eer in'S heiße Afrika" zu reisen und sich den des Klimas und den Angriffen räuberischer Ein- >It i? auszusetzen. DaS thun andere Leute, die dafür .f. Verden. Selbstverständlich ist den Herren Unter- zx. Md Plantagenbefitzern nichts angenehmer, als wenn pttglanlagen durch Kriegsschiffe und Kolonialtruppen Feuilleton. (Bctmtnal. "S'alet Roma« vo« Emile Zola. � �°utorisirte Uebersetzung von Ernst Ziegler. der Haushalt in Folge deS schlechten Geschäfts- I\S it���»änkt werden mußte, hatten sich plötzlich aus ftiiz a �kiravagant ausschauenden Mädchen, die nach ?be der Mutter sich selbst erzogen und soralos , foul�. schmack gelebt hatten, sehr sparsame und kluge fio z. tn m le i" UV IV wußten den ungeachtet der Haushalt an- � � kaufen, und wu Ax- ' P sei» wiederholte Lucie. Und als sie bemerkte, 4? Wobt sorgenvoll verkümmerte, setzte sie hinzu. .ernst da drüben, daß Du solch em finsteres die«rL"'•• Dann bleiben wir bei Dir, Papa, und ii.' fvtn* allein fahren!"., ™: einer für den Vormittag projekttrten aus».��"febeau sollte mit ihrem Landauer zuerst S> Met.,�t Piolaine abholen und dann die beiden �eilhaw�d die vier Damen wollten zusammen nach >».Fti«kk.?? von MarchienneS fahren, deren Direktonn Pick geladen hatte. � � bleiben wir zu Hause!" wiederholte Jo- d«,"Ae ärgerlich: wieder eine Idee!... Ich sag Euch noch i geschützt werden. StaatShilfe für ihre Kapital- anlagen in den überseeischen Ländern, daß ist'S, waS sie mit allen Mitteln erstrebt haben, und sie haben sie denn auch erreicht. Für solche Dinge sind ihnen die Ein- griffe des Staates ebenso willkommen, wie den Agrariern bei der Schweinesperre und den Zuckerbaronen bei der Aus- fuhrprämie. Sie haben freilich die Sache anders betitelt. Sie haben vorgegeben, von einer Art„nationaler" Begeisterung erfüllt zu sein für die Verpflanzung deutscher Kultur nach Afrika; sie haben ihre eigentlichen Zwecke geschickt verborgen, indem sie in großspurigen Phrasen für„Sklavenbefreiung" schwärmten, und es ist ihnen denn auch gelungen, die Regierung und den Reichstag ein gut Stück weit mitzureißen. Die Ausgaben für die Kolonien find bewilligt worden und wir schreiten weiter auf der unsicheren Bahn einer Kolonialpolitik, deren Endziele nicht abzusehen und deren bisherige Erfolge unbedeutend und zweifelhaft find. Dotp was kümmert das große Geister wie Herrn W ö r m a n n und Genossen? DaS Volk bestreitet ja aus dem Steuersäckel die Mittel für das kriegerische und sonstige Machtaufgebot zum Schutze der Kolonien und der Schnapshandel dorthin kann ungestört betrieben werden; die Schiffsgeschütze decken die Plantagen und Faktoreien und halten die Eingeborenen in Unter- würfigkeit; die Expeditionen ä In Wißmann schwächen wenigstens bis auf einen gewissen Kreis die Macht der ein- heimischen Häuptlinge. Wenn man so in der Wolle fitzt, wie die Herren Plantagen- und Faktoreienbesitzer, dann kann man sich zu Hause auch recht wohl den Luxus eines„natio- nalen" Pathos erlauben;'gegenüber dem steuerzahlenden Spießbürger steht da» der Sache auch ganz gut an. Dann lassen sich die Philister auch vortrefflich unterhalten mit den Gefechten und Operattonen der Kolonialtruppen; es ist gar interessant zu lesen, wie ein Negerdorf bombardirt oder mit Hurrah genommen wird. Schier kämen wir noch in die Lage, die Eingeborenen trotz alledem zu beneiden, denn der Staats- fekretär Graf Bismarck soll ja die Absicht haben, eine K o d i- fikation internationaler Menschenrechte zu bewirken. In diesem Kodex werden die Afnkaner sicher- lich nicht unter ein Sozialistengesetz gestellt und der Herr Staatssekretär würde sich den Dank der deutschen Ar- b e i t e r sicherlich dauernd verdienen, wenn er diese inter- nattonalen Menschenrechte auch auf sie ausdehnen wollte, um so mehr, als in de» Menschenrechten auch wohl Be- stimmungen gegen allzugroße Ausnutzung der Arbeitskraft der Neger enthalten sein dürsten. Vorläufig merkt man von solchen Menschenrechten in den Kolonien nicht viel, denn in den Zeitungen stand kürzlich, es seien vier gefangene Anhänger des Häuptlings Bufchiri gehängt worden. Wir wissen nicht, ob das wahr ist, aber wir haben eS gelesen. einmal, die Sache ist ohne jede Bedeutung! Also thut mir den Gefallen, legt Euch wieder in'» Bett und seid um neun Uhr bereit, wie es abgemacht ist.' Er küßte sie Beide und verließ schnell daS HauS. DaS Geräusch seiner Schritte verlor sich über dem geftorenen Boden des Gartens. Johanna verkorkte die Rumflasche, Lucie verschloß den BiScuit und Beide benutzten die Gelegenheit dieses unge- wöhnlich frühen Erwachens, um sich zu überzeugen, ob die Dienstbote« ordentlich aufgeräumt hatten. Der Speisesaal war sauber, aber er blickte kalt und schien zu verrathen, daß die Küche mager und sparsam war. Eine Serviette lag irgendwo herum; der Diener wird einen Verweis bekommen. Endlich stiegen die jungen Mädchen wieder in ihr Schlaf- zimmer hinauf.„ � Während Deneulin die kürzesten Wege durch die Steige seines Gemüsegartens einschlug, dachte er an sein Vermögen, an den Denier von Monffou, den er für eine Million ver- kauft hatte, meinend, er werde dies Geld verzehnfachen können während heute vielleicht alles auf dem Spiele stand. Welch' eine Kette widriger Zufälle war ihm begegnet! Unge- heure Reparaturen, schwierige und kostspielige Gewinnung und dann endlich die industrielle Krise, gerade im Moment, wo er anfing, etwas Geld zu verdienen. Und jetzt? Wenn seine Leute die Arbeit einstellen, ist er verloren! Er öffnete eine kleine Pforte, die Schatten vor ihm wurden dichter und dunkler, Laternen blinkten daraus her- vor: Er stand vor seiner Grube. Jean-Bart besaß nicht die Bedeutung deS Voreux, aber eS war, dank der neuen Installation, eine„hübsche Grube", wie die Ingenieure sagten. Deneulin hatte nicht nur den Förderschacht um anderthalb Meter erweitert, er hatte ihn auch bis zu einer Tiefe von siebenhundertundacht Meter ver- arößert hatte eine neue Fördermaschine, einen neuen Aufzug, Lri alle« Material nach den letzten Verbefferunge« und Er- findunaen beschafft. ES waren selbst die Gebäude mit einer gewissen Eleganz ausgestattet worden das Sortir- Der Sklavenhandel florirt weiter, vor Allem floriren aber die Ausgaben für die Kolonialpolstik, denn diese find in eminent raschem Steigen begriffen. Die Bourgeoisie hat, was sie gewollt, sie wird freilich noch immer mehr verlangen. Ob diese Herren wohl selbst glauben, daS Volk— man weiß sicherlich nicht genau, was sie unter„Volk" verstehen— habe daS größte Interesse an den kolonialpolitischen Bestrebungen und sei erbittert über deren Gegner, wie Herr von Kardorff in allem Ernst im Reichstag vorttug. Auf das„Volk" der Kommerzienräkhe, Großgrundbesitzer, Handelsherren, Großspekulanten, Groß- kapitalisten überhaupt und auf die Fürsten der Börse mögen die Behauptungen des Herrn von Kardorff zutreffen. Sonst aber nicht. portikisthe Aeverstrhk. In einem klägliche» Feld-, nicht Leitartikel orgelt die Sozial-Korrefpondenz de« Victor Böhmer! da« einzige Lied, das sie auf ihrer abgenützten Walze bat, wieder einmal ab, das Eiapopeia der Entsagung für den Proletarier. Wer ist arm? frogt sie und bemerkt:„In England braucht der unterstützte Arme Fleisch und Theeund Zucker!" Wir meinen, daß nicht blo« in England und nicht nur für unterstützte Arme, sondern für die Arbeiterklasse überhaupt ein« gute Ernährung von hervorragendster Wichtigkeit ist, im Interesse de« physischen und sozialen Wohlergehen« der Nation. Mit pharisäischen Phrasen aber sättigt man„die Armuth an zeitlichen Gütern" nicht. „Ein schweigender Stockfisch in Butter gesotten Behaget den radikalen Rotten Viel besser al« ein Mi�abeau Und alle Redner seit Cicero." Und gar erst besser al« Bode, Böhmer! und andere Organisten de« Harmonie Instrument«! Wie die Noth, wie die Unter- ernähruna, die betrübende Klassenlaae wirken, zeigt dieselbe „Sozial� Correspondenz" in derselbm Nummer. Au« dem Be- richte de« Dresdener Armenamtes ergiebt, daß von den ärztlich untersuchten Pflegekindern(Waisenkindern, verwahrlosten und solchen Kindern, deren Eltern nicht für ihre Kinder sorgen können), 79,24 pCt. Waisen waren, von denen bei 46 52 pCt. die Eltern der Lungenschwindsucht zum Opfer gefallen find. Bei ferneren 10 pCt. war die Ur- fache der Fürsorge Krankheit der Eltern.„Es ergiebt sich dem- nach," sagt die„Sozial. Correspondenz",„daß ein ziemlich großer Theil der Kinder erblick belastet ist." Die Tuier- kulose ist eine gesellschaftliche Massenerscheinung, die in der Massenarmuth wurzelt und eine Arbeitergeneration nach der anderen vernichtet. Uo««»glaublicher zl«wissenhett in nationalökono- mischen Dingen zeugt der immer und immer wrederholte Ver- such der Herren Agrarier, den Nachweis zu liefern, daß die Korn, und Fleischpreise durch die Zölle nicht beeinflußt hau» hatte eine kokett geformte Bedachung, im Thurms gab's eine Uhr, die Maschinenhalle und das Schachthaus zierten Renaissance-Ornamente. und selbst der große Schornstein war geschmackvoll aus rothe« und schwarzen Backsteinen zu- sammengesetzt, deren Mosaikgetäfel sich spiralförmig bis zur Spitze hinaufwand. Die Hubpumpe befand ljsich in der alten Grube Gaston- Marie, die nur noch diesem Gebrauch diente, während Jean-Bart außer dem Förderschacht nur zwei rechts und links daneben gelegene Schachte besaß deren einer dem Dampfventilator diente, während in dem anderen die Fahrten zum Hinab- und Hinaufsteigen ange- bracht waren. Chaval war um vier Uhr früh als der Erste von alle» Arbeitern erschienen und bestimmte, daß man, wie die Käme- raden in Montsou, fünf Centimes mehr verlangen müsse. Lärmend stürmten die vierhundert Männer der Grube von der Wärmestube ins SchachthauS; die Einen, welche ein- fahren wollten, ihre Lampe in der Hand, mit nackten Füße», Schaufel oder Haue unterm Arm; während die Andern, in Schuhen, die Winterröcke über die Achseln geworfen, ihnen den Zugang zur Förderschale versperrten. Zwischen ihnen rannten die Aufseher verzweifelt hin und her, beschworen die Leute, vernünftig zu sein und wenigstens Diejenige» welche arbeiten wollten, nicht daran zu hindern.' Chaval erblickte Käthchen in Kittel, Hose und Grube»- kappe, bereit zum Einfahren, trotzdem er ihr am Morgen brutal befohlen hatte, das Zimmer nicht zu verlassen. Sie war ihm gefolgt, verzweifelt über sein Verbot zu arbeite»- denn er gab ihr niemals Geld und oft mußte sie selbst für ihn zahlen; waS sollte daS werden, wenn sie nicht« mehr verdiente? Eine geheime Furcht schreckte sie: ein unheim- liches, verrufenes HauS in MarchienneS, wo die Grube»- mädchen, welche keine Arbeit und kein Obdach haben, zu enden pflegen. „Himmel Kreuz.. wetterte Chaval.„Was hast Du. hier zu schaffen?" Sie stotterte, sie habe keine Renten und wolle arbeite«. würden,— und diesen Nachweis dadurch zu begründen, daß es vor Einführung der Zölle schon böhere Preise gegeben habe. Jetzt hat die �Leipziger Zeitung" diesm Versuch von Neuem mit den F l e i s ch p r e i s e n gemacht. Die Gelehrten des auf ihre Gelehrsamkeit so stolzen amtlichen Organs der sächsischen Regierung scheinen nicht zu wissen, das> der Ausfall der Ge» treibe und Heu- Ernten Einfluß auf Brod- und Fleischpreise ausübt, oder glauben die Herren etwa, dieser Einfluß sei jemals von den Gegnern der Kornzölle geleugnet worden? Wmn wenig Korn oder Gras wächst, kann das Brot und Fleisch nicht billig sein— auch wenn keine Zölle vorhanden find. Da es nun in Ländern, welche Brot- und Fleischzölle haben, sehr schwer ist bei den Schwankungen der Brot- und Fleischpreise die Wirkungen der Zölle und des Ernteausfalles (lenau von einander zu trennen, und ziffernmäßig estzustellen, was auf Rechnung des einen, und was auf Rech- nung des anderen Faktors kommt, so ergiebt fich für den, welcher nicht in der Lage ist, die minutiösesten Berechnungen anzustellen, das praktische und einfache aber in seiner Einfach. heit unfehlbare Kliterium des V e r g l e i ch S mit den Preisen der nicht mit Zöllen gesegneten Nachbarländer. Und jeder, der diese Probe anstellt, und Augen hat zu sehen und nicht zum Nichtsehen, merkt sofort, daß die Fleischpreise, gleich den B>o!preisen, in den Ländern ohne Lebensmittel- zölle oder mit schwachen Zöllen weit niedriger find, als im zollgesegneten Deutschland. Freilich, wer nicht sehen will, wie die Gelehrten der �Leipziger Zeitung", der guckl in die Luft und stellt scharf- finnig« Betrachtungen an über den— von niemand be- strittmen— Einfluß der Ernten auf die Brot- und Fleisch- preise. Der unschuldigen Natur soll aufgehalst werden, was kurzficktige oder eigennützig« Menschen verschuldet haben. Der Verband der Dentlche« Kaugemerks-Kerufs- Senoffenkchafien hat an den Äu- desrath, das Reichsamt des nnern und den Reichstag zwei Petitionen gerichtet, deren erstere dahin geht: In die Kiankmkassen Novelle eine Vorschrift aufzunehmen, welche die infoige des Bauunfall- Vnsicherungsgesetzes vom U. Juli 1887 versicherungspflichtig gewordenen Arbeitgeber berechtigt und verpflichtet, auch gegen Krankheit Versicherung zu nebmen." Die zweite Petition betrifft die Einführung des Befähi- gungSnachweises für dm selbstständigen Beirieb des Bauge- werbes und entlält Vorschläge zu einem bezüglichen Gesetz- mtwurfe, nebst d-r-n aussüh sicher Begründung. 'Zar Statistik der Geheimbundelei und de» Sozia- tistengesebe». Nach dem Sepremberheft zur»Statistik des Deutschen Reichs" in Deutschland wegen Vergehens gegm die s§ 128 und 129, Theilnahme an verbotenen Ver« dindungen, find verurtheilt wordm: 1882... 22 Personm. 1883...— 1884... 5 1885... 6 1886... 47 1887... 82 1888... 108 Von 1884 an ist die Ziffer eine fortwährend und sehr schnell steigmde. Die Segnungm der AuSnahmegesetzpolitlk sprechen fich in diesen Zahlen so beredt aus, daß wir auf dm Kommentar verzichten. Noch drastischer find die Daten, welche über die Zahl der Vermtheilungen wegen Vergehen gegen das Sozialistengesetz. Es wurden verurtherlt 1882: 1883: 1884: 1885: 1886: 1887: 69 Personen 83. 113„ 92 216 1388: LBbi(darunter 16 Jurmdliche).' Ein Beweis für die stetig häufige Arwmdung des So- zialistmgefetzes war für die wachsmde Ausbreitung des Sozialismus. Giberfelb, 27. November. In»unserem Prozeß" geht es jetzt recht bunt zu. Da kommen die Zeugen aus allrn Ecken und Enden unseres liebm Vaterlandes und alle Stände find vertreten. Die buntschillemde Uniform der höheren Polizei- beamten nebm der schlichten eines Gendarmen, der Soldat in Uniform nebm dem behäbigen Kaufherrn und Bourgeois, sowie dem einsachm Arbeiter in der Blouse. Kinder, Greise, Frauen und Mädchm, alles in bunter Reihenfolge. Und die Bekun- düngen?— Der eine Zeuge spricht im Tone tiefster Ueber- zeugung, der andere unsicher mit schwacher Stimme. Den meisten merkt man an, daß fie zum ersten Mal einm Gerichts- saal betreten. Die einm Zeugen werden vor Vernehmung vereidigt, die andern nachher, wieder andere gar nicht. Der eine Zeuge will bei Gelegenheit eines sogenannten»Partei- tageS" gehört habm, wie em»Redner" sagte:»Warum sollm wi' lein Bier trinken, da Bismarck 5 Milliarden vertrunken hat." Ein anderer Zeuge, der irrthümlich geladen war, aber „Was? Du unterstehst Dich, mir zuwider zu handeln? Auf der Stelle packst Du Dich nach Haus, oder ich zeig' Dir dm Weg!" Sie wich furchtsam vor ihm zurück, doch ohne heimzu- kehrm, mtschloffen abzuwarten, was aus dem Streit der Arbeiter werden würde. Dmeulin trat durch eine Seitenthüre in die Halle und trotz der mattm Beleuchtung übersah er mit einem Blick die bewegte Mmge: die Häuer, Auflader, Wagenstößer, Karren- treiberinnen und Karrmjungen, von denen ihm kein Gesicht unbekannt war. In dem sauberm Raum wartete die unter- brochene Arbeit: die angehaltene Maschine pfiff leise, die Fahrkunst hing an dem unbeweglichm Grubenseil, und be- ladme Karren warm mitten auf dm Fliesm stehm ge- bliebm. Die Leute hatten kaum achtzig Lampen aus dem Magazin genommen, die anderen hingen auf ihrm Gestellen. Aber ein Wort von ihm, meinte Dmeulin, und sie werben die Arbeit wieder aufnehmen. „Nun, Kinder, was giebt'S denn?" rief er laut. .,WaS wollt Ihr? Wo fehlt'S? Ist Euch irgend etwas nicht recht? Laßt hörm, und wir werdm uns verständigen?" Er pflegte immer väterlich mit seinen Arbeitern zu sein, trotzdem er verlangte, daß Jeder strmg seine Pflicht thue. Er verstand zu befehlm, wußte aber seine Untergebenen durch Gutmüthigkeit zu gewinnen und eroberte ihre Liebe und Achtung durch dm Muth, mit dem er bei jeder Gefahr der erste am Platze war. Schon zweimal hatte er sich bei Schlagwettern, an unter die Achseln gebundmm Strickm an Stellm hinabgelassen, wo selbst die Kühnsten seiner Leute sich nicht hineingewagt. „Nun?... Nun?... Ihr wollt doch nicht, daß es mich reuen soll, dm Posten Gmdarmm, welchen man mir, wie Ihr wißt, angeboten hat, zurückgewiesen zu haben?! ... Sprecht ruhig, ich höre!" Alle schwiegen und traten verlegen vor ihm zurück. Endlich ergnff Chaval das Worts: „Herr Dmeulin, wir könnm zum alten Preis nicht länger bestehm! wir müssen fünf Centimes mehr habm!" Deneulin that sehr überrascht: „Wie? Fünf Centimes? Und warum? Ich klage nicht umsonst gekommen sein will, verlangt vom Gerichtshof seine»Penninge"(Zeugmgebühr), ihm wird bedeutet, daß er fie»draußen" bekomme. Apropos, die Parteitage spielen eine große Rolle, die Sozialdemokraten müssen fich in Acht nchmm, in irgmd einem offenen Lokal, sei eö zu 2, 20 odeO 200 ein Glas Bier zu trinkm: steht dies das wachmde Aupe des Ge- setze«, so ist der»Parteitag" fertig, gleichviel ob Redm ge- haltm werdm oder gesungen wird. Das»wo man fingt, da lab Dich mhia nieder" gilt fast als strafbar in dm Augen der allzeit wachmven Polizei. So war's m Blankmstein und LangenhauS, und daß dabei die dummen rotbm Shlipse als verschärfte Demonstration angesehen wurdm, ist selbstverständ- lich. In Iserlohn soll sogar ein Parteitag in gänz- licher Abwesenheit von Parteigmoffm abgehalten worden sein, was natürlich die geheime Verbindung als äußerst straf- schärfmd machen wird. In einem Walde bei Lmnep wurde Bier getrunkm, das fiel dem Gmdarmm auf, und er meinte, daß das besser auf offmer Straße hätte geschehen könnm, dafür wurde dann als Ersatz in einer Wirthschakt in Neviges von Schinkm gesprochm und von Zmgm pflichtschuldigst rapporttrt. Daß unter solchm Umständen die»Gewährsmänner" eine große Rolle spielen, ist klar, und die 90 Geheimbundsünder sehnten fich lange Zeit vergeblich nach dem Angesicht eines solchen In- dividuumS. Verzweifelnd ricfm fie aus»ein Königreich für einm Gewährsmann". Doch mit de« Geschickes Mächtm sollten fie mcht ewig Hadem, ihre Mühe ward belohnt.— Was ist ein Gewährsmann? mag der unschuldige Leser fragen. Gemach, die Frage ist nicht leicht zu beantworten, das beweist bte_ Hartnäckigkeit, mit welcher diejmizen Beamten fich darüber aus schweigen,»die mit der Bewachung der sozialpolitischen Partei"(wörtlich!) bettaut wocdm find. Einer dieser Ehrengewährsmänner ist allerdings von dm hart- näckigen angeklagten Sündem ans helle Licht des Tages ge- zogen, welcher dann austrat als»ein verlormer Mann", der lahrelang»seine" Parteigenossen verrathm und die Polizei be- logm hat. Siehst Du lieber Leser, einen solchen Mann nmnt man einm Gewährsmann. Du magst daran vielleicht keinen Geschmack findm, aber Du brauchst das auch nicht, fintemalm und alldieweil Du keinen Gewährsmann nölhig hall. Gestem Morgen hieß es plötzlich, daß der so lange gesuchte und kaum gefundme Gewährsmann wieder verschwunden sei, und sonderbarer Weise solltm jetzt sogar, nach staatSanwaltschaft- licher Logik, diejmigen, die ihn unter vieler Mühe kurz zuvor aus dem Dunkel hervorgezogm hattm, dafür gesorgt habm, daß er verschwinde. Doch glücklicher Weise stellte fich bald heraus, daß der so viel Gesuchte nur halb verloren war, und so werden wir wohl noch Gelegmheit habm, dmselben wieder einmal zu sehm. Ob aber dabei etwas herauskommen wttd? Ob ein solcher Held von der traurigsten Gestalt das zusammen- gekracht« Gebäude d.'S Prozesses wieder aufzurichten vermag? Ändere Leute glaubms nicht und wir wissm, daß nichts rat Stande ist, diesm umgestürzten Koloß, der von vomherein auf thönemm Füßen stand, wieder auszurichten. Es klang wie bittere Ironie, als Bebel am Mittwoch durch ein I-psus linguae von der Dauer des Kongresses statt Prozesses sprach und es war auch ein heiteres Intermezzo, als gestern der Vorfitzmde die»Versammlung" vertagen wollte anstatt die Verhandlung. Aber dm Betheiligtm wird es unvergeßlich bleibm, wie ein schwächlicher, mit einem Augenleiden behafleter zehn Jahre alter Knabe vom Gerichts- dimer hereingeführt wurde, um gegm seinen eigenm Vater aussagen zu sollen, wie der Vater in höchster Erregung aus- sprang um gegen die Vernehmung seine« Sohne« zu proteftirm und das Kind schluchzend die Aussage gegm seinen Vater ver- weigerte. Ebenso unvergeßlich wird e« auch sein, w:e wiederholt die Ehefrauen und Töchter gegen die eigenm Männer und Väter die Aussagm verweigerten. Und das geschieht in einem politiichm Prozeß, zu Ende de« neunzehnten Jahmndert.— Wie herrlich weit habm wir es doch gebracht.—- Gw heiteres Kartellblatt ist da«»Großmhainer Unter- Haltung«, m. Anznaeblatl", Amtsblatt für die königlichen und städtischen Behörden zu Großmhain. Dasselbe bringt nach der»F. Ztg." allen EmsteS einm Artikel unter der Ueber- schrift:»Nicht zu viel, sondern zu wenig Stmem»ahlen wir." Unsere Borfahcen hätten währmd des 13. und 17. Jahrhun- derts viel mehr Ursache gehabt, über herrschmde Abgabennoth zu seufzm al« wir. Man wohne, esse und trinke jetzt viel besser al« früher. EbemalS habe es keine Restaurationen, keine Spaziergänge, keine Eisenbahnen gegeben, und alle diese Ver- besserungen hätten wir dem Staate, der Gemeinde, dm Obrig- keitm und Steuereinnehmern zu verdankm. In den Händen der Behörden bringe da« Geld viel höhere Zinsm al« in den Händen von Privatleuten. Eine Verminderung der Steuern, selbst bei günstigem Fmanzstande, sei ein Fehler. Am Schlosse heißt es:„Mit der Gesammtheit der Beträge in dm Händen der Tüchtiastm einer Gemeinschast muß doch wahrlich mehr Gute« geschaffm werdm können als mit dm einzelnen kleineren Quoten, die fortan in den Händm der Steuerzahler zurück- bleiben." Anders als sonst m Mmschmköpfm malt fich in biesem Kopf die Welt. Kruber prenss in Afrika, so betitelt das Münchener »Vaterland" die Mittheilung des Herm Borchert(von der doch nicht über Eure Verzimmerung! Ich diktire Euch doch keinm neum Tarif, wie Mirntsou?!" „Das ist möglich. Aber die Kameraden von Monsou sind doch im Recht! Sie akzeptirm dm neuen Tarif nicht und verlangm fünf Centimes mehr, und das ist das Richtige, weil es unmöglich ist, zum gegenwärttgm Preise eine ordentliche Arbett zu leisten. Darum wollen auch wir unsere fünf Cmtimes; ist es nicht so, Kameraden?" In seinen Augen blitzte eS auf und feine Faust ballte sich, als wollte er die Nächsten im Genick packen. Aber er zog vor, ruhig an ihre Vernunft zu appellirm: „Ihr wollt fünf Centimes, und ich gebe zu, die Arbeit ist sie werth. Aber, seht Ihr, ich kann sie Euch nicht gebm! Wmn ich diese Lohnerhöhung bewilligte, müßte ich ohne Weiteres fallit machen, und Ihr versteht, daß ich bestehen muß, wmn Ihr leben wollt. Ist das richtig? Ich kann nicht mehr zahlen, als ich zahle; die geringste Preiserhöhung wirft mich um. Erinnert Euch an den letzten Stteik vor zwei Jahren: Ich gab nach, weil ich noch nachgebm konnte, und doch ist mir dies verhängnißvoll geworden, denn feit zwei Jahrm ringe ich buchstäblich um mein Fortbestehen... Heute aber ist meine Lage so kritisch, daß ich lieber sofort Alles stehen und liegen lasse, als im nächsten Monat zu wissm. woher das Geld für Eurm Lohn nehmen." Chaval'« Gesicht überflog ein häßliches Lächeln, als der Direktor ihnen so treuherzig seine prekäre Lage schilderte. Die Andern aber neigten eigensinnig das Haupt; daß ein Chef an seinm Arbeitern nicht Millionen verdiene, wollte ihnen nicht in den Kopf. Jetzt erklärte ihnm Deneulin, wie er ohne Unterlaß gegm Montsou ankämpfen müsse, welches immer auf der Lauer stehe, bereit, ihn zu vernichten, sobald er wanke. DaS sei eine müde Konkurrenz, welche ihn zwinge, zu rechnen und zu sparen, und dies um so mehr, als die größere Tiefe von Jean Bart die Förderung vertheuert, ein Nachtheil, den die mächtiger liegende Kohlmschicht nur zum Theil auf- zuwiegen vermag. Niemal hätte er beim letzten Streik nach- gegebm, weil er billigerweise nicht mehr zahlm konnte und durfte; wenn er eS doch gethan, geschah es nur, genöthigt durch daS Vorgehen Montsou's, welche« damals die Löhne PcterS'jchcn Expedition) über die Manier, wie er mit den eÄ- geborenen Afrikanern(in Ketten marschtten, Stockschläge, w hängen jc.) umgeht.»Und da wundert man sich noch," W' das Blatt hinzu,»wenn die Afrikaner so liebe Leute todi« schlage»?" KSchltsch« GemSthllchkett. Dm Vorwurf, die Reden der OppofitionSredner in den Reichstagsberichtm sehr oernW wiedergegeben zu habm, beantwortet die»Leipz. Ztg." mit da Drohung, über die oppofitionellm Redm in Zukunft g°' nicht mehr berichtm zu wollm, dmn fie mthielten ja da« nichts»Neues". Ei Herrjeses! Wir hätten übrigms nicht viel einzuwende«. wmn die»Leipz. Ztg" nur so gut wäre, un« mitzutheue«, was in dm Reden ihrer Lmte: der A ck e r m a n n u. s.»" „Neues" enthaltm ist.— Esse« a. N., 1- Dezember. Die heute hier stattgehabt Bergarbeiter-Versammlung war von etwa 3000 Bergarbeita» besucht. Nach längerer Verhandlung wurde eine au« siede» Mitgliedern bestehende Kommission gewählt, welche mit da Kommission der Zechmvertreter über die völlige Aufhebung da „Sperre" verhandeln soll. In einer am nächstm Sonntag' stattfindendm weiteren Versammlung soll dann ein entscheide«' der Entschluß oefaßt werden. Ansdentjächfische« Ktr»mpfWaare« IndnOriebssir« wird der Leipziger»Monatsschritt für Textilindustrie" r I schrieben, daß der Arbeiter, zum großen Schmerze de« Bourz«**' korrespondenten natürlich, �Erfolge erzielt haben. Rührend� folgende Aeußerung des Arbeiterkrmndes aus ist unverkmnbar, daß gerade in Oberlungwi'tz dieArbala mit einem wohlüberlegten Plan vorgehen. Hätten fie alle a» einmal in allen Fabrikm die Arbeitseinstellung angedroht,!' hätten fich die betroffmen Fabrikantm naturgemäß zusamm««' gen. D-eS hätte d-«° gethan und wären geschlossen vorgegangen.» den Arbeitem wohl säiwe>Iich so lncht zum Siege verhoifen, � die jetzt angewandte Taktik. Anstatt gleich bei Erscheine« d» ersten Bewegung fich zu verständigm, sah man seitens- Fabrikanten der Sache ruhig zu, und nur spät stellte es heraus, daß es sich nicht um die Verlegmheit eines Einzels handeln sollte, sondern daß einer nach dem anderen e»° Reihe kommen soll." Diese schwarzm Seelm in Oberlungw' die mit proletarischer Bosheit die nichtsahnmdm, gutm B>e°° männer von Fabrikanten auf die Weise fassen, wie' ihrem, dem Arbeiterinteresse am besten entspricht. fie den Unternehmern den Widerstand gegen so bescheiden»� gerechte Forderungen erleichtert und geduldet hätten, daß'p' da« Joch noch fester als bisher auf den Nacken gedrückt lo hätte man fich ein bischen Stteiken wohl gefallen w'Z Aber die bösen Strumpfwirker haben das nickt gethan.? ihren Anwendern willkommen gewesen wäre. Ja, die Fabrikanten haben zuerst voll Bruderliebe schadenfrohte lächelt, als einem ihrer Konkurrenten und Genossen»Veele� heilen" bereitet wurden. Nun find auch fie an die Reihe C kommen, jetzt erwacht da« Gefühl der Solidarität, und e würden fich gerne vereinigen, wenn eben die Arbett« früher aufgestanden wären. Oest-rreich-Uttgar«. Die I ungtfchechen veranstaltei en, anläßlich der J«] Husfiten-Debatte im böhmischen Landtage, zahlreiche gedungen gegen die Alttschechen und den Hochadel. Gle ,ft im ganzen Lande eine Azitatton für die Errichtung� großartigen Huß-Denkmals in Prag inszenirt, auch GeldMifl lungen dafür haben bereit« begonnen, angeblich find auch'• erhebliche Summen gezeichnet.., Anläßlich der letzten Tumulte im ungarischen Reich/'», hielt Abends die liberale Partei eine vertrauliche KoipL ab und erklärte die Solidarität der ganzen Partei tnö.* Kabinetschef und den Mitgliedern der Regierung. Sie Kfr sich dahin au«, zum Schutze gegen rohe persönliche und Aufrechterhaliung der Ruhe sei die ganze StreM�ä Geschäftsordnung des Hauses anzuwenden und der Pr� dazu aufzufordern. Das Abgeordnetenhaus nahm da« Staatsbudget in Kj Gesammtheit mit sehr großer Majorität an, und lehnt' � Antrag Jranyi, betreffend Abänderung des Gesetzes üb« Heimathsrecht(Jnkolat), mit 193 gegen 84 Stimmen ab- In Teischen wurde eine Volksversammlung verboten- z, In Graz wurde der serbische Verein wegen potld> Agitation aufgelöst. Dänemark. Kopenhagen, 27. November. Der Minist«.»,, Innern hat im Fotkething eine Gest tzesoorlage über�daso"� lrche Armenwesen eingebracht, mit welcher er' dem Sozialdemokraten Holm wegen Unterstützung aus den lichen Kassen außerhalb des Armenwesens entgegenkomme«» Die Vorlage enthält nämlich B.stimmungen über Unterstützest die nicht den Charakter von Armenhtlfe haben sollen. � de« Gesetzes bestimmt, daß bei einer unbescholtenen 60 Person, die trotz ihres Streben«, der Gemeinde nicht i&Jf zu fallen, dennoch der Hilfe bedürftig geworden ist, ge� liche Unterstützungen nicht als Armenhilfe angesehen erhöhte; denn er mußte fürchten, daß seine ihn verließen, wenn er nicht dem Beispiel deS N",® folgte. Aber wenn sie ihn durch ihre Hartnäckigkeit zu verkaufen, und wenn sie dann, statt unter ihm 5"� beiten, den Befehlen der Regie gehorchen müssen, werden sie sehen, welchen Tausch sie gemacht haben,.uf Regie beutet ihre Leute auS, läßt sie sich schinden, uw � Aktionäre zu bezahlen; niemand kennt sie, niemand wo sie zu finden. Doch er lebt unter ihnen, arbett« ihnen, theilt ihre Mühen und Gefahren und setzt nich� sein Vermögen, sondern Leben und Gesundheit so gut p Spiel, wie der Geringste seiner Arbeiter. Wenn � Arbeit einstellen, ist dies für ihn gleichbedeutend mit Er hat keinen Vorrath, die Bestellungen sollen«usg«�, werden, das in der Mine steckende Kapital muß* denn sobald er seinen Freunden, die ihm ihr Geld � f traut haben, ihre Interessen nicht mehr zahlen kann, ml..-».- �1- „So ist meine Lage, Kinder. Ich habe Euch° sagt, nichts verschwiegen; ich hoffe, Ihr versteht müh- verlangt von Niemand, daß er sich selbst entletve, � wahr? Nun wohl, ob ich Euch die fünf Centime« � oder ob Ihr streikt, beides ist gerade so gut, als n> mir den HalS abschnitte." Er schwieg, ein dumpfes Murmeln durchlief die/ Manche zögerten: Einige wandten fich zum Schav berett einzufahren. Ein Aufseher rief:. � „Wenigstens sollte Jeder von Euch den Addern yi lassen, was ihm beliebt... Welches sind Diejen'S arbeiten wollen?"„. gfta»' Katharina trat unter den Ersten hervor; doch stieß sie heftig zurück, indem er schrie: � „Wir sind Alle einig. Erbärmliche Memmen n andern SinneS!" aM Nunmehr schien die Verständigung unmöglich-. � Rufe wurden laut; die Männer schoben und drängten e. trieben die Wenigen, welche zum Schacht wollten, zp. versperrten den Weg. Einen Augenblick wollte De versuchen, der aufgeregten Bande stand zu halten, die Nächsten und hieb mit den Fäusten unter sie, «rv in« i A Beilage zum Berliner Ballsblall. Kr. S83 Dienstag den 3. Dezember 1889. 6. Jahrg. Verrlmnenlsverichke. V«ntsch«r Reichstag. 27. Sitzung vom 2. Dezember. Am Tische des Bundesraths: von Bötticher, von «echrnd Asch enb orn u. A. Die Bänke des Hauses find schwach bcsetzt. Tagesordnung: Bankgesetz, JnUiativanteag, betreffend b«ArbtiSbücher im Bergbau. 1aon Levetzow eröffnet die Sitzung um Die zweite Berathuna der Novelle zum Bank» besetze vom 14» März 1875 wird sortgesetzt. Der Entwurf ändert den§ 24 des genannten Gesetzes bahin ab, daß die Vertheitung des jährlichen Reingewinne» a«ch Mafi abe der folgenden Bestimmungen erfolgt: 1. den Antheilseignern wird zunächst eine ordent« liche Dividende von 3� pCt de» Grundkapitals be- rechnet, 2. vom Mehrbeträge werden 20 pCt. dem Re> fervefonds zugeschrieben, so lange derselbe nicht i de» Grundkapital« beträgt, 3. der Rest wird zu i an die Antheils eigner und zu t an die Reichskaffe gezahlt, soweit die Gelammtdividende der AniheilSeigner nicht 6 pCt. übersteigt. Von dem hiernach weiter ver» bleibenden Reste erhalten Me Anthnls eigner i. die Reichskaffe bleibt der Reingewinn unter 3Zs pCt., so wird er aus dem Reservefonds so weit ergänzt. Di« Kommission, welcher der Entwurf uberwiesen 'Vörden ist, beantragt, ihn unverändert anzunehmen. Dagegen liegen die folgenden AbänderungS» Anträge vor: . Der Abg. v. Huene(Z.) beantragt unter Nr. 3 die Ge- bvnmtdividende. bis zu weicher die Resttheilung zu gleichen «nthnlen erfolgt, auf 5, statt auf 6 pC'. zu bemessen. Ein mit zahlreichen Unterschriften der deurfchkonservativm ««tei versehener Antrag des Abg. Grafen zu Stolberg» Wernigerode geht dahin, die Vorlage abzulehnen «nd an ihrer Stelle eine Resolution anzunehmen, welche «m Reichskanzler auffordert: 1. die Antbeilsscheine der Reichsbank zum I.Januar 18S1 zu k ü n d i g e n; 2. dem Reichstage einen Gesetz- entwarf vorzulegen, durch welchen: a) die Reichsbank, unter Beibehaltunq ihrer sonstigen Oroanilation und unter Aufrechlerhaltung der übriaen in Deutschland be» stehenden Notenbanken, inden BesitzdeS Reiches übergeführt wird; K) die Ausschüsse der AntheiiS- eigener durch einen aus Vertretern von Handel, Industrie und Landwirthschaft gebildeten B e i r a t h ersetzt werden. Der Adg. Mooren(Zentr.) beantragt die nachstehende Ars»l uti on: In Erwägung, daß die Reichsbank die Aufgabe hat, da, wo es der V-rkrhr elfordert, Zweiganstaltcn zu errichten, wolle der R-ichstaz erklären, daß es nicht Iemen Abfichten entspricht, wenn die Reichsbank fich für 'ie Erfüllung dieser Aufgabe von den beiheiligten Ge» w e i n d« n Steuerbefreiungen oder andere Zuschüsse bewilligen läßt.) Di« am Freitag abarbrochene Diskussion nimmt wieder auf „j�JBräfident der Reichsbank v. Dechend: Nach dem stenogra» �lchr» Bericht ist Herr Graf v. Mirbach auf die Aeußerung de» von Kardoiff zurückgekommen, daß der Metallbestand u»>>. von Jrankreich höher sei, als der der Reichsbank, aJjü daß die erster« der letzteren im Kriegsfälle überlegen sei. die Beußrrung in der Weise gefallen, daß man die Bank � Srankreich besonders glorifizirt hätte, so könnte ich dmüder T'vweagthen, denn»ch muß anerkennen, daß diese Bank außer» �vn»Utch gut verwaltet wird, und es liegt in der deutschen .'- fremde Küier mebr»u schaden. als die eiacnen. ohne r*"*' fremde Güter mehr zu schätzen, als'die eigenen, m ptfifen, ob das Lob nicht ebenso gut auf die eigenen aber««'handelt fich hier um d,e deutsche Reichsbank, um � Ruf und die Stellung der deutschen Reichsbank, und da — f•*IIW üit Wicuuil� UCb UCyisUl�tl/— rv v** wan»s mir nicht verargen, wenn ich untersuche, was es �»«»«b«iiu�s uciuiycti/ iuciiu»u; wm« kv' Ihren Aeußerungen für eme Bewandtniß hat. Räch der rdten Ileberficht der Bank von Franke eich vom 28. v. MtS. ton«. b€r Metallbestand 1030 Millonen Mark in Gold und � Millionen Mark in Silber. Nach der Behauptung de« Mrn v. Kardoiff soll die Bank einen so hohen Metallb-stand �"othig hallen und thitjächlich fast immer«wen so hohen h_ haben. Die Bank von Frankreich hat aber beinahe Iii» h1""'0 boh?n Metallbestand gehabt und denselben erst in mnr h«* selten bnbfr alfi Zeit erreicht. Früher war"der Betrag fetten höher als Millionen Mark. B.i Ausbruch de« Kriege» war er l!.�°uf 1038 Millionen Mark ..�rn f Mir � WWW �Ähe � Millionen Mark gesunken und nur mit größter __________________ an Gold und Silber zu- Herabgesunken, und eine lange Zeit hat der Bestand s� �Millionen nicht entfernt erreicht. Im Jahre 18Ü1 war ,e und auch fremder Hilfe von außerhalb hat die Bank fich jS vm»m Betrag an Metall gehalten, der fich leidlich publiziren S* Gewöhnlich besaß ste 1000 Millionen Franks oder 800 v,'s'vnen Mark. Soweit entfernt von dieser Summe, wie sz". weint, find wir in der That nicht. Ich kann die Zahl lee»■ Reichsbank nicht publiziren, weil ich mich mit den Bun« �g'�urunoen nicht darüber veiständigt habe. Der Gold« .™ Frankreich ist durch besonders günstige Verhältnisse «v.�vuftne, besonders auch im letzten J-Hre durch die Welt- h�5.Wunp herbeigeführt worden. Sehr bald wird der Gold- K�vwieder zurückgehen, und e« hat damit schon angefangen. «w. Unteischitd zwischen dort und hier ist auch nicht tzin'ut so, wie die beiden Hünen gemeint haben. Daß der Iv�'bestand viel höher ist, ist richtig, ob er aber sechs mal so als der unsrige, wie Herr von»ardorff angab, weiß genau, ich verstehe auch nicht, woher da» Herr v.Kar» wissen kann, da die betreffenden Zahlen bei uns, wie §C fi'fagl, nicht pudlizirt werden. Wenn tch das aber zu- i,'r S b™n das nn Vortheil, oder nicht vielmehr em erheb- �»»�ü-theil? Der Sachverständige wird darin einen großen HgPMeHen, und die Bank von Frankreich steht es als sehr vb au, da sie über diesen Bestand bei dem niedrigen 8 vi,«?!*4 Silbers gar nicht verfügen kann. Dagegen haben '»i». cht mehr Silber, als wir biauchen, und wir werden selbst die neue Währung voll durchgeiuhtt fem wud, � di-�-�Ubergeld entbehren können, selbst dann mcht, wenn %„ oftemichtfchen Thaler abgestoßen haben. Ich glaube *** i»'. koß die beiden Herren das Recht haben, die Bank � Ort?♦■/>** h»«» 11t ttlfkll gfitreidb auf Kosten der Reichsbank zu rühmen. Wenn ßvV. vn inneren Kern der Geldspekulation tingehe, j'säg,.bei un« olle Kanäle mit vollwichtigem Golde »'» j? das Reich selbst dafür sorgt, daß unterwerihigt« �e» M jirkulirrn darf, und fortwährend neue Münze» >Id ,..°ßt. Dagepen ist anerkannt, daß in Frankreich da« i�et abgeschliffen ist, vollwertdige« Golo ist dort sehr ö bade», und auch von der Bank nur mit hohem Agio Ci 1 geben Jedem Gold, so vir! er haben will, dlt a s>ankrctch giebt e« nur Uiigitn ab und, so weit mir bekannt, gar nicht, wenn es nach Deutschland exportirt werden soll. Ich möchte nun vergleichen, wie thatsächlich der Zustand bei der Bank von Frankreich und unserer Reichsbank auch in anderer Hmficht ist. Trotzdem wir namentlich 1866 große Schwierigkeiten zu überwinden hatten, haben wir in diesem Jahre, ebenso auch 1870, an unserer Währung festgehalten, während eine der ersten Maßregeln der Bant von Frankreich im Jahre 1870 die Sistirung der Zahlungen war. Wie ist es unter solchen Umständen möglich, die Bank von Frankreich gegenüber der Reichsbank rühmend hervorzuheben? Ich hoffe, daß die Herren Redner selbst, nachdem ich die Verhältnisse klargelegt, den Vorwurf zurücknehmen werden, der, wenn er auch nicht als solcher ausgesprochen wurde, doch in der Behauptung liegt, daß unsere Reichsbank hinter der Bank von Frankreich zurückstehe. Auch über die übrigen Verhältnisse möchte ich kurz noch einige vergleichende Worte hinzufügen. Die Bank von Frankreich hat 131 Filialen, wir haben deren 240. Bei der Reichsbank kann Jeder, der nur kreditwürdig ist, ohne Rückficht auf die Höhe feines Ver» mögend diskontiren, in Frankreich sind cS überhaupt nur wenig über 11 000 Personen, welche überhaupt zu diskontiren berechtigt find. Die Reichsbank hat für den Lombard-Verkehr großen Werth, die Bank von Frankreich kennt einen solchen gar nicht, ebensowenig kennt sie GutSbefitzer-Wechsel. In der Ver- wallung der Werthpapiere ist zwischen beiden Banken auch em Unterschied, da wir u. a. auch die Verloosungen überwachen, während die Bank von Frankreich nur die Koupo�S abschneidet. Tort ist der Verkehr im Wechseldiskont ein sehr schwieriger, selten oder nie kann man das Geld an demselben Tage er- halten, bei der Reichsbank erhält Jeder, der bald Geld braucht, solches sofort. So könnte ich bei ollen Zweigen der GeschäftSverwaltung nachweifen, daß gar keine Veranlassung dazu voihandin ist, da* die Reichsbank fich vor der Bant von Frankreich verstecken wüßte, und ich möchte die Herren bitten, dies zu erwägen, wenn außerhalb des Hauses über diese Ver- haltmsse vergleichend gesprochen werden sollte. Noch einen anderen Gegenstand möchte ich berühren. Herr v. Kardorff hat zu Gunsten der Bank von Frankreich erwähnt, daß diese ein größeres Stammkapital habe, als die Reichsbank. Ich habe hiervon schon m der vorigen Sitzung gesprochen und möchte noch erwähnen, daß da« Stammkapital der Bank von Frank» reich mit 183f Millionen Franks nur zirka 26 bis 27 Millionen gröber ist, als dasjenige der Reichsbank. Ob aber die That- fache, baß die Bank von Frankreich ,hr Stammkapital in Renten festgelegt hat, ein Vorzug ist, das kann ich ruhig der Erwägung der Herren überlassm. Direktor im Reicksschatzamt Ascheuborn: Ich habe eine Reihe von Unrichtigkeiten zu berichtigen, weiche im Laufe der letzten Debatte zu Tage getreten find. Der Herr Abgeordnete Graf Mirbach schätzt die Mehreinnahmen des Reichs aus einer etwaigen Verstaatlichung der Reichsbank auf etwa 43 Millionen in einer 10jährigen Periode döder als die jetzigen Elnnabmin. Er geht dabei von der Beschaffung der Mittel für die Verstaatlichung durch 3-prozentifte KonsolS aus, während mir die Zugrundelegung von 3s.prozentigen richtiger erscheinen würde. Doch das m ein untergeordneter Punkt. Mehr fällt die weitere Voraussetzung ins Gewicht, daß von den 26 Millionen des Reservefonds 13 Millionen dem Reiche zufallen, also nicht 120, sondern nur 107 Millionen für die Uebernahme der Bank aufzu ringen nölhig sein würden. Da« Reich be- dürfe, meint der Herr, eines Reservefonds überhaupt nicht, oder da« ist ein J rihum; denn die Bank eizielt ihre jetzigen Erträge blos durch die Existenz und Mitverrechnur g dieses Reservefonds. Der finanzielle Effekt der Uebernahme durch das Reich würde nicht 4 Millionen, sondern etwa 2S30 000 M betrag n, und man könnte auch da noch ftagen, ob da« nicht zu hoch sein wird. Jedenfalls gilt es nur unter Vor- aussetzung der bisherigen Erträge. Ob diese aber komtant sein werden, ist fraglich. Buch macht ssch ja die Ansicht bemerklich, die Reichsbank solle nicht hohe Dtvivenden erzielen, sondern vielmehr billigen Kredit beschaffen. Die Ertragnisse im Be- harrungSzuftandc belaufen fich etwa auf 2378 000 M., und nach der Regierungsvorlage künftig auf 3115000 M., mithin etwa 742000 M. höher, während oei der Annahme des An- träges Huene dieser Mehrertrag fich um etwa 461 000 M. steigern würde. Vor Emanation des BankgesctzeS standen die 4i pro- zentigen Paviere der Preußsschen Staatsanleihe 105s, die 3s- prozentige Reichsanleihe 1888 102'/i», die 3s prozentige Preu- ßische Anleihe 1021—103 im Jahres durchschmtt. Nach den Vorschlägen de« Herrn Freiherrn v. Huene verdienen die An- theilSeigner in einer fünfundzwanzigjährigen Periode 4'/io pCt. Zieht man die Verhältnisse bei anderen deutschen Banken in Vergleickung, so zahlt die Deutsche Bank 8'/>,, die Darm- städter 7«/,<>, die Norddeutsche Bank in Hamburg 8V10 pCt. Dividende, alle drei zusammen im Dui chschnitt 8'/-. Demgegen- über scheint der Vortbeil der Reichsbank-Aulherlseianer nicht zu hoch. Worin beruht nun die Berechtigung, die Reichsbank zu Leistungen für da« Reich heranzugehen? Was ist ihr ge- währt und was gewährt sie? Zunächst besitzt.sie ein Steuer- Privilegium, nämlich völlige Abgabenfreiheit, und ein Noten- Privilegium, auf der anderen Serie verwaltet sie das Reichs- guthaben und hat den Geldumlauf zu regeln, und zwar wird der Umlauf in dem nächsten Jahre voraussichtlich eine Milliarde erreichen. An den verschiedensten Orten ist die Reichsbank im Interesse des Verkehrs genöthigt, große Geldbestände zu halten, ebenso dort, wo plötzlich eine militärische Konzentration em- treten kann. 285s Millionen Mark beträgt die Notenemission der Bank; nach Herrn Grafen von Mirbach soll man dies als Betriebsfonds ansehm. Dies ist jedoch nicht zulässig; höchstens könnte man den Betrag als Betriebsfonds bezeichnen, den die Bank in ungedeckten Noten im Umtauf hat. Der ungedeckte Notenumlauf ober be« trug m 13 Jahren durchschnittlich 96 Millionen Mark. Nimmt man, diese als Betriebsfonds betrachtet, eine Verzinsung von 3s pCt. an, so stellt fich der Vortheil, den die Bank von dem Reiche hat, auf einen JahreSbctrag von 3 877 000 M., während das Reich nach dem vorliegenden Gesetzentwurf der verbündeten Regierungen in Zukunft von der Bank 3 115 000 M. benehen soll. Außerdem aber hat die Bank noch für erne Reihe von Jahren an die preußische Staatskasse jäh:lich 1865 730 M. zu zahlen. Da« Prioi» legium der Nolenemfffion ist demnach kein so bedeutender Vor« theil, wie hier angenommen zu werden schien. Ich bitte, die Vorlage der verbündeten Regierungen unverändert zu genehmige». Abg. ißttttn(Zentrum): Auf die großen Gegensätze, welche hier im Hause in Bezug aus die Bankfiage bestehen, möchte ich jetzt nicht eingehen. Ich will nur meinen Antrag kurz begründen, der den Zweck hat, die Gemeinden vor der— ich muß leider sagen Begehrlichkeit— der Bank zu schützen. Ich werde mir erlauben, an ewigen Fällen nachzuweisen, wie die Reichsbank das Recht der Gemeinden zur Sleuererhedung illusorisch macht. So wurde in einer Industriestadt, in welcher erne Bankfiliale schon seit mehr als z«ei Dezennien besteht, cin Personenwechsel benutzt, um die Gemeinde zur freien Ueberlaffung eine« Dienst- aebäude« an die Bank zu veranlassen. Auch w Mainz, in Viersen, in Düren haben die Gemeinden sich zu derartigen Leistungen entschließen müssen. Wo irgendwo ein« Stadt«we Bankfiliale haben will, da muß sie fich zu solchen Leistungen verstehen, so daß-s fast heißen könnte: la bourse ou la vie. (Heiterkeit.) Wir stehen jetzt auf dem Punkte, die Privilegien der Bank zu erneuern, Pcivilegien, wie sie die angeblich so be- gehrlichen Agrarier nie in Anspruch zu nehmen wagen würden. Ich glaube, daß die« der geeignete Zeitpunkt ist, die Gemeinde« durch einen Beschluß, wie ich ihn vorschlage, zu schützen. Es giebt doch auch noch ein höheres Eoangelium als das»Soll und Haben". Allgemeine wirtbschaftliche Gesichtspunkte muß die Reichsbank edenso gelten lassen wie, die Post- und Telegraphen-Verivaltung und die Eisenbahnen. Ich hoffe, der Herr Bankpräsident wird seine Zusage, den wirthschaftlich Schwachen entgegenzukommen, auch durch Zustimmung zu de« von mir ausgedrückten Wünschen emlösen. Bankpräfident u. Dechend: Ich bedauere, den Erwar- tungen des Herrn Vorredners nicht entsprechen zu können. Ueberall, wo es der Verkehr erfordert, wird die Reichsbank ihrer Verpflichtung, neu« Bankstellm zu gründen, auch genügen, daß ihr dies durch Beiträge der Gemeinden erleichtert ohne wird. So liegt der Fall aber nicht w dem vom Herrn Vor- redner genannten Orten, der Verkehr hat fich dort nicht ge« hoben, und es wird fich m der That fragen, ob es nicht rathsam wäre, die Filialen dort ganz aufzugeben. Wie viel Nebenstellen sollen wir denn noch errichten? Di« Bank von Frankreich hat deren 132, die englische Bank nur 10, wir 240. Steuerfreiheit verlangen wir nicht, oder höchstens während der Probezeit. Andere Städte, wie z. B. Hamm, hoben un« eigene Häuser gebaut und un« dieselben geschenkt. Ick habe dabei gar nicht« gefunden.(Heiterkeit.) Das Geschenk kommt ja gar nicht den Antheilseignern, sondern dem Reiche zu Gute. Wir habm von jenen Städten ja gar nicht» ver- langt, sondern wir haben gesagt, obgleich kein Bedürfniß da ist, wollen wir Opfer bringen.(Beifall). Abg. Gamp(Reicksp.): Nachdem gestern der Agrarier par excellence Herr Graf v. Mirbach erklärt hat, daß meine Forderungen nichts mit denen der Agrarier zu thun haben, wird nun wohl auch die Legende freifinniger Blätter, ich bandelte im agrarischen Interesse, zu Grabe getragen kem. Schon die Thatsack«, daß die von mir gewünschten Aendeeungen der freien Bewegung der Bank und allen ErwerbSklaflen gleicher- maßen zu Gute kommen sollen, hätte mich vor einem solchen Vorwurf schützen sollen. Auch die englische Bank z. B. nimmt große Kategorien von Wechseln, wie die überseeischen mit sechsmonatlicher Verfallzeit, und doch ist sie in der Erfüllung ihrer groben Aufgaben in Bezug auf Währung und Gcldum- lauf nicht hinter der ReicbSbank zuruckaedlieben. E« ist eine naive Auffassung, wenn man von der Erfüllung mewer For« derung einen Zusammenbruch der Reichsbank und die Unmög- lichkeit, ihre Pflichten zu erfüllen, fürchtet. Von einer bureaukra« tischen Bankverwaltung würde man«ine so zunickhaltende Auf- fassung verstehen, weil jede bureaukratische Verwaltung gern jede neue Verantwortlichkeit ablehnt und fich hinter formale Bestimmungen zurückzieht. Aber bei unsrer gewissenhaften kaufmännisch geführten Bankverwaltung halte ich es für ein Räthfel, wie man in meinen Vorschlägen ein nationale« Unglück hat erblicken können, dieselben sollten nur die Hindernisse beseiiigen. welche dem zugestandenen Wohlwollen für Land- wirthschaft, Handwerk und Kleinindustrie entgegenstehen. Diese Anträge lassen ein größeres Vertrauen zur Bankverwaltung er» kennen, als die dagegen stehenden. Wie man darüber aber auch denkt, jedenfalls ist die Animosität de« Herrn Bankpräfi» denten nicht gere*(fertigt, die ihn mir gegenüber Ausdrücke hat gebrauchen lassen, welche, von einem Mitglied« de« Hause« gebraucht, gewiß eine Rüge des Herrn Präsidenten des Hause« nach sich gezogen hätten(»hört, hört!"). Ja, meine Herren, kurze Zeit darauf wurde ein ähnlicher Ausdruck bei einem meiner Fraktionsgenossen gerügt. Der Herr Bankpräfident durfte allerdings erwarten, daß mir die Hochachtung vor seiner Person und der Respekt vor seiner amtlichen Stellung e« verbieten würden, ihm auf diese« Gebiet zu folgen. Ob es aber geboten war, die Piäponderanz seiner amtlichen Stellung mir gegenüber m diesem Hause in solcher Weise geltend zu machen, daS überlasse ich einer Auseinandersetzung des Herrn von Dechend mit dem Präfidenten der Reichsdank. Der Herr Reichsbankpräfident hat davon gesprochen, ich hätte ihn wiederholt darauf persönlich belästigt. Demgegenüber er- widere ich, daß ich allerdings wiederholt die Ehre hatte, zwei- oder dreimal, vom Herrn Präsidenten persönlich empfangen zu werden; aber daS ist nie aus meiner eigenen Initiative ge« schehen, ich habe mich nie herangedrängt, sondern dm auf Wunsch des Herrn Präfidenten gekommen, und unsere Be» sprechungen find nie über den Rahmen akademischer Er» örterungen hinausgegangen. Als es fich um die Lombar- dirung des Spiritus handelte, bin verständiger hinzugezogen worden, Wirkung ist mcht ohne Nutzen schaft gewesen, denn manche aus meiner Initiative hervorgegangen, wie' z. B. die Bestimmung, daß der Gutsbesitzer über dm verpfändeten Spiritus, so lange Sicherheit vorhanden ist, versiiqm und dm« selben verkaufen kann. Mit Bezug auf das Verhattm der Reichsbank gegenüber der Landwirtbschaft hat fich in der Kom- Mission der Herr Bankpräsident auf die Amßerungm de« Herrn Bamberger berufen, ich möchte ihn aber doch bittm, in Fragm, welche dre Landwirthschaft betreffm, Herm Bamberger nicht als Autorität hinzustellen. Ich muß gestehen, daß die jetzigen Besprechungen über die Reichsbank mich über Manches belehrt haben; in allen Punktm aber kann ich doch nicht mit dem Herm Bankpräsidenten übereinstimmen, so namentlich in Bezug auf die Bemessung der Kreditfnstm. Die Reichsbank muß freilich jederzeit große Mittel zur Verfügung haben; daß dies aber auch bei einer fechsmonatlichm Kreditfrist möglich ist, zeigt ja am besten das Beispiel der Bank von England. Wenn bei dem btShengen Kapital der Reich«- dank die Zulässigkcit einer höherm Kreditfrist nicht durch- sührbar erschim, so würde eine solche bei Erhöhung der liquiden Mittel doch sicher möglich sein. Oft beruht gerade die Sicherheit euuS Wechsels und die« gilt ebenso vom Land- wirth, wie vom kleinen Gewerbetreibmdm— auf der Ver- längerung der Kreditfiist, da die Wechsel dann auf«um Tag ausgestellt werdm konnm, an welchem die Akzeptantm sichere Einnahmen zu erwarten habm. Besonders für dm Land- werker wurde eine solche Fristerleichlerung von großem Nutzen sein, da dieser oft genug von seinen Kundm Wechsel annehme« muß, d,e, wenn auch absolut sicher, doch länger al« drei Mo« nate laufen. Bezüglich der Landwirthe hat der Bankpräfident aus die Möglichkeit einer Prolongation hingewiesen, vie« be- weist, daß auch in Bankkreism die jetzige Fnftbemessung für zu kurz angesehen wird, andererseits aber hat die Bank wohl dos Recht, nicht aber die Pflicht, einen Wechsel zu prolongir«!'.. ich sogar al« Sach- und meine Mit- für die Landwirth- Erleichterungen sind Daß nach brn E'kiärungcn des Herrn Bansprüsidenten eine Verfügung betreff enC den Verkebr mit Gutsbesitzern und Hand- «eikern erlassen worden ist, beweist am besten, baß unsere früheren Wunsche Beachtung gesunden haben, und wir werden auch bei den Wahlen nicht verfehlen, darauf hinzu- weisen. Was aber die von mir angedeutete Eihöhung des Zinsfußes bei gewissen Wechseln anlangt, so ist daraus der Boiwu-f hergeleitet worden, ich begünstigte den Wucber. Auch Hypotheken werden doch zu vei lchiedenem ZinSkuß ausgeliehen, wollen Sie darin auch einen Wucher erblicken?(Abg. Bam- berger: Unter Umständen ja!) Von diesem Ausspruche kommen Sie, Herr Bamberger, nicht los! Auch dre Reichsbank verleiht an sichere Banken@4b zu U bis 2 pCt. und nimmt von anderen bis 4 pCt. Wollen Sie dies auch als Wucher be- zeichnen? Ich habe den Wucher gewiß nicht vertreten, vielleicht konnte man dies eher von den Freunden des Herrn Bam- berger behaupten, die, so viel ich weiß, gegen das Wuchergesetz gestimmt haben. Ich möchte auch der Mythe entgegentreten, al« hätie ich gesagt, die Reichsbmck Prozent diekontiren. Ich habe Aewählt, eine Aufforderung an andeln, nicht daran geknüpft. vom Jahre 1868 wurde der gelegt, den Kredit für zu erweitern, namentlich solle Wechsel mit fünfzehn dies nur als Beispiel die Bank aber, so zu In einer Resolution Preußischen Bank nahe den Nothstand in Ostpreußen den Landwtrthen und kleinen wirthschastlichen Existenzen denselben zugänglich zu machen. Die Handwerker b.finden sich auch heute m einer großen Nothlage, und diese Forderung heute abzulehnen, er- scheint nicht gerechtfertigt, nachdem damals die preußische Lank einen Kredit von 3i Millionen eröffnet hat; mehr wird heute auch nicht verlangt. Herr Dm klar Aschenborn hat schon :n der Kommission Krediterleichterungen für den Lomba d- verkehr abgelehnt, weil dies eine erhebliche Krediterweiterung herbeifü ren würde. Die Bank würde aber in der Lage sein, festzustellen, bis zu welcher Grenze der Lombardverkehr ausge- dehnt werden könnte. Beim Spuitus ist ja ohnehin für die Bank damit keine Schwierigkeit verbunden, weil die Steuer- behörde dieses Geschäft vermittelt. Herr Reichsbankpräsident von Dechend hat mich beschuldigt, den Verkehr mit Reitwechseln zu protegtren. Nach emer allgemeinen Instruktion, welche neuer- dingS den Reichsbankbeamten erst wieder eingeschärft wor- den ist, sollen nur Wechsel diskontirt werden, welche aus Sem Kauf und Verkauf von Waaren und dem Finanzverkehr solider Bankhäuser herrühren. Nun ,st eS aber ein offenes �eheimniß, daß eine ganze Anzahl von Bankhäusern mit Hilfe der Reichsdank einen Wechselverkehr unterhalten, welcher einer -ellen geschäftlichen Unterlag« im Sinne j ner Instruktion mtbehrt. Nur wenige große Banken haben kernen Reitwechsel- rerkrhr, bei Weitem die Meisten benutzen ihn bei der Effekten- oeku.at on. Man muß dabei zwischen Reitwechseln im schlechten und im guten Sinne unterscheiden. Es liegt mir natürlich fern, zu sagen, daß alle Wechsel der Reichsbank Reitwechsel s ien, aber au» der Erneuerung jener Instruktion scheint mir Hervorzugrhen, daß ein derartiger Wechselverkehr in erheb- lichem Umfange mißbräuchlicher Weise um sich geariffen hat. Diesen Thatsachen gegenüber wird also der Herr Reichsbank- Präsident seine Bemerkung gegen mich nicht in der Form, oie er sie aufgestellt hat, aufrecht erhalten können. Nun möchte ich aber noch einmal hervorheben, daß die lieichsdank nicht allen Erwcrbskiassen gleichmäßig zu« Sinzig ist. Auf Immobilien wird nichts gegeben, und der redit für Grundbesitzer als solche abgelehnt. Mich gegen die maßlosen und gehässigen Angriffe zu wenden, welche in der Presse, insbesondere der„Frersirnigen Zeitung" gegen mich gt- richret worden sind, unterlasse ich. Wer Pech angreift, b-sudelt sich. Aber auch ein Blatt, welches den volltönenden Namen „Die Nanon" führt, hat sich nicht entblödet, unter Nennung mcine» Namen« mir zu iwputrren, ich hätte aus der Reichs- bank eine Pumpstelle für bankerotte Gutsbesitzer machen wollen. Da außer anderen freisinnigen Abgeordneten auch Herr Bam- berger Mitarbeiter jenes Organs und dieser Hegen Angriffe vuf die pe.söniiche Ehre besonders empfindlich ist, so muß ich ei ihm übrrlassen, ob er es nach dies.m Verfahren der.Nation" roch länger für angemessen hält, Mitarbeiter dreses Blattes zu sein. Mein Antrag hat in der Kommission ein wenig erfreuliches Schicksal erfahren; ich hätte eigentlich nach den neulichen Ausfuhrungen des Herrn von Benda betreff« des landwirth- fchaftlrchen Kongresses dessen Unterstützung erwarten sollen. Außer einer Vertretung der Lar dwirthschaft im Zentral- ausschuß muß man aber auch eine der kleinen Leute zu schaffen suchen. Schließlich verlange ich in Verfolgung des Reichs- gedankens, der beim Antrage des Herrn Grafen Stolberg durch Aufrechtcrhaltung der Privat-Nolendanken getrübt erscheint, daß man die vorhandenm Banken in Sachsen und Bayern auch hinsichtlich des finanziellen Effekts für dos Reich nutzbar macht, mit Rücksicht darauf, daß z. B. auch Bayern aus der Reichs- bank Nutzen für sich schöpft.< Reichsbankpräsident v. Dechend: Ich brn dem Herrn Vorredner dre E klärung schuldig, daß eS mir fern gelegen hat, ihn durch meine Bemerkungen, wenn sie auch hart waren, zu verletzen. Ich kann auch jetzt nur wiederholen, daß ich außer Slanoe bin, alle die Deduktionen, die der Herr Vorredner allemal endlo« wieder vorbringt, im Einzelnen zu wider- legen. Er beharrt auf seinem Verlangen nach lang- sichtigen Wechseln, und man sollte«« für unmöglich halten, daß er, trotz der zahlreichen Widerlegungen, darauf immer wieder zurückkommt. Wenn er sich in der Literatur umsähe, so würde er keinen einzigen Fall als Beispiel für seine Forde- rung finden, denn auch die von idm angeführte Bank von Englanf giebt Wechsel nur auf höchsten« SS Tage. Professor Adolf Wagner, em fiüherer Fraftronsgenosse de« Herrn Gamp, !p icht irch in seinem neuesten Werke auch gegen langsichtige Wechsel aus. Ich meine, üöer diesen Punkt könnte man die Debatte schließen. Wenn der Herr Vorredner mir gelagt hat, ich hätte mich im Jahre 1868 im Abgeordnetenhause für lieber- nähme der Geschäfte der DarlehnSkassen auf die Preußische Bank ausgebrochen, fo habe ich da« nur mit Rücksicht auf den damaligen wirlhlchaftlichen Nothstand gethan. Obgleich ich im J�lhre 1848 der Mitbegründer der DarlehnSkassen war, halte ich doch die jetzt ge'chaffenen Privatbanken für«inen ge- eigneten Ersatz derselben. Wenn ich Herrn Gamp hier auseinandersetz n wollte, wa« Reit- und Finanzwechsel sind, so wäre daS geradezu eine Unverschämtheit gegen da« Hm«. Haben Sie die Güte, sich wo ander« danach zu erkun- biaev, jeder Geschäftsmann weiß das. Auf die weiteren Au«. lassungen komme ich nicht wieder iuruck.. Abg. Kamd-raer(bfretf.): Die bisherigen Verhand- lunaen haben solch« Ab sichten über die Reichsdank an den Tag gefördert, daß sie scharfen Widerspruch erfahren muffen. Eine Krink auch an der Reichsdank zu üben, halte ich nicht für un- berechtigt, wer aber solche Angriffe gegen die Re'ichSbank richtet, wie dies hier geschehen, der müßte vorher die Sache näher kennen, um nicht Dmge zu behaupten, die bei näherer Beleuchtung sich nicht als richt g herausstellen. Wenn aber be- Jauot- t wurde, Preußen sei in B zua aus die Reichsbank chlechter gestellt, als andere deutsche Staaten, so möchte ich nur darauf hinweisen, daß die Reichsdank an die preußische Staatsbank jetzt noch Schulgen abzahlt, welche die preußische Bank seiner Zeit gemocht hatte. Wer aber unter den heutigen Verhältnissen klagt, daß er keinen Kredit findet, der dürste wohl auch keinen verdienen. Die Haupt- bedingung de? Betriebes jeder Zettelbank ist, für sich zu sorgen, «ich zu erhalten. Deshalb müssen alle weitergehenden Forde- rungen zurückgewiesen werden, mögen sie von der Landwirth- schaft oder von emer anderen Seite gestellt werden. Deshalb freue ich mich auch darüber, daß die Idee einer Verbindung der Reich» dank mit tiner uberseeischen Bank gescheitert ,st. Herr v.«ardorff zieht d,e Solidität der Reichtbank m Frage, seine Gründe entbehren aber emer gewissen Abenteuerlichkeit nicht. Zunächst hat Herr v. Kardoiff behauptet, der Metallschatz der Ä-ichsbank stände hinter demienigen der Bank von Frankreich zurück. Nun, Herr v. Dechend hat die Ziffern des Herrn v. Kardorff ja schon widerlegt.(Abg. v. Kardoiff: Bestätigt!) Eine Betrachtung der absoluten Ziffern hat keinen Werth, viel- mehr kommt hier das Verhältniß des Meiallschotzes zum Roten- umlauf in Frage. Im Jahre 1887 hatte die Bank von Frankreich in Gold— nur dies kann heute als Baarfchatz gelten— 1100 Millionen Franks; die deutsche Reichsdank im Ganzen 770 Millionen Mark Metallickatz. Unter diesen 770 Millionen dürften mindestens 520 Millionen in Gold ge- wesen sei. Außerdem aber muß man bedenken, daß eS sich in Frankreich nur um die Banque de France handelt, während wir noch eine Anzahl Prioatbonken haben, welche auch 80 Mil- lionen Metallschatz haben. Außerdem haben wir auch noch 120 Millionen im Jul uStbutm, die im Falle eine« Krieges doch zunächst in Betracht kämen. Im Ganzen würden wir so zu einem Metallschatz von S00 Millionen Franks kommen, und dies macht gegenüber dem Metallschatz der Bank von Frank- reich keinen bedeutenden Unterschied au«, zumal, wenn mir be- denken, daß einem Baarumlauf von 3 Milliarden in Frank- reich ein solcher von etwa 2 Milliarden m Deutschland gegenüberstehen dürfte. WaS aber das Verhältniß des Umlaufs der Noten zu dem Baarfchatz anbetrifft, so war 1387 in F.ankreich die Noten- Zirkulation mit Gold zu 40 pCt. gedeckt, bei uns zu 80 pCt. Wir haben also gar keine Ursache zu der Behauptung, die Reichsbank stände hinter der Bank von Frankreich zurück. Wenn man, wie Herr v. Karborff, die Handelsbilanz eines Landes als Maßstab für den Geldvorrath ansieht, so müßle England am schlechtesten dastehen, denn das hat die schlechteste Handelsbilanz. Die Einfuhr übertrifft schon seit langer Zeit die Ausfuhr ganz beträchtlich, und doch versorgt England die ganze Welt mit Geld. Wenn Herr von Kardoiff auf die glückliche Lage Ar- genlinienS exempltfizirt, so müßte danach der Staat am günstigsten st-hen, der die schlrchteste Währung hat und da» größte Goldagio zahlt. Was den Vorschlag betrifft, da« Bank« kapital zu vergrößern, so berücksichtigt Herr von Kardorff nicht das Kapital der Privatnotenbanken. ALein die sächsische Bank §at ein Kapital von 30, Bayern ein solches von 45 Mill. M. ierner haben wir ein ganz wichtiges Sicherheitsventil in der Bestimmung, daß für ein Drittel der Noten baare Deckung da sein muß. Diese Bestimmung hat die französische Bank nicht, sie kann nach Gutdünken Noten aus- geben und hat die« auch in Zeiten der Kresis gethan, dadurch ist ja der ungeheuere Notenumlauf von 3500 Millionen ent- standen. Durch Baarmittel hat die Bank nicht geholfen. Die AnlheilSeigner der französischen Bank erhalten viel höhere Pro- zente, als die unfengen, sie bekommen, trotzdem die Antheile seit ihrer Ausgabe um das Vierfache gestiegen find, 16 pCt. Wir sollten, selbst wenn das Angebot des Reiches noch höher wäre, als nach der Regierungsvorlage, uns nicht besinnen, zuzustimmen, denn eS handelt sich darum, das Organ zu erhalten, welches gewissermaßen das Rückgrat unserer wirthschastlichen Verhält- nisse darstellt. Abg. von Kardorff(Reichp.): Zunächst möchte ich kon- statiren, daß der Herr Reichsbankpräsident meine Ziffern über den Geldumlauf ziemlich bestätigt hat. Herrn Bamberger kann ich zugeben, daß ich da« Kapital der Prioatnotenbanken nicht in Betracht gezogen habe. Wenn er aber sagt, daß ich die Solidität unserer Reichsbank bemängelt habe, so ist das nicht wahr. Ich habe für die Vergangenheit ausdrücklich festgestellt, daß die Rachsbank ihre Aufgabe erfüllt hat, und nur für die Zukunft habe ich Bedenken ausgesprochen, ob die Bank ihrer A rsgabe gewachsen fem wirb, namentlich im Hinblick auf die Möglichkeit ungünstiger Handelsbilanzen. Dazu will ich aber bemerken, daß nicht ich die Handelsbilanzen im Reichstage zuerst vorgebracht habe, sondern die Herren Barth und Brömel haben uns— und ick kann ihnen nicht Unrecht Seben- darauf hingewiesen. Ein Mittel, demselben vorzubeugen, nd Kolonien, und Herr Bamberger will ja nicht, daß wir in Ostafrika uns ein zweites Ostindien gründen.(Gelächter links.) Der Herr Reichsbankpräsident sagte, ein großer Srlberbestand, wie ihn Frankreich habe, besitze für finanzielle Nolhlaoen keinen allzu großen Werth. Mir erscheint da« frag- lich und namentlich für den Füll eines Kriege» balte ich hin- reichende Silberbestände eher für einen Vortheil ftir das Land. Was die Bank von Frankreich betrifft, so verweiseich nochmals darauf, daß dieselbe unmittelbar noch dem Kriege nach einer Zahlung von 11 Milliarden in unglaublich kurzer Zeit die Valuta wieder herstellte, eine Leistung, die man anei kennen muß, und der selbst die Bank von England nichts an die Seite stellen kann. Man sagt nun, was hat aber die Vermehrung des Metallschatzes mit dem Notenumlauf zu thun? Jetzt haben die Antbeilsschern-Jnhaber gar kern Interesse, ob 200 oder 1000 Millionen Mark Gold m Reserve liegen, deshalb hätte ich dringend gewünscht, den unproduktiven Notenumlauf in ein Verhältniß zum Baarvorrath der Bank zu setzen. Ich bin allerdings überz-ugt, daß die Fürsorge VcS Hcrrn Reichs bankpräsidenten auch für die Zukunft eine Hcrab- Minderung dr« GoldvorratbS der Bank verhüten wird. Ich muß noch zu einigen persönlichen AuSeinanders'tzangen schreiten. Herr Meyer. Halle hat mir nachgesagt, ich hätte in einem Artikel des Deutschen Wochenblatts vom IL Juni d. I. ein Fallen der Kohlenprcise prophezeit und daraus könne man den Werth meiner übrigen Proph zeiungen ermessen. Diese Bemerkung iftrkennzeichnend für die Art, wie von jener Seite gekämpft wird. Ich habe nämlich in jenem Artikel von dem allgemeinen Sinken der Preise gesprochen, da« durch Schutztölle in den einzelnen Industrien mit Ausnahme der Kohtenindustrie, auf- gehalten worden sei. Damit brachte ich den Kohlenstrerk in Verbindung und habe weiterhin von dem infolge des Streikes zu erwartenden Steigen der Kohlenpreife ge- sprachen. Was den Bimetallismus anlangt, so habe ich ein allgemeines Sinken des Preisniveau« des Silbers prophezeit, und ich frage die Herren, ob ich nickt Recht behalten habe; ick habe ferner prophezeit, daß alle Staaten im Laufe der Zeit sich mit Schutzzöllen umgeben würden, und auch die« ist eingetroffen. Herr Meyer hat ge- sagt, ich scheine die Expoitplämien erhöhen zu wollen. Herr M yer halt« kein Reckt, mich solcher Bestrebungen zu zeihen, nachdem ch mich im vorigen Jahre für die Herabs tzung der Exportvergütung für Zucker ausgesprochen habe. Die Argen- tinische Valuta habe ich nicht als mein Ideal bezeichnet, ich habe nur auf die Nachtherle einer überwerthigen Valuta wie die unserige hingewiesen, die den Export erschwert, den Import er- erleichtert. Ueberhaupt hat Herr Meyer eine Reihe unbewiesener Behauptungen aufgestellt— ich möchte ihm doch rathen, auf das Gebiet der gesunden Kalauer, mit denen er uns so oft erheitert hat, zurückjukehren.(Heiterkeit.) Zum Schluß Hot Herr Meyer gesagt, baß seine Partei einstimmig und mit Begeisterung der Vorlage zustimmen werde. Ich möchte doch an die Herren von der Regierung die Frag« richten(Aha! link«), od nicht ein großes Bedenken darin liegt, wenn eine Partei, die zu der gesammten Wirthschastkpolitik der verbün- beten Regierungen in so schroffem Gegensatz steht, in der Bankpolitik ihr zustimmt.(Beifall recht«. Lachen links.) Mich würde dies sehr bedenklich machen. Reichsbankpräsident». Decheud: Herr v. Kardorff hat gemeint, ich hätte seine Ziffern der Hauptsache nach bestätigt. Dies muß ich zm ückw eisen. Die Bant von Frankreich hat nicht doppelt so viel Gold, als wir. Im Gegentheil, ick habe gesagt, e« sei zwischen den Goldvorräthen unserer Reichs- vank und der Bank von Frankreich kein wesentlicher Unter- schied. Abg. Freiherr», Ktumm(Reicksp.): Nach den bisherigen Verhandlungen könnte«S scheinen, als ob auf dieser Seite de« Hauses nur Gegner der Regimtni Soor läge äßen. De«herb bm ich von der Mehrzahl memer Freunde beauftragt, ouszusprecheu, daß wir für die Regierungsvorlage eintreten. Wenn ein Mann, wie der Herr Reichsbankpräsident, dessen Verdienste um ldie Reichsbank von ollen Seiten— mit einer Ausnabme vielleicht — ungetheille Annkennung gefunden haben, für den Fo-t- bestand des biSberigen Verhältnisses eintritt, so glaube tck, lönnen wir der Autorität eines solchen Manne« folgen. Er darf als Autorität gelten nicht nur in Bezug auf die Va- waltung der Bank, sondern auch in Bezug auf die Ol- ganiiation deiselben. Ich werde für die Regierungsvorlage stimmen. Abg. Graf». Mirbach(dkonf.): Ich möchte betonen, daß ick darauf nur hingewiesen habe, daß der Baarbestond der Bank von Frankreich ein größerer ist. al« der der Reichsdank. Herr Bamberger selbst hat meine Angaben bestätigt, mbem er darauf hinwies, daß Frankreich einen Geldumlauf von 3 Milliarden, Deutschland einen solchen von 2 Millimden hat- Nicht hetunterst tzen will ich die Reichsbank, eine Kritik aber muß sie sich gefallen lassen— unter der Kritik ist sie nickt. (Heiterkeit.) Nach meiner Auffassung sind die Z ffern oü Herrn Staatssekretärs nicht ganz richtig. Ich habe ausgerechnet, daß bei Annahme der Regierungsvorlage das Reich eine Mehreinnahme von 600000 Mark, nach Annahme des Antrag» Huene außerdem noch eine Mehreinnahme von 586 000 Ma>k haben würde. Die der Reichsbank zustehenden Privilegien holte ich für sehr wichtig; ich möchte nochmals bitten, den Antrag des Grafen Stolberg anzunehmen. Abg. Frhr. oo» Huene(Zentrum): Herr Freiherr von S umm hat auf das Vertrauen hingewiesen, das wir de« Herrn Reichsbankpräfidenten schenken können. Ich stimme dem zu, glaube aber in Nebendingen kann man doch anderer Meinung sein. Die BankanthalSeigner stehen in eincin anderen Verhältniß zum Reich, a s die Konsolsbesitzer. Die Bank ist ein Geschäft für sich, daS Reich hat das Recht, die- selbe zu übernehmen, darnach muß sich der Werth der Bank- e-ntheilsscheine richten. Die Regierung will die j tzige Organisation beibehalten, doch ist es ihr unbestreitbares Recht, die Be- dingungen für die AntheilSeigner festzusetzen. Ich bitte um Annahme meines Antrags Staatssekretär». Kötticher! Der Herr Vorredner hat Recht, wenn er sagt, unzweifelhaft habe das Reich die Befug- mß, nach dem 1. Januar 1891 die Bank zu übernehmen. Ob darin auch die Befugniß liegt, die Bedingungen in der vom Herrn Abg. v. Huene gewünschten Weife zu gestalten � und einen derartigen Druck auf die AntheilSeigner ouszuübin. das möchte ich in Zweifel ziehen. Rechtlich ist das Reick freilich in der Lage, die Bedingungen nach seinem Willen festzustellen. Doch glaube ich, wir müssen hier auch die Billig- keitsgründe in Betracht ziehen, und diese scheinen mir daraus hinzuweiien, daß wir den AntheilSeignern für das von ihn-o übernommene Risiko ein gebührendes Aequivalent bieten müsser- Ich glaube, daß wir denselben gegenüber nicht weiter gehen dürfen, als die« in der Regierungsvorlage geschieht. Ich glaube, Sie werden sich gründlich überlegen, ob Sie d* Unzufriedenheit der AntheilSeigner erregen und die Möglickk» schaffen wollen, daß dief.löen da« Angebot ablehnen.(Ruft recht«: Schadet nichts!) Ich sage nicht, daß die«_»«nbe- dingt die Folge sein wird, aber der Herr Bankpräsisem versichert mir, daß er fest überzeugt ist, die Art t Herl»- eigner würden nicht darauf eingehen. Ich bitte also, die V»'' läge unverändert anzunehmen. Für den vom Herrn Vorredner beantragten Setz von 5 pCt. findet sich nirgend ein Anhau- und der ganze Unterschied würde sein, daß die AntheilSeigorr '/ o weniger, das Reich'/>« mehr erhalten würde. Wollrn See einen Beichiuß fassen, der der rmio entbehrt, auf teimr festen Grundlage beruht, gegen die AntheilSeigner unl»� verfährt und die Reichsfinanzen nur um 4 bis 500 000 � bessert? � Abg. Klemm(deutschk.) erklärt sich NamenS der Mrnorilm seiner Partei gegen den Antrag Stoiberg, der den Zustand in � ZwischenzeitbiSzurKündigungimJahre 1891 zu einem unleidlickru machen würde. Derselbe gebt keinen Anhalt dafür, wie dt« Aufrechterhaltung der Notenbanken ausgeführt und wie da Beirath organisirt werden sollte. Der Antrag sei ein Torft und keiner der gesetzgebenden Faktoren würde an einer solch'" Operation, die an dem Gesetz vollzogen werden solle, Beftf- drgung haben. Abg. Meqer-Halle(in persönlicher Bemerkung): In dem Artikel des H.rrn v. Kardorff hieß es wörtlich: daS Sin»' der Kohlenpreife schwebe wie ein unabwendbares Fukn" über der Kohlenindustrie. Wenn der Herr e« nach der P�r1' mentarischen Ordnung für zulässig erachtet, mir zu rat»'» mich auf da» Gebiet der Kalauer zu beschränken, bemerke i«- daß ich mir da« Reckt nicht nehmen lassm werde, auch Zukunft lederne Produkte aller Art nach Gebühr zu verarbeiten- (Heiterkeit.) Abg. o. Kardorff: Ich habe erst j-tzt vom Herrn Bor rebner gelernt, daß er der ehrsamen Zunft der Schuster anzn- gehören schemt.(Heiterkeit.) ES wird zur Abstimmung geschritten. Urber da« Amen dement des Abg. Frbrn. v. Huene wird auf Antrag Abg. v. Wedell-Malchow namentlich abgestimmt.. 4. Abstimmung ergiebt die Ablehnung des Antrages mit gegen 94 Stimmen.-j Gegen den Antrag stimmen die Nationalliberalen, m Ausnahme be« Abg. v. Fischer, die Deutschfreisinnigen» schlössen;--------*■- Kulmiz, Frhr. v. saaBpaoi, yurst flu\auiuiuiv/ v. Eckardstein»nd F-Hr. v. Gülltiegen. Dafür stimmen° Z-ntrum mit Ausnahme der Abgg. Rudolphi, v. Stro deck, Timmermann, Aichbichler, Freiherr von Buo' dl« Deutschkonseroativen mit Ausnahme der ordneten Hultzfch, Klemm und von Seydewitz,'"v» von der Reichs partei die Abga. Henning, Hol», von Ka' so> Leuschner, Merbach, Robbe, Schultz Lupitz, Baumbach-Ati butj, Bayho, Gamp, Gehlert und von GoldfueS. Fern« Elsasser, Polen und Sozialdemokraten. jz Die Regierungsvorlage wird hierauf m großer Mehrheit angenommen. ,, � Die Abst mmung über die Resolution erfolgt erft der dritten Bera hung....P Die Berathung der weiteren Tagesordnung Dienstag 1 Uhr vertagt. Schluß 5i Uhr. ——. p Di» Losialkommilsson veiöffentlicht nachstehend die � der Wucht, die ihre Lokal« zu Versammlungen herxeveii b merkt hierzu, baß dieselbe wöchentlich emmal mt' Abänderungen abgedruckt wird, ferner, daß Veröffentlim � in Bezug auf die Lokalfrage nur von den He?'" Ott« Werner, Sebastianstr. 72, Arno Winter, Köpenicker ftr. 1 Heindorf. Longeftr. 70, auszugehen haben. Alle everu Unregelmäßigkeiten find an die genannten Herren»u o»"" Adler-Brauerei, Gesundbrunnen. Aktienbrauerei Moabit. Bergschloßbrauerei, Rixdorf. B> yer. Neue Grünstr. 14. Bock-Brauerei, Tempechofer Berg. Böhmisches Brauhaus. Bönhoff, Müllerstr. 142. Bötzow'« Brauerei. k ich1"1 vhi fffen tz d 1% Hit % K k S' 'o 7% I I c «id di S sc iS*1 Öt Li s* "bt '« V 'K Ü Bolzmann, Andreas str. 26. Bobert, Wein str. 11. Brauerei T-voli, Kreuzberg. Brauerei Königstadt. Brauerei Fnednchskain sLipS). Brauerei �riedrichshühe(Patzenyofer). Brauerei Piefferberg. Buogenhaaent.sches KonzrrthauS, Alte Jakobstr. 35. Mündt, Köpnickerftr. 100. Norddeutsche Brauerei, Chausseestr. 58. Orschel, Sebastianstr. 39. Pohl, Müllerstr. 7. Renz' Salon, Naunynstr. 27. Rennefahrt's Salon, Dennewitzstr. 13. Reyer, Alte Jakobstraße 83. Roll, Adalberlstr. 21. Sachow, Müllerstr. 136. Eaeaer, Grüner W'a 29. Sahm'S Klubhaus, Annenstr. 16. Sanssouci, Kottbuserstr. 4(20 M.). Scheffer's Salon, Jnselstr. 10. Schtoßbrauerei Scktöneberq. Schneider, Belforterstr. 15. Schröder, Müllerstr. 178(Weddingpary. Schiveizergarten, Am Köniarlhor. Silbers Salon, Schwedterstr. 24- Süd-Ost, Waldemarstr. 75. Neustädtischer Volksgarten, Proskauerstraße. Unions brauen i Haienhaide. VereinSbrauerei(R xdort). Viktoriabrauerei, Lützowstraße. Volksbrauerei(Moabit). WeimaNn's Volksgarten Gesundbrunnen. Wen dt, DreSdenerstr. 116. Wollschläger, Blumenstr. 78. Wohlhaupt, Manteuffelstr. 9. � Aemter, Münzftr. 11.. l..?«» Herr« F. Happoldt, Lager-Brer-Brauere«, Hasen- 32—38, erha ten wir folgendes Schre den:»An die Aktion des»Dolksblait", hier, Zrmmerstr. 44. Zu meinem Erstaunen erhalte ich heule von meinem Restaurateur »Heilung, daß auch ich auf der Liste der zu boykott'renden ■•tokien stehe und zwar weil ich bis j-tzi keine Erklärung IiÄen habe, daß, wenn ich einen Saal hätte, ich ihn auch A'dnter- Versammlungen hergeben würde. Es ist mir eine Erklärung bisher nickt abg-fordert worden, auch nicht gekommen, daß eine solch« von mir freiwillig er» eaens�- Wundern muß ich mich jedoch, daß man mir der seine aibeitei freundliche Gestnnung doch stets iw v°"°»nt hat— stehe Auestellung für Unfallverhütung— ittS-I'1'st, ob ich gesetzlich erlaubte Arbeiter.Versammlungen üiiz würde, wenn ich einen Saal hätte. Ich habe 5«r >11__________ i___________________... öff nllich ausgesprochen, daß ich das Vorgehen der �iiv?'''cht für richtig halte, eine gesetzlich erlaubte Verkomm- «Mr, zu hindern, daß fie einen Druck auf die Wirthe Ntn ft•Patte ich«inen Saal, so würde ich ihn den Arbeilem tr,z, �"ändlich zu Versammlungen herg-ben. Ich ersuche eine *'8 iii i** Redat'ion, diese« Schreiben zur öffentlichen Kennt- -dringen. Hochachtungsvoll F. H ppoldt." �»«r w Kandidat der Deutschfr-istnnig-» im ersten Bcr- bis«. r�dlagSDahlkttiie wird an Stelle von Klotz, welcher hohen Allers ei sstk», v?'chtsdirettor �. '.ditlfoch wenigsten«, für Nationalliberal und steht leden» Mr weit rechts. Für die fteistnnioe Partei scheint ihn Wr* lt-entdeckt" zu haben. Daß Nalionalliberale den i�tr.,? m1" Zn'ungSunternehmungen einstreichen, welche einer W Partei dienen, kommt öfter vor. Außer seiner Stel- Sio,. Landgenchtsdireklor bekleidet Herr Lesstng noch die •\ f.,' mühsame und einträglichere al« Haoptbesttzer der �eik Z itung", deren Annonzen einen kolossalen Gewinn e»dJ*?V Vielleichl behandelt der sozialdemokratische Gegen» s,z. drs Herrn Lesstna, Herr G. Schulz, einmal in einer > cSte Forderung der Verstaatlichung dk« JnseratenwesenS; M�dge ist gar nickt unaeeignet, um an ihr die Größe des slagSivadlktklit-------------. ,w ein Mandat nicht mehr annehmen wtll, L e s s i n g bezeichnet. Derselbe galt „ zwischen dem Allgememintercffe und dem heute Prioatinteresse zu zeigen. "n»««st de« Anuonzlre«« war früher unbekannt. SrU alt« Zeitungen in die Hand nimmt, so Äift. n die Annonzen stch äußerlich nickt vom Text. Em �°>nt war unbekannt: Amtliche Bekanntmachungen, """""igen, Geldgesuch«, Wein. undTheeankündigungen, is Signalements weggelaufener Bauern und Herr» «?■ �'ener— alle« läuft bunt durcheinander.� Aller- der Annonzentbeil schn l.� 5.�' Zeitung von 1761 finoet-----—„--_... A Seil» 10 bis 12 bescheidene Inserate. Der Stil., st schnell übe, flogen. In der avet man regelmäßig nur out p" nili.i.' er, vi» 12 bescheidene Inserate. Der Stil ist 38ei\$n' erzählender, von Rcklameton keine Spur. Da Werbungen für Freibataillone und Husarenre» >>»«""1. dem Recht des Beulcmachens und Oberst QumtuS �denh�Ä�t sogar sämmtlrchen stch bei ihm zum Eintritt �>Ii»,s> Deserteuren im Namen des Königs Generalpardon. rr?�'ener und Bauern bilden ein stehendes Kapitel; selbst § �de,unge von St. Georgen befindet stch unter den Flucht. in-» dem rachsüchtigen Ton der Annonzen kann man dirt'wiU/>ß es ihnen übel ergangen sein wird, wenn man Treuloser",»boshafter Mensch" find die regel- inchnungen. Em davongelaufener Bauer, welcher �Neiß�-doslicher Weise hat stehen laffen", w,rd sogar »n»» Wff-wichl" titulirt. Eigentliche GeschaftSannonzen sehr dürstig. Z. B.:»ES hat Jemand gutes � den Ä�°l» zu verkaufen. Wer dazu Belieben hat, kann � nähere Anweisung bekommen. Oder.»Wo �'»vagn-- neuer Bourgogner Wein, wie auch ertra delikater wT" un? Ungarischer Wein zu haben ist, solck-S kann d,.'r Klient'.""9«fahren." Da« Vermiethen muß damals �.�'ilh. r�lf i,n schlechtes Geschäft gewesen sein. Denn -I-» hriiii.�"d unmenschlich böstick..Wer dazu Belieben m Schür �/"paan-i-»euer Bourgogner Wein, wie aucy»»»»»»-» >„?>n der Ungarischer Wein zu haben ist, lolcheS kann > bei-. Zeitung erfabren.- Das Vermiethen muß damals Geschäft gewesen sein. höflich.»Wer dazu v">=0. am Schluß einer WohnungSankundigung, �»"°nnablen Akkord« gewäriig sein". VVv0«« de» Ei, spart« hat, wie daS»B. T. vi-i. �achmlllag der Wilmersdorfer See gefordert. »iij.'Nlliiu dT«?.'?8ehn Jahre alte Sohn Max des Sattler« � Eis J« c-dott« stch nnt noch anderen Spielgefährten � Sees begeben, stch aber vorwitzig zu weit binauSgewagt. Er gericth an eine etwas wärmere Stelle des SeeS, wo das Eis nur etwa zwei Zentimeter stark war. Das- selbe barst plötzlich auf weite Fläckln hin auseinander, und der unglückliche Knabe stürzte mit lautem Hilferuf in die eifigen Fluthen. Das Unglück war gleich bemerkt worden, und der Bad, meister Thüle traf sofort Anstalten zur Rettung des ver- zwe,flungsvoll mit den Wellen Ringenden. Unter den Knaben des Ortes war Schumann als der biste Schwimmer weit und breit bekannt, und so glaubte man denn auch ficher an eine Rettung de« Eingebrochenen, als man den Knaben, nachdem er au« den über ihn zusammengeschlagenen Fluthen wieder auf» 8«taucht war, wacker dem Ufer zuschwimmen sah. Beinahe atte er ferne Retter erreicht, und der Bad, meister rief ihm noch aufmunternd zu:»Noch zwei Stoß, Max. halte aus!" als der Kaade plötzlich schwerathmend mit den Worten:»Ich — kann nicht mehr!" in die Fluthen zurücksank. Wahlschein- lich hatte ein Herzschlag dem jongen Leben ein Ziel gesetzt. Eist nack anderthalb Stunden gelang es, die Leiche an da« Ufer zu bringen. Di» Auslieferung des Defraudante« Döring ist nunmehr von dem österreichischen Justizministerium genehmigt worden. Demgemäß begeben stch zwei Berlmer Kriminalbeamte nach Hohenelbe, um die Ueberführung des Defraudanten zu bewerkstellige". Das gestohlene Geld wird, wie die„Post" er» fährt, nach Maßnahme des österreichischen Ministeriums durch die Post an den Untersuchungsrichter bei der hiefigen Staats- anwaltfchaft direkt übermittelt und von dieser an die Firma Schoppack u. ffo. ausgezahlt werden. Eine fast dreitägige Ruhe der Feuerwehr wurde am Freitag Noch mittag 2 Uhr durch einen Brand auf dem Grund- stück Friedenstr. 94 unterbrochm, dessen Stläte im Dachgeschoß des Vorderhauses und angrenzerden rechten Seitengebäudes bildete. Späte Wahrnehmung htte auch hier wieder zur Folge gehabt, daß da« Feuer bereits rech: umfangreich fich ent- wickelt hatte und in mächtiger Flamme zu den Dächern beider Gedäudetheile herausschlug. Der UrsprungSort war der Bo- denroum des Vorderhauses. Die hier lagernden bet'ächtlichen Vorräthe an Holzabschnitten, auS den Tischlerwerkstätten im Ouerg, bände herrührend, hatten die kränge Entfachung der flammen, sow'e ihre demnächstige Fortpflanzung begünstigt. ür den Angriff gestaltete stch die Zugänglichkeit der Boden- räume vom Vorderhause und vom Seitengebäude au« recht vor- therihaft, indem das Feuer durch die von beiden Seiten vorgenommenen Schläuche je einer großen Hand- druckipntze sofort umstellt werden konnte: einen dritten Angriffspunkt gab das Dach des NedenhauseS ab, von wo aus mit einer dritten Handdruckspritze das Feuer auf wirksamste Art in seiner Gesammlausdehnung bestrichen wurde. Die Begrenzung des Brandes war bald erreicht, seine vollstän- dige Niederlage nahm-dagegen eine mehrstündige Thätigkert in Anspruch und die AnfräumunaSarbeiten zogen sich sogar biS gegen 7 Uhr hin. Die betroffenen beiden Dachgeschosse find etwazurHälftezerstört,während die darunterliegenden Wohnungen nur durch Waffeischaden gelitlen haben. Ueber die EnlstehungS- Ursache ist nichts bekannt geworden. Abends um 6 Uhr fand in einer Wohnung Franzstraße 6 ein unbedeutender Brand statt, welcher durch ausgelaufenes und entzündetes Petro'eum aus einer zertrümmerten Lampe hervorgerufen war. Der letzte Allarm Sonnabend Vormittag 10) Uhr nach Andreasst aße 50 detraf die Explosion einer mit Steannöl gefüllten Flasche in einem Droguengeschäft, dadurch verursacht, daß man die Flasche behufs Auflhauens ihres Inhalts unvorsichtiger Weise auf einen geheizten eisernen Osen gestellt hatte; sonstiger Schaden ist nicht entstanden. Ei« verheerende« Feuer wüthete in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag aus einem in der Motzstraße be- legenen Grundstück. Gegen Mitternacht schlug au« einem mit Stroh und Heu gefüllten Siallgebäude plötzlich eine haushohe Feuersäule empor. Die Berliner Feuerwehr erschien zuerst auf der Brandstäue, später trafen auch die Schönebrrger und die Charlottenburger Feuerwehr ein. Erst nach zweistündiger Thätiokeit der Spritzen gelang es, des Feuers Herr zu werden. Ein Pferd, zwei Ziegen und mehrere Hunde kamen in den F ammen um. Allem Anscheine nach ist die Entstehung des Feuer« auf Brandstiftung zurückzuführen. Kerliuer Humor. Auf dem Heinrichsplatz hatte fich vor- gestern Nachmittag eine große Menschenmenge angesammelt, die hinauf in die Lüfie blickte, um die wilde Jagd eines Stößers hinter einem Flug Tauben die allgemeine Aufmerksamkeit fcsselte. Kommt da ein junger Elegant daher, gesellt fich auch zu den Neugierigen und frägt einen neben ihm stehenden Schusteijungen in vornehm herablassendem und etwa« näseln- dem Tone:»Was ist denn hier los, mein Sohn?" Der Junge sieht sich erst den Fragesteller an, blickt dann zum Himmel m d sagt mit gleichmüthigfter Miene:»Es ist nischt weuer los! Es ist blos een Droschkenpferd da oben gestürzt!" Em Gelächter erhob fich ob des»da oben" gestürzten Droschkenpferdes und während der Junge stolz um fich blickte, zog der Elegant klein- laut von bannen. Nähere» zu dem Raubmorde in der Grünauerstraße. Unter L.itung des Grasen Pückler traf gestern gegen 12 Uhr Vormi tags die Kr minalpolizei und die Staatsanwaltschaktan dem Tdctorte ein. Festgestellt wurde nun, daß der 32 jährige Telegraphen. Assistent Beer, weicher verlobt ist, zum Beluche feiner Braut drei Tage nach Sarau grwesen ist, und von dort vorgestern Abend gegen 9 Uhr wieder hier einttaf; er begab fich ermüdet sofort nach feinem Zimmer und legte fich nieder: als er am gestrigen Morgen gegen<3 Uhr die Küche betrat, fand er die 56 Jahr zählende Frau Stehl am Boden liegend, jedoch hatte er am Abend oder m der Nacht kein Geräusch wahrgenommen. Der Mord muß nach Ausspruch des herbeigeeilten Gerichts- arztes»wischen 6-8 Uhr stattgefunden haben und ist der Tod, dem Befunde nach, gegen 7 oder ist Ubr eingetreten. Da» Küchenbeil, welche« der Thäter zu dem Morde benutzt hatte, und welches gewöhnlich hinter dem hölzernen Kohlenkasten stand, wurde vollständig blutig im Kohlerckasten vorgefunden. Mit dieser Waffe waren der Unglücktichen zwei Hiebe hinter- rückS über den Kopf beigebracht, von denen der erste, an- scheinend auch d.r tödtliche, direkt über den Scheitel ging, während die zweite Wunde sich hinter dem linken Ohre befand. Die Frau lag mit dem Gesicht auf dem Fußboden, der Kopf der Kuchenthur zugewendet. Hart neben ihr stand ein Küchen- stuhl, auf welchem ein Spiegel lag, der mit einem Tuche zu- gedeckt war. Neben der Leiche lag der kleine Hund der St., welcher fich bisher vollständig ruhig verhalten hatte; das Thier, welches man auch am Abend vorh/r nicht hat bellen hören, war vollständig eingeschüchtert und näherte fich den Ew. tretenden winselnd. Fast hat e« demnach den Anschein, als ob die Frau den Spiegel eben benutzt hatte, als fie von dem ihr sicherlich bekannten Mörder die tödtl'chen Wunden erhielt. Die unter der St. wohnende Frau Klaehne hörte gegen 4 Uhr Nachmittags in der St.'schen Wohnung Fußtritte, welche an- schonend von Kindersüßen Herrührten. Dieser Frau gegenüber halie fick die Ermordete dahin ausgesprochen, daß fie dem seit dem 1. Mai bei ihr wohnen dm Beer kündigen wolle, da derselbe ihr gegenüber mehrfach schroff aufgetreten und auch wiederholt die Miethe unregelmäßig bezahlt Hobe. Der Mörder hat nach verübter That die Schränke und Kommodm der St. aulg' rissen, jedoch konnte noch nicht mit voller Sicherheit fest- gestellt werden, wa« alles gestohlen ist. In letzte« Zeit stnd hier mehrfach» Einbruch« ver- übt worden, wobei stet« nur baares Geld und meist größere Summen gestohlen wurden. Es ist nun der»Post" zufolge am letzten Freitag der Polizei gelungen, den Urheber dieser Diebstähle in der Person de« vielfach vorbestraften Kellners Paul Koß dingfest»u machm. Derselbe gehört ebmso wie Weißhuhn, welcher erst kürzlich in-wem Schauerroman fi'ne Verdrecherlausbahn verewigt hat, zu der.Ar,st°krat,e" der Em- brecher, d. h. so lange das gestohlene Geld ausreichte. Wartin erfolgreiches»Geschäft" gemacht, so erhob Koß fich selbst in dm Adelsstand und lebte als ein Baron»Fmzk," in Saus und Braus. Als Grandfeigneur kleidet« er fich sofort ein, trug Lackstiefeln bis zum Knie und schaffte sich dre werthvollsten Pelze an. War dies geschehen, so begann rn Leben voller Lust in dm Lokalen, wo der Champagner von »arter Hand kredenzt wird. Jedm Abend verzechte der»Herr Baron" Lb-r 100 Mark in diesem süßm Naß. Am Freitag Abend nun ereilte ihn sein Geschick. In einim Lokal»n der Lmienstraße wurde Koß von zwei Kriminalbeamten getroffen. Doch seine Festnahme sollte nicht so leicht von Statten gehen. Koß, welcher herkuiische Kräfte befitzt, setzte fich zur Wehr, und nur mit Aufbietung aller Geistesgegmwart vermochten du- Beamten dem wuthschnaubenden Verbrecher dm Revolver zu entwinden. Dann wurde»Baron Fenzki" geknebelt und folü? zur nächstm Polizeiwache geführt werdm. Doch auf der Straße zerriß Koß mit übermenschlicher Anstrmgung den Knebel und entsprang. Eine wilde Jagd begann, Koß wmde eingeholt und nach weiterer Gegenwehr festgemacht. Mit ihm wurde sein»Freund", der Technck-r v. A., verhaltet. Auf dem Kau i« der Millibald-Aleeissteatze ver» unglückien bekanntlich am 23. Juli 6 Mann, Maurer, Zimme» leute und Arbeiter. Von diefen ist der Arbeiter Eng« bereits verstorben. Es geht nun die Nachricht durch die Zeitungen, daß die übrigen Verunglückten bereits aus dem Krankmhaus« als geheilt entlassen feien. Das ist jedoch nicht der Fall; der Maurer Hermann Puhlmann liegt augenblicklich im Kranken. häufe Bethanien. Bis Ostem ist noch keine Aussicht, daß er geheilt werden wird. Ob er seine Arbeitsfähigkeit jemals wie» der erlangen wird, bleibt mindestens zweifelhaft. Pollzeiberichb. Am 30. v. M. Vormittags wur!« ein Mann auf dem Boden eines Hauses in der Gerichtsstroße er» bängt aufgefunden.— Als Mittags ein Kaufmann auf dem Spittelmarkt einem Pferdebahnwagen zum Besteigen nachlut, wurde er vor dem Haufe Nr. 14 von einer vorüberkommnrden Drolchke überfahren und erlitt hierdurch, außer Verletzunrnn im Gesicht, einen Bruch des rechten Oberarmes. Der Ver- letzte wurde nach Anlegung eines Verbandes nach feiner Wohnung gebracht.— Nochmittag« gerieih ein obdachloser Mann in dem Schanklokal Müllerstr. 49 mit der Wirthm wegen Zrhlung der Zeche in Streit, wobei er derselben mit einem Messer einen Stich in den Oberschenkel beibrachte.— Um die» selbe Zeit stürzte fich ein an Krämpfen leidendes Dienstmädchen, vermuthlich im Zustande der Unzurechnungsfähigkeit, au» dr« Küchcnsenster der in der Bellealliancestraße im 3. Stock be- legenen Wohnung seiner Henschaft aus den gepflasteiten Hof hinab und erlitt anscheinend schwere innerlich« Verletzungen, so daß die Ueberführung nach der Charitee erfolgen mußte.— Nachmittags fiel ein Mann, als er in der Sommerstraße ernen Pferdebahnwagen besteigen wollte, aus eigener Unvoifichtigkeit zur Erde und wurde Übersahren. Er wurde besinnungslos nach der Charitee gebracht.— Abends wurde im Hausflur Prinzen- straße 99 die Leiche eines neugeborenen Kinde« aufgefunden und nach dem Schauhause geschafft.— Zu derselben Zeit wurde vor dem Hause Ackerstraße 66. ein dem Arbeiterstande anaehöiiger Mann von einem Omnibus überfahren und erlitt hierdurch, außer inneren schweren Veiletzungen, Brüche der beiden Oberschenkel und des Schulterblattes. Er wurde nach dem Lazarus-Krankenhause gebracht.— Am 1. d. M. Morgens vergiftete fich eine Kinderfrau in der Woh- nung ihrer Herrschaft in der PoiSdamerstraße mittelst Kleesalz. — Am 2. d. M. Morgens wurde die Wittwe Steh! in ihrer Wohnung Grünauerstr. 5 in einer Blutlache liegend todt auf- gefunden. Dieselbe ist augenscheinlich durch einen Hieb in den Hinterkopf ermordet worden.— Am 2. d. M. fanden an fünf verschiedenen Stellen kleinere Brände statt, welche von der Feuerwehr gelöscht wurden. Gertchks-Metkung. Eine«eunjährlge Zuchthausstrafe und 3500 Mark Geldstrafe ev. no» 155 Tage Zuchihaus warm, wie f. Z. be- richtet wurde, im Monat August einer höchst gefährlichm Hoch» stcplerin, der unve ehelichten Johanna Louise Kluge, durch Urtdeil der ersten Stra k immer des Landgerichts l auferkegt wordm. Zum letzten Wv't zugelaffm, batte die Angeklagte den Antrag gestellt, ihr mildernde Umstände zuzubilligm. Bei der UrtheilSoollstreckung war übersehen wordm, der Angeklagte« mitzutheilen, daß ihr letzicr Antrag abgelehnt wordm sei, und dieser kleine Formfehler bewirkte, daß die eingelegte Revifion vom Reichsgericht als begründet angesehm wurde. Gestern hatte di, selbe Strafkammer das Versäumte nachzuholen, indem der Gerichtshof nochmals die Frage in Betreff der mildernden Umstände zu prüfen hatte. Das Ergebniß war, wie voran«. zusehm, ein der Angeklagten ungünstiges, es blieb beim ersten Eckenntniß. Dt« gemeinsame Denutzung der Maschkuchen und Trockenböden hat schon viel Unheil angerichtet und darauf ist auch eine Anklage wegen Freiheitsberaubung zurück» zuführen, die gestern vor der 4. Strafkammer de« Landgenckts I gegen die Musiker-Ehefrau Marschall verhandelt wurde. Frau Marschall hatte gewaschm, allerdings nicht in der Waschku6)e, wie es die Hausordnung vorschrieb, sondem im Geheimen in ihrer Privaiküche. Die Wäsche trocknete fie auf dem Boden. Al« fie diesen Raum nach einigm Stunden betrat, um nach dem Zustande der Wäsche zu sehet-, glaubte fie ihren Sinnen nicht zu träum, eine andere Haus- bewobnerin klopfte mit ihrem Dienstmädchen nedtn der Wäsche Teppiche aus. Der Frau Marschall war dies natürlich unangmedm und es kam zwischm den Parteren zu einer erregten Szme. Die Angeklagte zog dm Kürzere?, weil ihr mtgegengehalten wurde, daß sie kein Anrecht auf den Boden habe, weil fie weder die heimliche Wäsche noch da« Trocknen beim Wirlh angemeldet hatte. Wüthcnd verließ trau M. den Boden, rächte sich aber dadurch, daß fie die !hür hinter dm Gegnerinnen zuschloß, so daß diefe gefangm warm. Die Einsperrung dauerte übrigens kaum 10 Minuten. Der Gerichtshof erklärte, daß er bei der Sache auf eine Geldstrafe erkannt haben würde, wenn dies nach dem Gesetze zuoeriäsag sei, so habe aber auf einen Tag Gefängniß erkannt werden müssm. Serztels ttelietlrrhk. Achtung! Mechaniker! In der öffentlichen Mechaniker» Versammlung am Frertag wurde beschlossm, die Sperre üier die Firma Biederwann u. Czernikow zu verbängm und so lange aufrecht zu erhalten, d,s die Zahlstelle Berlin dmstglieder gel-»«, warm. Nachdem die Versammlung eröffnet war, hielt Her Türk einen nnstuv digm Vortrag über die franzöfiscke Revolution, der von der Versammlung mit lebhaftem Beifall begrüßt wurde. «in» an» Sonntag Mittag im Kaat der Koenfsta- Nieder» Schönmaide tagende und von über 1000 Personm desuchte große öffentliche Volk»v,r. s a mm lu n g proklamirte nack> einem mit rauschendem Beifall aufgenommenen Referat des Buchdruckers Albert Schmidt über die bevorstehende ReichsragSwahl den Buchdrucker Wilh. Werner einstimmig zum Reichstagskandidaten für den Tel- tower Kreis.— Ferner wurde für den Ort Johannisthal die Gründung emeS Arbeitervereins beschlossen und sofort aus der Mitte der Versammelten heraus eine aus drei Personen be- stehende Kommisston zur Ausarbeitung der Statuten gewählt. Bezüglich einer eingebrachten Resolution, dahin gehend den 1. Mai 1890 als Feiertag zu betrachten, ward beschlossen, zu dresem Zvecke eine besondere Versammlung einzuberufen, da» mit auf gegnerischer Seite nicht wie schon geschehen, behauptet werden könne,»die Arbeiterführer hätten ihre Ar Hänger dresstrt wie d.e Hunde". Mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie schloß die Versammlung. Soit»r>»m»>«ratlsch»r Wahl»»»»!« fft» den 2. M»Ulkret». »ersxmmiuiia am Dlmsiag, den Z. Dezember,«bind« Sj llhr. Im groyen Eaalc der«lkioria-Brouerei, Liliowstr, IN, Tageiordnuna � i, Berlcht der iltrvtsoren Uber die BierteljadrSabreckinuna, 2. Vortrag über„Die politische Loge>m All- rem einen'. Rescicnl: Mar Bagindii, S, Diskussion. 4, VersldicdeneS und Frogekasien. Kaste willkommen. Neue MUolieder werden ausgenommen, auch «erden Lettrage dort entgegengenommen. Um zablreichel«rscheincn ersucht der Borftmtt. «roh» össentltch, zterfammlu»» d»r Maut»! Näsiorl»«»» rrnd Ztrd»tt,e«nn»» d»r Karr»», und Zpäseke Kchruider-i. towt« der lyiiglrr, mtipptr und Zuschurtd»» am 3. Dejemdcr. LdendS dij Uhr, im Deutschen Votkllheater, Echönbaulcr Allee Nr. lSS. TogeSoidnuna. 1. Welche Rechte entstehen für die Krau aus ihrer Stellung all Klau und Zuduftrie-Ar- detteiin? Reser entin: Krau Ihrer au« V'lttN. 2. Diskussion. Rege Be> theiiigung erwartet die LgitatsonS-Aommilston, I. it. Marie Berstenberg, Annenstraße 2. «r«S» yarfminnluna de» fnitatdemokratifch»» Wahloerein« fiir U,tton>-A»«ko«-Gtorkow«rsiarlotienkurg am Dienstag, den 8 Dezember. Sdend» 8 Uhr. in Cha tottendurg, Goie�Biauerct, Wallstr. 4S. Tagetordnung t Vortrag de« Herrn Rechtsanwalts Etadthaaen über l AnS titoteitand, an'« theurc. Ichlieh dich an t Sufr ahme neuer Mitglieder, Jeder Sr- deUer von dim betreffenden Kret« wird gedeten. sich aufnehmen zu lassen. lZa», verein d»r Uts-kler fiir d»n Norden. Dienstag, den». Dezember rr„ Adcnd« 3\ Uhr; Große V-rsammlung Tagesordnung l.Boitragvon Herrn Upelt über die Bedeutung der Blwerischastidtweguno 2. Dtskussion. 8 Setkstait«agelegenhetten. 4. Bcrschtedene«. Die Weikftatt von Müller, Ruvvineiftraßc S, wird hiermit laut Beschluß der legten Versammlung einge- Inden Der Bevollmächtigte. Ii»terstiich ungodund der Berliner Hanedtener. Dienstag, den «. Dezember,«tkud« 9 Uhr, bei Keucrstein, Alle Zakobftr, 15, 1 Zr,; Große Ve' sammlung. Tagesordnung: l. Mittheilungen. 2 Abrechnungen und Auf- »ahme neu-r Mitglieder.». Verschiedenes und Fragekasten. Alle Aollegen si, d ata«ist« sehr gern gesehen. Um recht zahlreiches Erscheinen diltet der Vor- ftai d Da» Bureau des Stellennachweise» des Bunde» ist Krausenstraße 18. Keirrv'-ch itmt Iii 81». Achinng: Die Volkivtt sammlung für den 8. Berliner ReichStagSwahl- kiei«, die von dem Maurer Hcirn Karl Piarr nach der Arend'schen Brauerei in Moabit einberufen war. wurde polizeilich nicht genehmigt. Die TageSord- nung lautete: Dte politischen Partiten im Deutschen Rstchstagc. Rescrent Herr Albert Eckmidt, Oamxrtin Berliner Kitdhaxer. Bcrsammluna am Dienstag, den S. Dezember, Abend» 9 Uhr. Zage»0!dnung: I. Geschäftliches 2. Werkstatt- angelegcnheitm. 8. Verschiedenes. Bibliothek., dend Soiiatdeniokr attfcher Stfi- und Zliokntirktub ZassaU». j-den Dienstag,«hendi 8\ Uhr, bei Ztemer, kuvrvstraße 16. Gaste durch Mitglieder können eingesüdrt werden N-uc Mitgttedcr werden aufgenommen. N«r»in«henealiger 87er. Dienstag, den 8. Dezember, Abend» 9 Ubr, Zusammenkunft im Aönigstadt-Kastno, Holzmarktstr. 72 Ehemalige 87er willkommen. verband deutscher Mechaniker und verwandter B-rufSgmosscn. lZahlstelle Berlin.) Beisammlirng am Mittwoch, den 4. Dezcnider Sdend» 8zl llhr, Snnenftr. 16. Tagesordnung: I. Vorttag. 2. Diskussion. 8. Regelung der Cprrae über die Firma Biedermann u. Ezernikow 4 Berschieoenei und Fragekaslen, Susnadme neuer Mitglieder, Gaste willkommen, Ausgabe der Billetd zum Stiftungsfest «Sroft» öffentliche Persamnetnng sämmtlicher Kchmlede Berlin» und Nu»(legend. Donnerstag, den 5, Dezember, Abends 8si llhr, bei Feuer- stein. Alte Iakobstr, 75, Kranken- und Kearäbniffkaff» der Kau- und Fabrikarbeiter Oertia».(6. H 18.) Außerordentliche Generalversammlung am Sonntag, den 8, Dezember, Vormittag« K# lldr im Lokal de» Herrn Sager, Grüner Weg 29. Tagesordnung:«orstandiwahl. Dal Kassenbuch legitimirt, llm zahlreiches Erscheinen der Mitglieder wird ersucht. »esang-,«nm- und gesellig» N»r»in» am Dimstag Gesangverein .Gutenberg' Abend» 8X Uhr im Restaurant Ouandt, Etralauerftraße 48.— Gesangverein.Alpenglühen' Abend« 9 llhr im Restaurant Hildehrandt, Prinzen- straße 97.— Echaser scher.Gesangverein der Elser' Abends 9 llhr bei Wols und Krüger, Ekalißerstraßc 126, Gesang.— Mannergesangverein.Gartenlaube' Abends 9 llhr im Restaurant Ktrk, Kottbuserstraße 22.— Gesangverein .Bouvardw' llnterhaltungSverein.Harmonie Abend« 8 llhr Eisendahnstr. 861». rant von Liebe.— BergnügungSverew.Mollig' AbendS 9 llhr im Reinicke. GtvSliraße 8. ieden Dienstag nach dem 1. und IS— S�rZ .Amphion' Abend» 9 llhr lm.Münchener Hof' Spandauerfst- u? � Rauchklub.Ztlin Wränge!' Abends 8 llhr bei Herichleb, AdalberM-»- � Rauchktub„Portoriko", AbendS 9 llbr, Manteuffelftraße 119 bei GttijMtt Rauchklub.Deutsche Flagge' Abend» 8 llhr im Restaurant Höndler.»»«Zi straße 11.— Rauchklub.FriedrichShain' Abend» 9 llbr im Restammv JW»3 SandSbergerftr. 116».— Rauchklub.Luftige Brüder' Sbmd» Al>9� Grothe, Kürftenbergerstr. 2— Bergnügungiverein.Fröhlichkeit Weg 29. Große Besellschaftistunde. verbunden mit Vortragen.»«5,5» kommen E''~~' Grüner Weg Große GelelllchaftSstundc, verdundm mu Bortragen, Entree frei.— Tambourverein.Sedan' Sitzung Aben»» g 9—10.— Tauibourverein„Ewigkeit macht stark", gegrm«�� Dirigent zur Zeit H Kamling Uedungistunde Abend» 9 Uhr Hahn Slsafferstr, 51. Meuefle Der �.Rrich«- AtqeiKer" enthält folgende machung:, Die nicht periodische Druckschrift»-D ior««' von Karl Henckell, erschien im.VerlaaS Magazin(Z. Sch«?� Zürich 1890", wird auf Grund der§§ 11 und 12 btsJtofiP geietzeS vom 21. Okiober 1878 gegen die gemeingefäh»«" Bestrebungen der Soziaidtmokratie und des 8 l der � ordnung Großherzoglichen Ministeriums des Inner« 23. Okiober 1878 hiermit verboten. Konstanz, den 28. November 1839. Gloßherzoalich badlscher Landeskommissär für die Kreise Konstanz. Vlllmgen und WaldShut' Engelhorn. Dezrsplhsn. (Wolff'» Telegrapsten-Kurean.) Kern, 2. Dezember. In Zürich ist heute ein ausgebrochen. Die größeren Blätter erscheinen in reduzw� Umfange. soll» SSM Große öffentliche Versammlung jämtlilher gcwerblichtt SlWrbcitn KeM mid Umgegtiii! am Mittwoch, den 4. Dezember, Abends 8H Uhr, in Klein'» Festsäte«. Ocanienstr. 180, TageS-Ordnung: 1. Bringt die Verkürzung der Arbeitszeit Bessnung Referent Albert Schmidt. 2. Diskusston. 3. Verschiedenes. Alle Arbeiter sind zu dieler Versammlung emgeladen. in den Arbeitsverhältnissen? >50 Der Einberufer. Große öffentliche Versammlung der Vergolder und Fochgenoffen Kerlino am MittWoch, den 4. Dezember, Abends 8 Uhr, m Kcheffer's Salon, Jnselstr. 10. TageS-Ordnung: 1. Bericht über den Verlauf der Arbeitseinstellung bei der Firma Methlow u. Co. 2. Diskusston.. p„ cx V1 m Gi 3. Die schwarzen Listen m unserem Gewerk, und wie stellen fich die Vergolder Berlins dazu. 4. Verschiedenes............ Zu dieser Versammlung sind die Herrn Arbeitgeber schnftlich eingeladen worden. Die Ktreikkommlsston Perbaud deutscher Gold-««d SUberardeiter(Jahistciie Keru») Grosse MBitgBiedepvepsammlung am Miitwoch, den 4. Dezember. Abends 81 Uhr, im unteren Saale bei Feuerstein, Alte Jakobftraße 75. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Zadeck, 2. Diskusston. 3. Verschiedenes.. Gäste willkommen. Um zahlreiches E'schkinen bittet_ Der V o r st a n d. 53 Carl Wunsch, Goldschmied««d Uhrmacher, 'empfiehlt sein reichhaltiges Lager von Gstlds, Silbers, AlstNides, Granats nnd Corallen-Waaren in neuen schönen Mustern zu billigen Preisen. __ Neaulateure, Wecker, Wand- nnd Taschennstre» r, A7ri__ in großer Auswahl. 110751 Eigene Werkstatt sür neue Arbeiten u. Repa». raturen an Uhren, Gold- u. Silberwaaren«. o*9 Achtung für Tabllkarbeiter und Arbeitemueu! Die Sperre ist über folgend- Fabriken verhängt: BergcmannS:Koch, R>xdorf, Hauplgeschäft und Laden Bergstraße 120, nwi» j Laden KoUbuler Damm 1, l Laben Vnnzenstraße, Keilpflug, Elloss--tstcaße 8, Laden, Grepling, Wasserlhorstraße, H i n tz e, Holzmarktstraße 68, Dresser, Gc. Frankfurterstraße 126, Thaer- straße 1, Läden. Am Mittwoch fi-.det in der Weinstraße 11 bei Feindt eine Delegirten-verfammluag statt. Die Vertieter jämmcklchcr Fabriken finv hiermit ein. «eladen. l38 Lohnkommisflon der Tabakarbeiter BerltuS, cm. Metallsirbeitn-Imii Kxrlins u. Umgegend. D i e n st a a, den 3- Dcz-mber, Abends 8 Uhr, in Renz' Salon, Nauvynstr. 27: Große Versammlllng. Tagesordnung: 1. Vorlrag über Lesfing, ein Lebensbild. 2. Ditkusston. 3, Di: Zustände in der Fabrik von Ludwig Löwe. 4. Aufnahme neuer Mitglieder. 5. Verschiedenes. Die Kollegen von Ludwig Löwe sind hierzu besonders eingeladen. 51 Der Vorstand. Tapifferie-Aueverkauf.„S, Große fertig gestickte Klumen-Tepplcke zum Füllen 6 Mk.— Ferlig gestickte Klnmen-Kopha- kisten zum Füllen L Mark.— Fert-g g-inckte Aephyr-Klnmenschuhe zum Füllen 1 Mark.— , 20 Dtzd. abgepaßte angefangene leinene Ttfch- ' Decken mit Franzen in crom«, weiß, grau(11 Elle Ouadrat) mit sämmtl. Zub. L'/e Mark.— Angef. (türkische Gckbrett Lambrequin« reich in Seide, sm«t Zubebör, Sh Mark.— Anaef. tärkltche nnd ' altdentjche Zephyr-Sophakisse««. Sessel mit ' Zubed. 3t Mark.— Angef. türk. und atlveutsche Krenzftich-Schnh» reich in Seide mit Zub. 2 Mk. '— Fertig geitrckle rütk. und altdeutsche Zephl)rschuhe (Kreuzstich) 31 Mark.— Abgepaßte angef. leinene Kommodendecke« mit Zub. 3 Mk.— Abgepaßte angef. Irin»«» Näktisch Decke» mit Zub. 21 Mk. — Reinseidene H-rren-Börsen 2 Mark, dieselben mit Perlen 3 Mark.— F-rtig gestickte lückische und alt- deutsche Sopdaktssen und Sessel 5 Mark.— Reizende ——_~,-- Ofenschirmstücke von 4 Mark an.— Angef. türk. und altdeutsche Teppiche.— Angef. u. musterferiige Ktnhl-Kordnre« reich in Seide von 5 Mark an.— Angef. Fei.lier-Lambcrqums mit Zubehör 8 Mark, sowie gestickte Fußsacke, Reisetaschen, Tuchsachen, vorgezeichnete Leinen-Stickereien-c. Jede Exirabcstellung wird auf das Gewissenhafteste ausgeführt und billigst berechnet. (tecar Sperber, aitctl. billigste nnii reichhaltigste Tasisterie-Mamlsaktur. Beplsn$ 27. Charlotten-Straße 27. 1 Treppe, 53 Zwischen Leipziger- und Kronenstraße. Nach Auswärts gegen Post-Vortckuß. Umtausch gestattet.— Sonntags bis Abends geöffnet. 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Fachverem der Tischler für de« Uorde«. Dienstoa, den 3. Dezember er., Abends 81 Uhr: in Lehma««'» Kalo», Schwedterstr. 23: Große Versiimmlung. Tagesordnung: 1. Vortrag von Herrn Apelt über die Be- beutunq der Gewerkschaftsbewegung. 2. Diskusston. 3. Werkstatt-Angelegenheiten. 4. Verschiedenes. Die Werkstatt von Müller, Ruppinerstraße 5, wird hiermit laut Beschluß der letzten Ver. sammlung eingeladen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. 15) Ter vedollmächtigte. Unserem Kollegen, dem Metallkünstler Linbrnheim, titu irender Rath v. Bin» gen. Tuilpan, zu seinem heutigen Wieg ein donnerndes Hoch, daß seine ganzen mentenftähle wickeln! Na, Paul, laß Dir man nicht lumpen! 571 Seine K-««» Todes-Aazeige. � Allen Freunden und Bekannten zur NalN«' daß wem lieber Mann, der Tischler Gottfried Diegntk am 30. November im Krankenhouse piötzltd S Herzschlag verstorben ist. Du Beerdraungl"�, am Mittwoch, den 4. Dezember, u-n 3 der Leichenhalle des neuen Jakobi- Kirchr«) aus statt. Die tiefbetrübte Wittwe Louise ttofß* Weimar-Lolteriß Ziehung f(j()Olt 14.— 17. Decbr. er. ä so.ooo rs Laos- ä 1 Mark, 11 Stück 10 (Porto u. Liste 20 Pf. extra) empfiehlt und vert'ndet Prüliss» Kank-Geschäft,„ Kerlw 8., Drevdenerstrasse 82/0®* Sämmlt. anderweltlg osserm� Loose find auch bei mir zu b»detz- Der vorgerückl-n Saison wegen liefere el�� Wiuter-Palelots sowie AvMI». zu dedeutend billigeren Preisen. Koulaote lungsbedingung. A. Borta,. Schneidermeister, Blüchcrstraße 26� ?.?lsts°h.«»»!-MIilt.� Ein neuer Lebrkmsus f. Damen u. Herren Sonntag, 1. Dezember, Nachm. 4 Uhr. y.jil Adalbertftr. 93 u. bei Beginn des Nntere�L> Q�arreu«uä Labake en gros eigener Fabrik en detail empfiehlt in größter Auswahl 452 C* Bösenberg, S6 Krtcdeuktr 36. i Zur pünktliche« Lieteruno des.Kerliner Volksblatt", der„Volks-TrldSne", sowie sämmittcher Krolchüren für Arbelter emvfiehlt sich C. Pirch, Ueteranenstr. 10. Wuffm!! (Durch Zufall spottbillig.) TvbtePelaitztzutton 1.50 M. Wa*oh> bär 4 M. Opossum 5 M. 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Wenn aber der VersoraungSpflichtige keinen «sab leisten kann oder will, wird die geleistete Hilfe als von 'dm selbst empfangen angesehen und bringt für ihn die mit dem Empfange von Armenunterstützung verbundenen Wir- '«gen mit sich. VersorgungZrecht in einer Gemeinde wird «ich fünfjährigen Aufenthalt in derselben erworben. Die Gemeinde hat das Recht, Rückzahlungen zu verlangen, l'bald der Betrrffende zahlungSfäbig ist. Ein Mann, der � Jahre Armenunterstütz una genossen hat, ohne dieselbe zu fr statten, darf nur mrt Genehmigung der Armenverwaltung fürathen. Die»Baseler Nachrichten� lassen sich telegraphiren: Der drlannte Passus in der Rede des Staatssekretär« v. Bismarck. j« von der Bundesgenossensckaft der Schweiz mit der deutschen «icksregierung gegen die Sozialdemokratie gesprochen wird, W hier in offiziellen Kreisen Aufsehen erregt, da die Richtig- «jt der dort ausgestellten Behauptung hierorts vollständig de- kitten wirb. Wie zu erwarten war, haben die sozialdemo- Nischen Blätter der Schweiz aus jenem Passus die schlimm- 'ich Folgerungen für das Verhalten der BundeSbehöcden ge- togen und werfen denselben Liebedienerei und Spielen unter Decke mit der deutschen Regierung vor. Da diese Vor- «Rse durchaus ungerechtfertigt find und der Bundesrath fie ''cht auf sich fitzen lassen kann, wird er demnäckst einen An- ergreifen, um im Nationalrath durch den Cdef des Aus- "«lizen. Bundesrath Droz, eine bezügliche Darlegung de« "ahren Sachoerhaltes erfolgen zu lassen. ,, Frankreich theilte mit, daß vom 5. Dezember d. I. ab jede �'nfuhr von Vieh deutscher oder österreichisch-ungarischer Pro- fchienz. auch per Tranfit durch die Schweiz und trotz hier- "iizer Quarantäne, verboten ist. j. Der Bundrsrath beantragt, in die Bundesverfassung die Mimmung aufzunehmen, daß der Bund befugt fern soll auf N Wege der Gesetzgebung eine obligatorische Unfalloersiche- Ng einzurichten. Der Bundrsrath soll weiter befugt sein, die Krankenoerficherung Bestimmungen zu treffen und für «nntliche Lohnarbeiter den Beitritt zum Krankenkassenverband 'kindlich zu erklären. Italie«. Rom, 28. November. Der Streik in dm Eismbahn- ftättm zu Turin hat einm bedeutmderen Umfang ange- mm, als man ursprünglich erwartm konnte. Die Zahl der 'steikmdm. die anfänglich 800 betrug, ist jetzt auf über 2000, b. auf sämmtliche Wcrlftättenarbeiter gestiegen. Die Werk« sten selbst find geschlossm und stehm unter polizeilichem Mutz, obwohl nichts darauf schließen läßt, daß es zu Un- ■fem komme. Die Streikendm verhaltm fich vielmehr außer- Deutlich ruhig und scheinen fest«ntschlossm, von ihren For- Hungen nicht abzugehen. Wenigsten« haben fie die Auffor- ,?«ng der Direktion, mit ihr i n Verhandlungm zu treten, 'Mehnt, da solche, nachdem die Arbeiter einmal ihre Forde- rNen mitgetheilt haben, überflüssig seien. Die Arbeitszeit, Jlfche bisher 12 Stunden betrug, soll auf 10 Stunden er- 5aßigt, der Loh» bis zu 3 Lire um 15 pCt., derjenige über jL&re um 12fe pC». gesteigert werden. Die Presse ver- Jjst ausnahmslos vie Forderungen der Arbeiter, deren Lohn �Zvnein als zu niedrig anerkannt ist. Mit 3 oder höchsten« 'Lire täglich kann eine Familie in Turin nur sehr kümmer- h«xistiren. Andererseils befindet fich die Mittelmeerbahn- ssellschaft in Verhältnissm, bei welchen te kein allzu großes "'er wäre, dm Forderungm der Arbeiter gerecht zu werdm. �.«in vom Professor Ferrari ausgearbeiteter Entwurf der Un- �Versicherung der Ardeiter, welcher bekanntlich auch von der ronrede angekündigt worden ist, wird gegmwärtia von einer "kungskommisfion berathen. Gestern hat diese sich mit allm , eine Stimme für das Prinzip de« Veificherungszwangs «fte. �limine|ut uu» oi'Jteben. Nach dem, was man hört, ist es sehr zweifelhaft, >t« Regierung und das Parlammt diesem Prinzip bei- �en werden. Im llebrigen will man mit der Unfallveificke- der Arbeiter nur ganz allmälig vorgehm und wird fie dj slweinlich zuerst auf die Bauhandwerker beschränken. Für l W r" e'n solches Gesetz bei der Sorglosigkeit, mit welcher | bei Bauten vorzugehen pflegt, allerdings am dringenftm Zllolralc?-. � jKft einem nenen Reklame zlnternehm»« waren zwei Unternehmer an die städtischen Behöroen herangetreten. �«balm fich die Erlaubniß zur Herstellung eine«»Weg- liiiik für Fremde und Einheimische" die Laternen- zur Anbringung eleganter Plakate in Flaggenform Zugmaschine frei zu machen. Doch eS war ein sinnloses Finnen; er mußte sich besiegt zurückziehm und sank L«abinet des KontrolmrS erschöpft auf einen Stuhl, L uor sich hinblickend, ohne einen Gedanken, ohne einen k8'• Endlich glaubte er etwas gefundm zu haben. Er ließ "ul rufen, und als dieser vor ihm erschim, schloß er sich 'hin allein ein. Nach wmigen Worten hatte er dm '%> �er Unzufriedenen durchschaut, hatte erkannt, daß als ehrgeiziges Streben ihn leite, und er versuchte, t." Schmeichelei beizukommen: Wie könne er, einer Arbeiter, so unklug seine Zukunft kompromittiren, 'hm: seit lange habe er sein Auge auf ihn ge- fi lan � habe sich vorgenommen, ihn schnell avanzirm A«,.' Warum wolle er da» alles zerftörm? Und er M''ndem er Chaval versprach, er werde ihn in kürzester Mm Aufseher machm. �h°°al hörte schweigend zu. Langsam öffnete sich seine e.oauft, und er überlegte: Wmn er den Streik er nie etwas anderes werden, als der �.""bannen zerstreut worden sein und werdm wohl nicht An'vmmen: es gilt, rasch sich unterwerfm und ohne J �"fahren!— Er schüttelte mit dem Kopf- schlug Aljch der Faust auf die Brust i er sei unbestechlich: nMer« von dem Rendezvous zu redm, welches er dm \,,"on Montsou gegeben, versprach er, die Käme- .beruhigen und sie zu bestimmm, die Arbeit wieder , �"• S blieb in dem kleinm Kabinet: auch die Auf- �"en t? sich abseits, und Alle hörten, wie Chaval, der bRn 0tren gestiegen war, zu feinen Kameraden sprach. ihn; ihrer Hundert verließen grollmd die SKSl g.'�offm, bei dem Vorsatz zu beharrm, zu dem % uberredet hatte; schon eine Stunde währte der bi?» �iug sieben Uhr, Helles Dämmerlicht drang yenster.—— (Fortsetzrmg folgt.) 1 — mthaltmd die Nackw-isunq von Hotelz, Geschäftshäusem u. s.w.— benutzen zu ürim. Siennll.m dafür den zehnten Theil der Brutto-Einnayme als Abgabe zablen und außerdem der Stadt und der Polizei für ihre Zwecke Laternen zum Nach- weis der Häusemummem, des nächsten Polizeibureaus, der Sanitätswacke k. zur Verfügung stellen. Der Magistrat hat fich diesem Antrage gegenüber ablehnend verhallen und der PetitionSau« schuß der Siadlverordneten-Versammtung hat fich auf dmselben Standpunkt gestellt. Derselbe erklärte e« zwar für wünsckenSwerth, daß Vorsorge getroffen werdm möchte, um die Hausnummern nach eingetretener Dunkelheit besser zu findm, erachtete aber doch die Straßen Berlins zur Ver- werthung der Latemenständer in der beabfichligtm Form nicht tür geeignet. Ueber de««ta- und Ausfuhrverkehr mtt Kedeus- mttteln in der Zentral- Markthaste, welche demnächst durch Erweiterung der Getersa' lagen noch erne wesmtliche Förderung erhalten soll, ergiebt ein Bericht des Direktors der Markihallen, Herm Schröder, folgendes Bild: Die Beförderung der Markthallengüter wird nicht allein durch besondere, nur in der Nacht verkebrmde Marklhallenzüge, sondern auch mittelst der Fem- und Vorortzüge der Stadtbahn am Tage bewirkt. Durch diese Einrichtung hat fich der Ein- und Ausfuhmerkehr der Zmtral- Markchalle außerordentlich gehoben. In den 11 Monaten der ersten B-trieb-periode find 4 070 376 kx an Waarm eingeführt und 53 855 lcg ausgeführt worden. Im Betriebsjahr 1887/88 betma die Gesammteinfuhr bereits 11971373 kg und für 1888/99 30 186 189 kx. Auch die Ausfuhr ist außerordmtlich gewachfm: sie besteht hauptsächlich au« Stückgut und betma 1887/88 insgesammt 2 229 366 lr? und 1888/89 3 952 873 kg. Die großen Eismbahn- Transporte werden in der Halle täglich umgesetzt; hier ver- sorgm fich Hotelier«, Restaurateure und die Kleinhändler Ber- lins mit LebenSmittteln, hier finden sie Alles, was fie brauchen, in großer Auswahl. Die durch die Eisenbahnanlage ermög- lichte schnelle Zuführung zum Markte kommt namentlich auch dmjenigm Händlern zu Gute, deren Waarm leicht verderblich find. Die Händler, denm es noch gelungen ist. in der Zmtral- Markthalle unterzukommen, nehmen bereits im W.ldhandel und im Handel mit russischen Jischm in Berlin eine beherrschmde Stellung ein. Von der Zmtralmarklhalle wird gekauft, denn in ihr wird die Waare am frischesten geboten. Was des Nachts ankommt, liegt in den Fcühstunden bereits auf dem Stand de« Händlers, wenn der Kaufmann in der Stadt seine Sendungm von dm Außenbahnhösm noch gar nicht erhalten hat. Der Um- sah der GetchäftSvermittler in der Zentralmarkthalle hat im vorigen Jah-e 3 Millionen betragen. Di» Kattdujer Krücke entspricht dm dortigm starken Verkehrs oerhättnrssen sowenig, daß daselbst Stockungen außer. ordentlich oft zu verzeichnen find. Ewige Stadtverordnete haben deshalb eine Anfrage an den Magistrat gerichtet, wann derselbe der Stadwerordneten-Versammlung eine Vorlage wegm Umbaues dieser Brücke zu machen gedenke. Die Iungfrrnbrücke, die alte und wohl einzige Kettm- brücke m Berlin, hieß, wie der»Frsg. Ztg." geschriebm wird, ur- sprünglich Spreegassmbrücke, fie führt ja heute noch nach der Spree- gösse; fie empfing aber nicht ihrm Namen von einer»eisemen Jungfrau", mrt beweglichen Armm und Schwertern, die einst in dm Gewölben deS Schlosses gestanden haben soll, sondern von dm spitzm Zungen mehrerer Berliner Jungftaum, Namens Blanchet, die an der Brücke wohnten. Nahe an der Brücke, die wohl 200 Jahre alt fein wird, hatte fich unter vielm fran- zöfischm Jlüchtlingm auch die Familie Blanchet niedergelassen. Die Famrlie BlanchetS konnte sich 9 Töchter rühmen, die nicht nur in ihrem Berufe wie Nähen feiner Wäsche und Waschen von Kanten und Spitzm eines guten Rufe« fich erfreutm, sondern in dem damaligen Berlin weam der vielm Neuigkeitm, die man dort zu hören bekam, sehr»viel besuchte" Damen waren. Hatte die ckrovlgue«caad-Ieuse eine Siadtneuigkeit verbreitet, so hieß«S:»Laßt un« zu den Jungfern an der Brück« gehm." Und so kam es, daß die neun Jungfern den altm Berlinem Anlaß botm, die Spreegassenbrücke m Jung- femb-ücke uwzutau'en. Die Ermäßigung der Fahrpreise auf dm Berlmer Pferdebahnm wrrb vielseitig verlangt. Insoweit hierbei die einheitliche Berechnung gleichweiter Strecken in Betracht kommt, ist gegm diese Forderung kaum etwas einzuwenden. Anders liegt die Frage, ob Berlin einm im Verhältniß zu anderm Städten tyeuren oder billigerm Pferdebahnoerkehr b-fitzt. Hier« über gebm folgmde Zahtm Ausschluß:»Man fährt auf der Pferdebahn in Berlin 2,5 km für 10 Pf.; in Breslau für dm gleichen Preis 2,8 km; in Danzig sogar 3 km für 10 Pf. In Dresden bezahlt man für 5,5 km 15 Pf.; in Erfurt für 5,1 km nur 10 Pf., in Halle dm gleichen Preis für 3 km; in Köln fährt man 6 km für 15 Pf.; in Lübeck 3,8 km für 10 Pf. und für den gleichen Preis 3 km in Metz. Die Sätze find allerdings sehr verschieden, aber— der für Berlin doch am theu ersten. Ueber den Ktaud der Arbeite« zur Verbesserung de» Kpreelaufe» innerhalb Berlin« bringt da«»Centralbl. der Bauv." einen längerm Bericht, aus welchem fich ergiebt, daß diese von der Staat«- und der städtischen Bauoerwallung gemeinsam auSzusührmden Arbeiten die schwierigste Aufgabe auf dem Gebiete des Wasserbaues bilden, welche in Ber- lin jemals zu lösen gewesm find. Die der StaatSbauver- waltung obliegmde Erbauung de« neum Wehres am Mühlen- dämm, von welcher der städtischerseitS beabficktigte Umbau der Mühlenaebäude und die Erbauung der Schiffsschleuse ab- hängig sind. Da« Wehr nebst den anschließmoen Ufermauem ist nahezu fertig und wird in Gebrauch gmommen werden können, sobald erst die augmblicklich durch ein unerwartetes Hochwasser der Spree behinderte Freilegung der Hauptzufluß-Oeffnung, in welcher fich noch der Grundbau des abgedrochmen Speicher- gebäudes befirdet, erfolgt sein wird.— Sofort nach Jnbe- triebietzung de« neuen Wehre« und nach Abbruch des auf der Baustelle der Schiffsschleuse befindlichen bisherigm Gebäude des königlichm Polizeipräsidiums kann auch der Bau dieser Schiffsschleuse durch die staatliche Bauverwaltung begonnm werden. Die Abmessungen der Schlmse find gegm den Vor- mtwurf w-smtlich vergrößert worden und dieselbe wird in einer nutzbaren Länge von 100 Metern und in dm Thoren, wie in der Kammer mit 9,6 Meter lichter Weite ausgeführt. Nach dem verbesserten Entwurf werden j- zwei Pfeiler der nmm Mühlmtamm- und Mühlmweg-Brückm auf dm Schleufm- mauern Platz finden. Die genanntm Brücken werdm so hoch liegen, daß der Verkehr läng« der Schleusenmauern beq rem darunter stattfinden kann. Die gleiche Höhenlage, wie die B ückm, enthält die rechtsseitig an der Schlmse entlang bis zum Mühlen- dämm zu führende Verlängerung der Burgstraße, deren wasser- seitiger Bürg ersteig auf Konsolen über der Schleuse liegen wird. Durch die beabsichtigte Verschiebung der Schleuse stromaufwärts wird die zu bildende untere Schlmsminsel verkleinert, dafür aber nebm dem Oberhaupt noch eine»weite Insel gewonnen. Auf diesen Inseln soll je ein kleines Gebäude für die Zwecke de« Schlmsenbetriebes, die Zollerhebung-c. errichtet werdm. Um dm Landverkehr durch dm Schlmsendau nickt zu unterbrechen, wird die Ausführung in vier einzelnen Abtheilunam bewirkt werdm und mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Sowohl dieser Bau, als auch die Ausführung der Brücken wer- dm wiederholt Verlegungm der Fahlstraßm, der Fuß- gängerwege und der Pferdebahngeleise, zum Theil unter Anwendung hölzemer Hilfsbrückm, erfordem und manche Unbequemlichkeiten für dm Straßmverkehr im Gefolge haben. Die neue Mühlendammbrücke und die Seiten- brücke werdm auf eisemen Pfählm ruhen.— Die rechtsseitige Ufermauer der Spree, durch welche die Bürgst, aße abwartS bis zur Friedrichsbrücke hin begrenzt wird, muß wegen der er- heblichen Tieferlegung der Flußsohle durchweg mit entsprechend tiefer Gründung neu erbaut werdm, welche Ausführung dem Staate obliegt. Aus der Strecke zwischen der Lanam Brücke und der Kailer Wilbelm-Brücke befindet fich der Neubau in vollem Gange, oberhalb der Langen Brücke wird er im Zu- sammenhang mit dem Schlmsendau bewirkt werdm, wogegm er auf der Strecke zwisckm der Kaiser Wilhelm- und der Friedrichsbrücke von der Frage der gegenüberliegmdm Dom- fundammte abhängig bleibt.— Dm Neubau der Langen- und der Friedrichsbrücke wird bekanntlich die Stadt ausführm; der Entwurf zur ersterm befindet fich noch in der Bearbeitung, der Entwurf zur Friedrichsbrücke, durch welchm u. A. die Säulm- hallen vor der Nationalgalerie wesmtlich berührt werdm, liegt den betheiligtm StaatSbehördm zur Gmehwigung vor, nach deren Erlangung der Bau unverzüglich in Angriff gmommm werdm soll.— Einm wesmtlichm Theil des Gesammtunter- nehmenS bildm schließlich die Profil-Erweiterungm m der Unterspree, welche vom Mühlmdamm bis zur Einmündung in die Havel bei Spandau durch die staatliche Wasserbau-Ver- waltung ausgeführt werdm. Im oberm Theile bis zur Fried« richsbrücke kann die Tieferlegung der Sohle erst dann bewirkt werdm, wenn der Neubau der Ufermauem und Brücken fertig- gestellt sein wird; für die Verbreitemngm und Vertiefungen im Lbriam Theile der Spree find dieAuSführungSverträge de- reilfi geschlossen und find die Arbeiten zunächst zwischen der unterm Weichbildgrenze und Charlottmburg mit auSreichmdm Baggerkräftm in Angriff genommen wordm.— Es soll AuS« ficht vorhandm sein, daß sowohl die fünfjährige Bauzeit, als auch die nach den Voranschlägen bewilligtm Geldmittel au«- reichen werdm. Ei« fdtwevtB Unglück ereignete fich am Sonnabmd Vormittag auf dem Grundstück Taubmstraße 23, dessm Terrain nach Abbmch des alten Gebäude« planirt wird. Von dem altm Gemäuer war noch ein großer Block an einer Stelle stehen gebliebm, in dessen unmittelbarer Nähe ein Arbeiter mit Ausschachtungm beschäftigt war. Durch die AuSschachtungSar- beiten mußte wohl auch das Erdreich fich mit lockem, auf welchem der Block stand, dmn dieser neigte sich, und begann, fich quer über die Stelle zu legm, an welcher in einer Ver- tiefung der Arbeiter beschäftigt war. Derselbe wurde von der ungeheuren Last niedergedrückt, ehe aber der Block fich völlig auf ihn herabgesenkt hatte, war die kritische Situation, in welcher er sich befand, von seinen Gmossen bemerkt wordm. Mit Anspannung aller Kräfte suchten fie das weitere Umlegm des Blocke« zu verhindem, was ihnm jedoch nicht aelang. Ihre lauten Hilfmfe riefen von der Straße viele Passantm herbei, und erst als auch diese gegen das Mauerwerk fich lehntm, ge- lang es, dasselbe wieder emporzurichtm und dm Arbeiter aus seiner schrecklichm Lage zu befreien. Der Unglückliche, auf welchem ein Theil der Last bereits gemht hatte, wurde zwar noch lebmd, aber schwer verletzt hervorgezogen. Der Brustkasten war ihm eingedrückt, und in einem daher hoffnungSlolm Zustande ward der Aermste mittelst Droschke nach der Charit« befördert. Ei« entsetzlicher Raubmord ist im Laufe de» vor- gest igm Abends im Süd Osten unserer Stadt, in der Grünauerstr. 5, an einer allein stehmden Frau, der Wittwe Stehl, verübt worden. Dieselbe wohnte in der Grünauerstr. 5, woselbst fie im Vorderhause 3 Treppen ein zweifmstriges nach vorne heraus gelegmes Zimmer und eine nach dem Hofe»n Selegme Küche inne hatte; beide Lokalitätm find durch einm hmalen, ziemlich dunklm Korridor gelrennt. Seit einig« Zeit wohnte bei der St. d« bei dem Telegraphenamt I des Gör- litzer Bahnhofes ckigestellte Assistent Be«, d« als Cbambre- gamist das zweifmstriae Vorderzimmer inne hatte. Die St. ist die Wittwe eines Sudaltembeamtm und bezieht als solche eine monatliche Pmfion von 12 Mark; da fie hiervon nicht leben konnte, so erwarb fie fich ihrm weiterm Unt«halt durch Portemonnaie- Nähm. Die St. galt bei ihrm Nachkam als eine bescheidene, anständige, fleißige Frau und auch ihr Chambregamist weiß derselben nur Gute« nachzu- rühmm. Als am vorgestrigm Abend He« B. gegm 10 Uhr nach Hause kam, fand er die Thür der Küche, in welch« die St. wohnte, zugeschlossen;« begab fich nach sein« Stube und hi« bem«kte er zu seinem größten Schrecken, daß Spind und Kommode geöffnet warm und daß au« dem erst«en sein gut« Anzug fehlte. Herr B. wollte sofort Lärm schlagen und dm Diebstahl der Polizei meldm, unterließ dies ab«, weil« glaubte, daß die St., welche ziemlich genau war und d« er die Miethe für den letztm Monat noch nicht gezahlt, den An- »ug als Unterpfand an fich genommen hätte. Am gestrigm Morgen gegen 8 Uhr begab fich Herr B. aus feinem Zimm«, fand die Küchmthür aufstehend und in da« Gemach einiretmb, bot sich ihm ein grausig« Anblick. Die Wittwe St. lag in einer großen Blutlache ausgestreckt auf dem Fuß- boden todt und auf dm nstm Blick«kannte d« Entsetzte, daß hier ein Mord vorliege.— Mittelst eine« ge- wöhnlichm Holzbeil«, da« nebm d« Tobten lag, war der St. einm furchtbarm Hieb gerade üb« dm Schädel bi« zum linken Ohr gehmd, beigebracht wordm und aus d« klaffenden Wunde quoll das Gehirn heraus.— Sofort alar- mirte d« Chambregamist die Hausbewohner; die Revier- und Kriminalpolizei wurde herbeignufm, welche den Thatbestand des Morde« feststellte und die Wohnung sofort versiegelte.— Nun wurdm Recherchen angestellt, daß hier ein Raubmord vor- liege und zwar fehlte nach bish« angestellten Ermittelungen ein Sparkassenbuch, üb« dessen Höhe man bis jetzt nichts Nähe- res weiß; wie die Nachbam behauptm, beträgt dasselbe 500 M.; außerdem fehlt da« Portemonnaie, in welchem fich die am Sonnabend geholte Pension von 12 M. befindet und dann ist auch bis jetzt die goldme Uhr des verstorbmm Manne« d« St. nicht aufaefundm wordm. Weitere Ermittelungm ergaben noch, daß die St. sehr heirathslustia gewesm und in diesem Somm« eine HeirathS-Annonce im»Lokal-Anzeiger" erlassen hat, auf welcher hm ein alter Herr fich bei der Ermordetm gemeldet, der ein V«hä!tnib mit der St. angeknüpft, später ab«, weil die Wittwe die HoffnungSlofiakeit dieser evmt. Heirath ein- gesehm, nicht mehr in d« Wohnung d« Wittwe erschimm ist.— Gesehen wurde die Ermordete zum letztm Male a« Sonntag Abend gegen*9 Uhr von dem Dimstmädchm de« 1 Treppe wohnenden WirtheS, welche auch noch einige Worte mit derselbm gewechselt hat. Weder d« Chambregamist B. noch die andem Nachbarn habm am vorgestrigen Spätabmd od« in d« gestrigen Nacht Hilferufe, Schreie oder andem Lärm gehört, io daß anzunehmen ist, daß der Mörder gmau Bescheid in der Wohnung der St. gewußt.— Die Kriminalpolizei ist außerordmtlich thätig; die Staatsanwaltschaft wurde im Laufe des gestrigen Vormittag« erwartet; die Leiche befindet fich noch in der Wohnung.— Die St. ist eine geborme Kartsburg au« Wrietzm a. O. «iue Kadendiebin in eleganter Toilette wurde am Sonnabend Nachmittag in dem Weißwaarmgeschäft von Moritz Lmin, am HauSooigteiplatz 1, auf der Thal«tappt. Dieselbe hatte fich von einem der Verkäufer eine Unmasse von Maaren vorlegen lassm und schließlich auch eine Klemigkeit ge- kauft. Von der eine Treppe hoch belegenm Galerie des Ge- fchäftsraumes aus hatte ad« ein Kommis bem«kt, wie die Dame, sobald der Verkauf« dm Rück-n gewendet, jedesmal Etwa« m ihre Tasche verschwinden ließ. Nachdem fie dm Laden verlassen, wurde sie von jmem Kommis und dem Porti« angehalten und zur Rede gestellt. Vergeblich bot fie den Leutm ihr gefülltes Portemonnaie an, damit diese die Anzeige unt«- ueßm. ES wurde indeß ein Schutzmann h«beigeholt, welcher die Ladendiebin nach dem R«vi«bureau brachte. Untnweg« v«suchte fie, ihre mit Spitzm, Seidenwaarm, Bändern k. gefüllte Tasche zu entleerm. Die Polizei«kannte r Verhafteten die 44 jährige GonowSki, eine vielfach vor- bestrafte Diebin. Große Katzutadunge« von Sagespätzneu, die in hiesigen Sägemühlen und Werkstätten gesammeU find, gehen von Berlin nach dem Königreich Sachsen, wo eine dortiae Fabrik dieses Material nach Zusatz eine» bestimmten Klebeftoffs unter starkem hydraulischem Drucke zu einem Material de- arbeitet, das ganz wie Holz mit Säge, Hobel und Bohrer be« arbeitet werden kann und fich namentlich bei der Verwendung zu Dielen, Treppenbelägen und ähnlichen Zwecken haltbarer als das Holz erweisen soll. Die Herstellung des neuen Materials und ebenso die einzelnen Bestandtheile desselben find Geschäfts- geheimnift der Fabrik, welcher auf ihr Fabrikat ein Patent er- theilt ist. I Hin gerviegter Einbrecher, Namens Stiewer, welcher vor Kurzem erst aus dem Strafgefängnisse entlassen worden ist, wurde am Sonnabend Abend in der Wohnung der Frau Fischermeister Bleecke, Fischerbrücke 16, 2 Dr., bei der»Arbeit" »berrascht und festgenommen. Frau B. fand, dem ,,B. T." zufolge, von einem Ausgange zurückgekehrt, ihre Wohnung von innen verschlossen und alarmrrte, nichts Gutes ahnend, die Hausbewohner. Nachdem man die Korridorthür aufgesprengt hatte, fand man im Wohnzimmer den Einbrecher vor, welcher ein Schreibpult erbrochen und aus demselben bereits 1800 M. m baar gestohlen hatte. Den Kutscher Regelin, welcher zuerst auf den Verbrecher eindrang, bedrohte dieser mit einem Misser; Stiewer wurde indetz bald überwältigt und, nachdem man ihm das gestohlene Geld wieder abgenommen hatte, herbeigerufenen Schutzleuten übergeben. Dersmmnlmrgim. Der Derbanb de«kfcher Zimmerlrute(Lokaloerband Berlin) trat am 1. d. M. im Dcigmüller'schen Saale zu einer Generaloersammlung zuiammen. Eingeleitet wurven die Ver- bandlung-n mit einem Vorttage des Herrn Schweitzer über Zwecke und Ziele und Nutzen und Bedeutung der Gewerkschafts- dewegung. Der außerordentlich lehrreiche und auskiärend wirkende Vorttag wurde von der Generalversammlung mit wohlverdientem Beifalle belohnt und beschloß dieselbe, fich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden zu erklären und den 1. Mai 1800 für einen allgemeinen Feiertag zu er- klären zum Beweise dafür, daß auch die Berliner Zrmmerleute auf dem Boden des Pariser Kor greßbeschlusses stehen. Ter zweite Punkt der Tagesordnung lautete:»End giltige Stellungnahme des Lokalverbandes Berlin zum kommenden Frühjahr." Hierüber sprach zunächst Kamerad I ä ck e l. Derselbe legte seinen persönlichen Stan! punkt dahin klar, daß, wenn es nun einmal unvermeidlich sei, zwei Organisationen desselben Berufes am Platze bestehen, Lokalverband in Zukunft andere Wege einschlagen müsse_ zwar bezüglich der Geldmittel. Er legte dar, daß die Samv lungen der Gelder häuptsächlich nur von Verbandsmitglied« aufgebracht würden und demzufolge diese solche auch nur' eigenen Interesse zu verwenden hätten. Auch befürwortete eine Herabsetzung der wöchentlichen fteiwilligen Beiträge o» 50 Pf. auf 25 Pf., da nach dieser Richtung hin von »Freien Vereinigung" eine Konkurrenz geschaffen worden und stellte sodann eine seinen weiteren Ausführungen sprechende Resolution zur Debatte. Kamerad St ehr richtigte Herrn Jäckel dahin, daß die»Freie Vereinigung" n eine freiwillige Sammlung von 25 Pf. pr. Kopf und Wo« veranstalte zum Zwecke der Agitation für die»Freie Ve emigung", nicht aber zu Streik- und Unterslützungszwrck, Auch rieth er daoon ab, schon jetzt eine endgiltige Stellu zum nächsten Frühjahre einzunehmen, sondern vorerst noch d Gang der Dinge abzuwarten. Die Generalversammlung d schloß nach längerer Debatte zur Erledigung dieses Punkt der Tagesordnung die Einberufung einer neuen Generalve sammlung, sowie die Einführung von Berufs statt sttken Hamburger Muster. na �scheint * Her Nif. •ipebiti Theater. Dienstag, den 3. Dezember. •pemchon». Satanello. »chantpteltzan». Die Räuber. »«rtfch«« Ttzeater. Romeo und Julia. K«fftag-?tzeitt-». Der Zaungast. Ktvltoev Theater. König Lear. K»t»»trich- WtttzelmstSdttsch»»«tz-ater. Der Polengraf. Sft»»«?-Utz»atr». Schwiegermama. a»««»-Utz«»ter. Nervös.— Vorher: Der Scheidungsgrund. Sitzt-ria-Ttzeater. Stanley w Afrika. 8»»>. Theater. Das neue Gebot. WelteaRtanc»- Theater. Vor Sonnen- AS«tgstiiI- tische» Theater. Wißmann in Afrika. »e«t»al-Theat«r. Historischer Possenabend. u»lph Ernst-Theater. Flotte Werd-c. Geb». Richter'« Uartckt». Spezialttäten- Vorstellung. z U»ich«halle»- Theater. 'iarftelltwig Kaufmann s|tariöt£. Vorstellung._ Gr. Spezialttäten. Gr. Spezialttäten- llin«pioan-Theaten*. <»«*»»«»heaerftr. 5ä> Täglich Vorstellung. Oipcus Renz. Karlstraße. Heute, Dienstag, 3. Dezember, Abds. 7 Uhr; Im dunklen Erdtheil(Einnahme von' Baga- moyo), große cquestrische Original-Pantomrm«/ arrangirt und in Szene gesetzt vom Direktor E. Renz. Vorführen der 12 arabischen Schimmel« Hengste durch Herrn Franz Ren«. Jfagar, Blumenpferd, vorgeführt von Herrn OikarZRenz. Auftreten der vorzüal. Reitkünstlerinnen und Reitkünstler. Akcenfion auf dem gespannten 30 Fuß hohen und 70 Fuß langen Drahtseil, ftaunenerregende Äquilibrist. Produktionen, aus- geführt von Frl. Natalie. Auftreten der Schul- reiterin Frl. Guerra.— Morgen, Mittwoch:- Aschenbrödel. Der Circus ist gut geheizt. E. Renz, Direktor. Letzte» Ronat! Cinciis Busoha Artehrich-Karl-Nfe». Heute, Dienstag, 3. Dezmbr., Abds. 7 Uhr: soiree equestre. Aufführung der besten hypoloaischen Piöcen. 22 Hengste. Garde« Kurrasfier, geritten v. Direktor. Prämienspring. pterd Volina. 1. Auftreten der beiden deulschen vrtgwal- Athleten Herren Gebr. Kleiner. Sign. Olga als Schulreilerin. Sc>ierc>-oäsluse, geritten von Herrn und Frau Direktor Busch. Doppel- Jockey der Damen IMaria Doiö und Margenthe. Vom Frühling zum Winter, Ballet- divertissement, ausgeführt von 60 Personen. Klown Tom-Tom. W. Olschansky. Michael »ls August. Donnerstag, 5. Dezmbr.: Gala- Vorstellung zum Benefiz für Frl. Maria Dor6. Zur Beachtung: Auf Grund meiner früher gemachten kontraktlichen Verpstchiungen ist eS mir leider unmöglich, länger in meiner lieben Heimathsstadt Berlin als bis Ende dieses Monats zu weilen, und erlaube mir infolge dessen allen meinen Freunden und Gönnern diefe Thalsache als unwiderruflich bekannt zu geben. Hochachtungsvoll 61_ P. Busch, Direktor. Pafsaae 1 Tr. S M.— 10 Uhr A. Raisttp-Panopama. 3. Keife am schöne» Khei«. III. CycluS. Reise Athen Honstaattnopel. L Abtheilung: Pariser Meltausstellnng. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonn. S Reffen 1 M._ Cr. A. Büttner, AleMderp.65. empfiehlt Untverfa'-einger- Nähmafchine«. auch mit Knopfloch-App. mit 8 neuen Patenten für Familie undZ Gewerbe, wie auch vorzügliche Ringschtff- Rähmaschin. Jede Maschine wird vorher in eigener Werk« statt sauber approbirt. sofort für 60 Thlr., 1 hocheleg. KtaNtUS Hill. Theilzahl. gestattet. 1126 Fabrik Kommandantenstr. S«. Hofsman». Unwiderruflich vom 14.— 17. December c. Weißnachts-Ziehung Lamina«» l ä 50,000 der Große« Lotterie zu Weimar. Loose ä 1 M., II Stck. 10 M., auch gegen Briefmarken, empfehlen und versenden Oscar Bräuer& Co., Geueral-Debit, Berlin W.v Leipziger-Stratze 103. 1 ä 1 ä 1 ä 3 ä 5 ä 10 ä 10 ä 15 A 10,000= 5,000= 3,000-- 1,000= 500--- 300= aoo= 100— 5953 Gem. Zus. Wepth. 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