I». 284. Mittwoch, de» 4. Dezember 1889*. «. Kichr?. itgliede h nur i« oortete träge von !orden rgen en ehr "."C tb 35! reie Bei jgzwtfa Stelluj noch bjj nlung Puvkti eneralv« rken na SeümrVMl«». Krgan für die Interessen der Arbeiter. ».000 ),000 5,000 3,000 3,000 2,500 3,000 2,000 1,500 9,000 Nuriose Sozirrliveistzeik. 0,000 �moNtt R. II 4 33 ictei. »KW«»« [6* rer, c. 2. Sorte» >ei - 10 Die Sozialreformer der herrschenden Jnteressenricktungen Migen bekanntlich an dem Grundsatze festzuhalten, daß der «beiter als der wirthschaftlich Schwache und Whängige als mehr oder weniger„ungebildeter" und von «hte» Leidenschaften beherrschter Mensch der Vormund- der Unternehmer und der„gebildeten Stände" über- t, wenn vöthig unter Mitwirkung der Polizei, be- e. Die meisten der sogen.„WohlfahrtSeinrichtungen für eiter" find geradezu auf deren Bevormundung berechnet. felbe tritt weiter darin zu Tage, daß man über das ganze und Denken der Arbeiter im bürgerlichen Leben, ja im engsten Familienleben, förmlich zu Gerichte fitzt. betreffenden„Sozialreformer" maßen fich über Arbeiter ein Sittenrichteramt an, durch en Ausübung sie die öffentliche Meinung zu Un- sten der Arbeiter zu beeinflussen suchen. Was der Ar- r ißt und trinkt; wie seine Frau den Haushalt führt, er fich und die Seinen kleidet; wie er seine fteie Zeit endet; welche Vergnügungen er sich erlaubt; ob es ' äßig sei, ihm seinen Lohn Sonnabends oder an em anderen Tage auszubezahlen, um ihn an der belung" desselben möglichst zu verhindern,— das und noch manches Andere machen die Herren nach der altrömischer Zensoren zum Gegenstande ihrer Unter- chung und ihres Urtheils. Sie möchten die Arbeiter be- Endeln wie unmündige Kinder oder gar wie u n- J|,Xathette Kinder, die einer Zwangserziehung zu ." werfen find. Allerdings ist das, was sie„Erziehung" ' mit eine Dressur zu dem bestimmten Zwecke, !/?«rbeiter mit seinen wirthschaftlich-sozialen Anschauungen „.".seinen Ansprüchen an das Leben in solchen Grenzen »alten, die fich mit den herrschenden Znteressenrichwngen — vV�asen. So meinte kürzlich auf einer Versammlung in •etjst'-'�6 auch mit„Arbeiterfürsorge" beschäftigte, ein dlfttaV lelplotz. e '»gebildeten Stände" hätten die Aufgabe, über Arbeiter und ihr Verhalten zu wachen. *. Wie schlecht kennen solche„Sozialreformer" Leiter, wie seh doch die JhreSgleichm tvie wenig verstehen sie von den sozialrefornatorischen bvlltivii jv*v*�v vvi sehr überschätzen fie fich und eoige« «leider- cetse find er"TT' stärkster ttlittt**' jetzt um« • 2« 0< -sten ui K.), je 5, 35 3 cket- nick -llschafl«« teSpi«« j, 21, 2*1 0 Brause », 8»«' Saletot» n Kaisen im An� IS �gaben unserer Zeit'! Aber so war eS stets, dieser Mißbrauch der wirthschaft- �'sozialen Ueberlegenheit ist nicht neu. Der Grundsatz tl Herrn von Rheinbaben, daß der volkSwirthschaftlich ??wache thun müsse, was dem Starken gefällt und seinem ..�ksse entspricht,— diese„Rheinbabenerei" ifi alt, ein [Z ch> ch t l i ch e S Faktum, das aber deshalb kein recht- s�7«s wird, weil eS der Freiheit des Menschen wider- >45 FemlleUm. «nbotm.]_ Gerttrtnsl. Sozialer Roma» vo» Emile Z»la. �"zig autorifirt« Uebersetzuvg vo» Er»st Ziegler. �Zlötzlich bewegte sich die große Triebstange der Dampf- m?'"e, die Seile spannen fich um die Räder, der Aufzug "ich mit Arbeitern, verschwand in der Grube, kam �erattf und verschlang die Männer, Mädchen und während der Signalhammer dröhnte und die l. � ÜW d,e Fliesen rollten. Die Arbeit hatte wieder �"Donnerwetter, waS stehst Du noch da herum?" schrie Wv, Katharinen an, die wartete, daß an fie die Reihe Wj.„Wirst Du Dich beeilen, an die Arbeit zu 'W?ol«frau Hennebeau um neun Uhr mit Cäcilien beim «W Deneulin'S vorfuhr, fand fie Johanna und Lucien bereit. Deneulin war erstaunt, Negrel zu Pferde �it d«. Wagen zu erblicken; aber Frau Hennebeau erklärte st t�uerlich zärtlichem Blick, man habe ihr Furcht eingejagt, � desich allerhand verdächtiges Volk auf den Landstraßen �»ebn! arum habe sie vorgezogen, einen Vertheidiger mit- VlorV3�«1 lächelte; eS sei nichts zu befürchten; einige „ �ärmmacher, doch kein einziger würde wagen, auch ««en Stein auf die Kutsche zu werfen. £ij(, �°ulin, noch voll Freude über den eben erfochtenen mich' /Zahlte, daß er den Aufstand seiner Arbeiter unter- jetzt sei er beruhigt. Die jungen Damen, des pAia froh, stiegen munter und wohlgemuth in gen. Niemand ahnte, daß eS aus der Ferne langsam > Niemand vernahm daS unheimliche Erzittern der Was die Arbetter an guten Eigenschaften, an Tugenden der verschiedenen Art besitzen, daS haben fie fich bewahrt trotz der korrumpirenden Einflüsse der modernen Wirth- fchaftsordnung; was sie an schlechten Eigenschaften, an Un- tugenden und„Unbildung" aufweisen, daS ist die Folge dieser WirthschaftSordnung, nicht ihre Schuld. Jedenfalls aber können die Tugenden der Arbetter mindestens al» gleichwertbig mit denen der anderen Gesellschaftsschichten gelten und hinsichtlich der Bildung verhält es sich ebenso. Ja, im Punkte der sozialpolitischen Bildung und dem Bestreben, sich dieselbe anzueignen, behaupten die Ar- bester einstweilen den Vorrang, wie von wirklich gebildeten und— ehrlichen Mttgliedern der herrschenden Klassen selbst unumwunden zugegeben wird. Schon der Umstand, daß man glaubt, zu Gunsten der maßgebenden Znteressenrichwngen bevormunden zu müssen, zeugt von einer recht grobenUnbildung, von einer bemitleidenSwerthen gänzlichen Verkennung des menschlichen Wesens und der Gesetze der geschichtlichen Ent- wickelung, von einer völligen Verleugnung deS Kernpunkte» der sozialen Frage. UebrigenS— wie sagte doch der gegenwärtige liberal- konservative„Reichshistoriker" Herr von Treitschke einmal vor 25 Jahren. Er sagte— in seinen„Historischen und politischen Aussätzen"—: Heute, wo die gute Ge- sellschaft einen gewissen Grad von Kenntnissen und Belesen- heit an Jedermann als selbstverständlich voraussetzt, ist eS ein Gewohnheitslaster der höheren Stände «worden, sich mit dem Scheine der Bil- u na zu schmücken und der ehrliche Blick erschrickt vor dem Wüste von Unwahrheit, welcher durch solche Unart in die Welt gekommen."— Dieses Gewohnheitslaster hat im Laufe der Jahre nicht a b- sondern zugenommen; es ist heute bedenklicher als je zuvor, weil eS sich gegen die Arbeiter richtet, denen man mit erheuchelter Bildung und mit erheucheltem Wissen zu imponiren gedenkt, um sie desto leichter be- Vormunden zu können,— ei» Bemühen, für das die Masse der aufgeklärten und gebildeten Arbetter nur ein mitleidiges Lächeln hat, während die unaufgeklärten und ungebildeten wenigstens instinktiv herausfinden, daß die Be- vormunduna sich mit ihren Interessen nicht verttägt und eines freien Menschen recht unwürdig ist. Eine Thatsache besonders zeigt uns die Vormundschafts- Prätendenten in einem recht schlechten Lichte. Sie geben offen der Ansicht Ausdruck, mit der Versicherungsgesetzgebung ei„genug geschehen für die Arbeiter", man >ürfe auf dem Wege der sozialpolitischen Gesetzgebung nicht ortschreiten, sonst liege die Gefahr nahe,„daß der Arbeiter chließlich jede» Gefühl der eigenen Verantwortlichkeit ver- ieren werde, wenn man ihm die Nothwendigkeit zur Be» thättgung derselben entziehe."— So hat erst kürzlich der Erde, die leise erbebte unter den Schritten der Tausende, sich am Horizont Zusammenrottenden. „Also eS ist abgemacht," rief Frau Hennebeau,„heute Abend holen Sie die Damen ab und speisen mit uns; Frau Gr-goire hat mir ebenfalls versprochen, zu kommen, um Cäcilien heimzuführen." „Rechnen Sie auf mich!" antwortete Deneulin. Der Wagen trabte auf der Chaussee von Vandame dahin. Johanna und Lucie neigten sich noch einmal aus dem Schlage und grüßten ihren Vater, und Negrel sprengte den rollenden Rädern nach. Sie fuhren durch den Wald und wollten die Land- straße nach Marchiennes einbiegen, als Johanna in der Nähe des Tartaret Frau Hennebeau ftagte, ob sie die Cöte-Verte kenne? Trotzdem die Direktorin schon fünf Jahre im Lande wohnte, gestand fie, der Ort sei ihr unbekannt; deshalb wurde ein Umweg gemacht, um den Tartaret zu besuchen. ES war dies eine wüste Strecke am Rande des Waldes, ein vulkanischer Boden, unter dem seit Hunderten von Jahren eine verlassene Grube brannte. Der Ursprung jenes Brande« verlor fich in'S Sagenhafte. Eines Tages, erzählten die Landleute, sei Feuer und Schwefel vom Himmel auf dieses unterirdische Sodom geregnet und die Grube, wo die lüder- lichsten Mädchen die abscheulichsten Dinge trieben, sei so plötzlich in Brand gerathen, daß nicht Eine fich habe retten können, und noch heute brennen sie dort unten zur Strafe ihrer Sünden. Der dunkelroth verkalkte Steinboden hatte fich mit flechtenförmigen Alaunformalionen wie mit einem Aussätze überzogen; an den Spalten krystallifirten sich hervor- quellende Schwefeldämpfe in blumigen Gebilden, und wenn man Nachts dort hineinblickte, konnte man die glühenden Flammen brennen sehen- die Seelen der armen Sünder, die dort unten im ewige» Feuer braten. Im Dunkel huschten Irrlichter über den Boden, und heiße, stinkige Dämpfe quollen hervor. Doch mitten auf diesen ver- fehmte« Landen de« Tartaret sproßte, wie ein ewiger bekannte Verein mit dem langen Namen(„Verein zur Wahrung der gemeinsamen wirthschaftlichen Interessen in Rheinland und Westfalen"), der fich auch so prächttg auf Vorschläge zur Bevormundung der Arbeiter durch die Unter- nehmer versteht, in einer Eingabe an den Oberpräsidenten in Münster und den Regierungspräsidenten in Düsseldorf erklärt. Ja, fteilich, wo der Staat und die G e s e tz g e b u n g für die Arbeiterinteressen in Bettacht kommen, da ist da« eine„Bevormundung", unter der die„S e l b st v e r a n t- w o r t l i ch k e i t" der Arbeiter Gefahr läuft, vernichtet zu werden. Aber wenn man die Selbstständigkeit de« ArbetterS in seinem Denken und Handeln und damit auch seine Selb st Verantwortlichkeit(die mtt der Selbstständigkeit immer eng verbunden ist), zu Gunsten der Unternehmer aufheben, ihn unter deren Vormundschaft stellen kann, so ist das eine„Kultur- und HumanitätSleifiung" erster Güte. Wer'S nicht glaubt, nun, der ist eben ein vernünftiger Mensch! Sehr zutreffend sagte kürzlich die„Franks. Ztg.":„In Wahrheit enibehrt da« Gerede von e,ner Aufhebung der Selbstverantwortlichkeit der deutschen Arbeiter durch die neueren sozialpolitischen Gesetze jeder Be» gründung und ist, wie die Insinuation vom„sorglosen in den Tag hineinleben" zeigt, nichts als der Ausfluß arbeitet» feindlichen Philisterthums, das nachttäglich Angst wegen der Wirkung seiner eigenen schwächlichen Schöpfung bekommt und deshalb keine Sozialpolitik mehr mitmachen will." Man bedenke nur, daß die Versicherungsgesetze dem Arbeiter lediglich in den schlimmsten Lagen seine« Lebens, bei Krankheit oder Unfall bezw. bei ein- tretender Invalidität oder wenn er das Glück hat, länger als 71 Jahre zu leben, zu Gute kommen; man bedenke ferner, daß die Arbeiter selbst wesentliche Betträge zu der Ver- ficherung leisten müssen und daß fie der kleinen Vortheile verlustig gehen, sobald sie zu leisten aufhören; man erwäge, daß diese Gesetze auf die Lage deS gesunden und arbeitS- fähigen ArbetterS von gar keinem Einfluß find, — dann wird man ermessen können, welch außerordentliches Maß philisterhafter heuchlerischer Unverschämtheit oder un- verschämter Heuchelei dazu gehört, zu behaupten, der Ar- beiter werde durch die Versicherungsgesetze um seine „Selbstverantwortlichkeit" und dahin gebracht, „sorglos in den Tag hineinzuleben"!— In der That eine kuriose Sozialweisheit", die solch be- mitleidenSwerthen Unsinn« fähig ist, während sie auf der andern Seite sich bemüht, unter der Maske der„Arbetter- fteundlichkett" die Selbstständigkeit und Selbstverantwort- lichkeit der Arbeiter den VormundschaftSgelüsten der Unter- nehmer und ihrer Verbündeten aufzuopfern. Na, nur zu, Ihr klugen Herren! DaS Zettalter der „großen sozialen Reform" muß ja auch seine Karrikaturen haben! Märchenfrühling, die Cöte-Verte, mit ihrem immergrüne» Rasen, ihren Buchen, deren Blätter sich ohne Unterlaß ver- jüngte», ihren Feldern, worauf zwei bis drei Ernten reiften in jedem Jahre. ES war ein natürliches Treibhaus, da« der unterirdische Brand heizte. Niemals blieb der Schnee dort liegen, und selbst jetzt, an dem kalten Dezembertage, blickte der riesengroße frische Strauß dieses grünen Fleck- chenS Erde freundlich aus dem blattlosen Buchenwald, der ihn umgab, ohne daß der Frost ihm auch nur einen Halm gewelkt hätte. Bald rollte die Equipage Wiederaus der Chaussee. Negrel scherzte über die Sage von dem Feuer- und Schwefelregen und erklärte den Damen, wie die Brände durch die Gährung deS Kohlenstaubes entstehen und endlos fortglühen, wen» man ihrer nicht Herr wird. Er erzählte das Beispiel einer belgischen Grube, in welcher ein Feuer nur dadurch erstickt werden konnte, daß man einen Fluß ableitete und in de» Schacht stürzte. Aber der junge Mann unterbrach seinen belehrenden Vorttag, denn Schaare« von Minenarbeitern begegneten ihnen. Die Leute gingen schweigend vorüber, auf die geputzten Damen schielend, denen sie Platz machen mußten. Immer neue, immer dichtere Schaaren kamen heran; auf der engen Brücke der Scarpe mußte der Wagen im Schritt zwischen ihnen durchfahren. WaS ging vor? Was wollte all' dies Volk auf der Straße? Die Damen wurden besorgt, selbst Negrel überkam eine ungewisse Ahnung. Alle waren ftoh, al« sie endlich die Eisenwerke von Marchiennes erreichten� Die Sonne glänzte am klaren Firmament, und bleichte die KoakSfeuer und die Flammen der Hochöfen, aus deren bläulichen Rauchsäulen uaaufhör- lich rußiger Staub über das Land regnete. Zweite S Kapitel. In Jean-Bart rollte Katharine bereit« sett einer Stunde ihren Karren. Der Schweiß rann von ihrer Stirn, und fie hielt einen Moment inne, um fich das Gesicht zu trockne«. Mo�relpottdenzen. Marseille, den 30. November. Heute Nachmittag fand vor dem hiesigen Zuchtpolizeiqerichte der Prozeß GueSde.Protot, statt. Wie bekannt, hatte Protot, der durch seine Thnlnahme an der Pariser Kommune ein gewisses Ansehen unter den Ar- deitern genoß, bei Gelegenheit der Wahlm als Gegenkandidat Guesde's diesen auf's schmählichste beschimpft, indem er durch öffentliche Plakate bekannt machen ließ, GueSde sei ein preußischer Spitzel, ein Agent BiSmarck'S k. und auf diese Weise unsere französischen Genossen um einen Sitz in der Kammer gebracht. Heute nun hatte sich Protot zu verantworten; aber nach ver- schiedenen mißglückten Manipulationen, das Tribunal für inkom- petent zu erklären, verschwand er plötzlich auf einige Minuten aus dem Saale, um nicht wiederzukehren und nach einer glänzenden Rede des pariser Genossen Millerand, des Advokaten Guesde's, wurde er der wissentlichen Verläumdung für schuldig befunden und zu einer Geldstrafe verurtheilt. Nun, die Ge- nassen von Marfeille werden sich ein zweites Mal nicht täuschen lassen durch derartige Regierungsmanöver, wie sie hier durch die Theatersiqur Protot bewerkstelligt sind, und werden bei den nächsten Wahlen schon kund thun, wohin sie gehören. Wir aber wünschen GueSde hierdurch Glück. ZwNttfih- Novsrstrhk. Das Machsthum der sozialdemokratischen Stimme« von den Wahlen des Jahres l87l ab veranschaulicht folgende Tabelle: Es betrug bei den Wahlen von Dieses stetige, von keiner anderen Partei auch nur annähernd erreichte Anwachsen der sozialdemokratischen Partei ist— wie die ultramontane„Germania", der diese Statistik entnommen ist, offen zugesteht- das hervorstechendste Charakteristikum der gesummten Wahlstatistik. Die Vertretung der Partei im Reichstage giebt davon nur «in unvollkommenes oder vielmehr ein nicht entfernt zutreffen- des Bild. Während bei den übrigen Parteien die Summe der für sie abgegebenen Stimmen mit der Zahl ihrer Mandate in einem doch einigermaßen konstanten Verhäl'nisse zu stehen pflegt, sehen wir hier die auffallende Erscheinung, daß z. B. 1878 auf 437 158 Stimmen nur S, dagegen 1881 auf nur 311 961 Stimmen 12 Abgeordnete entfallen. Im Jahre 1884 wächst die Stimmenzahl von 311 961 auf 549 990, die Zahl der Abgeordneten verdoppelt sich, steigt von 12 aus 24(denen imLaufe der Legislaturperiode noch Geyer, gewählt in Stollberg-Schneeberg, als fünfundzwanzigster hinzutrat): 1887 steigt die Stimmen- zahl um 213 138, das heißt um volle 39 pCt., und � die Zahl der Gewählten sinkt von 25 auf 11, unter die Hälfte herab! Nach dem Verhältniß der sozialdemokratischen Stimmen zur Gesammtzahl der überhaupt abgegebenen giltigen Stimmen hätte die Partei schon 1877 nicht weniger als 36 Abgeordnete, 1884 deren 38, 1887 sogar 40 zu beanspruchen gehabt. Für die Kandidaten der deutschen Reichspartei stimmten 1887 736 389 Wähler(also etwa 27 000 w e n i g e r al« für die sozialdemokratischen): gewählt wurden 41 Abgeordnete dieser Richtung. Bekanntlich gehören dem jetzigen Reichstage 13 Polen an; aber nur 2,9 p(5:. aller Stimmen sind auf pol- nifche Kandidaten abgegeben worden.— Die Sozialdemokratie mit über 10 pCt. aller Stimmen hat noch nicht so viel Ab- geordnete wie die 2,9 pCt. Tstsnfes Uergniigen. Nach dem letzten Jahresbericht der„christlichen Gesellschaft zur Bekehrung von Juden in England bat die Gesellschaft im vorigen Jahre 30000 Pfd. St., d. h.«00 000 M. für Bekehrung«- zweck- ausgegeben und für diese stattliche Summe 1, wir schreiben einen Juden in den Schooß der christlichen Kirche eingesührt. Die Juden müssen ganz stolz werden, wenn sie Chaval arbeitete hinten im Feldort; die Lampen brannten schlecht- der Kohlenstaub verfinsterte den Weg. „Was giebt's?" rief er, erstaunt, nicht mehr das Fahren des Wagens zu hören. Sie antwortete ihm, daß sie vor Hitze vergehe und fast ohnmächtig werde. Sie arbeiteten in einer Tiefe von sieben- hundertundacht Meter, in dem im nördlichen Theile von Jean-Bart gelegenen Stollen Desires, welcher drei Kilometer vom Förderschacht entfernt lag. Wenn die Bergleute von diesem Theile der Grube sprachen, erbleichten sie und dämpften die Stimme, wie wenn sie von der Hölle redeten. Nach Norden näherten sich die Galerien dem unterirdischen Feuer des Tartaret. Dort, wo Chaval arbeitete, herrschte eine Temperatur von fünfundvierzig Grad; eS war in un- mittelbarer Nähe des brennenden Sodom, dessen Flammen man oben im Tartaret durch die schwefeldampfenden Spalten gewahrte. Käthchen hatte schon ihren Kittel abgelegt- sie zog auch die Hosen aus, umband das kurze Hemd am Gürtel mit einem Strick, wie eine Blouse, und setzte ihre Arbeit fort. „So wird's besser gehen!" meinte sie. Eine abergläubische Furcht quälte sie seit dort gear- beitet wurde. Sie dachte an die Geschichten, die man ihr in ihrer Jugend erzählt, von den Kohlenmädchen, die dort nebenan zur Strafe ihrer Sünden in ewigem Feuer schmachten. Zwar war sie jetzt zu groß, um an solche Fabeln zu glauben; aber doch, was hätte sie wohl angefangen, wenn plötzlich aus dem Fels eins von diesen brennenden Mäochen, roth wie eine Flamme, mit glühenden Augen auf sie zugeschritten wäre? Diese Furcht trieb ihr noch mehr Schweiß auf die Stirn. Achtzig Meter vom Feldort nahm eine andere Karren- treiberin Katharinen'« Wagen in Empfang und schob ihn bis zum schiefen Weg. „Du machst Dir'S bequem," rief die Arbeiterin, eine magere dreißigjährige Wittwe, als sie Käthchen im Hemde erblickte.„Ich kann da? leider nicht thun, die Bremsjungen da unten würden sich über mich lustig machen." „Ach, mir ist AlleS gleich!" antwortete Käthe,„ich kann'S nicht mehr aushalten!" sehen, was für ein hoher Preis für sie gezahlt wird. So viel steht fest, für Herrn Stöcker oder irgend einen anderen der christlich. germansschen Judenfresser würde kein Mensch 600000 Mark zahlen. Eine« Mannnngsrnflästt der Kandtagsabgeordnete Dr. Gtto Arendt im„Deutschen Wochenblatt" erschallen, indem er schreibt: „Grade der Umstand, daß die Sozialdemokratie lo laut und vernehmlich an die Thüren pocht, muß für unsere gesammte Politik schwer ins Gewicht fallen. Wenn wir fortfahren, fei es auch nur in kleinen und nebensächlichen Dingen, den Zündstoff zu vermehren, so tragen wir selbst die Mitschuld, wenn eine gewaltsame Entladung eintritt. Diese Mahnung richtet sich nicht nur an die Regierung, sie richtet sich an alle Klassen und Stände. Jeder muß sich seiner Verantwortung aegenüber der Allgemeinheit bewußt werden. Wir finden gegenwärtig vielfach eine Neigung zu einem Luxus, der im schärfsten Gegensatz zu der Notblage weiter Kreise der Bevölkerung steht. Sparsamkeit. Fleiß und Nüchternheit haben Preußen und Deutschland groß gemacht, nur mit Hilfe können wir die soziale Frage lösen." Hierzu bemerkt die„Mazdeb. Zeitung", nationalliberalen Zeichens: Diese Auslassungen finden in den Verhältnissen leider ihre Begründung, und dies ist um so bedauerlicher, als die Hauptwaffe der Sozialdemokratie darin besteht, daß sie den „Neid" der minder begüterten oder besitzlosen Klassen fort- während aufführt. Mag auch Herr Dr. Arendt hinsichtlich der bevorstehenden„Entladung" etwas schwarz sehen, darin hat er zweifellos Recht, daß die sogenannten besseren Stände den Armen in allen Dingen ein gutes Beispiel geben sollten. Wer einigermaßen sozialdemokratisches Gefühl bat, wird wohl wissen, was er von den beiderseitigen Auslassungen zu S lasten hat. Die eine Partei kann das Prassen ebenso wenig offen, wie die andere zum Darben verdammt ist— und einen Ausweg aus dem Dilemma zu suchen, muß dm Herren Be- sitzendm überlassm bleiben— wir können warten! Do« dem Abgeordnete» Wilhelm Liebknecht er- halten mir fotgmde Erklärung: In einem amenkanischen Blatt — aus dem mir übersandten Ausschnitt kann ich den Titel nicht ersehen— findet sich ein Bericht des amerikanischen Dele« girten Ahl es über den Internationalen Arbeiterkongreß, in welchem Bericht es u. A. heißt, ich hätte mtweder durch Un- w i s s e n h e i t oder durch Unehrlichkeit(cither through ignorance or through dishonesty) eS auf dem Kongreß ver- hindert, daß besagter Herr Ahles seinen Bericht über Amerika erstalten konnte. Ohne über Herrn AhleS ein Urtheil abzu- geben und mich irgend wie in die amerikanifchm Parteistreitig- leiten einmischen zu wollm, erkläre ich hiermit, daß Herr AhleS von mir selbst auf die Rednerliste gesetzt war, und auch zwei- m a l das Wort erhielt, jedoch beidemale nirgends zu finden war, obgleich ihm vorher mitgetheilt worden, daß er sich bereit zu halten habe. Nachdem Herr Ahl-S sich im Zorn über seine eigene Unge- schicklichkeit entfernt hatte, schrieb ihn V a i l t a n t auf meinen Wunsch und in meinem Ramm—, wir würden ihm noch die Möglichkeit zur Erstattung seines Berichtes verschaffen! Allein Herr AhleS kam nicht wieder. DieS der einfache Hergang. DreSdm, den 2. Dezember 1889. W. Liebknecht. Ich bitte um Abdruck dieser Erklärung in Arbeiterblättem. Hofpredlger Stöcker hat in einer Mitglieder-Versamm- lung der chriltlrchsozialen Partei am Freitag gesprochen und zwar über Arbeiterschutzgesetzgebung. Die ablehnmde Haltung der Regierung zu derselben sei unbegreiflich, so führte Herr Stöcker aus. Herr Oberwinder, nach jeder Richtung hin be- kannt, stellte nach dem Slöckec'schen„Volk" eine Katastrophe in Ausficht, wenn die Regierung so weiter für den Kapitalis- mu« eintrete. Oberwinder erging sich daraus in heftigen An« griffen gegen den Reichskanzler.— Hoffentlich reqalirt uns Herr Oberwinder nun nicht mehr mit Briefen irgend welcher Art. Gin neue» Weißbuch über Gstafrika ist dem Reichs- tage zugegangen. Dasselbe enthält Berichte und Telegramme des Hauptmanns Wißmann und des Frhrn. von Gravenreuth über den Zeitraum vom 16. Oktober bi« zum 17. November. Der erste Bericht des Herrn von Gravenreuth vom 16. Oktober bespricht die Verhältnisse an der Küste im Allge- meinen und kündigt neue feindselige Unternehmungen BuschiriS an. In dem Bericht wird von der deutsch-ostafrikanischm Ge- sellschaft gesagt, eS wäre sehr wünschenSwerth, daß dieselbe an- finge, auch einiges für die Hebung des Handels zu thun. Es handele sich darum, die ankommenden Karawanen bald mit Lebensmitteln und mit Taufchwaaren zu versehen und eS ihnen zu ermöglichen, ihre Waaren, und namentlich ihr Vieh, los- zuschlagen. So lange dies nicht geschieht, find die Leute miß- tramsch und ängstlich und ist mit ihnen nichts anzufangen. Herr v. Gravenreuth berichtet auch, daß er in Erledigung des ihm ertherlten Auftrages im Namen des Hauptmanns Wiß- Sie fuhr einen leeren Karren zum Feldort zurück. Das Uebel war, daß die Hitze in dieser Strecke noch vermehrt wurde durch die Nachbarschaft eines Stollen von Gaston-Marie, in welchem vor zehn Jahren ein Grubenfeuer ausgebrochen war, das immer noch brannte, und nur durch eine Thonwand eingedämmt und aufgehalten wurde. Jeder Luft beraubt, hätte das Feuer ersticken sollen, aber zweifelS- ohne fachten unbekannte Luftzüge eS immer wieder an; die Thonwand erglühte von diesem"mächtigen Brande und warf den Vorübergehenden ihren heißen Hauch in's Gesicht. LängS dieser Wand nun mußte Katharina, in einer Temperatur von sechzig Grad, ihre Karren rollen. Nachdem sie zweimal den Weg gemacht, benahm es ihr von Neuem den AtHem. Glücklicherweise war die Strecke hoch: die Kohle lag in einer Schicht von zwei Metern, und die Albeiter konnten stehend klopfen; doch sie hätten vor- gezogen, liegend, mit gebogenem Nacken und verschränkten Armen zu arbeiten, wenn es dafür etwas frischer gewesen wäre. „Ja schläfst Du denn?" rief Chaval heftig, als er Käthchen nicht mehr hörte,„wirst Du verwünschte Faulenzerin arbeiten!" Sie lehnte auf ihre Schaufel und schaute, ohne zu ant- warten, zu den Häuern hinüber; eine Art Schwindel ver- schleierte ihren Blick; in dem rothen Scheine der Lampen unterschied sie kaum die nackten schweiß- und kohlebedeckten Körper der Männer. Diese aber mochten sie unten im Gange bess er erkennen, denn plötzlich ruhten alle Hauen; die Ge- fährten Chaval'S hatten gesehen, daß das Mädchen im Hemde vor ihnen stand, und begannen, ihr gemeine Spähe zuzurufen. Chaval wurde nicht böse über die rohen Reden seiner Kameraden, sondern rief: „Seht, das hat sie gern! Da hört sie Euch bis morgen früh zu und rührt sich mcht vom Fleck." Katharina füllte mühsam ihren Wagen und schob ihn den Weg entlang. Die Gallerte war zu weit, als daß sie an der Verzimmerung einen Stützpunkt finden konnte, darum versuchte sie, die nackten Füße an den Eisenschienen festzustemmen, während sie mit gestreckten Armen und gebeugtem Körper mann dem Sultan von Sansibar ein werthvolles Pferd üt» sandte, das derselbe zu kaufen gewünscht hatte. Zu dieser Zss stand Buschiri bei Dunda und fiel über Dörfer her,»w sich zu der Wiß, nanntruppe geschlagen hatten i" von Gravenreuth erklärte, es nicht wagen zu könrrr- Buschiri so lange zu verfolgen, bis er Fühlung Wlßmann habe, da er f zu geringe Streitkräfte M Saadani nicht sicher und der Norden ohne genügende BesoWt sei. Der zweite Bericht Wiß mannS ist bereits bekannt. ÄW, mann berichtet unterm 13. Oktober über die Expedition Mpwapwa und über die daselbst erhaltenen Nachrichten Stanley und Emin Pascha. Es folgt alsdann ein Bericht dei Frhrn. v. Gravenreuth vom 1. November über die Niedert Bufchuis und der Mafitis bei Pombo in der Nähe von Bag«' moyo. Auch über diese Kämpfe sind bereits Einzelheiten bo kannt geworden. Herr von Gravenreuth erzählt, daß auf de« Vormärsche von Dar eS Salam die Ortschaften theils verwM theils völlig leer waren, es wurden die scheußlichsten Granso«' leiten von Seiten Buschiris Banden erzählt. NyumbeS, � im Besitz von deutschen Schutzbriefen angetroffen wurden, h«« man die Füße abgehackt mit dem Bemerken, sie möchten dw nun nach Bagamoyo laufen. Gravenreuth sah ein Kind«» einem Bein über ein Feuer aufgehangen und dergleityj Scheußlichkeiten mehr. Bei dem Angriff auf das Lager die Schutztrupp- von heftigem Gewehrfeuer und Geschützt begrüßt. Eine Granate platzte 50 Schrttt hinter der AbihetlM Nach der Erstürmung des Lagers fand die Schutztruppe»» 200 gefangene WasaramoS, meist Weiber und Kinder, welche alle vielfache Spuren der erlittenen Mißhandlungen trugss- zahlreiches Vieh und große Vorräthe. In Buschiris fy" lagerten an 60 Fäßchen Pulver. Der Angriff wurde se� der Eingeborenen noch mehrfach erneuert. In vollem Krirr sHiinuckc mit Wurfspeer, Keule und großem RindSyautst� stürmten die Masiiis an oder tauchten einzeln plötzlich in diM Nähe aus Gras und Busch auf. Dreimal erneuerte sich Anstunn, beim zweiten Male gelang es denselben, an ss5? Stelle einzubrechen, ein Sudanese wurde in Reih' und niedergestoßen, ein zweiter durch zwei Speerstiche in Brust«"! Ann verwundet; währenddem begnügten sich die Araber, ssj sicherer Entfernung zu feuern. Buschrri selbst entkam, dag«J wurde sein Esel wieder erschossen. Ein ebenfalls vom 1. vember datirter Bericht Wißmanns betrifft dessen Thätigkeö« Mpwapwa und seinen Rückmarsch nach der Küste. Wiß«; theilt mit, daß er in Mpwapwa ein Steinfort mit zwei Bai nen an einer Stelle gebaut habe, von der aus die an Wasserplätze gebundenen Karawanen-Laaerplätze, sowie sän� liche im Thal von Mpwapwa gelegenen Dörfer der Eingebor«� beherrscht werden. Er besetzte das Fort mit einem Oift zwei Unteroffizieren. 100 Mann und einem Schnellfeuergesi und versorgte die Station auf vier Monate mit Lebensmi" Rindvieh und Getreide. Wißmann will an der Küste sä> liche Karawanen auf einen Pafsirfchein des Chefs von Mpw revidiren: ebenso haben die ins Innere gehenden Karaa Erlaubniß der Küftenchefs in Mpwapwa vorzuzeiaen. Bit Ankunft von Emin Pascha und Stanley hatte Wißmann einen Osfizier mit einem kleinen Trupp in Mpwapwa gel. der den Befehl hatte, die Expeditton nach Bagamoyo zu.', leiten. Wißmann hatte Emin und Stanley einige Lasten™ serven, Wein;c. enlgegengesandt. Den Schluß des Weißbuchs bilden vier Telegramme? Sansibar vom 9., 10., 11. und 17. November. Die™ gramme lauten: „Saadani nach geringem Widerstand besetzt. Bana Heri setze ich fort.", „ZelewSki mit Expeditionskorps vier befestigte Postü� von Bana-Heris Waseguhha mit Sturm genommen. Veriu- diesseits zwei Tobte, vier verwundete Farbige. Setze N>t� werfung Ufeguhhas fort." „Chef Dr. Schmidt nordwestlich von Pangani Reh� lager mit Bajonnet genommen. Feind ließ in einer 30 Tobte, worunter Araber." J „Kipumbwe mit Hilfe von S. M. Kanonenboot„Sptt� bestraft. Ganz Useguhha unterworfen." U»k»r die gegenwärtige Lage der oderjchtests� Kergardeiter wird der ulttamontanen„Schles. VotkSztg- dem oberschl« fischen Montanbezirk geschrieben: Bei der allgemeinen Lohnsteigerung auf dem Arbeitsmarkte konnte auch der oberschlefifche Industrie« nicht leer ausgehen. Eine fast durchgehende Eihöhu« Verdienstes um 10 bi« 30 Pf. pro Schicht, je nach der der Arbeiter, ist in Oberschlesien zu verzeichnen. Dagegsssi, der Wunsch der Kohlenbergleute, die 12 stündige Arbeits!� auf eine 10 stündige herabzusetzen, nicht erfüllt worden. hört man, daß die Behandlung der Arbeiter feiten« ssj nächsten Vorgesetzten in jüngster Zeit eine bessere geworden� Leider fällt von der Lohnfteigerung für die Besserung � materiellen Lage des Arbeiterslandes nicht« ab. Die allzeu� Preissteigerung aller Lebensmittel absorbirt mehr al« mäßige Lohnerhöhung. �Mt�anderet�öorten�s�bleibMrff� den Karren vor sich hinrollte. Doch sobald sie an der Wand vorüberkam, rieselte der Schweiß von Ncuew� großen Tropfen wie Regen von ihrem Körper herab, j ganzer Leib klebte jetzt von schwarzem Schmutz; ihr Hemd sah aus, als sei eS mit Tinte gefärbt, schob sich die Lenden hinauf, heftete sich an ihren nassen Körper� quälte und schnürte sie bei jeder Bewegung. Sie war � beim ersten Drittel des Weges angelangt, als sie von die Kräfte verließen; sie hielt inne. j» Noch nie hatte ein so seltsames Gefühl sie befa � ES mochte von den Gasen herrühren. In diesen entleg�i Stollen wurde nicht gelüftet, und allerhand schädliche � eingeathmet, darum begriff sie nicht, wie sie heute sehr darunter leiden konnte, so daß ei ihr in den � sauste, in der Brust wie Feuer brannte und wie oft ihre Augen umflorte: ES mochte doch wohl die H'? welche sie so krank machte.„„ r Sie konnte es nicht mehr ertragen. Sie>vou Hemd ausziehen, dessen Falten ihr die Haut brannten; doch sie zögerte, versuchte noch einmal, den� � weiter zu schieben, hielt wieder an, richtete sich aus � � plötzlich zerrte sie mit fiebernder Hand den Strick« f Henid hinunter; sie hätte sich die Haut vom � rissen, wenn sie eS vermocht. Und nackt, den mit Kohle bestaubt, den Leib bespritzt wie.exn tätf pferd, kroch sie gebückt, auf allen Vieren hinter ihrem dahin... Äpi?! Aber eine wilde Verzweiflung beklemmte sie fühlte sich nicht erleichtert: noch immer Brausen in den Ohren, und ihre Schläfe umsp« wie ein eiserner Schraubstock. Sie sank auf die KN- � Lampe auf ihrem Kohlenwagen schien zu verlosöL mitten in ihren verworren verschwimmende« r tauchte nur das Eine immer wieder auf: sie m Docht emporschrauben. (Fortsetzung folgt.) »ssiß Ht«! N i ffl erd *4 H-- fönnft ung wl t« bab<- �tion M dten v»« -rich! � lütderlaS' an Bag«' heile« auf.d» Dtrrouilf Srauffl®' mbe«, d« den, hch lbten d» Kind b"1 lergleiv aer wurot schützso� IbtheiW' truppt 41 ibtt, b® Itn tnifl® riS de feil� m KnE ZhautM , in dM t sich � an fl4? and Gl� Brust H -aber, i, dag«' ZM 1.,� lättgW? , fl« Iahl der mittellosen Auswanderer über Ha«- ?kg nach Amerika nimmt in letzter Zeit dedeutend zu. ES � nicht selten, datz täglich über achthundert solcher AuS- Wderer in den dem Staate gehörenden Gebäuden unentgelt- H untergebracht werden müssen, wenn fit nicht hungernd in . Straßen umherirren sollen. Von den Polizeibeamten wer- täglich solche bedauernswerthen Menschen, welche die hie- Verhältnisse nicht kennen, aufgegriffen und in polizeiliche vdhut genommen.— DaS macht die moderne soziale Reform! leipzig. An den bevorstehenden Gemeinderaths- ??.? l e n werden die hiefigen Sozialdemokraten fich nicht be- M'gen. Jedoch nicht aus sog.„primipiellen" Bedenken, -""ern einzig aus praktischen Gründen. Bei dem herrschenden »modus ist an einen Erfolg gar nicht zu denken— es sei t haben und auch in Zukunft nicht thun werden. Allein Lage der Dinge wird eine vollständig andere von dem .»mblick an, wo die beschlossene Einverleibung der �"rstadtdörfer vollendete Thatsacbe sein wird. Obgleich M wohlweislich dafür gesorgt hat, daß die durch und durch Andemokratischen Vorstadtdörfer in der Aueübung ihres Maecktz möglichst beschränkt werden, und obgleich unsere wren Nationalliberalen sehr eifrige Studien in„Wahl- »wwetric-' machen, so kann doch durch kein Kunststück die That- m aus der Welt geschafft werden, daß, sobald die Vorstadt- Mer zur guten Seestadt Leipzig gehören, die H ä l f t e der T�ammteinwohnerschaft sozialdemokratisch ist. Und Mn wird auch die Sozialdemokratie sich an den Gemeinde- �»wählen betheiligen. Der Plan, bei der jetzigen Wahl mste Zettel abzugeben, ist endgiltig zu Boden gefallen. * Prozrst Karmrning kam am Montag vor der Mitammer in Weimar zur Verhandlung. Der freisinnige "ichtZanwalt Harmening ist bekanntlich der MajestätSbeleidi- rnB des Herzogs von Koburg- Gotha angeschuldigt worden, Mngen durch ein« Broschüre„Wer da?* welche die anonyme ?Müre„Auch ein Programm aus den 99 Tagen" kcitisirte. Miminirt find laut Eröffnungebeschluß folgende Stellen der Mnming'ichen Broschüre: 1.„Ja, der moderne Tartüff ver- t,* Rch nicht blos aufs Flunkern und Verdrehen, er versteht � das„csiumuisre auilacter". 2.„Wie, hörte ich Pfui! .!*»" 3.„Em Vergleich, der fürwahr auf den Fall ebenso M, wie ein Fürstenhut auf das Haupt des...." 4.„Vm- V ja nicht, dessen Charakter und Empfindung zu beflecken, konntet um etwas spielen, waS Euch lieber scheint, als Eure M■ 5.„Ab von solcher„Minirarbeit", von den hämischen Einblicken des...." 6.„Bei ihm ist die Wahrheit des ?SiS„xewper aliqutcl daeeer" die einzig geübte." 7.„Aber diesem Wahnwitz liegt Methode � die Methode tückilcher diit." 8.„Und weil verleumderischer Klatsch stets williges findet, so darf er immer dreister werden." 9.„Hören wir dose Zunge weiter: Ja, wenn irgendwo, so entpuppt sich 1 Tartüff noch als Mephistopheles, und es fand fich bislang deutscher Faust, welcher das Pfui über Dich rief." 10.„Die "fl:„Auch ein Programm aus 99 Tagen" sei eine von Cjnjng bis zu Ende mit rein erfundenen Verdächtigungen, mit Ii dguiflichen Unwahrheiten operirende Verleumdungsschrist." „i;.Fragte man nach den Beweisen" dieser Behauptungen,„so a?dr man höchstens geheimnißvolle Redensarten, ivelche den �Änern lediglich die Handhabe bieten mußten, den Vorwurf �Lügenhaftigkeit gegen jene Darstellungen zu erheben." »i.Das will ich denn hiermit gethan haben."—„Getreu dem Mohe: Wo Du eine Lüge findest, die Dich bedrückt, da ver- i»!r f"-" 13-.Noch mehr die Heuchelei, denn sie ist eine 1«« destillirte Lüge, eine Lüge in der zweiten Potenz."— Ende vom Liebe war, daß der Rechtsanwalt Harmening iBch« Monaten Festungshaft verurtheilt wurde.— Seit b°«bvn Großbritannien. tMlgen Wochen spricht man �in allen Klubs in welchen lachr?? von nichts als von einem großen Skandal, in »ttmirfrlr Persönlichkeilen, die Träger aristokratischer Namen, lein sollen. Man brachte damit die vor 14 Tagen Äal-- Entlassung des Rechnungsführers des Prinzen von foW* 11 �l»ar die Reise de« ältesten Sohnes des Thron- 'litfW na(h Indien in Verbindung. Daß dir allergrößten bat jungen gemacht wurden, die Sache geheim zu halten, nut der Chef der Londoner Polizei, sondern auch die ty,,„. und die KabinetSminister ihr Möglichstes thaten, um WeitV'k I3,t Verfolgung der angeschuldigten Personen yt (inen n-t n, darf als sicher angenommen werden. Es ist für Äm dronisten, der die täglichen Vorfälle im gesellschaftlichen aufzeichnet, nicht angenehm, dergleichen schmutzige "Äsu. einem weiteren Leserkreis auftischm zu d«r da aber die ganze Angelegenheit doch ki Oeffentlichkeit gezerrt werden wird, taugt «uJUcht», länger ein diskretes Stillschweigen zu be- -i"' Hier find die Thatsachen, so weit bisher bekannt: übelberüchtigten Hause m Cleve'andstreet, einer b>i Auroßi der Tottenham-Court-Road, faßte im September �iäbri bwei Personen, den 40jährigen Beck, und einen �lüri.�n Kommis Rewlove ab unter der Anklage, fich wider« %''der Verbrechen schuldig gemacht zu haben. Die Beiden dem Polizeigericht, wurden an das obere Ge« dr«„Riesen, aber man hielt die Verhandlungen geheim und iL'' u>el wurde bekannt, daß Beck 4 Monate, Rewlove 9 4 kriegte. Die Polizei hatte nämlich im genannten st.Aupirre und Karten gefunden, welche bewiesen, daß .."binde Persönlichkeiten zu den Besuchern gehörten. Statt auf Grund der vorliegenden Jndizren vorzugehen, tz sich der Minister des Jnnem, Schritte fiich aun, bis der Premierminister, der in Frank- % Avwesend war, seine Zustimmung gegeben habe. Sa oP.er kam zurück, wollte aber ohne die Zustimmung Md,�.?etS nichts thun. Mittlerweile hatten die Hmpt- °>r(,,,*? das Land verlassen. Dazu gehörte ein Hofbeamter, iistetzAa!. die Aussagen einiger im Telegraphen dienst an- Ä gravrrt war, und der Besitzer des HauseS, k Hammond. Der letztere ist nur dem Namen nach *» Ln 8 Hauses; die wirklichen Eigenthümer sind vier in iNep Kreisen wohlbekannte Gevtlemen. Dre Post« Kta beim Verfahrm gegen Beck und Rewlove°l- rjt, j�k�dort werden sollen, man entging dieser Rothwendlg- Ävik�ann man die beiden Angeklagten dazu bewog, fich t! �»»e���ch erst'nach dem ersten KabmetSrath, d. h. am ""eji. ausgewirkt, als die beiden längst außer Landes f L1 1' 28. November. Der Chef der oN-ntlichen V-inn° u t i e r de Rasse, ist, wie berertS benchtet, M«n. Äung des halben Gehaltes zur DrSvofitron gestellt r Vn?.? Grund dieser Maßregel ist da- sehr eigenthum- � des PolizeidirekwrS im Pourbalr- �.Man sucht regierungsseitig einen Sundenbock für �.Vou�chÄte- in d« Mondionaffoire ist e-.N.eIer,�.n ° Angelegenheit ist's der Polizeidirekter. Das �"ader-n kann fich weder in dem ei Ä? ,,0n den Vorwürfen reinigen, ..................... einen, noch in k"»alle von den Vorwürfen reinigen, die ihm ge« Mondion und Pourbaix bleiben an den Rock- Ä&die Cf Beernaert und Genössen hängen. Dagegen l» � hat ai??ang eines Unterbeamten nicht. Die liberale '�/»"isierv V Unrecht, fich für Herrn Gautier de Rasse ti» i"- nr' Seine Stellung gegenüber der Partei war eine Lib...,bat es dem Ober-Staatsanwalte— ebenfalls ,tn— sehr erschwert, gegen Pourbaix die Anklage so zu fonnutiren, daß der Lockspitzel eine verdiente noch längere Getängnißstrafe erhielt. Zu gleicher Zeit verabsäumte er seine Pflicht gegenüber dem Ministerium, dem er als Be- amter zu dienen hatte. Er ließ hochwichtige Aktenstücke ver- brennen, die eventuell als Zeugniß hätten dienen können; da« für bewahrte er von Dritten und Vierten gemachte Auszüge, denen nur bedingte Zeugnißkcaft innewohnte. Schließlich, an- statt wie er thun konnte, seine Aussage in einigen Punkten zu verweigern, die ihn selbst zunächst schwer belasteten, indirekt aber die Regierung, deren Interessen er als Beamter zu ver- treten hatte, kam er mit Enthüllungen, die er sowohl dem Staatsanwälte, wie seiner Regierung verheimlicht hatte. Die Entlassung eines Beamtm, der in einer solchen Angelegenheit ein derartig zweideutiges Benehmen an den Tag legt, kann Niemand überraschen. Daß das klerikale Ministerium aber diese Entlassung so spät erst vornimmt, wird ihm wenig nützen. Der Vorfall wird der liberalen Partei Anlaß geben, bie Regierung nochmals über die Angelegenheit zu interpelliren. Bara hat heute bereits seine Interpellation angemeldet, Jomson wird ihn unterstütz« und dabei auch die Verwendung der geheimen Fonds zur Sprache bringen._____ Spanien. In Spanien dürfte man auf baldige Ueberraschungen ge- faßt sein. Die republikanische Bewegung erhebt ihr Haupt immer höher und die bestehende MmisterkrifiS ist offenbar nicht geeignet, sie zu dämpfen. Dem Ministerpräsidenten Sagasta gelingt es nicht, ein lebensfähiges Kabinet zusammmzubringen. Die Königin ist, wenn Sagasta zurücktreten muß, entweder auf die Konservativen oder die LinkS-Liberalen angewiesen. Die Konservativ« find jedoch im Lande sehr verhaßt und da- Re- Siment der LinkS-Liberalen würde direkt zur Republik führen. )er Vorfitzmde des Exekutivkomitees der vereinigt« republi- konischen Partei«, MaiquiS von Santa Maria, hat die An- fertigung von List« angeordnet, in welche jeder major«ne Spanier, welcher der Anficht ist, daß die Republik die beste Staatsform fei, seinen Ramm eintragen soll, und am 11. Februar 1890 soll in Madrid ein republikanischer Kongreß statlfind«. Die Gesinnung« der spanisch« Armee sind der- artige, daß es nicht zu verwundern wäre, wenn sie ähnlich wie in Brasilien den Anstoß zur Umwälzung gäbe. Die republikanische Bewegung in Portugal ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Asie«. Auch in China kommen Streeks vor. In Canton ist ein Streik unter dm Dschunken- und Bootsleuten ausgebrochm. Die Prooinzialbehördm hattm nämlich ein neues Zollhaus zur Einkasfimng der Jnland-Tranfitzölle in Shekmun eingerichtet. Die Zölle wurden nicht erhöht, aber sie sollten jetzt sofort und nicht wie früher erst nach Beendigung der Reise entrichtet wer- dm. Der Zweck der Erbauung des Zollhauses in Shekmun war, dem Schmuggel zu steuern. Dagegen ereifert« sich die Bootslmte und begannen, 60000 Mann stark, auf all« Wasserstraßen oberhalb CantonS einen Ausstand. Dann ver- trieb« sie die Zollbeamt« und demolirten das Zollhaus, und um ein« Druck auf die Behörden auszuüben, hinderten sie allen Verkehr von und nach der Stadt. Alle Läden im Distrikte mußten geschlossen werden und Privatpersonen wurdm gezwungen, Trauer anzulegen. Gewalt thaten wurd« jedoch nicht verübt. Endlich gab der Vizekönia nach. Er versprach, da- Zollhaus in Shekmun abschaffen und den Ausständig« zu vergeben. Amerika. Von den neuen Machthabern in Brasilien wird folgmde Charakterschilderung entworfm: Der Präsident Manuel Deodora da Fonseca«tstammt einer Soldatmfamilie und ist Soldat durch und du:ch. Er wurde am 30. August 1884 zum Feldmarschall befördert. Er ist ein Offizier von großer Tüchtigkeit, tapfer, intelligent und wird von sein« L«t« vergöttert. Zum Liedling des Volkes wurde er dadurch, daß er erfolgreichen Widerspruch erhob, als die Regierung einen Oberst« bestrafen wollte, welcher sich geweigert hatte, die nach Aufhebung der Sklaverei sofort davon laufenden Sklaven wieder einzusangm.— Der Minister des Jnnem, AristideS Lobo, wird als ein phantafie- und humorvoller Joumalist sie- schildert. Er stammt auS der Provinz Mino», wo seine Familie eine sehr angesehme Stellung einnimmt.— Qu'ntino Bocayupa, der Minister des Aeußeren, wird als der„Fürst der drafi- lianischen Jvumalist«" geschildert. Seit langer Zeit war er Führer der„Abolitionisten", d. h. der Partei, die für die Aufhebung der Sklaverei eintrat. Er ist ein vielseitig gebildeter und liebenswürdiger Mann.— Der Finanzminister Run Barbosa war früher Advokat und Deputirter für dm zweiten Distrikt von Bahia, seit einem Jahre ist er Direktor des„Diana de NoticiaS". Er ist ein begeisterter Vertheidiger des AbolitioniSmuS und hat seit mehreren Jahr« mit uner- mlldlichem Eifer in Finanzfragen gearbeitet.— Der Justiz- minister vertrat früher den Distrikt von Campinas. Er gehört emer angesehen« und einflußreich« Familie daselbst an. Früher Advokat und Professor, besitzt er eine außerordentliche Rednergabe.— Der Kriegsminister Benjamin Constant Botelho de MagelhanS. Oberst erster Klasse im Gmeralstabe und Pro- fessor an der Mllitärschule, ist der Typus eines arbeitsam« Mannes und gilt als der erste Mathematiker Brasiliens.— Der Ackerbauminister Demetrio Nunes Ribeiro ist ein ausge- zeichnet« Jngmieur. Er war Professor an der Normalschule von Porto A Clegre und redigirte als solcher den„Federa?ao", das republikanische Organ der Provinz Rio Grande do Sul. Er ist nicht älter als 33 Jahre, dabei von liebenswürdigem, sympathischem Wesm.— Der Marineminister Eduards van den Kok, seit mehreren Monaten Kontreadmiral, ist ein Riese von Figur und gehört einer holländischen SeemannSfamilie an. Er ist Seemann und nichts als Seemann und in der Flotte sehr beliebt durch sein gutmüthiges Wesm. Elderselder KoMWeuprozeß. 11. Tag der Verhandlung. Elberfeld, 2. Dezember. Im Zmgmraum ist u. A. anwesend der Zmge Julius Weber. Der Präfidmt konstatirt, daß einige Angeklagte fehl«, darunter Bebel, Grillenberger und Schumacher. Der Ange- klagte Hagedom ist nach Mittheilung des Präsidenten nicht idmtisch mit dem verurtheilt« Hagedom, also unbestraft. Die Zmgmliste wird verlesen und ergiebt da« Fehl« einiger Zeugen, Bleckmann in Dusseldorf ist krank. Die an sie gestellt« Frag« werd« von den Z«g« wie folgt beantwortet..,... Zeuge Julius Weber(mit leiser Stimme, fast un- verständlich): Ich weiß nichts mehr von meinen Beobachtungen. Ich erinnere mich nicht mehr, was ich dem Polizeikommissar Wilfing mitgetheilt. Während ich krank war, ist ein Polizei- beamter bei mir gewes«, aber auf mein Zeugniß wurde nicht eingewirkt. Was ich an Buchenau mitgetheilt, weiß ich nicht mehr.(Auf die Frage Lm'mann's, ob er durch fein« verbrecherischen Schwager an die Polizei gekommm, zuckt Weber die Schultem.) Vor 1884 war ich schon im Dimste der Polizei. Durch einen Dritt« bin ich an die Polizei gekommen.(Auf Befrag« des Angeklagt« Dr. Schmidt): Ich war krank, als ick,»u Dr. Schmidt ging. Dr Schmidt: Weber fing ein politisches Gespräch mit mir an: er wollte provozir«. Ich ging aber nicht dar- auf ein. Weber: Von Wilsing wurde ich nicht zu Dr. Schmidt geschickt. Haufirhandel habe ich früher getrieben, aber mit dem Strafgesetz kam ich nicht in Konflikt. Ob ich als Deckadresse di«te, weiß ich nicht.(Der Präfidmt ermahnt ihn zur Wahr- Heid) Nach Zürich schrieb ich nicht weg« des„Soz.". Deckadressen habe ich angegeben. Von der Ankunft von Dmck- schriften habe ich an Kommissar Wilfing meine« Wiss«S keine Anzeige gemacht. So viel ich weiß, hat Küpper Dmck« fchristm nicht bestellt. Langwieler habe ich als Deckadresse an- gegeb« und dem Kommissar Wilfing angezeigt. Ich weiß nicht, ob bei Langwieler Schriften angekommen find. In letzter Zeit bekam ich nur ein Exemplar des„Soz". Ich weiß nicht mehr, ob ich Grimpe veranlassen wollte, ein Flugblatt zu druck« mit der Firma Hottingm-Zürich; ich weiß nicht mehr, ob ich die Expedition der„Fr. Pr." veranlass« wollte, daß eine Preß- kommisfion Einficht in die Geschäftsbücher nehme. Niemand hat mir gerathen, zu sagen, ich erinnere mich nicht. Ich habe mehr wie einmal bewußter Weise die Polizei belog«, aber nicht, um Andere zu schädig«. Ich habe Viele« erfunden.(Auf wiederholtes Beftagen des Staatsanwalts): Ja, ich habe in einigen Fäll« der Polizei die Unwahrheit gesagt.(Auf Be- fragen von R.-A. Lenzmann): Ich kann beschwören, daß keiner der Angeklagt« oder der Vertheidiger in dies« Frag« mit mir gesproch«. Präsident: Ich habe persönlich die Ueberzeugung, daß Sie im Begriff find, einen Meineid zu schwör«. Weber: Ich habe seit langer Zeit nicht mehr ge- schlaf«. Ich erinnere mich an nichts mehr. Meine Aussage will ich beschwören, ich kann nicht anders. Ich habe gesagt, was ich weiß. Ich habe gehört, daß Bier«feld vom Kongreß berichtet, aber ich weiß nicht mehr, wo und was. Wer zugeg« war, weiß ich nicht. Vom„Soz." kann Bierenfeld unmöglich etwas benchtet haben. Allerdinas habe ich der Polizei mit- sietheilt, daß der„Soz." noch offizielles Parteiorgan sei. Ge- sprach« hat Bierenfelv davon, daß er Geld erübrigt habe. Ich weiß nicht mebr, ob Biermfeld von dm Strapazen erzählte. Von einer Zusammmkunft Liebknecht'«, Singer's und Auer'« nach dem Kongreß ist nichts gesagt wordm. Von der Ein- berulung eines internationalen Kongresses habe ich gelesen. An Wilfing habe ich Gespräche am Biertisch und Gelesenes als meine Beobachtung« mitgetheilt. Staatsanwalt: Sie habe« die polhei der ganze« Monarchie blosgrsteUt. Weber: Ich wurde gewarnt, provozirend aufzutreten. Allerdings wollte ich immer, daß ein Vorfitzender gewählt wurde. Milstng hat dedauert, daß ich so wenig zu de- richte« hatte. Ueber meine Berichte habe ich mit dem Wirth Schmitz gesprochen. Von Dynamit habe ich nicht gesproch« und nicht gehört. Das habe ich auch nicht berichtet; so schlecht bin ich nicht gewes«. Präsident: Sie können alle« aussag«, ohne fich selbst strafbar zu mach«; Sie waren Polizeispion. Weber: Von Klubs habe ich gesagt, ich weiß aber nicht« mehr davon. Ob Klub« bestand« haben, weiß ich nicht. Da« gesammelte Geld für den Hasencleverfonds k. habe ich an Thielmann abgegebm. Geld für Broschüren habe ich nach Nürnberg geschickt. Von Klubs weiß ich nichts, nur von dem Klub Oberbarmen. Es kann sein, daß ich ihn gegründet. Er diente zur Wahlvorbereitung. Es war nie die Rede von der Verbreitung des„Sozialdemokrat", nur Gespräche am Biertisch fand« statt. Die Korrespondmz führte Röllinghoff; welcher Art sie war, weiß ich nicht mehr. Später trat« Andere an seine Stelle, wmn ich nicht irre, Hülle. Das kann ich aber nicht beschwören.(Weber bittet um ein GlaS Wasser.) Wie die andern Polizeispione hießen, weiß ich nicht. Rechtsanwalt Lenzmann: Ich bitte, zu fragen, wer die Polizeispione warm. Ein Zeuge hat sich bereits scharf dagegm verwahrt. Weber: Nur andeutungsweise habe ich von dm jetzt Angeklagt« davon gehört. Polizeispion wurde ich, weil ich von Wilfing Rath wegen meine« SclwagerS erwartete. Milstug stellt» mir ei« gewisse» Wohlwollen für meinen Schwager in Aussicht. Wenn ich nicht irre, trat Küpper an Hülle'S Stelle. Notiz« habe ich nicht gemacht. Ich theilte Wilfing in seinem Hause Alles mündlich mit. Nach den Verhaftungen war ich nicht mehr Vorfitzender de« Klub«. Manchmal find die Leute zu mir gekomm«; wer immer da war, weiß ich nicht. Ein bestimmter Tag war nicht angesetzt. Von einer geheimen Verbindung und der Verbreitung de« „Sozialdemokral" weiß ich sonst nichts. Ich wurde in der Weise zum Vorfitzend« bestimmt, daß ich aufgefordert wurde, die Broschür« in Jmpfang zu nehm« und zu vertheil«. Die gesammelt« Gelder für Hasenclever und dergleichm habe ich in Empfang genomm«, auch von Nichl-Sozialdemokrat«, sogar von Konservativ«. Für Wahlzwecke habe ich auch Geld angmommm. Von ander« als meinem Klub habe ich nur gehört. Wer die Vorsteher war«, weiß ich nicht. Ich habe gehört, daß 3 Klubs bestand«.(Auf Befrag« des Abg. Schumacher): Ich weiß nicht, daß ich Schumacher je sah; an Versammlungen hat er nicht Theil g«ommen. Ich habe die reine Wahrheit gesasit. Der Zeuge wird vereidigt Die Aussage de« krank« Z«gen Wen dt wird verles«. Derselbe hat unvereidigt ausgesagt: Ich bin Sozialdemokrat. An der Organisation muß etwa« sein. Hugo Schumacher wurde mir als Vertrauensmann bezeichnet. Von ihm erhielt ich zwei Nummern des„Philadelphiaer Tgbl." und den„Sozialdemo. krat". Ob ich Vertrauensmann war, darüber verweigere jich die Aussage. Von Biermfeld erhielt ich nie d« „Soz.", nur Notizkalender. Da« Abonnement de«„Soz." habe ich mehrmals an Julius Weber bezahlt. Weber: D« Namen nach kenne ich Wendt nicht. Mir ist nicht erinnerlich, für dm„Soz." Geld in Empfang genmn- mm zu haben. An Thielmann habe ich nie Geld für dm „Soz." gegeb«. Außer an Wilfing habe ich an Niemand d« „Soz." geliefert, vielleicht ab und zu an Jemand gegeb«, an w«, weiß ich nicht. « Zeuge Thomas, Bürgermeister in Velbert(vereidigt): Von dem Ausflug nach Blankmstein weiß ich aus eigener Be- obachtung mckts. Als Fuhrer der Sozialdemokrat« m Velbert kenne ,ch Rieß, Busch, Rieß« und KocinSki. Ueber eine ge- hei?" Organisation weiß ich nichts. Die Führer kenne ich nur, weck sie im Volksmunde so genannt werden. Zeuge E s o n a t(vereidigt): Ein„Gedmkblatt" habe ich vor der Thür gesund«, aber nicht geles«. Ob Bollmuß das Blatt verbreitet, kann ich nicht sag«. Ich habe nie bemerkt, daß er Flugblätter verbreitete. Zeuge Grimm verweigert auf Grund de«§ 54 der Strafprozeß- Ordnung die Aussage über die Verbreitung de«„GlaubenSbekmntnisseS"— � Ich habe keine Ahnung, wer delegirter war. Der Zeuge wird entlass«. Zeuge Keil(vereidigt): Es wurde mir gesagt, daß ich ein Konzert veranstalten sollte. Tracht bat die Kart« dmck« lassen. Den Reinertrag hat er nach seiner Angabe an eine arme Fannlie verwmdet. Bubmzer und Köster warm beim JÄ Ä«IL------>-«»--- Tracht: Der Ueberschuß wurde dem Hasmclmerfond« zugewiesen. Zeuge Gerhard Wimm er«(vereidigt): Da« „GlaubenSbekenntnib" hatte ich, ob gekauft, weiß ich nicht. Bn dem Ausflug der„Liederlust" hat ein gewisser Müller wisch« mitgehabt. In der„Liederlust" bin ich eingetreten, weil mich Bekannte dazu auffordert«. Ich war 8-4 Woch« dann trat aus, weil Sozialdemokraten dort waren« Von August Wimmers habe ich d«„Roth« Tmfel" erhalt«; ob und über die Sammelliste. in St. Gall« als Kongreß- er et mir gegeben oder ob ich't vom Tisch genommen, weiß ich nicht. Bei Stehr sah ich Dastig, Reumann, Müller und die Brüder Finte. Von dem Angetlagten Müller habe ich das „Glaub entbetennwiß� nicht. Mit der Polizei stand ich nicht in Berbindung.„ Zeuge Heinrich Stehr, Wlrth m Elberfeld, war an- geschuldigt und auf sein Zeugniß wird verzichtet. Zeugin H i l l r i n g h a u s aus Barmen(vereidigt): Duden- Kopp verkehrte mit Bierenfeld. Bierenfeld hat mir geschlossene grobe KouvertS gegeben.. �. Bierenfeld: Dubenkop bekam von mir Sachen des Tischlerverbandes. Aongreß�ericht; ob er mehrere hatte, weiß ich nickt. Di Bücher, die da lagen, kannte ich nicht. Ich habe 25 Pfg. da für bezahlt. � Dabor(vereidigt): Von Bongartz erhielt ich einen Die für zahlt. Bongartz: Den Kongreßdericht geschenkt, aber nicht verkauft, bevor er habe ich dem Zem verboten wurde. 3 Zeuge wollte Geld von mir borgen und das habe ich ver« weigert. Aus Rache hat er mich denunzirt. Dabor: Ich habe 25 Pf. bezahlt.(Auf Beftagen der Vertheidigung:) An den Zeilpunkt kann ich mich nicht ermnern; es war um Ostern 1888.(In der Voruntersuchung sagte Zeuge, zu Weihnachten 1887.) Daß die Schrift verboten war, hat mir Bongartz nicht gesagt. Auf die Vernehmung des Zeugen Dudat wird, weil früher beschuldigt, verzichtet. Zeuge Zimmermann, Polizeisergeant in Elberfeld (verndigl): ES wurde mir der Auftrag Legeben, MüllerS HauS zu beobackten. Ich sah Morgens 4 Ühr einige Leute, die Müller pfiffen und dann ins Haus gingen. Ich versteckte mich in einem Garten, da ich den Auftrag hatte, mich nicht sehen zu lassen. Ich sah dann die Leute weggehen, es waren acht oder neun. Gekannt habe ich fie nicht, eS war dämmerig. Sie gingen in der Richtung nach Mettmann. Ein junger Mann lief in das Haus von Emil Müller und dann in der Richtung nach Mettwann. Ob es Ullenbaum war, kann ich nich� haupten. Von der Verbreitunq des„Geben kblatt" wurdi? vorher gesagt. Ich sah ein Blatt in ein HauS hinein»w habe aber den Verbreiter nicht gesehen. In die WoW meiner Wirthin wurden ebenfalls Blätter geworfen, w andere Häuser. Der Verbreiter wurde mir bezeichnet un« erkannte aus der Beschreibung Winkler. Er wurde ne» von einem Anderen arretirt und ich sah ihn in der Sj st übe. Bei Hahn wurde eine Kiste beschlagnahmt. Er» Flugblätter in ein Taschentuch. Unter der Hobelbank s«" wir die Kiste mit Flugblättern. Auf der Treppe at Bertram festgehalten. Er wußte keine bestimmte M zu wachen. Der kleine Pfeiffer wurde in meiner Gegen» vernommen. Gedroht wurde ihm nicht. Seine Mutt«' und dann widerrief der Knabe das Geständniß.(Auf: fragen Bertrams:) Was Bertram aussagte, weiß ich" Bertram: Ich erklärte dem Kommissar, daß Krankenkassenangelegenheiten zu Hahn wollte.(S. Beilage. Kr. 2 .» vETOwa 28. Am 3 »a h L b* 5? y von d« «ntraatot ""toten m'Die! "'werdeor Ucheu Stre •«s die B Jeteilungsc «rüden.' Roch: Theater. kittwoch, den 4. Dezembe, Mittwoch, den 4. Dezember. G»nnttz«n». Lohengrin SÄmlirieUlirtt*. Gaudeamus. »«rtlch». Aheaten. Nächstenliebe. t»sft«g-«l,»ate». Die Ehre. DerPolengras. BsftfrsttpflftMtar. Schwiegermama. p«Rtur-C|*«t*y. Nervös.— Vorher: Der Scheidungsgrund. yifctorln-fltyMtar, Stanley in Afrika. GstemV» Theater. Das neue Gebot. A»U»«Nianr»» Theater. Vor Sonnen- aufgang.___ "------ Theater. Wißmann m a. »«rWal-Uhsat«». Historischer Poflenabend. Vorstellung. Urichahallen- Theater. Gr. Spezialitäten. Vorstellung »«rstaam»'« Partcktck. Gr. Spezialftaten- Vorstellung._ Amapioan-Theater. lies»»»sbenerftr U. »Lglich Vorstellung. Circus tftenz. Karlstraße. Heute, Mittwoch, 4. Dezember, Abds� 7 Uhr; TaakandrSetel, oder: Der gläserne Pantoffel. Großes phant. Zaubermär chen in 4 Abth. mit Aufzügen. Große neue Diver- tissement. 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Donnerstag, den 5. Dezember, Abends Uhr, _ im Saale des Deutschen VotkStheaterS, Schönhauser Alle«: WM** Grosse öffentliche Versammlung. Tagesordnung: Frauen frage.(Referent: Fritz Klüger) Diskussion:c. Um recht zahl- reiche Betbeiliaung ersucht_ s 1134s_ Pap Vopataad. Ach öptlch KmnWlwShltt-JersWmliiU im 27. Kommunal-Wahlbezipst. Donner st ag, den 5. Dezember, Abends 8 Uhr, im großen Saale des Psthmiavhaa Bpauhauaes, Landsberger Allee 11—13. Tages-Ordnung: 1. Die bevorstehenden Stichwahlen. Referent Herr Rechtsanwalt Arthur Stabil 2. Verschiedene«.— Der Kandidat der freifinnigen Partei, Herr T ö r m e r, ist schriftli geladen. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 80___ Da« Zentral Wahlkomitee. gen. ein- Kerband deutscher Mechaniker«. verw. Kernfsg. 4, Stiftungsfest am Sonnabend, den 7. Dezember, in den gesammten Winterlokalitäten der Kerltnen Kockdranerei, Tempelhofer Berg. Bp. laslpumanlaistaazspt unter Leitung oes Kapellmeisters Rupprecht und unter gütiger Mitwiikung der ausgezeichneten Jnstrumentalisten und MufikklownS Gebr. Willing. Nach dem Konzert: Kast bei doppeltem Orchester und fortwähr. Tanz. Entree incl. Ball 50 Pf. BilletS find vorher zu haben bei: H. Bäcker, Lothringerftr. 8 M. Schünemann, Kott- buserdamm 19; W. BroSke, Bärwaldftraß 8: C. Trfttelwitz, Kottbuserstraße 4; M. Niendorf, Strel'tzerftr. 47; O. Spieß, Adalbertstr. 71 und in der heute Abend stattfindenden Mitglieder- vetsammlung, Annenstraße 16.___ 63 SammUtche Eise«- und StahiWaaren, sowie Haus- «nd Küchengeräthe ferner: Schlittschuhe» Kaub säge-Uten süien u. s. w. empfiehlt billigst E\M zaubsbergerste.«4, ■ w 01|*nern|(am Aleranderplntz). [59 fVSHAUS s firm»"««teht.... � P Hierdurch zeige ich ergebenst an, dass ich in meinen Geschäftsräumen eine grosse & Weihnachts-REesse f veranstaltet habe, während welcher sämmtl. 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E.H.» Unserm gemaßregelten Kollegen Karl Köhler zu seinem heutigen Geburtstage ein donne� Hoch, daß die ganze Naunynftraße wackelt' bei Spiekermann der 3 Liter-Stiefel die W machtt Die Kostegen oo« v. st. 3- Dem elektr. Glühlampen- Ringe- K. Elrühmacher, zu seinem beutigen Äiv feste ein dreimal donnerndes Hoch! 71] Die ausgetrockneten»oklege« alss > a t o r i St. Mim KW« Jtoaten, �ht, o «« für t Zu den am Sonntag veröffenttichten& statten kommt zu: Gesperrt KtahlheNer� dergerftraße 73 V. Sperre aufg eh o b en:Doru.th, straße 7. Ferner machen wir aufmerksam, daß die für I. C. Pfaff unter dem Namen Pll gefertigt wird und ohne Bank-Nummer. 81] Die Kommiao Wuvg für Tabllkllrbeiter B ArbeiteriM«! Die Sperre i_______________________ BergemannSKoch, Ripdorf, Haup und Laden Bergstraße 120, N-rli» sLaden Kottbuser Damm 1, (Laden Prinzenstraße, K e i l p f l u g, Elsasserstraße 8, Laden, G r e p l i n g, Wasserthorstraße, Hintze, Holzmartistraßc 68, Dresser, Gr. Frankfurterstraße 126, straße 1, Läden. Am Mittwoch findet in der Weinstraße Feindt eine Dele»trten-Bersamml«ng sta Vertteter sämmilicher Fabriken find hten» geladen. Lohnkomuttsston der Tabakarbeiler«f tSSR: Großes Wurstch 82] C. Lange, Manteuffelstraße' nge, Manteuffelstraße v Mard N«r 1 kostet jede Uhr zu reinigenA Garantie. Bei allen Rep� wird der Preis dorher gesagl- Ueue Uhren z.Ginkaufspr mit nur geringem»uflcklag für Äbzieb�l selben� z. B. für Regulateure 3 M-, und Wanduhren �. ElvASI», Uhrmacher(Fachm-� Rauuynstraße IS, Ecke Mariannen� Der Unterzeichnete liefert gegen Nack«� Poslpacketen von 4tz Kilo Inhalt, dte frische Meierei-P atur-Kuti� aus der größten uno renommirtesten! Jnlel Alfen, zu den billigsten Preisen. Bestellungen werden erbeten KeMva(SchleSw.-Holst.) H. K. P sofort für 60 Thlr., l � ptaNtNO Hill. Theilzahl. gestatt-«-� Fabrik Kommaudauteustr. so. 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Beidi«' PtU'lninentsstiuvittitc. {•Ktfcher lUichcta«. 28. Sitzung vom 3. Dezember, 1 Uhr. i..»m Tische de« Bnnbegraths: von Bötticher, Ge- Lobmann u. A. . Auf der Tagesordnung steht zunächst die erste Berothung °�>>on der freisinnigen Partei(Barth und Genossen) be- uu»w� 4«wogten Gesetzentwurf, betr. Abänderung der G e- E. H.» e r d e o r d n u n g, dessen einziger Paragraph lautet: „»Die Bestimmungen der ZZ 107 bis 114 der Allgemeinen /v�trdeordnung vom 1. Jul« 1883, sowie die darauf bezüg» i®t".®trofbeftiramunaen m derselben finden Anwendung auch in boimdluLrk Dr scher und Arbeiter der Bergwerke, Salinen, Auf mniftüi»?"wngsanstaltm 1 «rüden. je wackelt. fei die Sch « g. 8 und unterirdisch betriebenen Brüche oder das ob lt< einzelnen Aach der Begründung bezweckt der Antrag,! torische Arbeitsbuch, soweit es in mt# i 50*« flßreMi&�n K»r SR�rflf MMq ch!. lege««ti -- 3»7 �> ry e acoeiisoua), ioiucu r» m»,»,»>»»,> tinge« �"'tn, wie z B. m Preußen, für erwachsene Bergarbeiter noch ?atht, abzuschaffen dmch Unterstellung der Bergarbeiter unter 7� für die gewerblichen Arbeiter hinsichtlich des Arbeitsbuches ?ttUnden Bestimmungen und ein zu Ungunsten der Bergleute ..«thendes, zu Mislu Suchen Anlaß gebendes Ausnahmegesetz beseitigen. _ Abz. Kchuttdt-Elberfeld(dkr.): Angesicht» der Ereignisse ?.°tn Beigwe, k« Distrikten muß uns daran gelegen sein, die urtachen zu beseitigen, welche so aufrührerische und schaden« J�ijtiide Bewegungen herbeiführen können, um ähnliche Fehler r b t Zukunft zu veimeiden. Durch da« Berggefitz werden � Bergleute gezwungen, bei ihrer Abkehr sich einen Eni- MtngSscheiu zu verschaffen, der sie in Abhängigkeit von dm ?°t>tgebem bnngt. Diesem Uebelstande, welcher den in der ff1'*- Gewerbeordnung getroffenen Bestrmmungm gradeS JpÄts widerspricht, kann nach unserer Meinung durch ern »"«sgesetz, wie wir es vorschlagen, abgeholfen werden. � 3 84 des Berggesetzes muß in der Abkehr des Berg- « die Zeitdauer, die Art der Arbeit und auf Verlangen die Führung aufgeführt sein. Diese letztere Rubrik nur auf Verlangen de» Bergmannes ausgefüllt r"®*a; allein diese Bestimmung wird so gehandhabt, daß ins F-Hlen eines Führungszeugnisses ein schlechtes Licht auf � detreffendm Bergmann wirft. Dadurch sind diese Bücher «wrtrolbüchem der schlimmsten Art oewordm. Wmn mm ? beim JavoliditätSgesitz aegen bre OuittungSbücher auSge- jPfxhen hat. so gelten alle Bedenken no» viel mehr gea-n daS 7«»trolbuch Man sagt, die Bergleute dedürfien dieses Buche», v'ü sie nach ihrer Intelligenz bezahlt würden und nicht zu j�gtlöhnern herabsinken dürften, auch e, fordere die Sch.-rheit j** Bergwerke ve schärfte Maßregeln. Da» trifft nicht zu, denn ��>rrdm in dm Bergweiksdistrikten A delter aus allen H m- �gegendm beschäftigt, die nie im Bergbau zu thun halten, »njwttb man im Interesse der Sicherheit einen ungeübten nicht auf einen Postm st-llm, auf dem er! gefährlich j??®» kann. Die Kenntlichmachung der Arbeiter ist den Ab- �w�hern ist em Mittel, mißliedigm Arbeitern in ganzen bie Möglichkeit der Arbeit zu nehmen. Diese ist auch von anderm Jndustriezwrigm. so «•itf f*1 Eismindustrie nachgeahmt worden, sie dimt briter- die Freiheit der Bewegung der Ar- nifle». �.hindern, und ermöglicht vollständige Sperrmaßregeln g.»��®st:mmte Arbeiter. Der Verdacht, daß die vielfach vor- lav % gesag'' m -.-------...—„_ � tfg ntn Entlassungm von Bergleuten eine Folge de» law Vbaren, ist doch wohl naheliegend, und eS ist sehr be- �»sich« daß darüber keine Untersuchung angestellt wird, wessen die richtige ist. Wer die Worte vom praktischen �uad, ur.d 00m Schutze der nationalen Arbeit stets im lqn»tn. Jv;1' D,"dte doch auch ein gleiche« Recht für Alle ver- Achter• Beamten in den Gruben aber sind Kläger und �rchi«»a Peison. Durch die Abkehrfchrine wird die »»es», dgkert, ja Rechtlosigkeit de« semzelnen Bergarbeiter« er- »>» oen Druck lastm sich die Bergleute nur gefallm, » geheimm Vehmgericht der Grubenbesitzer zu »ich tti»'.- Unzufriedenheit aber muß dadurch erregt werdm tatch i"onnen uns nicht wundern, wenn eine solche sich sollte rWoftonm, wie Massenstreiks, Luft macht. Man �egen" dach mit den Leutm ihre« KonIrakibrucheS *' 1*.. S VoJlj- 56 III. dt. SS?» fr» Ä nste S»l nzci� AÜ �nier..� � ,fo streng ins Gericht gehm. Die preußische '�•etbÜ k i®»ur Untersuchung über die Be- iar»in. Bergorberter eine Kommission eingesetzt, freilich ?atersii� Beamten-Kommission. Ohne die Resultate dieser «t abzuwarten, wurde alsbald von allm Seiten in �hr» in 7� auch die»Norddeutsche Allgemeine Zeitung" �'ar«?. Weise Partei—, seitens der Oberbergämter, "«r Jnleresscnten.V reine, unter ihnen nenne ich bm st»!,»7� dem lrngm Namm", feiten« der Handelskammern, 4>ie 5. �aulwurfSarbett gegen die Arbeiter ms Weik gesetzt. »0« d.,!-! ij der Grubenbesitzer wäre wohl von vornherem � 601I$cre? awesen, wmn sich dieselben nicht auf Grund �ttno* 9 1*1«1 osstziösen Organe der Zustimmung der Re- 'afor h,.», schalten hätten. Wie abhängig in jenen Be- *** A. t>�.. ter find, geht am Besten aus dem Verhaltm derlei-n!9','/ bei den Wrhlm hervor, bei welchen durch und Kniffe die Arbeiter an der freien Aus- Wahlrechts gehindert werden. Dabei ist ein "siieknX. Verhäliniß zwischen Arbeitgeber und Ar- �li» uustt möglich, und die Klagen der �Letzteren sind Mtznvn,..' ,n Betreff der sogenannten Zechen- Erbe trS.» oi0®1* bei der Art der Kündigung, die nur am , We ,üa'< trfalgen kann, herrschen unhaltbare Ver- »Uno�. � �trafbestimmungm in den einzelnen Arbeits- äitifnwu•. außerordentlich streng; in einer solchen habe �s»nd.»®?Ie 24 Punkre mit Sttafandrohungm bis zu 3 M. ' und der 24. Punkt lautet: Auch noch andere dis- Bergeben könnm bestraft werden. Erne weniger Sb�Sige SM£.9!?ln. können oenrarr w»»-........-----„„ b«ii � steht ,? �ast wurde sich die« nicht gefallen lassen. ets/t di««'v.,a,k Oer Lohnzahlung. Erst nach Wochen er- . verter ihren Lohn, so Streiriakeiten weaen L°hndlff� ���°bn, ,0 daß Streitigkeiten weaen �wer zu entscheiden find. Von all-n S>b�' ohne � 8en. bot da« Oberbergamt Dortmund Sit"t y 0 hrf t Q,» t, 6 0ßCßen ju>r�n der Auklömmlichkit der Lohne rst stzi br ein,??kstot,stik aufgestellt worden. Äne solche Statistik � und man könnte ihr leicht eine Statistik der ."�»«nsetzen, abgesehen daran, daß es der Be- � Sparer nicht eruspr.cht, wenn man eine so. che Statistik gegen die Interessen der Sparer verwerthet. Mit den U eberschichten wird gerade im Dortmunder Bezirk ein Raubbau am Leben der Arbeiter getrieben, in den Ueberschichten liegt geradezu ein Bruch de« Arbeitsabkommens. Eine willkürliche Herabsetzung des Lohnes ist vielfach selbst seitens der Steiger vorgekommen, welche die Gedinge willkürlich auflösten und h-rabsetztm; in dieser Maßregel rst wiederum aeradezu ein Kontraktbruch zu sehen.— Die Einmischung Unbetheiligter ist auf diesem Gebiete nicht abmweisen, sie ist geradezu erforderlich, da« wird mir auch Herr Hammacher bezeugen, der auf Veranlassung de« Herrn Baumbach die Ver« Mittelung übernommen hat. Nur die Kollegen de» Herrn Hammacher schienen nicht die Abficht einer Verständigung zu haben, sie erk arten nachträglich, daß sie kein Mandat zu einer solchen gehabt hätten; wenn man einem Ertrinkenden helfen will, braucht man kein Mandat. Nur Ein« brachte die Berliner Deputation der Bergleute mit: die Herabsetzung der Schicht- dauer, aber auch diese Errungenschast ist beschränkt dadurch, daß den Steigern eine Prämie für eine beklimmte Menge ge- fördertet Kohlen gewährt wird. Alle diese Mißstände bedürfen der Abhilfe; denn es ist leichter, einen Streik zu verhüten, als ihn beizulegen. Die Arbeitgeber müssen im Interesse der all- gemeinen Wohlfahrt entgegenkommen. Hat doch auch Fürst von Pleß auf seinen Besitzungen ArbeiterauSschüsse zugestanden, ohne daß dadurch die sozialen Verhältnisse au« den Fugen gerissen wären. Wenn der Fürst von Pleß seine Würde durch eine solche Maßregel nicht geschmälert hat, dann werden sich wohl die rechtlichen Kohlenarubenbesitzer dadurch auch nichts vergeben, dann wird wohl auch Herr Freiherr von Stumm von den Anhängern der Arbeiter-Aus- schösse nicht mehr als unberufenen Kurpfuschern sprechen.(Sehr wahr! link».) In den Zeitungen ist berichtet worden, Herr Gamp, seitens des Herrn HandelSminifterS in die Bergwerk- vereine geschickt, habe sich für ArbeiterauSschüsse erklärt. Viel- leicht erfahren wir hieiüder bei Gelegenheit dieser VerHand- lungen etwas. Unser Antrag bezweckt nicht«, als die Auf- Hebung unnöthiger Kontrolen, er entspricht einem dringenden Bedürfnisse im Interesse de« ArbeiterschutzeS, denn nur gegen- fettiges Vertrauen kann da» Verhäliniß zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer bessern.(Beifall links.) Abg. Zeuschuer(Eisleben, Rp): Die Angriffe de« Vor- redners gegen die westfälischen Bergwerksbefitzer sind kolossal übertrieben.(Widerspruch link«.) Es mögen ja hier und da unrich- tige Sachen getchehen fem, deswegen darf man aber nicht gleich einen ganzen Stand in Verruf erklären. Der Anttag bezweckt die Aushebung der Arbeitsbücher bei den Bergarbeitern; mit der Einführung der Gewerbeordnung auch für die Bergarbeiter würde aber den Arbeitern bis zu 21 Jahren die Verpflich. tung auferlegt werden, wirklich ein Arbeitsbuch zu führen, was bis jetzt nicht der Fall ist. Im Uebrigen steht im preußischen Berggesetz kein Wort von Arbeitsbüchern, sondern nur von einem Zeugniß über die Zeit, Art und Dauer der Beschäftigung auf der Grube ist die Rede. Thatsächlich werdm auf den ver- schiedenen Revierm keine Arbeitsbücher, fondem nur Abkehr- scheine gekannt. Nur auf Verlanam des Bergmanns ist e« gestattet, auch ein Zeugniß über feine Füh ung auszustellen; wer e« nicht habm will, bekommt es nicht.(Widerspruch links) Ich habe da« Recht, die Sache besser zu kennen.(Lochen link«.) Abkehrzettel sind aber ganz unerläßlich. An die Zeit der Ar- beit knüpft sich die Berechtigung gewisser statutarischer Bme« fizim. Außerdem muß der Bergwerkseigmthümer im Interesse der Sicherheit de« Betriebe« und der Arbeiter wissm, ob der Mann, den er annimmt, Bergmann ist, und ob er mit den Gesahrm de» Betriebe« vertraut ist oder nicht. Es ist eine Fabel, daß die Bergwerkseigmthümer die Arbeitsbücher benutzm, um unerlaubte Zeugnisse über Führung der Arbeiter einzuschmuggeln; e« wäre dies bei einer Zahl von Hundertm oder Taufenden von Arbeitern auch gänzlich undurchführbar. Auch für die Häuei probe, ein« Art von Examen für die Berg- leute, ist der Adkehrzettel unerläßlich; er gehört überhaupt zur Aufrechterhaltung der Ordnung im Bergwerksbetriede. Der Antrag gehört überdies vor dm prmßischm Landtag. Sein Hauptzweck scheint die Erörterung des westfälischen Streck« und Wahlagitation ,u sein.(Widerspruch link«.) Wenn Sc die Bergleute zur Unzusriedmheit aufwiegeln, so wird das nicht dm Deutschfreifinnigen, sondern den Sozialdemokraten zugute kommm.(Sihr richtig! recht«) Der Wunsch der Berg« arbeiter ist, in Ruhe und Frieden zu leben und emm ausreichenden Verdimst zu genießm, und es wäre thöricht von den Bergwerkseigmthümem, aus falschen finanziellen Rücksichten «inen ungehörigen Geiz zu zeigm. Aber die fortwährenden Hetzeieien, besonder« im rheinisch.westfälischm Bezi-k, sind nicht geeignet, die Ruhe und Zufriedenheit unter dm Berglmtm zu fördern. Sorgen Sie lieber mit un« dafür, daß die Autorität des Arbeitgeber« nicht fortwährmd weiter zurückgebracht wird; dann werden m Verbindung mit der unerläßlich nothwmdiqen Disziplin, mit humaner Behandlung und ausreichmdem Ver- bimst, besonders auch angemessmer Unterstützung in Roth und Unglück, die Arbeiter wieder zur Ruhe kommen und ihre Zu- sried«nheit wird wachsm.(Beifall rechts.) Abg. Fremz(3): Der Antrag richtet sich aegm die Arbeit«bücher der Bergleute, solche find aber thatsächlich nach dem Gesetz nicht vorhandm, und auch die Knappschaftsbücher können dafür nicht angefchm werdm. Gegm den Willm des Bergmanns kann ja die Bemerkung über feine Führung in den Entlassungsschein nicht gemacht werdm. Bei Berathung der Gewerbeordnung habe ich mich gegm die Einführung von Arbeisbüchern für Arbeiter über 21 Jahrm ausgefprochm, aber zwischen Abkehrschein und Arbeitsbuch ist ein Unterschied. DaS Arbeitsbuch verzeichnet eine fortgesetzte Reihe von Arbeits- annahmm und Enttassungm und kann so selbst einen ordmt- lichm Arbeiter, der au« irgend welchm äußerm Gründm öfter die Arbeit hat wechseln mussm, in dm Verdacht eines unzuver- lässigen Arbeiters bringm. Daher bin ich noch heute gegm die obligaiorifchm Arbeitsbücher. Dieselbe Befürchtung liegt beim Abkehrschein nicht vor, ca er ein für sich bestehendes Ganze bildet und sich bei jedem Arbeitswechsel emmt. Der Abkehrschein ist sogar für dm Arbeiter von Vonhnl, er bescheinigt ihm seine Fähig- keil, währmd ohne denselben die Grubenverwaltung darüber erst Reckerchm bei der vorgm Arbeitsstelle einziehen müßte, die mehrere Tage in Anspruch nehmm würdm, während welcher der Arberter ohne Arbeit wäre. Ueber dm Abkehrschein ist auch bei dem großm Streik keine Klage geführt wordm, und die Anfichtm der Bergleute darüber gehm weit auseinander; manche» glaubm dm Abkehrschew nicht mtbehrm zu können, andere hegm dieselben Befürchtungen, die der Abg. Schmidt aussprach. Juristisch ist fraglich, ob durch die Annahme de« Antrage« einfach die mtgegmstehmdm landeSgesetzlichm Bestrmmungm beseitigt werdm könnm. Wmn auch manche Be- schwerden begründet sein mögm, so kann man doch den Abkihr- schein nicht ohne weiteres abschaffm, man muß vielmehr durch Nrmoe spezielle Strafbestimmunam dm Zechmverwaltungm die Luft zu dmr Unfug der mißbräuchlichen Anwendung des Ab- r hlfchrms bmrhnrm. Und ein Unfug und eine ganz erbärmliche Feigheit ist dieser Mißbrauch. Will eine Zeche einen Arbeiter ausschließen, so soll sie den Mulh haben, e« offen zu sagm, aber nicht heimtückisch dmch geheime Zeichm den Arbeiter brot- lo« machm, währmd er in dem Glaubm, ein gute« Zmgniß zu habm, von Zeche»u Zeche umherirrt, ohne Arbeit zu findm. In Schlesien sind M ßbräuche dieser Art übrigen« nicht vorge- kommen, find aber Mißstände irgmdwo vorhandm, so müssen wir andere Mittel und Wege finden, um den Bergleutm eine geordnete Legitimation über ihre Arbeit zu verschiffen. Miß- stände giebt es in allen, auch Reich«- und S'aatSverwaltungm und selbst bei dm einzelnm Menschen. Der Streik in Schlesim ist von außen hineingetraam worden. Die westfälischen Zechm haben zur Zeit des Streik« in Westfalm unter allerlei Ver- fprechirngm schlefische Bergleute dorthin gezogen, und diese habm bei ihrer Rückkehr dm Zündstoff des Streiks nach Schlesim getragm. Aber die fchleftschm Zechm haben die vor- handmm Uebelständt sofort erkannt und abgestellt. Anstatt da« Gleiche zu thun, habm die westfälischen Grubenbesitzer der bösen ultramontanm Presse, die gar nicht« damit zu thun hatte, die Schuld an dem Streik aufgebürdet. Dieser Versuch ist völlig komisch, lächerlich und verfehlt. E« ist in Broschüren darüber Manches geschrieben worden, was man in ruhigen Zeitm nicht geschriebm hätte. In Nieder- schlesien hat man sich nicht hinter dm haltlosen Einwand zurückgezogen, daß man mit kontrachtbrüchigen Leuten nicht unterhandeln könne. Mit solchm Einwänden wird man über- Haupt soziale Probleme nicht lösen.(Sehr richtig!) Die Ruhe ist deshalb in Niederfchlefim annähernd hergestellt; sie würde es vollständig fein, wenn in Westfalen nicht fortaesetzt unruhige und unsichere Zustände bliebm. Die letzte SonntagS- versammlung der Bergarbeiter in Essen Hot aber gezeigt, daß die Leute vollständig ihrer Aufgabe gewachsen sind. Ihren ruhigen und besonnmen Forderungm sollten die Verwaltungen sich nicht widersetzen, wenn nicht auch in den anderm Kohlen- revierm eine Störung des Friedens befürchtet werdm soll. Durch die Sperrmaßregeln sollen Leute dauernd auSgeschlossm werden, die entweder selbst gekün- digt haben, oder denen man au« verschiedenen Gründm gekündigt hat. Diese allgemeine Anordnung ist mt- schieden zu hart, wmn man. wie in Essen, nur 20 Lmte damit hat treffen wollm. Ich halte eine solche Aussperrung von der Arbeit für unmoralilch, und würde mich nie einem solchen Kari-ll unterworfen habm. Andere Maßregeln, wie die Ab- schoffung der bisher in Kohlenrevieren geübten Wahltyrannei würdm weit leichter zum Frieden führm. Zu meiner großen Freude kann ich versichern, daß im niederschleftschen Bergreviere die ArbeiterauSschüsse schon zahlreich bestehen, und daß sie Kataftrophm, wie die im Sommer, zu verhindem geeignet find. Ich will hoff n. daß sie ihrer Bedeutung als Friedms« hürgm stets eingedenk bleiben und daß auch diese Diskussion zur Schaffung des Friedms beiträgt. So sehr man materiell dem Anirage zustimmm könnte, halten un« doch formelle Gründe davon ab.(Beifall im Zentrum.) Abg. Frohme(Soz.): E« ist Thatfache, daß die Aus- fchließungen in der unerhörtesten Weife mißbraucht wordm sind, um die Arbeiter für alle Zeit zu kennzeichnen ihnm die Wiedererlangung der Arbeit unmöglich zu machen»nv sie ganz der Willkur der Arbeitgeber zu unterwerfen. Abkeyr- fcheine liegen mir vor, die ich auf dm Tisch des Hauses nieder. legen könnte, in denen als Grund für die Entlassung»will- kurliches Streiken" angegeben wird. In der Rubrik der Ab- kehrscheine-Bemerkungm über Beschäftigungsart, Urlaubsgesuche u. s. w. wird oft in unberechtigter Weis« angegeben, daß der Arbeiter kfich in einm Streik eingelassen habe. Diese Bemerkungen decken sich aber keineswegs mit dm Abfichtm de« Preußischen Berggesetze« und doch haben diese Mißstände Jahre lang beftandm. Ich könnte Ihnm dm Namen einer oeheimm Gesellschaft nmnen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, durch die steilere oder schrägere Stellung der Buch- stoben. durch Weglassung de« Worte«»ordnungsmäßig" auf den Äbkehrscheinen die Arbeiter als verdächtig zu kenn- zeichnm. Da kann man doch nicht von Uebertreibungm und von Aufreizung der Arbeiter zur Unzufriedenheit sprechm. Ich selbst kann mich nur wundern, daß der Streik nicht schon früher ausgebrochen ist. Auf Rechnung der ultra- montanm Presse oder der Sozialdemokcatm wird man ihn abir am wenigsten setzen dürfm. Da« auf die Ueberschichte« sich stützmde maßlose Ausbeutungssystem trägt in erster Linie die Schuld und auch hier kann ich Ihnen Originalausweise vorlegen. Man bat geradezu die Arbeiter verhindert, auszu- fahrm, um sie zu Ueberschichtm zu zwingm, welche die Gesund- heit der Arbeiter im höchsten Maße gefährden. E» scheint fast eine Eigenthümlichkeit der Berglmte bleiben zu sollen, sich in Armuth und Elend abzuarbeitm und eines frühen Todes zu sterben. Der Lohn betrug pro Schicht von 2,81 bis 1,8S M., in Anbetracht des schweren, gefahrvollen Beruf« gewiß zu wenig. Auch der Mißbrauch de« Wagennullens kommt hier in Betrechi. Bei dem Bemühm, möglichst billige Arbeitskräfte zu bekommen, fragm die Besitzer auch gar nicht nach der Fähtq- keit und Geschicklichkeit zu diesem Beruf und setzen damit das Lebm der anderen Arbeiter aufs Spiel. Strenge Strafm wären nöthig, um die immer wiederkehrmde mißbräuchliche Anwendung der Atteftirungm zu vei hindern. Die Revolten und Exzesse in Schlesien dürften auf die geradezu skandalöse Behandtung der dortigen Arbeiter seitm« ihrer Vorgesetzten zurückzuführen sein. Die Gerichte haben ja die bedauern«- werthen Uebelthäter mit sehr schwerm Strafm belegt. Man darf aber nicht vergissm, daß die Arbeiter nicht wie Menschen, fondem schlechter als da« liebe Vieh behandelt wordm find. »Freßt Lettennudeln oder hängt eure Kinder an die Zäune?" sagte ein Obersteiger zu Beschwerdeführern. Es giebt Hand- lungen, die straflos bleiben nach unseren Gesetzen, aber als Verbrechen gegen das Menschenthum und als Aufreizung zu Exzessm straibarer find, als jene Handlungen, welche jme un- glücklichen Menschm in der Aufregung begangen haben. Die Herren Beamten haben ja keine Schuld daran, Gott h-wahre sie thun alles, wa« sie dm Arbeitem an dm Augen abkehen könnm. Nein, die empörendstm brutalsten Schimpfwörter fi.d in Westfalen und Schlesien gegm die Arbeiter an der Tages- Ordnung. Der Streik in Westfalen hätte bei Weitem nicht dm Umfang angenommen, wmn die Untemehmer die Gleich- berechtigung der Arbnter anerkannt hätten. Die Unternehmer behandeln aber ihre Ar berter als Knechte. Ich weiß ja wobl daß die Herren Bergwerksbesitzer und ihre Verthnd.ger sich ganz besonders darauf sterfen, daß sie im Interesse der Orb- nuna auf dre Jnnehaltung des Vertrages haltm, dm Kontrakt- bruch vermeiden mußtm. Ich behaupte, daß die Unternehmer ftlbst in außerordentlich vrelm Fallen dm Kontrakt brechen. Die Beamten der Untemehmer haben e« sehr leicht, dm Kon- traktbmch mrt dem Schein der Rechtmäßigkeit zu umgebm. Dmn e« besteht ja kein eigentlicher fchriftliqer Arbeitsvertrag, der bte Rechte und Pflichten beider Theile festsetzt. Wollen die Arbelter der Zumuthung, so und so viele Ueberschichten arveUcn, nicht nacykotmnen, so entlabt man sie und schreibt dem Snizelnen in das AriciiSbuch, dad er»nicht pflichttten gearbeitet� hat. Als ein Arbeiter wegen körperlicher Schwäche die Heberschicht verweigerte, wurde ihm vom Obersteiger gesagt, »entweder geh' kaput oder steh' wo du andere Arbeit findest". Es wird nickt besser, wenn die Kohlenbarone und ihre bäufig rohen, unerhört brutalen Beamten unter den Druck der öffent- lecken Meinung gestellt werden, wenn sie nicht gewärtigen müssen, daß jeder ehrliche Mensch auf der Strafe, wenn fie fortfahren, ihre Arbeiter zu chikaniren, mit Fingern auf fie weist und wenn gleichzeitig nicht bestimmte Vorkehrungen gegen diese Ausbeutung im Gesetz getroffen werden. Die Arbeiter haben den Unternehmern die Hand geboten, fie ist schnöde zurückgewiesen worden. Herr Hammacher bat seinerzeit, als die betreffenden Abmachungen getroffen wurden, erklärt, daß er sich im Namen seiner Mandanten auf Ehrenwort verpflichte, daß kein Arbeiter entlassen werden solle, weil er fich an Streiks betheiligt. Ich habe hier 15 Be» schwerden, die alle das G'gentheil konstatiren. Danach müssen dir Mandanten auf sein Ehrenwort nicht viel gegeben haben oder die Grubenbesitzer erackteten es nicht in ihrem Interesse, dieses Ehrenwort einzulösen, denn überall ist wenigstens der Zug vorhanden, die Lente, die fich im Streik hervorgethan, di- songenannten Führer der Arbeiter, wegzu- drücken durch Chikanen bei der Arbeit selbst, wie Straf- verhängungen u.s.w. Kurzum, die Herren haben Mittel genug, fich an den Arbeitern zu rächen. Mögen fie es nur so weiter trrben, fie werden dabei zu Grunde gehen, aber dem sozialen Frieden und der Gesellschaft nicht nützen. Abg. Kleine(natl.): Auch ich glaube, daß der vorliegende Antrag nur der Wahlagitation dienen soll. Herr Schmidt hat dies ja auch ausdrücklich anerkannt. Angriffe gegen die Gruben« besitz er, wie die des Vorredners, können doch gewiß nur zu «nleren Gunsten sprechen. Derartige Uebertreibungen wird jeder unserer Arbeiter als absolut unwahr bezeichnen.(Abg. Frohme: Hier find die Beweise!) Schöne Beweise! Wie unbegründet diese Behauptungen find, geht schon d-rauS hervor, daß wir in Westfalen keine Frauen- und Kinderarbeit haben und feit Menschenaltrrn in den Knappschaftskassen mehr für die Arbeiter gethan ist, als im Krankenkassen- und Invaliden- gesetz. Nirgends in Europa ist eine kürzere Arbeitszeit für den Bergarbeiter, als in Westfalen. Bei uns arbeitet ein unter- irdischer Arbeiter regelmäßig 8 Stunden, ausschließlich der Ein- und Ausfahrt, welche eine halbe Stunde dauert. Selbst mit den Neberschichten arbeitet der Bergmann bei uns kürzere Zeit als in den anderen deutschen Kohlenrevieren. Wer die Art und Wesse kennt, wie in Westfalen kür den Arbeiterschutz und die Wohlfahrt der Arbeiter, der Wittwen und Waisen gesorgt wird, kann in diesen Dingen keinen Anlaß zum Streik finden. Sind nun andere schwere Mißstände vorhanden, die den Streik rechtfertigen? Alles, wa« der Abg. Schmidt roraebracht hat, ge- hört eigentlich vor die Enquete. Die Unparteilichkeit der Unter- suchungskommisfion hätte er nicht angreifen sollen. Die Mitglieder stehen dem Bergbau dem Interesse nach vollständig fern. Die Herren zweifeln die Unparteilichkeit der Kommission nur an, «eil fie ganz genau w-ss-n, daß die vorgelragmen Uebelstände thatiächlich bei uns nicht bestehen, die UntersuchungSkommisfion fie also nicht bestätigen kann. DaS ist die U bcrzeugung ganz allgemein. Im Namen sämmtlicher Bergwerk«, und Gruben- befitzer Westfalens gäbe ich den Wunsch, daß die Resultate dieser Untersuchung möglichst bald und möglichst vollständig veroffmt licht werden. Wir haben die Ueberzeugung, daß wir au Wohlwollen gegen unsere Arbeiter hinter Niemandem zurück- stehen und die Resultate der Untersuchung uns auch Recht geben werden. Jeder Arbeiter, der überhaupt eine Beschwerde hat, wurde aufgefordert, zur UntersuchungSkommisfion zu gehen und fie dort vorzutragen.(Ruf links: Den Utzten Tag!) Rein, viele Wochen, bevor die Untersuchung geschlossen wurve. An der G«schichte von der Verabredung der Grubenbesitzer, Ar- besser, die von einer anderen Zeche gekündigt hatten, nicht an- zunehmen, istnur das Folgende wahr. Unter den Bergleuten war es zur Gewohnheit geworden, überhaupt nickt mehr zu kündigen, son- dem am ersten de» Monats einfach den Abkehrschein zu ver- langen. Um dem entgegenzutreten, verabredeten die Gruben- beamten, auf dem Abkehrschein zu bemerken, ob der Bergmann die Arbeit„nach ordnungsmäßiger Kündigung" verlassen habe. (Hört, hört! links.) Die Verabredung ist aber nicht zur Aus- führung gelangt.(Rufe links: Jawohl! Zwischenruf des Abg- Frohme. Präfident von Leo tzow bittet, den Redner nicht zu unterbrechen, er könne Zwiegespräche nicht zulassen. Abermalige Unterbrechung des Abg. Frohme. Präfident von L-vetzow: Wenn ich Sie bitte, zu schweigen, haben Sie zu schweigen!— Beifall rechts.) Ich bin 25 Jahre lang Betriebsführer gewesen einer Zeche, und mir ist nie ein Abkehrschein mit einem gehennen en vorgekommen. Genügt Ihnen das nickt?(Nein! links.) !le in Schlesien, so ist auck in Westfalen der Streik von außm hineingetragen worden durch die fortwährend die Arbeiter aufhetzende ultramontane Presse, namentlich die »Westfählische Voltezeitung" des Herrn Fußangel.(Redner verlieft eine große Reihe von die Arbeiter gegen die National- liberalen aufzuhetzenden Stellen, die von den Sozialdemokraten mit häufigen Zwsschenrufen: Sehr richtig! Sehr wahr! be- gleitet werden.) Es ist nicht wunderbar, wenn aus einer solchen Saat ein wilder Haß aufschießt. Auch die Sozialdemokraten haben den Streik mit helvorgerusen. Am 2. Juli sollte eine auch aus Schlesien zu beschickende allgemeine Bergarbeiterver- sommlung stattfiiden, in der Forderungen formulirt werden solllen, die die Grubenbesitzer nicht hätten annehmen können, und sollte derLohnstrlikausbrechen. Einer der sozialdimokratischen Fuhr-r stand auch mit England zu diesem Zwecke in Verbindung. Der Streik sollte mit den Steinkohlen- arbnlern beginnen, denn es fehlt an Kohlen, so liegt die ganze Industrie still, und alle Arbeiter werden brotlos. Wer die soziale R volution herbeiführen will(Oho! bei den Sozialdemokraten. Sehr richtig! rechts), muß zunächst den Streik der Kohlcnarbeiter re, anlassen.(Abg. Bebel: Wer hat Ihnen das beigebracht? Glocke des Präfidenten.) Daß Uebelstände in Westfalen vorhanden find, versteht fich von selbst. Unsere Giudenbeamten werden von keiner Beamten- kategorie an Tüchtigkeit, Thätigkeit und Energie übertroffea, aber daß unter den Tausenden von Beamten auch manche mit den Arbeitern nicht umzugehen wissen, versteht sich von selbst. Die Arbeiter dachten gar nicht an Frnde- ntngen und Beschwerden, bi« sie bu ch in der Nacht ang. brachte Maueranschläge von sozialdemokratischer Seite auf- aeb bt eingeschüchtert und bedroht wurden. Den Knappschafts« lassen, die feit längerer Leit im Mittelpunkt der Beschwerden stehen, wurde auch der Vorwurf gemacht, daß sie ungerecht bei der Jlioatidlfirung der Arbeiter verführen. In einem Falle ist aktenmäßi, b-reilS das Gegemhen bewiesen. Der Ab-eo-dnete Stötzel hat versprochen, mw 200 andere Falle zu nennen. Ich konitatire, daß Herr Slotzel mrr btS ntzt noch kernen einzigen Namen genannt hat; ich fordere ih.r auf, entweder diese 200 Namen zu nennen oder anzuerkennen, daß er den KoappschaflSkassen schmähliches Unrecht gethan hat. Man hätte auch hier das Resultat der UntersuchungSkommisfion abwarten sollen. Es ist richtig, daß m Westfalen noch immer eine große Aufregung cxlstirt; fie wird künstlich weiter ge- nährt, ober wir thun Alles, um fie nicht weiter wachsen zu lassen. Man hat sogar die Strafen für Uebertrelungen polizei- licher und anderer Vorschristen durch die Ardesser»rhebuch gemindert, nur um die Ardeuer nicht»u reizen. Die Zechenver- tretungen, die dieses angeordnet, verfahren auch sonst so milde wie möglich, um Konflikte zu vermeiden. Ich bedauere, daß auch die heutige DlSkuffion geeignet ist, neuen Unfrieden zu erregen.(Lebhafter Beifall de, den Naiionaltiberalen.) Em VertagungSantrag wird angenommen. Abg. Freiherr v. Ktnmm(persönlich): Die vom Fürsten Pleß für seme Gruben erngefitzten Vertrauensmänner haben mit den westfälischen Arbeiterausschüssen nicht daS Mindeste zu thun. Schluß nach 5 Uhr. Nächste Sitzung Mittwoch 12 Uhr. (Fortsetzung der eben abgebrochenen Berothunq; Anträge auf Aufhebung der Schweinezölle und betreffend Entschädigung beim Verbot von Druckschriften.) iTtcmummnlcs"-. Tagesordnung für die Kitzung der Kkadtverord- «eteu-Verfammlung am Donner st ag, den 5. De. zember d. I., Nachmittags 5 Uhr. Vorschläge des Ausschusses für Petitionen.— Vorlage, betr. die Ausnahme von 5 Personen in das Nikolaus- Bürger-Hospital.— Berichterstattung über eine Petition, betr. die Errichtung von öffent- lichen Bedürfniß- Anstalten.— Vorlage, betr. die Erweiterung der Zuführungsgeleise zur Zentral- Markthalle.— Desgl., betr. den Verkauf des auf dem Schulgrundstück in der Stephan- straße befindlichen Lattenzaunes.— Desgl., betr. die Weiter- verwiethung emes TbeileS des städtischen Grundstückes Alt- Moabit Nr. 67/70 nebst darauf befindlichem Möitelwerke.— Desgl., betr. die Theilung des Bezirks des 1S4. Gemeinde- Waisenraths.— Des gl., betr. die im Vierteljahr Juli— Sep- tember d. I. vo, Händen gewesenen öffentlichen Gasflammen und Petroleumlampen, sowie die durch die städtischen Gos- anstalten gespeisten Privaiflamwen.— Desgl., betr. die Revision der Manuale des Magist ats-Depofitociums pro l. April 1888/89.-— Antrag von Mitgliedern der Versammlung, betreffend dre Einsetzung einer gemischten Deputation zur weiteren Verfolgung der Angelegenheit wegen VeckaufS von Fleisch aus der Abdeckerei.— Vorlage, betreffend den Ankauf eines Grundstücks an der Prenzlauer Allee.— Desgl., betr. den Jahresabschluß über die Verwaltung der Markthallen pro 1. April 1888/89.— Desgl., betr. die Erbauung von zwei neuen Schweineställen und die Erweiterung eines vorhandenen Schweinestalles auf dem Zen'.ral- Schlachthofe.— Desgl., betr. die für das Jahr 1890 erforderlichen Erweiterungen und Er- Neuerungen auf den städtischen Gasanstalten und für das Rohrlystem in der Stadt.— Desgl., betr. die nachträgliche Erhöhung des Kosten- Einheitssatzes für die durch Submilsion vergebenen Erdarbeiten zur Herstellung des Gasbehälterbaffins auf der Anstalt in der Danzigerstraße.— Desgl., betr. den Abschluß eines Vertrages über die Errichtung und den Be- trieb von Bedürfmßanstalten für männliche und weibliche Per- sonen.— Fünf Abrechnungen.—'Zwei UnlerstützungSsachen.— Vorlage, betr. den Ablauf ver Wahlzeit von drei Ralhszimmrr- meistern. Lokslss. Mit dem feeistnnige» Abgeordneten für de« fiinfte« Kerliner Matzlkreis, Herr» Kandrattz Kaumbach, haben wir uns aus Anlaß erner von ihm gehaltenen Reve zu be- schäfiigen, nach welcher er am letzten Montag als Kandidat der B freisinnigen in diesem Wahlkreise wiederum aufgestellt wurde. err Baumbach behandelte in seiner Rede außer der Lebens- mittelvertheuerung und der Kolonialpolitik(betreffs deren wir ihn nicht widersprechen wollen), sowie den Militärforderungen (die er zu", io bewilligt) besonders eingehend die Sozialpolitik. Der wesentlichste und entscheidende Grund, wmum er gegen das Alters Versicherung« gesetz gestimmt habe, sei der Riickszu« schuß, welcher vielleicht den Betrag von 67 Millionen Mark erreichen werde. Herr Baumboch hat also nicht deshalb mit Nein'aeftimmt, weil die AlterSpenfionen zu winzig find, weil das Gesetz dem Arbeiter eine sichere Last und eine unsichere Gabe bringt, sondem weil er will, daß das Reich dem Ar- beiter überhaupt nichts gebe. Herr Baumbach sagt dies den Arbeitern rechtzeitig; mögen diese eS fich merken! UebrigenS zeigt die Aeußerung wieder, wie der Freisinn, einig und tapfer m der Negation, doch unemig in den Beweggründen und unfähig ist, da« Gute zu schaffen. DaS Verbot der Kinderarbeit m Fabriken will Herr Baumbach als einer der Ersten befürwortet haben.(Rufe: Sehr richtig!) Ja der Hausindustrie aber hält er e« für eine Härte. Sollen wir Herrn Baumbach hier zum zwanzigsten Male beweisen, daß der Verdienst der in der Hau«- industne thätigen Kinder das Einkommen der Familie nicht hebt, sondern den Virdienst des Mannes genau um den Be- trag des Kinderverdienstes herabdrückt? Das ist von ganz un« parteiischer, nickt-sozialdemokratischer Seite längst zugegeben. Den Satz, welchen ein sozialdemokrattschrS Flugblatt ihm in den Mund gelegt habe: die Industrie könne die Kinderarbeit nicht entbehren, will Herr Baumbach niemals ausgesprochen haben, er erwartet, daß bei derartigen Behauptunaen künstig da«„Wo?" und„Wann" angegeben werde.(Das kann übrigen« in Bezug auf den in Rede stehenden Satz noch nach- geholt werden.) Die Berufung auf die Hohenzollernkinder, welche ja„auch" ein Handwerk erlernen müssen, unterließ Herr Baumbach duSmal. Scharf zurückgewiesen zu werden verdient noch eine Polemik d?s R. dneiS gegen verstorbenen Abgeordneten Hasenclever. Derselbe soll zu Herrn Baumback einmal die Aeuße- rung gethan haben:„Man muß immer ein Mehr fordern, da« mit man baS Weniger erhält". Dieser Satz, welchen Herr Baumbach seitdem für die eigentliche Direktive der Sozialdemokralen hält, besagt außerhalb des Zusammenhange« so gut wie gar nichts, in irgend einem bestimmten Zusammenhange könnte er immerhin ausgesprochen worden sein. Nach der Behauptung des Herrn Baumbach aber wäre der Satz die Amwort auf seine Frage ge- wesen:„Wie kommt es doch, Herr Hasenclever, daß Ihre Partei gerade uns Freisinnigen immer angreift, die Einzigen, welche die Sache des Volkes vertreten?" Und auf diese banale Redensart soll Hasenclever nur die obige, matte Antwort ge- habt haben, welche gar nicht einmal eine Antwort auf die Frage war?! Es ist ein Armuthszeugniß, aber auch zugleich eine Un- gehörigkeit, daß Herr Baumbach, statt lebenden und anwesenden sozialdemokratischen Gegnern Rebe zu stehen, apokryphe Aeußcrungen eines Todien zum Gegenstande seiner schwäch- lichen Polemik macht. Die Kritik, welche der Rebner am Kartell übte, war zutreffend; seine Ausführungen enthalten aber für unsere Leser nichts Neues. Der Vorsitzende, Herr Cassel, gab am Schlüsse der Versammlung den hübschen Ausdruck, daß Herr Baumbach bereits m ersten Wablganze gewählt werde. Daran ist nach unserer Kenntniß der Dmge im V. Wahlkreise aar nicht zu denken. UebrigenS waren in der zum Zweck der Kandidatenaufftrllung einberufenen Versammlung auch nur 160 Personen anwesend. Maßregewnge« und Iunstlerische«. Einige ange- heiterte Jnnungsbrüder der Tapezirer Innung von Magdeburg haben den Plan auSgehcckt, ihre G-Hilfen, soweit dieselben Mitglieder des Allgemeinen deuischen Tapezirer- Vereins, zu maßregeln. Um jedoch nicht dem Mödelyändler gegenüber ohne Leute dazustehen, haben dieselben es fertig gebracht, die ganze Innung zu gemeinsamer Maßregelung zu be- wegen, so daß ein Zirkular des Jnnungs- Vorstandes nun» mehr zur Entlassung resp. Kündigung der Gehilfen auffordert, soweit dieselben Mitglieder des genannten Vereins. Die„Topez.-Ztg." bemerkt hierzu:„Da 50 JnnungSmeister 20—25 Gehilfen beschäftigen, werden diese armen Schlucker wohl die Plötze der Gehilfen einnehmen wollen. Zu dieser Maßregelung hat der Gesammtverein einmüthig Stellung ge- nommen. Luckenwalde, den 1. Dezember. Die von den Blattern gebrachten bcunruhigcnden Berichte, daß hier Ausschreitungen von Seiten der Streikenden stattgefunden haben, beruhen& ständig auf Unwahrheit. Die Ruhe ist vi« heute in Inf Weise gestört worden, und selbst ver Landrath hat« s Komitcefitzung darüber seine Freude ausgedrückt und die M nung ausgesprochen, daß auch in Zukunst die Streiks keine Veranlassung zum Einschreiten geben werden.— C10 find ungefähr 20 Streikbrecher hier eingetroffen, doch muß!»' Lobe der hiesigen Bürgerschaft nntgetheilt werden, daß d>� elben keine Schlaf st ellen bekommen können»" o gezwungen find, in den Fabriken zu Hausen. Meber die Ktratzeubeleuchkuug in den frühen MorSs stunden wird gegenwärtig von Leuten, welche in den 3'»' stunden Wege zu machen haben, Klage geführt. Während«! Laternen bereit« Nachmittag« 4 Uhr angezündet werden, brn nen Morgen« um 5 und 6 Uhr nur noch so wenige, daß Boi- schwellen und Unebenheiten auf den Bürgersteigen nicht! unterscheiden find. Als eine besonders gefahrliche Stodtgeg«» um diese Zeit wird die Ritler straßenbiücke und ihre Umgy«'' verzeichnet, wo Treppenstufen, eiserne Geländer und Ba«» auf den Bürzerstcigen in der Dunkelheit nur schwer j» kennen find. Achtung! Bei der am 19. November stattgefunden Stadiverorbnetenwahl hat einer der Genossen, welcher' 35. Bezirk(Wahllokal Ruppinerstr. 53/54) Stimmzettel vertdr- hat, bei Abgabe der übrig gebliebenen Stimmzettel 3 und 11 Hen enbilletS zu emem Farmlienkcänzchen in Schneid« Salon, Bclforterstr. 15, mit abgegeben. Da es mir noch möglich war, den Eigenthümer dieser B-lletS auefindig.l machen, so denke ich aut diesem Wege demselben zu dem. lorenen zu verhelfen. Gustav Koopmann, Wollinerftr. 69,™ tcauenSmavn des 35. Kommunal-Wahlbezi, ks. Zur Maruung möge der folgende Fall dieo's Ein Herr L. hatte fich vorgestern Abend den Kopf mit Eaj" Chinin gewaschen und hatte dann, in der Meinung, die Ha», an den Haaren trocken gerieben zu haben, ein Slreichholj � zündet, um sich eine Zigarre anzustcck-n. Währenb er«' Streichbolz in der hohlen Handfläche hielt, gerieth diese M lich in Brand, und in seiner Verwirrung fuhr fich Herr L. � der Hand durch die Haare, die, mit dem spiriiuSre chen Ä»' durchtränkt, gleichfalls Feuer fingen und sofort in hellen 3� men standen. Obwohl auf sein Hilfegeschrei seine im N-ff; zimmer befindlichen Angehörigen herbeigeeilt kamen und � Flammen durch aufgelegte Tücher und Beti stücke erstickten, r, Herr L. dennoch bereits so schwere Brandwunden an Kops" Stirn erlilten, daß er nach cinem Kcankenhause überführt lc\ den mußte. Gin entsetzlicher Ketriedsunfall, welcher leider' Tod eine« Menschen herbeigerufen, hat fich vorgestern MI gegen 7 Uhr in ber Hutfabrrk von Heinrich Bock u. GreifSwalderstraße 23a ereignet. Der in der Müll wohnende Maschinenmeister Preuß ist seit etwa 14 Tage« der Fabrik angestellt, nachdem er einigeZeit hindurch stellu/ los gewesen. Zur genannten Zeit dcS vorgestrigen Abends ha-, die in der Fabrik Beschäftigten plötzlich einen furchlb»? Schrei und al« man dem Tone nacheilte, fand man de»' in dem Schwungrade Hängend, im entletzlrchm Zustande' Er war von dem Rade erfaßt, und sein Körper förmlich. dasselbe herumgeflochten, während der rechte Arm her«? genssen war. Nach dem die Ma'chine zum Stehen gel', war, wurde die Leiche dann, der Tob war bereits eingett«� au« dem B. triebe entfernt und auf polizeiliche Ano-du»! noch der Morgue gebracht. Der Unglückliche, der fit- Aller von 36 Jahren befand, hinterläßt Frau und r Krnd-r. � Durch Absturi von der Siegessäule suchte vorgrPJ Rachmiitaff em 38iähriger Mann seinem Leben ein Em>� machen. Gegen 4 Uhr Nachmittags erschien bei dem P der Siegessäule ein Mann, anscheinend ein Arbeiter, wl die Säule ersteigen wollte. In Begleitung des Portier« der Unbekannte die Treppe und befand fich derselbe eb der Höhe der Säulenhalle über den Reliefs, als er vd die hier hinaussührende Thür öffnete und ehe eS noch stürzte Begleiter zu hindern vermochte, trat der Fremde � die Plattform hinaus und stürzte fich von derselben vok u Augen der vielen hundert den Königsplatz Pasfirenden auf j Trippenabsatz hinab und fiel von hier au« auf doS Str«-,/ pflaster, wo er bewußtlos liegen blieb. Auf Anordnung K, hcrbeigeholter Polizei wurde der Selbstmörder zunächst zu«"j in der Nahe wohnenden Heilgehilfen gebracht und von H'V mittelst Krankenwagens noch der Charit« gebracht. J; Mann, welcher seine Besinnung nicht wieder erlangte, hat � dem Bruch de« rechten Unteischenkels sowie de« rcchien�� auch noch innere Verletzungen erlitten. An seinem Äu"" wird gezweifelt. � Ein schauerlicher Selbstmord ereignete fich heute y vor Mittag im belevtesten Thüle der Kochstraße. 3",.' Hause Nr. 26 befindet fich die italienische W inftube in der von jungen Italienerinnen feurige Weine und Biere kcederzt werden. Die Privatwohnung desWirihe»'� Herrn Leon Haidt, liegt im vierten Stock und hier wohnen� zugleich die Kellnet innen. Unter diesen befand fich seit Wochen auch ein junge« Mädchen von hervorragender heit, das trotz feiner 22 Jahre noch den Eindruck � Achtzehr jährigen machte und besonders durch ihr pf"»® schwarzes Haar und die blitzenden Augen allseitig WM Das Mädchen war von Anfang an ungemein schwer� � und scheu zu ückgaltend und wurde durch ihr ruhig»� scheideneS und anständiges Wesen bald der LnblwS pi ganzen Hauses. Als Grund der Schwermuth gab p) Kranthe.t ihrer Mutter an. Heute Vormittag befand u® ik Mädchen in der Wohnung des vierten Stockes und batte ev»flz Nationalkostüm angelegt, als ein Depeschendote erschien u 1p ein Telegramm aus der Heimath überbrachte. Der Dep»! � böte hatte das Hau« noch nicht wieder verlassen, als e" J markerschütternden Sc.,rei hörte. Da« junge Mädchen � kaum das Telegramm«brachen und au« dem Inhalt de» ihrer Mutter«fahren, als es das Fenster aufgerissen*>'! jö kopfüber auf die Straße herabgestürzt hatte. Der Anbusi� die unglückliche Selbstmörderin darbot, war ein entfi» Der Schädel war halb zertrümmert, beide Arme gebrach»�' Fnttertand ihres Kostüms über und über mit Blut°« Zum Glück war der Tod sofort eingetreten, so daß 0# glücklichen wenigsten« ein qualvolles Ende erspart blie»-� t? leidige brachten den entsctzlich vnstümmelten Körptt� jt Hausflur, während die Schädeltrümmer in«nerfi" M j« sammelt und mit Sand bedeckt wurden. Die � Lokal» fiel bei der Nachricht de« Selbstmordes in��Ur Die Ung ücksstätte ist fortgesetzt von zahlreichen 8 umstanden., Im Fieberwahn vergiftet hat fich Ende vorig»' die in Frievnchsderg, Kronpiinzenstr. 3, wohnhaft» o welche feit länger als 10 Jahren an ein« unheilbaten � krankhett litt. Die BedauernSwerthe, welche unsäglich»�?--» erduldete, hat in der Nacht vom Donnerstag zum die Ihrigen schliefen, die rhr vom Arzt««ordnete-. welche nur zum äußerlichen Gebrauch war und die j, s, Flölchchen auf dem Tisch vor dem Bett d« Kranken ü trunken. Infolge d« SchmerzenSrufe d« Frau, w Fieber gelegen, wurde der Mann wach, rief sofort herbei, welcher die sofortige Ueberführung der Vergifi � einem Berliner Krantenhause anordnete; nach einig anr vollen Stunden ist die unglückliche Frau infolge der r"»i uui,| des Henix Leiche vo> alannirte l wohnenden Bahnhof j wachen. Frist Poliz m der Na Nach dem gegen Mit Rücken nm die Leichen am sHmter zeichnet un welches m >st. Ein? aufgerissen aus einem mordete ih und d« I «anden w Grund eir peirathsan »u demselb, besuchen kör bvse, die d baden die hat noch a et hoben. Techniker verschwund »r heute fr nrau St. Sachen ge: vvrgefunde haben muß artig bedcc dem Seite der Küche «ach schein Krim. ihren Leiden«legen. ucvr. Zum Raubmord in der GrSuauersteatzv�iA efige Lok mm Uhr Ad t Korrid Schlüssel an die Stutenthüre geklopft, Aii f f i't bei der � eine hiefige Lokalkorrespondenz noch fotuende«: um 81; Uhr Abend« Halle die Wittwe Sieht bn v'!'zl u gleichen Korridor mit ihr wohnenden F.au Gr«»®,„ft einem Schlüssel an die Stukenthüre geklopft, wie fie 1 ik£ Sä «üÄ umbn aM'!; nHtn t MorSs- >tn hrend � .en.b- )°ß»°- nicht I odtMk am««" , Ba«- nt zu efunt� lelch«' l vnw i ifa»" chneid« noch"" findig! örw». . 69/»"l MfH it Es« 3 ite L°'. !>holj ß ) et Z iefe rtr L- ü en WS U"� fj* ührt p leider.! tn ii. iaei Tage? stillu/ lbäA mchlv'l i den mde' "A t gets notWfl : fit md I "Süß ;«% et Ä che-A M"sf Mrf � Ä IfSj! d-K -b- Jj(f er« jf Ä e" V j4>»p;n in. wi SS S'Z W", SS jV Aun pflegte; idr war aber nicht geöffnet worden. Der bei 'dt wohnende junge Mann Namens Beer, ist als Assistent denn Telearaphenamt I beschäftigt. Beer hat zu seinem nach ®er Strohe gelegenen Aiwmer besonderen Eingang vom «rridor, gegenüber der Küche. Er war, entgegengesetzt unserem ersten Bericht, um 10 Uhr Abends nach Hause gekommen und datte bald darauf seine Stiefel in den Korridor gesetzt, da tau St. solche in der Frühe zu putzen pflegte. Beim Auf« ehen am heutigen Morgen fand B. seine Stiefel noch unge- pxtzt vor, ging daher in die Küche und fand hier in der Nähe des Heerdes seine Wirthin in der geschilderten Situation als Leiche vor. B. begab sich sofort zu den Nachbarsleuten, »larmirte dieselben und veranlagte einen auf demselben Flur «ahnenden Herrn Slrempel nach der Wache am Görlitzer Bahnhof zu eilen und dort Meldung von dem Funde zu machen. Infolge dessen erschien denn auch in kürzester Frist Polizeilieutenant v. Carnap und lieb in erster Linie einen m der Nachbarschaft wohnenden Arzt, Dr. Cohn, hinzurufen. Nach dem Gutachten des letzteren durfte der Tod bei der St. gegen Mitternacht eingetreten fein. Die Tobte lag, mit dem Rücken nach oben, in einer Lache geronnenen Blutes und war die Leichenstarre bereits eingetreten. Die beiden Verletzungen °m'Hinterkopf wurden als durchaus tödtlich vom Arzte be- ieich tut und sollen von einem stumpfen Instrument herrühren, welches mit außerordentlichem K-aftaulwande geführt worden >st. Ein Raubmord ist sehr wahrscheinlich; das Küchenspind war aufgerissen und durchwühlt; ebenso war der obere Schubkasten aus einem sogenannten Wäschespinde, in welchem die Er» mordet« ihre Werthsachen aufbewahrt haben soll, herauSoezogen und der Inhalt in der Küche verschüttet. Unter diesen Gegen- standen war ein Brief besonders bemerkenSwerth, welcher auf Grund einer von der Tobten im„Lokal. Anzeiger" erlassenen Heirathsannonze an dieselbe eingegangen. Der Schreiber erklärt w demselben, dab er die H-irathslustigc nur in den Abendstunden besuchenkönne. AufdemKüchentischstand man eine Schnupftabaks- dose, die der Mörder vergessen haben muß, denn bei Frau St. haben die Bekannten eine solche nie gesehen. Die Ermordete hat noch am Sonnabend ihre Pension im Betrage von 12 M. ethoben. Ihr vcrstotbener Mann war bei der Bahn als Techniker angestellt. Das Portemonnaie mit den 12 M. war verschwunden. B. hatte seine Miethe noch nicht bezahlt. Als er heute früh einen Anzug vermißte, nahm er ursprunglich an, mau St. habe sich während seiner Abwesenheit an diesen Sachen gepfändet, indessen wurde derselbe in der Küche nicht vorgefunden, so daß der Mörder auch diesen mitgenommen haben muß. Die Lampe war durch einen Papierbogen der- artig bedeckt, daß eventuelle Zeugen vom Hofe beziehungsweise dem Seitenflügel außer Stand gewesen wären, Vorgänge in der Küche zu beobachten. Nackbarn, die spät in der Nacht vach Hause kamen, wollen in ber Kücke der St. einen Licht- schein, wie auch den Schatten eme« Menschen bemerkt haben. Ein anderer Benchterstatter Iherlt noch mit, daß die inalpolizei die Existenz eine«„Sparkassenbuches" der Er- «ordeten stark bezweifelt, wiewohl die St. Nachbaren gegenüber de« Oefieren über da» Vorhandensein eine« solchen sich ge- gußeit; wichtig dagegen erscheinen der Behörde die zahlreichen Bewerbungsschreiben, welche seiner Zeit auf die Heiraths- annonze der St. eingelaufen, und auf welche hin die Er- «ordele die Bekanntschaft mehrerer Männer gemacht hat, unter «elchen sich zweifelsohne auch der Mörder befunden haben muß! Rls ein Corpus delicti erscheint auch die auf dem Küchen- tisch der Sl.'tchen Wohnung aufgefundene hölzerne Schnupf- labaksdose, welche mit frischem Schnupftabak gefüllt war. Die Hausbewohner, welche die St. näher gekannt— aller- gjebt es deren nicht viele, denn die Wlttwe lebte sehr zurückgezogen— wissen sich nicht genau zu erinnern, baß die Getödtete geschnupft hat und so ist es immerhin mög- "ch, daß die Dose dem Mörder gehört und dieser jenen Gegen. stund m der Eile hat stehen lassen. Vermißt wird ferner noch W> ng, welchen die H. stet« auf dem Finger getragen hat, ivn>. n derselbe nach der That nicht vom Finger gezogen sfifc sein, denn die Lage der Hände der Eimoroeten— die- fnii tagen beide zusammengeballt unter dem Leibe— ließ Ächen Raub nicht zu.— Hinfallig ist die Annahme, daß der �°rd schon am Sonntag Nachmittag geschehen sei, weil die unier der St.'schen Küche Wohnenden, welche am Sonntag»u «n c geblieben, kein Geräusch gehört haben; um 6 Uhr Abends uuerdlngs verließen diese Leute ihre Wohnung und kehrten erst Segen iv Uhr zurück. Die„Voss. Ztg." berichtet hierzu: „ Der Mörder der Wlttwe Steht ist ermiitelt. Er befindet asir?�Senblicklich noch auf freiem Fuße, aber die Polizei ist seiner Spur und erwartet mit Bestimmtheit stündlich die Zuchricht von seiner Festnahme. Es müssen gegen den der •e-Oat verdächtigen Mann sehr schwer ins Gewicht fallende Be- trsgründ« vorliegen, denn man zweifelt nicht im Entferntesten uss ber Schuld des Verdächtigen, wenn auch aus leicht erklär- n�etl Giünden vorläufig keine Angaben über die Natur der �bachisgrüvde gemacht werden können. Dasselbe amtliche a�weigcn wird mit Bezug auf den Namen und den Stand des I,.°tdetg beobachtet werden, bis er dingfest gemacht ist, doch biVcx Vermuthung nahe, daß der Mann einer der Freier ist, ' Kch um dre Hand der a'ten Wrttwe beworben haben. AIS ivulommen unbegründet haben sich die Andeutungen erwielen, zufolge Frau Steht in verbotenen Beziehungen zu ver- „"'/Denen Männern gestanden haben soll. Die Frau wollte Vvch'�"=»»»»»»» Htuuuuui v"«" l«"-. o'-~--- ober'vmal heirathen und zwar eine gute Partie machen, war "iU fg? Davon entfernt, einen unmotalischen Lebenswandel nach dieser Richtung hin kann ihr auch nicht der �vl'zei?0j:nmif' S'macht werden. Die Nachforschungen der haben zur" Feststellung der Thalsache geführt,. daß die M"Seh?Nrt haben.�' Jn' dem Hause �Grünauerstr. 5 ßch i?. Mörder, als er di« bunkt JWten. dieselben nih ii", v. die That verüble, keine Spur von bvnkt?„ r issen, und wenn die Polizei dort Anknüpfung«- bürk,...�!'?.D.en hat, die sie auf die Fahrte gelenkt haben, so bjr- c---—>>— Ii -.vuiUl„ nur m den Briefen gefunben worden sein, 'üi unter den Sachen der ermordeten Frau befanden. 'erileM&TV�*tn u«...........__...... »tze festgestellt worden, daß die Frau fick nicht im Be JS/Ich. Sparkassenbuckes befunden hat. Den Angaben, a�heilun 1 6ie Oeffentlichkeit gedrungen find, la> sstou K"??en von Nachborn zu Grunde, denen gegenuv» balte, o,i.""f angeblichen Erlparmssen ein wenig geprahlt Wkl.ck.'�n vermuthet, in der Hoff, ung, dadurch die Ver- früher>, jS ihres HeirathSplaneS zu tördern. Frau Steh! hat Sehab,. einer hiesigen Bank eine kleine Geldsumme hinterlegt Sefcohen n'm �ahre 1887 die letzten Betläge wieder Am 1. d. Mi«. Abends versuchte eine ,>uß„" w ihrer Wohnung in der Alten Jakobstraße durch F>ken ge Phosphor und durch Oeffnen der Pulsader des S/sWltonü thtan Leben ein Ende zu machen.— Am 2. d. M. o??°e Z Sv wurde auf dem Hofe de« Grundstücks Lietzmann- siüsefuvd,» Mullkasten die Leiche eines neugeborenen Kinde« fi. Z-it un?»ach'dem Schauhause gebrocht.— Zu der- WS. wurde«in Hausdiener vor dem Hause Chaussee- .""»be wurde ein Hausdiener vor dem Hause., von einem ArdeitSwagen überfahren und am ckvv 01882 oder 1833 erhielt ich einmal von ihm den„Sozialdemokrat", weil mir ein Artikel kolossalen Spaß machte. Ein oder zwei Mal erhiell ich ferner noch je ein« Nummer. Was mir Broderfen über die Verbreitung de«„Sozialdemokrat" sagte, schwebt mir nur noch als Nebelbild vor, ebenso über die Ein- fchmuggelung. Ueber einen Artikel wegen de« Pol>zeikommissarS Gottschalk schwebt mir nur dunkel etwas vor. Ich habe Bro« dersen wohl hie und da um das Blatt gebeten. Der Zeuge wird vereidigt. Zeuge Kirchhof, Kellner in Elberfeld: Bei einem Schuhmacher war ich. der Brodersen sein soll. Ich erinnere mich nicht mehr, was er über die Verbreitung des„Soz." sagte. Der Zeuge wird vereidigt. Zeugin K a r n i n k e, Wirthin au« LangenhauS(vereidigt): Von dem Au« flug der Sozialdemokraten weiß ich nicht«; ich war im Haule beschäftigt. Zeuge K a r n i n k e, Wirth in LangenhauS(vereidigt): Von Loose erhielt ich eineu Brief, worin die I Ankunft einer Gesellschaft angezeigt wurde. Es kamen etwa 400—500 Per- sonen. Reden oder Singen habe ich nicht gehört. Zeuge Schramm, Handelsmann, früher Polizeisergeant (vereidigt): Ich wurde nach LangenhauS gesandt, kannte aber dort Niemand. Zeuge Krumme(vereidigt): An die Verbreitung de« „GedenkdlatteS"«ri'nere ich mich nicht mehr,) weiß auch nicht, wer es verbreitet. Ein Exemplar lag vor meiner Thüre. Zeuge P a l z aus Meltmann: Im Neanderthal war ich, weil ick hörte, daß Hrrm hinkommt. Es waren viele Personen dort. Lieder wurden gesungen; sie standen auf einem rothe« Zettel. Von Reden habe ich nicht« bemerkt, auch kein Hoch. Der Zeuge wird vereidigt. Zeuge Heuner, Schreiner zu Elberfeld(vereidigt): Sine Schrift habe ich einmal im Wirthshau« auf dem Tische ge- funden. Im Lokale war Hüttenberger; mich hat er nicht an- gesprochen. Ich sprach mit einem Herrn englisch. Die Zeitung habe ich nur an der Rückseite gesehen. Hüttenberger: Die„Londoner Arbeiterzeitung" erhielt ich nicht, sondern die„Londoner Freie Presse", die damals nicht verboten war. Heuner: Es war die mir in der Voruntersuchung vor- gelegte Zeitung. Hüttenberger: E« war die„Freie Presse". Heuner: Die Vorderseite habe ich gar nicht beachtet. Ich kann nicht sagen, welche Zeitung es war; es kann mir i» der Untersuchung ein Jrrthum passirt sein. Hüttenberger: Ich gab zvei Herren die„Londoner Freie Presse"; sie wollten sie an den Wirth abgeben. Bei diesem wurde sie von der Polizei beschlagnahmt. E« war ei« Blatt vom August 1886. Der Präsident: Damals erschien nur die„Londoner Arbeiterzeitung", nach einer polizeilichen Auskunft. Nach weiteren Erörterungen kommt der Präsident»u der Annahme, daß es sich um die„Londoner Freie Presse" handelt. Der Staatsanwalt macht bekannt, daß auf die Ladung de« Herrn Lechleitner in Wien seinerseits als Zeugen verzichtet werde und die Vertheidigung schloß sich diesem an. Die Sitzung wird um 2 Uhr geschlossen und die Verhand- lung auf Dienstag vertagt. Berichtigung: In dem Bericht vom 8. Verhandlung»- tag ist durch eine Auslassung ein Fehler entstanden. Meist hat in Betreff der sog. Bohlhausener Versammlung ausgesagt, er wäre in geschäftlichen Angelegenheiten gekom- men und im WirthshauS habe sich das Gespräch um die Oraemi- sation der Feilenhauer gedreht. Mtt m««al~ Dersnttttnlnngen. bevorstehende« Ktichwahl im 11. A 1-, beschäftigte sich vm Montag Abend Kom- eine öffentliche Wahlerveisammlung" welch« unter Vorsitz de« Herrn Klein den großen Saal der UnionSbrauerei in der Hafenoci« bis auf den letz en Platz füllte. Es mochten gegen 10w Personen anwesend sein. Der antisemitische Kandidat diese« Beyrt», Dr. Irma, war trotz rechtzeitig e» folgt« Einladung nicht er- fchienen. Er hatte vorgezogen, sich durch folgende« Schreiben zu entschuldigen: Herrn Tischla Wutlig, hia. Auf die ge- fällige Zaschnft vom 30. v. M. nwrdae ich ergebenst, datz die- selben Gründe, welche ich Ihnen vor vierzehn Tagen für mein ablehnende« Verhalten milgetheilt habe, auch heute noch für mich bestehen. Ergebenst Jrmer. Damals hatte Herr Inner geltend gemacht, datz n bereit« vor Jahren einmal in ein« Arbeiterversammlung gesprochen habe und dabei zu da Urb«. znagung gelangt sei, dah die vorhandenen schroffen lSegensätze doch n cht ausgeglichen waden könnten.— Nnter grotzem Beifall der Anwesenden wie« Herr Klein darauf hin, dab diese Entschuldigung eine recht jämmnlich« sei; Herr Jrmer fürchte sich augenscheinlich, mit seinen Grundsätzen vor die Versammlung zu treten.- Herr Stadthagen kritifirte in seinem Referat da« Veihalten da Bürgerpartei in der Stadtvatretung, wo diese Herren allen Anträgen auf Bnbefferunq der Lage der städtischen Arbeit« resp. der unt«en Beamten feindlich gegenüb« ständen. Ganz besond«« habe sich nach dieser Richtung hin Dr. Jrmer her« ovrgethan. Die sog. Bürgerpartei habe sich auch gegen den vernünftigen Gedanken gestemmt, dem Gewerbe-Schredsgericht hre Vereidigung d« Zeugen zu gestatten. Sei die Vereidigung nicht voihanden, so könne der Fabrikant sich beliebig einen Zeugen mitbringen, der auf Wunsch alle« Mögliche aussage, «im sich Hinte, her vielleicht einfach damit zu entschuldigen, dab « sich„geirrt* Hobe. Der Arbeiter werde ab« auf Grund solcher nichtigen Aussagen veiurtheilt werden können. Zur B, leuchtung des Berliner Schulwesens zitirte Redner einen Auffotz aus der„Pädagogischen Zeitung*, nach welchem in Augsburg, einer Stadt mit 60000 Einwohnern, 3000 M. Be« tchaffung von Lehrmitteln für arme Kinder im Etat ausgeworfen sind. Hiernach mübte Berlin 75 000 M. für den gleichen Zweck v« ausgaben, aber man habe nur S000 Mark hierzu in den Etat eingest'llt. Auch in Bezug auf gleichen Unterricht stehe Augsburg obenan; dort müssen die Kinder aller Stände zu- nächst an dem«lerchen Unterricht theilnehmen und erst später se« das Aufrücken in hö!>«e Schulen gestattet, während inB«- lin von vornherein ein Unterschied zwischen den Kindern be- Mitteuer und unbemittelter Eltern gemacht werde. Ebenso stehe B-rI,u mit der Pensianirung der Lehr« hinter Augsburg, wilhe Stadt den Lehr«n nach ISjahriger Dienstzeit das Dop- pelte zahle wie Berlin. Mit Dotationen habe man freilich nicht geknausert. Dem Ob«.BauraIH Hobrecht wurde nach Frrugstellung der Kanalisation eine hohe Summe geschenkt, während die Arbeit« an diesen Werken mit einem ganz kärg- lichrn Lohn abgefunden wurden. Bei der bevolstehenden Stich- wähl wollen die„Freisinnigen* angeblich für uns stimmen; vielleicht haben sie inzwischen eingesehen, das wir Recht haben. oder sie wollen es nur aus Hab gegen die Antisemiten thun. Im lt tzt«en Fall« find sie uns gleichgültig: wir wollen nur auf die eigene Kraft bauen und diese Kraft ist so groß, daß st« uns zum Siege führen wird.(L-bhafter Beifall.) Zur Diskussion erhielt zunächst Herr G. Schulz da« Wort, welcher hervorhob, dab die letzten Wahlen die Gegn« sehr herabge- stimmt hätten. Die bürg«liche Par ei habe obgewirthschaltet. Noraussichilich werde auch in diesem Bezirk ein Sozialdemo- kcot, der Tischl« Fritz Zubeil. am ll. Deremb« als gewählt proktamirt werden. Herr Sucker stellte folgenden Antrag: „Die heutige Kommunalwählnvnsammlung de« II. Bezirks defchliebt, auf die Hülfe d« deutschfreifinnipen Partei ganz entschieden zu verzichten, da dieselbe hierzu doch nur von etn« heuchlerischen Arbeiterfreundlichkeit geleilet werde.* D« An- tragsteller«klärte, daß e« nölhig sei, in diesem Punkte Klar- h->t zu schaffen, damit die„Freisinnigen sich nicht später damit rühmen könnt-n, der Sozialdemokratie zum Siege ver Holsen zu haben* Herr Otto Klein bemerkte, zu ihm sei vor ewigen Tagen eine Frau gekommen, weiche sich um Weihnacht«- beschc«ung sür ihre Kinder an dem Rektor Platzke gewendet hob«. D« Herr Rektor habe zu ihr gesagt: Bitte, bemühen Sie sich zu Hnrn O:to Klein. Was damrt bezweckt werden sollte, köane man sich bei einigem Nachdenken wohl«klären. Wir werden die Herren vom Frei- sinn nicht gebrauchen und auch die b i ihnen beliebten Kremser tonnen wir enibehren. Gtveder erklären sie sich aanzlüruns, od« ab« sie gehen zu den K-rtellbrüdern über. Bei uns wird da« Prinzip siegen.— He« Zubeil erklärte unt« grobem Bei- fall der Versammlung, daß dre Sozialdemolratie nur mit den Stimmen rechne, welche prinzipiell abgegeben werden. Keinen Kompromiß, lieber eh, ich unterliegen. Die Reichstags wählen stehen vor der Thür und deshalb wird d« E.folg bei den Kommunalwahlen unseren Gegnern kein gelindes Gruseln bei« gebracht haben. Wie bort, so wollen wir auch bei diesen Wo len rein und unbefleckt unser Piinzip zur Geltung bringen. — In seinem Schlußwort forderte d« Referent zur en«aischen Thoiigkiit sür d,e Stichwahl auf. Hierauf wurde d« Antrag Sucker einstimmiz angenommen. Beschlossen wurde ferner, in den Lokalen FnedrichehagenS nicht zu verkehren, weil die Wirthe dort ihre Säle nicht zu Veifammlungen hergeben wollen. Ebenso wurde einem Antrage zugestimmt. Aufklärung >u die Reihen der Kellner zu tragen, damit auch diese sich end- tich der moderne» Ardeiterbemeaung anschließen. Der polizeilichen Auflösung vcrfiU die gut besuchte Vttfammlung des Vereins der Nähmaschinen- unb Hand- mbeiterinnen Berlins und Umgegend, welche am Donnnstog in Moabit,& erbt'S Brauerei, den großen Saal bis aus den sitzten Platz füllte. Auf der Tagesordnung stand:„Der Zweck uns hie Ziele der Frauenbewegung*. Refernt: He« Zubeil. Derselbe erledigte seinen Vorttag in glänzend« Weile und «ntete reichen Beifall. An der Diskussion betheilipten sich ein« größere Anzahl Redn« und Rednninnen, unter Andnen He« Feikel, F, au Wenael« und He« Feldmann. Als d« letzte Redner ra- Schlußwort au« d« Broschüre von Frau Klara Zrtkm:„Die Arbelte» innen- und Frauenfrage d« Gegenwart* »'irrte, löst« der überwachende Beamte die Versammlung auf Grund de« Sozialistengesetzes auf, als Frau Gubela schon einer andnen Rednenn da« Wort ertheilt halte. Da nun die V«- sammlung durch diese Auflösuna verhindert wurde, ihre ganze Tagesordnung zu«ledigen, so findet eine zweite Versammlung und zwar am 9. Dezemb« in Moabit im Lokal de« H«rn Ilgen«, WilSnackerftr. 63, mit veränderter Tagesordnung statt. Befchverde wegen der Auflösung ist eingneich'. Eine außerordentliche Mttgliederuerfammluug. h« Filiale 5 tZiord) der deutschen Mal«, Lockuer, An»reicher und»«wandten Berufsgenossen fand am 28. November im Restaurant Gnadi, B unnenstr. 38, statt. Auf d« TageSord- nung stand. 1. Wahl enuS Deiegiilen zur Generalveifamm- sirng in Bremen. Zum Delenrien wurde Kollege Th. Schütze met absolut« Majo ität gewählt. 2. Zu Verschiedenem wurde zur Generalversomm urg folg« dn Antrag gestellt: Abänderung de§§ 1, 7, 13, 18, 19, 23. sowie da« Reglement. Da- rauf wurden noch«»igeMißstäude im Gewerde hervorgehoben, mt die Licht», Sonntag«-, und Akkordarbeit. Auf die bevor- stehenden R-ichsiagSwahlen wurde aufmerksam gemacht und d« «st« Mai 1890 in« G dächt iitz gerule». Der Kauitätsuerei« für Arbeiter beiderlei- waitung zu deantragen. Es sei die« nöthrg um eine geregelte, derber Therle Vorstand sowie Mitglieder zufriedenstellende Gejchästsführung hubeizusüheen. Ruch einer kurzen Debatte wurde d« Antrag de« Vo, stände«, welcher dahin geht, Berlin \n 8 Bezirke zu I heilen und sür diese je einen Bertragsammler anzustellen, ferner um den Mitgliedern bei Bedarf eines Arzte« da« Aufsuchen eine« Vertrauensmannes zu«leichtern, die Vertrauensleute, welche in Zukunft nur Bons ausgeben, möglichst zu vermehren, einstimmig angenommen. Zu Punkt 2 macht der Vorsitzende die Mittheilung, daß ein Spezralarzt sür Frauenkrankheiten, H«r Dr. Eimund Falk, Wallner- theaterstroße 40, anaestellt sei. Ein Antrag, die nächste, Ende Januar 1890 stat findende ordentliche Gen«alv«(ammlung durch Söulenanschlag bekannt zu machen, wurde angenommen. GineNreelnsversammtung der freie« Vereinigung de» Hausdiener war am 13. v. Mts. aufgelöst worden, als der Dr. Bruno Wille, der einen Vortrag über den Kampf umS Dasein hielt, eine Aeuß«ung that, die dem Beamten das ge- fetzlich zulässige Maß zu überschreiten schien. Der Voifitzende des Vereins hat sich hierüb« beim Polizeipräsidenten beschwert, welch« die Auflösuna für unq«echtf«tigt«achtete. Der Be- amte ist mit entsprechend« Weisung versehen worden. Eine Generalversammlung des Fachverein» der Knrsten-«nd Pinsrlmacher Kerlin»«nd Umgegend fand am Sonntag, den 24. Novimd«, in Feuerstein s Salon, Alte Jakobstr. 75. statt. Die Tagesordnung lautete: 1. Zweck und Nutzen ein« gewerkschaftlichen Organisation. 2. Diskussion. 3. Wahl des gesammten Vorstände«. 4. Verschiedenes und Aufnahme neuer Mitglied«. Da« Referat hatte He« Schweitzer übernommen, der seine Aufgabe zur Zufriedenheit löste. In der Diskussion sprach Kollege Köhler für Abschaffung der Akkordarbeit. Kollege Siegmund bittet die Kollegen, welche noch einen guten Lohn haben, sich nicht auszuschließen aus der Bewegung. In den Vorstand wurden die Kollegen Bauer, Soyka, Lmdemann, Sigmund und Seidel einstimmig gewählt. Zu Revisoren wurden gewählt die Kollegen J«gang und Meyer. 27 Milglied« wurden neu ausgenommen. Unt« Verschiedenem kam man auch auf den hiesigen Vergnügung»- verein der Bürstenmach« zu sprechen und einige Kollegen, welche diesem V«ein als Vorstandsmitglied« angehören, kamen nicht gerade sehr gut weg, da dieselben ihr Wort nicht in Betreff d« Lokalftage oehalten haben. Eine öffentliche Drechslerversammlung tagte am 26. November bei Bolzmann, Andreasstraße 26. Kollege Hllde- brandt referirte bei übufülltem Saale üb« den ersten Punkt der Tagesordnung:„Heb« die Nothwendigkeit etn« Lohnbewegung*. Refnent führte aus, daß die jetzige Lage im Drechslergewerbe gegen ftüher infolge dn Heuligen kapiialifti- schen ProduklionSweise eine tieflraunge zu nennen ist. Redner wies zahlenmäßig nach, daß seit 9 Jahren keine Ausbesserung der Löhne stattgefunden hat, trotzdem sich unsere wirlhschaft- lichen Verhältnisse in dieser Zeit so sehr zu Ungunsten der Ar- beit« verändert haben. Wie berechtigt die Drechsler sind, ihre Lage zu verbtss«n, bewerfen die Akkordlöhne von 13—17 M. bei 10—16 Siunden Arbeitszeii. Und bei solchen Thalsachen waaie der Obermeister Meier öffentlich noch zu sagen,„man müsse die Sireikbrüoer gründlich aushungern, das würde die- felben kuriren*.(Diese Aeußerungen riefen die größte Eni- rüstung der Versammlung hervor.) Die Ausnutzung von jugendlichen Arbeit«», trotz Fabnkinspektorat, kritisirle Referent eingehend; speziell Herrn Heese, Breslauerstraße, anführend. Nach seinen Angaben wird dort von jugendlichen Arbeitern (Lehrlmgen) im Alt« von 14-18 Jahren 12—14 Stunden gearbeitet. Abends um 10 Uhr verlassen die jungen Leute oft die Werkstatt. Die Lehrlinge sollen dort die Drcchsl«« l«nen, haben jedoib nach dreijährig« Lehrzeit von der Drechslerei wenrg Ahnung. Wie dieselben nun von der Innung geprüft und auSgeschneben werden können, ist ihm lRedner) ein Rächsel. In der sehr regen Diskussion brachte Kollege Grothe dieselben Verhältnrsse zur Sprache, die bei Baumann, W.berstr. 8, herrschen. Folgende Resoluiron wurde einstimmig angenommen. Die heutige öffentlrche Versammlung der Drechsler rk.ärt sich mit den Ausführungen des Referenten vollständig einverstanden und vnpfl chtet sich, mit Allen rhnen zu Gebote stehenden Mitteln dahin zu wirken, daß die Forde- rungen, die wir im nächsten Lohnkampf aulstellen werden, auch durchgebracht wnden und zu diesem Zweckt der Vereinigung der Drechtl« Deutschlands beizutreten, da nur durch dieselbe das Z el zu««eichen ist. Unt« V«schredenem verpflichteten sich die Versammelten, kerne Produkte des„Klingel-Bolle*. sowie Loeser u. Wolff zu konsumuen und nur in Lokalen zu ver- kehren, wo das„Ber.in« Votksdlalt* und die„Voik«-Tribünt* ausliegen. Kuckennialde» 1. Dezember. Donnerftag, den 23. No- vemd«, fano im Lacknee'fchen Lokal eine von wenigstens 5000 Personen besuchte Versammlung der hiesigen Tucharbeit« und Arbettennncn statt. Auf der Tagesordnung stand: Wre stellen sich die hiesigen in den Tuchfabnken beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen»u dem Hutarbeiierstrcit.— DaS einleitende Referat Halle H«r 21. Schmidt Berlin übernommen. D«selbe richieie im Verlauf semer Aueführungen einen Appell an die Versammelten, sich mit den Huiarbeiiern und.Arbeiterinnen solidarisch zu erklären und recht tüchtig sür die Streikenden zu sammeln, um so die Roth von denselben abzuwenden. In der Diskussion wendet sich He« Taderi hauptsächlich gegen die Redner, die sich dahin aussprechen, daß auch die hiesigen Tuch- mach« in einen Streik eintreten sollien, um die Huimach« schneller zum Siege zu verhelfen und es so dem Fabrikanten» Verein nachzumachen, da derselbe sich ohne jeden Grund in den Cohn u. Amend'schen Streik eingemischt habe. He« Tab«t warnte, einen solchen Schritt zu untnnehmen. Wie sehr die Vnsammlung mit den Streikenden sympatifirte, zeigte, daß diese Ausführungen durchaus nicht günstig aufge- nommen wurden, und es bedurfte all« Energie d« leitenden Tuchmach«, die Vnsammlung davor zu bewahren, sich zu emem solchen Schritt hinreißen zu lassen. Zum Schluß wurde eine Komm ssion von 5 Männern und 4 Frauen gewählt, die beim Fabrrkanienverein dahin wirken soll, ooß vom 1. Januar 1890 ad die Arbeit nur von Morgen« 6 Uhr bis Abends 7 Uhr dauern soll und für die Akkordarbeiter eine Aufbesserung von 10 pCt. bewilligt werde. Mit einem Hoch auf die Luckenwalder Arbiiierorganisation schloß der Vorsitzende die sür die hiesige Arbeiierbeweguna denkwürdig« Versammlung. Lnckinnialde, den 1. Dezrmb« 1889. Heute tagten die streikenden Hulardert« und Arbeiterinnen. Dieselben waren vollzählig«schienen. Die Kollegen Borgmann und Völkel- Berlin verwahrten sich in längeren Ausführungen gegen die Unierschirbung, daß der Streik von Seiten soziaiinrsch«„Hetzer* WS Werl gesetzt wäre und daß die Berlin« Kollegen hierher gekommen waren, um durch ihre Agitation den sonst so ruhigen Arbeit«, der, so lange d,e Industrie hier am Orte ist. geduldig zur Arberi gegangen ,st, und so die Fabrikanten zu unermeßlich reichen Leuten gemacht habe, aufzuwiegeln. Der Slreik war schon ausgebrochen, da erst erging der Ruf an die Berlin« Kollegen, sich der hiesigen Kollegenschaft anzunehmen, und nur diesem Ruf. find sie gefolgt. Im weiiern Verlauf wurde Bericht vom Kollegen Helfinger über die Sitzung, die da« Strerkkomiiee mit den Fabrikanten und dem Bürgelmeister und Landrath am Sonnabend gehabt Hai und die lerd« resultatlos verlausen ist. In der Komitee- sitzung stellten sich die Fabrikanten auf den Standpunkt, daß es ihrem Belieben üb« lassen bleiben müsse, welchen streikenden Arbeiter sie einstellen wollen. Ja unverblümt« Weise wurde den Führern der hiesigen Hulardeit« gesogi, daß für sie üb«- Haupt keine Arbeit mehr da wäre. Zum Schluß wurde fol- gen de Resolution angenommen. Die heute im Lackner'schen Lokal tagende Versammlung erkiärt an dem Generalstreik fest- zuhalten und nur wenn alle Arbeit« und Arbeilninnen an ihre veilassenen Plötze gestellt w«den, die Arbetter wieder auszu- nehmen.## «hfrrottUt*"««•'««*» d»r»rtchtttr unt) ptenftgratirtM Ott«»«ranoitn pnlint«nd ztmg»«,«» am Mulwoch den 4 Dcremder, Sdend« 8 Uhr. in Lrich-r» ealon, 6ebofllanflt. 88 Taecl- otbruno 1«ewrrk!ch.>nUck>ee 2 Dttfufflon 8. B-rliiiiedene» Ooünen! von Eurirn Eolidarillttioifühl erwarten wir. da» alle Vran4im»ie ein antrelen werden!. ptrlint* Verein für ooiktverstSnditch,(te rnnfclt•U«t>fUe>"f: zint»ri>»UK»ad». Ümimoth, den 4. Dezember, Lb-nd» 81 Udr, in iBlftotlabrautrti, Llldowftr, 111/112. Vortrag de« Herrn Hermann kanlt»*• Worte:..Blut ist ein ganz besonderer Sali' in ihrer videuNwl 1» Gesundicit und Ledcn. K««öovallrira»»e perein„Kahnemnnn". Stund« 8X Uhr, i» Leltmann'i Solu, Brunncnstr. 9.. Witgliedrrnerlnmmiung der Lreie» pereinignng der KS»'' l»»t» am Krciiag. den S. Dezember, Sdend« 81 Uhr. im Lokale de» Heri» Keucrfttin, ittie Zalodiftr. 75 Tageiordnuna! l. Vortrag de« Herrn Kui" Twk über.„Da« Wesen der modernen Poesie." 2 DiSIusston und SreM b-antwortung 8. Wie stellt sich die Presse Beilii.i zu unserer Bereinig»»«' 4. Ve schiedene«. Gaste willkommen.__ per Verein der Berliner PienftmSnnt»„sür freswillige llrlN' ftügung seiner Msigtseder bei Seankdeir«. und EierbesSllen" hast seine«»j probe»eneralveriammlung am 6. Dezember. Svendi 71 llhr, in Scheßv' Saal. Znsclstr. 10, ab. Achtung Hausdiener! Grobe SffenMche Versammlung lammllM» Hauddtener Berlind. Donnerftag, den v. Dezember, Sdend« 81 llhr. In Zordan Salon. Neue Grünftr. 28 I. Tage«oidnung:> Vortrag des Herrn Fr!» Zudei. Die Gewerbe-Schsedigerichle. 2», Beritt der Einigungikommisson« 11 Uhr Sdend».- Gell— .Bruderbund' Sbendi 9 llhr bei Pigoldt, Reichcnbergerftrate 16— Gesangverein„Schneeglöckchen" Sbendi 9 llbr Sigung wi Res Etehmann, Meschtorstr. 15.— Lübeckscher Turnverein tl. Lchrlwgi Sbend» 8 llbr Elssabethsstabe 57-58.— Turnverein.Weddin«'. sstabe 9. MSnnerabtbellung von 81 bi» 101 llhr Abend»; deigleichen 1. lingiabtheilung von 8—10 llhr Sbend».—.Mehr Licht', Verein für 6®� und Ernst. Sbendi 81 Uhr im Restaurant Heid, Fruchtftiabe 86» Echlestscher Verein.Holtet' Sbendi 9 Uhr im Restaurant Gehrt, PriG? sstabe 106.— VergnügungSverein.Fröhllchkeil' Sbend« 9 llhr im R..„ Sögst. Grüner Weg 29.- Wiffenichaslticher Verein für Roller'scht E«? oravdte. Sbendi 81 llbr im Restaurant Becse, Site Schönhausers Unterricht und Uebungistunde.— Roll« scher Stenogravhcnvercln 61 Lbend» 81 Uhr im Restaurant Prinzensstate 97, Sitzung und Ue stunde.— Srrndischer Stenogravhen-Veretn.Smicitia' Sbend» 81 im lm Restaurant Bchrendi, Echönebngersstabe Nr. 6.— Srendi'scher Sl»i Sravbenverein.Philia' Sbendi 9 llhr stn Restaurant.Wttde!m»garte» ochsst. 7.— Slenograpbische Gescllschast Srendi im Restaurant Bistger», Lindenftr. 105. llncntgelUtcher Untstricht und llebung— Berlstist Rau' .Wrangcl' Sdend! 9 lldr tm Restaurant Soge, Kövntckersst 191.— Ran .Havanna SO" Sbendi 81 llbr im Restaurant Paetzoldt, Reschcntzcrgstsst. 18 Rauchklud.Gemütblichkest' Sbendi 9 llbr im Restaurant Achsel. Käpnickerftr. — Rauchklub.Eolumbw' Sbendi 81 llhr tm Restaurant Bevst, Prstrzensst — Rauchklub.Frisch gewagt' Sbendi 81 Uhr im Restaurant Tempel,-„ louerstrabe 27.— Rauchklub.Vulkan' Sbendi 9 Uhr im Restaurant EchJ Grösestrabe 82.— Vergnügungdverew.Fröhlichkeit', gegründet 1880, Sder? s llbr Grüner Weg 29—.PollackElub-Srnstacht', leben Mittwoch, AbZ: 81 Uhr bei G. Thiel, Wiencrstrabc 68.— Gesangvstein der Tapezster Berst� ■'— MgW"" Sbendi jeden Mittwoch Restaurant Eehdelslrabe 80, von 9—11 llhr Sbenb« � llmerhalwngivercs».Harmonie'. Sitzung Sbend» 9 Übt Dreibenerstr 11» st Wendt.— Tombourvstcin.Erelssor, 81 llhr, llebuagisstmbe bei C Rüderidorsstftr. 8. Ausnahme neust Mitglieder, Sozislo Ueberstchk. Achtung! MetaUschranben-, Fa?vndr»her Kernfsgenofle«. Der Meist« Kftschke von d« Firma Reup«? u.Ko. in Luckenwalde sucht auf alle möglicheArl und Weise Arde»� nach dort zu ziehen. So sucht derselbe unter d« Adillr Greisswalderstr. 71 in d«„Volk«« Zeitung" Schraubend»? und Werkzeupmacher. Wir bltten nun alle Berliner Kalles!� auf derartige Annonzen nicht zu reflektiren, damit den Lum? wald« Kollegen der Kampf um ihr guleS Recht nicht mehr erschwert werde. Um werteste Verbreitung dieses r»» den hiesigen Kollegen, sowie um Abdruck in allen arbeit freundlichen B altern wird gebeten. Meuepke Nnttmdjkeii- Der„Ueichsanzeiger" enihält folgende Bekav� machungen: Auf Grund des Z 12 des NerckSgesetze« geS? die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie 21. Okiob« 1878 wird hindurch zur öffentlichen Kennlniß in. d'acht, daß die nichtperiodische Drucks chrii'' „Sozialdemokratische Bibliothek. XXVill. R'' der mit den Sozialdemokraten!* Von W i l h e> Bracke. London. German Cooperative Prlnting and lst-b shing Co. 1889* nach§ 11 de« gedachten Gesetzes durch lf? Unterzeichneten von Landespolizeiwegen verboten worden Berlin, den 2. Dezimd« 1889. Der Königliche Polizeipräsident. Freiherr v, Richthofen. � Die unterzeichnete Landespolizeibehörde hat auf Grund � § 11 des Gesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebus? der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1873 � die am heutigen Tage erschienene Probenummn' z vom Maurer Karl Stegmann Hierselbst redigirten �, verlegten, sowie bei A. Vogel u. Komp. hierselbn� druckten„Zeilschrist zur Wahrung der Jnt«'� aller BauderufSgenossen und and«« Arbeiter, � Baugenosse*, sowie das fernere Erscheinen o«, Blatte« verboten. Braunschweig, den 1. Dezember 1889. Herzoglich braunschweig-luneburgrsche Polizeidirektio«- Proetzel. DepesUien. lZPolff'»«elegraphen-Knreem.) � Karlsruhe, 3. Dezember. Von demokratischer wurde in der zweiten Kammer eine Jnt«pellation O1"* eingebracht, ob die Regierung die dim Sozialrstengeft».�,-« die Polizeibehörden gegebene Auslegung billige oder zu«n« gesetzmäßigeren Handhabung der bestehende» ftimmungen veranlassen wolle... Washington, 3. Dezemb«. In d« Bitschaft, w'' � cher Piäsivenl Heunson heute die Konareßsession.tie]Lit'.' heißt es, dos zu Ende gehende Jahr lasse nur wenige nationale Fragen ungereielt. Der Samoav«icag w«or � permanenten Gesetz, derselbe werde die Ordnung aut � auf Grund d« Ausrechlerhaltung der Rechte und der Eingeborenen wie d« VertragSmachte Herden Die zwischen Großbritannien und den � e?„pi Staaten in den letzten Jahren�«nstandenen o' � rubten entweder od« seien in gutlicher griffen. Die Botschaft kündigt eine Vorlage an o der Erweiterung der zwifchen England und den pp« Staaten bestehenden Bestimmungen über die AuSireftrmlL��. Verbrechern. Zwischen den Vereinigten Staaten und* land beständen die Herzir" m''"" züglich der Naturalisation digung geregelt angesehen........... kehr mrt Brasilien sei unterbrochen, jedoch sei d«_. Vereinigten Staaten daselbst angewiesen worden, dre sofort anzuerkennen, sobald die Mehrheit de« Volke« die Republik erkläre. B«antworUich« Redakteur: U. Grönheim in B«lin. Druck und V«lag von W»»» Kading B«lm Beuthstraß« 2.