Nr. 286. Freitag, de« 6. Dezember 188S, 6. Jahrg. MnurlMlitl. Krgan für die Interessen der Arbeiter. Zur Vergsrbeirev- Debatte im MetMskag. , Recht bedeutungsvolle Debatten warm es, die in den Jieichstagsjttzungen vom 3. und 4. d. M. gcpflogm wurden. «S handelte sich um den Antrag der freisinnigen Partei, bitreffmd die Abschaffung der obligatorischen «rbeitszeugnisse für erwachsene Berg- l e u t e. Bezüglich dieser Zeugnisse liegen thatsächlich und gesetz- nch die Dinge wie folgt. Währmd die für alle sonstigen Industriearbeiter geltmde Gewerbeordnung dm Arbeits- Zkugnißzwang für Erwachsene seit 1869 gänzlich aufgehoben und dieS ausdrücklich mit dem Widerwillen der Arbeiter gegen die Einrichtung begründet hat, während also in allen sonstigen Gewerbm nur für jugendliche Arbeiter gewisse Legitimationm gesetzlich vorgeschrieben sind, welche lediglich die gmaue Durchführung der Schutzbestim- wungm für diese jugmdlichm Arbeiter erleichtem sollen, definden sich die Berglmte thatsächlich in eine Au»- n a h m e st e l l u n g, und zwar nicht blo» in Preußm, sondem auch in Sachsm u. s. w. Nach dem prmßischm Berggesetz ist jeder Bergwerksbesitzer verpflichtet,(nicht blos berechtigt) dem auStretmden Bergmann ein Zeugniß auszu- stellen, und er darf ferner neue Bergarbeiter, von denen 'hm bekannt ist, daß sie schon früher beim Bergbau be- schäftigt waren, nicht eher annehmm, bis von ihnen da» ebenerwähnte obligatorische Zmgniß de» früheren Arbeit- Sebers vorgelegt ist. Das ist also in der That der gesetzlicheArbeits- Z��Zuißzwang fürErwachsenein optima forma, 1° wie er in keinem anderm Gewerke mehr besteht. .. Mit diesen ZwangSzeugnissen sind erwiesenermaßen imen« der Bergwerksbesitzer, ihrer BetnebSleiter und sonstigen 4tiamtm die unerhörtestm Mißbräuche getrieben worden, so �sonders währmd der letztm Monate in Westfalen. Es fiJsen sehr viele Fälle bekannt, daß Streik-Delegirte und ßUstige Bergleute, die sich durch ihr Eintreten für ihre und sj!*r Kollegen gerechte Sache„mißliebig" gemacht hatten, W dm bestm Arbeitszeugnissen in der Hand nirgends �* b e i t fanden. Sie waren förmlich in Verruf � s l ä r t; ein Betriebsführer selbst hat sich darüber kürzlich uuhtn auSgesprochm, daß ein gewisser Zusatz auf den söge- Mitm Abkehrscheinen, bezw. im Arbeitsbuch über gute Mung und Gmnd der Entlassung oder des freiwilltgm Tganges die Formel sei, mit welcher Media«---- ... y............____ y.. die Verwaltungm Mißliebige Bergleute ächtm und iimm die Wiedererlangung Arbeit und Verdienst in chrem Berufe unmöglich machen. j®itter wurde festgestellt, daß daS Ossenlassm einer Mmtm Textlücke im auSzufullmdm ArbeitSformular �Melbm„menschenfreundlichen" Zwecke benutzt wurde. Feuilletmr. «rdolmZ (47 (Berminal. Sozialer Roma» von Smile Zola. »zig autorifirte Uebersetzung v»«Er»st Ziegler. � Jede Leiter(stand auf einem schmalen Absatz, der die Mi. breite deS Raumes einnahm und in welchem ein vier- sie», um die Riefmleiter »ur xn AuSnahmsfällm oder v»»- � Katharine begann tapfer zu steigm..Ähre nackten Füße zu erklettern; bei einem Unglück. <>r«i'hrem kummervollen Sinnen, wie ue pcy io, ie giot. M einer Leiter, fempor wanden, gleich einer riefen- b«» Schlange, derm Kopf schon obm sein wird, wenn ier», schweif sich noch in einem Knäuel unten auf der hol- b'e m �ücke windet. Aber noch warm sie nicht so weit; rsten mochten sich kaum im ersten Drittel des last Teä befindm. Niemand sprach. Die Füße kletterten dumpfm Geräusch, und die Lampen schoben sich �ai, rnipor, in einer jede Sekunde sich verläagerndm i-in sich hörte Käthchm einen Zungen zählm und ihr sehn rdanke, dasselbe zu thun. Sie hatte schon fünf- !» u. iton hinter sich. In demselbm Augmblick stieß sie >l< Chaval's: dieser fluchte und schalt: Konnte » nicht Acht geben? Aber plötzlich stockte die ganze Diese# unerhörten, auf die vollständige Unterwerfung der Berglmte unter die Willkür der Verwaltungen gerichtetm Mißbräuchm will der erwähnte Antrag ein Ende dadurch machen, daß er die Bergleute einfach dm übrigen Industrie- arbeitem gleichstellt, sie nicht mehr dem ArbeitSzeugnißzwang deS BergaefetzeS unterwirft, sondern den Bestimmungen der Gewerbeordnung, nach welcher nur jugendliche Arbeiter bis zum 21. Lebensjahre gewisser Legitimationm bedürfm, Erwachsme aber von jedem ArbeitSzeugnißzwang befreit sind. Die Abficht deS Antrages also ist zweifelsohne eine gute. Die kartrllparteiliche Presse allerdings hat sich alle Mühe gegeben, ihn als„v o l l st ä n d i g zweck- und gegenstandslos" dem Philisterthum zu schildern. Wie eine Löwin ihre Jungen vertheidigt, so gingen besonders die Organe der westfälischen Grubenbesitzer im schönm Bunde mit nationalliberalm und direkt gouvernementalm Blättern für die Beibehaltung der sogenannten Abkehr- scheine der Bergleute ins Gefecht. Die mittelst dieser Scheine von den Unternehmern über die Arbeiter geübte Kontrole muß doch großen Werth für die ersterm haben! Daß man sich dabei um die Erbitterung nicht kümmert, welche in der letztm Streikbewegung und gegenwärtig noch gerade wegen der Verrufserklärung mißliebiger und unbequemer Arbeiter durch jme Zwangszeugnisse hervorgerufen wurde, ist selbstverständlich. Die Herren, deren Mund in ihrm Wahlreden von sozialreformatorischer' Arbeiterfreundlichkeit trieft, haben in der geschäftlichen Praxis, wo sich's um die möglichste Ausnützung der Arbeiter und deren Unterwerfung unter die kapitalistischen Interessen handelt, ihre eigenen Grundsätze. Das kam auch in den NeichStagSdebattm so recht deutlich zum Ausdruck; auch da wurde die geradezu hinterlistige und un- ehrliche Art und Weife, in welcher die nationalliberalenKämpm dre Bergwerksbesitzer und-Verwaltungm in Schutz«ehmm, sehr bezeichnend. Währmd die Abgeordnete« Schmidt- Elberfeld, Frohme, Stötzel k. unwiderlegbare Beweise dafür erbrachtm, daß mit dm Abkehr- scheinm ein aradezu schandbarer VerrufSerklärungSunfug ge- tneben wird, hattm die nationalliberalen Herrm L e u f ch n e r, Klein, Hammacher und Haarmann, als Ver- fechter der Sonderinteressen der Bergwerksbefitzer, dm gewiß nicht neidenSwerthen Muth, alle jme Beweise als nichts- beweisend zu behandeln, ja selbst die A e ch t h e i t der Beweisstücke(ausgefüllte Abkehrscheine und Bücher im Ori- ginal) anzuzweifeln. Dazu ergingm sie sich„in Ermange- lung jeder ehrlichm Waffe", wie der Abgeordnete Frohme mit Recht bemerkte, in bekanntm albemen und abge- droschenen Beschuldigungen gegm die Sozialdemokratie und die ultramontane Presse. Keck und unverfroren, wie diese absonderlichen„OrdnungSfrmnde" nun einmal sind, behaupteten sie, daß die Behandlung und Bezah- i——— Kolonne. Was giebtS? Was ist vorgefallm? Jeder fand wieder feine Sprache; alles rief laut das mge Rohr hinauf. Die Vorderen waren besonders bmnruhigt; die Unge- wißheit, was ihrer obm warte, schnürte ihnen die Brust zu- sammen. Eine Stimme schrie, man werde wohl wieder hinabsteigen müssen, die Leitern seien gebrochen. Dies war die große Angst, welche sie alle befangm hielt. Eine an- dere Erklärung lief von Mund zu Mund die lebmde Säule hinab: Ein Mann fei gestürzt. Man wußte nichts Ge- naueS, Rufe kreuztm sich auf und nieder. Wir man hier über Nacht bleiben? Auf einmal, ohne daß man etwas erfahren, setzte sich der Zug wieder in Bewegung, mit dem- selben langsam schaukelnden Wiegm, dem Schaben der tüße an dm Sprossen, und dem hüpfmdm Aufstieg der ampen. Die zerbrochenen Leitern mußten wohl erst höher anfangm! Als Käthchm zweiunddreißig zählte, fühlte sie ihre Arme und Beine starr werden. Es hatte mit einem Pickm und Prickeln unter der Haut begonnen; nun zog ein müder Schmerz durch alle Glieder; sie fühlte nicht mehr das eifm- beschlagene Holz unter ihrm Füßen, noch in dm Händm; ihrm ganzen Körper durchdrang es wie eine Betäubung. Dabei siel ihr ein, wie der Großvater Bonnemort erzählt, daß die Fahrten früher, als es inMontsou noch keine Aufzüge gab, nicht wie heute in dem fchützendm Holzverschlag, sondern frei hingen. Zehnjährige Mädchm mußtm auf ihren Achseln da hinauf die Kohle aus der Grube tragm, so daß, wenn eine ausglitt, oder wmn selbst nur ein Stück Kohle auf sie herabrollte, zuweilm drei oder vier mit dem Kopfe voran in den Schacht stürztm. Hmte konnte man wmigstms nur ei» paar Meter tief bis zum nächsten Absatz fallm. Und doch erschreckte sie diese Geschichte und be- klemmte ihr förmlich die Brust, währmd ihre Muskeln ein unerträglicher Krampf umspannte und sie sich leise gestand, daß sie nie und nimmermehr im Stande sein werde, bis oben hinauf zu steigen. Dreimal erlaubtm neue Stockungen ihr Athem zu lung der westfälischen Bergleute eine bessere gar nicht sein könne, daß VerrufSerklärungm mittelst der ArbeitSzeugniffe niemals vorgekommm seim und daß eS dmm, die solche Mißbräuche behauptm und die Lage deS Bergbaus„in den schwärzesten Farben" schildern, nur darauf ankomme, diese Arbeiter„unzufrieden" zu machm und gegm die Unternehmer„aufzuhetzm." Die Herren haben damit daS Gegentheil von dem er- reicht, was sie erreichen wolltm! Wer so rücksichtslos der Wahrheit in'S Gesicht schlägt und die Thatsachm auf dm Kopf stellt, wie sie es in dm zweitägigm ReichStagSdebattm gethan haben, der darf sich darüber nicht wundern! Nicht beruhigt haben sie die aufgeregten und arollmdm Berg- arbeiter, sondern deren Aufregung und Groll gesteigert, indem sie daS an dmfelbm erwiefmermaßm begangme schwere Unrecht einfach leugneten und die Schuld an der Arbeitseinstellung den Arbeitem aufzubürden verfuchtm. Eine solche Praxis nützt denen, die im Rechte sind, dm Arbeitern. War schon vorher die öffentliche Meinung den Bergleuten günstig, so wird sie unter dem Eindruck der nmesten parlammtarischm Leistungen der nationalliberalm Vertheidiaer der Bergwerksbesitzer-Jnteressm noch günstiger sich gestalten. PolikiPUte Msbevstchk. Die bereits angekündigte Interpellation, die von den demokratischm Abgeordneten Muser, Schmitt und Vogel- dach im badischen Landtage eingebracht wurde, hat folgmden Wortlaut: Billigt die Großh. Regierung die dem Reichsgesetze gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober IS78 und dem badischen Gesetze vom 21. November 1867 da» Vereins- und Versammlungsrecht betreffend von dm Polizeibehörden zu Theil gewordene Anwendung, oder ist die Großh. Regierung geneigt, die Polizeibehörden mittelst einer an diese zu erlassmden Weisung zu einer gesetz. mäßigm Handhabung der betr. Gesetze anzuhalten. Wir werdm insbesondere folgende Fälle zur Spracht bringen: 1. Verbot einer Wahlversammlung der Arbeiterpartei xn Bruchsal vom 30. Januar 1887. 2. Verbot zweier Wahlversammlungen der Arbeiterpartei in Ubstadt und Weiler, Amt Bruchsal, vom 2. Februar 1887. 3. Verbot ein-r solchen in St. Georgen- Uffhausen vom 2. Febmar 1887. 4. Verbot einer solchm in Rüppur vom 6. Februar 1887. 5. Auflösung einer demokratischen Volksversammlung m Mühiburg vom 6. Februar 1887. 6. Verbot einer Wählerversammlung der Arbeiterpartei in Lörrach vom 18. Februar 1837. 7. Verbot der sämmtlichen sozialdemokratischm Wahlver- schöpfen und sich auszuruhen; aber gleichzeitig fragte sie sich bang, wa« denn oben pafsirt fein mochte? Ueber und unter ihr athmetm die Männer schwerer; dieses unaufhörlich wiegende Steigm theilte ihnm einen dumpfen Schwindel mit und ein Gefühl wie Uebelkeit überkam sie. Käthchm meinte, sie müsse erstickm, es reizte sie nervös, wenn ihr Körper fortwährend an die Wände anstieß; dabei fror sie, dmn das kalte Wasser regnete jetzt so heftig herab, daß fast die Lampen erlöschtm. Schon ein paar Mal hatte Chaval ihr zugerufm, ohne eine Antwort zu erhaltm. WaS trieb sie denn, war ihr die Zunae in dm Schacht hinuntergefallm, daß sie nicht einmal ein Lebenszeichen gebm konnte? Bereits eine halbe Stunde währte der Aufstieg; doch so schwer und träge warS ge- ihr nichts; dmn er hätte sie wieder geschimpft, wmn sie ihm eingestanden, wie matt sie sich fühle. Das kantige Eifm der Sprossen mußte ihr die Fersen aufgebrochen habm; sie hatte die Empfindung, als säge man ihr die Fußsohlm bis auf die Knochm mtzwei. Jedm Augmblick fürchtete sie, ihre steif und unempfindlich gewordenen Finger möchtm verfagm und sie würde rücklings hinab stürzm; doch am meisten litt sie von der Steilheit der Leitem, welche sie zwang, sich förm- lich hinaufzuziehen und den Leib eng an die Sprossm zu lehnen. DaS Athmm der Kletternde» übertönte jetzt das Ge- räufch der Füße: Wie ein immmfes Röcheln stöhnte es empor, bis es oben verhallte. Man vernahm einm Schrei: Ein Junge hatte sich an einem großm Splitter dm Kopf verwundet. Und Katharina kletterte weiter. Jetzt fiel kein Waffer mehr herab, aber die dicke, feuchte Kellerluft, die nach altem Eisen roch und nassem Holz, benahm ihr den Athem. Sie zählte mechanisch; einundachtzig, zweiundachtzig, dreiundachtzig, noch neunzehn! Unmöglich konnte sie eS aushalten sammlunan! im 10. RnchStag»wahlkr«iS Karlsruhe» Bruchsal. 8. Auflösung einer Wahlversammlung in Rastait am 20. Februar 1889, als Herr M. Flutsch ehrt aus Baden svrach. S. Verbot einer von Herrn M. Flürfcheim in Baden an» beraumten Wahlversammlung. 10. Auflösung der von der demokratischen Partei Mannheims am 14. Februar 1887 in Mannheim veranstalteten Wahl« Versammlung. 11. Auflösung der von der demokratischen Partei MannbeimS am 19. Februar 1887 in Oftersheim veranstalteten Wahl- Versammlung. 12. Verfügung des Gr. Bezirksamts Weinheim vom 17. Februar 1887 über das Verbot der Wahlversamm- langen, in welchen Rechtsanwalt Kohn au« Dortmund das Wort ergreifen will. 13. Auflösung einer Versammlung in Malsch vom Februar 1887(Referent: Apotheker Lutz in Baden). 14. Verbot einer öffentlichen Versammlung vom 29. August 1887 durch das Gr. Bezirksamt Offenburg(Thema: „Heber die allgemeine und wirthschastliche Lage". Ref.: Herr W. BloS aus Stuttgart). 15. Auflösung einer Arbeiterversammlung vom 8. Dezember 1887 in Jreiburg. 16. Verbot einer Versammlung vom 11. Dezember 1888 in Mannheim(Thema: Die Alter«» und Jnvalidenver- ficherung). 17. Verhaftung TranSportirung und Einsperrung de« Hut- macherS Lanz in Offenburg am 6. Januar in Oberktrch, als er mit sozialdemokratischen Stimmzetteln und nicht verbotenen Druckschriften(in verschloffenen Kouvert«) am Bahnhof stand. 13. Konfiskation sozialdemokratischer Stimmzettel und(nicht verbotener) Flugblätter durch da« Bürgermeisteramt von Sand Anfangs Januar 1889. 19. Verhaftung und TranSportirung(nach Kehl) von drei Wahlzettelausträgern durch die Gendarmerie in Kork Anfangs Januar 1889. 20. Verbot einer Volksversammlung am 1. Januar 1889 in Oberkirch, desgleichen einer solchen vom 2. Januar 1889 in Ortenberg. 21. Auflösung einer Wahlversammlung in Offenburg vom 10. Januar 1889. 22. Verbot einer öffentlichen Tischlerversammlung im Sommer 1889 in Heidelberg.(Thema: Der internationale Ge- werkschaftSkongreß und seine Beschickung). 23. Auflösung einer Zusammenkunft von Offenburger Ar- heitern am 6. Juni 1889. 24. Verbot des Vereins für volkSthümliche Wahlen für Pforzheim und Umgegend vom 24. Juni 1889. 25. Verbot einer Versammlung in Baden vom 3. August 1889(Thema: Berichterstattung über den Pariser mter- nationalen Arbeiterkongreb- Berichterstatter: Apotheker Th. Lud aus Baden). 26. Verwerfung der Beschwerde, welche gegen diese« Verbot eingelegt wurde durch den Gr. Landes kommt ssär für die Kreise Karlsruhe und Baden(20. August 1889). 27. Verhot der Nr. 90 des Südwestdeutschen Volksblattes vom 4. August 1889. 28. Verbot der Versammlung vom 24. August 1889 in Frei- bürg.(Thema: Die Lebensbedingungen des arbeiten- den Volkes. Redner: Th. Lutz aus Baden). 29. Verbot der Volksversammlung in Karlsruhe am 7. Sep- tember 1889. 30. Verbot einer Versammlung in Karlsruhe am 20. Sep- tember 1889.(Thema: Blicke m da« Jahrhundert vor der franzöfischen Revolution). 31. Verbot der Nr. 118 de« Südwestdeutschen Volksblattes in Offenburg vom 10. Oktober 1889. 32. Verbot der Metallarbeiterversammlung vom 16. Oktober 1889 in Karlsruhe.(Thema: Die schlechte Lage der Metallarbeiter). Knreankrattjche». Der Stuttgarter„Beobachter" hat ein Schreiben de« ftüderen OberamtSrichterS von Riedlingen(jetzt in Backnang) veröffentlicht, au« welchem hervorgeht, datz der Dienstaufficht führende Oberamtsrichter gerichlliche Listen zu Wahlparteizwecken benutzt hat. Das genannte Blatt bemerkt dazu:„Das ist ein ungesetzlicher Gebrauch, das ist ein Miß- brauch der Amtsbefugnisse. Auch das ganze agitatorische Auf. treten von Gerichtspersonen und vor Allem die Verabredung von Wohlmanöoern in Schreiben, in welchen der Oderamts- richtet den Amtsnotar um Uebersendung von Pfand- und Güterbuchsprotokollen, sowie von Pflegrechnungen amtlich auf» fordert, verdient den schärfsten Tadel. Wir fordern den Justiz- minister auf, unverzüglich einzuschreiten und dem öffentlichen RechtSbewubtsein Genugthuung zu aeben...." „Der Achtstundentag", die Zeitschrift, deren Gründung auf dem Partser internattonalen Arbeiler-Kongreb beschlossen wurde, wird nun. nachdem alle Hindernisse au« dem Wege ge- räumt find, in« Leben treten. Die erste Nummer wird im Diese Zahlen aber, welche sie in rhythmischem Tonfqll her- sagte, waren daS Einzige, was sie noch ausrecht erhielt; denn sie hatte kein Bewußtsein ihrer Bewegungen mehr, sie bog die Gelenke, ohne eS zu wollen und zu wissen, wie m einem schmerzhaften Somnambulismus. Die Lampen be- gannen sich vor ihren Augen wie eine zitternde Spirale zu drehen; ihr war, als müsse sie sterben; ein Nichts, ein Hauch hätte sie hinabgeworfen. Dabei drängte jetzt Alle«; ungeduldig, endlich da» Licht zu sehen, schob Einer den Andern. Die Ersten waren schon oben angelangt, eS war also keine Leiter gebrochen; aber die Idee, die Fahrten möchten vielleicht jetzt noch zerstört und die Unteren ver- hindert werden, sich ebenfalls hinaus zu retten, regte sie vollends auf. Sie waren wie närrisch, und als wieder ein Stillstand eintrat, fluchte und schrie Alles und zwängte sich mit Knien und Ellenbogen stoßend. Einer über und neben dem Andern gewaltsam vorwärt«. Katharine stürzte. Sie hatte in letzter verzweifelter Angst den Namen ihres Geliebten gerufen, aber Chaval 5 orte nicht; er rang mit einem Kameraden, dem er vor- ommen wollte; sie rollte hinab bis auf den Treppenabsatz und die Anderen kletterten über sie hinweg. Zn ihrer Ohn- macht träumte ihr, sie sei eins von den kleinen Mädchen, von denen Bonnemort erzählt, ein großes Stück Kohle sei auf sie gefallen und habe sie bis unten in den Schacht ge- schleudert. Nur fünf Leitern blieben noch zu ersteigen, man hatte fast eine Stunde verbraucht. Niemal» erfuhr Käthchen, wie sie hinaufgekommen: von den Kameraden vermuihlich— Plötzlich befand sie sich im blendenden Sonnenlicht, mitten in einer heulenden Menge, welche sie mit Ver- wünschungen empfing. Dritte« Kapitel. Seit den ersten Morgenstunden war eS unruhig und aufgeregt in allen Arbeitervierteln hergegangen. Aber der Auf- bruch nach Zean-Bart mußte verschoben werden, denn eS war bekannt geworden, daß Dragoner und Gendarmen durch die Straßen zogen. Dieselben seien in der Nacht von Douai beordert worden, erzählte man, und die öffentliche Meinung klagte Rasseneur an, er habe Verrath an seinen Kameraden Laufe der nächsten Woche herauskommen; vor Weihnachten er- scheint noch eine zweite Nummer, und von Neujahr an wird dann die Veröffentlichung ganz regelmäßig erfolgen. Die Gegner, welche schon zu spotten begannen und den„Acht- ftundentag" für ein todtaeborene« Kind erklärten, werden sich wieder emmal um eine Hoffnung betrogen sehen. KfottUq und Emiu Pascha sind, wie ein Wolff'sche« Telegramm au« S a n s i d a r meldet, am Mittwoch in B a g a- m o y o eingetroffen. Ferner liegen in London noch Briefe Stanley'» und Jeph- son's vor. Stanley'« Brief ist vom 8. September 1388 datirt. In demselben wird neben einigen interessanten Mittheilungen über geographische Entdeckungen bezüglich EminS bemerkt, daß Stanley denselben in einer schlimmeren Lage gefunden habe, als er erwartete. Emin und Casati hatten viel unter der Feindschaft Kabba RegaS, de« Königs von Unyorn, zu leiden. Derselbe ließ Casati auskleiden, an einen Baum binden und überließ ihn dann seinem Schicksale in der Wüste; Casati wurde schließlich von Emm gerettet, aber mit Verlust seiner Tagebücher und Memoiren. Stanley lobt sehr die von ihm eingeschlagene Route läng« des Jturiflusse«; ein Versuch, zu Emin von der Oftküste aus zu gelangen, würde mit der Aufreibung der ganzen Expedifion geendet haben. In den von Albert-Nyanza-See daiirten Briefe JephsonS wird mitgetheilt, daß die Revolution unter EminS Leuten in Dufile am 15. August vorigen Jahre« ausbrach, weil die Offiziere und Soldaten der Kundmachung Stanleys, daß Chartum gefallen sei, nicht Glauben schenken wollten. Emin und Jephson wurden drei Monate lang gefangen gehalten. Während bieserZeit schwebte EminS Leben wiederholt in Gefahr. Es kolat alsdann eine Schilderung über die Kämpfe mit den Mohdisten. Nach dem Falle von Duft e flüchteten Emin und Jephson nach Tunguru und wurden deswegen zum Tode durch den Strang vermtheilt. Dort langten nach mehreren Monaten Briefe Stanley'«, seine Ankunft in Kavalli meldend, an, wohin fich Jephson auf Stanley'« Weisung allein begab. Die Essener Zechenverwaltungen werden nach der „Köln. Ztg." die Forderung der SonntagSversammlung der Essener Bergleute auf Wiederanstellung der gemaßregelten Bergarbeiter übereinstimmend ablehnen. Die Zechenverwal- tungen bestehen dabei auf dem Standpunkte, daß es fich nur um sehr wenige Bergarbeiter handelt. Die Zechenverwaltungen behaupten, daß die Arbeiter, um die es fich handelt, wegen ihrer Unbotmäßigkeit nach dem Ausstande gemaßregelt worden find, und daß ihre Wiederanstellung zu großen Gefahren für das Bergwerk und ihre Mitarbeiter führen müsse. Bei den Gefahren des Bergbaubetriebes fei eben eine strenge Disziplin unvermeidlich. Kamberg, 3. Dezember. Ueber die schon erwähnten Bam- berger Vorgänge entnehmen wir dem„Bamb. Volksbl." noch folgenden ausführlichen Bericht: „Im Herbst waren bekanntlich viele Lehrer zur längeren Uebung eingezogen worden. Zu ben beiden Abtheilungen— so berichtet nun genannte« Blatt— der Lehrer wurden als Offiziere zwei Lehrerssöhne kommandirt, die Premierlieutenant» W. und E., letzterer ehedem Sekondelieutenant beim�Erlanger Bataillon. Herr Premierlieutenant E. scheint fich nun auf dem Exerzierplätze mit Vorliebe starker KcaftauSdrücke zu be- dienen. Das oben bezeichnete Blatt berichtet darüber, wie er unter anderem gesagt habe: Bei der ersten Feld- dienstübung nach Wildensorg:„Bei der Predigt eures Pfaffen könnt Ihr von mir ausschlafen, denn ob die überhaupt einen Werth hat, bezweifle ich; meine Worte haben dagegen einen großen Werth, wenn diese nicht befolgt werden, so kostet'S Menschenblut."— Sehr oft kamen die Worte:„Sie find auch einer von denen, die nur thun, was Ihr Pfaff sagt."—„Da« ist auch ein ReichstagSwähler, der nur dem Pfaffen leinen Zettel hinträgt und fich um die andern nichts kümmert!"— Beim ungenügenden Kniedurchdrücken:„Ich glaub', Sie find auch gut katholisch."— Ferner, aus einer anderen Tonart:„Da« muß ich zur Ehre der Schullehrer sagen, daß in der Schule weiter nichts gelernt wird, als wie der Katechismus, die Ge- schichte von der keuschen Susanna und die drei Jünglinge im Feuerofen!"—„Es find halt immer die Schullehrer. Die Schullehrer und die Einjährigen verhunzen immer die ganze Geschichte. Die dünken fi» den Kopf voll Wissen und beim Exerziren stellen fie fich saudumm, die Sakramenter; der Teufel soll sie lothweis holen!"— Zum Lehrer Greuel:„Wie heißen Sie? Ja, Sie sind wirklich ein Greuel."— Zum Lehrer Fischer: „Wollen Sie laufen, der Teufel soll Sie reiten! Sie Sau» Hund!— Zum Präparandenlehrer Krau«:„Sie können ein gescheidter Mensch sein, Sie können meinetwegen Professor werden, aber vom Exerziren verstehen Sie so viel, wie die Sau vom Flötenspiel!"— Während der Vorstellung bei der Schanze, wo vor Erschöpfung mehrere Lehrer steben blieben und nicht gleich stürmten:„Die Schulmeister! Hab' ihnen alle Begllngstigung gewährt und haben'« nicht verdient, die Gesell» schaft!"„Daß die Schullehrer außer Menage wollen, damit bin ich nicht einverstanden, denn die Menage ist sehr gut und können auch die Schullehrer essen. Auf den Äauernnestern werden fie gewiß viel schlechteres Fleisch oder oft gar keines zu geübt und Herrn Hennebeau unterrichtet; ein Grubenmädchen schwor sogar, daß sie des Direktors Diener gesehen, wie er eine Depesche zum Telegraphenamt getragen. Die Arbeiter ballten die Fäuste und warteten hinter den Jalousien ver- steckt auf die bewaffnete Macht, während der Tag sich dämmernd erhob. Erst um halb acht Uhr, alt schon die Sonne aufge- gangen war, erfuhr man, daß e» nichts sei; der Präfekt von Lille hatte, wie er eS schon mehrmals seit Ausbruch der Streiks gethan, eine militärische Ronde beordert. Die Arbeiter haßten diesen Beamten, dem fie vorwarfen, daß er sie mit dem Versprechen, zwischen ihnen und der Regie ver- mittelnd einwirken zu wollen, getäuscht habe, während er in Wirklichkeit nichts für sie thue. Die Dragoner und Gen- darmen ritten durch die Kolonien; die harte Erde widerhallte von den Hufen ihrer Pferde; und die Grubenleute rieben sich in'S Fäustchen und lachten den Präfekten auS, der gerade, wenn'S anfängt loszugehen, feine Soldaten heimkommen läßt. Bis neun Uhr blieben die Arbeiter ruhig; manche traten vor ihre Häuser und blickten den letzten Reitern nach. Die Ein- wohver von Montsou schliefen noch um diese Stunde. Vor der DirektionSvilla war Frau Hennebeau eben in ihrem Landauer aufgebrochen, um Cäcilien abzuholen; während ihr Mann in seinem Zimmer arbeitete. Keine Grube war mili- tärisch bewacht. Wie so oft in Augenblicken größter Gefahr die ärgsten Fehler gemacht werden, beging die Behörde auch hier eine jener verhängnißvollen Unvorsichtigkeiten, die fast allen Katastrophen vorangehen. Punkt neun Uhr brachen die Kohlenmänner zum gestern bestimmten Rendezvous, zum Walde von Vandame auf, wo schon ungefähr hundert Männer, die bereits vor TageSgrauen die Dörfer verlassen hatten, fie erwarteten. Aber Stephan sah bald, daß er nicht auf die dreitausend Theilnehmer der Versammlung de» Vorabends werde rechnen können; denn viele glaubten die Sache verschoben. Dessen ungeachtet meinte er, sich an die Spitze Derer stellen zu müssen, die fich eingefunden; denn e« fehlte an Zeit, einen anderen Tag zu bestimmen und er fürchtete, daß die Käme- raden ohne seine Führung die gemeinsame Sache kompro- mittiren möchten. Er suchte Souvarine in seinem Zimmer essen haben. Ueberhaupt find die VermörenSoerhältnisse da Sckmllehrer nicht derartig, daß fie in den Wirthshäuseru Geld springen lassen können." Wir fügen— so schließt genaitnW Blatt seine Betrachtungen— nur noch bei, daß nicht nur da Vater des Herrn Premierlieulenant Lehrer ist, fondern daß auch zwei seiner Brüder dem Lehrerstande angehören, wovon da eine Schulverweser in Breitengüßbach und der andere Schul- gehilfe in Peulendorf ist. Essen, 4. Dezbr. Ueber die kürzliche Bergarbeiter- Versammlung, welche am Sonntag stattgefunden, liege» jetzt au«führlichere Berichte vor, au« denen zu ersehen ist, da« die Atmosphäre der Stretkzeit wieder völlig die Versarmnlung beherrschte und e« nur mit Mühe gelang, die Pioklaminfg de« Streik« zu verhindern. Es wurde konftatirt, daß im Essener Bezirk noch 20 Bergleute infolge der von den Zechen feftg«- haltenen Arbeitersperre keine Arbeit erhalten können. So gab z. B. der Bergmann Pesau-Altenessen an, er habe beim Betneb«- führet um Arbeit angefragt, doch habe ihm dieser gesagt, er könm »war Leute gebrauchen, aber ihn nicht. War die Versammlung schon von vornherein eine erregte, so wurde fie es noch mehr durch Vorführung solcher Beispiele. Die Redner, welche zum Friedet! mahnten, wurden fortwährend durch Zwischenrufe unterbrochen, au« denen hervorging, daß die Arbeitsemstellung schon für den 2. Dezember erwartet wurde. Schließlich behielten die ruhigere« Elemente, obwohl fie in der entschiedenen Minorität waren, doch die Ueberhand, besonders deshalb, weil au« einer Unter- redung von Delegirten mit Dr. Natorp geschloffen wurde. daß doch noch ein Ausgleich möglich fei. Zum Schlu» wurde folgende Depesche an den CentrumS-Abgeordneten Stötz« gesandt: Die heute von 3000 Bergleuten besuchte Versammlung wählte eine Kommission von 7 Mitgliedern, welche als letztr« Mittel, den Frieden zu erlangen, mit Herrn Dr. Natorp und em« Kommission der Bergwerksbefitzer über die völlige Aufhebung der Sperre unterhandeln soll. Eine Versammlung am nächsten Sonn- tag soll dann da« letzte Wort in dieser Angel-g-nheü sprechen. Es bedurfte namentlich des Eingreifen« der Gemäß' regelten, diesen Antrag zur Annahme der sehr erregten, anfangt zum Streik geneigten Versammlung»u bringen. Im Auftrag: A. Fischer, Vorsitzender. Die Ausfichten auf eine Verständigung find aber inzwischen schon wieder getrübt worden. Der Bergmann Margraf, deo> es hauptsächlich durch seine Berufung auf seine Unterredung mit Dr. Natorp zu danken ist, daß am Sonntag der Stre» nicht proklamirt worden ist, konstatirte nämlich gestern in ein« öffentlichen Erklärung, daß die Friedensausfichten„bedeute«' geringer geworden". Nach der Sonntag«. Versammlung>« Essen fand nämlich zw'tchen den Arbeiter- Delegirten Fischer und Vöcker, sowie Dr. Natorp eine Unterredung statt, wobei Dr. Natorp erklärte, daß die Zechenbefitz-r, resp. die Verwal- tungen wohl nicht geneigt sein würden, durch eine Kommisfint ihrerseits mit Kommission«- Mitgliedern der Bergleute zu ver- handeln. «Irevderr, den 4. Dezember. Die Interpellation ozialdemokraten, betreffend den Boykott geg-n die Sozial' demokraten und dessen Unterstützung durch die Behörden, st«" als erster Punkt auf der heutigen Tagesordnung der zweite« Kammer. Zu einer Debatte kam es aber nicht, � niv einmal zu einer Begründung der Interpellation. Der Herr Staatsminifter von Nostiz-Wallwitz erklärte nämlich die Interpellation nicht beantworten zu wollen, weil die ei«' schlägige Frage jetzt den Gerichten vorliege und der gerichtliche« Entscheidung nicht vorgegriffen werden könne. Da sich n««� außer den 7 Sozialdemokraten nur noch 2 Kammermitglieder. die Frotschrittler K i r b a ch und Thürmann für eine D"' kusfion erhoben, und also das Minimum von!$' Stimmen nicht erreicht war, so mußte die � sprechuna unterbleiben. Die Sozialdemokraten habe« aber sofort«ine neue Interpellation eingebracht. u«' sollte auch auf diese die Antwort verweigert werden, so«"jf die Boykottbeweguna der sächsischen Ordnunasparteien nel« dem Verhalten der sächsischen Behörden dieser Bewegung geg�. über in einer andern Form'Ial« der der Interpellation r Beuchtung gelangen. Die Todtschweig-Taktikrvir' um jeden Drei« vereitelt werden.. Au« Sachse«, 2. Dezember. Wir haben bereits gemelde- daß die Kar tellp arteten unseres Lande« die„B«, ständigungsvorschläge",_ die ihnen von Seiten der„reine« für Leipzig.Land, preiSgegedA werde; sie haben ihn wegen seine« Auftreten« gegen die Der nilart, 1 a lch'ff 4 s VN 15. �Sänger Ampfer '«terimif ?vrden. "«.m den Cok Antisemiten gemacht worden waren, kurzer Hand zun«« gewiesen haben. Die Antisemiten verlangten u. A. da» v*, Dr. Götz, der Kandidat semiterei in den österreichischen Turnvereinen auf den J«'?, gesetzt. Jetzt erklären fie in Briefen an die Karlellparteien, � würden ihre eigenen Wege gehen und namentlich in Leipi� Land durch einen Kandidaten ihrer Farbe die Sicherheit-ff Durchfalls de« Bruders Götz erhöhen. Zum Schluß kommt etwas Interessantes, da heißt es nämlich: „Die Erfolglosigkeit unserer diesmaligen Anknüpfung Verhandlungen wird uns nicht davon adhaltin, kurz vor«'ff Wahllermine der nationalliberalen Parteileitung in Letpi« auf, um dessen Rath zu erbitten. Der Russe antworte"' zehn entschlossene Männer vermöchten oft mehr, wie«ff fanzer Haufe; dann setzte er seine unterbrochene Ler'g ort, indem er sich weigerte, an der Manifestation Theil l nehmen: da« sei wieder was Rechtes; das Einfachste«"j gewesen, ganz Montsou in Brand zu stecken. llebriüL versprach er, nachzukommen, wenn eS ernst werde. Stephan die Treppe des WirthshaufeS hinabstieg, gewnb. er Rasseneur, der sehr bleich vor'm Kamin saß; wäh«*« seine Frau in ihrem ewigen schwarzen Seidenkleide ihn � beißend ironischer Rede zurechtwies. Maheu war der Meinung, man solle sein Wort halt' die Sache sei versprochen, und das genüge. Doch die hatte auch ihm das Feuer der Begeisterung abgekühlt,* er erklärte, man müsse hauptsächlich deshalb nach Zean-v gehen, um die Kameraden von Uebergnffen abhalte« L können. Die Maheude nickte. Stephan sagte, nur reoolutw. dürfe vorgegangen werden, doch ohne Blut zu vergte«� Bevor sie aufbrachen, trank er rasch hintereinander» Gläschen Wachholder, nahm auch eine Feldflasche davon fich gegen die Kälte zu schütze«; doch da« Brot, we � man ihnen ebenfalls gegeben, und wovon ihm die Mah seinen Theil anbot, wie» er zurück, um e« den Äss"* fli(< lassen. Alzire mußte bei den Kleinen bleiben. De« � Bonnemort, welcher in der vorige» Nacht zu viel rnarn war, lag gelähmt im Bett. AuS Vorsicht verließen fie einzeln das Hau», war schon lange verschwunden; Maheu und seine Frau sc?„„j zum Schein den Weg nach Montsou ein, Stepha« geradewegs nach dem Walde. Unterwegs holte er eine Frauen ein, unter denen sich auch die Brule und die befanden, die Kastanien aßen, welche die Mouquerte geschenkt hatte und die sie mit den Schalen verscht« � damit sie ihnen den Magen besser füllten. Im Wal« Niemand mehr; Alle hatten sich bereits nach Jean- � begeben, und Stephan eilte ihnen nach. Er langte do � als gerade Levaque und vielleicht hundert Kamerad den Vorhof der Grube eindrangen; von allen Seite«' � allen Wegen kamen Andere heran; die Maheu» rffi auf der Chaussee; der Haufe der Weiber schritt 0«� und Land, wie den andere« hiesigen� Parteien, einen �ag zur Vereinbarung über gleichmäßige Form und »Mmgk Beschaffenheit der Stimmzettel zu machen. Wir hoffen Mich, zur Ehre der nationalliberalen Partei annehmen zu °>ustn, daß dieselbe nicht beabsichtigt, ihren großen kommunalen JMfl'sellschaftlichen Einfluß in Leipzig zur Beeinträchtigung ?? Wahlfreiheit zu benutzen. Stimmzettel �in Oktavsormat auf lemvn Briefpapier, wie sie bei der letzten sächsischen Landtags- M in Leipzig für die Kartillkandidaten vertheilt wurden, fachen es für jeden abhängigen Wähler zur Gewißheit, daß nne Abstimmung von den nationalliberalen Herren am Wahl- "Iche kontrolirt werden kann* .. Also so haben es dies« Herolde„nationaler" Gesittung lunBft getrieben! Da die Antisemiten mit ihnen verbündet warm, werden sie es ja wohl wiffen! Atn�rßlta. ..Der abgesetzte Kaiser von Brasilien Dom Pedro hat selbst «Hart, daß er von Anfang an seitens der republikanischen Re- �"ina gut behandelt worden sei. Die Fahrt nach St. Vincent >» Bethaib so langsam von Statten gegangen, weil ein Kriegs- "Jm 4 Tage lang den Dampfer„Alagoas" begleitet hat. Ein 15. November, also am Tage vor der Revolution, ab- Mangener und am 30. November in Lissabon angekommener Dampfer meldet, daß der Marin eminister Baron Ladaris "lterimiftisch mit der Leitung des KriigSministeriumS betraut forden war und Maßregeln ergiiffen hatte, um die Ruhe in Armee und der Marine zu sichern. Der Admiral Van °en Cok war mit einem Marinekommando an dem äußersten «»de des Reiches betraut worden. Das 22. Infanterieregiment, iättmison zu Rio. war am 12. Nov. auf Befehl des Ministeriums ? Bord des Dampfer«„AlagoaS" nach Para abgefahren, es Wmt aber, als ob der Dampfer m,t den Truppen wieder zurück« Mirt ist. Meh ere republikanische Führer waren au« den Pro- Wien nach Rio gekommen. Am 12. November hatte der f®1!« noch einen Phonographen sich vorfahren lassen und dabei jj® Stimmen verschiedener in Pari« und L ssrbon lebmden Mugiesen erkannt. Ein ebenfalls am 30. November in ,5>®bon eingetroffener deutscher Dampfer, welcher Bahia am J- November verlassen hatte, berichtet, daß die Nachricht von �Revolution in Bahia lebbafte Erregung verursacht habe, .« blieb Alles ruhig. Die Truppen wurden in den Kasernen Zugehalten und erwarteten Befehle. Vor dem Stadthause 2« eine ungeheure Menschenmenge versammelt, welche da« S�ibniß einer Berathung zwischen dem Provinzialpräsidenten Merdo Conto und H. da Fonseca(nicht zu verwechseln mit T�doro da Fonseca) abwarteten. Au« Rio war nach Bahia Meldet worden, daß der Kaiser den General Deodoro da Msica habe sprechen wollen, dieser aber da« Verlangen ab- J�hilt habe. Die Senatoren DontaS und Corres hatten dann bnn General eine Unterredung gehabt und dem Kaiser 3etheilt, daß die Republik proklamrrt sei, was auf den Uer einen tiefen Eindruck gemacht habe. Dr. Manoel Glorien V-reira wurde zum Gouverneur von Bahia ernannt. ' � Afi-«. 5 Au« Yokohama(Japan), 28. Oktober, wird der„Voss. »�geschrieben: Seil dem Attentat auf den Minister des auswärtigen, Graf Okuma, ist die Vertragsrevision mehr als i.iur brennenden Frage geworden. Im Kabinet selbst ist die l?. Langem drshalb bestehende Spaltung offen hervorgetreten, schon am 23. Okiober wurde der Rllckiritt des Ministe- ?>»« Kuroda veröffentlicht. Gral Kuroda, der bisherige JMnicr, ist zum Geheimen StaatSrath ernannt und Prinz Undscho tritt an die Spitze des neuen Kabinet«, dessen andere �»glieder noch nicht berufen find. Die Vertragsrevision �«nt infolge de« KabinetSwechselS und der darüber herrschen- .� Uneinigkeit vorläufig wieder auf unbestimmte Zeit hinaus- schoben zu fein. Der Zustand des verwundeten ExministerS Auswärtigen Angelegenheiten hat sich merklich gebessert. �.Gefahr ist vorüber und eine baldiae Genekung zu er- ilUrn?'. Jünfunddreißig Personen sind, als der Mitschuld am in»... i �dächlig, verhaftet worden, und die Aufregung ist Zunahme begriffen. Drvfnmmlrmgcn. s»kiald-mokrati(ch« Mastluerei» f&t de« »�rttner Neichstagswahtkreis hielt am letzten �?ne äußertt gut besuchte Verlammlung in der �>vna. Brauerei"(Lützowstr. III) ab. Als Referent fungirte Tom,."k. Bagins ky. Er entwickelte den gesetzmäßigen jjfo° v ökonomischen Entwicklung unter Berufung auf Karl >it,-"J" zeigte, wie auch die mächtigsten Personen diese sach- »»k.'iM WirlhschaftSgesetzen beruhende Entwicklung nicht auf- vermögen, gm st Bismarck fei mit dem reaktionären Iii i" m nicht einmal fertig geworden, er habe vielmehr schließ- Weg nach Canossa antreten müssen: noch weniger kr mit der aufstrebenden Arbeiterbewegung fertig werden. ki��er daher. Jeanlin war auf eine erhöhte Verbin- h�'Pbbrücke geklettert, als wenn er von einem guten °�not 0Uä€'nem Schauspiel beiwohnen wollte. Stephan W» v H bis zu den Ersten vor; jetzt waren sie ihrer « und plötzlich standen sie am Eingang des Schacht- ' JpWn Deneulin gegenüber. Ujj 08 uwllt Ihr bei mir?" rief er mit starker Stimme Vortreppe herab ihnen entgegen. sih�. �chdem er dem Wagen der Frau Hennebeau nachge- batte, aus dem feine Töchter ihm noch einen letzten �zusewinkt, war er von Unruhe ergriffen zur Grube �°ch er hatte alles in bester Ordnung gefunden: die üsiOvk?.'"uren eingefahren und die Förderung nahm ihren �ier. � Verlauf. Er unterhielt sich mit fernem Oberauf- Vi« 9'W plötzlich Jemand daS Nahen der streikenden Montsou meldete. Schnell postirte er sich Fenster. Die Menge wuchs, wälzte sich m den Mw»r'.k°um zwanzig Männer hätte er um sich»er- �nnen. Mit ihnen die Grube vertheidrgen, deren ! 1 ulle geöffnet waren? Unmöglich! Er war ver- *Ieift'?°9 wollt Ihr, wiederholte er noch lauter, kreide- verhaltenem Zorn, entschlossen, muthvoll der Ka- ßu begegnen °»lt>v�L«ute drängten sich heran: Stephan trat vor und Deneulin, wir wollen Ihnen nichts BöseS an- >'n;!1 bie Arbeit muß überall aufhören." BöseS wollt Ihr mir anthun?" entgegnete Sl � Mit schroffem Hohn.„Dummkopf, Zhr.thut nur �i k.�uteS? Wenn Ihr die Arbeit bei mir unter- t"«eis* gerade so, als wenn Ihr mir eine Kugel rn k Vierd-��!'-- Aber meine Leute sind eingefahren und nicht herausgehen, oder Ihr müßt mich erst er- (Fortfetzurrg folgt.) Auch nahm Redner Gelegenheit, gegen die bekannten Aeuße- rungen de« Minister« Herrfurth über den Verlauf der Arbeiter- Versammlungen scharf zu proteftiren. Der Vortrag wurde von den Anwesenden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. An der Diskussion betheiligten sich die Herren Klerz, Schweitzer, W i l s ch k e u. A. Von den anwesenden Gegnern, namentlich Antisemiten, getraute sich trotz wiederholter Aufforderung Nie- manb da« Wort zu nehmen. Schließlich trat die Versammlung noch dem Beschlüsse bei, keine Autflüge nach den Friedrich«- bagener Lokalen zumachen, beschloß dagegen, bm gemaßregelten Wirth N i e k e in Tempelhof(„Wilhelmsgarten") durch Besuch zu unterstützen. Di» öffentliche Generalversammlung de» Maurer Kern«», welche in Sternecker'S Bürgersölen am 2. d«. MtS. unter Lertung der Herren Grothmann, Wagner und Müller tagte, beschäftigte sich zunächst mit der am 25. Nov. in Rostock stattgefundenen Konferenz. Der Vertrauensmann, Herr Fiedler, erstattete hierüber einen längeren, sachlichen Bericht, welcher erkennen ließ, daß es zwischen der Hamburger und Berliner Richtung in der Debatte ziemlich heftig hergegangen ist. Die weitaus größte Zeit nahm der bedauerliche Streit und Zwiespalt beider Richtungen in Anspruch, die Verhandlungen führten aber zu einem wenig erfreulichen Resultat. Dem Vertrauensmann Hierselbst wurde zugestanden, die Agitation von Berlin und nächster Um- gebung betreiben zu können; weitere Befugnisse wurden jedoch nicht bewilligt. Redner ermahnt, die Kongreßbelchlüsse hochzu- halten, der nächste Kongreß werde und müsse ja Remewr schaffen. So wenig wie die Führer sich einen Bruch hätten zu Schulden kommen lassen, würde es auch die Gesammtheit nicht thun. Daß hier nur so wenig Abonnenten auf da« offizielle Organ„Grundstein" vorhanden sind, ist nicht Schuld der ein- zelnen Redner, denn diese seien stets unparteiisch für beide Fachblätter öffentlich eingetreten und überließen es jedem Einzelnen zu lesen, was ihm beliebte. ZHerr Schmidt trennt die Geschästsleitung und die Vertrauensmänner in der Weise, daß erstere nur befugt sei, die eigentlichen Geschäfte zu leiten, die Agitation aber letzteren überlassen werden müßte, und meint, daß die Geschästsleitung in erster Linie sich einen Kongreßbruch habe zu Schulden kommen lassen, indem sie ihre Befugnisse überschritt. Im Weiteren betheiligten sich außer Herrn Heinze, welcher etwa« anderer Meinung war wie die Vorredner, und energisch für die Einführung des Friedens ein- trat, ohne Rücksicht auf diese oder jene Person, und der den Streit nur al« einen von einzelnen Personen künstlich erzeugten betrachtete, noch die Herren Wernau, Kerstan, Weisse und Grothmann, welche sämmtlich zur Aufrechterhaltung der Kongreß- beschlüsse aufforderten. Sie behaupteten ferner, daß, wenn der Streit ein künstlicher sei, wie Herr Heinze anführte, deiselbe nicht von den hiesigen Führern ausgehe, sondern nur von einigen Herren, welche es sich zur Aufgabe machen, event. ent- stellte Berichte an die Geschästsleitung zu senden. Ein An- trag: Die heute in den Bürgersälen tagende öffentliche Maurer- Versammlung Berlins und Umgegend beschließt, die Kongreß« beschlüsse voll aufrecht zu erhallen; ferner alle« aufzubieten im Interesse der allgemeinen deutschen Maurerbewegung den Frieden und die Einigkeit zu fördern und somit alle Nörge- leien au« der Welt zu schaffen, wobei noch Herr Wiltschock den Zufatz wünschte, daß die Delegirten zum nächsten Kongreß nur nach der Kopszahl der am O-te anwesenden Maurer gewählt werden, wurde abgelehnt. Herr Kliemann wünscht, damit nicht etwa angenommen wird, die Versammlung erklärt sich gegen die Kongreßbeschlüsse, zu bemerken, daß der Antrag al« selbst- verständlich und deshalb als überflüssig zu betrachten sei.(Zu- stimmung der Versammlung.) Hieraus wurde aus Antrag, der zweite Punkt:„Die Bausaison im nächsten Frühjahr" der vorgerückten Zeit halber abgesetzt und eine besondere Versamm- luna hierzu empfohlen. Im„Verschiedenen" verliest Herr Kerstan einen Artikel der„BaugewerkS-Zeitung", in welchem der Verfasser selbst für eine gesunde und wetterfichere Bau- bude eintritt, was bei einigem guten Willen der Arbeitgeber auch durchzuführen sei. ES wurde ermahnt, besonders Obacht auf die Baubuden zu geben. Herr Schmidt erwähnt hierbei, daß bei Besichtigung der vom Verein aufgestellten Baubude im Ausstellungepark selbst von der obersten Staatsbehörde der Ausspruch gethan wurde, daß diese Forderung der Gesellen eine durchaus berechtigte sei und wohl berücksichtigt werden müsse. An den Kollegen wird es nun liegen, diese Worte zur Wahrheit zu machen. Ferner müsse dar- nach getrachtet werdm. Denjenigen, welche vor einiger Zeit selbst Hand in Hand mit ihren Kollegen gearbeitet und bei der Verbesserung der Lage mitgewirkt haben, jetzt aber als Lohndrücker auftreten,«inen Damm entgegen zu setzen. Herr Wernau verlangt hierauf, daß die Kommission für freiwillige Sammlungen zum Pariser Kongreß eine Versamm- lung e,«berufe, damit die Abrechnung vorgenommen und der Ueberschuß event. dem Achtstundenblatt überwiesen werden könne. Herr Ullrich tritt für eine freiwillig« Sammlung zu diesem Unternehmen ein. Folgende Resolutron wurde alsdann einstimmig angenommen:„Die heute, am 2. Dezember, m Sternecker'S Lokal tagende öffentlrche Versammlung der Maurer beschließt, dahin zu wirken, daß alle Kollegen den 1. Mai 1890 als einen Feiertag anerkennen, um durch dieses Vorgehen zu zeigen, daß alle Maurer Berlins die Verkürzung der Arbeits- zeit anstreben. Ferner erwarten sie, daß die Regierung sich an der von der Schweiz einberufenen Konferenz betheiligt, um die Ar- beiterschutzgesetzgebung international zu regeln. Den streikenden Bildhauern wurden alsdann 100 Mark bewilligt. Nachdem noch die Herren Heinze und Scheel in längerer Rede für eine starke Organisation eintraten, durch die es allein möglich sei, alle Uebelstände zu beseitigen und den Wünschen der Gesammt- heit Geltung zu verschaffen, wurde die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung geschlossen. Di« Vereinigung der Drechsler Deutschland», Orts- Verwaltung l, hielt am Sonntag, den 1. Dezember, ihre Mit- gliederverfawmlung in Sahm's Klubhau«, Annenstr. 16, ab. Die Tagesordnung lautete: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag und Diskussion über da« Koalitionsrecht. 3. Verschiedenes und Fcagekasten. Nachdem der erste Punkt, Geschäftliches, erledigt, sprach Kollege Hildebrand unter lebhaftem Beifall über das Koalitionsrecht. Eine AgitationSkommisfion von acht Mit- gliedern wurde gewählt. Sodann wurden die Kollegen auf. merksam gemacht, in dem Lokal Reichenbergerstr. 16, bei Pötzöld, kein Bier mehr zu trinken, da sich der Wirth ent- schieden weigert, da«„Volksblatt" oder die„Volkstribüne" auszulegen: e« ist schon ein andere« Lokal w Ausficht ge- nommem Hilfsarbeiter hielten am Mittwoch Abeno in Klein'« Festjälen, Oranienstraße 180, eine öffentliche Versammlung ab, in der Herr A. Schmidt über die Nothwen- digkeit der Verkürzung der Arbeitszeit referirte. Redner begann mrt dem Hinweis auf den vor Kurzem in Leipzig abgehaltenen JnnungSlag, wo von den Zünftlern verkündet worden fei, daß die Sozialdemokratie am 1. Mai künftigen Jahres einen allge- meinen Streik proklamiren wolle, deshalb müsse die Industrie Vorrath produziren, um dem Streik mit Ruhe entgegen sehen zu können. Diese Behauptung der Jnnungebrüder sei natür« lich eine große Lüg«, welche wohl kaum Glauben gefunden hätte, wenn die Hörer auch nur ein wenig über die Vorgänge aus dem Pariser Kongreß informirt gewesen wären. Der Generalstreik sei mit überwälttgender Mehrheit abgelehnt, dafür aber dem Antrag zugestimmt worden, den 1. Mai al« einen allgemeinen Feiertag zu betrachten. Nur eine feierliche Demon- stratton zu Gunsten des achtstündigen Arbeitstages soll die Bedeutung diese« Ruhetages sein. Und eine gesetzlich geregelte Arbeitszeit sei dringend nothwendig, dieselbe müsse mit den heutigen Produktionsverhältnissen in Emklang gebracht werden. Unter diesen Verhältnissen sei die Arbeitskraft zu einer Waare geworden, die von den Kapitalisten zu möglichst niedrigen Preisen auf dem Markt gekauft werde. Der ÄrbeitSmarkt fei nun aber infolge der verbesserten technischen Hilfsmittel überfüllt und da« stark« Angebot der Arbeitslosen drücke den Preis für die Arbeitskraft auf das denkbar niedrigst« Nieveau hinab, so daß der Arbeiter sich nicht einmal den lallernothwendigsten Lebensunterhalt beschaffen könne. In welchem Maße die« ge- schehe, zeige ein Bericht der Chemnitzer Handelskammer, nach welchem der durchschnittliche Arbeitslohn in Glauchau nur 7 M. und an anderen Orten gar nur 6 M. wöchentlich betrage. In anderen Gegenden sei e« nicht viel besser. Wie Hohn klinge es diesen Thatsachen gegenüber, wenn in reaktionären Blättern behauptet werde, daß die Vertheuerung der Lebensmittel eine günstigere Lage der Arbeiter bewirkt habe. Der„Hamburger Correftwndent" fabelte sogar von Hasen und Rehkeulen, welche zur Zeit auf dem Tisch der Berliner Arbeiter vorhanden seien. DaS Heer der Arbeiislosen hindere die Bewegung der Arbeitenden und je mehr diese« Heer anschwelle, je stärker drücke es auf die Verhältnisse der Be« fchäftigten. Hier könne nur Abhilfe durch die Ver« ringerung des Angebot« geschaffen werden und da« soll durch die Veikürzung der Arbeitszeit geschehen. Es ftage sich nun, weshalb gerade 8 Stunden, weshalb nicht weniger? Thatsache sei fteilich, daß heute auch nach Einführung der 8ftLndigen Arbeitszeit noch keine durchgehende Besserung ge- schaffen werden könne, da das große Heer der Arbeitslosen dadurch schwerlich vollständig verschwinden würde. Und selbst wenn dies der Fall wäre, so würde doch die fortschreitende Technik bald wieder die Vermehrung des Angebot» bewirken. Der 8 stündige Arbeitstag fei mithin nicht auf die Dauer auf- recht zu erholten, er werde vielmehr bald wieder einem kürzeren weichen müssen und die Verringerung fei immer wieder vor- zunehmen, sobald sich die Arbeitslosigkeit bemerkbar mache. Der 8stündige Arbeitstag werde zunächst erstrebt, weil zu dessen Erreichung die meiste Aussicht vorhanden sei. Die Schweiz Siabe jetzt wieder die Initiative zu einer internationalen Rege- ung der Arbeitszeit ergriffen und entsprechende Einladung«- schreiben an die anderm Regierungen soersandt. An den Ar« beitern aller Länder liege e« jetzt, einen Druck auf die Re- gierungen auszuüben, der sie moralisch zwinge, an den Berathungen in der Schweiz theilzunehmen und dort zu Gunsten der Arbeiter Bestimmungen zu treffen. Hierzu solle die Demonstration am 1. Mai dienen, welche sich zwar zu einer stillen, aber doch imposanten gestalten werde. Am besten sei e«, an diesem Tage Massenversammlungen zu veranstalten und in diesen die Bedeutung des Tages zu besprechen. Man be- Haupte immer noch von gewisser Seite, die Arbeiter wollen die Vetkürzung der Arbeitszeit gar nicht; der 1. Mai werde aber diesen Leuten zeigen, daß die Arbeiter nicht nur die Ver- kürzung der Arbeitszeit wollen, sondern auch Willen« sind, mit aller Kraft für die Erreichung derselben einzutreten.(Lebhafter Beifall.) Dem Vortrage folgte eine lebhafte Diskussion, deren Ecgebniß die Annahme einer Resolution war, welche sich für die Erhebung des 1. Mai zu einem Feiertag und für die Ver- kürzung der Arbeitszeit aussprach. Mit einem dreifachen Hoch auf die zielbewußt« Arbeiterbewegung schloß der Vorfitzende, Herr Günther, die Versammlung. I«»wer zum Andenken an die Freisprechung Maidecks veranstalteten Jlrr)V»mml««g sprach amDienstagAdend in einer Versammlung bei Buggenhagen derReichStagsabgcordnete M u n ck e l. Derselbe wie« auf die völlige Aehnlichkeit zwischen damals und jetzt hin. Ohm, Gödsche und Piersig seien die Vorläufer der heutigen Nichtgentlemen. Wie damals Ohm unter den Foltern seines Gewissens zusammenbrach, so jetzt Julius Weber. Herr Munckel gestand zu, daß die jetzt mit ähnlichen Mitteln wie damals Waldeck bekämpfte Partei, die Sozialdemokratie, alle Aussicht habe, die Frucht der Kartell. politik zum weit größeren Theile als die Freisinnigen einzu- heimsen. Die Zukunft und zwar schon die nächste wird zeigen, daß da« richtig ist. Gin» öffentlich» Versammlung der Maurer»an Kirdorf und Krittz fanv am Dienstag, den 26. November, Abends 8) Uhr, im Saale der Vereinsbrauerei statt. Tage«- ordnung: 1. Welche Forderungen stellen die Maurer von Rix- dorf und Umgegend zum Frühjahr 1890. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Herr Kerstan sprach in längerer Ausfüh« rung über den 1. Punkt der Tagesordnung. Er betonte, daß es mit Rücksicht auf die gegenwartigen Verhältnisse eine große Rothwendigkeit fei, den Lohn aufrecht zu halten; e« wäre eine 9stündige Arbeitszeit und 60 Pf. pro Stunde eine durchaus gerechte Forderung. Würde diese uns aber nicht bewilligt, so wären wir allerdings genöthigt, unbedingt die Arbeit nieder- zulegen. Redner forderte die Ko'. egen auf, dem Verein beizu- treten, dann wird es uns nicht schwer fallen, unsere Forderun- gen aufrecht zu erhalten. Sodann sprach Herr Ä ö h l k e»m Sinne des Referenten und forderte zum Beikitt in den Fachverein auf. Herr Hagendorf wie« darauf hin, daß die Kollegen früher besser organifirt waren, al« wir heute und legte den Kollegen ans Herz, wieder eine bessere Organisatton zu schaffen. Es wurde folgende Resolutton einstimmig angenommen: Die am 26. November tagende Versammlung der Maurer von Rixdorf und Britz erklärt: I. Den volksfeindlichen Bestrebungen des Unternehmer- thum» kann nur durch eine straffe Organisatton wirksam entgegengetreten werden. Au« diesem Grunde ist den Kollegen zu empfehlen, sich den bestehenden Vereinen anzuschließen, welche die gemeinsamen Interessen ver- fechten. 2. Die Versammlung verpflichtet sich, mit allen gesetzlichen Mitteln dafür einzutreten, daß in dem kommenden Bau- jähr nur höchsten« 9 Stundengearbeitet werden und ein Mindestlohn von 60 Pf. pro Stunde bezahlt wird, sowie auf Beseitigung der verwerslichen Akkordarbeit hinzu- wirken. 3. Die Versammlung verpflichtet sich, darauf hinzuwirken, daß bei der jetzigen Jahreszeit auf jeder Baustelle eine der Menschlichkeit entsprechende Baubude errichtet wird, da bi» jetzt schwerlich eine solche Einrichtung zu finden ist. 4. Die Veisammlnng erklärt, um den internationalen Cha- rakter der Arbeiterbewegung, welcher auf dem Pariser Kongresse praktisch angebahnt ist, zu bethätigen: den 1. Mai 1890 als einen allgememen Arbeiter- Feiertag anzue> kennen. D»r Kerliner MirkergejeUe«- Verband hielt am Dienstag, den 26. November, eine Versammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille. 2. Diskusston. 3. Verschiesene«. Da der Referent nicht er« schienen war, Kat die Versammlung in den 3. Punkt der Tagesordnung ein. E« wurde der Lohntarif für da« Jahr 1890 verlesen welcher foloendermaßen lautet: An die Arbeit- geber der Wirkerbranche Berlins! Da jetzt die Zeit der Kal- kulation der Waaren für 1890 ist, so erlauben w« un«, Sie auf die Forderungen der Wirker sämmtlicher Branchen aufmerksam zu machen. 1. Da infolge der lleoeranstrengung der Arbeiter, sowie der stetigen Verbesserungen der Maschinen von Jahr zu Jahr eine Ueberproduktion stattfindet und infolge dessen die Zahl der Arbeitslosen sich stelig vermehrt, sehm wir un« ver- anlaßt, die A,bei>szeit auf das höchst zulässige Maß von 9 Stunden zu reduzieren, sowie Ueberstunden und Sonntag«- arbeit gänzlich zu beseitigen. 2. Sind wir gezwungen wegen der gesteigerten Preise der Lebensmittel, Miethe u. s.«. Erhöhung de» Lohnes zu beanspruchen und zwar -. für Raschel und Kette, Kettenscherer und die sonst m der Raschelbranche beschäftigten Personen einen Mindest Wochen- lohn von 24 Mark auf einer Maschine; d. für Strickmaschine, Rundftuhl und Handkettenftuhl eine Lohnerhöhung von 20 pCt., Komplizkte Muster und Extta-Arbeiten dürfen nur in Lohn pro©lunbt 50 Pf., gemacht werden. Abzüge für Nadeln, Reparaturen und Fehler, die ohne Verschuloen des ArbeitkrS entstehen, hat derselbe nicht zuzulassen. Vorsteher de Forde« rungen treten am 1. Mai 1890 WIKraft.— Kollege Hübsch führt an, daß der Lohn des Arbeiters sehr gering und die Mehrforderungen so unbedeutend seien, daß zum Beispiel bei Rundftuhl bei einer 20 proz. Aufbesserung des Lohnes die Preissteigerung bei einem Dutzend Trikot- taillen höchstens 15—20 Pf. betragen würde. Während der Verhandlungen liefen folgende Resolutionen ein. 1. Die heute in Feindt'S Salon tagende Versammlung erkennt die von der Kommission gestellten Forderungen an und verspricht die- selben nächstes Jahr zur Durchführung zu bringen. 2. In Erwägung, daß bei der heutigen kapitalistischen Produktions- weise der Arbeiter körperlich und geistig zu Grunde gehen muß, weil durch die in fast allen Branchen herrschende.lange Ar- beitszeit seine Kräfte frühzeitig verbraucht und ausgenutzt werden und ihm nicht Ruhestunden genug bleiben, um seinen Geist in der Weise auszubilden, wie eS die jetzigen wirthschast- liehen und politischen Verhältniffe von ihm erfordern, erklärt die heutige in Feindt'S Salon, Weinstraße 11, tagende Ver- sammlung eine Verkürzung der Arbeitszeit für die erste Vor- bedingung zur Hebung des geistigen und körperlichen Wohls der arbeitenden Klassen. Die Versammlung macht es sich daher zur Pflicht, mit allen ihr zu Gebote stehenden gesetz- lichen Mitteln eine Verkürzung der Arbeitszeit anzustreben. Indem ferner die Versammlung sich auf den Boden der Beschlüsse des Pariser internationalen Arbeiterkon gr> lies stellt, beschließt sie, am 1. Mai IjjSO die Arbeit ruhen zu lassen und sich an den an diesem Tage in der ganzen zivilifirten Welt stattsindenden Demonstrationen zu Gunsten der Einführung eines ststündigen Normalarbeitstages mit einer Kundgebung zu betheiligen. Ferner wurde beschlossen einen Wirkerkongreß einzuberufen. Ein Antrag, den streikenden Tabaksarbeitern und -Arbeiterinnen eine Unterstützung von 20 M. aus der Ver- bandskasse zu gewähren, wird einstimmig angenommen. Eine Sbera«» zahlreich besuchte Mttglieder- sammlung des Fach Vereins der Tischler(Ostbezirk) tagte am Sonnabend, den 30. November, im Böhmischen Brauhouse, Landsberger Allee. Der ca. 400 Personen fassende Hintere Saal war schon um 8t Uhr dermaßen gefüllt, daß der größte Theil der Tische und Stühle herausgeschafft werden mußte, und Viele umkehren mußten. Kollege Mertens referirte über die Bedeutung der GewerkschaflZorganisation. Referent beleuchtete die schwerm Kämpfe, welche in den letzten zedn Jahren von den Organisationen bestanden werden mußten. Im Anfange der 60er Jahre gründete Poik die Gewerkschaft der Holzarbeiter, wodurch die Bewegung gewissermaßen in Fluß kam. Redner schilderte das Entstehen der englischen Ge- werkschaftSorganisationen, und zeigt an der Hand von Bei- spielen, daß auch dort die Kämpfe keine leichten waren; daß eS vorgekommen, daß Arbeiter zu 3jährig«r Verbannung infolge ihres Eintretens für die Organisation verurtheilt wmden. In Paris seien die GeirerkschaftSorganisationen schon soweit vorgeschritten, daß sie städtische Arbeiten übernehmen. Zum Schlüsse fordert Vortragender auf, Schulter an Schulter für die Organisation der Tischler, den Fachverein, einzutreten und zu agitiren.(Beifall.) In der Diskussion, an welcher sich die Kollegen Klose, Schade, Glocke und Ändere betheiligten, hob Kollege Klose hervor, daß ebenso wie in Paris die Or- ganisationen als Unternehmer auftreten, so müßten sich größere Städte dies als gutes Beispiel nehmen und die W' organisationen in demselben Maße schätzen leinen. KM Schade bemerkte, daß der Fochverein sich die Aufgabe geW habe, so lange wir uns nickt im Streik befinden, die in»mw Werkstätten vorhandenen Mißstände zu beseitigen, und gln«' zeitig die Kollegen zur Organisation zu ermuntern,-r 3" Werkstatt- Angelegenheiten sprachen sich die Kollegs der»ingeladenen Werkstätten von Brandt, NM Schmidt, Witte und Rößner über verschiedene in diesen Wm' stätten herrschenden Mißstände aus, und bezeugten ihr Jmen esse für den Fachverein dadurch, daß sie sich sofort aufnehme» ließen, eine That, die von der Versammlung mit grofe™ Beifall begrüßt wurde. Unter Verschiedenem wurde der trag, die Provukte von Loeser u. Wo ff, sowie von„Klingel- Bolle" nicht zu kaufen, und nur dort zu verkehren, wo o« „Berliner Volksblatt" und die„Berliner Volks-Tribüne"«us- liegen, einstimmig angenommen.■ Kollege Hemp stellte den Antrag, die Böhmische Brauern im Betriebe an emen noch näher zu bestimmenden Tage j« besichtigen, worauf Herr Oekonom Mente erklärte, daß Direktion dieses dem Verein sehr gern gestatte,«S könnten b» zu 100 Personen an einem Tage erscheinen, doch müßte on Besuch vorher angemeldet werden.• Hiermit soll gleichzeitia darauf hingewiesen werden, W Theilnehmer an dieser Besichtigung sich bei dem Be»«� mächtigten, Kollegen Schade, Guberrerstr. 61, zu melden HM welcher das Nähere hierzu anordnen wird. Aufgenomwm wurden 76 Mitglieder. Theater. Freitag, den 6. Dezember. G»»r»tza«». Keine Vorstellung. SÄlMtlirUUtmt*. Gaudeamus. «*'«*"• F°ust's Tod. unUM-CItoatar« Der Fall Clemerc au. Oerti»»»«Heerte». Schlechte Rasse. ?»i,d»ich- MUbeimstiidtifche»«he-te». Der Polengraf. »Ustd»»,'«h»Itter. Schwiegermama. M«»«»»-«Heerte». Nervös.— Vorher: Der Scheidungsgrund. SUrtarter-Theerte». Stanley in«trika. Seil*-«Heerte». Die Geyer-Wally. OeAeeUUunr»-«Heerte». Vor Sonnen- AikÄfWtsehe»«heate». Wißmann in Afrika. »««t»»t-«h»«tt»». Historischer Possenabend. Ornst-Theater. Flotte Wew«. Geh» Nichte»'» Uerrickt«. Spezialitäten. Vorstellung. Ueichehetiie»-«Heerte»,»r. Spezialitäten' »lorkellung Kmrfmarm's 1) artete. Gr. Spezialitäten- Vorstellung._ AmGPioan-Th«atop* !»«-,»eeStzenerst» ftft. Täglich Vorstellung. Cipcus Ranz. Karlstraße. Heute, Freitaa, 6. Dezember, Abends 7 Uhr; «roste Komiker- UorsteUung unter Mit. Wirkung von fämmtl. Clowns in ihren höchst komischen Intermezzos und Entrees mit einem auserwählten Programm. Leken und Treibe» auf dem Gif». Großes Ausstattungsstück. Emir und Bim Baschi, arab. Vollblutpferde, ersterer als Kellner zur Bedienung des Ga- stronompferdeS Bim Baschi, sämmtl. m Freiheit dresfirt u. vorgeführt von Herrn Franz Renz. Das Schulpferb Colmar, gelitten von Frl. Clo- tllde Hager. Austreten einer Wiener Damen- Kapelle. M. Metzgeh mit semem höchst komischen dress. Esel. Auftreten d. vorzugl. Reitkünst- lerinnen und Reitkünstler. Morgen, Sonnabend, Gala- Vorstellung, auf vielseitiges Verlangen (ganz neu arranarrt): Die lustigen Heidelberger. Sonntag: 2 Vorstellungen. 4 Uhr Nachm.(ein Kind frei), auf allgemeines Begehren: Aschen- brödel. Abend« 7 Uhr: Die lustigen Heidel- Herger. E. Renz, Direktor. Virou» Busch» Irtedrtch�tmel-vfe». Heute, Freitag, den 6. Dezir., Abds. 7f Uhr Große außerordentl-che Komiker- Votstkllung Auftr. der deutschen Original-Atlethen Herren Geb». Kleiner, dieselben setzen 1000 M. Prämie au« für denjenigen, welcher sie in ihren Kraft- leistunaen ubertrifft. Ker»«»Kar Ktechom, präfident de» Berliner Atlethenrlub» „Norden" hat sich für heute zur Concurrenz angemeldet. Ein Dotfbarbier. Ein amerika- nischeS Duell zwischen Clown Tom Tom und August. Amateur. Cor currenz- Reiten. Die be« rühmte Reiterin Miß Ella. Parodi vom August. Doppel-Jockey der Damen Maria DorS und Margerithe. August als Hei kuleS. Ein Liebes- spiel»u Pferd v. Fr. Dir. Busch, Maria Dor-. Alle Clown mit neuen Witzen. Sonntag 2 Vorstellungen 4 und 7t Uhr. 4 Uhr: 1 Kind frei, auf Verlangen„Fatme", die Rose von Tripoli. «offftie 1 T» SM.- 10 Uhr A. WWW S. Keife am Ichö«-«»Hei». in. Syclus. Reise Kth««—«o»lta»tt»»P«l. I. Abtheilung: Pariser Meltansstellnng. Sine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Adonn. 8 Reffen 1 M. Uur 1 Marli kostet jede Uhr zu reinigen unter Garantie. Bei allen Reparaturen wird der Preis»»»her gesagt. NeueUhre« z.Ginkaufspreise, mit nur geringe« Ausschlag für Abziehen der» selben; z. B. für Rcgulateure 3 M., Wecker »«d Wanduhren 1 M. 73 Elesery Uhrmacher(Fachmann). Raunhnftrahe Ist. Ecke Mariannenstraße. MW lilUnnur. Wir ersuchen, ale roch ausstehenden Listen, ob leer oder gezeichnet, sobald als möglich an die Someission.«nnenftr. IS. abzuliefern, behufs Rechnungslegung. 95 Die Revisoren. Die Kommission. Centrul-KritttKeit- und Degriilmißkasse d. Sattler etc. Allßemti. Mttglleder-UersWllllNg am Sonnabend, den 7. Dezbr., Abends 8t Uhr, in Heqdrich's Saal. Beuthstr. 22. Tagesordnung: 1. Vortrag des Vertreters Hrn. R. Kunow über: Magenkrankheiten und deren naturgemäße Heilung.- 2. Wie stellen sich die Mitglieder zum An- schluß an den Hilfskassenverein. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. Zu dieser Versammlung ersucht um recht rege Betheiligung 94 Der Vorstand. Am (Oflfcniiorftrr Frauenkaffe Sonntag, den 8. Decembep, Vorm. 12 Uhr, in Kaufmann'o Grosse Matinee l««t Kesten ausgesteuerter Mitglieder. BelletS find � haben bei: Varitfö' IIS? Papke, Waldemarstr. 64, H. 2 Tr.; Pladeck, Kochstraße 20; Dolz, Bergstraße 80; Wasewitz, Pallisadenstraße 22, H. 1 Tr.; Brödel, Reickenbergerstr. 65, Hof 1 Tr.; Kargt, Reue Jakobstr. 26; Frau Lutz, Pultkamerstr. 7; Frau Günther, Wasserthorstr. 49, 3 Tr.l Frau Meyer, Skalitzerstr. 58, H. 1 Tr.! sowie in den mit Plakaten belegten Handlungsf Emil Franke 81' Nähmaschinen siimmtlicher Systeme, Wasch-«nd W'ind' Maschinen bester Sorte.(Theilzahluug. Reparaturwerkstätte.! N.e Saapbrückerstrasse 6V Kchverein her Wer BerlisS. Mitglieder-Versammlung am Sonntag, den 8. Dezember, Vo m. 11 Uhr, in den BLrgersale«» Dresdenerstr. 96. Tagesordnung: 1. Diskussion über den von der Gewerbe» deputation eingegangenen Fragebogen zur Lohn- stalistck. 2. Beschlußfassung über den Maskenball. 3. Erledigung von Rechtsschutz und Unter- stützungSg« suchen. 4. Vereinsangelegenheiten. 91 5. Veischiedenes und Fragebeantwortung. Die BilletS zu der am 1. Weihnacht«- feierlag stattfindenden aatincke für erkrankte Mitglieder des Verein« werden in der Ver- sammlung ausgegeben. Der Vorstand. Siimmtltche Eisen-»nd Stahlmaareu. sowie Hans- m.» Kiich.«g-riitl,-'RWD-m'SV ferner: Kchlittschuhe, Kaubsiige-Utlnlilir« u. s.>v empfiehlt dilligst E. Vogiherr,«JÄÄr 131« Winter-Paletots und Anzüge für Herren und Knasten, einzelue Köck», Iaqueto, Hose«, feideue«nd Piquck- Mrsten, Hamburger u»> ««gl. Kedersache«. Eigene Rkerketatt tllr aaaedeetellangen. Deuifchk, engl, und franzostsche Stoff» und Tuch« i«»roher Ausmahl empfiehlt A. Kunitz, ÄÄf Reit SMße 50, pari. Mr Durch Srsparung der Ladenmielhe billiger wie Zelle Konkurrenz.-WS Fachverein der Tischler Morgen Sonnabend, den 7. Dezember, Abends 9 Uhr, in Jorda»'» Salon, Neue Grünstr. 28: 101 i Vorstandssitzung mit Zuziehung der beiden Kommiffione«. � Uorstl 101 Der Dorstand. Freie Vereimsvvß kt Miteider, Stepper u. Lmichter Berlivs. Sonnabend, den 7. D-zember tr., Abends 9 Uhr, Alte Jakobstraße 83: Generalerer» sammlung. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Bericht des Vorstandes. 3. Wahl des ge- sammten Vorstande» sür 1890. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Mitgliedsbuch legitimirt. Neue Mitgl. werden am Eingang aufgen. 199 Weimar JLotterie Ziehung slyoN 14.— 17. Decbr. er. sä 50,000 rs' Loose a 1 Mark, 11 Stück 10 Mark (Porto u. Liste 20 Pf. extra) empfiehlt und versendet Fritz Prühss, Kerli« 8., �DrrsdenÄfträh» 88/88. —" Sammil. anderweitig offerirten Loose find auch bei wer zuhaben. Oäeebeuckler Fett-Oimfe auch ausgenommen u. getheilt, pfundweise ivlol billegep als anderes Fleisch.) Lrder» Liese» und«»»seklei»,«Suse- pokelfieisch.� Pfd. SO Vfg.:«»«seschmal». geräucherte Sansebrüfte. Frische Hase»(auch gespickt), fdisch»» Mild, pfundweise sowie sämmtliche« G-fiSgel in größter Auswahl empfiehlt billtost 1320 die Wild- und Geflügel-Handlung von R. Sasse, MMMrW.S. Soeben erschien Heft 7. 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Derjenigen Wählern, welche ihre Pflicht •• vorbenannten Tage nicht erfüllt, rufen wir zu: G- denket «arer Pflicht als Manner am 11. Dezember, damit der S eg, "'Ichtn wir schon enunaen, ein vollständiger und ganzer werde. �arum auf zur Stichwahl und stimmt für die Kandidaten der Sozialdemokratie. Für den II. Bezirk: Fritz Zubeil, Tischler. .» 17.„ Wilh. Börner, Zigarrenfabrikant. «„ 27., Otto Heindorf, Restaurateur. »» 35» Robert Herzfeld, Expedient. Diejenigen Genossen, welche am Mittwoch, den II. De- bei den Stadtverordneten-Stichwahlen behilflich sein sollen, können sich an diesem Tage von Morgens 8 Uhr in hochstehenden Lokalen bei den Bezirksführern melden, wo �ch am Tage der Wahl die Wählerlisten zur Einsicht aus- Für den II. Bezirk: bei Ammer, Destillation, Heim- und Bergmannstrahen-Ecke. Für den 17. Bezirk: bei Lindemann, Restauration, Moritzftratze v. Für den 27. Bezirk: bei Behlendorf, Restauration, Strauhbergerstrahe 36. Für den 35. Bezirk: bei Pätzold, Restauration, � Ganseerstroß« 1. �usterdem beim Zentral. Wahlkomitee, welches seinen Sitz am jjjoge der Wahl von Morgen« 8 Uhr an bei Julius Henke, Restauration, Blumen strahe 38, hat. � Die B kanntmochung der Gesammt-Resultate findet am och, den II. Dezember, Abend« 8t Uhr.'ftalt und zwar: Für den Norden: in Lehmann'« Salon, Schwedter- {hafte 24. Für den Süden: m der Unionsbrauerei, Hafen- Haid« 3—5. Für den Osten: im Böhmischen Brauhaus, Landsberger Allee 5—7. Da» Zentra l-Wahlkomitee. J>>cu'lmnent?>Ilcvilhke. Pentfcher»otchatag. 30 Sitzung vorn 5 Dezember. Tagesordnung: Etat(Eisenbahnwesen). Am Tisch« de« Bundesraths: v. B ö t t i ch e r. Vize-P.äfident Dr. Buhl eröffnet die Sitzung um Uhr. «in Schreiben de« Reichskanzler« sucht die E.lanbnih nach strafiechtii�rn Verfolgung der.Elberfelder Freien P.efle" «e�n Beleidizung des Reichstage«. Dasselbe wird der Ge- Ichafieordnungskommisston überwiesen. «. Da« Hau« setzt nunmehr die»weite Berathung des «tat« fo.». , Zum Spezial Aiat de« Reich« ei se n b a h n a mt« haben �Abgeordneten Richter und Schräder die nachstehende �osolution eingebracht. Der Reichstag wollt beschlieften: Den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, in Anbetracht der Kohlentbeuerung alsbald eine Untersuchung darüber zu veranlassen, ob und inwiiweit die K o h l e n t a r i f e auf den deuischen Eisenbahnen den Vorschriften de« Artikel« 45 der Reicht- Verfassung entsprechen und ob nicht im Interesse der Ja- bustrieund der Landwirthschaft erne allzu»!>ne Tarif- Ermäftigung zur Eczielung der verfassungSmäftig vorgeschriebenen möglichsten Herabsetzung der Tarrfe teboten ist, insbesondere auch durch eine ArSdebnung er AuSnahmetarife, welch« die höheren Tarif« sur die Kohleneinfuhr au« dem Auslande beseitigt und dm Interessen der inländischen Kohlenkonsumenten gebührende Rechnung hägt. K»?stg. Heuneberg(natl.): Ich möchte die Aufmerksamkeit Z* Dause« für eine Frage in Anspruch nehmen, welche die ?.Dtrkehr interesfirten Kreise stark beschäftigt: die Einheit- �chkeit der Zeitrechnung. Wir haben bisher drei n«, d�. Zri�echnung, ein Theil der europäischen Staden ..�wrt nach dem Meridian von Greenwich, ein anderer Theil ®ch dem 15. Grade östlich von diesem Meridian und endlich anderer Theil, wie Ruftland und die Balkanhalbinsel nach ?�3o. Grade östlich von Greenwich. Die Verschiedenheit der �.chnung macht sich namentlich im Telegraphenoerkehr, aber Eisenbahnverkehr zwischen Staaten, die eine verschudene Mntheilung haben, störend fühlbar. Ich begnüge mich da- ilri' Aufmerksamkeit de« ReichS-EisenbahnamteS auf diese Siph zu richten, die dringend eine endgiltige und befriedigende verlangt. Ii, �bg. Graf ra Kk-üb-rg WernIgerode(deutschk.): Ich Hurn Vorredner für seine Anregung dankbar und jgy« die Aufmerksamkeit der maftaebenden BeHorden auf dre KZ"'Sl-it lenken, welche dieselbe Frage auch in mrlrtarischer �'hung hat. Bei Mobilmachungen wurde fich das unan- >.,.9«« VeriLItnift der verschieden artigen Zeiten> Verhältnift der verschiedenartigen Zeiten rechts fühlbar RrÄ Die Zusammmiiehung der Truppenthelle wmde auf Druppxnihtile stoften, da die GesttllungS ordre« in den denen LandeStheilen zu den verschiedensten Zeiten au«- 5toXrt. werden würden. Da- Rc.chSe.senbahnamt wurde fich di� die Einsührung einer Normalzert em blerbendes Ver- rv��-uch w Bezug auf die Wehrhastigkert de« Lande« er- »ich»«»(dfreis.): Bei Berathung vn'erer V-rfassung "ach"".'w 8 45 derselben sogenannte G-undrechte auSg-lprcuhen, «to�'n namentlich d.m Reich« die Kontrole der Tarife s'lb„ wurde, um durch möglichfie Enrahigung der j-. w b.lligcfi Getreide, billig- Kartoffeln, Koh en wirlx5vzu sorgen. Bei den jetzigen hohen K�lenpreisen ..� Transportkosten eine grvfte Rolle. 3m Großhandel dtr>s.?5 Elalift.k für 14 Sorten Kohlen die Durchschnitts vkivb,�° Tonnt von 7,15 M. im Januar, auf 1025 M. im �brlJ. Bestieg tn, also um etwa 44 pCt. Wenn lnannun den �"�./ohlenveibrauch in Deutschland auf 80 M lliontn Ä so ergiebt fich dadurch eine Mehrausgabe stein�?'stwnen Mark. Man hat die Gründe für die P 1 von JJtatl. vian yai v»t v»iuiw*. ,»»»«'- iiesi*) Ö zunächst in dem FrühjahrSauSstande der Bergarbeiter Ausfall in der Produktion durch i�B �stm ersten Theile de« Antrages soll eine mögliche Glcichmähiakeit der Tarife hergestellt, im zweiten Theil sollen die AuSnahmetarife erweitert werden. Solche Forderungen neben einander halte ich für inkonsequent und nicht zuläjfig. F üher war, wie ich mich erinnere, die Partei der Herrn Antragsteller auch durchaus nicht für eine allgemeine Tarifermähigung. Ich halte es auch j.tzt für bedenklich, die Jmporltarife in gleicher Wnse zu gestalten, wie die Erport- tarrfe. Die Koblenrnterrss.nten könntin mit dieser Maßregel wohl zufrreden sein, fie widerstreben derselben gar nicht, da die Kohlenpreile in allen produz renden Ländern in ähnlichem Mähe gestiegen find, wie bei un«. Nach dem Streik waren die Kohlen in Westfalen auf IV M., in Belgien und Frank» reich auf 12 Franks und in England auf 9i sb. gestiegen. Der Export ist auch keineswegs geringer geworden, denn der- selbe hat im vorigen Jahre über Hamburg noch zugenommen. Halte doch Herr A chter die Industriellen nicht für so kni z» fichtig, daß fie den Untersuchungen aus dem Wege aehen sollten: dieselben werden durchaus von ihnen nicht gescheut. Einer Enquete w ll ick mich also nicht widersetzen, aber ich balle dieselbe für hoffnungslos und für einen Schlag ins Wasser. Abg. Richter: Der Einpfenniqstarif ist seiner Zeit nur aufgestellt worden mit Rücksicht auf weitere Ermäßigungen. Damals hatte man allerdings keineswegs einseilige Jnter- essen von Produzenten im Auge, dazu ist man erst in späterer Zeit übergegangen. Denn auch d'e Beschlüsse des Eisenbahnratbe« find nur solche, die von einzelnen Interessen- gruppen aeiatzt find, fie vertreten noch lange nicht das all« gemeine Interesse. Auch Herr von Stephan hat den Landes- effenbahnraih nur eine Koutrsse genannt, hinter welcher fich die Regierung bei passender Gelegenheit verbergen kann. Wir Berliner hab.n ein Interesse daran, englische Kohle ebenso billig wie westfälische, böhmische ebenso wohlfeil wie sächfische zu erha ten. Abg. von Medell-Malchom(dkonf.): Einer Verbilli» gung der Koh-entarite'm Allgemeinen würde ich mich nicht widersetzen, von einer Enquete aber kann ich mir keinen Nutzen versprechen. Die Tarife der einzelnen Eisenbahnen liegen uns vor. und ein gesct ickter Rechner würde das, was die Heiren wünschen, in wenigen Tagen herausrechnen können. Es ist sehr bedenkt ch, die Jmporttarife gleichmäßig mit den ExporXarifen zu normiren. de-n wir habm die letzteren gerade ermäßigt, um der inländilchen Kohle die Konkurrenz mit der ausländischen zu«imäglichcn. Sollen wir nun die begünstigenden Tarife ausheb-n, um einer augenblicklichen Konjunktur Rechnung zu tragen? Die preußische Eisenbahnverwaltung hat eine bedeu- tenoe Ermäßiguna für Kohlen, Dungmiitel u. f. w. in Angriff genommen,«lue Herabsetzung der Kohlentarife aber würde in der nächsten Zeit nicht en mal den Z chen, nicht den Konsu- menten, sondern den Händlern zu Guie kommen. Wenn die Zeiten ruhiger geworden find, glaube ich, werden auch die Er- Mäßigungen auf die Kohle sich ausdehnen; ich glaube, dann wird eine Ar zahl AuSnahmetarife fich beseitigen lassen. Ich bin kein Freund von AuSnahmelarifen. aber solche find nöthig, wenn es fich um Exporltarife handelt und um Entgegnung auf Eilenbadumaßnahmen anderer Staaten. Als in Polen die Roth so groß war, hat die preußische Eisen- bahnoerwaltung AuSnahmetarife für den Export eingerichtet, und ich glaube, auch im Wege eines vorübergehenden Ausnahmetariles läßt fich erreichen, was die Her en mit ihrem Antiage beubficktigen; ob aber die Ermäßigungen so weit- gehender Natur sein können, wie die Herren wollen, weiß ich ni«t Ich würde den Herren rathen, ihren Antrag zurückzu- ziehen. Abg. Kchrader(dfr.): Die Herren Vorredner find der Anficht, dav man fich mit der Sache nicht weiter befassen sollte. Man soll die Angelegenheit ihrer Entwickelung und der preußi- schen Staatsbahnverwaltung überlassen. Ja, wir befinden uns im Reichstage, und wenn von der Seite der Regierungen nicht in d,e Verha tniss« eingegriffen wird, so hielten wir es für unsere Pflicht, d»e Sache anzuregen. Der jetzige Zeitpunkt ist bierzu woql geeignet. Wenn die Eisenbahnen ihren vollen Nutzen für das wicthschaftliche Leben haben sollm, so dürfen fie nur eine Rente bringen, welche die nöihigen Zinsen d-ckt. Jeder Mehrertrag ist zu Taxermäßigungen zu benutzen. Wenn Sie unseren Antrag nicht annehmen wollen, dann überweisen Sie denselben einer Kommission von 14 Mitgliedern. Ada. Frhr. v. Stumm: Ich weiß nicht, was es bedeuten soll, eine Kowm tfion zu ernennen, welche über eine Resolution {u beralhen hat, die die Vornahm? einer Enquete fordert. Ich >abe den Eindiuck als hielten d-e Herren Antra, st ller ihren Antrag lüc undurchführbar und wollten fich deshalb auf die Kommilfion zurückziehen. Die Veilheidigung des Antrages, namentlich feiten« d-s Herrn Richter, schien nun darin zu gipfeln, daß die Exporttarif« abgeschafft werden sollten. Dabei aber würbe eine aügemeine Erhöhung der Ta ife stattfinden, während doch der Antrag eine Ermäßigung bezwecken will. Herr Richter hat gesagt, der LandeS-Ersenbahn- rath sei gegen die Ermäßigung, dies habe aber keine Bedeutung. Wenn eine Kö-perschaft wie der Lan- des-Er enbahnrath, in dem bre verschieden stm Jnter- essen und Richtungen vertreten find, einen Betchluß«instimmig faßt, so darf er doch wohl auf Beachtung Anspruch haben. Dre gewüntchten Untersuchungen sind übrigen«, wie ich bemerken möchte, bereits»m Gange. Der Landes� Eisenbabralh hat fich mit der Sache besaßt, rbenlo find die BeziikS.Eisenbahnräihe fich zu Lußecn aufgefordert worden. Eine Verweisung an eine Kommisfivii halte ich für völlig überflüssig und bitte, den An« trag abzul bnen. Aog. Richter: Wenn Sie unfern Antrag ablehnen, so wäre dies nur»rn Z ichen, daß fich dieser Reichstag mit der Tarrffr ge nicht befassen will, wir würden un« dann eben an den nächst»" Reichstag wenden. Ab�. Grad lEiiässe>) deklagt, daß die Gruben. Vermal- tungen im Saardrücker Kohlenrevier die B.stellungen der Kon- fnmentev'm Gebiete der Reichslande zu wenig berücksichtigten. Die elsäffischen Jndustrüllen wüßten in Folge dessen mit erhöhten Kosten die Kohlen vom Aus ande berieben. Die AuSdeh' uag eine« ermäßigten Kohtrntarifs auf Elsaß- Lothnngen hält der R dner für sehr wünscherSwerth. Abg. Frhr.». Stumm erklärt gegenüber einigen Be- merkungen des Ada. Richier, er habe seiner Zrit allerdings für die Eisen. öile gestimmt, weil dieselben für die Eisen- induftrie noihwendig waren, aber er scheue sich deshalb wicht, in der Tariffrage gegen das«rnleilige Interesse der Eifei.induslrie»u«pucheir, weil ihm die allgemeinen Jnter'ssen höhe? stehen.(Braoo!) Per önlich würde er von der sofortigen Herab! tzung der Kohientarrfe nur den größten Voriheil haben. Der Antrag der Abgeordneten Richter und Schräder wird an eine Kommission von 14 Mitgliedern über- wiesen. Ja der weiteren Verhandlung über den Etat der Reich»- eisendahn-Verwaltung, egt Ab�. Tiag»»«(3) die Frage der Sonntagsruhe der Erfendahn- und Telegraphenbeamten an. Ein auf eine im Dierst« durchwacht« Nacht folgender frner Sonntag tonne nicht als Ruhetag angesehen werdrn. Vor Allem müsse das Bestreben der R-ichSeifenbahn-Verwaltung dauernd darauf gerichtet fein, daß Jlder gewissenl aft, soweit e« irgend mit rm Betriebe zu vereinigen fei, dazu gelangen könne, feiner kirchlichen Pflicht zu genügen. Dies lasse fich auf dem Wege der Stellvertretung auf Stunden erreichen. Abg. Kammacher(nallib.) wünscht, daß die für Er- Werbung von Grundstücken zu BabnhofSerwelte- rungen erfordeilichen Mittel, in Zukunft aus den taufenden Mitteln drs Etats gedeckt und auf das O.dinariam übernommen würden. In diesem Sinne hat fich auch die Budgetkommission schlütfig gemacht. Der Etat der ReichSeisenbahn-Verwaltung wird genehmigt. Nächste Sitzung: Freitag 12 Uhr.(Bankgesetz, Z o I l e t a t.) Schluß 4ß Uhr. Vmnnmnslss. Stadtverordnrten-Nersammlnng. Sitzung vom Donnerstag, den 5. De'zember. Der Stadtverordneten- Vorsteher, Stadtv. Dr. Stryck, eröffnet die Sitzung um Sß Uhr mit einer Reihe geschäftlicher Mittheilungen. Bon den Abtheilunaen ist ein Ausschuß gewählt worden. — Vor Eintritt in die Tagesordnung giebt Stadtv. Pretzel (Bürgerpartei), dessen in der letzten Sitzung der Versammlung gelegentlich der Debatte über da« antisemitische Flugblatt von verschiedenen Seiten gedacht worden war, die Erklärung ab, daß er an der Abfassung jenes Flugblatts in keiner Weife de- theiligt gewesen sei. Auch habe er rn einer Versammlungsrede im 17. Bezirk nicht, wie das antisemitische Flugblatt be- Haupte, etwas gesagt, was die Versammlung beleidigen könnte. Diejenigen Stadtverordneten, die ihn beleidigt hätten würde er zur Rechenschaft ziehen.— An diese Erklärung knüpft fich eine längere persönliche Debatte, in welcher Stadtv. Neu- mann l darauf aufmerksam macht, daß vor einem Jahre ein Mann Namen« Pretzel(Heiterkeit)— ob es der Stadtverord- nete dieses Name«'« war, weiß Redner nicht— im Verein „Vorwärts� eine Rede gehalten habe, in welcher er die Stadt- verordneten-Versammlung als von„Judea� beherrscht geschildert hätte und den Verdacht ausgesprochen, als hätte bei den städti'chen Grundstücks-Käufen und-Verkäufen viele« das Licht des Tages zu scheuen. Stadtv. Pretzel erwidert, daß diese Rede ja nicht zur Ver- Handlung stände. Nach Eintritt in die Tagesordnung werden einige Ge- suche um Aufnahme in das Nikolaus-Bürger- Hospital geschäftsordnungsmäßig erledigt. Die Vorlage, betreffend die Erweiterung der Zu- führungSgeleife zur Zentral- Markthalle wird an einen Ausschuß verwiesen. Die Weiterveimiethung eines TheileS des städtischen Gmnd- stückS Alt-Moabit 67—70 wird genehmigt. ES folgt der Antrag der Stadtveiordneten Kalisch und Genossen, betreffend die Einsetzung einer gemischten D e p u t a t i o n zur weiteren Verfolgung der Angelegen- heit wegen Verkaufs von Fleisch au« i�r Ab- deckerei. Stadtv. Kalisch weist auf die argen Mißstände hin, die gegenwärtig auf die Abdeckerei herrschen. Die Auskunst, die der Magist.at ertbeilt, fei nicht genügend. Dem Redner sind viele Fälle von Verurtheilungen bekannt, weil bei den Be« treffenden verdorbenes Fleisch aus der Abdeckerei vorgefunden worden fei. Stadtv. Spin ola hält die Einsetzung emer gemischten Deputation für Lb«> flüssig. Man befände sich ja sachlich in Uebereinstimmung mit dem Magistrat. Siadtv. Falke empfiehlt die Einsetzung einer gemischten Deputation. Als bestes Mittel, um den Mißbrauch der Kadaver zu verhüten, werde schließlich nur die Uebcrnahme der Abdeckerei in städtische Verwaltung übrig bleiben. Stadtv. Singer tritt dem Antrage auf Einsetzung einer gemischten Deputation bei. Die geschilderten Zustände seien oeeignet. die ollerernstesten Bedenken zu erregen und es fei daher Pflicht, Alle« zu thun, um diese Mißstände zu beseitigen. Tie EinUtzung einer gemischten Deputation empfehle fich, weil sonst im Magistrat die Sache nicht mit genügender Schnellig- k'it betrieben werden würde. Im Gegensatz zu dem Stadtv. S p i n o l a ist Redner der Memung, daß eine gemischte De- putation nicht nur dann eingesetzt werden dürfe, wenn MeinunxSoerjschiedenheiten zwischen Magistrat und Versammlung entstanden wären. Hatte man doch erst kürzlich bei der Frage des GewerbischiedSgerichtS fich in Uebereinstimmung mit dem Maaistrat befunden und doch eine gemischte Deputation ein- ge'eßi. Die Einsetzung einer gemiswien Deputation empfehle sich bei jeder Sache, die gemeinschaftlich beialhen zu werden verdier e. um entstehende Differenzen zu beseitigen. Das fei hier der Fall. W.nn eine Abstellung der Uebelstände durch Uebernahme der Abdeckerei in städtische Verwaltung zu erzielen sei, so müsse dieser Weg eben betreten werden. Nach kurzer, weiterer Debatte wird der Antrag Kalisch auf Einsetzung einer gemischten Deputation angenommen. Die Vorlage, betreffend die nachträgliche E'höhung dc« Kosten-Einheitssatzes für die durch Submission ver- gebenen Erdarbeiten zur Herstellung des Gasbehälierbaifins auf der Anstalt in der Danzigerstraße, wird an einen Aus- fchuß verwiesen. Der Magistrat will dem Unternehmer, dem im SubwisfiovSverfehren als Mindestfordernten der Zu- schlag ertbeilt ist, 8000 M. nachträglich bewilligen, weil der- selbe angeblich nicht auf seine Kosten gekommen ist. Der Magftrat beanttagt zwischen dem Besitzer der Bedürfnißan st alten Protz, dessen alter Vertreg mit der Stadt am 24. d. M. abläuft, und der Ak.iengesellschaft für hyjienische Zwecke eine Lizitation zu veranstalten und dem Beftbletenden die Errichtung und den Betrieb von Bedürfmß- anstalten auf Grund eines neuen Vertrages zu übertragen, der für die Kommune in einigen Punkten günstiger ist, als der alte Vertrag. Dre Siadtov.Reich enow und Genossen beantragen, die Vorlage an einen Ausschuß zu verweilen und den alten Vertrag mit Protz bis zum 1. April 1890 vorläufig zu ver- längern. Stadtv. R e i ch e n o w führt Beschwerde darüber, daß die Vorlage des Magistrat« so spät an die Versammlung gelangt. Redner proteftirt gegen dieses Verfahren, durch welches die Verfammtung gedrängt werde, den Vertrag mit dem alten Unternehmer zu erneuem. Er empfiehlt seinen Antrag. Siadtv. Solan schlägt die Prolongation des alten Ver- trage« auf 6 Monate vor, um dem Ausschuß und dem Magistrat mehr Zelt zu lassen. Stadtv. Tutzauer findet es gleichfalls sehr eigenthüm- kich, daß der Magistrat so lange m't seiner Vorlage gewartet und die Versammlung dadurch gewisseimaßen in ein« Zwang«- läge gebracht habe. Als Hauptauigabe de« Ausschusses de- zeichnet Redner d,« Eiö-terung der Frage, ob die Bedürfniß- anstalten nicht durch die Stadt selbst errichtet und die bestehen- den von ihr in Verwaltung genommen werden sollen. Die Mono- pole der P.ioakn müssen tu seitigt und der kolossale Nutzen, den bisher der Pnvatuntei nehmer in die Tasche gesteckt, der Allge- memheil zu Gute kommen. Stadtrath Voigt giebt zu. daß die Vorlage etwa« spät an die Versammlung gelangt. Der Giund fei, daß in letzter Stunde noch eine Aktiengesellschaft mit neum Vorschlägen an den Magistrat herangetreten sei. Nach weiterer Debatte wird der Antrag Reiche»� angenommen. Einige Rechnungen gehen an den Ausschuß für Rechnungs- sachm. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Schluß 7t Uhr. E« folgt eine nicht öffentlich« S tzung. Loftalss. Der pollverkehr Hot wieder dm gegm die Weihnachts- zeit üblichen bedeutenden Umfang angenommen. Die gewodn- lichen Ta'chen der Briefträger rncken oftmals ritt au«, dm aanzm Vorrath der ihnen zur Bestellung zufallenden Post' fendungen zu fassen und man sieht dann diese Beamten imi großen Ertra-Brief-Packeten beladen durch ihren Bestell-Bezw laufer. Die Briefkästen find nammtlich des Abends und«s Sonnlage ganz außerordentlich stark gefüllt, lo daß es oft vor- kommt, daß die große braune Posttasche, welche beim Entleeit« der Briefkästen benutzt wird, nur dm Inhalt vor zwei oder drei Biieftästm aufnehmen kann und der Bote dann mit de» gefüllten Beutel zunächst nach dem Postamt zurückkehren wo?, um denselben mtleeren zu lassm. ehe der Beamte �en Rundgang bei den zu stimm Bezirk gehörigen Briefkästen endet Hot. Tempelhof. Allen Arbeiter» zur Nachricht, daß der Be- such des Lokal« von Herrn Niete zu Tempethof seitens de« V«' taillonS-KommandeurS der G rrde- Train jedem verboten wordeo ist, weil der Wirth sein Lokal zu Volksversammlungen her»� geben hat. Jeder Arbeiter, der Tempelhof besucht, wird gt- beten, dieses Lokal zu besuch m, damit o-m Wirth durch du» Verbot kein Schaden entsteht. Der Mörder der MMv» Steht geständig: 13 jährige Mar Karlsburg, in dem man den Mörder der Äm� Steht vermulhete, ist gest-nt Nachmittag um 5 Uhr 8 Minulw in Begleitung zweier Kriminalbeamten auf dem SietW® Bahnhof in Berlin eingetroffen. Er ward in eine Dcol«� zweiter Klasse gesetzt und fuhr in Begleitung der beiden amten, welche C vllkieidung trugen, zur Kriminalpolizei f1 Alrxandeip'otz Kartsburg war ungesesselt. Er ist ein urM' setzter, schwächlicher, bartloser Mensch mit eingefallenen Baa� und breitem Mund; er trug bei seiner Ankunft einm fchäbtj's' Rock, defekte Stiefel und einm grauen Hut. In der Hand er ein Bündel das die geringen Habseligkeiten enthu� die er mitgenommen. Auf dem K-imiraldureau wur� sofort zu seiner Vernehmung geschritten. Kartsbu» war geständig, seine Tante ermordet zu haben. Da« dauerte dreiviertel Stunden. Der Mörder ward, nachdem? sein Geständniß abgeleqt, leichenblaß und hielt den Blick ftss' während zu Boden gesenkt. Er wurde sofort, wiederum uv?' fesselt, in einer Droschke nack Moabit überführt. Kartibm» war zuletzt Laufbursche in der Melallwaarenfabrik von Littovss' Blumenstiaße 24, gewesen. Hier war er vor acht Taoen ew lassen worden. Gewohnt hat er im Keller der Odstbärdlt� Witiwe Möwe«, Blumenstiaße 9— im Hause de«„Rrsidevr Theater«"—, bei der er, wie fich jetzt herausgestellt hat,'» � letzten Zeit wiederholt Obftdiebftähle verübte.— Von andern Seite wird noch berichtet: Der nunmehr in daS'Moabiter Nnl? suchungSgesänzniß eingelieferte jugendliche Raubmörder KartSburg hat noch ein« Mutter, die hier in der Lm'lr, straß« 19 in der dritten Etage eine kleine Wohnura inne Dieselbe erfuhr erst Mittwoch Vormittag von der That Ej* ungerathenen Sohnes und befindet fich seitdem in eine« stände trostlosester Verzmeiflang. Die alte F au evtstao� einer Familie Atgermissen aus Aschersleben. Der V.ter Mörders war Bcamter. Die Familie ist seit 20 Jahre» � Berlin ansässig. Die Kinder sind zum Theil schlecht gera*I Eine Schwester des Mörders soll unter Sittenkootrole st#:, Dieser Schwester stahl der von jeher zu bösen Streiche» n«igte Bursche ein« goldene Uhr, woraus die Bestohlene gv, ibn denunzirte. Er wurde infolge dessen zu einer läng�, Gefängniß strafe verurlhcilt. Seine Angehörigen behaut»'' daß es mit seinem Verstände nicht ganz richtig sei. Bi«'*!, 4. November wohnte er bei der Mutter. Wegen seine» lichen Lebenswandel« wies ihm die alte F. au schließlich?� Thür. Die Tante Steh! besuchte er namentlich dann,>*?., er völlig mittellos war. In semec Gegenwart soll die � mordete vielfach mit Kapitalien geprahlt haben, die fie sächlich nicht besaß. Ähnliche Prahlereien hat fie ja bekan� lich auch gemacht, um leichter einen Mann bekommen zu koa»� Auf diese Kapitalien rechnete der Mö.der augenscheinlich, er die alte Frau am Sonntag aussuchte. Der 18 jährig« Mörder Cartsdurg wurde jjj Donnerstag Mitmg dem Untersuchungsrichter, Landgerichts, Pochhammer, vorgeführt. Er war unaefesselt und ist auch b'r nicht in der sogenannten Märderzelle untergebracht wo£' Besondere Gemüthsbewegungen waren an ihm nicht wUl� nehmen; wie sehr viel« derartige Verbrecher hat er ein Aeufe»� Iiibjlllcu,»üic|v(}i Ulvlv UtiulligC-OviurcCQCi yul CC ein W-wp welches ihm die Schwere der von ihm begangenen Thal »irßrrv.rern frt&b SRI«* wtAV» fietri o*- />. rk rlrtt �, fall« in ganz kurzer Zeit beendet fein wird.. »ofileuoeydga«- Neegiftunge» in der UmgeS�, Kerltn». Den Erstickungstod durq Kohlenoxydgas fand*»� der Nacht von Montag»um Dienstag in unfeiem Nachbars, Neu-Weißenfte zwei noch jugendliche, in der Gustav»V, und in der Generalftraße wohnhafte Gesellen. Dieselben Abends vor dem Schlafengehen von ihren Wirthinnen lassen, und da fie von ber Tagesarbeit abgespannt waren. bald zu Bett begeben und die Ofenklappe zu ftüh gescheit Als am anderen Morgen die Gesellen mcht pünktlich zur ihren Betten� ang'.st,,�». Klopfen nicht geantwortet wurde, die Thür« eingeschlagen- � Zimmer derselben wa.en dicht mit Qualm und Rauch füllt, so daß man schleunigst an em O.ffnen der Fenster i*(l mußte; Beide wurden leblos und starr in ihren' tefunden. Die feiten« der herbeigerufenen Aerzte Wiederbelebungsversuche erwiesen fich durchweg als....,, Die Leichen wurden nach dem dortigen Leichenhaus« uberfuh. � Ein anderer, mit sehr tragischen Umständen verknüpfter ah" � Vorfall ereignete fich Montast gegen Abend in dem benoch� Z Husfitei städtchen Bernau. Daselbst wohnt in der Wa�.pi das Holzmger'jche Ehrpaar, das peinlicher Zwrstigkeite» j* m! keine glückliche Ehe führte. Die Frau befand fich längerer Z-it in leidendem, schwermüthigem Zustande öfter von Selbstmord gesprochen. Als fich nun am ihr Mann in Berlin befand, führte fie Nachmittags>b«n � geplanten Entschluß aus. Sie heizte nochmals das Wohni' � ist u? d schickt« die älteren Kinder zu Verwandten, wahr-», fie das jüngste. Iß Jahr« alte zu Haufe behielt. Dar uf 0 die Ofenklappe und legt« fich mit dem Jüngsten in« Be«' die Kinder abends von den Verwandten zu-ückkehrten, ihnen auf vergebliche« Klopfen nicht aufgemacht, so daß>.�ist der Nachbarn die Thür eingeschlagen wurde. Et» gjzo Qualm hüllte da« Zimmer ern, und die Mutter u»0 wurden leblos vorgefunden. Die seitens eines Arj1',,, bellten Wiederbeleburgsve. suche waren nur bei der M��i« E folg gekrönt. Des Kind blieb todt Gegen die M"' die Uatersuchrng wegen fahrlässiger Tödtung eingeleitet- � «w Kiud erstickt! Ein entsetzlicher Unglücksf-'W sich, am vorgestrigen Tage in unserem Nachbaror» � i> Weißensee zugetragen. Hier wohnt in der General»',�«» ern« Familie T. mit ihrem einzig«», mehrere Aindchen. Der Mann befand kch gestern auf Arbeit und ?�.wau begab sich, um denselben Essen zu bringen, auf ein« stunde aus ihrer Wohnung und katte rorher des wiDchen, weil das Beitchen desselben durchnäht war, aus der aenowwen und auf das Eopha gelegt, während sie das Jfw Bett desselben zum Trocknen an den glühenden Ofen Als Frau T. nach einer halben Stunde in ihre Woh. zurückkehrte, fand sie die Stube von einem dichten �»alm gefüllt vor. Als der Rauch sich ein wenig verzogen, �w«rlt die brdauernSwertbe Mutter, daß ihr Kind todt, er- durch den Rauch, auf dem Sopha lag, während das Hütchen d-sselben verkohlt am Ofen hing. Tasselbe halte über «mem Stuhl, der dicht am Ofen g>standcn, gehangen, die Hche letzteren hatte die Bettfcdrrn an die glühend« Ofenwand .«""eben und so ten Brand viiuisacht. Alle Wieder- �.�Ssversuche de« Kleinen turch einen Arzt waren ver- . Ai« unbetranntir Herr lcgirte sich vorgestern Abend in ??. Kmlechos unter dem Namen Mcx Rüdiger«in. Gestern hoiten die Angestellten in dem Z mmer des Fremden eine �«notion, und als man nachsah, fand man denselben in sei« lu~'"!e liegend vor. Der LebenSüberdrüsstae halte sich, wie .vnki" eine Kugel in die linke Brust geschossen. '»Post" meldet, eine Kugel in die linke Ärust -»ch lebend wurde er in ein Krank- nhaus eingeliefert, woieivst N die Verlehung de« Unbekannten(man glaubt, daß der M«e Rüdiger nur angenommen ist) als nicht lebensgefährlich kuausst.llt-. ~ I«»i gröstrre Kränd« haken vorgestern Morgen der Merwehr zu lchaffen gemacht. Ter eine, ein sehr gefahr- «vhenh�, Brand, gelangte stüh gegen 2 Uhr auf dem Grund- �uck Koltbuser Damm 42 zum Ausbruch. Da« F-uer hat durch «>!«mgi strengte Thätigkelt der Feuerwehr nur einen Verhältnis- geringen Umfang genommin, trotzdem gerate hier für "ne g,ohe Ausdehnung die cünstivften Verhältnisse vorlagen. �uf dem sehr umfangreichen Giundstück d, findet stch da« Holz- Mr der Fnwa G. und A.Richter. Grotze Brellerstapel und vo zvorrälhe lagern auf dem vorderen Theil des Grundstücks, «fchrerd desseib« in der Hinterfront mit zwei einftäck�gen >«upptnarligen Gebäuden abschließt; vor denselben in einer jMtsernung von ungefähr diei Schritt stehen zwei offene schuppen. Alle diese Baulichkeiten dienen größtenlhiils zur *°gnung von Nutzhölzern, nur in einem derselben find auch Jwde und Fouragevorräth« untergebracht. AI« die Feuerwehr Brandstelle erreichte, standen die beiden ersterwähnten Bau- Weiten in h.llcn Flammen. Es gelt zunächst, das Feuer von b«u übngen beiden, sowie vom Lagerplatz selbst abzuhelten. Die Vwicrige Aufgab« wurde denn auch, dank der übergroßen »nstrei-gungen der Feuerweh'', gelöst. Der Angriff wurde zu- jachst mit einer Dampfsp-itze und zwei großen Handdruck- Antzen von vorn unternommen; spätrr wurde mit einerzweiten �arupfipi tz« vom Dache der dickt angrenzenden E-dmann'lchen �ftenfobiik vo gegangei«. Tie Sp'itzev wurden sämmtlich am ««tlduser Kanal aufgestellt.�wrlchec Wasser zur Genügt lieferte. «st nach zwtiftündiger Thäligk«it war das BetäwpfungSwerk w» Wesen l cht« zu Ende gelührt. Ueber die EnlstehunaSart �Znnte nichi« ermittelt weiden. Die umfunareichen Auf- �umungsaibeiten dauerten b s gegen 10 Uhc Voimittag».— zweiter B and war fiüb aegen 7t Uhr im Dachgeschoß rechten Seitenflügel« Banbelstraße 44 auegekommen. Als «e Feuerwehr die Brandstelle erreichte, hatten sich die Flammen �«ch bereits einen Weg in den Dachboden de« Vorderhauses Kdahnt. Di« gute Zugänglichkeit des Bodens von zwei Zeiten begünstigte den mit zwei Svritzen unternommenen Ar« Jkiff der Feuerwehr wesentlich. Ja nicht allzu langer Zeit Auen dieFlonmun lokalisnt und zum Erlöschen gebracht. Der �atboden de« Seiter�ffügels ist freilich fast gänzlich aus- ickrannt. Z««Iiier wahr«» Schlacht zwischen Berlinern und «-«ßrnseer Einwohnern kam e« vcrgestern Abend in dem be» T?b«t«n Weißensee. Eine Anzahl Brrliner, welche zu einem »"f�KecängN'ß auf einem Kirchhof dieses Vororte» gewesen, «gaden sich auf oem Rachhauseweae in ein in ter Wilhe.mstraße L Weißensee gelegene« Lokal. Hier gerieihen ft- mit anderen ■®a«tn in Streitigkeiten, welche nachher in eine Schlägerei aus- und wobei fich viele Hunderte von Wcißenseern betheiligten eine g,oße Anzahl von Verwundungen auf beiden Seiten, sich der Stöcke, Messer, Siblussel bedien'«, vo-kimen. schließlich gelang es den Berlinern sich durch die Menge Bahn «« brechen und zu ihren Fuhrweiken, die in der Nähe hielten, i« gelangen und auf d'eken zu flüchten. Ten Davonjagenden aber eine Anzahl W'ißenseer gleichfalls zu Wogen, ge- Ng> von einer heulenden Menschenmenge nach und die flüchtigen Kenner wuiden in der Nähe der V-rdindungsdahn auf ihren �agen gestellt. Nun erneuerte sich die oben geschilderte Szene �.dann zog fich der Massen kämpf bis zur Gasanstalt in der Keisswalderstraße, bis es hinzugekommenen Schutzleuten und �'ßenfeern Gendarmen gelang, die Wüthenden zu trennen � zahlreiche Verhaftungen vorzunehmen.— Die meisten g?,,>ch!äqer find mit Wunden und B«ulen bedeckt und mußten Etliche Hilf« m Anspruch nehmen, am Schlimmsten ist der �chloebtenmeister R. au« der Pankstraße foitgekommcn, der "U-ch Messerstiche arg verletzt ist. Aushängen des Mildes vor den Läden der �«dhändter etsoigi oflmat« in einer für die Vorübergehenden erfreulichen Weife. Von den Verkehrt ftö'ungen, welche da« Aufhängen ausnahmsweise großer Stücke herbei- �luhrt weiden,— und gerade solche g'vßen Stücke werden ., besonderer Vorliebe und um kauflustiges Publikum an- «"'»cken, vor den Läden aufgehängt— kann man absehen, aber « welcher Versessung befinden fich diese Hiisch- und Rehleichen A'Unter? Die Hnn'chale zerliümmert, die Zunge au« dem gjoule und die Gurgel au« dem ousgelchlitzlen Halse hervor- und diesen Anblick genießt man wochenlang. jS*! der Zeit geht dann bei den einzelnen Wild- Lessen die bekannte Verändnuna vor: das Fell ver- an einzelnen Stellen seine g'att« Ob« fläche, fcj" dos Fleisch darunter entfernt ist und schließlich 9gt da« stanze Hirschleder nur noch mit einer Keule dem Laden, zum Beweise dafür, daß der Händler £!•«Geschälte macht. Den Fleischern ist es längst polizeilich d.�lagt, in dieser Weise geschlachtete Thiere zur Schau zu daß sie von der Straße au« fichidar find. Bei dem «zss/handel liegen die Vcihäitnisse doch sehr ahnlich. That« g�'.'ch ist auch in einigen Gegenden der Stadt polizeilich die ---------— obau« »eefli"'""« auegroangirr-------...____ d«i» e'»s'°�«ilichen oder anderen Giünden war den betreffen- hxt>>°ndle,n nicht mitgelheilt. Da« Publikum und wohl auch "«n«m..«« würden wenig verlieren, wenn ba« Autbänaen ganz aulhö.te.- das Authängen und «»«V»»» mim*.»»---------. -''«rnung ausgehängter Wildstücke verlor gt worden .....'■— �--- u.. ivht M___ � JHP Ith« J�Wilb ganz aufhöite." Bei trockenem Welte« und unter stch �'flusse oes SlioßenstoubeS gewinnt das Fleisch wahr» d«r s. durch tage» und wochenlanges Hängen im Fieien auf ?"aße. �«rn, dem Inseratentheil der Berliner Blätter hat Srv,, folgende humorvolle Blumenlese gehalten: ES ist eine Cfta. 50 Pf. zum Ausbessern zu erfragen bei N. N. � Vts»?ü Mann, der sehr gut mit Anfertigung von Käsen W�Vwtiß, bietet sich al« solcher an.— Für eine täglich Dvm. ,'9« Fahrt'm Tiergarten wird eine Charse von einer kiMst öesuchl, die man je nach dem Wetter auf- und zuklappen b«r. D,e Fuhre Besen fahre ich mit 2 M. SO Pf., wobei »ilin 6"«n1 schon mit dm in liegt.— Em zahlreicher, ouS »«n»�.upjen bestehender Familienvater bittet edle Menschen« stell, L um Unterstützung.— Junge Kanarienhähne nebst Bett« Kr,»» a iu vei kaufen.— Em Kutscher, dem sein gräflicher il!"'st- sucht bei einer äh« lichen Herrsehaft ein Unter- artmlick' �ann der Buchhalter Herr Meyer, welcher mir Bfochen wlt der Mieth« ausgerückt, mir mcht binnen zwei oezahlt, werde ich seinen Namen öffentlich nennen.— Ein fast ganz neuer Tuchiock, zum Einsegnen fich eignend, ist zu verkaufen.— Em Schlächterbursche, den man zum Zer- hacken und Füllen der Wurst gebrauchen könnte, mied gesucht. - Eine schwarze Dogge ist zu verkaufen. Nähere Auskunft er- theilt Ackeistraße Nr.... Frau Anna G.... Sie ist sechs Jahre alt und bat sehr gute Zähne. Ate Witterung de» November er. zeichnete stch durch einen für dusen Monat verhältnißmäßig ruhigen und gleich- mäßigen Verlauf, sowie durch eine ganz abnorme Trockenheit aus. Von dem dunklen und regnerischen»Novemberwetter" blieben wir fast ganz verschon', hatten dagegen einzelne wunder- volle, sonnige Tage-u verzeichnen, wie ste dieser Monat selten bringt. Die ersten Tage hatten einen normalen WitterungS- verlaus; am 4. wurde es sehr mild und bi« zum 10. hielt das wwme und meist trübe Wetter an; dann wurde e« etwas kälter, ohne daß jedoch das Thermometer unter 1 Gr. Kälte girg; der 14. urd 15. waren bei östlichem Winde heiter und mild. Dann folgten einige neblige Tage mit außerordentlich gleichmäßiger Temperatur(am 16. und 17. hatte das Thermo- meter an drei auf einander folgenden Beobachtungsstunden genau diese!be Höhe, 5 4 Gr.), abnorm hohem Barometer- stände und nordwestlichen Winden, bis am 21. der Himmel sich bei Südostwind aufklärte und die Temperatur erheblich herabging. D,e drei foloenden Tage waren fast ganz heiter mit ziemlich winterlicher Temperatur. Nach einer kurzen Er- wärmung wurde es am 27., an welchem Tage der erste Schnee fiel, wieder kalt und d-e drei letzlen Monatstage hatten einen geradezu winterlichen Charakter. Im Emzelnen war da« Er- gebniß der in dieser Zeitung veröffenllichten meteorologischen Beobachtungen auf der königlichen Sialion in LlV. dai folgende: Der Barometerstand war im Berichtsmonat endlich einmal zu doch, nachdem er längere Monate bedeutend hinter dem lang- järigen Durchschnitt zuiückgeblieben war. Er betrug im Mo- natemittel 763,1 mm, während dem Noocmber nur 757,3 mm zukommm. In den Tcgen vom 15.-22 stand das Boro- meter ste S über 770 mm und erreichte am 20. den ungewöhn« lich hohen Stand von 776 6 mm. Vom 23. ab sank es sehr rasch, so daß es am 25. bereits auf 745,3 mm stand. Das absolute Minimum fiel mit 744,1 mm aus dm 27. Noo-mber. Die mittlere Teerperatur de« Monats betrug Morgm« 7 Uhr 2ß Grad(r ormal find 3,1 Grad), Mittags 2 Uhr 6.0 Grad(-ormal 5.0 Grad), Abends 9 Uhr 4,0 G-ad(normal 3,6 Grad). Es ergiebt sich bieraus eine mittlere Monotstemperatur von 4,2 Gr., während dem November nach Ian>jäh,igem Durckschnitt 3,8 Gr. zukommen. Der Monat war also um beinahe i Gr. zu warm, wobei auffallend ist, daß die Morgmtcmperawr zu niedrig, die Abend- und besonders die Mitiagstemperatuc dagegen zu hoch war. Im Garzm warm 16 Tage zu warm und 13 zu kalt, wäh« rmd 1 die ihm zukommende Temperatur hatte. Ihr absolute« Maximum erreichte die Temperatur mit 11,4 Gr. am 8., ihr Mrnimum mit— 36 Gr. am 27. Flostiaae(an dmen da« Thermometer unter 0 Gr. ging) wurden 9, Eistage(an dmen es nicht über 0 Gr. stieg) nur l gezählt. Am Erdbodm stieg die Tcwp'ratur bis auf 15 5 Gr.(am l.), sank dagegen bis auf— 6 G«.(am 23. und 29.). Die Wwdnchtuna war vor- herrlchmd westlich. Westwinde wurden 20 Mal, Nordweftwinde 18, Sü'-weftwsnde 17, Süd- und Südostwind« je 14 Mal ge- zählt. Nord-, Nordost- und Ostwind kam im Ganzen nur 4 Mai vor; absolute Windstille herrschte 3 Mal. Die Windstärke stieg niemals über 5 der 12theiliaen Skala und betrug im Monatsdurchschnitt nur 2,5 Die Bewölkung war genug«, als sie sonst im November zu sein pflegt. Wenn 0 ganz heiter und 10 ganz trübe bedeute», war die mittlere Benö.kung 6,6, so daß also duret-schniltlich zwei Drittel!eS Hrmme'S bedeckt warm. Nach langjährigem Mittel beträgt die Novemberdewöl- kuna 7 4. 4 Tage warm im meteorologischen Sinne heiter (Bewölkung unter 2), 14 t-üde(Bewölkung über 8), 12 hatten gemilcht« Bewölkung, Die relatine Feuchtiaknt war mit 85,3 pCt. um 2 pCl. zu hoch. Das Minimum fiel mit 60 pC'. auf d.n 26., da« Maximum mil 97 pCe. auf den 6. und 10. Die Höhe der Niederschläge b-trug im ganzen Monat nur 3 6 mm, d. i. ungefähr der 13. Theil des Quantums, welche« dem Novimber zukommt. Es ist ungemein teiten, daß in einem Monat so wenig Niederschläge fallen; allerdings oatte der Otioder einm solchen Ueberschuß, daß Oktober und November zusammengenommen dm langjährigen Durchschnitt immer noch übertreffe. Der Niederschlag fiel an 9 Togm in Gestalt von Regen, an 2 in Gestalt von Schnee. Nebel.wurde 9 Mal, Reisbelduna ebenfalls 9 Mal festgestellt. -Polizeibericht. Am 4. d. M. Vormittags wurde ein Mann«m Lustgarlen in einem Gebüsch und zu derselbm Zeit ein Mann in semer Wohnung An der Apostel-Kirche«hängt vorgefunden.— Nachmittag« wurde ein unbekannt«, etwa 70 Iah,« alter Mann auf dem Platze vor dem Brandmburger Thor von ein« Equ-poqe überfahren und anscheinend inner- lich so schwer verletzt, daß er nach der Charitee gebracht werdm mußte. In der Nacht zum 5. d. M. brachte fich m einem Hotel ein dort abgestiegener Fremder m ttelst eine» Revolv«S erncn Schuß in die Brust bei. Er wurde noch lebmd nach der Charitee gebracht. .(I'ioeirlrtr.-Iloikung. Dem grobe« Unfug- Paragraph gab d« A m t s a n- wall m der gestern vor lec 95. Adtherlung des Berliner Amt«- onichtS l in Der Strafsache gegen die Jnstrummtmmach« Robert Koch, Richard Koch und Karl Westwarft stattgehabten Verhandlung eine wertgehmde Auslegung. Gegen die drei Angeklagten war wegm groben Unfugs und gleichzeitig be- gangen« Ueberlretung d« Siraßenpollzei-Ordnung durch amts- richterlichen Strafbefehl eine Strafe von je einer Woche Haft verhängt worden. Die Beschuldigung ging dahin, daß sie in der Nackt zum 23. Scpt. er. au? der Granrlbahn an der Ecke Grün« Weg und Koppenslraße gestanden und eine die Siraße pasfirende Frau belästigt haben. In der Verhandlung stellte fich der Thalbestand, wie folgt, heran«: Der Schläckter- weist« Müll« kam in der bewußten Nacht mit Frau und Kind au« einer Gesellschaft. Als sie um die drei Angeklagtm herumgegangm waren, hö-te Müll« von einem derselbm die Worie:»Noch dem Viehof gehö st Du hin!" At« Schlächt« bezog er die Worte auf sich und beauftragte dm ihm be- gegnmdm Reviernachtwächter, die drei Leute wegen Belästigung zur Woche zu bringen. Der Beamte halte verstanden»wegm Belästigung der Frau." Di« Angeklagtm beriefm sich auf da« fmgniß des in Friedrichsberg wohnhaften Schlächter« rederich«. daß sie zu ihm bei seiner Verabschieduna von ihnen die mkiiminirtm Worte gesprochen haben. Der Amts- anwalt ei blickte den grobm Unfug d« drei Angeklagtm in dem Zusammenstehen auf der Granitoahn, wodurch die Familie Müller als Repi äsrntantm de« Publikum« belästigt wurden, und bcantragte je 6 M. evmt. 2 Tage Haft. D« Gerichtshof folgie aber dm AuSsühmngm de« V«- theid-ger« Rechtsanwalt« Stadthagen, daß yi« nicht ein bewußte« Zujammmstehm, sondern ein langsam bewirkte« Aus- einanderg'hen vorliege, durch welche« kein Strafgesetz««letzt werde. Es erfolgte bah« die Freisprechung d« An- gkkloo'm. Mittelst ei»»» gefälschte« Speijenkarte soll'« d« Kellner Gustav Lühmann, welch« gestern vor der 89. Ab- theilung des Schöffengeiichts stand, einm Schwindel»«sucht haben. Der Angeklagte war im August d. I. im Konzertgartm de« Friedrich-Wilheimstödtischm Theater« beschäftigt. Eine« Abmd« zog er in Gegenwart seine« Prinzipal« zufällig eine Speism karte au« sein« Brusttasche hervor, welche dem Prinzipal dadurch ausfiel, weil sie nicht wie die Lbrigm auf hrkto- graphischem Wege hergestellt war. Bei genau«« Besichtigung ergab fich, daß die Kaite von dem Angeklagtm selbst g<- schtiebm war aber bedeutend höhere Preise aufwies, wie die üblichen. Einer der Kollegen de« Angeklagten wollte auch im Laufe des Tages bemerkt haben, daß ein Gast, der zuerst vom Angeklagten bedient wordm war, fich üb« die hohen Preise gewundert habe, die dieser gefordert, der Zeuge, der später dem Gast die Rechnung gemacht, habe ab« angenommen, der Letztere befände fich in einem Jrrthum. Lühmann wrude entlassen und wegm ver» suchtm Betrugs angezeigt. Da er sich serner da» Speisen- kartmformular heim'ich angeeignet haben mußte, so wurde er auch wegen Diebstahls zur Verantwortung gezogm. Der An» gckwgte bestiitt seine Schuld. Die Speisenkarte sei ein etwvS beschmutztes Exemplar gewesen, das im Lokal berumgelepm und in einer Stunde der Langeweile Hab« er sie mit Preisen nach seiner Phantasie ausgesüllt, ohne aber daran zu denken, sie zu benutze, welches auch nicht geschehen sei. Entgegen der Ansicht des Staatsanwalt«, der iefe Angabe de« Angeklagten für unglaubwürdig hielt und gegen ihn sechs Wochen Gefängniß beantragte, führte d«V«r- th eidiger, Rechtsanwalt Dr. Friedman«, aus, daß e« für«um Kellner ziemlich nahe läge, wenn er sich in der Mußestunde einem Zukunftstraum hingebend, recht hohe Press« durch Aus» füllen ein« Speisenkarte fich vergegenwärtige. Dn Gericht«» Hof hielt den versuchten Äetru' nicht für erwiesen, well der» jemge, der geschädigt werden sollte, nicht zur Stell« war und verurth-ilte den Angeklagtm nur wegen des Diebstahl« an der Speifinkarte»u drei Tagen Gefänaniß. Der MnstKer, Herr Fr. Marschall, Gollnowstraße 20, «suckt uns festzustelten, daß seine I- au nicht mit der in Nr. 283 an dieser Stelle erwähnten Frau Marschall iden» M ist. Clderstlder DzlaWeMcizeß. 13. Tag der Verhandlung. Elberfeld, 4. Dezember. Polizeiwachtmeister Beelow- Elberfeld berichtet über eine Haussuchung bei dem Angeklagtm Tsschl« Flach. Dttseibe hat ergeben, daß Flach im Fußboden eines Raumes ein ge» Heimes Fach fich eingerichtet hatte, in dem verbotene Dn ck- schriften verborgen waren. Bei dem Eintritt d« Zeugen Fa- brikarbeiter Aug. W i m m e r«- Elberfeld macht sich unter ven Angeklagten sichtliche Bewegung bemerkbar; d nn W.mmei« ist einer der Po'.izeispione. Präsident: Was wissen See üb« die Verbreitung des»Sozialdemokrat"?— Zeuge: Ich kann sowohl über die Verbreitung als über die Ankunft keine genaue Auskunft gehen.— Präsident: Haben Sie ge- hört, wer dm»Sozialdemokrat" hält? Sie müssen uns die Wahrheit sagen!— Zeuge: Ich kann mich nicht genau darauf besinnen. Ich habe ihn.einmal von Bleibtreu«halten; wer ihn sonst hält, weiß ich nicht. Der Zeuge wird dann über Wahlkomitee« ausgefragt und sagtau», daß ungefähr im Jahre 1886 bei Voß>n einer Versammlung ein Komitee gewählt sei, da« vomehmlich Wahlzwecke verfolgt Hab«, behufs deren auch gesammelt sei. Wie er gehört, sei auch für UnterstLtzungSzwecke gesammelt. Bei e ste.en Tamm- lungen sei Bleibtreu mit einer Liste umhergegangen. Zeuge gieit die Möglichkeit zu, daß die« zur Zeit der Reich« tagiwahl ge- wssm. Nochmals geftagt, zu welchem Zweck das Komitee ge» wählt sei, läßt fich Zeug-, nachdem er eindringlich zur Wahr» hnt aufgefordert war, dahin au«, daß die Mitglied« vrn Zeit zu Zeit neu gewählt worden seien. In ein« Ver» sammlung. der er beigewohnt. habe Müll« einen RechmschaftSbericht über dm Züricher»Sozioldewvkcar" v«Iesm. Ob ausdrücklich von Abonncmentsgeldern die Rede gewesen, weiß Zeuge nicht. Nach der Vereidigung stellt der Vertheiliger Rechtsanwalt Lenzmann noch folgenle Fragm: Sie waren bei der Verhandlung vorgestern auf der Zuschauertribüne?— Zeuge: Ja.— Lenz mann: Woher haben Sie die Einlaßkarte?— Zeuge: Von einem Polizei- beamtm.— Lenzmann: Wer ist der Polizeibeamte?— Zeuge: Ich kenne ihn nicht bei Namen.— Lenzmanu: Haben Sie den Polizeibeamten darum angesprochen, od« hat er sie ihnen aus freien Stücken gegeben?— Zeuge: Ich äußerte während eine« Gesprächs vas Verlangen, zuhörm zu dürfen, und da habe ich eine Kaite bekommm.— Lenz» mann: Sie habm der Polizei auch öfter Berichte über sozial» demokratische Versammlungen geliefert?— Zeuge: Ja.— Lenzmann: Haben S-e Geld dalür bekommen? — Zeuge: Rein.— Lenzm ann: Ist Jhnm Geld ver- sprachen?— Zeuge: New, ich habe e« au« dem Grunde gethan, well ich die Ueberzmgung gewonnen hatte, daß da« Treiben der Sozialdemokralm ein ungesetzliches fei.(Zmge war ftüh« selb« Sozialdemokrat.)— L en zmann: ll, d deshalb haben Sie Ihre früheren Genossen veirathen?— Zeuge: Ja.— Lenzmann: Also nochmal: Sie haben nre Geld erhalten?— Zeuge:»Nein, nur, nach- dem ich erklärt hatte, daß es mir nicht länger ein- fallen könnte, mernr Groschen cuZzugedm, habe ich etwa« bekomme, um meine Auslagen decken zu könnm.— Rechtsanwalt Lenzmann macht den Zeugen nun darauf aufmerksam, daß er jetzt zugebe, Geld bekommen zu haben, während er es eben noch bestritten habe. Darauf kommt es zu einem heftigen Wortstreit zwischen Rechtsanwalt Lrnzmonn und dem Staatsanwalt.— Staatsanwalt: Ich bitte den Herrn Präfidenten, selbst diese Fragen an die Zeugen stellen zu wollen. Selbst der beste Zeuge wird durch die fortgesetzten Kreuz- und Oarr- fragen der Vertheidiger in Verwirrung gebrecht.— R-ch'k- anwalt Lenzmann: Ich muß den Leiter des hohen GerrchtShofiS um Schutz bitten gegen den Vertreter der königlichen Staatsanwaltschaft. Es ist eine Ver- dächtigung, ein Vorwurf der Pfl chtverletzung gegen mich, wenn er sagt, daß ich als Anwalt ves Recht« und als Vertheidiger darauf ausgmze, einen Zeugen zu verwirren, also die Wahr- heit zu unterdrücken. Wer hi« die Wahrheit unterdrückt, da« sind nicht wir, das sind andere Organe, welche bei uns«em Streben, die Wahrheit zu ermitteln, diese« durch ihr Schweigen hmt«treiben. Die Disziplin im Gerichissaale wirb nicht sei- ten« de« Staatsanwalt«, sondern seiters de« Piäfidenten 8«übt. Wir haben da« Recht, mit Erlaubniß de« Präfidenten fragen zu stellen, und ich kann da« Recht dem Herrn Staats- anwalt nicht einräumen, seinerseits das direkte Fragen cht zu untersagen. Da« ist nur infolge eine« Mißbrauchs möglich, und dre Beurtheilung, ob ich mein_ Fragerecht mß- braucht habe, liegt nur in den Händen des hohen Gerichtshofes und nicht in denen de« Herrn Staatsanwalt«. Der H-« Staatsanwalt spielt hi« nur dieselbe Parteirolle, wie die Verteidigung und keine Idee mehr. Wenn ich von dem Herrn Präfidenten da« Recht eingnäumt bekomme, direkt Fragen an den Zeugen zu richten, dann thue ich da«, unde>rrt um die Wünsche de« He«n Staatsanwalt«.— Staatsanwalt: Ich habe dem Herrn Vertheid, g« nicht den Vorwurf gemach», daß er seme Pfl'cht zu verletzen beabfichtige, sondern nur die Thal- fache konstatirt, daß die Zeugen von dem BildungsstandpurU, mit dem wir hi« zu rechnen haben, durch die fortwährend aus- »inand«gehäuslen Zwischen- und Qunftagen Ihaisächlich in Verwirrung g«alhen. Ich habe nur diese eine Thalsacke konstatirt, und d« He« Verlheidig« brauchte nicht dazu überzugehen, hier im Brustton der Ueberzeugung fich m dies« Frage zu vntiefen. Ich habe bei dem Hean Präfidenten nur einen Antrag gestellt, den ich kraft meines Amtes zu stellen berechtigt bm.— Lenz» mann: Ich will nur erwidern, daß in dies«». Wniragt nach meinem Gefühl ein Vonvmf gegen den Herrn Präsidenten liegt. Wenn ich durch meine Zwi'ch nftazen den Zeugen thatsätlich veiwurt dätte, würde der Herr Voi sitzende sicherlich intervenirt haben. ES ist die» nicht oeschehen, wie ich »u meiner Genugihuung konstatire. Einer Rüge des Herrn Präsidenten füge ich mich gern: ,ch unterziehe mich aber nicht der Disziplin der königlichen Staatsanwaltschaft.— Präsident: Ich fühle mich von keiner Seite verletzt; ich betone nur, daß es die Regel ist, daß der Vorfitzende die Fragen an die Zeu ,en richtet. Da der direkten Frage- stelluna wied-lsprochen worden ist, werde ich wiederum das R.chl der Fragestellung übernehmen; das Recht, Antrage zu stellen, hat ebensowohl die Vertheidigung, als die Staatsan- waltfchaft. Die Vernehmung de« Zeugen W i m m e r S wird darauf fortgesetzt, und R.-A. Lenzmann bitiet, demselben folgende Frog-n vorzulegen(die Fragestellung geschieht durch den P Lfidenten): An welchen Polizeibeamten haben Sie Bericht erstattet? Zeuge: An Polizeikomwissar Kamm- hoff.— Lenzmann: Schriftlich oder mündlich?-- Z e u g e: Schriftlich, öfter auch mündlich/'— Lenzmann:«Hat Herr Kammhoff Ihre Mittheilungen direkt aufgeschrieben und Ihnen dann vorgelesen?— Zeuge: Nein, nicht vor- gelesen.— Lenzmann: Haben Sie der Polizei irgendwie erfundene, entstellte oder unwahre Berichte geliefert und haben Ere dieselben immer aus eigener Wahrnehmung gehabt, oder auch von Anderen.— Zeuge: Ich habe nach bestem Wissen nicht« Unwahre« berichtet. Meine Mittbeilungen die ich machte, waren theilweise auch von Anderen, doch habe ich dies dann stets dabei gesagt.— Präsident: Hat Kammhoff Ihnen mal gesagt, Sie sollen pro- voziren?— Zeuge: Nein.— Präsident: Hat er Ihnen gerathen, nur wahre Belichte zu liefern?— Zeuge: Ja. Harm: Ich bitte, den Zeugen zu fragen, ob er die Personen, von denen er seine B-nchie hat, nicht nennen will?— Der Präfident glaubt, daß diese Frage nicht beantwortet werden würde, und lehnt es daher ab, zu fragen.— R.-A. Lenzmann unterstützt die Flagestellung Harm« im Interesse der Wahrheit; der Z'Uge dürfe die Auskunst auch nicht verweigern, weil er nicht Beamter fei. Der Staatsanwalt bittet die Frage nicht zu stellen. Der Gerichtshof zieht fich zur Be- rathung zurück und verkündet sodann seinen Beschluß, dm Zeagen noch seinm Gewährsmännern zu fragen, da dies viel« leicht zur AuiNärung dienen könne.— Prof.: Wer find die Andern?— Zeuge: Hausmann hat mir zuweilen etwas er- »Lh't— Präs.: Stand Hautmann auch im Dienst der Polizei und hat er gewußt, daß Sie der Polizei Berichte >i-ferten?— Zeuge: Ob auch Hausmann im Dimste der Polizei stand, weiß ich nicht, mir hat er gelegenl- lich versch, ebene Dinge ei zählt, ohne daß er wußte, wozu ich die Mittheilunam gebrauchte.— Präs.: Haben Sie der Polizei über Versammlungen von Komitee» berichtet?— Zeuge: Nein.— Dr. Schweitzer: Ist es richtig, daß Sie noch bei Kammhoff waren, als der Prozeß schon im Gange war?— Zeuge: Ja, ich bin zu ihm gegangen, al« ich dre Vorlabung bekam; ich glaubte, daß ich nichts mit dem Prozeß zu thun bekommen würde und erkundigte mich deshalb. Karnwhoff sagte mir, daß ich al« Zeuge geladen sei und nun die reme Wahrheit sagen müsse.— R.chtS- anmalt Lenzmann fragt, wie es komme, daß der Zcuge schon feit Moi d. I. nicht mehr arbeite? Zeuge erklärt, daß er an einer starken Augenentzündung leide und jetzt nur vom Krankengelde lebe.— Lenzmann: Wann haben Sie den letzten B-richt an die Polizei geliefert?— Zeuge: Das ist sehr lange her, ungefähr ls bis 2 Jahre.— Lenzmann: Ist Hausmann der Einzige, von dem Sie Mitthe lungen er- breiten, die Sie der Polizei brachten?— Zeupe:Ja.— Lenzmann: Hat der Polizeikommissar außer Ihnen noch SewöhrSnänrnr?— Zeuge: So viel mir bewußt, nein. Zeuge Eduard Erichsen, Faktor in der Druckerei der.Freien Presse"(oereidigt): Seit Ende Februar 1888 hin ich in der Druckerei Grimpe'S. Da«„Gedenkblatt" kann nicht dort gedruckt sein, werl d e Typen dazu dort nicht vor- binden find. Zarge Schumann, Maschiner meister in der„Freien Presse"(vereidigt): Seit l. F bruar 1888 bin ich in Grimpe'S Druckerei. Die Tyoen des„Gedenkblatt" find in der Druckerei nicht vorhanden. Wo das Blatt gedruckt ist, habe ich nie ge- hört. Die Emrichlunz in der Druckerei ließ es nicht zu, daß in meiner Abwesenheit elwaS gedruckt wurde, ohne daß ich eS bemerkt hätte. Z.uge Schenk, Schuhmacher in Elberfeld(vereidigt): Von Konditor Finke Kode red einmal einen Kalender für 50 Pf. gekauft. Fmk« hat fich niemals über den Kaiser ausgelassen. Müller ist, wie ich von dem Vater eines Kindes gehört, ent- lassen worden, weil er fich gegen da« Kind vergangen. Müller hat gesogt, er wolle Finke ernen Streich spielen. Geheime Zu- fammenkünfle bei F.nke habe ick nicht demerkt. A f da« weitere Zeugniß Berte'« wird verzichtet. Zeuge P i t t s ch e r, Fabrikarbeiter zu Elberfeld(vereidigt): Da»„Glaudensbekenntniß" wurde für 10 P'. verkauft, bei einem Au! flu? der„Liederlust". Den„Rothen Teufel" sah ich bei August WimmerS, der eS mich lesen ließ, aber nicht mitgeben wollte. Da«„GlaubenSbekenntniß" sah ich auch bei einem Former. Zeuge Ei mm er, Schrisssl tz?r in Elberfeld(vereidigt): Ich war in Berit'« Druckerei; ob dort da«„GIavb-n«bckenntn,ß" gedruckt wurde, kann ich nicht sagen. O>to Brill wollte e« drecken lassen, aber Berte wie« ihn ob. Stein erzählte mir, daß er ein„GlaubenSbekenntniß" bei Fmke gekauft hatte. Daß Stein oft betrunken war, habe ich nicht gesehen. Zeuge Rudolf Schürmann, Fabrikarbeiter zu Elber- seid,(vereidigt): Von der Verbreitung de« Flugdlatte«„An da« Volk" habe ich gehört. Ick verweigere die Auskunft darüder, ob ich e« verbreitet. Wer es verbreitet, weiß.ich nicht. Von Weyer stahl habe ich mehrere Blätter erhalten. Der Präsident verliest ein Schreiben de« Oberbürger- meister« von Elberfeld, wonach dem Kommissar Kammboff und dem Sergeanten Jäckel untersagt wird, ihre Gewährsleute zu nennen, oder ob diese Geld empfangen. Dre V ert h ei d i gun g macht darauf aufmerksam, daß den am Prozeß Beiheiligten der Beschwerdeweg zustehe. Zeuge Emil Schürmann, Fad, ikai veiter zu Elberfeld(vcrcrdü t): Das„Gedenkblatt" erhielt ich am Tage nach dem Tode Kaiser Wilhelms von einem Unbekannten� Weyer- stahl nannte ihn Müller. Der Angeklagte Muller war bas nicht.,.... Zeugin Frau vom Wege au« Elkerfeld(vereidigt): Bon der Frau Lachmuth habe ich geHort, daß rhr Mann Schriften halte., Zuge Wildsühr, Schriftsetzer in Elberfeld(ver- eidjgr): Ich war in Berle's Druckerei; von dem Druck de« „GlaubenSbekenntniß" weiß ich nichts. Ich habe nur von Lötz und Siein darüber gehö t. Es ist möglich, daß Berte mich vor Stein gewarnt. Stein hatte manchmal Montag« einen kleinen„Affen". Umgefallen ist er meine« W>ffen« nicht. Auf die Vernehmung der weiteren geladenen Zeugen wrrd verzicktei. Da« Verhör der Angeklagten beginnt. Weder Adolph: Den„Soz." erhielt ich. Ich glaubte, laß ich berechtigt war, den„Soz." zu haften. An Völkel ließ ich ihn adresfiren. Schreiner S w afl d B a r t h e l: Vorfitzender de« Elberfelder geheimen Komitee« war ich nicht, ein solche« hat meine« SS ssen« nie bestanden, wohl aber Vorfitzender de« Wahl- karniteeS bei den l.tzten Wahlen. Von der VeGreitma de« „Gedenkölatiet" habe ich nur gehört. An der Wahl eine« Kongreßdelegirten nahm ich nicht Theil. Bei S:ehr verkehrte ich, ober richt regelmäßig. Ich halte meine Angaben bezüglich de« Packet« aufrecht. Wie Reidrng und dessen Frau zu ihrer Aussage kommen, weiß ich nicht; e« kann eine Verwechslung vorliegen. Ich würde doch nicht wochenlang vorher die An- kunft eine« solchen Pack tS ankündigen. Ich hatte nur ein Exemplar de« Kongreßberichtes bestellt, aber zwei erhalten, lange vor dem Verbot. Bachbinder Becher aus Apolda: Ick bin Sozialdemo- krat. Von der Ankunft eines Packet« au« Rendsburg kann ich nichts wissen, da ich zu viel zu thun hatte. Ich entsinne mich gar nicht an da« Packet. Präsident: Es wurden in Rendsburg seiner Zeit eine ganze Anzahl Packete aufgegeben. Weber Berend zu Elberfeld: Ich bekam die sechs Ge- denkblätter von einem Manne und sagte m-iner Frau, fie sollte sie verbrennen, was nicht geschah. Vom„Chemnitzer Monstre- Prozeß" hatte ick Heft 1 und 2. Wem der Erlös zu Gute kam, weiß ich nicht. Wie viel ich für das„Liederbuch" gab, weiß ich nicht. Das„GlaubenSbekenntniß" habe ich in mein Notizbuch nach Diklat eines Unbekannten geschrieben, al« ich einmal angetrunken war. Präsident: Der„Chemnitzer Monstreprozeß" ist nicht verboten. Georg Bertram, Fabrikarbeiter in Elberfeld: Bei Neumann war ich jeden Sonnabend, auch in der Woche. Zu Hahn ging ich, um Auskunft in Krankenkassenangelegenheiien zu erhalten. Von den Fluzblättern weiß ich nicht«, als daß Kammhoff mir nach der Verhaftung ein solche« zeigte. Sozial- demokcat bin ich. Johann Bierenfeld, Schreiner zu Barmen: Eine Nummer de«„Soz." hatte ich. Die anderen bei mir beschlag- nahmten Schriften(darunter die„Glaubensbekenntnisse") waren in einem Pocket, da» ich von einem Unbekinnten zur Aufbe. wahrung erhalten. Von dem Inhalt de« Packet« wußte ich nicht«. Von Jmlau erhielt ich die Sammellifte für die Strei- kenden der Luther'jchen Maschinenfabrik in Braunschweig. WaS der Zettel mit.Wintermärchen" und„Lieder" bedeutet, weiß ick nicht. Die Zahlen beziehen sich auf meine WockenauSgoben. „Datei" ist eine Adresse, die ich mir wegen der Notizkalender aufschrieb. Oertel habe ich hier erst persönlich kennen gelernt. Aus dem Kongreß in St. Gallen war ich auf eigene Kosten. Etwa 25 M. fehlten mir, die ich von einem Iieunde lieh. Davon Hobe ich die 20 M. erübrigt und zurückgeaeben. Dre 5 M. blieb ick schuldig. Wie Weber von den 20 M. erfahren, ist mir unerklärlich. Ich fragte wegen de« Parteitage« bei Grillenberger an, der mir den Tag der Abfahrt angab. Staatsanwalt: Grillenberger hat a'so eine Marschroute gegeben? Bierenfeld: Eine Marschroute bekam ich nicht. In Ölten erfuhr ich erst, daß der Kongreß in St. Gallen sein soll. Rechtsanwalt Lenzmann: Bebel hat bereit« erklärt, daß der Oit de« Kongresse« geheim blieb, um diplomatische Intervention zu verhindern. Rechtsanwalt Schweitzer: In dem Bericht de« Kommissar« Wilsing steht wörtlich, daß Bierenfeld fich erboten, auf eigene Rechnung zum Kongreß zu gehen. Bierenfeld: Es ist möglich, daß ich an den Zeugen Müller Schriften gegeben, worin der„Sozialdemokrat" war. Kalender habe ich noch zu Hause liegen; um meine Kosten zu decken, habe ich die undern etwa« theurer verkauft. An Harm habe ich nur einmal Geld geliefert, für Hisencleoer. Polizeikommissar Krmmhoff erscheint im Gerichtssaal. Bierenfeld: Wie Thielmann dazu kam, über mich Notizen zu machen, weiß ich nicht. 1.38 M. habe ich an ihn gegeben, für den HasencleverfondS. Thielmann: Die Notizen auf dem Zettel beziehen fich auf Kalender und den Haser cleverfond«. Es waren„Neue Welt-Krlender". Bierenfeld:„Neue Welt- Kalender" hatte ich von Thielmann. Diese habe ich weiter verkauft. Ich hatte viele Listen für den Schreinerstreik. R-A. Lenzmann wünscht Einficht in die bei Bieren- selb gefundene Liste. Der Wirlh Beckmann hatte einen Kalender von Bierenfeld, also wird die Liste die Ab- nehmer de« Kalender« enlhaltm und nicht die Abonnenten de« „Sozialdemokrat". Zeug- G L rg en, Metteur der„Freien Presse"(vereidigt): Ich bin seft Auzust 1887 in der Druckerei der„Freirn Press»". Da«„Gedenkblatt" kann nicht dort gedruckt sein, da die dazu verwendete Schrift nicht vorhanden ist. Heinrich Bleibtreu, Fabrikarbei'er zu Elberfeld: Bis 1884 wrr ich Abonnent de«„Soz." Wegen der Notiz „H. B." im Briefkasten des„Soz" beantrage ich die Ladung von Hermann Borchaet in Barmen. Den Zeugen Auzust Wimm« habe ich in eine Versammlung mitgenommen, wo es sich um die Wahl der Revisoren der Wahtrechnung handelte. Es war hei Wrrth Voß in der Kohlftraße. Müller hat aber dort nicht« verlesen. Rur ein einzige« Mal habe ,ck WimmerS mitgenommen. Ernst Leicht kann bezeugen, daß Müller nicht» vorgelesen hat. In der Versammlung wurde die Abrechnung der Wahl geprüft. Ich glaube, Povander war der Kasfirer. E« ging da» Gerücht, Jemand, ich glaube Zrmmoth, hätte was unterschlagen, und deswegen sollten Rrvisoren gewählt werden. Wenn Wohlgelder erübrigt werden, kommt e« vor, daß die Ueberschüsse nach Zürich zum WahisondS geschickt werden. Müller: Ich habe nach Zürich nicht« geschickt, aber zu Stichwahlen wurde an andere Orte Geld gesandt. Bleib treu: Eine VertrauenSmänneroersammlung war e« nicht; Wimmer« war doch kein Vertrauensmann. Eduard Bollmuß, Fabrikarbeiter in Elberfeld: Die Nummer 13 de«„Soz." von 1888 hatte ich nicht im Besitz. Da« Bild Laflalle« hatte ich gekauft. Rechtsanwalt Lenzmann: Es ist festgestellt, daß die Frau Bollmuß den Polizeibeamten auf die Nummer de«„Soz." ausmeik am machte Hubert Bongart«, Fabrikarbeiter zu Sonniorn: Die Kongreßberichte habe ich von einem Unbekannten; verkauft habe ich keine. Severin Breuer, Schuhmacher zu Köln: Dröge, an den Packete adreffirt waren, war bei mir als Geselle; er war ein Knauser und meine Frau rahm deswegen kein Packet für ihn an. Er sagte mir nach der Haussuchung einmal, daß er ein Packet erhallen und verbiannt habe. Von einem andern Packet weiß ich nicht«, auch meine Frau nicht. Mit der Ar- beiterpartei sympa hisire ich. Oft wurde ich als Freimaurer bezeichnet; ich arbefte ftei. Die„Londoner Freie Presse" habe ich erhalten mit dem Vermerk, fie sei nicht verboten. Ein mir nicht näher bekannter Schreiner gab fie mir. Rechtsanwalt Lenzmann: Die«Londoner Freie Presse" war damals nicht verboten. Otto Brodersen, Schuhmacher zu Barmen: Abon- rnnj de«„Soz." war ich nicht; ab und zu fand ich vor meiner Thüre ein alte« Blatt. An geheimen Versammlungen habe ich mich nie betheiligt, auch nicht an Sammlungen. Die Buchstaben„Brd." aus Thielmann« Zettel bedeuten meinen Namen nicht. Thielmann weiß nicht, wa« die Buchstaben bedeuten. Brodersen: Ich hatte nie mit Thielmann in Geld- angelegenheften zu thun. Heinrich Buben zer, Fabrikarbeiter zu Barmen: An den Sammlungen für Hafenelever habe ich mich betheiligt. Ich habe annähernd 200 Kalender verkauft und da« Geld raten- weise an Thietmann abgeliefert. T h i e l m a n n: Ich habe die Raten zusammengezählt; die Notizen waren nur für mich selbst bestimmt; ich wollte wissen, wie viel Geld ich obzufübren botte. 1 Bubenzer: Da» Geld für Haser c'ever habe ich• Tyielmann abgeliefert_ Präsident: Thielmann scheint doch eine Art R»W� gewesen zu sein... Harm: Thielmann war Woh'ka'firer und so Herren mit ihm bekannt geworden. Theodor Corde«, Schlosser zu Elberfeld: hat nicht bei mir Flugb! Liter bestellt. Empfänger de«„So»'? demokrat" war i» bi« vor drei Jahren; zugeschickt eitzint � ihn noch später. Bezahlt habe ich den„Sozialdemokrat* fw* an einen Agenten für Spieldosen au« der Schwerz. Spät» zahlte ich an einen Ver'reter de« Agenten, der mir unbek»« wir, der wußte, wieviel Rumme n ich ei halten und zu be*«»* hatte. Zuletzt habe ich vor drei Iahren bezahlt,(Auf BewA de« Staatsanwalt«): Der Erstgenannte ist Agent fürMav' werke. Emil Da stig, Sattler zu Elberfeld: In Blouken?*» war ich, verkehrte auch bei Stehr und Schlösser. 3» Notizbuch Salzberg« kam meine Adresse auf hannlose Wnn- Abonnent de«„Sozialdemokrat" bin ich nicht.- Otto von Eckern, Fabrikarbeiter zu Barmen: Langenhau« war ich. Den„Sozialdemokrat" halte ich v»?7 Von geheimen Versammlungen, LokalkomUee« et weiß" nicht«. u Rechtsanwalt Lenzmann; Ist der StaalSauwtfHn freundlich, den Beschwerdeweg gegen den Bescheid de« O»*' bürzermeiftn« zu beschreilen, damit es evnrt. schneller getzi- Staatsanwalt: Ich Hab? keinen Anlaß dazu. Rechtsanwalt Lenzmann: Da« genügt mir. Die Verhandlung wird auf Donnerstag vertagt. Saztalo Xtclrcfltrfjk. ?ie Maschinenfabrik Augsburg wird für diese« 3®� »rvrdende von 23 pCk. gegrn 21 pCi. im Vorjahr« theilen. Wir h cken noch nicht gebö t, d eß die L»iw«S blühenden Etabl ss m'nt« oder dre Aktionäre, zu welche« k'' Gattin eine« von den Liberalen sehr gefeierten bayerische»**; flaßreichen StaatSmannc» gehört, den Antrag sl-veu die Lohnsätze der Arbeiter entsprechend diesem kolossale» A>*� zu eidöden. Der Niedergang de« Handbetriebe» ist unaufd*� sam. Der Jrhesdericht der Crefetder Hand«" kammer für 1888 weist u. a. darauf hin, daß der in Garnen für Handstuhl-Sammete„sehr unbeilrvfc** gewesen ist und immer mehr zmücklritt", w'iiirend Garne den mechanischen Stuhl„in guter Nachfrage" rvatt» Die Fabrik, da» Großkapstal verdrängt den Kleinmiister»(sj H-uSlndustrie und der deklasfi te Webermeister finkt herab>?• Proletariat. Er mag nur snven Stüh', der still vesetzt ist«? T'ümmer schlagen und in die Fabrik gehen. Da« ist? Z itien sür den Fortschritt de« Proletana!« und ein Be»** Dafür, daß die soziale Umgestaltung der Dinge mit Wind«*� vor fich geht. Verlarninlungerr. Hteli Mttitär schn-i», r»»»ia«mlui>g am gctitaf -----■ aitt gjfjbiftj«ß»®fe «»S Abend» 8 lldr. In DelawülleiS SaU»i..............., ordnung rolid In der Bei( muri uns Mannt gonadn. 6» tft Ptbibe M»> AoN'°t. welcher aus Unlsarmen a'betiei, dai'Idft iischtln». �«ntral«trank»» NN» Kt-rd-kass« der W>taUark»U»e rjJSl h««"(® H. dg fcnrbu-o). Berlin l. Eaunabend, de» 7 vezemda. v«�7 «X Udr. L chteil.Idcrslr 7 Msttaurant vlnter!. Mlialbkei.B'wwjjn 3 acjrlorbnunfl: Wadl der O'I«N irwallung. Et Ist Blbch» t d» tisches en; die allen Mtlaliebdtitcher werden daieldft wieder zurbck'»-ke»- 4 »Uo.nt.int«trank,»- und St-rd.Iay« d.r»l.taUarb,»*� f) 29 Hambuigl sowie der Zeni-al«sanken u>d Klcrdetasse„B-iltai*.- B'rlin 5. Bersammluna Sannt'« den 8. Dezember. Bannt, Uo««IS Wü zssr. Ne 1* bei Zemter. logrtcrbnunj; 1. Aassenberlidt. 2 W CttSn-rmaliung.Bultan". 8 Verschieden».* AUaimrinr«canbtn- und Kt-rdeKoss» d»r W-tal»,«»*»'?� H Br 29);i HnnburD). Filiale Bei ui�8 Biltjlieder.Bci lammlung«"Sgl »mng cni'jo,: JaiieMSJ�i tag.»tormlilog lOK Ulir, bei Paul GaMchali Badslr. 22— ir. 1 Kalle! de ich 1 p 0 klpiewder u> d Oktober. 2. Wabl etnel Uevitoeea�K- veilraa»lamm!.r». S Wabl de»«ai ssi, de« der Zentral Krönten und «äffe der Wclall- krt elter Nr. 8«. 4 Bcrschledene«., fr ge»tr»»tgtiis»«rtn-tn»,. Ro enthalerslr. 88 Eanntllg. dem JJ »ewber. Parultlaa» 10 lldr BoiNag de» berrn Walter über.«eltoltw � PbUatovble". Abend» 5 lldr gesellige Le lammlung und WeldnachlSb.ijar« zum Beilen dlisidedll stiger Rellgiargschllter bei der 3�� weihe(Kitte find i t beiden Beiiimmlu- gen lehr willkommen._t, pp. Knrhan» Lrtedenau! Am Moi tag, de» 9 Dezimbu. Al>e»t4'Zf Sff'niltche z>sch!e-Beilen mlung ihr Frbderau nnd Etegl!« 1. Slotnag de» Kallegen Wiedemann au> veilln iiber Ze, ma». a«d aaniiation 2 Ditkulstan. 8. Korililuiru! g einer Zahtitell« cht ziichl'ineibande«. AU» Such bind,» und a,rn>«nM*n#nrnf«g*nagrdtt werbe» in bei am 9. Dezember t Sontioiel ilattsindenden dfentllfcn die in ihrem B.llig bestndltchen ftatiillichen gragebogm a u»« e i O> liefern; auch werden daielbft neue Fragebogen ausgegeben ßllr WerM»� denen räch keine Slaitilik anigenamwen Ist Z A Die Kammiiii«»�� «»fang-, Anrn- UN» g»f»u»g, v»r»t», aar gmit» Minnergeiangnerein Abend« 9 Uhr im fteftaurani Tamm. Schänixn«»�-»' — Geiangaeretn.Pauiedeulel' Abend» 8 Uhr im Stesrauran« drineniir IS.—.Lieder laiel der Maler und verwandter i—._ Abend« 9 Ubr tm Reftauranl Klelne. Brandenburgsir. 8V.— Buchchnder�M' char Abend« 8jt Nbr D.ei dene iti. 110.— ISeiangverrtn.Fldlei't*«' Quartett' Abend« 9 Uhr im Restaurant Mulehait. Sandtchrg--�- � Gesangverein.Farlichri«' Abend« 9 Uhr tm Restaurant, Bturmmk ckesangvereln.Kcha 1872' Abend» 9 Uhr Oranienitrahe 88 Nene'. werden ausgenammm.— Besangverein.Osftan' Abend« 9 Uhr itrahe 85 bei Buftavu».— puvperi sche Sänger-Bereinigung Ndrin! Abend» 9 Udr bei Ntesr, Webersir. 17— Gesangverein.S6iio«th«>* M�kl»' 9 Uhr Adalbertstr 21.— Liedcrlasel de« Fachvereini der Erewirdg� 0«d? Abend« 8 Udr Brvhe Hamburgerstr. 4 Uedungbftimde.— Bewugchrs� ivrae' Abend« 9 Uhr. Restaurant Reicher, Alle Iakadsir. 88.— Widerhall' Abend» 9 Uhr bei Herrn Boge, Kövmckcrstr 191. � �, MI1— .Lorbeer kränz' 8J< Uhr Reftauranl Weinftr. 11.- ArbeUer' ß , Nard Besang stunde Arendt bsj Uhr im Restaurant Bnad», vl'JIfeffvn? Mitglieder weiden aus« Nammen— Balgfscher DUeuanltn Uedungsstundi van 8)( MI 11 Uhr Abend« tm Lvullensladlilchw «nnenftrahe 18, t Tr.— verltncr Zurngenalienichast tFituM�tze� ablheilung) Abend» 8z Ubr in der fifldlllchen Turnhalle Wasserl��pjipf. — Turnver-tn. Hasenhaide" iMtinnerabtheilung) Abend« 8 bachstrahe N' 60 61.— Zuruv rein, g ab und Frei"( Minuer wgJjj.'W' Abend« 6\ lldr«ergstrahe 57.- Willen schastlicher«erew& Elena gravhle Abend« 8)j Uhr tm Wrftautar.t Ziethen. llnierncht und llebunaitmnde.— Allgemeiner«rend* scher W verein, Abiheilung„Bvrwirl«", Abend« SX lldr im Neil®'.. gR»*: Biariannenplag II.— Arendtscher Etenagravhenveiein„Apo ll amm�,«n 9 Udr im Risrarnanl Eevdelttr. 80 � verein ehemaliger Dr. Echüler Ader.di 9 Uhr im Restaurant Kreb«, Friedrtchftr. 208., Me««�» Diiellanten Orcheslerverein Aberdt 8z Uhr Uedungaftunde Töllnlicher Ga ren, Echarrenstrahe 12— Zitherverein„Alpeaoet-ch��«� %Uhr im Restaurant„wahlftali". Belleallianceftrahe 89. rl_ eftend" Abend« 9 Ubr tm Hohen, allerngarm Etegligcrftrage klub„Weichs. Iblail" Abend« HX Uhr im Reftauranl Sk.ilt»cr*�2ch Rauchklub„Ohne Zwang" Abend« Hi Uhr im Restaurant® strabe 28.— Be'etn ehemaliger Echüler der 22 Gemeind-schrle Si-, im Relaurani Schröder, Etegsjtzerftr. 18- Lese, und D>«u8>n � Abend« 8 Uhr Im Lotale de« Herrn Oliv Linie, Fsrlrertlra»«� Herren und Damen, durch Mllglieder eingcsllhrt. haben Zu! nr. 0p-*. gciangvereln.Hoftnung", Friedrichtberg, bei Reuich, FiauktÄ�geR�,�, und Doriftrai-n-Glke. Uedunginunbe, Suinahme neu«»- Mönnerchar der„Berliner Mechaniker" Abend« 9 lldr im Rtnuu VrZn. Franiftrahe 8— Berein ehemiliger Echüler der 2Z, Gemein»«» bX Uhr, KöniaftadtKastno, Hvljmarklftr 72 Ausnahme neue Gaste willkommen. Vriefknsten. � Bei Anfragen bitten wir die Adanntment«.OuilMng belzusügen «nnvori wird nicht erldeiii....„fathi" Die Kommijst-n de» Tadakaeveite? wnv«" Adreii- adzugedtn.», Kalk. Sie brauchen keine polizeilich« Keelw, Krnnnenftr. Zwei Wettende Feldinnrlchall.& 78. 1 Elf. 2. 25. 3. 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