K. S8S. Dienstag, ve« IS. Dezember k88S. S. babrg. ScrlmrWksblxil. Krgan für die Interessen der Arbeiter. Die S�xmkkenlettent»es �ubAltern � Vemntim� stQNdes. j. Schon oft find die Leide» der Arbeiter das Thema von N>nchungen und Artikeln in Zeitungen gewesen, aber die T�lsttnde im Beamtenstande find nach unserer Meinung viel �wenig berücksichnat worden. Gehen wir deshalb heute •toas nghxr auf dieses jedenfalls sehr dankbare Thema ein, wir«erden eine Unmaffe„Unbehaglichkeiten finden, 7* denen nur diejenigen Leute etwas merken, die selbst im "hinten stände leben oder gelebt haben. Um im Beamtenstande Kartiere zu machen, find, �»gstenS in der jetzigen Zeitperiode, mehrfache Bedingungen �chwendig. S Einmal, und zwar in erster Linie, möchten wir be- >en. ist e« fast unbedingtes Erfotderniß, daß ein jeder, er in späteren Jahren im Reichs-, Staats- oder Ge- �Mdedienste Anstellung finden will, Soldat gewesen ist und Möglich so lange gedient hat, bis er Anspruch auf den Mannten„Zivilversorgungsschein" erlangt hat. Unseres Essens soll mindestens die Hälfte des Personals aller Be- ?>evkategorien, laut behördlicher Vorschrift, Soldat gewesen und erst in zweiter Linie haben NichtmilitärS Aussicht N �gend eine Anstellung. Für den Fall, daß ein junger für den Militärstand sich nicht eignet, er aber trotz- � die Beamtenkarriere einschlagen will, bezw. eingeschlagen {v�>uß vorausgesetzt werden, daß er möglichst„Vettern" siuo' ihm zu seinem weiteren Fortkommen behilflich «S« keine dieser beiden Eigenschaften vorhanden, ist glücklichen Umstände zuzuschreiben, wenn ein » �iann trotzdem rasch vorwärts kommt. � Ausnahmen von dieser Regel haben wohl nur in dem ��lUanen Mangel an geeigneten Kräften oder in dem Um- � der betreffende� ein ganz besonders gut beanlagter 'f1, ihre Ursache. Durch"die systematische Pflege deS �,5"!chen Geistes wird natürlich die gewiffermaßen ge- iVlte„Schneidigkeit" ebenfalls mit groß gezogen. weiteren kommt die große Zahl der mit der Feder Widerten Leute in Betracht. Da« Angebot steht infolge- Nachfrage in demselben Verhältniß, wie bei den tj�PNearbeiter«, den Lehrern, den Kaufleuten tc. Viele «i»�.bkauben, ihr Sohn dürfe seine Laufbahn nur auf IW�Mchen oder kaufmännischen Bureau, bei einer m»der königlichen Behörde deginnen und sein Glück »emacht! Weit gefehlt!- �r verschiedene Jahre in diesem oder jenem ähnlichen 1! chätig war oder noch ist, und sich ein offene« Auge dewahrt hat für alle Vorgänge, welche sich im to». �rn-Beamtenthum abspielen, wird sich der Ueberzeu- ll,� verschließen können, daß mancher beffer bezahlte �oeamte seine gegenwärtige Stellung nicht etwa ledig- � Feuilleton. Mxlcttn) (50 (Beeminal* R,«a> v»n Emile Zsla. autorifirt« Uebersetzung von Srn? Ziegl«». inll Grube hielt ei» früherer Aufseher eine kleine for�.. hatte sich geflüchtet, und als die Frauen ihr � im Lampenmagazin beendet und die Männer �ud. �eg verwüstet hatten, warf sich der Haufe auf 'ie*. einem Augenblick waren Thür und Fenster hf., �d die Plünderung begann. Aber sie fanden '»ssel«' aar zwei Stück rohe« Fleisch und«» Sack ihhvh, amrde ihre Beute und endlich fünfzrg Flaschen klehlJ*' die wie ein Tropfen Waffer im Sande, tn all I Ch" füa,e von Neuem seine Feldflasche Nach und '•İas seinem leeren Magen ein wüster Rausch der ihm das Blut in dte Augen trieb und *• AiÄ'.�iwischen den blaffen Lippen zu verlangern kfd vermißte er Ehaval. Die Mann« rannten �°ßen?"ad zogen den Flüchtling endlich hmter den a hervor, w» er sich mtt Käthen versteckt hatte. , Rk> a iha: wir seiger Schuft, fürchtest Dich dabei zu sein, schr,. 5h°"e°? Und doch warst Du e«, der tm .. Maschinisten sollten auch streiken, damit ' k%.ii. stillständen... Aber, hol mich der Henker, . a, nach Gaston-Matie zurück, und ich will, J�tsti �arke, mit eigener Hand die Pumpe zer- �!" Du, Lump, Du selbst mußt sie zer- lich seinen Leistungen, seiner geistigen Befähigung allein zu verdanken hat, sondern daß oft ganz andere Triebfedern da- bei in Frage kommen. Er hat es häufig auch verstanden, nach oben hin sich„beliebt zu machen." Derartige Beispiele find gar nicht so außerordentlich selten. Leider ist es aber auch eine nur zu wahre Thatsache, daß ein wirklicher Zu- sammenhalt unter den verschiedenen Beamtenkategorien wohl so gut wie gar nicht, oder doch wenigsten« nur m sehr ge- ringem Maße besteht. Während z. B. die Arbeiter, gleich- viel welcher Branche, fest zusammenstehen, um etwa« zu er- zielen(z. B. beffere Löhne, oder verkürzte Arbeitszeit), ist bei den Beamten leider das Gegentheil der Fall. Was die Arbeiter durch ihr eigenmüthiges Zusammenhalten oft schon in einige» Wochen oder Monaten erringen, da« kann beim Beamtenthum zur Erreichung des gleichen Zieles oder Zweckes nur auf dem langwierigen Wege der Petitionen an den Reich«- oder Land- tag erlangt werden. Und ist die eine oder andere dieser beiden Körperschaften nicht geneigt, eine Verbesserung der pekuniären Lage der untersten und daher schlechtest be- zahlten Beamten oder Bediensteten eintreten zu lassen, nun — da muß eben bi« zum anderweitige« Zusammentritt de« Reichs- oder Landtage« gewartet werden. Vielleicht hat man dann eher ein Einsehen. Darüber verstreichen aber bekannt- lich Jahre. Inzwischen kann ein kleiner Beamter sich finanziell abgewirthschaftet haben, denn von einem, wenn auch nur kleinen Beamten wird u. A. verlangt, daß er möglichst keine Schulden kontrahire, immer anständig in Kleidung und Wäsche erscheine und sich auch in möglichst anständiger Ge- sellschaft bewege; wie er mit seinem Gehalte auskommt, darnach ftagt kein Mensch. Ueber die Gehaltszulagen und Gratifikationen(Ver- güwngen oder Belohnungen für besondere Dienstleistungen) läßt sich ebenfalls noch einige« mit in das Bereich der Be- sprechung ziehen. Während z. B. mancher tüchtige Beamte für seine angestrengte Thätigkeit außer seinem Gehalt noch eine„Extra- Vergütung" beanspruchen könnte, bekommt er nach Befinden eine solche nicht, weil er beispielsweise bei seinem Borge- setzten, laut geführten Personalakten, oder auch infolge eines Eintrages in die bekannte Dienstliste ,c. oft wegen eine« geringfügigen Vorkommnisses nicht günstig angeschrieben steht, während z. B. einem anderen, wenn auch vielleicht nicht ganz so tüchtigen Beamten die obenerwähnte Wohlthat zu Theil wird. Woher mag die« rühren? wird man unwillkürlich fragen. Weil er, der betreffende N. N., in Bethätigung seines Ge- rechtigkeitSgefühl« mit seinem Vorgesetzten z. B. kurz vor etwaiger Elnreichung eine« Gesuche« in eine Differenz ge- rathen ist, oder vielleicht auch deshalb, weil ihn ein Kollege gegenüber dem gemeinschaftlichen Vorgesetzten au« irgend einem Grunde„angeschwärzt" hatte. E« giebt ja Beamte, die sich gern das Wohlwollen chrer Vorgesetzten zu erschleichen In seiner Trunkenheit hetzte er jetzt die Kameraden auf die Grube, welche er ein paar Stunden früher gerettet hatte: ..Nach Gaston-Marie!" Alle« johlte ihm nach: „Nach Gaston-Marie! Nach Gaston-Marie!" Und Chaval vor sich hintteibend, zogen sie deS Weg«. „Geh doch»ach Hau«!" rief Maheu wieder seiner Tochter zu, welche nicht von der Seite ihre« Geliebte« ge- wichen war. Aber diesmal stockte ihr Schritt nicht einmal. Sie warf auf ihren Vater einen jähen Blick, in dem Verzweiflung, Bitte, TodeSmuth leuchteten, dann lief sie mit der Rotte davon. Und die brandende Woge diese« tobenden Volks floß die Landstraße zurück. ES war vier Uhr; die Sonne be- gann zu sinken und warf auf den froststarren Boden die wilden Schatten der aufgeregten Schaar. Sie umgingen Montsou, nahmen wieder die Chauffee von Joiselle und zogen dann, um den Umweg durch die Fourche-aux-BoeufS abzuschneiden, die Piolaine entlang. Herr und Frau Gr-goire waren ausgegangen, um vor dem Abend, ssen bei Hennkbeau noch dem Notar einen Be- such abzustatten. Der GutShof mit seiner öden Lindenallee und seinem winternackten Obstgarten schien zu schlummen; nicht« rührte sich in dem Hause, dessen Wärme die Fenster mit mattem Hauch überzogen hatte. Da« ganze Gebäude athmete Behaglichkeit und Wohlsein, die weichen Betten, der gutbesetzte Tisch, die sorglose Existenz der Bewohner ver- liehen ihm ein Gepräge patriarchalischen Glücke«. Ohne ihren Schritt zu verzögern, warfen die verhungern- den Männer und Weiber finstere Blicke durch die Pforte und über die mit Glassplittern gespickte Mauer, während ihr heulender Ruf die Reihen durchbebte: Brot! Brot! Brot! suchen, um selbst gut zu stehen. Ja, während dieser oder jener seiner Kollegen im Gehalte avanzttft dletbr der Ge- rechte, ohne sich bewußt zu sein, etwas BöseS, etwa« Un- gerechtes begangen zu haben, Jahre lang immer in ein und derselben Gehaltiklasse sitzen. Während sodann dieser oder Sier seiner Kollegen, behuf« Aufbesserung seiner finanzielle» ge, mit einem Unterstützungsgesuche wieder einmal„Glück" gehabt hat, verbietet ihm sein Schamgefühl, ein gleiche» zu thun, und eS bleibt eben Alle« beim Alten. Denn: gebückt, gebückt, lieber Freund, heißt es; kannst du mitunter deinem Aeuhern einen recht unterthänigen uno kriechenden Charakter verleihen(wenn auch dein Innere« darüber ganz anders denkt), und ist dir die Glücksgöttin nicht ganz abhold, so wirst du fichtlich vorwärts kommen, ohne dich besonders darum bemüht zu haben. Denn nicht immer die oberste Anstellungsbehörde, sondern mehrfach nur ein dir nicht„wohlwollender" Vorgesetzter trägt die Schuld an deinem Mißgeschick. In jedem Falle muß einem Unter- beamten ein freier und selbstständiger politischer oder religiöser Gedanke ganz Nebensache sein, wenn er nicht Anstoß erregen will. Zum Kapitel der sogen.„Dienstlisten" wie sie theil- weise bei Behörden existiren, mag noch Folgeudes erwähnt werden. Soviel un« bekannt, verhält es sich mit denselben ähn- lich wie mit den Zensuren der Schulkinder, nur mit dem Unterschiede, daß die Kinder bezw. deren Eltern ihre die«- bezüglichen Zensuren wenigstens zu Gesicht bekommen und lesen dürfen und infolge dessen sehen sie, wie über sie ge- urtheilt worden ist, was hingegen bei den in Rede stehenden Listen nicht der Fall ist. Obwohl eigentlich einem jeden Beamten da«„Recht" zusteht, vor Einsendung jener Liste:: an die höchste Behörde, z. B. Ministerium, General- direktion der Bahnen:c., über das, was darin über seine Person, seinen Fleiß, seine Befähigung u. f. w. gesagt wor- den ist, Einsicht zu nehmen, so wird von diesem Rechte wohl nur in ganz seltenen Fällen einmal Gebrauch gemacht werden, weil der betreffende Beamte durch dieses Begehren gewiffermaßen nur sein böse« Gewissen dokumentiren und am Ende doch nichts Gute« für ihn dabei herauskommen würde. Im Gegentheil! Hieraus geht klar und deutlich hervor, daß im Beamten- thum genau dieselben sozialen Mißstände, ja verhältnißmäßig noch drückender als im Arbeiterstande sich vorfinden. Nur die Formen sind etwas anders. Nehmen wir die untersten Post- und Eisenbahnbeamten an! Wie schlecht werden diese Leute bezahlt und welche Ver- antwortung und welch anstrengenden Dienst haben dieselben, z. B. ein Weichensteller! Und wie anstrengend ist der Dienst der Postbotan! Aber auch um die Diätare und Expedition«- Hilfsarbeiter ist es übel bestellt. Die„Gartenlaube" brachte vor mehreren Jahren ein Gedicht, welches die Roth und die Mühe eine« Bahnwärter- lebenS zum Gegenstande hatte und die Idee aussprach, daß Zwer große dänische Doggen bäumten sich mit offenem Rachen hinter dem Gitter und antworteten mit wüthendem Gebell. Hinter den geschlossenen Jalousien starrten die beiden Mägde, Melanie und Honorine, angstbleich auf den wilden Pöbel hinab und sanken zum Tode erschreckt auf die Knie, al« ein Stein, ein einziger Stein ein Fenster de« Salon« zertrümmerte. Die« war ein Scherz Jeanltn's gewesen, der sich mit einem Sttick eine Schleuder fabrizirt hatte und im Vor- übergehen der Familie Er-aoire diesen fteundschaftlichen Gruß sandte. Im nächsten Augenblicke schon humpelte er wieder an der Spitze des Zuge«; blies in sein Horn und die Menge trottete vorbei, schwächer und ferner hallte ihr Ruf: „Brot! Brot! Brot!" Mehr al« Zweitausendfünfhundert überflutheten sie, AlleS brechend, stürzend, zertrümmernd, die Grube Gaston- Marie. Gendarmen waren eine Stunde früher dort gewesen, hatten sich aber, irregeführt durch die widersprechenden Be- richte der Bauern, entfernt und nach Saint- Thomas begeben ohne in der Eile ihres Abmarsches eine Wache zurück zu lassen. In weniger als einer Viertelstunde waren die Feuer gelöscht, die Kessel geleert, ward Alles verheert und ver- wüstet. Am meisten hatten sie es auf das Pumpwerk ab- gesehen; nicht zuftieden. den Dampf bis auf das lebte Wölkchen entwichen zu lassen, warfen sie sich auf d,e Ma- schtne, als fei sie eine Person, der sie das Leben nehmen wollten.' • v"®u ton ersten Streich!" kommandirte Stephan, indem er Chaval einen Hammer in die Hand gab.„Vor- wariS! Du hast mit geschworen, schlag zu!" Chaval schrak zitternd zurück; im Gedränge entfiel ihm der Hammer. Die Andern an ihm vorüber stürzten sich auf das Pumpwerk, hieben mit Hammern und Eiscnstangen die Kinder solcher Leute eigentlich die Augen nur deshalb im Kopfe hätten, um das Elend der Eltern übersehen zu können. Wahrhaftig, lebenswahrer konnte die Lage der Arbeiter nicht geschildert werden. Was ferner die Postunterbeamten anbetrifft, so ist noch zu konstattren, daß fast bei jeder Schwurgerichtsperiode einer oder mehrere dieser Leute sich wegen Veruntteuungen oder Unterschlagungen im Amte zu verantworten haben"und in der Regel mit sehr harten Strafen belegt werden, denn ei« Beamter wird bekanntlich härter besttaft als eine Privat- person. Wen« auch vielleicht eineStheilS mitunter nur Leichtstnn das Motiv zu dem verhängnißvollen Schritte gewesen ist, so ist doch anderntheils wohl vielfach nur die geringe� Besoldung die Ursache ge- be- wesen, weshalb der betteffende Beamte sich zu dem klagenSwerthen Schritte hat hinreißen lassen. Hier bewährt sich so recht die Nothwendigkeit der Volksforderung: Oben spare« und unten besser bezahlen! Wenn die« geschieht dann wird auch eine beffere und fteudigere BerufSthättgkeit bei jedem einzelnen Platz greifen. Wer Pflichte« verlangt, muß auch Rechte ge- währe«! Die« ist ein so gerechter Grundsatz, daß man eigentlich meinen sollte, er verstände sich von selbst. Denn wie kann ein Mensch, wie namentlich ein Bahnwärter und dergl., der jederzeit nüchtern sein muß, der sich vor Wind und Wetter nicht scheuen darf, dem die Nacht wie der Tag gleich sein muß, wenn eS der Dienst erheischt, seinen Dienst ge- wiffenhaft erfüllen, wenn sein Gehirn fortwährend von NahrungSsorgeu gemartert wird? Die unteren Beamten bekommen eS allgemach satt, um sich durchzuschlagen die private Hilfe ihrer Mitmenschen in Anspruch zu nehmen. Da« große Publikum glaubt oder weiß e< auch viel- fach gar nicht anders, als daß ein jeder, bei einer Behörde festangestellter Beamter auch sein„schöne« Auskommen" habe und deshalb keine Schulden zu machen brauche. Erst wen« den Leuten die einschlägigen Verhältnisse sachlich und streng wahrheitsgemäß dargelegt werden, bekommen sie Kenntniß vom wahren Sachverhalt und staunen darüber. Außerdem machen andauernde Sorgen, Kummer und Entbehrungen den Menschen vor der Zeit grau, sie lähmen die physische« und geistigen Kräfte._ Vom grünen Tische auS läßt sich allerdings leicht sagen, daß ein kleiner Beamter mit Familie und bei so und so viel Einkommen recht gut leben könne. Möchten nur die Herren vom grünen Tisch selbst einmal nach diesem Rezept Kleben, wir find sicher, der sozialistische Staat wäre im Handum- drehen errichtet. Denn die Leute au» den höheren Regionen huldigen vor allem Anderen dem Grundsatz: Selber genießen macht ftoh. Wa« sie aber für sich als richtig gelten lassen, da« thun sie in Acht und Bann, wenn eS die Arbeiter aller Branchen, zu welcher auch die Beamtenschaft gehört, fordern. Hier die Hebel anzusetzen, um solche unerquickliche, dringend Abhilfe erheischende Mißstände zu beseitigen, muß die erste und heiligste Aufgabe aller wirklich Gebil- beten sein. Der Staat, als Arbeitgeber im Großen, hat es als Sine erste Aufgabe zu betrachten, für seine Arbeiter, seine eamten, und zwar die untersten, denn die oberen werden in der Regel sehr gut bezahlt, und haben zum Theil auch nicht mehr Verantwortung, nur ist ihr Bildungsgrad, ihre soziale Stellung eine wesentlich andere— auch so zu sorgen, daß sie frei von Nahrungssorgen bleiben. Da» sind im Großen und Ganzen einige Bilder au» dem oft so verkannten und oft zu günstig beschriebenen Beamtenwesen. Nicht dadurch kann eine Besserung geschaffen werden, daß man alle« ruhig über sich ergehen läßt, sondern nur, indem einzelne Mängel und Ungerechtigkeiten öffentlich besprochen werden. Den Beamten ist eS nicht möglich, sich ftei, wie die Arbeiter, über ihre Lage auszusprechen; de«- halb ist eS nothwendig, sich der unabhängigen Presse zuzu- wenden. Wenn man sich dabei auch keiner allzugroßen Hoffnung hingeben darf, denn dieser Presse werden ebenfalls Schwierigkeiten ärgster Art bereitet, so ist eS doch der einzige Weg, über das Beamtenthum eine andere als die„oben" so gern gesehene Meinung zu verbreiten- daß die« nicht zum Schaden der unteren Beamten ist, werden die Beamten selbst am besten wissen. schleuderten Ziegel, wütheten mit Allem, wa« ihnen unter die Hände kam, auf die Maschine loS; selbst ihre Knüttel (erbrachen knatternd an dem stählernen Bau. Die Schrauben prangen, die kupfernen Beschläge bogen, die Räder brachen- ein mächtiger Ax'hieb zerschmetterte den gußeisernen Kessel, das Wasser stürzte hervor, quoll gurgelnd, plätschernd, bis eS wie mit einem letzten Sterbeseufzer versiegte. E« war vorüber. Stephan schob Chaval hinaus; Alle« drängte ihnen nach: Zum Tode mit dem Verräther! Zn den Schacht mit ihm!" Chaval zitterte an allen Gliedern, die Augen traten ihm furchterstarrt aus ihren Höhlen; er wollte reden, aber er fand in angstblödem Stottern nichts als dieselben Worte: man solle ihn sich die Kohle abwaschen lassen. „Wart, wir werden Dir das abwaschen!" riefLevaque, „da ist Wasser." Der Pumpenabfluß hatte dort einen Wassertümpel ge- bildet, den eine dicke Eiskruste bedeckte: man trieb ihn da hinauf, zerbrach da« Ei«, und zwang ihn, den Kopf in das kalte Wasser zu stecken.., „Tauch unter!" schrie die Brule,„Hund, wenn Du nicht untertauchst, stecken wir Dich ganz und gar hinein! Und jetzt sauf! Sauf, sag ich!".. Er mußte am Bauche liegend, wie ein Thier von dem Wasser trinken. Alle lachten mit grausamem Hohn; einige Frauen zupften ihn an den Ohren, andere warfen ihm frischen Pferdemist in'S Gesicht; er stieß, wand sich und veisuchte, seinen Peinigern zu entfliehen. Maheu versetzte ihm einen Hieb, und auch die Maheude ließ ihren alten Groll an dem Verführer ihrer Tochter auS; selbst die Mouquette, die sonst mit ihren früheren Liebhabern freundlich blieb, beschimpfte ihn. Doch Stephan fiel ihr in'S Wort: „Genug jetzt! Ihr braucht nicht Alle über ihn her- zufallen. Steh auf, wir wollen das Beide miteinander auS- machen!" Seine Faust ballte sich, au« den Augen blitzte ihm ein mordlustiges Feuer; sein Rausch verlangte Blut. Vovvcspondcllzcir. Dortmund, 8. Dezember. Eine so großartiq« Bergar« beiter. Versammlung wie am gestrigen Abende, dürfte in dem Saale de« Herrn Kühn kaum jemals abgehallen worden sein, Kopf an Kopf, Mann an Mann stand die Menge von der Bühne bi« an« Ende de« Saale«, ja die Bühne und die Gallerie war dicht besetzt. Die Versammlung batte bekanntlich den. Zweck, zu der seitens der Gruben verhängten Sperr« Stellung zu nehmen, beziehungsweise auf Mittel bedacht zu sein, die letztere zu brechen. Herr Bunt« eröffnet« die Versammlung und betonte, die Anwesenden würden wissen, um wa« es sich handele, nämlich um Stellung zu nehmen zu den am vorigen Sonntag von der Bergarbeiter- Versammlung in Essen ge- faßten Beschlüssen. Wa« den Standpunkt de« Vorstand« des Verbandes der Bergleute anbelange, so halte dieser es nicht für richtig und gut, die Aufhebung der Sperre durch einen Streik zu versuchen, im übrigen könne der Verband als solcher vorläufig in der Angelegenheit noch nicht« thun, er sei noch in der Entwickelung begriffen(Wider- spiuck und Zustimmung); wohl werde der Verdandtvorftand mit Rath und Thal bei der Hand fein. Herr Schröder-Dortmund betonte, die Ardeitgeber leugneten ja die Sperre, aber sie sei in der That vorhanden, jede« Kind wisse solche«: er habe nicht geglaubt, daß die Grubenbesitzer ein solches Teufelwerk, das an die Sklaverei erinnere, in« Leben rufen würden. Wer auf einer Zeche ab- kehre, ordnungsmäßig abkehre, erhalte auf einer anderen Zeche keine Arbeit. So wie Herr Kleine im Reichstage es in Abrede gestellt, es sei kein Nothstand gewesen, den der Streik veranlaßt, so leugne man auch jetzt die Sperre. Es gebe noch Leute, welche die Stirn hätten, derartige Behauptungen aufzustellen. Es seien Fälle bekannt, daß sogar der Bruder eine« Steiger« kein« Arbeit auf der Zeche, wo der letztere angestellt sei, habe er- halten können, obgleich derselbe ordnungsmäßig von der an- deren Zeche abgekehrt sei. Mancher würde gern kündigen, um lohnendere Arbeit auf einer anderen Zeche zu suchen, aber er müsse bleiben, wo er sei. Redner richtete an die Versammlung die Frage, ob einer der An- wesenden im Zweifel sei, daß die Sperre existire.(Rufe: Nein, nein, ja! Mit Rücksilbt auf den verneinenden Ruf b merkt Herr Schröder, wenn sich auch einig« Speichellecker eingeschlichen hätten, die sich liebes Kind bei den Gruben machen wollten, so würden e« auch diese noch erfahren, daß die Sperre vor- banden sei. Es gehöre eine große Frechheit dc>zu, den Noih- stand zu leugnen, ebenso wenn jetzt seitens der Zechen gesagt werde, die Sperre existire nicht. Nun, wenn die Herren nit bören wollten, so müßten sie eben fühlen(kolossaler Beifall!). Er sei ein Gegner de« Streiks, er wünsche lebhaft, daß alles im siieMichen Wege erledigt werde, aber die Herren hätten es in der Hand, da« Schlimmste abzuwenden, sie brauchten nur die Sperre aufzuheben und die Entlassenen wieder anzunehmen, dann sei alle« gut.(Bravo! Es sei lenhi, die Menge zu enlhusiasmiren, er beabsichtige das nicht, er habe aber, da« Feuer gekannt, wa« unter der Asche glimme, da« nun zur hellen Flamme emporzulodern drohe. Em größeres, ein bessere« Weihnachtsgeschenk könnte den Bergleuten nicht b-reitet werden, als durch die Erklärung der Zechen: Wir heben die Sperre auf, wir wollen wieder als Christen handeln!(Langanhaltender Beifall!) Herr Schröder. Steele begrüßte die Anwesenden namens der dortigen Kollegen und erstattete dann B-ncht über die Verhandlungen in Essen. So wie die Verhältnisse in Dortmund, so lägen dieselben auch in seinem R vier. Redner meint, die Sperre erstrecke sich nicht nur auf den Oberbergamts- bezirk Dortmund, nein, dlef.Ibe fei eine internationale, sie d.hne sich auch über das Ausland aus.(Rufe: Pfui, pfm!) Reouer folgert dies daraus, daß ein Oesterreicher, der auf einer Ruhr- zeche ordnungsmäßig abgekehrt sei, nirgends in Oesterreich und Ungarn oder Steiermark Arbeit erhalten habe. Er sei dann wieder zurück nach Zeche»Friedrich Joachim" gekommen, von der er abgekehrt sei. Der Belriebssührer jener Grube habe dem Ö sterreicher solches voihec gesagt. Ja Essen dabe er— Redner— vorgeschlagen, dem Sireik au« dem Wege zu gehen, statt dessen ober eine Massenkündigung emt.eten zu lassen.(Stürmische Rufe: nein, nein, streiken, streiken!) Nun, fährt Redner fort, es sei ja nur ein Vorschlag gewesen, der nicht angekommen worden; die Ver- sammtung wöge aber bündige Beschlüsse fassen, damit die morgen in Essen stattfindende Versammlung sich darnach richten könne. Herr Brodam-Gelsenkirchen überbringt gleich« lall« Grüße der dortigen Bergleute. Tie Stimmung«n feinem Revier sei so, daß, wenn man drei Mann frage, od sie gewillt seien, die Sperre durch einen Streik zu brechen, zwei mit j, antworteten. Er selbst habe in Essen vom Streik abgerathen; er wisse, welche WundtN ein solcher schlage, seien dieselben doch noch nicht vom letzten Streik geheilt. Es könne aber doch so „Bist Du bereit? Einer von un« muß hin werden! Gebt ihm ein Messer! ich habe das meine." Katharina, zum Tode erschreckt, blickte Stephan an. Sie erinnerte sich, wie er ihr am ersten Tage ihrer Bekanntschaft gesagt hatte, daß ihn, wenn er trinke, die Lust überkomme, einen Mann zu tödten. Nur einen Moment lang starrte sie in sein trunkene» Auge-- dann plötzlich sprang sie auf ,hn loS und schlug ihm mit beiden Händen ins Gesicht: „Feigling! Feigling!" zischte eS zwischen ihren fiebernden Lippen hervor.„Bist Du noch nicht zufrieden? Hast Du ihm nicht genug gethan? Will Du ihn umbringen, jetzt, wo er nicht mehr auf den Füßen stehen kann? Sie drehte sich zu ihrem Vater, zu ihrer Mutter, zu all den Anderen herum und schrie: „Ihr seid Feiglinge! Feiglinge!... So tödtet mich mit ihm!... Zch springe dem in« Gesicht, der noch eine Hand nach ihm ausstreckt!... O, Zhr Memmen!!" Sie hatte sich kerzengrade vor ihrem Geliebten aufge» stellt. Sie dachte nicht an die Schläge, die sie von ihm empfangen, nicht an das ttaurige Leben, welches sie bei ihm führte; nur ein Bewußifein stand vor ihrer Seele: er hatte sie zu sich genommen, er war ihr Mann und e» entehrte sie, wenn er so beschimpft wurde. Stephan war, als sie ihn schlug, sehr bleich geworden. Fast hätte er sich auf sie geworfen. Dann aber fuhr er, wie plötzlich entnüchtert, mit der Hand über sein Gesicht, und mitten in dem Schweigen der Menge wandte er sich an Chaval und sagte: „Sie hat Recht... ES ist genug... Geh!" Sofort rannte Chaval auf die Sttaße hinaus, Käthchen lief hinter ihm her; Alle blickten ihnen stumm nach, und nur die Maheude meinte halblaut: „Sie hätten ihn nicht ftei lassen sollen, er wird sicher irgend einen Verrath anstiften." Aber schon wälzte sich der Haufe hinaus. Es war fünf Uhr vorüber. Die Sonne erglühte mit mächtiger Lohe den flachen Horizont. Ein Kolporteur, der vorüberging, erzählte, in Crevecoeur seien die Gendarmen. Die w ildea Massen schwenkten nach der andern Seite und schrieen: weit kommen, daß die Bergleute zu jener Waffe greifen mlisief Man möge ja nicht leichtfertig wa« beschließen; e« gebe I> manch« Kameraden, die heute»ftreiken, streiken!' riefen, da« seien sie aber die ersten, die in die Grube kröchen und Kameraden im Stiche ließen. Wenn der Beschluß gefaßt werk die Sperre durch em-n Streik zu brechen, dann müsse Na« für Mann für die Besch üsse eintreten. Was die Sperre«* belange, so ließe sich dieselbe am Ende juristisch nicht d» weisen, e« zeige solches aber, daß die Herren Herren, d« Arbeiter aber die Dummen seien: Der Delegirte von Gw? kuchen habe ja auch vor Gericht beschworen, in seinem Beznlt seien keine Maßregelungen vorgekommen, obgleich solche« traf' dem der Fall sei. Direkt würoe ja am Ende niewand gewap regeli sein, aber indirekt, indem man ihn von Stund« an fchleOT Arbeit gegeben. Infolge der Sperre sei e« einem solchen W beiter nicht möglich, sein LooZ zu verbessern; er kenne Leutt die auf 25 Zechen vergebens um Arbeit anges agt. Der B mann Fischer habe in Essen geklaat, er habe Herrn Dr.R« fast fuß»älliq gebeten, mit den Bergleuten in U-ttrhanlT wegen Aufhebung der Sperre zu treten, Herr Dr. N habe o> erklärt: nein, wir verhandeln nicht mit Euch! Die Herren Hammacher und Stößel sollten ja in das Revier gereist se� um den Frieden zu vermitteln; Hrrrn Dr. H. habe er währ de« Streik« kennen gelernt, derselbe habe sich mit sei> Vermögen verbürgt, e« solle den Bergleuten ihr R werden. E« habe aber nur dieser und jener etwa««J reicht, der andere nichts. Die Versammlung möge ernst!« prüfen, ob�sie Streik wolle oder nicht.(Rufe: Ja, nein!) J'kmi zu wi J««eaen A sofort b« . Herr B e is bewiesen, «zien gnves -d b»« Freu »to gereicht "b Ardeit z« � Herr S i * der Speri « darum, d »der aufzur »aten vieln A jeder A'l U Freüug den solche > gegen t, wenn . die Zeil !e Arbeiter « aus d ephon, mo im de Arb die Ret de dieseü del«kamm �e Arbeite Herr Bunte bemerkte. Her. Dr. Hammacher babeß� was er versprochen, gehalten; aber es sei, wenn man di- bei Licht betracht-t, gar nicht« versprochen, es habe sich** z /M0 ,< um Woctklauberrien gehandelt. Redner erklärt er werde nto�vrechen(. um Tvorirrauveriren geyanoeu. sreoner ernarl er weroe w" mal« mehr mit einem der Herren, weder mit Dr. Hammah L°' nach mit Dr. Natarn unterbanhrtn. b-tin fifilt-bttifi ini» NU' L jj? 11 1?«ngpoliz toben zü." L?"? seien noch mit Dr. Natorp unterhandeln, denn schließlich zöge � sich, obgleich man es ehrlich gemeint, Vorwürfe der Sti�l Herr Hermann Steele baut auf die Charakterfest� keil der deutschen Bergleute, daß dieselben keine leichtfertig-u«"« —■__"t p nt Stan Beschlüsse svss n würoen. Ein jeder möge die Hand ou'S£, J" y'1 legen und bedenken, was er thue. Redner verzweifelt n«' �°dw'lch ganz am Frieden; jeder mö�e an Frau und Kmder de«W'!� der dann aber nach freiem Ermessen stimmen." Herr Dieckmann- lleckendorf füh- te au«, daß die Sp!� die schroffste Maßregel sei, welche die Zechen jemals ergrftll™ Dfn VIV TUf.VII'.V I-l, WV.UfV o- 1 Wenn m m sage, die Sp rre bestehe nicht, so sei da« unnahr.(JWj ?»n höhere Löhne gezahlt werden, um solche« zu vermeiden, h� nb'amte der 9 ÜM die R sofoit G-Hnmtiündelei!) Anscheinend hätten die Zechen sich gei«� C! Wenn die Kohlerp-eise in die Höhe geben, dann müßten o»>"»nlor ——...' J Mte und man die Sperre eingeführt, um die L-mi« an die Zeebr p �, d f-sseln. Oyne die Liperre seien die Löhne längst g-sti-l� Man habe hier da« Beilpiel der Saardrücker Grubervei« tungen nachahmen wollm. Redner kommt zu dem Schü�- daß durch den ersten Streik nicht« ernichl sei, die Berglen, hätten sich nur noch eine Ruthe mehr ousgebunden. z nioj« überlegen, wa» nun zu thun sei.(Ruf: streiken! st� ken!) Ja, wenn solches beschlossen würde, dann müsse«»> Einigkeit herrschen. Herr Bauer-Weitmar bestätigte gleichfall« da» handensein der Sperre; er habe aber geglaobi, in seinem vier sei eS am schlimmsten, er sehe aber, daß e« hier gerodl" sei. Im Riichstage hätten die Abgeordneten der siqen Kreise die Ouritung dafür er'h-ilt, daß Jli Arbeiter di- Herren nach Berlin gesandt. E« sei ja bei| nächsten Wahl die beste Gelegerheit, die Antwort auf die At>-> führungen der Herren zu aeben. Die Sperre dürften sich s Bergleute nicht gefallen lassen, in der guten Zeit müßten a"* l die Bergleute was mit haben, in schlechter Zeit müßie s sich leichter wa« gefallm lassen. Redner bemerkt, daß Bergleute ja doch die Majorriät halten, sie möchten fest> sawmen ha ten und sich namentlich mcht durch ZeillMS beleidigen lassen. Herr Meyer-Bochum erzählte einen Fall zum Be» dafür, daß die Sperre wnklich bestehe. WoS H.rrn Dr. macher anbelange, so habe dertelbe die Z chenverwaltungen> mlhr hinter sich, Herr H. möge die besten Atsichten Habens könne dieselben aber nicht durchtüh-en, es sei also mit i°?! nicht m-hr zu unterhandeln. Redner wandte sich gegen �! .»um P in( krieche et Regn n Schul »e zu m Aug« JJJle eben l M-l. Di- «ergleut Herr B ralh voi J�prLsider r*«, und l Maulicher ? Verein« bemüh !s. £ i."»il auch - ist nock »Westf. Volk«ztz." in Bochum, die einen Aufruf an die kathoii'ä� � Arbeiter erlassen, sich d>m Streck nicht anzuschließen. Da«!' siu; vi ui mu)i viu äbt eine Anmaßung von jenem Blatte, die B-rgleuie seien in fug vus ihre Angelegenherlen weder katholisch noch«vangeul» andern nur Arbeiter., H-rr Peter Heep veila« die Aeußerungen de» H�? Dr. Hammacher im Reichstage über die Sperre und bem«� daß oreselbe ooch da sei, wenn deren Vorhandensein auch? leugnet werde. Herr o. Boaicher habe im Reichstage gel� man möge noch Geduld haben be,üzlich der Ergebnisse � Untersuchung über die Beschwerden der Bergleute. Diesig halten doch bald lange genug Geduld gehabt, nämlich S Mo»sI und 7 Tage; od wohl die Herren auch so lange Ged� haben würden? Redner trat oasüc ein, sich den m Ess�� faßten Beschlüssen anzuschließen,«ine Kommission von 7 .h rr B nne m« - liehe wich " sich in' �e nicht« K-rr L rfunb z. .Tfiand Ii benachi � Herr E die '«ünbün zug, T« lpr« „Nach Montsou! Zur Direktion I Brot! Lr»' Brot!" FünfteSKapitel. Herr Hennebeau hatte sich an'S Fenster feines Arb** zimmerS gestellt, um dem Wagen nachzuschauen, der s*? Frau nach der Piolaine entführte, wo sie Cäcilien abho� wollte, um mit ihr und den Töchtern Hennebeau'« Üjj Vandame zu dem Frühstück nach MarchienneS zufahren.* sah Negrel neben dem Schlage der Kutsche einhertraW* dann setzte er sich an sein Bureau. Wenn weder seine Fj". noch der Neffe das HauS belebte, schien eS leer, und bcP derS nach jenem Tage, da der Kutscher den Landauer füb g und Rosa, daS Kammermädchen, bis fünf Uhr Nachmi*� Urlaub hatte, blieben nur Hippolyt daheim, der in Pantosss. "''|f.....■"--. Tag? «Ä durch die Zimmer schlich und die Köchin, welche seit anbruch mit den Vorbereitungen de« Abendessens bes'' war. Herr Hennebeau nahm sich vor, in dieser großen$ recht viel zu arbeiten. Um neun Uhr erlaubte sich Hippolyt, obwohl et' Befehl hatte. Niemand vorzulassen, den Oberaufseher melden, welcher sehr wichtige Nachrichten zu überbn"� habe. Diese Nachrichten betrafen die am Vorabend im®a q stattgehabte Versammlung. Dansaert war über dieselW � auffallend gut unierrichtet, daß der Direktor lächelnd an Quelle dachte, auS welcher sein Beamter geschöpft mochte. Er wußte von dessen Verhältniß zur Pierron� über welches ihm jede Woche ein paar anonyme Brieft � Lange« und Breites erzählten, und er ließ in seiner Ant� r, nt, warum Dansae*. durchblicken, eS fei ihm nicht unbekannt. genau Bescheid wisse. Hennebeau benutzte diese Gelegen� seinem Oberausseher zu empfehlen, er möge vorsichtig damit nichts passire, da« die Direktion zum EinsslK zwänge. Dansaert, dessen Nase ihn durch ihr p�f!, rf Roihwerden schuldig bekannte, wurde verlegen, versucht � leugnen, verwickelte sich in allerhand Erklärungen. ,<(f welche Weise er so viel von jener Versammlung erfW � habe, und war dabei sehr froh, daß der sittenp, � Direktor nicht mehr Aussehens von der Sache � (Fortsetzung folgt.) i'us«-v �e- Do Jb. dem hi j, le derer deiche er '«Mit t ja«m R 4tn Regelt. Anierh Herr 5 1 Künbi l"0 sei % tW Ith. 1 k;Si «ne 3 luv» Sin allen V? em, i. Kesten sperre tz�err Ö°nd i-Zleute C�etiut »„ A bung K Äi" " 5 d» K A.ben z ij,! doch >V," tlai ifen mfilKJ' es gebe l» efen, da« n und d>> iesadt werda üsse Aa» Sperre** i nicht de- Herr»", d« ,on Gelse» nem Bqn« olcket �dern zu wäklen, welche mit den Zechen in Unterhandlung weoen Aufbeiung der Sperre.(Stürmische Rufe: Nein, � sofort beschließen! Stinken!) , Herr Berlach-Köuiasdorn mahlte mehrere Fälle, ? dewiefen, daß die Sperre vektehe. Ein Kamerad fei sogar in «Sien gnvesen, lab« aber auch dort keine Arbeit bekommen. * da« Freizügigkeit?(Ruf; nein, nein!) Derartiges Bor- «»reicht gew ß nicht dazu, den Frieden zwischen Kapital �«rdeit zu schließen. � Herr Siegel. Dorllfeld bemerkte, e« herrsche bezüg» 'n der Sperr« noch Unklarheit; viele meinten, es handele sich -," darum, die paar Mann, welche direkt gemaßregelt seien, and gemsn �der auszunehmen, da» sei nicht der Fall, die B rgleute ver- an fchW» Men vielmehr die Wiederherstellung der Freizügigkeit, so ?> I'd»r beiter Arbeit suchen könne, wo es ihm beliebe. Me Freizügigkeit sei ihnen jetzt genommen. Die Herren ge» Wden salchrs nie ein, denn dann würde die SiaatSanwalt« �lt gegen sie wegen G Heimbündelei vorgehen. Redner solchen to kenne Leati Der BeV Dr. Ralo» te handlilNs MI, wenn auch die Adkehrscheine:c. nicht kenntlich gemacht k� habe ad» die Zechen doch manche andere Mittel hätten, um unbe- Herren Arbeiter anderen Zechen zu fignalifiren. Der A> bester sei gereist sei*!IJn au« der Stube, da stelle sich der Betriebstührer ans er währe» X'phon, mache Dudeldudeltu und die Zeche, der fich der be- mit semtJIJtoide Arbester zuwenden wolle, sei bereits benachrichtigt. ihr die Rede de« Herrn Abgeordneten Kleine anbelange, so etwa« t» W«e dieselbe fast wörtlich dem B richte der Dortmunder >ge ernstl»»idelzfammer an den HandelSminifter über den Streik. Der , nein!) JI" Dbeitnstand werde aber bei der nächsten Wahl schon r habe lt'' L?tn'»«« er zu thun habe.(Bravo!) Redner kam auf die an dt» Sa� Jtmle Verordnung d»s Bergmeifter« Herrn Schorf, die An. ab« sich �'chlung strengerer Handhabung der Bergpolizerverordnungen, i merbe nit'» sprechen(Rufe: Piui!) und b, merkte, es sei unrichtig, wenn »(.» livoiizi„._.. ?nen seien könnten die G-uben gar nicht bestehen. E« sei daß die Zechen immer vorher wüßten, wenn der leichtsertV �»d-amte zur Revision komme; am Tage vorher würde stet« ad au'« S"1£,'n Stand gesetzt. Aus„Margaretha* sei immer ein mit einem mtzl?«hwisch versehener Stock in dl« Grube geschick- worden, nder denk» l?" der Revierb amte auf der Zeche gemesen. Unverhofft "Sisti die Revisionen stattfinden. Daß die Sperr« bestehe, be- ß die Sp�|? der Blies Dr. Natorp'« an die Gmben» Verwaltungen 1« frArff'* cj4 den Streck anbelange, so widnräib Herr Siegel, den- nähr(JM: 1* sofo't zu beginnen; e« wüide höchst unüberlegt sein, ftd» fl«K: C1' �nen so chen Besch uß zu fassen, die Bergleute seien müßten ew rn verloren. Heute roch solle er mit seinen Kameraden neiden, h«"&'» und Sch öoer m,t Herrn Oderpräfibent Studt unter- die Zeche t S. der sie hierum ersucht habe. R dner setzt seinen "■J"'u»um Pfand«: Wenn heute der Sirnk beschlossen werde, n m acht Tagen die Hälste der Arbeiter wieder in da« kriechen.(Inzwischen drängten fich die Herren Gc- ler Reg,erunn«rath Landraih von Rynsch und Ehrenamt- n Schult«. Waten durch die Mensche-menge, um aus die »e zu gelangen.) Herr Siegel fuhr fort: In dem« n Augenblicke, wo der Stnik beschlossen werde, sei der fjst«bkn bepründete Verband bei Seite geschoben und ver. Die WerkSbefitzer spekuliren nur auf die Uneinigkeit Vergleute. r. Herr Bunte verla« sodann eine Deoesche, die Herr Ge« f>raih von Rynsch übe, brachte. Die'elbe war vom Herrn �"Präsidenten Siudt in Essen an Herrn v. Rynsch aufge- r*n, und besagte, daß der Voistand di« Verein« für die «iitl»"'" zft geftil -ubervei em Sch� ne Bergb nden.» M eikrn! ftr» r müsse»» I« da« seinem � ier geradln n der W. daß f et ,a be'� auf die Ai» rften fich � müßten a>» müßte ck', daß chten fest h ZestUNL zum Ltl> Dr-H» �lldaulichen Interessen heute einstimmig beschlossen habe, auf ? Beremszechen die Sperr« aufzuheben, ebenfo, daß der Vor- bemüht sein werde, auf die anderen Z ch.n einzuwirken, ?>»it auch sie ein gleiche« thäten.(Bravo! Bravo! Rufe: ist noch nicht« sichere«!) J};xt Bunte: Wenn man auch sage, e« sei nicht« sichere«, 'iinne man doch heute keine difiniltven Beschlüsse fassen, die e ließe sich nicht über da« Knre brechen, dazu sei dieselbe bn nichtig. Man müsse eist all.« versuchen, sonst setze in aji v-u n k � in'« Unrecht.(B aoo!) itunaen � t,i..Herr B u s ch m e i er. H ern e kam zu dem Entschlüsse, e« en haben/ �» nichis üdria. al« iu streiken. t�gJao« � ß!,[lunb zu ermächtigen mit den Zechen zu unterhandeln. Der e katholi�lf i»'dand könne dann jede einzelne Zahlstelle von dem Ecgeb- Tiai C benachrichtigen. Herr Siegel stellte den Antrag, ihn zu ermächtigen, l,?1 die Z chenverwaltungen Strafantrag zu stellen wegen » d'tmbünbelei, da dre Z ch.n nun das Vorhandensein der zugegeben.(Ungeheurer Jubel!) c n. Da« s«en rn � i evangelil" i de« He� nd bemer� sein auch? «tage QtlW ich 6 Mo»? nge Ged>* in Essens 7 res Arbei'J i, der f«5 ren abh»� -eau'« - fahren.* inhertra»� ,n.- xK und des»' .auerfüh� RachmiZ i Pantoff� seit T-SZ beschA roßen v-hl txj* -scher a»� llberbriaS , im M.� di�elb» -lud an� söpst h< PierronZ Brief- A ier Ant>» Dansa�! Kele�e-Y S-zz tngen. 'g«Ö sittensssA he*** E« tprachen sodann noch die Herren M a r g a raf-E ss en, " se-Ueckendorf,-------— v v/l»Dortmund.*1«»ficic neun«.II«>...uzz, uuuj zj* bem hiesigen Revier eine Anflöge an die Z chen zu richten �»s dereit seien, die Sperre aufzuheben; da», wa« in der »»ßhe enthalten, sei nur für da« Essener Revier bestimmt. ,,, Herr Bunte e> klärt, er ihue e« nicht, er unterhandle nicht stlit den Zechen, da« habe er einmal g'than. su«m Redner au» Spörkel bemerkte, o,e Zeche„Dahlbusch* in„humaner* Weise eme große Anzahl Bergleute ge- �»gelt. tzu Herr S ch ü r h o l t- Dorstfeld war dafür, e« noch einmal Unterhandeln zu versuchen. err Winkelman»-Langendreer erzählte einen Vorfall, Kappert-Steel'e und Der l.tztere stellte den Antrag, >e auch Kündigung auf Z>che„Bruchftraße* betreffend. Die Kün- �»g sei jedoch zu> uckgenommen. E« gelangte dann eine de- iv? ist Essen und vom Vorstande de« Verbände« ange- n??�e Relo unon zur Annahme, nach welcher ,n Etwägung, B ichlusse bezüglich der Aufhebung der Speire nicht i�Uen Delegiiten gefaßt se en, daß der Veiband durch einen y»?, Streik zerstör», e« abgel'hr t werde, jetzt in einen neuen ß, a nnzuireten. E« soll ein Bunau gebildet w.rden, dem l,, Ai Kote- leiten und durch seine schönen Posm— e« war nicht allzuviel! Da« Kartell wird selbstverständlich Herrn v. Puttkamer gegenüber nicht spröde thun können; e« muß, kraft der bekannten Abmackung, auch ihn ebmso hinnehmen und gmießen, wie seinm Freund Siöcker. Ob lediglich die Sehnsucht nach parla- mentanschen Thaten Herrn v. Puttkamer die Kandidatur an- nehmm ließ, davon weiß man nicht« Gewisse«. Der P-li»eik-mmissi»r Kammhoff dal in einer der letzten Verhandlungen des Elberfelder Scz'alistmprozesse« fich gerühmt, daß er auch gegenwärtig„Vertrauensmänner* besitze, die Beziehungen zur Fraktion hättm. Da« ist eine ganz elende Bramardafirerei, naturlich nicht de« Herrn Kammhoff— denn er ist ein ehrmwerther Mann und schwört nicht falsch—, son- dern semer sog.„Vertrauensmänner*. Sine Umfrage in der F-aktion hat ergeben, daß auch nicht ein Mitglied derselben mit dritten Perionm, von Harm und Schumacher abgesrh-n, in Barmen-Elberfeld und nächster Umgebung in politischer Korrespondenz steht oder in dm letzten Jahren gestanden hat. In den Verhandlungm der Fraktion ist auch seit vielm Jahrm kein Schreiben von wem immer au« dem Wupperthale herrührend Gegmstand einer irgendwie gearteten Eiörterung gewesen, auch nicht im FraktionS-Vorstand, wie wir noch vor« sichtsholber ausdrücklich hinzusetzen wollen. Die pecsönlichm Unterftützungssachen, die Harm betrafm, find emmal im Frakttons-Vorstand, ein zweite« Mal in der Fraktion erörtert wordm und zwar auf Harm« persönliche Veranlassung. Die entgegmftehendm Angadm de« Polizerkommissar« Kammhoff, ober vielmehr seiner Hintermänner beruhen auf Flunkere,, die um so eiktärlicher«st, al« diese Nichtgmtlemm gedickt durch die Weigerung de» Oberbürgermeisters, dieselben zu nennen, fich in voller Sicherheit befindm und ungestört lügen könnm. daß die Balken brechen. Unr Kpott«nd Drohungen hat da« Organ der Zechen» Verwaltung, cie nationa.»berate„Rheinisch. Westsirl'sche Zerrnng*, für dre Arbeiter. In einem Leitartikel über die Lage im west- fälisch'N Kohlenrevier führt da« Blatt aus, daß V>rsainmlungm bei„Mutier Grün* nicht mehr einberufm werden könnten, weil die Mutter recht weiß geworden sei. Versammlungen, in dmm man über unmenschliche Behandlung seitm« der Beamten klage, wüiden ertweder sofort aufgelöst werden ooer könnten für ihre V rbrerter döse Folgm haben.„Nach dieser Richtung hat fich glück icher Weise viele« geändert. Die Behörden find strenger geworoen. Die Verwaltungm sind von der unglücklichm Meinung abgekommen, daß sie über jede Verdächtigung er- haben seim.* Die Zechmverwaltungen seien längst grüftet sür einen wochen angen Streik. An dem Entscheid vom 19. No- vember in Betreff der Nittwrederanstellung unbotmäßiger Ar- beiter müsse unentwegt festgehalten werden. Gelsenkirche«, 8. Dezember. Eine heute von 3000 Per- sonen desuchie Bergarbeiter. Versammlung trat den Beschlüssen der gestern Abend in Donmund stattgehabten Versammlung bei, vi« zum rächstm Sonntag abzuwarten, ob die Arbeitei- sperre thatsächlich aufgehoben und die entlassenen, sowie die Arbeit weckielnden Bergleute auf den Zechen wirklich ange- nommm würden. Ueker di» Aushebung der Arbeitssperre in Essen wird Folgendes berichtet: Essen, 8. Dezember. Auf gestern Nachmulag 5 Uhr war eine Vorftandssitzung de« Vereins für die bergbaulichen Interessen im Oberbergamtsbezirke Dortmund im Hotel Reetze«inberufm, welcher u. a. auch Herr Ober- p'äsibent von Berlepsch, Oderpräsident Studt, Berghaupimann Erlen und die Regrerungspräoentm v. d. R.cke und Winzer beiwohnten. Zu Pur kl 2 der Tagesordnung, welcher von der Sperre handelte, wurde folgender Beschluß gefaßl: Der Vorstand war fich darüber ewig, daß, insoweit mit diesem Ausdruck die Entlassung widersetzlicher und aussätziger Bergleute von der Arbeit auf einzelnen Zechen gemeint sei, irgend welcher Grund zu einer allgemeinen Beschwerde nicht vorliege; so weit unter jenem Ausdruck Sperre dagegen von einer Grube abkehrender B- rgleute in der freien Wahl fich Arbeit auf andiren Gruden zu uchen verstanden wäie, hält drr Voistand einstimmig est, daß solche Maßregel, wie sie bisher bestanden haben oll, nicht mehr geboten sei und beschloß derselbe, die ämmtlichen Zechen de« Oberbergami«dezr,k« Dortmund zur Aushebung entgegenstehender Vereinbarungen auf- zufordern, damit jene Beschränkungen bei Annahme von Aid'ilern beseitigt werden. Der Overpräfident der Rhemprovinz erklärte, al« ihm bei seinem Erichernen der obige Beschluß mitgetherlt war: Nachdem der Vorstand beschlossen hat, den Zechen die Aufhebung der sog. Sperre anzurathen und die Ver- treter der Essener Zechen gemäß der Erklärung de« Herrn Direktor Krabler fich mit diesen Beschlüssen einverstanden erklärt haben, werde ich den Vertretern der Bergarbeiter Fischer, Markgraf und Ballmann noch heute Abend oder morgen früh von diesen Beschlüssen Kennwiß geben und ihnen dabei eröffnen, daß, wenn dre Bergleute de« Essener Revier« trotz dieser Erk ärung den Streik be- schließen würden, sie sich jeder Sympathie der Regierung begeben würden. Der Oberpräfident von Westfalen schloß fich dieser Erklärung in Bezug auf die Bergleute Westfalens an. Worin die„Sympathie der Regierung* bisher bestanden hat, dürste weiteren Kreisen wenigsten» unklar fem. Von der „Antipathie* hat man allerdings knallende Beweise. Di» Unter snckung der Arbeiter-«nd Betriebs- Verhältnisse denn Steinkohlenbergbau, welche au« Anlaß der im Mai d. I. erfolgten Arbeiterauestände von den zuständigen Ressortministern angeordnet worden ist, sieht, wie der„Reichs- Anzeiger* meldet, ihrem Abschluß entgegen. Zunächst haben, so heißt e« in dem amtlichen Blatte, die dazu bestimmten örtlichen Behörden(Landräthe, Bergrevier- beamte tc.) die Vernehmungen der Arbeiter und Bergwerk«- befitzer sowie die sonst erforderlichen Ermittelungen vorgenommen und fich demnächst gutachtlich über die auf jedem untersuchten Bergwerke vorgebrachten Beschwerden und Wünsche geäußert. Die in dieser Art erwachsenden Verbandlungen haben hierauf für B-rathungen� der betheiligten Piovinzral- und Bezirke- behörden(Oberpräfidenten, Regierung« Viäsidenten und Ober- Bergämter) die Grundlage gebildet und find von diesen mit au«- führlichen Gutachten den Mmiftern der öffentlichen Arbeiten und de« Innern eingereicht worden. An letzteren Stellen erfolgte der Ein- gang im Laufe der Monate September und Oktober; der zuletzt angekommene Bericht über die Veihältnisse Oberschlesiens trägt da« Datum« de« 31. Oktober. Seiten« der zuständigen Minister sind Kommissarien mit der Sichtung und Zusammenstillung de« äußerst umfangreichen Material« betraut worden, welche« in etwa 240, theilwei« mehrere Hundert Seiten umfassenden Akten- stücken vorliegt. Im Lause der am 9. Oktober begonnenen kommissarischen Berathungen haben sich mehrfache Rückfragen bei den betheiligten Behörden al« unumgänglich herausgestellt, nach deren Erledigung an die Bearbeitung einer»die Unter- fuchungSttgebniffe umfassenden Denkschrift herangetreten worden ist, deren Beendigung bevorsteht. Die Denkschrift wird s. Z. der O'ffentlichkeit übergeben werden. Mit Rücksicht aus den enormen Umfang der Untersuchunp«verhandlungen, welcher bei zweckdienlicher und gewissenhafter Eisüllung der gestellten Auf- gade nicht vermieden werden konnte, kann nicht wohl einer der betheiligten Behörden eine Verzögerung zur Last gelegt werden. Nach dem hier Gesagten durfte man also in diesem Jahr- hundert nicht mehr auf die Regelung dieser Angelegenheit zu rechnen haben. G»sterr-ich-N«gar«. Ueber die Bestrebungen der österreichischen Demokratie giebt un« eine Rede Kronawetter« Auskunft, der erklärte, die Partei müsse vor allem da« allgemeine Wahlrecht fordern und fich auf da« Energischste gegen die Reaktion zur Wehr setzen; sie werde darin unterstützt durch di« Millionen von Arbeitern, die al« nicht wahlbeeechiigt nicht zu den Schutzbefohlenen der reaktionären Streber gehören. Diese letzteren seien e«, die direkt auf die Rückkehr zu mittelalterlichen Zuständen, auf Adels« und Pfaffenherrschaft zusteuerten und voll roher, bru» taler Selbstsucht auch die Leibeigenschaft mit in den Kauf näh« men.(Beifall.) Man gebe vor, den kleinen Handwerkerstand retten zu wollen, verschweige ober, daß e« unmöglich sei, die Gesammtheit durch Bevorzugung eine« Stande« aus Kosten de« andern zu erhalten. Da wolle die demokratische Partei die wirthschafiliche Wohlfahrt für die Gesammtheit för- dern, sie wolle sein ein Hort der Freiheit, sie wolle keinen Streit mit den Nationalitäten und erkenne die Nothwensi.keit der deutschen Staatssprache nur an al« da« beste Verständigung«- mittel in unserem vielsprachigen Staat. Die demokratische Partei halte fest an der Staat« einheit, sie wolle eine österreickische Partei fem. Warum die anderen Nationen hassen? Der Sieg der Junglschechen habe den Licktenftein'schen Schulantraa zu Falle gebracht, den die Wiener Antisemiten Mann für Mann unterstützt haben würden, weil man ihnen versprochen hatte, daß sie alle reich sein würden.(Heiterkeit und Beifall.) Redner schloß unter stürmischem Bravo und Händeklatschen mit der Erklärung, seine Partei werde die Reaktion bekämpfen auf kon- fessionellem, auf nattonalem und freiheitlichem Gebiete. Frankreich. Ein Blick in die französische Presse würde unseren Kartellbrüdern und sonstigen Chauvinisten jetzt von außerordentlichem Nutzen fein und ihnen sicher zur Beruhi- aung ihrer arg erreoten Nerven dienen. E« herrscht nämlich in der politischen Welt Frankreich« ein wahrhaft idyllische« Stillleb n. Der BoulangiSmu« ist todt, die übrigen monar. chistilchen Parteien find von ihrer Wahlniederlage noch betrübt und haben auch nicht die mindeste Aussicht, je wieder auf die Beine zu kommen. So find denn die Republikaner aller Frak- tionen gewissermaßen unter sich; und Streitftagen, welche die Leidenschaften erwecken könnten, liegen im Augenblick nicht vor. Der Triumph der Republik durch die Weltausstellung hat da« Selbstgefühl der Republikaner mächtig gehoben, und läßt sie mit einer behaglichen Ueberlegenheit auf die Staaten de« europäischen Ausland« blicken, deren Regierung-n fich mei- sten« m einem Zustande hochgradiger Nervosität befinden und — wohl auch Gnrnd dazu haben. Daß die franzöfische Presse in« besondere die Entwicklung der Dmge in Deutschland sür wenig beneidenswerth hält, wird unseren Chauvinisten vielleicht nicht sehr angenehm, aber kaum verwunderlich er- scheinen. Doch, wa« die Franzosen gegenwärtig von Deutsch« land lagen, muß man übrigen» selber lesen. Jefferson Davis, der jüngst verstorbene Expräfident des amerikanischen Rebellenbunde«(der„K o n f ö d e r i r t e n Staaten*), war wohl der größte Hoch. undLande«verrLther diese« Jahrhundert«. Er befehligte 4 Jahre lang Über eine Million Soldaten, mit deren Hilfe er die Verfassung seine« Vaterlandes zerstören und biete« selbst zerreißen wollte— schloß gegen sein Vaterland Bündnisse mit ftemden Regie- rungen, verursachte den Tod von Hunderttausenden von Menschen und bereitete seinem Vaierlande materielle Veiluste, die sich nur nach Milliarden berechnen lassen. Und dieser kolossale Veibrecher— der sich beiläufig der wärmsten Sym- paihien aller Aristokraten, Rückwäitsler und sonstigen Ordnungsfreunde de« monarchischen Europa erfreute — wurde nickt erschossen, auch nickt gehängt, al« er, nach Ueberwindung de« Redellenbunde«, in die Gewalt der siegreichen UrnonSreaierung gefallen war. Nach kurzer Einsperrung wurde er— gleich allen seinen Helfershelfern — begnadigt. Die R publik wollte den so blutig erkauften Sieg» cht mit Blut beflecken und— sie sühlte sich stark genug, großmüthig zu sein. Es ist die« ein Beispiel de« Edel- muth«, dem die neuere Geschichte nur ein z w e i t e s an die Serte setzen kann: da« der S ch w e i z, die 1847 noch glück- lich beendigtem Sonderbundskrieg ebenfau« allen Re- bellen verzieh. Regierungen, die sich nicht stark fühlen, können natürlich nicht so großmüthig sein. Da« B wußlsem der Schwäche macht grausam und verfolgungSsüchtig. Und von allen Regierungen, die ihre Gegner um jeden Pier« zu unterdrücken und zu ver- Nichten demüht find, kann man mit untrüglicher Sicherheft sagen, daß sie selber fich für schwach hallen und den Glauben an sich verloren haben. Vvtefkasten. »ei«ntragm bitlen wir die«bonnemenlSDuiltuna betzusüseir RrirfliAe «ntwuri wird nicht ertheiU Kh. A. IVO. Da die sächsitche Lotterie hier verboten, und da« Spielen in derselben stiaibar ist, so kann überhaupt ein Miilpieier den andern nicht auf Herausgabe eine« Gewinn- anthiile« verklagen. Jede derartige Klage würde vielmehr au« dem angeoebe, en Grunde abgewiesen werden. Erivk halle AK. Ihre Frau ist Bezahlung der vor der Ehe ihr enistandenen Kurtoften verpflichtet, nicht aber Sie. Wenn Ihnen gehörige Sachen verpfändet werden sollten, so können Sie dagegen interveniren. Gebr. Grumach König str. 57a. Beplin 0 Königstr. 57a. Größtes Gtal»lisseme«t für Umtausch itilht tllsvemmhtt Wittttt insnhlllb 8 Tages geßattet. Strumpfwaaren, Trirotagen, Strickgarne und Fantaste-Artikel. AvSschlieW eigeae Fabrikatio« fast sammtlicher Artikel emöglicht tS m, jn außergewöhnlich billigeu Preisen das denkbar BeKe liefern z« können. Ms besonder« praktisch zu Weihnachtsgeschenken empfehlen nachatehende»ich worguglicH eignende Artikel»u sehr billgen Preisen s Strümpfe für Kinder. Klei» mittel«r-ß Marke P. aus Streichgarn-Wolle... 0,10. 0,1S. 0 20. 0 30. 0,40. 0 50. Marke U. aus Prima Kammaarr,-Wolle 0,32. 0,40. 0,48. 0,50. 065. 0,72. 0M>. 0.88. 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Beilage zum Berliner Bolksblatt. i>*. 289 Dirnstag#»«10 Dezt«brr 1889 «.Hahr». Aufruf. Parteigenossen! Arbeitec! �.i �09 der Stichwahl für die Kommunalwahlen ist jeht N Mittwoch, den 11. Dezember, festaesetz' und findet die JW ununterbrochen von Morgens 9 bis 6 Uhr Abends statt. fpb deshalb auf den Posten und erscheint Mann für Mann, W Ihr schon am 19. November Eure Stimmen abgegeben habt, •Memm vollzählig. Derjenigen Wählern, welche ihre Pflicht ?»ix benennt n Tage nicht erfüllt, rufen wir zu: Gedenket »nrer Pflicht als Männer am 11. Dezember, damit der S!eg, ?lchen wir schon errungen, ein vollständiger und ganzer werde. auf zur Stichwahl und stimmt für die Kandidaten der �tmldeinokratie. 8ür de« 11. Bezirk: Fritz Zubeil, Tsschler. », 17., Wrlh. Börner, Z'garrenfabrikant. .. 27.. Otto Heindors, Restaurateur. ». ZS.. Robert Herzfeld, Expedient. Diejenigen Genossen, welche am Mittwoch, den 11. De- bei den Stadiverordneten-Stichwablen behilflich sein , uen, können fich an diesem Tage von Morgens 8 Uhr in Lokalen bei den Bezirkstührern melden, wo am Tage der Wahl die Wählerlisten zur Einficht au« Nim; Für den 11. Bezirk: bei Ammer, Destillation, Heim- und Bergmannstcahen-Ecke. Für den 17. Bezirk: bei Lindemann, Restauratton, Moritzstrahe 9. Für den 27. Bezirk:beiBehltndorf, Restauration, Straubdergerstrahe 36. Für den 35. Bezirk: bei Rabe, Restauration, ». G anfeerstrahe 1. plerdem beim Zentral. Wahlkomitee, wellbe» seinen Sitz am »'S« der Wahl von Morgen« 8 Uhr an bei Julius Henke, kmauration, Blumenstratze 38, hat. ». Die Bekanntmachung der Gefammt-Refultate findet am �«och den 11. Dezember, Abends 8t Uhr, statt und zwar: Für den Norden: in Lehmann'« Salon, Schwedter- strahe 24. Für den Süden: in der Unionsbrauerei, Hafen- Haide 3-5.,.„ Für den Osten: im Böhmischen Brauhaus Landsberger Allee 5—7. Da« Zentral-Wablkomitee. PetrlrnnentslterWite. Ifsntf*»» 33. Sitzung vom 9. Dezember, 12j Uhr. » Am Ti'che de« BundeSrath«: von Maltzahn und �»»rfsaneii. i Die zweite Berathung des Etat« der Zölle und Ver- ,�uch 5 st e u e r n wird bei Tit. 2„Tabaks steuer" fort- L Kräder(Volksp.) führt aus, baß über die Höhe � Peibia�chsangab« feiten« der Tabakbaucr lebhaft geklagt ?de. Die Ausfuhr einheimischen Tub ikS fei zurückgc- 5«V"!«an müsse daraus Bedacht nehme», der Ausfuhr wieder ltheifen. Miiller-Marienwerder(ReichSp.) bedauert, daß die Ert ärung des SchatzfekcetärS die Hvff-iungen der jQ*en Tobaksdauer herabgeftimmt habe. Während die �.nliregierung den Zuckeiintertsse'-ten ein großes Wohl- zuwende, wolle fie niibt veizichten auf eine Einnahme j? tinign» Hunderttausend Mark auf Kosten der Tabaks- Ä Und doch würde eine Erleichterung in ditsrr Ncht sehr gut und ohne Beeinträchtigung der L�iinnohmen geschehen können durch eine Kontingentirung f �abakiteutr, sowie durch Erleichterungen bei der Steuer- ��laguna und-Erhebung. Zum mindesten müsse ein .�»ererloß P atz greifen in solchen Fällen, wo die Tabak- lzin du.ch Naturereignisse in ihrer Verwerthbcrkeit Em- z,*«litten haben. Die Tadaksbauer würden zufrieden fein, ihnen wenigstens diejenigen Erleichterungen gewährt wür- rv«deiche im Wege de« Reglements ohne Aenderung dir �Mbu-'g kich herseiführen lassen.(Beifall.) �«Sbg. Sripio(natl.) befürworte e trirgmd eine Herab- ' der Verb auchssteuer. Di? Sreuer te, vielfach höher als k-"Ntfip et« für den Tabak. M m bemth nle den Tabakbau ß,�>q nach den thatjächlichen Verhältnissen. So berechne man L nSkatrschec Seite, wenn der Tabak» bauer den Tabak selbst hz Mlirt, den bei dem nachfolgenden Trocken voraana fi-ü ein- i�ben Schwund mit 1 pC?., während derselbe häufig 2t) pCt. de- «i Er diite also die Regierung, nochmals eingehend '°?len, ob die Steuer in dieser Höhe gerechtfertigt sei. idu.) �"bg. Grad(Els.-Lothr., Protest ler) betont, daß auch der»liäsfischen Tabaksbamr ähnliche Klagen geführt Der Redner ist em entschiedener Anhänger des Monopols, welche« in Frankreich, trotzdcm der Konsum ty�nnger sei, aU bei uns, 300 Millionen Frank« jährlich Kchnltz(Reichtv.) konstatirt einen Rückgang de» ein- «den Tadaksbaae«. fliine ganze Reiht wichtiger Fragen u l«ibcschaff«ahe>t, Bewässerung, Felmentuuna u. s. w.) harren � der Lösung. Angesich'« der bestehenden Ki.st- sollte dl» jg�ung nicht nur mit Wohlwollen, sondern mit ernstester Va1?* an die Frage de« Tabaksbaue« herangetreten, bivor die uns Milch geben soll, fteibe.(Beifall.) Gt»mm-L-dwigs Hafen(nati.) tritt den Klagen der .'»»er vei und findet c« unbegreiflich, daß bisher noch »t« Gunsten de« nothleit-enden Tabaksbaue« gefchehm sei. JÄUfekKtÖr Frhr. Maltzahn b.tont, daß die Grunde � I'tzige, vielleicht weniger günstige Lag« de« einheimischen W°u°« nicht ausschließlich auf dem Geb, et- der Steuer- Muna U.ge. Mit der Hebung der allgemeinen Wohl- itzd«» sei tut Z'garre.'mehr und mehr an die Stelle der � getreten. Da« bleibe allerdings auf die Art �Mtabflität der Tabaksbauer nicht ohne Ruck Wirkung. der EnquSte könne er stch nicht äußern� da .. doch nicht abgeschlossen sei. Wenn man ledoch j&die allzu„fiskalische" B Handlung der Frage sich de- Aq e�k�chlSpunkt könne oer L tzz�'ner Pflicht nicht außer Acht lassen....... C'kaf'i***». Kch-««k v. Stauffenb-rg(dfr.) hebt her- � tR» der«onsum infolge der Suuer zurückgegangen Jet. der Fiskalität solle man nicht zu sehr m den einn�kmzen Ausführung de« Abg. Kch«»tz(Reich«- p-irte!) und nsch einem Schlußwort de« Referenten Abg. v MedeU-Malchow, welcher namen« der Budget Kom Mission die Wünsche der Tabaksbauer lebhaft der Berückfichli- gung empfahl, wird der Titel„Tabaksteuer" bewilligt. Es folgt T'tel 3„Zuckersteuer." Materialsteuer 7 314 000 M.. VerbrauchSabzabe 42010 000 M.) Abg. Mitt»(dfr.) verlangt, daß die Rübensteuer so bald als möglich abgeschafft und die Frbrikrtfteuer eingeführt werde. Die Regierung könne weder im I teresse des Lande«, noch im Interesse der Zuckerin duftrie es verantworten, die Material- steuer weiter bestehm zu lassen. Dem Swate gingen avjähr lich viele Millionen verloren, die Zuckerindustrie werde durch da« System der Erportprämien in d'.e Bahnen einer ungesunden Entwickelung gedrängt. Die Kiifi« könne nicht ausbleiben und werde noch schlimmer hervortreten, al« früher. Eine Aenderung müsse Platz greifen, ob nun die inter nationale Zucker-Konvention in« Leben tritt oder nicht. Selbst wenn dieselbe zu Stande komme, dürfe e« nicht beim Alten bleiben.(Beifall lrnks.) Staatssekretär Frhr. v. Maltzahn bemerkt, daß die Fro� ob die Londoner Zucker-Konvennon zu Stande kommt, sich rm Laufe de« nächsten Sommer« entscheiden werde. Abg. Fürst Aatzfcld- Eracheuberg(ReichSp) ist der Meinung, daß die Gefahr für die Zuckermduftrie lediglich in der Ueberproduktion liege. Komme die Konvention nicht zu Stande, so körne es bei dem bisherigen Zustande nicht bleiben. Die Entscheidung müsse daher vertagt werden, hi« es gewiß ist, ob die Londoner Konvention in Kraft tritt oder nicht. Die Debatte wird geschlossen und der Titel„Zuckeisteuer bewilligt. T-tel 4„Salzsteuer" wird debattelos genehmigt. Es folgt Titel 5„ B ra n n t w ein st e u er".(Maisch- bottich- und Moterialsteuer 19 314 000 M., VerbrauchSabzabe 11530 000 M.) Abg Schultz(ReichSp) weist auf den Rückgang des Kar- toffelbaue« in 0?n östlichen Provinzen hin. Er wünscht, daß die Regierung Erhebungen darüber anstellen möge, worin die Ursachen di-'er bedauerlichen E scheinung zu wchen find. Abg. Klaukenhor«(natl.) dankt der Regierung für da» Wohlwoll-n, m t wc.chem fie den Wünschen der südveutschen kleineren Qua' tätSbrenner entgegengekommen sei. Abg.». Christen(ReichSp.) befürwortet den Wunsch der Kautabak-Fab.ikant-n, den zur Herstellung ihres Fabrikat« ver- wendeten Ä anntwein steuerfrei zu lassen. Abg. Kall»(ntl.) beklagt e«, daß die Wünsche der kleineren Kartoff �itireni- er nicht dasselbe Entgegenkommen gefunden baden, wie die der kleineren Qualität«-(Obst-) Brenner. Dre Regierung habe ernstlich zu e- wägen, was zur Beseitigung dieses M-ßstande« geschehen könne. Nach seiner Anficht müsse eine Aenderung de« Gesetzes in dieser Beziehung Platz greifen. Staatssekretär Frhr. v. Maltzahu erklärt, daß bei der Revision der Kontingentirunu den Wünschen der etwa 1500 kleineren Brenner nach Möglichkelt des bestehenden E srtzes Rechnung getragen werden soll. Die vom Abgeordneten v. Ehristcn angeregte Frag» habe dem BundeSrath bisher noch nicht vorgelegen. Abg. Gatnp(R-ichSp.) wünscht, daß man den kleinen landwi-.thlckuftiichen Brennereien so viel als möglich zu Hilfe kommen möge. Die großen gewerblichen Brennereien seien bei der Kontingentiiung zu seinem Bedauern begünstigt worden. Je größer der Be'ried, desto kleiner müsse nach ferner Anficht da« Kontingent sein. Für die Bemessung de« Koatinzent« dürften weniger die fiskalischen Interessen, als vielmehr die Jntwissen der Produzenten und Konsumenten maßgebend sein. Daß ein Rückgang des BranntweinkonfuwS eingetreten, be- grüßte er al« eine erfreuliche W-rkung des Branntweinsteuer- gtsetzeS. Abg. Kzmula(Zentr.) beleuchtet zunächst den Rückgang de« deutschen Branntwein-ExportS. Redner stimmt dem Vor- schlage de« Abg. Schultz, betr. eine Er-qoete über den Kurtoffelbau, zu. Weiter bemerkt er, daß bei der Kontingeritirung Mißgriffe geschehen seien: dieselbe müsse künstig zu einer ge- rcchtmn g-mocht werden. Abg. Richter: E« war mir interessant, die Fälle von Klagen über da« Gesetz zu hören gerade von Vertretern solcher Parteien, welche die Verantwortung für das Gefitz haben. Wenn Sie damals nicht mit einer gewissen Begeisterung den „Sp ung in» Dunkle" geihan hätten, hatten eü zelne Beschwerden über da« Gesetz vermieden werden können. Es ist viel leichter, ein neues G s-tz zu geben, a!« ein bestehendes abzuändern: da« erfahren auch wir leider sehr oft. Ueber die allzu große Be« lastung der Konsumenten, namentlich der Arbeiterklasse, durch diese« Gesetz hat bisher Niemand ein Wort verloren. Ww derahlt denn die Einnahmen aus dieser Steuer, die 124 Millionen, wer bezahlt die Liebesgabe an die Brenner von 41 Millionen, al« vorzugsweise die arbeilenden Klassm? Wenn der Bram-tweinkonsum um ein Drittel zurückgegangen ist, so bezahlen jetzt die Konsumenten d e zwei Drittel noch theurer wie früher das ganzr Quantum. Die Belastung einer Arbeiter- familie durch di.se« G.stz beträgt jähilich 14 M. Der Abg. Schultz(Lupitz) sprach von einer Hebung de« Karlcsfelbau« und schien diese Frage nun abhängig vom SpirituSgesetz be- trachten zu wollen, er sprach von dem Bauer, der gar nicht« vom Bcanntweingesctz und der Kontingentirung habe. Diese« E>ngeständ.>iß war mir merkwürdig, daß eine große Anzahl der Kartoff lbauer gar nickt von der Liebesgabe von 40 Millionen berührt wird. Diese Liebesgabe würde hinreichen um ihnen alle die Kartoffeln mit 2 M. pro Zentner zu ver- guten, die fie angeblich j-tzt nicht pflmzen, die tbatlächuch aber auch jetzt wie früher gepflanzt und nur zu and.-ren Zwecken, FüiteiungSzwecken u. bergt, verwendet werden. Ich vermisse jede Andeutung, wie der Abg. Schultz(Lup itz) fich die Hebung des Kartoffelbaues denkt, vielleicht liegen da P äne vor, die auch unseren Bnfall finden lönnten und gar nicht« mit der neuen WirthschaftSpol'.trk zu thun haben. Von einer Ueber- chwcmmung mit Kartoffeln feiten« de« Auslande« kann bei diesem Artikel gar nicht die Rede sein. Für eine Hebung de« KarieffrtbaueS außerhalb der neuen WirthschaflSpoliiik würden wir auch fein, zumal durch die Getreidezölle da« Korn so ver- th.-uert ist. Ein großer Theil der Beoölkerung geht jetzt von der Brotnahrung zur Kartoffelnahrung mehr über, al« der Gesundheit zaträgl'ch ist. Der Abg. Smmla meint, die Oöerichlefier nährten fich besonder« von derKarioffel und seien doch ein gesunder Volksstomm, aber nirgends ist die Sachsen- gärgerei so groß, wie in Obersckleficn, die Leute finden wo anders eben bessere Nahrung. Wenn Sre uns Oberfchlefien, das klassische Land de« Hungertyphus, a><«in Land mit gesundheitsstrotzender B'vöckerung vorführen, so kann unS der Abg. Viichow darüber erzählen, wie die Kartoffel- nvhrung weniger widerftandtfähig gegen Krankheiten und Epi- demien macht. Abg. Sctzri» bittet die Regierung, bei der Kontingen- tirung der kleinen Brennereien da« fi kal-sche I itcresse möglichst zurückzudrängen. Die Kornbrenner befänden sich gegenüber den Hefenbrennern, die gegenüber früher eine Verbesserung er- fahren, in einer unqü-'stigen Lrge. Abg. v, Kardorff: Herr Gamp hat in der Kontingenti» rung«srage nur süc leine Person gesprochen. Die Partei hat diese Frage noch nicht behandelt. Herr R chter meinte, dt« Konsumenten hätten viel mehr Grund, sich übe die Brannt- weinsteuer zu beklagen als die Produzenten. Eine Brannt» weinvertheuerung ist eingetrete i, aber in sehr schwachen Gren- »en._ Die Steuer bezahlt aber hauptsächlich der Detaillist, der Schänker, und die Verminderung des Bcanntweinskonsum ist ein Segen für da« Land.(Zustimmung recht.) Der Landwirthschaft sind die Vortherle dieses Gesetze« wohl zu gönnen. Bei Erlaß des Brannlwnnsteuer- gesetze« war der SpirituSp:eis auf dem Weltmmkt schon so'heruntergegangen daß die mittleren und k emeren Brennereien überhaupt nicht mehr SpiriluS brennen konnte» ohne große Verluste. HLiten mir da« Besitz nicht erlassen, fo würden, wie in England, kolossal große Brennereien die ge» fammte Spiritusproduktion in Deutschland in die Hand ge» nommen hab-n.(Beifull recktS.) Abg. Mörtnan«: Noch einem mir zugegangenen Tele- gramm au« Hamburg ist noch neuerdings von dem Bunde«- raih gegen die den Hamburger Pceßhefenfabriken gewährleisteten Zollerlerchterungen verstoßen worden. Ich bitte den Bunde«» raih schon a iS wirthschafllichen Gründen, die Erportsährgkeit dieser Fabriken zu schützen, weil die Gefahr besteht, daß dieselben mit ihren Produkten— die Wand«» becker exportirte 1887/88 allein 1955 000 Kilo Prtßhefe— de» inländischen Markt Konkurrenz macht. Abg. Kalle: Wir find keineswegs mit einer gewissen Be- geisterung in die höhere Besteurrung des Branntwein« ein- getreten. Wir mußten eben auf diesem Wege die nothwendigen Mehreinnahmen für das Reich beschossen; die ReichSeinkommen- steuer war kein gangbarer Ausweg, hätte auch nicht entfernt den nolhiaen Betrag ergeben. Abg. Kzmula: Daß der Kortoffelbau zurück zeaangen ist, halte ich beornaungSweise trotz der zitirten Stairftik aufrecht; alle meine Bekannten in Schlesien haben tffeküo den Anbau bedeutend, zum Theil um ein Drittel eingeschränkt. Die er- wähnte Statistik erhält ihr Material aus den landwirth- schaftlichen Vereinen; ick bestreite entschieden, daß diese mit der erforderlichen Gewissenhaftigkeit zu Werke gehen. Au« falsch verstandenen materiellen Rücksichten g-ben fie die Er- trägnisse größer an, als fie find. Von Enthusiasmus für da« Ge'etz kann bei mir nicht die Rede fein. Die moralischen Ver- halinisse sind unleugbar besser gewoi den, die Vertheuerung de« Branntweins hat die Fälle der Trunkenhei! wesentlich ver- mindert. Der Abgeordnete R. chter Hai Oderschlesien als da« klassische Land de« Hungertnvhus bezeichnet. Der Hunger- typhuS war 1847 in Odecfcklefien, nicht weil die Leute zu viel, sondern weil sie zu wrnig Kartoffeln gegessen haben.(Heiterkeit). Der Hungerlyphu« ist damals ausgebrochen, ohne daß wir Getreidezölle hatten. (Beifall.) Staats fekreiär v Mattzahn: Die bestehenden Brennereien werden bei der Neuko- liogenlirung nach dem bestehenden Ge- fetze nickt benachtheiligt fem; denn die B Messung de« neuen Kontingent« erfolgt noch Maßgabe der in den letzte« 3 Jahren durchfchnittllck zum niedrigeren Ab�abeletz herge- stellten Jahresmenge, also nach dem abgebrannten Kontingent wird sich die Neukontingirung zu lickten haben. Da« Kontingent herzustellen, werden die kleinen Brennereien immer in der Lage gewesen sein. Bei der Benutzung der Tabelle über die in den Konsum übergegangenen Mengen ist ein I rthum untergelaufen. Unter der Mit 70 M. ve-steuert bezeichnete» Menge Spiritus ist auch der nur mit 50 M. besteuerte, aber zu 70 M. auf Grund eines Berechtigungsschein« abgefertigt« Spintufi enthalten. Durch Verfügung des Jinanzminister« rft den Behörden neuerdings die Ermächiigung erlheilt woroen, den kleinen landwirthschastlichen Brennereien auf Antrag die Aufnahme des Bctiicbes vor dem 1. Oktober zu gestatten, ohre daß die Begünstigung der ermäßigten Steuer verMt, vorausgesetzt, daß die landwirthlchafttichen Veihä tnisse den Beginn vorher nöthig ei scheinen lassen. Abg. Richker: Der Export von Spirrlul hat nack- gelassen, wert die anderen Staaten der deutschen Handelspolitik «folgt find und fich abgeschlossen haben.H� Wollen Sie, aß die anderen Land r wieder mehr Einfuhr grftatlcn, fo müssen wir von dem rigenen Schutzrollsystem ablassen. Herr von Kardorff meinte, die Schcnker hätien nur verloren. Die Händler sind doch gewissermaßen auch M'-nschen und ver- schenken doch nur, was die großen Brenner brennen; so ganz unmoralisch können fie al'o auch nicht sein. Nach dem Prinrip der Liebesgabe könnten die Schenker auch etwa« verlangen. Im Uebligen würden fie nicht weniger verschenken, wenn nicht weniger Branntwein verlangt würde, urd e« wnd nenigee verlangst weil die Leute den versteuerttn Branntwein nicht br- zahlen können. Der geringere Konsum, sagt man, wirke auf d-e Morolität. Wenn nur gerade der, der zu v el Branutwei« trinkt, seinen Genuß einschränkte! Siatt dessen hören wir, daß ein Tmnksuchtgesetz durchaus nothwendig fei, weil die Trunk. sucht in letzter Zeit so außerordentlich zugenommen habe. Abg. Ezmula sprach über die amiliche Staiistik so wegwerfend, daß nicht« besser sein müßte, als sie aufzuheben. Trc tz mancher Fehler beweist fie aber mehr als Alle«, was au« einem Bekanntenkreise, aus feiner doch beschränkten Praxi««iu ilbgeördnrter erzählt. Ein solcher Bekannter mag ja Herrn Szmula erzählt haben, daß er seine Spuitusbrennerei«inge» schränkt hat. In den Versammlungen versichert jeder Beniner stolz, er weide im Interesse d-S gemünsamen Gewerbeg de» Kartoffeldau einschränken. Hinterher werden Klagen lar t. daß Keiner ihn einge'chränki hast weil Jeder daS von seinen Kollegen erwartet hat.(Hüter keit.) Der Titel wrrd bewilligst«b-nfo ohne Debatte die Tin- nähme au« der B r a u st e rr r und die Aversen. Beim Etat der S t e m p e l a b g a b e n und zwar bei de« Titel: Einnahmen an« den Stempelabgaben für Lotterieloose bcmerkt Abg. Es handelt sich unter anderen auch um die Stempetabgabcn lür Loose von Pnvaüotterien- Sie beträgt bekanntlich 5 pCt. vom Prnse des Loose«. Der Renn- wenh der sämmtlichen Loose in Deut'ckland im Durchschnitt der letzten Jahre beliägl jährlich 10 Millionen Mark. Run hören wir, daß beai-ftchtigi wird, bchuls Niederlegung der Schloßfreheit und um ein Denkmal für Kaiser Wilhelm»» er- richten, eine große Lotlerie zu veranstalten, mit einem Renn- werth von 40 Mrll. Mark. Eine solche Lotterie würde also an Umfang dos vierfache von allen Privatloiterien zusammen betragen, die während der letzten drer Jahre in Deutsch- lond stattgefunden haben. Eine Etempckakgabe von Millionen Mark würde fie für da« Rerch eroeden. Da die Lotterie für da« kommende Jahr beabsichtigt ist, konnte die Frage entst�Ken, ob nicht dieser Etatstitel um 2 Millionen Mark zu erböhen ist. Indessen mir rmo erstrebt cS, eine Anregung zu g>bcn, denn ich gebe mich zur Ehre unseres Landes der ficheren Erwartung hin, daß sich kerne Staatsbehörde finden wird, eine V-rantworllichkeit zu über- nehmen, das Külerschloh in Berlin und das Andenken Kaiser Wilhelm'« in Veibinoung«r bringen mrt der Einrichtung eines Glücklp'el« und ermr Spekulation auf die Gewinnsucht und dre Spielwuih unter dem Deckmantel des Patriotin muZ auch in solche Kreise der Bevölkerung zu tragen, die ihr bisher fern steht.(Bessall links.) Der Eiat wird bewilligt. Schlu* 5 Uhr. Nächste Sitzung Dienstag 12 Uhr. (Etat der Post- und Telegraphenverwaltung.) Zlolrnles. Die Kokaltrommijsta» veröffentlicht nachstehend die Liste der Wirthe, die iyre Lokale zu Versammlungen hergeben und b.merkt hierzu, daß dieselbe wöchentlich einmal mit eoent. Abänderungen abgedruckt wird, ferner, daß Veröffentlichungen in Bezug auf die Lokalfrage nur von den Herren Wilhelm Werner, Sebastianstr. 72, Arno Winter, Köpenickerstr. 12S, Otto Heindorf Langestr. 70, auszugehen haben. Alle eventuellen Unregelmäßigkeiten sind an die genannten Herren zu berichten. Adler-Brauerei. Gesundbrunnen. Aklrenbrauerei Moabit. Bergschloßbrauerei, Rixdorf. B-yer, N.-ue Grünste. 14. Bock-Brauerei, Tempelhofer Berg. Böhnnsches Brauhaus. Bönhoff, Müllerftr. 142. Bötzow'« Br merei. Bolzmann, AndreaSstr. 2S. Bobert, Weinftr. 11. Brauerei Tivoli, Kreuzberg. Brauerei Königstadt. Brauerei Fnedr'chshain(LipS). Brauerei Friedrichshöhe(Patzenhofer). Brauerei Ptefferbecg. Baagenhagen(Moritzplatz).(40 M.) „Bürgersäle", DreSdenerstraße.(20 M.) Konzerl-Paik Ostend, Fia- kkurter Allee. Deigmüller'S Salon, Alte Jakobftr. 48-. Deutsches Volkstheater, Schönhauser Allee. EiSkellcr-Etabliffement, Chausseestr. Elynum, Landsberger Allee. Feuerstein'« Salon, Alte Jakobstr. 75. Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstr. 77/79. Gnadt, Brunnen str. 38. Gottschalk(früher Huth), Badstraße, Gesundbrunnen. Gründer'S Salon, Schwerinstr. 13. tabel's Brauerei, Bergmannstr. 5—7. eise, Lichtenbergerstr. 21. Heydrich'S Säle, Beuthstr. 18/21. Jndustne-Hallen, Mariannen str. 31/32. Jordan'« Salon, Neue Grünstr. 28. Kaufmanns Vaneid, Königs-Kolonaden. Königshof, Bülowstraße. Königstadt-K.rsino, Holrmarktstr. 72. Klein'« Festsäle, Oranienstr. 180. Kuem, Halenhaide. Königsbank, Gr. Frankfurterstr. 117. Krüger, Hoch str. 32a. K>üger's Salon, Wafferthorstr. 68. Louis-nstädt Konzertlao«, Alre Jakobstr. 35.(6 M.) Mündt, Köpnickerstr. 100.(15 M.) Norddeutsche Brauerei, Chausseestr. 58. Orschel, Sebastianstr. 39. Pohl, Müllerftr. 7. Renz' Salon, Naunynstr. 27. Rennefahrt'S Salon, Dennewitzstr. 13. Reyer, Alte Jakobstraße 83. Roll, Adalbertstr. 21. Sachow, Müllerst''. 136. Saeger, Grüner W-g 29. Sahm'S Klubhaus, Ännenstr. 16. Sanssouci, Kottbuserstr. 4(20 M.). Scheffer's Salon, Jnselstr. 10. Schloßbrauerei Schöneberg. Schneider, Belforterstr. 15. Schröder, Müllerftr. 178(Weddingpark). Schweiieraarten, Am Köniasthor. Siloe-'s Salon, Schwedterftr. 24 Süd-Ost, Waldemarstr. 75. Neustädtischer Volksgarten, Proskauerstraße. Unionsbrauerei Hffenhaide. Vereinsbrauerei(R xdorf).' Viktonadrauere', Lützowstraße. Volksbrauerei(Moabit). Weimann's Volksgarten Gesundbrunne«. Wen dt, Dresdenerstr. 116. Wollschläger, Blumenstr. 78. Wohlhaupt, Manteuffelstr. 9. Aemter, Münzstr. 11. Gin Raubmord megr« 30 Mark. Kaum daß der Mörder CartSdurg, welcher seine Tunte, die Willwe Steh! in der Giünauerstrafce, erschlaoen hat, von der Gerechtigkeit ereilt ist, und noch bevor der Möider Klaufin, welcher da« Leben zweier wehrloser F auen auf seinem Gewissen hat, vor semem Richter gestanden, ist gerade eine Woche nach der Cartsburg- schen Mordlhat em dritter grauenvoller Raubmord vollführt worden. Diesmal ist die Szene der entsetz ichen That der Norden Berlins gewesen, jene Gegend, weit draußen an der Schönhauser Allee, wo au» öden Flächen eben erst Straßen angelegt werden und wo sich nur hier und dort, weit von ein- ander entfernt, vereinzelte Neubauten erheben. Hier zweigt sich von der Schönhauser Allee die EberSwalderstraße ob, welche, am Elisobech Srechenhous beginnend, am Exerzierplatz des Alexand«r-R gimentS und an der„einsamen Pappel" vorbei bis zur Bemauershaße läuft. Auf dem Grundstück EbeiZwalderftruße 29 erhebt sich ein Rohbau; das Haus wird vom Maurermeister C. Bonne, Bernauer- stiaße 73, aufgeführt. Gegenwärtig sind noch fast sämmt- liche Handwerker und ArbeilSleut« auf dem Bau beschäftigt. Als Bauwöchter fungirte der 62 Jahre alte Johann Meißner, welcher in der Kl. AndreaSstr. 19 zusammen mit seinen Töchtern wohnte und der unier dem Namen der„alte Johann" bekannt war. Meißner lebte als Wittwer, seine Frau war vor zwei Johren gestorben. Dieser alte Mann, den die Last seiner Jahre schon drückte, ist in der Nacht zum Sonntag dem schändlichen Verbrechen eine« Raubmorde« zum Opfer gefallen. Der Möder Hai mit bestialischer Rohheit gewülhet und um einer an sich geringfügigen Summe willen die entsetzliche Blut- that verübt. Ueber dl« grauenvolle That hat da«„Kl. I." folgendes ermittelt: Meißner hielt sich in feiner Eigenschaft als Bauwächter de« Grundstück« in einem Räume des rechten Seitenflügels auf; in feine Siub« führt ein schmaler Korridor, in welchem ein Kloset liegt. Am Ende des Korridors befinde» sich die Kellertreppe. Das Grund« stück ist von der Straße durch einen Bretterzaun abgeschloffen. Meißner, dessen verstorbene Frau in R'xdorf beerdigt ist, hatte beschlossen am Sonntag da« Grab seiner Frau aufzusuchen und «S frrsch belegen zu lassen; zu diesem Zwecke Halle er den 17 jährigen Baulrhrlmg August Harband beauftragt, ihn am vorgestrigm Morgen um 7 Uhr abzulösen und an seiner Stell« die Wa-de zu übernehmen. Als Hmband zur gerannten Z it auf dem Bau erschien, fand er die Thüre de« Bauzaunes ge> schloffen; er erstieg daher den Zaun, und al« er auf der an- deren Serte heruntersprang, bemerkte er eine Mütze, welche Blut- flecken zeigte, am Boden liegen. Ohne dresim Umstand Be° achlung zu schenken, ging er weiter. Als er den Korridor, der zu der Stube de« Meißner führte, enerchte, sah er zu seinem Schrecken, daß sich auch hier an den geweißien Wänden zrhl- reiche Blutflecken befanden. Die Thür der Wächteistube stand offen, und als er auf feine Ruie nach Meißner kerne Antwort erbielt, war er, von einer bösen Ahnung geängstigt, wieder um- gekehrt und zur Kellertreppe gelaufen. Auch hier war da« Blut an den weißm Wänden hoch aufgespritzt, und in der Nähe der ller- treppe lag ein großes Büschel Haare. Von Grauen erfaßt machte der Baulehrling kehrt, lref über den Hof zurück durch den Eingang de« Hause«, stieg wieder über den Zaun und begab sich zu dem in der Nähe wohnenden Polier de« Baue«, Namen« Sturm, dem er Mitlhdlung von seiner schrecklichen Wühr- nehmung machte. Mit dem Polier zusammen beaab sich der Baulehrling zurück nach dem Bau und an jene Stelle, wo da« Büschel Haare laa. Nachdem die Beiden Licht an o«zündet, um da« Dunkel der Kellertieppe zu erhellen, sahen sie, daß die Blutspuren die Treppe hmab wiesen. Aus den Stufen lagen Gehirntheilchen und noch eine Anzahl Haarbüschel verstreut. Da« Schlimmste befürchtend, stiegen die Beiden die Kellertreppe hinab; der A>'blck, der sich ihnen hier darbot, lähmte ihnen die Glieder. Am Fuße der K-llertreppe, in einer großen Blutlache lag der Bauwächter Meißner todt, wie auf den ersten Blick ersichtlich, ermordet. Die linke Schädeldecke war total zertrümmert. In den Händen hielt Meißner eine viereckige, scharfkantige Latte, mit welcher er sich jedenfalls gegen femen Mörder ver- theidigl hat. Zu Füßen der Leche log ein blutiger Knüppel, mit welchem der Mörder sein Opfer wahrscheinlich zu Boden gestrickt hat. Der Polier und der Baulehrling eilten nun so- fort auf das nächste Polizeibm.au, Börtherstr. 1, um von d-m Gesehenen Miltheilurg zu machen. Der Revierlieutenant und mehrere Schutzleute begaben sich nlsbald noch dem Thatort und hielten diesen bis zum Eintnffn der Kriminalpolizei, dre sogleich von dem Vorfall verständigt wurde, besetzt. Die Recherchen über die Vlutthat haben nun Folgende« ergeben: Am Sonnabend Abend nach der Löhnung, zwischen 6 und 7 Uhr war Meißner mit seinen Kollegen in dem EberSwalder- straße 28 belegenen Schanklokal von Knauifchke zusammen. Unter den Gästen befand sich auch em Mann, der vor 14 Tagen auf dem Bau beschäftigt war; dieser sah, wie der alte Meißner ein Poitemonnaie mit ungefähr 30 M. Inhalt zog, in der Abficht, sich von dem Wirth ein 20- Markstück mit dem Kaiser Friedrrch-Biltniß einzu- wechseln. Der W rth halte aber ein solches nicht mehr, Meißner steckte sein Geld wieder ein und verließ das Lokal, nachdem er sich in seine Flasche noch etwa« Nordhäuler hatte einfüllen lassen, mit der Bemerkung, er werde, wie gewöhnlich, um 9 Uhr zum Abrndessen kommen. Als Meißner um 10 Uhr noch nicht erschienen war, ging der Wirth nach dem Neubau, um ihn zu rufen; er fand jedoch Ne Thür des Bauzaunes verschlossen, erhielt auch auf seine Rufe keine Antwort und ging daher wieder fort in der Annahme, daß Meißner wohl rn seiner Slube sein werde. Meißner ist seit seinem Fortgang ou« dem Schanklokal, welches übrigens jener früher auf dem Bau beschäftigte Mann gleich nach Meißner ebenfalls verlassen hatte, mcht mehr gesehen worden. Der Verdacht der That lenkt sich nun eben auf diesen Menschen, wobei folgender Um- stand von Wichtigkeit sein dürste: In einem dicht an dem Neubau belegenen Kontor wird zur Sicherheit gegen Diebe ein großer und wachsamer Hund gehalten; Sonn- abend gegen 17 Uhr entfe nie sich einer der Besitzer, ohne irgend etwa« VertächligeS auf der Straße wahrzunehmen.— Fünf Minuten später rief da« wüthrnde Gebell de« Hundes den»urückgebliebenen Mstinhaber der Firma nach der Slraße hinaus, und hier gewahrte derselbe einen Mann, welcher sich scheu umblickte und sich eiligst enifernre. Die Beschreibung dieser Person stimmt mit derienigen de« Manne« üb.rein, der neben Meißner gestanden, als dieser in dem Schank okal sich das Goldstück einwechseln wollte. Aich der Baulehrling will sich j-tzi ennnern, daß er, al« er vorgestern bei TageSgrouen in die Nähe des Baues gelangte, sah, wie sich eiligen Schritte« ein großer ihm flüchtig bekannter Mann entkernte, den er für denjenigen hält, der früher auf dem Bau beschäfiigt war. Auch einigt Nachbarn haben Morgens einen Mann über den Bauzaun steigen s-hen. Bali nach 12 llhr traf der Chef der Kriminalpo izei Graf Pückler am Thaw't er», begleitet von den Kcminaikom- Missanen Raumer und Krüger, sowie zahlreichen Kriminalbeamten. Die sofort vorgenommene Un.erluckung bestätigt der Behörde voll und ganz die Annahme, daß hier ein Raubmord voi liege. N.ben der Lerche lag noch ein Schlüssel und ein Tascher messer; beide Gegenstände gehörten, wie bcreits e mittelt, dem Ermor- d-ten. TaS Taschenmtsser muß der Räuder zur Plünderung seine« Opfer» ber utzi haben, und zwar al« er noch dem Porte- mornaie mit den 30 M. I'halt gesucht hat. In wilder Hast scheint er mit d m Misser die Hose an bdben Tascken aufgeschnitten zu haben; selbst die Unterhose ist aufgeschlitzt; die Taschen sind söimlrck heraukgerissrn. Da« PoUrmoi naie mit den 30 M. fehlt. Nach Annobme der Polizei rst das Ver- brechen auf folgende Art und Werse geschehen. Meißner de- fand sich in seiner Stube, als er auf dem Korridor ein Gr- räutch hörte welches ihn veranlaßte, hinauszusehen. Als er die Timr öffnete, stand er dem Eindringling gegenüber, wel- cher sofort mit einem Knüppel auf ihn losgeschlagen haben muß. Merßner hat dre Latte zur Vertheidigung ergriffen, und nun ist em Kampf entstanden, der sich den Koirrdor de« N ubaues entlang gezogen hat. An der Kloset- thür hat Meißner wohl eine erhebliche Wunde erlitten, nach der dort besonders starken Blutspur an den Wänden zu ur hei- len. An der Killertreppe selbst scheint der schwächliche Mann den TodeSstriich erhallen zu haben, wonach er die Treppe zum Keller hinuotergeschleift worden ist. Wie mehrfache Blutab- drücke an dem Fußboden und den Wänden zeigen, scheint der wiederholt niedergeschlagene Meißner sich immer wieder aufgerafft zu haben und hat veimulblech dem Mörder verzweifelten Widerstand geleistet. An den K'llerflresen und K.llerwänden kleben blutige Haarbüschel, wie wenn der Mörder sein aiMiS Opfer hier bestialisch abgelch acktet hätte. Wie das„Kl. I" hört, find im Loufe de« Sonntags bereit« zwer Person, n sistirt, aber nicht in Haft behalten. Ter Mord muß in der Zeit von 7 bis 9 Uhr Abends aus«führt worden fein. Als bemerken«« werrh erscheint noch der Umstand, daß in der letzten Zeit auf dem Neubau wiederholte Diebstähle an Uhren und Kleuurgs- stücken, die den daselbst Arbeitenden gehörten, ausgeführt wurden, ohne daß es gelang, den Dieb zu entdecken.— So erscheint die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß der Wächter einen D-ed ertappt hat und von diesem niedergeschlagen worden ist. Meißner hinterläßt 4 erwachsene Kinder, einen Sohn und drei Töchter. Seine L iche ist am Abend kurz nach 7 Uhr in da« Obduktionshaus üderfuhlt ward n; der Thatort war bis zu dieser Z it von Schutzmann« poften besetzt. Gegen 5 Uhr Nachmiiiag« traf die Staatsanwaltschaft, vertreten durch Herrn Staatsanwalt Dressel, sowie die Gerichts- kommisfion am Thatorie ein. Die erneuert vorgenommene Untersuchung bestätigte vollständig die Erfolge der vorherge« Sangenen Recherchen. Die ruchlose That muß durch erne Perlon egangen sein, welche in dem N-udau genau Bescheid wnß, da nach Ansicht Sachverständiger ein Fremder in einem solchen schwerlich zurecht findet und üder die allenthalben umherliegen- den Breiter zu Sturz krmmen mußte. Der Thöter hat sich vermuthlick zu einer Zeit, al« der Bau noch geöffnet— also gegen 5 Uhr Nachmittags— eingeschlichen»nd sich bis zur u Zeit, wo da« Verbrechen geschah, daselbst versteckt g ehalte»- 3 dem Keller wurden drei mit Blut b e s u d e l t e S P stie le gefunden, während der lödtiiche Schlag nach der Gerichtsärzte mittelst eine« stumpfen eisernen Gea//' stände« verübt worden ist, welcher jedoch nickt ouszi-ß� war. Die linksseitige Schädeldecke ist so zertrümmert, daß dloSliegende Gehirn kaum mit der flachen Hand zu bed>� und ist ein Theil der G Hirnmasse auch au« dem Kopf gelpritz' und an einem Sterne hängen geblieben. Johann 2WJ weicher blonde Kop haare und einen grau mehrten bisaß, muß seinem Gegner verzweifelten Widerstand Habui, da an der Wand kleb?nd auch ein blhge�; schwarzes Haarbüschel gefunden wurde. Der hat nach vollbrachter That seinen Rückweg durch das baoS angetreten, wie au« folgendem Umstand bervorgehh* O ff uagen der Schaufenster sind durch einen B elterotwl geschlossen; der Flüchtling ist an dielen hochg- k eltert unttt-J eine an der Dicke befindliche Oiffnung in's Feier zu � kommen, that dies aber mit so wilder Hast, Zdaß er un> � Kcpf gegen die D.cke schlug und sich dabei selbst eine zufügte, wie ein großer Blutfleck an der Deckt. weist. Sonderbarerweise hat der blutende Mörder, Klerduna ganz und gar mit Blut bedeckt fern muß, weitere Bluispur hinteriass.n, und ebenfall« erfolglos cd sich dre Unte'uchung nach Fußabdrücken. Die Slaatsan�, schalt und Genchtskommission hatte ihre Unter suchrwa d Uhr Abends beendet und dann erfolgte die führuna der Leiche nach der Moraue gegen>8 Uhr Ad<� Ueber das Ableben Miiliant Spindler'«, wir kürzlich schon berichleten, brrngt die neueste e»�, K-rie pondenz jetzt folgende Mitteilung: Der W. Spindler, ein geborener Berliner, der Z in nach Vnrtnor auf der Insel Wight übersiedelte, wo große Besinung Old Park ankaufte, ist daselbst am 3.-,, am Sch!a. fluß plötzlich gestorben. Siiii unerwartete«*)%| scheiden hat nicht allein seine Familie und zahlreiche FleH», sondern auch di> Einwohnerschaft von Venlnor uns UM%/ der er große Wohithaten erwies, in tieke B-trübniß veffs/ umsomehr, da er kaum dag 50. Lebensjahr überschritten'.i erst kürzlich eine ernstliche Krankheit glückirch überstanden und vollständig wieder hergestellt zu sein schien, so dflssj� nri) ein langes segensreiches Lebin für ihn erhoffte. � Spindler beschäftigte sich v elfach mit literarischen Arbeiten, � ein fleißiger Korrespondent veischiedener Lokalbläitw über d Siöse und soziale Fragen, in Bezug aufweiche er äußerst ln sichten halte, und ve, öffenilichte euch em Buch überdies W'ght, Äournemouih rc. in englischer Sprache, der«c seilen ein Auslä-der niästt'g war. Iack, der Anfschlitzer, in MUtttersdorf. Seit en Tagen wmen,»o meldet die„Berl. Pr.", die Schuln"1�, von Wilmersdorf in einer ungemeinen Aufregung infostjc. Nachstellungen, die von einem Herrn ausgmgen, d'r si» seiner nunmehr erfolaten Verhaftung als ein Oifizi«.�, herausgestellt bat. Verschiedentlich versuchte er die mit in seine Wohnung zu locken. Da» Treiben wurde st daß sich schließlich die nack Charlottenburg zur Schule Kmder weigerten, den Weg wieder zu betreten. Wac � ganze Anzahl von Mädchen beisammen, dann ging c«! ,� Kinder verhöhnten den Mann und enteilten dann s»� Laufes. Einmal war es ihm aber doch g'glückt, zutt> Mädchen mit in feine Wohnung zu nehmen. Er liebkok dort und trug sie unter den zärtlichsten Benennungen � seinen Armen im Zimmer hin und her. Zuerst hielten e» � Eltern für eine Schrulle der Kinder, als rrese eikiärten,�, der Ausschlitzer, ser im Dorfe, aber al» der Unfug imnier% wurde, mußte man auch in weiteren Kreisen darauf aust™ werden. Zuletzt schrieb der Mann an fast sämmtliche � mädchen die lächerlichsten Briefe mrt LiebcSerklLrungcN�r denen er allen möglichen Unsinn zusammenschwatzt«- � Gipfel seiner Thorheiten beging er schließlich in der Äbst"� von Briefen, in welchen er Eltern ersuchte, ihm �!t Kinder in seine Wohaung senden zu wollen. Nun � polizeilich eingeschritten und die Verhaftung des Mannj* jj, genommen, der, wie sich durch ärztliche Untersuchung stellte, total geift-Sgestört rst. Der BedauernSwertht sofort aus seiner Haft entlassen, um in die Schönederger � de sarne überfüh t zu weiden. jJf zu« Zahl der Selbstmord««nd Selbstmord»�) betrug im Monat November 37, ist a w al« eine günstige Ziffer rn der Statistik der Selbstmorde zu dei�z Der amtliche Bericht weist 27 Männer, 4 �----- e und ein Kind auf, welche freiwillig im ver Tod suchten und von denen 23 Personen—.......... — da« gewünschte Ende fanden. Durch Erhängen sich 12 Personen, von 8 in'« Wasser Gesprungenen ww gerettet; in 6 Fällen wendeten die Seldstmordkandidal« � an, 4 Personen griffen zur Schußwaffe, um rhr L'beN i" � drei zum Messer, zwei Selbstmörder stürzten sich Fenster und je einer endete durch Ersticken rdp. Vc'Jdj/ Die Motive sind diesmal überwiegend in Irrsinn,»"O Krankheit, sowie Liebesgram zu sucht n, in vier Fälle» Izd der Grund des Selbstmordes überhaupt nicht ermittelt Da« Alier der Selbstmorde variirt diesmal»wisch«"* t" 12 Jahren. Aufsthen erregend waren der Seldstmo Agenten ZühlSdois in der Lottumstraße und der frau Bethge, welche im religiösen Wahnsinn durch Ber � Gl» betrübender Vorfall spielte sich vorgestern im äußeist-n Süoouen der Stadt ab. Kurz nach" � ft.'. hörten vie in der Nähe der Liegnitzerftraße im 2°"!!«.( lieoenden Kahnschiff, r ein laute« Plätschern im Wan � Hilferufe. Einige Sch ffer eilten infolge bissen halb a"- Jßd au« ihren Kojen in'» Freie und gewahrten nun«m. � � sch,n im Wasser, der augenscheinlich schon mit dem 4.« � Miitelft ein?« Handkahnes gelang e« ihnen, den MÄ gill«�, lebend a's Land zu bringen, wo man in ihm den Lj«, Sch., Reichen bergerstr. 1I3a, erkannte. Frau.?ch- � einigen Tagen die Wohnung ihres Gatten verlassen. nur Werthgrgenstänve, sondern auch vag einzige K» d»! nommen. Der Mann scheint sich die Sache so �[Z nommcn»u haben, daß er vorgestern Morgen zun ach sch» sich die Pulsader zu öff' en und als ihm dies 1 Senug gelingen wollte, in's Wasser sprang. Man»~ lngliicklichen noch am L-ben erhalten zu können., uchl Spurlos oerjchwunden. Tiefe Trauer zwölf Tagen rn der Familie de« in der Wüsnackern�schi nenden Fuhrherrn G. Der Familienvater, der befitz r G., ein 32jähriger, rüstiger, in guten � � lebender Mann, ist seit 12 Tagen spurlos vertchw � � � hrt«ine junge Frau und ein kleine« 2ijähr-g»S*. 27-£' h.1 irostiosesten Verfassung zurückgelassen. Am A end o ,j�e I mI hat G. mit seiner Drvschk- 2. Kasse Rc. 3461 zcht, M vom Lehrt« Bahnhof nach d« Behrenstraße 9. diesem Moment tehlt aber leglrche Spur�von deml ffhü„ r e?Ja"' d'e mit ihrem Manne«" Ehe gel, bt bat«fchemt nun alliäglich in der Schauh gM Lerchen chauhvuse«, mit ängstlichen Bi cken die do>t-«"A.-� -»' fi» Nke unbekann en Tobten musternd, bi« fetzt bat �chke � aber glücklicherweise no» nicht bestatlgt. Die ver an dem Abend seine« Verschwinden« m du vi« brücke führerlos aufaesunden. In dns-lben s Aeld, S das Poitemonnaie G. s mit ernem gelingsu�'g flUl,$ vor. Aus diesem Faktum schlubfolge>t d,e W-M1 fernem L den durch E tränken ein Ende i ,, ,, R cherchen der sofort von dem Vuschwmden'S-«e. z Polizei hab'N»u ei"em ausklären.den R w'iat n'« ,o� � Kon»wem Klerwage» tödtet wurde „oen m•» I"1:, i Lbnfah»« � ffi WL.., tfht am Eonnadend Rachmitlog»m jalfot. sp«''!' Ge»� t, d«ß 7 n btüto >pf W* nM-KZ m«pOi; d(Kj"1. >«r SB«* ,5 V< rgrht! � um er zu ir mtf H»4'' ire®? Deck«' in, d> ;>o« a«» alSanu� chu»« � >ie -r Ad-- 'Ä roo o'K 2Datr es!, s»?'' 1-5 �«�jgjährigerMann in de, Maikgiasenstra�e, zwischen Koch- und Iunkerkroße. Der Kut!cher des der Norddeutschen Brauerei gehöngrn BierwagevS behauptet, keine Tchutd an dem Unglück «> haben, da der Mann, welcher anscheinend betrunken ge- �«sen s.i, einen dreimaligen Zuruf nicht beachtet habe; der Mann sei geradeSwegS auf das Pferd losgestürzt, welches ihn Wart niedkrwarf, worauf dann unglücklicherweife der Wagen über die Brost des Daliexenden fuhr. Diese Dai stellung wurde «N einem Aoaerzeugen de« VoroangeS bestätigt. Hr»r Kestaurateur pätzold, Rc.chenbergerstr. 26, tbeilt u«S mit, dag er stch durchaus nicht geweigert hat, unsir Blatt Pl halten. Wenn es zu mißliebigen Auseinandersetzungen Mischen ihm und einig'n Mitgliever de« FackvereinS der «rechsler gekommen ist, so soll noch seiner Angab« das Verhalten einiger derselben den Grund dazu gegeben haben. Dfolh»ib»richt. Am 7. d. M. Nachmittags wurde ein Mann beim lleberfchreiten des FabrdammeS m der Markgrafen» maße an der Kreuzung der Kochstraße von einem Flaschenbier- wagen übtifahren und erlitt so schwere innerliche V.rlrtzungen, «ah er nitt-lst Droschke noch der Charitee gebracht werden mußte.— Um dieselbe Zeit fiel hinter dem Grundstück bischer- «ücke 27, 28 der Sch'ffsmann Scholz au« eigener Unvorfichtig- «st vom Verdick des Schifsts ins Wasser und ertrank. Die «ich« wurde nach dem Sckauhause geschafft. � Am 8. d. M. Morgens wurde der 62 jäh rge Bauwächter Meißner auf dem Neubau EbecSwaldeistraße 29 im Keller de« OuergebäudeS mit iwschmettert.m Schädel aufgefunden. Den angestellten E-- Mittelungen»ufoige ist Meißner schon am Abend vorder ermordet m>d seine« WockenlohneS beraubt worden.— Ais Nachmittag« «n in der Kaserne d'S 2. Garde-Feld-Artillerie-RegimentS Zum Besuch anwesender Landwi.th dem Kanonier Kunz einen Sstodenen Revolver zeigte, entlud stch derselbe plötz ich und w«de Kunz durch d e Kugel nickt unbedeutend am Kopfe ver- letzt.— Abend« sprang ein Mädckcn vor drm Grundstück �-empelhoser Ufer Nr. 34 in selbstmörderischer Adficht in den «audwehr-Kanal, wurde jedoch noch lebend aus dem Wasser »«»ogtn und nach der Charitee gebracht.— Zu de, selben Zeit wurde ein Kausmannn vor dem Hause F'irdrichstr. 94 beim Mbstrigen von einem Jagdwagen von einem vorüberkommenden zmstpackelwagcn zu Boden gerissen und überfahren. Er erlitt dadurch anfckeinend schwere Veiletzungen an den Beinen, so daß er nach seiner Wohnung gebracht werden mußte.— Am d. M. fanden an fünf verschietenen Strllen kleinere Brände uatt, welche von der Feuerwehr gelöscht wurden. Theakev. Di« GH»«. Schauspiel in vier Aufzügen von R. Suder- maun. In dem Theater, welche« den geweihten Namen Gotlhold j«ph a>m Lesfing am Giebel trägt, mackt �Die Ehre" volle vauler und das Publikum watet behaglich im Koch; nicht daß wir dem Verfasser die lebenswahre Sck'lderung der Menschen »'m Voiderdaut" bistreiten; o nein. Es die alte Getckichte; «in reicher Taugenichis und ein in der Misöre der Armuth MlfgewackseneS, von Leben«lust durchglühte«, junge« und hübsche« Mädchen: an diesen Fiauren rankt fich die Erzählung empor. Der au» fernem Weltib'il, wo er im Dienste eme« großen Handelsherrn stand, zurückkehrende Bruder findet die längste Schwester, feines Herzen« Liedling, moralisch verkommen, dem Bohne seine« Eh-fs geopfert, und muß die grauenhafte Ent- tzeckung machen, daß d!e eigenen Eltem abgestumpft durch de« Lebens Noch, kein Wort de« Tadel« und der Mahnung für xdie Jüngste" hatten und— was noch trauriger— daß die ältere, inzwischen verhei'athete Schwester, da« Verhältniß Alma'« «st dem Verführer begünstigt hat. So steht e« in dem„Hmlerhau«', wo in dem steten Ringen b«* tätliche Brod die Menschenwürde verloren, die fitiliche Kraft gebrochen ist. . Da«.Vorderhaus" zeigt un« die Figuren der.guten Ge- filllchaft"; ven geldstolzen Kaufmann, der in dinr Tanze um goldene Kalb fich gehütet hat mehr als nur mit dem «ennel da« Zuchthaus zu streifen und deshalb ein vollgerüitelt Maß Lußerlich-r Ehren aus seinen Scheitel häufen konnte; vre Dame des Hause«, weicke in.satter Moral" schwelgend, «rgstlich bemüht»st, jede Berührung mit den Bewohnern de« Hinterhauses zu meidin; dem Sohne, umgeben von seinen streunden, die ebenso wie er die Ausgaben de« Leben« erfüllt fihen, wenn man im.Spiel" mit Anstand vertieren und in j£r Liebe" zahlreiche Opser aufweisen kann, und endlich die Dvchter, die Einzige, deren Herz und Gemülh in dem glitzernden "lauze de« gelben Metalle« nicht verhärtet ist, welche einsam {"ch verlassen auf der Höhe de« Reichthum« stehend, dem Augendgespielen, eben jenem Sohne de« Proletariat«, treue frebe bewahrt hat. Und nun die Entwickelung; als der in Innern Ehrgefühl auf's Tiefste verwundete Mann Rechenschaft «vn dem Veisührersemer Schwester verlangt, erscheint der Herr "awmerzienrath im Hinterhaus, um.die Sache zu begleichen". . Hier aber setzt auch unser Protest ein; der Dichter soll ven, Publikum da« wirkliche Leben vor Augen bringen, und fvlr knid die letzien, welche irgend einer Verschleierung Wort reden. Aber Wahrh-it verlangen wir; da« Volk l°ll ur dem Spiegel der Dichtung sein wiiktiche« Antlitz sehen; »Die Ehre" de« Herrn Sudermann aber zeigt un« eine ver- fcnte Fratz,. . Wenn der Dichter mit der Szene, in welcher der alte Ar- «nter fich dir gestohlene Ehre seiner Tochier mit Geld be- tz»hl«n läßt, und in hellen Jubel über da« dadurch ihm ge- ?°rd«ne G ück ausbricht, die E genschasten und Auffassungen ?«v Arbeiterktasse kennzeichnen wollte, und nur diese Abstcht rjssn maßgebend gewesen sein, wenn das Stück ernsthaft ge- �wt ift, dann wnsen wir diese Zeichnung als durchaus falsch lügnerisch fturücf. � U der Einzelne vielleicht auch so handeln, die Gesell- Aosts klaffe, deren Typen der Dichter UN« vorführt, kennt diese ■«Wzfigkeil nicht und wir wüßten dem Herrn � Sudermann als einen Fall zu nennen, in dem ein Bledermann, wle z?.Herr Kommerzienrath mit fammt seinem Gelde au« der deg Proletariers geflogen ist. »i. Dieter Theil de« Slück-s ist ebenso unwahr wie�widerUch. �«.Häufung von sch "'''', ist, oaß er unwayr un»■« fich noch häßlicher als die vuuiung von schmutziger Gefinnung und roher Handlung; erfreulich daran ist, daß er unwahr und der Volksseele G-r.1® Publikum aber benahm fich noch häßlicher al« die �.stalten auf der Bühne, wenn wir auch �begreifm ton�n, ?ylalten auf der Bühne, wenn wir auch begreifen kon vÄ Pchmken aelchildert und dargest.llt werden, daß man 5«Mheit und Schurkerei wie rasend brktaffcht, dafür fehlt.... � Derständniß, und dem Publikum de« Lesstng-Theater, der f««>en Gesrllschasl" war e« vorbehalten, un« daiuder aufzu- wie wenig wir doch eigentlich in unsere Zeit hmem- Yw. Sage män n�ckt, daß der tobende Bnfall der wirklich h,. �glichen Darstellung galt; nein, das Stuck ist den.g ao? Klassen" au« der Seele geschrieben. aneckt d«. Na« steht fich in dem Spiegel; man bewundert die Macht Ni,» des und man entschutdigt die Nichtswürdigkeit m,t der Ehrlofigkeit der Armen.... vergißt man dabei, daß der Dichter eme elende Kaw> be", wie er die Aussagen des Ange- klagten nennt, zu entwirren oder zu widerlegen. Er beantrage eine Gefängnißstrafe von 14 Tagen. Auf eine Geldstrafe bitte er nicht zuerkennen, da eine solche.von der Partei" bezahlt werde und soimt den Angeklagten nicht treffe. Der Vertheidiger, R.-A. Siadthagen, hielt die letztgeäußerte Meinung de« Staat«- anwaltS betr. die Geldstrafe für völlig unbegründet. Sei etwas herarnzeS zu Ohren der Staatsanwaltschaft gelangt und sei nachgewiesen, daß nicht der Verurtheilte die Strafe bezahlt habe, so liege es in ihrer Macht, da« Geld zu konfisziren und noch« malige Zahlung der Strafe zu verhängen. Wnter glaubt der V-rtheidiger, daß die Freisprechung au« julist>schen Gründen eintreten müsse; denn nach der Jrdikatur des Reichsgerichts fei die V-rbreimng schon emgetr»ten und vollzogen in d«m Augenblick, als der Unbekannte dem Angeklagten die Exemp are übergab. Stein könne also nicht der B->hltft an einer straf- baren Handlung wegen verurthcilt werden, die schon beendet war, als Stein erst mit der Angelegenheit in Berührung trat. Der Gerichtshof konnte fich nach längerer Berathung nicht dieser Meinung anschließen. Er nahm an, daß dir Angeklagte das Packet mit Bewußtsein übernommen hatte, daß eine weitere Verbreitung der Exemplare stalifiaden sollte. Hierfür spreche auch, daß der Angeklagte die 400 Nummern in 7 einzeln« Pockcte verpackt und die Packet« mit einer Ausschrist versehen bab«. Die Verbreitung sei noch nicht abgeschlossen gewesen. Da der Angeklagte nicht geständig gewesen sei, so sei auf eine Gefängnißstrafe und zwar von l Woche erkannt worden. i�ozinle Itclicvlrrfjf. Aufruf o« die Arbeiter und Arbeiterinne» Deutsch. land»! Zur Ergänzung unsere« ersten Aufrufs vom 25. No- vember er. erlauhen wir un« nunmehr die Gründe die>es S» eck« speziell anzuführen. Der partielle Streik der Firma D. Cohn und Amendt, welcher am 22. Oktober er. in Szene gesetzt wurde, brach deshalb au«, weil es keinem der Arbeiter uno Arberterinnen bei den feiner Zeit bestehenden Lohnsätzen möglich war, auch nur annähernd da« zu ver. dienen, was man zum fnothdürstigsten L-beniunterhalt brauch». Der Verdienst vor dem Streik betrug bei einer Arbeitszeit von 12— 14 Stunden für männliche Ar- beiter höchsten« 10,50 M., für weiblicke 5— 6 M. wöchentlich. Daß ein Arbeiter bei einem solchen Verdienst unmöglich die nolhwendigsten Bedürfnisse de« Leben« befriedigen kann, ist wohl jedem denkendrn Arbeiter einleuchtend. Wie man nun dem Chef bisse« vorführte, stieß man selbstverständlich auf Widerstand; derselbe erklärte vielmehr, daß er noch Abzüge machen will, aber nicht zulegen werde, weil er selbst nicht be- stehen könne. Al« ihm erklart wurde, daß unter den B-din- gütigen sein« Arbeiter nicht weiter arbeiten könnten, so schritt er Herr zu Maßregelungen deijeniaen Personen, w< lche die Sache der Ardeiter durchführen wollen. Die Folge davon war der Ausbruch de« partiellen Streiks. Es wurde nun von der gewählten Lohnkommi'fion«in Lohntarif ausgearbeiiet, auf Grund dessen e« wenigsten« möglick fei auf einen Wochen- verdienst von 12—15 Mark(die männlichen), 7,50—9 Mark (die weiblichen) zu kommen, d. h. aber bei einer ArbeilS« zeit von 10 Stunden, nicht wie bisher 12—14 Slunden. Außerdem verlangten tie Ardeiter die Utensilien, welch« erfor- derlich sind, um die Aibeit zu verrichten, von der Frma ge. liefert, ebenso auch noch eine Kommission von Aibeckern de- stehen zu lassen, welche jedwede Differenzen zwischen Chef und Arbeiter regeln soll. Diese Forderungen wurden trotz gütlicken Enigegenkommen« unsererseits nicht bewilligt. Infolge bissen erktä'ten fich sämmtliche Hutarbeck-r und.Aibeitrrinnen Lucken« walde« mit den Kollegen und Kollegirnen der Firma D.Cohn u. Amendt solidarisck und am 25. November cr. brach der Generalstreik au«. Nunmehr trat man wieder in Verhand- lungen mit den Herren Fabrikanten, um in Güte die Sache heizulegen. Aber alle Versuche scheiterten an der Halsstarrigkeit der Fabrikanten; selbst die letzte Sitzung vom 30. November, auf welche wir bie letzte Hoffnung fitzien, verlief resultailo«. Die Schlußfolgerung jener Verhandlungen war diese, daß wan weder den Willen noch die Lust hatte, dem Arbeiter bessere Verbälimsse zu schaffen. Auch die Forderung, sämmtliche Streikenden wieder an ihre alte Arbeit zu strllen, wollten die Herren nicht anerkennen, vielmehr gingen ihre Meinungen dahinaus, fich die Arbeiter bei eventueller Einigung auszusuchen. Wir fragen deshalb die Arbeiterschaft Deuischland», ob es fich mit den Prinzipien eine« zielbewußten Arbeiters vereinbaren laßt, auf solche Bedingungen einzugehen? Wir glauben wohl annehmen zu können, daß nn« diese Frage allseitig mit nein beantwortet wird. Aus diesem Grunde konnten wir nicht umhin, den Generalstreik aufrecht zu erhalten. Es find nun dadurch ca. 800 Personen in Au«- stand getreten. Wir appelliren wiederholt an da« SolidaritätS- gefühl aller zielbewußten Arbeiter und Albeiterinnen und bitten, uns nach besten Kräften zu unterstützen, damit wir diesen auf. genommenen Kampf siegreich zu Ende führen können. Wir bitten ferner Zuzug fern zu halten. Luckenwalde, den S. Dezember 1889. Das Stteik-Komitee. 118. Sendungen und Zuschriften find zu richten an W. Tiniu«(H. Baatz, Schwarzer Adler). Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck okbet-n. An die Weber Kerlin'«. Aollegen! Vor wenigen Tagen habt Ihr die Gründung eine« Fachvereins beschlossen. Die mit der Ausarbeitung der Statuten beauftragte Kommission hat ihre Arbeit beendet, so daß letztere einer zum Donnerstag, den 12. d., in der»Königsbank", Große Frankfurter- strabe 117, geplanten öffentlichen Versammlung wird vorgelegt werden können. Zweck und Bedeutung der Fackorganisation wird vor der Statulenberathung in ausführlichem Vortrage dar- gelegt werden. Für heut nur einig« Worte. Man soll nicht sagen, wir Weber könnten auf dem Gebiete der Lohnbkwegung nichts mehr ausrichten. Da« Unternehmerthum müßte mit unserer Organisation ebenso rechnen, wie mit den Organisationen der anderen Gewerkschaften. Schon da« bloße Vorhanden- sein einer starken Organisation hält den Unternehmer von willkürlichen, nicht von der Konkurrenz diktirten Lohnredu- zrrungen ab, bewahrt also die Arbeiter vor Schaden, ohne daß sie kämpfen. Die bloße Möglichkeit de« Streik« hält den Fabri- kanten oft von Schlitten ab, die er andernfalls ohne B.stnnen thun würde; sie läßt ihn aber auch zu Gunsten der Arbeiter schleunige Zugeständnisse machen, die er andernfalls nie machen würde. Doch die Lohnfrage darf angesichts des großen Emanzipationskampfes der Arbnt, dem auch wir uns an- schließen müssen, wenn wir nicht al« feige Memmen geltrr wollen, eine nur untergeordncte Rolle spielen. Nicht in kost- spreligen, und darum häufig fruchtlosen Lohnkämpfen gegen das Kapital baben wir unser Heil zu suchen, sondern in der Aufklärung der Massen über ihre äußerst ungünstige Stellung gegenüber dem Kapital. M hr als den Kapitalisten, müssen wir den Kapitalismus bekämpfen. Ja drefem Kampfe ist Wissen die schärfste Waffe, Nichtwissen der trotzigste Gegner. Dl« Kenntnis} der ökonomischen Ent- wickelungsgesetze, die haarklein nachweisen, daß die kapitalistische Produktionsweise auf die Dauer unhaltbar ist, und früher oder später in fich selbst zerfallen muß, ist der mächtigste Faktor in diesem Kampfe. Je klarer stch darüber die Aufklärenden sind, je durchdringender die Aufkiärung; je größer die Zahl der Aufgeklärten, desto näher der Sieg. Der Sieg wird aber nur dann auf unserer Seite sein, wenn dre Aufklärung im gegebenen Moment so groß ist, daß Jedermann weiß, was er zu thun hat. Davon wird es, wie Dr. Adler auf dem Pariser Arbeiterkongreise sagte, abhängen, ob an dem Tage, wo die kapitalistische ProduktionSwnse zu- samm-wbrickt, das Volk sklavisch oder frei sein wird— frei für alle Zeiten!— E' scheint also in der Versammlung und zeigt damit, daß euch Ihr frei sein wollt. Im Austrage der Kommission: Gustav L-Hmann, Gceifswalderstr. 7. Kultrenwalde, 9. Dezember. In Betreff de« hiesigen Generagtreiks der Hutarbeiter ist zu berichten, daß die Einig- keit der Sireikenden eine geschlossene ist, ja es ist zu bewundern, daß fich bei den Sireikenden solche Entschlossenheit, wie sie h er zu Tag« trat, zeigt. Allerdings find im Laufe der Woche Einige abtrünnig geworden, doch will das bri der großen Zahl nichts bedeuten, es sind die Abtrünnigen gerade solche, die am ersten im Stande wären, eine Zeitlang ausza- halten, aber da fie hier am Orte etwas Land oder ein Häuschen ihr eigen nennen, so sind fie dadurch, daß fie an die Scholle gebunden find, auch die Wankelmüihigsten. Auf den geltrigen Montag Morgen halten die Fabrikanten ihre ganze Hoffnung gesetzt, Vielelben rechneten ganz bestimmt darauf, daß die Ar- eiter und Arbeiterinnen zu Hunderten in die Fabriken zurück- kehren würden, diese Hoffnung ist ihnen aber zu Schanden ge- worden; in der Kontrol- Versammlung find von den ursprünglich 832 Streikenden noch 789 gezählt worden. Diese erklärten wiederum, auszuharren, komme was da wolle. An Streikgelder find bis jetzt«000 M. gezahlt worden und wird es auch weiter dem Komitee hoffentlich möglich werden, wieder solche zu zahlen.— Am Sonnabend fand hier eine von 500 Personen besuchte Veisammtung der HauSwirthi und LogiSwirthe statt, die nach einem Referat des Kolleaen Völkel-Beilin eine Resolution annahm, welche besagte, daß man von außerhalb zugezogenen Leulen, die in den hiesigen Hutfabnken während des Streiks Arbeit nehmen, kein Logis vermielhen soll. Die seiner Zeit ausgegebenen Strafmandate find durch die eingelegte Berufung vorläufig bis zum gerickt- lichen Austrag fistirt worden, die hinterlegt« Kaution ist aber einbehalten und soll nach AuStrag der Sache' darüber verfügt werden. In der gestrigen Vocksverfammlung, in welcher Kollege Augustin das Referat übernommen halte, wurde eine Lotal- koinmiffion gewählt und die Sperre über zwei Lokal« verhängt, dieselbe war so wirksam, daß, obgleich diese Tanzlokale bisher am meisten besucht waren, auch nicht ein Paar fich in den Lokalen zum Tanz eingefunden hatte. DerfaiNitiluirxzetr. Eine in mehrfacher Beziehung inierrssrnte Kihang war die des Vereins der Berliner Gaftwirhe, wilche derselbe am S. d. M., Rosenthalerstr. 38, unter Vorfitz der Herren Feuer st ein und Ringel abhielt. Nach dem zunächst die Brotfrage,(den Herren Wirchen ist es nämlich fatal, daß ihre Gäste zu viel W-ißbrot essen) erö tert war, ohne daß ein Beschluß gefaßt worden, kam die Frage aus« Tapet:»Welche Stelflung nimmt der Verein den sozialdemokratischen Lokalsperren gegen- über ein?" Es wurde mehrfach konstatirt, daß Gaftwath« pemaßregelt worden feien seitens der Polizeibehörde weg-n Duldens von sozialdemokratischen Versammlungen in ihren Lokalen, während anderen in keiner Weise zu na-«getreten worden sei. Man verlrat den Standpunkt, daß, sobald ein« sozialdemokra- tische Veiscmmlung polizeilich genehmigt sei, der Wirth keine Ur- fache dabe, fem Lokal zu verweigern und daß eine behördliche Berinfluffuva nach dieser Richtung oder gar eine Maßregelung nicht am Platze sei. Der Vorstand übernahm es, in dieser Angelegenheit beim Polizeipräsidium vorstellig zu werden, doch ermahnte der Vorfitzende sehr dringend diejenigen, welche Klage führen, auch das nölhige Beweismalerial zu erbringen. Auch wählte die Versammlung eine Kommitfion, welche die Frage berathen soll, ob eS nicht zu ermöglichen fii, einen Kariell- verband aller größeren VerfammlunzSlokalbefitzer einschlicßl ch der Brauereien ins L-ben zu rufen, um geschlossen Front zu machen gegen die„Uebersriffe" der Sozialdemokraten, ein Projekt, da« in der Versammlung großen Anklang fand. Auch beirfchte große Entiüstung über die sozialdemokratischen Sperr,». Wenn darin eine Berechiizung in gewisser Beziehung auch anerkannt wu�de, so wurden die Sperren behufs Halten von Zeitungen, behufs Bezahlung der Kellner u. s. w. doch für zu weitgehend gehalten. Wenn dies so fortgina, verlaugten die Kozialdemokrate« schliesslich»och Aolftermöbel»der kostenlos« Kemirthung. Die Kommission wiro von Herrn Lewackausen(LouitenItäotischeS Konzerthaus) konstiluin.— (Die Herren Gastwirlhe lhälen sehr gut daran, etwa« beschei- dener zu sein. Red.) » �• N»r»in dir Klempner Kerl«»« nnd tlmgegend. Dlenftan heu 10. Dej-mder.«dend« 8 Uhr, in drr Gamd.inu» Brauerei tn Charl-Nen'tueii Wallftrate 48: Giofie«erwnnnlung. Tag-Sordnung. I. Gewe: k ldaillicke' «ornaa. 2. Dtltallion.».«ufnahme neuer Mitglieder. 4«erschi-dene» und Kragbkiften. .«»»»» öttentttch» Versammlung der«avakardelter und-»»- deitertnnen am Di-nftag. den 10 D zemder.»vendd 8X lldr im i-al.il- d'i Herrn»oi.Ichal,d»r-d uUoin en Bei Uni Die, st ra, den 10 Dej�mtn, Ut 1. Bortrag des Herrn ffi Schweitzer über, Die ......... S B"ltitbenti. rd» bcschäftitzie» Arbeit, ün en Sellin» Die, stra, den 10 Dermin. Abend» SZl Übt, in SA-ffer» Salon, 3 ,felftr. 10 I, BToSt Btisimmluna. Znaelo dnu.ra t, Gewcikschasl- »che» 2»b kchnuna oom IW'zchen, 8. Aufnahme neuer Mitalieder 4 B-r. schiedene» und F aaeka'lcn,«»sie haben Zutritt �, Ko>iatd«moKratischer S»r«- unb jplakniirblttb„lalTalU'. Jeden DIcnnaa Aoenz« Sil lldr, im Sokrie de» Herrn Ziemer. Gimoitr, 18«ästkönnen du ch tUUiBÜfbtr eingeführt werden,«tue Mitalieder werden auf je- nojitnen__ �_ H ertinlauna deutscher Maler und vern-andter Oerufsaguosse». Filiale VI Morditt Mit woch, d-n 11 D-z mdri, Ad-nd» Sit llh. Er am- stütze 2L in H-'zna'» Sdkal, Miealikderverf mmluno Taaelordnung Vo trag de» Herrn Wi h Schweitzer über, Die Arbeit f.üher und jetzt, Pflicht jede» La legen ist e» zu erscheinen, »roh« ötkeuttich» perfammlung der Bauarbeiter Berlin« und >im»»g»nd am Mwwnch den Ii D»i-md-r, Abend» 8 Uhr. in Echesfe,'» Salon Znselbr, 10. 2 Tr, Taaeldi dnuna: 1, Etrcik-Abcech.rurg, 2 Bericht der Bert auenimlnner, 3, Vortrag de» Herrn W, Werner 2. Dilkusfion 6. Be schiedene« Achtung! MSbelpalirer 1 Sine grotze Matinee findet am Mittwoch. den 2S, Dezember n,-j_- B.itzerstr 42. 4 lt.; Wanten, S euzbrr, st', 9. Oueeged 4Tr; Witte, ftratze 9S. 3 Tr r Slrffcr. Siostizstr 40,»pelt, Sebaftia, str 27- 28«m«' bandlungl, H. Schmidt SUsabetd-Ufer 10, Hof 2 Ti„ bei Oilowtti ißr' Mikcke,»dalbertstr, 9, 4 Tr, r Roggemann, Dretdeneistr, 77, 1 Tr,, httss Pallisadenstr. 83, 4 Tr. viönnerchor,' Theater-Ar ffüdrw'i� » hierzu find auf allen Zrhltbw zu haben � Witte, 3 oalidenfir tr , Bainimstr 46, 4Tt.; Höver, Slocke. Laufitzerste, 3Z. 3 tr.; B»1* R ichenderaeiftr 18t, 3 Tr I Nr. Theater. Dienstag, den 10. D e z e m b e ,. «»erigqa»». Lahengrin. Achlsnspteiha«». Wilhelm Dell. Stsst»» Sy-ate». Die Ehre. t.tltve»«heater. Nächstenlitbe. Aerliieer Theater. Schlechte Rasse. Zrteftvtch> MtthetmSSdttsche» Theater. Prinzesstn Pirouette. ReZtaeatz-Ttzeatzee. Schwiegermama. VSat-ee-Theate». Nervo».— Vorher: Der Scheidungsgiund. Ntktarta-Theater. Stanley in Afrika. AM«»»- Theater. Ein Verurlh ilter. D»>«aRia»e«» Th»«e». Vor Sonnen« aufgang. Mi»ig««»tische» Theater. Madame Poti« Ke- reat. Theater. Historischer Possenadend. ÄNstph ösealt-Thearer. Ktotie Wo,ve». K«h». Nicht»»'» UartttT. Epe», alitäten. V l- Üeuung. N»ich» hallen» Theater. Er. Spezialitäten« t'ä.unß Kanfmann'« Mariatt. Gr. Spezialitäten- Vor � ltorflellung. las*»re»»»tt»rstr M. Täglich Vorstellung. flCtitx. Tarlitrahe. Heut-, Dienstag, den 10 Dezdr., Abds. 7 Uhr: Die luftigen Heidelberger, oder: Ein Studenten. aurflug mit Htii0er>.>ssen. G ohe D lginai- Paniomtine. P inz Curneval und seine Gelolgr. Equlst-tsche Vulsünrung von 10 arab. Pferden duich H-rrn Franz Renz. G otzartige« Hurdle- Rennen, geritten von Damen und Herren mit 24 der b sten erg. Vallbtutlpringpferde. Em Concurrenz Reiten zwisuen den Retlkünstlertnnen Gesa-wtstrr Lillie und Rosa, Fri. Natalie und KrI. Gterach. Austrelen der Schuir«, ler«n Fil. E. Guecrn. Belühmte Reitkünstlerfamilie Bria- tore.— Morgen aroh- Vorstellung. Der Etrcus ist aeheizt. E. Renz, D'reltor. Für d,e mrr in so rerchem M the dtwiesene Theilnahme bei der Beerdigung mein-t liebe» Manne«, sage ich allen V rwandten und Be kannten, den Kollegen der Kählstein'schen Hos- wagen. Fabiik, sowie dem Herrn P edigerKunie, sür die trostreichen Worte am Grabe meinen tiefaefüstlt-n Dank. l71 Au, Ufte Müfier aed. V e s e und 6 Kinder. Die m heute bei vuggenksgen auber««mte Nolks-Uersammlung Kann Umstände halber an diesem Tage niokß stattfinde« Dieselbe findet am vivMKsgz den 17. Dezember, (also 8 Tage spater) t« demselben Lokale dsntitnmK statt. Uerew der Kchriftgietzer Kerttn». D l e n ft a g. d-n 10. Dezember, Abends 8 llbr, in Jordau'» R»ftaura»t, Nme Grünstr. 28. Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht der Revisoren. 164 2. Kongreß Angelegenheiten. 3. V-reinkmitihulung. 4. Fragekasten. Hierzu ladet ein __ Der Uorftaud. Verein m Mahrung der Avteressen der Klanlerarbelter und vervillvdten Vernssgenoffen. Den Kollegen zur Nachricht, daß in der Fabrik von Joseph, in Firma Mittag Nachflg-, Keichenbergerstr. 47, ein Abzug stattgefunden hat und die Werkstatt zu meiden ist. 165 Der Vorstand. 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Wienert, R-scr.thalerstr�- lesen öl Verantwortlicher Redakteur: K. Grönheim m Berlin. Druck und Verlag von Mta» Kadiug in Berlin Beuth strotze 2. s° Wringmaschine»_ � eigene» Fabrikat auf ThellzahlNnO Bellmanni Golluowstr. xQ. � BOij'O; ÜllÖb, sammtlicher Giößte Auswahl, billigste Preise bei 0. Elkhuysen, Nttintstray»�-� ®. Scdlasst. f. H. Relchendergecstc. � jT? Wwe. MöiSberger. 2. Beilage zum Berliner Volksblatt. Nr. 289. Dienstag, den 10. Dezember 1889. 6. Jahrg. IToItnlcs. Di«»iektrischrn Keleuchtongaa« lagen ans dm drei «ahnt ofm oer Ltadldahn Schuft cher Bahnhof. Alixander- und Friedrichftrahe eiweism sich s�on seit langem man- �lhalt und nicht m>hc auSieichmd. Obgleich diese Beleuch- birg nur auf dm B�hnfteigm»ur Anwendung kommt, ist fie doch auch dort noch vielfach itwureichmd und namentlich wird lertwährend Klage darüber geführt, daß die in dm Hillen und on den Tafeln angebrachten Fahi plane und Bekanntmachun- l>M bei der elek rischen Beleuchtung der Bohnsteige nicht>u �en stnd. Zui ächst soll nun eine Amderung in der B fleuch- jjog des Bahnhofes Friedlich st>oße«intreten, und�war in der ?rl, dah die Billellchalter und die langm Flurraume, sowie {W'ge relervirt« Räume elektrische Beleuchtung von den Ber» bner Elektrizitätswerken erhalten, währmd der übrige Theil des Ervgefchoffes, namentlich auch die Wäcterfäle, die bis- l'rig« GaSdel�uchtung behaltm. Auch hier wird also doS tliktutH« g cht noch als LuraSbelmchtuna behandelt. . Die Ann st, da» menschlich« ftbett f« verlangern, "«n u iftte Acu« zunächt» an ,h er eigrnen Person und zwar, T'o eine im ärztlichen.Zential- Anzeiger" veröffmtlichte �lat.ftik b'w'ist, mit gutem Erfolge. Daß die Sterblichkeit onter den Angebot igen des irzti'chen Standes keine ganz ge- 'st, war bereits früher bekann«, doch haben sich diese Be» solMiste seit I'hren bestäadig gebissert. In dem Jahre vom '' Oktober 1888 bi« dayin 1889 betrag die Sterbliwkeit unter � dmischen A rzten zwei von Hundert, währmd ste noch im �>bre vorher 2S8 von Hundert ausmachte. Dabei zeigt fich °uh noch die meitvürdiae Erscheinung, daß die Sierdlichkert �"t-r den Landärztm oröher ist, al« unter den in dm Sladtm Lohnenden; von dm Z707 Aerrftn Deutsch! mds, wrlchein den «'ährren S Lbtm de« Rrich�s wohnen, ftaibm im Ganzen our«g. mithin 1 6 pCt., ein Satz, der erheblich hinter dem '«r.rwähnlm Durchschniltosotze zun ckbleidt. Die« letztere j ist dcn fürs vorang-gangenm Jah>m stets dohcr gewesen, � im Iitzten I hre. Auch über vie Setzhast'i keil der Bernte o'0'bt dag genannte Blatt Mitlheilungm. Van dm rund löi OV Aerz'en in Deulfchla, d haben 8 rCt. im letzten Jahre Iren Wohnsitz oewechselt, da�unte, lSv Aerzte sogar zwei Mal. oieu nieoergelussen baden fich im Gan,en im Reiche während letzten Jahre« 250 Aerzte. Wie sehr von tm sich nm ""benassenden Aerzlen ti- grohen Siäol« bevorzugt werdm, IHiedt sich darau», datz von den 250 neuen Aeiz'm sich in �rl.n IIS ni.dergelossen haben, so daß unsere Stadt gegen. 2*>'g 1200 A.rzte tn ihren Mauern»ohlt. Die Berliner �rzie zeigen auch keine arohe Last, unsere Stadt mit einer s�derm zu v rtouschen. Wähie, d im Regieiungibezirk Pole- iam von den 44« innerhalb dess Iben wohnenden Aerz'en 26 !?wgrn, haben von dne ltag Rachmttl g in der dritten Stunde auf »r Lmdsberg« Allee in der Nihe des altm Friedhofes der Georgmgeme>nde ad und ia d endlich auf d« Wache de« iJ- Polizei evier« thren»orlä figm Ab chlutz. Auf dem ge» Friedhof» ist im vonam Jahr« die Leiche eines Ge- r'misdeamten Sch. zur letzten Ruhe gebettet worden, der au« nn« zw«,,�(tiu Willwe und aus ein««stm eine !»ch>« Hinte,«alsen hat, welch litzlece j tzt 19 Jahre zählt. �»on hr, g Hz de« Sch. standm sich dre Siiefmalt« � Siusiochier wmig freundlich gegmi-b«; letztere da« Hau« und stellte fich, nachdem fie mit Unter- Atzung de« Vater« die Gold-»nd Silderfttckciee«» int und eine lücht ge und vielgesuchie Arbeiterin J*0*«« war, aus eigene Fühe. D« im vorigen I ihre«folgte «£.- Gallen bez«. Baier» brachte Muit.r und Tochter naher; ,m Gegeniheil, ibre Abneigung steigerte fi» infolge noiymendig gewordenen E,blheilung noch mehr. So lebten derben P i Ionen getrennt für sich, br« ste an jenem »«Nnerftag N>chm>Ilag der Zuiall am Grabe des verstorbenen . auf dem Kirchhofe zusammenführte. Es war der Geburt- »J. de« H«mgegangmen, und die Stiesmutt«, welche �ant delseibm dm Grabhügel mit emem K.anz sä mucken fand daselbst b««>tS die Sites achter vor, welche fick zu Zw ck einge>undm hatte. Am Grabe kam znische» »>«ym vas yic�i vicljw iui«•»%»»» �ihkr�t« bflcitt dies und entgegnete, daß fie hierzu �'ftens gleichberechtigt fei. D« Wo. w chsel v'rbrtterte »nd«ahm, al« die beidm Trauernden den Friedhof tz,,!'>>eu, an Heftigkeit derart»u, datz er vor dem T«ore diS �dof« � Thä lichkeiiin auSartcte. Es war ein wider- »"P'S Bild, welches nun die beiden F>auen«pe>sonm den �rkl-A. �aait grraiycn. r*c uiicu riu# v»vsi»iv---- Hz v'�len fich schliebtich mit th�en Regenschirmen so lange, � Schutzmann«schien und die beiden Kämpferinnm mit oll ausrinanderbrachte. Unter dem üblichen Ehrengeleit "i-ii? �r Pol, zecheamte Mull« und Tochter nach d« eingangs »« Polizeiwache, woselbst ihre Personalien und der i��-nd s.stg.stellt wurden, ehe ihre Entlastung«folgte. WL, k-'H"®« wegen groben Unfug« dürfte wohl dre nächste bi'f« Szene f'tn.. !»l dVl"� auewärklge« viehhSndler. der d.ef« Tage !?>.»�..�"»">d.B>ehhoi- zu-dun hatte, wurde auf dem Bahn- $stiz1®�'nberg fcin Hanvkiffec aistoblm, � fich 2ßo(h/ H und ferne V.ehatteste befandem U.d« den V r- 5 Ii» z?°�rS und der dann m'baltrnm Segenstande hatte ? R» t Vk0""4»nd der dann m'ball.nen Gegennano. oa». h nweggefttzt, nur der Verlust der P.'P'«e chmerjt- i'Ichrl.!' d sch, cidt aber sein E.ftaunen, als er emm em- L'A'««« Blies empsängt, d« die vermihlm Popiere ent Dreb mit dem B.mnkm, datz« ft««'cht ge. " wnne. ganz ergebenst»urückschrckt. GertchlS'Ieikung. dsZ'vi- üs.�3"« warm von o« �„airam"'»."> 7- �l der Anklage des Widerstandes aegm dl« Staat«. �.tz«ihr1e dazu und Zaw'derhandlung»gm da« im d'e»„�T'Iprochen wordm. Die Anklage stutzt sich daraus, �l'�rt sagten Sffenilich zur The.lnahme am Streik auf. und mar foiinulirt auf Grund de« HllOdeS lautet: ,W« öffentlich var«ner Menschen- �«« durch Ve>d.rit«ng ed« offmtlichm Anschlag od« öffentliche Ausstellung von Echriftm... zum Ungehorsam g-am Gesetze... auffordnt, wird mit Geldstrafe bi« zu 600 M. od« mit Gefäiignih bis zu zwei Jahren bestraft." Die Erfordernisse des§ 110 sollten nach Annahme d« Staats. anwaltfchaft dcsnalb gegeben fein, weil die Angt klagten, indem fie ihre BmrfSgmossm zur Theilnakme am Streik aufforderten, dieselben damit gleichzeitig zum Uw gehorsam gegen§ 270, 1,5 des Allgemeinen Landrechtes iV«. pflichtung zur Jnnehaltung von V«Irägen) sowie zum Unge. boekam gegm da« Berggesetz, welche« dm Vergleuim 14tägige Kündigung vorschreibt, ausgefordert hätten. Die Strafkamm« «kannte insoweit auf F,eisprechung, da fie der Meinung war, dnß§ HO auf Zioilgesctze keine Anwmdung finde.— Auf die R-vifton de« StaalSanwalt« hob nun da« Reichsgericht da« Urtheil auf und v«wi»S die Sache in die erfle Instanz zurück. In den Gründm wurde d« von Staatsanwaltschaft und Reichs anwallschoft vertretene Anficht, daß d« Z 110 nicht blas au strafrechtliche, sondern auch auf zioilrechiliche Gesetze fich de zi-he, als richtig hingestellt.— In«in« ähnlichm Sache IBergmann Kappert und Gmostm ans Steele, Landg«icht Esten. 25. Julr)«fo'gte gleichfalls auf Revision der Staat« anwalifchaft die Aufhebung des freifprechmdm Erkenntnisse«. — Die Wirkung dieses reichsgerichtlichen Spiuche« wird eine sehr einschneidende sein, und die Konsiquenzen desselbm find vorläi fi, noch gar nichi abzusehen. Leipzig, 5. De»emb«.(Bestätigte« Tode«. urtheil.) Die verehelichte Gaschke, oeb Panten, in KöSlin ist vom dortigen Schwurgerichte am 21. Oktob« weom oor- sätzlich« Vergiftung de« Kindes ihrer Towter mit Schwefel- säure zum Tode vmritheilt wordm. Sie legte Revision aegm dos Urlheil ein und behauptete darin mtgegm dm getroffmm F-stftellunam.«s sei nicht erwiesen, daß fie dem Kinde die tödtliche Flüssigkeit beigebracht, zum mindesten nicht, dah fie es mit Vorsatz und Ueb«legung gcthan habe. � Da« Reich« gericht(2. Strafsenat) verwarf am 3. d. M. die Beschwerde als undeg, findet, da in den Festflrllungen, insbesondere in dem Geschwormmspruche ein RechUnrthum nicht zu«- blicken sei. Leipzig, 5. Dezdr.(Zerstörung von Gräbern.) In dkte das G«>cht Glauben. Es verurtheilte Karl Müsch« in An- belracht der bewiesenen B uialrtät zu S Monaten Gefängniß und sprach Friedrich Muscde frei, weil er sich im guten Glauben befunden habe.— Die Revision de« verurtheilten Karl Mu>che such'« den Nachweis zu führen, daß die Gemeinde, indem fie die Gra«n> tzung verpachtete, die Grab« nicht mehr als solch« ansehen wollce od« gewiss«maßen selbst schon die Entheiligung derselben vorgenommen habe, ehe«S d« Angeklagte Ihun konnte, da« Reichsgericht verwarf ab« die Revision al««n- begründet. t>cp|au»mUmgcn. Eine imposant- Dr-chvlerversammluns sämmtlicher Branchen tagte am 4. viele« Monat« in Ortchel's Salon, Seballia. str. 39.«nt« Vorsitz des Herrn Hildebrand. Auf der Tagesordnung fla-'d: l. Geweikschas'l'ch,-. 2- Diskussion. 3. Veischiedme«. Zunächst nahm Herr Hildebrand da« Wort zu dem Prrlmult'. streik in Wien; er tleilt« dn Versammlung mit, daß sich die Pe.lmutterarbeiter in Wim veranlaßt gtfthm haben, vor rmg'sähr 3 Wochen die Arbeit emmstellm, da e« ihn«, bei den Lähm« von 4—7 Guiben= 7—12 M. nicht möglich ist, ern menschenwürdige« Dasein fern« führen zu föinm. Dm Fabrikanten wurde von den Groififtm und Kommissionären ein Ausschlag von» p Ct.»ug« sichert; die Herren lohen fich nicht veranlaßt, auch nur dm kleinsten Biuttheil bin Arbeitern zu Gute kommen zu lastm. Die Srporlfirma M yer u. Co. hatte im Lauf de« Sommer« sämmllicke W-arm aufgekauft und versuchte durch da« Angrbot von 5 pCt. sämmtliche Lielerungm an fich zu bringen, also eine garz gewöhnlche Spikulation auf P.eiSlreiberei. Ander«. feit» hatlm die Unternehm« beschlossen, um die Arbeit«. oraanisation»u zertivmmern, sämmtliche Wrrktlellm auf einige Wochm zu sperren. Wrr sehen also da« ve, einte Vorgehm der Unternehmer, um die Aibeit« in ibr« bedrucktm Lage»u«. hallen. Die Unternehmer halten zedoch die Rechnung ohne die Arbeit« gemacht, und al« diesm das Vorgehm d«Arbkitged« klar geworden war, stellten fie rnSgesammt dl« Arbertnn. Daß die e« Vorzehen»ein lang vorb«eitete« war. ist darau« ,»«. sehen, daß zunächst eine klemere Anzahl Kollepen m dm Streik eintrat. Der Streik nahm ,edo» bald so nefige Dimenftonm an, daß zur Zeit aegm«00 Aibeit« im Ausftande fich de- fiadm. Durch diesen Ausstand find ca. 12000 vnsonen in Mitleidenschast gezogen. Dieses da« Bild de« Ausstande» d« Perlmutlerknopfdrechsl« nach den Beimitm, die dem Refermtm au« Wien zugegangen find. J.tzl stellten die Arbeiter die Forderung, ersten«: Zehnstündig« Arbeitszeit,»w.iten« Ab- fiboffung de« Mißbrauche« d« Freistellung von Licht und Werkzeug durch die Aibeit«, dritten«: Sine mtsprechende Sr- böhung der Preise bei sogenannten HauSgeftrllen, vierten«: Kein Arbeit« darf wegen Therlnahme an dem Stteik aemaßreaelt w«deN. Diese Forderungen wurdm bis. � r rundweg abgelehnt, jedoch die Polizei m Wim «Ermittelte insofern, daß sie alle. Kundgebungen d« Ar. be1or m«. me«stickte und drohte, die subfistenzlosm nach !�A..M-tb«dmltiebm. Diese« dn Stand de« Streik«. In b!! Diskuffion füheten Kollegen Pindric. Rautenberg»nd And«e anS. daß nothwendig fei, die Wien««.llegm m-rgisch ,n unterstützen. ES wurde deschloffen, eine Sammlung für die Streikenden vorzunehmm. Zur Entgegennahme der gesam- mclten Geld« wurdm folgende 5 Personen als Verträum«. leute gewählt: Rautenderg. Prinzesfinnenftr. 22. Jung, für den Norden, Schönhaus« Allee 187. Kreiser, für den Osten, Blumenstr. 54. Ehlert, für Süd-Osten, Skalisterstr. 29-, Zeise, für dm Süden, Bartelstr. 8. Unterdessen war folgmde Resolution eingelaufen, welche ein- stimmig angenommen wurde. Ste lautet:«Die heute in Orschel'S Salon tagmde öffmlliche Drechsler- Versammlung oller Branchm«klärt fich solidarisch m>t dcm Vorgeben d« Wimer Kollegen und wird thatk. ästig für die Durchführung ihrer Jnteressm die größtmögliche Beihilfe leisten und hofft, daß die Wim« Kollegen durch ihre jetzige elende Lage zu dem Bewußtsein gelangt find, daß eine Organisation un- umgänglich nothwmdig ist."— Unter„Verschiedenes" wurde auf den intemationalm A beiterfeintag vom 1. Mai nächsten Jahres hingewiesen, cbento auf die am Dimstag, dm 10. d. M., in Feuerstein'« Saal, Alte I ckobstr. 75, statlfindmde Versammlung sämmtlicher Drechslermeister, Fabrikanten im DrechSlergewerbe und Drechsler und Bnufegmossm, in welch« Stellung genommen w«dm soll zu dm Anträgen d« Innung betreff« Heranziehung der Ardeitgebn und Arbeiter, die auß«. halb der Innung nehm, zu dm Kosten der„Wohlfahrt«. einrichtungm" der Innung. Eine Frage:„Könnte von dm anwefmdm Perlmutterarbeiinn nicht eine Kommission gewählt werdm, die ein« Versammlung einberuft zur Gründung ein« F liale V für Perlmutterarbeit«?", wurde von Herrn Hilde» d andt dahingehend beantwortet, daß»on den Perlmutter. arbeitern Herr Ulte heute Abend hier als Schriftführer sungnt; derselbe wird gewiß geneigt sein, auf diese Frage näh« einzu- gehen und in kürzer« Zeit eine Dnsammlung sämmtlich« Perlmulterarbeiter einberufm. Mit einem begeistert aufgmom- menen Hoch auf die internationale Arbeilerbewegung schloß der Vorsitzende die Versammlung, welche al« die destdesuchte und in palanleste Drechsler- Versammlung in letzter Zeit zu v«. zeichnen ist. GW- öff-ntlich« N-rsammwtts d-- Militärschneider Berlin« tagte am Fceirng, Abend in Deigmüller'a Salon, Alte Jakobstr. 48. Den ersten Punkt der Tagesordnung bildete «in Vortrag des Herrn Krüg« üb«„Kapital und Arbeit" und als zw iter war die„Lohnfrage" angesetzt worden. Nachdem die Herren MöwuS, Roloff und Garwin zur Leitung der Br» sammlung aewä.lt waren,«hielt der Referent �u seinem Vor- trage da« Wort. Derselbe verbreitete sich zunächst über die Entstehung de« Kapitals, da« fich au« dem Mehrwerth d« Arbeit gebildet habe. Die jetzige ProduklionSweisc habe dahin geführt, daß dm Arbeitem alle Pflichten aufg« bürdet würdm, während das Kapital alle Rechte für fich in Anspruch nehme. Hierfür liefere dre moderne G.srtzgebung, namentlich das Aus- no'megesetz den besten Beweis. Den A> beilern werde die Ver- bcsseiung ihrer Lage stetra erschwert durch Maßregeln aller Art, dem Kapital hingegen loste man dm wertesten Spielraum; diese« nutze die günstigen Konjunkturen au«, zwinge Frauen und Kinder in die Fabriken zu gehen, zerstöre die Familie und wcrfe die verbrauchte Kraft, dm altm Arbeit« auf die Straße. Auch die Hausindustrie werde von dem Kapital b«b«rfcht und die Arbeiter dieser Industrie leim in dm meisten Fällen noch schlimmer daran, wie die F brikarbeit«. Man habe e« bei uns leid« noch nicht für »öihig«achtet, eine staatlicher Statistik einzuführen; hätten wir eine foiche, fie würde uns ein schreckliche» Rrld d« hmtrgm Zustände zeigm. Um endgrltig Abhilfe zu schiffen, sei e« noih. wendig, daß die kapitalistisch Produkttonswerse in eine genossen. schaltlrche verwandelt werde. Zur Zeit müsse sbesondns die Veikürzuug der Arbeitszeit angestrebt werdm und um nach dieser Richtung hin einen Druck auszuüben, solle der 1. Mai 1890 al« ein allgemein« Feiertag betrachtet werdm.(Lebhafter Bei. KI.) Nach Schluß des Vortrages wurde sofort d« 2. Punkt Tagesordnung in Berathuna gezogen. H rr Garwin be- antragt«, die bisherige au« 11 Personen bestehende Lohn kam- misfiou durch 12 Kollegm aus verschirdenm Weikftättm zu verstärken. Die Versammlung beschloß demgemäß und e» wurden folgende Herren g, wählt: Weilars, Krüger, Adrvtt, Haak, Heir z, Ziefener, Stallte, Gammelt, Kirchner, Tischler, Haitz und Lenft. Herr Schub«t bemerkte, daß die Militär- schneid« Berlin« seit 1873 keine Aufbesserung ihr« Lage vor- genommen hättm. Seit dies« Zeit habe fich Vieles ge- andttt, ab« nicht zum Besten d« Mililärschneid«, die sicher zu einer Lohnerhöhung berechtigt wären. Die rorherrfchmde Rachlarbeit fei eine Schande, man müsse dieselbe zu beseitigm suchm, wenigstens müsse man dm doppellen Preis für Rachtaibeit»«langen. Auch die Sonntaasarbeit fei verwerflich; dieser Tag gehöre der Familie. Es bandle fich um ganz noihwendige Forderungen und wenn die Einigkeit vorhanvm fei, werde man kaum auf W derftand stoßen. Herr Schulz erkürte, daß die bith-rige Lrhakommisfisn schon thotiq pewesm sei. Herr Kroll: Eine Lohnerhöhung ist bei den Militäischneidern vollständig gerechtfertigt. Ich habe die Erfahiung gemacht, daß e« in dieser Branche ebenso schlecht ist, wie m dm anderen. Die Herren, fü welche wir arbeiten, find die Söhne jm« Leute, deren En kommen durch die Zölle auf Lebensmitlel kolossal«höht ist. Warum sollten wir also, die wir die Verth ueruna zu tragm habm, nicht unsere Lage wmigstm» etwa« v« bessern? Freilich müssen wir un« sott- dorisch erklärm mit unseren gesammten Kollegm. Jed« Schneid« ist dasselbe, wa« wir find. Ob wir einen Rock für einen Pcinzm od« für einm anderen Menschen anserrigm müssen, wir find in beidm Fällm Lohnarbeiter, und al« solch. wollm wir in die Bewegung eintreten. Hr« Artruo meinte, daß eS praktischer sei, wenn die MilriLrichneider selbstständig vorgehen würden, während Herr Pmdler hervorhob, daß gerade die Kollegm von d« Zivilbranche im- m« dm Anstoß zur Lohnbewegung gegeben häitm. Herr Pfeiffer wies darauf hin, daß die Mililärschneid« fich nicht von den übrigen Kollegm abschließen könntm, da die V«häUnisse dazu zwingen, von der einm Branche in die an» der« überzutreim. Eine Grenje dürfe hier nicht gezog»» wetden. Die Militä, schneid« halten auch keine Ursache darauf zu pochen, daß fie fü« die Edelsten und Beltm der Nation arbeiten müss-n. Auf Antrag de« Herrn Pinnffch wird der von d«bisb«ia« Lobnkommisfion ausgeai beiteftLoh atarif vorgelesen. Hnr Kroll vermißt in dem�.lbm die Berechnung da Watte welch« manchmal zur Verschönerung d« Waden, Sei den Herrn Limlmant«»«wendet werde. Der Vorsitzende bemerkte, daß da Tarif nur provisorisch ausgestellt sei, die verstärkt« Lolm» kommrsfion habe etwaige Amderunam vopznnehmen. Ein« Resolution, nach welch« die Versammlung fich mit dem Refermtm nnverftandm erklart und fich ferner verpflichtet zur geeign.tm ?"* w dm Lohn kämpf«nzutreten, wurde einstimmig mit dem Zusatz«igeuommm, daß, wen» einzelne Kollegen gemaßreaelt w«dm sollten, sich die and-rm Kollegm dnjelben Werkstatt verpflichten, die Arbeit niedeezulezm. Fern« wurde beschlosst«, dm 1. Mar 1890 als tmn Feiertag zu betrachten. 9«y Katerstwhuussdund in Kerlin» Stil am Dienstag, den S. Dezember, bei K uerltein. Alte »kobstr. 7h, eint Mitglieder-Versammlung mit folgender Tagel Ordnung ab: Punkt 1: Mittheilungen. Punkt 2: Festabrechnung und Ausnahme neuer Mitglieder. Punkt S: Per- schiedeneS. Punkt 4: Fcagekasten. Der Vorsitzende, Kollege Grauer, theilt mit, daß dre 4 kranken Mitglieder wieder ge- sund wären und hierfür ö0 Mark an Kcankenunterstützung vom Bund« verausgabt seien; dagegen haben sich Z andere Kollegen wieder krank gemeldet; semer, daß am Donnerstag, dm 5 Dezember d. I., eine öffentliche Versammlung bei Jo-dan, Reue Grünstraße, stattfinde. W-itere Mittheilung-n ergabm, daß trotz der stillen Zeit eS möglich war, im Monat November 49 Kollegm Stellung mit einem Mindestlohn von 16 Mark SO Pfg. nachzuweisen. 2 Stellen wärm von Mitgliedern, da- gegm 47 dirrkt gemeldet. Dies dürfte von Neuem be- weisen, wie der Unterftützungöbund der HauSdimer Berlins sich in dm Kreism der Prinzipale wegen seines bumanm und uneigmnützigm Strcbms allgemein bekannt und beliebt gemacht habe.— Von Seiten der Rechtsschutz Kom- misfion wurde durch Kollege Perlemann mitgetheilt, daß zwei Kollegm um Rechtsschutz gebetm; einer mußte� abgewiesen wer- dm, dem andern wurde der Rechtsschutz gewährt. Kollege O. Schulz bat dm Vorfitzendm, er möge vemmassm, daß die Strafgelder von 5 Pf. für das Richtanlegen der BrndeSab- zeichen von den Revisoren sofort einkasfirt werden, auch sollten etwa anwesende HauSdimer als Gäste bei einer Abstimmung nicht mitstimmm.- Kollege Grauer gab Abrechnung über zwei stattgekundme Feste; diese Abrechnung ergab ein Manko von 21,20 M., was auch von dm Reoisoren bestätigt wurde. Obiger Betrag wurde nach kurzer Debatte einstimmig meder geschlagen.— 58 Kollegen wurden neu aufgenommen. Eine Anfrage, ob ein WethnochtSfest �stattfindet, wurde vom VergnügungSkomitee durch Kollegen Müller dahin beantwortet, daß weam Lokalmangels ein Weihnachtsfest nicht stat. findet. Kollege Grauer bemerkte hierzu, daß wir uns der Kcankm und Etellmlofen an dem bevorstehenden Feste erinnem sollten und die Kollegen Keßlinke und Stemkampf gabm ihre Wünsche be« kannt, den Wittwm je 15 M., sowie Mitgliedern, welche dem Bunde ein halbes Jahr angehören und krank oder vom l.De» zember stellenlos find, je 5 M. zu bewilligen. Dieser Antrag wurd« von der Versammlung angenommen. Die Nereius-Uersammlung der Filiale»I. Ost der Maler» L ickrer, Anstreicher und verwandten B-rufügenoff-n, ragte am 3. Dezember in Heile'S Salon. Auf der Tagesord- nung stand: 1. Vortrag des Kollegm W. Schweitzer. 2. Weiter- beraihung der Statuten. 3. VerernSangelegmhertm. 4. Ver- schiedeneS. Der Bevollmächtigte macht zum 1. Punkt der Tagesordnung bekannt, daß der Referent am Erscheinen ver« hindert sei. Es wird hierauf sofort zum 2. Punkt der TageS- ordnung übergegangm. Die DiSkusfion über das VereinS- organ war eine recht lebhafte, und es sprachen fich sämmtliche Redner dabin aus, den Druck, Verlag und Redaktion, um vielm Mißständen des Organs abzuhelfen, nach ern und dmselben Ort zu'verlegen, und die jedesmalige Gmeralver- sammlung die S'adt bestimmen zu lassm. Verleger und Redaktcur dürfen nicht Mitglieder des Vereins- Vorstandes sein. Hierzu wurde ein Antrag angenommm: Wmn die Vereins-Kasse es erlaubt, das Blatt wöchentlich erscheinen zu lassm. In Betreff d«S Streikceglemmts find alle Redner der Meinung, daß dasselbe unbedingt einer vollständrgm Abänderung bedürfe, da es nach dm diesjährigen Erfahrungen in keiner Weise ausreicht. Es wird dem Deleoirtm ein vollständig ungebundenes Mandat mit- gegebm. da über diesen Punkt auf der Generaloersammlung ein Referat gehaltm wird. Unter Verschiedenem wird an- gmommen, an den VersammlungStagen den Arbeitsnachweis im Winter um i» Uhr zu schließen, und bei jedesmaligem Ab- holen des.VereinSanzerger' das Mitgliedsbuch vorzergen zu lassm. Sin fernerer Antrag, dm von der Bielefelder Maler- innung ausgesperrten Kollegen 10 M. aus dem Reservefonds zu bewilligen und gle-ch,-,tig fit so viel wie rnöglrch durch Sammlungen zu unterstützen, wird angenommen. Nach einigen unbedeutenden Ecörtelungen wurde die Versammlung geschlossen. Der Fachumi» der Tischler hielt am 2. d. M. in Bordaa's Salon erne stark detuchte Versammlung ab, in welcher err Rechtsanwalt Wolsgang Heine einen Vortrag über:.Da« Verhalten der Arbeiter bei Abschluß de? ArbertSoertrages und Strertigkeiten über denselben', hrelt. Vortragender giebt in kurzen Umnssm eine Darstellung der geschrchllichen Entwlcke- lung de, Arbeitsvertrages, der je na» den wuthschaftlichm Verhältnissen verschieden war und erläutert dann eingehend das Wesen des Arbeits vertrage« der Gegmwart. Die gesetz- lichm Bestimmungen für letzterm enthalte das.Allgemeine Landrecht', das vor hundert Jahrm geschaffm, in vieler Be- ziehung nicht mehr der Ausdruck des hmte herrschenden Rechts- aefiihl« des Volkes sei, und dm fast vollstär dig veränderten Zeitoerhältnissm nicht mehr gerecht werden könne. Dreier Zu- stand sei leider nicht zum Vorrheil der Arbeiter, da die Unherle der Gerichte in gewerblichen Sireitigkeitm, werl an den Wort- laut de« Gesetzes gebunden, meistens zu Unaunftm der Ar- beiter ausfallen. Redner giebt weiter eine Reihe von Ver- Haltungsmaßregeln bei Beschreitung de« Prozeßweges und spricht zum Schluß die Ansicht auS, daß von R-ickSwegen ein- zuführende, gewerbliche Schiedsgerichte mittelst freier Wahl aus Arbeitgebern und Ardeitnehmem zusammengesetzt nur heilsam und lördemd auf die Rechtsprechung in gewerd. lichen Streitfällen einwirkm würde.— Eine Reihe in der Diskusnon gest-llrer Fragen wurden von dem Herm Vortragenden in bereitwilligster Weil« beantwortet. Beim zwertm Punkt der Trgesordnung, betreffend dm Bildhauer streik, wird von verschiedenen Rednem unter Bezug auf die in der letzten Tischlerversammlung gepflogenen Debatte ausgeführt, daß eine Arbeitsniederlegung der Tischler in dm für die Bildhauer noch gesperrtm Werkstätten nicht zw'ckaäßig erscheint, wert die größte Mehrzahl der betreffenden Kollegm so kurze Zeit vor Weihnachten mit einer AcbeilSniede legung »icht einverstanden sein würde. Zwertm« ist, wie Eckundi. »ungm ergebm, die Arbeit durchaus nicht dringmd, so daß ein Streik den betreffendm Unternehmern schließlich erwünscht käme. Günstig für letz ere sei auch die schon fühlbar werdmde Arbeitslosigkeit vteler Kollegen. Em Erfolg sei unter diesm Umständen nicht zu erwarten, die erforderlichen bedeutenden Opfer würdm vielmehr nutzlos sein. Der Vorfitzende giebt «och bekannt, daß die BrlletS zu dem am 1. Feiertaa in Sanssouci, Kottbuserstraße 4, vom Verein veranstalteten Matinee auSgeg-bm werden._. «im» gut besucht« Versammlung»er Maler und Au stretcher ragte am 4. d. M. im Lourjenstadtiswen Konzert- haut« mit der Tagesordnung: 1. Abrechnung vom Streck. 2. Wahl eine« KasfirerS. 3. Verfchiedmes. Die Abrechnung, »on dm Kollegen Cölln, Greetz und Poppke reoidirt und für richtig befunden, ergab einm Bestand von 404,08 M. Em- gangen waren znka 15 000 M. Dm Filral-Kasfirem von Süd, West, Ost und Moabit wurde Decharge ertheilt. Bei dem Kalfirer Strll-r kNord) stellte fich ein D»fi,it an Maiken von 353 M. 90 Pst heraus. Außerdem hat derselbe auf Listen ge- stammelte Gelder nicht abgegeben. Aufgefordert, über dm Verbleib de« Geldes Rechenschaft abzulegrn. entschuldiot sitz derselbe mit Uederbürdung; er hätte Frlrale Nord und Moabit zu besoram gehabt und im Drange der Geschäfte könnten ihm wohl Markm �abhanden gekommen sein. Bei der Revision eindringlich gefragt, ob Alle«, wie von ibm an- gegebm, auch richtig wäre, hat er mit Bestimmt- heil erklärt:-Da« Alle« in Ordnung wäre.'— Nach vielseitigem Hm- und Herredm gesteht Herr Stiller jedoch, daß er, weil zur Zeit in seiner Femilie Roth herrschte, da» Geld erngegriffm habe. Mehrere Kollegen sührtm diese Enischuldigungm auf ihren wahren Werth zurück; Stiller ist für serne Mühwaftung während der Streikperiode reichlich mt- schädigt wordm und e« gelangt infolge dessen der Antrag zur einstimmigen Annahme: Die StaatSanwalschaft zu beaufiragm, gegen den:c. Stiller strafrechtlich vorzugehen. H«rauf wurde der bi« jetzt fungirmbe Kassicer Wendlker als solcher wieder- gewählt und demselben auch für eine bisherige Verwaltung Decharge ertheilt; außerdem wurde als geschäftführmdes Mit- gl-ed Herr voblweqler, als Vertrauensmann für Süd Kollege Könrg, für W st Kollege Röltzke gewählt. Ferner wurde zum Schluß vom Vorfitzendm ein Brief verlesen, worin ein Kollege um ern Daclehn von 20 M. bittet. Da mehrere Kollegen für denselben sprachen und besonders heivorgebobm wurde, daß derfe be während de« Streiks treu zur Fahne gestanden hält«, bewilligte die Versammlung eine nicht zurückzuzahlende Unter- stützung von 30 M. Nach Schluß der Versammlung händigt« der Lokal-J rhaber die vorher geforderte und erhaltene Saat- mieihe von 6 M. zu Gunsten de« unterstützungsbedürftigen Kollegm dem Kasfi: er wieder ein. Nrtefkrnltcn. Bel Anfragen bitten wlr die AbonnnnentS�uitNing belzufügen. BrfeNlcke Antwort wirb nicht ertbelit. K«rk. 1. Die erste Ihrer mit Bleistift geschriebenen Fragm ist unleserlich. Schreiben Sre doch mit Dinte. 2. Im Allgemeinen ist das Recht, L hrlinge zu halten, nicht von der Zugehörigkeit zu einer Innung abhängig. Für gewisse Bezirke und Geschäftsbetrieb« kann jedcch die Behö be diese« 9W auf die Jnnungsmeister beschränken, z. B. in Berlin für d« Frisew- und Barbieiinnung. j F. Ap. 1. In Bezug auf das Versammlungsrecht stn« die Flauen den Männern völlig gleichgestellt. 2. Die vo» Janen milgelh«,lle Anordnung des die Versammlung übel' wach»den Beamten erscheint un« unzulässig; d e Ntchlbefol' gung dieser Anordnung würoe aber wohl eine Versammluagt' ouflölung zur Folge gehabt haben; die ratt.ägliche Rekt« fizirung des Beamten ist dann nur ein schwacher Trost. G. K. Ein Schlafbursche hat nicht dm Anspruch, dos ihm angewiesene Zimmer für fich allein zu benutzen; vitlmchr kar.n au» der Vermrelher dasselbe mitgebrauchen. K. Kt. Wenn ern Arbeiter durch Konlro.'versammliwZ oder oergi. Arbeiiszeit versäumt, so kann»hm ein mtsprechmd« Lohnabzug gemacht werden. K. K. 27. Die Ehescheidungsklage kann unbedingt m« durch einen Rechtsanwalt eingeleitet werden. Wer unter Ew reichung eines Armulhsattestes um Eitheilung ces Armenrechtt einkommt, dem wird rn Ehejachm ern RechiSanwall vom G«' richte beigeordnet. Nr. 200. I. M. Ein Dimstmädchm kann an Enl» schädrgigung für Kost und Logi« täglich 1,25 M. verlangen. M. 1. Das Mädchm und der Vormund des Kindel können auf Alimente klagen, auch wenn erster« gewußt hat, da» der Vater ein oerheiialheter Mann ist. 2. Der Vo wand wäg fich beim VormundschaflSgericht ein ArmuihSattrst beschaffe» und dann beim Prozeßgericht Gewährung des Armenrechlt beantragen. Keemerhafc». Wir können Ihnen über die Höhe der Taufgebühren in Bremerhafen leider kerne Auskunft geben. I. Ziehung der 8. Klaffe 181. Königl. Preuß. Lotterie. Siedln,« dem 9. Dezewbcr 1889,«ormitean«. Rur die iüewmnr über l SS Marl sind den delreiiende» Nnmmer» in Porenldrit dcigemgi. lOhne Bewähr.) 36 106 313 ßOOl 6�0 64 708 8>6 911 1141[3001 84 205 16 394 482 56t 82 746 78 89 94 834 55 80[20(0 932 71 41:2 75[3( 0] 302 10 491 518 23 85 713 879[200] 909 42»059 167 92 201 93 346 76 507 610 92 650 61 811 964 4126 227 345 611 58 84 98 746 82'. 920 5223 54 366 412 600 708 965«003 23 34 227 48 50 513 36 60 716 981 82 7111 259 321 618 8192 528 51 659 775 888«133 224 47 4:43 547 67 601 46 718 823 98" IO101 75[200] 224 609 787 90 11058[200) 72 173 96 240 311 487 517 645 700 19 81 99 871 938 1)8146 254 601 747 881 983 1 3219 60 65 307 35 664 81 766 837 39 80 12001 938 1 40-3 438 97 501 18 54 840 60' Ol 11 78 1514 i 290 304 513 61 6(8 48 956 10070 100 56 282 301 2 469 682 1200] 696 733 821 22 35 82 407 26 98 17171 47 258 92 356 407 81 518 32 48 76 715 56 895 912 18066 117 209 45 75 395 456 93 664 752 95 859 1 9053 199 315 94 414 62 573 98 631 58 705 44 807 "•40027 31 33 78 355 504 11 49 56 96 731 821 917 22 2 1010 227 412 513 766 91 22060 127 69 214 87 307 467- 6 524 830 23007 20 62 147 231 44 409 25 83 87 5:38 679 96 710 24033 299 588 628 90 781 837 62(20] 933 25029 202 48 363 457 502 43 614 64 976 26019 79 117 77 243 55 318 649 714 38 79 86 918 26 94 98 27020 83 242 92 97 809 10 72 404 616 39 64 644 68[300] 79 ,08 910 21 56 59 62 28296 419;200l 34 71 531 86 93. 52 29178 91 303 467 619 715 860 98 »«029 224 303 6 62 64 77 79 548 660 858 3 4087 228 354 454 85 738 960 3 20(6 123 39 207 447 74 817 27 36 40 904 68 33162 369 735 55 66 926 3 4 62 407 604 78 3S079[200] 241 364 635 68 722 36 62 850 924 94 36235 309 79 85 404 71 50« 35 39 616 761 877 89 959 870.8 113 214 7 7 490 663 725 52 807 38095 166 296 395 455 522 94 928 40 36033 51 59 80 117 226 540 58 68 72 i 813 60 40188 206 9 321 66 452 504 778 945 61 98 4 1025 238 48 366 483 505 612 32 723 82 824 4-4530 60 645 796 866 991 48203 47 91 366 403 71 84 569 803 44034 116 48 73 625 51[300] 622 32 760 898 903[1500] 45019 48 81 30, 484 574 93 701 23 835 939 4601.[200] 47 252 88 498 511 25 30 667,. 9 85 4 7000 29 457 621 73 72 1 53 927 4 8357 477 518 34 17 645 55 884 93 86 4 0059 274 542 45 86 767 833 60 80 967 93 50019 13 0) 94 246 58 336 87 4.8 71539 783 84 80885 904 5 1 008 114 200 66 317 425 61 608: 8 46 99 854 2-4026 2. 6 3i9 401 693 729 f 25 924 64 5 3044 239 314 84 504 52 639 67 69. 61 921 23 5 4043 188 326 961 55005 92 207 405 44 679 85 705 5O590 11500] 681 84 719 67 811 57003 117 224 73 332 470 82 712 938 62 5604- 191 476 575 12001 90 661 873 50018 13« 207 16 86 467 609 650 66 12001 785 94 867 915 «6181 433 581 1200) 91 652 715 19 43 64 801. 9 40 900 12 70 89 «1126 37 43 54 346 501 36 673 9:> 873 944 63««031 116 208 30 304 27 39 478 593 674 700 817 89 928 67 69«3010 32 109 323 61 436 48 602 20 37 75 634 90>60«4063 67 165 69 301 38 617 95 789 922«5085 96 109 479 93 608 618 727 45 853 987««094 95 102 222 48 94 37., 86 412 43 506 37 96 828 64 911 1200] 48 71«7016 24 39 153 254 398 402 6 15 5,4 524 77 73« 49 866«8(027 75 352 55 382 433 36. 2 564 VIS 32 87 840 976«U172[2001 304 62 83 90 409(.1 70161 413 098 608 16 818 928[2oO] 71129 224 342 54 406 772 95 877 7306. 118 28 Ol 438 875 7 3098 108 48[200]>4 46s 61254[300] «14 920 46 74212 301 400 638(2001 95 719 27 74 847 56 956 75003 12 136 62 209 26 69 89[200] 690 617 59 897 7 601, 9 19 49 131 58 228 79 722 35 908 26 97 77ü4o 87 240 457 592 6,0 706 992 7*3o0 99 405 40 75 533. 50 56 801 76045 58 223 52 328 31 75 667 613 64 86 710 947[200] 52 70 »00.2-.Ol 3 347 607 38 752 97 869 918 61 8 1219 306 9 36 44 48 1200) 81 410 11 48 51, 74 84 645 710 870 923 8:4206 42 301 419 1200] 28 88 557 610 817 40 992 83004 34 55 63 1500] 152 75 219 393 521 66 1,97:> 4 97 45 8 4061 210 423 8 5001 54 160 84 299 315 40 95 420 544 634 48 720 55 6, 809 77 988 8« 11 20 58 142 376 452 80 609, 63 87.6 917. 87068 81.-7 268. 50 60 63 445 541 72 611 70 744 806 50 910 67 74 85 88o70 77 84 M 172 83 1200) 203 46 354 860 77 942 80387 438 61 621 94 709 39 895 «0073 170 94 287 420 98 613 IIOOOO] 703 49 925 27 45 67«1106 1. Ziehung der 3. Klasse 181. Königl. Preuh. Lotterie. glehiin«»om 9. Dezember isnd, gfaNinii'ee-z«. Rur»1«««Winne iid-r 155 Plarl sind den b-lr-n-nden Nummern tu Porenthele deigerngt. 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Druck und Verlag von Ma» Kodi», m Berlin SW„