T Nr. 291, Donnerstag, den 12. Dezember 1889. «. Kabrg. SerlimWksdlM. Krgan für die Interessen der Arbeiter. . ,, Das.. Berliner Boltsdlatt" «icheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei Vaus viertel, ahrli» 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Einzelne Nummer Nummer mit dem �Sonntags- Blatt" 10 Pf. Bei Abholung aus unserer Spedition Z immer straße 44 1 Mark vro Monat. Postabonnemern 4 Mark pro Quartal ffl«>.«(Eingetragen in der PostzeitungSoreiSliste für 1889 unter Nr. 866.) »a, Ausland: Täglich uuter Areiizband durch unsere Expedition 3 Mark pro Monat. Jnsertionsgebühr beträgt für die 4 gespaltene Petitxeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlung»- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittag»,«n Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. �-. st-rnsp-recher: Amt VI.»r. 410«..-— Aevakkion: Veukhstratze S.— Expedition: JinttnerpkroHe 44. Der Vspfl Und dteArl» eiterfrage. l. ,„Lösung der sozialen Frage auf religiöser Grundlage," ■l9* ist, seitdem die Arbeiterbewegung ihren gewaltigen Än- M auf die Geister ausübt, die Parole des katholischen wie «S protestantischen Klerus und seines Anhanges. Aber von flu den vielen in dieser Richtung unternommenen Versuchen M noch keine Seite den geringsten Erfolg auszuweisen. werden nun so nahezu 25 Jahre sein, daß unter Füh- päß, des Bischofs Ketteier von Mainz die katholische Geist- 'sWÄ*. des Rheinlandes mit der Gründung von sogenannten 'Mstlich-sozialen" Arbeitervereinen und von Zeitungen und Journalen zum ausschließlichen Zwecke der Besprechung der U'alen Fragen im Sinne der kirchlichen Dogmen vorging. Diesem Beispiel folgte alsbald der protestantische Klerus. �uf Kongressen und Konferenzen haben beide Richtungen M Ansichten über„die Lösung der sozialen Frage auf «hgiöser Grundlage" ausgetauscht. Man ließ die Berge «eißen— und kein MäuSlein ist geboren worden!— ... Kürzlich hat nun auch das Oberhaupt der katholischen furche, P�st Leo XIII., in recht demonstrativer Weise °Ientlich seine soziale Weisheit an den Mann gebracht und Stellung zu der Arbeiterfrage genommen. ... Die katholische Geistlichkeit Frankreichs hatte eS glück- ,'ch fertig gebracht, eine Anzahl„frommer" Arbeiter zu �«egen, einen Pilqerzug zum„Heiligen Vater" nach Rom Vhun. Das ist kein Kunststück, besonders wenn die „Mutter Kirche" das Geld zur Ausführung hergiebt! ein absonderliche Pilgerzug wurde vom' Papste mit Ihn �ache empfangen, die den Charakter des ganzen Unternehmens als einer klerikalen Demonstration durchaus �.'pncht. Nach der Behauptung der klerikalen Presse soll 5W Sprache das..soziale Programm" deS Papstes enthalten. Yachten wir uns dieses Programm. h... Der Papst stellte zunächst folgenden Vergleich zwischen ' wenthum und Christenthum an: den,' Heidenthum wollte die soziale Frage lösen, in- b»,? �en schwachen Theil der Menschheit seiner Rechte licki'c' fe'n Aufstreben erstickte, seine geistigen und sitt- �»» Anlagen lähmte und ihn in den Zustand hoffnungS- Ohnmacht versetzte. DaS war die Sklaverei.— Das ZNstenihum kam und lehrte die Welt, daß die menschliche ein w 0''ne Unterscheidung von Adeligen und Plebejern V*..ammtheit sei; er erklärte, daß Alle mit gleichem Kinder Gottes seien, daß die Arbeit die Aufgabe des zutschen, daß ihre muthige Uebernahme für den Alchen eine Ehre und ein Beweis seiner Weis- skt, daß eS aber feige und der Verrath an einer ,l. 3� und grundlegenden Pflicht fei, wenn man sich �"«ziehen wolle." � Feuilleton. inbotm.,__ (52 �»zialer K»ma« von Emile 3»la. �'�'g autonfirte Nebersetz»»« v«« Ernst Ziegle». Hennebeau- mütterlich liebenswürdig, schlürfte Z dem Rande der Lippen die M.lch, als plotzl'ch Straße kommendes seltsames Getose sie be- S®« ist denn das?" che» uvwi»4.ir.�. veuwagen einzuyreni me z»»»'-» �'"37, r: r «fe hinaus und erblickten links e.ne ungeheure schwane welche sich lärmend auf dem Wege von �si'�?"mumelte Ncgrel.„sollten unsere Schreihälse � �»Fmd vielleicht wieder die Kohlenarbeiter" sagte s�ei,«sie sind heute schon zweimal hwr vorüberae- -> e» scheint, es geht nicht Alles wte es soll... s . ��suuen das ganze Land..•". Eindruck S£A�,e jedes Wort vorsichtig hnauS. d-n Emdnick �htte � den es auf ihre Zuhörer mache, und als si S �I>e sich Bestürzung und Furcht auf allen Gesichtern jr\ v'e sie sich hinzuzusetzen:„ � Spitzbuben'. O diese Sp.tzbuben!" � l' welcher sah, daß eS zu spät war, den Wagen 1* de� v esteigen, um den Weg nach Montsou fortsetzen, �er? 5"sicher den Befehl, den Landauer rn den Hof der S»,.!U fahren, wo er hinter einem Schuppen versteckt ' ebendort band er sein Pferd an, das em Junge Weiter sagte der„Heilige Vater" seinen„geliebten Söhnen", nachdem er behauptet, daß die Kirche beseelt sei von der„mütterlichen Besorgniß" für die religiösen und materiellen Bedürfnisse der Arbeiter einzustehen, Folgendes: „Was wir verlangen, ist, daß man durch eine auf- richtige Rückkehr zu den christlichen Grundsätzen zwischen Unternehmern und Arbeitern, zwischen Kapital und Arbeit jene Eintracht und jene Verbindung wieder herstelle und befestige,� welche die alleinige Schutzwehr für ihre gegen- seitigen Interessen bilden, und von denen gleichzeitig das Glück im Privatleben und Friede und Ruhe im öffentlichen Leben abhängen. „In Eurer Umgebung, geliebte Söhne, befinden sich Tausende von anderen Arbeitern in Bewegung, welche, von falschen Lehren verführt, sich einbilden, sie fänden ein Heil- mittel im Umstürze dessen, was gleichsam gerade die Essenz der politischen und bürgerlichen Gesellschaft ausmacht: in der Zerstörung und Vernichtung deS Eigenthums(!!!) Eitle Hoffnungen. Sie sind auf dem Wege, gegen unver- änderliche Gesetze anzurennen, die nichts ausheben kann. Sie werden die Wege, die sie gehen, mit Blut tränken, auf denselben Trümmer aufhäufen und Unordnungen stiften. Auf diese Weise aber werden sie nur ihr eigenes Elend vergrößern und den Fluch der ehrlichen Seelen auf sich laden. Nein, die Rettung liegt nicht in den verkehrten und grundstürzen- den Plänen und Wühlereien der Einen, noch in ver- führerischen, aber irrigen Theorien der Anderen: sie liegt schließlich in der treuen Erfüllung der Pflichten, welche allen Klassen der Gesellschaft obliegen, in der Beachtung und Auftechterhaltung der einer jeden derselben insbesondere zu- fallenden Aufgaben und Wirkungskreise. Diese Wahrheiten und Pflichten hat die Kirche laut zu verkünden und allen bei- zubringen. „Die leitenden Klassen müssen ein warmes Herz haben für Diejenigen, welche ihr Brot im Schweiße ihres Ange- sichteS verdienen; sie müssen jenen unersättlichen Drang nach Reichthum, Pracht und Vergnügungen zügeln, welcher nach unten wie nach oben unaufhörlich wächst. Gewiß sucht man in allen Stunden nach Genuß, und da eS nicht Allen gegeben ist, diesen Drang zu befriedigen, so eraiebt sich daraus Unbehaglichkeit und Mißmuth, woraus Empörung und Aufruhr hervorgeht. „Wichtig ist, daß man mittelst weiser und billiger Ver- Ordnungen und Maßregeln die Interessen der arbeitenden Klassen verbürgt, das jugendliche Alter, die Schwachheit und den durchaus häuslichen Beruf der Frau, das Recht und die Pflicht der Sonntagsruhe schützt, und auf diesem Wege in den Familien wie bei den Einzelpersonen die Reinheit der Sitten und die Angewöhnung eines geregelten und christlichen Lebens fordert. Daß dies so sei, fordert nicht weniger das öffentliche Wohl wie die Gerech- tigkeit und das Naturrecht. „Den Unternehmern ist eS vorgeschrieben, daß sie den bisher gehalten hatte. Als er zu den Damen zurück kam, fand er seine Tante und die drei jungen Mädchen außer sich vor Angst und bereit, der Bäuerin, welche ihnen Schutz in ihrer Wohnung anbot, dorthin zu folgen. Er aber war der Meinung, daß man in dem Stalle sehr viel besser aufgehoben sei, denn Niemand werde sie dort im Heu suchen. Das Scheunenthor wurde geschlossen; doch eS hatte große Ritzen und Spalten, durch welche man deutlich alles wahrnehmen konnte, was auf der Straße vorging. „Muth!" scherzte Nsgrel,„wir werden unser Leben so theuer als möglich verkaufen!" Sein Lachen vermehrte die Furcht der Damen. Noch sah man nichts, aber eS kam näher und näher brausend heran, wie jene heulenden Stoßwinde vor großen Ge- wittern. „Nein, nein, nein, ich will mchtS sehen!" rief Cäcilie, indem sie sich in'S Heu warf, beide Hände vor die Augen haltend, so wie sie eS zu thun pflegte, wenn eS donnerte und blitzte. Frau Hennebeau war leichenblaß. Sie stand abseits, Blicke des Widerwillens und Ekels durch die weiten Spalten des Thorcs nach dem Volke hinauswerfend, welches ihnen wieder ihr Vergnügen zerstörte. Lucie und Johanna hin- gegen legten, wenn auch zitternd, das Auge an die Thür, um nichts von dem zu verlieren, was sich da draußen er- eignen werde. Wie Donner rollte es heran; die Erde erbebte; nun humpelte Jeanlin vorbei, aus seinem Hörne blasend. „Nehmen Sie Ihre FlaconS, meine Damen, der Schweiß des Volkes zieht vorüber!" flüsterte Regrel, der trotz seiner republikanischen Absichten liebte, in Gesellschaft des schönen Geschlechts über die„Kanaille" seine Witze zu ��Doch sein geistreiches Wort wurde wie ein Strohhalm' Arbeiter als ihren Bruder ansehen, sein L00S innerhalb der möglichen Grenzen und unter billigen Bedingungen mildern, über seine geistigen wie leiblichen Interessen wachen, ihn durch daS gute Beispiel eines christlichen Lebens erbauen und besonders niemals in Hinsicht auf ihn und zu seinem Nachtheil von den Regeln der Billigkeit und Gerechtigkeit abweichen, indem sie nach überschnellem und unverhältniß- mäßigem Nutzen und Gewinn trachten." Schließlich meinte der Papst, die Arbeiter hätten sich stets„friedsam und ehrerbietig den Unternehmern gegenüber zu zeigen", deren Ausgabe es sei, den Arbeitern„Arbeit zu verschaffen."(!)— Die! Kundgebung dieses sozialen Programms" durch den Papst ist Alles in Allem nichts als eine Demonstratton im hierarchischen Interesse. Zwar feiern die klerikalen Organe die Rede des Papstes als eine große „sozialreformatorische" Leistung; in Wirklichkeit aber erhebt sich dieselbe nicht über das Niveau der althergebrachten An- schauungen und— Phrasen. WaS hat denn der„Heilige Vater", der„unfehlbare" Papst, so Außerordentliches geleistet damit, daß er eS als eine Pflicht und Aufgabe des Staates bezeichnet, sich der Arbeiter anzunehmen, ihre Interessen speziell durch Arbeiter- schutzgesetze zu wahren? Diese Pflicht des Staates und ihre Erfüllung haben die wirthschastlich-sozial ausgeklärten Arbeiter Englands, Deutschlands und anderer Kulturländer lange zuvor zum Gegenstande ihrer Propaganda gemacht, ehe die„Mutter Kirche" aus Angst vor der sozialen Be- wegung sich bewogen fand, den Staat an seine Pflicht und deren Erfüllung zu mahnen. Da kommt Papst Leo XIII. um etliche Jahrzehnte zu spät! Auf dem Gebiete der Ar- beiterschutzgesetzgebung tritt er für die untergeordnetsten der jenigen Forderungen ein, welche die Arbeiter selbstständig seit Jahrzehnten vertreten. Er fordert Schutz der jugend- lichen Arbeiter gegen Ausnutzung ihrer Arbeitskraft, und der Frauen, deren Beruf in erster Linie im Hause und in der Familie— liegen soll; weiter strengere Sonntags- ruhe, wie überhaupt Alles, was für den Einzelnen, wie für die Familie im Interesse eines geordneten Lebens nothwendig ist. Ausdrücklich werden diese Forderungen gegründet auf das allgemeine Wohl, die Gerechtigkeit und das Naturrecht, wie es auch die als „umstürzlerische Sozialdemokraten" verschrieenen Arbeiter von jeher gethan haben. Wir vermögen also in diesem Theile des päpstlichen „sozialen Programms" nichts zu entdecken, was besonderer Beachtung werth erscheint, zumal von den Regierungen der meisten Staaten die Forderung der Arbeiterschutzgesetzgebung im Prinzip längst anerkannt ist. Bei uns in Deutschland wird von den leitenden Kreisen ja bekanntlich behauptet, daß die Regierung und die Gesetzgebung den denkbar besten Arbeiterschutz bereits geschaffen und das Gebäude der„so- zialen Reform" mit der Alters- und Invalidenversicherung von dem tobenden Orkan fortgerissen, der jetzt vorbei brauste. Die Frauen kamen zuerst; nahe an tausend Weiber, denen der Wind in den gelösten Haaren zauste, denen das nackte Fleisch durch die zerrissenen Lumpen blickte. Einige trugen ihre Kinder, hoben sie, schwenkten sie in der Lust, wie eine Fahne der Trauer und der Rache. Die jüngeren schwan- gen Stecken in den Händen, und die alten, mager, nothzer- fressen, sangen schreiend und kreischend, als sollten die fleischlosen Sehnen ihre Hälse zerreißen. Dann kamen die Männer. Zweitausend Köpfe, Bur- schen, Jünglinge, Männer, Greise, eine kompakte Masse, welche 10 eng gedrängt vorüberschob, daß man weder die farblosen Hosen unterschied, noch die Jacken, welche alle bis zu demselben erdfahlen Ton entfärbt waren. Ihre Augen brannten; man sah die schwarzen Höhlen ihrer geöffneten Lippen, wie sie die Marseillaise sangen, deren Strophen in einem wüsten Gebrüll verklangen, vom Klappern der Schuhe auf dem harten Boden begleitet. Ueber allen Köpfen zwischen den emporstarrenden Eisenstangen kam jetzt eine Hacke vorüber, sie wurde ganz gerade gehalten, wie ein Banner alles überragend; ihre blitzende Schärfe schnttt wie daS Messer einer Guillotine aus dem klaren Himmel. „Welch entsetzliche Gesichter!" meinte Frau Hennebeau. N-igrel bemühte sich noch zu lachen; aber die Besorgniß band ihm die Zunge und er vermochte nur zwischen den Zähnen zu murmeln: „Der Teufel soll mich holen, wenn ich Einen von ihnen erkenne! Wo kommen nur all' diese Banditen her?" Es waren der Zorn, der Hunger, das zweinwnatliche Leid und dieser wilde Sturmlauf von Grube zu Grube, welche den sonst so friedlich schauenden Kohlenmännern von Montsou die Gesichter unkenntlich verzerrten und ihnen die Kinnladen wie die Gebisse wilder Thiere verlängerten. In diesem Augenblicke ging die Sonne unter. Ihre letzten Sttahlen färbten mit purpurnem Schein die Ebene, wie in einem „gekrönt", das heißt, die soziale Reform zum Ädschlutz ge- bracht haben. Gegenüber der Thatsache, daß die aufgeklärten Arbeiter elbst es gewesen find, welche für Arbeiterschutzgesetze ein- traten und daß die Regierungen die Nothwendigkeit dersel- ben im Prinzip längst anerkannt haben, nimmt sich das Be- mühen der klerikalen Presse, den Papst ob seiner billigen sozial-reformatorischen Weisheit zu beweihräuchern und ihn geradezu als Muster solcher hinzustellen, doch nur aus, wie eine marktschreierische Reklame, über die der vernünftige Mensch nur mitleidig lächeln kann. pdlitislfte tu-bcvrirfit. Wer macht die KtreiKs? Zur Beantwortung dieser Frape ist das Studium der gegenwärtigen Wirren rn den westfälisch m Kohlenbezirken ganz besonders lehrreich. Wir sehen hier, daß die über das Vorgehen der Gruben- besitzer erbitterten Arb ei term ass en den Streik wollen, daß aber die organisirten Arbeiter und sämmtliche„Führer�— nammtlich auch dieimGeruch sozialdemokratischer Gesinnung stehenden— mit aller Kraft den Ausbruch einer Arbeitseinstellung zu verhindern suchen. Diese Thatsachen, die sonnenklar zu Tage liegen, find s» beredt, daß ein Kommentar überflüssig ist. Die? Grubenbesitzer wollen aber die Wahrheit nicht sehen und die Lehre nicht verstehen; statt Selbstkritik zu üben und in sich zu gehen, wälzen sie nach wie vor die Verantwortlichkeit für ihr eigenes Verschulden auf die bösen„Agitatoren", und thun. was in ihren Kräften steht, um den Arbeitern die Schöpfung einer staiken Organisation unmöglich zu machen, welche das beste Mittel zur Verhütung„frivoler Streiks"— wie der kapitalrstische Kunstausdruck lautet»— wäre.— Di« sozialdemokratische Fraktion des sächsischen Landtags hat einen Antrag auf Abschaffung der Arbeitsbücher für Bergleute eingebracht. $vtVfttvn von Hammerstein werden die National- liberalen als Kartellbruder nicht los und Herrn von Putlkamer bekommen sie noch dazu. Dies die neueste Nachricht. Das konservative„Volk" berichtet nämlich, dah Frhr. v. Hammerstein zwar zu Gunsten PuttkamerS auf eine Wiederwahl im Reichs- Wahlkreise Stolp, nicht aber auf eine Wiederwahl überhaupt verzichtet. Ein neues Keichsgerichtserkeuntniß„für die Arbeiter". Eine schwerwiegende Entscheidung bezüglich des Berg- mannsstreiks wurde am 3. d. MtS. vom 4. Strafsenat des Reichsgerichts gefällt. Eine Anzahl Bergleute(Romberg aus Eibcrg u. Gen) waren von der Strafkammer in Essen am 3V. Juli von der Anklage des Widerstandes gegen die Staats- gemalt bezw. Beihilfe und Zuwiderhandlung gegen das Preßgesetz freigesprochen worden. Die Anklage stützte sich dar- auf, daß die Angeklagten öffentlich zur Theilnahme am Streik aufgefordert hatten und war formulnt auf Grund des Z 110 des St.-G.»B., welcher lautet:„Wer öffentlich vor einer Men- schenmenge, oder wer durch Verbreitung oder öffentlichen An- schlag oder öffentliche Ausstellung von Schriften... zum Un- gehorsam gegen Gesetze auffordert, wird mit Geldstrafe bis zu 600 M. oder mit Gefängniß bis zu zwei Jahren bestraft." Die Erfordemisse des Z 110 sollen nach Annahme der Staats- anwaltschaft deshalb gegeben sein, weil die Angeklagten, indem sie ihre Berufsgenosscn zur Theilnahme am Streik aufforder- ten, diese damit gleichzeitig zum Ungeborsam gegen§ 270, 1,5 des Preußischen L-ndrechts(Verpflichtung zur Jnnehal- tung von Verträgen), sowie zum Ungehorsam gegen das Berggesetz, das den Bergleuten 14tLzige Kündigung vor- schreibt, aufgefordert hätten. Die Strafkammer erkannte inso- we'it''auf"Frttsprechüng,''da sie der Meinung war, daß§ 110 auf Zioilgesetze keine Anwendung finde.— Auf die Revision des Staatsanwalts hob das Reichsgericht das Urtheil auf und verwies die Sache in die erste Instanz zurück. In den Gründen wurde die von Staatsanwaltschaft und Reichsanwaltschaft ver- treten« Ansicht, daß der§ 110 nicht bloß auf strafrechtliche, sondern auch auf zivilrechtliche Gesetze sich beziehe, als richtig hingestellt. In einer ähnlichen Sache< Bergmann Kappert aus Steele, und Gen., Landgericht Essen, 25. Juli) erfolgte gleich- falls auf Revision der Staatsanwaltschaft die Aufhebung des freisprechenden Erkenntnisses.— Die Wirkung dieses reichs- gerichtlichen Spruches wird eine sehr einschneidende sein, die Konsequenzen desselben sind vorläufig noch gar nicht abzusehen. Au» ben säch stschen Grnbenbezirücn schreibt man der „Frks. Ztg.":„Auch hier kann sich der einigermaßen aufmerk- same Beobachter den Vefürchtungen nicht veischließen, die im Reichstag wegen eines neuen Streiks der Bergarbeiter zum Ausdruck gelangten. Die sächsischen Bergleute wünschten gleichfalls die Beseitigung des obligatorischen Arbeitsbuches, aber die Ablehnung dieses Wunsches würde ebenso wenig als die Lohnfrage allein und die Aussperrung einzelner Kameraden blutigen Meer die Gefilde ertränkend; und die Männer und Frauen zogen vorüber, von dem heißen Roth über- gössen, wie Schlächter in ihrem bluttriefenden Handwerk. „O herrlich! herrlich!" flüsterten Lucie und Johanna, deren Kunstsinn durch dieses schrecklich schöne Bild ge- reizt war. Aber sie zitterten und traten zu Frau Hennebeau zurück, die sich kraftlos an einen Trog lehnte. Der Gedanke, daß ein Blick der Vorübergehenden durch die klaffenden Spalten der Thüre ihnen Allen das Leben kosten könne, lähmte sie. Selbst Negrel fühlte sich fahl werden; er war sonst tapfer, aber der Schrecken des Unbekannten bannte seinen Muth. Cäcilie hatte sich ganz ins Heu verkrochen und rührte sich nicht; Lucie und Johanna aber konnten trotz ihrer Furcht nicht umhin, die Augen wieder an'S Thor zu legen. ES war die blutige Vision der Revolution der Zukunft, welche dort die untergehende Sonne an ihnen vorüberziehen ließ' So wird vielleicht beim Sonnenuntergang dieses Jahrhunderts das auS seinem Joche losgerissene Volk über die Wege stürmen; wird triefen vom Blute der Bürger; wird abgeschnittene Köpfe einhertragen und das Gold aus den erbrochenen Kassen auf die Erde streuen. So werden die Weiber heulen, so werden die Männer, beißenden Wolfs- rächen gleich, die Zähne fletschen. In diesen selben Lum- pen werden sie einHerkommen, die Erde wird zittern unter ihren groben Schuhen, ihr Athem wird die Luft verpesten; aber Alles vor sich hin wälzend, treibend, jagend, werden die wilden Horden die alte Welt auskehren. Da wird kein Stein in all de« Städten auf dem andern blei- ben; riesige Feuerbrände werden der blutigen Nacht leuchten, in welcher die Armen ihr großes Bachanal feiern, in welcher sie die Weiber der Reichen küssen und den Wein der Reichen trinken.— Dann nachher mag Alles wieder zum Leben der Wilden in den Wäldern zurückkehren, denn es wird nichts mehr geben, keinen Titel, keinen Sou von all den Vermögen, nichts bis zu dem Tage, wo eine neue Welt aus dem Schutte erblüht... Ja, es war die Schrecker- cheinung all dieser Dinge, die dort wie eine unzähmbare sie zu einer neuen Streikbewegung veranlassen. Es könnte letzten Sommer, durch da« Zufi dieses nm, wie im letzten Sommer, durch da« Zusammenwirken zahlreicher Einzelumstände herbeigeführt werden. Seit einiger Zeit klagen nun die Leute sowohl im OelSnitz-Lugauer wie Zwickruer Bezirk, daß die Werksverwaltungen die im letzten Sommer gemachten Zugeständnisse nur theilweise erfüllt hätten. Die sächsischm Bergarbeiter beschweren sich auch nament- lich über den Korporalston, die ungehörige Behandlung, welche sie seitens der Unterbeamten angeblich erfahren und diese heute wieder gehörten Klagen verdienen um so mehr Beachtung, als man berücksichtigen muß, daß sie im letzten Sommer eine der Hauptursachen der Streik« waren. Es ist geradezu befremdend, daß aus keinem andern Zweige deutschen Erwerbslebens so häufige und theilweise selbst von vermitteln- den Vertretern der Regierung anerkannte Klagen über unge- hörige Behandlung der Arbeiter kommen, als aus dem Betriebe der Kohlenbergwerke. Man hätte erwarten können, daß die Verwaltungen derselben es nach den Erfahrungen des letzten Streiks als eine ihrer ernstesten Pflichten würden angesehen haben, die Ursachen derartiger Klagen zu beseitigen. Wir hegen die Befürchtung, daß sich die sächsischen Werks- Verwaltungen um die Verhältnisse ihrer Arbeiter so wenig kümmern, daß sie von etwa eintretenden Ereignissen genau wieder so überrascht werden, als im letzten Sommer. Damals halten sie von dem drohenden Streik selbst einige Tage vor Ausbruch desselben keine Ahnung, und die sonst so superkluge sächsische Presse schrieb noch an dem Tage, als in Zw ckau die Bergarbeiter schon nicht mehr ange- fahren waren, daß die Streikbefürchtungen lediglich Erfindungen müßiger Köpfe seien. Eine derartige beklagenswerthe oberfläch- liche Beurthnluna ernstester Verhältnisse ist auch heute noch be- lieht. Statt die Wünsche der Arbeiter auf alle Fälle gründlich, sehr gründlich zu prüfen, den Leuten vor Allem menschlich näher zu treten, ihnen dre Ueberzeugung beizubringen, daß man wirklich ihr bestes will, statt ihnen Vertrauen einzuflößen, hält man es vielfach für klug, selbst das vornehm zu ignoriren, was man etwa zufällig einmal über Wünsche der Belegmann« schasten erfährt. Auch bei uns haben nur einige Werksverwal- tungen au« dem letzten Streik gelernt. Auf diese Weise können aber auch in den sächsischen Gruben bezirken die Ver- hältmsse nicht gesunden und die Streikbefürchtungen kein Ende nehmen." „Der Wähler" veröffentlicht für die Kreise der Pro- vinz Sachsen, Anhalt und Thüringen die Kandl- daten zur bevorstehenden Reichstagswahl: Jerichow I und ll. — Glocke-Berlin, Magdeburg— v. Vollmar-Münckien, Wol- mirstedt-NeuhaldenSleben— Schultz-Magdeburg. Wanzleben — Brehmer-Magdeburg, Ascherslcben-Calbe— Heine- Halberstadt, Halberstadt— Dahlen-Halber stadt, Bitterfeld-Delitzsch— Albrecht-Halle, Halle a./S.— Kunert- Breslau, Merseburg- Querfurt Mittag- Giebichenstein, Naumburg-Zeitz— Hoff- marn- Halle, Mühlhausen— Grillenberger- Nürnberg, Erfurt — ReißhauS-Erfurt, Anhalt l.— Hofäng-Drssau, Anhalt N. — Brehmer-Magdeburg, Weimar-Apolda— Schulze-Erfurt, Eisenach— Bock-Gotha, Sonneburg-Saalfeld— ReißhauS- Eifurt, Gotha— Bock- Gotha, Schwarzburg- Rudolstadt— Bock- Gotha, Sangerhausen— Schulze- Erfurt, Torgau— Albrecht-Halle, Mavtselder Seekreis— Große- Staßfurt, Nord- hausen— Müller-Schkeuditz, Stendal— Rackwitz-Bertin oder Schultz-Magdeburg. Jena-Weida und Meiningen l sollen der Lage wegen mit Kandidaten aus Gera besetzt werden. Leipzig. Die bevorstehende Einverleibung unserer Vor« stadtdörser hat die Frage auftauchen lassen, ob durch diese Maß- regel die bisherigen Grenzen der ReichStagSwahl- kreise Leipzig-Stadt und Leipzig-Land nicht ver- ändert werden. Bezüglich der Landtagswahlkreise ist dies unzweifelhaft der Fall, und die Leser de«„Berliner Volksblatt" werden sich erinnern, daß das«Leipziger Tage- blatt" uns neulich mit zynischer Offenherzigkeit Wahlkreis- geometrische Ueberraschungen in Aussicht gestellt hat. Da die Reichstag« Wahlkreise aber durch Rerchsgesetz festge- stellt find, ist eine Äenderung derselben allerdmgS nicht so ohne weiteres zu bewerkstelligen; indeß man muß heute auf manches gefaßt fein, was uns unter normalen Verhältnissen für un- möglich erscheinen würde. Jedenfalls beschäftigen die Leipziger Wähler sich ernsthaft mit der Frage; und sie thun klug daran. Elberfeld, 10. Dezember. Bezüglich unserer Bericht- erstattung über die 15. Sitzung in„unserm Prozeß" müssen wir eine Richtigstellung vornehmen. Es handelt sich um den Wortlaut der Antwort des Oberbürgermeisters von Barmen auf das Ersuchen um die Zulassung der Nennung der Ge- währSmänner des PolizeikommissarS Wilfing. Der Präsident des Gerichtshofes verlos die Antwort am Schlüsse der Sitzung, wo durch allgemeines Aufstehen der Angeklagten der Wortlaut nicht genau verfolgt werden konnte und viele der Anwesenden verstanden hatten, daß dem Kommissar Wilsing die bahin- gehende Erlaubniß ertheilt woiden sei. Jedoch das Gegentheil war der Fall, der Bai mer Oberbürgermeister schloß sich in allen Punkten dem Entscheide de« Oberbürgermeisters von Elberfeld der Tags zuvor verlesen worden war. Den Angeklagten an ist also diese Genugthuung nicht geworden, doch sind viele der Naturkraft vorüberbrausend, ihren heulenden Sturm ihnen in's Gesicht warf. Jetzt überkreischte ein furchtbarer Schrei die Mar- seillaise: „Brot! Brot! Brot!" Negrel wurde noch bleicher; Lucie und Johanna unter- stützten Frau Hennebeau, die sich nicht mehr aufrecht zu halten vermochte: Ist es schon für heute, soll schon heute die alte Welt zusammenbrechen? Der Zug war vorüber; die wilden Rotten wälzten sich die Sewundcne Straße nach Montsou hin, zwischen den niedrigen unten Häusern hindurch, welche den Weg begrenzten. Man ließ den Wagen wieder auf die Chaussee fahren; doch der Kutscher wollte nicht dafür gutstehen, daß er die Damen un- beschädigt zur Villa bringen könne, so lang die streikenden Kohlenmänner das Land durchstreifen. „Aber wir müssen nach HauS!" jammerte Frau Henne- beau entrüstet-„das Essen wartet ja auf uns. Diese schmutzigen Arbeiter haben sich wieder gerade einen Tag aus- gesucht, wo ich Gesellschaft gebe. Und solchem Volk soll man Gutes thun!" Negrel rieth, durch Requillart zu fahren. „Aber seien Sie äußerst vorsichtig," sagte er zum Kutscher,„die Wege sind kaum passirbar. Wenn das Volk noch auf- der Landstraße ist, so steigen die Damen bei der alten Grube aus, und wir kehren zu Fuß durch den Garten heim, während Sie die Pferde in einem Wirthshause unter- bringen." Lucie und Johanna mußten Cäcilien, die immer noch rief, sie wolle nichts sehen, gewaltsam auS dem Heu her- vorziehen. Die Damen bestiegen den Landauer, Negrel sprang auf's Pferd, und fort gma's. In der Ferne sah man den Zug der Arbeiter Montsou erreichen. Die Einwohner des Städtchens hatten an diesem Tage schon zwei Mal die Gendarmen an ihren Fenstern vorüberreiten sehen und waren von großer Furcht ergriffen. Allerhand Gerüchte kursirten; eS hieß, geschriebene Proklamationen seien irgendwo angeklebt worden, worin den Bürgern gedroht werde, daß man ihnen den Bauch auf- schlitzen wolle. Niemand hatte diese Drohplakate gelesen, Meinung, laß, nachdem der I. Weber bekundet hat, der P etwas vorgelogen zu haben, nicht mehr viel herausstheul und mit den andern Gewährsmännern ist es nicht weit ha Es ist doch ein eigenthümlich Ding, da« Staatsinteresse, hmt« welchem diejenigen geschoben oder gehalten werdm, die w Dunkeln arbeiten sollen. Auch die Landräthe von Lennep u«> Mettman finden da« Staatsinteresse gefährdet, wenn die> darmen ihre Gewährsmänner nennen, deshalb verweigerten atw sie die Erlaubmß zur Nennung derselben. Gestern trat ab«' malS ein Polizeisergeant von Varmen auf, der seinen Gewähr mann hatte und nicht nannte. Es wird bald dahin komme» daß im lieben deutschen Reich jeder Polizist seinen Gewählt; mann hat und dieser wiederum einen hat, wie der„Zeuge A. WimmerS, seine Gewährsmänner und so fort mit Eleaaaj bis schließlich das deutsche Volk auS Polizisten unb Gewährt' männern besteht. Eine herrliche Perspektive!— Von „Zeugen" Bleckmann immer noch keine Spur, er muß f«1 krank sein.—— Kchwei». Zu dem Arbeitertage, der zu Ostern 1390 in Ölten finden wird, werden zur Äetheiligung in erster Linie alle org»' mfirten Arbeiterschaften ohne Rücksicht auf sonstige Porto- stellung eingeladen, und zwar in der Weise, baß die betreffend« Vereinigungen auf je 280 Mitglieder einen Abgeordneten not Ölten senden. Außerdem ist aber auch die Emladung an o® schweizerischen Arbeiter überhaupt gerichtet und auch hier wiedo ohne Rücknchtnahme auf die Parteistellung des Einzelnen, in wird eben die Tagesordnung des Kongresses keine Fragen p«' litischer, sondern nur solche wirthschschafllicher Natur enthoU« und zwar sind als Hauptvoilagen angemeldet: die Frage d» Arbeiterverficherung und die Frage der Ausdehnung de« W brikgesetzes. Außerdem soll dem Arbeitertag die Frage unt» breitet werden, ob nicht zur Erhöhung der Aklionssähigkeit d» leitenden Ausschusses jährlich ein gewisser Beittag zu heben sei. R«ßland. Dem Zaren ist der leichte Erfolg der Militärerhebung 9 Brasilien in die Glieder gefahren. Privatnachrichten o? Petersburg wissen nicht lebhaft genug zu schildern, we>» tiefen Eindruck jene Vorgänge aus den Zaren gemacht Ha-K Allerdings suche man dem Selbstherrscher aller Reußen bcgr«?' lich zu machen, daß die halbverwilderte Armee des amerikw»' schen Staates mit den im Rahmen einserner Mannszucht C! haltenen Heeren Europas überhaupt gar nicht in Verglo» gezogen werden könne, ind-ffen, so w,rd hinzugefügt, diese El wägungen machten keinen Eindruck auf den nervös Herrscher, der sich nicht verhehlt, daß die Siche-.hnt der Dyf# einzig und allein aus der Treue der Armee beruht. f 5 BÜM Kekglen» Brüssel, 28. November. Da« Urtheil in dem Prop Corvitain wegen der Explosion de« Patronenlagers m&>■ werpen ist nunmehr verkündet. Corvilain und Genossen wurd� schuldig befunden in allen Fällen: 1) wegen Ansage eW' Dampfkessels ohne behördliche Ermächtigung: 26 Fr. strafe für Corvilain; 2) wegen Anlage einer gefahrbringend Werkstätte ohne behördliche Erlaubniß: 100 Fr. Geldstrafe st Corvilain; 3) für Transport und für die Aufspeicherung!; Soßer Pulvermassen: je fünfzehn Tage Gefängniß; 41 für d »fall am 17. August, wobei in der Fabrik ein Kind getäd's und ein Mann durch Brandwunden schwer verletzt wurw- Corvilain und Delaunay jeder 6 Monate Gefängniß und 50 N Geldbuß-; öf wegen der Explosion am 6. September: Coroild -lies Blei, iiehen kön «ihrem Schlüsse n ttme Fab d- die Z- st schloß e «icht Hab »mfuhr b- brauchte d Mringu «telrers zr »«. Unt �heiligter Mde die bch keiner! «o wurde »«ch die � Mch g« Patronen NbeUt, al Sicherheit« . Der si «ad läßt h Men. u. Auskunft i Zeuge Prrd unvei »«.Zeuge Wer hat «"»es Hab 5ffmi » Zeugir �meiner •Jeu: wa ihm a> -i«. L®. Jaw !Sem Ua «esiimmt n „..Z'Ugir N. nicht '884 ein s « Harr �autmissar Z-ugii "cht zur ls Zeugi, Zeuge jjereidigt) * Mit seil vier Jahre Gefängniß und 300 Fr. Geldbuße, Delaunay Jahr G-fängniß und 200 Fr. Geldbuße. An Schaden««!»' wurde Corvitain verurtheilt, zu zahlen im Ganzen 11 175 Corvilain hat vier Fünftel der Kysten, Delaunay em Füst der Kosten zu zahlen. Beide Angeklagte wollen Beru einlegen, doch haben sie keine Aussicht auf Erfolg. Dinge, welche das Verhör der Arbeiter in der Fabrik an« brachte, haben allgemein empört. Nicht allein die ungew?,, Leichtfertigkeit, mit der hier buchstäblich mit htm Feuer flw1 wurde, hat die Gemüther aufs Aeußerste erregt und raw«!' lich die überall zu Tage tretende Gewinnsucht CorvilaW� welche die Sachverständigen als„lucre supreme"(maßlose v»- gier) brandmarkten, hat gegen den Mann eingenommen.~ alltäglildsten Vorsichtsmaßregeln wurden außer Acht gcla!� we,l sie Geld gekostet hätten, und die billigsten Arbeitskräfte rvurtf' gesucht. Für 1 Fr. den Tag und für noch wemger arbeiteten ff Mädchen unter 16 Jahren, Jungen von 12, 13 Jahren und darunter in einem der allergefährlichsten Geschäftsbetn� Dieser Skandal, um den sich weder staatliche, noch Stadtpo»! bekümmerte, hat in der Bürgerschaft tiefe Entlüftung erzewr Und wie denn neuerdings in Belgien kein Skandal mehr kommen kann, ohne daß dabei auf die Regierung ein sch�jS L'cht fällt, so ist auch in der Sache Corvilain die Haltung' Ministerium« eine sehr schiefe gewesen. Corvilain richtete lich an das Ministerium einen Brief, in welchem er bat, Patronen doch zollftei ins Land zu lassen:„diese Patro� die wegen Alters und wegen Feuchtigkeit, die das Puloer»sj, dirbt, unbrauchbar(!!) geworden find"; sie wären so gut®' ————— � »>,. Z'ua- "ivernomr r Zeuge ™>t>niung )m A«uge s.1« Somn i'aatrtn z 4T.. jWn'aoT «and. Ai "w aus d b: Zeuge Sasse, aber es wurden ganze Stellen daraus wörtlich zitirt. � dem Notar, welcher Hennebeau's gegenüber wohnte, war«v Schrecken besonders groß, denn derselbe hatte einen nymen Brief erhalten, in welchem man ihm anzeigte, � in seinem Keller ein Pulverfaß vergraben sei, bestimm� � in die Luft zu sprengen, wenn er sich nicht zur Parte« F Volkes bekenne. jt Der Besuch der GregoireS beim Notar wurde � die Diskussion über diesen Brief verlängert man debat�v dessen mögliche Konsequenzen, und Grögoire äußerte e� das Ganze sei nichts als das Werk eines Spaßvogels,% plötzlich das Heer der Kohlenmänner in die Straße � bog. Der Notar gerieth außer sich vor Bestürzung Grögoire, welcher hinter den Vorhängen auf die binabblickte, tröstete zuversichtlich lächelnd, das bedeute n>l Alles werde sich in Wohlgefallen auflösen. ES was � fünf Uhr; ihnen blieb noch Zeit, zu verweilen, � Straße wieder frei sein werde, um dann zu Hennebea hinüber zu gehen, wo Cäcilie vermuthlich bereits" wartete. � Doch in Montsou schien Niemand ihr ruhiges trauen zu theilen. Man sich die Einwohner bestürzt>a Häuser eilen, hörte Fenster und Thüren hastig schließen, � drüben erschien Maigrat vor seinem Magazin, nebe« � DirektionS-Mlla und verbarrikadirte Fenster und Thüis"„jt eisernen Stangen; er war bleich und zitterte so heft'ö Angst, daß seine schwächliche Frau ihm Helsen mußte.„7 Der Haufe machte Halt vor dem Hause Hen«� und brüllte: „Brot! Brot! Brot!" jf, Der Direktor stand am Fenster seines ArbeitSkavi" � Hippolyt schloß in allen Zimmern des Erdgeschosse.�» Laden, damit die Scheiben nicht zerschlagen würde« I wl stieg er in die erste Etage hinauf, und an einem � nach dem andern hörte man das Kreischen der Riegel � das Rasseln der Jalousien. Unglücklicherweise konnte Lichtloch der im Keller gelegenen Küche nicht werden, und das Feuer des Heerdes und des Brat!" leuchtete daraus hervor. ff Mechanisch stieg Hennebeau, um besser zu sehen,' te L"uct 9«! �n9'm P Mchafl M 2$!ch»n Üen' ist »mer »t(an Katfi 'Urnetfi Z»stl vi-chl« 5jl«nS o aus ."ipagnu kw war SS 3tn ung fjw Ä9' n, Nhit m Ii ur S» de [4 J»t Sg «?,"»»» ?.-'N leip 1 Set er NC uK Vto de it i SS* f. He t\ ULM! derPM rrauss�au« lt weit 0« reffe, hm!« m, die i» Jennep uw t die G» igerten au« trat ab»- r GewährS- n komm» Gewählt' er.ZeuZi lit Elea«» Gewählt' Von d««! r muh W Olfen st«»' - alle org«' �ge Pa� betreffen dfli meten n«» mg an hier wie«|' »einen.®' Fragen c enthostt« Fr-«« � ig de? ol rage unW' ihigfeit M rag ju«' rrhebung» ichten ern,- «acht habe� &en begr«!' ameriM nszucht K \ Verguß gefügt, ,f' n neroo� er Dy na? )em Pro!» is in fcn wurda alage e'« Fr. Gel' cbttngenK' Ib strafe ft richerung 1° ä ft.R'l : Cor-W elaunay zcha den erst! II 175 ein Fünl ; Berufs g. i! anS ungelne?"/ euer i elf« Blei, höchstens daß man noch den Salpeter aus dem Pulver ifehen könnte. Er wolle die Patronen vorher so behandeln, daß � ihrem ersten Zwecke unmöglich mehr dienen könnten. Zum Schlüsse wies Corvilain auf die groben Vortheite hm, welche lnne Fabrik vielen Antwerpener Arbeitern bringen werde, «a die Zerlegung der Patronen SO OOO Fr. koste.„Ich hoffe/' fchloh er,„daß die Erwägungin Ihren Augen einiges Ge- Vicht haben wird." In der Thai wurde Corvilain bei der »msiihr begünstigt; er hatte nur eine Kaution zu erlegen und drauchte den hohen Zoll nicht auf einmal, fondern nur bei der verbringung der Patronen aus einem sog. Entrepot nach den «eliers zu»ahlen, was für ihn ein sehr bedeutender Gewinn vor. Und die Regierung begnügte sich mit der Erklärung des «"heiligten Kaufmannes, ohne nur zu prüfen, in welchem Zu- Mde die Patronen eingeführt wurden! Corvilain hat natür- U keinerlei Anstalten getroffen, um sein Versprechen zuhalten. wurde er also regierungsseitig zweifach begünstigt: einmal »arch die Zollerleichterung, das andere Mal, indem man ihn Mach gewähren ließ und ihm gestattete, noch brauchbare Patronen einzuführen. Corvilain und fein Ingenieur find ver- jWheilt, aber mit ihnen auch die Leichtfertigkeit der Antwerpener vicherheitsbehörde und die der Brüsseler Regierung. nd näwen»! Corvilfl?v nmen. cht gelaff» räfte wur� irbeiteten en und «ftSbetriA Stadtpo"' ung erzeUi il mehr f» m Haltung/ nchtete n< r bat, K e Patr< Elberfelder KoMWeMozez. 17. Tag der Verhandlung. Elberfeld, 10. Dezember. Der Präsident ksastatirt, daß einige Angeklagte fehlen »ad läßt hierauf die Zeugenlifte v-rlejen. Auch einige Zeugen Edlen. Ueber den Zeugen Bleckmann ist noch keine genügende Mkunft gekommen. Zeuge Brämmann aus Leipzig(war Beschuldigter) vvd unvernommen entlassen. Zmge Böhne, Zimmermann aus Leipzig(oereidigt): er hat bei mir gewohnt; Packete find wohl öfter gekommen. habe ich angenommen. Ich weiß nicht, ob Füller Nialdemokcat ist. Von einem Packet mit Schriften weiß ich c. Zeugin Wittwe Kot t ers ch ei d t aus Velbert(oereidigt): rla meiner Wirthlchaft war im Frühjahr 1838 Meist mit Än- rjen; was gesprochen wurde, weiß ich nicht. Kofiniki ging v«»hm aus. Aufgefallen ist mir nichts. i, Zeuge Karl Manger, Wirth zu Elberfeld(vereidigt): � Jahre 1834 kam ein Packet an mich, das Hefte mit fMm Umschlag enthielt. Ich oermuthe, daß es für Schüller �Hirnrnt war. � 3 ugin Ehefrau Mang er(vereidigt): Ich erinnere rU nicht mehr genau an das Packet: angenommen habe ich &in solches. 5 Harm: Was hat die Zeugin veranlaßt, das Packet zu �wmissar Gottschalk zu tragen? Z'-ugin M a n g e r: Ich wollte es los fein. . Harm: Da trägt man es doch auf die Post zurück und 'cht zur Polizei. Das ist ja merkwürdig. Zeugin Pfeiffer verweigert die Aussage. , Zeuge Georg Pfeiffer, Güterfakior zu Elberfeld /Nei tugt); Der kleine Pfeiffer erzählte mir einmal etwas, daß «it seinem Vater Blätter weggetragen. � Zeuge Simpich, Polizeiwachtmeister zu Velbert, wird vernommen entlassen. / Zeuge T o n f ch e i d, Wirth zu Velbert: Von einer Ver- Mnlung bei mir weiß ich nichts. enge W e i g a n d, Fabrikarbeiter zu Elberfeld(vereidigt): »ommer 1837 war ich einmal in Neumann's Laden, um jarren zu kaufen. Es waren noch einige Personen, Winkler, »Melder und Hartig, da. Von einer Flugblattverbreitung ich nichts. t- Zeuze Wyn an d t, Fabrikarbeiter zu Elberfeld(vereidigt): Ivj?«eongreßbericht habe ich einmal erhalten, von Wilhelm JlssO- Abends wurde ich arretirt und die Broschüre wurde aus der Tasche gezogen. Ä.euge Gefter, Polizeisergeant zu ZievigeS(oereidigt): �assenhaus war einmal eine Anzahl Personen, darunter ______ f______.......... g tÄ�st waren einmal 1887 mehrere Personen; ich habe Hu.* von„Schinken" gesprochen wurde. Meist habe ich ? Ichon in Neviges gesehen; daß er Versammlungen abge- ''st mir nicht bekannt, auch nicht, daß Kaiser sammelte. ü einer glaubwürdigen Person wurde mir einmal mitgetheilt, ' er fammei«/. Pulver. so gut Zitirt. x '«nü< S.A Parte« � mrde n deba«� ußerte � ogels,... z-ftt SM deute n'-HL ä"S i Bf# « ürzt i»A Ueße�? sammele. Kaiser: Ich habe nie gesammelt, nur einmal SO Pf. für Pwecke angenommen. fester: Den Gewährsmann nenne ich nicht. �«nechtsanwal« Lenzmann beantragt, die Genehmigung «as.,argesetzten Behörde zur Aussage einzuholen. Die Polizei �Jgt ein bestimmtes System, um die Nachweisung des hellen Stock in Paul's Zimmer hinauf, welches das einzige jr*' aus dem man die Straße bis zu den Werkräumen der inan vir wnupc vi» gl! vrn%vc.ttvuuiuvu w» kJT* überschaute. Aber der Anblick dieses Gemachs -ch? von Neuem auf. Jetzt war der Toilettetisch trocken �uber, das Bett geschlossen� und regelrecht' geglättet, i VV't' f VU» yt|W�W(|v»r«**»v vvyvvwv�» � lirt«var aufgeräumt und in Ordnung. Hennebeau's Zorn, verzweifelte Kampf, den er in der einsamen Stille �Ifll?''vrmers mit sich selbst gekämpft, ließ eine müde Er- hjx Ilssag in ihm zurück. Sein ganzes Wesen schien jetzt, sm'e8 Schlafkabinet, abgekühlt, gesäubert vom Schmutz fcr/vrgens und wieder mit korrekter AlltagSphysiognomie W**;• Wozu einen Skandal machen? War denn etwas �{L�.ichnlicheS, Neues passirt? Seine Frau hatte einfach 614 nnt der Faust zu bearbeiten! Hatte er einst pudern Liebhaber geduldet, warum nicht auch diesen? "-.:n anr** I SITW«n» SV M'Ä'H -bev'-jjtp'- >em n »iegel 'S hen, in itt �ige Verachtung mehr- das ist Alles! Aber eine � fei» o? vergiftete ihm den Mund: wie zwecklos i'"«;<.eben, wie unsäglich traurig! und dann noch das . er mußte sich vor sich selbst schämen, denn er liebte Illm uoch mit heftigem Begehren dieses Weib m ihrem �uterm Fenster heulte die Menge: "�rot! Brot! Brot!«.rx. .''5'e Thoren!" murmelte Hennebeau Zwischen den � während er, hinter der Jalousie versteckt, auf daS . c»/4 Gewühl hinabblickte.. drangen Schimpfworte an sein Ohr. Sie '»»«n"ihn einen Faulpelz, einen Tagedieb, warfen»hm ?>t v.�oßen Gehalt vor, schalten ihn einen Hund, der sich "» erbisien den Leib vollstopfe, während seine Arbeiter ' Die Frauen chatten die Küche entdeck�; der «5 �Uge--------, !-t«in«tl Geruch der Saucen reizte ihren leeren Magen, �Uth' ben die Köchin briet, brachte sie in sinn- (Fortsetzung folgt.) Nichtbestehens einer sozialistischen Organisation zu erschweren. Zeuge O b j a r t e l, Polizeisergeant zu Elberfeld, wird un- vernommen entlassen. Zeuge Rieß, Schlosser zu Velbert(vereidigt): Von der Verbreitung eines Flugblattes„An die Wähler Deutschlands" weiß ich nur wenig. Ein Blatt habe ich erhalten und ver- brannt. Es soll von Piepenbrink stammen. Piepenbrink: Ich gab das Blatt einer Frau, ohne den Inhalt zu kennen. Ich hatte überhaupt nur zwei, die mir unter der Thüre durchgeschoben wurden. Rieß: lieber die politische Thätigkeit Piepenbrmk'S ist mir nichts bekannt. Piepenbrink: Bei uns ist es so, daß Jeder, dereinen Arbeiterkandidaten wählt, Sozialdemokrat ist. Versammlungen und dergleichen giedt es nicht. Rieß bestätigt dies. Zeuge Wind(Bruder des Angeklagten) verweigert die Aussage. Zeugin Ehefrau Lehmann: Frau Wind kenne ich durch ihren Mann. Ich verweigere jede Aussage gegen meinen Mann. Von Zusammenkünften weiß ich nichts. Nach meiner Verheirathung war ich nie in der Wirthschaft von der Warth. R.-A. Lenzmann: Lehmannwurde trotz unseres Antrages nicht vereidigt. Frau Lehmann ist vollständig berechtigt, das Zeugniß zu verweigern. Staatsanwalt: Frau Wind hat ausdrücklich Frau Lehmann als Zeugin bezeichnet. Zeuge von der Warth, Wirth aus Düsseldorf(ver- eidigt): Daß Lehmann häufig bei mir verkehrt haben soll, ist mir nicht bekannt. Zeuge T i e t j e, Schuhmacher zu Düsseldorf, Oberbilk: Einige Exemplare des„Sozialdemokrat" erhielt ich, verbreitete fie aber nicht, sie waren für mich bestimmt. Wer mir ihn brachte, weiß ich nicht; ich fand das Blatt zu Hause vor. Wind und dessen Frau kenne ich. Ich habe keine Vermuthung wer mir den„Sozialdemokrat" brachte. Abonnent war ich nicht. Der Zeuge wird unvereidigt entlassen. Zeuge Held aus Düsseldorf: Ich bin einmal wegen Verbreitung des„Sozialdemokrat" bestraft. Ich hielt den „Sozmldemokrat" für mich selbst. Ob ich stüher den„Sozial- demokrat" in mehreren Exemplaren erhielt, darüber verweigere ich die Aussage.(Auf Befragen Winds:) Dem Schmalz habe ich keine geheime Tinte gegeben. Daß Wind den„Soz." ver- breitete, weiß ich nicht. Der Zeuge wird unvereidigt entlassen. Zeuge Richard Fiegler aus Düsseldorf: Den „Soz." erhielt ich nie zugesandt. Ich bin Sozialdemokrat. Hin und wieder habe ich den„Soz." wohl gesehen; ob ich ihn je i r* c. r-rt• t• JC.„iJLi, CV—-1. in der Hand gehabt, weiß ich nicht. In meinem Besitz war nie ein„Soz." Der Zeuge wird vereidigt. Zeuge Oskar Fiegler aus Düsseldorf:�Ob ich --.. den „Soz." geHallen, darüber verweigere ich die Aussage. Bei einer Haussuchung wurde bei mir eine Nummer des„Sozial- demokrat" gefunden; ich verweigere die Auskunft darüber, von wem ich fie erhalten; von Reinsdorff oder Wind nicht. Der Zeuge wird unvereidigt entlassen. Zeuge Krause aus Düsseldorf: Den„Soz." erhielt ich nicht und las ihn nie. Schumacher: Es giebt Taufende von Sozialdemo- kraten, die den„Soz." nie gesehen. Krause: Ich kann nicht sagen, je den„Soz." gesehen zu haben. Der Zeuge wird vereidigt. R.>A. Lenzmann: Worauf stützt sich die Annahme des Gericht», daß Krause den„Soz." erhielt? Präsident: Tbeils auf die Angaben der Frau Wind. Schumacher: Weiß der Zeuge von der Abficht der Gründung eines großen Geheimbundes Anfangs der Achtziger Jahre? R.-A. Lenzmann: Es handelt sich darum, daß ein Agent der Polizei, ein axevt provocateur, versuchte, einen Ge- Heimbund zu organisiren. Schumacher: Der Polizeiagent Schmidt versuchte den Geheimbund zu gründen. Ich warnte stets vor ihm und vor Ullbricht. Wir wollen vom Geheimbund nicht« wissen. Hülle: Ich konstatire, daß ein der Polizeispitzelei ver- dächtiger Mann dem Zeugen Wmkelströter einen Organisation«- plan vorlegte. Zeuge Oester aus Düsseldorf: Ich habe 1886 6 Nummern des„Soz." durch die Post erhalten, seitdem nicht mehr. Ihn seit der Zeit gesehen zu haben, ist mir nicht bekannt.(Der Zeuge wird vereidigt.) Zeuge Johann Döcker, Fabrikarbeiter zu Dössel- darf: Den„Soz." erhielt ich nie.(Der Zeuge wird ver- eidigll) Rechtsanwalt Krüsem ann: Die jetzt vernommenen Zeugen stehen auf der Liste der Frau Wind, deren Unzuver- läsfigkeit somit erwiesen ist. Zeuge Jakob Döcker weiß nichts zu bekunden. Zeuge wird vereidigt. Zeuge Hugo Fischer, Fabrikarbeiter zu Dahlhausen (vereidigt): Das Flugblatt„An die Wähler Deutschlands" habe ich durch meine Frau und Richard Piepenbrink erhalten. Piepenbrink: Es war Dienstag oder höchstens Mitt- woch nach Pfingsten. Am ersten Pfingsttage ist das Blatt zu Hunderten verbreitet worden, wobei ich auch zwei Exemplare erhielt. Nießen: Es war gleich nach Pfingsten. Zeuge Wilhelm Afflerbach, Schreiner aus Düffel- darf: Einen andern Schreiner meine« Namens giebt es in Düsseldorf nicht. Den„Soz." erhielt ich von dem verstorbe- nen Klingner; es war wohl 1886. Wind hat mir nie den „Sozialdemokrat" gebracht, auch nicht feine Frau oder Jemand in feinem Auftrage. Auch von Bach, der im Rhein ertrunken, habe ich den„Sozialdemokrat" erhalten. Außer von den beiden Verstorbenen habe ich von Niemand den„Sozialdemokrat" er- halten. Der Zeuge wird vereidigt. Zeuge Ludwig Gemmer: Fabrikarbeiter zu Düffel- dorf: Den„Soz." erhielt ich nie; ich habe ihn nre gesehen. Sozialdemokrat bin ich. Ich habe den„Soz." auch nie für Andere erhalten. Der Zeuge wird vereidigt. Zeuge Hahn, Schreiner zu Düsseldorf: Der„Soz." ist mir nie zugegangen; ich habe ihn nie gesehen. Der Zeuge wird vereidigt. Zeugin Frau Fischer(vereidigt): Von Piepenbrink habe ich einmal ein Flugblatt erhalten, um es meinem Manne zu bringen. Letzterer verbrannte es. Ob es nach Pfingsten war, weiß" ich nicht genau. Es war am Alltag. Von geheimen nmlungen bei Piepenbrink weiß ich nichts. Versammlungen...... Zeuge Bernhard Schiffers,«kyiouer zu nvunei- dorf: Ich verweigere die Auskunft darüber, ob mir der„Soz." zugeht. Ich gebe ihn nicht weiter. Der Zeuge wird unvereidigt entlassen. Zeuge Rieckmann, Schreiner zu Düsseldorf: Wind kenne ich, war aber nie in seiner Wohnung, so viel ich weiß. Abends war ich nie dort. Den„Soz." halte ich nicht. Reinsdorff: Ich war einige Mal bei Wind; den Zeugen Rieckmann kenne ich nicht. Rieckmann wird vereidigt. Auf den Zeugen Heine wird verzichtet. —'-*'** on. r....••* r* ii Zeugen Herne wrro verzichtet. Zeuge Wilhelm Roßmüller, Schlosser zu Düsseldorf- Den„Sozialdemokrat" habe ich nie vertheilt; gelesen habe ich ihn wohl vor zwei oder drei Jahren, als er mir durch „So- die Thür geschoben wurde. Von Wind habe ich nie den zialdemokrat" erhalten. Der Zeuge wird vereidigt. Es tritt eine Pause von 20 Minuten ein. Berichtigung. Dem Bericht des 11. Verhandlungs- tages haben wir nachzutragen, daß der dort aufgetretene Zeuge, welcher bekundete, s. Z. wegen einer Anzeige bedroht worden zu sein, auf dem Kiesberg wohnt, und daß der von ihm wegen Verbreitung angeblich verbotener Schriften Denunzirte Lach- mund heißt. Der Präsident verkündet dm Gerichtsentscheid, daß der kranke Zeuge Dubenkopf kommissarisch zu vernehmen sei. Das Verhör der Angeklagtm wird fortgesetzt. Reinsdorff: Die angeblich geheime Tinte habe ich von dem abgereisten Schreiner August erhaltm. Daß es ge- Heime Tinte fei, wußte ich nicht. Rendel, Fabrikarbeiter zu Barmen- Wichlinghausen, hat nichts zu erwähnm. Der Agent Ewald Röllinghoff: Dm Vertrauen«- vostm in Barmen habe ich freiwillig niedergelegt. Das Geld, das ich hatte, war von meiner Frau.(Er verliest einen Brief feiner Frau, welcher von ihm den Rücktritt von der sozialdemo- kratifchen Partei verlangt.) Derselbe lautet: Langmberg, 8. Dezember. Lieber Mann! Noch nenne ich Dich, obgleich Du bis jetzt meinem Wunsche, vor Gericht die Wahrheit zu sagm, nicht nach- gekommm bist. WaS hält Dich davon zurück? Ich ver- lange hierdurch nochmals, und zum letzten Mal, daß Du Dein mir gegebenes Wort, oder unsere Wege schei- dm sich von hier für immer. Indem Du meinem Ver- langm nachkommst, kann ich versichert sein, daß Du Dich niemals wieder der sozialdemokratischen Partei anschließen wirst, was doch für mich eine große Beruhigung wäre, haben wir doch nur die größten Nachtheile und ich für meine Person nur Kummer und Sorgm davon gehabt. Wohl scheint es mir geradezu unmöglich, daß ein ehrlich denkender Mensch noch länger sich zu einer Partei de- kennen kann, an deren lokaler Spitze ein F. Harm steht, dessen Handlungm Dir gegenüber doch so niederträchtig wie eben möglich. Jede andere Partei oder Gesellschaft würde es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Ver« Immdungm Harms gegen Deine Person zu untersuchen, aber keine Männer wie Hüttenberger, Langohr und Salzberg und wie fie Alle heißm, die doch die Leitung und Führung und somit die Aufficht über alle Vor- kommnisse hatten, wagen Harm gegenüber zu sprechen; oder war der Grund der, daß fie selbst die Partei stets als milchende Kuh betrachtetm und ausnutzten. Wie kann Herr Buchenau erklären, er hätte an Harm nur 30 Mark gegeben? Die Zeugmaussagen erscheinen mir überhaupt nicht recht klar, oder liegt das an dm Zei- tungen, oder verstehe ich nicht mehr recht zu lesm? Jetzt überlasse ich es Deinem Ermessen, zu handeln, wie Du willst. Auf der einen Seite ich— auf der anderen die Partei: nun wähle! Mit Gruß Marie. (Die schlechte Orthographie und Interpunktion de« Ori- ginaldrieseS im Vergleich zu dem Styl läßt vermuthm, daß der Brief diktirt ist.) Ich konstatire, daß eine Organisation bestand, genau so, wie es in der Anklageschrift steht. Ob fie jetzt noch besteht, weiß ich nicht. Bis 1887 war ich Vertrauensmann. Barmen war in drei Klubs getheilt. Ich schickte Abonnementsgelder nach Zürich, habe auch Geld an Harm abgeführt. Ich hatte vier brS acht Abonnenten auf den„Sozialdemokrat"; das Geld führte ich theils an Harm ab, im Ganzen 17,40 M.(Auf Be- fragen): Ein Vertrauensmann hatte Druckschriftm zu ver- breitm. Ich korrespondirte mittelst chemischer Tinte mit Zürich, wohin ich auch ÄbonnementSgclder, die die einzelnen Klubs einzogen, sandte. Mein Stichwort war„Rothfärber". Für Unterstützungszwecke habe ich kein Geld abgesandt. Polizei- spion war ich nicht, darüber bitte ich die Polizeikommissare Kammhoff und Willing zu vernehmen. Mit der Fraktion habe ich nicht in Verbindung gestandm, nur mit dem„Sozial- demokrat" unter der Adresse„Thekla Eisele". Der Ueberschuß eines Festes wurde zu Parteizwecken verwendet, nach Beschluß. Ein Parteitag in Iserlohn war nicht, auch nicht in Blankenstein; es waren nur Ausflüge. Dr. Schmidt hat mir nur Abonne- mentsgeld bezahlt. Dr. Schmidt und Löwenstein warm nie Theilnehmer an der Verbindung. Ich habe mehrere Fest- lickkeitm veranstaltet, deren Ueberschuß in die Partei« kasse floß; es wurde in verschiedener Weise darüber beschtossm. An Harm habe ich 17,40 M. gegeben für vier Briefabonne- ments, die er nach Zürich geschickt haben muß, da daS Geld unter„Rothfärber" quittrrt war. Nur mit Zürich habe ich in Parteiangelegenheiten verkehrt; über was sonst noch, verweigere ich die Aussage. Seit drei Jahren weiß ich von der'" dem Parteigetriebe nichts mehr, auch nichts von der Wahl von Kongreß- delegicten.(Auf Befragen Lmzmann's): Dem GerichtSpräfi« dentm habe ich den Brief meiner Frau übergeben. Rechtsanwalt Lenzmann: Ich beantrage die soforfige Ladung von Frau Röllinghoff, evmtuell die Verhaftung de« Röllinghoff, um Besprechungen und KollifionSgefahr zu ver- hindern. Röllinghoff: Es war nur Zufall, daß ich Harm die 17,40 M. gab. Rechtsanwalt Schweitzer: Unter Zeugeneid hat Rölling- usar hoff zugegeben, mit Gustav'Bleckmann zusammen Hamide- nunzirt zu habm. Röllinghoff schildert nun die Angelegenheit mit Kaltmbach; denunzirt habe ich nicht. R.-A. Schweitzer: Kaltmbach hat erklärt, von Rölling- boff und Bleckmann zur Dmunziation Harms veranlaßt wor- den zu fein. Röllinghoff kommt auf die Angelegenheit der„Fr. Presse" zu sprechen. Als ein Parteiuntemehmen ist sie nicht aufzufassen, Harm ist Eigenthümer. Da« Rezept der chemischm Dinte ist mir von Zürich geschickt.(Auf Befragen der Verth.): In Solinaen besteht keine Organisation. Von einer Organ»- fation in Elberfeld weiß ich nichts; wie fie ist, kmne ich nicht. Das Komite kann auch das öffentliche Wahlkomitee sein. Ge- Heime Dinte habe ich nicht mehr zu Hause.. Harm: Von dem Empfang der 17,40 M. weiß ich nicht«. Ich verweise auf das eidliche Zeugniß Fritz Saljberg'«, wonach Röllinghoff aus Rache handelt. Röllinghoff führte einen leichten Lebenswandel und fpielie hoch, ich mußte ihn enllassen. Seit- dem verfolgt er mich mit seinen Dmunziationm. Den„Soz." habe ich nicht zu vertretm. Mir ist nichts bekannt, daß Rölling» hoff Vertrauensmann war. Er hat hier etwas gelemt und saugt sich Alles aus den Fingern. Röllinghoff: Ich habe Kaltmbach nicht zur Dmun« ziation veranlaßt. � �.. Löwenstein: Vor Beginn der heutigen Verhand- lung sprach ich mit Röllinghoff, der sich beklagte, daß er wäh- rend de» Prozesses keine Unterstützung erhaltm.(Auf Be- fragen des Präsidenten:) Unter den Angeklagtm sind arme Leute, die unterstützt werdm müssen, um nicht zu verhungern. Harm: Mir und Müller find von verschiedenen Bürgern Elberfelds und BarmmS Gelder für die Angeklagtm zur Ver- fügung gestellt. Grimpe: Darüber ist in der„Freien Presse" öffmtlich guittirt. Rechtsanwalt Krüfemann: Ist in dm letztm sechs Wochen Röllinghoff bei Kommissar Kammhoff gewesm? Röllinghoff: Ja, was ,ch dort gemacht, sage ich nicht.(Fortsetzung m der Beilage.) i Theater. Donnerstag, den 12. Dezembe». Fra Diavolo, oder: Da« Gast hau« zu Terracina. Ach««spi«U»a«». Q-uci-zmus. Die Ehre. W»«tsch»» Tsteater. Der Kompagnon. Gertin er Theater. Demetrius. Friedrich- Wtthetmaädttsche» Theater. Prinzessin Pirouette. »eftveas-Theater. Schwiegermama. MaMeer-Theater. Nervo«.— Vorher: Der Scheidungsgrund. MUrtaria-Theater. Stanley in Nsrila. Oste«d» Theater. Das Käthchen von Heil. bronn. feMMKUnu,- Theater. Vor Sonnen Madame Poti» Historischer Possenabend. aufaang. Kistrigkitdetsche« Theater D«rÄka�Th»at..............--------- APatph Grast-Theate». Flotte Weiber. «ek». Kichter'» Uaricktck. Spezialitäten. Vorstellung. Metchahalte»- Theater,»r. Spezialitäten. «orstellung Snarnr'» Mari««. Gr. Spezialitäten« orstellung. timmriomn-Theatar. («65»reSdnierttr 55, Täglich Vorstellung. Oircus Renz. Karlstraß«. Heute, Donnerstag, den 12. Dezbr.,MdS. 7 Uhr: 8tbe« und Treiben uns Um Eise. Große« Ausstattungsstück, arrangirt und inscenirt vom Direktor E. Renz. Außerdem hervorzuheben: Schulquadrille ger. von 8 Herren mit 8 der bestvressirten Schul pferde. Vorführen der 6 engl. Vollblut-Sprmg� vferde, in ihrer sreeple chase, durch Herrn Fr. Renz. Auftreten der Schulreiterin Mlle. Elvira Guerra. Auftreten der Reitkünstlerinnen Mlle. Gierach, Miß Orford und Mlle. Adele, der Reitkünstler Herren Alexandre Briatore, Orfcrd, Giavani und Wallett; der Clowns E. God- lerne ky, A. Olschansky, Paul und William:c. Morgen, Freitag: Vorstellung.— Sonntag: 2 Vorstellungen 4 und 7V Uhr. E. Renz, Direktor. Vipou» Busela« ftrtttoichtSmMIfef. Heute, Donnerstag, den 12. Dezember. Abends 7k Uhr: Große brillante Vorstellung. Eine Hsbertnsjllgd im krnnmnld. Große« Jagdbild mit Ballet in 2 Akten, arrang. und in Scene geseht vom Director. Die fünffache Postfahrschul«, ohne Zügel, aer. u. dresfirt vom Direktor. Ein Tscherkessen-Ritt von Frl. Henriette. Amateur, Conkurrenz. reiten, 50 M. Prämie wer dreimal die Manege stehend umreitet. Clown Tom Tom al« Ama. teurreiter. Clown Michael mit seinem Wunder- ponny Punschchen. Clown Olfchansky � als Springer. Auftr. der jugendlichen Luft-Künst« lerin Frl. Amalia. Der Cirkus ist gut geheizt. Sonnabend, den 14. Dezember: Gala-Benesiz. Vorstellung für Fr. Dir. Busch. Sonntag 2 Vorstellungen 4 und 7k Uhr. Unwiderruflich letzter Monat. Vaffage 1 Tr. s M.- 10 Uhr A. Kaisap-Panopama. Zum ersten Male: Zweite Reise durch die malerische sächsische Schwerz. l. Mtheilung: Pariser MeltanssteUilug. Aertha-Ueise. a Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. M«slkmstr«mente. Allen Freunden und Genossen empfehle mein reichbaltigeS Lager von Vialiaaa, Flöten, Guitappen, Zithern, Harmonikas, Trommeln, Signalhörnern u. s. w. C. Mvich» MrumenlenmAr, RnppensKp. 37. Punschertraete!!! 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Referent: R- Augnsti». 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten sindet eine Tellersammlung statt. Die Beauftragten. Uersammlung des Allgemeinen Metallardeiter- Uereins für Kerlin und Umgegend am Aonnerftag, den 12. d. M., Abends 8t Uhr, in der Uorddentschrn Krauerei Chausseestraße 58. TageS. Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Bölsche:„Die Zukunft der Erde nach den neuesten Forschungen der Astronomie." 2. Diskussion. 3. Wahl von KommissionS-Mitgliedern. 4. Aufnahme neuer Mitglieder. 5. Verschiedenes und Fragekasten. Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung der Weber-, Raschmacher- und Tuchmachergeaellen, sowie aller in dieser Branche beschäftigten Arbeiter am Donnerstag, den 12. Dezember, AdendS 8 Uhr, im Lokal„Königsbank", Große Frankfurterstraße 117. 183 Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Metzner. 2. Statutenberathung event. Konstituirung des neuen Vereins. 3. Wahl des Vorstandes. 4. Verschiedenes. Die Kommission. ft Berlin S-O. Q®7llld| Bep'in S-0- V Ar. 5. Ueichendergerstraße Ur. 5,~v zwischen Kottbuser Thor und Ritter st raße. jl84 � S Möbel- und PolsterlliaaM-MKM. Z Gediegene Arbeit. Zeitgemäße Preise. Gonlante Zahlungsbedingungen.».» -TV-VSOPTK-m Teppiche, Möbelstoffe, Gardinen, _ züttfer nnb Knolesm. � Ifepkesif zu Fabrikpreisen.'MM 6r«MM Ltr.r ton Psrtiirsa, Bei«»- ud Tiwkdeekrn. Stoehr S- Bahr,«««■->. 2 F. Bnfntntt l F. Gegründet 1867. Wcihnachtsgeschewke S Oberhemden von 2„50— 6 M. Herrenhemden von 1—5 M. Damenhemde« von 1,10—7 M. Kinderhemden von 0,35—1,75 M. Gskimohrmdrn, Arbeitshemde», glatt, blau, gestreift un d grauleinene. Nachtjacken von 1,25-6 M. Damen- beinbleider von 1—5 M. Taschentücher, weiß uno bunt, Dutzend von I M. an. Unterbeinkleider, Unterjacken, Kockrn und Strümpfe, Keinen, Dowlas, Hemdentnch, Kettzenge, Stuben- u. Küchen Handtücher, Tischtücher u. Serviette». H. Wessling vormals G. G. Matro», Dresdenerstraße 134 am Kottbuser Thor. Eravatte», Handschuhe, Halstücher. Weimar-Golteiie Ziehung schon 14.-17. 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Kange««� Veranstaltetvcm Derb and der Möbelpolirn BilletS b 30 P'. sind zu haben bei A. G.a� Grüner Weg 65; Max Richter, Franffu� Allee III; Reuter, F-iedenstr. 52; R. Wer Ftiederstr. 6; H. Bock, Sorauerstr. 5; C. Le� häuft, Oranienstr. 169; Banse, Reichend� straße 29; G. Rau, Brunnen str. 94:" Wörtherstr. 61 und auf den drei Zahlst« Pmiilz.Wchriiiigd.JlittB der Kllniiembeittt und verwandte» Kerufsgeuossew � Den Kollegen zur Rachnitit, daß in der ss�� von loseph, in Firma Wittag NacM1' Ueichenbrrgerstraße 47, ein A b z u g a gefunden Hat und die Werkstatt m meide". 165 Der Vorstoß. Empfehle allen Genossen meine klaserei llad Bildereillrahmullll. Besonders empfehlenswerth und zu F Geschenk passend: I.assalle und Hasenclever al« Präsidenten. Lassalle, Warx, Bebel, Liebkn»0 Singer in VifiieS und Kab'net u. s-*' Medaillon», Streichhoizhulse», W«ipsbüsten.» � � Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Nach � wärtS brieflich. 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OierM ei«« � fcit str. btsondat ibnk»w ill« Thnl' •n Soh»ti »rB-V' 3rabt«s ;n, Da». chwistn- ter. eschw>?� tri D* migt« l««tl .'ichnti «ögli� miW . abz»' Beilage zum Berliner Bolksblatt. lr. SSI. Donnerstag den IS Dezember 1889. 6. Jahrg. NJOtf* (I. jti* ter u. s-» se». oltb ise'* ¥ s-i 5» 4 Der Ausfall der Stichwahlen. Die Berliner Albeiter haben gestern gezeigt, daß fie misten, ihre Pflicht ist. Es war Ehrensache, daß die von ihnen �grstellten Kandidaten siegreich aus der Wahlurne hnvor« Jj%n. Das ist zum gio&ten Thüle geschehen,— ein Beweis, m den sozialdemokratischen Arbeitern das Gefühl lebt, daß � ihre Posten mit der Zähigkeit und Energie vertheidigen �e», welche das Eintreten für ihre große und unvergänz- Sache erfordern. Wir begrüßen auch di» gestern gewählten Stadtverordneten � SRönnt:, denen schwere Pflichien auierlegt sind, und °i» dadmch, daß sie e>n M ndat für die Berliner Stadt- �iretung angenommen, bewiesen daß den �ih besitzen, offen und ohne Rückhalt für die Watdemokratische Sache einzutreten.— Mögen fie stets �jka eingedenk fein, daß fie die Interessen des fettenden Volkes nach jeder Richtung hin zu wahren und daß«s in der Kommunal- Verwaltung Haupt- �hlich darauf ankommt in fachlicher Wüfe die Prinzipien � demokratischen Sozialismus zu vertreten. wurden gewählt tut 11. Wahlbezirk: 1�' Fritz Zuveilz Tischler. *U 1720 Stimmen gegen Jrmer mit 1455 Stimmen; 17. Wahlbezirk: Mihi«»(bfrtif.) mit 844 Stimmen gegen Wilhelm Körner, Zigarrenfadrikant, mit 760 Stimmen; 27. Wahlbezirk: Otto Helndotf. littoimn. «it 651 Stimmen gcgen Törner mit 597 Stimmen; 35. Wahlbezirk: Kotiert Herzfeldt,«yMei», wil 1138 Stimmen gegen B a ch l e r mit 562 St mmen. V»»ts«h«r Ke>ch»tag. Sitzung vom 1l. Dezember, 12 Uhr. Tische de« BundeStaths: von Vötticher,von '�phan, von Maitzahn, Graf Lerchenfeld. Xt{�K Wite Berathung des Etats der Post- und �'agrophenverwaltung wird fortgesetzt. ll», 25, 26, 27, enthalten die AuSflaben für die »nii� a» t-n, Bote, meister, Postsck affner, Packetträger, Stadt« aboten und Landbnestiäger. � � enthält die dacauf bezüglichen Wohnungsgeldzu- e».�bg. Singer beantragt, die Gehälter der Unterbeamten z.,"weister, Postschaffner, Packetträger und Stodipost» von 800 auf 850, die der Landbrieftiäger von 650 auf zu erhöhen. Zu J�ie Adgg. Richter und B au m b a ch beantragen, den d»,. gn»ier zu ersuchen, in Erwägung zu nehmen, ob nicht für die unteren Beamten, den � �-«rhaltmssen entsprechend, einer Erhöhung zu unter- v. O w beantragt, ten Re chskanzler zu ersuchen, in �®?Bung zu nehmen, ob nicht die Gehälter für die unteren �>ten einer Erhöhung zu unterziehen siiin. tz. W)g. v. Nn»(ReichSp.) steht den Anträgen Richter und tzL?*! nicht feindlich gegenüber, da auch diese Anträge die �lleiung der Lage der Unterbeamten anstreben. Nachdem b<*�ch«taa seit Jahren die Lage der Arbeiter durch Sozial« �'"««s'tze zu btssern bemüht gewesen sei, halte er eS letzt für Im!:«ufgobe, auch die Leben-baliung der beamteten Arderter- �S°"tn zu verbessern. Der Antrag Richter jedoch, der sich '»Ab«.■ �lhöhung der WohnungSgeldzuschüss« beziehe, sei zu ni.nl derselbe eine verschiedene Behandlung von Ost �'ft zur Folge habe, also eine ungleichmäßige Verlheilung ->»��"bten Zulagen in sich schließe. Auch die Begründung Mit ,, u'�chev Antrages mit den Theuelun?szu'!ande� ter uinl derselbe eine verschiedene Behandlung von Ost �»c n. zur Folge habe, also eine ungleichmäßige Verlheilung �e« ihll» str-bten Zulagen in sich schließe. Auch die Begründung »»«�trr'ichen Antrages mit den TheuelunaSjuNanderf' ler k?* zutreffen d. Er gebe zu, daß einzelne Bedurfnisse »n* 3älle verthruert worden seien, aber keineswegs gelte FW ontn Lebensbedürknrssen, wie R cht.r und Singer be- S& Bnspiel-we.se sei es nicht der Fall mir Waarnr Ä�kUl-Industrie und mit Schuhwerk. Gar manche L-benS. b» A. �>"kn heute billiger, als vor Jahrzehnten..Gegen Singer spreche die Praxis, daß das HuuS uoer die 5»'Doiscr.Iäge der Regierung im Etat me hrnauSgche. yZ>« eine weite Plexi«. Di «iSÄK'»"ÄST sTÄäaT'S" SJärLS?*.» Ä..W. im Etat nie hinausgehe. Die entge�engesitzte ProxS, eine wahre PepularrtatS- Aus- Vor- „ auch bei drm ll.n Tragweite lesolution. Der LH»to?.�5'uig habe. I ne aber nicht, e?"«J�lJ�t im «regte Mißtrauen undUniufnedenhnt im � oiilw'l:«roßt Unterschied trenne ihn haup sachlich von 1�, hni>.... CW____ mit F-eude, seine 9� d« Th-uerung von denen der H-rren zur Linken »./kb,»«chen. U�ch meinten seine Freunde, eS muffe den ? �ufort gehotfen werden. Lie seien deSla b schon ra des Rrchter'fchen AnttogiS üdereingekomm-n,»u beantragen, die Regierungen zu ersuchen, noch vor der dritte« Lesung einen RachtragS-Etat einzubringen, durch welchen die Mittel für Zulagen an die Unterbeamten bereitgestellt würden, sowie m Erwägung zu ziehen, ob nicht auch noch- malS entsprechende Gehaltserhöhungen in Ausficht zu nehmen seien. Die Einbringung des Antrages Richter habe jedoch seine Partei veranlaßt, von Einbringung ihres eigenen An- KageS abzusehen, da sich ja doch in der Kommission Geleaen- heit bieten werde, alle vorliegenden Antiäge genau durchzu- derathen. Er und seine Freunde stimmten daher der Verweisung aller vorliegenden Anträge an die Budget-Kom- Mission zu. Abg. Karl««»«(kons.) glaubt, trotz oller Sympathie mit den Anträgen, die Initiative zu G-Haltserhöhungen stehe dm' wohl den Regierungen zu. Die Konservatioen würden sii. aber der Mitarbeit nicht entziehen. Ja der Kommission werde sich wohl auch die Nothwendigkeit der Fürsorge für andere Beamtenkkaff-n herausstellen. Abg. Mtndthorst erklärt, das Zentrum fei überzeugt, die Lebenshaliung der Post-Unterbeamlen müsse aufgebessert wer« den. Doch auch in den mittleren Beamtenkategorien herrsche zum Theil slbwere Vedrängniß, an der wesentlich die Theuerung schuld sci. In anderen Ressorts feien die U�erbeamten eben» SallS nicht mehr genügend besoldet und die Regierungen wür« en eingehend untersuchen müssen, wie hier zu Helsen sei. Vor den erforderlickien Ausgaben dürfe man bei dem unzweifelhaft vorhandenen Nothstande nicht zurückschreck-n, dagegen müsse aus anderen Gebieten gespart und schon das jetzige Budget be« schnitten werden. Abg. Kaumbach(freis.) konstatirt die allseitig den Unter beamten bezeigte Sympathie. Besonder» fteue ihn der Antrag von Ow, der bewrise, daß auch die Agrarier dem Nothstand der Beamten beoegnen wollen. Hoffentlich sei die« ein Beginn der Eikenntniß, daß die Theueruna und der Nothstand der Beamten hauptlächlich durch die agrarischen Zölle herbeigeführt sei. Besonders erwähnen müsse er den Nothstand der Hillsbeamten. Er glaube nicht zu viel zu sagen, wenn er behaupte, daß Tausende von Beamten, die vollen Dienst hätten, mit unzugänglichen Hilft- beamten- Gehältern angestellt seien. Herr von Ow habe ver- sichert, man dürfe Vertrauen zu den Regierunaen haben. Run, das Verhallen, welche« die Vertreter der Regierungen zu diesen Anträgen gestern eingenommen haben, berechtige doch grwiß nicht zu solchem Vertrauen, sondern viel eher zu Mißtrauen. Abg. Prinz Carolath(ReichSp.) richtet an die preußische Regierung die Äuffo-derung, auch ihrerseits mit den so oft in Thronreden veispiochenen GehaltSausbi sserungen vorzugehen. Nach der Auslegung, welche von Ow seinem Antrage gegeben, könne eS scheinen, a'S ob die Theuerung durch die Zölle ent« standen sei; da« müsse er in Abrede stellen. Abg. Khtger: Die heutigen Ausführungen haben mich überzeugt, baß der Effekt, den ich mit meinen Anträgen er« reichen wollte, doch nicht so bald zur That werden wird. Die Sympathie für die Unterbeamten scheint de« praktischen Aus« drucks lnibehren zu sollen; gerode das aber wollte ich mit miinen Anträgen vermeiden. Wenn, wie ich e« wünsche, die R ichspoftvcnvallung mit GehaltSaufbesserunaen vorangeht, werden die anderen Ressort« folgen müssen. Wir müssen aber dankb;r anerkennen, daß die von uns ausgegangene Anregung bei den anderen Parteien nicht auf steinigen Boden ge fallen ist. Abg. v. Kardorff: Wir find nicht erst den Anregungen des Abg. Singer gefolgt, sondern es bestehen schon seit drei Wochen zwischen der natioralliberalen, der konservativen und der Reichkpartei darüber VerHand'nngen, welche Schritte zu einer Ausbesserung der Unterbeamtcn zu thun find. Nur dadurch, daß der Abg. Singer mit seinen Anträgen hier plötz- lich hineingeschneit ist, find wir auch»u unserem Vorgehen veranlaßt worden. Die Lage der preußischen Staatsbeamten können wir hier im Reichstage eigentlich nicht weiter behandeln. Doch iverden auch fie aufgebessert werden müssen. Dagegen aber muß ich mich verwahren, daß eine besondere Theuerung gegenwärtig besteht; die Preise in den FreihandelSjahren waren weit höher wie sitzt. Wohl aber hat sich die Lebenshaltung bei all?» BevöckerungSkiossen gehoben, so daß die auf der früheren Höhe stehen gebliebenen Beamtengehälter jetzt nicht mehr ausreichen. Die Budgetkommtsfion wird hoffentlich ein praktische« Resultat zeitigen. Abg. Richter: Wenn wirklich zwischm den drei Kartellparteren Verhandlungen in der bezeichneten Richtung gepflogen find, so ist nur zu bedauern, daß diese weniger fiuchtbar gewesen find, als in Bezug auf andere Gegenstände. Es war noch bis vor einigen Tagen zweifelhaft, ob die Session nicht vor Weihnachten geschlossen würde und dann hätte gewiß Niemand«twcS von jenen Verhandlungen erfabren. In der Budgetkommitfion haben sich die Ve, treter der Kartellparteien gegen alle Anträge Baumbach's gewandt und es scheint mir zweifelhaft, ob unsere Anficht dort überhaupt Anhänger bei den anderen Paiteien fand. Damit womöglich schon im nächsten Jahre praktische E-folge hervortreten und keine Verzögerung eintritt, beantrage ich zugleich mit d n Anträgen auch die ent- sprechinden Etatstitel wieder an di« Budgetkommisfion zu ver« weilen. So müssen wenigstens die Anträge wieder an da« Plenum zurückkommen, und können nicht in der Kommission einfach be« araben werden. Abg. v. Kardorff: Die Absicht de« Abg. Richter wird auch dmch einen RachtrogSetat erreicht. Gegen den Vorwurf, daß wir mit unseren auf Erhöhung der Beamtengehälter ab- zielenden Anträgen nickt früher hervorgetreten find, erwidere ick daß wir zuvor gewöhnlich eingehend erst den finanziellen Eff-kt zu prüfen pflegen, und da« war hier eine recht weit- ��Abg/ KLrklW: ES ist durchaus unrichtig, was Abg. Richter sagt, daß in der Budgetkommisfion Bertreter der anderen Parteien den Anträgen Baumdach keine Beachtung geschenkt hätten. Wenn Herr Richter schon damals Mitglied der Budgetkommisfion gewesen näre, hätte er eine solche Behauptung nicht aufgestellt. Auch in der.Freisinnigen Zei« tung" erschien eine ähnliche, durchaus unrichttge Behauptung. Die Noihwendigkeit von Lokalzulagen für die Berlmer Post- assijlenten wurde von uns in erster Reihe betont. Abg. Mindthorst: Daß außerhalb der Budgetkommission Verhandlungen zwischen Vertretern der Kartellparteien gepflogen find, beeinträchtigt mindesten« sehr die gememsome Arbeit de« Reichstag«. Wenn weiter eine solche Absonderung vor sich ginge, könnten wir hier einfach unsere Arbeit einstellen und er- warten, was die Herren m ihrer Weisheit zu beschließen ge. ,nhen werden. Majoritätsparteien kenne ich hier gar nicht, drnn wir sehen olle Tage, daß die drei Kartellparteien sich ieftig befehden. Die Verhandlungen über da« Sozialistenge- ed sind der beste Beweis dafür. Abg. Kolmbach: Von einet Seite ist in der Budget« kowmi'fion, und zwar von fteikonsavativzr, meinem.Anträge ausdrücklich widersprochen worden. Die Vertreter der ver« bündetm Regierungen verhielten sich vollends absolut ab- lehnend. Abg.». Kardorff: Wenn keine größere Uneinigkeit in den Kartellparleten, als die über das Sozialistengesetz bestände, wo wir in allen Hauptpunkten einig und nur in einem Neben- punkte(lebhafter Wldeispiuch links und im Zentrum), meinem groben Rebenpunkte(stürmische Heiterkeit) uneinig waren, würden die Kartellporteien wahrscheinlich noch sehr lange zum Mißvergnügen der Abgg. Windthorst und Richter ihre segenS- reiche Wirksamkrit entfalten. Die Zensur, die Abg. Windthorst über uns verhängen wollte, muß ich entschieden zurückweisen. Wann ist e« m parlamentarischen Leben je verwehrt worden, mit anderen Parteien zu verhandeln? Wir haben ja auch be- Üglich der neuen Zollpolitik mit der Partei des Abg. Windt- orst verhandelt.(Sehr richtig! und Heiterkeit.) Abg. Hartma««: Der Abg. Windthorst hat übersehen, daß es auch ein Kartell im weiteren Sinne giebt, zu dem auch dos Zentmm gehört.(Lachen und Widerspruch im Zentrum.) Beim Sozialistengesetz find die Kartellparteien im engeren Sinne in die Bruche gegangen. Da trat das Zentrum unter der Führung de« Abg. Windthorst auf und stellte die Majo« tität wieder her.(Sehr gut! und Heiterkeit reckts.) Abg. Kinger: Es war sehr unvorsichtig von dcm Abg. v. Kardoiff, die Ausweisungen im Sozialistengesetz als einen Nebenpunkt vor der O.ffentlichkeit zu bezeichnen. Sein Vorgesetzter, der Minister Herrfurth, wird ihm dafür nicht dankbar sein.(Hört! links.) Abg. Windthorst: Ich prvteftire dagegen, daß man das Zentrum zu den Kartellparteien rechnet.(Hört! hört! link-.) Keinem von uns fällt es ein, dem Kartell, wie es liegt, beizu- treten. Ein Kartell, wie es sitzt desteht, hat nie bestanden. E» besteht sitzt eine besondere Verabredung von drei Fraktionen für die Wahlen, und diese Vereinigung trägt sich auch hier in das Haus über, wie wir es nun heute entdeckt haben. Da« ist ja nicht inkonsequent, das Eine wie das Andere gehört zusammen. So viel ist aber sicher, daß durch diese Art des Kartells das eigentliche parlamentarische Leben und Wesen vernichtet werden muß.(Oho! und Lachen rechts.) Der Abg. v. Kar- dorff irrt sehr, wenn er meint, es sei bei der Zollgesetzgebung auch nicht ander« gehalten worden. Damals ist allerdings zwischen Denen, welche die Zollpolitik wollten, eine Besprechung gewesen; e« hatte aber Jeder Zutritt, und vor allen Dingen blieb e« nicht ein Geheimmß. Was hier in Frage steht, ist ja ein volles Geheimniß geblieben, bis heute hur zufällig zur Sprache kam, daß die Herren Studien gemacht, die aber zu keinem Resultat gefühlt haben. Ich wiederhole: meine Freunde und ich wollen von dem Kartell absolut nichts wissen, weder hier noch außerhalb des Hauses, und wir werden, wenn die Wahlen find. Alles thun, um nicht die Kartellparteien zum Siege zu bringen.(Beifall links, Unruhe rechts.) Abg. Kaumbach: In diesem Bestreben werden wir uns wahrscheinlich mit dem Zentrum zusammer finden.(Große Heiterftit und Unruhe) Herr Hartmann hat mich miß« veistanden. Ich habe allerdings konstatirt, daß die besonders ablehnende Haltung der verbündeten Regierungen in der Kom« Mission mich bestimmt hat, nicht mit sormulirten Vorschlägen hervorzutreten. Ich habe aber ausvrückiich hervorgehoben, daß ein Wohlwollen gewiß auf allen Seiten vorhanden gewesen ist, baß mir aber von einem Mitgliede der freikonservativen Partei ein direkter Widerspruch geworden ist. Abg.». Kardorff: Was die letzte Erklärung des Abg. Windthorst beirrfft, so habe ich nie etwas anderes erwartet. Er hält die parlamentarische Situation nicht für gut für sich, wenn er und Richter die Majorität hat, wir nicht; das ist der Unter- schied. Damit schließt die Diskussion. Vor der Abstimmung be« antragt der Abgeordnete Richter, daß mit dm Anträgen auch die betreffenden Etatstitel der Kommission überwiesen werden, weil sonst die Anträge wahrscheinlich stillschweigend beseitigt würden. Vizepräsident Kühl meint, daß schon durch den Antrag Singer, weil er eine mateiielle Aenderung des Etats bezwicke, die KommisfionSverweisung der entsprechenden Etatstitel ge« boten sei. Abg. Hartman« widerspricht darauf der Kommission«. Verweisung des Antrage» Singer, während Abg. v. Kardorff schließlich nicht« gegen dieselbe einzuwmden hat. Aog. Kalle ist gegm die Ueberweisung der Etatstitel,«eil in der Kam- Mission doch nur allgemeine Vorschläge gemacht werden würden. Schließlich werden dem Richter'schen Anträge entsprechend, säwmtliche Anträge mit den enlsprechenden EtalStiteln an die Badgelkommsssion verwiesen. Mit der Mehrheit stimmt auch ein großer Theil der Nationalliberalen. Die Diskussion wird geschlossen. Es mtsteht eine längere Geschäft» ordnungsdebatte über die Behandlung des Antrags R i ch t e r, welcher da, auf besteht, daß sämmtliche Anträge mit dm detreffenden ElatStiteln an die Budgetkommisfion verwiesen werden sollen. Vizepräsident Dr. Kühl stellt in diesem Sinne die Frage; da» Haus tritt dem Anuag Richter bei. Bei Titel 29(„Rechtsbeistand') bringt der Abg. Uichlsr (dfr.) den Fall der Bestrafung eine« Zeitungsspediteur« zur Sprache, welcher, weit er den Sommergästen in Eckner Ber« liner Zeitungen, ohne Benutzung der Post besorgt hat, wegcn Umgehung des Postdebiis angeklagt und vermtheilt worden ist. Staatssekretär Dr.». Ktopha« betont, daß ,« sich hier nicht 6e lege ferenda sondern de lege lata handle, wie der Vorredner ja selbst anerkannt habe; die Verurtherlung sei auf Grund de« bestehenden Gesetzes erfolgt. Abg. Richter(dfreis.) dringt einen ähnlich m Fall de« Vertreters ber„Köln. Ztg.' zur Sprache, der straflos geblieben sei. Anregungen, wie er fie gegeben, beweism, daß das Gesetz geändert werden müsse, weil es in die heutigen LebenSoerhät!« niffe nicht mehr hm ei- paßt. Der Titel wird alsdann bewilligt, und demnächst ohne Debatte die folgenden Titel bis 64. Bei T't-l 65(Erstattung von Porto u. s. w.) bringt der Abg. Richter(dfreis.) einen Fall zur Sprache, wo feiten« einer fürstlichen Domänmverwaltung die Portefteiheit benutzt sei, um auf einer Postkarte mit dem Aufdruck:„Fürstliche An« aelegenheil' eine Korrelpondenz mit einem Käsehändler im Lande zu führen.(Heiterkeit.) Direktor>m Reichkpostamt Dr. Fischer ist der Anficht, daß es sich hier um etnm Fall handle, der unter die Bestimmungen der dm Fürsten gewährleisteten Portofreiheit falle. Aog. Richtrr(deutsch freis.) meint, daß auf derartige kom- merz, elle Dinge d,e fürstlich- Po.toftelheit doch nicht ausgc. dehnt werden solle. Der Titel wird bewilligt, femer ohne Debatte der Rest de« Ocdmanums. Vom Extraordinarium werden die Titel 1— S nach tm Antragen der Budgetkommisfion bewilligt. Tiiel 6 fordert:»Zur Vergiößerung des Postgrundstücks und zur He, st» düng eines neuen Dienstgebiiudes in Frank- furt a. M., dritte Rate(erste Baurat,) 535 500 M. Hierzu hat der Abg. Frhr. v. Buol-Berenberg (Zmtr.) ven Antrag aestedt: zu streichen die Worte:»(erste BauroteV' und statt: 535 500 M. zu bewid'gen: 235 000 M. Präsident». Levetzow veriiest einen vom Abg. v. W e- bell- Malchow(dkor.s.) hi,rzu gestedten Antrag:»Die Diskussion über diesen Titel auszusetzen und demselben nebst dem Antrage v. B u o l an die Budgelkommission zur Bericht- erstattung zurückzuverweisen." Entgegtn dem Wunsche des Abg. Richter, welcher trotz des Antrags v. Wedcd eine sofortige Diskussion des betr. Titel« befürwortet, wird der Antrag v. Wedcd mit bedeutender Mehrheit angenommen. Der Rest der einmaligen AuSaaben wird debattelos de- willigt, ebenso der autzerordentliche Etat. E« folgt der Etat der»E>nnobm-n".— Zu Titel 1»Porto und Telegraphengebühren 200690000 M."liegen zwei Anträge des Abg. Dr. Baumbach(oseell.) vor: 1) die verbündeten Regierunaen zu ersuchen, aus eine Herabsetzung der Vergütung für die Ueberlassung einer Fernsprech stelle in kkineren Ortschaften Bedacht nehmen zu wollen; 2) die verbündeten Regierungen zu ersuchen, die Einrichtung treffen zu wollen, daß für S t a 0 t b r i e f e allgemein eine Taxe von nur 5 Pf. er- hoben werde. Abg. Kaumbach(dfr.) befürwmtct seine Anträge. Bezüglich der SiaMbr cfe erinnert er an die billlgen Portosähe der Beiliner Prioatpost. War diese fertig bringe, sollte doch auch die ReichSpost leisten. WaS die Telcphonbenutzung bc- trifft, so könne man in den k ebneren Ortschaften boey nicht so- viel dchü» beanspruchen, wie in den gioßen Städten mit be» deutend m Verkehr. Staatssekretär». Stephan wendet sich zunächst gegen den Antrag, betr>ff-nd da« Stadtpost-Porto. M.t dem Antrage könne nur Berlin gemeint sein. Paris und London hätten höheres Strcfpost- Porio. Wollte man dasselbe in Berlin auf die Hä>te eimäbigcn. so würde das schon jetzt einen Ausfall von jäh lich einer Million Mark ergebrn. Dazu komme noch der Snigeiunqz-Kcs fizient. UebrigenS liegen in Berlin bei den hohen Häusern, den vielen Treppen, welche die Briefträger steigen müssen u.s. w. die Verhältnisse ganz anders, als in kleineren Städten. Außerdem habe man in Berlin des riefigen Verkehrs wegen bereit.« zu kostlpieligen Einrichtungen übergehen müssen: Straßerpostwagen u. s. w. Auch dem anderen Antrage könne er nicht zustimmen. Zunächst fei es schwielig, die Grenze zu ziehen, wo die»kleineren" Olle an- fangen. Wollte man z. B. 30 000 E nn ohner dafür annehmen, so würden zahllose Rckivmationen die Folge sein. Dann sei auch die Heistcllung der Anlchlüsse in kleineren Orten viel schwieriger, also auch kostspieliger als in Berlin. Er bitte da- her, die beiden Anträge Baumbach abzulehnen. Abg. Klumpp znatl.t erklärt sich für den Antrag Baum« bach, betreffend dre Verbilligung d s Telephonverkehrs, welcher dadurch nur gewinnen könn-, indem er sich dann immer weiter ausbreite. Staatssekretär Dr. Stephan giebt zu bedenken, daß mit der Steigerung des TelephonverkehrS ein Einnahmeausfall an Telegraphengebühren verbunden sei. Abg. Schmidt Elterfeld(dfr.) bringt die Telephonver- Hältnisse von Erde, frld. Barmen zur Sprache. StaalSsekre är Dr. Stephan betont, daß die Kosten der Telephonanlazen in Engtano, Frankreich und Amer ka 3—4 Mal so hoch seien, a's in Deutschland. Abg. Schuster(natl.) ist für Herabsttzn�g der G-bühren im Interesse des kleinen Geiver betreiben den. Man brauche von der Herabsetzung keinen Ausfall zu befürchten, wie die Herab- Minderung der Gebühren im Jahre 1882 von 200 auf 150 M. gezeigt habe, welche von einer erheblichen Steigerung der Ein- nahmen begleitet war. Abg. v. Stromdech(Z.) verweist auf andere Städte von grober läomUmer Ausdehnung, welche gleichfalls nur ein Stadt- vorto von 5 Pfennig hättrn. Kons quenter Weise müßte man für die von außen nach Berlin kommenden Briefe ein Best.ll- gelb erheben, wenn in Berlin das Stadiporto von 10 Pfennig mit Rückficht auf die Kosten des VerwaliungS- Apparates ge- rechtfertigt werde. Redner wird für die Anträge des Abg. Baumbach stimmen. Abg. Schmidt-Elberfeld(dsreis.) empfiehlt.Ermäßigung des Tarifs für Nachnabmelendungen. Staatssekretär v. Stephan bezeichnet diese Forderung al« berechtigt. Es seien Verhandlungen mit den Einzelstaaten im Gange, nach deren Abschluß man das finanzielle Erzebniß übersehen und sodann Aenterung allerdings dahin triffen werde, daß die geiingwerthigen Ser dangen höher, die größeren niedriger als bisher ta ifirt würden. Direktor im R.ich- postamt Fischer kommt auf die gestern vom Abgeordneten Kulemann gestellte Frage bezüglich der Zustillungen an Gefangene zurück. Es bestehe allerdings eine allglmeme Verfügung, welche Zustellungen an Gefangene durch die Post verbiete. Diese Velfüaung sei vor Zustande- kommen der Reichsjustizgesctze zwischen den verfchiedenen Refforts vereinbart und lediglich aus Gründen der Gelängniß- diszrplin— man wollte den Briefträger nicht in direkten Ver- kehr mit den Gefangenen bringen— get offen. Bei der hierauf folgenden Abstimmung beiden Anträge des Abgeordneten abgelehnt. Zu einer anderen Einnahme-Position hat der Abgeordnete E ch m i d t- Elberfeld ldfreis.) den Antrag gestellt: Den H rrn R ichSkanzler zu tlfucten, die Post- ordnung vom 8. März 1879 dahin zu ändern, daß für Briefe und P-ckete mit W e r I h a n g a b e, sowie für Emschreibpackete ui.d für Ueberblingung von Post- anweisungen nebst den dazu gehörigen Geld- betrögen, da« Bestellgeld nach den Landbestell- bezirken auf den gleichen Satz wie nach den Otts- hestellbezirk-n herabgesetzt werbe. Abg. Schmidt- Ech.rfeld empfi.hlt diesen Antrag mit dem Hinweise, duß in grcßm Städten här-fiz größere Entfernungen zurückzulegen seien, als auf dem Lande: namentlich indem mdustiiereichen W-st«!. Staats tckretär». Kt'phnn: Da« Hauptmotiv, welches gegen den Antrag vorliegt, rst ein finanzielles. Es würde bei Herabsetzung dcS Bestellgeldes für G-bsendungen auf dem Lande e,n Ausfall von jährlich 773 000 Mark entstehen. Dazu kommt noch, daß bei Ermäßigung des BestcllgeideS wohl auch Di j ni«cn, welche sich b,S jetzt ihre Sachen, von der Postan- stall holen ließen, sich die Postsachen ms Haus wur- den brmgen lassen. Wir schätzen die daraus dem Reiche entstehenden M-hrkosten auf erre Million, so daß für das Reich ein Aussall von 1800 000 Mark entstehen wurde. Ich glaube, daß unsere finanziellen Verhältnisse zur Zeit noch nicht derartige Verminderung der Einnahmen ralhsam erscheinen lassen. Wo übrigens die Entfernungen auf dem Lande von der r ächste» Poststat'on f.hc kleine sind, da würde<•< 1" be« sonder» leicht lein, die Postsachen abholen zu lassen. Ich bitte, den Antrag avzuUhnen. Der Antrag des Abgeordneten Schmidt wird ab- gelehnt. Der Etat der Post- und Telegraphen-Verwaltung wird unveiändert genehmigt. Desgleichen ohne Debatte der der Reich S d ruckerei. Nächste Sitzung: Donnerstag 12 Uhr.(Jnitia Anträge des Zentrums.) Schluß 4'/i Uh'. werden die öaumbach Oolrciles. Di« Merdrr'sch« Kranerei Schultz eZu. Sildebrand ersucht un« auf Grund des PreßgesetzeS um die Aufnahme des Folgenden: Noch Z 11 de« Prißgesetz-S ersuchen Sie um bald gefällige Aufnahme folgender Berichtigung: Mit Bezug auf die unterm 7. Dezember des»Berliner Vollsblait" enthaltenen Mittheilung erNären wir hiermit zur Steuer der Wahrheit, daß, als vor ca. 14 Tagen der Ziegler Karl Hennig die Erlaubniß zur Benutzung unseres beim Aus« schanklokal brfindlichen Saales nachsuchte, wir demselben er- widerten, daß uns keine Befugniß zur Vergebung desselben zustände, da die Räume verpachtet und er sich somit mit dem Pächter in Verbindung fitzen müßte. Es ist ferner nicht wahr, daß wir dem Pächter veibolen baben, Arkeiterverscmmlungen in unserem Lokal abhalten zu lassen; es d» findet sich weder ein derartiger schriftlicher PassuS im Vertrage, noch haben wir einem solchen Wunsche mündlich Ausdruck gegeben. Werder, 10. Dezember 1889. Schnitze u. Hildebrand. Werder'sche Brauerei. Die I«ffne«za beginnt bereits ihren Einfluß auch auf den Gang der Rechtspflege auszuüben. Selten sind so viele Stöiungen gerichtlicher Termine zu verzeichnen gewesen. Bald fehlen Zeugen, bald Sachverständige, Richter oder Verlheiliger und wenn man nach der U-sache forscht, so erhält man immer nur die eine Antwort: Influenza! Gestein konnten vor der ersten Strafkammer, die um 9* Uhr angefitzten Termine erst nach 12 Uhr ihren Anfang nehmen, weil einer der Beisitzer durch die heimtückische Krankheit verhindert war, an Gerichts- stelle zu erscheinen und die Gestellung eine« ErsctzmanneS erst nach längerer Mühe gelang. In der Meitzner'jche« Mordsache hat der seltsame Befund am Thalorie die Kriminal- Voluei die Ucberzeugung gewinnen lassen, daß die zahlreichen Blutfl cke in den Gängen und Gelassen der beiden Geschosse nicht ausschließlich von Ver- letzungen deS Ermordeten herrühren. Es ist anzunehmen, daß Letzterer, als er durch ein Geräusch auf dem Gange oufmerk- sam gemacht, die Thür der Baubude öffnete, in der einen Hand die hcennende Aetherlampe und in der anderen seine gewöhnliche Schutzwaffe— einen der beiden Spatenftiele, die später, stark mit Blut besudelt, in der Näh« der Leiche gefun- den wurden— getragen hat. An der Thür ist ein Scklog nach ihm geführt worden, der die Lampe traf, wie der frische Eindruck an derselben beweist, und wahrscheinlich auch den Meißner»u Baden gestreckt hat. Bei dem Fall ist ihm der Thorschlüssel und das zugeklappte Taschenmesser entfallen. Der m t der Oertlichkrit wohl nicht bekannte Thäter, scheint nun in da« anstoßende enge Gelaß geflüchtet und von Meißner verfolgt worden zu sein. Die Wände dieses Ge- lasse«, welches nur den einen Ausgang nach dem Gange hat, find mit Blut bespritzt und an die Hintere Wand ist mit blutiger Hand getastet worden. Daß die Spiitz- flrcke von Verletzungen des Meißner herrühren, ist um des- willen nicht anzunehmen, weil dieser die Mütze auf drm Kopfe trug. Die Kopfbedeckung hat er erst später im Keller verloren, dieselbe ist neben der Leiche gefunden worden, war nicht durch- löchert und nur inwendig mit Blut best ckk. Auch der Um- stand, daß der Kampf im Keller fortgefitzt ist, deutet darauf hin, daß Meißner zunächst der Verfolger war. Wäre er ge- flohen, so wüide er, bei der Kellertrippe angelangt, sich wohl nicht in den Keller gestücktet haben, sondern in den Hof ge- treten sein, von wo sein Hilferuf leicht gehört weiden konnte. Die stärksten Blutspuren sind in einem noch hinter dem Fund« orte der Leiche befindlichen Kellerraum bemerkt woi dln. Meißner war daher, als er den tödtlichen Schlag am Fuße der K»ller- treppe erhielt, zurückgewichen und aus dem Verfolger ein Fliehender geworden. Endlich läßt der Umstand, daß an der Spitze eine« der blutigen Spatenftiele Haare gefunden worden find, die anscheinend nicht von M»ißner herrühren, dai auf schließen, daß der Thäter ober einer derselben erhebliche Kopfverletzungen davon getragen hat. Die Personen, welche in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag durch Heilgehilfen oder auf den SanitätSwachen frische Wunden sich haben verbir den lassen, konnten mit dem Morde nicht in Verbindung gebracht werden. Die Annahme, daß da« geraubte Geld, unter welchem sich etwa 15 Zweimarkstücke befunden haben, in einem alten Beutel- Portemonnaie mit gelbem Bügel aufbewahrt war, hat sich al« irrthümlich erwiesen. Meißner hat das alte Portemonnaie, wie nachtiäglich festgestellt worden ist, seinen Enkelkindern geschenkt und führte ein gutes schwarzes Klapp-Portemonnaie ohne Bügel mit weißem Sch'oß bei sich. Von Wichtigkeit erscheint folgende, der Kriminalpolizei gemachte Mittheilung. Ein« Frau, die sich in Begleitung ihres 9jährigen Knahen befand, hat am 7. Dezember, gegen 8$ Uhr, an dem K-euzungSpunkte der Bernauer-, EberSwalder- und Oderbergerstraße zwei Männer bemerkt, welche ihr von der EberSwalderstraße entgegen kamen und von einer Frau mit.Psi" angerufen wurden. Der eine, größere, war mrt dunklem Ueberzieher und dunklem Hut be- kleidet, hatte einen dunklen Schnurrbart und blutiges Geficht; der kleinere trug einen Joquetzug, hatte keinen Bart und kerne Kopfbedeckung. Der Knabe will gehört haben, daß der eine der Männer zum andern sagte:»Der Hund war zähe!" Versuchter Gattenmord. Ja dem Eckhause Reinicken- dorserstr. 57b, Ecke der Plantagenstraße, haben die Schuh- wachermeister Hartwig'schen Eheleute seit etwa acht Jahren«ine aus zwei Räumen bestehende Kellerwohnung inne; seit zwei Jahren ist die in der Mitte der dreißiger Jahre stehende Frau bettlägerig krai k und wurde von ihrem nahezu fünzig Jahre allen Ehemann häufig auf dos Grausamste mißhandelt und ,n der Pflege auf unglaubliche Weise vernachlässigt. Die Keller- wohnung. in deren Hinterem Räume eine Anzahl Hühner und Kaninchen untergebcacht waren, starrte von Schmutz, und da« Vorderzimmer mußte als Werkstatt, Laden und zugleich Siblaf- zimmer und Küche dienen. Das M-tlagessen kochte sich Hart- wig meist selbst, seine kranke Frau hingegen ließ er oft tagelang hungern, duldete auch nicht, daß dieselbe die ekelerregenden Räume verließ. In der Nacht zum Dienstag vernahmen Hau«- bewohner wüsten Lärm in der Hartwig'schen Kellerwohnung, der darauf schließen ließ, daß dre unglückliche Frau wieder einmal roh mißia-delt wurde. Infolge diss-n machte die Ehefrau deS Äizewirths Schmidt dem Hartwig Vorwürfe und drohte demselben mit einer Anzeig« bei der Polizei. H. entgegnete mit rohtm Lachen, daß die Frau nicht genug Prügel bekommen könne, er we-de sie noch todtlchlagen. Wäh- rend seiner Abwesenheit betrat Frau Schmidt später die Woh- nung de« H., woselhft sie die kranke Fi au rn eir em erbar- mungSwürdigen, total verwahrlosten Zustande antraf. Mit kaum hörbarer Stimme klagte die fast regungslos Daliegende, daß ,hc Ehemann sie in der Rocht füichterlich gepeinigt, sie aus dem Bett geworfen und roh m ßhandelt habe. Ihrem Ehe- manne seien angeblich Haselnüsse und später ein Markstück zur Erde gefallen, und diese Gegenstände habe fit, unangekleidet auf dem Boden herumkriechend, stundenlang suchen müssen. Dabei war die Kranke so schwach, daß sie sich kaum zu bewegen vermochte, ihr Geficht und ihr ganzer Körper mit theil« ver- narbten, lherts eiternden und frisch blutenden Wunden bedeckt. Frau Schmidt versprach der Kranken Hilfe, eilte nach ihrer Wohnung und sandte ihre Tochter nach dem Polizeibureau. Inzwischen— bald nach zwei Uhr Nachmittags- war Hart« wig zmückgrkehrt. Doch ehe polizeiliche Hrlfe zur Stelle war, rang aus der Kellerwohnung dichter Oualm und ein penetranter Brandgeruch. Alles eilte herbei, aber niemand wagte sich in die raucherfüllte Wohnung. Hartwig stand vor dem Hauje und beant- wartete dieJrazen der destürzteriHausbewohner muAchselzuckenund höhnischem Lachen. Ein 13jährigcs Mädchen will rhu beim Verlassen des Kellers sagen gehört haben: Lampen und ein bischen Petroleum— das riecht wie alte« Leder. Man al«' mute die Feuerwehr. Bis diese herbeikam, mußte die schw«' kranke Frau in den gefährdeten Räumen verharren! Der»«' der eindringenden Feuerwehrmänner fand die Aermste nn«e>' liegend mit einem Strick an den Ti'ch festgebunden vor! eisernen Ölen umgab ein Haufen glimmender Lumpen,»£ auf dem Ofenrohr hingen Kleidunasstücke der Frau, w«I» offenbar in Brand gesteckt waren. Während das Feuer gelW wurde, trug man die bewußtlose Frau nach der Wohnung k» VizewirthS und rief den in der Nachbarschaft wohnenden SW Dr. L. herbei. Diesir ordnete die sofortige Ueberführung r Kranken nach der Charitee an. Hartwig wurde wegen dl«' genden Verdachts de» Brandstiftung verhaftet. Augensch« inl� hat man es mit der That eines Geistesgestörten zu thun. Dam spricht u. A. auch die Art und Werse, wie derselbe vor einig« Zeit ein im Hause wohnendes Dienstmädchen mit Antiag» verfolgte. Die Kellerwohnung des Verhafteten ist einßweim polizeilich geschlossen worden.. Ueberfahre«, und zwar von einer Droschke zweit« Kl#- wurde am Mitlvoch Vormiitag, kurz vor 11 llhr, ein ältb«'' Mann an der Ecke der Mauer- und Leipfigerstraße. VflN Ueberschreiten des Fahrt ammeS glitt derselbe auS, kam zu m" und im nächsten Moment gingen die Räder der Dr«W welche so schnell nicht auSzuweichcn vermochte, über ihn Mit einer stark blutenden Kopfverletzung und anscheinend f brochenem linken Unterschenkel wurde der Unbekannte von ei«»* Schutzmann räch der in der Tauben sb. 10 befindlichen Berlsill Allgemeinen Poliklinik üb« führt. Pollzeibericht. Am 10. d. M. Morgens«schoß sich � Kaufmann in seiner Wohnung am Louisen Ufer mittelst Jl? vo'v rs.- VormitiagS stürzte der Schornsteintegergesm Tnebke bei� Ausübung seines Beruf« von dem Dach Hauses B-sselstr. 17 auf den Straßendamm herab und ctm anscheinend schwere innerlich« V«fitzungen, so daß er noch � Charitee gebracht werden mußte.— Zu derselben Zeit verstm? in einem Hotel ein dort abgestiegenes Mädchen sich verinulM au« LebenSübeidruß mittelst Phosphor zu vergiften. NachAJ" wendung von Gegenmitteln wurde es nach der Chiritee� bracht.— Nachmittags ging das Pferd einer auf ocm platz an der Ecke der Kronen, und Jerusalem-rssraße stehen� führerlosen Droschke durch und lief auf dem Dönhoffplotz üb-r die Anlagen desselben. Hierbei wurde ein dort ardeiim der Gärtner durch einen Huischlag an der Schläfe so schwer oerl'i' daß er nach seiner Wohnung gebracht weiden mußte.— Zu dn' selben Zeit svrang am Kohlen-Ufer eine etwa 50 Jahre«!' unbekannte Frauer Sperson in den Landwehrkanal, wurde l� doch unterhalb der Bärwaldbrücke aus dem Wasser ge-»� und noch lebend nach der Charitee gebracht.— Vor Grundstück Gre.fSwoldkrstc. 40 geneth Abends ein ArdejS unter eine auf dem Bürgersteiz fahrende Equipage und wuw am Bein und am Ohr bedeutend verletz), jo dcß seine llu-l) blingung im Krankenhaus« FriedriShain erfordei sich»NUss — In der Nacht zum 11. d. M.«schoß sich in einem lokal in der Garterstraße ein unbekannt«, etwa 40jähr� Mann mittelst Revolver», nachdem« vorher noch eine tf'r lich hohe Zeche gemacht hatte.— Im Laufe des TageS Oranienstr. 67, Rein>ckendorf«str. 578 und Petrikuchplatz � k.einere Brände statt. Gerichks-Ieikung. Gine Sachbeschädigung eigener Art führte gesttt".!- * 1'T K v*«m«- d>, OQ ill(«t«* V/»* iSiJt* Frau Urban vor die 93. Abtheilung des Sri öffengerrchtS- sich an ein« Nachbarin, mit der sie auf gespanntem Fuß« b* zu räch n, begoß sie deren im Kellerfenster stehende mit heißem Wr-sser, wodurch dieselben zerstört wurden. � die Angeklagte bisher unbescholten war und unt« ein reuiges Geständniß ablegte, so sühnte d« Gerichtes Thal nur mit einer Geldstrafe von 3 M...-�1 Gl« Kahnhofsmarder von großer Gemeingefähw� stand gestern in der Pn on de« bereit« vielfach voibest*"'� Johann Staffeldt vor der dritten Strafkammer deSi)»� genchtS I. Er wurde überfühi t, innerhalb wenig« ,< zehn Diebstähle in Wartezimmern der Bahnhöfe auSgefu�ß, haben. Er trieb sich besond«s in den Waitefälen 4.* � vor Abgang der Züge umher, wenn die Räume von Rez�-K angefüllt waren. Ließ ein« derselben sein Hanbgep»�,� wenige Minuten aus den Augen, so genügte dies dem klagten, sich es anzueignen und damit im Gedränge z*" schwinden. B-Sweifin fielen ihm We-ihsachen von nssp) � hundert Mark in die Hände, in andnen Fällen Reitenden ihre gesammle Hab-. Bei der Gememgetahr"� des Diebes beantragte der Staatsanwalt eine Zuchtha�tst von sechs Jahren. DerGerichtShof eikmnte auf drei SJut' sechs Monate Zuchthaus und die üblichen* strafen. tft Wege» Unterschlagung einer Gefammtsnm»»'.j annähernd Ä3 000 M. stand gestern der Hanolungs�t' Erdmann Herlwrg vor der ersten Strafkammer de*~ j» gerichts L Der Beschuldigte war geständig und wuv ,<>1 seiner Enischuldigung nur anzugeben, daß er den Verloa%ii de« großstädtischen L»benS einen genüg, nden moraltsch�fTsizs nicht hatte entgegensetzen können. Geschädigt ist eine« � größere Butt-rhandlung, in welche der Angeklagte Jahren als 22iähciaer junger Mann eintrat. Sein � gehalt von 1200 M. war in letzt«« Zeit auf da« gestiegen. Er hat die jahrelang bei trnch geschickte Fälschung der Bucher. Wie er angrebt, hat er die meisten Nächte in den» ,>>- sonstigen nächtlichen VergnügungSlokalen zugebracht die große Summe in d« luderlichften Gesellschaft v«s$ Der"-.._ Gefä der( und Ehroerlast auf gleiche Dauer. begangenen Veruntrttu�� cher zu verheimUche"& Merselder 5o!l»llIIeM0!ti. (Fortsetzung aus dem Hauptblatt.) Rechtsanwalt Lenzmann: Warum will A» heute nichts sagen? Röllinghoff: Weil ich keine Lust mehr Abgeordnet« Schumacher: Ich habe m Hultenberger: Rouinghoss hat mir now> � lassung gesagt:»Es kann es mir niemand übel»«?»> ich schlecht werde.".s Röllinghoff: Das ist wahr.«rite� A Rechtsanwalt Lenzmann begründet skif�.„churS tt Verhaftung Röllinghoff's wegen Verdachts der Be'P Anderen, z. B. mit Polizeikommissar Kawmhoff- piir bereits konfeurte. Sein Verkehr mit Kamm hoff"».ftnS dächtig und durch seine Verhaftung muß eine Emw hindext werden. taatsanwalt: lebv� -.............. Ich bitte, den Von einer Vertunkclung kann keine Rede' hoff hatte den großen moralischen Math, dl«. ut sagen. indt».«iip R ö l l i n g h o f f: Ich war zu Kamwhoff piü tweS BiiefeS aus Langenberg. Eine Stelle hat versprochen. Ma»«te" :e dir sch»� n! Drrai' rmste nnM rn vor! 2>«> Lumpen, M Frau, wrlv iseuer gno!» Vohnmig W hnendrn rrführung'a wegen tij"' lugens�wn« Ihun. D-M ie vor einigkl mit Antwil" ist einstwa»" zweiter Sbth • ein Öltlii" 'trabe. kam zu K der Drescht iber ihn wft ischeirtnd V ile von ei«"1 ichen S3alffff rschoß sich r>� : wiltelstK' eintegrrgeie» r Dach ab und rr!» i er noch Zeit orrst«» h oerimtld'" n. N.chS-' Chiritee" ' Dtm&- aße ftchc»� choffplatz kort atbtui* schwer verbl' '•— 3» � SO Jahre o» l, wurde P asser ge->>S? - Vor»» ein ArdeM le und n>uw . seine Un>? Rechtzanw. Lenzmann: RLllinghos hält mit den vollen Malt des Telprächs zurück. Er soll nicht darüber instruirt Werden oder inftruiren. Dem Staatsanwalt gegenüber, der kssweifelt, dajj außer Röllinghoff nicht einer der Angeklagten ne Wahrheit gesagt, muß ich bemerken, daß z. B. der Ab- Aatt-S J >« SV -«Kx xah-d" rß' J'wdnete Bebe? unzweifelhaft auf Jedermann den Eindruck d» Wahrheit machte. Der Präsident verkündet nach kurzer Berathung, daß «Haftung Röllinghoffs abgelehnt sei. j, Röllinghoff: Das Schreiben wegen der geheimen wasche habe ich nicht mehr, auch keine anderen Schriftstücke als ich Korrespondent war.(Auf Befragen Am Sonntag habe ich mit meiner Frau ge- � der Zeit, «»zniann's): lprochen. Die Ladung der Frau Röllinghoff wird h schlössen, ebenso M Antrag der Vertheidiaung die Ladung des Maurers Meyer. welcher sah, daß das Gespräch Kommhoff'S mit Röllinghoff iwei Stunden dauerte, und des Zeugen Kaltenbach. Röllinghoff verläßt um U Uhr den Saal. Otto Sachse, Knopfarbeiter zu Barmen: An Thiel- >»i)nn habe ich Geld für Haser clever und für Kalender abge- «sert. Dhielmann: Der Posten auf dem Zettel ist zuscm» �gezogen. „.Frredrich Salzberg, Fabrikarbeiter zu Barmen: fernen früheren Aussagen habe ich nichts hinzuzufügen. Jwlmann babe ich Gcld für Haser clcvrr und für Kalender Ergeben. Für Haser clever erhi-lt ich Geld von verschiedenen Sreunden. Kasfirer eines Klubs war ich nie, aber Kasfirer der '«freien Presset Um iz Uhr w'rd die Sitzung auf morgen vertag«. Uelrerstrhk. Achtung, Bildhauer: Kollegen! In der am S. Dezbr. Mgefundenen öffemtlchen Bildhauer-Bersammlung wurde die ?rendigunz unseres Streiks proktamirt und eine neue Fünfer- ?°mmilfion gewählt, welcher die Aufgabe zufällt, unsere Errungenschaften festzuhalien und Unterstützungen Öderer im Streik befindlicher Gewerkschaf- 'fr« zu regeln. Kollegen! Trotzdem noch 40 Werkstätten ?>»>t bewilligt haben, find nur noch ficben unterstützungS- �pchtigte Kollegen vorhanden; eine Fortführung des Streiks �are demnach unsinnig. Den Kampf geben wir aber deshalb ,�t auf, wir ändern nur die Kampfes weife. Streikende {[»d Arbeitslose melden sich jetzt täglich BoiM'ttagS von Uhr bei Wächter, Schinkestr. Ii, vorn Ul. Unttlstützungen werden weiter gezahlt und zwar sonnabends Abends von 8 Uhr ab im Restaurant K>ßner, »nnenftraße 16. Kollegen! Dringend e:mahnen wir Euch, Inserate unberücksichtigt zu lassen und nur die �»rllen- Vermittelung der Bildhauer B:rlinS N benutzen. Die arbeitenden Kollegen ersuchen wir, wo keine �»kstalllisten gesch ckt find, dieBeiträa« von jetz! 25 und 50 Pf. Jausenden, doch nehmen wir nur Beiträge von be« �'lligten Werkstätten an. Dienstag und Sonnabend 6ß Uhr ab ist die Kommission Annenstr. 16 zu wrechen. Alle sonstigen Miltheüungen gelangen an Kollegen Wächter. '«och wie vor werden wir die nicht bewilligten Werkstätten �öffentlichen' und unsere Schuldigkeit thun, im Uebrigen Wen wi auf Euch! Die Kommission. Plage, Reichenberger« Mße 140, Hof 3 Tr.: Schier pner, Moriannenstr. 34. 4 Tr.; seidel, Fürbringerftr. 10, Hof 3 Tr.: Wächter, Schinkestr. 11, "orn 3 Dr.: Weder DreSdencrstr. 121, vorn 3 Tr. », Achtung, Feilenhauer l Alle diejenigen, welche noch im gl'tz von Sammellisten find, werden gebiten, dieselben so Jipell wie möglich einzuschicken an R. Reinicke, Müllerstraße R'. 14». Hof II. >, den 10. Dezember. Achtung! Der Streik " vularbeiter dauert fort, die Disziplin ist eine musterhafte, von den Abgefallenen find wieder 20 zu den Streikenden ge. ~ Hilfe ihut Roth, da alle Wochen nahe an 5000 M. nierstutzungen ausgezahlt werden.— Auskunft eitheilt �NrniS(Baatz, Schwarzer Adler). Versa»»rttrlu»rgerr. «...»Volkswirthschaftler�. Am Sonnabend fand eine Atzung der Bolkswirthschaftlichen Gesellschaft in welcher Herr Barth, einer der hartnäckigsten Ber« des alten ManchcsterlhumS innerhalb der deutschfrei- omgen Partei, sich über den achtstündigen Arbeits- ,. 9 in längerer Rede ausließ. Das eigentliche Motiv dieser ii1'°l'Sischen Forderung, so führte der Redner, nach dem Be- di?'- de»„Börsen Courier" aus, fei der Gedcnke, daß durch �..Verkürzung der Arbeitszeit auf 8 Stunden die„industrielle 'lervearmee" beseitigt werde. i. Schon das kann nicht zugegeben werden. Der nächst- ,,iS}*nde und einfachste Zweck der Achtstundenaaitation kann �ditvirständlich kein anderer sein, als die öde, entsetzlich onotone Plack-rei des Fabrikarbeiters, einigermaßen abzukll zen und die kärgliche Zeit, welche Ä ium Genüsse des Lebens, zum Verkehr in seiner Familie »"d zur Weiterbildung gegenwartig gelassen wird, zu erhöhen. ..' It das Ringen um eine halbwegs„menschenwürdige Ex sten,, l.�' die sozialistischen Arbkiler heute zu dieser und zu ahn- Forderungen antreibt. Die„industrielle Resetvearmee lifc.fi°ben, da sie einen weftntlichen Bcstandtheil der kaplta- � lchen Wirthschaft bildet, auch dann, wenn die Arbeiter der- Si'r?®8 verhindern. Jede Entdickung neuer, arverisparenver ».ichlnen hat zur nothwendigen Folge, daß die damit«r. parte L'« freigesetzt wrd, daß also die Arbester, welche bed-l Einführung solcher Maschinen rn den Betr'eb, ent- llri-n" shre Arbeit verlieren. Diese Quelle der„indu« �flen Reservearmee" läßt sich selbslv-rstandl.ch durch knne, �Nw�tettn.Pa:Iamentsbeschlüsseub« Arbiit�chutzverstopfm. >>>ir�Q- f° lange das privatwirthschafi�e System existirt, E>g.�r stießen. Erst dann, wenn die Maschine au, einem E,�>bum d>s für den Markt arbeitenden Kapitalisten zum Kewb�m der Gesellschaft geworden ist, wird fieaufboren.ern N. de« Arbei-ers zu sein. Erst dann wird'h" FK�tst, sildgl»u sparen, sich entwickeln können, ohne den Ardeiter und exittenzloS»u machen..., nicht allein die unaufhörliche Revo utirn ber Technik, die �'.' steie Konkurren» an und für sich p.'�u�t notwendig a��be.slofi.keil großer Massen, eine mdustrielle Reserve- l-C, unter den heutigen Ve Hältnissen. Denn be srner Kon wo j-der Fabnkant für den unübersehbar Stoßen naiio- 'v>««n» Weitma. kt arbeitet, vermag Niemand dm Bedarf >verd°"w« zu berechnen. Auf gut Gluck nuß>okproduz>lt mehr desto besser. Die Folge»eigt sich in 'Nitt-i, Eischeinung der bleberprodukiion, d e wcoer n roch» in dem antiken Wirth-chrf'klebcn wog-ch "dir �xt hergestellten Maaren lassen sich �ar«ich «Ks uur mit Verlust losschlagen, weil der Bedarf, !dc..»-'chen der emzelre Fabrikant fp'�te, l'ch Mc. 4''ckst ro. Händen heraus, I.llt. Ist der Rechenfch er by,.»«'Up, s„ macht der Fabnk.nt Banke.olt um Aushungern derselben zu sprechen. Dev Mann verstehe allerdings, auf den Handwerkertagen große Reden zu halten und erfreue sich auch der Unterstützung be- stimmter Kcei'e. Als Reichstagskandidat sei er zwar glänzend durchgefallen, aber dafür werde er sich mit dem Besitz einek Ordens zu trösten wissen. Mit den„WohlfahrtS-Emrichiungen" der Innung sah es eigenthüm'ich aus; mit dem H rbergswesen. könne man wirklich nicht viel Aufhebens machen und von der Eristenz des Arbeitsnachweises der Innung hätten selbst die Meister kaum eine Ahnung. Die paar Pfennige, welche den durchreisenden Gesellm von der Innung als„Geschenk" ver- abfolgt würden, s ien nicht der Rede werth. Die Gesellen ver« zichten schon der Laufereien und Schcercreien wegen darauf. Ein Schiedsgericht der Jnrung ist bis jetzt nicht zu Stande gekommen, weil hierzu ein Gesellcn-Ausschuß vorhanden sein muß. Dieser kann aber nicht zu Stande kommen, weil die Gesellen sich nie und nimmer wieder zu der Rolle hergeben werden, die man ihnen von Seiten der JnnungSführer unter dem Obermeister Meyer zumuthet. Einmal haben wir den Versuch mit der Wahl eine« Ausschusses gemacht, in dem auch ich vertr'ten war; wir haben aber soviel Wunder bei den Ver- Handlungen erlebt, daß wir für das zweite Mal bestens danken müssen. Sollten sich dazu wirklich noch Gesellen finden, so würden diese sicher von allen anderen Kollegen gemiede, werden. Von dem Plan, eine Fach chule zu gründen, hört man zur Zeit nichts mehr. Als die Innung einen Beitrag für die Fachschule in Leißnig geben', sollte, lehnte man den Antrag mit dem Bemerken ab, daß die Absicht vorliege, in Berlin eine derartige Schule zu errichten. Das ist natürlich nicht geschehen, denn wo es an den Ge'dbcutel geht, hört die Opferwilliak.it der meisten Zünftler auf. Gerade bei den Zunftmeistern steht die Lehrlingkzüchterei in höchster B üthe und das R cht, eine beliebige Anzahl Lehrlinge zu halten und diele in der ein- seitigsten Weise auszunutzen, ist der eigentliche K»tt, welcher die Innungen zum Schaden des Handwerks zusammmbält. D'e Nccht.Jnnungkmeister will man chikanircn und in die Innungen bineinärgern und die Gescll.n sollen durch allerband schöne Bestimmungen geknebelt werden. Das ist der Zweck, den man erreichen will, aber sicher nicht erreichen wird, fo veit die Ge- sellen dabei in Frage kommen.(Ledhafter Berfall.) In der Diskusfion sprach sich Drechslermeister Werdermann ganz im Sinne seines Kollegen Kaiser au«. Der Herr Obermeister Meyer halte zwar schöne Reden auf den Handwerkertagen, aber mit seinen sonstigen Leistungen für das Handwerk sehe es keineswegs so glänzend aus. Herr Ellinger, Nicht-Jnnung?- meister, stellte den Antrag, daß die außerhalb der Innung stehenden Meister sich vereinigen und gegen die Innung Stellung nehmen sollten. Herr TenSler, JnnungSmeifter, er- klärte, daß er soeben au« der Junungs-Versammlurg komme und die Nachricht bringe, daß der Antrag des Ausschusses mit allen gegen 6 Stimmen abgelehnt fei. Diese Nachricht wurde mit grobem Jubel und unter allgemeiner Heiterkeit aufgenommen. An der weiteren Diskussion betheiligten sich noch die Herren Prause, Kühn und Lutz. Letzterer ergänzte, nach einem Telegramm, die Mittheilung des Her-n Tensler dahin, daß in der Jnr.ungSverfammlung auch die Altersgrenze bezüglich des Wahlrechts zum Gefellenausschuß von 30 auf 25 Jahre h-rabgesctzt worden sei. Ferner konstatirte Redner, daß die ganze JnnungSkosse vor drei I ihren einen Bestand von 88 Pfg. gehabt habe. Herr Prause stellte den Antrag, eine Meisterversammlung ab>uhalten, zu welcher der JnnungSvor- stand und eine aus 8 Personen bestehende Gesellenkommiffion, welche von dem Verband der Drechsler Deut'chlandS zu wählen fei, eingeladen werden sollen. Herr Ellinaer zog seinen Antrag zurück und der Antrag Prause wurde einstimmig angenommen. Nach einem kräftigen Schlußwort b-ider Referenttn wurde die sehr interessante Versammlung geschlossen. Eine öffentliche Kildhauer-Uerjammlung fand am Montag im Louisenstädtischen Konzerlhause statt. Ueber den 1. Punkt der Tagesordnung: Bericht der Kcmmifsion und eventuell Beschlußfassung über Beendigung des Streiks, refe- rirte Kollege Plage. Wenn unsere Gegner behaupten, so führte Redner aus. daß die Streiks nur veranlaßt werden durch Hetzereien Einzelner, so sei gerade die Bewegung der Bildhauer ein schlagender Beweis für die Unrichtigkeit dieser Bchavp'ung gewesen. Nur um vorläufig die Stimmung der Kollegen zu erforschen, sei jene erste Versammlung am 7. Ok- tober einberufen worden, und ehe erst eine zweite Versammlung oder ein Beschluß gefaßt worden sei. sah sich die am 7. Oktober gewählte Kommission, welche vorläuffg eine mehr vorbereitende Thätigkeit entwickeln sollte, veranlaßt, sich als Streikkommission zu erkären, denn inzwischen hattcn schon in verschiedenen Werk- stätlen die Kollegen die Arbeit niedergelegt. Sodann verbreitete sich der Referent über die Thätigkeit der Kommission, die heute ihre Aibeit für beendet erkläre und ihr Mandat niederlege. Sie empfehle auch der Vrrsammlung. den Streik offiziell für beendet zu eik.ären,� gleichzeitig aber eine neue Kommission von fünf Mann zu wählen, welche Werkstattsperren überwachen und über- Haupt alle Maßnahmen weiter treffen soll. Unterstützungen würden unverändert weiter gezahlt, wie überhaupt die Bewe- gung eine permanente bleiben müsse. 38 Werkstätten hätten "och nicht bewilligt, es streiken aber gegenwärtig nur noch 20 Mann und d« halb sei e« geboten, unsere Taktik zu ändern.(Beifall.) Nach Abänderung der Tagesordnung wird nach kurzer Diskussion das Ende des Streik» proklamirt und eine neue Kommission von fünf Mann gewählt. Sodann refenrte Kollege Buda über: Wie verhalten wir uns in Zukunft? Es sei eine alte Elfahcung, daß der erste Anlauf eines Geweiks, günstigere Arbeitsbedingungen zu schaffen, mißglücke. So sei es mit der B wegung der Bildhauer im Jahre>880 gewesen, welche nicht» erreicht habe, aber doch die Bedingung unseres heutigen Siege« schuf, den Unterstutzungsverein der Bildhauer Deutschlands, dieser machtigen Organisation gegenüber, welche nicht nur w Berlin, sondern«n ganz Deutschland ihre Wirksamkeit ent- faltete, und durch welcher der Zuzug von außerhalb ganz be- deutend erschwert wurde, fühlten sich di» Prinzipale ohnmächtig. Pflicht zedeS Kollegen fei es deshalb, dem Gauverein Berliner Bildhauer beizutreten. Redner beklagt im Weiteren den In- differentiSmuS einzelner Kollegen, man dürfe aber nicht ver- zagen. Kürzere Arbeitszeit, Lohnarbeit, Minimallohn seien errungen, dies gelte es festzuhalten. Neben dem Anschluß an die Organisation sei es Hauptsache, die Stellenvermittlung »u benutzen, das bettelhafte und degradirende Anbieten undWerkstattlaufen zuunterlassen. B. folgen wir die«, so haben wir unftrn gegenwärtigen Sica für alle Zukunft gesichert.(Beifall) Hieran schloß sich eine rege Diskussion. Ein Antrag wurde angenommen, die Bei- träge der arbeitenden Kollegen zu ermäßigen; 25 Pf. für Ver- heiraih te, 50 P'. für Unverheirathete. Einzelne Stimmen wurden lau», die Beitrage überhaupt fallen zu lassen, die» wurde jedoch obgelehnt mit der Motivsiuna, daß die reue Kommission die Un erstutzung anderer Gewe k chaften regeln s°U und deshalb vorlarfig diese Beiträge nicht entbehren könne. Nachdem noch den streikenden Hutarbeitern, Tuchmachern und Metallarbeitern m Luckenwalde zusammen 500 M. zugewiesen wurden, fchloy cue Versammlung um 12 Uhr. Im Kerttner Krbeiter-Kttdungsverei» hielt am Mitt- woch, den 4. Dezember, in Arends Vrauerei, Herr A. Stadt- baaen«inen bnfällg aufgenommmen Vortraz über Rechte und Pflchlen eines Angeklagten. Im Verlauf feines Vortrags kämmt Redner auf den Waldeck- Prozeß zu sprechen und legt klar, wie schon zu jener Zeit jene dunklen Edrenmänner eine ebenso grobe Rolle spielten, wie in den Sozial, stenprozcssm der heutigen Tage, und wie die Sozialisten Prozesse nur dazu anqe- than sind, den Philister gruselich zu machen. Es ist Pflicht jede» Einzelnen, dahin zu wirken, daß unsere Mitmenschen ein« sehen lernen, daß unsere Prinzipim aufgebaut sind auf dem Grundsatz der Moral, Sittlichkeit und der Wissenschaft. An d« Diskuifion betheiligten sich die Herren DorowSky und Günther. Sodann wurde folgende Resolution einstimmig an- genommen:»Die heutige Versammlung erklärt sich mit den Aue führ un gen des R.ferenten einverstanden und spricht dem- selben für seinen lehrreichen Vortrag ihren Dank aus und per- pflichtet sich, bei den Wahlen zu den gesetzgebenden Körper- schürften ihre Stimmen auf einen sozialdemokratischen Kandidaten z« vereinigen: sie verpfl chtet sich ferner, dahin zu wirken, daß drr l. Mai 1890 vls ein allgemeiner Feiertag der gesammten Alberterschast grhalten wird. Nachdem noch einige Fragen er- ledigt worden, schloß der Vorfitzende die Versammlung mit einem dreimaligen Hoch auf die Sozial« demvkratie. Eine öffentliche Uersammwng aller i« der Ke- dleidungs-Indnstrie beschäftigter Arbeiter und Arbeiterinnen fand am Montag in der Veremsbrauerei zu Rix- darf statt. Ins Bureau wurden gewählt die Kollegen Stein- mar als Vorfitzender und Rölke als Schriftführer. Zum ersten Punkt der Tagesordnung: Schäden und Mängel in unserem Gewerbe, nahm der Referent Kollege Steinmar das Wort. Derselbe führte aus, daß in erster Li»» die Hausarbeit der größte Krebsschaden in unserem Ge- werbe sei. Durck dieselbe lwerde der überlangen Arbeitszeit, die heute 14 b,s 18 Stunden und darüber dauert, Vorschub geleistet. Dabei fir.det ein beständiges Unterbieten des Lohnes statt. Refeie., t führte an, daß er am Tage Gelegenheit gehabt habe, ein Damrnjaquet, Trikot, sauber gearbeitet zu sehen, das für den Arbeitelohn von 5V Pf. angefertigt war, für«ine Arbeitsbofe werden 18— SA 1 Pf., für eiae gute Hofe 50— 100 Pf., für ein Jaquet 150-2,50 M., für einen Paletot 1.75—3,50 M., und zwar die höheren Preise nur für die besten Leistungen bezahlt. AI» Mittel, wodurch die Mißstände beseitigt oder wenigstens erfolgreich bekämpft werden kä men, empfahl Referent den Arbeitern und Arbei- Irinnen, sich zu organisiren, damit auch hier emmal die be« rechligten Forderungen geltend gemacht werden können. In der Drikussion wurde dem R ferenten beizepfl chtet und von verschiedenen Rednern und Rednerinnen noev weitere That- fachen vorgch-acht, welche die traurige Lage der Arbeiter in der Betleidungsindust.i« beleuchteten. Es wurde eine Kommission, begehend aus den H rren Steinmar, Eber und Frau Koitfchte gewählt mit d schlage de« Vorsitzenden verschiedene Lokale, Z garrengelchäste und.Klingel-Bolle", sowie die F.i-drichshagener Gastmi the zu boykotticen, mit Jubel ange- uommen hatte, schloß die Verlcmmluno. Zum Wiederholte« Mal« verfi.'l die sehr gut besuchte Verfammluna des Vereng der Nähmaschinen- und Handar- deitennnen Balms und Umnegend der pobzeilichen Auflösung, welche am Montag, den 9. Dezember, Abends 8t Uhr, im aroßen Saal de» Herrn Jllgener, WilSnackeritiaße Nr. 63, in Moabit, stattfand. Nachdem die Vorfitzende Frau Gubela die Versammlung ei öffnet, mußte auf Befehl des Beamten die Galerie, welche gelullt war, geräumt werden. Nrchdem diese Weisung befolgt war, stellte Herr Plarr den GeschäftSord« rumgSantrag, die anwesenden Kriminalbeamten aus dem Saal eutfenren zu lassen. Nun entstand Aufregung und Unruhe und der überwochmde Beamte löste die Versammlung auf. Die Versommlunn ist zu k inem Beschluß gekommen. Der Interessen verein der Kisten- und Kosser- machrr tagte am 9. d. M. bei Dergmüller. Der erste Punkt der Tagesordnung mußte oertagt werden, da kein R.ferent zu bekommen war. Zum zweiler Punkt— Arbeitsnachweis der KÄirrkanten— führte Kollege Kaufhold an, daß die Fabri- kauten beschlossen haben, den Arbeitsnachweis zum 1. Januar be, Fabrikant Seifert, Brunnen str. 117, zu eröffnen und erhob entschieden Protest dagegen. An der Debatte betheiligten sich noch die He.ren T chernig und Behvke. Kolleg« Fließen brachte folgende Resolution ein;»Die Baliner Klstenmacher «klären, den schon 7 Jahre bestehmdm AibeitSnachweiS fern« hochhalten zu wollen und protestirt auf da» entschiedenste gegen den von den Fabr. kanten gefaßten Beschluß, daß der Arbeits- aachweis jvom l. Januar Blunn.nstr. 117 bei Seifert statt- fi ,de» soll, und ersuchen die Kommission, sobald wie möglich Stellung zu nehmer. Hierauf wurden mehrere Vereins- angelegenheiten erledigt. Die Kommission berichtete, daß da Partielle Saak bei ffi. Strcubel, Markusstraße, zu unfern Gunsten ausgefallen ist. Kollege Schulz führte an, daß Kolleg« Buchbach schon 49 Wochen krank ist und bittet, da dieser Kollege nur noch 3 Wochen Krankengeld bekommt, ihm doch eine kleine Unterstützung zu gewähren. Der Vorsitzende konstatirte, daß B. ük erHaupt nicht im Verein ist. Doch wurde delchlossen, Samwellisten in den Werkstellen zirkuliren zu lrssen. Weiler wurde beschlossen, nur in solchen Lokalen zu «.kehren, wo das.Berliner Volksblatt"' und die»Berliner Vo'ks Tribüne� auSliegen, und den 1. Mai 1890 als Feiertag Hit ttflScftt. I« Ur L87 unsere« Klattes ist i» einem Uer- Mmmtungsbericht über Mißstände in da Ludw. Löwe'lchen Ms chlnenfadrik an Reftaurateur Schubert aus der Hollmann- straße erwähnt. Herr Destillateur Hermann Schubert, Holl- monnstroße 14, ersucht uns, mitzutherlen, daß er mit dem in j mem Bericht gemeinten� Herrn keineswegs identisch ist. Herr Hamann Schubert bat, wie er mitiheilt, an die Fabrik von Ludwig Löwe keine Lief rungen. *• N-rsammIung de» P»r»tn» dir Nähtoaschi«»« £ac*art>at»inncn g*rtin« und Umgigend am Dsnneiftoa. den 32. Dkjcinder. Adend««z Uhr. tn Eitcft.'. S Salon, Jnseltlr 10. Tauet. o dmliiK I Soiliog did H«rin Heil dcil über. Die©llMina det Ardesteit tpU fie ist Urb wie fte sein soll. U sr besonbeier Beillaslchltaun» ber Kindel- «rztebun«. 2. Ditkusfion S.Ausnahme neuer Mil» seber. 4. Sbrechuun» ?em Eiifiunetf.ft. 5. SiBetautoabe zum Weihe ochit. Vergnügen, s. Bei- � eMainer|*»rHn für«alurg-wnß»«»sundh,it»Pst,g» und »»,»,ilos» KeUduudr. Tonrnftag, den 12 Dezemder, Abend« Sit Ubr. Kamn-M da, lenmohr 72«Neue KluthauSs: Borttag der Frau Klara Much:: .«ie sMan wir unsere«wder vor Ettrartuim"...._ »•lialdmobr«tisch»» Mahl»»r,t« fö»>»», 6.«wHiwte«»«,•- »«»»»> adUrr,!». geeUag, de» 13®iatmbtr. Abend! zs llhr tm Saale der »ott b au-ret.«U Moabstr« ohe öffentlsche Versaminluna. Taee'ordnung. 1 Tie bürxeilichen Prilesest und die Soai'.idemot�alie. Reserent Karl Wild- »er, er. 2 Ditkusftw'. S. Ve'»irdene» und gragetrlien. chrant,««- und KegräbniHKass» d»» jftrtiaf fammMich»»•»- Inf•klaps, n, B-Iiin II(King PilMofie«t 2). Versammlung am Sonn. adu.d,»dend« S Nor. d.l Lödlow. P t.�enftr 7» sBail-mtwinei) Tage». o'd m.u; Piotak. ll. Kassenbericht Wichtige Mit H-Uungen. Jnter.sianter Varliag de« Herin Hamann. Verschtedene«. Durch biese SS Ol träge wird den Mi gliedern und Gälten die angenehmste tlnterbatlung und Belehrung geboten. chäste. Damen und Herren, find hei« gern gesehen..... Ht»»ranken- und»egeiidnißkaste de« Per ein» sSurnetttcher 'KmusOkiaste« sVeewollungdseeÜe Berlin 1) hä-t Sonnabe, d den 14 d, M., endend« 3 Uhr. Biumenhr 78, eine Versammlung ad. Tagesordnung Kassen- hei ich««etchäfäichei. Mtlthetlungen.— Legier Tag zur Anmeldung der zstthnachtsd-echeruig AUveWeSue Keanke«. und Kterb, käste der M,t»Uaebe>ter und Seute»,»tranken und Kterd, käste de» M«,aUart>eite»„Pulkan" tS b A und 89 Himburg) giltale B-riw I. Sonnadend, den 14!>e,ember. »deuvt 8 llbr. 8 ch e.fttderftrahe 7 tm Restaurant Winter r Mttalted.r.Ber. samn>!uua. Tagesordnung r Kossenbericht J-nere Kassenangelegenheilen. «•sau»-, A»rn- und gesellt»» vereine am Donnerstag r Manner. "eianaverein.Uälitin" Abend« 9 Uhr in Bettin'ä Restaurant. Beteranenftr. 19, —»etananereln.Bretetschluh' Abend« Äs Uhr tm Restaurant ivtur.dt, K««,.ickerirrahe 100.— Wänneraeiangveretn.Nordstern' Abend» 9 Uhr im ireuaurlmt Pohl Müllerftrahe 7.— Echäser scher gdesangverew.der Elser' Ätbend«» Ubr bei Sßoif u Krüger, Slalitzerstrahe 128, Gesang.- Gelang. oueta«tllthenk-n«' Abend« 9 Uhr to Restaurant~"' Sstännergelangverein.Ale ran der' Abend« 9 Uhr im Resimirant Rose, Straui bergerstrate 8.— Mannergesangverein.Firnrita«' bei Klnner, KSonickerstrazi Rr. 68.— Gesangverein Männerchor.St. Urban' Abend« 9 Uhr Annen- strasse 9.— Gesangverein„Deutsche Liedertafel" Sübendi 9 llhr.Rötmlätf ftrafie 100.— Geiangveretn„Norddeutsche Schleise" Abmb« von 9 bi> 11 Ubr Michaelttrchftrahe 89.—„Männer• Gesangverein Sange« sreunde' Abend« 9 bi« 11 Uhr, Frankfurter Blerhaüen(Krüger). Gr. Franksurterftr. IM —„Brunvnw" Abend« 9 Uhr Uedunglstunbe bei Lehmann, Alerandrinen- ftrahe 32.— Turnverein„Hasenbatde(Lebrlingi-Abtheilung) Abend« 8 Uhr Diessenbachstraße 80—81.—„Berliner Turnaenvffenschast"<7. Lehrling«- Abtheilung) Abend« 8 Uhr in der städtischen Turnhalle Briger- ftratze 17—18!— desgl. 8. Männer- Abtheilung Abend« 8 llhr in der städtischen Turnhalle, Gubenerstrahe 81.— Lübetf scher Turnverein(Männer- Adthesung) Abend« 8 Uhr Elisabethstraße 87—58.— Allgemeineer Arendi'schei Stenographmverein, Slbtbeilung„Louisenftadt", Abend« 8X Uhr im Restaurant Preuh, Oranienstr 81.— Arendi'scher Stenograpbenvereiv Phalanx' Abend« Äj Uhr im Restaurant»Zum Buckower Garten', Buckower- strate 9.— Deutscher Berein Arendi'scher Stenographen Abend« 9 Uhr ir Heidt« Restaurant, Koppenftr. 78, Unterricht und llebung.— Berliner Steno graphen-Verein(Softem Arendi) Abend« 9 Uhr im Restaurant Friedrichstr. 2(8 — Stolze'scher Stenogravhmverein.Nord-Berlin' Abend« 9 llhr, Schlegel straße 44.— Verein der.Naturfreunde' Abend« 9 llhr im Restaurant Wiener- straße 88.— Verein der Unruhstädter Abend« 8V llhr Im.Käntgstadt-Kastno', Holjmarktstraße 72.— Verein ehemaliger F. W. Rettschlag'scher Schüler am 1. und 8. Donnerstag seden Monat« im Cas« Schüler. LandSbergerstraße 7! Abend« 8 llbr.— Rauchtlub.Kernspiße' Abend« 8% llhr im Restaurant Bähl. RüderSdorserftr. 8.— Rauchklub.Arcona' Abb«. 9 llhr bei ZiplinSki, Reichenberger- straße 71.— Rauchklub„Dezimalwaage" Abend« 9 llhr im Restaurant Sock KrautSstraße 48.— Rauchklub„Vorwärts" Abend« 9 Uhr bei Herrn Tempel. Restaurant„Zum Ambo«", BreSlauerftraße 27.—„Orientaltscher Rauchklub' Abend« 9 Üb? im Restaurant Wtechert. Oranienftraße 8.— Rauchklub„Krumme Piepe" Abend« 9 llbr Lanaestraße 70 bei Hetnbois.— Rauchklub „Sollegia" Abend« 9 llhr bei Thiemennann, Skaligerstraße 68.— Privat- Theateraesellschaft„Adlerschwinge" Sitzung Gt Uhr Gartenstraße 14 bei Träger — Musikverein„Varwärti" llebung Abend« von 9—11 llhr Fischerftraße 41 Neue Mitglieder erwünscht.— BergnügungSvereln„Fartnellp" Abend« 9% Uhr Sitzuno Fibelita« Znvaltdenftraße 189. Gäste willkommen. Ausnahme neuer Mitglleder. DvPrvPlhsn. (Wolkk'» S»irgravtz»n-B»v»«,.) Esse« a. d. K-, 11.-io-zemva. Laut einer Meldung du „Rhern.> Welti. Zig." Hader, auf den Zechen»Graf Beu�' »Gustav",»Hoffnuna",»Her'uleS" und einige anvere, eii* Anzahl von anderen Zechen adzekehrte Bagleute BeschästigiwS gefunden. Kopewhagew» 11. Dezanba. An Erkrankungen an da Influenza wurden in der'letzten Woche 59 Fälle hier ärztu« angemeldet. Hiervon ent'allen 38 auf die Garnison, da übrigen waren sporadisch in der Stadt vorgekommene Elkra«- kunggsälle. Kanstbar, 10. Dezember. Die Deutschen unter Schvndi griffen vorgk stein Buschiri an, dem sie 28 Mann lödttleil! Buschiri entkam durch Flucht. Deutscher Vertust drei Va> wundete. UeW-Uork, 1l. Dezember. Während eina gestern Nbei>° in Johnstown(Penr sylvamen) stottzehabten OpernvorstelllläS entstand ein, wie sich erst später herausstellte, blinder Feua< lärm. Die Theotabesucher diängten in pamkartiga Hast all? den Thören, während von außen her eine größere Mensch� menge sich Eingang in da« Theater zu verschaffen suetite. 2" dem dadurch verursachten Gedränge haben mehrae Pasove» das Leben eingebüßt; die Zahl da Valetzten wird auf 30 a»' gegeben._ Uikerarifrhes. Gestern in später Abendstunde ging uns die Rr. 1 da Zeitung»Der achtstündige Arbeitstag" zu. Wir kommen«w das Blatt ausführlich zurück. 3. Ziehtitig der 3. Lilnsse l8l. Königl. Preuß. Lotterie. Ziehung vom>1. Dezember I8SS, Normitiag«. Nur dt« Gewinne Uder I SS Mark(lud den Oeireneaden Jiurnmettl iu Parenlhe'e beigerngr. (Ovne Äewäbr.) «10 829 964 1245 1500) 812 42 lS««0I 425 55 53 75 52S 809 956 «110 322 48 85 402«15 44 3099 117 39 15001 84 228 12001 44 320 415 34 593 94 7*2 839 79 83 999 4031 85 216 73 311 4* 55 519 53 730 82s 42 5073 315 66 57 99 442 621 63 639 723 901 90«l>35 149 89 225 314 77 478 83 553[200] 618 817-14 985 7»20 175 232 315 495 526 718 43 866 77 8034 41 129 85 226 57 395 455 600 601 29 774 823 988»084 189 220 72 99 371 435 10065" 112 204 385 97 449 518 613 709 46 81 872 83 11068 471 512 21 40 713 46 83s 47 966 l«0s8 365 66 7 7 495 635 81 95 842 963 82 1 3122 209 12 397 412 510 89 95 656[200] 1404S 51 66 70 99 155 70 405 22 587 694 739 806 1 5006 49 63 82 92 221 369 90 426 38 41 576*0 81 851 916 23 1 0 02 43 57 355 445 553 710 828 17000 149 332 519 83 97«63 732 1300] 81« 39 1*015[2001 259[2001 576 784 [200] 804[200] 39 943 91 1»076 204 24 92 314 515 22 67 822 75 948 75 ««039 142 201 64 85 303 427 67 755*53«1040 148 230 390 460 602 fO 99 646 743 881 931 59[500] 61,««120 205 385 463«3021 52 [200] 148 55 89 207 328 463 72 643 8*6 89 922 41«4047 144 99 248 56 329 458 84 541 626 71 834 973 91«5095 125 51 432«2 563 737 90 842««372 417 76 620[500] 861 938«7061 66 131 36 57 280 373 548 51 91 927 91[2001«*048 416 651 758 838[500]««040 259 76 407 26 503 37 627 743 806 12[200] 78 903 ««129 1200] 241 491 686 613 732 921 81357 69 456 67 522 733 79 3«053 138 313 400 19 29 63 525 55 87 658 729 812 947 33014 72 III 2- 5 4 0 574 655 71 71178 87 609 961 34205 36 65 69 300 483 88 771 827 919 42 35014 103 52 386 4*0 5.0[200] 772 858 937 3«528[5001 4 t 603 38 74*46 74 98 985 37020 42 101 202 369 472[200] 652 701 852 3*050 58 88 113 222 364 466 648 85 838 908 20 61 68 3«014 251 304 42 69 501 606 13 83 759*7 818 62 978*2 4«091 97 244 1300] 434 511 18 608 24 728 844 66 81 939 46 41061 C6 124 32 85 286 349 63 402 4 61 50* 646 84 741 66 95 926 4«179 247 444 1260) 622 729 72 816 42 920 4317. 440 57u 608 27 702 40 845 44 017 23.8 427 505 620 86 7u9 973 82 451.2 13[200] 35 597 632 944 56 71 4«232 92 331 705 78 47026 65 123 373 458 60 523 618 59 848 50 944 4*009 60 77 197 236 319 496[200] 651 75 664 718 40 822 55 4S»üäO 86 95 125 2- 0 41 3 7 432[360] 528 43 619 34 83 853 5«080 101 84 293 404 98. 89 899 5 1064 145 69 224 39 414 51 705 56 1200] 64*06 48 955 5«07ä 129 66 15001 75 240 311 95 458 613 59 1360] 792 53155 57 73 341 77 415 45 92 511 22 626 725 57 74 54213 354 99 579 82 705 82[200] 904 5 5108 212 386 409 78 550 64 94 62J 65 940 5« 49 963 5720.[[.00] 79 90 318 420 5*6*03 8' 5*057 463 614 26 82 86 745 939 47 49 5«055 140 69 94 212 369 7*7 i 68 ««015 56 101 2 16 80[300] 229 31 454 578 628 709 846 78 909 83 98 ISUO]«1030 69 2,1[2601 313 4 0 94 612 23 53 722 79 866 996 ««042 74 77[15000] 157 222 77[200] 316 20 45 47 54 467 584«3117 294 322 97 726 8 7«4121 512 84 622 801 15 61 65«5110 31 66 93 254 7» 347 550 63 85 612 ,54 67 813 48 916««147 327 477 526 31 607 79[20U[.06 972 0 730, 460 549 937«*018 35 201 19 30 308 19 49 422 571 622 26 702 29 54*3*08 915«9013 216 433 644 83 98 850 69 981 92[2001 ?'.092 134 56 66 246 51 348 506 630 831 71116 73[500] 85[200] 239 332 4*7 90 516 95 650 i30ÜJ 728 85 72015 84 173 226 400 18 61 54 0 5 3 82 607 31 877 7 3110 41 207 8 4 417[2001 507 14 15 04 880 74009 299 305 8 74 447 77 507 602 15 93 805 7 5047 62 173 252 336 66 99 434 95 508 37 698 759 954 7e.093 173 253 75 413 49 601 816 976 92 7 7 021 44 74 115 31 226 46 345 483 528 649 899 924 7*012 77 174 273[3001 317 528 75 651[200] 937 7 9240 99 363 7 2 436 587 722 70 816 933 *«0,3 132 93 95 498 503 15 27 610( 00 72 955*1046 86 144 63 436[ 00] 560 613 38 770*«104 8.-7 205 28 334 68 93 489 516 664 993*3069 186 254 80 365 477.80* 16 98'*4046 115 321 30 88[2001 515 27 6o6 7 35 91 818 56 6* 977*3091 238 7, 391 5.4 87 774 8o4 12 54*«0.2 99 107 68 1300] 230 310[300] 17 517[2001 7.8 36 834 902 40 71[ 00]*7-.21 58 260 61 448 12 502 ,3**166 SO 94 455 84, 63*9029 165 251 353 522 84 802 30 49 54 84 903 3. Liehniist der 3. Klasse 181. Königl. Preith. Lotterie. Zlebung vom II. Dezember i»»!>. oimftmittog». N»r die Gewinne Uder 155 platt find den detretitndea Rummer, I m Pamitae.e belgemgt. 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E»a«h»i« m Bali«. Druck und Valog von Wa» Kadiug in Balm SW.. Beuchstraße 2.