H». 295. Dienstag, de« 17. Dezember 1889. «.zatzrg. SMerVM>«tl. Lrgan für die Interessen der Arbeiter. Das„Berliner VoltSdlatt" erscheint täglich Morgen« außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in'« Haus vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1,35 Mark, wöchentlich 35 Pf. Einzelne Nummer 5 Pf. Sonntags-Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Bei Abholung aus unserer Jasertionsgebühr beträgt für die 4 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Verein«- und Versammlung«- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittag«, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. -» Fernsprecher: Amt VI.|lr. 4106.«- ♦- NedaKkion: Veuthstratze S.— Gxpedikisn: Aimmerpkrn�r 44. Die sifturarjen Vriider. Wenn die Herren W ö r m a n n und Genossen von den Erfolgen der Kolonialpolitik sprechen, so glauben wir ihnen gern, daß sie eS damit ganz ernsthaft meinen. Der Unterschied ist nur der, daß die Herren Wör- mann und Genossen behaupten, diese sogenannten Erfolge seien eine Sache, die dem gesammten deutschen Volke zu Gute komme, während wir behaupten, daß nur die Herren Wörmann und Genossen etwas davon prositiren. Und wir glauben beweisen zu können, was wir behaupten. Denn bei genauer Betrachtung wird man die Wörmann und Genossen doch wohl kaum mit dem deutschen Volke ver- wechseln. Am wenigsten werden dies die wetterfesten Seeleute thun, die bisher auf den Wörmann'schen Dampfern gedient haben und denen man in Gestalt von schwarzen Brüdern, von K r u- N e g e r n, so plötzlich so unangenehme Kon- kurrenten gegenübergestellt hat. Der Vorgang im Hamburger SeemannshauS ist viel zu wenig beachtet worden. Dort wollte Man die für die Wörmannfchen Schiffe bestimmten Neger Unterbringen. Das SeemannShauS ist zwar ursprünglich nur für deutsche Seeleute bestimmt, allein die„patriotischen" Herren Rheder scheuten sich nicht, die Neger in das See- Mannshaus zu weisen, ohne Bedenken, ob dadurch den deut- Sjen Seeleuten daselbst der Aufenthalt verleidet werden nnte oder nicht. Wir, die wir von jenen Kaufherren bei jeder Gelegenheit als aterlandslos" verschrieen werden, wollen nicht versäumen, die Herren Wörmann und Genoffen hierbei an ihre vaterländischen Pfichten zu erinnern. Jndeffen haben sich die Hamburger Seeleute selbst geholfen und bewirkt, daß man die.schwarzen Brüder wieder ausquartieren mußte. Die Hamburgischen Matrosen werden sonach von den Er- olgen der Kolonialpolitik noch weniger erbaut sein, als wir. Um o mehr Herr Wörmann, der sich nicht nurüberden steigenden Ab- atz der bekannten„scharfen Reizmittel der Zivilisation"— Schnaps zc.— freuen wird, sondern sich nun auch den Bezug billiger Arbeits- ' r ä f t e eröffnen und sichern will. Wir haben schon vor langer Zeit die Befürchtung ausgesprochen, die Kolonial- Politik werde den Kaufherren ganz von selbst die Gelegen- Mt geben, Neger als billige ArbeltSkräfte nach Europa ein- Kführen. Nun ist es soweit gekommen und die Herren mheder machen den Anfang. Wir glauben kaum, daß man Mit Vorstellungen von Humanität und Patriotismus die Rheder wird bewegen können, die Negereinfuhr zu ver- Meiden. Diese Herren sind keine so schwächlichen Seelen, die auf derlei Gründe hören; sie werden für dieselben eben- so unzugänglich sein, wie einst die Baumwollenbarone im ®tiben der großen Union für die Forderung der Abschaffung der Negersklaverei. Sonach stehen wir I5ö Feuilleton. lMadbnicf wrbolcn.)__ Germtn�l. L,zia!«r R»ma» v«» Emil« Z» l a. Einzig autorifirt« Übersetzung von Ernst Z j e g l« r. . Er entschuldigte die verbrecherische Handlungsweise der Meikenden Bergleute und griff in heftigen Reden das Vürgerthum an, welches er für Alles verantwortlich machte. �as Bürgerthum, sagte er, sei eS, welches dadurch, daß ,S der Kirche ihre alten Rechte und Freiheiten genommen, dieser Welt ein Zammerthal der Ungerechtigkeit Und des Leidens gemacht. ES seien die Bürger, welche jMrch ihren Atheismus und weil sie nicht zum alten Wommen Glauben der Väter, zu den brüderlichen Tra- Unionen der ersten Christen zurückkehren wollten, die Miß- JJ�ständniffe verlängern und eine schreckliche Katastrophe zmbeiführen. Und er hatte gewagt, diese Bürger mit der 7-nche des Himmels zu bedrohen und hatte ihnen verkündet, �enn sie fortführen, ihr Ohr der Stimme Gottes zu ver- Nvpfen, so würde Gott sich auf die Seite der Armen stellen, Mürdx den ungläubigen Reichen ihr Geld und Gut nehmen N« es den Armen und Demüthigen zuertherlen zum Zuhme seines Namens. Die Frommen zitterten. Der «otar erklärte, das fei der verderblichste Sozialismus; 7"e sahen den Abb- im Geiste schon an der Spitze einer Evolutionären Bande, das Kreuz in der Faust, die Ärgerliche Gesellschaft mit wuchtigen Hieben vernichtend. si*� Hennebeau, welchem man davon erzählte, begnügte pch, die Achseln zu zucken und sagte, wenn der geistliche zu unbequem werde, so würde der Bischof sie von ihm in Deutschland vor dem Versuch eines Neger- i m p o r t S, der volkSwirthschastlich eben so un- heilvoll ist, wie der C h i n e s e n- Z m p o r t, der bekannt- lich von denselben Rhedern zu gleicher Zeit versucht worden ist. ES versteht sich von selbst, daß wir keinen Haß gegen die armen Neger predigen, nicht den Samen der Erbitterung streuen wollen. Das sei ferne von uns. Diese Schwarzen werden ohnehin von der europäischen Zivilisation nicht sonderlich erbaut sein. Was sie bis jetzt erfahren haben, ist nichts weniger denn ermuthigend und tröstlich für sie. Daß sie bestrebt sind, ihre Lage zu verbcffern, ist natürlich; es wird sich nur fragen, ob sie verbessert wird, denn man weiß schon, waS eS zu bedeuten hat, wenn gegenüber.den einheimischen Arbeitern die ausländischen als„billig und willig" gerühmt werden. Die Neger aber haben jeden- falls keinen Einblick in die Verhältnisse und kennen die Wirkungen ihrer Konkurrenz auf die deutschen Arbeiter nicht im mindesten. Aber man ,weiß, daß die aesürchteste Geißel der Arbeiterklasse in Deutschland die Arbeitslosigkeit ist. DaS wissen die Herren Rheder so gut wie wir, und dennoch scheuen sie sich nicht, in dieser Zeit der dauernden wirthschaftlichen und geschäftlichen KrisiS, die oft Tausende von Arbeitern zumal des Einkommens beraubt und die Löhne drückt, die furchtbare Konkurrenz der Neger auf den Arbeitsmarkt zu werfen. Denn wir geben uns keinem Zweifel darüber hin, daß die' Anwerbung von„schwarzen" Arbeitskräften sich nicht auf die Rhederei beschränken wird. Das Beispiel der Herren Wörmann und Genossen wird sehr schnell Nachahmung finden bei anderen Kaufherren, Industriellen und sonstigen Unternehmern, die ebenso wenig Bedenken haben, die Interessen der deutschen Arbeiter mit einer so verderblichen Konkurrenz iU schädigen. Im Reichstage halten diese Herren wohl- lingende Reden über die Beseitigung des Sklavenhandels und verlangen Millionen zu diesem Zweck, während immer wieder die Behauptung austaucht, im Togo-Gebiet dauere der Sklavenhandel fort. Wir wissen nicht, waS daran wahr ist; aber eS kommt auch weniger darauf an. Denn während im Reichstage hochtrabende Redensarten gegen den Sklavenhandel in Ostafrika losgelassen werden, macht man den Versuch, die deutschen Arbeiter unter das Joch einer mörderischen Konkurrenz zu beugen und sie in eine Lage zu bringen, die nach Maßgabe unserer Zivilisation für unsere Arbeiterbevölkerung schlimmer wäre, als für die Neger in Aftika die wirkliche Sklaverei. Und das Alles, damit man weniger Lohn zu zahlen braucht und weil die stumpfen Neger natürlich alle Willkür leichter ertragen, als die intelligenten und selbstbewußten deutschen Arbeiter. Man hat natürlich in den Blättern, die die Aufgabe haben, die Interessen der Herren Rheder und der großen Kaufherren zu wahren, den Versuch gemacht, die Verwen- Und während so allerhand Schrecken daS Land erfüllte, lebte Stephan in R-quillart in der unterirdischen Höhle Jeanlin'S. Niemand glaubte ihn so nah und Niemand hätte ihn dort unten gesucht. Den Eingang des verlassenen Schachtes versteckten Schlehen und Hagedorn, welche zwischen den Resten des zerfallenen ThurmeS wucherten; man mußte sich an den Wurzeln bis zu den ersten Stufen der Fahrten hinabgleiten lassen; mußte in der erstickenden Hitze ein- hundertundzwanzig Meter tief die schlüpfrigen Leitern hinuntersteigen, und endlich eine Viertelmeile fast auf dem Bauche durch die zusammengedrückten Gänge bis zu dem unfindbaren Versteck kriechen. Stephan hatte dort reichen Vorrath von Lebensmitteln und WachholderschnapS gefunden: daS Heulager war weich und die Lust lau. Nur das Licht drohte ihm bald zu fehlen. Jeanlin, glücklich, den Gendarmen ein Schnippchen zu schlagen, versorgte ihn mit allem Mög- lichen, hatte ihm eines Tages sogar Pomade gebracht; doch es mochte ihm nicht gelingen, ein Packet Kerzen zu erwischen. Vom fünften Tage an zündete Stephan nur zum Essen sein Talglicht an, denn er brachte nichts hinunter, wenn er im Dunkeln aß. Diese tiefe Nacht, dieses ewig gleiche Schwarz war sein größtes Leid. Mochte er auch in Sicher- heit schlafen, mochte er Brot haben und nicht frieren, niemals hatte die Nacht so schwer auf seinem Hirn gelastet; sie schien ihm zeitweise sein Denkvermögen zu vernichten. Jetzt lebte er vom Diebstahl, und trotz seiner kommunisti- schen Theorien lehnten sich die Skrupel seiner Erziehung dagegen auf. Er begnügte sich mit trockenem Brot und beschränkte so viel wie möglich seine Mahlzeiten. Aber waS sollte er thun? Er mußte doch leben, denn seine Aufgabe war noch nicht erfüllt. Noch eine andere Schmach bedrückte ihn, das war die Erinnerung an seine wilde Trunkenheit, welche ihn mit dem Messer in der Hand auf Chaval geworfen hatte. Ein unbestimmtes Entsetzen packte ihn, Furcht, Ekel vor dem Erbübel der Trunksucht, das dung von Negern und Chinesen als harmlos und als noth- wendig darzustellen. Das sind Alles elende und trügerische Spiegelfechtereien. Die deutsche Regierung, die deutschen Volksvertreter, daS gesammte Volk mögen auf diese Dinge Acht haben, da- mit man sich bei Zeiten der Gefahr erwehren kann und damit wir nicht die schlimmen Erfahrungen machen müssen, die Kalifornien gemacht hat. Läßt man sich durch die Vorspiegelungen der Importeure von Kulis und Negern täuschen, so wird man eS binnen ganz kurzer Zeit sehr schwer zu bereuen haben. Denn die Schädigung, die da droht, wird die gesammte Bevölkerung treffen. Ptattkifihe Uebcrfirht. Die Lebenvmittelvertheurer theilen sich mit den S p a r- a v o>t e Ist, in den Ruhm, die arimmigsten Feinde de« Nationalwohlstands zu fein. Die Herren beider Kategorien wollen das natürlich nicht Wort haben, im Gegentheil, sie führen den„Nationalwohlstand" mit ganz besonderer Vorliebe in, Mund und spielen sich selbstgefällig als dessen eifrigste und wirksamste Förderer auf. Allein so lange es persönliche und Sonderinteressen giebt, haben sich dieselben des Gemeinen Besten als Aushängeschild bedient, und mit um so größerem Eifer, je schroffer und rücksichtsloser sie das Gemeine Beste verletzen. Man braucht aber nur die Phrafenhülle und den Nebet von Sophismen zu entfemen und den Keim der Sache bloßzulegen, so liegt die Wahrheit klar und einem jeden faßbar vor uns. Wer die Lebensmittel künstlich vertheuert, vertheuert dadurch die Arbeit und die Produktionskosten aller Waaren. Das ist ein Satz, der nur von krassen Jgno- ranten, die das ABC der Nationalökonomie nicht kennen, be- stritten werden kann. Aus diesem Satz aber ergiebt sich mit zwingender Logik, daß ein Staat, der die Lebensmittel durch Zölle vertheuert, feine Jndustiie mit einem künstlichen Gewicht belastet und sie ander«. Staaten gegenüber, die solche Zölle nicht haben— oder wenigstens keine so hohen Zölle— m Nachtheil bringt und ihr die Konkurrenz erschwert, wo nicht gar unmöglich macht. Die Engländer haben daS begriffen und vor fast einem halben Jahrhundert die Kornzölle, die ihre kapitalkräftige Industrie vom Weltmarkt zu verdrängen drohten, unbekümmert um da« Geschrei der Lebensmittelvertheurer, ab- geschafft. Und dank dieser klugen Maßregel der nationalen Selbsterhaltung ist England bis zum heutigen Tage noch allen übrigen Staaten voran auf dem Weltmarkt. Wir Deutsche haben den LebenSmittelvertheurern„die Klinke der Gesetzgebung" in die Hand gegeben und unsere emporstrebende Industrie erleidet Rückschlag um Rückschlag und wird immer mehr von dem Weltmarkte verdrängt. Die Exportlisten der letzten Jahre beweisen dies für jeden Denkfähigen; sie stellen die Thatsache außer Zweifel, daß die„nationalen" LebenSmittelveriheurer unsere Industrie zer- stören und die schlimmsten Feinde de« Nationalwohlstandes find. An Gefährlichkeit und Gemeinfchädlichkeit find ihnen höchstens die Sparapostel gleich, welche das Volk zwingen ihm, sobald er ein paar Tropfen Alkohol nahm, allerhand Mordaedanken in den Kopf jagte. Sollte er als Mörder enden? In seinem Denken fand eine Reaktion statt, die ihn gegen seine sozialen Theorien auflehnte. In diesem tiefen Frieden unter der Erde versteckt, hatte er in den ersten Stunden eine Uebersättigung empfunden, und einen Greuel vor den begangenen Gewaltakten. Er hatte zwei Tage lang ununterbrochen geschlafen und war mit demselben Ekel er- wacht, der ihm den Mund mit bitterer Galle füllte ihm die Glieder wie gerädert lähmte, und den Kopf wüst und schwer machte, wie nach einem Gelage. Eine Woche war vergangen. Die MaheuS, welchen er durch Jeanlin Bot- schast geschickt, konnten ihm kein Licht senden, und er mußte selbst im Dunkeln essen. Jetzt blieb er stundenlang ohne Bewegung in seinem Heu ausgestreckt und verworrene Gedanken, die er früher nie gehabt, bestürmten sein Hirn. Es überkam ihn ein gewisses Gefühl der Ueberlegenheit über feine Kameraden. Nie hatte er so viel gegrübelt, und er fragte sich, warum er am Tage nach jenem großen Sturmlauf von Grube zu Grube solch einen Abscheu vor seinem Thun gehabt? Doch die Erinnerung .....- �, Dreitausend �über die Landstraße geschleppt! Trotz der qualvollen Finsterniß begann er, sich vor dem Tage zu fürchten, wo er wieder in das Dorf zurück müßte. Was für ein Leben führten sie t.«v ZBsjsuvwngepfercht in der engen dumpfiigen Stube! Nicht Einer, mit dem er ein ernstes Wort über Politik sprechen konnte! Immer dieses viehisch stumpfe Vegefiren ,n der zwiebelranzigen Lust! Er hätte das Ü�er �nen weiten, hätte sie erheben mögen zum Wohlleben und den feineren Gewohnheiten des Bürger- standeS, indem er die Herren aus ihnen machte— aber wie 1 wollen, sich aller der Beauemlichkeiten und Genüffe zu ent- Ichlagen, welche die moderne Industrie und Kultur den Menschen darbeeten. W-nn daS deutsche Volk den Predigten dieser Sparapostel sein Ohr leihen, von Wasser und Brot leben, in Leinwand oder gröbste Wolle sich klnden, in Bretterbuden oder Lehm. Hütten wohnen wollte— dann können die meisten Fabrikanten ihre Fabriken schließen und unsere Industrie könnte sich be- graben lassen. Zum Glück ist das deutsche Volk nicht so dumm— es hört nicht auf die Sparapostel und wird auch dem gemein. schädlichen Treiben der LebenSmittelvertheurer ein Ende machen. Und zwar hoffentlich bei dm nächstm Wahlen! De« Wiedereintritt de« früheren Ministers von PnttKanrer in'S parlamentarische Lebm glossirt d,e„Franks. Ztg." wie folgt: „Länger als ein Jahr hat er des beschaulichen LandlebmS Muße ertragen und wenn er'S jetzt richt länger mehr tragm will, so entspricht das seinem Naturell, daS ihn nun einmal auf die„Pose" vor der Oeff-ntlichkeit verweist. Sollte er aber aus der Rolle, die er Jahre lang am Ministertisch zu spielen bemüht war, dm Schluß ziehen, der parlamentarische Lorbeer werde für ihn leicht zu greisen sein, so dürfte er schnell die herbstm Enttäuschungen erlebm: jene frivole Süffisance, mit der er als Minister es fertig brachte, sich bis in die Reihm der Konservativen hinein unangenehm zu machen, ist ein gefährliches Ding für einen„beliebigm" Abgeordneten und nun erst gar für einen, der, wie Herr von Puttkamer, ein berüchtigtes„Snstem" mitsammt dm„Richt« gmtlemm und Schuftm", dm Lockspitzeln u. dergl. auf dem Kerbhol» bat! Sollte Herr von Puttkamer auf die Würde eines Präsidenten des Reichstags sich Hoffnung machen, so wird er bald erkmnen, daß seine Rcchnung ein großes Loch gehabt, daß er darin die allgemeine persönliche Achtung, die bei dieser Wahl zum Aus druck zu kommen pflegt, außer Ansatz ge- lassen hat. Darum sollte die Opposition sich freuen, wmn Herr v. Puttkamer unter der Fahne des Kartells als Vertreter eines pommerschen WahIfleckmS in dm Reichstag einzieht; eine bessere Gelegmheit, der Welt offmbar zu machm, welche Rull dieser Mann ist, welche Armseligkeit sich viele Jahre hindurch mit dem PortefmilleS des Kultus und des Innern gespreizt hat, kann es gar nicht gebm. Unbehaglich sollte dabei nur den Kartellmännern zu Muthe sein, denn gleiche Kappe, gleicher Bruder, denkt daS Volk. Platz darum der gefallenen„Größe", wenn sie in das Parlament einzieht, um zu zeigen, wie klein sie eiaentlich gewesen ist!" Gw Theil der Kartellpresse ist anscheinend geneigt — trotz der Mahnung der Parteivorstände, jeven Streit in der Presse zu vermeiden— die Streitaxt gegen die äußerste Rechte zu erheben und unter der Flagge des Kartells das Kartell selbst zu stören. So lesen wir in der„Köln. Ztg.", die biöweilm über die Stimmungen in der Umgebung des Reichskanzlers unterrichtet ist: Die Stöckerianer schielm in dem Winter ihres Mißver- §ügens nach der großen Heerschaar der welfischm Exzellenz ruber und lassen die Lockmelodie von dem konservativen chenbrödel und dem nationallrberalm Kartell gern auf sich wirken. Die hochzuverehrenden Antisemitm und Reaktionäre gehen aber noch weiter: sie sp:kuliren auf eine Wahlniederlage des Kartells. Und sie stellen diese Wahlniederlage des Kartells nicht nur in ihre politische Rechnung ew, sondern sie sind auch nicht abgeneigt, dieselbe theils durch Unthätigkeit und Stimmmthallung, theils durck positive Gegnerschaft herberzuführm. Es nutzt nichts, angesichts dieses bösartigen und frivolen TreibmS den Kopf in dm Sand zu stecken und eine schwächliche und nutzlose Vertuschungspolitik zu treibm. Es gilt, den Dingen mulhig ins Auge zu sehen, sich, auf sie einzurichten und die praktischen Konsequenzen aus denselben zu ziehm. Wer die Sprache der kceuzzeitungSritter- lichcn Blätter verfolgt, der kann nicht darüber im Zweifel sein, daß diese Herrschaften negativ und vielfach auch positiv alles aufbieten werden, um dem Kartell bei den Wahlen einm Miß- erfolg zu bereiten und so die Regierung auf die klerikal-reak. tionäre Mehrheit anzuweisen...„Reichsbote" und„Kreuz. zeituna" hetzm gegm die vom Kaiser ausdrücklich gebilligte Karte llpolitik als einm prinziplosm mittelparteilichen Opportu- nismus, welcher die großm konservativen Grundsätze und Ge- sichtSpunkte erdrücke und überall„Verstimmung, Pessimismus und Wahlüberdruß erzeugt. Die„Kreurzertung" meint, „man werde schon sehen", und der„Reichsbote" will, nachdem er genug gewamt und gemahnt hat,„die Dinge ihren Lauf nehmen" lassm. So malt sich in dm Köpfen der Stöckerianer die Welt. Wer nicht zu Schaden kommen will, der wird diese Stimmungszeichen beachten und im Geiste einer zur Abwehr entschlossenen Politik nach links und rechts verwerthm und berücksichtigen müssm. Wie sich diese„Abwehr nach rechts" mit d-m Kartell ver- einbarm läßt, für welches zu kämpfen die„Köln. Z." vorgiebt, ist unerfindlich, da da« Kartell die„Stöckerianer" einschlreßt. Unter dm„praktischen Konscqumzen", von dmen das rheinische schwer, wie langwierig würde das sein! Der Muth schwand chm; nie wird er vermögen, in dieser Galeere des Hungers dm Sieg abwartm zu könnm. Langsam lösten die Eitel» keit, ihr Chef zu sein, die Sorge, für sie denken zu müssen, ihn von seines Gleichen los, es war, als sei ihm die Seele ernes der Bürger eingeflößt, die er haßte. Eines Abmds brachte Jeanlin ein Stückchen Talg- licht, welches er aus der Laterne eines Fuhrmannes gestohlen hatte. Das war eine große Linderung für Stephan. Wenn jetzt da» Dunkel anfing, sein Brüten stumpf und blöd zu machen, wenn es auf seinen Schädel drückte, daß er glaubte, den Verstand zu verlieren, zündete er sein Licht an; und sobald der Alp verschmcht war, löschte er es wieder auS, geizig mit dieser Helle, die er zu seinem Fortbestehm unmtbehrlich werdm fühlte, wie das Brot. Das Grabes- schweigm fing an, ein ewiges Summen in seinm Ohrm zu erzeugen. Er hörte nichts, wie das Rascheln der Mäuse und Rattm, daS knattemde Stöhnen der unter der Last des Berges nachgebendm Stützm und das feine Geräusch einer Spinne, welche ihr Gewebe flocht. Mit offmm Augm lag er so in dem laüm Dunkel, und seine Gedanken kehrten immer wieder zu dm Kameroden zurück: was mochten sie jetzt be- ginnm, und was von ihm erwartm? Sie im Stich lassm, wäre ihm die erbärmlichste aller Feigheitm erschienen, und wmn er sich versteckte, geschah eS, um frei zu bleibm, rathen und handeln zu könnm. Aber sein langes Träumen gab seinem Ehrgeiz eine positive Gestalt: Er hätte, ehe er Größeres erreichm würde, inzwischen Pluchart sein mögen, hätte die Handarbeit ganz aufgegeben und sich nur mit Politik be- fassen wollen; doch allein, in einem sauberen Zimmer, weil die Kopfarbeit den ganzen Mmschen absorbirt und die größte Ruhe bedingt. Gegen Ende der Woche erzählte ihm Zeanlin, daß die Gendarmen glaubtm, er sei nach Belgim gepflüchtet, und Stephan wagte es. Nachts aus seinem Versteck hervorzu- klettern. Er wünschte sich Klarheit über den Stand der Dinge zu verschaffm und sich darüber ein Urtheil zu bildm, ob es gerathen sei, dm Widerstand zu verlängern. Schon vor dmr Streike hatte er heimlich vn dem Siege gezweifelt; er hatte sich dann von den Ereignissm hinreißm und be- Blatt redet, ist wohl nur die Bekämpfung der„RechtSkonser- vativm" zu verstehm, wie denn auch die„Rat.-Ztfl." an die konservatiom Wähler von Bielefeld drobmd die Mahnung gerichtet hatte, einen anderm Mann als Herm von Hammer- stein als Kandidatm aufzustellen, da die Nationalliberalen für ihn und seines Gleichm keinesfalls stimmm würdm. Die Antwort auf diese Mahnung ist schnell ergangm. Sie gilt zugleich den Ausführungen der„Köln. Ztg." Aus Bietefeld kommt folgmde Nachricht: Freiherr von Hammerftein ist ein- stimmig von der konservativen VertrauenSmänner-Versammlung al« mdgiltiger ReichStagSkandidat für Bielefeld.Wiedmbrück aufgestellt worden. G« erscheint der„Nation nicht««möglich, daß die Frage de« Sozialistengesefcee als Wahlparole aus. gegeben werde. Unb man muß es dem freisinnigm Blatte zu» geben— seine Kombinationen stützm sich auf Umstände und Thatsachm, die auf den Gedanken hinleiten. Osfiziöse Stim- mm haben wiederholt erklärt— neuerdings ist es die„Staatm- korcespondenz", welche dasselbe wiederholt—, daß die Regie. rung an der Nothwendigkeit der Ausweisungsbefugniß strikte festhalte, und daß sie gegebenen Falles an dieser Frage daS Gesetz scheitem lassm wurde. Die„Nation" denkt sich die Ent- Wickelung etwa folgendermaßen: „Die Regierung vermeidet es, die Nationalliberalm schon jetzt zur Nachgiebigkeit zu zwingm; denn damit ginge daS So- »ialistengesktz als Wahlparole verlorm. Der Entwurf wird demnach im Reichstage in einer Form angenommen, die die Regierung verwirft; es kommt mithin gar nichts zu Stande. Da aber die Anhänger der Herren von Bennigsm und Mqu-l am Scheitem des Gesetzes betheiligt find, so könnte eine unmittelbare Auflösung koum zweckmäßig erscheinm, dmn in dem Wahlkampfe würdm unter diesm Umständen auch die Nationalliberalen, diese so brauchbarm Mitglieder des Kartells, in die groteske Lage einer Oppositionspartei gedrängt werden. Wmn dagegen die Auflösung zunächst vrrschoben wird, und die Nationallrberalm in der Zwischenzeit sich den eindringlichm Vorstellungen der Regierung, wie zu erwarten, zugänglich er- weism, dann bestände das Kartell in alter Herrlichkeit fort, und gleichwohl hätte man von allen im Augenblick benutzbarm Wahlparolen noch die auf ängstliche Gemütber am stärksten wirkmde zur Verfügung, nämlich die Frage des Sozialistengesetzes." Es ist nicht unmöglich, daß sich die Sache so oder ähnlich macht, wie hier kombimrt ist. Em Programm hat das Kartell so wenig wie die ihm angehörendm Parteim, auf welches es sich bei den Wahlen berufen könnte, und auf seine parlamen- tarischm„Thatm" wird es sich selbst nicht berufen wollm: denn dann würde ihm die Opposition das Spiel gründlich verderben. Es bleibt ihm also iveiter nicht« übrig, als eine „reizmde" Wahlparole. Und welche erscheint bei der sprich- wörtlich gewordenm Angst des Philisters um feine Ruhe wohl packender als die: Sozialistmgesetz oder Revolution!? Gegen da« Uriheil de« Reichsgericht«, welches jede öffentliche Auffordemng zum Verrragsbruch, also zur sofortigen Arbeitsniederlegung ohne Kündigungsfrist als strafbar erklärt, führt die„Vosfische Zeitung" unter anderem aus, daß im Saar- gebiet das Allgemeine Landrecht, auf welches das Erkmntmß des Reichsgerichts Bezug nehmen loll, garnicht gilt. Im Uebrigm heißt es auch in dem{5 271 Theil I., Titel 5, des Allgemeinm Landreckits: In der Regel müssen die Verträge nach ihrem ganzen Inhalt erfüllt werten. Daraus geht hervor, daß auch das Gesetz Ausnahmen für zulässig hält. Wenn nun in dm Krersm der Bergarbeiter ein Ausstand beschlossen wird, fo wird nicht von vornherein auSgeschlossm sein, daß ein solcher Vertragsbruch nur eine Ausnahme sei, welche auf ganz besonderen Gründen beruhe. Ob diese Gründe zureichend leim oder nicht, haben die Civilgerichte zu entscheiden. Dmn§276 desselben Titels des Landrechts, welchen da» Reichsgericht be. handeln soll, bestimmt:„Wer eine Handlung zu leistm schuldig ist, kann dazu durch gerichtliche Zwangsmittel nach Vor- schrift der Prozeßordnung angehalten werdm." DaS Berggesetz schreibt nun allerdings eine vierzehntägige Kündigung vor, aber auch nur für dm Fall, daß nicht anderweite Verabredungen getroffen seim. Wmn nun Arbeiter- führer zur Einstellung der Arbeit auffordem, so ist damck noch nicht erwiesen, daß sie auch zum Konirakibruch aufgefordert haben; dmn es ist nicht unbedingt ihre Pflicht, sich über die Vertragsverhältnisse zwilchen Arbeilgebern und Arbeitnehmem zu unterrichten. Werden die Arbeiter durch ihrm Vertrag ge- hindert, zu einem bestimmten Zeitpunkt die Arbeit niederzulegm, so ist eS zunächst ihre Sache, diesen Emmand zu erheben. Unter allen Umständm wird es im Einzelfalle dm richterlichen Feststellung bedürfen, ob der Wille des Angeklagtm auf dm Konlraktbmch und nicht vielmehr lediglich auf die Arbeitsein. kellung gerichtet gewesen sei. Allein das angebliche Urlheil des Reichsgerichts findet überhaupt in dm Presse mit Recht viel- fache Anfechtung. Es ist in hohem Matze fraglich, ob selbst die Aufforderung zum Kontraktdruch als„Wldnstand gegm die Staatsgewalt" zu betrachtm fei, untm welchem Titel§ 110 im Stiafgesetzbuch erscheint. Niemand wird bezweifeln, daß eine Aufforderung, dm Polizeibeamtm Widmstand zu leistm, straf- geistern lassen, und jetzt, nachdem er sich an den Eewalt- alten berauscht und entnüchtert, kehrte er zu seinen ersten Zweifeln zurück und meinte, daß die Kompagnie ihnen niemals nachgeben werde. Aber er wollte sich diesen verzagten Gedanken nicht gestehen, denn eine namenlose Angst gälte ihn, wmn er an das Elend der Niederlage dachte und an die furchtbare Verantwortung für all das auSgestandme Leid. DaS Ende des Streiks bedeutete das Ende feiner Rolle; ein Augm- blick würde alle seine ehrgeizigen Träume zerschellen, und er war wieder das stumpfe ArbertSthim, war wieder verurtheilt zu dem traurigm Leben in dem engen Dorfe! Und ehrlich, ohne Hintmgedanken und ohne Selbstlüge bemühte m sich, feinen Glaubm und seine Begeisterung wieder zu finden, vmsuchte sich einzureden, daß dm Widerstand immm noch möglich sei, daß das Kapital sich an dem heroischen Selbst- mord dm Arbeit aufrerbm müsse. Zm ganzen Lande gab eS industrielle Katastrophm. Nachts, wmn Stephan übm die schwarze Ebene irrte, so wie ein Wolf nach Sonnmuntmgang aus dem Gehölz schleicht, schritt m an geschlosimm auSgestorbmm Fabriken vorübm, deren Gebäude untm dem farblosen Himmel zu verfaulen schimen. Die Raffinerim hattm besondmS ge- littm. Die Zuckerfabrikm Hoton und Fauvelle waren ge- fallen nachdem sie vmsucht, sich durch Entlassung eines TheileS ihrm Arbeitm zu halten. Zn dm Mchlfabrit Dutilleul feierte der letzte Mühlstein, und selbst die Tauschlägmei gleuzte, welche die stählernen Grubenseile anfertigte, ward durch die hartnäckige AuSdehnüng des Streiks ruinirt. Auch bei MarchimneS brannte kein Ofen mehr in dm Glasfabrik GageboiS; täglich mtließm die BauatelimS Sonneville neue Arbeitm; in dem Eismhammer heizte nur noch ein einziger Hochofm, und keine Koaksbatterie glühte mehr am Horizont. Dm Streik der Kohlmimte, welchm die seit zwei Zahrm herrschende industrielle Krise zam Ursprung hatte, machte dieselbe noch intmsivm und beschlmnigte die Katastrophen. Zu dm alten Ursachen, dem Aufhörm dm Bestellungm aus Amerika und dm Folgm der Uebmfpekulation, kam jetzt das Fehlen dm Kohle; dm Fabrikm, welche noch ar- tetm, ging das Brot ihrm Maschinm aus. Die Kom bar sei. Aber, daß beispielsweise die schriftliche Aufforderung eines Börsmspekulantm an seme Gmossen, an einem bestimmten Tage bestimmte Liefmungen, zu dmm sie vmtragSmäßig ver- pfl chtet find nicht zu leistm, als Widerstand gegen die Staats- aewalt gekennzeichnet werden könnte, wird Niemand glauben. Und doch ist auch diese Auffordmung eine solche, daß sie nach dem angeblichen Erkmntnisse de« ReichsanichteS strafbar wäre. «inen große« moralljchen Sieg habm die Berg- arbeitm errungen, einm Sieg, dm werttragende Folgen haben kann. Ihr beharrliches Festhaltm an ihren Beschlüssen, ihr be- sonnmm, sachlichm Kampf gegm die Ungedührlichkeit der Zechmvnwaltungm, die konsequente Vertheidigung ihrm gerechten Sache habm ihre Feinde zu dm Einsicht gebracht, daß eS besser und richtig« sei, mit ihnen Friedm zu schließm rmd die Steine des Anstoßes aus dem Wege zu raumm, als sich ihnm weit« zu widersetzm. Die Zerchm des Siege« der Berg- lmte findm wir zunächst in zwei Thatsachm. Der Bergassess« Krabl«, bisher dm entschiedenste Vertretm des Interesse« der Grubenverwaltungen, ein Mann, der sich starr verhielt gegen die Forderungm dm Arbeitm und sich weigerte, die Arbeiter zu empfangen und ihre Klagm und Beschwerden anzuhören, der den Forderungen der Bmgleute jede Berechtigung absprach, — diesm Mann hat nach dm„Köln. Volks-Ztg." nunmehr ge- maßregelte Arbeitm äußerst freundlich empfangm, eine längere Untmredung mit ihnm gehabt und ihnen Arbeit versprochen. Die Bmgkmte haben diesem Manne also Achtung abgezwungen. Die« ist eine Thatsoche. Die andere Thatsache findm wir in dm„Köln. Ztg." Da« Blatt schreibt: „Soweit unsere Erkundigungm reichen, bricht sich die lieber- zeugung auch in diesm einflußreichm Kreisen(aon Kreism der hervomagmdsten Arbeitgeber ist die Rede) immm mehr Bahn, daß da« fiühme patriarchalische Verhältniß wmigsten« für die großm industriellen Unternehmungen, namentlich diejenigm i» Besitze von Aktiengesellschaften, nicht mehr aufiecht zu erhalten ist, daß eine grundsätzliche Gleickbmechtigung zwischen Arbeit- gebmn und Arbeitern an die Stelle zu tretm hat. Jmvrer weitere Kreise wmdm zu dieser Ueberzeugung bekehrt, die»u- verlässige Anbahnung eine« daumndm, nicht von außm künst- lrch hineinaetragenm, sondern au« innerer Noihwendigkeit her- ausgewachsmm Friedens verbürgt. Wir glauben, daß es nicht mehr lange dauem wird, so dürfte Geheimrath Freiherr v. Stumm mit sein« unbedingten Ablehnung der Arbeitmau«' schüsse und seinm Bekämpfung dm Grundlagen der Oechel- häusn'schm �Vorschläge unter dm großm Jndustriellm vv« Rheinland und Westfalen allein stehen." Also das patriarchalische Verhältniß, da« 8*' hältniß zwischen Hemm und Dimer« oder Knechten, ist nif aufrecht zu«halten, an dessen Stelle muß die Gleichbere«' tigung zwischm Arbeitem und Arbeitgebern tretm.— Di«' Einficht ist den Hmren nun mdlich gekommm. Etwa« spat zwar; denn wenn sie ehm gekommen wäre— und sie halte dm Hmrm eher kommen können, wenn sie sich die Mühe ge' nommm hätten, auf dm Pulsschlag der Zeit, auf die Rezunge" der Volksseele, auf das Pochen des neuen Geistes an morschm Stützen der Gegenwart zu horchen— dann wäre manches Uebet verhütet wordm. Jedoch— sie ist gekomwea- und das ist der große moralische Sieg dm Arbeit«, den" errungen haben. Sie haben ihre Gegner zur Anerkennung ihr" Mmschmrechte gezwungm, ihnm Achtung abgenöthigt— � Umstand, der ihr Selbstbewußtsein stärkm, ihr Ansehm heb" muß. Sind die Zechenverwaltungm und die Sprachrohre d? öffentlichm Meinung& la„Köln. Ztg." ehrlich gewillt, n"» ihrer dermaligm Erkmntmß immer zu handeln, so dürfle da» von dm segensreichsten Folgm sein. Allerdings werden f' dadurch die weiteren EmanzrpationSbestrebungm der Arbeit" nicht hindern, aber sie werden sich in friedlichen Formen vo� ziehm. Und das ist im Int« esse dm gesammlen Mensch»" nur zu wünschm. M' Kartellbr-Üder in Esse« haben bekanntlich schloffen, für dre beooistehendm Wahlen sich der Wahl zu hallen.„Die heutige wirthschaftliche Bewegung in»"' halb weiter Kreise der Arbeitmbevölkmung de« � L freist« sei„von den aegnensck-n politrschm Parw" zur Stärkung ihre« Parteieinflusses mißbraucht den"; es muß also! der„nationalm Partei im Interesse � gesammten Vaterlandes daran liegm, Beruhigung inner«� dieser Kreise hervorzurufm". Dm Abgang ist gut; ein wab'" Knalleffekt! DaS hmchlerische Reptil in Köln äußert sich den Beschluß:. „Wir würdigm und achtm die Beweggründe diese« schlusse«, ab« wir könnm uns nicht dm Ansicht anschli»", daß die Wahlbewegung sich mfrmlicher gestaltm würde, w«? die besonnenen Parteien sich zurückhalten und daS FelbJJ, mitten einm päbrenden Zeit dm exiremmm Parteim zur 7. ockmung überlassm. Gewiß haben in einem von so»'l>" Fragen nmvö« durchzittmtm Zeilalt« diejmigm Parts"), welche die Klassmgegensätz« im Geist echtn sozialpoli«�, Für orge auszugleichen und zu vmsöhnm suchm, einm schW�A Stand und vermögen eS nur schwer, dm Stimme der Verv"'. un��ößtgunßJbüben�jme�brä&en�Gehö����mfch� pagnie hatte der allgemeinm Flauheit dm Geschäfte geC über schon seit Monaten ihrr Forderung beschränkt,% Borräthe waren sehr gering gewesm und fanden sich" Ausbruch des Streiks bereits Ende Dezember vo"" erschöpft. So hing Alles zusammen; der Sturz deS Andern mit; jedes größme Unternehmen, � � den Untergang% Valenci-Z? riß dm zu Grunde ging, zog ein zweites in.... und selbst in den Nachbarstädtm Lille, Douai, warm einige BankimS in Mitleidmfchaft gezogen,- sich gepflüchtet und viele Familim in Unglück gestürzt- Oft blieb Stephan auf seinm nächtlichen Wanderu�� an dm Biegung eines Weges plötzlich stehen und horch; � die erstarrte Nacht, als könne m die Trümmm indusw' � Untmnehmungm zusammmbrechm hörm. Dann athmels� mit mächtiger Lust die Finsterniß; eine Freude a" jjj< weiten Nichts erfüllte fein Herz und es war ihm, als � die aufgehende Sonne nur noch die Trümmm der a Welt befcheinm. � Abm die Gruben dm Kompagnie intmefsirten sonders, und m schritt von einm zur andern, glückü� jeden Schaden, von dem er erfuhr. Zn den sich selbst,-� lassmen Stollm fandm Erdstürze statt; übm dm � M/fii Gallerien von Mirou hatte sich dm Bodm dermaßen ö daß die Chaussee von Zoiselle auf einer Strecke von 9 � Meter versunken war, wie nach einem Erdbebm. pagnie bezahlte, ohne zu handeln, dm beschädigtm® fsi« besitzmn, was sie vmlangten, damit übm diese Unf"" �- Lärm geschlagen werde. Crevecoeur und die MW„n® dmm Gestein sehr weich war, verschüttetm sich ssv., mehr, Zn Feutry-Cantel, hieß eS, feien zwei Aufffh Kit- dm zufammmstürzendm Felsen hegrabm wordm;. toire sei von Grundwassem überschwemmt, und � Thomas müsse eine Strecke von einem Kilometn LanS.� gemaum wmdm, weil die Stützm von allen Seiten° � So gab es stündlich neue Schädm, neue Breschen in" e" dmde dm Aktionäre; die Gmbm drohten zu verdera»«n die DmrerS von Montfou, welche sich in einem 3«� f1 verhundertfacht hatten s-bie««, sich noch und«ach> ----------------»vv«�v|WVU in �»»»» verhundertfacht hatten, schimm sich nach und wmthen. Diesm Unfällm gegenübm erwachte von ZW S»! SZ Vv N- jedenfalls wird es von hohem Interesse fein, zu beobachten, mwiefern die Parteiveihältnisse sich infolge der wiederholten »usftandsbewegung verschoben haben. Am erwünschtesten wäre W, wenn die Arbeiter im gleichen Mahe dem Gängelbande d« Ultramontanismus und der Sozialdemokratie entwüchsen und einen klassenbewußten, aber nationalgefinnte« Kandidaten ausstellten, der es sich angelegen sein ließe, aus dem Boden der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung die praktischen Arbeiterinteressen»u vertreten und den Antheil der Arbeiter an dem Ertrage der nationalen Arbeit zu steigern. Eine der artige, von allen sozialdemokratischen Phantastereien und Schul «einungen absehende Arbeiterbewegung wäre ein entschiedener und bedeutsamer Fortschritt über den bisherigen Zustand Hin- au«, und es wäre zu überleoen, ob die nationalen Parteien dleselb« nicht dort, wo der Boden für dieselbe günstig ist, be- günstigen könnten.� Dazu nur ein paar Worte. Hier empfirhlt die»Köln. Ztg." dm ArbeiternLprakirsche Interessen im Auge zu haben, darnach trachten, daß ihr Antheil an dem Ertrage der nationalen Arbeit sich steigere. Als die Arbeiter im Mai d. I. dies that- «tlich versuchten, wurden sie von derselben»Köln- Ztg." auf« ünstäthigste beschimpft. Wer vermag es, diesen Widerspruch B. alles, das die Denkwerse de«»nach Bildung und «esttz maßgebenden Schichten de« deutschen Volke«" vertritt, tu töien? «in konservative« Zlrtheil über die offiziöse Presse. Die dochkonservairoe»Nordoeutsche R-ichSpost" schreibt ebenso '»ffend wie derb:»Es ist ein Unglück für unsere Nation, daß «lr eme so feile Presse haben, eine Presse, die schmarotzt aus Fleischtöpfen Egypten«: daß wir gerade heutzutage in dem «lande, der hauptsächlich an der Volksbildung arbeitet, so viel verdorbene« Gefindel befitzen, dessen einziger Trost Ricklingen lArbeitskolonie bei Neumünster) wäre, wenn e« keinen Welsen» lvnds oder keinen Preßfonds gebe. Möchte stch doch endlich «umal unser Volk losmachen von diesen Preßbanditen, die für »els deutsche Ehre morden! Was die Meuchelmörder in Italien «st ihren erkauften Dolchen find, da« find diese Preßbanditen, "uch wenn sie sich für pnoilegrrl halten. Es wäre wirklich ein- «al an der Zert. daß unser Volk auch bei den Wahlen zeige, iv»ß e« dieser Penfionäre überdrüsfig ist, und daß e« ehren- ufie Männer will Z-igt euch als freie, unabhängige, wahr- uft christliche Männer und laßt euch nicht den Kopf verdrehen vurch Schreiber, deren Gewissen in ihrem Geldbeutel steckt!" � Ktargavd» s. Dezrmber. Im Wahlkreise Randow- Ereile, Hagen hat die Arbeuerpartei zwei Volksversammlungen ungehalten, in welcher der tozialdemokralische Kandidat Herr pursten-Berlin referirte. Die erste Versammlung fand im «chmidl'schen Lokale zu SydowSaue(bei Po dejach) statt und !®ur dieselbe sehr stark, von etwa 500 Personen, Arbeiter aus xv ganzen Umgegend besucht, welche den Ausführungen de« ?rferenten mit gespanntester Aukmerksamkeit lauschten, denn Jjlele von ihnen höiten zum ersten Male einen sozialdemokratischen «rdner sprechen. Ueberwacht wurde die Versammlung von u«n Amtmann Schulze au« Clebow, der infsolchen Sachen wohl ein Neuling ist und der fich inzwischen wohl informirt «torn wird, deshalb wollen wir sein Verhalten hier nicht N« kritifiren. Die zweite Versammlung fand am Montag Abend in der Bredo-ver Brauerei statt und war gleichfalls etwa 500 Personen besucht. H-rr Köisten sprach in klarer verständlicher Wecke über die Bergarbeiterbewegung, die Zollgesetzgebung, die Kaaliliorsfieiheit, die Sozialreform und ,°.u« Verhallen der Kariellparteicn. Im Sinne de« Referenten uj�achen dann noch die Serren F-itz Herbert, Dinse und Göhr. Vorfitzende Herr W-s-dkau theilt einen Fall von der 'Höflichkeit" der Polizeibeamten mit. Die Bescheinigung über zst V-rsammlungSaomeldung habe der Polizist mit den Korten überreicht:»Da haben Sie den Wl'ch". Er glaube «cht, daß die vorgesetzte Behörde ein solches Verhalten dulden «urde. Au» Kachle» schreibt man uns: Der erfolgreiche :"" e n, welchen ne durch ihren eigenen ueoereiser oen coziai- ?«ok,aten verschafft haben um jeden Preis wieder au« der Alelt schaffen.»W nn»wei dasselbe thun, ist es nicht dasselbe" � denken ,die biedern K-rtellbrüder. WaS einem Kartell- �uder Aecht ist., st einem Sozialdemokraten nicht »Schwarze Listen" verbreiten, m ßliebige Arbeiter in r!?vr»s erklären, die soziale Acht über Sozialdemokraten ver- c®n9en, gegen die Sozia demokraten eine Saalsperre organi» �— d a« ist recht und gut, ja sogar ein verdienstliche« Mk. Wenn aber die Sonaldemokraten den Svieß um- k h e n, den Herren Boycottern mit gleicher Münze heim- Men, so ist hos unrecht, an Hachverrath streifend, zum min- «en ein grober Unfug. .Und leider giebt rs Behörden, die fich solchen Anschauungen länglich gezeigt haben. Der Vorstoß der Chemnitzer ».«tshauptmannschaft ist bekannt. Dann folgte ine i ve« b ener Polizeidirektion und unmittelbar nach- die Dresdener Amtshauptmannschaft. 3a>ei auf diesen Gegenstand bezügliche I n t e r p e l- »�phan's Hoffnung, und er meinte, ein dritter Monat des ftandes müsse da« gefräßige Monstrum des Kapitals ?"' in Montsou die anfing dem Kaiserreich, daS diesen Verband zuerst er- v.Ä'gt hatte, Furcht einzuflößen. Die Regie konnte dem ?D«hen gegenüber, welches diese Ereignisse machten nicht Jw bleiben, und zwei Regisseure hatten sogar geruht nach >°nts°u zu kommen, um eine Untersuchung einzuleiten. � ch fie thaten die«, ohne ernstlich beunruhigt zu scheinen, ki. u,n nur der Form zu genügen und waren drei-läge •tuk? nneder abgereist, erklärend, daß sich Alles zu ihrer tttedenheit gestalte.. h�Aber von anderer Seite versicherte man Stephan, die haben im Gegentheil unausgesetzt Berathungen ge- &n. deren Gegenstand geflissentlich aller Welt verschwiegen '•»e kr n®ieä ließ ihn vermuthen, daß ihre Zuversicht nur Östliche gewesen: ihre Abreise erschien ihm fast w.e eine und er meinte, da die Regisseure � die�lmte in 3 «e�-Sen'orfen, sei der Triumpf der Sache der Arbeiter ein K 0*"� schon am nächsten Tage verzweifelterer wied�. Kompagnie, sah er ein, war zu mächtig und ,u reich, °erl,� schnell zu Grunde zu gehen; sie ��le Millronm F�n. fie gewinnt sie später wieder,'«dem sieben Ar- L�'hr Brot kärger zumißt. Als er emeS NachtS blS Jean-Bart aeaanaen war, erzählte ihm ein Wächter, ZSlw« � oer �glffeure. St Seif Deneulin sollte die Roth, jene Roth der Reichen, Menschliche sein. Er selbst war aufgerieben und gealt�t �vr Sorgen: seine Töchter kämpften elnen vNzwelfelten Ali 5�Segen die Lieferanten de« Hauses, um rhr letzte« Habe «n Rom zu rette». Man litt in den hungernden Hei?� weniger bitter, wie in diesem Bürgerhause, besten °°r den Dienstboten verheimlichten, daß fie nur noch � tranken.(Fortsetzung folgt.) l a t i o n en der sozialdemokratischen Landtagsfraktion wurden vom StaatSministermm nicht beantwortet, mit der Motioirung, daß die F-age der gerichtlichen Entscheidung unter- liege, der nicht vorgegriffen werden dürfe. Inzwischen gehen die Behörden vor, al« ob die Frage bereit« entschieden wäre. So erhielt am 14. d. der Redakteur der»Mittweidaer Zeitung", Buchdruckereibefitzer Walt her in Burgstädt, eine Strasverfügung de« Bür- germeisterS von Mittweida zugestellt, durch welche er wegen»Veröffentlichung einer Verrufserklärung" zu einer Haftstrafe von 14 Tagen verurtheilt wird. Natürlich hat Herr Walther sofort Beschwerde erhoben. Mit welchem Erfolg, da« muß abgewartet werden. Eine« ist aber jetzt schon mathematisch gewiß, daß dieser Feldzug zu Gunsten de« Boykotts von oben mißlingen wird. Die deutsche Ar- beiterwelt hat die wirthschaftliche Bedeutung ihrer Kund- s ch a f t begriffen, fie ist entschlossen, ihre ehrlichen Arbeiter- gioschen, so weit es sich machen läßt. Feinden der Ar- b e i t e r s a ch e nicht mehr zuzuwenden— und, bei dem vor- handenen SolidarilätSgefühl wird keine Macht der Erde die Arbeiter daran hindern können, diesen ihren Willen zur'Geliung zu bringen. Kann'S nicht in e i n e r Form geschehen, dann findet sich e i n e a n d e r e. Die Grgebuiss« der Erpeditio« Stanley'« werden im soeben erschienenen Dezemberheft von»Dr. A. Petennann'S Mittheilungen" in folgender Weise zusammengefaßt: »Die geographischen Resultate der Stanley'schen Expedition find sehr bedeutend: er hat das unbekannte Gebiet zwischen Kongo und Albert-See enthüllt, die Nilciuellen frage end giltig gelöst, ein neues Schneegebirge, in welchem Stanley da« Mond- gebirge der alten Geographen erkennt, nahe dem Aeyuator ent- .deckt und die Länder im Westen des Viktoria- Sees genauer erforscht. In seiner Hauptaufgabe war er weniger glücklich: wohl hat er Emin und die abgeschnittenen Europaer den Hän- den der Mahdisten entrissen, den Zusammenbruch seiner Herrschast hat auch er nicht verhindern können. Mit voller Berecktiaung wird jeder Menschenfreund beklagen, daß die Fruchte Jahrzehnte langer Bemühungen, die An- fänge europäischer Kultm und Gesittung im zentralen Afrika rettungslos verloren find, daß die aufopferungsvolle Wirksamkeit so vieler edelgesinnter Männer keine bleibenden Spuren hinterlassen soll; wohl darf der Geograph bedauern, daß weite Gebiete, deren Entschleierung durch Forschung«!«- sende aller Nationen wesentlich gefördert worden ist, in denen aber noch manche Fragen der Lösung harren, für Jahre, wohl Jahrzehnte hinaus verschloffen bleiben werden. Aber auf der andern Seite ist es doch als die beste Lösung der schwierigen Lage zu begrüßen, daß Emin zur Rückkehr fich entschlossen hat, oder richtiger: sich entschließen mußte,— ein Schritt, der ihm aller- ding« unendlich schwer geworden ist. Emin« Lage war auf die Dauer unhaltbar; Privatgesellschaften waren ttotz aller Mittel nickt im Stände, ihm die Unterstützung an Mann- schaften, Waffen, Munition, Vorräthen ac. zu liefern, welche zur dauernden Abwehr der kampfgeübten, sieggewohnten Massen der Mahdisten nöthig war: seinen Hunderten von Bewaffneten konnten diese mit Leichtigkeit eben so viele Tausende und Abertausende gegenüberstellen, welche schließlich die Minder- heit erdrücken mußten. Die Austechthaltung der Emm'schen Provinz konnte nur Aufgabe einer großen europäischen Macht sein: eine derartige Unterstützung, wozu in erster Linie die Eröffnung einer guten, durch zahlreiche Stationen geschützten Karawanen straße nach der Küste gehören mußte, konnte oder wollte unter den politischm Verhältnissen der Gegenwart keine Macht übernehmen, und so mußte die Räumuna der Aequo» torialprovinz und ihre Ueberlieferung an die Mahdisten als das geringere Uebel angesehen werden. Eines begeisterten Empfanges dürfen die so oft todtgesagten Männer nebst ihren zahlreichen Gefährten gewiß sein; Beide haben alle Kräfte eingesetzt, ihre Aufgabe zu erfüllen. Nach 14jährigem Aufent- halte in Zentralafrika kehrt Dr. Emin Pascha zurück, nachdem er seine Provinz am längsten von ollen ehemaligen egyptischen Besrtzunacn gegen den Ansturm de« MahdiSmu« veuheidizt hatte. Seinem Rubmeskranze hat Stanley, der Retter Lwing- stone's, ein neues Blatt eingefügt durch seine neueste That, die Errettung Emin Paschas und die abermalige Durchkreuzung des Kontinents." Großbritannie«. London, 13. Dezember. Der große irische BodenankausS- plan der Regierung, welcher die irische Agrarfrage mit einem Schlage gründlich lösen sollte, hat fich, wie es heißt, in eine weniger heroische Maßregel veiflüchtigt, welche, wie die»Times" hervorhebt,»keine Finanzoperation in fich schließen wird, welche dem Ministerium oder selbst dem Staate gefährlich werden könnte." Von einem zwangsweisen Güterankauf ist ganzlich Abstand genommen worden und die dem Parlament in nächster Session zu unterbreitende diesbezügliche Agrarvorlage wird nur auf eine weitere Ausdehnung der bekannten Lord Ashbomne'schen Akte, kraft deren Pächtern der Ankauf ihrer Güter aus Staat«- Mitteln erleichtert wird, hinauslaufen, wozu ein Kredit von nur wenigen Millionen Pfund erforderlich fein dürste. Frankreich. Paris, 14. Dezember. Bei der Berathuug über die geheimenFonds desMinifteriums desJnnern m der Deputirtenkammer bekämpfte Couturier lRadikal) den Gesetzentwurf al« unmoralisch und den republikanischen Grundsätzen zuwiderlaufend. Der Minister de« Innern, Constans, erklärt, die Regierung müsse Informationen, er- halten, um etwaige feindselige Versuche zu unterdrucken. Die hierfür verlangten Ausgaben sollten allem nn Interesse der allgemeinen Sickerheit verwandt werden und keineswegs für Prißzwecke. Der Kredit sei nothwendig zur Verthei- diaung der Republik. Au« der Genehmigung d,sselben müsse er ein Vertrauensvotum machen; wenn die Kammer den Kredit ablehne, werde er von seinem Posten zurück- tretm(Beifall links). Ernest Roche(Boulangist) meint, es sei die» gleichsam eine noch unbezahlte Rechnung, die man jetzt nach den Wahlen vorlege; wenn die Majorität den Kredit ge- nehmige, so geschehe dies aus Erkenntlichkeit für ihre Wohl- thäier(Beifall auf den Bänken der Boulangiften). Gmeon verlas im Namen mehrerer neuer Deputirten eme Erklärung zu Gunsten de« Kredit«.(Beifall auf der Linken und im Zen- trum). Chiche spricht gegen die Bewilligung und greift die republikanische Majorität scharf an, welcher er vorwirft, nur ihre Sitze im Hause schützen zu wollen.(Lebhafter Widerspruch link«) Nach heftizen Auseinandersetzungen zwischen den republikanischen und boulangistischen Deputirten beschloß die Kammer mit 332 gegen 166 Stimmen zur Berathung der einzelnen Artikel überzugehen. Die beiden ersten Artikel wurden mit grober Majorität angenommen und der Kredit von 1600000 FrcZ. mit 290 gegen 192 Stimmen genehmigt. Gevichks Rettung. Auf versachten Mord und auf v o r s ä tz l i ch e Kör- perverletzung mittel« eine« Revolver«, lautete die Anklage, welche gestern vor dem Schwurgerichte de« Land- gerichts>. verhandelt wurde. Au« der Untersuchungshaft wurde der 44 jährige Johann Carl August H a n n a s k e vorgeführt, weliber der ihm zur Last gelegten schweren Strafthaten zwar im Wesentlichen geständig war, aber durch begründete Eifer- fuckit halb von Sinnen gewesen sein wollte. Der That bestand ist em höchst einfacher. Der Angeklagte hat im Jahre 1883 feine jetzige Ehefrau aeheirathet. In den ersten Jahren haben sie em verträgliches Zusammenleben geführt, dann hat der An- geklagte im Frühjahre 1887 Verdacht getchöpft, daß seine Ehe- frau ihn hintergehe und von diesem Zeitpunkte an war es um den Frieden geschehen. Wie der Angeklagte zugiebt, hat er seine Ehestau häufig gezüchtigt, die Letztere hat ihn in Folge dessen mehrfach verlassen und bei ihrer Schwägerin, einer Frau Winter, Unterkommen gefunden. In deren Wohnung, Bernauer-Sttaße 39, hat sich am 16. August d. I., Morgen« zwischen sechs?und sieben Uhr, eine Szene ab« gespielt, welche der Anklage zu Grunde liegt. Der Beschul- rigte stellte fich bei der Fran Winter ein mit dem Verlangen, daß er seine Frau sprechen wolle. Der Frau Winter ahnte nicht« Gutes, sie vertrat dem Angeklagten den Weg mit dem Bemerken, daß seine Frau noch im Nebenzimmer im Bette liege. Der Angeklagte stieß fie bei Seite und al« Frau Winter ihm mit Gewalt das weitere Vordringen verwehren wollte, schlug der Angeklagte ihr mit einem bereit gehaltenen Revolver gegen den Kopf, wobei ein Schuß krachte. Nun drang der Änge- klagte in das Nebenzimmer, wo feine Ehestau im Bette lag, er soll aus fie geschossen, ihr einen Messerstich in dem Rücken beigebracht und fie durch Fußtritte mißhandelt haben. Nach der Anklage soll die Eifersucht des Angeklagten eine völlig un- begründete sein und! find viele Zeugen geladen, welche über die Lebensweise und den Ruf seiner Ehefrau Aufschluß geben sollen. Der Angeklagte stellt seiner Ehefrau im Punkte der ehelichen Treue ein schlechte« Zeugniß au«. Den ersten Grund zur Eifersucht habe er an einem Sonntage im April 1387 ge- funden. Zwei Maurer waren damit beschäfttgt, seine Woh- nung zu tünchen und zwischen einem derselben und seiner Ehe- frau will der Angeklagte ein unerlaubtes Einverständniß wahr- genommen haben. Wie er angab, hat er zu dem einfachsten Mittel gegriffen, um seine Frau auf einen anderen Weg zu bringen,»ick gab ihr eine Backpfeife, daß fie gleich hinten über auf die Maschine flog." Von dieser Zeit an istZder Angeklagte vom Dämon der Eifersucht geplagt worden, er will bemerkt haben, daß seine Ehestau nur solche Aufwartestellen annahm, wo die Frau erstankt war und er folgerte hieraus, daß e« m solchen Fällen nur darauf abgesehen war, ihn zu hintergehen. Er behauptet ferner, daß seine Ehefrau mit vielen Männern Verkehr gehabt, aber er war außer Stande einen einzigen Fall anzugeben, in welchem fie zu überführen war. Der Angeklagte erzählte die Einzelheiten seiner ehelichen Verdrießlichkeiten mit einem solchen Wortschwall und in einem solchen Tone der Harmlosigkeit, daß der Vorfitzende de« Ge« richtshofeS, Landgerichtsrath Funke, ihn wiederholt in die ge- bührendm Schranken zurückweisen mußte. Manchmal machte e« fast den Eindruck, als ob der Angeklagte nicht ganz richtig bei Verstände wäre. Was die Vorgänge an dem kritischen Tage bettifft, so behauptet der Angeklagte, daß er fich den sechsläufigen Revolver gekauft habe, um sich selbst zu erschießen. Am 16. August stüh sei er in die Winter'sche Wohnung ge- kommen, um seine Frau zu züchtigen und sich dann zu er- schießen. Als er in der Wohnung erschien, sei Frau Winter mit dem Rufe geflohen:„Der Kerl kommt mit einem Revolver!" Er habe dann gesehen, wie seine Frau an da« Spinde ging und da er glaubte, daß dieselbe etwa Oleum bei der Hand habe, so sei er auf dieselbe losgegangen. Als ihm dabei die Fiau Winter in die Quere gekommen, habe er mit dem Revolver nach derselben geschlagen und bei dieser Gelegen- beit sei ein Schuß losgegangen. Er habe alsdann mit dem Revoloerkolben auf feine Frau losgeschlagen und auch dabei sei ein Schuß losgegangen. Er habe weder die Absicht gehabt, seine Frau zu erschießen, noch habe er auf dieselbe gezielt, noch auch habe er, wie b-hauptet wird, mit einem Messer nach der- selben gestochen. Als sich die Frau geflückitet hatte, ist der An- geklagte n die Küche gegangen, hat die Thür abgeriegelt und mit seinem Taschenmesser, welche« er auf der Küchenmaschine geschliffen haben will fich zwei Schnitte in dm Hals beigebracht. Erst als die Polizei kam, hat er geöffnet und ist dann in die Charit« übergeführt worden, während die au« mehreren Wunden blutende Frau in« Lazaruskrankm hau« gebracht wurde. Der Ver- theidiaer, R.-A. Dr. Haraue«, stellt nach beendeter Vernehmung de« Angeklagten den Antrag, dmselben auf seinen Geiste«- zustand zu untersuchen. Der Angeklagte scheine an Hallu- zinationen zu leidm. Er habe sich einmal eingebildet, daß ihm leine Frau Gift in eine Medizin gethan, er habe sich wieder« holt eingebildet, daß jeder Mann, der mit seiner Frau spreche, unlautere Abfichtm habe, er sei mit der ungeheuerlichm Be- hauptung hervorgetteten, daß ihn seine Frau de« Nachts durch Chloroform betäube, um ungestört ihren Vergnüaungm nach- >«hm zu können, und einmal soll er sogar drei Krmze vor eine Stubenihür gemalt haben, um die angeblichm Liebhaber einer Frau abzuhalim.— Der Angeklagte ist nun währmd eine« dreiwöchigen Aufmthalte« in der Chaiitee von dem dor- tigm Arzt genau beobachtet wordm und derselbe hat keine Spur von GeisteSgestörtheit wahrgenommen. Trotzdem be« schließt der Gerichtshof, dm betreffendm Arzt sofort Herbeiholm zu lassm.(Schluß m der Beilage.) Elderfelder MaWeneil. (Schluß de« 20. Verhandlungstages.) Präsident: Eine Organisation zur Verbreitung des»Soz." wird wohl bestehen, dagegen hat ja auch Herr Bebel nichts einzuwmden. Wissen Sie aber nichts von einer Ver- bindung mit der Fraktion? Furstenberg: Davon weiß ich nicht«. Kösser wurde einmal in Leipzig besstaft. Als eine geheime Versammlung im Wohnzimmer eines Wstths überrascht wurde, war Pfüller in der Gaststube. Zeuge Schmitz, Kriminalkommissar in Magdeburg(ver- eidigt): 1880 bestand in Magdiburg ein wenig starker Zusammm- hang, der aber später besser wurde, nammtlich durch die Einwst- kung Hasmclmer«. Im Juni 1885 fand in Ballmftedt ein Partei- tag statt, an welchem etwa 50 Tkeilnehmer aus verschiedmm Städtm theilnahmm, darunter Hasmclever und der damalige Abgeordnete Heine-Halberstadt.(Ein darauf bezüglicher Arttstl des„Soz." wird verlesen.) Hasenclever hatte enge Beziehungm m,t Magdeburg. Em Buef von ,hm wurde bei einer Hau»- suchung gefunden.(Derselbe wird verlesm; er rätb, wegm Unterstützung sich an A. B. zu wmden. Der Brief ist vom 17. Oktober 1887.) Bebel: Dm Brief muß Hasmclever geschrieben habm, roenige Tage, bevor er ins Jrrmhou« kam. Wir bemerktm schon Spuren von Jcrfinn auf dem St. Gallmer Kongreß. Wa« der Brief bedeutet, kann ich nicht w ssm. Schmitz: Später bestand in Magdeburg eine sehr straffe Organisation. auch andere Schriften al« der»Sozialdemokrat�. Eine zahl solcher Packete wird vorgezeigt; dieselben enthalten w schiedene Schristen.) Bei einer Haussuchung wurden Briefe»» Bebel gesunden. Die kommissarische Vernehmung Viereck'« soll nicht Montag stattfinden, um den Angeklagten Zeit zu lassen, Vertretung zu deauftragen. Die Verhandlung wird um k vor 3 Uhr zu Montag, t"1 16. Dezember, vertagt. Theater. Dienstag, den 17. Dezember. Gp»»»!»«««. Martha, oder: Der Markt zu Richmond. Ach«»>»i«lt»a»». Othello, der Mohr von Venedig. (•ftluC-eilMt«». Die Ehre. iontr*»« Thoat»». Der Sohn der Wildniß. Merliner Theater. Demetrius. Srtedrich.»Uhelmltiidtisch,» Theater. Prinzessin Pirouette. M»st»»«t-Th»at«r. Schwiegermama. M«»««»-Th«at»r. Nervös. Jiktoria-Theate». Stanley in Asrika. »?»«>- Theater. Da« Käthchen von Heil- bronn. MelealUme»- Theater. Vor Sonnen- Ntiatalöthttsche« Theater. Madame Pott. phar. Zeatral-Theate». Historischer Possenabend. »»-wh Grnst-Thrate». Flott« Weiber. Geh». Nicht»»'« Uaristck. Spezialitäten- Vorstellung. N»tch«haK»n- Theater. Gr. Spezialitäten- Borstellung. Kanfmann« Zsari�tt. Gr. Spezialitäten- Vorstellung. Alhambra-Theater, Wallnertheaterstraße 15. kröMillg?'>. Jqemlin. �moriiiÄ, die Marmordraat. Phantastische« komisches Zauberschauspiel in 12 Bildern von P. Wirde. Musik von Franke. Mit neuen Dekorationen und Kostümen. 1271 Todes-Anzeige. Allen Verwandten und Bekannten zur Nach- richt, dahstmeine liebe Frau Knns Maller, geb. Pus ch, Mutter, jSchwieger« und Großmutter, am 15. d. M., nach kurzen aber schweren Leiden, sanft entschlafen ist. 296 Die Berdiguna findet Mittwoch, den 18. d.M., Nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Posener- straße 14 au«, statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Aug. M ü l le r nebst Kinder. 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Der Ktadtverordn-ten-Nersammlnng ist jitzt der Elan für da» Sialejahr 1890/91 reu- Kcm. umzupflastemden trasten und Plätze zugegangen. Neu gepflastert sollen zirka 18622 qm. werden und zwar find dazu in Au» ficht gerom- «m«: Strecken von der Cuviy-, Danzig«', GneisenauKrabe, Straße 42-, Warschauerstraße Exerzierstraße und Straße 17. Dazu treten Umpfl�sterungen in der Skalitzer», Kceuzberg» und Vlamenstraße au» Anlaß von Neuanlagen von Pferdebahn« «eleisen. Schließlich find noch 54 Sttaßenzüge ausgewählt, welche mit defiiitivem Materiol umgepflaftert werden sollen. Dieselben bilden eine Geiammtfläche von 106Z qw.— Was bie Neupflasterungen betriff', so ist außer den obengenannten Straßenzügen noch eine giößere Reihe von Straßen, welche zur Zeit noch nicht mit Pflaster versehen find, zur Neupflasterung au» außerordentlichen Mitteln in Ausficht genommen. AI» solche Reupflasterungen find zu nennen: die Straße 6a, Ab« theilung II, zwischen Tempelherren- und Bärwaldstraße; die Husfilenstraße zwischen Grenz« und verlängerte Lresenstraße; die Stiaße 42b, Abth. 13,, zwischen Landsberger Allre und Straße 42»; die Kommunikation am neuen Thor, Abth. 13' ferner Theile der Pankuserstraße. der Schwedenstraße 47, Abiheilung 14, Straße 8, Abth. VIll und Straße 6a, Abth. vill. — Außer diesen Neu Pflasterungen ist ferner die Umpflisterung de» oelammten Alexanderplatze« dem Exiraordinarum de« Pflasterelal« einverleibt wo:d-n. JIU jokalkommilsto» veröffentlicht nachstehend die Liste irthe, die ihre Lokale zu Versammlungen unentgeltlich her- geben und bemerkt hierzu, daß dieselbe wöchentlich einmal mit eo. Abänderungen abgedruckt wird, ferner, daß Veröffentlichungen in Bezug auf die Lokalfrage nur von den Herren Wilhelm Werner, Sebastianstr. 72, Arno Winter, Köpenickerstr. 126, Dito Heradorß Langestr. 70, auszugehen haben. Alle eventuellen Unregelmäßigkeiten find an die genannten Herren zu berichten Adler-Brauerei, Gesundbrunnen. Aktienbrauerei Moabit. Bergschlobbrauerei, Rixdorf. Beyer, Reue Grünstr. 14. Bock-Brauerei, Tempclhofer Berg. Böhmisches Brauhaus. Bönhoff, Müllerstr. 142. Bötzow'« Brauerei. Bolzmann, Andreasstr. 26. Bobert, Weinstr. 11. Brauerei Tivoli, Kreuzberg. Brauerei Königstadt. Brauerei Friedrichsbain lLipS). Brauerei Friedrichshohe(Patzenhofer). Brauerei Pfefferberg. Konz?rt-Paik Ostend, F/arkfurter Allee. Deigmüller'S Salon, Alte Jakobftr. 4«». Deutsches Volkstheater, Schönhauser Allee. Eiskeller-Etablrffement, Chausseestr. Elyfiuw, Landsberger Allee. Feuerstein'S Salon, Alte Jakobstr. 75. Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstr. 77/79. Gnadt, Brunnenstr. 38. Gottschalk(früher Huth), Badstrahe, Gesundbrunnen. Gründer'S Salon, Schwerinstr. 13. Habel's Brauerei, Bergmannftr. 5— 7. Heise, Lichtenbergerstr. 21. Heydrich'S Säle, Beuthstr. 18/21. Fritz Jtge«, Wilsnackerstr. 63. Industrie-Hallen, Mariannen ftr. 31/32. Jordan'« Salon, Neue Grünstr. 28. Kaufmanns Varie?«, Königs-Kolonaden. Königshof, Bülowstraße. Königstadt-Kafino, Holrmarktstr. 72. Klein'« Festsäle, Oranienstr. 180. Klrem. Hasenhaide. KönigSbank, Gr. Frankfurterstr. 117. Krüger, Hochstr. 32a. K. üger's Salon, Wasserthorstr. 68. Kuhlmry's Gesellschaftsbau«, Köslinerstr. 17. Norddeutsche Brauerei, Chausseestr. 58. Orschel, Sebastianstr. 39. Pohl, Müllerstr. 7. W. R.hl.tz, Bcrgftr. 12. Renz' Salon, Naunynstr. 27. Rennefahrt'« Salon, Dennewitzstr. 13. Reyer, Alte Jakobstraße 83. Roll, Adalbertstr. 21. Sachow, Müllerstr. 136. Saeger, Grüner W-g 29. Sahm'S Klubhau«, Annenstr. 16. Sanssouci, Kottbuserstr. 4. Scheffer'S Salon, Jnfelstr. 10. Sckloßbrauerei Schöneberg. Schneider, Belforterstr. 15. Schröder, Müllerstr. 178(Weddmgpark). Schweizeraarten, Am Königethor. Srlder's Salon, Schwedterstr-- 24 Süd-Ost, Waldemarstr. 75. Neustädtischer Volksgarten, Proskauerstraße. UnionSbrauerci Hatenhaide. BereinSbrauerei(R xdorf). Viktoriabrauerei. Lützowstraße. Volksbrauerei(Mcadrt). Weimann'S Volksgarten Gesundbrunnen. Wen dt, Dresdenerstr. 116. Wollschläger, Blumenstr. 78. Wohlhaupt, Manteuffelftr. 9. Zemter. Münzftr. II...... „Kerlin er Zeitung' vnsucht chren Niedergang ***«•«» gewrffe Rup-.hatiigk it de« Ton« zu verdecken. In lh« f SonntagSnuwmer wacht fie UN« den Vorwur, dab Thni unseres Blatte« dem foitschrlttlichln Organ ent« - Blatt spricht hier«ine bewußte Unwahrhnt au«, denn h»lt� lehr gut, daß alle Berliner Zeitungen dreselben Reporter v, von denen ihnen dieselben Nachrichten zugetragen_ � ist allo«ine dreiste Anmaßung, wenn m der.«er - deren sonstiger lokaler Theil notoe.sch«erth�f M va�» plet wird, andere Zeitungen entnähmen dtesem«tan« s« welch« Mitiheilungen. Die Unverschämtheit, die w erner Anfiuualion eine« BlotteS,«elehiS taft nur m>t der �«r« lertig gcstellt wird, liegt, findet vüllcicht w dem Um- stände eine Erklärung, daß wir uns dem Ouartalsschluß nähern, und wahrscheinlich muß„man' infolge d«ssen au höheren Befehl andere Leute in die Waden beißen Da« Manöver, daß der verfolgte Dieb am kräftigsten schreit „Haltet den Dieb', ist eigentlich schon etwa« alt, aber man steht, e« findet immer noch seine Kostgänger— in manchen Geschäften ist e« übrigen« auch Sitte, daß man kurz vor Weih nachten eine etwa« giößere Rührigkeit entfallet: e« ist nur der Herren Verleger wegen. Aber e« ist richtig, die„Berliner Ztg.' halte vor einigen Tagen einen eigenen Berichterstatter. Diese Perle des modernen Journalismus theilte dem Blatte bezüglich de« Morde« in der EberSwalderstraße mit, daß die Miffethat gewiß nicht geschehen wäre, wenn der Erschlagene fich mit einem bisstgen Hand und einem tüchtigen Revolver versehen hätte. Wippchen in Bernau verhüllte sein Haupt, er war geschlagen, vor Wuth hätte er in den„Acheron beißen' mögen, einen solchen Konkurrenten zu haben und noch dazu mitten in Berlin! Derselbe Berichterstatter war aber auch auf unserem Bureau und theilte uns mit, daß der Mord weiter nicht hätte geschehen können, wenn fich der Bauwächter Meißner beim Polizei-Prästdium darum beworben hätte, daß der Rohbau stet« von zweihundert Schutzleuten um- zingelt und jede« Fenster mit einer Revolverkanone armirt worden wäre. Der Ermordete hätte dann höchsten« vierzehn Tage vor dem verhängnißvollen Augenblick von Berlin ab reffen und fich bis heute in irgend einem hinterpommerschen Städtchen verborgen zu halten brauchen, so kann mit ziemlicher Sicherheit angenommen werden, daß Berlin um eine Schrecken«- that ärmer geblieben wäre. Wenn e« die„Berl. Ztg.' für geboten hält, von diesen Eröffnungen eine« eigenen Bericht, rstatterS Ge brauch zu machen, so sei ihr da« m der bei uns üblrchen, zuvor. kommenden Weise gestattet, ohne daß wir selbstverständlich dar. auf dringen, besonders als Quelle zitirt zu werden. Im Innern unsere« Herzens aber preisen und beneiden wir eine Redaktion, welche eine so hervorragende Kraft zu ihren Mitgliedern zählt, die eS vnsteht, Berichterstatter von solchem spürnafiaem Scharffinn heranzuziehen. Es erscheint un« durch aus selbstverständlich, daß fich solche Leute ihre Entdcckungen nicht gern stehlen lassen— auch die unfreiwillige Komik hat ihre Beiechtigung, und der hauptsächlichste W'tz bei der Sache ist der, daß fich solche Leute selbst immer ernst nehmen. Der Verlag der„Berliner Zeitung' theilt un« mff, daß die Zeitung„Berliner Prcsse', die in genannten Verlag käuflich übergegangen ist, auch vom 18. Dezember ab als solide weiter bestihen wird. Ein hufiges Blatt hatte gcmildet, daß beide frcifinnize Zeitungen in einander aufgehen wlliden. Di»„Ktaatabürger Ztg.' behauptet, daß dcm Wirthe des„Elyfium«' von Sozialoemokcaten mit dem Boykott gedroht worden sei, wenn er seinen Saal an die Antisemiten zu Vcr. sammlungen hergebe. Wir haben un« noch der Sache er- kundigt und stellen fest, daß die Behauptung der„Slaalsb. Ztg.' erfunden ist. Niemand in der Arbeiterpartei denkt daran, den gegen diese so viel geüblen T«nori«muS auf andere Parteien anzuwenden. Urber die Influenza in Kerli« äußert fich j'tzt auch die„Berliner klinische Wochenschrift' in ihrer neuesten Nummer in einem Artikel, dem wir folgende Nachrichten entnehmen Daß auch Berlin bereit« von der Seuche ergriffen ist. dürft« nicht mehr abzuleugnen sein, wenn auch ihre wahre Ausbrei tung schwer zu ermitteln ist: denn da« Happtkontinaent der in Laienkreffen unter diesem Namen gehinden Fälle stellen zweifel- lo« solche von.Gr'ppovhobie'(d. i. Grippenangft oder ver- meintliche Grippe). Wer jede leichte, der Jahreszeit entsprechende Etkcankung an fieberhaftem Bronchial katarrb, von Schnupfen und Kopfschmerzen unter diese Rubrik einreihen wollt«, würde auch hier einen sehr starken Proz«, tsatz von Fällen annehmen müssen. Wer an die Diag- nose strengere Anforderungen stellt, wer namentlich neben dem wechselnden obj.kiven Sywptomenbild mit seinen theil« katarrhalischen, theil« aastrischen Beschwerden ein deutliche« Hervo, treten der nervö'en Effcheinunaen verlangt, wird fich seltener mit so großer Bestimmtheit äußern. Alle zuverläsfigen Beobachter heben die Wahrrehmung besonder« hervor, daß zwischen den objektiven Erscheinungen, selbst dem oft hohen, aber doch kurzdauernden Fieber, und dem subjektiven Kranlhfft«- gesühl, der Mattigkeit und Abgeschlagenheit, ein ganz auffallende« und cheraktiiistffcheS Mißverhältniß bestehe. Jnbeß find doch auch derai t ge Fälle, z. B. auf der Eharite, mit voller Bestimmt- beit diagnostizirt worden; auch wird hervorgehoben, daß die E-krankungen, die notorisch im Geleit der Jnfluenza-Epidemien zu erscheinen pflegen, katarrhalische und croupöse Pneumonien (Lungenentzündungen) eine unoerkennbare Zunahme aufweisen. Als Heilmittel ist hier, wie e« scheint, alls-,tig da« Antipy in oder Aiitffebnn anpewandt worden, namentlich mit dcm Effekt, daß das subj'ktiv« B. finden fich unter dieser Medikation sehr rasch besseit, im Uedrigen verlaufen ja bekanntlich die Fälle bei diätetischer und diaphoretischer(schweißtreibender) Behandlung last Net« sehr rasch und günstig, nach wenigen Tagen ist meist die Rekonvaleszenz eine völlige.' Es fist übrigens hervor zu heben, daß Influenza zu den zeitlich am längsten bekannten Volkskconkh.itea gehört.. �„,.,. Auch die Feuermrhr hat unter der Influenza sehr stark zu lerven. Ueber 150 Mann find zur Zeit erkrankt, so daß gestern der Dampflpritzerzug c in der Lindenstraße und der Dampsspritzenzug 1 in der Keibelstraße wegen Mangel« an Mannschaften außer Thätigkeit gesetzt werden mußten. Durch besonder« Maßnahmen ist es zwar möglich geworden, den C. Zug wieder mobil zu machen, an fich aber greift die Krankheit unter den Mannschaften imm-r mebr um fich. Heer von Kötttcher ala Pistoubläser. Abg. Sedl- meyer hatte am Mittwoch feine FraktionSgeuoffen und sonstige einer gemütlichen Kneiperei in da« Spatenbräu mitlhcfft, zeigte fich bei ötticher als Virtuos auf dem Freunde zu„. eingeladen. Wie die„Magd. dieser Geleaenheit Minister von Körnet ä Piston. Daß«ujcre männliche Jugend— so schreibt eine mit den neuen Zuständen sonst reckt zufriedene, ja für dieselben theilweise mit verantwortliche Zeitschrift, die„Grenzbrten',— vm Laufe der letzten Kwanüg Jahre nicht an Schüchternd it zugenommen hat, est eine Beobachtung, über die unter re.f n Männern wohl nur eine Stimme ist. Wir waren unserer Zeit ol« Zwanzigjährige stillere und bescheidenere L ute, die heutigen Zwanzigjäh igen find laut und anspruchsvoll geworden, fi- beli achten vielfach als ihr Recht, wa« fie nur als Vergünstigung zu betrachten hätten, fie lieben es, zu kom- mandiren, wo fie zu bitten hätten. Aber da« ist da« Schlimmste nicht. Die heutige Jugend ist— Galt fei Dank! muß man ja sagen— unter gänztich anderen politischen Zuständen aufge- wachsen al« wir unserer Zeit, fie haben fertig vorgefunden, wa« wir ertiäumten und ersehnten: da ist es nicht zu verwundern, wenn fie ein böhere« Selbftgefübl befitzt, al« wir es al« junge Leute hatten, und höchsten« zu schelten, daß diese« Selbstgefühl fich gelegentlich am unrechten Orte zeigt, gell gentlich in Drcistig- irrt oder Frcet hert übergeht. Schlimmer ist etwa« andere«, wa« unserer männlichen Jugend sehr häßlich zu Ge- ficht und zu ihrem gesteigerten Selbstgefühl eigentlich im Widersvruch steht: die immer mehr zunehmende Ziererei und Schniepelei in ihren Umgangsformen. Be- fondei« beklagenSwerth ist es, daß diese Ziererei gerade ia den Kreisen am ärgsten geworden ist, die man für die verständigsten und aufgeklärtesten kalten, und in denen man in dieser Beziehung die schlichteste Natürlichk.-it erwa tm sollte: in den Kreisen der akademischen Jugend. Die Grenzboten haben schon einmal(vor fünf oder sechs Jahrer) in einem Aufsätze:„Die Herren Swdirenden' auf diesen M ßstand ein- dringlich aufmerksam gemacht, leider völlig»riolgloS. Der Mißstand hat seitdem nur Fortschritte gemacht. Für reise Männer, die vor 20� und 30 Jahren ftudirt haben, giebt es kaum etwa« Lächerlicheres, als mit ansehen zu müssen, wie die jungen Leute jetzt auf der Straße vor einander ehrerbietige Verbeugungen machen und da« Haupt entblößen. Kommt e« ja zu einer Begrüßung mit der Hand, so geschieht es in der Weise, daß die Hände in Brusthöhe und Brustnähe zimperlich ineinander gehakt werden. Noch lächerlicher geht« am Biertisch zu. Wenn da eine Ver- bindung beim Frühschoppen fitzt, und e« gesellt fich einer von einer anderen Verbindung zu rhnen, so schnellt die ganze Ge« sellfchaft vom Stuhl empor, blerbt minutenlang ehrfurchtsvoll stehen, al« ob der Bevollmächtigte eines auswärtigen Souoerän« angekommen wäre, und erst wenn er feierlich Platz genommen hat, lassen fie fich auch wieder nieder. Dann„gestalten fie fich', ihm ein � Stück vor�ukummen, indem fie mit der linken Hand die Mütze abnehmen und den wegwefferartig hinaus- strecken, mit der rechten da« Glas nicht am Henkel— da« ist veraltet!— sondern am Deckel anfassen, und dann„gestattet fich' wieder der also gefeierte, in derselben Weile nachzukommen. Und so geht die„Gestalterei' herüber und hmüber. Und süns Minuten später fitzen dieselben ehrwürdigen Herren da und— knobeln. Auch bie Sprachziererei macht immer größere Fort- schritte. Es äfft unter den jungen Leuten jetzt für fem, beim Reden die Zähne nicht mehr auseinander zu machen, die Lippen möglichst wenig zu bewegen, ein bischen durch die Nase zu reden und alle Vokale mehr oder weniger auf den Vokal ä abzustimmen. Ein odentliche« Ja! bekommt man schon lange nicht mehr zu hören, e« heißt nur noch Jä! Offenbar haben die jungen Leute gar keine Ahnung davon, wie lächerlich fie fich mit solcher Ziererei in den Augen reifer Männer machen. Wüßten fie e«, so müßten fie ja schleunigst aufAbhrlfe denken, denn nicht« kann ihnen doch unangenehmer sein, al«— fich lächerlich zu machen. Auf Umfrage, die wir in den verschie- densten geselligen Kreisen gehalten hoben, ist un« einstimmig verfichert worden, daß diese Schniepelei in den akademischen Kreisen, die von dort au« übrigen« bereit« in die Gymnafial- kreise gedrungen ist, eine Folge de« Reserve Osfizierthum« ist. Eine andere Quelle ist ja auch in der That kaum eifichtlich. Da« kann man aber doch nicht gerade zu den wünschenöwerthen Folgen des Reseroe-Olfizierthum« zählen.' GW Nachfolger de«„schlafende« Ula«e«'. Em interessanter K.onkhntSfall kam— dem„B. T.' zufolge— vor Kurzem m der Nervenklinik des Herrn Prof. Mendel zur Be- Handlung. E« handelte sich um einen 19 jährigen blühend und kräftig ausfehli'.den Mann, einen Pferdebahnkutscher, der mit Auenohme eine« Krampfanfalle« im ersten Lebensjahre, den die Mut er, wie immer in solchen Fällen, mit den Zähnen in Ver- bindung brachte, nie krank gewesen mar und besonder« keinerlei nervöse Störungen gezeigt hatte. Im November d. I. überfiel ibn ganz p'ötzffch, ohne irgend welche Voibolen, während er in Ausübung seines Dienste« auf dem Trutbrelt stand und fuhr, eme Müdigkeit und gleich darauf war es ihm, als ob er das, was er that, nur träumte. Rein mechanffch gewissermaßen fuhr er weiter, und da die Pferde schon dienstgeübt waren, auf da« vom Schaffner gegebene Glockenzeichen von selbst stehen blieben u. s. w., so wurde fein Zustand nicht sogleich bemerkt. Al« Passagiere den Kutscher anriefen, er solle nicht schlafen, erwachte er immer, aber nur, um in der nächsten Minute wieder in seine Schlafsucht zurückzufallen. Abend« spannte er auch panz ruhig, aber, wie er angiebt, ohne fich dessen bewußt zu werden, die Pferde au«, und da er auf Anrufen normal reagirte und antwortete, so wurde bei der Eigenthümlichkeit der Erschei- nung derselben nrcht genügender Werth beigelegt. Als daher am nächsten Morgen ein Stellvertreter nicht gleich gefunden wurdr, fuhr er auch noch den nächsten Tag seine Strecke L'chten. berg-Dönhoffplotz. An diesem Tage aber fuhr er zwei Wagen entzwei und Abend« auf dem Pferdebahnhof einen dritten an und merkte e« immer erst, wenn der Zusammenstoß geschehen war, sonst hörte und sah er nicht«. Nun wurde er natürlich außer Dienst gestellt und ärztlich untersucht. Sei e« nun, daß die Jntenfität der Schlafsucht schon etwa« nachgelassen hatte, sei e« der Umstand, daß der Patient auf Befragen richtig ant- wartete oder auch, daß er fich in Gegenwart des Arztes mehr /ulammennahm. der Arzt konnte nichts Krankhafte« feststellen. fünf Tage dauerte nun dieser Zustand, in dem er nur auf Befehl aß. Alles zu fich nahm, wa« man ihm gab und in welchem, wie er fich ausdrückt. Jeder mit ihm machen konnte, was er wollte. Ebenso plötzlich, wie fie ihn befallen, verschwand dann diese Schlafsucht, und er war nun derselbe gesunde und kräftigt Mensch wi, früher. Infolge seiner Entlassung au» seinem Dienst al« Pferdebahnkutscher war er genöthigt, eine andere Bcschästigung zu ergreifen, und er arbeitete gesund und munter auf einem Bau, als ihn am Montag, den 2. Dezember, derselbe schlassüchtige Zustand überfiel, in dem er ebenso mechanisch weiterarbeitete, wie berm ersten Anfall, nur mit dem Untnschrede, daß er dieses Mal auch nicht sprach. Diese« fiel zuerst seinen Arbeitsgenossen auf, und nachdem fie ihn durch alle möglichen Mittel, wie gutes Zureden, Schnaps zc. zum Sprechen brinacn wollten, er aber beharrlich schwieg, dielten fie e« für Böswilligkeit und wollten ibn schon mrt Schlägen traktiren.„Aber fie hätten mich todtschlagen können, ich hätte nicht anders gekonnt," verficherte der Patient. Am darauf folgenden Sonnabend, also nach sechs.Lgigem Bestehen, schwand der Zustand ebenso plötzlich, wie beim ersten Male, doch suchte er infolge diese« Anfalle« den Rath unsere« be- rühmten Nervenärzte«. Derselbe stellte nach eingehendem Examen und genauer Untersuchung fest, daß es fich bei diesem kräftig ausfihenden und durchaus nüchternen jungen Manne um einen Fall von Echlaffucht handele, wie er ernen ähnlichen chon 1877 von einem Tischler beschrieben, wie der sranzöfffche Gelehrt- Gelincau1880 dann deren mehrere veröffentlicht hat, und für den der„schlafende U an in Potsdam' em Analoaon bietet. E« ist eine nervöse Aff-ktion, von der man einstweilen noch nicht weiß, wie und aus welchen Gründen fie zu Stande So viel, st indessen erfahrungsgemäß fich.r, daß diese Zustande kerne Besorgnrß für da« Leben zu erregen brauchen, und so durfte auch dieser Fall unter der eingeleiteten Behau:- lung zur Genesung gelangen. Im wifleuflchastliche« Theater der Urauia hiev vorgtltrrn Herr Paul Spieß einen Vortrag über die Spektral- Analy'e. Von den einfachsten Grundbegrrsseri ausgehend, zeigt« «r, wie die.Post� berichte», die Brechuniz der Lichtstrahlen, welche aus einem Medirm in ein anderes ubergeben und wies die verschiedene starke Ablenkung der einzelnen Strahlen des Speklruns und die Auflösung des weißen Lichtes in seine farbigen Strahlen durch einige Experimente nach. Endlich er- klärte er, wie durch das verschiedenartige Auftreten der Frauen- hoferschen Linien in den Spektren verschiedener Körper, ein charakteristisches Mltel gefunden werden ist, das Vorhandensein oder Richtvoihandensein eines solchen Körpers durch spektral- ana'ytische Untersuchung festzustellen. Aus diese Weise lassen sich die winzigsten Theilchen eines Metalles nachweisen, und ande erseitS bretet sich h'ecin ein Mittel, womit in den unend- lichen Weltraum hinaus die Untersuchung fortzusetzen und die chemischen Bestandtheile der Sonne und der Sterne kennen zu lernen. Der Vortrag hielt stch absschllich in den elementarsten Grenzen und suchte nicht die Zuhö er durch eine Fülle färben- prächtiger Eisck einungen zu blenden, sondern versuchte in echt natmwissenschafllrche� Wesse gerade die einfachsten Erscheinungen am sorgsäliigsten zu erklären. Und gerade das ist wohl die ei„en>l ch- Aufgabe einer Anstalt für volkstbümliche Naturkunde. Zum Mo.de in der Edervrvalderstratze. Der Kriminulpolizer ist es noch nicht gelungen, Licht m das Dunkel jener orauenvollen That zu bringen und den oder die Mörder des Wächters Messner ausfindig zu machen. Ob dies über« Haupt gelingen wird, fängt an fraglich zu werden. Tie Cpuren, denen nachgeforscht wurde, sangen durch die Länge der Zeit an, recht undeutlich zu werden und zu verblass-n, je mehr die Wunden, welche der eine der Mörder bei dem grauen- hasten Krmpfe davongetragen und welche zur Ergreifung des- selben führen können, heilen. Air Untersuchung in der Mrlssner'schen Mordjach« hat, wie das«Bul. T ig.bu" mutdeiit, eine üben aschende Wen- dung genommen: Die blutbefleckten Haare, welche an den am Thatort vorgefundenen Knüppeln geklebt haben, und von denen man ursprünglich annahm, das} sie von dem oder einem der Thäter herrüdren, fir d inzwischen m krvskopisch untersucht wor- den und gehören drm Gutachten der mit der Untersuchung betraut gewisenen Gerrchtsärzte zufolge dem ermor- beten Meißner an. Es gewinnt darnach zwar die Annahme an Wahrscheinlichkeit, dah an der That mehrere Mordgesellen beiheiligt gewesen fi.-d; von dem in den finsteren Lokali älen des Neubaue« stattgehabten Kampfe zwischen den Mördern und ihrem Opfer läßt fich aber nun- mehr um so wenioer ein klares Bild gewinnen. Es darf jetzt ferner auch die Annahme, daß die Mörder bei dem Kampf« erhebliche Kopfwunden davongetragen haben, a�S eine sehr zweifelhafte bezeicknet werden, so daß den Recherrten nach dieser Richtung hin fast aller Boden entzogen ist. Es kann daher auch der uns aus Strausberg zugegangenen Mirtheilung, wo- nach fich dort ein arbeitsloser Schlosser mit verbundenem Kopfe herumgetrieben und verdächtig gemacht ha», wenig Gewicht bei- gelegt werden, obgleich der hiefigen Kriminalpolizei auch von einem dortigen G.ndarmen eine entsprechende Anzeige erstattet worden ist. Nachdem das so wichtige Moment in der Unter- suchung, die aufgefundenen Haare rührten von dem Mörder her, fallen grlassen werden mußte, erscheint nunmehr die Ent- d erlang der Raubmörder fast lediglich nur noch vom Zufalle abhängig zu sein, indeß spielt ja bekanntlich auch dieser oft eine sehr wichtige Roll-. Anzeigen laufen noch fortgesetzt bei d« Kriminalpolizei ein, und dieser liegt es ob solche, selbst wenn fie ano.ym abgesandt find, nachzurecherchiren. Dabeihat sich, abgesehen von der Werlhlofigkeit der meiKen, herausgestellt, daß mehrere Anzeiaen auf boshafte Racheakte zu ückzufübren find: in den belrrffenden Fällen fand man die als der That verdächtig Denunzirten nicht, wie hehauptet, mit Kopfwunden im Belt liegend vor, sondern dieselben erfreuten fich in be- sagten Fällen nicht allein der besten Gesundheit, sondern auch eines guten RufeS- Selbstoe, ständlich werden die Recherchen trotz aller enlgegenstehendenSchwierigkeitrn mit unermüdlichem Eifer fo>ti-setzt. Unglückliche Liebe f«»wem Manne, der bereits ver- heirathei ist uno mit itir frevelhaftes Spiel getrieben hat, ver- anlaßt« die 20jährige Nähterin Anna K. in der Bckerstraße zu einem Selb>: Mordversuch. Am Sonnabend Abend legte sich die in so arger Weise Getäuichte unter dem Vorgeben, daß fie nicht wohl sei, zeitig zu Bett und öffnete fich mrt einem Küchen- m-sser die Pulsader der rechten Hand. Als nach einiger Zeit die Wirthin den Schlafraum drr K. betrat, erbl ckie fie vor deren Bett eine große Bluilache, während das Mädchen selbst bewußtlos in ihrem Bette lag. Ein sofort hmzu geholter Arzt legte der Lebensmüden ernen Nothoerband an und ver- anlaßte sodann deren Ueberführung nach einem nahen Kranken- Hause. Gin wahnstnniger Ltuchl, alter. Einbrecht fatale Ueber« raschung wuroe, mre das ,B. T." mittheilt, am Sonnabend Nachmittag dem Chef eines hiesigen Wrißwaaren- EngroSge- schäste» zu Theil. A s derselbe von einem längeren GescbättS- gange gegen Abend 6 Uhr zurückkehrte, fand er seinen Buch- Halter, welcher rm Befitze eine« Schlüssel« zur Krss« war, damrt beschäftigt, die Figuren au« einem Hundert-Mae schein heran«- zuschneiden, während Papier schnitzet von 5- 20- und 10V Mark- scheinen an dim Ert baden zerstreut herumlagen. Der entsetzte Geschäf Sinhaber ft'llle den Buchhalter, den 23 jährigen Sohn eines im Zentrum wohnenden Beamten, darüber zur Rede, er- hielt jedoch von demselben derartige konfuse Antworten, baß er sofort erkannte, e« mit einem Wahnfinnigen zu thun zu babeir. De: schleunig hinzugerufene Arzt bestätigte auch eine plötzliche Geistesstörung de« jungen Manne«, der bereits am vorgestrigen Tage nach erner Privat- Jcrenai statt geschrffr werden sollte. Von den zerschnittenen Banknoten gelang e« nach unsäglicher Mühe, einen großen Theil wieder zusammenzusetzen, während der Rest der Geldscheine in der Höhe von 2VV M. unwider- resl ch verloren-rlweint. Gin Selbstmord«ine« Aasstrer». Ein entsetzlicher Urbtick bot sich am gestrigen Morgen den Bewohrern de« Hause« Georgenknchstr. bv. Don lag aus dem Hofe die Leiche eine« jungen Mannes, in wilckem soiort der bei der dortselbst domrzitirten Firma RhodiuS u. Co., Wollwaaren. Kommandit- aesellschaft angestellte Kwssser Siurzberg»ekognoszirt wurde. Der unglück iche junge Mann, welcher am Kopf eine klaffende Wund« aufwies und an dessen beiden Armrn die Pulsadern dn-chlchwtten waien, lag in einer großen Blutlache und war anscheinend bereits lchon mehre,« Stunden todt, wie der sofort hmzugerufene Arzt konstalirte Bei näheren Recherchen stellte es fich heraus, daß St. bereits am Abend vorher, um seinem Leben ern Ende zu machen, G st genommen, wm- jedoch oh-e Wirkung geblieben. Dann hatte fich der hartnackige Selbst- mar Kandidat in dem Komtor genannter Firma unbemerkt von d.« übrigen Personal einschließen lassen und Hute sich dann, nie Blutspuren b zeugen, am off nen Fenster bre Pulsadern durch'chr.i ten und sodann au« dem ersten Stockwerl auf den Hof herabzuspr.ngen und so sein Ende zu finden. St. war übrigens tckon längere Zeit in der genannten Fabrik als Kossuer thäiig. In letzter Zeit hatte fich seiner nn Unheil- bare« Nierenleiden bemää tigt, was bat Mot>v zu fernem free- willigem Tode gewesen ist. Die Lerche wurde altbald nach der Mo gu« ges»°sst. Giner»rosten Gefahr entgangen ist, wie die.Norkd. Allz. Z Uung* beeichlei, am Mut, och Nachmittag 2 llhr 30 Min. der von hier nach Hatte abgelassene Schnellzug bei der Station Bergw'tz. Clwa IVO Schritt jensert« des Bahnhofes zu Berfj- »ifc(KreiS Wittenberg) führt ein KowmunckatlovSweg über dre Lohn, unter anderen nach der gleich dabe, liegenden Viehrampe. Dielen W'g pasfirten, von dem Dorfe Bergwitz kommend, zur anaeaebenen Zerl zwei Viehwagen, werl die«aniere nicht ge- schloffen war. DaS erste Geschirr kam glücklich hinüber; als aber das Dreigespann deS zweiten Wagen« dre Schienen betreten hatte kam der m.t zwei Maschinen despannte Schnellzug ,m schnellsten Tempo von Wittenberg her, tödtete die drei Pferde auf der Stelle, riß mit diesen den Wogen herum, daß dieser zertrümmert wurde; zwei Kühe, die fich in dem Wagen be- fanden, wurden durch den gewaltsamen Rock durch die Bretter de« Wager.S, diese durchschlagend, hinauSgeschleudert, wodurch eine Kuh sofort getödtet wurde. Da« eine der drei Pferde wurde von den Puffern der ersten Maschine aufgespießt und so einen Kilometer weit mit fortgetragen, ehe eS gelang, den Zug zum Stehen zu bringen. Wäre der Viehwagen nur einen Schritt breit weiter gewesen, dann wäre seine Achse unter die Maschine gekommen, und der ganze Zug mit seinen 15 wohl« besetzten Wagen wäre, die" Böschung hinab, zerschmetiei t wor- den. So ist von dem Zuge nur die vorderste Maschine be- schädigt worden. Gin schwerer Unglücksfall ereignete fich vorgestern Abend in einem Haufe der Btücherstraße. Beim Fensterputzen war das Dienstmädchen Anna M. auf das Fensterbrett gestiegen, um die äußeren Seiten der Scheiben zu putzen. Hierbei wurde fie plötzlich von Schwindel erfaßt und stürzte aus der zweiten Etage hinunter auf das Pflaster. Da die Unglückliche noch Lebenszeichen von fich gab, brachte man fie schleunigst nach eirem Krankenhause, doch verstarb die Aermste bereits auf dem Transport dorihin infolge mehrerer Schädelbrüche. Da« Opfer einer oft gerügten, höchst tadelnswert he« Unvorstchtigüeit ist die Frau de« Ti Uhlers B. am Weidenweg 13 geworden. Als fie rorgestem Morgen Kaffee kochen, das Feuer aber nicht brennen wollte, that die Frau das Tbörichlste, was man unter solchen Umständen thun kann: sie griff zur Petrolennflasche und kipple deren Inhalt auf die glimmenden Preßkohlen. Natürlich gab es einen Knall, und selbstverständlich hatten die Kleider der unvorsichtigen Frau im Nu Feuer gefangen. Ans ihr Geschrei sprang zwar ihr Edemann schnell aus dem Bette und erstickt« mit einem nassen Kw toffelscck, den er ihr überwarf, die Flammen; allein fie hatte doch bereits an Gesicht und Händen schwere B andwunden erlitten, deren He'- lung geraume Zeit in Anspruch nehmen dürfte. Ein trübes Weih- nachtsfest steht nun ihr und ihrer Familie in Aussicht. Das Voikommniß beweist auf's Neue, daß es noch immer Leute giebt, die auf keine Warnung hören, auch aus fremdem Unglück keine L-hre ziehen. Eine Ueberraschnng wurde der Lohnkommisfion der Berliner Tadakarbeiler zu theil. Am Sonnabend Abend nach der Polizeistunde stellten sich zwei Kriminalbeamte im Bureau der Lohnkommisfion ein. Der Kasfirer hatte gerade eine Summe auf dem Tische abgezählt, welche mit sehnsuchtsvollem Blicke betrachtet wurde. Da nun die Lohnkommisfion ordnungS- gemäß angemeldet ist, so kann man wohl seine Bewunderung darüber ausdrücken, mit welchem Rechte die Kriminalbeamten fich erlaubten, im Bureau zu erscheinen. Sie wurden natürlich sehr kühl empfangen und konnten gar nichts zu ihrer Recht- fertigung hn vorbringen. Nach einer kurzen Auseinandersetzung gingen fie ihrer Wege.— Es wär so schön gewesen, es hat nicht lollen sein. Da» schnell« Fahren. Am Sonnabend Abend Legen 10 Uhr wollte, wie das»Kl. Fonrn." mittheilt, die 15jahrige Tochter des Schullehrers T. au« der Keibelllraße an der Ecke Linien- und Koblankstraße den Fahrdamm überschreiten, als in demselben Augenblick ein mit zwei Pferden bespannter Bier- wagen im schnellsten Tempo die Straße daher kam. Noch ehe da« junge Mädchen den anstürmenden Pferden ausweichen konnte, lag fie unter den Rädern, welche ihr über Leib und Oberschenkel gingen. Bewußtlos unter dem Wagen hervor» S eiogen, wurde sie sofort per Droschke nach der Eharitee ge- befft, während der Kutscher, der das Unglück angerichtet hatte, Wilhelm Ebel, auf die Polizeiwache in der Grenadier- straße geführt und dort in Haft behalten wurde. Ob das schwerverletzte Mädchen mit dem Leben davonkommen wird, ist zweiielhzst. Unglücksfälle. Durch einen Sturz von der Treppe in- folge AuSatertenS brach sich vorgestern Vormittag der in der alten Jakodst aße wohnhafte Schlosser Karl F. beide B in« und zog sich außerdem auch noch erhebliche innere Verletzungen zu. In einer Maschinenfabrik der Pankstraße war der Arbeiter August V. auf eine Leiter gestiegen, um die Transmission zu schmieren, als plötzlich die Leiter ausglitt und V. mit derselben zur Erde stürzte. Er zog fich dabei so schwere Verletzungen zu, daß er in ein Krankenhaus peschafft werden mußte.— Einen liefen Stieh in den reckten Oberschenkel brachte fich bei der Arbeit der in der Kürasfierstroße wohnhafte Schlächter Paul B. bei, als demselben beim Rindflesschzertheilen das Messer ausglitt und mit voller Wucht da« Bein t af. Nrch Anlegung eine« NothverbandeS mußte der erheblich verletzte B. in ein Kranken- Haus überführt werden. UoUkeiüerieht. Am 13. d. M. Morgen« stürzte ein Dienstmäachen beim Fensterputzen ans dem Küchenfenster der im zweiten Stock de« Hauses B ücherstr. 50 belegenen Wob- nung feiner Herrschaft arzf den Hof hinab und verstarb bald darauf infolge der erlittenen schweren Verletzungen.— Zu derselben Zeit wurde ein Buchhalter auf dem Hofe des Grund- stücks Georgerkirchftr. 2S/30 mit durchschnittenen Pulsadern und einer Kopfwunde todt aufgefunden. Den angestellten Ermittelungen zufolge bat derselbe am Abend vorher in dem in demselben Hause befindlichen Komptoir der Kommanditgesell« schaft RhodiuS u. Ko. G:st genommen, fich an beiden Händen die Puieadern geöffnet uno darauf aus dem Fenster auf den Hof hinabgestürzt. Em Nervenleiden scheint die Veranlassung zur That gewesen zu s:in.— Auf dem Neubau KönigSberzer- straße 14 fiel Vormittags beim Vernieten eiferner Träger im ersten Steck ein sogenannter Wechselbalken ins Erdgeschoß hinab und rrß den daneben stehenden Schlosserlehrling Schmidt mit hinunter. Letzterer erlitt hierbei anscheinend schwere innerliche Verletzungen,>0 daß er nach d m Krankenhause im Friedrichs- Hain gebracht werden mußte. Am 14. d. M. Nachm. gerielh der Ranglrer Hellm-ch auf dem Anhalter Bahnbofe auf bisher nicht ermittelte Weise unter die Räder einer Rangssmaschine und wurde sc fort getödtet.— Abends siel ein Mann vor dem Havs« GreifSwalderstraße 68 von dem Vorderperron eine« Pferdebahnwagen« und erlitt eine so schwere Verletzung de« Handgelenk«, daß er nach dem Krankenhause Am Friedrichs- ha n gebracht werden mußte.— Zu derselben Zeit wurde auf dem Bahnsteige de« StodtbahnhofS„Börse", außerhalb der Halle, ein unbekannter Mann mit starkdlutender Kopfwunde aufgefunden und nach der Eharitee gebracht. Derselbe ist wahrscheinlich au« dem noch in der Fahrt befindlichen Zuge berouSgesprunge».— Kurze Zeit darauf erschien der Tischler Schiller bei seiner von ihm getrennt lebenden Ehefrau Chaussee- straße 105, nachdem er fich zuvor einen Schuß in den Kops beigebracht hatte. Er wurde nach der Eharitee gebracht.— Am 15. d. M. Nackmittag« wurde ein Dienstmädchen vor dem Hanke Schloßfreiheit Nr. 1 von einer Droschke Übersahren und am Oberschenkel derart verletzt, daß es nach der Chanlee ge- bracht werden mußte.— Am 14. und 15. d. M. fanden an füns verschiedenen Stellen kleinere Brände statt, welche von der Feuerwehr gelöscht wurden. Gerichks-Isikung. Urok»Itz Hannastr«.(Schluß.) Die erste der vernom» menen Zeugen ist die Echwägerm de« Angeklagten, Wittwe Winter. Nach ihrer Dar stet ung ist der Angeklagte ein sehr aufgeregter Mensch, welcher ihr selbst wiederholt nachsagte, daß fie ihren Mann vergiftet habe. Ihre Eck wester, die Frau de« Angeklaglen, sei von demselben wiederholt gew'ßhandelt wor- den; derselbe habe fie ohne jeden Giund der Untreue bezich- tigt und wiederhol» an den Haaren den Boden entlang ge- schleift. Als ihre Schwester bei ihr wohnte, sei der Angeklagte schon einmal daselbst erschienen, habe nach seiner Fron gesutt und dabei geäußert:»Sterben muß fie. Schießen oder Stechen r In den letzten Wochen vor der That hat die Fron des An- geklagten schon immer sehr große Angst vor ihrem Manne gehabt. Dieser habe fich wiederholt vor dem Hause herumgetrieben und darauf gelauert, ob er seine Frau nicht abfassen könne. Am »6. August, früh 6 Uhr, als fie gerade beim Kaffeekochen war, habe der Angeklagte plötzlich in der Thür gestanden und als fie ängstlich nach der Thür der Stube erlte, wo ihre Schwester schlief, sprang der Angeklagte hinzu, stieß die Thür auf und schlug mit dem Revolver, welchen er unter dem Rock hervor- holte, auf die Zeugin ein, so daß ein Schuß losknallte und in die Decke ging.— Der Angeklagte schien fich zuerst über diese Aussage sehr zu amüsiren, denn er lachte fortgesetzt vor fich bin, dann aber brach er wiederholt los:»Das ist ja eine totale Lüge! Das ist ja schauderhast!' Die Zeugin trumpfte aber den Angeklagten mit der Bemerkung ab t»Du lügst ja wie gedruckt!" Frau HannaSke, die Frau de« Angeklagten, hat noch ihren B kandungen unter der Eifersucht ihres Mannes entsetz- lich zu leiden gehabt. Dn selbe habe fich manchmal wie ein wildes Thier gebeedet und fie gräßlich mißhandelt. Sie sei mehrfach von ikm weggegangen, da er öfter ihr gedroht, fie todtzuschlagen, fie sei oder immer wieder zurückgekehrt, da er nickt von ihr lassen wollte und fie überall wo fie war, aufzu- finden wußte. Der Angeklagte habe immer behauptet, daß fie Gift in sein Essen thue und wenn fie auch von demselben Teller aß, so blieb er doch immer dabei. Mehrfach habe er sich des Nachts den Stubenschlüssel um dm Leib gebunden und drer K euze auf die Erde gemalt— eine Be- hauptung, welche der Angeklagte als»elenten Mumpitz" verlacht. Als fie einmal in Dramburg in einem Hotel Stellang angenommen hatte, ist der Angeklagte auch dort erschienm, hat mit einem Revolver umhergefuchtell und auch dort gedroht, sie lödten zu wollen. Die Szene am Morgm des 16. August sckildert die Zeugin dahin, daß der Angeklagte, als er in die Thür ihrer Schtasstube trat, den Re- volver auf fie loshielt und einige Sekunden fich mit dem Hahn de« Revolvers beschäftigte, ohne anscheinend mit demselbm zu Stande zu kommen, dann erst ist er auf fie losgestürzt und hat mit dem Revolver sortgesetzt auf ihren Kopf losgeschlagen, so daß da« Blut floß. Er ist dann schließlich hmausgedrängt worden, hat aber die Thür eingeschlagen und eS hat fich dann ein hmtnäckiger Zweikampf entsponnen. Bei dies« Gelegenheit hat die F-au noch einm Messerstich erhalten und eS ist auch ein Schuß losgegangen, durch welchen die Frau eine Brandwunde am Arm erhielt. Die Verletzungen waren derartig, daß die Frau 16 Tage im Kcankenhause zuaebracht hat. Dm Daistellungen der Frau über die ehelichen Vorkommnisse widerspricht der An- geklagte mit großer Lebhaftigkeit und begleitet deren Verfichc- rung, daß sie ih em Manne nie die Treue gebrochen, mit höhnischem Gelächter. Er meint, daß eS turchau« kerne Hall»' zrnationm feien, wenn er behauptete, daß ihm die Frau de« Abend« Chloroform beibrachte n d de« Nacht« die Thür ihren Liebhabern öffnete und ruft seiner Frau wiederholt mit mhobmer Stimme zu:»Ich bin ein herzensguter Mensch, Du sollst lange suchen, ehe Du einen zweiten solchen findest l" Er behauptet, daß nicht nur seine Frau ihm fortwährend Gift habe beibringen wollen, sondem daß fie auch die Fraum gedungm habe, bei wclchm er nach der Trennung von seiner Frau in Schlafstelle gelegen, damit auch diese ihm Gift beibringen.— Zwei der als> Sachverständige anwesenden Aerzte haben während der Zeit, als der Angeklagte bei ihnen in Behandlung war, einen abnormm Geistekzustand bei demselbm durchaus nicht wahr« genommen, auch au« dieser Verhandlung einm Anhalt dafür nicht gefunden. Tiotzdem stellte der Staatsanwalt Dr. Menge dm Antrag, auf alle Fälle jurächst dm aerichtlichm Phyfiku» mit der Beobachtung des gerstigm Zustandes de» Angeklagten zu betrauen und der Gerichtshof beschloß nach kurzer Berathung rn diesem Sinne. Gin« für LottertekoUektenre interessante Rechtsfrage beschästigte gestern die erste Straskammer de« Land- genchtS 1. Im Monat August wurde in der Leipzigel straße «in neues Bank- und Lotterregelchäst gegründet, derm Inhaber der Kaufmann Alexander Hirschberg und dessm Schwägerin, die Wittwe Jenny Hirschberg find. Sie haben fich mit einem nmm Uniemchmm eingeführt, in welchem die Behörde die Veranstaltung einer Lotterie ohne polizeiliche Gmehmigung erblickt. Die Firma Hirschberg kauft bereit« gezogene Anlehen« Serim-Loose ausländischer Staaten, besonder« Finnländer, Gothaer und Braunschweiger Loose. Zwölf solcher Loose, welche im Lause des Jahre« mit einem kleineren oder größeren Gewinn gezogen werden müssen, bilden eine G.upps und in Prospekten fordert die Firma Hirschderjj das Publikum auf, zu je 100 Personen diese zwölf Loose für eigme Rechnung zu erstehm. Jeder Theilnehmer hat einen Jahresbeitrag von 60 Mark zu zalsir" und je 100 Personen bilden eine Serim-Look-Gesellschaft. Der Angeklagte Hirchberg bestritt, daß in dieser Einrichtung d>e Veranstaltung einer neum Lotterie gefunden werden könne, denn neue Loose wurden nicht geschaffen, auch seim dieKnn« den die Besitzer der Originalloose geworden und die Firma ha1* nur als Verwalter dersetben fungrrt. Der Staatsanwalt konn* ebenfalls nicht einsehen, worin die Veranstaltung tiner neuen Lotterie liegen sollte und stellte die Freisprechung antztickv welche der Vertheidiger Rechtsanwalt Kassel noch näher d» gründete. Der Gerichfshof«ikannt« nack dem Antrage...„ Eine stark matertaliftijche Anffajfnng feiner Koll� legt der Schauspieler Ku-l Franz Bernyarv Buode an de? Tag, der zur Zeit im Gefängnisse zu Greifswald gastirt una sich wegen Diebstahls und Unterschlagung gestem wieder vo der zweiten Strafkammer am Landgericht II zu verantworte» hatte. Im Jahre 186S zu Stettin gekoren, widmete er>»» dem ehrsamen Kaufmannsstande, aber die Rolle de«-.Düte» drehers" und.Heringsbändigers" sagte ihm nicht zu. Er höher hinaus und verstieg sich auf die Brette»-, welche die W» bedeuten, mit anderen Worten, er wurde Schauspieler,. besagte»Brethr" find zuweilen auch sehr glatt, er verlor a ihnen jeden Halt und b'kam erst wieder festen Boden u» die Füße, als er— i<£ Gefängnisse saß. Auf der-.Schmiere« an welcher er als»jugendlicher Liebhaber"»mimt«", bestem' feine Kollegen und wurde eingesperrt. Mit dem Entlassung.� zevgniß der Strafanstalt in der Tasche war e« schwfl-, neues Engagement zu finden, nicht lange dauerte e« dao«,. faß er wegen Lanastrerchen» und Führung falschen Naw wieder hinter Schloß und Riegel. Später war er S�e*!'?,,,! Er fand Engagement, aber sein ganze« schauspielerische« � lag nun einmal m seinen Fingern— er staht wieder,. wieder eingesperrt und dieser Rollenwechsel vollzog zweimal. Zu Beginn der letzten Sommersaison hatte® MW, kein Engagement, er entschloß fich daher kurz und resolut,*{ ner zu werden. Im Sommergarten de« RestaurateurS � in Lichtenberg fand er Stellung. Am 28. Aptil er ein, als er aber am Abend desselben Tag S die ihck trauten Bier- und Speifenmarken so ziemlich in Geld urng''s, hatte, da ging er heimlich nach der Kellnerkammer. suchte fich die besten Kleidungsstücke feiner Kollegen Msnwh« verduftete. Es konnte festgestellt werden, daß er dem n 56 Ma'f baare« Geld, den Kellnern aber einen F ljhut, Eommerüberzieher und«in Paar Beinkleider mltgen°° �d holte. In dem Ueberzieher steckte no» ein Führungso«� jer ein Pfandschem über einen versetzten Winteipaletot. dem Diebe erlassene Steckbrief erreichte denselben erst lw geiichtsgesangnisse zu Greifswald, wohin der Angeklagm��e «m«n ganz ähnlichen Koup gerangt war. Dort hat er«»» von 9 Monaten erhalten. Um eine Ausrede war der Angtl Nagte keineswegs verlegen. Er behauptete, daß weder Diebstahl noch Nntecschlagung vorläge, denn die den anderen Kellnern «eggenrmmenen Kleidungsstücke habe er nur in der Dunkelheit aus Versehen statt seiner eigeren ergriffen und was das Geld des WirtheS anbetreffe, so sei das nur als ein bewilligter Kredit anzusehen, der den Wirth zu einer Cwilklaze wider ihn berechtige. Diese.Rechtsanschauung" wurde vom Genchtshofe nun freilich nicht geiheilt. Der Staatsanwalt wollte den An« g klazten im Zuchthause unterbringen, der Gerichtshof erkannte aber nur auf eine Zusatzstrase von einem Jahr sechs Monaten Kefängnih. Daß ALIferufe« und Kulfeleiste» auch als grober Unfug angesehen werden kann, haben der RechtSlandi- bat Henrich Haack und die Kellnerin Elise Wall» schnei der an sich ersah en. Beide haben gegen das ihnen zugegangene Strafmandat in Höhe von je lv M. wegen groben Unlugs Einspruch ei hoben, und gelangte insolgedtffen dieser mch- als sonderbaren Anklageschrift zur Verhandlung vor der 95. Abtheilung deS Berliner Amtsgerichts l. Am Abend des S O'toberS c'. gegen II'/, Uhr hörte der erste Angeklagte, als er bi: Prenzlauerstrabe passirte, aus dem in Nr. 19 befindlichen Henning'echen Schanklokale wiederholte Hülferufe. Da die RoEjrloufien heruntergelassen waren, klopfte Haack an dieselben, um die Aufmerksamkeit auf sich m lenken. Unmittelbar darauf trat der Nachtaächtcr deS ReoierS herzu, welchen H. zum Emschreiten aufforderte, da offenbar in dem Schanklokale Jemand gemibhandelt werde. Dies lehnte der Wächter ab, und H erklärte, daß er sich beschweren werde. In diesem Augenblick traten aus dem Lo'al der Wirth, ein Gast und die laut weinende zweite Angeklagte heraus. Auf Befragen des Nachtwächters nach der Ursache des Weinens entgegnete die Kellnerin, daß ste von ihrem Dienstherm geschlagen worden sei, weil sie nicht länger im Lokale verweilen wollte. Der Nachtwächter arretirte darauf die beiden Angeklagten wegen ungebührlicher Erregung ruhestörenden LärmS; vom Vorsitzenden im Termine nach der Ursache der Slstirung derselben befragt, vermochte er kaum eine verständliche Antwort hervorzubringen. Die Angaben der Angeklagten wurden durch die BeweiSauf nähme bestätig», und erkannte darauf der Gerichtshof dem Am trage d.'S Ämtsanwalts entsprechend auf deren Ar ei. sprechung, da ihren auch nicht die mindeste Ungebühr zur Last falle. lpa« Ausstelle» von PerkaufsgegeustLude» In Nischen» welche KrabenwärtS belegen ftnd, rst ebensowenig ohne polizeiliche Genehmigung gestattet, als das an Gebäuden, Thüren, Fenstern, Umzäunungen u. f. w. Diese Auffossung brachte gestern die 95. Abtheilung deS Berliner Schöffengerichts in der KontraventionSsache gegen den Kaufmann Kabitzer zur Geltung. Der Verlheidiger, welcher die Thatsache de« AusstellenS von W.aren in einer solcher Nische, welche völlig hinter der Baufluchtlinie belegen ist, einräumte, stellte in Ab« rede, daß hierauf der Z 8Z oer Strabenpolizei- Ordnung anwendbar sei. Schon die Ueberschnft der Verordnung und speziell die des betr.ffenden Abschnitts.Hmfichilich der Bürger- steige und Granitbahnen insb. sondere" weise darauf hin, daß eS sich nur um den Schutz de« Strabenverkehr« resp. um den auf den Bürgersteigen handle. Die Nische beflnde sich aber innerhalb des Hause«. Wollte man aber die Polizei- Verordnung als auf solche Nischen auSged hnt ansehen, so sei sie ungesetzlich, weil über den Rahmen der im Gesetz vorae- sehenen polizerlichen Befugnisse hinausgehend. Aus diesen Gründen beantrage er Frertprechung seines Mandanten. Der Gerichtshof erachtit den Wortlaut der angezogenen Bestim- mung dahingehend, daß an keiner Stelle eines strotzen- wärt; belegenen Gebäude« Waaren ohne polizeiliche Genehm:- gurg ausgehängt werden dürfen. Da diese Bestimmung die Regelung de« Stratz-nverkehrS betr>ffe, so sei fie auch recht«- wnkiam erlassen. ES wäre ja auch nicht ausgeschloffen, dah die in den Nrschen ausgestellten Waaren bei starkem Winde die P ffanten de« BürgersteizeS belästigen könnten. Ob die Bestimmung aber zweckmätzig fei oder nicht, unterlieg« nicht der P ü'ung de« GnichtS. Ratilror.(Prioat-Mitthei'ung.) In dem vor dem hiefigen Schwurgenchte ve handelten Mordprozesse D z i e d e ck und Genossen hat die Beweisaufnahme zu einem Schuldigfpruche der drei Angeklagten geführt. Durch die am Thatorte zurück- »ekssenen Sachrn, durch die Spuren im Schnee, in welche die befleckten Stieselsohlen de« Ignatz Glembitza genau patzten, wurden die Lügen der Angeklagten widerlegt. Nachts 12 Uhr Knd zwei Männer in die Wohnung des Zeugen Herz, wo die Frau Dziedcck schlief, eingedrungen, der eine hat sich auf die »rau, der andere auf den Herz geworfen und während letzterem iu entkommen gelang, ist der Frau der Hol« bis auf den Aiirbel durchschnitten worden. Die Anzüge der drei Ange- Wogten, von denen Loren» Glembitza zweifellos Wache ge- Jiardm hat, find s.Z. dem Chemiker Dr. I e f e r i ch nach «erlin übersandt worven, welcher nur in dem Anzug de« �jiedeck Menschenblut nachweisen konnte.— Nach dem Wahr- 'pruch der Geschworenen wurde der Angeklagte D z i e d e ck '»egen Raube« und Mordes zum Tode verurlheilt, Legen Jgnoz Glembitza dagegen lautete das Urtherl wegen Mordversuches auf 10 Jahre Zuchthaus, gegen Lorenz G lem- bltza wegen Beihilfe zum Raub auf 2 Jahre Zuchthaus. . Eine Reihe von Enlscheldungr» von weither Ke- ffttlnng»ällte da« Reich-«' Verstcherungsamt in serner heutrgen Atzung unter Vo fitz des Präsidenten Dr. Bödiker. Die nord» Mche Brug'werkS-Genoffenschaft hotte sich geweigert, dem "ieinmeister Sch. zu Cöslin, der bei dem Betriebe verunglückt ?®r/ eine Rente zu gewähren. Erfolglos rief Sch. dagegen der Berufung die Entscheidung deS Schiedsgerichts an, t0f Reich«. Verficherunasamt verurtheilte aber auf weiter er» Ebenen Rekurs die BerufSgenossenschaft zur Rer tenzahlung N. folgender Begründung: Kleinme st.r im Baugewerbe, d.h. sr'che Gewerbetreibende, welche nicht regelmatz'g wenrgsten« Zlen Lohrarbeiter beschäftigen, unterliegen auf Grund de« �'f'tzeS vom 11. Juni 1887, betr.ffend die Unfall. ?"sichkrung der bei Bauten beschäftigten Personen, Unfall-Verficherung. Zu Unrecht behauptet die der Nicht o«n. K 02 datz« sich zur Belficherung e�""' Ansprüche an die BerufSgenosscnschusi �aten �£s!?"rbe 1" weit gehen, wollte man die Wohl- �nm°?.Unf°°°erfi««ANg davon abhängig machen, datz die ?ch an� r!'br«, gesttzltchen Verpflichtung nackkommen und de« weiden. AI« ausreichende Strafe für die Nichtbeachtung 'etzes erscheint die Bei hängung einer Ordnungsstrafe. WT'»« kri?rrnr vre veiyannui.»«......----------------- sich da« RechtSverhältritz gestallen, wenn die forrb-ü' rt. nicht der obligatorischen Versicherung unterlägen, rn es m ihr Belieben gestellt wäre, ab fie sich versichern »olltl en. r.,. Die Textil. Berussgenossenschaft ta dem Kinde um das es abgelehnt, bei dem Betriebe von de« Leben Slsatz-Lothringen Arbeiter« St., gekommen war, ' nachfolgende "OClllCVt um»________ � «ie � Zahlen. Dieses Kind war dinch nachfolgende nhb«n.!"SJrt woeden. Da« Schiedsgericht hielt jedoch noch Äeich.. a, Tfrufung die Genossenschaft sür ersatzflichtig und in �e>srik..�"b'ung machte sich in dir RekurSinstanz da« Reich«. �Ä�tschlSsfig. Sowohl Wortlaut wie Entstehung«- k c lietzen einen Zweifel darüber nicht auf- "flilintitlt Kinder nicht ander« al« in der Ehe Di« behandelt werden sollten. etne��"brung der Klempnerarbeiten für einen Neubau »- Gute war dem Klewpnermeister P. in Sensburg ?uf {k�träö"!1 �uir war wem... ä Änln. �°'ben. Derselbe betraute mit den mehrere Tage .-srll«,, nehmenden Arbeiten seine beiden bei ihm al« "b Nli�a" �'�uden Söhne. Anstatt nach gethaner Arbeit �'itfu». ��ne halbe Merle von dcm Gute entfernte Dorf u>kn und doit zu nächtigen, bereiteten sie ihr Nachtlager in dem Neubau. Am nächsten Morgen wurden sie durch Kohlew dunst erstickt aufgefunden. Die nordöstliche Baugewerks-Be rufsgenoffenfchaft beschied den Vater der Verunglückten, der in denselben seine wesentliche Stütze verloren haben wollte, au den erhobenen Rentenanspruch abschlägig. Erfolglos ging P. dagegen das Schiedsgericht und demnächst das Reichs-Ver- ficherungsamt an. Letzteres begründete seine Entscheidung dahin: Wenn dos Gut meilenweit von einer Ortscha t belegen wäre, wo die Verunglückten hätten nächtigen können, lietze sich die Annahme rechtfeitigen, datz der Betrieb der Bereitung des Nachtquartier« m dem Neubau erfordert hätte. Unter den Umständen, wie fie sich vorstrhend zeigen. lätzt sich ein Zusammenhang zwischen dem Unfall und dem Be- triebe nicht auffinden. In grotzen Städten, zumal in BerlW, haben die Arbeiter sehr oft eine halbe Meile von ihrer Arbeit« stätle nach Hause zu gehen. Bei dem Auflegen eines Maschinenriemen« war der Sattler Sch. in Köpenick verunglückt. Auf Veranlassung der Müllerei- BerufSgenossenschaft fand Sch. in einem hiesigen Krankenhaust Aufnahme, aus dem er jedoch auf seinen Wunsch noch vor Be- endigung de« Heiloerfahreni von einem Unterarzt entlassen wurve. AI« dieser Vorgang zur Kenntnitz der B. rufsgenossen- schaft kam, forderte dieselbe in verschiedenen Schreiben den Sch. zur Rückkehr in das Krankenhaus auf und entjog rhm, als er sich Dessen weigerte, die Rente. Das Schied« « nicht verurtheilte auf erhobene Berufung die Birufsgenossew Haft zur Weitergewährung der Rente und in diesem Sinne entschied auch letztinstanzlich das Reichs-Verficherungsamt. Der Gerichtshof sei der Ansicht, datz ein einfaches Schrerben, in dem einem herheiracheten Arberter, wie dim K äger, aufgegeben wird, da« Arank nhau« aufzusuchen, eine RechtSwirkung nicht haben könne. Es müsse vielmehr das Schreiben in der Form eines berufungsfähigen Bescheide« erlassen w.rden. Denn den nur dann das Recht zu, von dem BerufSgenossenschaften stehe verhciratheten Arbeiter da« Aufsuchen de« Krankenhauses zu verlangen, wenn Anforderungen an die Behandlung gestellt würden, denen in der Fami'ie nicht genügt werden könne. lönne den Arbeitern aber das Recht nicht verschrärckt werden, eine Entscheidung de« Schiedsgerichts darüber herbeizuführen, ob das Verlangen der Berufsgenossenschaften ein berech tigte» sei.. tbersirrrrrrrlungen. Ein« Fachvereinvversammlung der Gärtner tagte unter Vorsitz des Herrn Büchner am Mittwoch, den 4. Dezember, in Feuerstein'schen Salon. Die Tagesordnung war 1. Der Darwinismus und die Abstammung des Menschen. Referent Herr Bölsche. 2. Diskussion. S. Kragekasten, Verschiedenes. Herr Böllche erntete reichen Beifall. In der Pause lieben sich 15 Mitglieder aufnehmen. An der Di«- kussion bethe'ligten sich.hauptsächlich Kollege Mielenz, Abromeit, Büchner und der Rcferent. Die Fragen wurden zur Zufriedenheit beantwortet. Zum Punkt Verschiedene« wurden Vereinsangelegenheiten erörtert. Nachdem der Vor- fitzende den 18. Dezember als den Tag der nächsten in Pankow tagenden Vereins oersammlung, sowie den 8. Januar 1890 als den Tag der Generalversammlung de« Fachvereins im Feuer- stein'schen Salon bekannt gemacht hatte, schlotz derselbe die Sitzung. Btr Fachvrrein der Mrber und verwandten Beruf« genossen, dessen Gründung in einer am 28. November in der Königsbank abgehaltenen Versammlung beschlossen worden war, hat sich am letzten Donnerstag in demselben Lokale kon- stituirt. Es war zu diesem Behufe eine öffentliche Versamm- lung der Weber, Raschmacher und Tuchmacher einberufen, welche von etwa 400 Personen besucht war und die Herren Lehmann, Gerwing und Kurtze in da« Bureau wählte. Den ersten Gegenstand dcr Tagesordnung bildet« ein Referat de« Herrn Mehner über„Gewer kschasiSorganisalion". Der Redner ging die Gesäichte der gewerkschaftlichen Organ sationen durch und wies insbesondere nach, wie die ursprünglich wohl berech- tigten Innungen mit der Zeit lebensunfähig wurden und heut', wo fie kür stlich neu belelt find, die Organisation de« Kr-pstalS behu'S Unterdrückung der Arbeiterin teressen darstellen. Der Vortrag wurde m t Beifall aufgenommen. Eine Diskussion über denselben fand nicht statt, damit die Berathung der Statuten(zweiter Gegenstand der Tagesordnung) eine gründliche sein könne. Der von Herrn Kurtze verlesene Statutmentwurf fand unveränderte Annahm-. Daran schlotz sich unmittelbar die VmstandSirahl. Zum ersten Vorfitzenden wurde H>rr Gustav Lehmann, zum zweiten Vorsitzenden Herr Rehmann, zum Schrrstsührer Herr Seiff-rt, zum ersten Kasfirer Herr Treue und zum zweiten Kasfirer Herr Gerwing gewählt. 160 Mitglieder traten dem Verein in der konstituirenden Sitzung bei. Darunter find nur wenige Kleinmeister; denn die meisten Webermeister" haben ihr Verhältmtz zum Kapital und Grotzkapital noch keineswegs begriffen, obwohl sie un» mittelbar vo.r den Fabrikanten beschäftrgt werden, sich also vom Lohnarbeiter noch weniger unterscherden, als die für Kunden arberrenden K>einmeiker in anderen Gewerben. Eine öffentliche Nerfammlung der Vergolder nnd Fachgenosfen Kerlin» tagte unter Vorfitz de« Herrn Mehring am Montag, ten 9. d. MtS, Abends 8 Uhr, im Saale de« Herrn Sch.ffer, Jnseistr. 10, mit folgender Trg.'Sordnung: 1. Streikang.üegenheiten der Melhlow'jchen Fabrrk. 2. Drs- kusfion. 3. Verschiedene«. Zum ersten Punkt nahm Kollege WilSky da« Wort und legte in längerer Rede die Mitzstände und Vorthe le eines Streiks dar, lobte die musterhaste Haltung der Streikenden und ersuchte alle Kollegen, sür dieselben kräftig einzutreten. Ja der Dit kussion sprachen sich alle Redner dahin au«, datz die Forderungen der vorher gegargenen Versamm- lungen aufrecht zu erhalten urd die Streckenden nach allen Krästen zu unter stützten seien. Unter Verschiedenem wurde die Stellungnahme der Fabrikanten zu den schwarzen Listen, wonach ein jeder Prinz'prl 1000 M. zahlen soll, der einen Streckenden einstellt, besprochen, woraus folgende Resolution einstimmig zur Annahme gelangte: Die heutrge Versammlung dir Vergolder und Fachgenosscn beschlietzt: lleberall in den Werlstätten, wo für die Firma Ed. Meihlow u. Ko. Arbeit verfertrgt wird, die Arbeit niederzulegen und sich mit den Streikenden solidarisch zu erklären. Darauf schlietzt der Vor- fitzende die Versammlung. Di» Filiale Kerlin IV.(Fackirer), Vereinigung der deutswen Maler rc. hrelt am Montag, den 9. Dezember, in Beyer'« Lokal, Neue Grünstr. 14, ihre regelmäßige Mitglieder- Versammlung ab. TagtSordnung: 1. Vortrog: Die moderne Produklron und die Lage der Arbeiter. Referent G. Link. 2. Diokusfion. 3. Regelung de« Arbeitsnachweise«. 4. Ver- thiedene«. Kollege G. Link schildert in hstündigem Vortrag ie Emwickelung der Produktion« ver hältnrsse von ihren kleinsten Ansängen bis zur heutigen modernen kapitalistischen Grotz- Produktion. Redner schlietzt mit den Worten: wie ein orien- talischer Königspalast auf blutgetränktem Grundstein erhebt fich die moderne Grotzprodukiion auf den Stiften unzähliger, schändlicher Menschenopfer. Lebhafter Beifall lohnte den Redner für seinen belehrenden Vortrag. In der Diskusfion sprach Kollege Rautenhaus. Zum dritten Punkt: Regelung de« Arbeitsnachweise« wurde eine Kommission von 4 Mann ge- wählt, welche die Vorarbeiten»u regeln hat. Im Verschredenen wurden einige Fabriken einer scharfen Kr: tik unterzogen. Ferner wurde bekannt gemacht, datz die Kollegen in Bielefeld von den Meistern ausgesperrt find; man möge dieselben thalkräftigst unterstützen. Kollege Link gertzelte das Verhalten der Biete- Selder JnnungSmeifter in drastrscher Weise/ Dann wurde noch ekannt gemacht, datz am zwerten Wcihnachisfeiertog ein ge- müthlicheS Familienkränzchen hier im Vereinslokal stattfindet. Dann wurde noch eure Resolution,„den 1. Mai 1890 als Feiertag zu vroklamiren und an diesem Tage jegliche Arbeit ruhen zu lassen", einstimmig angenommen. Kerichiignng. Die Lohnkomm.sfion der Tabakarbeitcr ersucht uns derichlrgend mitzutheilen, datz fie von den Möbel- polirern Berlin« nicht 20 Mark, sondern 10 Mark erhalten habe. »» «achvrrei» der zitl,osraph1«ft»inkchl»tfer uud H»r«f»g»noMe«. verlammluna Dtensta». dm 17 d. fflit«,«bmd» g llbr M Z mtrr. SllOnj' fttnle 11. äoqeSoitmuna: 1. S?o.-trc0 bei Herrn Böl'chi:..DU Zukunft dir Itcbt", 2. Innere Veretnian ai legenheftm. S. BerichtrdencS. � Gäste find willkommen. —... i»»»«■ ui uic«pi jwuocir uituuc: katycrnu:». kchmidt. 2. Dtttuffion. 8. verfchtedme» ut d firoqelaftm— Gäste wtllkmnrnm. tvistniteder werden aufzerommen. auch Betl'.äqe entgegengenonnien. Um zahi» reiche« Trich inen wird erlvcht «rolfr öffentttch» p Olk*«et lammlung d»* S. H»rtln»r petch*- tag*- maklkrtir** am Dienstag, dm 17. Dez-mber Adend« Uhr. im Lokale ivucgmdagm, Moritpiatz Tagetordnung: r. Die bllrgcrlichm Pa t'ien u»d die Soziaid mokratle. iiiilermi: Hart Wtidberger. 2. Diikuifion. 8. Btr« Ichiedmei. Aiieemein» Huchdrurtl-r- Versammlung am Dienstag, den 17. De- »emoer, Abendt L Uhr. im ivöhmtlchm Braudauie, Lardiberger Alle 11— 18, TaaeSo dnung 1. Bericht über da« tsteiultat der Tarif Bo lcgung. 2. Remune- rarion der Kommiiston. 8 Neuwahl der Krmmiillon refp. Ausiedung derlelben. «. Wahl der Reviso-en. S B'richiedme« In Anbetracht der witstgen Tage«- ordnuna ist ein recht zahlreiche» und püntiliche» E.lcheinen unbedingt er- forderlich. «roff» Nersammlung de» Verein» der Aät,nialchin,n- und Aand-Aebeiterinnen Verltn»«nd Hl n, gegen d am Dienstag. 17 d.M. Abend» LH Uhr. in Moabit, AhrendtS vraurrei, im grohen Eaai. Tage». ordnuna: 1. Aufnahme neuer Mitgiilder. 2. Wahl einer Bevollinächligtm 3. Wahl einer.tkaffi-erin. 4. Wahl einer Schrif führcrin S. Bortraa de» Herrn Zabeil üder: Die Frau in der Industrie, g. Di«ku!fion. 7. Berichi-dmei.— Herren und Damen au» lämmllichen Beruf'zweigen haben Zutritt. Zur Deckung der Nr. kosten findet«ine Tellerfammlung statt. Um zahlreiche« Er- scheinen wird erlucht. Mitglieder Berlammlung am Dierstag. den 17. d. M., Abend» « Uhr, in gchefiei« Selon, Inlelftr. 10. Trg-do drung. t » Ul.»..'-r-.-c.. m—*---*'-— ...... u.ig t i Gl schäseliche». Vortrag über«oalitlonirecht. 4. Verschieden!» und neuer Mitglieder von 8 bi» S Uhr. Gäste habe» 2. Gew-rkschafitiche». 8 Frag kästen. Ausnahme Zutritt. «aurerei» Oerlluer Kllbhauer. Verlammlung am Dienstag, den 17 Dezember, Abend» 9 Uhr. Geschäftlich!», We kstattangelegenh-itm und Bei- schirbme». «roste Versammlung der Freien Vereinigung der Van»»»- «Sütel Schneider und Arbeiterinnen der Kekieidun»*- Knduftet» am vi nstag. den 17 Dezember, Abend« Uhr, in den FM'äien. Oranten. strahe 180. Tagesordnung! l Rech-nlchrs>»bcrjcht de» Borftandei. 2. Lokale und die in Audficht genommene zentrale Organtlaiion der Frauen.(Refermtw grl. Eclma Tb am). 8. Diikulfton 4 Verschiedene« find Fragekastm.— Alle rbeiter und Arbeiterinnen der Hauiindustrie find zu dieser Versammlung ein. geladen. Soiiald,«okratisch»r Mahworiin de» 0. Korlinor Keichotag«- Hpastlkrotse*. vienftag, den 17 Dezember, Sber.di M Uhr. IM Saale de» „Feld'chiitrchm", Müllerftr. 142! Große Beisammlung. Tageto dnurg: 1. Bor- trag de» Herrn M Baginikg über.„Die bürgellichen Pa dien und die Sozial- demokrarie". 2. Di'-kusfion 8. Verschiedene» und Fragekastm.«äste haben Zutritt. Ausnabme neuer Mitglieder. «rofi» Sffentlich» Versammlung d,r Mater, tachirer und Anttr-tcher Hrrtin» und Hlmgegend am Dienstag, dm 17. D-»ember er, «benb» 8 Uhr, bei Feuerstein, Alte Iakobfir. 75 Tagesordnung! 1. Die Be- strebunren der Innung und wie verhatten wie un» zu den von der Bielefelder Malerinnung aulgesperrtm Kollegen, stiel!!.! Kollege W. Schweiger. 2 Ver- schi dme» yeutfcher Schn»ib»rv»rbanb i Filiale Berlin). Mitoliederver sammlung am Dienstag, dm 17 Dezember. Abend« 8H Uhr. in Deig» üller» Salon, Alte Jakobstr 48» Tog Sordnung 1. Fachwifimschaftlichrr Borttag. 2. Ditku'fion U! d Ausnahme zum Z. schneide- Kursus 8 Aufnahme neuer Mitglieder und Zahlung der Beiträge. 4 Berschiedene». Gäste habm Zutritt. Um zahlreiche» Erscheinen wird ersucht. Mitgliodrr- Versammlung bor Zentral-Krank»«- und Kterbe- kafs» bor Köpfor Vontschland»traße N. 18. Gäste können durch Mitglieder eingeführt werden. N-ue Mitglieder werde» ausgenommen. «rotz» öffentlich» v»rsammtung fämmtticher Stuetentiur» Berlin* und HlMg»g»»b am Mittwoch, den 18. d. Mtl.. präzise 7 Uhr, Münzstr. 11 bei Zemter. Tagesordnung! 1 Bortrag de» Sladtverordneteu Herrn Otto Klein über da» Bestehen der Inminien. 2. Diikittsion. 8. Rrch. nungllegung der Verlraumtleule 4. Verschtedme Gewe kschaftSangelegenheitm. Ust Die Verlheilung der Protokolle vom ersten deutscher Stuckateur Kongreß findet unentgeltlich statt. Ei werden alle Kollegen dringend erlucht, zu er- scheinen. Krankon Hlntorstiitzungobunb bor Kchnotdor, Kürschnrr, posn- montiror»nb Korusogonoff»«. Mittwoch dm 15 Dezember<1. weih- nachttseiertag)! G-oße Wcihnachttfeier in dm Bü gersälen, Dretdenerftraße 98. Mit Instrumental-Konzert der b u krpelle unter Leitung ihre» Di ektor» Herrn Carrpr, verbunden mir humoristischen Vorträgen der Gedr. Kuhnke. Zur Be- lustiaung der Kinder kleine llederraschunxm. Billeti» 80 Pf. find zu habm im Bu eau Kraulenstraße 11, in den Zahlftellm Grenabierftr. 83 bei See selb, Annenfir. 9 im Restaurant und in den mit Plakaten delegtm Handlungen. Er- öffnung 5 Uhr. Ar sang 8 Uhr. Gesangverein straße 48.— oerein.uepmgruhe»' Adend» 9Uhr im Restaurant Hildebrandl, Prinzen- straße 97.— Schäserstcher.Besangverein der Elser' Abend» 9 Uhr bei Wolf und Krüger. Skalißersttaße 128, Gesang.— Männergesanaverein.Gartenlaube Abend» 9 Uhr im Restaurant Firt. Kottbuierstraße 22,- Gesangverein .Bouvardia' sMännerchor) Abend» 8H Uhr im Restaurant.Teutonia', Bei- sorterstraße 15.— Männergesangverein.Steinnelke' Abend« 9 llbr in, Nestau rant Schulz, Stetttnerftraße 58-87.— Gesangverein.Harmonie' Abmb» 8 Uhr in Neukern» vterhau». Große Franksurterstraße 49.— Männergesang- verein.Echo ll' Abend» 9 Uhr im Restaurant Drillhose, Rosenthaierstraße Nr. 11—12.— Gesangverein.Sängerhain' Abendt 9 Uhr im Restaurant Kaiser Franz Grenabierpia» 7.— Gesangverein Bruderherz' Uebungtftunde Abend» von 9Jl-llX Uhr. Aufnahme neuer Mitglieder.— Gesangverein.Host- nung Moabit' Abend» 8H Uhr WiiSnackerslraße 83 trn Restaurant Ilae».— Gesangverein.Felicitai' Abend» 9 Uhr im Restaurant Nebelin, Langeslraße 108. — Mannergesangverein.Olpmpia' Abend» 9 Uhr im Restaurant Gerth, Prinzen- straße 108.— Weiangverein.Liedcrlnft' Abend» 9 Uhr im Restaurant Seh- mann. Nauramstraße 44.- Mannergesangverein.Arcordia' Abend» 9 Uhr bei Weick, Aleranderstraße 81.— Gesangverein Ludwig scher Mannerchor Abend» 9 Uhr Lindmftraße 108 bei Poppe, UebungSItunde. Gaste find wtllkommm.— MannergeIangverein.,Sikdeisreih!tr Abendt 8H llbr Im Restaurant Henke, Blumen- straße 38—.Deutsche Liedertafel' Di igml Rod. Maschinikp Adend» 9 Uhr Uebungtftunde im Restaurant Saeger. Grüner Weg 29.— Männcrgesana- verein„Alte Linde" Abend« SX-1(« Uhr im Restaurant John«, Mariannmftr 19. —Zitherklub.Amphion' Abend« 9 Uhr in Triebeli Restaurant, Hoher Stewwe, 15. — Turnverein.Froh und Frei'«Männerabtheilungs Abend« Ä Uhr. Berg- straße 57.- Berliner Turngmofienschast«Fünsie Männeradthttiung) Abend» 8X Uhr in der städtischen Turnhalle, Waficrthorstr. 81.— Turnverein.Hajen- Haide' lMänner-Abtheilungs Abend» 8 Uhr, Diefiendachftr. 80-81.-«erew ehemaliger Schüler der 87. Gemeiiideschnle Abend»»Uhr im Restaurant Kinner. Köpnickerftr. 88.— Armdtscher Stenogravhmveretn.Apollobmrd' Abmb» LH Uhr Brunnenstraße 129».- Arendt scher Stenographenverein Abend» Pf Uhr im Restaurant.Zum eisernen.Kreuz', Ltndmstr 71.- Deutscher Berein Armd». scher Stenographen Abend» 8X Uhr In Randell» Restaurant Brunnenftr. 129*. — Verein orn...>.» oo i».. I„. o,-'.------. ni<—----— Veinicke. Gip» stieße 8, teden Dienstag nach dem 1. und 15- Zttherfluk .Ampkion' Abend» 9 llbr im.Münchmer Hof' Spandauerftr U-l,- Rauchtlub.Zum Wrangel'«benb»° A■ k-nvauernr." Ii- Rauchklub Rauchklub.Deutsche Flagge' Abend» 8 Uhr im Restmirant Händler Wrnnn-t. straße 11.- Rauchklub.FriedrichShain' Abend« 9 Uhrim RlftaumwKW�' Landtbergerftr 118».- RauchNub.Lustige Brüd-r' Abend,»� Uhr � �«r-hitchkn» Grtlna «-° 2S. Große»esellschasttstunde.-erbündm'mii" V°°rttSgm'"'«äft?�ml kommen,»n-ree frei.- Tambourverein.Sedan' Stßung Abend»«r Udo Grüner Weg 9-10.- Tambourverein„Einigkeit macht M°.a?ün>A,Ä! W'»sä»»m»> ng"I SS™ We Pcigaißtitnliratpng. Die neuesten Berichte lauien dahin, datz von worden ist. Sonnabend fand in Gclsenkirchen die anaetündicte Versammlung von Delegrrten sLmwtl'.cher Zechen Natt. Die Tagesordnung der Versammlung, in welcher, der.Rh. Wests- aus dem westfälischen Kohlenrevier einem Ausstand zur Zeit abgesehen Zeitung'', dem Unterr.ehmerorgan,»ufoige, der Landrath Dr. Baltz anwesend war, umfaßte folgende 4 Punkte: 1) Stellung- nähme zur B-rgarbeitersperre, ob sie aufgehoben ist oder nicht; 2) Stellungnahme zur Schichtdauer; 3) Erörterung der Lohn- erhöbungsfrage; 4) Bildung eines Ausschusses zur Regelung der erörterten Fragen.— In der Versammlung führten zu- nächst die Bergarbeiter Spörkel.Ro:thausen und Brodam- Gelsenkirchen Klage, daß sie aus ihren bisherigen Zechen keine Arbeit gefunden hätten; der Letztere führte besonders an, ver« schiedene Bergleute hätten infolge Vermittelung des Herrn Landraths Arbeit erhalten, andere, die diese Ver- nnttlung nicht in Anspruch genommen, seien zurückgewiesen worden. Der Bergmannn Schröder-Dortmund berichtete, daß in Dortmund und im meitesten Umkreise die Sperre voll- ständig aufgehoben sei. Auch bezüglich der zur Strafe ent- lassenen Kameraden sei Vorsorge getroffen, daß dieselben auf anderen Zechen in der Nähe wieder eingestellt werden. Wenn die Grubenv?rwaltungen ihre Pflicht erfüllen und wenn dies seit-nS der höchsten Autoritäten geschehe, so möge man ihnen vertrauen und die Zuneigung der Regierung nicht verscherzen. Ferner stellte der Bergmann Meier-Bochum fest, daß nach seinen Ermittelungen die Sperre auch in Bochum-Stadt auf» gehoben sei. Die Frage, ob die Sperre aufgehoben sei, wurde oann noch von einigen Rednern im entgegengesetzten Sinne deantwortet. Es wurde in dieser Beziehung noch eine mehr- wöchentliche Frist als erforderlich bezeichnet und ein Ueber« wochangsausschuß von 12 Personen gerräht. Schließlich gelangte folgende Resolution zur Annahme:„Bisher find wir den Gewerken gütlich entgegengekommen. Da wir aber jetzt nicht bihrvpten können, daß sie unsere Forderungen ange- nommen haben,.wollen wir es der Zeit überlassen, ob sie in einigen Tagen diese Forderungen voll und ganz bewilligen, widrigenfalls wir unser gewähltes Komitee beauftragen, un« noch rinmal.znfammen zu berufen, um über das Weitere zu verhandeln." Urb er die allgemeine Bergarbeiterversammluna, welche gestern in Essen stat.'fand, berichtet dieselbe„Rh.-W. Ztg.", daß dieselbe nicht ganz so zahlreich besucht war, als die am vorigen Sonntag abgehaltene, ein Zeichen, daß auch in den Kresse« der Bergleute die Meinung von einem frie d'ichen Abschluß vorhenschend war. Die Zahl der Anwesenden wurde jedoch immerhin auf 2000 geschätzt. Was die Stirr- mung der Versammlung anbetrifft, so läßt sich sagen daß dieselbe eine besonnen friedliche war. Nur bei tem Auf» treten des Bergmanns Rosenkranz, welcher seine Zufriedenheit darüber äußerte, daß von einem Streik abgesehen weiden könnte, wmde der Läim so stark, daß der Voifitzende, Berg, mann Fischer, energisch einschreiten mußte. Es verdient übri- gens wiederholt anerkannt zu werden, daß die besonnene Ruhe des Vorsitzendln viel zu dem ungestörten Verlauf der Bewegung in den Veisammlungen beigetragen bat. Schließlich fand unter ausdrück.icher Anerkennung des UeberwachungS- Ausschusses folgende Resolution Annahme:„Die heutige, von mehreren Tausend B>rgleuten besuchte Veisawmlung erklärt mit Rücksicht auf die Unterstützung, welche die hohen StaaiSbehörden den Bergarbeitern bewiesen haben, und wetcbe von den Arbeitern mit großem Danke anerkannt wird, ferner mit Rückficht darauf, daß zunächst abgewaitet werden muß, ob die den Arbeitern gemachten Versprechen auch erfüllt und gehalten werden, zur Zeil von einem Ausstand abzusehen und eine friedliche Haltung zu be- wahren. Zugleich wünschen die Bergleute, daß ihnen auch in Zukunft die Sympathie der hohen Staatsregierung und der gesammten Bürger! ebaft erhalten bleiben mögen." Die gestern in Gelsentirchen, Bochum und Ueckendorf ab- gehaltenen zahlreich Muckten Versammlungen von Bergarbeiiern lchlossen sich, wie„W. T. B." berichtet, den Beschlüssen der Gelsenkirchener Delegrrtenversammlung an; die Bochumer Ver- sawm?ung jedoch unter Begrenzung der BcobachtungSfrist auf vier Wochen. Wie„W. T. B." aus Saarbrücken vom gestrigen Tage meldet, sind die Belegschaften der Gluben Reden,. Jtzenplitz. König Heinitz, Dechend, Kohlwald und Schwalbach heute vollständig angefahren, die von den Zechen Dudweiler, Camp- hausen und Sulzbach streiken größtentheils, die Belegschaft von Zeche Jägerssreuoe zu einem Viertel. Aus dem Waldevburger Revier meldet„W. T. B.", daß eine Bergarteitervessammluna, welche gestern in Waldenburg in Schlesien stattfand, beschlossm hat, eine Kommission zu wählen, welche bei den Verwaltungen der Gruben vorstellig werden solle, um die acklstündige Schichtdauer durckzusetze«. Sollte dies nickt bewilligt werden, so solle sich eine besondere Kommission an den Kaiser wenden. Ein Ausstand ist vor äufig nicht in Aussicht genommen. Die„St. Joh. Z'g." schreibt: Die Vereinigung der sämmtlichen deutschen Kohlenarbeiter scheint immer mehr Fort- schritte zu macken, spricht man doch schon davon, daß ähnlich wie in Belgien ein Generalrath der vereiniaten Berg« arbeiter SchlesirnS, Westfalens und der Saar geschaffen werde» soll. In dieser Zeit, in welcher einem so manches wunderbar und fast unglaublich erscheint und dennoch zur Wahrheit wird, dürfen wir auck Nachiichten nicht unterdrücken, selbst wenn man deren Z ituffen für unmöglich hält. So wird uns von einer Se'te, die bisher immer gut informirt war, mitgetheilt, daß zur Erreichung der Z-ele der Bergarbeiter, sollte dies auf friedlichem Wege mcht möglich sein, ein gemeinschaftlicher Streik an der Saar, in Westfalen, in Schlesien, ja sogar zugleich w Belgien geplant sei, u-d daß dersilbe kur» devorstehe. Auf eine vorhandene große Organisation der deutschen Bergarbeiter deutet ohne Zweifel der oerlchiedenll che persönliche Bei kehr der Vertreter der verschiedenen Jndustriekceise untereinander. Depcsdjen. (Dstottr* Kelegrnpheu-Kurrau.) Koblenz, 16. Dez. Noch hier an amtlicher Stelle einge- gangrnen Nachrichten sind, wie die„Koblenzer Ztg." meldet, die Belegschaiten auf neun Bergwerken des Saargebiets heilte vollzählig angefahren; zum größeren Theile streiken, wie be« ftäiigend mitaetheilt wird, die Belegschaften von Sulzbach, Altenwald, Crmphausen, Dudweiler und einigen anderen Gruben. Kol«, 16. Dezember. Der„Köln. Ztg." wird au» Sansibar vcn heute Nackmittag 2 Uhr 40 Min. gemeldet: Wie v'rlnutrt, ist Bu'hirr gefangen genommen; Emin Pascha geht es besser. Sozialdemokratischer Wahlverein des sechsten Kerl. Reichstagsmahlkreises. Dienstag» den 17. Dezember, Abends i9 Uhr, im Saale des„Feldschlößchen", Müllerstraße 142: Kroße Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des H�rrn M. Kaginskrz über: Die bürgerliche« Parteien und die Hozialdemokratie. 2. Diskussion. 3. Verschiedene» und Fragekasten. 286 Gäste haben Zutritt. Aufnahme neuer Mitglieder. Der Vorstand. Große öffeiltlidie AlMs-Wjammllmg des 3. Kerliner Reichstags Watzllrreifts am Dienst ag, den 17. Dexember. Abends 8'!- Uhr im Lokal Knggenhngen, Moritzplatz. Tages-Ordnung: 1. Die bü'gerlichen Parteien und die Sozialdemokratie. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Ref.: GarlMildberger, 265 Der Sinberufer. Achtung! Tabak-Arbeiter!! Aufgehoben ist die Sperre über die Fabrik Sckmeißer, Chousseestr. 25. U ber folgende Fabriken ist die Sperre ver- hängt worden: Uanke, Michaelkirchstraße 6, Detailgeschäste: DreSdenerstr. 7l/72 und Schillstr. Nr.? wegen Maßr»aelungen. Kergeman« Sc Koch, R'x'wrf, Hcuotgeschäft: Bergftr. 120; in Berlin find Deiarlgeschäfte: Knt'buserdamm 1, Prinzen str. 50. Keilpstng, Elsasseistr. 8 Laden. Grepting, Wiffei thorstr. 25, Laden. Hübsch, L'nienftr. 8, Laden. Wir e suchen alle Arbeiter, welche uns in unseren Bestrebungen unterstützen wollen, von Vorstehendem Notiz zu nehmen. Achtung! Schraubendrelser! Die Kollegen der Firma Angerman« � Kchnlz, Krautsstraße 4 und 5, haben wegen Nichteenhallung des LohnianfS die Arbeii niedergeleg». Vor Zuzug wird gewarnt! 288 Da» Komitee. Große öffentliche Vetsammlung der Wsgenbauer Berlins (Stellmacher, Schmiede, Kackirer«. f. m.) am Mitwoch, den 13. Dezember, Abens 8� Uh-, im Königstabt-Kastn», Holzmalktftr. 72. Tagesordnung: 1. Die Lohnbewegung em nächsten Frühjahr.(Referent G. Tempel). 2. Verschiedenes. 303 Um zahlreichen Besuch dieser Versammlung ersucht Der Einberufer: Gustav SeehauS._ Große öffentliche Versammlung sämmtlichsr Ktnchateure Kerlin» nnb Umgegend am Mittwoch, den 18. Dezember, Abmds präzise 7 Uhr, Münzstr. 11 bei Zemter. Tagesordnung: 1. Vortrag des Stadiverordneten Herrn Otto Klein über das Be« streben der Innungen. 2. Diskasfion. 3. RechnuungSlegunz der Vertrauensleute. 4. Ver» schiedene Gewerksckaftsangelegenheiten., v NB. Die Vertheilung der Protokolle vom ersten deutschen Swckatem- Kongreß findet unentgeltlich statt. Es werden alle Koll-gen ersucht zu erscheinen. 231 D«i- Einberufep. Verband deutscher Mechaniker «nd verm Kernfoyenoffen. (IahlktrU» Kerlin.) Mitiwock, de> 18. Dez-mbii, AoendS 81 Ubr, im Loutsenftä tischen Kludtaus, Annenstr. 16, VvNASNHmIung. Tagesordnung: I. Vortrag des Herrn Gerisch, über: Der Sotdatenhandel im Mittelalter. 2. DiSkuifion. 303 3 Verschiedenes. 4. Frogekasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste will- kommen. Um rege Betheilipung ersucht Der Vorstand. Große öffentliche Gcneral-Versammlung säinmtiilijcr Zimmerleute Berlius mit llugepis am Donnerstag, de« 19. Dezember, Abends 8 Mhr» im Königstadt Kastno. Holzmarktstraße 7S. Tages-Ordnung: l. Abrechnung der Bewegung 1389. 301 2. Verschiedenes. Tellersammlung findet statt. Streikkarte lrgitimüt. I. A.: Jäckesi_ Heute zum einjährigen Bestehen de» Alp. ÄMrkitn-$mills Berlins und Umgegend Große Nersammlung Dienstag, den 17. Dezember, Abends 8 Uhr, in Güd-Oft, Walbemarstraße 75. Tagesordnung: 1. Vortrag des H-rrn Fritz Krüger. Thema:„Die Frauenscage." 2. Dil. kuifion. 3. Ausnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedene». Fragekastln. Gäste haben Zu rit'. Um recht zahlreichen Besuch bittet 1302 Der vorstaiid Teppiche, Möbelsloffe, Gardinen, _ Läufer»afc Linoleum._ aar Verkauf zu Fabrikpreisen«"�� SroUM L«t den 17. d. abgegeben werde müssen, oa die Remfion stapfiitdet. BilletS z»m Weihnachtsfest heute im Verei''sloka>. 1305 Der Vorstand Empfehle mein Geschäft in frischen Kturnen «nd Kranze». 1347 Hobew* Me�fer, Nr. 2 Mariannen straße Empfehle allen Freunden und Genossen meir Weib-«udKalrischbier Koknl Will». Wollen, Schmidt, rr. 2Za, 269 a. d. Neuen Jakodckraße. Volksblatt" und.Tr'büne- I.,a«" Unserm F-eund und Koll-aen Adolph Wandel zu seinem heutigen Wiegensetie ein dreifach don- nerndeS Hoch, daß das ganz« Franksn-ter Vieriel wackelt. Die Solleg-n aus S ub West. l307 AlllN«freunden u. B- tonnten zur Nachricht, daß M'in Mann, der Metallschlcifer Ednard Uiemetscheck am 15. Dez. cr. nach achlmonat« liwem K ank nlager sanft entschlafen ,st. Die Bwrdigunq sirdet am Mittwoch, den 18 er., Nach« 3 Uhr, vom Truuerhauie, Nirdorf, H imannn�. 144. gif d-m Jafobikirchhof statt. Cijamn- n. Todid-Fadrld•? o. C. Kowalsky, Marian nensir. 8. 8 z 'S o Zum W>hnacht»ge'chenk preism Lager o g* für Wicderverk. Bedingung koulant."' ß. GSvzet,� Fabrik und Kager von Mcorackanm, Bernstein, Elfenbe'n- Waaren.(Sp-zlasitäi: Rauchtlub-Pseifen). Sämml che Reparaturen. 289 Krnnnenstr. 1S7, 1 Tr. _ am Roienthaler Thor. Jede Ubr zu reparir«n(außer Kruch) kostet bei mw 1,30 Msnlt unter Garantie des Gut- und Rlchtiggehens. Kl. R paraturen entsprechend billiger. - Patent-» er KlachalaS 30 Pf- Schtüssei 10 Pf Zeiger W Pf te. Lager a» Arien Uhren,«ald-u euverwaare»- t&Ti Wunsch. Nllllllpßr. 38, nahe dem Oranienplatz. 1076 teimm-Aiisttttaf wegen Aufgabe des Geschäfts zu enorm dilligen Preisen auch an Pr'vale. ckpeji litär: Ea�l Tüllgardtuen. Meter von 40 Pff. an. F iner: Damaft-Tüll- Garnm-n Mull mit Tüll Gardinen, sowie veridecke». Tisch-«ad Kowmodeudecken, Routeavx. Ku> ten u. Stickereien. ■BE. stlardmeu-Rrfte zu 1- 3 Fenster» v->ff nd»»»- Ardintllsllbrik, ZllvllMenslr.M. GiKarrenverkanf. 125 Mille Cigarren in der Preislaae ro» 25 bis 150 Mark, anerkannt gnte Maarr» sollen, um damit zu räumen, auch in kuineit» Posten, un'ec dem Seldsikoftenpreise obaegedt'' werden. Günfti iste Geieger heil für Mtevr»' oerkäuf-r Nähere- Berlin C 22, Schönhauserstroße 6. tzZ Mädißen- Mäntss, Knabe«- Unletots» Damen-Iackets VUItg in der C-uferti»* Oronieukr.18� II. Etage. Arbeitsmarkt. Einen B-leger für Goldleisten verlangt 14_ I. K r i st o n, Kottbuler Ufer�. Gestellarkelter. � Die Stelle oes nften FeiNgmacherS»st l. Januar zu besktz«m. _ Kchirmfabrist jto G-»ll-n aui?ärge BergN are 24. Verantwortlicher Redakteur: K.»rantzrt« in Berlin D»uck und Vertag von Wla» Kadiug m Brr-m. Beuthrrad« 2.