Ar. SS» Sonnabend, de« St. Dezember 188» «.z«brs SttlimrVMloll. Brgan für die Interessen der Arbeiter. Das stkklirlxe FunKerkhum. Unsere ostelbischen Junker sind bekanntlich die Erb- Pächter der Sittlichkeit, und wenn man ihren Reden Glauben schenkt, so muß man annehmen, daß die Bezirke, in welchen sie unumschränkt gebieten, Muster idealer Gesittung sind. Nun ist eS eine alte Erfahrung, daß sich bei den Feudal- Herren Worte und Thaten nicht immer im Einklang be- sinden, und der ruhige Beobachter, der sich durch Phrasen nicht beeinflussen läßt, sondern den Dingen auf den Grund geht, wird sich hüten, den Herren Glauben zu schenken, welche die erste Geige spielen, aber eine für demokratische Ohren ganz abscheuliche Musik machen. Man hat es zu oft erlebt, mit welcher Keckheit die Parteigänger des„praktischen Christen- thumS" sich unterfangen haben, das waS ihnen und nur ihnen nützlich war, der Welt al» einen Vortheil für die Gesammtheit auszuschwätzen. Ginge es nach ihnen, so wäre « die verfluchte Pflicht und Schuldigkeit jedes deutschen Staatsbürgers, jedes Wählers, mit Inbrunst auf den kon- servativen Katechismus zu schwören. Dieser Katechismus ist der Inbegriff aller reaktionären Maßregeln auf politischem und auf wirihschaftlichem Gebiete, er ist die Quintessenz der Volksfeindlichkeit, natürlich ein- gehüllt in den fadenscheinigen, schäbig zerschlissenen Mantel der Tugend, der allgemernen Menschenliebe und der bis zur Aufopferung getriebenen Selbstlosigkeit. Der MoralitätS- Mantel ist, wie wir schon betont haben, ein jammervolles Flickwerk, und er ist nicht im Stande, den Pferdefuß zu verstecken. Lebensmittelzölle sind nach dem Junker- kat«>hi«n,uS sine Rettung b»r not&InWn Äand.vivthschaft, die Hilfe für den Bruder Bauer. Die Geschichte der letzten Jahre hat selbst dem beschränktesten Philister gezeigt, daß dieselben nur der Bereicherung einer kleinen Schaar von Großgrundbesitzer» dienen. Die Schnaps st euer wurde gefeiert als eine sittliche That gegen die„Pest des Alkoholismus". Die Herren mit Wappenschild und Stammbaum brennen aber thatsächlich ihren Fusel jetzt mit dem seligen Bewußtsein, vom arbeitenden Volk für ,hre Verdienste um Freiheit und Wohlstand— siehe Zölle und Sozialistengesetz!— ew Riescntrinkgeld einzusacken. Deutsche und Kameruner trinken den Kartoffelbranntwein, Italien, Spanten, Frankreich falschen ihre Weine damit, Alles zur Hebung des moralischen Niveaus der Kulturmenschheit. Der Militarismus, der Mllllarden auf Milliarden so gemüthSruhig verspeist, wie ein Feinschmecker Artischocken, diese Quelle der nationalen Lasten, erscheint m der Darstellung der Feudalherren als eine Wohlthat für die darbende Menschheit. Soweit diese Menschheit aus den |60 Feuilleton. ®a4tru4 utiboten.]- (Bevminal. e»,ialerR»ma»v,«EmiZeZ»la. «»zig autorifirte rleberse»»«« m»«r»st Sie«!«». Drittes Kapitel. Am Sonntag saß Souvarine um acht Uhr Abends Zllein im Schänkzimmer bei Rasseneur an seinem gewohnten Platz. Kein Kohlenmann wußte mehr, wo die zwei SouS lär einen Schoppen austreiben; niemals hatten die Wirthe d>eniger verdient. Frau Rasseneur hinterm Schänktische schwieg »ervös, während ihr Mann dem Rauch der Kohle ,m Kam,n Nachblickte .. Es klopfte dreimal an'S Fenster Souvarine blickte ?naus und erhob sich: dies war das Zeichen, welches ihm Stephan schon mehrmals gegeben, wenn er ihn allein sah. "ch bevor der Russe zur Thüre schreiten konnte, hatte leneur dieselbe geöffnet und rief hinaus• _„Fürchtest Du, daß ich Dich verkaufe? Jedenfalls könnt ■% im Zimmer besser plaudern." Stephan trat ein; aber er schlug dankend das GlaS welches Frau Rasseneur ihm anbot. Der Wirth fuhr fort:_..._ „Mir ist lang bekannt, wo Du Dich versteckst' wenn � der Verräther wäre, für den Deine Freunde mich aus- schickt' � si&o" vor einer Woche Gendarmen ge- „Du brauchst mir das nicht zu betheuern," ent- ?°g«ete Stephan,„ich weiß wohl, daß Du ke,n Vemiher Tg- Man kann ja verschiedener Meinung sein und sich doch echten." schwiegen. Souvarine Chatte sich wieder gesetzt, an die Wand�und schaute träumenden u Sie___ Me den Rücken Sprößlingen des altpreußischen Adels besteht, die im Heere eine so einflußreiche Rolle spielen, mag das zutreffen. Die Steuerzahler, die breiten Massen der Nation, die mit ihrem Gelde die Zeche zahlen, mit ihrem Gelde und mit ihrem Blut— es ist eine Gut- und Blutsteuer— denken darüber freilich anders. Viel zu gute thun die Herren sich auf die Sozial- reform von Oben. Was dieselbe bis jetzt in den Versicherungsgesetzen geleistet hat, ist keine Reform der sozialen Zustände, sondern eine Umgestaltung der Armenpflege, die, wie bei der Alters- und JnvaliditätS- Versicherung, laut Zeugniß eines so regierungsfrommen Mannes wie Lujo Brentano, des Professors der StaatSwissenschaften in Leipzig, nichts ist als eine Ab- wälzungderArmenlastenvondenSchultern der Besitzenden auf die Schultern derPro- letarier! Wie das Junkerthum für R a s s e n- und R e l i g i o n S- hetze, für die fortgesetzte Störung des sozialen Friedens durch Begünstigung der Polizeigewalt, durch Sozialistengesetz, durch Unterdrückung des Koalitionsrechtes wirkt, braucht bloS angedeutet zu werden. Das erfährt die Arbeiterschaft täglich zur Genüge am eigenen Leibe. Statt daß die Herren für anderer Leute Sittlichkeit zu sorgen sich gestatten, sollten sie den Spruch beherzigen: DaS Mitlerd beginnt zu Hause. Die neueste amtliche Veröffentlichung über deutsche Kriminal st ati st ik für das Jahr 1887 zeigt, daß, wie der Staatsanwalt Lindenberg in Professor C o n r a d's Jahrbücher für Nationalökonomie schreibt, daß„die kriminellsten(ver- brecherischsten) Bezirke an Preußen» Ost grenze zu suchen sind," also da wo die Funker herrschen. Der im südlichen Ostpreußen gelegene Kreis Johannisburg bringt eS auf die Riesenziffer von 347 Verurtheilungen auf je 10 000 Bewohner; nicht weniger als 125 wurden wegen Diebstahls bestraft l Die Durchschnittszahl für das R e i ch ist rund 100 auf je 10 000 Einwohner. Von den 36 Kreisen der Provinz Ostpreußen gehören 13 der Gruppe an, welche 200 und mehr Verurtheilungen auf je 10 000 Einwohner aufweisen. Aehnlich ist eS in Posen, ähnlich in Schlesien. Die furchtbare Verelendung des werkthätigen Volkes jener Bezirke, das zum größten Theil dem frischen Lustzug der Arbeiter- bewegung künstlich ferngehalten wird, die chronische Roth, daS daraus folgende Regiment des FuselS und des Messers, die thatfächliche Hörigkeit der Land- arbeiter unter der Herrschaft deS Großgrundbesitzes er- klären diese erschreckenden Thatsachen. Wahrlich, die„Edelsten und Beste» der Nation" haben sehr viel Schmutz vor ihrer eigenen Thüre fortzufegen. Auges dem Rauch der Zigarrette nach. Seine Finger irrten spielend über sein Knie; er hatte das unbestimmte Gefühl, daß ihm etwas fehle, doch er wußte nicht waS: Es war „Polonia", welche heute nicht auf seinem Schooße lag und deren warmes Fell seine Hand vermißte. Stephan setzte sich ihm gegenüber. „Morgen beginnt im Voreux wieder die Arbeit, die Belgier sind mit dem kleinen Negrel angekommen." „Ja", bestätigte Rasseneur,„man hat sie während der Nacht hergebracht. Wenn das nur kein Blut kostet!" Und die Stimme hebend: „Siehst Du, ich will keinen neuen Streit anfangen, aber ich wiederhole Dir, es wird böse enden, wenn Ihr nicht einlenkt. Euch geht'S gerade wie der Internationale. Ich habe Pluchart vorgestern in Lille getroffen, wo ich zu thun hatte, der Verein geht auseinander, scheint es." Er erzählte: Nachoem die Internationale Arbeiter der ganzen Welt angeworben, krankt sie jetzt an ehrgeizigen und eigennützigen Bestrebungen im Schooße ihrer Verwaltung. Seit die Anarchisten die Oberhand gewonnen und die Evo- lutionisten verdrängt haben, giebt es kein einheitliches Wollen mehr. Der ursprüngliche Zweck, die Lohnreform, verliert sich im Parteienstteit; die Disziplin lockert sich, und schon ist daS Ende abzusehen: die gänzliche Auflösung dieses Ver- bandeS, der mit so kräftiger Begeisterung in Wirksamkeit getreten, als müsse er die bestehende Gesellschaft vom Erd- boden reißen. „Pluchart ist krank davon," schloß der Wirth,„da- bei hat er fast gar keine Stimme mehr; aber er spricht immer noch; er will nach Paris gehen... Er hat mir dreimal wiederholt, daß er unsere Sache für verloren hält." Stephan hielt die Augen an den Boden geheftet. Als er am vorigen Abend mit einigen Kameraden geplaudert, hatte er gemeint, Groll und versteckte Anklagen aus ihren Worten zu lesen, die ersten Vorboten der Unpopularität, vielleicht die Anzeichen seiner gänzlichen Niederlage. Er Morrefimndenzim. New Uork, 6. Dezember. Wie ich seinerzeit in den Be« richten über die Vorkommnisse in der Partei anführte, war es meine Anficht, daß in verhältnißmäßig kurzer Zeit fich Be« strebungen geltend machen würden, um wieder eine Einigung in der Partei herbeizuführen, die ja im Grunde genommen rein„für nichts und wieder nichts" aus dem Leim gegangen. Nach dieser Richtung ist nun ein Beschluß der Parteimitglieder in St. Louis von Bedeutung, und zwar aus dem Gmnde, weil dies einer der bedeutendsten Orte für die Partei ist und ein sozialdemokratisches tägliches Pceßorgan hat. Die dortige Seklion verhandelte am letzten Sonntag über die Frage, welche Stellung fie den durch die New Borker Wirren entstandenen zwei Fraktionen gegenüber einnehmen solle. Man be- schloß, nichts zu thun, was die Spaltung erweitem könnte, sondern eine Wiedervereinigung der Fraktionen anzustreben; dies bedinge, daß fich die Sektion keiner derselben anschließe, sondem für fich bestehen bleibe, bis die Fraktionen verschwunden find. Der Vorstand der Sektion wurde beauf« tragt, an alle Sektionen des Landes ein Zirkular zu richtm, welches ibnen von diesem Beschlüsse Kenntniß giebt und diejenigen Sektionen, welche(gleich der St. Louiser) fich von beiden Fraktionen femhalten, ersucht, sich mit der St. Louiser in Verbindung zu setzen, um die Führer beider Fraktionen im Interesse einer Wiedervereinigung zum Rücktritt zu bewegen. Da nun, wie schon früher mitgetheilt, wenigstens die Hälfte der(ca. 70) Sektionen auf demselben Standpunkt steht, wie die St. Louiser, während die andere Hälfte sich auf die beiden Fraktionen vertheilt, so dürfte die von St. Louis ausgehende Anregung guten Boden finden. Ist es doch klar, daß unter den obwaltenden Umständen die diversen Partei- Unternehmungen(„Sozialist" und„Workmm Advocate" auf der einen, der„Volksanwalt" auf der andern Seite, sowie der Schriften- und Flugblätter-Vertrieb) nicht ge- deihen können. Was übrigens den„Rücktritt der Führer" betrifft, so kommt dieser dabei sehr wenig in Betracht; es kann hier doch nur davon die Rede sein, daß dieselben sich nicht mehr in der Parteileitung befinden, und das ist Sache der Mitglieder am betr. Vorort. Zudem ist diese Angelegenheit auf der emen Seite schon insofern erledigt, als die in Chicago gewählte Exekutive schon vor mehreren Wochen(infolge Rücktritts der alt-n) die Parteigeschäfte übernommen hat, und binnen kurzer Zeit— nach der Urabstimmung— der für die andere Fraktion ge- wählte Vorort Brooklyn die Wahl der Exekutive vomehmm wird. Es bleibt zwecks einer Wiederoereinigung nichts anderes ubng, als ein nochmaliger, gemeinsamer Kongreß.— Es ist zwar die Zahl derjenigen Sozialitten im Lande sehr groß, welche eine deutsche sozialistische Aktions-Partei(und von einer solchen konnte bisher nur die Rede sein, da selbst die mglisch-amerikanischen Sektionen zu aus Deutschen bestanden) für die Vereinigten Staaten als ein unnützes Ding betrachten; es geht das schon aus dem Umstände hervor, daß sich seit langen Jahren die große Mehrzahl derselben von der Partei fem gehalten hat und nur bei besonders wich« tigen oder interessanten Fällen in den großen Volksversamm- lungen sehen ließ. Man gab sich zwar der Hoffnung hin, daß blieb stumm und finster, denn er mochte seine Entmuthigung nicht diesem Manne gestehen, der ihm vorhergesagt, daß daS Volk ihn eines TageS verwünschen werde, um sich für die getäuschten Hoffnungen zu rächen. Nach einer Pause entgegnete er: „Gewiß, der Streik ist besiegt, ich weiß eS so gut wie Pluchart. Doch dies war vorauszusehen. Die ArbeitSein- stellung ist uns gegen unseren Willen aufgedmngen worden. Wir ahnten wohl, daß wir nicht stärker seien, wie die Kompagnie; aber man berauscht sich, hofft, und man ver- gißt, wenn eS schlecht endet, daß es nicht anders kommen konnte, und klagt und lamentirt, wie über ein plötzlich vom Himmel gefallenes Unglück." „Also, wenn Du selbst glaubst, daß nichts zu machen ist," erwiderte Rasseneur, warum räthst Du dann dm Kameraden nicht, nachzugeben? Stephan blickte ihn fest an: „Genug!... Du hast Deine Jdem, ich habe die meinen. Ich bin bei Dir eingettetm, um Dir zu beweism, daß ich Dich trotz alledem achte; aber ich glaube, und die» ist meine unverrückbare Meinung, wenn wir Alle zu Grunde gehe», so werden unsere verhungertm Gerippe der Sache des Volkes mehr nützen, als die Politik aller vorsichtige» Männer zusammen genommen!...£>, wenn einer von diesm verdammten Soldaten mir eine Kugel mitten in'S Herz jagen wollte, welch' ein heldenhaft schönes Ende wäre das!" Seine Augen feuchteten sich, währmd dieser verzwei- felte Schrei seiner Brust entfuhr, dieser heimliche Wunsch des Besiegten, die letzte Zuflucht, in der er für immer seine Qualm ertränken möchte. „Sehr schön gesprochen! erklärte Frau Rassmmr, mit einem verächtlichen Seitenblick die Meinung ihres Gatte» verurtheilmd. Souvarine sah verschleiert in's Leere. Seine Hand tastete immer noch suchmd sein Knie. Er schim nicht ge- hört zu haben. Aber sein blonde» Mädchmgeficht mit der s nach„Säubetunu* der Partei(speziell in Nero-Norf) die Betheiligung an derselben sich ganz bedeutend Heden würde; das war aber em etwas sonderbarer Glaube, da sich doch Jeder, der nicht ganz oberflächlich urtheilte, sagen muhte, bah die Gründe der Nichtbetheiliaung von je(nicht nur seit der Thätig. keit der mißliebigen Personen) viel»tiefer� lagen. Ich habe darüber in meinen früherewÄerichten schon wiederholt Angaben gemacht, so daß ich nicht darauf zurückzukommen brauche. ES ergab sich denn auch sofort, daß die BeKeffenden falsch kalkulirt hatten, denn nirgends(abgesehen vielleicht von Chikago, wo sich eine neue Sektion aus vorher nicht der Partei angehörigen Ge» nassen gebildet) wuchs die Tbeilnahme an den Parteiversamm- lungen, und hier in Nero. Bork ist eher da« Gegentheil zu konstatiren. E« kommt nun aber bei dieser Frage nicht auf jene Partei- Abstinenzler an, sondern nur auf denjenigen Theil, der unent- wegt bei der organisirten Partei ausgeholten hat und auch ferner auszuharren gedenkt. Es ist freilich anzunehmen, daß ihre Zahl, statt zuzunehmen, zusammenschmelzen würde, wmn keine neuen Anregungen gegeben werden; aber solche Anregungen find zu erwarten, und eine ganz bedeutende dürfte die Herkunft Burn's fein. Die hier vor Kurzem von einem andern Engländer gegründete Union der Matrosen und Heizer (der Häfen von New- Bork und Umgegend) hat nämlich in Verbindung mit den noch bestehenden Organisationen der Werftarbeiter(Longshorcmen) und Kohlenschaufler beschlossen, den englischen Arbeiterführer zu emer Agitationstour zwecks Organisirung der Arbeiter in fämmtlichen amerikanischen Häfen einzuladen, und wie die „VolkSzeitung" schreibt, hat derselbe(wahrscheinlich auf eine schon früher von der hiesigen Central-Labor-Föderation erfolgte Einladung) mitgetheilt, daß er im Februar herüber kommen werde. Es wäre sehr wünschenSwerth, wenn vorher eine Emi- gung in der sozialistischen Partei herbeigeführt würde, um diese Gelegenheit voll und ganz ausnutzen zu können. Hierzu liegt aber auch noch etwa« anderes vor: nämlich die Thätigkeit für die Sammlungen zum deutschen Wahlfond. Dieselbe ist bis jetzt nur sehr schwach aufgenommen, wo« auch seinen Grund in den Wirren hat, und wenn die Dinge weiter ithen(resp. stehen bleiben) wie bisher, dürfte dies für den Er- olg der Sammlungen sehr hindernd sein. Man beginnt zwar langsam, dafür einzutreten, und einzelne Genossen wollen ihre ganze Kraft daran wenden, um die Sache in Fluß zu bringen. Obwohl in beiden Lagern Stimmen laut geworden sind, welche da« Interesse der Parteigenossen(und da ist besonders da« pekuniäre gemeint) mehr auf die amerikanische Bewegung g«ichtet wissen möchten, so wird da« doch erst dann in gewissem Maße eintreten, wenn wir hier eine amerikanische sozialistische Bewegung haben, die zu befördern dann freilich alle Kräfte angestrengt werden müssen; bis dahin dürften aber derartige Anstrengungen vergebt, ch fem, und die deutschen Sozialsten nach wie vor ihre Opfer für die alte Heimath bringen. Sie werden das auch diesmal trotz der Parteiroirren thun, dessen hin ich überzeugt, aber immerhin ist bei einträcht- sichern Handeln mehr zu erwarten. Ja einer hier vor einigen Tagen stattgehabten Volks- Versammlung zwecks Besprechung über die projektirte Welt- ausstellung wurde angeregt, gelegentlich derselben hrer einen internationalen Arbeiter. Kongreß abzuhalten. Der Präsident der amerik. Federation os Labor, GowperS, der sich dem Pariser Kongreß gegenüber sehr kühl verhalten hatte, trat dafür ein. Welch sonderbare Anschauungen der Mann im Uebrigen hat, geht auS den Gründen hervor, aus denen er für die Abhal- tung der Weltausstellung in New-Bork eine Lanze einlegte. Er meinte, daß dies der Arbeiterbewegung einen Anstoß ver« leihen würde, wie sie ihn sonst kaum erHal en könne. Die Stadt würde in jedem Industriezweig einen solchen Auf- schwung nehmen, daß m 20 Jahren Nero. Bork derart ver- ändert sein würde, daß die Einwohner von heute es nicht wieder erkennen würden. Unser TennementbauS- System würde vor den Augen der Tantend«, vre vre WeltauSst-llung besuchen werden, keine Gnade finden und der Druck der offent- lichen Meinung würde die Hausbesitzer zwingen, solche Ver- besserungen einzuführen, als nothwendrg find, das Wohnen m ihren Hausern für den Armen erträglich zu machen!: Auch andere Redner rechneten vor, welche Vortheile die Weltausstellung für die Arbeiter haben würde, und wurde da- bei auch auf Philadelphia verwiesen, in welchem 1876 die Ausstellung stattfand.— Die.Volkszeitung' erinnerte dem gegen- über daran, daß infolge derselben eine solche Menge ArbertS- kräfte nach dort gelockt wurden, daß lange Jahre hindurch drefe Stadt von den Ausbeutern des Landes als eine Vorraths- kammer von„Scabs' betrachtet und denutzt wurde. Bezüglich des Kongresses wurde von der Versamm'ung eine Kommission eingesetzt, welche mit den verschudenen Orga- nisattonen in Verbindung treten soll, um wertere Schrrtie m der on Philadelphia die Rede ist, so dürfte die Mittheilung eines Vorkommnisses dort von Interesse fern, welche« zeigt, wie traurig e« mit den Arbeitern in Bezug auf wahrhaft freiheitliche Anschauung bestellt ist. Dre Polrzei dort noch ver- Die fein geschnittenen Nase und den kleinen spitzen Zähnen be- kam jetzt einen wilden Ausdruck, als sei er versunken in Träume voll blusiger Visionen. Und plötzlich sprach er, an Rasseneur'S vorher gefallene Worte über die Znternasionale anknüpfend, halbmurmelnd, als denke er laut: „Alle sind Feiglinge!... Nur einen Mann giebt eS, der aus ihrem Vereine ein schreckliches Instrument der Zerstörung zu machen vermocht. Man muß wollen; weil Niemand will, darum wird auch diese Revolution scheitern..." Er fuhr fort, mit einer Ssimme, die der Ekel bitterte, über die Thorheit der Menschen zu klagen. beiden Andern, seltsam berührt von diesen wie im Somnam- bulenschlaf in'S Leere geredeten Worten, schwiegen. Zn Rußland gehts nicht mehr, wie eS sollte. Seine frühere« Kameraden sind alle Polisiker geworden, jene berüchsigten Nihilisten, vor denen Europa zittert. Söhne von Popen, von kleinen Bürgern und Kaufleuten, die sich nicht über die Idee der nationalen Freiheit zu erheben vermögen; als wenn die Befreiung der Welt mit dem Tode eines Despoten er- rungen wäre. Aber sobald er ihnen sagt, daß die alte Welt wie eine reife Saat fortqemäht werden müsse, ja, wenn er selbst nur das kindische Wort Republik ausspricht, verstehen sie ihn nicht mehr; er kommt ihnen beunruhigend vor, wird deklassirt und unter die gefallenen Führer deS revolusio- nären KoSmopolitiSmus gereiht. Und doch blutet sein Patriotenherz! Und mit bitterem Schmerze wiederholte er sein LieblmgSwort: „Dummheiten!... Nie werden sie etwas erreichen mit ihren Dummheiten!" Dann redete er noch leiser. Er sprach mit herber Trauer von seinem früheren Traum der Brüderlichkeit: Er hatte auf seinen Rang verzichtet und auf sein Vermögen, um mit den Arbeitern gemeine Sache zu machen, hoffend, daß die neue Gesellschaft der Arbeit erstehen werde. Er hatte all' sein Geld an die Kinder in den Dörfern vertheilt, war für die Kohlenmänner voll brüderlicher Freundschaft ge- wesen, hatte, über ihr Mißtrauen lächelnd, sie durch sein ruhiges Wesen zu gewinnen getrachtet, hatte versucht, sich ihnen zu nähern, indem er ein fleißiger und pflzchttreuer hatte nämlich eine zur Erinnerung an die Chicagoer Gemordeten einberufene Versammlung verhindert und ebenso eine daraufhin projekiitte Protest-Versammlung. Die Veranstalter der letzteren (Sozialisten, während die erster« von Anarchisten einberufen war) brachten die Sache nun vor die Zentral- Organis ation der Gewerkschaften, um dieselbe zu veranlassen, gegen diese Ver- gewaltigung der Versammlungsfreiheit Schritte zu thun. Ja der betriff-nden unterbreiteten Resolution war, um etwaigen reaktionären Elementen keinen Anlaß zu geben, sich ablehnend zu verhallen, ausdrücklich erklärt, daß e« sich nicht um Gutheißung anarchistischer I Zern handle, sondern lediglich um Vertheidigung de« Versammlungsrechtes. Und was geschah? Der Vorfitzende erklärte die Sache für.außer Ordnung', und unter den an- wesenden 60 Delegirten fanden sich nicht so viele, um diese Entscheidung umzustoßen: im Gegentheil, eine Anzahl derselben erklärte, Instruktion zu haben, gegen einen etwaigen Anttag in dieser Sache zu stimmen!— Nachdem der Mitbegründer und erfolgreiche Organisator de« Ordens der K. o. L, Horan, halb vergessen gestorben und in Begleitung von einigen wenigen Freunden zu Grabe getragen worden ist, wurde nachträglich eine Memorialfeier für ihn ver- anstaltet, welche sehr stark besucht war. Sie ging indessen nicht von den KnightS aus(die feit dem letzten Krach in der hiesigen Lokal-Assembly von der Bildfläche verschwunden sind), sondern von den beiden Zentral-Organisationen. Letztere werden sich Mitte dieses Monats vereinigen. Nachdem schon vor mehreren Monaten auf beiden Seiten Komitee« eingesetzt worden waren, um die Vereinigungsfrage in Vorberathung zu nehmen, wurden die von denselben gemachten Vorschläge Seiten« der Central- Labor- Federation fast einstnnmig angenommen; während in der Central- Labor-Union bei der ersten Abstimmung nach der Kopf- zahl die Majorität dagegen entschied. Merkwürdiger Weise Sing darauf ein Anttag auf Abstimmung nach Organisationen urch, und bei dieser entschied sich die Majorität für die Ver- einigung. Da sich unter jener die bedeutendsten in der C.-L.-U. vertretenen Gewerkschaften befinden, so dürften weitere Ver- suche der Minorität, die Sache dennoch zu hintertteiben, von keinem Erfolg sein.— Ob die Verschmelzung jetzt schon zu begrüßen ist, dürste eine sitzliche Frage sein. Bei der damaligen .Reinigung' der C.- L.- U. wurden nur diejenigen Personen entfernt, welche direkt der Boodelei mit den Poolbrauern über- führt waren. Es befinden sich aber in ihr noch so ziemlich alle jene Elemente, welche seit Jahren als politische Drahtzieher emer der beiden kapitalistischen Parteien(oder beider!) bekannt sind. Und so beschränkt diese Leute in Jon« stiger Beziehung find, in ihrem eigentlichen Metier(der Aus- Nutzung der Arbeiterorganisationen zu persönlichen Zwecken) sind sie ganz.geriebene Kunden'. Diejenigen, welche e« auf- richtig mit der Sache meinen, besonders unter Hinblick darauf, daß die Arbeiterelemente, welche hinter ihnen stehen, die letzten fein dürften, welche von dem neuen Gerste, der unserer Hoff. nung nach hier bald seinen Einzug Hullen wird, angehäuft werden! Meinen Mittheilungen bezüglich Stellungnahme der Sek- tton St. Louis habe ich nachzutragen, daß nach dem Berichte de« Auffichtsrathsmitgliedes Neymdank, der eine Anzahl Sek- tionen besucht hat im eben erschienenen.Sozialist', drrjenigen in Baltimore, Holyoke, New-Bedlord und Pcooidence sich eben- falls„paifio' verhalten werden; die beiden ersteren sprachen sich für Schritte zur Einigung aus. Adam« und Lawrence werden sich in einer nächsten Versammlung entscheiden. ZtottttpHo Zitcl' erlitt, k. Auf der Tagevardnnng de» letzte« Sitzung de» K«»de»rattz» defand sich auch das Ueberrrnkommen zwischen Deuttchlano und den Rrrderianden zum Schutze verkuppelter weiblicher Personen. Das U> hereinkommen wurde den zu- ständigen Ausschüssen zur Vorberathung überwiesen und lautet emrr offiziösen Mrltheilung zufolge:.Nachdem die Regierung de« deutichen KmserS und die niederländische Regierung sich in dem Wunsche geeinigt häiten. in Betreff gewisser Klassen von Personen, welche der Unzucht preisgegeben find, gemein- fame Schutzmaßregeln zu ergreifen, kälten beide Staaten eine Vereinbarung dahin gehend getroffen: Die Regierung de» deutschen Kaiser« und die niederländische Regierung ver- pflichten sich, innerhalb der gesetzllchen Grenzen dahin zu wirken, daß die Frauen und Mädchen, welche Angehörige eine« der beiden verttagschließenden Länder sind und sich in dem andern Lande der Un,ucht hingäben, einem V.rhör zu dem Zveck unterworfen würden, um festzustellen, woher sie kämen, und wer sie bestimmt habe, ihr Heimathsland zu verlassen. Die hierüber aufgenommenen Verhandlungen sollen den Behörden de« Lande«, bissen Angehörige die gedachten F-auen und Mädchen sind, mitgetheilt werden. Ebenso ver- pflichten sich die vertragschließenden Theile, innerhalb der geietz- Irchcn Grenzen nach Möglichkeit dahin zu wirken, daß die- Arbeiter geworden. Aber die Fusion will nicht stattfinden; er bleibt ihnen fremd, bleibt unverstanden mit seiner Ver- achtung aller Bande, seinem standhaste« Willen tapfer zu sein, unberührt von allem Ehrgeiz, ohne Theil an irgend welchen Genüssen... Und besonders an diesem Morgen hat ihn eine Zeitungsnotiz bis in die Seele betrübt. Seine Stimme veränderte sich, sein Auge leuchtete, blickte auf Stephan, und sich direkt an ihn wendend fuhr er fort: „Verstehst Du das, sage?; Hutmachergehilfen von Mar- seille haben da» große LooS gewonnen, und haben sofort Rente gekaust und erklärt, daß sie nichts mehr arbeiten werden!... Za, all' Ihr französischen Arbeiter seid die- selben, irgendwo einen Schatz ausgraben und ihn dann allein in einem heimlichen Winkel verzehren, das ist Euer Traum! Ihr schreit gegen die Reichen, aber Ihr habt nicht den Muth, den Armen daS Geld zu schenken, welche« da« Glück Euch in den Schooß wirft. Nimmer werdet Ihr de« Glücke« werth sein, so lange Euer Haß gegen den Bürger nicht« ist als Neid, als die wüthende Begierde, auch Bürger zu sein!" Rasseneur lachte laut auf; die Idee, daß die Arbeiter von Marseille das große LooS hätten verschenken sollen, kam ihm blödsinnig vor. Aber Souvarine ward plötzlich gespenstig bleich, sein Gesicht wurde furchtbar, und von fana- tischem Zerstörungswahnsinn gepackt, schrie er: .Ihr müßt alle vernichtet, niedergemetzelt und auf den Mist geworfen werden! O, e« wird einer kommen, der Euch, Race von Feiglingen und Genußmenschen verttlgt!... Und seht hier meine beiden Hände: wenn diese meine Hände es vermöchten, sie packten die ganze Erde so, und rüttelten und schüttelten sie, bi« Alle« in Trümmern zerstiebte, die Euch begraben!!" „Sehr gut gesprochen!" wiederholte Frau Raffeneur überzeugt. Alle schwiegen. Dann redete Stephan von den belgischen Arbeitern und fragte Souvarine, welche Maßregeln man im Voreux ge- ttoffen habe, um ihre Einfahrt zu schützen. Aber der Russe war wieder in sein abwesendes Träumen versunken und ant- jeniaen unter diesen Frauen und Mädchen, welche gegen ihren Willen genöthigt werden, sich der Unzucht binzugeben, aus ihren Antrag oder auf den Anttag derjenigen Personen, unter deren Gewalt sie stehen, au« dem Lande, in dem sie sich b«- finden, fortgeschafft und bis an die Grenze ihres Heim-rthslande« gebracht werden. Ferner vkrpfl chten sich die vertraglchlüßende« Theile innerhalb der gesetzlichen Grenzen nach Möglichkeit dahin zu wirken, daß die nach den Gesetzen ihre« HeimathS- landeS noch minderjährigen Mädchen, welche sich in dem an« deren Lande freiwillig der Unzucht hingeben, auf den Antrag ihrer Eltern oder Vormünder nach ihrem Hennathslande heim« geschafft werden. Vor Ausführung der H-imschaffang einer der erwähnten Personen soll die dazu berufene Verwaltung«- behörde durch Vermittelung der Heimathsbehörden der be« tteffenden Person an diejenigen, in deren Gewalt die erssere steht, eine Benachrichtigung gelangen lassen, in welcher der Tag der Heimschoffung und der Ort bezeichnet ist, wohin die Frau oder daS Mavchen gebracht werden sollen. Der auf die Heim- reise bezüaliche Schriftwechsel zwischen den Behörden der beide» Länder soll soviel als möglich auf direktem Wege erfolgen. I» den Fällen, in denen die Kosten, welche durch den Unterhalt und die Heimschaffung der gedachten Frauen und Mädchen bi« zur Grenze verursacht worden find, durch diese Frauen und Mädchen selbst oder durch deren Ehemänner, Eltein oder Vor« münder nicht erstattet werden können, sollen dieselben de« Lande zur Last fallen, welches die Hermschaffung bewirkt hat.' — Zuletzt wird bestimmt, daß diese Erklärung rapfizirt u-d die Ratifikationsurkunden im Haag sobald als möglich ausgewechselt werden sollen. Dre Erklärung ist vom deutschen G-sandte« Freiherrn v. Saurma und dem niederländischen Minister der auswärtigen Angelegenheiten Harssen im Haag am 15. November d. I. unterzeichnet worden. Z« der nächste« Sesst-n des preußischen Landtag» find, wie es scheint, Ges tzentwürfe von grotzer, grunosatzaitzer Bedeutung nicht zu erwarten. Von der Steuerreform, die i» der letzten Thronrede mit so großer B-stimmtheit angekündigt wurde, die aber dann t-otzdem ausblieb, ist es gänzlich ssitl geworden. Und wenn die Schwierigkeiten wi-klich in Mei« nungsverfchiedenheiten zwischen dem Herrn Reichskanzler und dem Herrn Finanzminister v. Scholz begründet gewesen find, so kann, wie die.Magdeburger Zntung' meint, die Thatsache, daß der letztere allen Knsenzerüchten zum Trotz noch immer auf semem Posten verweilt, gewiß nicht die Annahme ver« stärken, daß der in der vongen Sesüon ausgebliebene Steuer« gesetzentwurf diesmal auf der Bndfläche erscheinen werde. Nicht ander« wttd es mit der R-form der Landgemeindeord« nung bestellt sein, für die die Vorarbeiten zwar seit längerer Zeit im Gange sind; indessen wttd noch geraume Z-U darüber ve, streichen, bi« dieselben sich zu einer Vorlage an de« Landtag verdichtet haben. Bisher haben die von de« Regierungen eingeforderten Gutachten und die Ermitte« lungen, die angestellt worden, nur neue, zeittaubende, mühsame Vorbereitungsarbeiten»ur Folge gehabt.— Ein Gesetz- Entwurf über die Verwendung der Sperr- gelber war schon m der vorigen Session in Angriff genomme«. Die Meldung, daß es jetzt über diese Angelegenheit m eine« Streit zwischen der preußischen Regierung und der Kutte ge- kommen, hat sich zwar als eines jener Manöver herausgestellt, die von den klerikalen Bläitern gelegentlich v'ranstaltet wer- den, um den Kampfestt'er der katholischen Wähler sttsch»« erhalten. Es liegt indessen kuSher auch keine beglaubigte Nach« ttcht vor, daß es gelungen sei, eine die Angelegenheit end- gütig regelnde Vorlage zu Stande zu bringen. An die vo« verschiedenen Seiten befürwortete generelle Aufbesserung der Beamtengehälter scheint gleichfall« in der nächsten Session nicht zu denken zu sein, wohl aber dürfte die schon in der vorige» Tagung erhobene Forderung der Regierung, die Gebälter der UnterftaatSsettetäre der einzelnen Ministerien auf 20 000 M- »u erhöhen, wieder zu gewärtigen sein. Dieselbe wurde»«- mal« mit Dienstinteressen gerechtfertigt, sie sollte keine« weg« der auch von der Regierung sebr wünschenSwerth erachtete« allgememen Ausbesserung der Beamtergehälier vorgreifen. Ma« befolge, so führte Herr von S»olz damals aus, daß ohne eine entsprechende Erhöhung des G-haltrS der Unterstaatssekretäre sich für diesen wichtigen Posten nicht imm-r die geeignete« Kräfte finden würden. ES ist indissen kaum zu erwarten, daß die Wiederholung einer in der vorigen Session mii so großer Mehrqeit abgelehnten Forderung diesmal von besserem Erfolg begleitet sein wttd. I« Kezug a»f de» Lurttenmalder Streik werden ge- fllssenltrch die gehässigsten und wah hniswrdrl st-» B richte ver- hreitit. So geht j>tzt wieder durch die ge'ammte kapitalrftsscht Sresse die Nachr cht, der Streik fer beendigt— die rdeiter seien.fast alle' wieder an die Arbeit zuiückgekehrt- Das ist, wie unseren L-sern bereits bekannt sein wir«, einfach au« der Luft gegriffen. Die beiter halten aus, und die paar sogenannten Hut- macher, mit welchen die Herren Fabiikanlen die Stelle der Streikeaden auszufü en verluchten, haben sich ganz rrn' fähig gezeigt und mu ihrer.Arbeit' mehr verdorben al« gut gemacht, so daß sie meisten* entlass-n werden mußten. Die «ortete nur kurz, e« seien Pattonen an die Soldaten»er- theilt worden. DaS nervöse Greifen seiner Hand hatte ängstlicher wie vorher begonnen, und plötzlich kam er zu»> Bewußtsein dessen, was ihm fehlte: der Kaninchenmutttt weiches beruhigendes Fell; er fragte: „Wo ist Polonia?" Der Wirth lachte, zu seiner Frau herüb erblinzend;«ach einigem Zögern entgegnete er: „Polonia ist im Warmen." Seit Jeanli« die trächtige Häsin gehetzt und gequält hatte, brachte da« Thier nur noch todte Junge zur Welt, und um es nicht nutzlos zu füttern, hatte Frau RasseaeUl sich an jenem Sonntage entschlossen, e« zu schlachten. Ja ja, Du hast einen Schenkel davon heure Abend ge- gessen und hast DittS vottresflich schmecken lassen." Souvanne harte zuerst nicht verstanden; dann wurde sein Gesicht plötzlich sehr fahl; in seinen Mundwinkel» zuckte eS, als wenn ihm übel werde, und ttotzdem er sich«y mächtiger Anstrengung beherrschte, traten ein paar dicke Thränen in seine Augen. Aber man hatte nicht Zeit, dieser Rührung Beachtunß zu schenken; die Thüre wurde mit brutaler Hefligkert aus- gerissen, und Chaval, Käthen vor sich hinlreibend, ttat ei»- Nachdem er sich in allen Schänken von Montsou mtt 9'* und prahlerisch lärmendem Geschwätz berauscht, war ihm dtt Gedanke gekommen, zu Rasseneur zu gehen, um zu zeige», daß er sich vor Niemand fürchte. Er rref: „Zum Henker, ich sag', Du wirst mit mir hier ei»e» Schoppen trinken, und dem, der mich schief anschaut, schl»k ich die Kinnbacken ein." Katharina war bei Stephan'S Anblick leichenblaß g� worden, während Chaval'S Züge ein häßliches Lachc» überflog.. „Frau Rasseneur, zwei Schoppen! Wir feuchten 11 Wiederaufnahme der Arbeit an." Ohne ein Wort zu erwidern, schenkte sie ein, denn I' konnte keinem Gaste ihr Bier versagen. Es ward f# jy# Weder der Wirth, noch die beiden Andern hatte« ihre« Pl»* verlasse«. (Fortsetzung folgt.) ®«4« der Streikenden steht ausgezeichnet, und da nun auch die B-chorden nicht mehr Partei gegen sie ergreifen— die an alle S reikenden ergangene Strafverfügung des Herrn Bürgermeisters auf je 10 M. Geldbuhe wegen angeblichen «ntraktbrucheS ist in den meisten Fällen nicht vollstreckt worden und scheint stillschweigend durch eine höhere Instanz ausgehoben. Da die Arbeiter das Gesetz strengstens beobachtet haben, so wird jenes Mandat auch von den Gerichten, an die mehrere der Betroffenen appellirt haben, voraussichtlich für »ngeietzlich erklärt werden._ ,,, Jedenfalls sind alle Nachrichten über den Streik mit Mrh- träum aufzunehmen, wenn sie nicht von dem Streikkomitee ausgehen. Sobald der Strerk beigelegt ist, wird dieses es soso t mrttbeilen. Magdeburg. Am Donnerstag sprach hier in einer von isika 4000 Personen besuchtm Volksversammlung der Reichs» iagSobr- ordnete Singer. vtue weiter» Mertheuerung de» Kchweinefieische» sieht fü: OberildUfien durch erne neuerliche ruiftsche Anordnung bevor. Di« russische Regierung verlangt jrtzt der„Franks. Ztg." zufolge auf Grund einer früheren schon längst vergessmen Be» siimmurg, dah fortan nicht nur die Auswärtigen, die Niemez, welche in Ruß and Schwein« kaufen, sondern auch diejenigen mussm, welcke das Geschäft de« EinkaufenS und SchlachtenS für obeischlesilche Händler und Fleischer besorgen, ein Gilden» Patent für 700 Rubel zu erwerben haben. Dm Schaden davon werdm natürlich schliehlich die Konsummtrn habm. Keschränkungen de« russischen Greuzverkehr». Eine iischw.lung des Verkehrs an der schlefisch-polnrschm Grenze, ist, wie die.Voss. Ztg.* berichtet, in letzter Znt durch die russischen Grmzbedö om dadurch herbeiaeiührt worden, daß diese plötzlich ohne Rücksicht auf dm 1VZ5 zwischen Rußland und Pceußm geichloss-nen StaatSvertrag die GiltigkeitSdauer der sogenanntm Halbpässe von vierzehn auf acht Tage herunter- «'setzt habm. Diese Halbpässe find Grmzlegrtimationsscheine, welch« dm drüben verkehrenden Schlefiern von dm Landraths« «ntern der diesseitigen Grenzbezirke ausgefertigt werdm. worauf die Formulare den städlischen Polizeiverwaltungm und den Zwtsvorftänden zur weiterm Ausfüllung Lberlassm werden. «ngefichis solcher Maßnahmen seitmS der russischen Behörden blieb dm diesseitigen Behö ben nicht» ander« übrig, als in d«m Vordruck auf dm Halbpässm die GiltigkeitSdauer von 14 Tauen in eine solche von 8 Taam abzuändern. Im Katto» witzer Kreise find im Jahr« 1868 nicht weniger als 15 575 Halbpässe mit 14 iäaifler Giltiokeit ertheilt worden. itevee die Persönlichkeit Kuschiri'»,! der bekanntlich vom M'jor Wihmann.hingerrchter" wurde, enthält das.Ko< wniale Jahrbuch" noch folgmde Angaben: .Ueder dm Charakter dieses Manne« gehm die Ansichten noch auseinander. Was seine politische Haltung anbetrifft, so «ehört er jmm.freien" Ärabem an, welche, im Besitz einer «kt bedmtendm Hausmacht sich sicher fühlend, dm Sultan von Sansibar stet« nur als einen Primus loter pares ansahen und sich an seine Edikte nur so weit kehrtm, daß ihnen die Rückkehr notti Sansibar, um ihrem Geschäft dort nachgehen zu können, frei blieb. Sie betrachtetm sich al« die Herrm der Nrima und gabm im Verem mit dm sogenanntm Jumbe«, den Doifältestm der Eingeborenen, dm Ton an. Durch das Jjindnngm der Europäer, welche« nicht nur ihrm politischen «mfluß zerstörte, sondem auch ihrem Handelsmonopol em» psindlichen Abbruch zu thun im Stande war, wurden sie sich chrer bedrohten Lage klar, und da sie nicht Willen« warm, «hne Widerstand zurückzuweichen, griffen sie zu den Waffen. Es wurde ihnen um so leichter, eine allgemeine Gah- rung zu erzeugen, al« am Nordufer des Nyassa sich bereits Araber und Engländer fchlugm und da« ara- bische Element dadurch schon auf da« Aeußerste erregt war. «» gelang ihnen, die größte Anzahl der Eingebormen auf ihre Seite zu bringen, da dieselben dm Charakter der Araber eher verstanden, al« den de« Europäer«, und mit erfterm die Be. svrgnrffe therltm. Der Araber, wenn auch überall als Herrscher auftretend, war doch tn genauer Kennmid de« iSMgevormen- Charakter« klug genug gewesen, sich dm Gebräuchm der Ein» geborenen bi« zu einem gewissen Grade anzupassm und nur dort mit fester Hand einzugreifen, wo er de« Erfolges sicher war. Die Dmtschen hatten in Unkmntniß der Verhältnisse Manche F hier begargm, von denen der folgenschwerste indem Mißverhältnisse zwischen Wollm und Können lag. Aber es ist last unbegreiflich, daß dadurch auf Seiten mancher Araber eine svlche7Wuth hervorgerufen worden war, welche allen Deutschen den Tod geschworen hatte. Die französischen Missionare bei Bagamoyo und die im Innern wohnendm englischm Misfio- bare blieben in Folge ihrer Nationalität verschont, obwohl Buschiri e« nicht v.-rschmähte, einige der Letzteren gefangen zu Uftimen, um durch da« Lösegeld derselbm seine Kasse zu füllen. Jedenfalls ist er, wie fern berühmterer und bedeutenderer Stammesgenosse im Innern, Tipps Tipp, von religiösem ffanaiismus völlig ftei und hat, abgesehen von semer Grau- °mknt, manche Züge, welche ihn in einem milderen Lichte er« 'weinen lassen können." FtrattKreich. . Pari«, 18. Dezember. Magnard tritt heute ,m.F'garo" «igen die systematischen UngiltigkeitSerklarungm von Boulan- {.Mmtn. Hätte man die boulangistrschm Abgeordnetm ruhig Jofl Neuem aufregen und Anhänger gewinnen. Wenn sie auch Sßl überall siegten, so habe d.e Kammer durch ,hr unkluges �nehmen wtiter nichts erreicht, als eine m der Auflösung be» «%ffme Partei wieder zu starken.— Der Ausschuß der Kammer, Le cher über dm bereits vom Smat angmommmm Antrag > Cirdoor auf Ausschluß der Oeffmtlichkeit be, Hmnchtungm �»dels min.ster Tirard mitgetheilt, daß er noch vor dm Wech» ».IL« s».. dehmen.— Die.Bataille" läßt sich aus London telegraphiren, S? Ä VÄ SÄÄÄ Rttßlattd. K was bisher noch au« imem Mossrngrabe, der Zarm» '»r bekannt gewordm ist. Der Ber cht lautet: Itibs?1®0 80 administrativ, d. h. also obne Urthm ItZ Recht, vielleicht ohne selbst dm Grund ihres Schicksal« zu ""en, Verbannte sollten in noch mtlegmerm Stalionm, al« ihre bisherigen, trandportirt werden. Der gegenwärtige Gouver- nmr von Jrkutsk, Ostaschine, hatte nun ein nme« Transport» reglemmt erlassen, welche« für die durch die Polarwüstm jmer Striche Gefchlepptm dm fast kicheren Tod bedeutetm. Die Verbanntm reichten daher eine Kollektivpetition um die Wieder- Herstellung de« alten, ohnehin schon mehr als grausamen Regle» mmt« ein. Sie erhielten die Weisung, sich nicht, wie sie er- boten halten, auf dem Gouvernement vorzustellm, sondern dm Bescheid in einem Privathaus abzuwarten. Hier nun erfchim alsbald ein untergeordneter Polizeibeamter und befahl ihnen, sich insgefammt im Gouvernement einzufindm. Angesicht« dieser sich widersprechmden Befehle zaudertm die Verbanntm, was für die sie bewachenden Polizisten und Soldaten da» Signal zu einem allgemeinen Angriff war; sie gabm Feuer auf die Verbannten, und als einige derselbm unerwartet Pistolen hervorzogm und einm schwachen Versuch zur Vertheidigung wachten, gingen die Soldaten und Polizisten so wüthend vor, daß sogar einer von dm Letzterm durch die Ersterm zufällig tödtlrch verwundet wurde und der während de« Austritt« hinzukommende Gouverneur Ostaschine mit einem Offizier ebenfall« Wundm davontrug. Von den Verbanntm blieben sechs, darunter eine junge Dame, Fräulein Gurewitsch, sofort tobt auf dem Platz, neun wurdm verwundet, darunter eine junge Dame, Fräulein Zarrastrow. Gegm sie und die unverletzt Gebliebenen wurde nun, weil ibre Petition gegm eine amtliche Verordnung das Verbrechm be« Aufruhrs dar- stelle, ein Kriegsgericht gehalten, da« sie zu langjähriger Zwangsarbeit, drei davon aber zum Tode verurtheilte. Sie wurden unverweilt gehängt. Einer der Unglücklichen, Namen« Bemstein, hatte vier Schußwunden und wurde daher in seinem Bette unter dm Galgen geschleppt. Al« ihm der Strick um dm Hals gelegt war, wurde das Bett unter ihm weggezogm, so daß er hing. Die Frmnde der unglücklichen Opfer haben für die Verbreitung der echt sibirischen Schmßlichkeft Sorge getragen." Spattie«. Madrid, 16. Dezember. Die»Influenza" hat dem Kabinet S a g a st a eine neue Galgmfiist verschafft. Gestem warm nicht weniger als fünf Minister an der Gripp-.Epidemie erkrankt. Venancio Gonzalez, der es aufgegebm hat, wieder gesund zu werdm, ist nach Malaga abgereist, so daß Sagasta fich nun nach langem Schwankm doch gezwungen sieht, da er um jedm Preis den offiziellm Ausbruch der Krifis bis zu den Weihnachtsferim hinausziehen will, das Fmanzdepartemmt selbst zu übemehmm. E« ist das allerding« nur eine leere Form, dmn da« Budget bleibt vorläufig in den Kommissionen begraben und Spanim wird, wmn nicht eine Art Wunder ge- schieht, den wohl m den Annalm eine« parlamentarisch re- giertm Landes einzig dastehenden Fall erleben, wegm Arbeits- Unfähigkeit der Volksvertretung zwei Jahre ohne rechtlich gütigen Staatshaushalt zu wirthfchaftm. Im Senat ist inzwischm eine Spezialkommisfion zur Untersuchung der Amtsführung des Marineminister« eingesetzt wor» den. Gegenstand der Anklagt und der Untersuchung ist Verslbleudemng von Staaisgeldem. Es handelt fich um die Ihnen unlängst gemeldetm Bauten von Kriegs» schiffen, die nicht schwimmen. Die Untersuchung wird aber wohl wieber zu einer Losa de Espanna werdm, dmn es ist den Freundm, politischen und persönlichen, des Marineministers gelungen, aus der Kommission alle Fachmänner, trotzdem der Senat deren mehrere unter feinen Mitgliedern zählt, fern zu halten und der Regierung in dem Ausschuß eine wohlwollmde Mehrheit zu fichem. Die eben geschlossene achttägige Debatte im Kongreß, eine Art öffenllicher Erquete über die Amtsfüh» rung des lktztm(abeesetztm) Stadtraths von Madrid, hat eine Unsumme schmutziger Wäsche, aber wmig Neues zu Tage ge« fördert. Das Ayuntamiento hat von seinem Bürgermeister bi« herab zu dem letztm Thorschreiber gestohlen, man kann nicht einmal sagm, alles, was nicht niet- und nagelfest war, sondern auch dieses wurde verkauft, vertauscht, verschleudert oder hypo- ih-kirt. Interessant ist nur die mährend der Verhandlungen von verschiedenm Abgeordnetm offen ausgesprochen« Anficht, daß e« auch in Zukunft, trotz des guten Willen« und der persönlichen Ehrmhaftigkeit de« neum Alkaloen, nicht besser wer» dm wird. Die Herren müssen eS ja wissen. Für uns hat dies Bekenntniß insofern W-rth, als es gut fein dürfte, fich derartige Aussprüche bei den unzweifelhaft sehr bald wieder auf dem internationalen Geldmarkt hervortretenden Anleihebe- stcebungm Madrids gegenwärtig zu halten. Afrika. Den„Münch. Neuest. Nachr." zufolge find die Gesund» beitSverhältnisse unter dem Personal der deutschen Kranken» Häuser in Sansibar nicht günstige. Der Leiter der Kcieg«- lazarethe in Sansibar, Dr. Kohlftock, hat aus Gefundheiisruck. sichten feine Stelle aufgeben müssen und für ,hn ist Dr. Gärtner eingetreten. Ebenso ist der ärztliche Leiter des alten H-spital» in Sansibar, Dr. König, abgereist; an seiner Stelle yat Herr Dr. Behrmdt die ärztlichen Funktionen im Hospital über» nommen. Der am 30. Oktober zu Sansibar verstorbene Matrose Mayer von„Carola" war beim Segelex-rzierm mit einem Kameradm verunglückt. Der Letztere, ein Obermatrose, der auf den Verstorbenen gestürzt war, scheint mit dem Leben davonzukommm. Gsrtihks-Iettung. lieber den pro;»! gegen Marke««nd Genosse» wird dem„Börs. Cour." aus Saarbrücken, 18. Dezemder, geschrieben: Am Sonnabend begann, wie bereit« telegraphisch gemeldet, vor der königlichen Strafkammer bierfelbss der Prozeß gegen die Bergleute Warken, Bachmann, B-cker, Müller, Strauß und Altmeyer. Die Angeklagten find in der Hauptsache beschuldigt, gegm Bergbeamte„Thatsachen behauptet zu haben, die nicht erweislich wahr und geeignet find, die Beamten in der öffmt- liehen Meinung herabzusetzen." Die den Angeschuldigtm durch die Anklage zur Last ge» legten beleidigendm Ausdrücke sollen»heil« in öffentlichen BergmannSversammlungm, theilS im Wirthsbause beim Glase Bier, theilS im Eifmbahnkoupee u. f. w. gefallen fein. Der Prozeß ist recht eigentlich aus der Streikbewegung herausge» wachfm, in deren Verlauf gegm gewisse Beamtmkatezorien, sowie gegen bestimmte Personm de« Beamienstande« Be» schuldiaungen feiten« der Berglmte erhoben wurden. Der Umstand, daß nachträglich, nachdem die amtliche Untersuchungs-Kommiffion die Verhältnisse im Saargebiet zum Gegenstand einer ziemlich eingehenden Enquete gemacht, mehrere Beamte theil« entlassen, theilS wegm Pflichtwidrigkeiten bestraft wurden, während gegen einige andere gegenwärtig noch ein Untersuch ungSverfahrm schwebt— dieser Umstand läßt er. kennen, daß jme Beschuldigungen nicht au« der Luft gegriffen waren. Die Form, in welche diese bei den verschiedmsten An» lässm erhobenen B-schuldigungm fich kleideten, war in der M»»at»». Echwiegermama. «»»e»-TH«ater. Seine Haushälterin. Vor her: Verwittwete Durosel. Sikt-ria-Theate». Stanley in Afrika. st««>- Theate». Das Käthchen von Heil- bronn. gelMlfamc«- Theate». Geschlossen. |l*»t�stiidtisch»» Ttzeate». Madame Poti- JerzÄ'a�Theat»». B-rolina. A»»I»H«rnst-TheaZe». Flotte Weiber. Seil». Nichte»'« Uaricktck. Spezialitäten- Vorstellung. NeichOtza»,«. Theate». Gr. Spezialitäten� Vorstellung. Kanfmann'» Karitt«. Gr. Spezialitäten� Vorstellung. Alhambra-Theater, Wallnertheater strahe 15. Stöfnniü 23. Itzmbtt. Amorina, Die Marmorbraut. Phantastisch- komisches Zauberschauspiel m 12 Bildern von P. Wiede. Musik von Franke- AniGPioan-Theatap* ISOS Br»*»n«**fhr. 55 Täglich Vorstellung. Cirous fftmz. Karlstrahe. Heute, Sonnabend, den 21. Dez., AbdS 7i Uhr: Parade-Cala-Vormtellung mit einem ausgewählten Programm. Auf vielseitiges Verlangen: Aschenbrödel oder: Der gläserne Pantoffel. GroheS phantast. Zaubermärchen. Bal- und Cor certhip que v. 8 arob. Schimmel- Hengsten, v. Herrn Franz Ren». Auftreten der Schulreiterin Miß Mary. Die beiden engl. Vollblutspringpferde Cobham und Kirbildis, ge- ritten v. den Damen: Frau Adelira Kemp und Fräulein Zephora. Grand Quadrille fleurs de Noblesse, g ernten von 10 Samen. Auftreten der Künstlerfamilie Briatore. Morgen, Sonntag, 4 Uhr Nachm.(1 Kind frei): Große Komiker- Vorstellung. Abends 7t Uhr: Die luftigen Heidelberger. Montag: Leben und Treiben auf dem Eise. Prinz Karneval und sein Gefolge. E. Renz, Direktor. Cirous Busofi* Vrt*5fi«*lte»I«A(c». Heute, Sonnabend, den 21. Derember, Abend« 7t Uhr: Cromse Gala-Elite- Vorstellung zum Benefiz der Geschwister Henriette uno Amalta Jansen. Z. 1. Mal Doppeltrapez. ausgeführt v. den Bemfi,ian tinnen. 1. Mal: Em Zigeunerlager, große« phantastische« Ballet. Divertissement ausgeführt vom gesammten Personal. 1. Austreten der berühmten Schulreiterm Frl. ßlUltst ßllttttt. 22 Hengste, vorgeführt vom Direktor. Lumpaci und Vagadondu», arabische Rrpphengste, voi- geführt vom Direktor.„Eine Hubertusjagd im Grunewald." Sonntag 2 Vorstell. 4 u. 7t Uhr. 4 Uhr: 1 Kmd frei. Sonntag, den 29. Dezember, unwiderruflich Abschieds-Vorstellung. Passage 1 T» s M.— 10 Uhr A. KalMP-Panorama. Zum ersten Male: Zweite Reise durch die«alerische L Abtheilung: �a�ser �MeltansSellung. Arrtha-Urlse.» Resse 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Passendes Weihnachtsgeschenk! Sw groh r Posten zurückgesetzter eleganter Schlafröcke, die früher da» Dreis«che gekostet habe«, seht p«« Aussuche«, nn» 10 Mark. Gebr. Neustadt, 41 Aerusalemerftraße 41 Ecke Kransen strahe. ' afimmtlichep Sorten. Größte Auswahl, billigste Preise.(727 G. Elkhuyoen, MS», strahe 10. Mlibihm- Mäntel, K«al»e«- Paletots, Damen-Iackets billig in de» Confertio« Oranieuftr. 183, II. Etage. SÄmtliilie Nciihcite» w Uhren. Inwete«, Gold, KUber, Goralle« und Granatlchmnckfachen zu Fabrikpreise«. 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Thefli. nach UebcrcinkunA Verantwortlicher Redakteur:*.«ronhetm in Berlm. Druck und Vertag von Mar Kabwg w Berlin SW.,«euihstraße 2. Kierm»tne Kella»«' Beilage zum Berliner Bolksblatt. Dr. SSS. Sonnabend»r« St. Dezember 1«89. 6. Habe«. Loksles. Wund zu l Diesen Rath für den Winter giebt ein Arzt. Die Notar hat uns mit vielen Schutzmitteln gegen allerlei Ge- fahren ausgerüstet. Ein solches Schutzmittel ist die Nase, denn M ist keineewegs nur ein Riechoraan. sondern dient auch noch «»deren wichtigen Zwecken. Zur Aufnahme fester und fliüsizer Epeisen dient der Mund, zur Aufnahme dir Luftspeije dient die Rase. Leider unterlassen Viele, diese natürliche ÄlhmungS- Vorrichtung zu benutzen, und gewöh im sich das Athmen durch den Mund an. Diese Gewohnheit ist nicht schön und auch nicht für die Gesundheit förderlich. Wer darunter»u leiden hat, das ist der •Richen oder der Hals, wie man zu sagen pfl.'gt. Es ist leicht erklär- dost ein kalter Luftstrom, der plötzlich den erhitzten Rachen l ifft, Katarrh: zur Folge haben kann, und abgesehen von Siaub und unnöthiger Verweichlichung dürste der schlimme hal« okt auf jenes unvernünftige Achmen z irückrefühlt werden. Der Rachenkatarrh ist an und für sich etwas Lästiges, er wird leicht chronisch, d. h. dauernd, geht dann auf den Keblkop' Uder und verdirbt die Stimm?: er ist schon darum ernst zu nehmen Für Kinder ist er aber noch ron besonderer Bedeutung. Es steht lest, daß ein gesunder Hals ein trifflicheS Schutzmittel gegen die fürchterliche D>phtheimz bildet, da die gesunde Schleim� haut keinen günstigen Boden jür die Aufnahme de« An> steckungSzifleS dielet, während die erkrankte ihm keinen Wider. stano entgegenzusetzen vermag. AuS diesem Grunde ist es dringend geboten, im frühen Alter der Enlstehung von Hals» uankheiten vorzubeugen. DaS Halstuch, von dem früher ein w Lbertiiebener Gebrauch gemacht wurde, ist heutzutage aus doS richtige Mast der Anwendung zurückgeführt worden «BünlchenSwerth wäre es nun, daß man auch der Nalen- «h-nung mehr B achtung schenken wollte. Di« Gefahr der Erkällung ist namentlich bei dem schroffen lieber- Sang aus der warmen in die kalte Luft vorhanden und vergrözert wird fie noch, wenn der Hals durch Sprechen und Singen vorher angestrengt worden ist. Wir sollten darum beim Verlassen des warmen Zimmers Uirnigst'N« die erste Zeit im Freien nur durch die Nise athmen Und de« Sprechen unierlassen. Dag thun aber die Schulkinder »n der Regel nicht.„Mund zu, beim Verlassen der Schule!* ni darum ein gesundheitlicher Wink, den wir der Beachttrng der Lehrer m kält-ren JahreSzriten empfehlen möchten, ebenso u>» dre Eltern darauf halten sollten, dast die Kinder frühztttig nch die Rasenathmung angewöhnen. Dast man auch vrrmeiden sollte, die Singstunde während der Wintnmnnate els die letzte Unterrichtsstunde anzusetzen, ist im Interesse der Erhaltung der Etlmme der Schulkinder gleichfalls zu wünschen. De» Phonograph dürfte d-mnächst seinen Einzug halten w da» Gebiet der Heilkunde und zwar besonders in das der Ohrenheilkunde. Das neue Inst ument vermag, darüber haben «uch die Arrzte keinen Zweif.l, alle kür ein normales Ohr wahrnehmbaren Töne wiederzugeben. Dadurch wird es nög- «4 die Schä fe de« Gehörs verschiedener Kranker in zuoir- Jj�ger Weise f.st.ustellen, während bisher der Arzt in solchen Follrn aus sein persönliches Dasüi halten angewieien war, das nuf seiner, durch kernen realen Maststad kortroluten Empfiu- dung beruht». Dabei ist e« für zahreiche Krankheiteprozisse, welch« den mittleren Knochenbau und die übrigen Partien des Kopset heimsuchen, von groster Bedeutung für den Arzt, zu w ssen, welche Theile des inneren Ohres etwa von der Krank- heil ergriffen find und in solchen Fällen wird vielfach von der härteren oder geringeren Abnahme der Hörfähizkeit ein Schiust auf die Ausdehnung, das Fo tichreilen oder den Rückgang der «rkeankung gezogen werden können. Auch Vergleichungen über olr Hörfähiakett verschiedener I idividuen im gesunden und «anten Zustande die für die Wissenschaft von giostem Werthe sein müssen wird man mit Sicherheit durch den Phono« stropden anstellen können. Die Gehörprüfung würde in der Weise stattfinden, dast man dem krank n Ohr, welches «st dem Hö rohr des Apparate» arSgerüstet ist, die Phono» wmmne nach einander verständlich gemacht werden, bis zu denjenigen Phonogramm hinab, da», weil der Kranke es nicht wehr vernimmt, die Grenze der Gehö.sfckärfe bildet. Gegen« wartig handelt ti sich nun darum, eine für die praklische An» Wendung wie für den wissenschaftlichen Gebrauch gleich zweck- dwstige Nonn der Eintheilung der Schallftärken zu finden und J* wird demnächst bestimmte Grade für die Bezeichnung der Gehörtschärfe ebenso geben, wie man fie heute in der optome- Mchen Stufenleiter für die Abmessung der Sehschärfe bereits Die.Kteaßenbah»� da« offizielle O'gan für die Ja- wrrssen aller eurooölscten Stratzinbadnen, TramwcyZ, Hoch- w>hn«n u. f. m., veröffentlichte eine Zuschrift, d>e fich mit den berliner VerkehrSoerhältnissen besckaltigt. Der Schreiber ist *°ch langjährigem Aufenthalt in England und Italien vor wl>>m Jahie noch Berlin gekommen und findet feine Begaste- �u>g für unsere Stadt wesentlich abgejchwäckt dui ch die trüben �«stönd« in unseren unzureickenden VerkehrSm>titln. Ohne auf eine Kritik feines Vorschlages einzulassen, theilen wir denselben als Material in einer Frage mit, die immer singender wird und von der Tagesordnung nicht mehr ver- "hlmnden kann. Er schlägt also vor:„Eine Hochbahn muß y sein, um den Etrafcenoerkehr nicht zu hemmen. Die Bahn «ellf ich mir schmalspurig vor mit kleinen und möglichst leichten Magen in der Art, wie d»e Wagen der elektri'chen Bahn in «ckterfclde. Der Alexanderplatz ist ja da» HauptverkebrS- textrum für den Osten Berlins, vielleicht autzer dem Epittel- w-uki der belebt« fte Punkt Berlin«. Hier beginnt eine Bahn A>d zwar gleich hinter dem Bahnhofe Alexanderplatz in der "ich« der Markthalle. Hier ist der Terminus. Durch die Wenigen alten Häuser dort durchführend, übe-schreitet fie die M'xinderstraße, durchbricht die Häusrrflucht link« vom Grand führt hinter diesem Grundstück im rechten Winkel die Reue Köniqstratze, über den Georgenkirckpatz � dir Gcorgeiilirchftrabe, welche Etiahe fie ihrer ganzen Länge 1*4 als Hochbahn durchschneidet, Sie werden mm vielleicht �wenden, dah e« um die Straße Schade sei, wenn fie durch �e solch« Bahn»erunzirt und ihre Grundstücke entwntzet 1■»*-- t UT- A—.1—..t— �«« i A M k®'« Ecke vom Friedrichshain hinausläuft. Hier muß der ein. q �,n'..®0 M die Bahn theilt, die Centralftotion. Die di,% führt den Hain entlang nach dem Lanbsbergerplotz, . Sriedenstraße entlang bis nach dem Cmtraloic ihof. Die Lmie gewinnt hinter der Brauerei FriedrichShain F«ld, und lauft bis Weißense« mit Erblichkeit event. später noch verlängert oder nach Pankow z.'».�uchholz fortgesetzt event. verzweigt zu werden. Der Snh verläßt die Linie Weißense« bei der Gasanstalt, stg" d-e Danzigerstraße entlang, überschreitet di« Schönhauser st,> und sucht den Gesundbrunnen zu gewinnen von wo fie 4» Ende erreicht. Die letzte Streck« ist ein wenig gc- «eil kostsptelrg; zedoch standen dem ganzen Projekt gar keme Schwierigkeiten im Wege als der gute Wille de« Magistrat«, der vielleicht auf eine Einnahme au« den Pferde- eisenbahnen und auch auf etliche Steuerzahler, die fich in Weißens«« und Tegel anfiedeln würden, verzichten wüßte, und dann das aufzudringende Kapital. Die Grundstücksanlieger und die von der Bahn dealückten Gemeinden müßten natürlich k.ältig mit beisteuern. Wenn ich nun annehme, daß alle 3 Minuten auf der Etawmlmie ein Zug abfährt, resp. ankommt, was einen S Minuten Betrieb nach jeder Richtung ausmachte, so bin ich überzeugt, daß dem weit» gehendsten Bedürsntß entsprochen würde. Eme Fahrt von Weißenlee bis auf die Endstation würde nicht länger als nur 15 Minuten währen, und dürste nicht mehr a 5 10 Pf. kosten. U berhaupt ausschließlich nur 10 Ps.Beuieb für Tyei!» und alle Vollstrecken. Stell« n Sie fich vor, wag für«ine Um- wälzung diese Bahn in den Berliner Wohnungk-Verhältmssen hcrvonufen müßte. Kürzlich erst hat der Verein„Gesund- druirnen" an den Minister der Eisenbahnen petitioni.t um Er- bauung des zweiten Geleise» nach Oranienburg, warum, weil man im Sommer im Freien wohnen will. Da« Bedürfniß ist also da. Warum denn aber in die Ferne schweifen, wenn d?S Gute so nahe liegt? Würde«s sich dann in Tegel nicht genau so schön wohnen lassen, wenn eine flotte Verbindung vor- Händen wäre?" Mi«««f«,»«irthschaMichen Einrichtungen und Gesetze und zwar nicht allein dre oes deutschen Reiches, sondern säst aller Kulturstaaten der Erde zu dem Zweck« geschaffen find und zur Folge haben, daß d-e Fortschritte, weiche in der Wissenschaft, namentlich aus dem Gebiete der Technik, gemacht werden, im Großen und Ganzen nur eiizetnen Peisonen zu Gute kommen, m deren Händen ohnehin fich die Millionen Käufen, wird uns wiederum sebr deutlich durch die Erwerbung der Patente des Ingenieurs Popv in Paris durch die hiefige Brrbner Diskonto- G-s«ll- schast(Hansemann) vor Augen fteführt. Dieler J igenieuer hat nämlich die E.fiidung grmacht, gepreßte Luft durch Zu- führung von Wärme und durch Wassereinspritzung eine dir her unerreichte Krastwirkung zu geben und dadurch gepreßte Lust ganz vorzüglich zu einem Kraftübertraaungsmitlel, da« alle bisher bekannten bedeutend an Leistungsfähigkeit und Billigkeit übe, trifft, gieignet zu machen. Nach den vorliegenden Angaben betragen die täglichen Kosten für die Leistung einer Zehnpferdrkcast, hervorgebracht durch Dampf 15,50 Mk., Gasmotor 18,50 M., gep eßte Luft 13,80 M.; für diejenige einer Vlerpieroekraft durch Dampf S M., Gasmotor 9,30 M., gepreßte Luft 6 05 M. und für die einer Pferdekraft durch Dampf 3 M., durch Gasmotor 3,50 M, gepreßt« Luft 2 M. Hieraus ist erfichtlich, daß dre Benutzung der gepreßten Luft an B llig- teil die anderen Kraftübertragungmitet bei Weiiem übertrifft. Außerdem dielet die gepreßte Luft den nicht zu unterschätzenden Vortheil, daß vermittelst derselben die Wärme und Kälte in den ArbeilSräumen leicht regulirt werden kann und ihre Anwendung gänzlich gefahrlos ist. Z eht man ferner in Betracht, daß die Erzeugung dieser gkpießlen Luft für einen Ort nur von einer Zentralstelle ausgehl und da- durch der lästig« und ungesunde Oualm der Damp'- schornsteine vermied«« wirv, so kann dies« Er- firiduag nur al« eine höchst erfreuliche und segenSreicke begrüßt werden. Unterwirft man jedoch die Art, wie diese Erfindung und mit wenig Ausnahmen die meisten zu Stande kommen und dann die Ausnutzung derselben einer Piüfung, so gelangt man zu dem traurigen Resultate, daß in erster Reihe jeder Fortschritt in sehr erheblichem Maße den schon ohnehin bevor- zugtcn Klassen zu Gute kommt, wie schon im Em- gange ausgesprochen worden ist. Es ist eine längst dekannte Tlrntsache, daß durch gepreßte Luft eine Kraftwrr- kung ausgeübt werden kann, die Knallbüchse der Kinder und die Winddüchse sind Be, piele. Ebenso bekannt ist, daß durch Wörme alle Körper ausgedehnt werden, die Kombination berder Kräste mußte naturgemäß eine große Krufiäußerung herbeiführen, da mit der Erwärmung der gcprrßten Luft die ExpanfionSkraft derselben erheblich fich steigert. Zieht man ferner in Betracht, daß e« gleichsam in der Luft liegt, jedcn Betrieb zu korzentriren, so liegt cS auf der Hand, daß, wenn eine gleichmäßige BenutzungDSer gepreßten Luft ermöglicht werden solle,«ine Zentralstelle nur diese Bedingung er- füllen könne. Daß man die sogenannten E finder mit einem gewissen Glorienscheine umgiebt mag hingehen, daß man ihnen aber ein Recht ertheilt, ihre E fiudung zu ihrem alleinigen Nutzen während einer langen Reibe von I ihren ausbeuten zu dürfen, ,st eine mit dem natürlichen Rechtsgefuhl in Sinklang nicht zu bringende Anordnung, denn jede solcher Eifirdungen ist nicht da« Resultat der geistigen Thätigkert des Einzelnen, sondern das der ganzen Menschdeit. Die herrschende Klasse hat es eben verstanden auf dief.m Gebtete, wie auf allen anderen alle Vortheiie fich zu fichern, nur ihre Kinder können Polytechnikum oder Unrverfität besuchen und sich die Kennt- nisse aneignen, die dazu befähigen. Bekanntes und Vorhandene« zu neuen Gestaltungen zusammenzufügen und zu mischen. Wie aber heutzutage bei den befitzenden Klassen da» Gefühl gänzlich ab- Händen gekommen zu sein scheint, im Wirken für die Mensch- heit seine Befriedigung zu finden, so war man bedacht, den sogenannten Eifinvern hohe Einkommen zu fichern, man erfand die Pa'entschutzgesetze. Unter dieser Patentschutzgesetz Herrschaft ist e« nun möglich geworden, daß einige Kapitalisten, an deren Spitze die Berliner DiSkonto. Gesell'chasl steht, die aesammte zivilifirte Menschheit auszubeuien versuchen werden. Dahin fühit unsere heutige soziale Wirthschaftsordnung. Keim DertheUe« von Anpr-isnngozettel«, namentlich wenn diesetven solche Gegenstände delreff.n, di« zum Gebrauch für Kinder bestimmt�find,-"t,~ Standort vor den gehenden Sä üler„...... selten stoßen fie dabei auf Widerspruch de« Schuldiener«, der aus irgend welchem Grunde der Zetteloertheilung abgeneigt ist und den Schülein, namentlich den jüngeren, die vor der Thür empfangenen Zettel hinter der Thür wieder abnimmt, was nicht fetten zu unli-bfamen und für die Schulzucht wenig er- fprießlichen Eröiteiungen Anlaß giebt. Sine allgemeine ein- heitl.che Regeiuno, ob und m wie weit den Kindern solche Zettel auf dem Schulwege eingehändigt werden dürfen, wäre ehr erwünscht. «roßfeuer. Ein entsetzliches Schadenfeuer, durch wetazes nicht weniger als vier Fabriken ausge- brannt und mehrere hundert Arbeiter brotlos geworden find, hat in der Rächt bis zum gestrigen Vormittag auf dem Grundstück Straßburgerftraße Nr. 57 gewüthet. Da« Grundstück besteht aus einem fünfstöckigen Vordergebäude, einem ebenso hohen Eeiienfliigel und einem fünfstöckigen Ouergebäude, welches für Fadnkzwecke eingerichtet ist. Lttziere« i« von dem Vorderhaus« nur durch einen kleinen Hof getrennt. In dem Keller de» Ouergebäude» brfiidet fich eine große Dampfkessel- Anlage, von welcher aus jämmtliche maschinellen Anlagen in diesem Gebäude, sowie in den Häusern Straß- bmgerstraße Nr. 54- 58 getrieben werden; in den Parterre- lokalrtäien ist die Schlosserei und Maschin en-Reparatur-An stall von H. Burger gelegen, in der ersten Etage b.fi bei fich ein Lagerraum der Nuvelsabrik von Wollkopf u. Ko., in der »werten Etage ist eine Dampf/chneldemühse einuerichtet, in der dritten Etage liegt d:« Zigarrenkistm- Fabrik von L'efeld und in dem vierten Stockwerk hat die Firma Karl K'aufe eine Dampf-, Schweif-, Fraise- und K-Hlanstalt inne. Im fünften Stockwerk ist die Kartonfabrik von Ozischiäzer gelegen.— Gegen j3 Uhr Nicht» nahmen plötzlich erwachende Hausbewohner einen Feuerschein wahr, der vom H>fe verdräng und alsbald schössen auch schon mächtige Flammeri iäulen aus der ersten Etage de« O rergebäudeS empor. Sofon wurden di« Lö'ilmannfchafien de« Feuerwehrdepots in der Keibe»straße auf„Kiemseuer" hin alarmirt, bei derer Eintr»ffen fich der Brand beleit« der 2. und 3. Etage des Quergebäudes mitge- therlt hatte. Nunmehr wurden auch aus jämmtlichen anderen Depots auf Ruf„Großfeuer" die Löiidzüge herbeigeruien und mit zwei Dawpfspritzen, drei Handdruck pritzen und»w-i durch Hydranten gespeiste Schläuche gegen das wüihend« Element, weiche» fich inzwischen bei der überaus reichlichen Nahrung auch der 4. und 5. Etage und des Dachgeschoss« bemächtigt hatte, vorgegangen. Das brennende Ouergebäude selbst t at bei den Löschversuchen m den Hintergrund; vor allem mußte da« sehr gefährdete Vorder- und Wohnhaus, in welchem zahlreiche Peisonen wohnen, geschütz' werden, und die Arbeit, welch« fich hier unseren braven Löschmannschaften bot, war eine außerordentlich aesährlich», da da« Stürzen der brennenden Balken auS dem Ouergebäude jedes Verweilen im Hofraum mevrere Stunden hindurch fast unmöglich machte. Der Feuerschein des brennenden Hauses war im Norden und Osten der Stadt weithin fichlbar; die brennenden Gegenstände, wie Kartons, Fraisen u. s. w. wurden dwch die enorme Gluth straßenweit fortgesckleudert; nunmehr wurde auch von dem Hause Loihringerstraße 17 der Angriff gegen den Feuerheerd vorgenommen und der bis 6 Uhr Morgens mit sämmtlichen Spritz-n gegen das entf-sselte Element während» Kampfs hatte den Erfolg, daß die Parterre-Räume des QuergebäudeS, sowie die anstoßenden Gebäude vollständig gerettet wurden. Gegen 7 Uhr Morgen« konnten die ersten Spritzen abrücken, dock dauerten die Ablöschunasarb-iten bis gegen 11 Uhr Vormittag«; während sie Ausräumung« arbeiten den ganzen Tag in Anspruch nahmen. Di« Fabriken von Liefeldt, Krause, Ohlschläger, die Dampfschneioemühle, so« wie die Nudellager von Wollkops u. Co. st- d total ausgebrannt und konnte von dem Inhalte derselben nichts gerettet werden; auch Private partizipiren an dem Brandschaden, da fich auf dem Dackboden des abgebrannten QuergebäudeS fast die ge- sammle Wä'che einiger Familien befand, welche nicht verfichert find. Der Kess lraum deS Gebäudes ist du>ch da« Wasser der Spritzen und Schläuche betrrebsunsähig gemacht worden, wo- durch auch die Fabriken der Nachdargrundstucke still stehen müssen. Der B-andschaden obiger fünf industriellen Etabl'sse- mentS, sowie an dem Gebäude selbst, von welchem nur noch die UmfassunoSmauern st hen geblieben, beziff rl sich auf viele tausend M ik, wozu noch kommt, daß mehiere hundert Ar- beiter di>s-r Fabriken jetzt gerade zu Weihnachten brotlos ge- worden find. Eine zertrümmerte Maschmaschine, deren verschiedene Theile am Mitlwow N chmiltug da« Tioltmr vor einem Hause der Adalbeitftiaße bedeckten, hatte daszlbst zahlreiche Neu» gierige herbeigelockt. Die Waschmaschine war auS tec Hau«- thür von einem Manne mit g»oßer Heftigkeit auf die Straße geschleubeit worden. Ueber die V-ranlossgna zu diesem seitsamen Vorgang« theilt da«„B. T." mit, daß ein in dem be- treffenden Hause wohnender Buchbindermetster diele Wasch- Maschine vor längerer Zeit von einem in großen Zahlung«- bedrönqmssen brfindlichen Bekannten entnahm, an weichen er ebenfalls ein« nicht unbetiächtliche Forderung hatte, die er zum Theil wenigstens durch den Werth der Waschmaschine decken zu können hrffte. Der Schuldner aber versch'nanb aus Berlin, nach- dem er vo-her bei der Ableistung de« Off mbanrng� Eides angegeben hatte, daß ibm an den Buchbinder noch eine Forde- rung für die überlassen« Waschmaschine zusteh«. Hierauf ließ ein anderer Gläubiaer diese Forderung für fich mit Beschlag belegen und klagte fie au«, gewann auch den Prozeß, während der Buchbinder mit seinem Ansprüche, auf welchen er den Preis der Waschmaschine verrechnen wollte, in diesem Prozeß nicht gehört wurde. Am Mittwoch fand sich nun der GenchtSvoll- zieher in der Wohnung des Buchbinder« ein. um wegen der auSg-kiogten Forderung zu pfänden, was den keineswegs unbe- mittelten Buchbinder so in Aufregung versetzte,»aß er die Walchmalchme, deren Preis der GerichtSoollzieder erheben sollte, au« serr ec Wohnung auf die Straße warf. Es ist jedenfalls ein Glück für den err-gten Mm n, daß der Gericht, Vollzieher anderweit genügende Pfandobjekte vorfand; sonst hätte da« tolle Gebahren leickt als Beiseiteschassung oder Vernichtung eine» VennözenSftücke« bei drohender Zwangsvollstreckung erachtet werden können. Die Frau de« Schuldner« ließ die Trümmer ihrer„hölzernen Waschfrau" alsbald sammeln und bei Seite schaffen. Tod durch Ueberfahre«! Ein erschüiternder Unglücks- fall ireigne.e sich vor estern Nachmi tag gegen 4t Uhr am Prenz- lauer Tdor. Um ores« Zeil wollte eine 35jährige, anscheinend dem A beiterstande angeyöng« Frau am P enzlauer Thor einen R-ngbahnwagen benutzen und wartete da« Hrrannahen des- selben auf dem Bürgersteige ab. Al« der Tramway au« der �riedenftroße heraus in die Prenzlauer Allee einbog, betrat die Jrau den Fahrdmnm, ohne darauf zu achten, daß in diesem Augenbltck em Packetiah t-Omnibu« der Linie Wotther Platz- Anhalter Bahnhof von der steilen Höhe der Prenzlauer Allee hecadfuhr: die warnenden Zuruf« de« Kutschers wu'den von der die Pferdebahn Erwartende nicht beachtet, der Omnibus« kutscher konnte auf der ablchüifigen Allee nicht genügend bremsen, die unvorfichtip« Fiau wurde von der Deichselstange besaßt und zu Boden gerissen. Die Unglückliche gerteth mit dem Körper zwischen die Hinte'bufe der auf dem Leibe der Ueber- fahren«» herumtretenden P'erde und den Vorberiädern de« Omnibusses und bald darauf ging da« reckte Vorderrad über Kopf und Brust der vergeblich um Hilfe Rufenden hinweg; da eine Schraube der Are den Körper erfaßte, so wurde der- selbe, zur unkenntlichen Masse verstümmelt, mehrere Meter weit noch mitgeschleppt. Der Kutscher, den noch Zeugenausfagi» durchaus kerne Schuld an dem traurigen Unfall trifft, stürzte in der Aufregung vom Bock berab, fiel zwiicken die Räder seine« eigenen Gefährtes, dessen Pferde von Soldaten zum Stehen gebracht wurden, und erlitt einige unbeveutende Kon- wfionen, während die auf der Stelle getödtete Frau, deren Personalien nicht festgestellt werden konnten, nach oer Morgue gebracht wurde. Seldstmordnerjuch»ine« Gfftzierbnrschen. Laute Hilseiutc nach einem Arzte alarmirten am vorgefr igen Vormittag gegen 8» Uhr die Bewchner eine« Hause«(Nr. 8) der Marien- stroße; hier wohvt in der ersten Etage der Kaufmann Gierke, welcher einige Z mmcr möblirt vermiethet hat. Unter diesen Astermielhern btfindet sich auch der Lieutenant von Basedow, von einem würltembergischen Regiment hierher kommandirt, aus dtsten Wohnräumen das entsetzt, che Stöhnen drang. Da v B. nicht anwesend war, mr'hte dn zu seinen Zimmern führende Eingang gewaltsam geöffnet werden und hier fand man in dem Bedien tenzimmer den 24jährigen Offizerburschen R. in einer grobe» Bluttodie liegend vor, neben ttm am Boden lag ein oroiies Küchenmeffer, mit welchem der Bedauernswerthe sich dre Pulsader der lmken Hand geöffnet hatte. Einem in der Nähe wohnenden und sofort herbeigerufenen A-zte gelang es, dem noch schwache Lebenszeichen von sich gebenden Selbst- mordskandidaten wieder ins Leben zurückzurufen und wurde R., nach Anlegung eines NothverbandeS, nach dem GarnisonS- lazareth üdersühit. Die Veranlassung zum Selbstmord soll em leichtes Dimftv-rgehen gewesen sein. Sri« Kart. Der Privatsekretär St. ging am Mittwoch Abcno über die Ädalbertdrück«, als eine Equip ige dahergefohren kam und den K., der auf einem Auge erbtlnbet ist und bei welchem die Sehkraft des anderen auch nur eine schwache ist, umiiieß. Die Räder der Equipage gingen über den Aermsten hinweg, der Kutscher hieb auf die Pferde ein, daß er bald aus dem Bereiche seiner Verfolger war, und um K., der bis auf eine unter dem Kinn schwach hervortretende Blutung allem Anscheine nach unvei letzt aufgestanden war, kümmerte fich niemand weiter. Nach einiger Zeit empfand K. jedoch einen heftigen Schmerz unter dem Kinn, das von einem auffallend fwönen Vollbart geziert war; er begab fich nach der in der Adatbenstroße belegenen Sanilätswache, und als man ihm dort den prächtigen Bart abgenommen hatte, zeigte es fich, daß die Kinnlaoe ihm völlig zerschmettert worden und daß diese surchtba,e VerUtzung durch fernen üppigen Bartwuchs verdecki geblrkbm war. K. mußte nach dem Krankenhause Bethanien gebiochi werden. Ein unberechenbares Eisenbahnunglück ist, wie wir nachtrautich erfahren, am So.-midend Morgen auf der Station Schmö'ck vitz durch den Bahnwärter L hmann abgewendet worden. Als der Bert n-r 5 Uhr Schnellzug heranqebraust kam, raste plötzlichem führ.rlose« Gespaan auf den Bahndamm zu, durch- brach mit eimm Aüpiall oie Barriere, und eine Krtastrophe schien unvermeidlich. Da sprang in voller Geistesgegenwart der Bahnwärter hinzu, faßte die Pferde mit aller Kraft an den Zügeln und riß fie oicht vor der aus der Dunkelheit mit ihren grellen Blendern auftauchenden Lokomotive zurück. So dicht stano das Fuhrwerk auf dem Bah»kö-per, daß die Waggons des Zag-s Theile des Wagens zertrümmerten. Von emem Trittdrelt wu-dt dann der Wagen mit solcher Gewalt gegen die nahe T-legrophenbube geschleudert, das letztere arg beschädigt wuroe; abertiotz der k.itischen Lage zwischen den unruhigen Pferden und oem hart vorbeisausenoen Zuge hielt der wackere Bahn- wäcier Siand. AIS der Zug endlich vorüber war— dem auf« geregten Manne erschien die kleine Spanne Zeit als eine Ewig- keil—, brachte er das arg zugerichtete Gefährt nach einem be- nachbarien G höfl. Nach Verlauf einer guten Stunde erst traf der Fuhrer des duichgegangeoen Gespanms aus dem etwa eine Meile entfernten Orte Waßmannsdorf ein. Man hatte dort oas Fuhrwerk zum Aohoten von Dünger aus Berlin her- gerichtet, uw Pferde einen Augenblick bei geöffnetem Thor un- beauffichligt gemss-n, unv dies benutzten die feurigen Th ere, um durchzugehen. Durch den hinter ihnen herpolternden leeren Wagen wurden fie e-st recht scheu. S»« waren nun in der H'-richenden Dunkelheit auf dem langen Wege über Diepensee, Waite>sdorf und Schulzcndorf in rasendem Lauf bis nach Schmöckwitz gekommen, woselbst sie ohne die muthige Da« zwifcheokunft drs Bahnwärters sicher ein unabsehbar entsetz- tiches Eileilbahnungtück bei der unvermeidlichen Karambolage uiid d>r herrtchenden Fmsterniß angerichtet hätten. Uo« der Lobowotine zermalmt wurde vorgestern Nach- mittag der de, der P tSaamer E senbahn beschäftigte, etwa JaOjährige Arbeiter Görich, De.mew'tzür. 13 wohnhaft. Der- s,lde wollte kurz nach 2 Uhr die Bahngeleise der Potsdamer Bahn überichreiten, um zum Mitttagessen zu gehen. Da der vom Potsdamer Bahnhof nach PmSbam abgehende Zug bald dre Ge eise pa siren mußte, hatte er seinen Blick unverwandt in d»e R>chtang nach dem Potsdamer Bahnhof gerichlet, ohne zu bedenken, daß auch von der entgegengesetzten Seite ein Zug kommen konnte. Plötzlich fuhr aber der von Schöneberg kom- mende R>ng,rzug h-ran, und ehe er fich zum Ausweichen de- sinnen konnte, hatte ihn die Lokomotive erfaßt, zu Bodm ge- warfen und schrecklich zvgerichH. Beide Beine waren ihm vom Körper abgetrennt, vaS G ficht unei kenntlich und der recht« Backenknochen war vollstänoig herausgedrückt. Auch die Hände und A>me waren in schreckuch verstümmelum Zustande und der Kö'p-r selbst lag in einer großen Blutlache. Der Tod des Unglückl chen muhte sofort eingetreten sein. Herr Kechtsanmalt Stadtfiagen, Berlin c., Lands- bergeril'. N.. 62 am Auxauoeip ah, Ichleibtuns: Durch de- re lwillrges Entgegenkommen der Gesellschaft Urania ist für die von mir beze chn-ten Jachvereine, frei« V. reine und den Ar- deilerbildungr verein die Ve>eu>harung getioffen, daß zunächst am 27. uno 29. Dezember 1889, Vormittags von 8 bis 10 Uhr, in d-r U an>a je eine Sondervorstellung— in der der Direktor der Ste.i.warte, Professor Fo er st er, selbst den Vonrag über- n-rm-n w>ll— stanfinden. Der Preis des BrlletS ist auf 20 Pf. frstges tzt. BlllctS estellunzen wollen die Vorstände der verschiede, en Vereine schleunigst bei mir machen und die Brllfis möglichst am Sonntag, den 22., Vormittags vor 9% Uhr, hei mir in Empfang zu nehmen. Die Billets find nur für Verelnsmitjuder und deren erwachsene Familrenangehöng« giltig. Pslizeibevicht. Am 19. d. M. Nachmi tags wurde vor dem Hau,« Prenzlauer Allee 249 eine unbekannte, etwa 55 Iah e alte Frau von einem Ommru« überfahren und auf der Stelle geiädlet.— Zu derselben Zeit gerieth der Arbeiter Greritz auf dem Potsdamer Außen-Bahnhofe unter einen dort «inrah enden Rin-bohnzug und verstaib sofort infolge der er- lrttenen schweren Verletzungen.— AbrnbS fand auf dem Platz vor dem Brandenburger Thor ein Zusammenstoß zweier Pferde- bahn wagen statt, wobei der Schaffner des einen Wagens mit dem K pf in eme Fensterscheibe fi-l und fich eine ledeulende Verletzuag der Stirn zuzog, so daß er nach der Ciaulee gebracht werden mußte.— In der Nacht zum 20. d. M. stürzte fim ein Mann'm Fieberwahn au« dem Fenster seiner>m 3. S ock deS Haus-S Mauerstr. 53 belegenen Wohnung auf den Hof hinab und velstarb sofort infolge innerer Ver- letzungen. Geriihks-IeUung. Die Anklage» die vor nunmehr einem Jahre g gen Frl. Jagen rv.-gen Auf-e zung zum Wideistanve gegen An- oronungcn berOsrigkert erhoben wurde, hat nunmehr ih e Er- ledigung gefunden. Nachdem der erste Termin veriagt worden, wurde im zweiten Frl. Jagert d-r Anklage für schuldig be- funden und zu einem Monat Gefängniß verurtheilt Auf die hie, gegen eingelegt- Revision hin wurde dieses Unheil vom R-ichsgencht ausgehoben und die Angelegenheit zur roch- niaügen Verhandlung an die Vorn stanz zurückgewiesen. Der Strafsenat des Reichsgerichts schloß fich nämlich den Be- mängelungen der Reoifionsschnft insofeln an, als er annahm. daß ein Polizeilunienant feine Obrigkeit im Sinne des§ 110 des Stra'gesetzbucheS sei. Dagegen fei zu«wägen, od nicht Beamlenbeteldlgung vorliege. Die Sache beschäftigte darum> die«fie Strafkammer des Landgerichts I nochmals in einer gestnn stattgehabten Sitzung. Die Anklage war jedoch diesmal nicht wegen Aufreizung zum Widerstand gegen die An. ordnungen einer Obrigkeit gestellt, sondern baute fich auf Worte auf, die Frl. Jagert gebraucht haben soll und die einen Beamten, der in der Ausübung feines Be- rufeS begriffen war, öffentlich beleidigt haben sollen. Es sei zunächst nochmals auf den Thatbestund hingewiesen. Bekanntlich fand am 15. November des vorigen Jahres eine öffentliche Arbeilerinnenverfammlung bei Henfel, Beunnenstr. statt, zu der auch Männer Zutritt hatten und die äußerst stark, so staik besucht war, daß der Revie-vor- stand, Polizeilieutenant ZreSke, im»öffentlichen und feunficher- hcits polizeilichen Interesse" einschreiten zu müssen glaubte. Er wandle fich deshalb an die anwesenden Männer und forderte fie ouf, sofort den Saal zu verlassen. Die Männer sollen schon im Begriff gewesen sein, dieser Anordnung Folge zu geben, als die Angeklagte dos Podium bestieg und fotgenöe Worte an die Versammlung richlete:„B eiden die Herren doch hier; die Polizei hat nichiS zu sagen, die Versammlung ist noch nicht er- öffnet, da« ist wieder em polizeilicher Uebergriff, eine polizei- liche Willkür!" So wenigstens behauptete Herr Polizei» lieutenant Zieske, sowie die von ihm als Zeugen an- gegebenen drei Schutzleute, die fich noch ganz genau— es ist jetzt ein Jahr über dem Vorfall vergangen— des Wortlauts erinnern. Frl. Jagert«klärt, daß fie allerdings der M-inung gewesen sei, der Beamte habe keine Anordnungen zu treffen; sie sei in dieser Meinung dadurch noch bestärkt worden, baß fich der Beamte erst an die Einderuferin, Frau Leuschner, wandte und fie um Erlaubniß bat, das Wort zu ergreifen und für fie die nöihigen Anordnungen zu treffen. (Der Lieutenant erklärt aber, daß dies nur ein überflüsfiger Akt der Höflichkeit gewesen sei.) Sie habe durchaus nrcht die Männer autgefordert, dazubleiben, fand rn im Gegentheil ihren ganzen Einfluß aufgeboien, die Männer zu veranlassen, nicht der Aufforderung des Beamten wegen, sondern im Interesse der Sache den Saal zu verlassen. Was die Aeußerung betiifft, in we cher die öffentliche Beamten- Beleidigung«bückt wird, so habe fie gesagt:„Wir haben beide aneinanderstoßende Säle gemrelhel: f.tzt erhalten wir vom Wirth nur den einen: das ist ein Uedergnff, eine Willkür!" Sie habe damit durchaus nicht den Beamten geweint.— Die geladenen Entlastungszeugen konnten fich wohl noch genau des Her- ganges der Sacke, jedoch nicht mehr der Worte, die gefallen find, erinnern. Der Staaisanwalt beantragte in Anbetiacht des UmstandeS, daß die Beleidigung eine sehr schwere gewesen sei, daß Frl. Jagert ferner durchaus kein Recht, keine Veran- laffung als deih«ligte Perlon gehabt habe, g-gen die Anord- nungen des Beamien aufzutreten, 1 Monat Gefängniß wegen öffentlicher Beamtenbeleidiguna. Der Verth« diger, R-Wt«- auwalt Arthur Stadthagen, gab fich die größte Mühe, dre An- krage zu entkräften, indem er einerseits die Glaubwürdigkeit der als Zeugen geladenen Frauen hervorhob, andererseits nach- wie«, daß selbst der Lieutenant der Meinung gewesen sei, daß die Versammlung schon eröffnet sei, daß seine Mandatarin deshalb leicht zu der Annahme gelangen konnte, der Beamte lasse fich eincn Verstoß gegen das VereinSgesetz zu Schulden kommen. Auf jeden Fall plaidire er aber auf eine niedrige Geldstrafe. Der Gerichishof erkannte nach kurzer Berathung auf eine Geldstrafe von 100 Mark, indem er sowohl das Temperament und die Auflegung der Ange- klagten, sowie ihre diSheeige Unbescholtenheit und den Umstand in Betracht zog, daß die Angeschuldigte im guten Gwuben handelie, als sie die Handlungsweise des Beamten eine polizei- liche Willkür nennte. Daß sie mit ihren Worten den Wuth gemeint haben sollte, sei ganz au«gesckloffen, da die Worte: „Willkür und U»bergr>ff" nicht auf das Veihalien des WutheS, wohl aber auf da« des Beamten paffen. Dem beleidigten PoiueilieuUnant wurde die B-fugniß«theilt, den Wortlaut de« Urtheils eine Woche lang auf Kosten der Verurlheilten öffentlich an Gerichlsftzlle authängen zu lassen. Revision wird gegen das Urtheil nicht eingelegt werden. Einen sonderbare« Sylvesterscherz haben fich die sechs PeMonen geleistet, welche gestern mfolge desselben vor der 1. Strafkammer des Landger cht« I stonsen. In dem Lokale des Schankwirtks Dreßler, Mühlenstraße 45 war in der ver- floffenen Sylvisternacht eine lustige Gesellschaft versammelt, welche dem vom Wrrthe geipivdeten Punsch fl-ißig zusprach. Die meisten der Gäste waren flüher Schlafburschen bei der in demselben Hause wohnenden Wrilwe Schulz gewesen, aber ihrer Anficht nach von dem Aibeitrr Thüle, der jetzt allein b>i der Fiau Sckulz wohnte und mit ,hr zusammen Sylvester feierte, verdrängt worden. Thiele hatte auch mit ver- jchiedenen Personen Streit gehabt und diese Umstände veranlaßten, daß von dem Abwesenden in wenig freundlicher Weise die Rede war. Es war 3 Uhr Nachts, als die ganze Gesellschaft beschloß, ihn zum staitprhabt-n Jahreswechsel zu beglückwünschen. Einer der Stau m; äste nahm einen Ochsen- z'.mer mit, womit er seine Gralulatron obstalten wollte. Um Zugang zu der Wahrung der Wittwe Schulz zu bekommen, wurde ein anwesender Fremder, Nam-vS Riedel, überndel, die Rolle eines Kriminalbeamtem zu übernehmen. Die ganze Gesellschaft ging hinauf. Riedel spielte die übernommene Rolle mit großem Geschick.„Man öffne mir im Namen des G-fltzes!" rief er, indem er derb an die Thür der Schulz'schen Wohnung klovfte. Thiele öffnete. Die ganze Rotte, woran der angebliche K iminalbramte, drang in« Zimmer. Der Letztere packte den Thiele sofort an der Brust, hieb ihm mit der Faust uS Gefichl und«klärte thn für v-rhaftet. Frau Schulz kam„im leichten Zeuge" aus ihrer Schlafftube, da fie die meisten der Anwesenden persönlich kannte, so dachte fie fich gleich, daß ein Racheakt deganzen werden sollte, energisch trat fie für ihren Miethcc ein und als ihre wiederholten Aufforderungen an die Eindring» Irnge, ihre Wohnung zu verlassen, mit Hohnlachen be- antwortet wurden, wurde fie sogar thätllch. Gegen die Uebermacht war ab« nichlS auszurichten, Thiele mußte sich ankleiden und wurde, von der garzen Gelellschaft umringt, fortgeführt. Auf der Straße erhielt er von allen Seiten Püffe und S'öße und sein Haupifeind Lierlch „aratulirle" ihm mit dem Ost senziemer. Dann ließ man ihn wieder laufen. Liersch hat nicht ermittelt werden können und mußte deshalb die Verhandlung gegen ihn ausgesetzt werden. secks der übrigen Thnlnehm« an dem nächtlichen Skandal halten fich dagegen wegen gcmeinschattlicher Hauslriedensbrnchs und Riedel außerh-m noch wegen Körperverletzung und An- maßung eines offenilichtn Amt's zu verantwvrten. Bei zwe-en der Anglttoglen, dim Rtstauraleur Treßl« und Hoffmann, wurde nur einfacher Hausfriedensbruch ange- nommen und kamen diese daher mit einer Geldstrafe von j- 20 M. davan. Die vier übrigen Angeklagten Lehmann und Kur, mann, WrelguS und Riesel wurden mit je errer Woche Gifängmß belegt. Der Letztgenannte soll außerdem noch eine Geloftrafe von 40 Mark zahlen oder noch achi Tage fitzen. Interestnuto juristische Momente förderte eine Ver- Handlung zu Tage, d,e am Freitag vor der zwriten Straf- kämm« am Landgericht U ftaufand. Vor einigen Monaten— es war während der Gerrchtsferien— wurden fünf Schulknaben aus Charlottenburg wegen Bandendiebstahls zu je einem Jahre Gefängniß verurtheilt. Die K> ab«n hallen sämwl- lich lange Zeit die Sckule geschwänzt und die dadurch ge- wonnene freie Zeit benutzi, um rn diversen Läden auf Berlin« und Charloltenburger Gebut Scheineinkäufe»u machen, d. h. sich Waaren zur Ansicht vorlegen zu(offen, darum zu feilschen, und nachdem fie jede günstige Gelegenheit zum Stehl-n ausgenutzt, ohne etwas zu kaufen, davon»u gehen. Den einzelnen Angeklagten lagen 9—17 Fälle zur Last. Si: waren nicht ollein geständig, die Diebstähle ver- übt zu haben, fie gaben auch die vorangegangene Vnabredunz zu, wodurch der Bandendiebstahl perfekt wurde. Das Gniebt erkannt� auf die ve. hälinißmaßig bohe S träfe, weil darin de» einzige Mittel gefunden wurde, die Knaben noch zu dessen'. Mit Ausnahme cincs einzigen haben fich alle Knaben dcz». deren g.fltzirche Vertreter bei dem Urlheil beruhigt und iH Strafe angetreten Die eine Ausnahme bildete der jetzige Maur«Iebrling Max Richter. Für denselben hatte Reck!»- anwa t Kassel die Revrfion beanhazt und dieselbe damit begründet, daß dem betriffenden Angeklagten«st m der Hauplv«handlung ein Ve.therdig« ex officio gestellt worden sei, der folglich nicht genügend vorbereitend sein konnte, wodurch die Rechte der Verihndigung besch'Lnkt wo'- den scren. Das Reichsgericht akzeptirte diese Begründung, brb das Uriheil auf und wies die Sache in die Vorinstanz zmrck. Da d« jugendliche Angeklagte die ihm zur Last liegenden 9 Fälle reumürh g eingestand, auch die vorhergegangene Ver- abredung zugab, so konnie es fich nur um die F-age handeln, ob eine Herabsetzung de« Strafmaßes zulässig und am Platz« «scheine. Der Staatsanwalt deantragie das frühere Slrofmaß, der V-rtheidig« wies dagegen glaubhaft nach, daß se-n Klient fich früher in d« Schule stets gut geführt habe, daß er nur der Verführung zum Opfer gefallen und daß er sich auch noch- her in der Lehre laut Zeugniß seines L-Hrherrn rech« gut te- tragen. Darauf stützte« feine Bitte um Müde. D« Ge- richtshof pudlizirte folgende« überaus scharf und interessant motivirte Urtheil:„Wenn auch die heutige Verhandlung w Bezug ouf die thatsächliche Feststellung dasselbe Resultat ergeben hat, wie die frühere Verhandlung, so flühlr fich der Gericktihos an da« früher«kannte Srrafmaß in keiner Weise gebunden. Der heute tagende Gerichtshof hat lediglich nach sein«« «izenen Ermessen zu«kennen. Run steht es fest, de.» neun einzelne Fälle des Diebstahls erwiesen find, au» die Banoenmäßiglert steht fest, denn der Angekag» hat die«folgte Abrede zubegeben. Aber es fragt sich doch, ob d« Angeklagte bei sein« Jagend das Bewußtsein halte, daß in der vorherigen Verabredung, gemeinschaftlich zu stehlen,«n erschwerendes Moment liege. Diese Frage hat der GerichtSdol verneint. Derierbe ist ab« d« Anficht, daß die Frage ro* dem Bewußtflin von der Slrasbark.it einer Handlung sich nickt allein auf die Hauptflage zu btschränken, sondern daß st» dieselbe auch auf die«schwerenden Momente zu er- strecken hat. Demgemäß liegen nickt neun schwere, sondern nur neun einfache Diebstähle vor. Die pädagogischen Gründe, welche in der früheren Verhandlung zu einem hohen Straf- maß sührten, fallen heut« fort, da als«wiesen angenommen werden muß, daß der AngrNagle vor den Diebstählen wie na» denselben sich gut gefühlt hat, so daß die in einem Hohr« Strafmaße zur Anwendung gelangende ZwangSnz ebung mdst mehr erforderlich erscheint. Das Strafminimum für jeden Einzelsall bcträgt hr« einen Tog Gesänpnrß. Der G-rrchlS- hos hat für sämmilicke 9 Fälle auf eine Gefärgaißstrafe von 14 Tagen erkannt. Um ad« etwaigen Bedenken zu degegnerv «klärte d« Gerichtshof ausdrücklich, daß, wenn feine Anfi»l nicht für richtig gehalten würde, daß die Frage nach dir» Bewußtsein von der Strasbarkeit einer Handlung außer ans die Hauptflage auch auf die erschwerende Rebenflage an»«- wenden sei, daß, wenn gesolg«t würde, das Bewußlflin der Strafdarkert sei schon von vornherein auch bei den e schwerende» Umstanden anzunehmen, wenn es bei der H au pi frage als vorhanden angenommen werden müsse und darr somit wegen Bandendiebstahls hätte venri theilt werden müssen,— daß der Gerichtshof auch in dielem Falle eine 14tägige Geiängnißstrafl für eine angemesseme Sühne g halten haben würde, w«l e» fich hier um Diebstähle handelt, die wenioer der Bereich« uvg als vielmehr der Befliedrgung kindlicher Sp ellust drenten." Naß auch dir vom Thirrfchntzoerri« gesteUtra Knndrfänger tbei'weile nicht geergnet sind, alle- M ß- trau-n de« Publikum« gegen diese Sp'zie« von Beamt N schwinden zu lassen, zeigte die gestern vor dem hiefiae« Schöffengerichte verhandelte Anklage wegen Diebstahl«. Be trüge» und Beihilfe zu letzterem gegen die früheren Hunde- fäigec Karl August Bayer und Karl Emil Fnr» Grunewald, welche LbigenS Beide schon ein Straflegistcr hinter sich haben. ErneS Tage« ljrß der Eisenwoarer Händler König fernen m.t Maulkorb und Mwke wohloersehenen Hu«) ein wenig in'« Freie ur d war nicht wenig erstaunt, kurze Zeit danach zu hören, daß der Hund von den b-nen Angek.ag!"' weggesangen worden sei. Er eilte denselben nach und löst' den Hund au«, wobei er zu seinem Erstaunen hörte, daß d.r letztere keine Steuermarke gehabt haben sollte. Es war ih» mcht schwer, festzustrllen, daß die Marke grwaltsam von de» Maulkorbe lotgedreht worden war, und da die in der R# spielenden Kind« gemernsam bestätigten, daßdieMaike von de« Hundefängern selbst abgedreht worden war, so veranlaßie He� König daß die Persönlichkeit der beiden Angestellten des Thi«" schvtzvereinS auf der Polireiwach« festgestellt wurde. Dik Beweisaufnahme ließ gar keinen Zweifel fi müder, daß Bay'l fich dem Hunde genähert, ihm d>e Marke abgedreht und du» alsdann Grunewald rhm die Schlinge um de» Hals geworfl" haue. Da« Scköff.ngeiicht erachteie dies Verfahren für f* frech und a-memgefährlich, daß es den Angeklagren Bay� zu zwei Monaten, Grunewald zu vier Woche# Gefängniß oeruriheilre. Nie Uacht-EafE's spielen in gar vielen Verhandlungt# wegen groden Unfug« oder sonstiger Ausschreitungen eine Rolle- So auch in eimm Prozesse vor d« 94. Abiheilung deSScköfft� gerichlS, in weichem der sturl. jur. Braunschweig als Ang� klagr« zu erscheinen hatte. D« B. schuldigle sab««>', Nacht« mit zwei Offizieren in einem Cafö. In Röhe der drei Herren, an einem anderen Tische nah'# d« Premierlieutcnant a. D. P. mit zwei Damen Plofl Die erstgenannten Herren machten sich den Da»-# durch Winken und Zutrinken bemerklrch, worauf dere# Begleit« zu d« Bemerkung Ve-anlaffung fand, daß ff ein derartiges Benehmen für Osfui-re unpassend fr�f" Die kleine Szene hatte vo. läufig keine weilest# Folgen, unglücklicherweise trafen fich die Parteien ad« sp�' wieder auf der Slraße, als der P emierlieutenant a.D. 8«#% mit seinen Damen in eine Droschke stieg. Der Beschuldig that eine höchst wegwcrfenve und beleidigende Acu�nrng/ «folgte eme nicht mind« scharfe Entgegnung und nun g>#» der Angeklagte an di- Droschke und schlug dem darinsitzend» Premierli.utenant a. D. mit s-rnem Stock über den Kopf. Dj# Mißhandelte veranlaß-e die Siftirung des Angeklagten,)k# der Gerichtshof wegen groben Unfug« mit 20 M. oder 2 Tagk# Haft belegie. GW» Auzeig»,«»»Ich» d»r Manr»r Kranke«##�! an den Ci.f ver Kcrminaipalrzer, Grafen'Lückler, nchiei«, dem Verfasser eine Anklage wegen Beleidigung zugczog»#' welche gestern vor der 91. Abtheiiung de» SchöfflngerichiS handelt werden sollte. D« Angeklagte halte beSauptet, daßl' nomhaft gemacht« Oderaufseh« in Pwtzensee mrt den fangenen DurchKech.reien treibe. In der gestrigen 0«h##L lung erklärte der Beschuldigte, daß er einen umfang«'»'!, Wahrheitsbeweis antreten wolle und schlug zu diesem 3®m Angeklagten diesen Wahrheitsbeweis"rj, obschnerden könne, sämmtliche vorgeschlagenen-ieugen geladen wnden und wurde zu diesem Zwecke die Verhandle" vertagt. Elberfelder WMeüprW. 22. Tag der Verhandlung. Süderfeld. 19. Dezember. Heute wurde zunälbst das Prolokt-ll des Amtsgerichts zu Münlden über die kommissarische Vernehmung des erkrankten Zeugen Verlagsbuchhöndl«' Louis Viereck zu München ver» lesen. Viereck datle darnach unter Eid erkiärt, er sei, trotzdem er seines Wissens eine gesrtzmidrig« Parteithätigkeit nie ent- fa'tet habe, rm Freib rger Geheimbundproeeh zu neun Monaten G-fängnrtz veru'ihlilt worden: desHaid müsse er, um sich niäit wieder eine fteass echtliche Unt rsuckuna zuzuziehen, die Auskunft uoer sein« Wiflensckiafl über das B» stehen einer geheimen Oc- gnnisation in Deutsckland verweigern. Darüber, aus welchen Peisoner die Parteileitung gebildet sei, wisse er nichts Sich-reS, da er nicht m-hr ,u den Führern der Partei gehöre. Daß aber erne gewiss« Verkindurg zwischen dem«Sozialdemokrat und der Fraktion bestehe, ser iür ihn unwahrscheinlich, weil die Mehrzahl der Mitglieder der Fraktion mit der Hallung des Blatte« nickt einverstanden gewesen sei, bis auf Bebel und Li-bkneckt: erfterer habe für den«Sozialdemokrat eine Anzahl Artikel geliefert. Bebel bestreitet, daß er als Kasssrer bis zur Stunde rrrend einen Posten verbucht habe, der als Ueberlchuß aus dem »Sozialdrmokcat an ihn abgegangen wäre. Artikel habe er »war meh �r, geliefert, jedoch keinen eir zigen von denen, welche hier im Pozeß zur Verlesung gekommen. Der Staats- an w alt werft aus den vorhanden-n Exemplaren des«Sozial- demokrot nach, daß im Jahre 1586 ern Posten von 9600 M. oh« dem Geschäfte de««Sozialdemokrat an den WehltondS g flössen ist. Bebel bemerkt dazu, daß er bekanntlich wieüer- hott Freiherts strafen zu verbüßen gehabt habe, und zu jener Znt oerade eine solche von 9 Monaten. Er babe natürlich noch seiner Rückkehr die inzwischen erschienenen Nummern des »Sozialdemokrat nicht durchgelesen und aus dem Gründe daran auch keine K-nntniß gehabt. Hierauf erhält der Staatsanwalt Dr. P i n o f f das W'tt zur Begründung der Anklage, wobei er Fol- flenües ausführt: Der S'aat hat ein Interesse daran, daß alle Organisa toren, welche sich mii polilrschen Fragen beschäftigen, oua, den gesrtz ichen Bestimmungen narbkommen. E- soll dadurch verhütet werden, daß dieselben im Geheim-n Bestrebun-en vnfolgen. welche dem Gesetz zuwiderlaufen. Wie in allen Ge- beiwbundsp-ozessen, so handelt es sich euch in diesem um staatsgesährliche B» strebungen, welche der Siaat zu unterdrücken nickt nur da« Recht, sondern die Pflicht hat. Wenn es schon an sich keinem Zweifel unterliegt, welche Gefahren von dicken Bestrebungen dem Staatswcken drohen, so hat die Ver« Handlung zur Genüge erg'ben, daß die Agitation der Sozial- dcmokralie sich ricktit auf die lonpsrm», aber fichere systematische Untergrabung der beshhrndcn Gesellschaftsordnung. Wie aus dem«Sozialdemokrat" zur Genüge hervorgeht, bleibt man nicht dabei stehen, die Umgehung de« Soziali st en- Metzes zu predigen, sondern es kommt dcr Sozialdimo- kratie daraus an, die bestehenden Gesetze über» Haupt zu umgehen, nickt zum Mindesten die Ver- pfl ckiung jedes Staatsbürgers, unter dem Eide d'e Wahiheit zu sagen. Es wrrd derMeineid nicht c�sein Verbrechen anaelehen, sondern gerab, verherrlicht. Wenn der aus dem Zuchthause entlassene Meineidige mit allen Ehren empsanaen wird, wenn man ihm zuruft: Willkommen Du Meineidiaer in unseren Reihen! dann muß man verstehen, daß diese Auff ssung vom Erde bei den Lesern des»Sozialdemokrat" verderblich wirken muß, und daß dasjenige, was wir Ge- wissen nennen, mit brutaler Gewalt aus dem Herzen des deutschen Arbeiters he, ausgerissen wird. Ich muß auf diese Verhandlungen hinweisen, in dcr drei nicht unintclligente Männer d-eist sich hinstellten und einen Meineid schworen, nicht zurückschreckend vor der Anwesenheit ihrer ersten Führer. DieB wnSauinahme hat ergeben, daß eine fcktgegckederteO r« ganifatton besteht, nicht zur Ausübung slaat«bürge,-tcher Rechte, sondern zur Verbreriunfl von Di uckschriften, Flug. b ättern und de« PaneiblatiS„Der Sozialvemokiat". Wir haben gesehen, baß dickes Blatt überall existirt, wo mehrere Anhänger der Partei ssch zusammenthun, daß dasselbe es ssch zur Aufgabe gemacht hat, die Vollziehung gesrtzlichcr Bestim- wungen zu umgehen und zu entkräften, wir haben gesehen, m t welchen Mitteln die Anordnungen der Betörten umgangen wnden, und so ist es selbstvelftändlich, daß der Staat nur in Nothwehr handelt, wenn er eine Gegenorgarcksation in« Leben ruft. Es ist in diesen Verhandlungen von den Ar geklagten wiederholt darauf hingewiesen, tß fei ein Verrath, nenn Jemand der Behörde von den Vorgängen in der Partei Aeni tniß gebe, und die Personen, w-lche dos geibon haben, sind mit den gröbsten Schmähungen n*'« schüttet. Ich meine über, daß ist eine Verkehrung der Begriffe; jeder Staats- bürger, der ungesetzliche Vorgänge beob- °chtet, hat die Pflicht, der Behörde davon Kenntniß »0 geben. Man ist aber systematisch damit vorgegangen, die Polizei- bsamten herabzuwürdigen, man bot stch nickt gckcheut, auch das Privatleben deiselbrn an die O�ffentlichkeit zu ziehen, um sinige Angriffspunkte zu finden gegen die Beamten, die nur idr, Pflicht gethan. Ich betone aber, daß es dcr Polizei ge- Hungen ist. ssch zu rechtfertigen: nicht ein Schatten des Vor- Wurss ist auf die Beamten, die mit der Beobachtung der sozial- d'wokralischen Partei betraut waren, gefallen, den sie nicht von 5* abzuwenden vermocht hätten. ES wurde ferner ackagt, -«Leber habe ssch den Polypenarwen des KomissaiS Wtlssng »»ckt entzieben können, weil er Gefälligkeiten mit Gefälligkeilen Z'edervergelten mußt». Weber bekundete ober nur, und dieser Aussage wird man Glauben schenken können, daß er«d,e Polizei ab und zu belogen habe". Weber bat bestätigen müssen, baß die Organe, welcher man ssch zur Berichtei staltung be» v'erte, auf da« Eindringlichste davor g-warnt find, provokatonsch vorzugehen, daß sie nur so che Berichte liefern sollten, von denen ue die Ueberzeugung hatten, daß sse wahr seien. . Der Staatsanwalt sucht dann nachzuweisen das Bestehen ewer geheimen Verbindung über ganz Deutschland: ferner «uz Artikeln des«Sozialdemokrat", daß da« Blatt gewöhnliche« Privatunt'rnehmen sei, wie angenommen de, sondern ein otfizielleS Parteiorgan. Dre Verbmdung Fraktion mit der Redaktion des.Sozialdemokrat" gehe»ur genüge aus dem Artikel«Orgonisirl Euch" Mit der Unlerschnft «er Fiktion he. vor. Wenn Bebel sag-, ein Einzelner habe Otto____ w__ frt Fzohnin»r<» pr. OdA tltall aehendste Kenntniß unserer wirthschaftlichen Verhästnisse macht Euch wahrhast frei. Tretet daher in Massen dem Verein bei, da« serd Jdr Euch und Euren Kindern schuldig, wenn Ihr sse nicht dem Untergange verfallen sehen wollt. Ihr sollt uns All« willkommen sein; der Verein wird oersuchen. Euch alle« da« zu bieten, was Ihr in geistiger Beziehung im harten Kampf ums Dasein entbehren müßt. Darum noch einmal, or- oaniftrt Euch, tretet dem Allgemeinen Metallarbeiteroerein bei. Metallarbeiter aller Branchen! Ganz ple-chziltig, ob Ihr dem Metallorbeiterverein, einem anderen Verein oder zur Zeit keiner Organisation angehört, wir ersuchen Euch Alle, die un-________________ 0 u,r«..,°°er»ur«e sererler's ausgegebenen Fragebozen genau, wahrheitsgemäß und> wr 57-58. Turnverein„W-ddtnv". Panistr.«, Manner»bihelluna wr% ins gewissenhaft auszufüllen, damit wir in der Lage find, eine| Abends de»gl. x. LchrtlnoSabibeilung von 8 M» 10 lthr«dens» mözlihst genau- U.be.fickt der Arb.itSverhältnrsse in unserem| S-"»« fRomorhe»---- r c |«rtmmftr. 41; S. Ei den Eimevnstr.W;« S'iedri».»a-ieniir 83;« Hütte. I Biteranenftr. 27: 6 Pirch,«eieranensir 10; 6. fflöber,«a-wlltdftr. 14, sorv.« in dem«.beitln-ntwei» Dr-ideneift.. 118 Jahr 1890.— Dal OutttuiiiSduch jz»e«i»lgung d»r Kroch«!»» Keatschland»(OrtiverwaUuiin Berlin I und III) R.ue Mitglieder w'iden( den Sonnabend bei® ündei. Dreidener- stratze 116. Abend» von 8% bi» 10 Uhr aufgenommen ebenso Bünäze der Mil- olieder enitz'geiitzencm NIN und die gadtz irnng ou»a etzeben Krank«--»nd Sigrädntlt»afs, d«»*«»,*## sammtUch»» O«rus»kta>r«n IVeiwouungdnelle IV) Sonuadend. den 21 Dez-mder cr, Abend» 9 Hin, Fiottwellft-atze Nr 5 bei Barielt Aufnahme neuer Mitglieder. «»s.Uschas« fit» t>nbr-"------------- Herrn Dr. D Wille;. Rüsed-lihr-idung von KonftanNnopei und«leinast-n" Nack dem Vvitratze«.-sellitze llnterhaltuntz.®»ste, Herren und Damen, stet« willkommen. S»t»!Ultgli-d»r« d,»»lavi»rarb»it«r- v,r»ln» zur Nachricht. daß der Aid iien.ichw-i» der geieila.-e wetzen von Monlaa. den 28 Dezember di» Mittwoch, de» I.Januar 1690, tzefchlosten bulbt. Die Ardritivermittelung». fi>AmmUfirin (Wolff's N-lrgrophon Knr««,.) Kerli«, 20, Dezember. In der am 19. d. Mt». unter dem Vorsitze de« Vizepräsidenten des SiaatSministeriunr?, Staatssekretär deS Janern Dr. von Bötticher, abgehalten«« Plenarsitzung des Bundesraths gelangte di« Nachweisung ftt V-i Lnderungen im Bestände des als Eigenthum des Reichs festgestelllen Grundbesitzes zur Vorlegung. Von ferneren, neu eingegangenen Vorlagen wurden den zuständigen Ausschüssen überwiesen: der sechste(Schluß) Bericht der Vollzugs- kommisfion für den Zollanschluß Bremen«, da« im Haag cm 15. November 1689 unterzeichnete Uebeieinkommen mit dem Königreich der Niederlande zum Schutze v-rkuppiller weck- lrcher Personen, sowie eine Vorlage wegen B ldung eimr be» sonderen Müllerei- Berufsgenossenlchaft für doS Geltet d-S Königreich« Bayern, ausschließlich der Pfalz. Sodann wurde über die Besetzung der erledigten Stelle eine« MtglieteL der Disziplinaikammer für ellaß-lothringische Beamte und Lehrer in Colmar, sowie den Anträgen der zuständigen Aus- schösse entsprechend über eine Ergänzung der Ausführurg be- sttmmungen zum Zuckersteuer. G- setz, ferner über die auSnahrnS- weise Zulassung eine« Steuermann« zur Seeschiff«; Prüfung für I große Fahrt Beschluß gefaßt. Eine größere Anzahl von E«- gaben au« d-m Bereich de« Zoll- und Steuerwesens gelangt« nach den Anträgen dcr zusländigen Ausschüsse zur Erledigung. Dem Entwu'f einer Verordnung wegen olsdaldiger Jnkraft» setzing der§§ 18 und 140 des Jnvaltditäts- und AlterSver» ficherungs-GefctzeS wurde die Z cklimmung erlheilt, ebenso ein; m Antraa H.ssenS, wonach die dortigen staallichen Tiesbailbenicd« vom Beginn de« Jahre« 1890 ab au« der Tiefbau-BerusSge- nossenschaft auszuscheiden find. Den Schluß machte die Vc» leguna von Einaaben. Saarbrücke», 20. Dezember. Auf den Gruben Heinitz, Dechen, König, Krhlwald und Maybach ist heute Alle« ang». fahren. Auf der Grube FriedrichSthal fehlen nur noch 20 Mann. Auf Kawphausen und Dudweiler find gestern abermal« mehr Arbeiter angefahren und zu Iäg--r«freude streikt nur noch em Mann. In Louifenthal sind 1372 Mann angefahren, also wiederum mehr alS TagS zuvor; die daselbst noch fciernd-n Leute wohnen größtentheil« auSwäri«. Ebenlo veihält tß sich auf Grube Suizbach- Altenwald, woselbst 1520 Mann ange fahren sind und die wenigen noch fehlenden Leute gleichfalls außerhalb wohnen. In JnSdorf Schwalback fehlen roch etwa 210 Mann, in Reden 800, in Jtzcvplitz 140 und in Von der Hiydi etwa 410 Mann. Es steht zu erwarten, daß zu Beginn der nächsten Woche der Streik auf allen Gruben des Saar- revier« beiaeleot sein wird. Neun Kirche», Freitag, 20. Dezember. Eine hrul« Nach- mittag abgehallene Veisammlung der Bergleute von den Giuben Kohlwald, König, Heinitz und Dechen ist ohne Beschluß m@. einander gegangen, nachdem Bürgermeister Ludwig die Ent- fernung der zu diesen Gruben nicht angcmeldetcn Fremde», darunter Warken und Bachmann, verlangt halle. Pest, Freitag, den 20. Dezember. Da««Deutsche Theater" ist heule Nachmiitag in B.and geralhen und vollständig nieder- gebrannt. Da« Feuer kam im Jnnent de« Hause« um 3 Uhr »um Ausbruch und verbreitete sich mit ungeheurer Raschheit, so daß alsbald das 1. und 2. Stockwerk in vollen Flammen standen. In ku-zer Zeit bildete das ganze Theater ein Flammenmeer. Um 4 Uhr stürzten der Schnürboden und die Decke de« Zuschauerraumes, um 4b Uhr auch da« Dach ei». Infolge der großen Hitze war eine Bergung der Rcquisiien um. möglich. Die gesammle Feuerwehr arbeitete mit der größte» Anstrengung an der Bewältigung de« Brandes, der indessen auch die Nachbarhäuser ergriff, auf deren Dachstüh'en der Brand dauert fori. Menlchenverlust ist nicht zu beklagen, t« Feuerwehrmann wurde leict t verletzt. Pest, Freitag, 20. Dezember. Der Brand de« Deutschen Theatei« dauert noch fort und dürste vor morgen Mittag kaum gelöscht werden. Die Nachbarhäuser sind sämmtlich ge» rettet. Paris, 20. Dezember.' Der Deputirte für das Departe- ment Seme et Orte Lebauty, ist gestorben. Eoulo», 20. Dezember. Da« Submai in«schiff«Gymnote" setzt seine unterseeischen Probesahrtin fort. Gestern durch- kreuzte dasselbe dre hiesige Rhede nack allen Richtungen hin und vermied dabei nicht nur Ketten, Bojen und Ankcrgründe, sondern fuhr auch unter den Panzerschiffen hinweg. Di« ouß«» ordentliche Leichtigkeit, mit welcher die Umschau ermöglicht ist, gestattet dem Befehlshaber, in weitem Umkreise Alle« auf drm Meere wahrzunehmen, obgleich da« Schiff sich in einer gewisse« Tiefe bewege. Madrid, 20. Dezember. Bisher sind hier im Ganzen gegen 2.) 000 Erkrankungen an der Influenza voraekomwev. Unter den Erkrankten brfiaden sich der Mmisterptästdent Sa» gasta, der Minister de« Auswärtigen, Bega de Armijo und der Piäfident der Dcputirtenkammer Marlinez. Mthrae Schulen find geschlossen worden. Sydney, 19. Dezember. Nach einer Meldung d S «Reuier'schen Bureau" au« Samoa vom 10. d. M. ist Malietoa »um König proklamirt worden, hat seine Fahne gehißt und ist von den Konsuln Deutschland«, England« und der Ber- einigten Staaten formell anerkannt worden. Serztols j-Ielrevliltit............ tickt®** Allgemeine Metallardeiteroer ein f»»nb'am?ffidß!iail,n>»cht» Kergnug»,» bi» k«», O OKl»fh. Inn irrt />t rt6»n VviefblÄflen. Bei Snfratzm bitten wir die Abonnemenii.OuiiwNtz d-izuiützem VrteMib- Antwort wird nicht ertheill. K. G. Mondsucht ist da« Symptom einer Nerven- erkrankung. G. K., Elberfeld. Wenden Sie sich an unser« Expedition Allen Freunden und Bekannten zm Nachricht, daß unser alter Kollege und Werkführer 358 Friedrich Gerhardt, «in Mutwoch, den 18. Drzember, Abend« 11 Uhr, nach langen, schweren Leiden ver. starb.— Die Beerdigung findet am Sonn- tag, den 22. d.. Nachmittag« 2i Uhr, vom Trauerhause, Mariannenplatz 5, au«,«ad dem Tboina«-K>rchhol statt. Ehre s. And. Die Kolleg n»er Pianofortefabrik von A. List, Schrnkestr. 8—9. Todeonachrtcht« Allen Freunden und B-kannlen zur traurigen Nachricht, daß gestern, Freitag Morgen;8 Uhr, unser theurer Äat-e und Vater, der Maurer Mrauz Puhle, nach längerem Leiden an der Proletarier. Krank- Höf entichlafen ist. 684 Die Beerdigung findet Sonnta?, 1 Uhr, vom Trauerhause, Ltchtlnbergerstratze 21, nach dem Grorgenkrrchhof am Landsberger Thor, statt. Die tiefbeti übten Hinterbliebcnm Frau Puhle und Kinder. Achtung! Nvm Oesirkoführrrn, sowie denjenigen, rvelche noch Listen, ob voll oder leer, von den Ktadwerordneteu-Mahle» in Händen haben, werden ersucht, dieselbe» bi« Sonntag Abend retour zu geben, entweder an tie Zentral. Wahlkomiteemitglieder oder direkt an Herrn Otto Kräcker, Zigarrengeschäft, Wasserthorst''. 20. Außerdem werden die Zentral-Wahlkomitee» «nglreder dringend ersucht, was nur irgend ab- «u echnen, spätesten« bi« Montag Abend. 305 Da» Zentral Mahlkomite«. I. SL: Otto Klein, Rittelstr. 15. Verein der Einsetzer (Tischler). Ordentliche General Versammlung am Sonntag den 22. Dezh--., Vorm. lOH Uhr, Neue Friedrichstr. 44. Tagesordnung: 1. Vorstandsbeeicht über den Betriebsunfall W. Funke. 2. Wahl dcs gefammten Vorstandes. 3 F-aqekasten. Die Metglieder werden ersucht, in dieser Ver» sammluug alle Mann auf Deck zu fem. 359 Der Vorstand. Aufforderung! Wir ersuchen alle Diefenige«. welche«och lmKefitze v.Sammel- iille«. ob leer oder gezeichnet. dieselbe» so schnell als möglich «ndienuterzeichnete Kommission behufs Rechnungslegung» abzuliefern. Deogteiche» sLmmtliche Merkstattlille«. »eich« bi» znnr 7. Dezember ausgestellt stn».»benbaselbst. 362. Die Kommission der Bildhauer. Die Revisoren. Annen st raße 16. ParquetbedenlegersVerei«. Mitglieder-Versammlung am Montag, den 23. Dezember, Abends 81 Uhr, bei Herrn Feuerstrin, Alte Jakobstr. 75. Tagesordnung: 1. Bergleichftellung der gegenwärtigen Preis- " �'-fif1-— a�-'— Verhältnisse mit der fiüherer Jahre. 2. Veifchiedene«. 3. Frag'kisten. Gäste H ibtn Zutritt. Neue Mitglieder werden ausgenommen. Um zahlreiche« Erscheinen ersucht 353 Der Vorstand. Z>r Nachricht, daß die diesjäynge Weih- nachtebescheerung, verbunden mit Fam treu- ktarzchen, Sonniao. den 29. Dezember, Abende 6 Uhr, bei Herrn Fcuerst-in. Alte Jakobstr. 75, rrn Vordersaal pari, stalifiadet. BtlletS find»u b�ben bei den Herren Karge, Teltowerstr. 30, Otto Arndt, Veteranenstr. 4 bei Geißler. Sattler Kerlins werden zu einem gemüthtlchen Frühschoppen am 2. Weihnachtsfeiertage m Key er'» Nestau- raut, Alie Jakobstr. 83, Vormittags(10 Uhr. ein geladen. 360 K Kaußuer. C. Schulz. Steppdecken- C? IM Emil Lefeyre» 7 Berlin, Grauieuftraltze 158. GrNste Auswahl! Moll-Iitia»-Ktepp- deebeu innt. Handarderl! 2 Mir. lang, brau, grün, borceaux 7�0 Mk. Einzelne schadbane Decken 3 und 4 Mk. Zvustrirt« Preisliste gr.«. fr. E. M. Wilschke. Juukerstr. lr Cigarreu- unl) lakfQafiiillitig. Russtsche und türk Cigarrenen in»roßer Au-wahi. Oiroße Au w.hl in Weihnacht«- Präsent-Ctgarren in KiNen zu 25, 50, 100@i. Ente Wiener Mecrschaumipitz n und Tabaks- pfeifen zu annrhmdaren Pceijen. Allen Ge- nassen bestens empfohlen. 281 Puufch-Gsse' Z pro|tr. 1,50 M. Glühwein- Gff.»»„ 1,50„ Uher-Rnm. Grigfi. 1,50„ Franz Beyer, Vriuz fstuueustr. 15(Am Moritzvlatz.) Schich-«. 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Die Adressenauspabe erfolgt an '"ochentagen von 8—9t Dhr Abend». onntag» von 9—11 Zibr Vormittag«. Der V 36] )orfta»b. Bauanschläger auf Fenster werden ver» la�gi bei Lmvekin im Sckanklokal, 355 Ma d Bevßelftr. 57. Billige Reste zu großen«. l» kleinen Holen, zu Antugen, Morgenkleidern, Regen- und Winter-Mänteln, Plüsch, Knmmer, Pelz, Sammet, Trckot zu taillen, auf Wunsch gleich zugeschnitten. 1111 Karle, Lausttzer Platz 1(Ecke Waldemar str. Die billigste« fiTzhOte erhält man von 101» lierrenfiTzhOte erhält man von 2 M. au KnabenfilzhOte„,* 1,» CyiinderhQte,,, i,, im Fabrikkomtoir: Dreadeneretr. IIB* E. leere Stube z. verm. Reichenbergerstr. 158 IV r- Soeben er chien: Der wahre Jacob Nr. 89. Zu beziehen durch die Elpedition, ZimmM- ttraße 44. Verlag von G. Thiele in Leipzig. Jlluttiirier DtMer Jiizeiii>sA!l. Schönstes Weihnachtsgeschenk für deutsche Knaben und Mädchen, Jüng- tinae und Jargirauen. Pracht- Ausgabe 2 M., billigere Ausgabe edeu- fall»»leg. geb. 1,50 M. Zu de, eben durch me Expedition Z wm-rstr. 44. Verantworllrcher Redakteur: D. Trouhei« in Berlin Druck und Verlag von Mo» Kadiug m Berlin. SW., Beulhstratze 2. Killets bierzu sind auf allen Zahlstellen de« Vereins, sowie bei folgenden Herren zu haben: Write, Jnvalidenstr 21; Millarg Lrhrterstr. 22. 2 Tr.; Markmann, Bar« aimstr. 46, 4 Tr.; Hoyer. Grüner Weg 70; Winter, Manteuff.lstr. 6. 3 Tr.; Glocke, Laufitzerftraße 52 3 Tr.; Wiedemann, Wendenstraße 2, 4 Tr.; Haberland, Reichenbergerstr. 161, 3 Tr.; Schulz, Britzerstr. 42, 4 Tr.; Manien, Kreuzbeipstr. 9, O erab. 4 Tr.; Witte, Mäckernftr. 95, 3 Tr.; E 1 s a s s e r, Nostizstr. 40; Apelt, Sebastian str. 27/28 tMöbel- Handlung); H.Schmidt, Elisabethufer 20, H. 2 Tn, bei O-lowtki; Ferd. Miecke, Adalbertstr. 9 4Tr.; Roagemann, DreSdenerstr. 77, 1 Tr.; H e m p, Pallisadenstr. 63, 4 Tr. An der Soatrole werden keine BtlletS verkauft. Oer Vorstand. NB. Heute, Sonnabend: V»rssaud«s,h«ng in Jordan'« Saton. Cigarren und Tabake. Freunden und Genoffen bestens emptohlea. Wilhelm Steinbach, 350 Antonstr. I(Ecke Müller str.). Freunde und Genossen buteich bei Einkäufen so« Aepfein und Nüsse« mich berücksichtigen zu wollen. 21» Schönhauser Allee und * y RU*U$ Fthidellinerftr.. Ecke. 1