Nr.1. Mittwoch, de« 1. Ia««ar 1890. 7. Jahrg. UerlinerDolksblttll Krgan für die Interessen der Arbeiter. Abonnemenls- Einladung. Arbeiter, Parteigeuoffeu! Mit hoher Wahrscheinlichkeit kann angenommm werden. daß die RerchStagSwahlen dicht vor der Thür stehen. Es find das die ersten, welche für die Dauer von fünf Jahren vor- Senommen werden. Kein einsichtiger Arbeiter wird sich der ohen Wichtigkeit verschließen, welche gerade diesen Wahlen nnewohnt. Wir bitten daher unsere Gesinnungsgenossen und Freunde, Alles aufzubieten, um das„Kerlitter Uolksdlatt" durch Gewinnung neuer Abonnenten in«mmer weitere Volkskreise hineinzuführen. Der Wahlkampf wird diesmal ein gmy besonders heftiger werden, alle Parteien werden die größten Anstrengungen machen, ihre Presse zu verbreiten; wir dürfen daher unter keinen Umständen zurückbleiben. Persönliche Empfehlung ist für die Verbreitung einer Zertung am wirksamsten. Für den Monat Januar eröffnen wir ein neues Wonne- ment auf das „Kerliner Uolksltlatt" nebst dem wöchentlich erscheinenden „SonutAgsblatt". Der ZU>onn»r»ent»prei« beträgt frti in« Kan» für das ganze Vierteljahr 4 Mark, monatlich 1 Mark 85|tf., wöchentlich 35 Pf. Zimmerstrabe 44, Bei Selbstabholung aus der Expedition, I Mark pro Monat. Bestellungen werden von sämmilichen Zeimngsspediteurrn sowie von der Expedition unseres Blattes, Zimmerstraße 44, entgegengenommen� Für außerhalb nehmen s 2 m m t l i ch e Postanstalten Be- stellungen für das Vierteljahr gegen Zahlung von 4 Mark an. Die Redaktion und Gepedition de»„Kerliner Kolksblatt". Gin MettjshvsgvuH. Der Elberfelder Riesenprozeß ist zu Ende; ohne die Begründung deS UrtheilS im Einzelnen zu kennen, dürfen wir doch sagen, daß eS eine Genugthuung für die auf die Anklagebank gezerrte Sozialdemokratie enthält, wie sie glänzender nicht gedacht werden kann. Trotz der paatSanwaltlichen Beredtfamkeit, welche durch lange Wochen hindurch mit unsäglichem Fleiß und nimmer- müder Ausdauer Stein auf Stein zusammenschleppte, um dem Gerichtshof ein Schuldig abzuringen, und sich dazu der Hilfe von Personen bediente, die, wie wir überzeugt sind, der Herr Staatsanwalt als Privatperson, nicht einmal mit Handschuhen anfassen würde, hat der öffentliche Ankläger den Prozeß verloren, hat der Gerichtshof mit seinem Wahr- spruch zugleich ein vernichtendes Urtheil über das Ausnahme- gefetz gefällt. Jciiillettm. INachdruck wtboltn.] (67 Gortninsl. Sszialer Slsman v»n«mile Zila. Eh-, ig anwrisirte Neberfetzung dm Ernst Sie gl««. Er wollte antworten, aber er zuckte nur verzweifelt die Achseln' wozu ihr Erklärungen geben, die sie in ihrem übermächtigen Schmerz nicht zu verstehen vermochte? Er verließ das Zimmer und ging wieder auf die Straße hinaus. In der HauSthür stieß er an Zacharias, der mit Phi- lomenen seine Mutter besuchen kam, und der ihm mit boS- haftem Spott nachrief: Mir scheint, der wird fett beim Unglück der Andern. Auf der Straße aber schienen die Männer des ganzen Dorfes vor ihren HauSthüren seiner zu warten, während die Frauen von den Fenstern herabblickten. Sobald er erschien, ging ein Geflüster und Gemurmel von HauS zu HanS. Der seit vier Tagen verhaltene Groll machte sich in Ver» wünschungen Luft, die immer vernehmlicher, immer lauter «n sei» Ohr drangen. Fäuste hoben sich; Mütter zeigte« den jungen Mann mit heftigen Geberden ihren Kindern; die Alten spieen vor ihm aus. Dieser von all dem umsonst erduldeten Leide genährte Haß war der Entgelt für die er- «ttcne Niederlage; Stephan mußte für den Hunger und den Tod zahlen. Die Lcvaoue trat mit Bouteloup vor ihr HauS und rief: Welch eine Summe von Beunruhigung, Sorge, Kummer und wirthschaftliche Schädigung ist von Beginn dieses Pro* zesses an in weite Kreise der Bevölkerung getragen worden. welch ein Abgrund von Schlechtigkeit, Heuchelei und Ge- wissenlosigkeit ist in dem GerichtSsaal in Elberfeld aufgedeckt, welch ein Uebermaß von Niedertracht und Gemeinheit kenn- zeichnet sich in dem CyniSmuS, mit dem ein Zeuge„die Polizei belog", um die ihm aufgetragenen Berichte machen zu können, in der Verworfenheit, mit welcher ein anderes Mitglied der ehrenwerthen Spitzelzunft„das Dynamit als einziges Heilmittel für die gesellschaftlichen Schäden" empfahl. ES muß späteren eingehenden Besprechungen vorbehalten bleiben, nackzuweisen, wie sehr das öffentliche Rechtsbewußt- sein durch das„System der Gewährsmänner", welche fast in allen Sozialistenprozessen die Stütze und da« Rückgrat der Anklage bilden, geschädigt wird;;einS aber dürfen wir, ohne Widerspruch fürchten zu müssen, schon heut feststellen: ohne daS Sozialistengesetz wären derartige Vorgänge nicht möglich, ohne das Sozialistengesetz wäre auch das Wupperthal verschont geblieben von diesem Riesenprozeß, der nur zu sehr daS Wort illustrirt: Die Berge freisten und ein MäuSlein wird geboren. Wenn wir an die Vorbereitungen zu diesem Prozeß denken, die jahrelangen Verhandlungen, ehe die Anklage erhoben wurde, in Betracht ziehen, die über ganz Deutsch- lavd ausgedehnten Zeugenvernehmungen in der Vorunter- suchung berücksichtigen, daran erinnern, daß die Anklage erst gegen ca. 300 Personen gerichtet, und daß schon, außer der Anklagekammer zu Elberfeld, das Oberlandesgericht in Köln mit der Sache befaßt war, und wenn wir dann noch uns vergegenwärtigen, wie durch lange Wochen hindurch eine große Zahl von Männern ihrem Berufe und ihrer Familie entrissen, die seelische Erregung der Gerichtsverhandlung durchmachen mußten, dann halten wir uns doch zu der Frage berechtigt: war dieser Prozeß in den thatsächlichen Ver Hältnissen begründet, durste dieser gewaltige Apparat in Bewegung gesetzt werden, und ist eS nicht die allerhöchste Zeit, eine Gesetzgebung zu beseitigen, welche mit Nothwen digkeit Erscheinungen züchtet, in denen eine Sorte Menschen zu polizeilichen und staatsanwaltlichen Helfern wird, von denen Fürst Bismarck einst, in sehr richtiger Beurtheilung ihrer sittlichen Qualität, gesagt hat,„aus Mangel an Stoff lügen und übertreiben sie unverantwortlich"? Das hat sich auch in den Elberfelder Verhandlungen herausgestellt; au« Mangel an Stoff haben sie gelogen, die polizeilichen Ge- währSmänner, haben sie übertrieben die Wupperthaler Lock- spitzel, aber in dem Lichte der die Wahrheit suchenden öffentlichen Gerichtsverhandlung brechen sie zusammen, ver- strickten sich in ihren eigenen Lügengeweben, und mit ihnen stürzte der auf thönernen Füßen stehende Koloß zu Boden; der Liebe Müh war umsonst gewesen, eS gelang nicht und konnte ja auch nicht gelingen, der Sozialdemokratie die auf gewalt- samen Umsturz u. s. w. gerichteten Bestrebungen nach- zuweisen, und die Staatsanwaltschaft mußte zusehen, wie der Haupttheil der Anklage sich in Nichts auflöste, wie Schritt für Schritt die Schuldlosigkeit der Hauptangeklagten „Der Feigling hat mir meinen Sohn erschießen lassen." ES lag ihr nicht« daran, daß ihr Mann im Gefängniß saß, denn Bouteloup war ihr geblieben; aber dessen unge- achtet fuhr sie mit giftiger Stimme fort: „Ja, die schlechten Kerle gehe» ftei herum, und die braven Leute sind im Gefängniß." Um die Frau loS zu werde», schritt Stephan quer )urch die Gärten- dort lief er der Pierronne in die Arme. Diese hatte den Tod ihrer Mutter wie eine Erlösung be- grüßt, denn die Heftigkeit der alten Frau fing an, ihr un- bequem zu werden; ebenso wenig war ihr um Lydia leid. Aber um sich mit den Nachbarinnen wieder auf guten Fuß zu stellen, schalt auch sie: „Und meine Mutter, und die Kleine! O, man hat lesehen, wie Du Dich hinter sie verstecktest, damit sie für Dich die Kugeln erwischten." Stephan hatte nicht übel Lust, die beiden Weiber am Kragen zu packen; mit dem ganzen Dorfe hätte er sich chlagen mögen. Sein Blut kochte. Welch ein roher Haufe! wie aller Einsicht bar war dies Volk, wie unmenschlich und grausam, daß eS ihn für die Logik der Thatsachen verant- wortlich machen wollte. Grimm überkam ihn, weil er sich ohnmächtig fühlte, sie von Neuem zu bändigen; er >eeilte seinen Schritt, wie taub gegen ihre Schmähungen. Doch bei jeder Gruppe, an der er vorüber ging, wurden ihm neue Schändlichkeiten nachgerufen; er war der Ausbeuter, der Mörder, der Urheber all' ihres Un- glücks. Er lief aus dem Dorfe, bleich,.entsetzt dahinstürmend. Aber da« höhnende Volk verfolgte ihn bis auf die Land- ftraße; die überströmende Fluth des Hasse« wälzte sich, immer lärmender anschwellend, hinter ihm her. In der erwiesen, und wie endlich, durch den Spruch deS Gerichts, die Unschuld der mit harten Strafanträgen bedachten Führer der Sozialdemokratie festgestellt wurde. Was den soeben beendeten Prozeß ganz besonders kennzeichnet, das ist der Versuch, die parlamentarische Ver- tretung der sozialdemokratischen Partei als die Leiterin einer geheimen Verbindung strafrechtlich zu verfolgen; ein Versuch, welcher zwar nicht neu, aber noch nie in einer so umfangreichen Weise gemacht, und welcher durch daS Ergebniß des Prozesses glänzend zurückgewiesen ist. In diesem Sinne betrachten wir das Elberfelder Ur- theil als einen Neujahrsgruß, welcher wie wir glauben gerade zur rechten Zeit kommt um, die herrschenden Parteien und die Regierung an die Beseitigung der Ursache solcher Ge- richtSverhandlungen, an die Aushebung des Sozialisten- gesetzeS zu mahnen. Der Reichstag tritt nach Neujahr in die zweite Be- rathung des Sozialistengesetzes ein; möge er aus dem Verlaus des Elberfelderprozesies die Lehre ziehen, daß die Auf- Hebung des Ausnahmegesetzes nicht nur eine Forderung der Gerechtigkeit, nicht nur ein wohlbegründetes Verlangen der Sozialdemokratie, sondern auch ein Gebot der Klugheit vom Standpunkt der herrschenden Gewalten aus ist, und daß mit der Verewigung dieses Gesetzes die sozialen Gefahren stetig wachsen müssen. Die Sozialdemokratie und ihre Thätigkeit hat das Licht der Oeffentlichkeit nicht zu scheuen; ihr Ziel ist die Be« freiung der Menschheit aus dem Joche der Armuth und Unwissenheit; ihre Mittel liegen in der Orgam�fion der Arbeit zum Nutzen Aller; ihre Agitation umfaßt die gc sammte arbeitende Bevölkerung im allerweitesten Sinne. Die Entwickelung vollzieht sich unaufhaltsam; daS AuS- nahmegesetz kann und wird den Siegeslauf der Sozial- demokratie nicht aufhalten, wohl aber ist es eine Quelle von Verbitterung, welche zu verstopfen alle Parteien ein gemein- fameS Interesse haben. Die Wirkungen des Sozialistengesetzes haben sich w Elberfeld in grellster Beleuchtung gezeigt, wahrlich nicht zum Schaden der Sozialdemokratie; wünschen wir, daß dieser Prozeß zugleich der Grabstein des Sozialisten-Gesetze« werden möge. lilorvelpondenien. Uem-Nork, 13. Dezember. Die Konvention der Am. Föderation os Labor in Boston hat am Dienstag ihren Anfang genommen. Nack dem vom Präfidenten vorgelegten Verzeich» nib besteht die Föderation aus 58 naiionolen und internationalen Gewerkschaften mit 3654 Lokal.Organtsattonen und 549 461 Mitgliedern. So ganz genau scheint»s mit dieser Aufstellung freilich nickt gehalten worden zu sein; es figurirt darunter z. B. die Cigarmaker« International Union mit 28 000 M tgliedern, während auf der vor einiger Zeit abge« halienen Konvention derselben die Gesammttahl der Mitglieder (iinschließlich der zur Zeit nicht in Arbeit, resp. auf Rerse befind- lichen) zu 19 000 angegeben wurde. Auch hat man es mit Nähe von Rasseneur'» Gasthaus gesellte sich ein anderer Trupp dazu; es waren Arbeiter, welche aus dem Voreux kamen; Mouque und Chaval befanden sich unter ihnen. Seit dem Tode seines Sohnes und seiner Tochter hatte der alte Mouque den Dienst fortgesetzt, ohne daß nur eine Klage über seine Lippen gekommen wäre; aber beim Anblick Stephan'« erfaßte ihn ein plötzlicher Zorn. Thränen stürzten aus seinen Augen und ein Strom grober Worte machte seinem verzweifelten Schmerze Luft: „Schurke, Spitzbube, nichtswürdiger Hund!... Wart', Du sollst mir meine Kinder bezahlen, Du mußt hin werden, Halunke l" Er ergriff einen Ziegel, zerbrach ihn und schleuderte die beiden Hälften auf Stephan. „Ja, ja, steinigen wollen wir ihn!" rief Chaval, froh über diese Gelegenheit, seine Rache zu kühlen.„Jetzt kommt an Dich die Reihe, Du Schuft!" Auch er warf nach Stephan, und die Anderen folgten einem Beispiele. Stephan vermied, so viel er konnte, ihre Würfe; aber er floh nicht mehr, sondern versuchte die auf- geregte Menge zu beschwichtigen, indem er ihr jene Phrasen aus seinen früheren Reden, denen sie einst zugejauchzt, die Worte, mit welchen er sie elettrisirt hatte, wiederholte. Doch eine Macht war vorüber; nur Steinwürfe antworteten ihm. Er wich zurück, sie drängten nach; bald war er bis an'« HauS Rasseneur'S getrieben. Der Wirth trat au« seiner Thür: „Komm' herein!" rief er ihm zu. Stephan zögerte. Es war ihm furchtbar, sich dorthin zu flüchten. „Komm' doch herein! ich will mit ihnen reden!" Er trat in'« HauS und versteckte sich im Hintergrund der Addition nicht so genau gehalten, da da» Ergebnis, derselben nach dem Verzeichniß der einzelnen Organisationen 521 061 ist. Ein« ist indessen sicher, daß nämlich die Föderation den Orden der St. o. L. bei weitem überflügelt hat, rndem letzterer auf nicht viellmehr al« 100 000 Mitglieder geschötzt wird. Und somit wird die Föderation für die nächste Zukunft der Träger der amerikanischen Gewerkschasts-Bewe- gung sein. Auch bei dieser Konvention von Arbeiter-Organifationen hat man noch nicht die nichtsnutzige Gewohnheit bei Seite ge- lasten,«.prominente" Personen als Schaustücke vorzuführen, und so wurden denn die Delegirten von! Governor von Mastachusett» und dem Bürgermeister von Boston„ange- quasselt". Ersterer macht» in seiner Ansprache die tief- sinnige Bemerkung, baß die Arbeit die Quelle alle« Reichthum« sei; weiß der Himmel, woher er den aur» irvomiy»*..«...,----„ %% M»ÄSSL ÄSÄÄ Äöpuai uno«itvtu u«umvv. �...Q,-----„ licher Organisationen machten dem Präsidenten Vorwürfe,' daß a dre Beiden eingeführt; andere Delegaten meinten aber, die Arbeiter von heutzutage»seien einmal so", und es werde noch ziemlich lange dauern, bis sie ander« w' Eine Errungenschaft ist in dieser worden, daß namentlich Zkeine Ps * kf"___ T Arbeiter von heutzutage»seien dauern, bis sie ander« werden. "..... ser Beziehung doch gemacht .... Pfaffen mehr zugezogen werden, um die Verhandlungen mit»einem Gebet" zu eröffnen, wie da« früher bei dm altkonservativen Gewerkschaftm »Sitte" war! Um da« wenigsten« einigermaßm auszugleichen, übernahm der Vorsitzende de« Arrangements-Komitee« diese Rolle, indem er in seiner Beivillkommnuna«rede der Versammlung »Gotte« Segen" wünschte. Der Präsidmt Gomper« war von den Ansprachen de« Governor« und Bürgermeister« derart mtzückt, daß er erklärte, ihm fehltm die Worte, um die Ge- fühle auszudrücken, welche, seit er»diese Ansprachm" gehört, sein Herz bewegm.— In seiner Erwiderung sagte er untrr anderem:»wir hoffen, daß die Zeit nicht mehr fern sei, in welcher die Arbeiter an der Äbfaffung der Gesetze einen größerm aktiven Antheil nehmen werdm." Es ist da« die Stelle in seiner Ansprache, welche nicht unter die »leere Redentartm" einzmeihen ist, doch scheint auch dabei weiter nicht« gedacht zu al« im Verlaufe der Verhandlungm gaten der New-Borker Central- Labor- Föderation in Namen der Antrag gestellt wurde, eine nationale beiterpartei zu bildm, trat er für diesen nicht ein, ob- wohl eine»aktive Antheilnahme der Arbeiter an der Gesetz- gebung" doch nur dann denkbar ist, wmn sie eine selbstständige politische Partei(in erster Linie in dm einzelnen Staatm, dann aber auch für den ganzm Bund) bildm. Der Antrag wurde abgelehnt. Dagegen wurde die Einladung de« englischen Agitator« Burn« einstimmig gutgeheißm. Die große Mehrzahl der Dele- gtm find Leute, die sich noch vollständig im Schlepptau der Rubrik er sich habm. Denn von dm Dele> derm Ar- derm Presse ziehm; letztere hat aber über den großen Dockarbeiter- streik in London— e« war ja weit vom Schuß!— im Allgemeinm günstige Berichte gebracht, und so ist e« erklärlich, daß diejenigen Delegatm, welch e dem Sozialisten Burn« sicherlich nicht sympathisch gesinnt wären, dm Führer de« großen Streik« gern einmal in ihrer Mitte sehen. Wir werdm also binnm kurzer Zeit erfahrm, ob die amenkanischm Arbeiter- maffm den Darlegungen de« ihnen jetzt schon sympathischen Manne« Verständniß entgegen bringen, oder ob auch er dm Samen auf tobte« Erdreich streut! Gelingt e« ihm, diese Maffm in Bewegung zu setzm, so daß sie wieder Interesse an der allgemeinm Arbeiterbewegung gewinnm, so wäre die« für die Achtstundm-Agitation in erster Linie von großer Be- deutuna. W»e die Dinge liegm, ist auf die Knight«— resp. deren Führer— in dieser Sache durchau« nicht zu rechnen, obwohl denjenigen Mitgliedern de« Orden«, welche sich dabei schon»ngagirt habm, eine Hinterthüre offen ge- laffm wurde. Auf pekuniäre Opfer Seiten« de« Ordm« ist wobl unter keinm Umständm zu rechnen, schon au« dem Grunde, weil die kostspielige Verwaltung desselbm die gegmwSrtigen Einnahmen sehr stark in Anspruch nehmen, und erne Erhebung von Extrastmern für dm Zweck keinm An- klang finden dürfte. Die Konvention der Föderation hat bezüglich der Acht- stundenftage Beschlüsse gefaßt, wie sie schon vor einiger Zeit von der hiesigen.VolkSzeitung" in Vorschlag gebracht wurden; nämlich dahingehend, daß alle Kraft auf ein oder zwei Ge- werke gelegt werdm solle(für da« ganze Land), um für diese zunächst im allgemeinen die achtstündige Arbeitszeit zu erringen, und je nach dm Umständm da« Verfahren mit an- derm Äewerken fortzusetzen. Selbstv-rständlich wird dabei Sonirten Gewerkt fortlaufende Opfer bringen müßten, ohne die lusficht zu habm, bei diesem Versahrm auch einmal an die Reihe zu kommm. Man übersieht aber hierbei, daß diese Opfer einestheil« dm Verhältniffm der betreffenden Gewerkt angepaßt werdm, und daß sie immerhin nicht nutzlos gebracht find, wenn auch in absehbarer Zeit keine Rückvergütung stattfindet. Denn da« ist doch klar: wmn nach und nach eine Anzahl bedmtm- der Gewerkt die Achtstundm- Forderung durchsetzm, daß die« auch auf die übrigm Gewerke seine Rückwirkung hat, in denen heute noch zwölf oder gar mehr Stun- dm gearbeitet wird. Auch werdm sich die Dinge im Verlause de« Kampfe« voraussichtlich ganz ander« gestalten, al« man die« augenblicklich übersehen kann, wie dmn über- Haupt die Achtstundmfcage durch die gleichzeitige Bewegung in Europa ein ganz andere« Ansehen bekommm hat, al« sie vor dem Pariser Kongreßbeschluß hatte. Natürlich ist die« nur in Bezug auf diejmiqm Arbeiter- elemente zu verstehen, welche sich überhaupt für allgemeine Jcagen interessirm, wa«, besonder« in diesem Lande, bei der großen, unorganifirtm Masse nicht der Fall ist. aber auf zene kommt e« in Bezug auf die Aktion ja lediglich an.— Wa« nun den Stand der oraanifirten Gewerke in dm einzelnm Staatm und Orten betrifft, so ist e« damit sehr ver- schiedm bestellt. Währmd von der einen Stelle im Land«(so St. Loui«) berichtet wird, daß dort alles so stehe, wie e« nur zu wünschm ist, heißt e» von anderer(so Philadelphia)— daß Alle» darniederliegt. Da nun die Ver- hältniss« im Allgemein m überall ziemlich die gleichen find, so sind e« keine Ursachm tiefer liegender Art, welch« einen Auf- schwung behindem, sondem e« werden in der Regel versön- liche oder dergleichen Gründe vorliegen. So ist also die Hoff. nung gegeben, daß irgend welche Anlässe auch dort, wo e« bis- her nicht vorwärt« gehen wollte, einen plötzlichen Aufschwung verursachen.— In Sachen der sozial. Partei ist mitzutheilen, daß die Ur° abstimmung der»Oktober-Fraktion" beendet ist und die Majorität sich für die vom Kongreß vorgeschlagenen Äenderungm in Konstitution und Plattform mtschieoen hat. Gleich nach Be- kanntmachung de« Resultat« fand auch die Wahl de« Exekutiv» Komitee« in Brooklyn statt, welche« bi» auf dm korresponduenden Sekretär au« dort wohnendm Parteimitgliedern zusammen- gefetzt wurde. Al« letzterer wurde der bisherige Sekretär im alten Komitee gewählt, indessm bestimmt, daß derselbe sein Bureau in Brooklyn haben müsse.— Zwischen dm lokalen Parteiorganm hier, Philadelphia und St. Loui« hat in den letztm Wochen eine»Knebbelei" über diveise Aenderungen im Parteiprogramm stattgefunden; dieselbe war indessen nicht bö«- artiger Natur, wie diejmige zwischm dem hiesigen Blatte und dem in Cincinnati, die sich gegmseitig in einer Weise traktirm, daß e«„schon nicht mehr fchön" ist.— Die„V. Z." beruft sich erstgenanntm Blättem gegenüber auch darauf, daß sich die große Majorität der Sektionm(wobei sie freilich statt der ur- sprünglichm ca. 70 nur noch 57 in Rechnung zieht) für die nme Plattform mtschiedm h»be. Doch darf man darauf nicht zu sehr pochm; hat man doch hier in der einen Brauch(Abthei- lung) der Sektion dm einen oder anderen Paragrophm einstimmig abgelehnt, während er in emer andern einstimmig angenommen wurde. E« herrscht, wenigsten« hier, eine totale GieichgUtigkeit, wa« sich auch in dem schlechten Besuch der Versammlungen kundgiebt. Ob da» dm im vorigen Briefe gemeldeten Einigungsbestrebm einzelner Sektionen von Vortheil ist, bleibt abzuwartm Bezügeich der Knight« ist nachzutragm, daß Powderly und der neue Redaktmr de« OrdenS-Organ«, Wcight— von dem man sich bisher sehr viel versprach, da er ernen ganz anderen Ton im Blatte anschlug, wie vordem darin zu finden war— die Konvmtion der Farmer in St. Loui« besucht und mit diesen im Namen de« Orden« ein Uebereinkommm m Bezug auf gegenseitige Unterstützung in gewissen Punktm getroffen haben. Ob darunter auch die Bestimmung enthalten ist, daß die Farmer ihre Hunde nicht einem Knight an die Waden hetzen sollen, wenn er al«„Tramp" bei ihnen vorspricht, ist nicht gesagt. Ich werde im Uebrigen auf die Sache zurück- kommm. mit dm Gewerken� der � Anfang�gemächt, welche am bestm mfirt find und auch f"~' Chancen bieten. E« ist zwar—............. daß bei dresem Veifahrm die nicht" dazu d,«- Mtl OClt Vs?)CiDcricu uc*. organifirt find und auch in sonstiger Beziehung die günstigsten Chancm bieten. E« ist zwar von anderer Seite geltend ge- macht worden,'-»»-. de« Schankzimmer«, während der Wirth die HauSthüre mit seiner breiten Schulter versperrte. „Aber, lieben Freunde, seid doch vernünftig!.. Ihr wißt recht gut, daß ich Euch niemals getäuscht habe, und wmn Ihr mir gefolgt hättet, wäret Ihr sicher nicht dort, wo Ihr seid..." Mit Schultern und Bauch wiegmd, fuhr Raffeneur fort dm laum Strom seiner leichtm Beredtsamkeit über sie zu ergießm. Und sein früherer Erfolg kehrte zurück, ohne An- strmgung und ganz natürlich, al» wmn nie etwas Unange- nehme» zwischen ihnen vorgefallen, al« sei e» nicht wahr gewesm, daß sie ihn vor emem Monat ausgepfiffen, gehöhnt und einen Feigling aescholtm. Stimmen erhoben sich; „Sehr gut! Za, ja, so muß man redm! Er hat Recht!" Donnemde BeifallSsalvm ertöntm. Stephan glaubte vergehen zu müssen. Er erinnerte sich an Raffeneur'» prophetische» Wort im Walde von Vendame. Welch einfältige Bmtalität, welch undankbare» Vergessm erwiesmer Diensie! Welch eine blind wüthmde sich unau»- ml selbst verzehrende und aufreibende Kraft ist die Masse! rächte ihn auf, daß diese Tölpel ihre eigene Sache ver- darbm, und er war verzweifelt über da» tragische Ende seiner Rolle. E» war also wirklich Alle« vorbei? Er ver- aegmwärtigte sich seinm höchsten Triumph im Plan-de»- Dame», al» dreitausmd begeisterter Stimmen da« Echo der seinm widerhallten, al» diese» Volk ihm zujauchzte, al» e» sein war und er sein Herr, al» die kühnstm Träume sein Herz bewegten und er sich schon al» Abgeordneten in Pari» gesehen.... Und jetzt erwachte er armselig, verachtet, und die, welche ihn einst bi» in den Himmel erhoben, warfen mit Steine« nach ihm! Die Stimme Raffeneur'« tönte bi» in da» Schank- zimmer� �»1», t tnan mjt Gewaltakten Reformen geschaffen.... Man kann nicht an einem Tage die Welt neu gestalten.... Diejenigm, welche Euch versprochm haben, Alle» mit einmal umzustttrzm, sind Gaukler oder Schurkm�vo, Bravo!" schrie die Menge. SBer war denn der Schuldige? Diese Frage, welche Woltktststs üebcrNrlit. I« Kvtreff der Anflösung.vo« Uersammlnngen tbeilt der»R-'chSanzeiger" RechiSgrundsätze mit, welche va« Oberverwaltavgsgencht kürzlich ausgesprochen hat. Danach rechtfertigt die Straflhat eine« einzelnm Redner», also«ine be. leidigende Aeußerung desselben(Rede des Pastor« Thümmel) an sich noch nicht dre Auflösung, wenn die Fortsetzung solcher Strafthat eine« Theilnehmer« an der Versammlung durch Maß» nahmen gegen die Person de« Exzedentm mit Erfolg verhindert werdm kann,»wober e« se'bst nicht au«geschlossen sein mag, daß sie von denjenigen Befugnissen Gebrauch macht, welche ihr der§ 6 de« Gesetze« zum Schutze der persönlichen Freiheit vom Stephan sich vorlegte, wollte ihn vollends zu Boden drücken. War all die« Unglück, da» er selbst mit ihnm getheilt, warm der Hunger der Einen, der Tod der Andern wirklich sein Werk? Hattm nicht vielmehr die Kameraden ihn hingeriffm und in Thaten gestürzt, welche er nie begangen hätte, wenn nicht die drängende Woge eine« großenßVolkeS sich hinter, ihm gewälzt. Nach jeder Gewaltthat war er bestürzt und erschreckt gewesen, denn er hatte keine gewollt und keine vorhergesehm. Diese Wüthendm lügtm, wmn sie. behaupteten, daß er ihnm ein Lebe« voll Genuß und Nicht«- thun versprochen habe; sie selbst hattm diese Dinge ge- träumt, währmd er ja im Prinzip sogar gegen dm Streik gewesen. Mit diese« BeweiSgründm versuchte er sein Gewissen zu beschwichtigen. Aber in seinm Schmerz mischte sich der be- schämmde Gedanke, daß er sich vielleicht nicht auf der Höhe seiner Aufgabe gezeigt habe; die Zweifel in sich selbst und in seine Halbbildung fingen wieder an, ihn zu quälen. Er fühlte all' seinm Muth erschöpft und erkannte, daß er kein Herz mehr habe für seine Kameraden, für diese Masse, welche wie eine Naturkraft unwiderstehlich ohne Plan einher- braust, allen Regeln, allen Theorien in'« Gesicht schlagmd. Er empfand Widerwillm und fühlte sich in dieser Stunde gänzlich losgelöst von feine« Gleichen. Draußen schrie der begeisterte Haufe: „ES lebe Raffmeur! Er ist unser Mann! Hoch! Hoch!" Der Wirth trat in'« Hau«; die Bande zerstreute sich. Die beiden Männer blicktm einander stillschweigend an, zuckten die Achseln; dann trankm sie einen Schoppm zu- sammm.— Am selben Tage fand in der Piolaine ein große« Diner zur Verlobungsfeier Negrel'S und Cäcilien« statt. Da« Speise- zimmer war neu mit Wach« eingelassm; Alle« war geputzt; Melanie überwachte seit dem Morgen ihre Braten und Saucen, derm Geruch bi« zum Dachboden hinauf da« ganze Hau« erfüllte. E« war bestimmt worden, daß der Kutscher Franz Honorinen beim Servirm behilflich sein sollte; die Gärtnerin sollte da» Geschirr waschen, und der Gärtner den 12. Februar 1850 eingeräumt hat." Erst wmn die Auflösung al* da« hierzu nöthige Mittel, die»nöthige Anstalt" im Sinne de«§ 10 Titel 17 Theil Ii de« Allgemeinm Landrecht« sicher- weift, um die öffmtlicke Sicherheit und Ordnung wiederherzu- stellen, dürfe zur Auflösung selbst geschrittm werdm. #«* der Unterjrrchung gegen den früheren Lande«« direkior Dr. Wehr in Danzia handelt e« sich nach der»Danz. Ztg." besonder« darum, daß die Provinzial-Hilsskasse ein zu der Entwässerung de« Krängen See« hergegebene« Melioration«- Darlehn von 104000 M. größimtheil« verloren hat und daß nach den Aktm und dm Angabm de« Rittergutsbesitzer« Haitz (Genosse Dr. Wehr« bei dieser Angelegenheit) von jenm 104 000 M. Dr. Wehr 32400 M. vorweg für sich in Antpruch genommen und dafür werthlose Wechsel an Haitz resv. die EntrvässerungSgen ossenlch aft gegeben hat, daß ferner bei dielen Zahlungm auch geschäftliche Unregelmäßigkeiten gröbster Art vorgekommm find, welche ebmfall« den Gegmstand de« gegm- wärtiam gerichtlichen Deisahren« bildm. Kehr beklagenswertste Folge« der Ausweit«»«, schreidt der„Kur. Pozn.", zeigten sich in diesm Tagm m de« Dorfe Zlotovo am Goplosee im Kreise Strelno. Dem in dem gmanntm Orte seit 40 Jahren ansässigen Hufenbesitzer KopanSki, einem gegm 70 Jahre zählenden Greise, und dessm no» de- jahrterer Gattin wurde aufgetragen, da« Dorf, die Wirthschast und die ganze Habe zu verlassen und nach vorgeschriebener Marschroute nach Polen auszuwandern, wo im er Greis ge« boren sein soll. Man hat auf da« Alter, die Verhältnisse und andere Umstände, welche einen Umzug der Art erschwertm, und auf welche in einer an die Regierung gerichteten Bittschrift hin- gewiesm war, keine Rücksicht genommen; die alten Leute sollten sich dem hrrtm Gesetz unterwerfen. In den Aug« de« Altm war da« so unmöglich zu erfüllen, daß er in einem Anfall von Geistetverwirrung selbst Hand an sich legte und sich erhängte. KSchstsch« Justiz. Zwei Arbeiter in DreSdm war« wegen Verbreitung eine« Flugblatte«, durch welche« über eine Gastwirthschaft in Cotta der Boykott erklärt werdm sollte, mit 15 Mail Geldstrafe von der Polizeibehörde belegt war- dm. Die Verbreitung de« Flugblattes stelle einen grobe« Unfug dar. Da« Schoffmgericht hat die Strafe noch verschärft und über jeden der beiden Arbeiter eine Haststrafe von zehn Tagen verhängt. N»«« Kampf« i« Deutsch- Gstafrika habm, nach Privatmeldungen au» London, neuerding« wieder stat'gesund« und stehen noch weiter bevor. Nach einer Drahtmrttherlung der »Time«" au« Sansibar vom 29. d. M. geht da« Gerücht, die deutsche und englische Flotte mürben unverzüglich nach der Sanfibarküste zurückkehren. Der deutschfeindliche Araberchef Bemana Heri rückt mit 6000 Streitern vor, um die Deutsch« in der Nähe von Pangani anzugreifm. Vor zwei Tagen be- reit« griff er eine deutsche Truppen abtheilung an, wobei em Otfizier tödtlich verwundet und einige Mannschaften getödtet würben. Wißmann sammelte eine Streitmacht in Bagamoyo und marschirt dem Häuptling, begleitet von einig« Dampfe«, entgegen. In den arabischm Plantag«, unweit Sansibar, fanden Ruheftömnaen statt, zu deren Unterdrückung 200 Sansibarer Trupvm entsendet werdm mußt«.— Soweit die Meldung der»Time«". Da da» deutsche und da« mglische Blo« kadegeschwader erst kürzlich au« Oitafrika abberufen sind, er- scheint eine Rückkehr desselbm zunächst zweifelhaft. Andererseits beweisen die obigm Nachrichten, wie wenig die Hinrichtung Buschiri« und die seiner Hauptanhänger zu der Niederwerfung de« Aufstand»« beigetragen hat. Der ganze Unterschied ist der, daß der Anführer der Aufständisch« früher Buichiri hieß und jetzt Bemana Heri heißt. Ueder di» deutsche Kchutztruppe i« Küdwestafrik« wird der„Westdtlch. Ztg." rn ernem vom 1. Nov mder da« tirten Briefe de« Missionar« Bernsmann, der auf seiner Rer je nach Walfischbai auch an Tsaobi« oder Wilhelmsfeste, wie der Platz jetzt«mannt wird, vorbeigekommen ist, folgende« ge« schrieben: Tsaobi« liegt etwa 40 Kilometer südwestlich von Otj mbingue auf einer kleinm Erhöhung de« recht« Ufer« eine« Flusse«, der sich hier zwischm glatten Felsen seinen Weg zum Tsoaraub bahnt. Mittm unter dielen glatt« Felsen haben die Reichsbeamtm Kanzler Nelz und Polizeimerster v. Gold- ammer ihre primitiv« Behausungen errichtet. Da« Fort'st au« rohm Steinen ohne Mörtel aufgeführt; die Mauern ftno an der Basi« U Meter dick, nach oben etwa« verjüngt und etwa gtz Meter doch. Da« Fort bildet ein Recht ck von 25 br« 30 Meter Länge mit auf dm Eckm voripringmden Thürmm. Auf allen Seitm und nach allen Richtungen hr» find Schießschartm angebracht. Jetzt ist die Truppe hinter ihre« festen Mauern für hiefize Verhältnisse unanfechtbar, vorausgesetzt, daß e« ihr nicht an Proviant und Munition gebricht. Jüngst hat sie alle vorbeikowmmdm Güter, die Lewis oder der mit ihm ver« bundmm Minenaesellschast gehör«, in Beschlag genommen, unter welch« sich sehr viele Maschinmtheile und sonstige Sachen für Bergbetrieb befand«, rm ganzm neun Wagen voll. Da Frau Lewis in Otjimbrngue nun dm Fuhrleuten dm Lohn nicht auszahlen will, so sollte jetzt eine Versteigerung einer An- zahl von Sachm von Lewi« ftattfindm, au« deren Erlö« die Ankommmden die Thüre öffnm. Niemals hatte da« ehr« würdige Hau» der Piolaine solch ein Fest erlebt. Alle» verlief auf'« Beste. Frau Hmnebeau war un- gemein liebenswürdig mit Cäcilim und hatte ein mütterlich zärtliche« Lächeln für N-grel, als der Notar eine» Toast auf da« Glück de« künftig« Hausstandes ausbrachte. Herr Hmnebeau überraschte durch seine ungewöhnlich heitere Stimmung. Da» Gerücht behauptete, er solle für die mergische Unterdrückung de« Streik« zum Offizier der Ehrmlegion er« nannt werdm. Man vermied, von dm letztm Ereigniffm zu sprechen; aber doch trug da« ganze Diner da« Gepräge einer ofsiziellen Siegesfeier. Jetzt war man mdlich befreit und konnte wieder in Frieden essen und schlaf«! Ein diskrete Andeutung auf die Todtm siel, deren Blut noch kaum im Schmutz de« Voreux versiegt war. Da« sei eine nothwmdige Lektion ge« wesm, sagtm sie und warm ungemein gerührt, al« dre Gregoire« erklärt«, e« wäre jetzt die Pflicht eine« Jede«, mit mild« Tab« in die Dörfer zu geh«, um die geschlagenen Wund« zu verbind«. Herr und Frau Grögoire hattm ihre friedfertige Ruhe wieder gewonnm und verziehen dm„brav« Arbeitern," welche sie ,n Gedanken schon wie- der unt« im Voreux arbeiten und ein würdige« Beispiel hundertjähriger Resignation geb« sah«. Die Notabilitäten von Montsou, welche nicht mehr zittert«, meint«, die Lohnfrage müsse mit weiser Ruhe erwog« werdm. Aber vollständig wurde die Siegesfrmde, al« Herr Hennebeau ein« Brief de« Bischof« verla«, worin dieser die Versetzung de« Abbs Ranvier anzeigte. Alle kommentirten leidenschap« lich die Geschichte diese« Geistliche», der die Soldatm Mör- der gmannt hatte; beim Dessert erklärte sich der Notar un- umwundm al« Freidenker. Dmeulin war mit seinm beid« Töchtern ebenfall» g� lad«. Er versuchte die Trauer um seinen Ruin in der all- gemeinen Freude zu versteck«' am selben Tage hatte erde« Verkauf der Konzession von Vandame an die Kompagnrt von Montsou unterzeichnet. Er war von dm Regisseur«» ,n dre Enge getrieben word«, und al« er schließlich nach- geben muhte, war der Prei, dieser schon so lange von dj* Kompagnie umlauert« Beute so schwächlich herabgedrückt, Fahrleute bezahlt werden sollen. Vor einigen Wochen hat t(derselbe ist bekanntlich kürzlich in England eingetroffen. D. R-d.) an den Kanzler NelS die Anfrage gerichtet, was er zu erwarten Hab«, wenn er hinaufkäme bezw. welche Be- dingungen ihm gestellt würden. Herr Nel» hat ihm geant« «ortet, er dürfe nicht nach oben in's Land kommen�, bis Entscheidung au» Berlin eingetroffen: thäte erS doch, hatte er die Folgen zu trage«. Herr Nel« hat mir jetzt auf Tsaobi» gesagt, bah die Truppe hauptsächlich gekommen sei, um die der beut« schm Schutzherrschaft w-der strebenden weihen Elemente zur Unterwerfung oder Abkehr zu bringen. In diesem Vornehmen liehe fie fich auch durch keinen Widerstand der Eingeborenen ä behindern. Direkt würde fie aber nicht gegen die Eingeborenen vorgehen. «roßvrttattttie». London, 28. Dezember. Der Streikausschuh der Heizer der South Metropolitan Gasgeselllchaft erklärt in seiner Ant« «ort auf die letzte öffentliche Erklärung der Direktion, dah das Tropfikationslystem dem G-werkoerein dm TodeSstoh v ersetz m würde; gegen Gratifikationen an fich sei prinzipiell nicht».in- »uwmden, nach dem von der Gesellschaft entworfenen Plane fchlieae der Arbeiter scheinbar nur Kontrakte auf 12 Monate, während er fich thatlächlich 3 Jahre in den Dimsten der Ge- s'llschaft befinden muff-, ehe er einen Pfmnig von der Grati- filation zu sehen bekomme. Da zudem ein Streik alle An- sprüch« auf Trat fikalionm zerstöre, so könne e« sehr woh' vorkommen, dah im 4. Jahre ein anderer Direktor und ein anderer Vorstand moralisch zum Streik zwängm, in welchem Falle gar keine Gratifikation gezahlt zu werd-n brauchten. Der Geimrk- verein der tz.izer der Grohm Gaslicht« und Coke Gesellschaft, welche halb London mit Grs versteht, droht mit einem Streik, falls die South Metcopoutan fich nicht bald fügt.— Eine eigenthümliche Streikszene kam gestern auf der Eisenbahnstation Kingsbridge m Dublin vor. 200 Träger stellten fich in Parade auf dem Perron aaf und trugen dem Geschäftsführer ihre Be- fch«erde vor, dah ihr Lohn freilrch kürzlich um 2 Sh. die Woche erhöbt, ihnen aber die früher für Ueberzeit gezahlten 2 Sh. 8 D. abgezogen worden wärm. Mittlerweile fuhr ein Personenzug in den Bahnhof ein. Die Tiäger weigertm fich oder, die Koffer der Rnsendm au« dm Wagen herauszuschastm. Erst al« der GeschättSführer erklärt hatte, daß ein„Mihoer- ständnih" vorliege, gingen fie wieder an die Arbeit. Amerika. Die Polizeiwillkür hat aller Ortm eine verhängnihvolle Familienähnlichkeit. Das zeigt fich recht an einem Ävmtmer, das in der argentinischm Stadt Rosario einem jungm Deut- schm»ugestohm ist. Der„Wcser-Zülung� gehen darüber aus Buenos Aires vom 16. November folgende Mit- theilungm zu: Herr Heinrich Hauck, die« ist der Name des betreffenden Deutschen, hatte sich in einem Vaudeville-Theater auf einen falschen Stuhl gesetzt und wurde von einem Polizeidimste ver- sehenden Feuerwehrmann(bombero) aufgefordert, aufzustehen. Hauck leistete dieser Weisung nicht Folge, sondem entgegnete, dem Bombero stände kein Recht zu, Besucher des Theaters von >brm Plätzen zu weism, e« sei da« Sache der Angestelltm der Dheaterdirektion. Darauf packie ihn der Feuerwehrmann und führte ihn mit Beistand einiger anderen Feuerwehrleute und Polizisten auf die Wache. Auf dem Wege wurde Hauck, der adjolut keinen Widerstand geleistet hatte, mit Faustschlägm und Futztrittm tcaktirt. Auf der Wache angelangt, wurde die Angelegmheit dem Kommiffär vorgetragen, welcher nach Anhören der Einzelheiten entschied, Hauck könne gehen! Damit wollte fich dieser aber nach Erdulouna so vieler Mihhand- lungm nicht zufrieden geben, sondem wünschte den Polrzeichef tu sehm. Der Kommissär wies emm Schutzmann an, Hauck auf.das I mmer zu führen*(„Ilevele al cuarto"). Groß war nun das Eistmnen Hauck's, als er in eine dunkle Zelle eingesperrt wurde, um daselbst auf die Ankunft deS Polizei- chefs zu warten. Letzterer war bis zum Morgen aber noch nicht gekommen, war wohl überhaupt nicht benachrichtigt worden. Eo verbrachte denn Hauck die ganze Nacht in der Gefangenen- zelle, und am nächsten Morgen hat man ihn, gerade wie ge- wöhnliche Sträflinge, das Wachtlokal.ausfegen lassen u. f. w. Immer wenn sich Hauck sträubte, solche niederen Dienst« zu l'istm, wurde er mit Prügeln und Fußtritten dazu gezwungm. Der scheußlichen Mißhandlungen müde machte Hauck einen Fluchtversuch, wurde aber angehalten und um so ärger geprügelt. Schließlich ließ man ihn 25 Peso« bezahlen und fitzte ihn auf freien Fuß. Hauck wandte fich dann mit Be'chwerde an den Polrzeichef und an den deutschem Vize« konsul in Rosario. Letzterer, anstatt unter allen Umständen Gmugthuung für die an einem Deutschm ver« übten Körperverletzungen, die Hauck durch ärztliche Atteste nach« wie«, zu verlangen, erklärte auf eine Aeußerung de« Herm Polizeichefs: Wenn ich der betreffende Schutzmann gewesm I wäre, ich hätte Ihnen den Kopf gespalten*, ganz bündig:»Sehr richtig!*(Muy bieu!) Diese« merkwürdigen Gebahrm« wegen hat fich Herr Tieijen nicht nur arge Verhöhnungen der ge- fammten inländischen und fremdm Presse gefallm lassm müssen, daß ihm kaum soviel blieb, um seine Gläuber zu bezahlen. Als ein willkommenes Glück nahm er im letzten Moment die Offerte der Gesellschaft an, in ihre Dienste als General- Ingenieur zu treten; so sollte er hinfort der Grube, in welcher er fein Vermögen verloren, als besoldeter Beamter vorstehen. Ihm war, als vernehme er das Sterbeläuten der kleinen Unternehmungen, das Nahen der letzten Stunde der persönlichen Ehest, die der Riese Kapital in dem Wachsenden Meer der großen Aktiengesellschaften ertränkt. Er allein bezahlte die Kosten des Streiks, und er fühlte wohl, daß man auf seine Niederlage trank, als die Gesell- schaft auf die neue Dekoration Hennebeau's anstieß. Sein einziger bescheidener Trost blieb der Anblick seiner beiden Töchter, Lucie und Johanna, welche, sehr reizend in ihren ausgebesserten Kleidern, mit ihrem knabenhaft freien Künstlergebahren, mit den ftoh blickenden jugend- frischen Gesichtern, sich die Freude am Dasei« nicht durch die Sorge umS Geld verkümmern ließen. Als man nach Aufheben der Tafel in den Salon ging, um den Kaffee zu nehmen, führte Gr-goire seine« Better abseits und gratulirte ihm zu seinem muthigen Ent- schluß: „Siehst Du, Dein einziges Unrecht war, daß Du in Vandame Deine Million riskirt hattest. Du hast Dir eine Unsägliche Mühe gegeben, und bist doch bei dieser Hunde- arbeit zu Grunde gegangen; Dein schöner Denier von Montsou ist geschmolzen wie Schnee; während der meine, welcher nicht aus meiner Kasse herausgekommen ist, mich ruhig und sorgenlos nährt, wie er noch die Kinder meiner Enkel nähren wird." Zweites Kapitel. Am Sonntag stahl sich Stephan beim Anbruch der Nacht aus dem Dorfe. Ein reiner, sternenbesäter Himmel beleuchtete mit bläulichem Schein die Erde. Er ging zum Kanal und schritt ihn langsam nach Marchiennes zu hinauf. Er liebte diesen einsamen Weg, der mit weichem Rasen be- deckt, zwei Meilen weit schnurgerade dahinlief, das Wasser rutlang, dessen geometrisch abgezirkelte Masse einer endlosen geschmolzenen Silberbarre glich. sonder« die deutsche Kolonie in Rosario erließ auch einen Auf- ruf, um eine Maffeneingabe bei der deutschen Gesandtschaft in Buenos Aires einzureichen und auf eigene Faust die Ehre der Kolonie wiederherzustellen, wenn fie der Vizekonsul verließ. Der Eingabe bedurfte«S übrigen« nicht, denn der deutsche Gesandte Freiherr von Rothmhan hatte fich der Angelegenheit sofort be- mächtigt, als ihm die Detail« bekannt wurden, und hat vom Vize konsul die Aufnahme eines genauen Protokoll« erbeten. Et unterliegt jetzt naturlich keinem Zweifel, daß Klarheit in die Sache gebracht werden wird. Mittlerweile verlautet bereit« gerüchtweise, der Polizeichef von Rosario habe seine Entlassung gefordert. AttstralU«. Wieso kommt e«, daß die australischen Arbeiter den strei- kenden Dockarbeitern mit so ungeheuren Summen— nach der Gesammtabrechnunj find von Australien im Ganzen 30 000 Pfd.= 600000 M. eingelaufen— zu Hilfe kommen konn- ten? Diese Frage beantwortet ein amerikanisches Arbeiterblatt folgendermaßen: »Der Zahl nach ist die australische Lohnarbeiterschaft noch sehr schwach, sicherlich weit unter einer Million. Eine Industrie giebt es dort kaum; es fehlt dem Lande an Kohlen, was ihm, wenn nicht noch Lager derselben entdeckt werden, oder wenn nicht ein billigere« Ersatzmittel für sie gefunden wird, über- Haupt keine großartige industrielle Entwicklung verspricht. In den nördlichen Kolonien, wo ein ziemlich umfangreicher An- bau von Handelsgewächsen stattfindet, find die Arbeiter Chinesen oder Polynesier von gewissen Südsee-Jnsel- gruppen. So bleibt also die weiße Lohnarbeiterschaft beschränkt hauptsächlich auf die Äaugewerke, da« VerkehrSw.sen und die städtischen Platzgewerbe. Dazu kommen allenfalls noch die Arbeiter in den großen Schaf- und Vieh Rancho«, dre je- doch für die Arderterbewegung kaum in Betracht kommen können. Kurz— die Lohnarbeiterfchast ist in Australien keineswegs zahlreich. Aber fie ist vorttefflich organifirt. Und fie ist die einzige der Welt, die da« System de« Achtstundentages voll- tändlg durchgesetzt hat. Da« ist vor Allem in« Auge zu assen. Seit mehr als 20 Jahren besteht da« Achtstunden- yftem in Australien. Man kann also die W.rkungen desselben eststellen. Und wir dächten, die großartige Hilfeleistung der australischen Arbeiter für die Londoner wäre der schlagendste Beweis für die ausgezeichnete Wirkung de« System«. Sie beweist zwererlei: 1. daß die Leute, welche nur acht Stunden täglich arbeiten, in der Lage find, solche riesige Summen in kurzer Zeit aufzu« bringen. Ja, e« ist nicht zu viel behauptet, daß fie da» nur konnten, weil fie blo« acht Stunden arbeiten. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist— jeweilig— etwa« Gegebenes, Feste»; gewisse Unternehmungen, die einen bestimmten Arbeitsaufwand erfordern, müssen durchgeführt werden. Da« Kapital sucht Anlage und Verzinsung. Arbeiter kann man nicht au« der Erde stampfen; namentlich nicht in einem Lande, welches etliche tausend Meilen von der übrigen zivilifirten Welt entfernt ist. Man kann fie auch in den meisten Verrichtungen, die m Australien vorkommen, also in Bergwerken, bei Eisen- bahnen rc., nicht durch mechanische Mittel ersetzen. Die Ein- Wanderung künstlich zu stimuliren, hat man zwar versucht und auch gethan. Aber der Widerstand der Arbeiter brachte e» da- hin, daß dieses wieder aufgegeben werden mußte. Dm Leutm, die nur 8 Stunden täglich für dm Untemehmer aufzuwenden hatten, blieb noch Zeit gmug übrig, um für fich zu denken, an ihrer eigmm Aufklärung zu arbeiten und fich mit öffentlichen Ange- legmherten zu befassen. So konnten fie es auch durchsetzen, daß die Regierungen die Subventionen für die Einwanderung einstellen mußten und konnten Löhne erzwingm, welche es ihnm möglich machten, kämpfmde Brüder in einem fernen Welttheil zu unterstützm. Sollte aber nicht auch ihre Bereitwilligkeit dazu auf die eigmm Errungenschaften und die Folgen derselben zurück»«- führen sein? Mit anderm Worten auf ihr SolidaritätS-Be- wußtsein? Es läßt sich nicht ander« dmken. Und da? wider- legt die Annahme, als ob die Arbeiter zu trägm»ssttsKedg* (Zufriedengestellte, Satte) würden, wenn fie ein gewisse« Maß von Erfolgen auszuweisen haben. Und es beweist ganz be- sonder«, daß die verhältnißmäßige Besserstellung sie nicht egoistisch machm muß, wie das oft behauptet wird. Das australische Beispiel läßt nur ahnm, wie enorm die praktische Solidariiät der Arbeiter erst werben wird, wenn der verkürzte Arbeitstag erst durchgesetzt ist; wenn fie mehr Lohn erhalten werden; wenn fie Muße haben, fich auszu- bilden, wenn sie politisch reifer und selbstständiger werden, wenn fie nicht mehr bloße Arbeitsinstrumente, sondern Mmschen sein werdm!*_ Dersnrttttrlurrgerr. Koftaldrmotrratischer Mahlverein für de« fünfte» Wahlkreis. Am 27. Dezember, VormittaaS 11 Uhr, fand in Bötzow'« Brauerei eine gut besuchte Versammlung de« WahloereinS für dm 5. Berliner ReichStagSwahlkrei« statt. Niemals begegnete Stephan dort Jemand; doch heute war er unangehm überrascht, als ihm ein Mann mt- gcgmkam. In dem matten Licht der Sterne erkanntm sich die beiden Wanderer erst, als sie einander gegenüber- standm. „Ach, Du bist es", sagte Stephan lerse. Souvarine nickte, ohne zu antworten. Beide blieben einen Moment unbeweglich, dann schritten sie gemeinschaftlich Marchiennes zu, Jeder in seine Gedanken verloren, wie weit abwesend Einer vom Andern. „Hast Du in der Zeitung von Pluchart'S Erfolgen in Paris gelesen?" fragte Stephan endlich.„Man hat ihm nach einer Versammlung am Montmartre aus der Straße eine Ovation bereitet... Jetzt ist er im Fahrwasser und kann trotz seiner Heiserkeit gelangen, wohin er will." Der Russe zuckte die Achseln. Er verachtete die Redner, Leute, die, wie er sagte, in Politik eintreten, wie Andere in die Advokatur, um mit ihren Phrasm Geld zu ver- dienm. Stephan las jetzt Darwin, nachdem er ein Bändchm Fragmmte aus dessen Schriften für fünf Soui gekauft hatte. Aus dieser schlecht verstandmen Lektüre machte er sich eine revolutionäre Idee vom Kampf umS Dasein zurecht, darin die Magern die Fetten verzehren, und da« starke Volk das blasse Bürgerthum vernichtet. Souvarine verdammte die Anwm- dung der Darwin'schen Theorie auf den Sozialismus; während Stephan die ZerstörungStherrie seine« Freunde« durch eine Hypothese zu bekämpfen suchte: Gesetzt, die alte Gesellschaft existirt nicht mehr, Alles ist vernichtet und fängt wieder von vorne an; ist eS da"Nicht zu befürchten, daß die neu ent- stehende Welt an derselben Ungerechtigkeit kranken werde, wie die alte, daß eS Starke und Gebrechliche geben werde, daß die Geschickten und Klugen sich des Besitzes bemächtigen, und die Dummen und Faulen Sklaven werden? Dieser Vision ewiger Misere gegenüber rief der Russe wild: wenn die Gerechtigkeit unter den Menschen unmöglich sei, so müsse der Mensch verschwinden; so lange verderbte Gesellschaften erstehen, müssen sie wieder zerstört werden, bi» zur Ausrottung des letzten Individuums. Beide schwiegen.(Fortsetzung folgt.) Auf der Tagesordnung stand: 1. Die politische Lage. Re- ferent: Albert Auerbach. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Zunächst verla« der Vorsitzende einen Bescheid de« Polizeipräsidium« auf die Anftage de« Vorstandes, au« welchen Gründen die nachgesuchten Tellersammlungen bei öffentlichen Vereinsversammlungen nicht genehmigt würden, da eS doch bei allen anderen politischen Versammlungen erlaubt sei, Tellersammlungen abzuhalten. Der Bescheid lautete etwa folgendermaßen: Ew. Wohlgeboren theile ich hierdurch mit, daß die von Ihnen nachgesuchte Tellerfammlung nicht genehmigt ist; ich sehe mich nicht veranlaßt, Ihnen die Gründe de« Verbote« anzugeben. Herr Auerbach führte in fernem Vortrage etwa folgende« au«: Die bürgerliche Presse erzählt un« alljährlich von den Wohltbätern der Armen am Weihnachtsfeste, von dem»Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.* Doch sehen wir un« die Wohlthäter in der Wirklichkeit an. Die kleinen Brosamen, die am Weihnachtsfeste von der Herren Tische fallen, werden noch politisch zugeschnitten. Den besten Beweis liefert der Verein zur Bescheerung armer Kinder in Luckenwalde, welcher beschlossen hat, den Kindern der streikenden Hutmacher n i ch t S zu bescheeren. Wir stehen zwar absolut nicht auf den Stand- punkt, um die Wohlthaten der Reichen zu betteln, sondern wir verlangen e« al« unser gute« Recht, daß wir unsere Kinder ebenso beschenken, kleiden und nähren, ebenso gut die Schulen besuchen lassen können, wie die Reichen. Aber man sieht an diesem drastischen Beispiel, wie e« mit den»Wohlthaten* der Reichen beschaffen ist. Nicht ander« verhält e« fich mit dem »Frieden auf Erden*. Während das Christfest diesen Frieden verkünden soll, find die Elberfelder Genossen nur wegen ihrer Ueberzeugung und auf Grund der Aussagen so- genannter Nicht- Gentlemen ihrer Freiheit beraubt, ihre Familien m Roth und Kummer. Die Zukunft wird lehren, daß nicht die Angeklagten, sondern em großer Theil der Zeugen auf die Anklagebank gehört. Wir stehen kurz vor der Wahl. Alle bürgerlichen Parteien fragen fich, unter welcher Parole der Wahlkampf eröffnet wird, um ihr Wahlgeschrei nach der ausgegebenen Parole einzurichten.»Die Franzosen kommen!* Seht nicht mehr. Wenn der schneidige Major Wißmann den äuptling Buschiri nicht gefangen hätte, könnten wir e« vielleicht erleben, daß es bei der nächsten Wahl heißen würde:»Buschiri kommt!* Trotzdem von»höchster Stelle* bei jeder Gelegenhett versichert wird, daß wir un« im Zustand völligen Frieden« be- finden, erdrücken un« fast die jahrlich wachsenden Rüstungen. Referent weist au« den Statistischen Jahrbüchern des Deutschen Reiches nach, wie ungeheuer fich die Ausgaben für Reichsheer und Marine von Jahr zu Jahr vermehrt haben, wie im gleichen Schritt die indirekten Steuern gewachsen find. Der deutsche Michel würde ein ganz andere« Gesicht machen, wenn er dem Steuererheber direkt zahlen müßte, wa« er jetzt der Frau unbewußt mit dem Wochengelde giebt. Die Zölle auf die nothwendigsten Leben«- mittel find dazu gemacht, die Taschen der»nothleidenden Groß- grundbesitzer* aus Kosten de« arbeitenden Volkes zu füllen.— Redner bemerkt dann noch, daß er in nächster Zeit unserem Versammlungen nicht werde beiwohnen können, da er zugesagt habe, in den badischen Kreisen für unsere Sache zu agitiren. Mit den Worten: Alle« für da« Volk! Alle« mit dem Volk! Alle« durch da« Volk! schloß der Referent seinen mit lebhaftem Beisall aufgenommenen Vortrag. In der nun folgenden Pause beschlagnahmte der uberwachende Beamte frei- willige Beittäge in Höhe von 1,80 Mark. Der Vorfitzende bemerkte, daß sich durch diese Maßregel Niemand solle verhindern lassen, freiwillige Beiträge an die Vorstandsmitglieder abzuliefern. Denn, gleich dem früher be- schlaanahmten Gelde, würden wir auch die 1,80 M. auf dem Beschwerdewege wieder erlangen. An der Diskussion bethei- ligen fich mehrere Redner. Einer derselben erläutert, auf das Weihnachtsfest zurückgreifend, die Gründung des Christenthum«. Wenn der Nazarener die heutigen Zustände sehe, würde er mehr denn je Ursache haben, auszurufen:»Ihr Otterngezücht, wer hat Euch berufen!*— Ein muthmaßlicher Geheimpolizist wird aus dem Lokal gewiesen. Der nächste Redner nimmt darauf Bezug und führt an, daß e« geradezu eine Nichtachtung de« Vereinsgesetzes sei, wenn e« immer wieder vorkomme, daß fich außer dem überwachenden Beamten noch andere Organe der Polizei in die Versammlungen einschleichen. Folgende Reso- lution wird einstimmig angenommen: Die heutige Versamm- lung in Bötzow« Brauerei erklärt fich mit den Ausführungen des Referenten voll und ganz einverstanden. Einigen Rednem, die ihre Ansichten in unklarer Weise entwickelt, tritt der Refe- rent in seinem Schlußwort entgegen. Mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Sozialdemokratie schloß die Ver- sammlung. Di» Frei» Vereinigung der Kanflente hielt am 27. Dezember eine Miiglieverversammlung ab, in der über da« Thema:„Die Presse und die Handlungsgehilfenbewegung* dis- kutirt wurde. Alle Ausführungen, besonder« die der Herren Wilde, Türk, Hinze, Auerbach und Miecker gipfelten darin, daß e« einzig und allem die Arbeiterpresse fei, welche die Hand- lungSgehilsen lesen müßten. Einer«ingehenden Kritik wurde das»Berlmer Tageblatt* unterzogen, und der erste Artike' in demselben über die Gründung der»Freien Vereinigung der Kaufleute* nach Gebühr gewürdigt. Ebenso ist in der Versammlung festgestellt worden, daß die übrige kapitalistische Presse fich dieser neuen Bewegung, wenn nicht oppositionell, so doch ganz gleichgilttg gegenüberstelle. ES wurde au« diesem Grunde auch darauf hingewiesen, daß nur da«»Berliner Volksblatt* und die»Ber« liner Volkstribüne* geeignet feien, den kaufmännischen Auge- stellten eine Richtschnur für ihr Verhalten zu geben, und ein Anttag de« Herrn Auerbach, besonders in d e n Lokalen zu ver« kehren, wo ebengenannte Blätter ausliegen, wurde trotz einer fich bemerkbar machmden Opposition angenommen. Außerdem wurde ein Antrag de« H-rrn Miecker, an diese Zeitungen und an die»Einigfeit*, da« Organ der Berliner Hausdiener, regel- mäßige Berichte zu senden, einstimmig, und ein zweiter, außer im»Volksblatt* und der»Volk«tribüne*, auch in der»Einig- feit* die Versammlungen anzukündigen, gegen vier Stimme« angenommen. Ein Antrag de« Herrn Leibusch, nm da Ver- sammlungen abzuhalten, wo die Arbeiterblätter ausliegen, wurde abgelehnt, nachdem noch die Herren Hinze und Penn auf die Unzulänglichkeit diese« Antrage« aufmerksam gemacht hatten. Nach stattgehabter Diskussion, in welcher zum Schluß noch die Herren Wremer und Grauer die Zweckmäßigkeit de« AnnonzirenS in der„Einigkeit* befürwortet hatten, entspannen fich persönliche Debatten, die durch da« gütliche Eintrete« de« Vorfitzenden Herrn Türk beste Erledigung fanden. Die VereinSangelegmheiten, die noch besprochen wurden, gipfelten hauptsächlich in der Beschlußfassung über da« am 7. Februar stattfindende Gründungsfest de« Vereins, und der von Herrn Vesser erstattete Bericht de« Vergnügungskomitees gab ebenfall« zu lebhaften Debatten Veranlassung, die ihr Ende barin fanden, daß beschlossen wurde, ein einfache« Kränzchen zu veranstatten und den Emttitte preis auf 50 Pf. festzusetzen. Im Großen und Ganzen sieht die neue Handlungsgehilfenbewegung trotz vieler Anfeindungen der öffentlichen Meinung einer großen Zukunft entgegen und sie, die fich vollständig auf den Boden der allgemeinen Arbeiterbewegung stellt, wird auch bald im Stande sein, mit Unterstützung der zielbewußten Arbeiterschaft Abhilfe der Mißstände im kauf- männischen Berufe herbeizuführen, besonder« dann, wenn alle kaufmännischen Angestellten mit Einschluß der weiblichen von der Gerechtigkeit der Bewegung überzeugt fein werden. Die Mitglieder der»Freien Vereinigung der Kaufleute* aber werden e« stets al« ihre hohe Pflicht erachten, auch im anderen Falle die Arbeiter in ihrem schweren Kampf um's Dasein nach Möglichkeit zu unterstützen. Die Versammlung schloß mit einem Hoch auf da« Gedeihen de« Verein«. Gcvillskoüeikung. Eine««aufgeklärte Diedstahlsgejchichte beschäftigte pestern die dritte Straskammer de» Lanopcricht» l in längerer Sitzung. Am Abende de» 1. Juli d. I. erschien der Portier Gustav W o l f g a n g auf dem Polizeikomrmssariat und er« stattete iolgende Anzeige: An demselben Nachmittage habe er von mehreren Miethern die fälligen Miethsbeträge, insgesammt 1500 M. erhalten. Er wollte sich m>t der au» Papiergeld be» stehenden Summe gerade von seiner Portierloge de» Hause» Potsdamerstrabe 74, in welchem er angestellt war, zu dem Besitzer begeben, um da» Geld abzuliefern; als ihm auf dem Flur zwei Damen entgegengetreten seien, welche die leerstehende erste Etage zu sehen ver. langten, um sie eventuell zu miethen. Er brachte das Geld wieder in feine Loge, wo er e» in fein Pult legte, dasselbe ab» schloß und den Schlüssel zu sich steckte, dann stellte er sich den Damen zur Verfügung. Da der Schlüssel zu der Vorderthür der ersten Etage nicht in seinem Befitze war, so bat er die Damen, allein nach oben zu gehm, er wolle die Hintertreppe benutzen und die Wohnung dann von innen öffnen. Die» sei auch geschehen. Nachdem der Besuch wieder fort war, habe er da» Geld dem Eigenthümer abliefern wollen, zu seinem Schrecken sei da« Pult aber leer gewesen, es mußte mittelst Nachschlüssel« geöffnet worden sein. Nun sei es ihm auch erst aufgefallen, daß nicht zwei Damen, Sondern nur eine sich nach oben begeben und die Wohnung be- ichtigt habe. Dies habe etwa eine halbe Stunde in Anspruch genommen und während dieser Zeit mußte die zweite Dame den Diebstahl ausgeführt haben. Der Polizei kam die Ge- schichte etwas unglaubhaft vor und nach den angestellten Er» Mittelungen gelangte sie zu der Anficht, daß hier ein fingirter Diebstahl vorliege und der angeblich Bestohlene die Summe selbst unterschlagen habe. Sie hielt es für unglaubhaft, daß eine Dame m so geschickter Weise mittel« Nachschlüssel den GelegenheitSdiebstahl, denn um einen solchen konnte es sich nur handeln— ausgeführt haben sollte. Dazu kam, daß die Nähterin Wittwe Christiane Siegmann, welche dem Angeklagten die Wirthschaft führte, aber von ihm als feine Eheftau ausgegeben worden war, sich ebenfalls verdächtig ge- macht hatte. Sie hieU sich seit mehreren Tagm außer- halb bei Bekannten auf, drang aber, von emer eigen» thümlichen Unruhe getrieben, darauf, plötzlich am 1. Juli nach Hause zu reisen, e« komme an diesem Tage viel Geld ein und e« könne leicht ein Diebstahl vor- kommen. Die Staatsanwaltschaft nahm beide Personen in Haft, zumal sich herausstellte, daß sie außerdem noch einen ge» meinschafllichen Betrug und die Siegmann«ine Urkunden- fässchung begangen. Sie hatten unter der falschen Vorspiege- lung, daß sie Eheleute seien, einen Möbelhändler um mehrere Möbel geprellt und Frau Siegmann sich bei der Unterschrift de« Lerhkontrakte« den Namen des Angekl. Wolfaang bei gelegt.— Im gestrigen Termine blieben beide Angeklagte dabei, daß die Diebstchlsgeschichte der 1500 Mark sich so verhalte, wie sie angegeben hätten. Der Gerichtshof hielt die durch die Beweisaufnahme erbrachten Belastuna«- Momente auch nicht für schwer genug, um daraufhin die An- geklagten für überführt zu erachten wegen der Unterschlagung mußten sie freigesprochen werden. Wegen der übrigen Vergehen wurde Wolfgana zu vier, die Siegmann zu sechs Wochen Gefangniß verurtheilt und diese Strafen wur- den durch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erachtet. Spvezhfsml. Die Redaktion stellt die Benuhuna dei Specchiaald, soweit Raum dafür abzu- aeben ist, dem Publikum zur Belvrcchung von Anoeleaenheiten allgemeinen Interesses zur Versüaung; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dein Inhalt destelben identiftzirt zu werden, Nach allgemeiner Annahme ist die Auflösung de« Reichs- taaes in nächster Zeit wahrscheinlich. Einer solchen Auflösung müssen nach der jetzigen Geschäftslage der Regierung die ReichStagSwahlen in möglichst kurzer Zeit folge«. Die sozial- demokratische Partei hat deshalb mit anzuerkennendem Etser olle Vorbereitungen getroffen, um den Wahlkamps mit unser« Gegnern siegreich bestehen zu können. Wir dürfen zuverficht- lrch behaupten, daß die Wahlkreis«, welche bisher von sozial' demokratischen Abgeordneten vertreten werden, ber Partei iver» den erhalten bleiben. Mir scheint eS eine Forderung der Gerechte keit zu sein, wenn in solchen Wahlkreisen, wie in d« Erwähnt«, zu Leitern der Wahlen m den einzeln« Wahl» bezirk« de« betreffenden Reichstags Wahlkreises Männer ernannt werden, welche unserer Partei angehören. Ein Antrag, welcher dieser Anschauung entspricht und von der Versammlung de« sozialdemokratischen WahlvereinS w> 4. Berliner ReichstagSwahlkreise einstimmig angenomm« ward« ist, lautet: „Der Verein beschließt, den hiesigen Magistrat aufzuforde«, zu den in Ausficht stehend« ReichStagSwahlen in d«j«iken Wahlbezirk« des 4. ReichStagSwahlkrerseS, in welch« bei der vorigen Wahl die sozialdemokratische Partei die Stimmen- Mehrheit erlangt hat, solche Wahlvorsteher und Stellvertreter derselben zu ernmn«, welche der sozialdemokratischen Partei angehören; und d« Vorstand des Wahl' verein« mit der AuSsührung des Antrages zu deauf- tragen." In dem dem Antrage Vorausgeschickten er- achte ich d«selb« für g«üg«d begründet, erlaube mir jedoch hinzuzufügen, daß in all« Fällen, in welch« uns«« Parte, die Ueberzeugung hat, zur Ausübung eine« öffmtlichen Amte«, wie da« hier in Rede stehende es ist, berechtigt zu sein, sie mn allen Mitteln bestrebt sein muß, diese« Recht in Wirklichkeit zu genießen und dm Beweis zu liefe«, daß sie gmügend de« sähigte Männ« zu d« Ihrigen zählt, welche staatliche Funktion« auszuüben vermög«. �Vielleicht veranlass« diese Zeil« den sozialdemokratisch« Wahlverein des hiesig« sechsten ReichstagSwahlkreise«, dm mitgetheiltm Antrag sein« ErwäguM »u unterziehen. Holzmarktstr. 8, den 31. Dezember 1889. Baader. Theater. Mittwoch, den 1 Januar. OP»»«tziar». Tannhäuser und d r Sänger- krieg auf der Wartburg. Donnerstag: Die luftigen Weiber von Windsor. Wilhelm Tell. Donnerstag: Turandot, Prinzessin von China. D« Jomfix. Donnerstag: Die Ehre. A»»tsch»««t»»«t»*. Krieg im Frieden. Donnerstag: Faust l. Therl. Theater. Der Königsgardist. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. OerUtt«» Theater. Hamlet. Donnerstag: Dame Kobold. Trtekrieh-»Uheimitadtische« Thea»»». Prinzessin Pirouette. Donnnstag: Dieselbe Vorstellung. UeRkew-Theat«». Die arme Löwin. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. W a»«»r-Th«ate». Seine Haushaltcnn. Vorher: Endlich. Donnnstag: Dieselbe Vorstellung. UUrtarta-Theate». Stanley m Afrika. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. Thratr» Der Fleck auf der Ehr'. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. Ssiatral-Th,«»»». Berolina. Donnnstag: Dieselbe Vorstellung. A»»»»h«r«>t-Ute»at»r. Miotte«eiber. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. ODa»k»TH»«t»». Der Todtschläg«. Donnerstag: Kabale und Liebe. MfotGstäMtM«»»«hrat»». Die Maschinen- Bauer von Berlin. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. G»kr.»tehtrr'» War»»»«,»pezialttät«. Vorstellung. M»tch»ha»»»- Thratr». G». Spezialitäten. VorftfUung, Ma»f«a»«'» Marichtä. Gr. Spezialität«- Vorstellung. Vi�vu» ffUmx. Karlstraß». Morgen Mittwoch, 1. Januar, l große außemdentliche Vochllmm. Um 4 Uhr Nachm.(1 Kind frei): Leben und Treib« auf dem Eise. GioßeS Aus- stattungi stück. Abends 7t Uhr: Die lustig« Heidell erger, oder ein Sluden'mausflug m,t Hindernissen. Große Original-Pantomime. In beidm Vorstellungen: Auftreten der vorzüglichst« Reiikünstlerinnen und Reitküi stl«, so- wie Reit« und Vorführen der best drelfiilm Schul- und Freiheitspferde. Komische Int«. mezzo's von d« 20 Clown«. Morgen, Donner«. lag, dm 2 Januar, Abend« 7t Uhr: Im dunkl« Erdtheil, sowie große Konku«enz-Vor- stellung. E. Ren», Direktor. T odesanzeige- Allm Freunden, Bekannten uno Ver- wandt« die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, uns« guter Vater und Sibmiegervater, der Schankwirth Th. Völker im Alter von 61 Jahren nach lang«, schweren Leid« am 30. Dezember sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet am Freitag Nachmittag« 3 Uhr, vom Trauerhause, Fehrbellinerstr.S, aus nach dem Marien- kirchhof statt.[494 Wittwe Augufte Völker, g-b. Schindler. «ttfe kühner, geb. Völker. Georg Kühner, Putzer. Statt jeder befouderen Meldung. Heute früh 1% Uhr entschlief sanft nach 3 Wochen langen, schweren Leiden unser heißgeliebtes ältestes Töchterchm Frieda Bernstein im Alt« von 5) Jahren. Um stille Theilnabme bitt« die tiefbetrübtm Eltern Kugo Bernstein und Frau, geb. Liebert. Berlin, 31. Dezember 1889. Die Beerdigung findet Freitag, den 3. Januar, Vormittags 10% Uhr. von der Leichenhalle des Jüdischen Friedshof», Schönhauser Allee, statt.[503 Verei« zur Wahrung der Interessen der Steinträger und verlv. Berussgen. Berlius. Weihnachtsbescheermrgl am Sonnabend, den 4. Iannar 1S90, in Scheffer's Salon, Inselstraße 10, 501 verbunden mit Konzert und Tanzkräazchen Gäste durch Mitglieder eingeführt haben Zutritt. MitgUeosduch legrirmir». � Die Wntwm und Waisen derjrn'g« VneinSm.tglieder, welche in den Jaot« i000 und 1889 verstarb« find, werden hi«zu besonder« eingelad«.— Anfang Abend« 8 Uhr. Um recht rege Betheiligung ersucht Der Vorstand. Verein gewerbl. Hilfsarbeiter Verlins und Umgegend. Versammlung am 1. Mai 1890, Vormittag» 8 Uhr, in Renz' Kalo«, Naunynstr. 27. Tagesordnung; 1. Der Stand der Arbeuerorganssationen am lrtzt« Dezmnrum de« neunzehnten J,hrhund«ts. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Es ist Ehrensache eine« jeden Mitgliedes, in dies« Versammlung zu erschein«. Mitglieder wndm aufgenomm«. 474 D»» N o r ft a« d. Neue Mem« w«th« Kundschaft beim Jahreswechsel die herzlichst« Glück- wünsche.(451 GmUDomcke, Brunnenstr. 134. Sniorioan-Theatop. u«#»$#»««»#» u. Täglich Vorstellung. F. dietsch. Ein neuer L'h'kurluS f. Domen u. Herren beginnt Sonntag, 12, Jan., Nachm. 4 Uhr. Meld. Adalbertstr. 93 und be, Bep. d. ll> t»rrich»s.(488 Winz! Pttzoldtt! Die Sperr« über die Firma Mothlow& Co., Köperrickerstr. 109a, besteht fort, und«suchen wir d,e Kollegen, sowie B irockoergolderinnen dort keweArdeit zu nehmen. 497 Ai« Streikkommisston. m lein« Vunschextract, Origlfl. exel. 1,25 „ Glühweinextract„, 1,25 Grogextract,, 1,25 Schlummerpunsch, kräftig„„ 1,50 Burgund erpunsch, au« best. Burgund« Wein„„ 2,00 AnauaSpuusch, a. fr. Fr.,, 2,50 Glüdmeiuertract, au« feinstem Bordeaux„„ 2,00 Alt. hochk. Thee-Ru« Sit.„, 2,00 Jngberitkör. b. Magenheiz.„„ 0,90 Alter»tordhSuser, gar.echt„„ 0,75 Fa?ou-«um„„ 1,00 empfiehl die Großdestillation von Letten& Keil, Sophienftr 13, an der Rosmthal«str. _ G-i'-.ästasib>uß Abend« 8 Uhr.[51 Ärfrfuttgl Für die Mitglieder der Zentral» Krankenkasse der Manrer, Kteinhaneretr» Grundstein zur Einigkeit. Die Zahlstelle für den SO befindet ssch von nächst« Sonntag ab Matdemarftr. Ol, im Restaurant, früh« Wunderlich Beiträge werd« Sonntag« von 10—12 und Montag Abends von 3-10 Uhr entgeg«- g«ommen. 498 DerVor stand. Ä«9U8t Lena.. ,s stratze 65, I«lue tzlltthie jmSlkgeWer, i �eppicheM i |>-»-»««>»,|tonlu!rn_ ■ ���KrSss-i««Wich-, 2 Met« I »astase 1 X». 9 M.- 10 Uhr A. � ■aissr-Panorama. c\... n onr* t Zum ersten Male: vberitalteus mal«. Alp«. Dritte Reife durch da« Aief«gebtrge. Erster Cyclu«: Pariser WelrauSftelung. Eine Reise 20 Pf., Kino nur.0 Pf. Abonn. —-"rr—--..- w-,— Riet« groß, Stuck 6 M. Herrliche Kalon-Tepniche, Stück 12, 15, 20 bis 100 M. Vollständig fehlerfreie Teppiche von 10-150 M. W-Uatlao-Stev»- decken mit., von 7j— 13 Alkamstra-Thrater Walnertheaterstr. 15. Täglich. Amorina die Mapmopbraut, Täglich. -SlTWMlHsM-SM «Ält Ä«SÄ LZS Arbeiter-Buchhandlung von R Baginski, Kreodenerstr 58/53. Cuy-Passage, Lad« 14. Germinat, geb. 6.50 M. Ritter der Arbeit, übersetzt v. Liebknecht, geb. 1 20 M. Ibsen, kompl. 3 Bd. geb. ü 1.50 M. Lange, Ardei'«' frage. 4.— M._ Kodel.Port, MofiS oder Darwm? 1.S0M. R. Seqdel, D r Arb'it«unte«icht. 2.— M. Ntereck's Wahltabellen der sozraldemokra- tischen Wahlen bis 1887. 0.20 M. RohTabak Sumatra t« jeder Preislage, Blitar. Joda-Umblott 115-120 Pf., Do-Mgo 95 115 Pf., Brasil, Java- Einlage, sowie nie im Handel befind- Uchea Sorr-u. zu dtligfteu Pressen bei reeller Bedienung.[327 H. Herholz, 145 Bmikiistkiißt 145. Jede Uhr zu reparirm und reinig« kostet b« mir unt« Garantie des Gutgehen» 1 Mb. 50 Pfg. Rleine Reparatur« billig«. Lage» all« Arte» _ neuer Uhren. Verkauf zu Sabrtkpretfe«. 951) E. Rothert, Uhrmacher- 1. Geschäft: Andreaostr. 0*. 2. Geschäft: Tkansserst». 78. Kaur Geld lacht! Im Ausverkauf zum Schleuderpreis: Nur um zu räum« müss« jetzt »ach dem Fest DM- 20,000 elegante Minterpaletot« noch unter der Ha ft« des W-r.hes für 10, 12, 15, 18, 20, 21, 24 M. ausverkauft werden. DM- 20,000 hochf. Jockel- u. Rock-Bnmge(auch Geyrrck, GesellschaslSanzüge). 8000 Hof« u. Westen, 6000 nrodiae Schlaft öck,, jetzt unerhört bill'g. DM* 8000 Kaaben-Patelots und 6000 Knaben- An, üge jetzt i. 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Wie tausend Quellen auS de« Felsen springen, Wie unS der Geist erschien im Flammenkleid, Wie er die Welt durchsaust auf Sturmesschwingen, Wie er die Menschheit neuen Zielen weiht,— Ich fühle diesen Geist mich ganz durchdringen Und Weliakkorde hör' ich rauschend klingen. DaS Leben lag umnachtet und gebunden, Geschieden, eng umgrenzt von Raum und Zeit, Und jede» KreiS hielt eine Macht umwunden, Die ihn der Herrschaft ihrer Willkür weiht; Die Menschheit blutete aus tausend Wunden, Und kam ein Held, zur Hilfe kühn bereit,— O, welch ein Wehruf tönt auS alle« Tagen!— Ward er mit Hohn und Spott an'S Kreuz geschlagen. DaS Leben ist befteit; und alle Mächte, Ob grimmig streitend, wirken auf ein Ziel, Daß Bruder nicht den Bruder schmachvoll knechte, Wi?S Willkür sonst und ftommem Wahn gefiel. Man fordert laut der Menschheit ewige Rechte, Und fehlt an der Erfüllung auch noch viel: Vertraut dem Geist, der frei beherrscht das Lebe«, Zhm neuen Inhalt, neue Form zu geben! Jcuiv— neue Ein Frühling kommt mit Sonnenschein und Wettern, Ein Menschheitslenz, der tausend Blüthen bringt,— Schon ist'S ein Leuchten, Brausen und ein Schmettern In dem die Menschheit nach Befreiung ringt! Als ob der Blitz versprüht die Flammenlettern, Und sein Donner aus de« Wolken klingt, Daß olles Leben nach der dumpfen Schwüle Erquickung trinkt in frischer, freier Kühle. Was überbraust die Erde feucrsprühend, Durchfurcht das Meer mit wunderbarer Hast? WaS stampft und hämmert durch die Nächte glühend? Was schafft und fördert ohne Ruh' und Rast Viel mehr, als ob Millionen Hände, mühend In Qual und Roth, der Arbeit Werk ersaßt? Es ist der Geist, der siegend neue Waffen, Sich aus dem Reichthum der Natur geschaffen! DaS Leben wogt und macht die Schranken fallen I Von Pol zu Pol ergießt sich rasch die Fluth; Geöffnet sind der Erde weite Hallen, Der Norden mischt sich mit des Südens Gluth; Die Laute aller Zungen hört man schallen Erweckend neue Hoffnung, neuen Muth Dem Volk der Arbeit ringS in allen Landen DaS seufzend liegt in schweren Elends Banden. Dervlirnrentervtsttiek.. Der von dem Abq. Äurtz erstattete Bericht der Kommission be» Reichstages zur Vorberathung des E>>twursS eines@ffrisfS, betreffend die Abänderung des Gesetzes gegen die gemelnoelähc. bven Bestrebungen der Sozialdemokratie, vom 21. Oktober 1878, ist soeben rm Druck zur Verth« ilunp gelangt. Die Kom> nrNsion Hot den Gesetzentwurf in zwei Lesungen, von denen die erste in 7, die zweit« w 3 Sitzungen erledigt wurde, dnrchderathen.— Wir heben aus dem Bericht Folgendes hervor: DaS Ergebniß der ersten Lesung labt sich in den Hnipt- punkten dahin zusammensassen: 1. Die D-firition der Umsturz- destrrbnngen wrrd abgelehnt. 2. DaS VerssmmIungSverbot beibehalten und die Ausnahme der Wahtoertawmiungen verworfen. 3. DaS Dauerverdot von D-uck|chrtflen wird beibehalten mit der Einschränkung: a) daß es 'rst zulä'sig wird, wenn innerhalb eine« Jahres nach dem risteri Einzelverbol, ein ferneres Anbot erfolgt, b) daß we den Thatdestand enthaltenden Stellen in der Begründung des Verbots anzugeben, c) daß trenn. bare Theile auezuschließen sind, sowie 6) das die Be. schwer d« aufschiebende Wirkung hat, wen« sie auf Aushebung dr« Verbots des ferneren Erscheinen« einer periodischen Druck- schritt gerichtet ist. 4. Die Vorlage, soweit ste das Vernal, t«lng«streitotr fahren zuläßt, wird angenommen. 5. Die Streichung der§§ 22, 23, 24 wird genehmigt. 6. Die Be- � fchwerdekommission wird nach der Rsarerungkooitage gebildet. 7. Die Frage de« AuSschluffeS der Orffenilrchkerl ihrer Ver- Handlungen richtet sich nach dem gemeinen Recht. 8 Verthei» drg-ang und Vertretung durch«inen R chtSanwalt «nrd zugelassen. 9. Die Ausweifebefugniß wi d ge- strichen. 10. Die Beschränkung der Geltungsdauer des Gesetze« fällt weg. 11. Rückwirkende Kraft nmd dem n-me» Gesetz nicht vtlliehen. 12. Der auf dem Boden des Vrn'ni» und Versammlungsrechts stehend« Antrag wird ad« gelehnt. In der zwetten Lesung werden die§§ I bis 21 in Ueber» ernstnumung mit den in erster Lesung gefaßten B-schlüssen, »md zwar im Wesentlichen ohne eine reue Debatte, ange- rnmrinen, und weiter die Streichung der§§ 22 bis 25 aufrecht ehalte*. Zu Z 24(AuSwtisnngSbtfugniß) war die Wiederherstellung der Regierungsvorlage und für den Fall der Aufrecht. erhaltnng ihrer Streichung beantragt worden, hinter§ 23 ein« zuschalte«: § 24. Gegen Peisonen, welche sich die Agitation für die Im§ 1 Absatz 2 bezeichneten Vestrednnaen zum Geschäfte «rm�eir, kann im Falle ihrer Vtrn,lh«ilungen wegen Zuwiderhandlungen gegen die§§ 17 bis 20 dieses Gesetz-s,§§ 129 oder 130 de« Reut S- Strafgesetzbuchs, so- wie wri.n durch sie die öffentliche Sicherheit für de- stimmte Orte oder Bezirkt gefährdet ist, die Einschrän- Arng ihre« Ansenlhatts von der LandeSpolizeibehöcde verfügt werden. Durch diese Verfügung kann dem Berurlheiltm der Aufenthalt in bestimmten Bezirken oder Ortschaften ver. sogt werden. Ausländer können von der Landes- Polizeibehörde ans dem BundeSgibiete ausgewiesen »erden. Die Einsigung eine« gegen solche Verfügung der Landekpolizod, Hörde nach den LandeSgesetzen zulässigen Rechtsmittels hat keine ausschiebend« Wirkung. Zuwidirhandlunoen werden mit Gtfängniß von tirem Moaul bis zu einem Jahi« destraft. Zur Begründung de« Prinzipalonttagcs wurde unter Be- Mgnahwr aas die früheren Ausführungen nommals darauf hingewiesen, daß die Gesährlichkcit der geschäftsmäßigen Ag,- iaiorm dar« uöthige, frdarfe und energische Mittel zu Bekäm. pfaug derfe beu anzuwenden, und daß, so lange die Regie- rnagat die AuSwcisungSbefugmß nicht entbehren zu können kliaubten, dirse auch bewilligt werden müsse. Jedenfalls sei die Ausweisung ein wi ksamc« Mittel, weil sie die fttcklich Sckul Mgm selbst und nicht die von diesen etwa vorge hobnien Per. (»wk treffe; gerade die ausgewiesene« Agitatoren bekämpfen v"F da» Energischste diese Moßregel, da« bewerfe, wie sehr sie �«selb« empsäirden, wie wnksam sie also sei. Mitleid stl ,ih*r» gegenüber nicht am Platze. Die Nachlhüle der Aus» raiiftrug feien nicht so erh-blich, wie sie geschildert würden; sei »iswal vor den sozialdemokratischen Führern ein Bezirk al« ge- »ignet zur agitatorischen Bearbeitung erkannt worden, so würden '-nch sozialdkmokratifche Emissäre dahin entsendet werden, gleich- »et ob dieselben zu den Ausgewiesenen gehören oder nicht. Schatze man aber die Nachtheil« böaer al« die Bortheile, £ fall«»« Soentualantrag einen passenden Auew-g bieten. » fd nicht identisch mit de« gestrichenen z 22 de« gel- terden Gesetze«, sondern diesem nur nachgebildet. Er habe zu lerner Vorau'fttzung die Vorb-strafung de« auszuwerfenden a-schäflSmäßigeil Agitators auf Giunb der§§ 17 bis 20 de« Sozialrstengefetz S oder§§ 129 oder 130 des ReichSstrafgesetz» buch«, bezrehentlich die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit, und gestalte die Einschränkung des Aufenihaltt, welche für Ausländer in der Füglickkeit der Ausweisung aus dem Reichs- gebiet, für Inländer dein bestehe, daß dem Verurtheilten der Aufenthalt in bestimmten Bezirken oder Octschasten vertagt werden könne. Die Zalässigkett der Verhänaung dleser Maß« regel solle aber nicht dem richterlichen U theil überlassen, sondern der Landes- Polizeibehörde gegeben werden. Der Ant ag bezwecke, der Landekpolizeibkhörde die Macht zu vwleihen. einen ausgewiesenen Agitator auch ans dem- s«igen Orte auszuweisen, in dem er sich nach der Ausweisung uiedirgelassen habe; von der Ermächtigung werde selbstver- ftändlich dann kein G-bkauch gemacht werden, wenn der AuS- gewiesene sich nicht von Neu m der geschäftsmäßigen Agitation hinpeb«; denn dann liege kern Grund hierzu vv'; betreibe der» selbe aber am nenen Wobnoit wieder geschäftsmäßige Agitation, so müsse hiergegen ein Mittel gegeben fein, und die« enthalte der Eowtualvcrschlag. Der Vorschlag sei daher annehmbar auch iür Diejenigen, die zwar eine energische Bekämpfung der sozialdemokratischen Agitation für noihwendig erka-nt hätlen, aber glaubten, daß dr« Ausweisung deshalb zweckwidrig fei, weil die Ausgewiesenen die Agitation in die kleinen Städte »nd auf das Land trügen. Werde die Ausweisung in keiner Fo m angenommen, dann müsse man gegen das Gesetz über- Haupt st mmen. Hiergegen wurde von Denjenigen, welche sich zur Roth. wendtgkelt der energischen Bekämpfung der Agitation be- kennen, aber die Ausweisung für unzweckmäßig halten, erwidert, die vorgeschlagene Maßregel enthalte insofern eine wesentliche V rschärlun» der Regierungsvorlage, a s darnach an Stelle des nchtulichrn Unheils das E m ssen der Landespolizei- behöcden treten, als fe ver die Einschränkung der Ausweisung aus dem Wohnorte wegfallen falle und als eine richterliche Garantie für die ewfprechende Handhabung der Bestimmung n cht geboten sei. Die Maßregel sei aber auch unpraktisch, wie fit schon daraus ergebe, daß von dem analcg n zeilherigen § 22 ein venchwindend geringer Gebrauch gemacht worden fei. Der Vorschlag sei zwar verbessenmgsbedürstig, aber nicht oerbisserungSiähig. Aber auch die AuSweitungsbefugniß in der G-stalt der Regierungsvorlage sei auS den früh.r entwickelten Gründen unannehmbar. DaS Acußciste, was man zugestehen könne, fei, daß eine Uebergangs» Maßregel für einige_ Jahre gelrcssen werde, die dafür sorge, daß die Rückkehr der auf Grund des zeit- herlgen Gesetze» Ausgewiesenen nicht sofort und auf ein Mal erfolge, damit durch solche Bestimmung die Gefahren verhütet würden, dre eine sofortige und plötzliche Rückkehr aller zeither Ausgewiesenen allerdmg« in sich trage. Von einer anderen Seite wurde die Ausweisung überhaupt als unzweckmäßig bi kämpft unter dem Ausdruck des Bedauerns, daß die§§ 23 und 24 de« zeitherigen Gesetze« gefallen seien, weiche recht possende Mittel zur Bekämpfung der Agttation an die Hand gegeben hätten. Auch von anderen Seiten wurde auSgefühit, daß der Eventualantrag ein« Verschärfung der schon an sich unannehm- baren RrgieiungSoorlage enthalte, die ungerechitertigt sei. Die Maßrege! werde um so mehr zur polizeilichen Willkür sübren, als der B griff„Agitation* kein fest bestimmter und sicher nachweisbarer fei. Regierungsseitig wurde die Erklärung wiederholt, daß die Ausweisungtbesuzniß nicht entbehrt werden könne. Dies sei auch früher von der Meh heit dadurch anerkannt worden, daß man mit dem üdiigm Gesetz auch den die Ausweisung erthalienden§ 28 verlängert habe. Daß in letzter Zeit wenig Gebrauch von der Ausweisung gemacht wo, den sei, spreche nicht gegen die Maßregel. Der geringe Geb- auch beweise, daß schon die Androhung ein wirksames Mittel sei. Wer die Ver- längerung der Ausweisungsbefuaniß bei schärferer Handhabung bewilligt habe, müsse sie doch erst recht bewilligen angesichts der neuerdings«ingefüh.ten milderen Handhobung. Der Eoentual- an trag birte keinen passenden Ersatz; er entbalte in der Einführung deS polizeiltche» Ermessens an Stell« de« richterlichen UnHerls eine erhebliche V-rschätfung, und würde doch, wenig. ften« soweit er d'e Boibestratung zur Voraussetzung habe, vlkle gelchäsismäßige Agiiatoren nicht ir ssen, nämlrch die nicht in der bestimmten Weise vorbestraften, und diese könnten nach Befinden gerade die gefährlichsten fem. Bei der Begründung der Ant>Lz« war auch auf den Zu« sammenhang zwischen Eozialdemok-attt und Anarchismus hm« oewiest« worden. Dem wurde von einer Seite mit der be- stimmten Behauptung entgegengetreten, daß derselbe nicht de« stehe. Zugleich wmde hierbei ausgeführt, die polizeiliche Genehmigung zur Rückkehr eine» Ausgewiesenen werde von keinem Sozial demcftaten nachgesucht, mindesten« aber würde von Zeil! Wohin wir auch erstaunt die Blicke wende«, DaS Recht der Arbeit bricht sich siegend Bahn, Vor'm Licht der Wahrheit schwindet aller Ende« Der Massen Unverstand, der falsche Wahn! Der Kampf der Geister wird das Werk vollenden, Die Nacht entwich, ein neuer Tag brach an; „Die Himmelsfackel strahlt nicht Ewigblinden,"— Nein, Sehenden, den Weg des Heils zu finde«! So hat die Macht des Menschthums sich erschlossen, AuS Geist und Kraft geh'n Licht und Freiheit auf, Wie unaufhaltsam sich das Meer ergossen, Wie die Gestirne nehmen ihren Lauf! Millionen Strahlen sind in Eins geflossen, Ein neuer Tag des Lebens steigt herauf; Und wie ohn' Ende Wind und Wellen fließen, Muß Licht und Kraft stets freier sich erschließen. O glaubt dem Wort, aus tiefstem Geist entsprungen: ,. DieWeltgeschichte ist d a S W e l ige richt" Der Pfad der Menschheit ist nicht nur verschlungen, Er führt zum Menschenrecht, zur Menschenpflicht; Wie ste seither im Kanipf sich aufgerungen, So ringt auch fortan sie aus Nacht zum Licht; Nicht kann die Willkür ihren Fortschritt hemmen, Und keine Macht kann sich dagegen stemmen! Keinem die verlangte Zusage, in Zukunft nicht mehr zu agi- tiren, gehalten weröen können. Regierungsseitig wurde hervorgehoben, daß, wenn d,e sozialdemokratischen Führer die Anarchie nicht erstrebten, doch m den unteren Schichten ein Zrsammenhang mit dieser nicht zu leugnen sei; es wurde ein Beispiel mitgetheilt, wonach kürzlich bei Auflöiung einer von Sozialdemokraten besuchten Fachveremsoersammluna der auflösende Beamte thättich insultiri worden sei unter den Rufen: „Hoch die Sozialdemokratie, hoch die Anarchie!" Schließl.ch wurde der Eventualantrag als aussichtslos zurückgezogen, der Prinzipalantrag aber gegen 6 Stimmen ab» gelehnt und die in erster Lesung beschlossene Streichung de« AuSweisungSparagraphen aufrecht erhallen. Uebcr Artlkel I und V wurde zusammen verhandelt. Hierzu liegende folg-nde Anträge vor: 1. den zweiten Absatz des Artikels I der Regierungsvorlage(in erster L iung unverändert angenommen) zu streicht«; 2. den Artik l V der RcglerungS- vorläge in folgender Fassung anzunehmen: Dieses Gesetz tritt mit dem Ta e semer Verkündigung in Krait und gilt bis zum 31. März 1892. Jedoch treten die auf Grund des§ 22 Abl-tz 2, §§ 24 und 28 des Gesetzes vom 21. Okiober 1878 getroffenen Anordnungen, soweit sie gegen Jnlanver ge» richtet find, außer Krast. Der Antragsteller nahm auf die frühere Begründung Die Anträge wurden gegen 8 Stimmm abgelehnt und die Artikel I und V, sowie weiter Artikel II, Hl, IV und VI der Vor- läge wie in zweiter Lesung angenommen. Es wurde sodann zur Abstimmung über das ganze Grietz geschritten. Voc derselben wurde von der einen Seite die Erklärung abgegeben: Man werde in der Kommission für die Vorlag«, wie sie sich nun nach den Beschlüssen in erster und zweiter Leluna ge- staltet habe, stimmen, damit sie in dieser Gesta't zur V"har.d. lung in da« Plenum gelange, man werde j-doch im Plenum gegen das Gesetz überhaupt stimmen. Da» ganze Gefetz wurde gegen 9 Stimmen angenommen. Hiernach hat sich da» Gesetz in zweiter Lesung so gestaltet wre ,n der ersten.* LUnmmumU".'-. Tagesordnung für die Sitzung der Stadtoerord- nete»-Ver>ammln«g am Donnerstag, den 2. Ja- nuar d. I., Nachmittag« 6 Uhr. Einführung der wieder« bezw. neugcwählten Mitglieder der Versammlung.— Wahl des Vorstehers und des Vorstehert-Stellverireter.— Dcsal. von drei Beisitzern und drei Stellvertretern derselben. — Verloosung der Mitglieder in die Abiheiiungen.— Beschluß Fassung darüber, an welchem Tage und zu welcher Stunde die ordentlichen Sitzungen der Versammlung im Jahre 1890 stall sin den lallen.— Defigt. über die Neuwahl de« Ausschuflee für die Wahlen von unbesoldeten Gemeindebeamten, des Aus- schusses zur Begutachtung der Vorlagen wegen Anstellung, bezw. Pensionirung von besoldeter Gememdebeamien und Lehrern und des Ausschusses für Petitionen.— Dckgl. über die nach§ 17 der Gefchältsordnung etwa sonst noch zu wäh» senden ständigen Ausschüsse.— DeSgl. in Bezug auf die Abordnung der Mitglieder der Versammlung in die Vermal- lungS-Dtpulationen und Kuratcricn.— Desgl. in B zug auf die Zutheiiung der Stabibezirke an die Mitglieder der Ver- lammlurg behufs der Ausführung von Recherchen:c.— DcSgl. Uder die Neuwahl derjenigen Ausschüsse, welche im Jahr« 1889 zur Vm berat-ung emzeiner Geger stände ernannt, den ihnen erthcilten Auftiag noch nicht erledigt hoben.— DrSgl. darüber, welche Gegenstände im laufenden Geschäfts« jähr an das Ende der Tagesordnung zu bringen sind. Außerdem fi rbet in dieser Sitzung durch den Herrn Ober» bürgermeister Dr. v. Forckenbcck die Einführung der zu unbe« soldeten Stadt-Lthen gewählten Herren Dr. med. Straßmarm und Dr. jur. Krause statt. Lokales. Der heutigen Nummer«njerer Zeitung haben wir als Neujahrsangebinde für unsere Leser einen Wandkalender beigelegt, der sich von den bisher üblichen wesentlich und, wie wir hoffen, in vortheilhaft« Weise unterscheidet. Wir habe« unS Mühe gegeben, alle für die sozialdemokratische Partei wichtigen Daten in diesen Kalender einzutragen. Bei der Kürze d r 3 i?, die un« zur Verfügung stand, wissen wir, daß unser Dalenverzeichniß keinen Anspruch auf Vollständigkeit machen kann, und wir bitten unsere Leser, un« im Laufe de« nächsten Jahre« mit Hinweisen zu unterstützen, damit unser folgender Kalender da« Ist, wa« er in W rklichkeit sein soll. Im U-bngen aber wünschen wir, daß alle unsere Te- finnunzSgenossen und Freunde in dem Kalender für sich selbst nur glückliche Tag« finden mögen. Au« her Berliner Geschichte de« Jahres 1880. (Sduich). Der Monat Juli vertief im Ganzen still und harmlos. In der Zeit der sauren Gurke, wo die MassenauS« Wanderung stattzufinden pflegt, überstürzen sich selbst in Berlin die Ereignisse nicht. DieLohnkämpfe standen roch im Vorder- gründe de« Jirleriss-«.— Am 7. geleiteten Taulende von Ar- veitern«inen stillen Mann, der emst lar ge Jahre ihre Interessen verfochten, den unglücktrchen Wilhelm Halenclever hinaus zur letzten Ruhestätte.— Der Selbstmord im Stadlbahnkoupee, welchen ew L-ebetpärchen m der Frühe de« 7 Juli kurz vor Westend vollführte, bildete eine traurige Bereicherung der in Berlin üblichen Selbstmordarten.— Der Sturz au« dem Ferst«, welchen da« Pflegelind drr Stadtmiisionar Sand- rock'schen Eheleute am 8. erlitt, zeitigte ganz ungeheuerliche Gerückte, die sich schließlich als unzutreffend ergaben.— Unter den Wasserunfällen, welche um diese Z<,t eine stehende Rubrik in den Z-itu igen bildeten, erregte da« Unglück, w'lche« am 20. Juli den Dampfer„Vutc>n" ereilte, allgemeine Tyei nahme. D« wegen fahrtäsfiger Tödtung später angeklagte Kapitän de« Dampf«« wurde vom Gerichte jreigesprocken.— Am 23. er- e>gnet« sich da« schwere Bouunglück auf dem Grundstücke Arndtstraße 34, wobei 6 Personen verunglückten.— An Unglücksfällen war der Monat Juli, dessen schiechtes Wetter die Berliner überhaupt in ein« üblen Laune erhielt, besonder« reich. So kam e,ne Frau durch unvorstchlige« Umgehen mit Petroleum um« Leben, zwei Arbeiter wurden schwer verletzt, welche auf eine Granate losgeschlagen ui.d in der Husenhaide wurde einem dort spielenden Knaben der Schenkel durch eine v«irrte Kugel zecschmettert. Am 1. August fand in der groben Maschinenhalle d« Ausstellung ein kleine,« Brand statt, welcher große Beunruhr. ung hervorrief.— Am 5. August überfluthete Berlm ern Wolkenbruck von solcher Heftigkeit, wie sie den bekannten �ältesten Leuten* mcht e- innerlich war.— Am 5. mußten die liegenden Budiker", welche sich an Paraden gern ein Paar Grosck n verdienten, infolge de» landräthlichen Erlasse«, der diesen E werb v rbot, ihre Hoffru wen auf die Zukunft zu Grabetragen.— DleNrchricht. daß einige Fälle voi.i ck w a rzen P ocken" in Berlin vorgekommen, veimochte glücklicher Weise nur vwüt'ergehende Bcunruhiguio hervorzurufen, t a« unheim- liche G spmst verschwand glück ich« Wesse bald wieder. — Am 14 wurde Berlin wiederum von einem schweren Ge- witi« heimgesucht, da« mit stark-m Hagelschlage großen Schaden anrichtete.— Einer der ollisten Sladltheile Berlin«, der Wedding, konnte om 15. die 600j ihrige Jubelfei« seine« Bestehen« begehen.— Am IG. August e, eignete stch die Blui- that in d« Bernauerstraße, wo der Rohileg>r Hanmcke seine 8rau zu ermorden ver'uchte. Der von Eiserlucht geplagte lann ist später einem Arzte zur Beobachtung seine« G.iste«. zustande« überwiesen worden.— Zir Feier de« Gvjährigen Bestehen« e« Photographie wurde am 19. die pdotogrophische Jubil2um«-Ausstellung eröffne».— Am 20 August war da Dvppel'eldftmord de« Fräulein Martha Schönberg in der Arode, straße und deren Freundin, Krankenwärterin Anna Poltet,>u verzeichnen.— Schon am Tage darauf er- eignete fich wiederum ein L ebesdrama in dem Hause Zimmer- straße 30, wo stch ein blühende« junge« Mädchen mittelst eine« Reaolv-r««schoß.— Der Selbstmordversuch, welchen wenige Tige ipäter«in achijähcige« Mädchen machte, weil e« in der Schule zwei Tadel«hallen hatte, war von größtem psycho- log, schen Int« esse unter den vielen Altentaten gegen da« eigene Leben, welche im Monat August einander rasch folgten. Ihnen gegenüber hatten die Versuche, den Dickhäuter R o st o m im Zoologischen Garten in ein bessere« Jenseits zu bringen, einen fast koinsschen Beigeschmack. Der September, in welchem Berlin nach den Sommer- fnien langsam wieder die alliägliche Physiognomik annahm, begann mit einem Straßenkrawall in der Keithstraße, welchem ein Menschenleben zum O�fer fiel.— Am dritten September stand Savine, der thatenreiche Hochstapler vor Gericht und wurde freigesprochen. Die wenige Tage darauf fich verbreitende Kunde, daß der trrffliche Mann auf dem Transport nach Rußland entsprungen sei, erregte»heil« Aufseden, lhrii« große Heiterkeit.— Der achtjährigen Selbst. Mörderin au» dem Monat August gesellte fich im September ein« lljährige Se bltmörderin hinzu, welche aus verletztem Ehr. grfühl einen Selbstmordversuch machte.— Mitte September erregten zwei de übmie Gäste da« leddafteste J, teresse de« ge- bildeten Berlin: Thomas A. Edison, der berühmte Erfinder und» M r. P h o n o g r a p h", der wunderbare Vertreter der modernen Eiekt ot chnik.— Am 14. September wüihete ein furchidarer Bra- d in den Räumen der Kettenbach'schen Dampf- Wartenfabrik, Neue Königstraße 13, bei welchem zwei Personen verletzt und ein Kind durch Ueberfahren ge- tödtei wurde.— In der Nacht zum 15.«eignete fich in d« Frankfurt« Allee 168 der grausioe Doppel- Raubmord, als dessen vermeintlich» Thäler d« Schneider Klaufia sestgenom« men wurde. Der Blut. hat sollten leider bald noch weitere Mordthaten so gen.— Am 20. wurde der Kammerdiener Procknow wegen wiedelholten Versuche« der Vergiftung fern« Edefrau zu 12 I-bren Zuchthaus verurtheilt. Er hat fick dev- krochen sie sich ängstlich unter dem Bett, während da« Feu« gewaltig um sich griff. Halbtodt wurdm endlich wn de» herbeigeholten Rachborstruten die unfreiwilligen Bravdstift« au» ihrem Schlupfwinkel vorgezogen. Rock wenige Minuten und die Aermsten wären dort elendiglich erstickt. Da« Zrurm« und der Alkoom brannten völlig au«. Potizeibericht. Am 30. v. M. Morgen« wurde der Hrlfskoppler Müller auf dem Potsdamer Außendahnhaf» mrt schweren Verletzungen om linken Airn und Bein aufgefunde» und nach oem Elisab-th-Kcankenhause gebracht. Müll«, weich« beim Rangiren die Eismdahnwagen zu»«koppeln hatte, ist hierbei augmscheinlich überfahren wordm.— Vormittag« wurde auf dem St. Geocgen-Kirchhofe, Greifswalde, straße 73—75-. in einer Bauirube die Leiche eine» neuzebormm Korde« auf- oefunden und noch dem Schauhause geichafft.— Ruchmittag« fiel in der Fabrik von Pul«, Tempelhof« Ufer 6, dem Aedeirer BartlowSki eine Feile auf den Kopf und»«letzt« ihn aa- scheinend nicht bedmtend. Al«« beim Reinigen der Wunde ohnmöchlig zu werden drohte,«griff er statt ein« Flasche mit Kognak«ine solche mit Karbol, trank daran« und erivr hier- durch so schwere innerliche Verletzungen, daß er bald darauf im E'isabeth.Krankmhause, wohin er gebracht wordm war,»er- starb.— Am 30 v. M. fanden in b« Borkstraße v und Man- teuffelstraße 22 Gardinmbrände statt. Gerichts JeUttttg. Der erneute Wirdernufnahme-Autrag de» Buchbinders Joseph Constautt« Zaniozewski ,n d«»ehrsach delprockenm A zriqesache gegen om ehemaligen Knorinolschutz- mann Ferdirand Jhring-Mahlow ist vom Suaffmat de« Oberlandesgeiicht« zu Posen al« unbegründet«erworsm wordm. Nachdem ein Einwand de« Oberstaatsanwalt«, daß der«neute Wiederaufnahme- Antrag formell unzulässig war, zurückgewiesen worden, läßt sich der Strafsenat in der Sache zur Begründung seiner Entscheidung wie folgt au«: „Der p. JaniSeewski glaubt, den vom OberlandeSgerickt früh« vermißten Bewei« b« völligen Unmöglichkeit seiner Airwrfm- heit im EderSdach'schen Lokale während der Zeit von etwa 8 di« 10t Uhr Abend« durch die von ihm bmanntm neuen Z rügen ergänzen zu können. Da« Gesammtergebniß dernme« El Mittelungen hat jedoch diese Unmöglichkeit wed« dargethav, noch auch nur genügend wahrscheinlich gemacht. Allerdrng« ha» von dm bereit« auf Veranlassung der königl. Staatsanwaltschaft vernommenen Zeugen d« Buchbinder Jost«nt De- sttmmtheit bekundet, daß er am 24. Januar 1886 dm p. Jmrifi- zewSki in der Veifawmlung der Off nbacher Kasse r» dm Gralweil'fchm Bi«hallen gesehen, mehrmals mit ihm gefprochm und zeitweise mit ihm an demselben Tisch geseflm habe, daß nach Schluß der Veisammlung gegen 8 Uhr ein groß« Theil der Versammlung, unter welcher sich auch er, sein« Frau wob Jiniszewski befunden, in da« Feuerstein'sche Lokal gegange» sei; daß er auch, nachdem seine Frau, welche nicht fosoa mit eingetreten, ihm später dahin nachgekommen sei, bort dm Janiszeweki mrt J äul-in Jagert habe tarzen sehen. Auch steht die Autsage de« p. Jost mit der seiner Ehefrau insoweit in Uebereinstimmung, als dieselbe den Jani«zew«ki zunächst, al« ste einmal während d« Versammlung in den Sratwerl» schen Binhallen hinunterging, in den untere» Rärime« derselben, sodann wiederum nach Schluß der Verhemdung auf dem Wege nach dem Feuerftein'jchm Lokale und endlich, nachdem sie von ihrer Wohnung, rrohrn sie inzwischen gegangen, ebenfalls gegen 9f Uhr dahin nachgekommm sei, auch dort gesehen haben will, indem auch sie bemerkt« bai Jana« zewSki ,m Lause de« Abend« mit der p. Jag«» getan zr habe. Auch d« Buchbind« Freudenreich bekundet veitimmt, daß« am 24. Januar 1886 den p. Janitzewtki in d« fragt, chm Ber- sammlmig in den Sratweil'schen Bierhallen und spater im Laufe de« Abend« im Feuer stein'ichen Lokaie»esehen Hobe, glaubt auch bestimmt, Idaß derselbe die'e« Lokal vor 1t Uhr nicht verlassen habe. Ungeachtet der Bestimmtheit der Au«- sagen dieser Zeugen hat jedoch da« Königl. OberlandeSgericht dieselben darnach nicht fürsgeeignet gehalten, gegenüber der eid- lichen Aussage de« p. Jhring in Verbinduno mit dem gencht- l'chen Geständnisse de« p. JaniSzewSki(dasselbe soll m der Hauplverhandlung gemacht worden sein, p. Jani«»ew«ki be- douptet aber demgegenüber, daß er die Autsage de« Jhrmg sofort al« falsch bezeichnet habe. Da« SitzungSprotokoll ent- hält nicht« über diesen Punkt, an einer anderen Stelle em ausdrückliche« Bestreiten de« p. Jani«zewtki. Der Ref.) die jetzige Behauptung de« letzteren glaublich erscheinen zu lassen. muß zwar gänzlich davon abgesehen werden, daß diese Zeugen in einzelnen unerheblichcn Punkten von einander abweichen, nicht weniger davon, daß Freudenreich nach so langer Zeit nicht im Stande gewesen ist, au« einer Anzahl von ihm vorgelegten Photographien die de« Janiszewtkr heraus zu finden. Aber andere gewichtige Bedenken stehen der Glaubwürdigkeit dieser Zeugen entgegen. Zurächst hat der p. Jost zugegeben, daß auch er von der p. Jagert bereit« tm vorigen Jahre, als die Vernehmungen in dieser Angelegenheit stattgefunden, aus seine Vernehmung vorbereitet worden sei, indem fit ausdrücklich bemerkt, dafi es fich um die Anwesenheit des v. JaniSzewSki im Feuerstein'scheu Lokale am 24. Januar 1886 handele. Durch diese Einmischung der p. Jagert verliert die Auslage auch diese« Zeugen vorn herein mehr oder weniger an Werth, daher auch seine Vcrfichetung, doh er fich des 24. Januar 1886 auch ohne Andeutung der p. Jagert ent- sonnen Haie, weil an jenem Tage«ine eigenartige Hauptver- sammlung der Offenbach'schen Krankenkasse staltgefunden habe, in welcher seine Frau zur Wab' kommissarin gewählt worden sei. Diese angebliche Erinnerung des p. Jost verdient aber um so mehr Mitztrauen, al« seine Frau fich �war ebenfalls aus demselben Grunde de« 24. Januar 18*6 sehr wohl erinnert, jedoch auf die Frage, an welchem Tage sie in den Vorstand der Offenbacher Kranken- lasse gewählt worden sei. die Antwort gegeben hat, eS muffe die« ein Jahr vorher, im Januar 1685 gewesen sein, wahrend diese Wahl J* Halls der Polizeiakien erst am 3. Januar 1866, also um 21 Tage vor der hier interesfirenden Veisawmluna vom 24. Januar 1886, stattgesunden hat. Mit Rückficht hieraus vnliert auch die fernere Bekundung der Frau Jost, daß JaniSzewSki im Feuerstein'tchen Lokale fich einige Zeil mit ihr unterhalten und ihr erzählt habe, er habe eine Vorladung zum königlichen Polizeipräfivium erhalten und zwar auf heule— nach der Behauptung de« JaniSzewSki soll die» gerade der 24. Januar 1886 gewesen, er will jedoch im Laufe de« Vor« Utittag« abbestellt worden sein— an Gewicht. Auf wie schwan- kinder Grundlage diese Erinnerung dieser Zeugen überhaupt iaht, geht ferner ouS der Aussaae des Freudenreich hervor, «elcher seinem G-dächtniß durch Nachfrage bei dem»Berliner Volksblatt� nachgeholfen und dort erfahren hat, daß cS fich um den 29. Jan 1876 handelt. Auch da» k. OberlandeSgericht war in Aebereinstiwwung mit dem kgl. Ob«' staa'Sanwalt der in dem �elchside desselben vom 23. Mai 1889 ausgedrückten und begründeten Ansicht, dob zu einer richiertrchen und noch dazu eid- «chen Vernehmung dieser b'Sher nur polizeilich vernommenen Zeugen keine Veranlassung vorliege, denn die polizeiliche Ver- nehmung derselben ist so aussührlich und erschöpfend erfolgt, das, von einer nochmaligen Vernehmung Lierhaupt ein andere« Ergebnifi nicht zu erwarten ist, zumal nicht« für die Annahme vorliegt, daß die Zeugen bi«her zu Ungunsten deS JaniSzewSki mit der Wahrheit zurückgehalten haben. Dagegen hat da« kgl. OberlandeSgericht im Gegensatz zur Anficht des kgl. OberstaatS- anwalts zur weiteren Aufklärung der Sache die nunmehr bean- tcagte Vernehmung der Mitglieder de« sogen. Diskutirklub«, welche an der Versammlung desselben im Lokale von EberSbach am 24 Jan 1886Theil genommen haben, im Allgemeinen für erforder- uch geholten und dennoch zunächst die richterliche Vernehmung der noch im Jnlande sich aufhaltenden Mitglieder angeordnet. Hin- fichtlich der fraglichen Versammlung hat da« Urtherl der Straf- kammer im wesentlichen Uebereinstimmung m«t dem Protokolle über die Hauvtverhandlung folgendes festgestellt:»Am 24. Januar 1886 versammelten sich etwa 10 Personen bei Cbersbach. F?lix Wittkowski und JaniSzewSki waren, wie iie einräumen, anwesend. Jhring bekundet, e« sei d«r iorschlag gemacht wordm, der gröberen Sicherheit wegen den Diikutirklub in einm Rauchklub umzuwandeln und diesen polizkilich anzumelden. Jhring und ein Tapezierer Büchel sollten al« polizeilich Unverdächtige die Sta- tuten einreichen." Im Protokolle über die Hauptverhand- lung ist al« von dem Jhring eidlich bekundet feiner noch an- gegeben, dafe auch JaniSzewSki(in der Versammlung bei EberSbach) mit Tabert polnisch gesprochen und letzterer die Umwandlung de« Klubs angeregt habe. Hierzu wird be- werkt, dab der rc. Janiszewskr im Widerspruche mit dem Protokolle in der Houptverhandlung dehavviet, daß der:c. Jhring unter seinem Eide ausgesagt habe, er, JaniSzewSki, habe auf dem Nachhausewege(nach der Versammlung bei EberSbach) mit Tabert polnisch gesprochen, während doch Tabert überhaupt der vvlnischen Sprache nicht möchtig sei. Von den angeblichen Theilnehmern an der fraglichen Versammlung haben demnach im Wesentlichen folgende«, und zwar merstentheil««örtlich, bekundet: 1) Der Drechsler Tabert, j-tzt zu Luck nwalde: Ter sog. DiSputirklub hat im Januar 1886 jeden So.rntag Abend im Lokale von EberSbach getagt, met Ausnahme viel- leicht de« 31. Januar, an welchrm, wie der Zeuge glaubt, überhaupt kerne Sitzung mehr stattgefunden hat. In der Woche dagegen wurden auch einige Male Sitzungen bei Wesenack ab- gehalten. Der Zeuge hat jeder Sitzung de« DiSpuiirklub« bei- gewohnt, JaniSzewSki dagegen, sovrcl er fich erinnern kann, an den SvnntagSfitzungen bei EberSbach im Januar 1386 nur kin- bis zweimal. An einem Sonntage m jenem Monate ist er mit Jani«zewSki des Nachm-ttagS spazieren gegangen, dann mit ihm in da« Lokal von Wutke in der Weberstratze eingekehrt, in welch»m nachher auch Jh.'ing erschien, und von dort mit JaniSzewSki etwa gegen 7 Uhr Abend« nach dem Eberebach'ichen Lokale ge- vangen, in welchem sie Beide der Sitzung beigewohnt haben. Nach Schluß der Sitzung, etwa l l Ubr, brach die panze Gesell« ichaft zusammen aus. An einer Eck« in der Blumenstraße trieben einige der Gesellschaft mit einem dort stehenden Wurst- wann einen Scherz. An dieser Ecke sah der Zeuge auch noch den Jhrina, der aber dann verschwand. Von dieser Ecke an ging der Zeuge dann mit JaniSzewSki allein weiter bis zur Andreusstratze, wo sie fich trernten, weil JaniSzewSki in Friedrichsberg wohnte. Auch hat derselbe Zeuge zugegeben, daß er der polnischen Sprache soweit wächtig sei, daß er einen ge« wohnlichen Mann verstehen könne, weiß aber nicht mehr, ob JaniSzewSki auf jenem Nachhausewege zu ihm polnisch ge. Iprochen bat, hält eS dagegen für wenig wahrscheinlich, daß er in der Versammlung selbst zu ihm polnisch gesprochen hat, weil im Diskutirklub fast nur Deutsche gewesen seien und der Gebrauch einer den an- deren Sozialdemokraten nicht verständlichen Sprache unter dies sammlung de« Arbeiter-BejirkS-VereinS für den Osten von ihnen bloßgestellt Dem Zeugen schwebt«S übrigens, wie er ausdrücklich wiederholt, so vor, als wenn Jhring außer an dem vor- beschriebenen Sonntage auch noch an einem anderen Sonntage in einer Versammlung de« Diskutirklubs bei EberSbach anwesend gewesen sei....... 2. Der Tapezierer Büchel, welcher regelmaßrg an den Kludsitzungen bei Eb-rSbach Thetl genommen hat, entsinnt fich nicht, den JaniSzewSki Ij-malS daselbst getroffen»u haben. Jedenfalls ist derselbe, wie er bestimmt sagt, bei der Gründung des Rauchklubs nicht zugegen gewesen. Daß eS gerade der 24. Januar gewesen, weiß er jetzt, weil in den Kreisen seiner Bekannten davon gesprochen wurde und in den Zeitungen davon gestanden hat. 3. Der Tischler Trebsch, welcher bei EberSbach nur zweimal gewesen ist, weiß nur, daß das erste Mal an dem Sonntage, an welchem das Kaiseijubiläum gefeiert wurde, da- gegen nicht, ob das andere Mal vor oder nach diesem Tage gewesen ist. Jndeß weiß er bestimmt, daß an dem Jubiläums- tage Tabert und Jhrmg zugegen waren. In seiner Gegenwart ist von der Umwandclung des Klub« in einen Rauchklub nicht die Rede gewesen. 4. Ter Tapezierer B a a r s hat de« Sonntags der Ebeisbach verkehrt, jedoch daselbst den JaniSzewSki ein- mal« getroffen. Als die Gründung eines RauchklutS angeregt wurde, waren u. A. zugegen Tabert und Jhrmg. 5. Der Tischler Herrmann kann sich nicht darauf be- finnm, den JaniSzewSki jemals bei Ebersbach getroffen zu haben, insbesondere auch nickt, als die Gründung eines Rauch- klubs beschloffen werden sollte. L tztereS weiß er sogar be- stimmt, ahermalS waren aber u. A. auch Tabert und Jhring �6. Der Tischlergeselle R i t t m e i st e r war bei EberSbach auch, als die Gründung eines Rauchklubs erörtert wurde, glaubt aber, cS sei am Tage deS KaiserjubiläumS gewesen. Er weiß bestimmt, daß JaniSzewSki nicht, wohl ader Tabert dabei war. 7. Der Tischlergeselle Berndt, speziell mit Ja- niSzewSki befreundet, hat denselben öfter«, aber immer vergeh- lich aufgefordert, bei Sonntags zu Edersbach zu kommen und ihn deshalb, obwohl er selbst leben Sonntag dort war, niemals daselbst gesehen. 8. Der Tischlergeselle Wittkowski hat den Sitzungen des Diskutirklubs« bei Ebersbach immer beigewohnt, aber den Janiszewski in diesen Sitzungen nie, also auch nicht am 24. Januar 1386 bemerkt.! Soweit die Aussagen der vernommenen Zeugen. Auch das Ergedniß dieser Aussagen hat die Behauptung des p. Janiszewski, daß er niemals an den Sitzungen des Diskuinklubs bei Ebersbach, insbesondere auch nicht am 24. Januar 1886 Theil genommen habe, keineswegs bestätigt over auch nur genügend wahrscheinlich gemacht, vielmehr— wenigstens in ihrer Allgemeinheit— widerlegt. Von den Zeugen scheidet zunächst Trebsch gänzlich aus, da er an der Sitzung, in welcher die Umwandlung in einen Rauch- klub vorgeschlagen wurde, dos ist nach der in dieser Beziehung unbestrittenen eidlichen Aussage des p. Jhring am 24. Januar 1886, nickt Theil genommen hat. Es bleiben also nur die 7 anvcren Ze gen üdrig, von welchen Tabert, Büchel, Berndt uud Wittkowski in jeder Sitzung des Diskutirklub bei EderS- dach, dagegen BaarS, Henmann und Rittmeister jedenfalls an der Sitzung, in welcher die Umwandlung in eincn Rauchklud vorgeschlagen, beziehungsweise beschlossen wurde, Theil ge- nomwen haben wollen. Von diesen Zeugen mit Ausnahme des Tabert wird nun alleidings die Behauptung des p. JaniSzewSki anscheinend in so weit bestätigt, als sie mehr oder weniger be« stimmt bekunden, daß Janiszewski in jener Sitzung nicht zu- gegen gewesen sei. Aber der Wahrhett beziehungsweise der Zuverlässigkeit dieser Aussagen stehen sehr erheblich« Gründe beziehungsweise Bedenken entgegen. Zunächst ist Wittkowski bereits wegen wissentlichen Meineide« mit einem Jahre Ge- sängniß bestraft worden. Sodann wird seine, sowie des Berndt bestimntte, des BaarS weniger bestimmte Bekundung, daß JaniSiiewskt niemals an den Sitzungen des! Diskutir- klubs bei EdeiSbach Theil genommen habe, durch die entgegengesetzte und zwar näher ausgeführte Bekundung des Tabert, daß JaniSzewSki aberdingS ein bis zwei Mal im Januar 1886 mit bei EberSbach gewesen sei, sofort widerlegt. Mit Rücksickt auf diese Unwahrheit des Wittkowski, Berndt und Baar« in diesem wesentlichen Theiie ihrer Aus- sagen muß ihnen aber der Glaube überhaupt versagt werden. Es b eiden also nur noch Lbiig die Zeugen Büchel, Herrmann und Rittmeister, von welchen Ersterer zwar fich nur nicht ent- sinnt, den Jan Szewtk, jemals bei Ebersbach gesehen zu haben, immerhin ader destimmt sagt, daß derselbe bei der G-ündung des RauckklubS nicht zugegen gewesen sei, die beiden Litzteren dagegen bestimmt wissen, daßZJaniszewSki nickt dabei gewesen, als die Gründung eine« solcken KardS beschlossen, beziehungsweise eröitert worden sei. Es kann davon abgesehen werden, daß Rittmeister glaubt, et sei dies am Tage der Feier de« KaiserjubiläumS, also in der Sitzung vom 3. Jnmar 1886 ge- wesen, da er ebenso bestimmt wie Büchel und Herrmann die ckarakteristische Sitzung, in welcher die Gründung eine« Rauchklubs erörtert worden, als diejenige bezeichnet, in welcher Janiszewski nicht gewesen sei. Aber den Aussagen dieser drei Zeugen steht zunächst entgegen die weitere Bikundung de« Tabert, daß Janiszewski an einem Sonntag im Januar 1886 mit ihm de« Abend« nach dem Eberbach'schen Lokale ge- gangen, mit ihm der damaligen Sitzung b'igewohnt habe und nach Schluß derselben mit ihm nach Hause gegangen sei. Nach der ferneren Aussage des Tabert kann aber jener Sonntag nur der 10., 17. ober 24. Januar gewesen sein. Nach dem eidlichen Zmamffe des Jhring war e« nur der 24. Januar, an welchem Janrszewski in der Versammlung bei Ebersbach war. Es ist daher eine positive Thatsache, welche er auf Grund eigener Sinneswahrnehmung, eine negative Thaisache dagegen, welche Büchel, Herrmann und Rittmeister bekundet haben, da« Zeugniß de« Jhring also den Zeugnissen des sBüchel,'� Herrmann und Ritt. meister sckon an fich, insbesondere auch mit Rücksicht aus die Menge der Theilnehmcr an der Versammlung, und noch mehr mit Rücksicht auf die Länge der inzwischm ver- flvssenen Zeit, vorzuziehen. Denn diese Zeugen, wie auch die ubiigiN Theilnehmer an der fraglichen Versammlung haben ihre Aussagen nach fast vier Jahren aus dem bloßen Gedöcht- n>ß ohne Hilfe von schrif lichen Aufzeichnungen gemacht. Offenbar aus diesen Gründen hat der, wie oben ausgeführt, nicht glaubwürdig befundene Baar« anscheine, d aber auch Herimann alle Theilnehmer an der fraglichen Versammlung nicht mehr namhofi machen können. Insbesondere fällt aber noch in« Gewicht, daß die eidliche Bekundung de« Jhrina, der Janiszewski habe in der Versammlung bei Ebers dach vezw. auf dem Nachhausewege mit Tabert polnisch gesprochen, durch den litzteren insoweit bestätigt worden ist, als er zugegeben hat, daß er selbst der polnischen Sprache soweit mächtig se«, daß er«inen gewöhnlichen Mann vn stehen könne und zwar nicht mehr weiß, jedoch e« auch mcht für ausgeschlossen erklärt, daß JaniSzewSki wenigsten« auf jenem Nachhausewege Iii ihm polnisch ge'prochen habe. Mit Ruckficht auf die soeben erooigehobenen Bedenken können daher gegenüber dem eid- Irchen Zeugnisse des Jhring und dem einmal destehenden Geständnisse des JaniSzewSki auch nicht die Aussagen der Zeugen Büchel, IHerrmann und Rittmeister als geeignet« Gegenbeweise angesehen werden. UcbrigenS soll nicht unerwähnt bleiben, daß JaniSzewSki, wie früher so auch jetzt behauptet hat, Jhring habe in der Hauptverhandlung vor der Strafkammer eidlich erklärt, daß er ihn(JaniSzewSki) am 14. Januar 1886, Abend«, in der Restauration von Wuttke in der Wederftnch« getrossrn und ihm gesagt habe, er komme von EberSbach, dort sei er von Tabert und mehreren Anderen al« Polizeibeamter erkannt und ausgeschimpft worden. Er hält es dennoch für selbstverständlich, daß er nach diese« Geständniß deS p. Jhring doch nicht die Unkiughcit werde de- aangen haben, acht Tage wäter mit demselben, ihm jetzt als Volizeibeamter bekannten Jhring einer geheimen potitischen Versammlung beizuwohnen. Diese Ausführung wird jedoch in ihrem thatfächlichen Theile weder durch den Inhalt de« Nr- rheilS der Strafkammer, noch durch das Protokoll über die Hauptverhandlung bestätigt, steht aber auch nicht blo« mit der dein ff enden Feststellung in jenem Urtheile, sondern auch mit der Aussage des p. Tabert im Widerspruch. Dein Inhalt« des U theilS wurde Jhring erst am 2. Februar 1886 in der Versammlung des Arbetter-BezirkSvereinS Tür den Osten Berlins als Polizeibeamter erkannt und infolgedessen mißhandelt. Auch Tabert bestätigt dies insoweit, al« er angiebt, daß Jhring in j-ner Versammlung biosgestellt worden, nachdem er ewige Tage vorher als Polizeibcamter erkannt worden sei. Jnsowert aber JaniSzewSki mit seiner Ausführung etwa zugleich behaupten will, daß auch p. Jhrina an der Sitzung des Diskulwklud» bei EberSbach am 24. Januar 1886 nicht mehr Theil ge- nommen habe, und dies wäre allerdings nicht denkbar, wenn er bereits in der S'tzung vom 17. Januar als Polizeibeamter erkannt und ausgeschimpft worden wäre— so wird diese B-- bavplung nicht bloS durch den Inhalt de« UltheilS und die Aussage des Tabert, sondern auch, abgesehen von der Aussage de« überhaupt nicht für glaubwürdig befundenen Zeugen BawS durch die Aussagen de« Zeugen Heirman» widerlegt, welcke bestimmt bekunden, daß Jhring in der Sitzung, i« welcker die Giündung eines Rauchklub« augeregt und de» schlössen worden, d. i. am 24. Januar 1886, anwesend gewesen sei.— Aus allen diesen G-ünden hat da« kgl. OberlandeSgericht die Aussagen der säwmllichen vernommenen Zeugen nicht Im geeignet erachtet, die Unwahrheit des eidlichen Zeugnisses de« Jhrmg, daß Janttzewski an der Sitzung des Diskulrrkiubs bei EberSbach am 24. Januar 1886 Theil genommen habe, nachzuweisen ober auck nur genügend wahrscheinlich zu machen. Demnach bot er auch jetzt keinen genügenden Anlaß zur Erhebung der öffent- lichen Klage gegen Jhring wegen Meineids gefunden. Denn die sämmilichen seit dem Beschlüsse vom 12. Dezember 1888 äugest ellien Ermittelungen haben die Sachlaae nicht derart ver- ändert, daß sie zureichende tbatsächliche AnhaltSpunkie dahin, daß die eidliche Aussage des Jhrmg objektiv unrichttg ist, also die Voraussetzung zur Eiheburg der öffentlichen Klage ergeben oder auch nur die in subjektiver Beziehung zu Gunsten de» p. Jhttng sprechenden Umstände beseitigt haben."— Wir de- hallen uns«ine Besprechung der vom OberlandeSgericht für die Würdigung der Beweise g-tt-nd gemachten Gründe vor. Mer andere eine Grnbe gräbt, fällt selbst hwem! Von einer bodenlos niedrigen Gesinnung zeugte eme Anklage wegen schwerer Kuppelei, welche am Dienstag vor der ersten Strafkammer am Landgericht II verhandelt wurde. Der auf der Anklagebank stehende Militär-Anwärter Andreas Friedrich Jabusch hatte sich mit einem jungen Mädchen verlobt und der- s.lben die Ehe versprochen, sobald er eine Anstellung gefunden haben würde. Nachdem er in Mariendors als Amtsdiener an- gestellt worden, drang die Braut auf Erfüllung de« Ehe«r- sprechen«. Aber jetzt paßte ihm das Verhältniß nicht mehr, er wollte sich seiner Braut' entledigen und da dies auf andere Weise nicht anging, so faßte er einen teuflischen Plan. Er verabredet« sich mit dem Schlächtergesellen Lorenz dabin, daß er seiner Braut eine Falle stellen wolle. Er wolle daß Mädchen in eine heikle Situation verlocken, in dieser solle ihn Lorenz überraschen und dann solle dieser die Situation nach Krästr« ausnutzen. Am 30. Juni wurde dieser Plan zur Autsührung petracht. Der Herr AmtSdiener bewohnte als Jungaesell ein Zimmer im Gasthause. Dahin lockte er da« arglose Mädchen, nachdem er im offenen Nebenzimmer den Schlächter Lorenz versteckt hatte. Da das Mädchen sein Eheverfprechen besaß, so war«S ihm nicht allzu schwer, diejenige Situation zu schaffm, auf die es abgesehen war. Inmitten derselben er- schien Lorenz aus der Bildfläche, er drohte dem erschrockenen Mädchen, sie öffentlich»u dlamiren, wenn sie ihm nicht die- selbe Vergünstigung gewähre, wie ihrem Verlobten. Da« be- stürzte und durck die Furcht vor öffentlicher Blamagejfast willen- to« gemochte Mädchen ließ fich bethö.-en. Der ehrrnwertfo Herr Bcäungam stand dabei und sah zu, um ihr hinterher die höhnische Bemerkung zu machen:»Jetzt mag ich Dich nicht, ein bescholtene« Mädchen kann ich nicht heirathen!" Da« au« allen Himmeln gefallene Mädchen kam aber dahinter, daß hier ein« Abrede voilag, c« stellte Strasantrag und der StaerlS» anmalt beantragte nach dem Ausfall der Verhandlung auch wegen schwerer Kupprlei Ii Jahre Zuchthaus. Dem Ber- therdiger, Rechtsanwalt Sello gelang es aber, den Gerichtshof zu beweaen, da« erschwerende Moment, daß bei Bethörung be» OpseiS Hinte« listig« Kunstgriffe angewendet worden seien, au»- zuschließen und nur wegen einfacher Kuppelei auf sechs Mo- n a t e Gefängniß zu erkennen. Wegen der Ehrlosigkeit der an den Tag gelegten Gesinnung wurde aber daneben noch auf einjährigen Ehrverlust erkannt. In dem Prozeß wegen Beleidigung der pechta- anwälte jüdischer Konfesston hat die Königliche S oatS- anwaltschajt gegen da« am 24. d. M. gefällte Erkenntmß de» Schöffengerichts die Berufung eingelegt, weil nicht auch Ber- urtheitunz wegen Beleidigung des Rechtsanwalt Dr. Sello er- folgt ist. Die Staatsanwallschaft geht' dabei von der Ans- fassung au«, daß der Jrrthum des Angeklagten über die Religion de« Dr. Sello gleichgrltig ist, weil sich die inkriminirte schwer beleidigende Aeuberung gerade auf die Person desselben bezieht, welche dem Angeklagten nach seiner bei der verantwort- lichen Vernehmung gemachter eigenen Angabe sogar be- kannt geworden war. Rechtsanwalt Dr. Sello fungirte nämlich vor ca. 2 Jahren als Vertheidiger eine« vor btm Schwurgericht zu Gera angeklagten jüdischen Kaufmann«» und zu dicser Session war der Angeklagte Kügler al« Geschworener einberufen. Somit galt der erhobene Vorwurf dem damaligen Verlheidiger vor dem Geraer Schwurgericht. Daß dieser nun nicht, wie der Angeklagte irrtbümlich angenommen batte, der jüdischen Konfession angebärt, könne doch die dem Rechtsanwalt Dr. Sello zugedachte empsiadliche Beleidigung nicht ungeschehen machen.— Wie wir hören, beabsichtigt auch der AngeNagte g'gen da» ergangene Urtheil B.rusung einzulegen, da er den Rechtsanwalt M e s ch e l s o h n nicht für legitimirt erachtet, den Strafantrag wegen Beleidigung einer großen Personengemei»- schaft zu stellen, umsoweniger al« derselbe fich für seine Person nicht beleidiat gefühlt hat. Eine feine Sache.»De! i« recht untröstliche Witterung bette un bei Barimeler fällt noch jeden Dag." Mit diesen Worten, die er einem fteundlich-vertraulichen»Guten Morgen" anschloß, betritt Herr B.... den Gericktssaal und stellt fich unmiitelbar vor den Richterlisch. Der Vorfitzende sieht ihn prüfend an.»Hören Sie mal, meinen Sie vielleicht, Sie find di er, um Ihre Ansichten über die Witterung zu äußern? Wege» Diebstahls sollen Sie fich verantworten und nun gehen Sie«al zuerst dort in den Anklageraum, wohin Sie gehören."— An- g e k l.: Wenn ick mit bei Justizjesetz so jenau nich verleim! bin un die Jebräuchlichkeilen nich so jenau kenne, denn derscu Sie mir bei nich for übel nehmen, ick habe erst een| eenzijei mal wat uf diel Polizei un vor Jericht zu dhun jihatt un bei war dunnemals, als ick bei Zwunzigmarkstück je tun den hadde un det mit meine anjrborne Ehrlichkeit uf die Polizei trug.— Vors.: DaS glaube ich noch nicht, mit Ihrer ge- rühmten Ehrlichkeit scheint es nicht weit ber zu fein. Wie ist eS denn nun mtt dem Portemonnaie? Haben Sie fich ver- leiten lassen, e« an fich zu nehmen, so gestehen Sie e« doch BcS« iu, obgW4 cm Mann in Ihren Jahren mehr HerrsSaft «der ftoi haben soll!«.—«not IL: Meine Frau s°«t immer p»«h: Die Schwaben werben erst mit det vieriigst« Jahr jeicheut, ick wäre aber bi« an die vier un würde von da an äste Jahre ick mir die Jeschichte mit det richtig überleje, denn jioobe ick beinahe, Bors: Soll da» ein Geständniß sein? dumm jebl'iben ämlicher. Wenn Portemonnaie so sie hat Recht.— AngekL: Ums ach, stehlen un ick, det sind»wee jnmdver- lasten.— V o r s.: Wollen Sie denn«irklich Hümmel» willen nie ilLledene Erjenschaj. � � bei der unsinnigen Autrede beharren, dah See sich nur einen Scher, haben leisten wollen?— A n g e k l.: Det versteht sich, aber det i»'ne fein« Sache, wie sie nich alle Dage vorkommt. — Vors.: Met den feinen Sachen habe ich nicht viel im S un. Wir müssen also auf den Fall näher eingehen. Daß Sie am Nachmittage de« 17. August in der Suckow'schen Restauration da draußen in der Reichenberg« straße waren, geben Sie also ,u. Nun erzählen Sie mal, wie der sogenannte Sch«, stch abspielte.— A n g e k l.: Ick sah a» eenem Disch nnt unsefähr noch zwee andere Herren, van denen der eene wegging. AI» ick kam un mir bei ihnen h-nsetzte, da tnschelten sie zusammen un da haben siedet wahr» scheintuh adjekartet, wat Ke mit mir sor'n Feez machen wollten. — Vors.: Waren die Herren Ihnen bekannt?— A n g e k l.: Bon Ansehe« jerade nich.— Vors.: Wa» h ißt da»? Saunten See denn ihre Namen 1— AngekL: Doch nich, aber der Wuth, der kannte mir.— Vors.: So, nur weiter. — Also erst plinkt der eene dm andern zu un jeht weg. Bald darauf steh« der andere uf un jebt ooch weg. Wo er j-Ussm hadde, so dichte vor stch uf'n Disch, h'dde er sein Poitemonnar« liejm lassen un wollten die bcidm Brieder wir doch blo»'ne Schlinge lesen. Na, denke ick. wollt Ihr Euch mit mir eenen Ech«z leisten, denn leiste ick mir mit Euch reuen un n«dme natierlich det Portrmonnaie vor sämmtliche anwesende Dosen weg im sehe damit fort.— Vors.: Ader Anackragter, außer dem Wirth, der hinterm Büffet»u thun hatte und außer Ihnen war geklagter: Also gut, ick nach mein Stück Jortenland, j-pachtet habe. Hier buddle ,a niemand da.— An- lehe weg und begebe mir wat ick nich weit davon ick det Portemonnaie in d-e Laube dichte an't Dlschbem in, vorher jmdde ick det Jeld aber jezählt, det warm sei ade 57 Mark. t5, denn weeß ick nich, wat ick dazu Wenn det jestohlen sagen soll.— Vors.: )n( Ja. es wird aber doch wohl als Diebstahl aufgefaßt werden. Kam nun nicht bald darauf em Schuhmgnn zu Ihnen, der stch nach dem Portemonnaie«kundigte? AngekL: Det mai'i ja«dm, der Schutzmann jehärte ja mit zu die Komödie, der war ja von den deeden anderen bestochen worden. Ick mache natürlich m Jefichl, so ehrbar wie'ne Töpperschürze und sage eck wußte nick» mch von en Portemonnaie. Denn mußte ick mit»ur Wache, meent« er. IS jut, sage ick, ick will kern Spielocrderber stnd un lache mir mwming. Uf tue Wache haben st« mir denn visentirt, wobei ick aber immer sagte, det Portemonnaie würde stch schon wied« finden. Den nächsten Dag kam wieder m Kriminalbeamter un den habe ick det Portemonnaie rctouijescdm.— Vors.: An. «eklagter. fihrn Sie denn nicht ein, daß e« eine haarst, äubend« Unv-r!chamth«t ist, dem Gerichtshofe ein solche« Märchm auf» mtischen V— A n a e k l.: Nee, in geringsten jarnich, det is 'ne feine Säte. Wenn ick mir an det Jeld bneickern wollte, dmn konnte ick et ja man behalten.— Vors.: Sie waren fiter, daß Sie für dm Tbater geholten werden mußten, nur deshalb haben Sie es herausgegeben. Der Bestohlme wird Jhnm fagm, daß n das Portemonnaie auf einen Net«, tisch, wo die Zünd» Hölzer standen, aus d« Hand legte, um fich eine Cigarr« anzuzundm,« hat dann vergessen, e« mied« einzusteck n.— Angeklagter: Det faje ick j',«st wachen fie mit en ollen ehrlichen Mann so ne W tze un hernach wird det anders ausgelegt. Mir soll eener wieder en Portemonnaie hinlejm den zeije ick wegen Bedrug an«n mache ihn meineidig. Det 'S janz jewiß nur en Svaß von mir jewesen.— Vors.: D« Spoß wird Sie ab« wohl in's Gefängniß führm. Und so kam«S. Der Staatsanwalt beantragte drei Wochen Gefängniß, das Urtheil lautete auf eine Woche Ge» fängniß. Kopfschüttelnd verließ der Verurtheilte die Ställe, wo man ewen.Scherzi so schlecht zu würdigm»«stand. Soziale Mebeulritik. Zl-ber die«inMhrnng de»»ene» Kuchdrucker- Sa-if» in Ke»lin schrerdi man un«:.Am gestn.rn Tage hat auch di» Gelchas.Sleitung d«.Siaatsbürger.Zeitung" ihren Gehilsm gegenüber den neuen Tarif an«kannl. Mit d« .Krenz-ZigJ stnd noch U»»«Handlungen im Gange, die viel» leicht dmch H«m von Hammerstein zu«wem günstigen Ende führm dürsten. Vorn.Reichsboten', dem.Deutschen Tag«. blait' und det.Germania' verlautele blSh« noch nichts, da find ja auch so lammsiomme Alb«!«, die einm höheren Lohn nickt bedüifm, indem ste fich wed« um den Unter stütz angs- v«ein noch um die allgemeinm Ardeit«stagm bekümmern und somit keinerlei Ausgaben haben, die jeder intelligente A-beitrr babm muß. Vielleicht kommt noch eine Feit, wo fie ibre eigenen Kolleg«, wie auch andere Arbeit« zur Hilfe rufen müssen, denn je mehr man stch duck', desto mehr wird man geduckt und mit Recht. Im Uebrizen laufen noch alle Tage Bewilligungen von einzrlnm Druckereien ein, die das Gesammtresullai immer aün- ftig« darstellen. Altona» 30. Dttember. Eine Krankenkassen. Statistik ist seitens Oe« tt figen Magistrats aufgestellt, aus d« fich die Prosp«iiät t««inzelnm Kassen folgern läßt und die ziff«n- mäßig darlegt, daß dir freien Hilfskassen am b.sten arbeiten. Die E mitte Inn ren«strecken fich auf da« Jahr 1888. Am Schlüsse de« Jahr«« bestand ein« D Ukrankenkusse mit 3829 männlichen und 1935 weiblichen Mitgliedern. Fern« bestehen vier Betriibskra-ik'nkassm mit 537 männlichen Mitgliedern. Die Zunahme an Mitgliedern betrug im Laufe de« Jahre» bei der Drtskrankmkasse 1,15 pCt., bei dm Betriebski«w kmkassea 5,95 pCt. Dann bestehen zwei Janungskrankenkassen mit 189 männlichen Mitaliednn. Diese Kassen habm eine Ab« nähme van 10L5 pCt.«litten. F«net bestehen 19 ein» geschriebene Husskasscn rn t 39 554 männlichen und 2030 weiblichen Mitgliedern. Diese Kassen haben einm 3»« wachs von 1 05 pCt. zu verzerchnm. Endlich bestehm noch 3 freie Hilfskassm mit 1635 männlichen und 1754 weiblichen Mitgliedern, mit einem Zuwachs von 1 47 vCt Die Einnahmen betrugen bei d« DriSkrankmkasse 101 993 M. 43 Pfg.: bei den Betriebe kranken fassen 15 145 M. 60 Pig.; bei dm JnnungSk'ssen 2140 M. 69 Pfg.; bei dm eingeschriebenen Hilsekassen 862563 M. 85 Pfg. und bei dm freien Hilfskassm 56 522 M. 85 Pfg. Die persönlichen Ber» waltungSauSgaben betrugen bei der Ortälcanlenkafse 6885 M. 15 Pf., bei den BelnedS'(Fabrik-) Kassen nichts, bei dm In» nuna«kassm 258 M., bei den eingeschriebenen Hilfskassm 59 782 M. 68 Pfg. und bei den freien Kossen 11838 M. Da« Gesammibaarvermägm belmg der dn D-iSkosse 14 978 M. 63 Pf., b. i. 25 vCt. mthr als im Vorjahre; bei dm Fabrik» kassm 4764 M, 74 Pfg.. d. i. 29 pCt. mehr als im Vorjahre; bei den Jnnungskassm 20 M. 60 Pfg. Schulden; bei dm ein» geschriebenen Hnfskassm 448 879 M. 71 Pfg., d. i 3307 pCt. mehr als im Vorjahre und endlich bei den freien Hilfstasst» 6987 M. 79 Pfg., d. i. 33,31 pC». mebr als im Vorjahre. Da« Gesamintaermözm sämmllrch« Krankmkassm betrug 476 501 M. 49 Pfg., d. L 38,07 pCt. mehr als im Vorjahre. Verpstntnlungsn. «trank», ttnd prarübatSkals» für vi» im �rrtinrr«ürtier- nnb«taa|ture«n>erb, iufaSfti«*»» v«rf«»«». i Elmesch Irbeite HUsttiss- 9t. 60) So mlae, den 5 Irnuar«oimliiaai 10% llbei Huhef ordentliche«ene alDerfnmailur.g in Niein'l Frftsaien, Dtanltnflc. 182, Sage»- Ordnung: 9bd b-nn'g de» reoidirt-n Stahna CSreg« ö1f»nttich» Kch»,lder p»» sammlang am Dienstag, den 7. d. M., Nbenb» 8% Uhr im»önlcftobt.Jtoslno, toljmntfthraje Str. 72, tag-lotbnuna: 1. Wai hrden die Arbeiter in der Gegenwart zu thlin, um idrr ma-rielle Soge zu verdiffernl unb welch-« müssen lote Ziele der Zokar.st sein? Rlscrent W Li silnber, 2, Diilusslon. Berschiebene», Da» Ei scheine» aller.itollege» ist nüibig Srti»»»•rtiniguna der Zimmerer perlin« und Umg»s»»>. Nene oloersammlun cm Mttwoch, den 8 Zanuar. Sbet b» 8 übt, im SM" blnjni t, Mülleist ahe 178 Pslcht eine» jeden Mltgliede» ist e» zu erschiinrn. Sieae Mitglieder werben ausgenommen, Vriofkolflen. Bei Anfragen bitten wir die Sibcmnememi.Qultiimg behusügen. Briefliche Antwort wirb nicht erlhellt, Ans vielfache Anfrage« theilen wir mit, daß man fich wegen des neueriwrenenen Blatte«:.Der achtstündige Arbeits» >ag' an E. Wullschleg«, Basel �Schweiz), Spalenvorftadt 3, wenden wolle. Lagn von Rathenclver Bullen und Ptncenez, Bruchbänder, Leibbinde«. Nabe bavdagen. SuSpen- i fürten, Gcradehaltee. orrhopad sche '«aschiveu. Kormctt*,(aunlidie Arme und Beine Mastdarm- und BorftM-Vandagen KrOcken, Bidets Ltechbecken llr'i ha lee. KlyBer- und Mutler- sprsttr«.«Itzsvdvwp, Irrigator, Jnraiations-Upparate Luft-»ad Wasserltsse«, Gummi- strumpfe Kranke,>wag-n?c:c rmpfesttrn msottden Prelfe« Berlin S., V inzenstr. 42, part. t. Für Dame»: Dameu-Kedlennng."TNBf Ort#- und freien Hilfe-Krankenkassen. IKftuiB Kesonderer Keachwng empfohlen: von Neuj br 1800 ob gewähren wir auch den Familienangeharlgem der Kassenmil« ieder etV., Lelpzlgeiair. 103. �4 V l "tt, ef. 'obr "e*. et®0 V«1 -�o« «LN Nob-Takakl: Grütze Anowahl. dMltzfte Urelf- von Mn»»nlllchen>m Handel biftuoltchen Tabaken. Heinr. Frank, Krmme«str.l41>14Ä. Arbettsmarstl. Schlosser auf Merkzeuge »ud 2 Ardeiter Wer seilie Uhr sauber, gut und billig repa-in haben "ill, der trage ke zu nnem guten Uh mach«, ein solcher wohnt Skaiitzerkraße 8. Außerdem«notehl« mrin urotzt« Lag« in R�gulateurm, Wani». und Taichei uhrm, sowie in sämmtlichm Golawamen.— Ausführung von Repamtrirm in fämm'L Golbach n. 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Origsi. 1,50„ Franz Beyer, _ fJrtm-rftnwrnBr. 15 mm Moritzolatr i UeujahrsgraK an die Dre noch so selten, er bei fich getraffm, Da9 ste gekommen wären auf«nmal, sich ansuseben seine Auswahl Von Nähmaschinen, Wasch, und Wringmaschrnm ohne Zahl. Er hvffi nun, daß im neuen Jahre Such zugesellen Jenen, die schon der ihm warm, '70 vttl, oab die Lolidarität mit Hellem Schein N in auch sein Dos»> mögen oft erfreu'n. Genosse Emil Franke wohnt Saarbrücker» ttraß« 6, Und wünscht zum neuen Jahre Allen nm das Beste.[495 Einen Gruß zum neuen Jahre meinen werth-n Kollegen und Adonne-'t-n üd«sendet hierdurch Georg Fittrecke, T#kr, 493 Journal- u d Zeilua�s>p.c>iiron, Lurgestr. 62, Hof put. NB. Straßenoerkrut Fcucht'lr. 77, Ecke Langestr. Die besten Glückwünsche zum reuen Jahr wünscht seinen Gauen. F«un0m und Bi kannim 502s O. Baier, Restamateur, Fruchistr. 54. sfimmtlioher Sorte«. Größte Auswahl, billigst Presse.(727 6. Elkhuyeen, DKünsktratz« 10. Berantwormch» Redakteur:«nrl Dnak« ü» Berlin Druck und«erlag von Mo» in Berlin. SW, Bmihftraß« 2. E. Schläfst, l. 1 od. 2 H»z�uchtstr. 74 c-. Schlüter,.