Nr. 4. Sinmtag, den S. Januar 1890. 7. Ia>,rg. HMerVglksblM. ßxm für die Meressen der Arbeiter. ._ Das„!S er tin er A v l? s b Z c> t t' "IJmu täglich Moryens außer nach Sonn- und ftestlageu. Abonnen.e'.usprers für Berlin sw J»««OUS vrerteliabrlich 4 Mark, monatlich Uf) Stark. Ivüchentltch 35 Pf. Einzelne Zimnmer �Pf.. Sonntags- Nummer mit dem �Sonntage-Blatt" 10 Pf. Bei Abholung aus unserer «kpedinon Zimmcrstraße 44 1 Mark pro Monat. Postabonnement 4 Mark pro Quartal. je..(Eingetragen in der Postzeitungsorerslifte für 1890 unter Nr. 892.) «"»»n» Anstand: Täglich uuter Kreuzband durch unsere Erpedition 3 Mark pro Monat. Insertionsgebühr beträgt für die Sgespaltene Petitreile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlung- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin 8WV itimmerstrahe 44, sowie von allen Annoneen-Bureaux. ohne Erhöhung dcS Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags,«n Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. -» Fernsprecher i Ami VI. Ur. 4106.«--*~ Modsktisn: Veutlsstratzc— Expedition: JinttnerßenHe 44. Dols Meicksgerichk xtntf vor VrtNkrnkMvUtH. , 2)« am 3. Dezember 1889 gefällte Entscheid des höchsten deutschen Gerichtshofes betr. der Strafbarkeit öffentlicher Aufforderungen zum Kon- 1* i f t 6 r u ch hat die allgemeine Aufmerksamkeit in hohem «rade hervorgerufen. Wir haben bereits mehrfach uns mit dem für die Arbeiterbewegung sehr folgenschweren Erkenntniß beschäftigt. 0 Jetzt hat ein hervorragender Rechtslehrer, Dr. Richard �vening in Jena, das Wort ergriffen, um in fach- �ständiger Schärfe seine Stellung zu dem Urtheil des Reichsgerichts zu kennzeichnen. Er hat an die„Zena'sche Leitung" eine Zuschrlft gerichtet, in welcher es heißt: „Gelegentlich einer wissenschaftlichen Arbeit über den Bruch des Arbeitsvertrags habe ich mich auch mit dem bfktheile des Reichsgerichts zu beschäftigen ge, habt, welche» den§ 110 des Reichs- Strafgesetzbuchs auf öffentliche Aufforderungen zu vertragswidriger Arbeitsein- stellung anwendbar erklärt. Ich bin der Ueberzeugung, daß btese von der bisherigen Praxis abweichende Entscheidung sowohl mit dem Wortlaut wie mit dem ursprünglichen Ge- danken des genannten§ 110 in vollständigem Widerspruch steht. Wenn hier auch allgemein von Ungehorsam gegen Gesetze die Rede ist und zwischen zivilrechtlichen und an- deren Gesetzen nicht unterschieden wird, so kann doch nicht . die Verletzung eines jeden beliebigen GeketzeS als ein .„Ungehorsam" in dem hier m Betracht kommenden �inne bezeichnet und der§ 110 daher auch nicht auf Aufforderungen zu jeder beliebigen Gesetzwidrig- reit bezogen werden. Da die Aufmerksamkeit Ihrer deser einmal auf die Frage gelenkt ist, so gewähren Sie wohl nachstehenden Bemerkungen aus meiner erwähnten Ar- beit eine Aufnahme in Ihrem geschätzten Blatte. Diese Bemerkungen lauten:„Das Bedürfmß, gegenüber den zahl- Wichen Vertragsbrüchen der Arbeiter strengere Maßregeln in Anwendung zu bringen, als sie die gegenwärtige Gesetz- gebung zur Verfügung stellt, hat in neuester Zeit zu einer »derstrichterlichen Entscheidung geführt, welcher vom Stand- Punkt des bestehenden Rechts die schwersten Bedenken ent- gegenstehen. Das Reichsgericht(4. Strafsenat) hat mit Urtheil vom 3. Dezember 1889 unter Aufhebung des ab- weichenden UrtheilS der Strafkammer erkannt, daß§110 des R.-St.-G.°B., welcher die öffentliche Aufforderung zum Ungehorsam gegen Gesetze, rechtsgiltige Verordnungen oder obrigkeitliche Anordnungen unter Strafe stellt, auch auf offentlicheAufforderungenzumVertragS- b r u ch anwendbar fei, da ein solcher Vertragsbruch die Borschriften des preuß. Allg. LandrechtS über die Pflicht zur Haltung eingegangener Verträge, sowie des preuß. Berggesetzes 70 Feuilleton. Nachdruck utisoim.)__ v»ztal«r v», Emt!e Z» U. 'K»zig autoristrte Nebersstzung v»s S?»st Zieglir. Ein furchtbares Gedränge entstand, aus allen Wegen stürmten sie im Galopp heran, wollten sich, mit Gewalt Einer den Andern überflügelnd, bis zur Fahrkunst durch- jwängen. Einige waren die Fahrten hinaufgeeilt, doch sie kamen wieder zurück- die Leitern waren nicht mehr passir- bar. Der Aufzug füllte sich und fuhr empor; stieg wieder herab, und zog von Neuem den Waffer speienden Schlund hinauf. Und jedes Mal schauten ihm die Zurückbleibenden mit bangem Todesschreck nach: diesmal war er noch an der gefährlichen Stelle vorüber gekommen, aber wird er noch einmal zu ihnen hinabkönnen? Ein ewiges Brechen und Bersten tönte von oben; schon war eine Förderschale zer- sckmettert, eine andere rieb so verzweifelt an dem Gebälk, als müsse das Grubenseil in den zitternde« Schwingungen zerreißen. Noch waren hundert Männer unten, schrieen, quetschten (lch, drängten einander inS Wasser; zwei wurden von her- abstürzendem Holz erschlagen- ein Dritter, der steh an die tchon auffahrende Förderschale geklammert hatte, fiel aus ömer Hohe von fünfzig Meter herunter und verschwand in den Wassern. Dansaert versuchte Ordnung zu schaffen. Mit einer SilU£ bewaffnet, drohte er Jedem, der seinen Befehlen zu- Ü;!. hudele, den Schädel einzuschlagen. Er wollte sie in ner Reihe aufstellen, rief den Aufladern zu, sie hätten als über die 1 4tägige Kündigungsfrist verletze, also einenUngehorsam gegen diese Gesetzedarstelle. Einersolchen Auslegung kannindeß nicht beigetreten werden. Wie sich aus der Geschichte des auf dem§ 87 des preußischen St.-G.-B. von 1851 beruhenden§ 110(vergl. Goltdammer, die Materialien zum St.-G.-B. für die preußischen Staaten n S. 112), sowie aus der Stellung desselben in dem den„Widerstand gegen die Staatsgewalt" behandelnden Abschnitt des R.- St.-G.-B. ergiebt�kann hier unter dem„Ungehorsam gegen Gesetze" nur eine Verletzung solcher Gesetze verstanden wer- den, welche ein Gebot oder Verbot derStaatS- gemalt an die Unterthanen aussprechen und welche daher einen unmittelbaren staatlichen Anspruch auf Gehorsam und eine öffent- liche Gehorsamspflicht der Unterthanen gegen den Staat begründen; nichts dagegen die Ver- letzung solcher Gesetze, welche, wie die genannten preußi- schen, lediglich eine privatrechtliche Verbindlichkeit normiren. Bei letzteren giebt es ein Recht des Gläubigers auf„Erfüllung", aber nicht ein Recht des Staates auf„Gehorfa m", und es kann daher hier auch nicht von„Ungehorsam" die Rede sein. Ganz unzulässig aber würde es erscheinen, wenn man die neuer- dingS aufgebrachte fogenante„Normentheorie", welche über- Haupt alles objektive Recht in staatliche Befehle(sogenannte Normen oder Imperative auflösen will und welche bis dahin nur in den Schriften einiger Theoretiker ihre Vertretung gefunden hat, Gesetzen unterschieben wollte, die von einer solchen Theorie nichts wissen und nichts wissen können. So lange der Vertragsbruch, d. h. die Verletzung einer rein privotrechtlichen Obligation, selbst nicht straf- bar»st. so lange muß auch die Aufforderung dazu als straflos erachtet werden." Die Stellung des Reichsgerichts in allen den Fragen, welche in das Gebiet der sozialen Politik gehören, ist, wie die Erfahrung des letzten Jahrfünfts besonders scharf zum Bewußtsein gebracht hat, eine dem Gefühl und dem VorstellungSkreise der großen Masse durchaus unbegreif- liche. Das Rechtsbewußtsein des Volkes steht den Ent- scheiden deS RetchtSaerichts, wie sie u. a. in Sachen des Chemnitz-Freiberger SozialistenprozesseS gefällt worden sind, rathlos und ohne Verständniß gegenüber. Zwischen der Auffassung der rechtsgelehrten UrtheilSsinder und derjenigen breiter Schichten der Nation hat sich eine Kluft aufgethan, welche so lange nicht sich überbrücken läßt, so lange unser Richterstaud in der rein bürgerlichen Weltanschauung sich bewegt, der ihm eine einseitige Auf- faffung der gofFllschaftlichen Probleme gebieterisch auf- drängt. Für uns ist das jüngste Erkenntniß des höchsten deutschen Gerichtshofes nur ein Glied mehr in der Kette, nur eine natürliche, naturnothwendige Folge des Systems, unter dessen Einfluß die heutige Gesellschaft so ward und sst, wie sie sich uns darstellt, ein Gebilde, in welchem auf die Letzten die Grube zu verlassen; man hörte ihn nicht an. Er hatte Pierron, der todtenblaß und an allen Gliedern zitternd, sich feig mit den Ersten hinausschwindeln wollte, zurückgedrängt; bei jeder Auffahrt mußte er ihn wieder packen und von der Förderschale hinabwerfen. Dabei klapperten ihm selbst die Zähne vor Angst. Noch eine Minute vielleicht und er war verloren. Jetzt knatterte und krachte es oben, als wolle der ganze Schacht zusammen- stürzen; ein gewaltiger Strom ergoß sich; Balken und Bretter Hagelten herab. Eben rannten noch ein paar Arbeiter aus einem Stollen herbei, winkten und riefen, doch Dansaert, von toller Furcht erfaßt, sprang in die Fahr- kunst, Picrron ihm nach; er riß an der Signalleine er fuhr empor. In diesem Augenblick kamen auch Stephan, Chaval und die Andern sahen die Fahrkunst verschwinden, arbeite- ten sich durch die stauenden Wasser heran, blickten hinauf — da prasselte es über ihren Häuptern; sie fuhren zurück: Bohlen, Bretter, die Pfosten der Leitung, alles stürzte wild schmetternd durch einander, thürmte sich bäumend; der Schacht war verstopft; unmöglich konnte der Aufzug noch einmal passiren. Sie waren an zwanzig Personen. Chaval stieß entsetz- liche Verwünschungen aus; Werden die verdammten Chefs sie hier umkommen lassen? Mouque kam,„Bataille" wieder aus den Gallerien füh- rend, er hielt ihn noch am Zügel. Beide, der. greise Stall- knecht und der alte Schimmel betrachteten mit blödem Auge das Wachsen der Wasser, die den Männern schon bis an den Gürtel reichten. Stephan, die entfärbten Lippen auf einan- der gepreßt, hob Katharina in feine Arme; die Andern riefen heulend in den Schacht empor, der einen Strom auf sie herabschüttete und von wo ihnen keinerlei Hilfe mehr kommen konnte. Als Dansaert oben ankam, nahte Nsgrel laufenden allen Gebieten, in Politik, in Kunst und Wissenschaft, im Leben des Einzelnen wie der Gesammtheit die sozialen Gegensätze bis zum Aeußersten sich zuspitzen. ES kommt uns nicht in den Sinn, auch nur mit dem Hauch eines Zweifels etwa die stahlfeste Unparteilichkeit de« Reichsgerichts zu versehren. Das fei ferne von unS! Aber es ist unsere Pflicht, mit tiefem Bedauern auf die Thatsache hinzuweisen, wie rasch die Anschauung deS deutschen Volkes über das, was recht und billig, sich scheidet von der sicherlich haarscharfen Dialektit der deutschen Rechtsprechung, die sich von dem Boden, auf welchem der einfache Bürger und Bauer, der Arbeiter, der kleine Mann steht, immer mehr loslöst. Um so erfreulicher ist eS, wenn ein in den Fachkreisen hochgeschätzter Forscher, wie Professor Loening in Jena, vom rechtswissenschaftlichen Standpunkt aus an dem viel- besprochenen Erkenntniß eine Krittk übt, die unseres Er- achtens in'S Schwarze trifft, und der gegenüber alle gegne- rischen Einwürfe platt zu Boden fallen. Wohin gerathen wir, wenn in Konsequenz des reichS- gerichtlichen Erkenntnisses jede Aufforderung zur Verletzung einer privatrechtlichen Verpflichtung dem Kriminalrichter zur Aburtheilung überwiesen wird! Wird dieser Grundsatz nicht bloS auf die Arbeiter angewendet, welche von dem Bischen KoalittonSrecht Gebrauch machen, das ihnen der durch den Puttkamer'schen Streikerlaß so schon beschnittene§ 152 der Gewerbeordnung gestattet, wird, wie gesagt, dieser Grund- satz ohne Unterschied der gesellschaftlichen Stellung auf alle deutschen Staatsbürger angewendet, dann werden die deutschen Gerichtshöfe sich mit recht interessanten Fällen zu beschäftigen haben. Wird z. B. der Schuldvertrag unter diesem Gesichtspunkt aufgefaßt, so werden Jahr für Jahr, Monat für Monat leichtlebige Aristokraten, die in der Kontrahirung von Schulden oft obenso virtuos sind wie in der Nicht- bezahlung derselben, so werden zahllose flotte Lebemänner der Bourgeoisie, buntbemützte Korpsstudenten und Herren in Amt und Würden hinter den Mauern der Gefängnisse über die schlimmen Wirkungen des Vertragsbruches nachzudenken haben. Und das wäre doch sehr peinlich... Unerörtert wollen wir übrigens lassen, ob der Grund- satz bei MassenauSständen, wie sie die GrubenarbeiterstreikS des Jahres 1889 waren, welche hunderttausend Mann feiern machten, praktisch durchführbar ist. Trotz der vielen, vielen Strafanstalten, welche wir haben. Sicher ist nur das Eine, daß in weite Kreise, nicht bloS in die Arbeiterschaft hinein, eine Verbitterung gettagen werden wird, welche eine Gefahr für den sozialen Frieden bedeutet. Der juristische Scharfsinn darf nicht die Feinheit seiner Untersuchungen so weit treiben, daß die Arbeiter ent- weder aus ihr Recht zu streiken verzichten und zu willenlosen Werkzeugen des Unternehmerthums herabsinken müssen, oder aber in eine Lage gedrängt werden ähnlich derjenigen des englischen Proletariats vor dem Jahre 1824, dem Jahre der Schrittes, nachdem Frau Hennebeau ihn unglücklicherweise gerade an diesem Morgen mit dem Durchblättern von Kata- logen und einer weitläufigen Besprechung der Brautgeschenke bis zehn Uhr aufgehalten hatte: „Was giebt es denn?" rief er aus der Entfernung. „Die Grube ist verloren", antwortete der Ober- aufseher. Er erzählte, noch zitternd von der erlebten Aufregung, aber der Ingenieur zuckte ungläubig die Achseln: „A bah, hat man jemals gehört, daß ein Schacht so plötzlich zusammenbricht? Das sind Uebertteibungen. Wir werden schon sehen. Niemand ist unten geblieben, nicht wahr?", Dansaert wurde verlegen: Nein, Niemand, wenigstens hoffe er es; allerdings könnte sich Einer oder der Andere verspätet haben... „Aber zum Kukuk", rief Negrel,„warum seid denn Ihr ausgefahren? Läßt man seine Leute im Stich?" Sofort gab er den Befehl, die Lampen zu zählen. Am Morgen hatte man dreihundertzweiundzwanzig verurtheilt- es wurden nur zweihundertfünfundfünfzig gefunden. Doch mehrere Arbeiter gaben zu, daß sie ihr Grubenlicht in der Panik der Flucht verloren hatten. Man versuchte durch Namensnennung zu einem Resultat zu gelangen; aber eS war unmöglich, genau die Zahl der fehlenden Personen fest- zustellen; Einige waren schon heimgelaufen, Andere so ver- wirrt, daß sie ihren eigenen Namen nicht verstanden. ES mochten zwanzig Arbeiter unten geblieben sein, vielleicht auch vierzig. EinS war gewiß: es befanden sich Männer in der Grube. Als N grel sich über den Schacht beugte, vernahm er deutlich durch das Brausen der Wasser und daS Krachen der Balken die entsetzlichen Schreie der Verunglückten. Die erste Sorge deS Ingenieurs war, Herrn Hennebeau benachrichtigen zu lassen. Dann wollte er die Grube schließen; doch schon rannten aus dem Dorfe Frauen, Kinder und Greise Aufhebung der VerschworungS-Akte, der Einführung der Koalitionsfreiheit. Die Bergarbeiterbewegung ist trefflich dazu geeignet, Alle, die Antheil haben an der Gestaltung der Geschicke deS Volkes zum Spiel mit offenen Karten zu zwingen. Das Reichsgericht hat in seiner Entscheidung vom 3. Dezember auf die Bahn verwiesen, welche eS zu wandeln gedenkt. Der Verfaffer der ernst sozialistengesetzlich verbotenen „Quinteffenz deS Sozialismus", der k. k. österreichische Minister a. D. Albert S ch ä f f l e, enthüllt in der„Zeitschrift für die gesammte StaatSwiffenschaft" seine so verworrenen wie erzreaktionären Vorschläge zur Knechtung der Gruben- ardeiter. Und— Ironie deS Schicksals!— der Nachfolger Puttkamer'S, Herr H e r r f u r t h, zeigt fich als derjenige, der noch das meiste Verständniß hat für die Behandlung wirthschaftSpolitischer Dinge.... Die Besitzenden werden mit Herrn Loening nicht zu- frieden sein, der ihnen die Freude über einen Entscheid stört, welcher ihren Interessen so förderlich ist. Wir heben nochmal« ausdrücklich hervor, daß die Ob- jektivität des Reichsgerichts für uns außer allem Zweifel ist; daflelbe hat seiner Ueberzeugung gemäß geurtheilt. Und daS von Rechts wegen. Aber die Geschichtsschreibung der Zukunft, wenn sie daS Kapitel der Rechtsprechung im Deutschen Reich behandelt, wird aufweisen, wie diese Art der Jurisdiktion den Zwie- spalt zwischen Arm und Reich nicht p beseitigen vermocht hat, sondern als der Ausdruck der rem bürgerlichen Ideen sich darstellt. Und die Historiker kommender Tage könnten vielleicht bei aller Anerkennung der unbestechlichen Ehrlichkeit deS höchsten deutschen Gerichtshofes in Hinblick auf solch einen den Armen schädlichen, den Reichen nützlichen Entscheid daS Rechtssprichwort anwenden: Trittst du mein Huhn, so bist du mein Hahn! itcltcilirflf. Kitten und Ermahnungen an die Urichstagsab- geordnete«, bei der Wiedereröffnung der Sitzungen des Reichstags vollzählig auf dem Platze zu sein, findet man jetzt täglich m allen Kartellblättern. So schreibt die„Nat.-Lld. Corr.": Der Reichstag wird alsbald nach Wiederaufnahme der Sitzungen in der nächsten Session vor bedeutsamen Eni- scheidungen und Abstimmungen stehen. Mit dem Marine- und Militäretat, der in zweiter Lesung beoorstiht, kommt der wichtigste Theil des Reichshaushalts zur Verhandlung und es wird nicht an lebhaften Kämpfen sowie bei manchen Positionen an starken Anfechtungen fehlen. Alsdann wird die zweite Be- rathung des Sozialistengesetzes folgen. Angesichts dieser wichtigen Entscheidungen darf man wohl das Vertrauen hegen, daß der Reichstag besser besucht sein wrrd als vor Weihnachten, wo er andauernd mit B-schluß- Unfähigkeit zu kämpfen hatte, und daß er ohne Störung seine Arbeiten zu Ende führen wird. Insbesondere möchten wir die Mitglieder der Kartellparteien ersuchen, so voll. gllig wie möglich am Platze zu sein und sich für noch einige ochen auf dauernde Anwesenheit in der Reichshauptstadt ein. zurichten. Die Session wird ja ohnehin wegen Ablaufs des Mandats bald geschloffen werden."— Hoffentlich sorgen die nächsten Wahlen dafür, daß eine große Anzahl der«Parlaments» müden" Kartellbrüder überhaupt nicht mehr nach Berlin zu kommen braucht. Im Abgeordnetenhanse treten die Fraktionen beim Wiederbeginn der neuen Session in folgender Stärk« auf: Konstlvative 119, Freikonservative 68, Nationalliberale 85, Zentrum 98, Freisinnige 29, Polen 15, FrakiionSlose 13. Nach Schluß der Session find 22 Mandate erledigt, von welchen z. Z. noch 6 unbesetzt sind, darunter 4 konservative, ein frei. konlervativeS und ein klerikales. Duo Inkrafttreten de» Inoaliditätsversteheerrng«- ßesehe» ist bekanntlich erst 1891 over 1892 zu erwarten. ES sind aber sitzt zwei Paragraphen in Kraft gesitzt worden, um es dm Acbertern zu erleichtern, beim Jnkrastsieien d.S ganzen Gesetze« Bescheinigungen beizubringen über daS ArbeitSver» hältmb in den vorhergehenden Jahren behufs Geltendmachung der Ansprüche aus Invaliden- oder Altersrente. Es kann in dieser Beziehung da« Arbeits- oder Dimstverhältniß währmd der letzten 5 Jahre vor dem Inkrafttreten des ganzen Gesetzes in Betracht kommen. Oberbürgermeister Oertel in Liegmtz er- läßt in den dortigen Blättern Bekanntmachungm, welche die Arbeiter über die in Betracht kommenden Verhältnisse orim- tiren; er räth dem Arbeiter, dafür zu sorgen, daß er über seine Beschäftigung im Falle eines dauernden Arbeits- oder Dienst- herbei. Man mußte sie mit Gewalt vom Schacht zurück- drängm! Wächter wurden aufgestellt, um die Leute fern zu halten, damit die Rettungsversuche nicht behindert würdm. Die zuletzt ausgefahrenen Arbeiter standen dort, stumpf- sinnig auf das heulende Loch blickend, aus dem sie sich eben gerettet hatten. Frauen beschworen sie weinend, ihnen die Namen zu nennen. War dieser dabei? Und der? Und der? Die Männer zitterten, stotterten unzusammenhängende Worte, geberdeten sich wie Narren, jene schreckliche Vision der steigenden Wasser, denen sie eben entgangen waren, mit tollen Gesten von sich stoßend. Die Mmge wuchs. Weinend und klagend kam es auf allen Wegen heran. Oben aber, auf der Kohlmlöschhalde hockte in dem WachhäuSchm Bonnemort'S ein blonder Biann, rauchte Zigaretten und blickte kalten Auges auf dm Jammer der Armen. „Die Namen! Die Namen!" schrieen die Weiber, von Thränen erstickt. Negm trat hervor: Sobald wir die Namen wissen, werdm wir sie be- kannt" gebm.... Aber noch ist nicht« verlorm, Alle werdm gerettet... Ich fahre ein!" Stumm, mit atchstverhaltmem Athem, wartete die Mmge, während Negrel ruhigen Muthe« seine Einfahrt vorbereitete. Die Förderschalen wurdm bei Seite gezogen; an ein Grubenfeil befestigte man eine Tonne; und da der Ingenieur fürchtete, da» Wasser möchte seine Lampe verlöschen, l,eß er eine zweite unter der Tonne anbringen. Die Aufseher halfm, bleich und zitternd._ „Dansaert, Ihr fahrt mit mir!" befahl Negrel. Doch als er dm Oberaufseher vor Schreck wankm sah, und als unter all den Männern nicht ein Muthiger vortrat, „Nein, seid mir im Wege, ich fahr' allein!" Schon stand er in der engen Tonne, die an dem stäh- lernen Seile schaukelte, und in der einm Hand eine Lampe haltend, in der anderen die Signalleine, rief er dem Ma- Lan�am!" Die Fördermaschine bewegte sich; Negrel verschand in Verhältnisse« in der Zeit vor dem Inkrafttreten des Gesetze« autreichmde Nachweise befitze, und diese sowie gleiche Be- scheinigungm über die Höhe de« bezogmen Lohne« oder Ge» Halts fich von der öffentlichen Behörde nach ibrer Ausstellung sofort bescheinigen lasse. Oberbürgermeister Oertel empfiehlt für solche Bescheinigungen folgende Formulare: 1. Aus Grund der§§ 156—161 des Gesetze«, betr. die In» validen- und Altersversicherung vom 22. Juli 1889, wird zum Zwecke der erforderlichm Nachmesse für Erlangung der Abkürzung der Wartezeit für die Invaliden« bezw. Altersrente bescheinigt, daß der N. N. als(Maschinmheizer) gegen Lohn(Gehalt) bei Unterzeichneten vom ien 18 bis tm 18 beschäftigt gewesen ist. Wäh- rmd dieser Zeit hat er an Lohn(Gehalt) täglich, wöchentlich oder monatlich M. Pf. bezogen. Liegnitz, dm tm 18 Unterschrift de« Arbeitgeber«. BeglaubigungSvermerk der Polizeiverwaltung. 2. Auf Grund(wie ad 1 bis Altersrente) wird bescheinigt, daß der N. N., nachdem er nicht lediglich vorüberaehmd hier bei dem N. N. als(Maschinmheizer> gegen Lohn(Gehalt) be- schäfligt gewesen ist, durch eine mit Erwerbsunfähigkeit ver- bundene Krankheit für die Dauer von sieben oder mehr auf einander solgmden Tagen verhindert gewesen ist, diese» Arbeits- verhältniß fortzusetzen. Diese Krankheit hat gedauert vom tm 18 bis ten 18 Der N. N. ist vom bis Mitglied der unter, eichnetm Krankenkasse gewesm. Liegnitz, den tm 18 Der Vorstand der N. N. Krankenkasse. Die Bescheinigung ad 2 ist, wenn die Krankheit über die Dauer der von der betreffenden Krankenkasse zu gewährenden Krank-nunterstützung hinauSreicht, sowie für Diejenigen, welche einer Krankenkasse nicht angehören, durch die Gemeindebehörde (Magistrat) auszustellen. Alle Bescheinigungen find gebühren- und stempelsiei. Nachklänge vom Glberfelder prozess. Die Elber« selber«Freie Presse" schreibt:„Wir lesen unter der Rubrik „Von Jeden an Jeden" in der«N. N." vom 1. d. Ml«.: An die Redaktion der„Neueste Nachrichten". Schreiber diele« ging heute, Montag Abend, gegen 7 Uhr am Landgericht vorbei. Neugierig, wie da« Urtherl im Sozialistmprozrß wohl ausgefallen sein woge, sntg er zwei dort am Eingang zur B-ücke stehende Schutzleute. Die Antwort war seitens des Einm:«Die Köpfe werden ihnm abgeschnittm!"«Jawohl," bekräftigte der Andere,«die Köpfe ab und in die Wupper damit." Wir glauben, e« getrost dm Lesern diese« Blatte« überlassen zu können, sich über diese Aeußerungm der betr. Beamten ein Urtheil zu bilden. D. V." Wir hängen da« niedriger und bemerken nur, daß diese Aeußerungen ein würdiges S itenstllck bildet zu den Amßerungm von Polizei- beamtm im Gerichtssaal, wo der Eine von„Lumpenpack" und der Andere von der«Gaunersprache der Soziatdemokratie" zu erzählen wußte." Petitionen der oberschlestsche» Kergarbetter. Die «Oberschltsiiche Grmzztg." verösse-.tlicht zwei von dem«Ober schlefischen Arbeit-rverein gegenseitiger Hilfe" abgesandte Peli tionm in ihrem Wortlaut, von denen die eine an den Kaiser, die andere an dm Miniffer Maybach gerichtet ist. In beiden wird über die wegen Betheiiigung am Streik eingetretmm Arbeitermtlassungen Klage geführt, die nur zum Schein auf andere Gründe zurückgeführt würde. Die eine Petition enthält die Meinung, daß die Lage der oberschlesischm Bergarb iter im großen und ganzen noch dieselbe ist, wie vor dem Streik, da für einige kleine Verdienstzulagen auch eine Mehileistung gefordert werde. In der Petition an den Minister Maybach wird die Bitte ausgesprochen, der Beschäftigung italimischer, galissscher und polnischer Arbeiter auf obeischlefischen Gruben Einhalt zu thun, da durch diese nicht nur der Verdienst herab« gedrückt werde, sondem viele einhenyeschen Arbeiter gezwungen seien, auszuwandern. Ja Betreff-der nach dem Streik ent- lassenen Arbeiter bitten die Petmten, daß der Minister für Oberschlesien dieselbe Anordnung an die Behörden ergehen lasse, welche in Westfalm ergangen ist, daß also die Revier- beamtm angewiesen werdm, jede Entlassung auf Verlangen de» Entlassenen auf ihren Grund zu untersuchen und gegebenen Fall« nach Feststellung der Wahrheit bei dm Verwaltungen um Wiederaufnahme des Entlaffmen vorstellig»u werdm oder, wenn die« nicht zu erreichen wäre, dm Enliassmm in Schutz zu nehmen und für ihn die nöih'gen Schritte zur Erlangung einer Arbeit oder Invalidenrente zu thun. Schließlich wird um Einsitzung von ständigen Arbeiterkommissionen auf jener Grube gebetm. Eine halbe Stunde länger Mittagopauje. An die OrtSdehörden des Krertes Hagen hat oer Landralh v. Hymmen folgmde Verfügung erlassen:«Auf Anrezung seitens des Herrn Regierungspräsidenten und nach dem Vorgange der Bau- gewerkm. Innung zu Bochum, welche vom 1. April d. I. bis zum 1. November anstatt der bisherigen einstündigen eine Mittagspause von 1t Stunden eingeführt hat, veranlasse ich Sie, bei den dortigen Industriellen und sonstigen Arbeitgebern, dem tobenden Schlund, aus welchem noch immer das Heulen der Verunglückten emportönte. Er fand die obere Partie der Verzimmerung in gutem Zustande. Mit seiner Tonne drehte er sich in der klaffendm Leere und beleuchtete von allen Seitm die Wand. Das Waffer sprühte in so geringen Mengen au» den Fugm, daß es dem Licht nichts anhaben konnte. Doch kaum war er dreihundert Meter tief, da füllte eine mächtige Waffergarbe seine Tonne bis an den Rand und verlöschte die Lampe; nur daS unten geschützte Grubenlicht erhellte mit trübem Schein den Raum. Er erbleichte trotz seines MutheS, als er die schreckliche Verwüstung überblickte. Nur noch ein paar Daubm hieltm in ihren Fugen, die anderen waren herabgebrochcn, und eine unergründbare Höhle feinen gelben Sandes gähnte aus dem Spalt, dem die unterirdische„Fluth" mit lärmendem Getöse entquoll. Er fuhr weiter hinab. Das Wasser strömte auf ihn und drehte sein kleines Fahrzeug im Kreise. Die Lampe warf einen gespenstig zitternden Schauer in da« fluthende Loch. Ihm war'S als erkenne er Straßen und Plätze einer versunkenen Stadt. Keine Menschenarbeit war hier mehr möglich. Er hatte nur noch die eine Hoffnung, die Männer zu retten, welche sich unten befanden. Deutlicher und näher drang ihr Rufen an sein Ohr. Mit einmal fuhr seine Tonne an ein undurchdringbareS Gewirr von Balken und Latten, von zerbrochenen Leitpfosten, von den Brettern der Fahrtenverschaalung, von den Resten der Pumpleitung. ES war unmöglich weiter hinabzudringen. ES schnürte ihm schmerzhaft daS Herz zusammen, die Armen' ihrem Schicksal überlassen zu müssen; er blickte in das wüste ChaoS zu seinen Füßen... noch schrie es laut um Hilfe aus den Trümmern hervor— dann ward es still Sie waren ertrunken, oder hatten sich in das Innere des Berges geflüchtet. 0 Negrel gab das Signal zum Emporfahrm. Doch er welche eine größere Anzahl von Arbeitern beschäftigen, di« Einführung der gleichen Einrichtung in Anregung zu bringe» und über das Ergebniß Ihrer Bemühungen mir bis zu« 15. März k. I. Bericht zu erstatten. Den Industriellen und Arbeitgebern gegenüber wollen Sie besonders betonen, daß R* drese Einrichtung in Bochum bewährt und die volle Zustnn- mung der betr>ssenden Arbeiter gefunden habe. Der Arbeit« könne jetzt nicht nur mit Ruhe sein Mittagsmahl einnehmen, sondern e« bliebe ihm nach diesem noch fteie Zeit zur Ver- sügung. Manche würden es auch ermöglichen, ihr Mittagt- mahl in der Familie zu nehmen, während sie jetzt bei d« Arbeitsstätte bleiben müßten. Im Allgemeinen würde auch du Verlängerung der Mittagspause den Arbeitgebern wohl nicht zum Nachtbeil gereichen da der Arbeiter, wenn er mehr Zw zu seiner E> holung und Krästioung hatte, erfahrungSgemal frischer und zufriedener an die Aibeit geht und da« Versäumte durch größere Umficht und Anstrengung einzuholen sucht, u« in seinem täglichen Verdienst nichts zu verlieren."— Diese Verfügung ist charakteristisch, wie im Deutschen Reiche Sozial- reform betrieben wird. Um die Unternehmer zu veranlasse«, ihren menschlichen Arbeitsinstrumenten die Mittagspause u» eine halbe Stunde zu verlängern, sieht fich der wohlmeinende Erlaß de« Landrathe« veranlaßt, sie ausdrücklich auf die Vor- the,le aufmerk, am zu machen, die ihnen aus ihrer«Humanitär. erwachsen würden. Die Giftmischerei» welche in Deutschland von unsere» patriotischen" SchnapS-Jnteressenten unter französischer F>rM« und im Bunde mit revanche- und profitwüthigen Franzosen zu» Schaden des armen deutichen Volkes detr eben wird, hat die Auf- merksamkeit der französischen P»ss« erregt J» einer der l'tzie« Nummern der von Lissagaray redigirien«Bataille" wird auf ein« W.infabrik in der Nähe von Hamburg hingewieten, in welcher out preußischemFuselschnapS und verschiedenen anderen Ingredienzien die feinsten französischen Weine mit den Eiiqueiten renommirt« fcanzöfischer Firmen in Masse hergeft llt werden. D,e Fabru dieses nationalen Höller geh, äuS befindet fich— nach den Angaben des franeöfischen BlatieS— auf! dem Steinwärder. v=[ wäre jedenfalls gu', wenn die deutschen Behörden fich einm» mit der Sache beichästi�tm. j n An» de« Kohlenbezirke». Breslau, 3. Januar; In der dem Giafen Ball strem gehörenden Wolsgangg'ube.„ in Ruda(Oberschlesien) ist, wie die„Breslauer Zig." ersährt- � ein Streik ausgebrochen.— Breslau, 4. Januar. D« I ye «Breslauer Zeitung" meldet, auf der Valentingrude in Ob«- 1 kch schlesien wurde ebenfalls gestreikt, die Streikenden verhielte» I w sich aber ruhig. Auf dem Schmiederschachte sei di« Lage un- verändert. Auf dem Porembschachte solle Feuer auSacbroche» l fem.— Dortmund, 3. Januar. Auf den Zechen bei 0tj Oderbergamtsbezirk« Dortmund wird die Kohlenförderung de, durch die unter den Bergleuten epidemisch auftretende In- dg, flaenza seit mehreren Togen stark beeinträchtigt. Die meiste» i Belegschaften sind, wie die«Rheinrsch-Westsälische Zeitung> 4. ersährt. durch Massenerkrankung an der Grippe augenblicklm ,-0j dezunirt.| g, lieber die Kehandlnng»0» Nebellen— in Am» da, rib« schreibt man der deulschfreifinnigen„Nation" aus Ne«-; Hi! Park anläßlich de« Todes Jefferson Davis' folgendes: ,,@s» ub, großer mtlttäiisch politischer Führer ist aus unterer Mitte g«- kör schieden, zum Grabe gelei,et unter zahlreichen Manifestationen, w» der Anhänglichkeit an seine Person und der Achtung vor der de, Sache, die er während seine« Leb n« vertrat. Der Trauerfa»' dal rief in den Zeitungen nickt blo« die üblichen Nekrologe hervor, we sondern gab Anlaß, die Thaten des Veistorbenen von den v«- hol schiedensten R chlungen aus zu erörtern. Kein anderer Ein' sor wohner der Vereinigten Sroatm, vielleicht mit der einzig»» Vc Ausnahme des Generals Sherman, würde bei seinem Ableben ein gleich große« Interesse hei vorgerufen haben: und � doch war der Verstorbene— im eigentlichen Sinne des Wort» zm — nicht einmal ein Bürger de« Landes. Er war der einzige, Mann, der die Wiederherstellung der Union nicht als eine vollendete Thatsache ansah; er blieb neunundzwanzig Jahres lang ein Rebell und stieg in« Grab als«der Letzte der Konföd»- rirten". Seine Thaten blieben unbereut und wurden doch ver- geben. Der große Bürgerkrieg ging vor einem Vierteljahr- hundert zu Ende, und fast während dieser ganzen Zeit lebt» der Mann, welcher die Furien der Revolution entfesselt hatte, unbeläftizt aus einem hübschen Landgut an der Kust* de» Golfs von Mexiko nahe der Mündung des MissistpC' Er, der Nacht und Tag an der Zerstöiung des Bunde», an der Sezession der Südstaaten arbeitete, der indirekt Napoleon veranlaßte, seine Truppen nach Mexiko zu senden; der die britische Regierung ermuthigte, die Verpflichtungen de« Völker- recht« außer Acht zu lassen und bewaffnete Kreuzer zur Zer- rüttung des Handels der Nordstaat-n auszurüsten; der eine Armee von mehr als einer halben Million Soldaten orgomsirte und auslüftete,— dieser selbe Mann konnte sich, nachdem die Rebellron, deren Seele er gewesen, zerschmettert war, in M Privatleben zurückziehen, wie ein Politiker, der in einem Wahl- kämpf besiegt wird. Wenn die Rebellion ein todeswürdiges Verbrechen wäre, so hätte Niemand mehr ver o, ent, gehäng' zu werden, als J/fferson Davis, der Präsident de' den Händen, und nun fühlte er deutlich die Hiebe des Meißels, die Schnitte der Säge, die Spuren des gemalt' samen Zerstörungswerkes. Die letzten Dauben lösten sich- wankten, rissen los und glitten von den stürzenden Waffer» getragen hinab. Es streifte wirbelnd seine Tonne, als wollte es sie mit hinunterziehen. Sein Muth verschwand- Aber der Gedanke an den Mann, der dies gethan, erstarrte ihm das Blut in den Adern, sträubte ihm jedes Haar auf dem Kopfe; wie Fieber schüttelte ihn daS Entsetzen vor diesem unnaürlichen Verbrechen; ihm war, als stünde der Furchtbare noch hinter ihm und schleudere Tod und derben m die Finsterniß. Er schrie, riß verzweifelt an des Lerne. ES war Zeit, hundert Meter höher gewahrte er, daß auch die oberen Ringe der Verdammung anfingen, nach;"' geben. Dre Fugen öffneten sich, daS Werg siel heraus- das Wasser stürzte hervor. Noch ein paar Stunden, u«o der ganze Schacht wird zusammenbrechen. Herr Hennebeau erwartete ihn. von Angst verzehrt: „Nun was?" Doch Negrel taumelte; die Stimme versagte ihm. „ES ist nicht möglich", Hub Hennebeau wieder an; lualS ist so etwa» geschehen, hast Du untersucht? Sprich- Negrel nickte, wilde, mißtrauische Blicke um sich werfender wollte nicht in Gegenwart der Aufseher sein furchtbar** Geheimniß entdecken, führte seinen Onkel abseit», dann»oc? weiter, aus der Halle in einen einsamen Winkel; dort ver? traute er ihm flüsternd die gräßliche That. Der Direktor sprach ebenfalls leise; daS Entsetzen großer Verbrechen däinpss unsere Stimme. ES sei vnnöthig, meinte Hennebeau, de» Arbeitern von Montsou Furcht zu verrathen; später wero man sehen. Beide waren erstarrt von der Vorstellung, da? ein Mann wahnsinnig genug gewesen, dort in dem Geba deS Schachtes hängend, zwanztgmal sein Leben zu wage»- um die» furchtbare Werk zu vollführen. Sie begriffen M eine sinnlose Tollkühnheit nicht und konnten sie immer nicht für möglich halten; sowie man an eine fabelhaft küh»- Flucht eines Gefangenen nicht glauben will, selbst wem' man sieht, daß er entflohen.._ Als der Direktor und sein Neffe wieder in die Ha j zurückkehrten, rief ihnen die Menge entgegen: rncyt und je ur lernte, un keit. Wn in der G- werden, 1 w irten d« Verzeihun in sich bir waren R englischen J»dre 171 gegen En durch." An« %% gelte öffentliche Ionen bell °u« Nied- »ainsdors Sind die besser 0 diesen Pi ®etl«i «achte Galten Schicht 1 Wer sei kletne Lol veriheuer, durch die konfoderirten Slaat-n und der oberste Führer ihrer Sr|?een., Statt dessen gestattete ihm die Regierung, seine Jahre inmitten einer Bevölkerung zu beschließen, die sich jjnt« seinem Parteigänger ganz besonder« hervorgethan haue. Diese großherzige Behandlung erschien, während die y'tze de« Bürgerknege« noch nachwirkte, kaum zu rechtfertigen. Je mehr sich aber der Rauch der großen Feuersbrunst verzog, und ze unbefangener min die Ursachen de« Slrerte« begrerfen lernte, um so allgemeiner ward die Billigung dieser Großherzig» reit. Wir erkennen heute vorurtheilslo« an, daß auch Rebellen m der Geschichte Gute« gewirkt haben und in Zukunft wirken werden, und daß, wenn ein Rebell auch keinen Pardon er- w-rten darf, doch die Gesellichaft die e« über sich vermag, ihm Verzeihung zu gewähren, die Elemente großer nationaler Kraft « ssch birgt. Die ersten Ansiedler in den Neuenglandstaaten waren Rebellen, die lieber nach Amerika flohen, als sich der Wischen StaatSkirche unterwarfen. Dann rebellirten wir im Jabre 1776 gegen da« Hau« Hannover, kämpften als Rebellen jjrge» England sieben 3 ihre und setzten unsere Unabhängigkeit durch." Ktt«$ wirb tut wird uns unterm 2. Januar geschrieben: �e gestern Abeno im Martin'schen Saale zu Wilkau tagende dsfentliche Berga-beiter-Versammlung war von ca. 1000 Per» Ionen befugt. Zum Vorsitzenden wurde Herr Zimmermann aus Niederplanitz gewählt. Das Referat haste Herr Horn au» Kamsdorf übernommen. Der I.Punkt der Tagesordnung lautete: jpwd die Bergardeiter im Zwickauer Revier nach dem Streik d'sser oder schlechter gestellt? Herr Horn beleuchtete diesen Punkt in ausführlicher Weise und wies nach, daß die �drksver w a l tun g en ihre beim Streik ge« {fochten Versprechungen vielfach nicht ge- 1 e N haben, sodaß aus mehreren Werken die 12stündige �Wicht wieder zur Regel und auch die Behandlung der Ar» �diten« der Beamten keine bessere geworden ist. D'* '''"d Lohnaufbesserung werde durch die enorme Lebenswittel- oeclheu.pung wieder übertroffen, fodaß eine Bergmannsfamilie Urch die Theuerung jetzt schlechter gestellt sei, als vor dem »'. Horn wies zahlenmäßig nach, wie drückend die Utdirekten Steuern und Zölle auf den Arbeitern ruhten. Als ? naher auf di-fes Thema eingehen wollte, unterbrach "c? uberwachende Beamte und meinte, das gehöre nicht kn»*"�«otönuig. Bei der Debatte über den 1. Punkt mehrere Redner und brachten noch verschiedene � e zur Sprache. Dabei kam auch zur öffent- l?" Kenntniß, daß da« Werk.Schaderverein" zu Ober- ,i„,.orf bis heute die 10 prozentige Lohnzulage noch nicht habe t*i« kff'U/ trotzdem es in der Mannschaftsstube onge- ' jW" und versprochen worden ist. Der 2. Punkt der TageS- onung lautete: W e stellt sich die heut'ge Versammlung zu lg. und 22. Dezember im Kästner'schen Saale zu Reu- »vf! beschlossenen Forderungen? Dreselben sind: 1. 8 stündige /uurchtzeit, 2. achttägige Lohnzahlung, 3. 3,50 M. Nor mallohn, fon-L 3e Aufhebung der AcbeitSsp rre, 5. auf jedem Schacht Z�uwehrere Delegirte gewählt we>d n, welche von ihrem dn»~ kinen SituatronSberrcht abzufassen haben, und welche Sil,?""t dnu Vorstand des Verbands sächsischer Berg- und uW•e'ter h,e angeregten Forderungen feststellen und dar- taHL, urit den Wecksverwaltungen, unter Hinzuziehung der it»i»A Behörden verhandeln sollen. Nach langer Debatte d.~ e 0®en diesen B-schlüssen emstimmig zugestimmt. Nach. .0« noch drei Anträge: 1. Auf allen Werken mit allen Kräften "dm zu wirk'», daß die Kündigungsfrist überall aufgehoben . erde. 2. Kassenmiiglieder follm freie Aerztewahl er- und 3. auf allen Werken soll«ine TbeuerungSzulage ge- ZWs? werden, einstimmig Annahme gefunden, schloß der "rsttzende diese vier Stunden dauernde, ruhige Versammlung. ■ Au» Kachseu, dem Heimalhlande des Kartells, und seit an,Jc 3«« vem H rupthecde de» AnlisemitrSmu» und der SW/oei, erfahren wir wieder einmal eine sonderbare Ge- In Tamenberg bei Geyer— mitten im Erzgebirge, ffir.tm Geflügelverein, der ven löblichen Zweck verfolgt, ar. ssute Hühner-, Enten- und Gänsezucht zu sorgen. Besagter . wollte voriges Jahr zum ReformationSf-ste— 31. Ok- — einen Ball abhalten, und da derartige Dinge in Laem wohlzivilificten und wohlpolizirten Land ohne behördliche >n Jn�wlgurtq nicht stanfiaden dürfen— weil sonst der Staat 1*,''"ho käme—, so suchte man bei der Amt- Hauptmann- um die Erlaubniß nach, welche auch ohne Bedenken er» .,N wurde. Der Ball begann— alles ging vortrefflich, da kw'�Witten im schönsten Vergnügen wird ein Schreiben des mw' OctSpfarrerS pcäsentirt, welches besagt, e« solle Kom- �uawn stansiaden, und mit dem Tanzen müsse aufgehört notn. Der Vorstand de« Vereins pochte auf die amtshaapt- p,?uschastl,che Erlaubniß, bestritt dem Herrn OrlSpfarrer das o„?. W solche« Verbot zu erlassen, und— e« wurde fort- t,'W- Einige Tage darauf traf beim Vereins- m ,?°ud ein Strafmandat m der Höhe von 30 Mark 1*1. wegen unbefugten Tanzenö ein. Der Vorstand de- f�werte sich und die Strafe wurde nicht eingezogen. Man er» Tn» m�18 weiter von der Sache— bis vor Kurzem ein neue« wtjvergnügen geplant wurde. Diesmal wird von der Amts- llDie Namen! sagt unS die Namen * Die Maheude war auch herbeigeeilt. Sie hatte sich des c Lüsches � der Nacht erinnert: ihre Tochter und der Pen- l nar mußten in der Grube fein. Nachdem sie im ersten »Pvl"e Drusen, es geschehe ihnen recht, die feigen Seelen de» a?ien ihr Schicksal, stand sie jetzt bangvoll unter itn.�wrdersten und verlangte laut die Namen der Ver- . glückten, hoffend, sie möchten vielleicht doch nicht darunter Aber es war kein Zweifel mehr möglich: mehrere Ar- %'et_ hatten Stephan und Käthen in der Grube gesehen. l>er Andern konnte man sich nicht einigen. Dieser cv sein, nein Jener, meinten sie; Chaval vielleicht, rief »,r- während ein Bursche behauptete, er sei mit Chaval lammen ausgefahren. e-. Die Levaque und Pierronne, welche Niemand vermißten, g*}6" so laut wie die Andern. Zacharias, der sich mit den D>,.? gerettet hatte, umarmte weinend seine Frau und seine (triff®on einer plötzlichen Liebe zu seiner Schwester er- ' l)eren ihn Niemand fähig gehalten, verweigerte er zu bi» l'aß Katharina verunglückt sein könne, so lange eS * EhefS nicht offiziell erklärt. »Die Namen! Die Namen!" schrien die Weiber. sei,«. ÖKl, außer sich, rief mit lauter Stimme den Auf- ' zu; ia" �er beruhigt sie doch. Der Jammer kann Einen '«m de» Verstand bringen: Wir wissen die Namen nrcht." i» v m �iundeu waren schon verflossen. Niemand hatte bea.. A�iirzung an den Requillart gedacht; Herr Henne- Neb»..-, er werde dort sofort Rettungsversuche unter- lassen. Da kamen fünf Männer herbei, welche sich ihn-» w Fahrten der alten Grube gerettet hatten. Unter glaubt sich Mouque, den Niemand im Voreux ge- 3amn�Lt£rjii�0(:n der Geretteten vermehrten da» unmöftiich£ n hatten ihnen den Weg abgeschnitten; (Fortsetzung folgt.) hauptmannschaft die Genehmigung versagt mit der Begründung, daß der Verein schon bestraft sei. Der Vorstand erkundigt sich bei Gericht, wo ihm mitgetheilt wird, daß der Strafantrag zurückgezogen sei, also von einer Bestrafung nicht die Rede sein körne. Die Genehmigung der Amtshauptmannschast wird abermals nachgesucht, unter Angabe des Sachoerhalis. Und das Resultat: Die Strafverfügung wurde zwar als unbegiündet zurückgezogen, allein sie wurde doch erlassen, und der Verein ist zwar nicht bestraft, aber er ist doch bestraft— im Sinne der Amtshauptminnschaft, und da« V-rbot bleibt bestehen. Und damit Punktum, denn die höheren Instanzen stimmen in solchen Dingen stets mit den niederen überein, deren Be» richten ja stet« unbedingt Glauben geschenkt wird. Frankreich. Pari«, 3. Januar. Der Präsident des MunizipalratheS erschien heute beim Ackerbau- Minister Faye an der Spitze einer Abordnung verschiedener Körperschaften, welche ihren L-benS- unterhalt au« der mit den städtischen Schlachthäusern in Ver- bindung stehenden Industrie verdienen. Die Abgesandten gaben dem Minister ein Bild der in ihrem Gewerbe eingetretenen Geschäftsstörungen in Folge der steigmden Zufuhr an ge- schlachtetem Fleische zum Ersatz für da« wegen der Vieh- feuchen im Auslände an der Einfuhr gehemmte lebende Vieh. Der Minister erkannte wohl die Berechtigung der Klagen an, erklärte jedoch zugleich, daß die Aufgabe, die nationale Produktion zu schützen, nicht eher eine Wieder- eröffaung der Grenze zulasse, als bis die Seuchen erloschen wären; nicht eher könne er die au» der Einsuhr geschlachteten Fleische« herrührenden Unzut-äglichkeiten beseitigen, so lanae der Kon- ventional« Zolltarif noch in Kraft sei; was die Qualität des eingeführt'n Fleische« betreffe, so gehöre eS zu dem Dienste der Gesundheitsbehörde, die für die allgemeine Gesundheit noth- wendigen Maßregeln zu überwachen und Vorkehrungen zu treffen;' er werde auf diesen Punkt die Aufmerksamkeit des Ministers de« Innern richten. Der Pariser Gemeinderath hat seiner Gepflogen» heit gemäß abermals die Kredite der Polizeipräfektur ohne weitere Debatte abgelehnt. Die Regierung wird demnach neuer- ding« von ihrem Rechte Gebrauch machen und selbst dm Kredit in das Budget der Stadt Paris einstellen. P a r i s, 2. Januar. Das NeujahrSdekret, betreffend die Normirung der Gehälter der General st euerein- n e h m e r bedeutet eine Ersparniß von mehreren Millionm Franken. Bisher bezogen diese Beamten einen gewissen Prozentsatz, der von ihnen bezw. ihren Untereinnehmern er- hobenm Staatseinkünfte, sowie außerdem Zinsen und Kom- missionSgebühren für Gelder, die sie etwa den Staatskassen ihres Bezirks vorzustreckm oder auf Anweisung des Staats ungedeckt auszuzahlen hattm, ferner Gebühren vom Umschlag der Fonds der Depositenkasse und der Ehrenlegion, endlich vom Verkauf von Staatsrente und Schatzanweisunam. Infolge dieser vielartigen und schwer nachzurechnenden Bezüge gab es eine ganze Anzahl der 87 Gmeralsteuereinnehmerposten, deren Ertrag auf jährlich 130—200 000 Fr. und noch mehr geschätzt wird; einige sollen sogar bis zu 300 000 Fr. abgeworfen haben. Und dabei ist von einer persönlichm Leistung gar keine Rede; ein paar KommiS besorgen die ganze Arbeit. Natürlich fehlte es nicht an Bewerbem um diese einträglichen Stellen, die drei oder vier Revolutionen überdauert haben. Die Regierung besaß in denselben ein bequeme« Mittel, Gegner zu beschwichtigen, Freunde und Diener zu belohnen. Es ist aus dem Wilson- p-ozesse erinnerlich, daß man dm Schwiegersohn Grevy« be- schuldigte, eine Anzahl solcher Stellen ihrm j-tzizm Inhabern für Gegenleistungen verschafft zu haben; beweisen konnte man diese Anklagt freilich nicht, schon aus dem einfachen Grunde nicht, weil solche Gmeralsteuereinnehmer, die ihr Amt wirklich unehrlichen Mitteln verdanktm, sich wohl gehütet haben würden, die« einzugestehen. Es gereicht Herrn Carnot zur Ehre, daß er bereits zu der Zeit, wo er Finanzminister war, die Roth- wendigkeit, diese Sinekure» aus der Welt zu schaffen, unumwunden anerkannte. Das nme Dekret macht die Generalsteuerein- nehmer zu gewöhnlichen Beamten mit festen Gehältem, die dm von der Kammer gefaßtm Beschlüssm entsprechend in 5 Stufm (je nach der Wichtigkeit und Größe der 87 Departements) von 25 000 bis zu 12000 Fr. hinabreichen. Freilich unterliegt das von der Kammer angmommene Gesetz noch der Berathung de» Senats. Der Senatsausschuß wollte in dieser Frage ra i- kaler sein, als die Kammer und normirte die G-Hälier von 15 000 bis zu 10000, so daß die GesammtauSgabe für diesel- bm 955 000 Fr., nach den Kammerbeschlüssen aber 1405 000 Franks betragen würde. Die abgestrichmen 450 000 Fr. sind aber ein Danaergeschenk, dmn der Senatsberichterstaiter Pauliat beantragt, daß die Gmeralsteuereinnehmer auch ferner mit dem Verkaufe von Renten und Schatzanweisungm betraut bleiben und eine Gebühr für diese Funktion beziehen, also im- mer wieder zugleich Bankier« bleiben sollen. Diese Gebühr kann sich, wenn z. B. der Staat eine große Anleihe macht, auf Hunderttausende belaufen. Und dabei thun die General- steueceinnehmer nicht«, al« daß sie ihr Schalter öffnen und die Zeichnungen, die das Publikum bringt, annehmen. Belgien. Obwohl der Ausstanv im Becken C Harleroi die sozia- listischen Kreise Belgien« vollauf in Anspruch nimmt, so wenden sie doch ihre Aufmerksamkeit mit nicht minder großer Schärfe auf die Förderung der sozialistischen Sache. Kaum haben die Gmter Sozialisten den Anstoß gegeben, für den W ihlfonds der dmtschm Sozialdemokratie bei dm beoor- stehenden Reichstagswahlen Gelder zu spenden, so findet auch sofort dieser Vorgang Änktang in den übrigen sozialistischen Kreisen. Die Antwerpmer Sozialisten veranstalim noch in diesem Monat ein großes Fest für diesen Wahlfonds in Ant- we:p:n und der rührige Sozialistenführer Ansele au» Gent wird bei diesem Feste in vlämischer Sprache „dm Kampf der deutschen Sozialdemokratie gegm die Bismarck'sche Polizei" schildern. Auch die Brüsseler So- zialisten werdm nicht zurückstehen; e« soll auch in der Hauptstadt für diesen Wahifonds ein Fest organisirt und durch Geldspenden nammS der Partei der Sympathie der belgischen Sozialisten für den deutschen Wahlkampf Ausdruck gegeben werdm. Noch immer steigt die Fluth des Aus stände« im Bezirke Charleroi. Ueber 22 000 Bergarbeiter feiem, sitzen ruhig in ihrm Häusem, besuchen die Arbeiterversamm- jungen und kehren dann in kleinen Gruppen nicht minder still in ihre Wohnungen zurück.„Fünfzehn Prozent Lohnerhöhung, neunstündige Schichtdauer" bleibt die Losung, und da die Arbeiter friedlich auftreten, so wird ihnen aller Orten Kredit gewährt. Der Kohlmmangel steigt; 23 industrielle Etablissements haben ihre Thätigkeit einstellen müssen, und die Staats- bahnen haben bei der Kohlmverdingung nicht ein einziges Angebot erhaltm. Der Gouvemeur de« Hmnegau, Graf von Ursel, ist jetzt selbst nach Charleroi gegangm, um mit dm Vertretern der Kohlmzechm Rath zu pflegen und Zugeständnisse zu erlangen. Die Herren eck ärlm sich zu Lohnerhöhungen bereit, die nach den Verkaufs- preisen der Kohlm bemessen werden sollen, lehntm dagegm die Verminderung der Schichtdauer von 11 auf 9 Stunden auf da« Bundigste ab. Graf von Ursel verhandelt auch mit den Vertretern der Arbeiter, doch ist bisher keine Einigung erfolgt. Sowohl aus dem Borinage als auch au« dem Lütticher Becken werden Ausstande in dm Kohlmzechm, bei dmen die Arbeiter dieselben Forderungen wie die von Charleroi erheben, gemeldet, Obwohl alle streikendm Arbeiter sich keiner Gesetzübertretung schuldig machen, hat die Regierung die GmSdarmerie verstärkt und den Antwnpmer Regimentern dm Befehl ertheilt, sich marschbereit zu halten. Inzwischen drohen dm Kohlenzechen Charleroi neue Verluste; sie hatten auf Grund der Force majmre die Kohlen kontrakte für nichtig erklärt. Die dadurch geschädigte» Industriellen betraten den Rechtsweg und fordern von den Kohlenzechen Schadenersatz. Rußland. Ueber die Auswertung von 130 Studenten von der Universität Odessa wird der„Wimer Allg. Ztg." Folgmde« berichtet: E ne Anzahl Studenten, Streber, hatte eine Vereinigung, eine Art geheime Polizei gebildet, um das„Zarenthum und den orthodoxen Glauben" zu unterstützen. Ein Mitglied dieser Verbindung ließ sich in einem Tages- journal in marktschreierischer Weise als Lehrer ankündige». Eine Anzahl von Studentm erhob dagegen Protest. Da sich unter dm Protestirmdm auch viele jüdische Studentm befan- dm, beschlossen die Zaristm, vor Allem ihr Müthchen an den jüdischen Kollegm zu kühlen. Ein schwächjicher jüdischer Student wurde von ihnen im UniversitätSaebäude üderfallm und schrecklich mißhandelt. Die christlichen Studenten nahmm sich de« allgemein beliebten Kollegen an und beschlossen, einm Ehrenrath zur Beurtheilung de» Falle« einzusetzen. Die« be« wog andererseits die Zaristm, eine dmunziatorische Eingabe an die Behörden zu richten, in welcher alle Kollegen als Geheim- bündler und Nihilisten hingestellt wurden. Demzufolge wur- dm fünfzehn Studmten ohne jede Untersuchung relegirt und ihnm der Befehl ertheilt, Odessa binnen vimmdzwanzig Stunden zu verlassm. Die Kollegen, empört über diese schreimde Ungerechtigkeit, erschimm in geschlossenen Reihm im Rektorate und verlangten die Zurücknahme diese« Ur- theil« und die Einleitung einer unbefangenen Untersuchung. In dieser Massmdeputation erblickte die Polizei ein nme« Ver- brechen und dessen Bestrafung ließ nicht lange auf sich warten. Hundertunddreißig Studentm. zumeist Palm und Juden, wurde» relegirt und aus Odessa ausgewiesen. Kalka«la«der. Konstantinopel, 30. Dezember. Da« kaiserliche Jrade, welches dm Neger-Handel in der Türkei unter- drückt, enthält zehn Paragraphm. Da« Verbot erstreckt sich nicht auf den Negerhandel zu Lande und zu Wasser. Neger, welche an Bord van Schiffen betroffen werdm, müssen einen Nachweis ihrer Identität und einen Paß besitzen. Jeder, welcher sich der Theilnahme am Sklavenhandel schuldig macht, wird in« Gefängniß geschickt, da« erste Mal auf ein Jahr. Zu gleicher Zeit wird ein anderes Gesetz veröffentlicht, welche« aus Grund der zwischen England und der Türkei geschlossenen Konvention das gegenseitige Recht der Durchsuchung verdäch- tiger Schiffs seitens britischer und türkischer Kriegsschiffe fest- setzt. Kapitäne, welche Sklaven auf ihren Schiffen befördern, sollen strenge bestraft werden. Asien. Die letzte chinesische Post bringt die Nachricht von einem bedeutenden Auf st and in den Ämur-Distrikten der Manschurei. Tausmd bewaffaete Aufständische ergriffen Besitz von der großen Stadt Lan pei Tu an und machten von dort aus Raubzüge in die ganze Umgegend. Der Tartarengeneral de« Amur entsandte starke Abtheilungen Infanterie und Ka« vallerie gegen die Banditen und Anfangs Oktober kam es zu einem ordentlichen Gefecht, in welchem da« Militär gefchlagm wurde. Schleunigst wurden darauf zwei Bataillone diszipli- nirter Truppen auf den Schauplatz der Unruhen vorgeschoben. Es kam zu einem neum Gefechte, in welchem sich beide Seiten den Sieg zuschriebm. Da das Militär aber den Rückzug an- trat uns weitere Hilfe von der Hauptstadt des chine- sischen Amur- Distrikte« Tsi tfi-har verlangt wurde, scheint eS, als ob die Insurgenten Recht hatten. Der die RegiemngStruppen befehligende General wurde ge- tödtet und eS hcißt, daß viele Soldaten zu dm Aufständischen überliefm nach der Niederlage. Bei Abrang der letztm Post warm die Insurgenten in Begriff, auf Tsi tsi-har vorzurücken. Der Ausstand der Eingeborenen von Formosa dauert noch immer fort und immer mehr Stämme schließm sich den Rebellen an. Der chinesische General auf Formoja hat eine Reihe von Belohnungm ausgeschrieben, wenn man ihm die Köpfe der Rebellen, oder, wie er sagt, der„Wilden" bringt. Zehn Pfund Sterling werden gezahlt für den Kopf eine« in ordmt- lichem Kampfe getöatetm Rebellen, zwanzig Pfund für jedm Kopf eine« Eingeborenen, welchen die tapferen militärischen Kolonisten erschlagen. Zugleich spricht der General aber die Hoffnung au», daß nicht befreundete Wilde au« Gewinnsucht ermordet werdm, da so et�as höchst tadelnSwerth wäre. Die Eingeborenen handeln natürlich auch demgemäß und ermordm jeden chinesischen Ansiedler, dessen sie habhaft werden können. Sozinle MrliieilWik. � Arbeiter und Arbeiterfreunde: Wir bringen zur Kmntniß daß der Streik der L-dersärder und BerufSgmossen der Firma Emanuel Maier Hierselbst al« halb gewonnen zu be- trachten ist, da der Arbeitgeber die Lohnkommisfion am Freitag, den 3 d. Mt«., mit dem Bescheid mtlussm hat, uns umgehmd zu benachrichiigm, wann wir für den geforderten Lohn, 35 Pf. pro Stunde, anfangen können. Wir r offen den Streik in 8 bis 14 Tagen für beendet betrachten zu können. Wir wenden uns deshalb an alle freundlich gesinnten Arbeiter mit der Bitte, uns in unserer Sache unterstützen zu wollm. Briefe nimmt entgegen H. Ramm, Vo sitzender der Lohnkommission, Berlin, Prinzen-Allee 22, Lokal Zampansen. Achtung l Drechsler und jämmtliche Oerufogenossen. In der am 4. Dezember v. I. stattgefundenm öffentlichen Versammlung wurde einmüthig der Beschluß gefaßt, die Wiener streikmden Perlmutterarbeiter thatkräflig zu unter- stützen. Al« Vertrauensleute sind gewählt worden: F. A. Rautenbera, Prinzessinnenstraße 22. vorn 4 Tr. bei Keim; Ehler», Skalitzerstraße 29-, Hof Quergebäude 1 Tr.; Zeise, Bartelstraße 3; L. Kreiser, Bmmenstratze 54, Hof parterre; Emest de Jung, Schönhauser Allee 187, Hof 4 Treppen bei Keckstadt. Bei denselben find Liste» zu haben, desgleichen Sonnabends, Abends von 8—10 Uhr, und Sonntags, Vor- mittag« von 9-12 Uhr in folgenden Lokalen: Schultz, Admiralstraße 40-; Gründe!, DreSdmei straße 118, fiüher Wendt; Schmidt, Kcautsftr. 48, früher Lockstädt, Gnadt, Bmnnmstr. 38. Cottbus, den 3. Januar. Heute ist in der Grovemann und Hoppe'schen Fabrik der Streik ausgebrochen; ca. 80 Weber befinden sich im Ausstand. Zuzug ist sernzuhaltm. Bei anfragen bitten wir die abonnernentg-Qulttung belzufögen.«riefliche Antwort wird nicht ectbetlt. Cirsuudbruuneu. Oadstratzr. Nein. Hamburg» Eilbeck. Bon hier aus wird regelmäßig expedrrt. Ei heben Sie Beschwerde bei Ihrem Postamt. Die fehlende Nummer de« Sonntagsblattes werden wir Ihnen direkt zusenden. Ter heutigen Kummer liegt fur unser» Abonnenten de»„Kouutags-Hlatt" bei. Theater. Sonntag, s» n 5. Januar. Der Prophet. Montag: Aennchen von Tharau. Hierauf: Das schlecht bewachte Mädchen. Turandot, Prinzessin von China-! Montag: Die Quitzow'S. Die Ehre. Montag: Der Fall C Smenceau. AmaSsch,« UV»«»«. K-ieg im Frieden. Montag: Götz von Berlichingen. Kroll'» Theater. Der Königsgardist. Montag: Dieselbe Vorstellung. gartt«»» Theater. Hamlet. Montag: Dieselbe Vorstellung. fytvvrt«)-»UhelimttLdtische» Theater. Prinzessin Pirouette. Montag: Dieselbe Vorstellung. Uellvmrz-Theate». Die arme Löwin. Montag: Dieselbe Vorstellung. Ma««»»»TH»at»». Der Strohmann. Montag: Dieselbe Vorstellung. Ktaeorta-Theater. Stanley m Afrika. Montag: Dieselbe Vorstellung. AeSeaAtaar»- Theater. Der Fleck auf der Ehr'. Montag: Dieselbe Vorstellung. AsMtMt-GH»«»»». B-rolina. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kvmftyh Oraft-Ttzeater. Flotte Weiber. Montag: Dieselbe Vorstellung. K»»«».TH»at»». Kabale und Liebe. Montag: Dieselbe Vorstellung. KD>»«Sk«dti>l Parrerre 40 Pf. ________ Balkon 40 Pf. K. Anfang Wocher taps 7 t Uhr. Sonntags Anfang des Co' certs 6 Uhr, der Vorstellung 7 Uhr. «ttieooot ,f! Entree 30 Pf. l. Balkon 50 Pf. Ii.% ■ Amarioan-Th«eter. IM»»»«»««st»&& Veo*** BflrOfTIuna. Ci�eutt Mivn». Karlstraße. Heute, Sonntag, den 5. Januar, 2 große Uorftellmtge». 4 Uhr Nachmittags(1 Kind frei). Mit einem auserwähiten Programm: Auf vielseitiges V>rlanaen: Aschenbrödel, oder: Oer gläserne Pantoffel. Großes phantast. Zaubermärchen. Wends 7» Übt: Dwmantiue. Große phantast. AusstatlungS-Ballet-Pantomime. In beiden Vorstellungen Austreten der vor« »üglichsten Reilküvstlerinnen und Reitkünstler. Reiten und Vorführen der bestdressirten Schul- und Freiheitspferde. Komische Intermezzo'« von den 20 Clown«.— Morgen, Montag: Im dunklen Erdtheil. E. Renz, Direktor. Pasta,»:%» 9M.-10 Uhr A. Kaieer-Panorama, Zum ersten Male: Eine b-queme Wanderung durch EmS-WteSb den. Zweiter Eyclus: Pariser Weltausstellung. Reise Sc. Maj. Schiff Hertha. Eine Reise 20 Pf., Kind nur>0 Pf. Abonn. F. Pirtsch. io. Ein neuer Lih kursuS f. Damen u. Herren deginnt Sonntag, 12. Jan., Nachm. 4 Uhr. Meld. Adalbertstr. 93 und bei Beg. d. U> terrichis.[488 UWelMMleu, Tmpelhos. Haltestelle der Pferdebahn. Richtung Dönh.ffplah. Tempeihof.— Jeven Sonntags Großer Kall. Wozu ergebenst einladen 453 Hellmuth& Nieke. Den Kenolsen halte ich meine MMeu- Garderobe bei Bedarf best, empfohlen. Gröstte Auswahl l Bill Pr Bereiaen PreiSermäst'g gt. Adalbert str. 93. Empfehle meinen Parteigenossen meine OestiHatiom. 375 Weilandi Weberstr. 66. Todesanzeige. Allen werthen Kollegen und Freunden meines Mannes zur Nachricht, daß mein lieber Mann Ferdinand«klinge am 3. Januar verstorben «st. Die Beerdigung findet Montag Nachmittag 2« Uhr von Bethanien nach dem neuen Thomas kirchhos statt.[570 Die trauernde Wtttwe nebst Kinder. T odesanzeige. Den Mitgliedern de« FchiierÄs der Tischler zur Nichricht, daß das Mitglied, Kollege Paul Buchmann, am 2. Januar verstorben ist. Die Beerdigung findet Sonntag, den 5. Januar, Mittags 12 Uhr, vom Hedwig- krankenhause, Hamburgerstr., aus statt. Um rege Bethriligung ersucht 586 Der Vorstand. Am 2. Januar starb unser Kollege, der Tischler Carl Miising, im Alter von 51 Jahren. Die Beerdigung findet am Montag, den 6. Januar, von der Leichenhalle de« neuen Jakobi- Kirchhofs cus statt. Die Kollegen»«r Piauofabrtk von Laurinat& Co.[585 Bemn zur Wahrung her Jntertsseu kl Lackirer aller Branchen. Todesanzeige. Allen Mitgliedern und Kollegen zur Nach- tickst, daß unser treue« Mital'ed, der Lackirer Julius Lutz, am 2 Januar im vädtischen Krankenhause an der Pioletarrerkrankheit verstorben ist.[567 Die Beerdigung findet am Sonntag, den 5. Januar, Nachmittags 2 Uhr, von der Leichen- Halle der Markusgcmeinde in Wilhelmsberg au« statt. Um zahlreiche Betheiligung bittet Der vorstand. Fitchttmtn für Schlaffer und Kerufsgeuosfe«. Montag, den 6. Januar, Abends 8t Uhr, bei Herrn Feuerstein, Alte Jakobstr. 75, Generai-Versammiung. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom IV. Quartal, Bericht der Revisoren und Jahresbericht 2. Ergänzung«- wähl de« Vorstandes und Wahl der Revisoren. 3. Aufnahme neuer Mitglieder und Entrichtung der Beiträge. 4. Aniräge. 5. Ersatzwahl der ArbeilSnachweit kommst sion, Verschiedenes und Fragekasten. Mitgliedsbuch legitimirt.[565 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vor st and. Freie Kmkell- anb BegMMjse der Schuhmacher und Berussgeuossen. (Eingeschriebene Hitfskaste Nr. 27.) General Versammlung Montag, den 20. I muar, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Aeuerstew, Alle Jakobstr. 75. (Ooerer Saal.) Tagesordnung: I. Vierteljährlicher und jährlicher Kassenbericht. 2. Innere Angelegenheiten. 3. Wahl des Vor- standes und des Ausschusses. Qmttungsbuch legitimirt.[559 Sachv. saulmtl. an Holzbearbewmgs- Maschwe« beschaft. Arbeiter. Generalversammlung am Montag, den 13. Januar, Abend« 8t Uhr, in Säger'S Lokal, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1. Vierteljahrsbericht. 2 Bencht des Arbeits- nachweis- Komitee«. 3. Ergänzungswahl. 4. Vcr- schiedeneS und Fragekasten. Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Um recht zahlreiches und pünkt- licheS Erscheinen ersuch» 574 D e r V o r st a n d. Bereis zur Wahruag der Jutereiseu der Berliuer Kuassurdeiter. Ordentliche Generalversammlung am Dienstag, den 7. Januar, AoendS 8t Uhr, bei volzmann, Andrea» straße 26. Tagesordnung: L Kassenbeiicht._, 2. Bericht über die Thätigkeit des Vorstandes. 3. Wahl des Vorstandes. 4. Verschiedenes. Das Erscheinen der Mitglieder ist Pflicht. 569 Der vorstand. Aovr«datr«isssarr am hiengen Platz« bekanntlich[1653 Brftsstc Auswahl. #s»s*tW stch« l»»*MR*wh» Tabust». Streng reelle Bedienung, billigste Presse! Sämmtliche im Handel defirrdlichen Roh- Tabake sind am Lager. A. Boldsohmidt,$»8n»atacyirS<«« um Hackeschen Markt._ des Grotze Uolks Uersammlung| 8, Berliner Ueichstagswalilkreises Montag, de« 6. Januar, Abends 8 1. Uhr, in Sanssouci, Kottduserstr. 4a. Tages- Ordnung: 1. Dre Sozialreform und die Aibeiter. Referent Herr M. Schippet. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches E sibeinen ersuckt D« Ginbernfer. Sil Große öffentliche Schneider-Nersammlung am Dienstag, den 7. Jan., Abend« 8t Uyr. im Königstadt-Kasino, Holzmai kistr."i T a ge«-Ordnung: 1- Was haben die Albeiter in der Gegenwart zu tbun, um ihr- mater'-lle Lage zu bessern, und we ches müssen ihre Ziele in der Zukunft fein? Referent: W. Ltefläsd.r. 2. Diskussion. 3. VeischiedeneS. Das Erscheinen aller Kollegen ist sehr erwünstt. Die Not attons- Kommission de» Deutschen Schneider-verbandeS(Filiale Berlin). I. A.: Leop. Böglherger, Alexinderttr. 15, IV, b. F. Liefländer. Große öffentliche Versammlung der Po samentir-Ardeiterinnen am den 6. ds., in Nclu flVr's Salon, Jnselstr. l« m... Tages-Ordnunq: 1- Vortrag über:.Die Stellung der Frauen in der J idustrie". R-f-rentin: F au V' 2. Diskussion. 3. Verschiedenes._[589] Die«i bernfertn Zelltrsl-Amkei- nnii Stttkfttfc der deMell Mzeilbliill Grosse Versammlung sämmtlicher Mitglieder Berlins am Mittwoch, den 8 Januar tr., Abends 8t in Scheffer's Salon, Jnielftiaße 10. Tages-Ordnung: 1. Be-alhung über Antrage zur General-Versammlung. 2. Kassenangelegenheiten. Zahlreiches Eisst einen ist nolhvendig._ I. A.j G« Tempel, Die Fachvereins- Versammlung der Steinmetzen Herlins findet alle Sonntage nach dem ersten in„Deigmüllen's Salon", Alte Jakobstraste Rr. 48a, statt. Um recht zahlreiches Er'cheinen o»et[572] Ter vorstand. Uerbanö deutscher Gold- u. Äilderarbeiter Dienstag, den 7. Januar er., Abends 8) Uhr, in„Feuerstein s Restaurant", Alte Jakob- Strasae Nr. 75 i Mitglieder Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Vortrag de« Herrn E. Gerisch übet:„Soldatenhandel im Mittelalter". 2. Diskus 3. Weikstatt- Angelegenheiten. 4. Veriw>edenes.— Gäste willkommen. P Um»c hlreiches u- d pünktliches Erscheinen ersucht_ Der Vorstand. I Vom 14. Jxnuar bis 2. Februar 1890 1 Haupt- und Schluss- Ziehung der Königlich Freuss. Klassen-Lotterie. Original-Loose'Ii ä. 240 Mtl., ä 120 Mit., ä 60 Antlieil-Loose v'' 50% n' 61 Mk" [564 ard Schröder, Berlin W., Taubenstrasse 20. 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Sonutag, den 5. Zannar 1890. 7. Jahrg. flllt ad» ?i« Verha»dl««gr» i» der letzten Ktadtverordneten- »ersammlnng über die demnächst aufealührenden G e- merndrschulbauten geben der«Voss. Z'fl." Veranlassung, ans die wichtige pädagogische Seite der Sache ku g hinzuwenm %re%e SchulbLu�er beherbergen auch eine große Zrhl von Kin- vera. Ja ig Gemeindeschuiklassen fitzen etwa« über tausend S»Sl?r, m 20 Klassen über 1100, so baß eine Dopp-Ischule mit <0«lassen 2250—2500 Kinder ausnimmt Da eine solche Doppelschule tn der Regel nur über einen mäßig großen Hof »nsüg», so ist e« nicht möglich, allen diesen Kindern auch nur rnngermaßen freie Bewegung vor der Schule und in den fiäM zu g- statten. Wie sie im Unterrichte auf de« Bänken iestzen«z«lt fitzrn müssen, weiden fie in den Pausen in Reih Glied m strengster Ordnung auf und ad geführt. An Spielen und Tummeln ist gar nicht zu denken, und e« macht ?aea eigenartigen Eindruck, wenn man die 4- 500 Schüler m« höheren Lehranstalt in den Pausen auf die unqe. »»ungenste Weil« sich bewegen fi-hi, und daneben uoer �000 Gemeindeschüler in ihren streng geordneten Reihen. Wnin die Anforderungen an die Körperpflege in den Schulm einmal höhere werden, dürfte die große Zahl von«lasten auf dem Grundstück ein großes Hiaderniß w». Nach Lage der Sache müßte da, normale Berliner Gemeindefchutha ig nur 16 Klassen aufn'bmen und auf größeren Grundstücken ein« Doppel'chule von 32 Klassen errichtet werden, «wo für 900 bezw 1800 Kinder«in Schuihau« vorhanden sein. �vnn dann noch die nöthi�en R-benräume(Aula Zeichensaal, vaturwiffenschaslliche» Lehrzimmcr, Konferenz- und AmlSzimmer, »mt, vohnungen rc. eingerichtet werden, eilavgt dag Hau, doch iiae staltliche Größe. Die Berliner Gemeindeschule hat heule ® aassteig-nde Klassen, müßte aber, wie die Volksschulen in veri meisten größeren und mittleren Slä ten Deulschlands, ent» Ipncheiid den 8 Schuljahren, deren 8 baden. Ja einer iech,- tlhaklasiigen Schulau statt würde dann jede Stufe dovpelt be- .�tzl fern. Die Schule könnte dann im Herbst und Fiühjrhr t' eme Klasse entlassen und neu aufnehmen und käme nie in Cu Lage, aus Mangel an Plitz die vers.tzten Kinder in eine v'detg Anstalt verweisen zu müssen. Heut« haben die Berliner �»eneindcschuldäuser je nach der Giöge de« Grundstücks 16, l«. 18— 20 Klassen, die Dopp:lschulhäu!er die zweifache Anzahl. -Oadmch erhalten die Schulen ein recht bunte« Aussehen, in der Anstalt b- stehen neben einer ersten Klasse zwei zweite, drei ■gOte. vier vierte, drei fünfte, drei sechste K assen, während die ichdanchul« ganz anaer« zusammengesetzt ist, ein Umstand, vrr hauptsächlich daran schuld ist, daß die Anstalten besonders vr rasch stch entwickelnden Staditheilen nicht zur ruhigen Eni- wickckung kommen. Bei jeder V'rietzun z mach l fich die ungleiche 4»iaff«uz,hl auf den einzelnen Stufen störend dewcrkdar, und n*' Igoße Zahl vor Kiodern muß in eine andere Schule ge» l»>ckt werden, wert die Klassenverldeilung fick nickt dem Be- �?'sniß entsprechend ändern läßt. Die lebhaften Protest« der mrnm dagegen können nur selten berücksichtigt werden. «iurdra die G undjätze 1) Einrichtung von achiklasfigen Schulen j- zwei Parall-ltlassen, entsprechend den 8 Schu j rhren und Aufachmetermmen im Herbst und Früdjahr, uno 2._ Bau van 1« kiaistgen Einzel- bezw. 32kla!figen Dopptlschulhäusern «archgefüh,! werde», so wüiden manche Klagen über die«Um- Ickvlung- beseitigt sein. Die bisherige starke Virmehrung drr vchiubevöckerung stand einer derartigen Reform im Wege, die l'dt eingetretene ruhiger« Fortentw ck-tung grebl den Schulde» iörbn, orelletcht die Mittel zu r.othwendigen organisatorlschen -Piaßnahmen in die Hand. M Ulster neuer Häuser möge« auf eine B stimmung v« neuen Baupoitzeroronung aufmerksam gemacht werden, Ricktbefolzung ihnen Kosten und Uaannihulichke sten ver» vr'acht Räch§ 39 der Baupoiizeioidnung dürfen neuerbaute Ashiräume rrlt nach Ausferttgung des po iieilichen Gebrauchs- Adnuhme-AtiefteS bezogen werder. Die meisten Mielhrr de- Ummern fich um trefe Brstinmung nicht und halten den fcezren HauSwirlh ausschließlich für solche Dinge verantwortlich. Jüngst halten stch mehrere Mielher eine« Haasts der Swine« �ünderstraße wegen Uebertretung dieser Bestimmung vor Bericht zu verantworte«, rrob fie wurden sämmtlich verurtherit, obgleich ih en der detriffende Wrrth gesagt hatte, daß die �>!izril>che G-brauchSabnahme bereits erfolgt tri. Nrch der Begründung des qu. UrlheilS müssen sich die Mielhslustigen «vrntuell das brlressende Attest vorlegen lassen, fie können aber nuch auf dem zuständigen Polizeirevrer-Bureau amiliche Aus- U.st ohne S rtgelt in den Dienstftunden erhalten. Da» neue Krankenhaus am Urban sieht noch immer Vicht ,o aus. als od es zu dem mehrfach angegebenen Termin, 1. Aprrl d. I, fertiggestellt fein wird, obwohl der Er- vssaungglag dieser Anstalt bereit« wiederholt hinausgeschoben wurde. Soweit man dies von Außen beobachten kann, ist der wnere Ausbau der einzelnen Gebäude und namentlich die Ausstattung der«raakenpavillons noch weit zuiück Wenn vun«mch in drei Monaten noch viel gethan werden kann, so 4rfch«wt eS doch bedenkt, ch, daß über gewisse Einrichtungen der veuen Anstalt noch kero endgiltiger Beichluß gefaßt zu sein ijUmt So war vor einiger Z U mitgetheilt worden, daß da« Krankenhaus am Urban da« erste in Berlin sein würde, welche» elektrische Beleuchtung erhielte. Gegen diese Art der Beleuch- Unz von Räumen zur Unterbringung Kranker find nun, bald vich dem B-kanntwerden de« Projekte«, aus ärztlichen Kreisen %% ernstliche Bedenken laut geworden. E« ist ein offenbarer «ichrheU de« eleltnschen Lichir« oezenüber jeder anderen Be« trawtungtart, daß jenes in stiner Lickistäik« nicht gut gemildert werde» kann, was gerade bei der Be euchtung von Krank. n» *0 unten sehr nachiherliz wirken muß. Man brauckl fich nur vorzustellen, daß m einem Pavillon eine Anzahl Fieberkranker v t rgedrachi ist. Dreien Krank«» muß da« gleichmäßrg grelle �'cht»neiiroglich und zu einer Dual werden. Lampmschirme oder o Wiche Vorrichtungen«erden den Uebrlstand schwerlich ganz be« lirtige» und namentlich würde der Urb lstand bestehen bleiben, daß r>»e bedeutende Menge elekinsch üderlragener Kraft nutzlos v-r«r»izei wird.— Im Gegensätze zu drm Krankenhaus« am Urb«, aeht da« Kinder- Kranker, hau« rm Norden Berlins schnell l«ner Vollendung entgegen, so daß man die E Öffnung de«- leiwi* für den Mai d. I. bestimmt entgegen firht, wenn auch vsa�den in Ausftcht genommenen 250 Betten dieser Anstalt vor laust i nur 50 in Dienst gestellt werben sollen, davon 40 in besonderen Pavillon für diphleri, kranke Kinder. Die "QUüeeäua,« der Poiiklmik de« Jnftitu« sind so angeordnet, «i. f1"!? vinrm große« Wart räum zum gemeinsamen Auf- 7"� alt für Kranke auch»ahlreiche kleineie Einzelräume angelegt solche Kiai ke, welche einer ansteckenden Krankheit vrrdaÄUa find, abgesondert gebalten werden. js;. �*U Instueuia Kpideroie i« Kerlin berichtet ,,U Rümmer ver«Bertlner Klinischen Wochenschnfd', «? bresctde,«so weit e« möglich»st, au« pcriönlicher Ersah- »u»«ud de» Angaben anderer Kollegen Schlüsse zu ziehen" tciut Zeit au Ausdehnung etwas nachgelassen zu haben scheine, während— wie die« auch von auswärts gemeldet wird— die Fälle mehr hervortreten, in denen Abweichungen von dem lypilche«, milden Verlauf vorkommen. Theils find die Erscheinungen von vornherein heftiger und sowohl die ner- rösen als die katarrhalischen oder gaftnschen Beschwerden noch ausgesprochener und andauernder— thnlS gesellen fich Kom. plikaironen und Nachkrankheiten, namentlich katarrhalische Pneumonien hinzu— therlS auch, und dies scheint jetzt b-sonderS häufig vorzukommen, wird die Rekonvaleszenz durck Rückfälle unterbrochen, die oftmals einen bedroh. licheren Charakter tragen, als die ursprüngliche Er- krankung; dies gelärmt namentlich da zur Beobachtung, wo die Patienten sich allzurasch, ohne die völlige Erholung abzuwarten, wieder neuen Anfirnrgi'.ngen und Schädlichkeiten(Erkältung, DrLtfehl>rn) aussetz«». Auch diejenigen Fälle, in denen die von der Influenza Betroffenen die Sache anfangs gar zu leicht nehmen, zeigen oft einen verschleppten Verlauf und führen da- durch zu einer viel bedeutenderen Konsumtion der Kräfte. Die Diskussionen über da» Wesen der E.krankung selber haben noch keinen Abschluß gefunden. Außer dem yiefigen Verein für innere Medizin bat auch der ärztliche Verein in Petersburg und die Pariser Academle des sclences fich neuerdings wieder Mit der Erörteuvg der Krankheit eingehender beschäftigt. In Petersburg huldigt die Majorität der Aerzte der Anschauung, daß es sich in der Thai um nicht« anderes, als um die wohlbekannte und oft beschriebene Influenza handele; in Pari« stehen fich die Ansichten nach wie vor schioff gegenüber, und während German, See fich (unter B-rusung«uf den Vortrag de« Herrn Rer.verS) im selben Sinne ausgesprochen bat, hält Dujardm-Beoumetz daran fest daß die gezeuwärttge Epidemie fich von allen früheren in wesentlichen Punkten unterscheide; namentlich hebt er da« in Pari« seh? baufige Austreten von Ausschlägen, als gegen Grippe zeugend hervor. Eine Anfrage, ob e« fich dabei nicht etwa um Äntipy'in-Exantheme handeln könne, erwidert er dahin, daß feine Patienten gar kein Ant'pyrin genommen hätten, während in Berlin, wo von diesem Mürel ein sehr reichlicher Gebrauch aewacht wird, über Exantheme nicht« berichtet werde. In Petersburg wurden dagegen von mehreren Seiten Erytheme und Urticaria beobachtet Einen weiteren �auffallenden Punkt biete! das Verhalten der Milz: Dr. Kernig in Petersburg will M-lztumor regelmäßig beobachtet haben. Hier in Berlin bildet er kein konstante« Moment im Krankbeitsbilde, ist aber auch mit Sicheiheit— selbst über den Abfall de» Fieber hinaus— beobachtet wotden. Der Nuchtrnk der Just«»»»«», welche in Berlin im Erlöschen begriffe» zu sein scheint, sucht, nicht weniger bösartig als die cpidrmssche Grippe, jetzt unsere Stadt heim. Halskrank- heitm alter Art von der Diphihtriii« an bt« zum«Ziegen- p-tet", wie der Volksmund die unschuldigst« aller Halskrank« heilen zu nenne« beliebt, wüthen seit acht Tagen etwa in den meisten Familien und unsere Krankenhäuser find voll von Halslranken und namentlich macht unseren Aerzte» die anguina vulgaris, eine zwischen gewöhnlicher Halsentzündung und DiphtheritiS stehende Krsnkhett zu schaffen.— Auch Lungenentzündungen traten t« der letzten Woche wieder heftiger auf, glück icherweise ohne einen hervorragend größeren Prozentsatz der Sterblichkeit berbeizusühren. Die Nenfatzrsbriefe de» Keichohauptstadt weisen, dem«B. T" zufolge, auch in diesem Jahre wreder einen er- beblrchen Zuwachs gegen da« Vorjahr auf. Als N.ujahrg- briefe wer Dem postalisch diejenigen bezeichnet, welche ._______.. zeicknet, welche vom 31. Dezember Mittag« 12 Uhr br« zum gleichen Zeitpunkte de« Neuj-H StageS in der Stadt aufgegeben und au eine Stadt- adresse gerichtet find. Die Zahl dieser Briefe hat natürlich mit dem Anwachsen der Stadt gleichen Schriit gehalten, und es ist nicht uninteressant, au» einer vergleichenden Statisttk zu er- sehen, wie d.ese Sieiaeruaa fib vollzogen hat Von den ge- nannten Briefen wmden befördert: zu Reujahr 1865 rund 129 000 1875« 621000 1681« 1 170000 und in den folgenden Jahren von 1882/88 1343 000, 1 521 000, 1809000, 1847000, 1611000, 1561000, 1730000. Der nicht unwesentliche Rückschlag im Jahre 1886 hingt off-nbar mit der Einführung der Privaipost zusammen. Zu Neujahr 1890 zum ersten Ma!e wieder ist die schon in 1885 «rreichr giwesene höchste Ztsser von 1 847 000 überschritten worden, denn der dieSjah-ia« ÄeujahrSbriesoerkehr stellt fich auf eine Kteinigkeit über 2000000. In diese Zahl inb'griff n find aller- ding» mehr al» 200000 Briefe, weicht diesmal ichon in den Voimiliagsstunde» de« 31. Dezember zur Beftrllung gelangt find. B-rlin ist in diesem Jahre ausnahmsweise srühzertig an« Neujahr-Srawliren gegangen und Hai Ichon am 30. Abends ein ganz erkteckliche« Drantum Neujahr«''« fe aufgeliefert. Aber auch ohne diesen Vormrttagtzuschlaa stellt fich die Neu- jahrS-Verkehrezunahme gegen da« Voijahr auf über 4 pCt. Die Bestellung war fo prompt, als e« eben überhaupt zu leisten ging. Ein Begriff von der Arbeit, die verrichtet werden 1256 000, mußte,"erg ebt fich au» folgender Zu'amminstellung der An- zahl von Briefen, die m den fech« Bestellungen de» Neujahrs« tage« von einem Briefträger an ihre Adressen bcjördect wurden. Bei der 1. Bestellung hatte er 1900 «« 2.««« 900 „«3.««« 600 « ,, 4.««« 750 «« 5,««« 1000 «« 6-««« 900 Briefe au»zutraa-n, mithin rund 6000 Stuck an dem«wen Festtage. An Fehl- und famen Briefen, d. h. an falsch oder mangelhaft adreifirten, hat e« auch zu Neujahr 1890 nicht gefehlt, und noch heute fitze« Dutzende von Beamten an der schweren Arbeit auf Grund de« Adreßbuch», der bekannten „Findigkeit" sowie polizeil'cher und anderer Enmtlelungen vre richtige» Adresse» von Tausenden unbestellbarer Briefe zu ermitteln. DU Apertt»s»fra«e stand jüngst in der„Gesellschaft der Vozeliiebhader»nd Gartenfreunde" auf der Tagesordnung. Es sollt« enmitel» werden, ob nach den Beobachtungen und Erfahiunge» Berliner Gärtner und Gartendrfitzrr der Sper- lmg al« ein nützlicher Vogel erscheine, oder o» er al« ein Schadenvogel zu betrachten fei. Die V rhandlung geftaftete stch tür den Sperling zu ernem schweren� mit Vertu iheitung endenden Krmriualprozeß, denn er verdrangt andere wahrhaft nütz- lich« Böget wie die Meisen, den Staar und den Roihschwanz. Die Staarkäften nimmt er, wenn fie leer geworden find, in Besitz, und wen» er einmal darin ist, vermögen die Staare nicht, ih» wieder auszutreiben. Man thut daher wohl daran, nach dem Abzug der Staar« die Kästen abzunehmen und sie erst dann wieder in die Bäume»u hängen, wenn man wieder die ersten Staare pfeifen gehört hat: sonst find fie rettungslos dem Spatz verfalle». Ebenso bemächtigt er fich im Winter der Schwalbennester und erschwert dadurch den Schwalbe» die Ansiedelung. Auch der artigen Grasmücke macht er da» Leben sauer, indem er frech auf fie zuhüpft und ihr da» mühsam erworbene Futter au» dem Schnabel zieht. Srit- dem der in Berlin so zärtlich gepflegte und durch das Vogel« schutzgeieß gar für sakrosankt erklärte Sperling in io ungeheuer- lichem Maße fich vermehrt hat, hab'.n in merkaarer Weise andere nützliche und erfreuliche Vögel auf demselben Niftgebiet abgenommen. Denn fern Wahlspruch anderen Vögeln gegen- über lautet:„Fort mit Dir. Ich will da sitzen." Ebenso ist der Nutzen, den er angeblich durch Vertilgung pflanzenfernd- licher Insekten stiftet, ein rein illusorischer. Die wirklich schäd- lichen Insekten greift er gar nicht an. Er liebt nur nasse-- und fettes Futter, eine Raupe ist ihm ein Giäuel. Rur hinter Spinnen ist er her, denn er ist ein Gourmand und weiß, was gut schmeckt. Den größten Schaden aber richtet er durch Weg- fressen der Saat an, und zwar frißt er mit Vorlv.be keimende Körner. So ist er ein böser Gast auf den Milzböden der Brauer, wo er zum großen Nachthril der biertrintenderr Menschheit die �gekeimt« Gerste auspickt. Er ist ebenso schlau, wie er lüderlich und faul ist. So lautete ungefähr, was gegen den Sperling als Anklagematerial vorgebracht wurde. Endlich wird auch der neue Bahnhos W-ißensee dem öffentlichen Verkegr übergeben werden. Laut ange'cklagener Be- kanntmachung wird da« Publikum darauf ausmerk am gemacht, daß vom 4. Januar 1890 ab der Verkehr auf dem neuen Bahn- Hof stattfindet. Gv muß allgemeine« Kefremden errege», daß da« in der Jnvalidenftraße kurzlich eröffaeie„Mu'eum für Natur- w ssenichaften" dem Publikum immer roch verschlossen bleibt Wurde hier eine ganz neue Sammlung zur Aufstellung kommen, so müßte man doch geduldig warten, bis die Per- wallung mit dem Ordnen der einzelnen Stücke fertig ist,— im neuen MuseumSgebäude aber handelt eS sich lediglich um ein« anderweit« Ausstellung der bereits in der Universität über- fichtlich und systematisch geordnet gewesenen Sammlung. WeS« halb nun diese neue Aufstellung so viel Zeit erfordert, dürste wohl nur den Wenigsten recht einleuchtend sein. Die Gisenspitzen zum Schutze der Schaufenster dürfen nach«ner Anweisung de« Pal'zeiprasidv.ms an die Reviere nicht zu spitz sein, daß fich Peisonen, insbesondere Kmder, an denselben Beschädigungen zuziehen können. Die Reaierbeamten haben darauf zu sehen, daß diese Stacheln ent- weder beseitigt oder durch Aufsetzen von Metallkugeln rrsp. durch Abstumpfung oder auf andere geeignete Weise unschädlich gemacht werden. Da« neue Uoltzeigefänguitz, welches mit dem neuen Polizerdienstgebäude am AUxindrip'atz in Verbindung steht, nimm, unter den Gefängnissen Berlin« eine ganz hervorragende Stelle ein. Da« Gefängmßgebäude bildet einen besonderen Flügel de« großen Dienstgebäudes. Derselbe enthält im Erd« gelchoß da« Polizeigewahrsam(iür vorübergehend aufgegriffene Pec'oaen), bestehend au« einem größeren und einem kleinere» Haftraum, für Männer und Frauen, und 6 Jso'irzellcn für besonders UnnrHiae. Darüber liegt in 5 Geschossen da« Polizei- gefängniß für Männer. Dasselbe enthält in den beiden unteren Geschossen 8 größere Räume zu gemeinsamer Haft für 175 Männer und außerdem 153 Einzelzellen von derjenigen Einrichtung, wie fie gegenwärtig in Zillengefängnisse« üblich ist, nebst den erforderlichen Spülzellen. Aufsehzimmer-r ic. — Ganz getrennt von diesem Männer-Gefängnrß, im vierten Geschoß an der Parallelstraße der Stadlbahn, durch eine be« sondere Treppe zugänglich, liegt da« Weiber. Gefängniß, de- stehend au« 3 größeren Räumen zu gememsamer Haft für 67 Personen und 22 Einzelzellen nebst den erforderltche» Ribemäumen und einer Wohnung für die O'rerausseherin. E« können sonach im Ganzen 328 Männer und 94 Frauen gleich- zettig im Polizeigesängmsse untergebracht werden. DU Giverut« ist in vollem Gange. Tausende von ge- schäftigen Händen regen fick, um die kalte Witterung nach Kräften auszunutzen und möglichst vH E s in die Keller und Eisschuppen zu schaffen. Namentlich auf dem Müggelsee, bissen Eisdecke die recht ansehnliche Dicke von 5-6 Zoll er- reicht bat und krystallrern ist, wird dem Einsammeln des E>fe« mit großem Eifer obgelegen und sollen die meisten Eishändler, gleichwie industrielle Institut«, die großer EiSmassen bedürfen, letzt schon mit dem Vorrath für den ganzen Sommer reichlich verseb-n sein. Der Eissport hat in der Umgebung Berlin« bereits zahl« reiche Opfer gefordert. In Gussow waren am Reujahrsiage vier Knaben auf dem ooriigen See eingebrochen. Sofort machirn sich die Knaben W. Hübner und ein Sohn des Orts- Vorstehers Rostock an die Rettung. Es gelang ihnen auch, zwei der Vemngiückien, den 13jährrgen Albert Schinke und den 14 jährigen Wilhelm Lehmann zu retten, während der 14 jädnge Sohn de« Schiffbauer« Schulz und der I5jährige Arbeitersohn Otto Fiedler ertranken. An demselben Tage er- trank beim Schlittschuhlaufen in Dolgenbrod der 15jährige Sohn des Schiffbauers Kind, und m Niederlehme brach ein 5jähtiger Knabe durch da« Ei« eines nur flachen Graben«. Da Hrlfe nicht zur Hund war, mußte das Kind trotzdem ertrinken. Seine Leiche wurc« sofort gefunden. Der Tabakgenuß Mit einem eigenartigen Feuilleton hat dre„Deutsche TabutSztg." ihren neuen Jahrgang eröffnet, nämlich mit einem Abdruck einer Reihe von Zuschiilten geistig bedeutender Männer über den TadakSgenuß. An Schriftsteller, Gelehrte, Mediziner aller Art hat sich die Redaklion der ge« nannten Zeitung a-mandt, um ihr Urtheil über die Annehm- ltchkeiten und die W rkung de« Tadaksgenusse« zu erfahren, und sie beginnt mit der Veröffentlichung der zahlreichen Antworten, welche fie erhallen hat. Die erst-: Nummer de« neuen Jahre« bringt euren kurzen Brief de« leider bald darauf verstorbenen Ludwig Anzengruber, welcher schließt:„Ob da« Rauchen ge- sundhrttsschädlich?* Mit dreser Anficht würde ich mich nur an den Arzt wenden, dessen gegentbriliger A ficht ich sicher wäre." Dann folgt eine Zuschrrfr von Ludwig Haas«, welcher in dem Rauchen starker großer Zigarren ein BmthigungSmi'Ie! tu Stadien großer Nervostlät sieht, und ein Brief von Ludwig Bamberger mit dem Postikripium:„Ich halte da« Rauchen für gesundheiiswidnu, wie jede« Vergnügen, wie da« ganze Leben, an dem wir schließlich sterben." Sei einem Schiebsmanu im Südosten der Stadt sind von drei verschiedenen Parteien Anträge auf Einleiluna de» Sühneverfahrens gegen eimn in dem betreffenden Bezirk wohnenden Fabrikanten gestellt worden, dem man beweisen zu können glaubt, daß er der Absender von Neujahrskarten ist, welche den detreffenden Personen zugegangen sind und«inen für diese allerdings schwer beleidigenden Inhalt befitzen. Der Beweis für die Thäterschaft de« Beschuldigten stützt fich auf dessen bisherigen Buchhalter, der zum 1. Januar d. I. feine Stellung aufgegeben hat. Gi« Kolporteur erschien vor Kurzem zur ungewohnte« Stunde in der Pottklinik des homöopathischen Ärzte« Dr. T Hoesch und übergab zwei wertblose Hefte mit brnn Bemerken, dieselben seien bestellt und gegen beiliegende Quittung mit 95 Pf.*u bejahten. Di« Wärterin wollte anfangs diesen Be- trag mcht entrichten, ließ stch aber durch das bestimmte Auf- treten de« Ueberbrinaer« und durck die Aeußerung, baß der A zt ausdrucklich die Abgabe in der Poliklinik verlangt hätte, doch duju bewegen. Am nächstm Tage stellte sich dir Unwahrheit heraus. Der Ko'vorteur hatte die Abwesenheit dieses Arzte« benutzt, um die P ellerei auszuführen. Da solche betrüueritche P.ozedur gewiß noch oft versucht werden wird, so sei da« Publikum gewarnt und lasse die Dienerschaft keine Zahlungen leisten. Z« den neu« Selbstmorden, welche der amtliche Polizei- berichr der Verden erster. Tage des begonnenen Jahres pemeldet hat, tritt wie da«„B. SC.' berichtet, noch«in neuer Doppel- seldstmord hinzu, welcher erst vorgestern Nachmittag entdeckt worden ist, so daß stch die entsetz'iche Zahl auf elf steigert. Im Querzebäude de« Hauses Lübeckerstr. 35, nahe der Perleberaer- st.aße im Stadtlbeil Moabit, bewohnte der Anfangs der 60# Jahre stehende Tapezirer Hertel mit seiner etwa 50 jährigen Schwester seit Anfang Oktober eine au« Korridor, Stube und Küche bestehende Kellerwohnung. Dre Leute schienen früher b'sser situirt gewesen zu sein, waren aber, vermuthlich in Folge Arbeitslofigkeit des Mannes in den letzten Monaten recht herab- gekommen; sie galten allgemein für ein Ehepaar, und nur Wenige, die näher mit den alten Leuten in Berührung kamen, wußten, daß sie Geschwister seien. Seit dem Sylvefterabend wurden die Leute nicht mehr außerhalb ihrer Wohnung ge. schen; es kümmerte sich aber in den folgenden Tagen Niemand darum, weilst- auch sonst sehr zurückgezogen lebten und oft tage- lang sich nicht blicken ließen. Am Donneistag Abend erftbegann man im Hause Bei dacht zu schöpfen, weit vor der verschlossenen Korridor! hür der Geschwister mehrere Nummern einer Zeitung, auf welche H. abonnirt war, noch unberührt lagen. Infolge dessen machte der im Hause wohnende Klempnermeister Pesch. ges einen ihm begegnenden Schutzmann darauf aufmerksam, daß den alten Leuten wohl«twaS zugestoßen sein müsse, wurde von diesem aber an da« 76. Revierbureau gewiesen. Da da« l-tztere etwas weit entfernt ist— e« b. findet sich im Hause Kupstockstroße 37— so ließ P. die Sache einstweilen aus sich beruhkN. Vorgestern Nachmittag indeß vermochten die Haus« dewohner ihre Besorgnisse nicht länger zu unterdrücken und be- nachrrchtigten, da die H.'scke Mahnung auf wiederholte« Klopfen und Rufen nicht gköffn't wurde, die Revierpolizei und den gerade anwesenden Eigenlhümer de« Hauses, Herrn Uhr- macher Fiakows'y aus Rudorf. Nachdem die Thür gewalt« sam erbrochen war, bot sich den Eintretenden ein sckauriger An- blick dar: auf den Dielen der Rückte, nahe der Kocktmaschine, lag das Geschwisterpaar entseelt. Den kleinen, dumpfen Raum ersüllie stickte Luft. Der Augenschein lehrte, daß man es mit einer Kohlen oxydgaS-Vergiftung zu thun hatte. Diese An- nähme b.stäilgte eine Besichtigung der Kochmaschine, auf welcher sich noch Reste von Steinkohlen voifanden, während die FeuerungSzüze durch die beiden Schieber dicht verschlossen waren. Em hinzugerufener Arzt gab denn auch als Todesursache„Er- ft'ckung' an und konstatirte, daß der Tod be> eris seit länaer als 48 Stunden eingetreten fein mußte. Als Motiv der That ist die Eingang« erwähnte Noth'.age der Leute anzusehen, wofür schon der Umstand spricht, da» dieselben mit der Miethszahlung im Rückstände waren. Die That scheint in der Sylvesternacht vollführt zu sein; denn am Abend hatte die Schwester de« Hertel— wahrscheinlich für die letzten Groschen— Kohlen und ern Liter Biannlwein geholt. Nachdem sich die G-Ichwister zu der verzweifelten That Muth zugetrunken, scheinen sie die Ma- schüre tüchtig geheizt, auf die glühende Platte noch Steinkohlen aufgepackt und so im Laufe der NeujahrSnacht den gesuchten Tod aesunden zu haben. Ai» Gbduktion der Leiche der Frau Teichmeier und»ttrec Tochter Ella hat statlgesU' den. Dieselbe ergab bei dem Kinde V.rgistung durch Schwefelsäure und bei der Frau Teichmeier eine tödtliche Versitzung der Luftröhre. Vorgestern Abend um neun Uhr wurde da« Schankgefchäft der Ver- storbenen m der Havelbergerstraße 3 durch einen Kommissar in Begleitung zweier Schutzleute vrrsiegelt. Es untei liegt jetzt keinem Zweifel mehr, datz Frau Teichmeier freiwillig aus dem Leben geschieden ist, weil sie von Anfang an den Schwierig- knien des Schankge verdeS nicht gewachsen war und weil sie außerdem beim Ankauf ihre« Geschäfte« arg übervortbeilt war- den ist. Am ersten Wechnachlsfnertage hatte Frau Teichmeier bereit« in aufgeregtem Zustande geäußert, sie habe nur noch eine Hoff ung, daß„eS mit dem Geschäft besser gehen werde, wenn sie ihr Kind zu sich nehme'. Als da» Geschäft auch zu Weihnachten nicht besser ging und speziell der erste Tag im neuen Jahre, als sie aus Osterburg hieiher zurückge- kehrt war, ,mme. neue Verlegenheiten brachte, schritt die Frau zu der VerzweiflungSihat, indem sie ihrem Mädchen mit Zucker versüßte Schwefelsäure eingab, von der sie auch selbst trank. Erst als Frau T-ichmeier, für welche die Dosis zu klein war. den furchirwien Todeskampf ihre« KiodeS gewahrte, vollführte sie den Selbstmord mit dem Mtsser, indem sie in das Neben- zimmer stürzte, wo sie an Veibluwng verstarb. Den bei den Ahrendt'schen Eiswerken in Plötzensee beschäftigten Sattler M., der die Frau Teichmeier in ihren letzten Lebenslagen auf jede Weise unterstützte, triff! keine'lei Schuld. Di» Kesstrung im Krfinben ürS Überfallenen Zigarren- Händlers Lehmann»n CyacioilendUig ist nach der„Neuen Z.' nu rmehr soweit vorgeschritten, daß die Aerzt« den ersten Be- such der Eltern dtsseiben gestattet haben. Herr Lehmann kann stch jedoch noch nicht genau erinnern, wie der U-berfall ge- schehen ist, und ee wird daher auf den Rath der Aerzte seine getickt«»e V-re-ehmung vorläufig noch nicht erfolgen. Di» Gläubiger de« verstorbenen Stadtverordneten und Bankiers Jacobs wollen heute zu einer Versammlung zm sammensielrii. 3B;e v'klautet, fehlen Depot«, die dem Ver stordeeen zumesst von kleinen L-uten anvertraut waren. Gi« schwrr»r Unglücksfall wird un« vom vorgestrigen Tage au« Rummeisdurg g>m«toet. Dort war der Maurer Wsshelm Raasch auf einem Neubau der Göihestraße mit der Ausmaue, ung einer steinernen Treppe beschäftigt und während R., um besser hantiren zu können, sich unter dem Treppenbau befand, nahm ein anderer Manrer die Slützen unter der Treppe fort, worauf dieselbe in sich zusammenstürzte und den ahnungslosen R. unter sich begrub. Nur mit Mühe gelang e« den üdiigen A heitern, den dedauernswerthen Mann unter den Trümmern he vorzuheben und mußte derselbe mit schweren inneren Verl>tzangcn, sowie komplizirtem Rippenbruch nach Berlin in das ilobiiM'e K-ankenhau« a-schaffl worden. Gegen den Grohschlächtermeist»» T. in Ki-dorfist jetzt wie vre„Allgemeine F.ctscher- Zeitung' von zuoeriälftger Seite erfährt, e,ne Untkisuchung eingeleitet worden. T. hat den Stempel der Jleischunieisuchungsstation VII. nachgemacht unv scheint mit diesem falschen Siempel bereit« geraume Zelt hindurch die von ihm eingeführten Schweine und Rinder, die er natürlich der Untersuchung entzogen hat, abgestempelt zu haben._ Gi«.schm-r»»' Diebstahl in de« Wortes verwegenster Bedemuno ,!t m der Z n zwychen Weihnachten und Reujahr auf dem Niedeischtefisch-Märklschen Güterbahnhof verübt war- den. Dort sind au« einem offenen Waggon 5000 Pfund Hart- zmk im Werth« von etwa 1000 M., der Firma Moritz Kohn in der Köpnickerstraße geböria, gestohlen worden. Durch iwrl Frachiivage» förmlich zerquetscht wurde aeftern Nackmrllaa der Eisend�hisslioße 34 wolmvasie und in der GreifSwa.derftr. 31 beschäfiigte Arbeiter Jo'epb K. Der- selbe wollte sich durch zwei auf genanntem Grundstück st.hende schwer mit Kisten beladene Frachtfuhrwerke hindurchzwanaen, als plötzlich die Pferde anzogen und der sich gerade zwischen den Wagen btfindliche K. so übel zugerichlet wurde, daß er gänzlich besinnungslos hervorgezogen wurde und nach Hinzu- ziehung eines Arzte« fofolt mittelst Krankenwagens na« dem Katholischen Kcankenhause übergeführt werden mußte. Daselbst wurden seilen« der Aertte so schwere innere Verlitzungm kon- statirt. dab an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Unglücksfäll». Die 75jährige SikreiärSwittwe Johanna T. au» der Wwlinvurgstroß« halte gest-rn da« Unglück, in ihrer Stube auszugleiten und derartig auf einen Stuhl auszuschlagen, daß sie den rechten Oberschenkel brach.— Eine schreck- licht Zrrfleischung der reckten Hand zog sich der in der Linienstraße wohnhafte Schächterlehrling Hermann K. bei der Wm stfabrikation dadurch zu, daß er mit der Hand in die W'lle der Fleischmaschine und dann unter die Messer gecieth. Nach Anlegung eines Notbverbande« erfolgte die Aufnahme in ein Krankenhau«. Em« komplizirte Verrenkung der rechten Hüfte zugezogen und da« Schultergelenk ausgefallen hat sich pestcrn Vormittag der Höchftestraße wohn- hafte und Oranienft aße beschäftigte Laufbursche Hermann N, der, aus einer hohm Leiter stehend, ausgeglitten und herabgestürzt war. N. mußte in-in K'ankendaus aufgenommen werden. Gi« Zerwürfnitz mit feiner Krant hat den in der Swinemünoerstiatze wohnhaften Scklächtermeister Karl H. zum Selbstmord veranlaßt. Der erst 29jährige Sch!äckt-r drehte in feiner Stube den Gashahn auf und legte sich zu Bett; außir- dem hatte er Gift zu sich genommen und so den Tod ge- funden. Durch eine« brennende« M»il»«acht»ba«m ist vor- gestern Abend em sckwerer Unglücksfall h-rdelge»ührt worden. In der Friefenftr. 10 hatte, wie das„K>. I.' mittheilt gestern Abend eine Frau P. in ihrer kleinen Wohnung ihren beiden Knaben nochmals zugulersitzl den Weihnachtsdaum angezündet, und als die Jungen in kmolicher Freude mit ihren Spielsachen sich beschäftigten, war sie bin ab gegangen, um Fleisch einzuholen; im Fleischerladen mußte sie wartm, halte auch dort mit einer zufällig anwesenden Nachbarin eine längere Unterhaltung, die sie aber plötzlich abbrach, als auf einmal die Feuerwehr in vollim Galopp daher gerasselt kam. Sie eilte nach Haufe; aber wer befchrcidt ihren Schrecken, als sie sieht, wie au« dem enster ihrer Stube die lichten F'ammen hcraus'chlagen! Die euirwehr war schon in voller Thätigkeit; ihrer rascken Hilfe ist es zu danken, wenn das Feuer keine größere Ausdehnung gewonnen hat; ihr'st aber auch die Erhallung zweier Menschen. leben zu danken. Während die Kmder unter dem Weihnächte- bäum spielten, waren die Kerzen herabgebrannt; ein Zweig de« durch den vierzehntägiaen Aufenthatt im Zimmer gänzlich aus- oetörrten Bäumchm« hatte Feuer gefangen, da« sich den Gar- dinen, der Tischdecke, dem Tisch, dem Bette und anderen Mo« bilien millheilte; diese sind verbrannt. Das Schlimmst- aber war, daß auch die Kleider und Haare der beiden Jungen von der Flamme erfaßt wurden. Beite haben schwer Brand. wunven, besonders am Kopf, an den Beinen und Händen da- vongetragen. Die Feuerwehrmänner legten den Kindern den ersten Verband an und schafften den jüngeren Knaben, der am schwersten verletzt schien, sofort in da« Krankenhaus, während der ältere zunächst von mitleidigen Nachbarn in Pfl-ge ge« nvmmen wurde. Lebendig begraben wurden gestern Nechmiltag die auf einem N-ubau in Wilmersdorf beschäftigten Arbeiter Hermann S. und Hermann M. au« der Schönebergerstraße. Die beiden Verunglückten waren mit Ausschachten eines tiefen Loches be- fchäfilgt, als plötzlich infolge ungenügender Abstreifung das Erdreich über ihaen nachgab und die dedauernswerthen Leute unter sich begrub. Zwar gelang es noch rechtzeitig hinzueilen- den Arbeitern, die Verschütteten aus ihrer gefährlichen Lage zu befreien, doch hatten dieselben so schwere, innerliche Verletzungen davongetragen, daß ihre llebersührung in ein Krankenhaus noth. wmdia würbe. Gin schrecklicher Unglücksfall, welcher den Tod de« Verunglückten folort na» si« gezoa-n, ereignete sich gestern Ab-nd auf d-m Hofe. Chausseeftr. ße 80— 81. Hier war der 30jährige, in der Boyenstraße wohnhafte Arbeiter Hei mann Simrow auf einen mit H?u beladenen Wagen gestiegen, um den über da« Heu ge'egten Baum zu befestigen, als der Baum inf'lge zu heftig-n Anziehen« zersplitterte und Simrow von dem Schlaae rück oärlS heruntergeschleudert wurde. S. schlug so unglücklich mit dem Genick auf dag Pflaster auf, daß der Tod sofori eintrat. An» Nerzweiflnng über ein unheilbares, sehr schmerz- voll-S L-idtN mochle gestern der w der Straßburgerstr. wohn- bafie 48jähnge Kaufmann August R. feinem Leben ein Ende. Als d.r 8jähriqe Sohn in da« Zimmer feine»'Vater« kam, fand e- d- f-lben als L-iche vor. Im Ftebernralj« sprang in veiflossener Nacht der an delirium tremens teioenbe Arbeiter Johann B. in seiner in der Raoersdorferstraße gelegenen Wohnung aus dem Bett und lief auf den Tr-ppenflar. Hier stürzte er nun die Treppe hinunter und blieb unten laut stäznend liegen. So fanden ihn Hausbewohner in hilfloser Lage vor und brachten den au« einer Kopfwunde hcslia blutenden B. in ein Krankenhaus. Die nächste Schwurgerichtsperiode am Lankgericht I beginnt am Montag, den 6. Januar; den Vorsitz wir» L,ndae'i<>i«direktor Beihge führen. Potizeibericht. Am 3. d. M. Morgen« wurde ein Mann m feiner Wohnung in der Straßburgeistraße und zu derselben Zeit eine Frou in ihrer Wohnung in der Brunnen. straße erhäogt, N-chmiitagS ein Mann ,n feiner Wohnung in der Rügen erstiasie mit Schnittwunden am rechten Handgelenk, und zu derselben Züt ein 60 jährig-r Mann und sein« 53 jährige Schwester in ihrer gemeintchattlichen Wohnung in der Lübecker- straße mittelst Kohlendunst vergiftet todt aufgefunden.— Gegen Ad-nd brach m der verschlossenen Wohnung de« Arbeiter« Wahl, Jries-nstr. 10, dadurch Feuer aus, daß die beiden bereits im Bell b'finslicken Kinder im Aller von 2 und 4 Jahren ver- muthlich beim Spielen mit Stieichhölzern dasselde in Brand geletzt hatten. Betm O.ffnen der Wohnung hatten die Kinder bereits so schwere Brandwunden eilitten, daß sie nach dem Elisabeth. Kcankenhause gebracht werden muß en.— Als der Kutscher Simrow Abends auf dem Grundstück Chausseestr. 80, 81, beim Beladen ein-s H-uwagens den darauf liegenden Lang- bäum mittelst einei L ine besteigen wollte, brach deiselde entzwei, schnellte in Folge dessen zurück und schleuderte d-n Simrow mit solcher Gewalt vom Wagen, daß er da« Genick brach und sofort verstarb.— Zu de-setden Zeit wurde ein A. bester in der Wobnuna seiner Mutter in der Linienstraße erhängt vorgefunden. — Im Lause de« Tage« landen an vier verschiedenen Stellen kleinere Brände statt, welche von der Feuerwehr gelöjcht wurden. Gsrtchlks-Isikung. Gin» die dentjche, spetiell die Berliner Tapezirer. G e Hilfen l ch a f i auf» höchste inieiessirendt Angelegenheit gelangte gestern endlich vor dem Schöff.ngericht zur Eist- scheidung, nachdem in der Sache schon zweimal Termin ange- standen holte. E« handelte sich zwar der Form nach nur um Privatbeleidioungen, dem Wesen nach aber um die Frage, ob mit dem Gerde der G-Hilsenschaft Mißbiavch vetneben sei. Ltztere« ist von dem Tip-zirer Karl Wild- berger nicht nur mündlich und schriftlich behauptet, sondern e« ist von ihm auch der jetzige Redakteur der „Tapezirer- Zeitung', Sander, als derjenige namhaft gemacht worden, welcher sich der Unterschlagung solcher Gelder schuldig gemacki habe. Um von der ganzen Sachlage «in möglichst klare« Bild zu geben, schicken wir voraus, daß die Berlincr Tapezirergehrlfen im Frühjahr 1888 den Beschluß faßten, die bestehend« Lohnkommission aufzulösen. Bald dar«-! wu de der damalige„Verein zur Wahrung der Jntenssen o« Tapezirer' polizeilich geschlossen und die Vorstands mitglw*» wurde» zu Strafen verurtheilt. Die Leitung der von de« Gehilfen selbst aufgelösten Lohnkommission. befand sich® Händen des H?rrn Sauder und Herr Wildberger beharpliu nun in der Versammlung des ietzigen Fachvereins der Taps zierer am 29. April 1889, daß Heir Sander das VertraW» der Geh lfenschaft vollständig erschüttert habe, indem vo» ihm noch k-ine einzige korrekte Abrechnung, d-n Bali»« Streik 1885/86 mit crnaerechnet, erfolgt f-i. F rner ho� Sander sich verschiedene Pflichtwidrigkesten zu Schntocn komme« lassen und nicht nur Hunderte, sondern Taufende von## der Gehilfen untnfchlagen. Obgletch Herr Sander in der»s regten Versammlung anwesend war und somit Gelegmhm hatte, die Beschuldigungen an Ort und Stelle zu wideilega, benutzte er hinterher noch d« Briefkasten-Ecke der„Tapezir�' Zeitung', um gegen Wrldbager ganz unbegründete Angmsi zu richten. Ja einer bezüglichen Notiz wurde dielj* vorgeworfen, daß er in Versamm'ungen gegen»j Schwindelarbeit spreche, in feiner Werkstätte ober selb« solche Arbeiten anserliaen lasse. Faner hi ß««* dem Aussatz, daß er den Repräsentanten der Krankenkassen«� dächtige, wenn er sie nicht mehr gebrauche. W ldberga sah»« veranlaßt, in einem Flugblatt vom 1. Juni v. I. diese m# rechlferligten Ananffe erergstch zurückzuweisen, gleichzeitig ai» auch die gegen Sand« in Lff-ntlicher Versammlung nhobevm Beschuldigungen au'recht zu erhalter. Da« F.ugblatt gm» näher auf diese Beschuldigungen ein, bezeichnele e« al« ein Schädigung der Interessen«er Gehilfenschaft, daß Savo« neben dem Arbeitsnachweis de« Berliner Verein« für«ige* Rechnung Stellenonni'Uelung betreibe und sich von«%'* Kallegen für eine Stelle 50 Ma k habe geben lasse« Außerdem habe Sander der G htlfenkommission Zeichnungen für dte Zeitung 5—10 Mark höher angerech«� al« wie er wirklich ven Z> ichnern dafür gezahlt h«? und ferner habe er den D.ucker der„Topezircr-ZestunS' O-Hring, zu bestimmen vermocht, über eine Forderung««* 180 M. eine gefässcht« Quittung auszustellen, um die Kollegs zu täuschen.— Sander erhob ans Giund der angefühsts' Behauptungen Klage gegen Wildberger, während dieser wegd der deleidrgenden Notiz in der„Tapezirer- Zeitung' klag«« hob. Kläger und Widerkläger waren zum gestrig Termin persönlich er chienen, außerdem waren als Recdi-j beistand des Kläger« Rechtsanwalt Friedemann und für d» Widerkläger Rechtsvmvalt Mefchelfohn anwesend. Als 3'� waren bi- Herren Bukoss'y, Qest, Kirchner, Kahle, Lohböi«« Obermeister Kceß, Strestenfeld, Fiicke, Z:ck, Nicola», Frriwtüs Siaudinger, Herold und Hand vorgeiaden worden. Der cr schaucrraum war gedrängt voll.— Al« erster Zeuge Herr Freiwaldt vernommen, welcher bekundete, daß eine aitsf erkennende Abrechnung festen« des Klägers noch nicht erfoV fei. Die A-ußnung, daß deiselde den Gehilfen Hundes wenn nicht Taufende von Mark unterschlagen habe, sei olle- dir gS von Wildberger, wenn auch nicht in so schrcffer 20� gethan worden.— Die Zeugen Staudinger und Oeit sprach� sich in gleichem Sinn« au«.— Zruge Strestenfeld lieserte r die„Tsptzirec- Zeitung' Zeichnungen an Sander ad. den Betrag für die Arbeit unterfchried er die von Sander««v gelegten Quittungen, welche auf eine höhere Summ« lautest� als die war, welch« er vom Sander empfing. Differenz habe der Letztere für sich beansprucht und 6 Zeitung sei die volle Summe von ihm berechnet worden- Kläger Sander: Ich habe nie etwa« verlangt!— ZettJ' Nicht direkt ober indirekt verlangt!— Sander: Herr Streits?' feld ha: die Quittungen selbst geschrieben.— Zeuge Fr'«' war Vorsitzender einer infolge des energischen VorgehoJ Wildberger« acwählten Prüfungskommission, welche ouS si«»� Versonen bestand, die am 4. Juli von den Geh Ifen Zweck der Reo-fion gewählt wu den.— Vorsitzender: Hi�i Sie Unreaelmäßrgkeiten gefunden?— Zeuge: Allerdings, F wohl in Be r ff der Ablieferungen von Geldern, wie auch � Bezug auf die Bachführung. Unserer Ansicht nach warst Fälschungen vorhandrn.— Rechtsanwalt Friedemann: 32' hatte die Gelder abzuliefern:— Zeuge: Das war Sach des Ka sirers. Sander hat aber die Eintraaungst ins Hauptbuch bewiiki. Wir haben 6— 700 M. Manko Herrn gerechnet, von dem ca. 80 M. speziell aus Rechnung Sand< zu setzen sind. E« waren u. A. 5 Listen da, die derselbe urst zeichnet hat; der auf diesen Listen stehende B.t ag von LI 20 M. ist aber nicht eingetragen. Ferner stand in den Büches eme Ausgabe für Saalmielhe in Höhe von 40 M, der Bei« wies jedoch nur 20 M. auf und Sander hat au» an Bugg�' Hägen nur 20 M. gezahlt. Von Herrn Lewin bat Sander 10% empfangen, die auch nickt gebucht find. Von Nürnberg}' «ine Summe von 89 20 M. eingegangen, davon haben wir Buche ungelähr 65 M. gefunden, so daß der bist" Posten ein Manko von rund 24 M. vorhanden ist. Hi Sander will drrse Summe ausgegeben haben, d'« aufgezählt Ausgaben betrogen aber nur 18 M. und wir können sie or> nicht anerkennen, weil die bezüglichen Beläge zum Theil d Stempel von 1889 tragen. Einen Belag von einer Au« über 12 50 M. hat Herr Sander seiner Angabe nach not,, seinen Händen.— Sander: Die 10 M. von L.win habe> gar nicht bekommen!— Zeuge Otto Zack war ebenfall« M» glied der Kommission, d'« da« zu unterluchen hatte, was Wrl� berget im Fluglmt veröffentlichte. Er habe mit feinen Kollege festgestellt, daß Gelder fehlten; die ganze Handhabung Sande« sei«ine richtig« nicht gewesen. Zeua- bestätigt im Uedrrgen«J Auslagen Fr ck-'S; zu ihm habe Sonder erklärt, daß er«' 10 M. von Lewin erhallen habe.— Rechtsanwalt F-iedewan» Was nennen Sie Buchfälschung?— Zeug«: Wrnn Beta- und Bäcker nicht stimmen.— Rechtsanwall: Jlt Ihnen* tarnst, dcß G Iber zu diskreten Zwecken verwendet wurde« — Zeuge: Taeon hat Sander un« nichts gesagt.— Sandel Da« Manko, welche« auf mein Verschulden»uruckgesührt den könnte, bestägt nur 2,90 M. Dre 10 M. habe ich i'A von Lewin empfangen.— Znrge: Sonder wollte die 10 v von dem Prinzipal dl« Lrwin abziehen lassen.— Sarrd� Wa« die Listen anbetirssi, so muß ich dazu bemerken, daß»f Kasfirer die Summen nicht zusammengestellt hatte, nach A« forderung brachte er da« ganze Material und e« kann bei de» Umfang ein Fehler unterlaufen sein.— Z uge R cola» Kasfi er der scüheren Lohnkommissron. Auf Veranlass� Sander«, welcher den Saat bei Buggcnhagen gemieihet, h* er 40 Mark eingetragen. Sander habe gesagt, daß er nur 20 Mail gezahlt, aber wohl noch 20 werde nachzab« müssen. Es sei hernach jedoch nicht« mehr gezahlt woiden zurückgegeben habe Sander das G.ld auch nickt. Dann l der Verein ausgelöst worden und so blieb der Posten im B«° mit 40 Mark stehen. Soweit ich mich erinnere, hat San«; dre Eintragungen in meiner Gegenwart gemacht— Rech/ anmalt Meschetsoha: Wir wissen hier, daß Sander 5£'»' und den darauf verzeichneten Betrag von 20 M 55 Pfg. str Empfang genommtn hat, ist Jbnen et davon bekannt?— Zeuge: Da« weiß ich nicht!— D-- die weitere Zeugenaussage wird festgestellt, daß Sander Gehilfen kommtjfion Quittungen voi legte, nach welchen er Di ucker Oehring du Druckkosten bezahlt hatte, während u,ir|v*t»|u".»» Mi SM0 teilgeneur, oatz®ol'ai Quittungen deiaedrackt, ohne daß er wirklich Zahlung geUüV — Sander: Ich Hab« da« Geld für die Inserate meist erst nach Ablauf derselben empfangen und da ich gerne im Reinen Halen wollte, la�te ich zu Oehring: Heut« Revrfion.'wollen Sie mir die Quittungen nicht ausftlllen? Er wir dte Q ittungen und ich ihm den Schuldschein.- Ö** er fr' er.' »" /J00- Jeitvungen an Sander für die Zeitung liefern. Wim®efprä{b liefe Sander Aeufeerungen fallen, aus irelchen o«uge geschloffen hat, dafe er von seinem Lohn etwas an Bjnber abgeben sollte. Es folgte nun die Beweisaufnahme in Bizug auf die von Wildderger erbobene Widerklage.— Zeuge ButofSky er« klart, dafe bei Wildderger einmal Matratzen angefertigt wurden, die etwas dicht gearbeitet waren. Eine fei davon»uiucf gekommen, weil der Gedilfe einen Fehler gemacht habe. Sachverständiger voirmeisterKrefe bekundel, dafe es bei der Beurlheilung welent- stk, auf die Preise on'omme. Er habe mal gehört, daß H:rr -lLildberger eine Causeuse angefertigt habe für einen Preis, >ur den dieselbe unmöglich gediegen geliefert werden könne. Jiim sei auch mitgetheill worden, dafe dieselbe thatlächlich schlechtes Material enthalten habe. Der anständige Tbeil der tfacheenossen verachte derartige Albeil.— Rch sinwali Meschel- {afen: Herr Obermeister, wir sind hier in keiner JnnungSver- laminlung, sondern vor Gericht. Mit welchem Recht kann man eine Arbeit als eine verficht iche be- inchnen? ES kann sich doch hier nur darum handeln, o» die Arbeit eine dem Preise angemessene war! Auch der weniger bemittelte Mensch will heut zu Tage eine Matratze benutzen und dieser kann nicht jene Preise zahlen, wie die reichen Leute. Soll denn für diese nichts mehr ange-- s'Uigt werden, oder wollen Sie, Herr Zeuge, diese Menschen vielleicht gar als veiächtlich dezrichnen?— Obermeister Kcefe: Da« habe ich durchaus nicht sagen wollen, ich weine nur, die Arbeit srll so sein, dafe sie dem Preise ange- wessen ist und nicht durch ein künstliches Aeufeere zur Tfiu« 'chuug Veranlassung giebt.— R-A. Meschelson: Der Herr Odermeister sprich! ganz allgemein, er spricht aber wcht von Wtldberger.— Zeuge Freiwaldt: Ich habe orcimrl bei Wiloderger gearbeitet, es wird nur gut»« Material zu den Arbeiten genommen.— Zeuge Lohhöfner wnfe nicht« zur Sache zu bekunden.— Zeuge Kahle bemerkt, »ali er emmal Herrn Wildderger Arbeit zurekommandirt habe, weiche aber wcht gut ausgeführt wo- den sei.— Zeuge Herold konstatirt, dafe er von Wildb.rger Arbeit empfangen 5' welche dem Preise angemessen gewesen sei. Für rvv 4 stehenden Matratzen habe er 21 Maik bezahlt. Odermeister Kcefe: Dann mufe ich den PreiS als einen an. gemessenen für die Arbeit bezeichnen.— Zeuge Kirchner "ur gesprächsweise davon gehört, dafe Wildderger Nch schlecht über einen Kassirer der Krankenkasse geäufeeit vabe.—- Zeuge Haub: Mir gegenüber hat Sander gesagt: »lch weife wohl, dafe bei Wildderger keine schlechte Arbeit ge- swrcht wird, aber Wildderger stänkert immer und da mufe cJ�ch etwas angeben.— Sander bestätigt das.— . Rechtsanwalt Friedemann plädirte für Bestrafung Wild- verfl-,'o und für Freisprechung seines K ienten in Bezug auf we Widerklage. Der Beweis sei nicht geführt worden, tafe «ander sich habe Unterschlagungen zu Schulden kommen wssen, nur die Buchführung se» mangelhast gewesen.— �sichtsanwalt Meschelsohn hält den Beweis der Unterschlagung kur erbracht wie überhaupt all'S bewiesen sei, was Wildderger behauptet habe. Die Widerklage fei vollständig gerechtfertigt worden durch die Zeugenaussagen, aus denen klar hervor- Rehe, dafe nur reelle Arbeit bei Wildderger hergestellt werde. *wfe'mal eine Sache nicht gut ausfalle, komme in der besten �li-rkstatt vor. Der Herr Obermeister hat ja übrigens nur von 4wcr schlechten Causeute gehört, gesehen hat er sie nicht und "st dann hätte die Bekundung einen Werth.— Nachdem noch Kläger und Widerkläger zu einer kurzen Bemerkung das Wort genommen halten, zog der GcrichtShof sich zur Beralhung zmück. Das Urthetl ging dahin, dafe der Beklagte Wild- berger mit 50 Mark, der Kläger Sander aber auf die e,habtne Widerklage mit 100 Mark zu bestrafen sei; die Kosten haben zu ein Drittel Wildderger und zu zwei Drittel «ander zu tragen. Ferner wurde dem Widerkläzer Wild« berger das Recht zugesprochen, da« Urtheil auf Kosten de« K ager« in der„Tapezirer- Zeitung" bekannt zu machen. Aus ber Form der Behauptungen gehe die Beleidigung herr or und so hrbe die B-strafung erfolgen müssen. Für den Kälger sei strafschärfend angesehen worden, dafe derselbe gewufet habe, bei Wilobergec werde gute Arbeit geliefert und dennoch das Gegen- khei! öffentlich behauptet habe. Im Anschlnss an die im Giberfelder S-?ialiste«- Vrozeß den vernommenen Poiizeideamten versagte Genehrni» »ung. im Interesse der Staatssicherheit über ihre Gewähr«- wanner eine Aussage zu machen, dürlte die Thatsache von Jiteresse sein, dafe in der Privatklagesache des Kandidaten der Philologie Paul F i t t i g gegen den Redakteur des„Kleinen Journals� Johann v. Stubenrauch der Polizeipräsident dem als Zeuge geladen gewesenen Kriminalkommissar Braun, der über seine Wahrnehmungen in einem gegen den Kläger ge- eichtet gewesenen E.mitllungSoerfahren Auskunst geben sollte, die Genehmigung versogt bat, sich als Zeugen vernehmen »u lassen. Der bezügliche§ 53 Str.-Pr. O. lautet:„Oeffent- istde Beamte dü.fen unter Umständen, auf welche sich ihre Pflicht zur Amtsve-schwregenheit bezieht, als Zeugen nur mit Genehmigung ihrer vorgesitzlen Dienstbehörde vernommen wer- d«n. Diese Genehmigung darf nur versagt werden, wenn die Ablegung de« Zeugnisse« dem Wohle des Reiche» oder eines Bunde«- staats Nochtheil bereiten würde."— Der Vertheidiger des Beklagten, Rechtsanwalt Dr. F l a t a u, hat gegen die ge- dachte GenehmigungS. Versagung Beschwerde beim Minister des Jnnnern eingelegt und in derselben geltend gemacht, dafe ihm nicht erfindlich sei, wie durch die Aussage des KciminalkommissarS Braun in dieser rein privaten Angelegenheit da« Staatswvhl gefährdet werden könne. Jener mit unglaublicher KSstuhrit ausgrfuhrtr Diebstahl, welcher vor etwa vier Wochen|0 viel von sich reden wachte, unterlag gestern der Prüfung der ersten Strafkammer de» Landgerichi« L Am Abende des 3. Dezember v. I., gegen 7 Uhr, spielte sich an der ohnehin äufeerft beUbten Ecke der Friedrich- und Fcanzöfiichenftrafee eine tolle Szene ab, welche w wenigen Minuten einen Auflauf von Tausenden verursachte. Em junger Mensch kam eilenden Laus» die Friedrich strafee herunter, unter dem Arme eine mit Goldstücken last gefüllte Geldschwinge haltend. Ihm nach rannten nicht winder eilig eine Anzahl Personen, welche:„Haltet den Dieb!" riefen. An der bezeichneten Ecke wurde der Flüchtige von einem Arbeiter gepackt und trotz der heftigsten Gegenwehr festgehalten, bis die Verfolger herangekommen waren. Kurz vorher, als der Dieb einsehen mochte, dafe jeder Widerstand vergeblich war. warf er die erbeutete Schwinge zur Erde, dafe ihr dimkender Inhalt sich über die Slrafee erxofe. D.ufend flerfeige Hände regten sich, um die Doppe.kronen und Ripoleond'ors aufzuraffen, selbst die Schwerfälligsten bückten sth mit aufeerordentlichrr Schnelligkeit. Leider mufe e>- wlhnt werden, dafe nicht alle hilfsbereiten Hände eh?. uhen Leuten g» hörten, denn wie in der gestrigen V.-rhandlung zur Sprache kam, hatte die Schwinge 12000 M. in Gold enthalten. Davon sind 3600 M. in Zwanzrgmaik- Micken und Änpoleond'ors„weggesunden" wordin, das übrige Geld hat der Beftohlene, der Barqmer Mollmg, zurückerhol- »er. Der verwegene Dieb war der erst vor kurzem 18 Jahre oll gewordene Joseph Havel, welcher gestern dem Ge-icht vorgeführt wurde. Er war unumwunden geständig. Seit län- Serer Zeit ohne Arbeit und ohne alle Mittel, sei er halb ver- iwnfeli und zu jeder That sähig gewesen. In dem Schaufenster des Bankgeschäft« von Mollmg, Friedrichftrafee 171, habe em in demselben stehende«, mit Gold angefüllte« Kö-bchen seine Be« ? erregt sund einen Plan in ihm geweckt, den er sofort onsfuhrte. Er suchte sich einen grofeen Stein und ohne Rück- Ncht auf die an ihm vorüber fliiiyende Menschenmenge zer- wummerte er mit demselben die Fensterscheide in der Nähe de« Körbchen«, zog da« letztere schleunigst durch die O-ffnung und stürmte davon. Er hatte wenig Hoffnung gehabt, mit der Beute zu entwischen, aber, wurde er ergriffen, hatte er wenigsten« ein Unterkommen. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten eine Zuchthausstrafe von drei Jahren, der Gerichtshof erkannte unter Bewilligung mildernder Umstände aufzweiJahre Gefängnife. Genbarm«ob Gastwlrtst. Zwischen dem Gendarm Krüger und dem Gastwuth Mark« in Remickendorf ist seit längerer Zeit an die Stelle ehemaliger Freundschaft bittere Feindschaft getreten, welche schon zu mehreren Prozessen geführt hat. Gestern hatte sich Mark« vor der Berufungsstraskammer des Landgericht« wieder wegen Beamtenbeleidigung zu verantworten, weil er in feinem Lokale über Krüger geaufeert haben soll:„Dem besoffenen Gendarmen werden wir da» anstreichen; der Hund mufe für da« viele Denunziren ordentlich hinein» gelegt werden!" Do« Schöffengericht hatte s. Z. auf Frei- sprechung erkannt, weil es dem einzigen B-lastungSzeugen, der mit einem anderen Zeugen im Widerspruch stand, nicht für glaubwürdig erachtete. Gegen dieses Urtheil legte die StaalSonwalischaft Bnufurg ein und der Angeklagte Marks trat durch seinen Vertreter, R.-A. Leop. Meyer, einen umfang- reichen Entlastungsbeweis an, welcher die Glaubwürdigkeit be« Gendarmen Krüger und feines Gewährsmannes Pranger er- schii tem sollte. Auf Antrag de« Vertheidiger« wurde zunächst das Urtheil aus einem früheren Strafprozefe gegen Marks verleben. Et ging daraus hervor, dafe Mark« in einer Be- schwerde bei der vorgesitzlen Dienstbehörde de« Gendarmen denselben beschuldigt hatte, dafe derselbe manche Dienststunden in seinem Lokale veibringe, sich fortgesetzt Getränke geben lasse, ohne zu bezahlen, dafe er wiederholt stark be- trunken gewesen und am Charfreitag 1887 sogar betrunken in das Lokal hineingeritten sei und sich dort ungebührlich benommen habe. Seit diesem Vorgänge wurde da« Marks'sche Lokal„Zum besoffenen Gendarmen" genannt. Maik« ist seiner Zeit nur wegen der Behauptung verurtheilt worden, dafe der Gendarm sein Bier nicht bezahle. Räch dem Urtheil hatten zwar verschiedene Zeugen bekundet, dafe Krüger fast nie sein Bier bezahlt vier auch nur angedeutet habe, e« später bezahlen zu wollen, und e« helfet deshalb in dem Urtheile: „Man wird bei dieser Sachlage nicht umhin können, da« Be« nehmen de» Krüger als ein ungewöhnliche«, zu der Ver- mulhung Anlafe gebende« zu bezeichnen, er habe das von ihm getrunkene Bier wirklich nicht bezahlt." Da aber Krüger, trotz mancher Vorhaltungen, beschwor, dafe er den Marks nachträglich unter vier Augen bezahlt habe, so wurde Marks„mit Rücksicht auf das zweifellos nicht immer korrekte Betragen de« Krüger" zu nur 10 M. Geldbufee verurtheilt.— Nach Verlesung diese« Urtheil« wurden die Zeugen vernommen, von denen Pranger wiederum den Inhalt der Anklage, ein Entlastungszeuge da- gegen die Behauplung be« Angeklagten bestätigte, dafe dieser sich nur über den seinem Lokal gegebenen Titel„Zum besoffe- nen Gendarmen" beschwert habe.— Der Staatsanwalt bean- fragte die Verurtheilung de« Angeklagten zu 14 Tagen Gefängnife. Der Gerichtshof war jedoch mit dem Vertheidiger der Meinung, dafe die Sache mindesten« als nicht aufgeklart erscheine und er verwarf deshalb die Berufung des SlaatSan- wall«.— Das Urtheil wurde von den im Zuhörerraum zahl» reich erschienenen Einwohnern Reinickendorf« mit laulem Bei- fall begrufet. so dafe sich der Vorsitzende zu einer ernstlichen Rüge gerölhigt sah. Isner«nheimliche tVejsUe» Ramens Emil B i v o u r, welcher schon wiederholt die Gerichte beschäftigt hat, wurde gestern aus Plötz msee der Berufungsstraskammer de« Land- gecichts I. vorgeführt. Im Laufe de« vorigen Sommers liefen bei der Polizei verschiedene Anzeigen ein, wonach ein Unbe- kannter nichtswürdige und höchst boshafte Attentate gegen Frauen und Mädchen, welche Abend« allein auf der Straße Segangen waren, verübt hatte. Entweder hatte der Unhold die leider der Betreffenden mittelst eine« scharfen Messer« zer« schnitten, oder dieselben durch Begießen mittelst Schwefelsäure zerstö t. Endlich gelang e«, den Thäier in der Person deS.An- geklagten zu ermitteln. Ein Mädchen, welche« nach zehn Uhr Abends die etwa« dunkle Dresdenerstrafee zu pafsiren hatte, wurde von dem Angeklagten, der sich dicht neben ihr hielt, mit unsittlichen Anträgen belästigt. Er erfuhr entschiedene Ab- Weisung. Da sagte der Angeklagte plötzlich:„Fräulein, Ihr Mantel ist ja verbrannt" und das Mädchen sah zu seinem Schrecken, dafe die Seite ihres Mantels, an welcher der auf» dringliche Begleiter soeben gegangen, total durchnäßt war. Ihrer Ueberzeuaung nach konnte nur der letztere der Thäter sein und mit Hilfe Vorübergehender liefe sie denselben ver- haften. Trotz der schw-ren Belastungkmomente gelang e« Bivour dennoch, beim Schöffengericht ein freisprechendes Ur- th-il zu erzielen, da die Möglichkeit, dafe ein anderer die That begangen, nicht ausgeschlossen ersiblen und weil dem Ge- richUhofe nicht bekannt war, dafe noch andere An- zeigen gegen den Angeklagten vorlagen. Bald dar- auf wurde Bioour aber von der zweiten Straf- kammer des Landgerichts I wegen zweier Falle, in denen er mit einem Messer op'-rirt, zu einem Jahre Gefängnife ver- urtheiU und nun legie der Staatsanwalt gegen da« freisprechende Erkenntnife de« Schöffengerichts Berufung ein. Derselbe wies m der gestrigen Verhandlung darauf hin, dafe der Anzekiagte sich schon durch die Worte:„Fräulein, Ihr Mantel ist ja verbrannt", venathen habe. Woher wußte der Angeklagte, dafe die Flüssigkeit ätzend war? Bei der Ge» meinheit und Bosheit, die die Handlungsweise des Anaeklagten kennzeichnete, beantragte er eine Zusatzstrafe von drei Monaten Gefängnife. Der GerichUhof hob da« erste Urtheil auf und er- kannte nach dem Antrage. DrrlanmrUmflen. Herein ber Kanansqiiiger Herlin* nnb llmaegenb. Am Eoim- tag. den 5 Ziiniar, SioimlUaii« 10 Übt, Oranienftr, 51 bei Prtuß;«Btneral. Beisnmmlung, Ouiilungiduch ItgiHmltL «coft» öffentlich,«lorvntachemersammlnna um Moniaa, den 6. Januar, Abrnda 8 Ubr. im«ofalt bei Herrn Roll,«dalbeilfit. 21. Tage«. oibnunj: 1. Berichr der Delcgtilen»um«Ragbcbutgti ffongrei, Rcsinnt Hnr Hermann pari, 2 Verschteb-nr», »re«» öffentlich» MersamnUnna der Mnpterfchniteb»«erlin« und Umgegend am sülo.iiag, den 6 I mimt. Abend! 8 Übt, in geindt« Salon, Belnftt. 11. Saoeloibnung; 1 SB.. Ol oon Stteltkissen Revlldren, 2. Die«e- deuiuna de! 8st!i!idigen Arbeitstage«, Referent SB Werner 2. Dtltulfion, 8. Beiitibene» Um reib! jabreiche Betbeiligung wirb ei sucht. Leilenhauee Berlin». A ofee öffentliche«citammlung am Montag, den 6. Januar, Abend« 8 Ubr. Müllerftr, 178 Zagiiorbnung: 1. Da« R.cht aui Arbeil Res. rem I Wernau 2. Slllafffon. 8, Wahl von zwei Rrntsoren. 4 Veischtebcne«, Hadjncrein ber in Knchbtnberelen und verw, Betrieben beschäsligten «rbetler, Rtornag. den 6 Januar. Adenb! 9 Uhr, Versammlung Tagedorb. nung l Vortrag br« Herrn Dr, ffallwi«: Die Einwt kuna ber ichlechien Saft aus ben ,iiö ver, 2. Veiichtedene« unb ffiagetaslcn, Aufnahme neuer Mit- glieber. Um recht zabiletche« Elsch inen Ivirb gebeten, Herein ber in berHchöftefnbrlkoilon befichäfi. Arbeiterinnen. «in Moniaa de» 6 b, Abend« 9 Übt, in Ribeü» R-ftauraiu, Alte Jakob- Ilrohe SZ Trgeiorbnung. Vorttag de» Herrn Juliu« Türk über, Die mobcrne Poesie unb die Ardetlerbewegung 2, Ditkusffon 8 Verschicbene«, frei, Heretntgnna ber«hnantre, Ziseleur». Am Montag, ben 6. Januar, Abenb« 9 Uhr, tpeneralve. fammlung im Dresdener Barten, Drei- b-»eiftr 45, Tmgtloibnung: 1, Belchösiitche« 8 Wahl der Bereintheainten, 8. Wahl der Revisoren, 4 Halbiahrtr. chnungen unb«.richte, «achverein ber Klnchalenr» Herlin*. Arn Montag ben 8, Januar, Abend« 8 Uhr, bei Zernt-I Münjiir, 11 Tagesordnung: 1. Vortrag über da» Hange, j»hr 17o9. R, seien, Kollege Malter, 2 Dllkussion. 8 Beani- ir ortung ber Krag, bogen vorn Brwerdegericht. 4 Verschtrbene«. Reue Mitglieder wrrben ausgenommen, Keheknrsn» ber H«rlin»r Arbeiter inr ersten Hilf» bei«In- fällen. Montag den 6. Januar,»benb« 8 Ubr. in S utrfteln« Tunnel Alle Zakobstiahe 75 1 Vortrag bei Herrn Di, vernftetn, 2 Seh, stunde, 8 Ver. e»«angeiegenblilm und Flagekasten, Reue Tbeitnebmer iverbin ausgenommen, Die Vorvüge unb Lehrftunben finten vom 8. Januar alle 14 Tage statt. Auch ist eine Avoihtkr ausgestellt, wie ste auf bin Bauten und Fabriken angefchaffi werben toll «achverein brr#1 schier. Am Dienstag, ben 7. Januar, Adenb« 85 Uhr, im Baggenhagen ich-n Etabliffrment am Morihvlatz: Auherorbeniltche Gcnc>alversammlung Tagesordnung 1 Brrichterstalmng ber Kommission zur Errichtung eine« ttSnbiaen«rbetünachweiie«, 2 Soenluelle Statuten. obAnbrung bezüglich de» AideiiSnochwrilt« 8 Berlchiebeni« und Fragekisten, E« ist Pflicht eine» j-den Mtlgliedc«, in Anbetracht der llderau» wichtigen Tageko bl ung. zu erscheinen, HerfantMUtng ber Mater(Filiale Ol) sinbtt am 7, Januar. Abend« 8 Übt. bei Hktse, LichienbergerNr 21, statt, TageSdibnung, 1, Vdittag beg Kall. W. Schweiger, 2. iCteritllab'labrecbnung unb Verlesung ber muen MstgUeder 8, Bfteirlano'l'ctnbtil 4 Verschiedenes, Her f«iialb,n,okraitfch» Wahloer»In fllt den ersten Berliner Reicht. taglwahlkre» höli s ine c ste Versammiung in diesem Jahre am 9 Januar. Aden bl 8% Uhr, in O ichel« Salon, Sed iftianftr. 39, mit dir Tageern bnung. Vortag de« Herrn Dr Beuno Wille über die kommanifttsche Gemeinde Jkarta ad. Nach dem Vortrcg Lttiusston, Ve, schieden« und Fragekasten, I" Anderracht der Wlchstvkeii der Tag loibaung und der nahe heran, llckenden ReichliagSwablen wird ein zahlreiche» Ecichejnen der Mitglieder, iowie der Herren, weich- Mir- glieber werben wollen, erwartet. Aus denn! L.affe sich slber A. heiler und Hu.d- weiker d-S ersten Wahlk,eile« in den Wahlveirin auinehmen, um den Vorstand bei den Wahlen unt'tsiflloi zu können, damit wir e« zu einer nach nicht tage- wtsenen Stimmen zahl bringen G liste haben Zurritl, Her Hainstllhitngabnnb ber fiouebtener H«rlln* halt am Miilwoch, den 8 Ja.»ar 1890, eine Genera.» lisarninlung dei Feuerstein. Alte Jokobftrahe 75, ad, Tag-ioid.ung, 1, Mitiheilungen, 2 Vleiteilahröberichre. 8 Billetaulgabe zam MlSkenball unb Aufnahme wuer Mitglieder, 4 Verschiedene«. Die MItalieder wollen sreundlicha beachten, dah diese General- versammlui g nicht Dienstag, ben 7, sondern Mittwoch, ben 8. Januar, statt- stnbei Kollegen all GS"» sind willkommen, «achner ein ber Paplerarbelierlniun unb n»rn>. Hemfoffen. Am Mittwoch, den 8. Januar, Abenb« 8 Uhr. in Kehner« Lakai, Annenstr, I«. Versammlung. Tageio. bnung 1 So, trag dr« Herrn Dr, Kollwitz, 2 Di»- iusffon, 8 Veischtebene« unb Fragekasten, GS ste, Damen unb Herren, haben Zutritt, »» » turn- unb gefeUla» Herein» am Sonniag: Sllhcck'scher Turnverein (2 LebriingSabtbeilungi Adenb« 6 Ubr Elisabethftrahe 57-58.— Turnverein „SBebbtng"(2 LebriingSadlheilung) Rachmittaa« 4 Ubr Pailkstr, 9 Turnverein „Froh unb Frei" Rachmulag« 4 Uhr Bergft. 57— Ber- 8nügung«verein„Fröhlichkeit"(gegr. 1880) Nachmittag« 5 Uhr Grüner Weg 20 iersammiung, «»fang-, Turn- nnb gesellig» Herein» etc. am Montag: Gesang. verein„SSngeriuft" Adenb« 9 Uhr im Restaurant, Landidergerstraße 80.— Siebertaiei ber Maler und verwandten Berusagenoffen, Reftaurani Berg. Kaiser» Franz Geenadler Platz Nr, 7, Ausnahme stimmbegabter Kollegen,— MSn»c>. aesangvercin„Weihe Role" Adenb« 9 Uhr im Restaurani Kleine Gericht». straiie 10.— Msnnergesangverein.Eintracht I" Adenb« 9 Uhr Köpniiirr. stratze 88, im Restaurant,— Gesangverein„Echo 1872" Adenb» 9 Uhr. Oranienstratze 190.—„Deutsche Lieber laset" Adenb» 9 Uhr, Orauien- straße 190.- Gesangverein„MvrihenbiStler" Uebunglstunde Alte Schön» Hauserstratze 42 dei Malzahn.- Liebertasel der Maler und verw, Berus». genossen Abend« 8% Uhr Kaiser Franz- Grenadier. Platz Nr, 7. R-ftlmranl Berg. Ausnahme sttmmdegadler Kot egen,— Turnverein„Hasenhaibe" iLehiltng». abtheiluiig) Abmb» 8 Uhr Dieffendachstratze 80-81—„Berliner Turn- genvffcnsckast(7. LehrlingSabtheiiung) Abenb« 8 Uhr in brr ftsbttschm Turnhalle, Britzerftr, 17—18:— belgi, 8. MSnneradiheiiung Abenb» 8 Uhr in der ftSbilschen Turnhalle, Gubenerstratz- 51.— Lllbelfscher Turnverein(Wannet. adtheiluna) Adenb« 8 Uhr Elisabethstratze 57-58,— Verein ehemaliger Schwei ber VII, Gemeinbeschule Abend« 9 Ubr NN Restaurani Poppe, Lindmftratz« 108 —„FrtedrichS.Perein" lehemaltge Zöglinge de» großen Frtebrich».Walleichause» der Siadt Berlin) Admb» 8% Uhr bei Bormann, Ohmgaffe 2— Unterhaltung«- klud Schiller Abend« 8 Uhr im Restaurant Giesel, Triststratze 41— Verein Berliner Theaterfreunde Adenb« 8% Uhr bei Lütow, Abmiralftratze 88— Vergnügunglperein„Zick-Zark" Adenb« 9 Uhr in Möwe» Gelellichast»hau4. Fichtcslratzc 29.— Verein„Lustig" Abend« 9 Uhr dei Tdamm. Schönhauirr Allee 28.— Verein„Ratibor" Adenb« 8% Uhr im Königstadi-Kastno, Holz. marktftratze 72.— Arenbi lcher Srenographenverein„Apollobunb" Adeno* 8% Uhr Thurmstratze 81(Moabit.).— Wtffenschatliicher Verein für Rolleriche. Stenographie Admd» 8% Ubr im Münchener BrSuhau», Reue Fricdrtchgftrai!« Rr I, Unterricht«, unb Uedunglstunbe- Rauchkiub„Nordstern" in Sutair« Lokal Frankfurter Allee 174, Fricbrichiderg,— Rauchklub„Hellblau" Abenbt 9 Uhr Skaiitzerstratze 143.- Verein ehemaliger Schüler der 42 Gern etvde- schule Adenb« 9 Übt bei Klarh, Dresdener Itratze 10— ZithcrNud„Waldrose" Abend«%9 Uhr, Uedunglstunbe des Schneider. Abaldertftr,8 Dirigent Wegener Ausnahme neuer Mitaiieber. GSste willkommen,— Bandonion- und Jnstru- inental-Verein. M-lvbia" Montag« von 9 dl« 11 Uhr Abenb», Reichcnbcrger. straße 149 hei Otto, Meuefle Nntiiririiten. Ei»» Mwifterkrife soll in Sicht fem, weil Müufler Herrfurth sich in Sachen der Ausweisung«- Paragraphen im veränderten Sozialistengesetze in Widerspruch mit dem Reichs- kanzlet, der auf die AuSwetsunqSbefugnife Nicht verzichten will, b« finden soll. So weife die allerdings notorisch schlecht unter. richtete„Berl. Börsenztg." zu beiichten. Sie schreibt:„In parlamentarischen, wie in Regierungskreisen sieht man den Er- eianissen, welche der Wiederzusammenlritt de« Reichstage« zeitigen wird, nicht ohne Besorgniß entgegen. Man schreibt un« darüber: Da« Sozialistenaesetz st-ht im Vorderarund der sich geltend machenden Interessen. Reichskanzler Fürst Bis« moick, sowie die Bandes devollmackiigten Hamduros unb Sachsen« wollen den AuSweisungS- Paiagrepden nicht sc Ihn lassen, während selbst bei dem gegenwärtigen RetckStog eine M ijoritöt für denselben nicht mehr zu siaden ist.(? Red.de; „B. V.") Man erwartet darum das letzte Wort zur Sache von höchster Seite. Minister Herrfurth steht nicht auf dem Standpunkt de» Reichskanzler«. Es wirv sich, wie getagt, darum handeln, welche Anschauung an mafeaedendfter Stelle durch- dringt. Hieraus ergiebt sich schon, dcfe eine Spannung vorherrscht, die unter Um st finden zu einer Minister- krise führen könnte. Im nanonalliberaltn Lager ist man wenig erbaut vom Stande dcr Dinge und sieht sich zu allseitigem Bedauern gezwungen, dem Reichskanzler gegenüber auf einer Anschauung zu beharrenfion. 3. VereinSangelegenheiten. 4. Fragekasten. 592 Per N-rftaub. Zentril-Kkli«!«-«. Etnbckjse lcr Maler mi>»erw. Bmstz. SUtale I iRord) Dienstag, ven 7. J.noar, Abends 3 Uhr, bei Gnadt, Brunnenstr. 38: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vierteljävrtlcher Kassenber cht. 2 Wahl de« gefammten Fillat« Vorstandes. 3. Verschiedene«. Mch�liedsduch legitimirt. 590 Der Bevollmächtigte. Dersammlung der znir» ZZmiiiiNg der ßÄm-Zideilcr am Montag, den S. Ja uar, Abends 8f Uhr, im Nestunrant vo>jM«M0, Andrea« straß« 28. Tages-Ordnung: 1. Bortrar des Herrn Freudenreich. 2. Diskussion. 3. Vei schrrde- eS und Frage kästen. Um zahlreiches Erscheine-- Hilter >08 Der Vorstand. Der Arbeitsnachweis des f. Sthlojsn«. Vervssgenoß?« befiiiocl stch»m Süden Dreov-Nkist. 110 im Restaurant bei Gründet(früder Wendt); im Norden A klamerstr 44 de» Nü nberg. Die Arderisoermiitelu» j geschieht ürMeister und Ge- i-llen fmch süi Nichlmrrgireder) urienl�elil ch. Die A vr-sse- autgad» erfolg, an Wochentagen von «—10 Uhr Abend«, Sonntag« von 10—12 Udr Vormittag«. 573 Die Kommiision. Allen Freunden und Bekannten empfehle mein Weiß- vlld ßairlschbier-Mal. O. Dillenberg, 1251 Remrckendorfer.Strabe Nr. 54. i iSi -§ 4 ii- König!. Preuss. 181. Staats-Lotterie Haupt- und Schluss-Ziehung vom 14 Jan» bis 1. Febr. er. h..p,........ 600,000,....... 300,000... Mark baar. Hlenu i Original- Loose, die wir dem Käufer aushändigen:'/, 51. 210.»/, 51. 120;>/« M. 60,'/g 51. 30. empfehlen) Amtheile l'/« M- 52,'/g M. 26,'/ig u 13,»/»«%. 6,50,'/,» M. 3,25,«/so M. 8. Amtliche Gewinnlisten franco 60 Pf.— Portis 10 Pf.— Einschrelben 30 Pf. extra. Oscar Bräuer Co.« BanMescMlt, BerlinW., Leipzlgerstr, 103. Waag Whm. Neu bewilligt: Bonnell, Stall« schrerderstr. 30. In folgenden Werkstätten sind unsere Forde. rungen noch nicht bewilligt: I. C Ptaff, Engelufer lc. G ro s ch k u S, Gollnowstr. 19. G e b r. W e i n m a n n, Königgräherstr. 81. Müller u. E o., Blücherstr. 35. S ch i m m e l p f e n n i g, Andreasstr. 39. Franz, Prinzenstr. 20. Goetschke, Alexander ttr. 29. Franke, Brandenbmgstr. Nr. 33. Äehrtck«, Höchste- strah« 32. G r i e w a h n, Brandenburgstr. 19. Thiele, Barmmstrabe 32. Co uturier, Louise» User 17 Jariu«. Barnimstrahe 41. Heinrichs, Mehnerstr. 3. Och«, Reichen» bergerstrahe 170. Stahlheuer, Königs. bergerstr. 4 a. Ja cksch, Naunynstrahe 44. Bruhn, Langestr. 6. Mohnke, Admiral- strahe 20. Kursia, Brandenburgstr. 55. L ü» dolph, Grenadrerstr. 4 a. Schwarz, Reichen« beroerftrabe 124. Pali«, Köpnickerftrahe III. Schmitz, Oronienstr. 147. Vater, Wasser- thorftrahe 35. Meschet, Manteuffelstraße 57. S ö f n e r, Fürstenstr. 16. Ulrich, Reichen- bergerstrahe 83. Gosda, Wunstrahe 30. Schöning, Pallisadenstr. 14. Velkisch, Skalitzerstr. II. Kirsch ner, Adalbertstr. 42. Hennig, Weinstr. 10. Thi em, Reichen. bergerstr. 24. Janke, Reichenbergerstr. 63. Pinkert, Frankfurterstr. 132a. Stahlheuer, Reichenbergerstrahe 73. C. Stahl, Vimzenstratze 19. Lukat, Lrusttzerstrabe 10. Stadthau«, Reichenbergerftr. 137. Ferner machen wir die Kollegen daraus auf- mertsam, daß jedes Anfragen auf Inserate hin, wie überhaupt alles Anfragen in den Werk- ftä'ten unwioerrufl ch die Entziehung der Unter- bützung auch in Zukunft nach sich zieht. Die Kollegen baben stck nur an die KteUen- vermittelung der Kildhauer Kertw», Annen- strahe 18 zu wenden. Ueberftunden dürfen auf keinen Fall geleistet werden. Die Kontrole ist wieder bei Kehn er, Anrenstr. 18, Vormittag« von 10—12 Uhr. Wir machen noch auf folgende Deckadressen aufmerksam: Köpnickerftr. 115, Q tergeb. 3Tr.; Adalbertstrahe 38: Pückler- Krabe8;Köpnickerstr. 26a; Köpntcker- strabe 190. Brief« find zu richten an G. Wächter, Schmkestraße 11, v. lll. m, Die Kommission. ECronengarn ist»SO»este Nähsar« für Hand- und Marchinen-MähereL � U*«tz..__- �- r.-r e,•- � in allen Rummern garantirt»olle» Maast»»st' haltbarer als ied« ---"" r 1'""■"meidigkeit auf jedem Majchmea- gut. «Uldeve Garn, näht infolge seiner ir Schugatarke. system gleit, Schwanes Krouengarn» verändert feine Farbe nie.. Weihe» Kronengar« m WM- Mas schto**f die«eben stehende Schutzmarke.-WW In alle» soliden Geschäfte» der Branche kanflich. Mollen Sie bei Ihren«tnkäuf-n streng reell bedient sei«. s« bemühen Sie sich zu J» BaePf Kerli« H., Grsnnddrnnae«, BaSstrotze 18 lEcke t>. Sttllmer©itofce). Haltestelle d.Pfrrdebahn S- finde» hni.ihft |ji«Uc»c, oienun? Allerdll. P--ise Hnrell- vlld Aullbkv- g Nach beelldetn Juvevtvr > 1? epPicheW■ J selten billig! Double- m Krüssel-Teppiche» 2 Meter B grob. Stück 6 M. Herrliche I Katon-Tepvichr. Stück 12, 15, 20 bis m 100 M. Vollständig fetzlerfreie Teppiche I von 10—150 M. 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Verantwortlicher Redakteur: Cnrt Kaoke in Berlin Druck und Verlag von Mov Kakis# in Bermr. S\V., Beuthstratze 2.