Hr. 5. Dienstag, den 7. Januar 1890. 7. Jahrg. MmMMkll Krgan für die Interessen der Arbeiter. erscheint tSolirf,?0df"Berliner Bolksblatt« «WMVWWDB» (Eingetragen «- da. A«.ia»d: n in der PostzeitungSvreisliste für 1890 unter Nr. 892.) Sglich unter Kreuzband durch unsere Expedition 3 Mari pro Monat. Jasertioasgebühr Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr VormittaaS geöffnet. -, Fernsprecher: Amt Vi. Mr. 410«.«-*- Vedslition: Veuttzpkvake ii»— Gxpedttion: ItmineVptrMe 44. Der eitvojiätfrfic Friede. __ süßlich des Jahreswechsels ist die gesammte TageS- JKsfle übereifrig gewesen, den europäischen Frieden als ■ 0enlM'dli$ gesichert darzustellen, natürlich mit dem Vorbehalt, daß gegen plötzliche kriegerische -Verwickelungen aus neu austauchenden Ursachen heute so ein Kräutlein gewachsen sei, als sonst. i- Dlese rosige AuSmalerei der gegenwärtigen Situation vnnte bei der Verlogenheit und Doppelzüngigkeit einer ge- 'sten Presse schier verdächtig erscheinen, wenn nicht die Mlsp ch�®'tuat'on einer solchen Auffassung in der That m. Zwar mag es so ziemlich in jedem europäischen �che gewisse Kreise geben, die nach kriegerischen Abenteuern und dem daraus entsprosienden Ruhme dürsten. w werden aber niedergehalten von dem Zwang der über- genen Einsicht, daß diesmal eine kriegerische Aktion zwischen Machtigen Staaten sich kaum lokalisiren lassen dürfte, a>n Europa sich große B ü n d n i s s e gegenüberstehen. *•«« solche Aktion müßte zu einem allgemeinen Kampfe werden, da die Gestalt Europas in Bezug auf qy Abgrenzung seiner Staaten völlig verändern müßte. Oemand kann sagen, welche Staaten in einem solchen •Wmpse, der Europa lange Zeit hinaus verwüsten müßte, ?ren Bestand behaupten könnten. .* Dazu kommt, daß die meisten Staaten mit Umbildung, Ver- isserungen undAuSdehnungen ihreSWehrsystemS beschäftigtsind. �>ogar das„heilige" Nußland läßt zur Zeit seine Streitkräfte mit e,nem neuen Magazingewehr versehen, das ihm von Frankreich geliefert wird. . Wir befinden uns also in dem trostlosen Zustande, daß die ungeheuren Rüstungen der Gegenwart die Möglich« wit eines Zusammenstoße» um etwas hinausschieben, wobei noch gesteigert werden, so daß der große Kamps der jjukunft, wenn er diesem unglücklichen Welttheil wirklich �schieden sein sollte, noch umfangreicher und verheerender sktn wird. Diese Situation, die mitten im Frieden kolossale Opfer wrdert, ist keine so rosige, wie man sie jetzt darzustellen be- ss�bt ist. Aber die friedlichen Versicherungen der tonangebenden Blätter, nach denen für die nächste f?* i* eine blutige Katastrophe nicht wahrschein- Ä ist, haben unter dem Volke eine gewisse joeruhigring verbreitet, und man giebt sich der Hoffnung die Zukunft werde auch Mittel und Wege zeigen, um ?mn unsäglichen Unglück eines europäischen Krieges vorzu- �kUgen. . Wie wohlthätig diese Beruhigung wirkt, davon mögen Ach diejenigen Blätter überzeugen, welche sich sonst, wenn >71 Janulletmi. Nachdruck rnSoltn.)_ (Bevminal. vszialer R»«a« v«»«»ile Z»la. Kinzig autoristrte Ucbersetzung p«, Srnst Siegle». Die Luft wiederhallte von den Klagen der Weiber. „Bringt sie doch zur Ruhe!" wiederholte der Ingenieur. „Und zurück! Hundert Meter zurück!" Die Beamten mußten daS Volk mit Gewalt forttreiben, Mußten mit Fausthieben unter die armen Leute schlagen. Sie wollten nicht weichen, meinend, man beabsichtige, ihnen noch ttn größeres Unglück, gefundene Leichen vielleicht, zu ver- °ergen. Erst nachdem ihnen erklärt worden, daß ein Ein- Vurz des Schachthauses zu befürchten fei, ließen sie sich Ichnttweise zurückdrängen. Aber die Reihe der Wachen mußte »«doppelt werden, um sie zu verhindern, von Neuem in v>e Gebäude zu stürmen; wie von einer unsichtbaren Ge- w Amtsgericht d« nationallibnalen„Pfälzischen Presse", t" wenrg verbreiteten Zeitung, die amtlichen Inserate übertra Nunmehr ist infolge«hobener Beschwerde da« Organ Volkspartei, die„Pfälzische Volks, eitung" in Kaiserslaul als Organ für die öffentlichen Bekanntmachungen bestiv- worden, nachdem durch die genauesten Feststellungen—' ObnamtSnchteriDaumhauer hatte sogar durch städtische Sch« leute von Hau« zu Hau« in der Stadt nachfragen lassen, m* Zeitung von den Insassen gelesen werde— festgestellt ward» daß dre Verbrettung der„Psälz. Volksztg." eine viel grab» rst als dreiemge des nationallib«alen Organs. Au» Hachse«. 4. Januar. Da« neue Jahr fängt � uns gut an. Die beabsichtigten Veränderungen am Sozialist»! gesetz find unseren Behörden so m die Glied« gefahren, W sie nunmehr versuchen, die Bestimmungen des sächsisch» V«etnS. und Versammlungsgesetzes an Stelle des Sozialist� gesetze« gegen unbequeme Arbeitervereinigungen in Anwenduff zu bnngen. Handhabe genug bietet dazu unser Vereins-«a Versammlungsgesetz, da« untn der Aera Beust im Jahre 1% olfo mttten in den Zeiten der dicksten Reaktion, das Licht d» Welt«blickte. Besagtes Gesetz hat einen§ 5, welch« laut� „Versammlungen, deren Zweck e« ist, Gesetzes-Uebertretung�l oder unsittliche Handlungen zu begehen, dazu aufzuforde» oder doch dazu geneigt zu machen, v erboten.— Und analog diesem auf Versammlung» bezugltchen Paragraph lautet der§ 20 betreffs*» Vereine:„Vereine in deren Zweck es ist, GesetzeSÜb-/ tretungen od« unsittliche Handlungen zu begehen, dazu aar zufordern od« d azu geneigt zu machen, find verböte» Wa«. wollen gegen diese beiden famosen Paragraph� unsere« V«ernS. und Versammlungsgesetzes die Bestimmung der§8 1 und 9 des Sonaltstengesetzes bedeuten, kraft der' Vereine beziehentlich Versammlungen verboten od« aufg# werden können, in denen sozialdemokratische, sozialistische od» kommunistische auf den Umsturz der bestehenden Staat* od« Gesellschaftsordnung gerichtete Bestrebungen zu Tai' treten. Ein ganz oberflächlicher Vergleich der betreff� den Bestimmungen des sächsischen Verein«- und V» sammlungSgesetzes mit denen de« ReichszesetzeS gegen j*. sogenannten gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozial dem* kratte zngt, daß die Ersteren viel allumfassend« und deh»' barer find, als iene des Letzteren. Thatsächlich hätte mani» Sachsen bezuglich der Vereine und Versammlungen gar W das Sozialistengesetz gebraucht, wenn unsere Behörden im«» den Muth, ia den M u t h gehabt hätten, da« sächsische V» ent«. und Versammlungsgesetz bezüglich unangenehm« Vereis und Versammlungen auszulegen und anzuwenden. Erst iss" begmnt man sich wieder darauf zu besinnen, und»war»» Bestrebungen zu treffen, die man mit dem Sozia' Irftengefetz nicht einmal treffen könnte. D-' besagt wahrlich genug. Wir haben den Ukas bereits mit«» thetlt, den der Polizei direktor von Chemnitz, He« Siebdralt Stunden spärter wurde seine Ernennung zum Offizier b» Ehrenlegion unterzeichnet. Doch, wenn auch der Direktor mit heiler Haut da»"11 gekommen war, so hatte die Kompagnie hingegen eines furchtbaren Schlag empfangen. Sie verlor nicht bü» Millionen, sie fühlte, nachdem eine ihrer Gruben von V«» brecherhand zerstört worden, das Damoklesschwert ander» gräßlich« Thaten üb« ihrem Haupte aufgehängt, und l" fühlte sich so beunruhigt und erschreckt, daß sie auch dieser Sache mied« den wirklichen Sachv«halt zu vt tuschen trachtete. Warum dieses Schreckniß an'S Li' ziehen? warum den Schuldigen suchen?- mittelst sei Besttafung einen Märtyr« schaffen, dessen That du ihren Heroismus and«e Köpfe«Hitzen und eine gan Reihe von Brandstiftern und Mördern entstehen mach' konnte. UebrigenS ahnte Niemand den Schuldigen, t schien unmöglich, daß ein einzeln« Mann genug Kühnh und Kraft besessen, um solch' eine That zu verüben; ml» meinte vielmehr, eine ganze Bande V«schwör« sei in da' Attentat v«wrckelt. Und eben dies« V«muthung entspra»! die Furcht d« Kompagnie vor f«n«« Bedrohung ihr� Gruben. Der Direktor hatte den Befehl«halten, ein au* gedehntes Spionirfystem zu organisiren und in d« Stille jn �»IT s\*-i*** o 4? � IT gevrynres cptontriyyciu zu uiyuni|ut;n uuo in ver»cum" Einen nach dem Andern, diejenigen Männer zu entlasse� welche verdächtig feien, bei dem««brechen eine Hand n»' im Spiele gehabt zu haben. Nur eine Person wurde sofott entlasse«: Dansaerl welcher seit seinem Skandal mit d« Pienonne unmögliä geworden. Als Vorwand seines Abschiedes diente d» unwürdige Art, in welch««, sich selbst rettend, die Leu# unten in der Grube im Sttch gelassen. Seine Entf«nu»f war gleichzeitig ein Akt des Entgegenkommens den# heitern gegenüber, die ohne Ausnahme den Oberaufsehk' gründlich haßten. Jedoch das Gerücht von einem muthmaßliche« Attent* gegen die Grube war unt« das Publikum gedrungen, um eine Zeitung hatte selbst von einem Pulverfaß gesprochen mittelst dessen die Streikenden den Voreux in die Luft f sprengt, eine Behauptung, welche die Kompagnie sich v» eilte zu dementiren. Ein Ingenieur d« Regierung leite» eine s die V Wörde �uffa schwei nach ten A Btami Bürg von s zu de inden das s s 4 i wrede das ü werdi Beru An eilten den t ihre rette, Hera, w«d % bade zur! den daß rett stick WWSSWW» d- � Elsendrther Herrn Riemann gerichtet hat, den «orsttzenden eine« zu dem Zwecke gewählten Komitee'«, 5 x der Arbeiter zu fördern, vor allem 2?.r9k Agitation für ein Gewerbeschiedsgericht. Herr Sieddraht ist den fächfifchen und speziell den Chemnitzer «ottatdemokraten al« ein allezeit bereiter Kämpe gegen den Modemen Gottseibeiuns, die Sozialdemokratie, wohl bekannt. «ordeeren hat er allerding« in diesem Kampfe noch nicht gmntet, da« hat erst wieder die letzte Landtagswahl bewiesen und die bevorstehende Landtag«nachwahl wie die Reichstag«- wählen werden die« weiter beweisen. Deshalb aber kämpft Herr Siebdraht unverdrossm weiter, steht man doch höheren und höchsten Ort» seinen, wenn auch ausstchtslosen Kampf gern, und da« tröstet ihn über die Mlhersolge, die er noch stets vavonzetragen. Die von der Siebdrahl'schen Maßregel Be- �offenen werden bekanntlich den Beschwerdeweg betreten; ob ®cfOl0/ steht allerdings auf einem anderen Blatt.— cv Das �wahrscheinlich mit dem Jahre 189 l in Kraft tretende JnvaliditäiS- und AlterSverstcherungSgesetz veranlaßt die sächst- Ichen Bergbehörden, die Gründung einer allgemeinen Knapp- IwastS. PmstonSkasse für das ganze Land in AuSstcht zu nehmen. Ein Slatutenentwurf ist bereits ausgearbeitet. Für me Lnstung der Beiträge wie die Abstufung der Rentenbezüge Nnd 12 Lohnklassen in Ausficht genommen. Da« zu zahlende -anvalidmgeld, dem der Reichsbeitrag von 60 M. zu Grunde Belegt Tvitb, soll in der ersten Klasse um wöchentlich 2 Pf., in «* 12. um wöchentlich 95 Pf. steigen. Aehnlich abgestuft find Beiträge. Diese sollen in der 1. Klasse wöchentlich 3 Pf., N der 12. aber 195 Pf. betragen. Das Eintrittsgeld zur Pmfionskasse soll 3 M. betragen. Aeltere männliche Mitglieder wll«, soweit ste über 20 Jahre alt find, außer dem Eintrittsgeld, uo� einen besonderen einmaligen B-itrag leisten, der je nach Hohe des Lebensalters der Emzelnen zwischen 30 und cv 5 M. schwankt. Die früher bereits geleisteten Beiträge für £«1. und Alter«verfichemng follen in Anrechnung ge- t»n.werden. Die einmaligm außerordmtlichen Leistungen «Ii Raten von'/«o ihres Betrags an jedem Lohntag in kommen. Die Unterstützung der Wittwen und Waisen n«I bnbeh alten, wird aber entsprechend modifijirt. Diese Handlung der bisherigen Einrichtungen schafft ein gewaltige« Sü �x. nt. Wie weit die Bergarbeiter bei den neuen Kassen- »nnchlungm besser fahren, läßt fich noch nicht Übersehen. * Gesterreich Ungar«. z..,�u«gltich«oers«che zwischm Deutschen und e n find in Oesterreich neuerdings im Gang. Wir jroiuihew daß daßei Nicht« herauskommen wird. Die gute ' L- � deutschen und slavischen Abgeordneten würde den a}V1"a,9or, auf dem fie als„Politiker" fitzen, wenn der ..,ss°ualitätenftreit beendigt würde. Sie haben weder ein ßi'i'fäes noch ein wirthfchaftliches Programm, die Vereinigte ?ud die Alttschechen nicht einmal ein nationale« mehr, As"» fie aufhören fich zu befehden. Der Nationalitätenstreit ist Lebensfrage der alten Parteien, besser gesagt der Partei- �,7?uer. Beendet wird er nur werden von den Völkern. Und mnN Rieger und Vasaty weiter„Staatsmänner" bleiben n t", glauben wir an da« Gelingen de« Ausgleichs nicht. s-..« eulet ja für fie die Pensionirung. Für das System «in L* bedeutet der Ausgleich erst recht da« Ende. Denn sx Regierung ohne Anfichten, ohne Abfichten, ohne den matten eines Programm« läßt man sich nur gefallen, wenn «an muß. Wenn die Nothwendigkeit des„Wursteln«" und d�."�retten«" aufhört, ist Graf Taaffe überflüssig. Und auch »tum glauben wir nicht an den Ausgleich. vkn der neuesten Nummer desOrgans der Q--——-—. m mm***■•• " 9 1. a/iui iovu; vc. uuuriuuwijcii«..vccw . Erwäget die Vortheile, welche Euch au« der Verkürzung "»rbiitzzxj� insbesondere au« dem achtstündigen Arbeitstage »Achsen!" Im übrigen bestätigt da« Arbeiterblatt, daß die 'Führerschaft der ungarischen Arbeiter vollend« in da« Lager ernationalen Sozialdemokratie übergegangen ist. E« wird Priort, daß die Arbeiterpartei einen Unterschied der Rasse, de« .jV'rnnlnisse« oder der Nationalität nicht kenne. Diese erfreu- 'che Entwicklung der Arbeiterbewegung in Ungarn ist Anlaß "fegsscher Klagen reaktionärer Blätter. Großbritannien. Bi. U n i 0 n i st Powell William« hat sich in pchmingham auch zu Gunsten der Regulirung der Arbeitszeit �utch s Parlament ausgesprochen, fügte aber hinzu, daß seiner Innung nach, England nicht eher vorgehen könne, als bis „.Jb. andere Regierungen dasselbe thäten.„Es wird Zeit," be- bazu richtig der„Labour Elector",„daß englische Unter- Dtt««nmal zuerst daran gehen, ihre Profitrate zu reduziren." «HÄt-a Kay» VrtM irtla« 1t nt#rrt#fint#rit ait KNts es Die Londoner Handelskammer macht den Vor- »s-hlen. mL V" ptnnanenteS Komitee, bestehend aus Unternehmern Nemilr � wr Schlichtung von Lohnstreitigkeiten rc. zu er- _ ntn' und osserirt die Lokalitäten der Handelskammer für sehr oberflächliche Untersuchung ein und erklärte, daß b'e Verkleidung deS Schachtes auf natürliche Weise zerstört worden; die Kompagnie hielt es für klug, den aus dieser Auffassung ihr erwachsenden Vorwurf hinzunehmen und zu ichweigen. In Paris beschäftigten sich die Zeitungen schon «ach drei Tagen nur noch mit dem Schicksal der verunglück- yU Arbeiter, worüber sie sich täglich in ausführlichen Tele- Nsfutmen berichten ließen. In Montsou erbleichten die Würger bei Nennung der Grube; die ganze Umgegend war von Mitleid für die Verschütteten ergriffen und wallfahrtet? iu der Unglücksstätte. . Deneulin begann seine Thätigkeit al» General-Jngenieur, mdem er den Kanal wieder in sein Bett zurückleitete; denn vas sich unaufhörlich in die Mine ergießende Wasser ver- wehrte stündlich den Schaden, welchen der Voreux litt. Ein �ataillon von Arbeitern machte sich ans Werk; zweimal sw die Gewalt des Stromes den neu errichteten Damm wieder ein; Pumpen wurden aufgestellt; schrittweise mußte uas Land in hartnäckigem Kampf vom Wasser zurück erobert werden. a, Aber noch mehr interefsirte alle Welt die Rettung der verunglückten, deren Leitung Negrel übertragen worden. «n Arbeitskräften fehlte es ihm nicht' alle Minenleute Gilten in brüderlicher Hilfsbereitschaft herbei. Sie vergaßen ven Streik; man mochte sie zahlen oder nicht' sie wollten chre Haut riskiren, um die Kameraden aus Lebensgefahr zu ketten. Alle kamen mit ihrem Handwerkszeug unterm Arm herangezogen und warteten ungeduldig, bis man ihnen sagen werde, wo sie den FelS angreifen sollten. Selbst die in- >°lge der Aufregung� Erkrankten, die von einem heftigen Nervenzittern befallen, stundenlang in kalten Schweiß ge- vadet waren, erhoben sich von ihrem Lager und verlangten, zur Rettungsarbeit zugelassen zu werden, als wenn sie eine Manche an dem Bergbau zu nehmen gehabt. rx 8 war nicht leicht zu entscheiden, was gethan, von bJ- w Seite der Versuch gemacht werden müsse, um zu Verunglückten zu dringen. Die Meinung Negrel'S war, m. ,?et von den fünfzehn Leuten, die sich nicht hatten können, am Leben fei, sie mußten ertrunken oder er- >«t sein. Aber eS ist bei jeder Bergwerkskatastrophe Regel, eventuelle Verhandlungen. Außerdem sollen in jeder Geschäfts- blanche London'« Unter-Komitee'S für dm gleichm Z-veck er- nannt werdm,, welche mit der Handelskammer affitlirt fein sollen. Die Wäh ler d eS B ezir k« V al 0 gne(M an ch e) find zm Neuwahl eine« Abgeordneten an Stelle der für ungiltig erklärten de« Herrn du M e« n i l d 0 t für den 26. d. M einberufen worden. Da« Datum der übrigm 10 Nachwahlen ist noch nicht festgesetzt. Ja emem Schreibm an die Handelskammern ersucht Minister Tirard dieselbm um ihre Anficht über das von der Kammer angmommene, aber noch vom Senate zu berathende Gesetz, welche« dm Frauen ein Stimmrecht be« den Wahlm zum Handelsgerichte einräumt. felgie«. anuar. In einer Besprechung des Gouvemmr« mit den Delegirtm der Arbeiter haben sich diese zur Wiederaufnahme der Arbeit verpflichtet, sobald die Gruben- befitzer in eine Verminderung der Arbeitszeit um eine Stunde willigm; in der Lohnfrage find die Delegirtm bereit, sich auf die Billigkeit der Befitzer zu verlassm. Soztnlo ItcIrer'lMik. Kpeifefalzverbrauch im deutsche« Zollgebiet. Es wurden an Speisesalz konsumirt in den Etat« jähren 1879/80: 339362, 1880/81: 343 389, 1881/82: 343 718, 1832 83: 351 644, 1883/84; 353 816, 1884/85: 354 896, 1885/86: 353 506, 1886/87: 358 641, 1887/88: 360 341, 1888/89: 371869 Donnen(a 1000 Kg). Auf dm Kopf der Bevolke- rung trafen 1879/80........ 7,6 Kilogr. 1880/81........ 7,7„ 1881/82........ 7,6„ 1882/83........ 7,8„ 1883/84........ 7,8„ 1884/85........ 7,8, 1885/86........ 7.7„ 1886/87........ 7.7„ 1887/88........ 7,7„ 1888/89........ 7,8„ Im Durchschnitt der 10 Jahre 7,7 Die Nettoeinnahme an Salzzoll und Salz ste uer betrug im dmtschm Zollgebiet 1887/88: 42 957 622 M., 1888 bis 1889 dagegen 44 361510 M. Auch in Frankreich hat die Zahl der V a g a b u n d e n, d. h. der auf d,e Landstraße gefchleudertm Opfer der bürger- lichm Gesellschaft, erheblich zugenommen. Während in dm Jahren 1831 bis 1840 die Pofizeizerichte jährlich im Durch, schnitt 2537 Vagabundm verurtheiltm, betrug die Zahl 1879: 9110, 1882: 14 069, 1884: 16110, 1835: 18 433. In diesen Zahlen find nicht miteinbegriffen die Verurtheilungen wegen Betteln», die im Jahre 1886 fich auf 14 025 vezifferten. E« wird hervorgehobm, daß ein immer größerer Theil der Landstreicher fich aus der Gruppe arbeitsfähiger, junger und kräftiger Lmte rekrutire. Solche Kommis VoyageurS de« Kapitalismus, wie die„Sozia l-Korre- fpondenz", humbugm natürlich davon, daß diese „robusten Lmte au« der Landstreicherei eine Gewohn- heit, aus dem Betteln ein Gewerbe machen". Weshalb Hunderttausende von Proletariern beschäftigungslos umher- ziehen müssen, darüber schweigen fich die Böhmert und Ge- nossm aus. Die herrschende Produktionsweise, die heute fieberhafte Anspannung der Arbeitskräfte heischt, um morgen zahlreiche Hände freizusetzen, die von der Ueberproduktion zur Krisis, vom„blühenden" Geschäftsgang zum Krach taumelt, diese Produktionsweise, welche um wohlfeilst wirthschaftm zu können, durch stetige Verbesserung der Maschinerie Myriaden von Arbeitern brotlos macht und dem Unternehmerthum Riesenprofite in den Schooß wirft, ist fie nicht schuldig an der Zunahme de« Landstreicherthums? Wer die kapitalistische WirthschaftSweise will, muß auch die industrielle Reserve- armee in dm Kauf nehmen. Da« Eine nicht ohne da« Andere! Alle die aber, welche gleich den Tintmhelden der „Sozial. Correspondenz" von dem„Gewerbe" des Betteln« und der„Gewohnheit" des Landstreichm« redm, wohlverstandm nach einem guten Mittagessen im wohlgeheizten Zimmer, er- fuchm wir so höflich wie dringend, aus eigener Anschauung sich mit der Vagabundage bekannt zu machen und jetzt zur Winterszeit nur vier Wochen einmal auf die„Walze" zu gehen. Wir meinm, die feinen, glatten Herren mit dm faubergekämmten, gesalbten Phrasen dürften beim„Tippeln" ihre„Drittlinge" noch nicht vertretm haben, und fie wurden anderer Meinung werden. Wir find gem bereit, dm Herrm Böhmert und Bode mit Winken und Rathschlägen zur Seite zu stehm. Also auf die„Walze", ihr Herrm Sittenprediger! anzunehmen, daß die Verunglückten leben und Alles zu ihrer Befteiuna Mögliche zu verfuchm. In diesem Sinne räsonnirte denn auch Nögrel/ indem er zunächst überlegte, wo sich die Verschütteten versteckt haben mochten? Die Aufseher und altm Bergleute, welche er befragte, waren der Ansicht, daß sich die Kameraden vor der wachsenden Fluth von Etage zu Etage bis zu den höchst gelegenen Gallerten geflüchtet haben dürften. Diese Voraussetzung stimmte mit dem überein, was man der konfufm Darstellung des alten Mouque mt- nehmen konnte, welcher außerdem meinte, daß die Zurück- Semiebenen sich in dem Schrcckm ihrer Flucht in kleine lruppm getrennt hätten und sich in verfchiedmen Gallerim vertheilt befinden mochten. Nicht so übereinstimmend waren die Ansichten betreffs der zu unternehmmden Rettungsversuche. Da die der Erd- oberfläche zunächst gelegenen Gallerim sich in einer Tiefe von einhundertachtzig Meter befanden, konnte nicht daran gedacht werden, einm Schacht zu graben; als einziger Weg, auf welchem man sich dem Innern des Voreux nähern konnte, blieb also der Röquillart. Doch in der alten Grube war durch Ueberschwemmung der untern Stockwerke die Verbin- dung mit dem Voreux abgeschnitten, und nur Bruchtheile der oberen Gallerten waren vom Wasser frei geblieben. ES Sandelte sich also darum, zu untersuchen, ob keine dieser iallerien in der Nähe der überschwemmtm Wege des Voreux lagen, in deren höchsten, vielleicht noch wasserfteim End- punktm man die Verunglückten vermuthete. Bevor man zu dieser Ansicht gekommen, warm eine Mmge unpraktischer Vorschläge diskutirt worden. Jetzt durchstöberte der Zngmieur die Archive der Kom- pagnie, und nachdem er die altm Pläne der beide» Gruben gefundm, bestimmte er durch sorgfältige Vergleiche die Punkte, von welchm aus eine Hilssaküon am ehesten mit Erfolg zu unternehmm fein dürfte. Auch ihm begann diese Sache zu begeistern, und ein fieberhaftes Bedürfuiß, sich aufopfernd dem Rettungswerk zu weihen, ergriff ihn. (Fortsetzung in der Beilage.) Vvrmiplhkes. Z«m Mrihnachtsfeft 1464— so lesen wir in dm „Münch. N. N." von dm Modethorheiten früherer Zeit— legte Bemhard von Rohrbach zu Frankfurt a. M. ein braunes Kleid an, da« so reich mit Silber bestickt war, daß ein einziger Aermel desselbm allem 11% Mark wog. Der Brautrock der Maria von Medici hatte eine Schleppe, die„sich auf 15 Ellen erstreckte und mit eitel güldmm Lilien besetzt war, darinnen Maria glänzte, wie die Sonne in dm Wolken." Dieselbe Königin trug bei der Taufe ihre« Sohnes, des nachherigen Königs Ludwig XIII. einen Rock, der mit 32000 Perlen und 3000 Diamanten besetzt war. Der Marschall von Bassompierre kaufte fich für dieselbe Feierlichkeit zur Besetzung seine« Kleide« einm halben Zentner Perlen. Als Königin Elisabeth von England dm französischen Gesandten, Marschall Biron, in Audienz empfing, trug fie ein Kleid, an welchem hundert Personm drei Wochm lang gearbeitet hattm. Unter König Heinrich III. herrschte eine ganz eigm- thümliche Galanterie: junge Herren ersuchtm ihre angebeteten Schönen, neue seidme Strümpfe, welche fie für fich gekaust hattm, dadurch einzuweihen, baß fie dieselbm einige Tage trugm. Heinrich IV. führte Maskm ein, ldie auf der Reife, bei Spaziergängen und Besuchen getragen wurden, um die Haut vor den Einflüssen der Luft, Sonne und des Regens zu schützen. Im 17. Jahrhundert tollen fich deutsche Fraum, da eS„Modejournale" noch nicht gab, regelmäßig getreu kostümirte Puppen au« Pari« habm kommm lassen, auch ihre Schneider dorthin gesendet habm, damit dieselbm dort Studien machen. Zur Zeit Ludwig« XIV. hat eS Spitzmmanfchetten gegeben, die fast eine Elle lang waren. Bekannt sind die Riefen- Pyramiden von Haaren, Bändern und Blumen, welche die Damen im vorigen Jahrhundert auf dem Kopfe trugen. Die wulstige Anhäufung— Toumüre gmannt—, die gegenwärtig nur sehr langsam verschwindet, war schon unter Franz II. (16. Jahrhundert) Mode, zur selben Zeit, al« die Männer fich durch große falsche Bäuche em gewisses Anfehm und eine ge- wisse Würde zu verleihen meinten. liebt* insektenfressende pflanzen theilte Dr. v. Kling. gräff in der Danziger naturforschenden Gesellschaft höchst inter- essante Beobachtuttgm mit. Auf seinen zahlreichen AuSflügm in die Umgegmd Danzig« kam Herr v. Klinggräff im Juni d. I. nach Ottomin, wo auf einem der daselbst zahlreichm kleinm Moore die drei bei un» häufigeren Sonnenthauarten in reichlicher Mmge angetroffen wurden. An dm meistm Exemplarm dieser Pflanzen hingm gefangene Insekten oder die unzerftör- barm Ueberreste derselben, aber wie gewöhnlich nur kleine Käfer, Fliegen, Hautflügler und Motten. Auffallend waren die vielen auf dem Moore herum- fliegmden Individuen des Refedaweißling«, welche zumeist über einer Stelle kreistm, wo hunderte Exemplare des lang- blätterigen Sonnenthaues wuchsen. Um dm 15—20 Zenti- meter hohen Blüthenschaft dieser Pflanze fitzt eine Rosette lwealigkeilförmiger Grundblätter, dicht mit vielen, einen zäh- flüsstgm Drüsmsaft absondernden Haarm oder Tentakeln be- setzt, derm Köpfe im Sonnmschein wie kleine Thautröpfchen glänzen. Viele der Blätter hielten Reseda- und Kohlweißlinge fest umschlungen; an anderen bereits wieder ausgestreckten hafteten Ueberreste schon längst getödteter Schmetterlinge. Daß der Fang schon einige Zeit mit dem besten Erfolge betrieben worden, sah man an dm massenhaft am Boden liegmdm weißm Flügeln. Die Art de« Fange« konnte an sech« Exemplarm genau verfolgt werden. Der Vorgang war fol- gmder: Der Schmetterling setzte fich auf ein Blatt, wahrschein. Itch durch die Tropfm an dm Drüsmhaarm der Oberfläche an- gezogen. Nach kurzer Zeit bogen sich mehrere Tentakeln zu- sammen, klemmten dm da« Blatt berührenden Außenrand de« Unterflügels ein und hielten ihn so fest, daß bei dem heftigen Flattern derselbe einriß, der Schmetterling fich aber nicht befreien konnte, vielmehr wurde ein andere« Blatt mit dem Oberflügel berührt; dadurch gereizt, bog fich dasselbe langsam gegen dm Schmetterling hin, bis es dm Korper desselben erreichte und umschlang. Wahrmd dessen hatte auch da« erste fangende Blatt sich um dm Schmetterling gelegt, so daß dessm Bewegungen zuletzt ganz aufhören mußten. Die Resedafalter gehören zwar zu den weniger muSkel- kräftigen Arten, und doch ist es überraschend, daß die kleine Pflanze verhältnißmäßig so große Tbiere überwältigt. Auch wurde al« einzelner Gefangener ein Perlmutterfalter, ein be- beutend muskelkräftigeres Thier als der Resedafalter, bemerkt. Derselbe war von drei Blättern ganz umschlungm, so daß er nur noch schwach einzelne Beine und die Fühler bewegen konnte. Die zahlreichsten Opfer warm indessen immer Exemplare de« RefedafalterS. In derselben Sitzung der naturforschendm Gesellschaft in Danzig gab Dr. Satigo eine Uebersicht über die neuerding« au« Nordamerika eingeführten Nutzfische. Bi« auf den ver- muthlich au« Südostmropa stammenden Karpfm und dm Goldfisch ist früher die Einführung von Fischen in Deutschland im Großen nicht erfolgt. In neuerer Zeit, etwa seit Ende der siebziger Jahre, hat fich nammtlich der deutsche Fischereiverein um die Einführung neuer werthvoller Fischartm verdient gemacht. Die Einführung de« Sterlet au« Rußland ist bis jetzt noch nicht gelungen, vielleicht nur infolge von Zufälligkeiten. Dagegen find mehrere nordamerikanische Fische mit größerem oder geringerem Erfolge bei uns akklimalisict worden. Es find dies: von Lachsarten der Bachsaibling, die Regenbogenforelle, der kalifomische LachS, der BinnmfeelachS, der Whitfisch; von Barschen: der Schwarzbarsch, der Forellmbarsch und der Steinbarsch; von Welsen: der Zwergwels. Von dielm Fischen haben indessen bisher nur einige wenige fich Bürgerrecht in der deutschen Fischfauna erworben. Der Rachsaibling, welcher in dm Fluftgebietm des mexikanischen Golfs sehr verbreitet ist, hat sich nammtlich in Bayem fest eingebürgert und kommt in München auch auf den Markt. Auch in Norddeutschland ist er mit Erfolg gezüchtet, ». B. in dm Bächen de« Kösliner Stadtwaldes. Die Regm- voamforelle stammt aus dem Höhmlande Kalifornien«. Sie zeichnet fich vor unserer Bachforelle dadurch au«, daß fie viel später, erst im März etwa, laicht und den Laich auch in Tei- chm absetzt, während die einheimische Forelle nur in strömm« dem Wasser laicht. Die Regenbogenforelle wächst schneller al« die Bachforelle und vertragt auch wärmere« Wasser al« diese. Aehnlich c Vorzüge befitzen die von Max von dem Bome ein- geführten Schwarzbarsche und Forellenbarsche: fie wachsm rasch, haben ein vorzüglich feine« Fleisch und find dabei be- züglich ihrer Leben«bedingungm, namentlich wa« Kalte und Reinheit de« Wasser« betrifft, anspruchsloser, al« die feineren einheimischm Tafelfische. Der Zwecgwel« kommt im sudlichm Nordamerika in flachen, Pflanzenreichen Gewässern vor. Gr würde eine werthvolle Bereicherung unserer Fischfauna bilden, wenn er in dm flachm, weichgrundigm Tümpeln unserer Nie- derungm, welche seinen heimathlichm Wohnplätzm mtsprechm, auch die Winter zu überdauem im Stande sein sollte. Niefenhöstlen in AnftraUe«. Au« Sydney wird ge- schrievm: An den Süoadhängen de« Millarbor Plain« in Westaustralim find ausgedehnte Höhlengrottm entdeckt worden. Die Stelle, wo der Fund gemacht«ordm ist, liegt ungefähr 27 englische Meilm von dem Fleckm Eucla, also fast an der südaustralischm Grmze. Die Höhlm sollen von geradezu enormem Umfang sein, zwei davon seim wahre Riesmhöhlen, in denen 200000 Menschen bequem Platz finden könnten, so wenigsten« meldet die in Perth erscheinmde Zeitung„The West Australian", die sich für die Richtigkeit obiger Thatsachen verbürgt. — Theater. Dienstag, den S. Januar. •twVKtyw«, Carmen. AchmespkU»«»». Die zärtlichen Verwandten. talstng-Ustente». Die Ehre. Kentsche« Ustent»». Krieg im Frieden. Aroll's Theater. Der Königsgardist. Oerlwe» Theater. Dame Kobold. Sriedrich-»tlhelmftiiMische» Theater Prinzessin Pirouette. Meftheak-Theate». Die arme Löwin. WaNaer-Theate». Der Strohmann. AArtarta-Theate». Stanley m»trtka. #-»-««iaae»' Theater. Der Fleck auf der Ehr'. Kystrat-Theater. Berolina. A»e-Zvh Sraft-Theate». Flotte Weider. Spuren im Sande. Theater. Der jüngste VHe»>-«heate». Lieutenant. G»»». Dichter'»»arickt». Spezialitäten. Vorstellung. UeichshaAe»- Theater. Ehr. Spezialitäten- Korstellung Kaattaa««'» Kariatt. Gr. Spezialitäten' Borstellung. Alhambra-Theater, Wallnertheater strahe 15. Heute und folgende Tage: Mit neue« Dekorationen«. Kostümen: Amorina, die Marmorbraut Phantastisch. 12 Bildern von jeä Zauberschauspiel in Wiede. Musik von Theodor Franke. Entree 30 Pf. NÄ.7«N I. Balkon 50 Pf. Ii. Balkon 40 Pf. w. Anfang Wacher taps 7Z Uhr. Sonntags Anfang des Covcerts 6 Uhr, der Vorstellung 7 Uhr. Ummoan-Theatap* m»»t»d«ue»str. SS. Atäalick Vorstell UN a. Wümnxm Karlstraße. Heute, Dienstag, den 7. Januar, Abends 7j Uhr: Die lastigen Heidell»ergsr, oder ein Studentenausflug mit Hindernissen. Große Original- Pantomime. Eine Schulquadrille. Auftreten der Schul- reiten« Frl. Mm y. Emir und Bim-Bafchi, arabische Vollbiulpserde und Gastronom-Pferde, dresfirt und vorgeführt von Herrn Franz Renz. Auftreten der vorzüglichsten Reitkünstlerinnen und Reitkünstler. Morgen, Mittwoch: Aschenbrödel. Große neue Divertissement-Einlage. E. Renz, Direktor. tt 1*». SM.— 10 Uhr A. lisop-Ponorama. Zum ersten Male: Eine bequeme Wanderung durch Smi-WieSbzde«. Zweiter Cyclus: Pariser Weltausstellung.' Reise Sr. Maj. Schiff Hertha. Sine Reise 20 Pf., Kind nur iO Pf. Abonn. Königsbau. Der prachoolle, ca. 5000 Personen fassende Saal, ist pro Januar für große Korporationen und Vereine:c. zu vergeben. Zu erfragen im Tunnel, Burgstr. 22.(607 Masken- Garderobe von[516 F. Stenzely Drrodeuerstr. 118 (früher Nc. 21), empfiehlt sich den Vereinen, so- wie Lesern des„Verl. Volksbl." [Reichste AuSw., bill. Preise. D»n Genosse« halte ich meine MllLktll' Garderobe bei Bedarf best, empfohlen. Gröstte Auswahl! Bill Pr. Brreturn PretSermSWg. Adatbertstr. 93. ,, sSmmtlicher Sorten. Größte Auswahl, billigste Preise. 1727 G. Elkhuysen, MSufftraßse 10. T odes- Anzeige. Hierdurch die traunge Nachricht, daß mein innig geliebter Mann, der Tischler Gustav Fiedler, am 5. ds. MtS. nach langem Leiden ver- starben ist.[617 Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 9. d., Nachm. 3 Uhr, vom Trauerhause, Manteuffelstr. SS, aus nach dem EmmauS- kirchhof statt. Wilhelmiue Fiedler geb. Mülost. Todesanzeige. Allen Genossen zur Nachricht, daß unser langjähriger Genosse. Schneidermeister Mtlhelm Mnchhaner, am 5. Januar an der Proletarierkrankheit iklstorben ist. 604 Rehrere Genosse«. Todesanzeige. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber guter Mann, der Schneidermeister Milhelm Muchauer. nach langen schweren Leiden, am Sonntag, den 5. d. M., Abends 9 Uhr, verstorben ist. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 8. Januar, Nachmittag 3 Uhr, vom Trauer- bause, Waldemarstr. 47, aus nach dem Thoma« kirchhof statt. Um stilles Beileid bittet Ww. Luise Wuchauer, geb. Trieb. Danksagung. Allen Freunden und Bekannten unserer Familie, sowie dem Gesangverein FraternitaS und den Putzern Berlins, für die herzliche Theil- nähme an der Beerdigung unseres Gatten, Vaters und Schwiegervaters Theod. Bölker unfern tiefgefühltesten Dank. Im Auftrage der Familie 600 Georg Kistner. Danksagung. Allen Denen, die bei der Beerdigung meiner lieben Frau mir tröstlich zur Seite gestanden, insbesondere dem Gesangverein Lorbeerkranz für sein Mitwirken sage ich meinen innigsten Dank. 597 Wtlh. Kurth. Danksagung. Meinen herzlichen Dank für die rege Bethei- ligung an der Beerdigung meines lieben Mannes sage allen Verwandten und Bekannten, inbe- sondere Herren Koch u. Bein, sowie den Ange- stellten der Fabrik. Berlin, 5. Januar 1890. 602 Ww Tchlimpert. Derb, deutscher Mechaniker und verwandten Berufsgenossen. (Zahlstelle Berlm.) Mittwoch, den 15. Januar, Abends 8t Uhr, im„Louisen städtischen Klubhaus", Annenstr. 16, General- Nersammlnng. Tagesordnung: 1. Kassenbericht vom 4. Quartal 1889. 2. Bericht des Vorstand«» und der Kommissionen. 3. Neuwahl des Vorstandes und der Kom- Missionen. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Mitgliedsbuch legitimirt. Um zahlreiches Erscheinen der Mrt- glieder wird ersucht. 605 Der vorstand. Cetttral-Krimretts u. Sterbekasie der Maler n. f. w. (Filiale Berlin W.(IV.) General-Versammlung am Donnerstag, den 9. Januar, Abends St Uhr, im Restaurant Appelt, Lützowstr. 7. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht. 2. Bericht des Vorstandes. 3. VorstandSwahl. 4. Wahl von Krankenbesuchern und Ver- t'auenSarzt. 5. Verschiedenes. �. 610 Der Vorstand. WmtmihiW. Allen Freunden und Genossen zeige hiermit ... cMi| Sedanstraße 22 in Schöneberg, übernommen habe. Frühstück sende gern frei ins Haus. Bitte um geneigten Zuspruch.[616 Ifta Lewino. Ausverkauf. (Wegen Todesfalls der Inhaberin.) 1026 Garnirte Kinderhüte 50 Pf., Damenhüte 1 M., Muffen 1 M.. Mützen 50 Pf., Pelzkragen 1,25 M., Korfets 90 Pf., Puppen v. 8 Pf. an, Handschuhe a Paar 20 Pf. Blücherstr. 10. Reichenbergerstr. 14. ©tojje öfenMe Detfammfung der Steiildnlktt, MiiMht« m) LithiMHe-AeiliW am Mittwoch, den 8. Ja«.. Abe«ds 8 Uhr. i«„Schweizer- Garten", am Friedrichshai«. Tages-Ordnung:, 1. Kongreßbericht. Referenten: Herr Lithograph Tiemonfohn und Herr Steinschl. W 2. Diskusston. 3. Abrechnung vom Diätenfonde. 4. Bericht der Lohn- Kommission. 5. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht Oer Einberufer. Oeffentliche Versammlung] der Töpfer DerUns«nd UmgegeB am Douuerstaa. de« 9. Januar er., Abends 5� Uhr. im Taille d. Brauerei„FriedriGhaia" WW) am FriellriW. v. KöuiB Tages-Ordnung: 1. Die Bedeutung des achtstündigen Arbeitstages. Referent: Herr Th. Glocke. 2. Rechenschaftsbericht des Vertrauensmannes. 3. Gewerkschaftliches. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Um zahlreichen Besuch der Kollegen bit'et 608_ Der«inberufer: C. Thieme, Ruppinerstr. 3. Fachverein der Tischler. Dienstag, den 7. Ja«.» Abds. 8� Uhr. im Buggenhagen'sthe« Etablissement, am Moritzplah: Außrrordentliche General Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Berichterstattung der Kommission zur Errichtung eines ständigen Arbeitsnachweises. 1 2. Eventuelle Statutenabänderung bezüglich des Arbeitsnachweises. 3. Verschiedenes und Fragekasten. ß Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, in Anbetracht der überaus wichtigen W Ordnung, zu erscheinen. Der Vorstand. Soeben erschien: Die Keschichte der Krde. Von U. Dommeli. Heft 16. ö Kost SO Pfennige. Zu beziehen durch die Expedition, Z i m m e r st r a ß e 44. Kophabezüge! Ueste von 3t— 5 Meter IpottbUlig. Emil Lefövre, Grani-nktr. 158. Dorzeliau-. Glas- u. Klelugumaareu. Tisch» und Hängelampen empfiehlt brllrgst C. Rahmiow. Lothringer straße 53 M Mtltt' Aohwimk A-ÄÄ""f• am hiesigen Platze bekanntlich(165i GrSssto Auawahl. »««ntiet ftche» veennend» Uavok». Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtlich« im Handel befindlichen Roh. Tabake sind am Lager. A. Soldaohmidt, GpanviuerKeSS»» am Hackeschen Markt. M 9*8 Königl. Preuss. 181. Staats-Lotterie Haupt- und Schluss-Ziehung vom 14 Jan. bis 1. Febr. er. 600,000, 300,000...... Mark haar. Äs;-.Lv"Vi;.'2.%"• 60, „„ Amtliche Gewinnlisten franco 60 Pf.- Portls 10 Pf.- Einschreiben 30 Pf. extra. l|| O�ear BräUCP Ca## Bank Geschäft, BerlinW Leipzigerstr. 103. Ii! Hierin empfehlen eigener Fabrik. WgBl o. Polsterwaarei Cr. Lager, bill. Preise. Emil Heyn, Brunnenstr. 28, Hof part Thrill, nach Uebereinkunft Ureuß. Lotterie-Kooft offer. zur Haupz. 4. Klasse 181. Lotterie 14. Januar bis 1. F.bruar 1890. J Hauptgewinne 600000 M., 2 X 30000' M. u. f. w. AnthrUloos-'/« 24 M., V>. 12$ Vn 6 M.,•/gi 3 M. 8. Labandter, 527 ältestes Lotterie Geschäft(gegr. ISW __ Berlin, JohanniSstr. 5 patf, Landsberger! Ehrenerklärung. Ich nehme tue Beleidigung, die ich gegf' Herrn Becker» Ruheplatzstr. 23, geäußert char oiermit zurück und erkläre denselben für ein«' ehrenhasten Mann. 609) Schmied Geeck-, 1 HeringSgeschäft b. z. verk. Josephstr. 10.[1 Arbeitsmarkt. Tüchtige Stuhlflechterinnen, nur solche, 583] Ullrich, Lausitzerstr. 33, part� Mädchen zum Falzen verlangt 601] Pinn, Buchbinder, KI. August sir. 14- . »R-ip w Ja, ZtSeich! manche Solch' werden. l�altd Pmder Segeuw m sie Wand 3 Rm licht u wie «a Lager von Rathenomer Brillen und Pincenez Bruchbänder, Leibbinden, Nabelbandagen, Euspen- forien, GeraSehalter, orthopädssche Maschinen, Korsetts, künstliche � Arme und Beine. Mastdarm- und vorfal-vandagen. Krücken, Bidets. Etechvecken, Nrinhaitcr,«lustier-«ud M« spritzen,«lysopomp, Irrigator, Jnbalations-Apparate, Luft- und Wafferkiffen, Gu« strümpfe, Krankenwagen ic. ic. _.._ � empfeylr«»« fsliden prei s-n 1 �tuUer �Co.. Lieferanten sammtl. Orts- und freien Hilfs-Xrankenkassen. Kesonderer Keachtuug empfohlen: Bon Neujahr 1890 ab gewähren wir auch den FamilienangehBrigen «asteumttglieder diese Preise für Bandagen und Brillen, die wir den AofsZ in«urecknung bringen und eine besondere PretSermätzigun-, von 10 pEt auf a«e in der Berordnung liegende« optischen und chirurgische««rtikel für«assrn-Mital und deren Anaehörtge : Das„Uotksvlatt� 1 ist zu lesen bei � August Lenz, Eisenwaaren f Wettzeugl Haus- u. Küchengeräts E. Vogthepp« B-riw c. r straffe 64(am Alexanderplat sSS Mamsells auf Knabenanzüge verlangt(5� Stein, Oranienstr. 188, 3 Tr- Verantwortlicher Redakteur: Cur» Kautz- in Berlin. Druck und Vertag von Mar Kadi«, in Berlin SW., Bcuthstraße 2. tUt,M eine Fe«-«- Beilage zum Berliner VolNlatt. Kr. S. Dienstag, de« 7. Jannar 1890. 7. Jahrg. Sie Muw. Von einem Patienten. ■ belächelt oder verlacht, bat sich die Influenza rasch » Respekt gesetzt. Man nannte sie schon bei ihrem Nuftreien ® 3�6« 1712— so lese ich— die„Mobeftaufheu"", aber Aneicht blo«, weil sie allgemein verbreetet mag, nicht weil j*«3*e meinten, eS gehöre»um guten Tone, sie zu haben. �»lh guter Ton muhte unter Umständen th-uer bezahlt "KwCtU Merkwürdig rasch und über weite Striche hat sich die •pibemie ausgebreitet. In den Jahren 1833 und 1837 soll Ähnliche« der Fall gewesen sein; sie herrschte damals als »andemie, was soviel heiht, als dah Re binnen Kurzem Länder hermfuite. Eine solche Pand.mie stellt die ße&ena>ärt!ge Seuche offenbar auch heute dar. Wir hörten, M sie in Petersburg aufgetreten sei und einige Tage darauf «tand sie sich im Herzen Europa«. Die Geographie der �fluenza zu schrerden, wird eine ganz mterrffunte Aufgabe M�*(n; zwei Dinge find dabei zu veriickfichtigen: die räum» und die zriUrche Verbreitung. Aber genau wird die Darstellung nicht sein können; denn die ersten Fälle, die sich r* twem Orte ereigneten, sind nicht immer zur Anzeige ge» und wie eigentlich vre Rösselsprünge erfolgten, r* von der einen Stadt zur andern die Anstcckung ge- «ngen„wurde, wer will es sauen? War die Lust der *�*3" i Waren es die reifenden Menschen in Eisenbahnwagen und Sch'ffm? »b«r gewisse Unterschiede werden sich inmitten dieser vaadenne nach i-wer örtlichen Ausbreitung und ihrem zeit- «V»««laufe doch feststellen lassen. Wir sahen berspielswerse, u a.Krankheit in Frankreich heftiger war als bei uns und «»« sie da oder dort in den spätem Wochen heftiger war als in 3 frühsten. v. Was aber die Frage anbetrifft, ob die Verbreitung durch 7« Luft ob/r durch den Menschen vor sich gehe, so scheint im �'anglich herrschende Ansicht bereit« aufgegeben zu sein. fürchtete nur, sie au« der Atmosphäre zu empfangen Tj beso.gie nichts von den Ä anken selbst. Ader die Ersah- W gez-igt, daß, wo ein Familimalied an der Jnfla.Nja Mo auch die andern si: Warnen. Ist die J. flumza miaS- #? ist sie kontaaiös? Man muß sich, um hierauf eine Oo'wort zu wogen, übet den Sinn dieser Wörter vei ständigen. » �tfen vielleicht sagen, sie werde nicht durch Betührung •v« Menschen auf de., Menschen übert-agen, aber e« kann der �aach de« hust-n»en 3.fluenza-Kranken die Zrmmerlust mit zfw Lnstiekungtstoff erfüllen. So hätten denn beide, die «mosphäi, und der Mensch, an der Verbreitung der Seuche �en Anthril. Ain drollige« Wesm, diese 3 fluenza oder Grippe! o» Ich spürte sie zaerst im Halse, oder ich dach« in keiner dotz sie e« fei, obwohl davon in den Zeltungen schon «"l:cch die Rede war. Hier in B-.m durste»ch sie auch mit Grund für eine jmer E. kältungen halten, wie sie mir lauhe Wind schon oft gebracht. Tag« darauf begegnete (r**i* F ruiid, der Arzt»st u..d erzäh le von den ersten �nateua-Füllen, die er behandelt hatte. 3ch war soeben von leichten Ä ämpfen he.mgesucht wo» dm, darunter zwei- «al j, der linken Hand.»Haben Sie am Ende auch "JBßacnza?', bem-ikte et; ad»r ich lehnte e« ab, und als er >»>.r die wichtigsten Symptome der Krankheit nannte, gab e« denselben so viele, die bei mir nicht zutrafen, daß ich beruhigt war. Krämpfe hatte ich auch schon erl>bt. �rdoch e« grag nicht lange, da stellten Schnupfen, Husten und 3' der sich ein. Einige Nächte hatte ich Fiebertraume und S%%le zu m-inem Kampfmittel gegen dieselben Zustacht nehmen: «�»ere sagen, daß e« sie aufrege, mir hingegen bekemmt e« �?hl, wenn ich ein Nachllichtchen a> zünde. In solchen Fieber- 'toumeu kehrt immer derselbe Gedanke wieder, verfolgt und Oruridei uns. So muß es einem Schaf der der Dreht. ankheit J* Muthe sein! Das Licht aber Hilst mm, drm sinftern Pci- t�'»er«ich zu entwinden, mich wach zu kämpfen und zurihslen. d«ächte dann an Dämonen der Fust-iniß und Engel de« chte« glauben. Der Husten brach je mit einem Male lo« und dauerte Zeit an. Rachher erschien ich mir jedoch ganz munter. JmtSoiaing hat mich an den Keuchhusten der Kinder erinnert, we uns Mitleid einflößen, wenn sie so jämmerlich husten müssen, wfvit«der wieder hellauf sind. . Zweierlei indessen brachte mir besonder« zum Bewußtsein, toi in der That auch von der Madekrankheit befallen fei: Breanen in den Augen und eirne Mattigkeit, welche in- s�wdiger in den Gliedern saß, ms gelegentlich bei einem schnupfen. Auch verspmte ich aern gen Appetit und dafür {tarke» Durst. Es geschah von selbst, daß ich den Mittagstisch hinausschob und mich mit eimm kleinen Stücke Fleisch de- stwiate; hinsichtlich der Getränke ab« wurde ich unschlüssig. W« sollst und wogst du trinken? Wein hatte unr nicht mehr rechten Geschmack; vom Bier meinte ich«kältet zu w«- w*; andere F üssigkeite« löschten mir den Durst nicht od« ?***» Gefühl«hod gegen sie Einwände. Da verfiel ich auf gekochte warme Milch. Wessen Magen dieselbe«trägt, den '«>» ich sie empfehlen! Sie hat mir vortreffliche Dienste ge- Eistet. Sie stillt den Durst, nährt, wärmt und streitet gegen *3» Katarrh. Run weiß ich übrigen« nicht, od mein Fall zu den »chöaen" gehört. Ich war etwa vierzehn Tage lang Vctient. blieb ab« nur zwei Sonntage Bett, verließ sonst «glich da« Hau« und that regelmäßig, wenn auch mit gelähm» Flügel, meine Arbeit. Vielleicht hat sich der Sine und And«e zu rasch«geben, ??»ude ohne Ro.h kcp'hängerisch und»ieß sich schachmatt setzen. »h-r andersett« waren auch Viele ärgu krank, al» sie e»st zu« siebe« wollten od« ihre Umgebung wahrnahm. Sin Raum, ** we ch m zahlreiche Menschen beisammen leben,»st unser «undespaiast und er war die« besondn« zur Zeit der Dezem- «ersefsivn d« eidgenössischen Ra he, in welche Zeit auch die An- fwmeper ote b« Je fluenza fiel. Man hat mir die Züge ge- lchit»«t, welche da« Bild dies« so würdigen Kollegien m S«lge d r Krankheit annahm. Nicht wenige Sitze find te« ae« "»rten; die H«ten sind h einige. eist und lassen sich vom Arzt kstege«. Dre Zurückgebliebenen ab« können da« Leiden nicht Wrtzrimiichen. Da lagert sich Blässe auf dem sonst so frisch« '•hen und energischen Antlitz eine« Obersten und« senkt de» jösiK. d« noch jungst über eine Division hmschweiste, zur Da schweigt kleinlaut ein Genfer, bei dessen Reden *** an Danton denken konnte. Da fitzt auch ein renom- «wt« Hotclbes tz r, nicht behäbig wie sonst, sondern zusammen« «eftiickl urb ohne sein Lächeln. Würde ihm der Lufikurort **5» Hess« zusagen? Da l,gt ein vielgenannt« Parlament«« ttdnec au« Tessin da« bleiche Haupt ergebungSvall in die Zechte Hand. Da zeigt ein jung« Depulul« au« Wmterthur ?? verstörte« Aussehen, obwohl er noch eben die Angüsse auf Wahlkreis siegreich abgeschlagen. Da Hai ein ander« Depulirt«, au« Zürich, eftre 3nterpellation kaum begründet, die em wenig gegen den Bundeeralh aerichtet war, und sofort ist auch er rr fluenzirt, wie zur Strafe! Die unangenehmste Erscheinung abgerechnet, gleicht da« Aussehen einer Versammlung mit Opfern der 3nfluenza einem seeki anken Sch�ffe. JnSbesond«e Parlamentsmitglieder, Minister, Rath«- Herren aller Art, behauptete man, seien dieser Ansteckung auZ- gefehi. Sucht man den Grund in rhrim häufigen Verkehr mit einander, in der Ansammlung vieler 3nd oiduen auf einem Punkte? Es läge das nahe. Doch nannte man sie auch deshalb an- steckungsfährg, weil sie nervöse Leute seien. Die 3ournalrsten wurden noch hinzugerechnet. Aber eS ist ebenso gut möglich, daß die Influeizr m anderen Ständen gleich früh und gleich stark verbreitet war. Man sprach nur mehr vom Zaren, von Earnot, den französischen Ministern und auch unseren Bundes- röthen und Mitgliedern d« Bundesveisammlung, als von weniger gekannten Personen, und in den Zeitungen zeigten manche Redakteure sich selbst als krank an. Wie dem auch sei, am interessantesten finde ich an d« 3n- fluenza, daß sie polymorph, ko formenreich austritt. Sie ist ein gcaterrs. 34 hö le, wie em Mediziner sie deswegen eine»feine" rankheit nannte; ein Zweit« bezeichnete sie als eine»vor- trefflich-", und einem Dritten vwdank« ich sogar den Aussprach, sie sei eine»bewunderungswürdige" Krankheit. Wir Laien schwingen un« nicht zu solcher Höhe der Bc- trachtung und Kühehirt d« Terminologie ans; gleichwohl ent- geht un« nicht, wie mannigfaltig die Krankhertsformen d« Zhfluen a find. Die kleine Krankengeschichte, die ich nach meinen Ecledmss-n«zählte, trifft möglicherweise bei keinem Zweiten zu. 3ch«zählte sie auch nur zu dem Zwecke, damit jeb« andere Patient seinen Znstand damit zu vergleichen im Stande sei. 3» meinem Hause sah ich ähnliche und doch oanz andere Fäll« unt« meinen B kannten desgleichen. Schwindel, kalte Füße, Schüttelftöste, heftiges Reißen in den G.ledern, starke Augengeschwulst, Magen- und Darmkatarrh kamen bei ihnen vor. Wie e« Patienten gab, welche Scheu zumal vor Fleisch'p isen empfanden und appetitlos waren, gab es Andere mit sehr gesegnetem Appetite. Die 3> fluenza kommt und geht. Und was die ärztliche Pflege anbetrifft, ist man zunächst versucht, auf sie da« Wort vom Schnupfen anzuwenden: bei ärztlicher B.Handlung dauere « zwei Wochen und ohne dieselbe vierzehn Tage. Da wir aber die Krankheit nach der einzelnen Person so verschieden ge- artet sehen, tritt die Kunst des Fachmannes um so m hc in ihr Recht. An Mitteln der Linderung wenigstens ist die Medizin nicht arm, und ernstere Fälle der Seuche vermag sie wahr- schemlrch, bei Zeiten eingreifend, hintanzuhalten. Wir dürfen zudem für die Zukunft Nutzen von den Erfahrungen erhoffen, die jetzt gesammelt werden. Wozu ich nur den aufrichtigsten Wunsch füge, daß uns die Seuche immerhin anlassen möge, ehe ihre Natur von den Bakteriologen«könnt ist. Uolrnles. Mit der Genehmigung zur Anlage der erster» Dampfdahn auf Berliner Gebiet ist ein entscheidend« Schlitt vo.wärts gethan, um neues Leben in unf-re Verkehr«- Verhältnisse zu bringen. Daß die Strecke vom Nollendorfplatz zur Magdebnrgerst aße und von d« Zwölf-Apostelkirche zur Potsdomerst aße nur kurz ist, beeinträchtigt die Bedeutung des Versuch« rn kern« Weise. Bewähit sich der Betrieb ohne Pserde, so wird den zwingenden Anforderungen schnell genug Folge gel rstet«erden und c« kann dem jetzigen Unternehmer daher nur der Rath gegeben werden, dafür zu sorgen, daß der Betrieb auf Berlin« Baden ein in jeder Beziehung mustec- arltiger— also ander« wie der der nach außen führenden Linien ist. Wenn wir von Betrieb ohne Pserde sprechen, so ioll damit angedeutet werden, daß nicht nothwendigcrweise nur »ie Dampskraft allein oder auf die Dauer die treibende K.aft zu sein braucht. Kabelbahnen und elektrische Bahnen haben sich in Deutschland und im Auslände sehr bewährt, sie sollen den Vortheil haben, daß die Wagen viel schneller..um Stehen gebracht werden können. Doch das sind Erwägungen zweiter Reihe. Die Haup fache ist, daß ein Schritt vorwärts gethan ist. Hoffentlich findet sich nun auch bald ein Unter- nehmer, der eine Dampfbahn, die außerordentlich nothwendig ist, baut und die auf beiden Seiten des Landwehrkanal« vom Zoologischen Garten an der Potsdamer- und Halleschen Tbor« brücke vorüb« bi« zrnn Kottbus« Thor führt, also ganz kolossale Theile de« Westin«, Südwesten« und Süden« durchschneidet und in Verbindung bringt. Die Straßen am Lardwelrkanal: Lützow-, Schönebcrger- T-mp-lhof« Ufer, Waterloo Ufer und Plav-llf«, auf d« anderen Serie die Kaiserin'« Auguslastraße, Hallesch»« User u. s. w. sind wenig belebt und breit genug, um Geleise aufzunehmen. Zwischen dem Hafenplc.tz und d« Möckern- straße wird da« letzte Stück de« Ufer« jetzt freigelegt, besonder« stark« Verkehr ist nur rechtsseitig vom Kanal an der kurzen Strecke von der Flottwellstraße bi« zur Schönebnger Brücke, rro Pfttdedahn und Lastwogen stark antreten find. Indessen wird sich da Abhilfe schaffen lassen. EmeGesahr für denBer- kehr würde bei den belebten Kreuzungen dn Potsdamer- und Holleschen Thorbrücke durch besonder« langsame« Fahren au«- geschlossen wrrden können. Daß sich eine solche Bahn glänzend bezahlen würde, ist wohl zweifellos. Klwa» po«t«estum muß die Aufmerksamkeit der Bc- Hörden auf die schamlosen ReujahrSwürsche gelenkt««den, die in einigen Schaufenstern zur Auslage gekommen find. Au« ihrem Leserkreise werden der.Nat.-Zt�." darüb« Mittheilungen gemacht, die zeigen, daß die Fabrikate ausgrhört haben, zwei- einig zu sein. Die brutale, nackte Gemeinheit macht sich in ihnen breit. Erschw«end ist e«, daß diese Niederträchtigkeiten in rückfichtslosrst« Weise zwischen and«e harmlose Karten gelegt Weesen, so daß sie sich selbst Damen aufdrängen, die ihnen gern au« drm Wege gehen und daß vor Allem der hrravwachsenden 3og>nd Gelegenheit gegeben wird, ihre Kenntnisse auf einem Gebiete zu vermchren, da» Schu'e und Hru« sorgsam vor ihr verschließen. Die Vergiftung, die in dieser Weise in die Krndnseele hineingetragen wird, rächt sich oft furchtbar. E« ist nicht Prüderie, die zu diesem Rolhrus Veranlassung grebt. Sa sehr die öffentliche Meinung sich dagegen verwahrt, so oft die Polizei in Kunst- fragen b;e Direktive zu übernehmen ansucht, so sehr wird sie einstimmig dazu Beifall rufen, wenn d« Gemeinheit entgegen- getreten wird, ob ste sich nun in Wort oder Bild kundgiebt. Der Schmutz wird an jedem Tage zusammengekehrt und au« den Straßen entfernt. Da«, wa« m bre letzten Woche vor Rinjohr vielfach unbeanstandet in den Schaufenstern lag, war schlimm« al« d« Schmutz, den man einalhmet. Er vergiftet die Jugend und zerstört sie. Die Grenze zwischen dem Statt- hasten und dem Ün«laubten wird leicht zu jiehrn sein. Gegen da« letztere mag mit allen gesetzlichen Mitteln unnachfichtlich vorgegangen werben. Zwijche« den Kranereien und de««astrnieche» wird der Kampf, welch« wegen der weit überlegenen Mrrtel der elfteren ein ungleich« ist, immer ledhafter. Eine« den größeren Lokale nach dem and«en wird von den Brau«eie» erworben, und diese machen nicht nur hinsichtlich d« Getränke den Gastwirthen eine Konkurrenz, mit welcher diese nicht mit« zukommen mrmözen, sondern verschaffen ihren Oekonomen auch durch bedeutende Zuschüsse zur Küche eine starke Ueb«ieacnheit ub« die auf eigene M itel angewiesenen 3nhaber von Sperse- Restaurant«. Seit Neujahr sind wieder mehrere große Re« staurant«, deren frühere 3nhaber abgefunden wurden, nach inzwischen vorgenommenen Renovirungen, al« Ausschanklokale hiesiger oder auswärtiger Brauereien neu eröffnet worden. Früh« traf diese Konkurenz mehr die kleineren, allmäliz de« droht sie auch die größeren Restaurateure. Die Adfindungs- summen, welche seilen« der Brauereien den früheren Wirthur gezahlt werden, sind sehr hoch. Das Januarheft dr« von Professor Koch herauSg-- gebenen»Archiv für Hygiene" bringt Mittheilunaen über die von dem Hygienischen 3 stiiul der hiesigen Unrv«ntät bezüglich d« Kurzsichtigkeit der Schüler unserer höheren Lehranstafte« angestellten Untersuchungen. Mit Genehmigung de« Kultus« minister« von Goßl« wählte Dr. Kirchner in erst« Linie da« Friedrichs- und da« Leibniz Gymnasium,»von denen da««ste mit gänzlich veralteten Subsellien ausgestattete und theilwtise ungenügei d beleuchtete Schulzimmer hat, während das Letztere, ein prachtvoller Neubau, günstigere Verhältnisse aufweist". Dos Ergebniß dieser Untrrsuchungen liegt nunmehr in 12 Tadelle» vor. Darnach haben von den sämmtlichen 1014 Plätzen de« Friedrichs Gymnasiums 214--- 24 pCt. eine ungenügende Beleuchtung. Die durchschnittliche Kurzfichtigkeit zedes" Schul«« zeigt eine gleichmäß-ge Zunahme im Friedrich«. Gymnasium, während im Leihmz-Gymnasium erst in Ob«t«tia die Zahl der Kurzsichtigen emporschnellt. Da« Sehvermögen der Schüler de« Friebrichs-Gymnasium war durchgehend« gering« als da« der Schüler de« Leibniz-Gymnastum«. Dr. Kirchner zieht au« den aufgenommenen Tabellen die Folgerung bezüglich d« Schuleinrichtungen, daß die Beleuchtung so emznnchten ist, daß auch der dunkelste Platz mindesten« so viel Licht«hält, als 10 Melerkerzen entspricht. Da» bei be» JnflneNza von den Aerzten in Airwendnng gebrachte.Aatipyrrn" wird in der neuen demnächst zu«war- tinden Pharmakopoe unter diejenigen Heilmittel aufgenommen werden, d«en Verkauf in Apotheken nur gegen ärztliches Rerept gestattet»st. E« hat sich nämlich herausgestellt, daß dies Hotl- mittel von Laien im Uebermaße angewendet, erhebliche Be« schwerden veru» sacht, asthmatische Anfälle hervorruft und auch die Herzthätigkeit in Mitleidenschaft zieht. Ohne Anaabe de« einzunehmen rwn Quantum« durch einen Arzt möchten wir unseren Lesern den Gebrauch van Antipyern mcht anrathen. Di« städtische Kaudeprrtatio». Adthellung II, hat auf die vom Vorstände des Verein« Berliner Droschkenkutscher an den hiesigen Magistrat eing«erchle Betition, betreffend E« chtung von Sttaßendrunnen an Droschkenhalteplätzen, od«, wenn die« unthunlrch, den dort mit ihren Droschken Aufstellung nehmenden Kutschern die Rechte der Benutzung der W>sscrleitung einzuräumen und zwar an zehn in der Petition näher bezeichneten Stellen, Folgende»«- widert: »Auf die Eingabe vom 11. September 1889«widern wir dem Vereine, daß bei der Errichtung von Brunnen soweit wie möglich auch ferneihin auf die Droschkenhalteplätze Betracht genommen werden wird. 3m Lause de« nächsten Jahre« wer- den voraussichtlich in d« Fried: ich straße in du Nähe der Weidendammer B ücke, an der Burggrafenstraße, Ecke Kur- fürstenstraße, und Thurm- und Raihenowerftraße Brunnen«- richtet werden." Di» erst»« Fälle von Influenza in Berlin wurden, wie Prof. Fmbrmg« in der»Klin. Wchschr." miltheilt, im städtischen Krankenhan« Frredrichshain schon Ansang Navemb« vorigen Jahre« beobachtet. Von dem zahlreichen Pflegepersonal der Anstatt«krankten nur sehr wenige, und von etwa 1000 Patienten, die sich im Krankenhause befanden, wurde nur ein« irfizilt. Auch d« ärztliche Direktor de« städtischen Kra.keu- Hause« Moabit, Peivatdozent Dr. P. Guttmann, hat daselbst eine beträchtliche Zahl von Influenz, kranken gesehen, die meisten waren 20— 30 Jahre alt. Auffallend ist nach dem Bericht de» AnstallSarzte« Dr. H. Hirsch da« völlige Auebieiben der Epidemie in einem klösterlichen Institut zu Charlottenburg. Die ausschließlich weiblichen Insassen kommen mit der Außenwelt gar nicht in Berührung; meist haben sie ein sehr bewegte« Leben geführt und neigen vielfach zu Krankheiten, namentlich der AthmungSorgane. Bei diesen Frauen, zu denen nm der Geistliche und d« AnstaltSarzt Zutritt haben, ist nun kein einziger Fall von Influenza beobachtet worden. Die Diskussionen über da« Wesen der Erkrankung selb« haben noch keinen Abschluß gesunden. Nach Prof. August Hirsch ist auch die diesmalige Verbnitung miasmatisch, nach Prof. Nothnagel parasitär. fl«r Eissport auf dem Drrmmeloburger K»e hat onntag bereit« da« erste Opfer an Menschenleben gefordert. Tausende und Abertausende van Menschen tummelten sich auf dem Eise umher, d« größte Theil mied aber die poli-- zeiiich abgenommene Erobahn, weil auf derselben em kteme« Entree«gaben wird. Man zog e« vor, sich auf denjenigen Thcrlin de« See« zu amüfiren, wo e« nichts kostet, wenigsten« nicht mihc, als hin und wieder einmal ein Menschenleben. Umsonst waren auch die Warnungen d« zur Stelle befind- lichen Polizeiorgane. So kam e« auch, daß ein jung« M-rnsch auf eine Stelle gerreth, wo kurz vo-h« die Arbeit« v« Rord- deutschen E« werke geeist halten und die erst ganz schwach zu- gefccren war. Der junge Mann'brach sofort ein. Obwohl Hilfe im Augenblick zur Stelle war, und derselbe in ganz kurz« Zeit herausgezogen wurde, war er doch bereit« leblo». Alle Wied«- beledungtoersuche blieben erfolglos. Die Leiche wurde nach der Leichenhalle bei der Stralau« Kirche gebracht, wo dieselbe rekogroSjsit werden kann. Das plötzlich eingetretene Thanmetter hat unt« de« Eisbahnpächtern und allen Freunden de« Schlittschuhsport« nicht geringe Bestürzung hervorgerufen. Gestern stand da« Eislaufen auf den natürlichen und künstlichen Bahnen rn und nm Berlin in schönster Blüthe, und Abend« erschien der Mond in so wundervollem Glanz und von zahllosen Sternen um- geben, daß man an einen so plötzlichen Umschlag d« Wille- rung nicht denken mochte. Alle Seen und Wasserläuse im Grunewald und bei Potsdam, die schönsten Strecken auf der Oberspree waren von Schlittschuh; ausern belebt. Noch spät am Abend sah man rm hellen Schein de« Mondes die- flinken Gestalten auf den spiegelglatten Flächen dahineilen. Auch auf dem ausgedehnten Teltower See und auf der Zehlendors« Wiesen- Eisbahn, deren Er» Haltung der dortige Ortsverein übernommen hat, tummelten sich bis zum späten Abend Läufer und Läufninnen im schnellen Rngen, und mancher Eislauskünstler, der sonst auf den Ge- »Lssa« dir Roufseau.Ji,s«l seine Linien und Bogen beslbreibt, Mischte sich unter die fiöhliche Schaar. Von SHlitlschuh- fahrten wurden am Sonntag zwischen Potsdam und Spandau nicht wenige unternommen, sodafe die Gastwirthe in der Nähe der Eisbahn brillante Geschälte machten. Da» Stottern der Kinder wurde bisher gewöhnlich rein erzieherisch behandelt und es existiren in unserer Stadt togar besonder« Unterrichtsanstalten für stotternde Kinder. Neuerdings ist hierselbst ein ärztliches Piivatwstitut errichtet worden, m denen Sprachstörungen, Stottern, Lispeln, Stommeln u. f. w. al« Krankheiten und im Zusammenhange mit Nasen-, Obren- und Halsleiden behandelt werden sollen, da die Sprach- stö ungen meist durch diese Leiden erzeugt werden und mit der Beseitigung derselben edensalls verschwinden. Zln« de« Gehrimnissrn der Kognak-Fabrikation Iheilt daS RnchSgefundhenSamt in seinen amtlichen Nachrichten zwei Fälle mit, welche durch gerichtliche Untersuchungen ftst. gestellt find. Ein GastwHH bereitete seinen Kognak aus einem Gemisch fuselhaltigen Sprit'S, Rum-Essenz, Zacke. farbstrff, Gerbiaure und Ruß-Tinklur. Dies« Flüssigkeit, welche einen Werth von 30 bis 40 Pfennige pro L.tei flasche darstellte, sehte er seinen Gästen als Kognak vor, die das Getränk häufig de- onftandeten und schließlich dessen polizeiliche Beschlagnahme herdriführtm,«aS die Bestrafung des GastwirthS wegen Ver> gehen» gegen das NahrungSmittelgeseh zur Folge hatte.— In einem anderen Falle bereitete ein Kaufmann in Lübeck Kognak durch eine Mischung von Sprit, Wafserkoukur, unter Zusatz einer sogenannten Kogna'-Wenz, welche von einer Fabrik in Zerbst für 6 bis 12 M. pro Kilo bezogen war. Außerdem war dem Gemisch noch Vanilletinktur und Zucker zugesetzt; im Wesentlichen aber bestand das Gcmisch zur einen Halste au» Sprit, zur andern Hälfte au» Wasser, während die übrigen Bcstandtheile nur in sehr geringen Mengen vorhanden waren. So kamen z. B. auf 48 Flaschen de» Gemisches ein Pfund Zucker und für 15 Pf. Vanilletinktur, außerdem ein kleines Weinglas voll Kognatessenz und etwas Kouleur. Zwar behauptete der Kaufmann, als die gerichtliche Untersuchung gegen ihn eingeleitet worden war, er habe dem Gemische stet» eine beträchtliche Menge guten Kognak« zugesetzt; allein diese Behauplung wurde durch das Zeugniß de» Arbeiters, den er bei seiner Kognak-Fabrikation b.schäftiat«, a>S unwahr nachgewiesen. DaS Gemisch wurde als Kognak für 1.20 M. bis 1.50 M. pro Flasche oerkauft. Ein bediutender Theil dieser Waare diente als Berkaufsmaterial bei den bekannten fliegenden Aukiionen. Das Gericht bot auch in dicsem Falle der Herstellung van Kognak einen Verstoß gegen da« Nahrungsm ttelgesetz ecbl'ckt und den Kaufmann mit einer erbeblichen Geldstrafe(500 M.) belegt. Außerdem ist die Veröffentlichung des gerichtlichen EtrafurtheilS durch diejenigen B älter angeordnet, in dmen die Bestrosten ihre Fabrikate anzupreisen pflegten. Dt« stetige Dunahme der Kevölkrrnng Kerlina und da« entsprechend fich mehrende Wohnuugsbedürsniß hat auch im Verwaltungsjahre 1888/89 auf die Baulhätigkett hierselbst einen bedeutenden E nfluß ausgeübt. Duselbe hatte nach der Zahl der bei der städnlchen Etraßenpolizei bearbeiteten Bau- erlaubnißscheine einen solchen Umfang angenommen, wie noch in keinem der vorangegangenen Jahre. Durch die Neuanlagen von Straßen, vornehmlich im Westen. Nordwesten und Norden der Stadt, und zwar zum großen Theil von Privatunterneh- mern, find der Be auung größere Gelände erschloffen worden. Di« Prüfung derartiger Projekte und die damit verbundenen Arbeiten als Aufstellung der Bedingungen, Auflassung des StiaßenlandeS an die Stadtgemeinde, die Kontrole der Aus- führung. Abnahm« der Straßen ac. bildeten einen nicht unbedeutenden Th:il der Thätigkeit der Bauverwaliung. Auch im Janern der Stadt, wo die Steigerung des Verkehrs am stärksten hervortritt, haben fich viel- fach den Vetkehr zu Gute kommende Wandlungen vollzogen »d« find noch in der Vorbereitung begriffen, als da sind: Neuanlagen von Straßen auf den ehemals Borfig- und Wöhlert'lchen Grundstücken in der Chauffeestraße, auf dem Grundstücke de« alten Schützenhause« in der Linien st' aße, auf dem linken Ufer der Spree von der Kivnprmzen.B.ücke bis fir Markthalle in der Dorotheenstraße, Parallelstraße zur tadtbahn von der Königstraße nach der verlängerten Magazin« straße und von der ehemaligen Königsbrück« bis zur südlichen Ecke de« Garnilon-LazarethS. Verlängerung bezw. Durch- leguna von Straßen, al«: Blumenstraße bis zur Stadtbahn- Parallelstraße, Andreasstraße bis zur Friedrichs bergerstraße, Charlottenstraße bi« zum W.idendamm. Berbreiterung von vorhandenen älteren Straßen, als Gollnowstraße. Artillerie- und Langettraße, Straße Alt-Moabit, Alexander« und Münz- striche ic. Mannigfache mit diesen Aussü-irungen und deren Entwürfen verknüpften Arbeiten und Verhandlungen, so- wie vornehmlich curch die früher begonnenen im Jahre 1888/89 weiter bearbeiteten Entwürfe und fortgeführten Verhandlungen über besonder« wichtig« g-ößere Stadlgebiete au« allgemeinem Jater>sse berührende Entwürfe, als die Kanalifinrng der Unterspree, Senkung de« H-chwasserspiegels, Umgestaltung de« Mühlendamme«, dl« Biseittgung dir durch bi« Kreuzung in der Planhöhe der Straßin der Stetliner Eisenbahn hervorgerufenen Uebelstände, die Anlag« eines Hafens am Urban ist die Thätiakeit der städtischen Bauver- «altttng(Tiefbau) in gesteigertem Maße in Anspruch genommen worden. Di« Sprach« de» Kerliner». Zurächst eine klein«, ge- «ch nicht vollständige Sammlung von Umschreibungen für die ablehnende Verneinung. Neben dem schlichten.nee" steht da« schroffere.J« nich!' und da« mildere.Diese« wem in". Dann mögen folgen:.keene Ahnung",.keene blasse Ahnung", .keenen Schimmer vonne blasse Ahnung", sowie:.keen Bem" oder— traurig aber wahr—:.keene Laus". Uederhaupt Hat diese« Ungeziefer für den Berlmer sprachlich viel von seiner Scheußlichkeit verloren, ohne daß er darum unreinlich war«; »läufig" ist nicht» andere« als.sehr", und bei„'ausige Wichse" d«nkl kein Mensch an dos ekle Thier.—.Na, det fehlte" steigert fich zu.Wird nich verzappi" und„Det iS ni/cht vor «netn'n Vater sein Sohn" oder gar.Den Z.hn laß dir man ausziehn". Haimlo« und bejahend klingt„Ja, Kuchen!"— aber wer da« zur Antwort kriegt, mag nur flink seiner Wege aehen.— Besonder« viele echt Berlinische Worte giebt e« für »necken",.aufziehen": da« stnd.honccken" und„honiegeln� oder »honiejein", dann„honepiepeln" und endlich„veihonepiepeln — Für.verschwende»" braucht der Berliner:»mn's Jeld aasen-, »veraasen"(gesprochen faaasen),.verdrücken",.verknacken", »«rläppern",.veriiedern",.verludern",»vei modeln",.ver- piewpen",.verposamentiren",.verprezeln",.verpuzzeln",.ver- putzen",»verquackeln",.ve-qrasen",.verfimsen", ve.w.chsen�. — Mansaotzu einem Zögernden aufmunternd:.Emschlretze dich! oder sonst etwa«, wa« ichon längst all« sinnliche B-deutun�ver. loren; der Berliner ruft ihm zu:.Ild dein Herz n Stob! irgendwo sehr lanpwerlig, so bellagt fich der Äerlmn:„Ick steh mir de B-ene in'n Le.b",- geht aber natmlich doch nicht nach Hause, wenn'« etwa« zu sehen geben soll. Sieht der Ber- tiner einen schlechten Retter, so einen berittenen.Sonntag«. HäringSkommi»" so»uft er:»Nanu, der fitzt ta w,e '«« Feuerzange u?'n dollm Hund! oder er sagt von einem langsam.angewack-lt" kommenden„Nuzzelpeter oder SSMMÄ-YM zur wen« Da scheint wat im Ber- mmmrn Se uff de Knie aus de Dochrinne fnffen";— ober solche Spötterei, wie:.Den mächt' ick uff'« Feifenkopp haben— de Berne ib-rn Abjuß", und ein Dritter setzt wohl noch hin- zu:.un'n Ver« drunter". Will der Berlmer Jemandem an den Kragen— aber zunächst und eine ganze Weile wieder nur mit der Zunge—, so strengt er seine sprachliche Schilde- rungt kraft„knollig" an..Ihnen hat woll lange nich de Nase geblut'?" ist die mildeste Form lemohlichkr Neugier; eine an- der« Variante lautet:.Hast woll lang« keen Berliner Roth jesehn?" Dann folgen solche Rathschläge vor der„Keilerei", also bevor es„Bimse, Haue. Jackenfett, Kalosche, Klappe, Becke, R'ffe, Schacht, Schmiere, Schmisse, Smse, Stauke, Wach«, Walke, Wamse, Wichse" setzt,— oflo Rath. schlage:„Laff' dir man zusammenfejen", oder:.Wenn ick Dir vo-kcieje, dann kannst« deine Knochen in't Schnvpptuch zu Hause dragen!"— W ficht der Gegner noch immer nicht, oder antwortet er gar mit solchen verächtlichen Einladungen, wie: „Du? Du kannst mir'n Puckel lang rutschen", oder: .Soll ick Dir mal m steioen Aim verhungern lassen?!"— so folgen solche menschenfreundlichen Ausmalungen de« Zuslandes nährend und nach der Prügelei, wie:.Ick hau dir dette Boomöl jibst!"—„Ich hau dir eene, det de Lause piepen!"—„Dir wer' ick de EiSbeene knicken!"— Für „Ich habe ihm einen Schreck eingejagt" wählt der Berliner das wirksamere„Ick had' ihn'n Loch in'n Bauch jeschoffen", und wenn er fich irgendwo leidlich vergnügt, theilt er dies keinen Begleitern mit durch den Ruf:„Ick schrei mir bot vor Verj riejen", und zwar, zur E.höhung der Wirkung, mit einer Leichenbittermiene gesprochen. Wie er überhaupt mit Armen und Beinen und sonstigen Gliedmaßen umgeht, ist beängstigend: „Reißen Sie sich keen Been aus!" S»nd«ri»ar« Magennnfäll« haben am Sonnabend in verschiedenen Siraßen stallgefunden. Am Vo- mittag brach in dir Taubenstrvße in der Nähe des HanSooigttiplatzes ein schwer beladener Kohlenwogen zusammen. Hierbei löste sich das ge« waltige Hinterrad von dem Gefährt ab, rollte auf das Trotloir und ncchdrm es gegen da« rechte Bein eine« Passanten ge- rathen war, so daß dieser mit einem lauten Aufschrei hinstürzte, flog das Rad in das Schaufenster der parterre belegenen G.'ichen Geschäftsräume, infolge dessen das große bis zum ersten Stockwerk reichende Fenster klirrend»erbrach und seine Splitter weit umh.rgcjchleudert wurden. Es dauerte längere Zett, ehe durch das Umladen der Kohlen auf einen anderen herbeigeschafften Wagen da« Wrack wieder flott gemacht werden konnten. Für den vom Rad getroffenen Herrn mußte eine Droschke besorgt werden, welche ihn nach seiner Wohnung brachte.— Der andere nicht minder sonderbare Unfall ereignete sich zur MitiagSzeit an der Gertraudtenstraße, gegenüber der Peirikirche. Die genannte Straße pasfirte ein mit zahlreichen Flaschen beladener Bierwagen, als demselben mitten auf dem Geleise die Achse brach. Dem Bierwagen unmittelbar gefolgt war eiir Pferdebahnwagen, der nun mit aller Wucht m da« so unoersehen« zum Stillstand gebrachte Gefährt hinein- fuhr. Durch den heftigen Anprall wurde der Kutscher vom Bock geschleudert und flog in wertem Bogen auf das Pflaster. Er wurde besinnungslos in den nächsten Hausflur getragen, er- holte fich jedoch nach wenigen Minuten wieder und e« stellte fich heraus, daß er ohne Schaden davon gekommen war. Schlimmer war e« seinen Flaschen ergangen. Die lagen zu Hunderten zertiümmert auf der Straße und ihren edlen Inhalt log das Straßenpflaster und— die liebe Jugend gierig auf. In mächtigen Schaar«» waren sie herbeigekommen, um die günstige Gelegenheit, hier einen Labetrunk wahrzunehmen, der sich in vielen nur theilwri'e zersch llten Flaschen den durstigen Kehlen darbot. Unter solchen Umständen hatte der Unfall, abgesehen von der Störung de« PfervebahnverkehrS, in der so überaus delebten Straße einen großen Tumult hervorgerufen, zu dessen Beseitigung es de« Aufgebots mehrerer Schutzleute bedurfte. J,r gewohntes Aussehen erhielt die Straße j'doch irst, al« mit ver Beseitigung des verunglückten Wagens auch die letzte Hoffnung auf einen billigen Tropfen ge- fchwunden war. Giitrs Vertranensbrnche» bat fich die in dem Kurz. und Galantenewiarengeschäfl von R. in der Königstadt als Verkäuferin angestellte 15 jährige Martha H. zu Schulden kommen lassen. Schon seit einigen Monaten war e« dem Ge- schästsrnhaber aufgesallen, daß sich die Tageseinnahmen auf- fallend verringerten und durch gezeichnetes Geld gelang e« ihm endlich die H. als die Hausdtebin zu überführen, welche einem scharfen Vnhör de« Prin Opals unterworfen schluchzend einge- stand nach und nach 600 M. unterlchlagen zu haben. Da« Motiv für den Vertrawnsbruch ist bezeichnend; die H. hatte im Herbst einen jungen Mann kennen gelernt, mit dem sie ein Verhältniß unterhielt und der ihr erklärte, sie dann nur hei- ratben zu können, wenn die H. ein Vermögen von 2000 M. besäße, um damit ein Geschäft beginnen zu können. Die Liebe zu dem Bräutigam hat das junge Mädchen nun zu der ver- hängnißvollen That getrieben; hinter dem Ofen ihrer Schlaf- kammer fand Herr R. die gestohlenen 600 M. in einem Beutel wieder und mit Rückficht auf die verzweifelten Eltern der H. hat der Chef auch von Stellung eines Strafantrages Abstand genommen. Der Schauplatz»ine» schweren Unglücksfall«» war am Sonnabend Abend ein in der Wienerftratze belegener Holzplatz. Auf demselben waren trotz der vorgerückten Stunde noch mehrere Arbeiter mit dem Umpacken einiger Holzstapel beschäf- tigt. Hieibei muß es nun geichehen sein, daß tie Arbeiter einen Stapel seiner Stütz« beraubten, denn dieser legte fich um und begrub unter seinen schweren Holzstücken die in seiner Nähe befindlichen Arbeiter. Während es zweien, die nur leichtere Kontusionen erlitten, gelang, fich allein herauszuarbeiten, waren zwei ander« der Verschütteten hierzu außer Stande. Es waren dies die Arbeiter Hermann E. und Franz G., welche unter den Holztrümmern laut um Rettung riefen. Als ihnen dieselbe mit Hilse der Arbeitsgenoffen und herbeigeholter Passanten gebracht und fie von der Last befrut waren, zeigte e« fich, daß die Unglück.ichm höchst bedenkliche Verletzungen davongetragen halten. Dem E. waren beide Beine und G. mehrere Rippen gebrochen. Auf Brettern, welch« die Stelle von Tragbahren einnahmen, trug man die Briden nach der im Görlitzer Bahnhof bisiadlichen SanitaiSwache, und nachdrm ihnen dort in jeder Weise die erste Hilfe geleistet, wurden fie auf die der Wache gehörende Tragbahre gelegt und so nach dem Krankendause Bethanren bekördert. Por d«« Augen seiner Famili« ertrunken. Sin erschütternder Unglücksfall wird uns vom Freitag gemeldet, der einer armen Famike den Ernährer geraubt. Der in der Pank» straße Nr. 45 S wohnende 39j ihrige Arbeiter UrbanSki war den Sommer h«durch auf ein-m Neubau beschäftigt gewesen, mußte jedocd vor etwa sechs Wochen aus Mangel an Arbeit von dort enttoffen werden. Die Bemühungen des U., anderweitige Be- schäftigung zu erhalten, erwiesen fich stet« al« erfolglos und so gerielh die Familie desselben in bitterste Roth. Kurz vor Neu- jähr war e« dem unermüdlich thätrgen Manne endlich gelungen, lohnende Arbeit zu erhalten, mit welcher er am Montag be- ginnen sollte. In der Freude seine« Herzen« beschloß 11., mit seiner F au und seinen vier im Alter oo. 5-10 Jahren stehenden Kindern einen Spaziergavg zu machen und die sechs P-r- sonen gingen nun am Freitag Mittag den sogenannten Schiffer- weg am Nord-Ufer des Spandauer Schifftahrls- Kanal« ent- lang und befanden fich schon in der Nähe von Plötzensee, als der mit seinen Kindern fröhlich scherzende und fich lustig umbcr tummelnde U. auf dem gefrorenen Boden der steilen Böschung, auf welcher man sich befand, plötzlich ausglitt und von derselben jählings herabstürzte. Die dünn« Eisdecke, mit welcher der Kanal überzogen, vermochte die Last des schweren Körpers nicht aushalten, fie barst und im nächsten Augenblick war der Unglückliche, der vergeblich einen rettenden Halt, eine Stütze auf der glatten Fläche suchte, vor den seiner Frau und Kinder m den Wellen verschwunden. entsetzten Hilferufe der zu Tod« Erschrockenen lockten al zahlreiche Passanten derbei, wdche jedoch die Leiche de« trunkenen, den im Wiffer der Schlag gerührt habe«> nicht zu finden vermochten und nur mit Mühe vermocht« die fich verzweifelt gebehrdende Frau des U. von einem S«®* Mordversuch an Ort und Stelle zurückzuhalten. Die so pg sich ihres Ernährers beraubte Familie befindet ssch in bitter» Noih, umlomehr, als Frau U. sehr schwächlich ist und s#** Arbeit nicht verrichten kann. Für edle Menschenfreunde b» fich hier Gelegenheit, wirklich dringende Hilfe zu leiste». Leiche des U. wurde am Sonnabend an der NnglückB'� unter dem Eise gefunden. Keldstmardverlnch. Eine heftige Detonation erschrtf am vorgestrigen Abend die Bewohner de« Hauses Prinzessin«'' straße Nr. 7.— Dortselbst wohnt in der ersten Etaze°° Hinterhauses bei dem Kaufmann N. der Mechaniker M als Chambregarnist, aus dessen Zimmer gegen 9 Nhr{ Reoolverschuß erscholl.— Als die Flurbewohner in die Stf de« R. drangen, fanden fie denselben am Boden liegend? wußtlos vor; neben demselben lag ein Revolver, und fi Blutstrom, der sich au« der Schulter ergoß, zeugte dafür, � der Unglückliche einen Selbstmordversuch begangen.— 0*"' sofort hmzugei usencnArzt gelang es, den erst 26 jährigen M ins Leben zurückzurufen, doch mußte der durck den Blut oerlust Geschwächte nach dem Krankenhaus Bethanien? bracht werden.— Unglückliche Liebe soll da; Motiv zu � Selbstmordversuch qewc'en sein. Da» Schietzen auf Gifenkatznziig« scheint wieder' in ein Kupeefenster ein und ein in dem Kup:e fitzender& wurde von den umherfliegenden Glatsplittern verletzt. Hoffn' lich wird der Thäter entdeck-, werden. Im S«rU«ir Asyl-Verein für Gbdachlas« nächtif im virflossenen Monvt Dezember im Mäimer-A'yl 8746 9# sonen, davon badeten 2S3l Personen, im F-auen>A�yI 1397 sonen. davon badeten 97 Personen. Hausfachung. Gestern fand in der Wohnung des Led" a beiter Rudan, Reichenbergerstr. 116, eine Haussuchung I# bei der indeß nur 1 Exemplar des„Sozialdemskrai" vor»-' funden wurden. Ueb«» die KerUner Ghejchlietznnge« plaudern* Akten der Standesämter manche interessante Einzelheiten% Schon die Thaisache, daß im voroergangenen Jahre lS� Eh-paar« den Bund für da« Leben geschlossen, zeigt, daߣ Furcht vor der Ehe in Berlin doch nicht xar so sehr verdrlP ist, wie manche Mütiee heirathssähiger Töchter behaupZ Sieht man sich die einzelnen Eh« paare an, so erziebt fich,** fich unter den Männern, welche den verhängnißvollen wagten. 13 786 Junggesellen, 1582 Wittwer und 424«' schieden«, unter den Freuen dagegen 14 360 Jungfrauen, 1°- Wittwen und 377 Geschiedene be?anden. Was da« All' der Heirathenden betrifft, so eröffnet eine Jungfrau im# von 15 Jahren die lange Stufenleiter, ihr folgen 30 JUsj frauen im Alter von 16 Jahren und die Kette setzt sich M alle Altersklassen fort und wird beschlossen d�' eine Wittwe, die im Alter von 69 Jahren noch«inen n�. Ehebund schloß.— Unter den Männern wird die Skala di»' zwei Jünglwge im Alter von 19 Jahren eröffnet, ihnen fol� 3580 im Älter von 20 bis 24 Jahren und daß die Männer� Frauen in der Heirathslust noch„über" find, z igt dre% fache, daß sich unter den„jungen Ehemännern" 8 im 8; »wischen 70 und 74, 3 zwischen 75 und 79 und einer sogar? Alter von 82 Jahren befand. Von den letzteren war£ 75 Jahriger überhaupt noch nicht verheirathet und eheli«j eine Jungfrau im Alter von 35 bis 40 Jahren, von" anderen über Siebzigjährigen führten noch 20 gleichfalls Jfj frauen heim, einer sogar eine solche unter 25 Jafc'r und der 82 Jährige führte eine Jungfrau 50 Jahren zum Standesamt. 1135 Jungfrauen verdang fich mit Wüt-vern 2., 3. und 4. Ehe, 321 Juiwfcauen � Geschiedenen 2., 3. und 4. Ehe, auf der andern Seite füM 635 Junggesellen ebenso viele Wrttwen 2., 3. und 4. Ehe vf 247 ebenso viel« Geschiedenen 2., S. und 4. Ehe heim.™ Altersunterschiede der He raihenden find oft ganz gewallt gegen dl >ie die Frau, darunl' Ichlusse« In 11 062 Fällen war der Mann älter wie -- VW—«W v»- WVV«Vit- Vit /y iuü, f Ul**', in 29 Fällen über 30 Jahre älter, in 50 Fällen 25 bis 30 Jod- älter. In 4730 Fällen dagegen war der Mann jünger, als f. Frau; darunter definden sich 301 Fälle, wo die Frau 10" 30 Jahre alter war, in 13 Fällen hatten Männer zwischen., und 35 Jahren Frauen im A ter von 50 bis 55 geheirolb'- ein 30jähriger führte ein« 60jährige zum Altar und in 3 Fäj� war die Frau mehr als 30 Jahre älter, als der Mann. den Wittwern haben fich 596 noch im Trauerjahre, nach 1— 2i ähriger Ehelosigkeit wieder verheirathet, 2 ha� 19 b>S 20 Jahre, einer 26 bis 27 Jahre, einer sogar 30 J�f den Wittwerstand ertragen, ehe er fich wieder zur Ehe schloß. Auch unter den Wittwen befanden fich 72, welch« innerhalb de« Trauerjahres zur Ehe schritten, dagegen habt« eme 10. bis 20iahrige und 4 sogar eine 21. bis 24 lährtfl Ehelosigkeit ausgehalten, ehe fie abermals mit einem Matf ��"�'"Aclten.- Interessant ist auch, daß fich 3 4 Fallen Geschiedene wieder vereinigt haben und zwar je•' Paar im 2., im 3., im 13. und im 23. Jahre nach der# tcennung.— Heirathen zwischen Blutsverwandt'' haben 108 staltgefunden und zwar in 102 Fällen zwilcken schwisterlindern und in 6 Fällen zwischen Onkel und Nichte,. Dl« Sterblichkeit in der Weitznachtswoch» ist f" »«Im«uu ganz außerordentlich hohe gewesen. Trotz der& fa n glich so vielfach gelobten relativm Ungefährlichkeit � Influenza scheint i'tzt der böse Gast au« dem Osten ein g� anderes Gcftcht zu zeigen. Es wurden vom 22. bis 28.% »«mber 1055 Sterbefalle gemeldet; der Zahl der Sterbef-? nach'st dtt« die zweite größte Wochenziffer des ganzen Jah"i Bekanntlich wird aber die hohe Sterblichkeit in Berlin währ--! der hechen Jahreszeit eine Folg« der großen Kindersterdlichtss durch Brechdurchfall und Durchfall veranlaßt. Hier in d'H Woche ist ledoch keine Zunahme der Sterblichkeit durch Kind'' sondern dre Zunahme der Todesfälle betrifft Erwachst- �kberhaupt ist eine so große Sterblichkeit, wie die gemeldet m Berlin im Dezember noch nicht beobachtet worden. ll«g den TodeSulsachen sind angeführt: 20 Fälle an Gripn (Influenza), 60 Fälle an Bronchialkatarrh 151 Fälle an Luna� entzündung, 185 Fäll« an Schwindsucht. In wie viel Fall� die Influenza ursächlich bei schon bestehender Empfindlichkeit% Aihmungsorgane wirkte, läßt fich nicht feststellen; doch ist Einfluß auf die Sterblichkeit von Lungenkranken so deutliZ daß man ihn als üderhaupt festgestellt betrachten darf. 29* können nur dringend anrathen, worauf schon von ärztlickf! Autoritäten aufmeiksam gemacht worden ist, daß Jeder, � die schon rft bekannt gemachten Kennzeichen der ausbreltend� Influenza fühlt, da« Bett aufsuchen und fich einige Ta? schonen mor«. Poiizriberttchi. Am 3. d. M. Vormittags wurde f dem Kohlevplatz von Auerbach, Greifswatderstr. 31, der beiter K.ßlmg von einem auf den Kohlenplotz fahrenden V. ladenen Wagen so stark gegen einen dort stehenden Woä'! gi quetscht, daß er lebensgefährliche Verätzungen davontrug u* nach dem kmholischen Krankenhaufe gebracht werden mußt«. � Am 4. d. M. Morgen« vergiftete fich ein Maschen in sei«'' Wohnung in der Charlottenstraße mittelst Arsemk.— Um b'f selbe Zeit wurde in der Spree, hinter dem Grundstück Fru» straße 1/2, die Leiche eines Mannes aufgefunden.— Mitta»' wurde ein Mann vor dem Haufe Sp mdauerbruck« ld o einem Arbeitsfuhrwerk überfahren, wovurch er an der El Uiorj -q, m ©tick ba te kme nicht unbrdeutmd« Verletzung erlitt.— Nachmittag« wurde ein 65jähriger Mann in semer Wohnung in der Watzmann- Itratze, mittelst Cyinkali vergiftet, todt vorgefunden.— Um »ttfrlde Zeit schoß sich in seiner Wohnung in der Prinzenstraße «n junger Mann mittelst Revolvers in selbstmörderischer Ad- acht in die linke Brust. Er zog sich jedoch nur eine leichte Verletzung zu und wurde nach der Charit« gebracht.— Am d. M. Vormittags wurde ein seit einigen Wochen an der Influenza erkrankter Droschkensuhrherr in seiner Wohnung auf dem Berliner Lagerhose, und am 5. d. M. Vormittags em Mann im Fciedrichshrin erhängt vorgefunden.— Am 4. und 5. d. M. fanden an sechs verschiedenen Stellen kleinere Brande statt, welch« von der Feuerwehr gelöscht wurden. Gereidjks-Broikrmg. i Arbeitsmangel, welcher sich erfreulicherweise bei Btvn Schwurgericht hi.fi gen Landgerichts I geltend macht, hat e» zu der g. stein unter Vorsitz des LandgerichisdirektorS -oeige begonnenen SchwurgerichlSperiode einberufenen Ge- Ichwotentn eine Ruhepause von 7 Tagen verschaff!. Zu gestern r"3 am« Verh indlimg wegen Meineids an, weiche sofort ver» A x" m'" wußte, die nächste spruchreife Sache ist für den d«.-in- angcs.tzt.— Dagegen wird die Verhandlung gegen w Uli o r b: r CartSburg schon in dieser Periode vordem ?*BWRa«(ich( ftatlfinden und zwar ist der Termin zur Haupt- . g.auf Diknftaa, den 14. d. M. angesetzt worden. �5�'öunz dcS jugendlichen Verbrechers wird der mechtsawalt Dr. Bieber führen. -Pudel. Der berüchtigte Einbrecher Emil h,r osl' ,,n Verbrecherkreisen nur unter dem Namen„Schwin- f».i»«u �tkannt, stahl am 24 November bei dem Restaura- muppcit in der Krausenst.abe einen werthvollen weißen ..»r für sieben Mark an den Hundehändler Walther 3V e- i%tkrer verkaufte daZ Thier sür 30 M. an den ffll.w»',. Schmidtstraße, der seinem Sohne damit eine oih. m �t>de machen wollte. Aber kaum war du Ueber« xnfr.,P'8. Geschenkes an das Geburtstage kmd erfolgt, da wurde den rechtmäßigen Besitzer wieder abgeholt, denn K�??tndel.Emil'' war bald verhafiet worden und hatte ge- 5%,%.?°�n er den Hund verkaust hatte. Gestern stand der lim. m"?. o*' der 4. Strafkammer, die ihn mit Rücksicht aus a.�strafen zu einem Jahre und drei Monaten �'bans und den üblichen Nebenstrafen vemrtheilte. inn.?,.'*" Frage, ob die unbefugte Wiederherst.üung eines ob-r if*. Verschlusse« als Urkundenfälschung anzusehen, hatte sich die dritte Strafkammer de« Landgerichts I. l!l," 8" besch ästigen. In einem hiesigen SpeditionSaeschäft der Bodenmeister eines Tage«, daß ein zum Weiter- di-■. best.mmles Kistchen in der Weise spoliirt war, daß du-/"-"ner Plombe versebene Schnur de« Zollamt« sich scheuert halte. Er macht? den Lehrling des Geschäft« aj/' aufmerksam und rieth demselben, die Schnur durch A/�wenbindm mittelst eine« dünnen Bindfadens den er-r, auszubessern. Der Lehrling folgte dem Rothe, weil .r/aubt«, dadurch feine Firma vor Umständen und A ,."°usigkcjten zu bewahren. Die Kiste wurde sodann dem .�iich?r zum Trantport nach dem Bahnhofe übergeben und ,cyung,».» B»»»r wegen Anstiftung und gegen den Kutscher wegen do« l(yu Ank age erHoden. Der Staatsanwalt führte au«, ivr?* � zollamtliche Verschluß als ein« Urkunde anzusehen sei, z,„5*. zum Beweis« von Rechten und Rechtsverhältnissen diene, Ki/ i /. dessen Anbringung bezw. Unantasidaikeit solle die An?.?! H** Inhalt« de« Kolli'« gewährleistet werden. Die (S.Sk hätten auch sicher gewußt, daß ein derart spoliirt«« l-.l ßj1' der Steuerbehörde wieder zugestellt werden müsse. Es «inf*!$tr'e'n �ound vor, über da« gesetzlich zulässige Straf- hinauszugehen und beantragt« daher gegen den Boden- und Kutscher je einen Tag Gefängniß, gegen den kaum fahrigen Lehrling einen Verweis. Eventuell beantrage er "Fügung zu ziehen, ob die Angeklagten wegen Vergehens kl,*?, Hsi8 ZolloereinSgesetz(Verletzung eines zollamtlichen Ver- ew.*8) 1U bestrasen seien. Der Gerichtshof hielt ebenfalls «nl �'ssache Urkundenfälschung vorliegend, erkannte aber den- tni?t �"l Fciispfechung, weU den Angeklagten nicht nachge« i�cnsei, daß sie da« Bewußtsein von der RechtSwidngkeit sin Handlung g,h,bt. Aber auch wegen Vergehens gegen da« oolloereinsgesitz müßten die Beschuldigten sre, gesprochen '- �««—----- 1. JL. ■ v�utiiur loni« c uiö roiajc vuw mx+ji... „_ Unter der Anklage de» N ergehen» im Amt» stand «ostern der Gerichtsvollzieher Hugo Herda vor der • Strafkammer hiesigen Landgerichts I. Der Angeklagte war einer Frau Buchwald ersuitt worden, gegen eine Schuld- nerui derselben die ZvangSvollftreckunq zu vollziehen. Da die ?ache ziemlich eilig war und nach 6 Uhr Abends erledigt wer- °in mußte, so holte Frau B. dem Angeklagten zu verstehen Ligiben, daß sie ihm, über seine gesetzlichen Gebühren hinaus, ffach gern einen Betrag von 10 M. zahlen wolle und diese äihlung ist auch wirklich erfolgt. Der Vorgang kam ledoch Mtrch«ine anonyme Anzeige zur Kenntnrß de« Aufsicht fuhrenden «MlSrichter« und«« mußte die Anklage gegen den Gerichtsvollzieher Phöben werden, denn§ 331 St..G..B. bestimmt:»Ein Be- welcher für eine in sein Amt einschlagende, an sich nicht fstichtwrdrige Handlung Geschenke fordert oder sich versprechen !?vt, wird mit Geldstraf« bi« zu 300 M. oder mit Gefängniß zu 6 Monaten bestraft! Der Staatsanwalt bracht« 4 Wochen .�sanguiß in Vorschlag und der GerichtShos erkannte auf H Tag,. . Sie sogenannten Murzelderg« zwischen Plötzensee und der Müllerstiaße sind«in von den Vogelfängern mit be- londerer Vorlieb« heimgesuchte« Terrain und der Piötzensee'er l�ensdarm h.t mit den verdächtigen Männern, welche .d't mit Leimruthen umberschleichen. schon manch' unangenehmes Zulammentreffen gehabt. Eine« Tages hatte .ss gewohnheitsmäßiger Vogelfänger, Namen« Beck, der wegen 'einer Attentate auf die gefiederten Sänger schon mehrfach vor- destrast ist, seine Leimruthen ausgelegt, als der Gensdarm in S'cht kam und B.ck zur schleunigen Flucht veranlaßte. Der isenedarm setzt? ihm aber zu Pferde nach, stellte ihn und be- (sshrte naher« Auskunft über fein« Personali n. Da die letztere verweigert wurde, so entwickelte sich eine sehr bedrohliche Szene, />ch« fast eine Stü rbe lang andauerte. Seck weigert« sich, vfm Beamten zu folgen und widersetzte sich hartnackig, dieser Miene machte, Hand an ihn zu legen, ja, als % der Bevmt? endlich am Rockkragen gipaal hatte, «»i.« ß* gewaltsam los, zückte ein Taschenmesser und droht«, daß e« dem Bendarmen schlecht gehen wurde, w«nner ihn nicht seines Wege« ziehen ließe. Endlich kamen ff?! samten vom Berliner Revier her zwei Schutzleute zu «ufe, welche den Widerspänstigen wehrlos machten. Bei dieser �«legenheit fand ein Stieglitz, welcher die Rocktasche des Beck als Gefängniß erhalten hatte, seine Freiheit wieder und givl£ vergnügt zum Himmel. Beck stand wegen dieses -Oliderstandes, welcher den Gendarmen genöchigt hatte, von I>,*/fc blonftti Waffe Gebrauch zu machen, gestern vor dem ?'esig«n Schöffengericht und wurde zu drei Monaten Ge- !* n. 0"'& verurtheilt. Wegen Vergehe r« gegen da« Vogel- Ichutzaesetz traten noch 10 Tage Gesaugniß hinzu. r.,, schlimme Keschwldigungr« rn'lassener Kellner '{ nch gestem wieder einmal ver Gastwirth Belke vor auch dieser . z...NA will. Ein entlassener Kellner, Nomen« Leese, hatte durch eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft, in welcher er sich auf die K-llner Joppke und Wansa berief, gegen Herrn Belke eine Anklage wegen Nahrungsmittelverfälschung veranlaßt. Die drei Belastungszeugen hatten auch in dem Vorverfahren so bedcnk-iche Aussagen gemacht, daß der Be- schuldigte darnach fast als ein Haupt-Bierplanfcher er- scheinen mußte. Letzterer hatte aber ein außerordentlich gutes Gewissen und ließ durch seinen Vertheidiger Dr. Friedmann nicht nur eine ganze Anz hl von Kellnern als Entlastungsjeugen, sondern auch die Chemiker Dr. Bisch off und Dr. Bein, sowie den Vorfitzenden des Vereins Berliner Gastwirthe, Herrn Feuerstein, und den Restaurateur Link als Sachverständige vorladen. Der An- klage wurde aber schon durch die Aussagen der Belastung«- zeugen jelbst der Boden entzogen, denn dieselben vermochten nur zu bekunden, daß sie auf Geheiß des Angeklagten die Bierneigen in besondere Gesäße gießen mußten. Der An- geklagte hatte aber die allen Gastwirthen anzuempfehlende Vor- ftcht gebraucht, sofort den Mann vorführen zu können, der ihm diese Neigen zur Esfigfabrikalion abgekauft. Der Staatsanwalt hielt den Angeklagten aber doch für schuldig, weil derselbe die Möglichkeit zugegeben, daß hier und da vielleicht einmal das Bier, welches beim Anstrich eines etwa« wilden Fasses aus dem Hahr in ein darunter stehendes Bierglas übergelaufen, mitver- wendet fein konnte. Der Staatsanwalt hi-lt auch die Be- Nutzung diese« vollkommen guten Bieres für eine Bierver« fälfchung und beantragte 100 M. Gelsbuße event. 20 Tage Gefängniß. Der Gerichtshof war aber mit dem De. B i f ch o f f in dieser Bezi.hung anderer Meinung; er hielt dafür, daß in allen Punkten die volle Unschuld des Anp-k-agten erbracht sei und e kannte auf Freisprechung. Die Kosten wurden wider Erwarten nicht dem Denunzianten, sondern der Staats« kasse ausgelegt. Mie Albert Kiew«m Liebe warb, gelangte gestern zur Kenntnrß der zweiten Strafkammer des Landgerichts I, vor der Klein sich wegen Bedrohung zu verantworten hatte. Als ein Schutzmann am Abende des 19. November durch die Oranicnstiaße amg, hörte er plötzlich aus einem Hautflur die Worte heraustonen:.Wenn Du nicht ja sagst, steche ich Dich üder den Haufen!* Der Beamte eilte ms Haus und fand Gelegenheit, ein junges Mädchen aus einer höchst bedrohlichen Lage zu befreien. Der Angeklagte hielt sie hrnter der Thür mit der Linken gegen die Wand gedrückt, während er die Spitze eine« großen K appm-sserS auf ihre Brust gefetzt hatte. Das geängstigte Mädchen erklärte, daß sie sich an jenem Tage bereit« zum dritten Male in Lebensgefahr befunden habe. Ihr An- greifer habe sich in sie verliebt, sie wollte von ihm aber nichts wissen. Schon am frühen Morgen, als er in nicht mißoer- stehender Weife emen Korb erholten. Hab« er sie von hinten am Halse gepickt, den Kopf hintenübergebogen und ihr eine Flasche Karbolsäure vor den Mund gehalten mit der Drohung: .Wenn Du mich nicht lieb hohen willst, gieße ich Dir Erst in den Hals!" Sie habe die Zähne zufammengebsssen, aber gleichzeitig soviel sie konnte, mit dem Kops geschüttelt. Der Angeklagt« habe ihr bis zu Mittag Bedenkzeit geg ben und sie dann in gleicher Weife wie des Abends mit dem Messer bedroht. Zu Gunsten des Angeklagten ist angenommen wor- den, daß er nicht die Absicht gehabt hat, ein ernstliches Attentat auszuführen, bei der Schwere der Bedrohungen wurde aber doch auf eine Gefängmßstrafe von vier Mo« naten erkannt. Der Zwist de» Thenterdirektors Pollini zu Ham- bürg mit dem Mufikreferenten des Hamburger„General-An- zeigers", Herrn Eberhardt, hatte eine Prioatklage gegen da«.Kleine Journal" veranlaßt, welch« gestern gegen den v:r- antirortlichen Redakteur Joh. v. S t u b e n r a u ch verhandelt wurde. Der Angeklagt« wurde durch den Rechtsanwalt Flatau, Direktor Pollini durch Rech!« anwall Dr. Friedmann vertreten. Das„Kleine Journal" halte das Vorgehen Pollini'« als die „dummdreiste Ueberhebung" eine«„Theater. Pascha'«", als dem öffentlichen Anstände Hohn sprechend ac.:c. gebrandmarkt und daraufhin war die Privatklage angestrengt worden. Der Ge- richtshos hielt die gewählten Ausdrücke für beleidigend und er- kannte auf 60 M. Geldbuße event. 6 Tage Gefängniß. Sozislv Ueberstchk. Pfandrecht««d Arbeitet«) hn. Wir leben in dem Zeit- alter der Humanität und des Humanitätsschwindels! Die Für- sorge für den„armen Mann" ist zur Modekrankheit geworoen, der honigsüßen Worte fließen ungezählte von den Lippen der modernen Humanisten, doch auch hier kommt nur zu oft der diplomatische Kniff zur Geltung, durch Worte die Gedanken und wahren Absichten zu verbergen. Wie weit die Modekrank- heit bereits um sich gegriffen hat, beweift der Umstand, daß selbst schon die Hausbesitzer anfangen, in Humanität zu machen. Welcher Art diese ist, erhellt aus einer Stimme, welche sich in dem Organe de«.Bunde« Berliner Grundbefitzer-Vererne" also vernehmen läßt:.Eine gesetzliche Erweiterung de« Pfand- rechts nach der Richtung hin befürworten, daß ferner auch der Lohn des ein'achen AibeiterS vor der Hand de« Gerichts- Vollzieher« nicht geschützt wäre, heißt heute, sich dem Vorwurfe der Grausamkeit aussetzen. Doch dem Sozialpolitcker ziemt e«, in das Urtheil der Menge nicht ohne Weitere««in- zustimmen, sondern da« Für und Wider auch bei diesem Vor- schlagt reiflich zu erwägen, wenn ihn auch da« Herz vielleicht von vornherein als unbillig und hart verwerfen möchte. Der Vorschlag zur Erweiterung de« Pfandrechts in dem angedeuteten Sinne wurde kürzlich in Dresden bei den Baal h angen des „Verbandes städtischer Haus- und Grundbesitzer gemacht. Der Befürworter dieses verschärften Pfandrechts wollte dadurch die Hauswirthe gegen Miethsschulden schützen und zugleich die Miether selbst vor Nachtheil bewahren. Es wurde vorgeschlagen, etwa in Höhe einer MonatSmiethe den Lohn de« Ar- beilers pfandpflichtig zu machen. Da der Arbeiter mit Familie etwa zu 140— 160 M. jährlich wohnt, so wild e« sich um einen Betrag von 12—13 M handeln. Was jedoch dem Einen recht ist, ist dem Anderen dillig; eine Aenderung der einschlägigen Gesetzgebung ausschließlich zu Gunsten der Vermiether von Wohnungen wird ganz gewiß nicht geschaffen werden; eS könne sich also nur um die Frage handeln, ob e« sich empfiehlt, ganz allgemein da« Pfandrecht auf einen genau zu bestimmenden Theil de« Arbeitelohne« auszudehnen. Zugleich wäre zu erwägen, ob eine solche Bestimmung hartherzig und gesetzgeberisch unweise sei, oder ob damit, wie behauptet wird, den Interessen der ärmeren Bevölkerung selbst gedient werden würde. Prüfen wir, wie heute die Verhältnisse liegen. Das Allernothwendigste de« armen Manne«— also unentbehrliche Möbel, Betten, Kleider und ArbeitSwerkzeug— ist für den Gerichtsvollzieher bekanntlich ein„Rührmichnichtan". Es stimmt jedoch mit der Wirklichkeit nicht übcrein, wenn man behauptet, die Mehrzahl der Arbeiterfamilien befitze nichts weiter, als das Nothwendigst« im Sinne de« heute geltenden Pfand- rechts. Ein gewisses Komfort ist in den letztrn Jahren auch in die Mansarden und Dachräume der bescheidenen Arbeiter- wohnung gedrungen. Bei einer rechtschaffenen und ehrenhaften Arbeiterfamilie ist die Stube meist anheimelnd gemacht durch ein Sopha, einen Lehnstuhl; die Kommode birgt vielleicht einen kleinen Schatz überflüssiger Leinen- und anderer Wäsche für den Haushalt— der Stolz auch der Arbeilerftau. So be- scheiden solche Ausstattung auch ist— von diesen Gegenständen dürft« ei» gewissenhafter Gerichtsvollzieher, neben den hier nicht genannten Möbeln, wie Betten, Tisch, Stühlen ic., viel- leicht nur noch die Kommode als unentbehrlich bet-achten. Tritt nun der Fall ein, daß man gegen eine solche Familie, die vielleicht ganz unverschuldet in Bedrängniß gerolucn ist, das Pfandrecht ausübt, so wird es in der traulichen Wohnung öde und leer. Die hübschen Sachen, die dem Arbeiter seine Stube nach Feierabend behaglich machten, wandern in den Auktionssaal. Saurer Sckweiß klebt daran, sie haben Hunderte gekostet, die mit fleißiger Hand verdient werden mußten. Bei der Versteigerung gebenden Ausschlag die gewerbsmäßigen Trödler, .Auktionshyänen", die wissen, wie man bill-g kauft und sich gegenseitig nicht überbieten. Um jeden Preis werden Schrank, Sopha, Lehnstuhl und Wäsche losgeschlagen. Die gepfändete Familie war vielleicht 20 M. schuldig und hat für diesen Betrag jetzt den vierfachen Wenh dahingehen müssen. Die gering- fügigen finanziellen Ergebnisse derartiger Auktionen find be- kannt. Die Befürworter einer Erweiterung de« Pfandrecht« meinen nun, es fei humaner, dem Arbeiter etwa bis zu 15 M. den Lohn ratenweise mit Beschlag zu belegen, als ihm jene geringe Habe zu nehmen, mit der er üder da».Allern oth- wendigste" hinaus seine Wohnung traulich und anheimelnd gemacht hat. Sie sagen, und mit Recht, daß der Schwerpunkt eines gesunden Familienlebens auch für den Arbeiter in einem an- ständigen, wohnlichen Daheim liegt, daß man daber diese« vom Ge- richttvollzieher möglichst frei halten müsse. Auch uns ist die de- achtenswerthe Thaisachc bekannt, daß eine Psändurg bu ch das häusliche Leben des Arbeiters oft einen tiefen Riß macht. Es gefällt dem Manne nicht mehr zwischen seinen kahl gewordenen vier Wänden; häufiger als sonst sucht er das Wiithshau« auf. Nur in wmiaen Fällen w rden die gepfändeten Möbel w'eder neu angeschafft. Groß ist im Unglück der Fatalismus des Ar- deilerS; die Familie sagt sich, daß eine solche Katastrophe wiederkehren kann. Wozu also sparen und wieder kau'en? So beHilst man sich lieber mit dem erhalten gebliebenen„Aller- nothwendigsten" im Sinne de« G. setze«. Erfahrene Gerichte- Vollzieher und Hauswirthe wissen, eaß eine Pfändung in einer Arbeiterfannlie meist nur einmal, da« erste Mal, mit Erfolg stallfindet. Dem verheiratheten Arbeiter sin» ohnehin Neuanschaffungen nur durch geregelte Sparsamkeit möglich, diese wiederum verlangt eine dauernde Einschränkung des Vergnügens, des BierlrinkenS und Zigarrenrauchens. Es muß ein sehr nüchterner, vernünftig denkender und vorwärts strebender Arbeiter fein, der wirklich diese Luxusbedürfniffe nach einem Besuch des Gerichtsvollziehers zu Gunsten neuer Möbel- käufe beschränkt. Der Rrß, den die Auspfändung der Wohnung durch das häu« ich« Leben des ArbeiierS macht, bleibt also meisten« ein dauernder. Die Verfechter eine« neuen Pfand- rechts sagen nun weiter, daß die Gläubiger sich später wohl ausschließlich an den Lohn deS Arbeiters— nach Maßgabe der zutreffenden beschränkenden gesetzlichen B-sttmmungen— halten würden, da dieser der kürzeste W-g zu ihrer Befriedigung wäre. Damit würde in der späteren Praxi« auch vielleicht da« jetzige planlose und oft sehr eigennützige Kreditaeben an Arbeiter auf jenen Betrag beschränkt, der am Lohn pfändbar ist. Zugleich aber auch hätten mit den Möbelpfändungen um kleine Beträge die jetzigen Möbelverschleuderungen auf den Auktionen ihr Ende erreicht. Böswilligen Schuldenmachern, die wohl verdienen, aber kein pfändbares Stück in der Wobnung haben und sich jetzt hierauf stützen, würde ihr Treiben gelegt sein und damit das An- sehen de» ehrenhaften Arbeiters gewinnen. Sick in einigen Raten etwa 15 Mark Lohn abziehen zu lassen, sei jeder thätige Arbeiter, so detonte man, in der Lage, nicht immer aber dazu, den großen Verlust an Hausrath zu ersetzen, da ihm bei dem heuiizen PfändungS- und Auklionsvei fahren eine Zwangsvollstreckung um den gleichen Betrag verursache. Man mag an diesem Gedanken Manche« auszusetzen haben, immer- hin scheint er un« wichtig genug, ihn dem Urtheile unserer zu unterbreiten."— Diese Absicht hat auch uns geleitet, indem wir unfern Lesern die Darlegungen de«„hausbefitzerlichan Sozialpolitiker»" vorgeführt haben. Sich ein richtiges Urtheil hierüber zu bilden, dürfte nicht schwer fallen, denn e« wird ein Jeder sofort herausfühlen, daß er es hier nur mit HumanitätS- schwinde! zu thun hat. Di« Herren Hausbesitzer denken durchaus nicht daran, zum Wohle de« armen Manne« das Pfandrecht ummodeln zu wollen, fondern einzig und allein in ihrem eigensten Interesse, um sich für alle Fäll? noch mehr zu sichern, als jetzt, denn baare« Geld ist unter allen Umständen immer noch besser, als alle„schönen Sachen" und der ganze„Komfort", der dem„ehrlichen" Arbeiter angedichtet wird. Alle die schönen Phrasen, mit denen den Arbeitern Honig um den Mund geschmiert wird, find eitel Humbug, find nur Maske, unter der sich der nackt.ste Egoismus verbirgt. Recht bezeichnend ist es auch, daß der Artikelschreiber von den Arbeitern spricht wie von Menschen, die darauf„reisen", die Hauswirthe zu betrüden. Jedenfalls iiaben die Herren Hauswirthe durch die Arbeiter weniger Ver- uste zu erleiden, als durch.besseres" und„vornehmes" Ge- findet, dessen es ja nicht zu wenig giebt. Und dann: trotz aller Schönfärberei konstatirt auch dieser Artikel wieder die bittere Roth, die unter den Arbeitern herrscht. Darum eben wollen die Hauswirthe so human sein, den Arbeitern nicht da« zu pfänden, was sie nicht befitzen, sondern den Arbeitslohn. O Zeitalter der Humanität! De».Ketchsdote" erwidert über unsere Notiz, betr. die Einführung des neuen Buchdrucker-TarifS in Berlin folgendes: „Das sozialdemokratische Blatt müßte wissen, wa« unter jeder Nummer de«.Reichsboten" gedruckt steht, daß der „Reichsbote" keine eigene Druckerei besitzt, sondern bei der Fnma Heinicke drucken läßt und wir also mit den Lohnver- hällmssen der Setzer gar nicht« zu thun und zu sagen haben. ES muß deshalb al« eine bewußte Fälschung bezeichnet werden, wenn da« Blatt hier vom.Reichsdoten" redet, wo e« lediglich von der.Firma Heinicke" reden sollte, welche den.Reich«- boten" druckt. Nach Erkundigungen bei der hiesigen Tarif- Kommission hat dieselbe zu erwidern, daß Herr Heinicke als Drucker des .Reichsboten" der Setzer- Kommilfion argenüber die 5 prozentiae Erhöhung der Löhne rundweg abgelehnt hat, da er auch nicht mehr bezahlt erhalte. Nach der obigen Erklärung hat Herr Dr. Engel mit den Lohnverhältnissen der Setzer gar nicht« zu thun und läge hier eme bewußte Fälschung vor. So lange Herr Dr. Engel als Verleger dem Drucker nicht mehr tezahU, als wie bisher, so lange liegt die Fälschung auf der anderen Seite. Natürlich ist es ja ein Leichtes, mit den um ihr tägliche« Brot ringenden Arbeitern solch« Spiegelfechterei zu| treiben, daß sie vom Drucker mit 0,0 abgespeist werden und vom arbeiterfreundlichen Verleger wieder an denselben verwiesen werden. Oder sollte der Drucker de«.Reichsdoten" schon feit Jahren so viel bezahlt erhalten, daß er die 5 Prozent noch au« seinem Gewinn decken könnte? Eine Antwort hierauf wäre ge- miß interessant, um in die Angelegenheit Licht zu bekommen; außerdem giebt e« ja unparteiische Fachleute genug, die einmal den von Herrn Dr. Engel gezahlten Preis prüfen könnten. Aber eins ist schon längst klar, so bald es bei den Herren an den Geldbeutel geht, da ist weder der Drucker noch der Herr Verleger zu Hause und wenn dann«w Streik ausbricht, dann find es Kontraktbrecher, Sozialdemokraten u. f. w., die selbst- verständlich nock hinterher bestraft werben müssen, weil sie.au« Uebnmulh" einen höheren Lohn verlangten, ihre Existenzen aufs Spiel fetzten, um ihren Verpflichtungen namentlich dem Staate und der Kommune gegenüber nachzukommen. Im Weiteren haben gerade die Beritner Buchdrucker mit der.Kreuz-Zeitung" und dem.Reichsdoten" schon zweimal recht trau, ige Er- fabrungen gemacht, indem die Personale im Jahr« 1876 wie 1887 auf« Pflaster gesetzt wurden. Da« ist eben die christ- liche Nächstenliebe! In feit$tihm neu oelebt wurde, hat schon Gelegenheit gehabt, die Jeuerprobe zu bestehen. Ein Jahr schon wäh'ten die Streik« in Harn- bürg urd Braunschweig, ein Umstand, der noch nie in der Ardeiterbewegung erlebt worden, und der seine Ei- klärung nur in dem gewaltiztN Aufschwung der Produktion findet die di« auf'« Aeußerste gesteigerte Produktion erlaubt nur«in Arbeiten mit Riesenkapitalien; eine U-rmerge kleiner Betrieb« werden von den größten verschlungen. Ein krasse Th eilung in Großproduzenten und Arbeiter ist vor sich ge- gongen. Beide Theile liegen naturgemäß in fortwährendem Kampfe. Die Arbeiter wollen die Arbeitezeit beschränken, um den Urbeitslosen Aibeit zu verschaffen; die Arbeitgeber sträuben sich hiergegen, wissen, daß ihr Produktionssystem sich> uc mit d-S Vagabundenthum aufrecht erhalten kann. all« anderen Ideen und Einrichtungen der Ar- ieiter sucht der Fabrikant zu treffen. In Hamburg wurde edenso wie in Braunschweig von letzteren darnach getracht-t, die Arbeitsnachweise zu zerstören. Noch stehen die Former im Kampfe, gleich denen in Otters«», die ihren Fuchverein aufgeben sollten. I tzt wurde der letzte Schlag von den Unternehmern geführt. In der Fabrik der Gebr. Körting in Hannover sollte das Kolonnen- «efen eingeführt werden. Man zwang dadurch die Former zum Streik, indem man hoffte, daß durch diesen Streik die Mittel der Rutschen Former erschöpft werden. Redner nimmt bei Be- sprechung des Kolonnevwesen» G-legenbeit, diejenigen Former. scharf zu tadeln, die die gewöhnlichen Gießereiarbeiter verächt- sich behandeln. E» sei kein anderer U iterschied zwischen beiden, al» der, daß der letztere sein« Arb.itskraft billiger zu verkaufen gezwungen ist, als der gelernte Former. Wollte man ihn des- halb verachten? Redner berichtet des Weiteren über eine in Magdeburg stattgrhabie Versammlung, in der Delegirtr au« etwa 31 Städten anwesend waren. Dort wurde unter An- der«« der Vorschlag eine« Schiedsgerichts, aus Arbeitern und Unternehmern bestehend, erörtert. Eine solche Einrichtung «erde segensreich für beide Theile sein. Auf dem Sruson'schen Stahlwerk« in Magdeburg sollte jetzt da« Akkordlohnsystem eingeführt werden. Die Arbeiter sträuben fich Hieraegen, schon wert die Werkzeuge in so geringer Menge vorhanden sind, daß Akkordarbeit unmöglich ist. E« sei jedoch Aussicht vorhanden, die Angelegenheit gütlich zu regeln. Die AvSfichten für die Zukunft seien, so fahrt Redner fort, nur gute. Der Streik in Hamburg werde mit einem Siege der Arbeiter enden. Die Streikbrecher, schlefische und böhmische Former, sind zum größten Theile wieder abgereist. Sie werden die neu aufgenommenen Joeen in ihren Heimathsorten ver- beert ra. Die ki.weren G eßereibesitzer beginnen einzusehen, daß ihr Juw esse mit denen der Arbeiter übereinstimmt; sie werden di« Former bei einem Streik unterstützen. So könne man getrost in die Zukunft sehen! Eine gute Zeit naht, wenn nicht ««der«ine Kresis hereinbricht; dann heißt e« auf dem Posten ain.(Lebhafter Beifall.) D»« Diskussion war eine rege. Die tkordarbeet erfuhr eine vernichtende Krit k; sie suhre zu B utaliläten und erst cke das Sotidaritättgefühl. Die Metall- former wurde« heftig getadelt, weil sie sehr lau im Zeichnen von UnterstützungSoeldern gewesen. In seinem Schlußwort betont der N.ferent die Rothwendigkeit einer ArbeUSzeitverkürzung. Werde dieselbe nicht freiwillig zugestanden, dann solle man einfach um 6 Uhr die Gießerei verlassen, unbekümmert darum, ob die fiton im Ofen b-findlichen Gußstücke erkalten und so da« Gußstück und den Ofen ruiniren, oder nicht.— In einer einstimmig a.'.genommcnen Resolution verpflichteten fich die Auwefenden, nicht in der Uaterstützuna der w Harburg, Braniitchweig und Hannover streikenden Kollegen nachzulassen. Unter Bert», ebenem wurde der Antrag genehmigt, den Immer «astav Schümann zu verklagen, wenn er nicht bis zum Sonntag Abrechnung leistet. �# #«**,«#**«-rilMtr tfU>l|b»»a»b»zU»»M-lle«nlw> «»»i-nft-a. den 7 3 war. Nderd« SU Uhr. In z-ueift-tn I Wrftoucant, 811t SeUbttrote 75.«Rlitlltbet• Bolamoluna Xnateotbnunfl; 1 Bortrog bei vtir» 8 Ge ych üba;, Eoldaterhanoel Im ällUiflaltti. 2. Diikulflov. B«ntflail 8' O'Ieaei bellen. 4 BtrliUrem».«aste willkommen •*•1« ökk-nUi»,»»»rrommlune am Dienftaa. bell 7. Zanuar. 8bel.b»«l llbr. im««nlgftabt«astno, Hotzmaiklstr. 72 Taa-4. «ib.«na: t Wa» habe» die UrbeUer In ber Geaei.wart zu ihlw, um Ihre matnicUt Lage zu mibefiern. unb Welte» mlllstn Ihre Ziele w ber Znkunsl libil«.faent:«. Llifillnber. I Dilkuiflon 8 B-rschtebem» Da»«r- iteinen aller«»Negen ist lehr erwünscht. tmelimn tzLtbrttf*-»Ubung-ytrHi«. Dienstag, den 7. Januar, Xbetite 8 Uhr. u Estbel» Salon, Schwedrerftr SS Gcnrialverlanrmluna Piliche eine» leben Btligltebe» ist e», zu-llcheir.e». 8usnahme neuer Mit- »vstvevosi»»»»«a»-lir»» O»»i««»«mV Hmg»a»*>. Dienstag, bfn 7. Januar. 8btnb» 8% Ugi, tm Riftuiranl Feuernein. Alle Iakabftr. 75: «c»de auheraroenutche Mil.l tedeioe iawmlung. Tagetal bnung: 1 Barlrag d-« Herrn Dr. Bruno»llle vbrr:„Di- kommunistische«emeinbe Ikaria. 2 Diekulllon 8 Beretntange leaenheiien 4 F'aoekaften. tzantral nrankiM- und Ktarliekass» d,r Mal»» und nnm. nwruf.B.»«>(r.u(Br-rltn I Jlotb).«IN Dicnstas. den 7. Januar,«benb» 8 Uhr. b.i Wnabi, Brunmi ft'ahe8S Berlmnm uns Taaekorbnung: 1. Bierlei- jahrlicher«asscndeiicht..? Wadl bei getammlen 8>ill.Bo:stande». 8 Ber. lchiebene». Mitgliebibuch legiiimirt »»«rat« ,u» Mahnung da» Knteress,» dm Garlinan finepf- «»dait»». vrbeniltchc General Versan minng am Dienstag, den 7 Januar. 8be>.b» 8% Ubr, bei Bolzmann. Anb.ealftr.«. Taaelorbnurg: l. Kassrnbe'icht L. Bericht vder bteTdal�keit beSBorstanbek 8. Wlhi btlBo fianbtl. 4 Ver. schi.bene». Da« Ersch'i-e» b-r Milalteber ist Pflicht. Ulg»»»»z«»r Matall Zirbaitm-Piretn ßlarlin« und tzlmgagaud. Grobe Bersammiung cm St, t, wach, den 8. Januar 1890,«dends 8 Uhr. in Ren, Salon. Naungnflrabe!?. Taaeioednang: I Vart-ag de» herin Mai Bagmiki uber: Sozialresorm. 2. Dibkujflon. 8 Ausrahme neuer lvistalieder. 4. Berschubene» und Kiaoetcften. Gäste baben Zullitt.— Der unentgeltiche 8lb-il»nachwet4 befindet fich Im Cvbn: Rille streb, HZ tei Schmldl Reftau- ranl. irn R-rbcn: Brunnenftrabe 40 bei Schoaer, Rcstau ant, u' b ist täglich Bfctnd« noa 8)( 61» 10 Ubr, Sonnlaa« non% bi»>2 Uhr geöffnet Die Bib.toihel bestnbet sich Im Refiautonl Schrnibl. Rille ftraste IlZ. inb werben ba selbst Montag« unb Donnerstag«»bend« von 8% bi« 10 Ubr, Bücher oul- gegeben. 3 be 8tt Beschwer den sowie lroroubfichlUche Arbeitdeinl ellungen, Mabcegelungen u. s. w. stnb foforl beim Boeflgende», Zosevh hailrnann, Reichende, gecftiabe 73, einzureichen. ?»» Pardaud deutscher ZImmerleut» ILokalverbanb Echdneberg) Mit am Mittwoch, den 8. Januar, Abend» 8 Ubr, im Saale der Cchlobbea'ierei Schöaeberg, eine Mitglieber.Versammlung ab Tagekorbnung 1 Borirgg über Zweck und Ziele der freien f,Uf6k.ffe bei Zimmerer, Elb Himburg. 2 Ver- lchiebenc» uc.b Aragekaften. Zu bietet Versammlung werben lä nmtliche Schöne. berger Kameraden eirgelaben. Reue Mllglieber w'rden aasgenomm-n Den Kameraben btene nochmol» zur Mlhnung. bab 5 M für den Saas bezahlt werben müssen, also recht reget Besuch. Schiebt Euch der Organisalion an. Zeutrai-Oeanken- und Kterbelenls» deutschar Magenbauer. Grobe Bei sammlung sämmllicher Mitglieder Berlin» am Mittwoch den 8. Januar, 8benbi 8% Ubr, in Sänffet» Salon, Inselftr. 10 Tag»Ordnung: 1. Beraihung über Anl: äge zur Generalversammlung. 2 Kaflenangeiegen- Helten. Verein der Berliner Buchdrucker und Kchrtftgietzer. Verein». Versammlung am Mittwoch, den 8 Januar, Bbenbt 9 Uhr, In Oisches« Salon, Eebaftlanftr.i89. Tageborbnung: 1. Ve elnlmttlhellunaen 2 Tailsangelete.. betten 8. Wahl der Komu isflonen 4 Wahl eine« Bringe!» zum hannlnaistand. 5. Rechnungilegung der Eiiflunggfefl Koinmisston. k Fragekaften. Zahlreiche» unb vünktlichr» Erscheinen eiwü. sch'.ü ts:--*■ t i»«5 Aeuteal Kranken- unb Kterbebass» der Maler und ver war. dien Berus«ge>.oflen Deullchianb» sammlung am Montag, den 18 Jinuar, Abend» bX Uh', ia Säger» Lokal, Giüner Weg 29. Tageiordnung: 1, Viertel. sahribel tchl. 2. Bei Ich: bei LrbeliSnachwesi Komttee'S 8 Ergänzungtwahl. 4 Veischsebei e» ui.b gragekoften. Gäste willkommen. Nene Mitglieder werben aufgenommen. Brei, Kranken- nnd Kegräbnikkals« drr Hchul, macher und Be- rusigenoflen.(Etngesch lebene hlisekdsse 91 r. b7.) Montag, den 20 Januar, Abend» 8 Uhr, im Lotale bei Herrn Fruerfteia, Alle Iakobfliabe 75(obere: Saal): Goneralversammlung. Tagesordnung! 1. Vleilelsäh ilcher unb sähclicher Kaflenberichl. 2. Innere Angel aenhetten 8. Wahl bei Vorftanbe» unb de» Au». schulst«. Oulttungibuch legittmirll r-e r-T• SftS gme 9« Zirdettanachwet» de» Kachrerein» Mr Kchlasser und K»- rusogen osse» defli b t stch im Süden D etbineistr. 116 Im Reslauronl bei GtÜiibel Isrüher Wendl): Im Borben Anklarneistr. 44 bei Rürndeig Die Arbeilivermittelung gcschiehl iür Meister unb G. seilen(auch sü: Richlwttalieber) uneiilgellltch Die Abieflenoulaale easolgt an Wocheatagen von 8-10 Uhr Abend», Sonniag» von 10—12 Uhr Bormiltsa», «»sang-,«urn nnd gesellig» Verein, am Dienstag Gesangoerew .Guleiiberg' Abenb» 8% Übt Im Restaurant Duanbl, Ettalauerstrahe 48— Gesangoeretn.Alpenglühen' Abend» 9Nbr im Restaurant hilbehrandt, Prinzen- ftrahe 97.— Schäfer scher.Gelangverein der Elser' Abend« 9 Ubr bei Wols und Krüger. Sialitzerslraste 128, Gesang.- Männergesangoereln.Gartenlaube' Abend« 9 Uhr im Restaurant fllrk, Kottbuserstrahe 22.— Gesangverein .»ouDotbla(Männerchor) Abenb« 8X Ubr im Restaurant.Zenlonla', Bei- fottersttuSe 15.— Männergesangverein.Sit Innelte' Abenb» 9 Uhr Im Nestau tan! Schul,. Stellttierslrahe 58-87— Gelangverein.Harmonie' Abend» 8 Uhr in Reukam'« Bterhau», Große Franksurlerstraße 49— Männergelang. verein.Echo II" Abenb» 9 Uhr Im Restaurant Drillhose, Rosenlhaierstraie «r ,ll-12.— Belangveretti.Eängerhain' Abend» 9 Uhr im Reslauranl Kaiser Franz Grenabiervla» 7.— Gesangverein.Bruderherz' Uebungistunbe Abend» von 9X-11X Uhr. Aufnahme neuer Mllglieber.— Gesangverein.Haff. nrnig Moabit' Abend»»-—■—■•- «-f---i- Abend» 8X Uhr WllSnackerslraße 88 Im Restaurant Ilae«.— ffiL00'"'".sieltttta»' Abenb» 9 Übt Im Restaurant Rebelln, Langeslraße 108. ~ Männergesangverein.Dltimpla" Abend» 9 Uhr Im Restaurant Werth. Prinzen. straße 108— Gesangverein.Lieberlusl' Adend» 9 Ühr im Restaurant Seh. mann, Raungnftrade 44— Männergesangverein.Actorbla" Abenb» 9 Übt bei Meick, Alexanderslrabe 81— Gesangverein Lubwig'lcher Männerchor Abend» * Ubr Llndenftrahe 108 bei Poppe, UebnngSsiunde. Gäste flnd willkommen.— Männergesangperein,.LiedeSsreiheil" Abend» 8X Übt Im Restaurant henke, Blumen- ""—.Deutsche Liedertafel' Di ig nt Rod Maichinlkh Abend» 9 Uhr UebunglNurdi Im Restaurant S ieger, Giüner Weg 29,- Männergelang. «re n.«1.0 Linde" Abend« 8X-10X Ühr im Restaurant John», Martannenfir. 19. — Zilherklud.Arnphton' Abend» 9 Uhr in Trtebkl« Restaurant, hoher SIeinweg 15 — Turnperetn.Froh und Frei'(Männerablheiluna) Abend« 8X Uhr, Berg. straie 57.— Berliner Turngenassenschafi(fünfte MännerabiheUung) Abend» 8X Uhr in der ftädltschen Turnhalle, Waflerlharstr. 81- Turnverein.Hasen- Haide'(Stänner.«biHeilung) Abend» 8 Uhr, Dieflendachftr. 80-61.- Verein ehemaliger Schüler der 87. Gemeindeschule Abend» 9 Ühr im Restaurant Ktnner Kopi'ickersir. 88.— Arendl'icher Sienographenvereiir.Apollodund' Abend» 8% Uhr Brunn, nftrahe 129»— Arendt scher Stenogravbenveretn Adend» 8XÜHr im Restaurant.Zum eisernen Kreuz', Lindenstr 71.- Deutscher Verein Arend». scher Stenographen Abenb» 8X Uhr in Randes» Restaurant Brunnenstr. 129» — Verein.Rae' Adend» 8X Uhr im Restauraiil Eltze, Alerandrinenstr. 99.— llnterhatmngtzverein.Harmonie' Abend« 8 Uhr Eisendahnstr. 88b, Im Restaurant von Liebe.— Bergnügunglverein.Mollig" Abend« 9 Uhr im Rettaurant Rekicke, Gtplstraße 8, jeden Dienstag nach dein 1 und 15— Zilherklud .Amphton" Adend« 9 Übt im.Münchener hos' Spandauerstr. 11—12- Rauchklud.Zum Wranael' Abend» 8 Uhr bei herschleb, Adalbertstr 4— Rauchklub„Portotlfo", Abend» 9 Uhr, Manteufleistrabe 119 bei Grewltng.— Rauchklub.Deutsche Flagge' Abend» 8 Ühr Im Restaurant Händler, Wrangelstraße 11— Rauchkiub.Friedrichlhain' Abend» 9 Ühr Im Restaurant Ktpptng, LandSdergerstr. 118».— Rauchklud.Lustige Brüder' Abend» 8X Übr bei Grvthe, Fürftenbergerftr. 2- Bergnügungiperetn.Fröhlichiett'. Grüner Weg 29. Große Gelellschajtsstunbe, perdunden mit Borträgen Gäste will- kommen. Sntree frei.— Tarnbonrperetn.Eedan' Sitzung Abend« 8X Uhr Grüner Weg 9—10.— Tambourperetn„Eintgkett macht stark, gegründet 1888 Dirigent zur Zeit h Kämting Uebunglstunde Abend« 9 Uhr Im Restaurant Hahn, Etsasierstr. 57. Vermisthkes. Mrbsr die Influenza liegen heute folgende Meldungen vor: In Lichienov Uilt die I flienza recht heftig ouf.— In Senftenberg sind einige Fälle srhr ernster Natur geworden.— Au« Posen wird gemeldet: Die Regierung hat mit Genebmi- gung des Oberpräftdenten angeordnet, daß wegen starker Ver- dreitung der Influenza unter der Schuljugend die Ferien für sämmtliche höheren und niederen Lehranstaiten der Siadt Posen bri zum 13. Januar verlängert werden. In vielen Fällen tritt die.Krarkhnt recht bösartig auf; auch find ihr schon einigt Menschenlehen zum Opfer gefallen. Von der Schutzmannschast ist nahezu der vierte Theil erkrankt. — In Usch tritt die Jnflaenza»videmisch auf. Nach Angabe des dortigen Arztes beträgt die Zahl der in der Stadt und Umgegend daran erkrankten Personen gegenwärtig über 500.— Ja Pasrwaik find gleichfalls an 500 Personen von der In- fluenza ergriffen. Von den Beomien und Hitfs Arbeitern des Magrstrat« find sechs Personen erkrankt. Der Dienst auf dem Raihhause wird nur noch von dem Bürgermeister und einem Buieau-Aisistenten versehen. In Halle an der Saal« find mehrere Personen', die an Influenza litten, nach Hinzutrilt von Lunaenentzündunz binnen wenigen Tagen ge« storden. In Lüdenscheid ist die Zahl der erkrankten Postunter- beamten so groß, daß der Dunst nicht regelmäßig mehr ver- sehen werden kann. Ja den Lokalblättern sucht die Poftdireknon junge unbescholtene Leute, welche geneigt find, vertretungsweise in den Postunterbeamtendienst einzutreien. Ja Köln hat die Sterblichkeit einen ganz außergewöhnlrch hoherr Grad erreicht. Während sonst durchschniiliich«wa 15 Tod-Ssälle täglich auf dem hiesigen Slan deSamte angemeldet wurden, beträgt die Zahl der An- mrldungen seit dem 1. Januar bis einschließlich den 4. Januar 130, von denen für die meisten Lungenentzündung, Bronchitis u. f. w. als TodrSursache» angegeben wurden. Dre Beamten- stellen sür die Annoh?.» von TodeSanuieldungen ouf dem Raihheuse find seit einigen Tagen verdreifacht. Gleichwohl können die Beamten zu gewissen Stunden den Andrang kaum bewätiigen. Do« Hospital vermag den Gesuchen von Influenza- kranken um Ausnahme nur thei.werse zu entsprechen; die Stadtverordnetenversammlung genehmigte deshalb die sofortige Ein- richtung von drei, im Hilfs-Krankenhause du Her noch freistehenden Baracken. In Altona sind nach Meldungen eine alte Frau und ein junger Mann an der Influenza per' In Dresden werden NN Stadtkrankenhouse jetzt velpfl�l geiaht 300 an Influenza leidende Kranke. Einige Fall» mit Brustfell« oder Lungenentzündung verbunden. Zwickau sind cn Lungenentzündung, die aus der In' entstanden mehrere erwachsene Personen sebr schnell»er In Plauen find die Volks- und Fortbtldunzsschule», die Kindergärten wegen der Influenza- Ep-demie biS p 11. Januar geschloffen. In Jena tritt die Influenza sehr g artig auf; eine Person ist ihr zum Opfer gefallen.* Darmstadt wird gemetvet: Die Direktionen der höhere» richtsanstalten wie sie Großh. Kreisschulkvmmissionen sind 1 gewiesen worden, wegen der weiten Verbreitung der Jrft"1 an allen O-ten, wo dieselbe in erheblicher Werse ausliUt, � S»ulen zu schließen und sie erst wieder zu eröffnen, n?env � nach dem Gutachten des betreffenden KrnsgesundheitS� unbedenklich erlchemt. In Mu- chen mußten mege*' hohen Krankenstandes beim Personal des Gülerdsiv im Zenttaibahnhofe zahlreiche Htifskräste von c*f! Stationen herangezogen werden. Auch bei dem stW«? der Telegraphen- und Telephonstation sind viele krankungssälle zu verzeichnen. Von tea Zöglingen deS' dcttenkorps find nach den WühnachtSferien mehr als»a# weyen Erkrankung an der I. fluenza nicht in der Anstalt st geruckt. DaS Befinden de« ReichFraths von Döllmger,' gestern Vormittag zur Bcsorgnrß Anlaß gab. hat sich i«% des Tages günstiger gestaltet: das Fieber hat nachgfl� Der Abgeordnete Dr. v. Schauß, der vor mehreren Tegra?, ei h-blich an Influenza erkrankt ist. br findet fich besser.—• Ehlingen wurve das königl. Schu'lehrerjeminar geschloffen � den Zöglingen auf 14 Tage Urlaub ertheilt. Z-vanzig bW als krank zmück und find in der Aostalt untergebracht.—• Ludwigsburg uno U m ist der Kranken stanst in oenGarnis«* infolge der Influenza auffallend hoch. In Wien fin�' Aerzte der Anficht, daß die Influenza in den letzten T«! ihren Kulminationspunkt überschritten habe. Dagegen gW einige, die angebliche Lungenenlzün ung, welche wrederl Gefolge der Influenza auftritt, als ewe ne aitige Eg bezeichnen zu müssen, da sie einzelne Syirptcme wahrg«� wen haben wollen, welche stch bei Lungen.uizündvstL nicht ze'g-n. Durch die Influenza find auch die t nossenschafilichen Krankenkassen sehr stark in Anspruch nommen worden, so daß einige bereits die Auszahlrmi. Krankenoelder sistiren wußten, und anderen dasselbe droht. B i der Allgemeinen Arbeiter-Kranken- und In___. lasse, welche rund 8000 Mitglieder zählt, beträgt der KrcsJ' stand über 7 Piozent; an einem Tage wurden Ü 30 000 fl. ausbezahlt.� In Neunkirchen und Umg«� haben die Jnfluenzafälle so zugenommen, daß meif Schulen g-schlossen werden mußten. Einzelne Fadrcken einen aestöcien Betrieb. In Linz find mihrere Tot« fälle infolge der Influenza zu vWerchncn. Die Epidewst im Z mehmen begriffen. I rfolg'e der täglich fich Mehrow E.krar langen unter den Schülern wurden da« Pädagogd da« Gymnasium und die Realschule vorläufig geschlossen.' Schließung der Volksschulen strht bevor. In Krem« ww-' gleichfalls das Gymnasium, da« Päoagogiom und die Bü'ß� schule geschlossen. In Brünn find zahlreiche M-nnsch«!-! der Garnison an Jafluenza erkrankt. Sömn-ü-i Gendarmen de! Pohrlitzer Posten« wurden vorgestern während ihres Paiomllengange« von der Jnflae ergriffen und gelangten mühsam nach Hause. In Eherr** konstatirt ein Bericht de« Stadtphyfikat« bereits einen epidest' stiren Charakter der Influenza. Die LandeSleaierung wie«" Magistrat an, für Nothspiläier vorzusorgen. In Paris stmbs in der verflossenen Woche 29,00 Personen, gegen 700's Vo jähre. Da sämmiliche Krankenhäuser uberfüllt hat die Regierung einen Thert des Gefävgn' von Nanterre zur Aufnahme der Siechen und cke«" Kianken eingerichtet, die in den Hosvitälern der SXnRufv� 224 K-anke; da« Hoipnal hat nur 181 Brtten; ein Zi«� mrt 31 Betten b-hwbergt 57 Jpfluenzakranke, 26 liegen( Matratzen an der Eide. Trotzdem ist ci- Sterblichkert ge � Ho pital Beanjon, 450 Bellen, 630 Kranke; man w � Versuche mit einer iranSportadten Baracke; da« Hrsp' hatte am Freitag 22 Siervr falle. Holet Dieu, 559 Brit«> 704 Kranke(145 auf Feldberten). Die Mortalität w« st Dezember bis auf 12 per Tag gestiegen; jrtzt beträgt sie 3 � Ciaritee, 516 Betten, 606 Kranke(90 ouf FelobetUn; d» Slerblichkeiuz ff er ist durchschnittlich von 2 auf 6 bi« 10 � stieaen. Im Kmderkranken hause ,st von den Wirkungen& Jrfluenra nicht« zu spüren. Im Juftizpalast ist wenigste'' die Halste der Beamten erkrankt und viele Anwälte fehi� Die Lalle 6-3 pas perdus(Vorholle) ist fast menschen!� Auch eine gm.ze Anzahl von Zr,tung«- Berichterstattel' liegt darnieder, drei Angestellte de« Temps find geftvrb� Der englische Botschafter ist gleichssalls an der Grippe erkrui'' In Saint Cuude wurden am 3. d. drei.Opfer der Epid-s� eine Mutier mit ihren zwei Töchtern, zu gleicher Zeil graben. Frau Hoffmann, die Wrttwe eine« Poltzeikowmiff-r' erkrankte tetzien Sonntag und starb einige Tag« spät-r einer Lungenentzündung. Ihre ältere Tochter folgte i? wenige Stunden daraus in den Tod und dre jüngere war& gefichl« der zwei Leichname so sehr eignssen, daß sie«in* Schlaginfr-lli erlag. In der Umgebung von Pari«, w«» der Provinz bleibt die Lage sehr schlimm und von allen Sri laufen ungünstige Nachrichten ein. Depcsrticn. (Wölfl»«»tosrnvtzren.Suos«».) Kertin, 6. Januar. Da« deutsche Emin-Pascha Kon»� ist gestern in den Besitz eine« TeiegrammeS von Ctewi«� Denhardt aus Sansibar gelangt, worin derselbe dem Kom � mlttheili, er habe in Lamu niu-rding« Bnefe für basUeuH von Dr. Peters erhalten. Dr. Peter« befinde fich ttnUr»«� vom Kenia zum Baringo See. {»#>»#, 6. Jan. Die Influenza arasfirt außer in&>» den auch sehr h.ftta in den Provinzen. In Birmingham alle' sollen 50000 Menschen davon befallen fem. Alle London' Krankenhäuser find mit J-iflueuzakranken übersülli. Der»ck-» baununisier Chap.ia haue einen heftigen Influenza- AnM — Der Premierminister Lord Salisbuiy ist in rascher Genefusl begriffen. Kanstbar, 6. Januar. Nachdem am ersten Weichnacht«!«; der Anguff eine« SlreifkoipS der deulfchen Echutz-rupp« das defeftigt« Lager von Banaheri mit einem Vertust von' Tobten und 6 Verwundeten zurückgeschlagen war, hat dt Reich« kommissar. Major Wißmann, am 5. d. M. die mit 150 Mann betetzte Position Banahtri« g.ftüimt und zerstört. deutscher Seite wurden hierbei zwei weiße und zehn eiugedore» Mannschaften der Schutztruppe verwundet. Vriefkapkon. Bei Anfragen bitten wir die Adonnemenil-Dnillung bei»ufüae»»chejvG» ■nioorl wird nicht erihetu Allen Abonnenten, welche bei ihrem Postamt absank haben, thetlen wir mit, daß die Expedition etwaige Nek-s' mattonen wegen unterlassener Zustellung unberückstcheigt kfff# muß. Man wolle fich tn diesem Fall« an die o ortige Pvsd anstatt beschwerdeführend wenden. Keif» P. 1,70 für die Kinder der streikenden Hul»«&* erhalten uno abaesudrt. «eraniwomicher Redakteur: Tuet Laake in Berlin Druck und«erlag von>Nmr Dudln« tu Berlin. SWV Beuihftraß« X