Kr. 8. Freitag, den 10. Januar 1890. 7. Jahrg. MinerMÄtl Argan für dir Interessen der Arbeiter. Die ZVsltlxrsrole. Die Wahlen kommen immer näher und man besinnt itch. welche Parole wohl die Regierung für die Wahlbewegung ausgeben werde. Wenn man den Andeutungen einiger offiziösen Blätter Klauben kann, so wird diese Wahlparole das S o z i a l i st e n- »m efc sein. KB" man S�ubt vielfach nicht daran, daß daS Sozia- lsffengcsih in dem kurzen Zeitraum, der dem Kartellreichstag lur seine Mandatsdauer noch bemessen ist, zu Stande kommen u>erde. Wenn in der zweiten Lesung kein der Regierung Kevehmer Schluß zu Stande kommt, so wird die Frage des Sozialistengesetzes„versumpfen", d. h. sie wird bis Pl«n Zusammentritt des neuen Reichstages stecken bleiben. Unter diesen Umständen wird da» Sozialistengesetz zur Wahlparole werden und je nach der Frage:„Für oder bogen das Ausnahmegesetz?" werden die nächsten Wahlen ausfallen. .Bezeichnend ist, daß einige liberale oder auch frei- sinnige Blätter diese Eventualität für ein„U n g l ü i" fjwt». DaS entspricht ganz der schwankenden Haltung, 5"che ein Theil der„freisinnigen Strömung gegenüber Sozialistengesetz einnimmt Dre freisinnigen Ab- Kevrdneteo haben das Sozialistengesetz schon einmal gerettet, «IS die einzige Gelegenheit, es abzuschaffen, gekommen war, und fix würden e» heute wieder retten, wenn daS„frei- llnnrge Spießbürgerthum sich durch die Beseittgung de« Gesetzes gefährdet glauben sollte. Denn der Lärm der Frei- sinnigen— nicht aller, aber doch einzeln« r— gegen das �osetz ist nur so groß, weil sie heute nicht im Stande sind, onrch ihre Abstimmung das Gesetz zu Fall zu bringen, und «etne Verantwortung auf sich zu laden brauchen. Denn daß Dickert und die ihm gleichgefinnten aufrichtige Gegner ®,ial«r»««««»,»«miie 3» la. Ewsig antnrisirte Nebersetzung v»««rn» Sitfllll. Sie waren hinter den Andern zurückgebliebe». Er er- Boiff sie, trotz ihre« Sttäuben«. Plötzlich, wie er die Käme- (n einholen wollte, brach ein mächtiger Fel« von der "�kcke und versperrte den Weg. Die Ueberschwennnung er- weicht» da« Gestein, und überall rollten losgelöste Stücke S«rab. Sie mußten umkehren; bald wußten sie nicht mehr, «ach welcher Seite sich wenden. Sie gaben die Hoffnung sich nach Röquillart zu retten; ihnen blieb nicht«, al« sich m die höheren Galleriea zu flüchten: vielleicht kommt '"an ihnen dort zur Hilfe, wenn da« Wasser wieder fällt. Stephan erkannte die WilhelmSader. .-.«�ut," sagte er,„ich weiß wo wir find; Mouque war **f dem rechten Wege, aber jetzt ist'S vorbei. Wir wolle« «radeauS gehen und dann aufklettern." , 3etzt bespülten die Wellen schon seine Brust; er kam Hhr langfam vorwärts; doch so lang sie Licht hatten, ver- Zweifelten sie nicht. Sie löschten die eine Lampe, um da« � sparen und e« nachher in die andere zu gieße»; so Tie bis zu dem kammarttge« Aufstieg, al« ei« plötz- *os®etaufch Stephans Schritt bannte. Waren e« Käme- Wenfalls hatten zurückkehren müssen? ES pustete �° schnaubte, jetzt keuchte e« wie Stoß.vind aus dem Weg tauckt-.'»?�ret entfuhr ihren Lippen; eine weiße Masse der Jjem Runkel und quälte sich ächzend zwischen gen Wand durch zu ihnen hin. war i"1»?awille." Seit er aus der Halle entflohen DaS„rot he Gespenst", da» lediglich eine Mache von Lockspitzel« ist, hat seinen Schrecken für die Masse des Volke» ver- loren. Man hatte früher in Deutschland den SozialiSmu« und seine Vertteter al« etwa« Geheimnißvolle« und deshalb UnHeim- liche« bettachtet. Heute, da in Deutschland Hunderttausende von Sozialisten leben, hat man sich an diese Bewegung gewöhnt, und begreift ganz wohl, daß sie aus dem Druck der Ver- hältniffe herausgewachsen ist. Die steigende Reaktton und der täglich mehr erschlaffende Oppositionsgeist der bürger- liche« Parteien haben der demokratisch angelegten Arbeiter- bewegung, zu der sich alle Ideale geflüchtet haben, eine er- höhte Bedeutung gegeben. Dazu hat Zedermann, der sehen will, daS Elend un- sereS Volkes vor Augen. Man sieht, wie die„freie Konkurrenz" bewirkt, daß die wirthschaftlich Schwachen unter die Füße getteten werden. Die Massenarmuth wird in allen Kreisen empfunden, soweit sie erwerbSthätig sind, weil der sinkende Konsum alle Geschäfte in Mitleiden- schaft zieht. Während die alten Parteien wie vor dem Räthsel der Sphinx vor dem Massenelend stehen, haben die theorettschen Erörterungen des Sozialismus und die Möglichkeit einer allmäligen und friedlichen Verbesserung der Produktionsform das Interesse der Nation für sich gewonnen. Man sieht nicht mehr ein Gespenst, man sieht eine große Frage, deren Lösung die Aufgabe des Zeitalter« ist. Die Verdrehungen der reaktionären Blätter, die schon au« einer sozialistischm Weltanschauung ein Verbreche« mache« wollen, sind denn doch zu abgedroschen. Und ohne- hin sind die Lehren, welche der Elberfelder Prozeß ertheilt hat, sicherlich von Hunderttausenden beherzigt worden. Die reakttonäre Presse weiß wohl, warum sie so kärglich über diese Affäre berichtet hat. Offiziöse Blätter waren so schamlo«, zu behaupten, dieser Prozeß habe ihre gewöhnlichen Verläumdungen gegen die Arbeiterbewegung bestätigt, obschon gerade in der Haupt- fache die Anklage von dem Gerichtshof zu Elberfeld abge- wiesen worden ist. Lassen wir eS ihnen. DaS Sozialistengesetz, wie e« ist, hat wenig Freunde mehr. Auch die Anhänger desselben müssen sich sagen, daß sie mtt demselben nicht erreicht haben, was beabsichttgt war; dagegen hat die Handhabung des Gesetze« zu einer Menge von Erscheinungen geführt, die den Urhebern desselben im höchsten Grade unangenehm sein müßte». Die Masse des Volkes aber hat andere Ansichten bekomme«. Seit einem Jahrzehnt und länger steht eine große Partei unter einem Ausnahmegesetz, weil man sie beschuldigt, gewaltthätige Au«- schreitungen zu beabsichttgen. In diesen zehn Jahren sind vielfache Provokationen vorgekommen und der Druck de« Ausnahmegesetze« mochte manchem schier unerttäglich werden. Dennoch hat man in diesen zehn Jahren sich nicht aus dem Takt bringen lassen, und wen« das kern Beweis für die fried- zwölf Jahren bewohnte, fein Auge sah in der ewigen Nacht. Er stürmte dahin, bückte sich, schob sich durch die engen Stellen, galoppirte weiter, über die Kreuzungen, durch die Stollen, weiter, weiter... Wohin? Dorthin vielleicht, nach der Vifion seiner Jugend, nach der Mühle, wo er gebore« am Ufer der Scarpe, der dunklen Erinnerung der Sonne entgegen, die wie eine große Lampe in der Lust geglüht. Er wollte leben! Sein Gedächtniß erwachte plötzlich; die Sehnsucht, noch einmal die Luft der Felder zu athmen, trieb ihn vorwärts dem Ausgang zu, der zum warmen Himmel führt und zum hellen Licht. Seine alte Ergebenheit brach; e« empörte sich mächtig in ihm: er wollte sich nicht von der Grube umbringen lassen. ES schwoll hinter ihm, schon pettschte e« seine Schenkel, schon rieselte es über sein Kreuz. Weiter! Weiter! Da« Dach sank herab, die Mauern krochen zusammen. Gr zwängte sich ungestüm durch; die Stützen risse« ihm da» Fleisch herab. Jetzt engte sich'» von allen Seiten, die ganze Mine drückte sich auf ihn, wie um ihn zu erwürgen. So sahen ihn Stephan und Käthche« plötzlich, wie er zwischen den Pfosten stecken blieb. Er war gestolpert und halte sich beide Vorderfüße gebrochen. Mit letzter Kraft schleppte er sich noch einige Meter. E« ging nicht weiter: er war eingeklemmt zwischen den Felsen. Sein blutende« Haupt reckte sich, sein große« trübes Auge suchte einen Au«- weg. DaS Wasser stieg. Er wieherte laut schreiend, den- selben furchtbaren Schrei, mit dem die andern Pferde ge- porben. Es war ein entsetzlicher Kampf. Der alte Schimmel, mit gebrochene« Gliedern unbeweglich gefangen zwischen den eichenen Bohlen, zerrte, riß, wand sich, schrie. Die Fluth bespülte seine Mähne. Er brüllte mit heiser schmetterndem Ton, den Hal« hoch gestreckt, das Maul geöffnet. Noch einen röchelnden Schrei; dann gab'S ein Geräusch, wie wenn ein Faß sich füllt. Alles war still. „O mein Gott, komm fort!" schluchzte Katharina. „Ich fürchte mich, ich will nicht sterben, komm fort von hier!" i liche Gesinnung der Partei ist, wa« soll dann noch ei» Beweis sein? Wir wissen wohl, daß e« da» Bestreben der ver- einigten Reaktionäre ist, der Arbeiterbewegung auch de« Kampf mit gesetzlichen Waffen unmöglich zu machen. Aber bestage man nur das deutsche Volk, ob e« mit dem Sozialistengesetz einverstanden ist. Die Antwort wird für die Herren Kartellbrüder nicht sonderlich ersteulich sein, für die Junker so wenig, wie für die mausegraue« „Liberalen". Im Uebriaen kann bei den Neuwahlen nicht viel passiren, denn schlimmer als vor drei Jahren können sie wohl kaum ausfallen. Aber sie werden besser ausfallen, dessen sind wir gewiß. fSarrefznmdenzen. Hamburg, den 7. Januar. E« wurde in der Press« vielseiliz über».ine Versammlung, welche zweck« Aasstellung von Kartellkandidaten hier am Platze stattgefunden hat. de» richtet. Vielleicht macht man sich anderswo eine Vorstellung, al» ob e« sich hierbei um eine zahlreich besuchte Wahlversamm- lung handete. Im' Grunde genommen aber waren da nur die Hamburger Konservativen- la Wörmann und Konsorten en peti comite versammelt, da die Herren verttaulich bei einigen G.äsern Pschorr im Pavillon de« hiefizen Dammthor- bahvhofe« sich vereinigt hatten, um die Herren Wörmann und L u t t e r o t h als Kartellkandidaten auf ihr SchUd zu er- heben. Es sind gewiß kaum 150 Personen anwesend gewesen, denn mehr kann der kleine Raum gar nicht fassen. Natürlich wurde am nächsten Tage die Welt mit einem großen Versammlungsbericht überrascht, und die Sache machte sich dann, wie man zu sagen pflegt,»von weitem— sehr entsernt." Herr Lutteroth wußte zu seiner eigenen Empfehlung seinen anwesen- den Freunden, andere waren doch nicht hinzugezogen worden, weiter nicht« vorzubringen, al« daß er semerzeit dafür ge- sprachen bäilr, daß Hamburg ein möglichst großes Freihafen- Sebiet behalte. Herr Wörmann beschönigte da« Halten von !cunegern auf seinen Dampfschiffen mit seiner»bekann. ten" Humanität und Menschenfreundlichkeit! Da« waren die bemerkenswerthesten Punkte in den Reden der beiden Kartellkandidaten, wenn vielleicht nicht auch der Punkt noch zu den bemerkenswerthen gehört, daß Herr Wörmann die Ersolge des Kartell« bei der sitzten Reichs- tagSwahl in Sachsen gegenüber der Arbeiterparter hervorhob. Daraushin war denn auch die Eltte-Versammlung sehr gem Seneigt, mit dem hier in Hamburg vorhandenen Freisinn ein lartell'emzugehen in dei Weise, daß die beiden oben genannten Kandivalen von der hiesigen freisinnigen Wählerschaft unter- stützt würden. Dasür wollten dann Wörmann-Lutteroth und Anhang dem Freisinn großmüthig den 2. Wahlkreis überlassen. Herr Wörmann soll nach Ansicht seiner Anhänger mtt Hilfe der ländlichen Stimmen wieder im 3. Kreise durchgedrückt werden und sein Kollege mit Muth und Kraft sein Glück im Sie hatte den Tod gesehen. Nicht da» Zusammen- brechen de« Schachte«, nicht die Ueberschwemmung der Grube, nicht« hatte so ihr TiefinnereS von kaltem Tode«- schauer durchriesett, wie die Sterbeklage„Bataille'S. Sie hörte ihn immer noch, diesen entsetzliche» Ton, sie drängte: „Komm fort, fort!" Stephan trug sie hinweg. E« war die höchste Zeit; al« sie den Aufstieg erreichten, stand er bi« an den Schul- tern in dem wachsenden Strom. Er mußte sie unterstütze«, denn ihr fehlte die Kraft, sich an dem Holz emporzuziehe«. Ein paar Mal fürchtete er, daß sie ihm zwischen de« Händen durchgleiten und in da« unter ihnen grollende Meer hinab- stürzen werde. Der erste Ouergang war noch ttocken; dort schöpfte« sie Athem. Aber die Wogen stiegen ihnen nach; sie mußten höher hinauf. So ging es stundenlang; da« Wasser verjagte sie von Etage zu Etage. In der sechsten Gallerie bemerkten sie einen Stillstand; schon schöpfte« sie Hoffnung, da schwoll e« von Neuem jäher und mächtiger an; sie flüchtete» in die siebente, von dort in die achte; nur eine blieb noch übrig. Al« sie dort waren, verfolgten sie ängstlich jede» Zenttmeter Steigung: wenn e« nicht aufhört, müssen sie er» ttinken, wie der alte Schimmel. Jeden Augenblick erschütterte« FelSabrutschungen und Einbrüche die Mine. Die endlosen Darmgewinde de« Voreux schienen zu eng für die immense Wasserfluth, die sein Innere« plötzlich verschlang. An den Enden der Galerie« drängte die Lust sich zusammen und entwich dann mit mächtigen Explosionen durch die zersprengten Felsen und da« aufgerissene Erdreich. E« war ein ewige« Toben; e« schien eine Wiedrholung de« alten Kampfe« der Elemente, al« die Sündfluth die Erde umwälzte, Hügel und Thäl« versetzte. Katharina, betäubt von diesem Lärmen, von diesem Brechen und Rollen um sie herum, faltete die Hände«»d stotterte ohne Unterlaß dieselben Worte: „Ich will nicht sterben, ich will nicht sterben." Um sie zu beruhigen, schwor Stephan, der Sttom trete 1. Wahlkreise versuchen. Daß im 2. Wahlkreise, jetzt vertreten durch D i e tz, irgend welche Aussicht auf Erfolg, selbst für den vereinigten Freisinn mit den Konservativen und National- liberalen ist, daran glauben die Herren ja selber nicht. Aber gerade deshalb die großmüthige Ueberlassung des Wahlkreises an den Freisinn! Das hiesige»Fremdenblatt�, eine Zeitung von dem frei- finnigen Genre des„Berl. Tageblattes", bläst denn auch schon aus Leibeskräften die Kartellschalmei und so kann eS kommen, daß bei der nächsten Reichstags mahl die hiesige Arbeiterpartei dem Bündnisse der Konservativen, Liberalen und ehemaligen Fortschrittler gegenübersteht. Dadurch wird dann freilich die Agitation vereinfacht und erleichtert. Die hiesigen Former haben zwischen Weihnacht und Neujahr auch trotz der für sie trüben Zeiten eine WeihnachtS- bescheerung für die Familien der Ausgesperrten abgehalten, bei der eS recht erhebend und ergreifend zuging. Manche, die auswärts arbeiten, deren Familienangehörige aber noch hier weilen, feierten mit diesen zugleich ein Wiedersehen. An Gaben von Nah und Fern hat es nicht gefehlt und sich bei dieser Gelegenheit so recht der brüderliche Sinn der Arbeiter bethätigt, der durch die Arbeiterbewegung immer mehr und mehr zum Durchbruch gelangt und, oft»war im Verborgenen, und ohne»liberale Reklame" herrliche Blüthen zum Entfalten brachte. Die streikenden Schiffszimmerleute sollen ihre Forderung auf Beibehaltung des von alten Zeiten her bei ihnen üblichen Tagelohnes aufgegeben und dem Stundenlohn zugestimmt haben, doch fehlt darüber bis jetzt noch eine offizielle Bestätigung ihrer Lohnkommisfion. ZtaliftTrhs ItclU'fnrJrl. Gegen die Fortdauer der ZUtstoeijnngsdefngniß erklärt sich die»Nat.-Ztg." von Neuem mit aller Entschieden- heit. Sie bringt von ihrem Standpunkt au« folgende Gründe vor:.Es ist klar, daß der Ausweisung, während sie für die betroffenen Personen härter ist, als jede andere, jetzt auf Grund de» Sozialistengesetze« zulässige Maßregel, der Stempel de» unkontrolirbaren Beliebens, und �war oft sogar ganz unter- geordneter Beamten, noch ungleiey breiter aufgeprägt ist, als irgend einer anderen Maßnahme. Das Verbot eines Vereins, einer Versammlnng, einer Zeitung unterliegt doch auch jetzt wenigstens der öffentlichen Erörterung der dafür geltend zu machenden Gründe, und künftig soll eS an die Entscheidung un- abhängiger Behörden gebunden sem.sDie Ausweisung, die in den mnsten Fällen auf Grund der sogar von den Vorgesetzten schwer zu kontrolirenden Berichte untergeordneter Beamten vielleicht am letzten Ende von Polizeispionen bedenklichster Art er- folgt, entzieht sich dagegen jeder Erörterung in der O-ffentlich- keit, denn sie wird nur mit einer unbestimmten, ungreifbaren Behauptung von der Gefährlichkeit der ausgewiesenen Persön- lichkeit begründet. Andererseits aber hat man sich immer mehr von der Nutzlosigkeit, ja Zweckwidrigkeit dieser Maßregel über- Jeugt. Die Ausgewiesenen werden an ihrem neuen Aufent- altsorte Apostel ihrer Bestrebungen, wie da« oft hervorgehoben worden; hervorragende Mitglieder der Partei können brieflich von jedem Orte au« an jedem anderen Orte den Einfluß üben, welchen man ihnen daselbst durch die Ausweisung un- möglich machen wollte; untergeordnete Parteigmossen aber werden nach der Ausweisung mit Leichtigkeit durch ander« er- setzt, und der einzige Effekt ist immer größere Verbitterung, immer heimlicherer Betrieb der Agitation, immer mehr und immer umfangreichere Prozesse von der Art des Elberfelder." — Der zweite Theil ihrer ÄuSfühmngen ist für ihre Partei- genossen wohl der überzeugendere. Ginige nationaUiberale Klätter halten den Tag für verloren, an dem sie nicht über eine Ministerkrifi« Andeutungen machen können; an Ersatzmännern mit schmiegsamen An- schauungen, die da« eine oder das andere preußische Porte- ieuille zu übernehmen bereit sein würden, fehlt eS ja in diesem iaaer nicht. Nachdem Herr v. Maybach dre Angriffe von gewisser Seite ohne merkbare Erschütterung überstanden, nachdem die angeblichen Friktionen mit Herrn Herrfurth energisch de- mentirt worden, stellt sich als passendstes Objekt für die Kon- jekturalpolitiker wiederum Herr v. Scholz em. Von neuem glaubt man bemerkt zu haben, daß das Befinden de« Finanz- minister« noch viel zu wünschen übng lasse; sein Augenleiden wird wieder einmal hervorgehoben. Wir glauben, daß, wenn Herr v. Scholz den Platz räumen müßte, e« nicht der eigenen 8 stimmen Äugen halber geschieht, sondern wegen der— schönen ugen irgend Jemand Anderes. Dt« thöeicht« Fad«! von einem Gegensatz zwischm Bismarck und Herrfurth in der AuSweisungtfrage, eine der Ausgeburten nationalliberaler Verlegenheit, hat kein langes Leben gehabt. Sie wurde von der ernsten Presse belächelt und weiter keine« Worte« gewürdigt; daß Herr Herrfurth dem Fürsten Reichskanzler Schwierigkeiten in einer hochwichtigen zurück, und tröstete, jetzt seien ste schon sechs Swnden in der Gefahr, man werde sie bereits vermißt haben und zu ihrer Befreiung herbeieilen. Er sprach von sechs Stunden, ohne recht p wissen, denn es war unmöglich, die Zeit zu messen; in Wirklichkeit kletterten ste schon einen ganzen Tag lang in der Wilhelmsader von Stockwerk zu Stockwerk. Katharina fror in ihrem durchnäßten Grubenanzug; sie entkleidete sich, wand ihre Sachen aus; dann zog sie dieselben wieder an, um sie auf dem Leibe vollends zu trocknen. Sie war baarfuß; er gab ihr seine Schuhe. Er schraubte die Lampe herunter, bis sie nur noch wie ei« Nachtlicht brannte. Sie warteten. Aber ein heftiger Schmerz im Magen erinnerte sie daran, daß sie nichts gegessen. Als die Katastrophe eintrat, hatten sie ihr FrühMck noch nicht verzehrt gehabt; sie fanden ,hr Brot in den Taschen zu einem Brei erweicht. Käthe bestand darauf, daß er seinen Theil verzehrte- dann, nach- dem auch sie gegessen, schlummerte sie auf dem kalten Boden ein. Er vermochte nicht die Wimper zu schließen; er setzte sich neben sie, den Kopf in die Hände gestützt, die Augen starr. Wieviel Stunden so vergingen? Stephan hätte es nicht zu sagen vermocht. Er blickte durch das enge Loch des Auf- stieges und sah, wie die schwarze Fluth langsam herankroch. Erst war'S nur ein schmaler Streif, einer ruhenden Schlange gleich; dann schwoll es wallend und wogend, wie der borstige Rücken eines gierigen RaubthiereS schlich eS empor — bald netzten die Wellen Katharina'S Füße. Er zögerte, ES war so grausam, ste auS dem wohlthätigen Vergessen des Schlafes zu wecken; ste mochte von freier Lust und Sonnen- schein träumen! Wohin fliehen? Er grübelte lang; da fiel ihm ein, daß der schiefe Weg, der an diese Gallerie stieß, zu einem höheren Stockwerk führte; dorthin war noch ein Rückzug möglich. Die Strömung bewachend, den letzten Moment ablauernd, ließ er sie schlummern, so lang eS möglich war, dann hob er sie behutsam empor. Sie schauderte zusammen: „O mein Gott, es fängt wieder an!" Sie weinte und rief, jetzt müßten sie sterben. politischen Frage bereiten könnte, liegt ja für jeden zurechnung«- fähigen Politiker außerhalb de« Bereiches der möglichen Dinge. ES ist daher eigentlich recht überflüssige Arbeit, die Herr Echweindurg, Scholzens Freund, verrichtet, wenn er jener Fabel noch die Henkersdienste leistet, und wir würden, so schreibt die »Franks. Ztg.", mit gutem Humor darüber hinweggehen, wenn un« nicht ein Satz aufgestoßen wäre, der den genannten Olfiziösen als einen Mann kennzeichnet, der sich vor dem SkeleU im eigenen Haufe nicht fürchtet. Herr Schweinburg deklamirt nämlich:„Von MeinunaS oerschiedenhiiten innerhalb de« Staat« mmisteriumS kann in Fragen, die durch Beschluß desselben abgeschlossen sind, nicht die Rede sein." Wirklich nicht? Wie war eS denn vor Jahr und Tag? Die durch B-tchluß des StaatSministeriumS festgestellte Thronrede zur Eröffnung des preußischen Landtags kündigte einen Gesetzentwurf über die Einkommensteuer auf Grundlag« der Selbsteinschätzung an. Der Entwurf wurde auch ausgearbeitet, erhielt die königliche Sanktion und kam doch nicht ans Licht, denn ein Mitglied de« StaatSministeriumS, und zwar da«, dem entgegenzutieten ge- fundheitsschädlich zu sein pflegt, erhob Einspruch gegen da« Opus de« Herrn von Scholz, was zur Folge hatte, daß die nach Ostern zu dem großen Reformwerk nach Berlin gekom- menen Abgeordneten mit der Mittheilung empfangen wurden, man bedürle ihrer in dem Jahre nicht mehr. Da war also eine durck Beschluß des StaatSministeriumS abgeschlossene Frage, bei der Meinungsverschiedenheiten nachträglich so stark wirkten, daß sogar längere Zeit ein Portefeuille gefährdet war. Mein jüngster Lieutenant, denkst Du noch daran? Mit dem„Rückgrat von Ktahl", welches die national- liberalen»Münchener Neuesten Nachrichtm" den National- liberalen nachrühmen, scheint es doch eine etwa« Pappendeckeln« Bewandniß zu haben. Bereit« wird dem»Hannoverschen Kourier" auS Berlin geschrieben, daß man auf nationallrberaler Seite sich doch fragen müsse, wodurch man dem Gemeinwesen mehr nütze, durch Annahme eines Kompromisses oder durch starres Festhalten am KommiisionSbeschluß. Man müsse in den letzten Momenten des Reichstags da« Schauspie! der Ur. einigkeit vermeiden.— Da« heißt also: eS wird über den Stock gesprungen. Die vielgeruhmt« Stabilität«nd Sicherheit des privateigenthum» in der heutigen bürgerlichen Gesellschaft ist nur m ver Einbildung der Lobredner de» Bestehenden vor- banden. Thatsächlich ist nicht« wechselnder, als das Privat- eigenthum in seiner heutigen Gestalt; der Konkarrenzkampf und die Spekulation werfen fortwährend Eigenthümer in da« Proletariat hinunter und schaffen neue Eigenthümer. Wie viele Firmenschilder werden nicht an den OuartalStagen geän« dert, weil die Geschäfte in andere Hände übergehen. Eine interessante Notiz fand sich vor Kurzem in einem amerikanischen Hutmacher- Fachblatt: eS wurde dort eine Stattstik der Hut« macherfirmen einer Stadt(Orange) vom Jahre 1879 und vom Jahre 1889 gegeben, und es erhellt daraus, daß 1) die Zahl der Firmen sich innerhalb der letzten 10 Jahre vermindert hat, und 2) daß nur ein Zehntel der Firmen von 1879 sich bis zum Jahre 1889 erhalten haben. Di« erster« Erscheinung er- klärt sich aus der Aufsaugung der kleinen Kapitalien durch die großen und hat im Wesen des Kopitalismus ihre Bearündung; und die zweite Thatsache zeigt recht schlagend die Unsicherheit des Elgenthumsbefitze« in der heutigen bürgerlichen Gesell- schaft, die in Wirklichkeit ein ununterbrochener Krieg gegen daS Privateigenthum ist. Was in den Ver- einigten Staaten in der Hutfabrikation»- Branche be- obochtet worden ist, das wird sich auch bei uns in Deutschland in den meisten Geschäftszweigen feststellen lassen. Und es wäre für Jemand, der die nöthige Muße hat, z. B. eine sehr nützliche Ausgabe, wenn er nach den Adreßbüchern von 1879 und 1889 Studien über die Berliner Firmen machte. Der Köhlerglaube an die Stabilität und Sicherheit des Privat- eigenthum« würde ein tüchtiges Lock bekommen. Ueb«r«in gerichtliches Nachspiel zur Ktreikbe- tvegnng wird dem»B. T." au« Breslau berichret: Der Schuhmachermeister Theodor Metzner aus Berlin hielt am 15. September v. I. in einer hier im Etablissement„Neu- Holland" tagenden sozialistischen Versammlung einen Vortrag, in welchem er über den Bergarbeiter-Ausstand in Rheinland- Westfalen äußerte:„Was haben die Arbeiter mit ihren gerech- ten Forderungen erzielt? Man hat ihnen mit blauen Bohnen teantwortet." Bei diesen Worten erhob sich der überwachende lolizeikommissar und löste die Versammlung auf. Gegen den Redner aber erhob die hiesige Staatsanwaltschaft Anklage auf Grund de«§ 131 R.-St.-G. B.(„Wer erdrchttte oder entstellte Thatsachen, wissend, daß sie erdichtet oder entstellt sind, öffent- lich behauptet oder verbreitet, um dadurch Staatseinrichiungm oder Anordnungen der Obngkeit verächtlich zu machen, wird mit Geldstrafe bis zu sechshundert Mark oder mit Geiängniß bi« zu zwei Jahren bestraft.") Heute nun hatte sich Metzner, der inzwischen al« sozialistischer ReichStagSkandidat für den fchlefischen Wahlkreis R-ichenbach-Niurode aufgestellt I-vorden ist, vor der hiesigen ersten Strafkammer zu verantworten. Der Angeklagte erklärte sich unschuldig; er habe jene Aeußerung nicht auf irgend eine Behörde bezogen wissen wollen, fondern „Nein, beruhige Dich, komm, wir können uns retten!" Zusammengeduckt, bi» an die Schultern im Wasser, gingen sie unter dem niedrigen Dach bis zum schiefen Weg. Dort zogen sie an dem Seil den einen der daran hängenden Wagen herab, befestigten ihn unten, damit der oben befind- liche nicht hinunter rollen und sie zermalmen könne; dann kletterten sie die glatte Holzbahn hinauf. Sie wagten nicht, sich an dem Tau empor zu hissen, um nicht doch vielleicht den Wagen herabzureißen; sie krallten sich mit den Händen an die schlüpfrige Wand, ihre Nägel bluteten; er hinter ihr, hielt sie mit gebeugtem Kopf, wenn sie ausglitt. Plötzlich versperrten ihnen herabgestürzte Balken den Weg, die Decke war eingebrochen, sie konnten nicht wetter Aber sie erreichten eine Seitenthttre und krochen in einen Quer- gang. Dort sahen sie Licht. Eine Stimme rief: „Auch noch Leute, die so klug gewesen, wie ich!" ES war Chaval. Er hatte sich, nachdem der Einbruch des schiefen Weges feine beiden Kameraden getödtet, dorthin Geflüchtet. Dann, obwohl selbst am Ellenbogen verwundet, atte er den Muth gehabt, auf den Knien bis zu der ge- fährdeten Stelle zu kriechen, hatte den Verunglückten ,hr Brot aus den Taschen genommen und die beiden Lampen ergriffen; kaum war er in sein Versteck zurückgeklettert, da brach die Decke vollends und verschüttete die Leichen. Als er jetzt das Licht von Stephan's Lampe erblickte, schwor er sich, mit Niemand sein Brot zu theilen; doch indem er die Ankommenden erkannte, flog ein Lächeln böser Schadenfreude über sein Gesicht und sagte: „Ach, Du bist eS, Katharina! Du hast Dir also auch die Nase zerstoßen und kommst zu Deinem Mann? Recht so, wie können Hochzeit halten zusammen!" Er that, als bemerke er Stephan nicht. Dieser be- stürzt über das Zusammentreffen, hatte unwillkürlich schützend seinen Arm um Käthchen'S Taille gelegt; aber er mußte sich wohl oder übel in d,e Situation finden, darum fraate er Chaval harmlos:* „Hast Du unten versucht, kann man nach Röquillart retten?" Chaval spottete: sich nicht mehr auf die oezenwärtig bestehenden Gesetze, welche den Ard die Ausübung des Koalituwsrech-s unmöglich machten,« Grund deren aber die bewaffnete Macht gegen sich lich verhaftende Arbeiter eing-schritten feu Da- Urtheüto'« gleichwohl auf zwei Monate Gefangniß. Mit der mki»m� Aeußerung könne— wie e« in der Begründung hieß- die Staat»behör0e gemeint sein, da nur auf Änordnunge Ministeriums hin Dislokationen von Truppen erfolgen to Der Angeklagte habe aber auch jedenfalls«»wüßt, da« Militär aufgeboten wmde nicht zur Unterdrückung der 0. rung der Arbeiter, sondern zum Schutze von Personen_ Eigenihum.— Der Vecurtheilte will, wie wir Haren,(rn diese» Urthnl Revision einlegen. D«v lang« und mtt N«g«d»ld ttwatXtit««»>« Bericht über Sie auf karlerliche Anordnung vor sich gW»�. Untersuchung über die V-rhätimsse in den Kohlenreoieren> nun endlich erscheinen und wird demnächst im in, veröffentlicht werden. Er ist, dem Vernehmen«ach, frtzc, fangreich und wird eine besondere Beilage de« amtlichen e te« bilden. Er ist, wie wir hören und auch Nickt nnd«» warteten, auf den Beweis zugeschnitten, daß die Bergleute wv die geringste U, fache zum Streik hatten.,. j Gin Anvsng an» d«« K«richte« der von industn� und wutdichaftlichen Veremen noch England entiendeten«. Mission zur Untersuchung der dortigen ArbeitSverhaltnin-� jetzt im Buchhnnd-l erschienen.— Wir kommen auf- Bioschüre ausführlich-urück. Anläßlich der Neuernngssacht, welche gefl�.®*-* beim Mitiiarwesen desonoert ftart ausgeprägt ist, wrrv n> unwillkürlich an den Witz erinnert, nach welchem ein AM' welcher feiner Frau einen Hut gekauft hatte, im Slurwl« nach Haufe lief, au« Angst darüber, daß derselbe irzr l� wieder au« der Mode kommen könne. Auch beim Militär»- es nun so ähnlich. Kaum daß ein Gew.-Hrsyltem DOtlitor. ausgearbeitet ist, befchäfttgt man sich schon wieder neuen Modell, welcke« da« alte vollständig über den Hau, wirft. Die neuen Pateontaschen, von welchen der KlnegScf noch nicht einmal vollständig angefertigt ist, taugen nun lich auch wieder mcht« mih: und müssen— noch ehe M fertig!— schon wieder abgeändert werden. Fast wäre w geneigt, sich über dies« NeuerungSsucht h-rzlich lustig zu wenn nicht diese Spielereien oem Volke horrendes Z?. kosten würden, dabei ober doch für die Schlaafertigkl't, einzelnen Mannes vielfach jedes praktischen WertheS � behren. I Di«««längst oo««i»is-« Kartell;«»««««« Mittheilnng, vvß neuerdings der Preis des Schweinifv''-". j in den odertausitzer Grerzdiftntlen um 10 P>. pro■s5'.j zurückgegangen fei, beruht auf einem Jrrlhum. Thaflah''� to den letzien Tagen nur«>n Rückgang de» Preiies von*? pro Pfund zu verzeichnen gewesen, so daß immer noch zw«� diesseits und jensertS der Grenz« ein Preisunterschied M von 11 bi« 12 Pf. besteht. Ja den sächsischen Gren»-� kostet«in Pfund Schwein« fleisch zur Zeit 60 Pf., in. benachbarten Böhmen aber stellt sich der Preis nur auf 54; Verhaftung. Wie dem»Thür. Volksbl." mitg-t�, wird, hat am Sonntag in Oberhasel die Verhaftung eine»' Hamburg zu Besuch dort weilenden Bäcker« wegen AuSdr gung eine« Hochs auf die Sozialdemokratie stoitgefuf', Sollte sich die Mlttheilung auch in dem Punkte bestätigen, o der Verhaftete wegen diese«„Hochs", gleich einem Verbre«. mit Handichellen gefesselt nach dem Amtsgericht in Ä«. transportrrt worden ist, so darf man wohl behaupten, daß„ Behandlung diese«»Verbrecher«"— an Schneidigkeit nw. zu wünschen übrig ließ. Lreb Vaterland, magst ruhig stfN,, bist gerettet! fi„ Karlsrnhe, 7. Januar. Die alt« Erfahrung, daß �! kalische Arbeiter die längsten Lohnftiften haben, wird dur°> folgenden Vorfall bestätigt, der soeben die Runde durch' badische Presse macht. Im Juni v. I baten die Arbeiter � hiesigen Haupteisenbahnweikftätte die Generaldirektion führung der halbmonatlichen statt der bisherigen monailichff Auslöhnung. Erst jetzt ifl ihnen nun der Bescheid geword�, daß vom laufenden Januar ab ein Versuch mit der halbmor°, lichen AuSlöhnung in der Weise gemacht werden solle, d» allen neu eintretenden Arbeitern die erste Löhnung w' «eiUre« nach dem ersten halben Monat gegeben, den 1®, «uBc oU einen Monat lang beschäfttgten Arbeitern aber u gestellt wnd, ob sie monatliche oder halbmonatliche Loh'U�° wünschen. AIS Regel soll die man tliche Löhnung beib«---� werden, wer im halb.« Monat eine ZwischenlLhnung»u• haften wünscht, hat die« spätesten« bi« zum 10. jeden Mon®- unter Angabe seiner Gründe mündlich seinem Werkmeister zutheilen. Eine Bestellung von holvmonallicher Löhnung � für allemal ist nicht statthast. D,e Zwischenlöhnung»V lediglich als Abschlagszahlung auf den nach wie vor nur monatlich festzustellenden Verdienst angesehen und wird!' in einer runden, durch zehn theildaren Summ? gegeben weiv�-, So der unerwartete Bescheid der Generaldrrektion. Wz« aller Welt mag dm badischen Staat abhalten, seine Requillart? Zawohl! Ist Alle« eingestürzt; Ö" Zwei Wänden wie in einer Mausefalle..' Da« heißt, durch dm schiefm Weg kannst Du zurück, rve-» Du ein guter Taucher bist." Er hatte Recht, schon hörtm sie die Wellm plätsch-** an den Holzwänden des Wege« emporklettem, der RüW mar abgeschnitten, sie warm alle Drei wie in einer F-� zusammen eingesperrt. Du bleibst?" fuhr Chaval höhnmd fort. „Ä s° allerliebst sein willst, mich nicht �■ ui'ch freuen; ich werde Dir keine Silbe sage-- wen» Ii'1 roIr �°sien sehen, wer zuerst krepssß vorkommt"" 9*1 heraus holt, was mir etwa» schwierig Stephan entgegnete: „Wenn wir klopfm, hört man un» vielleicht."., £«J Gallerte und gab da« Signal, da« rollmde Hämmer-' llneZrl�T b,e Bergleute in Gefahr um Hilfe rufe-- Unermüdlich wiederholte er da« Zeichm. Kein Laut a»� wonete. Währmd dieser Zeit richtete fich Chaval häuslich Er lehnte feine drei Lampm, von denm nur eine brannte an die Wand; dann suchte er ei« reine« und saubere« Plätzche- zwischm dm Ouerpfostm der Verzimmerung und legte se>-; velden Brote dort hinauf. DaS war seine VorrathSkamw�» wenn er sparte, konnte er zwei Tage davon zehren. � w drehte sich zu dem Mädchm um und rief: „Du weißt, Katharina, die Hälfte ist für Dich, wen» Du zu v,el Hunger hast." � Sie antwortete nicht; daß sie sich wieder zwischen beiden Männern befand, machte sie namenlo« unglücklich- Und da« mtsetzliche, mge Zusammmlebe« bega-' Chaval und Stephan saßm ein paar Schritt von einan-, mtfemt auf der Erde; Keiner sprach ein Wort. �. Chaval'« Aufforderung löschte Stephan seine Lampe um da« Oel zu sparm: dann schwiegen Beide von 3w.st' zogen. eine in etwa einen Slellu: lich de, im R. »mgegc mochte Gegne Wettet Getjoss Witt iittlan a spitzet und l wochnttllch, wie alle größeren Industrien, zu befahlen? Je länger die Lohnfnsten find, desto größer wird bekanntlich für fallen Gefahr, dem verderblichen Borgsystem zu ver« Arevde«, den 8. Januar. Gestern hielt im Tivolisaale »r. Engel emen Vortrag über den Zonentarif. Er war so taklvoll, die Urheberschaft dieses.auf der Straße liegenden" Eevanken« von fich abzulehnen. Wenn er übrigens Napoleon III. a>« den ersten Befürworter der Joee hinstellte, so ist dies ein Jcrtzum. Der letzte französische Kaiser hat nur eine neue I'« gehabt, selbst nicht eme solche, die auf der Straße zu noden war. Der Gedanke des einheitlichen Eisendahn« lanss stammt aus England und wurde zuerst von stowland Hill, dem.Erfinder" oder wenigstens ersten Ein- und Durchfübrer der.Penny Post", des jetzt in der ganzen zivilifirten Welt eingeführten einheitlichen Brief- Portos ousgediückl und befürwortet. Schreiber dieses las schon w den 50 er Jahren eine englische Broschüre über diesen Gegen» «??"7 der Name des Auiors ist ihm entfallen. Prinz Albert, der.P-inzgemahl" interesfirte fich lebhaft für die Idee, und schrieb darüber an den f.anzöfischen Kaiser, mit dem er damals— es war in der Zeit der Krimkrieg-.Allianz". Be» llerftemng— m regem Brieiwechfel stand. Und so kam Napo« «on der Kleine auf die Sache. Dies nur en passant. Der «otttag war nicht gut besucht, aber es war eine sehr pute Ver- lammlung— ich mein», es waren hauptsächlich solche Personen unwesend, die vom Esenbahnwesen etwas verstehen und En- IM auf dasselbe hoben. Von den Mitgliedern des Landtags «ar ein gutes Drittel anwesend; die Aufnahme war eine günstige, und die sozialdemokratischen Abgeordneten, welche 2 der Gene-aldedatte über den Siaatsbaushalt im Zonentarif befürworteten, werden nun ficherlich überzeugte iP'�dginosscn finden, wmn die Frage bei der zweiten Lesung «.n l greisbarer Gestalt vor die Kammer kommt. Jeden« 5% hu* der Engel'sche Vertrag seinen Zweck vollständig er- rncht, ein Sückchen Fachmänner. Zopf abgeschnitten und den N x en für diese— einfach zur Nothwendigkeit gewordene— inesornr gelockert. g. Dänemark kommt eine sehr erfreuliche Nachricht. a™ J"' langem in der dortigen Sozialdemokratie spielender 'st beigelegt bezw. demselben die Hauptgrundlage ent- * B ss- Die Partei nimmt dort, insbesondere in der Ha»p!stadt, größere Ausdehnung, und ihr in einer Auflrge von wa 18000 erscheinendes Hauptblatt„Sozialdemokraten" übt er"*" dedeutenden Eirflaß. Leider ist jedoch die politische Ii* i.® der dänischen Sozialdemokratie bisher dadurch wesent« dkirntrachtizt worden, daß die Partei bei den Wahlen und ,■ lsterchstaze eine Verbindung mit der bürgerlichen Linken i"�(0an8fn hatte, welch» fie m das Schlepptau dieser Partei Hiergegen wendete fich eine immer stärker werdende «'gnerschaft, welche insbesondere von dem Blatte„Arbeideren" Ja»1 a>urde. Jetzt kommt die Nachricht, daß die dänischen «cnossen soebm e,nen Wahlaufiuf veröffentlicht baden, in niyem ,iede Verbindung mit der Linken aufgegeben wird. «-'r bealückwünschen fie zu diesem Beschlüsse aus'S wärmste! � Januar. Die gestrige scz>ald-mokratische ��"""lung wurde vom überwachenden Polizetkommissär auf« s,,°st- weil der Redner, Reichstags- Kandidat Meyer,! in r. Dortrage über die Kactellparteien auch über die Lock- 'Mel Schröder in Zürich und Pvurbaix in Belgien sprach d,e Aufforderung des Polizeikommissärs, fich an die »ni;■"ung»u halten, mit der Bemerkung beantwortete, die Spitzel gehörten auf das Kerbholz der Kartellparteien. G-st-rr-ich-U«gar«. (x,®" dopest, 8. Januar. Die Generaldirektion der ungari« d?�.?'"tSbahnen hat dem bekannten Verfasser der.Essen« Dr. Eduard Engel in Berlin, die amtlichm Zahlen dl' Ergebnisse de« Zonentarifs bis»um 1. Dezember 1889 ninü- Darnach find dem.Verl. Tgbl." zufolge verkauft i vom 1. August bis so. November inkl. 1888: 1616 000 2.',"''en, dagegen in denselben Monaten 1889 unter der verrlchaft de« Zonentarifs rund 4 300 000. Mithin ist der ?er>eve>kehr auf den ungarischen Zonentarif« Eisenbahnen ge« ss'/oen um 266 Prozent. Di« Zahl der aufgegebenen Gepäck« ?"cke betrug in den genannten 4 Monaten 1888; 180067, im Jahre 1889: 240000.— Dabei ist zu bemerken, daß die «*>067 Stück aufgegebm wurden zu einer Zeit, als noch die Gepäckfteiheit für je 25 Krlo bestand.' lDie 240 000 «Uitf dagegen haben sämmtlrch bezahlt werden müssen, oenn der Zonentarif kennt keine Gepäckfreiheit. Die Ein« "ahmen betrugen au« dem Personenverkehr der vier genannten ■Wonate im Jahre 1888 unter der Herrschast des abschreckend hohen Kilometertarrfs: 3 188 641 Gulden. Sie stiegen durch 25" Zonentanf auf 3 784 478 Gulden. Die entsprechende �'«gerung der Einnahmen au« dem Gepäckoerkrhr be« 'rüg 85 145 Gulden, mrthin hat der Zonentarif in Ungarn ? v" ersten 4 Monaten feine« Bestehens eine Mehr« """ahme von insgesammt 680 982 Gulden ergeben, oder von Eme Anzahl von Diebstahls« und Betrugs» ßathchxjt hatte sich an Stephan'S Seite niedergelegt, sich vor " unheimlichen Blicken versteckend, die ihr früherer Ge- irr# ihr zuwarf. Die Stunden vergingen. Man hörte »5. � Geräusch der steigenden Gewässer; von Zeit zu Zeit eriündeten durch den Fels zitternde Stöße das weitere Zu- lammenbrechen der Mine. u«, r"'* b'e Lampe verglimmte, mußte man eine zweite öffnen, J", ste anzuzünden. Sie dachten einen Augenblick an die 'fahr einer Explosion; aber sie fürchteten sich nicht; es 8re ihnen recht gewesen, so mit einmal zu Grunde zu °'h�n, statt langsam zu verhungern. Doch nichts passirte; waren zu wenig Gase in der Gallerie. Sie setzten sich leder an ihren Platz. Die Stunden schleppten sich träge "'ch das drückende Schweigen. , Ein Geräusch ließ Käthchen und Stephan den Kopf ?.Ehaval begann zu essen; er hatte einen der„Ziegel" Mei Hälften zerbrochen und kaute langsam, um nicht zu c auf einmal zu verschlingen. Die beiden Andern, vom �"Setgepeinigh schauten ihm zu. .«Wirklich, Du magst nicht?" wiederholte Chaval mit '"ein herausfordernden Blick.„Du hast Unrecht." *®er Schmerz des Hungers drängte ihr Thränen in die "5�!. sie wendete sich abseits, um nicht der Versuchung .achzugeben. Sie verstand, was er von ihr wollte; schon "'hrer gemeinschaftlichen Arbeit in der Grube hatte er. ##### PMMKM wieder auf einander stürzen und sich um seinen Feind um ein Stück Brot gebeten hatte. � rechte Shr Schweigen wurde düsterer und.schwier- �aren sie Minute sich an Minute. Schon emen Tag» blaßte. dort zusammen eingeschloffen. Die zweite �rnm fällen, die in jüngster Zeit neuerdings feiten« öffentlicher Funktionäre in den Ländern der ungarischen Krone vor» gekommen find, werfen ein charakteristische« Licht aus den tiefen Verfall aller öffentlichen Moral in Ungarn. Die Untersuchung gegen den Staatssekretär Matlekovich wurde angeblich wegen Mangels an Beweisen eingestellt. Was man fich darüber ganz offen in Pest erzählt, ist so skandalös und haarsträubend, baß man in der That an türkische Zustände erinnert wird. Im vorigen Monate defraudirte der Chef-Kasärer des Preßburger KomitateS Bitto eine Summe von etwa 130 000 M. und wurde damit flüchtig. Es gelang, ihn m Semlm dingfest zu machen und einen großen Theil de« geraubten Gelves zu Stande zu bringen. In Agram machte fich ein dortiger Beamter der LandeSkasse, der zugleich Vorstand der Geldgcdahrung des bor tigen Landestheaters ist, einer bedeutenden Defraudation schuldig und wurde erst dann gerichtlich verfolgt, als alle V-r suche, da« entwendete Geld aufzubringen, unter Intervention der Landesbehörden gescheitert waren. Der Malversationen und Betrügereien kleineren Kalibers bei den Komitats« und staat- lichen Behörden find natürlich Legion, so daß dieselben gar nicht mehr die öffentliche Aufmerksamkeit in Anspruch zu nehmen im Stande find. Unter diesen Verhältnissen soll in der näch- sten Parlamentssession die Reform de« VewaltungSwesenS durchgeführt werden, infolge dessen die gegenwärtig nur auf 6 Jahre bestellten Beamten und Organe der autonomen Be« Hörden zu StaatSdienern auf L-benszest ernannt würden. Welcher Zukunft die ungarische Verwaltung unter solchen 58«. Hältnissen entgegengeht, kann man fich leicht vorstellen. Grotzbritannie«. Die schottische Arbeiterpartei hielt letzte Woche in Glasgow ihre«ste Jahresversammlung ab. Der von der Partei unt«stützte Abgeordnete für Govan, John Wssson, wurde in dem v«lesenen Berichte getadelt, weil er im Parlament noch nicht gezeigt habe, daß er für die Rechte der Arbeit« kämpfen wolle. Scharfe Worte fielen gegen die Politik«, welchen ehrliche, grundsatztreue, einfache Leute meisten« nicht trauen kö rnten. Kelgie«. D« Ausstand in Belgien nimmt eine«nste Wen- dung. Die Kohlenzechen des Beckens Charleroi haben, worüb« nicht nur in Charleroi selbst, sondern im ganzen Lande tiefe Entrüstung h«rscht, die bescheidenen Forderungen der Arbeit« abgelehnt; fie übnlass-n e« jeder Zeche, ob fie die Schichtzeit herabsetzen oder die Löhne erhöhen will. Die Folgen werden nicht ausbleiben. Schon jetzt ist der Ausstand in dem Becken Chrrlnoi und Unter.Sambre allgemein. In den übrigen Becken kannte man«st gestern den Beschluß der Kohlenzechen, und schon gestern Abend war das ganze linke Maasufer, Jlmepp: und andere Zechen des Lütticher Beckens im Aus» stände und rm Borinage streikten schon 6000 Bergleute, nach dem der einflußreiche Führer Fiuviau in WaSmeS und CuesmeS die Bergleute zur Unterstützung der streikenden Brüd« gemahnt hatte. Inzwischen find die Arbeiter zum festen Widerstande entschlossen und die Gent er So zialisten, wie stets Allen voran, organifiren b«eits die Hilfe. Doch h«rschen in Charleroi biSh« keine Nothzustände. Der Ausstand wird unerhört wachsen. Ätaztale Xtclictf'tdjl. Die Kierbrauerei ist eine recht einträgliche Arbeit für die Aklwnäre. Da wir eS für unbedingt nöthig halten, daß die im Braugewerbe beschäfiigten Arbeiter möglichst rasch in die Arbeiterbewegung«ingeglied«t w«den, d« gegenüber fie fich zum großen Theil noch rückständig verhalten, so liefern wir als praktisches Agitationsmaterial eine kleine Ued«ficht von Bierdividenden. Es zahlten: die Brauerei Ponarth(Schieferdeck«) m Königsberg i. Pr........ die Brauerei Schönbusch in KönigSb«g die Brau«ei Eytau in Durlach... die Bayerische Bicrbrau«et in Lichtenfei« die Holstenbrauerei in Hamburg... die Brauerei Pf-fferberg in B«lin.. das Brauhaus Nürnberg...... die Kollo Brauerei Bardenheuer... die Aktienbrau«« Fcicdrichshain... die Görlitz« Aktienbrauerei..... Die berüchtigte Länge de« Arbeitstages in den Brauoeien harmonirt sehr hübsch mit der Höhe d« Entb-hrungSlöhne. SM bayerische Militiirersatzgeschiist des Jahre» hat ergeben, daß die Zahl der al» untauglich Be« furidenen gegen das Vorjahr fich vermehrt hat. Es waren 1887 64,9 pCt. der Untersuchten untauglich, 35,1 pCl. tauglich, 1888 aber 65,6 pCt. untauglich und 34,4 pCt. tauglich. Für 1888 ist demnach ein Rückgang der brauchbaren Militär- Pflichtigen um 0,7 pCt. festjust-llen. Im Jahre 1883 betrugen 23 Prozent : wi r 7„ 8„ 10„ 10„ 9 sie zündeten die dritte an. Chaval brach sein zweites Brot, rndem« grollend rief: „Komm doch, dummes Ding!" Katharina zitterte. Um ihr freien Willen zu lassen, drehte sich Stephan abseits, und als sie sich noch nicht be- wegte, flüsterte et: „Geh, mein Kind!" Die Thränen, welche sie zurückgehalten, überströmten jetzt ihr Gesicht. Sie weinte lange. Ab« sie fand nicht die Kraft, sich zu erheben, ja sie wußte selbst nicht mehr, ob sie Hung« hatte; ein müder Schm«z lähmte ihren ganzen Körper. Stephan erhob sich, klopfte wieder an die Kohlenwand, und schritt den engen Raum auf und ab. ES war nicht einmal so viel Platz, daß« sich von dem vohaßten Menschen entsernen konnte; kaum hatte er zehn Schritte gemacht, mußte er wied« umkehren und sich ihm näh«n. Und sie sollte er bis inS Grab mit ihm theilen! Sie wird dem gehören, d« »letzt stirbt; wenn er selbst zuerst die Augen schließt, wird « And«e sie ihm wied« nehmen. Stunden vergingen um Stunden. Die durch ihren gemeinsamen Athem v«, dickte Luft machte das enge Zusammensein zu ein« un«- träglichen Pein. Zwei Mal rannte Stephan in wild tobendem Zorn an den Fels, als wolle er ihn mit seinen Fäusten z«- malmen. Noch ein Tag ging vorüber. Chaval hatte sich Katha- nnen genähert und gab ihr die Hälfte seines letzten Brotes. Mühsam kaute sie, und für jeden Bissen machte« sich mit ein« Liebkosung bezahlt; sein hartnäckiges Eif«suchtS- wüthen wollte ihn nicht si«ben lassen, ehe« sie vorh« noch einmal, dem Andern zum Trotz und m Gegenwart des Andern besessen. Sie war so müde, sie vermochte nicht, ihn abzuwehren; doch wie er sie leidenschaftlich in seine Arme schloß, stöhnte sie: „O laß mich, Du z«brichst mir die Rippen!" Stephan hatte sich am Ende der Gallerie versteckt, um nicht Zeuge zu sein. Er stürzte herbei: „Willst Du sie loslassen!" „Geht Dich da» etwas an? Sie ist meine Frau, mein' ich!" die entsprechenden Prozentzahlen 63,1 und 38,9, es ist hiermit eine Verschlimmerung unzweifelhaft konstatirt. Die Ursachen dieser Erscheinung sind vor Allem sozialer Natur, die fort« schreitende Jndustrialisirang des Landes, das Wachsthum d« Massmarmuth, die dadurch herbeigeführte physische Ver« elendung d« breiten Schichten der Nation kommen hierbei in Frage. Schon das nackte Jntoesse de» Militarismus, der doch möglichst viel wehrfähige Leute braucht, heischt dringend gesellschaftliche Reformen, welche die Lage d« arbeitenden Klasse«heblich verbessern und das Volk leiblich und aeistig tüchtia« machen. Do« der öffentliche« Armenpflege wurden im Jahre 1885 im Deutschen Reiche unterltützt 886571 Personen, zu welchen noch 705 815 Mitunterstützte(Angehörige u. s. w.) zu rechnen find, also inSaesammt 1 592 386 Personen. D. h. auf 1000 Einwohner im Deutschen Reiche kamen 33.98 Armen» Pfleglinge. Diese einfache Ziffer kennzeichnet die Löhe de« KullurmveauS, auf welchem wir uns befinden. In ein« rationell organifirten Gesellschaft wären derartige Zustände unmöglich. Run sind aber diese Kostgäng« des Armenfonds nur ein klein« Bruch theil der Nothleidenden. Die soziale Roth beherrscht viel weitoeKreise,«streckt sich auf alle die, welche von d« Hand in den Mund leben müssen, aus alle die, welche auf ihre Arbeitskraft angewiesen find. Denn die Armenpflege ist da« letzte RettungSmittel. Und je tief«e Wurzeln die poli« tische Bewegung in der Arbeiterklasse schlägt, je feiner und empfindlicher da» Ehrgefühl de« Proletarier« wird, um so scheu« weicht er vor der breiten Bettelsuppe zurück, deren Empfang ihn seiner politischen Rechte boaubt. Es ist deshalb die Ziff« d« Armenpfleglinge nicht der richtige Maßstab sür den Umfang des Elends. Trotzdem genügt e«, wenn den deutschen ReichStagSwählern recht eindringlich die Thatsache zu Gemüthe geführt wird: Auf tausend Deutsche kamen im Jahre 1885 rund vierunddreißig Almosenempfänger! X�erfkinrinlungen. Gin« gutbrsucht« öffentliche Versammlung der Kupferschmiede Berlins und Umgegend fand am 6. d. M. in Feindt's Salon, Weinstraße 11, statt, mit folgend« Tages« Ordnung: 1. Wahl von Streikkaffe-Revisoren. 2. Die Be« deutung des achtstündigen Arbeitstage«. Referent Herr Werner. Diskussion. 3. Verschiedenes. Das Bureau bildeten die Kollegen Madel, Seifarth und Fritz. Zu Punkt 1 wurde beschlossen, daß auch den unorganisirten Kollegen ihre Mitwirkung nicht versagt werde, 2 Mitglied« des Unterstützungsverein» der Kupferschmiede Deutschlands und ein Nichtoerein- Mitglied zu wählm und fällt die Wahl auf die Kollegen Thomas und Cassardelli(VoeinSmitglied«) und Dittmar(NichtvereinSmit- alied. E« tritt eine Pause von 10 Minuten ein. Als nach Wiederoöffnung der Versammlung d« Referent imm« noch nicht«schien«, ist, wird in die Diskussion eingetreten. D« Vorfitzende geht auf das eigentliche Thema über und er- läutot die Vortheile des 8 stündigen Arbeitstages in eingehen« der Weise, betont aber gleichzeitig die schwierige Durchführung dies« Forderung, doch werde sich die Einigkeit d« Kollegen hierbei ebenso bewähren, wie sie fich bei der vorjährigen Lohn« bewegung bewährt hat. Hieran schließt fich eine längoe animrrte Diskussion, als deren Endergebniß eine Resolution angenommen wird, den 1. Mai als einen Feiotag zu pro- klamiren, was denn auch unter dem Beifall d« V«- fammlung geschieht. Unt« Verschiedenes wird ein An- trag Hasche angenommen, eine AgitationSkommisfion von 7 Personen zu wählen und fällt die Wahl auf die Kollege« Hasche, Erfurt, Seifarth, Schröder, Köhl«, Brofig und Dittmar. Ein weitoer Antrag, nur in solchen Lokalen zu vo- kehren, wo das„Berliner Volksblatt" und die„Berliner Volkstribüne" ausliegt, wird nach kurz« Debatte mit allen gegen einige Stimmen angenommen. Den streikenden 58«« goldern der Methlow'fchen Fabrik w«den 50 Mark aus d« Streikkasse bewilligt, nachdem schon in d« letzten VereinSv«» fammlung den Luckenwalder Hutarbeitern ebenfalls 50 Mark bewilligt waren. Die Anfrage eines Kollegen, wie es mit dem Punkt e unsere« Lohntarifs, betreffend Akkordarbeit, stehe, zeitigte eine lange, zu scharfen Auseinandersetzungen führende Diskussion, die schließlich durch einen angenommenen Schluß- antrag unterbrochen wurde und somit resultatlos verlief. Da die Zeit schon vorgerückt ist, schließt d« Vorsitzende die V«« fammlung um 12% Uhr Nachts. Kartonarbeiter. Am 6. Januar tagte bei Bolzmann, Kl. Anoreasstr. 26, die Freie Vereinigung der Kartonarbeiter. Zu Punkt 1 d« Tagesordnung hielt der Kollege Freudenreich einen Vortrag üb« die Kulturaufgaben d« Menschheit. D« Redn« erledigte fich sein« Aufgabe zur vollsten Zufriedenheit aller Anwesenden, wofür ihm auch laut« Beifall zu Theil wurde. Er stellte unter andoen die Nächstenliebe alt die schönste und nöthigste Kulturaufgabe d« Menschen hin und Und, wie um seinen Feind zu höhnen und hoauSzu- fordern,«griff er sie von Neuem und drückte seinen rothe« Schnurrbart brutal auf ihren Mund, indem« sagte: „Laß uns in Ruh'!... Weißt Du, sei so gut, gch' mal da hinten hin und sieh zu, ob wir dort sind r „Stephan, die Zähne auf einander gepreßt, rief wüthend: „Wenn Du sie nicht losläßt, erwürge ich Dich!" D« Andere sprang auf; an dem zischenden Laut von Stephan'S Sprache hatte er erkannt, daß dies« ein Ende machen wollte. Der Tod kam zu langsam: Einer von ihnen mußte jetzt gleich auf dem Platze bleiben. Ihr alt« Kampf verlangte seinen Schlußakt, verlangte ihn hi« unten, wo sie bald neben einand« ruhen w«den, wo es so eng war, daß sie nicht einmal die Faust schwingen konnten, ohne sich zu v«letzen. „Nimm Dich in Acht," antwortete Chaval,„diesmal bring' ich Dich um!" Stephan v«lor die Besinnung. Es war, als wenn ihm ein Strom Blutes zum Kopfe drang, ihm die Augen in rothen Schlei« hüllte. Ein Bedürfniß zu tödten«- griff ihn, unbesiegbar, unwiderstehlich wie d« Reiz der Schleimhaut, der Husten«zeugt. Er«griff einen Schief«- block, riß ihn mit mächtigem Ruck aus der Wand, stürzte vor und z«schmetterte den gewaltigen Stein auf Chaval'S Haupt. D« Schädel war gespalten, das Gesicht zermalmt, da« Gehirn spritzte an die Decke; ein rother Streif floß au« d« Wunde. Bald bedeckte eine blusige Lache den Bode«, das räuchrige Licht der Lampe spiegelte sich purpurn darin; in dem finst«en Raum lag abseits der Körp« de» Er- schlagen«», schwarz, wie ein Schatten, wie aufgeschüttet« Kohlenstaub. Stephan neigte sich darüb«, seine Augen öffnete« sich starr. Es war also geschehen,« hatte getödtet! Er«» innerte fich an seinen lange« vergeblichen Kampf gegen sein Erbübel, gegen das Gift, welches in seinem Körper schlum- merte. Und doch war er nur von Hung« trunken; die Trunkenheit seiner Eltern hatte genügt, ihn zum Mörd« zu machen.(Fortsetzung folgt.) wären es gerade die Arbeiter, welche in der heutigen Zeit, wo sie unter dem Drucke des Kapitals und dem Egoismus der herrschenden Klassen viel zu leiden hätten, die Nächsten- liebe zur Hauptaufgabe machen müßten und führte die australischen Arbeiter, welche von Nächstenliebe beseelt, so enorme Summen für die streikenden Dock» arbeiter in London zusammen geschafft hätten, als treffend« Beispiel an. Unter.Verschiedene»" wurde ein Antrag, der Lokalkommfffion 25 Mark Unterstützung zuzuweisen, einstimmig angenommen. Der Vorstand gab bekannt, daß Sonnlag, den 12. und auch am 19. d. M. ein Besuch der Urania stattfände zum Preise von 20 Pfg. vro Person und ermahnte die Mit- glieder, recht pünktlich Morgen» 8 Uhr dort zu sein. Zum Schluß ermahnte der Vorfitzende die Mitglieder, im neuen Jahr mit ebensoviel Interesse wie im verflossenen Jahre und durch recht zahlreiches Erscheinen zum Gedeihen des begonnenen Werkes mit zu wirken, und sich gegenseitig die Hand zu reichen auf da» Gedeihen der ganzen Arbeitersache. K«,i>>td,«»okrattsch»r und HUbutttblnfe„galTaU«", Euvry- ftrabe 16 bei> Ziemer, am 8'rllng, den 10. b. M, Äbenb« 8% Uhr.(Säfte können durch Oillgliebec ein« e fühlt werden. h. Heute, Freitag, den 10. Januar, stnbet im«ereinllokal, Forfterftrahe 45, bei Lwke, die elfte Sigung in biefem Iahte stau Damen w.b Gäste durch Mitglieder eingeführt gaben Zutritt. Neue Mitalieber werben aufgenommen Ai»»r»nl»»n- und A,»räbni(tkals,»»« M»r,in» fAmnrtiich»» Ogrufnklassgn(verwaitunglftelle Ve lin I) hält am Sonnabend, den 11 Januar, Abend! 8 Uhr, bei Wollfchläger eine Versammlung ab. Tage!- ordnung: 1, Kaffenbericht. 2 Geschäftliche!. 8. Mittheilungen. 4 Aulgabe der Dille tl zum Malkenball. Die Mitglieder werden erlucht. recht zabteeich zu erfcheinen, da an biefem Abend die Feier de! einunbzwanzigfährigen Bestehen! statlflndet. 0»r»UM««f» ra* zi»rl>r,«n«,»-»»»IKnbild»««. Eonnabend, den 11. Januar, Abend! 8% Uhr, bei Mündt, Ääonickeiftt, 100,«eneraloer. fammlung. Tagelord.rung: 1. Bierielfahilbeticht 2»rsaz. und SrgSnzung!- wähl n zum Vorstand. 8. Etatutmberatgung. 4 Verschiedene! (Oflf»nbadj»c{frantuhalT», Verwaltungistelle Berlin Hl, Nord). Am Sonntag, den 12 Januar, Nachmittag! 4 Uhr, bei Anadi. Brunnenftrahe 38: Haupt-Berfammlung Tagelordnung r 1. Vierteljährlicher staffenberichl. 2. Wahl de! Gefammtoorftande!. Ouittunglbuch legittmirt. gaätoittin hn> M»tallfchra»d»n, gacenbvtbn und gtxuT»- BtnolTtn Pirtin». Am Sonntag, den 12. Januar, Vormittag! 10X Uhr, in Deigmüller! Salon, Alte Jakobftrahe 48» GemrabVerfammlurg. Tage!- otbnung: 1. Erledigung der zmückgeftelllen Anträge. 2. Jahrelkaflenberichl. 8. Bericht über die ftattgefundene Konferenz m(t den Arbeilgebern. 4. Jahre!. bericht der Fachkommisston. 5. Verschieden,!.(Säfte find willkommen. »»grSdulstkuss,»»» Unrein» fämmttichor O» ruf»hla|T«n. Verwaitunglftelle Berlin 5.(Moabit). Versammlung am Sonntag Vormittag 11 Uhr, Bandelftr 35 im Hohenzollern Eaai. Tagelordnung: Wahl de! Ortlaulschuffe! laut z 29 bei Statut!,«äste willkommen. «rtOkrranknrkafs» der»ternnpswirkne. Da! Kaffenlokal beflnbei fiä) oom heutigen Tage nb bei K Büchner, Fiiederstr. 11, im Keller Cv ech, stunden 8 bi! 9 Vormittag!. 12 bl! 1 Nachmittag!. Die sreizahienden Mit- glieder werden daraus aufmerklam gemacht, dah(ie die Beiträge allein an den Renbanten abzuliefern Hoben. «»fang-,«um- und g,f,Üig» P»r»in» am Freitag. KaiferZcher Männergefangverein Abend! 9 Uhr im Restaurant Tamm, Schönhauser Allee 26. — Gefangverein.Pausebeutel' Abend! 8 Uhr im Restaurant Henfel, Aleran- brinenstr 15.—.Lieder lafel der Maler unb verwandter Beruflgenoffen' Abend! 9 Uhr im Restaurant Kleine, Branbenburgstr. 60.— Buchbinder-Männer- chor Abend! 8% Uhr Dreldenerstr. 110.— Gefangverein.Flöler(che! Doppel- Ouartett' Abend! 9 Uhr im Restaurant Mufeholb, Landlbergerftr. 81- Gefangverein.Fortschritt' Abend! 9 Uhr im Restaurant. Blumenst Gefangverein.Echo 1872" Abend! 9 Uhr Oranien strafe 88. Reue\ werben auf enommen.— Gesangverein.Osflan' Abend! 9 Uhr strafe 85 bei Guftavul.— Huppert Iche Eänger-Vereinigung Abend! 9 llhr bei Niest, veberstr. 17.— Gesangverein.Sängerhain Wz stllhr Adalbertstr. 21.— Liedertafel bei Fachverstn! bei Sieinttäger BN Abend! 8 llhr Große Hamburgerstr. 4 Uebunalstunde.— Gesangverein.je" sorge' Abend! 9 Uhr, Restaurant Revher. Alte Zakobstr. 83— GeilM!« Widerhall' Abend! 9 Uhr bei Herrn Boge, Köpirrikerstr. 191— Gesang« .Lorbeerkanz' 8% Uhr Restaurant Weinftr. 11- A, bettet■ Geian ■ stlorb" Uebungstunde Abend! 8% llbr im Restaurant Gnabt, Brunner Etimmbegabte auch pafstve Mitglieder werben aufgenommen.— Vo>»> Dilettanten, Orchesterverein. Uedungöstunde von 8X bi! 11 Uhr Abend! imS°un? städtischen KttrbHau! Annenstr. 16, 1 Tr.— Berliner Turngenoflenfchast( Männerabtheilung) Abend! 8% Uhr w der städtischen Turnhalle Wafferth" — Turnverein. Hasenhaide"(Männerabtheilung) Abend! 8 Uhr bathfttafe«e 8° 61.- Turnverein. Froh unb Frei"(Männerab Abend! 8X Uhr Bergfttaße 57.-«isienfchastlicher Verein für Stenographie Abend! 8% llhr im Restaurant Ziethen, Dorotdeenstra«!» Unterricht unb Uebunglstunde.— Allgemeiner ArendUcher SienogratA verein. Abtheilung..Vorwärt!" Abend! 8� llhr im RestaurantA Mariannenplatz 11.— Arendl scher Etmograp?enverein„Apollo bund' 8»% 9 llhr im Restaurant Segbelftr. 30— Verein ehemaliger Dr. Doebbelin» Ethstler Abend! 9 Uhr im Restaurant Kreb!, Friedrichstr. 208— Voigts»! DilettantenOrchefterverein Abend! 8% Uhr Uebungöftunde stn RrflajJ Cöllnifcher Barten, Echarrenstraße 12— Zitherverein„Alpenveilchen"% 8X Uhr im Restaurant„Wahlstatt" Bellealliancestraße 89.— Rar „Wtftenb" Abend! 9 Uhr stn Hohemollerngarten Steglitzerftrafe 27.—' Nub„Weichfeibiatt" Abend! 8% Uhr im Restaurant Elaligerstraße 147« Rauchklub„Ohne Zwang" Abend! 8% Uhr im Restaurant W Ep strafte 28.— Verein ehemaliger Schüler der 22 Berneindefchule Ab im Restaurant Schröder, Etegligerftr. 18.- Lese, unb Dilkuttrltub, Abend! 8 llhr im Lokale de! Herrn Otto Linke. Forsterstraße 45_ � Herren und Damen, durch Mitglieder eingeführt, haben Zul,itt.- gefangverein.Hoffnung", Friedrichlberg, bei Reufch. Frankfurter und Dorfftrahen-Gike. Uebunglstunde. Aufnahme neuer Mitglieder� Männerchor der„Berliner Mechaniker" Abend! 9 Uhr im Restaurant Franzittahe 8— Verein ehemaliger Schüler der 28. Gemetnbeschule 9% Uhr. Königstadt-Kafino, Holzmarktttr. 72. Aufnahme neuer" Gäste willkommen n V Kr. Verein zur Maßr««« d. Interesse« d. Steiirträger und verwandten Bepufsgenoseen. Spttntafljftt 12. 1, Vom. 11 llhr, in Slhesfer's Salon, ZchlSr Iv, II, Wir Mitglieder- Versammlung.-WW Tage«-Ordnung: I. Abrechnung vom 4. Quartal 1889. 2.„Der Achtstundentag und feine Bedeutung". Refer.: Otto Rennthaler. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes und Fragekaken. Neue Mitglieder werden aufgenommen._[656 Um»ahlreickie« Erscheinen ersucht Oer Vopstand. Grosse öffentl. Tischler- Versammlung am Montag, den 13. Jan., Abds. 81» Uhr, im Lokale„Sanssouci", Kottbuser Straße Nr. 4a. DageS-Ordnung: 1. Vortrag: Der achtstündige Arbeitstag und seine Bedentnng. Referent: Herr Th. Glocke. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um recht zahlreichen Besuch bittet[655 _ Der Ginbernfer: R. IWillarg. Große öffentliche Versammlung der Ztisemilbtittt mld Bnliis Mii Ul»gege>d am Sonnabend, de« 11. Jan., Abends 8 Uhr, in„Jordan s Salon", Uene Grnnstraße Ur. 28. Tages-Ordnung: 1. Gründung eine« Fachvereins und Wahl eines provisorischen Vorstandes. 2. Bericht der Fünfer. Kommisfion und Verlesung der Staluten. 3. M tglrei»r-Äufnahme. 4. Verschiedene« und Fragekasten. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt.[648 _ Um zahlreiche! Eescheinen ersucht_ Die Fflnfer-KommiGGion._ Verein der Sattler«nd Fachgenosfen. Dienstag, den 14. Jaunar, Abends 81g Uhr, in ,,Oeigmüller's Saal", Alte Jakobstr. 48a, Geschlossene Mitgiieder-Versamminng. TageS-Ordnung: 1. Bericht de» Vorstandes, der Arbeitsvermittlung und der Bibliothekare. 2. Abrechnung vom 4. Quartal. 3. Wahl des gesammten Vorstandes. 4. Wahl der Revisoren. 5. Ersatzwahl der Arbeitsvermittler. 6. Verschiedene» und Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder.— Mitgl>edSduch legitimirt. Da« Erscheinen eine» Irden ist Pflicht. Der Vorstand- viletS zu dem am 15 Februar in der„Krauerei Friedrichohaiu" ftaufindenden MaGkenball gelangen zur Auogabe._[649 Große öffentl. Kildhaner-Nersammlnng am Fretwg, den 10. Januar, Abends 8 Uhr, in„Hnndt's Salon", Köpuicker- Straße Nr. 100. TageS-Ordnung: 1. Der gegenwärtige Stand unserer Bewegung und wre verhalten wir un» ferner? 2. Diskussion. 3. Verschiedene«. Sur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. kt der Wichtigkeit der Tagesordnung ist«s Pflicht eine«[eben Kolloen, zu erscheinen. S46[_ Per Einberufer. Große öfflitMe Oetfammlung der Putzer Berlins und Umgegend am Montag, de« 13. Ja«., Abend» Uhr, im Kobale„Schweizer-Garten", am Köntgs Thor. TageS-Ordnung: 1. Vortrag:„Arbeitszeit«nd Arbeitsruhe". Ref.: Stadtv.«. Vogtherr. 2. Abrechnung de« Generatfonds dl« zum 8. d«. M«. 3. Verschiedene«.— Zahlreiches Erscheinen ist ermünickt.[662 Der Gwb-rvf-r: Alb. Koller, Korstgstr. 18. Fachverein d.Rohrleger. ggT Versammlung"MU Sonntag, den 12. Januar er.. Vorm. 11 Uhr, in Feweratein'a Salon, Alte Jakodstr. 75. Tagesordnung: 1. Vortraz über die Ziele der deutschen Ar- beiterorganrsation in der Jetztzeit unter Berück- stchtigung der Geschichte der Arbeiterorganisation F. Lassalle'S- 2. Abrechnung vom Winter- vergnügen. 3. Verschiedene« und Fragekasten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht]657 Ter vorstand. NB. Den mit den Beiträgen reftirenden Mlt- «iedem zur Nachricht, daß der Kassirer gern ereit ist, Beiträge entgegen zu nehmen. Der Obige. Sötlassergeselle« auf G'tterarbeit verlangt 660] Plattner» Lippelt, Brrtzerstr. 7. Achtung Tischler! All« oiejenigen Kollegen, dre noch im Besitz von Listm für die auswart« streikenden Tischler Deutschland« find, werden hierdurch ausge- fordert, dieselben, ob gezeichnet oder leer, an die Kommisfion wieder zurück zu erstalten und zwar bi« zum 26. Januar 1890.(654 Die Funfer-Kommifsto« I. A.: R. Millarg, Tischler, Lehrter str. 22. 11. Allen Freunden»ur Nachrcht, daß da» vom Gesangverein„Crescendo" ic. veranstaltete Konzert mit anichiießendem Tanchräniche« am Sonnabend, den 11. Januar, in Sanssouci bestimmt stattfindet.[663 I. A: Carl Wuth, Musik- und Gesanglehrer. Soeben erschien: Knlim JUMa-liMitli Herausgegeben von Msx l»diippel. Heft X. Die Sozialdemokratie und der deutsche Reichstag. Materialien zum Gebrauch für sozialdemokratische Wähler. Preis 15 Pfennige.— Wiederverkäufer erhalte« Päd att. Zu beziehen durch die Expedition, Zimmerst r. Nr. 44. Generalversammlung de« Iertiilsz.WchmgdttZ»ttt- ejse« d.KlliiliembkitnBnIillS am Montag, den 13. I muar 1890, in DeigmOller's Salon, Ätle Jakobstr. 48a. Tagesordnung: 1. Bericht de« Vorstandes der Rechtsschutz- Kommission und ArbeiiSvermittlung»- Kam- Mission über die VereinSthätigkeit im veiflossenen Jahre. 2. Rechenschaftsbericht des KaffirerS. 3. VereinSangelegenheiten und Verschiedene«. Mitgliedsbuch legitimirt.[653 _ Der N-rftand. Wilhelm Werner. zu seinem heutigen Wiegenfeste ein drei donnerndes Hoch. Die Genossen aus dem«Lustigen ssticfel�; Unserem Oskar Schmidt ein donnernd� Hoch zu fernem heutigen Wiegenfeste. Haiu nischt zu leeten? Wie steht'« mit Tb-an u»' Wärmekin?_%8] C. H. C. U, Fachverein der Tischler. Zur Beachtung. Die Zahlstelle V de» Verein« defindet sich von Sonnabend, den 11. Jrnuar. ab nicht mehr Marien dorferstr., sondern Ecke Gnetseuan- straße und Echleicrmacherftratze der Kch-ner. Sonnab-nd, Abenv« 9 Utir, Uor stan dssihung in Jordan'« Salon, Neue Grünllraße 28. Die Bibliothek ist während der Vorstand«- fitzung geöffnet und werden die Mitglieder des Vereins ersucht, die in ihren Händen befind- lichen Bücher abzuliefern oder umzutauschen. Sonntag, den 12. Januar, firdet eine Vorstellung mit Vortrag m der *(im Ausstellungspark) fik den Fachverein der Tischler statt. Billet« sind bei Herrn Apelt, Sebastian- straße 27/28(Möbelhandlung), für den Preis von 50 Pf. zu haben. 647 Der Vorstand. Achtussg Bildhauer! Wegen Maßregelung eine« Kollegen haben sämmtliche Gehilfen m der Werkstatt von Vcgts& Co., AU- Jakobstr. 18-19, die Arbeit mto«neleat.[659 Die KosmWu Her#Wer. Sophaßezüge! »-st» von 3%— 5 Meter lnottbitttg. Emil Laffdvre, Granienttr. 158. llMk4*ltaftb*■ Ooldsohmid«, gßogiaow# CpMamert-. am hiesigen Platze bekanntlich[1658 Ordsate Auswahl- OsMattarf stch-» kv-nn-nd««abniu. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindlichen Roh. Tabake find am Lager. A. Boldsohmidt, C|issi««(rtvMe• am Hackeschen Markt Allen Bekannt-n zur Nachricht, daß wei»� Frau Usrie Wilke am 7. d. Mt«. gestorbt» ist. Die Beerdigunq findet am Sonnabend, den 11. Januar, Nachmittag« 4 Uhr,»Jf Elisabeth-Krankenhaus nach dem neuen Zwon' apostel-Kirchhof statt.[«»<> _ A. Wilke, Tischler� Danksagung. Für die herzlich« Tbeiinahme bei der M' etdigung meines lieben Mannes, des Schneiden metster« Cilhelm Wuchhauer, sage allen Freunden unv V-rwanoten, so«� den Parteigenossen m«i"en innirtten D-mk. 651]_ Wittwe Wuchhauer»�. Uoqellaii-, Glas- 1 KteiMtumres. Tisch- und HAngelampen empfiehlt billigst C. Rahm low, Lothringer ltr ass« 59, kw Rosevthlller Thor. De« Genosse« halte ich meine Masken-merolH bei Bedarf best, empföhle«- Größte»uswadil vt»**• vereinen PreiSermSstit 8r.P!il!i»,T°K Adntb-rtssr. 98.___ IMM, eigener Fabrik. S]ii6£6i b. Polstervaarei. Cr. Lager, WU. Preise. Emil Heyn, Brunn cnstr. 28, Hof part Thrill, nach Uebereinkunft. Uak'�akak, slmmtlloher Sorte#- Größte Auswahl, billigste Preise.[72* 6. Elkhuyssn, WSttistra»« 10._ Kräftiger Mittagvttjch[64» ä Kouvert 35 Pf. empfehle ich allen merne« Freunden uno Bekannten. P. Kabietzki, Vel' treter der Restauration v. Haufchke, Barnimstr- � Mamsell« auf Knabenanzüge verlangt(580 Stein, Oranienftr. 183, 3 Tr. Tücht.Korbm. a Figuren v.Dkalitzerftr.33,H.Kell� Korbmachergesellen aus Rohrarbeit oerlangt 644] Halse, Oranienftr. 3. *»•» M.- 10 llhrs- WnF&V Kaiser-Panorama. W$SSw Zum ersten Male: " Eine bequeme Wanderung durs G««-WieSbr»eu. Zweiter Cyclu«: Pariser WeltauSfteluüO- Resse Sr. Maj. Gchtff Hertha. Eine Reife 20 Pf., Kind nur rO Pf. Abo«-' »eranrwortlicher Redakteur:«urt Laak- rn«ertm. Druck und Vertag von*«*«aktn« tn Berim sw., Bcuthstraß« 2. •hnrpa-tue Keila»«- Beilage zum Berliner BoMlatt. Kr. 8. Freitag, de« 10. Janaar 1890. 7. Jahrg. Der Kann ist gebrochen! Der de- aß Die Wahlen zum Reichstag find ausgeschrieben. «Geichs anzeiger" enthält folgende Verordnung, Itefftad die Wahlen zum Reichstage. Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König vcn Preuhen ic. beiordnen auf G-und der Bestimmung im 8 14 des Wahl- strfetzes vom 31. Mai 1869 im Namen des Reichs was folgt: Hie Wahlen zum Reichstage find am 20. Februar 1890 bvrzuaehmen. Urkundlich unter Unserer Hocksteigenhändigen Unterschrist betgedrucktem Kaiserlichen Jasiegel. Tigeden im Schloß zu Berlin, dcn 8. Januar 1890. Wilhelm J. R. von Bismarck. deutsche Volk wird am 20. Februar zeigen, wie e« �-rr die bisherige Haltung der herrschenden Parteien denkt. H« neue Reichstag ist der erste, dem da» Wohl und Wehe der Ration für 5 Jahre anvertraut wird; angesichts dieser chalsache ist es eigentlich überflüssig, noch besonders auf die «rchti gleit des devorstehenden Wahlaktes aufm-rksam »«he». 2�* deutsche Sozialdemokratie steht gerüstet da. ihre Wahl- "Bereitungen find abgeschlossen, auch der letzte Mann weiß, was er soll und was er will. gilt jetzt, dos Banner unserer gemeinschaftlichen Sache dochzuhalten, die letzten Wochen noch mit äußerster Anstrengung b�innutzen, damit der 20. Februar ein Sieges tag in der % Gmusegatten 2000 Meter filier dm Meer. Ä Im Oberengadin. .. hätte nicht schon gehört von diesem herrlichen Hoch ja vielleicht selbst das Glück gehabt, ein paar �»««erwochen inmitten jener grünen Matten der Schnee- *«isreg'on zu verweilen? Es ist dort unvergleichlich lchön, ZT" d� H-erdenglocken läuten und der Mersch die Rächt tag, machen möchte, um auch nicht eine Siunde des Ge- jfi iT* 12 verlieren. Ader wahr bleibt dabei, daß es droben »»x �vvate Winter ist, v>er Monate kalt und einen kühl, L» biesem llasfiichen Klima ein paar Jahre lebt, der sehnt •"v«teder nach den grünen Hallen«ine« Buchenwaldes zurück, Flüstern und Rau'chm des Biätt-rvacheS, nach den r' i?�blUchen eine« B umen garten«, ja selbst nach den pro- „{�wn- für den Liebhaber jedoch arzrehenden Gemüseanlagen "�r«t Tieflandes. . Daß im Engadin die Topstfl mrenkullur in Nelken, Ge- /7�«n mit erstaunlicher Sorgfalt und auch Erfolg betrieben *�0, Ist bekannt, weniger will die Anlage von Gemüsegärten Hunzen, namentlich in den höchst gelegenen Dörfern, wo selbst f* windgeschützter Lag« und reinem Humusboden außer Kopf- g« den Rüben, weißen Rüden und MonatSrettigen nichts �deutliches gedeiht und auch das Wenige nur bei Aufwand Zeit und Geld. Frost oder Dürre vernichten p'ötzlich die so daß dieser Gartenbau fast nur zum Vergnügen Ji-Kiufct und für die Küche nicht in Betracht kommt. Die Zubers in den Sommermonaten sehr praktischen Verkeh«- «utel erlauben es frerlich, frische Gemüse au» der unteren «%***') ober Italien herkommen zu lassen, doch zu förmlichen ?*tichpreisen. Die Gemüsenoth wird dem Engadiner Freunde ti?** so wichtigen Nahrungsmittel besonders im Frühjahre rol�ar«nd da bekanntlich die Noch erfinderisch macht, holten ko« Grünzeug von wildwachsenden Pflanzm und das von den Bäumen und Sträuchenr des Waldes! Wir hierbei manche interessante Entdeckung gemacht, Salat e.**•twu'e geschmaust, wenn unsere Nachbarn noch immer an « hsrumwürzten. «. Schmilzt Ende April oder Anfang« Mai der Schnee in « Rade der Häuser und an den Straßendorden, so gewahrt dicht auf dem Boden aufliegende rothdmme Blätter. z�wel. Es>st der Löwenzahn, der in bieflm Stadium seines «?5ch«tbumes ein ganz vorzügliches und gesundes Gemüse «ot. Man gräbt die Pflanzen mit dem Messer aus, ohne die schneidet die verdorrtm Spitzen ab und hat nun ein ?2swslchen schneeweiß gebleichter Würz» lblätter. Die Pflanze via Ii um besten im sandigen Boden, treibt und entwickelt sich iri*?�uee und Ei«, um beim Eintritt der wärmeren Jahres- «fu dann plötzlich ihre langen grünen Blätter zu entsenden, �-ur zäh« und ungenießbar werden. Es ist ganz di-felbe wie fit im Tieflande vorkommt, doch entwickelt sie sich T*«tgadin in fo eigenthümi'.cher Weise, daß wir sie weit �Ner«nd schmackhafter finden. Dem Spinat ähnlich, oder 8..km er weißen Sauce gekocht und als Salat verwendet, k« d« Löwenzahn ein köstliches Gemüse, das in Nichts der ?org«l oder der Endioit nachsteht. Ein Frühlingsbote, �vo« Jung und Alt freudig begrüßt und massenhaft za Horz rgllch zu sog mannten Frühlingskuren geeignet «e Alpmkreffe, die Anfang« April trotz tiefem VN w nnm Quellen auf Wiesen oder an Bächkii ge- wird. Di« jungen Triebe und Blättchm geben einen �kuirchen«nd gefunden Salat, der aber weit schärferen a'i!$wa, Jwi als die Bachkresse im Th ile. Im Sommer « Alpmkresse als gewürzreiche Gamitur zu Fleisch. ?krwendung, selbst in Huteltüchw: fie ist auch dann tqe«ehr so stark wie im Frühlmg. Die biuttemigmde Eigen. "Wder Kresse kennt man. aatmt' Petersilie ähnelnde Pflanz», Poletlch ge- «imm'. B'-c"l gute« Suppenkraat; ja Viele finden auch muft vnb S-la. Gefallen daran. eSno»?«.?, drn Bagm herumgewandelt und in Alpenhuttm vstan,»�» � mußten die großen, breitblätterigm 4>uti-�.?� bi« oft einen bedeutenden Raum vor der die. attoAi„ 9s Pub die« di« sogenannten Plankm, at« lktstampst mit Kartoffeln oder K eie vermischt. .« �_.�?'Ukm«sutIer gelten. Die im Frühling selbst au« -«Schn«- �r»vrb«chm�en�mrte�klü�r�nit� dmRhaWiber awSsea m-n Gegend bildete. Anfang« Juni bedeckm die mehr sumpfigm Wlesm .Ochsmzungm-, ein vom Landwirlhe daium scheel angesehenes Unkraut, weil es das Vieh nicht gern« ftißt. Die Pflanze hat e,n«n säuerlichm Geschmack; fie erwies fich als angmehm schmeckendes Gemüse. Der Versuch, Sauerkraut daran« zu machen, ergab günstige Resultate, da eine ganz gleiche Gährung einlrat, wre bei den Krautarten und ein recht gute« Produkt entstand. Freilich wer so glücklich ist, seinen eigenen Kohl pflanzen zu können, wird Nicht wie ein Wilder von Kräutern und Wurzeln Üben, die in keinem Kochbuche stehen. Immerhin bleibt e« lehrreich zu wissen, daß Mutter Natur noch gar viele« Unqekannte hervorbringt, dcs dem Menschen zur gesunden Speise dimen kann. Im Geschmacke ähnlich, doch feiner und täble«l'bote-fähig ist der Sauerampfer, der juna gepflückt ein sehr pikante« Ge« müse in Spinatform liefert. Namentlich in der norddeutschm Küche kommt er in Gebrauch, mitunter sogar als Suppenstoff. Er findet sich im Oberengadin in ausgezeichneter Qualität, sowohl auf Berg- als Thalwiesen. Wohl da« wichUgfte wildwachsende Gemüse und von der Bevölkerung sehr geschätzt ist aber der Alpen lpinat, auch schlecht- weg Heimele genannt. Die Pflanze ähnelt in Form und Farbe unserem Gartenspmat, doch find die Blätter weniger breit und auf der Unterseiie mit einem pelzartigen weißen Flaum überzogen, der beim Sieden abgeht und auch dm Ge> schmack nicht beeinträchtigt. Ein echtes Wpenkind, wird fie noch auf Anwiesen in einer Höhe von 7000 Faß gefunden. Gerne fiedelt fie fich kolonienweise in der Nähe von Hütten an, doch trifft man fie selbst auf der so merkwürdigm Pflanzen- Oase Agaglioks inmitten der EiSwüste de« Morteratsch- aletscherS. Mtle Juni ziehm die Engadiner Kinder mit großen Säcken nach den ihnen bekannten Fundvlätzen und sammeln das beliebte Kraut. Gut gekocht, läßt e« fich vom echten Spmat nicht unterscheiden, hat auch dieselbe schöne grüne Farbe und schmeckt prächtig.._, Läng« des Ufers der Seen sprießt aus dem Sande der wilde Schnittlauch, der zu Suppen- und Saletgewürz und als»Hauptwitz" bei dm so dclikatm Schnittlauch. Omeletten dient. B-l anders in nassen Jahrgängen trifft ma» ihn in er- staunlicher Menge an. Der wilde schmeckt weit besser als der in Gärten aepflegte. In kleine Gliedchm zerschnitten und mit trockenem Salz be'pcengt wird er für dm Winterbedarf in steinernen Töpfen aufbewahrt. Den Gemüsen dürfen wir wohl auch die Pilze zu rechnm, die im Obermgadin in mehreren sehr guten eßbaren Arten vorkommen. Heutzutage giebt es wenige gebildete Leute mehr, w-lche dm außerordentlichen Nährwertd dieser Pfl inzen bezweifeln, aber das Schreckgefpmst einer möglichen Vergiftung hält selbst Einsichtigere davon ab, mit uaschädlichm Pilzen eine» Versuch zu machen. Und doch, welch reicher Schatz an trifflichen Nahrungsmitteln k-imt und wächst in jmen der Pilz- entirick lung so günstigm Wäldern und Wiesen, um nur zu vcrfoulkn! Wir warm seinerzeit erstaunt, da und dort in dm Wiesen des Obermgadin« dm ächtm Champignon zu finden und zwar einst in einem Riesemximplar von einem halben Kilo Gewicht. Da die eigentliche Heimath des wilden Champignon F-a�kreich und namentlich England ist, und die klimatischen Verbältnisse auch nicht zuließm, daß dieser weichliche Pilz zur Flora der Alpenregion gehöre, läßt fich das Vorkommen nicht anders eiktärm, als daß Ueberreste au« dm bekannten Konservenbüchsen die Keime(Svalten) auf günstigen Boden und zur Entwicklung brachtm. Namentlich die große Allmmd bei Somaden liefert im September manch Körbchm diese« feinm Gemüse«. Zahlreich, so recht die Schüsseln füllend, ist der Eierschwamm vorhanden, jener kleine, hellgelbe, gerippte Pilz, der zu den sckimackhaftesten gehört und auch hier und da der uns auf den Markt gebracht wird. Er wächst im September auf trockenem, steinigem Waldbobm und bringt, an der Luft gedörrt und wieder aufgeweicht, im Winter einige Abwechslung in da« sonst so bescheidene Mmu des Alpenbewohners. T. Selten begegnen wir dem König der eßbarm Pilze,"dmi schon von dm Römem hochgeschötztm Steinpilz, häufiger hingegen einem sehr guten Speiseschwamm, dem Ring- und Kuhpilz auf feuchlcm Waldboöm. Aber noch eine größere Zahl von Arten wärm, führte uns dies nicht allzu weit, zu umuen. In einem rechtm Gemüsegarten stehen auch Obstbäume, und da die A'pfel und Birnen des Odermgadins in Form von Aroennüßchen an den Bäumen hängen muß fich nammtlich di« liebe Jnoend an das wildwachsende Beerenobft haltm. Der Härte des Klima'« kotzend, erscheint ihr dasselbe m mancherlei Arten und oft recht erarebig. Der Johannisbeerstrauch kägt hier besonders aromatische Früchte. Hinten im Roseggthale, hoch ob der Waidesgrenze, wo kühle Luft des Gletschers w verändert bewilligt. Bei dem Kapitel.Station«. Jatendanwreu� erörtert der Bundeskommissar, Geh. AdmiralitälSrath Richter, auf eine Anfrage de« Abg. Rick er t(dfr.) die Gründe derAbkomman- drruna von Jnlendautursekretären.— Abg. Rickert wünscht die Gleichstellung der Werst-VerwaltungS-Sekcetäre mit den Inten- dantur-Eekretären.— Da« Kapitel wird unverändert de- willigt, ferner ohne Debatte die Kapitel»Rechtspflege� und «.Seelsorge'. Es folgt Kap. 51»Misitarpersonal".Brsoldungen. Hier handelt es fich um eme Erhöhung des Etat« gegen da« Vor- jähr um 545182 M., welche vorzugsveile durch Vermchmng de« SeeoffizierkorpS«eranlaßt ist.— Die Budge'komm�sion bean« tragt die Abstretchung einiger neu angesetzter Offi.ik' stellen, wa« der Referent, Abg. Kall«» unt-r Hinweis auf die Nothwenoig- keit von Erfparunaen im Budget befürwortet. Bewilligt ist dagegen neu ein Bize-Admiral mit 13 200 M. Abg. Frhr.». Franckenftein(Zmtrum) motioirt die Haltung seiner politischen Freunde in der Kommission, welche die Absetzung des Postens für diesen Vize-Admiral beantragt haben, und wiederholt diesen Antrag. Staatssekretär K««»u«v hebt dem gegenüber hervor, daß mit Rückficht aus bat Umfang und die Dauer der all- jährlichen, fi» wichtigen Uebungen der Maoöve, flotte es geboten fei, einen Offizier für dieselbe dauernd zur Verfügung zu haben. Der Rana eine« Vize. Admirals sei für denselben aus mili- tärischm Gründen aforderlich. Die beiden als Stationschefs suNrtütnden Vize-Admirale zu diesem Kommando heranzuziehen, nicht angängig, ia- seien. Der Staatssekretär des Reichsmartneamt« wendet fich ferner gegen die drei von der Kommission beantragten Abst eichnngen, da die Marine auf die geforderten neuen Offizierstellen nicht verzichten könne. Abg. Killurt(dfr.): Die Marineverwaltuo a mache immer nur von der einen Seite der Marmedenkschristen die Nutz» anwendung, nämlich in Bezug aus die M e h r forderungerr. Abstriche müßten jedoch aemacht werden, wenn die Finanzlage e« erfordere. Was werde man dazu sagen, wenn man für die Landarmee einen neuen komman- direnden General verlangte blo« zu Manöoerzweck'n. Unsere Marine sei den ihr gestellten Aufgaben vollständig ge- wochien, worauf man stolz sein könne. Die zu unseren See- Manövern entsendeten englischen Marineoffiziere hätten fich mit höchster Anerkennung über die Leistungen der deutschen Marine ausgesprochen. Er werde daher für den Antrag v. Franckenstein stimmen, da die Forderung für den neuen Vize-Admiral durchaus nicht begründet sei. Vom militärischen Standpunkte au« möge fie wohl wünschenSwerih fein, noth- wendig ab« fei fie nicht. Auch die anderen geforderten Per« fonalvermehrungen kann d« Redn« nicht anerkennen, selbst nickt die von d« Kommission bewilligten. Nicht nur seien die Ziffern in ungeahnt« Weise gestiegen, man müsse fich auch vor den Konsequenzen verwahren, denn niemand könne wissen, wie weit fich diese Forderungen künftig ausdehnen werden. Die VolkSvatteiung habe die Pflicht, gegen ein solches Anwachsen de« Marine- Budgets Opposition zu machen, nicht au« Mangel an Interesse an der Marine, sondern um unüberschba.en Engagements vorzubeugen. Lawinenartig schwellen die For- derungen für die Marine an. Ein Bedürfniß dafür sei indessen gar nicht vorhanden, da unsere Marine völlig ausreiche und uns«e Hauptkraft in der Landarmee liege. Auch im Jnter- esse de« Schutzes uns«e« auswärtigen Handel« sei eme Ver- mehrung der Marine nicht nölhia, wie va« Beispiel Holland« beweise, welche« kotz seiner Kolonien mit einem geringen Marine-Budaet auskomme. Seine Freunde lehnten die V«- antworturra für die Mehrsorderungen ab, namentlich auch in Bezug auf den Schiffsbau, dessen Forzkung geradezu eine LandeSkalamität sei. Für die ungesunde Steigerung trage die Verwaltung und die Mehrheit de« Reichstages die Vecant- Wartung. Die Defensive für unsere Küsten, der Haupt»w»ck unser« Marine, sei«reicht. Heute wolle man ab« enrrück.« in die Machlsphäre d« maritimen Mächte. Diesen ungesun- den und unnöihigen Schritt könnten seine Freunde nicht mitmachen. Wenn da« so weiter gehe, würden wieder tttut Steuern nöthig. Et rathe dah« anzuhalten, so lange e« noch Zeit sei, im Jnt«esse d« Erhaltung unser« Finanzkraft, welche die Bürgschaft für die Wehrhasligkeit des Lande« sei.(Beifall link«.) Abg. Dr.». Frege(dkons.) tritt dem Bestreben de» Vorredn«« entgegen, Widersprüche au« den früheren Denkschriften mit den heutigen Ford«ungen zu konstatire«. Lediglich die Entwickelung de« SchiffabaueS mache die neuen Formationen nöthig, wa« auch in der Budget-Kommisfion durchaus an«kannt worden sei. Der Pflicht, seine Marine weiter zu entwickeln, könne Deutschland sicb nicht entziehen. Die Mehrheit de« Hause« werde sich den Anschauungen de« Abg. R-ckert nicht anschließen, sondern dn Autontät derjenigen Männer v«kauen, welche Jrhc au« Jahr ein sich berussmäßig mck dies« Matene beschäftigen. So schwer e« auch vorn finanziellen Standpunkte au« falle, müsse man doch die Kon- seq aenzen trage«, welche un» die maritime Entwickelung d« Nachbarstaaten für den Ausbau unser« Seemacht auserlegt. Die Personal-Vnmehrung sei schon vom finanziellen Gesichtspunkte nothwendiz, um da« kostbare neu geschaffene Marine- Material euttprechend zu behüten. Durch Ab- strich« nothwendiger Forderungen werde mau da« Land mehr schädigen, al« die Ersparnisse werlh seien. Im Jnt«esse unsere« Exporthandels, den ja auch d« Abg. Rickert vertritt, sei eine Weite.entwickeluna unser« Mar ne diingend nothwerrdig. Die Mehrsorderung sammtlicher Osfiä«- ft lln, sei gerechtfertigt, auch die von der Kommssficn abge- stricheuen. Er wolle fich zwar eine« Antrag» auf Wiederher. ftellung d« Regierungsvorlage enthalten, bitte ab« dringend um A-inuhme d« Anträge der Budgetkommiision, da es noth- wendig sei, Deutschland auch zur See wehrfähig zu«hatten. (Lebdasier Beifall rechts Abg. Gras O«hr(ReichSp.) verwahrt seine Partei gegen die Andeutung Rickert«, daß sie heute in Bezug aus die Marine einen andern Standpunkt einnehme, al« ftüber. Mit der U.i-er- stelluug, daß die Marweverwaltung ihr Programm geändert habe, wolle man nur da« Bock eusregen. Die Marine werde n,cht üb« da« Ziel hinaus entwickelt, zum Schutz unser« Küsten und uns««» Handels zu dienen. Was nöihig sei »uc Erreichung diese« Ziele« müsse auch bewilligt w«den. (Bravo rechts.) Vize-Präfident Frhr.». Zlnrrch-Komst ruft den Vor« redn« wegen de« Ausdrucks»das Volk aufzuregen" zur Ordnung. Abg. Dr.». Kemrigfru(natl.) hebt hervor, daß die Budgeckommisfion die Ruckficht auf die Sparsamkeit hin» reichend bethäkgt habe. Wa« mehr verlangt fei, müsse b«- willigt werben errtsprecherrd d« maritimen Entwickelung der anderen Machte. Die neuen Forderungen bewegten sich durch- au« aus dem Boden de» im vorigen Jahre von der Mehrheit de« Haufe« Bewilligten. Im Kriegs falle würd en wir unst re m Hiuptstiitze immer in der Landmmce svchen und uni mit einer Macine«oHten Ranges begnügen. Wenn Rickert auf da« Beispiel Holland« hingewiesen, so treffe da« incht zu. Holland bibc gerade durch«ine ungenügende Entwicklung seiner Marine einen Theil seine« Kolonialbesitze« verloren. Außer» dem sei die holländische Marine nur»um Schutz« de« Handel« vom Vaiecland zu den Kolonieen und umgekehrt ro h'g, während Deutschland mtt der ganzen Welt handle. Wenn Deuvch» lanv feine Marine nicht hinlänglich ausbaue, werde c« allen Ge» fahren einer Blokade ausgesetzt sein. Es handle sich nicht nur mm einen einfachen Küstenschutz, sondern auch darum, eventuell mit Schlachtschiffen größerer Ordnung einen Vorstoß Segen den blockirenden Feind unternehmen Zju können. Im tnterrffe eine» wirksamen Shutze« unserer Küste und unsere« Handel« bitte tr. die M-hrforderungen entsprechend den Vorst Lgen der Budo-tkommsston zu bewilligen.(Beifall.) Adg. Frhr. v. Franckev stein(Z-nt-um) betont, daß seine Freunde die Nolhwendigkeit einer Erneuerung unserer Flott» nicht vnkennen; in diesem Siene baden fie einer Reihe von Neuforderungen zugestimmt. Di« Entwickelung müsse jedock» in langsamerem Tempo sich vollziehen, damit man auf der Hohe der ifrt bleibe. Abg. lUdtrrt(bfc.) erklärt e« al« eine unumstößliche Tdatlache, daß die Marineverwaliung heute gan, andere Zwrcke verfolge. Während die Denkschrifi vom Iah'« 1887 erklärte, die Marine- Verwaltung meide alljahilich mit einer V rmihcung um 8 Millionen zufrieden sein, käme man jetzt mit einer Mehrsorderung von 38 Millionen. Da« let nach Adam Riese doch ein gewisser Unterschied. That- sächlich wolle man heute die Marine nicht als Schutzmacht, sondern zur Offe-.stoe entwickeln. Dem Adg. v. Bennigsen de« streuet der Redner, daß da« Hau« sich durch seine oorzährigen BeschiLss« für die j tzigen M�d forderungen engagirt habe. Ueber den Werth der Pan»e:schiffi seien die Akten auch heute noch nicht geschlossrn Kommen wir wirklich in einen Seekrieg mit England und Frankreich, so nutzt un« die vermehrte Marine auch nicht«, sondern sie wird sich ihrer eigentliche!-. Aus» gäbe gemäß, auf die Defensioe beschränken müssen. Diele ihre Aafgabe sei aber schon heute in glänzender Weile gelöst. Ohne einen übersichtlichen Plan über die künftige Gestaltung der Marine machten seine Freunde den Schritt in« Dunkle nicht mrt, sondern Überlossen v-e V�anlwoctimg der Majoriiät. Abg. Graf u. Kehr(Reichsp.) hält an seiner Anficht fest, daß aroße Panzerlctuffr nothwendig seien. Diese Fcaoe sei von der Regierung ent»chiei>en. Die zu bewilligenden Neubauten gingen über den Nabmen de« Küstenschutz«« mcht hinaus. Staatssekretär Keuouer weist darauf hin, daß schon im Jahre 1873 der domairge Chef der Admiralität, v. Stosch, in seiner Denkschrift über den F oltenentwickamgeplan du Panzer» schiff« al« nothwendizen Tiieil eines wirksamen Küstenschutz«« bezeichnet Hab?. Wenn w'r Heu?« Panzerschiffe bauen, so ge» schieht e« in der U-berzeugung, daß e« an der Zeit sei, diese« Küstenschutzmiitel zu schaffen. Abg. Richte?(dsreis.) hält es für unw'drrlegt, daß der Standp-rkt der Marineverwaliung sich vollständig geändert habe. Was da« Beispiel Hvlland» betriff,, so habe dasselbe einen Theil seine« Koloniald, sitze«(C y'o-i und Kapstadt) nicht wegen angeblicher Vernachlässigung fem er Jlot.e, sondern lediglich deshalb verloren, weil«s im englisch. französischen Kriege auf Serien de« unterlegenen Frankreich gestanden habe. Man könne die welthistorischen Thatsachen mit dem gegen» wärtigen Etat gar nicht willkürlicher in Verbindung bringen, al« e« der Abg. v. Bennigsen gethan hat. Die Debatte wird qeschlossm. Es folgen persönliche Be- merkungen der Abgg. Rickert und v. Bennigsen, sowie ein Echtußwvrt de« R-ferenten Adg. Kalle. Der Titel 1 wird unverändert bewilligt. Gegen die Mchi fordirang für einen B zeadmiral stimmen die F eisinnigen, da« Zemrum, die Sozialdemokraten, serner von der Reich«- partei die Abgg. Grat Bchr, Henning, Ampach, M-rbach und Brauer; von den Nr.t.onallideralen die Abgg. Kulemann, Geidel und Henneberg. Die Anträge der Budgetkommssnon «u Titel 2(Streichung von fü f neuen Dt>ll:n für S-eotfijiere) werden angenommen. Der Rest de« Kapital« wird oh-e De- balte bewilligt. Kapitel 52 wird bewilligt. Zum Kapitel»Werfibetneb" bemerkt der Referent Dbg. Aast«: Zu diesem Kipitel gehört die dem Etat beigefügte Denk chr fi. b-tr. die Neuorganisation de« Marine» Ingen, eur- korp». Dies- Organisation schlieft sich an di jeniae der prrußi» schen Bauv-rwailung an. An Sülle von 42 Ingenieuren I. und II. Klaffe treten ebensoviel Baumrister, an Stelle von 22 Obtc-Jngenicuren 18 Bau'nspekioren, und e« werden zwischen die alten Direktoren, die nunmehr den Titel Ma ine-Obelbau» räche erhalten, die Inspektoren. 8 Betriebeduekloren m l dem Titel Marine Bauraih eingeschoben. Au« der Kommission wurden Zneisrl darüber geäußert, ob die durch diesen Pmn gebotenen Vortheile genügen würden, um der Marine oie vöihigen tüchtigen K älte zuzuführen und dauernd zu erhalten. D»e pciuß'sche Verwal-ung gebe allen ih en etatSmäßiz ange» stallten Beamten den T'tet Bauinsprklor, Baumrister srren dort nur rnnunecaiorisch angestellt, e« steh« zu befürchten, dak die Marine-Baumeister sich h erdurch zwück.esetzt fühlten. E« sei zu erwägen, od man nicht die Zahl der Baumeister verringern, dafür diejenige der Bauirspekionn entsprechend vergrößern solle; jedenfalls müsse man bei späterer Vermehrung der Stellen deese Vermehrung den I lpektor» und D>rrklo> Posten zu gute kommen lassen. Unter Bezug auf tie im vo-.ipen Jahre in der Art dir Aueditdung der Ingenieure beklagten Mängel, wuide Auskunft über die in dieser Beziehung g« planten Sch atte erdeten. Sodann wurde darauf ausmerklam gemacht, duß e« erwünscht scheine, die mil'lä- ische Dienstpflicht der Ingenieure so zu gestaiten, daß ihre Ertüllung möglichst erle,ch>ert und andererseits der Dienst der beruftmäßigen Auebiloung und somit dem Reiche nutzbringend gemacht werde, in ähnlicher Weise'wie die» bei den Medizinern geschieht. Endlich wurde darauf hingewiesen, daß angesichts der Schwierigkrit, pkavemisch aediloere Techmke- in genügender Zahl zu gewinnen, diese Aa» stellung er» er g öß-ren Zahl von Technikern zweiten Range«, von Konstruktiomzrichnern, Oaermeistecn u. s. w. zur U'd«r> nähme eine« Tfieit« der Schreib-, Rechnen, und Zeichenarbeit, sowie der Ausficht über den Wrrkftätrenbelrieb zwcck mäßig erscheine. Von anderer Seit« wurde allerdings ditont, man dü.f« die Verwaliu-g nicht zu Schritten drängen, die zu größeren Ausgaden führen, aber insofern doch dem vocher Voraetra unen zugestimmt, al« man e« für rölhig erktärre, durch V-rb.sse>ung der Aussickten emen genügen en Zugang von Ingenieuren zu sichern. Au« den vom Staats� fekrelär gemochien M ttbeilunzen über die in Betriff der Au«> bilt-uvg geplanten Vorschriften geht hervor, daß die mit dem RelfezrugN'ß eine« Gymnasium« oder emer Oberrealschule ein» Ketenden jungen Leute zuerst em Jadr mit p:aki, schen A beilen auf einer kaiserlichen und au«r.ahmtwelse auch aui einer P ioat- werit belchäkligt werden scll.n, dann fo-gt»we'jäbrige« Studium auf einer testni ch«n Schule de« R-lche«, hierauf Vorprüfung in den tcchrichen Hafimss-nschafien, dann zweiiähnge« Studium auf de? technisch, n Hochschule in Bcrlm in dm Seklionm für Schiffsbau resp. SchissSmaschmei bau, dann erste Houptxrüfung und Emer.nurg zum R-gicrungS-Bau» führer ist, Schiffsbau 2C. Zw-'jährige Autdiltuag»n allen Betufszwngev auf kaiierüch u W-rflen, zweite Haupiprüfur vor der P üfungSbihö-de de« R ichsmarineami« und no deren Bist. h n Sin->> u a zum M-uue. Baumeister, worauf bei Vakanz to'ort die itaismäßlge Anstellung eifotut. So er« wün chi die Nvtzbarmachung der Mitnärdiensizeit für die Fach ausoilruna sei,>o dürfe dvch da« Pirnz'p der alloem rnm Wehrpfl cht nickt verletzt werden. Bei wesentlicher Reduktion der Baumeister stallen würden sich die U-brigdlerbendm erst recht verletzt fühlen. Die neu zu schaffenden Stellen wolle man gern zu höheren machen. Die von einer Seite gewünschte Anwerbung von L,uten, welche die Kuriere nicht durchgemacht hätten, aber besonder« tüchtig seien, sei nicht ganz auZ geschloffen, jedenfalls handle e« sich aber hier um Aus» nohmefälle, für die im Etat keine.Vorsorge getroffen werdm könne. Abg. Rickert: E« soll eine Verfügung bestehm, wonach auf dm Wersten Arbeiter über 40 Jahre nicht angenommen werden sollen. Ist die« richtig, so würde ts der neuen sozial» palitischm Gesetz gibung darchau« gemäß sein, eine so harte Bestimmung fallen zu lassen. Was die Neuorganisation des technischen ÄtdiebeS angeht, so habe ich dm E ndmck, daß dieselbe den gewünschten Zw ck kaum ganz erreichen wird. Die Ingenieure scheinen bei der Marine immer noch nickt die ge- bührmde Stelle einzunehmen. So ist in Apia die.Olga" re- parrrt worden, ohne daß angeblich ein Techniker und Jngenrmr zuge»ogm wärm. Bei Hebungen werdm zwar Jntmdantur- affrssorm ic. mitgenommen, dagegen die Jngmimre zu Hause gelassen. Endlich möcht? ich zur Erwägung gebm, ob es sich nicht ewpfezlm möchte,'Marineingenieure zeitweilig zu Studim- zwecken nach dem Auiiande zn senden: die fiaanziellm Airf» wmdungen könnten sich für die Eutwickelung unsere« Schiffs- baue« reichlich bezahlt machen. SiaatssekretLr Heusuer: Eine Bestimmung, daß Arbeiter über 40 Jahren nicht angenommen werdm, besteht nicht. Allerdings wird e« bei dm Werften so gehandhabt, aber ich werde eine Abänderung in Erwägung nehmm. Die Techniker sind in Bezug auf ihr R-ffort von der Verwaltung unabhängig, die Verwaltung hat nur zu verwalten. Die vorgeschlagene Organisation für die Werftingeneure soll be- stihmden Mängeln abhelfen dahin, daß diese Beamtm dm Lbcigm g eich gestellt werden. Darauf zielt die vorgeichlazme Ausbildung und Gliederung der Jngmimre ab, daß ihnen, wenn sie eine bestimmte Dienstzeit erreicht haben, ebenso wie bei dm andern Beamienkategorim auch der Titel.Räch" bei- Relegt wird. Die Gehaltevcrhältutffe der Jngmieure find bisher hon nicht ungünstiger gewesm, jedenfalls günstiger, al« in anderen Beamten karriörm, und sind noch verbessert wordm. E« besteht femer die Absicht, mit der neuen Organisation einm regeren Wechsel zwischen der reinen Theorie und Praxi« ein- tretm zu lassen. Es ist jbeabsicktigt, durch diese vorgeschlagme Einrichtung einm leichterm W.'chsel der rem konstruirenden Thätigkcit, wie sie hier im Marineetat vertretm ist, und der pcatliichen Thätigkeit helb-isühren zu können. Währmd bisher eine Kommandrrung an Bord oder nach dem Ausland« zur Information, zum Studium in sehr beschränkimr Maße em- oetretm ist, so lag e« daran, daß die Bedürfnisse de« prakti- schen Dinste« eben zum WünschenSwerthm un« nicht gelangm ließen. Die Anzrht der Ingenieure war zu gering, e« war ein große« Marko in dem Etat. E« war nicht möglich, die Ingenieure anderweitig zu kommandirm, wenn man nickt den Werftdienst und die konstruklivc Thätigkeit ernstlich schädigm wollte. Daß zur Reparatur der.Olga" kein Ingenieur nach Sydney geschickt, da« hatte seinen Grund darin, daß das Schiff dort nicht rre tor reparirt werdm sollte, al« e« in S.'and zu sitzm, nach Hause zu gehen. Zu einer größeren Rrparatur einen Ingenieur dort hinauszusckickm, da« würde k-inm weueren Zw.ck gehabt haben, als emen be- deutenden Zeno er lu st zu veruriachen, ohne daß nach irgend einer Richtung hin etwa« erreicht wordm wäre. Eine finanzielle Elsparmß würde nicht emaetretm sein. Kontrakte bei derartigen Reparaturen lassen sich nicht ohne weitere« abschließen, für den und dm Preis e« zu machen, sondern die Firma, die es übernimmt, b-hält sich vor, je nach der ausgeführten Arbeit und dm beschäfiigtm Arbertem dem ortsüblichen Lohn die Preise zu stellen, sie kann aber bei diesen kleinen Rcparaturm wo sich von Tag zu Tag etwa« Neues ergiebt, nicht von vom herein ganz bestimmt sagen; das ist jetzt auszuführen; ebenso wenig kann das ein von hier dorlhin geschickter Ingenieur. ES handelte sich nur darum, das Schiff soweit herzustellen, daß e« selbst über See nach Hause fahren konnte. Die Kommandirung der Techniker zu den Prodefahrtm hat eine weit größere Bedeutung als man anzunehmen scheint. Es werden gerade hier alle Einrichtungen auf das Ein» gehendste auf rhre Bewährung geprüft, nicht allein die Gang» barkert der Maschine. Die Schiffe sind, wie Sie aus dem.Etat ersehen können, Monate lang im Dienst, um ebm nach allen Richtungen hin geprüft zu werden, und da fällt dem Techniker eben die Leitung in allen t-chnischm Angelegen Herten zu, nicht dem Seeoffizier. Dieser führt da« Schiff, und e« ist eine Kommission, die in Bezug auf seemännisch» militätische Fragen ihr Urtheil aogiedt. In allen rem die Technik betreffenden Fragen hat der an Bord kommandrrte Techniker die maßgedmde Stimme. Diese Kommanduunam zu den Probefahtten sind außerordmtlich wichtig und lehrrerch für die betr.ffmden Ingenieure; c« wird auch darüber h nruS, sobald die Personalverhältniffe die« ge» starten, in Aussicht genommen werden, daß d:e Jngmimre auch zu ihrer J-'ormation anderweitige Verwendmtg finden. Abg. Rickert fragt an, wie viel die Reparatur der.Olga" im Auslar.oe gekostet habe. Staatssekretär Heuorner erwidert, im Augmblick darüber keine Auskunft geben zu könnm. Der Rest des OrdinanumS des Marineetats wird be« willift. Darauf wird die Sitzung vertagt. Schluß 5 Uhr. Nächste Sitzung Freitag 12 Uhr.(Extra- ordtnarium des Marineetats, B richt der GeschäftsordnungS» kommisiron über die Frage der Fortdauer des Mandats des Abg. Dr. Delbrück. Wahlprüfungm.) Vcmramenrrles. Ktadw erordurten- U erjammlung. Sitzung vom Donnerstag, den 9. Januar. D-r Stavtoeioiduetm- Vorsteher Stadlv. Dr. Stryck eiöffaet die Sitzung um Uhr mit emer Reihe von M.t- tdeilungen. Die Abtheilungen haben sich konstituirt und einige Wahlen für Ausschüsse vorumommen. Nach Eintiilt in die Tagesordnung wird ein Natura» lisationsgesuch gkschäitsordnungSmäßig erledigt. Die Vorlage des MagistiatS, vetressend das Gesuch eines Unternehmers um nachtra gliche Gewäh- rung einer Zulage z-a dem von ihm abgegebmm Preise bei Herstellung de« GaSbehälterbassinS auf der Gasanstalt in der Danzigrstraße ist an einen Ausschuß verwiesen worden. Dieser Ausschuß rst zu der Ansicht gckomnrm, daß ouS Billigt keitsqnindm eine nachträgliche Entlchädiguna gewährt werden müsse und beantragt folgmdm Beschluß:.Die Versammlung gmehmigt, daß dem Unternebmer G-erschner der in seiner Si-bmissiontvffnte vom 13. März 1889 in Ziffer 3 sür das Ausschachten und Verkarrm de« Erdbodens zu dem GaSbe. hälterdassin in der Donz-gerstraße geforderte Preis von 1 M. pro Kudikmet? auf 1,50 M. erhöht werde." Die Versammlung genehmigt ohne Debatte diesen Antrag. Zum Zocck der Erweiterung der Zuführungs pelerle zur Zentral, Markthalle soll von dem Grundstück Neue Friedrichstraß« 36 eine Parz-lle von 107 gm sür den Preis von 320 M. p-o Ourdra m-ter, also für 34 240 M., — behuss besserer Ausnutzung der Viadukte der Markthallen» bahn hinter dem Grünt stück Neue Friedrichstraße 36 von dies.m G unt stück eine w-itere Parzelle von 224 gm für den Pr-iS von 320 M. pro Ouadrmmeler, also sür 71 680 M. freihändig angekauft werdm. Die Versammlung stimmt diesen Antragen, R« von ewt» Ausschuß geprüft worden find, ohne weitere Dedatte»n. Der Etat der 2. höheren Bürgerschule W 1890/91 wird en bloc angenommen., Es folgt die Vorlage, betreffend die A u f b e b u n g bisherigen A«zensionSmodua der Oberlehrer u° Gymnasiallehrer. Vtadtv. S p i n o l a beantragt Verlagu und Druck de« Protokolls, der gemischten Deputation, dm# früher mit der Angelegenheit befaßt hat. Die Versammlung beschließt demgemäß._. Die weiteren Vorlagen entbehren de« öffentlichen Futaesie». Schluß 7 Uhr. Daß in dr« Schnle» die Augen verdorben merdiw' darüber wird gegenwärtig wieder besonder« viel Klage geM-; Bei Schulwö:!erbüchern und geographischen Karten«?'� kommen fast ausnahmslos Schriftgrößen zu theilweiser � Wendung, welche kleiner, häufig viel kleine? find, al« die forderte Buchstad nminimalgröße. Bei de» Lehr» und büchern ist dagegen eine zu gelinge Buchstobmgröße seltin», sie kommt aber doch bei einer Menge von Schulbüchern vor- Weit ungünstiger steht e« mit dem geforderten Durchschuß, heißt, dem leeren Zvischenreum zwischen zwei Zeilen. In � gewünschten Größe fiadet er sich nur bei einer o«rrngn Minder hüi. Die weitaus größere Hälft' der Schulbuchs d? einen erhiblich geringeren Durchschuß, Nicht minder ick-?": steht e« mit Papier und Druck; k um die Hälfte g>nM billigen Anforderungen. Die Pap-etdicke ist häufig Wl? reichend, und das Papier«rhäl» dadurch nicht selten die»on Eigenschaft, den Druck durchscheinen zu lassen, mithin die a,% barkeit in hohem Maße zu beeinhächiigen. Die 0'°" Färbung de« Papiers und das schatiirte Ansehen auf löschpqpieranriZen Druckstoffen mit stunpftn, adgenutzls Leitern eng bediucklen Seiten machen die Schulbücher nur!° oft zu dem, was man wohl mit dem Ausdruck.Augenpulv» zu bezeichnen pflegt. Namenilich muß die« dort sch»� wirken, wo in den Klassenräumen zu wenig Licht herrscht,,"r. an einzelnen Plötzen bei trübem Welter Dämmerungszustaaoi walten. Den bezeichneten Uebelständen gegenüder muß gelte«« gemacht werden, daß die Technik der Pap-erfabrikation I des Buchdruck s weit genug vorgeschritten»st, um auch G"' ausgestattet-: Bücher bei großer Auflage billig herstellen. können. Diese Forderung muß im Interesse aller Schüler, in stellr werden, inebesandere aber derjenigen, deren Sehoerwo>° nickt das normale ist, deren mangelhafte Wahrnehmung dut» größere Annäherung an das Srhobj-kt ausgeglichen wird. K»««rnaufga»g. Die Tageslänge hat bis zum 6. JiiiU» um etwas mehr als 11 Minuten zuzenowmen. Wenn«u? diese Zunahme auch des Abends bereits wahrnehmen kann, merkt man beS Morgens leider noch nichts von ihr..ES ww fiüh noch nicht Tag werden", sagt man. Die That'aa)'' daß sich die Zeit de« AufganzeS der Sonne zunächst 14�% wenig ändert, daß der Untergang d?r letzteren aber bat»*; um so später erfolgt und demgemäß da? Zunehmen Tageslänge vorläufig ausschließlich nur des Abends| genommen werden kann, hal ihren Grund darin, daß j"; TageSgestim um diese Zeit des JahreS nicht, wie man sick sonst denkt, Punkt 12 Uhr MrttagS durch den Meridian G". (kulminirt), sondern nach der Wivter-Sonnenwende später un» immer später, nämlich am 27. Dez mber 2, am 1. Januar am 6. Januar 6, am 11. Januar 8,. am 10. Februar G°s 14 Minuten nach 12 Uhr. Nach dem letztgenannten Tage sat� die Sonne an, den Meridian wieder fcüyer zu passiren. � Zeil ihres Autganzes richtet sich danack. Man braucht Beisoiel am 6. Januar nur die halbe Tageslänge von 12% 6 Min. zu subtrahiren, und man hat die Zeit, in weicht 0'e Sonne aufgeht. Seinen lieferen Grund findet das Ganze in der Ekliptik, milche zur Zeit am Abendhimmel— populär 0� sprachen— steiler ist, am Morgenhünmel aber eine geringe�' Neigung hat. Mit anderen Worten: Die Sonne rückt bis zu-» 10(genau 11.) Februar schneller auf den Westpunkt Eküptik als auf den Ostpunkt, weshalb Abends die Z des Tage« eher bemerkt wird als Morgen«. Da sie aber stue den Ostpunkt später erreicht, so muß sie auch die Mittag«!»?-» später passiren.— Die Zunahme de« Tage« beträgt Übrigst* gegen Ende Januar täglich mehr a!« 3(jetzt nur 1'/,) Mmuteck welche füglich auch der Zeit des Sonnenaufgangs mit z» gt"' kommen werden. Aus stndeutijchorr Kreise« wird der.Voss. Ztg." 0� schrieben: Wer von anderen Universitäten nach Berlin ko«»" der wird von manchen veralteten Einrichtungm unserer UnivS? sität seltsam berührt. Man kann sich um 50 Jrhre zurücko'lf setzt glauben, wenn man durch die dunklen, nur spar"# erhellien, schmalen Gänge dahinschreitet. Insbesondere mack sich die« recht unangenehm bemerkbar, wenn man an s» .schwarzes Brett" herantritt. Noch heute, wie vor 50 Jahr-n- sind die Kästen mit dichten Drahtgittern versehen. FürchU' man thätliche Angriffe auf die Anschläge der Dozenten< Jedenfalls find die Anschlage dazu da, gelesen zu werde»- DaS ist aber zumal Abends durch die störende V-rgitierUN» bei der jämmerlichen Beleuchtung unmöglich. Eine G'»*' scheide, wie fie an anderen Universilälen üblich ist, würde da» Lesen um Vieles erleichtern. Schwierigkeiten würde** freilich auch dann noch machen, den gesuchten Ans«*»» heran« zu firden. War laufen die Anschläge durä einander, waö besonders ass Uebelstand bei den schwa�?» Brettern derjenigen Fakultäten empfunden wird, wcl«° die zahlreichsten Dozenten haben, wie die medizinische und»w philosophisch«. Würde c« denn zu große Schwrmqkeiten Ursachen, Ordnung nach dem Alphabet zu schaffen? Ouästur, aus der die Studenten da« Honorar für die V»'' lesungen zu entrichten haben, stellt die Geould der Studirende» aus eme harte P obe. Tags vorher, wie es ein Anschlag Ouastur bekannt macht, hat man sich eine Beleo« karte zu holt»- welche die Stunde de« Erscheinen- auf der Ouästur festsi»'* Man erschnnt punktlich, giebt sein Testirbuch, m welche« r»»". die zu belegenden Vorlesungen emgctragen hat, ab und w»''-' dann gewohnlich eine, oder auck anderihalb, ja nicht 2 Stunden di« man abaefertigt ist In andern Universilair» rst man praktischer. Zu beliebiger Z-ii kann man währen» Bureaustun den sein Tcst.rbuch abgeben und e« fich dann l belreb'.ger Zeil den nächsten Tag wieder abholen. Sehr trnd rst die Beleuchtung in den Auditorien; wer so glücküch wesen ist, sich auf der Schute sein gute« Auaerilrcht lt'®' »sdorben zu haben, kann hier ziemlrch schnell da««f*. säumte nachholen. Bekanntlich wird dem Studenten Ermäßigung für den Besuch der königlichen Theater i Th�il. W-e der Siudent sich aber in den B-sitz der Einvli». karten zu setzen hat, bürste der M-ttheilung werth sew- den unvedcckleir freien Hos der Uaiversttät mündet da« Schaiiss de» AiiZsch.ißzimmers, an welchem ein Beamter Bestellung auf B.ll-t! iintgegennnnmt, und zwar schon zwei Tage vor o»® betreffenden Vorstellungen de« Aoend« von 6 bis 7 Uhr. nun die Anzahl der ermäßigten B.llets gering ist, so ist natürlich, daß sich mehr Srudenten melden, a!« berüelsich"», werden, und wenn nun eine berühmte Oper oder ein JUA kräftige« Schauspiel, in der letzt-n Znt, besonder« Tell",.Dre Räubers, aus dem R-perloir stehen, so stehen besser frieren die gluckuchen Studenten schon eine Stunde»»'. her vor dem Schalter und einer hinter dem andern ß»%. ftostelnd mit den Fußen auf den Boden, bis um 6 Uo..»? ö-nster sich öffnet und ieder— die Hintersten haben ft«'1'?. da für da« Schausprel nur 36 Plätze bewilligt sind, ostck»" »agetenS ßcroatltt—»ach dkgedäudes»... �'«ttnderplatz, des Krankenhau'es am Urban!c. Von Markthallen ws>ren nn Betneb- der Neubau der Mark-halle VI! am Luisen- � j*, der Mcnkchalle Vlll an der AndreaSftraße und der Markt- »alle v auf dem Magdeburger Platze. Für Sen Neubau einer Griten Irrenanstalt bei Lichtender« gelangten im Laufe des Verwaitu.igSjahrcS 1838/89 zum Tzeil recht umfangreiche Vor- »««Uungsardeitm zur Ausführung. An Bauarbeiten gelangten sur die Herstellung der Baubureaus und die Pflasterung eines /»»Manschen Anfuhrwege« zum Maierialicntranspart im An« chluss« un die Zusähet von Lichtenberz zur AuSsühruna. Bei «m schließlich noch zu erwäh-enden Neubau ewer Anstalt für �ruepyschz m Biesdorf wucoe.i im H rbst« und Frühjahr die vc cke: Pflanzungen zur Einfriedigung de« Terrains hergestellt. £» größeren Neparaluren kamen 24 zur Ausführung. Der S«UerverfichrrunaS werth der unter der Verwaltung der Hoch- auverwa'tung stehenden bädt fchen Gebäude steigerten fich durch >« neu hinzugetretenen G bäude— besonder« der Markhallen V, Z" und VIII— von 75 282 907 M. auf 79492 357 M. Oio„3ühl der G. und stücke stieg von 286 auf 0% An Schulkli-ssen ist blS zum 1. April 1889 fol- �»«r Zuwachs zu««zeichnen: Bei den hözeren Lehr- lwstauen 474, bei den Gemeindeschulen 2500, bei den Fach» j�üleii, zusammen 3008; es ist gegrn 1. Apnl 1888 eine Ver- "'«wung um 129 eingetreten, wohingegen fich die Miethsklassen m /23 auf 457, um 68 vennindctt haben. An wichtigen /proiekinungt arbeiten wurden erledigt im Laufe de« Ver> waltuni S um Farbeitm wurden erledigt tm es 1888/89 unter drrektrr L-itung de« Stadtbau- .....>ankenstrin 1. die spqi llen Entwürfe und Kostenan- JJJfK zu den nach rückständige. 1 Gebäuden de« Krankenhauses &„1« Hrornr, 2. d« spezielle Entwurf und Kostenairschlag 8? Umbau der Dawmmünlm.Gibäude, 3. die Skizzen und »stenuder schlage für sämmtliche Gebäude auf dem Terrain der bei Lichtenberg— außerdem wurde noch an den m! P oj.kien für da« VnwaltungSaebäude, die Häuser m.' ruhigi J�e, die Aufnahme, und BeobachtungShäuser, die 4 x,»»�Häuser und das W rthschaftSgebäude gearbeitet— tfii.©toten und Kostenan'chiäge für säminlliche Baulich- »etn m An stall für Epilkplische bei Biescorf. Bei den ein. Aufifüt) U™'pr'l'0nen ae'anßttrt sechsundzwanzig Projekte zur Daß d« Kaffee als Getränk antiseplische de fitz l ist schon früher mehrfach vcnnuthet worden, 9r,>i /rst neuerdings durch genaue Untersuchungen, dre Dr. bat � Jm®ei"n«r hygienischen Institut ausgeführt da'"., j" detaillirter Weise festgestellt worden. Sämmtliche kl-i?'«,?'prüsten Bakterie- arten wurden schon durch relakiv s,.�s flßßi des wässerigen Kaffeeauszuge«(bri Zusatz de«. Mnn Nahrgelatine) m ihrer Entwickriung und Fortpflm- 5�cmmt und gingen im reinen Kaff eaukzuß schnell zu r �»wtseutUch beseitigt, etwas mehr vielleicht.d,e dabei bsttnen Geschmack bekommt. Den frisch g«Lketen Kaffee schütte man nicht in ein enge« Gesäß, sondern behuf« schneller Ad- küh ung auf ein Sick od« in dcssm Ermangelung auf eine möglichst große Platte, damit der heibe Kass e nicht nachrösten oder verbrennen kann. Nachdem d« Kaffee erkaltet ist, bewahre man ihn in einer gut schließenden Blechbüchse auf, und zwar an einem trockenen, jedoch nicht zu wannen Orte; da« Quantum d« zu mahienden Bohnen bestimme m>n nicht durch ein Gesäß, sondern nach dem Gewichte, da die Bohnen leichten Kaffee'« beim Brennen größer wie diej niaen schwer« und krästiger Sorten werden, so daß man bei Anwendung eines Gefäßes von leicht/m Kaffee weniger und von kräftigem mehr Gewicht erhält, während es doch gerade umgekehrt fein sollte. Der Kaffee soll so sein als möglich gemahlen werden; je fein« « gemahlen ist, desto besser entlaugt« sich. Dec Kaffee darf nicht gekocht, sondern muß durch auf einmal auf�uschüttenve«, stark kochende« Waffer zubereitet werden; man bediene fich hiev bei keines KaffeelackeS, sondern einer zweckmäßigen Filtrir. Maschine, deren Boden je nach dem zu bereitenden Quantum gröz« oder kleiner sein muß; der Kaffee soll, nachdem er filtrirt ,st, alsbald genossen werden, da et durch langes Nach- und Aufwärmen an Aroma verliert. Ei«» postgeschichtlich» Erinnerung. Dr. Perrots »Gefchtck:« de« VertchiSwefinS* iheilt aus dem Ansang de« voricen Jahrhunderts den folgenden intercssanten Fall au« der Post>/eschl»te mit, welcher die bekannte E> tobrung bestätigt, daß iede N:u«ung auf dem Gebiete des Verkehrswesens mit allen erdenklichen Widerständen und komischen Ideen- Verbindungen zu kämpfen hat. Hat doch— schreibt Dr. Periot— Kur-Mlimz ein« preußischen Fahipost den Tranfit und die Staatshaltung in feinem Gablet versagt, weil der FiSkuS und das Land fich bei dem Piivatiuhrwerk weit besser beständen, denn die Posten zahlten kein Akziiegeld; sie gingen auch viel zu schnell, so daß„Gast- wirthe. Back«, Sattler, Schmiede, Bierbrauer und Wein schänker� an den Landstraßen nicht die Nahrung hätten, wie bei den Lohnsuhrwerken.»Es kö rnen auch"— heißt es weiter in dem betreffenden Schreiben der kurmamzischen Regierung— »die Posten, da fie fich nicht wollen vifitiren lassen, allerhand verdächtiges Gesindel in'« Land schleppen, welches denn auch Ihre jrtzl regierende Kaiserliche Majestät bewogen hat, besondus als fie vernahmen, daß voriaeS Jahr d« am tönigi. schwedischen Hofe befindliche ftanzöfische Em-ffariuS von Bonac sich in einem solchen Postwagen mitten durch da« ganze heilige römische Reich deutscher Nation praktistrt habe, Jomoll bei U r« als ver- schiedenen anderen Kurfürsten und Standen des R-icheS, ernst und nachdrücklich aus die gänzliche ab» und inftcllung all dieser Postwagen anzutragen." In ähnlich« Weise ist se-mr Zeit auch gegen die Anlage von Chausseen und gegen die Eisenbahnen gekämpft worden und von demselben Kaliber find ungefähr die »Bedenken, welche von manchen Seiten gegen den Perrol'schen Zonentarif in'« Feld geführt werden. Inzwischen nimmt die Agüntion für letzter« ihren Fortgang. Da» Jahr 1890 ist für die Straßenbahnen ein Judi- läumSjahr denn am 22. Juni d. I. wird, wie die»Straßenb." aus Anlaß des Jahreswechsels mittheilt, da« deuiiche Pferdebahnwesen auf eine 25jLhrige Wirksamkeit zuruckoltck-n können. Von dem kleinen Anfang, der Lmie vom Brandenburg« Thor durch den Thiergarten nach Charlottenburg hat fich im V«- laufe der Ze.t ein mächtiges Nitz ausgebildet, welche« z. Z. 72 Betrieb« mit 64 Städten umfaßt und schätzungsweise mehr al« 300 Millionen Fahrgästen schnelle und b>queme Gelegen- heit zur Beförderung gewährt. Ganz besonder« ist es jedoch Berlin, welches von der E itwickriung d« Pferdebahnen ungeahnte Vorth eile erreicht hat. Die Beförderung«-i. ff« betrug hier 1888 bereits 117 Millionen und wird fich 1889 au? mindestens 135 Millionen belaufen. Nicht wenig»» al» 150 Strafen waren dem Führer einer Dioschke«Ii« K asse, oer«st seit wenigen Jahren das Gewerbe ausübt, zudtkiirt worden. Als er sich wiederum gegen das Droschkenreglement v«ging und mit einem schmutzizea und stark abgetragenen Mantel im öff-ntlichm Fuhrdienft er- schien, entzog'hm das Poiize, Präsidium nach vorgänqiger Ver- warnung den Fahrschein. Die dagegen gerichtete Klage wies d« Bezirksauslckuß zurück. Auf d»« städtisch»» Sch«tt-Ablad«-Plätz»», nament» lich auch auf drm an der Siraiauer Chaussee geiegemn, finden fich täglich große Schaaken von Krähen mit fetten« Rigel- Mäßigkeit ein. Im Laufe des Vormittags kommen die Tzu«e einzeln aus allen Richtungen aus den Platz, um gegen vier Uhr Nachmittag«, sobald die Sonne zum Untergange fich neigt, in Schaar«, dm nächftrn Forsten zuzufliegen. Auf dm Platzen find fie gern gesehene Gast«, denn fie vi tiigen hier Fleisch-, Knochen- und ähnliche Abfälle und so ist es dm K ähm zu dankm, daß dre bei Anlegung d« Schuttablade- platze befürchrete Ratteuplage nicht einqetretm ist, da diese lästrgm Thi«« hier nirgends Nadruna finden. Ei« gefährlich»» Zusammenstoß zwischen einem mit Binfassem delaocnm Braue, wagen und einem Pferdebahn- wagen dn Linie Krmzbng.Gesundbrunnm fand am Mittwoch, Nachmittags in der vierten Stunde, an dem Treffpunkte der Rofm- und Neuen Frievrichstraße statt. In qewohntem scharfm Trabe fuhr der Brauerwaq-n durch die Rosmstraße, und al« er in der Neuen Friedrichstraße der Spandauer Brücke zulenki«, kam von derselbm her in voll« Fahrt ein Pferde- vohnwagm der oben genannten Lmie, dcssm Läutm d« Bier- kutlch« unbeachtet gelassm hatte. In beiderteitiger voll« Fahrt kamen die beiden Gefährte piötzsich auf einander los, ohne die Katastrophe verhindern zu könnm. Der Pierdedahnkutschn versuchle e« noch, seine Pferde zur Seite zu werfen, doch zu spät; denn in demselben Augenblick«folgte auch schon der Zusammenstoß mit solcher Gewalr, daß die beiderseitigen Gr- spanne nur noch einen wirren Knäuel bitdlten und der schwer.' Bierwagen fich in da« ,gegn«,sche" Gefährt so festfuhr, daß die Wagen vorläufig gar nicht anSemand««5; acht werden konnten, wodurch die Passage längere Zeit an jenem verkehrsreichen Punkte gehemmt war. Eins der Brau«- pferde war bei dem Zusammenstoß zu Fall ge- kommen und hatte dm rechten Vorderfuß gebrochen. Di« übrigen Pf«de blieben unverletzt, doch halte b« Pferde- bahnwazm schwere Havarie gelitten; der Vorderperron wurde ihm völlig z«nLmmert, so daß der Kutscher, d« sich glücklich« Weise daselbst allein befand, nur durch einen Sp.ung zur Serie fich in Sicherheit bringm konnte. Die Passagiere warm mii dem bloße» Schrcck davongekommen; der beschädigte Wagen mußte außer Betrieb gesetzt werdm. Mir rrhnlt»» folgend»»»Eingesandt". Läßt sich nichtau« den aeielenen Arberter. Zeitungen noch wetterer Nutzen ziehen? Heute rst c« in der Regel so:«mn man die Zeitung ge- lesm hat, legt man fie der Srite.; fie hat keinen Werth mehr für den Besitz« und dient btos noch dazu. Stallen«lnz iwicketn od« da« stille Inventar beschaulicher Ruhepunkte zu bi.den. Solche Geschäfte lassm fich ab« auch mit dem»Deutschen Btatt" oder mit dem»Lokal-Anzeiger" erledigm. Ein« Arbeiter-Zelitung, weil sie höheren Zwecken dient, muß ander« ausgenutzt werden. Da giedt e« fern von Berlin so viele Seelen, die nach Erkmntniß dürften und welche solche Arbeiterzeitung mit Begierde lesen würden, wenn fie nur eine bekommen könnten. Dieselbe eigens zu haltm, find die Leute zu arm. Wie wäre es nun, w e n n man hier in Berlin gewisse Sammel- steilen errichtete, wo Jeder der sich für die Sache interessirt, sein gelesenes Exemplar abgeben konnte, und von wo au« dann die alten Zeitungen in Packeten nach armen Ort- sch ästen, woParteigenotsen wohnen, einheit- lich verschickt wurden? An dm geringen Portokostm brauchte d« Plan nicht zu scheitern, wenn er sonst gut ist. Ich bitte, sich dm Gedankm einmal zu ü zerlegen. Volizeibericht. Am 8. d. M Vormittag« wurde der Strecke!«,, berter Hohenborn nahe der R ngbahnstatioa Weißensee von einem Personenzuge überfahren und sofort ge'öatet.— Nachmittag« wurde eine Dame an der Eck: der Do-otheen- und Neuen Wilhelmstraße beim Uiberschreiten de« Straßen- darnmeS von einem dort durch einm R-itknecht geführten Pferde geschlagen und am rechten Oberarm nicht unbedeutend verletzt, so daß fie nach ihrer Wohnung gebracht werden mußte. — Im Laute de« Tages und in der N icht»um 9. d. M. fanden an fünf verschiedenen Stellen kieine.-e B ände statt weiche von der Feuerwehr gelocht wurden. Mi» man nicht nur mit d«m Hut in der Sand, sondern auch M't vem aagetrarmm Rock eine« WricheNtrllerS recht weit durch die Will kommen kann, hat Herr Peter Schade q-zrigl, welcher gestern wegen versuchten Betruges vor d« IV. Strafkammer hiefigeu Landgerichts I stand. D« Angeklagte ist in dm Jahren 1832—1836 Wrichmstilln bei einer der hiefizm Bahnen gewesen und befitzt aus jener Zeit noch einm alten Umformrock, mit welchem er brandschatzend durch da» Land gezogen ist. Giwöhntich waren es Zimmer- vermietherinnen, von denen er unter der Maske eines Effm- bahnbeamten ein I mmer abm ethete, um sofort spurlos zu verschwmdm, wenn er dec Wirthin einm solchm Re» spekt vor sein« Dienstkleidung eingeflößt hatte, daß dieselbe fich dazu verstand, ihn eine kleinere oder grö- ßire Summe zu borgen. Auch einm Uh wacher hat« geschäsrat, indem er demselbm durch Vermittelung de« Dimst« rocke« eine Uhr und Krite im Werth« van über 70 Mark abnahm. Von Bttlin ist der erfiavungSreiche Mann nach PotS- dam gelenkt, ist nach Magdeburg weitergezogen, tauchte alsdann in Koblenz und W eSbaben auf und ist schließlich in W'.en als obdachlos aufgegriffen worden. Hier hatte n fich dm klang- vollen Namen Joseph Strauß beizelegt. Die U-ber» fühning des wandnlustigm Schwindle, s, der aus allen Stationen seiner weiten Irrfahrt immer dieselben Bruüzeteun vorgeführt hat, stieß auf unendliche Schwierigkeiten, da der Anzekragte bestritt, der«suchte Peter Schade zu sein. Auch im hiefizm UntersuchungSgefängniß blieb er dabei, um seine P-rsönlichkeit einen möglichst dichten Schlei« zu breiten und er weigerte sich entschieden, die Dienstkieidung dkS Peter Schade, die einem der Betrozmm in die Hände gefallen war, an.uziehen. Er konnte auch gestern im Huup'- tamin dm Geschädigten nicht in dieser Ktcid.mg vorgeführt werden, dieselbe lag aber auf der Anklagebank. Eine Zeugen« Vernehmung erübrigte fich ab« überhaupt, da der Angeklagte fich im letzten Aagmblick dazu bequemte, ein umfassendes Ge» ftändniß abzulegen. Da« schon mehrere Vorstrasen«litten hat, verurtheilte ihn der Gerichtshof zu zwei Jahren Zuchthaus, 750 M. Geldbuße evmt. noch 50 Tage Zuchthaus und 4 Jahren Ehrverlust. Soztolv Uelrerstrhk. Der LnifienWaldor Streik der Hutarbeiter und Ar» beitermnen dauert unoeränderl fort. Derselbe ist insofern in ein neue« Stadium getreten, als daß die Arbeiter versuchten, die Streikbrecher wieder in ihre Reihen zu bringm. Dieser Versuch ist bereits von Erfolg begleitet aewelm, indem die ab- trünnig gewordenen ein« größeren Fabrik bereits zu den Streikenden zurückgekommen find. Dadurch ist genügende Hoffnung gegeben, daß die Fabrikanten gezwungen find(da die Sarjon vor der Thür steht), mit dem Streikkomrtee zu verhandeln und den Forderungen desselben Rechnung zu ttagm. Das Verhalten der Streikmdm ist ein Musterhaftes zu nenne» und grebt die Gewähr dafür, daß die Streikenden ihre gute Haltung bis zu: Austragung der Sache bewahrm w«dm. Derrscittliirluttgeia. Lithograph»«, Steindruck»»«nd Lithographi»- steinschUtfrr oersainmetlm sich am Mittwoch Admo zahlreich rm großen Saale de«»Schweizer- Gartens", am KäniaSihor, um unter Vorfitz der Herren Leuschn«, Obrer und Dausch zunächst aus dem Munde de« Herm Siemon'ohn den Bericht üb« den vom 25. bis 28. Dezember in Hannover stattgehabte« Kongreß entgegm zunehmen. Dies« Kongreß, d« vo.--. 29 Del»« guten auS allen Gaum Deutschland«— 40 Städte ließen fich vertreten— besucht war, hatte eine recht umfang, eiche Tage«- Ordnung zu erledigm. Nach Anhörm der Sunanonsbenchte, die ziemlich traurige Verhältnisse aufdecktm und häufig zeigt«, daß die Lithographen, die fich oft, namenltich noch hier in Berlin, gesellschaftlich ein Bessere« dünken, als die ungelemtm Arbeit«, wie es die Steinschleifer find, wirthschaftltch schlechter gestellt find, al« diese, sei eine der Hauptfragen«ledigt worden, näm- ltch die O-ganisatiousfrage. In dies« Angelegmheit wurde die Gründung eine« ZentralverbandiS beschlvffm, indem man fich von der Erwägung leiten ließ, daß nur durch eine Zentralisation die geringe Anzahl von Kollegen, die fich in klern«m Druckorten blfindm, zu einer Organisation ge- bracht und so virmteden werden kann, daß sie zu Streit- blechern werden. Zur Durchberathung der Statuten de« rimm VrrdandeS, dec dm Namen:»Graphisch« Verein der L'tho- graphen, Steindrucker und Berufsgenossen Deutschlands" führe» soll, und in dem auch die Steinschleifer eintreten könnm, wurde eine Statutenberathunastommrsfion gewählt. Daß auch Steinschleifer in dem Vervanoe aufgenommen werden, ist mit Freuden zu begrüßen, ebenso wie em Beschluß, nach welchem sich die Dclegirten mit den Steinschleifern solidarisch «klärten und sich v.rpfl iteten, in g-eignet« Weise füe die Aafbesscrun» der Loa« der letzteren einzutreten. Endlich scheint fich die Erkenntnis Bahn zu brechen, daß alle Arbeiter, od gelemte oder nicht, zunächst in ein« Branche, wirthfchaftlich zusammmgehö en, daß nur etwa« zu««eichen ist, wmn all« BrrufSgmoss«, gemeinsam gegen ihrm gemeinsamen Feind, das Kapital, Front machen. In Betreff de« Fachorgar«, der »Graphischen Presse" wurde beschlossen, dasselbe in Privatbefitz zu belassen, doch soll Oasselbe nicht al« kapitalistisches Unter- nehmen gelten insofern, al« die Urberschüsse nicht in die Tasche deS HtrauizeberS zu slußen haben. Behufs Agitation wurd« eine Äommiifion, die in ganz Dmtfchland vetftrmt wohnt— es find 7 Mann— gewählt, die die Aufgabe hat, durch Flug- blätter, Broschüren und Abhaltung von Veriommlunam dm Bann de« Jndiff-rentiSmuS zu vrechm. Jedem Mitglied» wurde ein bestimmter Berirk zur Agitation übertrage». Bezüglich d« Statistik wurde beschlvffm, diese Sache der AguationSkvmmijsion zu üderlafsm, da« Unterstützungswest» und dm Arbeitsnachweis der Statutmbrraihungskominisfi»». Die Diskussion über Wesen und Werth de« Streiks mdele mtt der Erklärung, den Streik nur im äußttftm Nothfalle«l» allerletzte Waffe de« Arbeiter« gegen da« Kapital zu benutzen, dagegen Streiks, die nne Verkürzung der Arbeitszeit anstrebm, von vornherein gutzuheißen und materiell zu untttitütz.w. E« wurde fnner ein MaxrmalarbeitStag von 8 resp. 9 Stunde» ' für bm Lithokrapben r»sp. Drucker angenommen, wie auch be- schlössen, den 1. Mai al« Feierlag zu betrachten. Sin Minimal- lohn von 15 M pro Woche mit prozentualem Loka!zuschlag, ein Aufschlag von 25 pCt. für Ueber stunden, sowie«in solcher von 100 pCl. für Sonntagsarbeit wurde festgesetzt. Beide wurden im Päozip verworfen, desgleichen vollständig die Akkord« arbeit. In Betreff der Lehrlingsfrage, die von Nürnberg angeregt, wurde beschlossen, daß bei 4 Gehilfen 1 Lehrling, bei 6 Gehilfen 2 Lehrlinge, bei 8 G, Hilfen nur 3 Lehrlinge ausgebildet werden dürfen. Nrch diesem sachlichen Berichte blieb dem Aorreferenten Herrn Steinschleifer Rose nur übrig, auf den Geist der Delegaten hinzuweisen, der ein freudiger, ein guter war. Großes sei durch die Verbrüderung sämmtlicher Beruf«- aenossen erreicht. Bald werde diese ihre Früchte»eigen.(Leb- hafter Beifall.) In der Diskussion nahm Herr Tischendörfer, der Vorsitzende de« h«sigen Lithographenvereins, Gelegenheit, die Beschlüsse de« Kongresse« einer Kritck zu unterwerfen, bei welcher Gelegenheit der Herr eigenthümliche Ansichten äußerte, «a« aber nicht Wunder nehmen kann, wenn man weiß, daß derselbe Sitz und Stimme in der Berliner Synode hat. Der Beschluß in Betreff de« 1. Mai, so sagte Herr Tilchen- dörfer, sei em unüberlegter gewesen. Wo« werde damit erreicht. Nichts, als ein Ausfall am Verdienste und eine noch größere Spannung zwischen Prinzipal und Arbeitnehmer. Es sei bcsser, daß eine Gewerkschaft, unterstützt von den andern, den Sstündigen Normalarbeitstag einführt und dann in der- selbe» Weise die anderen Gewerke folgen! Auch sei die Stellungnahme für die Steinschleifer eine ganz falsche. Wie könnten sich Lithographen mit diesen solidarisch fühlen. So weit sei man dock nicht gekommen! Auch den Be« schluß in Betreff der Organisation könne er und seine Freunde nicht anerkennen; sie würden nie ihren Verein zu Gunsten de« muea auf.ösen. Von Herrn Alb. Schulz und Herrn Rose wurde der Vorredner gut abge<ührt.(Herrn Tischen. dörfer, bei dem menschliche VernunflSgründ« nicht durchschlagen, wird die Entwickelung der Verhältnisse »och Logik einpauken. Ueber solche Personen und solch' reaktiv- näre, dünkelhafte Anschauungen geht der G-ist der Zeit zur Tagesordnung über. De» find wir gew ß; die Geschichte ledrt es; der Fortschritt eben bedeutet den Sreg für unsere Sache. D. Red) E« wurde schließlich gegen die Stimmen de« Herrn T. und Genossen, etwa 20, beschlossen, für die auf dem Kongreß »u Hannover gefaßten Beschlüsse voll und ganz einzutietev, sowie sich der gegründeten Organisation anzuschließen. Den Delegirten wurde der Dank für ihr Eintreten tür die Kollegen- schaff ausge pcochen. E« erfolgte nun die Abrechnung vom Diätenfono«. Dieselbe ergab em Manko von 11.08 M., welche« von der Loh! kommission gedeckt wurde. Der nun folgende Bericht der Lohnkomm Ron beschenkte sich hauptsächlich auf die Abrechnung ron Sammlungen zum Streit fand«. Bi« jetzt find 6066.48 M. eingegangen, so daß nach Atzug der Ausgaben — e« fi'd 356,88 M.— 5729,58 M. verbleiben, von denen 4783.65 M. in Werthpapieren angelegt find. Unter den Ausgaben figunren Unterstützungen an 2 KommissionSmuglreder, die in Folge ihrer T-mligkeit ge- maßregelt wurden. Von verschiedenen Seiten wurde getadelt, daß so schwach zum Fond« gesteuert wird. Möge in Zu- kunft mehr gesammelt werden. Unter„Ver- schiedenem� wurde die Diskussion sehr lebhaft über einen Bericht, den Herr Tischentörfer an den Kongreß über die hiesigen Verhältnisse eingeschickt hat und sehr geeignet war, da« gute Einvernehmen auf dem Kongresse zu stören. Der.Bericht" ist nicht« als eine Denunz'ation de« hiisigen FachvereinS der Steindruck« und Lnhographen. Schließlich verlaß Herr T. mit seinen Kollegen den Saal; sie stimmten deshalb auch nicht mehr sür folgende Resolution, die einstimmig angenommen wurde:.I r Erwägung, daß innerhalb der heutigen kapiiali- strichen Pioduklionswetse eine Besserstellung der Lage der Kollegenschaf», sowie die Hebung unseres Kunstgewerbe« nur durch eme energische Regelung der Produkt!0-I, d. h. eine baldige Verkürzung der Ardritszeit, möglich ist, beschliebt dre Bersammlung, den 1. Mai als Feie, tag zu« klären, als Kund- aebung für unser nächstes Ziel: den achtaündigen Arbeitstag." Serauf schloß die Ve sammlung mit einem Hoch auf die Ar- lterbewegung. Mit d'm grgrnwartigeu Ktand der Lohnfrag« beschafii.te sich eine öffentliche Verlommmna der Militär- schnei der Berlin«, welche am Muiwoch Abend in Jordan'« Salon, Grünstr. 28, abgehalten wurde. Die Versammlung, welche von der Loznkommijfion einberufen worden war, wählt« die Herren Kell, Raloff und Geiwiu in« Bureau. Herr Kroll leitete die Ve< Handlungen mit einem kurzen Referat über die bisherigen Resultate der Lohnbewegung ein. Di« gewählte Lomkommisfion habe den ausgearbeiteten Tarif den Geschäfts- Inhabern unterbreitet und ihnen zur Beontvormng bis zum 15. diese« Monat« Frist gegeben. Da dieser Termin noch nicht ve st ichen sei, könne die heutige Versammlung nur einen beratheil den Charakter haben. Einige Ge'chafie haben sich bereits zu Gunsten unserer Forderungen ausgesprochen, so auch die Firma Rohbrecht, doch wolle dieselbe nur mit dem eigenen Pe fonal unter- handeln. Auch die Firma Keßler, sowie Senke und Hochheimer wollen de» Tarif bewilligen. Wenig Entgegenkommen zeigt aber der Oifizierverein, wo man sich den A.beltern gegen- über dahin ausgelassen hat, daß man selbst einen neue« Tarif vo? legen werde. Wir werden ein scharfe« Auge auf diesen Verein haben müssen. Unsere Lage ist der- artrg, daß wir der Lohnerhöhung dringend bedürfen, und wir können die Anuahm« unserer Forde« ungen erzielen, wenn wir vo« dem gesteckten Ziel nicht abweichen. Wir wollen aber auf dre eigene Kraft bauen und uns nicht, wie da« leider noch manchv-l geschieht, auf krummen Wegen, durch Schmeicheleien nnb Hrandrängen an den Werkfährer, Vortheile »» verschaffen suchen. Diesen beifällig aufgenommenen Au«. slihruna'n folgte eine rege Diskussion. Herr Rohlosf hob h-rvor, daß die größeren Geschäst« erst recht dre geringe Erhöhung bewilligen könnten, wenn die kleineren schon dereitwillgst darauf eingehen wollen. Herr Haak bemerkt«, daß er mit Herrn Rohbrecht über die Forderungen gesprochen habe. Derselbe sei mit den meisten Punkten de« Tanf« em« verstanden, wolle aber nur mit den m seiner Werkstätte be- schäffigten Arbeitern verhandeln. Herr Schulz: Dre Herren Oisioere, sür welche wir p-oduziren, gehören der besser simirten «esrllschafuklasse an, derselben Klasse, deren Einkommen durch die hohen Kvrnzölle so üderm» reichlich gewachsen ist. Unser« For- denlna schließt nur eine Lohnerhöhung von 25 pCl. in sich, die in Anbetracht ver st Ug steigenden Lebensmittel- und Wohnung«. werden. H�r Gerwin»iti.le den Jnhaff eine- Zaknlar«, welche- der Offii.eroerem an seine Kunden versandt ha� Nach diesem will der Verein infolge der gestiegenen Besse surRoh. Material vom 15. Januar ab eine eni,pre»ende PreUrrhohung für die f�rriae Wuare eintreten taffen. Auffallend ser e-nnth'n, daß diefer Verein den Arbeitern gegenüber em« ablehnend« S:«llung einnehme. Auch dreFnmaKühn hat erklärt, bewilligen zu wollen, sobaid andere Geschäfi««« thun würben. Meiner Meinung imch kann nur m't der Lohnkommission verhandelt werden. Her Drtwe«: Wir können ja em Komitee au« den Roh drrcht'schen ArbeitelN wählen, welche« zunächst mit dem Herrn »nterhandeln soll. Herr R o b l o f f trat dieser Anschauung w.tgegen; dazu sei nur die Lohnkommission betugt. Herr Prudler: Wenn wir uns re Ford-rungen zeilgemab tormu- lirlen, müßten wir mindesten« 40 pCt. Zuschlag fordern. Mit de« Ossizierverein sind wir ganz im Unklaren. D,e Haupt- füA« bleibt aber wohl immer dre Zulage, wer unterhandeln soll, ist schließ"» gleit. Herr T L t e r o«: Ich ffeue mich äuer du Ewigkeit der Milnarschneider. Daß wir b.t Lohnfoide> rungen auf Schwierigkeiten stoßen würden, war voran« zu sehen; freiwillig wird man un» überhaupt schwerlich etwas entgegen- bringen. W nn einzelne Firmen nicht mit der Lohnkowmiision vnhandtln wollen, so ist da« sehr zu bedauern, denn sie erklären un« damit den Krieg. Di« Kommission ist au« dem Vertrauen der Kollegen hervorgegangen und ist demnach nur allein be- rechtigt, dieselben zu vertreten. Der Osfizierverem ist ein P-odukt neuerer Zeit, er repräsentirt«ine KapilalSmacht, die keineswegs zum Vo.theil anderer Geschäfte produziren läßt. Jetzt gelte «S den eingeschlagenen Weg mit ganzer Kraft weiter zu ver- folgen. Herr Kroll: Ich muß mrch ebenfalls entschieden gegen die Wahl einer besonderen Kommission aussprechen. Die Folge würde sein, daß anbete Geschäfte auch da« Verlangen stellen und daß schließlich jede« Geschäft einen besonderen Lohn- tarif haben wurde. Da» können wir nimmer zulassen. Herr Prudler: Die definitive Bestimmung würde der Lohn- kommission bleiben, auch wenn eine Werkstätten- Kommission unterhandelte. Dieser Meinung war auch Herr Haak, der hinzufügte, e« werde sich ja bald zeigen, wa« dabei heraus- komme. DieHerren Schulz, Rohloff, KeilundTäte- row sprachen sich noch einmal g'gen diesen Wunsch au», während Herr Drewe« sich zu Gunsten der WertstStten- Kommission äußerte. Herr Schmidt sprach sein Bedenken hinsichtlich der Haltung der im Otfizier-Verein beschäftigten Kollegen au«. Der Zahlmeister werde voraussichtlich eine Lifte vorlegen, auf welcher sich jeder unterschreiben solle, d-ß er mit dem gezahlten Lohn»ufiieven sei. Er hege Zweifel, ob auch alle Kollegen dann die Unterschrift verweigern würden. Ein Antrag, nach welchem die bestehende Lohnkommission die Herren Geschäftsinhaber zur mündlichen Verhandlung über die Lohn- frage refp. Werkftätten.Angelegenheiten einladen soll, wurde einstimmig mit dem Zusatz angenommen, daß diese Versamm- lung nach dem 15. Januar stattz, finden habe. Ferner würbe beschlossen, daß d,e Kollegen ve, pflichtet find, dort die Arbeit niederzulegen, wo ein Kollege gemaßregelt werde, und auch die A-beit nur wieder aufnehmen dürfen, wenn die Wieder- einstellung de« Betreffenden erfolgt. Vor Schluß der Ver- sammlung wurde von ve.schiedenen Anwesenden auf die Arbeit rpcesse hingewiesen und ha« Abonniren derselben mit warmen Worten empfohlen. Nachdem mehrere Redner sich dafür ausgesprochen hallen, stimmte die Versammlung einer Risolution zu, nur in solchen Lokalen zu vei kehren, in denen auch da«»Berliner Volksblatl" und die»Berliner Volks« tndüne" autliegei-. Dem neu gegründeten Verein der Militär- schneid» traten viele Anwesende al« Mitglieder de«. Die erste Versammlung diese« verein« findet am Montag, dm 20. Januar, statt. 5«? verein der Nähmaschinen- ttnd Handarbeite- rinnen Krrtin» uno Umgegend Halt unter Leriung der ersten Voisitzenden, Frau Subela, am 8. d. M., im Königstadt. Kasino, eine gulbesucht« Versammlung ab, zu der Herren und Damen au« allen Beruftzw-igen Zutritt hatten. Nach An. hornng de« sensationellen Protokoll« über die letzte öffentliche Versammlung de« Verein« zu Moabit nahm die Versammlung einen Vortrag de« Herrn Litsin über:»Die Stellung der Frau in der Industrie" entgegen. In zutreffen- den Aussubrungen legte er da« ganze soziale Elend der heutigen Albeiterfchaft infolge der herrschcnden privat» kapitalistischen Produktionsweise dar und verwa« auf den Weg der Organisation al« Mittel zur Erringung einer B'ffer» stellung de« Proletariat«. De« Weiteren hob der Reömr hervor, daß die Frau sich die gleiche Stellung erringen muffe, wie der Mann sie heute einnehme. Er verlangte gleichen Lohn für gleiche Arbeitsleistmig für Frau und Mann, dann würde sich die Frage der Frauenarbeit ganz von selber regeln. Im weiteren Verlaufe seines Vortrage« wies der Vor- tragende darauf hin, daß. wie die herrschenden Klaffen der heutigen Arbeiterbewegung bereits Konzessionen haben machen müssen in Form der sogenannten Sozialrefonn, sie die» in immer höherem Maß« würben thun müssen, jnrehr die Arbeiterbewegung an Umfang und Gründlichkeit zunehme und Arbeiter und Arbeiterinnen sich zusammmsch!i-ßen und gegenseitig über ih e Lage aufgären. Neben der Forderung: Gleichen Lohn für gleiche Arbeitsleistung, legte Referent den Arbertermnen eine zweite Forderung: Verkürzung der Aib.itSzeit, dringend an« Herz, den Werth de: selben eingehend erläuternd. Am Schlüsse seines Vortrages empfahl Rebner nochmal« den Weg der Organisation alt Mittel zum Zw ck, d. h. zur Abstellung der bentigen unleidlichen und unhalibaren Verhältnisse. Reicher Beifall lohnte den Vor- tragenden. Recht eindringliche Worte richtete Frau G u b e l a im Anschluß an den Vortrag an die Arbeikrrnnm, die bis- Heng« Lauheit der Organisation und Gewerkschaftsbewegung endlich fallen zu lassen, darauf verweisend, daß nur durch eine aeschlessene, starke,»ieldewußte Organisation etwa« zu erreichen sei und sührte den Berliner Arbeiterinnen die Arbeiterinnen de« k einen Städtchen« Luckenwalde al« nachabm-ntwerthe« Beispiel vor Augen, welche viel vorgeschrittener wären, al« de« G os der Ardriterinnen der Hauptstadt. In energischer Werse griff noch Herr S ch a d e in die Diskussion ein, die Ar- beiterinnen kraftvall e»mahi,end, Hand anzulegen zur Besse- ruiig der Verhältnisse, um da« irdische Jammerthal, wie e« für die Arbeiterinnen thatsächlich best-ht, in«in Freudenthal zu viiwandeln, wie«* thatsächlich möglich sei, und nicht darauf zu waiten und zu hoffen, daß ihnen von heute maßgibender Seite geholfen werde. Nach einem kurzen Schlußwort« de« Referenten machte die Vorsitzende bekannt, daß am 29. Januar rn Schiffer'» Salon,(Jisselstr. 10), die Generalversammlung de« Verein« statifindet. Ferner machte Herr Fritz Z u b e i l tawuf au'werk'am. daß bei dem in der Bildung begriffe- neu GevnbeschiedSgencht den Arbeiterinnen zwar da« aktiv«, aber nicht da« passive Wahlrecht vorgesehen sei, daß dre Aibe'terirnen daher alle« ausbieten wüßten, auch da« passioe Wahlrecht zu erlangen, um in eigener Angelegenheit eraener R chter sein zu können. Der Magistrat werde dem- nächst emen Zeitpunkt festsetzen nach Veröffentlichung tde« StaiutS, während dessen die gewerblichen Vereinigungen ihre Ausstellungen zu machen und diesbezügliche Wünsche kund zu geben hätten. Dieser Zeitpunkt müsse auch von den Ar- beiterinnen benützt weiden, um mit energischen Forderungen vorzutreten. Die Versammlung beschloß, noch vor der General- sammlung eine Versammlung mit entsprechender Tagesordnung einzuberufen. Auch wurde der 1. Mai d. I. al« Arbeiter- Feiertag erklä-t. Der Nsrein«ewerdUche» Hilfsarbeitev für Iohanntvthat und Nmgrgend konnte die zu heute Vor« miirag 11 Uta anderaumle tAeneralversammlung in der Brauerei Boiulfia in Nieder- Schönweide nicht abhalten, weil dieselbe auf Grund des§ 9 des Gesetze« gegen die gemeingefährlichen Be- ftrebungen oer Soziatdemokratre von der Polizeibehörde m Adterthof verboten wurde. Ein für die Abhaltung dieser Ver- sammlung im Henneberg'schen Saal in Johannisthal bei der Poliz'ibebördeinRudownachgesuchleGenehmigung wurde eclherlt, jedoch dieseam Sonnabend Nachmittag noch dahin adg- ändert, daß, der Kaste m Rudow wegen, die Versammlung erst um 1 Uhr Nachmittoa« stattfinden durfte. Durch diese behördlichen Maß- nahmen konnten selbstredend die in der Umgegend von Johannisthal wohnenden Mitglieder des Brem« nicht auf dem Laufenden erhalten werden; der Besuch der Versammlung wurde Manchem hierdurch verleidet. Dennoch war der Besuch ein so großer, daß sämmtlrche Stühle und Tische au» dem Lokal entfernt werden mußten und die Versammelten Schulte. an Schulter dem vortrage de« Referenten, Herrn Buchdrucker Werner au« Berlin über:»Iw-ck und Nutzen der Gewerkschaft«. organisalion"- unter sortwayrendem großen Bnfall folgten. Nachdem noch ewige Redner, haupisächlrch Herr Krüger-Rir- dorf, eine Resolurion:»Wie verhalten wir uns am 1. Mai 1890?" de» Einaebenden eiortert. daß di-fer Tag als tee- 8l»talla»b»U,»»»r»r» K»rl!»« nah ei l.ldie Genewlve(airin'uno om Kcn-Ila«, ben 12 Zimuar. ifoiu iim- 10 Übe, In Jordan« Saal,«nie ffl-.finfir. 28. jaselorbmma: 1 in«» ü« nationaser Arbeiterseiertag als Anfang ewer besseren Zell f® die gesammten arbeitenden Klasse« fektgehallen werden!«»-. wurde von der Versammlung ein hierauf bezüglicher Besä»! eir.stimmig gefaßt. Nach Erledigung von»Verschiedene«" I die Versammlung um 4 Uhr ihren Abschluß. Von mehrere»'• dem jungen Verein zugefügten MißHelligkeiten soll hier läufig nicht« gesagt werden. *•* f b" Den BHic Hedem ,ur«aitWi. MI* SBiener Matleiidall Im BSHmiichen Broriboud am Eonnadend. den 11 Annlfi- nicht«attstnden tonn. Dl- verlausten«Ille» baden auch zu d-m fpfcer M» feftziiNelleiid-n Taa«Uliolett. Orde de, in Jordan', t™.,..—______________________......, lefluno de»«lllflreri. sowie Bericht der«.vlloten 2 RechenschasltderiSl> BorftarbeS, sowie der.Sommilflonen. 8 N-.uwadi der auSscheideNd-n 58- siavdimit, lieber und der R-viso-en. 4 int-aq aus«imtchwna ei e:«dndi-a w beit«nachweise.Bureau» und einer monatlich im Zend um Berlins ftatifir de»»» deichliezeuden Milqlieder Versammiunq 5 Betlejung der Wad l>"iodeN Aommiisionen. S. End�iltige Beschluzfossunq liier die«eschasiio dniml* Vereins. 7. Ein Äottaa aus der letzien ordentlichen Aeiieraive! ianniii" PMcht sämmtlicher Mitiiieder ist e». zu erscheinen.«iilqUedSbud legick Neue Sstitalieder werden ausg-nommen. »«rl»»»,lu»g»n«rt«U»a«k»«l,»is» d»»«ifchi»» u»> P*?? XoxUarittUtr gf-rlino. Taaedocdnunq: 1 Beiichlerstanunq Oder dl! �7 «ostene Deleqirl.n P-.iode. Nefeient Smil«ihn 2 DiSlusston. 8 fteBunq o,n«andidaien zu Deieqirlen. I. Eonwaa. den 12. Januar, Pnnli 10 Utr in Süd Ost, waldemarftr. 75. Beeil bei«aisirer» Hrn. 2. Sonntai den 19. 3»mar. Bormiitaq»-Bunlt 10 lldr, in Habet'» Betgmonnftr. 5-7 vezirl de« Aasstrer« Hnrn Kchvtze. Da« CuilamgSW* 1 leqiltmirt. Um zadlreichea Besuch w'rd ersucht.„ B-r-inignng btr p-ntschla»»«, OrtSoeiwaltunq Berstii>' »m Eonntaa. den 12 Januar Bonniitago I(» Uhr bei«tnobt,»tun«"' ft"r{e 88 Taq-Sordnunq: 1 B, bi eine««eist»ei». Sasieabe-ick» und«bn» nun« drS KtresllaMrerS 2 Bo-lelunq au« der.«rdeUerbsb.ioibel'. H-lt i übet; Die»eroeTlfibafttn, ihr Nutzen und Ihre Bedeuiuna ssti die Srdeiler dewequnq. S. Berichieden-S und Fraoelaften.__ m F»»tr»ligiSs»(Somiinb», Roienlhalerkr. 88 Konniaa den 12% Boimitlag» 10 llbr; B°!,-aa de« Herrn Dr. Bdllel über. Paine« Zeitaller der Bernunst". Abend» 7 Nbr; Geielliqe Beriammwnq und Bo'lro« di- Herrn Baoiderr über: Den gaustmonolc« und seine Bedeutunq milReziiem»» «äste willlommen 9t»tb»ka(r»«onKr>>»it»r»d,rK»ieli»»»Maschi»»e'ba«-Zit»t� «»r-nicho«. Am Kot, ntnq, den 19, Januar. Bormiitaq« 10 Uhr. im ä»1'. de« Herrn Klürnte, Ackerstrate 128«e- eral-Beriommluna. Zlaqeeo dnu»«. 1. Halbjähriqer Kassenbericht. 2 Berich! übet die 2 Zahlstelle und Antra« b" Borftande» 8 Antrag bei Herrn Tamm. •»»Un*»«raniera«ni>«»gaSdnitzkals, für traufit Madeq»»(® H Nr. 971 Am Konrtaq, den 26 Zrnuar, Nichm 3? lls- in R qe'« L-l.il Alle Zolobstrate 83:«enerol�ZerIaminlu--q. TaaeSorduiiii«-> 1 istechnunqllegunq v o 8?9. 2 kialut-naiä-iderung. 8 Wahl deä q ianiriij" Borftande« urd Andichofle« 4. Kasienangeleqen Helten. Eämmlliae Milglu-n werden um vanll.ichet S scheinen erjucht. Vevmisihkes. Verhaftung et«»« Defrandante». Am Monta« Mittags wurden rn W en im»Holet Kummer" in der Mar®' hilfer havplstraße zwei elegant auftretende junge Männer Detektive« angehalten und zur Polizei gebracht. Dort wnrd< bald festgestellt, daß der eme der beid-n Angehaltenen all» Stuttgart fei und mit dem im dortigen»Polizei- Anzeiger" fchriebenen, wegen Unterschlagung von 5000 Mark zum N:«' Weile einer großen Stoff vaaren-Firma flüchiig gewordell� Komptoiristen Jstliu« Spring identisch sei. Sprmg gestav»'; auch, die Defraudation verübt und sich hierauf nach W>en; wendet zu haben. Sein Begleiter gab an, Emil Blaffa I* heißen und 29 Jahr« alt zu sein. Er will jedoch von d*® Verbrechen nichts wissen. Er habe Spring eist auf der Strom nach Wien kennen gelernt, müsse aber fteilich zu.estehen, Bj®[ feinem Begleiter in den letzten Tagen mehrere hundert Guide» m leichter Gesellschaft durchgebracht»u haben. Da nun Blair immerhin verdächtig erscheint, ein Mitschuldiger Sprwg'«'* fem, wurden Beide in Hast behalten. Sprwg wird jedense»' der Strasbehörde w Stuttgart ausgeliefert werden._ Aerzte-Swtisttk In Frankreich. Anläßlich der Be- sprechung einer Kammervorrage über die Regelung der o 1®* Irchen Praxis in Fi a-- frei» theilt der Figaro ewige interesss?® Daten über da« staiistilche Verhälwiß der Aeytc zu den G?- meinden und der Bmockerung mit. H-ernach besaß Frankreich zufolge der btz'en VoikSzählunz im Jahre 1881 14 846 B1'' fönen, welche die Heilkunst ausübten, darunter 11 643 bip� mrrte Aerzte und 3203 Wundärzte. Begreiflicher W t't 0® die Hauptmasse dieser Aerzte in den reichen und bevölkerte�' LandeSlheilen ihren Wohnsitz. So giebt e« im Departemtm der Seine 2163 Aerzte, so daß auf je 1250 Seelen ein Ali' kommt. Hingegen wohnen im Departement BasseS-Alpe« n®. 24 Aerzte; hier kommt einer auf je 12000 Einwohner. A<> j dre einzelnen Gemeinden vertheilt, ergiebt sich folgende« hälwrß: 8645 Gemeinden haben diplomrrte Doklvren, w 743 Gemeinden prakriziren Dok'vren und Wundärzte zugleich, 10% Gemeinden haben blos Wundärzte und 29 795 Gemeinden fw# ohne jede ärzliche Hilfe. Mit Rücksicht auf diese Thatsa� spricht sich die öffentliche Meinung lebhast zu Gunsten Beib-Hallung de« JnstiwtS der Wundärzte au«. Streikende Schutzleute ist da« Neueste unter der So»«';. Sämmtliche Schuileme in Bordeaux haben ihre Thät'gke« ewgestellt und beschweren sich in einer Eingabe an den über die groß- Anstrengung im Dienst und darüber, daß wegen unehrenhafter Handlungen au« der Armee entfernlo Osfizier an ihr« Sp'tze gestellt sei. Die Schutzmänner Wf* eine Feist bis Montag troff tat, sind bi« dahin ihre WüuW! nicht befriedigt, so mag Bordeaux sehen, wie es stch selbr. beschützt. Gtne Tropfstetntzöhl« hat der Pfarrer Gußmann w; Gutenberg entveckt, welche wohl eine der prachtvollsten Württemberg sein dürfte. Die Höhle liegt unweit de« Don«« Gutenberz am Abschluß de« Lamerthales und soll ewe ftdk bedeutende Trefe und Höhe haben. Die Ausräumung« ardcitw sind feit Wochen im Gange und e« find dabei viel« fow® Knochen, sowie Stewwerkzeuae gefunden worden, so daß Sicherheit anzunehmen ist, daß die Höhle zur Steinzeit bewod«' wvr. An Ausdehnung und Schönheit soll sie mit der Nede® hödle fich messen können. Jedenfalls wird das an Natu''' schönheilen so reiche Lauterthal durch diese Höhle einen weiurl» Anziehungspunkt erhaiten. Bei Anfiaqen bitten wir die AbonnementS-Ouiltung beizufügen. BeiefH*! Antwort wird nicht ertheilt. ... M-, vroßlichterfelde. Wenn da« Mädchen schlw früher ein Kmd von einem Anderen haue, so kann sie für ta» Meile uneheliche Kind überhaupt kewe Alimente ve-lani-*«'' Ebensowenig ist sie berechtigt, Ihnen das Kmd ohne Ihre 38 mmmung einfach zu übergeben. Ihre Eltern find unter kernw Umständen dem Ktnde oder der Mutter gegenüber zu irgen»� welchen Zahlungen gesetzlich verpflichtet. Wir baltrn e« in allen solchen Fällen für eine moralische Berpflichtung, 0'* Sie bat Kind noch Möglichkeit unterstützen._ A.<•» Anndtstraß«. Zu mündlicher Auskunft find bereit. K.?« 100. Ein Handwerker kann, auch N'-m er y® Innung nicht angehört, zu gewissen Betträgen für dtesew» hinzugezogen werden, sofern da« Polizei- Präfidwm der W treffenden Innung diese« Recht verliehen hat. Gesundbrunnen 100. Die betreffende Frau darf die üblen Na», eben Sellen« de» Geschäftsinhabers ni«® unternehmen; sie läuft jederzett Gefahr, daß der von ihr 0*1 stöndlrch begangene Diebstahl zur amtliche» Kenntuiß ko«»® und sie denn bestraft wird. Hieran kann auch der Umsta"': N'ckt« ändern, daß fie fich mit dem GelchästSinhader ß* einigt hat._ j Verantwortlicher Redakteur: Tnrt Sank« m Berlw Druck und Verlag von M« Ondtng w Berlin. 6W., Beurapraz« 2.,