dit'SM ttrflänjrtj rfprtÜ? CttU««» SÄ» ,ffl£ m W T"CI nfe f*«* srü LZ V-rbtsi«� Donnerstag, den 16. Januar 1890. 7* Jahrg. InerDolMalt Brgan für die Interessen der Arbeiter. prech�'z Das„Berliner 5 al< scheint täglich Morgens außer nach Sonn« und, 1 iiH|.n 5,60115 vierteljährlich 4 Mark, monatlich 1A5 9 13 d Pi. ß» nntt taAA � w*«%*«*%"»-*ä'** � 0L- «r ab« »0'fi»� 'ch"Wj «»subrflj ener W'®' (TW? immw«' r Haut»'® Z'�l S.%1 DC« dt»? Nun*5 =% de die«2 >erno»s? gen not' it Mitgl� -te«M vorsteb,� mize flj I habe � »m fl»'? Berliner»olksblatt«.._.. Festtagen. AbonnemenlSprerS für Berlm fre, Mark, wöchentlich 35 Pf. Einzelne Nummer ° Pf. Sonntags-Nummer mit dem»Sonntags-Blatte i« Pf. Bei Abholung aue unjnn •IPtdihon Zimmerstraße 44 1 Mark pro Monat. Pottabonnemenr 4 Mark pro Quartal «-.» ffii K. �ZMWUWM Sonn« und Festtagen bis 10 Uhr Vornnttaas geöffnet. -, Fernsprecher! Amt VI. Hr. 410«.»-•*- VrvsNkion: Veuthptvstze».— Expedition: ÄimmevNrntze 44. Eine Nstriisltflen- Derssrntttlung. Kommission, welche in diesem Sommer von deut- ... Mncvereinen abgeschickt wurde, um die englischen iabl i, Hältnisse kennen zu lernen, hat eine große An- Süfr�It'hmer, Sekretäre von Unternehmerverbände» und Dint.! TradeS-UnionS aufgesucht, und sie über die der Arbeiterorganisationen, die Streiks und die «, n ,��2ung derselben befragt. Es ist nunmehr aus von der Kommission nach Hau« gesendeten ein- die unser Blatt zum Theil veröffentlichen konnte, juf(r. u3 fertiggestellt, der einer von den industriellen �rsam' im Dezember vorigen ZahreS einberufenen gehör« daß i ' intiflöt g yä "r'S t- der.< er entlp®, '5*8» L°Z jJ.�Sßebern tm Sammlung vorgelegt wurde und vor einigen Tagen im dt.,, schien. Wir kommen auf den Inhalt, welcher inter- Und �. �ffchiüffe über das Wesen der TradeS-UnionS soitoNi?iellung der englischen Unternehmer ihnen biklfT~n)'e dem Sozialismus gegenüber giebt, an nur«u..ile noch einmal zurück, heute haben wir es «eifli." einzelnen!, aber für den kapitalistischen Klaffen- V.chst bezeichnenden Aeußerungen zu thun durch, »ls* i* Sprecher jener Versammlung— die Reden sind i "tochteU 9 Berichts abgedruckt— ihren Herzen Luft| ueg««rund? �eumer, der Verfasser des AuSzuge», hatte auf lleninhu�. Einzelberichte nicht verschweigen können, daß in gen. D'!?#?"6 die Unternehmer mit den Vertretern der Arbeiter- 25 /ritt bei iL• auf dem Fuße völliger Gleichberechtigung r? Siii/ stand L�ällen verhandeln, und daß dieser Zu- '' stände» friedlichen PaktirenS, weil er den Aus- selbst vielen Fällen vorbeugt, von den Fabrikanten aber günstig anerkannt wird. Bekanntlich widerspricht Hab«. � f°lche Auffassung, wie die Grubenstreiks gezeigt Und � feudalen Sinne unserer Großindustriellen ganz Daß der Arbester Vereine zur Wahrung seiner 8ab?>r fstichen Interessen besitzen sott,1 und daß die Herren P. tant«. mit den Vertretern derartiger Organisationen lg£)■ u.«! m »f da«? SS« Wik' »MV sr/ indern"5, die ogene 8%, Form der« el, w vi« bei. % '«esH'Ä rechtigung verkehre« kann, kommt seiner Meinung nach da- her,— daß der englische Arbeiter mehr„reasonable", vernünftiger ist als sein deutscher Kollege,„daß mit anderen Worten bei dem dortigen Arbeiter bezw. seinen Führern die Nothwendi gleit des Zusammen- gehen« von Kapital und Arbeit klar erkannt und an- erkannt wird." Die Lohnforderungen, das behaupten die Vertreter der englischen Gewerkschaften selbst, müßten sich in solchen Grenzen halten, daß der Kapitalist dabei gut zu be- stehen vermag. Wäre das nicht der Fall, so trete Bankerott und Rückgang deS Geldes aus der überlasteten Branche ein, undZdie Arbeiter, welche mehr Lohn gefordert hätten, ver- lören nun sogar ihre Stellung. Sei den„Arbeitnehmern" eine behagliche, den Ver- Hältnissen enffprechende Existenz gesichert, so könne der„Ar- beitgeber" ruhig soviel Gewinne machen, als nur möglich, denn durch seinen Profit werde die Arbeit wieder befruchtet. „Solche gesunden Ansichten, sagt Herr Beumer, fanden wir bei den gemäßigten Arbeiterführern durchweg, und Sie werden mir zugestehen, daß wir ein solches Material von Arbeitern in Deutschland zur Zeit noch nicht haben, daß im Gegentheil die Führer der Arbetter zur Zeit eine so feind- selige Stellung gegen das Kapital zur Schau tragen und zum Ausdruck bringen, daß schon aus diesem Grunde ein Verkehr mit ihnen aus dem Fuße völliger Gleichberechtigung unmöglich erscheint." Man bewundere die Logik! Weil die englischen Ar- beiter»och vielfach in dem abgestandenen Glauben leben, eine andere al« die privatkapstalistische WirthschaftSordnung sei überhaupt nicht denkbar, und weil sie von dieser Vor- auisetzung ausgehend, den. Profit als etwas Ewiges, Ratür- liches, Unangreifbares betrachten müssen, durch dessen Ver- nichtung der ganze übrige wirthschaftliche Mechanismus mit zerstört würde, deshalb— kann man mit ihnen, aber nicht mit den ungläubigen deutschen Arbeitern„auf dem Fuße völliger Gleichberechtigung verkehren." Die deutschen Arbeiter sind sozialdemokratisch, also un« gebildelt, also kann man mst ihren Vertretern bei Streit- fällen nicht verhandeln! Bravo! Oder meint Herr Beumer vielleicht gar, daß die Höhe der Lohnforderungen von den sozialdemokratischen oder man- chesterlichen Ansichten der Proletarier abhängig, daß die deutschen Arbeiter wegen ihrer sozialistischen Gesinnung bei Streitfällen mehr als die TradeS-UnionS-Leute verlangen? Beide nehme» offmbar soviel, als sie im wirthschaftliche» Kampf erlangen können; die triviale Weisheit, daß so lange das kapitalistische System besteht, der Lohn niemals so hoch steigen kann, bis er den Prosit verschlingt, weil damit über- Haupt im kapitalistischen System jeder Anreiz zur Produktion verloren ginge, ist natürlich auch den Sozialdemokraten ge- läufig, es wird ihnen nicht einfallen, darum weil sie das be- stehende System ändern wollen, innerhalb desselben mehr er- reichen zu wollen, als es der Mechanismus desselben zuläßt. «!, ■a%U(t Feuilleton. wrbottn.] [2 ersonnen, um die Weiber damit zu Du vielleicht dem Vater einen Bären Ü Der LVinkernbenv. Ä Novelle von Elise Orzeschko. � �nsirte llebersetzung auS dem Polnischen von C. Ka«emann. .,.,m � toi,"®an hat an sämmtliche Gouverneure und Polizeimeister, chien« toi juch an Q(je Stadt- und Gemeindekanzleien geschrieben, )'ck(°er Entsprungene aussehe, damit ein Jeder ihn leicht dssU(ji,"L. Mittlerweile war der Unhold verschwunden w,e! w-ÄoP®1 Icä„ tr" im Wasser. Alle Nachforschungen waren erfolg- j W Ä IrtÄ'i'f. ÄS Len chn fressen!— hier auf der Spur....." i wSH< di. Gott!" schrie hinter dem Spinnrad Hanulka auf, -_ rvr>*■---- Jt Ii-CT—„4«. C JC' f W men% "<■ an «n t TorA nwaor®s ...........«ckreck öffnete sich ihr , MUM«« ' MKDW %r. aV r* ch»! cha!" tunje�e denn alle andern schwiegen. Mikula i»« Stirn. __ �" b lü8ft Du nicht, Alexy?" fragte er.„Hast Du nicht ein Märchen schrecke«? Gedenkst aufzubinden?" Einen scheuen Blick auf den Alten werfend, erwiderte der junge Bauer mit beleidigtem Stolz: „Lüge ich, so lügt auch der Gemeivdeschreiber. Was ich über die Angelegenheit erfuhr und weiß, habe ich von ihm. Soeben ist ein Schreiben auf der Kanzler eingelaufen, wonach Bonk den Augenblick noch hier gewesen sein muß. Er kann noch nicht so weit weg sein. Man solle Alle« daran setzen, ihn aufzugreifen, heißt es in dem Briefe." „Hat man auch eine Photographie hergeschickt?" ftagte der Faßbinder. Alexy zuckte verächtlich die Achseln. „Solche Hallunken photographirt man nicht, die werden von andern gezeichnet... Fahndet nach ihm, sagte der Schreiber, sucht ihm um Himmels willen, sonst kann noch Unglück über uns Alle, über die ganze Welt her- einbrechen... Raubmord, sagte er, Diebstahl und Plünderung werden an der Tagesordnung fein. Alles ist möglich. Gelingt eS, ihm zu fassen, so werfen mir ihn in einen eisernen Käfig, so sagte der Schreiber, und diesmal bleibt es nicht bei hundert Hieben, wie das erste Mal, zwei- hundert wird man ihm aufmessen, damit ihm fürder die Lust zur Flucht vergeht. In Ketten werden wir ihn legen, mst Ketten wird er an die Kerkerwand geschmiedet, bis er drauf geht...... Ja, so halten wir e« jetzt mit dem Hund!" Niemand rührte sich, Niemand wagte das Schweigen zu unterbrechen. E« war, al« schreite durch die menschenge- füllte Swbe ei» scheußliches Gespenst, mst blutig gepeitschtem Rücken. Endlich erhob sich Mikula; er schlug einige Male mit der Pfeife gegen den Tischrand, klopfte die Asche aus und sprach, feierlich nach dem Gelbe greifend, das der Sohn bei der Heimkehr auf den Tisch gelegt: „Nur gerecht! so muß mau mit allen Galgenvögeln Ihre Lohnbewegung unterscheidet sich also gar nicht von der Bewegung sozialistisch ungeschulter Arbeitcrmassen, aber alle« das hilft nichts, der„gesunde Sinn" fehlt ihnen nun ein- mal, und da ist es den wohlwollenden deutschen Kapitalisten ganz und gar unmöglich, mit ihnen als Gleichberechtigten zu verkehren. Wie unendlich gut würden es doch die Arbeiter bei uns haben, wie würde man sie mit Zuvorkommenhesten überhäufen, wenn nur die leidige Sozialdemokratie nicht immer dazwischen käme! Sie ist an Allem Schuld, sie ist der einzige Feind der Arbeiter. Ebensowenig wie die deutschen Fabrikanten sich nach dem Verhalten ihrer englischen Kollegen richten können wegen der bedauerlichen Unbildung des sozialistischen deutschen Arbeiters, ebensowenig darf dieser die höhere» Löhne deS englischen ArbeitSbruderS zum Muster nehmen. Denn der Deutsche erfreut sich dafür der Vortheile der Kranken-, Un- fall- und künftighin sogar der Invalidenversicherung. Leider haben aber gewissenlose Arithmetiker ausgerechnet, daß im günstigsten Falle durch diese Sozialreform auf den Kopf des versicherten Arbeiters jahrüber 12 Mark ent- fallen, die nicht aus seiner eigenen Tasche gezahlt sind. Darnach würde die Lohnerhöhung des deutschen Arbeiter« durch die Sozialreform 1 M. pro Monat betragen und da« soll ihn über die Niedrigkeit seines Einkommens im Ver- hältniß zu dem englischen Arbeiter- Einkommen trösten! Glaubt man durch solche Finten Eindruck zu machen? Daß die Lebenshaltung in England theurer sei und so den hohe» Stand der Löhne begründe, wurde ebenfalls angeführt, um den billig kaufenden deutschen Proletarier zur Zufriedenheit zu mahnen. Doch fanden diese Bemerkungen in der Ver- sammlung selbst Widerspruch: die Nahrungsmittel seien— da» wurde behauptet— in England billiger als bei un«. Als Ursache wurde die große amerikanische Einfuhr ange- führt, über den Schutzzoll dagegen, der doch ,n erster Reihe das Brot de« deutschen Arbeiters vertheuert, herrschte ängstliches Stillschweigen. Die Herren Alliirten vom landwirthschaftlichen Großkapital haben kein einzige«, un- freundliches Wörtlein zu hören bekommen. Sehr bezeich- nend! Die Hauptsache ist, daß die englischen Verhältnisse, sowohl die soziale Anerkennung der TradeS-UnionS, al« die Höhe der Löhne, für unser theuereS deutsche» Vaterland nicht passen. Immerhin herrschte eine gewisse Leisetreterei in allen Ausführungen, bis am Schlüsse der Versammlung sich ihr wahrer Geist in einem heftigen Theatergewitter entlud. Herr Fabrikbesitzer Walter Caron ergriff das Wort. Mit schwei- gender Befriedigung zeichnen wir seine Sprüche auf, die in so schlichter Einfalt den Glauben des Kapitals an seine eigene Größe und heilige Naturnothwendigkeit zum Ausdruck bringen. Der Prophet spricht also:„Ich nenne diejenigen Besstebungen der arbeitenden Klassen sozialistisch, welche sich darauf richten, das Schwergewicht des wirth- schaftlichen Lebens von der Seite des Kapitals sowest nach verfahren. Fremdes Eigenthum darf nicht berührt, unschul» dige« Blut nicht vergossen werde»; denn da« hat un« Gott der Allerhöchste verboten, und alle Unschuldigen sollen vor Ungerechtigkeit ge'chützt sein... Gerecht!"— wiederholte er laut und steckte einige zerknitterte Banknoten in de» Busentheil de« Hemde« em und ließ seinen Blick, der in diesem Augenblick einen strengen und harten Ausdruck an- nahm, von einem zum andern, von den Söhnen zu de« Nichten, dann zur Tochter und zu den Enkeln schweife». Tiefe Falten lagerten auf seiner breiten Sttrn, aus seinem ganzen Wesen war zu lesen, daß er, wenn irgend Einer unter denen, die er musterte, eine schlimme Bahn einschlage» sollte, fürchterlich Gericht halten würde. „Gerecht!" wiederholte er und griff nach dem Tabak«- beutet. Alle schwiegen. Sie wußten wohl, daß jedesmal, wen« der Alte dieses Wort gebrauchte, keine Einrede geduldet wurde. Alexy lehnte die Peitsche an die Wand, näherte sich der Frau und streichelte, sich zu ihr neigend, mit der linken Hand lieb- kosend ihren Hals und ihre Schütter», während er leise mst dem Zeigefinger der Rechten über da» Antlitz de« eingeschlummerten Kinde« fuhr. Der Faßbinder ließ wieder den Hobel über den Eggenzahn gleiten; das Spinnrad Hanulka'« begann zu surren. Die Wirthin trat an de» Herd, von dem sie einen Topf mit kochendem Wasser holte. Die Thüre ging auf, in die Stube stürzte zuerst mtt lautem Gebell und Knurren ein zottiger Schäferhund, und gleich darauf ertönte von der Schwelle ein Gruß. „Gelobt sei Jesu« Christus!" Die Stimme war tief, heiser und man fühlte auS ihr den beschleunigten Athemzug heran«. „In Ewigkeit! Herein!" lautete die einstimmige Ant« wort der Anwesenden. Mikula richtete, die Augen mit der Handfläche beschattend, den Blick der Thüre zu, die Wirthin wandte sich vom Feuer ab, der Hobel de« Faßbinder« und da« Spinnrad Hanulka'« ruhte« von Neuem. links herüber zu schieben, daß der ausschlaggebende Schwerpunkt, das Uebergewicht, mit einem Worte, die Macht, auf Seiten der arbeitenden Klassen liegt. Daß das ein unsinniges und absolut unberech- tigteS Bestreben und Beginnen ist, wenn die arbeitenden Klassen durch den Druck ihrer Zahl versuchen, diejenige führende Stellung einzunehme», welche unbedingt und zu allen Zeiten dem Kapital gebührt, weil das Kapital allein im wirthschaftlichen Leben Risiko läuft, das brauche ich nicht auszuführen." Der Arbeiter kann zu Gründe gehen, wenn er keine Arbeit findet, er riskirt seine Haut bei jeder Ueberproduktion. Aber Haut ist nicht Geld, und der Kapitalist dagegen riskirt Geld, und das ist ei» größerer Einsatz, der ein Anrecht auf Alles giebt. Ein gütiges Geschick sorgt über- die« dafür, daß nur der einzelne Kapitalist nicht die Kapitalistenklasse, welche Jahr für Jahr ihre Gelder an« schwellen steht, etwa« verlieren kann. „Schön ist Mutter Natur, Deiner Erfindung Pracht!" Das Herz des Herrn Caro« überströmt von EnthusiaS- mu«. Nachdem er die Gefahren jeder gewerkschaftlichen Be- wegung geschildert hat, erhebt fich sein Geist zu de« lichten Höhen de« tragische» Pathos:„Ich denke, meine Herren, in fo tief einschneidenden Fragen und bei so brennenden Ge- ahren kann die deutsche Industrie nichts anders als ein einig Volk von Brüdern sein. Wir arbeiten, wen« wir zusammenstehen und zusammengehen, nicht in erster Linie für unsere Lebensinteressen, wir arbeiten in erster Linie für das Wohl des Staates. Das Wohlergehen des Staates beruht wesentlich auf seinem wirthschaftlichen Wohlergehen, und die Arbeiterheere, wenn sie sich gegen die natürliche Ordnung der Dinge wenden und diese stürzen wollen, sind wohl im Stande, die Grundfesten des Staates zu erschüttern. Darum, meineHerren, lassen Sie uns einig sein und bleiben, das wird unferm geliebten Vaterland« zum Segen ge- reiche«". Amen! Eine Thräne der Rührung erglänzte in unserem Auge, als wir diese erschütternden Worte lasen. Bekehrt Euch, Arbeiter, bekehrt Euch! Der Mdtllg ist gestern mit folgender Thronrede eröffnet worden: Erlauchte, edle und geehrte Herren von beiden Häusern de« Landtages! Se. Majestät der Kaiser und König haben mir den Auf« trag zu erlheilen geruht, den Landtag der Monarchie zu be- grüßen und auch an dieser Stelle Allerhöchstseinem Danke für die mannigfachen Beweise der Ergebenheit und Treue Ausdruck zu geben, welch« Sr. Majestät und Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin in verschiedenen Provinzen neuerdings entgegen- gebracht find. Se. Majestät halten Sich versichert, daß die tiefe Trauer, in welche Allerhöchstdieselben und das Königliche Hau« durch das Hinscheiden Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin Augusta versetzt worden find, im ganzen Lande mitempfunden und daß das Andenken an die hohe Frau und an ihre fegens- reiche Thätigkeit auf dem Gebiete der Nächstenliebe im Ge« dächtniß des Volkes fortleben wird. Die Finanzlage des Staates ist nach dem Abschluß de« letzten und den bisherigen Ergebnissen des laufenden Rech« nungsjahrcs wiederum eine günstige. Di« über die Voranschläge hinausgehenden Einnahmen wichtiger Verwaltungsziveige find indessen in gleicher Höhe für die nächsten Jahre nicht zu erwarten, während eine Vermin« derung de« AuSgabebedarfe« fast nirgends, ein weitere« noth- wendiges Wachsen desselben dagegen an zahlreichen Stellen in Aussicht steht. Schon für das nächste Jahr wird eine erheb- liche Steigerung des Matrikularbeitrage« für da« Reich vorzu- sehen sein. Die Gunst der heutigen Lage entbindet deshalb nicht davon, durch vermehrte Tilgung der Staatsschuld die Zukunft thun« lichst zu entlasten und erhöhte Vorficht in neuer Belastung der« selben zu üben. Unter Ihrer bereitwilligsten Mitwirkung find in dm letzten Jahrm Verbesserungm der Beamtenbesoldungm durch« geführt, welche zwar erfreuliche und werthvolle Anfänge zu „Herr Wirth und Frau Wirthin!" sprach die rauhe, heisere Stimme auf der Schwelle,„ein Wanderer bin ich und bitte um Eure Gastfreundschaft. Erlaubt, daß ich ei« Stündchen in der Stube raste. Wie ich durchwärmt bin, ziehe ich von bannen, ohne Euch zu belästigen...." „Seid willkommen! tretet immer ein!" gab der Alte zur Antwort. „Ja, kommt und märmt Euch! Warum dmn nicht?" lud höflich die Wirthin ein. In das Licht des Herdfeuers trat ein hoher, breitschultriger, doch stark abgemagerter, hemntergekommmer Mann. Sein ziemlich schäbiger Anzug bestand aus einem feinern, am rechten Ellbogm weit auf- gerissmen Rock, aus hohen Stiefeln und grobm tuchmm Beinkleidem, die in die Stiefelschäfte eingeschobm waren. Seine Stirn war hoch; röthlichblonde Haarlöckchen um- kränztm die Glatze, ein röthlicher Schnurrbart beschattete dm schmalen Mund. Eigenthümlich geformte Augen warfm einm hastigm, stechenden Blick nach allen Richtungm. „Bitte, nehmt Platz! Ruht auS!" sprach die Wirthin, ohne die Herdstätte zu verlassm.„HanS," rief sie dem Sohne zu,„reiche dem Herrn einm Stuhl." Sie nannte ihn Herr», weil er einen Rock trug, und obgleich er an der Schwelle die Sprache geredet, die in dieser Hütte üblich war, merkte man doch, daß er sich ge- wöhnlich nicht derselbm bedimte. Er sank mit einem ttefm Seufzer in dm Stuhl, stellte dm dickm, mit Eism beschlagenen Stock zwischm die Knie und rieb sich die langen, rothen, grobfingerigm Hände. Er lächelte und sei« Gesicht nahm dabei eine halbeinfältige, halb komische Miene an. „Donnerwetter! ist das aber eine Kälte!" sagte er, „und dazu ein Hunger...." Das Antlitz behielt seinen lustigen Zug. Man konnte glaubm, seine Klage sei nicht ernsthaft gemeint. „Ein Gewitter herrscht draußen, daß Gott erbarme! bemerkte Alexy. „Wollt Ihr essen?" fragte der Faßbinder, den Kopf von der Arbeit erhebend und neugierig den Ankömmling mustemd. Wieder rieb sich dieser die Hände. der erstrebten allgememm Erhöhung der Dimsteinnahmm bildm, hmter dem Bsdurfniß, namentlich der unterm und mtttleren Stellen aber wesentlich zurückbleibm. Di« Regierung hat fich deshalb verpflichtet, weitere Erhöhungm mit Ihnen zu verembaren. Außerdem werdm nme und vermehrte Ausgaben vorzu« fehm sein für die Erfordernisse de» Staatsdienstes, für die regelmäßige Pflege von Kunst und Wissmschaft, der Ver« kehrsanstalten aller Art, sowie des landwirthschaftlichm Ge- werde«. Der Entwurf des Staatshaushalt«. Etats für dal Jahr vom 1. April 1890- 01 wird Ihnen alsbald zur verfassungs- mäßigm Beschlußnahme vorgelegt werdm. Der Vertrag vom 10. Mai 1833, durch welchm die Ver« waltung der Zöllegund gemeinschaftlichm Steuern im Gebiete de« thuringischm Zoll- und Handelsvereins geregelt ist, ent« spricht nicht mehr dm vielfach veränderten Verhaltnissm. E« ist daher am 20. November vorigen Jahre« zwischm dm Bevollmächtigten der Vereinsstaatm ein nmer Vertrag vereinbart wordm, welcher die Fortsetzung der biSherigm Gemeinschaft in besserer Weise sichern soll. Der Vertrag wird zur Verfassung«- mäßigen Zustimmung vorgelegt werdm. Der für die vorige Session in Ausficht gestellte Gesetz- mtwurf, welcher die bisherige Klassen, und Smkommensteuer in eine einheitliche Einkommensteuer umzugestalten und weitere Reformcn auf dem Gebiete der direkten Steuem vorzubereiten bestimmt war, sollte die bestehende Grund« und Gebäudefteuer zunächst unberührt lassen. Im Landtage vorweg geführte Ver- Handlungen ließen jedoch erkmvm, daß auf die seit geraumer Zeit beabsichtigte Ueberweifung von Grund, und Gebäudefteuer an die Kommunalverbände der größere Werth gelegt und derm unmittelbare Verwirklichung in erster Linie erstrebt wurde. Die Regierung Sr. Majestät veS Kaisers und Königs hat daraus Veranlassung genommen, den Rahmm der Vorlage dergestalt zu erweitem, daß beide Angelcgenheitm— die Reform der Ein- kommensteuer und die Uederweisung von Realsteuern an die Kom- munalverbände— mit einander verbunden und gleichzeittg zur Erledigung gebracht werdm können. Eine entsprechende Vorlage wird vorbereitet. Um die Vortheile der einhettlichm Staatsverwaltung auf dem Gebiete de« EffmbahnwefenS weiteren Landesiheilen zu« zuwendm, wird Ihnen die Erwerbung noch einiger Privat« Eisenbahnen in Vorschlag gebracht werdm, und auch in diesem Jahre eine Vorlage wegm Ausdehnung und E.yöhung der Leistungsfähigkeit des Staatseisenbahnnetzes zur Beschluß« fassung zugehen. Die vorjährige Emte ist in mehreren LandeStheilm ein« ungünstige gewejm. Dank der Förderung, welche die Zoll« einrichtungm de« Reiches der vaterländischm Landwirthschaft gewähren, ist indessen die Hoffnung begründet, daß die schwierige Lage, in welche die landwirthschastliche Be- völkerung jener LandeStheile durch den Ernteausfall ge- kommen ist, ohne dauemd nachtheilige Folgen zu überwinden sein wird. Die Regierung Sr. Majestät hält e« für nothwendig, die Möglichkeit, Grundeigenthum zu erwerben und fich seßhaft zu machm, mehr als bisher zu erleichtern. Es wird Ihnen de«. halb ein Gesetzentwurf zugehm, durch welchm für den Erwerb landwttthschaftlicher Grundstücke da« Rechtsinstitut der Renten- güter eingeführt werden soll. Da« ersieuliche Bild, welches der Aufschwung de« Handel« und der Gewerbthätigkeit im Laufe de« letzten Jahres dar« geboten hat, ist getrübt worden durch die Arbeiterausstände, welche namentlich in den Steinkohlmbezirken m großem Um- fange unter Nichtinnehaltung der gesetzlichm Kündigungsfrist und theilweise nicht ohne Gewattthätigkettm stattgefunden haben. Es hat Se. Maj. dm Kaiser und König mit Befriedigung erfüllt, daß die Arbeitgeber, vielfach mit Zurückstellung eigener Interessen, bestrebt gewesen sind, begründeten Beschwerden der Bergarbeiter Abhilfe zu schaffen und selbst weitgehendm Forde« rungm derselben entgegenzukommm. Se. Majestät haltm fich da- nach zu der Erwartung berechtigt, daßfemere Versuchezur Störung der Eintracht zwischen den Grudendesitzem und dm Bergarbeitern an dem gesunden Sinn der Bevölkerung scheitem uno daß die für die gesammte Arbeiterschaft nicht minder wie für dm Be« stand der Industrie gefährlichen Unterbrechungm wirthschaft« licher Thäligkeit fortan unterdleibm werden. Die Regierung, welche eine eingehende Untersuchung der von den Bergarbertem erhobmen Beschwerden und Forderungen hat vomehmm lassm, wendet dieser Frag« unausgesetzt ihre Aufmerksamkeit zu. Andererseits hat sie Vorsorge getroffm, daß jeder Störung der öffentlichen Ruhe und Ordnung sofort mit Erfolg entgegen« getreten werde. Ihrer Fürsorge für die Wohlfahrt der ar« beitmden Klassm hat sie durch die Mitwirkung an der Gesetz» gebung des Reiches über die Versicherung der Arbeiter gegen die Folgen von Krankheit, Unfall und Invalidität Ausdruck gegeben, und sie wird auch ferner nicht ablassen, weiter dervortretmde Bedürfnisse sorgfältig zu beachtm und deren Befriedigung anzustreben. Jene Fürsorge in Verbindung mit der eingetretenen Steigerung der Löhne bietet eine Gewähr „Essm möchte ich schon gerne, warum denn nicht, hätt' ich nur waS! Ich habe keinen Proviant mitge- nommm." Er blinzelte schalkhaft, wie Einer, der seine Umgebung durch Munterkeit für sich gewinnm will. Seine rauhe Stimme hatte freilich keinen bestrickmdm Klang. „Zwei Tage auf der Reise," begann er wieder,„ach, was sage ich da! Ist mir dmn das Gedächtniß schon ein- geftorm? Zwei Wochen bin ich schon auf der Fahrt, wandere und wandere und suche herum, was ich nicht verloren habe... Nur weiß ich nicht, ob ich es sind«... Er sprach dies laut und lachte hell auf; der Stock ent- litt seinm Kniem und fiel zu Bodm; er bückte sich und ob ihn mit fast auffälliger Raschheit der Bewegungm auf. Mikula sah sich dm Fremdm an, wandte das Haupt der älterm Nichte zu mit dm Wortm: „Hast Du Abmdbrot, Christine? Tisch es dem Gast auf..." „Gerste mit Mohn ist bereitet", war die Antwort. Der Alte paffte den Dampf seiner Pfeife so heftig in die Luft, daß er hinter der Wolke beinahe verschwand. „Kommt Ihr von weit her?" ftaate er. „Aus Preußm", versetzte er hastig und sah dm Fragendm forschmd an. „Ihr sucht wahrscheinlich eine Fabrik? Die Dmtschm gehen meist der Fabrikarbeit nach... „Ihr seid ein Deutscher?" fragte der fünfzehnjährige Knabe voll Neugier. „Nein, ich bin kein Deutscher, ich komme bloS aus Deutschland. In eine Fabrik, in eine Leinmfabrik will ich eintreten, da man dort mitunter ein schönes Stück Geld ver- dient. Unweit von hier, hörte ich, wird eine Spinnerei ge- baut. Will dort nack Arbeit fragen. Der Maurerberuf ist mir gleichfalls nicht fremd. Wenn man nur etwas herausschlägt, um zu leben! Was braucht ein Armer mehr? Genug, wmn er nur sein Brot gewinnt. „Habt vollkommen Recht! Gmug für dm Armen, wmn er sein Auskomme» findet!" bestätigten mehrere Sttmmm mit vollem Einverständniß. Christine stellte eine Schüssel mit Kartoffelgerste auf dafür, daß das Bewußtsein einer mehr gesi�erten W Arbeiter in wachsendem Umfang durchdringen werde., J Zur Vereinfachung der über die Errichtung notans»� künden bestehenden Vorschriften und zur möglichsten R'i': des Kostmanfatzes in Ängelegmheitm der sietwiu# richtsbarkeit werden Ihnen mtfprechende Gesetzentwwie gelegt werden._. J Heber die Ausführung des Gesetzes vom 13.' betr. die Bewilligung von Staatsmitteln zur Beseitigunu durch die Hochwasser im Jahre 1889 herbeigeführte» heerungen wird Jonen eine Denkschrift zugehen.... .Zur Frmde Sr. Majestät des Kaiser« und König» ßw] Beziehungen Deutschlands zu dm auswärtigm Machst»' allen Seitm gute. k Meine Herren! Se. Majestät giebt Sich der Zuversi-ri daß Ihre Arbeitm auch in der neuen Session, von bei».'»; vertrauensvollen Zusammmwirken« mit der Staat»««'; getragen, zur Förderung de« Wohle« und Gedeihe»« Landes gereichen werden! Prelttistlre MeUerftchi „Mio i« Keichotagokreise« bestimmt verlautet,� der Reichskanzler zur Berathung de« Soziallstengestp Berlin erwartet." So meldet die„Lid. Korr." Rach.�-, Quellen scheint man auf das Zustandekommm de« So»»',, gesetzes vollkommen verzichtet zu haben und der SchU>« Reichstages soll schon am 25. Januar e: folgen., K-«ngrWiß sei da» Kchicklal de« «»setz««, wir» der»Köm. Ztg." geschrieben, daß man, G-genstand von Wetten machen könne.— Also, wärm wir bereits unter der Herrschast de« KuriellretchW kommen.' m Dt» Kölnisch» Kblag»r««g,ftStt» für allm feindlichen Unrath, läßt sich aus Reichenbach(Schl'si�i. gendeS berichten:„Seitdem die Gerichte dem von so»»', statischer Seite beliebten Boykoitnungslystem scharf(»'F treten, find die sozialdemokratischen Wähler vorsichtig», worden. Sie lassen jetzt keine Vcrrufserklämngm mehf die ihnen die Säle verweigernden Gaftwirihe drucken, st., sie stellm ein paar Leute auf, welche am Sonntag die est', wenn sie die doykottirte Gastwirthschaft besuchen wollen abhaltm. So ist es vorgekommen, daß ein Wirlh in bielau an dm Sonntagen keine Tanzmusik abhalten%% weil unweit der Gaftwnthfchast Fabrikarbeiter standen,«f. dem Besuch berselden warnten. Der Gastwirth, weichst� diese Sperre seine Existenz bedroht iah, hat wohl oder»5 einem der nächsten Sonntage dem sozialdemokratischen � tagsabgeordneten Kühn-Langmbielau dm Saal zur Ado?, einer sozialdemokratischen Wahlerverfammlung hergebenw. Die Zeitung stellt nun die angeblich einfache Frage: Arbeiter ihre wirthschaftliche Macht zu politischen bf, geltend machen, sollen es dann b,e Arbeitgeber nicht, folst»� bann die Unternehmer fich nicht offen oder unter der verständige«, keinem Hetzer Arbeit zu geben?" Man nun auf der einen Seite die Arbeiter die von einem oo».� Gelbe, den„Arbeitergrofchm" exiftirendm Wnthe n®,« Saal zur Ausübung ihrer gesttzlich garantirtm Rechte er»� müssm,— auf der andern die Herren Fabrikanten, b« 1, Arbeiter als„Hetzer" mtlassen. Die Gegenüberstellung., durchaus loyal vorgehmbm Arbeiter und der ihre liche Uebermacht auf's Frechste m.ßbrauchenben Untern« zeigt so recht, wie weit da« Rechtsgefühl biefen Mensflk» fchwunbm ist. Kcho» watzrend»er grotz»» Kevsarbett»»-??, siewegung im Sommer be« vorigen Jahre« wurde% hingewiesen, daß die Folgen des Aue stände« bei den"9;r, Reichetagswahlen zu erkennen fein würdm. Der Tennst, die ReichSiagS wählen ist festaesetzi, und wie bei allen ein größerer Eifer in der Avhaliung von Wahlveriannriw? zeigt, so sind auch die Führer der Bergardeiler, desond«� Rheinland und Westfalen mit großem Eifer in die Vorbe*«� der Wahlen eingetreten. Allerdings find die Periamim'L welche m dm letzten Tagen von dm iheinilch westfälifche»� arbeitem abgehalten wurdm, keine reinen Wahwer'amml»»� dazu ist die Masse der Arbeiter noch zu gleichg»"» j polnische und Parteifragm; in den Vordergrund"'J, örterung werden die Fordemngm der Arbeiter gestcU' hieran schließt fich bann die Besprechung der Frage, Mann bte Arbeiter in den Reichstag wählen müßte»:! diesen Fordemngm Geltung zu verschaffen. Soweit% Stimmung der rheinisch-westfälischm Bergarbeiter au« den°» vorliegenden Berichten über diese V-riammlungen beuiWJ läßt, geht die Neigung dahin, einm parteilosen Bergard� kandidatm aufzustellm. Insbesondere würde die Kandi" de« ehemaligen Arbeiterdelegirtm Schröder in Do>tmun»� noch immer dm größtm Anhang unier den Arbeitern° dm Tisch, die, grau von dem eingemachten Mohn, n vollständig kalt und hart geworben war, so daß m», mit einem Messer schneidm mußte. Sie legte auch�, solches neben die Schüflel, dann ein Stück Schwaff, Ihre Bewegungen waren gemessen, ihr Gesicht war' beinahe stolz. Vielleicht war es die leitende Stelluui der menschenvollm Hütte, oder auch ihre glückliche schaft, die ihr den Emst verlieh und sie mit so viel ausstattete. Sie trug auch eine ausgesuchte Höfli' Schau. „Ich wünsche, daß ei dem Herrn gut schmecke, keine Umstände!" lud sie den Gast ein. Seine mwL langen, rothen Hände griffe» zunächst nach Brote, das er gierig an dm Mund f»? doch schienen seine unruhigen Augen noch etwa» Q» auf dem Tische zu suchen.„j „Zürnt mir nicht, Herr Wirth..... Die versi9- Kälte machts! Bin durch und durch geftorm...... SchnäpSchen zur Erwärmung— dürfte ich wohl bifff9 Das Brot hastig verschlingmd, rieb er sich aber� mit drolliger Geberde die Hände. „Mit größtem Bergnügm! Warum dm» erwiderte der Wirth.„Christine, reich' dm Brawü" her\" Der Faßbinder erhob dm Kopf von der Arbeit, Augm funkeltm. Christine brachte die Flasche««J[ Gläschen aus dickem, grünlichen GlaS, das der Wirt» zur Hälfte füllte und an die Lippen setzte., „Zum Wohlsei«!" rief er dem Gaste zunickend,. leerte das Gläschm langsam, Tropfm um Tropfen. A' j, Gast jetzt daS gefüllte Gläschm erfaßte, gitterten seine(r Fing«.-t „Auf gut Glück!" entgegnete er und goß sich de») halt auf einmal hinunter. Der Faßbinder langte schüff,, nach der Flasche und sah dm Alten an. Dieser schwieg. Darauf that der Faßbinder herzhaften Schluck und reichte die Flasche dem Bruder- „Trink, Alexy!" j „Ich mag nicht, ich trinke nicht, die Frau hr*■ verboten!" wehrte der junge Bauer ab, indem er A eme die ta b« Vnsammwnxen gegen das Zentrum ebensa feindselige Stimmung herrscht wie gegen « a t l o n a l l i b e r a l e n. Ja der am Sonntag abzehaltenen «ersammlung zu Altmeffen, über welche bereits telearaphisch denchtet worden ißt, trat bei den einzelnen Rednern die Rücksicht- »ahme auf die bevorstehenden Reichstagswahlen aufs Deutlichste yeroor. Wir entnehmen einem Berichte über die Versammlung Mgende Stellen:„Schröder-Dortmund: Wag den Bergleuten fehte, da« sei nicht die direkte Lohnerböhung, sondern dal Äusammenschlieben in den Verband. Die Maschinen sollien nicht aar zu Gunsten de« Kapitals arbeiten, vielmehr müsse angestrebt wardm, da» die Arbeitszeit um so viel verringert werde, al« durch asue und bessere Maschinen Arbeitskräfte uberflüssig würden. Redner erntete lebhaftesten Berfall. Herr Brodam bemerkte dann, » lehle tm Bezirk an emem geeignete» Kandidaten, der da wrfle, wo d,e Bergleute der Schuh drücke. Sollte denn unter den Bergleuten keine geeignete Person zu finden sein?(Es wurden Dortmund und Stötzel gerufen.) Ja, vchroder sei gewiß die geeignete Person, er lebe mitten unter oen Bergleuten und werde deren Forderungen zu vertreten , ntn. Da im Saale vielfach der Name Stötzel gerufm wurde, sagte Herr Brodam, Siötzel sei kein Vertreter der Arbeiter, «nn derselbe habe auf einer Versammlung in Düsseldorf ge- sagt: da» die Sozialdemokratie nicht zu groß werde, dafür Mm die Gesetze schon. Herr Siötzel sei also für Ausnahme- jWktze.(Rufe: Pfui, pfui!) Herr Bessau au« Schönebeck I�ch stch durchaus unzufrieden über Herrn Stötzel aus. Der- s«i auf das christlichsoziale Programm gewählt, babe auch •te Gelder für seinen Unterhalt in Berlin von den Christlich- Walen erkalten. Trotzdem sei Herr Siötzel dem Zentrum bei- �treten. Das sei wohl eine starke Partei, die wohl viel habe mr den Arbeiter thun können, wenn fie nur gewollt, fie habe «der nichts geth an/'— Es beginnt also unter den Bergarbeitern »« dammern. , Glderfald, U. Januar. Ei' Nachklang zum Bergarbeiter. ]"*>1 fand gestern vor der Strafkammer des biefizen Land- statt. Angek.agt war der R-dakteur Grimpe wegen Artikels in Rr. 181 vom 7. August v.J.:„Das Ende de« Bn�mannsstreiks- betitelt. Der Artikel war vornehmlich pole- Üul!*? �atur und namentlich gegen die Reptllienpresse ge- s'chlet, die au« Anlaß der scharfen V-rurtheilunqen der Berg- « namentlich in den schlefischen Bezirken, Waldenburg?c., «tziesse stattgefunden hatten, den alten Kohl aufwärmte, »"nach die Sozialdemokratie in demagogisch-hetzerischer Werse *«r.« verantwortl ch gemacht war. In der Einleitung zum «mkel wurden kurz die Versprechungen, die man den Berg- «Uten gemacht hatte, erwähnt, dann heißt e«: war ein herrliches Programm. Und heute wissen wir, mi« es erfüllt worden. m hat Ideal und W-rklichkeft fich in schneidenderem 'Senfotz befunden, nie find Hoffnungen— so weit solche bei «caubrgen sich einnisteten— grausamcr getäuscht worden. Di« Dichtung: Versöhnung, Harmonie, Glückseligkeit. .. Die Wahrheit: nicht Mos jeder„Führer", sondern auch Ii.« �'"kache Arbeiter, der bei Streikbewegung irgendwie die �lmerksamkeit der gestrengen H-rren Bergwerksbeamten auf jj�iogew hat, ist gemaßregelt, in Acht und Bann gethan Die versprochenen Reformen find ausnahmslos entweder durchgeführt, oder nach einem ersten großmüthizen Anlauf "�rückgängig gemacht worden." fc hierauf folgte dann eine Kritik des angeblichen Ergebnisse« a? JV�ersuchungSkommisfion und darin glaubte die Staats- �?°Uschaft die Kriterien de»§ 131 de» Strafgesetzbuches zu --Wer wissentlich entgellte Thatsachen öffentlich be- keii. � um StaitSeinrichtungen oder Anordnungen derObna- ,h u??chtlich zu machen sucht, wird mit Geldstrafe bis 600 M. Heh J.18 2 Jahren Gefängnrß bestraft," heißt es da. Der web» Brimpe führt zunächst an, daß der Artikel em Ab- o»8«tW gegen die Behauptungen der R-ptilienp'esse fei, als ins.�.,"ualüeiniikillüe die Streik« in demagogischer Werse dniMB hätte und die falsche Nachricht gebracht hätte, daß sei Jf'B'kiß der Untersuchungskommssston ein solches gewesen »US t_____ 1___»i.»-in- ITrfftAc Bergarbriter gegen die Art uno-uzei,e oer unitr- »?unz«führuug Seiten« der eingesetzlen Kommission lebhafte $2% geführt und-rira für jede Zech- Beschwerdebogen ange- n"?, um al« Korrektiv gegen daS etwaige Ergebmb »e« x�ungskomm.sfion angeführt zu werden. Diesen der laut rti»'*8 � hervorginge, daß die Bergarbeiter keine Ursache � Heiken gehabt hä-ten. Außerdem h-tten damals thatlach- ® Nrt utib Sfficifc ber IXrttcr* �«tfuchL. «wotbenen Klagen" höbt man sich denn auch nicht verschließen » j!tn und von der Regierung sei nachträglich angeordnet, daß . rgarbener und gewähfte Zechendelegirte ebmfallS geHort wor. »g. Von emer wissentlich falschen Behauptung, wie sie s«» �.iu einer Befrafung verlange, könne mithin keine Rebe * Der Staatsanwalt hielt die Ankcage in ihrem ganzen o.Mgr aufrecht, der Angeklagte hätte wissen müssen, daß d,« rechte Behauptung der Wahrheit nicht entspreche, zudem s«, tziV Artikel im Tone der Gehässigkeit gehalten und darm siz,,.�uchtlichmachung zu erblicken; er beantragte, mit Ruck- daß der Angeklagte bisher noch keine Gefaiignißstrofe er- Wlachte.„Meiner Treu, sie hat es verboten!" fügte er S&«Trinke nicht, Alex?, trinke nicht!" ruft sie mir be- «%'ß zu, wenn Du mich nur ein wenig lieb hast und �°tt, den Allerhöchsten, fürchtest, so laß das Trinken! Eni- Laster, schwöre eS beim Kreuz! m''rhe fAo« .,,..................... Ich merkte schon, «.g lch keinen Frievcn mehr haben wurde und legte den schwur ab. Bald wird'S ein Jahr her sein, daß ich keinen ?ranntwein im Munde hatte. Lüge ich vielleicht, Helene, 8 ewnial, he, lüge ich?" k. Die junge Frau lachte herzlich und innig und zwischen - rochen Lippen blickten zwei Reihen perlenweißer Zähne herv, vor. Sie streichelte den Gatten zärtlich und versicherte, »rjct Ott« eigenem Antriebe so brav geworden. Das alte Mütterchen erhob sich mühsam von ihrer Mulde, trippelte ' dem Tische und schaute sehnsüchtig nach der Flasche. ••Drink nur!" munterte sie der Alte auf. � Das Gläschen erfassend, verbeugte sie sich nach allen �tten, trank mit Lust schnalzte mit den Lippen und fuhr dem Hemdärmel über den eingesunkenen Mund. Der Gast starrte sie so unverwandt an, als suche er in Gesichtszügen zu lesen. Ein Stück Brot nach dem hinunterwürgend, wischte er die Brosamen zusammen �5 schüttete sie aus der hohen Hand in den Schlund. e?we,l liefen aber seine Augen unausgesetzt in der Stube jeden Gegenstand musternd. Besonders häufig wen- fv»? VW fich der Schlafstätte und dem Ofenwinkel zu. Dort i? �L"bar Jemand. „ p�nd Eure Frau. Herr Wirth, lebt sie noch?" sagte die®ott' die ist ja schon lange gestorben," versetzte " l®', welche der Branntwein gesprächig machte. n�Mmetden'« ungefähr sein, seid sie gestorben... stürb, als ich vom Hofe gewiesen wurde... Simon meiner an, Gott der Allmächtige soll'« Geh' Christine bei der Wirihschaft an öLftfo�e er damals zu mir. worden»- m??'" wurmelte der Fremde und sein matt ge- „Und heftete Ii* auf das Antlitz des Mütterchens. �««hof �..... Ihr jrib«tf den, ''rthschaftenn gewesen.. halten, eine Geldstrafe von 150 M. event. ZO'Tage Gefängniß. Dr. Schweitzer, in dessen bewährten Händen die Verlheidigung ruhte, ging zunächst auf den§ 131 de« Näheren«in, wies auf die Kommentare und Entstehungsgeschichte diese« Paragraphen hin und führte dann aus, daß in dem angezogenen Artikel von Verächtlichmachung von Staat» einrichtungen keine Rede sein könne. Es fei eine Kritik über die Thätigkeit der Unter- suchungSkommilsion und noch dazu eine sehr mäßige, eine Kritik von Anordnungen der Obrigkeit sei aber gar nicht verboten, eher da« Gegentheil. Dr. Schweitzer führte dann den Beweis, daß das Oberbergamt zu Dortmund, also eine königl. Behörde, ebenfalls die Behauptung aufgestellt, daß der Streik unberechttgt und von außen hineingetragen worden sei, ebenso die Dortmunder Handelskammer. Gegen diese Auf- fassung richtet« fich der Artikel, er sei also weit eher eine Ab- wehr, er beantrage Freisprechung des Angeklagten. Auf eine diesbezügliche Frage des Präsidenten, wann der Bericht der UntersuchungSkommisfion verössmtlicht worden sei, antwortet der Angeklagte, daß derselbe bis heute noch nicht erschienen, daß in den letzten Tagen der vergangenen Woche in Berliner Zeitungen die Mittheilung enthalten war, daß der„Staats- anzeiger" in den nächsten Tagen den Bericht veröffentlichen werde. Sodann beantragte Angeklagter, sollte der hohe Ge- richtshof auf die Frage der wissentlich unwahren Behauptung, wie fie der§ 131 erfordere. Gewicht legen, ein weitere« Be- «eisverfahren aufzunehmen, und wurde er dann die Ladung der Herren I. Meyer in Bochum und der bekannten Mit» glieder der Kaiserdeputation, Bunte, Schröder und Siegel, be- anttagen. Der Gerichtshof verkündet« nach längerer Be- rathung, daß er nicht zu der Erk-nntniß gelangt fei, daß in dem Artikel unwahre Thatsachen behauptet worden und der Angeklaate deshalb von Etrate und Kosten fteizusmechen sei. Auch w de»'fächstschen KergWerksbezirke» droht wieder eine Ausstandsbewegung. Die B-rgarbeiler im Lugauer und Zwickauer Kohlenrevier haben von Neuem eme Abkürzung der Schichtdauer und Erhöhung der Ueberschichten verlangt und bei einer Nichtbewilligung die Niederlegung der Arbeit in Aussicht gestellt. Kpußhast ist»», wenn die„Sozial-Correspondenz" in ihrem Temperenzler-Eifer die Abnahme de« Brannt- weinverkauss in Kassel, der von 853 096 Liter im Jahre 1882/83 aus 697 841 Liter im Jahre 1888/89 sank, als einen Erfolg des„Verein« gegen Mißbrauch geistiger Gettänke" hinstellt. Mit demselben Recht könnte man da« milde Wetter dieses Winter« dieser pietistischen Vereinigung auf Rechnung setzen. Die deutsche Branntweinsteuergesetzgebung, welche dem kleinen Mann sein Gläschen Schnaps zu Gunsten der ost- «lbifchen Krauhunker so sehr verthmert hat, ist die Haupt- Ursache der Verminderung des Konsums. Di« theuren Weine, Johannisberger Kabinet und. Veuve Cliquot werden freilich durch die Schnapssteuer nicht'beruhrt. Kiichfische«. Das polizeistaatlichste Land(man verzeihe den Superlanv, da ja über den Polizeistaat eigentlich nicht« geht), Sachsen also, wo Herr Ackermann im stillen Glänze seiner weißen Weste Wechsel protestirt, auch Zunftmeisterwechstl, Sachsen, wo die Kapitalisten, aber nicht die Arbeiter de« Boykotts sich dedimen dürfen, Sachsen, wo Herr Held für die potenzirten Ausnahmegesetze schwärmt, ist bekanntlich auch eine Heimstätte de« Jndustrialismu«. Der achtzehnte Jahresbericht über da« Medizmalwesen im Königreich Sachsen bietet recht interessante Daten zur Beleuchtung der wirthschaftlichen Za- stände. In einer Leipziger Gummiwaarenfabrik, so theilt unsere amtliche Quelle mit, erkrankten mehrere Arbeiterinnen, welche mit dem Vulkanifiren des Kautschuk« beschäftigt waren und dabei die zu vulkanifirenden Massen in eine Mischung von Schwefelkohlenstoff und Chlorschwefel eintauchen mußten, an maniakalischer Geistesstörung, so daß sie in die Irrenanstalt peschafft werden mußten, wo sie genasen. Und die Ursache dieser Tollheit? Die sparsamen Kapitalisten hatten eine einfache Schutzmaßregel nicht angebracht. Nachdem das Kind in den Brunnen gefallen war, ließ man dm Sxhaustor verbessem und einm neuen Trockenraum herstellm. Und siehe da, seitdem kämm keine neuen Erkrankungen mehr vor. Da in Sachsen jede Mau« polizeilich administiirt wird, so ist tS doch zu verwundern, daß die hochlöbliche Polizei erst solche ttagtsche Er- eignisse abwartet, ehe fie«ingreift. Ist es aber wirklich so verwunderlich?... Wir erfahren ferner, daß bei dm Arbeitern der Geschirr- töpfereim zu Waldenburg(Glauchau) Bleivergiftungen häufig find. Eine vom Bezirksarzt Hankel angestellte Unter« suchung ergab, daß von 15 in ihnen angewendeten Personen 7 an Bleikolik, Zittern und mehr oder weniger starker Lähmung der Hände litten bezw. gelittm hatten. Bei den am häufigsten erkrankten Personen stellte e« fich heraus, daß keine eigenen Werkstätten vorhanden warm, sondern— o Heil und Segen der Hausindustrie!— die Mohust»!»«« dazu dienen mußtm. Nun erst ward eine Veroronung für die Töpfereien de« Bezirks erlassen, welche die zur Verhütung der Bleierkrankung dienlichen Vorschriftm mthält, da« Arbeftm in Wohn- und Schlaftäumm verbietet, und da« Retdm der Glasur und das Gluhm und Trocknen glafirter Thonwaarm „Ja, so ist es!" rief die Alte voll hellen Erstaunen«. „Woher könnt Ihr eS aber wissen?" fiel ihm jetzt Alexy in die Rede. Der Fremde schien die Frage nicht zu hörm, vielleicht mochte er sie auch nicht beantworten. „Diese Hütte habt Ihr schon lange aufgebaut, Herr Wirth?" In seiner ruhigen, gleichgiltigm Weise belehrte ihn Mikula, daß die Hütte schon ziemlich alt und unlängst nur ein wmig erhöht worden sei. Auch habe man die schab- haftm Stellen der Dielen ausgebessert und die Fmster vergrößert. „Damm kommt mir auch die Stube verändert vor..." „Wart Ihr dmn jemals hier?" fragte der Faß- binder. Wiedemm keine Antwort. Der wunderliche Gast kaute weiter, wandte sich darauf nach dem Faßbinder und Alexy, fixirte sie und murmelte vor sich hin: „Die Alte ist also todt!" Nach einer Weile fügte er hinzu:„Auch dm HanS vermisse ich!" „Welchm HanS meint Ihr?" fragte der Alte, die Pfeife aus dem Munde nehmmd und ,dm Gast scharf ins Auge fassmd. „Na, na," lachte dieser höhnisch.„Eurm drittm Sohn, Herr Wirth, meine ich! Wm dmn sonst?" „Seid Ihr von hier, daß Euch Alles so bekannt ist?" meinte Helme mißtrauisch. „Ihr müßt schon einmal bei uns gewesm sein," wisperte da» Mütterchen und besah dm Gast von allm Seitm. „Gewiß, Ihr seid nicht das erste Mal an diesem Orte." bemerkte Mikula nachdmklich. Solchermaßen bestürmt schlug der Fremdling die Augen nieder und eine zornige Aufwallung sprach aus seinen Zügm. Mit mühsam verbissenem Aerger brummte er:„Na ja, ich war einmal da! Doch, wa« ist denn so Merkwürdiges daran?" (Fortsetzung folgt.) in gut gelüftete Räume außerhalb der Werkstatt oder in« Freie verweist. Da« ist Alles recht gut und schön. Da« Rezept leidet aber an dem Fehler, daß die Kleinmeister, die Heim- arbeit« e« nicht bezahlen können. Woher sollen die armm Teufel die Mittel nehmen, da« Regulativ durchzuführen? Ja, die Hausindustrie ist und bleibt da« Entzuckm aller Dumm- köpfe und Schelme. Att» Chemnitz, 14. Januar, wird uns aeschriebm: Bei der heutigen Landtag« ersatzwahl«gab al« Resultat für dm sozialdemokratischen Kandidaten 3177 Stimmen, für dm Kan- didatm d« Kartellparteim Esche 3797 Stimmen. Letzter« siegte also mit einem Mehr von 620 Stimmm.(Wir haben die Nachricht gestern unter dm Depelchm veröffentlicht. Red.) Da der Wahlkreis, m dem diese Nachwahl stattfand, biSh« stet« in den Händen d« Gegn« war und diejenigen Stadt- theile umfaßt, in welchen hauptsächlich die Bourgeofie und das Beamtenthum feinen Wohnfitz hat, muß da« Resultat al« ein sehr günstiges angesehen w«den. Nach diesem Resultat steht schon jetzt fest, daß Chemnitz bei der Reichstagswahl seitens der Sozialdemokratie glänzmd genommen wird. Att» Kachle« wird uns geschrieben: Im Wahlkreise Würzen hat d« bisherige Kandidat Günther die Kandidatur niedergelegt und an seine Stelle ist Lithograph Pinkau, Ausgewiesener au« Leipzig, derzeit in Borsdorf wohnhaft, al« Kandidat aufgestellt worden. Pinkau, ein langbewährt« Ge- rosse, sehr tüchtig in seinem Fach und von einem hohm Bildung«- und WissmStrieb beseelt, wird in dem Wahlkamps die Sozialdemokratie würdig v«tretm und ist jedenfalls wohl geeignet, unsere Pa»tei in dem Wurzener Wahlkreis, wo sie bekanntlich bei d« letzten Nachwahl einm lokalen Rückgang zu v«jeichnen hatte, wied« die ihr gebührmde Stellung zu«- ringen. Die sächsische Sozialdemokratie ist b«eit« im vollm Wahtkampf. Die Wählerversammlungm, die durch die beiden«ledigten Landtagimandate nothwendig ge- macht wurden, leiteten die Reichstag«- Wahlkampagne ein. Die Begeisterung ist unbeschreiblich. Und überall macht sich da« Bedurfniß nach Verlammlungm geltend. Die zur Verfügung stehmdm Redn« mußtm sich»«zehnfachen, wmn fie jeder Einladung folgen wolltm. Um die vorhan- denen Kräfte möglichst wirksam verwmdm zu können, und einer Kräftevergeudung nebst obligater Konfusion vorzubmgm, w«- dm die Wahlkomitee« d« einzelnen Kreise ersucht, fich einm genauen Versammlungsplan zu machen und sich im Voraus und rechtzeitig der Redner zu onfichem. Da« Anbe- räumen von Versammlungm, ehe man einm Refnmtm hat, ist unt« allen Umständen zu vermeiden. Da« Mißglücken solcher Versammlungen«regt nur den Spott d« Gegn« und macht einm schlechten Eindruck auf die Genossen. Da« ist eine sehr hausbackene Wahrheft, allein e« ist sehr nützlich, an fie zu erinnern— und nützlich nicht blo« für Sachsen.— Dm früheren Vorstandemitgliedem de« Dresden« Fachv«ein» der Tischt«, der vor Weihnachtm auf Grund de« Sozialistengesetzes aufgelöst wurde, ist von der Reichsbeschwerde- kommisfion, an die er fich gewandt hatte, die Aufforderung zugegangen, mehr Material zu beschaffen. Die Kommission scheint also schon zu der Uederzmgung gelangt zu sein, daß die Begründung des Verbots keineswegs unanfechtbar ist und die sächsische Polizei sieht d« Entscheidung d« Reiche- kommisfion mit großer Spannung entgegen— die Aufhebung de« Verbot« würde die Umstoßung der dish« in Sachsen dm tachoneinm gegmüb« geübtm Praxi« bedeuten.— Genosse uer, der auamblicklich in Montereur am Gmfersee weilt, suhlt fich so gekräftigt, daß« dem Wahlkomitee des 17. sächsischen Reichstagswahlkreise«(Glauchau-Meerane) angekündigt hat,« w«de zur Agitation kommen. Im In- («esse seiner Gesundheit, die noch der Schonung bedarf, hat man ihm ab« geantwortet, seine Anwesmheit sei nicht noth- wendig. Gitter de» größte« Ausbeuter Nordamerika», d« König de« zur Ausplünderung des Volke« gegründeten Zuck«- ringe«, Herta C. Havemeyer,istin Pari« d« Bright'schm Nierenkrankheit erlegen. Der Trust, zu dessen Gründern und Hauptmachern dieser gewissenlose Plusmach« gehörte, hat den Zucknkonsum, der in dm Vereinigtm Staatm bekanntlich eine sehr wichtige Rolle im Volkshaushalt spielt, in skandalös« Weise„kontrolirt", d. h.« diktirt die Preise für Zuck« mit despotischer Willkür. Die Bmte der Ringbrigantm beziffert fich auf Millionen. Natürlich wird dies« sehr ehrenwerthe und prominmte Dmtschamerikaner— in den Trust« jmseit« des großen Wasser« spielen die Dmtscham«ikan« üb«haupt ie erste Geige— in allm Geldsackblättern tief bedauert; die„Zuckerindustrie" läßt eine fette Thräne auf Grad de« Danke« rieseln. G»sterr-ich-U«gar«. Pest, 14. Januar. Nach einer Mutheilung de«„Nemzet" find die Nachrichten von einem angeblichm Nachtragskredit, dm der Krieasmintster zu fordern beabsichtigte, zum mindesten v«- früht und entschieden ungenau. Um wa« es fich höchstm» handle, da« fei die Umwandlung der 11 millimetrigm Gewehre in 8 millimetrige; jedoch fei es noch fraglich, ob die 11 millimetrigm Gewehre einfach gegm 8 millimetrige um- getauscht, od« erster« mtsprechend umgestaltet w«dm sollten. D« Umtausch«fordere etwa 4j Millionen Fl., die Um- gestaltung 1 Million Fl. Verhandlungen seim darüb« im Gange. Frankreich. Paris, 14. Januar. Die neue Session d« dm Körperschaftm ist hmte«öffnet worden. wurden von dm AlterSvorfitzenden nicht gehalten. v«tagte sich alsbald auf nächsten Donnerstag.— Die Depu- tirtenkaminer wählte Floquet mit 215 von 226 ad gegebenen Stimmm zum Präfidmten. Die Wahl eines Vizepräfidmtm blieb ohne Ergedniß, weil da« Haus nicht mehr beschluß- fähig war. Die nächste Sitzung wurde auf Donnerstag an- beraumt. Kelgie«. Brüssel, dm 14. Januar. Der Deputirte I a n s o n brachte in d« heutigen Kammersitzung einm Anttag ein, daß dm Arbeitern gemeinsam mit dm Arbeitgebern da« Recht d« Ueb«wachung der Arbeit in dm B«gwerkm zu- stehen solle. Amerika. Chicago, 14. Januar. Croniuprozeß. D« Richt« Mac Connell hat die Einleitung eine« neuen Prozesse« gegen Kunze genehmigt, betreffs d« übrigen bereit« Verurttzeillm< die Anstrengung ei. es neuen Prozesses abgelehnt. mit auch da« Slnlprachm Der Smat t>« (lie virli ts-r?eikung. Miederum gelangt« et« besonder» schwerer Fall «-« H-irattzsschmittdel-i gestern zur«mntniß der drutm Slraskamm« des Landgerichts L Auf b« Anklagebank befand fich d« Kutsch« und Geschäftsreisende August Schulz, ein, trotz seiner Jugmd—« zählt«st 23 Jahre— äußerst sprachgewandter und anstelliger, aber desto gefährlich« Mensch. Aus ein« seiner Geich astStourm in der Umgegend von Pot«. dam lernte er eine Witlwe B. kennen, die fich trotz ihres weft höh«m Alters von dem Angeklagtm bethörm ließ und seinm Ehev«sprechungm glaubte. Es kam zu ein« regelrechtm V«. lobung und eines Tages holte der Angeklagte verabredet«- maßen seine Braut ab, um fie seinm in B«Iin wohnm« dm Eltern vorzustellen, sowie ihr da« Schankgeschäft zu zeigen, welches er kürzlich erworbm haben wollte und wozu die Braut ihre ganzen Ersparnisse— gegen 400 Mark— nachträglich hergeben sollte. Auf der Eisen« Kahnfahrt nach Berlin wußte der Angeklagte seine Begleiterw zu überreden/ ihm das mitgenommene Geld anzuvertrauen und von! diesem Augenblick an war eS ihm nur darum zu thun, sich der Braut zu enledigen. In Schöneberg führte er seinen Entschluß in der hartherzigsten Weise aus. Unter dem Vor- wande, eine Depesche aufgeben zu wollen, verließ er fit und ging auf und davon, seine Begleiterin ohne alle Mittel ihrem Schicksale überlassend. Alle leine Angaben über seine persön- lichen und geschäftlichen Veihältnisse beruhten auf Lug und Trug. Außer diesem Betrug wurde dem Angeklagten ein mit großem Raffinement auSaeführter Diebstahl an der Laden« kasse zur Last gelegt. Da« Gericht belegte ihn wegen beider Straf-Haten mrt einer Gefängniß strafe von 2% Jahren und 3 Jahren Ehrverlust. fti dem Uersuch,«ine Forderung einzutreiben, hat fich der Schankwuth Franz Kulschty in einer Weise benommen, die ihm eine Anklage wegen Anmaßung eines öffentlichen Amtes zuzog und ihn dieserhalb gestern vor die erste Strafkammer des Landgericht I führte. Kutschly hatte feit Jahr und Tag ehre Forderung von 100 Mark an einen Kaufmann Müller, der ihm seit längerer Zeit au« den Augen gekommen war. Da erfuhr er, daß derselbe m der Rathenower Straße wohne und er machte fich auf, ihn zu besuchen. Er wurde von den WirthSleuten de« Schuldners dahin belehrt, daß der L-tztere nicht zu Hause sei und in der Meinung, daß man den Nachgefragten verheimlichen wolle, spielte Kutschly fich als Kriminalbeamter auf, der„von oben* komme, auch ließ er durchblicken, daß man den Miether der Wirthsleute noch an demselben Tage holen würde. Der Gerichtshof ahndete die« unberechtigte Auftreten mit einer Geldstrafe von 20 M. Wie vor lichtig man bei,, der Abfassung von Kriefen zur Wahrnehmung sein er. Rechte srm muß, da« hat der Uhrenhändter Moritz K. erfahren müssen, welcher gestern wegen versuchter Erpressung vor der 1. Strafkammer des Landgerichts I zu erscheinen hatte. Zu den Kunden de« Angeklagten gehörte auch der Juwelier S. Cohn m Bremen, der in seinen Büchern mit über 5000 M. belastet war. Am 10. Januar v. I. erhielt der An g« klagte nun ein höchst un- angenehmes Schreiben; ein Bevollmächtigter de« Schuldners machte in einem Zirkular die MitiHeilung, daß S. Cohn in Bremen vor dem Konkurse stände und deshalb eine gütliche Einigung im Interesse der Gläubiger liege. Zu diesem Zwecke biete der Schuldner unter ficherer Bürgschaft 40—50 pCt. Ihre« Guthabens, zahlbar innerhalb Jahresfrist. Der Ange« klagte wurde durch den ihm drohenden Vermögens- verlust in hobem Grade eneg', er schrieb an den Schwager de« Cohn, dem Kaufmann Samuel m Bremen, daß er von ihm zur Deckung seine« Guthabens bis zu 75 pCt. verlange und zwar in Wechseln, von denen der letzte innerhalb zweier Jahre fällig sein sollte. Sollte der Adressat hierauf nicht eingehen, so werde der Angeklagte gegen Cohn, der fich den Kredit durch unwahre Vorspiegelungen verschafft shabe, energische gerichtliche Schritte tbun. In dieser Drohung er- blickt die Änklageb« Hörde die Merkmale der versuchten Er- Pressung. Der Beschuldigte erklärte, daß er den Brief in be« grerflicher Aufregung geschrieben habe, nach mehreren Stunden ruhiger Ueberlegung se, er anderen Sinnes geworden und habe an den Bevollmächtigten ein Schreiben gerichtet, in welchem er fich unter den vorgeschlagenen Bedmaungen mit 50 pCt. zufrieden erklärte. Der Staatsanwalt wollte in diesem Schrerben eine Anullirung de« Inhalt« de« bean- stan beten Briese« nicht erblicken, wenn der Angeklogte die« beabsichtigte, so hätte er an Samuel selbst schreiben oder depeschirin müssen. Er beantrage eine Gefängnißstrafe von drei Wochen. Trotz längerer scharfstnniger jurshscher Au«. führungen de« Verlheidiger« gelangle der Gerichtshof doch zu der Ueberzeugung, daß ern strafbarer Einfluß seitens des An- geklagten zur Anwendung gebracht worden fei, es liege aber keine Veranlassung vor, über da« zuläsfig niedrigste Straf« maß— eine Woche Gefängniß— hinauszugehen und wmde so erkannt. Eine glänzende Freisprechung erzielten durch Ein- legung de» Rechtsmittels der Revision beim Reichsgericht der Bau-Unter nehmer Julius Backhaus und der Arbeitrr Habricht, welche vor einiaen Monaten von der zweiten Strafkammer de« Berliner Landgerichts I wegen versuchter Er. Pressung zu einem Monat resp. einer Woche sGefingniß verurtheilt worden waren. In einem Wechselprozeß des Rendanten der Spar- und Darlehnskasse de« Vereins Berliner Restaurateme Stark, wider den ersten Ange« klagten war de, selbe durch Urtheil de« Berliner Landgericht« I, Kammer 8 für Handelssachen, nach Ableistung zweier Tide feiten« des Klägers zur ZoHIunq von 600 M. verurtheilt und das Urtheil für vorlaufig vollstreckbar erklärt worden. In den betreffenden Erden halte es fich um die Ablcugnung einer eingegangenen Verpflichtung ge- handelt, eine andere Forderung anzunehmen. Stark ließ auf Grund de« erzielten Erkenntnisses bei Backhaus diverse Gegen« stände pfänden. Der Letztere hat darauf gegen Starke eine Denunziation wegen Wucher« und Meineid« angefertigt und mit diesem Schriftstücke den Mitangeklagten zu Starke gesandt mit der Aufforderung die Pfändung aufzuheben, widrigenfalls die Denunziation noch an demselben Tage an die Staatsanwaltschaft abgehen werde. Der Empfänger lehnte da« ihn gestellte Anfinnen ab, wartete die Ausführung der ihm gewordenen Drohung nicht erst ab, sondern denunzirte seiner- seit« Backhaus und Habricht wegen versuchter Erpressung. Daraufhin wurde die Anklage erhoben, das Hauptverfahren eröffnet und die Angeklagten, wie oben an- gegeben, verurtheilt. Die Strafkammer nahm zwar an, daß der Angeklagte Backhaus von der Richtigkeit der in seiner Denunziation gegen Starke gemachten Angaben völlig überzeugt gewesen sei, daß er also in dieser Beziehung da« Bewußtsein der Rechtswidrigkeit nicht gehabt habe, erwog aber, daß da« im Wechselprozeß ergangene Urtheil form elles Recht geschaffen habe, Kraft dessen die Zwangsvoll- streckung zuläsfig war. Diese« formelle Recht habe der Ange- klagte Backhaus durch Bedrohung de« Stark au« der Welt schaffen und brechen wollen, und somit habe er bewußt gegen da» Recht und damit bewußt rechtswidrig gehandelt. Die Strafkammer berief fich für die Richtigkeit dieser Annahme auf ein Eikenntmß des ehem. preuß. Obertribunal« vom 4. April 1870. Gegrn diese« Urtheil legten beide Angeklagte durch ihren Verlheidiger Rechtsanwalt Freudenthal Re- vifion ein. Derselbe erachtet in der Richtfertigungsschrift die Auffassung der Strafkammer für durchaus rechtsirr thümlich. Den Zweck der gesammten Zivil« und StrafrechtSpfleae sei Findung de« materiellen Recht«, da« formell«, nur der Weg, auf dem da» erstrebte Ziel erreicht werden solle. Au« der erstrichtertichen Feststellung gehe hervor, daß der Angeklagte B. mit seiner Forderung an Starke nicht« andere« bezweckte, al« denselben zu bewegen, oas zu unrecht erzielte formelle Recht aufzugeben und da« materielle wieder herzustellen, wodurch er unmöglich etwa« widerrechtliche« erstrebte, noch erstreben konnte. Der erste Richter übersehe auch, daß das Wiederaufnahme- Verfahren zu- 15: sig ist und daß Unrecht ein Recht werden könne, auch wenn ihm durch verwerfliche Mittel der Charakter desselben aufge- drückt sei. Er könne auch Niemandem, der fich verlrtzt fühlt, verargt werden, anstatt des längern prozessualen den kürzern Weg zu beschreiten, um zu seinem Rechte zu gelangen. Der zweite Strafsenat de« Reichsgericht« hat sich diesen Ausführungen vollständig an- geschlossen, da« angefochtene Urtheil aufgehoben und eide Angeklagte unter Auferlegung sammtlicher Kosten aus die preußische Staatskasse sofort freigesprochen. SvlZtele Melrevstchk. Kotttms. Der in Nr. 4 des„Berl. Volksbl.* mitgetheilte Streik der Weber von Grovrrmann und Hoppe ist zu Gunsten der Streikenden beendet. Veofirrrrrnlurrgerr. Die sammln»« der Filiale III(fj'lil "' 1........ r, Anß«� Dienst»!', je 21. J» Nereiuigung der deutsche» Maler, Fackirer» A*#**! und verwanoien Beiutogenossrn, tagte am Dienst»! ,, 7. Januar, in Heise'« Salon, Lichtenbrrgerftraße 21."oj1- Donath eröffnete die Versammlung. Die Tagesordnung l»U> 1. Vortrag de« Kollegen W. Schweitzer. 2 Koffkiidiw 3. Filiolangel-aenheit. 4. VeischiedeneS. Zu Punkt l' Kollege Schweitzer einen Vortrag über die B völkerung'l a und erntete reichen B-ifall. Eme Dukusfion fand nicht. 3 Nr. 1k sondern es wurde sofort zum 2. Punkt, K-ssenberichl gongen.� Der Revisor rerliest denselben, ebenso � neu aufgenommenen und a«strich-nen Mitglieder verlese« angenommen. 3. Punkt, F lialangelegenheit. Verhsun!. Bibliothek. Summa 117 Bände. Filialeipentbum 86,»"j' Böhling 21, Kollege Lindau 3 Kollege Menard 8,% Schlaak 1. Kollege Schweitzer eirpfieblt den„Volksß'�, ron Manfred Wttrch und Emanuel Wurm. �.7?, Arbeiterfrage von Lange, Gerwinal. Kolleg- Kube schlaft einen Katalog z� drucken und einem jeden Mitgliede eiiie*i chen von sämmtlichen Filialen zu geben und mit den Filialen in Unterhandlung zu treten. Der Antrag wur« � tiliale Ost angenommen. Vom Kollegen Tornow Mitteln auf eine Verkürzung der Arb-itszeit hinzustrebew Resolution wird angenommen. 4 Verschiedenes. Kollege»-� berg stellt d,n Antrag, die Versammlung möge beschlnßiflv nächsten Versammlungen von Heise'« Salon nach vj* Salon, Blumen str. 38, zu verlegen; derselbe wird angen»«� Ein Redner sagt, der Vorstand möge den Antrag von ».i Ama . Auf I Aartd u r.I Attrstützt BaWg' «joßen g- «nhUok-I st!*-" ftunercn Neri amm tun g hochhalten, damit dre Veiscmwz»� durch eine Annonce im„B-rl. Volksbl.* und„Volks-Tr'� jedesmal bekannt gemacht wird. Da weiter nicht« vorlag, der Vorfitzende dre Versammlung. Der Fachumi» der Lederarbeiter hielt am S&n den 13 d. M., Oranienstr. 180 eine gut besuchte' Versammlung ab. Dieselbe nahm den Kassenbericht ent® nanenoerrw» und erlheilte dem Vorstand Entlastung. Sodann wurde«>7 neue Revisoren gewählt und der jetzt bestehende Vorst««' u ein fernere« Halbjahr al« solcher bestätigt. Ferner wruW Errichtung einer Bibliothek bi schlössen und die erste Ruit' bewilligt Den streikenden Methlow'schen Vergoldern w>». 15 M. überwiesen. Nachdem noch das Lehrling«» efe«. lebhaste Diskussion� hervorgerufen hatte,«NntRif . th-ilte der VwjjJ'L mit, daß er dem Verein 250 B llel« zur Urania* 20y*_9 mi*/ wup utm«ocicui«uuci» gut Titama« Verfügung stelle und dieselben am 10. Februar in der. Versammlung zur Vertheilung gelangen; die BilletS fi«�, 10. Februar giltig. Zum Schluß machte er nock auf die* � welch« , s-s am 22. Jan««r *4 ardeiterversammlung aufmerksam, Renz, Naunynstr. 27, stattfindet. Eine Miiglirderversammluns de» Filiale V% der deutschen Mater, Lackiker,lÄnftrercher und verwandten% genossen fand am 9. Januar im Saale de« Herr«% Brunnenstraße 38, statt. Auf der Tagesordnung% 1. Jährlicher Kassenbericht. 2. Abrechnung vom StistunS�z 3. Vortrag des Herrn Gnadt. 4 Verschiedenes. Der_ Punkt wmde durch Kollege Stöpel, dem Kaffirer, erledig! � gegen kein Einspruch erhobin wmde. Dem»etkii-er% tlaftun,«IHNII. 8um«ntittn Punkt ttrlafl ÄoUtflk die Abrechnung vom Sufiungssest und darau« war zu' daß noch verschiedene säumige Zahler da waren. Zum»T; Pur kl erhielt der Referent da« Wort. Derselbe cincniijaiDiuinuigcr srevr uoer ern naiuiwmenuyanncye» Zum vierten Punkt waren verschiedene Vereinsangelegen«�, zu erledigen. Gleich nach 11 Uhr machte der überwog Lieutenant den Kellner des Herrn Gnadt darauf auW-Tk daß e« schon über die Polizeistunde fei und kein Bi« BL ausschenken dürfe, widrigenfalls der Lieutenant von dem Ä fall Meldung machen müsse. Schluß der Versammlung 1" gs U gy la Theater. der Donnerstag, de« 10. Januar. Gp»»»tz»»«. Keine Vorstellung. Mch««fpl»ltza»». Wilhelm Teil. Die Kreuzelschreiber. Wnrtsch»»«tz»«t»». Hamlet. ßnlimtt Uheater. Eoa. Kroll» Theater. Der KönigSgardist. Iptebvtch- MUhelMkäbtisr»»»«heate». Der arme Jonathan. UeftbeNk-Gheat»«. Die arme Löwin. M«A»»»-UH»at»». Ultimo. MUltoria-Theate». Stanley in Afrika KeSeaSiawce.«heate». Der Fleck auf Ehr'. z»»t»al-Utz»«t»». Berolina. Abolptz G»«st»TH»atl»». Flotte W-ib«,. OK««».«tzeate». Othello, der Mohr Venedig. AS»,«M»Atsch»» Ttzeate». Feuer in der Mädchenschule. G»b». Ktchte»'» Spezialitäten- Vorstellung. K�chahadle«-«heat»»« Gr. Aarstellung. Kmrf«»«»'» Daribtch. Gr. Spezialitäten- Vorstellung_ von Spezialitäten- AlhambraTheater, Wallnertheaterstraße 15. Mit«euen Kostümen«. Dekorationen: Amorina, die Marmorbraut Phantastisch-komisches Zauberschauspiel in 12 Bildern von P. Wiede. Mufik von Theodor Franke. Gutree 30 Pf. JÄ-mN I. valkou 5« Pf. Ii. Balkon 40 Pf. ,e. Anfang Wochentag« 7z Uhr. Sonntag« Anfang de« Concert« 0 Uhr, der Vorstellung 7% Uhr. Montag, den 20. Jan., neu einstudirt: Die Waise aus Lowood. Wo gehen wir hin? Zu Lllll III y vrandenburgftr. 11. Mittag«tisch, Suppe, Braten, Kompot und Bier, Volkstribüne* liegen aus. 078 Gireu# Memm. Karlstraße. Heute, Donnerstag, den 10. Jan., Abends 7z Uhr: Große Gala-Vorstellung unter Mitwirkung der vorzügl. Reitkünstlerinnen unb Reilkünstler. Die Touristen, oder: Cin Sommerta« am Tegernsee. Große cquestrische Origmal- Pantomime. Vorführen der 6 großartigen irländischen Jagdpferde durch Herrn Franz Renz. Großartige Beduinenspringe. Da« Schulpferd Corwlan, geritten von Herrn Oscar Renz. Auftreten der Schulreiterin Miß Mary. Morgen Vorstellung. E. Renz. Direktor. «as tvHinuTft». ä&. Täglich Vorstellung 1%» 9 M.- 10 Uhr A Zum ersten Male: Eine Wanderung auf der Insel Rüge«. Zweiter Cyclu«: Pariser WeltauSstelmtg. Reise Sr. Maj. Schiff Hertha. Eine Reise 20 Pf., Kind nur lO Pf. Abonn Den Genossen halte ich meine Masken-Gllrdmde bei Bedarf best, enwfohlen. Größte Auswahl! Bist, Pr. Große öffentl. Wähler-VersammiM sir dti 6. Berliiitt RkichckMlilslkreis jNchlatn am Frettag. den 17. Jannnr a. c. Abends 8 Uhr, im Marienbad, Kadkr. 85—36. J Tagesordnung: 1. Die beuorstrhrude» Neichotagswahleu. Ref.: Reichest, Abgeordneter 88. Liebknecht. 2. Diskufston. 3. Verscht-denes.' _ E» ist Pflnbt jeden Reichstoasmäble-s. ,u erscheinen._ Der Vnheruie�s Leseklub Heine. Sonnabend, de« 18. Januar, Abends 8 Uhr, J im grotzeu Saale der Berliner Bockbranerei(Tempelhofer BetS' Wiener Maskenball._____ Giulastkarteu 4 60 Pf. find zu baden bei Helterhof, Arndtstr. 31; Grube, Bellealli»"� straße 54; Theunch, Barwaldstr. 51; Carow, Wartendurgstr. 26; Relchardt, Kurfürsten p-,» Böhm. Friedrichstr. 218. JP fei i i fei Die Keschichte der Erde. W « Von K. Kommeli. Heft 17. Äf, 0 Kest 80 Pfennige. Zu beziehen durch die Ervedition, Zim m e r st r a ß e 44. Vereinen zr.MaiV. rbT? AdaU>rrtftr. 98. Preisermästztg Vranien- 178. Masken- Garderobe von[510 F. Stenxel, Dresdenerftr. 118 (früher Nr. 21), empfiehlt fich den Vereinen, so- wie Lesern de«»Berl. Volksbl.* Reichste Au«w., bill. Preise. iXlöbel, eigener Fabrik. SM a. Folstemarea Cr. Lager, bill. Preise. Emil Heyn, Brunnens tr, 38, Hof psrt. Theili. nach Ucbereinkanft Soeben erschien: Mlim Ackita-Mlichrli Herausgegeben von Mnx Sihitzttzrsl. Heft X. Die Sozialdemokratie und der deutsche Reichstag. Materialien zum Gebrauch für sozialdemokratische Wähler. Peei« 15 Pfennige.— Miederoerstäuf-r erstatten Rabatt. Zu beziehen durch die Expedition, Zimmerst r. Nr. 44. wna«,. « N Verantwortlich« Redakteur:«nrt Waake in Berlin. Druck und»eriag von Ma»»a>t»N m B«lm--V.,«euthstratze 2-«tarfn eta» ttüd? lt. .W r»* IN, l«M n« erunjlw 23 werde» letUfrt tj rl'slm«� f& mM s»W'' ie eine*!» 5««N»» wurde* wurde j derN er t stei Ä» » igetion� fcmfe !Ä '*2 ÜZ lorMI c wmde/ Beilage zum Berliner Bolksblatt. Dr. 18. Donnerstag, den 16. Januar 1890. 7. Jahrg. i R»»e frn iuesen? Bo-Aß 20 m e V j?i SJA D« � rledigt.? ftrot»Sj ItttPZ it ktt D«rlsttt«nlsbsvichks. Deutscher K-ichstag. n« vom IS. Januar, 2 Uhr. »- Arsche de» Bundesrath«: v. B ö t t i ch e r. IWv wt Xa0t«otbnunfl steht zunächst der von den Abgg. ?"?ert eingidrachte und von der Keifinnigen Partei «juttUutzte Gesetzentwurf, betreffend die Abänderung de» in«?-- 8'' ,f I» Dornach toll bat Wahlverfahren folgender- Sd»ini@T rr erden: Der Wähler nnnmt beim Belreten de» �dUvtlilz von dem Wahlvorsteher oder einem von d>mselben �«U'litsaaten einen amtlich gtstewpelten Umschlag m Empfang I« vegiedt fich damit in einen der Beobachtung unrugäng- a�?'.°t>er mit dem Wahllokal unmitt.ldar m Verbindung TAKT u woselbst er seinen Stimmzettel in den Um- üJli i un>) denselben verschließt. Dann übergiebl er diesen k@L Wahlvorsteher, welcher denselben in die Wahl, %�d8. Kichert: Wir haben, obwohl wir unter dem der Lächerlichkeit stehen, wie da« sogenannte national« no»,®/ Weltdiatt behauptet hat, keinen Anstand ge- diesen Antrag vor Sie zu bringen. Wir glauben, «.?."et Reichstag urser en Antrag als einen wirklich ernst ftt- betrachten wrrd, selbst nachdem der.Reich«- und SrJ>»5l �8'r� die Aiußeruncen der.Köln. Z'gt in seinen k»»*"}um Ausdruck gebracht hat. Dies»« Biatt steht über- i�i?»dum Niveau in seinem politischen, nichtamtlichen Di.«.a",k°um von irger d einer Winketpreffe erreicht wird. �.�"."digsten und thörichtsten Nachrichten der Kartellblälter der»Reich«. Anzeiget abzedruck». Ich weiß nicht, ob Vi,,p'öfid«nt de» preußischen Staat«- �'st'"Uws»inen Einfluß cuf diese« Blatt bat. Man sollte vo?® Addiuck von Prrßstimrnen eine Au«wvhl tieffen abdrucken, w°S'''...... e W#! elegeub� berwast? l>usrne>� w Bin > de» ang 12 0» M rn Reichs«� decken, wa« auf der Höhe der Tho h it und s«h,, �eht.(Lachen recht«) Die bodenlose Unw sie' heit b«r k'?®t�t fich in einem gewissen Th il der Pitsse bei bait�.�.?®ll dies«S Antrag« kundgegeben hat, ist all-rding« d» krt,?*' Eigen, hümlich ist nur. daß dieselbe.K. Z.", die K I In®,e von Ausdrucken wie.Ängftkammer" für die Wähler k&Ä,'J"*'«« Drß«, nachdem fie den erwähnten Artikel gc- theil.»" Beschreibung eine« britischen Wahlvorxange» mit- »W l«i,nnt?fe' der fich vollständig deckt mit dem, stall«, JL hier vorgeschlagen. Nachdem ich den wich •ftouiiAlt biese« Antrage« in der.Nation" vrr- vchchnn. find mir eine Reih? von Zustimmung«- fiwem Jr? tugegangen. Der Liebenswürdigk.it eines Amen- »elch.. i5b?nk« ich spezielle Mitihei langen, und auch da« Buch, hrvnr der Hand habe und da« über die australische ge- hittr«mtniunB handelt. Ich habe darau« erst erfahren, SpikU. �nfgab« fast in der ganren Kalturwelt einen weiten » tü»»?'Uinmimt. I« den Vereinigten Staaten find der- Wri»!,»7,�sMmun ae» fast wörtlich so erngesührt, wii wir vor- rbenf�ch' Jn Australien, in den englischen Kolonien, grlt — � ähnlicher Wahimodn«. Soll da« allge- mr ekle Wahlrecht zur Wahrheit werden, dann Wähler in die Luge gefitzt werden, bei oder h»?aoRa'>i oicht blo« die Meinung de« Herrn Minister», Landrath», oder de« Gendaimen, oder de« de» oDa,,!»*"indzugebln. sondern'hre eigen,. Sin solcher Schutz wnröj ,/..»» und direkten Wahlrech»« ist um so noth- savs-v,/ al« die Kortellmojorität die LegiSlatu, perrode auf verlängert hat, um emgestander,«maßen die Ein- du e?,. 2,®»» Wähler möglichst loszuwerden. Da« allgemeine Vicht hat in Deutschland, verhehlen wir un« da« Jvvtot m?�fiußreich« Gegner. Unvergessen find die Verhand- 22*» wir bei dem An.rage auf Srnfäbrung de« ae. Aiz�»gQ?'vrmrechi« in Preuß-n 1883 gehabt haben. Der �vtitv»,®®vt de« preußischen S.'aaltministeiium«, Herr von vehmio».»» damals im Namen der Regierung die ge« fier t». o~' fc' geradezu für«ine Gefahr für das Vaterland, Kfc*1.* und für die Monarch, e. Da« G.heimniß der Und s�hee�m der letzten Konsequenz zur politischen Heuchelei Sm L�eldststondigk«». Die R-gierung �°'"" i»nd»u?,?-_ um da« geheime Wahlrecht ¥ werde Alle« in Deutsche H. *1110 tÄ"r'i'' p.***** WW Hvvvwfo-—--------- 1«% Muschcff«,. E« ist kein Zweifel, daß die Regierung Der theitte und noch tbeilt. Also Vorficht! b'ichr«. MV konservativen Partei. Herr v. Rauchhaupt, de» >itäi»»k. geheime Abstimmung al« die Negation jeder Auto- vron. Endeffekt oü die Negation der Autorrtät der �nun,« w Meinen nun, daß die Abschaffung der geheimen IbW* geradezu die Zerstörung de« allgemeinen und Wahlrechte» bedeutet. Wir sind dethalb seit Jahren Uah K.�'smsen, Garantien zu schoffm, welche alle Quälereien de»,.?ssuffe!«i«, Kien« der Beamten unmöglich wichen. In ist auch die nationalliberale Prrtei im •vterti«!?.* gewesen. Schon 1869 beantragt« Sembart, »>wd.*1°ov Bennigsen, die Einfübrung von Kuvert«, 1877 Dolt,»�?.ahnlicher Antrag von den Sozialdemokiaten und der d« M.e,."vgebracht. 1875 verlangte der Abg.Vö.k eine Reoiston u? �*A»»:«r plädiite dasür, daß für die Geheimhaltung der baß»gMch Z»ttel bester gesorgt werde, al» bisher, ferner dafür, , Wahlkrnf««weitert würden. Namentlich auf dem vs?® geheime Abstimmung fast unmöglich. In Zstzu�viberg btstavd b'« 1883 die Bestimmung, dcß jeder fit ei»,». vriena Person im Wahllokal feinen Sliwmrettcl vaist.«,/? Wtl>* abgestempelten Kouvert v«, schloffen dem Wahl- wvvd®?.vbergebcv mußte. Au» rein formwrstischen Gründen die Bestimmung aufgehoben. Im vorigen Jahre wurde � einer Resolution ausgefordert, diesen Wahl- Vicht ��-ei' tvführen. Die Kouveet« allem helfen jedoch "Ni sei«.? �v�er muß einen Augenblick allein sein dürfen, �van«, Jrj™srriie,ti«l u« beobachtet in da« Kouvnt legen m » n»»' Mittel schlagen wir Ihnen vor. E« gjebt vvf de».» die Wähler zu kontrolrren. namentlich �pien??!?Uen Lande. An der Farbe, der Qualität de« __ v-g v:.i.»u erkennen; ■B vnantaffen. Dadurch würde da« 'U in de» der ibrem Wohliecht geschützt Abgeordneten Hscrmann mußten die Arbeiter nach Kommando mit dem Stimmzettel in der erhobenen Rechtm an den Wahltisch marschiren. In Kattowitz sollen ähnlich« Dinge vorgekommen sein. Die letzte Nachwahl in Powmern beweist gleich fall«, wie nothwen- big e« ist. die geheime Wahl mit besseren Garantien zu um- geben. Auch bei der Wahl de« Abg. Falkenberg wurden Ar- deiter in Rerh und Glied in da« Wahllokal geführt, nachdem ihnen die Stimmzettel für Faikenb-rg in die Hand gedrückt waren. Man wendet gegen unseren Vorschlag«in, es sei un« autsührbar und mache zu viel Kosten, wenn jeder Wähler ein« kurze Zeit lang allein in einem Nebenraum fich aufhaltin solle. E« handelt fich hier aber um die wichtic fle Grundlaa« unsere« konstitutionellen Leben», ohne deren Wahrung unsere Vrrfaffung nur ein Schein wäre. In jedem Wahllokal ließe fich ohne große Kosten ein«infochrr Verschlag, eine sooenannte.Angst. komme," einrichten.(Heilerkeit.) Ja, e« ist schon manche« erst belpöttelt und nachher doch ausgeführt worden. E« soll da« Zeichen eine« freien Manne« sein, wenn er den Muth hat, seine Stimm« öffentlich abzugeben. Diesen Muth kam man von armen, abhängigen Beamten nicht verlargen. Ich habe die fest« Zuverficht, daß der Reichstag alle« daran setzen wird, unser Wahkecht und namentlich da« Geheimniß der Wahl mit den nötdizen Garantieen zu umgeben. Dadurch wird er in den Masten der Bevölkerung, deren Macht in dem gleichen, gehiimen Wahlrecht liegt, da« Vertrauen befestigen, daß die bürgerlichen Parteien wirklich noch ein Herz für die volle Durch. führung der Wahlkeibeit und der verfassungsmäßigen Rechte de« Volke« haben.(Beifall links.) Abg. Ktrnckman»(nl.): Niemand im Hause wird den Wunsch hoben, aus Grund eine« gefälschten Wahlresultats hier zu fein; Aller Wunsch wird eS deshalb fem, daß da« geheime Wahlrecht gewählt bleibe. Diejenigen, welche h er so eifrig besür- Worten, den Einzelnen frei abstimmen zu lasten, sollten aber jeder in kir em Kreise dafür sorgen, daß die« w jeder Beziehung, nicht blo« in Bezug auf die Stimmzettel, zum Ausdruck komme. Es mag bei der bisherigen Art der Stimmabgabe vorgekommen sein. daß in gänzlich unzulässiger Weise darüber ein« Kontrole zu üben versucht ist. wie der Einzelne seine Stimm« abgegeben hat, vielleicht manchmal auch mit Erfolg. Mit der Behauptung eine« solchen Mißbrauch« wird allerdwg« vielfach selbst Miß- brauch getrieben.(Sehr richtig! recht«.) Die weitau« größte Mehrzahl der Behauptungen über unzulälfig« Wahlbeein- fluffungen in den Wahlprotesten hat bei ihrer Prüfung vor der Wahrheit nicht bestehen können.(Sehr richtig! recht«.) Da« j tzige Wahlsystem sichert freilich nicht vollständig die Frer- beit der Wahl; die einzelne Partei kann«in besonder,« Papier nehmen, und dergleichen. Infolge dessen kann fich in weilen Kreisen unserer Wähler ein Mißtrauen gegen unser Wahlsystem gellend machen, und man wird erwägen müssen, ob diese Mängel nicht zu de« Kidgen find. Dam ist meme Partei gern bereit. Die Vor sch'aze zur Verbesserung de« System« müssen aber so sein, daß nrcht dieselben Bedenken wie dishrr entstehen, oder gar noch stärker hervortreten. In Württemberg find die WahikouvertS im Jahre 1882 nicht au« formalen, sondern ganz materiellen Gründen beseitigt worden, weil fie da« Wahlgeschäft erschwerten und verzögerten, da« Wahlg-heimnrß nicht besser wahrten und z» Wahlanfechtungen Anlaß boten. Je mehr Formen, die doch olle gewissenhaft beobachtet werden müssen, in einem Wahl- geschast geschaffen werden, desto leichter ist die Wablanfechlung. Die W hlprüsunaSkommisfion, die schon jetzt genügend zu thun hat, würde mit einer Unzahl von neuen Wahlanfechlungen der kleinlichsten Art beschäftigt werden. An vielen Orten, namentlich aus dem Lande, würden die Vorschrif!«" de« Antrag« Rickert auch gar nicht durchzuführen sein. An Oiten, wo jeder Mensch weiß, wie dort durchweg gewählt wird, wurde e« den Leuten lächerlich vorkommen, wenn fie gezwungen würden, in eine de- sondere Kammer einzutreten und zu wählen, und fie würden e« einfach nicht thun. Da« Hineinstecken de« Wahlzettels in ein Kouvert ist auch für manche Leute nicht eine so leichte Arbeit(Lachen link«), z. B. für Arbeiterhände, die an gröbere Arbeit gewöhnt find. Gegenwärtig kommen am Wahltage um 5 Uhr oft noch Hunderte, um ihre Stimme abzugeben. Da in der abgetrennten Kammer iinwer nur einer sein soll, so kann dieser wenn er will, das ganze Wahlgeschäst aufhalten. Ihr formalistische« System häuft Formen auf Formen, fie q. älen damit nur da« Volk und die Wählerund erreichen schließlich nicht« andere« al« eine große Masse von Wohlanfechtungen. Wir find aber bereit, mit Ihnen in Erwägungen einzutreten, ob da« bisherige Wahlsystem an Mängeln leidet und event. Vorschläge zumachen. Rar geht diese« hier im Plenum nicht an. Wollen Sie aber einen Antrag auf Kommssfionsberathung einbringen, so werden wir un« nicht widersetzen. Abg. Kenckh: Die Bedenken de« Abg. Stnickmann find grundlos; e« ha» wenige Anträge aegeben, die tadelloser waren. (Heiterkeit recht«.) Eine ganze R ihe von Kulturstaaten hat bereit« gesetzlich eingeführt, wa« wir hier vorschlagen, zum Theil Länder, die in der Kultur sonst nicht böher stehen wie wir, so die australischen Kolonien. Dort bestehen die Vor- schriften, denen man hier unüberwinbliche Schwierigkeiten bei- mißt, seit wehr al« 30 Jahren und haben fich vollständig de. währ». Ader auch in England besteht ein Gesetz seit 1872, da« fich wesentlich mit unseren Fordenmgen deckt, eben- so in den meisten Staaten Nordamerika«. In Massa- chuselt« ist im Allgemeinen anerkannt, daß olle früher dort vorgekommenen Wahlbeeinflussungen nach Ein- führung der neuen Wadlvon'chnften beseitigt find. Auch in KonneKikut ist man mit dem neuen System allgemein zufrieden. In Roiwegrn bestehen seit sechs Jadren ganz genau oiefelden Vorschriften, die unser Antrag einführen will. Der Deutsche steht nicht so weit hinter den angeführten Nationen zurück, daß er diesen Bestimmungen nicht genügen könnte. Mit Ihrem prinz'piellen Zugeßändniß haben Sie anerkannt, daß em Bedürfmß vorliegt, die Freiheit der Wohl zu sichern. Mit Ihren Emmen düngen wollen Sie nur verdecken, baß Sie eine prinzipielle S cheiung de« geheimen Wahlrecht« überhaupt nicht wollen.(Unruhe.) Formalitäten haben Sir mit Ihrem Invalidität«, und AlterSverficherungSgektz weit größer« geschaffen. Wollen Sie wirklich eintreten für unser« Forderungen, so thun Ei- e« hier im P enum, nicht in der Kommission. Jedenfall« wünschen wir von Ihnen eine deutliche Aeußerung noch vor den Wahlen: Hlc Rhodaa, die salra! Einwendungen wie die, daß der demsch« Wähler nicht verstehen würde, den Zettel. in«in Kouvert zu strcke«, muthen diesem einen kaum glaublichen Grad von Stupidität zu. Ein abgetrennter Raum neben dem eigent» itchen Wahllokal findet fich auch in der kleinsten Dorfschenke. Schwierigkeiten können für den schleunigen Fortgang der Wahl auch heute durch> Störenfriede und Betrunkene hervoroerufen werden. E« ist;a vorgekommen, daß ein renitenter Wähler dem Wahlvorstand da« Tintenfaß in« Gesicht warf. Im Staate Ren-Port rft übrigen« vorgeschrieben, daß ein Wähler höchsten« 5 Minuten in dem abgetrennten Raum« bleiben darf. Sind Sre wirklich prinzipiell geneigt, eine Sicherung de« Wahlrecht« vo-zimrhmm, so machen Sie prinzipielle Vorschläge! Wir werden fie wohlwollender prüfen, al« der Abg. Slruckmarm unseren Anp-aa geprüft hat. Abg. Müller(Marienwerder): Wir können keiner Partei da« Recht lonzedrren, ein größere« Interesse für die Sicherung de« geheimen Wahlrecht« in Anspruch zu nehmen, al« wir e« haben. Nach meinen Ecfahrungen in der Wahlprüfung«- kommisfion hat der Gebrauch solcher Kunststück-, wie die Ver« sehung der Stimmzettel mit geheimen Kennzeichen, der Partei immer am meisten geschadet, die fie anwendet. Such un« liegt daran, daß der unwahren Uirterstelluno, daß unsere Partei oder un« befreundete Parteien auf eine Verletzung der geheimen Abstimmung hingewirkt oder auch nur gerechnet haben, die Unterlage enlzozen werde, auch der agitatorischen Ausbreitung dieser Unterstellung.(Sehr richtig! recht«.) Nach der heutigen Debatte scheint e« fast, al« od die freisinnige Partei darauf rechnet, daß ihr Gesetzentwurf schon bei den devorstehtoden Wahlen angewendet werden soll.(Abg. Rickert: seit November I) E« läßt fich aber unschwer nachweisen, daß der Entwurf, wie er vorliegt, ohne umfassende Aendeiungen nicht ausgeführt werden kann. Nach der jetzigenFassung würde eine nicht unerhebfich Anzohl von Staatsbürgern ihre« Wahlrecht« thaisächlich beraubt wer« den(hört! höit! recht«), nämlich die Greise, Krüppel, und Blinden, die nicht allein zum Wahltisch gelangen könneg und denen man c« doch al« besonderen Patriotismus angerechnet hat, wenn fie ihr Wahlrecht au«übten. Sie(links) bezeichnen e« doch imm-r als ein Alter tat auf die Volt'freiheit, wenn dem kleinsten Bruchihnl der Staatsbürger die Möglichkeit«nt« zogen wird, von seinem Wahlrecht G-brauch zu wachen.(Sehr gm! recht«.) Wollte man gar die Wablkriise vergrößern, so würde man c« dem großen Theil der ländlichen Bevölkerung im Osten unmöglich machen, sein Wahlrecht an«»uüben. Ber gröbiren Wahlbezirken und Entfernungen würde die Ausübung de« Wahlrecht« der armen Leute ungemein erschwert werden.(L>bhaft« Zustimmung recht».) Durch diese Ad- stimmung wäre außerdem die Geheimhaltung der Abstimmung nicht besser gesichert, al»*« bisher der Fall war. Wkd die handschriftliche Herstellung der Zettel zugelassen, so kan» der Arbeitgeber sehr wohl konlrolnen, ob die Arbeiter seinem Befehle gefolgt find oder nicht. Wo soll man ferner aus dem Land- abgetrennte Räume hernehmen? Da« mag in dem reichen Belgien oder in England möglich sein. Im Osten giebt e« keinen Distrikt, welcher diesen Anforde« tu-.gen genügt.(Zustimmung recht«.) Bis jetzt benutzt man die Schullokale zur Wahl. Wollte man dieser Vorschrift genügen, so müßte man mwdeften« die Lehrerwohnung dazu nehmen, oder gar da« Henerhau« zu Hilfe nehmen, wa« man doch bisher, um jede Wahlbeeirflassung zu verhüten, vermieden hat. Welche Fülle von Wahlprotesten könnte daran« hervor« gehen, daß der getrennte Raum angeblich nicht genügend ab« geschlossen ist. Ich bestreite aber auch da« Bedürsniß zu solchen Vorschriften. Die mißbräuchliche Beschränkung der sie- Keimen Abstimmung durch gekennzeichnete Stimmzettel ist eme Verlttzui-a der ston geltenden Gesetze auch nach Anficht der Wahiprüfu-igskvmmisfion. Ich leg« arvßen Werth darauf, daßman nicht eine Einrichtung schafft, d,e förmlich darauf berechnet ist, ein Mißtrauen zu züchten, wo e« nicht vorhanden ist. Unsere Dienstboten und Arbeiter richten fich bei un« nach der Empfeh« lung ihre« Brotherrn, nicht au« Furcht vor Strafe, sondern weil fie ihn für den erfahrensten hallen. Diese« Vertrauen untergraben Sre dwch»ine fo künstliche Einrichtung, mit der Sie da« souveräne Volk in die Angstkammer sperren, um sein Wahlrecht auszuüben. Deshalb werden wir gegen den Antrag stimmen.(Beitall recht«.) Abg. Mindthorst: Ich begreife vollkommen, daß die do« minirenden Palleten den jetzigen Zustand als genügend erachten. Meine Partei hat aber während der ganzen Zeit de« Kultur« kämpf« mit dem geheimen Wahlrecht fo bittere Erfahrungen oemocht, daß wir jede« Mittel willkommen heißen müssen, wa« die geheime Abstimmung sichert. Ich bin prinzipiell und die Sacke ideal aufgefaßt, für die öffentliche Abstimmung.(Hört! hört! reckt«.) Zu meinem Bedauern aber habt ich hier in Berlin erst gelernt, daß da« absolut unausführbar ist. Qd die voroeschlagenrn B.stimmungen im Einzelnen zutreffend find, will ich in diesem Äugenblick nicht entscheiden. Ich weise nur darauf hin, daß ähnliche Bestimmungen in Belgien eingeführt find und fich gut bewährt haben. Will der Vorredner de« haupien, daß unsere Landsleute im Osten weniger gebtldet find, al« die Wähler in Belgien? Und ist e« wirklich fo u-geheuer konservativ,*« bei dem Alten zu lassen�? Da« wäre doch eine Kurzsichtigkcit, die die meinige übertrifft. E« wkd die Zeit nicht fern fein, wo fie nach Garantien suchen werden für Diejenigen, die ander« abstimmen, al« die Sozialdemokraten e« wollen. Um die freit Wabl vor dem TmoriSmu» der Parteien zu schützen, möchte ich Ihnen empfehlen, die hier ge« geben« Anregung nicht ohne weitere« zurückzuweisen. Auch ie jetzt bevorstehenden Wahlen werden davon einen Nutze» boben. Man wird fich daran erinnern, daß die Arbeiter auch Rechte, nichCnur Pflichten haben. Für heute begnügen«k un« mit der gegebenen Anreouna. Der nächste Reichstag wkd die Entscheidung bringen.(Beifall im Zentrum und link«.) Abg. Aegsl(dkons.): Im preußischen Abgeordnetenhaus« haben die Freifirnigen wohl die Einführung der geheime» Wahl beantragt, aber die fteifinnigen Vertretungen der Städte haben nie an eine solche Reform de« Wahlrecht« für die Stadt« verordnetenwahlen gedacht. Da steuen sich dk Herren ihre« Besitze«. An der Abstellung der erwähnten Mißbränche haben wk vasselbe Interesse wie die Antragsteller, größer aber find noch die Mißb-äuche bei der Agitation, wenn lügenhafte Be« hauptungen über die Absichten der Regierung in den Wehl- kawpf geworfen werden und so Aufregung und Mißtrauen in» Volk herbeigeführt wird. Bei der Wahl de« Ada.Websky und auch bei Anderen haben ja die OopofitionSparteien verbreitet, da« Septennat bedeute»in« fiebenjährige Drenstzeit.(Lachen links.) Die vorgeschlagene Abhitfe der Mißbrauche ist unausführbar und auch übe. flüssig. Der Abg. Meyer(Halle) hat ja bei seiner Wabl den Arbeitern zur Verhinderung der Konkol« da« einfache Mittel vorgeschlagen, auf gegnerischen Stimmzetteln den gedruckten Namen auszustreichen und den seinigen darauf zu schreiben. Die speziellen Vorschriften de« Antrage« werden o oft nicht beachtet werden, daß wir vor lauter Wahlprotcste« keine Wahl mehr für giltig erklären könnten. Der Ausführung de« An Nag« stehea zu viele Schwierigkeiten im Wege. Eine Kommisfiontberaihung würde in dieser Session nicht mehr»um Ziele führen, wk lehnen diShaib den Antrag, dessen gute Mei- nung wk anerkennen, ab. . Abg. M««*»»(deulschk.): Den Erfolg hat der«nkaa gehabt, daß da« Prinzip desselben allseitig anerkannt ist. Alle Parteien wollen da« Geheimniß der Wahl gewahrt wissen, und nur in den Mitteln dazu gehen fie auseinander. Wahlbeein.- flaflm'gen find nur denkbar, wenn ihre Wirkung hinterher kon« lrolirt werden kann. Könnte da« Geheimniß der Wahl wirk« lick absolut gewahrt werden, so würden die Wahlproteste nicht baufiger, sondern gerade geringer werden. E« fragt sich nur: Ist da« letzige System besser oder da« von un» vorgeschlagen«? Daß das jedige System nicht ausreicht, dmüker verliere ich weiter kein Wort. Durch unseren Vorschlag würde, so meint man, Mißtrauen zwischen Arbeitgeber und Arbeiter geiSet, manches partiarchalisck« Verhältniß werde gestört, bei welchem der Arberter bei der Wahl gern der Autorität seines Brotherrn gefolgt sei. Die Freiheit, der Autorität zu folgen, bleibt auch bei unserem System bestehen, und der, welcher die Autorität übt, wird stch noch mehr darüber freuen, wenn der Arbeitnehmer ohne äußeren Zwang derselben folgt. Aue fühlbar ist der An» trag. Eine KommisfionSberathur g wird kein schätzbares Material liefern, denn wa« wir von nationalliberaler und konservativer Seite gehört haben, deutet nicht auf fruchtbare Ideen hin. Einige technische Schwieugkeiten werden sich leicht beseitigen lassen. Es wird sich schon em Mittel finden, einen Böswilligen, der zu lange in dem Raum bleibt, zu entfernen. Die Be- fürchtung, daß ein Wähler alle in dem Raum liegenden Wahl» zettel mitnehmen könnte, ist leicht m beseitigen. Es werden dann eben neue Zettel hingelegt. Durch«ine spanische Wand oder einen Vorhang ist leicht ein unbeobachteter Raum her- gestellt. All die vorgekommenen Mißbräuche, wie der Unfug, die Leute mit hochzehobenen Stimmzetteln an die Urne treten zu lassen, find ungehörige Dinge. Seit gestern weiß man, daß ungehörige Dinge auch erlaubt sein können. Wir wollen, daß fie unerlaubt find und womöglich auch straf» bar. Die wissentliche Verletzung des Wahlgeheimnisses sollte strafbar sein. Da« Kouvert ist nicht dre Hauptsach«, sondern der abgeschlossene Raum; in diesem wird das eigentliche Wahl» geschäft vollivgen. Wenn wirklich auf allen Seiten de« Hause« der gute Wille vorhanden ist, das Wahlgeheimniß zu schützen, dann könnten die Herren— wir find auf unser« Redaktion de« Gesetzes nicht stolz— ihre Amendements zur zweiten Lesung noch stellen. Wir könnten dann da« Gesetz vielleicht noch zur nächsten Wahl fertig bekommen, und da« wird doch für alle diejenigen, die wiederzukehren hoffen, gewiß von dem größten Werth« sein.(Beifall link«.) Abg. Kinger(So».): Die Bedenken gegen den Antrag haben nm de» Zweck, da« Gesetz hinauszuschieben. Die jetzig« Majorität müßte ja mit fich selbst aufräumen wollen, wenn fie dem Vorschlag zustimmte; denn fie ist nur dadurch»u Stande ge» kommen, daß man 1887 trotz der bestehenden g-heimm W hl in der denkbar stärksten Weise da« geheime Wah reckt verletzt hat.(Oha! rechts und bei den Nationolliberalen.) Wir haben das ja erst gestern bei der Wahl de« Abg. Websky und früher bei anderen Wahlprüfungen deutlich nachgewiesen bekommen. Dem Abg. Müller hätte bekannt sein können. daß bei der Wahl seine« Fraktionsgenossor v. Stumm da« Wahlgeheimniß nicht allzusehr gewahrt geblieben ist; auf den Treppen zum Wahllokal und in diesem selbst haben die Beamten gestanden, die Arbeiter find unter strengster Kontrole an den Wahltisch geführt worden, und Keiner von ihnen hätte es gewagt, einen anderen Stimmzettel als den, der ihm von seinen Vor» gesetzten eingehändigt war, abzugeben. Wenn nicht in den herrsckenben Kreisen das Bewußtsein Eingang findet, daß fie rein R�cht haben, au« ihrer wirthschastlichen oder politischen Machrstellung heraus auf die Wähler einzuwirken, werden auch die besten Gesetze eine Verletzung de« Wahlgeheimnisses nicht verhüten. Ich weiß nicht, wie von dem Antrage da« Entstehen eine« Mißtrauens zwischen den Aibeitern und Arbeitgebern zu befürchten ist. Die Arbeiter selbst in Ostpreußen beklagen den patriarchalischen Zustand als eine schwer« Last. Wir werden für den Antrag und die zweite Lesung im Plenum ohne KormmsstonSberathung stimmen. Die kühle Stellung der Regierung gegenüber den MinoritätSanträgen in Be- Jug auf den Ardeiterschutz wird fich freilich auch ier geltend machen. Alle Parteien haben da« Bedürf- niß gehabt, dem Lande auszusprechen, daß da« Gehehnniß der Wahl gewährleistet werden soll. Der Haupterfolg der DiS- kusfion lieg: darin, daß, nachdem auch die Herren von der rechten Seite fich für die geheime Wahl ausgesprochen, die Ver- suche gegen da« geheime Wahlrecht anzustürmen, beseitigt sein «erden. Abg. v. KovrUUKi(Pole): Im Namen meiner politischen Freund« erkläre ich die vollständigste Sympathie mit dem Antrage. Die Wahldeeinflussungen haben in keinem LandeStheile so zuge- nommen, wie bei un« im Osten. In den polnischen Tbeilen der Monarchie kommt«S sehr oft vor, daß deutsche Gcundbefitzer ihren polmschm Arbeitern gekennzeichnete Wahlzettel verabfolgen lassen, fich bezüglich der anders stimmenden förmliche Prosknp. tionStisten anlegen und dann unbarmherzig entlassen. Wir begrüßen deshalb den Antrag mit Freuden und werden für ihn stimmen. Die Dtekusfion wird geschlossen. Im Schlußwort bemerkt Abg. ÜUcktttk Wenn der Abgeordnete Singer meint, daß mit de» Brratbung unsere« Antrage« hier die Hauptsache noch nicht gethan ist, so ist e« doch ein erfteuliche« Omen, daß während der ganzen heutigen Berathung der Herr Vizepräfident de« Staatsm-msteriumS von Bölttcher anwesend gewesen ist, obgleich e« fich nur um einen fr erfinnigen Initiativantrag han- delt. Wenn der Reichstag erst einen Beschluß gefaßt hat, wirb Herr v. Bötticher auch gewiß seinen Einfluß für uns ein» setzen. Den Rednern von der rechten Seite, die un« einen Vorwurf daraus machen, daß wir den Antrag erst heute zur Berathung bringen, sage ich, daß wir den Antrag bereit« im An- fange der Sesfion gestellt haben.(Zwischenruf de« Abg. (Seid et.) Herr Gnbel meint... Präfidmt». Aevrtzow: Herr Geibel hat gar nicht« ge« meint!(Stürmische Hnterknt.) Abg. Kickert(sorlfahrend): Ich habe zu der national» liberalen Parter noch immer Zutrauen, denn eine nationollrbe» rale Autorität au« der württemdergischen Kammer, Herr Sachs, hat fich im entgegengesetzten Sinn« wie Herr Struckmann auegesprochen. Wer die Reben der Herren von der Rechten richtig zu interpretiren verstrht, wird unschwer ihr Mißtrauen gegen da« geheime Wahlrecht überhaupt daraus erkennen. Herr von Rauchhaupt und der frühere Minister von Putckamer haben ihr« Abneigung gegen da« de» stehende Rerchstagswahlrecht deutlich zu erkennen gegeben. Da ein Antrag auf Kommisfionsberathung de« Entwurf» nickt gestellt ist, wird die zweite Berathung im Plmum statt- finden. Der von dem Abg. Rickert eingebrachte Gesetzentwurf, betreffend die Abänderung der Militär strafgeri cht»- « r d n n u na wird unter Annahme eine« redaktionellen An» trage« de« Abg. Klemm«Srchsen) nach unerheblicher Debatte in dritter Lesung definitiv angenommen. Nach 5 Uhr vertagt sich da« H-u«. Nächste Sitzung Donnerstag l Uhr.(Etat.) Lcrftcrles. Der Kegiun de» Kuateanug der KD«« für die de- »orftestendr« Wahle« zu« Reichstage ist auf Donnerstag, de« LS.>. W.. festgesetzt. Im Ansch uß hieran bestimmt der Magistrat, daß die Listen, welch« nach den Bestimmungen de» Wahlgesetz'« vom 31. Mai 1869 und de« Wahlregliment« vom 28. Mai 1870 acht Tage lang öffentlich«uSliegen müssen, nicht allein im Wahlbureau, Köntgstraße 7, Hof 3 Treppen, sondern auch in den sech« Wahlkressen der Stadl ausgelegt werden- #« geschieht die«: für den ersten Wahlkreis in der Turnhalle de« Friedrich-Werderschen Gymnasium«, Dorotheenstraße 13/14; für den zweiten Wahlkreis w der Turnhalle der 27./44. Ge- meindefchule, Wilhelmftraße 117; für den dritten Wahlkreis in der Turnhalle der 62. Gemeindeschule, Schmidtstraße 38; für den vierten Wahlkreis in der Turnhalle der 18. Gemeinde- lchule, Kraut straße 43; für den fünften Wahlkreis in der Turn- Halle de« Sophim-Gymnafium«, Gormannstraße 4, und für den sechsten Wahlkreis in der Turnhalle der 67. Gemeindeschule, Ackerstraße 28a. Da» lozialdemostratijche MahUiomtter de« Nieder- Baimmer Wahlkreile« bat fich nunmehr konstituirt und find event. Anfragen an den Vorsitzenden Bernhard Lange, Friedrichs« berg, Frankfurter Chaussee 31, Sendungen an den Kasfirer Alfted Rosenkranz, R. mmelsburg, Lesfingstr. 7a, zu richten. Um»felfuch-* Anfragen in der Zlrania-Angelegen- hebt k« begegne«»»heilt Rechtsanwalt Arthur S-adthagen hierdurch mit, baß die Sondervo stellungen de« Sonntags, und zwar bis Ende März, statifiaden. Die Urania ist geoen%8 Uhr Morgen« geöffnet, die Räume derselben find von%8 Uhr an zu besichtigen, Punkt 8) Uhr beginnt der Vortrag de« Direktor« der Sternwarte, Professor Dr. Förster. Nach demselben steht der Zutritt zu dem physi. kalischen Saal und der Sternwarte dm Einzelnm wieder bis nach 10 Uhr frei. Die Billet« kosten für die Person 20 Pf, für erwachsene Familienangehörige find die Billet« gleichfalls giltig. Die Billet« müssen Wochen vorher bei Herrn Stadt- hagm von Vorstandsmitgliedern mtnommm werden und find nur für die Mitglieder und erwachsenen Familienangehörigen folgender Vereine giltig: Freie Verewigung der Maurer. „„„ Zimmerer. »## Zuschneider, Stepper, Vorrichter. #»» chirurgischen Jnstrumentenmacher. „„, Maler, Lackirer und Anstreicher. ,,„ Graveure, Ziseleure:c. »» Vergolder und Berufsgmossen. Fachverem der Powmmtirer und Berufsgmossen. #, Tischler. ,. Kartonarbeiter. , sämmtlicher an Holzbearbeitungsmaschinen be« schästigtm Arbeiter. , für Schlosser und Berufsgenossen. « der Stewdr ucker und Lithographm. ,, Lederarbeiter. „, Berliner vaustuckateure. „ Former und Berufsgenossm. „ Putzer B-rlinS. »# w Buchbindereien und verwandten Be» triebm beschäftigten Arbeiter. „, Mosaikfliesenleger. Allgemeiner Metallarbeiterverein. Verband deutscher Mechaniker und verwandtm BemfS« genoffen. , deutscher Gold- und Silberarbeiter. *. deutscher Zimmerleute(Lokalverband Berlin). Verew der Einsetzer. „ gewerblicher Hilfsarbeiter Berlins und Umgegend. » zur Wahrung der Jnteressm der Stemträger und verwandten Berufsgmossen. , zur Wahrung der Jnteressm der Klavierarbeiter. „ zur Wahrung der Jnteressm der Schuhmacher. „ zur Wahrung der Jnteressm der K-iopfarbeiter. , zur Regelung der gewerblichen VerhäUnisse der Töpfer. Vereinigung der Töpfer. Verein der Berliner Buchdrucker und Schriftgießer. , zur Wahrung der Interessen der Tischler. „ der Möbelpolierer. Freie Vercintgung der im Vergoldergewerbe beschäftigtm Fraum und Mädchm. Freie Vereinigung der Papierarbeiterwnen. „ m. Nähmaschinen und Mäntelarbei- terwnm. ArbeiterblldungSverein. Fachveretn der Korbmacher. ,, Steinmetzen Berlin». giv den Grunewald hat die Forstverwaltung eine An« ordnung aeti offen, we che den vielen Tausendm Ausstüglern, die den Wald im Sommer zu ihrer Erholung aussuchen, sehr unliebsam sein wird. Sämmtlichen Inhabern von Restaurationslokalen in der Forst ist nämlich ausgegeben worden, die an dm Bäumen angebrachten Wegweisertafeln bi» zum 15. d. M. zu mlsernm. Auf welche Weile ein Ersatz dafür geschaffm werdm soll, darüber ist Nicht« bestimmt worden, die Mehrzahl der Grunewald besucher dürfte fich ohne Wegweiser in dem au«- dehnten Forstrevier wohl kaum zurechifindm. Die interisfirtm Wi-the haben beschlossen, um Aufhebung der bezeichneten An» ordnung zu petitionirm. Man schreibt der Ztg.":»Nebenverdienst für Herren ver getnloeten Stände"— folche und ähnliche Anzeigen findet man oft in Zeitungen. Vor kurzem wandte ick, der Schreiber diese«,.au« Wißbegierde" mich an die betr. Adresse und erbielt auf meine»postlagernd Köln" gesandte Anfrage von einem Apotheker T. ein aedruckieS Schreiben, in welchem er mir eine Hauptagentur für seine Präparate anbot. Wie ich au« den Beilagen ersah handelte«s fich um dm B«rtrieb eine« .Universalheilmitte!«" gegen Bluthustm, Lungm« und Brust- schwindsucht, Skrofeln, Rheumatitmu«, Körperkchwäche, Asthma und alle sonst gen Krankheiten. Ferner um den Verkauf von Magnefit, Gurkenmilchseife, EnthaaningSmiitel, Schmink«, Puber, Barterzeuger, Haarkcäuselpomode, Haarfärbemittel, Zahn- pulver, Parfüm« u. s. w. Ick sollte ein hübsche« Glück Geld verdimm, denn der»Erfinder" offerirte mir 33% pCt. Provifion. Dl« Kelter«»» sserfabrikatlon in Derli« liegt nach einem Artikel der.Disch. Ch nukcrztg." sehr im Argen. Es bestehm nach dem Zeugniß de« Fachdlatte» Hierselbst überhaupt nur sehr wenig« Mineralwasserfabriken, welche ausschließlich mit destilltrtem Wasser und chemisch reinm Salzen nach Analyse des natürlichen SelterserwassnrS arbeiten, die fich also auf ge» setzlichem Bodm bewegen, ihre Fabrikate al« da« wa« fie find, a's»künstliche« Selterser" verkaufen. Ferner bestehm einige Fabriken, welche Destilliran lagen befitzen, aber nicht nach Analyse de« natürlichen Selterser« arbeiten. Reinlichkeit ist die erste Vorbedingung zur Herstellung kohlensäurehaltiger Ge- tränke, und demzufolge verlangt da« Gesetz luftige, gut venti- lirte FabrtkationSräume. Wo aber stellm die sog. Fabrikantm theilweise ihre Waare her 7 Dumpfe Kellerverscklage neben dem Pferdestall zc. da« find ihre FabrikationSräume. Zwei Mann genügen in derartigen Fabriken für die tägliche Her» stellun« von 2000 Flalchen Inhalt, während in wirklichen so» ttdm Fabriken allein 3—4 Mann zum Spülen dieser Flaschen- anzahl für nothwmdig befunden werden. Der GesundheitS- polizei bleibt nach der»Dtfch. Chem.-Ag." die Aufgabe, die Seltersfabrikation auf einen gefunden Stand zu fitzen,»dmn nichts könne dem soliden Fabrikanten willkommener sein, al» unnachfichtliche Durchführung eine«(noch»u schassmdm) Ge» setze«, dessen praktisch'« Bestehen dem Publikum und einer ehr» lichm Industrie zu Gut« kommt, einem schwmdelhaften Fabri» kantmthum aber den moralrschm und geschäftlichm Todesstoß versetzt." «in f-gonannto»«oldwaarenneppe» treibt seit einiger Zeit m Rummelsburg um Frieonchsderg sein Unwesen. äu der in letzter» m Ort« w der B umenthalstroße wohnendm >ürtlerfiau Riemrver kam am Montag«in fein gekleideter junger Mann mit eimm Mustakaften mit Goldsachen und bot ihr, indem er ihr erkiärte, daß die Gegmstände au» einem Konkurse herrührtm und so schnell wie möglich verkauft werdm müßtm, einige derselbm zum Kauf an. Nammtlich suchte er die Frau durch allerhand Manipulationm zu« Kaufe ü** B�ote«i sogenannten»Kaiser.Friedrich Broch«" zu bewegen, dm« dfi i rth-S fitzt für einen wahrm Spottpreis L W Alle. dt« gediegenen Werth»» im. einen nmoicn nti■ ,» kaufe. Der Preis wurde durch Hin» und Herreden auf lü�-Gastrvntf vereinbart, dm die Frau auch bereitwilligst zahlte. Mi« R p staunte fie aber, als am Abmd ihr Mann nach Hause j0* W der P und, nachdem er dm»Schmuck" gesehen, ihr rundweg J* 8«ht ub daß fie einem Schwindler in die Hände gefallen sei, wa» sts ,,ni uuv uviuiu,». wuu vuuiu\n yicicn(yuuen in andern wird ders-lbe ausbleiben. Die.Medizinheilkun�;~tn.- sucht einmal dm Gäh ungsprozeß durch Medikamente«'.°�>«ns unterdrücken und beseitigt dadurch in ganz kurzer Zeit � ij 2*« Uebellein, da« Aufstoßen, die Appetitlosigkeit, welche Jj. in jmim ihre Ursache habm, gleichzeitig fie durch Diät, und in besonderen Fällen und bei z utwitM s «»-.»�««4,—___ ftn e%«nonlan 1 fic vuiu, �iui/ uuu in vcfimuccfn(yauen uno oei c ullvi-'v-' Patimten durch Bäder, Massage, Elektrizität auf Krästigu�">»>> des Körpers im Allgemeinen und Hebung dir Magen tbäliS'? im Bejondern hin. Sie hält also.die natürlichm Heilmiss? iMÄ nicht für überflüsfig, sondem legt dm allerentschiedenstm druck auf dieselben, nur erkennt fie, daß dieselbm Grenze»?* M, ihrer Wi-ksamkeit haben und dann die künstlichen ig Mi von unentbehrlicher Bedeutung find. Sie übt LJfr die letzteren selbst_ strenge Kritik und sucht alle«%»Men! •ufl% ___________ I..... U...........>........ wenn in Das Resultat dieses Verhaltens war eine bessere Würdig�?* «sriÄ M Weise vermehrte. z Es besteht auch darin kein Unt« schied, daß, wie die N-ü�' Heilkünstler meinen, die Arzeneien nur immer auf die i,' drückung von Symptomen hinarbeiten, wäbrmd die„naiul«wun lichen Mittel", indem fie auf dm ganzen Körper wirken, �e»».�..wer man nicht alle Thatsachen, welche die Medizin als" Emtnae*' ��'8 f sckaftm der N-uzrit friert und die Stotrstik mit den alle- ki.,# oläzendstm Zahlen belegt, z. B. die Einwirkung der ow 1%-st septtschen Mittel, Karbolsaure, Sublimat und Andere«: �? Ar von Medikamentm, auf die Heilung von Wundm und d«..." itoi Erfolg von Operationen, als ossenbarstm Humbug hmstel� wollte._'_J) 3ni Die Naturheilmethode beweist fich in der einsrittgm% tonung ihre« Prinzipe« wohl als etwa« Neue«, nicht aber 4%.' etwa« Besseres. Denn die Grundlage desselben hübet nicht � i f'd« vorurtheilslofe Prüfung, die unbesangme Beobachtung,««>-"' fA« m die einzige Quelle wirklichm Wissen« find, sondem ewe sonderliche Richtung für da« Mystische, welche hier auf d?""«Uti Natürliche geht. Rur weil die Arzmeimittel künstlich und»». Mittel d«r Naturheilmeihode natürlich find, dämm sollm% � Letzteren besser wirken al« die künstlichen, dämm müsse« r btff-z e« ihun. 40 von Die neue Methode gehört damit zu der großen! GrtpJ* Erscheinungen, mit_ welchen die Medizin besonder»„ lel in früherer Zeit viel zu kämpfen hatte. Ihnen allm geniei»' sam ist die einseitige Betonung' firgend einer Erfahrung ob« ___ j_____________________________„ f i 01 Erkenntniß, da» Hinein tragen von theoretischen und dogmansch� � � ei Bestredunam, sei e«, daß fie sich in der Erklärung de« Kraut»Met« Erkiämng Heiisbegriffti oder in der BehanNung der Kränkbeitm � wegtm. Mit allen dielen ist die wissmschaftliche Mebizm serti» �ewordm� Einnimmt ihre Kraft au« dem� Prinzips die un� fangene Beobachtung und die vormtheiltlose Prüfung ubss» Alle« zu stellen. Jede Richtung also, welche e« aufrichtig»"* der Wahrheit und mit dm Menschm meint, findet ihr« Unt« �en fünft in dieser und braucht nicht fich al« ein« nme Methob» auszuposaunen. Der Arbeiter aber hat kein Interesse daran, Bestrebung� sein« Antbeilnahme zuzuwendm, welche durchaus zweifelhafm � Natur find. Er zersplittert nur sein Interesse und wendet% von mi kllch>wichligm Dwpm ab.. Etwa» vom Gtü«k»spi«l. Der§ 285 des Strafgesetz� h». T* buche« pellt da« Duldm von»Glücksspiele«" in öffentlich'� fg.. Lo'olen Seiten« der Wirthe unter Strafe, ohne indessen ri*f a-sA* Defteilion de«»Glücksspiele«" zu geben. Die Nrari« d? R ickSaericktS Hot fich nun dahin gestaltet ;üi fiu;»»—» vwv»*» w&wuwts, bO§ bCt JÖCtzr—_ non h?r mifcß allgemeirer gesrllschastlicher Anschauung einen VermögenSwe»» darstelle. Di« Reichsgericht fuhrt nun in einem Urthril oo? 28. Mai 1889(Eatsch. Band XIX S. 263), weiter au«, da» die Frage, ob au« der Höhe de« Einsätze««zw. möglichen G' «im e« oder Verluste« das Vorhandensein eine«.Glück»- spiele«" herzuleiten sei, keine thaisächliche. sondem eine dm 3"% halt de« Strafgesetze« selbst detreffmde Rechtsfrage fei und d»» daher dem Schankwirthe der Schutz de«§ 59 de« Sirafgeser buche« bei seiner imhümlichen Annahme, daß es fich bei d'»| Spiel um einen Vermögenswerth nicht gehandelt Hab«, nwf zu Gute kommen könne, weil der Jrrthum«'? Thassachm betreffe, sondem dm Inhalt de« Straf gesetzeS selbst.— Der langen Rede kurzer Ess? ist demnach, daß ein jede« Spiel, welches fich alef. charakterifirt(die»G ückafpiete" find in der Gerichlspiaxi«»Üj? bricht giößtm Theile bereit« festgestellt) ohne Rückficht auf die 6»% —..............—,........._ Zssoren de« Einsatz,« oder de« etwaigm Gewinne« oder Verlufte»? �briii öffentlichen Lokalm nicht geduldet werdm dürfen. Von diest� vs rl f 10® I >0. vnlh -Z5>. s i w MI«, C : ntfJJ 153 i.«&* fttJfltn'' SS g will'S-' ®2rtote wird»uSnahmSloS jeder betroffen und dies ist nicht wie rech» und billig— gleiche» Recht nnd gleiche Pflicht njj-«lle. Die.Tostwnth.Zntuns", da« Organ der hiesigen rVaslw'rths. Innung', ist natürlich anderer Meinung. In '»rem K pte tpukt noch die Anschauung von der»Verschieden» h«'t der Menschen', von»bevorzugten Klaffen" u. dgl. in. und � Seht über ihren Horizont, dasi die„befferen" Klassen mit den„niederen" Klaffen in einen Topf geworfen und vor dem «-sthe„gleich" sein sollen. Da» geht zum mindesten über die «atschnur, weshalb sie sich denn auch zu folgenden Aus» ialsungn, versteigt:„Wir können uns mit der Theorie de« Reichsgerichts in keiner Weise besreunden. Sie gründet ssch ans einer allgemeinen gesellschaftlichen Anschauung" ,..ben Begriff„VermögenSwerlh". Eine solche„allgemeine geschäftliche Anstauung existirt aber nicht. Die menschlich« semmen, deren »«rmö�eniweri».............................-..».-...r..... 'fr?*® sind. Wenn ein Gastwrrlh duldet, dasi ein KreiS von «orsensürsten im Vingr-et-un oder ähnlichen Zufallsspielen um «n paar hundert Mark spielt, so liegt nicht da« geringste Be» 4*1®'% vor, ihm die» zu verbieten und ihn zu zwingen, emer» lfli« seinen Gästen, die einen Hunderimarkschem leichter ent» dehren können, als ein Arbeiter ein Zthnpfennigstück,»hr �vterhallungtspiel zu untersagen, während von ihm wohl ver» «vgt werden kann, zu verbieten, daß Arbeiter leichtfinnig wren Wochenloha, von dem die ganze Familie leben soll, oder *"4®ur wenige Pfennige, welche ihm aber doch zum Leben«» ®®t«rhalt nöthig find, verspielen.' Di-se Ausführungen sind rn d» Thal höchst interessant und spiegelt sich in ihnen die ganze .Gesellschaftsordnung' ungeschminkt wieder. Aus der einen j-*®« der personifizirte Reichthum, die»Bölsenfursten, welche w der angenehmen Lage sind, zum Zeitvertreibe, da«»«war. ®«lß mit vollen Händen fortwtrfen zu können, denen 5i'che Hundert Mark und darüber nur eine»Lumpere, find, emen Hundertmarkschein leichter entbehren können, al» em MSSM '•ÄVteÄ'S% KVSWVWAss« «OiM k. �-------"ärsenfürsten sich l k»M" tn•» 1_____ viel wer« H 'k am b® �3 S wie djj . we«» tum nstell" » S rs ä i sl § S i«a? wet'b S lüHi' nW d da» '1 i die döbei? SS?« .iikui kuvkc. der Wüth macht sein„Geschäft Und um nicht um ein solche» profitables Geschäft zu �*8' nicht da« geringst- Bedürfniß vor", den £di«W das Glück«, oder.Hazardfpiel zu verbieten. scha».?.aber armselige Arbeiter um wenige Pfennige, so Btot?. diesen höchsten» ein paar Gla« Bier, em paar schiis» o?*: einige Schnäpse herau», ein elende» Ge« sehr's„5*lchez nicht in Beti acht kommt. Da» kann da«... cht entbehrt werden und die Arbeiter können »ehv,,. t*bren, ohne zu spielen, da» ist dem Wirth noch ange» < vCAnnM h#« Wrf otf�m hnÄ ßntfl&11 üftblf »*■♦»/ Vlyov QM| y•>/-I»------*- UaSiTi deshalb ist den Arbeitern da« Spiel zu verbieten ?ur, um zu verhindern,»daß Arbeiter leichtsinnig ihren »uÄ??» d au» dem Maffer aeroaen und nach der Chaiite« MifiSW Fehltritt« vom Dache bei und nach der Charitee siege fiel zu derselben Z-it wlq,»Z'""�u e, liaoli,o,en«ranken Hause« am Urban rn« 1 Ptcter V ff«b>trit>« vom Dache de» Maschinenhause« etwa Aückar.,,« �derab und erlitt dabei eine Verstauchung de« S�ebriAii• wurde nach dem städtischen Krankenhause am Mini? gebracht.— Abend« gerieth der Töpfermeister Alerte®auf* Gertraudtenstr. 14/15 unter die S'ilek»!? Omnibus und erlitt anscheinend bedeutende innere bellen M. fanden an vier verschiedenen " kttwere Brände statt. Soziale Meberstchk. de»£•**%*»»«ud Hanta»«! Der Streik der Ledersärker s°?t Smanuel Mater hrerselbst, Prinzen-Allee 60, dauert iMMMWV Briefe nimmt -wir wenden un» deshalb n> gaeK&ß'* In eingehendster Weise berichtete der Vorsitzende Herr Fritz Berndt über die Thätigkeit de« Verein« im verflossenen Viertel» jähre und forderte die Anwesenden auf, sich recht rege an dem Wahlverein zu betheiligen. Hierauf berichtete der KatsirerHerr Post über den Kassenbestand. Der'elbe wird von den Revisoien sür richtig befunden und dem Kasfirer Decharge ertheilt. Zum dritten Punkt, Vortrag, bemerkte der Vorsitzende, dost Herr Schmidt leider nrcht erlcheinen konnte, wahricheirlich ist derselbe nach seinem Wahlkreise g« reift, um dort in Versammlungen zu sprechen. Hierauf wurde in die Ditkussion einpetreten. Dieselbe war eine srhr rege und auSgedrhnte. Herr Kutzbach nahm zuerst da« Wart und kam dabei auf die Wahlen von 1887 zu sprechen, wie der damalige Reichstag zu Stande kam, wie der KriezSrummel von den Kartellparteien in die Welt ge» schleudert wurde, dabei wurde da« Volk im größten Maßstäbe eingeschüchtert. Der Redner bemerkt« weiter, wie die Zölle da- mal« zu Stande kamen, wodurch die nörhiasten Lebensmittel de» armen Manne« verlheuert wurden. Auch auf die bevor» stehenden Wahlen kam derselbe zu sprechen und betonte dabei, daß wir fitzt nrcht mehr auf 3, sondern auf 5 Jahre wählen, und ist e« Pflicht eine» jeden Deutschen, am Tage der Wahl nur einem solchen Manne seine Summe zu geben, welcher gegen alle Zölle und Vertheuerungen eintrete, und solch' ein Mann ist unser Kandiiat Albert Auerbach. Thue also Jeder sein« Schuldioke't am Tage der Wahl, damit unser K<"'-'U>at 2. Ziehung der 4. Klaffe 181. König!. Preith. Lotterie. Z'-Hung vom 10. Januar I8»S, ivurniittagS. Stur d>« vrwluu« udrr Bio Mark twd den dolrclicuden Nummera in Pareiilbre dltgesügt. (OllIK Kewtihr.) S--2 370 96 603 19 24 633 1036[3000] 46 211 28 63 462 622[500] 67 768 74 871 85«056 79 120 211 420 23 46 537 777 840 66 920»024 140 307[3000] 416 89 99 789 959 89 4068 118 232 40 407 612 892 914 5405 50 643 47 699 744 870 6029 124 46 94 239 417 85 90 639 62 732 60 945 7042 49 138 329 68 477 93 503 9 605 8[5000]*105 15 263 328 51 68 449 1500] 73 645 614 16 82 771 816 966 72»248 63 70 98 379 82 407 40 911 20 16109 27 309 473 506 42 633 702 67 11084 126 56 86[5001 232 308 63 542 914 85 1«076 77 540 73 697 730 809 901 1»103 203 385 427 698 686 779 876 13001 14126 50 60 344 404 18 94 662 709 916 96 15109 206 51 317 55 418 28 98 620 60 95 609 20 25 816 39 43 920 55 81 16322 80[6001 483[6001 525 607 40 806 917 1 7117 325 92 460 599 1300] 659 773 908[3001 1*019 79 94 424 81 661 773 809 67 78(300) 84 944 1 0127[1600] 60 87 236 78[50001 469 ««089 135 92 270 339 548 767 2 1071 164 78 15001 80 268 307 50 411 603 33[500| 68 694 910 13 93 2 2012 42 60 137 49[3000] 310 88 472 501 9 661[500] 824 902 11 23091 162 238 317 400 638 90 836[300] 73 950 2 4030[1500] 31 315 467 89 639 722 92 802 25130 339 446 [15«001 99 679 681 93 953[30001 26054 127 494 612 72 601 700 4 22 87 2 7084 447 67 620 755 2*453 668 662 992[30001 29062 124 64 617 70 71 728 802 71 93 922 47 75 »«025 152 99 252 372 73 614 30 809 981 3 1088 101 300[5001 38 445 691 746 905 49 82003 4 156 63 70 233 60 74 361 412 68 647 722 65 71[30001 833 76 954 3 3216 67 327 41 56 615[3000] 764 90 918 25 62 76 3 4047 305 60 90 470 94[600] 634 746 939 3 5060 129 62 254 71 311 46 698 691 709 29 856 997»«016 133 232 67 320 409 612 32 85 778 806 82 99 3 7050[300] 71 130001 122 88 243 309 21 458 649 62 668 957 59 3*012 18 497 501 49 52 637 56 715 92 882 1500] 30004 127[300] 46 47 267 382 490 527 71 84 696 702 90 40010 81 113 66 269 422 23 72 629 35 638 710 822 934 4 1090 257 331 578[3000] 603 50 74[3000] 760[5001 92 4*003 91 98 210 360 421 24 49 567 96 804 92 956 4 3038 154 719 886 4 4026 2-0 511 89 619 920 4 5022 46 117 482 538 99 848 968 43001 7 160 260 82 91[3000] 364 523 51 616 854 64 941 47196 207 51 99 366 95 511 26 87 711 13000) 902 64 4*051 151 87 93 219 23 1600] 421 530 616 732 945 4»06; 203 309 16 92 409 73 701 37 13001 809 74 77 5«107 380 611 97 5 4176[500] 387 620 61 67 869 6*041 173 613 [600] 19 629 39 84[600] 771 75 80692 910 5 8118 40711 671 700 5 4045 125 275 342 421 616 74 644 761 87 827 920 42 55066 72 348 68 631 86 69 1 701 917»«031 54 335 415 503 679 768 991 57137 209 321 40 432 657 754 7 3 934 5*113 42 68 381 507 817 32 5»137 11600] 258 301 464 90 873 91 998 ««072 73 81 152 93 228 48 1500] 89 3:0 400 38 756 813 43 45 97 945 0 1 043 91 175 9.8 257 301 600[300] 634 715 866 0*015[1500] 169 276[15001 470 631 42 50 713 63 92 866 115001 917«8011 17 28 216 85 386 90 688 799 833 40 85[1600] 04028 226 56 81 85 350 98 666 85 6�1 846 85 914«5061 77 151 97 206 66 1500] 316 433 37 518 638 712 915 86««034 104 99 490 623 82[15001 890 927 81 07067 183 341 81 447 514 47 60 797 978 0*057 442 69 606 10 667 94 779 OO043 103 10 244 368 667 868 907 70 7«0.-1 30 177 89 329 64 504 58 711 66 812 32 71124 27 45 79 88 307[300] 8 59 61 58 89 98 424 717 827 901 28 73 7*003[1600] 304 47 9.1 4 9 660 724 44 7 7 921 73024 154 64 228 54 30 4 23 72 74 428 49 600 725 91 93 7 4044 97 113 25 360 96 406 673 679 827 89 909 28 29 86 96 7 5038 65 133 74 86 97 223 41 337 426 71 90 628 718 862 70032 159 274 350 62 82 401 631 61 74 89 763 937 7 7216 70» 894 7*20? 16 410 61» 26 918[300] 99[1600] 7*141 247 337 602 35 719 39 75 874 973 ««119 23 35 90 317 441[300] 612 67[1600] 79[500] 862 916 66 78 86*1028 32 155[3000] 220 469 606 42 93 708 74 911 24 68**026 43 13001 118 230 367(1500) 77 407 29 503 96 615 867 83 997*»220 332 66 84 434 86 659 71 752 95 810 952 99*4050 179 81 379 405 27 72 502 1509) 22 610 77 881 93 965*503:1 269 83 382 88 444 62 668 787 800 57 88*«204 351 468 630 804[300] 84 961 75«7007 24 66 99 231 396 642 791[1500] 962**004 40 175 237 74 321 433 616 48 8-0 931 62*«198 215 366 71 99 450 670 609 811 917 18 89 ««039 82 266 82 99 312 28 39 663 684 86 756 842 944 05 94 0 1091 2. Ziehung der 4. Klaffe 181. König!. Preuh. Lotterie. L'edun« vom r». Januar 1889, Na->»»I«-a». Nur dl, Sewinu« ubor*1« Marl ft»v von bctccitciiMn Numm-r, In Parrntyoli deigrMat. 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Wohlkreise mit einer großen Stimmemmhr» hk't au» der Wahlurne hervorgehe.(Lel haster Beifall.) In gleicher Weise sprachen fich noch die Herren Diependrock. Jost, Heidemann und Schulz au». Herr Fritz Berndt kam a f die Ausschreibung der jetzigen Wahlen zu sprechen und betonte, sämmt'iche Parteien schwärmen vor der Wahl für die Arbeitersteundlichkeit, sie find gegen jede Vertheuerung, gegen jede Steuern, gegen da» Sozialistengesetz und jedesmal find*» die Freifinnigen gewesen, welche bei der Adttimmung theil» dafür waren oder mit ihrer Abwesenheit glänzten. E« ist unsere Pflicht, die Massen der Wähler mit den Zielen der Sozialdemokratie bekannt zu machen und aufzuklären. E» ist Pflicht eines jeden Wähler« im fünften Wahlkreise, nur für den Kandidaten der Sozialdemokratie zu stimmen. Zu»Ver» schiedenet" fand die Wahl dreier Revisoren statt. Es wurden gewählt die Herren Schulz, Jeske, Kutzbach. Indem einige Fragen noch erledigt waren, forderte der Vorsitzende die Ver« iammlung auf, recht zahlreich auf die Arbeiterzeitungen und Aibetterbldliothek zu abonniren und schloß hieraus die Ver» sammlung. «tue ArbtttstinstrUnna<" kleinerem Mmfaua» ist in der bekannten Gewekrsadnk von L. Löwe u. E o. am Montag erfolgt. Zar Besprechung dieser Angelegenheit fand am Dienstag Abend eine öffentl'che Versammlung der Arbeiter d'eker Fabr'k im Lokale Sanssouci statt, welche von mindesten» 87 t«««W«»|»6076 78 177 213 90 428 30 38 75 776 932[1500] »7439 94 536 750 90 94 837 93 920 63»*138 277[3001 96 350 427 68 89[5001 604 609 69 97»0063 200 48 89 341 644 961 81 «MWWW-AWWMKs 239 70 363 426 34 36 677 602 712 830 906 78»«5060 345 472 53t» 607 80 767 72 903 22 84»««225 66 56 79 622 69 732 845 72 951 97»«721!» &%%%&&% M 469 519 48 733 706 41 49 822 26 63 969 » ,*a%*(&!%%% MM-MP%% 73 II««««] 90 861 921 11*169 342 409 26 35 78 674 64? 70 89 858 kwmwwsm«» a a g 601 666[5««Ol »*«007 63[6001 91 223 60 428 47 625 40 704 19[300] 969» 1*1120 352 432 72 601 698 804 986 1**241 62 64 68 408 33 669 779 912»*»019 74 121 335 72 97 469 94 521 631 821 74 1*4267 4.12 4t» 516 60 86 1*5086 168 204[30001 8 643 58 73 849 928 99 1**0)7 165 217 47 314 461 627 640 79[500] 86 90 957 1*7005 55 109 42 664. 837 1**010 146 66 471[3000] 79 528 84 602 42 62 943 l*»34t» 106 47 229 SO 82 447[1500] 587 602 828 46 66 64 130155 13000] 375 414 765[50««l 886 915 1 81191 267 387«tt %« äüa 281 712 35[1600] 80 949 1 3«154 277 93 336 63 98 415 99 640 41 62: 94 96 833 36 989 1 37086 180 241 66 464 614 919 1 3*107 66 367 46t» 56 716 866 78 976 1 80021 31 267 73 87 418 546[3000] 680 703 21 1-10025 133 333 483 611 86718 92 945 63 1 41084190 263 366455 602 633 14*027 93 112 395 692 645 83 914 66 143014 80 152 273 396 98 724 1 44404 528 78 712 851 66 58 87 939 83 1 45004 91» 161 [300] 267 73 367 405 618 77 140032 74 119 267 344 689 96 741 861 147015 126 257 78 866 59 910 34 1 48092 93 187 200 27 441 645 4M W WW« 15O108 24 476 504 674 96 754 871 99 925 92 1 5 1036 168 334 45 91 458 62 641 692 936 86 1 5*20» 363 406 616 89 676 811 153015.3 304 662 679 706 87 1 54044 72 94 163 205 311 415[6001 46 689 7 84 828 1 55155 207 44 62 310 499 622 845 926 76 79 1 561127 46 75 149 214 313 34 47 669 808 45 901 68 1 57042 84 86 13? 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Schlosser Hitzler machte bi« Anwesenden mit dem Grund de» SireikS bekannt. Seinen Aussübrunoen»ufoige sind den Arbeitern seit einiaer Zeit für den»Autschuß�, die unb auchbare Arbeit, gröbere Abzüge vom Arberttlvhn g-macht worden. Als»Äusschuß" werde alle fehlerhaft« Arbeit betraätet, gleichviel, ob der betreffende Ar- beiter die Fehler verschuldet oder da« ihm zugewiesene Material sich in schlechtem Zustande befunden habe. Es sei ganz unmöglich, da« fehlerhaste Material immer im voran« als solche« zu erkennen, da sich dessen Unbrauchbarkeit meisten« erst während der Bearbeitung zeige und mitbin sei e« ungerecht, die Arbeiter für Schäden verantwortlich zu machen, welch« sie nicht verschuldet hätten. Die dcm Meister Heinrich unterstellten Kollegen hätten am Montag gegen die Abzüge protestirt und daraufhin sei ihnen erk-ärt worden, daß von nun an dem Einzelnen für den au« seiner Arbeit resultirenden»Aus- schütz"' nicht« mehr abgezogen werden solle, dafür werde man aber allen Arbeitern gleichmätzig den verdienten Lohn um 5 pCt. für„Ausichutz-Arbeiten"' kürzen. Dieser A'jug würde bei einem Wochenverdienst von 21 M. schon I M. und 5 Pf. und für die 2500 Arbeiter der ganz-n Fabrik drmnach wöchentlich ungefähr 2625 M., jährlich 136 500 M. betrogen. Hieraus habe er mit lernen K.llegen nicht eingehen wollen und deshalb sei e« zu einer AibeitSeinstelluna gekommen. Herr Rofenow, welcher den Vo fitz in der Versamm'ung fühlte, schilderte ebensrll« die Sachiage. Er habe in 101 Stunden 2194 Bleche angefertigt, weiche mit 2 Pf. ver Stück bezahlt worden. Hiervon mutzten 342 Stück in den„Aitss�.ptz" wandern, so dotz ihm von den verdienten 43 M. 88 Pf. nicht »eniger als 6 M. 84 Pf. abgezogen worden feien. Be» anderen Rollegen sei der Abzug noch größer gewesen. Zuerst hätten gegen 50 Arbeiter aus dem Saal dre Arbeit niedergelegt, doch bade hernach reichlich die Hälfte davon wieder unter den alten Bedingungen weiter gearbeitet. Der erwähnte Meister, Herr Heinrich, meldete fich nach diesen Amsührungen zum Wort, um zu erklären, datz„AuSschutz"' in solchem Umfange zukünftig wohl nickt wieder vorkommen werde. Es lasse fich in dirlem Punkte schwer eine Aenderung durchführen, jeder Arbeiter müff« genau auf da« Material achten. D>e Fabrik könne den Schaden nicht tragen, fie habe die Arbeiten(Gewehre) zu einem niedrigen Preise übernommen, um dieselben nicht dem Auslände zu überlassen. UebnaenS hätim die Arbeiter immer noch einen Verdienst vor 35 Pf. pro Stund« erzielt. H-rr Stabernack gmg auf die Behauptungen des Vorredners näher ein und bezeichnete dieselben als nicht stichhaltig. Die Fabrik könne angefichts der hoben Dividenden sehr gut bessere Löhne zahlen, der Lohn ron 35 Pf. reiche h ulzulaze zum L>b n wirklich nicht au«. Die Sek ld an den traurigen Zutiönden in der Löwe'schrn Fabrik treffe die Arbeiter selbst, weil fie fich noch nicht einmal einer Organisation angeschlossen hätten. An der weit'ren, zeitweise sehr stürmischen D'Skvsfivn betheiligien fich die Herren Krause, Mummedey, Goitsr. Schulz, Luft, Krüger, Sichhoff, Sasse, Malitz, Lewin. Klein und Töpfer, welche fich turchweg zu Gunsten der Swetkenden auksprschcn. Auch Herr Heinrick nahm noch einmal da« Wort. Er hob heivor, datz manche Arderrer sogar 60 Pf. in der Stunde versienten, worauf ihm geantwortet wurde, datz dies aber nur bei eiver kleinen Anzahl zutreffend fei. Inzwischen war folgende Resolution einarlausen: »Die heute im Lakale»SanSlauc."' tagende Veriamm lung von Arbeitern der Ludwig Löw-'schen Fabrik erklärt Folgendes: Die von den streikenden Mitarbeitern hier angefühlten Mißstände sind tatsächlich in der Fabrik vor- Händen; eine hierzu gewählte Kommrsfian wird mit der Dnek tion unterhandeln, um die von den Streikenden vorgebrachten Mißstände zu beseitigen. Sollte die Direktion nicht gewillt sein, cuf die noch genauer zu foimulirenden B�chwerdm ein. zugihm, so erklären fich sämmllicke Arbeiter mit den Strei- kenden solidarisch und legen nach ewtr vorausgehenden V-r- sammlung einmüihi, die Ardett nieder."' Es wurde beschlossen, daß über diese Resolution nur die in d«r Läw,'ichev Fabrrk de- schästrgten Arbeiter e-bstiwmen sollten. Die Abstimmung ergab einstimmige Annohme der Reso'unon. In die Kommission wurden die Herten Mollenbauer, Lorenz, Thiele, Rollsinke, Kühl, Thimm, Riedel, Schindler, Proska, K uckisch. Wagner und Holzbell gewähl».- Nach e> folgter Wahl wurden noch verschied«! e Mißstände der Fabiik de�p>ochen, u- a. gelangten einige Strafanze-ven ge�en Arbeiter, welche «iven halben oder ganzen Tag ohne Ensschuldigung gefedlt hotten, zur Verlesung. Aus di-fen ging hervor, naß für etnen haibin Tag 1,50 bis 3 M. und für einen ganzen 3 br« 6 M. als Strafe abgezogen wurden. Ein Antrag, na««elch>m die Arbeiter der Löwe'jchen Fabrik fich verpflichten, einer Organi« sabon beizuireton, wurde einstimmig angenommen, ebenso wurde beschlossen, den 1. Mai als Fenrtag zu beirachlen. In einer zweiten Verfammlurra soll über das Resultat der Verband- lungen mit der Direktion Bericht erstattet werden. * N»r,tn tftttin»» Generalvcrsairimluna am 16 Januar, Abrndi 8 llhr. im R-uea Kluddau», Ä! mmaiidanimftr. Ii. ttln- Uttt rat Leretnlmlia i> d-r n f o ztiiu; 8 der E rladm v aeftailei. Fachverai» d»» Ktiindrvcker und jitlioaraph»« iv»ritu». a>!Neral.!LerI.»rml!»,g am Donneiftar, den 18 ö. 4)t, U�-nd» 8% Ulu, in Jo'bnu'l Solo!:, Sitae® ünfir. 28 Tazeiordmina 1. Kaffendeiichl 2 vk'iliit übet die«ei leguna de» Aibeitenackiwctte«-veni W dl einet Äommifflon. 8 Beiiidt übet die verleaung der Bibciorbek unb Wadl der Bibltb'b'tiue. 4. älitifditbentS unb giaaefniten. Miialirbebuch Itsl.liuitl 9u(,io.nie neuer Milelieber. Zahlreiche» E scheinen bc> Mir, liebe, ist biinxe, b noihwei bi». Die iiiusgabr b» Birlioth kdllchei findet in de:!Brr(au,mUir.c stall, etenfo R b aste In den fflnbtn der Miloiicber best blichen Büch. r ba>t abiuli serin Die veiirauantl'Nie werben eriuchl die Listen zum bivo-stlhenben Winlc, feste ah. zuli sein und die v st tt in Serpfana zu n ymen, S" Lach»»».««»,» titt,»or«»hi,a»tt.rchl-tr»»«»>„ g»«oss»n s terl am Eaimabenb, den 18 b sein bterstihiise» 6m ui feaale der Bötzow'scken Brauerei, desfthnld in Tan»? ün�cben und' Unter tzaltuneen. De?«esancverew„S-nes-lder" hat itine MitodWZÜ W und dürfte dieses wtsenluch dazu beitragen, das Fest m eiuem vi �unslien feste zu Gestalten. Sollegen. ve�uffgenoffen. sowie Newde «"äc«sK rathenm Geister wieder zu versöhnen, und daher sollte an diesem b;r. 18. b. SU, abend» g r""----—----- ir. Brunnenste 85». Stifte willkommen "'-.nirMInnv«, Filiale Berlin m'j a.............-..........»an 6% bi» 10 Nhr-us«en->>-� Vieri», smgeftr 84 pari. Sb-nb-selbft weiden bi-v-ii-tige entli-em«�� und bi- z chj-ilun» auidtaehen. «»ro««-,«um- nnb a»st«ia, Wtrtiut am Donncrfta«!»*£] a-iansv-rein.Sititia' Abend»» Uhr in BetlinS Restaurant,«eleraneiG, -«-s-nsverein Br-telschlu»' Abenb» 8% Uhr im Reftaurani gbpnickernrafie IM- Mtinnrraeianaverein.Rarbftern' Abend» 8% Restaurant«ohL Müllerstrate 7- EckSfer'scher«eianavcrein.M'i ilbmd»» llbr bei«olf u.»rüaer, Skalitz-rftrahe 128. etfena-JT 'rrrin.«lüihmkr-n,' Abend« 9 Uhr im Restaurant Brande,>bur°s>r°«'/l, MSnneiarlllnaverein.Alerander' Abend« S Uhr im Reftaurani deraettlraße 8- MSnnergesangverein.Strmila»' bei«inner. «t 88-«esan«verein Mäimerchor.6t. Urban' Abend« S Oin*� strnie 9- Gesanaveretn Lleulschc Liedertasei" Abend» 8 Uhr i?02i 1C2atx�, V°mnaverein„«orbdeuliche Echleise" Abend»°°n'u tt llbr iMchatlkkchftrafie 8g— Mtinner-«esanaaerein Sangetstn- »dend» 9 bi» 11 Uhr. Franksurter vierhallen kSrüoeil,«r Frank»uil-r� Abend» 9 Uhr llebunatstunde bei Lehmann,.Alrran� strafie 32— Turnverein„Hasenhaibe"------ mrw.-wMr....................... MÄauÄU.jfir•-■"saÄ.ife Tbth-tun«) Abenb» 8 Uhr«lisabethstraze 57-68.-«llgemcineer Stenoarauh-Iioerttn. Abtbeilun«.Louisenstadt". Abend» 8% Up. «eftimront �tui Ocanitnsti. 51.- Arend,'scher Eienogrw« zPhalanr Abcnd» A Uhr im Refiaurant.Zum vuckower»arten,, strafie 9— Deutscher Berein Srendt'scher Elenoaranhen Abend» 9 Heidi i Restaurant,«appenftr. 76, Unlerrtchi unb Uebung.- Berliner«u »ranbm.Berctn iSastem Arcnd») Abend« 9 Uhr im Reftaurani Friebri«� — Etolzc'scher Eienaaraoherweretn.Rarb-Berlin' Abenb» 9 Uhr, SS strafie 44- verein der.«aturircunbe' Abend« 9 Uhr im K-stauraM v? We 86-«eretn der Unruhftabier Abend» W Uhr im.KSntsstadb�, hoijmarktstraße 72.-«eretn chemaliaer g. ffi. Rettichlag'scher 6%i 1. unb 8. Dannerfta» leben fflonnt» im ikaid Eckül-r, gaiib«bK«M% Adend» 8 Uhr.-«auchklub.Kern, vi»-' Abenb,% Uhr im Reftaur°' 116; H. Wernike, Eharlottendura, Wi mersdo, ferst,. 42. Alle Anfragen und Zuschriften, üd-roaupt>,Uanrvtrem «iithlichstett� zur Nachricht, daß Milglied, Freund und Kollege August Gebhardt/ gestern, 14. Januar, gestorben ist. Die Bcersiguilg findet am FieUW' NachmsttagS 3 Uhr, von Oer L ichenhalle d» Emmaus-Klichbofes l Britz« Chaussee) Um zahlreiche B-thnligung bittet. Der Vorstand- Crntrsl-Kranllen'».Sterbek»� der Tischler etc. (S. H. 3. Verwaltung B«lin H.) � Der Steinmetz l' August Becker, geb. 27. Oft. 1859, zu Sieindorf, Kr. »st am 13. Januar verstorben. i Dre Bierdlgung findet am Freitag, den Nachm. Ii Uhr, von der kgl. Charit«« au« � Der Bevollmachiigte: Fritz Haseloph, Grünauerstr. 4._J Am 14. dt Ml«, entschlief sanft unser(#*1 Gatte und Vat-r, der Putzer August Gebhardt.„ Rackm. 3 Uhr," von der Leichenhalle de« Ewlft� nsMyuvs«cmabmi-uks v Die Beerdrzung findet am Freitag, den iackm. 3 Uhr, von der Leichenhalle de« firchhof,« au« statt. pasNn« Getztzardt netzk Töcht»-' Für die herzliche Theilnafime bei d«. erdiguna meiner lieben Frau Bttilie Be«» geb. Firtzler sage ich allen Bekannten und* wandten meinen in mästen Dank. 7771_ A. Becker nebst Kindts! Uiutreetmnclcr VocitanO dringl hi.rmrl ijU. t,rst Ker nlmß,» aß 0er Kerem gewerblicher Hilfsarbeiter am 10. Haunsr d. I. einen gsy Arbeits«achWeis eröffnet.(Mute und passend« Kräfte werden stet« zur Verfügung stehen, da der Arbeu«' omwet« unemtgeltlich far Mitglieder, uno R chtm-tolreder nur eine Einschceibegedühr von 10 Pfg. zu jotUu hoben. Um recht rege Benutzung desselben wird g'beten. Der Dorstand des Vereins gewerbl. Hilfsarbeiter Berlins und Umgegend.__ Soeben erschien: Der wahre Jarov Mr. 91. Zu beziehen durch die Expedition, Zimmer. strotze 44_ 500—700 Mark werden auf eia sichere« ® faajt ja leihen gesucht. A9r>ssen unter B beliebe man an die Expedition diese« Bhii s zu senden.>760 Kom-uvak am hiesigen Platze befanntlich 11653 Gr&ssto Auswahl. ««ksmtwt ftchs»«uksiu, Vireng reelle Bedienung, billigste Presse i Sammtliche im Handel vtftndlichen Roh. Tabake find am Lager. A. Sotdsohmidt,«pwtJUuartrÄiit 6 im Hackeschen Markt. Wer seine Uhr sauber, gut und billig reparirt haben " ll, der trage fie zu einem guten Uhrmacher, ein solch« wohnt SbaUherstraße 8. Au«>rdcm empfehle mein große« Lag« in Rgulatearen, Wand-'und Taschenuhren, sowie -____ in sämmt ichen Goldwaaren.— Ausführung von VerzugSh.v«! m G'Lrkramaesst>.S«basti.vftr.46. Reraraturen in tömmil. Goldsachen. Et« Hrringvgrschiift» verd. mit Grünkram, wegen Ausaade billig zu v-rt. 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