5% Nr. IS. Dounrrkag, de« AS. Januar 1890. 7. Jahr«. JUUMT- Z«" f a ufif'i Sz I UerlinerDolbslilatt Krgan für die Interessen der Arbeiter. 4 & erst«, v ende; N'Ä lnia("'Ji riediflt% :t*n. M% R* da» Ausland: Xäßlidi unter Areuzba----- Jwsertionsgebühr„ beträgt für die«gespaltene Petitzeile ober deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlung». Anzeigen 20 Ps. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin Sw., Zimmerstraße 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen Die Expedition ist an Wochentagen drs l Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittag«,«n Sonn« und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. -» Fernsprecher: Amt V I.|lr. 410«.«# ttutiaktidm Veuthfiratze— Gxpedikwn: Äimmrrstrtt�ze 44. tfe» '**•' ZJä madtW erhwstjf ►trttchb J «uiend r, lig'-�tj -Z W ein J**fi i aber thüii�'' «oon«f %*nit !oll« löff stch di sg Mikbiirgev! Arbeiter! Handwerker! Wir fordern euch nochmals auf, die Wählerlisten genau einzusehen. Leicht können Fehler in ihnen enthalten sein. Wer am 20. Februar seine Stimme M abgiebt, der schadet der Allgemeinheit und sich selbst. Da aber nur Diejenigen ihr Wahlrecht ausüben können, welche in die Wählerlisten eingetragen sind, so muß j", stch überzeugen, ob auch sein Name in der Liste steht, ob Vor- und Zuname, sowie der Geburtstag und Geburtsort genau stimmen. Wem es unmöglich ist, selber �%hen, der beauftrage einen der Genossen, die sich zur Durchsicht der Listen bereit erklärt haben, für ihn die Liste nachzuschlagen. Die Listen liegen von heute ab bis """erstag, 30. d. M., Wochentags von 9—3 Uhr, am Sonntag von 11—4 Uhr, aus und zwar: für den I. Wahlkreis in der Turnhalle des Friedrich-Werderschen Gymnasiums, Dorotheenftraße 13/14, für den II. Wahlkreis in der Turnhalle Wilhelmstraße 117 für den III Wahlkreis in der Turnhalle Schmidftraße 38, für den IV Wahlkreis in der Turnhalle Krautsstraße 43, für den V. Wahlkreis in der Turnhalle Gormannstraße 4, für den VI. Wahlkreis in der Turnhalle Ackerstraße 38a, und außerdem im städtischen Wahlbureau, Königstraße 7, Hof 3 Treppen. �. Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß ein Jeder, der die Listen für unrichtig oder unvollständig hält, dies innerhalb acht Tagen nach dem J9' nn der Auslegung derselben, also spätestens am 30. Januar d. Js., beim Wahlbureau des Magistrats(Königstraße 7, Hof 3 Treppen) schriftlich anzeigen, nick �en vorbezeichneten sieben Lokalen vor den dazu ernannten Kommissarien zu Protokoll geben kann, die Beweismittel für seine Behauptungen aber, soweit dieselben Quf persönlicher Bekanntschast beruhen, beibringen muß. Zur Begründung der beantragten Nachtragung in die Wählerliste sind besonders �lehlenswerth der Miethskontrakt, die letzte Miethssteuer-Quittung oder die polizeilich bescheinigte Anmeldung für die angegebene Wohnung. Es ist nicht nöthig, persönlich 'Aste einzusehen. Es kann einer für mehrere die Prüfung vornehmen. Wer aber irgendwie kann, gehe selber hin. Namentlich haben Diejenigen, seit dem Jahre 1887 ihren Wohnsitz verändert haben, sich zu überzeugen, ob sie an ihrem neuen Wohnsitz in die Listen eingetragen sind. Arbeiter! Bringt euch nicht durch Nachlässigkeit um euer werthvollstes öffentliches Recht! dem Musterland. Jotnüt»!"" man dem ZeiiungSgeschwister glauben wollte, jn"tan annehmen, die belgischen Bergleute ~—: üJUW nun nitrptn m fcöbiB** Jabe«,"jk t« oeisto� hsM s en tnn vi« t et« B-»- : nie** !N bem'nJl't"-«»romen, o;t o t. ö. I �----„ JJ!utbtn;Ä 0Pen. Kohlenbecken von Charleroi hätten aus purem Cpaß � die Arbeit eingestellt und wollten sich einen „Tf"- Dann wird den Zeitungen ab und zu von Philiftp. /v 1 1 a n s ch l ä g e n" telegraphirt, um die .,„x iiUtM«nr Augen jet führen, wie tun, wir trauen dem *b(r Allgemeinen wenig Witz und Verstand zu; � i n j s. Phtlister weiß, daß das famose Lockspitzel« Gliche« v m, dessen a genta provocatenrs trotz ihrer halb- �lgenschast gerichtlich verurtheilt worden sind, sich jjjnn Bö« f�der befindet, und deshalb weiß man auch, was ?�iiss.a«�..-'Dynamitanschlägen" zu halten hat. Welche H rle9"J gehört dazu, die belgischen Arbeiter so zu verlästern, v doch rl"hoIbe und Dynamitriche erscheinen, während e m die maßvolle Forderung der Verkürzung !(g; ,t8äeti um eine Stunde verlangt '"ehr ö:* Zollen, wie ihre deutschen Kollegen, ein wenig !>°l>«en �uft und das ist wahrlich den Leuten zu ."nd.N unter der Erde unter tausend Gefahren .Eicken o 1° Stofecm Nachtheil für ihre Gesundheit gegen rWieb-r;*'™ e'ne der Gesellschaft so nutzbringende und "ütßw.�"Arbeit leisten! Ginge e« mit rechten Dingen, g"v>tß der Bergmann einer der bestbezahlten Ar- �....Feuilleton.„ Minfeva&cttt». Novell« von Elise Orzeschko. ""k llebersetzung aus dem Polnischen von C. Kanemän«. beiter sein. Aber es scheint späteren Generationen vor- behalten zu sein, zu erkennen, daß der Bergmann der Ge- sellschaft nützlicher ist, als so mancher Hochwohlweise Ge- lehrte, der den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, wenn er auch den Titel„Geheimer Rath" hat. Man weiß, daß die vor einigen Jahren in Belgien vor- gekommenen Ausschreitungen, resp. die Anstiftung zu denselben auf Rechnung der bekannten Lockspitzel zu setzen sind. Wenn es wieder zu solchen kommen sollte, so wird wohl die gleiche Ursache vorhanden sein. Dann aber ist auch die Erbitterung der Arbeiter gestiegen, weil die Herren Grubenbesitzer ihre schriftlich gegebenen Zusagen nicht ge« halten haben. Man sieht, die westfälischen Zechenver- waltungen haben mit ihrem Verfahren Schule gemacht. Sie hielten nicht, was sie versprochen, und die belgischen Gruben- besitzer und Zechendirektoien machen eS ihnen nach. Da beräth man und entschließt sich auf Zureden vernünftiger Leute, den Arbeitern ihre Forderungen als billig und ver- nünftig zu bewilligen; hinterher bei Braten und Wein er- hitzt man sich und so kommt man dazu, daß an den ge- machten Konzessionen so gedreht und gedeutelt wird, daß nichts oder wenrg mehr davon übrig bleibt. Die belgischen Arbeiter wollten die zehnstündige Schicht— wahrlich ein bescheidenes Verlangen, denn ihre deutschen Kollegen kämpfen um die achtstündige. Man hatte sich verständigt und einen Vertrag abgeschlossen, so daß die Arbeiter glauben mußten, die zehnstündige Räuber neben Eckigen Nastuia Vu.......- «n« vSe vergesse.' er entzückt gelauscht, war mit einem äbe?ft% wieder �"huschen. Das Gelächter der Männer UZMSZL '"-- f.* Linter er?8 iWÜlffio'% TT"" i-muiu».-----_ Osseck auf de J. lem/ dann aber duckte er sich hinter � bet nur der �mt0£R �vden nieder. AuS diesem Stucht etarri£.U?. �aure bloS auf den Moment, fen könne. Manchmal kam auch der Kopf flüchtig zum Vorschein. DaS Gesicht war schrecklich anzusehen, verzerrt... „Gott, Du Allmächtiger, stehe mir bei!" murmelte der alte Mikula, als er dieses Gesicht von Zeit zu Zeit auf- tauchen und wieder verschwinden sah. Er war wie gelähmt, gebrochen. „Jesus Christus!" zitterte es von seinen Lippen und mit erneutem Entsetzen starrte er, nach vorn gebeugt, in dieses Antlitz, welches jetzt erbleichte, erdfahl wurde und, einer tobten Larve ähnlich, einen namenloser. Schmerz aus- drückte. Der Mund war krampfhaft zusammengepreßt und doch schien er sprechen, schien er dem Alten vernehmlich die Worte hinüberrufen zu wollen:„Vater, Vater, gedenkst Du noch meiner? Väterchen, erinnere Dich, wie ich einst aus- gesehen, und schau, wie ich jetzt bin..." „Barmherziger Gott, erbarme Dich unser!" flüsterte der Alte. Am Herde tönte im Chor der Refrain des Liedes: „Zeig' Dich, o lieblicher Mond, an dem Himmel, Schick nur die Strahlen, wie Silber so weiß. Komm' doch, o Mädchen, und singe, mein Täubchen, Weil nicht ein süßeres Stimmchen ich weiß." Das Gesicht hinter dem Fasse sprach zu dem Alten hinüber:„Gedenkst Du, o Väterchen, gedenkst Du noch jenes sonnigen SommermorgenS, an welchem wir vom Fisch- fang heimkehrten und Du, das Netz voll Fische über der Schulter, deA steilen Berg erklettertest? Gedenkst Du noch, wie ich Dir, barfuß im Sande springend, nachfolgte und vor Freude jubelte, daß das Dorf und das Fichten« Schicht sei endlich erkämpft. Sie fahren fröhlich wieder zur Arbeit an, um unangenehm enttäuscht zu werden, denn die Grubenverwaltungen legten das Abkommen so aus, daß sie die Frühschicht und die Spätschicht um je eine halbe Stunde verkürze« wollten, daß also binnen 24 Stunden und nicht per Schicht die Arbeiter eine Stunde weniger beschäftigt sind. Die also geprellten Arbeiter haben ve- greiflicher Weise sofort den Streik wieder aufgenommen. Es wird nun Leute genug geben, die einen großen Lärm erheben über die unaufhörlichen Beunruhigungen durch die Ausstände der Bergarbeiter und über das Empor« schnellen der Kohlenpreise. Man ist gleich bei der Hand, die Schuld an der Preissteigerung auf die Arbeiter abzu- laden, während man weit besser daran thäte, die Preis- kartelle der Unternehmer unter die kritische Lupe zu nehmen, die ohne Noth und nur um den Kapitalzins der Aktionäre zu erhöhen, die Preise steigern, während die Arbeiter nur von der dringendsten Noth getrieben ihre For- derungen stellen. Man thut gut daran, die Frage so zu stellen: „Entspricht es wirklich den Interessen des Landes, wen« die Grubendirektoren durch Wortbruch Tausende von Ar- beiiern zum Streik treiben, nur weil sie ihnen eine halbe Stunde Zeit an der Schicht nicht kürzen wollen?"— Die ganze Bevölkerung muß darunter leiden, daß die Gruben- Verwaltungen die versprochene halbe Stunde Kürzung wieder zurücknehmen. Ein erhebendes Schauspiel, dieses Drehen gehölz von meinem Lärm erschallten? Denkst Du daran, Väterchen?..." Vom Herde tönte in rauschenden Akkorden, daß die Wände der Stube auseinander zu gehen drohten, das- selbe Lied: „Wie soll ich nun kommen und soll Dir am Abend Vom Glücke Dir flüsternd, ins Auge Dir schauen? Wenn Alle mir schwören, wenn Alle mich warnen, Man könnte Dir, Spitzbub, in Liebe nicht trau'n." Der Kopf fing an zu wackeln, dem alten Mikula un- heimlich zuzuwinken:„Ich kann mit Dir nicht leben, Vater, nicht leben in dieser Hütte, wo die Eintracht wohnt und fröhliche Lust. Der Zufall lenkte meine Schritte hier- her, ich wußte es selbst kaum, wohin mich meine Füße trugen, denn die Häscher strecken ihre Fänge nach mir auS, sie waren mir auf den Fersen. Ich konnte nicht anders, die Sehnsucht hatte mich erfaßt; ich trat in Deine Stube, aber sie ist keine Zuflucht für mich... Ich werde gleich weiter pilgern, Dich nicht weiter belästigen; ich habe zu viel auf der Welt gesündigt und eine Strafe muß es geben; anders kann eS nicht sein, daS meiß ich. Du hast es selbst gesagt: eS kann nicht sein.. DaS Haupt des Alten fing gleichfalls zu zittern an, als wollte er dem Kopfe drüben zu verstehen geben, daß keine Verzeihung erhältlich, das GotteSurtheil gesprochen sei. „ES kann nicht sein, mein Sohn, eS kann auf keinen Fall sein!" Plötzlich schnellte der GreiS in die Höhe, fuhr mit der und Deuteln hinterher! In der ganzen modernen Gesellschaft ist eS üblich, solche Abmachungen als bindend zu betrachten; ein Handel auf Handschlag gilt als abgemacht; sogar Spielschulden nicht zu bezahlen gilt als un- ehrenhaft; nur in diesem Falle scheint es den„guten Ton" nicht zu verletzen, wenn man nicht hält, was man versprochen hat. Wir zweifeln nicht daran, daß in diesem Falle die öffentliche Meinung für die Arbeiterpartei nehmen wird. Man sieht aus diesem Beispiel, was die Zukunft uns bringen wird: erbitterte Kämpfe zwischen Unternehmerthum und Arbeiterthum. Es wird unseres ErachtenS aber damit nicht immer so bleiben, wie es heute ist, und die Gesell- schüft wird mit der Zeit einsehen, daß es nicht zum allge- meinen Besten sein kann, wenn jeden Augenblick tiefgehende Störungen eintrete«, nur weil die Herren Aktionäre und Grubendirektoren mit den Arbeitern um ein halbes Stund- che« Arbeitszeit hadern. Man wird sich früher oder später gezwungen sehen, feste Normen zu schaffen, um der Willkür zu steuern; mit einem Wort: Der Staat wird die Arbeits- zeit durch die Gesetzgebung regeln und dafür sorgen müssen, daß man sich nicht dämm herumdrücken kann. Der„konstitutionelle Musterstaat" Belgien hat in dem großen Kampfe zwischen Arbeit und Kapital seine Aufgabe ungenügender erfüllt, als dies jemals der Fall gewesen. Nicht einmal hat die öffentliche Entrüstung das Lockspitzel- Ministerium hinwegzufegen ver- mocht. Um die dringendsten und allseitig anerkannten Uebel- stände abzuschaffen, ist fo viel wie nichts geschehen. Man kann sich denken, daß die belgischen Kohlenbarone sich zu lange in die süße Gewohnheit der Willkür hineingelebt haben, um nun ohne weiteres sich zu Aenderungen zu ver- stehen. Aber alles hat seine Grenzen und die Herren wer- den wohl nicht emstlich glauben, daß sie mit einem Wort- bruch um die zehnstündige Schicht herumkommen. Sonst pflegen sich Leute zu verbinden, um ein gegebenes Wort zu halten; daß man sich vereinigt, um ein gegebenes Wort zu brechen, ist ein Schauspiel, das außer diesen Kohlen- baronen wohl kaum jemals Jemand der Welt geboten hat. Ntfrvesjuiudcnzen. Hamburg» 21. Januar. Im Verlaufe von kaum einer Woche sah Hamburg innerhalb seiner Mauern»wei Kund« gedungen des Volkslebens, wie sie so großarlig in jetziger Zeit nur die Arbeiterpartei hervorzubringen im Stande rst. Zuerst am letzten Donneräag die Beerdigung von Johannes W c d d e, des so plötzlich und so unerwartet Dahingeschiedenen. Das„Hamburger Echo" brachte nur einen warm empfundenen, aber knapp gehaltemn Nachruf seinem Verleaer, dem Exilirtcn, dem geistig Hochbegabten, für Recht und Wahrheit stets Kampf- bereiten, für das Wohl des Volkes stets Warmsmx findenden; auherdem einige kurze Notizen, die auf den Ort und die Zeit der Beerdigung Bezug hatten, das war Alles. Keine besondere Agitation zur Massenbetheiligung, keine Flug- blättervertheilung u. s. w., und dennoch verlieben gewiß mehr als 30 000 Menschen am Donnerstag Vormittag um 10 Uhr ihre Arbeit, fast einen ganzen Tageslohn opfernd, um von allen Seiten herbei zu strömen, mit ihren Kränzen und Blumen, mit den Fahnen und Emblemen ihrer Vereine oder Gewerk- schasten und da« letzte Geleit zu geben dem, dem die Rück- km ft in seine Vaterstadt nur im Tode gestattet war, den per- sönlich nur die kleinste Minderzahl gekannt, da die Sonne seiner Popularität erst aufgehen sollte mit den bevorstehenden ReichStagSwahlen. Aber e« galt der Sache, und wie von einem geheimen Impuls, wie von einer dem menschlichen Auge nicht sichtbaren Bewegkcaft getrieben, setzten sich die Arbeitermaffen in Bewegung, imposant in ihrer wahrhast groß- artigen Friedfertigkeit!_,,. Und nun gestern die Wahlerversammlung rn Sagebiel'« Etablissement mit August Bebel als Redner!(Siehe auch unter Wahlbewegung) Da in den früheren Wahlperioden öffentliche Wähleroersammlungrn nicht erlaubt waren, so war zu erwarten, daß bei dem Abweichen von der bisherigen Polizeipraxis der Andrang ein� enormer sein würde. Dennoch aber hatte man ihn unterschätzt. Um 9 Uhr, freilich unbegreiflich spät, war der Beginn der Ver« sammlung anberaumt, aber schon um 7 Uhr mußten die Sale dem Zuströmen des Publikum« gesperrt werden. Ein Ordner trat auf die Straße hinaus und hielt eine diesbezügliche An- spräche an die die Straße Kopf an Kopf Füllenden und unter Hurrahrufen und Hütesckwenken entfernt« sich die Masse. Gegen 12 000 Menschen aber füllten die beiden großen, mit ihren Läng«- breiten, nervigen Hand über die Augen und stieß einen fürchterlichen Fluch hervor: „So taumle denn in den Abgrund, dem Du entgegen- schreitest! Fort, grauenhaftes Gespenst! Welch infernalische Macht treibt Dich auf dieser Welt herum? Fort! Sei verdammt und fahre in den tiefsten Abgrund der Hölle!" „Sei verflucht, Elender!" wiederholte er und wandte sich ab. Er wollte nichts mehr wissen. Frisch und munter tönte jetzt ein muthwilligeS Lied: „Einem Mädel lauernd Bei klarer Quell im Haine, Wo die Vögel zwitschern Im warmen Sonnenscheine Pfeift Lieder sich ein Bursche, Träg liegend in der Kühle, Und denkt nicht an die Arbeit, Denkt nur an frohe Spiele." Diesmal hörte man einzig die hohen weiblichen Stim« men, der Baß schwieg, als ärgere er sich über die Verfpot- tung der„trägen Burschen". Oder lag ein anderer Grund vor? Sie drängten sich zusammen, zischelten halblaut und gestikulirten. Das Lied brach in der Mitte des Refrain« ab, denn plötzlich ertönte Alexis helle, herausfordernd klin- gende Stimme:„„„. „Ihr habt doch einen Paß, Herr? Zeigt uns Eure Papiere, ww müssen doch wissen, wer Ihr seid!" Der alte Mikula schaute, die Hände auf die Knie ae- rkörper kerzengerade aufrecht haltend, nach der legt, den Oberkörper kerzengerade aufrecht haltend, nach der Thüre hin. Sechs Männer standen da in einem Kreis vor dem Faß, hinter welchem der Kopf des Fremden empor- getaucht war. Die Pelzjacken aufgeknöpft, die brennende Zigarette im Mund, das Haupt stolz zurückgeworfen, war Alexy der Vorderste und führte das Wort: „Heraus den Paß, jetzt darf Niemand ohne Paß rcifctt!" ,Meiß der Himmel, wer Zhr seid," rief hart und schroff der Faßbinder,„und wir tragen die Verantwortlichkeit, wenn Ihr durchbrennt." „Vielleicht seid Ihr dieser Bank, den die Gerichte wegen TodtschlagS verfolgen!" brüllte Damian den Fremdling an. axen sich berührenden Räume, deren Zwischenwand ertfernt werden kann, so daß dann beide Säle einen immens großen Versammlungsraum darstellen, in dessen Milte die Rednerbühne aufgeschlagen war. Daß Bebel mit großem Jubel bei seinem Auftreten empfangen wurde und seine Rede am Schlosse Minuten lang anhaltenden stch immer wieder erneuenden Verfall erntete, ist selbstverständlich. Obgleich mehrere Fälle von Unwohlsein und Anfälle von Ohnmächten bei dem Stunden langen Stehen vorkamen, wurde doch die Ordnung nicht im geringsten gestört und auch diese Wahlmanifestation verlief in der groß« artigsten und friedlichsten Weise. Mögen j'tzt die Nationalliberalen und Freifinnigen ihren Bierkommer«, Versammlungen mit besonderen Einlaßkarten hinter verschlossenen Thüren abhalten, wahrscheinlich tragen sie das Gefühl des Be« fiegtseins schon vorher im Herzen mit herum. Als Neuestes auf dem Gebiete der Lohnbewegung haben wir hier den Streik der Heizer und Kohlentrimmer der ozeanischen Dampfer. Wie auf eine geheime Verabredung der großen Rheder sollte der Monatslohn plötzlich von 85 M. auf 75 M. heruntergesetzt werden. Die große Mehrzahl der betrcffAven Arbeiter hat dagegen Front gemacht und ist sich, trotzoem bis j tzt eine eigentliche Organisation unter ihnen nicht bestand, sehr einig. Von Stettin und anderen Hafenstädten ist der Zuzug von befahrenen Heizern und Kohlenleuten hierher fern zu halten! Dolittplho Itctrctftlrfrf. An die Parteigenossen der Prouinze« Krandenbnrg und Pommer«! Da wir wissen, daß an vielen Orten die Agitation für die ReichStagSwahlen wegen Mangel an ge« eigneten rednerischm Kräftm nicht schwungvoll genug betrieben werden kann, theilen wir den Genossen mit, daß wir im Stande und bereit find, in dieser Beziehung auszuhelfen. Wir ersuchen daher diejenigen Kreise der Provinzen Brandenburg und Pommern, in welchen es an rednerischen Kräften fehlt, ihre Adressen an einen der unterzeichneten Ge» nassen zu senden. Auch ist es nothwendig, die näheren Um» stände, die Zeit, wann der Referent erscheinen soll u. s. w. mitzutheilen Für die Kosten und sonstigen Weiterungen wer- den dann die Unterzeichneten nach besten Kräften Sorge tragen. Da« Zentral-Wahlkomitee der Berliner Sozialdemokratie. Im Auftrage: Aug. Täterow, Mauerstr. 9 v. HI. E. Wilschke, Jnnkerstr. 1, Laden. C. Dimmick, Sebastianstr. 72. Der Pass«« in der preußischen Thronrede über die Ar. beiterauSstände hat, so schreiben die osfiziösen„Hamburg. Nachr.", „'ine Geschichte, welche die Uederzeugung sehr verstärkt, daß einer etwaigen zweiten Arbeiter-Depuiation an den Monarchen sehr wahrscheinlich ein wesentlich anderer Empfang zu Theil würde, als der im Mai vorigen Jahres."— Wenn sie kommt! Sein wirkliche» Gestcht zeigt der Deutschfteifinn den Arbeuern nicht gern, besonder» wenn die Wahlen vor der Thür stihm. Zuweilen ist aber doch dos Bourgeoisbewußtsein stä'ker, als die politische V-rnunft. Ein solcher Ausbruch de« Klassen» instinktS findet sich z. B. in dem gestrigen Leitartikel des deutsch. freisinnigen„Bert. Börsen- Kour.". Da heißt es:„Es ist ein sehr übet Ding für die Bergarbeiter, daß sie sich in da» poli» tische Fahrwasser begeben haben und von den Sozialdemokraten haben in« Schlepptau nehmen lassen. Die Bergardeiter. Ver- sammlung, m welcher jüngst die Kandidatur des Sozialdemo- kraten Lebmann aufgestellt wurde, hat über die voraufgegangenen dunklen Umtriebe(!) Licht geworfen. Es wäre ganz verständ» lich gewesen, wenn die Bergarbeiter sagten, daß st« in dem Be- zirk, in welchem sie die Mehrzahl bilden,«inen Bergarbeiter al« Vertreter ihrer Interessen m den Reichstag senden wollen. Daß sie einen Sozialoemokraten schicken, welcher kein Berg. arteiter ist, giebt der ganzen Bewegung ein neue« und kein sehr vortheilhafteS Gepräge und wüd in den weitesten Kreisen den Bergarbeitern die Theilnahme entziehen, die man ihnen bisher geschenkt hat. Das große Wohlwollen, welches Kaiser Wilhelm». den Bergarbeitern in der Ansprache an deren Deputation an den Tag gelegt, mußte unter solchen Umständen gedämpft werden, und die Schuld hieran tragen eben jene Agitatoren. Es ist uns außer Zweifel, daß die Behörden nicht müßig zusehen werden(!), daß eine Bewegung weiter um sich greift, welche nicht blos für eine Nicht ohne Grund nannte man ihn im Dorf„Damian den Weisen"; er war der erste gewesen, der vorhin den Mann anblickend, de» Faßbinder zugeflüstert hatte: „Am Ende ist'S der verfolgte Bonk." Hinter dem Fuß hervor, wo er sich versteckt gehalten, sprang mit funkelnden Augen, die Nüstern weit aufgebläht, wie em gehetztes Wild, mit einem gräßlichen Fluch auf den Lippen, ein wüthender Mann hervor. Er schwang blindlings den eisenbeschlagenen Stock und flog in einem einzigen Satze zur Thür. Die Burschen versperrten ihm den Weg und packten ihn. Ein drohendes Gemurmel erhob sich von allen Seiten. „Oho! pfeipft der Wind von dieser Seite? Statt eines Passes zeigst Du uns den Knüppel!... Ein hübsches Früchtchen ohne Zweifel mußt Du fein!" „Bonk, sicherlich Bonk!.... haltet ihn! haltet ihn.... fest!" „Laßt ihn nicht weg, haltet ihn, um Gotteswillen!" Die bestürzten Mädchen drängten sich, einer Schaf- Heerde ähnlich, in einen Knäuel am Kamin zusammen, die große Ulana versuchte den hohen Ofen zu erklettern, die beiden kleinen Mädchen versteckten sich in den Falten der Kleider der Mutter, welche ernst und unbeweglich zuschaute. Die alte Nastula allein sah und hörte nichts von allem. Den Kopf an den Rand des Herdes gelehnt, schlief sie mit lautem Geschnarch, und von Zeit zu Zeit entrangen sich ihrer Brust ein paar unverständliche Laute. An der Thüre entspann sich ein heißes Ringen. Der Gehetzte wehrte sich verzweifelt. Sein starker geschmeidiger Körper entwickelte, so abgemagert er war, eine gewaltige Muskelkraft und Elastizität. Wie ein Wolf im Netze schoß er herum, schlug mit Armen und Füßen aus, biß wüthend um sich und reizte dadurch natürlich die Gegner ebenfalls zur höchsten Wuth. Endlich faßten ihn Alexy und der Faßbinder, die alle andern überragten, so kräftig, daß er keiner Bewegung mehr fähig war. „Fesseln her!" herrschten sie die Frauen an,„heda, Weiber, Stricke her!" Christine faltete die Hände und starrte den Gefangenen mitleidig an, als dächte sie: „Und doch hat auch ihn eine Mutter geküßt und gewiegt!" ,,... i-Bk, England i bestimmte Industrie, sondern für die Mehrzch! Jamane, den S deuten dften Industrien unseres Landes und für den Jnflaerza, r.rtft....:______ c.__ /TS r. t 1. Ou damit verrathen haben, wess en Arbeit sie eigentlich Mych �n tbun aus dem Trieb d"«? ej lVst"Haltung» WWW l« w"""Tj aus.(!!) Wenn die Bergarbeiter thöricht genus� sollten, sich zum Experimentirfeld für die SozialdemokrM � j 9 zugeben, so würden sie die K o st e n zu zahlen M,n Kosten würden recht erhebliche sein.'—.\T. WMumtoll ifcm bie_ angeblichen Gegner de« Sozialistengesetze« und d« uzerattet wer! ei»>'>'v.."°ai»erzen von ioo< l,i Kymayna, verlyan. Pa« ofienliiche«c»-» j geworden. Schwarzseherei überall. Kein Mensch hat%| W, Ql, m außer den Sozialdemokraten. Das einzig Sichere bei Ardeiler o demokraten«nen a«i,.,..» vorstehenden Wahlen ist, daß die Soziald Zuwachs an Stimmen und' Wahlfitzen davontragen i'talvren Pohl gemerkt: das ist das Einzige, was man mit j' gemern: oas tn oas Vmz,ge, was man ma ben m prophezeien kann. Wie es den anderen Parteien'M»A iü Yits Ii»»gang nißzueinander gehen wird, läßt sich nicht mit "V'Jj■' 14«Vufs — wir thun es mit Hingebung, getreu trotz allem. kan'iji «t"*-«*--- Z'- JA."*«ÄÄ.B,*.». wer! von jr Bti.k'' #3 Schwulitäten reißen sollen, welche»um Dank verkünde» Mn Kartell« Zweck sei auch: un« an die Wand zu drücke«, solche Hundeleistunaen sind nur Lumpe zu haben«««.i die giedi e« in unseren Kreisen weniger als in andere». 8 Na, na! Zu der Denkschrift über die„Kohlen. Enquete die„Franks. Ztg.":„Gleich der Eingang der»priw Denkschrift mit feinen merkwürdigen„Angaben üb« fachen des Streiks" mahnt an diese Ding«. Hier wird»' gesagt, daß„an vielen Stellen" des R rhrbezirts von»L veitern zu niedriger Lohn und die Schichldauer al«»V genannt worden fei; demgegenüber fei aber darauf hing' I daß„auf einer g ößeren Reihe von Gmden"— es- namentlich genannt—„vielfach" die Aussage„einzel»»� m itn»«.'®', b eiter" dahin gelautet habe, daß der Ausstand dort»A»IstiGj,.» m' gebrochen sei, weil anderwärts gestreikt, oder„aufKM W sit t,.: A,' oder zum Ausstehen„gezwungen" wurde. Diese 0% wnbt recht bezeichnend für die Art, � wie die Denkchrift abgelM%% � hit m w' •«te.1 e' Hand Offenbar bezogen sich die zuletzt genannten Auskünste'. äußere und letzte Veranlassung zum Streiken, nicht»sz twA j die inneren Gründe der Ausstandsbewegung. Die ge>z Arbeiter verwechselten dies, wurden aber mcht nur«w» Itwl, diese Verwechslung aufgeklärt, sondern ihre Aussagen?ahl rf*>• in der Denkschrift auch noch in einen gewissen%' M zu den logischen Antworten orientirter Arbeiter gebracht. � Zwi»,,\ al« ob das längst verschollen« Märchen der„Kreui-K�** und der„Rheinisch. Wests. Ztg." von der Urhebers«»'.' internationalen Sozialdemokratie aufgeftischt werden Außerdem brachte man die verklausulirte und unklar drucksweise der Denkschrift, die sich durch alle Abschnwf' Den„vielen Stellen", an denen wirkliche Arbeiterdes?�« N% als Gmnd des Ausstandes bezeichnet wurden, find ge A; Mediw. zy stellt„eine größere Reihe von Gruben", die genan»'? Mn, A � auf denen aber wieder nur„einzelne"' Arbeiter pan 7° Aaskunst gaben, daß Aufwiegelung schuld gewesen(*'«juL;' weiß man nicht, ob die„vielen Stellen" oder die f. Reihe von Gruben" die Mehrheit der Arbeitsstellen ftren, und die Angabe, daß auf den letzteren nur M. Arbeiter von Aufwiegelung ftrachen, wird wieder oetnvj'e gtl. hnrA hf«* OIiiÄf(iT>rTrAfKif h#r, durch die Ausführlichkeit der Zitate, welche offenbar de» JI ui druck einer massenhaften, gleichmäßig lautenden AuSkun"%% vorrufe« sollen."'"< der s Wie e« Jim kleinere» Gutskestker» unter � � � Wirkung der Getreidezölle ergeht, bewerft ein Vorsall>» vvivcifi tili-vJ v � I"„n preußen. AI« in Lyck die letzte KceiSausschuß-Sltz»� gönnen hatte, erschienen etwa sechzig kleinere GutSbefstP dem Kirchspiel Rhein und begehrten Einlaß in den S>» saal; als ihnen dieser verwehrt wurde, stürmten st» Drohungen hinein und verlangten NoiHstands-Darl«H»ft, �»it geeignete Beschäftigung, da sie infolge der Leer« in% � S und Keller sich wirthjchaftlich nicht länaer balten � �Aersamm Aer�wra und Keller sich wirthschaftlich nicht länger halten, Durch polizeiliches Einschreiten wmde du Ansammln»� streut. ejl)."msen.. Als ei««e«er Cato hat sich, so schreibt die Au�en b,r 5 Arbeiterztg.", der Doktor mit dem leeren Knopfloch 11 W vhn«ter=in, „Dresdener Nachrichten" seit dem Ausschreiben des' termme« zum Reichstag etablirt. Jeden Tag findet« Ende des euphemistisch„Leitartikel" genannten auMi suriums von Ausschnitten aus allen möglichen W«�lI>«.S— De Winkelblättchen eine ganz gleichlautende Phrase. Doktor m. d. l. K. vorher gekohlt haben über die Äf Sllte: Am Herde sang träumend mit näselnder Stiw� „Spielt, ihr Brüder, keine Lieder,„ Weckt im Herz die Wund' nicht wieder.-% AuS der Schaar der Männer heraus hörte man die zitternde, ängstliche Bitte: „Lasset mich, gute Leute, laßt mich, wenn IHM Erlöser glaubt, wenn Ihr selig werden wollt! Euch nicht« Böses, ich gehe gleich fort; auf ewig».' verschwinde ich Euch aus den Augen, nur laßt ntw Christenmenschen!" Die Burschen lachten höhnisch auf und wied' den Ruf nach Stricken. Der alte Mikula war wie ver. Er reckte kein Glied, zuckte mit keiner Muskel. 341 fingen feine Lippen an zu zittern. Er richtete sich M fuhr mit den Händen leidenschaftlich durch die leer» öffnete den Mund und sank auf die Bank zurück. Ofen ertönte die näselnde Stimme Nastula'S: „Spiel, 0 Vater, keine Lieder, Weck im Herz die Wund' nicht wieder, Meine Brüder brachten mich um'S Leben." J Alexy, dem es zu lange dauerte, stürzte nach dew� dort Stricke zu holen. Abermals rang der Gefangen»'# einen Wuthschrei aus und machte einen vergeblt�"'" such, den ihn umgebenden Kreis zu durchbrechen. brach er zusammen, eS lief ein Zucken über feinen er schauderte, als schrumpfe die Haut schon jetzt un% Knutenhieben... Leichenblässe überzog sein Antlw namenlose Angst prägte darin sich aus und das Haar stand ihm zu Berge. Erbarmen, Erbarmen. feine Augen, au« denen eine unnennbare Angst fp»�' m „Der Zufall verschlug mich hierher!" keuchte er l vollen ToneS,„der reine Zufall, kein schlechter Von schwöre eS bei allen Heiligen, ich werde sofort weit»»' und Niemanden ein Leides zufügen, nur laßt tni mich, verschont mich, wenn ihr nur einen Funken im Herzen für mich spürt. Ich bitte im Naw� Heilands, der für uns gelitten, Leute, 0 Leu«»' milde!" uWt,(Snplanb und Poituaal, Wlsimann und die afnkamschen irz'h�>»>ane. den Söniq von Spanien, die ReichStagSwahien oder ir den_ Jnflaerza,— immer schlieft er diese Adtdeilung � den ■i,«rlen:„Im übrigen, ihr reichetreuen Wahler: �Thut am •: wi.wgu,— immer schliefet er diese Äbtheilung mit den v Vw übrigen, ihr reichetreuen Wähler'. Thut am oft dkU?_ ä■ Jefiru« Eure Schuldigkeit!* Außer dieser Hetzflotkel hat abgefvoN � i Doktor m. d. L Ä. nichts vom alten Cato an sich. K. r' 5 Ol"1 L**4 ein paar= an« gestopfte Arbeiter. In Darm- j h mui f.. baden, wie die Kartellblätter rriumphirend melden, Ar- lltuna*'' �ce Ardeitekollegen einen Ausruf erlassen, m welchem . atnn\(' Agitatoren der Sozialdemokratie mit ihren uaersüllbaren ,d7niokri>lff% �peechungea scharf verurth-ilen. Et heißt in dem Aufruf: wZL und|oü der deutsche Arbeiter nicht ein echter, guter. Mann/ beaeift»! für Kaiser"�d Vaterland �in? und bif chm die Liebe zur Hetmath, zum Vaterland künstlich '��ttet werden? Warum soll ftch der deutsche Arbeiter _____ nicht ein echter, Kaiser und Vaterland --- e�nou« werden V Warum soll ssch der deutsche Arberter >«<«artf�'t, mißbrauchen lassen, indem min ihm Religion und '~*l»etiiwffton an eine höhere Vorsehung verächtlich zu machen und r>?Seben �'"Herzen zu reißen sucht? Was haben dre nun lahre- % Hess»« M Ugitrtionen der Sozialdemokratie Ander«»u Wege * 5 ben' al« Verbitterung und Verwilderung? Wai haben sse ..... M k nach Krakau ausgetreten, bat er von dort an die Posener Staatsanwaltschaft einen Brief geschriebm, worin er sich er- bietet, Geheimnisse der Sozialdemokratie zu verrathen.— wahr» sch-inlich. um von seiner Straft freizukommen. Nach dem .Orendoronif" kam dieser Brief in der Verhandlung zur Ner- lesung. Dänemark. Kopenhagen, 21. Januar. Bei den Wahlen zum Folkething find drei Minister wiedergewählt worden. Die Rechte verlor 4 Sitz?, davon 3 in Kopenhagen. Drei So- zialrsten find gewähtt worden, davon 2 in Kopenhagen. Die mtranfigente Linke(Bergianer) hat in mehreren Wahlbezirken, ! welche bisher von Mitgliedern der lwken V-rhandlungspartei vertreten wurden, gefiegt. Fraukretch. Januar. Deputirtenkammer. be- fe voranzulf«-�.5 Arbeiter aufgefordert, sich mit den Unterzeichnern ,—(Hhü Wnifj ju verbinden tu ßanbclfly und nur den Berufs- _____-...... elbst nicht»r. von den Pfennigen de« Arberter« Ei ist Zeit, daß die Arbeiter, welche sich„von diesen .gängern trennen und mit ihren Mitbürgern ver- «ollen, sich aufraffen und offen und.ehrlich Front fe voranMJ� Arbeiter aufgefordert, sich mit den Unterzeichnern lem. Aber ��lfUf« zu verbinden zu gemeinsamem Handeln, und— eute au«"ffit.?,��der zu wählen. Die„Arbeiierhände", die dresen a#Ä--".- Paris, 21. Januar,»fpamuniamm«. Chiche merkte bei Einbringung seiner Interpellation über die jüngsten Ernennungen früherer, bei den letzten Wahlen unterlegenen Deputirten zu richterlichen Aemlern, e« sei dies eine Heraus- focderung des allgemeinen Stimmrechts. Der Richter- stand müsse eine geheiligte Stätte über den politischen Meinungsverschiedenheiten sein. Der Justizminister Thevenet erklärte, die jüngst e. mannten richterlichen Beamten hätten wohl berechtigte Ansprüche. Die Gesetzesbestimmungen, durch welche ihre Vorbereitung vorgeschrieben würde, seien nickt außer Acht gelassen.(Beifall.) Nach einer Entgegnung Cpchi's nahm die Kammer eine von Hurard beantragte Tagesoronung, durch welche die Kammer die Erklärung der Regierung billigt, mit 301 gegen 158 Stimmen an. Im weiteren Verlaufe der Sitzung wurde nach lebhafter Debatte die Wahl Bischoffsheim's in Nizza mit 218 gegen 149 Stimmen für ungiltig erklart. Ünguete' t 5«VW» Diese »er Mahlbetoegung. ' Kaml.uvs�21. Januar. Der _________ „ I beschloß in einer ' Ä im1�•' st�ungen sämmtliche vier Kandidaten glän- .®I{(ff Die Arbeiterpartei hat somit die Majorität >l nur nwjfi >.n'n»Sr« �«'"««ffao» Kohlenreviers zur Regelung der Lohn- und IhKS Wahl der Kassenarzt« durch die Arberter, -" I'-. ir.-.. je nach Er- c Lohnsrage Angelegen- bestehend __._„...— Verbände« b»t.tl|tt«o une Hüllenarveuer-«.yeie, dessen Vo-fitzender ,3-M!8t,?:'ino.m.n'en hatte. Derselbe erklärte am Schlüsse, it m der nunmehrigen Sachlage seine Aufgabe ! � der aon der weiteren Theilnahme»» der Ord- Ä1,i>»'ucktrek. o—r».— i---- x.„ h,„(fAf„irtitn -------_. gen Demonstration, die vor wenig Tagen die Beerdigung des sozialdemokratischen Kandidaten für den dritten Wahlkreis, Johannes Wedde, bot, folgte geftem Abend eine andere, die nicht minder großartig war. Seit dem Sommer 1878 fand gestern Abend zum ersten Male wieder eine sozialdemokratische Wählerversammtung statt, für welche der Vertreter de« ersten Hamburger Wahlkreise«, Bebel, als Redner angekündigt war. Als Versammlungslokal dienten Sagebiel'« Säle, ein Lokal von einem Umfang, wie in ganz Deutschland kein zweites bestehen dürfte, es faßt 10 bis 12 000 Menschen. Auf 9 Uhr Abends war die Versammlung angesetzt, um%7 Uhr sollte der Saal geöffnet werden. Aber bereits kurz nach 4 Uhr rückten die ersten Vorposten der Ver- lammlungsbesucher heran. Von 5 Uhr begann der Strom, von Minute zu Minute stärker werdend, anzuschwellen, so daß lange vor sieben Ubr bereits die ungeheuren Räume zum Er- drücken gefüllt waren. Kein Tisch, kein Stuhl war in dem Riesenlokal vorhanden, um möglichst viel Platz zu gewähren, und doch mußtenZehntausend und aber Zehntausend unverrichteter Sache umkehren, r Um sieben Uhr waren alle umliegenden Straßen bereits so überfüllt, daß der Verkehr stockte un» die Polizei alles aufbieten mußte, um einigermaßen die Passage zu ermöglichen. Man schätzt die Zahl der zusammengekommenen Personen auf 40—50000 Köpfe. Kurz vor 9 Ubr wurde die Versammlung eröffnet und das Büreau gewählt. Als dann Bebel die Tribüne betrat, wurde r unter d«l ?ÄÄ ürmten fi- t-DarlehS «er« w f lnsamnrl»u>ö' an der Ord- ein« o.»vrsau,mtung des deutschfreisinnigen Arbeiter- am*2 �chnerdemühl, die, von über 1000 Personen ifi,'n Schneidemühl stattfand, und in welcher � H«rr fft Rerchgtagskandidat Rechtsanwalt Flatau-Berlin d �«fitie«?-?. 9laac.Charlottenburg sprechen solllen, wurde, «toriB1". melden, noch bevor einer der Redner da« �«f der a»f0cn �sm überwach-nden Polizeibeamten aufgelöst, Itsamf?."' noch Lehrlinge im Saale seien. In �«awrazl"� n,u.s')t wiederho't das Gegentheil konstatirt zpfloch IV& wuw vs» vp)»»»--»—..: t"-Ks --««sib oet fkUs Amtsgericht zu zu dre, Ij�nio«„i,»««B Uno Prägung u««« die Kohl und Formen er- Tzymav»» m übrigen« eine ganz �"krsortrchkeit. Nach Verübung de« Vergehen« � 2)iiu?prbie�n Menschen", sprach Christine laut,„hat W V L8» geküßt." "'«»chi-mm» Büay- , Brüder brachten mich um'« Leben, J �hne Zaudern, ohne Beben, Ihr � w. fie■"« Herz den Stahl." out! 34U fehlen Schöll jetzt eine mächtige, sonore, an« ewige /x,»»�wohnte Stimme. laßt mich' �*tet Gott! Laßt ihn, geht auseinander, laßt ihn ) wiedtt� geiWtrg, wie ein Riese, obwohl gesenkten wie verst< L„Lgh?! Mikula in die Mitte der Stube vor. f. Jehl, hn los und geht auseinander!" befahl er neuer- die�leett£%(n""d zögernd schaute» die Männer auf und zurück.* H�d � c"!1 �rück. Rur Alexy. der jetzt mit Stricken 1' iu' trotzen Schwelle erschien, verspürte offenbar 1» Bonk, Vater! Bei Gott, es ist Bonk!" - fer'S.« 5- fein«n Mu.d-. u.d mch den« p.,3ieb«„mmI.c?,den Blick auf die Jammergestalt sprach er: Der Sti« leder. :e man NN tollt! rgeblrch� rechen geh!" ijU/ sündige nicht mehr!" fügte er nach einer Pause Der Bureau grwap». v»....----...----------. er mit einem Minuten langen Beifallssturm empfangen, der sich wiederholte, al« er nach anderthalbstündiger Rede mit einem lebhasten Appell an die Versammlung, daß am 20. Februar seine Schuldigkeit jeder thun möge, damit die sozialdemokratischen Kandidaten al« Sieger aus der Wahlurne hervorgingen, seine häafiz von Beifall unterbrochenen Ausführungen schloß. Nach einer einstimmig angenommenen Resolution, durch welche die Versammlung sich mit den Ausführungen de« Redners einve» standen erklärte und für seine Wiederwahl einzutreten versprach, wurde dieselbe mit einem dreifachen donnernden Hoch auf den Kandidaten gelchlossen. Da« Hochrufen und Hüteschwenken wollte kein Ende nehmen und erneuerte sich immer wieder, als immer neu« Massen bei dem Diängen nach den Ausgängen an der Tribüne vorbeipaffirten. Dre Versammlung war«ine Heer- schau rm vollsten Sinne des Wortes. Ist bei der Wahl nur der dritte Theil der Begeisterung vorhanden, der sich in der Versammlung zeigte, so ist die Wahl der drei sozialdemo- kratischen Kandidaten für Hamburg mit großer Mehrheit ge- fichert. Die höchste Anerkennung verdient die musterhafte Haltung des Publikum«. Trotz der ungeheuren Massen und de« stundenlangen EmgekeiUsein« in größter Hitze in den Ver- sammlungeräumen kam nicht die geringste Störung vor. Aber auch die Polizei benahm sich äußerst taktvoll. In den ganzen RiesenlokalilLlen waren nur zwei Mann zu erblicken, die wie verlorne Posten auf dem Podium saßen. Die Ordnung im Saale aufrecht zu erhalten, hatten die Einberufer übernommen, in deren Auftrag 200 Ordner, mit Abzeichen an den Hüten, in voller Thäligkeit waren. Diese brachten e« fertig, daß z. B. zwischen der Rednertribüne und dem Ausgang ein beq uemer Durchgang aufrecht erhalten wurde. An Stelle de« verstorbenen Wedde ist als Kandidat für den M. Wahlkreis der Schriftsteller Metzger aufge- stellt. Metzger ist ein alfer Parteigenosse und früherer Hand- werker, der sich großer Sympathien in den Parteikreisen er- freut. Apolda. Am 15. d. M. fand Hierselbst im größten Saale eine bis auf den letzten Platz besetzte öffentliche Wähleroer- sammluna statt. Als Referent war Herr A. Hcffmann au« Halle erschienen, einer derjenigen staatsgefährlichen Agitatoren, welche vor der Wahlausschreibung hier nicht sprechen durften. In seinem fast zweistündigen Vortrag v n stand er, alle von dem gegenwärtigen Hurrahreichstag geschaffenen Gesetze einer scharfen K-rtik zu unterwerfen/ Folgende Resolutionen wurden ein- stimmig angenommen:„1. Die heut« hier im Kiystallpalast tagende Wählerversvmmlung ist einverstanden, den 1. Maid. I. als einen internationalen Feiertag zu begehen und für den achtstündigen Arbeitstag einzutreten." 2.„Die heute hier im Kiystallpalaft tagende Wähleroersammlung erklärt sich mit den Ausführungen de« Referenten, Herrn A. Hoffmann au« Halle, voll und ganz einverstanden und verspricht bei der bevorstehen- den ReichStagSwabl mit aller Energie für ihren Kandidaten, Herrn Redakteur Karl Schulze au« Erfurt, einzutreten. Suztole ItcUcti'irfit. An dl» Feilpnhoner Kerlw» und Umgegend. Da die Kollegen in Leipzig in eme Lohnbewegung eingetreten find, so ist es unsere Pflicht, die Solidarität zu beweisen, dieselben in ihrem Kampfe zu unterstützen und den Zuzug streng fernzu- halten. Nähere« folgt. st spra� �Senden knisterten Banknoten, er neigte sich zu dem M s£ 1?« 4WW ,«■,-.. enh. ß'chfam schützend über sein Haupt aus- ""b GUu- -Kamen!" t weiteli ßt m« «unke» n Name" 5 Leuto Oerfcrrnlrrlurrgcn. T «ln« imposante zvahlernerjammlnng war es, welche am Montag den 20. d. M., in der Braue.«, Königstadt, im funkten Wahlkreis, von Herrn Fiitz Berndt einberufen war. Auf der Tagesordnung stand: l. Vortrag de« Herrn Albert Auerbach über die bevorstehende Reichstag-wahl. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Bevor der erste Punkt zur Erledigung kam, wurde zur Bureauwahl geschritten. E« wur- den gewählt die Herren Fritz Berndt. erster Vorfitzender; Her- mann Gajewiky, zweiter Vorfitzender, Eduard Holzmann, Schrift- führer. Hieiauf erhielt der Referent da« Wort zu seinem Vortrage. Derselbe führte ungefähr folgende« au«:„Es wird unsere Aufgabe sein, die Zeit, welche wir bis zur Wahl haben, die indifferenten Massen aufzumuntern, damit die Partei, welch« ich zu vertreten habe, die Sozialdemokratie, mit glänzendem Siege am Tage der Wahl hervorgeht!(Lebhafter Beifall) Redner kam auf da« Sozialistengesetz zu sprechen, welches sitzt zum Abschluß gebracht werden soll, und bemerkt dabei, d,e Nationatliberalen sagen, es wäre ein Unglück, wenn die sozia- liftischen Agitatoren hier ausgewiesen wären, dann würden fie ihre Agitation m andere Bezirke hinein tragen. Redner kam auf die Wahlen von 1887 zu sprechen, wie das Septennat bewilligt wurde. Redner kriiifirte die freifinnige Partei, welche an den Kartell- reichstag die alleinige Schuld trage. Es waren die Freifinnigen, welche für das Septennat gestimmt haben, fie bewilligten jeden Mann und jeden Groschen, aber nur auf 3 Jahre. Un« kann es gleich bleiben, ob die Freifinnigen auf 3 Jahre bewilligt haben oder auf 7 Jahre. Die Thatsache bleibt bestehen, daß die freifinnige Partei für die Vermehrung de« Militärs gestimmt hat, was dems Volke großen Schaden brachte; diejenige Partei, welche keinen Mann und keinen Groschen bewilligte, das ist die Sozialdemokratie! Wir sagen, wir find Gegner de« ganzen Mililärsystem« im Interesse der Menschheit und de« Frieden«, deshalb bewilligten wir keinen Mann und keinen Groschen. Alle diese Abgaben können für etwa« Besseres verwendet werden. Das Volk will keinen Krieg, e« will den Frieden. Weiter giebt der Referent eine genaue Statistik der gefammten Ausgaben für Militär und Marine vom Jahre 1872 bis 1890 und zwar 9476 Millionen. Auf den Kopf pro Jahr 201 M. Auch auf die Zölle, welche zu Stande gebracht wurden, kam der Reserent zu sprechen, so die Zuckersteuer, Kaffee, Taback, Branntwein, und zuletzt die Get.eidezölle. Von diesen Zöllen haben e« die Zuckerbarone und Großindustriellen verstanden, den größten Theil für sich einzustecken. Durch diese Zölle ist die ärmere Bevölkerung in gröbster Weise geschädigt worden, indem die nölhigsten Lebensmittel verlheuert wurden. Da« ganze in- direkte System ist auf da« politische Recht übergegangen und hat die Legislaturperiode von 3 auf 5 Jahre verlängert. Derjenige, welcher diese« Jahr da« 25. Lebensjahr erreicht hat, kann erst mit dem 30. Jahre das erst« Mal wählen. Da« Koalitionsrecht der Arbeiter wird be- schränkt. Der Arbeiter ruft nach Arbeiterschutzgesetzen, wa« hat man gethan? Man hat Unfallversicherung«- und zuletzt die Krönung de« Gebäudes das Alters- und Javalidenver« sicherunasgesetz geschaffen, wobei man die Arbeiter mit einem kleinen Almosen bedacht hatte. Sa wie e« sich um ein direkte« Arbeiferschutz zesetz handelte, war die Regierung nie zusprechen. Der Referent betonte, daß Jeder, nicht mit dem 25. Lebensjahre, sondern mit den 21. Jahre berechtigt sein soll, sein Wahl- recht auszuüben. Auch den Frauen muß das gleiche politische Recht eingeräumt werden, an die Wahlurne treten zu können und einen Vertreter zu wählen. Der Referent entwickelte das vollständigste Programm der sozialdemokratischen Partei und sagte unter Anderem, wir protestiren gegen jede indirekte Steuer, weil fie da« Volk drückt; wir verlangen eine obligatorische einheitliche Steuer: wir ver- langen Aushebung des Preß, und Versammlungsgesetze«; wir vwlangen ein wirkliche« Arbeiterschutzgesetz, eme Maximal- Arbeitszeit, Verbot der Kinderarbeit in Fabriken u. f. w. Die Stimmen, die für unsere Kandidaten gegeben werden, ist al« Grundprinzip der Sozialdemokratie zu betrachten. Wir haben keine Ursache unsere Forderungen zu verschleiern. Der Mittelstand wird von dem Großbetrieb aufgesaugt, auf der anderen Seite entsteht ein Heer von Besttzlosen, da« Proletariat. Der Referent schloß seinen Vortrag mit den Woiten:„Wählen fie am Tage der Wahl nur tüchtig daraus los! Thue Jeder sein« Schuldigkeit, aaitiren fie auf jedem Bau. in jeder Ardeit«stube, bis in die entlegensten Theile de« Hause«, daß da« Banner der Sozialdemokratie hoch flattern werde."(Lang anhaltenden Beifall erntete der Referent für seinen Vortrag.) E« tritt hierauf eine Pause von 15 Minuten ein behuf« Aufnahme von Wählern, welche bei der Wahl mithelfen wollen. Hierauf forderte der Vorsttzende die Gegner unserer Partei auf, sich zum Wort zu melden. E« meldete sich jedoch keiner. Da« beweist, daß dieselben feige find und keinen Muth haben, unseren Ausführungen entgegen zu treten.— Die Diskussion war sehr lebhaft. Es betheiligtm sich u. A. die Herren Schulz, Baak«, Diepenbrock und noch Andere, welche in glänzender Weise oftmals von Beifall«- stürmen unterbrochen wurden. Hieraus gelangte folgende Resolution zur Verlesung und einstimmig zur Annahme: Die am Montag, den 20. Januar 1890, auf Köniastadt tagende Wählerversammlung erklärt sich mit den Ausführungen de« Referenten Kaufmmn Aibert Auerbach einverstanden, erklärt, nur von der Sozialdemokratie die Befreiung von politischer und sozialer Notb zu erwarten und verpflichtet sich, am Tag« der Wahl, den 20. Februar, mit allen Kraitm für die Wahl de« sozialdemokratischen Kandidaten H-rrn Atbert Auerbach einzu- treten.— Herr Auerbach erhielt da« Schlußwort in der D,«kusfion. Er führte ungefähr au«: Wir müssen den Kampf aufnehmen, da« ist die beste Agitation. Wir sollen nickt denken, daß der Sieg in diesem Wahlkreis so ganz gewiß ist; thue jeder seine Schuldig« keil, denn bei der Stichwahl ist es nicht mehr zu unterscheiden. Es kann jeder in unsere Versammlung kommen, aufgelöst wird auch nicht mehr. Wer die Wahr- heit wolle vergraben, der muß wieder Schaufeln haben. Die Wahrheit ist nickt einzuschaufeln in den Reihen der Sozialdemokratie.(Anhaltender Beifall.) Hierauf stellt« Herr Adler«wen Antrag, eine Kommission zu wählen, welche die Wählerlisten für die Wähler, welche kein« Zeit haben, einzu- sehen. Dieser Antrag wurde angenommen und haben sich auch schon Mehrere bereit erklärt, diese« zu besorgen. Der Vor- fitzende schließt hierauf die Versammlung mit einem dreifachen fach auf die Sozialdemokratie und den Arbeiterkandidaten errn Albert Auerbach. In der am Mittwoch, den 15. d. 307, im„Schweizergarten" von ca. 800 Personen besuchten öffenliichen Tabak- arbeiter und Arbeiterinnenversammlung wurde, nach einem Referate eine« Mitgliedes der Lohnkommiffion, der Beschluß der Delegirtenversammlung. die Lohnbewegung als abgeschlossen zu betrachten, gutgeheißen. Es wurde ganz besonder« hervorge- Stoben, daß man mit Befriedigung auf die nun in der Haupt- ache beendete Lohnbewegung zurückblicken können. Sei auch für den Elnzelnen unter Umständen der materielle Vortheil em verhälwißmäßig nur germger gewesen, so sei doch da« Soli- darrlätigefübl ,n einer von un» nicht im Entferntesten geahnten Weise geweckt worden. Zum zweiten Punkt der Tagesordnung gab der Kasfirer der Lohnkommiffion eine summansche Ueber- ficht der Einnahmen und Ausgaben. Demnach betrug die Ein- nähme 8602,40 M., die Ausgabe 7600,45 M., mithin bleibt Bestand 1001.95 307. Da nun die Lohnbewegung beendet ist, hört auch die Thätigkeit der Lohnkommiffion auf und wurde an deren Stelle«ine Lohnüberwachungskommisfion, welcher alle vorkommenden Fälle von Maßregelungen und Lohnabzügen zu unterbreiten find, gewählt. Ferner wurden den streikenden Lederfärbern und den Luckenwalder Hutmachern je 50 M. bewilligt. Hierauf Schluß der Versammlung. NB. Vor Zuzug nach hier wird gewarnt. Köpenick, 20. Januar. Unter Vorfitz de« Herrn Baut- mann fand am 17. d. M. eine von 1500 Personen besuchte Wählerversammlung statt, in welcher der Kandidat de« hiefigen Kreise« Herr Buchdrucker W. Werner da« Referat übernommen hatte. In kurzen Umrissen zeichnete er zunächst die Entwickelung der bürgerlichen Parteien bi«»um Jahre 1873, in welchem Jahre der Krach der unbeschränkten Herrschast der Manchestertheorie den Todesstoß versetzte. Unzählige kleine Kapitalisten wurden durch daS Großkapital v->nichtet, auch das Großkapital war in Mitleiden» fchaft gezogen und schrie nach StaatSbilfe, welche ihm denn auch nach einigen Jahren durch Emsührung von Schutzzöllen für die Industrie- und Getreidezölle für die Landwirth- schaft zu Theil wurde. Freilich wurde diese Staatshilfe ver- fchämler Weise im Interesse der Arbeiter, de» Schutzes der nationalen Arbeit und der Landwirthschaft verlangt. Referent wies ziffernmäßig nach, daß diese Zölle nur dem Großkopital zu Gute kämen, denn das Kleinkapital fei nicht in der Lage, die Fortschritte der Technik sich zu Nutze zu machen; die kleinen Handwerker würden in kurzer Frist zu Proletariern. Da» Großkapital verfügt nicht nur über die Arbeitskraft der Arbeiter, sondern auch die geistige Arbeit der Presse steht ihm ,u Gebote. Referent zeigt, daß von den bürgerlichen Parteien keine Aenderung dieser Misere zu erwarten sei, indem dieselben die wenigen Errungenschaften der liberalen Aera eine nach der andern preisgeben, indem fie die Preßfteiheit, das Verfammlurgs- recht, das KoalitionSrecht durch das Sozialistengesetz der Will» kür der Polizei überlieferten. Auch der Deutschsreisinn hat am 10. Mai 1884 durch Abkommandirung von 27 Mann sein Scher stein beigetragen zur Verminderung der Volksrechte und keine Reue kann das ungeschehen machen. Das 1887 ins Leben getretene Kartell hat uns, abgesehen von der Erhöhung der Zölle und indirekten Steuern, auch noch die Ver- längerung der Legislatmperioden gebracht. Redner er- klärt nun, daß die sozialdemokratische Arbeiterpartei die einzige sei, die eS Ernst mit der Vertretung der Volksinteressen nehme, und daß, wer ein Herz habe, für des Volkes Wohl und Wehe, wer nicht wolle, daß es so weiter gehe, der müßte am 20. Februar seine Stimme dem Kandidaten der Arbeiterpartei geben. Ein nicht enden wollende« Bravo folgte den Ausführungen des Referenten. Trotzdem vom Vor- fitzenden und Referenten die Gegner unter Zufichecung voller Redefrr iheit aufgefordert wurden, meldete fich Niemand zum Wort. Folgend« Resolution fand einstimmige Annahme: Die heuteAbend, bcn_ 17. Januar, in Klein« Hotel tagende Wählerversammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten voll und ganz einverstanden und verpflichtet fich, am Wahltage mit allen ge'etzlichen Mitteln für den Kandidaten der Sozialdemokratie, Herrn Buchdrucker Wichelm Werner einzutreten."— Hierauf folgte die Wahl eines Lokal-WahlkomiteeS und wurden die Herren Bock, Eifinger, Hoffmann, Hopitzsch und Flügge gewählt. Nachdem noch eine Lokalkommisfion gewählt, wurde die Ver- sammlung mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Sozialdemokratie geschlossen. Folgende Kerichtigurrg geht uns von Herrn Karl Weidemann zu dem Bericht über die Versammlung der Löwe. 1. ich bin nicht Kolonnenführ schen Arbeiter zu: 1. ich bin nicht Kolonnenführer sondern Werkzeugschlosser; 2. ich habe nicht gesagt, daß die Arbeiter 30 bis 40 Pf. p,r Stunde verdienen, ich sagte vielmehr»die unter meiner Leitung thätigen Arbeiter vcrdienrt Stunde". Wie ich letzt nachgerechnet habe, JM Schmidt, welcher fich in der Versammlang über!' Verdienst beklagte, m den Monaten Nooember v. I. 46 Pf. per Stunde durchschnitilich verdient. war nur die Antwort auf die unrichtigen B ic. Schmidt. Das Zentral-Mahlkomttee der Feritnd demokratte ist gebildet aus folgenden Herren: 1. Wahlkreis: A. T ä t e r o w, Mauerstraße 9, 2.» E. Wilsch ke, Junkerstraße l% -(S.. 3� f m rn t(SC-Krtftmnftr. �' 3. 4. 4. 5. » C. D immick, Sebastianstr. und Komp.) A. G ü n t h e r, Adalbertstraße H » Aug. Dietrich, Fruchtstraße � H. Gajewsky, 2 Treppen. » R. Kaufmann, Bernauerstr- M A. I a c o b e y, Hochstraße 33, Geldsendungen, Anfragen und Zuschriften in gelegenheit find bis auf Weiteres an einen b richten. 6. 6. Theater. Donnerstag, den 23. Januar. Operzcha««. Lohengrin. Kchaospirlhaas. Die Ouitzow'S. Kesstng-Theater. Die Ehre. Dentschr» Theater. Zwischen dm Schlachtm. Der Tartüff. Kerliuer Theater. Der Veilchen fresser. Friedrich- Wilheimstiidtische» Theater. Der anne Jonathan. Wallaer Theater. Ultimo. Kestdeaz-Theater. Die arme Löwin. Dirtoria-Theater. Stanley in Afrika. Kroll'» Theater. Der KonigSgardist. Felleallianr«-Theater. Der Herrgottschnitzer von Ammergau. Gstead-Theater. Drei Tage au« dem Leben eine« Spieler«. »»igstadtilches Theater. Mmsch, ärgere Drcb nicht. Teatral- Theater. Berolina. ol#h Gr« st- Theater. Flotte Weiber. shallea-Theater. Gr. Spezialitäten- orstellung Kaastaa«»'» UariötS. Vor'- orstellung. «ed». Richter» DariSt». Vorstellung. Gr. Spezialitätm- Spezialitäten- Alhambra-Theater, Wallnertheaterstraie 15. Donnerstag, den 23. Januar, Zu« vorletzten Male: Ärnorina, die Marmorbraut Gntree 30 Pf. !.«alkou 5« Pf. n.% Phantastisch komische» Zauberspiel in 12 Bildern v. P. Wied«, Mufti v. Th. Franke. """ Pargurt«« Pf. ♦ Parterre 40 Pf. _______ 50 Pf. H valko« 40 Pf. ,e. Anfang der Vorstellung 7tz Uhr, des Kon- zert« 7 Uhr. Sonntag, den 26.: Neu einstudirt: Kon Stufe zu Stufe. Bons und Familienbillet« habm Giltigkeit. American-Theatep. Drr»de«erstraße 55. Täglloh Vorstellung- [1365 Circus Renz, Karlstraße. Heute, Donnerstag, den 23. Januar, Abend« 7V Uhr: Novität! Zum 2. Male: Novität! Deutsche Turner. Große nationale Original-Pantomime vom Hof- Balletmeister A. Siems, infzmirt vom Direktor E. Renz, Musik von Cahnblry. Dekorationm, Kostüme, R-quifitm, Wagen neu und prachtvoll. Außerdem Auftreten de« qelawmtm Künstler- personal«. Reiten und Vorführen der best- dressirten Schul- und Freiheitspferde. Morgen: Deutsche Turner. ®. Renz, Direktor. Englischer Garten. Aleranderstraße 27c. Auftreten der Kostüm- Soubrette Frl. Fritz! Korn. Auftreten der Parterre- Gymnastrker- Truppe Pink. Auftreten der Gesangs-Duettistinnm Geschwister Broohe. Auftreten der Kostüm-Soubrette Frl. Fran- oiska Clairemont. Auftreten bee Gesang«• Humoristen Herrn Kalnberg. Anfang Wochentags 8 Uhr. Entree 30, 50 und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Sonntags Ansang halb 6 Uhr. Sonn tcg« Entree 50 Pf., rekervirt 75 Pf., Orchester 1 Mark. Vorverkauf Entree 40 Pf. Vollständig neues Programm. Passage 1 Tr. 9 M.- 10 Uhr A. Kaiser-Panorama. Zum ersten Male: Dritte Reise d. d. malerische fächfische Echveiz. Dritter Eyclu«: Pariser XBtItan»fUltui«. Hochinteressant: Hertha-Reise. Sine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonn. Fachverein der Tischler. Freitag, den 24. Januar, Abends 9 Uhr, in Jvrdau'S Galo«, Neue Grünstraße Nr. 28: loiftanrfsfitjung. NB.; Die Bibliothek ist an dusem Abend ge- öffnet, und können Bücher geholt und umge- tauscht werdm. 824 Der Vorstand. Versammlung der zreien Veremgvsg der Lohgerber ulld Leberzlllichter Berlins am Sonntag, den 26. J-nua-, Vorm. 10 Uhr, Wiinstraße 11 bei Fetndt(früher Bobert). Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Abrechnung vom vierten Quartal 1889. 3. Vortrag de« Herrn Türk. 893 Der vorstand „Wilde Dlumen." Ein ftischer Liederstrautz. dem Volke gewidmet von Adolph Lepp. Selbstverlag des Verfassers. Preis 2 M. Zu beziehen durch Adolph Lepp, Halberstadt, Kaken straffe 31.[896 Steppdecken- C/ Fllbltn Emil Leffevre, 615 Berlin, Granienstraffe 158. Größte Auswahl! Woll-AUa«-Ktepp- decke« imit. Handarbeit! 2 Mir. lang, blau, grün, bordeaux 7,50 Mf. Einzelne schadhafte Decken 3 und 4 MI. Illnstrirte Preisliste gr.«. fr. De« Genosse« halte ich meine Masken-Garderobe bei Bedarf best, empfohlen. «röhte Auswahl! vi! Pr. Vereinen Pretsermätztg. zr.«ul»i», NK: Zldalbertstr. 08. Kohtabak am beengen Platze bekanntlech[ISSk Srdosto Auswahl. GetWRtfart stcher brennende Tabak». Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel deftndlichen Roh- Tabake find am Lager. A. Baldaohmidl, Sbandaaer»»««,# am Hackeschen Markt. Kophavezüge- Kefte» 3%— 15 Meter, unter tn Kosten preis. Fabriklager Zimmerstrasse 86, Hof part.[840 Masken-Cfarderobe von[516 Fe Stenzely Dresdener str. 118 (ftüher Nr. 21), empfiehlt sich den Vereinen, so- wie Le ern des„Berl. Volksbl." Reichste Ausw., bill. 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Januar ds. Js., Abends 81-' in Orscheids Salon, Sebastianstratze 39. Tages-Ordnung: 1. Die bevorstehenden Reichstagswahlen. Referent: Herr Wiedemann. 2. � 3. Verschiedenes. 895__ Der Einberu� Jtt: die � noch üb, Afit A � Kardorf ??.. Große öffentliche Wähler Aersammluk. Vnr . 49., .*£ Tis m »lo-N- des 4. Berliner ReiWnMnhlkreises am Freitag, den 24. Janvar ds. Js-, Abends 8V: Fon« v* im Lokale des Herrn llehel(Renz' Salon), Naunynftt. � fe t,« Tagel-Ordnung:» Ä' 1. Die bevorstehenden Reichstagswahlen. Referent: Gottfried Schul*' Nr-«, kusston. 8. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt.,.»n!,m® 879_ Der Einberuft ke, n rosse k'ffli' f t. e»____ leine Oeffentl. WahlerversammMW die a« i-Ä" he des 6. Berliner Üieilhstaßsmhlliciscs Freitag, den 24. Januar ds. Js, Abends 81 in der Volks-Brauerei, Alt-Moabit 47—48. Tages- Ordnung:. � 1. Die bevorstehenden Reichstagswahlen. Referent: W. Liebknecht. 2.%Lt.®»fle Verschiedenes.__ ijjv'mftati .. s?ten l _ Der Einber U Das H -Ichast Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung. Hermsdorf. WWW Große össentl. WählerversammlilW £tlü] für Hermsdorf u. Umg. am Sonnabend, den 25. Januar d. Js-, Abends 8 im Lokale des Herrn Wolf(Waldschlößchen). Tage« Ordnung: ,, 1. Vortrag de« Rechtsanwalts und Stadtveroroneten Herrn Arthur StadthSV Berlin über: Die bevorstehenden Reichstagswahlen. 2. Diskussion. 3. Verschieven-«-. Der Zug für Genossen fährt von Berlin 7 Uhr 20 Minuten. Um zahlreick>es 6fl wird gebeten.., 897_ Der Einberuft 5$»' !?.««> kb" Große öffmMe SteinHiEffletfammW§ S m| einberufen vom verstand der Steinmetzen Dentschlaf' am Freitag, den 24. Jauuar"1890, Abends 8 Uhr, w3«1« im Lokale Königshof, Bülowstratze 37. Tages-Ordnung: dl et, 1. Rechenschaftsbericht über die hall jährige Thätigkeit des Vorstandes. 2. Neuwa", Vorstandsmitgliedes. 3. Verschiedene«..( Der Wichtigkeit der Tagesordnung halber soll kein Steinmetz abwesend sein und' Gäste find willkommen.- i �5 Zutritt. 882 Der Vorst ans Meerschaum-» Kernstein-, Elfenbein- Maaren fRauchklud-Pflifen), tämmtt. R pur. Bs Günzel ', amRosrntst. Thor. Auf Wunsch de« Herrn Junik« erkiäre ich denselben für einen Ehrenmann. Lutze. 10 Korbmacher auf Balon. Zu erfragen bei 892) R. Paul, Mendelssohn str. 4. Soeben erschien: Der wahre Darob i 5�' *r 91. Zu beziehen durch die Expedition strafte 44. %% t Vor %5e? veranlworllickee Redakteur: Enrt Paatr» in Berlin. Druck und Vertag von Wmr OadiSE in Berlin SW., Beuthstraße 2. Wlooem poei t jW* : verdienen � habe, hat# ilanj über!> oocmbet uni' verdient. gen B-Hr . Beilage zum Berliner Volksblatt. p Kerlirtt» Herren: ruerstraße% kerstraße 1, � astianstr. 72'■ r. 19. Donnrrstag, den 28. Januar 1890. 7. Jahrg. lbertstraß-»t' iruchtstr-ße# leorgenkirch� ernauerstr. W straße 33, hriften in einen W tratze 21- ton. 3. k. D i« ,ds 81 Daria, nenknriflhes. »«» dem Keiehstag. Da- Sozialistengesetz auf Tazeiordnung. Die soziale Frage ist eine Sphinx ge- »t worden— auch des Sozialistengesetz ist»ur 'in geworden. Ei ist da« große Geheimnib Und redet l darüber mit wem man wolle: mit Konservativen, Shltoro* °len, Znttrum-leuten, Fortschnttlern, mit Opposition«, unv Regierungümenschen, fie alle werden, wenn über die en de« Soziolisteugesetze- befragt, mit rührender U"» �mi�keit und Ehrlichkeit die gleiche Antwort geben: Wir Im niht«. W» haben keine Ahnung!. ®0S aber steht fest, an den Debatten über d Miftengesetz hat Niemand mehr ein Jntereste. �°n»'rt sich nur um die Abstimmung und um d« mogl,q �««ukangtn aus die Wahlbewegung., w.t Hin und da vermuthet man, die Debatte sollten in d.e er jetzt sich m den Waht. dieser Autsicht erbaut.«« auch kaum an die Durch- �di�Wahlm,-"und�M�MSMk«it wird e« geben. MWWZ MRÄ-s-s »och werden. ., �«.«•••••.»VV*******/_ *®n8t gezogen werden, und da Jeder je Illlk, � kürzen will, so ist keiner von diese, C WtolT*1' WU btI P�u.best-Ht, auch NN. v«tisch»» Netchsw«. ?ttz«aa oo» 22. Januar, 2 Uhr. "«««•■ �e de« Bundesrat»«: Graf von Bismarck, " ck-�t--.- NtaltzahnGultz, von vonMarfchall, Graf i n b e r Rei,Ulsl**rk«Jre'5m D?R !?tha?��� Herrfurth, vonMarsiyalt, rsras >»,8« 6'L(?�t?n: an Ke»»ch»» e> öffnet die S tzunz mit folgenden uvs" IL« Nnn,'�.-"«cine Herren, leider muß tch wieder damit be- OllllRf*!"b«r d,.>? kine Trauerbotschaft zu verkünden.(Die M,t« I J«** eihebm sich von ,hr«n E tzer.) Em hoch- iL. ikmzer Krankheit, aber tch-rerem Leiden hier iffrsig tsÄ?3 '? honen haben, Ste dal --—» �***** l-T/'----- Tl-"' y_ "Je Gesinnung, die er mir seitdem bewahr4 hat, lebenslang in treuer Erinnerung behalten. Er rft ,, MkoT'hL1; i"6''"dem Sie ftu i beruft'� Da« �».Heimgegangenen eh-en wollen. 1,. 8% tritt in die Tagesordnung«in. .M/Vs i n!" Berathung sieht ein Ergänzungsetat für tvv zz/.�bau de« D,er.stgedäud<« de« au«-völligen Amt« SSt*!-%'®rQf empfiehlt namen« der Budget- PÜ« �i.r. nähme Di« E at«, da dos alte Gebäude die «1? �hr a.L?'!?. durch enorme Aktenstoß', die gerade in letzter C» die seien, kaum noch aushalten könne, da außer- itU lchisiü,» /dande»«n Räume den GetundhettSzustand der darm 1 h.«1V al„?et!ont" stark beeinträchtigen. m??6"bne Debatte dem lligt und die dadurch ™'%t. Mehrausgaben bei den Manikularbettiägen zu- >s 8 a). tadlhn)*' 1 edeneS., reiches ufiM -er die zweite Berathung bänderung de«' de» Gefetzmtwurf«, be- �d'einn.'«-i''derung be« Gesetzes gegen die tdokr?» Etlichen Bestrebungen der Sozial- j. Da»u it.'' tv 31?' die im 5.?"irr Anttäge der Abgg. Acke.marn und Genossen Wesentlichen die von der K<.mmi,sion beschlossenen darunter die Aushebung de« Ausweisung«. L lur hu«-d" beseitigen wollen. t»" sich«n'ie der Abgg. Srnger und Rintelen, b?' bei b* m v. B e n n i g s« n antchließt, sagt der Präsident mt'.&�Ät!Wl»&ÖSS!X5S& 8 dasi,»? llen, indem statt d,S Genoss-nschaftSgefetze« von /»*«».--«------- V -II NM. T*«te!Mt . 0' der Schlußadsirmmung über da« ganze Geletz n und 0> Plerum r..QnBtnommtn, gleichwohl aber ertlä t, daß man '»rm.n.'".r da« Gesetz nicht werde stimmen tönneu. r.«d«lchlüffe also ,t vereinzelt in . die Sozialdemo- Arb-ittr bezweckt, daß gethettt. Eme Minderheit?er ------" r wollten, weit durch die Zerganzen Lande die sozialist.sä-lii Li« Berichterstatter Hab« ich WWW» bleuet würden. eigentlich die Annahme der Kommissionsbeschlüsse zu empfehlen, obwohl ich ihnen in der Hauptsache nicht zugestimmt habe. Prüfen Sie Alle«, ich weiß nicht, ob ich zufügen darf, behalten Sie da« Beste. Abg. jangwerth». Kimm«»»(Welfe): Es ist da« letzte Mal, laß üb an dieser Stelle meine Ansichten ver- trete(oh! im Zentrum), Sie gestatten mir also wohl ein kurze« Wort. Daß ich kein Freund der sozialdemokratischm Be- strebungen und der sozialdemokratischen Agitation bin, brauche ich n cht zu versichern, aber darum bin tch noch nicht in der Lage, für dieses Gesetz stimmen zu können. Die Fassuna de« Z 1 ist eine so vage, daß die Gefahr nahe liegt, das Gesetz möchte auch auf andere Pai teien als die sozialdemokratische an- S-w.'ndet werden. Der Versuch dazu ist bereits bei der.Volks« settung" gemacht worden, freilich ohne Erfolg, aber die Zeiten und Richtungen können sich ändern. Da« Sozialistengesetz ist ein Polizergesetz, oder wenn Sie wollen, ein VerwattungSgesetz, und ich kann mcht meine Hand dazu bieten, daß eme große Aksse von Staatsbürgern dem gemeinen Recht enbozen wird. Ich kann auch dre Furcht nicht unterdrücken, daß man später versuchen wird, den AuSw'isungSpaiagraphen wieder in da« Gesetz einzufügen. Viel wichtiger aber ist für mich die unbeschränkte Geltungsdauer de« Gesetze«. Dafür kann ich unmöglich stimmen. Täuschen Sie sich nicht über die Wir- kungen dieses Gesetze«. Mit solchen Waffen kann man eine geistige Macht, wie die Sozialdemokratie, nicht bekämpfen. Auch die immer weitergreifende Zentralisation, und infolge deffcn die Ansammlung der großen Massen in den großen S.ädten kann der Sozialdemokratie nur förderlich sein. Mit geistigen Waffen müssen wir die Sozialdemok atie bekämpfen. Der Mensch lebt nicht vom Brote allein, unser Waffenarsenal seien Familie, Schule und Küche. Wir müssen zu.ückgehen auf den alten deutschen Geist, wir müssen die vorhandenen Korporationen fördern und kräftigen, auch die Korporationen der Kirche. Da« Recht darf nicht sormalistijch, schematssch gemacht werden, es muß organisch heranwachsen. Die alten germanischen Ideen müssen wieder lebendig werden. Sie werden das für undurchfühebar, gr Idealismus hatten. Nun, ich stehe noch immer auf dem oben, daß unser Volk noch nicht soweit ist, um Anleihen bei Fremden machen und uns in das P otrusiesbett des absoluten Staate« z rängen zu müssen. Eine Regeneration de« Staats« leben« thut Roth, auch der Sitten: fie ist der strikteste Damm gegen die sozialdemokratischen Bestrebungen. Als deutscher Mann saze ich hier zum lrtzten Male: Gott schütze unser Deutschland; bleibe es auf b,m alten Weg« der deutschen Geschichte, de« deutschen Rechtsund der deutschen Sitten!(Vereinzelte« Bravo.) Abg. v. Kardorff: Wo« der Vorredner unter Re- generation Diu schtonds versteht, ist bekannt. Die Regeneration des Welfentiiums, und daß diese« die Sozialdemokratie für diesen Zveck recht gut brauchen kann, ist auch klar. Der Vor- redner bat die alte Behaupiuna wiederholt, die Sozialdemo- kratie könne nur mit geistigen Woffen bekämpft werden. Das wäre gant tckön, wenn nur die Sozialdemokraten selber mit geistigen Wt-ffen kämvften, haben aber nicht Bebel u. A. hier wiederholt eme gewisse Lobpreisung der republikanischen Ver- fassung auSgesp ochen und ihr den Vorzug vor der monarchischen gegeben? Die Herren Bebel und Liebknecht sind ja gebildet und ge- scheit genug, um ,uwissen, daß keine StaatSversassung eine größere G-fabr für die arbeitenden Klassen in sich birgt, als gerade dt« R< publik. Herrsch! nicht in Frankreich der Kapitalismus stäik r als je? Dre DoWtif in Frankreich ist zerfetzt durch die Dynastie Rothschild. Wo gab«S je eine reinere Plutokratie als in Venedig? Selche Aeußerungen dienen nur dazu, um den urtheilslosen Massen gegenüber die monarchistischen Jnsti- tulionen m D ut chland zu diskredttiren. Der Abg. Bebel hat in einer keiner letzten Reden es essen auSgespiochen, di« gioßen KriegSrüstungen wärm nurerfordeelich, weil die Regenten Krieg wollten, die Völker wollten kernen.(Abg. Bebel: Sehr richtig!) In einer früheren Sitzung forderte der Abg. Liebknecht geradezu, ernen Kampf vom Zaune zu brechen gegen das uns benachbarte und und defreunocte Ruß- land, um dort die Barbarei zu vernichten. Wiederum ein Appell an die Aebeiislosigkeit der großen Messen, um diesen zu insinuiren, daß die Regierung immer auf Kriege autgeht. Ist da« ein Kampf mit gerstigen Waffen? Herr Bebel sagte endlich, er härte sich gewundert, wie er nach Frankreich ge- kommen sei, daß da« französisch« Volk in der Meinung lebe, daß e« jeden Augenblick von den Deutschen überfallen werden könnte. Ja jeder französischer Fidel werden dre Kiemen dm- aus hingewiesen, daß e« ihre hetiigste Pfl-cht sei, dereinst Elsaß- Lothringen von Deutschland wiederzuerobem und die Schmach de» französi chen Volke« zu rächen. Der Abg. Bebel weiß sehr gut, daß in D.utschland von dieser Art von Chau- viniSmu« keine Rebe ist, und doch mich dieser Appell an die uithei'Slvsen Massen, um fie zum Kampf gegen die de- stehende Ordnung anzuseuein! Ist da« etwa auch ein Kampf mit geistig- n W ffen, der draußen in den Versammlungen ge- führt wird? Alle die Tiraden oon der Unterdlückung der Arbeiter, gegen die Küche und die Familie sind nu em App ll a» die schlechten Leidenschaften der Massen.(Sehr richtig! recht».) Mir demselben Rechte könnten auch die Anarchisten, die den Raub und Mord al« erlaubt für ihr« Zwecke halten, einen Kampf mit geistigen Waffen beanspruchen. Wir müssen alle Waffen anwenoen, die wir zur Vernichtung emer solchen Parte« anwenden dürfen. sDer Abg. Windihorst hat zur Be- kämpfung derSozialdemokralie dieZmückderufung der kaih-Iischen Orden oerlangt. Ich verdenke e« d«m Abg. Windthorst keinen Augenblick, wenn er al« Katholik da« meiste Gewicht auf die ge-stlicheu Orden legt, wenn auch über die Wirksamkeit dieser Orden in der katholischen Kirche die Meinungen au«. einandergehen. Aber Sie können es un« nicht uerdenken, daß wir nicht gleiche» Gewicht darauf legen wir er, wir können Misere« evangelischen Standpunkt Nicht gut veilassen. Daß aber auch eine große Zahl geift'ger Orden der Sozialdemokratie nicht wi ksam steuern können, sehen Sie an Belgien; m keinem Laude ist die Sozialdemokratie gefährlicher als dort. (Sehr richtig! rechts.) Wir müssen also alle un« zu Gebote ftehendea Waffm gegen die So raidemokraten anwenden, und wir thun die«, indem wir ein Gesetz, welche« bisher auf Zeit erlassen war, allerdings tn hohem Maße abgeschwächt, auf die Dauer bewilligen wollen. Darm sind die Kaitrllparteien einig, daß e« nützlich und nochwendig ist, in Bezug auf Presse und Verein«, und Veisammiungsncht dauernde Bestimmungen zu erlassen. Bezüglich Des Au»we,surrg«-Paragraphen werden wir un« später u< te. hatten.(Beifall rechts.) Abg. Windthorst: Der Adger>rdnete v. Kardorff behauptet, da« Welsrnihum yabe kein Bedenk«, mit derSozialdemokralie zu kokeltiren, um unt deren Hisse da« Königreich Hannooer wieder herzustellen. Ich habe keir en Begriff davon, wo» Herr von Kardo ff unter Wclfenthum versteht und wetche Personen er mit seinem Vorwurf Hot treffen wollen. Ich wiederhole, «a« ich heute schon tm Adgeordnelenhaus« sagen mußie— auch gegen«nt«n preußisch«« Londrath—, daß tch bis cm Ende meines Lebens dem angestammten König* Haufe Hannover m�tne Liebe, Verehrung und Anhänglichkeit bewahren werde.(Beifall im Zentrum.) Und Sie, die Sie sich immer al» die Pächter der Köniattreue geriren, sollten vor einer solchen Gestnnuna Respekt haben.(Sehr wahr! im Zentrum.) Dagegen weiß ich sehr genau, wa« mir die Unterthaner. pflicht auferlegt, und ich fordere Herrn v. Kordorff auf, od er m-r nachweise« kann, daß ich jemals meine Unterthaner pflicht ver- leugnet habe.(Beifall im Zentrum.) Ist e« nicht genug, was 1866 geschehen ist? Ist es nicht endlich Zeit, darüber zu schweigen und d-e Geschichte weiter ira'ien zu lassen mit ihrem Urtheil: Was sollen denn die ewigen Beleidigungen, die man un« m dieser Weis« in« Gtstcht schleudert?(Beifall im Zentrum.) Ich weise diese Beschuldigungen mit Indignation zurück.(Beifall im Zentrum.) Die Memunst ferner, daß da« freie Wallen der katholischen Kirche zur Bekämpfung der ge- sährlichen sozialdemokratischen Bestrebungen durchaus nöthig ist, habe ich auch heute nach. Da« ein königlich preußischer Landrath da« nicht begreift, will ich auch verstehen. Ma» ist ja in Deutschland gewohnt, nur mit Polizei« und Mi- litärmacht»u rechnen, andere Faktoren scheint man nicht zu kennen.(Oho! rechts.) Verwerfliche Ideen können nur mit gesunden Joeen bekämpft werden, nicht mit dem Knüppel. Ihre Ansichten über unsere Orden bestreite ich Ihnen gornrcht, sehen Sie zu, wieweit Sie damit kommen. Aber wir dürfen verlangen, daß die katholische Küche überoll frei>h.« geistige Kiast entfalten darf, wie fie es nach ihren Einrichtungen muß. Zu diesen gehört auch die Thätigkeit der Orden, insbesondere auf dem sozialen Gebiete. Gerade di« Orden find wesentlich soziale Institut«, die dazwischen traten�, wenn Reichthum und Armuth aneinander geriethen und durch rhr Beispiel und ihre Rede oermiltellen, di« die vom Glück Vernachlässigten t> ästeten und auf etwoi HöhenS hinwiesen. Wir verlangen von Ihnen keinen Respikt vor den Orden und kern Ordensmann wird versuchen, Herrn v. Kardorff'« Anschauung zu ändern, aber ihre Thotrgkeit muß den Orden werden, dafür kämpfen wir bis aufs Letzte. Wir beschränken den Protestanten nicht das Recht, nach ihrer An- sicht auf die G-äudigen zu wirken, wir verlangen aber auch re- fpektilt zu wrrden. Wir sind kein« Heloten in Deutschland, sondern vollberechtigte Bürger.(Beifall im Zentrum.) Es war nicht gut, die Debatte in dieser Weise einzu-eilen. Wenn Herr Kardoiff meint, die Kartellparteien se'«n einig, so habe ich fie nie uneiniger gesehen, als bei diesem Gesetz«. Bei dem Ausweisungsparagraphen, wo mit der Knute regiert werden soll, gehen fie wert ovsetnander. Weitere« behalt« ich mir vor, wenn wir beim AuSwnlungS Paragraphen find und wenn wir da« G Lck haben sollten, Se. Durchlaucht dm Fürsten Bismarck hier zu sehen. Mit dem müssen wir ver« handeln, der ist der entscheidende Herr, nicht Herr v. Kardoiff! (Heiterkeit.) Abg. Zaugwerth». Kimmer«: Ich wollte nur zum letzten Mal hrer offen nochmals memm Siandpunkt bekennen. Sehen Sie meine ganze politische Thätigkeit an, ob der Bor- wurf des Herrn v. Kardorff derechltgt ist. Ich habe niemals meine Uede-zeugung geleugnet, auch nicht, daß ich mit dm Herren Freisinnigen mrch in oielm Punkten berühre. Aber die Sozialdemokraten halle ich für eine Partei, mit der wir nicht pakliren können. Wenn mit derselben paftirt worden ist, so ist es von ganz anderer Seite«eschebm. Wenn ich von einer Regeneroiion Deutschlands spreche, so darf oon Gewaltsamkeit auf unserer Seite doch niemal« die Rede sein. Wre können wir, «in kleine« Häuschen, selbst wmn die Sozialdemokraten auf unserer Seite ständen, was ich noch aar nicht glaube, mit Ge- waltfamkeit etwa« ausrichten? Unter Regeneration Deutschlands verstehe ich, daß zwilchm Nord- und Süddmtschland rm Interesse de» Reiche« ein selbftständiger Staat wiederhergestellt werden soll.(Lachen rechts.) Ader nur als Deutscher will ich da«, und ich gehe dabei aus von der Idee einer Regeneration Deutschlands auf freiheitlicher Basis. Abg.». Kardorff: Dm Abg. Windtborst habe ich gar nicht als Welse angeredet. Wi« weit meine Bemerkungen gegen den Abg. Langwerth v. Simmeni bereit ligt warm, beweisen dessen letzte Aeußerunaen. Der Abg. Windthorst hat wieder« holt gesogt, die Sozialdemokratie solle nur mit getstrgen Waffm bekämpft werden, und weil dies Herr Langwerth p. Simmenr heute w'eferhottt, hielt ich mich zu meinen Bemerkungen ver« pfl chtet. Bezürlich der Orden kann ich meine Ansichten allerdings nrcht ändern. Uebrigm« ist e« im Parlament nicht Eilte, eirm Abgrordneten mit feinem Titel z« bezeichnm, oder soll ich dm Abg. Windthoist einen hannoverschen Erininrfter nennen? Ich komme mir a'S preußischer Landraii) ebenso gut vor, wie ein hannoverscher Exminister. Mit dem Vorwurf der Uneinigkeit sollte der Ada. Windthorst doch vorsichtiger fern, nachdem seine eigene Part« nammtlrch bezüglich de« Sozialisten« gesetze« wiederholt Beispiele einer recht frappantm Uneinigkeit gegeben Hot. Abg. Miudthorst: Ich stelle dem verehrten Herrn an- heim, mich zu liiuiuen, wie er will. Im Kirchenbuch heiße ich Ludwig Windthorst.(Heiterkeit.) Ich habe ihn au» nicht mit seinem Titel angeredet, sondern nur sachlich bemerkt, daß ich dasseibe heute auch im Abgeordnetenbause gegen einm anderm preußischen Landrath zu sagm hatte,so daß cS mn vorgekommen ist, al« ob die Lanbiätde besondere Instruktionen bekommen hättm. (Heiierkeit.) ZDie Uneinigkeit in unserer Partei bei diesem Gesetz ist nicht so radikal, wie die jetzige zwischm den Kartell- Parteien. Ich hatte mich auch solcher Einigkeit aar nicht gerühmt. Herr v. Kardorff hat aber mtt Lebendigkeit die Enrgkeit der Kartellpartetm hervorgehoben, dem Hobe ich wrdersprochm: volli! Ursprünglich war das Zertrum entsch ediN geg-n da« Sozialistmgesetz. Nachdem aber durch dre Wirkung desselben die Sozialdemokralie erstarkt war, wollten einig« e» ohne«eitere« nicht wieder aufheben, son- dein einen Uebergang find«'.(Sehe wahr! im Zmtrum.) Dafür habe ich wiederholt Vorschläge gemacht, mit denen da« Zentrum einstimmig einoerftjnden war. Da Sie dieselben ab- lehnten, wollten ervige memer Freunde da« Gesetz roch für einige Zeit bestehen lassen, aber nremal« auf die Dauer. Herr v. Kardo'.ss hat heute zu rechter Zeit gesagt, wir könnten von den Protestanten nicht erwarten, daß fie für unsere Mönchsorden eintreten. Bei solcher Gesinnung muß die Minorität in Deutsch- land auf Recht«!chutz dringen. Den finden wir nur, wenn da« geme'me Rech» für unt All« gilt.(Beifall im Zen- trum.) Sonst wäre Herr oon Kardorff sehr leicht im Stande, mit seinen vrotestantischen Freunden jeden Augenblick Ausnahmegesetze zu dekretiren. Ein Katholik, der bei Srnneu ist, kann nie für die dauernde Au«wersung«maßregel stimmen. So sehr ich bereit bin, auf die Gesundheit de« Reichskanzler« Rücksicht zunehmen, so haben winhn hier doch nöihig. Unser» Bischöfe haben auch unter einem Autnahmegefttz geliitm und find au« Deutschland verftiebrn worden. Darüber ist kein Zweifel: ein Ausnahmegesetz auf di« Dauer bekommen Sie von ZentrumSmännern nie!(Beifall im Zentrum.) Abg.». Kardorff: E« ist wunderbar, daß der Abg. Windihoist sich heute so gegen Nutnahmegesetze sträubt; vor einigen Taaen würde er ein AuZnahmeglsitz sehr gern akj«ptirt haben. Abg Mittdthnrst: Der Antrag v. Huene erstreckte sich auf die gesammte Geistlichkeit, auch auf die protestantische, n-ennonitrlche, isroeiiniche. Wer hat die Annahme des An- traize« verhindert? Herr v. Kardoiff und feine Genossen! (Sehr richtig! rechte) Will er uns ein Ausnahmegesetz vor- werfen, da« er uns selbst aufgedrängt hat? Wir sind auch j'tzt jeder Zeit bereit, für alle Konfessionen zu bewilligen, was uns dewilligt ist. Ich denke, Herr v. Kardorff wird j-tzt ein Brechen in sich gehen und feine Worte bereuen.(Hriteik-it.) Uhr Kardorff: Ich erkenne vollständig an, daß der Abg. Winochvrst die Abficht hatte,'der cvongelisiben Kirche ei« Ausnahmegesetz zu oklroyiren, da« die evangelische Kirche und Griftlichkert durchaus nicht wollte.(Sehr richtig! rechts.) Abg. MindtHorstr Ich muß dagegen protestiren, daß wir irgend Etwas Höllen okiroyiren«ollen. Unser Antrag stellte die Sache in das freie Belieben. Daß die evangelische Kirche anderer Ansicht ist als wir, das bleibt übrigen« noch zu be« weisen übrig.(Wi'erspruch recht«.) Hierauf wird§ 2 nach den Beschlüssen der Kommission angenommen. N'ch§ 7, Al. 6, bezw.§ 10, AI. 2 des Gesetzes von 1878 findet gegen Verbote von Vereinen und Versammlungen die Beschwerde nur an die Aufsichtsbehörden statt. Die Vorlage w ll diese Bestimmung in beiden Fällen in Wegsall bringen, so daß hinfort auch die Klag« im Vcr- waltungsstrenverfahren zutäsfig ist. Die Streichung der beiden Absätze wird ohne Debatte be- schlössen. § 11 Al. 2 soll nach dem Vorschlag der Kommission fol» gend« Fassung erhalten: Bei periodischen Druckschriften kann das Verbot sich auf das fernere Erscheinen eist»ecken, so bald innerhalb eines Jahres nach einem auf Grund dieses Gesetze« er- folgten Verbote einer einzelnen Nummer ein ferneres Verbot erfolgt. Abg. Aietz-Hamburg(Soz.): Der Kowmiffionsvorfchlag ist keine Verbesserung der Vorlage. Einige Fälle aus meiner E fahrun» werden Ihnen zeigen, wie dieser Paragraph in Bezug auf die sozialdemokrattsche Presse angewendet worden ist. Die von mir in Hamburg herauSgeaebene»Gerichts- Zeitung�, die sich innerhalb der vom Gefitze gezogenen Grenzen gehalten, aber allerdings in entschiedener Weis« gegen den Zollanschiuß Stellung nahm, vnficl dem Verbot wegen eines Aitckei«, in dem das administrative System der Ver- fch-ckung wegen politischer Vergehen Verurthellter in Ruß- land angegriffen wurde. Außerdem wurde die gesammte Redaktion, Expedition, fünf Setzer, sogar der Krsselheizer und meine Wenigkeit ausgewirsen.— Später wurde die»Bürger- Zeitung', redigirt von Johannes Wedde, die lange Zeit von der Behörde in Ruhe gelassen war, plötzlich wegen eines Harm- losen Arnkel« unterdrückt und über den Redakteur ohne Angabe von Gründen die Ausweisung verhängt. Der Mann ist jüngst im Exil gestorben, aber 30-40 000 hamburgische Arbciier Naben den Tobten eingeholt, um ihm sie letzte Ehre zu erweisen. DerPoli- ze'chef, Senator Hachmann, scheint vor dem Tobten eine gewisse Scheu gehabt zu haben und hat ihn hineingelassen. Wenn jetzt im dritten Hamburgijchen Wahlkreis der Sozialdemokrat mit ge- waltiger Stimmenzahl siegen wird, so hat Herr Wörmann, so- bald er seinen Durchfall erlebt haben wird, sich bei Herrn Hach- mann zu bedanken für die außerordentliche Agitation, die er dafür geleistet. Ein Sonntagsblatt, das als„Stadt- und Landbote' m Arbeiterkreisen gegen billiges Abonnement ver- dreitet wurde, fiel, als die»Büig�r-Zeiiung' verboten wurde, sofort mit in da« Verbot hinein. Die Folge davon war, daß in jenen Kreisen statt de«»Stadt- und Landboten' der»Sozialdemokrat' gelesen wurde; und so wurde Herr Senator Hachmann der beste Agitator für den»Sozial- demokrat'. Da« Verbot de«»Stadt- und Lindboten' wurde damit begründet, daß derselbe als B-'lage gratis der»Bürger- Zeitung beigegeben wurde.— Nach dem Verbot der»Bürger« Zeitung' erschien in Hamburg ein andere« Arbeiterblatt»H-m- burger Rundschau', das nicht von einem Sozialdemokraten, sondern einem Fortschrittsmann, Herrn Grüning, herausgegeben wurde. Herr Hachmann verbot es al« Forts tzung der„Burger- Zeitung' und rief gleichzeitig die Staatsanwaltschaft gegen dm Herausgeber wegen Fortsetzung einer verbotenen Druckschrift an; das Hamburger Gericht hat sich aber darauf nicht eingelassen. Die Strenge der Behörden gegen die Haindurger Presse ist um so weniger gerechtfertigt, als in Ham« bürg Alle« in bester Ruhe verläuft. Erst vorgestern hat Herr Bebel dort in einer großen Vetsammluna einen Vortrag ge« halt-n, ohne daß eS zur geringsten Ruhestörung gekommen wäre. Die außerordentlich Harten Maßregeln find also in keiner Wus« gerechtfertigt. Herr o. Puttkamer erscheint als ein wahrer Biedermann gegenüber diesem republikanischen Senator, der in solcher Weise niedrigm Klassenhoß fördert.(Vizepräsident von? Unruhe bittet den Redner, von solchen Aeuße« rungen gegen Personen, die außerhalb des Hause« stehen. Abstand zu nehmen.) Ich wollte nur sagen, daß man wünschen müßte, daß ein Mann an solcher Stelle Herr seiner Leidenschaften ist. All- Pacleien in Hamburg stimmen mit mir übcreln daß hier viel zu wert gegangen worden ist. Die Reichs- kommisfion hätte sich übrigens etwas schneller an die Erledi. gung der Beschwerden machen sollen, um die Betroffenm au« dieser Situation zu befreien. Verboten wurde femer eine Ge- schichte der Kommune in französischer und deuticher Sp ache, obgleich dieselbe nur eine objektioe Dar- stellung des weltdebeutmden Vorganges giebt; ebenso Herwegh« neue Gedichte und Bücher, die vor Erlaß des Sozralrstengesrtzes zehn Jahre auf dem Markte gewesen find. W-N" man Lbedenkl, daß die Gewerbeordi'ungs-Paragraphm, da« Preß» und Strafgesetz gegen die Sozialdemokratie in au«- gedehnterem Maße jetzt zur Anwendung kommen, so ist es un- faßbar, wie man» dazu noch da« Sozialistengesetz braucht. Woher die Furcht vor unserer kleinen Schaar und unserer Presse. SS kann nur sein, weil die Wahrheit e« ist, d,e in der Arbeiterp.esse hervortritt. Geben Sie der Wahrhnt die Ehre und schaffen Sie da« Sozialisten- gesetz ab! Dann wollen wir sehen, unsere Absichle» auszu- tleichen, und wer dabei den Kürzeren zieht.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Kuleman«: Die Aenderung der Kommisfion, daß zwischen dem erste» und zweiten Verbot einer Nummer einer Zeitschrift, nach welchem dann die Unterdrückung erfolgen kann, ein Zeitraum von Höchstens einem Jahre liegen muffe, mt- spricht der Billigkeit, weil sonst auch nach erncm 20 Jahre später erfolgenden zweiten Verbot da« Blatt gleich gänzlich unterdrückt werden könnte. Die Bestimmung, wonach die Stellen, welche zu dem Verbot geführ, daben, in der brtreffinden Ver» fügung angegeben werden sollen,«st deshalb gerechtfertigt, weil die Anfuhrung der Grün de allein später die Aushebung des Verbot« bri vnzulängl'chkeit derselben herbeifühien könnte, obgleich die detrrffenden Stellen der Zcilschnft sachlich sehr wohl da« Verbot rechtfertigten. Im Ganzen wollen wir un« auch bei diesem Gesetz so wenig wie möglich von der Basis des gemeinen Recht«, in diesem Falle dem Preßzesetz,' entfernen. Wir wollen deshalb auch, daß die Frist zwischen der Beschwerde und der gänzlichen Unterdrückung nne« Blattes so bemeffen wird, daß inzwischen die Enlschndung über die Berechtigung der einzelnen Verbote erfo gt sein kann. Abg. Kingen: Ob die Vorschläge der Kommission p-ak- tisch wirksam sein werden, wird erst die Handhabung de« Ge» setzeS durch die diskretionären Behörden entscheiden. Denn diesen überliefert der Reichstag die Partei, zu deren Vernich- tung da« G-fitz ja gemacht ist. Auch mit der Bestimmung, daß ein zweite« Verbot der gänzlichen Unterdrückung vorhergehen muß, ist nichts gewonnen, denn das zweite Verbot würde immer unmittelbar dem ersten folgen. Auch die Bestimmung, daß das zweite Verbotinn erhalb eme« Jahre« erfolgen muß, wird umgangen werden können. Nach 20 Jahren wird man überhaupt über eine solche Gesetzgebung, wie die vorliegende, nicht mehr b,S- kutiren können. Welche Folgen gerade die Zuläjsigkeit des Verbot« von Zeitschriften hat, zeigt die Thatjache, daß von 1378 bis 1888 nicht weniger als 1299 periodische und nicht periodische Bruckschriften unierdrückt sind. Die wirthschaftliche Vernichtung einer Reihe von Personen, wie Verleger, S-tzer, Falzer, Austräger, dc« Redaktion«- und ExpediiionSpwsonals, geht so Hand in Hand mit der politischen RechiioSmachung. Alles fällt unbarmherzig dem Sozialistengesetz zum Opfer, zahllose Menschen werden in Roth und Elend gestoben. Nur die innerhalb der sozialdemokratischen Partei best.hende Soüdarität vermag durch materielle Unterstützung der Genoffrn einige Linderung zu schaffen. Einer der Haupivotwürfe gegen unsere Partei desteht darin, daß sie den Meineid predige und ver- berrliche. Auch der Abgeordnete Kulemann hat früher diese Behauptung vtrbreitet, indem er aus einer Broschüre eine« Herrn Hammann Stellen vorlas, die er nicht glaubte anzweifeln zu müssen. Iii, habe schon früher der sächsischen Regierung gegenüber die Unricht-gkeit solcher Behauptungen nachgewiesen, und auch die vom Abg. Kulemann zitirte Stelle aas dem»Sozialdemokrat' iaulet ganz ander«, als er sie zitirt hat. Auch von Mitgliedern der konservativen Parteien und von RegierungSoertretern wird die Behauptung, al« billigten wir den Meineid, fortwährend wiederhol». Ick rnöckie dringend bitten, mit dicsem Unfug endlich aufzuhören. Hnr Kalrmann Hit auch au« einem Berliner Blatt, der»VolkStribüne', d>n Nachweis erbringen zu können geglaubt, daß wir Anarchisten seien, in- dem dort Herr Neve als ein Ehrenmann dezeichnet wird. Ich kann es mir aber kehr wohl denken, daß ein Mann durchaus ehrenhaft ist, obgleich er der anarchistischen Anschauung huldigt, die wir durchaus nicht theilen.(Unruhe rechts.) Der An- archiSmuS ist eine Welianschauung, wie andere auch, und solange ein Vertreter dieser Anschauung sich nickt ehrenrühriger Ver- brechen schuldig gemacht hat, hat er das Recht wie jeder ar.drre Mensch anerkannt zu werden.(Hört, hörr! recht«) Wir aber bekämpfen eher die anarchistische Anschauung, als daß wir ihr huldigen; wir kämpfen aber g-gen Ideen, nicht gegen Personen. Die in St. Gallen angenommene Rrsotution deweist deutlich, daß die Sozialdemokratie dem Anarchismus feindlich gegenüber steht. Wtnn die Herren von der rechten Seite So-ialbemo» kratie, Anarchismus, Nihilismus und Alles, was gegen Absolutismus und gegen den Polizcistaat ankämpft, in einen Topf werfen, wünsche ich Ihnen viel Vergnügen dazu. Der Bevollmächtigte für Baden hat ebenfalls es für nöthig ge- halten, Ihren hier das rothe Gespenst der revolutionären Sozialdemokratie vor Augen zu führen. Er hat in der ersten Lesung in Ver'.heidigung der badischen B-hö-den, die ange- griffen worden waren, weil sie nach unserer Auffassung zu Un- recht Flugblätter und Zeitunzen oerboten hatten, gesagt, ein Flugblatt hätte verboten werden müssen, weil es in geradezu schamloser Weise die besitzlosen Klassen gegen die b.sitzenden aufhetze, und er fügte hinzu, daß in dem Flugblait der Satz vorkomm«, die Volksvertreter thäten nichts Andtre«, als das Volk zu unterdrücken, auszudeuten und zu miß- handeln, und das geschehe alles auf Kosten des Geldbeuteis, der Freiheit und des Rechts der armln Leute. In beiden in- kciminirten Flugblättern steht von diesem Satz nicht das Geringste. Fe-ner sprach Herr von Marschall von der Aus- lösung einer Versammlung, die erfo'gt sei, weil der Redner, der Parteigenosse Geck, gesagt habe, es sei eine wahre Schande, daß man zur Stlaoendesrciung in Ostafrika Geld gebe, während bei un« Tausende und Abertausende in Sklaven- fesseln schmachteten und die deutschen Gerichte so und so viel unschuldige Arbeiter alljäh-lich inSZuchihauS bringe-'. Ich kann im Namen meines Parteigenossen G-ck erkioren, daß er dielen Satz in der Versammlung nicht gesprochen. Hätte er es gechan, so würde selbst in dem liberalen Mufterlande Baden sich ein Staats- anmalt gefundm haben, der ihn zur Verantwortung gezoaen hätte. Der ladische Ministerialdirektor Eisenlohr hat den Be- vollmächtigten für Baden im Landtage in Schutz genommen, dadurch, daß er sagte, Herr von Marschall hätte ja nur au« dem Gedächtniß zitut. Em Veltreter der verbündeten Regie- rungen muß sich seiner Verantwortung bewußt sein und sich auf frMifrN*(RphnAinik nwloff�n Inuncn. 5t)py 8 1 1 rniTT mtf#«ntrt»n tm treueres Gedächtr.iß verlassen können. Der§ 11 will mit einigen Abweichungen das bisherige Verfahren verewigen. Mögen Sie e« thun. Sie werden dadurch nur bewirken, daß wir nach den nächsten Wahlen in einer Zahl hier aufmarschiren werden, welche Jhrm Respekt vor uns noch vergrößern wird. Wir find stärker als das Sozialistengesetz und wir werden beweiten, daß wir das Sozialistengesetz überdauern. Badischer Bundesbevollmächtigter t». Marschall: In meiner amtlichen Eigenschaft habe ich die Pflicht, den Vor- wurf, als hätte ich falsch zitirt, energisch zurückzuweisen. Ich habe in der ersten Lesung ausdrücklich betont, daß ich da« Aktenmaterial nicht zur Hand hätte, und aus dem Gedächtniß zitiren müßte. Ich habe nicht zOiren, fonvern nur den Ja- halt jener beiden Flugblätter wiebergiben woll-n. Wa« den ersten von Herrn Singer vorgebrachten Satz betrifft, so steht der zweite Therl dieses Satzes nahezu wörtlich in diesem Flug- blatt. Daß aber da« zweite Flugblatt wirtlich kerne andere Tendenz hat, al« zu behaupten, daß die deuksche Volksvertre- tung das Volk unterdrücken und ausbeuten wolle, geh! an« dem Erkenn'.niß der Reichikommisfivn, welche da« Verbot be- stäligt hat, unzweifelhaft hervor. Was die Rede des Redak- teurs Geck andelnffi, so habe ich einfach den amtlichen Bericht wiedergegeben, den der überwachende Po izerbeamte niedcrge- schrieben hat. Wenn nun Heir G-ck dehsuptet, daß er da» nicht gesagt hat, so steht AuSiage gegen Aussage und ich über- lasse Ihnen, für welche Sie sich entscheiden wollen. D»e Ver- hanbtangen in der badischen Kammer hätte yerr Singer zu keinem Vortherl mit Schweigen übirgehen können, denn die Jntei pellatio» Muser ist eigentlich recht kläglich im Sande ver- laufen. Von 32 Anklagepankien gegen die badische Regierung find nur 3 als begründe! erachtet worden, wo es sich um Auf- lösung und Verbote von Versammlungen handelt. Daß im Ein- zelne« Mißgriffe voikommen, haben wir längst gewußt, dazu de- durfte es te.net Muser'ichen Broschüre und keiner desonderen Erwähnung de« Herrn Rickert. Um 5 Uhr wird ein Vertagungsantrag des Abg. Munckel abgelehnt. Abg. o. Kardorff: E« hat mich gefreut, daß der Abg. Singer gesagt, daß auch der Anarchismus mit geistigen Waffen bekämpft werden müsse. Wir weroen diesem Anerkenntiiiß die weiteste Verbreitung im Lande verschaffen. Der Vcrsuch der Sozialdemokraten, sich als einzige Schutzvehr gegen den Auarchikmus hinzustellen, steht auf gleicher Linie mit dem der Freisinnigen, sich al« Schrtzwehr gegen die Sozialdemokratie Hinzusteven.(Beifall rechts.) Abg. Kulemann giebt dem Abg. Einger zu. daß dieser nicht die Anlchouungen de« Anarchismus«h-ike. Da« schließe aber nickt aus daß sie von anderen Mitzttedern der sozial- demokratischen Partei geiherlt werden. Redner weist darauf den Vorwurf, al» hätte er in der ersten Lesung sozialdemokca- tische Preß st, inmen, in denen der Meineid zu politischen Zwecken verherrlicht wird, falsch zitirt. Abg. Rickert: Es ist meine Sache, hier vorzubringen, was ich für richsig halte. Von den Vorkommnissen in der badischen Kammer scheint Herr v. Marschall keine Ahnung zu haben. (Lachen rechts.) Herr Eisenlohr hat dort zugeben muffen, daß das Sozialistengesetz wenigstens zum Theii nicht in richtiger Weise zur Arwendung gekommen sei. Mit dem Ergebniß der Muser'ichen Interpellation können wir zufrieden sein, Herr v. Marschall nicht. Badffcher Bevollmächtizter o. Marschall: Wem« euS dem Gedächtniß zitirt habe, so bade r» doch beale�- ich richtig zitirt habe.(Sehr richtig! recht») Ick% also nicht mit einem schwachen Gedächtniß eni!»' sondern gezn-tt, daß mein Gedächtniß ganz gut H«rr R ckert jetzt mit den baiischen Zuständen z> ich bin es auch—, so kann ich das mit Freude (Heiteikeit.! Abg. Rilllvrt: Herr v. Marschall hat nicht rchtig wie die btiien Ftuad ätter beweisen.(Rufe recht«: nrnr!) D-n.n steht Bebaup.'ung gegen Behauptung Marschall war schon ftüher mtt den badijchen Zastanock-jß ckl'ge Weiten I wge, ob D l'e! behau gesiehen feini ... fi«: iSanwall d'ckNttN, r 'nftilos. 3 «rrec Witte «1« mcht a £ INR to ?uf Vo; friede», �wft noch nicht, aber jetzt sini�wir ,S Berde� �(«r legen sog Badischer Bevollmächtiatcr v. Marschall: ll« R ckcrt klarzumachen, was' ich eben gejagtt'müßle ich miimi? ar.w----''"'......—'"J* T|irO| Jt mit bist Rede nvitmals hätten, wmauf ich"'bei"dec�Geschäft«� �i� ß Bäck-' Hause« verzichte.(Hetterkett.), u Becker, um f Abg. Singer: Herr von Kardorff scheint»chm, es ni berühmten Maft.r des Polizeiminister Napoleon« k-, zu dro zu handeln, der nur drei Worte von Irin: �e- tlen o brauchte, um ihn an den Galgen zu bringen.«len würde. Anficht, daß Jemand, der Anarchist ist, dabei M!%#« chren verther Mann fein kann, halte ich die Daß»ch damit den Anarchismus oerlheidigt Haie, � und -*>140!u) vumu wen»(nuafisinwö yuvw � Legendenbildung, die ebenso verfliegen wird wie die re«,%,'»-„leue kanzler« aus der Behavpluag meine» Freunde« Bebel u* fi«, baß< russischen Zubände. W«r find prinzipi'll« Gegner de»»cht D.olui lUSkm---mm chismu«(Lachen recht«), da« beweist jr der Parteitage«. Herr Kulemann hat den»Sozialdemokrat� du? falsch zitirt, derselbe hat nicht den Mesveid der Part���Miich die du empfohlen, sondern ihn nur unter Umständen ei so scharfsinniger Jurist wie Herr Kulemann sollte walt g'N Unterschied machen können.. Um 5) Uhr wird«in VertaaunxSantrag angenosw� Schluß St Uhr. Nächste Sitzung Donnerstag t« (Sozialistengesetz.) ms Dtrozeff Mitte-Arn?. Vor der 99. Abthiilung de« l.. Schöff-ngerrchiS stand gestern in der bekannten Klazeia-l. « Pfarrers Witte gegen den R-kak eur der Etöcker'fchen »Das Volk', Hans Leuß, abermals Termm an. frühere Termine find vertagt worden, der letzte aus dem@ weil versucht werden sollte, die Anaelegenh it auf flr Wege au« der Welt zu schaff». Nachdem dies nm standen sich die Gegner abermals vor dem Sckoff� aegenüber. Den Vorsitz im G-rcktshofe führte Akk°�, Hirsch, den Kläger vertrat RechtSmwalt Munck«� Angeklagten Rechtsanwalt Raetzel. Der Angeklagt«� beschuldigt, durch 5 Artikel de«»Volk', welche im 9% März und Mai erschienen sind, den Pfarrer. sx beleidigt zu haben und zwar durch Behauptung weislich wahrer Thrtkachen, weiche geeignet find, den- in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen. Die% n«, läge der ganzen Streitsache bilden noch immer die Vorga»� Jftinlii dem Prozeß Stöcker- Böcker und der Zwiespalt zwisch�A ange» 1 N I Tnnil'new * K w. r Pastoren Witte und S.öcker über das Volhandenstt«« N'chtvorhandenkem eines Stöck r'scken Briefe«, welcher w Erkenntnisse de» genannten Prozesse« eine Rolle spieitfl Schritte, welche Pfarrer Witte i.eqen den Hofprediger � unternommen, haben der Zntung»Volk' Anlaß»u jenen � gegeben welche außerordeailich heftige Angr.ffe gege««.' richteten. Der 28 jährige Angeklagte, welcher»««M wegen P ißdeleidiguna vorbestraft ist, erklärte, die qu. Artikel zum größten Theil von ilm selbst ges� seien. Dieselben imputiren dem Pastor Witte, daß er kränkte- E telkeit und deshalb weil er sich für den«i«*#5 }«nnt i» iu ud out K? bolte, einen aiftigen Groll gegen Stöcker gefaßt habe. Witte'schen Broschüre seien»dreiste Unwahrheiten'«fl'J,(J und von dem»Schwind«' a es wird von sprachen, den Broscküre sei V-rfosser sei fichtlich die .Niedertracht............. »die Bosheit mit der Dummheit' treibe. eine»Schmähschrift niedrigster Ordnung;) fichtlich 6« Wanrhett verdreht', er sei von �; Pig. testomentarischem Haß' erfüllt, welcher ihn ve'b>� noch klar zu denken it. ic.— Nach ii0, den der Artikel_._____.____ de« SlretteS Stecker«Wüte zurück und verl<�. � ging der �Vorsitzende auf Stelle au« dem Erkenntnisse Slöcker-Böcker, welcher .. U D-ohkrief Bezug bat, welchen Slöcker an Witt« geschrieben I J soll. In der Presse wurde späier bekanntlich behauplefi das Gericht sich in Bezug auf die Beweiswürdigung' habe, da ein solch« Brief gar nicht'xistrre. Spesi«u die» auch Hofpredig« S-öcker in der Abwehr gegen' I« b Sreifi de« Hum Üi ein»giftig« Patqaillschreider, welch«:\ Wabrhett verdreht', er sei von" lr --«f « des Abg. Crem« behauplet. Auf Befragen des Vorsitz giebt Pfarrer W tie zu, daß er bei sein« Autsage i«, Bäcker'ichea P ozesse einen Blies im Sinne oehabt habe, Holprediger Stöcker am 22. April 1885 an schrieben hat, nicht aber einen, welcher schon im 1878 au« Anlaß der Cäiar Wollheim'schen* fiaze arschrieben wäre.— Nach Vttlesung de«. kannten Briefwechsels zw'scken Siöckec und Witte üb» Art und Weise, wie sich Hofpredrger Stöcker über de» J des Witte'schen Z ugnrssrS in dem Bäcker- Prozesi«� onentiren suchte,«klärte Psarr« Witte, daß bei\..j Vernehmung im Bäcker. P ozesse und bei fein« davt"� Vorlesung au« dem qu. Siöcker'jchen Briefe er nach g Datum de« Drohbriefe« gar nicht gefragt worden f«';� habe damals sogar Sorge gehabt, daß dies etwa ge'�tz könnte, denn»ach seinem Ennfinden konnte e« nur dew� lastender für Hosprediger Slöck-r sein, je näher der 0tt«U Termine tag. D« Angektagle Leuß suckt- daz gen darjU»� (YlfATr#*' hrtmolÄ �err.» /»ttÄ i, daß Pfarrer Witte damals eine wichtige Stelle au« j»reM nicht mit verlesen und kväter bei seiner Veiöff' de« Briefwechsels in der �Nardd. All». Ria.' auck will''-, D % Ife :r A'S » de« Briefwechsels in der„Nordd. All». Ztg.' auch toin----- einen Brief Stöcker« unradrückt habe.— Der Befja-P J ,«« h», eine« d« Artikel, daß« sich zum We-kzeuge von Beftre »ur Beseitigung d« hochkirchlichen Richtung hergegedcN, sprach der Kläger en«gisch. Er sei ein konservativer und � dox« Pfarrer, habe zunächst bei d«»Kceuzztg.' ai»atk>opl', «st als« die Thören daselbst v«schlossen fand, sich** i „Nordd. Allg. Zig.' g'wandt. nicht al»„Kanzler'. Blatt,.j der» als ein h r vorragen des O gan innerhalb der konser»-. Parter.— Rechtsanwalt Raetzel behielt sich über a, Punkt Anträge zum Beweise der Wahrheit vor.—'P i weiteren Behauptungen eines d« Artikel betcffl, Pastor Witte vom Konsistorium einen Verweis habe und da« Disziplinarverfahren schon damals ihn eingeleitet worden fei, erkimte t>« Kläger, davon gar keine Rede sei. Da« Kor.fistorwm had«, Beschw«de des Hospredigers abgewiesen und nur durch da« bewußt unvollständige Material, woraus si»„:f predig« Stöcker stützt«— ihm(Wirte) da« Sentimeni � sp-ochen, daß e« loyal« g-w.sen wäre, wenn er au» J fünften Bttet Slöcker« veröffentlicht härte. Spät«\f jjf vom Evangelischen Oberkrrchenrath ein Verwer« erlhett' r l den.— Ein weiter« Artikel wnft dem Kläger vor, DyJ Urg",-- Renitenz gegen den Evangelischen Kirchenrath aezeist h�.jst der Angeklagte Leuß dehauplet« die» auch im Termin. Witte verwahrte sich gegen diesen Vorwurf;« habe f«' ständlich nur glauben können, daß ihm da« Verfechten Sache in den Zeitungen untersagt werden srllie, nicht Broschüren, denn« halte c« für unmöglich, daß ihn Mr* gesetzte Behörde habe vollkommen mundlodt machen w"" s % »t« es einer Engel ter inkr.m nirten Äeudsbotm ......(Nt l bch fe 'S' g anwa -ihrifiT'> t~---:.r._ d,e positive 'Nsteüe m,b A* fn' �wMkn-morden WWW jn Iabre 1878 nicht nur Grünedcrg v�ranloßt %«*. lipiomatischem Geschick benutz', um .Der Zeuge Grüneberg ist nicht Mg. mg des, i an iä dem t auf BJ lies mi. SchM te Ast-f tuncke--� ngeklagl«. i* im 0%, Pfarrer Tx lung 11% ie Vargl was Aan Hcmi" Witte zum Vorwurf machen W f)lrlQft' daß er bei Inner Vernehmung OOfttr�htrt«*« ACT»«« fafl*" rt®' ?n c"0Bv,<,: bet snuer Vernehmung im Bäckerproz-sse rJ'l, nj(lA.� �r ß!r Stöcker allzu sehr geschont habe. Der «'In SJn�A ttr Herr Hofpredigec an srinen Amttbruder vor dir, L«schneben, beweise nur wieder da« staunens» F*( �? Üülmt des Herrn Stöcker, denn derselbe pi(%."'02,sien U fl"? verl«0, � •Ich«-u-L op yy �-v--—- v-TT v-v ii �ttchtZanwult Raetzel protestirte dagegen, daß gewissermaßen als eine Sache Witte.Slöcker ! letzterer habe mtt den inkriminirien Artikeln Holnr-bj,*li, thun, ja, er könne sogar vnstch«n, 5? Kiäver Stock« die Artikel sogar gemißbill-gt habe. �»r b„.!t Tb°* sich d« Ueberzeuxung nicht verschließen, ch du Bruchstückweise und ohne Angabe des au» dem Briefe den aßt und damit den günstigen Ausgang veischuldet hat. Aus dem ien den Hofprediger , vu-..........-----..... i ein ein unchcist- � föW' die Art und Weil«, wie derselbe seinen ihm in der That viel Verblendung und könne wst, noch den Jntnessen seines AmtrS dienen. konre Pastor—..... d-s Pfarrers Witte geg....... �er Haß u?" �?us(ein« Bio/ckiüre sprudeln ein unchcist i n?? f&ftf r daM-UA t nach> den so-t�t ?iE r Brie Ä 1 bOTiljSj aS? �qenb oi«"V vv'.*lu ß. � SBolivS.««.yt'l Vti*Mevjjv»»««vv r�ttutoth,?! beruhen, daß dielelden durch tie üb« alles Maß fester zp,bm Angriffe W-tte's veranlaßt seien und som-t oi!�auna«??.,?�vß in der Fo.m vorliege. Ukbecd-eS s«cn °'l»hvt h°h, gemacht, die Pfarr« Witte aber rundweg Munckel bestlitt, daß sein Klient roa 2"% bcf-7l.■®ad getrieben worden, ein solcher unchristlicher � w Z*** Diejenigen, welche die Möschen versolgen, -uuoen stnb. � j&t Kläger als auch der Angeklagte nahmen noch v Ausführungen das Wort. Hur Leuß versicherie ee?-.d°ß Hospredi—- �ktldobe«, de "23 II Seba-P� lek'-p" 1« Stock« die Artikel nicht mlfaßt hat »i�'le v°d e« von seinem Standpunkte aus du 4l mehr e 1,8 wenn er geschrieben, daß Pastor Witte r, Veh.i0*>,u denken vermöge. /f'« dabin � Berathung erging das Urtheil des Genchls» i'�ige,- L der Angeklagte Leuß der Beleidigung des v�gnis schuldig und deshalb zu 15 Tagen Ge- iU Drmr W 5Irfiff?r frt fiifitf* hrr �roz,J%�"bracht«achtet, die Vorgänge, welche zu �»Reicht lint, naher zu bel-uchten, um zu prüfen, od m 4 SßWWSWK HMWW tenLf 5t((Jnann �nwpfer wurde einem Berliner Kriminal. Sl s- »»-Wt s»IV»» v».»»■*fVVV*Vt»V*. V»/ V,, i-r Sitzung auf seinen allzugroßen Denun- Ein alter würdiger Herr detrat die Anklage- dank, cS war ein Gastwirih— d« Ram« thut nichts zur Sache—, der ein polizeilichrsSirafmanbat wegenUeberschreitens d« Polizei- stunde«halten und dagegen Einspruch«hoben hatte.„Sie würden besser thun— meinte wohlmeinend der Vorfitzende—, den Ein- spiuch zurück, uziehen und die paar Mark zu bezahlen, Sie machen sich sonst«st unnöihige Kosten!"—„Das kann ich nicht!— erwiderte der Angeklagte— da ich vollm unschuldig bin!"—„Nun, wie Sie wollen— fuhr der Richter fort— wir werben ja sehen! Erzählen Sie den Sachvnhalt!" Und der Angeklagte«zählte, daß er bis zwei Uhr Nachts Polizeistunde b-be. Emes Abends habe er kurz vor zwei noch mehrere Gäste im Lokal gehabt, die sich mit einander stritten. Um den drohenden Streit im Keime zu ersticken, habe er schon vor zwei Uhr Feierabend geboten und die Jalousien Herabgelassen, damit neue Gäste nicht mehr eintreten tonnten. Da die eine der streitenden Parteien aus vi«, die and«» nur aus einer Person bestand, habe« die«stere zum Hausflur h naus- und von dort auf die Straße gelassen, den einzelnen Herrn habe er bewogen, noch einen Augenblick zu warten, damit der Streit sich mchi auf d« Straße fort- fetzm sollte. Do sei, genau eine Minute nach Zwei, der Schutz- mann— vom Wächter in das Haus eingelassen— in das Lokal eingitceten und habe ihn ohne Weiteres aufgeschiieben. Der Schutzmann war al« Zeuge zur Stelle und deponirte, daß er die Straße mUang gekommen sei und ge- sehen Hab», wie m-hrne Leute au« dem Lokale auf die Straße gelassen wurden, die ihm auf Befragen erzählten, daß der Wirth noch Gäste im Lokale habe. Er habe sich vom Wächter da« Haus schließen lassen, sei in das Lokal gegangen und habe dort lhatsächlich noch einen Gast vorgefunden, weg- Haid er die A- zeige«stattet habe. Nuvmehr entspinn sich folgendes Verhör: Voifitzend«:„Wie spät war e«?"— Schutzmann:„Mindestens 3 Minuten nach 2 Uhr!'— Vorsitzend«: Wußten Sie, wie lange d« Wirth Konzession Hot?"— Schutzmann:„Nein!"— Vors.:«Hatte der Gast den Ueberzuh« an und war er bereits zum Gehen b«eit?"— Schutzmann:„Ja!*— Vors.:„Hatte der Gast noch Bi«? Schutzmann:„Nrin!— Vors.: „Nun sehen Sie! Da gehm Sie hinein, ohne sich zu «kundigen, wie lange der Wirth Konzession hat. Sie sehen, daß nur noch ein einziger Gast an- wesend ist, der bereit« geben will, auch kein Bi« mehr hat, das Lokal ist bereits geschlossen und da denunziren Sie drei Minuten nach Ablauf der Polizeistunde! Sie sollten doch bei Ihren Anzeigen etwas vorsichtiger zu Werke gehen, denn Sie machen uns dadurch nur unnölhige ArbertZiast und dem Staate Kosten!"— Der Angeklagte wurde natürlich freigesprechen, draußen ab« frug d« Schutzmann den dienst- thuenden Boten, wie der Vorfitzende des Gerichtshofs heiße, denn„eas losse ich mir nicht gefallen, ich werde mich bei meinem Pcäsidenten beschweren!" Er erreichte damit ab« nur, daß gleich darauf die Umflehenden den CoupieiSrefrain fingen konnten: Wir hobm lange nicht so gelackt!" Der Dr-sest wegen Kierpiantscherei gegen den früheren Pächter des Restaurants„Zum Gambiinus" in der Friedrichstroße, Fritz Walterftein,«fuhr gestern eine neue Auf- läge vor der HI. Strafkammer des Landgerichts I, da d« Staatsanwalt gegen das frühere freisprechende Eikenniniß mit the'lwrrsem Erfolge Rivision eingelegt hatte. Die Anklage ze- fiel uisprünglich in drei v«ichiedcne Punkte. Der Be- schuldigte soll angeordnet oder doch mindesten« gelitten haben, daß Gläser mit Bockbier, welches in feinem Lokale für 25 Pfennige verkauft wurde, mit hellerem Bi« des nur 15 Pf. kostete, aufgefüllt wurden, wenn Gäste solche Gläser als nicht h nrcichend gefüllt, zmückwiesen. Der zweite Vorwurf wurde dem Angeklagten dadurch gemacht, daß er eine Mischung von Bockbier und Hellem Bt« hergestillt und diese Mischung al« Ersatz für das ebenfalls zum Auischank gelangte GambrrnuSbtäu verkauft haben soll und drittens deschuldigte ihn die Anklage,� daß er bei dem früheren Schlüsse seiner oben belegenen Lokalitäten die noch auf dem Fasse befindlichen Binreste in Krüge gießen, fie nach unten schaffen, mit anderem Bier ausfüllen und den dort noch anwesenden Gästen vors»tz°n ließ. In Betreff der beiden letzten Punkte hatte da« Reichsgericht das freisprechende Grkoinimß aufgehoben. Der Angeklagte gab den dritten Punkt der Ankiage zu, bestiitt ab«, daß die« erne unreelle Handhabung sei, dnm da« mittelst F-hi stuhl von der oberen nach der unlercn Etage gel ch äffte Bi« sei tadellos gewesen und sofort vnkauft norden. In B-treff des zweiten Punkte« bestritt der Beschuldigte entschieden, baß er eine derartige Mischung gebildet habe und stell!» unter Beweis, daß er ftimm Personal auf das Energischste eingeschäist habe, irgend welche Ungehör-gkeilen sofort zu sein« Kenntniß zu bringen. Wenn ernige der Zeugen dies auch bestätigten, so bekundeten doch eine Kussirenn des Angeklagten und ein von ihm entlassen« Kelln«, daß Walterftein die er- wähnte Mischung angeordnet habe. Der Staatsanwalt breit deshalb den Angeklagten in beiden Punkten für übnsührt und beantragte gegen ihn eme Geldstrafe von 150 Mark. Der Vertheidrg«, Rechtsanwalt Arndt hielt das Belastungsmaterial nichts für ausreichend, um daraufhin eine Vorurrheilung begründen zu können, er plaidirte für Freisprechun--, eventuell um eine erneule noch«in- gehend«« BeweiSausnahn e. Mit dem letzteren Antrag drang der Verlheidig« durch>ud somit wird du Atigelegenh.-it das Gericht noch einmal in d« umfassendsten Werse beschäftigen. Eine«»echt rafftuirtrn Schwindels hat sich der Handlurrgskommis August Ziethen schuldig gemacht, d« gestern wegen Urkundenfälschung und Betrugs vor der III. Strafkammer des Lanrgerichts I stand. Er«sah au« der Zeitung, daß d« in d« HagelSb«q«rstraße wohnhaste Kaufmann K. sein Materialwaarengtsckast verkaufen wolle. Obgleich vollständig mnt-llos, trat der Angeklagte als Käufer auf und«klärte sich ohne Weiteres mit dem verlangten Preis von 1000 Mark einverstanden. Um seine ZahlungS- sähigkeit zu beweisen, unterbreitete er dem Kaufmann K. ein Schnsistäck, worin ihm von einem HauSeigenthüm« bescheinigt wurde, daß derselbe eine hypothekarisch eingetragene Schuld an den Angeklagten in Höhe von 24 000 M. habe. Der Litztere eröffaetc dem Kauimann K., daß»r von diesem Guihaben 75 M. abgehoben habe, die er zurück« statten müsse, um die ganze Summe eihaltev zu können. Ht«zu fehlten ihm 25 M. und bot der Angeklagte den Kaufmann K., ihm diese zu borgen. Seinem Wunsche wurde entsprochen und K. kam um die 25 M., denn der Angeklagte ließ stch nicht wieder sehen. Da« erwähnte Schriftstück war gesälscht. Ja ähniicher Weit gelang es dem Angeklagten in einem zweiten Falle, sich 25 M. zu«schwindeln. Trotz de« reumüihigen Geständnisses des Angeklagten und sein« b,sb«igcn Unbescholinihnt«kannte der Gerichtshof auf eine Gefängnißstrafe von neun Monaten. VevsÄmmlungen. Reichstags-Adge-rdnet-r panl Sing«» vor den Bn- lin« Arbeitern des 2. Reichstag«- WahilreiseS. Em unadfeh- bar« Menschevstrom drängte fich am Dienstag Abend nach dem Saale des„Tivoli"» Etablissement am Kreuzberg. Schon um Uhr begann die Völkerwanderung, d« jede Viertelstunde noch neue Schaar»« zuführte. A'S Herr Singer erschien, brauste ein tausendfaches Hock durch die Menge, die in ihm damit den Verneier ihrer Prirzipien begrüßte. Unter nicht enden« wellenden Hochru'en«reicht»« nur mit Mühe den Saal, wo« selbst fich dann die Ovationen fortsetzien. Der weite Raum war von ca. SOOO.Pttsonen bcs tz!. Hunderte mußten wieder um- kehren, woblTausende von Männern warteten draußen n» Garten. Gegen jSUhr«öffnete Genosse Wiischke die Versawmlnng und, nachdem er zur Ruhe gemahnt hatte, vollzog man die Bureanw-ch', au« der die Herren Wiischke, Witte und Müll« he, vorging«. Wiischke dankte zunächst für das Vertrauen, was man ihm durch seine Wahl als Ve.tret« des 2. Reichs tagswohlkmses im Zentral-Wahlkomitee Berlins für die bevorstehenden Reichstag?- wählen entgegen gekratt habe. Das Amt sei zwar ein schweres, aber wenn die Wähl« ihm beisteh-n, müsse d« Sieg unbedingt der Sozialdemokratie gehören. Hinauf tritt man in die Tages- ordnung ein, zum 1. Punkt:„Die bevorstehenden Reiehstags- wählen"«hält nunmehr Genosse Sing« das Werrt. Unter donnerndem Beifall tritt er an die Rampe. Seine Au«- führungen waren ungefähr folgende: D« starke Besuch und ihr Beifall ist mir»in gutes Omen für den bevorstebenden Wahl- kämpf. Der Reichstag, der am 21. Februar 1887 zu Stande kam. ist nicht zum Seaen, nicht zum Vortheil dn Nation geboren. Die Ursache d« Auflösung des vorhergegangenen Reichstags Ende des JabreS 1886 war die Verweigerung des„Septennats" seitens der Oppofitionsparlelen den verbünteten Regierungen gegenüber. Man versteht darunt« die Vermehrung d«Arme« um 41 COO Mann auf die Dan« von 7 Jahren. Die Motive der Vermeiaerung waren bei den verschiedenen Parteien ver« schieden. Während Zentrum und Freisinn„Jeden Mann und jeden Groschen auf 3 Jabre" bewilligten, hat die Sozialdemo- kratie an ihr« Parole:„Keinen Mann, keinen Groschen, weder auf 3, noch auf 7 Jahre", festgehalten.(Beifall.) Es war für niemand»weifelbaft, daß die Regierung nunmehr die kor- stitutionellen Zweckmäßigkeitsfragln in den Vordergrund drängte, und mit dem Mittel, der Schutz des deutschen Volkes fei ab-- gelehnt worden, in dm Wohltampf von 1887 eintrat. Der Wahlkampf in d« Karlellpresse ist zu bekannt, daß man an jene Schreckgespenster, die man dem deutschen Spieß« vormalte, kaum zu erinnern braucht. Mit»wem Wort, i*n« Reichstag ist ein Angstprodukt, entstände« ohne die ruhige kühle Uebberlegung, die bei d« HAusütung des Wahlrechts nothwendig ist. Die Beeinflussungen der Arbeiter seitmS der Unternehmer waren unerhörte. Mit erhobenen Händm mußtm fie den ibnen zugesteckten Stimmzettel halten und alsdann in die Um» legen. Neb-rbavpt wurde die Abgabe unt« Kontrole ausgeübt.(Rufe: Pfm! Redner bittet um Ruhe.) Als die wirtyschaftlieh Abhängigen mußten die Arbeiter solche V«letzungen des Wahlgeheim- nisses ruhig üb« fich«gehm lassen. Der nme Reichstag nahm natürlich mit großer Majorität das Septennat an. Jetzt war aller Kriegslärm vorüber, überall herrscht» Ruhe und Friede. Jetzt wurde ab« euch dem Volke die Rechnung präsevt'rt, in Gestalt von Mehifordeturigm für Rüstungen, und heu e stehen wir bis an die Zähne bewaffnet unt« dem un«träg. lichm Drucke jmer Lasten da, und jed« sebnt sich li»b-r nach einem Ende mit Schreckm, als nach einem Schreckm ohne Ende. Graf Moltke hatte Recht, a's« einmal sagte, daß der Zeitpunkt eintreten müsse, an dem die Vö k« geschwächt da- stehen. Darum hinweg mit dieser Schraube ohne Ende. Die Sozialdemokratie will nicht das Land wehrlos machen, sondern ein Volkthk« organifirm zum Schutze d« nattonalm Grenzen so lange noch solche bestehm. In dies« Fra-e sieht die Sozialdemokratie ihr Ziel in einem int«» nationalen Völkerbund. Ebenso richten fich uns«» Prinzipien gegen das Institut des einjährig- freiwilligen Dienstes, das nur dm Begüterten zu Gute kommt, auch hicc verlangen wir eine Gleichheit. Die Wissenschaft, im Dürfte der Erfindung von Menschmmordmaschmm, rächt sich scheinb'.>r selbst für ihre falsche Anwendung, indem sie das Bestehmde durch immer neues vndrSitat. Man ist schon bei der pnmmati- scheu Kanor e angelangt, mit v« man ein Kriegsschiff in dm Gruv d bohren, die Mauern ein« Stadt mit einem Schuß z«trümm«n kann. E« ist Pflicht der Sozialdemokratie, üb« solche un-» würdige Zustände Erkenntniß unl« dm Massen zu verbreiten. Wer tragt die Lasten jmes Schutzes, d« nur für dü materiell Begüterten da ist, dem Besitzlosm jedoch nichts nützt? Bon Reckts wegen käme dies den Ersterm zu, währmd vre Masse der Arbeit« die Lastm tragen müssen. Und selbst die Im- matrikularbeittäge der einzelnen Staaten, welche dieselben aus den Zöllm, den indirekten Steuern schöpfen, sind vom arbeitenden Volke aufgebracht, indem es die Konsum- steuer zahlt. Die Sozialdemokratie stellt in diesem Punkte eine progessioe, direkle Einkommmstm« unt« Selbsteinschätzung mit wahrer Angabe als ihreFordnung auf. Redn« gebt unw zum„Etat" üb«. Tie einmaligen Ausgaben für die Marine, überhaupt für vermihrte Anschaffungen der Rüstun»«« wnden von den RelchSrrnnahmen gedeckt. Währmd 1875 Deutschland für(eine Schulden nur 5100 M. an Zinsen zu zahlen Helte, also überhaupt keine nmnmswerthen Schulden besesss sind jetzt 47 Millionen Mark zur Deckung der Zmfm erforderlich; die Reichsschuld selbst beträgt sonach 1500 Millionen Mark. Auf die Getieidezölle und die Bräunt» wernstm« eingehmb, kommt Redner zu dem Schluß, daß die Arbeiterschaft die Pflicht beide, als durch diese indirekten Steuer« am meisten belastete Klasse, jedem solchm Steuersystem entgegen zu arbeiten und die Forderung d« progressiven direkten Ein?ommensteuer auf ihren Schild zu erhrderi. Di« Getrerdezölle brachten 1880 14) M'llionm Mark, da» ist 52 Pf. pro K p? d« Bevölkerung, heute dagegen 80—100 Millionen Mark, also ca. 2 M. pro Kopf. Den Vorth.il da- von genießen«in paar Großgrundbesitz«, wäbrend der Klein- grundbesitzcr bei schlechten Erntm nur Nachiherle hat. Fragt man den landwirtbschastlichm Arberl«, ob sein Loh-, infolge jmer Aushilfe der Landwrrthschaft gestiegen ist, so wird man eh« da» Gegentheil al» Antwort erhalten. Die Branntweinsteuer bringt 40 Millionen Mark ein, diese kleine Liebesgabe vertherlt fich auf ein paar reiche Magnaten, Fürsten. Prinzen jc., während die breiten M.ss-n de» Volkes diese Unsummen durch ihren Konsum aufbrennen müssen. Auf die poliirsche Gesetzgebung üdngehmd, kritifi'b Redn« zunächst das Gesetz zum Schutze der Kolonia'po'.ui?, die jetzt bei uns Made geworden sei. Rur einige Gtoßkauflcute in Hamburg und Bremm haben ih« Voitheile davon. Wenn man kolonifnm will, so kann man da« im eigenen Lande thun, in Pomwern z. von wo die Leute von der Roth getrieben in der AuSwemde- rung rhr Heil verluchm, kann man fich um die materielle Hbung d« B'völkeiuna reichlich vndimt machen. Wmn im übrigm jene Strecken von Kamerun, Angrn Pearrma u f. w. wirklich etwa» Werth wärm, hätten sie sich schon die anderen Kolonialmäckte onaeergeet, dü seit Jahrhund«ten auf diesem Gebiete tbälig find. Der d mische Arbeiter ist zu gut, um mit seinem Blute jene Sandwüftm zu düngen, er versällt dm dort berrschmdm Fübnkrankheitvn und g«ht zu Grunde. Wa» schließlich dm Export nach j-ntn Kolonien betrifft, so besteht derselbe in Schnaps und Weff.u., jedmfall» ein falscher Weg zur Zivilisation d« dortigen Em- geborenen. Ein weiter« Gesetzentwurf, dem die Sozioldemvkratew im Reickstoge ihreZustimmung versagien, betrifft den Autschluß b«? Oeffenttrchk-rt vor Gericht; sie versagten deshalb ibre Zustimmung, weil fie darin eine Verletzung de« Rech« bewußt sernS, das im Volke lebendig ist, erblickten und weil dawrt dem Denunzianten- und Spitzelwesm Vorschub aelristet werbe. — Dü Verlängerung d« Legislaturperiode von 3 aus 5 Jahre sei nicht» andere« als eine Einschränkung de« Wal.l- rechts, und e« sei Pflicht der Arbeit« am 20. Februct mittels eine« sozialdemokratischen Stimmzettel« gegen jene Set» gewaltigung zu protestirm. Die Forderung d« Sozialdemc- lratie in dieser Frage läuft darin hinan«, die Wahlpemdm auf 1 Jahr herabzusetzen. Die wirthschaflliche Thätigkeit be-r Reichstag« findet in der sog.»Sozialreform-Gesetzgebun, ihren Ausdruck. Welch« Art diese est, da« zeigt am deutlich st. n die Krone de» Gebäude«, da» Gesetz der Altert- und Jnvalrdr- iSteverpch«ru«I, welche« nicht einmal eine verbesserte, sondern höchsten« eme v rschobene A> wer pflege in sich birgt. Der Arbeiter hat einsehen g'lernt, daß er von einer solchen Sozial- reform nicht« zu erwarten hat, nur die Umformung de« privat- kapitalistischen Wulhlchasttsystem« in em genosfenschamiche« sichert Um da«, was ihm von Recht« wegen zukommt, den vollen Ertrag seirrr Arbeit. Naturgemäß nehmen wir alle« da« an, wa« uns von der heutigen Gesellschaft geboten wird, aber unsere Endziele gehen weiter, kein Titelchen lassen wir von unseren Forderungen ab.(Bei- fall) Die Arbelterschntzzes-tze von heute, die übrigen« mehr VersscherungSgesetz« sind, ändern allo an der Kiassenlage de« Arbeiter« nicht da« Geringste. Vvjährige Arbeiter find seltener at« weiße Raben. Und die dauernde Ecweibsunsahigkeit im JavaliditäUgeseß wird bei der praktischen Handhrbung desselben vollkommen illusorisch gemacht. Die Schuld trifft freilich nicht die ouasührend« Behörde, sondern die Urheber de« Gesetzes. Der Jnoalide wird, da er etwas andereslnicht ergreifen kann, ia seinem Berufe zum Lohndrücker und in politischer Hinficht rechtlo« gemacht w'rden. Fragt man sich, wer trägt die Lasten jener Eozialresorm? Ebenfall« die Masse der Arbeiter, ob- wohl der A. bester beim Alter«, und Jaoalidengesetz ein Drittel der Beiträge, der Unternehmer em Drittel und der Staat r'm Drittel Zuschuß zahlt. Daß da« erste Drittel der Arbeiter zahtt, wird selbst k in Karirllbru�er anzuzweifeln wagen. Da« zwerte Ditd zahlt der Unttri ehmer au« etwaig-n Lohn« adzügen, und er wud manchmal noch mehr abziehen, da« Reich zahlt seinen Zuschuß au« fernen Einnahmen, Verbrauchssteuern, die wiederum vorwiegend vom Volke aufgebracht find. Unsere ökonomisch« Entwicklung rst t« also, welche die sozialreforma- tvrischen Bestrebungen lammt und sonder« in Dunst aufgehen lassen.(Anhaltende« Bravo!) Die wuthschafilrchen Forderungen der Sozialdemokratie find die Einführung eine» Normalarbeitstags. Einführung der Sonn- toa«rude, Verbot der K ndera best, eine orgvmsme Fabrik- inlpektion. Die Bedeutung de« Norwalarbertstoge« liegt in ein« harmonischen köipertichen und geistigen Entwlckelung de« Arbeiter« und frtz� der Arbeitslosigkeit einen Damm entgegen. Die Sonntagsruhe bietet ihm einen freien Tag zur Eiholung und Ausbildung, an dem er fich seiner Familie widmen kann. Die Pfl cht der Fabrik« i-'spektoren wäre es, darüber zu wachen, daß das Dnd im zarte» Aster nicht in die Fabrik, sondern in die Schul« gehö't. Mon würde wahrscheinlich erst dann zum Besseren umkehren, wenn die Kinder der reichen Fabrikanten selbst in den dumpfen Räumen mit thäiig sein müßten,(llnhallendes Bravo!) Alto orgunifirte Arbeite! kümmern, woselbst Arbeiter an den Be-atbungen und Bcschließunqen theiinehmen! Das ist aber nicht»a« Ziel, di-se Forderur gen sollen eie Brücke bilden zur neuen, zur besseren Witt! Ein weiteres Produkt der Thätigkeit des R ichstags bildet da« AuSnadmegel'tz von 1878 gegen biege» weinpefährlich sein sollendru Bestrebungen der Sozialdemokea- die. Es bat vor oll m die W rkuna hervo' gebracht, daß es die Lahnaafbessrunas-B werungen der Arbeiter unterdrückte, z.B.: Verbote von Lohr.kommisnonen, Gewe'kschaslsblättern:c. Mit e.ann Worte die Beftrwmungen der Gewerbeordnung find fast vollkommen illusorisch geworden. Eme weitere Wirkung jenes Gesetzes stirb die GehetmbundSprozess«, an dmen wir j tzt so reich find. Der neuerding« im Wupperthal» stattg badte P ozeß bat entschieden B uchen gezeitigt, deren ein Land w« Deutschland, das an der Svitz? vcr Kulmr marschiren will, vollkommen unwürdig ist. Der klasftsche Zeuge W der rexräsentirte dort die Spezies der sogenannten«GewährS- männer', er mar es, der dem SloatSanwalt den Schm-rz uS- schrei entlockte:«.Mann, Sie blami.en ja wich und die Polizei de« ganzen Reiches!* Auch Berlin ist von jener Sp:,«« nicht verschont, dre Vorgä ge vor ein pa'r Jahren fiu»«och in der lebhaften Ermne ung aller. Als Pattkamer noch am Ruber war, h,l er einmal im Reichsta re auSgelprochea, daß Bebel n cht in Berlin reden t>ürfe, aber B M sei ai« Abgeordneter äster geworden, al« Pattkamer als Minister,(An- dauern der Beifallnsturm), so werde auch die Soz'al-emok.-at'e das Sozialistenges tz überdauern. Da« Gesrtz ist also keme Waffe gegen jene ge.stige Macht. Redner kommt nunmehr auf die oerlchtedentn P.irttten zu sprechen. Da« Z ntrum ist, wie seine Abltim» muagen beweis n, eine reaktro«äre Pa'sei. Wenn auch politisch mst unseren Forderungen schnnbar ähnliS. so ist auf wirlh- schoftlichem Gebiete der Deutschs eistnr. zur Sozialdemokratie t« schroffem Gegensatze. Seine Panzioien sind das ouS- gesprochenste Manchesterchum, da« dem Staat die Rolle eine« Nachtwächter« zuerkennt. Es ist ein indioiduelleS Prinzip, welch« zuläft, daß em-r den andern nach besten Kräften auinntzt. Uns gilt das Wort unseres Vorkämpfer« Fervinand Lassalle:»Uns gegenüdrr find alle P irteien«ine reaktionär« Mi N» am Do n rflag, d.n 28 I» uar.«derrr« Iß Udr. dl Detomfille I Kolon. Ali? Sctonftr.«-» T-r»r«o bnung: 1 Unser? 8ol) lw*?«iiii� 2. Di? j big? ffltmifl aibilt. 3 lBtiJdilebei t« Zu bl?f?i 8?t. saie mtuno ßnb gan< bismbeil bl? Im Saht?- ofiinb? btf4iäf:(,i?n Hauilnb«. ß. teven({aoelabcr.. Um ncht zahlrelch-I 8il4fln?n wirb rrluchi öifintitche Nersammluna de»«l-et-narleetter«xd -Ardeitert«»»» am Donnerftau, b?n 28 3anuar, Abtnbt 3 Udr, b?i Io b.m, «tcu? I8.Ü ftia*e 28 Jageborbnuns; I Die«tatl abm?n b'i Äartoi f.bat non Ediert u. Lange ur.b wie dabei sich bl» Äerio a bili-t unb bett-itnr en bemgc,i?nübet zu vahalier.? Rise enl. Kollege p.»reis nber« 2 Dielusfion 8. N-rschiebeneb- kümmtliide Kattonaibtttet im» beiteiim.cn si o v r- rlllchiet, ,u erscheinen NB. Uebet btc ttrrlor.f ibilt ron Edleri u. Ln.ge, D.elb'N'ifltade 85, ift hie Sperre oe-bfl gl. vesfextitch» ItlSbletxnramxüang tx(Uiiiidteubarf em Doo- nersta.. ben 28. Iinua-,«benbb 8 Üb-, im ReNamanl k?elch.b-chm. Mut ftrade Nc. 1-2 Tulelorbnuna 1.«orNag bei Herrn Aiwi.1 Äö.slen über Vilich Ii-glardeit-n 2 futfurflon. 8 iNeischi den?» Zur penchtang für Uabnknrbiiter nnd.Arbeit,»!»»«»,! Am Doane.fta-, den 28 Za uar.«den»«!>z Udr. im Lotale«B.iiftinl; 11, fr bet eine Detei.1 lern t ammlung ftort. «roße öff-ntltelie§ teinmei|«et ramtnlnng, elr.b rufen vom ferbonb der St.li m»e.i D.uischsa, bl om g.eitag, b?n 24 Zanuo!, Aw bl 8 Uhr. tm Lofile KS.iigtdoi. Bvlowftr. 87. tagelcrbnung: 1 Reche schaftlbeiich! Über bie b ilbiabtlae TbilNgk ir bei lio ftanb?« 2«! umobl eil el öo fcnblmlt gliebel. 4 Le schilbei el De? Wickrigleli bei Ti.eio bnung dalber loll lein Slttnmetz abmise b sein unb b"' i'bei Zunllt. Ed i?(I, b trii Toinmen. Koriaibimoknatischee Maiziverei» füv den fnnften H»riiner zt,ta>»t»g« M-h.kret». ss Mag, bea 24 Z.n u ir Abenni«sUd., im®• sellsch s.b arse. Lanolbergerst.abe 87, tertrmm unp. Dagelorbnun.: 1 Die blt«et innen Aalten und olt Soralben c[ Lire, vi fecint: 4)! t va.inlt. 2 Dittussion 8. Setschi benelund gragrfafl.n Alle Wl'lm, ch:e Unln chieb der Prrieien, si b al« Aast- ernrilroi n. «eseNschuft für tirebreitnRa von v»IK»ditd«»a. F it ag, d'n 4 Jinnar,«denbr 8% Nbr. bei WollschiS,«, Bumei-nt 78 aab o bei tlliie •enetolneitommlung. Miigliebilr-te leglilmlit. 81 ue«iltZliba werben aufgenommen. Dcpefrtrcn. OPxtfT» Hamburg, 22. Januar. I, der gestrigen VersaaiMiung oer strnkn den Feuerleule wurde dre fährung de« bestehenden Streik« ein stimmig beschlolli. wuide ein achtgliedriaei Streitkom te« gebildet und«'*™ der Himburger Schssihnzer und Trimmer geMndn- Streik soll in auSwä ttzen Blättern durch Inserat M*» macht werden und in den nächsten Tagen eine weM" sammlvnz in Attona Sat>find»m_ � Hamburg, 22. Januar. Einer Meldung de« Ko reipond.* über den Streik der Trimmer- und zusv'.ge ist der giößt« Tderl der Antwerpener Ersatzieuir obgrrrrst. Dieselden wurden von den Streikenden»u � m'tteln auf das rerchlichst» versehen. Dre Avieise vaust Wir e« he-ßr, sollen heute Abend 30 Main a«S 6'"? dre Packerfahrt-esrlllchafl ankommen. Dreselben soaM in Stell n für dre Gesellschafi vnpfl'.chret worden!»»- Kriefkasten der Redaktio«. Zwei Mettende in Charlottenburg. LÜb«rt fir>. i>r 0 in Hain, urg begraben. ®. Dtmmird. I- der närst-o Nummer. 8. Zithung der 4. NIasse 181. Königl. Prenfs. Lotterie. 81'ÖUIIJ vom 22. Januar 18S0, B-rniitiagS. -inr bl« tiiewinne übet aio Marl sind bea beiceneaoca Nummer» in Pnremdeie beigefügt. 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Ziehmig der 4. Klasse 181. Königl Preuß. Lotterie. elieliung vom 22. 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Oder sollte e«„vorbedacht« Un' nenheit sein, da er weih, welche Antipathie seine Land«- ro'S?°lle«„Jaiportirte� haben? tnni�? e?» auegetührt, dah die fortschreitende Konzen- N" der kapital, stischen Produktion an und fm fich die Mmvihwendigkeit der Uebe.führung derselben unter die fcen tt i* ibt{»esammten Volke« bedinge, erklart er, daß e« für M"äS!' säW ä �.«lUmu«, wie er fem sollte, zu ch-raktenfiren. zs�'er Brundeigenschaften, meint er, sollten leden echten r» S�S,ttln Brüderlichkeit unter den Menschen nrcht ander« wäre". kZJ knne«lassenbewegung, sondern«me Bürger- de»�?' � vertritt im Besonderen weder dnr Norden noch iie*» weder Schwarze noch Weihe, weder Aufgik arte Äi.'Uende, �er Unternehmer noch Arbeiter,— londern »el�Munn», von der Ueberzeugung auggehend, dah wir alle, D»?, s!iwle Stiquete wir auch tragen mögen, m irgendwelcher o �ps» der bestehenden Verdältmffe find." L-nl.Patriotismus." Die Liebe zur Menschheit, meint roo.°®9'«mch bei der Liebe zum eigenen Baterlande anfangen, 7 schon der Name„Nattonali-muS" hindeute. »nle,.-Konservatismus."„Evolution, nicht Revolution rst »che wahre Politik— Zu diesem Zwecke muffen wir darauf w uns w s°-ne Partei der Unordnung und de« Aufstande« .Zt�'llany Wirtin Gwu�entbeiennlniß mit dn> Worten: entioi»!? Ueberzeugung, daß der Nationallismu« fich rasch »vw.sÄ?wuh, weil er den gegenwartigen sozialen und oto- finiJch?' Zuständen und Tendenzen entspricht, aber grade dt«- Donnerstag, den 33. Januar 1890. 7. Jahrg. ##3»WWW Joinif*" 3% weil er den gegenwärtigen sozialen uno oio- bald js, L" standen und Tendenzen entspricht, aber grade de«- Nur 1,1,«. st'ht und KonservaliviSmu« unsererseit« geboten. ihrer Fehler find im Stande, unsere Sache in »•» mlkSr1!? aufzuhalten."— Phrase,"r für fich besteht diese«.Glaubensbekenntnis" also au« milch;,--wie fie im„Nothfolle" jeaer unserer Politiker auipackev ihi«eorge hat solcher j, auch genug im Sack gehabt. 3ukuns,?ft vng auf seinen in.Lookmg Backward" geschUderten �liere»?°?''»?� allen Beiwerk« entkleidet, ein sozialistischer ist, st«(, Phrasen aber doch einigermaßen ihren hohlen«klang. instar, h1"' nur darauf an, ob B. diesen künftiaen Gisellschast»- er„i*, l�aeigtsühri wiffen will, wenn e« fich auch zeigt, daß »us seinen Mitteln zu erreichm ist, oder ob er sich Mn �h.Tv'iuhruncSptoqramm so versteift, daß er lieber auf Nothn,. sdessen Verwirklichung doch nach ihm selbst eine seiner w big keit ist) verzichtet, al« auf die Benutzung _ Dou bur Erreichung desselben. iausch..°./e sich in Denen, welche„Reichthümer" defitzen, Seit 1�«.' wird fich wohl schon in verhältnißmäßig kurzer witet fi!"' und er wird auch noch viel«„faule Kunden" Thoren udrige» finden, die zum Geschlecht Derer �eaivel«n welche die Silberlinge aufraffien, die im Ein'0!*«: W.chsler T.sche rollten. linew ri«. m�ilung au« Kalifornien kann ihm schon - Da« Borgeschmack geben. Dieselbe lautet: ?ngelesl' und wichtigste Sieigriß rst hier(in Lo« kleinen �Nationalisten. Bewegung. Diesilbe hat fich au« �vßen' ,,. Puoalhäusern abg, h rltenen Zusammenkünften zu Werden Xi.llnfterten Versammlungen«ntaickelt. Diese Ber K.., leden Sonntag im Temper-nz. T-mpel abgehalten. erst r,% enthält 4—5000 S tze. Der Ort machte mich Ii!»«, k 3- aber der Wechsel war nur der billigen der z-.. ßen. Früher tagten die Nationalisten ii ?nivank?,.. Ich habe indessen nie Temperenz tann»nj""8fn bemerkt. Die Einleitung mit Klavier und Ge- « ,0mm,-------- ij.... 5TT)nn macht! E« muß also doch wohl die„anglo sächfische Rinde" im Ab- schält« begriffen sein! Die Unmassen Echristen, welche seit langen Jahren von den Sozialisten unter dem englisch spre- chenden Volke verbreitet worden find, und die doch auch nach dessen Geschmack zugeschnitten waren, find dagegen(scheinbar) fast ohne Wirkung geblieben. Prof. De Leon von hier, welcher fich schon feit Jahren offen zum Sozialilmu« bekannt hat, und der den Nationalisten- kongreß in Boston besucht hatte, wurde bei seiner Rückkehr be- fragt, wa« er von der neuen Bewegung halte. Er erklärte, daß er fich den Nationalisten angeschlossen, weil er glaube, daß deren AgitationSweise vor allen andern geeignet sei, die Amerikaner zum Sozialismu« zu bekehren. Die Frage, ob nicht Gefahr vorhanden, daß die nationalistische Bewegung in geistige »keinschmeckerei ausarten dürfte, verneinte er. Er Hab« in Boston gesunden, daß die in derselben thätigen Leute ganz genau wissen, wa» fi« wollen, auch, daß fie durch da« vor- läufige Vorgehen nur ein« kräftige Agitation erzielen können, durch welche da« Volk schließlich überzeugt werden wird, daß nur unabhängige« politische« Handeln die Nationalisten zum Ziele führen kann.— Die Frage, ob fich nicht Politiker in die Reihen der Nationalisten drängen würden, bejahte er für den Fall, daß die Bewegung nicht kräftig genug sei, um solche Elemente von fich abzustoßen; diese« Eindringin von Politikern wäre also dann nicht eine Ursache de« Niedergang« der Bewegung, sondern eine Folge der Schwäche derlelben. In diesem Falle könnt« man nur den Politikem danken, diese« Resultat herbeigeführt zu haben, gerade wie wir e« den Politikern zu danken hatten, daß fie die Henry George-Seisenblase zum Platz?» brachten. Vorläufig sei er inoessen fest überzeugt, daß die profelfionellen Politiker so wenig Au« ficht haben, fich in die Reihen der Nationalisten zu drängen, al« e« ihnen auf die Dauer möglich ist, im Feldlager der vorgeschrittenen Arbeiter- organisationen Unheil anzurichten.— Eine weitere Frag« war, ob die ökonomischen Jnteressin der gegenwärtig zur Naiionalisten- bewegung haltenden Personen nicht event. mit deren Prinzipien in Konflikt gerathen wurden? De Leon antwortete hitrauf, daß e« in Wirklichkeit nur zwei Klassen gäbe, deren ökono- mische Interessen mit dm Prinzipim der Nationalistm in Konflikt kommm, und diese find: 1. Diejenigen L ute, welche da« Kapital de« Lande« so vollkommen befitzm und kontroliren, daß ihnm au« dm Wechselsällm de« Handel« und Wandel» keine, oder nur geringe Gefahr erwächst; und 2. da«„Lumpm- Proletariat", dessen durch viele Z-italter andauernde Degeneration dahin geführt hat, daß et fich nur noch nach einem ge- dankenlosen Leben ohne Sorgen und Verantwortlichkeit sehnt und e« für den glücklichsten Lebensiustand hält, au« dem Kor- ruptiontfond« de« K-pitalitmu« gefüttert zu werden. Nur die Interessen dieser beiden Klassen werdm durch dm Nationali«- mu« gefährdet, und diese hadm in unseren Reihm keine Ver- treter. Wir habm nur Mitglieder solcher Klassm unter un«, die im Allgemeinen nur ihre Arbeit zu verkaukm habm— geistige sowohl wie Handarbeit— welche da« Risiko, da« fie laufm, ganz genau kennen und wissen, daß fie, und nicht die beiden anderen Klassen, da« Element bilden, welche« dea Staat zusammenhält und da« ganze Volk ernährt. Die ökono- mischenIJnteressen der Nationalistm find demgemäß die stärksten Quellen stet« wachsender Solidarität und Ledentkraft für ihre Bewegung, und diese Solidarität kann durch die Zeit nicht vermindert, sondern nur vermehrt werden. Lttfmles. _ I y �" O*'.******* w»»-------- Mit jn k."nem Deutschen komisch vor. Man nimmt e« aber �äjabl al« Anziehungskraft für da« in ziemlicher StnM iri ,,e Lay-Eb ment.*» E« giebt im südlichen Z hcile einen«>., beinahe in jedem Siädlchm von einiger Bedmlung lechl ni,,.'°?°üstenklub. Die Verwal>ung de« hitfigen scheint in bud oV,ü. W zu sein, aber e« fehlt an oratorischm Kräftm �echt ow. Begaburg. E« kommen aber doch manchmal "wa-�ver und Rednerinnen aus die Bühne, darunter vor Küste n?, Monaten eine gewisse Frau Seal, die hier an der begeisteri. �"nt ist. Ich war etwa« erstaunt, da ich solche wartet»« Sprache von einer amerikanischen Dame nicht er- bilvang meisten Rednem fehlt ebm sozialpolitische Vor- toff.»� �5ii de« für da« Amerikanerthum berechneten, unüber- m' Wunder wirkenden Buch« Bellamy'« macht noch � bner. Die„honette«" Leute haben sich, '/ t•?----* 1 KL. kÄe J 0 ch X""ne.rv«te„hon, neu vaven|.iv, b i t«, J"'6nen wohl aufgedämmert ist, wo Bejoo.nei,u,i„9 schließlich hin au« lauf t, zu r ü ck- hat? Bon Arbeitemiassen ist keine Rede, denn Los Angeles ["Itoiannt.» Bit Zusammensetzung besteht also meist au« 5 Kleinbürgern. Die meisten Zeitungen, e« giebt J'iichi»..'Mlische und 1 deutsche), welche Anfang« lange Sfllt««__Unb Artikel brachten, verschweigen letzt nahezu '«lAboBe die ganze Mittheilung gebracht, da sie ja auch fange 5,, zoiteresse ist. Haben wir doch auch drüben im An- •ß ÄlririXrt tn,fflur0 an manchen Orten einen starken Prozent. "lelsach ny, Sehabt, und stehen solche doch auch heute noch Es in.-?.«p'tze derselben. seiner»>?*? 0en« wunderbar, daß«in Buch, welche« trotz Aiießlj* fernen Darstellung der zukünftigen Gesellschaft ■feilen in x!11, Phantasiewerk ist, bei den trockenen bUnkt;» hJil'* Sande, denen man nur vom„Dollarstand- �--��iukommen zu können glaubte, einen solchen Effekt ge- !?ehiauck � Ä bie« übrigen« überall in den Vereinigten Staaten 8ik, hei' x�" i"* bei den Vorträgen von Pent- cost in New- "ien dessen Frau Gesangsstücke vorträgt. Au« dem Museum für Völkerkunde berichtet der „R. u. St..An».": Mit der Eröffnung eme« neuen Saale«, welcher Geräthschasten au« der Siein- und Bronzezeit enthält, ist wiederum ein Fortschritt in der Vervollständigung der Sammlungen zu verzeichnen. Dieser Saal ist insofern von ganz besonderem Interesse, weil er un« die Anfänge mensch- licher Kultur in den primitiven Erzeugnissen der prähistorischen Zeit vergegenwärtigt und, soweit e« durch die bisherigen Funde möglich, ein Bild giebt von dem häuslichen und gewerb. lichen Treiben unserer ältesten Vorfahren. Die einfachen Her« stelluncSmittel der Werkzeuge und Waffen werden un« in einer Reihe von gröberen Steinen vorgeführt; fie dimten zum Schleifen und Schaben der Geräthschasten; einer derselben stammt vom Bodens« und ist insofern besonder« seben»werlh, al« er un« zeigt, wie außerordentlich mühsam die Herstellung de« zu verarblitenden Material« war, denn er enthält eine kräftige Spaltrinne, die dazu dienen sollt», ihn zu zertlemern behuf« Gewinnung kleinerer, zu Messern oder Beilen zu verwendender Stücke. Auch die An- sänge einer Getreidemühle sehen wir hier; fie be- steht au« einem größeren und einem kleineren Stein, zwischen welchen da« Korn zermalmt wurde. Die Zahl der in den breiten Vitrinen hier ausgestellten Aexte, M-sser, Pfeile und Lanzenspitzen ist eine außerordentl ch große. Obgleich die Besichtigung derselben etwas Ermüdende« an sich zu haben scheint, wird man doch bei genauerem Hinsehen merken, wie verschieden die Arten derfelden find sowohl in Hinsicht auf Material, wie Bearbeitung und Größe. Einige der Exemplare find von erstaunlich tm Umfange und müssen«ine fürchterliche Waffe gebildet haben. Interessant ist die Art, wie man fie an den Stiel befestigt hat, sei es durch Einfügen de« Holzes od« Horn« durch ein eingetriebene« Loch od« umgekehrt durch Ein- passen des Stein« in da« Holz oder Horn. Die langen flachen Lanzenspitzen find»um Theil glatt gearbeitet, zum Theil lassen fie noch die rohe Bearbeitung durch ein Werkzeug«kennen; d« Feuerstein ist vielfach zu derartigen Gnäihen in Ver« wendung gekommen; die Mannigfaltigkeit derselben beweist, daß d« Bedarf ein sehr ausgedehnt« gewesen ist, man sieht A-xl«, Meißel, Hämmer, Schaber, Wiitel u.dgl. m. Man muß die Geschicklichkeit und mehr noch die Ausdauer bewundem, mit welcher die Anfertiger dies« Sachen zu Werke gegangen find; ab« auch ihr Bestreben, Verzierungen anzubiingm, ver- dient um so mehr Anerkennung, da da« spröde Matena! ihren künstlenschm Neigungen große Schwierigkeiten in dm Weg legte. Sie suchtm jeden geeigneten Stoff für ihre Zwecke nutz- bar zu machm und so begegnet man denn auch ein« ganzm Reihe von Arbeiten au« Knochen, welche für den Hautgebrauch, ober auch für den Schmuck bestimmt waren. Man wird mit Jntnesse die«stm Anfänge de« Kamme« betrachtm, von dem sich recht gelungene Exemplare, aber auch ein solche«, welche« schon große Geschicklichkeit zeigt, voifindm. Von Knochen und vor« ist versa iedene« Rohmaterial gefunden worden; darunter hie Kinnbacken eine« Höhlenbären, welche mit ihren starkm Naffzahnen bekunden, ein wie gefährlicher G!gn« da« genannte Thi« gewesen sein muß. Auch vom Wisent und and«en Thieren d« dr«P-rioden der Steinzeit find hier Knochm. und H?'Niesti ausgestellt. Ist somit die sogenannte Stein- zeit, das heißt die Zeit, in welch« die Menschen fich zur Her- stellung ihr« Geräthschaftm de« Stein«, d« Knochen, de« aorn« u. f. w. bedienten, in einer Reihe von charakteriftischm robm in dies« Sammlang veranschaulicht, so nimmt einm weiterm beträchtlichen Theil die Periode ein, welche man für gewöhnlich mit dem Namen Bronzezeit od« richtiger Metallzett bezeichnet. Die Bronze ließ schon nne kunstvollere Gestaltung d« Geräthschasten zu und weist bedeutende Fortschritte der ge- werbiichm Thätigkeit auf. Recht werthvoll sind denn auch die Funde, welche au« Ungam, Bödmen und Süddeutschland stammen; ab« auch die rusfischm Ostseeprovinzm botm reiche Ausbmte. Besonder« hervorgehoben zu w«dm verdimm die Gegenstände, welche au« dem Hallstätter Funde stammen. Die Fibeln, Celten, Spangen, Nadeln find oft von künstlerisch« Durchführung. Auffallend ist eine Schnalle mit Silb«. tauschirung; auch in den Gürtelbeschlägen und Lanzenspitzen zeigt fich Geschmack und ew gewisser Luxa». Ganz eigen- artige Foim weist ein große« bronzene« Musikinstrument auf, welche« in Dänemark gefunden und hi« in Nachbildung v«- anschaulicht wird. Der Lauf dies« gewundenen Posaune— em« solchen ähnelt da« Instrument am meisten— ist nur sehr eng und«wettert sich an d« Schallöffnung kaum üb« da« Vierfache de« Mundstück». Da« Rohr endet in ew« runden Platte, welche mit acht Buckeln verziert ist; an dem schlanken Halse hängen metallene Zierrathen, welche offenbar Troddeln darstellen sollen. Einige ganz kleine Zier- rathen, an welchen der Beschauer vielleicht achllo« vorbeigehen könnte, verdienen besondere Beachtung; es sind kleine figür- licht Ornamente au* Metall, welche zur Schmückung d« Urnen verwandt wurden. Die eine derselben entbehrt nicht eine« gewissen Humor«, denn fie zeigt einen plumpen Versuch, einen Reiter zu Pf«de darzustellen. Dieje Gegenstände find von dem Geheimen Rath Prosessor Virchow dem Museum geschenkl worden; fie stammen au« Frögg in Kärnten. Die Pfahlbauten habm un« eine große Menge von Gegenständen bi« auf den ! euligen Tag hinübergerettet, welche sich w dem schützenden Passer«hallen haben, und obwohl vn kohlt und leschwärzt, doch noch ihren Ursprung erkennen lassen. So finden wir hier Reste von Pflanzen, Sämereien u. dal.; ab« auch Gewedereste, Netze u. 0. m., ein Knäuel vnkohlte« Gmn ist gleichfall««halten z-Mußen. Eibe prähistorische Wohnung veranschaulicht un« das Modell eine« Pjahlhzuse« au« d« Station von Robenhausm(Kanton Zürich), von dem Jnamieur Mesfikomer rekonftruirt. Da« w V«o d« Größe ausgeführte Modell läßt den wi klichen Bau nicht groß erscheinen. Groß ist die Z cht der verschiedmmtigen Urnen und Schalm, welche je noch ihr« Bestimmung geformt find und die üblichen Venieiunam aufweisen. Drei prächtige Stücke au« Trochtelfingen(Würti«mb«g) find in Nachahmungen hier dargest>llt, fie find von stattlicher G öße und gefälliger Form. Nicht minder intnessant find die Sammlungen au» der prähistorischm Zeit, welche Gegenstände au« Griechmland und Jtalim enthalten und übersichtlich aufgestellt find, so daß man dm Zusammmhang der einzelnen Perioden und Länd« v«. folgen kann. Sicherlich hat von dieser Adlheilung de» ethno- graphischen Museums d« Gelehrte, welcher sich mit dnarttgen Dingen wissenschaftlich beschäftigt hat, einen höherm Genuß, al« der Laie, welch« manchen Gegenständen ziemlich rathlot gegen- übersteht; aber auch er wird mit großem Interesse fich ein Bild ru entwersm suchen von dem Leben und Treiben uns«« Urahnen in d« ältesten, un« nur durch Uebeneste bekannt gewordenen Zeit. Von nicht minderem Interesse al« die Samm- lung in diesem Saal find nebenan diei Grabfunde au« d« jüngeren Steinzeit, welche au« der Nähe von Merseburg au« bem Gräberfeld von Kiein- Rössen stammen. Die drei Skelette liegen mit angezogenen Knien auf d« rechten Seite. Gegen- stände, welche man dm Todtm in« Grab milgegebm hat, find «halten geblieben; so sieht man Armringe, einen Topf, ein B«l und andere Sachen mehr; auch Knochmreste von Thieren wurden in den Gräbem vorgefunden, woran« der Schluß ge- zogen werdm kann, daß den Verstolbenen Lebentmittel beige- legt wurden, offenbar für die Reise in da« Jmseit«. Die Skelette find verhältnißmäßig gut erhalten. Der Reichvtagoban macht auf dem aufmerksamen Beobachter oen Emviuck, al« ob die Förderung de« Bauwerks in den beibm Langssinen de« Gebäude« zurückgeblieben fei. Dies« rein ob« flächliche Anblick ist kein zufälliger oder irr- thümlicher; e« hängt duse Erscheinung vielmehr zulammen mit d« wichtigen Frage de« Kuppelbaue« für da« Gebäude. Diese Frage war seit Langem in der Schwebe und hatte sehr ernsten Bedenken über die endgültige de« Baue« und der verschiedenen Räum b«tit« zu Anordnung 3lUUiUUl«llU vvw**»**-*-».»„ v» 1~i--- j---- lichkeiten Anlaß gegeben. Seit dem 13. d. M. ist diese Frage ___ v. iVaIa. m iU a-C«-am Kao* k r*## k# A tS 1* l- nun endgiltig gelöst. Der Baumeister de« Gebäude«, H«r Wallot, hatte in seinem Entwurf« die Kuppel so konstruirt, daß diese in der Gestalt eine« vierseitigm Baldachin« mit auf- gesetzt« Lateme zur Ausführung kommen sollte. Diese äußer- lich recht geschmackvolle Form stieß aber in d« praktischen Au«- führung auf Schwierigkeiten, weil sie die Anbringung der nölhigm Bileuchtung«. und Heizungsanlagm für die Wandel- gänge zu sehr zu beeinträchtigen drohte. Man sann auf eine andere Form de« Kuppelbaue« und dachte bereit« daran, denselben al« einen Glasbau mit Eisen- resp Kupterkonstruktion zu gestalten, im Plan, der entschiedenen Widerspruch begegnete, weil dadurch die Kuppel eine gewisse Aehnlichkeit mit anderen, zwar sehr nützlichm, aber weniger� monumentalen Baulichkeiten unserer Stadt«halten haben würde. Von der Entscheidung über die Kuppelfrage hing aber die Fertigstellung de» Mauerwerk« im mittleren Theile de« Gebäude«, der die Kappel tragen soll, ab, und so kam e«, daß dieser Theil de« Baue« in der Fertigstellung zurückblieb. Nachdem nun die Frage de« Kuppel- baue« von den verschiedensten Seiten erweitert worden ist, und zahlreiche Vorschläge gemacht worden find, ist diese Frage nach in Vorschlägen de« Herrn Wallot gelöst worden; diese Vor- """"■* rr.... CTX.a____ t* f! Ottl tyj V*|\*J t\4 � V t V VW l-v. V V*** V• W« 7—,- schlägt haben die Einwilligungen aller in Betracht kommenden Faktoren erhalten und bei der Wiederaufnahme der Bauarbeit im Frühjahr wird auch d« zurückgebliebene Mitteltheil de« Baue« energisch m Angriff genommen»«den. Daß trotz der Cinrichwng der Ztragenpost die Stadlbnefe in Berlin manchmal noch unverhaltnißmäßig lange unterwegs find, haben die Miiglied« der Schlächterinnung gelegentlich dn Spalierbildung bei dem Begräbnisse der Kaiserin Augusta in unliebsam« Weise erfahren. Auf Grund vielfach« Klagen von Jnnung«mitgliedern, daß ihnen die betr. Aufforderung «st am Sonnabend— dem Begräbnißtage— zugegangen sei, «folgt jetzt die Aufklärung, daß die betr. Karten mit d« vor- schriftsmäßigen Adrejfirung und Beifügung der Himmelsrichtung am Freitag, 10. Januar, Nachm. zwischen 4 und 5 Uhr, auf Postamt 18 eingeliefert worden seien, also unbedingt noch den- selben Abend bestellt werden mußten. Die Bestellung viel« Karten«st am Sonnabend früh liegt also an der langsamen Stadtbrief-Besönderuna in Berlin. Mo« de» Dampsschiffrhrderel pon I. Hachez in Berlin wird un« mitgeiheitl, daß die von der„Pot«vamer Zeitung" gebrachte Nachricht, der d« genannten Rhederei gehörende Dampfer.Moewe" sei nach Kamerun verkauft worden, eine vollständige Erfindung ist. Der Dampfer liegt am Bahnhof Bellevue zum Ueberwmlern. Im rajeudrn Lauf» eilten am Dienstag in der Abend- stunde etwa fünf bU sechs junge Leute durch die Dretdener- firc-ße. E« waren fämmttich Bewerber um eine Hautdiener« stelle, für welch« eine geeignete Persönlichkeit durch Annonze gesucht worden war. Alt die vordersten von den rennenden Bewerbern gerade in das betreffende Haut, nahe dem Kottbuserplatz einbiegen wollen, sucht ihnen einer der im Laufe zurückgebliebenen zuvorzukommen. In der Hautthür hat eine dort wohnende Grünkramhändlerin emen großen Korb mit Gemüse aufgestellt. Im ge- wältigen Bogen springt einer der Rennenden über den Korb, geräth aber in einen zweiten dahinterstehenden kleinen Korb and schlägt der Länge nach zu Boden. Mit blutendem Gesicht erhebt er sich wieder und will eben mißmüthig den weiteren Wettbewerb aufgeben, alt der Prinzipal vorüberkommt, sich die Geschichte erzählen läßt und an dem kühnen Unternehmungt- zeist det jungen Mannet solche« Wohlgefallen findet, daß er ihm die Stelle überträgt. Cntjetzliches Unheil ist über eine ganze Familie ge- kommen. Au« Gram über den Tod ihre« vor einigen Wochen Krankenhause verstorbenen Manne« war die in Moabit, im Lehrter str. 19 wohnhafte Frau Viererbe tiefsinnig geworden. Alt man ihren ältesten 22 jährigen Sohn kürzlich in der Schlossereiwerkstatt seine» Meister« in der Chausseeflraße er- hängt vorfand, wurde et mit dem seelischen Btfinden der schwer» geprüften Wiltwe immer schlimmer und vorgestern vergiftete sich vi« 51jährige Frau mit Zuckersäure. Der entseelte Körper wurde merst durch den lljährigen jüngsten Sohn der Unglücklichen ge- sunden; der arme Knabe verfi'l in Weinkrämpfe und war vor. gestern spurlo« verschwunden, so daß man befürchtete, derselbe habe sich ein Leid angethan; gestern hat er sich indeß wieder eingefundm. Da die Wittwe Viererbe in guten Verhältnissen lebte, wird die Liiche nicht vom Obduktionthause out beerdigt, sondern die Söhne der Verstorbenen werden die Mutter neben dem kürzlich dahingeschiedenen V->ter und dem Binder auf dem Kirchhof« in Moabit beerdigen lassen. «in wunderbar»» Greignih verdient ein allerdingt beklagen« werth er Vorfall genannt zu werden, welcher sich wiederum auf der Bahnstrecke zwischen Ablerthof und Jo« hannisthal am Sonnabend abspielte. Bei Bude 4 bemerkte in der Abendstund« der die Strecke reoidirende Wächter hart neben dem Geleise, weichet der soeben der von Wusterhausen kommende Personenzug passirt hatte, einen bewußtlosen Mann, der über und über mit Blut bedeckt war. Et konnte kein Zweifel darüber bestehen, daß der Unbekannte von dem vor- abergerasten Zug erfaßt, aber merkwürdigerweise nicht zer- malmt worden, sondern nur Verletzungen davongetragen und zur Seite geschleudert worden war. Auf der linken Seite seines Körpers mußt« er mit der Maschine in Berührung ge- kommen sein. Denn während die rechte Gesichtthälste ganz unversehrt war und ihr gewöhnliche« Aussehen zeigte, war die lrnke Seite bit zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Die Warme war bis unmittelbar an die Schläfengeaend zermalmt, aber die Schläfe selbst mußte von dem Stob der Lokomotive unberührt geblieben sein, denn sonst wäre der Mann auf der Stelle getödtet worden. Getroffen war auch der linke Fuß, doch in weniger furchtbarer Weise alt die linke Gefichtthätfte. Der Verunglückte, dessen Persönlichkeit bis jetzt noch nicht genau festglstcllt werden konnte, soll ein Ardeiter au« Britz sein, der in einer Anilin- fadrik Beschäftigung haben soll. Im Begriff, die Schienen zu überschreiten, war er von dem Zuge, dessen Herannahen er bei dem am Sonnabend herrschenden Nebel nicht bemerkt hatte, er- !aht und in der bezeichnenden Weise verletzt worden. Nachdem der Wärter ihn aufgefunden, wurde der Verwundete vermittelst einer Tragbahre nach B:rlin geschafft und in das Krankenhaus B-thanien befördert. Da« Bewußssein hatte der Unglückliche bei seiner Einlieferung in da» Krankenhaus noch nicht wieder- «langt. Gevilhks-zZetfrma. -Ja, soweit sind wir jetzt." Die« dekannte Couplet von Tie scher war auch eine Glanznummer det Komikers Reinholb Hintsche, der et häufig bei seinem Auftreten zum Vortrag brachte. Um vielfachen Nachfragen zu begegnen, ließ Hintsche sich eine Anzahl Exemplare des T.xtet drucken und erzielte hiermit einen recht ledhasten Absatz. Er zog sich aber dadurch«ine Anklage wegen Nachdrucks zu, die gestern vor der ersten Strafkammer de« Landgerichts I gegen ihn ver- bandelt wurde. Der Kaufmann Markus hatte von dem Ver- fasser de« Couplet« das Eigenihumtrecht erworben und gegen Hintsche den Strafantrag-gestellt. Da« Gericht ahnte da« Vergehen mit einer Geldstrafe»on zwanzig Mark. Gin» Pfändung mit Hindernisse«, welche gestern zur Kenntniß der 92. Adtheilung des Schöffengerichts gelangte, zeigte wieder einmal, welchen Fährlichkeiten die Gericht« voll- zieher bei Ausübung ihre« Berufe« ausgesetzt sind. Der Stellmacher Schröter und der Fuhrherr August Boddin be- fanden sich wegen Widerstands aegen die Staatsgewalt und wegen Hinterziehung eines Pfandgegenstandes auf der Anklagebank. Am 23. April v. I. hatte der Gerichtsvollzieher Malinowtky bei Schröter ein Pferd zu pfänden und sofort wegzuführen, zu welchem Zwecke er noch einen Arbeiter mitgenommen hatte. Der Schuldner machte Schwierigkeiten und weigerte sich, dm Stall zu öffnen, in welchem da» Pferd sich befand. Während de« Segenseittgen Meinungsaustausche« kam der zweite Angeklagte inzi und dieser Härte kaum, wovon die Rede war, so wußte er auch sofort ein Mittel, wie er seinen Nachbarn hel'en und »em Gerichtsvollzieher«in Schnippchm schlagen konnte. Ohne von dem Proteste de« Beamten Notiz zu nehmm, schlug er dem Angekl. Schroter vor, derselbe solle ihm schnell das Pferd ver- kaufen, bevor der Gerichtsvollzieher es in Händm bekäme. Schröter fand diesm Vorschlag annehmbar, in wenigen Minuten war der Handel abgeschlossen. Der Gerichtsvollzieher schickte nach der nächsten Polizeiwache und zum Schloff«, bevor die ubetene Hilfe aber zur Stelle war, öfs-rete Schröter den Stall, Boddin nebst vier von seinen Leuten drangen hinein und führten das Pferd fort. Der Beamte war der Uebermacht gegenüber machtlos. Für die beiden Angeklagtm hatte diese Szene ein höchst unangenehme« Nachspiel, denn nach dem Antrage de« Siaatsanwalt» wurde gegen Schröter trotz seiner bisherigen Unbescholtenheit auf vier- zihn Tage Gefängniß erkannt, während dem vielfach rorbe- straften Angeklagten Boddin sogar sechs Wochen Ge fängniß auferlegt wurde. Jahrelang fortgesetzt» Veruntreuungen, welche der Kaufmann Paul Bern dt während sein« Anstellung bei d« Speditiontfirma Brasch u. Rothenstein sich zu Schuldm kommen ließ, untnlagm gestern der Prüfung der zweiten Swafkamm« de« Landgericht«>. Der Angeklagte hatte Haupt- sächlich den Versandt der Guter auf dem Schlefischen Bahnhofe zu überwachen. Da« Geschäft brachte e» mit sich, daß er häufig Droschken zu benutzen, sowie auch kleinere Trinkgelder zu ver- auSlagen hatte; diese Ausgaben Hatte er einzeln aufzuführen und an jedem Morgm dem Kassirer vorzulegen, der sie ihm zurückerstattete. Sonderbarerweise hat der Angeklagte lange Zeit hindurch außerordentlich hohe und nicht zu recht- feitigende Spesen machen können, ohne da' et einem der übrigm Angestellten oder seinen Chef« auffiel. AI« schließlich doch eine Prüfung stattfand, stellte sich heran«, daß auf seinem AuSgabrzettel fast täglich zwei Mark als Trinkgeld für die Erp«. ditiontbeamten und 50 Pf. für denPackmeist« aufgefilhrt waren, sowie daß ebenfalls die angeblichen Autgaben für Dro'chkm der Wrklichkeit nicht entsprechm konntm. Außerdem meldeten sich noch mehrere befreundete Firmen, von denen d« Angeklagt« sich für Rechnung seiner Fiima zu GeschäftSzweckm Geld ge« borgt hatte. Diese Beträge waren ihm zur B-gleirdung einge- händigt, aber von ihm nicht abgeliefert worden. Die Geschädigten beziffern die veruntreuten Summen auf 800—900 M. Die Unter- schlagungen gab der Angeklagte zu und ebenso, daß er für jede Droschkenfahrt einen Aufschlag von 80—50 Pf. angerechnet habe, die Trinkgelder an die Beamten habe er aber wirklich verauslagt und somit hiervon keinen Vermögentvortheil gehabt. Urberein- stimmend bekundeten dagegen die vernommenen Beamten, daß sie niemals baare« Geld erhalten hätten, oder angenommen haben würden, et fei nur vorgekommen, daß der Angeklagte sie mit einigen Glas Bier oder einigen Zigarren troktirt habe und weil sie dies angenommen, seien sie von ihrer Behörde bereit« gemaßregelt worden. Der Gerichtshof fand für den Ange- klagten nur einen Milderungsgrund darin, daß er so schlecht kontrolirt worden sei, wegen de« groben VcrtrauenSbruchS wurde aber immerhin auf eine Gefängnißstrafevon neun Monaten erkannt. Verlammlimaeu. Eine grosse öffentliche Manrerverjammlnng wurde am 20. d. M. unter Vorsitz des Herrn Wernau au? Veran- lassung der Geschäftsleitung in Hamburg, im Saale de« Schweizergartens abgehalten. Der Besuch der Versammlung war ein erfreulich zahlreicher, wie scho näselt längerer Zeit nicht mehr, so daß der geräumige Saal die Erschienenen kaum zu fassen vermochte. In derselben sprach Herr Lorenz au« Hamburg über:»Da« Koalitionsrecht und die Ge- werkfchaft«- Organisationen." Der Referent begann mit einer Darlegung, unter welchen Umständen und Verhältnissen den Arbeitern da« Koalitionsrecht gegeben wurde und schildert« sodann in eingehender Weise die Bestrebungen der Arbeitgeber, den Arbeitern da« gegebene Koalitionsrecht nach Möglichkeit zu schmälern und die Maßnahmen der Be- Hörden, welch« den gleichen Erfolg hätten. Da« Jnkraft- treten de« Ausnahmegesetzes �zerstörte vollends die Or- ganisationen, indem dieselben sich entweder selber aus- lösten oder ausgelöst wurden. Zwar seien neue Organisationen erstanden, doch habe sich diesen gegenüber eine behördliche Praxi« herausgebildet, welche sich mit den Bestimmungen de« § 152 der Gewerbeordnung nach allgemeiner Anschauung nur schwer oder nicht vereinbaren lassen. Kongresse hätten sich be- reit« wiederholt mit dieser Angelegenheit beschäftigt und die«- bezügliche Resolutionen gefaßt; auch seien bereits mehrere Pemionen an den Reichttag gerichtet worden um Ergänzung des§ 152 der Gewerbeordnung, doch sei alle« verlorene Liebet« muhe gewesen. Redner schilderte weiter die Bestrebungen der Arbeitgeber, die unbedingte Vormundschaft über die Arbeiter zu gewinnen und ihnen da« Recht zu nehmen, über die Ver- besstrung ihrer Lage zu berathen und für«ine solche einzutreten. Deshalb auch das Zetergeschrei der Arbeitgeber über die �unverschämten" Forderungen der Maurer im vorigen Jahre, trotzdem durch die St-tistik der Unfalloerficherung fest- gestallt worden sei, daß auch in Berlin der Durch- schnittsverdienst eines Maurer» im Jahre 850 Mark nicht übersteige und es nicht zu hoch gegriffen fei, wenn angenommen werde, daß 4000— 5000 Maurer läglrch arbertSlo« auf der Straße umherirren. Um ihren Zweck, den Arbeitern da« Koalitionsrecht zu beschneiden und die einschlägigen Straf- bestimmungen zu verschärfen, zu erreichen, werde leiten» der Arbeitgeber den Arbeitem untergeschoben, daß sie sich an den konkreten Arbeiterfragen, mit denen sie sich heute in ihren Ge- werkschafttorganisaiionen lediglich befassen dürften, sich nicht genügen ließen, vielmehr in ihren GewerkschafiSorgainsationen „auf den Umsturz der heutigen Gesellschaftsordnung gerichtete Bestrebungen" großzögen. Die Lächerlichkeit dieser B-Haup- wng wurde vom Redner dargelegt und de« Weitrren ousge- führt, daß e« Pflicht der Arbeiter fei, sich in G-we-kschaftS« organifationen zusainmenzulchließen, um mit vereinter Kraft der Kapitalmacht, den reaktionären Bestrebungen der Ardeitgeber entgegenzuwirken. Unter den h-uiigen Wirthschaft«. Verhältnissen sei nur durch starke Organisationen etwa« zu erreichen. Daß die Arbeitskraft der Maurer viel zu doch ausgenutzt werde, beweise die durch Statistiken erhärtete Thatsache, daß da« Durchschnittsalter der Maurer 38 Jahre nicht übersteige. T« müsse dahin gestrebt werden, daß da« Durchschnittsalter sich erhöhe und da» Einkommen de« Ar- beiter« mit den steigenden Lebensbedürfnissen gleichen Schritt halte. Charakteiist'sch ist die Logik der Arbeitgeber, welche be- haupten, daß die Maurer sehr gut auskommen könnten, wenn sie nur weniger verschwenderisch leben würden, und statistisch festzustellen sich bemühen, daß die meisten Unglücksfälle im Baugewerbe de« Montag« und de« Morgen« nach dem Früh- stücke vorkämen. Wa« damit gesagt werden solle, liege aus der Hand. Redner schloß mit dringenden Ermahnungen an die Berlmer Maurer, eine feste und starke Organisation zu schaffen, um den kleinen Städten al« Vorbild zu dienen und der Ge- fellschaft zu beweisen, daß die Maurer ihre Lage erkannt hätten. Lebhafter Beifall folgte dem Vortrage de« Herrn Lorenz. In der folgenden Di«kusfion erörterte zunächst Herr Hanisch die Berecht gung der Arbeiter, bessere Lohn- und Arbeitsverhältnisse, überhaupt eine Besserung ihrer Lage zu er- streben, während Herr Grothmann sich über Kapital und Aibeit in ihrem gegenseitigen Verhältniß zu einander, sowie über da« Recht auf Arbüt verbreitete, die heutigen herrschenden Verhältnisse in nackter Wahrheit schildernd und auf eine Or- Konisation der Gesammtheit verweisend. An der weiteren Di«- asfion betheiligten sich die Herren Scheel und Weise, nach deren Ausführungen Herr Lorenz da« Schlußwort nahm, die Versicherung abgebend, daß auch die Hamburger Maurer thatkcäftlg dahin wirken und streben, die Akkordarbeit zu be- seitigen, wenn e« auch nicht möglich sei, ein fest eingewurzelte« System mit einem Schlage au« der Welt zu schaffen.— Die Versammlung faßte sodann noch einmal den einstimmigen Be- schluß, sowohl den 20, Februar al« auch den 1. Mai als Arbeiter. Feiertag« zu betrachten und an ihnen die Arbeit ruhen zu lassen.— Wie zu erwarten war, gab die Anwesen- heit de« Herrn Lorenz au« Hamburg Veranlassung zu einer lebhaftm Aussprache über die gegenseitigen Beziehungen zwischen Berlin und Hamburg und die Akkordarbeit, die in Hamburg noch vorherrschend ist. Im Allgemeinen gab sich wieder eine große Mißstimmung gegen Hamburg, besonder« gegen die Geschästsleitung kund, unter deren Kundgabe Herr Lorenz als Vertreter der Geschäft«- leitung oder wenigsten« in deren Auftrag reisend, stark zu leide« hatte. Doch wurde sowohl von Herrn Lorenz, als auch von anderen Rednern darauf verwiesen, daß der nächste Kongreß nur berufen sei, über die Gefchäftsleitung zu Gericht zu sitzen und Uebklstände, die sich geltend gemacht haben, abzustellen. Nach Schuiß der sehr langen Debatte stellte Herr Karl Schmidt den Antrag, da« Bur.au der Versammlung zu beauftragen, einen Organisationsplan für die Berliner Maurer auszuarbeiten und denselben den nach der Reich«tag«wahl statt« findenden drei großen Versammlungen vorzulegen. Dieser An- trag wurde abgelehnt. Dagegen beschloß die Versammlung einstimmig, von der Schloßfreiheit-Lotterie kein Loot zu kaufen. Mit einem dreifachen Hoch aus die Arbeiterbewegung schloß die Versammlung. Eine öffentlich» Versammlung der Weißgerder tagte am Donnerstag Abend in Weimann'S Volksgarten. Erster Vorsitzender Kollege Engel,»weiter Vorsitzender*, Frosch, Protokollführer Kolleg» Trapp. Auf der � jUt« 9 nrhnitnft«rtnh• 1 9Wtrnn Tifi-r h-n«>1>'stundentag. �, C»** kW Ordnung stand: 1. Vortrag über den Achtstundentag.- � kusfion. S. Verschiedene«. Den ersten Punkt der Tagetor ___ k.W• A- t%.TT___ c»»_______ OT..X.__ L._ AM# IlDcI"T erledigte Kollege Brinkmann. Auch nahm alsdann üb«. felbe Thema Herr Meißner(Zimmerer) das Wort,»eW, scharfen und schneidigen Morien die Macht de« Kapita»� Serie und die Nothwendigkeit der Ächtkundenarbeit E« gelangte alsdann folgend« Resolution zu einstl« nähme: Di« heutige große öffentliche Versammlung der gerb« Berlin« macht den Beschluß de« hettaiä äeiterkongresseS zu Paris zu dem ihrigen,«..» den 1. Mai 1890 als Festtag zu begehen und dadur�. tersammrung"".'i •s international� � Propaganda für den gesetzlich einzuführenden achlbuo Arbeitstag Ausdruck zu verleihen.— Auch wurden dn>p, den Vergoldern noch 50 371. bewilligt. Da Kollege TreM besonderen Gründen sein Amt als Vorsitzender der Lo« j Mission niederlegt, wurde Kollege Haferland, Biesrniham? wohnhaft, einstimmig gewählt. Schluß d« Versainnuiiitä 12 Uot". sifdri' Si»« von fLnstzundert V»rsou»» besucht» lich» Hchrrriderversammlrrng fand am Montag tw- mrschen Brauhau«" statt. An Stelle de« abgereiutN-, taatabgeordneten Kühn referirte Herr I e s ch o n e k.*' behandelte zunächst die Lebenslage der Arbeiter; eine o j au» 5 Köpfen werde durch den Kornzoll mit 38 AL. j andere Verbrauchssteuern mit 55 M. jährlich belastet; do° � den Schutzzoll die Löhne steigen, habe sich nicht bewah». Er ging dann zu der Geschichte der Streiks über. D« v im Frühjahr wurde vom Refnenten wegen d« mang°� � Organisation bekämpft, von Herrn Pfeifer mit Hm«?� die Erfolge der Londoner Streik« befürwortet. Den wMl Beschluß soll eine Versammlung nach den Reichstag«W fassen. Zwei Resolutionen bekannten den 20. Fff!� W Feiertag an und erklärten e« als Ehrensache der Arbeiter, der Schloßfreiheit Lotterie nicht zu kaufen. De» Verein Kertiner Hausdiener hielt am feine 2. oroentliche Generalveriammlung mit folgend« ordnung ab: 1. Mitteilung. 2. Aufnahme neuer Muö.« 3. Vierteljahresbericht. 4. Der Hausdienerstand(»<•, J unftm Stellenvermittelung). Referent Jkolltge,{z Mnnl tä. %% Spedition Kr das Fcagekaften. Nach Verlesung � itterfhihunosfälle«rlediat und 0% Umerstutzungsfälle«ledigt� unb�jj � J 5. Verschiedene« und Protokoll« wurden 4 treffenden Kollegen 10 und 15 Mail bewilligt. In Maskenball«« theilte Kollege Kuhntke mit, daß degwraai am 22. März, sondern am 15. Februar ftatifindet und r derselbe die Kollegen zum recht regen Billelvertrieb auf Punkt 2, Äufnahme neuer Mitglieder, wurden die 38 Ks verlesen, die sich hatten einschreiben lassen und von de», fitzenden m den Verein für aufgenommen erklärt. Zu f-T verlas der Renbant den Vierteljahresbericht. Es wurde» j der Bericht der Revisoren verlesen, aus dem sich«gud,.. Bücher und Belege gleichlautend befunden wurden und tragt« der Obmann der R-visoren, Koll. Pickert, für den 5 fammtvorstand Decharge. Hierauf erstattete Koll. Runge � über die Stellenvermittelung. Gemeldet wurden: im � % abgi« 3«bet sich Zugehen den 30. H Oktober 41 Stellen, November 75 Stellen, 50 Stellen; davon wurden besetzt: Oktober 29 f Nooember 44 Stellen, Dezember 38 Stellen. Zu Pun" v hielt Kollege Kuhntke das Wort und führte derselbe � Folgende« au«: Als wir vor 6 Jahren den Verein gop war die erste Aufgabe, dahin zu wirken, die Kolleg-n»> Hinficht aufzuklären; es ist aber bis jetzt noch nicht 6a™;i ober i» 1 lungen. Hierauf kam Redner auf die Stellenvermittelung �« in bt sprechen und führte derselbe aus, daß der Lchn der, nicht f in....... A_ ff._*' k beginn be sehr gering ist, denn nur wenige Kollegen bekommen j solchen Lohn, daß si« ihr« Familie allein ernähren können, � forderte Redner die Kollegen auf, um«inen höheren erzielen, nur in der Saison an die Chef« hiermit Heranzu'vßi Redner führte einen Fall von einem Kallegen an. J von-----------....--- wurde vor Weihnachten von seinem Cgef fest engaiin- im Geschäft viel zu thun war, so wurde seldstoeiP, lich, wie e« ja in manchen Geschäften Sitte ist, � viel zu thun ist, Nacht« bt« 1 Uhr gearbeitet. Als j, da» Geschäft nach Weihnachten nicht mehr so flolt fl™'« wurde der Kollege natürlich gleich auf die Straße gen»� derselbe machte fürs 14 Tage Lohnansp'üche geltend,% � ihm aber vom Chef verweigert wurden, so daß nun treffende Kollege erst klagbar werden muß. Redner aber auch einige Kollegen, die plötzlich die A-deit V>! werfen; denn wenn ein VereinSkollege in Lohnverhai» � auf yWm Liste ""lche Eti werfen; oenn wenn e,n ujeremsrollege m Loynvero»'� t. Nach in seinem Recht geschmälert wird, so wird der Verein W*. w..'"irveM seinem Rechtsschutz jederzeit zur Seite stehen� Zu Punkts. Uber bas Merorbev Tagesordnung wurden dem Rendanten als Werhnachts'��i fikation 80 M. bewilligt. Kollege H nmann theille nuj,,.) feüii; »Oft am 24. Januar bei Buagen Hagen eine öffentliche Versa» der Angestellten im kaufmännischen Gewerbe stattfinde» �.«"i« bat die Kollegen, dieselbe recht zahlreich zu besuchen. zi ztu�Aer noch Kollege Kuhntke die Mitglieder aufgefordert hatte, v'Mchaf zahlreich auf die Zeitung.Einig eil" zu abonniren, da dM Mol? ooch aufklärend für die Kollegen wirke, wurde die Versal nn« lung um 12% Uhr geschlossen. Otraug-, türm- uni t$r»Uief Ptrtittt am Donnersla«: �f1' gesangmreln ,8arttfa" Ldend» 9 Übt In Benin'; Restaurant, BeteraniN. —»esanavereln.vretzelschlui' Abend; 8% Uhr im Restaurant Jfi, »Spnlckerftrate 100.— Mannergelangverein.Nordstern' Abend;« f Restaurant Pohl. Mallerftrahe 7.— Echäfer'scher Idcsa- averein.der Abend; 9 Uhr bei Wots u. Krüger, Ekal!,erstrafie 128, oeretn.Blülhenkranz' Abend; 9 Uhr im Rest Männergesangverein.Ateiander' Abend; 9 1 dergerftratze 8.— Männergesangverein.Firmita;' bei Kinner, Kdjntirt' Nr 88.— Gesangverein Mäimerchor.Et Urban' Abend;" statie ne, feÄ Ez waren avcrein Äesang. ........._ staurant sbiandendurgstraße �i Uhr im Restaurant R°se. nita;' bei Kiimer, Kwnick-r�,» W — Gesangverein„Deutsche Liedertasel" Abend; 9 Uhr ).—«esangverel»„Norddeutsche Schlei-e Admd; von» � "stchaeitiichstrahe 89.—„Manner• Belongverei» Eangeaste- ,5) Ii; 11 Uhr, Frantsurler Bierhallen lKrüger), Gl strankfurtersir� nia" Adend; 9 Uhr Uebung;stunde bei Lehmann. Alcrand h}. — Turnverein„Hasenhaide Adciid;?...i & Diestenbachftrahe 80-61.—„Berliner Turng-nossenschast"(7. »bihciiung! Adend; 8 Uhr in der stadiischcn Turnhalle, fi ,1! sttah- 17-18:- d-;gl. 6. Männer.«biheilnng Abend; 8 Uhr».v? stadtiichen Turnhalle, Bubenerftraie 51— Lübeck scher Turnverein �. "'— �Usab-Idftr-ze 57-58.-«llgemeineer»rend« htsj Äbiheiung) Lber.d; 8 Uhr Aiisabethftraße 57—58— Sllgemeineer .Louisenstadt", Adend; — Arend;'scher ah-. Gtenogravhenverein, Abtbeiiung Restaurant Preuh. Oranlenftr. 51 .Phaiam' Abend; 8% Uhr im Restaurant.Zum Buikower Garten'. ftrahe 9.— Deutscher Berein ArendSscher Elenogravhen Abend; 9 Heidi'; Reftaurani. Koppenftr. 75, llnierrichi und Uedung.— Berliner»« graphen Berein(Evftem Arendd) Abend; S Uhr im Restaurant Friedrich?�, �! — Eiolze'lcher Elenographenoerein.Nord-Äeriin' Abend; 8 Uhr, 5,„«i''! kratze 44— Beretn der.Naturfreunde' Abend; 9 Uhr im Restaurant stratze 85— Beretn der klnruhstadter Abend; 8X Uhr im.KSnioftadt-K� Holzmarttstratze 72.—«erein ehemaliger F. W. Reltschlag'scher Echm-.,!- 1 und 8 Donnerstag leben Mona-; im EafS Schüler, So>>d;dergetits°xji- Abend; 8 Uhr.- Rauchttub ,Kernspi»e' Abend; 8% Uhr im Restaurant �-i Rüderbdorserftr. 8— Rauchtluö.Arcona' Abb;. 9 Uhr bei Zivlln;tl Reichend ftrate 71.— Rauchtlub„Deztmalwaage" Abend; 9 Uhr im ReftauraNisA., Kraut;straje 48— Rauchtlub„Borwan;" Abend; 9 llhr det Herrn sfipl I Restaurant„Zum Ambo;"..... »uitvi Si T. E, s .Aollegia" Abend; 9 Uhr bei Thiemermann, Skallierstrahe Sihung Fidelila; Znvaitdenstratze 189. Mitgtteder. «aste ßl«Uern VviefklQflen. Bei Anfragen bitten wir die Abonnem.nta-Ouittung deijutügen Antwort wird nicht erlhettt. Ur. 100. biguna verlangt. Brie# Wenn der Kontrakt bto« dreimonatliche �' _ ig verlangt, so jeder Taaetzett, also auch Abend« erfolgen. P. 11*. 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