gim«fafl,>ftt 18» Febroar 1890. 7. Jahrs. K Hrgan für die Interessen der Arbeiter. LMWDZMMRMM Jaferti»««gebühr n, fi betragt für die S gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Ps., für Verein»- und Versammlung»« Anzeigen 20 Pf. Inserate werden b>S 4 Uhr Nachmittag» in der Expedition, Berlin Sw., Zimmerstrahe 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung de» Preise», angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bi» l Uhr Mittag» und von 3—7 Uhr Nachmittag», an Sonn- und Festtagen Bis 10 Uhr Vormittag» geöffnet. ftvnfprtdttvt Zimt VI. Zlr. 41t 99 Ned»ktwnz%«— Expedition: JimmerZkratze 44. ments-EilllllKttg. vom \ j!' kjm 1 MSrz eröffnen wir«in neue» Wonnement auf ""W Aotkiibtatt". � ,ieue maschinelle Einrichtungen find wir in den Stand d**r''�Utende Preisermäßigung in dem Abonnemeilts- �sn»z Platte» eintreten zu lassen. Bf» Platt kostet vom 1. Mär» ab frei in» Kau» 1J Mark 10 Pstilnig Postabonnenten tritt die Preisermäßigung erst hj'0,mn«n hiermit den Berliner Arbeitern nach jeder '«k, ��Skgen, und wir erwarten daber, daß unS auch '. unseren Freunden dasselbe Wohlwollen dargebracht t kJ wir bisher unseren Standpunkt in der allge- ; y"Vchen Arbeiterbewegung behaupten konnten. Kein juii ähnlichen Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt, wie ober doch hat unser Unternehmen durch die Hilse der "tdeiterschaft eine erfreuliche Ausdehnung gewonnen. Achten daher an die Berliner Arbeiter den Appell, nun wir bisher stets aus dem Posten»u sein, damit �presse»tidlich diejenige Stellung einnimmt, die ihr politischen und wirthschastlichen Bedeutung der Arbeiter ,..�sse ist«ine mächtige Waffe für die um ihre Be- P im Arbeiterklasse; gerade jetzt sollten unsere Freunde tj,"nd rasten, bis sie durch unser Blatt unsere Ideen Ntft,, j* bisher gleichgiltigen Kreise getragen haben, die aus k oder aus Roth unserer Bewegung iern geblieben sind. ji�..�berhaupt eine politische Zeitung liest, der kann auch d- uuer.Bvllsblatp- lesen, denn der Preis des Blatte? ist i Messen, daß auch der wenig bemittelte Arbeiter sich mite zuwenden kann. I»�."UsererseitS werden in der Anerkenmtng, die uns zu b»i-' einen Sporn erblicken, der uns zu neuen An- ü, o? �eibt, um unser Blatt nach jeder Richtung hin auf der- l h5. iu halten, die ihm seinen bisherigen Zuspruch ge- %& Hauptsächlich an der Stärke der Arveiterpress« kann mrke der Arbeiterbewegung bemessen. Ol los !Ä -* vw Aroelieroewegung vemenen. und Wrlag des »»Kerllner Uolksblatt". Die Mannesfeelen. Nationalliberale Blätter beeilen sich, die Hoffnungen auf einen Fortfall deS Sozialistengesetzes, die man vielleicht an die kaiserlichen Erlasse und an die MittheUungen der„Täglichen Rundschau" geknüpft haben könnte zu dämpfen. Sogar die Absetzung des bekannten Herrn Krüger wird als bedentunatsos dargestellt und wird als ein ganz unwichttger Akt dchandelt. Wir ver- stehen die Herren schon. Sie können ihre Herzenswünsche nicht unterdrücken und können sich gar nicht mehr recht in eine Zeit hineindenken, in der es kein Sozialistengesetz mehr geben soll. Sie haben eS seiner Zeit aus vollem Herzen ganz und gern bewilligt; die'charftinnigsten ihrer Leute, LaSker und Bamberger, haben 1878 die ganze Kraft ihrer rabulistiscken Beweisführung aufgeboten, um die Nothwendigkett des Gesetzes zu begründen, und die heuttgen„kümmerlichen Epigonen" der Nationalliberalen von ehemals sind berett gewesen. daS Gesetz, wenn auch ohne den kleinen Belagerungszustand, zu verewigen. Man erkennt unschwer, daß die nationalliberale Partei— und wenn's vorläufig vielleicht auch nur deren Presse ist— den Fortbestand des Sozialistengesetzes als ein B ed ü rf n i ß empfinden. Die Herren erkennen eine„vortreffliche Wirkung" des Gesetzes darin, daß es ihnen manchmal freie Bahn gemacht hat für ihr politisches Gaukelspiel, und zwar in Fällen, wo unter anderen Umständen die Herr»» der öffentlichen Meinung nickt zu trotzen gewagt hätten. Wenn onach die nattonalliberalen„Mannesseelen" ihre Sehnsucht nach dem Fortbestand des Gesetzes nicht verbergen können, während zu gleicher Zeit die Mitthei- lung in die Oeffentlichkeit gelangt, Herr Miguel habe seiner Zeit verkündet, das Gesetz werde nach dem Ableben Kaiser Wilhelms I. nicht anstecht zu erhalten sein, so müssen wir sagen, daß wir uns keine Illusionen gemacht haben. Wir haben uns noch nicht davon überzeugt, daß die Frage des Sozialistengesetzes gelöst sei. Daß man dasselbe wird ablaufen lassen, ohne daß irgend etwa? ge- schieht, das glauben wir zuletzt. Vielfach ist ausgesprochen worden, nach den Erlassen deS Kaisers könne das Sozialistengesetz nickt mehr be- stehen. Namentlich Herr Bamberger hat in seinen Wahl» reden diesen Gedanken ausgesponnen und zwar mit einer Zuversichtlichkeit, welche nichts zu wünschen übrig ließ. Aber wir glauben, daß auch Herr Bamberg er fich nur m Vermutbungen hat ergeben können, denn über die Ab- sichten der Regierung ist weiter nichts bekannt. Uns däucht, daß man das Ergebniß der Wahlen abwarten wird, um danach seine Aiaßregem zu treffen, Diese Wahlen werden einen großen Erfolg der So- zialdemokratte bringen, hauptfächlich auf Kosten der Na- tionalliberalen und der Freisinnigen. Aber aus dem Wahlkampf selbst wird eine tonservativ-tleri« kale Mehrheit hervorgehen und diese Mebrheit wird über das zu entscheiden haben, was an Stelle des Sozia« listengeietzes gesetzt oder was überhaupt geschehen soll. Da die große Mehrheit des Zentrums— wenigstens soweii man dies berechnen kann— gegen ein Ausnahmegesetz ist. so wird man wohl die vielberufene„Rückkehr zum gemeinen Recht" antreten, wenn die Kartellmajorität gestürzt und die klerikal-konservative Koalition, die in wirthschastlichen Fragen ja schon so lange besteht, anderen Stelle gekommen ist. So deuten wir die politischen Zeichen. Wenn die Regierung von dem kommenden Reichstag etwas haben will, so wird sie diesen Weg wohl beschreiten müssen und wir sind, so lange uns die Thatsachen nicht anders be- lehren, der Meinung, daß sie ihn beschreiten wird. Sonst könnten wir die polittschen Vorgänge der letzten Wochen uns nicht erklären. Wir haben für uns das Zeugniß des Fürsten Bis- m a r ck, daß wir als„n ü tz l i ch e s@ leinen t" die Sozialgesetzgebung angeregt haben. Da diese Anregungen Gegenüber dem Gebühren der Mannesseelen hat di« Arbeiterpartei einfach die Pflicht, alles aufjubleten. um die Zahl ihrer Vertreter diesmal möglichst zu verstärken. Dies ist die beste Garantie und das sicherste Mittel, daß di« Interessen der Arbeiter gewahrt werden, soweit es sich um dieselben im deutschen Reichstage handelt. Die Mannesseelen sehen hieraus, daß sie sich ihre ganzen Lamentationen hätten sparen können. Wir geben uns keinen Selbsttäuschungen hin und können ruhig ab- warten, was da kommen wird. Dann ist immer noch Zeit zu reden. Die Arbeiterwelt aber wird aus der Haltung der Mannesseelen von der nattonalliberalen Partei von neuem ersehen, welche Ruthe sie sich binden würde, wollte sie geschehen lassen, daß diese Partei auch im nächsten Reichstage einen entscheidenden Einfluß behält. Darum ist uns auch nicht bange. Der Nattonal- liberalismus hat ausgespielt— so oder so. Die Quittung auf seine Leistungen wird ihm bei den Wahlen ertheilt werden, nicht weniger als dem„Freisinn", dessen Sün- denregister allgemach auch eine stattliche Länge aufweist. Die Bäume der Mannesseelen wachsen so wenig in den Himmel, wie die des Herrn von P u t t k a m e r. weiter geschritten find, so wird nlan keinen Grund haben, uns d e ß h a l b anzufeinden. Der Reichskanzler meinte seinerzeit, er würde sich nicht anftegen, wenn auch d a S dritte Dutzend des„nützlichen Elements" in den V. Feuilleton. _ 122 Dorstadt St. Antoine. Z. Historisch» Erzählung "Ny RSvillon aus den Jahren 1789—1792. � Deutsch von Ludwig K n o r r. ' tz»?. ch steigert sich das Geschrei der Menge. Köpfe mj«: i,". wenden sich nach einer Seite des PlayeS. Man .((•vfkettv' rufen. Eine Abtheilung mit Piken be- �"sculotten theilten die unbewaffnete Menge K Piken auseinander und Gendarmen erschienen, die ii« «a» auseinanver uns csenoarmen rricyiriirn, vir ' iUtr?en begleiteten. Auf dem Karren standen aufrecht wminengedrückte Körper, die bei jeder Bewegung der �einander schaukelten. J'ch dabei weiße und blonde Köpfe, Uniformen "liq ftder, Röcke von Priestern und Bürgern..... %3>>t«te dies„une fournöe", einen Backtrog voll. Ifoig v, ffühtt kam im Schritt näher, da es sich nur b'lch die Massen fortbewegen konnte. «Hot tte fünf bis zehn Minuten, bis es in dem Viereck iV«?,?*• tiQn(.Hilfen des Henker» verließen nun daS Schaffst %i( ,'ft9 ihre rothen Mützen an den Stufen desselben. U»% qi«1 Tode Verurtheilten befanden sich dort. Hof*.8« wurde still; alle Augen richteten fich auf W fta«, von zwei Gel empor; ein Gehilfen gestützt, stieg die Etuftn weißes Kleid legte sich über die Man börte einen Schrei. Sieun Mal wiederholte sich dieser Schrei. Der letzte Verurtheilte trat jetzt vor. Es war der Herzog, der aus Galanterie die Frauen zuerst hinaufsteigen ließ und die Bürgerlichen au» Gering- schätzung nack ihnen. Wie er oben war, nahm er eine Rose, deren Stengel er zwischen den Lippen hielt, in die Hand, roch daran und ließ sie dann fallen, dann schickte er sich an, seinen Hemdkragen herunterzulegen, wobei sein Blick über den Play schweifte. Zwei Mal schien sein Auge durch einen Gegenstand ge- fesselt zu sein. Das erste Mal nahm sein Gesicht einen sanften Aus- druck an, er nickte freundschaftlich mit dem Kopfe, als wollte er Lebewohl oder auf Wiedersehen damit ausdrücken. Beim zweiten Male verzog er verächtlich die Lippe. In der ersten Reihe hinter den Soldaten, unter den Strickerinnen, die ge- wohnt waren, die Köpfe fallen zu sehen stand Mutter Combat. Alte, die hier starben, Männer und Frauen, waren ihre Feinde, denn alle hatten kostbare Wohnungen, seidene Kleider und volle Börsen gehabt. ,Es waren Bürger, Priester und Adlige. Um sie für ihren früheren Wohlstand sterben zu sehen, verließ die Combat jeden Tag ihr HauS; sie kam so regelmäßig nach dem Revolutionsplatze, wie sie unerschütterlich in ihrem Hasse blieb. Unter den Feinden des Volkes hatte sie sich noch einen Feind herausgesucht: den Herzog, der vor vier Jahren ihre kleine Jenny an der Ecke der Vorstadt St. Antoine überfahren hatte, der sich dem Urtheil« durch die Flucht entziehen wollt« und der den schönen Frauen im Refektorium der Eonciergerie dm Hof machte. AIS sie ihn auf dem Schaffot erblickte, lachte sie. Der Herzog sah dies Lächeln, beugte seinen Körper und legte seinen nackten Hals in die Oeffnung. Dann war Alles still und die Massen zerstreuten sich langsam. Mutter Tombat war eine der Letzten. Der Platz war fast leer. Nahe bei der früheren königlichen Geräthkammer umringt» eine Gruppe ein kleines Mädchen, das weinte und dabei an seine Fingern saugte. Da? Mädchen schien 11—12 Jahre alt zu sein und war schön wie ein Engel. — Was thust Du hier? fragte sie eine Frau. — Ich warte! — Auf wen wartest Du? — Auf Einen, der mich suchen wird. — Wo wohnst Du? — Ich weiß nicht, wir sind diesen Morgen hier ange- kommen, w'. haben auf diesem Punkte eine ganze Stunde gestanden! — Wer war denn bei Dir? — Jean, mein Diener! — Weshalb hat Dich Dein Diener hierher geführt? — Um meinen Vater sterben zu sehen! Die Umstehenden waren vom Mitleid bewegt. — Also ist Dein Vater todt? — Ja, er war der Letzte! DaS kleine Mädchen brach in Thränen aus. Mutter Combat trat näher, sie horchte aufmerksam. Zwischen Schluchzen und Weinm erzählte das Kind, ean„Es lebe der König" gerufen habe, und sich dann Renschen auf ihn gestürzt hätten. Er wollte sie durch- aus nicht allein lasten, aber sie hörten nicht auf ihn, son- dern schleppten ihn fort. — So bist Du also ganz allein in Paris und Du kennst Niemanden hier?' aesetze unmittelbar nach einer politisch bewegten hoben werden könnten. Im Grunde schien er du Ii M lassen, daß er weniger das Wesen des Antrags ghlicht».? |H° N 8«nmci Wjns unt '/J armei lS°Usg' Gunsten ein. Der Herzog von LuyneS rzi«chwteger,� von Uyss, die viel dazu beigetragen, die Allianz jn gismus und RoyalismuS zu Stande zu bringen. aeit lang zu den vertrautesten„Freundinnen zählte. Ter junge Herzog von Luynes selbst hm ststratur gelernt habe und ihre Entschlüsse achten mmer dieselben mich ausfallen möchten."„Ich" Reichstag käinen. Dies zu bewirken ist diesmal die Mög lichkeit vorhanden und man wird ja sehen, was der Herr Reichskanzler dazu sagt. Die ManneSseelen sehen aus diesen Dingen, daß die Zukunft des Sozialistengesetzes nicht von ihnen abhängt Sie rechnen immer noch mit der Kartellmehrheit und können sich gar nicht in den Gedanken hineinfinden, daß diese bei den Wahlen hinweggefegt werden wird. Sir haben sich so sehr an die Herrlichkeit der Kartellepoche ge. wöhnt, daß sie nur mit äußersten. Widerstreben von der- selben scheiden. Aber das Kartell ist gar nicht mehr zv retten; wer die Stimmung des Volkes' kennt, der weiß daß Herr von Levetzow mit seinem„Morilun se sa- lutant!" in der Morgenluft gewittert hat. Mögen die Mannesseelen in ihrem Dünkel sich auch brüsten, als hätten sie noch ferner die Zukunft zu bestimmen— wir lachen dessen, denn wir wissen, daß das alles eitel Dunst ist und daß die Herren, bald von den Thatsachen m un. angenehmer Weise eines Besseren belehrt werden dürsten. Novvespondenzen. das Register lieblich tönt bethören sind Varl«, de» Iß. Februar. Ein neu« Kronprcitendent und Möchtegernstaatsstreichler in spe hat durch einen dem Anschein nach kindisch großmüthigen, in Wirklichkeit aber dummpfiffig bc> rechneten politischen Abenteurerslreich die Lärmtrommel der Reklame um seinen bisher ungenannten Namen geriihrl. Louis Phlupp, Herzog von Orleans und ältester Sohn des Grasen von �lacis hielt den Zeitpunkt für geesgnet, die Erbschaft der Popularität anzutreten, welche der Operettenheld Boulanger durch sein tapferes Auskneifen nach Brüssel bezw. Zersey so un- bedachtsamer Weise vertagt hat. Zu diesem Zweck hatte der Urenkel deS weiland Bürgerkönigs Ludwig Philipp" gezogen, welches den französischen Ohren b-sonders und durch dessen Must! sie besonders leicht zu i...,_____..... das eines unbändigen Patriotismus, der allerdings bei Lichte b- sehen als daö echteste Talmi erscheint. Der nach dem politische». Regenschirm seines Urgroßvaters lüsterne Herzog, sowie dessen, allerdings mit großem Aplomb bestrittene Rathgeber hatten offenbar aus den Ereignissen der letzten Zeit den Schluß gezogen. daß ein großer Theil der Franzosen in iWrn liebenswürdigen. keicM erregbaren Subjektivismus noch eine starke Neigung für den PersonenkultuS verspüren und gelegentlich in der Gegend des Rückgrats einen empfindlichen Kitzel verspüren, welcher sie zwingt, sich vor einem politischen Messias zu beugen. Diese unter dem BoulangiSmuS deutlich zu Tage getretene Tendenz sollte nun zu Gunsten der bourbonisch• orleanistischen Sache ausgenutzt werden, um das Eisen zu schmieden. so lange es heiß ist. Ein orleanistischer Spatz wollte sich in das warme Nest de-- Bolksaunft setzen, aus dem der Kukuk Boulange» beim ersten Anzeicyen einer Gefahr geflüchtet war. Hatte der General durch eine Lustsahrt jenseits der Grenze, um dem Gefängnisse zu entgehm, den Anfang zum Ende feiner Kar- ne>e als politisches AdenUurer gemacht, so mußte ein anderer Kandidat auf Staatsstreichelei durch erne aungstour mit operettenhast» Bergnü- _. obligater Verkleidung und Perrücke, und einer VKurtheilung als sichere, Schluß seine Laufbahn als politische' Glücksritter eröffnen können. Tie Bornums de'' mvnarchiftifchen Presse und Politik mit ihrem Tamtam zur Ve-H,rrlichung„vor patriotischen Gefühle." des„alle,. Gefahren trotzenden Much«»" deS„Heldenjünglings" würden dann da» Uebrige thun, die bis dahin obskure und farblose Persönlichkeit des neuer«„Retters" im Vordergrund des Interesses zu erhalten. Dies offenbar die Erwägungen, welch» de» Entschluß des Herzogs von Orleans bestimmten, sich trotz des vom Juni 188ß datirenden AusweisegesetzeS gegen alle Kronprätendenten nach Paris zu begeben, um„alS Franzose seiner Bürgerpflicht gegen daS Baterland zu genügen" und feine Einreihnng in das Heer zu erlangen. Der Herzog, resp. dessen Rathgeber wußten ganz gnt, welche? der Ausgang der Spritztour von Lausanne nach Paris sein niußte. Das betreffende Gesetz ist klar genu� ES bestimmt?„DaS Gebiet der bleibt den Häuptern jener Familien, wc haben, und ih«» nach der Erstgeburt ur sagt Di« Regierung ist ermächtigt "»M......~ bläk en Republik ist un in Frankreich regiert unmittelbaren Erbm unter- BW IW den übrigen Mitgliedern dieser Familien das"Gebiet der Republik zu untersagen. Die Ausweisung erfolgt auf Grund eineS iin Mirnsterrathe beschlossenen Dekrets des Präsidenten der Republik. Derienige, welcher in Verletzung des Gebots in Frankreich, Algier oder den Kolonien angetroffen wird, wird mit Gefängniß von 2—6 Jahren bestraft und nach Verbüßung der Strafe an die Grenze gebracht. Kein Mitglied jener Familien, welche in Frankreich regiert haben, darf in das Landbeer oder in die Marine eintreten, noch ein öffentliche» Amt bekleiden, noch ei« Wahlmandat aubüdcn." Man mußte also wohl in der monarchistischen Welt geurtheill haben,„Co jeu vaut >»i fhandslie" dqß da« Spiel de« Einsatz werth, pnd daß ei, Wechsel ans die Vollsgunst un schlimmster. Fall!« mit etlicher Zeit Gesängniß nicht zu thauer bezahlt?«. Der Herzog Louis Philipp hatte den Tag seiner Maiorcnwerdung zur Ausführung des politische« Fasching, treich-u gewählt. Nachdem er in Gesellschaft seines Freu»'»?, de? Herzogs von Luynes von Lausanne bis Pans gelangt war präsentirle er sich bei der Rekrutirungskommission aus dcrMairi- und schließlich im Kriegs- Ministerium, um sein» Emreihung als gemeiner Soldat aus Grund der allgemeinen Mil'tärvfiicht zu verlange«. Die diesbezüglichen Schritte des Heizog« fanden durch deren Verhaikuna u»d lleberführung i» di? Coueiergeri» ihren Abschluß. Natürlich waren im ersten Augenblick nach dem Vorfall die widersprechendsten Gerüchte in Umlauf. ES hieß, der Herzog sei mit einein Abdankungsschreiben des Grafen zu Paris zu seinen Gunsten und einer Proklamation an va« sranzösisch» Volk in der Tasche gekommen, um sofort einen Streich gegen die Republik zu inszeniren. Andererseits wurde wieder behauptet, der Schritt des juugen Fürsten ermangele jetzen� polt tischen Hintergrundes, stehe ohne jede Beziehung zu den Bestre bungen der monarchistischen Partei und»nfftamme lediglich der Esngeksting&iieS ritterlichen und'schwärmerischen Patriotismus. Die Gerüchte ernsteret Art stellten siw natürlieh als durchaus unbegründet heraus. Es wäre auch seitens der Örleanisten eine mehr als blöde Politik gewesen, unter den obwaltenden Verhält- nissen einen durch Dokumente bewiesenen osfiziellen Handstreich zur Wiederherstellung der Monarchie mit einem politischen Grünschnabel alS Haupthelden riskiren zu wollen, und die volle Lächer- lichkeit eines solchen Versuchs dann einstecken zu müssen. Aber eS liegt auch auf der Hand, daß die Stimmen Unrecht hatten, welche den Akt des Herzogs al« einen grvßmüthig un- bedachten Jugendstreich hinstellen wollten, der ohne jeden Zusammenhang mit der Politik sei.„Derjenige hat es gethan. dem es nützt", sagt ein lateinisches Sprichwort, und nach dem- selben kann man wohl annehmen, daß die orleamstische Partei dem Unternehmen nicht fern stand. Natürlich hat aber dieselbe doppeltes Interesse daran, die Verston von dem„großmüthigen Jugendstreich� festzuhalten. Sie entgeht dadurch der wenigstens moralischen Aerantivortlichkeit für den gesetzwidrigen Schritt des jungen Manckes, verhindert denselben als Akt voll politischer zu ahnden und schafft eine Legende dem feurigen Patriotismus de» neu- Tragweite zu richte» uud von dem ritterlichen SinN, gebackenen Helden und einstigen Prätendenten. Mit einem Wort, die Partei rlSkirt mchts, verpflichtet sich zu nicht« und kann doch die geschaffene Situation für die Zukunst ausbeuten. Die monarchistische Presse verkündete deshalb auch mit Trompeten >>ild Posaunen, daß der junge Herzog nur infolge eines durchaus persönlichen und spontanen Entschlusses gehandelt, keinen politi- scheu Beichtvater zu Rathe gezogen, nicht einmal Mitglieder seine» Familie m Kenntniß seines Vorhabens gesetzt habe. Ein« De- pesche, welche dem„(Sil Blas" von Madrid zugegangen, behauptet das schnurstralte Gegentheil. In San Lucarno habe ein Familien- ratb der Orleans stattgefunden und in Uebereinstimmnng mit dem verstorbenen Herzog von Montpensier und dem Grafen von Eu sei die Handlung des Herzogs von Orleans beschlossen worden. Die Reise des Grasen von Paris nach Havana sei nur ein Vor- wand, um sozusagen ein politisches Alibi gegen jedes Einverständniß mi' seinem Sohn«rbringew rmd der Situation mit dem Anstrich eine« politischen Unternehmen? auch die Dornen«mes solchen abnehmen könaen. Die republikanischen Organ» waren in der Veur- K eilung des Ereignisses ßetheilt. Verschiedene von ihnen wollten da? StellnngSgelüste Lours Philipp'? als unpoli l etrachtet und behandelt wissen, verlangten, den Prinzen eins» an die Grenze zubringen, um ihm nicht durch»ineAerurtheilung «in« Märtyrerkron« zu flechten und zu einer Popularität zu verhelfe«. Die Mehrzahl der republikanischen Blätter meinte jedoch, die tandlung verdient«l» bewußt« Eesetzübertretung di» festgesetzt« traf». von Vorli [m Allgemeinen verlangte die opportunistisch« Press«, welch« 'her eine aus reaktionärer Wahlverwandtfchasl stannnende und Schwäch« süx den OrleaniSmus gezeigt hat. An- wendung der Gesetze, da diese ja einmal beständen und übertreten seien. Im Uebrigen jedoch ließ sie deutlich durchblicken oder sprach eS offen aus. daß nachdem der Form der Gesetz» durch eine Verurtheilung aeuügt sei, der Präsident den Herzog be- gnadigen würde. Während die monarchistischen Blätter jubelten, daß man endlich einen„Mann", einen„Parteiführer" ge- sunden und während sie dem„berufenen Helden- jüngling", dem würdigen Sproß Heinrich IV." die ausschwei- sendsten Lobhudeleien darbrachten, sahen die übrigen in Präten- venien machenden Parteien, offenbar mit stillem Neide, den Bor- sprung, den der Orleanismus durch den Schritt deS jungen Prinzen gewonnen. Die Bonapartisten verbissen nur schlecht ihren Aerger, daß weder Jerome noch dessen Sohn und Kon- kurrent Viktor den Einfall einer so billigen Reklame gehabt. Ebenso mußten die Boulangisten die bittere Pille binunterwürgen, daß die Reise des Prinzen nach Frankreich mit dem Ausreißen deS Generals aus Frankreich in Parallele gesetzt und die Bravour deS Einen der Feigheit des Andern gegenübergestellt wurde. Schließlich machten Bonapartisten und Boutangist«,, gut« Mi«n« Mi Ii...................... — Niemand! — Ich habe schon vier Kinder, wird sich denn der Kleinen annehmen? — Die Combat trat vor und sagt«: - Ich! und Mehl in davon zu ver- — Er hat Getreide in seinem Speicher sagte eine Frau, wer seinem Laden und weigert sich, dem Volk« lausen. Sie hatten alle Hunger, und man hatte ihnen gesagt: Der da könnte Euch zu essen geben, wenn er wollte. Er Sie saßt« sogleich daß Kind an der Hand und entfernte ivollte nicht und darum sollte er hängen sich, es hinter sich herziehend, mit schnellen Schritten in der Richtung nach dem Boulevard. Die kleine Herzogin. Eine ungeheure Menschenmenge erfüllte all« Straßen, sehen! Das kleine Mädchen stand erschrocken auf. — Ach, lassen Sie uns gehen, wir wollen lieber gehen! — Nein, bleib«! Ich will diesen Aristokraten sterbeu! ii» zum bösen Spiele, indem sie die unerschrock. den patriotischen Bürgersinn de? jungen D?«„i und sich vergnügt die Hände riebe», Gierung vor die unbequeme Alternativ« weder das Gesetz nicht anzuwenden und (ich zu machen, oder aber es anzuwenden.»»>-'''"-«cht haßt, einen künftigen Prätendenten aber beliebt zu > man »srai'gm wurde Herzog erschien bereits am Sonnabend vor des KorrektionstribunalS. Stach Erledigum malitäten beantragte er auf Anrochen sich Stabträger der Advokatenlammer. ein» Vertagung.� � � Verttzeidrger zu wählen. Die Verhandlungen wurden> j 13., vertagt. Ter reakttonare.» � i wsm auf Mittwoch, den Theil orleanistisch gesinnte die Gelegenheit, sich in widrigsterWeise i ttägerei zu spwizen Eine Anzahl jung den Stabträger Cresson wegen seiner Einnim Handlung mit BeisallNatschen, bekannt» und bcr>» eisertenZuen die Wette darum, der Ehre ge» „Monsergneur" mit einem Rath betsteden ovr»| Ol Ii L,•- avtwc Republik Zfs l'oubbilbe j durch Nic c°. 80 V .«nttUn. «tsschli» erneut« c«t der der«eriöl verlangen! als vor Erlauchten, und Durcymu s. an j. Herzogs blieb aus. Die Herren Monarch'iten daß die Regierung durchaus in Gemäßheit der v»n gehandelt habe. Dagegen beantragte ver Rova>. Pradines eine Abschaffung des Gesetz«« von di« patriotischen Gei.il-, le verletze, indem e« � einer berühmten Familie von Kriegern verbiet», zu dienen. Der Justizminister Thevenet nahm ven � '■"'»ntrag selbst zuruch Plimente. durch die sich der Opportunismus M« Regierungsrepublikaner" mit den Monarchisten(»n)-g Di« Kammer erklärte sich mit!78 gegen Sti« Abschaffung des Ausnahmegesetzes. der Beurtheilimg des Herzogs und!«>>»«» kleiner Umschwung. Seine intim« " erzog von Luynes nahm grmde erwart > wird. Kl lö ohne«Er ■SZt° jis» an di CsSrj n9eiie", der _*r einen, 'hm in «udwig S % dem der i "oiumuner« f-t: % et e, «S '"�mittel"' �peisezim, " D legten yeu i« orr polittsche Bildfläch« gedrängt. Gin würdig und stvE. der, aber einfach abgeschmackt theatralischer Briei � von Orleans an denPrändenten Earnot wirkte glttä» auf die Stimmung, welch« ersteren gegenüber anfans tolerant und nachsichtig gewesen war. Auch**;. vollzog sich eine Aenderung. Di« unbändige Aelian, Monarchisten mit dem„Heldenjüngling" trieben.= � Verurtbeilung und Begnadigung eins, zw»»» vre». umdrehen auf einander folgen konnten. Angesichts d«S Materials, welches di« Vorfall schlugen, mußte die Regierung von der uyo cm p' 7» Depo M Migien milden Haltung abstehen und dem Heri°8� � bt � J m — Biyr g« derartigen Auspizien---—-------— � zum zweiten Riol, vor der 8. Kammer des Korrell» zur Verhandlung. Der Andrang des Publikums w vor den Eingängen zum Palais de Justice und erdrückte man sich buchstäblich. Di« Anffolr � das Hauptkontingent der Menge, deren Rest wöhnlichen, bei leiner Gelegenheit fehlenden Pariser„daäauck«"(Maulaffen) blldelen. ließ sich natürlich di« Gelegenheit nicht entgehe«,> deutende» Person durch daö zur Echautragen«n»' nehmen Miene und einer eleganten Haltung, unerschrocken war,«in» Reklame zu schneidern. Elemente des Publikums zerflossen natürlich Rührung über daS„männliche, würdige Auftreten" ,pi Sterns. Der Herzog fordert« seine Siechtsbeiständ» a I- � ...wk.lh;*.«»»».„(Un(in„r in,«n-if hin nl.btuna 1 X ?»»n «u von der Gnade," schloß er fein« Anspracher -- 1*% ich vom Tribunal verurtheilt werbe, l* ,, r im voraus von dem Urtheil sestenS zweihunderttause Pflichtigen überzeugt, und diese iverden mich sreisprs� Advokat Rouffe verzichtet» zwar dem Willen des auf eine eigentliche Vertheidigung, ließ aber ei»««, liche Lobrede auf seinen Klienten vom Stapel, w°- fortwährenden Anrusen Gottes wünschte, I rankretw, den Tagen der Gefahr reä� viel solcher„Kinder" habe»» und und findl inen Sl % wird» M «fer m fc" und und die nach dem vtevolutiontplatz« führten. Zudem war eS drückend heiß. Die Combat ging so schnell, daß daS kleine Mädchen gezwungen war, neuen ihr im Trab zu laufen. Einmal blieb das Kind stehen. Die Frau sagte mit rauher Stimme zu ihm: — Ich Habe Eile, vorivürtS! Dabei preßte sie die Hand des KindeS fest in die ihrige. — Madam, Sie thun nur wey! — Ich bin keine Madam, Du wirst von jetzt an Bär- gerin sagen! Hörst Du? — Ja Madam, ja Bürgerin! Tie Frau verfolgte ihren Weg, sie zog da? Kind nicht — Gnt, nimm die# dafür, sagte sie und gab einen Tritt.... ifl, Das Kind zog ein wollene» bratwe» Kleid, vo; zerrissen war, an, nahm das braunwollent lar eine zerdrückte Kappe an sich. — Hänge den Kochtopf an! L.„ Das Mädryen hob mit seinen weißen Händen aus. — Zünde Feuer an! Sie nahm oen Feuerhaken und blies, daß'ist ... war ein Getreidehändler, der sein Be-' Backen sich blähten..<. reich zu werden, mit dem Lebea bezahlen'— Stelle die Teller auf den Tisch, während Suppe achte. � topf Ter Aristokrat streben, schnell sollte.— i Er debattirt« mit den Ausgehungerten, bot ihnen Geld . cm, beschwor seine Unschuld und verlangte Richter, — An die Laterne! an die Laterne! hM? . orte auf fc Bei ihrem Hin-� und Hergehen zwischen� und dem zerbrach. Tische ließ daS Kind einen Teller Als er sah, daß alles vergeblich war, fing er zu schreien an.' Frau Combat erhob die Hand und mehr, sie schleifte es bchiabf. Bor dem Fauboarg Poissonnröre Wangen aschfahl. stand das Kind wieder still, eS hatte einei Schuh verloren. — Nun, so nimm den anoern in Teure Hand und gehe barfuß; meine Kinder gingen auch so! — Ich kan- nicht mehr geyen! Die Frau fühlte selbst, daß es so war, sie setzte sich mit dem Kinde auf eine Bank. Man vernahm das Ca ira, Geschrei, es entstand cm Auslaus. Eil« zerlumpte Band» kam den Fanbourg herab; sie schleppten einen Unglücklichen mit sich, in dessen erhitztem Gcfichie sich Furcht. Bestürzung und Todesangst spiegelten. Zwei Männer machten sich in der Nähe des Boulevard daran,«in« Laterne los zu haken. � — Tod den Kornwuckerern s schrie die Menge. Jn einem Augenblick befand sich der Mann unter der Laterne; man legte ihm emen Etruk um den Halt. — Tod dem Aufkäufer 1 Sie bat die Frau flehentlich, schnell fortzugehen. still; man horte' das knarren Schlag. h ES war der erst« Schlag, den da« Mädchen � schämte sich. Mit der Jacke auf dem Arme trat Michael«'"> über den neuen Ankömmling nicht wenig erstaunt. Seine Frau erzählt« ihm die Erlebnisse � fli mittags, den Tod des Herzog», das Aussinden � j Herzogin. Dort) plötzlich wurde er einer Roll«... Ali! ya ira, ga ira, ha ira Les aristoerats, ä la lanterue! DaS Kind verbarg seinen Kops in den Händen. Als sie ihre Hände wieder zurückzog, waren ihre bisher so rothen Ein schwerer Körper baumelte an dem Laternenstricke, : gerade über der Straße. Die ersten Schatten' der nahenden Dunkelheit >> W sich bereits, als die Frau mit dem Kinde in das Gäßchen der Vorstadt St. Antoine einbog, an dessen äußerstem Sude man da? Haus des Arbeiters mit seiner traurigen Außen- feite erblickte. Jn der Wohnung angelangt, nahm die Frau ans einer Ecke ein Tuch und zog einen Pack alter Kleider daraus hervor, die sie dem Mädchen vor die Füße warf. - Zieh' Dich aus! Die Kleine trug ein Kleid von heller Seide, einen Um- hang von schwarzer Seid« und einen mit Spitzen garuirte« Strohhut. Sie gab die- alle» hm. Jenny muß das HauS verlassen, um Kok« � verkaufen. Du arbeitest den ganzen Tag außer dew ich bin auch nicht oft da. und so muß unser K"' l-s bleiben. Wir brauchen ein Dienstmädchen und hst», k it ihrem Bruder; sie hatte ....... UM* voll nny kam mit lumen. während der Kleine stolz einen dicht bewachs'euetr Zweig schiventte. — Die Bürierin Bernard hat 3�1 oer I m H * oragtl ifltf'j nnS Alles die? sagte Jenny. Wir sollen morgen wiedertoiw von Kapitän Lenoir Abschied zu nehmen— mast Fanfan? Fanfan antwortet« nicht weil er sich den Kirschen gestopft hatte. Fortsetzung folgt). '%a ;«urd« b« H«czog von Hrlea.ls.« Der Rest bei I daraus tu' e l'tlll 3fnü» vT» 1 � dftj �»\j»* t■-« w y»• t•• r- j--.> «intnci neiifli»� �gesammelt. die sich bot Mehrzahl MM trs Z't�Mth durch*&*?> �v-«>ne Manifestation feuenS der Rena« i co 80»Weier g'.ahec Jhär.je versucht. Es » nmrten ,J;ia'lunfl«ii flott, von denen r,»» i« aufreu)ter- 1«>- aujfAri.f r'st. daß sich d'« V-rhaitct-n so Äcnwut ij!1� 0113 ber Aristotratie rekrvl'.rcn. da? oopu« unter ihnen gänzlich. Die Mouarchiflen ditZ ®w der Hand leine'AvKsichtrit, ihre Sttuen bei der KU-ZS-ZM % #1 > V # I ÄiK M' ■ i'"«-»- '«m»iTiAötcvulc'en wurde. a kr Ke, �nhre zurück, ward wegen der Gesetzesubertrei'mg («tni*& nechaftet und mußte zwei Monate brummen. die Xion'«hielt Erläübniß, den Gefangenen zu „Ü Jfborurung von Geld fflr„Tabak" rc. wurde abge- �liedlÄ�� nicht geraucht zu werden". Der arme Teuiel in fin' j.nach verbüßter Haft an Händen.und Füßen ge- 7» to,!? dunklen Zellwagen, mit Strolchen aller Art zw . sim, Wrenze tranSportirt. Man hatte ihm nicht an» ni�Ä�..�kten�n'®a4tn** �nnd»u v-rpaclen. W«, jTwCPA«r:;,'0ie vem armen «n 1 iltu» s lest nachgesendet' wenden. Wetten wir. daß ' �rangport ttotz aller Gleichheit h.' wie dem armen Teufel. S vor dem Gesetz nrcht Teufel'.' Der französische Staat, in t». % ■ii i I ß W ÄT- W1' '»lttislhe Aekrovfiwk. "Nd wicht« al« Lügen! Wer die gegnerischen ch Namentlich die gegnertjchen Wahlaufrnfe findet nirgends eine stichlichc Behandlung der ; ber t i lf'tftQ0en' nirgends den versuch einer Wider. in./�wldeniokratischen Lehren und Anschauungen. c n)i!lntm!ei>ljiaen Blatt oder Wahlaufruf, unserer in, B. auf den Fuitdamenti.»satz der sozialdemo- eingegangen, daß die Arbeit allen Werth ihr- ntd i» i ih» it e«1 ein/ »t. L« *0- bei» A mit ie? Ij V"VjSsye* eingegangen, daß die A.rbett allen wen d fcZVt lf'em«ay, der schon von Adam Smith i %*»Reichthum der Nation»!»" vor 113 Jahre.. \ ftin begründet ward, steht und fällt der Sozia- »in, en unsere Gegner beweisen, daß die Faullenzer erzeugen können und daß das Kapital Werth gek-n. Urning, so ist der Sozialismus als Irr- iLJ!* chiiet und er hört aus. eine Macht zu 'V 1 Gegnern kommt eS jedoch gar nicht in t a,,itttn solchen Nachweis führen zu wollen. Soweit t<> 0Qnä unwissenden Menschen bestehen, wissen sie, die Wissenschaft stehen. Da aber unsere W,(n"»m Wege ist, weil sie ihre Sonderinteressen W sollen si» uns nicht Recht geben. Und da oie e» rl i unJexet Seite steht, so müssen sie lügen. Und :'!• Dabei ist das Rezept für diese Lügen immer - ßü,.., chß gruselig.• Nur auf eine ganz besonders te» heute besonders hingedeutet, die besoitders von den Nationalliberalen kolportirt wird, ni,r[ che, auch von Herrn Miquel, ihrem obersten Üsrf, re«tfte Behauptung, es sei nachträglich festgestellt worden,'daß 1387 vor und «er 5 Mahl eine Kriegsgefahr bestanden und Ivel, l. sachlich die Mobilmachung vorgtschla�n Ttin« französischen Riinistertath nur imt tiiBifi löUtbe Mehrheit abgelehnt worden sei. In der h' D Wt»0»ber der Antrag Boulangers acht Wochen ,.�ahl, bei der Schnäbele-Affäre, in welcher, er- ''"dt.ewzeftaiidenermaßen, das Unrecht auf deutscher i e' f'oi x and nicht mit einer Mehrheit von einer . mit allen gegen eine Stimme abgelehnt. ?>w 3 um die Sache unserer Feinde stehen, wenn 'che biu* namhaftesten Führer sich genöthigt sieht, �1,. bethe Unwahrheit gewissermassen zu patentiren. welche dem StaatSrath zur«rörterimg zu- vtAol* Xa«***1tr pnt(> 00J '"den nitl die Fragen übet Ärbeiteychuy, rtronwr- �ctQll und über die Gntmicfrlung der staatlichen Betriebe i•"*"»erlongt. Da Enqueten über die Nachtarbeit. ir'% yeit und die Frauenarbeit nicht vorliegen, so dürfte, tftWn weiter meint, es den SUbtheilungen des Staats- u..v Cll\i ,pi non hipnibpr furf hitft n#rft4>t«o»nttl fVubltftvi611 erhelle dies schon daraus, daß die lavdwi'thfchaftliche Nbiheilung des staatsratbes nicht(u* Z oeilnatzme an i« Bf. �Hungen benimmt-ft! auch oon-ow b«adwfrle scheine keine Rede zu sein. Di«„Psü" twilps»«-it« /e>».ze>tig die Beiorg�ch.„daß mn ent» lich die Lannwst.d. y'c T4m.«cn Schilder, ausgesetzt sein kann, wenn unter bin ib.tp!us?n Are eitern der Zug nach den Städten uno Industrie-Mittelpunkten d ir« den Glauben noch weht ge- fördert wird, daß für' die Industriearbeiter meyr und freigebiger durch den Staat gesorgt wert-v lalle, als für sie".# könnte leicht die Befürchtung zur Wahrheit werden,„daß statt der von Sr. Malestat dem Kulser erlebten Förderung eine Schädigug der wirthschaltlfchen Lage der Ar- heiter betbeige führt wird."— Man kann an diesen Aeußerungea es freikonserveliren Blattes ungefähr«r- mei'in, weiche Ergebnisse die Berathungen des Staateraches haben weroen. ..Gtegen vi» Katlaliken" richtet sich ein Leitartikel der „Frcis. Zig.',»er auch al« Flugblatt gedruckt und»gegen vorherige Einsendung bcS Betrages' zu beziehen ist. Herr Eugen Richter wtecergolt in ihm nur die alte» Scherze. Er sagt: „Was erstrebt die SozfoTbfmoIratie in der Hauptsache? Die s»jiql»!l,jcheii pqrfchweigcn es. An die Stelle der bejtehenden Gesaß gegenwärtig in Berlin Tausende gern arbeiten möchten. wenn es ihnen nur möglich wäre, irgend welche Arbeit zu er- langen. Nach längerer Diskussion wurde folgende Resolutton angenommen:„Die anwesenden arbeitslosen Reichstagswähler sprechen sich entschieden gegen die Behaupttmg des Ministers Herrfurth aus und weisen darauf hin, daß die Arbeitsscheuen in jenen Reihen zu suchen wären, welche sich die Edelsten der Natton nennen; sie verpflichten sich, nur für solche Männer zu stimmen, die vom Ministertisch aus als Vertreter der Arbeiter bezeichnet worden sind." Die Versammlung schloß mit einem Hoch auf die internationale Sozialdemokratte. Herrfurth sein, nach welcher ollen, die keine Lust zum arbeiten ßy sind veck" Aufruf. Kollegen. Mitarbeiter! D,e Berlins liegen schon seit 14 Tagen im Streit. inhabet weigern sich ganz entschieden, d» von der aufgestellten Lohntarife zu zahlen. Gründe dazu s„ Der Deutsche Offizierverein weigert sich, rceil � arme Kundschaft zu haben, von der sie den. � s verlangen könne, und mehrere andere Geschal« unverschämt, daß die Arbeiter noch Forderungen N � � J laubmß von den Geschäftsinhabern zu haben.-- arbeitet, wir wollen nur ein menschenwurmg! Die Geschäftsinhaber verlassen sich auf'hre meinen, uns wird schon der Hunger dazu" j, wieder anfangen müssen, zu arbeiten, f*' wärtig etwas schlecht, weil wir schon W Jahres eine sehr trübe Zeit haben und � theils unbemittelt in den Stteik eingetreten sind-„m stehen wir Mann für Mann und die stimm m I1 Mi. gute und feste. Bitte, daß Noi Kollegen und Mitarbeiter, wir rta Ihr uns in diesem heipen K-mx, S oorgim Kräften unterstützt,' damit wir trotzden, zu ei"®* M haM>« Polli«" k l"' Tfa« fe'. m, raße 15, Rest. Riedel. mm" rtn m an%.Q.•O"''""' Mit kollegialischem Grusi schncider Berlins. Achtung! Metallarb eiter! Friedrich Siemen, u. Co. ist noch— juzug von Metallarbeitern aller Branche, elempner u. s. w., Packer, Hilfsarbetter irrengl ....... Der Nusstand�A u. Co. ist noch nicht beendet. der Mildes. M Grü K kl Theater. Dienstag, den 18. Februar. Opernhaus. Der fliegende Holländer. Kchaufpiethau«. Die Qmtzow's. Lefsiug-Theater. Die Ehre. Friedrich-Milhelmftädt. Theater. Der arine Jonathan. Nlalluer Theater. Der Hypochonder. NiKtaria-Theater. Stanley in Afrika. Kerliuer Theater. Der Veilchen« frefler. Doutschea Theater. Der Unterstaats- '.Ostend-TI:enter. Romeo und Julia. Westden/-Theater. Marquise. >le«Lia»re-Theater. Im AuStrag igstsiptifche» Theater. Robert Ein gemachter )«nd� Bertram. lT-e rat Theater. .-Mann. �.dotf Ernst. Theater. :chs. H Der Gold- rater der NeichohaUe». Speziali- ätenvorstellung. Dao �Ihambra« Theater Walluerthealt strah« 15 ist ai, Vereine, CeseWasten lt. mit sämmtlichen Nebenräume»», Bühne, Tunnel»c. # Festlichkeiten vergeben. Näheres zu erfragen im Theater« Bureau. - Uärkus Benz« Karl st raße. Heute, Dienstag, den 18. Februar, Abends TVa Uhr: Zum 28. Male: Deutsche atrncr. >ße nationale Original-Pantomime. Vorführen der 6 großartigen irländ. Jagdpferde(Original-Dressur) v. Herrn Franz Renz. Die Schulpferde Beautiful und Sophus, geritten von Fräulein Elottlde Hager. Sluftreten der vorugl. Bettfunstlerinnen und Reittünstler. Morgen: Neutsch» Turner. lenz, Direktor. ' Englischer Garten Alexanderstraß« 27c. 'Auftreten der Kostüm- Soubrette Frl. Merten«. Auftreten des GesangS-Humoristen Hrn. Tslnhsi-g. Auftreten der Kostüm- Soubrette Frl. Lina Selar. Auftreten der Familie Gposse.Dc«> rington in ihren Staunen er- regenden, unübertroff. Leistungen. Austreten der vorzüglichen u. beliebten > Duetttsten Gebr. Mundl. Anfang W ichentags 8 Uhr. Entree 30, HO u. 75 Pr.,»m Vorverkauf 20 u. 30 Pf. Sonntags Anfang halb 6 Uhr. Sonntags Entree 50, reservirt 76 Pf., v Orchester 1 Mark. Vorverkauf Entree 40 Pf. Passage 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab \ Kaiser.Panupama. Zum ersten Male: 4. Reis» durch Holland. Hochinteressant: Hertha-Keis«. Mne Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. ES ODem Genossen und Kollegen 0. Link mm heutigen Wiegenfeste ein donnerndes och, daß die Bmtzerstraße wackelt. 419 Die rothen Maler E. K. G. M. G. R. O. G. H. Z. entuel, Gustav merkst« wat? Danksagung. Allen Bekannten und lieben Freun« den, besonders dem Verein der Parquet- bodenleger und den Kollegen der Firma Fröhlich, sowie dem Gesangverein für die über Alles herzliche Theilnahme und Blumenspende bei dem Begräbniß mei- nes unvergeßlichen, lieben Mannes Ernst Plättner spreche ich meinen innigsten und ttefaefühlten Dank aus. Berlin, den 17. Februar 1890. 1400] Ww. Plättner nebst Sohn. Wichtig für jek Hausfrau« In keinem Haushalt sollte fehlen eine Prima Wringmaschine, welche der beste Wäschrschourr ist. i AÄtung, Töpfer! Unter heutigem Datum haben ou] dem Bau Potsdamaretraase 3 neunzehn Kollegen die Arbeit nieder- gelegt, weil der Töpfermeister Karl Koch den Lohntarif, welchen er sich s. Z. bereit erklärte zu bewilligen, nicht bezahlt(es handelt sich um Wand« bekleidung in Zement verarbeitet). Da nun die neunzehn Kollegen nicht unter dem Preis arbeiten wollen, ferner der Töpfermeister Karl Kocy nach gütlicher öpfvnneister. � Vorstellung nicht zu bewegen ist, den Lohntarif bezahlen, haben sämmtliche neunzehn Kollegen die Arbeit nieder gelegt und erwarten von der Solida- rität der Kollegen, daß Niemand dort Arbeit nimmt, bis die Angelegenheit geregelt ist, und wird bis auf Weiteres über diesen Bau die Sperre verhängt. Carl Thienes, Vertrauensmann, 1411_ Ruppinerstraße 3._ Achtung! Tavakarveiter! Hebet folgende Fabriken ist die Sperre verhängt: 1390 Kchmeife»(wegen Maßregelung) 1. Geschäft Chausseestr. 26. 2,„ Chausseestr. 76. 8.„ Friedrichstr. 100. Uuuk», vorm. Schubert u. Sohn (wegen Maßregelung) 1. Geschäft Michaelkirchftr. 6, 2.„ Alte Jakodflr. 72/73. 3.„ Charlottenburg. KeUpstr.r, Elsasserstr. 8, Laden. Hübsch, Linienstr. 8, Laden ie Löhn-Ueber»vachunaskommisston tagt von jetzt ab bei Späth. Wein- ftraße 29. Die Loim-Dehervaohimgskommleslon. wöchentliche oder monatliche Theilsahluttye«, um»s iedee Kausva« zu ermöglichen, sich diesen nützlichen Wirthschafts-Gegenstand zu beschaffen. Preis per Stück auf�Ratenzahlung "' länge. 35 Mb. bei 36 Ctm. Walzenlänge. Wilhlli». Abichl», 1 Ml! E. Krieg(«%,) Berlin SO.. Skalitzerstr. 186, Berlin N., Schönhauser Allee 185, Spandau, Linden-Ufer 11. 723 l A. Goldschmidt, Spandauerbrücke 6, am hiesigen Platze bekanntlich Grässte Auswahl. Tarnnttrt sicher breuneud« Mir Tabake."MOB Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindlichen Rohtabake sind am 1663 Lager. A. GaMsohmlckt. Spandauerbr. 6, am Hacke'schen Markt. TipHe«w Mtschln» . Art u. Gr röße, Porttören, Gardinen, decken, Läuferftoffe, Steppdecken unterm Kostenpreis. 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WäMerversaaiPj S«rl. Keichstags-NlahlkAl > den 19. Februar er., Abends o «K p». n oo» 2 Lchm u M Kurt fe l�en ieni I, Mai vej'vecl »che de ?he»i tgünj «"9 bc Mmicjiu Warn des 3. am Mittwoi cheffer'S Salon, Jnselstraße 10- Taars-Grdnung:. v 1. Die bevorstehenden Reichstaaswahlen. Referent wn» saunnlung bekannt gegeben. 2. Diskusston. S. Verschiedenes. 1401 üsr »A iSü k'ÄÄ d"' Ml. BWMttf am 1343 1. Bestrebt die Sozialdemokratte den Umsturz? Ref.®f' 2. Diskussion. 8. Verschiedenes. Alle Wähler ohne Unterschied der Parteirichtung sind. I. A.: M «]■" Ä! A: wtjjset, ?Na. aber Grosse Wählerversammlnöf dss 6. Berliner Reicheiagyiarahlk'*'1 am Mittwoch» de» IV. Februar, Kbenb« W'Jy j?-. 1, Im Lokale Des Herrn Rehlitz, Kergstralfe IJ*' Tagesordnung: Die bevorstehenden ReichetagswabicN' Verschiedenes. Refereitt wird tn der Versammlung bekannt 6 Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. 1 8. In Faustmanit'a Salon, Hnvalidensiraffs 1 Tagesordnung: Die bevorstebenden Reichstags'«»» kussion. verschiedenes. Ttlle»santmlung sinvet statt. ndi % ü W «tth >8»fte »äe .die""! wurt u'btnsl Die Bekanntmachung be» Wahlresuttat» findet aw den 20. Februar, Abends SV» Ub in folgenden Lokalen sta.E: Volkstheater, Schönhaus«'« 166; 2. Lehmann'«, ftraße 24; 3. Ksller's Sa:.. Bergsttahe 68; 4. Hchlit�»'- 1 'traße 12. Der Einher« $«2 mn'1■ � ÄSS >"�«tji Alle Freunde der Arbeitersache, welche am Tage der Wahl thätig sein wollen, können sich im Restaurant von Fr. Oaluot Klein« Andreasstrast« 19, melden. 1416 Achtung, Bildhauer! Heute, Dienstag(Fastnacht). Stecher-Kränzchen. 1405 Entree frei. O. Kessner, Annensir. 16. Arbeiterbuchhaud uug von R. Bauinskay esbenerstr. 58 53(Citu-Passa Dresvenerstr. 58753(Eich,. E. Wurm:„Die Nawrerkennwiß im Lichte des Darwinismus." 60 Pf. A. Bebel:..Die Thätigkeit des Deut- scheu Reichstages von 1887—90." 60 Pf. tt. Marx:„Der 18. Brumaire." 1 M. Reichstagswahlkarte 1,20 M. «Neue Zeit" Heft 1 und 2, ä 60 Pf. «Freie Bühne" Heft 1 u. 2, k 40 Pf. BerlinerArbeiterbivliochekHeftl— 10. Sämmtliche Schriften aus dem Ber- läge von Dietz»n Stuttgart. und Genossen hatte Garderobe bestens 1404 Den Freunden meine Maske« empfohlen. Gedalkus,%as%K. Abonnement-«• 1 nahm» auf das ...... KjL blatt" u. f. w. Carl Mucke«, ÄS Berliner Vottsblatt"" S5i »ft liegen aus. J. Felmohow, Tempo Wählen � recht bald Ihren Bedarf an Garderoben kaufen für bei uns aus! m el((. t, 15 MK. hochelegant, � Paletot»...s 80 MK. Kerren Iasi"�- 36 Wk-ÄÄs, 7 MK. reinwollene s fe-iÄ-lgj K $ 1 Ä" ' I Gebr. Neust JeMalemefftt� J H Ecke der Krauset. 2. Geschäft: Charlottan»""' ftraße 103. Vero-itworttickier Redakteur: Curt Saake in Berlin. Druck und Verla« von Mar Radis« io R-rNv SV. BeutbSrai» 9 Ai.riv 0*-* Dienstag, den 18. Febrnnr 1890 �orrefpondc,lzc»r 5(br:iar. Eine intcreifmite Nei-iak« ,OT«;« galt als einer d.r�he.dst«.--Anarchisi-... �»und-- ��orragendsien d-hrer des anarchijlisch«» lex fu PräiideiU des Freidenker- Pereins und . SÄt'VÄg'y [ mal habe ansehen wollen, t Straße aufgefundene alte Hutkrempe auf seinen? durch Begrüßen mit derselben da? Publikum« 9 Hierfür würben 6 M. ev. 2 Tage Haft alZ ausr erachtet. Der Staatsanwalt hatte in allen Sache« bekannt zrott Gendarinen nahmen dieselbe vor. Herr H. war zufällig nicht anwesend und ein Schlosser öffnete' ein der Krankenkasse der Weber, Wirker:c. gehöriges Spind. Gesunden wurde nichts. De» Arbeitern der Nnhuraschinrnfabrik wo» Gebr. Uothmaii» ist der 20. Februar als Feiertag freigestellt worden handärtigen Glieder als affenähnliche Thiers erkennen läßt, während der Kopf ein fuchsartiges Gepräge trägt. Es sind Halb- gffen, und zwar eine der seltensten und werthvollsten Strien: der Bari — Ebenso ist de» Arbeitern der Tischlerei von Seidel der 20. d.M. sreigeaeben ivorden.— Auch den Arbeitern der Wollwaarensabrik von Felix Lande, Markussrr. 12, und den Arbeitern der Finna Schuster und Baer ist der 20. d. M. als Feiertag bewilligt worden. Der frühere Ktadwrrordnetr Görcki wurde unter dem Verdacht der Urkundenfälschung und Unterschlagung verhaftet. Die bürgerlichen Zeitungen fast aller Schattirnngen lassen mehr oder weniger verblümt durchblicken, daß dieses Vorkommniß in irgend welcher Beziehung zur sozialdemokratischen Partei stände. Man kann ihnen dieses billige Vergnügen um so mehr gönnen, als Herr G. bereits seit Jahren politisch todt war. Er war von Parteiwtgen schön lange beseitigt, bevor der Strasrichter Ver- anlassung fand, sich mit seiner Person näher zu befassen. Ei» yiestgc» Wontngsblatt, sonst nur Organ sür die Vorkommnisse in der Dennmonde und der allerfaulsten Börsen- agiotage, versucht eine Lanze für die„deutschen" Frauen zubrechen. indem es Bebel's Buch;..Die Frau", seiner ignoranten Kritik zu unterwerfen wagt. Es ist selbstverständlich, daß wir Herrn Bebel einer solchen Feder gegenüber nicht zu vertheidwen nöthig haben— es genügt wohl, zu konstatiren, daß rn jeder Nummer des gedachten V'tes Anweisungen über den Ehebruch — allerdings nur vom Koiumerzienrath auswärts— für alle Leute, die es lesen wollen, gegeben werden. Da für die Weiber jener Klassen die Polyandrie längst besteht, wer es nicht glaubt, braucht nur die spaltenlangen Bordellaeschichten deS Blattes zu lesen, so ist die sittliche Entrüstung bei der bekannten Lüsternheit des BlatteS sowohl wie der Kreise, die es vertritt, einfach wider- lich. Die Schreiber solcher Artikel sollen sich wie bisher aus- schließlich um die Unterröcke ihrer pikanten Damen kümmern, dann setzen sie sich wenigstens nicht der allgemeinen Lächerliche keit aus. i Mir Soldatön-Zelbstmord bildet der„Verl. Ztg." zufolge im Etadtheil Moabit seit einigen Tagen und in allen Straßen das Gesprächsthema. Aus der Stube 40 im Mittelbau der neuen Artillerrekaserne in der Kruppstraße ertönte am vorletzten Freitag Mittag um b'sIL Uhr ein Nevolverschuß. Derselbe fand anfangs zwar wenig Beachtting, da gerade auf diesem Ter'"" Schüsse fallen. Bald aber ward die wahre Ursach« Mitten in der Stube auf dem Fußboden liegend fano man den Kanonier Apitz mit durchschossenem Kopf in seinem Blute schwim. inend, in der Hand den noch rauchenden Revolver. Apitz, von der Insel MadagaÄar, wo die merkwürdige Ueber- gangsgruppe der Halbaffen ihren hcmpsächlichsten Wohnsitz hat und in vielen Arten verbreitet ist. Eine ganze Anzahl der- elben sind auch in unserem Zoologischen Garten vorhanden und im vorderen Vogelhaus in der neuen Käfigeinrichtung für ein kräftiger gesunder Landwirth, der im Oktober vorigen Jahres bei der 3. reitenden Abcheilung des 1. Garde-Feld- Artillerie-Regiments als dreijährig Freiwilliger eingetreten war, hatte sich selbst entleibt und zu diesem Zweck die Schußwaffe mit Waffer geladen. Unmittelbar nach dem Bekanntwerden de» trau- rigen Vorganges ließ der Abtheilungskommandeur die sämmt- lichen Mannschaften vollzählig auf dem Kasernenhof zum Appell antreten und richtete nunmehr vor der Front an die versammelte Abtheiluna die Frage, ob Jemand über die Beweggründe zu dem eben erfolgten Selbstmord etwas auszusagen wisse. Aus Reih' und Glied war die Antwort— Schweigen. Am vorigen Dienstag Nachmittag um 3 Uhr ist Apitz in aller Stille auf dem Garnisonkirchhofe beerdigt worden. Von den Angehörigen des Apitz, die in der Nähe von Halle a. S. leben, war Niemand bei dem B-gräbniß zugegen.— Ueber die Persönlichkeit des A, verlautet zunächst, daß derselbe s. Z. mit großer Hosfnun sreudigkeit Soldat geworden war. Ms ein ruhiger und stiller Mensch war er bei seinen Kameraden bekannt. Trotzdem er häusig von seinen Borgesetzten„sehr bewegt" wurde und auch des Oefteren nachexerzieren mußte, beklagte er sich niemals. Erkun- digte sich Jemand, dem das stille, in sich gekehrte Wesen des Apitz ausfiel, nach seinem Ergehen inmitten der Drangsale de- „schwerbewegten" Dienstes, so gab Apitz zur Antwort:„Na, man muß aushalten, so lange es geht!" Kurz vor seinem Tode in- dessen hat Apitz sich über schlechte kleine Vierfüßler und in der früheren Schlangenstube unter- gebracht. Uebor den Gehalt de« Erdboden» an branbheiter- keit Luft eingehende Unter und Wasser schon ende» Keimstoffen sind in neuester mngen gemacht worden. Während___-____ fach auf ihren Gehalt an solchen Bakterien untersucht worden waren, lagen für den Erdboden bisher noch wenig Arbeiten vor und diese waren meist nach Methoden ausgeführt, welche dem vorsichtig zu Werfe geheirden Naturforscher nicht als einwandS- ' ei erscheinen konnten. Erst vor kurzem hat der Berliner hysiologe F r ä n k e l bei der Untersuchung des Bodens von Berlin auf Bakterien in Betreff der Art und Weise der Unter- suchung den unerläßlich nöthigen Bedingungen Rechnung ge- tragen. Hierzu, gehört vor allen Dingen, daß alles von In strumenten und Apparaten, was mit dem Boden in Berührung dem W« WWjÜ MWWtrb, te-Ä SS» m mann will das Opfer eines Jrrthums sein gelegt, an der Leipziger- und Friedrichstraßew den Hut vom Kops»u stoßen versucht zu haben. daß«in neben ihm will sich aber picht_ er sich ctu Rummel' mal habe worden, daß�er so ettvas bereits erkennbar gemacht hatte.— Der �Hausdieners*(j'n.der P - NM cht zu di,l 1 ihm Gelegenhck« ��N zweit. gereimtheit dieses Rothes kennen zu lernen.— juij bte Behandlung bei seinen rer den Kameraden des Apitz Kameraden beklagt und da auch unt......... W diese Thatsache mehrfach zur Sprache gekommen ist, so wollen wir hoffen, daß die Untersuchung des Falles mit jenem„Appell" nicht abgethan ist. Ueber htn berliner Fifchhnndel und die Entwickelung des Berliner Fischverbrauchs standen kürzlich in Londoner Blättern Betrachtungen eines in Berlin lebenden Engländers. Der Bericht stellt fest, daß das Berliner Marklwesen sich den Bedingungen der Großstadt zeitgemäß angepaßt und vervollkommnet habe, daß aber gerade der Fischverbrauch auch noch nicht annähernd das bedeiue, was er seinem Wesen nach in dem wirthschastlichen Leben gerade der Großstadt bedeuten müsse.„Bewohner einer Binnenstadt, an einem kleinen Flusse fern von der See, und auch diese nur die Oftsee, haben die Berliner keine maritimen Ge- schmacksrichtungen noch Berfehrsbeziehungen. Der Ostseefisch ist nicht Seefisch im eigentlichen Wortverstande, da das Wasier zu süßlich ist, alS daß z. B. der Hummer darin leben kann. Folglich müssen die Berliner zur Werlhschätzung des Seefisches erst nach und nach erzogen werden, und haben im großen und ganzen noch keinerlei Verständniß für den besten Artikel in seiner natür- lichen Beschaff eicheil. Der richtige Berliner Fisch war und ist der Süßwasserfisch, der lebend an den Markt gebracht und lebend gekauft wird. An diesen war der Berliner gewöhnt, da- gegen sei es bis in die letzte Zeit anscheinend unmöglich, dem großen Publikum Geschmack an dem Seefisch— abgesehen von dem Salzhering— beizubringen. Indem giebt der Briefschreiber zu, daß gegenwärtig auch hierin»in Umschwung zum besseren er- kennbar sei. Zum Schluß spricht der Engländer sich dahin auS, daß in Berlin der Handel in gewöhnlichen Fischsorten be- wunderunaswürdig entwickelt ist, daß all«S geschiehl, um den Verkauf von Fischen in schlechtem Zustande zu verhindern, daß das Voll allinälig dazu erzogen wird, auch die höher stehenden Erzeugnisse der See würdigen zu lernen, und daß der deutschen Hochseefischerei, sowie ihrem binnenländtschea Absätze eine glänzende Zukunft bevorstehe. A«» dem Iootogilche» Garte« haben wir heute den Einzug einiger neuer merkwürdiger Bewohner des großen Affen- Hauses zu melden. In einem der größere» Käfige daselbst, der durch ein Klettergerüst noch besonders dazu hergerichtet ist, steht man einige eigenlhümlich hagere Affengestnlten mit einer gewissen oemüthlichen, von aller Ueberstürzmig freien Behendigkeit sich um- herbewegen. Bald schwingen sie sich, weit mit den rangen Glie- dern lmsareifeud, über die Stangen und am Gitter entlang, bald ux---- verblüffender Anblick!— an ihren» ein Muß# sie�M ggr■ W>.. langen Schwänze auf und schaukeln sich gemüchllch daran hin und her. Ebenso wird durch diesen„Anker" so zu sagen der Körper bei langsamer Bewegung und in der Ruhe stets an dem nächsten geeigueten Gegenstände festgelegt, und wenn die Affen im Allgemeinen mit einer gewissen Berechtigung Vierhäuder heißen, o möchte man diese— es sind sog.„Klammer-" oder Spinnenaffen aus Sudamerikae— gar Fünfhanoer nennen. Denn sie wissen ihren muskulösen, gegen das Ende hin unterseits nackten Wickelschwanz sehr wohl als Greiswerfzeug zu gebrauchen, und wie sich jever Be- sucher des Gartens Überzeugen rann, spielt er sogar in ihrer ttiiider eine Rolle. Bei der Gruppe, die aus 2 verschiedenen Arten besteht; befindet sich auch eine Mutter mit Kind, und es ist gar drollig anzusehen, wie dieses kleine Bürschchen schon, seiner be- sonderen Fähigkeiten qlS Klammeraffe sich wohl bewußt, auf der Alten reitend sein kleines WickelschwSnzchen um die Schwanz- wurzel der Sllten geschlungen hält, während diese, durch die„süße Last" anscheinend nicht im geringsten behindert, die kühnsten Lust- voltigen ausführt.— Im Käfig daneben fallen ebenfalls 4 neue eiaenthümllche, weithin leuchtende Gestalten auf. die durch ihr schwarz-weiß gezeichnetes wolliges Fell und die hoch erhobenen gekrümmten Schwänze unwillkürlich' an Chenilleäffchen erinnern,' die modernen jM tt, die aber erst genauere Betrachtung der unterhalb de wurde bei G Erdreich in unmittelbar kommt, so beschaffen sein muß, daß es eine Berinehrung der organischen Stoffe des Bodens nicht fördert und andererseits der zur Untersuchung entnommene Boden bis zum Beginn dieser Untersuchung sicher gegen Ansteckung von Außen geschützt sein muß. Das Material muß frisch untersucht und die in dem- selben vorhandenen Keime müssen möglichst zum Auswachsen gebracht werden. Für die Bergleichung würde endlich nicht, wie bisher üblich, die Gewichts-Einheit, sondern die Ein- h ez t des Volumens gewählt, was wegen des verschiedenen spezifischen Gewichts der Bodenarten rüchlich scheine. Nach dieser selben Methode, welche Fränkel bei seinen Ber- liner Untersuchungen anivendete, erfuhr ein Kolleg« desselben, err Reimers rn Jena bei seinen Untersuchungen des dortigen odens, mit einer geringen Modifikation, welche dadurch noch- wendig war, daß er statt des sandi'geii Bodens von Berlin den kalkhaltigen, lehmigen Boden Jenas zu untersuchen hatte. Der Boden wurde mittelst eines Bohrers in beliebiger Tiefe ent- nommen, ein bestimmtes Volumen des Bodens, geiuöhnlich Vro Kubikzentimeter, im Mörser verrieben und dann das so ge- wonnen« Pulver in Gelatme-Röhrchen gebracht, in denen sich die Ansteckungskeime bequem entwickeln und gezahlt werden konnten. Die ganze Untersuchung erstreckte sich aus drei Haupt- reihen. Die erste Reihe, welche acht Versuche umfaßte. wurde an solchen Boden ausgeführt, der entweder einem suchten Wies engrunde oder einem hochgelegenen Icker entnommen war. welche abseits von menschlichen Woh- nungen lagen und an der Oberfläche keinen wesentlichen Ver- unreinigungen ausgesetzt waren. Die zweite Hauptgruppe betraf ein Terrain in unmittelbarer Nähe mensch- licher Wohnungen. Jahrstraßen und Fußwege in der Stadt, also einem Boden, der meist biS zu einer bestimmten Tiefe bereits aufgewühlt gewesen war und«ine größere oder ge- ringere Verschmutzung von oben deutlich erkennen ließ. Die dritte Hauvtgruppe bildeten Kirchhof?-Versuche in einem Terrain, welches zu Beerdigungen benutzt war. Bis zur Grabtiefe(1,5 Meter) war der Boden wiederholt aufgeivlltzt.ft 1 Sargbodens föchte gewachsener Boden; serner -legenheit dreier Ausgrabungen von Särgen daS den betreffenden Grabern, oberhalb, neben und unter dem Sarge der Untersuchung unterworfen. Das Ergebniß der Untersuchung faßt Reimers iochendermaßen zusammen: Die Keimzahl in den oberen Bodenschichten ist keine o große, wie manche Forscher anoegeben haben; sie geht Jenenser Terrain über wenige Millionen auf den K zentimeter nicht hinaus.(Das ist doch auch gerade genug! Die Red.) Bis zu einer gewissen Ttefebleiot sie verhältnißmäßig hoch, doch ist sie dort dnrchgehends niedrcher als an der Oberfläche. Mit zunehmender Tiefe focht sodann ein ziemlich plötzlicher und starker Abfall der Zahlen. Die Zone dieser plötzlichen Keim Verminderung liegt im Jenenser, wi« im Berliner Boden zwischen 1 und 2 Metern Tiefe, Die höhere und die tiefere Lage dieser weniger keimhaltigen Zone scheint hauptsächlich von der Bear- beitung und Benutzimg des betreffenden Terrains abzuhängen Im bereits aufgewühlten Boden liegt sie tiefer als im unbe- rührten. Schon in verhältnißmäßig geringer Tiefe(von 2 Metern) kann der Boden ganz keimfrei sein. Gleiche Keimarten aus der Oberfläche und den oberen Schichten des Bodens zeigten bei den angestellten Versuchen in dem Gelatineröhrchen ein schnelleres Wachsthum als diejenigen, welche aus einer größeren Tiefe des Bodens entnommen waren. Diese Berlangsamung des Wachs- thums bei zunehmender Tiefe wird als ein Beweis dafür be- trachtet, daß die Lebensbedingungen für die Keimstoffe in den tieferen Schichten des Bodens keine so günstig» find, als an der � Jn�en mäßigen Tiefen, in welchen da? Grundwasser unter- sucht wurde, erwies sich das letztere verschieden, sowohl keimfrei als auch keimhaltig. Während in einer Reihe von Fällen das Grundwasser den durch die Tiefe des Bodens bedingten regel- rechten Keimabfall nicht beeinflusse, zeigten sich in einer anderen Reihe von Versuchen, die Grundwasser führenden Schichten reicher an Keimen als die Erdlagen darüber. Der Keim geholt desBodenß erwieS sich als durch Beerdigungen nicht beeinflußt. Weder neben noch unter dem Sarge war die Hakterienmenge größer als an den entsprechenden Stellen der aus gleichem Terrain angelegten Kontrolgruben. Ohne Einfluß war es ferner, ob die Proben aus einem Grabe stammten, in welchem vor 85, oder ans einem sol chen, in welchem erst vor l'/r Jahren die Beerdigung stattg« funden hatte. Plottfetboeicht« Am 15. d. M. Bormittags stürzte eine im Thorivege des Hauses Köpnickerstr. 113 ausgestellte Rüstung aus bisher nicht ermittelter Ursache zusammen und fielen zwei auf derselben beschäftigten Maler aus einer Höhe von 3 Metern zur Erde. Beide erlitten leichte Verletzungen an den Beinen.— Nach- mittags sprang ein Arbeiter von dem Rettungskahn an der Ober- baumbrücre aus in die Spree, um sich zu ertränken. Er wurde von einem Schiffer gerettet und nach seiner Wohnung gebracht. — Am 16. d. M. Morgens wurde ein Handlunge-gehilfe m seiner Wohnung in der Mühlenstraße, mit»iner Schußwunde im Kopfe, im Bette liegend todt aulgesunden.— Zu derselben Zeit sprang etwa 30 Jahre alte unbekannte Frauensperson von der Haftjfaa wei Ureftprofess», welche bereits den durchlaufen haben und vom Reichsgericht an�vie� � eine Königii>brücke in den Louisenstädtischen Kanal und ertrank.— Stachmittags wurde v?r dem Hause Krautsstr. 88 ein unbekannter Mann mit«iner schweren Verletzung über dem Auge, welche er sich durch einen Fall zugezogen hatte, besinnungslos auf dem Bürgerfteige liegend aufgefunden und nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht.— Abends wurde ein Arbeiter in seiner Wohnung in der Görlitzerstraße erhängt vorgefunden.— Am 15. und 16i d. M. fanden an sieben verschiedeneu Stellen kleinere Brände statt, welche von der Feuerwehr gelöscht wurden Gsrirftks-Nrikung. Liinf Fälle wo« Sylvesterunfug, begangen von unter 18 Jahr alten Burschen, gelangten heute durch die 95. Abtheilung des Berliner Schöffengerichts zur Aburcheiluna. In dem ersten hatte der Steinsetzerlehrling Friedrich Kamm am Cafö Bauer den Namen seines Freundes, von dem er im Gedränge abgekommen war, mehrmals laut gerufen. Hierfür«hielt er 6 Mark event. 2 Tage Haft.— Um 4 M. hob« wurde bei dem ' treib« äz-jc.— alten Viehireib 17 Jahre alten Viehtteibn O S k a> H u h n die Straf« bemessen, weil er sich vor dem Hause Unt« den Linden 26 durch lautes Johlen bemerkbar gemacht hatte.— Dem 14jährigen Laufburschen ge rückgewiesen worden find, beschäftigten Seficr" kämm« hiesigen Landgerichts L In dem ersten Verleg« der„Berliner Zeitung",. und d« Redakteur derselben Zeitung, Iran J® aeiwCI 4?,< sein« Zeit freiaesprochen worden, weil de'% W Tachversländigen-Verein der Ansicht war, �»wl« ,, lichen Artikel eine novellistische Bedeutung W M Rick messen sei und der G«ichtshof diese Ansicht � i1? der diesem sachverständigen Gutachten und dies« JsschL.,, fit jung hat das Reichsgericht den novelliiW'". er biographischen Skizzen f"'r erawtei Ä kB'' igen Ullstein beide« der UM halb abermal» auf Freisprechung erkannt.....Oisiiii Der zweit» Prozeß»«traf die o ilL dnm früher« verantwortlich« Redakteur, Hetma«« gji'1 � wegen Beleidigung des Kriegsminist«s Bronsart d o r f zu 500 M. Gildbuße«ent. 50 urtheilt worden ist.~" Artikel in Nr. 289 Jttfi„ Messe» M �ngen, ksss unter der Ueberschrift„Foriscyreiienoe a*•>., jitou ttidiqt gefühlt. Letzterer behandelte das.Locksp't.�## knüpft» an die Aussehen«regenden Reden Bebels| �«i ß war- P üb« den bekannten v. Ehrenbergfall an und dieser Rede der Kriegsminister„eben da Herr v. Puttkamer vor 9 Monaten befunv«' Zeilen vorh« ab« war bemerkt worden,' v. Puttkamer„moralisch völlig zusannmngebroch»«.'-.! die vom Rechtsanwalt Dr. G. K a n f f m a n n nngf' hatte das Reichsgericht das erste Erkenntniß aufa«'__ einen Mangel gerügt, daß daS«ste Gericht nichsj. ali4 ob— wenn dem Angeklagten der Schutz des§;«l«' zugebilligt sei— derselbe doch nicht etwa können, diesen Schutz zu genießen und sich desh«� Rechtsirrthum bestlnden habe.— D« Angeklagt« das Vorliegen ein« Beleidigung und jede Abs solchen.— Rechtsanwalt Kaufsmann führt«, G«ichtshofe die Entwickelung der Debatten über d« thum und die Einzelheiten des Ehrenberg- Falle». und meinte, daß nach der ganzen, ziemlich Haltung, welche der Kriegsminist« diesem se»sa>>° � gegenüber eingenommen, d« Angeklagte wohl an�'d�ps daß man den Hauptmann o. D. v. Ehrenberg ruh'?.. mH ich lassen und einen Steckbrief gegen ihn erst v«rösfentl>ch„�ir..« er längst über alle Berge geivesen. Habe der An« J JJ dieser Meinung erfüllt, darin von seinem Standpum �0 Anzeichen einer beginnenden Korruption erkennen zu< K- glaubt, so habe er auch wohl annehmen könnest. § 193 zur Seite steh«, wenn er daran scharfe Kritu»», sei der Artikel nicht beleidigend.— Der Gerichtshsü�, diesen Ausführungen nicht an, sondern«kannt« 300 M. Geldbuße event. 50 Tage Gefänzniß. Der Soxe» der Bernfunga-Anstans ist gel'/.. raschend« Weise dem Schankwtrth Wtlh-�n Lie rc" geworden. Derselbe war vom hiesigen L. Monaten Gefängniß verartheilt warben,»» Verkaufe feines Schankgeschäfts, Bknmenstraße ch� Zß! 04 Kts a sit-w AStYTAi4\t fiflDCU J£i Tischt« Bomke die unwahre Angabe gemacht hoben J «die»oll« Schankron�ession besäße. D � traf«"kannt, �weil� gericht hatte auf eine so hohe wiesen«achtete, daß ber Angeklagte keine slmd«n auch wissen mußte, daß er eine solche Mängel seines Lokals Niemals erhalten würde. weg«" V, jueiuaiö tvyuucn tuuiu«.. � y» i rusimgsinstan, führte der Bertheidiger Rechtsanwalt Le i. j«. .«>*4 4U«4<*««X A* 4t 14««1 ÄftA««»!'.! f P»'?"' ifi/l aus Grund eines umfangreichen EntlasttmgSbeweises" jjWj Mdeist Käuf«, wenn auch nicht beim Vertragsschluß, so l/a' j>■- vor Zahlung des Resttaufgeldes erfahren hatte, da?.. des Schanklokals eine vorschriftswidrige Bcffchaffenlic'.. i. tpffinn finff ntirtwnpfhplcn® � itt. t � Mhner m als »ingtii KÄSSAUiZ dasselbe auf die Konzession einer angemeldeten j? TA� betrieben wurde. Wenn er trotzdem das Restkausg«- p'[ Höhe bezahlte, so müsse daraus gefolgert weioen,®„ 9., allen Umständen das Schankgeschnft«werben wollte' nach auch erworben hätte, wen» ihm jene Thatsachst. abschluß bekannt gewesen wären. T« Standpunkt, daß der Betrug schon mit dem mmg, Kaufabschlusses vollendet gewesen sei und es auf,/ C'/en Vorgänge nicht ankomme.— Das Berusungsgerich' l cht m den Ausführungen der Vntheidigung und ti Me Aufhebung des ersten UrtheilS auf FreisprechuüS«z Ö Ii» recht rafänirter Pokanweisung-' � lag gestern der Prüfung deS Schwurgerichts des La" A Am Vormitag des 30. August vor. I. lief bei dem. am Stettin« Bahnhof eine Postanweisung üb« 400 -Äft folgende Adresse trug:.Herrn Otto Nemnann,., amt 4 am Stettin« Bahnhose-'. Bald darauf erschi«ff„�sti" Mann, der sich nach dem Eingänge jener kundigte und nachdem er eine bejahende Antworl/ durch einen vom hiesigen BezirkSkommcmdo ausgesteu'��s'i »iife ftl« Adressat<3�9V' w. � f' MW paß als Adressat auswies. Der betreffende nahm keinen Anstand, den angewiesenen zuzahlen. Bald stellte sich heraus, daß die gefälscht war. Sie war vom Postamt 61 abgesanl dem vorschriftsmäßigen Eintragevermerk, d» mit Schulze unterzeichnet war, und dem richtigen Ausgast sehen. Ei» Beamter NamenS Schurze war aber bei. amt überhaupt nicht angestellt, auch war die Anweis'' das Annahmebuch eingetragen. Nur ein auf jenem A schäfttgter Beamter konnte die falsche Anweisung unt« Postsachen eingeschmugaelt haben. D«Geschästsga«fi weisung»» im inn«en städtischen Verkehr findet in*« ß« bann- eingetragenen Anweisungen abstempelt und kinai, Jm Slebtnraume befindlichen Briefabfertigung �moieni n�vs. i?ie Anweisungen nach den lausenden ..... miitt und in dem Stadt- BZIZ sird!'. itu Beiirtheilung von Hand- anderer Beaniter , WWWWWWWW..,chworenen lautet» �Ubiü hi in Vetress der schweren Strafthat und aus , Unterdrückung der Depc che.'> r&üiOkaL siegte der Gerichtshof den Angeklagten mit einer die!!.?»' vierMonaten, wovon dreiMonate � UUtene Untersuchungshast für verbüßt erachtet wur> sünderbank gesessen, wie beim Betreten des Saales lebhaft applaudirt, der Reichstagskandidat, Herr Oberlehrer Dr. I r m e r. Derselbe gab in erster Linie die Erklärung ob. daß er sich wohl hüten werd-' nach seinem Vorredner aus volkswirthfchaftliche Fragen einzugehen,„damit der Abstand nicht|U groß ist"! Diesen löblichen Vorsatz führt» Herr Jrmer auch getreulich aus; desto mehr verbreitete er stch über seine AmtSlhäigkett als ver- stostener Stadtverordneter und über«in sreistnmgeS Flugblatt. das gegen seine Person gerichtet war. Dankbar nahm er den Vorwurf entgegen, vab er ein Kampfgenosse Stöckels sei(lefr Haftes Bravo) und gab die Erklärung ab. er würde ein Lump fein, wolle er dies leugnen. Die Idee, ihn in einen„besseren' Berliner Wahlkreise(I. oder 2.) als Reichstagskandidat aufzu stellen, sei zuerst von nationalliberaler Seit« ausgegangen. Er sei völlig unschuldig daran. Jm Weitere:', hielt er die Aus- sich! für die Deutsch-Freisinnigen. den zwetlen Wahlkreis be- haupten zu können, für eine sehr schwache Ar betrachtete die deutschsreisinnige Partei als»inen absterbenden Körper, dem nur noch künstlich Leben eingeflößt werde Der schwerste Kampf würde in ein. Der soziale rv i ÖerTartttttlmtflen. ■*» abgehalten, abgesehen"«»!, dem„deutsch-frei- tweit.„ m mwin", welcher ebenfalls am Sonnabend Abend inm." �ahllceise eine serner bekannten„agitatorischen" Ver- ..gen abhielt. Zunächst waren eS die Kartellparteien, ntlich unter der Flagge der„reichstteuen Wähler" am Sonnabend Abend auf Tivoli ihr» Schluß- vor den Wahlen abhielten. Der grobe Tivolisaal 'sie gefüllt, trotzdem große Plakat« an den Anschlag- *, T-'Oc gut. Alles gut!— den Herrn Geh. Regierungs- Dr. Ad. Wagner und nächst ihm den sr� ep für den z, veiten Wahlkreis, Herrn Oberlehrer ' a'8 Referenten bezw. Korreferenten mikllndiglen. Das i b,a bas Herrn Professor Wagner sowohl beim Be- Pßn» Saales, als auch beun Betreten der Rednerbühne ukun st gegen'die Sozialdemokraten zu fühien msm >ii bezw. Deutsch5and.'Die fbnsiährige Legislatur» Periode sei ein Segen für das voll. In dem Augenblicke, tzroße öffentliche Wälilerurrfammlungrit wurden wo die Sozialdemokraten, Prorestler. Freisinnigen u. s w. enen Eonnabend bezw. Sonntaa im zweiten Berliner die Majorität im Reichstage erlangen, sei der Weltfuede '''----■'"*'' gefährdet. Sein sehnlichster Wunsch ging dahin, die Freisinnigen in alle Winde zu zersprengen, denn»an» erst würde es möglich sein, die Sozialdemokraten wirksam zu bekämpfen. Wenn schließlich die bluttge Revolution komme, dann trüge» diejenigen die Schuld, die am Wahltage nicht ihre Schuldigkeit gethan. Redner schloß mit den Worten:„Ich hoffe, daß wir am 20. Februar mit Ge- nugthuung auf den Ausfall der Wahlen werben blicken kvnuen! Dazu gebe Gott seinen Segen!"(Lebhafter Beifall.) CS folgt» das übliche Hoch auf Inner, wie auf den Kaiser, mit welchem auch die Versammlung eröffnet wurde. Di« Versammlung stimmte beim Auseinandergehen wieder das Lied„Deutschland. Deutschland über Alles" an, in dessen Klänge sich schallende Hochruf» auf die internationale Sozialdeuiokratie mischten. Darob große Entrüstung. Ein armer semitischer Jüngling, der in den Verdacht gekommen war. einer der Hochruser gewesen zu sei», wurde in mchstreuer Manier gelyncht. Im Anschlüsse hieran sei bemerkt, daß das Kartell auch im sechsten Berliner Reichstagswahlkreis« debütirt hat und zwar sowohl mit einer nach Bötzow'? Brauerei einberufe» gewesenen Versammlung der reich streu er Wähler der Prenzlauer Varstadt", als auch mit einem Flugblatte, welches den„Arb«ilerta»didaten" S reihern, von Liliencron zur Wahl empfiehlt. Di« triftigen ründe. weßhalb kein Arbeiter Jemand, außer Freiherr» von Liliencron wählen kann und soll, legt das Flugblatt in solgender überzeugender Weise dar: Der letzte Reichstag. der in einer Zeit hochgehender patrio tischer Begeisterung gewählt worden ist, hat sich um daS Bater- lano wohlverdient gemacht. Die vereinigten reichstreuen Parteien, die m ihm eine feste Mehrheit bildeten, haben der Sieichsregierung einmüthig und opferfreudig bewilligt, was fie im Interesse der Machtstellung Teutschlands für Heer und»Flotte verlangen mußten. Sie haben dadurch die drohend« Kriegsgefahr beschworen, welche die Gegner in unbegreiflicher Verblendung leugneten und noch heute, den Thatsachen zum Trotz, zu leugnen wagen. Sie haben da? ge- waltige Werk. das Kaiser Wlhelm 1., der Groß« und Gute, begonnen, dessen Bollendung er so gern noch erlebt hätte, zum rühmlichen Abschluß geführt, indem ste der Kranken» und Nnfallverstcherung die JnvaNditätS- und rung hinzufügten. Sie haben die weis» schauende Kolonialpolitik der Regierung freudig unterstützt. iftiu- 1- ittn"Werbrochenen Vortrages glauben wir unfern Lesern er keu. nur möchten wir un» erlauben, auf einige ! s.'lllschk Momente desselben näher einzugehen. So ko.n 9ende u. A. natürlich auch auf die Sozialdemokratie s. Mn und warf bei dieser Gelegenheit die Frage auf: Was iet-M denn, Ihr Soztaldemoliaten 9 Kommt nicht die - Euch auf allen Wegen entgegen 7 Gesetze, so führte Redner weiter aus. Muiigzgesetzgcbung, kurz di.rch die„Eoziakreform" fei bereits jm Ä forden, viele Nothstände zu lindern und vollends nach V�Mtchen Erlassen könnten die Sozialdemokraten nicht mehr 0(1 6 ihre erfüllbaren Forderungen unberücksichtigt n'n b«. rt�rdings könne stch die Regierung ni« nach den Wün- jWmj" Pozialdeniokvaten auf die Abschaffimg des Privateige» von den Sozialdemokraten wie auch nun den Kartellparteien vorgeworfen. . u n.vtt,—'-.»er Weise die Militärmacht erhöht, die Ledens- S ahn!..'I*°urch Zölle u. s. w. und werde daraufhin ein % Programm aufgestellt in Bezug auf Militarwesen �.sretnrichttmgen. An der Verstärkung der Militär M'" aber nicht die Kartellparteien schuld, son �vtglich die geographisch« Lag« Deutschlands. und Frankreich warten nur auf den günstigen '«. um über Deutschland herfallen zu können, so äußert« Glauben denn die Herren Bebel. Liebknecht und Birchow, Baumbach und Konsorten,"' Gin« zweit« allgemeine Mälil«»'Versammlung, vle' | unter Vorsitz des Herrn W i l k» i tz stattfand, hatte am Sonntag Vormittag den großen Saal der Viktoria-Brauerei bis auf denf letzten Platz gefüllt. Da der in Aussichl genommene Referent' Krankhcits halber am Erscheinen verhindert war. so hatte Herr Retzerau in dankenswerther Weise das Referat unvorbereitet übernommen. Derselbe sprach über die Aufgaben der Volksvertretung im Reichstage. Als die vor- nehmsten Aufgaben derselben bezeichnete Redner eingangs seines Vortrages: oie politische Freiheit des Volkes zu fördern, die wirihschaftliche Lage desselben zu verbessern, sowie die Kultur- eutwickelung durch die Schule, Wissenschaft ic. zu unterstützen. Auf die Entstehung der Volksvertretungen ubergehend, legte Redner dar. baß dieselben auf die erste französische Republik zurückzuführen seien und daß eine solche für Preußen erst im Jahre 1543 erkämpft worden sei. Die damalige Fortschrittspartei sei aber in der heutigen deutschfrcistnnigcn Partei gar nicht wieder zu erkennen. Wenn diese auch auf der einen Seite den Absolu- lismus bekämpfe, auf der andern Seite nehme sie den Äbso» lutismus für sich in Anspruch. Ein wahrer Volksvertreter habo sich aber nach dem Volksivillen zu richten und diesen anzuer- kennen. Die Volksvertretung habe dahin zu wirken, daß es den« Volke ermöglicht würde, durch Volksadstimniungen selber an der Gesetzgebung theilzunehmen. Zwar sei dem Volke das allgemeine Wahlrecht gegeben worden, doch ständen diesem wiederum Wahlbeeinstussungen zur Seite, welche jenes wcrthlos machten. Die Volksvertretung habe dafür zu sorgen� daß die Wahlen an einem Sonntage stattfinden oder doch daß,' wenn schon an einem Wochentage gewählt werde, an diesem alle Arbeit ruhe, daß Jeder nach seiner innersten Ueberzeugung frei wählen könne, daß das allgemeine Wahlrecht auch auf die Land-' tags- und Kommunalwahlen ausgedehnt werde. Auch in Bezug auf die Wahrung der Vreßfreiheit sei seitens der heutigen Volks-. Vertretung ein Rückschritt zu verzeichnen, ebenso bedürfe das Ge»; richtswesen einer gründlichen Reformation. Gleich wie auf! politischem Gebiete sei die ehemalige kernige und kräftige Fort- schritisparlei auch auf wirthschastlichem Gebiete immer mehr zurück- gegangen. Wäre da? Volk in der Lage gewesen, selbst über Gesetze abzustimmen, es hätte die Bertheuerung der nothwendigslen Lebens- und Bedürfnißmittel durch Zölle und indirekte Steuern nicht gutgeheißen. Unter dem heutigen reaktionären ksystem seien aber Gesetze geschaffen worden,. die anstatt der Allgemeinheit nur Einzelnen zu Gute kommen.' Das Volk würde nicht der Vermehrung des stehenden Heeres zu-' gestimmt haben, von vem Bewußtsein ausgehend, daß die Völker nicht dazu da seien, sich gegenseitig zu zerfleischen, sondern sich in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen. Jeder hätte ein Interesse. daran, stch und das Seine zu schützen und zu vertheidigen und in der Stunde der Gefahr würde Niemand mit Gut und Blut zurückhalten. Ueberdies sei auf internationalem Wege AlleS zu, regeln, daS Kriegswesen ist ein Hemmniß aller Kulturbewegung, halb müsse mit aller Macht dagegen protestirt werden. Wenn nun schon das Volk nicht direkt über die zu schafsenden Gesehe zu' bestimmen hätte, so habe eS doch wenigstens Vertreter in den Reichstag»u entsenden, die wahre Volksinteressen vertreten und vieS geschehe einzig und allein seitens der sozialdemokratt- schen Partei Die Volksvertretung habe ferner die Aufgabe, Zu- stände im Schulwesen zu schaffen, daß es schon dem Kinhe ermöglicht werde, sich zeitig frei zu entwickeln, ohne erst mit Und durch Irrlehren auf einen falschen Weg gebracht zu werden, von dem die Umkehr dann um so schwerer»st. Heute sei aber die geistige freie Eutwickelung der Kinder des armen Volkes schon durch dessen wirihschaftliche Notblage geradezu unmöglich gemacht, indem heute vielfach schon die Kinder für das tägliche Brot mit- arbeiten müßten, ganz abgesehen von der Unzulänglichkeit der heutigen sogenannten Volksschulen. Heute seien Volksvertreter I vielfach zu Volksverräthern geworden. Den unteren Klassen werde Entsagung gepredigt; doch sei das Volk berechtigt, Theil zu haben an den Genüssen deS Lebens durch den vollen Ertrag seiner Arbeit, theil zu haben an der Arbeit selbst, heute sei aber «in großer Theil deS Volkes arbeitslos. Die Vagabondenfrage sei aber nicht nach Puttkamer'schem System durch Vermehrung der Gendarme» zu lösen. Mit der stets vorwärtsschreitenden EntWickelung der Dl ischinentechnck müsse die Verkürzung oerArbeits-| zeit gleichen Schritt halten, deshalb habe auch der Pariser Kongreß den Achtstundentag für nothwendig erklärt. Durch die Berliirzung der Arbeitszeit werde der Lohn von selber steigen, werde die industriell» Reservearmee immer mehr gelichtet werden, würden die Streiks unter der Konkurrenz der Arbeitslosen in so hohem Maße, wie heut zu leiden haben. Ein gesetzlicher wang sei wohl berechtigt, wenn er im Interesse und zum lutzen der Allgemeinheit Anwendung finde. Die Sozialdemokratie habe es sich zur Ausgabe gemacht, gegen Reaklion und Kapital anzickämpfen. Das Kapital bekämpje sich selber, daS Kapital raub« das Eigenthum, vernichte Existenzen, löse Ehen, nicht die Sozialdemokratie. Der Freisinn würde über kurz oder lang ganz und gar mit der Reaklion verschmelzen, dann würden sich nur noch zwei Parteien gegenüberstehen: Hie Reaktion— hie Sozialdemokratie! Weil dies« die Wahrheit verfechte, mache sie so un- AlterSverstche- geheure Fortschritte trotz aller Hemmnisse, die ihr auferlegt und und weitaus-«? djm Weg gestellt werden. Von Idealismus durchd Herreu da vor den Sozialdemokraten und Fortschrittlern Halt 51'-""nn sie nicht kriegSgeübt wären? Auch die �«rateschen Führer werden nicht toll genug sein. Deutsch- i i-nen o tnaciien 4' wollen; den» wenn zum Beispiel die ■�'ald.».. kämen, dann wollten wir einmal sehen, ob die v.7 bese■ ,n soviel Freiheit haben würden, wie si« jetzt haben ?»i« s�°s!5�stengesetzes, ob sie so viele Versammlungen abhalten, l»7�■* dürsten ic. wie jetzt, dann würden si« einfach Si?' feanJ"? geschickt!(Brrr!) Man streut dem Publikum '«ist iL die Augen, wenn man auf die Lasten dies.«roß« Militärmacht auferlegt, aber verschweigt, üör ,,.'!55�"'0"dig ist. Frankreich hat ein* bedeutend größere (t:"frh, o ch* als Deutfchlend(Iva« der vortragende durch sta- r�olinC L nachweist), trotzdem es 10 Millionen weniger k%en ,5. hat, und dies« haben noch viel größere Lasten zu 3« wir Deutsche. Und doch trägt das französische Volk J", dir rUre Lasten ohne Murre»! Hut ab vor den Fran- 9'"..cht t" solche» Patriotisnius besitzen!(Dröhnender Bei- . �0. frJch Deutschlands Machtstellung ist oie Krieg gefahr nicht WUjt ivlfthSch"ruer gerückt. Eure gegentheilige Behauptung ist '1- �>.'"en'E'"llche Berdrehung der Wahrheit, da man nicht an- � vr«%T"' a&cA unS i S 8) ßetf.K -s f{ i lug««' begonnenen die staatliche erlinre. Ja selbst Versicherung haben si« ihr daß gesä-eiole Männer, wie Bebel und Lieb- dies in Wahrheit glauven können. Durch die „e Politik Deutschlands ist es gelungen. '* und Franzosen ein Halt zu Gebieten. Traurig wäre Stande käme, der nach den Tollheiten und Fortsthnttler an der Wehrkraft 00 ""..ZtÄ meinte Äedner, die Kornzölle hätten nicht die i L'habt, die Vetr«ld«..reise in die Höhe zu treiben. kellw Melmehr nur die Airrkvng. sie vor noch weitereni 3 x""-5' dewahren. Und dres sei nöthig gewefen. sonst gzäre«ine Kalamität über die Land- Und wie verhielten stch zu alle dem die Parteien, die nnS in diesem Wahlkreis« gegenüberstehen, die Sozialvemokralen und die Teiitschfreisnmiaen? In rührender Eintracht haben fie, wie von jeher, gegm die wichtigsten und heilsamsten Borlagen gestimmt, gegen die Hebung M' kfetzun� � Uiiterstiitzlliig einer' ostasrikanischen Postdampserl gegen die JnvaliditätS- und Altersversicherung Vowm abgegeben. Und das nennen st»«in mannhaftes Eintreten für die Interessen der Arbeiter, um deren Gunst sie sich um die Wette bewerben. Dafür aber schüren sie mit allen Mitteln die Unzufriedenheit im Volke, benörgeln und bekrUtelu sie die Männer, die das Vertrauen der Krone genießen, Volk von Berlin, das Du Dich Deiner Bildung und Intelli- rühmst! Wie lange noch wirst Du Dich an der Ras« herum- hren lassen von. gewerbsmäßigen Agiwrore» und Hetzern 7 steigt Dir nicht die Schamröthe ins G-sicdt bei dem Gedanken, daß diese große und blühende Stadt«in Raub der sozialdemo- kratischen Bewegung werden soll, deren letzte Ziel« darauf hmauS- zehen, alle göttlichen und menschlichen Ordnungen zu zerstören 7 Fud Ihr ruhigen und friedliebenden Bürger, seid Ihr wzpktich t, daß Ihr den abgeleierten und heuchlerischen Lock- sogen. Deutschfreisinnigen folgt, die stets die Freiheit im Munde führen, in Wahrheit aber sich unter das Joch der Ultramontanen und Sozialdemokraten beugen, um mit deren ilfe ihre stark zusammen geschmolzenen Reihen vor völliger 1 rütteln würde. Darum muß«in ähnlicher Reichsteig kommen, wie der vorig«. Lieber 100 Millionen in StSUiieit*" �tx Regierung bewilligen, als 1000 Millionen in ttLMVÄL iL ARWM-UW sZ-A-WMMs ist, der wähle den alleinigen Kandidaten der vereinigten reiche- g»«,.x.«». w««»«r« > durchdrungen kämpf« die sozialdemokratische Partei für die Wahrheit. Sie sei nicht zu bekämpfen und unbesiegbar, weil si« aus wiffeiischasUichem Boden stehe und leine persönlichen Autoritäten anerkenne. Deshalb müsse ein Jeder bestrebt sein, die Ideen der Partei zu verbreiten, der Arbeiterbewegung neue Bahnen zu brechen. Das Volk müsse wahre Volksvertreter in den Reichstag entsenden, damit ihm daS Glück erblühen möge, das ihm gebühre. Auch die Wähler de? zweiten Wahlkreises feien verpflichtet, nur einem wahren Volksmann« ihre Ettmme zu geben und dieS sei der Buchbinder Konstantin Janiszewsli, der für die Wahr« beit gestritten und gelitten, in Kerker und Ketten geschmachtet. Er müsse als Sieger aus der Wahlurne hervorgehen, er müsse der Vertreter des zweiten Berliner Wahlkreises im Reichstage werden.(Lebhafter Beifall.) Trotzdem Gegner zahlreich anwesend waren, die sich häufig durch Zwischenbemerkungen bemerkbar machten, meldete stch doch trotz mehrfacher Aufforderung Niemand von ihnen zum Worte. So sprach denn als erster Redner zur Diskusston Herr Ortland. Derselbe verbrettetefichinausgedehnterWeisemit der frei- sinnigen Partei und deren Kandidaten Herrn Birchow, an dessen Ausspruch erinnernd, daß die Darwin'sche Lehre wohl in den höheren, gebildete» Gesellschaftsklassen anzuerkennen, den unteren Volksklassen aber nicht anzuempfehlen sei. Damit sei dessen Standpunkt zur Genüge gekennzeichnet und Herr Virchow daher kein Vertreter des werkthätigen Volkes. Ebenso wenig wählbar sei der Kartellkandidat, Herr Oberlehrer Dr. I r m e C aus Gründen, die aus der ersten Versammlung zur Genüge in die Augen springen. Der einzige wählbare Kandidat sei Konstantin JaniSzewsti. Diesem ebenfalls die Stimme zu geben, sei, wie Redner weiter darlegte, im eigenen Interesse auch Pflicht der Kleinmeister. In trefflicher Weise schilderte Redner sodann, wie da? Sozialistengesetz. namentlich die Ausweisunaen. der Sozialdemokratie nur gi isM&c 3* oeri. hereingebrochen, wie man fie bisher noch statte. Der Grundbesitz wäre unter den Hammer »lle»" and da»«»rsenkapital hatte sich seiner bemächtigt. " 5®"", rutt Redner,„daß unsere alten Aoligen verdrängl ,°urch d,e Herren Jtzia, Cohn u. s. w. 7"(Wüchendes !**-) Zum Schluß kam Redner nochmals ans dt» Reichs» i®»« sprechen und meint«, daß den Sozialdemokraten, �otestlern, Fortschrttttern u. f. w. und unter Umständen' essen der großen Arbeiterbevölkerung nehmen. Keiner mehr"'' W' zivischen Ardeitern u vorstehen, zum Friede» zu rochen.— Besprechung, ebenso die Kolonialpolitik. Wenn den Sozialdemo- ---?"fei"® i fÄxwMÄrÄs LS Wahlen sei das Krieasgespenst heraufbeschivoren worden, heute werde das rothe Gespenst in's Feld geführt. Die Schreckens- bilder von damals, mit denen die Wähler gruselig gemacht . die Juter- 1 worden sefen, hätten sich nicht erfüllt, die Franzosen seien unseres Kreises wahrzu- 1 nicht gekommen, hätten nicht die Häuser in Brand gesteckt, treuen Parteien, den Freiherrn von Liliencron. Herr v. Liliencron gehört richtiger Damtdarkeit an ihm hängen. Ii«/ Keiner ist besser als Herr v. Liliencron geeignet. ir dazu berufen, in den heftigen Eireiligkellen Ritten nicht die letzte Kuh des' Landmannes ans' dem und Ardeitgebern, die uns wahrscheinluh Stalle|i"'..... geholt, wohl aber > deutsch« Exekutor besorgt. hätte letztere? Geschäft oft genug der (Bravo I) Mit der Errmgung einer WettivsMd-G?!etzZe5nng sei das sozialdemorrätische Programm lOch laug! nich't erfüllt, es ganz zur Durchführung zu bringen, nüsfe ein Jeder bestrebt sein, Möge Herr v, Puttkamer getrost kanonen auffahren lassen, das sozialdemokratische Prinzip werde k doch nicht aus der Welt schaffen. Immer vorwärts! müsse »ie Parole lauten. Mann für Mann, keiner dürfe fehlen, müsse nn 20. Februar seine Stimme abgeben für Konstantin Zaniszemski!(Großer Beifall!) Die weiteren Redner jur Diskussion, die Herren Krause. Minklei und Frei- dank äußerten sich in eingehender Weise über religiöse, politische Znd wirthschaftliche Fragen und übten auch ihrerseits eine Kritik an den gegnerischen Parteien und deren Kandidaten. Der vorgerückten tteit wegen wurde sodann durch einen zur An- »ahme gelangten Schlußantrag die Diskussion geschlossen. Nach einem wirkungsvollen Schlußworte des Referenten nahm die Ver- sammlung ohne Widerspruch folgende Resolution an:„Indem ver Herr Mimster Herrsurth im Reichstage sagte, daß nur Arbeiter, die nicht arbeiten wollen, hinter Bebel und Liebknecht stehen, müssen wir am 20. Februar zeigen, daß wir Mannes genug sind, kür unseren Kandidaten Kon st antin Janiszewski einzu- treten und ihm zum Siege zu verhelfen. Nach einem dreifachen brausenden Hoch auf den Kandidaten der Sozialdemokratie, Buch- binder KonstantinJaniszcwski, wurde die voraussichtlich letzte Versammlung im 2. Wahlkreise vor den Wahlen vom Vor- fitzenden geschlossen. Eine sehr gut besuchte Rählerversummlung de» 8. Kerliuer z'eich«tna«n>ahilnrisr» fand am 14. Februar im Lokale Bergstr. 12 unter Leitung der Herren Börner, Peterson und Drescher statt. Ueber die Tagesordnung:„Die bevorstehend« Reichstagswahl" rcserirte Herr Emil Böhl. Derselbe lritisirte das Verhalten der verschiedenen Parteien des dahingeschiedenen Kartellreichstages, besonders gedachte er der Freisinnigen und der Konservative», mit welchen er sehr scharf ins Gericht jgiug, zählte dabei ihre bedeutendsten Sünden aus, in wie weit dieselven sich an dem Volke und namentlich an dem Arbeiter vergangen hätten. Deswegen hätten gerade diese Parteien, welche uns Sozialdemokraten hier im 6. Berliner Reichstags-Wahlkreis als Gegner gegenüber- stehen, kein Recht auch nur eine Stimme der Arbeiter für sich zu beanspruchen. Zur Sozialdemokrutie übergehend, warf der Refe- rent alle Vonvürfe> welche man von feiten des Kapitals derselben entgegenhalte, als da wären:„das Theilen, vaterlandslos sein, die Abschaffung des Eigenthums und der Ehe, die Agitatoren lebten nur von den Arbeitergroschen, der neueste Vorwurf vom Minister von Herrsurth, die Sozialdemokraten wollen nicht arbeiten w. in ihren Schoß zurück und erklärte, daß nur den Gegnern der Sozialdemokratie all diese Vorwürfe treffen. Zum Schluß seiner Ausführungen, welche oft von Beifall begleitet wurden, forderte Redner die Versammlung aus. nur Wilhelm Liebknecht ihre Stimme zu geben. In der Diskussion sprachen die Herren Adler, Schmidt, Drescher und Börner. Folgende Resolution fand ein- stimniige Annahme. Die heutige Wahlerversammluna des 6. Berliner ReichstagS-Wahlkreiscs erklärt sich mit den Aussührv ,.........------- sich mit den Äussührungen des Referenten einverstanden und verpflichtet sich, mit aller Energie für die Wahl Wilhelm Liebknechts einzutreten. Unter „Verschiedenes" wurde den Versammelten ans Herz gelegt, nur bei solchen Wirthea zu verkehren, welche die Arbeiter auch zu schätzen wissen. Eine gnt besuchte öffentlich« Danvdienerversamm- lnng, welche den großen Jordan'schen Saal bis auf den letzten Platz füllte, tagte am Mittwoch, den 12. Februar. Nachdem das Bureau aus den Kollegen O. Krüger, Th. Keslinke und H. Bendix gewählt, gab der Vorsitzende Kollege Krüger die Tagesordnung wie solg*—*■- erent folgt bekannt:°.........° Me stellen sich die Hausdiener zur Reichstagswahl? Re- lt: A. Gerisch. 2. Freie Diskussion. 3. Verschiedenes. Zu sjirnkt 1 erhielt Hr. A. Gerisch das Wort. Derselbe erledigte sich seiner Ausgabe m gediegener Weise, indem derselbe in einen: beinahe zwei Stunden währenden sl........ t von rauschen- Krebsschäden des bis- kjerigen �Reichstags klärlegte, und äin Schlüsse seines Vortrages daher der gesanimten Hausdienerschaft Berlins empfahl, daß ein jeder Hausdiener die Pflicht hätte, am 20. Februar seine Stimme nur einem Kandidaten der Sozial- oemokratie zu geben, denn nur dadurch könne der Hausdiener auch für sich eine Besserstellung seiner so überaus traurigen Lage erzielen. In der Diskusston sprachen die Kollegen O. Lambrecht, O. Wiemer, Glaßhaaen, Dopatka und Barnewitz im Sinne des Referenten; ebenso Kollege O. Grauer, welcher die in Berlin ausgestellten 6 sozialdemokratischen Kandidaten nochmals bekannt giedt und deren Wahl warm empfiehlt. Es war folgende Resolution eingegangen, welche einstimmig angenonwieu wurde. Dieselbe lautet: Resolution! Die heute, am 12. Februar, in Jordan's Salon, tagende öffentliche Hausdienerversammlung erklärt sich in sämmt- lichen Punkten mit den Ausführungen des Referenten einver- standen, und verpflichtet sich, am Tage der Wahl ihre Stimme nur einem Kandidaten der Sozialdemokratie geben, damit der katserliche Erlaß die nöthige Unterstützung find Es wurde in Punkt 3, Verschiedenes, eingetreten und gab hier der Kollege Miske, der im Jahre 1888/89 in einem Hotel Haus diener war, ein sehr interessantes Bild zum Besten. Derselbe hatte als Hausdiener nur 60 M. Gehalt und war vom Magistrat in die 13. Steuerstufe, also mit vierteljährlich öl M., eingeschätzt worden. Es befreite ihn von dieser enormen Steuer keinerlei Reklamation, im Gegentheil, derselbe sollte, nachdem er schon über ein Vierteljahr aus dieser Stellung und ohne Beschäftigung war. dieselbe Steuer weiter bezahlen. Es wurde angenommen, daß derselbe wohl in der Lage wäre, durch die winzigen Trinkgelder, welche er bekäme, diese Steuer bezahle» zu können. Kollege O. Wiemer, Jüdenhof 7, bittet die Anwesen- den, die gelesenen Arbeiterblätter, wie„Berliner Volksblatt" und „Berliner Volks-Tribüne" doch bei ihm abliefern zu wollen, um sie der armen Landbevölkerung zuschicken zu können. Da die Tagesordnung hiermit erschöpft war, schloß der Vor- sitzende die Versammlung mit einem dreimaligen Hoch auf die internationale Sozialdemokratie um 12»/# Uhr. «sscntNch«)l>itl)I(V»*rr*Wtitltiiia«n>«• 5. Kerltnir |Ut$*taa«-9t3l)lk«>trt«. I Am Dienstag, dm 18. d. M., Abend» 8 Uhr, in Lip» Braueret am striedrichshatn. Tagesordnung: Der Nein« Handioerker und die Retchsta wach, den i». d. I Allee n—n. Tai Herr Albert Auerbach. S. Am Mttt- In der Braueret Aönigstadl, Tckonbauier gas will die Sozialdemokrai!«. vicfereni! ilurt Baaie. I. Dtliuffton. Alle Wähler de»«. Berllner ReichSiags-Wahl Zur Deckung»er Uulvsien ftudel Tellersamm Versammlung am Alte Jalobstr.»» die moderne «. verschiedene». helfe» sind hiermit eingeladen. lung statt. Fachverel«»er Pofnmentier-Arbeiterlnnen. Dienstag, dm>8. Februar. Abend» 8% Uhr, bei Meyer, Tagesordnung: l. Vortrag über„Die Arbeiterbewegung und Poesie. 8. Dislusston.». Wahl etuer, weiten vorsthenden. Um zahlreiche» Erscheinen wird gebeten. «nchnereln»er fapeiirer Perii»« und Hlmgegend. Dienstag, den l». Februar. Abend» 8% Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstr.: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Der Etnstuh der«ullur auf die Eesundhelr. Reserent Dr. ftollniitz. Ditkusston, verelnsangelegenhetten. Ausnahm« neuer Mttglieder. «»»», rein Perliner KUdhauer. Dienstag, den». Februar, lein« Sitzung. Schnelderversantiulttiig. Heute, Dienstag, Abend»» Uhr, sind« in dm Armin hallen,»ommandanlcnsir. 8v, eine Versammlung"' der �rnia Eduard Sach» statt Gäste haben Zutritt. sämmtltcher Schneider »editinal-Unt»rstiihuug»«er«ln der!, 8-. flauen und Tabalarbetlertn»«» zu Berlin.(Sing. Hils» lasse Nr. 88.) Dienstag. den»5. Februar, Abend» 8',' Uhr. bei Slemund,"" ■..MW... M Ltntenftr.»: General- Versammlung" TageZordnung: Abrechnung vro* Quartal 188». 8. Neuwahl dr»«orstande» u»b Autschusts».». Berschiedene». ?n>«t groh» iisfentlich« Wäl-lrrnori'ainmtunaeu de« 8. Berliner Beichataga Hvahlkreise« am Mittwoch, den l». Februar, Abend»»8 Uhr, l. be>«uggenhagen, Morisvlah, 8. in Ech-sser'» Salon, Jnselstr. 10. Tag-»- orbnung und die Referenten werden in den Versammlungen bekannt gemacht. Uw zahlreiche» Erscheinen wir» gebete.'. «r»»e ösfentlich« MäiilerversamMlttng fiir de»«.«erliner N»ich»tng«.Ma>>lKr»i» am Mittwoch, den 1». d. M., Abend» 8 Uhr, im Saal» de» Herrn Schneider, Belsorterstr. i». Tage»ordnu»g: l. Die bevorstehenden ReichStagtwahlen. Dcr Reserent wird in der Versammlung bekannt gemacht. 8. Diikussion. s. Verschiedene». Zur Deckung der Unkosten Teller- sammlung. Manteustelstraße Ii» bei Grewling.— Aauchklut»Dtuttch« UWMMWW V«»r»ei mwVVUH � nuiiu«fc-vee* .Einigkeit macht starr', gigr Restaurant Hahn, Ellasserstr. Neueste Nachrichten. —. itt« t" X'' ftäuDiüUuy»IUI. VW# vv Sozialdemokraten Lehmann von und hat einen Ausruf in diesem % Die Redaktion leben Ist. dem ,ntet»ne».« » die Mnhler Kerlin«. Da die Wahl am 20. Februar allem Anschein« nach«iue wird, Stimmen soviel wie es in ihren Kräften sieht, ihre Stimmen soviel wie es ,n tyren»rasten s-eyi,... Zugeben. Die Erfahrung hat gelehrt, daß der Wahllokal von 4 6 Uhr Nachmittag ein kolossaler w> � J,- San namentlich eine beliebte Manier ist, 10 Minuten vor° �,4■KJiii0n Wahl zu erscheinen, um dann womöglich gar nicht» ßjW, indem sie nicht in der Liste stehen und dadurch anve� *-—-"• ftrtD. ifhalten lbsi reichen lstverß ,./ n man ferner erwägt, daß bestimmt, daß die Wahl um 6 Uhr geschlossen wir». Ml Wahlvorsteher aber die Praxis bisher geübt haben, mehr hereinzulassen, die im Lokal bestndlichen aber noch kleßen. so m u ß es jedem Wähler einleuchten, wie feine Stimme in den gegebenen acht Stunden'ssy ~-—-f-ni dl»...Irt 'm langsan' «maWkm» ehe der betreffende Wähler aufgefunden. inzwischen verzweifeln, ob sie noch drankommen, wenn dieses bedenkt, so muß un Jeder, der es mit fernem ernst meint, mit dazu beitragen, daß dies« Umstände� «streß» öffentliche Wiihl»r»»rfa»,mlu»> für«öpenick und Umgegend am Mitttvoch, den>». Februai, Abend»» Uhr, im ........__„J,. �„rohen Saale de» Hotel Klein. Tagesordnung: 1. Besprechung über dt« Rst«»:az«wahlen. Reserent wird tn der Versammlung bekannt gemacht.:. Diskussion. 3. verschiedene». Vre«» U>>ihi»ro»rfau>n>!»n» für FriedrichSberg und Umgegend am Mittwoch, den 1». Februar, Abend» 8 Uhr, im Neustädler Volksgarten, Pro»- kauerstratze. TageZordnung: 1. Bortrag de« Herrn Friedrich A r n d t-Bernau, .....-----———--------------" 8. verschiedene». Um zahlreiche» Et- .die bevorstehenden Retchtiagiwahlen. scheinen wird ersucht. «»fang.,?>ir»- und«efeUii ..Sutenberg', Abend»------ und»»felli«. Per«!»» am Dien _. 8% Uhr im Restaurant Quandt, Stt__________ anaveretn.Alpenglühen' Abend» 9 Uhr im Restaurant Htldebrandt, PrtnztN- rase 97.— Schäserstcher„Gesangverein der Elser' Abend» 9 Uhr bei Wolf iftag. Gesangvereln Stralauerftr. 48.— Ge- und Krüger, Slalitzerstr. 188, Gesang.— Männergesangveretn.Gartenlaube' Abends 9 Uhr im Restarant Firk, Konbulersirahe 88.— Gesangverein „Bouvardia' l Männerchor) Abend»»j Uhr im Restaurant.Teutonta'. v-l- sorierstraße 16.— Männergesangveretn.Stetnnelke' Abend»» Uhr im Restaurant Schulz, Stettinerstrave 68—57.— Gesangverein.Harmonie' Abend» 8 Uhr tn Neukam'» Bierhau», Große Franksurterstr. 49.— Männergesang- ———---- 7r----"----------' Rosenthaierstr. 11— il. verein„Echo II" Abend 9 Uhr im Restaurant — Gesangverein.Säng-rhain' Abend« 9 Uhr im Restaurant Kaistr-Franz ------- rtM Twr------- uedunatstunde Abend» von stünner» irtni Grenadier,>latz 7.— Gefangverein.Bruderberz' 9%— 11% Uhr. Aufnahme neuer Mttglieder.— Gesangverein Moabit' Abend« Uhr>!Jil»nackerllr. 83 im Restaurant Llge». acsangveretn.Hilarita»' Abend« n Uhr im Restaurant W. Gleis. Allee»9.— Gesangverein.Felicita»' Abend» 9 Uhr im Restaurant Nebettn, Langeslr. 108.— Münnergejangverein„Olympia' Abend» 9 Uhr im Restaurant Gerlh, Prtnzenstr. loe.— Gesangverein.Liederlust" Abend» 9 Uhr tm Nestau- ■ lT--—■• Aceordia"«bd«. 9 Uhr, Männerchor" Abend» sind willkommen.— 1% Uhr im Restaurant Henk«, it R. Maschin»Iy Abend» 9 Uhr Weg 89.— Männergesang- inysstu Abend mit ner verrin„Sllte Linde' Abend«»%-io% Uhr tm R-Nauraut John», Marianne«- slraße 19.- Zitherkluh.Ampdiom' Abend» 9 Uhr tn Triebet» Restaurants Häher Stetnweg i». Abend» 8% Uhr. Berg abtheilunä) Abend» 8> Turnverein �>asenha str. 67. aide"1(9 Turnverein„Froh Berliner Turni tn der städtischen'---------------...._.. (Männerabideilung) Abend« 8 Uhr, Dieffenbach- strahe»o—»1.— Berein ehemaliger Schüler der 87.»emeindelchule Abend« 9 Uhr im Restaurant«inner,«iipnickerstr. 88.— Arend»'scher Stenographen- Verein„Apollobund" Abend» 8% Uhr«runnenftr. Ii»-.— Arendt'lcher Steno- "' M Uhr ti graphenveretn Abend» 8% straße 71.— Deutscher vere Rondel'» Restaurant vrunnenstr. Dienstag n® .Münchener. 8 Uhr bei Herst <»«wSL------->---------.... dem 1. und 18.— ZUhertlub.Amphion' Abend»» of" Spandauerstr. IX— l».— Rauchllub„Zum itB rängest »leb, Adalbertftr.».- Rauchklub.Porlor'" r tm ______... iM Abend«# Übt, ernst meint, mit vazn vet tragen, oa» vir,,.... werden, um so etwaigen Wahlprotesten von vornherein. abzubrechen. Denn das darf man sich nicht verhehlen, ofZ ''--'' 1 ,im de wv*uvLtwit»».-.-v»»»» v»»*- 4.-4 i—'•' neii � werden auch diesmal wieder Alles aufbieten, ,» Arbeiter durch hinterlistige Machinationen zu Scha Hochachtungsvoll Max Flehnert. Tischler. SchSn»' DeKresthen» O. nayiHK un vet f* Vernehmen nach geantwortet, sie wünsche leb hast geeignete Maßregeln den Arbeitern eine bessere können, und werbe gern an einer Konferenz zu 1'� 17. geljmw. tes k?« k« (Radikal), welcher 4662 St. erhielt,, wurde der Opportunist Laflerre mit ,-«■» 4. im r.-w»____«m V• itwählt. 10 674 Radikale Maüvoisin erhielt' 6784 St. In Radikale Ceccaldi mit 6237 St. gegen b Btultedo, welcher 5973 Stimmen erhielt,„— T Arrondissemeni ist zufolge Nachricht derPräfektur >.- 44«ÄtTkfc erwiderte, er werde immer bereit sein, w Arbeiter zu verbessern» und werde bei dem Führer� „„ t A.r w r rr*?. t_ übet ihre Arbeit beschränken rung nicht in AuZstcht stellen. Hler-BersWmlW am Mittwoch, den 19. Februar, auf Tivoli(Kreuzberg), Abends 8% Uhr, i. ©«Öfo-Orbnttng: Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedene?. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt.— Um zahlreiches Erscheinen ersucht 1414 Zier Eindrrnfer: E. Milschke. 2 große WhiemmmmlulW/ für den 4. Kerl. Reichstags-Wahlkreis finden am Mittwoch, den 19. Februar, statt. 1. Sanssouci, Kottbuserstr. 4a, Referent W. Werner, 3'Renz, Naunynstr. 25. Referent Fritz Zu beil. Gleichzeitig macht Unterzeichneter bekannt, daß zur Verkündigung des . ahlr»snltat» am Tage der Wahl, ein« Versammlung in ioel's alon, früher Keller, Andreasstr. 21, stattfindet. 1409 Ferner wird bekannt gemacht, daß für die Vertrauensleute, sowie für alle Diejenigen, welche am Tage der Wahl behilflich gewesen sind, die Verkündigung des Resultats in Renz Salon, Naunynstr. 27, stattfindet. Der Eintritt zu dieser Versammlung ist nur mit Kontrolmarken gestattet. I. A.: August Günther. Wihlimii des S. Bkrl.$(1####. Dienstag, den 18. Februar, Abends 8v» Uhr, in Lehmann's Salon, Schwedterstraße Nr. 23�24: Crosse Versammlung. 1412 | Taaes-Ordnung: 1. Vortrag über: Die bevorstehenden Reichstagswa' len. Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. 2. Diskusston. 3. Ver- schledenes und Fragekasten. Alle Wähler, ohne Unterschied der Parteirichtung, als Gäste willkommen. I Aufnahm» neuer Mitglieder. ZZ»? N»rSa»d. 3 gr. öjfentl. Wahlerliersmighlilgen des 6» Bert. Reichstags-Wahlkreises. 1) Mittwoch, den IS. Februar, Älbends 8 Uhr, in Kchröder» Salon, MLUerttvajs« 178. Tagesordnung: 1. Am Uoradend de« Mahltag««. Reserent wird bekannt gemacht. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. X) Konnerstag, den 30. Februar, Abends SVt Uhr, in Meima»»« Volk-gart««(Vesunddrunnen), Kadstrahe. 3) Konnorstag, den 20. Februar, Abends 8Vg Uhr. w der Ao»dd»«tfch»» Krauerei, Etzausseestrahe. Verkündigung des Wahlresultats. 1408 Der Einberufet. ßroie UM. für Schöneberg und Umgegend am MiHwoch, den 19. Februar, Abends 8 Uhr, in der Schloss-Brauerei zu Schöneberg. Tagesordnung: Die bevorstehenden Reichstagswahlen.(Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht.) Diskussion undVersch' Es ist Pflicht eines jeden Wählers, in dieser Versammlung zu Donnerstag, den 30. Februar, Abends SV» Uhr, in der«cylo zu Schöneberg: Verkündigung des Wahlresultats und verschieden»«. 1417— eneS.— [einen. Daa Wahlkemitaa. 1108 Rest« von SVs-S Met. spottbillig. Emil Lefivne, Oranlens,.'. 158. Lite, 1,50 M. Thtt-ÄlM, Originalst. 1,W M. �- n? ZlStzkl. Franz |lHnf(f|fln«»nstr«|« 15. 846 Pttiti«»ikl u.? Franz Beyer, pr. Sit Ml. Schöne Wohnungen mit Wasser- ) ftlofet:«Stube und Ruck» Metmiki.��"� leitung und 50—66, 2 Stuben u.« 70—80 Thkr. Andrea» str. LS. Rixdorf, Prinz Handjerystr. 50, nahe VereinSdrauerei. 1800 Allen Freunden und All-»»»tt« 1« Ä"" empfehle ich mein Weist-**'.,1*, «» m» m____;__ empfehle ich mem Wetss- u' ,\t% Aierlollal. Vereinszimmer�.s standssttzungen, ArbeltSnach�B Sämmtliche Arbeiter« und o\ Sämmüiche Arbeiter« ""«.0H.U,k, 88 Empfehle mein h BairisßM� A. B rasch, VUlwlwad�jlsil . Brosen. i Zimmer für«ieteiu«,«l weis u. f. w. Roh-Tabak 5 Größte Auswahl, billigt" � S. 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