«Z W sr»' sM pi 10 Mlüi �4 ..,«a Mittwoch, den 19. Februar 1899. 1 1, T. Ia�rA.- Hrgan für die Interessen der Arbeiter. --glich Das..Verl iu er Volksblatt» Mark pro Monat.. Postabonnement 4 Mark pro Quartal. 44 1 ■—"'»as.'jtumme■PHMOT, pro Monat. „ r,.. Jvsertionsgebühr befragt für die S gespaltene Petitzcile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VcrsammlungS» Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin 8W., Zimmerstrade 44, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des" Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittage, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. » Lernfprecher: Amt VI. Ztr. 414 KedsKkion: Veuthstentzo 8.— Expedition: JinnnerPtrMe 44. i w # na ein iM iltiiltilts-Eiüllidllilg. 1 jLiem 1- März eröffnen wir«in neues Abonnement aus �Nliner Volksblatt". aeue maschinelle Einrichtungen sind wir in den Stand *"e bedeutende Preisermäßigung in dem Abonnements� seres Blattes eintreten zu lassen. ** Blatt kostet vom 1. März ab frei in« Kau» J iitl 10 Wich "wt �"stabonnenten tritt die Preisermäßigung erst vom j<'ommen hiermit den Berliner Arbeitern nach jeder ß« �'in entgegen, und wir erwarten daher, daß uns auch ti- � du. ,,nfer{n Freunden dasselbe Wohlwollen dargebracht «rf'VSi l roel(�c8 wir bisher unseren Standpunkt in der allge- lj�. Alchen Arbeiterbewegung behaupten konnten. Kein --»sri ähnlichen Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt, wie »N Y' Q.6et doch hat unser Unternehmen durch die Hilfe der . �beiterschaft eine erfreuliche Ausdehnung\ tM «kons olch-» iJi � ;s % E# gewonnen. «(, Achten daher an die Berliner Arbeiter den Appell, nun �ttseits. wie bisher stets auf dem Posten zu sein, damit t�-ttpresse endlich diejenige Stellung einnimmt, die ihr et politischen und wirtschaftlichen Bedeutung der Arbeiter '�..Presse ist eine mächtige Waffe für die um ihre Be- ompfende Arbeiterklasse; gerade jetzt sollten unsere Freunde W Unb rasten, bis sie durch unser Blatt unsere Ideen .. bie bisher gleichgiltigen Kreise getragen haben, die aus . oder aus Roth unserer Bewegung fern geblieben sind. � überhaupt eine politische Zeitung liest, der kann auch kodier Volksblatt" lesen, denn der Preis des Blattes ist �messen, daß auch der wenig bemittelte Arbeiter sich « zuwenden kann. «ß SÄ ''' unsererseits werden in der Anerkennung, die uns zu -td, stxlz einen Sporn erblicken, der uns zu neuen An- gn» treibt, um unser Blatt nach jeder Richtung hin auf der- , Hbhe zu halten, die ihm seinen bisherigen Zuspruch ge- � Hauptsächlich an der Stärke der Arbeiterpreffe kann * stärke der Arbeiterbewegung bemessen. �alrtion und Uerlag des »KerUnee Volksblatt". Wixtf zur Wohl I Wenige Stunden trennen uns noch von der Wahl; alle Vorbereitungen sind getroffen, um die Stimme des Volkes zu reinem, unverfälschtem Ausdruck zu bringen, und wir sind der sicheren Ueberzeugung, daß die in der Sozialdemokratie politisch organisirte Arbeiterklasse den Wahlkampf ruhmreich bestehen wird. Mehr wie je ist es jedoch auch nöthig, daß jeder klardenkende und zielbewußte Arbeiter nicht nur selbst seine Stimme abgiebt, sondern daß er bis zur letzten Minute agitirt, die Indifferenten aufrüttelt, die Zögernden an ihre Pflicht mahnt, die Unentschlossenen aufklärt und so dafür sorgt, daß die in wirthschaftlicher Noth befindlichen, der übermäßigen Ausbeutung ihrer Arbeitskraft preisge- gebenen breiten Volksmassen durch die Abgabe eines sozialdemokratischen Stimmzettels laut und eindringlich Protest erheben gegen die herrschenden Zustände. Gegenüber den Aufgaben, welche der neue Reichstag auf sozialpolitischem Gebiet zweifellos haben wird, ist es erforderlich, daß die Vertreter der Sozialdemokratie nicht nur möglichst zahlreich im Parlament sind, sondern dieselben müssen auch durch die Zahl ihrer Stimmen, durch die hinter ihnen stehenden Massen den herrschenden Parteien, der Bourgeoisie, beweisen können, daß die Stunde gekommen ist, in welcher das Proletariat den ihm gebührenden Antheil an der Gesetzgebung fordert, daß die Arbeiterklasse ihr Recht, an der Organisation der Gesell schaft mitzuwirken, in Anspruch nimmt. Jedes tausend Stimmen mehr bei der Wahl verstärkt und kräftigt die Position der sozialdemokratischen Vertreter im Reichstage; je zahlreicher und dichter sich die Massen um die Vorkämpfer der sozialdemokratischen Bestrebungen und Ziele schaaren, desto wuchtiger und erfolgreicher wer- den die Abgeordneten im Reichstage ihre Partei vertreten die berechtigten Forderungen ans durchgreifende, ernsthafte soziale Reformen begründen, und die Schaffung eines Zu standes ermöglichen können, welcher der arbeitenden Be völkerung ein menschenwürdiges Dasein gewährt und ihre Ansprüche in wirthschaftlicher und politischer Beziehung erfüllt. Mehr und mehr bricht sich die Ueberzeugung von der Gerechtigkeit und Nothweudigkeit der sozialdemokratischen Forderungen Bahn; immer weitere Kreise kommen zu der Erkenntniß, daß die heutigen Zustände unhaltbar sind, daß durch eine andere, gerechtere Organisation der Arbeit dem Massenelend vorgebeugt, daß die Lebens- und Arbeits- bedingungen der Majorität der Bevölkerung anders ge- staltet werden müssen, wenn die Arbeiterklasse, die wich- tigste in der Gesellschaft, nicht geistig und körperlich zu !S .. IseuMekon. "Nboten.l imi* � n- So' 4 5ie Uorstadt St. Antonie. [23 Historische Erzählung 0n9 R s vi l l on ans den Jahren 1789—1792. � Deutsch von Ludwig Knorr. I sckn» bet schlechte Bursche will nicht antworten! Hast .v? n flenuo neplappert? kenny tauchte einen di Sickte'' Lappen in ein sich an, den Jungen zu waschen; "en Kleidern bemerkte, «V"..WM e s-, le Fremde in ihren alten sgg.äach dem Zusammenhang. Als ihre Mutter fertig nur: �ie�rhaftig. das ist drollig! v. sandte sich an die Fremde; — �ri sie 2" Henriette, befreie mich von diesem Bouquet, K'n! J Tie einer wichtigen Miene. Ersuchte die Herrin zu spielen. 'cihto. ffcn! sagte Michael. Warum hast Du für Rp aufgelegt? frug er verwundert die kleine �.� brancht keins, antwortete seine Frau, damit sie 1)C> ist. So ist es gut. ktm M zum Essen. Nach einer Weile sagte dte Ätzb Du Hunger? °hne erst die Antwort abzuwarten, warf sie der kleinen Herzogin ein Stück Brot zu. Diese weinte beständig; manchmal legte sich die Angst wie ein Schleier über ihre Augen. Sie dachte dann an ihren Vater, an Jean, an den Mann im Faubourg Poissonnisre; sie sah das vom Blute rothgefärbte Schassot, sah ihren Führer von Piken umgeben und den Leichnam an dem Stricke der Laterne über der Straße hängen. Der Hunger zwang sie jedoch nach dem Stück Brot zu greifen und es schnell zu verschlingen. — Unser kleiner Claude, sagte Mutter Combat, hat zu seiner Sättigung nicht immer ein Stück Brot gehabt, er.. ist tobt! — Jenny, fuhr sie dann fort, zeige ihr, wie man das Geschirr aufwäscht. Du gehorche, denn Du bist die Dieuerin. Das Mädchen verschluckte den letzten Bissen ihres Brotes, antwortete nicht und steckte seilte Händchen in den Guß- stein... ** * Der Herzog hatte die Tochter eines Finanzmannes ge- heirathet. War sein Name nicht auch ein Kapital? Konnte es etwas Vernünftigeres geben, als sein Kapital mit dem eines Andern zusammenzuwerfen? Die Frau Herzogin war schön, unterrichtet und durch adlige Damen in einem Kloster erzogen. Ste vereinigte in sich alle Eigenschaften, um eine gute Mutter und Frau zu werden. Aber sie hatte einen schrecklichen Fehler! Als sie sich niit dem Herzog allein befand, hatte sie jeden- salls die Neigung, ihm um den Hals zu fallen. Die kalte Miene des großen Herrn verhinderte sie daran. Dadurch scheu, verlegen und furchtsam geworden, hatte sie sich in'sich selbst ztirückgezogen und verfiel in eine tiefe Melancholie. Grunde gehen, und damit allem menschlichen Fortschritt ein Halt geboten werden soll. Die Erlasse, welche vor einigen Tagen der Kaiser an den Reichskanzler und an den preußischen Handelsminister gerichtet hat, die Einberufung des preußischen Staatsraths, sind glänzende Beweise für diese Ansicht; wenn sich auch die Bourgeoispresse aller Schattirungen redlich Mühe giebt, das Verdienst der Sozialdemokratie, welche die in den kaiserlichen Erlassen als berechtigt und nothwendig aner- kannten Forderungen lange Jahre hindurch ganz allein vertreten hat, zu bestreiten, im Volke, in der Arbeiterschaft, davon sind wir überzeugt, fühlt und weiß man, daß es einzig und allein der muthvollen und energischen, durch keine Verfolgungen gebrochenen Thätigkeit der Sozialdemo- kratie zu danken ist, wenn jetzt, vielleicht in einem etwas rascheren Tempo sich der Reichstag statt mit der durchaus unzulänglichen Versicherungsgesetzgebung, mit den auf Er- ringung besserer Lebens-, Arbeits- und Lohnbedingungcn gerichteten Forderungen der durch die Sozialdemokratie vertretenen Arbeiterklasse beschäftigen wird. Die nur ihre Klasseninteressen kennende und einzig für diese kämpfende Bourgeoisie, welche in der Ausbeutung der großen Majorität zu Gunsten einer verschwindend kleinen Minderheit Zweck und Aufgabe der menschlichen Gesellschaft erblickt, wird freilich solcher Gesetzgebung möglichst viel Hindernisse bereiten und die Haltung der maßgebenden Kreise und Presse ermuthigt uns nicht zu großen Hoffnungen, aber um so eifriger und unablässiger müssen die Arbeiter ihr Ziel verfolgen. Lstie ökonomische Entwickelung, der beste Bundesgenosse ver Sozialdemo- kratie, führt die Arbeiterklasse zum Siege trotz aller Hindernisse. Die heutige Gesellschaft wächst in dem Sozialismus hinein; jeder Fortschritt auf dem Gebiete der Technik, jede neue Maschine, welche Menschenhände arbeitslos und über- flüssig macht, sie vermehren die Reihen der für die So- zialisirung der Gesellschaft kämpfenden Armee, sie schaffen täglich neue Streiter für die Sozialdemokratie; deshalb macht uns die Feindschaft der gesammten heut herrschen- den Parteien nicht muthlos; wohl wissen wir, über welche Machtfülle die bürgerliche Gesellschaft heut noch zu ver- füge» hat; Staat und Kirche, scheinbar der Gesellschaft übergeordnet, dienen in Wirklichkeit doch nur der Bonr- geoisie, welche durch die kapitalistische Produktionsweise ihre Herrschaft begründet und mittelst des jkapitalismus sich alle anderen gesellschaftlichen Faktoren unterthänig ge- macht hat. Die Sozialdemokratie, auf dem Boden der heutigen Gesellschaft, durch die ans der einen Seite Millionäre züchtende, und auf der anderen Seite Massenelend erzen- Ter Herzog behandelte sie wie ein Kind, er küßte sie auf die Stirn, streichelte ihr die Wangen und ging dann, um sich anderswo zu amüsircn. So empfand die junge Frau bald, daß sie verlassen sei. Ihre Schwermuth steigerte sich zur Verzweiflung. Wozu sollte sie dem Hose und der Stadt ihre Schmerzen offen- baren? Sie zog sich auf ein Gut in den Ardenncn, einige Meilen von der Grenze, zurück. Dort lebte sie allem mit ihrem Kinde, nur selten besuchte sie ihr Gatte. Sie sprach wenig, lachte niemals mtd betete viel in der Kapelle des Schlosses, that viel Gutes und nahm offen ihr Kind in den Arm, um es leidenschaftlich an sich zu drücken, als würde sie es nie wiedersehen, und als wollte sie die Zärtlichkeit einiger Jahre in einem einzigen Kusse ausdrücken. illls sie 25 Jahre alt war, starb sie. So ivie es sich gehörte, kam ihr Leichnam in das Herzog- liche Erbbegräbnis. Der Herzog hatte beschlossen, seine Tochter bis zu ihrem zwölften Jahre auf dem Gute tmter der Obhut des Pfarrers und der Angestellten des Schlosses zn lassen, unter denen sich ein alter Diener der Familie befand, dem man volles Ver- trauen schenken konnte. Henriette wuchs so in voller Freiheit auf, schön und gut. Sie besaß die lebhafte Empfindsamkeit ihrer Mutter, doch geschah nichts, was diese verletzen konnte. Auf jedem ihrer Schritte begegnete sie aufmerksamen, ergebenen, dienst- beflissenen Menschen; die Diener redeten sie in der dritten Person an, als wäre sie eine Erwachsene, und wenn sie sich Soimtags in der Kapelle auf einerderherzoglichenPlätzcnicdcrließ, beugten sich die grauen und weißen Köpfe der Königlichen und Orts- beamten vor ihrem blonden Köpfchen. Obgleich sie nicht xende rapltalisti�che ProduNionsweise, entstanden, sie allein kann den Kamps für die Befreiung der Menschheit sich- cen, sie allein ist im Stande, die lebendigen Menschen dem tobten Gclde entgegenzustellen. Ohne uns irgend welchen Illusionen hinzugeben, sehen wir die Zeit kommen, in der unser Ideal erfüllt, in der eine Gesellschaftsorganisation geschaffen ist, in welcher Wohlfahrt und Freiheit das Gemeingut aller Menschen, Gleichheit und Brüderlichkeil das unveräußerliche Recht jedes Bürgers ist. Im Kampfe für dieses erhabene Ziel steht die Sozial- demokratie unentwegt, und in diesem Sinne gehen wir auch in den Wahlkampf; der 20. Februar wird eine Etappe auf dem Siegesmarsche der Sozialdemokratie sein. Mögen die Parteigenossen an allen Orten dafür sorgeil, daß niemand sich der Wahlpflicht entzieht, daß jeder, der mit der Sorge um das tägliche Brot ringt, jeder, der zu dem großen Bunde des arbeilenden Volkes gehört, sich bewußt werde, daß seine und seiner Familie Interessen einzig und allein vertreten werden durch die für das Wohl des Proletariats, für das Wohl der ganzen Menschheit streitende Sozialdemokratie. Auf zur Wahl! Vorrefpondettzen. Zando», 16. Februar. Seit Dienstag ist das Parlament wiederum vorsammelt und bis jeht ist es fast ausschließlich von den irischen Angelegenheiten in Anspruch genommen worden. Gleich am ersten Tage stellte der Führer der Liberalen, William Harcourt, den Antrag, die Veröffentlichung der als gefälscht er- wiese» en angeblichen Briefe Parnell's in oer„Times" und die von diesem Blatt an dieselben geknüpften Folgerungen als eine skandalöse Verleumdung und eine Verletzung der Rechte des Par- lanients zu erklären. Nach einer sehr lebhaften Debatte, an der u.A. auch Gladstone und Parnell selbst theil nahmen, wurde der Antrag�mit nur 48 Stimmen Mehrheit abgelehnt, nachdem die Regierung sich damit einverstanden erklärt, daß— ihrem Gegenantrag in Bezug auf die angeblich Parnell'schen Briese ebenfalls das Wort gefälscht hinzugefügt weroe. Am Mittwoch begann die Debatte über die Thronrede, die, abgesehen von den verschiedenen, aus die äußere Politik bezüglichen Mittheilungen und die Eintragung eines neuen Haftpflicht- g e s e tz e s, ein Gesetz zur Erleichterung von Landüber- traaungen, sowie die Vorlage eines Gesetzes ankündigt, das die lokale Selbstverwaltung, die neuerdings in England und Schottland durchgeführt worden, auch auf Irland überträgt. Die Debatte eröffnete von Seiten der Opposition der trotz seiner achtzig Jahre unverwüstliche Gladstone. Bemerkenswerth rst, daß derselbe diesmal nicht nur die türkischen Greuel in Ar- mcnien und Greta ausmarschiren ließ, sondern sich auch herbei- ließ, allerdings in sehr schüchterner Form, der russischen Greuel in Sibirien zu gedenken. Er wolle natürlich nicht die Regierung auffordern, der russischen Regierung Vorhalte zu machen, denn er wisse, daß das ein sehr gefährliches Ding sei— bei weitem gefährlicher freilich, als der Türkei zu verbieten, sich der russischen Hetzagenten zu erwehren— aber er meine, daß es dem Hause und dem Lande die höchste Befriedigung ge- währen würde, wenn der Minister in der glücklichen Lage wäre, zu versichern, daß die jüngst veröffentlichten entsetzlichen Berichte darüber wesentlich übertrieben seien oder auf ernsthaften Mißverständnissen beruhten. Natürlich antwortete der Minister, daß er keine Mittheilungen darüber erhalten habe, und daher auch nicht wisse, was an den Berichten wahr sei. Damit war das' Frage- und Antwortspiel in Bezug aus diesen Punkt er- lebl3®o wenig es an sich Werth hat, so ist es immerhin nicht ohne Bedeutung, daß gerade Gladstone, der der russischen Regie- runq so große Dienste geleistet hat und ihr noch bei jeder Ge- leaenheit lc/stet, diese kleine Diversion für nöthig hielt. Es zeigt, wie tief die Enthüllungen des tapferen Amerikaners Kenn an über die scheußliche Mißhandlung der politischen Gesanaene» rn Sibirien o,e öffentliche Meinung hier aufgeregt haben. Kennan's Verdiei/i um die Feststellung der Wahrheit ist nicht hoch genug anzusc/lagen, namentlich lvenn n,an seinem Verhalten das anderer Sibirienreisender gegenüber hält. Ich erinnere hier nur an die schon- färberischen Berichte des Herrn Alfred Brehm, den seine deutsche Gründlichkeit sofort verließ, als es sich nicht niehr um Thiere, Indern um Menschen, um für Freiheit und Aufklärung begeifterte Meii�en�handelte.g zzerickt der Spezialkon, Mission »ur Untersuchung der gegen Parnell und seine Partei geschleuderte Angrisse der„Times" zur Vertheilung. Im Großen und Ganzen I enthalt er nichts, was nicht schon längst bekannt war. Die Ricyter Hasen zugeben mimen, daß von Seiten der„Times" auch I nicht der leiseste Beweis für die Mitwissenschaft oder das ge- j Heime Einverstandniß der irischen Parlamentarier mit den Ver- | übern der politischen und agrarischen Morde in Irland erbracht ' worden ist, und darum allein handelt es sich. Denn daß Parnell und seine Leute aus Amerika auch von Anhängern der Gewaltpolitik Unterstützungen für ihren parlamentarischen Kampf entgegengenommen, daß sie den Boycott und ähnliche Einschüchle- milgsmittel gegen die Landlords gepredigt, daß sie„aufreizende" Reden geHallen, die„zwar nicht direkt zu Verbrechen aufforderten, aber zu einer Kampfweise, die Verbrechen im Gefolge hatte"— das sind Dinge, die jeder iveiß, die die Herren selbst zu- geben, und die ihnen hier auch kaum ernsthaft vor- geworfen werden; ä la guerre cornrne ä la guerre — im Kampf geht es einmal nicht ohne Ausschreitungen ab. sagt sich der englische Politiker, notabene wenn der Krieg- führende eine wirkliche Macht hinter sich hat. Ganz richtig schreibt selbst die unionistische(d. h. auf dem Boden des Bünd- niffes zwischen den Tories und den gemäßigten Liberalen) stehende „Daily Chronicle", daß Sllles, was die Unlersnchungskommission i ermittelt hat, schon bekaniit war, als Lord Salisbury und Lord i Carnarvon mit Parnell über das Bündniß verhandelten, das die ! Tories an die Regierung bringen sollte. Und es hätte noch mehr I bekannt sein können, ohne daß die edlen Lords Anstoß daran ge- Kommen hätten, mit dem„ungekrönten" König von Irland" in ' Verbindung zu treten. Das hing nicht von der Frage ab, ob Blut an Herrn Parnell's Fingern klebte, sondern in wie viel Wahlen seine Le�te das entscheidende Wort sprachen. Erst seit dem Bündniß Parnell's mit Gladstone regte sich das Gewissen der Konservativen, und da das Organ Lord Salisbury's nicht gut den Mann als„Verbrecher" brandmarken konnte, mit dem der Herr Minister in eigener Person konferirt, so übernahmen die„Times" die Rolle der„Anklägerin",„des öffentlichen Ge- Wissens". Sie ist ihr ziemlich thener zu stehen gekommen. Der Pigott- Handel hat ihr Ansehen enorm geschädigt. Und abgesehen von oen sonstigen Kosten, die ihm der Prozeß gekostet, hat das City- Organ, das sich seiner Zeit durch seinen Advokaten geringschätzig halte bereit erklären lassen, Herrn Parnell siir die for- melle Beleidigung, die es nicht läugne, 40 Schill. Entschädigung zu zahlen, sich jetzt zur Bezahlung von 6000 Psd. St. (100 000 Mark) an Parnell bequemt. Und es hätte noch viel mehr zahlen müssen, wenn Herr Parnell nicht aus parleitaktischen Gründen es vorgezogen hätte, sich vor Zu- sammentrilt der Kainmern seinen Sieg bestätigen zu lasten. Ursprünglich hatte er bekanntlich lOOOOoPfd. gleich 2 Millionen Mark verlangt. Als Sieger steht der Führer der Jrläuder da, und sieges- bewußt lauten seine Reden im Parlament. Er fängt sogar an, parlamentarische Witze zu reißen— an die Stelle des Palhos tritt der Spott. Herr Parnell weiß, daß er sein Ziel erreichen wird. Die lokale Selbstverwaltung wird im günstigsten Falle nur der Vorläu-er der Selbswerivaltung des ganzen Landes sein. In der Debatte über die Thronrede ergriff auch Eunninghame Graham das Wort und jorderie die Regierung auf, die vom schweizerischen Bundesrath ausgeschriebene Konferenz zur Be- rathung der Frage des internationalen Arveiterschutzes zu akzep- tiren, je nachdem auch die vom deutschen staiser ausgeschriebene Konferenz. Der Entscheid der Regierung steht noch aus. Die Nachwahl in Parrick, von der ich im vorigen Brief schrieb, hat zwar mit der Wahl des unionistischen Liberalm Parker geenvet, doch Häven die Gladston'schen Liberalen einen Stimmenzuwachs von 885 Stimmen gegen die Vorwahl zu ver- zeichnen und sind ihren Gegnern, die nur um 403 Stimmen zugenommen, bis auf 21l> Stimmen nachgerückt. Das ist als ein sehr günstiges Resultat anzusehen, wenn man bedenkt, daß der Wahlkreis zum Theil aus den elegantesten Vororten Glasgow's besteht. Andererseits zeigt das Resultat, daß die Herren Liberalen wußten,?vas für sie auf dem Spiele stand, als sie den Vertrag mit der Arbeiterpartei abschlössen. Ohne deren 700 Stimmen hätten sie nicht einmal einen relativen Erfolg zu verzeichnen. Es bleibt nun abzuwarten, ob sie ihrerseits auch den Vertrag halten werden. Es find Stimmen aus dem eigenen Lager laut geworden, die sich gegen denselbeu auflehnen, ich glaube jedoch, daß dieselben zun, Schweigen gebracht werde», falls die Arbeiterpartei bis zu dm Wahlen auf dem Platze ist. Auf dem Gebiete der Arbeiterbewegung ist zur Zeit todte Saison. Die Arbeiter sind theils in die Defensive gedrängt, theils kräftigen sie ihre Organisationen, um zu neuen Errungen- schasten auszuholen. Im Ganzen haben die Vorgänge der letzten Wochen wieber gezeigt, wie unzulänglich das Nur-Gewcrkschafts- prinzip ist. Tie neuen Gewerkschaften sehen das auch ein, und unterstützen die Agitation für gesetzltchm Arbeiterschutz, die alten suchen sich durch chinesische Mauern in Form von zunftlerischen Satzungen und Praktiken eine privilegirte Stellung zu erhalten, und ziehen sich dadurch gerade eine Konkurrenz groß, die ihnen von Tag zu Tag gefährhcher wird. Durch geradezu unsinnige Lehrlings- bezw. Lehrzeitsvorschristen z. B. haben verschiedene derselben das glorreiche Resultat erzielt, daß die Nicht-Gewerk- schastswerkftätten in ihrem Gewerde immer mehr überhand hochfahrend war, hatte sie doch die Empfindung, einer andern Klasse anzugehören, und wenn die Kinder der Land- leute zusanimen spielten, so mischte sie sich nicht unter sie, sondern betrachtete ihre Spiele mit der Miene einer Köinain. Sie war gut, und Geschenke zu machen, war ihr größtes Vergnügen. Beim Anblick des Elends, der Leiden oder Verletzungen, schnürte sich ihr das Herz zusammen und Thränen traten ihr in die Augen. Seit dem Verluste ihrer Mutler verschleierte eine träumerische Stimmilng ihre an- geborene Heiterkeit, aber im Ganzen genoinmen war sie glücklich bis zum Uebermaß; ihre rosigen Wangen, ihre ruhige Fröhlichkeit machten sie zu einer kleinen Madaine, welche die guten Leute anbeteten, und die Elenden selbst ohne Haß betrachteten. Ihr Dasein verlref in einer nmmterbrochenen Reihe von Freuden. Der Pfarrer des Schlosses lehrte sie ein wenig lesen, sonst aber verbrachte sie den Rest der Zeit damit, durch die Felder und Wiesen zu lausen, in einem großen Wagen spazieren zu fahren, ans welchem sie die Vorüber- gehenden grüßte oder noch lieber zu Fuß mit ziver Dienern und einer Meute Hunde durch die Wälder zu streifen. Sr mar die Fee der reizenden Ardenncnwälder und der Schutzpatron der benachbarten Dörfer. Eines Tages drang entfernter Lärm zu ihr; dann sah sie, wie die Dienerschaft unter einander flüsterte. Man sprach von Plünderung, Feuersbrünstcn und Mordthaten X. II..f.____ rrnf Som �f�rror nnrtP Iccm' hatte �n Üebereui stnnmung mit dem Pfarrer ange- ordnet, daß beim Anbruch der Nacht die Th ______ L.___ W.. CfD-sviv* tritf oi «w»«,„»p................... Thore geschlossen werden sollten und jeder Mann mit einem Gewehre Pulvern und Kugeln versehen würde. Dann war es eine Zeit lang ruhiger; aber neue Anfügung war in der Nachbarschaft entstanden, man hörte Trommelwirbel, und dazwischen den Gesang unbekannter Lieder. Henriette fragte: wo ist mein Vater? was macht er? warum kommt er nicht, um mich zu sehen? Endlich kam er. Eines Nachts hörte man den Hus- schlag eines galoppirenden Pferdes, und ein abgehetzter, staub- bedeckter Mann pochte an die Thüre des Scklofles. Es war dessen Besitzer. Was darnach folgte, schien wie ein Traum. Man hörte Geschrei; bei Fackellicht sah man auf dem Hofe bewaffnete Mensche», eine Bande halbnackter Männer und wüthender Frauen: Man hatte sich geschlagen...... Das Kind cörte die Glocken läuten, es sah den röthlichen Schimmer einer Feuersbrnnst. Es sah dann seinen Vater, barhäuptig, mit zusammengebundenen Händen, in der Mitte der Bauern. Daun fuhr ein kalter Luftzug über ihr Gesicht, sie erwachte und eine bekannte Stimnie sagte zu ihr: — Endlich sind wir in Sicherheit, Sie können sich jetzt ausrnhen, Fränlein._ Sie brachten einige Tage in einem Wärterhause im Walde zu. Dann sagte Jean: — Wir wollen jetzt Ihren Vater aufsuchen. Und von Herberge zu Herberge, von einem Wagen in den anderen steigend, waren sie, ans Furcht vor Verdäch- tignugen immer schweigsam, endlich in eine große Stadt gekommen, in der sich die Menschen drängten. Dort, auf einem Platze, hatte sie, wie ihr Jean sagte, ihren Vater wiedergesehen, aber zum letzten Male. Oh wie tauchten diese letzten Eindrücke so lebhaft und genau bis aus die kleinste Einzelheit in ihr wieder auf! Die kleine'Herzogin saß nun in einer dunkeln, engen Kannner ans einer Matratze und dachte über ihr Elend nach. Ihre armen, kleinen Füße waren beschmutzt und ihre Hände von dem Tragen des Kochtopfes und dem Aufwaschen des Geschirres der Arbeitersamitie aufgesprungen. Die ans- regenden Ereignisse des Tages hatten ihre Gesichtszüge ver- stört, die Augen brannten ihr in» Kopfe, sie kam sich häßlich vor und ivar sehr müde. Sie bedurfte der Zärtlichkeit, wie ihre Mutter, und sehnte sich mit heftigem Drange nach einem Arme, ans dem sie sich ausruhen, nach einer Brust, an der sie sich ausweinen konnte; und sie war ganz allein, nuter einem fremden Dache, inmitten gleichgiltiger Menschen und nnter der Bormundschast und den Drohungen einer Frau, die lachte, wein, ein Mensch geköpft und gehenkt wurde!... — Oh die Nichtswürdige, die Erbärmliche!... sagte daS Kind.'' v nehmen, so daß sie kaum mehr einen Streik wagen su? eine Gewerkschaftswerkstätte(Unionshop) könne an-'j schaftler übergehen. Die Lohnsrage kommt erst>? J15 in Betracht, oft sind Löhne und Arbeitszeil in dei> �. eher ungünstiger als besser wie in den Nicht-bst Werkstätten. Das Mittel ist zun» Zweck geworden, u» � � eigentliche Zweck vergessen oder vernachlässigt wir». � Jty'wbnetcn d.»--» auch hier: Et propter vitarn vivendi perdcre cauäs« am Leben zu erhalten, zerstören sie ihre Lebensbedinzuu�,� schmachvolle Haltung der Maschinenbauer beirn�«»« � ßjjj hat ihren geheimen Grund in der Furcht, es könne der» � sntion ein�„Unionshop" verloren gehen. Andermew��� der Maschinenbauer der Norderml l � —,—j............... ien seiner Situationsberichte �,ij in einer Druckerei herstellen lassen, in der Nichl-Gew stehen. Die Entschuldigung, es gäbe so viel souh«� �zi noch das Streikkomitee schüyiverkstätten einen seiner daß man sich gar nicht mehr anssinde, können die«jo«. � v-.«Ö»nmr und Recht den Metallarbeitern zurückgeben. E» ncy nicht besser aus. Und es wird nicht besser, sw�sj!.! � �"'Pichle«. werden, so lange man nicht mit den oberen ZiMftW aw, Me Karte rasa mcickit und nacb wirklicbcn. den modernen Berhat nicht das o 8 K5""ist �Wrfach Sfett �Niflun ine Wir Tadu b« indt rasa macht und nach wirklichen, den modernen sprechenden Gewerkschaftsprinzipien-rbeitel.- Die Reskripte des deutschen Kaisers haben hier 5'etl v ,1-tz fWgl sehen hervorgerufen und werden lebhaft kommenn«.(wo meinen betrachtet man sie als einen Eriolg der deutsche bewegnng. freilich mehr als einen uioralisd)en. Die gr p liche Preise überschüttet den jungen Kaiser mit alle»» EchliMck Lobsprüchen, zeigt aber wenig Lust, seiner Anreguna zu wollen. Die Einen meinen, die Rückkehr zum\ dem deutschen Volke viel mehr wohlthun, aar m Konferenzen zu fassenden Beschlüsse über Beschränkung � Mahlen» beitszeit, und„Daily News" meint neuerding», da» � der 1 Handel nicht blos der Mille des Kaisers genüge, so 1„„i) jMing nicht tni# neigern würde. Alles gewiß sehr alle Soldaten entlassen und der i, — dies der größte Schmerz des bürgerliche» eine wirksame Fabrikgesetzgebung darum wendig sein. 4,.. Recht unliebsam vermerkt wurde die Jgnonrunil � p ladung des schweizerischen Bundesraths, doch wird o°k M schließliche Entscheidung wahrscheinlich keinen EinM�p auch in diesen Dingen kommt alles aus die M«? nisse an..iier In den Kreisen der vorgeschrittenen Arbeiterschaft'� mit großein Interesse dem Ausgang der bevorsteheno" tagSwahl entgegen. Merkwürdigerweise scheinen tiu'fl* blattet ans die ichleunigst hierher gemeldete Lesart der ,.>s daß die kaiserlichen Reskripte die Sozialdemokraten wie wo schlag getroffen habe, hineingefallen zu sein. denn wenns c» zugeben, so bestreiten sie es doch in einer Weise, die mehr?. Hoffnung ausdrückt. Nun, der 80. Februar wird Ms, Leutchen beruhigen. Er wird ihnen zeigen, daß die„ deutsche Arbeiterschaft fest zu ihrer Sache steht»nd># nichts ron der Manifestirung ihrer Grundsätze ab» �,1» Und das ivird gut sein, und auc») auf die hiesige fruchtend zurückwirken. Glückaus den Pionieren der m im Reich! Cilten -«? politische Aeberfl� Dn. Wahlrecht in«.fahr. Di. ,.Freis. Z-g�SsI°r licht eine lehrreich« Zusanimenstellung aller reakttou»�i-q. zur Abänderung, Verkümmerung und Beseitigung des 21: e gleichen, direkten und geheimen Reichstags-Wahlrechts.° Zeit aufgetaucht sind. Sie schreibt:, 1......"" die bis 1888 J"nB Ziel %IU la ,>"« e fban, dc T Zeit Ne» i mnr W urck czu , schreibt: Noch in frischer Erinnerung sind Bestrebungen der Einführung zweijähriger Perioden. Der Reichstag und der preußische LguM danach nicht alljährlich, sondern nur in jedem_ rufen werden. Im preußischen Landtag hat FinanM 01»%% Scholz noch 1883 erklärt, daß die Regierung„pnbe#; itn im; 18«« harrlich" dabei stehen bleiben würde, dieHerbeiführuuS jährigen Etats zu ermöglichen, und daß sie ihre ganz* nur'J A darauf richten würde, daß die zweijährigen Etats P rnrl geführt wurden.' w Wiederholt ist insbesondere in der„NationalltbeM.*-h kanntlich der Reichstag nur bei Anwesenheit von äffte der Abgeordneten beschlußfähig. . ffeln geg<. tag gewährt aber iusbesondere der Minorität Erhe� KL geäen''Ueberrunipelungeit und überhastete Vcrhanolungw'. bet der Herabsetzung der BeschlußfähigkeitSzisser»n komnien würde.. Auch in der letzten Zeit sind die Bestrebungen presse hervorgetreten, die freie Meinungsäuße Dann fielen ihr die Worte der Frau ein» daS Stück Brot zuwarf..->i — Meine Kinder, hatte fie gesagt, gingen barsu?' kleiner Claude ist vor Hunger gestorben... Jetzt verstand sie die Frau. m — Diese Frau will mtch alles daS leiden W ihre Kinder erduldet haben!... ihr Sohn ist sie wird mich tödten!.... � Sie stieß eineit Schrei des Entsetzens an? un ihr der Gedanke, zu entfliehen. Aber wohin? In der Nacht? Die Kinder fürchten sich vor der Nacht._ — Morgen, tröstete sie sich, wenn eS hell ist- j fliehen. Der Gedanke an Freiheit brachte sie auf 3�. war aus ihm geworden? Und von ihm kam sie Vater, und die.Erinnerung an ihre Leiden preßte» A Seufzer aus. Diese lange und traurige Nacht!....# Endlich errang die Müdigkeit die Herrschast und sie schlief ein. t ZA« Ä Kai # # M ffl % llierti ■S s Als aiit anderen Morgen Mutter Combat dich um die kleine Herzogin zu wecken, damit sie � konitte ihr Haß schon etwas befriedigt sein. Au» liehe» Rose des herzoglichen Schlosses war ein l- '";"t' des Volkes geworden, daS sich �z,,! und dessen Züge Leiden und DasMe» wegen konitte offenbarten. — Erhebe. Dich, sagte die Combat. gehorchen. Wie es sich aber erheben wollte, wie zerschlagen, und unfreiwillig fiel es ans zurück. — Steh auf! wiederholte die Frau. f'fitqu »U Z i y v, tz t '"'Ä! m Da richtete sich daS&ub gewaltsam crnp-st. gAl. - Bist Du fetlia? Hier ist Wasser und Teilte Haare sind zu lang und dürften Dich an �' ei hutdern, wir werden sie abschneiden. Komm\(le Ä Li' Und alS sie in dem Wohnraum waren, I — Mache die Betten, kehre aus, reinige (Fortsetzung folgt.) Sif 0 6 i«tft � 1«, | - IIJ» 1 ottt s Ä it s° * Mon leM imw V*?3« noch mehr zu beschranken, als dies Mllich fonfctoaticcn Präsidenten der Fall ist. Be- 1879 ein förmliches sogenanntes Maul- ?0»«ev iporbcn, durch das eine parlamentarische #!'«! erklärt r Reichstags beherrschte Kommission für Reil«».. Werben sollte, Abgeordnete wegen Aeusterungen im ���africhter zn überweisen oder zeitweise oder Witesiei,, ß,.„'{}" v»» w v*• gvvnvv»|v wv« Ausübung eines Reichstagsmandats aus- KWMÄ der Kartcllpres! tenen Verfassungs ReichstagsmandatS oder Staatsamt °l" HSHern Ran Staatsdienst in ein Amt eintritt, mit . 2�%«ÄÄWKB S| »KMAMDS-S! % alle Ä Ä Ä it K@äü5'»™,=%%.5 brechen Ausdehnung des geheimen Wahlrechts � �trachte»>, ,.»?.» auch als eine willkommene Gelegen- i I cher ganze Stand der politische» Moral Hai» ganze Stand der politischen des geheimen Wahlrechts im Reichstag abe keine "die preuhifche' Regierung werde in ernste twi5lm?J'e,eu chüssen, ihren Einfluß dafür einzusetzen,„daß täsfuna ch Erwägung gezogen werden, welche auf die «in er geheimen Abstimmung im Reichstage Hinzielen. fem hl Rede führte der Minister nochmals aus, daß WrSfclI"2tn' die die deutsche Nation mit der geheimen das m, gemacht habe, leinen derartigen Sinn haben die»,"chesiehen dieser Einrichtung wünschenswerth er i fJ" �se». Daß Minister von Puttkamcr hierbei nicht Niion»."genen Ansicht Zlusdruck gab, wird auch dadurch i».,,.aß nach der Mittheilung der„Siorddeutschen All- er,„./Zeitung" später der Reichskanzler ihn wegen seiner I»,..-1. gegen das geheime Wahlrecht auödrücllich durch l v>p, lt beglückwünschte. Ein Führer der Konservativen, liih.-„.�-Uaupt, erklärte bei der damaligen Diskussion, daß - d,, m Abstimmung die Täuschung de? Unternehmers esinnung des Arbeiters lcgalisire und den Treubruch in W. �enn der Arbeitet seine Gesinnung in dem Stimmzettel Neu Lninn müsse diese gegebenen Autoritäten des Landes r&l T öerstöre man die Autorität der Krone; mit deni der geheimen Stimmzettel steuere man unaus- %em Abgrund entgegen. Von nationalliberaler Seite W" sich jjjg Abgeordneten' o. Gneist und Hobrecht für ihre die Kartellparteien in " v""U Q».*uuucuiu«ii, Iii»* ly�cii letzten Absichten aus ftOjJ'iJtftt«;,,. brung der verfassungsmäßigen Rechte des Volkes hervor- Isüihr- i�s11» aber die Mehrheit dieser Parteien demnächst für lU-h"'-feem Besitzstand bestätigt werden sollte, so zweifeln die vorerwähnten Wünsche und Absichten in ihrer %_, alsbald Fleisch und Bein gewinnen und in Abänderungs- »j. i"» Reichstage hervortreten würden. -s Die„Hamburger Nachrichten", welche lfez."Heilungen bringen, die aus der llnigebung des Reichs- iil,c,,?�ühren sollen, lassen sich am 14. Februar aus Berlin W ll�an sagt hier, der Reichskanzler Fürst Bismarck be- r«»TJT'J'ch aus dem preußischen Staatsdienste zurückzuziehen M i,,.me Stellung als Reichskanzler beizubehalten. Wir sind � Lage, uns ein Urtheil darüber zu bilden, ob diesen i. h.?�llächliches zu Grunde liegt. Man wird sich er- 1 1' lluf.sfbatsä ch tich es zu Grunde liegt.'Man wird sich >,li i) St�UzieflL versuch, sich von den preußischen Geschästen L ist" Fürsten Bisnmrck schon einmal gemacht Illusionen J Tie„Köln. Ztg.« fchviV:.. >dl?n«Eiland muß uns vor allem bewahren, die Wirkung 2� 1% Wien Ä brtV'v,tiroorte ZU überschätzen; er muß uns bewahren, zu Jttfl füJ?!c großen Schichten der sozialdemokratischen Arbeiter Wen Aait ,e Sache der Ordnung zu gewinnen seien. In den ""Ulih.,.. ,en' leider auch in der-, d,e wir vertreten, in der l tz.,,, gseät es Tausende von Bequemen, die sich nicht Zuschließen können, am Wahltage vor die Urne zu dl« eJ d --MWW�NIZ «b' #, % M..... werden die an die Urne kommen und die Stimmen argeben."— Da hat die„Köln. Ztg." einmal den und die natürliche Vermehrung des Kapitals würden so ungeheure Geldmengen auf den Markt werfen, daß die Verlegenheit, sie unterzubringen, naturgemäß zu einer müthen den Konkurrenz der Geldmüchte führen muß. Der Zinsfuß müßte rasch von 4 auf 3, von 3 auf 2, von 2 auf 1 pCt. sinken. Wir wollen es für heute unterlassen, die weiteren Folgen einer solchen Revolutionirung des Geldmarktes zu untersuchen, und wollen nur darauf hinweisen, daß unsere AuSführnngen wohl den schlagendsten Beweis dafür liefern, daß das Großkapital das allerlebhasteste Interesse an der Erhaltung und, wenn es noch angeht, an der weiteren Aus- dehnung des Militärsystems hat. Der moderne Militarismus garantirt den heutigen Geldmächten, den Rothschilds, Mendelssohns und Bleichröders, und wie sie sonst heißen mögen, die Höhe des Zinsfußes, er ermöglicht ihnen ein sorgenloses Leben ohne Arbeit auszuführen. Er ist mit einem Worte eine Lebensfrage für die Bourgeoisie. Aber ebenso liegt es im lebhaftesten Interesse der besitzlosen Klassen, den Militarismus zu bekampsen, abgesehen von allen anderen Gründen schon deshalb, weil er die stärkste wirthschastliche Stütze der Herrschaft der Bourgeoisie ist. Eines der verbisieusten ziapitnlisteuorgnne, die Ber- liner„Eisenzeitung*, die sich durch die Gehässigkeit und Perfidie ihrer Kampfesweise auf's vortheilhasteste aus zeichnet, bringt aus der jüngsten Poschinger'schen Arbeit mit schmunzelndem Behagen das von uns gekennzeichnete Schreiben des Reichskanzlers über die Fabrikinspektoren zum Abdruck. Der schroff abweisende Standpunkt des Fürsten Bismarck ist dem Moniteur der Eisenbarone natürlich sehr willkommen, welche nichts ingrimmiger Haffen als irgend eine Aufsicht über den Ausbeutungsprozeß. Nichts kann den sozialistischen Jrrthum des Kanzlers besser beweisen, als dieses Lob der Geldsackpresse. Schwede»«»d Uorwege». Stockholm, 17. Februar. Die Regierung hat auf die vertrauliche'Anfrage des deutschen Gesandten Dr. Busch wegen Theilnahme Schwedens an der Berliner Arbeiterschutz-Konferenz dem Vernehme. i nach geantwortet, sie wünsche lebhaft, durch weitere geeignete Maßregeln den Arbeitern eine bessere Lage be- reiten zu können, und werde gern an einer Konferenz zu solchem Zwecke theilnehmen. Gvostdritannieu. London, 17. Februar. Unterhaus. Der erste Lord des Schatzes, Smith, kündigte an, die Regierung werde voraussichtlich ani nächsten Montag eine Resolution beantragen, in welcher der Bericht der Parnell-Kommission adoptirt, den Richtern für ihr gerechtes und unparteiisches Verfahren Dank ausgesprochen und die Eintragung des Berichtes in das Journal des Hauses ange- ordnet wird. FtkrtitKreich. Paris, 18. Februar. Im Kohlenbecken von St. Etienne ist eine Ausstandsbeivegung ausgebrochen. 400 Bergarbeiter weigerten sich gestern wegen der Entlassung eines Kameraden in den Schacht„Jüdin" einzufahren. Die Bergleute von Villeboeuf drohen aus der gleichen Veranlassung zu streiken. Kelgle». Eine im Zenite stattgefnndene revublikanis che Kundgebung erregt bedeutendes Auffehen, da sie beweist, daß die Propaganda für die Herstellung einer belgischen Republik in den arbeitenden Klassen fortdauert. Den Anlaß zu dieser Kund- gebung lieferte die Haftentlassung des Arbeiterführers Conreur aus dem Gefängnisse zu Möns, woselbst derselbe 12 Monate wegen Majestätsbeleidigung abgesessen hatte. Um die geplanten sozialistischen Kundgebungen zu vereiteln, wurde Eonreur auf Anweisung der Regierung 24 Stunden früher entlassen, aber diese Anordnung erreichte nicht ihren Zweck. Conreur blieb diese 24 Stunden bei seinen sozialistischen Freunden in Möns, um dann seinen feierlichen Einzug in den Hauptort deS Centre in La Louviäre zu halten. Hier hatten sich die Arbeitervereine mit ihren rothen Bannern, Trommlern, Hornisten und Musikern ver sammelt. Ueber 30 000 Arbeiter empfingen Conreur am Bahn hose mit der Marseillaise und dem Riffe:„Es lebe die Republik!" und geleiteten ihn nach dem Volkshanse, woselbst Reden gegen die Monarchie und Bourgeoisie gehalten wurden. „Einigkeit der Proletarier, allgemeines Stimmrecht, Herstellung der Republik" hieß es war in Nowawes ebenfalls eine Wählerversammlung; auch in diesen Versanuiilungen sprach Litfin-Berlin. In keiner dieser Versammlungen meldeten sich die Gegner zum Wort, trotzdem sie zahlreich amvesend waren. Wenn die Agitation überall am Tage der Wahl eine rege ist, hoffen wir»nscren Kandidaten in die Stichwahl zu bringen. Zu bemerken wäre noch, daß am Freitag, den 13. Februar, die Freisinnigen in Nowawes ebenfalls eine Versammlung abgehalten haben, welckie im„Potsdamer'Anzeiger" mit dem Bemerken angezeigt wurde, daß die sozialdemokratischen Wühler keinen Einlaß hätten. Es waren ungefähr 50 Personen anwesend. Am Sonnabend den 13. Februar fand in Galum in der Wohnung eines Schlächters eine Versammlung statt, in welcher Wilh. Werner sprach. Veueuhnncn. Am Sonntag, den 16. d. M., sollte hier eine allgemeine Wählerversammlung unter freiem Himmel stattfinden, und mir hatten auch von dem Amtsvorsteher die Ge- nehmigung erhalten. Später wurde sie vom Landrath ans Grund des§ 17 des Wahlgesetzes(?? Red.) wieder ausgehoben. Es hatten sich zirka 1000 Personen auf dem Platze angesammelt, Der Geist ist auch hier ein guter. Ans Hal»elschn»rrdt. Wenn bei der bevorstehenden Reichs- tagswahl die Bethätigung der sozialdemokratischen Partei hier eine geringe ist, so liegt es nicht daran, daß sich die sozialdemo- kratische Gesinnung noch nicht Bahn gebrochen hat, sondern daran, daß die Wühler ihrer Gesinnung nicht Ausdruck aeben dürfen. Jeder anderen Partei wird bei der Agitation behördlicherseits alles erlaubt. Nur die sozialdemokratische Agitation sucht man einzuschüchtern. Wer agitirt wird behaussucht. So wurde Sonntag, den 16. d. M., beim Barbier Nitsche zu Habelschwerdt, während er seinem Erwerb nachging, gehaussucht. Alles bedruckte und beschriebene Papier, sowie die zur Agitation dienenden Stimmzettel mit dem Namen Theodor Metzner wurden beschlag- nahmt. Wo bleibt da die Ausübung des freien Wahlrechtes s H. W. In Kirgen hat die Polizei sozialdemokratische Flugblätter am Montag früh beschlagnahmt, nachdem am Sonntag ein Theil derselben bereits im Kreise verbreitet war. Sozialdemokratischer Kandidat ist dort der Spezereiwaarenhändler Schneider-Marburg. Dessau, den 17. Februar 1890. Am Sonnabend und Sonn- tag, den 13. und 16. d. M., fanden hier zwei große Wähler- Versammlungen statt, deren überaus zahlreicher Besuch bewies, daß die sozialistische Bewegung auch hier sesien Fuß gefaßt hat. In beiden Versammlungen referirte Genosse Stabernack aus Berlin für den abwesenden Kandidaten Paul Singer, unter dem lebhaften Beifall der Versammelten, eine entsprechende Resolution wurde angenommen. id lt-.! ..«u> Militarismus. Die Sozialdemo- Mltii;ff'tet® behauptet, daß von den ivirthschaftlichcn An w';" die politischen abhängen. Dies wird von ■' in£etn auf's Entschiedenste bestritten, sie weisen 'kuveZ v auf den Militarismus hin, von dem jT: Und x%.?& er doch den herrschenden Klassen nichts 1« dqz."ch fft es so. Wir denken dabei weniger daran, Hub o die Schätze der Reichen vor feindlichen Ein- li 0e»tue[l gegen das Proletariat schützen soll, wir %n„ locht daran, daß der Militarismus für die Ka- 'lie,, �Ibehrlich ist als beste Gelegenheit, ihre flüssigen l Uili �"Zulegen. Die modernen Staaten machen alliähr- I kolossalen Kriegsheere zu erhalten, um die ver- "Ibe,,„' cn Mordwaffen m ihren Besitz zu bringen, ■l0» fri?-0n»ielen hundert Millionen. Viele Millionen je$1- T5*« schon bei der Unterbringung dieser Anleihen Aich r des Großkapitals, und viele andere Millionen ich,' Ol® Zinsen dieser Anleihen in die gleichen Taschen. "ben c\e M in demselben Momente ändern, wo die ..�nbpi� aushören würden und ähnliche Einrichtungen i.''ini�oevtheidigung, wie sie in der Schweiz und den .Maaten von Nordamerika eingeführt sind, an tX�en würden. % Kten wir einmal, wie sich die Finanzlage der ftaaten in diesem Falle gestalten würde: ihr. 1L kamen dann nicht mehr in die Zwangs- �Defizite durch Anleihen zu decken, weil es r, Ui pf, L| y»vw v*»»»»»»«»«» Q** f i.■» bei K„.Ac[ien würde, sie würden im Gegenthetle :i."»ei m-vr» rouvoe, jie wuroen»»>— t.'k"Ächi.m�'obsctznng der Steuern leicht und rasch ihre nn SÄa,n bezahlen können. ß Ä;"'wurden große Nachtheile dem Großkapitale er- biia inr i ,n8 würden die besten und sichersten Gelegen» W Je bc euilaae von Kapitalien fortfallen, und zweitens Ach M'ÜRuß mit rasender Gelegenheit sinken, denn Rückzahlung der Staaten frei werdenoen Milliar« Wohlveliregung. Wir bitten sämmtliche Arbeiter- Wahl- tomitees. uns die Wahlresultatesofort nach Be- anntwerde» durch Telegramm mitzntheilen. Das Telegramm beliebe man als„ d r i n g e u d" aufzugebe». Die Kosten werde» von uns gern zurück erstattet. Telegramm-Adresse:„Volks- blatt, Beuthstrahe, Berlin." Die Redaltiou. Mahlbeeinflussuug im Kreise Pleder-Karnim. Am Sonntag, den 9. d. M, wurden durch Genossen in Falkenberg und Wartenberg Flugblätter, welche die Kandidatur Stadthagens empfehlen, verbreitet. Trotzdem die Genossen im Besitz des ge- druckten§ 43 der Gewerbeordnung, welcher die Verbreitimg von Flugblättern und Stimmzetteln freigiebt, waren, und den Gendarm Stelling darauf aufmerksam machten, verstieg sich der Beamte doch zu folgender Antwort:„Das kann ein Jeder aufschreiben", und sistirte die Genossen zum Gutsbesitzer und Ortsvorsteher. Dort wurden ihnen zirka 200 Flugblätter abgenommen und ihre Personalien festgestellt. Als ste nun die Herausgabe der unver- botenen Flugblätter forderten, antwortete der findige Gutsbesitzer: „Der Satz in dem Flugblatt:„Die Arbeiter aus dem Joch des Kapitals zu befreien", ist ein Grund, jede Versammlung aufzu- lösen!" Und deshalb verweigerte er die Herausgabe. Nachträg- lich ist auch noch von dem Gendarm in den Häusern nach den beschlagnahmten unverbotenen Flugblättern gefahndet. Im Uebrigen ist der Geist auch auf den Dörfern vorzüglich. Znr Mahlbrmegung im Kreise Keokom- Ktorkom- Teltow. Es ist kaum zu glauben, ivie uns hier die Agitatton erschivert ist. Nirgends ist in den kleineren Dörfern ein Lokal zur Versammlung zu haben, überall erklären die Wirthe, daß sie ihre Lokale nicht hergeben dürfen. Auf die Frage, wer es ihnen nicht erlaubt, verweigern sie die Auskunft. Trotzdem ist der Geist auch in diesem Kreise ein guter. Das beiveisen auch die zahl- reichen Versammlungen in der vorigen Woche. Am Sonntag, den 9. Februar, sollten drei Versammlungen stattfinden und zwar in Wernsdorf, Groß-Lesten und Lübbenau. Obgleich sämmtlich polizeilich genehmigt waren, konnte doch nur die letztere statt- finden, in welcher der Kandidat Wilhelm Werner sprach. In den beiden anderen, in welchen Genosse Paul Litfin sprechen sollte. zogen die Wirthe das Lokal zurück. Am Dienstag, den 11. Febr.. fand in Neuendorf bei Potsdam eine von 1300 Personen besuchte Versammlung statt, in welcher Genosse Litfin über die Reichs- tagsivahlen sprach. Am Mittwoch fand eine Versammlung in Niesegk's Lokal in Rixdorf, Bergstraße, statt, in welcher zirka 3000 Personen anwesend waren. AmFreitag, den 13. Februar, Kutscher.«.-Zchl. Unser Städtchen war in den letzten Tagen in größter Aufregung. Es sollte eine sozialdemo- kratische Wahlversammlung einberufen werden, und das war genug, um den Philistern die Haare zu Berge stehen zn machen. Die Polizei machte die trampfhaftesten Anstren- gungen, die Versammlung zu hintertreiben. Zuerst gab sie nicht die Erlaubniß, Zettel zur Wahlversammlung aufkleben zu tassen, zog diesen Utas aber zurück, nachdem der Herr Staatsanwalt, an den sich der fast ganz kopflos gewordene Magistratsdirigent gewandt hatte, seine Genehmigung nicht versagen konnte.— Dieser Herr Staatsanwalt hat auch ein hektographirtes Schreiben erlassen, eins bekam unser Herr Magistratsdirigent, in welchem die Polizei ersucht wird, jede sozialistische Agitation im Keime zu ersticken. Das ist ein Wächter ver Ordnung. Nun, kurz gesagt: Die Herren haben wieder einmal das Vaterland gerettet, die Ver- sammlung fand nicht statt, da der Saalinhaber sich seine Genehmigung zurückzog. Der Zweck ist aber doch erreicht; etwa 800 Männer waren erschienen, und diese iverden am 20. Februar schon wissen, daß sie unserem Kandidaten, dem Tuchmachergcsellen Jos. Prause, ihre Stimme geben werden. Acht Gendarmen und zwei Polizisten waren am, Platze; be- sonderer Aufmerksamkeit seitens eines Gendarmen hatte sich der Kaufmann und Stadtverordnete Fröhlich zußs erfreuen, der diesem Herrn fast Schritt aus Schritt folgte und den er seinen Kollegen gegenüber als den Führer der Arbeiterpartei bezeichnete. Ob sich Herr F. das sehr zu Herzen gehen läßt? Die katholische Presse ist natürlich ganz aus dem Häns- chen, daß ihre Macht ins Wanken kommt. Hofsentlich, wenn alle Mann aus Posten sind, kommt unser Kandidat in die Stichwahl; jedenfalls wird dieser erste Versuch zeigen, daß der Kreis Leobschütz ein vorzügliches Feld für Arbeiterbestrebungen ist. Ein Untionnlliberaler, wie er im Buch steht, ist Herr P a p e n d i e ck, der Kartellbrüderkandidat für Bremen. Dieser interessante Herr, der beiläufig„mit Fleiß und Sparsamkeit"— nicht der Herren Lkapitalisten, sondern der Arbeiter— die soziale Frage zu lösen gedenkt, ist ein grim- miger Gegner des Sozialistengesetzes, will aber im Reichstag der Fraktion beitreten, welche die Verewigung des Sozia- listengesetzes will; er verurtheilt die Kolonialpolitik auf das Schärfste, läßt kein gutes Haar an ihr, behauptet, alle un- sere Kolonien seien absolut werthlos, ja schlimmer als werth- los— aber wir müssen sie beibehalten,„weil wir sie nun einmal haben,„und— das erräth der Leser ge- wiß nicht— weil wir unsere Leute dort„doch nicht un Stich lassen können. Daß man Herrn W i ß m a n n und Genossen telegraphisch zurückrufen und ihnen das Reisegeld zur Heimfahrt telegraphisch anweisen kann— falls sie gar zu reduzirt sein sollten, das ist ein Gedanke, der über den Horizont dieses Muster-Kartcllbruders zu gehen scheint. Nun— unsere Genossen sorgen hoffentlich dafür, daß Herr Papendieck nicht in die Verlegenheit gebracht wird, sein Licht im Reichstag leuchten lassen zu müssen. Wenn Herr Papendieck durchfällt, was sehr wahrschein- lich ist, dann würden die zwei vornehmsten Seestädte Deutschlands durch Sozialdemokraten vertreten, was ihnen gewiß nur zum Nutzen und zur Ehre gereichen wird. Daß Herr Wörmann in Hamburg sein Bündel zu schnüren hat, das ist eine— für Herrn Wörmanit— traurige Wahrheit, mit welcher dieser Herr sich übrigens selbst bereits vertraut gemacht hat. Sonst hätte er sich nicht— fruchtlose— Mühe gegeben, einen anderen,„sicheren" Wahlkreis zu be- kommen. Milhelmshnfr». Auch im Oldenburgcr Lande ist der Wahlkampf in der schärfsten Weise entbrannt. Nachdem die Hauptzentren der Industrie rettungslos für die Frei- sinnigen verloren sind, machen sie die verziveifeltsten An- strengungen, wenigstens ihre Kreise auf dem Lande gegen den Andrang der Sozialdemokratie zu halten. Die frei- sinnigen Kandidaten des 1. und 2. oldenburger Wahlkreises, die Herren Hinze und Albert Träger, halten Ver- sammluiig auf Versammlung ab, in denen sie das frei- sinnige Programm, verbrämt mit den üblichen Freiheits- Phrasen, ableiern. Die sozialdemokratischen Redner, Paul Hug aus Wilhelmshafen, der Kandidat der sozialdemokrati- scheu Parte, ,n den oldenburgcr Wahlkreisen, und Alivin Gensch aus Berlm sind aber hart hinter den freisinnigen Phrasenhelden her und zerstören den freisinnigen Nimbus in der grausamsten Weise. Nur in einer Versammlung in Büggei machten die Freisinnigen den Versuch, gegen den Stachel zn locken, wurden aber dermaßen abgeführt, daß sie seitdem die moralischen Geißelhiebe zwar mit einigem Murren aber im übrigen doch widerstandslos über sich ergeben lassen. So fand in Varel eine Versammlung statt, in der Herr Gerisch mit dem Freisinn in scharfer Weise ins Ge- richt ging. Die zahlreich anwesenden Freisinnigen blieben aber trotz allen Aufforderungen, sich zu vertheidigen, stumm. Auch die Landgememden berechtigen zu den besten Hoffnungen, obgleich durch die vereinzelt und weit von einander liegenden Wohnstätten die �Agitation sehr erschwert wird. Zu einer Versammlung, die am Sonntag in Rallenbüschen abgehalten wurde und in der Herr Gerisch ebenfalls referirte, kamen die Landleute aus stundenweiter Entfernung herbei. Nach dem Vortrage herrschte eine so begeisterte Stimmung, daß nach der Aufforderung des Referenten, die städtischen Proletarier, die an der Spitze der Arbeiterbewegung marschiren, nicht nur moralisch, sondern auch materiell zu unterstützen, neben dem Nickel der ländlichen Lohnarbeiter, auch die harten T h a l e r der Bauern auf den Tellern lagen. Wenn nicht alle Zeichen trügen, so dürfte auch hier für den Freisinn bald das letzte Stündlein ge- ' aben. schlagen Hab Sozial» Itc&evlMjf. •pie Uavddentfche Teriilberuf-igcnolf'enl'chaft theilt m ihrem Aerivaltungsbcrichte für das Jahr 1888 mit, daß die Ge- sammtsumme der Entschädigungen 88 261 M. 45 Pf. betragen hat. Dem stehen gegenüber 67 954 M. 79 Pf. Per- waltungs kosten! Unfälle wurden insgesammt 1246 gemeldet, das sind bei 104 942 versicherten Personen 11,22 auf 1000. Unfälle, für welche Entschädigungen von der Genossenschaft festzu- setzen waren, gab es 249, d. h. 2,24 auf je 1000 versicherte Personen. Unter den Verunglückten waren 23 Tobte, welche 12 Wittwen, 15 Kinder, 1 anspruchsberechtigten Verwandten in aussteigender Linie hinterließen. Fast 60 pCt. aller Unfälle sind durch Motoren, Transmissionen und Arbeitsmaschinen vernrsacht. Es wäre keine Kapitalistenorganisativn, wenn nicht der sieben- gescheidte Berichterstatter der Berufsgenossenschaft pharisäisch be- merkte:„Man kann wohl sagen, daß die S ch u l d in mehr als o/w Fällen den Arbeitern selb st beizumessen ist, die trotz aller Warnungen es an der allergewöhnlichsten Vorsicht fehlen lassen." Was nützen die„Meinungen", wenn der Arbeiter durch zwölf- bis vierzehnstündige Arbeitszeit, durch Ueberstnnden und derglei- che» prositliche Kniffe mehr, so abgerackert wird, daß er erschöpft nnd deshalb achtlos sein muß. Ein ermüdeter, schlaftrunkener, schlechtgenährter Spinner oder Tuchmacher gleitet leicht einmal aus oder zerquetscht sich die Gliedmaßen an die Maschine. Bei den schlechten Löhnen und der Hetzjagd des Akkordsystems sind ferner die Arbeiter gezwungen, um keine Zeit zu verlieren, Jshre aschinen zu reinigen, während sie noch im Gang sind. Also nur nicht die Augen verdrehen und die Proletarier beschuldigen, sondern den Arbeitstag kürzer, die Leute besser bezahlen und für gute Belelichtung und größere Reinlichkeit sorgen! Die Textilarbeiter in Luckenwalde, Neumünster, Sonunerfeld u. f. w., wissen ein Lied davon zu singen, wie in den Tuchfabriken die ölbeschmierten Treppen und Fußböden die stete Gefahr steigern. Es heißt nun in dem Bericht weiter:„Zahlreich sind auch die Verletzungen, welche durch Fallen von Leitern und Treppen, in Gruben und Vertiefungen, Ausgleiten vom Boden, namentlich auch im Winter infolge des Glatteises herbeigeführt worden sind. Fast der 'uns t e Theil aller Unfälle ist auf dieses Kapitel .te führen." Vi sind gleich 2/io, !lusrage an den scharfsinnigen Berichterstatter der B.-G. richten, Wir möchten nun die zurückzn bescheidene ob dieses Vs gleich �/io auch auf das Verschulden derArbeiter zurückzu- ...... von Oel schlüpfrigem Estrb führen sind. Das Stürzen von Treppen, der Fall in eine Grübe, das Ausgleiten auf....... M I...... � gehören doch nicht zu den Unfällen im Masel letzteren betragen oder bei Glatteis inenbetriebe. Diese aber nach dem Berichterstatter 2/10 aller Un- fälle. Dazu kommen 2/10, also V10 zu viel, sintemal die Summe der Unfälle nicht mehr als 10/io beträgt. Folglich hat die dich- tende Phantasie des berichtenden Kapitalisten unter Mißachtung des alten Adam Riese einen Boclsprung ins Blaue gethan. Und diese Herren verrechnen sich doch sonst nicht. Achtung! Rletallarbeiter! Eine Verhandlung der Kom- Mission mit der Firma Friedr. Siemens u. Comp, ist resultatlos verlaufen. Es findet nunmehr am Freitag, den 21. Februar, im Eiskeller eine öffentliche Versammlung statt. Bis dahin ist der Zuzug von Metallarbeitern aller Branchen, wie Dreher, Klemp- ner u. s. w., sowie Packern, Hilfsarbeitern ,c., sern zu halten. VevfnmmUmae«. Der Derband deutscher Mechaniker und verwandten Berussgenossen hielt am 5. Februar eine Mitgliederversammlung ab. In derselben hielt Kollege Brinkmann eine Vorlesung über „Das Leben und Wirken Ferdinand Lassalle's". Nach Erledigung der Diskussion wurde eine nothwendig gewordene Ergänzungs- mahl zur Zwölferkommission vorgenommen. Unter Verschiedenes wurden einige Uebelstünde, welche sich bei der Firma Schuckert und Maaß eingestellt hatten, hauptsächlich das dort herrschende Markensystem gerügt. Die Versammlung beschloß alle derartigen Mißstände zuerst der Lohnkommisston zu unterbreiten. Hierauf wurde ein Antrag angenommen, die der Reichstagswahl wegen, ausfallen zu lassen am 26. Februar abzuhalten SÄrww« a. gm wird darin die angenommene Resolution der«9 3 Setulf» denn d«- ch- der Verein Berliner Mechaniker ....."'2.... Anfiel im Den zu fliinwJLrs folgte mefolntwnjui �fC�uffdf«�� ... iiiff�OUaron 01. genosten auch afa bfpVrf»; b-rs-mmluna bt0... ■"--„s trtnb 0111«" P* und Pinselmacher Kerliu» und Umgegend fand a den 16. Februar, im Viktoria-Salon, Münzstr. fi/ Kassirer Lindeinann hatte den Vi-rteliabresoericht»u und da die Kasse ubgennr �Mokrati �flenomn t oen Vierteljahresbericyt. S-h-nn-u-ndorf. Am Sonntag, den 16.B*W*�%Men 1 ■-Wr wi.u-rbarnim, fr Aglta 5°lse di D ai 7 Uhr, tagte in Hohenneuendorf, Kreis°Niederbarmm,'f' ziiD liche Wählerversammlung. Die Tagesordnung w vorstehenden Neichstagswahlen. 2. Diswsfior�� � den W* j.vvyv.tw... �• v..-.y �•-"/———'', Da der Referent nicht erschienen war, so unu fällig anwesende Berliner Genosse Brinkmann, oen der Tagesordnung zu erledigen. Redner warnte vo rufen der Gegner und ermahnte zur Agitation für unl�� tagskandidaten Herrn Stadthagen, damit derselbe ai- der Wahlurne hervorc Tobias. Derselbe forderte Ist der Diskussion spr-ch die Anwesenden auf, n Versammlungen/ Herrn "4% s°Ulren. dazu J zu iv (Etürr m STmoh Theater. Mittwoch, den 19. Februar. Gprrnhaua. Othello. Kchauspielhaus. König Lear. Kesftng-Tkeater. Das Bild des Signorelli. Frirdrich-Milhelmstädt. Theater. Der arme Jonathan. Matlner Theater. Der Hypochonder. Diktoria-Thearrr. Stanley inÄlsrika. berliner Theater. Der gesesselte Prometheus. König Ocdipus. Deutsches Theater. Der Pfarrer von Kirchfeld. Tite» d-Theater. Romeo und Julia. Zieltdein-Theater. Marquise. Kellrull, anre-Theater. Im Austrag- stüberl. Königstudtifche» Theater. Robert und Bertram. Centrat Theater. Ein gemachter Mann. Adolf Ernst- Theater. Der Gold- fuchs. Theater der Neichahalle«. Speziali- tätenvorstellung. Gärk&zs üetras. K a r l st r a ß e. Heute, Mittwoch, den 19. Februar, Abends IVt Uhr: Zum 29. Male: Deutsche Turner. lGesetzlich geschützt.) Große nationale Original-Pantomime vom Hosball. A. SiemS, inszenirt vom Direktor E. Renz. Großartiges Hurdle-Rennen mit 24 Springpferden, geritten von Dainen u. Herren. Austreten der Schulreiterin Frl. Mary. Austreten der vorzügl. Reit- künstlerinnen und Reitkünstler. Das Blumenpferd Jfagar, vorgeführt von Herrn Oskar Renz. Große akademische Voltige, ausgeführt von 20 Personen, den besten Springern der Gesellschaft. Morgen: Deutsche Turner. Sonntag: 2 Vorstellungen. E. Renz, Direktor. Englischer Garten Alexanderstraße 27c. Auftreten der Kostüm- Soubrette Frl. Mertens. Austreten des Gesangs-Humoristen Hrn. Kalnbery. Auftreten der Kostüm- Soubrette Frl. Lina Seiar. Auftreten der Faniilie Grosse»Ooe« rington in ihren Staunen er- regenden, unübertroff. Leistungen. Auftreten der vorzüglichen u. beliebten Duettisten Gebr. Mund!. Anfang Wochentags 8 Uhr. Entree 30, 50 u. 75 Pf., lni Vorverkauf 20 u. 30 Pf. Sonntags Anfang halb 6 Uhr. Sonntags Entree 50, reservirt 75 Pf., Orchester 1 Mark. Vorverkauf Entree 40 Pfi_ Dassage 1 Tu. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Zum ersten Male: 4. Reise durch Holland. Hochinteressant: Hertha-Ueise. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. Das Theater Mallnertheaterftraste 15 ist an Vereint, GeseMasten it. mit sämmtlichen Nebenräumen, ic. Bühne, Tunnel a« Festlichheiten au vergeben. Näheres zu erfragen im Theater- Bureau. American-Theater WüFiTh'voKreMun«, Jede Uhr zu repariren(ausier Kroch) kostet bei mir i mu. so Pf. unter Garantie des Gut- und Richtig- gehens. Kl. Reparaturen entspr. billig. Lager aller Arten Uhren, Gold- «nd Kilberwaaren. C. Wunsch, Nmijkstr. 38 nahe dem Oranienplatz. EljtWlüittZl, Wttkpzc, Hllu�uO Kölzesgeriitje E. Togtherr,»°ru° c Landsbergrrstr. 64, amAlexanderpl. MWck am hiesigen Platze bekanntlich Crösste Auswahl. Garantirt sicher brennend» iNZF- Tabake. TBHS Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindlichen Rohtabake find am 1653 Lager. A. Goldschmldl, Spandauerbr. 6, am Hacke'schen Markt. Herren-Anzüge werden auf Bestellungen von den billigsten bis elegantesten schnell ange- fertigt von L. Brehm, Mulach» straffe 11, vorn 2 Tr., nahe Rosen- thalerstraße. 1039 Hur I Mark kostet jede Uhr zu reinigen unter Garantie. Bei allen Reparaturen wird der Preis varher gesagt. 841 eser, Uhrmacher(Fachmann). Naunqnstr. 15, Ecke Mariannenstr. 2 Vereinszimme* sind zu vergeben bei 1211 Flick, Restauration, Boyenstr. 40. „Berliner Volksblatt" und„Berliner Volks-Tribüne" liegen daselbst aus. Alle Freunde der Arbeitersache, welche am Tage der Wahl thätig sein wollen, können sich im Restaurant von Fr. Oelze, Klein» Andreaostraße 19, melden. 1415 Wnng Vmolder! Die Sperre über die Firma Kr Die Sperre über die Firma Kröger Machst., Ueichenberger-S-traffe 47, wird hierdurch für aufgehoben erklärt, da die alten Akkordpreise wieder ge- zahlt werden. 14!0 Die Streik-Kommission der Vergolder. Achtung EtMbeiter! Die Zahlstellen der Vereinigung der Drechsler, Orsverwaltung II, befinden sich: 1) Reichenbergerstr. 16, b. Pätzold Restaurant, Sonnabend, Abends 8 bis 10, Sonntag, Bormittags 10—12 Uhr, 2) Lothringerstr. 67, b. Brückner, Rest., Sonntags 10—12, 3) Barnimstr. 8, bei Brennert, Restaurant, Sonntags 10 bis 12 Uhr. Daselbst werden Beiträge ent- gegen genommen, Mitglieder ausge- nommen, Zeitungen verausgabt und Listen zum Lohnfonds angenommen und ausgegeben 1422 ßsffenü. Wäblerve am ...'uui', Vt w# ' W da \üt W w D» uw# TO der 'M St Mvert i-chtzea. der n BtWexi hierr ti» W%% von » W' Scheffer's Salon, Jnselstraße 10. mr'oi« 1. Die bevorstehenden. � sammlung bekannt gegeben. 2. Diskussion. 1401 Referent �terEinbe� (1 � V| � T,."llrfl für den 4. Kerl. Keichstags-WalM E» �iihlerversMllWM t i h* f G-stskeankennasse d. Tischler«. Piauosortearbeiter. Geueiai- Versammlniis der Vertreter der Kassenmitglieder und der Arbeitgeber am Mittwoch, den 26. Februar, Abends 8 Uhr, in Feuersteins Salon, Alte Jakobstr. 75, 1 Tr. Tagesordnung: 1. Abnahme der Jahresrechnung pro 1889 und Bericht der Revisoren. 2. Wahl eines Vorstandsmitgliedes seitens der Vertreter der Idass enmitglieder. 3. Abrechnmig der Koinmission zu den Vorwahlen der Delegirten. 4. Das Verhalt« der Mitglieder des Fachvereins bei den letzten Delegirten- wählen. Die Legitimationskarten werden in der Versammlung überreicht. 1427 Der Dorstand. Den Genossen halte ich meine Masken-Garderode bei Bedarf bestens empfohlen. Größte Auswahl: Dill, preise. Vereinen Preis« sermäßigung. Fr. Panknin, sSTa»:!�, Adalbertstr. 93. Spiegel und j Polstcrwaaren.| eigener Gr. Lager, bill. Preise.| Fabrik. Emil Heyn, Brunnenstraße 28, Hof parterre. Theilzahlung nach Uebereinkunft. alte und Genossen h Garderobe bestens 1404 Den Freunden meine Masken empfohlen. Gedatns, Donnerstag, den 20. Februar. Mahltag, bleibt mein Atelier ge- schloffen. W. Abrnham, Tischlerei und Glaserei, Demminerstr. 4, H. Querg. finden am Mittwoch, den 19. Februar, statt. l. Sanssouci, Kottbnserstr. 4a. Referent W. Wer 2. Renz, Naunynstr. 25. Referent Fritz Zubeil., ..., Gleichzeitig macht Unterzeichneter bekannt, daß zur Verkünd'l Mahlrefnltat» am Tage der Wahl, eine Versammlung Salon, früher Keller, Andreas ffr. 21, stattfindet. fi k a.< Ferner wird bekannt gemacht, e.".... rr. /r\;____•____ jk. � � i der Wahl sowie für alle Diejenigen, welche am Tage die■ Der>». I. A.: August Gunr Verkündigung des'Resultats in Renz Salon, atuuuyui--->tap Eintritt zu dieser Versammlung ist nur mit Kontrolmarken g, e, öahl behilflich , Naunynstr. -tränt „.«Ite'Setfi .st&w-jaa'ia'wgf Volks-Brauerei, Alt-Moabit 47-�48. 1. Bestrebt die Sozialbemolratlf den Umfhir»? Ref. Dr. .""nuick °usges »ttree inur tter be °°n C 6Z 1343 2. Diskussion. 3. Verschiedenes._.. Alle Wähler ohne Unterschied der Parteinchtung sind hlermu I. A.: Heinrich 4, Sa««'; h 3 gr. üfciitl. WaillmelK......, des 6. Herl. Reichstags-Wahlkrei�iii 1) Mittwoch, den 18, Februar, Abends 8 Uhr, in Schröder� 9 __ v Miillersteaffe 178._ Tagesordnung: 1. Am Uorab-nd de« Wahltage». Rest bekannt gemacht. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes._ L) Donaevstag, den 20. Februar, Abends SV» Uhr, in M'" _ v-lksgarten(Gesundbrunnen). Sad straffe. 3) Donnerstag, den 20. Februar,.Abends 8Va Uhr, in der zlordi" Krauerei, Chausseestraffe. Verkündigung des Wahlresultats 1408 Der"- inbei hotzb %% �iusa K .?vlden T iwanzi . ob« i st aus d % S Sei Wihleii des MW-BeeStlüi-AulW-HirlstV� ReiPtG-WMlliseS, zur Nachricht, daß am Wahltage, den 20. Februar, zu Ni-dorf'« Welt eine Versammlung stattfindet mit der Tagesordnung- 9 M IUI ung des Wahlresultats. - sn, das Wahli kr ersuchen, das Wahiresuitat sofort nach Feststellung per T* i i-.», Das Central-Wahlkomitee* I. A.: F. Milenz, Johannisthal Alezaudriuenstrasse werden Röbel, Spiegel und Polster«' Fabrikpreisen verkauft. Theilzahlung »," i» % Verantwortlicher Redakteur: Curt Kaak» in Berlin. Druck und Verlag von Ma» Kading in Be«' � SWj, Beuthstraße&.-.iitri»»ins ieraus<»®; iSenifW® , denn f| % Mittwoch, de» 19. Februar 1890. y. Jahrg. ji BentW �«trren infpr f überfüllt. � SrtS««irh� d,» i sp W affiP Zr-K » znaleS« Nr. 1 Der In das Bureau wurden die "Zeeordn,.�""�""" u"u Wach gewählt. Zum 1. Punkt ch dag»n"9 n"hm der Kandidat des Kreises, Herr Gottfried Ngcn Engerer Ausführung kennzeichnete Redner �nären e,i.s!,"3 und forderte auf, nicht wieder einen solchen lg des Wr 9 3U wählen. Dann ging Redner auf die MMLM ?le durch X*" Curaus machen. Redner wies ferner gebraclu'��uunZen", die der Kartell-Reichstag über 'tasten u rLT!(Schutzzölle, indirekte Steuern, große -'* der SfrhpitPT und nur der Arbeiter gc- ... f. m.), b« �beit« und �• c- Dieser Reichstag habe nur der Arbeiter gc- auch das Recht des M das t vv».i4V4r, uvci AOtiuivv*."»»» vv% % bald wieder illusorisch. Wir mühten neue Absatz- >ur unsere Produkte suchen. Die militärische Schulung, Teutschland herrsche, sei nöthig, denn'vir fmd von .UN'geben. Die Sozialdemokratie dürfe sich, nicht die haben, könne» das nicht. Die wahrend » ki*! Herrn Petong im Saale entstandene Unruhe steigerte u°°b der Vorsitzende darüber abstimmen lassen muhte, ob - versprechen solle oder nicht. Die Abstinimuna ergab Hserauf erhielt SSm Dolinski das Wort. Derselbe iern««' il. II----- y-»-.ivvt;*-•••-- "S üinforT" unb Feldmann. Tie Ausführungen des Herrn "i dpi diesmal darin, daß er die Krone als treueste fee« h Demokratie hinstellte. Nach dem kräftigen brs. i� Referenten wurde eine Resolution angenommen, ltten?/-ß die Versammlung sich mit den Anssührungen setz c," einverstanden erklärt und die Behauptung des 'fy die Sozialdemokraten wären die Arbeiter Sei niil, wollen, zurückiveist. Daiin wurde die Vcr- l«s>e,|. einem dreifachen Hoch auf die Sozialdemokratie berliner Reichstago-Mahlkreis- ist die von Mk i�ionalliberaleu Partei angestrebte Kandidatur des jPitorsr T>. von Helldorsf-Bedra in letzter Stunde aufge- ■r't&uf?' ch�il dieselbe, wie die„Post" mitthcilt, von konser- "'- Unterstükuna aefunden hat. de» auen ,...„iS V weil dieselbe, wie die„Post" mitlheilt, von konser rkünd'S W, fcj nicht die erforderliche Unterstützung gefunden hat "ttt" L,'Ichas.��.'iuige shttäl, lerne» sanrmlung für den Viib». 995'Mahlkrei» jcind am Montag Abend bei ..M!*.feL.>iatt; als Redner trat in derselben der Kandidat Itpr einen w„, u,».*...w, f.j....—„..... Don fei- Wir begnügen uns daher damit, diesen '«cheu vor der Oeffentlichkeit hierdurch den Lesern denjenigen des 3. Wahlkreises mitzutheilen beih Pen Redner machen»vir keinen Vorwurf, da er �>t. Zerfahren des Komitees wohl nicht Kenntnih ge- .®m Montag, den 17. d. M., fand eine„große" Wählerversainniliing im Lokale des Herrn Groß, %, �nße, statt. Dieselbe war in aller Heimlichkeit ein- n°tzdem waren an 50 Personen aiiivesend. Als Genosse in-Nii Saale erschien, steckten der Einberufer, Schlächter- se-nk' P�nz Handjery, Herr Häring und der Gendarm >»' iL«-chnnen; wahrscheinlich schien die Versammlung durch 'tsor«�" bedroht zu sein. Endlich eröffnete Herr Nücke «i i«„?'nng mit folgenden Worten:„Meine Herren, das �t.-chive Bezirks- Wahlversaininlung. Ich denke, Sie ''>> n für unseren Kandidaten, den Prinzen Handjery, »m«.?rrselbe hat mehr für die Arbeiter gethan, •«<»1' Ii ttiS t�9 andere Landräthe, und unser Kaiser >VlA�«M iz sur die Arbeiter, und wir auch; mit einem Mal per»» I Hnh tr aicht. Ich arbeite immer, jede Stunde ist mir dazu „(«forf,®atum lasse ich unfern lieben Kaiser hochleben. Er Refe�" P»!™' hoch, hoch! Bei diesen Worten klopft Redner mit aller .*» die ni-,1 Tisch, daß der ganze Saal dröhnt. Man kann Meiw'? �oj�l'chter der Herren ausmalen, als in das Hoch außer jjllS«1 9®nden und den Beamten nur noch 3—4 Personen ein- fibtt." �ctzt meldet sich Herr Engelhardt zuin Wort. Vor- p, mein lieber Freund Engelhardt, ich bin nicht " v"—«u»nn Sie etwas wollen, Endlich giebt er ihm ** reftü11 K.'""»» HtUKl Oll«. IC....... «H gj"est das Wort zu geben. Wenn Sie etwas wollen, dez tt,ln>n meine Wohnung u. s. w. Endlich giebt er ihm °«ii t„,r- Nachdem derselbe ungefähr 5 Minuten gesprochen , dez JJ'Alchen Erlassen, der Sozialdemokratie u. f.>v. wird .»ich, entzogen. Der Vorsitzende: Meine Herren, ich ist Illeben, daß hier derartiges gesprochen wird. Der H�t-s, i" abgeknabberter Schinkenknochen, sondern Tz 2• Wünscht nun noch Jemand von meiner Seite zu : zn..�®rauf meldet sich Genosse Steinmar. Nach mehr- jildung sagt der Vorsitzende:„Ihnen gebe ich das Wort ' 6on s Pwar:„Der Herr Vorsitzende weiß ja nicht, ob ich . 6io.lnet Seite bin." Zivischenruf: ,Lhn", kennen wir •4 �'?"mar:„Da die Herren unter sich sein»vollen, so n."'ine Gesinnungsgenossen, mit mir das Lokal zu ver- S f/:n'er Hochrufen auf unseren Kandidaten verließen alle, 'iiiin»«s. Die Genossen, die am Tage der Wahl für den II. Wahlkreis thätig sein wollen, können sich in folgen- den Lokalen bei den BezirkSleitern melden: 1. für den Süden bei Hense, Prinzen- und Gitschiner- ft-'ReWuT-cfe, 2. für-i,»,nt westen bei Scheuer, Gneisenau- und S-�rnp�nacherstraßen-Ecke, 3. für den Südiveften bei S e d l a tz e ck, Fürbringer- und Zossenerstraßen-Ecke, 4. für den Südwesten bei Zechlin, Hornstr. 11, 5. für den Westen bei B ö h l a n d, Bülowstr. 52, K. Friedrichs st adt bei Schulz, Piittkamerstraße, Nähe der Friedrichstraße, 7. Friedrichsstadt bei Leopold, Markgrafenstr. 88, außerdem im Zentralbureau Berliner Bockbierbrauerei, kleiner Saal, Eingang vom Garten. A»'.st'o»'be»'iing. Alle diejenigen Genossen, welche am Tage der Wahl im 3. Berliner Reichstags-Wahlkreis thätig sein wollen, werden gebeten, sich am Wahltag früh 8 Uhr in folgenden Lo- kalen einzusinden: W. Gründe!, Drcsdenerstr. 116(Zentral-Wahlbureau für den dritten Wahlkreis). Michaelkirchplatz und Josephstraßen-Ecke. Alexandrinen- und Sebastianstraßen-Ecke. Skalitzerstraße 18(„Zum lustigen Stiesel"). Bethge, Bellthstr. 10. Volinar, Prinzenstr. 96. Dao Wahllkurri»» dex sozialdemokratischen Partei des fünften Reichstags-Wahlkreises befindet sich nicht, wie es zu- erst hieß, Mllnzstraße 8, sondern Ulrininristevstrnß« 6 bei Ktttztre. Alle Diejenigen, die am Tage der Wahl mit thätig sein'vollen, mögen sich am Donnestag um 8 Uhr früh dort melden. Sechster Mnhlstrela. Alle Diejenigen, welche am Tage der Wahl für die Kandidatur L i e b k n e ch t' s thätig sein wollen, »verden ersucht, sich bei folgenden Herren zu melden: Gastwirth Peterson, Veteranenstr. 22; Zimmerer August Hinze, Demminerstr. 8, Hof 1 Tr.: Zimmerer Neinhold Peseler, Dalldorferstraße 4, Hof parterre; Tischler Langhoff, Birkenstraße 56, bei Hüben», Hos parterre; Klempner Peters, Stettinerstr. 46, v. 1 Treppe; Töpfer Aug. Jacobey, Hochstr. 33, Hof 2 Tr.; Maurer R. Kaufmann, Bernauerstr. 114b, 4 Tr. De» zvahltag als Feiertag haben folgende Firmen ihren Arbeitern beivilligt: Lampenfabrik von I. Hirschhorn, Köpenickerstr. 149; Draht- und Maschinen-Bürstenfabrik von A. Kuhn, Sebastianstr. 17; Pianofabrik von Grand, Gitschinerstr. 14; Tischlerei von Kuhnert u. Kühne, Alt Moabit 104/105; Piano- Mechanikfabrik von H. Beetz, Prinzenstr. 22.— In der Tischlerei von I a r o tz k i, Waldemarstr. 55, wurde am 16. d. M. der einstimmige Beschluß gefaßt, daß sämmtliche Kollegen am Wahltage die Arbeit ruhen lassen und so viel wie möglich bei der Wahl behilflich sein wollen. Leider hat sich die Ludwig L ö w e' s ch e M a schinen» und Waffenfabrik nicht veranlaßt gesehen, dem Beispiel anderer großer Fabriken zu folgen und den Wahltag den Arbeitern zum Feiertag zu machen. Ja, während bei allen früheren allgemeinen� Reichstagswahlen die Fabrik wenigstens um 12 Uhr Mittags geschlossen wurde, ist die Direktive diesmal, vermuthlich um das friedliche Einvernehmen zwischen sich und den Arbeitern zu fördern, von der alten Praxis abgegangen und hat einen Ukas erlassen, wonach am Wahl- tage bis vier Uhr Nachmittags gearbeitet»vird. Viele Ar- beiter wohnen weit von der Fabrik entfernt. Für sie be- deutet diese Maßregel eine arge Beschränkung, ja in einigen Fällen eine Aufhebung ihres Wahlrechts. Znv Solralfrage iu» Alirderbaruiulcr Mahlliveise. In dem besonders von Berlin vielbesuchten Hermsdorf ist es nicht gelungen, einen der Lokalbesitzer zu bewegen, seinen Saal zu Wählcrversammttmgen herzugeben. Deshalb konnte dort keine einzige Versammlung seitens der Arbeiter abgehalten»Verden. Die betreffenden Wirthe heißen: 1. Hern». Wolf,„Zun» Wald- schlößcheu"; 2. Schulze,„Reudant voin Steuer"; 3. Lauck, Gast- hos; 4. Wostrack,„Gasthof zur Mühle". Dagegen können»vir das Lokal des Gastlvirths Neumann zu Hohen-Neuendors(an der Nordbahn gelegei»), der den Arbeitern in zeder Weise entgegengekominen, bestens empfehlen. Sodann machen»vir die Genossen nochmals aufmerksam, daß in Wilhelmsberg kein Saal für uns zu haben ist. Von Arbeiterversammlungen wollen die Wirthe nichts hören. Es sind dies namentlich die Herren Trinkhaus, Jänicke(Zum Paradies) und Schiele(Zun» Freischütz). In Rüdersdorf veriveigern die Gastivirthe Grewe„Gasthof zur Linde", Feinitzstraße, und Nennebeck„Berghalle", Schulstraße, ihre Säle zu Versainmluiigen, ersterer weil angeblich die Berg- »verksdirektion ihm mit der Kündigung des derselben gehörigen Gartenterrains droht, sobald er seine Einwilligung geben würde. In Friedrichsberg-Lichtenberg haben die Wirthe, wie hier bekannt geworden, einen Kartell dahingehend abgeschlossen, ihre Säle zu teiiier Versaiiimliing, von welcher Seite es sei, herzugeben, jedoch scheint Herr Westphal„Gasthof zum schivarzen Aoler", Frankfurter Chaussee, hiermit nicht einverslanden gewesen zu sein, denn am vergangenen Montag fand in seinen» Lokal eine freisinnige Versammlung statt, während er sich über Arbeiter- Versammlungen äußerte:„100 Ochsen in seinen Ställei»»vären ihm lieber, als ein derartiges Geschäft." Ebenso scheinen die Gasttvirthe in Friedrichsfelde zu denkeli, denn»vührend sie frei- sinnige Versammlungen ohne Weiteres annehmen, wie es kürzlich Varthold, Verlinerstraße, gethan hat, sind sie für die Ar- beiter nicht zu haben. Noch besonders möchten»vir auf den Gastwirth Laue(Zum Fürsten Wolfgana) zu Lichtenberg- Wilhelmsberg hin»velsei», der sich in letzter Stunde bereit finden ließ, sein gegebenes Wort zu brechen, und seine Einwilligung zu versagen. Das Lokalkomitee für Nieder-Varnim. Zun» Koi>Iiott wird aus Halle a. S. berichtet: Bekanntlich ist vor längerer Zeit die Verfügung ergangen, daß Militärkapellen in Lokalen, in denen sozialdemokratische Versamnilungen statt- finden, nicht mehr konzertirc» dürfen. Die hiesige Sozialdemo- kratie ist während der jetzigen Wahlkampagne bemüht, dieses Ver- bot für hier auf seine Haltbarkeit zu prüsen. Mit wenigen Ausnahmen haben der Partei bisher alle hiesigen Säle zur Verfügung gestanden. Unter den Ausnahmen befand sich der„Prinz Karl", Eigenthum der Gebrüder Schulze'schen Brauerei. Mit Rlicksicht auf die Konzerte u. f. w. der hiesigen Regimentskapelle, die für dieses Lokal von Bedeutung sind, ,oar der große Saal desselben für sozialdemokratische Ver- fammluiigen verweigert worden. Die Folge war die Boykottirung des Schulzeschen Bieres, die weitere die Einräumung des Saales zu den Zwecken der Partei, die kürzlich ihre erste Versammlung in dem Saale abgehalten hat. Das Bestreben der Partei ist, wie dieser Tage in öffentlicher Versammlung einer der Führer aus- drücklich erklärte, darauf gerichtet, in allen größeren Sälen von Halle und der Umgebung Parteiversammlungeli abzuhalten, so daß für die Regimentskapelle nur übrig bleiben würde, entweder die Benutzung der Lokale seitens der sozialdemokratischen Partei zu ignoriren, oder auf öffentliches Konzertiren»c. zu verzichten. Man darf gespannt sein, wie die Sache verläuft. Die kaiserliche Gl>rr-Dostbirektio>» hat anläßlich des Absturzes des Telephonarbeiters Preuß, welcher unter zahlreichem Gefolge am Somiabeud Nachmitlag auf dem Weißensee'er Fried- Hof beerdigt wurde, verfügt, daß die Telephoil-Ballarbeiter,»velche die Leitungen auf den Dächern zu legen haben, vor Besteigen der letzteren eine Leine um die Brust schlingen müssen, deren Festigkeit durch einen Aufsichtsbeaniten geprüft wird. Außer- den»»verden auf abschüssigen Dächern außerhalb des Isolatoren- gestells Schutzbretter angebracht, um so das Alis» gleiten bei den» Befestige» der Leitungen an den Isolatoren zu verhindern. Bei dieser Gelegenheit sei mitgetheilt, welch' ein zahlreiches Personal zur Herstellung der Fernsprech- Verbindungen Berlins tagtäglich unausgesetzt thätig ist. Jedes Telephonamt— und deren sind es jetzt 9— hat dre» Arbeitskolonnen, die sogenannte Bau-Einführungs- und Fernsprechkolonne aus je 12—14 Mann bestehend. Demnach sind»iiklnsive der Re- serven täglich ca. 30 Kolonnen»nit etwa 500 Mann beschäftigt; die Baukolomie hat die Arbeiten aus Dächern resp. der Straße vorzunehmen, die Einführnngskolonne erledigt die innerhalb de» Wohmingen erforderlichen Arbeiten, während die Fernsprech- kolonne die Verbindungen auf den» Amte herzustellen hat. Uebrigens»vollen wir noch an dieser Stelle erwähnen, daß trotz der immensen Gefahr, in welcher die aus den Dächern arbeitenden Telephonarbeiter stets schweben, im Ganzen seit Einführimg des Telephons in Verlin— also seit acht Jahren— nur vier Main» verunglückt sind. Gine..»»»terirdifchr" Feri»fpre>ffleikri»g, welche schon seit längerer Zeit geplant ist, dürste in nicht allzulang» Zeit i», Berlin zur Ausführung gelangen, und steht dieseswege» unser» Postbehörde mit den» Magistrat in Unterhandlungen, die aber in Bälde beendet sein dürften. Die unterirdische Telephonleitimg wird dann in der Meise ausgeführt werden, daß die Kabel- leitungen, deren jede aus einigen Hundert Telephondrähten besteht, in zweizöllige Röhren geleitet werden. Auf Entfernungen von 200 Mir., insbesondere aber an jeder Straßenecke, münden die Röhren in einen etwa 1 Quadratmeter umfassenden Schacht, von welchem aus die Hindurchführung neuer Leitungen, soivie die Abfiihniiig der stehenden Leituiigen an die Theilnehmer des Fernsprechivesens stattfindet. Selbstredend kann unter diesen Umständen das jetzige System nicht gänzlich aufgegeben werden, doch ist dieses bann immer nur auf kurze Strecken verwendbar. Störungen im Be- triebe, welche bisher fast bei jedem heftigen Winde, bei Gewitter und ähnlichen elementaren Ereignissen vorkommen, werden nach Leaung der unterirdischen Leitung gänzlich hinfällig. Bei der Ein- richtung dieser unterirdischen Telephonleitung werden gleichzeitig auch Reserveröhren gelegt werden, um so das»viederholte Auf- reißen des Straßenpflasters unnöthig zu machen. Die HerstellnngS- kosten dieses neuen Systems dürften bedeutend billiger sein, als diejenigen der bisherigen Telephonleitung. Professor Utidolf Fall» hat dieser Tage»m„Kauf- männischcn Verein zu Halle einen Vortrag über Wetterkunde resp. über seine bekannre Theorie der Beobachtiiiig gehalten. Nach dem Berichs der„Saale-Zeitung" über diesen Vortrag, an den wir keine weitere Kritik knüpfen wollen, sagte Liudolf Falb voraus. daß in diesem Winter kein Scfmee mehr fallen rccvbe, auch sei ein Wiedereintritt normaler Winterkälte absolut ausgeschlos'en. Die Ursachen der veränderlichen Witterung im vergangenen Jahre waren in dem üderniäßig heißen Mai zu suchen, wodurch eine große Erwärmung des Bodens in Europa eingetreten. Der'florier amstcigende Luftstrom Hedinge das Zuströmen von Ersahluft von allen Seiten. Die extrem großen Ströme brächten asiatische Luft bis zu uns. Dadurch wäre die durch die Ueberschwemmungen in Ehina verpestete Atmosphäre und auch die Jniluenza ganz all- malig zu uns gckonunen. Letztere Krankheil bewege sich von Osten nach Westen, die Krankheit- keime kämen vom östlichen Theile der Erde. Im kommenden Mai wäre die normale Witte- rung wieder eingeleitet, so daß der nächste Winter ivieder normal verlaufen werde. Das Grhrimiriy des Gedanlirnleseirs. Ein eigen- thumlicher Vorgang, der die Polizei beschästigt, bildet gegenwärtig den Gegenstand einer gerichtlichen Untersuchung. Vor einigen Tagen erschien in Wien eine Annonze folgenden Inhalts:„Das frappirendsie physiologische Wunder, für Jedermann von kolossal praktischem Werthe, von ehrenhaftester Wahrheit, die Gedanken und Geheimnisse jedes Menschen sofort leicht, unbemerkt zu erfahren, versenden wir mit allen vollständigen Belegen nach Einsendung von 1 fl., aber nur in Briefen, zur Deckung unserer nöthigsten Porto- auslagen sofort umsonst: Dr. v. Windhorft, k. k. allgemeines Krankenhaus, Wien, IX. Bezirk." Sosort kam eine große Anzahl von Briefen in das �allgemeine Krankenhaus, da viele glaubten, es mit einem wissenschaftlich gebildeten, zum allgemeinen Kranken- Hause in irgend einer Beziehung stehenden Arzte zu thun zu baben. Erhevungen der Polizei ergaben, daß oas angepriesene Mittel zum Gedankenlesen auf kleinen, rechteckigen Zetteln angegeben war, welche eine gleichlautende hektographirte In- schriit trugen. Es wurde auf diesen mit der Ueoerschrist „Mittel" versehenen Zetteln, welche in großer Anzahl vorge- snnden wurden, in lakonischer Kürze dem Einsender des Guldens folgendes empfohlen: Um das gewünschte Ziel zu erreichen, müsse man sich der schlafenden Person mit einem Lichte nähern, welches man ihr vor die Augen halten müsse. Sodann fahre man mit einem Stäbchen oder auch blos mit dem Finger von rechts nach links vor den Augen der schlafenden Person öfters hin und her,„so daß Licht mit Schatten abwechselt". Die Person wird dann zum größten Wunder schlafend alle an sie gestellten Fragen beantworten. Außer diesen hektographirten Anweisungen zum Gedankenlesen fand man beim Versender derselben, der mit seinem wahren Namen Lischkarz heißt und Doktorand der Medizin ist, Visitenkarten mit der Inschrift: Dr. Othmar Windhorst Ritter v. Kobiliez-Lossonezy, k. k. Militärarzt im 11. Ulanenregimente Alexander III., Kaiser von Rußland." Gegenwärtig werden noch weitere behördliche Erhebungen gepflogen. Wie sich im Kniigeschiift grahe«nd ltleine Äonrgeoi» gegenseitig über die Ohren hauen und betrugen, geht aus einem offenen Brief hervor, den ein Malermeister in einem uns zu- geyenden Berliner Fachblatt veröffentlicht. Es heißt da: Es existiren in Berlin Komptoire, von oenen anfangs Niemand weiß, welche Geschäftsbranchc die Inhaber vertreten, denn die ersten Geschäfte dieser Herren liegen außer dem Hause. Zuerst werden von Aktiengesellschaften Grundstücke zum Verkauf übernommen, dann die Tafel niit der bewußten Ausschrist„Baustellen unter günstigen Bedingungen mit Baugeld zu verkaufen", ausgestellt. Hat sich nun Jemand gefunden, der auf diese„günstigen Be- dingungen" eingeht, so wird deniselben die Baustelle verkauft, das heißt, es wirn auf denselben eingetragen, wofür vorschußweise diese Herren die Kosten bezahlen, natürlich„aus reiner Menschen- lieve", lassen sich aber dafür sofort auf das Grundstück mit öOOOÖ bis 45 000 Mark und mehr eintragen. Hat nun der neue Bauherr die Erdarbeiten so weit gefördert, daß der Bau beginnen kann, so komint die zweite Arbeit der Herren vorn Kourptoir, welche sich jetzt als die Herren„Baugeldgeber" aufspielen, in Wirklichkeit aber mit irgend einer Bank die Bau- gelder abgeschlossen haben, welche der Bauherr an die Herren schon zu Anfang zediren mußte; da der Bauherr in den selrensien Fällen Bekanntschaft unter den Steinfabrikanten und Händlern hat, so übernehmen die„Geldgeber" den Steinkanf mit einem „Verdienstchen" von 4 bis 10 Dt. pro Tausend Stück, nebst den üblichen Provisionen, wofür der Bauherr dieses Geschäft noch durch Wechsel sicher stellen muß, trotzdem er von Bauraren nichts sieht, denn diese werden von den Herren„Geldgebern" erhoben, zur Abzahlung de» Vorschüsse und Provision verrechnet, so daß kaum zur Löhnung der Arbeiter Geld übrig bleibt, und der Bauende muß Schulden über Schulden anhäufen, um den Roh- bau fertig zu stellen, ja, er muß sogar die für den innern Aus- bau von der Bank angewiesenen Gelder an die Herren„Geld- geber" verpfänden, um die am meisten drängenden Gläubiger, als Zement-, Kalk- und Eisenlieferanten zu befriedigen, denn die werden von den Herren Baugeldgebcrn nicht beschafft, weil dies hiesige Lieferanten sind und nur gegen Kasse liefern. Nun sind inzwischen die Handwerker zum innern Ausbau zu beschassen; dieses Geschäft besorgen die Herren„Baugeldgeber", denn dabei ist wieder etwas zu verdienen. Es werden jetzt solche Klemmcister gesucht, die durch mehrjährigen Fleiß sich 2—3000 Mark erspart, aber keine Ahnung vom Geschästmachen der Herren Baugeldgeber haben. -Ter Handwerker wird nun durch allerlei Vorredungen erst im Preise gcorückt und durch Versprechungen bewogen, die Arbeit auszuführen, und für Garantie des Geldzahlens lassen sich die Herren eine anständige Provision zahlen, aber selten erhält der Handwerker Geld. Dem Schreiber dieses sind durch Ver- sprechen, dnß ich mit den Bauherren nichts zu thun habe, sondern direkt vom Herrn„Geldgeber" mein Geld erhalte, 000 Mark in Wechsel ä 400 Mark entlockt worden; nun, da ich die Arbeit so weit gefördert, daß die schwierigsten Arbeiten beendet und meine Ersparnisse zum Lvhnzahlen verbraucht sind, für ca. 4000 Mark Arbeiten gefertigt und ich auf vieles Drängen bis heute von den Herren„Baugeldgebern" im Ganzen 900 Mark(geschrieben Neunhundert Mark) erhalten habe, erklären dieselben nichts zu zahlen, auch nicht dazu verpflichtet zu sein, denn sie wären nicht die Bauherren und haben mir die Thüre gewiesen. Stelle ich nun die Arbeit ein, so heißt es, ich Hab« den Vertrag gebrochen und die Arbeit wird auf meine Kosten weiter ge- tnaaft, denn die Herren haben an mir, wenn ich die Arbeit ein- stelle, 3000 Mark„verdient." Arbeite ich weiter, bin ich eben- falls reingefallen, denn die Herren„Baugeldgeber" stehen mil dem Bauherrn in Unterhandlung wegen Verpfändung des jetzt ziem- lich fertigen Hauses und konimt bisse zu Stande, so heißt es„Ich habe mit den Handwerkern des vorigen Besitzers nichts 8 Mir bleiben die Materialschulden, 3 Wechsel k 400 93?., die geleistete Arbeit für ca. 4000 M., wofür ich oen Lohn gezahlt habt, also in einem halben Jahre zum Bettler gemacht worden bin, denn ein Handwerker, der einmal Malerialschulden nicht be- zahlt hat, verliert den Kredit und dadurch seine Existenz. Was ich hier geschrieben, beruht auf Wahrheit und kann ich durch Zeugen, Dokumente und meinen Eid beweisen.\ Berlin, Februar 1390. Robert Werzat, Malermeister, Lothringerftraße 15. Frische Klumen im Winter sind bei uns eine so gewöhn- lich« Erscheinung geivorden. daß deren Ausstellungen in den Schausenslern der Blumenhändler kaum mehr aussallen. Der Reichthum köstlicher Blumen zu jeder Jahreszeit ist uns fast schon zur Gewohnheit geworden. Trotz der Ausdehnung aber, welche die Blumenzucht bei uns genommen hat, haben die Riviera und Südsrankreta) noch immer den HcmptantheU an der Beschaffung frischer Blume» für Berlin. Wurden doch in der Zeit vom J. November 1883 bis Ende Mai 1889 allein vom Bahnhof Eannes für 2 855 475 Frks. frische Blumen verschickt, von denen ei» großer Theil hierher wanderte. Daß sich der Blmniichaudel Berklns�a a's.ero'ri mtlich.r Weise in Ich er Zeit au?gedeh.!l hat. dm in asseu selcht in den entlegensten Stadttheilcn. Die lebenden Blumen sind von jeder bei allen Bevolkerungsscbichten unserer Stadt zum rechten i.nd ecytcn Bedüriniß geworoeu. Wer eine Freude bereiten, eine Aufmerksamkeit erweisen will, wühlt Blumen, die stets willkoninicu sind, die Nie verletzen. Di? großen Blumen- gesckäfte überbieten sich im Hervordringen herrlicher, das Auge entzückender Blumenaebinoe. Hier sehen wir einen maatigen Bastkorb, dessen Henkel mit großen seidenen Band- schlec en geschmückt ist, in stroyenoer Fülle von Hyazinthen, Lilien und Maiblumen. Daneben birgt ein zur Düte' geformtes Palm- blatt frische Rosen; dort fallt uns ein gewöhnlicher Holzschnh ans, der mit cuimuthigen Beilchen ge-üllt ist, und ein Schuschen aus grünen Binsen läßt Lilien und Mimosen erblühen, die sich graziös von Schieiblatt und Frauenhaar abyeoen. Aus einem reichver- goldclen Untersatz aus Korvgeflecht erhebt sich ein mit Tüll be- kleideter Schirm; auf dem Untersatz prangen Rosen und ziehen an dem Stab, abwechselnd niit Kamelien und zierlichen Schleifen im prächtigsten Geranie hinaus bis zum Schirm, den sie fast ganz bedecken. In anmuthigsrer Form üverreichi man uns jetzt selbst die einfachsten Blumentöpfe, ein paar Bogen farbigen Seiden- papierS, an den Rändern eingeschnitten, zusammengekraust mit zwei seidenen Bändern, die in eine hübsch gelegte Schleife endigen, sind nm den Topf gelegt und erzielen malerische Wirkung. Der Aufschwung des hiesigen Blumenoandels ist zum großen Theile auch den sehr geschickten Berliner Blumenbinderinnen zu danken, die sich einen weithin anerkannten Ruf erworben haben und überall in der Welt, selbst in Paris, sehr gesucht sind. Eine Kchreckleitvnnchk. In der Behausung des in der Dresdenerstraße wohnhaften Herrn G. wurde am Sonnabend die Verlobung seiner einzigen Tochter mit einem jungen Beamten ge- feiert. In der fröhlichsten Laune be-anden sich Wirth und Gäste, als die Stimmung des«rsteren gegen Mitternacht plötzlich um- zuschlagen begann. Er sing an, sich zu beklagen, daß er nach cein Scheiden seines Kindes aus dem Hause nun ganz allein da- stehen würde, diesen Klagen folgten Vorwürfe gegen den Schwiegersohn als den Veranlaster seiner zukünftigen Einsamkeit; die Vorwürfe endeten in eine Fluth von Schmähungen wider den jungen Mann, und in eine immer heftigere Erregung gerathend, packteer schließlich den Schwiegersohn, und sucbte ihii zu erwürgen. Die Gäste, die Anfangs der Meinung waren, G. sei unter dem Einfluß der reichlich geflo enen und genvfsenen Bacchus- und G a m brinussp enden in eine thränensclige Stimmung gcraryen, bemerkten mit Scbrecken, daß sie es mit einem plötzlich irrsinnig Geworoenen zu thun hatten. Nur mit äußerster Anstrengung gelang es, den Verlobten dem Tobsüchtigen zu entreißen, dessen Arme wie mit Eisenklammern ihn umschlungen hatten. Als man endlict, von seinem Opfer den G. getrennt, zesschlng er Tische und Stützte, nno warf durch die zertrümmerten Fenster Alles, was er nur erhalten konnte. Die 'Anstrengungen, den Mann zu überwältigen, erwiesen sich als vergeblich. Seine Krä'te waren ins Riesige gewachsen und gleich einem wtlden Thiere schlug und biß er um sich, daß man sich ihm nur mit äußerster Gekahr nähern konnte. Durch den ent- standenen Lärin war das Haus, ja selbst die Straße in einen förinlichen Ausruhr gerathen. Von den Hausgenossen requirirt, erschien Polizei an der Stätte des Schreckens und Entsetzens, aber erst den Anstrengungen und dem muthigen Vorgehen von vier krästigeu Beamten gelang es, den Rasenden zu fesseln und den so wehrlos Gemachten mittelst Droschke nach der Charitee zu überführen. Mtithmasiliche Märderi». In der Nacht vom 30. auf 31. Dezember 1880 wurde die vcrwtttwete Grundbesitzer!» Roth in Henna» mit einem Beile zu Boden geschlagen und etwa 200o M. an baarem Gelde nebst einigen Pretiosen geraubt. Den Nachforschungen der Gendarmerie in Heyuau gelang es, die Spur der vermeintlichen Mörderin aufzufinden. Dieselbe hatte sich un- mittelbar nach der That in eine Droschke gesetzt, war nach dem Bahnhofe gefahren, und, wie ermittelt wurde, nach Berlin ab- gereist. Von Heynau wurde dies der hiesigen Kriminalpolizei mitgetheilt und dieser gelang es, als die vermeintliche Thäterin die in Moabit wohnende, etwa 40 jährige Schneiderin Louise Hammer zu ermitteln und festzunehmen. Bei derselben wurden allerdings nur geringe Baarmittel, indessen eine Anzahl anderer verdächtiger Gegenstände beschlagnahmt. Eine Photographic der Hammer, welche vo.i hier aus nach Heynau geschickt wurde, ist auch von der tödtlich verwundeten Roth als die Person.'ekoguoszirt worden, welche den liivubmordanfall an ihr ausgeführt. Im Gegensätze hierzu stiitzoli die Personalbeschreibung der Mörderin, welche die SchwerS �letzte angab, mit der Hammer nicht überein, da diese als große Person geschildert wurde, während die Hammcr eine aufsallend kleine Person ist. n dieser Hinsicht ist also die Angabe der Roth nicht ganz klar. »agcgen ist der'Alibibeiveis der Hammer, daß sie in der Nacht vom 30. auf den 31. Dezember vor. Js. in Berlin anwesend ge- wesen, insofern mißlungen, als die Wirthin der Hammer am Sonnabend bei ihrer Vernehmung zugestehen mußte, daß sie nicht sicher sei, ob ihre Mietherin Hainmer in der Nacht vom 30. auf den 31. Dezember v. I. zu Hause gewesen, während sie bezüglich aller übrigen Tage sich dessen genau zu erinnern wußte. Ein weiterer verdächtiger Umstand ist, daß die Hammer vielfach für auswärtige Kundschaft gearbeitet hat und auch in Heynau gut bekannt war. Von anderer Seit« wird gemeldet: Die vollständiae Unschuld der am Montag wege» Verdachts des Raubmordes verhasteten, i» Moabit wohnenden Schneiderin Louise Hammer hat sich bereits herausgestellt, und dieselbe ist ivieder auf freien Fuß gesetzt worden. Sprach schon der Umstund für die Nichtschnld der Hammer, daß die Thäterin als eine große, stark gebaute Person geschildert wurde, während die Hammer von kleiner, zierlicher Figur ist, so ist der letzteren außeroem der Alibioeweis vollständig gelungen. Di« Ge- sichtsähnlichkeit mit der Thäterin»st für die Bedauerns, verthe verhängnißvoll geworden. Durch CijnuUiill hat sich am Sonntag der in der Schinke- straße, an der Hasenhaide, ivoynende Photograph Julius Sch. in einem Atelier vergiftet. Als der Schwager des jungen, streb- amen Künstlers denselben am Sonntag Vormittag besuchte, wurde hm aus wiederholtes Klopfen nicht geöffnet, dagegen hört« er aus dem Sltelier«in dumpfes Röcheln hervordringen. Der Er- schrockene ließ nun die Thür zur Wohnung des Sch. gewaltsam öffnen und hier fand man dm Photographen bereits in den letzten Zügen liegend vor, so daß der hinzugcrusme Arzt nur noch den inzwischen«ingetretenen von Cyankali konstatiren konnte. Mann zum Selbstmord getrieben, werden können. Durch Tnnbenbieb« sind die Besitzer und Züchter von Tauben im Norden der Stadt in letzter Zeit empfindlich geschä- digt worden, und da die Diebstähle mit großer Schlauhw und Raffinement ausgeführt waren, so war es unmöglich, den Taubenmardern auf die Spur zu kommen. Ter Polizei, welcher wieder- holt Mittheilung von den Geschädigten gen, acht wurde, ist es nun gelungen, die Schuldigen ,n einer ganzen Bande, und zwar aus sieben Knaben in, Alter von 10—14 Jahrm bestehend, zu er- mittel» und zu verhaften. Die hoffnungsvollen Bürschchen, die alle anständigen Familie» angehören und in eincin Hause an, Weddingplatz wohnen, haben mit großer Gewandtheit die zahl- reichen Diebstähle ausgeführt und für den Erlös der verkausten Tauben Näschereien erstanden. Giuen Dergiftuugsverfuch in, Cilenbahnlionpee unternahm Sonnabend Nachinittag ein junges Mädchen, welches sich in einem Koupee dritter Klasse eines Zuges befand, der von Stettin hierher fuhr. Hinter Bernau verfiel zum Schrecken der übrigm Passagiere das jnnge Mädchen in Krämpfe, die un» so gefährlicher erschienen, alS die davon Befallene unaufhörlich schrie, daß sie sich vergiftet habe. Glücklicherweise befand sich in dem- selben Koupee ein Stnoent der Medizin, und es gelang deniselben, das Mädchen durch Einstößung von warmer Milch, welche eine Dame, die mit ihrem Kinde gleichfalls mitfuhr, aus einem Tod des Sch. durch Genuß Was den erst 24 jährigen hat bis jetzt nicht festgestellt beweisen«4t vielen ne. en Blick, f< \ e, ei p''t Lc' hr zu bringen. Räch Eintreffen des Zuges i» Berlin wurde die J mordkandidatin, welche sich als«in Fraulem Alm& einem kleinen Städtchen Vorpommerns legitHW*„ j( in der Chausseestraße hier besuchen wollte. m»M0 • Er ma, ,,Neu»l ««iiitwortl | formellen in der Chausseestraße hier besuchen unternahmen und dabei in die Gefahr des Erinnkm- S5.V Durch.V°ilwiud untersüitzt. wa� de�Segelschl� �rg Mitte des Müggelsees gelangt, als plötzlich das, der nach vorn überschießende Schlitten im nächste»_ Waller verscbwany Einer der fierren. der c-cy, SU WSsaSäm# lltUVf UUU VttUUUUlltlU � ff s>5.«:.' blieb.' Die anderen drei Insassen des Segelschlil � k de ihrem Fahrzeug in mühsam unter den und an den Tauen des Schlittens anklanimernd, Eisdecke zu gewinnen und zu u.ove aiP» itt w.-'">■ frierend den Rückweg nach dem Müggelschlößch M �- 0 daß dabei ihren verunalückten Genossen, welcher stch inj feie" .................. ßtwor) Die Dreis« für flauer-® Oft haben »itntn Mari 'übet, du Op Berlin eine ganz ungewöhnliche Höh? erreicht. 1 firtnhTittirtPn nmrttmtHffi fnlche. die auf biß KllN i/. Handlungen, namentlich solche, die auf die Leute angewiesen sind, haben seit Wochen_— übrigen Obsthändler fordern für genießbare AepsA! den Preis für gute Apfelsinen und andere ahnum� j«! übersteige». Nun ist allerdings richtig, daß die OA.�. M gangenen Jahre keine sehr ergiebige war;?der�äh>>licht� nnngen, wie gegenwärtig, wiederholen sich mjevem v ,•! Nachfrage nach gutem Tauer-Obst ist in Berlin da» tz hindurch rege und man greift zu den Apfelsinen sttothbehelf." Könnten unsere rheinischen �bstjüchter M' VV C t? V �4. J# OWViiliiVI, 44I4|WV•| V•»/ y* MI einen ihnen gern gegönnten größeren Vortheil zmye � I Natt! wenn die«arriSre geschlockrii. � ........|"0" wr Inschriften zweier Tafeln, welche nach jeder Bahnübergange in der Badstraße zu lesen sind; das daß, wenn die Barriären nicht geschlossen sind, auch oder Fußgänger den Bahndamm passiren kann. I'_ Woche am Montag Abend zwischen 9 und 10 llyt JJJ wie die„Quelle" nachträglich mittheilt, ein P'ct„ von der Brunnenstraße kommend, den Bahndamn desselbe gerade über die Geleise Hinweg, der Richtung von Stettin kommender G»teri° sauste. Welch' unabsehbares Unglück hätte paft wenn der Pferdebahnwagen mir eine Sekunde spa'"., 4 elbe würde sammt den Insassen vollständig Zorm ein, und was für ein Glück war es, daß auch 9cM Nimm von Fußgängern frei war. Ob nun die Ueberganges oder die Signalleitting an der Verl. Schließens der Barriere schuld sind, das zu untersuch unsere Aufgabe sein, aber wir können mit vollem Aeo.-�, daß ein jeder Bürger vor solchen Unglücksfällen 8l V? — Die Verlegung der Stettiner Bahn und niit ihr v I Übergänge in der Bnd- und Gerichtsstraße habe»] 15 Jahren schon zu manchem Kampf in den Bezirl» Gesundbrunnens und Weddings geführt; Ballen Pf. Fässer voll Tinte sind deshalb verschrieben, aber di« � stndct, trotzdem dieselbe durch alle Instanzen ge»?#'» daß erst noch nicht statt. Wir wollen nicht hoffen, ähnlich wie in Steglitz passiren muß, denn w»w' � bald solches entstanden; wir wollen vielmehr PU �si» und der Bürgerschaft zu Gebote stehenden Mittel" � l wirken suchen, daß die Bewohner endlich von dieftm lastet werden. rfj Doli?eibericht. Am 17. d. M. Morgens JpfU beiter König aus dem Fenster seiner im dritten Stock.. Skalitzerstr. 27 belegenen Wohnung auf den HosJ' � litt so schwere Verletzungen, daß er nach dem Kraule»? nie» gebracht werden mußte.— Vormittags wiirde. vor dem Grundstück Thaerstraße 21 von einem Säst» überfahren und am Rückgrat, sowie am rechten SlP» h-jeW letzt. Er wurde nach dem Krankenhause a»,»st' bracht.— Nachmittags fiel der ArbeitSbussche Adlojl.�, Hause Neicheiibergerstr. 182 beim Umpacken von«tuoll� I einem Rollwagen herab und mit dein Kopf, u schwelle, so daß er eine schwere Gehirnerschutte, welche seine Uebersührung nach der Charitee nothwendsg Als der Kutscher Woitack gegen Abend auf de», wm des al Wrote. E ßj"»wimc » t Ü'l letz nitb fenn J.w Kop % � et." J°»au-Da '".Lloyd, �»mbura .'■"«theil ttetbteitel den Ho "Pen Kc »«llage c haben, SP bis gas die% N S . Sali u .T von 20 Zweite jpi Ißellt c Ankl, ,'9 vo» S- te RÄ 15 l�antwc ,f°gar c %% Ä"5' im. der Schlesischen Eisenbahn beim Abladen von Granitst� eine», Eisenbahmvagen hals, fiel ihm eine Platte gege» � scheiikel und erlitt er dabei einen Bruch desselben. nach dem Kranke, lhanse am Friedrichshain gebracht- selben Zeit stürzte der Arbeiter Birkholz aus dem Reu» straße 53 beim Legen vo» eisernen Trägern aus de»», t» auf den Hof hinab und verstarb auf der Stelle»»,'•/ littenen Schädelbruchs.— Abends wurde ein Älrbelte ,,- Hause Brüderstr. 22-23 mit mehreren Wunden im' er sich angeblich durch einen Fall zugezogen hat! und auf ärztliche Anordnung nach der Charitee gebe»', derselben Zeit fand»n der Köthenerstr. 48 ein Tacyl und in der Kochstr. 44'45 ein Schornsteinbrand statt- Nack« Wn Seme 'habe er ? Drucke- habe 7 und b'iügki en hatte, �»� I Vrozeff Lriedenlkrl«. Seit den Tagen des Best Verfahrens gegen die in,„Unabhängigen" ihr Unwesen triebe», ist alüß»»wrw kjnent ss ähnliches abschreckendes Bild ans der Werkstatt der»- volverpresse nicht wieder an die Oessentlichkeit gekm» in f, schien so, als ob die schweren Strasen, welch« dainal» � � Frau gewerbsmäßigen Ehrabschneider verhängt worden»» f � smpju diesem Gebiete für immer Auskehr gehalten hätten.*. f ituPe» Jud Frieden st ein, welcher heute Vormittag vor»* w, � Jßen l Sttaskammer hiesigen Landgerichts I seinen Ansang'/ J, Keuge, r diese Hoffnung zu Schande» gemacht, den, ersten.mss f.»%, Prozesses wird zum Vorwurf gemacht, daß er zahllose».jb"vuccrl, den journalistischen Revolver mil einer Unverfrore � � dez 3� die Brust gesetzt hat, die fast an die Kühnheit der Schleinitz und Konsorten heranreicht. Seit siebe» steht man in weiten, passiv betheiligten Kreisen dem Prozesses— biet und da mit arnfiem fimlloDfcil—'»», der Andrang hier und da mit großem Hcrzllopfen— welcher sich he»� zur Gerichtsstätte,.. zeigt« zur'Genüge, daß die Thätiakeit des. viele Einzelpersonen und Familien in Mitleidensch»! haben muß. Die Veryauuiniigrn ,inoen umer ynyiung direktors Brausewetter im kleinen Schwurgerich»", % K fei' dessen verhältnißniäßig großer ZuhVrerraum kaum t. die Zahl der Neugierigen, welche Einlaß begehrten, ist gen. Für die Journalisten sind die Geschworene»»» räumt worden. Aus der Anklagebank uaynien P'»»ü;i Zeiwngsverleger uno Redakteur Wilhelm Friede»!. Jahr« alt, Dis.idtNt, aus Budapest gebürtig'Lx Ehrenbeleidigung im Jahre 1866 mit 6 Wochen m 51 fef Ih«?»bAr K«ausg-ber und Eig-nthümer der Montags WM genommen und ist im Juli v. I. in worden. 2) Ter S7jährige, Unter« bisher Ktaftj'cv �WW ,en an««,$e?,. sonstige Vortheile durch Abonnement, '«-...M,» u, von Theater-Freibillets u. s. w. zukommen zu lassen, Hi* J«? auch ,n vielen Fällen erreicht worden sein, denn � aj.«ierfoiien entschlossen, lieber an —-—-" Yt----- C-�. iin allen, am Kopfe des Blattes verzeichneten Stellen gratis ausgelegt werden. Die Firma Brasch u. Rotyenstein habe die Versendung in Ballen zu besorgen gehabt. In, Sommer sollte die Auflage 5000 Exemplare beiragen, im Winter aber weniger, doch müsse es ein Jrrthum von Büxenstein sein, wenn er meint, einmal habe die Auflage nur 500 betragen. Wenn seine Agenten bezüglich der Auflage geflunkert hätten, dann könne er Richls dafür.— Präs.: Sie haben aber beispielsweise an Ihren Agenten Rosse eine Karte geschrieben, in welcher es heißt:„Sie dürfen in Deutschland die Höhe der Auflage nicht allzusehr über- treiben und nicht über 10 000 hinausgehen. In fremden Ländern brauchen Sie nicht so zurückhaltend sein."— A n g e k l.: Das ist richtig, das habe ich aber nur an Rosve geschrieben.— Präs.: Das ist auch genügend. Herr Rosse muß doch diese Instruktion als einen argen Schwindel betrachtet haben.— Zl n g e k l.: Das hat er nicht, denn er hat ja nicht einmal alle von ihm einkassirteu Gelder an mich abgeliefert. Ueberhaupt ist es nichts Ungewöhnliches, daß man die Auflage einer Zeitung angiebt. In Italien beispiels- weise drucken Zeitungen, welche eine ganz kleine Auflage haben, Riesenaffichen, welche die ganze Wand bedecken...— Präs.: Sie haben bei zwei Nummern Ihrer Zeitung sich amtlich bescheinigen lassen, daß dieselbe in einer Auflage von 10 000 erschienen seien. Was hatte das für einen Zweck und warum haben Sie gerade diese zwei Nummern in dieser Auflage erscheinen lassen?— An ge k l.: Im Sommer sollte die Auflage überhaupt so groß sein und ich habe mir dieselbe bescheinigen lassen, weil Rosse verbreitete, daß die Auflage höher angegeben wird, als es der Wahrheit entspricht. Die Auflage in der Höhe von 10 000 wäre im Sommer auch beibehalten worden, wenn ich nicht verhaftet worden wäre.— Der Angeklagte behauptet weiter, daß die Verbreitung der Zeitung durchaus in programmmäßiger Weise stattgefunden habe und wenn sich darin Mängel heraus- gestellt haben sollten, so sei dies Schuld der Spe- diteure. Nichtig sei es, daß ein Ballen von Zeitungen nur nach Wien ging und zwar, weil dieselben von der Wiener Filiale der Firma Brasch und Rothen- stein in die Orte in der Nähe von Wien verbreitet werden sollten. Ueber die Art der Verbreitung und die Höhe der Auflage werden der Mitinhaber der Druckerelfirma Büxenstein, Herr Bern- stein, und ein Vertreter der Firma Brasch u. Rothenstein, Herr Bredow, vernommen, welche Wesentliches nicht zu bekunden vermochten. Aus den Büxenstein'schen Büchern ergiebt sich, daß— mit Ausnahme der zwei Nummern, welche in 10 000 Exemplaren gedruckt wurden— die Aufiage zwischen 1000 und 5000 schwankt. Der Schriftsteller R o s 6 e, welcher als Annonzenaquisiteur der„Reisezeitung" nach der Schweiz, Italien, Paris je. gereist ist, hat von dem Angeklagten die Weisung erhalten, den Inserenten gegenüber die Auflage auf 10—18 000 anzugeben. Auf seiner >n Tour habe er die„Internationale Reisezeitung" nirgends gefunden. Bei der Reise nach Paris habe er schon vielerlei Ungünstiges über das Unternehmen des Angeklagten und den letzteren selbst erfahren. Er habe schließlich den Angeklagten selbst darüber befragt, wieso es denn komme, daß so viele Leute Schlechtes über ihn sprechen, er habe aber die stolze Antwort erhalten:„Ich will nicht geliebt, sondern nur gefürchtet fein!' Ter Zeuge ist schließlich, angewidert von dem Geschäfts gebahren des Angeklagten, in Zwist von diesem geschieden und von demselben noch durch eine Bekanntmachung Frieden- stein's in der„Reisezeitung" beleidigt worden, wodurch dem Publikum bekannt gegeben wird, daß gegen den Zeugen wegen Erpressung denunzirt worden. Diese Denunziation ist aller- dings von dem Angeklagten ergangen, aber erfolglos geblieben. — Frl. G ö tzki, welche Buchhalterin bei der„Reisezeitung" ge- wesen, weiß, daß die Zeitung in 1000 bis 5000 Exemplaren erschien, bis auf die letzten beiden Nummern, welche 10 000 Exemplare hatten, iveil damals die Polizei dem Angeklagten bereits auf den Ferseu war. Manchmal sind auch Doppelnummern ge druckt worden, d. h. Zeitungen mit gleichem Inhalt, welche nur verschiedene Nummern erhielten. Klagen von Inserenten seien SV . haben sich viele.............. W" m c!ile" Tribut zu zahlen, als sich öffentlich verunglimpfen 'ÄsUm.. ken Ermittelungen der Anklagebehörde war in $ Bff.,, ein ganzes System der Einschüchterung zum Durch nie ,,,?wen und in vielen Fällen läßt sich genau verfolgen. KÜftiti, �genannter„pikanter" Sauce rei'L,i-i I Cotf,;'w gegen solche Personen geeichte#------- (t iw 5 abgelehnt hatten, Inserate auszugeben oder auf das Mcsf,, uwen, oder an welchen Friedensteiu aus irgend welcher Wr"'ig Rache nehmen wollte.— Für diese ganze unsaubere Zchllich�ß« J Blattes macht die Anklagebehörde lediglich Frieden- lru, WSlfS rn.;lüott''ch. Ter zweite Angeklagte soll sich in mehreren iedri�lV�� �ar geweigert haben, die betreffenden Schmähartikel auf- ".,„5' oAedenstein soll ihn aber geradezu dazu gezwungen über die Zulässigkeit dieser Artikel soll es zwischen vVMfJch zu Reibereien gekommen sein. !» Verhandlungen mehrere Tage in Anspruch nehmen litL.» ber Vorsitzende für heute zunächst die Betrugsfälle --- ffir schuld■ % £'>• - >en.*■ Zas,'—«Reisezeitung'..................H « jrf,ir gleichzeitig nach Berlin verlegt.(Sr beslreite, daß e» f"?er seiner Zeitung, Herrn Düringshofen, irgendwie Itt J�be; derselbe habe ihm lediglich den üblichen Kredit n, l|..,? ,. könne die Behauptung, daß er durch Vorspiege- ein„"ststch der Eigenthumsrechte an seinen(des Angeklagten) 'I st sei, unmöglich ausrecht erhalten, beim diese :if„ überhaupt erst nach der Kreditgewährung hier eim '«r Dürlugshosen behauptet dagegen, daß er dem An Niedenstein nur Kredit gegeben, weil derselbe obiliar, welches angeblich einen Werth von >»S '""hi»»-"b-----......... m bald �e, als sein Eigenthum vorstellte. Er habe auch i, l? nur; baß die Geschäftshandhabung des Ange- R"�eifeiAi,. Schwindel hinauslief, denn derselbe habe, wenn U.�o>ni».«"8" gedri-ckt war, ein einziges Belegsexemplar ,u fi t'11'!«» ühr- Um fio,'sn f"r die Inserate einzukassiren, i?l-».. übrigen Exemplare blieben einfach liegen und> "— I IM»"'" J.V— � fpjij!'1 uvrigen Exemplare vneven«>rgr» wur- «ii> iL einem Ballen nach Wien geschickt.„Das ist natür 0tr! iitAAer tu eS Geschäft/' meint Zeuge, welcher dem Angeklagten de" J? Üy,„Beziehung wiederholt Vorwürfe gemacht haben will. | M dargestellt, daß das .>WWWW> be erzählt, daß er die iJ", Wien habe schnitzen lassen und als die Je " f lws-n cfrore' in seiner »rau die fn'psunden. Wohnnng aufgestellt waren, habe meiste Freude über ein Bildniß Das alles habe so recht natürlich geklungen seine ihres war'W-s ' irr.«i#«"• «.t«BT SOS W«Wm wüSSfiS worden ist, giebt seinen 1000 Mark an. Die sir �|0 vei-yeirntylt»»», ;nö Dein Eigenthum"— dann ist die Geschichte schon :'«l Die Behauptung des Angeklagten, daß nn zwei. a.7ei Kredit bei Buchdruckern üblich sei, bestreitet JM'ge mit der Bemerkung:„Das»Hut man nur de, ' giy �"tt.,. die einem von Männern wie«leichröder säK'u'Sj" � 6 »WiÄ »sch»e f i a Ä�ba�rAiigeUagT, vor der Kreditgewährung n, zu«» im Werthe von 20 000 Gulden ins Fk?d geführt, lenvach ,i �chfenstmädchen, welches d« Unterredung beigewohnt hat. «»(,!,! Hen bestätigt dies. nicht eingegangen. Die wegen Beleidigung gegen s. Z. auch einen.Antrag estellt, diesen Antrag aber eugin hatte" f. . riedenstein geste. wieder zurückgezogen.— Aus der Korona von Zeugen, welche die Staatsau waltschast aufgeboten hat, um in den einzelnen Fällen einen vorliegenden Betrug zu erweisen, ist nicht viel zu berichten. Bei dieser Gruppe von Zeugen handelt es sich fast aus schließlich um Restaurateure, Hoteliers, Inhaberinnen von Pen sionaten jc. jc. Dieselben haben über die Aufnahme von In feraten nur theilweise mit den Angeklagten selbst verhandelt in den meisten Fällen haben die Agenten desselden— namentlich ein gewisser Grunwald— ihre Ueaerredungskünste angeweudet, um die betreffenden Personen zur Ausgabe von Annoncen zu bewegen. Daß dabei mit dicken Farben aufgetragen wurde, ergiebt sich aus den Einzelrernehmunge». So erzählte ein Zeuge, daß der Angeklagte seinen Zweifeln über das Vortheilhaste eines Amioneirens in der„Reisezeitung" mit der„protzigen" Bemer- kung begegnete:„Sie haben von meinem Geschäfte gar keine Ahnung. Die Zeitung hat eine kolossale Verbreitung in allen Städten des In- und Auslaiides." Aehnlich haben sich die Agenten leäußert: Die„Reisezeitung" erscheine in 60— 80 000 Exemplaren, ie sei über den ganzen Kontinent verbreitet, gewähre den In- erenten die Ansstcht, gute Kunden zu erhalten, Blätter, wie die Journalist in Müncheu mit Friedenstein bekannt und dafür interesstrt worden sei, au einem neu zu begründenden Blatt mitzuwirken, welches die Wahrheit stets ungeschminkt an den Tag bringe. Während seiner Thätigkeit in der Ne- daktion sei ihin kein Fall bekannt geworden, welcher auf Erpressnng zu deuten war. Er habe von den geschäftlichen Dingen gar keine Kenntniß gehabt und auch keinen Artikel geschrieben, welcher sich auf Börsenprospekte u. dergl. bezog. Erst sehr spät 'eien ihm allerlei ungünstige Gerüchte über Friedenstein zu Ohren gekommen, er habe aber nicht seine Thätigkeit sofort abbrechen önnen, da er durch Kontrakt und Konventionalstrafe gebunden war.— Friedenstein ermähnt noch, daß ursprünglich ein Herr Trieft Eigenthümer der Zeitung war. Der erste Fall der Beleidigung betrifft den Gesangslehrer Prof. Marzani. In einer Briefkastennotiz der Zeitung„Neu- Berlin" erschien in der Form einer Antwort auf eine Anfrage eine höhnende Bemerkung über den„Backenzahn- Professor" Ai. In einer nächsten Nummer wurden die„Scherze" über den Backenzahn- Professor weiter fortgesetzt. Es wurde darin erzählt, daß derselbe der Typus des„italienischen Gesangslehrers"! 'ei, wie sie in Berlin zu Dutzenden ihr Wesen treiben. Der Herr Prof. M. sei gleichfalls einer von denen, bei welchen gesangs- lustige junge Damen nichts lernen, welche aber ihren Ruhm selbst mit allen Mitteln der Reklame ausposaunen, in ihren Stamm- lokalen gern die Abenteuer ihres Lebens zum Besten geben je. je. — Der Slngeklagte A riedenstein behauptet, daß die erste Briefkastennotiz ihm von dem Kaufmann Briske zugestellt und von ihm nur„mundgerecht" gemacht worden sei. Der zweite Artikel rühre vom Mitangeklagten her. Letzterer giebt dies zu, mit dem Bemerlen, daß ihm jede Absicht der Beleidigung fern gelegen habe. Er habe denselben auf Wunsch Friedenstein's gesehrieben, um den in der Weltstadt herumlaufenden GesangSprofessor als bestimmte typische Gestalt zu schildern. Die in dem Artikel geschilderten Thatsachen seien wahr.— Präs.: Das ist auch so ein Fall, wo Marzanileines Tages eine schrist- liche Aufforderung erhielt, auf„Neu-Berlin" zu abonniren und! als er es nicht that, heruntergerissen ivurde.— Angekl. Fr ieden st ein bestreitet, daß er diese schriftliche Aufforderung erlassen habe. Der zweite Fall, welcher den Schriftsteller Rosse be- trifft, wird dadurch erledigt, daß Letzterer den Strasantrag zurück- nimmt. Daun handelt es sich um einen Artikel, durch welchen sich die Inhaber des Modebazars Gerson öb Co. beleidigt fühlten. Als der Bazar am I.April eröffnet wurde, erschien zuerst ein lobender Artikel, dem aber bald ein anderer folgte, in welchem über allerlei Unsoliditäten,„Bazarwaare" n. s. w. gesprochen wurde. Auch dieser Artikel war in Form einer Briefkasten-Notiz gehalten und theilte irgend einem Fragesteller mit, daß die alte, solide Firma„Her- mann Gerson" in gar keiner Verbindung stehe mit dem Mode- Inger Gerson it. Co. Die Inhaber der letzteren fühlen sich da- durch beleidigt, da sie aus der ganzen Form dieser Notiz glauben ersehen zu müssen, daß die in dem ersten Artikel enthaltenen Vorwürfe der Unsolidität sich auf sie beziehen solle und in der Verweigerung einer Annonce seinen Grund habe. Der Angeklagte Friedenstein bestreitet, daß sich die Schilderung von einer in einem Modelager vorgekommenen Unsolidität auf die Firma Gerson u. Co. beziehe. Er sei sogar zur Eröffnung des Geschäfts eingeladen gewesen, wo es Chan, pagner und kaltes Büffet gegeben und habe dafür einen lobenden Artikel gebracht. Ein weiterer zur Anklage stehender Artikel betrifft das „Concert de Noblesse" in der Friedrichstraße. Bei dem Be- sttzer desselben, Herrn K ö n n e ck e, erschien eines Tages ein Mann, welcher um Inserate für„Neu-Berlin" ersuchte. Als dieses Verlangen abgelehnt wurde, brachte die Zeitung zwei Ar- tikel unter der Ueberschrift„Zwischen 9 und 10 Uhr im Conceit de Noblesse" und„Eine Reise durch die Berliner Nachtlokale", in welchen die.Verhaltnisse in jenem Restaurant in äußerst hämischer Weise dargestellt und ein angeblicher Skandal geschildert wurde, welchen 20 Studenten dort verübt haben sollten.— Der Angeklagte Fr. erklärt, daß von ihm nur der zweite Artikel herrühre, während der erste von dem Schauspieler Tourner ein- geschickt sei. Damit wird die Verhandlung um 3V» Uhr unterbrochen und auf Mittwoch 9 Uhr vertagt. Frankfurter und die Kölnische Zeitung seien gar nichts gegen die „Reisezeitung" je. je. Ein Theil dieser""' Flunkereien für baare Münze Zeugen zu haben, scheint diese denn sie er- Reisezeitung...» I W> Flunkereien für baare Münze gehalten klären, daß sie„sich schön bedankt haben würden",' wenn sie ge- wüßt hätten, daß die Zeitung nur in einer Auflage von 2—3000 erschien. Andere scheinen nicht einzig durch die große Auflage- Ziffer bewogen worden zu sein.„Ich habe eine Annonze aufgegeben, weil der Agent sehr aufdringlich war und ich denselben gern los. seist wollte"- so äußert cm« der vK II j Vt UKU yctfii mvif>----- � vernommenen Geschüftssraueu" und eine andere tritt dieser Kritik der Annonzensammler mit der Bemerkung bei:„Diese Herren haben ja solche Ueberredungskunft, daß man schließlich Ist sagt. Da wird einem so viel vorgeschwindelt, daß man schließlich froh ist, wenn die Sache beendet ist\"— Der Angeklagte selbst meint, daß er doch nicht für alles verantwortlich gemacht werden kann, was die Agenten den Leuten vorschwatzen.„Was Agenten zu- sammenlügen. ist ja bekannt. Die Inserenten habe» gar nicht venken können, daß die„Reisezeitung" eine so riesige Austage bat, denn wenn dies der Fall gewesen wäre und ich so billige In- seratenpreise berechnet hätte, dann müßte ich Rothschild's Geld haben!" Damit glaubte der Angeklagte die Verantwortlichkeit von flch gemälzt zu haben.— Die Beweisaufnahme über die Betrugssälle endet mit der Verlesung der kommissarischen Ver- nehmungen einzelner auswärtiger Polizei- und Bahnbeaiuten, aus welchen herorgeht, daß die Auslegung der Zeitung auf Bahn- Höfen und in Eisenbahnwagen ziemlich ungeregelt und mangel- hast war. Hierauf werden die Verhältnisse der Zeitung„Neu-Berlin" erörtert.— Präs.: Sollte das Blatt ein politische? Blatt sein? — Angekl.: Ja wohl, ein kartellpolilisches Blatt.— Präs.: Das Kartell wird sich wohl für dieses Organ bedanke». Der Hauptzweck dieses Blattes scheint nur geweseu zu sein, Schmutz zu verbreiten und Gelder zu erpressen," denn sonst ist es nicht zu erklären, wie in den Spalten dieses Blattes plötzlich die gemeinsten Klatschgeschichten aus Familie und Theater erschienen. — Angeklagter Fr, cd enstein: Ich bin seiner Zeit für das „Verl. Fremde, ibl." nach Kopenhagen zur Ausstellung gereist und als ich pikante Berichte von dort schrieb, wurden diese von der „Kreuz-Zeitung" und anderen Blättern nachgedruckt und da habe ich mir gesagt, es sei doch wohl nothwenvig, daß ein solche? Blatt erscheine. Ich habe ein rücksichtsloses Blatt gehabt, aber Niemand wird mir nachweiser, können, daß ich von irgend Seinand Geld erpreßt habe. Das von dem Mitangeklagten von tünchen hierher gesandte Programm, welches akzeptirt wurde, hieß:„Rücksichtslos nach allen Seiten!"— Der Angeklagte Landsberger erklärt, daß er als ganz junger, unerfahrener VsosÄumtlmraow. ckneider- verbaud hielt am 11. Februar asiuo eine Mitgliederversammlung ab, Z ortrag des Herrn Bölsche über„Darn ?«r deutsche im Köuigstädtischen der Tagesordnung: mit Vortrag des Herrn Bölsche über„Darwims- mus", Äufnahme'neuer Mitglieder und Bezahlung der Beiträge, Verschiedenes. Zum 1. Punkt hielt Herr Bölsche einen von der Versammlung mit großem Beifall entgegengenommenen Vortrag. "um 2. Punkt wurde den Kollegen in einer 10 Minuten langen nufe Gelegenheit geboten, sich in den Verband aufnehmen zu lassen und ihre Beiträge zu bezahlen. Unter„Verschiedenes" wird ein Antrag angenommen, nach welchem der Ueber- schuß der stattgesundenen Tellersammlung den streikenden Militärschneidern überwiesen werden soll.— Ein Antrag, daß die Arbeiter nur solche Hüte kaufen sollen, die mit der Ärbeiter-Kontrolmarke versehen sind, wird gleichfalls an- genommeii. Mit größer Entrüstung nahmen die Amvesenden von der plötzlichen Entlassung des 67 jährigen Schneiders Anton Friedrich Kenntniß, welcher seit 31 Jahren bei dem Schneider- meister Friedrich Wille, Brüderstraße 39, zur vollen Zufriedenheit des Meisters gearbeitet hat, denn in dem Entlassungsschein sagt derselbe:„Ich bin mit seiner Führung und seinen Leistungen sehr zusrieden". Es werden hierdurch für die Arbeiter die Handluugs- weisen und Bestrebungen der JnmingZineister genau gekennzeichnet. Herr Friedrich, welcher in der Versammlung zugegen war, spricht seinen Dank für die Theilnahme der Kollegen an seinem Schicksal aus. Nachdem die Anwesenden noch aufgefordert wurden, den bestehenden Arbeitsnachweis und nicht die„Volkszeit, mg" zn be- mitzen, wurde die Versammlung mit der Ermahnung, den 20. d. uar für einen Feiertag zu halten, geschloffen. D,,»»rlke Stiftnngvfrst deo Urreina der Dinnen- uiäntelschueider nnd der in der Bekleidungsindustrie beschäf- tigten Arbeiterinnen fand am 10. d. M. in Sanssouci statt und verlief dasselbe in bester Harmonie. Frl. Wabnitz verschönte das fest durch Ausführung lebender Bilder, die den Ernst der Zeit entlich bewiesen; eS waren( die Hausindustrie, die vier Jahres- zeiten und die Achtstimdenbeweginig, die mit großem Beifall auf- aenornrne» wurden. Festrede wie Prolog, erster« von Frau Ihrer, letzterer von Frl. Alma Chayn, gesprochen, zeigten, daß uns nur die gleiche Roth und das gleiche Elend zusammengeführt hätten, und daß die Männer erkannt haben, daß ohne die Mitarbeit der weiblichen Kollegen nichts erreicht werden kann. Jede Anwesende fühlte das Band, das alle Arbeiter verbindet, das Band der Solidarität. »'. T>j' T* V«!>Ier»,er.>m»ilunae>, (in* tliidiN au> MUlnioch, de» i. Sanssouci, jkultbulerslr. i. R-f-n-ni W. Werner. �| 2m«t tvtt» U«ich»tns»- iwi Sicfmm Irl» igertundlqung Qoel'ä Salon, lannl ccmachi, »ff«„KI dl» k" »t« 4. epnUnee 10. b. Ml»., flott* fiteit), Slaunynstr. 25. jubeli.»lelclijeittg macht umcrjoldmeuv bekannt. bah«ne be« WahlrefnUals am Tage bei* Wahl eine Aerfammlung Ii, früher Keller, AndrcaSffr. 21, ffftllftuDcl.— Ferner lolib heda h für«erlrauenoleiite, sowie für alle t «flV auf Tlvo iufflon. statt. i, den d.M.. ortrag. 2. TüS- ftnbei Tellerfanunlung rit»e»ffentilch« ZUliitlileruerkninmIuna am Mllfw voll(ftrnubetg). Ndenb» sx Übt, lanegoiamuig: i. .«. VerfchledeneS. Zur Dickung der Unloste» ftnh ""«»ffentllche Ubihleeverkamniliins be»>. Berliner NelchziagS-Wahf- krelfe» am Mittwoch, den l? Februar er.. Adenb»„Hr. In Scheffer*» Safon, gnfelstr. ,o. �agelorbnung i> Die bevoriiehenbe» Meichslagoioal�en. leferenl rcl fchiebent». in der Bevfammlimg bekannt gegeben,». DlSlulston. 8. wer» WvoK» SffciitUriie W.ililorurvl'iiittttll«»« ic® 6. fficrttnet NelchZtaaZ- SSaljltvcifcB am Mittwoch, den 19. Februar, Slbendz 8 Hör, in bor VolrZ- Brnuerei, Att-Moabti<7— 48. Tagesordnung: 1. Bestrebt die SoUaldemo- kratic den Umsturz? Res. Dr. Bruno Wille. 2. Diskussion.». Verschiedenes Alle Wähler ohne Uulcrschted der Parletrichtung sind hiermit eingeladen. Grohe Wliihtervers'aniHilnngen i>io _ W. W..... WWW.. i>c» 41. tlerliner Zicicho- tays-MohlKrriv am Mittwoch, den 19. d. M., Abends 8% Uhr: i) Ziu Solale des Herrn Nehlitz, Bergstr. 12. Tagesordnung: i. Die bevorstehenden ReichstagSwahlen. 2. Dtslussion. S. Verschiedenes. Referent wird in der Versammlung belannt gemacht. Zur Teilung der Unloslen sindet Teller- sammlnng statt. — 2) In Fansimann'S Salon, Invaliden str. 144. Tagesordnung: 1. Die bevorstehenden NeichstagSwahIen. 2. DiSlussion. 3. Verschiedenes. Teller- saimnlnng sindet statt. Die Belanntmachung dcZ. Wahlresultates sindet am Donnerstag, den 20. Februar, Abends 8% Uhr, in folgenden Lolalen statt: i. Deutsches Bolls- thcaier, Schönhauser Allee 166; a. Lchmann's Salon, Schwedterstr. 24; a. Keller's Salon, Bergstr. OB; 4) Nehlitz Salon, Bergstr. 12. Drei itvostr öffrntliche Wöhlrrvrrsoinnilungen de» C. Herliner N»illi»i»a»-U>»Ii!Ilr«isro am Mittwoch, den 19. Februar, Abends 8% Uhr, ig: l. Am Vorabend des stussion. 3. Verschiedenes. W» in Weimann's Volts- garten(Gesundbrunnen), Badstrasie, Vcrlündigunq des WahlresultatS. — Donnerstag, den 20. Februar, Abends 8% Uhr, in der Norddeutschen Brauerei, Chausfeestrabe, Verkündigung des Wahlresultgts. Grolle ösfentliche Wählervorsainniiniig für.Schöneberg und Um- hegend am Mittwoch, den 19. Februar, Abends 8 Uhr, in der Schloßbrauerei ju Schöneberg. Tagesordnung: Die bevorstehenden RetchStagsmahien. Re- ferent wird in der Versammlung belannt gemacht. Diskussion und Ver- schiedenes.— Es ist Pflicht eines jeden Wählers, in dieser Versammlung zu erscheinen. — Donnerstag, den 20. Februar, Abends 8% Uhr, in der Schloßbrausrei zu Echöncbcrg: Verkündigung des Wahlresultats und Verschiedenes. Die Mitglieder de» Hoiiatdeinoliratilche» Krle- und Disk»tirkl»b» Zlassnile werden ersucht, heule Abend von 8—9 Uhr wegen der Wahl sich Euvrystr. 10 einzufinden. Am Freitag, den 21. d. M., Abends 8'Uhr, Versammlung daselbst. Gäste durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Äomoopatliiselier Derri» Kahnemann. Abends U Uhr, Leistmann'S Lokal, Brunnenslr. 9. Gesang-, Tür»- und gesellige Dereine am Mittwoch. Männer- aesangveretn„Jugendlnst" Abends s% Uhr im Restaurant Passod, Garten- ftraße 162.— Männergesangverein„Cäcilia" Abends 9 Uhr im Restaurant «openickerstr. 127».— Gesangverein„Männerchor Linde" Abends 8% Uhr im Restaurastt Haller, Raunimfir. 70.— Männergesangverein„Sangcssieude" Abends 9 Uhr im Restaurant Musehold, Landsbergersir. 31.— Gesangverein „Frena" Abends 8)s Uhr im Restaurant Benecte, Große Hamburgerstr. 1«.— Hupperttsche Sängerveretniguna jeden Mittwoch nach dem Ersten im Monat, Abends 9 Uhr im Restaurant Heise, Lichtenbergerstr. 21.—„Seeger'fchcr Ge- sangverein" Abends 9 Uhr im Restaurant Schulz, Prenzlauersir. 41.— Gesangverein„Schwungrad" Abends 8� Uhr im Restaurant Sahm, Annenstr. 16.— Männergesangverein„Lorbeerkranz" Abends 9 Uhr im Restaurant kiarsch, Oranienstr. 199.— Gesangverein„Rord-Jubal" Abends 9 Uhr in Vettin's BierhauS, Vetsranenstr. 19.— Gesangverein„Unverzagt" Abends 9 Uhr iiöp- nickerstr. 127a bei Greving.— Männergesangverein„Schneeglöckchen" Abends 9 Uhr im Restaurant Doberstcin, Mariannenstr. 81—32.— Gesangverein „Sängerrunde" Abends 8)j Uhr Buckowerstr. 9.— Verein„SangeStreue" im Restaurant H-nkek, Brüderstr. 20 I. UebungSstunde von s%— 11 Uhr Abend». — Gesangverein„Bruderbund" Abends 9 Uhr bei Pätzoldt, Reichenberstr. 16. — Männergesangverein„Schneeglöckchen" Abends 9 Uhr Sitzung im Nestau- ranl Stehmann, Melchiorstr. 10.— Lübcck'scher Turnverein(1. Lehrlings- Abtheilung) Abends 8 Uhr Elisabethstr. 67—68.— Turnverein„Wedding", Panlstr. 9. Männerabtheilnng von 8�—10% Uhr Abends; desgleichen 1. Lehrlingsabtheilung von 8—10 Uhr Abends.—„Mehr Licht", Verein für Scherz und Ernst, Abends 8)s Uhr im Restaurant Held, Fruchtstr.»ca.— Schlesischer Verein„Holtei" Abends 9 Uhr im Restaurant Gehlt, Prinzen- ftraße 106.— Bergnügungsvcrein„Fröhlichkeit" AbendS 9 Uhr im Restaurant Säger, Grüner Weg 29.— Wissenschaftlicher Verein für Roller'scher Steno- graphie Abends aZ Uhr im Restaurant Bsese, Alte Schönhauserstrabe 42 Unterricht und UebungSstunde.— Roller'scher Slenographenverein Süd-Berlin Abends sli Uhr im Restaurant Prinzcnstr. 97, Sitzung und UebungSstunde.— Arcnds'scher Stenographen-Verein„Amicitia" Abends 8)s Uhr im Restaurant Vehrcnds, Schönebergerstr. e.— Arends'scher Slciiograpyenverein„Philia" Abends 9 Uhr im Restaurant„WilhclinSgarlen",jkochsir. 7.— Stenographische Gesellschaft Arends im Restaurant Bürgergarten. Ltndenstr. 105. Unentgell- licher Unterricht und Uebung.— Berliner Rauchtiub„Wranqel" Abends 9 Uhr im Restaurant Foge, Köpnickerstr. 191.— Liauchtlub„Havanna SO" AbendS 8!{ Uhr im Restaurant Pasyoidt, Reichenbergerftr. is.— Rauchtiub „Gemiithlichkeil" SlbendS 9 Uhr im Restaurant Achssl, Köpnickerstr. 161.— Ranchtlnb„Columbia" Abends 8% Uhr im Restaurant Beger. Prinzenstr. 96. — Rauchllub„Frisch gewagt" Abends 8% Uhr im Restaurant Tempel, Bres- lauerstr. 27.— Rauchllub„Bnllan" Abends 9 Uhr im Restaurant Schulz, Gräsestr. 82.— FriedrichSberg. Rauchllub„Nordstern", Lippe's Rcstauranl, Friedrich-Karlstr. Ii.— Bergnügungsverein„Fröhltchleit", gegründet 1880, AbendS 9 Uhr, Grüner Weg 29.—„Pollack-Club-Eintracht", jeden Mittwoch, AbendS»!f Uhr bei G. Thiel, Wienersiraße 68.— Gesangverein der Tapezirer Berlin«, jeden Mittwoch Restaurant Seijdelslr. 30, von 9—11 Uhr Abends.— UnIerhallnngSverein„Harmonie". Sitzung Abends 9 Uhr DreSdcnerstr. 119 bei Weicht.— Tambourvercin„Efcisioi", 8% Uhr. UebungSstunde bei Böhl. Rndersdorferstr. 8. Ausnahme neuer Milglieder.— Männergesangverein „Liedesfreiheit", Abends 8jj Uhr im Restaurant Henle, Blumenstr. 38. Depefikiett. (Wolsss Srlegraplfeu-Knrrik«».) Paris, 17. Februar. Der„Temps" schreibt das Wahlrefultat Sonntag der bisher seitens der 5ianimer bei den Wahl- priisungen geübten Willkür zu. Die Abstimmung zeige, daß Paris r------ v._«.....'■'b Abnahme der keine besondere immer in der Opposition sei; übrigens beweise die Abnahme der Bethciligung seitens der Wähler, daß den Wahlen' Bedeutung beigelegt wurde. Volosca, 18. Februar. Graf Julius Andrassy ist heute Morgen 3 Uhr gestorben. zlew-Nork, 17. Februar. Aus Rio de Janeiro ist heute ein Dampfer hier angekommen mit S1 Personen, größtentheils Deutschen, an Bord, welche nach Brasilien ausgewandert waren, aber jetzt enttäuscht zurückkehren. Briefkasten der Redaktion. Set Anfragen bitten wir die Abonn-ments-Quitlung beiz»!»» Antwort wird nicht ertheill. � £. K. Wir theilen die Zahlen am Wah"°» Stelle mit. in Lr. 43, Ii- Fah»- h-ch! Nun schaart Euch dichter! Hört �hr» Ein and'rer Wind kam über Nacht. Die Fahnen hoch, daß sie sich bausche» Und stolz verkünden uns're Wacht! rr..■ i____ cj.'l Daß in der Llist, der frühlingsklaren, Die Welt der Wahrheit Wappen sieht! Blast laut in schmetternden Fanfaren Des Rechtes urgewaltig Lied! O, wie sich drängt des Blutes Rolle», Das nur der Sieg zur Ruhe dämpft! Es muß ja siegen, was wir wollen, Weil es um Menschenwürde kämpft. Seht Ihr erbeben, die Euch quäleiz, Herzlos erzeugend bittres Leid? Wir werden es herunterschälen, Der Selbstsucht schnödes Stachelkleid. Hoch schwillt die Fluth. In Lüften Aufflammt es riesig, lichterloh, Noch aus der Jahre zweitem Tausend terwinkt's, entschleiert, zukunftsroh. en Müttern dankt, daß Ihr geboren In dieser wogenhohen Zeil, Denn Ihr sollt finden, was verloren! Den Edelstein der Menschlichkeit. M«' täglich SJ Ä"iertelj 'on Zinim S..I® Mit Eisenschuh'n an festen Füße» >er Geschickt Klirrt der Geschichte Männertritt. Wir sind die Welt und jubelnd grüßen Wir den vollendet neuen Schritt. Die Augen auf, Ihr Schivcrtgenossen! Ein qanzer Sieg muß unser sein. Die Fahnen hoch und treu geschlossen Zum Weitermarsch die vollen Reih'n! 6. IRFaMkpeäs. Diejenigen Genossen, welche am Tage der Wahl thätig sein wollen, haben sich außer nach dem Zenti aü-Bureau, posrn- u. Zlene Friedrich- ftraßr»»-Eckte fü» himais), nach folgenden Lokalen zu wenden(Morgens 8 Uhr); A. Lange, Stvalnner- nnd Wa»s«nstr»K»i»-Gl� Sonnabend, den 22. Ben-ÄIi-Bf!1 Vorstellungen eghptisjhell mh l» WKW? 32 Einzig in di>, .D-r Wl was c % «u, die 1 Ter letz Die Be ° von E ' Quit & »in gen sein®!!' Möbel, Spiegel Polsterwaa�11' reelle Waare,—.— Ganze Auoftattnnge»'-,1 und Nußbaum. KucheuU'..- Auswahl empfle? Franz Tntz0 Köpniclcerstr. 24. nahe d Achtung! Kein-..i nur eigene Fabrikation, J 1 M. Garantie rein J Tabake, 1437 Rippentabak 2 ft «. F. AiueAl Kottbuserstr.�j-s Gelegenheit«**. sehr billig Chemisetten � >lll> ic.,» schuhe, imitirte Schmu und Damen, Baumwolle bnrgstr. 33, 3 Tr. get� Prellj. Lotterie- offer. z. 1. Klasse Va 5JM Vl6 3,50|«., V32 1,25 Pttt,;,, Alle 4 Klassen Va 30 M.« gesch.,Berlin,JohannlsstrL Tüll- Card� Fenster 2, 3, 5, 8 Mk. jf Fabrikoerkaus Jimmerstk' Hof park.__ I Mi Empfehle mein Wlli- im) Saitifl'L- A. Brosch, WilhelmsllW u. Zimmer sür Vereine, �- weis u. s. w.__ Frisch auf meine Gäste zur Wollen sehen, wer gut —----—_------ Im Sommorlold'schen vier> Liegt das" 1428 Ulrielzrnee Sie| "Ny Ü D Kind Größere, mittlere und WV nnngen. sämmilrch mit sepv.■ und allem Komfort prelswr'— tsl lleine Schnlzeudoiierstr. 18 Freundl. Schlafstelle s. 2 HÄ sol ftraße 102, Hof 2 Tr.beiW�� Frau " Vttlifp Einen Sohn�achtbarer Elss� hat die Buchbinderei zu S. I. Saalfeld, Prinzessin� t ort Der Arbeitsnal Klavierarbeij� befindet sich Uannqnstr»?� Winzer. Die AdressenaU�f jeden Abend von 8—3'" Sonntags Vormittags vo» l Uhr, sowohl an Mitglieds ai NichtMitglieder unenigellli«� Die Arbeilsvemittelungs- vie kleine % L$i Na °°rga < und J i Verantwortlicher Redakteur: Cur* Saake in Berlin. Druck und Berlag�von Mar Kading in Berlin SW., Beuthstrahe 2. Seit kC