Si® r und S0 Tr. � arg, 0 Metea(34 Sommbeud, dnt AI. Fedvuar 1899. y. Jahrg. Hrgan für die Znlerefsen der Arbeiter. Irj«! iSfltii jm. Das..Berliner Mu«°uher„ach Sonn- und....... SoniMno« o» � 4 Mark, monatlich 1,35 Äark, wöchentlich 35 Pf bltion aimmlfe"?1" mit den,„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Bei 3lb�..... a � 44 l Mark pro Monat. Postabonnenient 4 Mark pro Quartal. "4 Ättoirt' Jetl:?S.?n m der Poftzeitnngspreisliste für 1890 unter Nr. 892.) � anglich unter Kreuzband durch unsere Expedition 3 Mark pro Monat. Sr Berliner Volksblatt" Festtagen. AbonnemenISpreiS für Berlin frei Pf. Einzelne Nummer Abholung aus unserer ,.. Jnsertionsgebühr betragt für die S gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Verein«- und Versammlung«- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bi« 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SV'., Annmerstrage 44, sowie von allen Zlnnoncen-Bureaux, ohne Erhöhung de« Preise«, angenomnrer. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittag«, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. «'« Fernsprecher: Amt VI. Zlr. 410(1.«» VedAktion: VvnthpkvaHo 2.— Expedition: Jimmerpteotze 44. ,nK% St. ,, 3c»« i W s? avlj dsv iDolfll H uns?en°"'vorläufigen Informationen hat die MWS-- mr\ O Y—-"-- ;.v Aa Ofto UtUl wvnc UIC llüiy' r, Lebensbedürfnisse vertheuert und seine poli rechte eingeschränkt und vemngert haben. r w r Ausspruch des Herrn Ministers Herrfurth, b.J6 sajlaldemokratischen Abgeordneten als die Vcr» 'b Arbeiter bezeichnete, welche nicht arbeiten W�ie gebührende Antwort gefunden, und wenn J« ist« nur auf Berlin und Hamburg hlickt. ' finden, daß nach seiner Theorie in der Hansa- ..., rW,,] 5n zirka 44 000„fleißigen und arbeitsfreudigen" i[La 647„Nichtsthuer" aufmarfchirt sind, und daß Um» Don 96 000 Bekenner» der heutigen Wirthschafts- ,2 r unter welchen übrigens 61 000 fortschrittliche 14» 1., M befinden— fast 127 000„sozialdemo- Unx- �fcheue" gegenüberstehen. mm\ wie aus Berlin und Hamburg, so schallt es aus großen Städten in frohem Siegesklang; das i' b- 6®oIf hat feinen bisherigen Verketern eine � oo>''� �anZ�ugthuung gegeben, der Zuwachs an sozial. obl ff' �"lchen Stimmen, die Verniehrung der Mandate legt«®| i i'u Herrn Minister des Innern ein Beweis dafür ttüA QJ sein Wort die vernichtendste Widerlegung ge- 9 j I 99 "hotte. �|. lr geben in Folgendem eine Zusammenstellung der :n ,mnnt gewordenen, unsere Partei betreffenden : die Liste macht keinen Anspruch auf Voll- �klt, aber sie giebt bereits annähernd ein Bild von :l%n. welche die sozialdemoktratische Partei der ! o,? Thätiakeit ihrer Parteigenossen zu danken hat; 'ar uut den uns bis jetzt bekannt gewordenen sozial- Mischen Stnnmen finden unsere Leser in der Bei- ** Blattes. elstr. K m W Im ersten Ansturm nahmen wir die Wahlkreise Berlin IV, Berlin VI, Hamburg I, II und III, Altona, Magdeburg, Elberfeld-Barmen, Solingen, Greiz, Gera Leipzig-Land, Glauchau- Meerane, Chemnitz, Zwickau� Werdau, Mittweida, Stollberg-Schneeberg, Nürnberg München I und Mühlhausen im Elsaß. Zur Stichwahl kommen wir nach den bis jetzt vor- liegenden Nachrichten in: Königsberg i. Pr., Breslau Ost und West, Frankfurt a. O., Stettin, Randow-Greiffen- Hägen, Berlin II, III und V, Lübeck, Flensburg, Bremen, Hannover, Halle a. S., Zeitz, Leipzig-Stadt, Branden- bürg a. H., Gotha, Kassel, Frankfurt a. M., Hanau, Mainz, Köln, Darmstadt, Düsseldorf, Lennep-Mettmann, Mannheim, Pforzheim, Ludwigshafen. Stuttgart München II, Neichenbach- Neurode, Kottbus- Spremberg, Würzburg, Fürth, Schwarzburg» Sondershausen, Dortmund, Neu- Haldensleben, Offenbach a. M., Braunschweig, Kiel u. a. m. Der 20. Februar 1890 wird ein Merkstein sein für die politische und soziale Umgestaltung Deutschlands, er hat gezeigt, daß eine stets wachsende, den sozialdemokra tischen Ueberzeugungen ergebene Schaar bereit ist, alle Kraft einzusetzen für die Verwirklichung der wcltbefreien den Gedanken des Sozialismus, er hat gezeigt, daß die Massen begriffen haben, von wem und durch was sie einzig und allein die Verbeffening ihrer Klassenlage zu erwarten haben. Der gestrig« Ruhmestag legt unS jedoch auch Pflichten aus; ein schwerer Kampf harrt der sozialdemokratischen Vertreter im Reichstage, eine harte Arbeit wird es sein, den herrschenden Klassen, welche noch immer die Majorität im Parlament, und damit die Klinke der Gesetzgebung in der Hand haben, diejenigen organischen Einrichtungen ab zuringen, welche geeignet sind, bessere Lebens-, Arbeits und Lohnbedingungcn für die arbeitenden Klassen anzu bahnen, und namentlich schwer wird es sein, die ttesen Wunden, welche der Kartellreichstag dem Volkswohle in wirthschaftlicher und polittscher Hinsicht schlug, zu heilen. Die sozialdemokratischen Abgeordneten des neuen Reichstages werden, deß sind wir sicher, ihre Schuldigkeit thun; sie werden die Forderungen der Arbeiterklasse zun: Ausdruck bringen, sie werden den herrschenden Parteien und Klassen zum Bewußtsein bringen, daß sich die in Roth und Elend befindlichen Volksmaffen nicht mehr mit Ver- sprcchungen abspeisen lassen und daß die arbeitende Majorität des Volkes von den Gesetzgebern die Erfüllung ihrer Ansprüche verlangt. Möge der 20. Februar d. I. zu einem Wendepunkt in dem Geschicke des bisher nur ausgebeuteten Proletariats werden, für uns ist er ein Tag schönen Ersatzes, der uns anspornt, weiter zu streben und der unsere Ueberzeugung 4«»ttotjn lenilleton. ten.]- S Sie Uorstadt St. Antoiue. lLS ...». Historische Erzählung ;°ny Rövillon aus den Jahren 1789—1792. >. Deutsch von Ludwig Knorr. tzk,«»% e kleine Jenny triumphirte, daß die Ehre der Vor- cmttktwM. lU*> � betrachtete wie eine Vestalin, die den Zirkus- � 4, zusah, mit wogendem Busen und geöffnetem Munde m*«»--- solch , ei»« ff,,, ueue Schauspiel. j Reffen war es dunkel geworden. Lichter blitzten KffUen auf der weiten Fläche und nahe Musik klang ltawit! Leute aus den Vorstädten eröffneten mit aus- ? in �kleideten Mädchen dön Tanz. Ein seiner Staub tle �uft. Unter dem klaren Himmel erschienen die jAwarz. Die Tänzer begleiteten das Orchester mit besänge. Eine heiße Luft umgab die erhitzten Das macht nichts, sagte die kleine Jenny, ich muß lg machen. "d indem sie die Schleppe ihres schönen Kleides ben Arm nahm, begab sie sich in den Kreis der lue sah dahinter stehend ihrem Tanze zu. schönen, jungen Frau war das Blut in die geschoffen, ihre Augen schienen sich vergrößert zu haben und die Lippen bewegten sich, als wollten sie geheime Wünsche aussprechen. — Henri, es ist Unrecht was ich Dir sagen möchte, aber ich kann nicht anders. Es giebt Augenblicke, wo mir ein stilles Glück nicht genügt. Ich möchte mich in den Tanz stürzen, wie diese Mädchen!... Ich bin berauscht! Henri, verlasse mich nicht. Wenn Du zur Armee zurückkehrst, nimm Deine arme Jane mit... Ich bin nicht stark!... ich bedarf einer Stütze und eines Gebieters. Diese Luft be- täubt mich. Die Musik reißt mich fort. Ich habe den Drang nach Vergnügen, wie diese Menschen... Ich wünschte, alle menschlichen Wesen besäßen nur«in Herz uno dieses Herz würde für mich schlagen!... Ich tauge nichts denkst Du?! ich werde Dich unglücklich machen! Und den- noch liebe ich Dich. Der junge Mann war in der That nachdenklich geworden. Er legte die Hand Jane's in die feinige und führte sie von dem Tanze hinweg. Er glaubte, die Erregung würde ihn fortreißen Jane entwürdigende Dinge zu sagen, sie vielleicht zu schlagen!... Stumm blickte er vor sich hin und kämpfte gegen fem grollendes Herz. Vor sich sah er die Natur in üppiger, schwuler Ruhe liegen; die schwarzen Bäume schienen zum rlaren Himmel emporzustreben. — Sei wie eine griechische Braut, sagte er zu ihr, in- dem er sie sanft in seine Arme zog, und tritt nicht eher in den heiligen Hain, bis Dein Gatte zurückgekehrt ist. Er zog sie fester an sich, und küßte ihre feuchte Stirn! — Ich liebe und glaube an Dich!..... Der heilige Michael. Die Heiligen waren zwar unterdrückt, aber die Menschen trugen noch immer ihre Namen. Daher feierte man festigt, daß die Zeit des ganzen vollständigen Sieges unserer großen Sache nicht fern ist.| Wir kennen keinen Stillstand; der vorgestrige Siegestag mahnt und verpflichtet uns, weiter zu arbeiten unsere Parole ist und bleibt: Vorwärts! und in diesen»' Zeichen werden und müssen wir siegen! Vorwärts! Volikifcho Mevsvfichck. Wie die»atioualliberale» Geosiittdustrielle» in Wahr» heit zu den kaiserlichen Erlassen stehen, ergiebt ein Artikel der„Eisenzeitung", Organ des Vereins Deutscher Eisen- gießereicn. Derselbe spricht die Ueberzeugung aus, daß bei den Erlassen„so gut wie gar nichts herauskommen werde". Es wird sich herausstellen, daß das, was überhaupt zu Gunsten der Arbeiter geschehen kann, nicht nur längst in sehr großem Maßstabe vorhanden ist, sondern daß die In- dustrie ohne gesetzlichen Zwang viel mehr gethan hat, als das, wozu sie gesetzlich jemals angehalten werden kann. Es ist dadurch zwar nicht die Zufriedenheit, wohl aber die Be- gehrlichkcit der Arbeiter gewachsen. Die Sozialdemokraten halten sich bereits für eine Art Regierungspartei, oder dort» für eine folche, der in nächster Zeit der Staat auf Gnade und Ungnade ausgeliefert werden muß. Die Industriellen sehen niit Bcsorgniß, wie dieser Großmachtskitzel d er S o z i a l d e m o k r a t e n seineNahrung an- scheinend von einer Seit« findet, welcher in erster Linie die Erhaltung de» Gesellschaftsordnung oblieg:. Wahrscheinlich folgt auf diese Strömung sehr bald eine scharfe Reaktion, sobald die Unmöglichkeit erkannt wird» aus dem betretenen Wege zu einem praktischen greifbaren Ziele zu gelangen," In offiziöse» Kerichten wird fortwährend die Frage behandelt, ob Fürst Bismarck das preußische Minister- Präsidium niederlegen werde. In einem gleichlautenden offiziösen Briefe des„Hamb. Korr.", der„Schles. Ztg."' und der„Elbers. Ztg." wird es als„nicht möglich" be- zeichnet,„daß demnächst auf die dringende Bitte des Fürsten um Erleichterung der Geschäftslast ein Wechsel im Präsi- dinm des preußischen Staatsininisteriums eintritt und damit ein Zustand wiederkehrt, wie er schon einmal vor 17 Jahren bestanden hat". Der Schluß der Auslaffung lautet: Würden sich die aufgetauchten Muthmaßungen über Rück- trittsabsichten des Fürsten Bismarck bestätigen, so wäre wohl sicher anzunehmen, daß der gcaenwärtige Vizepräsident Minister von Bötticher, seit einem Jahrzehnt der intimste Mitarbeiter des Reichskanzlers in der inneren Politik, zum Präsidenten des Staatsnunisteriums aufrückte. Ein Wechsel der Politik würde dann eben so wenig und noch weniger zu gewärtigen fein als 1873, und die Zusammengehörigkeit der Aufgaben im Reiche und in Preußen würde keinen Schaden leiden. Der maßgebende Mann bliebe doch der Reichskanzler, imd die Nation, welche wünscht, daß Fürst Bismarck es so lange bleibe, bis die mensch- liche Natur ein Ziel setzt, darf sich keinen Besorgnissen hingeben, auch in den Familien, deren Haupt den Namen Michael führte, den Tag des Heiligen, trotzdem der 29. September zum 8 Vendömiaire geworden war, und der Erzengel niit dem Schwerte der Amarante Platz machen mußte. Nach dem republikanischen Kalender, der die Heiligen männlichen Geschlechtes durch Früchte und die weiblichen durch Gemüse ersetzt hatte, war der Vorabend des Tages der„Rübe" ge- weiht. Die Kinder schenkten ihren Eltern, trotz dieser Metarmophose, nicht weniger Bonquets und man wünschte sich unter herzlichen Umarmungen nicht weniger Gutes. Trotzdem die kleine Jenny eine so gute Patriotin war, wie man sie sich nur denken konnte, hätte sie doch um alles in der Welt nicht vergessen, ihren Vater am 28. September zu beglückwünschen. Auch vernachlässigte sie an diesem Tage ihren Kokarden« Handel und begab sich schon früher mit dem großen Korbe auf den Heimweg. Nichts war zu jener Zeit schwieriger als Einkäufe zu machen. Das Maximum regierte bereits. So vorzüglich die Assignaten im Anfange ihren Zweck erfüllten— da sie nur den Werth der Nationalgitter ausdrückten— so sehr waren sie jetzt in Mißkredit gekommen, weil die Güter unproduktiv blieben, und die Summe der umlaufenden Assignaten immer größer wurde. Während der Konvent auf den Augenblick wartete, wo er die Assignaten zurückziehen konnte, war er gezwungen, einen Zwangs- kours vorzuschreiben und so ihre Entwerthung gesetzlich an- zuerkennen. „Soviel Lebensmittel dürfen nicht mehr als so viel in Assignaten kosten" hatte er dckretirt., Das war das Maximum. «venn Enmchtnnzen getroffen werden, damit durch Erleichte- rang der umfassenden Thätigkeit, wie sie nie einem Staats- mann vdgelegen, für Erhaltung der unschätzbarsten Kraft ge- sorgt sei. Auch die Nationallibcralen fangen an, sich mit dem Rücktritt des Kanzlers zu beschäftigen. So führt die„Rh.- Wests. Ztg.". das Organ der Zechenverwaltungen u. a. folgendes aus: Während Alles auf die Anregung und Entscheidung des Kanzlers harrt, er mag u> Berlin over fern auf den« Lande sein, Mnihon hioSnit****.-w.~ � , r." i vv-vwim vvci ciu NU oem S v ai ctb?n nachgerade vielfach aus. Wenn di L» fStrMJS* hs*Lm M>»##* , y—,—-w/(V4V|*. mm«-»u» l e nerlt, daß die auswärtigen Angelegenheiten für ihn in seinem Lebensalter eine ausreichende Beschäftigung seien. Es ist also fem Mangel an der dein Begründer unseres Nationalstaates schuldigen Ehrfurcht und Dankvarkeit, wenn man sich eingesteht, daß ein Staatsmann von 75 Jahren nicht noch lange Zeit der eigentliche Leiter aller Ressorts im Reiche und in Preußen, mit Ausnahme des Heeres und der Marine, wird sein können, wie es Fürst Bismarck fnnfirhtfiA----- f~* fV•' 4r>'o"■WVV»V» Lk/ vm«VUlltJl, jVuxft �lslnarck hrnstchtlich aller grundsätzlichen Fragen seit vielen Jahren ftt. VieUeicht der entscheidende Punkt aber ist, do « 1? O yt y i• i � f\t%«« a& CO.. j-____ v M,. -----"J- � � V» w»» w V4 V V V L 1 1 y da�A TV IX einen jungen, von Liesormgedanken in den verschiedensten Be- Ziehungen erfüllten Dtonarchen haben, daß die Krone jetzt nicht für den Stillstand ist, welcher in den letzten Lebensjahren Kaiser Wilhelms I. aus manchen Gebieten, in Preußen noch mehr als im Reiche, eingetreten war. Ein Herrscher, wie der jetzige Kaiser und König, braucht Rathgeber, welche allezeit bereit und vermöge des erforderlichen Maßes von Selbst- ständigleit im Stande sind, rückhaltlos auf die Erörterung der Joeen des Monarchen einzugehen, gleichviel ob sie denselben im einzelnen Falle zustimmen oder widersprechen. Jetzt fehlt es daran so gut wie vollständig, da die Ressortchess sich in jeder grundsätzlichen Frage unbedingt abhängig von dem gleichwohl einen großen Theil des Jahres abwesenden Kanzler fühlen. Geht «r selbst mit dein Plane um, dieseiu Stande der Dinge abzu- heljen, wie es die offiziösen Andeutungen annehmen lassen, so wäre das ein neuer Beweis seines Patriotismus, der Richtigkeit des Wortes, welches er einmal gebraucht hat:„Das öffentliche Wohl sei der einzige Kompaß für ihn." Jndeß möchten wir kaum glauben, daß eine rasche EnNvrckelung in der erörterten Richtung bevorsteht. Es ist möglich, daß eine Trennung der Leitung der preußischen und der Reichsangelegenheiten schließlich als der einzige Ausweg aus den praktischen Schwierigkeiten erscheint; aber auch ihr stehen Bedenken entgegen, die man sicherlich erst sorgsam prüfen wird." Dom Ztnnlaratst soll nach den„Berl. Pol. Nachr." auch noch der Gesetzentwurf, betreffend die Schiedsgerichte und Cinignngsämter, mitgctheilt werden, obwohl derselbe vom Bundesrath bereits genehmigt ist. Die Mitthellung soll ge- schehen, weil, wie es etwas unklar heißt, die Beschluß- safftmg deS Bundcsraths die Voraussetzung für manche von dem Staatsrath abzugebende gutachtliche Aeußerung bilde und das der Beschlußfassung des Bundesraths zu Grunde liegende Btatertal für die Arbeiten des Staatsraths nutzbar gemacht wer- den soll. Giftgrfrts. Schon am Schlüsse des Jahres 1888 war von der zuständigen Reichsbehörde an die verbündeten Negierungen die Anfrage ergangen, ob es nicht angezeigt erscheine, nachdem die kaiserliche Verordnung vom 4. Januar 1875, betreffend den Verkehr mit Zlrzneimittelu, einer Revision unterworfen worden, ein einheitliches, für das ganze Deutsche Reich giltiges Gistgesetz zu erlassen. Dem Vernehmen nach sind inzwischen diese Arbeiten weiter gesördert worden und unterliegen die eingegangenen Vor- schlüge gegenwärtig einer eingehenden Berathung bei den be- treffenden Reichsbehörden. Die Erörterungen sind bereits soweit vorgeschritten, daß die'Aufstellung eines Gesetzentwurfs über den Verkehr mit Giften in nicht allznferner Zeit zu erwarten sein dürfte, Zur Uaturaesichski/te de« twihoit Kespoustr».. Wie es sich mit der gruseligen Lindeuaucr Versammlung, die in der ganzen Kartellplesse herumspukt, in Wirklichkeit verhielt— daß besoldete Agenten der Ordnungspartei den Radau machten— das haben wir bereits dargelegt. Ganz ähnlich verhielt es sich mit der Staßfurther, die als Seitenstück der Lindenauer Versammlung gegen die sozialdemokratischen Wütheriche von den sanften Ordnungslämmlein ins Feld gcsiihrt wird. Bei jenen„sozialdemokratischen Tumulten" waren nämlich gar keine Sozialdemokraten betheiligt. Die Sozialdemokraten waren in ihrer Versammlung, die in unge- trübter Ruhe verlief. Radau wurde allerdings in Staßfurth ge- macht, jedoch von böhmischem und polnischen Arbeitern, die von den kartellbrüderlichen Grubeltbesitzern dorthin importirt worden sind, um die gebildeten, aber auch einen etwas höheren Lohn beanspruchenden deutschen Arbeiter zu ver- drängen, die, gerade weil gebildet, auch fast ausnahmslos Sozialdemokraten sind. Die Krawalle sind also von den billigen, bedürfnifuosen Musterarbeitern, welche die Herren Kartcllbrüder sich selbst importirt haben, verübt worden.— Zum Kapitel dev ftichsts仫» PottzeiWillstür. Im 17. sächsischen Wahlkreis— Glauchau-Meerane— darf be- kanlitlich Liebknecht nicht sprechen, und das Ministerium hat dies ausdrücklich für korrekt erklärt. Auch Bebel, der unter einein anderen Referenten in der Debatte reden wollte, wird in dem 17. Wahlkreis das Reden verboten. Liebknecht sprach aber am 19. d. in Dresden ganz ullbcaiistandet; desgleichen Bebel in dcni benachbarten Plauen'schen Grund(Ackermaiin- Die Kansleute waren gezwungen, sich beim Einkaufe mit baarem Geld oder Assignaten zum niedrigsten Kurse zu versehen, und weigerten sich, zu dem vorgeschriebenen Preise zu verkaufen, der ihren Nutzen ausschloß. Die Be- völkeruiig wollte und mußte aber kaufen. Darauf flohen die Kausieute und die Konsumenten standen vor geschlossenen Läden; viele starben damals vor Hunger. Und doch traf Niemanden die Schuld an diesem Zustande. Wenn man sich in eine ruhige Zeit hinein denkt, so würden die National- güter ihren Werth bewahrt haben und das Papier, welches diesen Werth rcpräscntirte, hätte weder im Werthe schwan- ken, noch so tief salleu können. Sich im September 1793 mit Brot, Wein, Fleisch, Kaffee und Zucker zu versorgen, hieß fünf Probleme auf einmal lösen— für jeden eine schwierige Aufgabe, ausge« nommeu die kleine Jenny. Diese Schätzcsanimlerin hatte sich vorgesehen und drei Goldstücke gesammelt, von denen sie eins diesen Morgen in der festen Absicht zu sich gesteckt hatte, davon auch nicht einen Sou nach Hause zu bringen. Wie so gelang es ihr, überall schnell bedient zu werden? An allen Kaufläden mußte man Spalier bilden und sie traf als eine der Ersten ein; sobald sie im Innern des Ladens war, wurde sie zuerst bedient. Das Gold bewirkte dies Wunder. So regierte der enthauptete Louis Capet noch„in effigie" in den Komptoirs und bei den Bankiers. Die kleine Jenny kam mit allem versehen zu Hause an: sie hatte Weißbrot, rine Flasche Wein, ein großes Stück Ochsenfleisch, ein Packet Kaffee und— damals das letzte Wort des Reichthums und Luxus— ein Pfund Zucker. In der Wohnstube legte sie«lle diese Schätze auf ein scheu Wahlkreis.) Dagegen dürfte Singör dieser Tage in Dresden nicht reden. Kurz die reine Polizei-Anarchie. Gwe Unterjachuna wegen Majrstätsbeleidigung ist gegen einen bekannten Sozialdemokraten in Frankfurt a. M., v. Brozowsky, eingeleitet worden, weil er in Niederursel in einer von der nationalliberalen Partei veranstalteten Wählcrversamm- lung bei Besprechung der kaiserlichen Erlasse vom Kaiser in ab- fälliger Weise gesprochen haben soll. Ei« erschrecklicher Boykott von oben ist aus Rosenheim, einem bayerischen Landslädtchcn, zu berichten. Diese Stadt erfreut sich einer Garnison von 5 Mann: die Bedienten der zwei Ossi- ziere und drei Unteroffiziere des Landwehrkommandos. Als nun jüngst im Stumböck-Keller«ine sozialdemokratische Versammlung abgehalten wurde, erließ der gestrenge Oberst unverweilt an seine aesammte Truppenmacht das Verbot, den Keller iveiter zu besuchen. Der arme Brauer! Z«r Bekämpfung der Sozialdemokratie soll es nach der „Post" nothwendig sein, daß den Geistlichen noch größere Do- tationen aus Staatsfonds gewährt werden. Gleichzeitig mit der Regelung der Verwendung der Sperrgeld ersonds müßten die Kirchen auch noch für die Ausfälle von Stolgebühren infolge der Zivilstandsgesetzgebung entschädigt werden. Chemnik, 18. Februar. Das hiesige Gericht hat den Zigarrensabrikanten Franz Hoffmann, der von der Sozialdcmo- kratie in einem erzgebirgischen Reichstags-Wahlkreise als Kandidat aufgestellt ist(und jetzt in Stichwahl steht), und den Zigarren- Händler Franz Zeißig, der von der Sozialdemokratie in Chemnitz als Landtagskandidat aufgestellt war, zu 14 Tagen Haft wegen „Verrufserklärung" verurtheilt. Drei andere Personen wurden wegen ves gleichen Vergehens mit einer Woche Hast bestraft. Detckoten sind: 1) durch den Regierungspräsidenten von Frankfurt a. O. das von Maurer, Werner u. Co., Berlin, ge- druckte Flugblatt„An die Wähler des Reichstags-Wahlkreises Landsberg-Soldin" mit den Schlußworten:„stimmt für den Kandidaten der Sozialdemokratie, Maurer Julius Wernau in Verlin. Zionskirchplatz 2";— 2) durch den Königl. Regierungs Präsidenren zu Bayreuth das bei Wörlein u. Co. in Nürnberg gedruckte und verlegte, an die Reichstagswähler des Wahlkreises Rronach, Lichtenfels, Staffelftein, Stadtstemach, Tenschnitz gerichtete Wahlflugblatt mit den Eingangsworten:„Nur noch wenige Tage trennen uns von dem 20. Februar, an welchem die Reichstags- wähl stattfindet u. s. w., und mit der Unterschrift:„Das Wahl- komitee zur Erzielung einer volksthümlichen Reichstagswahl"; — und 8) ebenfalls durch den vorgenannten das bei Wörlein u. Co. zu Nürnberg gedruckte und verlegte, an alle Reichstagswähler ge- richtete und mit den Worten:„Bürger, Arbeiter, Handwerker und Bauern! Am 20. Februar, also in allernächster Zeit u. s. w.," beginnende und„Das sozialdemokratische Zentral-Wahlkomitee" unterzeichnete Wahlflugblatt, in welchem zur Wahl des Buch- druckereibesitzers Hans Wörlein in Nürnberg aufgej ordert wirb. Grotzbritttunie«. London, 19. Februar. Aus der gestrigen Unterhaussitzung sind nur die Acußerungen B a l f o u r s über die irische Politik der Rgierung hervorzuheben. Er erklärte, daß die allerseits zugegebene Besserung der Zustände Irlands nicht dem sogenannten„Herzensbunde" zuzuschreiben sei, sondern der kräftigen Handhabung des Verbrechen-Berhütungsgesetzes, dessen Wirkungen in der Hemmung von Unordnung unb Verhütung nnnöthigen Elends in Irland die besten Erwartungen der Re- gierung übertroffen habe. Die ruhigeren Zustände auf der Smaragdinsel hätten bereits eine Einschränkung des Wirkungs- raumes des Gesetzes gestattet; hoffentlich werde es nicht noth- wendig sein, den Ausnahmezustand in den davon befreiten Kreisen zu erneuern, aber nöthigenfalls würde die Regierung nicht zögern, dies zu thun. Weitere 2 oder 3 Jahre stetiger und gerechter Handhabung des Gesetzes würden viel dazu beitragen, jene Grund- lagen eines geordneten Staates wieder herzustellen, die zu er- üttern der besondere Zweck der irischen Partei sei. Möge, so loß der Redner, das Haus fernerhin eine Regierung unter- stützen, die bereits so viel zu Gunsten Irlands gettzan hat. Wie der„Lecds Mereury" mittheill, beabsichligen P a r n e l l und dessen parlamentarische Kollegen, von oer Regierung Er- stattung der Unkosten zu fordern, welche sie infolge des Erscheinens vor der Untersuchungskommission hatten. Sie stützen ihre Forderung auf die'Aeußerung des Ministers Smith, die der- selbe während der Berathung der Bill zur Einsetzung der Kam- Mission that. Der Minister erklärte damals, daß die irischen Ab- geordneten, falls sie sich von den gegen sie erhobenen Anschuldigungen reinigten, zur Erstattung khrer Unkosten berechtigt ivären. menschliche und volkswirthschaftliche eintheilen müssen. Bezüglich bemerkt das Blatt:„Ist eiiva die Sklaverei das der ersteren einzige allgemeine Verbrechen der heutigen Gesellschastszustände? Und hat nicht die Einführung des Großgewerbes und sie traurige Nothwendigkeit des Konkurrenzkampfs eine gewisse Knechtschaft, Ungerechtigkeiten und die Unterdrückung schwacher unschuldiger Wesen hervorgebracht? Ist nicht der Schutz der Kindheit, des Greisenalters und der Frauen eine Pflicht, welche jedes Land zu erfüllen hat?" Diese Fragen seien von größter Wichtigkeit, aber schwer auf eine allgemein befriedigende Art zu lösen. Bezüglich der rein wirthschastlichen Fragen werde e» wohl kaum möglich sein, eine Einigung zu erzielen, da die Produktions- weise, die Lebensbedürfnisse und die wirihschaftlichen Interessen in jedem Lande verschieden seien. Sollte aber wirklich eine Lösung der Ausgabe gefunden werden, so werde es um so schwerer sein, diese internationale Gesetzgebung überall unbeschadet der Souveränitätsrechte der einzelnen Staaten durchzuführen. großes Brett, befahl Henriette, den Kochtopf aufzusetzen, und band sich eine große Schürze, die ihr vom Hals bis zum Knöchel reichte, vor; dann begann sie das Mittagessen zu bereiten.. Dann und wann unterbrach sie ihre Arbeit, um ihrem kleinen Bruder einen Glückwunsch einzustudiren; wenn man ihm das erste Wort sagte, ging es ganz gut. Was er aber durchaus nicht behalrcn konnte, war der Anfang, und das brachte seine unermüdliche Schwester zur Verzweiflung, weil der Kleine in der Zeremonie, die sie sich ausgedacht hatte, die ersten Worte sprecyen sollte. Henrielte folgte in der gleichgiltigen Art, die ihr bereits zur Gewohnheit geworden war, den Bemühungen der Ge- schwister. Seit drei Monaten war sie nun die Magd dieser Familie; während dieser Zeit hatte weder ein Blick noch eine Bewegung verrathen, was in ihrem Innern vorging. Sie beantwortete immer noch den stechenden Blick der Mutter mit ihrem kalten und stolzen. Ihre Schweigsamkeit bewahrte sie, wie Mutter Combat ihren Haß. Michael und Jenny blieben allen Dingen im Hanse gegenüber gleichgiltig. Der Arbeiter.beoblchtete indessen: er verstand sehr wohl die Erbitterung der Mutter, ohne sie zu theilen, aber er mischte sich nicht hinein. Würde sich Henriette jemals an die kleine Jenny ge �-< j-- f- r---- p_«e c T c•- �'s wendet oder ihren Schutz erbeten haben, so würde diese shr um den Hals gefallen nick sie gege.i alle Autoritäten der Dies werde nur dann möglich sein, wenn der Tmm» der Ii finißten».TT.."?» Ä-r.P-«WK Es fei uatürüch, Paß die Staaten, eiu<% abgeben, erst reichlich überlegten. Nur Industriestaaten sich betheiligten, könne, K haben. Man müsse zunächst abwarten, wie Ick,-| 'T mm91 yaoen. Man müsse zunächst abwarten, wie uy. ew««ucg. e» werde Frankreich unmöglich sein. Die«snuuv—. Regierung abzulehnen. Dieselbe müsse sich aber ziUlWI' nauev über die Berathungsgegenstände erklären. SSStit Regierung einverstanden erklärt hatte- W Ii lM0 u % Star die idgez ... De» «■•fw sck' W toatio1; m w fi'.'i Mriftllirttroizitittt- „Tnanon" versammelt um die Wahlresultate 1 Nachrichten. ni full4t ffni .. �e" 8 Uhr Abends wurde das Dresdener � jSwt, unferet Stimmen in Dresden-Neustadt versetzte die 5�.$ der gegen 11 Uhr von Borsdorf, wo �rg bracht grnllgt hatte, zurückkehrte, eine begeisterte™ illr31 Wahl- Resultate Noch liegen bei weitem nicht alle Ergebnisse der tags-Wahlen vor. Auch die Ziffern der bereits � gewordenen Resultate schwanken, und dadurch ww» � daß es in einigen Wahlkreisen ungewiß erscheint, ov. zialdemokratie bereits im ersten Wahlgange gesiegt, weit sich aber bis jetzt übersehen läßt, sind � 20 Sozialdemokraten bereits im ersten Wahlgange» i. ck.. t-i— r_. crv cm. r.re—___ ,,,!Ä und in beinahe 60 Wahlkreisen befinden wir uns• � i wähl. Dazu macht sich in allen Kreisen ein gs-W�N � schwellen der sozialdemokratischen Stimmenzahl°$ tt.f____ c• m.____(...irr. v... rft*\ � f. r___ ff,".** dIv., simm 9*4 , Et. II i\uu) 5««m wtuuvv m«. �/v«. vv[«w fünf oder sechs Mandate. Dagegen scheint es.thNl mit der Sozialdemokratie in Sticht g-! werfen und kommen. Das Kartell wird keine besondere Geschäfts haben. Vielleicht ist'es zersprengt, wenn sich nicht-. erwarten steht, die Kartellinajorität durch Theile � 1 Ilir. f Was Fanfan anbetraf, so sagte er kein Wort. ...., wenn er in seinem Wagen oder aus den v Treppe saß, nahm er bisweilen den Kopf in sewe« und blieb so stundenlang ruhig sitzen. — Schläfst Du denn? fragte man ihn. — Nein! ich schlafe nicht, antwortete er seine rothen Backen. � — Warum, fragte ihn einst Henriette, hast Mutter nicht erzählt, daß ich Dich geschlagen habe. — Weil sie Dich dann wiedergeschlagen hätte. J#': Seit der Zeit hatte sich zwischen ihnen � LA' Einvernehmen entwickelt. Henriette erzählte ih»', 1- jj SS II allein waren, Geschichten, und wenn er ausgehest> i§ � ,. sie ihn auf dem wüsten Platze spazieren! b sie sich auf einen Stein und ließ ihn mit den... Kindern spielen. Abgemagert und gcdemüthig ww> � i Mc -ifavo MVtoSöV tnmmi ftß l(llftir. �' führte sie ihn auf dem wüsten Platze spazieren!�(c'ck i fi(> firfi mtf eine ii Stein und lieü ilm mit de> m«■) 1 tl N) fand sie dann ihre Engelsmienen wieder, wemi sie Himmel und die Spiele der Kinder betrachtete. Zum Essen, zu Tisch! rief Jenny.. m> Sie aßen alle mit großen Appetit. Der 1* jjj«tvi. gewordene Wein begeisterte sie, und man stieß aus sundheit Michaels und der neuen Heiligen Amara» Fanfan konnte seine Rede beginnen, ohne daß l die ersten Worte vorsagen mußte. � Als das Kind vortrat um seinen Vater zu)!..' dachte Mutter Combat an ihren armen kleinen bei dem Familienfeste fehlen mußte. <�d****.*lC*-*■•••— 4-,"« v« f � äS* Va**« Sil* Ö i Durch eine natürliche Gedankensolge kam sie-- schmerzlichen Erinnerungen aus den Gegenstand ih* und sah sich unwillkürlich nach Henriette um. (Fortsetzung folgt.) 4 � ftaiS511-1"®aS Z�rum hat feinen alten Besitz �«taube' J! L«J die Sozialdemokratie ist �MWWMs **» 5i93'*1 Stichwahl. �-nitic moltat 8400, Jentt JSrr1 Jis v JteWi, l�vLelr' ,# .vcht'MW» ... Jünlilh«;« Wolmirstrdt- Ueuhal- °> p k e: 121 nationalliberale. 38 sozialdemokratische orcken- otcfciu � � J|l A Y» 2 J* Y•>«*«»«/«»v«««». V V* Wt» V/ l �rg----- ffeci(bir\ i eJj": Hosang(nl.) 165, Schulze(So,.) 62. von -'bccf 2,5'41 stimme. Schakensleben: Ho'ang 108, v64%e%�% M« 9 ä ü= ßofnng 165, ,%n-' MUMZM- ioa''®ch>'fje 162. Eilöleben: Hosang 177, 'J' Schutze 60. Barneberg: Hosang 147, 4. Barleben: Hosang 261, orcken- 1 Wahlbez. Forcken- osang 179, Stimmen, Me»,(Zentr.) 8443 St., V r e,l(Ä0j.) 4776 Stimme», Weber(Kartell) 476 St. E. Richter gewählt. 1(1 ittelfranken. Wahloez, 2. Erlangen-Furth. Stichwahl zwischen Freiherrn Schenk v. Stauffenverg(dsr.) und Bebe (Soziald.) Düsseldorf. Wahlbez. II. Stadt und Kreis Krefeld Dr. Bachem(Zentr.) 10 311 St., Trönert(natl.) 3926 Stimmer., Grille n berger(Soz.) 3025. Stichwahl zwischen Dr. Bachein imd Crönert. Ännnooel'. Wahlbez. 8. Stadt Hannover und Linden:e. Stichwahl zwischen Meister(Soz.) mir 15670 St. und Wallbrecht(natl.) 9195 St., Tr. Bruel(Welse) erhielt 8560 Stimmen Hecht(dsr.) 826 St. Engelke(dsoz.) 750 St Das Resultat aus 6 Wahlkreisen steht noch aus. FnrstentHum Schnnmbnrg- Lippe. Stichwahl zwischen Langerseldt(liv.) 3334 St und Deppe(dkons.) 2881 St., Grvth (Soz.) 1101 St. Gberfranke». Wahlbezirk I.(Hof). Stichwahl zwischen iltschcnrcnther(natl.) 7374 St und Raeithel(dsr.) 4666 St. öwen st ein(Soz.) 2875 St. Das Resultat aus 30 kleinen Landgemeinden fehlt noch. «rostderzogthni» Ztlecklenburg- Strelitz. Voransstcht- lich Stichwahl zivischcn Adler(dsr.) und v. Oeryen(kons.). Hildeohei?». Wahlbez. 13,(Stadt Goslar u. s. w.) Tr. Drechsler(Reichsp.) 6584 St., Frhr. v. Minnigerodt.- Wollers Hausen(Welse) 4775 St., Bios(Soz.) 3022 St.. Träger(dsr.) 427 St. Stichwahl zwischen Drechsler und Minnigerode. Ziömgeeich Sachse». Wahlbezirk 6. Amtsgerichtsbezirk Dresden. Ackermann(kons.) gewählt.— Wahlbezirk 8. Amts- gerichtsbez Pirna:c. Stichwahl zwischen Gumbt'sReichsp.) und Eysoldt(dsr.).— Wahlbez. 7. Amt-gerichtsbcz. Meisten, von Friesen(kons.)— Wahlbezirk ,9.' Anttsgerichisbezirk Freibcrg. Gewählt Morbach(Reichsp).— Wahlbez. 10. AmtsgerichtSbezirk Roßwein-Töbeln. Wahl Mchnert's(dkons.) gesichert. Wahlbe«. 19 Amtsgerichtsbezirk Stollberg- Schneeberg. Gewählt Sieger! (Soz.) Wahlbez. 17. Amtsgerichtsbezirk Waldenburg, Glauchau-e. Gewählt A u c r(Soz.) 14 243 St., Winkler(natL) erhielt 8995 Stimmen. Wahlbez. 1". Amtsgerichtsbezirk Zwickau. Stoll« (Soz.) bis jetzt 13 402 St., Lippold(natl.) bis jetzt 8269 Et, Hähnel(dsr.) und Fritzsche(Antisemit) zusammen etwa 2000 St. Zentr.) 5208 St. und Schneider(natl.) 4965 St. Mohrungen-Pr. Holland. Wich- UK tz: v n,�5b»>rorv JJUohlkvet« ManUeben. Schwane- stbke-«* kuatl.) 123, Träger(dsr.) 19, Breiner(Soz.) 29, iiliftt o? TL:. von«enda 135, Träger 7. Breiner li„.-a' Wuiblhoist 6, Necllcben 1, nngiltig 1. W e st« r- -Benba 139, Bremer 281, Windthorst 2. Alten- 3% Rri®® Bahrendors, Stemmern: v. Benda 464, i1'!?!>' 156, Windthorst 5. W e ls l e b e n: v. Benda r' Träger 12, ungiltig 1. Fermersleben: jt1"? t 7. sL' �enda 48, Träger 20, Windthorst 2. it'»���Adeburgef U aHill reis Calbe- Asche» olebe»». «l» z /° d c: v. Diez«(R.):133, Munckel(Df.) 20, Heine(Soz.) 29. J SicV'■ 0- Tietz« 8g, Atunckel 82, Heine 166. Avendorf: J'tf■ � Munckel 51, Heine 20, zersplittert 2. Eggers- Tietze 60, Munckel 75, Heine 37, zersplittert 2. »HänVl eJ,cn: v. Tietze 005, Munckel 783, Heine 2040. W-Vect: v. Metze 538, Munckel 676, Heine 1253. W ed- "tnft.W O.Metze 115, Munckel 51, Heine 22, zersplittert 1. ttjn V.; Metze 110, Munckel 15, Heine 3. Slast ■»ictze 761, Munckel 331, Heine 2294 Stil l , lillt K «. s. w. Stich und Haupt(fr.) 6572 St. •M Stimme». a. S. % tf in [tili*, )e-ne; och Ä &ssfiSSlt'ä»»«w»*«-«-» WmS.'iS?»___________• StaMSit»"® Stichwahl zwischen lau-.......... Wahlbez.' 6. Würzbmg Stadt. Stichwahl lH°u!r.) und Segitz(Soz.) fee. Wahlbez. 4. Gebweiler. Abbs Guerber WalM| 0* **oirir. Wahlbez. Bremen. Stichwahl zwischen Papendiek Bruhns(Soz.) fchje». Kebneg- Gotha. Wahlbez. 1. Siemens(dsr.) Sattler(natl.) 3805 St., Krüger(Soz.) 966 St. fi.r? � Stichwahl zwischen Siemens und Sattler. ißt"' Wahlbez, 9. Mainz. Stichwahl zwischen Joe st . /u>d Nacks(Zentr.) Wahlbezirk I. Stadt Köln. Stichwahl zwischen 46«48 St. Lilcke(Soz.) 10688 St., Heuser(nl. #ie» g56 Et, 0«ch%) 676" ..- y............—,— Mooren(Zentr.) ieSem» A* b e l(Soz.) 1744 St.. Nellesm(lib.) 529 St. 1 j 4 Wahl sicher. Wahlbezirk 2. Eupen. Aachen Land. '(Zentr.) gewählt M t /üea.e.) gewayl? 5,-8 i �6) u,'eio. Wahlbezirk I. In der Stadt Braunschweig \"'i,' 0® lSn>) 0.Ä7N fft Mi« flrf-hCiin neh' 0 s(Soz.) 9573 St., Winter(dsr.) 3898 St.. Orth(nl.) Wahlbezirk!. Düren-Jülich. Gras Hompesch(Zentr.) m 2"�"'. Wahlbezirk Dresden-Altstadt. «yt?,44v»s.) io 541 St.. Schönseld(Soz.) 13 427, Tr. Alex. WL4150'----------- .@oe Wahlkreis 14. Stadt- und Landkreis v Teiles 2224 St., kein ernstlich zu rechnender Gegen- dMiig�nia». Wahlbez. C. Breslau, Ost. Tuhauer(Soz.) o. Setzdewitz(kons.— Kartell) 5491 St., Wecker(dfr.) u tzirk> Stichwahl zwischen Tuä.auer und Seydewitz.— Wahl- ftl Breslau. West. Kuhn(Soz.) 11404 Ct., Vollrath(dsr.) ''I■;] � Rosenbainil(natl.— Kartell) 5325 St Stichwahl u . Ii® ftShu ünb«ollröthl' Wahlbez. 7. Stadt Potsdam. Kreis In der Stadt Potsdam erhielt Landrath ''' 416 St., Nnge(dsr.) 2039 St., Ost Dr. Stein Wernau .? . sf'oOibeliitchj. Wahlbezirk 4. Stadt Magdeburg u. s. w. 'tchf? Ilmar(Soz.) 17 166 St.. Baurath Hobrecht-Berlin 095 St.. Schräder(dsr.) 6863 St.. v. B o l l m a r ilib�/nfz-zothrinaen. Wahlbez. 8. Stadt Straßburg <�(nall.) 8266 St.. Bebel(Soz.) 4773 St Dr. hyrl1'* U•)* ogtl) im« Kaden. Wahlbezirk 11. Mannheim Wein heim. Dissen«(natl.) 9663 St. Drees- tti(«oz.) 8705 St, Dr. Richter-Pforzheim(Boiksp.) 7701 St. , ahl zwischen Dissen« und Dreesbach. .Stettin. Wahlbez. 4. Stadt Steltin. Herbert(So,.) ?(. Tr. Broemel(dsr.) 5389 St, Reitzenstein(natl Dr. Petri 3411 Stimmen, Liebermann von Sonnenberg(Antisemit) Mnmen. ��"sseldorf. Wahlbez. 6. Mühlheim a. d. Ruhr und Stadt Kttg. Stichwahl zwischen Dr. Hammacher(natl.) und «leber(Zentr.) rnobera. Wahlbez. 4. Haaen. E. Richter(dsr.) 11 020 3. Amtsgerichtsbezirk Bautzen. Hempel(kons.) mit 11 763 St. gewählt Schönseld(Soz.) 3273 St., v. Forcken bcck(dfr.) 1244 St. Wahlbez. 19. Schnceberg. S i e g e r t(Soz. mit 9-:05 St. gewählt. Kurlbaum(natl.) 6109 St., Höhne(dsr.) 611 St. Wahlbez. 21. Amtsgerichtsbezirk Annaberg»c. Stichwahl zwischen Holtzmann(natl.) 8167 St. und Krause(dfr. 5282 Stimmen. Grenz(Soz.) erhielt 3050 St. Wahlbez. 1. Amtsgerichts� bezirk Zittau-Grost-Schönau. Stichwahl zw. Buddeberg(djr.) 8136 Sebald(natl.) 5418 St. Ferner erhielt Keller(Soz.) 4863 Et. Wahlbez. 2. Amtsgerichtsbcz. Bernstadt, Lübau wähl zwischen Hosfmann(natl.) 9016 P o st e> t(Soz.) erhielt 3453 St. JUitlelfviiuheu. Wahlbez. 1. Nürnberg. Grillen borg r(Soz.) mit 16 884 St. gewählt. Beckh(dsr.) 9106 Et. Weigel(natl.) 2847 Et Düsseldorf. Wahlbez. 5. Kreis und Stadt Essen. Stötzel (Zentr.) mit 22 561 St. gewählt. Bergmann Pohlmann(natl.) 10 125 St.. Bergmann Schräder(Soz.) 3516 St. Murttembepg. Wahlbez. 1. Stadt und Oberamt Stutt gart. Stichwahl zwischen Siegle(natl.) 11 200 St. und Skiost (Eo,.) 10 500 St. Loiter(Demokrat) erhielt 4200 St ■ Gr'otzstet'zoüth«'.» Kaden. Wahlbez. 6. Lahr. Stichwahl zwischen Engler(natl.) und Schättgen-Hasvach(Zentr.) ijnnmvwer. Wahlbez. 3. Krei» Meppen u. f. w. Dr. Windt Horst �Zeiw.) gewählt. Wahlbez. 4. Landkreis Osnabrück u. s. w Stichivahl zwischen Holste(natl.) und v. Scherle(Welse). Grostizerzonilimn Kaden. Wahlbez. l. Konstanz. Stich wähl zwilchen Noppel(natl.) und Hugh(Zent.).— Baden. Wahlbez. 7. Kehl-Oberkirch-Ostenburg. Bpdumnn(natl.) erhielt 7563 St., Reichert(Zentr.) 7523 St., Geck(Soz.) 1662 Et, Beaer(dsr) 434 Stimmern Stichwahl zwischen Bodmann und Reiche». Königreich Snchfe». Wahlbez. 15. Amtsgerichtsbezirk Mittweida:c. Schmidt(Soz.) mit 12441 St. gewählt. | Zchmabe»- Neubnrg. Wahlbez. 1. Augebnrg. Bichl (Zentr.) gewählt. Gi-erbayern. Wahlbez. 5. Wasserburg. Fischer(Zentr.) gewählt. Düsseldorf. Wahlbez. 4. Kreis und Stadt Düsseldorf. Stichwahl zwischen Wender(Zeutr.) und Grimpe(Soz.) Kberbayer». Wahlbez. 2. München II. Bis jetzt Metzeler (lib.) 5327 St., Leih l�entr.) 5225 St.. v. Bollinar(Soz.) 16 800 St. Landbezirk grösttentheils noch ausstehend. Gppeiu. Wahlbez. 1. Kreuzburg- Resenberg. Erbprinz Kraft zu Hohenlohe-Oehringen(Reichsp.) Kreainu. Wahlbezirk 12. Glatz-Habelschwerdt. Frhr. von Huene(Zentr.) Arnsberg. Wahlbezirk 6. Bochum ec. Stichwahl zwischen Müllensiefen(natl.) und Frhrn. v. Schorlemer-Alst(Zentr.) Snchien-Koiiiu'g-(öotl)n. Wahlbezirk 2. Gotha. Stichwahl zwischen Bock(Soz.) 11 025 und Zangemeister(dfr.) 6557 Stimmen, Henneberg(natl.) erhielt 6407 Stimmen. Drei Orte schien.... (Oppeln. Wahlbezirk 6. Kattowitz-Zabrze. Letocha(Zentr.) ge wählt. Wahlbezirk 10. Neustadt Graf Matufchfa(Zentr.) gewühlt. Wahlbezirk 12. N eiste. Horn(Zentr.) gewühlt Freie Ktndt Kamdnrg. Wahlbezirk 1. Bebel(Soz.) mit 17 031 Stimmen gewühlt. Lutteroth(natl.) erhielt 7641 und Dr. Barth(dfr.) 4203 Stimmen.— Wahlbezirk 2. D i e tz(Soz.) mit 22 093 Stimmen gewählt Dränert(dsr.) erhielt 7661 und Rumv(natl.) 3191 Stimmen.— Wahlbezirk 3. Metzger(Soz.) mit 27 250 Stimmen gewählt Würmann(natl.) erhielt 14 781 und Adloff(dfr.) 7957 Stimmen. Fürfteutltnm Lippe-Detmold. Uhlondorfs-Hamm(dfr.) 9270 St., Frhr. v. Richthofen(Reichsp.) 3462 St.. Dr. Weerth (natl.) 2032 St.. Kerl- Bremen(Soz.) 1449 St Die Resultate aus den noch sehlenden 26 Bezirke» ändern an dem Ergebnist nichts mehr. Freie Kindt Lüdeck. Stichwahl zwischen Schwartz(Soz.) 6389 St. und Dr. Brehmer(natl.) 5588 Et; Dr. Barth(dsr.) erhielt 2093 St. Frankfurt a. G. Wahlbezirk 2. Landsberg-Soldin. Ge- wählt Witt-Charlottcnburg(dsr.) Avnsderg. Wahlbez. 6. Stadt- und Landkreis Dorttmmd. Stichwahl zwischen Möller(natl.) und Wulff(Zentrum). Königreich Kanen». Diederbaiirrn. Wahlbez. 5. Deggendorf. Gewählt Leonhardt(Zentr.).— Schwaben-Neuburg. Wahl- bezirk 6. Jmmenstadt- Kempten. Gewählt Landes(Zentr.) mit 9636 St. gegen Keller(natl.) 9313 St.— Gderfranke». Wahlbezirk 2. Bayreuth. Stichwahl zwischen Stoll(dfr.) und von Fäustel(natl.) Münster. Wahlbez. 1. Tecklenburg, Steinfurt, Ahaus. Timmermann(Zentr.) gewählt. Münster. Wahlbez. 2. Kreis und Stadt Münster, Kreis Cüsfeld. v. Heeremann(Zentr.) gewählt Königreich Kayern. Obersranken. Wahlbez. 5. Bamberg. Wenzel(Zentr.) gewählt Glfaff-Lothriitgen. Wahlbez. 7. Molsheim-Erstein. Zorn von Bnllach(Sohn)(natl.) mit 21 034 St. gewählt Bisheriger Abgeordneter Sieffermann(Prot.) erhielt 1605 Et. Gross!) erzvgthnm Kaden. Wahlbez. 13. Bretten:c, Graf Douglas(k»ns.) gewählt— Wahlbez. 14. Adelsheim jc. Frhr. v. Bu l-Berenberg(Zentr.) gewählt. Münster. Wahlbez. 4. Lüdinghausen, Bekknm, Warendorf. Gewählt Wartendorf(Zentr.) gegen bisherigen Frhr. v. Lands- berg(Zentr.) Kassel. Wahlbez. 2. Stadt- und Landkreis Kassel, Kreis Melsungen. Stichwahl zwischen Pfannluch(Soz.) 7336 und Weyrauch(kons.) 4808 St. Förster(Antisemit) erhielt 2582, Seclig(dsr.) 1894 St. Kassel, Wahlbez. 8. Hanau. Stichwahl zwischen Geck (Soz.) 7510 Et' und Schier(Reichsp.) 5180 Et Nickel(dsr.) erhielt 3850 St. Grossherzogthnm Kaden. Wahlbez. 3. Neustadt- Säk- kingen. Schuler(Zentr.) gewählt. Minden. Wahlbez. 4. Paderborn- Büren. Hesse(Zentr.) gewählt. Lirgnlk. Wahlbez. 10. Rothenburg- Hoyerswerda. Graf Arnim(Reichsp.— Kartell) gewühlt Gppeln. Wahlbez. 2, Oppeln. Graf Ballestrem(Zentr.) gewählt Oppeln. Wahlbez. 5. Beuthen-Tarnowitz. Szmula(Zentr.) gewählt Kreslan. Wahlbez. 13. Frankenstein- Münsterberg. Graf Ehamaire(Zentr.). Kreslan. Wahlbez. 9. Striegau- Schweidnitz. Stichwahl zwischen Hirt- Kammerau(Reichsp.— Kartell) und Stephan- Benthe,,(dsr.). Düsseldorf. Wahlbez. 10. Kreis Gladbach, v. Kehler(Zentr.) gewählt. Minden. Wahlbez. 5. Warburg-Höxter. Frhr. v. Wendt (Zentr.) gewählt. Kreslan. Wahlbez. 10. Waldenburg. Stichwahl zwischen Dr. Websky(natl.— Kartell) und Eberty(dfr.), Kreslan. Wahlbez. 11. Reichenbach-Neurode. Stichwahl zwischen M e tz n e r(Soz.) und Prinz Georg Schönaich-Carolath- Beuthen-Mällendorf(Reichsp.— Kartell). Liegnich. Wahlbez. 7. Landeshnt- Jauer- Bolkenhain. Dr. Hermes(dfr.) gewählt. Arnsberg. Wahlbez. 7. Hamm-Soest. Stichwahl zwischen Schorlemer-Alst(Z'------"-.......... � Träger(dsr.) 3023 Königsberg. Wahlbez. mann(kons.) gewählt. , Grossherzogchmu Kaden. Wahlbez. 2. Amtsbez. Bonn- dors, Donaneschingen zc. v. Hornstein(keiner Fraktion angehörig) gewählt. Fiegniff. Wahlbez, 3. Glogau. Maager(dfr.) erhielt 6037 gegen 3580 St. seiner 4 Gegner. Maager's Wahl gilt als sicher. Arnsberg. Wahlbez. 8. Lippstadt-Brilon. Kersting(Zentr.) gewählt Königreick Sackfen. Wahlbez. 23. Amtsgerichtsbezirk Plauen ,c. Stichwahl zwischen Dr. Hartmann(kons.) und Kaden(Soz.). Frankfurt a. G. Wahlbez. 5. Ost- und West-Sternberg. Landrath Bohtz(kons.) gewählt. Frankfurt a, 0. Wahlbez. 4. Stadt und Kreis Frankfurt und Kreis Lebus. Stichwahl zwischen v. Steinrück(kons.) und M e tz n e r(Eo,.). Königreich Sachsen. Wahlbez. 14. Amtsgerichtsbezirk Borna. Dr. von Frege(kons.) gewählt. Arnsberg. Wahlbez. 3. Jserlohn-Mtena. Stichwahl zwischen Tr. Langerhans(dsr.) und Paaschc(natt). Frankfurt a.©. Wahlbez. 6. Züllichau-Crossen. Uhden (kons.) gewählt. Königreich Kayer». Mittelsranken. Wahlbez. 3. Ansbach- Schwabach. Stichwahl zwischen Tröltsch(natl.) 5363 St. und Krober(Demokrat) 4550 St. Dosen. Wahlbez. 6. Fraustadt-Lissa. Stichwahl zwischen v. Hellmann(Reichsp.) und Fürst Ferd. Radziwill(Pole). Münster. Wahlbez. 3. Borken-Recklinghausen. Beckmann (Zentrum) gewählt. Glsast-Lothrinaeu. Wahlbez. 6. Schlettstadt. Lang(Els.) gewählt Wahlvez. 3. Colmar. Grad(Els.) gewählt Wahl- bezirk 11. Zaber». Dr. Hostel(Els.) gewählt Königreich MLrttrmberg» Wahlbez. 14. Geislingen, Ulm it. Stichwahl zwischen von Fischer-Augsburg(uatl.) und Haenle(Demokrat). Wahlbez, 10. Gmünd, Göppingen:e. Stichwahl zwischen Barciß(natt.) und Speiser(Demotrat). Wahl- bezirk 12. Crailsheini, Gerabronn jc. Stichwahl zwischen Köllcr (natl.) und Pslüger(Demokrat). Wahlbez. 4. Böblingen, Bai- lingen ec. Stichwahl zwischen Dr. von Göz(Reichsp.) und Kercher(Demokrat). Wahlbez. 5. Eßlingen, Kirchheim ,c. Stichwahl zwischen Weiß(natt.) und Ehni(Demokrat). Wahlbez. 9. Rottweil. Spaichingcn jc. Stichwahl zwischen Tr. Eble(natl.) und Haußmann(Demokrat). Wahlbez. 6. Reutlingen, Tübingen ic. Payer(Demokrat) gewählt. Wahlbez. 7. Calw jc. Freiherr von Gültlingen(Reichsp.) gewählt Wahlbez. 11. Backnaug-Oeh- ringen jc. Leemann(natl.) gewählt. Wahlbez. 13. Aalen, Ellwangen Gewählt Gras Adelmann von Adelmannsfelden(Zentr.)— Wahl- bezirk 15. Blaubeuren, Ehingen jc. Gewählt Gröber(Zentr.)— Wahlbez. 16. Viberach, Wangen jc. Gewählt Braun(natl.)— Wahlbez. 2. Kannstadt, Ludwigsburg je. Stichwahl zwischen Veiel(natl.) und Schnaidt(Demokrat).— Wahlbez. 8. Heilbronn jc, Stichwahl zwischen v. Ellrichshausen(Reichsp.) und Haerle(Demokrat)— Wahlbez. 17. Ravensburg. Göser(Zentr.) gewählt.— Wahlbez. ,8. Frendenstadt:c. Frhr. von Münch (Demokrat) gewählt. Grossfferzogtknm Kaden. Wahlbez. 9. Dnrlach, Pforzheim jc. Stichwahl zwischen Klumpp(natl.) mit 8694 St. uno Dillinger(Temokr.) mit 7312 St. Bios(Soz.) erhielt 5168 St. — Wahlbezirk 10. Amtsbezirk Karlsruhe. Stichwahl zwischen Fieser(natl.) 9286 und Pflüger(dsr.) 6940, Geck(Soz.) erhielt 5477 St.— Wahlbezirk 8. Achern, Baden, Bühl, Raftadt. Lender (Zentr.) gewählt.— Amtsbezirk 5. Freiburg, Waldkirch je. Stichwahl zwischen v. Holst(natt.) und Marbe(Zentr.)— Wahlbezirk 12. Heidelberg jc. Menzer(kons.) gewählt.— Wahlbez. 4. Breisach-Lörrach. Stichwahl zwischen Blanlenhorn(natl.) und Lauck(Zentr.). Merseburg. Wahlbez. 8. Naumburg- Wechenseks- Zeitz. Stichwahl zwischen Güncher(natl.) und H o s s m a n n(Soz.). Potsdam. Wahlbez. 7. Stadt Potsdam, Ost- Havelland. Stichwahl zwischen Dr. Steinmcister(Reichsp.) und Dr. Rüge(dfr.). Aachen. Wahlbez. 1. Schleyden, Malmedy, Monjoie. Prinz Arenverg(Zentr.) gewählt., ,, Magdeburg. Wahlbez. 7. Aschersleben-Calbe. Stichwahl zwischen von Metze(ReichSp.) und Heine(Soz.). Mlcsbaden. Wahlbez. 3. Et. Goarshausen, Montabaur. Nassau je. Dr. Lieber(Zentr.) gewählt. Dfalk. Wahlbez. o. Kaiserslautern jc. Stichwahl zwychen Grohe(Demokr.) 5940 St. und Miquel(natl.) 10 116 Et Düsseldorf. Wahlhcz. 12. Neuß- Grevenbroich. Freiherr von Dalwigk-Lichtenfelö(Zentr.) gewählt Aachen. Wahlbez. 5. Gelseukirchen je. Hitze(Zentr.) gewählt. Arnsberg. Wahlbez. 6. Dortmund(Berichtigung) Stichwahl' zwischen Möller(natl.) und Tölke(Soz.) Koblenz. Wahlbez. 4. Kreuznach. Gewählt Dr. v. Cuny (natl.) Magdeburg. Wahlbez. 8. Halberstadt je. Stichwahl zwi- chen John(ReichSp.) und Dr. Rimpau(natl.) Liegnitz. Wahlbezirk 9. Görlitz-Lauban. Lüders(dfr.) ge- Danzig. Wahlbez. 1. Slbing, Marienburg. Graf Dohna (kons.) gewählt Schroabeit-Deuburg. Wahlbez. 4. Jllertissen. 3!eindl(Zen- trum) gewählt. Schwoben-IleiibiU'g. Wahlbez. 3. Dillingen. Graf Max Preystng(Zentr.) gewählt Düsseldorf. Wahlbez. 1. Lennep-Mettmann. Stichwahl zwischen Schmidt-Elberseld(fts.) und Meist(Soz.) Koblenz. Wahlbez. 3. Koblenz, St Goar. Fritzen(Zentr.) gewählt Königsberg. Wahlbez. 1. Memel, Heydekrug. GrafMoltke (kons.) gewählt. Theater. Sonnabend, den 22. Februar Gpevnhnus. Die Hugenotten. »ichauspirihnno. Die Räuber. ?.'rj�ttg'Tiirutsu. Die Ehre. Lvirdrich-Milhrlmstädt. Theater. Der ariue Jonathan. Watiurr Tl�rater. Der Hypochonder. NU'.turm-Thratrl.'. Stanley inAfrika. �«rlittrv Theater. Der Veilchen- fresser. Deutsche» Theater. Der Unter staatSsekretar. Gste:»d-Theater. Lenore. A»«stdrnz-«�heater. Marquise. KeUealiianre-Theater. s' Edelweiß- Liserl. Köttigstiidtischc» Theater. Der jüngste Lieutenant. Central Theater. Ein gemachter Mann. Adolf Ernst- Theater. Der Gold- fuchs. Theater der Zteichahallen. Speziali- tätennorstellung. Gebr. Kichter'» AarietS. Speziali- X'JX-—— täten-Vorstellung. --- I--»».v.iy., Kansmnnn'a UariötS. Vorstellung. Spezialitäten- SSWWWWMMWWWtW ° Alyambra-Theatcr.' Cit* r i.. �__ /-v./.% sehr viel billiger. ß-Mti>§e r M. 30 Iiis 49 Ps. ic sQYiT/\i>/)/k/\ rein:äb!np r»n,< � 7_?. f>«; fv OTCU UU VW P. Kenforeee'"S'gmat": S* M. 40 OiS 43 1. fein u nmhfÄh � v-.. KA �1', 59 1(. «GlM» W Mtt.» 1. 30 Ps. I Itrn rov» JL /v**> � �.-'* |Fernsprech- 1 Anschluss Amt III Nr. 1514. ' Actien-Braiierci-Gesellscliaft, Moabit' Berlin NW., Stromstrasse 11/16. Mit dem Versandt in Flaschen und Gebinden, frei Haus resp. frei Bahnhot Berlin, unseres rühmlichst bekannten diesjährigen Moabiter �IIosfer-Bock-SieresS|fe4 ÜLallner- Theaterstr. 15. Sonntag, den 23. Februar 1890 Zum 1. Male: Neu einstudirt: taipacivagabnudus ßober; D«» liederliche Kleeblatt. Zaubervosse m. Gesang in 3 Akten r>. Nestroy. Musik v. A. Müller. Ire- 30 Ps.|Ä«: 1. Balkon 50 Ps.. 2. Balkon 40 Pf. Anfang de« Konzerts 6 Uhr, der Vorstellung Uhr. NB. Tie neu eingerichteten Ball- s ä l e sind an Vereine u. Gesellschaften Ipi Festlichkeiten, Bällen ic. zu vergeben. .vy. au. ,ui-»rv» ivw«♦ üU Pf. so& S3%| Miltes§iiiiSi!ift(|crlciiifii w* Mir. 40 v. 45 Ps. Ellies br. Hltusiilcherleint» f- w Mir. 1 11. lsute Stilben-Haillitöcher 1%, 3, 3% M.. Wies gutes Bettzeug, 35 u. 48 Ps. und gestreifte Zuiets.... Mir. 58 II. 88 Ps. haben wir begonnen und liefern:■««rki 20 Flaschen Bock- Bier«Cr 3 Unsere sonstigen nur aus feinstem Malz und dl P. stellten Biere empfehlen wir gleichzeitig zu folgenden .l.ijbiu.ji»»jiu in. i. ,g Flaschen helles und dunkles Lagerbier 24„ Klosterbräu(dunkel) 24„ Löwenbrän(Münchener) 24„ üoberseeisch. helles Ein.-Eier (für je 3 Mark frei Haus). Zairisch- Lagerbier- Krauerei Oswald Berliner volle Bettbreite........ Mtt» i') Ps» U0,U5, 2 MolebSdliuiif, vollständig waschecht... 38 Ii. 48 Ps. ICBSliC in allen Qualitäten und größer» 4, 8, 18 Mi« :|ofe... Mr. 38u.48Ps. Berlin N., Brunnenstr. 112-114., Hierdurch beehre ich mich ergebenst anzuzeigen, daß ich m»_____ meines diesjährigen Kock Kirres heule, Sonnabend, d. 22. Febr., «««�..4-— cn..r.ri*----- � 1"""'" 1'' 1/1 American-Theater CirScus RsiST Heute, Karlstraße. unter #va u�r; Gala-Vorstellung r Mitwirkung b. Direktors E. N AI t a MYÄ A T4 A» m_____ ------•••j) V» f�/»wWU4>2d Vü'. JlctlJ, anserwählteS Programm. 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Freunden dasselbe Wohlwollen dargebracht "4 welches wir bisher unseren Standpunkt m der allge- en Arbeiterbewegung behaupten koi.- mit ähnlichen Schwierigkeiten zu kämpfen g d,_ � � aber doch hat unser Unternehmen durch die@ t � Arbeiterschaft-ine erfreuliche Ausdehnung gewonnen. «'ichten daher an die Berliner Arbeiter den Appell, nun «seits. wie bisher stets auf dem Posten zu fein, �presse endlich diejenige Stellung �"nimmt � politischen und wirthschastlichen Bedeutung ein- mächtige Waffe für die um ihre Be- [ Vj"'"v»n eine macyllge Wasse für Die um lyre Zoe- k öpfende Arbeiterklasse; gerade jetzt solllen unsere Freunde und rasten, bis sie durch unser Blatt unsere Ideen >e bisher gleichgiltigen Kreise getragen haben, dietaus o oder aus Roth unserer Bewegung ferngeblieben sind. /überhaupt eine politische Zeitung liest, der kann auch , uliner Volksblatt" lesen, denn der Preis des Blattes ist Anessen, daß auch der wenig bemittelte Arbeiter sich zuwenden kann. unsererseits werden in der Anerkennung, die uns zu stets einen Sporn erblicken, der uns zu neuen An- °n treibt, um unser Blatt nach jeder Richtung hin auf der- . zu halten, die ihm seinen bisherigen Zuspruch ge- tbi' Hauptsächlich an der Stärke der Arbeiterpresse kann ' Stärkl' e der Arbeiterbewegung bemessen. und Uerlag des »Herliuer Vollrsdlatt". zruar, liel N>s,Izlbonregtt»rg. i U ll|Tri..%t*A a)«..iv... f 1 lift"«brrnns lustige» K-itrng zur amtlichen i e,« f l u s s u n g liefert die Bekanntmachung eines Vorstehers aus dem Wittenberger Wahlkreise, wo utuge Dr. Dohm Herrn v. Helldorf bekämpfte. Das Aktenstück laute" i,„Bekanntmachung. Anordnung des Landraths-Amts soll nochmals bekannt ..uucht werden, daß die ReichstagSwahl am 20. d. M. Vorm ttags 10 Uhr bis Ltachmittags ö Uhr stattsindet, -Wahllokal ist in meiner Wohnung, Wahlvorsteher bin »/-'Und mein Stellvertreter ist Hahn. Wütigen Dienstag, den 18. d. M., Abends 8 Uhr soll in �'"u..l° bei Zschinschen ein Vortrag wegen der Wahlen u»!. ,?" werden, die Wahlberechtigten mögen sich dazu t HlVji fv!teÜen' eS webt freie Zeche, welche der Herr Rittmeister her mZT8 bezahlt. i? befin® iHcr mmJetl{t werde ich nicht ausgeben, sondern es kann m* ö.ffiii,,®", unfern Springer wenden, welcher die Stimmzettel ift�fi; J0ui5» ich werde mir die Konservativen anschließen, wo b*#* k*"yU dazu rathen thue, wer nicht Konservattv Wählen �°ber gar nicht Wählen. "w. d. 14. Februar 1800. Ter Gemeindevorsteher t b<* 1„ S ch i l d h a u e r. tfoii 5j. en Zettel weider, daß er nicht liegen bleibt." j,%. Navt. Aus dem Lager der Kartellbrüder. Das Wahl- .......... -back r Da# «iriular« baulich! an seine Parteigenossen fol- Stuttgart, 17. Februar 1890. \ s... Parteigenossen! V. il e9ei1 vor der Entscheidung. st!- N"- Mtatim�komitees von Seiten des Agitationskomitees alles geschehen, Vorbedingungen einer thatlräftigen Organisation ge- Schwerpunkt für einen glänzenden Wahlsieg liegt jetzt uivglichst umfangreichen Betheiligung der Wähler ander '"litees me'(�cn'st wesentlich in die Hand 'Sn. Und mit Recht. Te.m j'e'stärker'die Wahlbetheili- durchschlagender der Erfolg für unseren Kandi- fH..,..., unserer 39 Be- ;tifieä gegeben, welche'sich mit dankenswerthcm Eiser einer i sehen Durcharbeitung der einzelnen Wahlbezirke unter- ■r T» Ii V-- lA. M.IA �--- Vi- 'M desto ng"-" j.hi/j�eguer, besonders die Sozialdemokraten, sind nicht min- ' W9»al3 wir und suchen uns in der Aufrüttelung der Äle» Zu überbieten.. Jiitik®'.« nun eine letzte äußerste Anstrengung unsererseits, die yS& besonders aber die säumigen Wähler an die & B"t nun eine letzte äußerste An sen, besonders aber die| den. Parteigenosse in seinem Theil wirke daher mit�aller Alle' traße. % iiSilLö'6 in|ciiiti*» iviLtt vuyv». V.y � Freunden, Bekannten und Gutgesinnten für Theil- der Wahl. werden. Man lasse sich durch allenfalls vorkommende Abweisungen ' nicht entmuthigen; durch jede n.cht gewonnene, bezw. nicht abge- | gebeue Stimme wächst die Möglichkeit einer Stichwahl, was mit allen Mitteln verhindert werden muß. - Nichts ist gefährlicher, als eine gewisse Vertrauensseligkeit! Dies kann den Säumigen und Gleichgiltigen nicht ernst und dringend genug vorgehalten werden. Also vorwärts, zu Kampf und Sieg! Das Wahlkomilee für Gustav Siege. NB.! Ten Herren Vertrauensmännern der SO Bezirke werden nochmals die Instruktionen für Herbeiholung säumiger Wühler (Mahnzettel, Droschken k.) in E-unnerung gerufen. Beamte und Angestellte, welche Stachmittags nicht mehr sicher zu treffen sind, sollten schon zwischen 1—2 Uhr an die Wahl ge- mahnt werden. Eine genaue Koutrole über die Abstimmung vermittelst Blocks durch je zwei Parteimitglieder im amtlichen Wahllokal mit wechseln der Ablösung und raschmöglichster Mittheilung an die ein- zelnen Hauptquartiere ist unerläßlich und wolle diese Anordnung überall streng durchgeführt, verde», um rechtzeitig die säumigen gutgesinnten Wähler zu ermitteln und herbei zu holen. Sammlung des Wahlergebnisses Donnerstag, den 20. Februar, Abends von G Uhr an im Konzertsaal der„Liederhalle", wohin die Abstimmungen der einzelnen Bezirke schleunigst zu bringen sind.— Unanständigere und ausdringlichere Wahlarbeit, wie sie in vor- stehendem Zirkular beansprucht wird, ist nicht gut denkbar. Wo bleibt die Freiheit der Abstimmung, wenn mit solchen Mitteln die Wähler nicht zur Wahl, sondern„zur Abgabe eines Stimmzettels für Gustav Siegle", also als bloßes Stimm vieh herangezogen werden sollen? Keine von den an- deren Parteien ist einer derartigen, auf die Charakterlosigkeit der Wähler spckulirenden Handlungsweise fähig. In die Abtheilung der Geheimspitzclei gehört folgendes Rund- schreiben: I. Wahlkreis, 31. Wahlbezirk, Büchsen-, Calwer-, Gym- nasinins- und lkronprinzenstraße. Abstimmungslvkal: Bürger- Hospital. Stuttgart, 17. Fedruar 1890. Geehrter Herr! Die am Freitag, den 14. Februar bei Bertrand versamnietten Wähler haben sich als Bezirksivahlausschuß konstituirt und beschlossen, energisch für die Wiederivahl von Gustav Siegle einzutreten. Sehr wichtig ist es hierbei, die politische Richtung möglichst vieler Beivolmer unseres Bezirks kennen zu lernen. Wir ersuchen Sie deshalb höflichst, sich über die Gesinnung Ihrer Nachbarn sichere Kunde zu verschaffen. Ihre Ersahrungen wollen Sie dann ge- fälligst einem der Unterzeichner der letzten Einladung, Professor Zeumn, Bismarckstraße 1, parterre, Buchhändler A. Rast, Büchsenstraße 19, Apotheker Dr. Geyer, Büchsenstraße 10 oder spätestens am Tage der Wahl dem Bezirkswahlausschusse, dessen Sitz Cafo Appenzelle, Eingang Hospiralstraße, sein wird, mit- theilen. Sehr zu Dank verpflichtet wären wir Ihnen außerdem, wenn Sie sich an diesem Tage dort einfinden wollen, um uns zur Erreichung unseres Zweckes, insbesondere Nachmittags bei der Beförderung von Wahlzetteln an säumige Wähler, zu unterstützen. Am Vorabend der Wahl, Mittwoch, den 19. dieses, wird in der Liederhalle gemeinschaftlich mit einigen anderen benachbarten Be- zirken eine Versammlung zu Gunsten unsere» Kandidaten statt- sr.iden, deren Besuch wir ebenfalls dringend empfehlen. Hoch- achtungsvoll Der Wahlausschuß des Bezirks 31." Und doch haben all' diese kleinlichen und niedrigen Mittel nicht zu verhindern vermocht, daß die Stuttgarter Sozialdemokratie sich mehr als verdoppelt hat. ToTmles. Urbrr den Dllnhlnbend gehen uns aus den verschiedenen Wahllreisen noch solgende Stimmungsbilder zn: Die Sozialdemokraten des l. Reichstags-Wahlkreises hatten heute Abend nach Scheffer's Salon, Jnselstr. 10, eine Vcrsamm- I»»g einbernsen, um das Wahlresultat entgegenzunehmen. Schon 3/4 Stunden vor dem festgesetzten Beginn der Versammlung war das Lokal derart überfüllt, daß sämmtliche Tische und Stühle hinausgeschafft werden mußten. Des starken Andrangs wegen ivurde der Eingang durch 30 Schutzleute abgesperrt. Die Haltung der Versammlung ivar eine freudig erregte. Bei der Verkündigung der einzelnen Resultate ivurde jedesmal stürmischer, niinutenlang anhaltender Jubel laut. Der Kandidat Gottfried Schulz hielt eine pon stürmischem Beifall oft unterbrochene Rede, in welcher er die Hoffnung aussprach, daß die Sozialdemokratie bei der nächsten Wahl auch im 1. Wahlkreise das Banner der Freiheit entfalten werde. Zur Feststellling des WahlresultatS im 2. Wahlkreis hatte die Freisinnige Partei im großen Saale xvon Tivoli«ine Äer- sammlung veranstaltet. Der Zutritt wurde nur gegen Karten gestattet, von denen 3000 ausgegeben waren. Sofort nach der Wahl begann sich der Saal zu füllen. Bor dem Etablissement hatten zivei berittene Schutzleute Aufstellung genommen. Um 3U7 Uhr trafen die ersten Resultate aus den nächstgelegenen Lokalen ein; es folgten dann die Hasenhaidebezirke. Um Vw Uhr eröffnete Stadtv. Kreitling die Versammlung. In demselben Augenblick erschien der Kandidat der Partei, Prof. Virchow, vom Beifall der Versammelten begrüßt. Ter Vorsitzende theilte zunächst mit, daß aus 40 Bezirken die Resultate vorliegen.„Dieselben zeigen, wie er ausführte, daß der Kartellkandidat bedeutend weniger Stimmen wie bei der vorigen Wahl, der Sozialdemokrat allerdings„etwas mehr", der freisinnige Kandidat aber die meisten erhalten"(Beifall.) Die Resultate kamen nunmehr in schneller Folge ein. Um 3.48 Uhr lagen aus 70 von 112 Bezirken die Ergebnisse vor. ,'Die Aussichten bessern sich", lautete der Bescheid des Vorsitzenden. Im 112. Bezirk hatte allerdings der Sozialdemokrat, wie das Resultat ergab, ein bedeutendes Ucbcrgewicht, ebenso im 105., 130. und 202. Bezirk. Im 113. Bezirk war derKamps ein ziemlich gleicher. Im 122. und 115. Bezirk hatte der Sozialdemokrat mehr wie feine beiden Gegner, im 49. dagegen Virchow um 50 Stimmen mehr wie die Gegenkandidaten. Um 8 Uhr fehlten nur noch 18 Bezirke. Janiszewski kam Virchow innuer mehr auf. Zehn Minuten später hatte er in den eingegangenen Resultaten seinen Gegner eingeholt. Um>/s9 Uhr, noch vor Beendigung der Fest- stellung, nahm Professor Virchow unter Beifall das Wort. Er charakterisirte die etwas veränderte politische Lage im Wahlkreise und sprach seine Freude aus, daß man nun„sicher sei vor den Jrmerianern, für diesmal wenigstens sei man diese G schalt los.(Beifall.) Das sei ein nicht zu unterschätzender theil, denn zu den Jrmerianern zählen auch viele abhängige Seelen, die nun frei geworden. Man werde sich zwar nach immer sehr der Haut zu wehren haben, denn mancher der Gegner werde mit den Sozialdemokraten gehen. Der definitive Wahltag werde nahe bevorstehen, lange Vorbereitungen seien daher nicht möglich. Die gegenwärtige Situation sei ja nun zivar zur Zeit noch eine erwünschte, aber eine gewisse Klärung werde doch wohl nun eintreten. Der Redner kam nun- mehr auf seine Stellung zur Sozialdemokratie zu sprechen, wobei ell- or- sich die Anwesenheit einiger Gegner herausstellte, die jedoch nicht durchzudringen vermochten. Ter Redner berührte sodann des Weiteren die kaiserlichen Erlasse, zu deren Durchführung es keinesivegs, wie man es hinstellen wolle, einer Aenderung der bestehenden Gesetze bedürfe. Man werde gewiß bereit sein, die Sache zu fördern, aber unmöglich sei für ihn die Herbeiführung des sozialdemokratischen Staats. Der Redner richtete sodanu einen Appell an die unabhängigen, arbeitssamen Bürger zur er- neuten Sammlung. Es iväre eine Thorheic. jetzt an den ganzen Sieg verzweifeln zu wollen. Möge der Wahlkreis auch ferner zeigen, daß er eine selbstbewußte klare Majorität besitze. Wir sino fern von der Bosheit der Antisemiten, aber eben so fern von den Träumereien der Sozialdemokraten.(Die sauren Trauben! Red.) Wir treten ein für Gesetz und Freiheit! Das RefaUnr wurde sodann(es fehlen 2 Bezirke) wie folgt verkündec: Janiszewski 19 339, Professor Virchow 17 772, Dr. Irin er 13 7b", zersplittert 551 Stimmen. Die konseroat-ven Wähler des 2. Mahlkreises hatten sich im großen Saal der Viktoriabcanerei versammelt, um das Resultat entgegen zu nehmen. Schon lange vor Eröffnung war der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt, so daß er polizeilich abgesperrt werden müßte. Gegen 7'/a Uhr liefen die Resultate aus den einzelnen Bureaus em. Der Kreis umfaßt 112 Wahlbezirke um» um SVe Uhr war das Resultat folgendes: Dr. Jrmer 13045. Geh. Rath Virchow 17 634, Sozialdemokrat 18 674, zersplittert 573 Stimmen. Nach dieser Verkündigung erhielt Dr. Jrmer das Wort zu einer Ansprache, die etwa so lautete: Wir sind ge- schlagen, sogar recht erheblich; wir kommen heute erst an die dritte Stelle. Sollen wir nun aufhören zu kämpfen und die Flinte ins Korn werfen? Nein nun erst recht wollen wir, veiter arbeiten. Wir wollen von unseren Gegnern lernen zu agitiren, aber auf anstänoige Art, ohne diese oder jene Klaffe aufzuhetzen. Der Tag wird kommen, wo das Volk erkennen wird, daß es nur diejenigen mit ihm gut meinen, welche sich um ihren Kaiser schaaren. Auf diesen Tag von Jena wird ein Tag von Leipzig, Gravelotte und Seoan folgen.(Achherrjeses!) Die Sozialdemokraten des 2. Wahlkreises gedachten zur Feststellung des Wahlergebnisses Versammliinge» in der Unionsbraucrei und auf dem Bock abzuhalten. Nur erue der Versammlungen kam zu Stande. Der Saal der Unions« brauerei blieb dunkel, die Pforte den anströmenden Massen gegen- über geschloffen. Um so dichter wälzen sich nun die Schaaren der Bockbrauerei zu, deren beide Säle schon kurz nach 6 Uhr derartig geftillt ivaren, daß polizeiliche Absperrung erfolgte. Da immer neue geivaltige Masse» anrückten, war die Straße vor der Brauerei bald dicht gestillt. Im Innern der Säle waren inzwischen die ersten Resultate eingelaufen, welche zunächst in beiden Sälen kundgegeben ivurden, wogegen jedoch die überwachende Polizei Einspruch erhob. Als um 4410 Uhr das Resultat von Tivoli he« bekannt wurde, ertönte ledhafter Jubel unter der ans der Straße harrenden Menge, die sich alsbald zerstreute. Um Velü Übt war das Resultal von Seite» der Partei wie folgt sestgestellr: Janiszewsli 20 220, Virchow 18 245, Jrmer 14 165 Stimme. DaS Resultat rief stürmischen Jubel hervor. Das Eintreten in eine Diskussion wurde abgelehnt. Die sozialdemokratische Parteileitung hatte den nach der städtischen Wahlgeometrie als 4. Wahlkreis be- stimmten Stadttheil in eine östliche und eine südöstliche Hälfte getheilt und jede Hülste wiederum in 5 Agitationsbezirke gebracht. Ter 4. Bezirk im östlichen Theile, die Wahlbezirke 274 bis 290 umfassend, trat im Zentralbureau der östlichen Hälfte, Bliimen- straße 38, zuerst mit dem Resultat an. Es brachte für den sozial- demokratischen Kandidaten 4501 Stimmen, für den freisinnigen 1781, zersplittert 125, ungiktig 35 Stimmen, und wurde mit Juoek begrüßt. Die verschiedensten Betrachtungen knüpften sich daran. Meist liefen sie daraus hinaus, daß sich die Erwartungen für den sozialdemokratischen Kandidaten als richtige erwiesen. Im 301. Und 302. Wahlbezirk war die Stimmabgabe der Freisinnigen eine geradezu klägliche; im ersterwähnten haben von 693 eingeschrie- denen Wählern 333 ihre Stiunncn für den Sozialdemokraten und nur 67 für den Freisinnigen, im letzterwähnten von 680 einge- schricbenen Wühlern 335 ihre Stimmen für den Sozialdemokraten und nur 62 für den freisinnigen Kandidaten abgegeben. 5. Wahlkreis. Die Verkündigung des Wahl» resultats fand im 5. Wahlkreise für die konservative Partei in dem Bärwirth'schen Lvkale, Rosenthalerstraße 4, statt. Einige Minuten nach» Uhr wurde vom Major Blume das Resultat verkündet; der Vorsitzende erklärte den ungünstigen Ausfall der Wahl für die konservative Partei dadurch, daß die Antisemiten von der Partei zurückgetreten und sich der Wahl überhaupt ent- halten. Nachdem Herr Blume dem Kandidaten, Herrn Schuh- niachermeister Lüdke, für sein Eintreten in die Bresche gedankt, ergriff der Letztere das Wort, um darauf hinzuiveisen, daß an der großen Niederlage die Zerklüftung der konservativen Partei Schuld sei, eine Zerklüstung die besonders durch das Hinausdrängen der konservative» Agitatoren(Zurufe: Wagner, Stöcker!) zu Tage getreten. Im alten Schützen hause Linien st raße 4 hatte sich der sozialdemokratische V e r e i n des 5. Wahl- lrcises versanmielt, uin die Verkündigung des Wahlrcsnltates zu erwarten.— Gegen 429 erschien der Kandidat dieser Partei für den Kreis in dem überfüllten Saale, stürmisch von den toi- wesenden begrüßt, worauf die Versammlung durch Herrn Vcrndt eröffnet wurde, der auch den Vorsitz übernahm. Zu einem kurzen Referat erhielt das Wort Herr Auerbach, der nach Verkündung des Wahlresultats des 5. Wahlkreises aus den enormen Erfolg hinwies, welchen die internationale Sozialdemokratie aufzuweiseu _..._,.»,.»,.>, 1 VW* I V L. hatte; es fand danach eine Pause statt,' während welcher'sich das falsche Gerächt von der Wahl Wildberger's im 3. Wahlkreise ver- was stürmischen Jubel hervorrief. Da inzwischen ans den übrigen Wahlkreisen keine näheren Nachrichten cmtrasen, wurde die Versammlung mit stürmischen Hochs aus die Sozial- demokratie geschloffen. 6. Wahlkreis Moabit. Im Stadttheil Moabit waren die Wahllokale nur in den Mittag- und Abendstunden überfüllt. In einzelnen war der Andrang kurz vor 6 Uhr ein so bedeutender, daß nach Schluß des Lokals noch beinahe eine halve Stunde verstrich, ehe die Stinnnen der Erschienene» abgegeben waren. Die Zahl der Wähler in den einzelnen Bezirken bewegte sich zwischen knapp 300 und 2200, und konnte daher in den tleineren das Wahlresultat bereits um 642 Uhr verkündet werden, während die Feststellung desselben in den letzteren sich bis gegen 9 Uhr hinzog. Im 504. Bezirk z. B., in welchem sich fast lauter neue Häuser befinden, erhielten von 328 abgegebenen Stimmen der Sozialist Liebknecht 253, der Kandidat der Freisinnigen, Dr. P a ch n i ck e 51, der Kartell-Kandidat Freiherr v. Lilien- cron 17, auf den ultramontanen und demolratischen Kandidaten je eine Stimme. Die beiden Letzteren kommen auch in den übrigen Bezirken nicht in Frage. In länger bewohnten Bezirken entfiel die Mehrzahl der Stimmen auf den Stnrtcll-jiandidaten. Im 505. Bezirk war bei der Ermittelung deS Wahlresultats der Andrang der sozialdemokratischen Wähler so bedeutend, daß der Wahlvorstand vor seinem Tische eine Schranke anbringen lassen wußte. DasZentralbureau der Konservativen befand sich im Kuhstall in der Jnvalidenstraße, Ecke Chousseestraße. Hier- der sollte das Ncsnltat verkündet werden. Auf große Versamm- hingen hatte die Partei in diesem Kreise verzichtet, weil der Kan- didat Frhr. v. Lilien er on in seine Hoimath, das Rittergut Sproih» gereist war, um dort seiner Pflicht als Wähler zu ge- niigeu. Es fand indessen doch eine Versammlung statt. Die Zu- sammcnstellung der Resultate fand in dem engeren Bureau der Partei statt. Das erste lltesultat, welches einlief, kam aus dem 471. Bezirk und lautete vcrhältnißmäßig günstig. Es hatte v. Liliencron 126, Tr. Pachnicke 108, Liebknecht 124. Die späteren Resultate zeigten indeß bald, daß man auf das erste Resultat keine Hoffnungen, weder für den Freisinn noch für die Konservativen, bauen dürfe. Tie für die Kouservalioen besten Bezirke in dem Bereiche des konservativen Bürgcrvereins der Oranienburger Vorgabt, die bisher stets eine große Majorität für den konservativen Kandidaten gebracht hatten, unterlag dies- mal den Eozialdemokrntcu, so in dem Bezirk 470, wo dieses Mal v. Liliencron 99, Liebknecht 113 Stimmen bekamen. Das Gc- sammtrcsultat aus dem Bereich des konservativen Bürgervereins der Oranienburger Vorstadt betrug: v. Liliencon 1504. Dr. Pachnicke 1424. Liebknecht 2554. Zersplitttert 18. Das Resultat aus dem konservativen Bürg erverein der Prenzlauer Vorstadt lautete: v. Liliencron 12! Dr. Pachnicke 1548, Liebknecht 3494, zersplittert 234. Der Schlußwahlakt spielte sich im 425. Wahlbezirk, Wahllokal Schönhauser Allee 156, Deutsches Volkstheater, Vorsitzender Heer BczirksvorsteHcr-Stellvertrctcr Engmann, im Beisein einer großen Zuhörerschaft ab. Tie abgegebenen Stimmzettel mußten dreimal gezählt werden, da man sich um zwei Stimmen verzählt hrtte. Das Resultat war, daß vier Stimmen mehr abgegeben u aren, als eingeschriebene Wähler vorhanden waren. Da indessen dadurch an dem Resultate der Wahl, Liebknecht 400, Tr. Pachnicke 125, Frhr. v. Liliencron 124, Herr v. Kehler 2 Stimmen, Richts geändert wurde, erklärten sich die Anwesenden zufrieden. Große Verwunderung erregten die Stimmer für v. Kehler, dessen Name erst duchstabirt werden mußte, um ihn niederschreiben zu können.— Im Anschluß hieran fand im großen Saale eine Versammlung behufs Verkündigung des Wahlrefultats statt. Ter Saal war überfüllt, trotzdem Tische und Stühle aus demselben entfernt war- den waren. Bis zum Eintreffen des Wahlresultates wurde über die Tagesereignisse diskutirt. Mit Freude wurde das Resultat de- 5. Wahl! reifes begrüßt, welches den sozialdemokratischen Kan- divnwn, auf mann Auerbach, in die Stichwahl bringt mit dem de ischfreisinnigen Kandidaten Landrath Tr. Baumbach. Doch mit unglaublichem Jubel wurde das Resultat des 6. Wahlkreises ausgenommen, welches Wilhelm Liebknecht wiederum den Sieg sicherte. Zur Ausrechterhaltung der Ordnung auf der Straße war ein starkes Aufgebot von Schutzleuten zn Fuß und zu Roß zur Stelle. Das Mahlkomit«« des Kerliuev Deichstags» MahNrrrifr» fordert die Listcuführcr der einzelnen Wahl- bezirke, welche bei Verkündigung des Wahlresultats zugegen waren, auf, am Sonnabend, denn 22. d. Mts., Abends 8 Uhr, bei Grimdel, Dresdencrstr. 116, zn erscheinen, um protokollarisch feststellen zn können, inwieweit die zersplitter- ten Stimmen ans Cohn, Bnrchardt, Stöcker, Miqnel, Hell- dorsf u. s. w. ohne nähere Angabe des Standes und Wohn- ortS für gültig erklärt wurden. Das Erscheinen Aller ist unbedingt erforderlich. Im Auftrage des Komitees: C. Dinunick. D'flswu« uit'»r«ichc»d war bei der Wahl am Donnerstag das Wahllokal m cee Schüuleiustr. 1 im zweiten Wahlkreise. Ter Wahlbezirk, einer der größten des Kreises, umfaßt 1845 Wähler. o/f�ao-r}11, 12;'0. Wühlet etwa ihr Wahlrecht ausgeübt. 200 Wahler aber mußten umkehren, obwohl die ersten von ihnen 1,„W" am Wahllokal angelangt waren. Hineinkommen konnten� pe nicht, den» das Wahllokal, das nicht größer ist, wie ein geräumiges Berliner Zimmer, war vom frühen Morgen an ifberchllt. So unzureichend sorgt der Magistrat für die Berliner Wähler. Beschwerde ist bei ihm eingelegt, hoffentlich veranlaßt sie ihn, für den Wahlbezirk ein entsprechend geräumiges Wahllokal bis zur Stichwahl zn suchen. Cin recht übles Dachspiet hatte der Wahlsieg für die Ar- beiter der Herren TukotagestUrikaiiten Alb. Böhlendorf, Seydel- ftraße 27 und Julius Nelson u. Ko.. Lcipzigerstraße 36. Tie Arbeiter genannter Firmen halten in der Wirkcrversammlung bc- schloffen, den Wahltag als Feiertag zn halten. Da sie trotz wiederholter anständiger Fragen die Erlaubniß zum feiern nicht erhallen konnten, beschlossen sie dennoch ihr Wort zu halten und nicht zu arbeiten. Am Freitag früh dursten sie deshalb nicht wieder anfangen. Wir ersuchen deshalb alle Arbeiter und Ar- beitcriiinen der Rundstuhlbranche, jenen Eabrikeir fern zu bleiben. Ter Vorstand des Berliner Wirlcrgesellen-Verbaudes. Der Krstizrr dra Knusro Gppelnerstrasie 14, Herr zientirv Friedrich Metier, hat den Schneider Thomas Albinsky mit Frau und sechs Kindern wegen einer rückständigen Micthösorderung in Hohe von 27 Mark plötzlich exmitlirt. Herr A. hat seine Frau mit vier Kindern vorläufig in dem slädtischen Asyl untergebracht, während er selbst mit seinem ältesten Sohn eine Schlafstelle in der Tieffenbachstr. 37 bei Hoff- mann bezogen hat. Intrrcsfnutr Fälle. In einer hiesigen Klinik für Nerven- kranke wurde jüngst eine 62jährige Frau den Zuhörern vorgestellt, die wegen ungemein lästiger Sprachstörungeii sich veranlaßt sah, die Klinik auszusuchen. Es handelte sich bei ihr um eine söge- uaiinte„amnestische Aphasie", eine Krankheit, die sich Haupt- sächlich dadurch charakterisirt, daß bei den von ihr befallenen Patienten die Begriffe zwar vorhanden sind, daß aber in Folge Erkrankung eines Abschnitts des Gehirns die Worte dem Ge- dächtniß entschwunden sind. Daß die Artikulation in der besten Weise funktionirte, daß ergab am besten die Beobachtung, oaß die Patientin im Stanoe war, Sätze welche ioie der folgende „Der Kvttbuser Postkutscher putzt den Kottbuser Postkutschkasten" eine ziemliche Geläufigkeit im Sprechen erfordern, wenn auch laugsam, so doch recht deutlich nachzusprechen. Dagegen vermochte sie nicht, als ihr ein Stück Kreide gezeigt wurde, anzugeben, was das scr. Sie wußte, wie das„Berl. Tagebl."«üttheilt, ganz genau, welche Berivendung der Gegenstand finde, aber das Wort „Kreide" war ihr entfallen. Solche Erinnerungsaphasieen, die namentlich im Greisenalter nicht selten vorkommen und dabei so weit gehen können, daß die Leute die Namen ihrer eigenen Kinder vergessen, können sich auf die ver- schiedenariigstcn Dinge beziehen, und in der Literatur über diesen Gegenstand finden sich interessante Beobachtungen. So berichtet Chrichton von einem Gesandten in Petersburg, der sämmtlrche Eigennamen vollständig vergessen hatte und, sobald er bei seinen Besuchen um seinen Namen gefragt wurde, seinen Begleiter bitten mußte:„Um des Himmels willen, sagen Sie mir doch, wie ich beiße."— Grave behandelte einen Patienten, der infolge eines Schlagausalls die Eigennamen und Substantiva bis aus ihre An- failgsduchstaben vergessen hatte. Ein zweiter Fall, der einige Tage später in derselben Klinik zur Vorstellung gelangte, betraf ebenfalls Sprachstörungen, doch handelte es sich hierbei nicht um Aphasie, sondern um Paraphasie, bei der die Patienten einzelne Buchstaben oder Worte verwechseln je nach dem Grade der Er- krankung. Ueber die Vorgeschichte deS betreffenden Kranken ist zu bemerken, daß er vor einem Jahr- von emem Schlaganfalle betroffen worden war, wobei er zuerst die Sprache vollständig verloeen hatte. Nach und nach besserte sich der Zustand, doch Erheiterung seiner Zuhörer„Mitschich und Liederlich" statt Liebig und Mitscherlich zitirte.— Kußmaul erzählt in fernem Werke über Störungen der Sprache von einem Redner, der in emem Toaste bei einem Festessen, welches einer gelehrten Gesellschaft zu Mit einer Paraphasie ist auch gewöhnlich eine Paragraphie verbunden. Die Kranken verschreiben sich und schreiben sinnver- wandte oder klangverwandte Wörter. So schrieb unser Patient, aufgefordert„Mutter" zu schreiben,„Butter". Ein ergötzliches Beispiel von Paragraphie durch Wortversetzung� erzählt Kußmaul von einem zerstreuten Professor, der einem zerstreuten Professor, .----------. der einem Studenten, welcher seine Vorlesung über a»orgaru>chs Chemie besucht hatte, folgendes Zeugniß ausstellte: Herr Sind. Schmidt besuchte meine ausgezeichneten Vorträge über Chemie blieb jene Pharaphasie zurück. ...... Er ist nicht im Stande, ein vorgesprochenes Wort richtig nachzusprechen; so sagte er „Kleide" statt„Kreide",„Knoche" statt„Sprache". Ganz geringe Grade von Paraphasie können wohl auch bei einem sonst gesunoen Menschen vorkonimen, und jener Professor muß sicher an einer kleinen Paraphasie gelitten haben, als er zur großen mit anorganischem Fleiße. Drportev-Phautaste. Unter der sentationellen Spitzmarke .In der Front wahnsinnig geworden" macht eine Erzählung die Runde durch hiesige Blätter, in welcher mit allen Einzelheiten geschildert wird, daß und wie der Oberfeuerwehrmann Krause dieser Tage auf dem Depot in der Schönebergerftraße geisteskrank geivordeu und in die Charit» bezw. die Irrenanstalt zu Dalldorf überführt worden sei. Diese ganze Geschichte beruht, wie die „Post" konstatirt hat, auf Erfindung. Herr Krause, der seit 16 Jahren im Dienste und in verschiedenen Stellungen, besonders als Exerziermeister hervorragend thätig gewesen ist, fühlte sich gegen Weihnachten infolge großer Anstrengungen nervenleidend lind begab sich anS eigenem Antriebe m ärztliche Behandlung. Sodann nahm er mit seiner Frau zur voll- ständigen Erholung einen vierwöchigen Aufenthalt bei Berivandten auf dem Lande. Ganz gekräftigt und wohl kehrte der Oberseuer- wehrmann vor 3 Tagen vom Lande zurück, um seinen Dienst iviedcr anzunehmen, und war nicht wenig erftaunt, eine der- artige Erzählung in Betreff seiner Person in den Zeitungen zu siuden. Herr 5trause befindet sich nach wie vor in seiner Woh- nung im Depot an der Schöncbergerstraße und gedenkt gegen die Urheber bezw. Verbreiter der falschen Nachricht entsprechende Schritte zn khun. Ancli die von mehreren Blättern gebrachte Mittheilung, de» zufolge der Kriminalpolizei eine„sehr inhaltsschwere Tenun- ziation" mit Bezug auf den Meißnerffchen Raubmord zugegangen sein soll, entbehrt jeder Begründung. An Teiiunziationen hat es allerdings auch in letzter Zeit nicht gemangelt, aber einen Anhalt zur Ermittelung des Thätcrs hat bis jetzt keine derselben geboten, und der Kriminalpolizei fehlt noch heute jede Spur, deren Ver- 'olgung irgend welche Aussicht böte. Der Fall wird vorläufig ür„hossiumgsloS" gehalten. Endlich siellt sirti mich die Meldung von dem räuberischen Ueberfall ans den Kohlenhändler Heinrich Haak, Heiligegeist- We 42 aW starke UelmtreiWig hnans, Re alletbi�aufden „Ueberfallenen" selbst zurückzufuhren sein dübste. Tw Räuber- geschichte rcduzirt sich nämlich aus eine Schlägerei, bei welcher sich einige Personen eines Hausfriedenbruches schuldig machten. Die Bethciligten murden zwar verhaftet, aber nach Aufklärung und Feststellung des Thatbesiandes bereits wieder entlassen. Hie Stanre sind da! Am Donnerstag sind die ersten dieser Frühlingsboten in Rummelsbura bemerkt worden. Ein komisches Zusammentreffen ist es, daß die Staate gerade an dem Tage eintraf en, an welchem die prächtige Eisbahn auf dem Nummelsburger See nach längerer Pause wieder eröffnet wurde. Durch den Frost der letzen Nächte hat nämlich das Eis des Sees wieder die erforderliche Stärke und Tragfähigkeit erlangt, so daß die Polizeibehörde die Erlaubniß zur Wiedereröffnung der Bahn an den abgesteckten Stellen geben konnte. Außerhalb der abgegreuzten und geiiehmigien Strecke giebt eS jedoch noch sehr viel schwache und gefährliche Stellen, so daß Vorsicht dringend geboten erscheint, iilber auch an den gesichexten Stellen dürfte die Herrlichkeit nicht lange dauern, denn wenn erst die Staate kommen, pflegt auch bald der Segelsport den Eissport abzulösen. Epst vergiftet, dann erhängt und doch noch lebend. Eine Selbsimordaffaire, welche sich Mittwoch früh unter eigenthüm- lichen Umständen im benachbarten Wilmersdorf abspielte, hat dort allgemein Aussehen erregt. Die zivanzigjährige Tochter Klara des Arbeiters E. hatte gegen den Willen ihrer Eltern ein Liebes- verhältniß angeknüpft. Dasselbe sollte nun abgebrochen werden. Ans Verzivciflung darüber nahin das Mädchen vor etiva 14 Tagen Gift. Ter sofort zu Hilfe gerufene Arzt verordnete schleunigst ein Gegenmittel und als die bereits Ohnmächtige wieder zu sich gekommen war, gab er ihr nachdrücklichst das Frevelhaste ihres Beginnens zu verstehen. Seine Warnuiige» haben jedoch nicht gejruchtet. Das Mädchen hat ein höchst nervöses Teinperament und gcrieth am Biittwoch früh, weil ihr die Erlaubniß zum Maskenball am Abend vorher veriveigert wurde, in solche Erregung, daß sie versuchte, mit einem Messer auf die eigene Mutter einzudringen. Ein älterer Herr, der zufällig dazu kam, rettete durch sein Tazivischentreten die Bedrohte, zog sich dabei aber eine gefährliche Wunde an d«c Hand zu. Das Mädchen, welches in völlige Raserei gerathen war, versuchte nun in einem Ausalle von sörmlicher Tobsucht, sich aus dem Fenster der drei Treppen hoch belegenen Wohnung' zu stürzen. Mit aller Gewalt sträubte sie sich gegen die Bemühungen I»WWW| Ihrigen, sie an den Kleidern zurückzuhalten. Da man'auf die Tauer der Tobenden nicht Herr werden konnte, holte man den Gendarmen Schmidt herbei. Während dessen hatte man die Wüthende einen Augenblick sich selbst überlassen und gleich hatte dieselbe das Alleinsem benutzt, um sich mittelst eines Tuches am Thürhaken aufzuhängen. Der Körper war bereits blau, als man das Mädchen abschnitt. Zum Glück gelang es den angestellten Wiederbelebungsversuchen, die rabiate Selbstmörderin dem Tode zu entreißen. Nun machte der Gendarm der wieder zum Leben Gekommenen die nachdrücklichsten Vorwürfe. Vielleicht nimmt sie sich jetzt die Mahnungen zu Herzen. poltzeibericht. Am 20. d. M. Vormittags machte ein Mädchen in der Wohnung seiner Herrschast in der unbenannten Straße 30 den Versuch, sick durch den Genuß von Carbolsäure zu vergiften. Es erlitt daourck bedeutende innere Verletzungen, so daß es nach der Charitee gebracht werden mußte.— Zu derselben Zeit wurde ein Laufbursche vor dem Hause Ritterstr. 32 von einem Bierwagen überfahren und am rechten Oberarm schwer verletzt.— Nachmittags fiel vor dem Hause Wrangelstraße 66 ein 14 jähriger Knabe in Folge plötzlichen Anziehens des Pferdes von einem Geschästswagen herab und erlitt einen Bruch des rechten Vorderarmes. Am 20. d. M. und in der Nacht zum 21. d, M. fanden an 12 verschiedenen Orten Brände statt, welche sämmtlich von der Feuerwehr gelöscht wurden. MMMWM Niemals habe das Enttee zum Wintergarten.i Mark o aus: als bei großen Bällen sei der Preis von zehn� � schritten worden. Am Kaiser- Geburtstag habe .'vx f. i,■ w- ff—» w i ml überhaupt nicht stattgefunden, allerdings nmrde % Ä Geriihks-Ieikung. Itrozeß Friedenstei». Den nächsten Punkt der Anklage bilden die Angriffe gegen die Direktion des Wintergartens. Der Angeklagt« hat eine Zeitlang ständige Inserate für das Etabliffe- ment erhalten, die pro Stuck mit drei Mark bezahlt wurden. Im Januar v. I. erschien ein Vertreter des Angeklagten Frieden- stein beim Direktor Baron und bat um Bestellung eines größeren Inserats für den bereits anderwettig annonzirten großen Wmter- ball. Dieser Agent, der sich als Dr. Stockfisch vorstellte, ivurde abschlägig beschieden und von diesem Zeitpunkte an folgten in vier verschiedenen Nummern von„Neu-Berlin" Schmähartikel der gehässigsten Art gegen die Vorstellungen im Wintergarten. Unter Anderem wurde behauptet, daß eine anläßlich des Geburts- tages des Kaisers im Wintergarten arrangirte und mit viel Reklame veröffentlichte Festvorstcllung eitel Humbug gewesen sei, man habe zehn Mark Eintrittsgeld genommen und es sei dafür nur«ine Büste des Kaisers gezeigt worden, die 5 Mark koste. Der Angeklagte behauptet, daß die über den Wintergarten berich teten Thatsachen auf Wahrheit beruhten und die Arttkel zum P�logs eine Statue d'es Kaisers vor Augen. pattiotifche Einlage sei nicht zu einer Preiserhöhung geldes benutzt worden. � ,, m £ WSzLxKS ÄKk Der« auch— um sich gelinde auszudrücken—*„ wäre. zu einer Theatervorstellung nicht die allerbesten��� 5% s vorgekommen. Landsberger sei ein Journalist, dem' IW'i allze� itnh hto fWmtftrtP fpfilt ittth hpr seinen � wenn er im Theater daß er zur„Noblesse" geHorte. ein recht albernes und dummes gehalten. Revolverblatt. Erst später sei ihm' daß tmiftisc Msatz d % %% rW In! gurtete % kaum K.'S 'Mn- gege ag fahrung und die Routine fehlt und der seinen Ruyn''»,-� h'i baBn. aus Bagatellen in guter Form etwas zu machen. rVgfliliP gefügt. ~ Straß mann: Ist dem Zeugen bekannt, vapu �(if(v- � $1".«5 1 1 a(j III o u u; �5|i uem �ruytu I,.., sich gern als den„kleinen Blumenthal" aufsplelte. Nein. ö in„Neu-z- Ein eigenartiger Artikel betraf den und Anfangs Januar brachte»NemBerU anA�l und eigenartiger Friedrichstraße K- nach der Kaiserhymne gelegentlich Kaisers Geburtstag im Opernhanse ausgestanden sei � gff ausgebracht habe. Mit diesem Artikel kam ein AgeP� klagten Friedenstein zu K. und bat ihn um eine A'|i(J dies verweigert wurde, sagte der Agent:„Ueberleg� Die Theater und den Konzcrtpark sollen n GeWHtitngtmt �td� jnk%« Abbtßnng uvuiu ivisv»»*' � Y I I v--•i. geäußert wurden, nachdem bereits die metsten der P. tikel veröffentlicht waren._______...... ousctwt W siWt Tie Bei Ä dcr S «er Dm lNMli: n hrnitd V Hrijcha i�enstein '.im da nl> zn i neJnsc ßdvch de •tsadjut» sivgewhs die Sache, so gut man für ein Äeschäft man auch gegen dasselbe schreiben." Der Zeuge« dem Manne gesagt daß dies ja wie eine Drohung»je entließ den lästigen Menschen. Bald daraus. w# „Neu-Berlin" ein Artikel, in welchem vor gewifl�n lieren in den Hauptstraßen Verlins gewarnt wuro-M klage behauptet, daß dieser Artikel auf den münzt und eine Folge der Verweigerung der-' Ter Zeuge selbst erklärt, daß er den herabreißenden auf sich dezogen habe, da er nur reelle Geschäftsp'ff folge und ort Angeklagte bestreitet direkt, daß sich%. den Zeugen beziehen sollte."in* eingeschicit worden und bewg statt weißer Brillanten gelbe einlegen.— i~-, Strafantrag wegen Beleidigung zurückgezogen und*1� 4 oi«»ssch-» Adschi-ch>-»,;« tat » den N'üss wer ....................... fcS vorgetragen, nach deren Ablehnung mlf angebliche � üb, Theater und im Garten aufmerksam gemacht und 1%,,'s11' mit den Worte» entfernt habe:„Vielleicht übcrlegeN Hsi�� i-ixi % «8M, fe VW4V|| I Zeuge Rosenfeld, welcher gestern seinen Strafanu-'°AU�'". gezogen, läßt sich nochmals anmelden, um zu erkläre nunmehr doch die Bestrafung des Friedenstein verlang MI»,.? ersehen, daß Friedenst� nämlich aus den Zeitungen x /rt.r.i"C*. 1, �rjt.. Ce,. CO und sein Geschäft boshafte Bemerkungen gemacht,-�, --''''— Der Präsident macht � nochmalige Stellung auf Unwahrheit beruhten. daraus aufmerksam, daß eine antrages nicht zulässig sei. Ter Präsident richtet an den Angeklagten zweck K ""ä die 11"a Unai diese »rohen ' Prästdent richtet an oen«iigertagcr»---..„ Frage, ob Friedensteiit ihm die Weisung gegeben W*. etwas Nachtheiliges über solche Unternehmen zu sch«'�' Abonnenten oder Inserenten von„Neu-Berlin" waren. berger erwidert, daß er eine diesbezügliche direkte nicht erhalten habe, ihm habe aber daö Gefühl innefl««"* er es nicht thun dürfe. Dr. Straßm, wäre ich gezivungen, anzutreten Ich müßte die Porstände von minve,»".�. Aktiengesellschasten und die Inhaber vieler EtablisseM«"� lassen, welche beweisen sollen, daß sie ungünstig kritisirl trotzdem sie ihre Prospekte in..Neu-Berlin" hallen lassen. Einer der letzten Fäll« betrifft das„Berliner%% t e�n U» gg Ä VilUti. Vv v � vy vv»» il-trtt|5* welches Friedenstein angegriffen haben soll, weil ry n.mipinprt mürben. Er beftreitet den Beirnggruno ,�1 verweigert wurden. eine«was unklare gegen die Massendarstellunge»______......,. .....— achtzig bis hundert Personen auf die Buhn« «V"! Auseinandersetzung._, en auf der Bühne. immer achlztg vis yunoert Personen auf die i£~,, sprechen Alle so dtircheinander, daß man kein x, kann. Das habe ich getadelt, weil es den Meiningern u„ ist. Ich habe auch getadelt, daß heute ein Schauspiele* hnfier und mnrnett eine Cbarakterrolle spielen muß. ff., Tb» keleitel ht der l-anwi 'AitHt, K Haber und morgen eine Charakterrolle spielen habe ich gewollt, daß gelobt �w«de, was zu loben abe sogar den'Rezensenten Braun' entlassen, weil er s .....""-- hierauf zwei r™»">"«r . wmmen, welche Angeklagten Landsberger im Anfange sei ünterriß."— Es werden hinauf zwei von der ft<' WM''■"'«M fc Leitung„v(eu=� beiden Antragen statt und vertagte dann die Verhao Freitag. Morgen 9 Uhr., � Vierter Tag. Nach Eröffnung der Sitzung durch � w cn ?'li! l°g 4% itt besu Age 4 m er gerichtsdirektor Brause wetter wird zunächst der, j �(»3 vi rtVrt f»T n'hayi a 0«{ W 11 t) 0 Vit des Aertheidigers vorgeladene Zeiwngsverleger R u d o als Sachverständiger darüber vernommen, ob es ganz daß die Zeitungen zu Reklamezwecken ihre Abonneutenz M! >l. über "nsl fie mirllich betrügt. Der Sachv-rstSndige läßt sich : Es mog hier und da ein nrrrnftnn do, "�i bl Vt ,mu'cn' einer allgnnei die' l"n. Das Plus kann aber me einer nichts Uni »ige Zcitu_,,..,.-... berechnen, im Großen und Ganzen wird Mart $ 0 SÄifl iiblich 1 und da ein solches Verfahren bei von einer allgemeinen Usance kann aber ber nur in einem gewissen -.. letztere fluktuirt im Laufe ' Annakini-r„ Zeitungen monatliche Ülvonnements haben JSÄT Ä8? 5*. 9 ober mir ein geringer und von einer � �ie Nede sei,! im Durchschnitt bei den Zeiwugen Cch�Ä�. ols Sachverständiger vernommene Zeitungs- kaum ons.,-?orde, die betr. Geschäftsleute, welche inseriren D'- n°ck.�°d'.gt worden sind. frische» kornni �.�onke Tänzerin Helene Sonntag ist t-a sind ���restungsversuche gegen ste aber nicht gemacht mirate, ,. q�fGWiihat der gleichfalls kommissarisch vernommene 1% 01)5,. a\"Udcrmi Zweck haben könnte, als den einer Er- Jcutmaima. Der Schauspieler Tourner hat dem i..� herrühre, aber W'willkürlich den Namen„Concei-t de Noblesse" '"'"ffen.�Vr w"och einige andere kommissarische Vernehmungen «er» �"�i«-Veck?» ��?�.kisch. welcher früher in der Expedition ! T'"* und di'k.si gestellt war und das Jnseratenweien zu be- ,1 miÄir inb n b-l beschaffen hatte, hat bezüglich der ,!«ib-'�d �serentc.. � bw Aunonzen gesammelt und welche Stellung � �iwibci, 3-gennber eingenominen wnrde, nichts Ungünstiges D>s Bem!-��" ausgesagt. "ll der sousnahme in damit erledigt und es erhält das "((r Düri?.� Asseisor A c u ß: Der Betrug gegen de» �beiüali� �v?ett sei vollständig erwiesen, ebenso sei der Be- l zu fcfviL«Jnlernationalen Neisezeitung" nicht auZ der hinii*+n!&«. 1 inscrirende Publikum sei durch falsche An- ' ber Auflage der„Reisezeitung" und hinsichtlich �-nstei i f.\ dieselbe verbreitet sei, getäuschi worden. «b,, L,,'. 1 dafür verantwortlich, denn er habe selbst seine ktö j,, k" wilruirt, daß sie die Auflage der Zeitung be- rlege" A m Sk en M m llivW rUö}1t L � f �-— i»—••------ Ä« 4,,f% angeben sollten. Geschädigt sei eigentlich jeder 5(6oa l v und man hatte jeden Einzelnen vernehmen können, Ls.,?.dodl,rch die Untersuchung sich sehr verschleppt und die Ii. 9(itrtPKr.*r/ifc»iT s! I � nn.4* und Äctg _, beschränkt, einzelne � ö�flveilcn. In sieben dieser Fälle beantrage er W(iI{r''/h-llnng, in den übrigen die Freisprechung. Ohne Skirf./®e c'lie Vermögens beschädigung der Inserenten vor, rfoift haben für ihr Geld jedeitsalls eilte andere Gegen- >■>�8 gartet, als ihnen gewährt wurde. Was die Zeitttng ? si" betritt, so falle eine ganze Reihe der inkrtinirte» M.Iv«, weil die betreffenden Antragsteller unbegreiflicher , q-wic.ä•«»Lag wieder zurückgezogen haben. In anderen l � wegen Verjährung Einstelluitg des Verfahrens be- den, ii tef tt andere fallen fort, weil die Grenzen einer ' M ftez\ w? Ar ül nicht überschritten ivorden sind und es bleiben %(lA�# l-fci-a0 �c,lN» nur 11, gegen Landsberger 3 Fälle der Belei- % schsi?Wiede,ili �. Tas Hauptoperationöseld des„Ehreninaunes" ß„ 51« die versuchten bczw. vollendeten Erpressungen. % ä*ifil fe''. daß nur bei einer verschwindend kleinen Anzahl � direkte Einmirknna des Anaeklaaten auf bestimmte # f-« direkt« Einwirkung des Angeklagten auf bestimmte kA nnchzutv-isen sei, doch gehöre dies nicht zur Anweu- Ug,,».. s 233 des Str.-G.-B., sondern es gebe auch versteckt« durch welch« Leute beunruhigt würden. So dtmmi Ufv-. hat es Friedenstein nicht angefangen, daß er den direkt den Revolver ans die Brust setzte, sondern er hat -ckmißigcr erachtet, den Weg der versteckten Drohung zu Turch Zusendung der Zeitung„Neu-Berlin" nebst „tw«' tt*?'«,'. k" �huilknng sei den Adressaten, welche den Ruf und die 'f*!' n, � Blattes schon kannten, einfach der Avis gegeben ?i>$ t Nt it"�enn Ihr nicht abonnirt oder annoncirt, so hubl Ihr fln?in jä�nnehntlichkeiten zu erwarten". Viele der Personen, ?'>äe d11''•?. i)rMC'en Wink verstanden, haben sich ditrch Abonneinent vor Ithe» Ä �-»den Ungemach geschützt, andere, welche rnuthig genug h* dj}"fori'J;61? Zwange sich nicht zu beugen, haben die Folgen davon '�j>, fden, indem sie Gegenstand der bösesten«xchmähartikel VirV m'£afcci hak sich der Angeklagte nicht daraus beschränkt, V4.f"■■foKen zu vcrttngltiitpjcn, sondern er hat auch dafür k>urch die schniähliche Behandlung von Einzelfällen >? k!auze Klassen beunruhtgt und uin so eher bewogen iin,,,&" Angeklagten Vermögensvortheile zuzuwenden. Einzelne C haben direkt erklärt, daß sie auS Furcht, weiter durch »tz t rtikel belästigt zu werden, lieber das Geld für Abonne- L, k-tw. Annottzen hingegeben haben und die Thatsache, daß 7 a allermeisten Fällen die Eudelartikel den betr. Persotten �geschickt wurden, lasse gar keinen Zweifel über die Ab- (.."f�che den Angeklagten bei der Veröffentlichung der Ar- (tM. v et haben. Friedenstein hält der Staatsanwalt in den .. ber ihm zur Last fallende» Attklagepunkte, welche der «inwalt am Schlüsse seiner etwa*/* Stunden währenden wichtent und objektiv vorführt, der versuchten bezw. vollen- Erpressung für überführt. Was das Strafmaß anbetrifft, 1>.. r- Landsberger zu berücksichtigen, daß derselbe einen guten Hl macht, anscheinend wahrheitsliebend ist, unerfahren und >ot i? hierher kam und unter dem Einflüsse des erfahrenen, -kl.?"ab energischen ersten Angeklagten stand. Friedenstein 'lio-Vt bw Lügen, welche er mit Vorliebe in seinem Blatte '«e, auch in den Gerichtssaal übertragen; er habe eine Zahl von Nichtswürdigkeiten gegen wehrlose Personen s !!.i % K' S«., i .f'«übern er gegen dieselben äußerordentlich schmutzige ' welche er„Harmlose und humoristische Beiträge zur ng des Berliner Lebens" angesehen wissen will, ge- hat. Zu berücksichtigen sei ferner, daß Friedenstein «..".ber sei und das ihm hier gewährte Gastrechl auf das tof v'� gemißbraucht hat. Aus diesen Gesichtspunkten be- .»»° her Staatsanwalt gegen Landsberger 2 Monate Ge- si? 1&. gegen Friedenstein ZJahre Gefängniß .�tzrverluit attf gleiche Dauer. Meiif'l be» Vertheidigern nimmt zunächst Rechtsamvalt Dr. �e»b.,',�ütz das Wort, um sich speziell den Aetrugsfällen zttztt- '"'aj Nach der Slnsicht des Vertheidigers kann man den An- du Friedenstein wohl für einen frivolen und leichtfertigen W halten, aber nicht für einen Verbrecher und Ervresser. ..•1» des Falles Düringshofen sei weder eine Täuschung be- .- u.. toi?'"bch thatsächlich erfolgt, und wenn Düringshofen jetzt baß die Möbel des Angeklagten das Hauptmotiv im 3$%g,,/ bemselben Kredit zu getvähren, so vermische sich seine ituaü',,- 1 H% Arte doch mit den Thatsachen. Außerordentlich schwach sei ;-»' M. bezüglich der„Reise-Zeitung" begründet. Zunächst in,, bestreitet!, daß der Angeklagte für etwaige Dtmstmacherei '--"•.---- 1�.* C |r Hanl *.?; tnz ienZ' M � 8enlen verantwortlich ist und dann sei gar nicht festge- che falschen Vorspiegelungen die Agenten in den einzel- t-ffkea gemacht haben bezw. ob nur durch diese falschen Zsi.»»"'"'gen die betreffenden Personen zum Abonniren ober �.iiren veranlaßt worden sind. Schließlich fehlt auch jeder MW bines Vermvgcnsnachtheils, welcher den Inserenten zu- sikh.'i wäre, denn aus dem sachverständigen Gutachten ergebe kj. die demselben gewährte Gegenleistung durchaus ange- hsi, war. Nach allen Nicht mgen hin sei die Nothiveudtg- (iL*'* Freisprechung von der Astflage des Betruges ge- Der zweite Vertheidiger Frieden st ein's, Rechtsanwalt Dr. Straßmann, wendet sich zunächst in juristischer Aus- führung gegen die Ansicht des Staatsanwalts über die Anwen- düng des§ 253. Es sei nicht zu erkennen, worin der Staats- anwalt die Drohung erblickt, ob in den Artikeln, die erschienen sind, nachdem Inserate abgelehnt waren, oder in der bloßen An- senge, o tc.mviö inseriren will. In ersterem Falle könne von einer Bedrao>-rg nicht die Rede sein, weil die Drohung der zu erpressenden Handlung erst nach gefolgt ist. Im zweiten Falle liegt auch keine Drohung vor, weil die Zusendung einer Zeitung mit der Aufforderung zum Abonnement steh er keinen Gewaltsakt darstellt, lind wenn der Staatsanwalt behaupte, daß schon die Existenz de» Blattes ausreiche, um das Vorliegen einer Drohung zu beweisen, so sei diese Behauptung nicht richtig und auch nicht erwiesen. Kein einziger Fall sei von der Anklagebehörde vorge- führt tvorden, wo der Angeklagte mit dem Revolver auf irgend eine P-nffon losgegangen und verlangt hätte„la dourse ou la yie." Was ist aus der länger als sieben Monate währenden Untersuchung, auS den 35 Bände füllenden Untersuchungsakten und ans den mehrtägigen Verdandlungen herausgekommen? Nichts als«Ntge vage, unbestimmte, für das richterliche Ermessen gar nicht v-.rwendbare Ansichten einzelner Persenen, daß der Ange- klagte F'iedenstein doch wohl ein Revolverjournalist sei. Mit solchen allgemeinen, ganz subjektiven, unter den Händen zerrinnen- den Angaven lasse sich nichts ansangen. Wie das unbestimmte „man" die Leute sehr beeinflußt, habe der KommisstonS- rakh Hausmann recht deutlich eriviesen. welcher die volle Schale seines Zornes auf den Angeklagten entleert hat. Dieser habe schlankweg gesagt, daß„man" aus Furcht vor Besudelungen dem Angeklagten lieber die Inserat« von neuen Gründungen ztegewiefe» habe und als er nach einer Präzisirung des„man" gefragt wurde, habe er nur die Bank- firma L. und S. Wolsf nennen können und der Bankier Wolff habe dagegen bekundet, daß er weder direkt noch indirekt durch Drohung zur Hergabe von Inseraten veranlaßt worden sei. Auch die Persönlichkeit des Angeklagten lasse eine erpresserische Tendenz der Zetlung gar nicht vermntyen. Der Zeuge Rubier habe den Angeklagten gewiß sehr zutreffend geschildert. Derselbe sei eitel, anmaßend, eingebildet, hielt sich für einen neuen Lessing und hielt sich für einen bedeutenden Menschen, wenn er das Rezensions- schwert über die Theater schwingen konnte nach dem Motto des großen Römers:„Sie sollen mich hasse» und nicht lieben!" Der Angeklagte ist ein Mann mit losem Mund, schneller Feder und einer ganz pikanten Art zu schreiben; er ist vielleicht schlecht erzogen und aufgewachsen in verrotteten österreichischen Preßver- hältnissen, welche er aus Berlin übertragen wollte.„Pikant, intereffaut, rücksichtslos!" Das war das Programm des Ange- klagten für seine Zeitung, dieses Programm suchte er so durch- zufuhren, wie es nach seinen Anschanungen mit journatisiischem Erfolg durchzuführen war. Solche Persönlichkeiten gehen auf Er- Pressung nicht aus, dazu ist ein so eitler und anmaßender Mensch zu vornehm und es ist auch nicht anzunehmen, daß zur Erlangung des so billigen Abonnementsvreises von 1 M. vierteljährlich ein solcherMann ein derartiges gefährliches Gewerbe betreiben wird. Bei anderenFällen dieserArthandclteessich um ganz andere Personen und ganz andere Summen. Es ist auch aus der allernächsten Um- gebnng des Eingeklagten, von seinen Angestellten, nichts eriviesen worden, daß derselbe jemals eine Erpressung selbst versucht oder angeordnet hat, es ist kein einziger Zeuge aufgetteten, von welchem Friedenstein irgend einen Bcrntögensvortheil verlangt hat. Der Verein ging dann die einzelnen Fälle der Anklage durch und suchte nachzuweisen, daß kein einziger Fall der Erpressung aus rechtzuerhalten sei. In drei Fällen könnte man vielleicht an- nehmen, daß von den Agenten des Blattes eine kleine unberech tigte Pression ans dritte Personen ausgeübt werden sollte, aber der Zusantmeuhang dieser Agentenstreiche mit Instruktionen des Zlngeklagten sei durchaus nicht erwiesen. Uebrig bleibt nur eine kleine Reihe von Beleidigungen harmloserer Art, für die der Am geklagte Friedenstein zu bestraf«» sei. Bei der Abmessung der Strafe, bitte er zu berücksichtigen, daß der Angeklagte seit sieben Monaten in Untersnchungshast sitzt und es ihm durch diese Be schränkung der persönlichen Freiheit nicht möglich geworden ist bei den Beleidigten Schritte zu thun, um auch für sich die Ver zeihung zu erlangen, welche dem zweiten Angeklagten in so reichem Maße gewährt worden ist. Und wenn der Staatsanwalt es gewissertnetßen bedauert, daß in einigen der schwersten Fälle der Strasantrag zurückgenvinmen worden, so könne er versichern, daß dies geschehen ist, weil die Betreffenden Mitleid hatten mit dem Schicksale der armen Familie de, Angeklagten Friedenstein, welche unverschuldet dem Hunger und dem Elend anheimgefallen ist. Ohne Freund, ohne Familte verlassen und einsam sehe der Angeklagte Friedenstein seinem weiteren Schicksale entgegen. Er könne nicht dafür schwer bestrast werden, weil ein junger Journalist sich mit ihm ver- Kunden, er könne auch erwarten, daß nicht die in Wegfall ge- kommenen Fälle als erschiverend gegen ihn in's Gefecht geführt werden. Er bitte, zu verücksichtigen, daß die einer guten und nicht unvermögenden Familie angehörende Frau des Angeklagten in Wien eine wtelle als Verkäuferin hat annehmen müssen, um ihre Kinder nicht verhungern zu lassen; er bitte weiter, die lange Untersuchungshaft und den Umstano zu berücksichtigen, daß der Angeklagte bereits ausgewiesen ist, sofort nach verbüßter Strafe über die Grenze geschafft wird und daher für Deutschland un- schädlich gemacht ist. Für den Angeklagten Landsberger sprach Rechtsanwalt Dr. Gabriel(Glogau). Derselbe betonte, daß aus der ganzen Verhandlung nichts hervorgegangen sei,»vas einen sittlichen Makel auf seinen Klienten werfen könnie. Derselbe sei als junger, im- erfahrener Journalist hierher gekommen und habe„Neu- Berlin" ketnesivegs für ein Revolverblatt, sondern für ein pikantes Journal gehalten, welches sich den gezogenen konventionellen Schranken nicht fügen wollte. Ein derartiges Blatt zu begrün- den, lag gewissermaßen im Zuge der Zeit. Die Journalistik dränge zur Pikanterie, es sei dies gewissermaßen ein „Zug nach Westen", nach dem Vorbilde des Pariser„Figaro". Jedenfalls könne man nicht behaupten, daß Landsberger von irgend einer bösen Absicht geleitet worden sei, er hatte eine hunto- rislische Ader und bei der Abfassung von launigen und witzigen Artikeln laufe so leicht eine verletzende Aettßermtg mit unter, ohne daß der Verfasser es beabsichtigt habe. In den zwei Fällen der Beleidigung, die gegen den Angeklagten Landsberger vor- liegen, müsse man ihm außerdem den Schutz des§ 193 des Str.-G.-B. zubilligen, denn er habe mit Recht gegeißelt, daß die angeblich Beleidigten, jener Sprachlehrer, der sich unberechtigter Weise den Titel„Professor" beilegte, und der Inhaber eines Tingeltangels, in einer Weise Reklame machten, welche hinter den versprochenen Leistungen zurnckblieb. Eine berechtigte Kritik müsse doch zulässig setn. Im Uebrigen habe der Staatsanwalt selbst so viele gute Seiten des bisher völlig unbescholtenen Ange- klagten Landsberger hervorgehoben, daß es Wunder nehme, wenn wegen dieser beiden Beleidtgttngen eine Gesängnißstrase beantragt werde. Eine gelinde Geldstrafe müsse, wenn überhaupt ein ver- urtbeilendes Erkenntniß gefällt werden sollte, als eine ausreichende Sühne angesehen werden, in erster Linie beantrage er aber die Freisprechung des Angeklagten Landsberger. Da die Attgeklagten darauf verzichten, daS Wort zu nehmen, so schließt der Präsident die Sitzung und soll morgen, Sonnabend, Mittag 1 Uhr das Urtheil verkündet werden. SoziKle Msverflchk. Achtung! Metallarbeiter I Der Streik.bei der Firma Siemens u. Ko., Neuenburgerstr. 24, dauert tmverändert fort. Wir ersuchen alle Kollegen den Zuzug fern zu halten. Sammel- listen sind bei folgenden Kollegen zu haben: Klein, Ritterstr. 15, Lttfin, Reichenbergerstr. 23, Schmidt Ritterstr. 112, Bauer, Remickendorserstr. 48 bei Lenzner. Granden«, 19. Februar. Nächstens wird hier eine Filiale des„Deutschen Tischler-Berbandes" errichtet werden; in Verbiu- dtmg mit der hier bestehenden Centtal-Kranlen- und Sterbelasse der Tischler.— Seit Montag streiken hier die Zimmergcsellen, weil die den Meistern gestellte Forderung, einen Mindestlohn von 30 Pfg. pro Stnn'rc zu zahlen, nicht erfüllt worden ist; die Meister»vollen HLcksiens 28 Pf. bewilligen. Tie Gesellen fordern Folgendes: einen Äcaximal-Arbeitstag von 11 Stunden. Ueber- stunden an Arbeitstagen werden mit 10 Pf. Zulage pro Stunde berechnet; an Sonn- und Feiertagen darf nur gearbeitet werden, tve»tn Menschenleben in Gefahr sind, oder wenn der örtliche Ver- kehr gehemmt ist, die Stunde ist dann mit 50 Pf. zu bezahlen; eine Stunde von der Stadt gelegene Arbeit wird als Landarbeit anerkannt, hierfür ist ein Zuschuß von täglich 35 Pf. zu gewähren, ferner ist, wo Cisenbahnanschluß vorhanden ist, alle vierzehn Tage einmal freie Fahrt hin und zurück zu gewähren; an Zahlung«- oder Löhnungstagen wird eine Stunde früher Feierabend gemacht, diese Stunde wird aber in die Arbeitszeit mit eingerechnet; an den heiligen Abenden der hohen Festtage(Ostent, Pfingsten, Weih- nachten) dauert die Arbeitszeit bis 5 Uhr ohne Vesper, doch sind die fehlenden zwei Stunden mit zu berechnen; Arbeitsleute dürfen unter keinen Umständen allein Zimmerarbeiten verrichten; oie Arbeitgeber verpflichten sich endlich, Zimmergesellen, die nicht Mitglieder des deutschen Zimmerer-Verbandes sind, nicht in Arbeit zu stellen. Gewiß keine unbilligen Forderungen! Zur Erklärung diene. daß die Zimmergcsellen hier noch 13 ständige Arbeitszeit gehabt haben. Die Meister sollen auch die Forderungen sonst sämmtlich bewilligt haben, bis auf die Hauptforderung eines Mindest- Stttttdenlohnes von 30 Pf. Sie wollen nur 28 Pf. geben. Zuzug ist deshalb fern zu halten. Kerichtignng. In unserem gestrigen Ausruf über den Streik der Zigarrenmacher muß es heißen statt Reub Reul. Wahl-ResnUate. (Privatdepeschen des„Berliner Volksblatt".) © 8V« l<«df, Sozialdemokrat 10 000. Kartell 7546. Zentrum ii'J K cndw'ijs Hafen. Sozialdemokrat 5369. Deutschfreisinn 842. Kartell 6772. Zentrum 2996. Erfurt zchleustnizen. Stichwahl zwischen ReißhauS (Soz.) und Siteius(Kartell). Meiningen 2. Stichwahl zwischen R e» s h a u s(Soz.) und Witte(dsr.) M«ckle»d.irg-Achineri»!. Stichwahl zwischen Schwartz (Soz.) und Büfivg(natl.) Schwartz gesichert. (Zpiolfls Telegraphen-Aurea».) Köln. Wahlbezirk 2. Köln Land. Menlen(Zentrum) gewählt. Trier. Wahlbez. 6. Ottweiler, St. Wendel. Frhr. von Stumm(ReichSp.) gewählt. Gumdinnen. Wahlbez. 8. Jnsierburg. Dodillet(kons.) gewählt. Miesbaden. Wahlbez. 2. Stadt Wiesbaden»c. Schenck (dsr.) gewählt. Kromvera. Wahlbezirk 3. Stadt und Landkreis Brom- berg. Stichwahl zwischen Hahn(konservativ) und Komierotvski (Pole). Königsberg. Wahlbez. 9. Allenstein Rössel. RackowSky (Zentr.) gewählt. Trier. Wahlbezirk 5. Saarbrücken..Pfähler(natl.) ge- wählt. Schl««,vig»g»tsteln. Wahlbez. 3. Schleswig. Lorenzen (dfr.) gewählt. Potsdam. Wahlbez. 4. Prenzlau-Angermünde. v. Wedell- Malchow(kons.) gewählt. Grohherzogthntn Mecktlenburg-Hchwerin. Wahlbez. 5. Rostock»c. Stichwahl zwischen v. Bar(dfr.) und Kreisch- mann(Soz.). Fürstenthnm Maldeck. Stichwahl zwischen Böttcher(natl.) und Rohland(dir.). Fürstenthum Kchwarzbnrg-Sottdershaufe»». Stichwahl zwischen Pieschel(Reichspartei) und Bock(Soz.). Kachl'eu-Meimar. Wahlbez. 2. Stichwahl zwischen Dr. Harmening(dsr.) und Geibel(natl.). Düsseldorf. Wahlbez. 7. Mörs, Rees. Reichsgraf von Hoensbroech(Zentr.) gewählt. Frankfurt a.('). Wahlbez. 3. Königsberg, v. Levetzow (lons.) gewählr.— Wahlbez. 7. Gnben-Lülben. Wahl des Prinzen Earolaty(Reichsp.) gesichert. Achlesmig- Soistein. Wahlbez. 1. Hadersleben, Sonderburg. Johanns en(Däne) gewählt.— Wahlbez. 2. Flensburg, Apenrade. Stichwahl zwischen Jebsen(natl.) und Mahlke(Soz.) ziirderbaijern. Wahlbez. 4. Pfarrkirchen. Haberland (Zentr.) geivählr. Elfaff-j'othringen. Wahlbez. 1. Altkirch. Wintcrer (Elsässer) gewählt. Wahlbez. 9. Straßbnrg-Land. Dr. North (Elsas er) gewählt. Wahlbez. 5. Rappoltsweiler. Dr. Simonis (Elsässer) gewählt. Wahlbez. 10. Hagenau, Weißenbnrg. von Dietrich(Elsässer) gewählt. Wahlbez. 15. Saarburg-Salzburg. Abbe Koechly(Elsässer) gewählt. Köfftigreich Kadjfrn. Wahlbez. 20. Amtsgerichtsbez. Wolkenstein, Zschoppau. Gehlert(Reichsp.) 9540 St., S u st(Soz.) erhielt 6048 St., Langhammer(dsr.) 2386 St. Wahlbez. 22. Amtsgerichsbcz. Kirchberg»c. Stichwahl zwischen Kurtz(kons.) und H o s s m a n n (Soz.).— Wahloez. 4. Amtsgerichtsbez. Dresden, Radeberg»c., Klemm(kons.) gewählt. Grogherjogthnm Dessen. Wahlbezirk 8. Bingen- Alzey. Bamberger(dsr.) gewählt.— Wahlbez. 1. Gießen. Stichwahl zwischen Guttfleisch(dsr.) und Bockel(Antisemit).— Wahlbez. 4. Darmstadt- Groß- Gerau. Stichwahl zwischen'Dr. Osan(natl.) mit 9227 und Müller(Soz.) mit 6050 St. Munckel(dfr.) erhielt 3628 St.— Wahlbezirk 2. Friedberg. Stichwahl zwischen Graf Oriola(nat.- Ich.) und Guttfleisch(dfr.).— Wahl- bezirk 7. Worms. Dr, Marquardsen(nat.-lib.) gewählt. Herzovthnm Kvannfdjweio. Wahlbezirk l. Braunschweig. Stichwahl zwischen Bios(Soz.) und Orth(natl.). Wahlvez. 2. Helmstedt, Wolsenbüttel. Stichwahl zwischen Kulemann(natl.) und Schräder(dsr.). Minden. Wahlbezirk 1. Bock(kons.) I Minden, Lübbecke. gewühlt. Merfednrg. Wahlbezirk 1. Mansfelder, Seekreis»c. Leuschner(Reichsp.) gewählt. ©ppeln. Wahlbezirk 8. Groß-Strelitz, Cosel. Dr. Franz (Zentr.) gewählt. Wiesbaden. Wahlbezirk 4. Weilburg. Münch(dfr.) gewählt. Mari«»»n»erd«r. Wahlbezirk 6. Könitz, v. WolSzlegier (Pole) gewählt. ©ppeln. Wahlbezirk 8. Ratibor. Glysczinski(Zentr.) ge- wählt. Wahlbezirk s. Leobschiitz. Klose(Zentr.) gewählt. Marir»t»verder. Wahlbezirk 1. Stuhm, Marienwerdcr. Müller(Reichsp.) gewählt.— Wahlbezirk 5. Angerburg- Lötzen v. Stand»(kons.) gewählt.— Wahlbez. 6. Oletzko-Ltjck. Stein- mann(kons.) gewählt.— Wahlbez. 7. Eensburg-Ortelsburg. Graf Mirbach(kons.) gewühlt.— Wahlbez. 8. Dentsch-Crone. Gamp (Reichsp.) gewühlt.— Wahlbezirk 4. Thorn-Eulm. Stichwahl zwischen Dommes(natl.) und v. Slaski(Pole).— Wahlbezirk 3. Graudcnz- Strasburg. Stichwahl zwischen Staatsminister(von Hobrecht(natl.) und v. Resetjcki Wlewsk(Pole). Gumdinnen. Wahlbez. 4. Stallnpünen-Äoldap. v.Sperber (kons.) gewählt. Kerzoothm» �kraunfstMeig. Wahlbez. 3. Holzminden. Magdeburg. Wahlbez. 1. Salzwedel-Pardelegen. Stichz wähl zwischen Graf v. d. Schulenburg-Bcetzendorf(lons.) und Neulirch-Konitz(dsr.). Grosjlirr?sgth«m Gidenburg. Wahlbez. I. Oldenburg- Birlenseld. Stichwahl zwischen Ennnecerus(natl.) und Hinze (dsr.). Kassel. Wahlbez. 4. Eschwege-Schwalkalden-Witzenhausen. Stichwahl zwischen Wilisch(dsr.) und v. Christen(kons.) Pli'alx. Wahlbez. L. Kaiserslautern. Miquel mit 18 St. Majorität gemalt. Alrulz. Wurm(Soz.) gewählt. g rimover. Wahlbez. 10. Hildesheim. Stichwahl zwischen Hoycrmann(natl.) und v. Hake(Welse.) Arrzogthuur Auhait. Wahlbezirk 1, Dessau» Zerbst. Rösicke-Terlin(nail.) gewählt. Potodain. Walilbez. L. Westhavelland. Stichwahl zwischen Ewald(Soz.) und lliickert(dsr.). Zenrztham Anhalt. Wahlbezirk 2. Bernburg-Ballen- ftäbt. Stichwahl zwischen Oechelhäuser(natl.) und Grilling- Berlin(dsr.). zMinden. Wahlbezirk 3. Bielefeld-Wiedenbrück. Stichwahl zwischen Evers(Zcntr.) mit 5534 und Singer(Soz.) mit 4683 Stimmen, v. Ditsnrih erhielt 4600, v. Hanimerstein 3283, Kisker (ö|r.) 17.'3 Stimmen. Düsseldorf. Wahlbezirk 3. Solingen. Schumacher (Soz.) gewählt mit 9836 Stimmen; es erhielten Neichensperger (Zentr.) 3690 Stimmen, v. Forckenbeck(dsr.) 632 Stimmen und v. Eynern(natl.) 551 Stimmen. Spreckkaol. Verfn»n»nlungen. Allonar!«».' deutsch»? Sattlerveriln(Mitgliedschaft Berlin). Sonn- abs»o, den 2u. Fedruar, rtbends Uhr, tin Lolale de» Herrn Beyer, Alte Aalod?>raS« s», Bersaninilung. Tagesordnung: i. EewerlschastlicheS. i. Ti»- tuitton. s. Berschiedone» und Fragelasten. Fachueeri» der Tilchlcr. Sonnabend, den 22. Februar, Abend»» Uhr, Bor»nid.-.Nhnna in Jordan'» Salon, Neue«Lrllnstraße 28. U»»«!» der tUobrUtifchlirezrotlN». Sonnabend, 22. Februar: Wroßer Wiener Tt iSlenball im groben Saale der Brauerei„Frisdrichishain". Billet» ju so Pf. sind bei den Komitee- und Borstandoinitgltcdern zu haben.— Montag, den 21. Februar, Bersammlunz in,„Weddinapar:" Müllerstr. 178. Tage»- oronung: I. Borlesunz aus:„Der achtslündige Arbeitstag". 2. BeretnSange- legcnhciten. 3. Verschiedene» und Fragekasten. N>n zahlreiche B-ihetligung wird ersucht. Ter Arbeitsnachweis besinder sich bei Herrn W. Rode, Feld- flrab- 0, 2 Tr. aischieo-Uerelie. Sonnabend, den 22. Februar, Abend»» Uhr, Rott- bnserstr. 4». Milgliederversanunlung. Tagesordnung i 1. Bericht vom Wiener MaZkcnbail. 2. Veschliehnng über ein zunächst siailftndende» vergnügen zum Beste» eine» ausgesteuerten, noch tränten ivlitgliede». ?,«!>»»»i»rrlai»>nlniio der Kranken- und Sterbekasfe der Huiarbeiler und verwandlcn Vernfsgenoffen Beritn» und Umgegend(Eilig. HtifSlasf« 82) Sonntag, den 0. Marz, Boriniliags 10 Uhr, in Jeinlcr'S Restaurant, Münz- firahe Ii. TageZordinmg! 1. RechenschaslSberichl pro 1889 und Eriheiiung der Teäiarge. 2. Antrag de» Borslande», behus» Uederrritt der Kraulen- und Slerbenlasse der Huwiacher(E. H.) zu Alienburg. 3. Ti»Iuss>oi>.*. Wahl de» Vorstände« und der Revisoren. 0. VecschiedcueZ und Fragskasten. fori» tierrinig»»? der e-chnrider Ccrim». Sonntag, den 23. Februar: lüesellige Nbendunterhollung bei Reyer, Alle Jalobsir. 88. Tie Mitglieder, Kollegs» und Freunds find mit ihren Familien loillloinmcn. Bezüglich der Wersamnilimg am Tienslag, den 25. Februar, flehe näheres am Sonnlag wr „Berliner AoltSblaU". Zur Uea>i,t»>:g für Tabakarbeifer! Am Sonnlag, den 23. d. Mi»., findet in Feindi'S Restaurant sine Tslegirten-Verlamuilung stall. Tagesordnung: J. Berich, der UeberwachungS-Koimnission. 2. Die ArbeitSeinsleünna in der Fabrik Martienzen. 3. Verschiedene». Wir ersuchen, daß zu dieser Versamni- >u»g all- Fabrllen in und um Berlin vertreten sind. Die Ueberwachung»- Kommission. Lachverei» der ZUeber. Montag, den 2«. d. Mi»., Abend» 8 Uhr, Ber- sammluug im Böhmischen Brauhaus, Landsberger Allee 11—13, iui Keinen Enal. Tagesordnung: 1, Vortrag de» Herrn Cchirbel über„Ta» Aller- und Jnvaltd-nverstchei-ungSyesee. 2. TiSlusston. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. *■ Wahl einer Kommission für staltsttschc Erhebungen. 5. Berfchtedenes. Fnchverein säinixtlichrr an galsbearbeitnugsniafchiuen befchäftigien Arbetisr. Vcrfammluug am Montag, den 2t. Februar, Abend» 8% Uhr, in Säger S Lokal, Gruner Weg 29. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Wehrifch über„Uebsrvöllerung". Verschiedenes. Fragelasten. Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht. Di« R-daklion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit Raum dafür abzu- geben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Interesse» zur Verfügung; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identistzirt zu werden. Ich wollte nur erlauben, anläßlich der stattgefundenen Wahl auf einzelne Mißstände aufmerksam zu machen. Bei der gestrigen Wahl waren die Kontrollisten in zwei Exemplaren ausgefertigt, um es dadurch besser zu ermöglichen, die säumigen Wähler heraus- zuziehen und ihrer Pflicht zuzuführen. Dieses letztere war nun zum Theil unmöglich gemacht durch den großen Andrang, der fast ununler- brachen andauerte und den beiden bei den Listen Beschäftigten nicht die Zeit ließ, auch die Aufforderungen auszuschreiben, wenigstens wie ich schon anführte, nur zum Theil. Wären die Llsten dagegen nur in einem Exemplar und dieses getheilt gewesen, so wäre es für die damit Beauftragten eine Kleinigkeit gewesen, den in dieser Beziehung an sie gestellten Anforderungen genügen zu können; zur Erleichterung könnte dann noch dienen, daß einer allenfalls die Blocks führte und der andere die Aufforderungen ausschreibt. Wäre dies gestern gemacht worden, hätten wir vielleicht ein noch besseres Resultat erreichen können. Ich führe das an, um für die kommenden Stichwahlen, wo die Kräfte ja noch weit niehr angespannt werden müssen, wenigstens darauf hinzuweisen, daß es auch zur Möglichkeit wird, jeden Säumigen an seine Pflicht zu erinnern. Außerdem habe ich noch etwas auszusetzen inbetreff der Amts- ührung der Herren Wahlvorsteher. Ich denke doch, daß mit »iesem Amt nur solche Leute betraut werden, welche mit der Durchführung vertraut sind. Dieses scheint jedoch bei dem Wahlvorsteher des 109. Bezirks in der Gemeindeschule Skalitzerstraße 55, Herrn Dümmel, nicht der Fall gewesen zu sein. Wir, die wir dort zu thun hatten, befanden uns gleich zu Ansang mit genanntem Herrn ans dein Kriegsfüße. Nachdem die Wahlhandlung eröffnet, mußte erst auf meine In- tervention die Urne»erschlossen werden; dann als Wähler an- rückten, verlangte der Herr Wahlvorsteher von jedem ohne Ausnahme Legitimation und fvägt zum Ucberfluß noch nach dem Alter, wodurch die Wahlhandlung derartia verzögert wurde, daß allgemeine Entrüstung entstand. Noch dazu mußten noch einmal Viele umkehren und erst Legitimation beschaffen. Auf nrein Vorhalten erwiderte der Herr:„Mit Ihnen habe ich überhaupt nicht zu diskutiren. Wenn Sie nicht ruhig sind, machen Sie, daß Sie herauskommen." Dasselbe war der Fall, als die Urne durch einen Papier- bogen bedeckt wurde, wodurch das Hineinstecken der Wahl- zettel den Blicken der Wähler entzogen wurde. Vvn einem lauten, deutliche» Verlesen der Namen der Wähler war überhaupt nichts zu merken, und wir waren gezwungen. die Wähler zu uns heranzurufen, um nur eine Kontrole zu ermöglichen. Hoffentlich dient das Angeführte dazu, falls wir eine Wieder- holung des gestrigen Tages zu gewärtigen haben, daß die Per- sonen, welche ein Borfteheramt zu bekleiden haben, besser insiruirt werden, als es hier der Fall zu sein scheint. Hochachtungs- voll H. M. Neueste Nachrichten. ZlrthrUe der Presse über de» Ansfall der Mahlen. Die deutschfreisinnige„Voss. Ztg." uriheilt: „Die hervorstechenden Merkmale der Berliner Wahlen kenn- zeichnen den Wahlausfall im Reiche überhaupt. Allenthalben zeigt sich ein erheblicher Rückgang des Kartells, allenthalben ein mäch- iiges Anwachsen der Sozialdemokratie. Die Herrschaft ist vor- über, ihre Mehrheit iin Reichtsage ist dahin." W bestehende Gesellschaftsordnung sei schon zu einet. j. für sie geworden. Aus Breslau wird berichtet,�oap� w«## sie ge wie Kartellparteien beschlossen haben, in d« � einen dortigen Wahlkreise für den deutschsreistil« baten zu stimmen, ohne auch nur für den anoer ßg# Wahlkreis die entsprechende Zusicherung zu Gunst» Kandidaten abzuwarten. Wir hoffen, daß überall o dem Gedanken der gemeinsamen Abwehr der Soziaivr den Stichwahlen anschließen werden'" Dieselbe Hoffnung hegt die freikonservative ,,PR' gfj» „So wird das rasche und erfolgreiche Vordringen demokraten ohne Zweifel dazu dienen, zahlreiche»W alten ausgefahrenen Parteigleisen lausende Eleuienn � und die trotz des Wahlkartells diesmal widerwärng hervorgetretene Zersplitterung der OrdnuiigSpattt» seitigen." Die ultramontane„Germania" ineint: „Rückgang der Regierungsparteien und Steigen demokratie wird fort und fort die Signatur der s. �, deutschen Volkslebens und infolge davon der Wahlen.f..-. �»1 wir nicht endlich statt des Opportunismus ein gruimstb« liehe Politik, und statt des offenen oder opportumlwu, � chesierthunls eine ernste fruchtbare soziale Gesetzgebung jjM Mi)l;tb»{ii Teltow»Keroko«.Storkow bürg. Die Genossen von Berlin werden hierm» M ersucht, den nächsten Somitag dazu zu benutzen, hr�m Kreise so viel wie möglich zu agitiren, da bw um lins eine Agitation unmöglich zu machen, wah M schon am Freitag, den 28. d. M. stattfindet., Genossen, welche gewillt zu helfen, mögen zettel aus dem Lokale des Herrn Nimetschcck, � straße 18(Lustiger Stiefel) abzuholen. Das Knefknste» der Redaktio«. � Bei Anfragen bitten reit die Abonneni-ntS-Quittung beizufügen Anlivort wird nicht erthetlt. R. M. 10. Wenn wegen der vom Manne g. Gerichtslosten Gegenstände gepfändet werden, welche» gehören, so kann Letztere unter Glaubhastinachuag w" thumscmsprüche interveniren. V. Sch. Schreiben Sie an das Leipziger Ver" �itl gericht, Sie beantragen, das hiesige Amtsgericht um, eines Termins zur Uebergabe des Sparkasserbuch» lastungsertheilung für den Vormund zu ersuchen. S"! Ä Unser» allverehrten Parteigenossen und Freilnden, den Streitern für Recht und Wahrheit, den Führern aller Arbeiter, den Herren IBSZsoß und GamBSeMBsepger senden zu ihrem Wiegenfeste die besten Glückwünsche Berlin, den 22. Februar 1890. tf 1470 Dir Genossen des ersten Serliuer Pelchstaga-Mahlkreises. Die Genossen, welche am Tage der Wahl im Teltow-Seeskow- Storkower Urichotago-Malflkreise geholfen haben, mögen sich behufs Abrechnung am Montag, den 24. Februar, Abends, in der Ekalitzerstr. 18 bei , Nicmetschek, im„Lustigen Stiefel", melden. Das Zentral-Wahlkomitee. 1495 I. A.: M i e l e n z. Mefetupg �.. I nach in der Hnt-Jndustrie ohne Streik der Achtstunden-Ardeitstag eingeführt wird; wer da wünscht, daß den Arbeitem dieser Industrie gerechter Lohn werde; wer da wünscht, daß Tausenden, welche elend aus der Straße verkommen, Arbeitsgelegenheit ge- schaffen wird, der kaufe in Zukunft nur noch Knie, welche mit der Arbeiter- . kontrolmarke versehen sind. Arbeiter! Nur Hüte, welche nebenstehend« Marke unter dem Schweißleder tragen, bieten Garautie, daß den Verserttgen» gerechte» Lohn wurde! Kaust nur Hüte SmiliMÄchW im z-tn- rAm 8'"ISi cht» im Mimrbtitn»») Die Modelltischler Schwartzkopfs's. Goldschmiede! tebruar verstarb unser Mit- dilberdrücker Am 20. glied, der Herr Eduard Gedow. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 23. Februar, Nachmittags 5Vs Uhr, von der Leichenhalle des alten Thomas- Kirchhofes, Britzer Chaussee, aus statt. Im Auftrage: L. Henning, lltendant. Da am 20. Februar 1890, in der Schirmstockfabrik des Herrn Striedter Leipzig, Aorksir. 8, ein allgemeiner Stock- arbetter-Streik ausgebrochen ist, so möchten wir alle Kollege» ersuchen, den Zuzug«ach Leipzig fernzuhalten. Da» Streikkomitee. 1471 üctid* n mit dieser Mark«» Veremigung der Drechsler Deutschlands. OirisverwaKung Berlin I. Sonntag, den ÄS. Februar. Nomnittagv lOV« Zlhr, Annenstraß« 16; UaT' ¥e|rsaimmlund. Taaesordnuna: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag und Diskussion üb über Pro Die Kollegen der Vaubranche werden eingeladen. 1438 Zinn Abonnement auf das„Berk. Vosssblatt" und pünktl. Lieferung desselben empstehlt sich die Zeitungsspedition v. Wilh. Schäfer, Reichenbergerstr. 72, Quergeb. 4 Tr.; Verkaufsstelle: Skaiitzerstr. 43.[1472 Gr. Vereinszimmer zu vergeben im estaurant angestr. 102, Vi/t. Q— � D-----' lestnurant„Zum rothe» Sahitt'. Friedenau. Friedenau Kur-Haus. Sonntag, den 23. Februar, Nachmittags 4 Uhr: Großes Sokbier- Fest mit Konzert und Tanz.[1461 CrUnthalerstmse 67 kl. Wohnungen, gesund und billig, Parterrewohnung, in welcher bisher eme Resrerhandlung be- ,rd--- Fachverein der Lederarbeiter zc. Dienstag, den 25. Februar, Abends SV» Uhr, findet auouahmomeisr eine Versammlung Oranienstr. 180, statt. Tagesordnung: Vorttag des Etadtv. F r i tz Z u b e i l über:„Arbeiterkrankheite n." Berichterstattung über den Erfolg der Offenbacher Reise u. s. w. Anfnahine neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Der unentgeltliche Arbeitsnachweis des Vereins, bei Sperling, Louisenufer 22(Oranienplatz), befindlich, wird hiermit allen Interessenten in empfehlende Erinnerung gebracht. 1481 Der Vorstand. vermMen Bernssgenoßell. Montag, den 24. Februar, in Deig- müller's Salon, Alte Jakobstraße 43a: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: I. Vortrag. 2. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Dieltollegen werden ersucht, vom Weihnachtsver- gnügen abzurechnen. Der Eintritt zur „Urania" findet Sonntag, den 23. d. M., Vormittags 11 Uhr statt. 1479 Neue Mitglieder werden aufge- nommen. Der Vorstand. Ztlltrlll-KrRkev- der Tischler«. j-p Gertliche Verwaitnng Den Mitgliedern zur Nach'A, die Zahlstelle Gubenerstraße».1- Frankfurter AU«, 10?" des Herrn Zenker verlegt W- Die Beiträge werden je»q abend, Abends von 8— 10 Ul)-' i Große Verslottiillllllg der Militär-Schneider am Sonnabend, den 22. Febr., Vorm. 10 Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grün- straße 28.[1477 Verein der Sattler und Fachgenossen. Dienstag, den 25. Febr., Abds. 8V: Uhr, in Deiginüller's Salon, Alte Jalob- straße 48a: Uersammlnng. Tagesordnung: 1. Vorlesung über die wirthschasttichen Umwälzungen. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 1476 Der Vorstand. Freie Vereinigung der im Urrgolder- Gewerbe beschäftigte» Arbeiterinneu Kerltuv. Montag, den 24. Februar, Abends 8 Uhr, in Sch e f f e r's Lokal, Insel straße 10: Große Versammlung. Tagesordnung: 1. Vorttag des Herrn Dr. Bruno Wille über:„Frauen-Emanzipation." 2. Diskussion. 3. Ausnahme neuer Mit alieder. 4. Verschiedenes und Frage- lasten. Gäste, Damen und Herren, sind willkommen. Wir machen speziell die Arbeiterinnen aller Branchen auf die Tagesordnung aufmerksam und bitten um rege Betheiliguna. 1493 er Vorstand Allgemeiner Deu� Sattler-Vereld (Mitgliedschaft S0*f'sil Alte Jakobstt. 83:. � P�e«( He i. Lcktck-Aiithcillsch S. Labandter, ältestes Lotterie- _ rv. f______ t ari— e 1 QUA 2: ZK Fachverein sämmtlicher an Holzbearbeiwngs- Maschinen beschäftigter Arbeiter. Montag, den 24. Februar, Abends 8�/3 Uhr, in Saeger's Lokal, Grüner Weg 29: 1374 Versammlung. Tagesordnung: Vortrag des Hean|® ehrisch über „Uebervölkerung." Verschiedenes und Fragekasten. Um recht zahlreiches und pünuliches Erscheinen ersucht Der Vorstand Sophahezuge-Rest� 308—15 Meter, unterm Kostenpreis Fabriklager Zlmmersttasse 86, H. prt Uersamnmlwßw TagesordnuN»' Gewerkichaftliches. 2. Diskussion...fallC-l 3 3. Verschiedenes imd � zullilierein der AlbnvlllK Montag, den 24. Februar."> traße 180: Vortrag ub»' schöpfung und Welwnterganö abend, den 22. d. M.: Mariannenstr. 32—33. i* �nia, Spiegel Möbel,, Polsterwaareü«- Ganze Anostattnnge« Moritz Gläser, 167. Dcichenberger- efj Istw Frdl.Schlafst.Freund.WeidinS� ArbeitslUlki., Tüchtige SchlossergeseUeuft ständig aus Gitter, sowie nicht � finden Arbeit bei Plattner u. Britzerstt. Nr. 7.____ Graveurlehrlv.Graviranst Tücht. Tischlerges. 'ienschel, Frie f 0»t( Friedenstr. 91- verl. Henschel,__ Sattler auf Pattonentasch� A. Lerch, 1491 Atz I M«--» �.......-"— � �