Mittwoch, de» 5. Mörz 1890. V. Jaljrg. Zss -nit W#* �ufictbew«W. cderlich ei ,de wWf nv| %mtuwM ■'äfibent Zim btn or,'"'ip »tS M,.., mfle futi# nnbcn(fW Wf M lt atfbm ine WeuM ftonfetenj triotiim tbe ftetl u befolgen ■ aubiiifpte1 Setuml tu ftalt ei einige ltd) Stein n mürben enve"* Hrgan für die Interessen der Arbeiter. Das..Berliner Bolksblati" WWMWZMM -- wsi? äiiäs ktW' aktio»,� Insertion sgebühr betiagi für die Sgespallme Pc'iijcilc oder bcicn Sinum 40 Pf., für Vereins- und S Slnjeigcn 20 Pf. Inserate werde» bis 4 Nhr Nachinitta-zS in der Erpcdilion, Änniner, trade 44, sowie von allen Annoncen-Bttrcanr, ohne Erhöhunn des' Preises, Die Expedition iit an Wochenlagen bis I Nhr Mittags und''" Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt Vi.|tr.-ilOG.«- Vcrsannnlnngs» Berlin S\v'., angenommen. von 3—7 Uhr Nachmittags, an MednKtion: Venkhflvatzo S.— Expedition: Muttnevstvotze 44. m eröffnen wir»in n»ueS Abonnement auf j�'ner Volkeblatt". ' t(n,n!"'"'�schinelle Einrichtungen sind wir in den Stand Iinl� Mutend« Preisermäßigung in dem Abonnements- k._ Blattei eintreten zu lassen. kostet vom 1. März ab frei In» San« } lirf 1« W,!, l>kii � �vstabonnentc.: tritt die Preisermäßigung erst vom Miktion und Erpedition des tiKerliner Uolksdlatt"« Erlasse b vor Fohn Vnll. 1 hervorragendsten europäischen Fachblättern „) �anntlich die englische Wochenschrift„Iran" slri-u Zentralorgan der britischen Eisen- und Stahl- iW"■„Jron" bringt nun in der Nuinmer vo,n ��Uar l. I.(Nr. 893, Vol. XXXV) an leitender . nen Artikel, der sich vom Standpunkte des engli- "kernehmerthums mit den kaiserlichen Er- iL.,, beschäftigt. Der Artikel ist überschrieben »t Sozialismus." »4, i oö T ftitjf® für unsere Leser nicht ohne Interesse sein 1 PLk, welche das Londoner Bourgeoisorgan an der »Ms.''g Wilhelm II. übt, kennen zu lernen. Diese •st unter anderem offenherzig die Einwände N ««s t Eitert f d»5s.......-r.......... t, bei."usere teutsch-christlich-loyale Fabrikantenschaft k- evstetl Versuch, die Arbeiterschutz- Gesetzgebung » n die Hand zu nehmen, nun verstohlen und riinx.�n begonnen hat. Daß der Abscheu vor " oi, che» Sozialreforin bei uns aber noch viel l»,.'U England, wo eine weitgehende Fabrik- hi.'.j dmitö ein halbes Jahrhundert besteht und ;ch die dickschädligsten Profitwütheriche nicht et! mit»"[lö »ss 35> i'«"Ä >. ,3'cutnelaii. 9k Uorstadk St. Antoine. Vorische Erzählung von Tony Rävillon. Deutsch von Ludwig K n o r r. v» .i.�"ute wohl die Mutter Lust haben? Auch Fan- etwas ivüilschcn. Du wirst ihn im Geheimen auZ- »nr dann sagen, ohne es ihn merken zu ivas wir wünschen, vcr- C und es " können wir uns alles,— .«mVu».arbeiten nicht mehr und gehen an allen zehn Dekade spazieren!... Meine Wälder sind viel «�ifie S- der erste Itousul sagte, daß allein der erste noth- Jj'fststag gut 30 000 Thaler bringen würde. Siehst Dich an! � � ja! sagte Jenny. ji,� n,at iu zurückgekehrt und mit ihr die {Sbl'ffi iwitscherten jetzt wie zwei Vögelchen. Die unter- o?Üe tischte sich in ihr Glück. Ein Strahl, der s. k.jr* des Vorhanges fiel, beleuchtete hier die Tisch- »ez i» den Spiegelrahmen, weiterhin den Saum des e tanzen Iie�" Kolonnen von Staubatomen in seinem � �0' letzt bist Du eine richtige Herzogin! �'' ebenfalls, bist Tu doch meine Schwester! 0!, Madige Herzogin, ziehen Sie mir die Man- mehr angefochten wird, das ist über allem Zweifel erhaben. Wir kennen unsere Pappenheimer, und wir haben über die sofort nach den Erlassen aufgeführten Eier- tänze der alten Dame von Köln, ihrer Muhme in Essen und ihrer unholden Geschwister im Reich den Lesern des „Verl. Volksblatt" bereits Kenntniß gegeben. Doch höre» wir»Jron" selbst! Es sagt: „Die Vorschläge, welche in jüngster Zeit der deutsche Kaiser in seinen Erlassen zur Hebung der gesellschaftlichen und wirthschaftlichen Lage der arbeitenden Klassen in Deutschland gemacht hat, erscheinen immer weniger durch- führbar, je länger man sie betrachtet; ebensowenig, wie die Ansprache, welche der Kaiser bei Eröffnung des Staats- raths gehalten hat, die Sache in ein helleres Licht setzt. Wir denken, jeder Verständige wird mit uns darüber einig sein, daß, wenn diese Vorschläge durch einen Mann in geringerer Stellung als den deutschen Kaiser gemacht wor- den wären, sie sofort als die Theorien eines Schwärmers behandelt und schleunigst vergessen worden wären. Aber wenn auch die Thatsache, daß sie vom deutschen Kaiser ausgegangen sind, ihren inner» Werth nicht ändert, sichert sie ihnen unzweifelhaft einen besonderen Grad der Beach- tung und kann möglicherweise dazu führen, sie eventuell in die Praxis zu übersetzen." Wer zweifelt daran, daß diese vom„Jron" ausge- sprochene Ansicht ein Spiegelbild der Stimmung ist, die auch in den Kreise» unserer Schlotjunker herrscht. Denn e» ist eine attbewührte Erfahrung, daß die deutschen Industriellen die allerbeschränktesten, sozialpolitisch unreifsten und deshalb gegen jeden Arbeiterschutz aufsässigsten Kapitalisten der Welt sind. Sie müßten aber keine Leute voll des„praktischen Christenthums" sein, wenn sie nicht, so lange ihr Ausbeutungsmonopol nicht berührt wird, das Mäntelchen der Menschenliebe mit komödiantenhaftein Eiser umhängten. Komint nun gar die Anregung zum staat- lichen Eingriff in die Tretmühle der Plusmacherei von einer Stelle, vor welcher man sonst in Temuth erstirbt, o gerathen die Gewinnsucht und die Angst, oben anzn- stoßen in einen ergötzlichen Zank. Es ist immerhin schwierig, die Faust in der Tasche zu machen und jubelnd den Hut zu schwenken, den Stücken ergeben zu beugen und doch wider den Stachel zu löcken. „Jron" führt nun des Weiteren aus, daß in Anbe- tracht der Machtinittel, welche dem Kaiser zur Verfügung ständen und in Anbetracht dessen, daß er die Absicht zu haben scheine, dieselben zur Verwirklichung seines Planes anzuwenden„zum mindesten dadurch bewiesen wird, von welch hervorragender Bedeutung die Streitsragen gcivorden sind, die mit Beziehung zwischen Kapital und Arbeit ver- knüpft sind". „Diese Streitsragen", fährt„Jron" fort,„sind viel» leicht in Deutschland dringender, als bei uns, da durch- gängig in Deutschland der Lohn niedriger, die Arbeitszeit länger ist als in England; und man kann beiläufig darauf hindeuten, daß die gegenwärtigen Vorgänge einen seltsamen Kommentar zu dem Nothschrci bilden, der sich vor einem oder zwei Jahren über die Gefahr erhob, welche dem Ge- werbfleiß unseres Landes durch den Wettbewerb der wohl- feilen deutschen Arbeit drohe... Wenn man sich dem Inhalt der Erlasse selbst zuwendet, so heißt es vielleicht zu viel verlangt, wenn man darin irgend einen praktischen Hinweis auf die Mittel erwartet, durch welche die kaiser- liehen Ideen in's Leben treten können. Der Kaiser giebt sich nicht mit solchen Kleinigkeiten ab; es genügt, in sehr allgemeinen Ausdrücken gewisse philantropische Theorien ausgesprochen zu haben; die trivialen Probleme, welche die Ausführung derselben mit sich bringt, werden zur Lösung„dem hingebenden Fleiße des StaatSrathes" überlassen. Was zum Beispiel kann mit der Redensart gemacht werden:„Der den arbeitenden Klassen gegen will» kürliche und schrankenlose Ausbeutung idrer Arbeitskrast zu gewährende Schutz"? Es handelt sich hier nicht um Sklaverei, sondern um freie Arbeit. Die Worte, die wir zitirt haben, würden einen Sinn haben, wenn sie auf Sklaven angewendet wurden, so aber haben sie wenig oder keinen, wenn sie im Zusammenhang mit freien Man- nern gebracht werden, die aus freiem Entschluß und mit offenen Angcn einen Vertrag abgeschlossen yaben. Steht es so, dann giebt eS kein Entrinnen vor reinem und ein- fächeren Kommunismus und Sozialismus, und dann fahre wohl das Meiste, das Menschen groß macht und ihre besten und edelsten Fähigkeiten zur Entfaltung bringt." Da haben wir die ganze Bescheerung, den rothen Popanz, den famosen freien Arbeitsvertrag, die gefährdete Kultur, die glücklichen freien Arbeiter und die unseligen Sklaven in Afrika! Und das ist zu lesen in einem Blatt, das in London erscheint, in der Hauptstadt des Staates, welcher die beste Fabrikgesetzgebung, welcher feit 1840 den zehnstündigen Normalarbeitstag, die höchst entwickelte Fabrikinspektion, die ausgezeichnetst organistrten Gewcrk- schaste» hat. Man sollte beinahe meinen, irgend ein deutscher Eisenlord oder Kohlenkönig hauche seinen Seelen- schmerz im„Jron" aus. Dumm und persid genug sind die Ergüsse, um aus solchen Ursprung zurückgeführt zu werden. Dann heißt es in quäkerhaftem Heuchelton: „Wir sind weit davon entfernt, zu leugnen, daß es Vieles in der Lage gewisser Schichten der Arbeiterklasse giebt, was ein Schandfleck für die Zivilisation des neun« zehnten Jahrhunderts ist und laut nach Verbesserung — Für wen halten Sie mich, mein Fräulein? Sehr gern. — Wie wird die Mutter überrascht sein, oder vielmehr zufrieden. — WaS meinst Du, Jenny, werden wir unS an Herzöge verheirathen? Jenny wurde ernst. — Oder an Generäle? Ich bin sicher. Du würdest einen General vorziehen. Ah, siehst Du? Wirft Du aber alS Hofdame hübsch ansschen! Du eignest Dich überhaupt viel besser dazu als ich, verstehst Du? Vor Allem bist Du viel schmäler, und dann hast Du auch mehr Geist! Die gute kleine Herzogin sprang mit ihrer Freundin im Zimmer umher. — Nun wollen wir schnell daS Abendbrod besorgen. Man hätte es sehen müssen, wie sie schwatzend und lachend Arm in Arm durch die Straßen gingen. Zuletzt konnten sie nicht mehr tragen, wa3 sie eingekauft hatten, aber mit welcher Zuvorkommenheit bot ihnen der Kommis des Krämers seine Dienste an, und welch' furchtbaren Blick warf ihm der Fleischcrgrselle, sein Rivale, dabei zu! Man deckte den Tisch und zündete die Lampe an; alle? war fertig als die Mutter, welche ausgegangen war(man hätte glauben können, sie hätte es absichtlich gethan), in Be- gleitnng von Michael und Fanfan in's Zimmer trat. Nun mußte die Erzählung deS Besuches noch einnial erfolgen. Gab eZ denn etwaS Wichtigeres als dieses? An jede Einzelheit der Erzählung wurden Betrach- tungen angeknüpft und erschallten Ansruie der Uebcrraschung und der Freude. Mutter Combat war besonders stolz. — Ah, ah, sagte sie; ich wußte es wohl, daß eZ so endigen würde. Ist denn bei uns der Platz für eine Her- zogin? Ja, sie verläßt unS und geht doch nicht fort. Sie bleibt in Paris. Wir werden sie immer sehen, jeden Tag! Jenny und ich werden sie täglich besuchen. — Jenny? — Ohne Zweifel! Ich nehme sie mit mir! Glanben Sie, daß wir uns jemals mmicu könnten? Ucbrigens werde ich nicht länger als einige Tage in den Tnilcrien bleiben. Ich habe ganz vergessen, Ihnen mitzuthcile», daß man mir auch mein Palais wieder giebt. Wenn Sie wollen, könne» Sie dort wohnen. Ein Palais, einen Wald! Fanfan sperrte seine großen Augen wie ein Thor ans. Der alte Michael war glücklich. Er konnte seine Blicke nicht von der kleinen Herzogin abwenden, und folgte jeder ihrer Bewegungen mit Entzücken. — Seit meinem Jahresfcst im Jahre II habe ich nicht einen solchen Abend erlebt, sagte er. — Ja, das ist wahrhaftig wahr, sagte seine Frau, es fehlt uns nur unser groger Cadct. — Der General, sagte Henriette gewichtig, wird durch seinen Dienst zurückgehalten; sonst wäre er, davon bin ich überzeugt, sicher hier. Und lächelnd fügte sie hinzu: — Uno meinetwegen würde er nicht herkommen. Jenny erröthcte vor Freude. Was hatte sie doch gestern bedrückt? Woher kamen ihre Zweifel, ihre Angst, ihre Thränen? Sie war von Sinnen... Jetzt erschien ihr die Zukunft freundlich und hell, wie in jener schönen Sommernacht, wo durch die gcöfsnctea Fenster die leuchtenden Sterne in die Mansarde schienen... s schreit, aber mir glauben nicht, daß diese Nebel durch die Zksctzgebung, mie sie in den Erlassen vorgezeichnet ist, be- G sciiigt werden höunen. Ja, wenn sie es könnten,. so würden hier andere Uebelstände sich zeigen, die das Lods des Arbeiters noch schlimmer als vorher gestalten würden." Wahrlich eine Eisenstirn gehört dazu, solche Behaup- tungcn in die Welt zu setzen, nachdem seit Jahrzehnten durch die Wissenschaft und die Praxis durch amtliche Er- Hebungen und durch die Fabrikanten selbst der günstige Einfluß der englischen Fabrikakte auf die soziale Position der ihr unterstellten Arbeiterschaft unwider- lcglich konstatirt worden ist. Und dabei vergißt in ihrem manchesterlichen Raptus„Jrou" ganz, daß die schlimmsten Auswüchse der Konkurrenz fortfallen, wenn auch anderswo die Gesetzgebung der schrankenlosen Aus beutung einen Riegel vorgeschoben haben wird. Dann kann der britische< Fabrikant nicht mehr über deutsche Huugcrlöhne und den deutschen überlangen Arbeitstag klagen. Natürlich fordert„Jron" die Regierung auf, mit der „äußersten Borsicht" auf der Konferenz zu verfahren, und spaßhaft genug, das Ausbeuterorgan richtet einen Appell an die englischen Arbeiter, sich für diese Dinge zu erwärmen, die ihnen schaden, den deutschen, französischen oder belgischen Arbeitern nützen würden. Die englischen Proletarier sind keine Gimpel, und der Vogelsteller lockt umsonst. Je günstiger die Arbeiter allerorten gestellt sind, um so besser für die Fortschritte der Arbeiterbewegung, um so besser für den Kampf der Proletarier um Bildung, Befreiung, Brot. Der„Jron" aber mag sich Glück wünschen. Der Bädekcr der„Nheinisch-Westfälischen Zeitung" wird ihn brüderlich an's Herz schließen. Gleiche Brüder, gleiche Kappen! diese Nebelstände wurden bereits vor mehreren Jahren durch den Fachverein konstatirt, der der Auflösung seitens der Polizei verfiel, weil er Fragebogen an die Gehilfen versandte. Seit einigen Sfftnrfiöri firnfkimiivf otr» itoitot« Wochen fnnktionirt cm neuer Bäckerarbeiterverein. Es ist Hoffnung vorhanden, daß die Meister den durchau gerechtfertigten und maßvollen Forderungen Liechnung tragen werden; dieselben können dies um so eher thun, als der Preis des Mehles seit 12 Jahren kontinuirlich heruntergegangen, bis vor 2 Jahren eine kleine Preiserhöhung eintrat. Der Äxeis des Weizens betrug vor 12 Jahren 12—14 Fl., heute 0 Fl. für 100 Kilo, nachdem er vor 2Va Jahren mit 7 Fl. seinen tiefsten Stand erreichte. Preis, Qualität und Quantität des Gebäcks blieben stationär. KoLvoMondonzLN. den 26. Februar. Die Wiener Näckergehilfen hielten gestern unter Vorsitz des Gehilfenobmannes der Bäcker, Hohner in der Volkshallo des neuen Rathhauses eine Versammlung ab, an der bei einem für die Volkshalle normirten Fassungsraum von 1500 Personen, mehr als 2000 Gesellen theilnahmen; eine große Anzahl von Gehilfen, ivelche im Saale nicht mehr Platz fand, mußte, sich entfernen. Die Versammlung galt hauptsächlich der :r die Lage der Bäckergehilfen und folgende Forde- Diskussion über rungen der Bäckergehilfen an ihre"Meister wurden ausgestellt: 1. Einführung einer geregelten Arbeitsvermittlung. 2. Feststellung einer Normalsarbcitszeit slir Weißbäckcr auf die Tauer von zehn Stunden mit Inbegriff von 2 Stunden Ruhepause, für Schwarz- bäcker 8 Stunden(auf einen Ose»). 3. Abschaffung der Sonntagt arbeit durch Einführung der Sonntagsruhe von 8 Uhr früh bis 12 Uhr Nachts. 4. Einführung emcr gemeinsam ausge- arbeiteten Hausordnimg. 5. Abschaffung jedweder Naturalver- pslegung und Einführung eines MinimallohneZ von 10 sl. für Hiljsarbeiter und 14 st. für verantwortliche Arbeiter. 6. für Mehl- abtragen ist per Sack im Gewicht von höchstens 65 Kilo 5 kr. zu zahlen und ebensoviel für das Ausleeren. 7. Die Lohnauszahlung hat jeden Sonnabend nach vollbrachter Arbeit zu geschehen. 8. Der 1. Mai eines jeden Jahres hat als Feiertag zu gelten; es wird daher an diesem Tage nicht gearbeitet. Diese Forderungen wurden heute an die Genossenschast der Bäcker übermittelt und für de» Fall der Nichtannayme seitens der Meister ilmerhalb 14 Tagen der Streik sn Aussicht gestellt. Die Forderungen sind durchaus gerechtfertigt und sehr maß- voll. Die hier bei den Bäckern bestehenden Uebelstände sind überaus große. Die Bäcker müssen mit der'Arbeck zwischen 12 und 1 Uhr Nachts beginnen, daimt zum Frühstück das erste frische Gebäck ausgegeben wird; außerdem wird noch zweimal während dcS Tages frisches Milchbrot ausgegeben; die Arbeitszeit ist in- folge dessen eine ungeregelte und lange, sie dauert bis 4 Uhr Abends, also durch 16 Stunde», und uiuß bemerkt werden, daß die Bäcker die Aushebimg der Nachtarbeit nicht fordern, den Wünschen des Publikums, welche? Morgens zum Frühstück frisches Gebäck begehrt, also Rechnung tragen. Die Mißbräuche, die sich mir der Zeit in Bezug auf die Natnralverpslegung und Bequartirung der Gehilfen seitens der Meister nach und nach herausgebildet, sind geradezu unglaublich. Tie Bäckergehilfen schlafen in vielen Werkstätten in den Arbeits- räumen zusammengepfercht. Das Mehlabtragen mußte bisher von den Gehilfen ohne jede Vergütung besorgt werden. Alle Um 10 Uhr erschien Cadet; er wurde mit Freudenrusen empfangen. — Was habe ich gesagt? rief Mutter Combat. — Ja, lvirktich, es ist wahr! sie sagte, daß nur Dn fehltest, um das Fest vollkstiin:en zu machen, — Ja, aber man erwartete Dich nicht mehr! — Wollen Sie trinken, General? — Mit Vergnügen, niein Fräulein. Auf Ihr Wohl! — Hast Du schon gespeist? Ja? — Was werden wir nun beginnen, um uns zu unter- halten? Cadet schlug einen Spaziergang vor. — Wir werden bis zur Seine gehen, oder bis nach BiucenncZ._ — Vorwärts, junges Volk! sagte Michael. Die Mutter und ich iverdcn Euch erivartcn. Ans der Straße bot Cadet Henrietten seinen Arm an; diese aber wies auf Jenny. — Ich, sagte sie lustig-, gehe mit Faufan! Zuerst gingen sie neben einander her; die jungen Mädchen sprangen, zogen ihre Begleiter mit sich, liefen dann auseinander und riefen sich dann lachend, um sich wieder zu vereinigen. Fanfan war sehr stolz, von der kleinen Herzogin geführt zu werden. Cadet hingegen schien durch irgend etwas abgelenkt zu sein; er sprach kaum einige Worte. — Du findest uns sehr ausgelassen, nicht wahr, mem großer General? frug ihn Jenny. — Rein! nein! antwortete er mit zerstreuter Miene. Jenny wurde wieder traurig. Ihre Zweifel kehrten wieder, ihr Herz zog sich krampfhast zusammen. Die Nacht war heiß med hell. Die Häuser wurden seltener. Sie gingen jetzt an der Umfriedung eines alten Klosters hin und befanden sich bald ganz im Freien am Anfang einer kleinen, mit Bäumen und niederem Gesträuch unregelmäßig bepflanzten Ebene,— ein stiller Winkel zwischen! dem Leben und Treiben der Vorstadt und der- jenigen der Ouai-Ufer. Die Stimme der kleinen Herzogin wurde hörbar. Molikrsilhe Itebevsiirhk. De» Ktanto rätst hat sich der„Natztg." zufolge gegen die obligatorische Einführung von Arbeiterausschüssen aus- gesprochen, aber für Beförderung der freiwilligen- Bildung von solchen hauptsächlich durch deren Emfübrung in den staatlichen Industriebetrieben. In den fiskalischen Gruben des Saargebietes sind bekanntlich bereits Arbeiterausschüsse eingeführt worden. Nach cchxr Berliner Meldung dcr „Hamb. Nachr." ist bei dem Schlüsse des Staatsraths noch einmal ans die Nothwendigkeit der vorläufigen Geheim- Haltung der Beschlüsse hingewiesen worden. Wie mehrere Blätter nielden, hat die Schlußansprache des Kaisers in der letzten Sitzung des Staatsraths einen Endpassus enthalten, der etwa dahin lautete: Was die S o z i a l d e m o- k r a t i c anbetrifft, so ist das meine Sache. ■Mit dieser werde ich schon allein fertig werden. yna Idgeordnetrustans hat am Montag unter Streichung der Forderungen für einen neuen Senatspräsideuten am Ober- landesgcricht zu Breslau eine Reihe von Titeln des Justizetats erledigt und dann die Weiterberathung auf heute �vertagt. Neben dem Reste des Justizctats wurde blos noch der Etat der Schul- dcnverwaltung auf die Tagesordnung gesetzt. Eilt Grsestentwnvf ist dem Abgeordnetenhause zugegangen, wonach vom 1. April ab die gesetzlichen Bestimmungen über die Zuständigkeiten des Ministers der öffentliche» Arbccken für den Bereich der Verwaltung des Berg-, Hütten- und Salincnwesens dahin abgeändert werden, daß der Minister für Handel und Ge- werbe an die Stelle des Ministers für öffentliche Arbeiten tritt. — In der Begründung wird insbesondere darauf hingewiesen, daß die Bergarbeiterbeivegung dargethan habe, in wie engem Znsammenhange der ungestörte Fortgang der Bergwerksindustrie mit dem Stand und der Enttmckel-.-.ng aller anderen Zweige gewerb- licher Thätigkeit stehe. ES habe sich dabei auch der Nachtheil der seitherigen Vertheilnug der Fürsorge für diese Jnter- essen unter verschiedene Ressorts der Staatsverwaltung fühlbar gemacht. zlrber die Abänderung deo allgemeinen Mastlvechts fahren die offiziösen„Hamlmrgcr Nachrichten" fort zu lcit- artikeln. Zunächst weisen sie nach, daß der Vorschlag der „National-Zeitung" auf Emsühxung des Listenskrntiniums nichts helfe; alsdann würden dw Kartellparteien nur 140 Mandate, die Gegner jedoch 257 erhalten haben und die Sozialisten hätten einige 70 Mandate bekommen. Nur um den Nationalliberalen mehr Mandate zu schassen, könne man doch das Listenskrutiniun» nicht einführen. Dagegen müsse man das geheime Wahlrecht abschaffen, denn die ge- Heime Abstimmung verleite dazu, dem vorhandenen Miß- vergnügen den drastischsten Ausdruck zu verleihen. Man müsse den moralischen Muth von jedem verlangen, daß er offen bekennt, ob er überhaupt zu de» staatscrhattendeu Par- teien gehört oder nicht. Mit der Ausübung jedes Rechts müsse auch eine Verantwortlichkeit verbunden sein.(Euie demoralisirende Felonie sei es. wenn ein großer Prozentsatz der sog. Unterbcaniten unter dem Schutz der geheimen Ab- stimmung gegen den Staat stimme. Bei einer öffentlichen Abstimmung inNachtheil zu gerathen, brauche Niemand zu fürchten. Im übrigen würden Staat und Gesellschaft imr ihr gutes Recht üben, wenn sie diejenigen, die sich offen zu den An- hängern des öffentlichen Umsturzes bekennen, entsprechend behandeln. Daß die Regierung dem Gedanken der Ab- schassnng der geheimen Avstiinmnng nicht ablehnend gegen- überstehe, habe sie mehrfach bekundet. Der Artikel schließt, wie folgt:„Da die Aenvernng des Slbstiminnngsmodus aus- sührbar sein würde, ohne daß vorerst an der Grundlage des bestehenden Wahlrechts gerüttelt zu werden braucht, halten wir es für politisch richtig, zum Mindesten erst einmal mit dieser den Versuch zur Beseitigung der Wahlkalamität zu Scnny! Jenny! !ir sind hier, antwortete diese. Als sie sich wieder vereinigt hatten, sagte Jenny: — Fanfan, ich habe mit Dir zu reden. Willst Du, daß wir unsere Begleiter wechseln, Henriette? — Nur für kurze Zestl Für dieses Amt kann ich auf meinen Fanfan nicht verzichten! Als Jenny mit ihrem Bruder etwas zurückgeblieben war, sagte sie zu ihm: — Ich bin müde! Sehen wir uns einen Augenblick. — Wir werden sie verlieren! — Nein, Du hast gute Beine und ich kenne den Weg. Hcurictte und der General waren schon weit voraus. — Fanfan, sagte Jenny hastig, ich bin immer mit Dir gut gewesen. Ich bin Deine kleine Mutter, Du mußt mir jetzt gehorchen, als wen« es noch vor zehn Jahren wäre, wo ich Dich ins Bett legte und Dir Lieder vorsang, damit D» ein- schliefest; Du wirst hier sitzen bleiben, und wenn Henriette uns ruft, so antwortest Du. — Ganz recht und Du? — Ich? Ich»verde zurückkommen! Frage mich nicht, wohin ich gehe. Erwarte mich nur hier, ich bitte Dich darum. Sie nahm seine beiden Hände in ihre zitternden kleinen Hände, umarmte ihn, bückte sich ein wenig, und glitt vcr- stöhlen und unhörbar zivischen den Gebüschen hin, bis sie dem Gesichtskreise Fanfans entschwand. Aus der Ferne hörte man Henrietten's Stimme. Fansan antwortete ihr. — Stehe» wir ein wenig still um sie zu erwarten, sagte der General. Er drückte HcurlettenZ Arm an dem seinigen und sagte ihr schnell und leise: — Mein Fräulein, diesen Abend ließ mich der erste Konsul riifen. Er sagte mir, was er für Sie gethau hat. Er hat anch noch von etwas anderem gesprochen,.. — Bon was denn, mein Herr? — Der erste Konsul hat Vertrauen zu mir. Wir sind zusammen in Italien und Egypten gewesen; ich gehöre zu t Denjenigen, welche er hochschätzt; er geht mit dem Gedanken machen, bevor zur- Aenderung deZ jetzigen allgcuw lind direkten Wahlrechts geschritten wird.�-' ultima ratio bleiben."— Wenn die KartcnM-- ihrer Wahlniederlage in dieser Weise gegen das � recht polemisirt, was war dann erst zu etwa � eines Sieges der Kavtellparteieii- gegenüber enm>, der sozialistischen' Stimmen. Was sollen ave< ZMMWBW SäMs mar Die schmere Uiederlage. die Wahlen erlitten hat, prägt sich am-r„■. uationalliberalen Presse ans, deren Jngr'.mm s.» kennt. Co macht die„Köln. Ztg." von dem m Gerichteten, über den Gerichtshof herzufallen, Weise Gebrauch: «Die ungebildete Mehrheit des putschen � � Mo eine gleichmüthigen und unerschütterlichen Gexings��-t�'� � yiuu/mutwiyui uuu uiujrjuiuueiuuiiai c welche selbst durch ein arges Blaß von Vermmstw �>,- S5«Ä Reichstag gestaltet und je begründeter die' lisch und! nnb am fra Mr die de Mvolkn %9 den' Mick ein! unserer S®% Ar neue Reichstags,»eheheit, der" edle Dreimänuerbm'-« Utle» Arbeite Jlichter-Grillenberger aller Welt zum G�uel»nd.chj�! W,,, ■ Die Sozialdemokraten und ,®cU L, den wird. «ve. v....•w-VZUUVCmVtVUdV*»- f XPf haben sich vereinigt, um die. niedrigsten stwoc. � anfzurege», den Neid, die Scheelsucht, den 9=?�, w aufzuregen, oen meto, vre«eyeeyncyr, vc» ir zu culstcunmcu, den Besitz zum Verbrechen z» K bessergestellten Klaffen die Verleumdung anzuhänge« en und bürgen- 11863— mit des allen armen Künsten der Gesetzgebung arbeitenden Volks bereicherten-. wurde» all' die häßlichen Dämonen, wMs �«i# V w i>' %% y"°> 1 stiegt tsr� die soziale AdnosphÜre von den angeyallften', n, ganz reinigen. Der neue Reichstag ist.da, und ma»ch>- M Daß er bekunde schon in so zarter Jugend infolge IM, W und bi derbens einen hippokratischen Zug. Wir meinen, wK- Ist mit dem Gedanken einer Auslösung nicht tzar so vore sj- Min ollenin Man lasse diesem vortrefflichen Reichstag doch 0 i w«.-j verächtlich zu machen, als er kann und mag; man«. zerfahrenen Reichstagsmehrhcit t» breitesten» rlSStr WW�W �WWW DW doch in breitestem Gelegenheit ihre Unfruchtbarkeit, ihre gänzliche ll->- positivem Schaffen klar und bündig zu beiveisen; ihr doch, ihr Armntliszeugniß auf jpde Wand und zu schreiben: man übersättige das deutsche Volk de., A schließlich mag die Nation in neuem Ningw. � wa Kämpfen versuchen, das harte Joch abzuschütteln, W'che unwissenden Schichten ihr auferlegt haben."„ opw Wüur im Jahre 1887 die dep Angst erpreßten:..z ,1 ltl!chejn G dem Kartell zufielen, wurde die Mehrheit\ �(Üewtiit .Rückgabe eine gebildete gepriesen; daß sie durch die Nie Sühlen sie dem Kartell beigebracht Hätz ihre Nnbildnng Mtneu/d?. eine Entdeckung, die eigentlich in das Gebiet des' �onalliber gehört. Zur Geschichte de» JUuilei'Ui'tfl««haN b. Hamburger ttorresvondent" folgende JusennaiMM. nach dem parlamentarischen Mahle, wo Fürst BiSMm � ficht seines Rücktritts von den preußischen Gefchüsten.uü wurde über den Wechsel im preußischen Präsidium. Minister v. Bötticher war zum Präsidenten des Sw riums ausersehen. Alles schien abgemacht, tionßterinin. war festgestellt.' Dieser war so gewäh��M weicher mußte. Wfnmmcahana mit j» diesem Stadium den der Kanzlerkrtsts; es steht das unbedingt" fest.' Es b?n e darum, das Verbleiben des Fürsten BiZinarck ¥\ ol,( zu erleichtern. Bereits in voriger Woche, also v** 4* a �.i« o CTi» � f. f._ f.. rr.—.— Cj � t» 3 r= I Wahlen' ausgesWJ. Angelegenheit� gerat «mttWWWWM Bekanntwerden des Wählergebnisses, wur.. Wechsels im Minifterpräsidium wieder vertagt. sich annehmen, daß eine Art von KauzlerkrisiS Tagen des Januar bestanden hat, wo bekanntlich am der Kronrath abgehalten wurde. In den letzten MMWWW für Gedam� sicherlich keine Kanzlerkrjsis bestanden Bismarck mit sich herumgetragen hat, nicht wissen. Verhandelt ist in der Was. das kann letzten Zeit man 9VUI.z asm preußischen Geschäfte."— Die Sitzung des Kronrathes � und 25. Januar bezogen sich auf die Stellungnahme r ;.%1r �.freilich frage! «W ;UNg bei pitlii u %% und Mie des m fa M um, die erste Stellung im Staate zu einer lebend und später wahrscheinlich erblichen zu machen., — Er will sich zum König machen?-Ä L«, — Noch mehr als das, zum Kaiser! Ist MW Gerufe, wirb er uns, die wir ihm gedient haben, zu Ma' �" wfort i und Edelleuten machen. Er will die Verwüstungen der Revolution den alten Familien ihre Güter wieder erstatten,' L unter der Bedingung, daß sie die neuen Einrichtung erkennen. Dies Alles beschäftigt ibn jetzt. Er Hätz von Ihnen gesprochen. Er hat mich gefragt ob Sie den lieben. — Ich? Niemand! sagte die kleine HerZ" schrocken. �..... D — Er hat mich außerdem gefragt, ob ich � Er zog seinen Arm aus dem ihrigen und tt..id.»«.,1.> Schritt zurück. — Sie lieben Jenny! Und das werden Sie falls geantwortet haben, nicht»vahr mein Herr? r» — Nein! che»$ des C der Ml feto, m dem cTr �'stlnngcn -SN Nein? Und weshalb nicht? �.miy�i'�stl Ä Weil ein Soldat nicht lügt und weil ich nai umau geuucyi, jtuuaj in vww i;.; form iind ohne mich bei diesenl Gedanken länger � M..•««, dura, llugenblick aufzuhälttü. Jedensälls habe ich nicht ,,,! »iclits erbeten und feine Versvreckmuaen aemachtz,>/. genial meine. mich aus meinen letzü-tz�tz.■!�tz"er g!< nichts erbeten und keine Versprechnngen eine Andere ist es, die ich liebe, die alle beschäftigt und deren Bild miß I zügen begleitet hat. Dieser,,,.. 4 1? 7f K« prochen hätte, mie er es diesen Abend gethan ha»- �Fortsetzung folgt.), »t' liebe! Jenny ist meine Jugendgefährtin, rneu' stz. Freundin, sie ist meine Schwester; aber ich W*, ilit?4* sie die Gefühle eines Verlobten empsnnden. Auch d»! � die m{ ihr niemals die Hoffnung erweckt, daß ich!' L? Gatte sein würde. Früher vielleicht habe■„„!>- tzol mal daran gedacht; jeooch in einer � �4; im R Iä" ümmssm '''——-'~2_...'"i \\i\\ artcll i« l k«'""Vi8«5»"Mtzte, wenn dieses Votk den„Patrioris- fSSÜ ÄÄ Ä'Ä alten Si�1� Frankreich— Herr Pindter fallen Sie nicht in verrathen wir das Geheimniß nicht zu früh und PR»k... r.._ v OW..«« S«/ in fo' I ßoibd V'Md den Schluß des Reichstages wd a,n 4, Februar statt. �>- französische Das parlameutarische . uuu �ouuüuu|u;u Äyvunvu •«ntlocfcn müßte, wenn dieses Volk den„Patriotis- niM rnn»»-a___ pc � ri r? ä_______ n.»..". � /\ l, Vmvv ütE 1 beu in,„,fr?.9c an einen deutschen Freund: Sie kennen 'Hoiibfv* l10®11 Charakter meiner Landsleute und Mcn>»-•-1" französischen Zlrbeiter; von der TT urch% biet« m �93" %# Wr verlangt werden könnte, da» durire, Pfttt 4lw angebliche„Thatsache" ist bloße Phantasie. Zunächst haben die Freikonservativen ganz dieselbe Haltung zum Sozialistengesetz eingenommen, wie die Nationalliberalcu, und sie haben an Stimmen sogar relativ noch mehr, als diese, ver- loren. Die Konservativen andererseits waren bereit. alle Vorschläge der Regierung zu genehmigen; sie haben gleichwohl relativ nicht viel weniger an Stimmen eingebüßt. Auß welchen Gründen der Mandatsvcrlust sich auf die drei Parteien anders vertheilt, ist zur Genüge dargelegt worden. Die Weige- rung der Nationalliberalen— und Freikonservativen— ein dem bisherigen ähnliches Sozialistengesetz anzunehmen, ist gerade durch das Wahlergebniß vollständig gerechtfertigt worden;' unter dem unabgeschwächten Sozialistengesetze ist die Sozialdemokratie derart erstarkt, wie das Wahlresultat es erkennen läßt. Sollten in der That die Verhandlungen des letzten Reickstages über das frag- liche Gesetz Entmuthignng in manchen Kreisen der Bevölkerung hervorgebracht haben, so dürfte es vermöge der Wahrnehmung geschehen sein, daß man seitens der Regierung in der kritischen Lage unmittelbar vor den Wahlen die Zügel am Boden schleifen ließ, als ob«ine Regierung im politischen Sinne des Wortes überhaupt nicht vorhanden war, vielmehr nur die Ressort- geschäste erledigt wurden. Der Herr Reichskanzler ist bekanntlich während der ganzen Session nicht ein einziges Mal im Reichstag erschienen; eine andere Vertretung der Regierung gegenüber de» politischen Slngriffen der Oppositionsparteien exiftirte ebenfalls nicht. Es ist ein ganz vergeblicher Versuch, glauben zu mache», daß eine Niederlage der Parteien, welche die Regierung unter- stützten, nicht auch eine Niederlage der Regiernngspolitik sei." Die Taktik gegenüber dem neuen Reichstags faßt die„Post", wie folgt, zusammen: Beschränkung der gesetzgeberischen oder sonstigen Vorlagen auf das unbedingt Rothwendige und ruhiges Abwarten der weiteren Eutwickelnng. ".;3V«s Hat sein. sei hier daran erinnert, daß die Elsaß ...... '»«W T# fl(eirf,!UaIe e/ Hirr Pindter, wenn Deutschland einmal v-i!.Eroberungsmittel versuchte, und auf sozialem -■•'««»i.ger Stimmen als die Nationalliberalen hat, ver- �tiA.'c, sozialdemokratischen Stimmen ganz, und nun >»e-r"Ulch die Natioi«alliberalen au der Spitze. Genial, Hierauf bricht bann der erlogene Jammer istei schätzen durch:„Obgleich für die nationalliberale L."'J, meisten Stimmen abgegeben»vorden sind, hat IuHhJ die wenigsten Mandate gewonnen. Das ist eine . Es kommt somit' die wahre Willens- " �"8 der Wähler bei dem bestehenden allgemeinen, jlf• uud direkten Wahlrecht und bei der bestehenden relSeintbeilung nicht-zum thatsächlichen Ausdruck: die Zahl der Stimmen sendet die geringste Zahl der ! f mttC VKlnntziif nefrfinffeix "ben iv-v....„.......... �. 34, �Jjtzbei,.Je1 den Reichstag. Hier muß Wandel geschaffen und mir, verden sehen, wie die uns bevorstehende Uüd wir, verde» sehen, wie d,e uns vevor,ie�r»�r weis entsprechen sich anschicken wird.4' Man ist starr iigs. H"'cht, was man mehr bewundern soll: die phäno- %e �,�®dhheit, die in der Notiz liegt, oder die grauen- >gt umiheit der Leser, denen man dergleichen zu bieten ''"'..........*—- Wo C:mi„rhi>mD,- 'lfn~r,„;leden6ei gesagt, waren es immer oxe oüjmwHw- i'öften m 7e Verhältniß zu ihrer Stimnienzahl die we- 7>»ke,,'"krtreter hatten, das hat natürlich niemals Ge- box. uu«Forderungen der Gerechtigkeit" bei.der Sippe iß fnf„ufc"'"UN es ihnen aber selber in die Bilde schneit, fort Wandel geschaffeu werocn. ääßÄmäsiaagS der coutommcuste eiusuum N, skr hon U36"" die Sache nicht für den Professor geht, so geyt ÄASK Wv+tfaf»niS iiuhiit(* Bä MZMZsWWZI der Menschheit, der - eine D�lettautenarbeit erklärte. Wie die moralischen Cv m&mmmmvrn ÄMMMW» Jts tl'rd h""l.'e'ch§ti'flc durch uationalliberale Mitglieder vertreten pbett„»rth die laue Haltung dieser ihrer Vertreter entnmthigt viirtfiiunten ferngeblieben pTOgj» TV----- Tg.------- � P.»'-1 V\* o , V»<.v"-------- ..Nat.-Ztz."-..Die Dur Kergarbriterkeweguus. Essen, 2. März. Eine Vergarbeiterversammliu'.g, die einen hin und wieder stürmischen Charakter annahm, fand heute hier statt. Tie Versammlung war von den sogenannten gemäßigten Elementen einberufen, die mit den Forderungen deS Verbandes nicht einverstanden sind. Den Vorsitz führte Bergmann Fischer hier, der einleitend bemerkte, es 'eien Leute hier, die die Absicht haben sollten, die Versammlung ,u sprengen; er werde aber solchem Beginne» energisch entgegen reten.(Rufe: Herunter, herunter mit dem Redner.) Der Vor- itzende führte dann, nachdem die Ruhe hergestellt war, aus, habe der Verband gar kein Recht gehabt, im Namen der ge- stimmte» Bergleute Forderungen zu stellen. da noch lange nicht alle Bergleute dem Verbände angehörten. Bierbaum- Bochum empfahl un Einverständnisse mit den Einberufern der Versmmn- lung die Amiahme der Forderunge», die in Bochum die Beleg- schnsten von„Prinz von Preußen",„Karoline" und„Ritterburg" am heutigen Tage stellen würden, denn 50 pCt. Lohnerhöhung durchweg sei zu viel. Von jenen Belegschaften forderten die, welche jetzt nur 70—90 M. verdiente», 50 pCt., von 80—00 M. 40 pCt., von 90—100 M. 30 pCt. lind über 100 M. 25 pCt. Lohnerhöhung. Der Minimallohn solle für Häuer nicht unter 5 M. üv Reparaturhauer nicht unter 4M. für die Schicht betragen. Et soll auch eine aus den Arbeitern gewählte Kommission die Ve- rechiigung haben, die einzelnen Betriebspunkte einer Grube zu befahren, um nachzusehen, ob die Geding(Akkordsätze) auch richtig gestellt seien. Es sollten keine Füllkohlen abgehalten werden und das Wagennullen ganz aushören. Massenberg-Altenessen forderte 5 Mark Mindestlohn, 8slündige Schicht einschließlich Ein- und Ausfahrt, am 5. und 20. eines Monats Lohntag und jede Woche Abschlagszahlungen.(Gelächter.) Der Vorsitzende meinte, wenn die Bergleute alle Wochen Geld bekämen, würden sie einen Streik nicht aushalten. Weber-Bochuin, der bekannte frühere Vorsitzende des Zentral-Streikkoinitces, der im Mai 1889 verhastet wurde, ist jetzt auch„gemäßigt". Er bat, man möge in Ruhe prüfen, ob die Sache so gehe, wie der Verband vorgeschlagen oder nicht. Wenn man in Bochum in die Wirthshäuser komme, da seien es die Bergleute, die mit ihren großen Löhnen prahlten. Das sei unrecht. Was verlange mau denn, sei denn der, welcher ISO bis ICO Mark den Monat verdient, auch nicht zufrieden? (ja, nein!) Man müsse dafür sorgen, daß die öffentliche Meinung auf Seite der Bergleute sei und bleibe; da« allem sei 10 Prozent Lohnerhühuna werth. Mit dem Verbände gehe man im Bochuiner Revier nicht.(Bravo! raus!) wissen, so sind solche Angaben Vernulthungen. Diejenige, wonach der neue Reichstag etwa um die Mitte des April zusammen- berufen werden soll, liegt nahe." Hat man dem. die Majorität für all' diese Pläne in Bezug auf das Sozialistengesetz schon so sicher in der Tasche? Die achtstündige Schicht einschließlich Ein- und Aus fahrt sei den Bergleuten geiviß zu gönnen, aber dieselbe ließe siel nicht einführen, ohne daß eine Regelimg auf internationale»» Wege erfolge. Daiür trete aber der Kaiser«in. Gehe Dentsch- land allein vor, so werde englische Kohle den deutschen Markt überschwemmen(?? Redaktion), mit der Judustrie sei es dann ans. Besau-Schonebeck fordert zunächst die aoitstünvige Schicht, einschließlich Ein- und Ausfahrt, die auch die Bätex gehabt. Die internationale Regelung sei>a angeregt, aber wie lange sollten denn die Bergleute harren. Hoffen und Harren mache»mnchen zum Narren. Wo solle die Sache denn hinaus? Er sei auch gemaßregelt und mit Weib und Kind brotlos, weil er sich der Sache der Kameraden angenommen. Solle er den» 22 Jahre um- sonst in die Knappschaftskasse gezahlt haben? Marggraf, Mit- glied des Vorstandes des Verbandes, führte aus, die ganze Agi- tatio» der Gemäßigten gehe nun darauf hinaus, den Borstand zu sprengen. Man könne bei demselben nicht Lente brauchen, nanient- lich nicht als Vorstandsmitglieder, die jeden Tag den Rock ivechselten. Redner wundert sich über die„Auffassungsfähigkeit" Webers und meint, derselbe werde wohl noch zum Doklor aufrücken(Heiterkeit). Herr Dr. Hammacher habe de» Weber als einen Mann geschildert, der von allergrößtem Haß gegen die besitzenden Klassen beseelt gewesen, was sei es denn, was Weber, der der Radi- kalsten einer gewesen, bekehrt? Redner trat dann noch ganz energisch für den Verband und dessen Forderungen ein. Der Vorsitzende betont, auch Marggraf sei früher gemäßigt gewesen, jetzt sei derselbe der Extremste. Müller-Futtrep, welcher behauptete, es werde von vielen die Vergarleiiersache mit der Politik vermischt, kau» vor Lärm nicht weiter sprechen. Ballmaim-Esseu brachte eine früher in Essen gefaßte Resolution in Erinnerung und beantragte die Annahme derselben. In dieser Resolution heißt es, daß 6u pCt. Lohnerhöhung nicht zu hoch gegriffen sei, nur müßten die Pro- zente vcriheilt werden, so daß die, welche 70—30 M. monatlich verdienten, 60—70 pCt. Zusatz erhielten, die über 100 M. verdienten sollten weniger habe». Der Bergbau könne diese Löhne tragen, es l rauche nicht alles in ten großen Geldsack zu stießen, der ja doch bald reiße. Oesterreich ist nicht mit dein Verbände und dessen Vorstand einverstanden; als er sorterte, daß in den Versammlungen nur wirkliche Bergleute, d. h. solche, die einge- schrieben sind(1. nud 2. Klaffe), anwesend sein und zum Reben zugelassen werden sollten, nmft derselbe die Rednertribüne ver (a||en. Nachdem»och weitere heftige AtlSeinandersetzungen statt gehabt, wurde die Resolution Ballmann fast einstimmig angenommen. Diejenige», welche die Versammlung cinbernfe», hatte» deshalb den bcabstchtigten Zweck völlig verfehlt. Nüchsten Sonnabend, bei der Generalversammlung des Verbaut.'? in Bochum. wird es sich enischeiden, ob die Gemäßigte» oder die Radikalen in der Mehrheit sind. An» Soilalisiengesieh. In der„Rat. Ztg." lese» wir: „Betreffs des Sozialistengesetzes, so schreibt man uns, sind verschiedcue Gerüchte verbreitet. Es kann verbürgt werden, daß eine Eittscheidung noch nicht getroffen ist. Einflußreiche Stimmen spreche» dafür, das Sozialistengesetz eiuiach ablausen zu lasse» und etwaigen AuSschreitmige» mit de» Mitteln der ordentlichen Ge- sotzgebung entgegen zu treten. Beim Mißlinge» dieses Planes soll dann zu schärferen Maßregeln, zu einem neuen Ausnahmegesetz oder zur Verschärfung des Strafgesetzbuches geschritten werden. Eine andere Ansicht ist für baldiges Vorgehe» in dieser Richtmig. Welche von de» beiden Ansichten durchdringen wird, läßt sich noch niegt übersehen. Wenn«iiizelne Blätter heute schon einen bestimmte» Termin für die Berufung des Reichstages, be- stimmte Gesetze, welch« demselben zugehen sollen, anzukündigen GvosZbvitattttiiett. London, 3. März. Oberhaus. Lord Salisbury erklärte gegenüber den Angriffen Labouchöre's, sein Znsainmentreffen mit Probyn auf dem Bahnhofe sei ein znsälliges gewesen und habe er sich über die bei dieser Gelegenheit gethancn Aeußcrungen keine Notizen gemacht. Er habe aber sicherlich nicht gesagt, bec Verhaftsbelehl gegen Lord Somerset erfolge am nächsten Tage, da er im Gegentheil erklärt habe, die Justizbeamten erachteten die vorliegenden Beweise für unzulänglich. London, 3. März. Gladstone brachte einen Antrag ein, welcher durch die Aushebung Lnbouchoro's am Freitag veranlaßt wurde und welcher erklärt, daß, falls ein Deputirter. eine An- schuldigung gegen einen Minister erhebe und diese Namens des Ministers denientirt werde, die Thatsache daß der Minister Mit- alied des Oberhauses sei, den Deputirten nicht hindern solle, die Annahme des Dementis zu verweigern und seine Anschuldigmig ausrecht zu erhalten. Neber den Antrag betreffend die Parnellkommission und das dazu angemeldete Amendement Gladstone's entspann sich eine lebhafte Debatte. Der erste Lord des Schatzes Smith er- klärte, der Regierungsantrag bezwecke, gegen alle interessirten Parteien absolut gerecht zu sein, während die Annahme des Amendements Gladstone den Glauben erwecken könne, daß sich alle gegen die Parnelliten erhobenen Anklagen als falsch erwiesen. London, 8. März. Der Sozialist Hyndmann organistrt eine Massenversammlung im Htzdepark, um gegen die sibirischen Greuel zu protestzreu. London, 3. März. Großbritannien wird dem Ver- nehmen nach aus der Berliner Konferenz durch 3 Dclegirtc vertreten sein. Lord Salisbury wird dieselben aus den Kreisen der Unternehmer und Sachverständigen wählen.! Fraultreich. Paris, 8. März. Deputirtenkammer. Im weiteren Ver- laufe der Debatte, an welcher sich Cassagnae, Ribot, Clömenceau und andere Deputirle betheiligten, lehnte die Kammer mit 319 gegen 200 Stimmen die einfache, von der Regierung nicht akzep- tirte Tagesordnung ab und nahm schließlich eine von Barthou beantragte niotwirte Tagesordnung mit 249 gegen 200 Stimmen an. Dieselbe sagt, daß die Kammer der Regierung vertraut und überzeugt ist, dieselbe werde eine entschieden republikanische Politik in Uebereinsttmmung mit den Wünschen des Landes be- folgen.— Die Interpellation Laur über Entsendung von Dele- girten zu der?lrbeiterschutz-Konserenz in Berlin wurde auf Donnerstag vertagt. Paris, 4. März. Die Journale aller Parteien sind darin einig, daß die Stellung des Ministeriums, trotz deS gestrigen Vorums der Kaminer eine vollständig erschütterte bleibe. Das„Journal des Döbais" bemerkt, selten habe ein parlamentarisches Kabinet ein kläglicheres Schauspiel gebolen, als gestern der Fall aewese» sei. Frankreich habe m Wahrheit seit gestern ein neues Kabinet, dessen eigentlicher Präsident Bourgeois unter den Auspizien loguet's und Clömenceau's sei. Das Ministerium habe an iesiigkeit nichts gewonnen, die Kammer sehr viel an Ansehen und öürde eingebüßt. Die„Republique fran?aise" stellt die Frage: wofür verlangte man gestern ein Vertrauensvotum? Für das radikale Progrannn Bourgeois oder für das Programm des Justizministers Thevenet? Hierdurch ließen sich die zahl» reichen Stimmenthaltungen seitens der gemäßigten Partei er- klären. ItaUe«. Rom, 3, März. Die„Tribuna" erfährt daß in dem gestern bei Crispi abgehalteneu Ministerrath festgestellt wurde, in welcher Weise die| Berliner Konferenz anzunehmen sei. Der Ackerbau- mimster habe über die verschiedenen Punkt« jdes Programms re- ferirt. Die Annahme der Konferenz sei ohne Vorbehalte auszu- sprechen. Außer de», Botschafter Grafen de Launan würden eme politische Persönlichkeit und ein Techniker Italien ver- treten. Die Namen seien noch nicht endgiltig bestimmt. In den Wahlen. Gl» wterest'nnter Vorgang während der Wahl- ngitatio« wird uns nachträglich aus Stahsurt be- richtet, welcher zeigt, wie die Polizei die gesetzlichen Vor- schristen über die Haussuchung mißachtet. Am 15. Februar wurde der hiesige Eimvohucr E. Helbing um Mitteruachl, migefähr 20 Minuten nach 12 Uhr, durch ein eigenthümlich raschelndes Geräusch aus dem Schlafe gestört. Helbing springt aus de»» Bette und forscht, nur mit dem Hemde vekleidet, nach der Ursache des Geräusches. Da bemerkt er u seiner nicht geringen Ueberraschung drei uni- orinirte Polizeibeamte, welche auSge- rüstet mit einer Blendlaterne die ver- schiedenen Räume durchsuchten. AlS Helbing fragte, rvo sie hereingekommen seien, gaben sie die lakonische Antwort, wo»vir hereingekommen sind, da gehen wir auch wieder hinaus. Nachdem sie sich gehörig umgesehen, gingen sie zur Hiuterthür Hinalls, um sich wie Diebe, die einen Einbruch verübten, über das Garten- staket zu entfernen. Wetter stellte Helbing fest, daß die Beamten beim Eindringen in die Wohuimg ihn den Schlüssel zur Saaltbür zerbrochen hatten. Der Schlüssel ist in Miseren Händen, demselben ist der Bart abgebrochen. Diese Handlungsweise der Staßfurter Polizeiheamten ent- hält unzweifelhaft eine schwere Verletzung des Gesetzes, und es darf erwartet werden, daß der Geschädigte den Borfall zur Keuntniß der vorgesetzten Behörden und der Staatsanwaltschaft bringt. ... welch aehaistaer und fchomlo««evIeumderZfchov Meist em großer Theil der„dentschfreismnige»" Partei und �ren Presse gegen die Sozialdemokraten auch in dem jüngsten Wahlkampf vorging, ist bekannt und auch in diesem Blatte ge- bahnend gekennzeichnet worden. Am Schlimmste,, und Tollsten trieben es. so schreibt die„Fräuk. TageSp.", die Sendlinae des Nürnberger„Denischsreisimis". Z» deroa beliebtesten Kunstkniffen gehörte es, einzelne Stellen aus verbotenen Schristen Bebel's ans dem Zusammenhang herauszureißen, damit das dünnner« lind»n- aufgeklärte Landvolk gruselig zu machen, wobei es hauptsächlich daraus abgesehen war, den Gegenkandidaten im Fürther Wahl- kreise, Bebel, herabjmvürdigen, ihn als de» schlimmste» Umsturz- mann hinzustellen, der den größten Unsinn in seine» Schriften schon ausgesprochen habe, xin NalionalzuchthauS einführe» wolle, Gottesleugner, Beruichter der Ehe sei. das Eigeuthmn zerstören,„thcilen" wolle und wie all' der fürchterliche Blödsinn cheißt, der schon laugst als abgedroschen von allen halbivegs Vernünstiaen i» die Rmnpelkammer.geworfen worden ist, ein Blödsinn, mit dem sie vor dem 20 Feoruar auch im Nürnberger Kreise Hansiren gingen. » den aufgeklärten Nürnberger Arbeitern nur Hohn- aber bei aelüchter ernteten. In welch' wahrhaft niederträchtiger Weife die i � i*»••*...ii... r... r...... I s 4. o r,> o- f.% i. „Deutsch freisinnigen" verfuhren, beweist am Besten die Thai|ache, daß deren Agitatoren eine von de» Kartellbriidera der aller- . schlimmsten«orte, den Eächsern, herausgegebene Schmähschrist I gegen die Sozialdemokraten, betitelt!»Was sind sie? 1) Rexgr -SWMWMWWWWMI lutiouäre, 2) Gotteslästerer, 3) Vaterlandslose und 4) Nicht-Vertreter der Arbeiter"— im Fürther Wahlkreise verbreiteten, in welcher Schmähschrift Zitate aus Zeitschriften und Büchern, sogar Stellen aus Heine angeführt werden, wobei es bezeichnender Weise heißt: ..Genaue Stellenangabe mußte leider unterbleiben". Am ordinärsten trieb es aber der Hanswurst unter den Nürnberger deutschfreisinnigen Agitatoren, der„berühmte" Magistratsrath Hugo Barbeck. Der„Fränkische Kurier" war noch so naiv, all' die Dummheiten jenes„Redners" zuin Besten zu geben, als große „Ruhmesthaten" aller Welt zu verkünden, wohl wissend, daß so- wohl in Versammlungen als in der Presse all' die perfiden Lügen, Verdrehungen und Verdächtigungen unter dein Slusnahinegesetz und unter Beihilfe einer allezeit willfährigen Polizei in wirksamer Weise nicht widerlegt, auf ihren wahren Werth nicht zurückgeführt werden konnten. Diese Buschklepper- Agitation trieben nicht nur die deutschfreisinnigen Agitatoren„ersten Ranges", sondern selbst V----- ftt W-ts V.-a P!<---- f...---•--. redend auch deren„Gesinde", das sich am Sttchwahltage in dem Fürth-Erlanger Wahlkreise herumtrieb. Der Mahlterrori»«»«» der—? Bei der Stichioahl in Leipzig war der„große" Belagerungszustand theilweise verhängt— es durften nämlich nicht mehr als drei Per- sonen auf der Straße zusammenstehn oder-gehen, und die '......-ch'' ordnungsparteilichen„Schlepper" wurden von Polizeibeamten eskortirt, welche sie gegen irgend einen unsichtbaren Feind schützen sollten, und jeden Staatsbürger, in welchem ein Sozialdemokrat vermuthet wurde, mit strammer Schneidig- kcit daran verhinderten, in die geheiligte Nähe der Herren Schlepper zu komme». Der Herren Schlepper? Nun, das Durchschnittsalter dieser Ordnungssäulen— von denen frei- lich gegen Abend gar manche sich schwankend erwies— mag etwa 19—20 betragen, und uumündtge Personen männlichen Geschlechts kann man doch kaum„Herren" nennen, auch wenn sie zwei Dutzend Seidel den Abend vertilgen, und einander die Gesichter nach Art der niedersten Negerstäunne tätowircn können. Verschiedene Arbeiter, die an die Heilig- keit der Schlepperpersonen nicht glauben wollten, wurden für diesen Frevel mit Verhaftung bestraft. Das nennt man Wahltcrrorlsnms der— Sozialdeniokraten. Die frauzöstscheu Gelder, niit welchen die deutschen Sozialdeniokraten den Wahlkampf bestritten und ihre Siege errungen haben, verspricht ein stehenoer Artikel der Reptil- und Ordnungspresse zu werden. Um unseren Gegnern eine Gefälligkeit zu erzeigen, unser sündhaftes Herz zu erleichtern und der Wahrheit die Ehre zu geben, wollen wir das reuige Geständniß machen, daß wir thatsächlich 400 000 000 Mark, dividirt durch 1 000 000 Mark von den„verkouimcnen" Franzosen erhalten haben— nämlich von dem Parti ouvrier. Um sich zu revanchirci», und da ein Dienst des andern werth ist, haben die Berliner Arbeiter— also deutsche— die gleiche Summe an die streikenden Arbeiter von Cours (Rhone)— also an Franzosen— geschickt. Das ist die Wahrheit, die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Und die Reptilien und Ordnungsritter werden nun Hassent- lich beruhigt sein, nachdem wir so zerknirscht unser« Schuld vor der Oeffentlichkeit gebeichtet haben. SpreUrlÄcrl. Di« Redaktion bellt die Benutzung deZ Sprechsaals, soweit Raum dafür afuu gebe» ist, dem Publicum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Interesse« zur Bersügung; sie verwahrt sich aber gleich,-ittg dagegen, mit dem Inhalt desselben identtsizirt zu werden. Geehrte Redaktion! Verzeihen Sie, wenn ich den Raum Ihres geschützteu Blattes : Nr. 50 vom 28. Februar in Anspruch nehme, und zwar zu der in stehenden Notiz, ausgehend von einem Reichstagsabgeordneten und lautend„Zur Taktik bei den Stichwahlen". Die angeführte Notiz sollte den Zweck haben, die von dem Zentrul-Wahlkomitee ausgegebene Parole betreffs der Stichwahlen gegenüber einzelnen Genossen zu vertheidigen. Nun zur Notiz selber. Es ist noch keinem Genossen eingefallen, darum gegen die Stichwahl-Parole Front zu machen, weil die betreffenden Parteien nicht Gleiches mit Gleichem vergelten, sondern weil sie eine'Außerachtsetzung unserer Grundsähe ist, und die Lengnung sämmtlicher gefaßter Kongreßb-schliisse bedeutet. Fassen»vir Beschlüsse, um sie einfach nach Jahresfrist wieder umzustoßen? Der Kongreß ist nach menier M oberste Leitung der Partei. In den Beschlmseu° liegt wahrer Demokratismus, nicht in den»Veschwt � Männer. Es würde zu entschuldigen sein, nienn mq w« sehende Verhältnisse und Umstände eintreten, die, jisda! sehende Verhältnisse und Umstände zwingen, gefaßte Konareßbeschlüss« zu modlfizsten, bei den Wahlen der Fall gewesen; wissen nur n 9'„ gii Gegner nur eine reaktionäre Masse bilden, und d»ese» � W zu allen Mitteln greifen, um uns zu bekauipl ich bin der Meinung, daß in Parteisachen die® ss,!l! aufhört, nicht aber, daß Berechnung a n d e r. tritt; es klingt erstens so kapitalistisch, und i"*' 0# Jemaiid leicht die Meinung bekommen, durch Berich,,�«,�1 man Sozialismus, durch Berechnung einzelner Perfon,,� � man den Sozialismus. An Stelle der Gemüchllchl'u 9 9� x, Einschaltungen das Parteiprogramm, und das lau»»- M sreiung des Arbeiters»nuß das Werk der arbeitenden sein. Nicht vom Zorn, auch nicht weil die zu umM � Parteien uns nichts wiedergeben, lasse cch indem ich Stellung gegen die Wahlparole' nur die Prinzipien des Sozialisinus find Auch bin ich, ncht der Meinimg, daß nur der tiker des Pessimismus leugnet,«in Gegner des � nie*, ukv icuquci,«in wcauw vw � j, ist uns im Reichstage nützlicher, als ein Freund dem«M denn die Nützlichkeit für den Sozialisnius nur von v � k>nll ,j Den« Die umytichrett sur Den t-ozialismug nur vu»--» für oder gegen das Sozialistengesetz ab? Und jene Leute, die zur reaktionären Masse gehören, auch w. der gegen stimmen? Wahrhaftig, ich»väre nach den � gen von 84 und den ganzen gesellschaftlichen I' .roßer Optimist zu nennen, thäte ich es. Auch.Lintel" aw yiupci*�v4iuu|i öu»icuucu, u;uic uy c». Schlüsse und bin der Meinung: Der Stern des Par«„iftui» darf nirgends durch das Gewölk privaten oder lokalen versinstert werden, nicht aber wie in der Notiz steil'- oder lokalen AergerS i Maler, � Dennewitzstraß« l»1, Theater. Mittwoch, den 5. März. Gprrnhau». Othello. Kchauspiethau». Die Räuber. Fesstng-Eheatrr. Die Ehre. Fried rich-W\| ljetiustädt. Thraker. Der arme Jonathan. Malluer-Theater. Großstädtisch. Der Scheidungsgrund. ;liiltorin-TI>eater. Stanley inAsrika. Iftvliutv Theater. Szenen aus den Kau- EIS- Phönizierinnen. del's Gardinenpredigten. Deuksthra. Theater. Ein Er Gsteud-Theater. Der Fai menceau. Kestdenz-Theater. Marquise. KelleaUianre- Theater. Der Nautilus. Könlastiidtifche» Theater. Die Waise auS Lowood. Centvat Theater. Sin gemachter Manu. Adolf Ernst- Theater. Der Gold- fuchs. Theater der Reichshalleu. Speziali- tätenvorstellung. Gedr. Dichter s JariötS. Speziali- täten-Vorftellnng. Kaufurniiii'» Darists. Spezialitäten- Vorstellung. CiHkus Benz. K a r l st r a ß e. Heute, Mittwoch, den 6. März. Abends 7>/z Uhr: Zum 43. Male: Deutsche Turner. Große nationale Original-Pantomiine. Brande Qaadriüe Friedrich d. Grossen, geritten von 8 Damen und 8 Herren, kommandirt v. Hrn. Franz Renz. Aus- treten der Geschw. Castagna in ihrer großartigen Luftgymnaftik. Vorführen der 6 großartigen irländischen Jagd- pserde, in einer vollständig neuen Methode in Freiheit dressirt und vor- geführt von Herrn Franz Renz. Auftreten d. vorzugl. Reitkünstlerinnen und Reitkünstler. Eobham und Kirhildis, vorzügl. Springpferde, geritten v. Frl. Kelnp und Fräul. Zephora. Morgen: Deutsche Turner. Sonnabend: Gala-Dorstellung für die Geschiv. Hager. E. Renz, Direktor. I 81, Zlnter den Linden 81. Im Hause der Wilhenishallen Da» A8hambi*a- Theatei* MaUnertheatrrstraKe 15 ist an Vereine, GeWasten ic. mit sämmtlichen Nebenräumen, Bühne, Tunnel:c. >zu Festlichkeiten»«i vergeben. Näheres zu erfragen im Theater- Bur Aurea». American-Theater Deeodenerstrahe 55. Täglich Vorstellung Circas Wulff. Friedrich Carl- Clor. Ecke Karlstraße. ■. den 5. 1890: bends 8 Uhr: Groste UoesteUmtg Roland, ävcit. Rapphengst, in d. höh Schule geritten von ..... hohen ■tau illnna Wulff. Gebr. Forrest, komisch-musikal. Clowns. 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Hoffmann- tl.t.'' hör A�ffovtT»,,»s ni>riv»Yf»ntlirfiißn£itt0 AU .«"V v v Ii( II llvly v>u SJU�iUlVmtWkn*«»»»» V.'/ji � der gestern von uns veröffentlichten L»ite zu 1 # 36 Sozialdetnokraten, 68 Teutschsrei sinnig». lo Demokraten. 3ü Natioaalliberal», 22 Sieichspartei. 68 Konservative, 105 Zentrum, 10 Uelsen, i An'.isemiten, 16 Polen. 13 Elsässer, 1 Däne, 2 Wilbtiderale. ftrs0115'1�« amtlicher Feststellung ist da! Resultat der in •'» Ä1" Stichwahlen, wie es de«» Minister mitgetheilt leb'lkW'udeS: %- 21 130 Wahlberechtigte. 14 611 erschienene Wähler. �» haben Etimmen erhalte»«: Träger 8930, Zeidler ' SSüMr* tlngiltige Etiinmen 60. Geivählt: Träger. mfif, 72 078 Wahlberechtigte, 48 700 erschienene sRJaHler, ire haben Stimmen«rhnlte»: Virchoiv 24 965, jOMrisjtnjüfi 23 381. Ungiltige Stimm«« 354. Aewählt �«HUrcis. 33 938 Wahlberechtigte. 20 801 erschienen» Wühler, tts haben Stimmen erhalten: Mumm 15 637, i �"ldberger 12 910. Ungiltige Stimme« 219.(üeioiHU: I�Lir�umkel. Ng, 31SS7 Wahlberechtigte. 20 369 erschienene Wähler. ws haben Stimmen erhalten; Baumbach 11 602, «»erbach 8 701, Ungiltige Stimmen 166. Sewählt: «oumb.tch, k ♦• stndbilher: v. Vollmor(soz.) München und luiu ä' hat i n Mlinchen nnaenommln; v.Schorlemer-Alst(Zeiitt.) Und Hamm; v For/enbeck(dsr.) Sagau und Arnsivalde, *'-v'— �- MTl /Kfy\ T» i» R «»ÄÖErSSÄS?» |(.lrttc,en stnd. Württemberg. Laden i In den Mahlen. Jtimmeneoht der Uolkspartel wird in der»Franks. * wie tolgt berechnet: 96 500 Stimmt.«, ...... 18 338 Bayern..... 28 081» vranksurt.... 6 125 Dortmund.... 1550 », 149 594 Stimm»«. blu'ften jedenfalls noch 3000—4000 in einer Anzahl >, Zersplitterter Stimmen kommen. i« yber ztarnin«, wo bera>»»tlich der Frei- 'kb.,, v. Bethmann-Hollweg gerade mit der absoluten s y.w. �ühlt ist, ist ungiltig. ils find nämlich ca. 30 Stiininen t F,,,"0 erklärt«vorbei«, welch» blos auf„Althans" oder kor«°ber„Oberlehrer Dr. Althans" lauten, weil kein t twr* ,eS Allhaus angegeben sei. Ter gleichstag hat wieder- lt daß in solchen« Falle, wo der Wille deS Wählers 'i lelhast sei, die Zettel siir giltig«u erachten find. Man H, �«Jo in Ober-Barnim aus«ine alsbaldige Nachivahl zu sa�.�iterdam wurde vorgestern eine sozialistische VolkS- 'stiai. g"baehalten, die sich mit te» denlschen Wahlen be- '«««!!' Versammlung beschloß, den deutschen Sozialdemo- �lück«vunsch uder den Sieg und für den Muth und auszusprechen. Dieser Beschluß wurde uns gestern oylfch übermittelt. ei Liebet« in Ztlaln«. Vor einigen Tage«, hielt n R. �'Uinz vor etiva 6000 Zuhörern eine Siede, 8>»„I . aiipttl>«ilen biet«viedera«—" noch einzige iszia'.demokratische NeichstagSabgeordnete, gegen das Jesuitengesetz erklärt. Damals zählte die Zentrumssraltion 42 Mann; nehme man das Geseh an, habe er gesagt, so«verde die doppelte Zahl in's Parlament einziehen. Und«virllich wuchs die Fraktion aus 86 Mann an. Das Zentrum habe sich anfangs demokratisch geberdet, später jedoch habe es sich echt reaktionär gezeigt,«vie eS seinen« innersten Wesen nach sei. Jetzt ist es die Feindin aller Volksrechte, Volksfreiheiten und Arbeiterinteressen, stets stehe es ans Seiten der herrschenden 5klassen. Freilich,«vie könne man auch von einer Partei, deren Mehrheit aus Grasen, Baronen, Großgrundbesitzern ,c. bestehe, etlvaS anderes erivarte»? Diese Herren seien so lange für Wahl- sreihcit und anderes eingetreten, als sie diese Rechte selbst als oppositionelle Partei brauchten; ihr eigenstes Interesse müsse darauf gerichtet fein, das Bestehende aufrecht zn erhalte». Das Zentrum, das selbst AnSnahmegesetze erfahre», habe es fertig ge- bracht, innner mehr für duS Sozialistengesetz einzutreten und heute richte inai> dieselben Vorwürfe gegen die Sozialdemokraten, die sie, die Ultra montane», anfangs der 70er Jahre selbst über sich ergehen lassen mußten. Zu jener Zeit habe Bismarck dem Zev.h mn zugerusen, daß es nur auf die Revolution warte, um das Deutsche Reich niederzutreten. Unter der Zustimmung der Versawinluiig unterziehi nunmehr Bebel die letzte Nummer des„Mainzer Journal", in welcher die Sozialdemokratie der Revolution und des Um- stnrzeZ beschuldig« wird, einer Nritik. So«verf» man der Sozial- demolratie vor, daß sie da» Erbrecht abschassen»volle.„Ja, meine Herren", rust der Redner anö,„desivegen besteht ja die Sozialdemokratie,»veil 9/10 der Bevölkerung nach einem arbeits- reichen Leben und nachdem ihnen das Zvtark mW den Knochen gesogen ist, nichts|ii vererben hat. Will man etiva das ivenige Hau?- und Küchengeräth als Eigenthum bezeichne» Y" Weiter «verde von Zuchthaus, Wohnen in einer ttaserne:c. gesprochen; merkwürdig, daß nicht auch gesagt sei, im sozialdemokratische» Staat«nüßlen alle gleiche Uniform tragen. Wäre die» Alles so, dann gehörte er, Bebel, selbst zu denen, die solche» Wahnsinn offen bekämpfen würden. Nicht de» rohen Kommunisnms des Alter- thnins erstrebe man, sondern den mit der modernen Kultur erfüllte». Eine Infamie sei es, daß die her'rschende Klasse, denen Presse, Schutz von oben, Militär»c. zur Verfügung stehe, mit so elenden Verleumdungen die Sozialdemokratie zu de kämpfen suchen. Das Ziel sei ein vernünstiges und Arbeit«, Kleinbürger. Bauern, wie überhaupt all« Besitzlosen»venden sich ihr instinktiv al« der einzigen, rettenden Partei zu. Möge Siacks»in Reichs- tage s» oder so gestimmt haben, es handle sich um die Bekämpfung des Vertreters»in« feindlichen Partei. Bebel nimmt s«rn»r Veranlassung, sich üb« die Annexion Elsaß-Lothringens auSzu- spreche». Keinem vernünftigen Mensrye» könni es einfallen, das- selbe bedingungslos auS der Hand zu gebe»; aber vielleiivt gebe ti Mittel und Wege, sich mit Frankreich auseim»nd«zuschen. Er wäre für Neutral isatton und Selbstständigkeit Elsaß-LothringenS, das sämmtliche Festungen schleifen mußte, kein« Soldaten halt»» dürfte und sich vielleicht an die Schwei; anlehnen könne. Frankreich und Deutschland seien ans einander angewiesen, beide verbündet, würden ganz Europa trotzen; Rußland sei es, das den Weste» bedroh» und daS unausbleiblich dereinst mit Frankreich üb« D eutschland herfallen«verde. Talley- raad habe»inst gesagt:„Ein Fehl« in der Politik ist schlimmer als«in Verbrechen"; er und die Freunde hätten 1871 gegen die Annexion protestirt und waS« damals gesagt, halte er auch heute noch au'recht;»S sei ein Fehler, sich Elsaß-Lothringens vegen niit Fra ikreich zu verfeinden. Jöst habe sich in diesem Sinne in der Bing« Siede, die von der ultramontanen Presse so entstellt«verde, ausgedrückt. In kurzen Zügen malt Bebel schließ- lich die Zukunft der Sozialdeuiokralie. Die Weltgeschichte lehre, daß alles Große und Hohe den untersten Volksschichten entsprossen sei.„Ehristus(fährt Redner fort)«oar der Sohn eines armen Zimmermanns und er wurde von den herrschenden Klassen vcr- höhnt, bekämpft und endlich ans Kreuz geschlagen,«vie heute die Sozialdemokratie.(Stürmischer Beifall.) Die Armen und Elenden, die Sklaven und Besitzlosen«vare» es, die sich zuerst den« Ehristenthum zuwandten, die sich in den Katakomben heimlich versammelten und dafür bestraft wurden,«vie heut die Sozialdemokraten, die in geheimen Ver- sammlungen sich aussprechen." In lebhafter Weise schildert Bebel die soziale Katastrophe, die dem nächsten Kriege folgen werde. ES«nüsse, so meinte er,»in Parlament darauf hingeivirkt«verde», daß sich die Völler eine»« Schiedsgericht unterwerfen; was die Kongo-Konferenz für Afrika gekonnt habe,«verde doch nicht für Europa unmöglich sein. Auch ein reiches Zahlenmaterial führte der Redner vor; so giebt ein Handioerker, der ein jährliches Ein- kommen von 1100 Mark besitzt und fünf Kinder und eine Frau zu ernähren hat, das Jahr für Brot aus 150 Mark, das stnd iveit über 40 Mark Getreidezoll. Gerade daS Zentrum habe zur Einführung der indirekten Stenern wie Kaffee-, Petroleum-, Zuckerzoll«c. beigetrage». Ter Branntweinzoll sei für 1890—91 mit 129 Millionen Mark angesetzt, der Weinzoll mit IG Millionen Mark. Wer trage nun die Hauptlast, müsse nicht der Arme den Branntivein genießen? GOOu Branntweinbrenner hätten jährlich einen Exlrageivinn von 40 Millionen Mark,«vas für den Ein- zelnen 6u 000—70 000 Mark betrage. Da sei es freilich begreif- lich, daß die Gcoßgriindbesitzer je. des Zentrums alles erhalten «Visse»«volle». Endlich richtet Bebel noch einen Appell an das Klei»gew«be und den MiUcisland; nicht Befähigungsnachweis, ZwangLinnungen und dergleichen könnten sie rette», das Groß- kapital sauge pe unaufhallsau« auf; möge man sich deshalb der Sozialdemokratie anschließen.(Stürmischer Beifall.) Stach Bebel«ahm noch Jost,«beusalls lebhaft begrüßt, das Wort. Er erklärt« eZ für eine Lüge,«renn man behaupte,« habe in Bingen die Rückgabe von Elsaß-Lothringen an Frankreich als eine Nvthwendigleit erklärt. Er habe dort nur gesagt,«vas er schon in Mainz geäußert und«vas Liebknecht darüber 1881 gesprochen. Sogar »ationalliberale Landtagsabgeordnete hätten ihm sofort nach der Rede zugestimmt. Wenn man jetzt gegen ihn so vorgehe, so sei dies nichts als ein Wahlmanüver. I» einem Schlußwort de- schäsligte sich Bebel mit einem Flugblatt, daß 11 Kapläue k. des Kreises Bingen-Alzey geaen die Sozialdemokratie richten. Be- sonders»verde sein, Bebels, Buch„Tie Frau in der Vergangen- heil, Gegemvart und Zukunft" ren,ngliii»pst. Er habe die felsen- feste Ueberzeugung, daß er»n diesem Buche, daS auf Grund des Sozialistengesetzes verboten ist, in leiner Zeile»vid« den Anstand und das Strafgesetzbuch verstoßen habe. In 9 Jahren habe das Buch 3 Auslagen erlebt und sei in 6 sremde Sprachen übersetzt wordeu. Endlich kommt Bebel auch aus den Vorwurf zu sprechen, daß die Sozialdemokratie das Privateigenihuu» ausheben »volle. Er äußert, daß die anaesehendsten Päpste»c„ wie Gregor der Große, Ambrosius von Mailand u>ch Clemens(. sich gegen das Privateigenthuin ausgesprochen. Die elf Kapläue würden diefc Päpste doch gewiß gelte,» lassen!(Große Heiterkeit) Aber auck moderne Mensche» Hab«, solche Anschauungen zu» Ausdruck ge bracht, so Professor Zachanä stnd die jetzige Lellchte der sächsischen Kar'ellparteien Professor Biedermann; heute allerdings bekäiiip'e dies« He« die Sozialdemokratie auf das wülhendste. DieZ sind flüchtig skiuitt, die Ausführungen Bebels, die wiederholt von starkem Beifall unterbrochen wurden; all Bebel endete, erdröhnte ein ZustimmungSrufen und Klatschen der--.au sende, wie e--»n ocr „Stadthalle"«vohl noch nicht vorgekommea. Mit der Mahnung des Vorsitzenden Herrn Eonrad, den Wahlkamps objeltiv zn sichren und der Behörde keine Veranlassung zum Einschreiten zu geben, schloß die Versammlung,«velche von Ansang vis zu Ende die ruhigste Haltung bewahrte. Tokrttlso. G« war»ine traurige, melancholisch« Zeit, all die Influenza in Berlin grassirte und in jedem Hause, in jeder Familie ein Krankenlager etablirt war. Wohin man kam, hörte man von Krankheit und Tod und fast Jeder wußte ans seinen» Vrrivandten- und Freundeskreise von Opfern dieser Seuehe zu berichten. Der böse Gast ist nun endlich nach fast vierinonat- lich« Herrschaft von bannen gezogen, die Jnfluenza-Elndemie ist in Berlin erloschen. Stach der amtlichen Meldung des statistischen Amtes ist in der Woche vom 9. bis 15. Februar nur ein einziger Todos' Jede» hältni all an Influenza erfolgt, hoffentlich»st es der letzte. alls kann»»> Hinblick auf die günsiigen Gesundheitsver- se, die in den relativ niedrigeren Sterblichkeilszissern von 630, 650, 670 Todesfällen per Woche ihren Ausdruck finoen, von einer„Epidemie" nicht mehr die Rede sein. Ohne den amtliche» Erhebungen und der Samnielsorschung der Berliner Aerzle über die Influenza vorzugreise», haben»vir es versucht, so schreibt die „Nat Ztg.", einige statistische Zahlen über dieselbe zilsammenzu- stelle», um ein Bild von dem Verlauf und dein wechselnden Charakter dies« Krankheit in Berlin zu gewinnen. Man wird sich erinnern, daß die Influenza lange, nachdem sie in Petersburg und Paris anfgetreten war, erst in Berlin erschienen»st. Die«sie» Erkrankungen tauchten»lach ärztlichen Berichten bei uns allerdings schon Anfang November auf, waren aber noch ziiineist sporadisch, bis sie gegen Ende deS Monats sich immer mehr häuften nnd eine epidemische Verbreitung erlangten. Damals verlies die Krankheit noch verhältnißmäßig ungefährlich, bis in der zweiten Dezemberwoche zwei Todesfälle direkt an der In- fluenza gemeldet wurden. Von Mitte Dezember ab nahm die Influenza in Berlin einen bösartigen Charakter an, eS stellten sich im»,« schwerere Komplikationen mit anderen Krankheiten, namentlich mit Herz- nnd Liiiigenaffeltionen, ein»md die Todes- sälle wurden zahlreicher. Die Zahl der Jiifluenza-Todessalle, die in d« dritten Dezembmvoche 10 betrug, stieg in der Weihnachts- wache aus 26, in der Neniahrsivoche auf 21 und in der darauf solgenden Woche aus 22. Gleichzeitig gestalteten sich die allge- nieinen Gesundheitsverhältnisse in Berlin so ungünstig, daß die Sterblichkeit in der Weihaachtsivoche ans 1069 stieg, in ber ersten Jaimarivoche noch 918 betrug und erst in der Woche vom 5. bis 11. Januar aus 763 zurückging. Damit hatte die Epidemie ihren Höhepunkt überschritten und ließ von da ab sichtlich nach. In der Woche vom 12. bis 18. und vom 19. bis 25. Januar betrug die Zahl der Todesfälle je 13, sank in den beiden darauf solgenden Wochen auf je 8. um mit dem erwähnten einen Todes- fall aus der zweiten Fedruarivoche, hoffentlich für in»»»«, diese fatale Liste abzuschließen. In der gleiche» Stufensolge besserten sich die Gesundheitsverhältnisse Berlins derart, daß die Gesamuit- sterblichleit bis auf 630 in oer Woche von» 2. bis 8. Februar wieder aus 651 beziv. 652 gestiegen, allein für Berlin immer noch «ine mäßige. Die Zahl der direkt an der Jiifluciiza Gestorbenen belief sich in den zehn Wochen von» 8. Dezember bis zum 15. Februar auf 124. Weit größer freilich»st die Zahl derer,»velche de» Folgelrankheiten der Influenza zun» Opfer gefallen. Tie Fest» stellung derselbe» sowie die Zahl der Influenza- Krankheitsfälle »vird erst durch die jetzt in» Gange befindlichen amtlichen Erhe- billigen und durch die gemeinsame Sanuuelsorschung der Aerzte möglich sein. Rur schäyiingsiveise läßt sich nach den bei den» Personal der Theater, der Post, der Schuhmauuschasl und in den Schulen beobachteten Erkrankungen annehme», daß etwa die Hülste, mindestens aber ein Drittel der gesannnten Einwohnerschast Ber- linö von der Influenza heimgesucht worden ist. . Di« im Kozialifleuprozcsz Karktinnio verurtheiltei» Ge- »offen Specht und Sperber würbe» vorgestern nach neunzehn- monatlicher Strafhaft wieder in Freiheit gesetzt. Tie Verurthei- lung erfolgte wegen Majestätsveleidigllng, Geheimbündelei, Vergehens gegen das Sozialistengesetz durch Verbreitung verbotener Schriften, und endlich wegen Aufreizung zun» Klaffenhaß. Die Verurtheilten eines neueren Sozialistenprozeffes, nämlich desjenigen gegen Baumgarten und Genosse» haben gestern ihre Strafe an- getreten. Dom Sihlosser Dsotf von der Firma E. Zirast, Kupserschmiederei, erhalten wir ein Schreiben, aus»velchei» hervorgeht, daß derselbe nicht,»vie in der Berichtigung vom 2. März bemerkt ist,»regen geringer Leistung entlassen worden ist, denn sonst»vürde die Firma Kraft ihn nicht von» 13. Juni 1888 bis zun» 22. Februar 1890, also zirka 2 Jahre, behalten haben,»vie auch in dem Zengniß die Leistunaen des Herrn Wolf für gut» erklärt»vurden. Auch erkläre ich, so fährt Herr Wolf fort, hier- mit nochmals öffentlich, daß der Werksührer Herr Borchardt ausdrücklich gesagt hat, daß er dafür sorgen werde, daß ich von jetzt ab»nehr Feiertage habe» soll, als mir lieb sei»»vürde. Diese» zur gefälligen Berichtigung der Zuschrift. Der„Arbeiter" Franke, der Mörder der Wittive EharleZ, ist aus dem Polizeigefäiigiiiß am Alexanderplatz nach lern Unter- suchiuigsgefängiiiß in Moabit übergeführt ivorden. Es hat sich herausgestellt, daß er nach dem Morde einen Erhängungsversuch gemacht hat. Ter Strick war jedoch morsch und riß, ließ aber an seilieni Halse eine Straiigiilattonsinarle zurück. Franke scheint dann seine Seldstniordpläne schnell ausgegeben zu habe», denn an Gelegenheit, sie aukzuführen, hätte cs ihm nicht gejehlt. Ehe seine Berhastung erfolgte, hatte er Zeit, seinen Schwager, dann seine in Teuipclhof»vohnenbe Mutter und daraus wieder seinen Schwager in der Hedemannftraße zu besuchen, wo er bekanntlich ergriffen»vurde. Zn der Deumann'sche» Movdasfalre wird die von dcr Kriminalpolizei mit unermildlichem Eifer betriebene Unterfuchung immer umfaiigreicher und schwieriger. Zu den bereits sestgestell- ten Unsittllchkeitsverbreche», welche Neumann mit Kindern unter 14 Jahren vorgenommen, gesellt sich, wie die„Post" berichtet, eine weitere Anzahl von Fällen, die bis in die Zeit zurückdatireu, wo Neumann in Garz a. d. O. ein Zigarrengeschäjt betrieben hat. Der Verbrecher, welch« von großer, korpulenter Gestalt»st, einen starken schwarzen Schnurrbart trägt und»vi» ein polnische: Aiehlreiber aussieht, leugnet hartnäckig vie ihm zur Last gelegten Berbrerhen. Es muß daher ein umfangreicher Indizienbeweis erbrach« werden, und hiermit haben die mit Ausklärung de! Ver- brechcns beauftragte» Krimmalkommissarien vollauf zu thun. Ter gegK» Neumanil gerichtete Verdacht in Betreff de» Mordes an seinem Sohne gewinnt immer mehr an Bestimmtheit. Es ist bereits gelungen, festzustellen, daß Neumann persönlich die Schnur gelaust hat, mit welch« sein Sohn«hängt aufgefunden worden »st. Auch der räthselhaste Selbstmord seiner Schwägerin Gr' es', welche sich im Jahre 1888 ausgehängt haben soll, wird>n alle Einzelheiten zerlegt, und man glaubt, auch nach dieser Richtung hin Anhaltspunkte für die Schuld des Steuinanv gesunden zu haben, wenngleich noch nicht feststeht, ob er sein Opfer nur in den Tod getrieben oder selbst Hand an seine Schwägerin gelegt und sie ermordet»st. Im Interesse der schwierigen Untersuchung müsse» weitere Einzelheiten mchesprochen bleiben. . Seit der lehtrn Ti.'phnarpidemir. welche im Frühjahr rormeil Auhres den Nordosten und Osten der Stadt heimsuchte, � dw öffentstche Aufmerksamkeit den großen Filterbassins der Städtischen Wasserwerke an der Siralauer Chaussee zugewendet, denn nach der ausgesprochenen Meinung VirchowS sowohl, wie tiach den angestellten Untersuchungen, welche in dem chemischen Laooratvrium Kocb's von dessen erstem Zlssistenten Frankel vor- genommen sind, dürste man die Ursache der vorjährigen Typhus- epideuue in dem Trinkwasser zu suchen haben, und oie von der Epidemie heimgesuchten Siadttheile werden aus den erwähnten Äassins durch die Wasserleitung versorgt. Jene Bassins liegen rm Norden von dem Bahnkörper der Ssiederschlesisch-Märkischcn und der Ostbahn, im Westen von der Warschauer Brücke, im Süden von der Stralauer Chaussee und iin Osten, allerdings in einiger Entsernnng, von dem städtischen Abladeplatz begrenzt. Diese Nachbarschaft ist wenig geeignet, das Wasser der Baums von Ansteckinigsstopcn rein zu halten. Auf den Schienengeleisen werden die Güterzüge rangirt und noch vor verhältnißmüßig kurzer Zeit führten die Passanten der Warschauer Brücke Klage über den unerträglichen Geruch, welche die zur Verladung in Cisenbahmvaaen dort angesammelten itnochcuvorrnthe verbreiteten. Wer die Stralauer Chaussee ent- lang geht, hat in der ivärmeren Zeit Gelegenheit zu erfahren, vap u den dortigen Gärtnereien bergehohe Düngerhaufen, oft recht dicht an der Straße liegen und sich dem Geruch unangenehm bemerkbar machen, und auf dem Städtiscken Abladeplatze sieht mau außer anderen interessanten Dingen die mächtigen Rauch- wollc», welche von den bei trockenem Wetter in Brand gesetzten Mullbexgen aufsteigen. Diese Zustände in der unmittelbaren Na i)e der Wasserbassins geben zu denken. Daß die Sandsilter in den Wasserbassins Krankhcitsftosfe, namentlich Cholera- und Typhus-Bazillen durchläßt, haben die neuen Untersuchungen Fränkel's dargethan. Um so dringender dürste es geboten sein, die großen Bassins durch eine Bedeckung gegen das Hineinwehen von Staub und Unreinigkeiten aus der Atmosphäre jener Gegend zu schützen. _ ßlene Piu.inpfianzungrn an Straßen und Chausseen in '�trun sollen im Verwaltungsjahr 1800/91 hergestellt werden: 1. Badstraße, südliche Seite von Straße 66a bis zur Panks; 2. Bergmannstraße a) nördliche Seite von Velle-Alliancestrahe lns Nostizstraße, nördliche Seite von Zossenerstraße bis Schleirrmacherstraße(d. h. an der südlichen Seite des Marheinicke- Platzes); 8. Vreinerstraße, Ostseite zwischen Thurmstraße und l lüw nördlich der Bauflucht der Straße 7; 4. Chausseestraße von ccv Müller- bis zur Liesenstraße; B. Tanzigerstraße, Promenade r on der Greisswalderstraße bis zur Prenzlaiier Allee; 6. Der ff � liiigerstraße, ösiliche Seite; 7. Gneisenaustraße, von der Schleier- ......... Gneisenaustraße, wacher- bis zur Bärwaldstraße; 8. Görlitzerstraße(Südseite) a) Südseite von Skalitzerstraße bis Oppelnerstraße, d) Südseite vom Ncvisionsbnrean gegenüber 43 tns zum Görlitzer User; 9. Keithstraße Ostseite, von Kurfürsten- bis Wichmannstraße; 10. Kreilzbergstraße, südliche Seite von der Belle-Alliance- bis ....... südliche Seite Möckernstraße; 11. Reinickendorferstraße, Ostseite zwischen Müller- u,>d Dnlldorscrstcaße; 12. Straße 76, Abtheilung X 2 des Be- baumigsplitnes, Promenade zwischen Wriezener- und Freiemvalder- straße, 13. Swinemünderstraße, von der Bernauerstraße bis zum Zionskirchplatz; 14. Schwedterstraße, von der Bernauerstraße bis zur Schönhauser Allee; IB. Rummelsburger Allee. Die erforder- liehen Summen zur Ausführung dieser Anpflanzungen sind in den neuen Etat 1800/91 mit 22 140 M. eingesetzt. Schließlich sei bemerkt, daß auch in Aussicht genommen iu die Herstellung von Schiwickanlagen auf dem Platze an der Vereinigung der Pork- und Möckernstraße und die Herstellung von gärtnerischen Anlagen und Baumpflanzungen auf dem Schutzplatze(Jnselperron) am Treffpunkt der Königgrätzer- und Hrllcschenstraße. Der Fjumdotdttzaiu präsentirt in seinen Holzgewächsen sämnltliche Vertreter des deutschen Laub- und Nadelwaldes, von «rsteren besonders zahlreich die Eiche, z. B. in 125 Stämmen als Winter- oder Stein- und Sommer- oder Stieleiche in Doppelreihe den großen ovalen Rasen-, Turn- und Spielplatz säumend und durch jährlich reiche Fruchtentwickclung kräftiges Gedeihen doku- wentirend. Nach ihr erscheint in bedeutender Zahl die den nor- bischen Landschaften ihr düsteres Gepräge ausdruckende Rüster oder Ulme, welche als Feld- und Flatterrüster die große Quer- alles vegrenzt und im Sommer dicht beschattet. Spärlich ist die weißrinvige Birke und noch spärlicher die Buche vertreten. Lieben de» heimischen Waldbäumen bietet der Hain Massenpsianzungen ausländischer, meist nordamerikaniscber Bäume, z. B. m der „Eichenkollektion" am großen Mittelstück. Sie enthält: Quercus rubra, die rothe Eiche(Holz rölhlich, an Rolhbuche ennnernd), O. olivaeformis, die oilvensrüchtige Eiche(Eicheln den Olive», Rinde derjenigen der Ulme ähnlich), Q. microcarpa,_ die lleinsrüchtige Eich-, Q. tinetoria, die Färbereiche, Q. nigra, die schwarze oder Wassereiche(Holz im Wasser schwarz werdend), Q, obtusiloba, die Pfahleiche, sämmtlich im Gegensatz zur deutschen Eiche von unten an Äeste bildend und so gewissermaßen strauchartig erscheinend. Zu diesen gesellt sich Q, macranthera, die Eiche mit großen Staubbeuteln und 0. Cerris, die Zerreiche, beide in Südeuropa und Westasien heimisch und letztere durch die sehr großen, bemoosten Korbchen aleichenden Fruchtnäpse ausgezeichnet. In der Nähe der Brunnen- straße schneidet den Hain die„Eschenallee", nach den sie ein- schließenden prächtigen„amerikanischen Eschen" benannt. Die beiden kreisförmigen Plateaus zu beiden Seiten der Grenzsiraße, wo diese in die Brunnenstraße ausgeht, tragen in Doppelkreisen „amerikanische Nußbäume und Platanen", während die Allee am Einganze des Hains an der Hussitenstraße zahlreich den „schwarzen und weißen Maulbeerbaum" zeigt. Unter der Gruppe der asiatischen Bäume am Rosengarten zeichneten sich im vorigen Jahre die japanischen Sophore», Eschenarazien oder Schnur- bäume durch ihr nicht endenwollendes Blühen aus. Ferner ver- dienen Erwähnung„die breitcronigen Götterbäume" und die hohen schlanken„dornigen Gleditschien". Als Merkwürdigkeit seien noch die„Libanon-Cedern" erivähnt. Die größte derselben, i» der Nähe der sogenannten Steinbank, dem Sieichenheim'schen Garten hier entstammend, wurde im Herbste vollständig in Rohr gepackt. Sämmtlichen fremdländischen Bäumen hat der geringe Wintersrost seither nichts angehabt, ivas sie durch gänzlichen Mangel au todtem Hweigholz hinreichend beiveisen. UiiH l'chcu die Achneider der alte» Ie»t von der Wichligleit ihrer Rotte im Staatslcben stark durchdrungen waren, lehrt eine eiserne Elle, welche das Kunstgewerbe-Miis eum jüngst erivorben hat. Aus derselben stehen, unterhalb des mit aus- gehobenem Flachvrnament geschmückten Handgriffs, die stolzen Worte: „Kleidermachergesellen seind Edelknaben— Fürsten un Herren müssen fey haben." Dicht bei der Jnschrijt ist m flach ausgehobener Arbeit eu, hoch zu Roß sitzender, mit Mantel, Krone und Lanze ge- schmückter König zu sehen, über welchem eine Lilie mit einer Glorie angebracht ist. Ein- andere, von Holz gefertigt und mit »och jetzt in velschiedenen Gegenden Deiitschlands, so in den Die biedere Bäuerin, welche sich mit.. recht befreunden kann, hütet sie als liebes Kleinod. Mehrere solcher Ellenstäbe hat auch das Museum sur Vollstrachten er- " 01 Die Cevlineb macht gegenwärtig eine Panik durch, die von dem Wiener Börse.>oraan, der„N. Fr. Pr.", folgendermaßen geschildert wird:„Wir hören wieder von Menschen, ivelche ihr Leben als den Einsatz beim Spiele betrachten und sich selbst tobten; wir vernehmen, daß Firme» zu Boden stürzen, daß Millionärs zu Bettlern werden, daß Häuser, deren Kredit von keinem Hauch getrübt war, dem größten Mißtrauen begegnen und wanken. Wer jemals eine Panik gesehen hat, kann sich die Lage in Berlin vorstellen. Leichcnbläfle bedeckt die Gesichter des Bankiers, jede Regung steigert die Furcht, unzählige Gerüchte flattern auf und verbreiten Schrecken, bis endlich auch die Kalt- blütigen vom Strome fortgerissen»oerden und das Urthcil vom Gefühle überwÄltigt wirb."— Die Wiener Börse aber bietet dasselbe Bild. So werden Millionen verloren und- Und des Volles breiter Rücken ist der Spieltisch. Ginem Ilebrrfnll» der mit einer unerhörten Brutalität und Frechheit ausgeführt worden, ist ein Herr W. in einer der letzten Nächte zum Opfer gefallen. Herr W. befand sich eine Stunde nach Mitternacht auf dem Heimweg nach seiner in der Gitschiner- straße belegenen Wohnung, als er in der Neanderstraße von einem halbwüchsigen Burschen angefallen wurde. W., ein lrästiger, junger Mann, wußte sich des Burschen zu erwehren, aber als dieser sich bedrängt sah, ließ er einen Pfiff ertönen, worauf noch zwei Patrons auftauchten, und sich gleichfalls sofort auf W. warfen. Auch jetzt noch leistete der Ucbersallene Widerstand, bis er, durch einen furchtbaren Schlag auf den Kopf betäubt, bewußtlos zusammenbrach. Das hinderte die Unmenschen aber nicht, noch weiter aust ihr Opfer einzuhauen, das bereits aus sechs klaffenden Wunden blutete und geiviß bald den letzten Athenizug gethan hätte, wenn nicht auf das Hilsegeschrei von Passanten, ivelche Zeugen des entsetzlichen Vorfalls geworden waren, Nacht- ivächter»nid Schutzleute herbeigeeilt wären. Nun suchten die drei Helden ihr Heil in schleunigster Flucht und es entspann sich hinter den Burschen eine wilde Jagd, welche damit endete, daß zwei der sauberen Herren festgenominen wurden und nach einem kleinen Akt der Lynchjustiz, den zu verhindern die Beamten bei der Erbitterung der Menge allen Anstrengungen zum Trotz nicht im Stande waren, brachte man sie auf das nächste Revier. Der dritte Patron entwischte leider, doch dürfte er seiner Freiheit sich nicht mehr lange erfreut haben, vielmehr dürfte seine Berhaftung bereits erfolgt sein, da er der„Freund" der Verhafteten war. Ob es auf einen öiaub abgesehen ivar, ist bisher nicht festgestellt worden. Das Geld, welches Herr W. bei sich hatte, ist allerdings verschwunden, doch da er eS lose in der Tasche gerragen, kaiin es bei dem Ringen und Umherwälzen auf der Straße heraus- gefallen sein. Der schwer verletzte W. wurde von Beamten nach der nächsten Sanitätswache gebracht und von dort in ein Krankenhalls überführt. Todt im Kette liegend aufgefunden wurden am 3. ds. Abends nach 10 Uhr, der Bäckergeselle Albert Großmann und der Bäckerlehrling Joseph Schuch, beide bei dem Bäckermeister F. in der Steinstraße beschäftigt, in ihrer im Erdgeschoß des Seiten- flügels belegenen Schlaskaimner. Beide hatten sich vorgestern Nach- mittag gegen 2 Uhr in ihre Kammer begeben, die Thür von innen verschlossen und sich zur Erwärmung des Raumes ui einem zinnernen Waschbecken mit Koaks nnd Holzkohlen ein Kohlenfeuer angemacht, weil in der Kammer sich kein Ofen befindet. Jeden- falls sind sie darauf eingeschlafen und durch den Kohlendunst während des Schlafes erstickt. Die nach gewaltsamer Oeffnung der Thür angestellten Wiederbelebungsversuche waren leider ohne Erfolg. Daß Stadthag«»»«in« fo l>«dent«»tde Majorität i» Mriffenfe« erlangt hatte, hat den Arbeiter Ludwig Zachau in Weißensee völlig verivirrt. Er hatte stundenlang in großer Auf- regung auf das Resultat gewartet und führte hierbei gegen seine Genossen, die den sonst so ruhigen Mann gar nicht begriffen, die aufgeregtesten Reden. Als aber schließlich das Resultat bekannt war, daß Stadthagen eine so bedeutende Majorität im Orte er- langt hatte, erklärte Z. dies nicht überleben zu können, was na- türlich allgemein nicht ernst genommen wurde. Er begab sich aber sogleich in seine Wohnung, ,vo er sich sofort nach seiner Ankunft an seinem Hosenträger erhängte. Nur kurze Zeit später betrat seine»unge Frau die Wohnung und fand ihren Mann bereits todt vor. Alle Belebungsversuche erwiesen sich als fruchtlos. 'llokizeidericht. Am 3. d. M. Morgens wurde ein Mann im Hause Manteuffelstraße 61a am Treppengeländer erhängt vor- gefunden.— Nachmittags fiel der Böttchergeselle Kabs m der Böttcherei von Much, Grünthalerstraße 7, in einen mit kochendem Wasser gefüllten, etwa 1 Meter tiefen Kessel, auf dessen Rand er sich gesetzt hatte, und erlitt so schivere Brandwunden am ganzen Körper, daß er nach der Charits gebracht werden mußte.— Zu derselben Zeit fuhr auf dem Bahnhof Gesundbrunnen eine Rangir- Lokomotive in Folge falscher Weichenstellung mit einem ein- fahrenden Ringbahnzuge zusammen, wodurch die Seitenivände von vier Wagen des letzteren stark beschädigt und einige Fahr- gaste leicht verletzt wurden.— Abends wurden die Bäcker Groß- mann uno Schlich in der Bäckerei von Füting, Steinstraße 18, m ihrer Schlafkammer todt aufgesunden. Dieselben hatten zur Er- ivärmung des Raumes in einer zinnernen Waschschüssel Koaks und Kohlen entzündet und sind wahrscheinlich durch Kohlen- dunst erstickt.— Am 5. d. M. Morgens fand m der Schlosserei Wilhelmstraße 3b ein kleiner Brand statt. Govicksks-FZeikuirg. Di« Lokalkammissto» erließ s. Z. ein vom Genossen Otto H e i n d o r f unterzeichnetes Flugblatt, in welchem alle Arbeiter aufgefordert wurden, ihre Groschen nicht bei solchen Restanrateuren zu verzehren, die ihre Säle für Arbeiterversammlimgen nicht offen hätten. Das im Verlage von Heindorf erschienene Flugblatt empfahl den Arbeitern gleichzeitig eine Reihe namhaft gemachter Lokale. Nach Anweisungen Hein dorfj's und des Genossen Zimmermann übernahmen 11 Arbeiter die Verbreitung dieses Blattes in der Art, daß sie von HauS zu Haus gingen, bei den einzelnen Haushaltiingen klingelten und das Flugblatt abgaben. Da zu einer solchen Vertheilung eine polizeiliche Erlaubniß nicht nachgesucht worden war, so standen gestern Heindorf, Zimmermann und ihre 11 Helfer unter der Anklage des Verstoßes gegen§ 28 des Sozialistengesetzes beziv. der auf Grund desselben erlassenen Polizeiverordnung, wonach auch nichtverbotene Druckschriflen an öffentlichen Orten nur mit Genehmigung des Polizeipräsidiums verbreitet werden dürfen.— Der Bertheiviger Rechtsanwalt Stadthagen bestritt, daß hier eine Verbreitung „am öffentlichen Orte" stattgefilnden: Das Reichsgericht hat zwar Fluren und Treppen eines Hauses für„öffentliche Orte" erklärt, das Kammergericht dagegen den entgegen gesetzten Standpunkt eingenommen. Seitdem würden diese Sachen nicht mehr an die Schöffengerichte verwiesen. Niemand werde doch be- haupten können, daß ein Briefträger bei Abgabe eines Briefes eine„Verbreitung an öffentlichem Orte" vornimint, oder daß eine solche vorliegt, wenn die Packetfahrtgesellschaft einen Band von Schillers Werken an irgend einen Adressaten be- fördert. Wenn den Lokalen mit Bedienung von„zarter Hand" gestattet sei, ihre Einladungen den Passanten der Friedrichstraße ohne weitere Genehmigmig zu Hunderten in die Hand zu drücken, so müsse es auch den Arbeitern gestattet sein, durch solche Flug- blätter ihre Kollegen zum Besuch bestimmter Lokale einziiladen. Einer volizeilichen Genehmigung bedürfen dieselben nicht, weil Druckschriften, welche den Zwecken des Gewerbes und Verkehrs dienen von einer solchen ansgenommcn sind und die Flugblätter doch den Verkehr in Gastwirthschaften betrafen.— Der Gerichtshof schloß sich den Ausführungen des Vertheidigers nicht an, da die Flugblätter nicht„lediglich" den Zwecken deS Gewerbes und Verkehrs dienten, so nach ihrem ganzen Inhalt andere, politische Zwecke verfolgten. Es wurden sämmtliche 13 Angeklagte des Vergehens gegen§ 23 des Sozialistengesetzes für schuldig erachtet und H e i n d o r f zu 2 Wochen, Zimmermann zu 1 Woche Gefängniß, die übrigen Angeklagten zu 20 M. Geldbuße verurtheilt. Bei einem noch nicht 13 Jahre alten Tisthlerlehrling wurde eine Geldbuße von 15 M. für aick.Z.hend erachtet. Es ist selbstverständlich, daß gegen dies- Vision eingelegt wird._»>-« Ii» drin bekannte» SU'nfv«rsaI)i'«tt 0«? Oppenheim zu Bremen wegen Wucher� y gericht auf die Revision des Staatsanwalts vasi Erkenntniß der hiesigen 4. Strafkammer ansgehov klagte hatte mit Lebemännern Geldgeschäfte zu W Zinsfuß gemacht, seinen Verdienst aber darin Sst Darlehnsnehmer zu bewegen wußte, ihm oft fthr v'«i von Lotterielosen abzunehmen. Die Staatsanwa> w mn dieser Geschäftshandhabung verschleierten Wucher � gchl Aishin ertläi Reichsoericht ist dieser Auffassung beizetreten und Hai% Sjf-? ' fllle Sommi U« res»! ?'SN°n Sei » wurde. arbeiio, arbeiten ßr könn an die Straframuier zurückverwiesen. n g, ß# Ä zu arbe mit sammt seinem Kommis Jo rke von n?' bevor hiesigen Landgerichts I wegen eines gegen dleFeuerv A« g& Februa Gesellschaft Providentia verübten Betruges zu LI«? der f f ä n g ii i ß verurtheilt und sofort in Hast genoiwnw. Angeklagten Emden war Feuer ausgekommen, we-a) jl fc» angelegt war und beide Angeklagten hatten versuaE �udlung„ schon Angaben von der Versicherungsgesellschaft ei«f!W$. gung von 10 000 M. herauszuschlagen. Für Ein � � Berhandlung verhängnißvoll, da die Stimme des G iä � foßk» m Entlastungszeugen zu dem Bekenntniß trieb, naß aUpet � �iHiilhljch Feuer selbst angelegt hatte. Der Angeklagte, rveicy.." Andere ,. wegen Brandstiftung-- � hausstrafe erwartete, hat, wie»vir hören, in o Dienstag Gelegenheit gefunden, sich in seiner üew s uchungsgefängmsses zu Moabit zu erhängen. Ei» soud«pbar«r GUicksschuß kam™ e,5st* lui»)o«oeivar«v icrox dck"»rdeiten Nemathe bei Oranienburg hatte viel von dem Wu ,�e f üt, tü...„ mpTffipä nuS hprt nnrtrpnjpithpn fftntrtttffipn SVDtftCW I r.wipA �" 9)»«� a, V welches aus den angrenzenden königlichen Forsten � Sinn r0V markung kam und Schaden anrichtete. Um die u»n) � b sticher fern zu halten, ließ er den Arbeiter Klamm nut r.n � gstl uns tbai Geivehr ausrüsten und denselben während der N> gg# Win Grenze patrouilliren. Wie Fessel behauptet, hat er zB% jg. mS s? fi5- flüchtet und hier verendet sein mußte. Klamm dem Boden seines Herrn gefunden haben und s letzteren das Eigenthilmsrecht an dem Hirsche zu, der geschickt wurde. In der Frühe des folgenden.■ königliche Förster in der Nähe de?.. Fes�l',ch-� r- tfi 0 T als l einen zwetten erschossenen Hirsch. Die dem ersten Hirsch. der gefunden sein. ruchbar, im Forste hatte eine Jagd v.icht 1-, dagegen hatte man es in jener Nacht einmal an o» Feffel'schen Gutes knallen hören und Klamm geriety dacht, daß er sein Wächteramt nicht nur mit loser» ist geübt, sondern sich waidgerecht auf den Anstand Es wurde wegen Jagdvergehens Anklage wider'? w. aber auch der Gutsherr zur Verantwortung gezoge»- �# wurde angenommen, er habe gewußt, wie Klamm t»„„i "iirfche gekommen sei. Der Letztere war im Term>» M Gericht zu Oranienburg geständig, er wollte»»r e>. � abgegeben haben und mußten beide Hirsche daraus Er bestritt dagegen, daß er seinen Herrn den wahren � mitgetheilt habe. Der Letztere wurde aber trotzdem s» erachtet und zu einer Geldstrafe von 200 � Mar» � |n< bj«»n glürbW ?"Nd ai KCt' u�Efatnm er» •'» Svt K- za* . gewo «»ISS ircr «t Fcbru Beweise seiner Nichtschuld anzuführen, daß der � selbst die Aufhebung des ersten Urtheils und Freisprecy tragte, welchem Antrage der Gerichtshof entsprach. �«Z nbiz Wegen Vergeh«»» orgr» da» Ver«insS''ari� N zu 11. März 1850 hatten»cy am Dienstag die Arbeiter Schäfer, Thal, Dischatau und Wegner vor der lsM NN der erst gegen Schluß des vorigen Jahres begründet � i? T' 21. Dezember fand die erste und vorläufig auch die sammlung des Vereins statt. Nach dem Bericht desj� cen Gendarmen©Ulenburg hatte sich die politischen Dingen, nämlich mit dem Schweine iffet daraufhin den Verein für einen politischen 8 des Vereinsgesetzes die Ausnahm« glieder untersagt ist. Er ordnete die vorläufige � �«schle, klage. Vereins an und veranlaßt? die Erhebung jet$? Die Angeklagten behaupteten sämmtlich. daß„ wachende Beamte die zur Verhandlung gebrachte richtig aufgefaßt und einen ungenauen Bericht erstattet� � kyna m,. der Versammlung habe eine Vorlesung aus Ve ÄWiKA wissenschaftlichen Volksbüchern über Nahrung-»...— � Tagesordnung gestanden. In der darauf folgenden-ht sei allerdings darauf hingewiesen worden, daß die VolE � durch das Schweine-Einfuhrverbot und die hohen Heereszwecke beeinträchtigt werde und die achtstündige, aus hygienischen Gründen nothwendig sei, aber das wa g ''- und habe mit den Zwecken de». ganz nebenbei geschehen nichts zu thun. Der Staatsanwalt beantragte iklagtcn 30 M. Geldstrafe und die definitive Vereins; der Gerichtshof erkannte aber auf Freisprc>-' �., Aufhebung des vorläufigen Verbots, weil die eim»� örterung politischer Angelegenheiten wohl- geschicklichkett und mangelnde Gesetzeskenntniß des �.4 �vrdnui # «icn AI ziirückzufuhren sei und noch keinen Schluß auf die T«» Vereins zulasse.. WEtbrn-kZ Luck«uwald«. 3. März. Bekanntlich ist am 30. 3�#% hiesige Arbeiterinnenverein polizeilich geschlossen worden k s_ ist dem gesammten Vorstand die Mittheiliing geworden, b ..... hiesige» 10. April 1890 Hauptverhandluna vor dem"hieiw".„ g». gericht angesetzt ist. Die Anklageschrift Mtzt sich auf§§ J si P n% J des preuß. Gesetzes vom 11. Mär, 1850. Das Vergehe» U-'«.... oi m des preuß. Gesetzes vom 11. März 1850. Das Vergeye» 3'0et,lnt.., durch verschuldet sein, daß die Borsitzende, Frl. Marie, p. die Mitglieder aufgefordert hat, dahin zu wirken,.K fine b 1 nn O-****** C.".« S,»»* frt** rtTS/avi* � � I 20. Februar nur für den sozialdemokratischen Kandidaten abgegeben werben.. Angeklagt sind Frl. Marie Tim»?, Frau John, Frau Fallner, Frl. Anna Schulz und Frl. Jolle. Ve».kÄ»tuitlu»tgc»t Gl»« stark besucht« N«psammluttg Metallarbeiter K«rlin» fand am 21. Februar, Abeiids im Lokale des Eiskellers, unter Borsitz oer Herren LitU'�i nnd Tauschel statt mit der Tagesordnung: 1. Der SttA�sj Firma Siemens u. Komp. Referent: W. Bredow. 2. 3. Verschiedeues. Zum ersten Punkt erhielt Kollegs Bre®, Wort. Redner führte aus, wie sich der Streik entspd»" Die Eiseudreher sollten zirka 10 pCt. Abzug haben, nicht arbeiten wollte, der könnte gehen, so hieß es. Steuern, Mi ffhe und Lebeusiinterhalt werden immer Q-/ fchvmck't, nnd doch kommt man uns jetzt mit Abzüg�F' Dreher legten daraushin die Arbeit nieder; sämmtliche Ver Ken Ve, Wwelzu M all« Urthnl � �Ä» solidarisch mit den Drehern uud legten V LI r f> �T««• m..._ t_ f._ � 7\i a ° MMVS.'Ss '' so würde daZ ja kein Abzug sein, noch mehr verdienen wie bisher. Tic WMW an drei '« ertt�i wceliter, «--» das nicht in ihren Kesten ständ��� geben zu 0........... D........|______ ett hi ■s fand in der�Ünionsbrauerei eine Versammlung a'iRL WW...,-—",6 Bänken arbeite,. äb.ä.»"»»«•«-«•%|i lUn ettlfirten, b-" 1' M bcitei. rklärt ..mr st..........—'Berlins mit den W lischt dem )tt lit 4%#: 6i«mW m Co WWWMNNW illlßi..vtfi IL.1 lur_____ OUfi« Mrin i r a 1 für y,."o?/c"Den war, suyrre an, aap vvrt ucutu«..* v.,,". x und bezahlt würden. Die Kollegen Litfin, Klein. , bei SirJf Xe, geißelten noch in scharfen Worten das Bor- slielieaen.? Sieineus u. Komp. Es wurde noch das Verhalten bcimit i!niset größerer Fabriken getadelt, die ihre Soli- i»erfiifrL llfen' daß sie sich ablehnend gegen die Streik "iien- 31:77 Folgende Resolution wurde einstinnnig ange !'�sc.w.�V°"t°im Eiskeller am 21. Februar tagende 5 ff eilt ' itn ar.,-'.".,1"}? sämmtlichec Metallarbeiter Berlins erklärt sich 7 btft�!�?d>gen solidarisch und verpflichtet sich, dieselben 'stutzen. Mit einem Hoch auf die Vorsitzende um 11 Uhr die Ver Kräften 'gmig" 1A untcrf der f1«!,.* f»«le Veremigun« der Maurer Kerlin»: Ii.»S• hlelt eine General- Mitgliederversammlung 5»/.? großen Saale der Zlktienbrauerei Friedrichsham ab 'l>»ii l? in die Tagesordnung machte der Vorsitzende. mk »vnfvj».» JV». AL/V-t■W-|HJVIVVW V».», �----«J Iw°m Nachmittage desselben Tages der Versammlung recht _ die letzte Ehre zu erweisen. Die Anwesenden erhoben ren des verunglückten Kollegen einmüthig von ihren bezüglich der polizeilich inhibirtcn Bezirksversammlung i»',. r... n.». r...»___ �i... r.. r> O Clei* Sa** VI? a v» airtnÜiWjE* LI(V 7 � fuu.�tiivy inviuniw»»__,.- � p�ruar im Lokale Wilsnackerstraße 03 hat sich der Vor. S#,Z#m(rbefüWb rn, das �[i)eWl)bii,m.j,«monbt. k..»-W � ffe» 7 i v�vrüe[i:ijicno an oas �oi�vi�iunuium ifli 11'werbe ist indessen als unbegründet zurückgewiesen 0% f TW, k Die Diskussion über den ersten Punkt der Tagesordnung ZK te Diskussion über den ersten P,.., -~ c Vorsitzende mit dem Hinweise aus die Nothwendigkeit .n'�ttet. j>�??mtorganisation der Berliner Maurerschast ein, welche 'I FlF letzige Statut verhindert werde. Eingeladen waren Versammlung alle Akkordmaurer, Putzer, Fliesen- Herr Hudke, welcher zuerst das Wort nahm, trat JUl" einen Zilsaminenschluß der ganzen Berliner �t?Vt bezw. für eine Aendcrung deö Statuts ein, während J J 1 davon abrieth und, so lange er nicht eines Besseren i'Kn Jbcn sei, dasür eintrat, daß die Freie Vereinigung die .»che» ��»�. er wandle, wie bisher. Er versprach sich von einer Schli�...'t!iid°%»sf. Statuts, welche nothgedrungen jedem Vereins- ' tzck l." �ersr,.!l. �°�beit gestalten müsse, keine Besserung, sondern K.t«(arri?)t.etUn3 der bestehenden Verhältnisse im Baugewerbe. »/terie% der m"»t einem Zusammenschluß aller Maurer nur ,? ujt? Bedingung einverstanden, daß die bestehenden Akkord- - �1%"..' und Vutzer-Vereine sich auflösen, in der Freien Ver- 3 Sg', rffJ . ,l Ö V ÜCTUCU au») UlföllUU lUtCMC» jviuv»» ,* dargelegten Standpunkt der Versöhnungspolitik '"jUii.k," Versuch, alle Maurer zur Freien Ver '"0 ,>, Akn, allen der Freien Vereinigung Fernstehenden die slcüy.. bieten. Herr K l i e m a n n äußerte sich bezüglich der 'W|ci v.S m zustimmendem Sinne, ebenso Herr Biel icke, Cwi f;!c Vnsicht war, daß die Akkordarbeit besser bekämpft rrtM*,.----*-•-«W**--- W---- � ei,,. � sbstrmatischen Akkordarbeiter für unmüglich hielt, ebenso * j 5irr„inuer"&e Verschmelzniig mit diesen. Das Nichterscheinen Ür? ein°bdarbeiter in der Versammlung trotz erfolgter Einladiuig Frau shvix,«an,lginder Beweis dafür, daß das Problem einer Ver- I J;otb« ni völlig halUos sei. Herr Krieg hielt es für unbedingt I kSftürf, �' baß, wenn eine Verschmelzung mit den Akkordmaurern gewollt werde, eine Kommission zur Ausarbeitung eines !■>«r,»H.....- ä.___ sF W Srelj? pon"�. Ii b trt V** Ca'" W*-»-••»II---- u �- rf ll-bo s gewählt, verde. Die Einsetzung einer Koimnissioil f'bachiing dieses Tarifs würde einer späteren Zeit vorzu- r etuf!?"- Die Akkordarbeit an sich fand seitens des Redners selben �'bbenste Verurtheilung, da das leitende Prinzip a,;, nicht der Drang nach gröberer Freiheit, sonder» tSiiini höherem Verdienst« sei. Auch die persönliche zischln?- beZ Herrn Grothmann ging dahin, daß eine �""8 mit den Akkordarbeitern wenig Vortheil , gsniwde, doch rieth er, vorerst die Beschlüsse der öffent- ill» Versammlungen abzuwarten. Nachdem noch Herr "ii-v'-'/l i,?)isf'fle,ne Abänderung des Status befürwortet hatte, wurde iWÄI r1»,5'?,°" über den ersten Punkt der Tagesordnung geschloffen. �'! i"' sijM&ch'g kam sodann eine Resolution, dahingehend, um » üung aller Maurer zu ermöglichen, eine Statuten- ** 8®„ vorzunehmen und zu diesem Zwecke«ine Kommission üen Branchen des»WrexaeroemS angehörenden Personen zu wählen, über welche lebhaft debattirt wurde. Schließlich wurde die Resolution mit Stimmenmehrheit abgelehnt, nachdem vorher auch ein GeschästSordnungsantrag des Herrn V l a>i r o ck, über die Nesolution zur Tagesordnung überzugehen, abgelehnt worden war. Angenoinmeu wurde dagegen mit größter Stiln..>:n- Mehrheit ein Antrag des Herrn Grothmann, ein« Stat.iten- änderung vorzunehmen, um jedem Berliner Maurer Gelegenheit zu geben, der Freien Vereliiigimg beizutreten.— Da zweite Punkt der Tagesordnung wurde vertagt; bis zur endgiltige» Er- ledigung desselben, der Vorstand aber ermächtigt, bei eintretenden Todesfällen auf Vereinskosten dem Verstorbenen einen Kranz zu stiften. Nach Erledigung des letzten Punktes der Tagesordnung: „Verschiedenes" wurde die Versammlung geschlossen. Zum Besten eines alten kranken Kollegen wurde eine Tellersammlung veran staltet. Im neubegrüubrtttt Urrri» für Kodenbrstchrrform— Vorsitzender des Vereins ist das Mitglied des Staatsraths, Herr Fabrikdirektor Freese, hielt gestern Abend der Hauptvorkämpfer der bodereformatorischen Richtung Herr Michael Flürscheim den angekündigten Vortrag über Bodenbesitzreform. g Flürscheim geht weiter, ivie alle Bodenreformer vor ihm Während diese sich begnügen darzulegen, daß durch Verstaatlichung des Bodens dem Staate eine riesig steigende Einnahme zugeführt würd«— die Gesammtgrundrente Deutschlands wird ans drei Milliarden Mark pro Jahr geschätzt— sagt Flürscheim: Das Wesen dersozialenFrageliegtindernichtver- brauchten Einkommentheilen der Großkapitalisten. Das Einkommen dieser Personen besteht in einem Tribut, der in der Form von ZinS und Stente vom arbeitenden Volk an sie abge- liefert wird. Um dieses Geld abliefern zu können, müssen die Schuldner der Kapitalisten die von ihnen erzeugten Güter im Weltmarkt vcrkanfcn; auf diesem Weltmarkt treten aber die Groß kapitalisten nur mit einem kleinen Bruchtheil ihres Vermögens als Käufer aus. Die Differenz bleibt dem übrige» Publikum ent- zogen(die Rothschilds haben ein Einkommen von 140 Millionen Franks und konsiliniren Güter für höchstens 15 Millionen). An diese» abnormen Verhältnissen sei der Bodenbesitz (allein?? Red.) schuld, denn wie Redner erklärt: Ohne Bodenrente kein fkapitalzins, sondern nur Sicherheitsprämie als Der beifällig aufgenonr Vergütigung für Kapitalsdarlehen. �W�WWW niene Vortrag rief eine sehr lebhafte Diskussion hervor, an welcher sich Personen der verschiedensten politischen Stichtungen betheiligten. Die Versammlung ivurde um 12 Uhr geschlossen. I» itirdorf fand ain Sonntag, den 2. März, eine Volksversammlnng statt mit der Tagesordnung: Verkündigung de? Wahlrcsultats. Ter Saal des Herrn Niesegk, der größte in Rixdorf, ivar überfüllt; in das Bureau wurden die Herren Schulz ui»d Wurbs aus Nixdorf und Herr Ungering aus Köpenick gewählt. Das Wahlresultat war ein ungünstiges, trotzdem noch keine desinitiven Ziffern bekannt waren, war es doch schon klar, daß Prinz Handjery mit mehreren tausend Stimmen gewählt sei. Wie aber diese Majorität zu Stande ackonimen ist, ergab die Debatte, in welcher von allen Seiten der Terrorismus und die Brutalität der konservativen Partei gekennzeichnet wurden, Der Kandidat des Kreises, Werner, konnte mit vollem Recht sagen, er beneide den Prinzen Handjern nicht daruin, Vertreter einer solchen Knüppelgarde zu sein, denn nur dem Knüppel hat der konservative Kandidat seine Wahl zu danken. Im Laufe der Debatte'kamen haarsträubende Wahlbceinflussnngen zu Tage. Hingewiesen wurde auf den landräthlichcn Erlaß, welcher alle gutgesinnten Wähler auffordert, energisch den Sozialdemokraten entgegen zu treten, eS hätte Keiner das Recht, im Wahllokale anwesend zu sein, der nicht in dem betreffenden Wahlbezirke Wähler sei. Aber nicht blos im Wahllokale, nein auch davor, im ganzen Orte wurden unsere Zettelvertheilcr nicht geduldet, in sehr vielen Fällen ganz furchtbar geschlagen, mit Hunden gehetzt; und Ortsvor- steher, Förster«. s. w. ermunterten dazu mit den Worten:„Haut sie aber nicht todt!" DaS Material, um gegen die Wahl zu protestiren, ist jetzt schon ein großes und täglich kommt neues hinzu. Ein Ortsschulze er- klärte, alle Zettel für Werner sind doch ungiltig. Die Forst- arbeiter, Gutstagelöhner, Ziegelciarbciter n. s. w., mußten kolonnemveise antreten und unter Anfsicht zur Wahl mit den konservativen Zetteln gehen. Den kleinen Leuten wurde mit Entziehung der Streu und der Arbeit im Winter gc* droht, und Hiebe hat es beinahe überall gegeben, wo sich die Genossen nicht durch schleunige Flizclit gerettet haben. Drei Genossen waren zur Stelle, welche sich ihre Wunden, die sie in Pfaffendorf erhalten haben, in Fürstenwalde haben zunähen und verbinden lassen müssen. Sie waren ganz furchtbar zugerichtet und es ist ein Wunder zu nennen, daß sie am Leben blieben. Einige Genossen hatten eS möglich gemacht, den Knüppel(1 Meter lang und armstark) niitzu- bringen, mit welchem sie Hiebe bckonimcn hatten. In Cuners- darf wurden sie von eincin Manne bei der Kehle gepackt, herausgeworfen und nachher mit zwei Wagen, auf welchem ca. 16 Mann saßen, bis beinahe nach Zossen verfolgt. Recht drastisch schilderte der Kandidat' für Lübbe», Herr Fritz Krüger, seine Erlebnisse in Zossen. Er sagte:„Ich hatte mir von den Genossen einen recht gefährlichen Posten anS- gebeten, aber es doch nicht für möglich gehalten, daß ich unter den Augen des Herrn Bürgermeisters und des Wahlvorstandcs wie ein Fangball hin und her von einem zum andern gestoßen, zur Erde geworfen, geschlagen und mit �üßen getreten würde, bis der Bürgermeister„Halt!" rief. Einzelne Vorgänge werden wir noch später schildern. Co viel für heute. Genug und übergenug Material ist vor- Händen, um die Giltigkeit der Wahl anzufechten. Für die drei Schwervcrwuiidcten wurde eine Tellersammlung ver- anstaltet, welche das erfreuliche Resultat von 75 M. ergab, so daß jeder 25 M. Schmerzensgeld erhalten konnte. Genosse Werner rief der Versammlung noch zu, nun erst recht müßte gearbeitet werden, und jeder ehrlich denkende Mann müßte über diese Vorkommnisse empört sein. Die nächste Wahl würde zeigen, daß der Kreis einen anderen Vertreter will und wir würden in Zukunft im ersten Wahlaange siegen. Moralisch wären wir doch die Sieger! Deshalb; Frisch auf zu neuem Kampf und Sieg! Ci»« äffentlidr» Korbmacher Uerlommlnug tagte am Montag, den 24. d. MtS., in Roll's Lokal, Adalbertsir. 21, mit der TageSordinmg: 1. Gründung einer Filiale des deutschen Korbmacher-BundeS(Sitz Hamburg). 2. Wahl eines Ausschusses resp. Ortsvorstandes. 3. Verschiedenes. Nachdem die Versammlung die Herren Carl, Voigt und Teichert ms Bureau gewählt hatte, verlas Herr Voigt die Statuten des Zentralverbandes deutscher Korbmacher. Nachdem sich ungefähr 50 Kollege» in die zirkulirenden Listen eingetragen halten, machte Herr Carl den Vorschlag, heute von der Wahl eines direkten Vorstandes Abstand zu nehmen, da die Statuten aus Hamburg für die Mitglieder noch mcht emgetrofsen sind, und lieber vorlausig eine» provisori- scheu Vorstand zu wählen. Dieser Vorschlag wurde angenommen, und die Herren Carl als 1. Vorsitzender, Schwieger als 2. Vor- sitzender, Jungnickel als Kassirer, Teichert als Schristführer. Glöckner und Henze als Bemtzende geioählt. Nachdem die Kollegen auf- ge, ordert waren, sich recht rege an der Organisation zu betheilige». wurde auch der streikenden Kollegen in Brandenburg gedacht. Hier kam zur Sprache, daß den im Umlauf besindlichen Gerüchten, daß den streikenden Korbmacher» eine vprozeutige Lohnerhöhung zugesagt wäre, wohl nicht viel Glauben beizumessen ist, da dieser höchst wahrscheinlich von der Firma Gebr. Reich- stein ausgesprengt wäre, um neue Kräfte heranzuziehen und so die streikenven moralisch zu zwingen, die Arbeit von Neuein auf- zunehmen, oder sie vollständig brotlos zu mache». Die Kollegen werden daher ersucht, ihre Beiträge zur Unterstützung nicht einzu- stellen, sondern unentwegt weiter zu sammeln, damit die slrei- keuden nicht aus Roth zur Arbeit greisen müssen, sondern nur dann, wenn genannte Firma ihnen ihre gerechte Forderung anerkennt. Ferner wurde gewarnt, sich von der Firma Paul Keimer- Attendorn in Westfalen beeinflussen zu lassen. Zum Schluß wurde noch bekannt gemacht, daß am Montag, den 10. März, Adalbert- strape 21, in Roll's Lokal, eine öffentliche Versammlung statt- sindel mit der Tagesordnung: Aufnahme neuer Mitglieder. Entgiltige Wahl eines Ausschusses und Vorstandes und Ver- schiedenes. Arbeitrr, VZenossr»! In Anbetracht der in letzter Zeit so vielfach vorgekommenen Maßregelunge», speziell bei den Tabak- arbeiter», sehen sich dieselben veranlaßt, zu diesem Zweck eine öffentliche Versammlung aller Geiverkschaften einzuberufen, um ihre mißliche Lage in dieser Beziehung llarzulegen. Denn die Fabrikanten suchen jetzt, da in unserer Branche um diese Zeit der Geschäftsgang ei» flauer ist, uns unsere Lohnbewegung im Herbst entgelten zu lasse». Jetzt werfen sie alle diejenigen Ar- boiter ausö Pstaster, die in der Arbeiterbewegung an der Spitze gestanden und für die gerechten Fordernngen der Arbeiter ringe- treten sind. Die Herren denken durch die Beseitiguug dieser Arbeiter sich gefügige Elemente in ihren Fabriken zu schaffen. Arbeiter, Genossen! Das darf unter keinen Umständen geduldet werden. Die Kapitalmacht darf nicht länger über die Arbeiter triumphiren! Darum, Arbeiter, Mann für Mann zur Versami»- lung! Alles Nähere dort. Die Versammlung findet am 7. März im Böhmischen Brauhause, Landsberger Allee 11/13, Abends SVa Uhr statt. *»* «»•«(!« öffoiliich- ser g«u>«ibliche>i 5iIIs«>>rbiit«r Berlins und Umgegend am Miirwoch, de» 6. März, Abends 8 Uhr, in Stenz Salon, Siaunqnstraße 27. Tagesordnung:>. Wie verhalten sich die gewerblichen HtlsSarbelter zur Frage der Zentralisation. 2. TlSkusston. o. Aerschtc- deneS und Fragelasten. ES ist Pflicht eines jeden Arbeiters, tn dieser Per- sammlung zu erscheinen. Zur Derlung der Unkosten sindel Tellerfamm- lung statt. Wi-oRc öffentliche Uersainmlnng der Ktetlmacher Berlins und Um- gcgend am Mittwoch, den 6. März, Abends 8% Uhr, tm Lokale des Herrn Zemter, Milnzstr. li. Tagesordnung: I. Vortrag des Herrn Pirch über: Dt« moderne SeiverkschastSorganisalton. 2. Diskussion, o. Ter deutsche Stell- machcrkongrest.«. Delegirtcuivahl.». KewertschastllcheS und Per,chtede»eS. zierband der deutschen V>>ld-»nd Silbcriirlieiter und verw. Berufs- aenoflen.(Zahlstelle Berit,». Mtttivoch, den r,. Mär,, Abend« Uhr, hei Feuerstein, Alte Jakobstraste 76: Anstcrordentliche General-Versammlung. Tagesordnung: I/Berichterstattunz der»ominision, Elalutenberalhun den ArbetiSunchweiS. 2. Stattstik»nd� Ausgabe von Fragebogen, s. Öc für WWWWMWWW».inSgabe von Fragebogen, s. Beschlnst- faflung über den Verbandstag.* BerschiedeneS. MUgliedSbuch legutmirt. Acne Mllglieder werde» vor der Versammlung durch de» nasstrer aufgenommen. Beiträge»bendaseldsl. Wegen der Wtchltgketl dir ltageSorbuung ist es Pflicht eine« jeden Mitglieds», zu erscheine». «rffentliche z'ersnnimtnngi der Wüsche-, Kravatten-«. s. IN. Zu» schneid«? am ö. Marz, Abends 8% Uhr, tn» Saale der Brauerei„Pfesserberg", Schönhauser Allee 176. Tagesordnung; i. Ist unsere Achtsiunden. Bewegung als erledigt zu betrachten Y 2. Die Verhandlung der Fachkonnntsflon mit den Firmen: Wolfradt u. Wölfl, Rose u. Giern, Etchenbecg und Krasl und Jakoby. ä. Die Verhandlung der lkommisflo» INN den ttollege» von Ph.lltpsoh» u. Leschziener.«. Dle Bortommnisse bei der Firma Behreud u. Buki. 6. DiSlussion über vorstehende« Punkte.». Bericht über den GeneralsondS. tSrffentiich» i>«rsaniinlu»g der Töpfer Kerti»» und Zimgroend am Mittwoch, den 6. d. M., AbendS, 0% Uhr, tm Lokale des Herrn Fco, Brunnensir. uo. Tagesordnung: i. Der Werth der Organisation. 2. Gewerkschaftliches. Zur Deckung der Unkoste» ftudel Tellcrsan»nlnng stall. pi« ,ii stent» Abend einberufene öflcntliche Versav.nnlung der tn der Mäutel-»nd Herren-ffonseltion, sowie in der Trtlotagenbrauch« beschäftigten Acbetiertnnen hat die polizeiliche Genehinigung»ich: erhalten. Sur siesprechnng Über die bevorstehenden präsentanten-Wahlen im Berliner Handwerlerverein sinde» eine PiiigUeden saminlung statt am Frei- tag, den 7. März 1820, Abend« 6% Uhr tm groben Saale des BeretnShanscS, öooh.euslraße «öoentckerstr. 127».— Gesangverein �Männerchor Linde"«ldend« 8), Uhr im Blcitouinnt Haller, Naunynstr. 70.— Männergcsangveretn»Sange« sreude" Abend« o Uhr im Restaurant Muschold, Landsbergerstr. 81.— Gesangverein „Frcya" Abend« 8% Uhr im Restaurant Beneckc, Große Hamburgcrslr. 16.— Huppert'fchs Sängervercinigung jeden Mittwoch»ach dem Ersten im Monat, Abends o Uhr im fliestnuvant Heise, Lichtenbergersir. 21.—„Seegerstcher Se- fongoeteli," AbendS s Uhr im Restaurant Schulz, Prenzlauersir.«i.— Gesang- vcretn„Schwungrad" Adend» 6% Uhr tm Restaurant Sah«!, Annenstr. 16.— lRännergesangverein„Lorbeerkranz" Abends 9 Uhr im Renaurant Karsch, Öranienstr. iso.— Gesangverein„Nord-Jubal" Abends 6 Uhr in Benin'« BterhauS, Velerancnstr. is.— Gesangverei»„Unverzagt" AbendS o Uhr Stöi'- nickerstr. UJa bei Greving.— Männergesangveretn„Schneeglöttchcn" Abend« 9 Uhr im Restaurant Toberstein, Martannenstr. si— 33.— Gesangverein „Säiigerrmide" Adend»«jj Uhr Burkoiversir. 9.— Verein„Sangestveue" tm Restaurant Henkel, Brüderstr. 26 l. UeblingSstundo von 8,';— II Uhr AbendS. — Gesangverei»„Bruderbund" AbendS 9 Uhr bei Päholdt, Ncichenberstr. is. — Plännergesangverein„Schneeglöckchen" Abend« 9 Uhr Eihung tm Reftan- Sani Stehmann, Melchtorstr. 16.— Lübecl'scher Turnverein(l. LehrlingS- ibtheilung) Abend» s Uhr EUsabethstr. 67—59.— Turnverein„Wsdding", Pankstr. 9. Männerabthetlung von 8)|— 19% Uhr Abend«; desgleichen I. Lchr- ltngSadtheilung von 8— 10 Uhr Abends.—„Mehr Licht", Berein für Scherz uil» b-rnst,'AbendS 8% Uhr tm Restaurani Held, Fruchtstr. ssa.— Schlestfchcr«ercin„Hollei" Abend» 9 Uhr im Restaurani Gchr«, Prinzen- strabe wä.— VergnügungSverein„Fröhlichkeit" Abend» 9 Uhr>IN Restaurant Säger, Gillner Weg 29.— Wislenschafittcher Verein sür ilioUer'scher Steno- iraphie Abend» Uhr tm Restaurant Besse, Alle Schönhauscrstraße«2 Interricht»nd UcbuilgSstunde.— Roller'scher Slenographenvcrein Süd-Berll» Abend» H'i Uhr im Restaurant Prinzenstr. 97, Cihung uud UebungSstunde.— ArendS'scher Stenographen-Berein„Amieiiia" Abend» 8js Uhr im jRestanranr Behrend«, Echöuebergerftr.».— ArendS'scher Slenographenverei»„Philta" Abend»» Uhr im Restaurant„WiIheImSgarlen",Kochstr. 7.— Stenographische Gesellschast Arend! im Restaurant Büracrgarlen. Lindenstr. 10». Unentgeli- ltcher Unterricht und Uebung.— Berliner Rauchkluv„Wrangel" Adeud» 9 Uhr im Restaurant Foge, iköpni.lerstr. 191.— Nauchtlub„Havanna SC" Abend» Uhr tm Mestailrant Paeholdt, Meichenbergerslr. 16.— Rauchkluv „Gemiiihltchseit" Abends 9 Uhr im Restaurant Achsel, liöpnickerstr. INI.— Ranchllub„ilolnnibla" Abend««!i Uhr tm Ndstanram Biljir. Prinzenstr. 93. I VI. t r, 4 4*... 4■---- 6,.. e... ev>«,—- Abend« 9 Uhr, Gruner Weg 29.—„Pollack-lllub.Etntrachl", jeden Milttvoch Abend»«K Uhr bei G. Thiel, Wienerstrab« o».— Gesaiigviretu der Tapez>i?r «ecltn», jeden Mittwoch Restaurant Seydelstr. 80, von o—n Uhr Abend«— UnterhaltungSveretn„Harmonie". Sihnng Abend« o Uhr DrcSdencrstr'ns b°> Mendt.- Tambourverei»„Grelstor" 8% Uhr. UebungSstunde bei Böhl. RuderSdorferslr. 8. Ausnahme neuer Mitglieder.— Männersesanav-re» „Liedeslreiheil". Abend« 8% Uhr tm Restaurant Henke,«lumenflr. ,8. Sozinlo Mevevflckzk. Arliritev! Kollegen! Es ist das erste Mal, daß die gc- äiumteu Schneider Dresdens und Umgegend einmüthig ent- chlossen sind, in diesem Frühjahr eine 20 pro;. Lohnerhöhung ans Grund 3 theiliger Tarife, Einsührung eines NormalfArbeits- tages u. a. m. zu erkämpfen. Es fehlte bisher an Allem hier am Platze, an einer festen Organisation, am solidarischen Denken unserer Kollegen; jetzt haben wir Beides erreicht. Aber nicht leicht wird hier der Kampf werden, denn die hiesige Innung wird Kräfte von auswärts kommen lassen. Wir ersuchen daher alle Genossen, uns sofort Nachricht zu geben und darauf hinzuwirken, daß der Zuzug nach Dresden abgeschnitten wird. Können wir diese Lohnbewegung nicht erfolgreich durchführen, so wird die hiesige Schneiderbeiveglmg auf viele Jahre hinaus lahmgelegt. Arbeiter! Kollegen! Thut soviel in Euren Kräsie'i liegt, die Dresdner werden es Euch wieder vergellen. Mit Gruß Die Lohn- kommission der Schneider von Dresden und Umgegend.— Briese sind zu richten an A. D o b e r e n z und N e u h auf er, Schuhmachergasse Nr. 1, bei Pohle. Di» öffentliche Dcrsitmmlttng dep Albtimaplieilrr öerlins am Donnerstag, den 27. v. Mls., beschloß in der Streik- angelegenheit der R. Moser'schen Fabrik, den streit nicht weiter aufrecht zu erhalten, da die Streikenden erklär! ist, ans keinen Fall die Arbeit in genannt« Fabrik wieder aufzunehmen; ferner ließ sich nicht nachweisen, daß die Behauptung, der Fabrikant hätte schon vor dem Streik in Leipziger Blatter» Arbeiter ge- sucht, aus Wabrhsit beruht. Das Verhalte» der Herren Raale uud Grupe, die während des Streiks in obiger Fabrik in Arbeit getreten waren, wurde entschieden verurthcilt, lunsouichr, da beide materiell so gestellt waren, daß sie nicht gezipmigen waren, als Streikbrecher auszutreten. Vermischtes. Zlrbev Evdbibri« in Japan berichten Blätter auZ Dolo- Haina folgeiides: Slin 16. Januar ereignete sich nahe Tulugama -m Bezirk Ningo eine vulkanische Eruption, ivie sie Japan schon lange nicht mehr gesehen. Am Abend deZ obigen Tages begann eZ im Innern des BcrgcS Zoo zu rumoren, als«vcnn daselbst die Probe zu einem fürchterlichen Donnerwetter, womit die fciedlicheii Bewohner jener Eegend heimgesucht werden sollten, abgehalten würde. Zwei Stunden lang dauerte das entsetzliche Getöse und Gebrause, welches die Bewohner der Nachbarorte, die de» Nummel schon kenne», veranlaßt«, sich schleimigst in Sicherheit zu bringen. Daß diese Vorsicht sehr angebracht war, sollten die nachfolgenden Ercignisse beweisen Plötzlich wurde nämlich der obere Theil des Kraters in die Höhe geschleudert, ane riesige Fcuersäule, eingehüllt in Sand und ei i..ijj jC*"-Ä ä.«-' �- 1° Nauch, schoß zum dunklen Firmament empor und beleuchtete die "anze Nachbarschaft in unheiinlicher Weise. Kolossale Saud- und lleinmasse» spie das entsetzliche Bevglingeheucr aus uiid brüllte dabei ganz fürchterlich. Iii kurzer Zeit lag ein Theil der Nachbar- orte in Trümmern. Fußhoch bedeckte der Sand die Straßen. Selbst bis nach Midsunomimmra, einem sechs Meile» von dem Vulkane entfernten Dorfe, flogen mächtige Steine und diese rich- Uten großes Unheil au. Wie ein Wunder ist es zu betrachten, daß nur ein Menschen- leben dieser Extravaganz der Natur zum Opfer siel. Dagegen kam sehr viel Bich um'S Leben. In Tukugama wurden 55 Häuser vollständig zertrümmert. Der durch die Eruption angerichtete Schaden beträgt rund R 500 000 Dollars. Znnnhme de» Irrst«»». Ter bekannte Fachgelehrte Henri de Parville giebt in seiner wissenschafllichen Rundschau, welche das Journal des DebatS veröffentlicht, eine höchst interessante "usannncnstellung der Zahlen, welche ans die Vermehrung der i Kahnsinnssälle in Frankreich seit 1678 Bezug haben. Er stützt ich hierbei hauptsächlich aus die in der Krankenabtheilung der 1) VC. � �.... r.!» � VI**».? V*.. j____ fr_ r- tl.......*>. v sZolizeipräsektnr, wohin die auf der Straße festgenommenen Per- sonen geschafft werden, gemachten Wahrnehmungen. Darnach hat der Irrsinn in einem Verhältniß von 60 pCl. zugenommen, wie nachstehende Ziffern beweisen: 1678 1695 Männer, 1389 Frauen, zusammen 3984; 1863 2519 Männer, 1900 Frauen, zusammen 4449. Es ist klar, schreibt de Parville, daß, wenn eS so fortginge, die ganze Menschheit schließlich verrückt werden müßte. 80 pCt. in weniger als 16 Jahren! Das ist wirklich be- herzigenswerth. Nach den angestellten Erhebungen trifft der Wahnsinn mehr Männer als Frauen, 55 gegen 45 pCt., und ist die Vermehrung der Fälle hauptsächlich dem AlloholiSmus und einer all- gemeinen Lähmung zuzuschreiben. Die fixen Jde>-n, Schwermnth, (fwmntfr&ßr SRirtfersttiitt---- chronischer Wahnsinn" bleibe» stationär' und' kommen' bei.... Frauen doppelt häufig vor, wie den Männern. Die Fortschritte V*' I.... n**». Ö T'.. V V. C. f � � f r* ns ss ---,.....-y—| wm.nwn/ n» haben sich die Fälle verdoppelt und von 1886 bis 1888 allein um 25 pEt. mehr Einsperrungen zur Folge gehabt. Im Polizeidepot liefert der Ällkoholisinus ein gutes Drittel der beobachteten Fälle. Neueste Uuchrichteu. An« Zozialistettarsel» soll fallen geluffea werden, meldet jetzt auch die freikonservative„Post". Sie schreibt:„Die Vor- legung eines Sozialistengesetzes in irgend einer Form hätte da- gegen keinen praktische» Zweck. Vielleicht wäre bei Herrn Windt- horst's vorsichtiger Klugheit eine Verlängerung des bestehenden Gesetzes aus kurze Frist zu erreichen. Allein sicher nur um einen Preis, welcher den geringen Werth dieser Konzession weit über- steigt. Man wird daher die Konsequenzen einerseits der Nichtannahme des dauernden Gesetzes nach den Beschlüssen zweiter Lesung im letzten Reichstage, andererseits des Ausganges der Wahlen hinnehmen müssen. Wir theilen die vielfach vertretene pessimistische Auffassung der gegen- wältigen Lage nicht, von ivelcher aus die Aufhebung des Sozialistengesetzes als erwünscht bezeichnet wird. Aber wir ver- hehlen uns auch einerseits nicht, daß das bestehende Sozialisten- gesetz angesichts der Sicherheit, mit welcher die Sozialdemokratie unter seiner Herrschaft operirte und organisirte, viel von seinem praktischen Werthe verloren hat, und halten es andererseits für sehr zweckmäßig, wenn man einmal den Gegnern des Soziallsten- gesetzes die Gelegenheit giebt, eine ehrliche Probe zu machen, wie es ohne ein solches Gesetz geht und ww weit insbesondere die Belümpfnng der Sozialdemokratie ohne dasselbe mit blos geistigen Waffen gelingt." Zlrbrr die Eiubevusung de» gleichst,:gs verlaute!, wie die„Berk. Börseuztg." mittheilt, noch nichts. Man nimmt jedoch an, daß vor Ostern der Reichstag mcht wird zusammentreten, da SMS Depesthe». Molffo Eelearaphru-Surea«-) «»dgiltige Ergebnisse der HtichwahU»« MSrtt-mbePI. 14. Wahlkreis: Ulm. Höhnte(Dem.). Sachs«».ZUeima r. 3. Wahlkreis: Jena. Wiffer-Windischholzhausea l (W mam Nr. Aw W: r» Sriefimsteu der Uedadtio». c,; Bei A»srage» bitten wir blc elbomiemenls-Qulttimz beliu'1'!! ilntioo« wird nicht erih-Ut. 3»! «it.i-pnssage. Ihre Karte kam«st am...... mittag gegen 10 Uhr an. Sie ist auch, wie der-te � erst am 4. d. M. aiffgegeben worden. Ihren 28"' wir also nicht erfüllen. Alter Strnjfeuabounent. Ur.!a. Die jährt erst am 31. Dezember 1890..„.ij Schnsser. Sie haben auf der ersten sowohl zweiten Karte vergessen, den Tag anzugeben. ## ifeiitl Arbeiter-Belsstiiliiililllg ain Wiltwocli, den 5. März, Abends 8 Uhr, in Boitzow's Bs'auas'cij Prenzlauer Thor. T ag es- O r d nun g: I. Tie deutsche Arbeiterschaft und das Hutgewerbe. Referent: H. Borg- mann. 2. Diskussion. 3. Berschieoenes. 1783 Zur Deckung der Unkosten findet�ein« Tellerfammlung statt. m zahlreiches und pünktliches Erscheinen bittet Der Elnberufer. Ach öjjentl. Arbeiter-UsamlUg am Freitag, den 7. RMärz, im Böhmischen Brauhaus, Landsberger Allee 11— 13. Tages- Ordnung: Wie stellen sich die Arbeiter Berlins den in der letzten Zeit so vielfach vorgekommenen Maßregelungen, speziell der Tabakarbeiter, gegenüber? Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einberufet. 1780©. Schröder, Greisswalderstr. 9». Grosso öffentl. Versammlung ött Bimcklitt SDebttgs, WiliiittSliörf, StegH u. Nlilgtg. am Donnerstag, den G. März, Abends 8 Uhr, in der Schlossbraucrei Schöneberg, Kauptstr. 60—63. Tages-Ordnung: 1. Auf was für eine Art ist es uns möglich, unsere gegenwärtige traurige Lage zu verbessern? Referent: W. Wernau. 2. Wie stellen wir uns zur Be- schickuug des in Hannover stattfindenden Bauarbeiter-Kongresses? 3. Diskussion und Verschiedenes. 1774 Um zahlreichen Besuch ersucht Der Einberufen Grosse Versammlung W stMmMWiWliWM fär am Donnerstag, den 6. d. M., Abends 8 Uhr. o-, r. vin Sismnrcki»@01;«, Cbarlottenburg. «-- Ilm recht zahlreichen Besuch bittet D,r �'ovstnud. Berkauf von Filz- u. SeSäen-HMten mit der Arbeiter-Kotttrollllttke de«tscher Hlltmisjer Adolph Kehr, Köpenickerssr. 130. Bitte genau auf Firma zu achten.[1530 Ig| Alexandrinenstr. 43, 1,So sSÄ8tt' Cni nnal itnrl Verliehen gewesene Garnituren, Pancel-SopliM, iSpiCjjCl UliU Buifets, Schreibtische in tnnhagoni und Nußbaum Polsterwaaren""gygßSS'w.«.,. m Möbel, Spiegel und Polsterwaaren, reelle Waare, solide Preise. (ßantt Anostattnngrn in Mahagoni und Nußbaum. Kiichenmöbei in gr. Auswahl empfiehlt 1631 JäsBius Sebastian-Strasse 27 28. Hub* I Mark kostet jede Uhr zu reinigen unter Garantie. Bei allen Reparaturen wird der Preis »orher gesagt. 841 Eleser« Uannijnflr. 16 Uhrmacher(Fachmann), Ecke Mariannensir. 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März starb das Mitglied August Techow an der Proletarier-Krankheit. Die Beerdigung findet heute, Mitt- ivoch, den 5. Marz er.. Nachm. 5 Uhr, von der Leichenhalle des Thomaskirch- Hofes aus statt. Der Vorstand des Sozialdciuokr. Walilvereins im 4. Berl.Reielis tags Wahlkreise. Die Beerdigung unseres Kollegen, des Formers August Akeich, findet heute, Mittwoch, den 5. März, Nachm. 5 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Jakobi- kirchhoses(Britz) aus statt.[1767 Die Kollegen der Gießernen Schiilfer& Walker. Danksagung. Allen Denen, welche sich bei der Be- erdiaung meines lieben Sohnes, unseres Bruders, Schwagers und Onkels, des Formers Carl Wlnkolmaan, betheiligt haben, besonders dem Personal der Hartnng'schen Eisengießerei, sowie dem Fachv. der Former sagen wir unseren herzlichsten Dank.[1785 Die trauernden Eintcrhllehoneu. Für die rege Theilnahme bei der Be- erdigung meines lieben Mannes, des Schaukwirths[1777 Wilhelm Beier, sage allen Theilnehmern meinen innig- sten Dank. Wwe. Beier. WniWtt«, WtcheW, Kalls- llnb Küljetlgeriltsit E. Vogtherr,-«u- c,§ Kaudaberg erstr. 64, amAlexanderpl. Jede Uhr zu repariren(außer Kruch) kostet bei mir 1,50 Mark unter Garantie des Gut- und Nichtig- gehens. Kl. Reparaturen entsp. billig. Lager aller Arten Uhren, Gold- und Silborwaaren, C.Wunsch, NilllMstr. 38, nahe dem Oranienplatz. Tüll»Gardinen. Fenster 2, 8, 5, 8 Mk. Stores 1 Mk. Fabrikverkaus Iimmerstr. Mr. 80, K-f pari. 855 ,. OTT 600 Mark TRI sucht ein Geschäftsmann geg. Sicherheit von Parteigenossen. Rückgabe n. Uebereinkunst. Off. A. 6. 29, Post-Amt 28. An die Arbeiter Mas! Die scheußlichen, bereits in der gestrigen Nummer erwähnten Mißhandlungen von Genossen, die am Wahltage im Kreise Uieder-Karuim thätig waren, seitens der Blumberg er /"A*<* ✓•: H mm... Einwohnerschaft, veranlassen uns, die Arbeiter Berlins aufzufordern, bei ihren Einkäufe« dir stark bethei- liste.. Biumberoer Wälvk- Handler und Bauern, die ihre Erzeugnisse aus- schließlich in Berlin absetzen, ganz besonder» sn berüiiistchtigen. M stj. Bihllmittt sSr Rieki-'ömim. 1789 Die Arbeitssperre ..-l.r l. e. er*-*•«• � r*>». besieht über folgende Mililärschneider- Werkstätten fort:[1787 Deutscher OHitler• Verein. Rohrecht. Winter. Mohr 4 Speier. Luttmann. Berger& Colianl. Vogol 6 Söhne. Truntz& Voss. Lnbahn. Wnliert. Donks. Bluhm. Sennocke. Cckcnhoi. NoS& Schulze. Fonnhol& Schwarz. Brandt.[1787 Die Lohitkommission der Militärschueider. Vtrblllld beiltslbtr Melhalilker v. veriv. Bttllfsljellostil Zahlstelle Berlin. Am Mittwoch, d. 5. März, Abends 8V2 Uhr, Annenstraße Nr. 16: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 4. Frage- kästen. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Um pünktliches Erscheinen der Mitglieder ersucht 1775 Der Dorstand. Irojc üfeiitlije her Metallarbeiter Berlins und Umgegend. Morgen, Tonnerstag, d. 6. März, Abends 8 Uhr, im Saale des Herrn Joel, früher Keller, Andreasstraße 21. Tages-Ordnung: 1. Der Streik der Firma Friedrich Siemens u. Co. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 1769 I. A.: Die Kommission. WllWe VersaiWlllllg aller in de» Knchdrnchereien be- fchäftigten Arbeiterin»«» (Punlkrerinnen, Anlegerinnen, Boge»- fängerinnen) 1791 am Mittwoch, d. 5. März, Abds. SVa Uhr, in Orschel's Salon, Sebastianstraße 39. Tagesordnung: 1. Wie stellen wir uns zur Gründung eines Vereins? 2. Welche Stellung nehmen wir unserem jetzt bestehenden Arbeitsnachweis gegen- über ein. 3. Diskusston. 4. Verschiedenes. Schöne Wohnungen mit Wasserleitung und Kloset: Stube und Küche 50—66, 2 Stuben«. Küche 70— SO Thlr. per 1. April Nixdorf, Prinz Handjery- straße 50, nahe der Acreinsbrauerei. iccr �trlinTi» T COOnilbif) des»UM der Filiale I(Moabit) Arbeitcriunon-V creins.sarf zweige Berlins und DinJ zweige Honiua' zstiM. am Donnerstag, den 6. d., t, t;( Uhr. im Lokale des Herrn Wilsnackerstr. Tages-Ord»u J..«OUllLtUJ Ut» V"* 0 nuPgifj»! Ä&ssrsssfea»« |.»-S- �---- bilgurr» Gäste haben Zutritt. gi:i Unkosten TellersammlimS-„■• ij—/-----'— 17 fYiV» Die Bevollmächtigte: 0} 1781] GerichtSstr. 2� ÄiBÄ! mn Mittwoch früh lO ll�'�ä" Salon, Neue©ruustt.28.-�01 schneidcrstreik dauert D. Lchnkommlssion d. Mil»�, Achtung! Kein L»u Nur eigene Fabrikation. 1 Mark. Garantie rein an(jo Tabake. Kottbuserstraße• 1595 WSr Horben-' HO|0 mit Arbeittl'-kouirobA� Aux deux Fr»? HUX UCUJ.» 14 Kpandaurr KK» 3,50 Moth ßm. zahlt Inhaber dieses ein Dutzend Visiteiiporlra«' L Kabinetbilder t ju,'• H. EirscMeld, fflofcntha'�L t Uff ltnen W it. n % .> �Uuter n au' "h". Peri t ........ mittlere und klc>�> uungrn, sämmtlich mit sep-� Größere, , siimmtlich mu ,11 und allem Komfort preiswert Schulzcndorfersti'. 18 im der Grünlhzlerslrasso 67 kl. gesund und billig, Parterrewo? � welcher bisher eine Resterha"� n trieben worden, zu veriinethr» Drechsler aus Hartgum»»,.,� Lonis& H. Löwenstein, DrechSlerlehrl.«eil. Bab, Gitsch�!�� ............. T» r Sie Geübte Papierschläger verl- m � mer, Urbanstr. 179.? wird, WüSmj «n Tücht. Maschinenbau- S] A. Roller, Berlin N., Grünt' E. C. Becker »IV Tücht.Vorricht.v.Seller, Ada> Der Arbeitsnacl KlavierarheWL befindet sich Uaungnstrak.h« ri Winzer. Die Adresscm'N'� ght.l jeden Abend von 8—9 w � n Sonntags Vormittags vo» ,1'� Uhr, sowohl an Ällitglie� �tt Nichtmitglieder uncntgcltlmlsiait Die ArbeitsTermiltelungs-»" Verantwortlicher Redakteur: vurt Lank» in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kading in Berlin SW., Beuthstraße& Es 9% * T* Sit »y Ci, s