age($ üoIltäM ÖOIII» ill 11103' jjloiitaä' 'S» .?S »:» |iv 60. MMwoch. de» IS. Mär; 1890. V. Jahrg. Berk»»' mifiiiiin; " sprach leb« d« j-niio� zmitag� -t» ivarte» u« 1" entli-h«" �,9 eiuitl1«" Lei!'«« 111(00 i" .d ih-" : K SS uns!" enterit zs l»ch' | be»""J tüiibif" -S I *•?£ Iii H y?' Hrgan für die Interessen der Arbeiter. Das L" 7-7'------ r,- »iiter«v,..(tsingetraaeii in der PoltzeitungSpreisliste für 1800 initcc Nr. 892.) «•"'»»dtml», täglich durch die Expedition, für Deulschlaiid und Oesterrcich-Uiigarn t» Marie, für dos übrige AuSloudvie bei früheren Gelegenheiten die Rede sein. Hat trotzdem die Partei diesen mächtigen Aufschwung genommen, so beweist dies nur die Jntensivität der Ueberzeugungen bei den Massen. Darüber hilft alles Tisputireu nicht hinweg. Neuerdings behaupteten, wie wir schon gemeldet haben, unsere Ossiziösen: „Es sollen zur Zeit Erwägungen darüber stattfinden, wie dem Mißbrauche vorzubeugen sei, der bei den Wahlen von Seiten der Sozialdemokratie mit der Freizügigkeit getrieben wird. Ob lediglich polizeiliche, oder gesetzliche Mittel dazu uöthig sino, darüber ist noch keine Entscheidung getroffen. Die einschlnglgcn Berathungen gründen sich auf die Thatsache, daß die Sozialdeuiokratie wahre Völkerwanderung ihrer Leute in den großen Städten zu Wahlzwecken angeordnet hat, daß die Betreffenden förmliche„Uinzugskosten" erhielten n. s. w." Wir wissen nicht, was an den hier offiziöserseits gc- uiachten Behauptungen wahres ist. Dein Zentral-Wahlkomitee der Partei ist von solchen Vorgängen wie Massenübcrsiedelnngen der Wähler nicht das geringste bekannt, und daraus ergiebt sich von selbst, daß es auch keine Gelder für„Uinzugskosten";c. bewilligte. Gesetzt aber deir Fall, es seien solche Umzüge vorge- kommen, so können sie nur in einem Maßstab vorgekoinnien sein, der unmöglich ans die Wahlen von entscheiden- dem Einfluß war. Das letztere zu behaupten, bezeichnen wir als k i n d i s ch und erwarten, daß man gegnerischcrseits den Beweis der Wahrheit antritt. Auch kann, wo solche Um- ziige vorgekommen sein sollten, von einem M i ß b r a n ch nicht die Rede sein, denn ein Gesetz wurde dadurch nicht verletzt, und die beliebige Wahl des Wohnorts ist bis zu diesem Augenblick noch ein gesetzliches Recht des Deutschen, mir Ausnahme für jene, welche der Ausweisung verfielen. Hätten sozialistisch gesinnte Arbeiter wirklich in größerer Zlnzahl ihren alten Wohnort verlassen, um den« günstigeren Er trat rasch ein, als ob er nur etwas Wichtiges mit zntheilen hätte. — Die Brillanten sind gesunden, sprach ich zu ihm. Freuen Sie sich! Jetzt wird uns niemand beschuldigen, daß wir nicht verstehen Nachforschungen anzustellen. Die Steine waren in Petersburg. Ich zeigte ihm das Telegramm. — Das ist schließlich von nicht geringer Wichtigkeit, aber auch ich habe eine Neuigkeit, welche Beachtung ver- dient... Und er legte ein Zettelchen vor mich hin, mit schrägen Buchstaben beschrieben, folgenden Inhalts: „Helene Wladimirowna! Wenn Sie nicht sofort Petroivski entsagen, werden Sie sterben. Ihr grimmigster Feind. Diese Worte waren ans ein kleines Stück Postpapier geschrieben. Es war eine flotte Handschrift, aber offenbar absichtlich verstellt. — Was denken Sie über diesen Zettel? fragte Kokorin. — Augenblicklich noch nichts! Woher haben Sie ihn? Es steht kein Datum darauf. — Vor drei Wochen übergab meine Frau der Schneiderin in der Wolchowskaja Straße ein Kleid zum änoeni. Gestern kam die Schneiderin mit dem Kleid zur Airprobe und fragte meine Frau, ob sie nicht in der Tasche des Kleides einen kleinen Zettel gelassen habe. Meine Frau verneinte. Da erzählte die Schneiderin, daß ihre Arbeiterinnen, mit dem Aufputz von Kleidern beschäftigt, einen Zettel gefunden hätten, und daß sie annähmen, er sei ans irgend einer Tasche herausgefallen. Alle, welche bei der Schneiderin Kleider bestellt hätten und denen sie Zettel zeigte, erklärten, sie hätten keinen Zettel in der Tasche getragen. Heute ging meine Frau zu der Schneiderin, um sie zu be- zahlen, und diese zeigte ihr den Zettel. Sowie meine Frau die Namen Helene Wladimirowna und Petrowski erblickte, eilte sie in größter Hast nach Hause. Da sie mich nicht zu Hause fand, kam sie auf die Polizeidirektion und ließ mich herausrufen. Ich begab nnch zu_der Schneiderin und ver- "ettel. langte den Zettel. Hier ist er. WaS denken Sie darüber? Ausfall einer Wahl wegen in einem anderen Wohnort sich niederzulassen, so würde ein solches Verfahren alle Anerken- nung verdienen. Es zeigte eine Opferwilligkeit, die man bei den anderen Parteien vergeblich sucht. Die Nörgelei über solche Vorgänge zeigt nur, wie über- aus unangenehm der ganze Wahlausfall gewisse Leute be- rührt, und daß man allen moralischen Ohrfeigen zum Trotz noch immer hier und da glaubt, mit kleinlichen Polizei- maßregeln eine große Kulturbewegung zurückhalten zu können. Die Don Quixotes sind auch heute noch nicht ausgestorben. zUber die Ktellung des Reichskanzlers zum Staats- rätst ist bei der„Nordd. Allg. Ztg." etwas eingetrosten. In dem an leitender Stelle veröffentlichten Artikel des offiziösen Blattes heißt es: „Die Jnstitutlon des Staatsrathes hatte ursprünglich den Zweck, nur dem Könige in Konkurrenz nnt den Ministern als Mittel zur Information zu dienen; der Staatsrath bildete eine Erweiterung des Kreises der Rarhgeber des absoluten Herrschers über die Zahl der aktiven Staatsminister hinaus. In dem Verfassnngsstaate gehören aber auch die Staatsmimster zu den durch den Staatsrath zu Jnformirenden. Der Staatsrath liefert ihnen Material, auf Grund dessen sie dem 5tönige als dessen verantwortliche Rathgcber ihre schließlichen Vorschläge inachen. Es würde also mit der Stellung eines Ministers nicht verträglich sein, wenn er bereits im Staatsrathe zu dem Gegenstande der Berathung eine definitive Stellung nehmen imd seine Auffassung festlegen wollle. Letzteres darf er erst in der kollcgialischen Berathung des Staatsministeriunis, in welcher die Minister über ihre Seiner Majestät dem Könige zu unterbreitenden Vorschläge selbstsiändig und ohne Staatsrath verantwortlich zu beschließen haben. Im Staats- rathe nimmt ein aktiver Minister heut zu seiner Information bezüglich der von ihm zu vertretenden Ministerialbeschlüsse Theil, ohne sein den» Ministcrkonseil vorbehaltenes Votum festzulegen. Das gilc auch für die Plenarsitzungen des Staatsraths, im ver- stärkten Maße aber für die Sitzungen der Abtheilungen, denen die Minister gar nicht angehören. Der Ministerpräsident hat denn auch in der That an den jüngsten Berathungen des Staats- raths keinen aktiven Antheil genommen; er hat der ersten Sitzung der Ausschüsse als Vizepräsident des Staatsraths bei- gewohnt, sich aber jeder Meinungsäußerung enthalten und in die Diskussion gar nicht eingegriffen. Die Behauptung, Fürst Bismarck habe gegenüber den sozialpolitischen Anregungen im Staatsrathe eine„ablehnende Haltung" veobachtel, ist also willkürlich erfunden." Der Artikel tvill augenscheinlich die Selbstständigkeit des Reichskanzlers dem Staatsrathe gegenüber wahren, und es ist bezeichnend, daß der Verfasser die besondere Betonung dieser Thatsache gegenwärtig für nöthig hält. Was die „ablehnende Haltung" des Reichskanzlers zu den„sozialpoli- tischen Anregungen" betrifft, so mag es richtig sein, daß er zu denen des Staatsrathes bisher noch keine Stellung ge- nommen hat. Seine bisherige Stellung aber zu allen Fragen des Arbeiterschutzes war eine starr manchesterliche. Und das wird keine offiziöse Flunkerei verdunkeln können. Durch riue Reitze«ationallil'evaler Dlättev geht eine Korrespondenz über die Frage des Sozialistengesetzes, die ihrer nüchternen Erwägungen wegen und zur Kenn- Zeichnung der unter den Nationalliberalen gegenwärtig her- schenden Stimmung mitgetheilt zu werden verdient: „Wenn bald das eine Blatt versichert, daß die Vorlage eines„Sozialistengesetzes" iin Reichstage zu erwarten sei, und bald ein anderes das Gegentheil verkündet, so ist das offenbar gerade so nur Kombination, wie die Geschichtche», welche über die Stellung des Kaisers und des Kanzlers zu der Frage ver- breitet werden: der Kaiser wolle keine solche Vorlage, Fürst Bismarck dagegen befürworte sie nnt der Absicht, falls der Reichstag sie verwerfe, ihn aufzulösen und Neuwahlen zu ver- anlassen. Statt sich mit diesen Gerüchten zu beschäftigen, em- pfiehlt es sich, die parlamentarische Situation, wie sie in Bezug ans ein gesetzgeberisches Vorgehen wider die sozialdemokratische Agitation beschaffen ist. sich klar zu machen. Die Entschlüsse der Regierung werden am Ende doch wohl durch diese parlamentarische Lage bedingt werden. Da muß man denn sage», daß ein Spezialgesetz zur Zeit ebenso anssichtslos im Reichstage, wie ungeeignet zur Wahlparole nach einer Auf- lösung wäre. Das Maß der Vollmachten, welches die Na- tionalliberalen und Freikonservativen in einem solchen Gesetze der Regierung zu ertheilen bereit waren— und wohl auch jetzt noch bereit sind—, ist durch die Beschlüsse der zweiten Lesung in der vorigen Session bezeichnet. Wenn diese Par- teien vor zwei Monaten nicht weiter gehen wollten, so ist nicht daran zu denken, daß sie es jetzt thun werden; die letzten Wahlen, bei denen übrigens kaum von dieser Frage die Rede war, sind gewiß nicht dazu angethan, insbesondere die Nationalliberalen zum Verzicht auf eine wohlerwogene — Ich denke, daß es entweder etwas sehr Ernstes oder etwas sehr Dummes ist. Es ist möglich, daß der Zettel Be- zng ans nnsern Fall hat, es ist aber auch möglich, daß es nichts weiter ist als ein Jnstitntsscherz irgend eines Fräu- leins. Wenn dieser Zettel für Fräulein Nuslanoiv bestimmt war, dann war die Veranlassung des Mordes Eifersucht, und nicht Raub, und wie soll man in diesem Falle den Raub der Brillanten erklären? Auf jeden Fall bringen Sie schleunigst die Schneiderin her. In meinen Händen befand sich vielleicht ein neuer Faden zur Ansdccküng des Verbrechens, aber wie sollte man erfahren, wer den Zettel geschrieben hatte? Die Schneiderin wurde weinend vorgeführt. Sie betheuerte und rief Gott zum Zeugen an, daß sie mchts wisse, nichts aufklären könne und nie etwas mit dem Gericht und der Polizei zu thnn hatte. — Bitte, beruhigen Sie sich, sprach ich zu ihr. Es beschuldigt Sie niemand und niemand hegt einen Ver- dacht gegen Sie. Ich muß Sic blos befragen. Wer sind Sie, wie heißen Sie, wo wohnen Sie und womit be- schästigen Sie sich? Die Schneiderin gab an, daß sie Praskowja Jtvanowna Masnrina heiße, im Hanse Jefremows in der Wolchowskaja Straße wohne und mit ihren Schwestern zusammen arbeite. — Wir nähen für die ganze Stadt, sagte sie. Die Kleider, die Sie ans Bällen sehen, stammen fast alle ans unserem Magazin. — Wie kam der Zettel zn Ihnen? — Das weiß ich selbst nicht; vielleicht ist er aus der Tasche eines Kleides herausgefallen. — Ist es schon lange her, seit Sie ihn gefunden haben? — Etwa einen Monat, doch es ist auch möglich, daß es etwas länger her ist. Eine meiner Arbeiterinnen brachte mir ihn aus dem Arbeitersaal und sagte, daß sie ihn auf dem Boden gefunden habe. — Waruni haben Sie bisher Niemandem etwas von diesem Zettel gesagt? — Ich erkundigte mich bei allen Damen, die zu mir kamen, ob sie nicht in einer Tasche einen Zettel ver- gessen hätten. Alle verneinten dies. Gestern srug ich auch vor dem Lande so nachdrücklich bekimdete Attsiäil zU laiien. Stör eine weiter nIS die Beickilüste der,_. W' lassen. Für eine weiter als die Beschlupe Abgehende Vorlage würde die Regierung alsostedi�'»), di- servativen rechnen können, und man kann Lam# lAumcu tumiW/ uuw»uu»» ,fPn ncMl. stäupten, daß eine unter solchen Umstanden, a. ,�. Parteien mit Ausnastme der Konservativen, untern � lösung zu einer schweren Niederlage und 9®" L�e, Ee> wirrung unserer politischen Verhältnisse fuhren m- solches Vorgehen erscheint somit unsgeschwß tl,tj so aussichtslos ist aber eine Vorlage, den Beschlüssen zweiter Lesung des voriger pt entspräche. Damals waren die Konservatlven~ dieselben eine Majorität zu bilden, ucenn tue � die leiseste Andeutung in diesem Sinne gemacht ö QiMW- haben die drei„Kartell"-Parteien nur noch Eine Auflösung infolge der Ablehnung einer etwaig � Vorlage erscheint unmöglich: wie könnte die Reg> gründen, nachdem sie vor zwei Monaten die feD? i 2% i- dem lÄTOCtU '«S J [Wäret, a ™ Lini'dtc jjSu Produkts '• Schr " VW»»IVU m[(iljcii. Beschlüsse des Reichstags gteichmüthig hat# o, soweit es sich UNI ein Spezialgesetz Pxrha»?- Bleibt alsp noch eines a»! lnngen flu; iiiii VUI W r V(V'" 1 v-'i-ffltt { Zeit. Nach dein Verlaus der letzt � sßk tnngen über ven Gegenstand sind auch«n e>nc>.»,,, kurze Frist weiter reichende Bollmachten, als b,e- damals von den Mittelpnrteien auf die Dauer"'TJjniti«" nicht zu erlangen. In der vorigen Session wollte �... � — angeblich!— für ein derartiges Gesetz auf hicSW1' steht dahin; aber schwerlich wn_ men; ob jetzt noch, steht Umw;«uet-- rung jetzt auf zwei Jahre annehmen wollen, w. kurzer Zeit sogar aus die Dauer unzulänglich>mw. � solche Vorlage als Parole für Neuwahlen dienen Otlcige .'-'Sehen. "»Wichen i i .S n dienen v vollends ausgeschlossen. Danach scheint burch die Kon ~,e'!L0" iLtit tnüF der Taktik der Regierung in der vorigen Session o. mit einem Spezialgesetz unmöglich, die Sozialdeinol u M denn etwa durch Ausschreitungen, vor. denen sie Steide» deshalb hüten wird, eine neue Situation schaffen. ab durch die Wahlen veränderten Verhältnissen bliebe, � Ap- es nicht nach Dem Ablauf des Sozialistengesetzes< jcht tember lediglich mit den geivöhnlichen Gesetzen, w. sArst»? sind, versuchen ivill, nur der Antrag auf einige f{S � isie dieser übrig, welcher aber jedenfalls nicht mit Boffch sie in der Session von 1889/90 ini Bundesrath semanl � nild dort ttecten oedliebea sind, nersuckt werden darf, v und dort stecken geblieben sind, versucht werden dies würde zu einer schweren Niederlage führen. ,,, das N-lch-tzF eii' recht. In der„Kreuzztg." nimmt an leitender.« � W. das Wort, um in kavaliermäßig� Leder Auseittattdersehttttge» t. Jr Herr v. O. W. das Wort, um gegen das geheime, gleiche Wahlrecht vom Er sagt: Man scheut sich, das System' offen. lassen, offen einzuräumen, daß die pouusö)» der Arbeitermassen eine gefährliche Utopie ist und bie j.rst Gefährlich, weil in den Wühlerhaufen, auch wenn 1 � � wissen, wie der zu Erwählende heißt, das falsche'-y' witzff gezogen wird, daß die Leitung des Staat? von ihnen weil Kopfza hlwahlen.in denen die Stimmeden ebenso viel gilt, wie die seines Hausknechts, das �. Autorität, für staatliche Ordnung und Gliederung no.�W untergraben, weil durch die geheime Wahl-- tausende von deutschen Männern zur Lüge verfuyrr � Wenn der Vorschlag, welchen kürzlich der„Reichsbote daß nämlich gutgesinnte patriotische Männer AtbeU.��r der �Unterst! Mhelmi ul)n S' feinet G ? Sch, x» deutsc V�etot fe Erregt. JllglrtU Ä! tee �schein «len zu und k sollte t , völten? can namiiM gutgesinnte pairioilsaje Atanner gründen unö dort die Leute belehren sollten, wirklich». iväre, wenn es statt eines Stöcker wirklich deren hnnoe. so würden diese Führer ohne Zweifel einen großen AM. j, � 5011»' °kr>virkli % 'nennt �mste, icy fortreißen;— daß aber dadurch in die untersten «3 A olles politische Reife getragen und dauerno-.� mprhn hrtR fnim int ßivnff titomrr-nh«YrtiiliPlT. bßt � gelegt werde, das kann im Ernst niemand glauben, der�Mstiü k» 4" 4»» bx t• AM««A t AM k � A% Oö AÄ»1 f fl VI tu U studirt hat, niemand auch, der in lebendiger BerühriMg ungebildeten Schichten der Bevölkerung steht." � Diese Gründe sind«aber selbst der„Kreuzztg.��z sältig, lind sie wendet sich mit einer tätigeren Dagegen, in der es u. a. heißt: Das Wahlsystem des deutschen Reiches ivendet 0� an die großen Massen. Da kommt es darauf an, wessen,, �l auf die Volksseele mächtiger ist, der monarchisch-chrlstn�-»in der demokratisch-materialistische. Giebt man den»an-. � diese» Einfluß als anssichtslos auf, so-■ .�W I■ M WW heißt das"ich' f'"V der Zukunft der Partei, sondern an der des Vaterlan�� � zweifeln. Ist unser Volt vor der Verführung und politischen und sozialen Demagogie auch durch die opfel Arbeit aller christlich-konservativen Männer nicht>>, x tou schützen— dann wird es, davon sind wir fest übeJ?,»� J auch das mechanische Mittel einer Abänderung des Wav'i L|ii« nicht vor dem völligen politischen und sittlichen Bankeron können.... „Glaubt man in der That, es sei die AbsäLujj desselben ohne gewaltig erschütternde Katastrophen".y und hofft man, iveim sie erfolgt wäre, wirkn») dauernde, ruhigere Eutwickelung unserer inneren 3cn Fi, ;e die N i �'""igesi fe K Uni I Frau Kokorin danach, sie ivünschte, daß ich ihr den._ zeige, und ich zeigte ihr ihn. Wenn ich gewußt hn%# ich wegen dieses Zettels werde vor Gericht erscheinen w hätte ich ihn schon längst verbrannt. — Weshalb haben Sie diesen Zettel nicht fruh«» oder der Polizei vorgelegt?„ — Weshalb sollte ich ihn denn Ihnen vorlegen- — Aus dem Inhalt des Zettels mußten S)« kennen, daß er an Helene Wladimirowna, die Braut Petrowskis, adressirt ist; Sic sahen, daß Zettel sie mit dem Tode bedroht... und Sie fragen,- � halb Sie ihn vorlegen sollten! Wollen Sie vielleml� Haupte», daß Sie von der Ermordung des Fräuleins lanow nichts gehört haben?. tiJ — Ich habe den Zettel nicht gelesen. Er war W u Konvert gefaltet, und man konnte ihn nicht lesen, jji dieses zu öffnen. Ich strebe überhaupt nicht danach- � Geheimnisse meincr Ailftraggcberinnen kenneil zn Ich wies den Brief vor, ohne ihn zu öffnen, und incn hat ihn gelesen. Zum erstenmal hat ihn heute Frau 9 �Jch gestehe, daß einsolcher Mangel an Neugierde�' bei der Besitzerin eines Modemagazins überraschte. y — Wurde der Brief bald nach der Ermordung W Fräuleins Rnslanow gefunden? srug ich auf's Schneiderin. — Zwei Tage nach dem Balle wurden mir Kleider zugeschickt, so war. Damals wurde funden. — Sie haben auch daß meine ganze Wohnung wahrscheinlich auch der Brief a* II % 'We dil näht' für Helene Wladimirowna Ja. Kleides vor Konnte dieser Brief nicht aus heransfallcn? Nein, weil ich schon seit einem Monat Tode von ihr keine Arbeit erhalten hatte. — Von wem befanden sich namentlich Kleider Ihnen? — Ich katin Ihnen etwa zwanzig Namen nennen- einer Tasche m pi i i sl 1-1« ;W jwr.- I K: I dll' M>- Btt- Ei» ;de»- ew» würde, WWW «L-wdtage". WMWWM ##### etun} h-ote iinw- dis" ie ß nur % -WM IM , v-: i-i? 1 fci � Erfirait»-—«a- � Stf fr ßUmill» �.ü" l'"—...--------- 1 '"«ni Scfirp;( l olrU1,f'"ber die deutschen sozialistischen Wahlen �d�Men Ausdrirck, welches er an die in London an- otKJ .(in S;i(i ? M# 'Biw���uiche WackMhlnn der sozialimichen i-oiiminen yai nicht J\y ln allen Ländern sehr viel Gutes gebracht. Wo »cht etregt � U,l'> ��aiunderuna hervorgerufen hat, hat es Üblich, K lliti�/ ajialiftische l�etlinet Aol�ksblati�verhöhnt in einem tä&fSSSBS&glSS IS« �ttfrfiaii r' welches bei den Stichwahlen wieder einmal„den , �ifen ,1 brennender Städte" zu sehen glaubte und in hellen Ijktt imi,.en Kartellbrüdern überlief. Uns ist kein Flug- Munt fc;. m Zeitungsartikel in der freisinnigen Presse be- ''Ü ttifD J®0J1}„Feuerschein brennender Städte" sprechen. Das i SnfOa ��anke Ersindung des sozialistischen Blattes'" ; tQ[ti,l C)"'a" ein so unsinniges Aiißvcrständniß für nivg- �gei,!!,' Nirgends haben wir behauptet, daß in frei- % j>i Ä Ottern direkt vom Feuerschein brennender t;* Nebe gewesen sei. Wohl aber war in ihnen die c'ttoi fr» n �tcn Zielen der Sozialdemokratie", die nur i.'t«suchen wären„durch eine gewaltsame Revolution", k kjr'a und Leichen",„durch den gewaltsamen Umsturz", $i,a,r»Vernichtung aller Kultur" bedeute. Deshalb - nm �eraiI§ Möge diese kleine Blnthenlese genügen. eben: mit dem rothen Lappen winken, daß �uister den Feuerschein brennender Städte zu sehen ging er? Die„Freis. Ztg." berichtet:„Abg. iiini, � ei" ist aiis dem Vorstande der Landtagssraltion der . Partei ausgeschieden."— lieber die Gründe giebt . m rif?. wrÄ* Sä!'*""""" pif,, J Ünd keine schönen, aber desto interessantere Kultur- teu/J�che man gerade nach dem Verlaufe der letzten Finanz- Zent� n>"achen kann. Die Vorgeschichte ist bekannt III_ � �.......( t, � bei aller— Ausdauer nicht„ 'li feil bis jetzt von dieser Ma Viti VV v<«vyiiivMr gelingen dürste. pregel K'\-it*•»»- Denn Herr noch gar nichts v I VII Uly jCI)! vvil VlVstv iviupicyvv iivu; yui.»iiv�w ' wohl aber werden andere Kreise in Mitleidenschast ge- llud wir geben sogar zu, das, diese Mitleidenschast .wcbiihr aufgebauscht wird. Trotzdem ist c-Z ein be- k.Aes Vorgeyen der Herreu Daller, Orterer und «t Mb das ohne Erfolg sein wird und sein muß. ab von der Neberzeugnng, welche die Herren z» ihren, binn�a bestimmt, es giebt aber noch etwas, was man Taktik � i uub tüouon'—— r— x/i j. cv*» k�\ sich die biL""ist nie mit oem«ui ttn-.""b öenpjfen streichen L'Tin, darunter sind abi »Ä LK? dem Kopse durch die Wand wollen Also stmchen dem Minister Lutz alle seine For- welche, die besonders München "" Bitte nennen Sie dieselben. [ /T Noch dem Balle schickten Ballkleider zmu ausbessern KoniarowS, Iwanows, Bobrows, Audrijeivskis, Echems, ChmclnizkiS... lline, ki» Schneiderin nannte wirklich gegen zwanzig ist � haben nichts richug angegeben? nichts� verheimlicht und alles wahr- f V..• v ch luge me.. yi") tuyv#iic._# �en? �ic �u'lC1' �ve Aussage mit einem Eid be- -ie Schneiderin brach in Thränen ans. � Warum glauben Sie mir nicht ohne Eid? iciC" einer so ernsten Angelegenheit wie die Eni- Ii lln9 über das Schicksal eines Schuldigen klärte ich sie i& Ü',a!'9t das Gericht in gleicher Weise von allen einen tn'emt?, haben keine Ursache, sich gekränkt zu fühlen. Im liini könnten Sie sich eher kränken, wenn man Sie als mn vom Eide ausschlösse. Das würde bedeuten, daß t,.' Ihrer Seite die Möglichkeit eines Meineides be- je'tct:- Unterschreiben Sie jetzt das Protokoll, und wenn (fj bailen, können Sie gehen. Ich muß Ihnen nur sagen, 'e» m sehr bedauere, daß Sie diesen Brief nicht früher ge- haben. nt-T. Fremde Briese lese ich nie und werde sie nicht lesen, aie Schneiderin, sich zurückziehend. Wie Sie wollen, wandte ich mich zu Kokorin;... e» ist schwer zu glauben, daß in einem Aiodemagazin )W,n,9 Neugierige sein sollte! Sie nähen Ballkleider! i, sber sollten sie sprechen, wenn nicht darüber, ,ver sich »Aese und jene bewirbt, wer sich verlobt hat, iver hei- Da fällt ans der Tasche eines BattUeldes ein Brief ti' bas kann ja die. Lösung eines ganzen Romans sein... 3 ich glaube es nicht, daß eine Schneidixin sich enthalten %?®v'ef 5" irseu, der ans der Tasche eines Ball- , folgenden Tage lud ich die Sachverständigen r. Schriftsache und jene Personen vor, welche Frau lliAna genannt hatte. (Fortsetzung folgt.) näher angehen. ES wird zugegeben, daß die Forderungen berech- tigt sind,— aber dein Lutz bewilligen wir einfach nichts. Be-j sonders in den letzten Finanzausschuß-Sitzungen wurden ver- schiedene Forderungen für Zl n s ch as f u n g von Kunst- werken k. abgelehnt. In den„N. N." erschien darauf unter dem Titel„Schweinchen in den Stall" eine beißende Satire auf das Gebühren der Kammerinehrheit. Darob nun große Eni- rüstung auf beiden Seiten des„hohen" Hauses. Der Abgeordnete Geiger gab eine„Entrüswngserklärung" ab und Herr v. Stauffon- berg— unterstützte ihn, merkwürdigerweise. Es war viel die Rede dabei von der Würde des Hauses, als der vornehmsten In- slitution des Landes. Derlei Phrasen mögen ja manchen Leuten imponiren, uns nicht. Die Landtagskammer soll freilich eines der vornehmsten, ja das vornehmste Institut des Landes sein. Ist eZ das aber heute" Wenn wir uns das Ding genau be- trachten, überkommt nnS Langeweile und Mitleib und manchmal ein ehrlicher Zorn. Für Grundsätze, wie sie z. B. Herr Daller und Genossen in Hinsicht auf Kunst und Wissenschast zur Gel- tung bringen wollen, fehlen uns allerdings anck die deutschen Bezeichnungen.'Aber dort, wo das gerade Wort nicht mehr aus- reicht und bezeichnend genug ist, tritt die Satire ein... Das„Fremdenblatt" berichtet in einem Leitartikel deS Sonntagsblattes über die Katzenmusik, welche Herrn Dr. Oerterer, dem Führer de? bayrischen Zentrums, in Oer Rächt vom vergangenen Freitag ans Sonnabend von Knnstakademikeru gebracht wurde. In diesem Bericht heißt es u. A.:„Dem Vernehmen nach- soll großer Jubel im Lager, der Sozialdemokratie herrschen über diese Manifestation des Nachwuchses des„gebil- deten" Bürgerthnms. Die letzten Nummern der„N. Nachr.", welche zu öffentlichen Zusammenrottungen gegen eine der gesetz- gebenden Körperschaften des Landes aufforderten, wurden von allen Freunden des Umsturzes der bestehenden Ordnung gierig verschlungen.„So muß es kommen", hieß es,„die Bourgeois müssen mit gutem Beispiel vorangehen...." Was die letzteren Bemerkungen betrifft, so sind dieselben zu plail, um eine Antwort zu verdienen. Was aber den Jubel in sozialdemokratischen Kreisen anbelangt, so ist dieses insoweit richtig, als zwar dieser Jubel nicht laut wird, aber unsere Partei mit der allergrößten Befriedigung zusieht, wie beide„staatserhaltenden" Ordnungs- Parteien sich ganz und gar„unstaatlich" und„unordentlich" auf- führen, so daß sich die Mehrheit der Bevölkerung immer mehr und mehr von einem solchen Treiben abwendet. Aus unserer Rolle als lachender Dritter herauszutreten, haben wir nicht die geringste Ursache." Das Abgcnpdurtenhnus führte am Montag die Be- rathung des Etats der Vauverwaltung ohne irgend wie allge- meinere Debatte zu Ende, und begann darauf mit der Berathung des Etats der Ansiedelungskommission. Bei letzterer wiederholten die polnischen Redner v. Jazdzewsti u. v. Czarlinski ihre Be- schwerden über die ungleiche Behandlung des polnischen Elements durch das Ansiedelungsgesetz und bemängelten die Thütigkeit der Ansiedelungskommission besonders nach der Richtung hin, daß dieselbe den freien Privaterwerb hindere und die Auswanderung befördere. Der konservative Abg. v. Pnttkamer-Plauth bezeichnete das Gesetz als nothwendig, um die Integrität des preußischen Staates zu wahren. Ihm hielt aber Abg. v. Czarlinski entgegen, daß einerseits niemand das Recht habe, die Loyalität der Polen anzuzweiseln, und auf der anderen Seite von der kleinen Mino- rität der Polen die Schädigung eines großen Staates nicht anzu- nehmen sei. Herr v. Pnttkamer-Plauth entrüstete sich im weiteren unter der üblichen Hervorkehrnng der nationalen Phrase noch be- sonders darin, daß von deutscher Seite bei den letzten Reichstags- wählen mehrfach für polnische Kandidaten Stimmen abgegeben seien. Abg. Windthorst hielt dem jedoch entgegen, daß gerade die Absonderung der deutschen und polniscyen Elemente am meisten zur Entfremdung beitrage, während durch ein Zusammengehen beider Theile der Gegensatz sich leicht verwischen werde. OrdnungsparteUiche Lebensart. Anzeiger", einem Lokalblatt, welches im decken erscheint, veröffentlicht(Nummer vom 4. März) ein Bergarbeiter nachstehendes Eingesandt: In wie wenig schmeichelhaster, aber um so brutalerer Weise doch noch mancher Bergwerksdirektor mit abge- legten und jetzt wieder um Arbeit nachsuchenden Bergleuten verfährt, beweist nachstehender Fall, welcher mir kürzlich wider- fahren ist. In der edlen Absicht, mir wieder Arbeit zu ver- schaffen, ging ich zu dem Direktor eines im hiesigen Revier gelegenen Werkes und fragte in ganz höflicher Weise, ob ich wieder Arbeit bekommen könnte, worauf ich den kaum glaub- lichen in folgenden gemeinen Worten ausgedrückten Bescheid er- hielt:„Einen gewesenen Bergarbeiter gebe ich keine Arbeit. Geht hin zu Euren rothen, schuftigen Hunden, wie Bebel, Lieb- Inecht und Konsorten, und laßt Euch von diesen Arbeit geben!" Nachdem mir diese, von einem„stndirten und mithin auf der höchsten Bildungsstufe stehenden Man»" gethane Aenßerung ins Gesicht geschleudert worden war, ersuchte ich denselben um Auszahlung meines noch rückständigen Kaffengeldeö, worauf mir zwar in etwas höflicherer Form erwidert wurde, daß das- selbe nicht übertragbar sei, um so„unhöflicher" aber gestaltete sich das Benehmen dieses Herrn Direktors dadurch, daß er mir, jedenfalls in seiner Aufregung über diese gerechte Forderung, einen sehr unsauberen Brocken körperlichen Unrathes vor die Füße spuckte.— Eigentlich geht es gegen mein Anstandsgefühl, diese wahre Thalsache der Oeffentlichkeit preiszugeben; jedoch halte ich es aber ans dem Grunde für meine Pflicht, dies zu thun, damit jeder gebildete Mensch den argen Kontrast sieht zu dem Benehmen, welches so ein Herr in der sogenannten besseren Gesellschaft zur Echan trägt. Wie unsinnig aber auch die Aeußernng von Seiten des Heren Direktors war, mir von Bebel, Liebknecht und Konsorten Arbeit geben zu lassen, beweist der Umstand, daß derselbe wahrscheinlich gar nicht weiß, daß genannte Herren nicht als' Arbeitgeber, sondern nur als wirk- liehe Arbeitervertr'eter im deutschen Parlament kandidiren und mithin durch ihr reelles Handeln nicht schuftig, sondern offen und ehrlich vorgehen, denn sonst würden ihnen nicht, wie die Neuzeit glänzend bewies, viele Tansende von Herzen vertrauensvoll entgegenschlagen. Maffpegelnnyr» von Arbeiter», die nicht nach der Pfeife der Kartetlbrüder getanzt haben, werden von vielen Seiten gemeldet und sind namentlich in Sachsen sehr an der Mode. In den industriellen Dörfern und kleineren Städten deS Erzgebirges, Ivo die Arbeiter nicht den Rückhalt starker Organisationen haben, rächen die Herren Kartellbrüder sich jetzt für die ausgestandene S&ahlangst und die erlittenen Wahlniederlagen. Ans dem L-aarrevier, 8. März, wird der„Franks. Ztg." geschrieben: Bei den gestern ans den verschiedenen Gruben vor- genommenen Wahlen zu den Zlrveiterausschüssen sind, wie kaum anders zu erwarten war, fast ausschließlich Mitglieder bezw. Vertrauensmänner des Nechtsschntzvereins gewählt worden. Dabei hielten sich die Bergleute da und dort nicht an den§ 3 der von der Behörde bekannt gegebenen Wahtbestimmungen, wonach aus jeder Cteigerabtheilung ein Vertrauensmann gewählt werden soll, welcher dieser Abtheilnng angehören muß; sie stützen sich ans einen anderen Passus in jenen Bestimmungen, wonach für jede Berg- inspektion von der Belegschaft derselben aus ihrer Mitie die Ver- trauensniänner gewählt werden sollen. Bei Anwendung des§ 8 hätten nicht so viele Mitglieder des Rechtsschutzoereins gewählt werden können, da die Inspektionen, wie wenigstens von verschiedenen Gruben verlautet, sämmtliche Vertrauensmänner des Rechtsschutzvereins in eine Abtheilnng gelegt hatten. Die Berg- (eilte aber sahen in der behördlichen Maßregel ein Mißtrauens- votum gegen den Rechtsschutzverein und meinen, man könnte die Gewählten nachträglich noch den betreffenden Steigerabtheilungen zuweisen. In einem Falle hat dies bereits zur Nichtbestätignng In dem„Planitzer i Zivickauer Kohlen- der Wahl eines Vertraueusmaunes seitens der Inspektion geführt Jedensalls wird die für Sonntag, den IG. d., geplante, wahrscheinlich in Dndweiler stattfindende allgemeine Bergarbeiter- Versammlung sich mit dieser Angelegenheil befassen. Die beiden Saarstädte«st. Johann und Saarbrücken sind wegen der Saal- Verweigerung und ihres Verhaltens bei den Wahlen von den Bergleuten in eine Art Bann gethan, infolge dessen die geschäst- lichen Beziehungen sich auf das Allernothwendigste beschränken: geht doch die Abneigung der Bergleute soweit, daß sie keine Wirthschasten in ihren Orten mehr besuchen wollen, in denen Bier gezapft wird, das in den beiden Städten gebraut ist. Ans Leipzig, 9. März, wird uns geschrieben: Der Redakteur des„Wähler", Heinisch, der heute eine 7 teigige Gefängmßhast(wegen Preßvergehens) angetreten hat, ist vorige Woche mit einer Anklage wegen„Aufreizung der ver- schiedene» Volksklassen" bedacht worden. Und warum? Weil er in einem Wahlartikel die Kartellbrüder an- gegriffen und:„Nieder mit dem Kartell!" ge- schrieben hat.— Daß das„Kartell" eine„Klasse" (oder gar eine„Slaatsinstitution") sei, hatten wir bis dato allerdings nicht geahnt. Sollte die Staatsanwalt- schast mit der Anklage Glück haben, so wird jedes Oppo- siiionsblatl in Deutschland seinen Ausreizungsprozeß be- kommen, und die Geschichte des deutschen Preßjammers wird um ein neues Kapitel bereichert sein. Auch die Ohrfeige, welche der wahlschleppende Freibier- Studiosus in Connewitz erhielt, weil er einem Arbeiter den Stimmzettel wegnahm und zerriß, soll zur Begründung der Anklage dienen. Die Kartellpreise, welche— nach gleicher Logik— die Mordafsären bei Berlin und im Bennigsen'schen Muster- Wahlkreis veranlaßt, muß dann mindestens ans Hochverrath angeklagt werden. Ans LjaUe schreibt man dem„B. T": Mehrere Austräger von Wahlstngblättern und Stimmzetteln für den Kandidaten der sozialdemokratischen Partei sind von der Polizeiverwaltung mit einem Strafmandat überrascht worden.— Tie Mittheilung sagt nicht, auf Grund welchen Gesetzes die Strasversiigmig erlassen sein soll. Wir sind darauf um so mehr gespannr, als uns jede Vermuthiing hierüber fehlt. Das AuStheilen von Stimm- zetteln ist bekanntlich an polizeiliche Erlaubniß nicht gebunden. Karmen, 10. März. Die sozialdemokratischen Wähler von Barmen gedachten die Wiederwahl ihres Reichstagsabgeordneten Harm diirch eine Festlichkeit zu feiern, was jedoch von der Polizeibehörde auf Grund des Sozialistengesetzes nicht gestattet wurde. Keflu-dming. Der bekannte Polizeidirektor Krüger ist dieser Tage zum Geheimen Regiernngsrath ernannt worden. Bekanntlich hieß eS vor einiger Zeit, es sollte auf die Dienste des Herrn Krüger verzichtet werden. Statt dessen ist er befördert worden. Dänemark. Aus Kopenhagen, 9. März, wird der„Nordd. Allg. Ztg." gemeldet: Zu Abgeordneten für die Berliner Konferenz zur Verbesserung der Lage der arbeitenden Klassen hat die Negierimg, wie jetzt die„Bxrl. Tidende" mitgetheilt hat, den Bankdirettor Geh. Etatsrath Tietgen, den Fabrik- inspektor Dr. Topsöe und den Direktor der„Neuen dänischen Brandversichernng" L. Brümsen ernannt. Tietgen ist der größte Geschäftsmann des Lande?. Grotzbritanniett. London, 10. März. Das Unterhaus hat das Ameudemevt Gladstone's, betreffend den Bericht der Parnellkoinmission, mit 830 gegen 2G8 St. abgelehnt. Hierauf wurde die Debatte über den Antrag Smith vertagt. In E n g l a n d schwebe» gegenwärtig Verhandlungen zwischen den Minenarbeitern und den Grubenlords, deren Fehlschlagen leicht zu einem sehr ausgedehnten Streik führen könnte. In der Konferenz, welche vorige Woche gehalten wurde, machte sich ein bedeutender Zwiespalt zwischen dem Bund der Lkohlenwerke (federation ot coal Owners of England and Wales) und dem Bund der Kohlenarbeiter(National federation of miners) geltend. Die Bergarbeiter bezogen sich auf die Mittheilungen über die 5iohlenprcise, welche die Vertreter der Eisenbahn vor dem Eisenbahnausschnß gemacht haben, danach hätten die Preise eine Steigerung von 20—30 pCt. erfahren. Eine Anzahl der Minenbesitzer wiederum bestritt, daß sie von den gesteigerten Preisen einen entsprechend großen Borthcil zögen; vielmehr waren die Arbeiter bereits im vollen Besitz der Durch die Steigerung de? Preises erzeugten Besserung. Eine Versammlung der Kohlenwerlseigenthnmer am Freitag faßte eine Resolntivn, die einen Schiedsspruch zwischen den Eigenthümern und den Ar- beitern in das Auge faßte, es soll darüber entschieden werden, ob die realisirten Preise eine Steigerung der Löhne rechtfertigen. Das Ergebniß des Schiedsspruches soll, wenn möglich, vor dem I.Mai bekannt gegeben werden, und wenn die Schiedsmänner eine Erhöhung gerechtfertigt finden, soll dieselbe vom nächsten Sonnabend beginnen, auf welchen die Bergarbeiter gekündigt haben. Dieser Vorschlag hat die Zustimmung der Arbeiterver- treter nicht gesunden, welche jetzt einen Streik als unvermeidlid) prffnrPir Qitnvmthitfnrtinirt iinrt QHfmDn Xi» mtf utrtSnvr» Höhe der geforderten Löhne. Die Minenbesitzer wiederum halten entgegen, daß sie den Vortheil der gestiegenen Preise noch keines- wegs durchaus zögen, vielmehr noch vielfach unter Verträgen ar- beiten, welche aus den alten Preisen beruhen, während die Ar- beiter so weit gingen, selbst noch erst zu erwartende Steigerungen mit in Berechnung zu ziehen. Frankreich. Bei einer in Toulouse abgehaltenen Boulan- gisten-Versammlung, der Laisant. Dero u lüde und Roche beiwohnten, kam eS zu einer Schlägerei. Ein Polizist erhielt einen Meffersiid). Ein Mann wurde vor dem Lokal zu Boden geworfen und von den Pferden eines.Wagens getreten. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen. Paris, 11. März. Der Ministerrath hat endgiltig zu Delegirten für die Berliner Konferenz ernannt Jules Simon, Tolain und Bnrdeau, ferner den General-Mmen- inspektor Linder und den Mechaniker Delahaye; außerdem werden den Delegirten technische Mitarbeiter beigegeben werden, darunter ein Inspektor für die Kinderarbeit in Fabriken. Paris, 11. März. Nachmittags 4 Uhr versammelten sich die Delegirten zur Berliner Konserenz im Ministerium des Ans- wärtigen unter Vorsitz des Ministers Spuller behufS Wahl von technischen Delegirten, die ihnen beigegeben werden. Letztere werden an den Berathnngen der Konferenz nicht theilnehmen, sondern nur den offiziellen Delegirten die nöthigen Jnfor- mationen liefern. Außerdem werden sich die Delegirten heute über verschiedene der Konferenz vorzulegende Fragen verstän- digen. Dieselben reisen ebenso wie die technischen Beirälh? morgen'Abend ab. Belgien. Brüssel, II. März. Außer den bereits gemeldeten belgi. scheu Vertretern ans der Berliner Konferenz, Baron Greindl und Deputirter Jacobs, hat die Regierung noch den Grubendirelkor Harze und Baron Arnold t'Kmt de Roodenbeeke zu Konferenz delegirten ernannt.<\ Italie«. Ron,, 10. März. Dein Vernehmen nach werden zn Delegirteil auf der Berliner Konferenz der Depntirte Ellena, der Senator Boccardo und der Generaldirektor des statisti- scheu Amts Bodio in Aussicht genommen. Rom, 8. März. Die gestern in Mailand erfolgte Verhaftung von 23 angeblichen Anarchisten steht im Zu- sammenhang mit der täglich empfindlicher werdenden Ar- bcitskrisis in der lombardischcn Hauptstadt; allein im Bau- Handwerk sind gegenwärtig 2000 Arbeiter unbeschäftigt, aber auch in den anderen Gcwerken ist die Arbeitslosigkeit sehr bedeutend und die Aussicht auf Verbesserung der Lage vor- läufig ausgeschlossen. Die metallurgischen Werkstätten haben erklärt, erst in vier Wochen die Zahl der Arbeiter vermehren zu können, aber auch dann in so bescheidenem Verhältniß, daß den Arbeitern damit nicht viel geholfen sein wird. Die Kommune hat sich bei der Regierung und den Eisenbahn- gescllschaftcn dafür verwendet, daß neue Arbeiten in Angriff genommen würden, aber bisher erfolglos, so daß sie genöthigt war, vorgestern 3000 Lire unter den Arbeitern vertheilcn zn lassen und demnächst diesen Akt der Wohlthätigkeit wiederholen will. Wenn es so am grünen Baume aussieht, im Jndustriezentruni Mailand, kann man sich leicht eine Vorstellung von den Zuständen in Rom und Süd-Jtalien machen. Und bei derartigem Mangel in der Bevölkerung, bei oiesein täglich zunehmenden Elend macht Herr Crispi der Kammer das Geständnis!, daß für das unglückselige afri- kanische Unternehmen bereits 100 Millionen gespendet worden seien! Welch' herrliche Arbeitsgelegenheit hätte uian mit dieser Riesensumme dem italienischen Volke verschaffen, wie weit hätte man damit beispielsweise die Bonifikation des Agro romano fördern können, obne welche Rom ans seinen wahrhaft unglaublichen Lebensbedingungen niemals heraus- kommen wird! Was nun die Verhaftung der angeblichen Anarchisten betrifft, so ist bis zu diesem Moment noch nicht festgestellt, daß dieselben unter den beschäftigungslosen Ar- beitern eine anarchistische Agitation betrieben haben. Die Verhaftung ist, wie so häufig, auf Verdachtsgründe hin er- folgt, die nicht sehr schwer ivicgen können; der gegenwärtig in Rom verhandelte Prozeß gegen die am 8. Februar v. Verhafteten lehrt täglich von Neuem an drastischen Bei- spielen, wie herrlich weit man ses in Italien unter den» gegenwärtigen Regiment darin gebracht hat. Sprnue». Madrid, 11. März. Der deutsche Botschafter Frhr. v. Stumm überreichte gestern Abend dem Minister des Aus- wärtigen die offizielle Einladung zur Theilnahine an der Berliner Konserenz. Der Minister des Auswärtigen wird heute mit dem Ministerpräsidenten Sagasta konferiren, um die Vertreter Spaniens auf der Konferenz zu bestimmen. Afi-tt. Die Wahlen für d a s k ü n f t i g e P a r l a m e n t Japans sind auf deii 1. Juli d. I. ausgeschrieben worden. Der schon durch das Wahlgesetz eng begrenzte Kreis der Wähler schaft wird durch die Allsführungsverordnung noch mehr be- schränkt. Das aktive Wahlrecht erscheint danach an folgende Be- dingungen gebunden: vollendetes LS. Lebensjahr, einjähriger Wohnsitz im Wahlbezirke vor Zusammenstellung der Wahllisten, einjährige Entrichtung von 13 Dollars Grundsteuer, oder drei- jährige Entrichtung von 13 Dollars Einkoinmensteuer unter Zu- lassung der Summiruna beider Steuern. Tie Kahl � Heime, die Wahlzettel sind offen und unterserstgt MUS- � hohe Zensus schließt alle unteren Klassen ziemlich>ai- � tv von den mittleren Klassen wird die Wählerzah. o'; j schwerenden Bedingungen eine verhältnißmäßig gsu � bilden. In der vom passiven Wahlrechte ausgeschlom»- klasse wird für die Erlangiuig desselben agitirt.. W Nach einer Meldung des„Standard" aus 8#%,# 7. März sind viele Soldaten auf Formos a L � w ständischen übergegangen. Es ist daher letzteren 0, A«;#! Angriffe derNegierungsarmee zuruckzuschlaAem�Drei gegangen, um die Kaiserlichen zu verstärken. Amerika...,„..„((ii, Die fünf weiblichen Fabrik:» f| c j■kll der die in Chicago vor nahe einem Jahre auf Womcn's Alliauce(des Frauenverbandes) und der •-•--■'- r-j. 1iach dem Organisation angestellt wurden, haben sich, der„Arbeiterztg." ausgezeichnet bewährt. durch,/ Bs KV. unter anderem in fast allen größeren Kaufladen o für die augestellten Mädchen Sitze beschafft die städtische Verordnung vorschreibt. Nach der j". � der Jnspektorinnen sollten die Ladenmädchen rni ÄK *& Uh «II ■ttftatti �,:a»shal BPwu �en'fctzung ihr'erH'itze e�lassen wür���-s ���lg( •vv;i*''' is---- ü-■ v Ii heilsam t Meldung machen. Trotzdem kam Mädchen hatten eben Furcht, auf die„schwarze L'ste zu werden. Schließlich bewirkte der Obermspckt�� x zu wcroen. scyuexna) vcwlrile uvt daß die betreffende Verordnung gedruckt und an bcsitzer geschickt wurde. Gegenwärtig ist, wen g! � � allen größeren Läden, die erforderliche Zahl von« v Händen. kQ Krau As). kZwilstan! 1 Wtanbcg i Uräumen Tireater. M i t t w och, den 12. März. Gprrnhanv. Der Trompeter von Säkkinaen. Schauspielhano. Die Quitzow's. Frsstna-Theater. Die Ehre. Orrliner Theater. Der Veilchen- fresser. Deutsche« Theater. Die Stützen der Gesellschaft. Friedrich-Wilhelmltädt. Theater. Der arme Jonathan. Dlallnee-Theater. O, diese Männer. Histtoria-Theatrr. Stanley in Afrika. zystend-Theater. Der Fall Cle- menceau. Ztestdeui-Theatcr. Marquise. KeUeaUianec- Theater. Der Nautilus. Köuigstädtische« Theater. Preciosa. Crntrat Theater. Ein gemachter Mann. Adolf Ernst- Theater. Der Goldfuchs. Theater der Krichshallen. Speziali- tätenvorstellung. Gebr. Nichter'» Aarittt. Speziali- täten-Vorstellung. Kaufmann'« Variotö. Spezialitäten- Vorstellung.___ American-Theater Dreodenrrstraße 55.__ Täglich Vei-steliMHa. 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Steuern, Porto, Depeschen und Stempel...... „ Jnventar-Conto Abschreibung.... „ Bankgebäudc Boßstr. 84/84«. 693 289 10 296 Bauliche Veränderungen und lln- M. 36 278,24 kosten ab Miethsertrag M. 25 000,- „ Reingewinn 11278 4 015 973 Pf- 82 91 24 58 55 Con- Per Gewinn-Vortrag von 1888 „ Gewinn auf Wechscl-Conto „„„ Effecten und sortial-Conto...... „ Gewinn auf Sorten- und Coupons- Conto........ „ Gewum auf Zinsen-Conto... »» v Provisions-Conto.. 4 730 833 Kerlin, den 31. Dezember 1889. Die Direction der Nationalbank für Deutschland. Peter. Stern. Mark iS5 .637� si Umlief «Is cr 1 i H 5-» un & I 1 N 4730 sJ icntll i tut b'W l Verantwortlicher Redakteur: Citri Kaaste in Berlin. Druck und Verlag von Mi,»' Kading in Berlin 8W„ Beuchstrahe 2. Hier«»«ine Fei> :eii« f «; W M I di- CilllK Priislp iai, m ich*!' aNI, M Mittwoch, de» IS. Mörz 1890. 7. Jahrg. tot«11; .ben d«« kb# Tio»»»,ttttnole S. V MiW falle s« 0e|� Wilidjj ... Kapitel V.(Untcrrichtsvcrwaltang). ecke), Kapitel VII.(Armenverivaltung). Kapitel VIII. r.rk.Wcti'tinin vir.(Nrineaverivairung). jtapuei»m. '■M 9)0* �alt�'Uenhaus Moabit, Kapitel IX.(Park- und Garten- " fCenn,t*t VTT /m.................. ,.,.s Cf.-,. �flbfUftd yfV;u{' itapitel XII.(Polizeincrioaltung) und vom jka- *n\l':IP ,JiimiiV»..vlcJc�icbene Einnahmen und Ausgaben) der Etat für ... itfPTOanW i�nmter'~ Berichterstattung über die Petition des � sreireligiösen Gemeinde um Ueberlassung von - bum Religionsunterricht der Gemeinde nnd Be- � m? ,�ues Geldbetrages für dieselbe.— Schreiben .:1 auf die Anfragen von Mitgliedern .* lün lainnilnng, betreffend die Aufstellung der Wahler- PL H k>°,! stattgehabten Reichstagsivahleu.— Vor- ' Siifpns• Weiterverpachtung der Ehausseegeldhebestelle zu chrilst fi oin!pCrlnn den bisherigen Pächter— desgl., betr. den Neu- W �iisrt,;J. Tepotgebäudes für die Straßenreinigung ans dein Hr. ae der 84. Gemcindeschule, Keibelstrasie Ö1/32— desgl., P'r �tuiin?aderiveitige Feststellung des Bedarfs deS für die Bc- Mdimi der öffentlichen Petroleumlaternen erforderlichen Pe- > desgl., betr. die Herstellung einer glänzenden Gas- ii. �laufi 9 an einzelnen Stellen der Stadt— deSgl., betr. den " li � W.?.�nler städtischen GrundstücksslächÖ in Treptow gegen , IllV �leny� �ache— desgl., betr. die Ueberlassung städtischen Vor- am Binetaplatz 4/5 an den Besitzer des dahinter hpti,.,; Terrains— desgl., betr. die Einsehung einer gemischten "chimr*1 Zur Vorbcrathung der für den X. internationalen WlsJ.. Kongreß zu treffenden Veranstaltungen, sowie die lüD'''tleno 1? der betreffenden Geldmittel- Vier Rechnungen— lÄÜfrt.'»em or i.elr- die Entlassung eines Rathsztmniermeistcrs aus "') ,>! kW,»;*, auf eigenen Antrag— deSgl., betr. den Ablauf der I. B-«t, v'®lnc§ Bürgerdepntirten bei der Schuldeputation— desgl., iL J«uroah[ eines Bürgerdepntirten für das Turnkuratorium, •sitio»' die Deputation zur Verwaltung der Park- und Garten- iw P1 desgl., betr. die Bewilligung von Gratifikationen an �sten der Feuerwehr aus Anlap ztirückgelegter Sbjähriger tiW' Tolrnles. läßt sich auch der Erfinder dro allein selig- t d' 5'' sUallregimcntv, Dr. Gustav Jäger in Stuttgart, ,>jufluenza vernehmen und giebt sein Gutachten darüber st f,.- et Erfahrung, denn so ivetter- und seuchenfest er auch ff u1.ln mag, der Influenza war er doch nicht gewachsen, und . oii« ,,'h" tüchtig mitgenommen zu Halen. Es ist dies um ill �«bm."der, als Tr. Jäger unter seinen Anhängern die 0»oi,!"ltttng gemacht haben will, daß die„Wollenen" entweder Jnb rj* Influenza ganz verschont blieben oder mit einem rasch M. Ht verlausenden Anfalle davonkamen. In seinem eigenen Llaubt allerdings Tr. Jäger, daß er die Influenza durch iv mrr,,*._ � �-• Vv rt- x.?----- rt........ arri-», H«t ik9 erhalten habe, und beschuldigt einen Herrn aus Wien, Msz-,'?"> die unangenehme Bescheerung in Haus gebracht habe. �erzählt der Wollapostel in der neuesten Nummer seines k| Qrt"stco seine Kranlhcitsgeschichte, und als Laie muß man M- �dings wundern, daß der wollene Siegfried dabei W,,.1 gliinpflich davongekommen ist. Zuerst hat er die J*1 als Sänger gespürt und berichtet darüber: j�0"netstag wurde nach einem Jagdessen mnsizirt, und n,;.». llch1 gut bei Stimme und bei Laune war, ließ ein h"..'�de", ein Lied vorzutragen. Am Schlüsse nahm ...., gvjEoenfimto zu übermüthig, fpürle einen Schmerz und war Mfcl).°)"ent an heiser. Die Influenza fand also an mir einen '"�möchten Punkt und einen Punkt, der überhaupt von mir ein schwacher Punkt war, und an diesen« faßte -Jh■ ,®ic Influenza begann also bei Herrn Jäger als ein N bii> Kehlkopses, warf sich aber dann mit voller Stärke R-..�'"feafchleimhaut; Jäger verschont seine Leser nicht mit .chedk chUyrlichen Beschreibung aller Krankheitserscheinungen. « Ws 91119 cr aber am dritten Tage seiner Erkrankung auf U)eif?:',u"d cS kann also Niemanden Wunder nehmen,«venu berichtet 0„An den zwei Tagen, die auf die Jagd folgten fno.vr, fünfter Tag), war mein Krankheitsgefühl stärker und N irfeSnPucnzagcfch.nöck so. daß nur �nichch Jchmedtc�Qls - Äci!,. �aut. An diesen zwei Tagen blieb ich bis Mittag i?o�jz"nd ergab mich dem Genüsse von Lindeublüthenthee mit L.ct r,.„ tnK dem Erfolge, daß ich anhaltend leicht schivihte." > er r!,a stch durch diese Erfahrung nicht witzigen, nnd fl'ch am Morgen des siebenten Tage? wieder„pndcl- At ej».1, B.te, machte er im Vertrauen auf seine Wetterfcstig- Ichlno,. Spaziergang auf die Höhen um Stuttgart und lllach- »dia»«t1. seiner Frau bei scharfem Wintenvetter eine zwei- Wfchf im offenen Wage».„Aber ich hatte mich getäuscht", Vih k>�I.„Man sagt, man solle bei der Influenza nicht zu Ar.<1�"Wchen, sonst kommt sie wieder." Diesen Satz fand I ,Weieii?,CV""4 an sich bestätigt; cr fühlte sich beim Gehen im H k;""ßepöhnlich ermüdet, mußte sich auch den achten Tag ore-z-.-.Kalste de- neunten mit Bettliegen und Lindeublüthen. >arn? ve- ueuiitr» II..*...... M------- x" beschäftigen und verlor erst iir den nächsten Tagen Aiii, x9. den Schnupfen und Kehlkopfkatarrh. Dr. Jäger glaubt M dein* Influenza ein„Luftgift" zu Grunde liege, dem man y'11»,,' Bewegen im Freien mehr aussetze, als ivenn man im %iji,°der im Bette bleibt, daß aber dieses Lustgist für sich ä 5 die Bakterien die Influenza nicht zu erzeugen ver- Aispgg.Aoberhaupt ist Dr. Jäger der Ansicht, daß der spezifische An'"»Off bei der Influenza ein ganz anderer sei, als bei ptoiaf ,'e" anderen Seuchen, und nicht vom Mensche» selbst vo»d-r�tde. Was dieser Stoff aber ist— das weiß vor der ,%. 1■oäger selbst noch nicht. dir zlrbrrkrribuug der zlajiHeutl/eorie hielt .»Rir*.? des m voriger Woche in den Räumen des Pharma- Äffst;'i Instituts in der Dorotheenstraße abgehaltenen Kon- r}* Snh balneologische» Gesellschaft der Badearzt Dr. Haupt Aegentiw Vortrag über die Erblichkeit der Tuberkulose.— Ii 3:,,,.., der bisherigen starken Hervorhebung der Verbreitung �lfcm?rrf•,'0fe durch Ansteckung bezw. der Entdeckung des N°i»e di'rch Professor Koch beginnt sich, wie Redner .™orin X �ontfion bemerkbar zu machen, welche der früheren jstni"Erblichkeit der Lungenschwindsucht" wieder mehr zu x�e„ r"�helfen dürfte.— An der Hand einer für Bad Affin Leiteten Statistik suchte Dr. Haupt zu beweisen, wie wen, ,rte», die von einer großen Zahl von Schwind- aufgesucht werden, die von anderer Seite behauptete Anstecknngssähigkeit der Schwindsucht im Stande ist, die Sterb- lichkeitsverhältnisse der mit den Kranken beschäftigten nnd die- selben bedienenden Bewohner des Badeortes zu verschlechtern.— Diesen Ausführungen schloß sich im Große» nnd Ganzen Dr. Römpler aus Gvrbersdors über dasselbe Thema an, indem er gleichfalls eine Statistik für Görbersdorf vorlegte.— Es wäre demnach an der Zeit, daß die übertriebene Furcht vor der Ansteckung durch Bazillen, welche hauptsächlich durch ent- stellende Berichte in's Publikum gedrungen ist, einer besseren Einsicht im Interesse vieler Kranken Platz machen mochte. Im Rrichstrlrgraplirngebict werden seit mehreren Jahren eingehende Ermittelungen über die elektrische Erscheinung des Gewitters, insbesondere über die Einwirkung der atmo- sphärischen Elektrizität auf den Betrieb und die technischen Ein- richtungen der Telegrapheuanlagen angestellt. Für die ober- irdischen Reichs-Telegraphenanlagen sind gegenwärtig 900 Tele- graphcnanstalten beauftragt, Auszeichnungen über den Verlauf, die Dauer, die Richtung ic. der vorkommenden Gewitter zu machen. Die Ergebnisse dieser Beobachtungen werden im„Auch. f. P. n. Tel." veröffentlicht. Im Allgemeinen hat sich ergeben, daß die unterirdischen L e i t u n g e n zwar nicht ganz den Einwirkungen der atmosphärischen Elektrizität entzogen bleiben, daß diese Einwirkung jedoch wesentlich geringer ist, als bei den oberirdischen Leitungen. Bei den unterirdischen Leitungen sind im Jahre 1888 im Ganzen 338 Störungen durch Gewitter bemerkbar gewesen,(bei den oberirdischen Leitungen sind dagegen 2375 Beschädigungen vorgekommen. Was die S t a d t- F e r n s p r e ch- a n l a g e n betrifft, so erscheint die Thatsache bernerkenswerth, daß trotz der mit außergewöhnlicher Heftigkeit mehrfach stattge habten Gewitter der Blitz in den mit Stadt-Fernsprechanlagen versehenen Städten im Vergleich zu früheren Jahren auffallend wenig eingeschlagen hat, so daß die Annahme nicht unberechtigt erscheint, daß daZ über den Dächern ausgebreitete Leitungsnetz bei Ausgleichung der atmosphärischen Elektrizität einen sehr wirksamen Schutz ausübt. Das Kanprojelit der Engroo-WarlithallH welche auf dem in der Neuen Friedrichstraße erworbenen Terrain aufgeführt werden soll, liegt jetzt vor. Die vier Flächen der Halle, welche in der ungefähren Große der Zentral- Markthalle erbaut werden soll, liegen nach der Neuen Friedrichstraße, der Parallelstraße, der Kaiser Wilhelmstraße und der Rochstraße. Nach den erstgenannten drei Straßen wird die Halle Eingänge haben. Bei dem Vau der Engros-Markthalle, welche natürlich direkten Eisenbahn-Anschlnß haben wird, werden alle beim Marlthallenbau bis jetzt gemachten Erfahrungen verwerthct werden. Die Halle wird, wie die„Allg. Fleischerzrg." schreibt, mit Ventilations-' und großen ätühlvorrich- tungen versehen werden. Ter Flrisch-Engrosmarkt in den sieben Bögen fällt nach Fertigstellung d»r Halle— man hofft in zwei Jahren— natürlich fort. Zwischen der Engros-Markthalle und der Zentral-Markthalle wird die Verbindung durch die Eisenbahn- Anlage, sowie durch einen die Kellereien berührenden unter- irdischen Train hergestellt werden. Für später erwartet mau übrigens, daß der Engrosvcrkehr sich so vermehren wird, daß auch die jetzige Zentral-Markthalle für den Engroshandel in An- spruch genommen werden wird. Es soll dann eine neue, aus- schließlich für den Detailhandel bestimmte kleinere Halle daneben erbaut werden. Das Gpfer eines mörderischen Ileberfallo wurde am Donnerstag der in Berlin arbeitende Maurer Förslerling aus Steinbeck, Kreis Qbcr-Barnim. Derselbe war am Abend mit der Bahn nach Bieseuthal gefahren, woselbst er»och verschiedene Kommissionen zu erledigen halte. Abends 11 Uhr inachte cr sich auf den Weg, um durch die Grünthaler Haide nach Hause zu gehen. Mitte» im Walde, zwischen Grünthal und Gratze, kamen ihm nun zwei ihm unbekannte Männer entgegen, welche ihn gc- meinschaftlich packten und zu Boden ivarfen. Försterling war im ersten Augenblick ganz verblüfft, geivann aber seine Thatkrast wieder und raffte sich vom Erdboden auf, um nunmehr auf seine Angreifer loszugehen. In diesem Augenblick krachte ein Schuß; einer der Wegelagerer hatte einen Revolver auf Försterling ab- geschossen und ihn in den Unterleib getroffen. Försterling war sofort zusammengebrochen, während die beiden Angreiser das Weite suchten, ohne ihr Opfer beraubt zu haben. Als der Schwer- verletzte wieder zum Bewußtsein kam, schleppte er sich mit Roth nnd Mühe bis zu der Wohnung des Kutschers Müller in Beer- bäum, woselbst er noch Licht bemerkte. Er hatte die Strecke bis Bcerbaum in gebückter Stellung zurückgelegt, da er vor Schmerz nicht ausrecht gehen konnte. Als er nunmehr Rock und Weste auszog, nm die'Wunde z« besichtigen, schoß ein starler Blutstrahl ans derselben hervor. Auf Veranlassung des Inspektors Frick wurde Försterling noch in der Nacht nach Eberswalde ins Krankenhaus gebracht. Von den Angreifern ist bisher nichts ermittelt. Ein früher in Kerl!» ,,l>erühi»trr"Derl-reiherZlnmens Ulicharl Klein, der vor Jahren der hiesigen Polizei mit seinen Einbrüchen viel zu schaffen gab, ist jetzt in Paris, Ivo er unter dem Spitznamen„Bemi-Garvon" lebte, wegen zahlreicher schwerer Verbrechen verhastet worden. Derselbe war besonders bekannt dadurch, daß er nur eiwAuge hatte; er verstand es aber, durch geschickte Einschiebuug eines Glasauges,' sich überall unkenntlich zu machen. Obgleich iviederholt ans Frankreich ausgewiesen und an die Grenze geführt, kehrte er doch immer wieder nach Paris zurück. Dort war er der Chef einer weitverziveigten Bande, welche die geivagtesten Verbrechen ausführte. Ter Untersfichungs- richter Athalin, der seine Verhaftung bewirkte, konnte durch Weg- nähme des Glasauges sofort die Persönlichkeit des Verbrechers feststellen. Klein wird nun jedensalis für lange Zeit unschädlich gemacht. Durch einen Dnmmrnsnngenstreich ist am Sonnabend Vormittag einem Maurer schweres Leid zugefügt worden. Der- selbe war auf einem Bau in der Görlitzerstrape mit dem Löschen von Kalk beschäftigt, als ein etwa 12jährigcr Knabe einen großen Stein erhob und diesen 1» die zischende und brodelnde Masse schleiiderte, daß sie hoch ausspritzte. Der flüssige Kalk traf den Arbeiter gerade in das Gesicht und zwar so unglücklich, daß er ihm in beide Augen drang. Der völlig hilflos gewordene Mann mußte von seinen 5kamerade» weggeführt werben, nnd man brachte ihn in die nächst belegene Sanitätsivache. Eine dort vorgenom- uiene Untersuchung ergab leider, daß das rechte Auge bereits völlig zerstört war. Zur Erhaltung des anderen Auges wurden auf der Wache sofort die geeigneten Maßnahmen ergriffen und dann der Unglückliche nach einem Krankenhanse überfuhrt. Nach Meinung der Aerzte ist Hoffnung vorhanden, wenigstens das eine Auge zu erhalten. Der Ulodelltischlcp Den? Julius(Otts, Pankstraße 24 o, ersucht uns um die Mittheilung, daß er mit dem in Nr. 58 un- 'ereS Blattes erwähnten Tischler Otto nicht identisch ist. Gelrsruo Arbeitrrbliitter können im Zigarrengeschäft von Gottsried Schulz, Admiralstraße 40 a, abgegeben werden. Ebenso werden die Genossen ersucht, welche im Besitz von passenden Adressen sind, solche ebendaselbst abzugeben. Ans Kchwanebräi wird uns Folgendes gemeldet: Durch die Stichwahlen im Niederbarnim er Wahlkreise hat der Bäcker- ineister Hans Casper in Schwanebeck, weil er bekanntlich Sozial- demokrat ist, viel zu leiden gehabt, denn am 20. Februar war nur eine Stimme für Stadthagen abgegeben, am 1. März aber drei Stimmen. Abends wurde noch lange darüber debattirt, wer wohl die zivei ander» Sünder sein könnten und da man zu keinem Resultat gelangen konnte, so beschloß man, vorläufig an diesem Einen sich festzuhalten; und so geschah es auch. Sticht etwa, daß man bewaffnet in seiner Wohnung erschien, sondern man bestellte säinmtliche Waaren und Produkte, die C. seil hielt, ab. Damit Herr C. hier in Berlin mehr Absatz hat, beliebe man Adressen für den Norden bei Gnadt, Brunnenslr. 33 abzugeben, für Weißensee bei.Pfeisen-Müller. Kömgs-Ehanssee, Ecke bei Weißenburgerstraße. Doiizeibemht. Am 10, d. M. Morgens wurde ein Mann in seiner Wohnung in der Friedrichsstraße mittelst einer Schnur erwürgt vorgefunden. Es liegt augenscheinlich Selbstmord vor. — Nachmittags wurde ein vierjähriges Mädchen vor dem Hause Kottbuserdanim 40 von einem leeren Möbelwagen Übersahren und erlitt nicht unbedeutende Quetschungen am Oberarm und Unter- schenkel.— Zu derselben Zeit vergiftete sich ein Mann in seiner Wohnung in der Falckensteinstraße mittelst Blausäure.— Auf dem Bahnhose Friedrichsstraße fand Abends zwischen zwei Männern eine Schlägerei statt, wobei einer derselben durch einen Stock- hieb nicht unbedeutend an der Stirn verletzt wurde, so daß er nach der Universitätsklinik gebrackt werden mußte.— Zu der- selben Zeit wurde vor dem Hause Niederlagstr. 5 ein unbekannter, etwa 45 Jahre alter Manu mit einer stark blutenden Kopswunde bewußtlos aufgefunden und nach der Charitee gebracht.— Am 11. d. M. Morgens brach auf dem Grundstück Admiralstr. 18 in einem fünfstöckigen Fabrikgebäude Feuer aus, dasselbe wurde von der Feuerivehr»ach mehrstündiger Thätigkeit gelöscht. Jiuci feine Leute. Der erste Militär-Attachü der französischen Botschaft, Kommandant Graf Hue, hatte Hierselbst am 23. August ein unangenehmes Abenteuer, ivelcheS Anlaß zu einer Anklage wegen Körperverletzung gegen den Pferdehäc.dler Julius B e e r in a n n gegeben hat. Gras Hue hatte vor einiger Zeit von dem Angeklagten, dessen Eigen- schast als Pferdehändler er nicht kannte, ein Pferd gekauft. Er hielt sich, als er das Pferd näher besah, für übervortheilt und ruhte nicht eher, als bis das Pferd wieder im Stall des Angeklagten befand sich und letzterer das Kaufgeld von 700 M. zurückgezahlt hatte. Seit dieser Zeit scheint in Herrn Beermann's Brust giftiger Groll gegen den Herrn Kommandanten Platz gegriffen zu haben, denn die häufigen Begegnungen, welche er mit demselben im Thiergarten bei Gelegenheit des Aussahrens oder Ausreitens hatte, erhielten immer einen etwas scharfen Beigeschmack. Beermann behauptet, daß Graf Hue lange Zeit hindurch, wenn er zufällig an ihm vorbeigeritten sei, stets ausgespien und ihn mit Schimpfworten, wie„Juden- stnige",„Betrüger" und dergl. überhäuft habe. Der Graf da- gegen behauptete gerade im Gegentheil, daß Bcerinann, wenn cr seine Pferde im Thiergarten einfuhr und ihm zufällig begegnete, unpassende Worte ihm zugeruse» und er dann allerdings mehr- mals ausgespien habe, um demselben seine Verachtung anzudeuten. Am 23. August kam es nun auf dem KönigSplatz zu einer sehr häßlichen Szene. Graf Hue kam von seinem gewöhnlichen Morgen-Spazierritt heim und ritt über den Reitweg des Königs- Platzes seiner in der llioonstraße belegenen Wohnung zu. Hinter ihm kam Beermann auf einem Break daher gefahren, fuhr cirelt auf den Reitweg hinaus und als er ganz dicht neben dem Reiter war, schlug er von seinein Wagen aus denselben mit seiner langen Fahrgerte zweimal über den Kopf. Ein Zenge des Vorfalls er- klärte in der gestrigen Verhaudlnng vor der 2. Straskammer, daß er geglaubt habe, dem Grafen würden die Auge» ausgeschlagen— so fest habe der eine Hieb gesessen. Auch zwei andere Augenzengen haben deutlich gesehen, daß der Angeklagte mit der Gerte zugeschlagen hat. Beermann selbst blieb aber dabei, daß er dem Grasen Hue mit der Peitsche lediglich gedroht habe, weil er über dessen ost wiederholten Beleidigungen erregt gewesen sei.— Ter Staatsanivalt erachtete die That des Angeklagten für um so schwerer, als der letztere den Stand des Grafen Hue und dessen Unverletzlichkeit als Mitglied einer Gesandtschaft kannte. Somit liege eine grobe Verletzung der Gastsrenndschast vor, für welche er 8 Monate Gesängniß beantragte.— Der Gerichtshof welcher annahm, daß an dem fraglichen Tage Graf Hue nicht provozirt habe, erkannte auf 0 Wochen Gesängniß. Nach Ansicht des Gerichtshofes muß ein solcher Uebersall auf offener Straße unter allen Umständen mit Gesängniß geahndet werden, wobei der Stand des Verletzten als Gesandtschafts-Attachö überhaupt nicht berücksichtigt worden ist. Adlige Uomdies. Drei schlagfertige„junge Kavaliere". welche sich in der Weinlaune eine böse Suppe eingebrockt haben, standen gestern in den Personen deS Lieutenants a. D. Freiherr Albrecht v. Marenholtz, Kaufmanns Ernst v. Ettlinger und Graf Klei st v. Loß aus Hannover unter der Anklage der aemcinschastlichen Körperverletzung vor der 4. Straskammer hie- sigcn Landgerichts I. Eines Abends verließ der Bankbuchhalter Eisen, welcher ein kränklicher und schwächlicher Herr ist und sich infolge eines künstlichen Beines nur langsam fortzubewegen vermag, in vorgerückter Stunde die Bank. Es war zur Zeit des Semestralabschliisses, wo die Bankbeamten besonders viel zu thun haben und um sich ei» wenig zu erholen, ging Herr Eisen auf kurze Zeit in das Pschorrbräu und trat alsdann den Heimweg nach seiner in der Mohrenstraße belegenen Wohnung an. Da er bei seinem körperlichen Leiden durch das Gehen etwas ermüdet war, blieb er, um sich zu erholen, an der Mohrenstraßen-Ecke an einem dort befindlichen photographischen Schaukasten stehen. Zu- fällig kam eine ihm bekannte Dame des Weges daher und ei hatte eben mit derselben einige Worte gewechselt, als die drei Angeklagte», von denen Gras Kleist eine Dame am Arme führte, von der Friedrichstraße her die Stelle passirten. Ueber das, waS nun pasfirte, gehen die Darstellungen der betheiligten Par- teien natürlich etwas auseinander, da aber der Gerichtshof die Bekundung deS Bankbnchhallers Eisen vollständig glaubwürdig erachtete, so möge er selbst sein Abenteuer erzähle»:„Bei dem Annähern der Angeklagten gingen Frhr. v. Marenholtz und v. E t t l i n g e r voraus. Graf Kleist mit seiner Dame hinterher. Ich hörte, wie der Erstere bei seiner Annäherung den übrigen zu- rief:„Augen rechts!", unmittelbar darauf stieß mich v. Ettlinger mit dem Ellbogen so heftig in die Seite, daß ich einige Schritte weit an die Wand flog. Ich>var über diese numotivirte Anrempelei im höchsten Maße empört und rief dem Angeklagten entgegen:„Ich verbitte mir eine derartige Ungehörigkeit! Probiren Sie das nicht noch einmal!" Statt einer Entschuldigung erhielt ich weiter einen heftigen Stoß vor die Brust und einen lcästigen Faustschlag in's Auge» so daß ich mich mit meinem eigenen Stocke meiner Haut wehre» mußte. Nun kam Herr von Kleist, welcher sich in- zwischen entfernt und seine Dame in Sicherheit gebracht hatte, seinen Genossen zur Hilfe und hieb mit seinem recht dicken Stock über meinen Kopf, so daß ich einen Augenblick die Besinnung verlor. Bis zur Ankunst des Grasen Kl».st hatten mich die beide» anderen Angeklagte» schon mit Fanstschlägen gegen den Köpf traktirt. Als sich die Herreis, welche noch viele spöttische Bemerkungen machte», entfernten, lief ihnen ineine Begleiterin»ach, bis sie einen Nachtwächter traf, welcher sie zur Wache mitnahm. Auf dem Wege zur Wache bin ich dann noch arg verhöhnt worden. Ich hatte von dein Stock. schlage eine blutrünstige Schmarre über die Backe und Graf Kleist rühmte sich damit, baß er mir„ordentlich eins verseht habe". Dann wurde ich von dem Grafen mit den Worten ver- höhnt:„Mit dem Schmiß können Sie noch anständig renommiren. Da müssen Sie hübsch Karhol und Watte auflegen!" Beim Ein- tritt in das Wachtlokal gab mir Graf Kleist noch einen Nasen- stübcr und die beiden anderen sprachen etwas von„jüdischem Hohnpricster", was mir ganz unverständlich war, da ich katholischer Religion bin."— So weit der Angeklagte, welcher noch erivühnte, daß er zwei Tage lang sein Gesicht kühlen mußte und die Strafanzeige erst erstattete, als sich Niemand von den Herren bei ihm sehen ließ und um Entschuldigung bat. Letzteres ist erst geschehen, als das Berfahren bereits im Gange war. Weder Herr Eisen, noch seine Begleiterin haben den Eindruck gehabt, als ob die drei jungen Herren stark angetrunken waren. Letzteres wurde von den drei Angeklagten besonders betont. Sie erzählten, daß sie von einem Souper bei Drcssel heimgekehrt seien und der erste Konflikt dadurch entstanden sei, daß Herr Eisen mit seiner Dame den Weg etwas beengte. Tie erste Anrempelung sei unab- sichtlich gewesen und in der Weinlaune seien sie durch die energische Art, wie sich Herr Eisen diese Berührung verbat zu dem bedauerlichen Exzeß gereizt worden. Graf Kleist versicherte noch, daß er mit dem Stock nur einen Hieb des Zeugen habe abwehren wollen. Letzterer habe ihn auf die Hand geschlagen und darauf habe er ihm allerdings eine derbe Ohrfeige verseht.— Der Staatsanwalt hielt den Augeklagten ihre angebliche Angetrunkenheit und den Umstand zu Gute, daß sie das körperliche Gebrechen des Zeugen nicht gekannt haben, schwere Folgen auch nicht entstanden sind. Erschwerend falle in's Gewicht, daß die Angeklagten„einem Stande angehören", wo selbst in der Trunkenheit solche Straßenexzesse nicht vorkomme» dürfen und deshalb beantrage er gegen von Marenholh drei Monate, gegen von Ettlinger und Graf 5k l e i st je vier Monate Gefängnis:.— Der Gerichtshof erachtete alle drei Angeklagte der gemeinschaftlichen Körperverletzung, Graf Kleist auch einer solchen mittelst gefährlichen Werkzeuges für schuldig. Er hat, wie der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Martins, wörtlich erklärte, erwogen,„daß Ettlinger in besonders srevelhajter Weise den Streit provozirt und etwas gethan hat, rvas an die gefährlichen»iowdies erinnert, welche Berlin unsicher machen". Der Gerichtshof habe sich ernstlich überlegt, ob hier mildernde Umstände am Platze seien, er habe sich schließlich aber doch dafür entschieden, obgleich hier ein kränklicher und schwäch- lichcr Mensch ohne allen Grund arg mißhandelt worden. Der Gerichtshof glaicht den Angeklagten aber, daß sie angezecht waren, da sonst ihre Handlungsweise ganz unbegreiflich erscheint. Um ihnen nahe zu legen, in wie hohem Maße sie gefehlt haben, hat der Gerichtshof die Angeklagten von M a r e n h o l tz und Graf Klei st zu je 500 M. G et dbn ß e event. 50 Tags Gefängniß, von Ettlinger dagegen zn 1000 M. Geldbuße event. 100 Tage Gefängniß verurtheilt. Dir beide»» Uodalitenro des„Reichs böte»»", Prediger Enget»md Tr. Theodor Müller, hatten sich gestern vor der Strafkammer des Landgerichts I wegen Beleidigung durch die Presse zn verantworten. An» 21. September v. I. erschien im „Reichsvoten" ein längerer Artikel,»velcher sich mit dem Steigen der Kohlcnpreise beschäftigte. Anknüpfend hieran»vurde erzählt, laß die Bergleute in der Saargcgend einen parteilosen Kandidaten 'ur bevorstehenden Reichstagsivahl ausstellen wollten, ans»vclche Zdce die richigen und lenksamen Leute nicht gekonnnen wären, wenn ihre gerechten Beschiverden bei ihrer vorgesetzten Behörde Verständmß fänden. In dieser Bemerkung erblickte die B.'rgwerksdircktion z»» Saarbrücken eine Beleidigung und flrulr den Strafantrag. Des Weileren wurde in dem Artikel behauptet, daß d»e Bergleute von den Steigern aufs gra»» samste ausgebeutet würden und deshalb könne inan auch die Be- vbnchtnng machen, daß die meisten Steiger in verhaltnißmäßig kurzer Zeit wohlhabend,»erden. Wegen dieses Vorwurfs stellten vier Steiger von den Saarbrückcr Bergwerken den Strafantrag »regen Beleidigung. Der Angeklagte Müller gab die Verfasser- schaft des inkriminirten Artikeis zn, das Material dazu sei ihm aus einer Q'.ielle zugegangen, an deren Znverläsfigkeit ein Zive'.fel nicht auskommen könne. Beide Angeklagte bestritten eine beleidigende Absicht, sowie daß überhaupt in den» Artikel eine Beleidigung zu finden sei, enentucll nahinen sie den Schutz des g 103 des Straf-Gesetzbnchs für sich in An- spruch. Der Artikel sei geschrieben, um die Regiernug zn warnen, daß nicht an Stelle des bisherigen konservativen Vertreters der Saargegcnd ein sozialistischer trete(Aha!)»ind die Erfahr»», ig habe gelehrt, daß diese Befürchtung eine gerechtfertigte geivcsen. StaatsamvaU Krobitzsch hielt die Anklage in beiden Punkten ausrecht und beantragte gegen den Angeklagten Engel, der bereits wegen Preßvergehen vorbestraft sei, 500 M., gegen den Angeklagten Dr. Müller'200 M. Der Verlheidiger, Rechts- onwalt Silberstein. führte ans, daß in dem ersten beanstandeten Punkt? eine Beleidigung nicht liege»md, daß in Betreff der übri- gen, die Steiger angehenden, gerügten Mißstände eine von der Behörde herausgcgevcne Denkschrist das Bestehen derselben zugebe. Ter Gerichtshof schloß sich den Ausführungen deö Vertheidigers nicht an, sondern erkannte gegen den Angeklagten Engel ans 200 M„ gegen Müller ans 100 M. Geldstrafe. Swziole Uebevstchk. geschöpften Taten. Wie das Londoner Jachblatt„Jron" (Eisen) berichtet, gab es im November ISS,: 582 Hochösen, die 10 990 993 Tonnen verarbeiteten im November 1889 aber mir 575 Hochösen mii einer Kapazität von 13 168 233 Tonne»». Die Zahl der Hochöfen»var um 7 gefallen, die Leistungsfähigkeit um 2 177 240 Tonnen gestiegen. Das Äandwerlr der Döttchev oder Schäffler»md Büttner, »vie sie in Süddeutschland heiße», galt, soiveit sie fllrdasBau- gern erbe schaffen, bis in die Neuzeit für hieb- und stichfest gegenüber dem Andrang der Maschinentechnik. Zivar hat die mechanische Faßmacherei bereits Bresche gelegt in dies für un «äT I,4-« j* nl 4-n*y'S'\ Cü � f CfTl/i»» rTL.'1..- � r �■» besieglich geltende Bollwerk. Wer die Hünengeftalten, die f. B. in CTY). 1 a v* i• C O j*• M � M f f.- a*-. f. � �.Jk. � M 4- München auf dem Leistbräukeller oder Spaten schaffe»», betrachtet, »vie sie mit Riesenkrast und großen» Geschick die gemattigen Dauben und Reifen bearbeiten, hat seine Freude an den»vackeren Gesellen, die übrigens seit 1881»vacker für die Arbeitersache eintreten, fachvereinlich organisirt sind und sozialdemokratisch wählen. Solch' ein Münchener Schäffler wird verhaltnißmäßig gut bezahlt; ein Theil seines Lohnes ist noch Natnraldepntat, er erhält pro Tag seine 8— 10 Liter Bier, was bei der sehr an- strengenden, altsreibenden Arbeit, den» erzbajnvarischen Durst»md der Reckenhastigkeit der Schäffler nicht zu viel ist. Die Schäffler erinnern mit ihren ragenden Gestalten an das allmalig a»ts- sterbende Geschlecht der alten Anslader in» SpeditionSgeiverbe, »vie sie G. Frel)tag in scinem„Soll und Haben", den» Lobgesang auf den„süßen Handel", geschildert hat. In München trifft man mehr als einen„Vater Sturm". Und nun bemächtigt sich die Technik auch dieses EriverbsziveigcS. Die Industrie in Papier mäche ist es, welche gefährliche Konkurrenz macht. Nach einen» Patent, welches einen» Fabrikanten in Neiv-Uork crtheilt»vorden ist, wer- den jetzt Bierfässer aus Papier angeblich so ausgezeichnet hergestellt, daß sie denjenigen aus Eichendauben vorzuziehen sein sollen. Der betreffende Fabrikant gebraucht zur Hcrstcttiing seines Papier mäche eine sehr faserige Grasart, die zivffchen Neiv-Pork und Jersey-Cit») in großen Massen vorkommt. Ein anderer Unter- nehmer hat eine Maschine hergestellt, die, von nur z»vei Main» bedient, täglich 600 Faß aus Papiermasse sonnen soll. Sobald das gepreßte Faß die Form verläßt,»vird es mit einem vor Fäulnis: schützenden Lack überzogen,»velcher trocken geivorden das Aussehen des Porzellans geivinnt und anch so glatt und blank wie dieses ist. Die Fässer sollen daher sehr leicht zu reinigen sei». Mag auch die findige Reklmne der Hankces die neue Erfindung zn eifrig herausstreichen, so ist doch nicht zu leugnen, daß über kurz oder lang die Maschinerie dem Böttcherhandwcrk den Todesstoß versetzen»vird. Wir»vissen, daß man Waggo>»räder und Wagenkästen schon längst ans Papier- mäche herstellt; unsere Bourgeoisie, die in der Lage ist, die Schlaf- »vagen der Pullmann- Gesellschaft zu benützen, rollt auf Papier- rädern über die Eisenschienen. So müssen denn auch die Böttcher, Schäffler, Büttner trotz alledem sich darauf gefaßt mache»», daß die Maschine ihnen gefährlich»vird. Es»väre anch seltsam, wenn es anders käme. Die Anleger des..Derlinrr Tngelilatt" legten gestern Nachmittag wegen Lohndifferenzen die Arbeit nieder. I»» der Fabrik von Friedrich Kieinens& Komp. dauert der Streik fort. Zuzug ist fernzuhalten von Schlossern, Drehern, Formern, Kernmachcrri, Klempnern, Modelltischlern und sammtlichen Hilfsarbeitern. Kar»«»»», 11. März. Eine zahlreich besuchte Versammlung der streikenden Gesellen hak folgende Resolution angenommen: „Die heute, am 9. Marz, in der Schützenhalle tagende Riemen- drehcr-Vcrsannnlung crtlärt sich»nil den» zehnstündigen Normal- Arbeitstage und einem Mininiallohn von 18 M. einverstanden und verspricht diese Forderungen mit alle» gesetzlichen Mitteln durchzuführen." Der Rienicndreher-Fachvercin hat beschloffen, in» Nothsalle das dem Verein gehörige Vermögen zu Gunsten der Streikenden zu venvcnden. Gestern haben sich die Gesellei» dreier großer Firmen ebenfalls der Beivegung angeschlossen. Ans Flrnobnvg erhalten»vir die telegraphische Milthei- lnng, daß in der Firma Anton Söhne ein Streik der Schlosser und Maschinenbauer ausgebrochen ist. Zuzug ist sernzuhalton. Da« Dckvotrnm ist bekanntlich einer der bedeutendsten T r u st- Artikel. D.h. die zwei Hanptproduklionsstätten dieses Oels, die Ver. Staaten von Nordamerika und Rußland»verde» beide von Monopolgesellschaften in dieser Waare be- herrscht,»velche den Markt„kontroliren". Die jährliche Er- zeugnng beziffert sich in der ganzen Welt ans 2 000 000 000 Gallonen, wovon die Halste auf vie Vereinigten Staaten entfällt. In diesen aber kommaadirt der berüchtigte Standard-Oel- Trust unter der Führung des Riesenkapitalisten Rockefeller. Tie Bezirke von Baku an» Kaspischen Meer liesern 420 000 000 Gallonen, und viele Quellen mußten geschlossen»verde», weil das Oel nicht fortgeschafft werden konnte. Hier aber, im Reiche des Zaren, gebietet Rothschild als Petroleum-Zar. Es geht nichts über die Herrlichkeit des kartellirten und monopolisirten, die Preise steigernden, sich selbst riesig bereichernden Privateigenthums. Di» Ei»twick:»lu»»g d»» Großbetrieb«, der die Technik zu stetig wachsenden Leistungen zwingt, offenbart sich an folgen- den, aus der Geschichte des nordamerikanischen Eisengewerbes Die französische»» Känline sind ein nicht unbedeutender Ansfuhrartikel. Die Herstellung von Kämmen aber geschieht durch- gehends durch H a u s i n d n st r i e l l e, die»vähreud der Saison 16 lns 18 Stunden arbeiten müssen, um nur ihr kärgliches Dasein fristen zu können. Ten Prosit streichen die Verleger, die Kauflente ein. So giebt es z. B. in der südfranzösischen Stadt Oyunax, die 5000 Einwohner hat, 4000 Kammacher. Mann, Weib und Kinder schaffen in gepach- tcten Arbeitsstätten an den Dreh- und Fraisbänken, oder sie rackern sich daheim ab, alles für einen kläglichen Stücklohn zu Gunsten der Herren Kommissionäre. Ganz»vie bei uns, z. B. im Meininger Oberland, wo es nach der Ansicht von V a m b i n p Bann» dach den Leuten so gut geht, daß sie Emauuel Hans Tax, den ausgezeichneten Geschichtsschreiber der thüringischen Hausindustrie, nur Spaßes halber„augelogen und gefoppt" haben. So schwindelte»venigstens ein dunkler Ehrenmann in der „Freisinnigen Z e i t u n g". Er vergaß nur hinzuzu- fügen, daß diese vertrackten Kerle von Sonneberger Spiel- »vaarenmacher nur um Sax zu„foppen" an der Schivind- sucht und anderen Hnngerkrankheiten sterben, daß sie und»lin Sax„anzulügen", vas ganze Jahr darben und fasten, während ihre Ausbeuter— durch die Bank fast Deutsch- freisinnige, Herr Engen Richter!— steinreich»verde,» und sich schöne Hanser baue». Es geht nichts über die Arbeiter- sreundlichkeit der„Freisinnigen Zeitung". Die Lage der deutsche»» Seeleute ist von uns bereits öfter untersucht»vorden. Ihr Kampf mit der Maschinentechnik, das Sinken der Heuern(Löhne) gab»ms Anlaß zn Vetrachlnngen über die soziale Frage in der Handelsmarine. Einen Beitrag dazu lehrt anch die Statistik der E n t»v e i ch»» n g e n deutsche r Seeleute, die ihre Schiffe verlassen haben,»im ihre Stellung zu verbessern, oder»veil sie die Behandlung nicht länger ertragen konnten n. s.>v. Es entwichen: 1885,,, 2861 Seelente, 1880... 3106 1887... 4217 1888... 4412 Tie Zunahme ist unverkennbar. Vergleicht man die Zahl der Desertionen mit dem Stand der Gesa m in t b e s a tz»» n g der deutschen Kanfsahrteiflotte,»velche im Lause der Jahre 1880 bis 1888, wie die amtlichen„Monatshefte zur Statistik des Deutschen Reichs" hervorheben,„»vegen Rückgangs der Segel schifffahrt und Z n n a h in e der D a m p f schifffahrt sich nicht umvesentlich verringert hat", so ergeben sich ans 1000 Mann Besatzung im Jahre 1880.. 91 Desertionsfälle, 1881.. 103 1862.. 112„ 1833., 115„ 1884.. 103„ 1885.. 72 1886.. 81„ 1887.. 110 1888.. 120 Das Ueberstnssigwerden geschickter Arbeiter durch die Ma- schinerie, der Ersatz der menschlichen durch die Maschinenarbeit verschlechtert die Situation der noch beschäftigten Arbeitskräfte und drückt die Löhne. Man sehe nur,»vie die Monatsheuern der entwichenen Matrosen, Leichter in atrosen, Schiffs- jungen— diese drei Gruppen stellen das Hauptlontingent der Ausreißer— sich zusehends gesenkt haben. Die Monatshenern betrugen bei den 1884 1885 1886 1887 1888 M. M. M. M. M. Matrosen 512,0 51,0 48.8 46,9 48, ti Leichtermatrosen 33,9 33,3 31,7 31,7 31,5 Schiffsjungen 19,3 17,9 18,7 18,0 18,1 Man versteht, warum unter den 4217 Deserteuren des Jahres 1887 2048 Matrosen und Leichtermatrosen und 366 Schiffslungen »varen, und daß für 1888 mit seinen 4412 Desertionssällen die betreffenden Zahlen 2005 und 431 betrugen. In der Stadt Kerlin»varen unter 100 Geborenen Uneheliche: 1879 13,40 1884 13,60 1880 13,79 1885 13,60 1881 13,55 1886 13,50 1882 13,85 1887 13,07 1883 13,83 1888 12,77 Das Jahr 1888 zeigt die günstigste Ziffer. DieDurchschnittI- ziffer für das ganze Deutsche Reich betrug indeß 1888; 9,26, NerZiNtttttluttgen _ Vi.->„u„l!v,r«iiil„ sind mich.nieder Oeffentlichkeit getreten. Am Montag Abend fand .aiilne,.üneutliche Versammlung des Ortsi�ewms dc»� j,(,, ####&#%# MWHWMW •-■ �•~'erschein WW nsgeg! den Ä Schri - Herr f' % bcitstag errungen und hinterher bei Fackelschein v �. t. Der Ortsverein habe 80 Fragebogen ausgegeoe � '---'■"■ de» Arve»»' � habe sich herausgestellt, daß 50 pCt. von die gewöhnliche Zeit beschäftigt»vurden. man zum Ziele zu komineu suchen daß die Geiverkvereine endlich einmal m ai» die Ob Förderungen treten,»velche von anderen Arbeiter»»» gestellt wurden. Es sei klar, daß der Achtstunde 2„i- ',____ f...____;________........ etwas»' Seiner eiiimal zu erreichen sei, langen, zum Abhandeln bleibe noch Zeit genug. nach solle der 1. Mai zur Agitation für'den o beitstag dienen.— Herr Litfin: Man sei schlecht Pst M) »venu man glaube, daß der Achtstundentag am 1. Mm» K »verde»» solle. An diesem Tage solle nur zu Gunsten AI •»«ovhon(f-ß im'lfl'p Pinf» a e f C ij l uAi beitszeit demonstrirt werden. Es müsse eine"g e s e tz l» M � � gezogen werden der Ausnutzung menschlicher Arbe>tslM>.. gegen gesetzliche Bestiuimungei» habe man sich seitens der vereine immer gesträubt. Man möge doch endlich diey*, spielerei bei Seite lassen und sich der allgemeinen„ beivegung anschließen. Mit der berühmten„Selbsthiste' � vorbei.— Herr S t a h n(Ortsoereinler) bestreitet, da» n t Geiverkvereinen Spielerei betrieben werde. Diese bestanoo vorbei.— Herr Stah Geiverkvereinen Spielerei veiiicucu«uuuv. seit 22 Jahren und gingen langsain aber sicher vorivarl�. Litfin: Der Aletattarbeiter-Fachverein bestehe erß � Jahre, habe aber schon 22 000 Fragebogen ausgeben koin» 80 Fragebogen des OrtsvereinS könne man docy —--------'-Am»» V a auch zum Wort zu melden.— Herr Christ erklärt, W als Ortsoereinler auch für den" 8 stündigen Arbeitstag — Herr Kurth bemerkt, daß die Statuten der Fachv'A -y. genau so wie die der Ortsvereine seien.(Oho!) Tie% vereine gehörten keiner Partei an, sie ständen ans rein r» tzjg lichem Boden.— Herr Geduld ist seiner.Aussage � Igstm»»,,». lang Mitglied eines Fachvereins geivesen»n l'kr seinem Schrecken bemerkt, daß mit den aus anderen Gewerkschaften.N"' pc «m W v war(1 Mdnete W»vor miLag r-'»ahm ß' Terse Nntisge», l lÄmgimo «a Stii» Sis SÄ? Mchne»»,: 1�"' br» ujetniniun, Ipo.bie m @tab brachte. in st i rmstimm �Qstcr fus fcm! s.?'i t-"« noch lichem 2 Jahre dort zu, die Streikenden Gewerkschaften"" Ortsvcrems hafie J »vurden.(Hui! Hui!) Die �rrsvereine v"::. Koalitionssreiheit und Freizügigkeit geschaffen.(Beiian � Heiterkeit.) Herr Neumann(Fachvereinsmitglleo) darauf hin, daß der Ortsverein es in 22 Jahren ml tji 700 Mitglieder gebracht habe,»vähreud der Fachvere» � Metallarbeiter schon jetzt 6000 zähle. Hierzu kämen Fachvcrein der Klempner mit 1200, der Fachverein der mit»vcit über 1000, der Fachvcrein der Former mit der Fachverein der Metallschrallbendreher und die orgm> ß Kupferschmiede. Alle diese großen Vereinigungen s"? solidarisch, der kleine Ortsverein»volle aber eine Sondern. einnehmen.— Herr Schulz(Unternehmer) behauptet, Geiverkvereine schon viel geleistet hätten.— Herr L i t f i"• unser Statut ist von dem des OrtsvereinS, wohl aber ist K von dem der englischen Trades-Unions avgeschrieben. � � finden Sie von Harmoniedusel nichts. Ich räche einem Beschluß hinsichtlich der Lohnsrage Abstand zn � da diese»vinzige Versammlung doch nicht kompetent'KL« Metallarbeiter» Berlins Schritte vorzuzeichnen.— »varen mehrere Resolutionen eingelaufen. Der Vorsitzende c aber, daß nur Mitglieder des OrlsvereiuS z,» stimmen Hütten fr wurde eine Resolution angenommen, nach welcher n!,t)CurA Versammlung geschloffen. Eine Uevfnm,i,ln„g de« Fachvmi»« de»' »nacher und verwandten Berufsgenosse» Berlins und Nmgw- fand an» Montag, den 3. März, nn Lokale Bolzmann, Andv', straße 26, mit folgender Tagesordnung statt: l. Wie ftellechj uns zu dem Streik der Firma Friedrich Siemens und 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zu Punkt 1 erläuterte Schmidt sämmtliche Einzelheiten, durch»velche der Streik bei.*/ Firma entstanden,»md die bisherige Lage des Streiks,"ÜU eine günstige zu nennen ist; ivogegen kein Ziveisel an dem% der Streikenden aufkommen kann, ivem» es sich ein jeder zitt gäbe macht, die Fabrik von Friede. Siemens und Komp.. JL zu betreten,»md die slreikendei» Arbeiter pekuniär zu lmtcrpiLj um de» Kapitalisten doch zn zeigen, daß die Macht die Arbst'. eine größere ist, als die seimge. Zu Punkt 2, Diskussion, der Former Tauschet daS Wort,»velcher die Ausführungen Schm-j voll und ganz bestätigte; er»vieS u. A. daraus hin, daß»vis■; gewillt sind, uns von den Bourgeois»och mehr ausbeute�.. lassen. Kollege Schmidt führte noch an, daß sich auch A- Verei»»skollegen unter den Streikenden befinden, also daß e- erste Mal wäre, wo der Verein Streikende zu verzeichne»& Es wurde vom Kollege»» Böhm der Antrag gestellt, den j heiratheten Kollegen 20 M. und den nnverheiratheten 10 M- wi der Vereinskasse als Extraunterstätzung zu beivilligen. Der 9m' »vurde einstimmig angenommen. Ferner»vurde vom 51»% Schmidt der Versammlung bekannt gemacht, daß Billets zn ersten Stiftungsfest, welches am 19. April in Orschel's Sa> I Sebastiansir. 39, stattfindet, verausgabt werden. Auch � % ierechtf eine se m fea »."»nau Kunden g. Unterst ÄS i gS i Sollte %In, gr ein Qcfo «?$ MN»- W>?«> s Ä! SS ;t n)«W - DllB- S* Ä S Zige? B- w# Ä Wf< iget# ÄibM r st'* !i!j. oek iidaNöew�änMlüngen getadelt, Ä h J. Mal doch besser besucht war als sonst. Billets K öÄ-'m Norden bei Hübner, Gartenstr. 55; im Süden �°o. Lubbenerstr. 29. wohl von 3000 Personen besuchte r�icljch'f* tagte am 10. d. M. im Saale der Brauerei i'••'s« fcf«•>Äfi%.M' R«, ,%«%"%: taten q„= t n- ötachdem die Versammlung einstimmig d-e �'�ke. Köhler und Wille ins Bureau gewählt W Ä{J1 Referent de» Abends das Wort zu seineni Vor- tatarnm, t l!ab zunächst die Erklärung ab, daß alle An- � in seiner Stellung infolge seiner politischen taten � ausgesetzt sei, ihn nicht veranlassen werden, den Wie mj®e"nffen' ans deni er stehe, den er für den richtige» %iom Die Wahl ain ersten Mahltage habe über eine auf die Sozialdemokratie vereinigt. Es sei die?, tili An?-!? Redner, ein erfreuliches Zeichen. Alte Maßregelungen tafcmnJu- 9cn dürften die Genossen nicht abhalten, bei der wi ersten Berliner Wahlkreise voll und ganz ihre taLnkr»!' thun, um die Scharte auszuwetzen, die sie bei der «eis. e-T Hutten haben. Die Wahlbewegung habe erfreulicher- *WeL« der Sozialdemokraten keinerlei Ausschreitungen zu WSta"501.)* sei dies aber von den gegenüberstehenden Par- k erinnere nur an bei« Wahlkreis Nieder- tat di- welchem er in längeren Slnsführtwgcn verweilte, da tai!!,.,, r:?'ten Exzesse gegen die Sozialdemokratie vorgc- tasnm»,s' deren Darlegung seitens de? Rekerenten in der % x. 0 begreiflicherweise die größte Entrüstung hervorrief. in verschiedenen Vergehen gegen die Wahlsreiheit, welche >., eadtbaae» n,ie fnfnriMi.»».'diihhr'merfimocn MIM Vor- 1 DO" K« ~>S m - t h a g e n mit salyrischen Randbemerkungen zum Vor- n»;' i\ Besonders den Bluinbergcr Bauernkrieg behandelte ta ,inr2 schärfster Weise. Durch die ganze Arbeiterschaft gehe mtne Ruf, den über Blumberg verhängten Boykott iRI.,,— v Weise suhlen zu lassen. Gegen die Exzedenten werde k L. eiyol)cn werden entweder wegen geplanten Todtschlages 's'''■ ie er von zuverlässigster Seite gegen die Blumbcrger die strengste unparteiische ... eingeleitet werden. Die Zahl groß. Der Einzelne vermöge nichts un«� tlen fall Ü'"' rein 1 der Gcnmßregelten lati-V,~er tplnzeine vermöge mcyi» zu thun gegen die inn"?w, er empfahl daher' die Einsetzung einer Kam- �nn.'��che die Sache in die Sand zu nehmen habe, doch %% ct vor unübeleqtcn Schritten. Zun« Schlüsse empfahl Ii?? Nochmals. nN. nvi den ersten Berliner Wahlkreis dort IfV m» C.•— ÜVIUIUIVH«"„~'Wy rn ie,., vis erste Antwort sein ans die erfolgten Maß- tater Mit einem zündenden Appell an die Ar- '!„■ Berlins, mit aller Energie in den Wahl- ich.»n ersten Wahlkreise einzutreten und die zu D Koinniission nach Kräften zu niiterstützen, schloß der iük' i M ffi % tifin'! zur Unterstützung gemaßregelter Arbeiter zu über- Am?'ei' sowie, daß zu deniselben Zwecke an, Schlüsse der Ver- .. nunn»!,,» o-------- r,... � I'nerde. Ferner ge- Resolution:„Die r< f| VIVIL, UU|3 Jll Ö» 9«ine Tellersammlung veranstaltet s, verde. tilg 8"r, Einstimmigen Annahme folgende chnm 10. März c. im Saale der Aktienbraiierei Friedrichshaln ?ch°e öffentliche Volksversainnililng erklärt in Anbetracht der ,chtthcue„, welche unseren Genossen am Tage der Reichstags- da»'ü ta, � durch die Einwohner Blumbergs zugefügt ,oorden . W, El;.®on denselben keinerlei Maaren zu kaufen(unter AuS- l'xM«nz? derjenigen, welche speziell als Genossen bekannt sind), ' tli>�?c>r so lange, bis die Sache geregelt ist oder die Einwohner nibergz sich bekehrt haben." Die Versammlung beschloß W,' die begonnene Diskussion zu unterbrechen und sofort die W n, Kommission vorzunehmen und zevar in dieselbe nur Ber- ch wonossen, welche die auswärtigen Genossen natürlich»iitzil % haben, zu wählen. Geivählt ivnrden die Herren Arthur l*..'Hagen, Robert Engels. Paul Meier, Franz Thiele, Wilhelm L'.') und Grünberg. Nachdem wurde die Diskussion fortgesetzt, L# bis Mitlernächt in die Länge zog. Sänimtliche Redner .4M deni Vortrage de? Referenten entsprechend und denselben WwMd, soweit dies möglich war. 3tiich wurden wiederholt die «, Ächen und Partciverhältnisse besprochen und die Allfmerksamkeit Genossen auf den 1. Berliner Wahlkreis gelenkt, welcher bei der ZMvahl noch f�r die Sozialdemokratie zu erobern sei. Nach fM der Debatte gelangte noch zur einstimmigen Mitnahme te„? Resolution, in welcher sich die Aersamuielten mit den strei- kr? Tabakarbeiter» der Firma Karl Martienzen(woselbst 1-Z5 w°,°Uer infolge der Maßregelung eines Kollegen anläßlich der Ä.dw'Arbeit eingestellt haben) solidarisch erklären. Ferner Jfltchtete sich die Versammlung, nur solche Hüte zu laufen, du z'zder Arbeiter-Kontrolmarle deutfcher Hutmacher versehen, md .'Oann----- a—"»—■— s'Maf- ü# a | i I I I 25«« nahm Herr Stadthagen das Schlußwort und schloß mit dreifachen Hoch auf die internationale Sozialdemokratie, tj. der Versammlung einen brausenden Widerhall fand, llnter . leren Hochrufen aiif Stadthagen und die Sozialdemokratie sich langsam der Saal...«n- tz,»W-ißg»rtz/r. Freitag, den 7. März, �sand ,» Wennann s w..�garten, Gesundbrunnen, ciuc ösfentlieye Versammlung der Mbgerber Berlins unter dem Vorsitz des Herrn Brinkmann statt. !lj.i,der Tagesordnung stand: 1. Wie stellen wir uns zu dem m »-heim(Niederlausitz) ausgebrocheneu Streik der Wcißgerbcr. t°,Fussio!,.8. Verschiedenes. Zu m 1.Punkt der Tagesordmli, g n> mm t � Vorsitzende das Wort. Er führt aus, daß wohl kein Streik �.gerechtfertigt wäre, wie dieser. Tic Lage der dortigen Kollegen so!ne sehr traurige. Dieselbe» hätten die schlechtesten..ohne, J.nt würden. Es eristircu dort Kollegen, welche bei einer Arbeit»- ,'"001, 13—14 Stunden de» Unbilden der Witterung ausgesetzt sind, U'.d mu_____ 7. f______ 11 r�.-y �A trtflvÖCn. Die ■Jfj({'X'n-t einem Lohn von 11 bis 14 M. abgespeist würden. D,e Kge» hätten sich endlich ermannt und bessere Lohne, einen 3 Avlmallohii von 18 M. und eine Maxiinalardeitszeit von zehn sslltiiden gefordert. Es gälte nunmehr, die Kollegen thatkrdstig 'V ä«• w Zu erwarten ist, daß der Fabrikant die Färber, welche de» Mnchtens mächtig sind, an die Plätze der Weißgerber stellen will. Joch einigen anfeuernden Worten des Vorsitzenden, mm auch an u gefaßten Beschlüssen sestznhakten, schließt derselbe die Ver- "t»mlung um HVa Uhr. Äuchbintzkt'. Am Montag, den 10. März, fand lin Louise»- städtischen Klubhaus, Amienstr. IG, eine außerordentliche General- versaimnlung des Fachvercins„der in Buchbindereien und ver- wandten Betrieben beschäftigten Arbeiter" statt, welche sehr zahl- reich besucht war.'Auf der Tagesordnung stand: 1. Welche Forderungen stellen wir neben der neilnstilndigen Arbeitszeit. 2. Die Maßregelung in der Adami'schen Werkstube und 3. Ber- schiedencs und Fragekastcn. Der Referent für den 1. Punkt, Herr Siegrist, führte ungefähr folgendes aus: Nachdem in der letzten Generalversammlung beschlossen war, daß der Fachverein die Agitation für die Neunstiinden-Beweguiig der Buchbinder selbst- ständig in die Hand nehmen soll, und nachdem in der letzten öffentlichen Versammlung sich die Fünszehner-Kominission auf- gelöst und dort ein'Antrag dahingehend, daß die'Agitation den Branchenvereinen überlassen bleiben soll, aiigenoinmen wurde, habe sich der Vorstand dazu veranlaßt gefühlt, dem Verein folgende Forderungen zur eventuellen Annahme zu unterbreiten: Erstens die neiinstündige Arbeitszeit. Zweitens 35 Pf. Stundenlohn, 3. 15 pCt. Erhöhung für'Akkord- preise und 33"/» pCt. Zuschlag für Ueberzeit- und 50 pCt. Zuschlag für Somitagsarbeit. Es sei nöthig geivesen, nußer der neunstündigen Arbeit und der Forderung des 33"/n- respektive 50-prozeiitigen Lohnzuschlags für Ueberzeit- resp. Sonntagsarbcit auch noch eine geringe Erhöhung des Slundeu- und'Akkord- lohnes zu forder». Es geschieht die?, um zu verhindern, daß der Meister bei einer kürzeren'Arbeitszeit weniger Lohn zahle, wie früher; daß der Zlklordarbeiter den gleichen Verdienst habe, als ivenn er 10 Stunden arbeite, und hauptsächlich um die in- differciiten Kollegen heranzuziehen, die da sagen:„Ich arbeite lieber 10 Stunden, da verdiene ich ja mehr."— Die Versamm- lniig habe nun zu entscheiden, ob die Forderungen, wie sie voni Vorstand formnlirt seien, gestellt werden sollen. Nach der äußerst regen Diskussion wurden die vom Vorstand aufgestellten Forde- rungen als diejenigen, welche die Buchdinderschait Berlins an die Herren Meister zu stellen habe, angenommen. Hierauf wurden mehrere Anträge angenommen, dahingehend, daß ein wöchentlich 10 Pf. betragender Beitrag zur Saminluug eines Streikfonds zu erheben sei; daß zur Unterstützung des Vorstandes drei Vertrauensmänner zu wählen sind und denselben zu überlassen, über die'Art und Weise des Eintreibens der Gelder zu bestimmen. Außerdem ivurde noeh ein Antrag angenonnueii, den Prinzipalen schon jetzt „ufere heut aufgestellten Forderungen durch Zirkulare initzulheilen. 'Als Vertrau ensinänn er wurden gewählt die Herren Tilchner, Schnckar und O. Richter. Hiermit war der 1. Punkt der Tagesordnung erledigt. Zum 2. Punkt derselben legte Herr Seiler die Zustände, wie sie bei Friedrich u. Ko. und bei Adami sind, klar. Nachdem der Vorsitzende die Versammelten aufgefordert, nun auch kräftig für die von ihnen beschlossenen Forderungen einzutreten, niateriell sowie in anderer Hinsicht, und nachdem er bekannt ge- geben, daß am Mittwoch eine Papierarbeiterinnen- Versammlung bei Bolziiiann stattsindet, schloß eil die Versammlung. Der Urrlmnd drr deutschen t'Zold- und Kilber- arbeiter und verwandter Verufsgenossen(Mitgliedschaft Berlin) hielt Mittwoch, den 5. d. M., in Feuerstein's Restaurant, Alte Jakobstr. 75, eine gutbesuchte Mitgliederversammlung mit folgen- der Tagesordnung ab: 1. Berichterstattung der Kommission; Statutenberathung für den Arbeitsnachweis. 2. Statistik und Ausgabe von Fragebogen. 3. Beschlußfassung über den Verbandstag. 4. Verschiedenes. Der Vorsitzende Faoer kommt in kurzen Worten auf die Bestinliuungen des'Arbeitsnachweises zu spreche» und theilt mit, daß die Berliner Goldschmiede-Jnnung durch schleunige Einsührlliig eines Arbeitsnachweises allem Anschein nach oagegen Stelliing nehmen und dem Verband'Abbruch thun will, ivaS ihr jedoch schwerlich gelingen werde. Hierauf erstattet Herr PtatschinSki Bericht über die Kominissionsarbeiten und verliest die Protokolle der abgehaltenen Sitzungen sowie die von der Kommission ans- gearbeiteten Statuten für den Zkrbeitsnachweis. Letztere kommen sodann einzeln zur Abstimmung und werden, außer ß C, an ivelchem eine kleine Abänderung vorgenommen wurde, in dieser Fassung einstimmig angenommen. Sodann wird von Herrn Klein der 'Antrag gestellt,„demjenigen Kollegen, welcher den'Arbeitsnachweis übernimmt resp. überwiesen bekommt, eine Entschädigung von monatlich 5 M. zukommen zu lassen". Ter Antrag wird ein- stimmig angenoinmen. Zur lieben, ahme des Arbeitsnachweises wird einstimmig der (Zigarrengeschäft), gewählt. werden gewählt die Herren W. Davidshäuser II, G. Schneider," Haberland, Heine, Konrad, Köpnik und Sarnow. In Betreff einer Herberge wird beschlossen, dieselbe bei dein Kollegen Grün, Elisabethstraße 29, im Restaurant zu errichten. Zu der Statistik bespricht der Vorsitzende eingehend den Ziveck und den Nutzen, welchen eine gut ausgearbeitete Statistik für die gesammte 5kollegenschast in sich fährt, und er- sucht die Anwesenden, in der'Ausarbeitung der einzelnen Frage- bogen ja recht genau und wahrheitsgemäß zu verfahren und sich nicht vielleicht durch falsche Scham(des geringen Verdienstes wegen) it. a. m. beeinflussen zu lassen, indem sonst die ganze Sache keinen Werth habe und von anderen, uns entgegenstrebenden Vereinigungen in Betreff der Wahrheitsliebe sehr leicht gegen nnS verwendet werden könne und uns mehr schaden wie nützen würde. Der'Antrag des Zentralvorstandes, noch in diesem Jahr einen Verbandstag stattfinden zu lassen, wird einstinimig abgelehnt. Nachdem unter Verschiedenes noch einige interne Angelegenheiten ihre Erledigung gefunden, schließt der Vorsitzende die Versamm- liing um 12% Uhr Nachts.— Die nächste Versammlung findet Mittwoch, den IG. April, in Feuerstein's Restaurant, Zilie Jakob- straße 75 statt.'Außerdem ersucht der Vorstand diejenigen Werk- stalte», in denen noch keine Delegirtenwahl vorgenommen wurde, dieses sobald wie möglich zu thun.— Fragebogen sind für diejenigen Werkstätten, welche in der Aersammlung leine in Empfang genommen haben, beim Vorsitzenden H. Faber, Köpnickerstr. 5G, 3 Tr., abzuholen. Am 29. März findet ein gemüthlicheS Bei- sammenfein aller Kollegen, aber ohne Damen, bei Feuerstein statt. «,'»>!» PLentiich» vriitrolverkammlung sS,»m«ich»r Zimuuoleut, Kerlin»>-.»«> jin>>zeo»»d am Donncrsiaz, diu 13. März, AbendS 3 Uhr, im ßycjfjten Gaule Berlins, Brauerei FriedrichKhai»(Lips), am Zlöniasihor. Tagesordnung: I.Tie unbedingte Durchfiihrung unserer Forderun«, neun- s'.unoige Nrbeilzzeii,°o'ps. Stundenloyn. durch parUeile» vver Oenctalfttelr. e. Neuwahl eine««»sschubmitgliedeS. Kameraden! Ihr Alle widi, das, von d-m Erscheinen jedes Einzelneu zu dieser Versainnlluug das iZeilngcn unserer ganzen Cache adhangt. Ter e-aai sab, mehr denn eooo Personen, ist also der gröb«: Berlins, m ichin ist Raum für Aiie. Erscheine also Jeder, um die Enischei- dung herbei,»«ihre», um gerüstet zu sei» zur kommenden Baupertode. Eni- weder E.nigkril. Kamps und Cieg, oder- ivtr lasseil die ganze Cache ruhen. nehmen das, was mau uns gulwillig anbietet, und das! baü»ich, zu viel werden inir». da'ur werden dann schon unsere Arbeitgeber sorge». Tau»» fehle Keiner! ?.>cr«iil Kevlintc Blaotchlrifer. Generalversammlung am Mitiwoch, den lZ. Marz, Abends«1»Hr. Amienstr. i». Alle SUasschleiser Berlins find zu die, er Versammlung eingeladen. MWSMMLLWM fo t® nufflenojnrnen werden. Um zahlreiches Erscheinen wird ZMM-WiFZM-E s-v r MUgliederversammlunn der ftiltale g(Nord) findet «uffza. und Komp. seien»« dieser Versammlung besonders eingeladen. nfnt ftoei Am MlttipochMM�M�WWW m?.? Ausnahme neuer Mtiglieder. >, Frankfurter ES ist Pstichl im Gridosten Ckallhersir. IS bei Niemetschlck. Die Stdrefsenausgabe finde! statt: an Mocheniageu von Abends% Uhr außer ConnadendS, ConutagS Bor- mtllags von n Uhr. «Große otfer.tlichc Uersaiumluug der Hteinbiliii-er, Litliograpye». Kteinschieiser»»d Herufogruoste» am Miliwoch, de» l'e. Marz, Abends wjs Uhr, in. Böhmischen Brauhause, Landsberger Allee 11—10, am Landsberger Thor. TageSorduuug; ,. Bericht der Lohnlommission. s. Welche Stellungnehmen wir sur die Zutunft ein il Referent: Kollege O. Silller. Korreferent: Kollege O. Siemer. 0. Tiskussio». 4. Warum belrachten die Arbeiter den >. Mai als Feierlag? Nieferenl: Kollege M. Preub. ö. Verschiedenes. ES ist Psticht eines jeden Kollege», der besonders wichtigen Tagesordnung wegen in dieser Versammlung zu erscheinen. Zur Deckung der Unionen findet eine Tellersammlung stati. Soiialdemollratisiher Utahlverri» de« 4. Keriiner dieich.iago- Wahii-reilr». iöroße Versammlung am Donnerstag, den IS. März, Abends 3 Uhr, in Joel'S Talon, AndreaSstr. 2t. Tagesordnung: l. Vortrag des- Herrn Wilhelm Sabor über die landwirthschaftlichen Zölle und die Lohn- frage. DiSlusjion. 2. VerelnSangelcgenheiien. o. Verschiedenes und Fragelasten. Gäste willkommen. Reue Mitglieder werden aufgenommen. Ferner bitten wir, die rückständigen Beiträge 511 regiiltron, und igelten nochmäis mit, das, zur Entgegennahme folgende Zahlstellen besiehe»: Im Osten bei Hein- dorf, Langestr. 7v, und bei Tempel, BreSlanerstr. 27, ini Südosten bei Karl Scholz, Wrangelsir. so, und bei Goitfrted Schulz, Admiralftr. 40a. Gefaiia-,(turn-»Iid gesellior Uerein« am Mitiwoch. Männer- gesangverei»„Jugendluft" Sldendö sX Uhr im Nestaiiraut Pafsod, Earteu- strabr IS2.— Männergesangvercin„Eäcilia" Abends 9 Uhr im Restaurant Kövcnickerstr. 127«.— Gesangverein„Männerchor Linde"-Abends% Uhr im Restaurant Hallcr, Naungnsir. 70.— Aiäunergcsangverein„Sangesfreude-' Slbcnds 0 Uhr im Restaurant Musehold Landsbergerslr. 31.— Gesaugverein „Freya-- Abends sjf Uhr iin Restaurant Aenccke, Grobe Hamdnrgerftr. io.—- Huppert'fche Sängervereinigung jeden Mtllwoch nach dem Ersten im Monat, Abends 9 Uhr im Restaurant Heise, Lichtenbcrzerstr. 2i.—„Seeger'scher Gesangverein" Abends 9 Uhr im Restaurant Schulz, Prenzlauersir.«l.— Gesang- verein„Schwungrad" ZldendS% Uhr im Resianranl Sahui, Annensir. lo.— Männergesangveretn„Lorbeerlranz" Slbends 9 Uhr im Restaurant Karsch. Orauieustr. 100.— Gesangverein„Rord-Jubal-' Abends 9 Uhr in Veitin's BicrhauS, Veteranenstr. 19.— Gesangverein„Unverzagt" SlbendS 9 Uhr Köp- »ickerstr. 127a bei Greving.— Männergesangvercin„Schneeglöckchen" Abends- 9 Uhr im Restaurant Doberstein, Mariannenstr. 91—32.— Gesangverein „Sängerrunde" Abends Uhr Buckoiverstr. 9.— Verein„Eangeslreue" im Restaurant Henlel, Brüderstr. 2» I. Uebungsstundo von sx— Ii Uhr Abends. — Gesangverein„Bruderbund-- AbendS 9 Uhr bei Päholdi, Neichenberstr. 10. — Männergesangverein„Schneeglöckcheii" AbendS 9 Uhr Sitzung im Restau- rani Stehmanu, Melchiorstr. 13.— Lübeck-scher Turnverein(l. Lehrlings- Abiheilung) SlbendS 8 Uhr Elisabethstr. 57—58.— Turnverein„Wedding--, Panlstr. 9. Mnnnerabtheilung von 8l>— iojs Uhr AbendS: desgleichen I. Lehr- lingSabtheiluug von s— 1» Uhr SlbendS.—„Mehr Ltchi", Verein für Scherz und Ernst, Stbends 8% Uhr im Restaurant Heid, Fruchtstr. soa. graphie AbendS ül Uhr im Restaurant Beese, Sitte Schönhausersiraße 4a Unterricht und UeinnigSstunde.— Roller-scher Sienographenverein Stid-Berlin Abends Uhr im Restaurant Prinzenstr. 97, Sitzung und Uebungsftunde.— ArendS'scher Stenographen-Verein„Amtcltia" Abends Uhr ilN IRestaurant Behrends, Schönebergerstr.«.— ArendS-scher Sienographenverein„Philta- Abends 9 Uhr im Restaurant„Wilhelm«garlen--,5iochjlr. 7.— Stenographische Gesellschaft Arends im Restaurant Viirgcrgarten. Lindeusir. lo:>. Unentgeli- Itcher Unlerrtcht und llebung.— Verltner Raiichllub„Wtangcl" Abends 9 Uhr im Restaurant Foge, Köpnickerslr. 101.— Raucht luv Havanna SO-' Abends Uhr im Restauranl Paetzoldt, Reichenbcrgcrstr. 10.— Mauchllut» „Eemiithltchleit" Abends 9 Uhr im Restaurant Slchsel, Köpnickerstr. Iii.— Ranchllub„Eolnmbia-- Abends Uhr im Restaurant Beyer. Prinzenstr. 00. — Ranchllub„Frisch gewagt" Abends 8% Uhr int Restauranl Tempel, Are--. laucrstr. 27.— Ranchllub„Vulkan" Abend» 0 Uhr im Restaurant Schulz, Gräfestr. 82.— Friedrichsbcrg. Ranchllub„Nordstern", Lippe'S Restaurant, Friedrich-Karlstr. Ii.— Vergnügungsvcretu„Frühllchlsit", gegründet I880, -Abends 9 Uhr, Grüner Weg 29.—„Pollack-EI»b-Ei>ilracht--, jeden-Mittwoch. Abends 8!.' Uhr bei E. Thiel, Wienersiraste os.— Gesangverein der Tapezirer Berlins, jeden Biillwoch Restaurant Eeydelstr. g», von 9— Ii Uhr Abends.— Unterhallungsverein„Harmonie". Sitzung Abends v Uhr TreSdenerstr. in bei Meudt.— Tambouroerein„Erelstor", a\ Uhr. UebungSstunde bei Böhl. RüderSdorferstr. s. Aufnahme neuer Mitglieder.— Männergesangveretn „Liedessreiheit", Abends ty Uhr im Restauranl Heule, Blunienstr. oy. Vepefls»e»r. (lUalffo Telegraplie» Kurcnu.) 5ouÄ0!t, U. März. Unterhaus. Der eiste Lord des Schatze?, Smith, erklärte auf eine Anfrage, bei der Ernennung der Ver- treter zur Berliner Arbeiterschntz-Konserenz wurde keine besondere Klasse gewählt, sondern Personen, die sich zur Erörterung der auf der Konferenz zur Berathung gelangenden Fragen gut eignen. Uew-Uark, 11. März. Der ehemalige Vertreter von Kentucki, Taulbee, welcher am 23. Februar von Kiucaid, den« Korrespondenten der„Lomsville- Times", in den Wandelgängen des Repräsentantenhauses durch einen Revolverschnß verwundet worden, ist seiner Wunde heute erlegen.- Kriefkasten der Redaktion. Bei Auslägin bitten wir die AbonneinenIS-Quiitung beizufügen. Briefiiche AnNvort wird nicht crtheUt. PI. U». Zlrinzrnstr. Ist nicht mehr vorräthig. Jupiter L. A. 0a. 1. Aether. 2. und 3. werden später beantwortet. M. p. Berlin zählt jetzt 1 533 671 Einwohner. A. K. 1. Das Reichs-Versicherungsamt. 2. Wir können Ihnen darüber keine Auskunst geben. F. 05. Wiillrrstr. Sil. Wir wissen nur soviel, daß in den fünfziger Jahren in Schlesien und Posen kupferne Sechspfennig- stücte, von den Kindern„Brnutiner" genannt, in Umlauf waren. Kchristfetzer. Nein, das ist nicht geschehen. 05. M. paulstr. Wir sind bereit, Ihre Fragen mündlich zu beantworten. Sprechstunden von 12—1 und von 7—8 Uhr. Ol Gitschiurrstr. Wenden Sie sich an daZ Landwehr- Bezirkskommando zu Berlin. 05. 0). Bebel und Sing» haben in zwei Versammlungen in Hamburg gesprochen. Zwei Metteude. Er ist ivahlßerechtigt und hat sein Wahl- recht bei der Haupt- und bei der Stichioahl auch diesmal aus- geübt. F. S. DaS hängt von dem Ermessen de- Regimentskommandeurs ab. Ftirstenbergerstuaste. I. Bebel. 2. Wir beantworten Ihnen die Frage in den'nächsten Tagen. E. D. 6. Ter reiche Bruder ist gesetzlich verpflichtet, dem Anderen, wem« dieser sich zu ernähren völlig außer Stande ist, nothdürftigen Unterhalt zu gewähren. Nach Ihren Mitgaben scheint dieser Fall aber nicht vorztiliegen. C. K. 100. 1. Sie köniictt ans Rlufzahlung der CO M. nebst Zinsen seit den 1. Januar 1680 klagen; die früheren Zinsen sind verjährt. 2. Die Konzession kann verweigert werde», auch wen» die Bestrafung weit zurückliegt. (C. Sie haben das Drausgeld von 3 M. eingebüßt, sind aber an den mündlichen Kontrakt nicht gebunden, da der Ver- tragsgegenstaud mehr als 150 M. beträgt. H. Alu. 5. Wenn beide Theile im Termin erscheinen. Beide einen Rechtsanwalt haben und i-.n Termin unter Borlcgung des polizeilichen Kinderlosigkeitsattestes sich mit Trennung der Ehe einverstanden erklären, so kann im ersten Termin crlannt werde-.-. Erscheint Ihre Frau ohne Anwalt, so wird eine Vertagung noth- wendig. Aitev Abonnent 100. I) Das Buch ist verboten. Wir können Ihnen also keine nähere Mittheilung machen. L) 15 Ab- geordnete. A. I) Eine Gerichtskostenschitld ans dem Jahre 1888 verjährt am 31. Dezember 1892. Tie Verjährung wird durch jede versuchte Exekution unterbrochen. 2) Wenn der Schuldner Ber- »tögensstücle in der Absicht bei Seite schafft oder verkaust, um dieselben der drohenden Zwangsvollstreckuiig zu entziehen, so macht er sich strafbar. Ob er bei dem Verkaufe der Sachen diese Absicht verfolgt hat, beurtheilt daS Gericht nach freiem Ermesscit. Or. i". LI. Eine Hebamme hat für die Entbindung G M. und für zeden weiteren Besuch l M. zu fordern. Grche Hellt!. GellMersmlckllg sämmtlSoher Jimmerlente Kerllns und Umgegend am Donnerstag, bcu 13. März, Abends 8 Uhr, im oi'ößtfu gitrtlc Krrlino Brauerei FräedricBtshain(Lips), am Königsthor. Tngra-Grd»«»g: 1. Die unbedingte Durchführung unserer Forderung, vstündige Arbeits- zeit, 60 Pf. Stundenlohn durch pnriiellc» oder Gencrnlstrrik. L. Neuwahl eines Ausschusiiiiitgliedes.[8 Zahlreiches Erscheinen erwünscht. I. A.: H. Jäckel, Vlumenstr. 10. Zentral-Kranken- u. Sterbe- 1 Kasse der Tapezirer. Am Sonntag, den 9. März, verstarb unser Mitglied Heinr. Hagensclineider. Die Beerdigung findet am Donners- tag, den 13. d. M., Nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Kranken- Hauses am Friedrichshain nach dem Neuen Jakobi-Kirchhof in Britz statt. Um zahlreiche Betheiligung bittet Die Ortsvorwaltuny. Lese- und Diskuiir- Klub „Internationale." Die Sitzung findet am Donnerstag, den 13. d. M., Abends 8 Uhr, Kleine Ltlltlltllcht Mimmli# der n. Kernfsgenoffen alu Donnerstag, den 13. März, Abends 8% Uhr, im oberen Saale der AdBcr-Brauereä, Badstraße 67. Andreasstr. 19, statt. Lotterie. Tages-Ordnung: I 1 Vortrag des Hrn. Dr. Bruno Wille über:„Der Kampf um» Dasem. 2. Diskussion. 3. Slreikabrechnung. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Um zahlreichen Besuch bittet[3] Der Vorstand. Ziehung SLoose I.Sil. 8.«. 9. April. Oi�Gsse i). Sl»Mli>ei!ll>kr. WWertills im 4. Verl. RtiPtilgs-MKeise 1 Autheile empfiehlt .Meyer'sBlttlfsfoöcfte, Herl!» 0., Koppenstrasse 66. mn Donnerstag, den 13. März. Slbds. H Uhr, in Joel's Salon, Andreasstr. 21. Tages-Ordnung: 1151 1. Vortrag des Hrn. Wilh. Sabor über:„Die landwirthschaftlichcn Zölle und die Lohnsrage.�(Diskussion). 2. Vereinsangclcgenhcitcn. 3. Verschiedenes und Fragekasten.' Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Ferner bitten wir, die rückständigen Beiträge zu regulircn und thc.len Carl Scholz, Wrangelstr. 32, und Gotlfr. Schulz, Adnnralstrahe 40a. Zahlreiches Erscheinen erwünscht Der Vorstand. Fachverein d. Tischler. Jede Uhr zu rcpariren und zu reinigen kostet bei mir unter Garantie des Gutgchens nur U. 50 PS. Kleine Reparaturen billiger. Lagcr aller Arten neuer Uhren. Uerlianf zn Fabrikpreisen. 1198 E. Rothert, Uhrmacher. 1. Geschäft: Andreasstr. OÄ. 2. Geschäft: Chansscestr. 78. Dienstag, den 18. März, Abends Svs Uhr, in JoeS's SäSen(früher Keller), Andreasstraße 21 Große außerordentliche Tagev-Vrdunna; 1. Sind die Tischler Berlins in der Lage, in diesem Jahre in eine Lohnbewegung eintreten zu können? Welches sind die zu stellenden Forderungen V Referent: Kollege W i c d e m a n n. 2. Diskussion und Beschlußfassung über den I.Punkt der Tagesordnung. 3. Vercinsangelegcnheiten und Verschiedenes. Nur Mitglieder haben Zutritt.— Aiitgliedsbuch legitimirt.[13 Zahlreiches Erscheinen erwünscht Der Vorstand. Möbel, Spiegel und Polsterwaareii, reelle Waarc, solide Preise. (Oanic Auostattnngcn in Mahagoni und Ltuhbanm. Kiichenmöbrl in gr. Auswahl empfiehlt Franz Tutzauer, Köpnlckerstr. 24, nahe d. Köpn. Brücke. föilliidjer Arbeiter KerUns Eisemliklltt!!, Werkzeuge, ßails- M Köcheilgeröthe E. Vogtherr, � c Kandsbcrgrrstr. 04, amAlexanderpl. am Mittwoch, dem 12. März, Abends OVe Uhr, '»lÄa'rÄiÄ&ÄÄÄn. der Knopffabrik von C. H. Röhll. Ref.. Stadtv. Fritz Der hochwichtigen Tagesordnung wegen wird um aller Arbeiter gebeten. Zur Deckung der Unkosten findet jede Uhr repariren(auhrr Kruch) kostet 1010 ritz Zubeil. 3. Verschiedenes. ahlreiches Erscheinen ellersammlung statt. Der Einbrrnfrr. Achtung! Schuhmacher Kerlms! Der Lohickampf steht uns nahe bevor, ani im und wie Ihr alle wisse» werdet, kostet ein Lohnkampf sehr viel Geld; Ihr werdet infolge dessen'an Eure Pflicht gemahnt, damit Ihr Eure freiwilligen Beiträge erhöht und recht rege be- lheiligt. Es werden in folgenden Zahl- stellen alle Dienstag Abend von 8V2 bis 10 Uhr Beiträge entgegen genommen: 1. In Moabit Birkenslr. 24 bei Wieck, 2. Invaliden- u. Ackerstraßen-Ecke bei Schayer, 3. Kolbergersir. 23 bei Runge im Schuhmacher-Keller, 4. Neustädtische Kirchstr. 11 bei Becker, 5. Neue Schönhauserstr. 2, 0. Anklamerstr. 49 bei Nürnberg, 7. Stralauerstr. 22, 8. Kaiserstr. 4 bei Hossmann, 9. Weinst?. 22 bei Haugk, 10. Grüner Weg 81, Hof pari. l. bei Grünbcrg, lt. Vüloivstr. 42 bei Meier, 12. Wichmannstr. 13 bei Krieg, 13. Kronenstr. 19 bei Kreuz, 14. Alte Leipzigerstr. 1, 13. Zimmerstr. 22 bei Krüger, IG. Oranicnstr. 197 bei Klmger, 17. DreSdenerstr. 116 bei Wendt, 18. Seydclstr. 16 bei Seidel, 19. Barntherstr. 5 bei Hasel, 20. Admiralstr. 40» bei Schulz, 21. Breslauerstr. 27 bei Tempel. 1903 Dir Lolinkommisston Versammlung der Schuhmacher am Mittwoch, den 12. d. M., Slbends 8 Uhr, in„Sohofler's Salon", Insel straße Nr. 10. Tages-Ordnung: 1. Wie stellen sich die Schuhmacher der„mechanischen Betriebe" zur Lohnbewegung im nächsten Frühjahre? 2. Wahl einer Tarifkommission. 3. Verschiedenes. 2] vor Elnbeniier. zu bei mir 8,50 BUiaHc unter Garantie des Gut- und Richtig- gehens. Kl. Reparaturen entsp. billig. Lager aller Arten Dhron, Gold- und Silborwaaron. tzrosze öptL VersllUlmlNg G. Wunsch, Mulyustr. 38, ämmll. Verl. Kisten und Koffermacher nahe dem Oranienplatz. � den 14. d., AbdS. SVe Uhr, ereinshaus„Süd-Ost", Waldemar- straße Nr. 75. Tages-Ordnung: 1. Abrechnung vom Streik der Verl. Kistenmacher(1880). 2. Wie stellen sich die Kistenmacher der diesjährigen Lohnbewegung gegenüber? 3. Verschiedene?.[16 Kommission d. Borl. Kistenmacher. Grosse offeniKiche VechiMW der in i)cc Mäntel-«.Herrtn-I Konsektion,(oiuic in kt Trikotagen-Brnnilze beseitigt. Arbeiter nnd Arbeiterinnen Wir haben eine ganze Menge Leinen- außergewöhnlich billigen Preisen angekauft solche jetzt «nb und offenten sehr viel gute Qualität, ohne jede Appretur, Vi breit billiger. Mr. 30 bi§«|! ■WllliWtUlbC aippwtur, weit......■'-- ,.... Renforcee%%%% M«lt. 40 W« Crefoiiiic fort?.! i Slirtiiiä m Mr. 33».; ü!' ""'Ä'Ä S'""" M. 30 it.'!| n i** sch°n sehr gut für wntrs Konsinlilbtrltlnen Miltes br. Hnnsnlilcherleinen r jetzt öillte Knchen-Hnnbtücher in�auunbcnSn1/ä 2>ul3el,b" 2 ßnfe Alltrii-SaMSljer"SÄ?' Tt, 3, 3'k* UMUV wuivu»'<5'iiiirniu;vv Packung--... MS gilt« Mpg, ZNZÄ Mr. 35 11. 4| Dlöst und geftveifte.slliftiS.... Ml, 50 II. 00|1* Iriltichk,»oOe SellWeite........ 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März, Abends I 3>/2 Uhr, im Aereinshaiise Süd-Ost, Waldeinarstr. 75. Tagesordnung: Die alte und die neue Zeit in der Naturgeschichte. Ref.: Fritz Krüger.— Gäste, Herren und Damen, haben Zutritt. 1913 Die Einberuferin: Frau Schivarz. eigener Fabrik. Spiegel und � Polsterwaaren. Gr. Lager, bill. Preise. Em:# Heyn, Brunnenstraße 28, Hof parterre. liebe Theilzahlung nach llebereinkunst. MiW. Versammlung der Töpfer Charlottenburg s h. ümgeg. am Donnerstag, den 13. März, Abends 8 Uhr, in der Ciambrinuo-Krau-rei. Tages-Ordnnng:[4 1. Bericht des Vertrauensmannes. 2. Geivcrkschastliches. 3. Kongreßfrage. 4. Verschiedene?. D-r perlranciromann. Mur 8 Mark kostet jede Uhr zu reinigen unter Garantie. Bei allan Reparaturen wird der Preis vorher gesagt. 841 Eissen, Uhrmacher(Fachmenn), Marianneiii Dannhnstr. 15, Ecke Mariannenstr. Bebel-, Liebknecht-, Singer• Köpfe, als Cig.-Spitze, echt Meersch., u 1,50 M. Bfriill Brunnenstraße 157, •"Ulizei, a». Rosenth. Thor. 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