? ■3 Nr. 64:- Sonntag, den 16. Marz 1890. V. Jahrg. uss snh I* Hrgan für die Interessen der Arbeiter. iru Das..Berliner Volks blatt" a Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Ä» s e r t i o>» s g e b ii h r beträgt für die 5 gespaltene Pelitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins« und Verfammlungs« Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Erpedition, Berlin Sw., Zimmerstrabc 44, sowie von allen Annoncen-Burcaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festlagen bis 10 Uhr Vormittags geösfnet. -4-- Fernsprecher: Amt VI. Ur.,-•*_ Medakkion: Doukh�atze 2.— Expedikion: DUltlttevVtvAtzo 44. kill. «eil 10 N it. IS Ii ■ß i 3; lin" s ? , Die Feinde ArleeikersisMtzes. ,, uns an der B e r l i n e r K o n f e r e n z ab- gefällt, ist ihre Zusammensetzung. Wir �.len biirchniiS h(i3 valkStbümlickie Element: nicht hu-l1® Fabrikeninspektoren, welche doch als jL �chtet in Arbeiter-Angelegenheiten gelten müssen, vertreten wie man hätte erwarten dürfen. Da- nud die i n d u st r i e l l e n U n t e r n e h m e r außer- üii,. �. stark berücksichtigt und einzelne Staaten sind . von solchen vertreten. Es muthet Einen sonderbar wenn z. B. die spanische Regierung nur s'?>en zwei Großindustriellen zu wählen weiß, um die iz.'lerenz zu beschicken. Allerdings hat die vortreffliche chche Regierung sich erst zur Beschickung der Konferenz „flössen, nachdem Anzeichen hervorgetreten waren, daß ...•'"chtbcachtimg der Konferenz der Regierung den Un- i des Landes aus den Hals ziehen würde. Die * Regierung hat sich entschlossen, die Konferenz Lssh den bekannten Herrn von H e y l in Worins zu bc- Men. Herr von Heyl ist den deutschen Arbeitern gewiß sympathische Persönlichkeit wegen seiner politischen .Nolgungssucht. Nachdem von allen Seiten anerkannt k � ist, daß die Bestrebungen der Regierung, eine Arbeiter- M'tz-Gesetzgebung zu Stande zu bringen, sowie die ganze injPMer Konferenz nur Wirkungen der sozialistischen . �paganda sind, so hätte man auch vermeiden Lri1' gerade solche Leute zu der Konferenz zu berufen, °lche der Sozialdemokratie in besonders gehässiger Weise - 0en getreten sind, denn man geht niemals fehl, wenn �.annimmt, daß diese Leute zugleich auch Gegner eines '"sainen Arbeiterschutzes sind. Sonst würden sie weniger °u Haß gegen den Sozialismus erfüllt sein. Ueberhaupt 7?® Zu bedenken, daß die Großindustriellen. auch dem ab- Mtvächten Programm der Konferenz keine a u f r i ch- ge Sympathie entgegenbringen würden. Gegen sie, -gen die industriellen Unternehmet, ist ja eigentlich die .°nserenz gerichtet, denn würden sie mehr den Grundsätzen Humanität und der allgemeinen Wohlfahrt zugänglich so wäre ja ein Einschreiten des Staates nicht erforder- }% Es ist für die Sache der Arbeiterschntz-Gesetzgebung °Nach naturgemäß nicht förderlich, wenn die industriellen Uternehmer so stark vertreten sind; die Verhandlungen � S t a a t s r a t h s dürsten hierfür den Beweis geliefert ,. Auch die diplomatischen und bureawkra- 'scheu Elemente können uns nicht gefallen. Die "gnsche Regierung hat Niemand anderes zu finden ge- Hr Mttf verboten. 1 Veuilleto»». (9 Der Mord auf dem Dalle. Aus dem Leben einer Kreisstadt. Von I. S. P a n o w. — Was ist Ihm» gefällig? frug er.. toohtT �icr n'ol)"t Thr Sohn, Nckander Petrowitsch, nicht k Ganz richtig. Ich selbst wohne auf dem Dorfe und cv!1 vor zwei Tagen hier angekommen. Doch was bedeutet Besuch? » Wo ist Ihr Sohn? � � g,— Wo mein Sohn ist?... Ich maß nicht, wo mein .0hu ist.,. irgendwo zu Besuch. Doch was wünschen Sie Gütlich? Geheimagenten sind mit Ihnen..._, r- Ihr Sohn steht im Verdacht, ein Krumnalver- s,. chen begangen zu haben. Ich muß eine Durchsuchung ■ let Wohnung vornehmen, und wenn er nicht zu Hanse tj• werde ich Sie bitten, an seiner Stelle der Durchsuchung 'zuivohnen...., u t— Was ist das? Mein Sohn wird eines Kr,m,nal- Drechens verdächtigt? Wer verdächtigt ihn? — Das Gericht. — Aber wer insbesondere?, — Ich, der Untersuchungsrichter. Bitte mir die Durch- ' Attng meiner Pflicht zu gestatten.. u— Mein Herr! Sie vergreifen sich an der Ehre memes .°ynes. In der Familie Itschalow war nie ein Ber- Scherl Sie werden mir für Ihren frechen und absurden wüßt, der sie würdig repräsentirt, als ihren Unterstaats- sekretär für Indien, den Herrn Gorst, gegen dessen Sendung übrigens die englische Presse protestirt. Man hat auch nicht gehört, daß Herr Gorst gegen die uner- hörte Ausbeutung der Hinou's schon einmal etwas gethan oder auch nur seine Stimme erhoben hat. Die eng- tische Regierung hat sich in der ganzen Sache durchaus auf den Standpunkt oer manchesterlichen englischen Groß- Kaufmannschaft gestellt, deren Protzenthum bekannt genug ist. Auch die übrigen Abgesandten Englands sind die Vertreter jener'verächtlichen Harmonielehre, welche das Verhältniß zwischen Arbeiter und Unternehmer in der Hauptsache durch„freie Vereinbarung" regeln will. Die englische Regierung ist offenbar schuld daran, daß der Maximalarbeitstag nicht auf das Programm der Konferenz gekommen ist, denn in der Einladung der deutschen Regierung, die in denl jetzt veröffentlichten Blau- buch sich befindet, heißt es wörtlich, daß die in Erwägung befindlichen wichtigsten Punkte Bezug hätten„auf die Sonntagsruhe, Beschränkung der Frauen- und Kinder- arbeit und auf Vereinbarungen über eine Grenze der täglichen Arbeitszeit." Darauf hat die englische Regierung, laut Blaubuch, mit der albernen Ausflucht geantwortet,„die in England angenommenen Grundsätze der Gesetz- g e b u n g" verhinderten die Regierung, dem Parlament eine Vorlage über die Beschränkung der Arbeitszeit er« wachsener männlicher Arbeiter zu machen. Wer das wohl ernst nehmen wird! Die Großindustriellen aber werde» sich über die Halsstarrigkeit der englischen Protzen regierung wohl nicht wenig freuen. Frankreich, das trotz oes unsinnigen Geschrei's der Boulangiften der Konferenz große und allgemeine Sym pathieen entgegenbringt, hat seine Abgesandten etwas volks- thümlicher ausgewählt; Herr T o l a i n ist auch dabei, der eine in mancher Beziehung nicht rühmliche politische Ver gangenheit hat, aber es mit der Arbeiterschutz-Gesetzgebung vielleicht ein wenig ernst meint. Dagegen ivar es ein mehr als unglücklicher Entschluß der französischen Regie- rung, den alten Jules Simon zu delegiren, einen der verbissensten Manchesterköpfe, dessen abgeschmackte Dekla- mationcn gegen jeden staatlichen Eingriff in das Arbeits- verhältniß nachgerade Jedermann widerwärtig werden müssen. Konnte man in der dritten Republik, wenn man einmal einen Staatsmann senden wollte, keinen anderen finden, als diese abgetakelte Größe? Unter solchen Umstände» wären die Aussichten für den Maximalarbeitstag allerdings nicht gut, auch wenn er auf dem Programm der Konferenz stehen geblieben wäre. Uebrigens hat die 5koiiferenz nicht in Verdacht Rede stehen. Ich erkläre Ihnen, daß ich eine Haussuchung nicht gestatte! He, Leute! — Herr Itschalow, Ihr Widerstand ist vergebens! Sie haben nicht die Macht, mich zn hindern, eine Haussuchung vorzunehmen, und können höchstens wegen Widersetzlichkeit vor Gericht kommen. — Das ist Gewalt! Das ist Unfug! schrie der er- regte Alte. — Es ist die Ausführung der gesetzlichen Vorschriften. Der Alte beruhigte sich ein wenig. — Ich bin kein Gegner des Gesetzes, sagte er, doch ein bloßer Verdacht genügt nicht, daß die Polizei jederzeit in niein Hans dringen und meinen Namen entehren kann. — Unglücklicherweise ist mein Verdacht genügend be- gründet, und eine gerichtliche Nachforschung kann niemanden entehren. — Gut! sagte er. Thun Sie, was Ihre Pflicht ge- bietet, aber Sie werden eS mir gegenüber zn verantworten haben, wenn Ihr Verdacht sich als ein Unsinn erweist. Ich zuckte die Achsel. Der Greis zog sich zurück. Wir traten in das Schlafzimmer seines Sohnes. Die Einrichtung des Zimmers ließ erkennen, daß in demselben ein junger Mensch wohnte. war seit dem Morgen �—* noch Das Bett znrecht gemacht ........................ nicht_ Zigarrenstümpfe wälzten sich auf dem Boden herum. Kleider und Wäsche lagen auf dem Sopha und den Stühlen. Auf dem Tische stand ein Glas mit einem Rest Thee. Alles wies darauf hin, daß der Herr dieser Räume nicht an besondere Ordnung gewöhnt war. Ich fand weder in den Schränken, noch in dew Kom- letzter Linie zu entscheiden, und namentlich in Deutschland wird der Maximalarbeitstag auf der Tagesordnung der Volksvertretung erscheinen. Manche Blätter, die für den Maximalarbeitstag sind, trösten sich damit, wenn nur erst eine internationale Grund- läge für eine Fabrikgesetzgebung geschaffen sei, so werde sich der Maximalarbeitstag für erwachsene männliche Ar- beiter ganz von selbst ergeben. Dieser Ansicht sind wir zwar auch, wenngleich auf die englische Zehnstunden- b i l l der ersehnte Maximalarbeitstag immer noch nicht gefolgt ist, trotzdem nun schier ein halbes Jahrhundert seit ihrer Schaffung verstrichen. Aber wir sehen deshalb nicht ein, warum die Einführung eines Maximalarbeitstages verzögert werden soll, nur weil einige Großindustrielle, einige Großhändler und einige verzwickte Gelehrte nicht wollen. In einem großen Theil der preußischen Staats- Werkstätten ist der zehnstündige Normal- arbeitstag nunmehr eingeführt worden; wenn das in den Wasfenfabriken zu Spandan, die doch oft mit fieberhafter Eile zu produzireu haben, möglich ist, so muß das auch in der Privatindustrie gehen. Und es wird gehen. Man wird nicht, vergessen dürfen, daß Körperschaften, die volksthümliche Wohlfahrtseinrichtungen treffen sollen, auch mit volksthümlichen Elementen besetzt sein müssen. Wenn die Arbeiter nur von den Großindustriellen ihr Heil erwarte» sollten, dann wäre es übel um sie bestellt. Im übrigen warten wir ab, was die Konferenz bringen wird. Daun haben ja erst die Votksyertretuugen ihr Votum abzugeben. Die Arbeitevschutz-Kouferenz der Regiernngen. Der„Reichsanzeiger" bringt folgenden amtlichen Bericht über die erste Tagung der Konferenz: „Heute(Sonnabend) Mittag um 2 Uhr versanunelten sich in dem sogenannten Kongrestsaale, Wilhelmstraße 77(Palais des Rcichslanzlers) die sämmtlichen bisher eingetroffenen Delegirten zur internationale» Arbeiterschuh-Konferenz. Sie»ahmen die Plätze ein, welche nach der alphabetischen Reihenfolge der Staaten geordnet sind, und wurden von dem Herrn Handelsminister, Freiherr» von Berlepsch, im Namen Sr. Majestät willkommen geheißen und ihnen der kaiserliche Dank für das Entgegenkommen ausgesprochen, mit ivclchem ihre Regierungen der Einladung zur Konferenz gefolgt seien. Ter Herr Handelsminister eröffnete nun- mehr die Konserenz und bat, zur Wahl eines Präsidenten zu schreiten. Auf Vorschlag dcZ österreichisch-ungarischen Delegirten, Herrn Minifterialraths Migcrka wurde der Herr Handelsmmistcr mit Akklamation zum Vorsitzenden erwählt; derselbe nahm die Wahl mit Dank an und konstatirte das Einverständniß der Ver- sammlung damit, daß Unter-Staatssekretär Magdeburg zu seinem modcn, noch in den Schatullen etwas, das der Untersuchung dienlich sein konnte. Wir nahmen die Sachen heraus, legten sie wieder hinein und verschlossen sie. Illeben dem Schlafzimmer befand sich ein kleines Kabinet, das wundervoll niöblcrt war. . Hier schlief offenbar Jtschalows Vater. Da stand ein Bureau, dessen Schlüssel ich nicht zn finden ver- mochte. Ein Stemmeisen verrichtete sein Merk. I» den Schubfächern fand ich eine Menge Briefe, aber nachdem ich sie durchgesehen, gelaugte ich zu der Ueber- Zeugung, daß sie in keiner Beziehung zu der Untersuchung staudeil, obwohl sie untrüglich bewiesen, daß ihr Besitzer ein großer Verehrer weiblicher Reize sei. An der Wand, über dem Schreibtisch, hing die Photo- graphie des Fräuleins Anna Dmitrifeiona Äobrow. — Na, dachte ich, Itschalow kann nicht über Mangel an Siegen klagen. Nachdem wir alle Zimmer durchstöbert, hatten wir nichts gefnndc», ivas in irgend einer Beziehung zu der Untersuchung stehen konnte. Schon hielt ich die fernere Nachsuchung für unnütz und suchte schon in Gedanken nach einer passciideu Phrase, um vor dem alten Itschalow die ihm unnützerweise verursachte Störung zu rechtfertigen, als ich in einem Korridore auf einen großen Kleiderschrank stieß. Ich befahl, die Kleider herauszunehmen. Nicht ohne Murren vollführte Gregor, Jtschalows alter Diener, mein Begehr. — Man braucht des Herrn Kleider, brummte er. Ich bitte, Herr, ist's gefällig../ mein Herr hat Kleider genug. Stellvertreter bezeichnet wurde. Der Herr Vorsitzende hielt hier- auf folgende'Ansprache in französischer' Sprache:") Meine Herren! Se. Majestät der Kaiser,»nein attergnädigster Herr, hat wich beauftragt» Ihnen die Gefühle der hohen Befriedigung auszusprechen, welche Allerhöchstderselbe darüber empfindet, daß diese hervorragende Versammlung, welche in die Bc- rathung der wichtigen, die europäischen- Industriestaaten in diesem Augenblick beschäftigenden Fragen einzutreten im Be- griffe steht, sich in seiner Residenz vereinigt hat. Die Einladung Sr. Majestät, welcher Sie entsprochen haben, ist nicht die erste dieser Art, welche an die europäischen Regierungen ergangen ist. Schon im Jahre 1881 hatte die Schweiz eine ähnliche Einladung an dieselben gerichtet, und sie ist auf diese im vorigen Jahre und dann wieder vor wenigen Wochen zurückgekommen. Der Kaiser ist erfreut, darauf hinweisen zu können, daß Dank der entgegcukonimcn- den Haltung der schweizer Regierung die Bestrebungen Sr. Majestät gleichzeitig mit denen der Eidgenossenschaft den Gegenstand der Berathungen bilden werden. Nach Ansicht des Kaisers verlangt die Arbeiterfrage die Aufmerksamkeit aller zivilisirten Nationen, seitdem der Friede der verschiedenen Bevölkerungsklassen durch den Weit- bewerb der Industrie bedroht erscheint. Nach einer Lösung dieser Frage zu suchen, ist nunmehr nicht allein eine Pflicht der Menschenliebe, sondern auch der staatserhaltenden Weis- heit, welcher es obliegt, für das Wohl aller Bürger zn sorgen und gleichzeitig das unschätzbare Gut einer Jahrhunderte alten Zivilisation zn erhalten. Alle europäischen Staaten befinden sich Angesichts dieser Aufgabe in derselben oder in ähnlicher Lage;"diese Gleich- artigleit allein rechtfertigt den Versuch, unter den Regie- runaen eine Verständigung herbei zn sichren, um den gemein- schastlichcn Gefahren durch vorbeugende Maßnahmen gemein- sam zn begegnen. Meine Herren? Das Programm, welches sich in Ihren Händen befindet, gicbt den Rahmen für die technischen Be- rathnngen, mit denen wir uns zu beschäftigen haben werden. Die Entschließungen, zu welchen die Verhandlungen in der Folge führen können, bleiben Ihren hohen Regierungen vor- behalten. Meine Herren! Ich wage zn hoffen, daß die Be- rathnngen, welche wir beginnen, nicht ohne Erfolg sein werden. Diejenigen, welche an ihnen Thcil nehmen, sind Männer, gleich ausgezeichnet durch ihr Wissen und ihre Er- sahrung und im höchsten Grade befähigt, sich über die Fragen zu äußern, welche die Industrie und die Lage der Arbeiter in ihrem Lande berühren. So darf ich wohl die Ueberzengung aussprechen, daß Ihre Arbeiten einen wohl- lhätigcn Einfluß in Europa ansüoen werden. Sodann wurde das Sekretariat der Konferenz vorgestellt, die Vollmachten der Delegirten niedergelegt und die Geschäfts- ordmmg berathen. Es wurde endlich ein Eiiwerständnip dahin erzielt, daß die Sitzungen der Konserenz täglich nm 11 Nhr deginnen sollen. Die nächste Sitzung wurde' auf Montag anberaumt. Das Bureau der Konferenz ist aus den Herren Geheimer Legationsrath Dr. Kayser und Ober-Bergrath Dr. Fürst gebildet; ihnen sind beigegeben der französische Botschaftssekretär Dumaine und der deutsche Legationssekretär in Paris, Graf von Älrco- Valley. «» In der gestern von unS gebrachten Liste der fremden Tele- girten befinden sich einzelne Unrichtigkeiten; unter Anderen ist der hiesige englische Botschafter Sir Edward Malet fälschlich als Delegirter ausgeführt und der als solcher hierher gesandle eng- lische Gesandte in Bern, Mr. Scott, ausgelassen. Die vollständige amtliche Liste wird erst in nächster Woche verüssentlichl werden können, da die Delegirten sämmtlicher Staaten bis' heute noch nicht namhaft gemacht sind. Vorvefpondenjen. Atew-Zsorlc. 4. März. Seit den in Teutschland stattgehabten Wahlen konzentrirt sich erklärlicher Weise das ganze Interesse der hiesigen deutschen Sozialisten auf die Weiterentwicklung der Dinge drüben, und in den Versammlungen und Zusammenkünften dreht sich die Diskussion und Unterhaltung fnst mir um diesen Gegen- stand. Es herrscht eine Stimmung,>vie man sie wohl mit der- jenigen dcr gesammten Deutscheu in Amerika(von einer kleinen *) Wir geben nur die beigefügte deutsche Uebersetzung. Red. Bei diesen Worten zog er aus dem Schrank eine braune Hose und Weste hervor. — Wo ist der Anzug zu diesen Beinkleidern? frug ich Gregor. — Was für ein Anzug? — Der Paletot oder Rock. — Wer weiß das! erwiderte Gregor. Kanu mein Herr etwa nicht frei über sein Hab und G»t verfügen? Es kann sein, daß er ihn verschenkt hat, und es ist auch möglich, daß er ihn irgcndivo vergessen hat. — Es war ein Paletot zu diesen Beinkleidern vor handen? — Ein Rock war vorhanden, ein noch ganz neuer es ist klar, daß Nikander Petrowitsch ihn ans dem Dorfe vergessen hat. Ich befahl, die braune Hose und Weste beiseite zn legen. — Zeigen Sie mir die Stiefel Ihres Herrn! — Welche wünschen Sie? Bei uns giebl es viele. — Zeigen Sie mir alle. Der Diener brachte einige Paar Stiesel. — Mehr sind nicht vorhanden? — Es ist noch ein Paar da, aber das tangt schon zu nichts mehr... nicht etwa, daß die Stiesel alt sind, aber sie sind sehr naß geworden und geplatzt. — Wo sind sie? Er brachte sie. Es waren Ballstiefcl von Lackleder, die offenbar von Feuchtigkeit geplatzt waren. Die Stiefel paßten genau zu dem GyPsabdruck der Fußspuren. Ich nahm alle Messer und Rasirmesser, die ich cm Hause finden konnte, in Beschlag. Dann befahl ick, die Beinkleider, die Weste, die Stiefel und Messer aus den Tisch zu legen, versiegelte alles und nahm ein Protokoll über die Haussilchung auf, welches die Anwesenden unter- schrieben." Als Gregor sah, daß mein Träger die zusammen ge- tragenen Sachen m seinen Sack steckte, frug er mich: Minorität abgesehen) vergleichen kann, alS die ersten Sieges- Nachrichten vom Kriege zwischen Frankreich und Deutschland eintrafen. Wie damals die verachteten„Dutchmen"(die es kaum wagte», an öffentlichen Plätzen, wie in den Pferdebahn- wagen.u. s. w., eine deutsche Zeitung zu lesen) die Köpfe in. die Höhe streckren und sich in die Brust warfen, so gehen heute die deutschen Sozialisten Amerika's»»t erhobenem Haupte einher. Und wahrlich, mit mehr Berechtigung, als die„Patrioten" von dazumal. Diese wären stolz aus den Sieg, der durch die Gewalt errungen war, und hofften, dadurch im persönlichen Ansehen bei der anglo-amerikanischen Bevölkerung zu isteigen, welche ja der physischen. Ueberlcgenheit(st Boxerei) eine wahre Verehrung zollt; die Sozialisten aber sind aus den ans„friedlichem" Wege errungenen Sieg stolz, weil sie nun den Arbeitern der Vereinigten Staaten sagen können: seht, das vermag die Begeisterung, der Opfermuth für eine große Sache!— Bis heute sind die Nachrichten über den Ausfall aller Stichwahlen bis auf neun eingetroffen, wonach die Sozialdemokraten im Gesammten 3S Wahlkreise erobert haben. Für die Sozialisten drüben kommt freilich die Zahl der Mandate nicht so sehr in Betracht, als die Zahl der Wähler, die für sozialistische Kandidaten gestimmt. Für den Amerikaner indessen, der nur für praktische, nicht aber für „moralische" Erfolge Sinn hat, sind die 3L sozialdemokratischen Abgeordneten im deutschen Reichstag eine imponirende Erscheinung.(Hierbei ist selbstverständlich nur auf diejenige» Bezug genommen, die sich überhaupt um die Dinge be- kümmern, die außerhalb der„glorreichen Vereinigten Staaten von Nord Amerika" passiren.)— Interessant ist, wie die deutsche kapi- talistische Presse hier die sie vollständig verblüffenden Nachrichten aus dem„alten Vaterlande" aufgenommen. Noch bis vor dcmWahl- tag konnte sie ihren Lesern mit dem Brustton vollster Uebcrzcu- gung versichern, daß den Sozialdemokraten durch die kaiserlichen Reskripte vollständig„der Wind aus den Segeln genommen" sei, so daß die Erfolge der erster«« bei weitem nicht derartige sein würden, wie seitens der herrschenden Klaffen drüben befürchtet werde. Und nun andern Tags schon diese niederschmetternde Dementirung. Was es den betreffenden Redakteuren nun eine Gehiniverrencknngsarbci tkostcte, um ihren Lesern„klar" zu machen, weshalb sie mit ihrer Prophezeiung so hereingefallen, kann man 'ich lebhaft vorstellen und geht nicht minder klar aus ihren Leistungen hervor. Wie ich vorige Woche kurz mittheille, hat sich der Kongreß zu Washington in der Weltaiisstellniigs-Frage sür Chikago cnt- schieden. Wie sich übrigens ergeben, war die ganze Geschichte eine rein politische Affaire, indem die Republikaner geschloffen— auch die republikanischen Abgeordneten aus New-Iork selbst— für das in republikanischen Händen befindliche Chikago gegen das demokratische New-Dorr stimmten. Es ist jetzt auch klar, weshalb die Republikaner New- Jorks plötzlich einen Kompromiß vorschlugen, der ihnen immerhin einige Aus- 'ichten bot, an dem„Bovdle" theilzunehmen. Ihre Partei- genossen außerhalb hielten es aber sür besser, der Partei das ganze Geschäft zu überweisen, und darum findet die Aus- tellung in Chicago statt. Das heißt, wenn nichts„dazwischen" ommt. Zwar ist anzunehmen, daß der Senat seine Zustimmung giebt; aber es kommen da wohl noch manche Dinge in Betracht, über die man vorläufig noch nicht klar sieht.— Die Frage der Abhaltung eines internationalen Arbeiter-Kon- g r e s s e d tritt nun in ein neues Stadium. Es ist indessen an- zunehmen, daß der Eiseubahnfahrpreis von hier, resp. anderen Häfen, gelegentlich der Ausstellung derart herabgesetzt wird, daß die Mehrkosten der Delegation nicht so sehr viel höher kommen. Die Arbeiterbewegung in Chicago bekommt durch die Verlegung der Ausstellung nach dort vielleicht einen Anstoß, so daß bis zum ZluZsiellungsjahre die Verhältniffe dort ganz anders liegen, wie es gegenwärtig der Fall ist. In New- Jork ivürde in letzterer Beziehung durch die Ausstellung kein besonderer Einfluß zu erwarten sein, da hier speziell in den irischen Arbeiterkreisen die politischen„Drahtzieher" immer noch ihre verderbliche Rolle spielen, wie man in letzter Zeit wieder bei verschiedenen Gelegenheiten wahrnehmen konnte. Einer dieser Drahtzieher, dcr frühere„Mastcrworkmaii" der Knights hier („Distrikt 49"), James Quin», dcr besonders eine hervorragende Rolle gelegentlich des Streiks der Dockarbeiter und Kohlen- schauster gespielt, hat nun ebenfalls, gleich seinem früheren Rivalen in den offenen Nnions, Mc. Mackay, die Belohnung für seine„treuen Dienste" erhalten; er hat nämlich eine Anstellung im internationale»'Archivamte zu Washington be- konimen. Wir werden also in nächster Zeit beobachten könne», daß die noch nicht versorgten„Arbeiterführer", welche für die kapitalistischen Parteien„arbeiten", erneuerte Anstrengungen inachen werden, um den„Herren" zu zeigen, daß sie ebenfalls noch einigen„Werth" für dieselben besitzen! Nun, einmal wird das auch ein Ende nehmen, obwohl schon manches Jahr vergebens darauf gehofft wurde. Bezüglich der Achtstunden- Bewegung ist mitzutheilen, daß das Erekutiv- Komite dcr F. o. L. an alle mit dcr Föderation verbundenen Arbeiterorganisationen ei» Zirkular gesendet hat, welches folgende drei Fragen enthält: Wie lange ist die Arbeits- zeit m Ihrem Geschäft? Was gedenkt Ihre Organisation zur Erringuug des Achtstnndeu-Tages am 1. Mai d. I. zn unter- — Wie denn, Herr... diese Sachen belieben Sie mit sich zn nehmen? — Wie Sie wollen... aber ich kann in Abwesenheit des Herrn sein Eigenthum nicht ans den Händen geben. — Sie werden sich selbst mit mir fortbegeben. Ich muß Sie verhören. In dcr Kanzlei werden Sie eine Quittung erhalten, daß diese Gegenstände bei Ihnen mit Beschlag belegt wurden. — Aber ohne Erlaubmß darf ich nicht fortgehen. Der Herr wird böse sein. — Sie werden Ihren Herrn bei mir treffen und ihm dort alles aufklären. Nach Hause zurückgekehrt, fand ich weder Kokorin noch Jtschalow vor. Ich befahl, Gregor vorzuführen, und sprach zn ihm: — Ich mache Sie im voraus darauf aufmerksam, daß Sie alles, ivas Sie mir jetzt mittheilen werden, vor Gericht auf Kreuz und Evangelium beschwören müssen! Ant- worten Sie daher auf meine Fragen vollkommen dcr Wahr- heit gemäß. — Weshalb soll ich denn die Unwahrheit sagen, Herr? Belieben Sie mich nach allem zu frage», was ich weiß'... aber, was ich nicht weiß— iverden Sie auch nicht böse— daS kann ich nicht sagen. — Wie heißen Sie? — Gregor Demeutjcw Katschaliu. Ich bin einer der Leibeigenen Peter Kiriloivitsch Jtschalows. Ich diene ihm schon vierzig Jahre. Und wie zur Zeit der Leibeigen- schaft, so kann man mir auch jetzt nichts Schlechtes nach- sagen. Ich stehe rein vor Gott und meinem Herrn da. — Es handelt sich ganz und gar nicht nm'Sie. Ist Ihr Herr schon lange hier in der Stadt? — Dcr junge? — Ja, Nikander Petrowitsch. — Bor vier Tagen sind sie angekommen. Vorher lebten sie glaube ich beständig in der Stadt.... bisweilen im Dorfe... — Woher kam er? — Vom Dorfe. des Ächt- mmm ..... durch die% % Wohnungen machen) ##### Zigauenailietter machte sich ein erfreulicher Geist der Zusan- � ihic Forderungen durchgesetzt. Dcr Streik hat sich inzwischen auf eine Sluzahl weitem- Geschäfte erstreckt, 11 Ks K»..»i? xWWZMM |ich bisher zur Verfügung gestellt haben! fcerim Ich d f'ichi MM ,«« eil testet DolikiMe Ateberstchch Die Ziede, mit welcher Herr von Berlepsch die schutz-Konferenz der Regierungen eröffnet bat, biei** einen neuen Gesichtspunkt. Iii ihrem Tone ist die A»� � verhältnißinäßig nüchtern. Sic verzichtet daraus wir rechnen es ihr zum Verdienst an— in p" mren, Wendungen an die Humanität der Regierungen zu sie stellt nur die nüchterne Erivägung an, daß den„3 schaftlichen Gefahrungen", welche die Entwickelung dustrie in allen Staaten hervorgerufen hat,„geincinim i � begegnet" iverden müsse. Aus dem diplomatischen�� in verständlicheres Deutsch übertragen heißt das anderes als: in allen Industriestaaten existirt eine prolcr � Bewegung, existirt die Sozigldcmokratie; ihr omsi. Arbeitcrschutzgesetze der Wind ans den Segeln geuo werden. Diese Anerkennung ist unser Erfolg. M)i Nur aa einer Stelle ist die Ansprache im Toste � lebhafter, da, wo die Regierungen zum Schuhe unschätzbaren Gutes einer Jahrhunderte alten Zi®1]1' W' aufgerufen werden. Hier taucht wieder einmal das � che» von der Kulturfeindlichkeit der Sozialdemokratle> schleim auf. Die Kultur mag in der That bedroht! � Dienerin ihres ubermüthigei» Luxus erniedrigt. Und WL »VI% V v»»»...... w �. sie es, sie ivürde die Massen ohne Bedenken in die zurückstoßen. ictitopen..... vt Zu Beschlüssen wird es, ivie die Rede bestätigt,«nl.x- Konferenz nicht kommen; sie bleiben den Regierungen.. behalten, die Konferenz soll für sie nur das Material%, AlleS Positive liegt also noch in weitem Felde; abe entfernt das Ziel auch sein mag, die Kugel ist einmal Rollen. Hoffentlich löst die Konferenz ihre doktrinäre 1 — Ans welchem Kreis? — Aus dem hiesigen; aus den» Dorfe Jakowlewo- � fuhren zum Vater und beliebten mit ihm anzukommen- — Wann ist er nach dem Dorfe gefahren? — Ja, was soll ich sagen? Vor etwa zwei — Weshalb fuhr er hin?. — Weshalb... das kann ich nicht sagen. Es � des Herrn Wille._ Sie standen früh ans, befahlen«> Wechseln,� den Paletot Koffer doppelle Wäsche zum »w»*, � f u-. p....... in die Droschke hinaus zu tragen, und fuhren ohne Thee getrunken zu haben. — Fährt er denn mit der Droschke nach dem — Vielleicht fuhren sie auf die Poststation, dort Pferde und fuhren weiter. @0� gi( — Während der Herr auf dem Dorfe war, habest keinerlei Nachricht von ihm erhalten? — Keine. — Was für ein Droschkenkutscher führte ihn?$ — Sie nennen ihn Kalatsch. Seinen Namen kestw nicht. — Welche Nummer hat er? nA — Das kann ich nicht wissen. Lassen Sie Keck' fragen... alle Welt kennt ihn., � — Ist Ihnen genau bekannt, daß Nikander Petro»�' nach dem Dorfe fuhr?„ji — Wohin sollten sie denn fahren außer nach Dorfe? — War er nicht in Moskau? gü — Belieben Sie sie selbst danach zu fragen. J, kehrten zugleich mit ihrem Bater aus dem Dorf � — Schmerzte Nikander Petrowitsch nicht die Ha»� � dem Tage, an dem er von hier fortfuhr?.Jj — Das habe ich nicht bemerkt. An jenem PI" habe ich sie nicht angekleidet. Er hat sich selbst angekleidet? ,,«> — Selbst. Als sie in dcr Nacht ankamen— W um ein oder zwei Uhr— zogen sie sichtlich müde den aus und legten sich zu Bette, ohne sich auszukleiden. ��ztheilnehmer liegen und die �eher beütünbrt ki�Non e.-! hf+ itdWT-"?�« Hegen uns Die ,vir au leitender Stelle mt n�t. haben, selbst durch die reichen Lobsprüche k°« find, mit denen Herr v. Berlepsch als höflicher m die Kongreßmitglieder begrüßt hat. ieklnini�'��ammern und-in R-ichs-Arb-itsamt waren --'Ich in dem»nn her frcinldpmnfratifrfieit Traktion leten A ste die bas geringste"Verständniß� entgegen.' Zetzt"hat .'"Hb 5mnf+(7v;„ r,»;w—. N- li« e» h- i« S- p I it ist irt ch », >t- ic en »- sd ist en a «n itt n) Iii et» iß Cll li. tft r> j ii0 PI „s— in oeni von der sozialdemokratischen Fraktion �gearbeiteten Arbeiterschutzgesetz-Entivurf vorgesehen. Da- d-r» �chtc die bürgerlich« Presse dieser vernünftigen For- s,� �. nicht das geringste Berständniß entgegen, �etzt Hai Blatt gewendet. Die beiden Vorschläge tauchen fast toJS. 9 in Zeitungsmeldungcn auf. Von den LlrbcitS- vn(fälschlich Ärbeiterkamniern genannt, denn es war uj111? gleichmäßige Vertretung der Unternehmer und.lr- 1" n ihnen gedacht) soll im Staatsrath die Rede gc- Ä Und das Reichs-Arbeitsawt wird in folgender "aHeilung der„Rhein.-Westf. Ztg." erwähnt: ..Es läuft das Gerücht um, bnö dein Geh. Ober-Regieriing?- .ath Hinhpeter eine Anstellung als Leiter eines möglichcriveise » fassenden Rcichs-Älrbcitsamts zugedacht sei, das ähnlich dein Mischen Fabrikinspektorat eine völlig selbstständige Verwaltung :% um jas. gzrw*«; ' fe"ÄSÄfn"VfÄ"i» MW M. M gar nichts gesagt. Entscheidend ist, wie man sich die �Gestaltung dieser Vcrtrctnngskörper denkt. Da werden Ml die Unterschiede beginnen. eilte sehr originelle Art, — o... ön uituwvi«», vn. im Reichstage gegen sie er� j„_ werden. Sie schweigt Monate lang dazu, mnckst Nicht � Reichstag, ,vo sie doch ihre wohl bezahlten amtlichen fin!"i6?. hat und greift dann im Landtag, ivo sie„zu ist, eine Gelegenheit vom Zaun, um die Sache hubsä) .?" hlich en famillo allSzumachen. Oder auch nicht ge- ""hlich. Hi�. �n Beispiel. In der ersten Generaldebatte °is Reichstags über das neue Sozialistengesetz, also im Na . inber vorigen Jahres, brachte Bebel verschiedene �.hat- "chen vor, welche der sächsischen Regierung nicht gerade an- Mm sein konnten. Es handelte sich um beitiminte--.hat- Mn. Konnte die sächsische Regierung die Augabeu Bebel s Zerlegen, so hatte sie im Reichstag, vor dem Forum, «n welches die Anklage sich gewandt hatte, die beste und t s�udste Gelegenheit. Zwei Monate später— im �annar • I.— fand die zweite und dann die dritte Lesung des N°n Sozialistengesetzes statt. Waren Bebel's Behauptungen °hch, so war ohne allen und jeglichen Zweifel der Reichs- '«g der geeignete, und allein geeignete Ort für die Zurück- J'ijiiig und Widerlegung. Wohlan— die Vertreter der Uschen Regierung schwiegen hartnäckig. Haben aber hinten nach, ohne vorher auch nur durch das leiseste Zeichen w Absicht anzudeuten, im sächsischen Landtag eine Recht- �ignng versucht- ein Verfahren, das—- Aiünchhausen'sche Trompete erinnert s�r Monate lang eingefroren war, und »Iis A,!ff liichstfche R-giemmg hat kL» 9"" Zu antworten, die im ,"IN IDei-hp» die ein plötzlich, das Ende das Ende <- günstiger Witterung, zu blasen anfing. Die Mgikomödie ist noch nicht beendigt, und d das Werk, wie die Lateiner sagen. Und an iÜ juchsischeu Landtag wird sich noch ein kleines Nachspiel " deutschen Reichstag anschließen. m Genug, es handelt sich um die Affäre des Leipziger �irtraiieuslnannes" Grüneberg, den der sächsische Herr Mtizminister gar zu rein waschen möchte, wozu jedoch alles �.sser der Elbe nicht ausreicht.— .. Am Abgrord«-t«nhanse hielt in der FreitagSsitzung -"i der fortgesetzten Berathung des EtatS der Bergverwal- 'ung der freikonservative Abgeordnete Dr. Ritter, das Mitglied des Staatsraths und der General- Jjsteltor der Gruben des Fürsten Pleß, eine fulminante �ertheidigungsrede für seine Brodherren. Wie unverhüllt S; seine edle Gesinnung offenbarte, wie er der krassesten Reaktion das Wort redete, ivie er gegen die geringste Be- Ichränkuna der Ausbeutung protestirte, wie er die Arbeiter ferleumdeie und ivie er sie mit Hilfe der Religion zur ilnterwürfigkeit zurückgeführt wünschte, ersehen unsere Leser oni besten aus dem Bericht über die Verhandlungen, den Ist an der Spitze der Beilage finden. Daß die ultramon- innen Redner ebensowenig ivie der sreisinnige Manchester- 'Hann Brömel dem Herrn zu dienen wußten, oder auch nur iw"r? andern Morgen in das Zimmer trat, waren sie schon mgekleidet. — Ihr Herr ist ein Linkshändiger? — Keineswegs, Herr! — Wo war Ihr Herr am Tage vor seiner Abreise? (v— Sie sind beständig zu Hause gesessen. Ten ganzen dstg waren sie zu Hause, und Abends sind sie nicht zu Rns- sott's gefahren. Erst um elf Nhr gingen sie aus. Das weiß ich nicht. q..— Womit war Nikander Petroivitsch bekleidet, als er �»ends ausging? ,— Sie trugen denselben braunen Rock, von dem Sie die oißehörige Hose und Weste mitzunehmen beliebten. % Nahm er irgend etwas mit sich? Zum Beispiel ein Gießer oder ein Rasirinesser? — Das kann ich nicht wissen. Wer hat den Rock versertigt? (t,— Der Schneider Fischer dort in der Wokchowskaja- '"aße. Er arbeitet stets für den Herrn. War der Rock zerrissen? n.— Wie wäre das möglich, Herr, daß Nikander Petro- "Ich einen zerrissenen Nock anziehen würden... c\,— Sehen Sie genau her: ist dieser Rock, der vor Muea aus dem Tische liegt, dem Nock Ihres Herrn nicht "Vilich? Ter Diener sah den Nock an und sagte: — Es ist derselbe, nur dieser Flick ivar nicht daran. — Besitzt Ihr Herr einen grauen Paletot? Ja. Er ist mit Fuchspelz besetzt. — Und eine weiße Lammfellmütze? — Ebenfalls. Alles dies besitzt er, Herr! — Wo sind diese Sachen? Der Herr müssen sie im Dorfe gelassen haben, weil bei der Abreise von hier sie anlegten und sie nicht zurück- "lachten. Gregor unterschrieb seine Aussagen und bat dann, ihm nie Bestätigung zu geben, daß die Beinkleider und Stiefel »"gen seinen Willen fortgenommen wurden. (Fortsetzung folgt.) die Absicht dazu hatten, braucht nicht Wunder zu nehmen. Diesem Herrn Staatsrath wird erst im Reichstag die richtige Antwort werhe». Daß im Abgeordnetenhause die geeigneten Männer hierzu fehlen, wird auch von der demokratischen „Franks. Ztg." unumwunden zugegeben. Schreibt sie doch in Hinblick auf die ersten Verhandlungen des Abgeordneten- Hauses über diesen Gegenstand: „Man konnte voraussehen)daft bei der bekannten Zusammen setzuiig des preußischen Abgeordnetenhauses die sicher in Aus- ficht stehende Besprechung der preußischen Bergwerks- Enquete sehr weit hinter berechtigten Ansprüchen in Bezug aus Sachlich- t'eit und sozialpolitische Einsicht zurückbleiben werde. Daß sich dieselbe aber auf einem so niedrigen Niveau bewegen würde, wie gestern, wo der Beginn der erwarteten Verhandlung tan den Etat der Bergverwaltung angeknüpft wurde, dies war nicht anzunehmen. Die Nationalliberalsn und freikonservativen Reden, ivelche gehalten wurde», bestanden aus einer traurigen Mischung von krassem Unverständniß für die Arbeiterlage, per- fönlichen Verdächtigungen und Rufen nach mehr„Energie" und Militär. Und auf der anderen Seite schwang sich auch die Kritik, welche seitens zweier Zentrumsmitglieder an der be- kannten„Denkschrift" geübt wurde, trotz vieler dankenswerther Korrekturen im Einzelnen nicht zu jener prinzipiellen Höhe auf, von der aus die staatliche Untersuchung als eine hinter den elementarsten Anforderungen der sozialstatistischen Unparteilich- keit zurückbleibende Leistung dargestellt werden mußte." Das Zentrum empfiehlt sich jetzt wiederholt als Gesellschasis- retter. So geschieht eS auch in dein diesjährigen Fastenbries des Erzbischoss von Köln. Da heißt eS: „Schon geben sich die Vorzeichen kund, daß eine den ganzen Vestand der bürgerlichen Gesellschaft i» Frage stellende dritte Er- schütterung im Anzugs ist: die des sozialen Umsturzes. Hat die religiöse Revolution deS sechs zehnten Jahrhunderts die Kirche zu stürzen gesucht, ihre von Gott erhaltenen Vollmachten geleugnet und die Willkür der religiösen Anschammgen und damit den Irr- und Unglauben entfesselt, so hat die politische Revolution des achtzehnten Jahrhunderts das Christenthum aus den staatlicheu Einrichtungen eiitfernt, die Autorität der Obrigkeit und der Fürsten niitergraben und die Völker in eine» fortwährenden ver- ivirrenden Wechsel der Regierungssormeu gestürzt, die fast überall auf die Beseitigung der Monarchien und Ausrichtung flnktnirender Republiken hinzielen. Die jetzt sich ankündigende soziale Revolution steht auf dem Bode» der politischen, will nicht allein Kirche und Ehrisienthnm, sondern überhaupt Gott und sein Gesetz ans der menschlichen Gesellschaft entfernen, weder die qöttliche noch sonst eine andere Gewalt anerkennen, leugnet die Heiligkeit der Ehe. sowie die Unverletzlichkeit des Eigen- thums und untergräbt so die Grundpfeiler der bürgerlichen Orb- NIlNg." Als..KaufbedtNgungeu'i'Wiudtliokst's, zu welchen er die Unterstützung des Zentrums„verschachern" ivoll», bezeichnet die„Köln. Ztg." für das Reich Aufhebung oder Aenderung des Jesnitengesetzes, für Preußen Unteriverfung der Schule unter die Kirche.— Das Black kündigt in Verbindung damit dem Fürsten Bismarck den Kampf bis anfs Messer an, wenn er sich mit dein „Chef des politischen Handlungshauses, welches sich Zentrum nennt", einläßt. Es schreibt in feiner phrasenhaften Art:„Wir unsererseits brauchen nicht erst zu versichern, daß wir es als eine Störung und Anomalie schmerlich empfinden müßten, wenn wir in einen scharfen und unversöhnlichen Gegen- sah zu dem großen Begründer des Deutschen Reiches gerathen sollten. Sollte uns derselbe jedoch ohne unser Zuthun und trotz unserer Mahnungen und Warnungen aufgezwungen werden, so würden wir denselben mit patriotischem Pflichtgefühl auszufechren wissen. Wir sind der festen Ueberzeugung, daß selbst der ganze gewichtige Einsah der Volksthümlichkeit und der nn- verwelklichen Verdienste eines Staatsmannes von weltgeschicht- licher Größe nicht ausreichen würde, um der Nation eine klerikal- konservative Politik erträglich zu machen, welche die deutschen Herzen mit Reaktionsgrauen und Erbitterung erfüllen würde. Der national- liberalen Partei würde die Kainpsstellnng gegenüber einer Staats- kunst, welche etwa die Bewilligung von Regierungsvorlagen von dem Welsen Windthorst durch Zugeständnisse an den bildnngsfeind- lichen und terroristischen Geist des Ultrainontanisinus erkaufen ivollte, durch ihre ganze Bergangenheit vorgeschrieben. Der Genius des deutschen Volkes könnte nur kummervoll sein Haupt verhüllen und sich von einem unschönen Schauspiel abwenden, welches die theuersten Empfindungen deutscher Patrioten versetzen müßte." Ein Berichterstatter, welcher als offiziös gelten möchte, sucht glauben zu machen, es sei Herr Windthorst gewesen, der die Unterredung mit dem Kanzler veranlaßte,' und Fürst Bismarck habe„mit gewohntem Abweisen jeder Voreingenommenheit" den Wunsch des Zentrumssührers erfüllt. Aus parlamentarischen Kreisen wird dagegen, offenbar weit glaubwürdiger, berichtet, daß Fürst Bismarck die Einladung, ihn zu besuchen, an Herrn Windt- orst gerichtet habe. zl-b-r die nngeltundigke neue Militn'vvorlitiiie bringen die„Hamb. Nachr." einen Artikel, der es mit der Neorganisation der Artillerie überaus eilig hat. Die Abtheilungen und Batterien müßten vervollständigt und das Ofstzierpersonal vermehrt werden. EL seien eigentlich über IDtt neue Batterien erforderlich, soviel ivüroen aber nicht verlangt/ dagegen müßten die 77, jetzt nur 4 bespannte Geschütze zählenden sBatterien auf<> bespannte Ge- schütze gebracht iverden, ebenso alle neu zu errichtenden Batterien. Das erfordere eine einmalige Ausgabe von 20 Millionen, dazu eine Ausgabe für die Komplettirnng der Pioniere und des Trams, infolge der Nenausstellung des Xvl. und XVII. Armeekorps. Ei« Gfstniiser sumckt den» ander» Unfug vor. Die „Köln. Zeitung" wirst der„Norddeutschen Allgemeinen Ztg." deshalb, weil sie in der Zenrrumspartei das Autoritätsprmzip ebenso wie in der konservativen Partei vertreten findet,„offiziösen Unfug",„offiziöse Seitensprünge",„Charakterlosigkeit in der ividerwärtigsten Erscheinungsform",„unwürdige Haltung" uns dergl. vor. Wir können, so schreibt die edle„Köln. Ztg.",„nnd nicht der Erkenntnist verschließen, daß die unwürdige Haltung der „Nordd. Allgem. Ztg." verwirrend nnd zerrüttend auf unser öffentliches Leben eimvirken und die ohnehin um sich greifende Empfindung der Ziel- und NichtnngSlosigkeit der ministeriellen StaaiSleitung verstärken muß. Es ist in den letzten Wochen ohne- hin von einer gewissen Presse genug geschehe», um den Glauben au die Einheitlichkeit, Geschlossenheit und Zielbewußtheit der Führung zu erschüttern."— Daß jetzt sogar auch die„Kölnische Ztg." von einer„Empsindnng der Ziel- und Richtungslosigkeit der ministeriellen Staatsleitung" spricht, ist bezeichnend. Im übrigen sind die„Köln. Ztg." und die„Nordd.' Allgem. Ztg." vollständig einander ebenbürtige Offizöse. Uebev eine recht sonderbare Äliithe, welche die stich- ische Reaktion gezeitigt hat, erhält die„S. Arb.-Z." aus Mitt- weida folgenden Bericht: Zwei in der Aktienspinnerei Mittweida beschäftigte Spinner hatten sich kurz vor der Wahl den Spaß gemacht, je eine» der ihnen zugestellten kleinen hellrothen Muster- zettel mit einem Einschnitt versehen in ein ungefähr fingerlanges Hölzchen zu klemmen und an ihren Spinnmaschinen anszustecken. Kaum daß diese„schrecklichen Flaggen" zum Ergötzen /der„Demonstranten" in der dumpfen, ölgeschwängerten Saalatmosphäre „flattern", naht auch schon der Rächer in Gestalt des Fabrik- Zimmermanns, der, nicht zufrieden damit, daß die beiden Arbeiter vom sofort herbeigerufenen Direktor einen Verweis erhielten, auch noch hinging und sie bei der Polizei denunzirte. Der Bürger- meifter Dr. Goldenberg sah den Staat in Gefahr nnd sandte den beiden Miffethätern sofort ein Strafmandat in der Höhe von 7 Tagen Haft. Mit dieser schnellen Justiz waren nun die Arbeiter freilich nicht einverstanden; sie riefen die Entscheidung des Schöffengerichts an, das auch an» 4. März unter Vorsitz des Amtsamvalts Grützner ein Einsehen hatte und die beiden Spinner wegen Ausstellung ihrer Lieferzettel auf Grund der Verordnung von» 13. Juli 1810 das Tragen republikanischer Abzeichen be treffend, zu— 8 Tagen Hast verurtheilte. Die ominösen Liefer- zettel wereen nun zunächst die Weise an das Landgericht Chemnitz antteten müssen, dessen Entscheidung von den Verurtyeilten an- gerufen werden wird und später dem Reichstag hoffentlich auch ein heiteres Stündchen bereiten. Sächsische Instis. Redakteur und Verleger der„Chemnitzer Presse" sind von dem Schöffengericht in Chemnitz zn 4 Wochen Haft wegen groben Unfugs verurtheilt worden, weil dieses sozial- demokratische Blatt„es sich seit Ende vorigen Jahres zur'Auf- gäbe gemacht, eine Anzahl Gastwirthe ans Stadt und Land, welche Inhaber von Sälen sind und diese Lokale der gedachten Partei zur Abhaltung von öffentlichen Versammlungen nicht zur Verfügung stellten, in Verruf zu erklären und zu boykottiren, um das Publikum vom Verkehr bei den betreffenden Wirthen ab- zuhalten und die Letzteren durch die ihnen hieraus erivachsenden Nachtheile zur Hergäbe ihrer Räume für Arbeiterversami»- lungen gefügig zu machen." Also wenn eine politische Partei Gleiches mit Gleichem vergilt und die Vorenthaltuug von Versammlungslokalen ahndet mit der Vorenthaltung des Einkaufs von geistigen Getränken bei denselben Wirthen, so ist dies grober Unfug. In Minden hat sich zur wirksamen und nachhaltigen Be- kämpfung der sozialistischen Irrlehren ein aus Angehörigen der verschiedensten Stände bestehender evangelischer Männeroein ge bildet. Derselbe will besonders mit der arbeitenden Bevölkerung in Verkehr treten, das evangelische Bewußtsein unter ihr stärken, ante, verständige Lehren verbreiten, den Patriotismus heben und in vorkommenden Nöthen thatkräftig helfen. Stößt er bei ver- bitterten Gemüthern auf Gleichgittigkeit oder Widerstand, so will er sich dadurch nicht abschrecken lassen von seiner mühevollen Ar- beit, denn es werden sich noch Leute genug finden, die einem ver- nünftigen, wohlwollendeil Worte zugänglich sind und eine ihnen dargereichte Hand gern ergreisen, wieder einen festen Boden unter die Füße zu bekommen.— Viel Glück! Hoffentlich wird die Welt von dem Bekehrungswerke aus dem Laufenden er- halten. Sevichtigniig. Herr Hoffmaun-Halle schreibt uns: Die in Ihrer Donnerstag-Nuniiner gebrachte Notiz über ein Attentat auf meine Person entbehrt joder Begründung. Daß man jetzt überall im Kreise Naiimbnrg-Weißenfels-Zeitz mich auch bei dieser Nach- richt wittert, ist bezeichnend für das„böse Geiviffen" unserer Gegner, und so war vielleicht der Wunsch der Vater des Ge- dankenS. Zur Beruhigung kann ich mittheilen, daß der r e ch- schwei: wiegend e Wahlprotest bereits in Händen des Wählt komitees sich befindet, nnd in den nächsten Tagen an den Reichstag sowie an die sozialdemokratische Fraktion abgehen wird, es werden dann recht erbauliche Geschichten über die'Art und Weise, w i e es gemacht wird, an das Tageslicht kommen. Mit Gruß A. Hoffmann, Halle a. S. Grostbritauniett. London, 14. März. In der heutigen Sitzung des Nilterhauses erklärte der Unterstaatssekretär des Auswärtigen, Fergusson, den Vertretern Englands auf der Berliner Ar- beiterschutz-Konferenz seien mit der Antwort der britischen Regierung an die deutsche Regierung konforme Instruktionen ertheilt worden. London, 14. März. Bei der Ersatzivahl in Stoke-npon- Trent für das Unterhausimtglied Leathani Bright, welcher sein Mandat niedergelegt hat, wurde der Gladstonianer Gower init 4157 Stimmen gegen den Unionisten Allan, welcher 2920 Stimmen erhielt, gewählt. Sheffield, 14. Marz. Die Versammlung von Kohlenbergwerk-Besitzern in Jorkshire beschloß heute, die For- derungen der Bergarbeiter abzulehnen; der allgemeine Ausstand wird demnach morgen beginnen, wodurch dann etwa 60 000 Arbeiter feiern würden. Ueberall herrscht große Aufregung. In verschiedenen Distrikten soll sich bereits Kohlenmangel bemerk- bar machen. In mehreren Gruben ist bereits die Arbeit eingestellt; ebenso soll der Streik morgen ausbrechen in Neiv- Castle, Stockton, Hartlepool, Middlesborough und in allen Distrikten von Tyne und Wear. Manche st er, 14. März. Der Vollzugsausschuß der Grubenarbeiter hat heute, da die Grubenbesitzer keine Konserenz abgehalten haben, um die letzten Forderungen der Arbeiter zn berathen, an die Ausschüsse der verschiedenen Grube» tele- graphirt, daß von morgen ab ein allgemeiner Ausstand einzutreten hat. Fruttttreich. Paris, 14. März. In parlamentarischen Kkeisen wird versichert, Floqnet habe in einer Unterredung mit Carnot daran. hingeiviesen, daß eine Kombination Freyeiuet, ConstanS Bourgeois von der Kammer sehr günstig aufgenommen werde, würde. Paris, 14. März. Der„Temps" verurtheilt sehr schar das gestrige Bottiin des Senats, durch ivelcheS nicht nur di Personen der Minister selbst, sondern die politische Würde und das allgemeine Interesse Frankreichs betroffen ivurden. De> Senat habe aus blindem protektionistischenl Interesse den Hände nnd die Stellung Frankreichs in der Levante geschadial mtl angesichts der bevorstehenden Anleihe eine Ministerkrise heraus- beschworen. Paris, 15. März. Nach einer einstiindigen Unter redimg mit Carnot soll Freheinet mit der Bildung des neue; Kabinets beauftragt worden sein. Kriefleaste» der Redalttio». Brieflich. Bei Anfragen iiilten wir die AbonnenieniS-Ouitlung beizufügen. Anlwort wird nicht ertheilt. Ivilhelin. Wenn auch die Zwangsvollstreckung wegen Ge richtskosten oder anderer Schulden einmal vergeblich versuch worden ist, so kann dieselbe doch beliebig oft wiederhol werden. K.|H. Thaersir. Einen Soldaten bis zum Unteroffizie darf von der Löhnung ein Abzug nur wegen der Alimente fit die Ehefrau und für eheliche, nicht auch für uneheliche Kinde gemacht werden. U. 10. Der Revers, laut dessen Sie lm Jahre 1888 ai Kündigung verzichtet haben, ist noch in Giltigkeit, da nach Ihre, Angaben eine neue abändernde Vereinbarung zwischen Ihnen unk dem Arbeitgeber nicht getroffen worden ist. ---■■■" Herr Dr. N. ist vor ein paa R. T. in Krau» schweig. Wochen gestorben. I. K. War niemals Sekundärbahn. v. S. AS. Nach dem Tode der Königin Luise. W. Ciiprnick. Eine bestimmte Vorschrift besteh darüber nicht. ES wird in der Praxis also ganz verschieden sein A. G., Nirdorf. Es trat im Juni 1872 in Kraft. ffi.§., Wrangrlstr. Früher wurde dort der Schneider meister Heinzel aufgestellt; vertreten war der Kreis durch den „sreisinmgen" Hänel. Urinholz. Vom 24. Lebensjahre an. I. i).. Kastanirn- Alter. Das X. Vundesschießen finde in Berlin statt. Die früheren Bundesschießen sino in onderei. Städten Deutschlands abgehalten worden. g. F.. Uannqnsir. Die beiden Feuer waren in den Jahren 1880 und 1887, und zwar jedesmal im Mai. E. K. 100 Das Spiel wird im Allgemeinen nicht ge spielt; sem« Giltigkeit muß deshalb vorher ausgemacht werden. Theater. Sonntag, den IC. M ä r z. Gprrnliauo. Othello. Montag: Aennchen von Tharan. Kchanspielhauo. Der Bibliothekar. Montag: Die Quihow's. Lesstng-Tliratcr. Das vierte Gebot. Montag: Die Ehre. Krrliurr Sheatrr. Der Veilchensresser. Montag: Hamlet. Drntschra Thratcr. Die Stützen der Gesellschaft. Montag: Faust, erster Theil. Frirdrich-Miltzclinstiidt. Stzrater. Der arme Jonathan. Montag: Dieselbe Vorstellung. Mallncr-Tlieatrr. Die Nachbarinnen. Vorher: König Candaule. Montag: Madame Vonivard. Vor- her: Der dritte Kopf. Uiktoria-Tlscater. Stanley in Afrika. Montag: Dieselbe Vorstellung. Gjtrnd-Thrlrtrr. Die Rache. Montag: Dieselbe Vorstellung. licstdeiu-Scheatcr. Marguise. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kellealliancr- Theater. Der Nau- tilns. Montag: Dieselbe Vorstellung. Königstiidtischrs Theater. Der Fall Elömenceau. Montag: Dieselbe Vorstellung. Central Theater. Ein sideles Haus. Montag: Dieselbe Vorstellung. Adolf Ernst- Theater. Der Gold- fuchs. Montag: Dieselbe Vorstellung. Theater der Rsichohalle». Speziali- tätcnvorstellung. Gedr. Richter'» Hariötü. Spezialj- täten-Vorstellung. Kanfmann's Uaribtö. Spezialitaten- Vorstellung. Ci�ElSS R(2B3Z. K a r l st r a ß e. Heute. Sonntag, den IG. März 1890: Wi große MelmigeiL 4 Uhr Nachmittags(Ein 5iind frei): Grosse Extra-Vorsiellimg Jiiit eigens arrangirtem Programm, auf vielseitiges Verlangen: Aufführung der komischen Ballctpantomime Harlekin vom.gesammt. Corps de ballet. Abends 7>/Z sUhr: Im dunklen Erdtheil (Einnahme von Bagamoyo). Große equestrische Original-Pantomime. Großer Ringkampf zwischen den Schimmelhengste» Mignon und Dubany, höchst interessante und originelle Dressur v. Herrn Franz Renz. Vorführung der 6 engl. Jagdpferde (Vollblutpferde). Originalldressur von Herrn Franz Renz. Austreten d. Lust- künstlennnen Geschw. Eastagna. In beiden Vorstellungen: Auftr. V.-vorzügl. Reitkünstlerinnen und Reltkünstler. Morgen Montag: Wiederholung der großartigen Bencfizvorstellung des Herrn Franz Renz und dessen Sohn Oscar. E. Renz, Direktor. Oircns Wulff. BW Frladricli Carl- üfev.*®j2 Ecke Karlstraße. Sonntag, den IG. März: Zwei große Vo#llUlp Nachm. 4 Uhr und Abends 7Va Uhr. lim 4 Uhr: Bär und Schildwache oder: Der Überfallene Vorposten, lom. Szene. Abends 7>/e Uhr, z. 1. Male: Die Drope 2. Nie«r. 117 oder; Eine Hochzeit mit Hindernissen, kom. Szene, ausgeführt von mehreren Mitgliedern der Gesellschaft. Uebcrall großer Erfolg. Beide Vorstellungen sind mit verschiedenen vorzügl. Progr. ausgestattet. Nachmittags 4 Uhr: Ein Kind frei. Mvrgen Montag 7Ve Uhr: Brill.-Vorst. Englischer Karten Alexanderstraße 27c. Auftreten der Chansonette Frl. Fran- zisca(ilopmann. Austreten des Gesangs-Humoristen Hrn. Köhler. Austreten der Dncttisten Albcr* und Nclly Rappmann. Austreten der Chansonette Frl. Jenny Peters, sowie der musikalischen Cloivns Toni und Jack. Ansang Wochentags 8 Uhr. Entree 30, 50 u. 75 Pf., im Vorverkauf 20 u. 30 Pf. Sonntags Anfang halb G Uhr. Sonntags Entree 50, reservirt 75 Pf., Orchester 1 Mark. _ Vorverkauf Entree 40 Pf. Passage 1 Tr. v Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Zum ersten Male: Vierte Reise d. das»nalerifchr Schottland. Zum ersten Male: Zehnte Reife d. die malerische franz. Schweiz. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. Hei». B Cha«sseeftratzr14. Die ochönsten MlMM' iL mm für Mädchen joden Alters, sowie Morgenrölkt, üuterrölke u. Tritottillllen 1 auch im Einzelverkauf sehr billig! | Massbestellimgon u. Reparaturen werden prompt erledigt! Chanffeestrahe14. en gros en detail und Blumen-Geschäft von J. Meyer, AllHechllße 38 (in der Ecke au der Man'tenffelstrasse), nur dort!! liefert Guirlanden, Meter von 13 Pfg. an, Doppclbngel-Lorbeer- kränze von 50 Pfg. an. Rosen von 10 pfg. an. Bouqnets ic. billig u. gut Fehlerhaste fetten billig! Double- Driissel-TeVpiihe,2Mtr. groß, Stück 6 M. 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Sonntag, den 16. Marz 1896. Vstvltttnenksvevichke. Aligeordnetenhaua. 23. Sitzung vom 14. März, 11 Uhr. |.®ie Zweite Berathung des Etats der Berg-Hü tt en- d Salinenverwaltung wird fortgesetzt b« Titel 1 der Ätnen„Bergvenvaltung". � A- Dr. Ritter(freit.)" Die wichtigste Frage dieser«es, on % 6 rage der Arbeiterbewegung, besonders auf dem Gebiet .. �ergbanes. Meine Erfahrilngen in dieser Beziehung baftren ■ j o«: Kcnntnih des niederschlesiichen Kohlenreviers, aus denen lne Parallele auf das Gesamnitverhältnisj ziehe, �abc«»inh A iunachst betonen, daß die Lage der Arbeitgeber währenddes eine nitntii** rtarnnfim il>• Krtfron frttltlt 7. Jahrg. 3ÜC,nia günstige gewesen ist: sie haben kaum 2 pCt. die fi„;„ a gehabt. Trotzdem haben die Grube», und namentlich fyätinfp?''• auf die hungernden Arbeiter ihre » eir nicht eingestellt, sondern iinnier neue Schulden auf sich n, u», den Betrieb zu erhalten. Diese Arbeitersrennd- I werden Jm Rückblick auf die Bewegung besonders betont ling„r-M der Beivegung ist ein Aussteigen der Preise nnd Än akl �re Situation zu konstatiren. Diese günstige Tendenz Iiind Knt- �4 neue Arbeiterunruhen zerstört werde». Deutsch- 3" Bezug auf seinen Kohlenbergbau eine große ZukiNist. Reutin.? 90t vielleicht nur noch für 80 Jahre Kohlen, so daß bald fecliLt ri � �'ste Faktor auf dem Weltmarkt sein wird. England Preis» J??" jetzt unsere Konkurrenz. Deshalb müssen>vir unsere »ickt„rr j?em Kohlenmarkt in angemessener Höhe hallen und den sÄlehr in die Höhe schrauben. Auch die Löhne sind seit Steif,.,.gestiegen bis auf 10 und 20 pCt. Gegenüber dieser dzi!»». sjt die Preissteigerung eine sehr»nnimäle. Das be- Preis». 3."ickst, denn ich wünsche, daß die Löhne bei höherem Erms», t �üher steige». Ein anderer Faktor muß aber auch in der»a?? gezogen irerdcn, der gefährlich werden kann, das ist toiftS.yrhcnhanbcl. Derselbe ist nothwendig, muß aber in ge- Sonie.• ln3en bleiben und nicht zu einer Großmacht werden. sitiiw ein Preisdruck eintreten zuin Slachtheil der Kon- ohne Nutzen für die Produktion. Schon jetzt haben die Kk Finnen Cäsar Wollheim und Fricdländer den halben Llb- ,(,°n �berschlesien.(Hört, hört! rechts.) Tarin liegt eine " Denn wenn die Bcrwaltung in Konflikt mit den Firmen %»%-" eine 5tonkiirrenz mit den englischen Kohlen durch U ckirulen ins Werk gesetzt iverden. Ich glaube zivar nicht, � bicse Firmen in einem solchen Falle unpatriotisch sein i„ v 5"' aber die Gefahr ist nicht zu unterschätzen. Ich bitte daher M.r" Verschleiß der Kohlen an eine einzige Firma nicht fort- (Zustimmung rechts.) inbpr ü- ie Löhne anlangt, so sind die Klage» über Hungerlöhne l>z..?chsigt. Die Löhne waren schon früher nicht niedrig, sollen L'«"9 erhöht werden. Bindende Zusicherungen sind gemacht, Erfüllung aber durch neue ungestüme Forderungen erschwert L?'..,Zwar sind die Lebensmittel im Preise gestiegen, rvie das j-���ren Löhne» stets der Fall ist. Deshalb ist eine prozentuale v.??�höhung nicht zu empfehlen, eher ist der Weg der Gedinge- N-Mung zu beschreiten. In Betreff der Schichtdauer ist auch in sz-, �Ichlesien geplant, die achtstündige Schicht im Herbst einzu- KT» sobald die Konkurrenzgruben sie auch einführen, und die tz?� r bis dahin nicht einsehen, daß sie selbst durch achtstündige c�Gst geschädigt werden; denn in lltiederschlesien wird in acht Waiden nicht so viel gefördert, wie in Westfalen, sondern acht .Aden in Westfalen kommen in Schlesien etwa zehn Stunden Daruin niuß vor einer zu rapiden Schichlverkürzung ge- .•"Hit werden. Je weniger unsere Leute arbeiten und produ- «j H', desto eher ivird die Kultur im Osten»ins besiegen. In aßland und Ostiudien arbeiten die Leute bis in die Nacht hinein, bpin Rormalzeit. Aber auch Frankreich denkt nicht daran, seine Ar- Jkzeit zu verkürzen. Der Franzose arbeitet selbst am Sonntag 15 bis w«binden, weil er sich eben mit 50 Jahren zur Ruhe setzen will. W Zu kurzer Arbeitszeit ivird die Arbeitskraft der Arbeiter zu leicht s,,S°i..tzt, denn die Arbeiter müssen intensiver arbeite», ohne früh- JJjTjii zu können. Das sehen auch die Arbeiter zum Theil ein. Wenn Q?) bie Agitatoren wären, dächte Niemand an eine achtstündige deicht. Die Sozialisten bringen solche Utopie» unter die Leute, Wen namentlich sich jugendlicher Aroeiter sehr leicht anschließt. J* wird schon 6 stündigc Schicht gefordert., Tie Sozialdemokratie Brmnfaasjrlrut&evet. 0lt R- C, Die barsche Schneidigkeit zeichnet unser Zeit- Cw 0ug* Sie ist das Ideal unserer jungen und alten — ohne Schneidigkeit gab's keiil Vergnügen. Ein ihW?blicher Mensch kann gar nicht schneidig sein, es fehlt i n, nJu nicht mehr wie Alles. Wie sollte unser Eiuer tollf: dazu kommen,„schneidig" sein zu, vollen: erstens iiia, m.Qn nicht, wie man es anfangeil soll, und ivürde s i �schließlich doch dahinter kommen, wie es gemacht wird, dn�nrde uns niemand Glauben schenken. Zum Schncidigsein 0 M man zunächst nicht Müller, Schulze, Schmidt oder ».VMann heißen; diese Namen haben nichts Schneidiges, im ».sgentheil, sie sind so plebejisch wie nur möglich. Und mebejerthnm und Schneidigkeit verhalten sich zu einander sob ��er und Wasser, wie Katze und Hund, wie Schwieger- ichlüss Schwiegermama beim Kampf um den Haus- . Man muß„Herr von" sein, einen Glasscherben im Auge, lox tadellosen Zylinder auf dein pomadisirtcn Haupt tragen, Ö eine gefahrdrohende, armstarke Keule als Spazierstock '- fr* rv.„ f f\rtf IltrtT» will den Umsturz, deshalb ist es ihr bequem, wenn wir in der Weltmarkt-Konknrrenz unterliegen. Bei 10 stündiger Arbeitszeit ist Mußczeit genug vorhanden. Das Gebetbuch aber nehmen die Leute in der Mußezeit nicht in die Hand. Gegen die 8 stündige Schicht sind die Frauen, den» sie sagen, wenn der Mann noch iveniger arbeitet, bringt er noch weniger Geld nach Hause. Gegnerschaft findet sich auch bezeichnender Weise bei den Arbeitern über Tag, den Gruben- und Fabrikarbeitern über Tag. Die 6 stündige Schicht ist eine demagogische Forderung, nicht eine Forderung der Belegschaften; in meinem Revier z. B. hat sich die Mehrzahl der Belegschaften für 10 stündige Schicht erklärt. (Hört! hört! rechts.) Einer rein demagogischen Forderung kann aber nicht nachgegeben werden.(Sehr wahr! rechts.) Sollte allerdings der Staat den Ansang mit der 3 stündigen Schicht machen, so iverden die Privatgruben folgen müssen. Gerade dariliu aber sollte die Regierung die größte Vorsicht in dieser Be- ziehung beobachten. Ter Bergbau ist ein schwerer Beruf. Der Bergmann muß das Leben sehr ernst nehmen. Aber der Berus hat auch seine Vortheile. Denken Sic an die Knappschafts-Einrichtungen, an die Zöohlfahrts-Einrichtungen, die nicht überall zil finden sind. Die Bergleute scheiden sich in verheirathete Familienväter, die ruhig und keine Sozialisten sind, nnd die etivas sehr frei gewordene Jugend. Die jungen Schlepper im Alter von 18—21 Jahren sind das Opfer der politischen Gesetzgebung der letzten zehn Jahre geworden, in Bezug aus die Freizügigkeit nnd die ttoalitions- sreiheit. Sie sind nicht seßhaft, ziehen hin und her, ungebunden an die Familie, deren Erziehung sie mit Undankbarkeit belohne», durch die zu frühe Beschäftigung mit Politik verderben sie, los- gerissen von Gott, dem Christeuthum und der Familie, treiben sie pch mehr als gut aus den zahlreichen Tanzböden und in den Schenke» herum. Die Tanzböden sind die Ursache zu vorzeitigen Ehen, der Lohn reicht für die Familie nicht aus, Elend tritt ein, daniit Unzufriedenheit und die Sozialdemokratie. Geht die wirthschastliche Beivegung abwärts, dann gehen sie in das Hospital, geht sie aufivärts, dann kommt der Streik. Ter Streik ist nichts, veiter als ein allgemeiner Kontraktbruch, er ist nicht berechtigt, aber auch unmoralisch, denn er verleitet zu Müßig- gang und dergleichen; er ist aber auch gefährlich für die Allge- ineinheit. Die Kalamitäten beim Streiken ganzer Reviere sind bekannt. Tie Gründe zu Streiks sind negativer Art. Hungerlöhne waren nicht die Ursache. Ost aber habe ich die Antwort bekonmien:„Wir streiken, weil halt die Westfälinger es wollen." Die Denischrist ist in dieser Beziehung sehr objektiv, mehr zu Gunsten der Beschiverden der Arbeiter. Die Streikbewegung ivird nur von unseren Feinden freudig begrüßt. Ich will nicht hoffen, daß der'Abg. Laur in Paris Recht hatte, wenn er davon sprach, daß die deutsche Streikbewc- gung durch geheime Fonds ans Frankreich unterstützt worden sei. Aber jedenfalls beweist das, wie bedenklich jene Streikbewegung gewesen ist. Auch die Presse kann in der Bergarbeitersrage sehr viel thun. Tie Presse vertritt nicht die öffentliche Meinung, sondern macht dieselbe, und sie ist daher eine Großmacht, die eine kolossale Ber- antwortnng für das Staatsganze und sür das Wohl des Vater- landes zu tragen hat. Sic muß daher für das Vaterland ebenso einstehen, wie alle anderen Faktoren. Sinn sehen ivir aber, wie seit der Streikbewegung bis heute noch ein heftiger Kampf inner- halb der Presse tobt, der mitunter geradezu unerhört»st. Mit welchem Leichtsinn, mit welchem Mangel au Berständniß hat man nicht über die Bergarbeiterfrage vielfach abgeurtheilt. und welcher 5ilasse»haß ist dabei nicht zu Tage getreten! Die Zeitungen sollten doch die Klust zwischen Arbeitgebern und Ar- beilern zu vermindern suchen. Es wäre gut, wenn sie ihre Korrespondenten anwiesen, sich stets erst zu informiren, ehe sie die Korrespondenz schreiben. Statt dessen kommt es häufig genug vor, daß die Korresvondenten, ohne von der Sache etwas zu verstehen, sich einfach au den ersten besten Zlrbeiterswendcn und von diesem sich Raths erhole». Tie Börse hat durch Kurstreibereien auch viel geschadet. Alle diese Momente haben zn einem falschen Machtgefühl ge- ührt, das keine Autorität über sich anerkennt, als die Führer. Der Geist der sozialdemokratische» Blätter, die mit Jubel von der jungen Schlcpperivelt begrüßt iverden. lockert die Disziplin, die Fälle unentschuldigten Ausbleibens mehren sich von Tag zu Tage. rrste Stufe der Schneloigleir euauji. ä-v» VvV.r.i... "Meruer Zivilisation aber erklimmt man, wenn man„Graf % ÖQT»Iraf' is. Aeh— schade, daß man mit der Feder M näseln kann— aber wir müssen uns leider mit den �seligen Hilfsmitteln, die uns zu Gebote stehe», behelfen, m den fiiiiteliiden Glanz eines solchen Herrn in der rich- "gen Weise zn schildern. Giebt es etwas Schöneres auf der si, wie einen Grafen, namentlich wenn er in Begleitung rcict minderiverthiger Edelleute etwas angezecht vom Dessert oinnit? Früher erschien uns der Reservclieutenant in» All- ZMnen als das höchste der Gefühle— aber gegen einen irklichen Grafen, der veritabler Lieutenant a. D. ist, kann och beispielsweise ein Gymnasiallehrer oder Postsekretar, l1 in seinen Mußestunden sich vielleicht auch das Kriegs- Kwert umgürtet, gar nicht aufkommen. Auch einen �iibtoth hielten wir früher sür etwas ganz Be- nderes— du, lieber Himmel, man kann doch Jchts für seine eigene Dummheit. Das einzig Bahre aus der Welt ist und bleibt doch ein Gras, er Abstrahlt Alles, Alles wird von ihm in den Schatten '"tellt. Was hat aber auch ein Graf für Charaktcreigenschasten gegen den staubgcboreiien Plebejer? Es ist ja auch kein Wunder; seine Borfahrcil haben die Kreuzzüge nntgemacht, unsere dagegen? Die gab es damals wahrscheinlich noch gar nicht. Daher die kriegerische Tapferkeit, der heroische Mnth unserer Grafen und Barone. Furcht kennen sie nicht, nnd natürlich ist ihnen der Tadel fremd. Ein Graf und zivei Barone verhaneu, wenn sie sich die gehörige Kourage ange- trunken haben, einen Krüppel, daß man Alles so raucht. Ach— Plcbcierpack, kann noch renomniiren mit Schmissen, die ihm von fräslichem 5tstiüppel beigebracht sind. Ist unsere Zeit nicht ganz verrückt? Der 5irüppel, den die drei Edelsten und Besten der Nation kürzlich in der Friedrichstraße beinahe auf die Strecke brachten, stellt, anstatt daß er sich unterthänigst für die gnädigen Prügel bedankt, einen Strafantrag. Unerhört, wirklich geradezu pöbelhaft, die bürgerliche Kanaille wagt die blaublütigen Wegelagerer vor die Gerichte zu schleppen. Allerdings, hier versteht man den Zug der Zeit noch einigermaßen zu würdigen. Die Burgvcrlicße und die ritterliche Haft sind ja nun im Allgemeinen bei uns abgeschafft, die Losung ist draußen in Mvabit ausschließlich Plötzensee oder Rmninelsburg. Zimmer sür Grafen nnd Barone scheinen dort nicht rescrvirt zu werden; es war daher nur recht und billig, daß man die Herren nicht erst einlud, einen Aufenthalt in Plötzensce zu nehmen. Ein 5kavalier bezahlt, das ist selbstverständlich— und damit ist die Sache sür ihn abgemacht. Würde sich ja auch zu verteufelt albern aus- nehmen, wenn ein Repräsentant dcS Hauses Derer von Kleist in Plötzensee Dütcn kleben oder Kaffee sortiren müßte. Das ist doch höchstens eine Beschäftigung für die Pfeffcrsäcke von Krämern— ein Kavalier haut ivohl einmal ritterlich zu, aber brummen? Lächerlich, es giebt ja noch Richter in Berlin. Auf dem Bahnhof Wedding verursachte kürzlich, so be- richteten die Zeitungen an demselben Tage, eine Rotte von „Strolchen" ebenfalls eine Schlägerei, indem sie sich* flegelhaft benahmen. Die Staatsgewalt schreitet sofort ein, Schutz- lcute mit blanken Säbeln stellen die Ruhe her, und die Pforten des Untersuchungsgesängniffes öffneten sich für die Ruhestörer. Man wird die Leute zu bestrafen suchen, das Auge des Staatsanwaltes wird Blitze schießen, ei! wird den Aermel Die Agitation der Sozialdemokratie treibt zn umnöglichen Forde- rungen, z. B. in Westfalen auf 5 M. Lohn. Das wäre eine Prämie für den Müßiggang.(Sehr ivahr! rechts.) Jetzt wird sogar die Enteignung des Bergbaues gefordert. Aber die ver- nünstigen Arbeiter iverden solchen Utopien gegenüber die Geduld verlieren. Die Mittel gegen solche Zustände muß der Staat und die Gesellschaft finden.' Folgen wir der iveisen Politik unseres Kaisers.(Beifall.) Bon den Arbeiterausschüssen verspreche ich mir nicht viel, wenn sie auch in bewegten Zeiten gerade insosern nützlich sind, als sie eine lcgitimirte Vertretung der Belegschaften bilden. Den Hanptappell aber richte ich an die modenie Gesell- schaft. Die Streitaxt zivischen den Parteien muß begraben werde». (Sehr wahr! rechts.) Ich ivünsche, daß aber anch das Zentrum dieses Wort des Herrn Windthorst zur That macht.(Sehr wahr! rechts.) Die Rede des Herrn Abg. Dasbach ivar jedoch kein Zeichen dafür.(Zustiinniung rechts.) Es giebt keinen vierten Stand, das ist eine Illusion. Arbeiter sind ivir alle.(Sehr richtig! rechts.) Die Gesetzgebung wird zu überlegen haben, ob nicht auf dem Gebiet der väterlichen Gewalt etwaS zn thun ist. Sitte und Religion müssen nichr eingebürgert werden.(Sehr ivahr! rechts nnd im Zentrum.) Die volle Freiheit soll der Mann haben, soweit er politisch reif ist. Die Freiheit aber muß be- schränkt iverden für jeden Unreifen. Aber die Gesellschaft muß niit den Arbeitern von der Kultur mehr zur Natur zurückkehren. Gewöhnung an dcn Landbaii wird auch ei» Heilmittel sein. Wer sind die Feinde des Arbeiters? Nicht oie Arbeitgeber; die Feinde sind die Sozialdemokraten, die Umstürzler, die dem Arbeiter den Marktgroschen nehmen und für politische Zwecke verwenden.(Sehr ivahr! rechts.) Die Masse will entweder geführt oder verführt sein. Deshalb ist es Zeit, daß auch»vir uns um die Masse kümmern. Wir niüfsen den Irrlehren der Sozialdemokraten entgegentreten, Hand in Hand aber mit»ins muß die Presse gehen und gegen den Umsturz ankämpfen. Das Wohl des guten, braven deutschen ArbciterthumS ist in Frage, und damit daL Wohl deS Baterlandes. Aber das Baterland ist nicht in Gefahr, wenn wir alle Hand in Hand gehen und einig sind in der Fürsorge sür den Arbeiter, aber auch einig in der Abwehr gegen jede» Unfug!(Beifall.) Ter kernige deutsche Volkskörper ist noch nicht krank, er wird nur durch Alpdrücken molesiirt. Folge die Gesellschaft den Fahnen und dein Beispiel des Kaisers! Vidcant conaulos! Der Spruch ist selbstverständlicher als der des'Abg. Windthorst: do rnortuis uil niüi beno, womit er uns srühzeitig todtsagen wollte. Wir sind noch lebendig, nnd daS Lebende hat Recht— aber auch— Pflichten.(Lebhafter Beifall rechts.) Abg. Schuttz-Lupitz(freikons.) hat gewisse Bedenken gegen die im vorliegenden Etat alisgeivorfenen Lohnerhöhungen. Damit areife der Staat in daS wirthschastliche Gesetz em, wonach die Löhne der Entivickeliing der Industrie folgen mußten. Unmäßige Lohnerhöhllngen brächten vor allem die Landwirthschast in Ge- fahr, die schon jetzt nur mit großen Opfern, sich Arbeiter ver- schaffen könne. Ter Sozialdemokratie»iiisse der Staat mit allem Ernste entgegentreten, auch die Bergverivaltnug.(Beifall.) Aby. Fuch«(Zentrum) nimmt zunächst den'Abg. Dasbach gegen die gestrigen Angriffe des Abg. Dr. Bopclius in Schutz. Auf die Verhältnisse im Saargebiet eingehend, hält Redner die Ausführungen des'Abg. Bopelius gegen die Saarbrllcker Berg- iverksdircklion, wie gegen die dortigen Arbeiter für übertrieben; letztere seien jeder Zeil versöhnlich und monarchisch gesinnt gewesen. Ihre Forderungen waren gerecht, denn es wurden viel- fach i ngenügende Löhne gezahlt.'Auch die Behandlung der Ar- Keiler hätte zu wünschen übrig gelassen. Er erkenne an, daß vieles besser geworben sei, namentlich begrüße er die Arbeiter- ausschüsse mit Freuden. Die Hauptsache bleibe, den Arbeiter sittlid) zu hebe». Alle Erhöhungen Helsen nichts, ivenn der'Ar- beiter den Lohn ins Wirthshaus trägt. Bor allem müffe die Sch»le hier eingreifen; in diesem Sinne cinpsehle er den Windt- horft'schen Schillantrag. Minister der öffentlichen Arbeiten v. Maybach betont, daß die hier erörterte Hauptfrage an anderer Stelle diskutirt und entschieden werbe. Möge das Ergebnis! ein dem Baterlaude und dem Frieden günstiges sein! Gegenüber in der Presse und ander- weitig aufgetauchten Behauptungen hebt der Minister ausdrück- lich hervor, daß die Abziveigung der Bergverwaltung von seinem Ressort an das Handelsministerium auf seiner schiveiiken, ans dem er das Zuchthaus schüttelt, und finster dräuend wird der Präsident die gewichtigen Worte des öffentlichen Anklägers entgegen nehmen. Dann aber wird er später verkünden, daß der Gerichtshof sich nicht veran- laßt gefühlt hat, die jugeildliche» Sünder— sie müssen nach den Angabe» der Zeitungen mit dem Grafen Kleist ungefähr gleichaltrig sein— zu bestrafen. Er hat die Jugend, die N»erfahreiiheit, vielleicht auch den Umstand, daß der Eine oder Andere einen Tropfen des Nordhausener Ge- tränke» zuviel in sich aufgenommen hatte— bei Drcffel hatten nachweislich die'Ruhestörer vom Wedding nicht ge- sesien— kurzuni, alles das ivird der Gerichtshof in ge- bührcnde Erwägung ziehen, und dann muß er, wen» die gebildeten, hochadligen Herren wegen einer abscheulichen Roh- heit mit sür ihre Berhälttiisse geringfügigen Geldstrafen wegkommen, zu einem glänzend freisprechenden Urtheil sür die armen, verwilderten, unerzogenen Proletarier gelangen. Nicht wahr, es giebt doch noch Richter in Berlin. Es ist leider ein wahrer Jammer, daß man immer noch Leute findet, die nicht einsehen wollen, daß es noch lange nicht dasselbe ist, wenn Zivei dasselbe thun. Welche Wonne muß es für einen Menschen gewöhnliche» Schlages sein, ivenn man von dem dicken Knüppel eines Grafen„eins über den Kopp" kriegt, wie der Berliner sagt, daß man glaubt, Ostern und Pfingsten fiele auf einen Tag.'Natürlich hat sich der gebildete Mensch in solchem Falle höflich zn ver- beugen und höchstens devot die Worte zn stammeln:„Ich wünsche, wohl gehauen zn habe», Herr Gras!" Kriegt man dagegen von einem Anderen einen Schlag, so hat man sich sofort ans ihn zn stürzen, ihn bei der Kehle zn packen nnd so nach der Polizei zu brüllen, daß dem Schreier der Hcmdskragen platzt. Bis die Polizei in solchem Falle kommt, kann mau bei einiger Geschicklichkeit seinen Gegner bereits in das unbekannte Jenseits befördert haben. Jm anderen Falle muß die Sache vor Gericht ausgetragen werden, imd es darf dann nicht unter mehrmonatlichen Gefängnißstrafen erkannt werden. Für Grasen nnd ähnliche Leute wird hoffentlich in nicht zu ferner Zeit ein besonderes Strafgesetzbuch veröffentlicht weroen.--- ir e!ge»flen Initiative fiei'utje. Schölt früher habe er dieseit Wlillsch gehabt, allein es war damals nicht angängig, da sein College in jener Zeit zugleich ein großes Reichsamt zu verwalten hatte. Als später der Reichskanzicr das Handelsministerium übernahm, konnte man ihm zu feinen schweren Lasten nicht noch das Berg- ressort aufbürden. Auch der landwirthschaftliche Minister, denn das Ressort der Domänen und Forsten damals zugelegt war, habe die Uebernahine der Bergabtheilung abgelehnt und Kümo- ristisck bemerkt: er wolle neben den grünen Gesellen nicht auch noch vie schwarzen Gesellen übernehnie».(Heiterkeit.) Die hier gepflogene allgemeine Erörterung der Verhältnisse zwischen'Arbeit- geber und Arbeiter gehöre eigentlich nicht in den Rahmen des vorliegenden Etats, denn man habe es hier lediglich mit der Verwaltung der Staatswerke zu thun. Von den 69 fiskalischen Werken haben nur die der Saar den Ausstand gehabt, der aus Westfalen hinübergespielt war. Er hahe sich darüber um so mehr gewundert, als die dortigen Bergarbeiter wenigstens nicht schlechter gestellt waren, als die anderen. Daß bei einer so großen Verwaltung Fehler vorgekommen seien, wolle er nicht in Abrede stellen, allein er halte sich zu der Erklärung ver- pflichtet, daß die gerichtlichen Untersuchungen festgestellt haben, daß die Oberbeamten mit voller Pflichttreue in jener schweren Zeit ihres'Amtes gewaltet haben. Die Unterbeamten, gegen welche sich Vorwürfe ergaben, sind mit unnachsichtlicher Strenge behandelt worden, denn er gehe von dem Grundsätze auS, daß, sollen die Staatsanstalten M u st e r anstaltcn werde», hierzu vor allem die volle Integrität der Beamten nöthig ist.(Lebhaftes Bravo! von allen Seiten.) Der Minister ist der Ansicht, daß bezüglich des Erlasses einer Arbeiterordnuug die Arbeiter selbst ebenfalls gehört werden müßten, und daß der'Arbeiter das Recht habe, sich mit Beschwerden an bie höchste Instanz wenden zu dürfen. Aufgabe der Regierung sei cS, nach allen Seiten Gc- rechtigkeit zu üben.(Beifall.) Unter nochmaligem Hinweise auf die an anderer Stelle zum Arbeiterschutze eingeleiteten Berathungen schließt der Minister mit den Worten: Möge alles, was hier gesägt worden ist, dazu beitragen, die Klust' zwischen Arbeitgeber und'Arbeiter zu beseitigen; er hoffe zuversichtlich, daß dies mit Gottes Hilfe gelingen werde!(Lebhaftes Bravo!) Abg. Mindthorst(Zentrum) meint, daß mau eine be- stimmt begrenzte Diskussion über die vorliegende Frage nur führen könne, wenn den, Hause offiziell die Denkschrift zugegangen und die Einsicht der Akten zugänglich gemacht worden wäre. Aus der ihm privatim zugegangenen Denkschrift habe er zwar ersehe», daß dieselbe sich der'Objektivität befleißige; indessen habe er mehr aktenmäßiges Material gewünscht. Indessen müsse man die Regierung schon jetzt fragen dürfen, was sie mit den Resultaten der Untersuchung thun will. Eingeleitet sei die Sache ja, wie der Minister hervorhob, bereits an anderer Stelle. Allem es lägen doch eine Reihe von Fragen vor, die ohne Legis- lative schon alsbald auf den: Wege von Verwaltungsinaßregeln geordnet werden könnten. Diese Seite der Sache glaube er um so mehr zur Erwägung stellen zu sollen, als der Regierung nicht zugemuthet werden könne, über eine Reihe hervorgetretener Schäden, namentlich über persönliche Fragen, hier öffentlich zu verhandeln. Der Abg. Ritter, der in anerkennenswerther Weise auf die Nothwendigkeit einer Sammlung aller Kräfte hingewiesen, hätte in'Ansehung des Zentrunis nicht mit solchen Vorurtheilen beginnen sollen, zumal die Zentrumsfraktion die soziale und namentlich die Arbeiterfrage zuerst in die Hand genommen habe. Was der Abg. Ritter sonst gesagt, sei für ihn lehrreich gewesen, namentlich habe er mit Befriedigung begrüßt, was derselbe in seiner Verwaltung zu Gunsten des Arbeiters praktisch gethan habe. Allein aus seinen Ausführungen habe doch überall der Arbeitgeber hervorgesehen. Streik und Kontraktbruch sei ent- schieden zweierlei; es könne sehr wohl ohne letzteren gestreikt wer- den. Der Arbeiter sei immerhin der schwächere Theil und auf das Wohlwollen der Arbeitgeber angewiesen. Sie übten lediglich ein natürliches Recht, und das Koalitionsrecht selbst gebe ihnen die Mittel an die Hand, den Arbeitgeber jederzeit in den rechten Schranken zu halten. Den Kontraktbruch verurtheile er unter- allen Umständen, und er warne die Arbeiter dringend davor. Den Streik sollten sie nicht eher hervorrufen, als bis alle anderen Mittel erschöpft sind. Die Arbeitgeber sollten dagegen ihrerseits die Arbeiterwünsche nicht ohne weiteres von der Hand weisen, sondern gewissenhaft prüfen. Die Explosion in der Arbeiterwelt sei vorzugsweise auf die Zurückweisung ihrer Wünsche zurück- zuführen, dies aber liege iviederum an der mangelhaften Füh- lung zwischen Arbeitgeber und'Arbeiter. Man müsse daher ernfllich an Organisationen denken, durch welche diese Fühlung geschaffen werden könne. Dem Kaiser gebühre ewiger Ruhm, daß er die Initiative zu einer generellen Regelung dieser Frage ergriffen habe. Mit Recht habe Abg. Ritter an die Gesellschaft appelUrt. Die Hauptsache bleibe aber, dafür zu sorgen, daß Kirche und Schule auf die richtige Basis gestellt »verde. Ohne Freiheit der Kirche und ohne christliche Schule sei eine Besserung der Verhältnisse nicht zu erwarte».(Bravo! im Zentrum.),. Abg. Srömel(dsr.) meint, daß der Vorredner sich im Schatten der Ausführungen des Ministers niehr diplomatisch aus- gedrückt habe, als die früheren Redner des Zentrums. Diese Haltung des Zentrumsführers sei bezeichnend für die gegenwärtige politische Situation. Inhaltlich fei ihn:(Brömel) die gestrige Rede deS Abg. Dasbach weit lieber. Auf die Denkschrift ein- gehend, bezüglich deren der Vorredner die formelle Frage zu sehr in den Vordergrund gestellt habe, beniängelt der freisinnige Wortführer die Methode der Ermittelungen und die Art der Berichterstattung. Wenn die Denkschrift betone, daß die Berg- arbeiter selbst keine hinlängliche Auskunst darüber hätten gebe» können, weshalb sie eigentlich gestreikt haben, so wolle er doch zu rnvägen geben, daß es gar nicht so leicht sei, auf eine plötzlich herantretende Frage eine erschöpfende Auskunft über die Beweggründe einer Handlungsweise zn geben. Be- merkenswerth sei die zurückhaltende Art, die in der Denkschrift an den Stellen zu Tage trete,>100 es sich um Mängel und Schäden auf Seiten der Arbeiter handele. Man habe ja gewiß viel Fleiß und redlichen Willen ans die Enquete verivendet, allein man hätte bei der Untersuchung doch mehr nus den» bureaukratischen Rahmen heraustreten sollen. Redner vermißt namentlich eine genaue Dar- legung der geschäftlichen Konjunktur, unter welcher die jeweiligen Ausstande in die Erscheinung getreten sind. Redner möchte davor warnen, das Koalitionsrecht der Arbeiter zn beschränken. Nicht mit»vetteren Aus»iahmegesetzen, sondern auf dem Bode»» beste- hender Gesetze soll mau das Gefühl des Arbeiters»vecken und stärken, daß er ein gleichberechtigter Mitbürger sei. Die»veitere Berathung»vird vertagt.. Schluß gegen 4 Uhr. Vau Ariikel„Zur Invalidität«- nndAItrvsu«- sichrunng", den»vir in der heutigen ziveiten Beilage verössent- licheu, haben wir seiner Wichtigkeit wegen einen besonderen Ab- druck veranstaltet. Wir»nacheu besonders die Vorstünde der hiesigen und auswärtigen Krankenkassen auf ihn aufinerksan». Er ist zum Herstellungspreise, 100 Stück für fünfzig Pfennige, in unserer Expedition, Zimmerstr. 44, zu erhalten. Erinnern»«»«». Unter diesein Titel schreibt uns ein alter Achtundvierziger: Es»var am 18. März 1849. Das Haus Friedrich- und Puttkaniersiraßei»- Ecke war noch im Bau nicht vollendet, denn in» Innern arbeiteten noch Maurer, Zimmerleute, Tischler, Maler zc. Plötzlich, in der dritten Stunde Nachinittags, kam unser Polier Hollbach in den Hof und rief mit größter'Anstrengung seiner Lungen'..Karl, Rudolph je,, schnell heraus, die Rüstung in der Friedrichstöaße ab- nehmen." Wir Genifeneu und noch Andere vom Bau ka»»e!» noch eben zu rechter Zeit, denn es»varei» schon Einzelne dabei, und»vollten die Rüstung zum Barrikadenbau verwenden. Wir griffen'Alle herzhaft zu, denn nun»vieder an die Arbeit zu gehen, siel Niemand ein, da der Tumult in den Straße» immer größer»vurde. Jeder von uns»vollte nun auch beim Barrikadenbau helfen. Die Zäune der Bessel- und Pütt kamerstraße»vurden abgebrochen, die Zaunstiele a»lsgerissen, Feuer tienen, Brunnengehäufe, Brückeubohlen und Zargen, alles nach der Friedrichstraße geschleppt. Hier, vurden' Gräben aus- ge,vorfen, die Grauitplatten gegen die Barrikaden anfge- richtet. Wo gleich alle die Handgeiverksgeräthe hierzu her- bekamen, ist mir heute noch ein Räthsel. Genug, bis etiva 4 Uhr »var das Material verbraucht, die Barrikaden waren fertig und trat eine ge>visse Ruhe ein. Nn» die Barrikaden kümmerte sich Niemand mehr. Mein Kollege und ich»vollten uns die Bolliverke in der Friedrichflraße ansehe». Hierbei begegneten»vir a» der Kochstraße einigen Zimmerleuten'mit einer Anzahl Cchulfahnen aus dem Gymnasiuiu. Auf unsere»» Wunsch überließen sie uns 8—10 Stück. Wir brachten unsere Fahnen zun» Bau und wurden hier mit großein„Hurrah" empfange». Es»vurde beschlossen, dieselben auf den» Däche anzubringen. Alle Mann, die auf den» Bau waren, betheiligten sich hieran. In kurzer Zeit waren die Fahnen Oben befestigt und»vehten um, blau, grün, roth, gelb n. s. w.,1 friedlich neben einander. Von» Dache oben hatten»vir eine prächtige Aussicht, die ganze Friedrichstraße»vor zn übersehen. Man hörte aus der Entfernung das knattern der Gcivehre, ui'.d das Sturmläuten der Glocken, später sah man auch das Auf- Hitzen der Gewehrsalven. Wir saßen»vohl 90 Menschen oben in tcc Dachrinne, da sahen»vir, etwa in der Gegend der Straße „Unter den Linden", einen großen Fenerstrahl.' Aus dein Dache stockt plötzlich die Unterhaltung, denn eine Kauoueukugel kain die Friedrichflraße entlang gefegt, schlug kurz vor der Puttkamer- straße auf, rollte et»va 100 Schritt auf den» Pflasicr und sprang über die Barrikade an der Bcsselstraße. Die Straße »var mit eniem Male ganz menschenleer. Juden» die Kugel fener- spritzend auf dem Pflaster rollte,»vollte ei»» älteres Ehepaar vor unserm Bau den Danun überschreiten;»var es nun der Luftdruck oder der Schreck, beide fielen sich in die Arme und standen»vie gelähmt mehrere Minuten. Wir hatten»»»»s kaum klar gemacht, daß es eine eiserne Vollkugel»md keine Brandgrauate gewesen»var, als»vir eine große Erschütterung in» Dache verspürten. Alles stürzte nun nach den Dachluken, jeder»vollte der erste sein und jeder war zufrieden, daß er erst den Bode» erreicht hatte. Daß hierbei kein Unglück passirt»st,»var zn bewundern. Wie»vir»ns auf den» Boden umsahen,»var cii» großes Loch in den Giebel geschoffen und der Ecksparren dnrchschoffe». Das Maueriverk sie! ans des Nachbars Dach,»velches dainals bedeutend tiefer lag. Wäre die Kugel acht Zoll höher eingeschlagen, so hätte sie uns Alle Mann vom Dache gefegt.— Am Abend gab sich keiner die Mühe, die Kugel zu suchen, denn'Alle stürzten die Treppe herunter. Die Kugel wurde am Montag, den 20., gefunden, dam» später durch den Maurer Bratsch eingemauert. Später ist dieselbe aus den» Giebel entfernt worden. Man sagte, aus Veranlassung der Behörde. Die Mahl des DestaMranteHrt; Gründet zum Stadtverordneten in» 42. Wahlbezirke der 3. Abtheilung ist bekanntlich durch Beschluß der Stadtverordneten- Versammlung voin 23. Januar er. für ungiltig erklärt»vorden. Da gegen diesen Beschluß voi» keiner Seite Klage erhoben worden ist, so»vird in dem genannten Wahlbezirke eine Nemvahl für die Zeil bis Ende 1895 e> forderlich. Außerdem sind für die verstorbencu Stadt- verord» e en Recht-auivalt Hoffmann, geivählt vom 32. Wahl- bezirk. 3. Abtheilung, bis Eiide 1891, Bankier Jacobs, gewählt vom 3. Wahlbezirk, 2. Abtheilung, bis Ei»de 1895, und Rentier Hentz, geivählt vom 14. Wahlbezirk, 2. Abtheilung, bis 1893, Ersatzwahlen vorzunehmen. Zur Ausführung dieser Wahlen sind nun die Teril»»ne vom Magistrat folgendermaßen festgesetzt »vorden: Dienstag, den 15. April d. I., für die 3. Abtheilung von Vormittags 9 Uhr bis Nachmittags 0 Uhr; für die 2. Ab- theilung von Bormittags 11 Uhr bis Nachmittags 5 Uhr. Ii»»» kirchliche» Roth stand in Berlin erhält die„Freis. Ztg." solgende Mittheilüng: „Während überall im Lande von den Vereinen für die Stöcker'schen Vereine mit den dicksten Farben der kirchliche Noth- stand in Verlin geschildert und zur Bekäinpfung desselben auch in den ärmsten Gegenden Teutschlands gesammelt»vird, ist die Nikolaikirche in Berlin vor kurzem in der Lage geivesen, ein ihr bei Reinickendorf seit alter Zeil gehöriges Grundstück zum Preise von 800 000 M. zn veräußern. Mit dem Ertrage dieses Grund- stücks smd die Pfarrstellen an der Nikolaikirche dotirt. In Folge dessen hat der Generalsuperintendent Brückner zu seinem jetzigen hohen Gehalt ans dem Zinsertrag des Kaufgeldes ciiie Zulage von jährlich 19 000 erhalten. Ebenso sind„die andern Geistlichen der Nikolaikirche aufgebessert»vorden." Wird man hierbei nicht icmvillkürlich an die Worte deS Luther'schen Katechismus erinnert:„Fasten und leiblich sich bereiten ist wohl eine feine äußerliche Zucht?" Haussuchung. Vorgestern Abend um 7 Uhr»vurde in der Wohnung des MaurcrS NicolanS, Jnvalidcustr. 32, eine Haussuchung nach verbotenen Schriften abgehalten. Gefunden wurde nichts. Herr N. führt diese Maßregel auf eine Demmziatioi» zurück. Die ausgewiesene italienische FamUie Areari hat Berlin nicht»vegen Verbreitung sozialistischer Schriften verlassen müssen, sondern»veil der Vater die Kinder zum geiverbsmäßigen Betteln anhielt. Ein heiterer Zug kam vorgestern in die Versainmlung, »vekche zur Anhörung der Kandidatenrede des Herrn Dr. Alexander Meyer in» Friedrichstädtischen Kasino tagte, durch Herrn Isaak aus Charlottenburg hinein. Ein heiterer Zug— aber die Heiterkeit erfolgt manchmal auf Kosten eines andern, dem die Sache dann vielmehr traurig vorkommt, und dieser andere»var vor- gestern Herr Engen Richter. Herr Mel)er hatte in der Dietussion die Frage nach dem Grunde des Ailsscheidens Eugen Richter's aus dem Vorstande der freisinnigen Landtagsfraktion folgendermaßen beantwortet:„Der Austritt des Abg. Stichler ist erfolgt, vegen geivlsser Meinungsverschiedenheiten. Für meine Person kann ich nur die Ueberzeligung ausdrücken, daß diese Meinungsverschiedenheiten unbedeutend sind." Da abcr erhob sich Herr Jsaae aus Charlotteuburg zu einer Rede, deren Genuß fiir den Leser»vohl am ungetrübteste»» ist,»venn wir sie ol>ne Z»vischc>»bemerkungen»viedergeben.„Meine Herren, ich bin hier in der heutigen Tiekussion eigentlich nicht am Platze(Bravo!), da keine Gegner hier sind.(Bravo!) Dennoch habe ich mich zum Wort gemeldet,»veil hier von etivas gesprochen»vorden ist(leb- haster Beifall) und zivar von Herrn Eugen Richter.(Erneuter lebhafter Reifall.) Wir wissen, wer Herr Richter jederzeit gewesen ist. Als die anderen Freisinnigen zu den Nationalliberalen gingen, blieb Herr Richter, der er»var. Stichler»var der erste, der die alten Bahnen verließ und voll für die Arbeiter- fordeenngen eintrat,»veil er eingesehen hatte, daß ein Fortschritt vollzogen»Verden mußte.(Lebhafter Beisall.) Wer es versuchen sollte, ihn aus der führende» Stellung herauszudrängen, den»vürdeu»vir selbst herausbringe»».(Lebhafter Beifall.) Denn »vir haben nur Einen Eugen Richter. Herrn Melier»vählcn wir deshalb,»veil wir überzeugt sind, daß er in der Anerkennung Eugen Richter's n»it uns einverstanden ist.(Lebhafter Beifall.)" So Herr Jsaae aus Charlottenburg. Es ist nun nicht schlimm für Herrn Richter, daß jemand für ihn eine Lanze entlegen»vill und graulichen Unsinn redet; davor kann»veder er noch sonst jemand sich schützen. Bitter aber ist, daß ein sehr großer Theil der Versainnilung Herrn Jsaae aus Charlottenburg offenbar für den berufensten Amvalt Eilgen Richter's hielt. Sonst wäre der frenetische Beifall nicht zn erklären,»velcher die Rede begleitete; die Versainmlung applaudirte doch nicht gerade deshalb, weil sie so tolles Zeug zu hörea bekam. Herr DrtAlexander Meyer aber zog während der Rede des Herrn ein recht langes Gesicht; die Sache mochte»hm»voh einen Frakttonskollegen willen peinlich sei»». � unb Ansang 1 Kostenaufwand von"08 848 M. verursacht, 63 419 M. für geleistete 25 039 Schneefuhren und l»«" Arbeitslöhne. Zn Koran kratische Reichstagskandidat Schneidermeister Gustav Leide»» gestorben. zl..x. ist am 13. März der srühcrc soAld--'� igskandidat des Wahlkreises Somu-JAsl�� eil IjeilUlUCU._..{(.frt Dolfteibemchk. Am 14. d. M. versuchte cineFra« �vvynung in der Stälitzerstraße in einem Anfalle von gi( muth ihrem Leben durch Erhängen ein Ende zu nimyen- wurde jedoch noch rechtzeitig abgeschnitten und»wch lev dem Krankcnhause Bethanien gebracht.— Vor dem Haus-. straße 68 wurde Nachmittags ein 5jährigcs Mädchen v � Heuwagen überfahren und so schwer verletzt, daß darauf verstarb.— Als zu derselben Zeit der.KuhcherSt vor dein Neubau Friedeustraße 5 seinen Arbeitswage» � »vollte und zu den» Zivccke die rechte Hand aiff d'e � Deichselstange gelegt hatte,»vurde ein davor stehender � Wagen plötzlich zurückgeschoben, so daß Stellinacher M» �-v dazwischen gerieth»ud schwer verletzt wurde. Er mume n: � städtischen Krankenhause am Friedrichshain gebracht•> 'Abends erplodirte in der Küche der Tr. Diartintzchen c klinik, Elsasscr-straße 85, ein in der Kochmaschine eingen, � fo daß sie nach dein St. Hedwigs- Kranienhmisc«ebracht�erM der Wasserleitung Hausmädchen»vurde gleichfalls niedcrge so daß sie nach mußte. Das blieb jedoch unversehrt....... J.........„ 15. d. M. fanden an fünf verschiedenen Stellen kleinere statt,»velche von der Feuerwehr gelöscht»vurden. Gevichks�eitnng lien (Iii Jack, der Feuermelder. J>n September v. jMfc" sie ruchloses Subjekr einen förmlichen Sport damit zu bette»o> � Feuerwehr durch blinden Feuerlärm zu alariniren. Beiono Station iii der Keibelstraße hatte viel durch den Unfug Jl in einer Nacht»vurde die Feuerivehr nicht weniger alL 0■ bald nach diesem, bald nach, jenein Orte gerlifcn und vor kommen, stellte sich jedes Mal heraus, daß sie daS OPst schnöden Unfugs geworden Nachdem sich die blinden mirnngen»nehme Nächte hintereinander wiederholten,„j, in die Nähe säinmtlicher selbstthätiger Feuermelder Post stellt. Ter Feuerwehrmann Schenck hatte in der Nacy � 29. Septeinber ans dein Büschingsplatz in der Nähe dH(V � melders Aufstellung genommen und zivar so in einem»V versteckt, daß er vom Feuermelder aus nicht beobachte» � konnte. Gegen vier Uhr Morgens bemerkte er, � � Mensch langsam zu»viederholien Malen Feuermelder vorüberging, diesen und die um» � scharf beobachtend. Ter Feuerwehrmann die., sah. Mensch dann plötzlich mit der rechten Faust vu � scheive des Feuermelders zertrümmerte und ruh»» xir ging, als»väre nichts geschehen. Wahrscheinlich Jvi» � Mann»»och einmal wieder� umgekehrt sei»» unb m ,v�vr«iu«» VLl)«VtVVVV mnvjvtv*;».*|V...' Slltdl 11 hinter der Scheibe befindlichen Knopf gezogen haben, wvou Alannsignal gegeben worden wäre,»venu der Feuerweyrm». Süß»" «■«tu* yvyvvvtv«VVfcVWM«V v««V/»*■»•••> vv».'»ItlD V1 nicht vorgezogen hätte, aus seinem Versteck hervorzueilei»".,ch, Verdächtigen festzuhalten. Dieser, ein gciviffcr � � gab an, daß er die Scheibe»vahrschcinlich„a»' schlagen haben mußte. Ein auf dem Wege zur«3% S-St-S führter Fluchtversuch Sachbeschädigung vor geklagten nicht an sc,»er Schuld, hielt bei der durch solche WA Iungswc.se an den Tag gelegte Ruchlosigkeit eine empfing Strafe am Platze und erkannte au» acht Woche» � f a n g n 1 ß. SQZiQle Achtung. Ter Streik der ||_ Firma Friedrich Siemens. An« Neuenburger* Straße 24, dauert unverändert fort. Zuzug» n zu halten von Schlossern, Eisendrehern, Formern, Kernmo Gießern, Metalldrehern, Klempnern, Packern und saww Hülssarbeitern._,, Achtung! Die Arbeiter der mechanischen Schuhw och fabrit' von Herrn G. Jänke, Berlin, Oranicnstr. 189, bepnv seit dein 14. d. M. iut Ausstand. Kollegen! Ter Sachst 0ii ist folgender: Am 11. d. M. traten alle Arbeiter einmuttW„rfi einer Lohnerhöhung an den Fabrikanten heran, welche un � von seilen des Chefs bewilligt»vurde. Dies wurde»n».{f feiten des Werkführers G. Schröder vereitelt dadurch, Mi' Stellung gegen uns nahm, sich liebes Kind beim Chef»(je »vollte, und denselben derartig beeinflußte, daß uns oa» rungene verloren gegangen wäre. Darauf legten wir die J einmüthig nieder und veschloffen, dieselbe nicht wieder n 1 ,, nehmen, bis dieser arbeiterfreundliche Werkführer entlassen stst 1; Hiermit ersuchen»vir alle Kollegen im Interesse unserer& uns zu nntrrstützen und den Zuzug nach»lnserer Fabrik flm'W fern zu halten. Alle arbeitersrenndliche!» Blätter werden nM druck gebeten...$< Aufruf an sinnmtlichr Hilfsarbeiter. Kollegen, S'L; arbeiter aller Branche.», aller Eeiverbe! Schon seit Jahren sich gerade bei uns geiverblichcn Hilfsarbeitern eine iminer» sinkende Tendenz der Lebenshaltung niit aller Macht mer -ltend S, »nacht, durch die foiveit vorgeschrittenen technischen V"I�'A,v- (Maschinen u. s. w.), durch»velche die gelernten Arbeiter(v», iverker) immer mehr zn Hilfsarbeitern herabsinken, ja in einze' Berufen ganz überflüssig werden,»vird die Zahl derer,„-ns durch Hunger getrieben, ihre einzige Waare„Arbeitskraft, � de.» Markt wersen. um dort dieselbe um jeden Preis verivernH zn können, in das Unendliche gesteigert, und so ein Sinken»»' j. Arbeitslöhne(»velche doch»vahrlich schon heute selbst den bepH densten Anforderungen nicht»nehr genügen können) Herbeigest' Um den Anforderungen,»velche Familie, Koininune und Staa»- uns stellen, gerecht»verde» zu können,»»n zu ermöglichen, s- wir für unsere harte, ehrliche Arbeit wenigstens ein mense? � »vürdlges Dasein führen können,»nuß dem«>ei' Sinken der Löhne, der Ausnutzung der Arbeitszeit, j„ Mißbrauch,»velcher mit der Sonntagsarbeit getrieben»vird, »virksainer Damm entgegengesetzt, Verden..,» z! Kollegen, Arbeitsgeuosscn! Der Einzelne kann N iß.C; Aber Alle vereint können Alles. Von diesen Gedanken»-, leitet, hat die öffentliche Versammlung der geiverblichen V';C£ arbeiter in Berlin»ind Umgegend beschlossen, den in Hustst,<>! tag ende»» Kongreß der Bauhilfsarbeiter durch zwei Detegir�c beschicken, um gemeinsam Mittel und Wege z»» berathen, geeignet sind, unsere Lage zu verbessern. Arbeiter, wir chft"„n uns an Euch, helft»ins die Mittel schaffen,»velche die Besch'�l des Kongresses erfordert, wir»verde,» zur Zeit öffentlich VC. erstatten. Unterstützt uns durch rege Abnahme der SammeU'! 1 was»vir erreichen, kommt uns Allen zu Gute, denkt dm � Viel Wenig macht ein Vie l. Samn»ellisten sind zu habe» a, Wilhelm Vogel, Wienerstr. 89. v. 3 Tr.; Aua. Roöenvw. «ii> die d-r d-> ej 4, H. 4 Tr.5 Uttd Herr» Hausier, Skalitzerstrasie 27.- arbeiterfreundlichcn Blätter»verde» uni Jbdrucf gc- ,.5« Streik der Former i» Kt.,«»schmris ist nach MatUcher Dauer seit" gestern erledig». Der Arbeitsnachive.v .�ornier wurde anerkannt unier gemeinschasthcher Fuhrung. Hamburg scheint der Streik seinem Ende entgegen- Verfammluttgctt. i l��uug Schlosser und Wafchiuendauarbeiter. >. Sonntag, den 10. März, geplante Versammlung Die ij'i llPittö■ r r—~— r—,...»♦♦»»»•♦-•»» �' dichi ftnt» s l"9, i5en 1C- März, geplante Versammlung findet �'tatt. da sie polizeilich nicht genehmigt»vurde. -Ä Nlar»..Xvrndr. H'.'-i Zlhr........... Wtan.vf� k�rdrichshain von Herrn Eugen Ernst einberusenc i% n, Tmlun3>uit Frauen hat die polizeiliche Gcnehinignng cT. Auf der Tagesordnung stand: Vortrag des Herrn u'ib ärrS ff? ut,ev:»Unsere politischen Zustände, die Arbeiter iklegt»verden"�"' gegen das Verbot Beschwerde ein- in Kuchliindeeeitn»»!>»trwanl>t«» Scteirbrn de- 'Nsamniil!,,. Monlag. den i?. d. M., Abends o Uhr,'SctclnS- _«eo». L'Nnnenstr. ic. ~ Vc' simuilung der K-»a»l>eit»e v»» Kieporf und �H-rrn Soniilng, den i«. Marz, BormtllagS 1 1, Uhr, im Restamant .|odi«e!S.ni!r' BerUuerftr. 131. Sqi�. V? d'r f itdUrv. Dienstag, den is. März. Abends f. Uhr, in ch�mminno Tr ber Keller», Andrea. stir. 21; SioDc auscrordenilichc General- «*rfU(v %""8' Ofltl___'._■-.......... ■''■miim'»Abends ü......................... «orlrage geseliiaes SBci'ommcnfcin. >m�7V-nU0-e,2Ü2t- i'erln""»'""« Soiinidemsiiratliiii-i gestklnti..InffrtUt". Zur Feier des Wahlsieges Soimlag, den ic. März: Herr en-Landparlic. Sammelpiinll Morgens o Uhr Cüdrysir. IN. Auch Richtmilglieder find wilitoinineii. Jlnligitler und Stiirzer. Tonnlag, den l«. Marz, RormsttagS n Uhr, in Eieymann's Bier-Haus, Melchiorstraße in: Sciniithliches Beisainmensein. »»ruhe öffentliche Schnhmucher- Uersaixinlnng am Moniag, den 17. März, Abends%' Uhr, in Habel'« Brauerei, Verginannstr. 3—7. Tages- ordnung: I. Wie steilen sich die Schuhmacher Berlins zu den in der Böhow- Brauerei gefabten Beschlüssen. 2. Dislnssion. o. Verschiedenes. Es isi Pflichi der Kollegen, recht zahlreich zu erscheinen. Lachocreiil der Marmor- und»Zranittchleifer Kerlin». Mitglieder- Versaminlung am Sonnlag. den Iii. d. N., Vorniillaas»ljl Uhr, in Deig- inuller's Salon, Alte Jalobstr. snn»»Iu»a des lUilii>iesch,i-idcr-;terc>ii» am Sonntag, den le. März, Vorinitiaqs 10 Uhr, in Jordan's Salon, SZroste osteulijche tziolksurrlainmliing slir Kirdorf und Umgegend am Conniag, den l». Mar?, Vormittags i t Uhr, im Lokal des Herrn Barta. Bergslr, 120. Holl-»nd Sretterlroger. Ter Faäiverein der Holz und Breiteriragcr Berlins hält am Sonntag, den io. März, Bvrmiiiag? 1 oh Uhr, in den Zentral- Festsälen, Oranienstr. i-i», eine Mllglicderversainmlnng ab. Pcrbond der iislodelpolirer Keriin» und Umgegend. Morgen, Montag, Abends s Uhr, hei Bolzmann, Andreasstrahe 26, Bersamnilunz. Arbcitsnachiveio snr Tischler. Der dorn Fachverein der Tischler be- giündüe ArveiisnachivciS besinde! sich Wallsirahe 7— s. Die ArdeilsvermUie- iung geschieht für Meister und sttesclicn sanch NichtmitgUeder) unentgelilich. Tie Adrcssenausgo.be erfolgt au Wochentagen von 7 Uhr Morgens bis? Uhr Abends, ZonniagS von s bis 11 Uhr AonniNagS. Uiaierverlammlung. Die Filiale U(West und Siidwesi) der Verein!- gung der??!aier n. s, w. hälr am IS. d. M., Abends» Uhr, Im Restaurant jiöiiigsyof, Bülowstraße 37, ihre regelmähige Mitgliederversamiuiung ab, jsachverei» der Albnmnrdritrr. Btontag, den 17. März, Abends 0 Uhr, Sranicnstraße»so, Berfaminlung. Fallivcrein der Fellenhaner Merlin«. Gcneralversainmlunz Sonnlag, den iß. Alärz, Vormittags 11 Uhr, im Lolale des Herrn Meißner, Carlen- s'.raße los. jsachverein der Aorbmaihrr Aeriino»nd Umgegend hält seine Versammlung nicht Sonnlag, den m. März, sondern Sonntag, den 13. April, Adalbertstrahe 21, ab. Uerband der Uergolder, Koldleislenarbeiter nnd sZeriissgenolfe». (Filiale Berlin.! Mmuaq, den 17. März, Abends 8 Uhr, in Schcsser's Salon, Fnseisirahc 1», öffentliche Versammlung. (Nttseniliche Ktuhiardeitcr-Kersammiuna am Montag, dtN 17. März, Abends; Uhr, in H.stse's Salon, Lickstenbergerstraße 21. Zeutral-ßiranlien- nnd Sieideliasfe der Aöpser. Mitgliederversamm- lung am Dienstag, den 18. März, Abends« Uhr, Im Königstadt-Kasinv, Hviz' markistrahe 72. Freireiigiöfe Gemelnd». Sonnabend, de» 22. März. Abends 8% Uhr. findet im Saale der Brauerei Friedrichshain(sriiher LipSl der Wiener Maskenball statt. Mitglieder und Freunde sind dazu sreiinolichsi eingeladen. OnitCchcr Schneiderorrbniid.(Filiale Berlin.) Mitgliederversanimlung am Mittwoch, den IS. März, Abends 8% Uhr. in der Brauerei Königstadl. Schönhauser'Allee 10— 11. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Türk: Die wirthschaftlichen Umwälzungen in der sranzöstscheu Revoiuiion. 2. Dislnssion. 3. Nusnahm- von Mirqliedern und Entgegennahme von Beiträgen. 4. Ver- schledmes. Säst? habe» Zulrilt. Depcslsxctr. zWolsss Trlegvnplirn-Snrrn».) ÄLNUttschivrig, 15. März. Auf dem Bergwerk Viliotla bei Hötensleben crsolglen heute mehre Verhaftungen wegen grober Exzesse seitens der streikenden Bergarbeiter. Tie Ruhe ist seht vollständig wieder hergestellt. Tie Berglente fordern eine Ab- kärzung der Arbeitszeit und eine Erhöhung des SchichtlohneS um 50 Pfg. ES ist alle Aussicht vorhanden, daß der Streik keine größeren Timensionen annehmen und die Arbeit bald überall wieder aufgenommen werde. Lanbon. 15. März.(Telegramm des„Reuier'schen Bureaus".! Man schätzt die Zahl der Bergarbeiter, welche heule in verschie- denen Theilen Englands die Arbeit eingestellt haben, auf un- gesähr 250 000. Die Tauer des Streiks kann nicht vorausgesehen werden, es sind jedoch Anzeichen vorhanden, die aus 5tonze|sionen seitens der Arbeitgeber schließen lassen. Madrid, 15 März. Der Inspektor der Bergwerke Fernandei Castro nnd der Direktor des öffentlichen Unterrichts Santa Maria sind als Delegirtc zur Berliner Konferenz bestimmt worden und dort hin abgereist. Freunde und Genossen, dem Arthur Ziemer Ä morgigen Wiegenfeste ein domierndes Hoch. der Montag schwer wird? Seine Stammgäste. bufe51011«9«" und Genossen Mit- Uunttiäre zum heutigen Tage Loh die Ruheplatzstraße wackelt "Nd der Esstglappen zappelt, 102 Die bekannten Fünf v. Fcska. Freunde und Genossen, Rosselenker I. Güte Ernst tinS!Bi,,t ZU seinem morgigen Gc- («.'tage ein donnerndes Hoch! das» (...Muze Leipziger Platz wackelt. Tie gütigen Genossen von Werschke, 80. 16. 148 meinen iverthen Freunden Rlo.i- 0sseu. sowie den Lesern dieses »ZueZ mein 1721 '"flerren- Geschäft. a. Carl Lehmann, "Menstr. 88, dicht am Humboldthain. h��MÄstelle für sämmlliche Arbeiter- .,�°n Freunden».Genossen pichle mein 147 M- iiiii) Bllirischbier-Loklll. '�ireinszimmer stehen zur Verfügung. ,, H. Wuttke, �■edrichsfoergersfr. 20, part. Refttlrilllt zum Ambos. Breslauerstraße 27. .-lUen Genossen empfehle mein Weiss- a Bairisch-Bieriokal. 578 .«vosieg Vereinszimmcr mehrere Tage '' Gustav Tempel* h. V�fchte mein Lokal zum Arbeits- Hwria und siir ZahlstrUr». �.tilMmer mit Piano für Vereine. Arthur Ziemer, Cuvrystr. 16. if5?en Freunden und Bekannten em- V�.mein � 11. VaiMbier-Loklil. en, 0. Dillenberg, Reinickcndorferstrasie 54. SÄ.&on6t"""" � «G- nnU MMittlM. C. J. Petersen, ___ Veteranenstr. 22. Allen Parteigenosson Ä chle mein vorzügkiches �tiss "«inen Gebinden. vorzügliches und Werdcrschbier , Gebinden. 151 Weihbier... 2,00 M. � ,,... 1.00., /« Werderschbier. 2,50„ J/w„. 1,25„ Albrechtf N.W., Birkenstr. 7. lamtten Genossen, Freunden nnd Be- 0».�°'"pfehle meine 152 stiliation und Bierlokal. JUb. Nemitz, '».�''ankfurJerstrasse 27» v— e.cks der Verl. Andreasstrahe. rJ'Wen Genossen empfehle inein �ech- ni Vamsch-BierlM. Ija Kackbier-Ansschnttst» Emil Koepnick, ;r. 30a, Ecke Magazinstraße. fi.'eheinszimmer für 15 u. 40 Personen W bei Flick, Boyenstr. 40, in der .�M'lQtion.„Berk. Volksblatt" und �'is-Tribüne" liegen ans.[5 im J�ännergesang- Verein ftim lttn' tüchtiger Dirigent, wünscht »'"uibegabte Herren anszunehmen. % rUn9sstunbe Dienstag?. 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Berufsgeu. befindet sich Dresdenerstrasse 116, bei Gründet. 130 Adressenausgabe: Wochentags von 8V2— 9Va Uhr Abends, Sonntags von OVe— llVa Uhr Vormittags. 130 Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Kerl. Reichstagswahlkreises. lontacji den 17. März, Abends öVs Uhr. im Ganle der Aktien-Brauerei Moabit(Ahrens): WM" GaB*, MeBPsammH&mg,, Tages-Ordnnng: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten.— Gäste Aufnähme neuer Mitglieder. Zn zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. willkommen. 150 MF©5peNi©kB Oeffentl. Uersammimtg aln Montag, den 17. d. M., Abends 8 Uhr, in Ciipenick im„Kaiserliot"(Streichhan). Tages-Ordnnng: . l' DfP Achtstundeutas und feine Kedeutnug. 2. Diskusswn. 8. Verschiedenes. Ui Achtung! Stnckatenre! Ob*. offentHiche ¥©s*sammS8.swg am nsittwocli, den 10. März, Abends 8 Uhr, bei Zemter, Münzstr. 11. TageS-Ordnnng: 1. Nutzen der Gewcrkschasllichen Organisation. Nesereut. Stadto. Herr Z u b c i l. 2. Diskussion. 8. Mitlheilungen der Vertrauensmänner. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Pflicht eines jeden Ltollegen ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. Ter Einbcrufer: IN. Schulz. NB.; Diese Versammlung wird noch durch Säulenanschlag bekannt gemacht. FagAwespem des* Stasdaateaare Berlins und Umgegend. Im Hinweis aus obige Annonze zur Nachricht, daß die Vereinsversamm- knng am Montag, den 17. März er. ausfüllt. 120 I. A. des Vorstandes: Gi üncnberg. Grosse öffentliclie Versammlung der Weder, Tuchmacher, Raschmacher, sowie aller in dieser Brauche beschäftigten Arbeiter am Montag, den 17. März, Abends 8 Uhr, im großen Saale des Böhm. Brauhauses, Landsberger Allee 11— 18. Tagesordnung: 1. Welche Organisation ist sür uns die beste: Zentral- organisation oder Lokalorganisation Referent: Herr Stadtverordneter Otto Heindorf. 2. Wie verhalten sich die Berliner Weber zu dem vom 5. bis Ö. April in Apolda stattfindenden Delegirtentag? 3. Diskusfion. 4. Verschiedenes.— Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht 193 Der Einberuser: Oertel, Eisenbahnstr. 81. Große öffentliche Versammlung der gmerbSicheil Hilft- Arbeiter am Dienstag, den 18. März, Abends 8 Uhr, im Lokal der Gräflich Reischach'schen Brauerei zu Stralau. Tagesordnung: 1. Die Wichtigkeit der gewerkschaftlichen Organisation. 2. Verschiedenes und Fragekasten. Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht.— Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden Arbeiters, zu erscheinen. 131 Der Einberufer. Ob«. ScSmeieSer*= MepsammBamg der Freien Vereinigung der Schneider Berlins am Dienstag, den 18. März, Abends SVa Uhr, in Jordan s Salon, Rene Grünstraße 28. TageZordnnng: 1. Vortrag(Thema und Referent wird in der Versamm- knng bekannt gemacht). 2. Die Berliner Schueiderbewegung und die letzten Vorkommnisse. Referent L. Pfeiffer. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes und Fragelasten.— Zu zahlreichem Besuch ladet ein 100 Der Vorstand. NB.; Heute, Sonntag i Gesellige Abendnnterhaltung bei Ney er, Alte Jakobslraße 83, wozu die Mitglieder, Kollegen und Freunde mit ihren Familien eingeladen sind. D. O. Größe gssentlichs Aerftminliiiig der 114 Drechsler mti) VerussgenH» aller Vmchu Berlinö am Montag, den 17. März, Abends 8 Uhr, in den Bürger-Sälen, Dresdenerstraße 96. Tages- Ordnung: 1. Abrechnungen, betreffend die Sammlungen zum Streik der Wiener Drechsler, betr. die Sammlung für den Kollegen Bacher in Luckenwalde, betr. die Sammlungen in den öffentlichen Versammlungen. 2. Welche Forderungen stelle» wir zur diesjährigen Lohnbewegung? und Diskussion. 3. Verschiedenes. Verem zun* WaSirfsny der ünteiresse» der KoHamacher BeHäens und Umgegend. Sonnabend, den 22. März, Abends 8 Uhr: Großer Wiener Maskenkall in den Bürger-Sälen, Dresdenerstraße 96. KW* 13|ll)r: Großer l.omischer Aufzug."##5 Billeto ii 50 Pf. sind bei folgenden Herren zu haben: Jäncl, Moritzstr. 10, Hof pari.; Grund m a n n, Mctzerstr. 24, Hof l Tr., bei Sieüig; Stock, Andreasstr. 23, bei Mehner; Sing. Krüger, Mantenfselstr. 102, vorn 4 Tr.; Schwieg er, Hallischestr. v pari., bei Langkau, und wo die Plakate aushängen._]_ 78_ Dav Komitee._ Große öffentliche Formerversonnnlnng am Montag, den 17. März, Abends 8 Uhr, im Saale des Herrn Krieger, Wassert horstr. 68. Tages-Ordnnng: 1. Ter Streik der Eisengießerei von Wecren-Rixdorf. 2. Der Streik der Metallgießerei von Siemens u. So. 8. Verschiedenes. 137 Der wichtigen Tagesordnung wegen ist eS Pflicht eines Jeden zu erscheinen._______ Der Cinbernfer. des Derkandes deutscher Aimmerlente (Lokalverband Verlin) am Dienstag, den 18. März, Abends 8 Uhr, in Feuerstein's Salon, Alte Jalobstraße 75. Tagesordnung; 1. Besprechung des Kongresses der Zimmerer Deutschlands zu Gotha. 2. Stellungnahme betreffs des 1. Mai 1890. 3. Verschiedenes und Fragekasten.— Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, zu erscheinen. 129 Der Vorstand. Da die sämmtlichen Porzellan- und Glas- fabrikäuten Deutschlands 20 pCt. Erhöhung ihrerFabrikate haben eintreten lassen, so sah sich der„Verein Berliner Porzellan-, Glas- und Steingutkvaaren-Händler" in seiner Sitzung vom 21. Februar gezwungen, dieselbe �Erhöhung eintreten zu lassen. 111 Der Borstand. Bttbaiil! kr Mcholirer Verlins nnl> llmgegenb. WM"" Versammlung am Montag, Abends 8 Uhr, bei voltmann, Andreasstr. 20. T.-O.: 1. Nochmalige Vorlage des gedruckten Lohntarifs. 2. Ergänzung der Kommission. 3. Besprechung über unser Borgehen in der Bewegung. 4. Verschiedene Angelegenheiten. Ausgabe von Srreikmarken, sowie Aufnahme neuer Mitglieder vor und nach der Versammlung. 142 Zlnfer Arbeitonachwei» befindet sich Blmnenstraße 33, bei Herrn Restauratur Henke, und ist für Arbeitgeber und Arbeitnehmer(auch Nicht- Mitglieder) unentgeltlich. Adressen-Annahme und-Ausgabe den ganzen Tag. Der Dorstaud. Kerlitter Wirkergesellettverkouk. Il0r We�samsiiiMwg am Montag, 17. März, Abds. 8V2 Uhr, in Dobrrt'o Kalo», Weinstr. 11. Tages-Ordnnng: 1. Vortrag des Stadtverordneten Herrn Gnst. Tempel über: Gewcrk- schastlicheS. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.— Alle in der Wirkerei beschäf- ligten Arbeiter sind hiermit eingeladen. 157 Der Vorstand. v ▼*»... t, SIflc diejenigen Genossen, die bei der Wahl in Berlin, Niederbarnim, Teltow- BeeSkow-Storkow geinaßregelt wordeo find, wollen sich bei der in dcr Brmiem iriedrichshain am 10. März gen#« nifsir- nher mündig I.ominission schriftlich luv.. melden. Die Kommission bestehtau- den Herren: ReckitSanwaltLU-lUiZZo», Landsbergerstr. 02: Rodert WaH6»' Pallisadenstraße 58: Wilhelm SchW Weidenweg 5; Paul Heyor, Rnders- dorferstraße 20; F. Thielke, Sttauß- ""•>■■. jiago Crünlerj, bergerstraße Nr 16: ''-e. Friel siützimg der weiimp..� werden von der Konunission srenvilli� r. 10,"»u--q ÄeDtl. StllhlUlieiter-VersllimillUg am Rßontag, deu 17. März, Abends 8'|, Uhr, in Heise s Salon, Lichtenbcrgerftr. 21. Tages-Ordnnng: 1. Die Bedeutung der Berliner Stuhlarbeiterbewegung und ihr Einfluß auf die Besserstellung durch die einheitliche Organisation ihres Berufs. 2. Stellungnahme zu dem Textilardeiter-Kongreß. Pflicht jedes Stuhlarbeiters ist es in dieser Versammlung zu erscheinen. AlleS andere muß diesmal hinten angesetzt werden. 83__ W. Wagner. Bruno Scholz._ Föchli. I Tischler. (Berlin Nord). Montag, den 17. März. Abds. 8V2 Uhr, im Weddingpark, Müllerstraße 178, bei Schröder; 120 VersmiillW. Tagesordnung; 1. Der Werth der Verkürzung der Arbeitszeit. Lieferent: Herr Apelt. 2. Diskussion. 3. Werkstellenvcrhält- nisse. Tie Kollegen der Werkstatt von S-chaav, C h a u s s e e st r. 28b, sind hiermit eingeladen. 4. Verschiedenes. 120 Der Droollmächtigtr. Berliner Arbeiter-Bildungsverein. Dienstag, den 18. März, AbdS. 8V2 Uhr, in Sch e f f e r's Saal, Jnselstraße 10: KW Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Stadtv. Fritz ?»brii. 2. Diskussion. 8. Allgemeines und Fragekasten. 127 Gäste haben Zutritt. Nene Mit- gliedcr werden aufgenommen. Der Vorstand. Ettimlltjjeu mii) Biliihiiiier! Dienstag, den 18. d. M., Abends 8 Uhr, Johannisstraße 20: Versammlung d. Schrifthauer Berlins und Umgegend. Tagesordnung: Unsere Lohnbewegung. 139 Der Einberuser. Uerein d. Möschezuschttelder und verwandt. Berufsg. Montag, den 17. März, Abds. 8V2 Uhr, Grenadierstr. 33: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Schirbel über: Alters- und Jnvalidenversichernng. 2. Diskussion. 3. Die Lehrlingssrage bei Cohn u. Samuel. 4. Verschiedenes. 121 Dcr Vorstand. Vergnügungs- Berein „Schwarz-Weiss-Roth". Jede» Dienstag Abend 9 Uhr, Sitzung im Nestanrant Feuerstein, Alte Jakob- straße 75, Tunnel. Nach der Sitzung FidelitaS. Gäste willkomme». 100 Vereinigung der Drechsler Dentschlandv(Perlmuttbranche) Ortsverwaltung V. Mitglieder-Versammlung am Dienstag, 18. März, AbdS. 8 Uhr, bei Hoff mann, Oranienstr. 160. Tages-Ordnnng: 1. Vortrag de» Herrn Otto Klein, über: Arbeiterorganisationen, deren Werth dem Gewerlschastsverein gegenüber. 2. DiSkussto». 3. Verschiedenes und Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste haben Zutritt. Achtung S Der Streik der Firma Friedrich Siemens& Co., Nenenburgerstraße Nr. 24, dauert unverändert fort. Zu- zug ist fern zu halten von Formern, Eisen-, Blech-, Metall- und sämnitlichen Hilfsarbeitern. 118 äßMarngS Tabakarbeiter! lieber folgende Fabriken ist die Sperre verhängt: Carl Karlienzen(wegen Maßregelung), 1. Geschäft: Weber str. 5, 2. ,, Friedrichstr. 97. 3.„ Alexanderstr. 71, 4.„ Neue Promenade 1, 5.„ Gertraudtenstr. 20,. 6.„ Belle-?lllianeestr.9S/S9, 7.„ Dresdenerstr. 93, 8.„ Poftstr. 10, 9.„ Sicue Königstr. 19c, 10.„ Andreasstr. 75, 11.„ Chausseestr. 8, 12.„ Prinzenstr. 83, 13.„ Andreasstr. 59. 14.„ Friedrichstr. 204. Schmelsser(wegen Maßregelung). 1. Geschäft: Chausseestr. 25, 2.„ Chausseestr. 76, 3.„ Friedrichstr. 100. Naucko, vormals Schuhort& Sohn (wegen Maßregelung), Michael- kirchstraße 0. 1. Geschäft: Dresdenerstr. 72/73, 2.„ Charlottenburg. Kcilpflun, Elsasserstraße 8, Laden. Hübsch, Linien straße 8, Laden. Die Ceborwachungs-Kommission. Die Kommission tagt täglich Wein- strotze L8, von Abends 8 Uhr, bei Späth und sind daselbst Sammellisten entgegen zn nehmen._[145 Mglitder-VtrsWiiilW der Freien Vereinigung der Kaufleute am Dienstag, den 18. März, Abds. LVe Uhr, bei Trillhose, Rosenthaler- Straße 11. Tages-Ordnnng: 1. Vortrag des Herrn W. V ö l s ch e über:„Heinrich Heine." 2. Diskussion und Fragebeantwortung. 3. Ausnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes. Gäste sind willkommen. Um zahl reiches Erscheinen bittet 117 Oer Vorstand. Fr. Vereiiiigmig l tociire, Mme uni) Btriiftgen. Montag, den 17. März, Ab. S'/s Uhr, im Dresdener Garten, DrcSdener- Straße 45: WeMammB&mg. Tagcs-Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vereinsange- lcgenheiten(Werkstattaugelegenheiten). 3. Verschiedenes und Bibliothek. Arbeitsnachweis beim Kollegen Müller, Grimmstr. 37. Ausnahme neuer Mitglieder. Sonnabend, den 22. März: Geselliges Bcisammeiisei» mit Damen. Entree frei.____ 102 Fchver.iittiiliittPosliiiieilteii- braiche besjist. Arbeitmmieii. Versammlung am Dienstag, den 18. März, Ab. 8 Uhr, im Restaur. Zieger, Alte Jalobstr. 33. Tages-Ordnung: 1. Vortrag: Die Stellung der Frau in der Gegenwart. Referent Herr Litsin. 2. Diskusston. 3. Verschiedenes. Gäste, Herren und Davien, haben Zutritt.— Um recht zahlreiches Er- scheinen wird gebeten. Der Vorstand. Zur Unterstützilng der ...erden von der Kouunif Beiträge entgegengenommen. Fcho.f.SlslioMll.MD tai'&eiitt Verlins mft!(#: Montag, den 17. März, Abend- S'/e Uhr, in Feuerstein's SalCi Alle Jakobstr. 75: Versammlung' Tagesordnung: fti6 1. Vortrag deS Herrn Sladtv. fls z Zubcil über:„Gewcrbe-Schiedsgench Ä.ÄÄÄ'JIÄ vom Stiftungsfest. 5. Verschiedene» M Fragetasteit.— Gäste willkommen. zahlreiches Erscheinen bittet. Der Vorstanfl' 2 Nr. 112 Tapezir� Pachvereiu der Berlins und ümgeö- Mitglieder VersaiumlJ iÄNSKSKSA?»* Zeit- und Stücklohn. 2. % Vereinsanaclegenheiten. 4-- kästen.— Gäste willkommen. rey(Ncheinen äSSS Am U.d.M. ist in..... brochen. Bitte Zuzug fernzuhalte� Der Stre* n inLtoppritC.EBoW! ba.,rt„„y W ÄlHMlg. v. U.üaginst'' Soeben erschienen: � NeichstagswahlkarM vou 1890. „.— Preis 30 Pfg. Hcft 21 der Erdgeschichte. sum). Neue Gedichte von Jul.? � Preis 2 M. Das todte Haus. rangen auS den, sibirischen Ge.'ang � leben von Dostojewski. Zolas»ru> Roman:„Die Bestie im Mensch� „Freie Bühne," Zeitschrift für Leben. Jedes Heft 40 Pf. � Ferner sind alle Artikel au» � Verlage von Dietz zu haben. Rniti«! liiUiass- W.Iii"*' fisr-f Bitte leftii Sie, Zur FrühjahrS-Saison empfehle nU reichhaltiges Lager in Somns�., Paletots, Rock- nnd Anzügen, sowie einzelnen Hol Röcken, Jackets,. Westen ec.; Ic.r Damen-Mäntel nnd-Kleider, G»'.... Hüte. Betten, Wäsche, Uhren,% u. Holzkoffer u. s. w. 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April 1991 in Kraft; wir ."«n schon wiederholt darauf hingewiesen, daß es Pflicht jedes das Geseh Versicherten ist, sich rechtzeitig diejenigen Nach- che zu beschaffen, welche nothwendig sind, um die Ansprüche °"l Invaliden- und Altersrente für solche Fälle zu begründen denen nach Vorschrift des Gesetzes vor Ablauf der siinf- bezw -echigjährigen Wartezeit Rentenzahlungen stattfinden müssen. tv �och den Uebergangsbestimmungen des Gesetzes erhalten e'waliden- bxzw. Altersrente auch diejenigen Versicherten, welche dw ersten siinf Jahren, nachdem das Gesetz in Kraft getreten 4. .-werbsunfälffg werden, oder bezw. in den ersten dreißig Men das 70. Lebens..... ;etcn des Gesetzes an 2!n bQä 70- Lebensjahr überschreiten, wenn dieselben vor In- M*" beS Tesches in einer Beschäftigung gestanden haben, "che nach§ i des Gesetzes eine Verficherungspslicht mit der Dichtung Beiträge zu entrichten begründet. Für diese Personen ist durch die Uebergangsbestimmungen Ju �it abgekürzt, und das Gleiche gilt für diejenigen, der � d>urch Krankheit oder militärische Dienstleistungen Fortsetzung einer solchen Beschäftigung verhindert werden Hierüber müssen jedoch, wie das Gesetz vorschreibt. Nach- � geliefert werden. Wer sich die aus de» Uebergangsbestim- ""ö61» folgenden Vvrtheile sichern will, niuß dafür sorgen, daß t-.pi"!.6 Nachweise liesenr kann; der muß sich dieselben schon jetzt �Mffen und sie sorgfältig aufbewahren. Für welche Nach- iise die Versicherten schon jetzt zu sorgen haben nnd ans welche " eiFn dieselben zu beschaffen sind, crgiebt sich aus folgendem. 'lach§ i des Gesetzes werden versichert: &) Personen, welche als Arbeiter, Gehilsen, Gesellen, Lehrlinge oder Dienstboten gegen Lohn oder Gehalt, d. h. also nicht bloS gegen freien Unterhalt, beschäftigt werden. Personen der Schiffsbesetzung deutscher Seefahrzeuge oder von Fahrzeugen der Binnenschifffahrt. ch Personen, welche als Betriebsbeamte, Handlungsgehilfen oder Handlungslehrlinge beschäftigt sind, hier jedoch nur dann, ,venu der regelmäßige Jahresarbeitsrerdienst an Lohn oder Gehalt 2000 M. nicht übersteigt. Alle diese Personen fallen jedoch nur dann unter das Gesetz, die in Betracht zu ziehende Beschäftigung in die Zeit nach Sendung des 16. Lebensjahres fällt(§ 1) und der Beschäftigte ehrend der Beschäftigung nicht derart in seiner Eriverbsfähig- W beschränkt war, daß er infolge seines körperlichen oder geistigen Eilandes dauernd nicht mehr im Stande war, durch eine seinen .�tten und Fähigkeiten entsprechende Lohnarbeit mindestens ein des für den Beschäftigungsort nach§ 8 des Krankenkassen Metzes festgesetzten ortsüblichen Tagelohns gewöhnlicher Tage- weiter zu verdie!....(§ 4 Abs. 2). . Nicht unter die Beschäftigungen, welche die Versicherungspflicht stünden, gehören: Die Beschäftigung in Apotheken als Gehilfe oder Lehrling(§ 1,2). . Die Beschäftigung der Beamten des Reichs nnd der Bundes- "aten, die Beschäftigung der mit Pensionsberechtigung angestellten aantteu von Kommunalverbänden, und der dienstlich als Ar- Wer beschäftigten Personen des Soldatenstandes(§ 4 Absatz 1). ts Treten nun bei einem Versicherten Verhält- ein, welche ihn vor Ablauf der Wartezeit � eitlem Anspruch auf Invaliden- und Alters- seilte berechtigen, so muß er seinen Anspruch be- Sünden durch den Nachweis, daß er vor In- �afttreten des Gesetzes in einer Beschäftigung ge- standen hat, welche nach dem Gesetz die Versiche- rungspsticht begründet; er kann hierzu brauchen: Den Nachweis über die Dauer jeder unter a, b, c fallenden Beschäftigung, welche in der Zeit nach dem 1. Januar 1880 bis zu dem Tage, an welchem das Gesetz in Alraft treten wird, ausgeübt worden ist. 8. Den Nachweis für solche Fälle, in denen die Beschäftigimg in einem festen Arbeits- oder Dienstverhältniß bestanden hat, aber zeitweise unterbrochen und demnächst wieder ' aufgenommen ist, wenn die Unterbrechung nicht länger als vier Monate im Jahre betragen hat; der Nachweis über die Dauer der Unterbrechung ist nothwendig, weil dieselbe, unter der Voraussetzung, daß der Versicherte regelmäßig in dasselbe Arbeits- Verhältnis; zurückkehrt nnd inzwischen keine anderweite Lohnarbeit stattgefunden hat, als Beschäftigungszeit mitgerechnet wird. wenn der Versicherte am l. Januar 1890 das 59. Lebensjahr schon zurückgelegt hat, den Nachweis über die Hälfte des Lohnes oder Gehalts, welchen er in den verschiedenen v. Arbeits- oder Dienstverhältnissen seit dem l. Januar 1888 bezogen hat, weil die Höhe der eventuellen Altersrente nach der durch- schnittlichen Höhe dieses Lohnes oder Ge- Halts berechnet wird. den Nachweis über die Dauer jeder mit Erwerbsunfähigkeit verbundenen Krankheit, durch welche der Versicherte nach dem l. Januar 1886 verhindert worden ist, eine nach§ l des Gesetzes die Versichernngs- Pflicht begründende Beschäftigung, welche er damals nicht lediglich vorübergehend ans- genommen chatte, festzusetzen, wenn die Krankheit nicht mindestens sieben auf- einander folgende Tage gedauert hat. Die Dauer einer solchen Krankheit wird als Bei- tragszeit angerechnet; ausgeschlossen sind jedoch solche Krankheiten, welche der Versicherte sich vorsätzlich oder bei Begehung eines durch strasgerichtliches Nr- theil festgestellten Verbrechens, durch schuldhafte Be- theiligung bei Schlägereien oder Raufhändeln, durch Trunkfälligkeit oder dtrrch geschlechtliche Ausschweifungen(§ 17 Abs. 8) zugezogen hat. Den Nachweis über jede militärische Dienstleistung im Heere oder der Marine, zu welcher der Ver- sicherte nach dem 1. Januar 1886 behufs Erfüllung der Wehrpflicht in Friedens-, Mobilmachungs- oder Kriegszeiten herangezogen gewesen ist, wenn er durch dieselbe verhindert gewesen ist eine, nach§ 1 des Gesetzes die Versicherungspflicht begründende Be- schäftigung, welche er damals nicht lediglich vorüber� gehend aufgenommen hatte, fortzusetzen, weil die Dauer einer solchen Unterbrechung als Beitragszeit angerechnet wird(§ 17 Absatz 2). Der Nach weis über geleistete Militärdienste erfolgt durch Vorlegung der Militärpapiere(§ J8 Absatz 3). Hiernach müssen also alle Militärpapiere, soweit dieselben als Nachweis für die unter 5 bezeich- neten Fälle zu dienen haben, rechtzeitig beschafft und sorgfältig aufbewahrt werden. Alle übrigen Nachweise sind durch Bescheinigung der für die in Betracht kommenden Beschüftigungsorte znstän- digen unteren Verwaltungsbehörden oder durch eine von einer öffentlichen Behörde beglaubigte Bescheinigung der Arbeitgeber zu führen(§ 161) und müssen gebühren- und stempelfm ausgestellt werden(§ 140). Es empfiehlt sich, den nach Ziffer 1 noth- wendigen Nachweis dadurch zu beschaffen, daß der bei Inkrafttreten des Gesetzes beitrags- pflichtig werdende Versicherte sich über die Dauer eder nach dem l. Januar 1880 ausgeübten Beschäftigung eine Bescheinigung von dem Arbeit- geber oder, wenn es mehrere sind, von jedem derselben ertheilen, die Unterschrift von der unteren Verwaltungsbehörde bescheinigen läßt und die Bescheinigung sorgfältig aufbewahrt. Als untere Verwaltungsbehörden fftngiren die Orts- Polizeibehörden und die Gemeindevorstände. zalls der oder die Arbeitgeber, bei welchen ein Ver- icherter in Arbeit gestanden hat, nicht mehr am Leben, oder sonst behindert sind, die erforderliche Bescheinigung auszustellen, das Arbeits- oder Dienstverhältniß jedoch dem Gemeindevorsteher oder der Ortspolizei beüannt ist, oder nachgewiesen werden kann, ist als Nachweis über die Be- chäftignng eitle Bescheinigung der Behörde beizubringen. In derselben Weise müssen die in dm Fällen ad 2 und 3 nothwcndigen Nachweise geführt werden. Der in den Fällen der Ziffer 4 erforderliche Nach- weis über die Dauer einer mit Enverbsunfcrhigkeit ver- bundenen Krankheit, welche als Beitragszeit angerechnet wird(§ 17 Absatz 2), ist durch eine Bescheinigung des Krankenkassen-Vorstandes zu führen; zur Ertheiilung dieser Bescheinigung sind die Vorstände der Orts-, Betriebs- (Fabrik-), Bau-, Jnnungs-Krankenkassen, der Kirippschafts- lassen, der Gemeinde-Krankenverstcherung, sowie die Vor- stände einer eingeschriebenen oder einer auf Grund landes- rechtlicher Vorschriften errichteten Hilfskaffe verpflichtet. Für die Zeit der Krankheit, welche über die Dauer der von der Krankenkasse gewährten Krankenunterstützung hinaus reicht, sowie für die Erkrankten, welche einer Krankenkasse während ihrer Krankheit nicht angehört haben, erfolgt die Bescheinigung durch den Gemeindevorstand.(§ 18 Abs. 1). Für die in Reichs- und Staatsbetrieben beschäftigten Versicherten werden diese Bescheinigungen durch die vor- gesetzte Dienstbehörde ausgestellt(§ 18 Abs. 2). Wir wiederholen, daß alle für Ziffer 1, 2 und 4 nothwendigen Nachweise, sowie die mili- tärischen Bescheinigungen für Ziffer 5 für die Zeit vom l. Januar 1880' an bis zum In- krafttreten des Gesetzes beschafft werden müssen, während die für Ziffer 3 zu ertheilenden Bescheinigungen die Höhe des Lohnes oder Gehalts für die Zeit vom l. Januar 1888 bis zum Inkrafttreten des Gesetzes nachzuweisen haben. Die Uebergangsbestimmungen des Gesetzes sichern, indem sie unter bestimmten Voraussetzungen die fünf- bezw. dreißigjährige Wartezeit abkürzen, denjenigen Personen, welche die von dem Gesetz verlangten Nachweise beibringen, einige Vortheile zu, und obgleich wer, nach wie vor, die Invalidität?- und Altcrsvcrsiche- rung als durchaus unzulänglich bezeichnen müssen sowohl wegen ihrer almosenhaften Rentenleistung, nnd der die Erwerbsunfähig- keit erläuternden, höchst ungerechten Bestimmungen, als auch wegen der kostspielig orgamsirten Verwaltung, halten wir es, nachdem das Gesetz erlassen, doch für unsere Pflicht, energisch dafür einzutreten, daß jeder Arbeiter durch genaue und recht- zeitige Wahrung seiner Rechte sich die, wenn auch außerordent- lich winzigen, Vortheile de-Z Gesetzes verschafft, um so mehr, als die Arbeiter zu Beiträgen gezwungen und zu Hauptträgern des Neichszuschusses gemacht worden sind. Die? kann, so weit es sich um die durch die Uebergangs- bestimmuugen abgekürzte Wartezeit handelt, nur durch die pünkt- liche Beschaffung der- nothwendigen Nachweise geschehen. Und wir fordern alle Personen, welche nach Vollendung des 10. Lebensjahres seit dem Jahre 1886 eine Beschäftigung der in 8 1 des Ge- setzes bezeichneten Art ausüben oder ausgeübt haben uud während derselben nicht bereits m ihrer Erwerbsfähigkeit beschränkt waren(§ 4 Abs. 2) auf, sich die Nachweise über die Dauer der vorbezeichnetetk, vor dem Inkrafttreten des Gesetzes durchlebten Arbeits- oder Dienstverhält- nisse, Krankheiten, militärischen Dienstleistungen, Unterbrechungen eines' mit einem bestimmten Arbeitgeber eingegangenen Arbeits- oder Dienst- Verhältnisses(vgl. Ziffer 1, 2, 4 und 5) schon jetzt zu beschaffen und für die sorgfältigste Auf- bewahrnng dieser Nachweise Sorge zu tragen. Desgleichen müssen die vorbezeichnetetk Per- sonen, falls sie am 1. Januar 1890 das 59. Lebensjahr schon vollendet hatten, dafür sorgen, daß sie die Nachweise über die Höhe des Lohnes, welchen sie während der seit dem 1. Januar 1888 durchlebten Arbeits- oder Dienstverhältnisse thatsächlich bezogen haben, schon jetzt beschaffen und dieselben ebenfalls sorgfältig aufbewahren. Wer es imterläßt, sich die Nachweise recht- zeitig zu beschaffen nnd dieselben sorgsam auf- zubewahren, setzt sich der Gefahr aus, seinen Anspruch auf Invalidenrente zu verlieret!, wenn er vor Ablauf der fünfjährigm Wartezeit erwerbs- unfähig wird(§ 156), ebenso verliert derjenige den Anspruch auf Altersrente, der vor Ablauf der dreißigjährigen Wartezeit, daS 70. Lebensjahr vollendet und nicht im Stande ist nachzu- weisen, daß er während der dem Jnkrafttretm des Gesetzes unmittelbar vorangegangenen drei Kalenderjahre, insgesammt mindestens 141 Wochen hindurch, thatsächlich in einem nach dem Gesetze die Versichmmgspflicht begründenden Arbeits- oder Dienstverhältniß gestanden hat.(§157.) 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