iterchw et, große» welche« Fr. K7V Donnerstag, den 30. März 1890. f. Jahrg. : Feuerall m ,1� SÄ S| dasos Hrgan für. die Interessen der Arbeiter. *., M-. ,to> illigs I LÄndkäglivhes. Die Debatten des preußischen Abgeordnetenhauses . ieit dem Abschlüsse des Wahlkampfes aumuthig be- �e lieblichen Zänkereien, in welchen sich die vz.x�ichen Parteien ihre Reichstagswahlresultate an die bz/ie werfen. Die Erbitterung der Karkellisten über die igetra Schlappe, welche sie am 20. Februar davon- �ben, ist eine ungeheure, und so brechen sie jede c Tlcye und unmögliche Gelegenheit vom Zaun, um sich dem verhaßten Antikartell zu reiben. ist x Antikartell ist also der angegriffene Theil. Nun Mn' e'm Landtage nur aus bürgerlichen Fraktionen N�??engesetzt, und so ergiebt es sich von selbst, daß die loi.t nägung größtentheils eine sehr lahme ist, und vor Cckr �'tuschen und Diplomaüsiren kein kräftiger, derber lil>?? nuf die Attaken der Konservativen und National- büh> �in erfolgt. Die Krone für diese muthige Taktik ge- Ifn.!, t0'e stets, dein sanftlebenden Fleisch von Danzig, " Rickert, dessen staatsmännisch angehauchte Dulder- � sagen scheint:„Ich bitte um Verzeihung, daß ich « Deutschfreisinniger existire, aber es giebt ja leider noch nicht große liberale," Mf"""'"' ?ei. und ich, �5. Kniehosen und Miren." Er war es„ Atetnifche Fluth des Kartellzorns gegossen und wohl- °llend sich und seine Partei dagegen verwahrt hat, als tiu, ste die Lebensmittelzälle abschaffen: so bös seien sie „jt, sie wollten blas den Zolltarif allmälig revidiren und �Walten. Gut' Ding will Weile haben, und mag auch Volk den Brotvertheurern noch Jahre lang die Taschen fln s0 schadet das nichts. Herr Rickert ist ja auch eine Antwort darüber schuldig geblieben, ob er in einem wi!, /triebezirk gegen die Jndustriezölle, das Bereicherungs- fjtel der Schlotbarone, sprechen würde. Er ist der Mann, do?„ Rücken ftei zu halten, und während er vorsichtig be," Arbeiter mit der schwieligen Faust zuwinkt, drückt er w'' Agrarier und dem Eisenkönig warm die aristokratische unl so von allen Seiten Stimmen zu ergattern. I Kautschukpolitik ist ein Symptom der Rickert'schen, � deutschfreisinnigen Bestrebungen, sich„regierungsfähig" i ängen. Ach, daß dieser schöne Traum eben niemals � athmende Leben sich übersetzen, und Herr Rickert ohne �Nefeuille ins Grab sinken wird. & Derselbe Herr Rickert hat auch stramm das, was die bnfi c Don den westpreußischen Dächern pfeifen, abgeleugnet, uß bei der letzten Reichstagswahl eine größere Anzahl putsch freisinniger für polnische Kandidaten gestimmt haben. die heißersehnte Kuddelmuddel- Rickert, der Staatsmann, lasse Schnallenschuhe vorläufig erst an- ja auch, der im Lanotage Oel in Sf* 79. A fe KZ tvjty ».'f I [12 .- �Feuilleton. Der Mord auf deur Kalle. Aus dem Leben einer Kreisstadt. Von I. S. P a n o w. Mtnrn Schmerz hatte ihn gleichsam von der Wurzel los- ßu und er gab sich ihm ganz hin, ohne im Stand- '% ih" zu versüßen. bau �"chalow, groß von Gestalt, von kräftigem Körper "ollen m uoreinzelten Falten im Gesicht und ausdrucks ollen,.gen, sah in dem Verbrechen seines Sohnes vor bej t-i�ue schreckliche Kränkung selnes Stolzes. Er hätte er /„.ueni Sohne einen Mord aus Liebe entschuldigt, aber sein sich nicht mit dem Gedanken versöhnen, daß 0>eis-.„ /.u gleichzeitig sich als Räuber der Brillante» er- »Lunte. Uin dns �.�rlangten den Gefangenen zn sehen: der eine, die jr,, lLeheimniß der geistigen Vorgänge zu erkunden, erfa�" � dem Morde veranlagten... der andere, um zu ob er den Diebstahl vollbracht habe. genothigt, ihre' Bitte abzuschlagen, da ich Be- llegming he Bezug auf den Ausgang einer solchen Be- u Mittag wurde mir der junge Arrestant zugeführt. .a lch an seiner Schuld nicht zweifelte, ermahnte# ihn% ich.0« st'«" Schuld nicht zweifelte Teftrin. F�««�«'� abzulegen, aber ich fand be, ihm die slUch- Hartnäckigkeit und Geistesgegenwart. Ich bemerkte Geistesgegenwart. schien ihm keine Ermattung, die man nach der, wie «' Unvermeidlichen innern Erregung und der»m l !«,§ verbrachten Nacht erwarten konnte. es Als ob es nicht die Pflicht jedes prinzipiell denkenden Man- nes gewesen wäre, für jeden Gegner des Kartells, also auch für die Polen, statt der Volksfeinde aus dem kon- servattven und nationalliberalen Lager zu stimmen. Diese feigherzige Staatsweisheit läßt für die Zukunft noch recht Unerfteuliches für diejenigen envarten, die in dem Fortschrittlerthum doch noch etwas Rückgrat und Grundsatz zu finden gehofft haben. Wir zählten nie zu diesen Optimisten, da uns der wahre Charakter des Deutsch- fteisinns so offenkundig ist, wie Herrn Rickert die geheimsten Gedanken seines Freundes Stosch. Wenn nun einmal das Abgeordnetenhaus zum Tummelplatz gemacht wird, auf welchem Reichstagswahl- Zweikämpfe ausgepaukt werden, so hätte es einer schneidigeren Klinge und eines kräfttgeren Dreinschlagens bedurft. Sehr wohl, die Herren wollten ihre ganze Schande noch einmal blank und bloß vor aller Welt Augen bringen. So hätten die Vertreter der Opposition noch einmal mit dem Kartellgesindel eine gründliche Ab- rechnung halten und ihnen das Urtheil des Volksgerichts als die nur zu milde Strafe ihrer Frevel ins Gesicht schlmdern sollen. Die ganze Debattirerei ging ja doch nur vor als erhebender Spektakel für die Leute, die nicht im Landtag sitzen. Es wurde zum Fenster hinaus gesprochen, zu deu Wählern und zur Regierung, nach oben und nach unten. Welch' eine schwächliche Rolle aber hat hier der größere Theil der Antikartellisten gespielt I Aber er mußte sie spielen, weil im Grunde genommen diese Antikartellisten doch nur die feindlichen Brüder der Kartellisten sind, zu ihnen von Haus aus gehören, mit ihnen durch das mächtige kapitalistische Interesse verbunden sind und in, Nothfalle gegen das Proletariat geschlossen vorgehen.' Auch Herr W i n d t h o r st, der Chef des Zentrums, hatte den letzten Rest seiner opposittonellen Schärfe in der Garderobe abgegeben, und er, dessen Heerschaaren nur Dank ihrer Opposition gegen das Kartell so vollzählig wieder erschienen waren, wußte mit frommem Augen- aufschlag nur von der bösen Sozialdemokratie und dem einzigen Mittel, sie niederzuhalten, gar beredt zu erzählen. Der alte Herr hatte offenbar vergessen, daß die bösen Sozialdemokraten Mainz und München II dem Zentrum entrissen und in das Bollwerk des Ulttamon- tanismus in Köln Bresche geschossen, daß sie auch in W ü r z b u r g, in Düsseldorf, in Bielefeld in die Stichwahl mit Zentrumsleuten gekommen sind. Und in fünf Jahren dürfte der„eherne Thurm" der Klerikalen in allen diesen Orten in seinen Grundfesten erschüttert werden. — Ich bin nicht schuld an der Ermordung des Fräu- leins Ruslanow, wiederholte er beharrlich. Die Beweise sind gegen mich... das ist einfacher Zufall. — Wenn Sie schon wirklich an dem Mord unschuldig sind, weshalb leugnen Sie Ihre Reise nach Moskau? Wie kann man den Augenschein leugnen? Jtschalow schwieg. Ich theilte ihm mit, daß ich ihn zur Konftonttrung mit der Dienerschaft des Hotels„Mir" und dem Packträger Nr. 61 nach Moskau senden müsse. — Wohin Sie wollen, sagte Jtschaloiv. Ich weiß, daß unsere Gesetze roh sind, und die Formalitäten und die Be- amten noch roher. — Sie können, scheint mir, keine Vorwürfe machen, daß mit Ihnen ungesetzlich verfahren wurde. Leben Sie wohl! Ich rathe Ihnen, ausrichtiger zu sein. Am folgenden Tage ivurde er nach Moskau gebracht. Gleichzeitig sandte ich eine Mittheilung an den Untersuchungs- richter des Kreisgerichtes ab, die auf dem Gute Afanasjeivs Lebenden darüber zu verhören, wann namentlich Jtschalow mit ihrem Herrn auf der Jagd war,.und die Bewohner des Dorfes �akowlewo darüber, wann und woher der junge Jtschalow kam, bevor er mit seinem Vater nach der Gou- vernementsstadt fuhr. Nach Samara schrieb ich wegen des Verhörs Afanaszews. Ich selbst suchte mir indessen die geheimen, unfaßbaren Seiten dieses Falles aufzuklären. Durch die Verhöre RuSlanows, Petrowskis, der Bobrows und vieler anderer wollte ich mich genau mit den Beziehungen bekannt machen, in denen Jtschaloiv zu Helene Wladimiroivna stand, aber ich erfuhr nichts, außer ivas ich, mit unserer Be- völkerung und ihren Sittel: vertraut, selbst voraussetzen konnte. Er war selten bei Ruslanows gewesen; er umschmeichelte Den Höhepunkt erreichte aber die Debatte bei Gelegen- heit der Bergwerks- Debatte. Herr Vopelius, ein tapferer Streiter des Kartells, machte einen Husarenritt gegen den ultramontanen Kaplan Dasbach, weil der- selbe sehr ruhig, sehr vorsichtig die nnßlichen Zustände im Saarbrückener Grubenverein dargelegt hatte. Was Dasbach auf der Tribüne gesagt, war so zahm, daß nur die durch Wahlärger zur Weißgluth erhitzte Profitwuth die Rüpelkomödie nicht etwa entschuldigt, aber verständlich macht, in welcher Herr Vopelius solch' eine ehrenvolle Rolle spielte. Man wisse schon, was Herr Dasbach für ein Mensch sei, aus dem Parlaments- Almanach könne man erfahren, daß derselbe Priester Druckereibesitzer, Zei- tltngsherausgeber und wegen Preßvergehen bereits so und so viele Mal bestraft sei, darunter ein paar Mal mit Ge- fängniß! Wir meinten bisher, daß es in einer reaktionären Aera etwas Selbstverständliches ist, für seine politische Ueberzeugung zu kämpfen und zu leiden, wenn diese Ueberzeugung nicht obrigkeitlich gestempelt ist. Wir meinten bisher, daß in einen: Zettalter, das die Preßsreiheit fast nur dem Nainen nach kennt, der Zusammenstoß zwischen den Gerichten und Wortführern der Opposition etwas Natur- gemäßes ist, wie Blitz und Donner. Unser Preßgesetz und unser Strafgesetz legen so viele Fallstricke und Selbst- schlüsse, strebsame Staatsanwälte behüten so peinlich die öffentliche Meinung, unsere Gewaltigen reagiren in ihrer Empfindlichkeit so leicht auf jedes Wort, das ihren zarten Nerven weh thut, und unsere Zustände sind so kritik- bedürftig, daß es ein glücklicher Zufall ist, ungerupft davon- zukommen, wie es eine Ehre ist, mannhaft für seine An- sichten einzustehen und dafür auch zu dulden. Auf welches Niveau ist der Landtag gesunken, wenn ein Vopelius die Preßvergehen einem Abgeordneten vor« zuhalten die Kühnheit hat. Ja, wenn Herr Dasbach als Student Fenster eingeworfen, Nachtwächter„angeulkt" und wegen groben Unfugs oder wegen Zweikampfs mit gefährlichen Waffen bestraft worden wäre? Das wäre „schneidig", das ehrt den Mann, das ist eine Empfehlung bei Herrn Vopelius. Wer im Glashause sitzt, soll nicht mit Steinen werfen. Warum hat man den Herrn Vopelius nicht zu Gemüthe geführt, daß ein politisch ihm sehr nahe stehen- der Biedermann, der auch preußischer Land- tags-Abgeordneter war, daß der frühere Landes- direktor Dr. Wehr wegen gemeiner Verbrechen, Betrug, Urkundenfälschung zc., in Hast sich befindet und demnächst abgeurtheilt werden wird. Dort ein Ehrenmann, der für das junge Mädchen, aber sein Umschmeicheln blieb in den Grenzen der geivöhnlichen Liebenswürdigkeit; niemand hatte etwas Besonderes bemerkt. Die Verhaftung Jtschalows brachte auf die städtische Gesellschaft einen unbeschreiblichen Eindruck hervor. Nie- wand ivollte ai: die Wirklichkett des Verbrechens glauben, und selbst die Verhaftung Jtschalows schrieb man einem Jrrtbum des Gerichtes zu. Mehr als alle überraschte mich Petrowski durch sein Verhalten gegenüber diesem ganzen Falle. Seine Braut hatte er sichtlich vergessen, obwohl ich in jener Nacht bei Besichtigung der Leiche deutlich seinen unbeziveifelbaren Schmerz bemerkt hatte. Die bösen Zungen erzählten, daß er mehr als alles die seinen Händen entschlüpfte Mitgift beklage. — Ich erwarte voi: den Leuten Alles, nur das Gute nicht, sagte er zu mir. Darun: wundere ich mich auch über nichts. Es waren noch nicht zwei Wochen vergangen, als von allen Seiten die Antworten eintrafen. Jtschalow wurde zurückgebracht. Aus den mir zugestellten Untersuchungsakten ergab sich, daß alle Diener des Hotels„Mir" Jtschalow als den Re:- senden aus Nr. 15 erkannt hatten. Der Packträger hatte in ihm die Person wiedererkannt, die ihm den Auftrag gab, ein Packet zu Äron zu tragen. Der Korridorkenner Toporkow hatte ausgesagt, daß er den ihm abgenommenen Rock von Jtschalow zum Geschenk erhalten hatte. Die Familie Jtschalows hatte ihr Zeugniß abgelehnt, wahrscheinlich, da sie fürchtete, irgend etivas zn seinen Un- gunsten auszusagen. Die Hofleute sagten aus, daß Rikander Jtschalow bloS seine Partei ins Gefängniß geht, hier der Schwindler Wehr. Greifen Sie nur zu, Herr Vopelins! Doch mögen sich die Kartellbrüder weiter kompromittiren, mögen sie die eiserne Gewalt gegen die „schlechten Arbeiter" ausrufen, mögen sie Recht und Volks- wohl mit Füßen treten! Die nächste Reichstagsmahl wird zerschmettern, was die diesmalige Wahl noch übrig ge lassen hat. Was an uns liegt, wollen wir nach Kräften dabei mitwirken, daß das Werk ganz gelinge. Voliktfcho Msosvstihk. Zum Rücktritt des Fürst«« Bismarck. Der„Reichs- anzeiger" vom Mittwoch Abend enthält nochjjmcht die amtliche Meldung von deni Rücktritt des Reichskanzlers und die Ernennung seines Nachfolgers. Dagegen meldet die „Köln. Ztg." aus Verlin vom Mittwoch: Der Kaiser hat den Rücktritt des Fürsten Bismarck von sämmtlichen Reichs- und Staatsämtern genehmigt. Der kommandirende General des X. Armeekorps von Caprivi hat sicherem Vernehmen nach die Berufung als Nachfolger des Fürsten Bismarck angenommen.— Mit den Kombinationen und Vermuthungen der anderen Blätter und mit den Nachrichten, welchen an- geblichen Eindruck der Rücktritt des Reichskanzlers im Auslande hervorgerufen hat, verschonen wir unsere Leser. Als Grnild für den Rücktritt des Fürsten Bismarck giebt die„Köln. Ztg." in Uebcreinstimmung nnt Meldungen von anderer Seite die neue Wendung in der Sozialpolitik an. Sie schreibt: Fürst Bismarck mochte das politische Gewicht einer etwaigen Verstimmung der besitzenden Klassen, der intelligenten und kapitalkräftigen Unternehmer im industriellen und landwirth- schaftlichen Stande höher veranschlagen als die unsichere Aus- ficht auf die Entreißung der Arbeiterwelt aus der sozialdemo- kratischen Umschlingmig. Ihm mochte dünken, daß das stürnnsche Tempo der Sozialpolitik die Arbeitermassen erst recht ausregen und zu Hoffnungen ermuthigsn könne, welche nicht die Natur und nicht das Ringen der Menschheit jemals erfüllen kann." Di« Mahrhkit ül»«v das ,.Kr«tt?z«it«uga"-Int«rvieM. In der„Franks. Ztg." lesen wir: „Von einer Seite, deren Unterrichtetsein wir keinen Grund hatten, zu bezweifeln, war uns die Mittheilung geworden, daß mit dem„neugewählten sozialdemokratischen Abgeordneten einer mitteldeutschen Stadt", den die„Kreuzztg." über die Stellung der Sozialdemokratie zu den kaiserlichen Er- lassen hatte interviewen lassen, der neue Abgeordnete für Frankfurt, Herr Lithograph Schmidt, gemeint sei. Auf eine Anfrage, die wir diesbezüglich an ihn richteten, ant- wortet uns Herr Reichstagsabgeordneter Schmidt heute mit fol- gendem Schreiben: „In Erwiderung Ihrer Anfrage bezüglich des Artikels der „Kreuzzeitung" über„die kaiserlichen Erlasse und die Sozial- demokratie" habe ich zu erklären, daß derselbe aus Wahrheit —»nb Dichtung beruht. Ich hätte gern schon früher unserem Berliner Parteiorgan darüber Miltheilung gemacht, wurde jedoch durch dringendere Arbeiten daran verhindert. Ihre Anfrage giebt mir nun Gelegenheit, die Sache richtig zu stellen. Der Hergang war folgender: Am Montag, den 10. März, etwa zwischen i) und 4 Uhr Nachmittags, erschien an meiner Arbeitsstelle ein Herr, stellte sich mir unter dem Namen„Grohmann"(wie ich verstand) vor und fragte, ob ich bereit sei, Auskunft zu geben über die Stellung unserer Fraktion gegenüber den kaiserlichen Reform- Plänen; er sei Mitarbeiter der„Kreuzzeitung". Da nur dieses offene Geständniß entschieden gefiel, der Mann auch sonst keinen ungünstigen Eindruck auf mich machte, so erklärte ich ihm, daß ich meine persönlichen Anschauungen über diese- Frage gegen Niemand zurückhalte, daß ich jedoch über die Stellung unsererFraktion schon deshalb keineMit- theilung machen könne, weil ich bis jetzt keine Gele- genheit gehabt, mit irgend einem Mitglied unserer Fraktion, weder mündlich noch schrift- lich, diese Frage zu erörtern! Hierauf fragte er, ob wir trotz dieser kaiserlichen Fürsorge für die Arbeiter auf unserer„antimonarchischen Agitation" be- harren würden. Dem gegenüber erklärte ich, daß mir diese Frage eigentlich nicht recht verständlich sei. Meines Wissens fei bisher niemals von unserer Seite die Monarchie zum Gegen- stände einer direkten Agitatton gemacht worden. Persönlich sei ich allerdings Anhänger der Licpublik; auch bestehe für mich kein Zweifel, daß der Gesellschaftsznstand, den wir vor- läufig als höchstes Ziel betrachteten, unter keinen U in- ständen mit der monarchischen Staats sor in auf eine Woche zu dein alte» Herrn ins Dorf Jakowleivo kam— woher, das wußten sie nicht— und daß er zugleich mit feinem Vater in die Stadt fuhr. Ueber seine verwundete Hand sagten alle aus, daß er sich nach seinen eigenen Aussagen während der Jagd bei Afanasjew in die Hand ge- schnitten habe. Der Letztere sagte im Verhör vor dem Untersnchungs- richter in Samara aus, daß er wirklich erst vor Kurzem Jtschalow ans dem Bahnhof getroffen, der ihm mittheilte, daß er ans Moskau zurückkomme und zu seinem Vater fahre. Auf der Jagd war er mit ihm in diesem Jahre nicht gewesen. Mich überraschte Jtschalows Längnen. — Wie wollen Sie nach alledem längnen? frug ich ihn. Es kann sein, daß Sie wirklich weniger schuld sind, als es den Anschein hat, aber dann erklären Sie sich, sagen Sie die Wahrheit. Afanasjew läugnet geradezu Ihre Aus- sage. Weshalb bedienen Sie sich eines Lügensmtems znr Vertheidigung? Das Gericht kann den Fall mcht anders lösen, als indem es Sie beschuldigt. Er blieb bei seiner Behauptung. Die Sachverständigen verglichen Jtschalows Schriftzügc mit jenen des bei der Schneiderin gefundenen Zettels. Nach ihrer Meinung war in den Schriftzttgen nicht die geringste Uebereinstinnnnng. Nachdem er die von mir in der Wohnung Jtschalows konfiszirten Messer besichtigt, kam der Arzt zu dem Schlüsse, daß Fräulein Ruslanow mit keinem derselben ermordet worden sei. Ueberhaupt war vieles in diesem Falle unbegreiflich, und unwillkürlich drängte sich die Frage auf: Waren nicht noch andere Theilnehmer an dem Verbrechen? Nachdem ich vergebens alle Kräfte erschöpft, um von Jtschalow die Wahrheit zu erfahren, entschloß ich mich, ihn mit dem alten Ruslanow zu konsrontiren. Ich dachte, daß der An- blick des vom Schmerz zerrissenen Greises seinen Lippen das entreißen werde, was er sich gleichsam nur nicht entschließen konnte auszusprechen. — Sagen Sie mir, ich beschwöre Sie, sagte der alte Ruslanow, den jungen Mann ansehend, was trieb Sie zu vertraglich sei, ebenso wenig, wie mit irgend einer anderenjgegenw artig bestehenden Klassenherr- schaft. An die Stelle der Negierung über Personen tritt die Verwaltung von Sachen und die Leitung von Produktionsprozessen."„Nach meiner Ansicht werde als Uebergangsstadium die bürgerliche Republik allmälig überall zur Geltung kommen. Uebrigens habe ja Frankreich seit beinahe zwanzig und Nord- amerika seit mehr als hundert Jahren bewiesen, daß sich die Bourgeoisie unter der demokratischen RevubAk ganz prächtig entwickeln könne. Die Monarchie habe fich, meines Erachtens, überlebt; sie sei ein Anachronismus und in Mitteleurova nur noch künstlich ausrecht erhalten, infolge der reaktionären Ein- flüsse des dreißigjährigen Krieges, sowie der Kleinstaaterei einerseits, und der notorischen Seroilität der deutschen Bour- geoisie andererseits. Die Aufgabe der„anttmonarchischen Agitation" siele daher der Bourgeoisie zu, wir würden für diese nicht mehr die Kastanien aus dem Feuer holen. W,r hätten schließlich mit der Bourgeoisie abzurechnen. Dies sei meine persönliche Meinung und, wie ich annehme, auch die der Mehrzahl meiner Parteigenossen; Erörterungen hierüber hätten jedoch meines Wissensin neuererZeit keine stattgefunden. Vor mehr als zwölf Jahren dagegen sei in einem Parteiorgan(ich glaube die Berliner„Freie Presse") die Ansicht vertreten gewesen, daß die Verwirklichung durchgreifender sozialer Reformen unter der Monarchie mehr Aussicht habe, als unter der bürgerlichen Republik. Dieser Ansicht sei das Zentralorgan(„Vorwärts") entschieden entgegengetteten. Was nun den geplanten Arbeiterschutz betreffe, so würde der- selbe dem„Programm" zufolge allerdings sehr dürftig aus- sallen, und wir würden wahrscheinlich die Vorlage gemäß den Beschlüssen des Pariser Arbeiterkongresses amendiren, mit be- sonderem Nachdruck ans den Maximalarbeitstag und das gänz- liche Verbot der Kinderarbeit(unter 14 Jahren). Auf die Frage, ob wir, im Falle unsere VerbessrnnigZanträge nicht angenommen würden, alsdann gegen die Vorlage stimmen würden, wie es gelegentlich der Kramen- und Jnvaliditätsversichernng geschehen sei, erklärte ich, daß meines Erachtens der Arbeiterschutz von weit höherer Bedeutung für die Arbeiterbewegung sei, als die genannte„Versicherung", und ich daher glaube, daß auch ein mindenveitgehender Schutz, sosern er überhaupt als ein solcher angesehen werden kann, schließlich nicht an unserem Wider- svruche scheitern würde. Das Vorgehen anderer Industrie- staaten sei hierbei ebenfalls in Betracht zu ziehen. Auch in England fei za die betreffende Gesetzgebung nur allmälig, aber stetig erweitert worden. Allerdings müßte dann mich den Ar- beitern, ebenso wie dort, vollständige Bewegnngsfreiheit garantirt sein. Vor allem müsse das Ausnahmegesetz wegfallen. Doch sei auch dieses Alles vorläufig nur als meine persönliche Ansicht aufzufassen. Herr„Grohmann", meinte sodann, er werde also berichten, daß ein Theil unserer Parteigenossen auf der Ansicht beharre, daß die Monarchie mit der Durchführung ilnserer Forderungen unverträglich sei, während ein anderer Theil die Durch- Führung weitgehender Reformen unter derselben für möglich Darauf entgegnete ich ihm, er habe mich offenbar mißverstanden. Die betteffende Erörterung habe vor mehr als 12 Jahren in Form einer Zeit ungs- Polemik stattgefunden; eS sei indeß allerdings die Möglich- keit vorhanden, daß auch heute noch die letztgenannte Ansicht Vertreter habe. Herr„Grohmann" fragte darauf, welche An- schauung damals den„Sieg" davongetragen habe. Worauf ich erklärte: Selbstverständlich keine! Derartige theoretische Fragen ließen sich überhaupt nicht durch Beschlüsse entscheiden. Die Polemik sei schließlich einfach„beigelegt" worden. Ich ersuchte hierauf Herrn„Grobmann", um groben Eint- stellungen vorzubeugen, er möge mir das Manuskript seines Berichts vorher zur Einsicht einschicken, und gab ihm zu dem Zwecke meine Wohnung an, worauf er bemerkte, er habe noch eine Reise zu machen und werde bei seiner Rückkunft noch einmal bei mir vorsprechen. Herr „G r o h m a n n" l t e ß s i ch a b e r n i ch t ,n e h r s eh e n. Das ist die sinngetreue Wiedergabe des vielbe- sprochcnen„Jntervieiv". Alles Weitere ist freie Erfindung oder Entstellung. Achtungsvoll Wilhelm Schmidt. Frankfurt am Main, den 17. März 1890. D«m Nornichm««» nach beschäftigt sich der dem Bundes- rathe zugegangene Gesetzentwurf über die Abänderung ver- schiedcncr Besttmmungcn des Strafgesetzbuches nicht, wie man verinuthen konnte, mit dem„Ersatz" des Sozialistengesetzes, sondern beziveckt lediglich eine Ergänzung derjenigen Vorschriften, welche das Post- und Telegraphenwesen bc- tressen. Nach§ 276 des Strafgesetzbuchs wird gegenwärtig mit Geldstrafe bis zu 600 Mark bestraft, wer ivissentlich schon einmal zu stcmpclpflichtigen Urkunden, Schriftstücken oder Formularen verivendetes Stempelpapier:c. zn stempel- dem Verbrechen? Sie sind noch so jung, Ihre Augen sind o gut, man sieht in ihnen die Reinheit Ihrer Seele! Es ist nicht möglich, daß der Raub des Diadems das Ziel dcS Mordes wäre. Verbergen Sie nicht irgend jemanden? — Herr Untersuchungsrichter, ich bitte Sie, mich von den Fragen des Herrn Ruslanow zu befreien, sprach Jtschalow zu mir. Ich wünsche nicht, auf seine Fragen zn antworten. Gut. Gendarmen, führet den Arrestanten ins Ge- fängniß! Am 26. Januar erhielt ich aus dem Dorfe Jakowleivo den grauen Paletot, die weiße Lammfellmütze und den Koffer Jtschalows, die ich zn der Untersuchung brauchte. Diese Sachen sandte ich nach Moskau, um sie den Zeugen vorzulegen, die sie auch als die Sachen anerkannten, welche Jtschalow während seines Aufenthaltes in Moskau bei sich hatte. Ich fragte Nikander Petrowitsch, ob er nicht irgend etwas zu seiner Rechtfertigung anführen könne, aber er antivortete ablehnend. Alsdann erfüllte ich die letzte Formalität der Voruuter- suchung, indem ich den Angeklagten von ihrer Beendigung m Kcmttniß sehte. — Um so besser! erwiderte Jtschalow. Die Tortur ist dem Ende näher. Aron dagegen machte eine Menge Aussagen über Um- stände, die nicht znr Sache gehörten. Ich war genöthigt, ihm ihre Aufklärung zu verweigern, da dies blos unnütze Zeitverschwendung wäre. Jtschalow wollte überhaupt die Untersuchungsakten nicht durchsehen, Aron verlangte Kopien von allen Proto- kollen. Indem ich die Angelegenheit dem Staatsanwalt des Kreisgerichts znr Formulierimg der Anklage übergab, drückte ich ihm meine innerliche Ueberzeugung ans. daß Jtschalow und Aron nicht die einzigen Theilnehmer an dem Morde seien. Nach sieben Tagen erfuhr ich, daß die Anklage ab- gesaßt und dem Staatsanwalt der Anklaaekammer über« aeben war. Bevor der Fall von dem letztem an die Anklagekammer zur Bestätigung des Aktes überging, und Pflichtigen Schriftstücken verwendet. Nach der Novell i die gleiche Strafe denjenigen treffen, welcher wlffcntiWiV' einmal verwendete Post- oder TelegraphcnnWrthznuls z, gänzlicher oder theilweiser Entfernung des Eiuwett) Zeichens znr Fränking benutzt. Nach den vi?)■ 00 317 bis 820 werden Personen wegen vottatzlM fahrlässiger Handlungen bestraft, welche die Bcnutzu.D � 21t nffpnfTimMt StemonWr» denselben rry imw der hiernach bestraften Bah>. � zu öffentlichen Zwecken dienenden verhindern oder stören. Es wird in Beschäftiaimasunfähialc Telegraphenbeamten ausgesprochen,' und deren Wiederanstellung unter Strafe gestellt. Alle inungen sollen die gleiche Anwendung auft tue RoyK ferner die S* Anlagen und die in denselben beschäftigten Personen si Außerdem ist statt des Begriffs der Verhinderung Störung der Benutzung dieser Anstalten derjenige 0� fährdung des betreffenden Betriebes" eingesetzt. Des Ws. sollen die unrechtmäßigen Anfertiger von Stempeln,«t S Stichen, Platten"'.....' mr*"t Post- odor"'_ strafe bis zu hundertfünfzig.......... werden. Mit Geldstrafe bis zu hnndertfünfzig � auch derjenige belegt werden, welcher wissentlich i mal verwendete Post- oder Telegraphenwerthzem)en. gänzlicher oder theilweiser Entfernung des EntwertY � zeichen» veräußert oder feilhält. Endlich soll die■> beachtung der für die Versendung oder Beförderung leicht cndzündlichen oder ätzenden Gegenständen ergang Verordnungen unter eine Geldstrafe bis zu hundertfuw Mark oder eine Haftstrafe gestellt werden... Leipzig, den 18. März. Die Bekanntmachung Amtshauptmanns hat die Staatsanwaltschaft nicht W' ft, lassen: Heute veröffentlicht dieselbe auch eine„Belann machnng", in der Material für die Chemnitzer Exzesst,� sucht wird. Die sozialdemokratischen Wähler entspreH. hoffentlich den Wünschen des Herrn Staatsanwalts liefern ihm Material, welches die„Ordnungsliebe" der nannten Ordnungsparteien richtig illustrirt, und der jr1 zeigt, welch' schmählicher„Wahltcrrorismus" sie auszuu versuchten— zum Glück vergeblich. � Das Abgeordnetenhaus begann am Dienstag die rathung des Kultusetats. Zu einer Erörterung der politischen Fragen, wie sie vom Zentrum angekündigt war, es jedoch nicht, da Tlbg. Windthorst erklärte, nnt RücklH*„ die Ungewißheit der atlgemeineu politischen Lage zur Zest einer solchen Diskussion Abstand nehmen zu wollen. Dff. batten drehten sich zum größten Theil um die Art der A»-' andersetzung zwischen der evangelischen und der katholischen in Bezug auf welche die Redner des Zentrums auf der und der konservativen und der nattonalubcralcn Parteien aui � anderen Seite einander aufhetzendes Verhalten vorwarfen. sonstigen Erörterungen betrafen lediglich Fragen der Sch«' waltung. Unter der Ueberfchrlft:„Dem Uerdienst sein«% sion" stellt die„Freis. Ztg." folgende Berechnung an: Herbert Bismarck befindet sich seit nunmehr 10 Jahre im Sra dienst. Da er es bereits bis zum Minister gebracht hat, so w' er im Falle seiner Pensionirung in den Genuß einer lebensw lichen Pension von ungefähr 16 000 M. jährlich treten." Znr Kergnrbeiterbewegung. Saarbrücken, lO.M, Die von dem bergmännischen Rcchtsschutzverein aufgelegten S: mcllisten für den von Warken geplanten Saalbau waren i« dach und anderen Orten polizeilich beschlagnahmt worden.' � Grund eines Erkenntnisses des Amtsgerichts zu Sulzbach ist Beschlagnahme ausgehoben und dem Antrag der AmtsanivaUuL. auf Erlaß von Strafbefehlen gegen Warken und andere»L, gkieder des Rechtsschutzvereins mcht stattgegeben worden.*■■■ Saal des genannten Vereins soll in Rnßhütte, im Mittel des Reviers, erbaut werden. Esse». Dem Bergiuanne JB, Schröder, welcher nach «tart dein Streik im Januar d. I. a"-' wciujtv www auf Schacht Kaiserstuhl tu Arbeit 9 treten war, ist, laut der„Rheinisch-Westfälischen Zeitung" gs'Lt durch den Betriebsführer daselbst zum i. April d. IS. gekuntt« worden. Lockspiftelei. Die„Sachs. Arbeiterztg.« meldet: Am»!t gangenen Bußtag empfing der Restaurateur Becker einen uyn.en Brief mit verstellter Handschrift aus Hof Inhalts: Lieber Freund!_... ES giebt einen neuen Käse. Kommen Sie am Abend 6—7 hinter der Gräfin Cosel ihr Schloß Plauen. Wo Sie diesen Brief und Kouvett hinlegen, da ich den Käse hin, auch Käseforuten kann ich liefern, öfteres Anzünden der Zigarre ist das Zusammentreffen be Alle 14 Tage bester Freund, von dieser Stelle abholen. 5$ dann über den Staatsanwalt der Kammer zum Staat-, anwnlt deS Kreisgerichtes zurückkehrte und von dür. dem Kreisgericht vorgelegt wurde, kam der 18. FebrU» heran.. Das Gericht bestimmte als Verhandlnngstag des% zesscs den 13. März, und ich erwartete voll Ungeduld Lösung des Dramas. IX. Das wahre Gericht.< Der entscheidende Tag für die Angeklagten b# an. Die ganze Stadt drängte sich herbei, um bei# Urtheilsfällnng in dem Prozesse zugegen zu sein, in% der Edelmann Nikander Petrowitsch Jtschalow„des Mords? zum Zwecke der Beraubung" beschuldigt war, und der Kam mannssohss Chaim Faiweloivitsch Aron„der Verheimlichnv' des Mordes und des Erwerbes und Verkaufs von Brillant� welche, wie ihm bekannt, durch einen Mord erworb«'' worden".,, Auf Anordnustg des Vorsitzenden des Kreisgericht wurde das Pübliknm nur gegen Eintrittskarten eingelas'� Es waren über anderthalb hundert Plätze vorhandc� Trotzdem waren um 8 Uhr Morgens alle Korridore des®. tichtsgebäudes mit Neugierigen angefüllt, die sich in™ Sitzungssaal durchzudrängen hofften. Viele brachten Körbchen mit Proviant mit. lP erwarteten, daß die Verhandlung lange dauern werd. Bei der Einfahrt stand gleichfalls eine Schaar gieriger, welche die Gendarmen nicht einließm. Genau um nenn Uhr eröffnete der Vorsitzende Sitzung. Jtschalow hatte keinen Vertheidiger verlangt. Als theidiger Arons erschien ein bekannter Moskauer AdvostM Die Angeklagten wurden hereingeführt. Zn beide' Seiten standen Gendarlnen mit gezogenen Säbeln nebe" Es wurde das Verzeichniß der Eeschworenenbeisitzer vck' lesen und durch das Loos aus ihnen zwölf Beisitzer uß' zwei Ersatzmänner bestimmt, welche auch vereidet wurden. (Fortsetzung folgt.) di- — n . soll B tigert oder gier (altert c die i und sucht- iuden. od» iteren von Betveffonbsn Atxmd fand sich nun Mcker nebst einer @Moffen, welche sich theils auf den Bergen, hinter «in?'? und Büschen ze. poftirt hatten, au der angegebenen Stelle mL v �rrte der Dinge, die da kom-nen sollten. Schon hielt !«�ze Geschichte für einen Montagswitz und gab das Ä bum Sammeln, als plötzlich ein Individuum auftaucht� ta.Js- �uden in weitem Bogen auswich und eilig seinen Weg flutln uahm. Dieses Gebahren gab das Signal zur Verfol- »»g, und nach zirka LVe(Stunden wurde der„Gefangene". wn. � seinen Weg querfeldein nach Kaitz zu genoiw bier �' tni Becker'schen Lokale eingebracht. Er gab S&ritJ?1!' Hochmut!) zu heißen und bekannte sich ohne ZhTa als der Briefschreiber. Er sei aus Konstanz und von »...'".Herrn Fischer und einigen anderen Sozialdemokraten in dw i chen(Schweizer Gebiet) mit Bier und Wein trakttrt wor- »wn habe ihn hierbei veranlaßt, mit Becker Verbindung bshufs Einschmuggelung und Verbreitung verbotener wüstest' ttm dies einzuleiten, habe er den Brief in Konstanz fSu?1 und in Hof zur Post gegeben. Da die ganze Ge- man pure Schwindel und man allgemein annahm, daß ff.5 „ein- nach [ von igenert unsz'S tnSjUrtbern Tag wurde Haussuchung bei demselben gehalten zu t.- sher auch Becker zugezogen war. Gefunden wurde selbstver- 'annb Istf rechen , und uäbe" ie* kultor- , fatn iX [uSef cinf «fg ,'ulo-k- ß slänS' zM % Ä Tck , Wirt it f S ■,? lenW 1 diM iefej )nirtf ß braä bef deirt ordf Jartf' hunS utert .rbert Z de» 0 uvtit' st-rt- d'- ZZer zkat- idert ebe» vtf und b BlaäÄ�Uichts. Hochmuth wohnt hier in Schlafftelle, große %%e Gaffe 21, II. Seinen Wohnsitz hat er m Konstanz den N ne und Spitzenhändler. Statur untersetzt, trägt blon� Acki, n� rt, Dialekt süddeutsch. Man nehme sich vor ihm in Was aus der Geschichte wird, muß abgewartet werden. sSchstfche« Landtag ist folgende Interpellation einge- Neichstagssitzung vom 7. November ISW hat der �stellt � und Landtagsabgeordnete Bebel die Behauptung mJ!'"k°lge eines am 13. Mai 1883 und zwar ohne Grund �stellten Hastbefehls, obgleich er angezeigt gehabt, daß er 1PIC Pstngstwoche bestimmt in Dresden sein werde und ob- M er in der Woche vor Pfingsten in der That mehrere eeage hier und der Polizei dies bekannt gewesen sei, am Ppugsi- >onntag, den 27. Mai, während eine? Spazierganges mit seiner ftv'stue, auf der Terrasse perhaftet worden. Man habe ab- % den ersten Pstngstfeiertag herankommen lassen, wo die �! nicht in Thätigreit waren und er keine Gelegenheit ? hrtbt habe, sich zu beschweren, um ihn die Pfingflfeiertage n der Seite seiner Familie zu reihen, und erst nach drei Mn sei er gegen Kaurion entlassen worden." ÄT dem Herrn Justizminister dieser Borgang bekannt? Dresden, ani 13. März 1890. Abgeordneter Klemm. � Wir sind auf die Antwort begierig. Staßfurt, 17. März. Gestern Abend 'olge hier die Vereinigung der Unter- däbwT"""«eiajiop, za ülrbeitct(zilm größten Theile Familien- bei der Rsichstagswahl Stimmzettel flir den sozial- A��utischen Abgeordneten Heine abgegeben haben, aus der w ii? 5U entlassen.— Die Meldung illustrirt auch sehr gut, was rtdt dem„Geheimniß der Wahl" auf sich hat. && der Mach mahl tit Hamm- Hoest für Freiherr» von A°rlemer-Alst erhielt Backe(Centrum) 0000, Schneider(nütlib.) ftflH stimmen. Es findet Stichwahl zwischen Racke und Schneider Die Entscheidung wird sich nach ver Haltung der Deutsch- "mnigen richten. ty, Ä-ue sozialistische Nevue i» Maris. Seit Anfang des �hres erscheint in Paris eine Monatsschrift, welche sich d,e z-Mschastliche Verbreitung des Sozialismus zur Aufgabe gestellt Sie führt den Titel: L'Icköe Nouvelle— die neue „soziale und literarische Revue", und erscheint Rue du » �stant 8, Paris, zürn Abonnemcntspreis von 6 Franks— 80 Pf.— das Jahr für das Ausland. Die Haupt- !)■(,• Leiter der Zeitschrist sind: Jules Guesde, Ed. Baillant, m«Jie, Franconie, Paul Lasarguc, Älug. Chirac, Albert Goullö, «uobelet, G. Picourt, Ropartz, I. Donnoy, Eng. Fourniöre, Coulet, Pedro», L6yn Cladel, Ed. Drumont, Larmane, Mrd u. f. w. Man sieht aus diese»» Berzeichniß, daß die �Ängsten Vertreter der Sozialdemokratie in Frankreick» ihre ■-rtste dieser neuen Zeitschrift gewidniet haben,»velche wir un- sranzösischen Sprache kundigen Lesern hiermit aufs Schwede»»ud Norwegen. qm Stockholm, den 15. März. Der Redakteur des in ».«Jltnö erscheinenden sozialistischen Blattes„Arbetet"(„Die i/rteit") hat, nachdem er Ansang dieses Monats eine Gefängniß- ,?ie abgebüßt, eine Rundreise iin südlichen Schweden ansge- W, auf welcher er in verschiedenen Städten und Dörfern Bor- .% hielt. In Stockholm soll am 26. Juni die vierte schwedi- /je Arbeiterversammlung eröffnet werden. Bon 83 Fachvereinen «ibe hier eine Versammlung abgehalten, in»velcher über die p?' rt. Mai(ein Tag. der übrigens auch sonst ein Festtag für �Aweden ist) etlva vorzunehmenden Denionstrattoncn berathen ,°Urde. Es ist beschlossen»vorden, an dem genannten Tage �nem Donnerstag) nicht zu arbeite» und den Oberstatthalter zu 'fluchen, den Abinarsch einer Arbeiterprozession vom Kungsträgard nach den» sozialdemokratischen Versammlungslokal zu ge- 'Wen. Auf Earlshamn will man den Tag über arbeiten und " Abends 7 Uhr demonstrire». Großbritannien. L e e d s, 18. März. Der Kohlenmangel verursacht schwere s«)Uträglichkeiten ftir die Einwohner, große Störung in allen Geschäften; mehrere Fabriken und Hüttenwerke sind genöthigt, {Mt der Arbeit aufzuhören. Die Befürchtung liegt nahe, daß. Ms der Streik nicht mit Ende der Woche vorüber ist, es auch tt1 Gas mangeln wird. Depeschen aus anderen Jndustrie- ?entren in Aorkshire und Lancashire geben ein Bild gleichartiger s�fle. In Burnley sind 80 Fabriken geschlossen, 6000 Angestellte Beschäftigung. Mehrere Fabrikbesitzer haben die Forderungen „A Bergleute bewilligt, und man hofft, dies Beispiel werde Nach- sMung finden. Liverpool, 13. Marz. Die Streikenden hielten heilte Aer und in Birlenhead Versaminlungen ab, in»vclchen beschlossen Nrde. den Streik sortzusetzen. Der Sekretär der Zlrbeiter- Association Mac Hugh führte in seinen Ansprachen aus, daß die Arbeiter noch nicht Hungers zu sterben hätten; bevor dies eintrete, Junten aber Akte" der Verzweiflung vorkomme». Das Unter- Zrtusmitglied Graham klagte die 5kapitalisten an und ertheilte N Arbeitern den Rath, sich nicht mit ihren Verhältnissen zu- mtben zu geben. Frankreich. Paris, 18. März, Deputirtenkammer. Dw heute ver- ssene Erklärung des Ministeriums sagt: � Das Kahlnet sti ttef ,, rchdrungen von seiner Verantwortlichkeit und seinen Pflichten Ä. werde sein Verhalten den Wünschen de? Landes anpassen: izAstr werden, wie unsere Vorgänger, nicht nur die republckamschen �taatseinrichtungeu, sondern das ganze republikanische Werk, das. w den früheren gesetzgebenden Faktoren verdanken, energisch zu Atheidigen wissen; wir werden gleich ausrichtig und warm an AW Fraktionen der republikanischen Partei appelliren, werden die �säste derselben zu gleichem Ziele ß vereinigen suchen, werden jemanden von seiner Mitwirkung ausschließen und aus dem ?vden der Republik Alle empfangen, die mit gutem Wille» , Annen, um mit uns au der Fortführung des wirihschach Jrtstn und sozialen Reformen zu arbeiten. Wir werden so m»SÄ f?d das crsebnte Ziel der Kämpfe ist, durch die unser Weg wh«. Das Land hat seinen Willen kund gegeben, da» die Grundlagen seines Zollsystems erneuert werden; es erwartet den Ablauf der Handelsverträge im Jahre 1802, um neue Tarife au zustellen und wird nach gründlicher Prüfling einen wirksameren Schutz für die Landwirthschaft und die nationale Arbeit Verlan- gen. Die Regierung schließt sich offen diesem Gedanken an; sie wird Maßregeln treffen, damit bis 1802 nichts die Freiheit des Parlaments, auch nicht gegenüber der befreundeten Nation(w schränke, deren Handelsbeziehungen zu Frankreich jüngst den Gegen stand der Berathungen des Senats bildeten. Wir befinden uns in einer Epoche sozialer Umbildung, wo die Verhältnisse der Ar better mit Recht den Gegenstand neuer fürsorglicher Bemühungen bilden, Die erste Pflicht der öffentlichen Gewalten ist, sich der arbeitsamen Bevölkerung zu wenden und derselben den W zu einer besseren Situation zu erleichtern. Keine Regierung kann sich dieser Pflicht entschlagen, eine republikanische muß sich mehr als jede andere von derselben durchdringen lassen. Wir werden baldinöglichst Gesetze vorschlagen, welche bezwecken, die Unterstützung, die Fürsorge, den Geist der Gegenseitigkeit, in einein Wort, alle Elemente fortschreitender Besserung des Looses der Arbeiter und der Sicherung ihrer alten Tage zu fördern. Wir halten nicht für nothivendig, in ein detaillirtes Programm einzugehen und die Entwürfe aufzuzählen, welche die Ereignisse zuweilen zu bloßen Versprechungen stempeln. Sie werden uns nach unseren Thaten beurtheilen. Wir streben darnach, eine Re gierung in der wirklichen Bedeutung des Wortes zu sein. Die Regierung hat nicht blos die Gesetze im Innern ans führen zu lassen und Frankreich nach Außen geachtet zu machen, ihre Thätigkeit muß steh in allen Kundgebungen des nationalen Lebens bewähren; überall muß der Bürger fühle», daß der Gang der öffentlichen Angelegenheiten nicht dem Zufalle überlassen ist, sondern einer festen, unablässigen Lenkimg gehorcht. Die parlamentarische Mehrheit niuß wissen, daß sie ihre natürlichen Rathgeber vor sich hat, welche bereit sind, ihre Meinung über alle Fragen auszusprechen, und welche»ich: fürchten, sich an die Spitze zu stellen, um Ordnung und Methode in ihre Arbeiten zu bringen. Wir können diese Regierung sein; von Ihnen hängt es ab, daß wir sie werden, indem Sie uns Ihr "erttauen schenken: wir glauben dasselbe durch unser» guten Willen, unsere Entschlossenheit und unser» Wunsch nach Fort- schritt, sowie durch unsere Ergebenheit für Frankreich und die Re- publik zu verdienen." Paris, 18. März. In der Deputirtenkammer verlas der Kabinets-Präsident Freycinet, unter großem Beifall, die Er klärung der Reonrung. Von Zustimmung waren namentlich die jenigen Stellen begleitet,»velche von der für Jedermann offenen, toleranten Republik reden. Auf Lockroy's Bitte, die Regie rung interpelliren zu dürfen, erividerte Freycinet, er nehme die sofortige Diskussion an. Hierauf erbat sich Lockroy Ausklmst über in der Erklärung nicht besonders namhaft gemachic Fragen, wie Schul- und Militärgesetze. Freycinet antwortete, diese Ge 'etze würden im Geiste der Gerechtigkeit und Festigkeit zur Ans- ühtung gebracht werden. Löon Say führte aus, die Regierung ölle bedenken, daß gewisse Gesetze, namentlich die Schillgesetze, nicht ohne eine geivisse Reibung würden zur Anwendung gelange» können; er, der Redner, und seine Freunde seien bereit, das Ministerium zu liiiterstiitzen, wenn es eine offene, liberale und tolerante Politik verfolge.(Beifall im Zentrum). Dsroulöde er bittet sich Auskunst über die Absichten der Regierung hinsichtlich der Presse. Freycinet erwiderte, die Behörden würden die Gesetze ohne jede Feindseligkeit zur Anwendung bringen, aber die Interessen der Republik energisch vertheidigen. Gegenüber verschiedenen vorge- schlagcnen Tagesordnungen erklärte der Ministerpräsident, er lehne vir einfachen Tagesordnungen ab. Ein solcher Antrag wurde denn auch mit 322 gegen 184 St. verworfen. Delafosse(Repu blikaner) theilte Namens seiner polittschen Freunde mit, sie wür- den sich der Abstimmung enthalten und erst abwarten, was die Regierung thun werde. Leon Say erklärte sodann, indem er einem Vertrauensvotum zustimme, stimme er für ein Kabinet der Mäßi- gung. Hierauf wurde das Vertrauensvotum mit 318 gegen 78 St. angenommen. Die Kaminer lehnte nunmehr noch auf einen Be- richt des Deputirten Aräue die Genehmigung zur strafrechtlichen Verfolgung des Deputirten Cluseret ab; dann wurde die Sitzung S Im Senat verlas Justizminister Falliere die Erklärung der Regierung,»velche mit lebhaftem Beifall aufgenommen wurde. Vcmumumlei''. Der Etatsansschtch der Ktadtverordtteten-Vrtfnmm- (»litg zur Borberathung des Stadthaushalts- Etats pro 1890/91 hielt am Montag Abend unter Vorsitz des Stadtverordneten-Vor- tchers Dr. Stryck seine sechste Sitzung ab. Die mehrstündige Berathnug galt allein dem Etat der Tiefbau- Verivaltung. Die Summe von 3 350 000 M zur Erwerbung von Terrain zu Straßen- anlagen und Plätzen»vurde nach längerer Debatte genehmigt. Ein Antrag, nur 2 800 000 M. hierfür einzusetzen, wurde abgelehnt mit Rücksicht darauf, daß aus dem neuen Etat voraus- 'ichtlich größere Posten zu zahlen sein werden, wie siir die Durch- legung der Charlottenstraße 293 000 M., für Reichstaasuser 000 000 M., für Königstr. 1—6, Hirtcnstraße, Gormannstraße, Verlängerung der Büsch'ngstraße 100 000 M„ für Terrains des kleinen Thiergartens, Schönhauser Allee, Wassergasie und Ufer- traße mindestens zunächst 600 000 M.. sowie aus zur Zeit schwe- »enden Prozessen, deren definitive Entscheidung voraussichtlich im Jahre 1890/91 erfolgen dürfte, für Reichstagsuser(Hoff) zirka 500 000 M., Dorkstraße 400 OOO M., Weidendamm zirka 250 000 M., Durchlegung der Zimmerstraße zirka 300 000 M., Lothringerstraße(Mennicke), Fennstraße(Rhode), Platz A Abtheilung XI(Triesethan), Straße 18, Platz E, Blücherstraße 45a ca. 100 000 M., Schmale Gasse ca. 100 000 M., Vrunnen- traße l und Weinbergsweg 1 120 000 M. Außerdem sind die Kosten der Erwerbung kleiner Terrains hierbei nicht zu unterschätzen, die Menge derselben wird eine anfehnli, Kostens,»nute erfordern; in Rücksicht ferner darauf, daß durch die Enteignung des Lützowplatzes, welche von den Kommunalbe- Hörden beschlossen worden, nicht unbedeutende Kosten entstehen iverdeit. Im Extraordinarium sind die vom Magistrat einge- 'teilten Kosten der Neupflasterung von zivanz'ig Straßen:c„ ,m Betrage von 1 461 000 M. genehmigt worden. Zur außerordent- lichen Umpflasterung größerer Straßenstrecken sind 800 000 M. bewilligt worden. Die Auswahl der nmzupflasternden Straßen bleibt vorbehalten. Gegen Brücken- und Wasserbauten ist eben- älls nichts erinnert, dieselben gelangten zur Annahme. Bei dem Im- bezw. Neubau der Oberfreiarchenbrücke(vor Treptow) soll der Magistrat in Erwägung nehmen, ob nicht eine Verbreiterung derselben stattfinden könne und eventuell der Stadwerordueten- Versammlung eine Vorlage mache», weil vor einigen Jahren bei Gelegenheit der Einlegung von PferdebahUschienen die Schlesische Brücke verbreitert worden ist. Schließlich wurde der ganze Etat nach dem Etatsentwurfe genehmigt. Die Tages-Grdnuiig siir die Sitzung der Stadt- »erordnetru-Uerpammluiig am Donnerstag, den 20. März, lautet: Vorschläge des Ausschusses für die Wahlen von nnbe- öldeten Gemeindebeamten— Fortsetzung der Etatsberathuna. und zwar über die Etats, betr. das Krankenhans Moabit, die nicht zum Normal-BesoldunaSetat und die zu diesem Etat ge- hörigen Stellen, die Geschäftsbedürfnisse und Prozeßkosten, die Pensionen. Wittwen-Pensionen und Unterstützungen, die Straßen- beleuchtimg, Reinigung und Besprengung, die Gemeinde-Fried- hoke, die Verwaltungen der Gasanstalten, der Kanalisationswerke und der Rieselfelder, sowie des Zentral-Viehmarktes. des Schlacht- tische Fleisch und die Hauptkasse der städtischen Wette— Vor- age, betr. den Ankauf verschiedener Guts- und bäuerlicher Grund. stücke zwecks Erweiterung und besserer Abgrenzung der zur Kanalisining erforderlichen Grundstücke— desgl., betr. die Herab- setzung der von der Berliner Pferde-Eisenbahn-Gesellschaft, Kom- mandit- Gesellschaft auf Slknen, I. Lestmanu u. Co., für das Kalenderjahr 1863 zu zahlenden'Abgabe— desgl., betr. die Erwerbung des Straßenlandes vor dem Grundstück Kurstraße 50 — desgl., betr. die Legung eines Wasserrohrs nach dem Festplatz für das X. deutsche Bundesschießen und die Hergabe von städtischem Leitungswasser während der Bauausführungen und des Festes — desgl., betr. die Festsetzung von Bausliichtlinieii für eine auf dem Lausiherplatz zu errichtende neue Kirche— desgl., betr. die Uebcrlassuiig eines Theiles des Denncwitzplatzes an die Zwölf- Apostel- Gemeinde und die Festsetzung von Baufluchtlinien für diese Kirche— desgl., betr. die Aufgabe des der Stadtgenieinde zustehende» Nutzungsrechtes an einem Theile des Stadtbahn- bogens 136— desgl., betr. die Festsetzung von Baufluchtlinien für die Markthalle auf dem Marheinekeplatz— desgl., betr. die Ueberlassung von Wegeterrain zur Anlage einer Freitreppe nebst ZufahrtSrampe vor der Wafferfront des Sieichstagsgebaudes an» Königsplatz— desgl., betr. die Weiterverpachtung der Chaussee- geldhebestelle Martinickenfelde an den bisherigen Pächter— desgl., betr. die anderweitige Benutzung des städtischen Grundstücks llieichenvergerstraße 66 für Zwecke der Hort befindlichen Desin- fekttons-Anstalt 1— drei Rechnungen— sechs Unterstützungssachen. IfletTamntluugcu. Der Fachverein der Tischler hatte zum Dienstag Abend eine außerordentliche Generalversammlung nach Joöl's Lokal am Andreasplatz einberufen, zu welcher sich ca. 2000 Kollegen einge- fluiden hatten. Die Tagesordnung lautete: Sind die Tischler Berlins ,n der Lage, in diesem Jahre in eine Lohnbewegung ein- zutreten und welches sind die aufzustellenden Forderungen?— ierzu Hatto Herr Wiedemann das Referat übernommen. or Eintritt in die Tagesordnung forderte Herr Glocke die Anwesenden auf, sich zu Ehren der vor 42 Jahren gefallenen Märzkämpfer von den Sitzen zu erheben, welcher Aufforderimg einhellig entsprochen wurde. Der Referent betonte Eingangs seines Vortrags, daß die vorliegende Frage von einschneidenster Wich- tigkeit sei. Die Nothwendigkeit einer Verbesserung seiner Lage »verde wohl Jeder einsehen, aber man habe auch mit der Möglich- keit zu rechnen, zu erwägen, ob eine Lohnbewegung erfolgreich durchgeführt werden könne. Nach verschieoenen sorgfältigen Be- rathungen sei man zu einem negativen Resultat, zu der Ücberzeugung gekoiiiinen, daß zur siegreichen Durchführung eines Streiks keine ge- iil'igende Organisation vorhanden sei. Es mangle noch immer an den nothwendigen Vorbedingungen für den Erfolg einer großen Lohn- bewegung. Der Fachverein, welcher die Mehrheit der organisrrten Kollegen Berlins vereine, habe nur eine Mitgliederzahl von un- gefähr 4000, während man, am Orte mit ca. 20 000 Tischlergesellen zu rechnen habe. Die Steigung der Mitgliederzahl sei trotz aller Agitation hinter den gehegten Erwartungen zurück- geblieben. Jeder Tischler, der verlange, daß in einen"Streik ein- getreten werde» solle, habe zunächst die Pflicht, Mitglied der Organisation zu sein. Die Klagen über die tief traurigen Ver- hältniffe im ganzen Gewerbe seien nur zu berechtigt, die vorge- nommene Statistik habe das zur Genüge bestätigt; eine genaue Durchführung derselben würde zweifellos den Beweis liefern, daß der Durchschnittslohn der Tischlergesellen in Berlin 15 M. nicht wesentlich überschreitet. Die Kollegen müßten angesichts dieser Zustände doch mindestens den ernstlichen Willen zeigen, an der Beseitigung derselben mitzuwirken. Diesen Willen bekunde inan durch den Veitritt zur Vereinigung, ohne welche der Bewegung jeder Rückhalt und Zu- sammenhang fehle. Es sei mehr wie leichtfertig, wenn man sich Hals über Kopf in einen Streik stürzen ivürde, der schließlich die ganze Bewegung auf lange Zeit zurückdrängen könnte. Aus dem übrigen Deutschland werde man für die nächste Fett nur auf geringe Unterstützung rechnen können, da bereits 3 Städte erklärt haben, in eine Lohnbewegung eintreten z» ivollen. Wolle man nicht einen nutzlosen Kampf beginnen, so sei in erster Linie nothivendig, daß sich die Berliner Kollegen bis zum 1. Mai vollständig organisiren, mindestens müßten bis dahin 12 000 Tischler dem Fachverein angehören. Dadurch werde man auch die nothwendigen Mittel zur Unterstützung erlangen. Wenn es zum definitiven Eintritt in die Lohnbewegung komme, werde man vornehmlich einen 8>/sstündigen Arbeitstag, eine Mindest- Abschlagszahlung von 20 M. wöchentlich, Beseitigung aller Neber- stunden- und der Sonntagsarbeit, Abschafsung aller Werkstatt- Ordnungen und aller willkürlichen Strasbestimmungen fordern müssen. Redner forderte am Schluß seiner Ausführungen nochmals auf, energisch für die Verstärkung der Organi- ätion einzutreten, dann werde man auch bald ein entscheidendes Wort sprechen können.(Lebhafter Beifall.) Ueoer den gehörten Vortrag entspann sich eine lebhafte Dis- kussion, an welcher sich die Herren Millarg,Slpelt, Ran- dow. Schade, Glocke, Ahrens und B r u h n s betheiligten. Sämmtliche Redner schloffen sich im Wesentlichen den Aussüh- rungcn des Referenten an. Das Ergebniß der Debatten war die Annahme einer Resolution, ivelche ist drei Theile zerlegt wurde, über welche einzeln die Abstimmung stattfand. Dieselbelautete: 1) Die heutige außerordentliche Generalversammlung des Fachvereins der Tischler beschließt, gemäß den Be- schlüffen der vorjährigen Generalversammlung erst dann in einen Streik einzutreten, wenn mindestens 10 000 Kollegen dem Fachverein angehöre»; sie fordert die nicht organisirten Kollegen auf, sich demselben unverzüglich anzuschließen; 2) falls die Mitgliederzahl bis zum 1. Mai 10 000 erreicht haben sollte, sind als Forderungen vornehmlich eine LVs stündige Arbeitszeit und eine Mindest-Abschlagszahlung von 21 Mark wöchentlich auszustellen. Dem Vorstand bleibt es jedoch überlassen, den Zeitpunkt für den Beginn des Streiks festzusetzen; 3) Unterstützungen werden erst nach einer sechswöchent- lichen Mitgliedschaft vom Verein gezahlt. Theil l und 2 wurden einstimmig, Theil 3 wurde gegen ca. 50 Stimmen angenommen. Inzwischen war folgende Frage eingelaufen: Ist nicht ans dem letzten Tischler-Kongreß beschloffen ivorden, daß, bevor von einem Fachverein in Deutschland ein Streik Leiverkstelligt wird, die Angelegenheit einer außerordent- lichen Kommisston zur Entscheidung vorgelegt werden soll? Diese Frage wurde von Herrn Wiedemann dahin beantwortet, daß es bisher unmöglich gewesen sei, sich der Central-Organisation anzuschließen, weil noch imnicr Hindernisse dem entgegenstanden. Wenn die in der Resolution bezeichnete Ziffer am 1. Mai erreicht ei und in Folge dessen die Lohnbewegung beginne, so befinde man sich eben in einem Zustande der Nothwehr.— Nachdem man noch dem Boykott über die im„Berliner Volksblatt" pliblizirten Eigarrenfabttlen und Blumberg zugestimmt hatte, wurde die Ver- ämmluug mit einein dreifachen Hoch auf das Gedeihen der Tischlerorganisatton, sowie sämmtticher Arbeiterorganisationen geschlossen. In der»fthtt'eich besuchten Uersauunlung de« allgemeinen Arbeiterinnen> Verein», welche am 11. d. M., Schwedterstr. 23, stattfand, sprach Herr Hildebrandt über Arbeiter- bewegung und Kultur. Er wies nach, daß das Bestreben der Arbeiter und namentlich der Arbeiterinnen heute auf eine Ver- kürzung der Arbeitszeit gerichtet sein müsse. In der Pause ließen ssch 24 Personen austiehmen. In der Diskussion wurde Haupt- ächlich die Stellung der Plätterinnen beleuchtet. Es wurde be- 'chloffen, nur in solchen kaufmännischen Geschäften zu kaufen, die des Somitags-Nachmittags geschloffen waren. Ebenso wurde gegen die Blumberger Bauern resoivirt. .- Theater. Donnerstag, den 20. März. Gpernstano. Sardanapal. Schauspielhaus. Dorf und Stadt. Lesstug-Theater. Das vierte Gebot. berliner Theater. Antoinette. Deutsches Theater. Krieg im Frieden. Friedrich-Milhelmstädt. Theater. Der arme Jonathan. WaUuer» Theater. Madame Boni- vard. Vorher: Der dritte Ko Niktoria-Theater. Stanley inAfrika. Gsteud-Theater. Die Rache. Nestdens-Theater. Marquife. OeUeallianre- Theater. Der Nau- tilus. Köuigstädtische» Theater. Der Fall Clömenceau. Central Theater» Ein sideles Haus. Adolf Ernst- Theater. Der Gold- _ fuchs. Theater der Ueichshallen. Spezialitätenvorstellung. G-dr. Richter« UariStS. Speziali- täten-Vorstelluna. Kaufmann'« Dariett. Spezialitäten- Vorstellung. American-Theater Dresdenerstrahe 55.__ Täglich Vorstellu n g Circus Benz. K a r l st r a ß e. Heute, Donnerstag, den 20. März 1390, Abends 7Va Uhr: Z. 1 Male, ganz neu arrangirt: Die Touristen oder: Ein Sommertag am Tegernsee. 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Unserem werthen Freunde und Kol- legen, Herrn Wilhelm Timm, ein donnerndes Hoch zu seinem heutigen Wiegenfeste. Dies wünschen die unter- zeichneten Freunde F. S. R. K. C. D. I.#. R. R. W. H» G. F. H. F. U. R. D. A. F. Wilhelm, heute Abend giebt's bei Höhne kein Selterwasser. 258 Unserm Freund und Genossen, dem Farbenverwerthungskünstler Theodor Krig» zu seinem 26. Wiegenfeste ein dreifach donnerndes Hoch, daß die Pinsel einen polnischen Kreuzpolker tanzen. 246 Seine Schicksalsgefährten; ♦ W* M. F. S. S. A. K. Nach langen, schweren Leiden lstarb unser ehrenwerther Kollege und Werk- führer Eduard Kleiner. 237 Dies ehren hierdurch die Kollegen und Kolleginnen der Lederwaarenfabrik von W. Spilke, Brandenburgstt. 58. Die Beerdigung findet Freitag Nach- mittag 4 Uhr, von der Naunynstt. 62, aus, statt. Danksagung. Allen Freunden und Verwandten, vor allen dem„Verein der Putzer Berlins und Umgegend" für die so überaus große Theilnahme und Epen- den am Grabe meines verstorbenen Mannes, des Putzers Aug. Voigt, meinen tiefgefühlten Dank. 238 Die tiefgebeugte Wittwe Kertha Voigt, nebst Kindern, Mutter und Geschwistern. Schönfließ bei Hermsdorf. Max Grünbaum's weltberühmte 259 Panzerketten prämiirt auf den Ansstellungen in Amsterdam n. Nürnberg von echt Gold nicht zu unterscheiden mit 18kar. Gold im Feuer vergoldet. Själirige Garantie. Garantie-Schein. Für die bei mir gekaufte Panzerkette übernehme ich eine Garantie auf 5 Jahre, d. h. ich zahle den Betrag zurück, falls die Kette innnerhalb 5 Jahren den gold. Schein verliert. Max llrünbanm. Man verlange den illustrirten Special-Catalog über Uhrketten in Gold und NickeL Zusendung gratis. A. Goldsohmidt, Spandauerbrücke 6, am yiestgen Platze bekanntlich Crösste Auswahl. Garantirt sicher brennend« mr Tabake. IRE Streng reelle Bedienung, billigste Preise! 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Diskuspon.- � chiedenes.— Zur Deckung der Unkosten findet Tellersanmlung statt. Um zahlreiches Erscheinen der Kollegen ersucht Der Einher«!�. Ausserordenf liehe Versammlung sämmtlicher in der � Mantel- n. Trikot-Kranche heschaftlS�� Arbeiterinnen am Freitag, de« St. März, Adend« 8 VH�» in Meimann's Volhsgarte«(Gesundbrunnen). Tages-Ordnung: ßc 1. Die Frauenarbeit und der Ernst der Arbeiterinnen-Bewegung- � ferentin: Frl. Selma Chaim. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes. Auch Herren haben Zutritt. Die Einberufen__ Grche össentl. VersmmlNg. ZümmeHeute Verlins u. Uiii�F am Freitag» de» St. März, Abe«ds 8 Uhr. .itt Kttggetthagett's Restaura»t am Morihvlah» Tages-Ordnung:. � � 1. Delcgirtenwahl zum Gotha« Kongreß. 2. Wie ist die letzig' betreffs d« neunstündigen Arbeitszeit?... Kamnaden, jeder muß sich informiren, also fehle kein«! 256 I. A.: Der Gesellen-Ausschuß-��- Verein zur Wahmng der Interessen der Berliner Knopfarbeiter., Am 22. März, zur Feier des zweiten Stiftungsfeste»' Grossei* Familien-Ball in Orschel's Salon, Sebastianstraße Nr. 39« Anfang 8 Uhr. Enttee für Herren 60 Pf., Damen 80 Pf. � Zu diesem Stiftungsfest ladet, einen vergnügten Abend v«sprechenv,» «gebenst ein?<*« Komitee. Billets sind zu haben bei Emil Bohn, Wrangelstr. 93; Karl 0,, Granseerstr. 8; Jul.Löschke. Münchebergerstr. OzPaulTiMM. Wra"� sttaße 123; B. WeiSfluck, Friedrichsb««, Gürtelstr. 19._ Gr. öfffentl. Versammlung sämtlicher Schmben-FMlkeher u. Bewssgemssell am Donnerstag, de« SO Salon, Alto In DeigmOller'i März, Abend« 8 Uhr, Ute Jakobstrasse 48a. 1. Wie stellen sich 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Ueb« folgende We Tages-Ordnung: unsere diesjährigen Forderungen?— 2. Diskull Der Ginbernfer? iperre verhängt, und bitten�. Zuzug nach denselben fernzuhalten: 1.' Heinack« � sttaße 38. 4. Neuhaus& Comp,, Luckenwalde. - %" Fabrikpreise,' � weil direoter Bezug und Umgehung des �Zwischenhandels.— Mode-Neuheiten f.d. Friihjahrsaalson in! 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TeckerleS. t{t JoUrtlhöiumirrtott veröffentlicht nachstehend die Liste die ihre Lokale zu Versammlungen unentgeltlich her- "nd bemerkt hierzu, daß dieselbe wöchentlich� emml mit in lunSen abgedruckt wird, ferner, daß Verokzentlichungen ��ezug auf die Lokalfrage nur von den Herren Wilhelm C12". Sebastianstr. 72, August Jnfinger. Ruders- Äll» i5' OttoHeindorf, Langestr. 70, auszugehen haben. Unregelmäßigkeiten sind an die genannten Herren zu Aktienbrauerei Moabit. E. Bachmann, Dresdenerstr. 46, Bergschloßbrauerei, Nixdorf. Beyer, Neue Grünstr. 14. Bockbrauerei, Tempelhofer Berg. Böhmisches Brauhaus. Müllerstr. 142. Bvtzow's Brauerei. Bolzmann, Andreasstr. 28. Bobert. Weinstr. 11. Brauerei Tivoli, Krcuzberg., Brauerei Königstadt. Brauerei Friedrichshain(Lips). Brauerei Friedrichshöhe(Patzenhofer). Brauerei Pfefferberg. Buggenhagen, Moritzplatz. Burgersäle, Dresdenerstraße 98. Konzertpark Ostend, Frankfurter Allee. Deigmüller's Salon, Alte Jakobstr. 48a. 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Zemter, Münzstr. 11. ?l'C6en»f �nfallverstcherung erseht bekanntlich den Hintex- selben n""es Verunglückten einen Theil des Einkommens des- �tten.... Verhältnisse liegen aber auf den verschiedenen m'- iefci,t ärmlich kraus und für die den meisten tinfällen aus- 'im»,,, staatlichen Eisenbahnbeamten kommen ganz besondere Be- •. wi. für hip Hinterbliebenen et zur Anwendung, die keineswegs für die Hinterbliebenen tn�n �"ugluckten immer günstiger sind, als die der gesetzlichen aber sich praktisch oft so gestalten, daß zurückbleiben. Ein recht eklatanter aiürft'"'!« vrr[uujcuvv ,ein. Vor etwa drei Jahren verun- ?gte der Station Sadowa der Schaffner A. Der Fall er- sez jv�mals um deswegen im Publikum Aufsehen, weil die Leiche uii, n?unglückten in der wärmeren Jahreszeit mehrere Tage »chmt-n �'t Fichtenreisig bedeckt, auf dem Bahnsteig der ge- lU«inet i, r?t,on �0- A- war verh «Ott ol«, t'/mmten Stunde nach de hh �ho/en Als an dem Unfallstage.... u....., «eil Srn"« die Kollegen ihres Mannes traf, hatte von diesen keiner H sj"ch' der Frau das Unglück mitzutheilen; man sagte ihr Ederen �0« wieder nach Hause gehen, ihr Mann sei auf einen stvei» Zug kommandirt. Die nichtsahnende Frau ivartete ..0« lang auf ihren Mann und entschloß sich dann '-— Dieser kam der Frau "' Ein furcht- -•nniott" z." u—,...-------,. fiel, war die M dt°j c?ex Beamte hatte keine Ahnung davon, daß die Frali & dem Unglücksfalle noch keine Kenntniß be- � schaftte die Frau m ihre Wohnung und da sie iveder , s»°'>s körperlichen Schwäche und der durch die Nachricht von dein Un- glücksfalle hervorgerufenen Nervosität ging die Frau daran, ihren Unterhalt zu verdienen. Nach kurzer Zeit mußte sie sich aber überzeugen, daß ihre Kräfte für die Ansprüche, die man an Nähe- rinnen und ähnliche Arbeiterinnen in Berlin stellt, nicht ausreichten, und als sie dennoch den Versuch machte, mit dieser Kon- kurrenz Schritt zu halten, war die Folge ein nervöses Magen- leiden, das die Frau Wochen und Monate hindurch arbeitsunfähig machte. Das Schlimmste aber bei der Sache war, daß die Un- 'allentschädigung für die Frau nur auf 15 M. monatlich bemessen werden konnte, weil ihr Mann nach dreizehnjähriger Militär- dienstzeit, und nachdem er versuchsiveise bei einigen anderen Be- Hörden im Zivildienst gestanden, nun in den Bahndienst einge- treten war und hier, wenige Tage vor seiner definitiven Anstellung verunglückte. Von 15 M. monatlicher Entschädigung kann selbst eine alleinstehende Frau in Berlin, ivenn sie gesund und arbeitsfähig ist, ihre Lage nicht sehr wesentlich verbessern. Allerdings vertvendeten sich die ehemaligen Vorgesetzten ihres ManneS für dessen Frau und es ivurden derselben auch einige Male Unterstützungen getvährt, die aber unter den durch die Krankheit bedingten Verhältnissen ein Vorwärtskommen der Frau nicht ermöglichten, so daß die Zukunft derselben sich äußerst trübe zu gestalten droht, trotz der Unfallversicherung. Es mag ja sein, daß der Vorfall ungeivöhnlich liegt und daß er Folgen mit sich geführt hat, die man gewöhnlich nicht voraussetzt. Allein eine recht bedenkliche Seite fiir die Hinterbliebenen der im Staats- dienste Verunglückten zeigt sich hier doch. Es ist ein unhaltbarer Zustand, wenn die Familien solcher Beamten thatsächlich schlechter gestellt sind, als die zedes anderen versicherungs- Pflichtigen Arbeiters. Wenn man bedenkt, in welche Lage eine größere Familie unter solchen Verhältnissen gerathen würde, so wird man hier dringend eine gesetzliche Abhilfe fordern müssen. Solche Hinterbliebenen sollen nicht auf den Weg des fortdauernden 'christlichen Bettelns bei den verschiedenen Instanzen angewiesen em, sie sollen ein Stecht haben, eine Unterstützung in dem Um- ange zu verlangen, wie ihnen die Zuwendungen bei Lebzeiten des verunglückten Ernährers thatsächlich zu Theil ivurden. Ein künstlicher Berechnungsmodus, wie er vielleicht zum Vorthcil der verpflichteten Behörde angewendet werden kann, sollte außer Uebung gesetzt werden. Ein weiterer sehr beachtenswerther Ge- sichtspunkt, der aus Anlaß dieses Falles hervortritt, ist die rein rechnungsmäßige Behandlung der Unfallentschädigung und die völlige Außerachtlaffung der besonderen Eigenthüinlichkeiten des gegebenen Falles. Gerade die Staatsbehörden sollten dieser Seite der Sache eine größere Aufmerksamkeit zuivenden. Bei der gesetz- lichen Unsallverficherung ist ja leider für solche Jndividualisiruna des Einzelsalles gar kein Raum geblieben. Das schließt aber doch nicht aus, daß die Staatsbetriebe sich nun dieses Prinzip auch zu Nutze machen müssen. Sie können hier ungehindert neue Bahnen zur Vervollkommnung der Unfallversicherung wandeln und ein wenig„Musteranstalt" wäre hier sehr wohl am Platze. Der ungebildetste und unstttlichste(Ort Deutschland» gl fem, diesen sehr zweifelhaften Ruhm scheint der im Kreise Niederbarnim gelegene Vorort Pankow genießen zu sollen. Wie mancher erholungsbedürftige Berliner wird schon durch dieses friedliche und lieblich an der Panke gelegene Dorf gewandelt sein, ohne zu ahnen, in welches Sodom und Gomorrha er seinen Fuß gesetzt hat. Der bisherige Gemeindevorsteher in Pankow theilte näm- (ich vor Kurzem der dortigen Gemeindevertretung mit, daß er beabsichtige, sein Amt in nächster Zeit niederzulegen. Es war also eine Neuwahl erforderlich. Das Gesetz verlangt als Quali- sikation des Gemeindevorstehers, daß derselbe„des Lesens und Schreibens nothdürftig kundig und von untadelhaften Sitten" sein muß. Ferner schreibt§ 23 der Kreisordnung vor, daß der Amtsnachfolger des Gemeindevorstehers aus der Zahl der stimm- berechtigten Gemeindemitglieder, d. h. der mit einem Wohn- Hause ansässigen Einivohner, zu wählen sei. Die Pankower Gemeindevertretung scheint nun unter den stimmberech- tigten Gemeindemitgliedern kein einziges geftmden zu haben, welches der gesetzlichen Slnforderung, nämlich „des Lesens und Schreibens nothdürftig kundig und von untadel- hasten Sitten" zu sein, völlig genügt; denn die Gemeindever- tretung fand unter den wählbaren Gemeindemitgliedern, deren es in Pankow einige Hunderte giebt, kein einziges für würdig, der Nachfolger des jetzigen Gemeindevorstehers zu werden. Dieselbe machte daher kurzen Prozeß und hing ihr Wahlrecht an den Nagel. Sie beschloß, auf die Wahl eines Gemeindevorstehers zu verzichten und dem Landrath des Niederbarnimer Kreises mehrere Fachmänner zur Ernennung eines Stellvertreters 'ür den Geineindevorsteher vorzuschlagen. Infolge dessen schrieb oie Gemeindevertretung die Stelle des stellvertretenden Gemeinde- Vorstehers aus und präsentirte von den sich meldenden Bewerbern drei dem Landrathe zur Wahl, und zwar auf 6 Jahre hinaus, obwohl einer der dortigen Schöffen, ein Holzhändler, sich zur Annahine des Amtes als Gemeindevorsteher bereit erklärt hatte, die Er- nennung eines Stellvertreters also hinfällig wurde. Nichtsdesto- weniger chlieb die Gemeindevertretung bei ihrem gegen das «setz verstoßenden Beschlüsse. Nach§ 26 der Kreisordnung ernennt der Landrath, wenn die Wahl eines Gemeindevorstehers nicht zu Stande kommt oder die Bestätigung nicht erhält, einen Stellvertreter, jedoch nur auf so lange bis eine erneuerte Wahl die Bestätigung erlangt hat. Die Gemeindevertretung ist, wenn die Wahl des Gemeindevorstehers nicht zu Stande kommt oder nicht die Bestätigung erhält, jeder eit berechtigt, ihr Wahlrecht wieder auszuüben. Die Pankower Gemeindevertretung aber hat ihr Wahlrecht wieder aus 6 Jahre hinaus preisgegeben, daimt der Landrath den Stellvertreter auf 6 Jahre ernennen soll, was wie angeführt gesetzlich unzu- lässig ist, iveil ja der Stellvertreter sein Amt niederlegen muß, wenn eine Wahl des Gemeindevorstehers die Bestätigung erhält. Es kommt noch hinzu, daß im nächsten Herbste 6 und im Herbste 1893 wiederum 6 Geineindevertreter ausscheiden und neue aewählt werden müssen. Die jetzige Gemeindevertretung hat also nicht nur fiir sich selbst auf das Wahlrecht Verzicht geleistet, son- dern sogar auf 6 Jahre ihren Amtsnachfolgern das Wahlrecht eigenmächtig abgeschnitten. Als für Tempelhof vor einigen Jahren die Wahl des Ge- metndevorstehers nicht bestätigt wurde, hat die Regierung und zwar zur Zeit des Ministers des Innern von Manteuffel, den Stellvertreter nicht nur nicht auf 8 Jahre, sondern nur auf un- bestimmte Zeit ernannt, bis eine gültige Wahl zu Stande kam. Die Pankower Gemeindevertretung geht also freiwillig noch viel weiter, als die damalige Regierung zu gehen sich berechtigt fühlte. Zur Ehre für Pankow wollen wir annehmen, daß sich dort noch viele intelligente und sittlich makellose Bürger finden, die das Amt eines Genieindevorstehers wohl zu bekleiden im Stande sind. Aber daö völlig ungesetzliche Vorgehen der jetzigen Ge- meindevertrewng zu billigen, kann nur dem möglich sein, der einem landräthlichen Bevormundungssystem Puttkamerschen ens sein Ideal erblickt. Ai« alten polisei-prästdialdienst-Gebaude am Molken markt werden den fortschreitenden Arbeiten zur Tieferleguna der Spree am Mühlendamm bald weichen müssen. GS ist dl« Stotb in wendigkeit eingetreten, der dort auf der Südseite hergerichteten Nothbrücke eine gerade Richtung zu geben, damit mit dem Neu- bau der definitiven Brücke auf der Nordseite und mit dem Aus- bau der Dammmühlengrundstücke begonnen werden kann. Dem Vernehmen nach wird der Abbruch der genannten Gebäude bereits innerhalb acht Wochen erfolgt sein. Den Sachverhalt der Grplvsto« auf der Kaiser Mil- hrlmobrück« theilt der amtliche Bericht, wie folgt, mit:„Mon- tag Abend fand unterhalb des südlichen Bürgersteiges der Kaiser Wilhelmbrücke, zwischen den beiden Kandelabern, eine Explosion statt, anscheinend dadurch herbeigeführt, daß ausgeströmtes Gas in dem hohlen Schacht, m welchem die elektrischen Leitungsdräthe liegen, sich angesammlt hatte und entzündet worden war. Hier- bei wurde der Arbeiter Schröter in die Höhe geschleudert und er- litt eine Verstauchung beider Beine und der Hüften. Der Schnei- der Mahler wurde am Kopf und Arm so schwer verletzt, daß seine Ueberführung nach der Universitätsklinik erforderlich wurde. Ein dritter Mann soll über das Geländer in die Spree geschlcu- dert worden sein; die Nachforschungen nach demselben waren bis- her jedoch ohne Erfolg. Neber die Veranlassung, welche die Ex- plosion herbeigeführt, konnte bisher Zuverlässiges nicht er- mittelt iverden."—— lieber den Unfall an der Kaiser Wilhelmbrücke sind noch immer die ,viedersinnigsten Gerüchte in Umlauf. Es kann jedoch ans Grund des Augen- scheins und authentischer Mittheilungen konstatirt werden, daß weder die Architektur noch der bildnerische Schmuck der Brücke auch nur den geringsten Schaden gelitten hat. Lediglich die Glocken an dem gerade an der Unglücksstätte befindlichen Kande- laber sind durch Steinsplitter zertrümmert. Außerdem sind Theile des Gerüstes, das zum Anbringen der glücklicheriveise noch in Arbeit befindlichen Marmorgruppe errichtet ist, durch die Ge- walt der Explosion gelöst worden. Der Schauplatz des Unfalles, der südliche Bürgersteig war noch gestern gesperrt und von vielen Neugierigen umdrängt; Arbeiter waren beschäftigt, die Röhren fteizulegen, damit von technischer Seite die eigentliche Ursache ermittelt iverden konnte. Gestern Morgen wurde an der Kaiser- Wilhelmbrücke eine Leiche aus dem Wasser gefischt, deren Zustand jedoch�ergab, daß sie schon länger im Wasser gelegen hat und mit dem vorgestrigen Unfall nicht in Zusammenhang steht.— Der bei der.Explosion schwer verletzte Arbeiter Mahler, der unverehelicht ist und Landwehrstr. 13 wohnt, befindet sich in der Universitäts- klinik in der Ziegelstraße in Behandlung des Herrn Dr. Nasse. M. wurde durch die auffliegenden Gramtplatten über das hohe Brückengeländer auf ein Baugerüst geworfen und hat hierbei eine bei- nahe 10 Zentimeter lange Hautwunde, eine Rippenkontusion und sehr schwere innere Verletzungen erlitten. Wie wir hören, hoffen die Aerzte indeß, den bedauernswerthen jungen Mann, der auf dem Heimwege von der Arbeit verunglückt ist, am Leben zu er- halten. Die„Voss. Ztg." ist in der Lage, folgende Erläuterungen zu geben: „Die Explosion auf der Kaiser Wilhelmbrücke dürste nach den angestellten Untersuchungen zweifellos durch Gas veranlaßt worden sein. Das große, aus Schmiedeeisen hergestellte Gasrohr, welches 87 cm weit und 58 cm hoch ist, mithin eine etwas flach gedrückte Form besitzt, liegt im Scheitel der Brücke fast direkt unter der 0,13 m starken Granitplatte des Bürgersteiges. Es ruht, von einer Sandpackung umgeben, in einem längs dem Ge- länder entlang laufenden Kanal von 1,20 m Breite und 0,72 m Höhe. Im Scheitel der Brücke schneidet dieser Kanal um 0,20 mi in den 0,80 m starken, aus hellgelbem bayerischem Granit ge- mauerten Brückenbogen ein. Neben den» Gasrohrkanal laufen zwei Kanäle von geringerem Querschnitt, und zwar von 0,58 m Weite und 0,53 m Höhe, welche untereinander und von dem Gasrohrkanal durch" 0,38 m starke Steinwandungen getrennt sind. In diesen beiden schmalen Kanälen, welche eben- falls unter dem Bürgersteig liegen, sind Kabel und elektrische Leitungsdrähte untergebracht. Die Leitungsdrähte für die Lampen an den Obelisken streichen unmittelbar über das Gasrohr hin- weg. Zwei Flanschen des Gasrohres sind, so weit bis jetzt ermittelt werden konnte, undicht geworden und die Köpfe der Schrauben, welche sie mit dem Rohr verbinden, sind abgesprungen. Ob dieses in Folge davon geschehen ist, daß sich das Erdreich, in welchem das Rohr gebettet ist, gesenkt hat, ob infolge der heftigen, durch die Rammarbeiten an der Kaiser-Wilhelmsbrücke verur- sachten Erschütterungen, ist eine Frage, die sich noch nicht beant- worten läßt. Thatsache ist, daß diese Köpfe abgesprungen sind, daß die Leitung dadurch undicht geworden ist, und daß das Gas darauf seinen Weg in den Elektrizitätskanal gefunden hat. Durch eine kleine Kammer, welche sich in dem unteren Theile der Kande- laber befindet, ist darauf das Gas am elektrischen Draht empor- gestiegen, bis er in der Lampe durch die Berührung mit dem elek- trischenLichte entzündet wurde und explodirte. In technischen Kreisen ist man der Ansicht, daß die Beschädigung der Flanschen wahrschein- (ich durch die Erschütterung verursacht ivorden ist, welche die Rammarbeiten hervorgerufen haben, denn nachweislich sind auf diesen Umstand verschiedene Rohrbrüche zurückzuführen, die in letzter Zeit an der Burgstraße vorgekommen sind. Mit der Aus- besserung des Schadens, den die Explosion angerichtet hat, ist bereits gestern früh begonnen worden. Der ganze südliche Bürger- steig der Brücke wird aufgerissen, weil man sich davon überzeugen will, ob die Rohrleitung der Gaswerke nicht auch auf anderen Stellen schadhaft geworden ist. Ueber die Zahl der Personen, welche bei den» Unglücksfalle verletzt worden sind, ließ sich noch immer keine bestimmte Auskunft erlangen. Eine männliche Leiche wurde gestern in der Nähe der Brücke an der Burgstraße in der Spree gefunden, doch ergab sich, daß dieselbe schon längere Zeit im Wasser gelegen hat. Ausdrücklich mag noch betont werden, daß die Brücke als Bamverk keineswegs gelitten hat. Weder der Grundbau noch die Architektur, noch der bildnerische Schinuck der Brücke haben auch nur den geringsten Schaden gelitten. Lediglich die Glocken an dem gerade an der Unglücksftätte befindlichen Kandelaber sind durch Steinsplitter zertrümmert. Außerdein find Theile des Gerüstes, das zum Anbringen der glücklicher Weise noch in Arbeit befindlichen Marmorgruppe errichtet ist, durch die Gewalt der Explosion gelöst ivorden. Da» Gerücht von einem Mordversuch erregte am Montag Abend die Gemüther der Einwohner Schmargendorfs. Ein Handwerker, welcher in Schmargendorf eine Wohnung mit einem Balkon besitzt, hatte sich ein Teschin erworben und probte dasselbe, als auf der Straße unten ein Mann vorüberging. Grobe Unvorsichtigkeit muß der Schütze nun begangen haben, denn er weiß es selbst kaum, wie es geschah; auf einmal brach der Vor- übergehende mit lautem Ausschrei zusammen. Die Kugel des Teschin war ihm in die Hüfte gedrungen. Unverzüglich wurde nun der Angeschossene nach Wilmersdorf zu einem Arzte gefahren, der die Wunde untersuchte, die Kugel jedoch nicht zu entfernen vermochte, da dieselbe zu tief eingedrungen war. Dieser Vorgang wurde von der Fama zu grausigen Mordgerüchten aufgebauscht, wonach zwei Männer sich gegenseitig überfallen und mit Revolver- kugeln siebartig durchlöchert hätten. Zu der Zlntersuchungssache gegen den Mustklehrer Uenman» bringen hiesige Blätter eine neue Version, nach welcher der junge Neumann doch selbst Hand an sich gelegt hätte. Der I alt« Neumann, gedrängt durch das von ihm in Schande gestürzte MädHe», hätte sich dein Sohlte etilbecft und vorgehalten, daß c3 nur cm Mittel gäbe, ihn vor dem Zuchthanse zn retten, nämlich das, daß er, der Sohn, das Mädchen heirathe. Diese Bedingung sei seitens der Eltern der Verführten gestellt worden, welche dem verworfenen Menschen ihr Kind nicht anvertrauen wollten. Vor die Wahl gestellt, den Vater dem Zuchthanse überantivortet zu sehen, oder seine Braut zu verlassen und ein Mädchen zu Heirathen, dessen Schande er decken sollte, habe der junge Neumann voller Verzweiflung sein Leben geendet. Das furchtbare Bewußtsein, seinen Sohn in den Tod getrieben zn haben, wäre demnach die Ursache für das sonderbare Verhalten geivesen, welches der Alte angesichts der Katastrophe an den Tag gelegt.— Diese Version ist voll- ständig aus der Lust gegriffen und entbehrt jeden HalteS. Die Verführte, um welche es sich in diesem Falle handelte, ist über 14 Jahre alt, und da auch nicht erwiesen ist, daß der Vcr- führer Betäubungsmittel angewandt hat, so war der alte Neu- mann in diesem Falle gar nicht mit dem Zuchthaus bedroht. Den Eltern des betreffenden Mädchens ist auch von einem Hei- rathsplane, wie ihnen die oben bezeichnete Version bestehen laßt, gar nichts bekannt; dieselben haben nach einem Manne für ihre verführre Tochter nicht gesucht. Hätte übrigens der junge Neu- mann seinen Vater vor dem Zuchthause retten wollen, so hätte er eher anderen als Selbstmord begehen dürfen; denn er mußte voraussehen, daß in diesem Falle der Vater der Verführten sich erst recht wieder an den alten Neumann halten würde. Die ganze Version aber ist, wie gesagt, aus der Lust gegriffen, und ihre Mit- thcilung macht den Eindruck, als ob für den alten Neumann Stimmung gemacht werden solle. Uebor sine arfährliche Diebesjagd, bei welcher der Revolver eine Nolle gespielt hat, wird dem„B. T." folgendes berichtet: Während der Nacht zum jüngsten Sonnabend über- raschle in der Blüchcrstraße, der Heiligenkreuzkirche gegenüber, der Nachtwächter Paustin einen Dieb in Idem Augenblick, in welchem derselbe aus einem durch Jalousie nicht verwahrten Schaufenster, das er sich durch Beseitigung eines Theiles des Luftgittcrs eröffnet hatte, Maaren hcrausffschte. Ter Wächter nahm den Spitzbuben fest, auf dem Transport zur Wache wußte dieser sich jedoch den Händen des Beamten zu entwinden und entfloh nach der Kirche zu. Jnzivischen kam auch der Nachtwacht- meister hinzu und die beiden Veamten nahmen nun die um die Kirche sich herumziehende Versolgling des Diebes auf, der, von zwei Seiten bedrängt, endlich hinter einer der dort stehenden großen Akazien Ausstellung nahm. Als der Nachtwächter sich ihm näherte, mit ihn zu ergreifen, trat der Verfolgte einige Schritte zurück, zog einen Revolver aus der Tasche und feuerte aus dein- selben eine Kugel auf den Verfolger ab, die zedoch glücklicher Weise fehl ging. Nachdem er den Schuß abgegeben, nahin der Revolvermann die Flucht in der Richtung nach der Hasenhaide zn wieder ans, während die beiden Beamten infolge des„Zivischenknalls" zunächst so verblüfft waren, daß sie stehen bliebe», wodurch der Flüchtling einen größeren Vorsprung gewann. Nachdem die Beiden sich von ihrer llebcrraschung erholt, setzten sie dem gefährlichen Spitzbuben wieder nach. Ter Wachtmeister hielt eine des Weges kommende Droschke an, um in dieser die Verfolgung wirlsanier fortsetzen zu können. Er ersuchte den Fahr- gast, der sich nn Wagen befand, auszusteigen, der Kutscher weigerte sich aber, sein Gefährt zu der Hetzjagd herzugeben, weil ihm dies riskant erschien. Unter diesen Umständen:mußte die fernere Verfolgung ausgegeben werden, da dein Wächter inzwischen auch der leichtfüßige Ausreißer aus den Augen gekommen war. Bei dem Aufblitzen des Schusses wurde das Gesicht des Feuernden so grell beleuchtet, daß dasselbe sich dem Wächter, ttotz des kurzen Moments, unauslöschlich eingeprägt hat, derart, daß er glaubt, den Mann unter Tau> enden sofort herauszukennen.(?) Mit Puck ficht darauf wurden dem Paustin aus der Kriminalpolizei die Bände des Verbrecheralbums vorgelegt, die Nachforschungen in denselben waren jedoch vergeblich,„seinen Mann" hat der Beainte dort nicht entdeckt. Die abgefeuerte Kugel wurde dagegen am nächsten Morgen, etwa zehn Schritte von der betreffenden Akazie entfernt, im Erdboden eingewühlt vorgefunden. Eine ß«-fje Schaar aukoinmendev Störche zog vorgestern Nachmittag ziemlich niedrig über den Norden Berlins in der Richtung nach Charlottenburg zn, mit Jubel begrüßt von den Kindern, welche bei dem schönen Wetter auf den Straßen spielten. Ter Storch besitzt einmal die Sympathien von Jung und Alt und Niemand wird so leicht denselben tädtcn. Der Landmann sieht es gern, wenn Störche auf seinein Gehöft nisten; er hält die Scheune, auf der sich ein Storchnest befindet, für gesichert vor Feuersgefahr und bringt als dauerhaste Unterlage für dasselbe eilt Wagenrad oben aus der Scheunensirst an. Das Nest wieder in Stand zu setzen, ist nun die erste Sorge des Gevatters Storch, denn das Brütegeschäst muß beeilt werden, Frühjahr und Somnier vergehen schnell, und wenn er in, Herbst die Hafermandeln auf den Feldern gezählt hat, dann leidet es ,hn nicht länger bei uns. Wohin er geht— so erzählen sich die Landmädchen an Winter- abenden in den Spinnsruben— das weiß Niemand. Ein neu- gieriger Bauer, welcher seinem abreisenden Storch unter den Flügel einen in einer Kapsel bestndlichen Zettel gebunden hatte, auf welchen, er de» unbekannten zweiten Gastsreund des Storches bat, ihm nntzutheilen, wo der Storch sich während des Winters aus- gehalten hätte, entnahm im künftigen Frühjahr der Kapsel sol- gende lakonische Antwort: „Da wir nicht wiffen, wo Pommern liegt, Brauchst Du auch nicht zn wiffen, wo der Storch hinfliegt. So lautet eine pommersche Spinnswben- Erzählung. Jeder- mann weiß aber' heut, daß der Storch sich während des Winters in Nordafrika und namentlich in Egypten aushält. 3Joli?»iUmcht. Am 18. d. Mts. Morgens wurde in der Spree, hinter dem Grundstück Köpnickerstr. 40— 41 die Leiche des an, 30. Januar d. I. ins Wasser gesprungenen Arbeiters Lüben und zu derselben Zeit gegenüber den, Hause Burgstr. 17 die de- reits verweste Leiche eines unbekannten Mannes im Wasser aus- gefunden.— Stachmittags wurde in der Museumstraße em sechs- zehnjähriger Knabe von einem Omnibus überfahren und am Oberarm und an der Schulter nicht unbedeutend verletzt, so daß er»ach der Universitätsklinik gebracht werden mußte.— Abends brachte sich ein Mann in seiner Wohnung in der Gerichtsstraße im Säuserwahn mittelst eines Taschenmessers einen Schnitt am Halse bei, so daß seine Ueberführung nach der Charit?? erforder- Ilch wurde.— In der Nacht zum 10. d. M. fand vor dem Hause Sarlsstraße 16 eine Schlägerei statt, wobei ein Mann einen Messerstich in den Kopf erhielt.— Am 18. d. M. Abends fanden in der Fnrbringerstr. 18 und Brunnenstr. 140 kleinere Brände statt. Geivichtsmeuge gesetzt werden soll und dam, würde der Arzt seinen Jrrthum entdeckt haben. So„ahn, der Drogistgehilse Georg Zapfe das Rezept entgegen, ohne daß ihn, etwas an der Verordnung aufsiel. Er fragte bei seiner Priiizipalin, der Frau Schnncinann, welche seit dem kurz zuvor erfolgten Tode ihres Bruders Eigenthiinierin des Geschäfts geworden, an, ob er das Rezept anfertigen solle und erhielt einen bejahen- den Bescheid. Am Abende, kurz vor den, Schlafengehen, nahm die Patientin eine Pille ein. Sie erwachte in der Nacht infoige großer Trockenheit im Halse, die mit Schlingbeschwerden ver- knüpft war, dazu gesellte sich ein unerträgliches Angstgefühl, die Haut färbte sich roth und die Pupillen zeigten eine außerordent- liche Erweiterung. Alles dies sind die Symptome einer Atro- pinvergiftnng und als solche erkannte und bezeichnete Tr. W. sie auch sofort, als er in der Frühe des nächsten Morgens zur Patientin gerufen wurde. Er gab Gegengift und wie er be- hanptet, waren zwei Tage darauf alle Vergiftungs- erscheinungen vollständig verschwunden. Frau L. behauptet da- gegen, daß sie noch an den Folgen jenes Schreibfehlers zn leiden habe und ihr Ehemann hat die Sache nicht nur der Staatsanwalt- schast angezeigt, sondern er ist noch als Nebenkläger aufgetreten und beansprucht eine angemessene Geldbuße. Es hatten sich somit der Dr. W., die Drogenhändlerin Emma Schüne», ann und der Kon, uns Georg Zapfe wegen fahrlässiger Körperverletzung, die beiden Letztgenannten in idealer Konkurrenz mit Vergehens gegen die Gewerbeordnung, zu verantworten. Der erste Angeklagte gab unumwunden zn, daß er das Verseben begangen habe und entschuldigte sich damit, daß seine Sprechstunde an jenein Tage außerordentlich stark besucht gewesen. Die Angeklagte Schünemann räumte ebenfalls ein, daß sie die Anfertigung des Rezeptes gestattet habe, der dritte Angeklagte wollte dagegen die Gesetzesvorschrift, welche den Drogisten die Anfertigung von Rezepten verbietet, nicht gekannt haben. Der Sachverständige, Gcrichtschemiker Tr. Bischofs, begutachtete, daß die Pillen genau nach Vorschrift und auch in technischer Beziehung nntadelhast angefertigt seien, im übrigen gehörten alle Arzenei-Pillen zu denjenigen Gegenständen, die nur der Apotheker feilhalten darf. Das Gutachten des zweiten Sachverständigen, Medizinal-Assessors Dr. Quittel, fiel insofern zu Gunsten des Angeklagten Dr. W. aus, als es dahin lautete, daß durchaus kein Anhalt für die Annahme vorliege, daß Frau L. längere Zeit oder„och jetzt an den Folgen der Vergiftung gc- litten habe, oder noch leide, dagegen sei nicht daran zu zweffeln, daß die geschilderten Symptome von einer Btropinvergiftlmg herrührten. Die Maximaldosis des Atropins sei bei der Einzelgabe auf ein- tausendstel, bei der Tagesgabe aus dreitansendstel Gramm fest- gesetzt und eine der von, Angektagte» Dr. W. verschriebene» Pillen enthielt sechs tausendstel Gramm Atropin. Es sei wohl anzunehmen, daß jeden, Apoiheker die Dosis ausgefallen wäre. Der Staatsanwalt verkannte nicht, daß in, vorliegenden Falle ein unglückliches Zusammentreffen verschiedener Umstände mit- gewirkt habe, entlastet werde der Angeklagte Dr. W. dadurch aber nicht. Gerade weil er mit Geschäften überhäuft war, nmßte er bei Verschreibung eines so giftigen und stark wirkenden Medika- ments eine besondere Vorsicht anwenden. Er beantrage gegen Dr. W. 900 Mark, gegen Frau Sch. 600 Mark und gegen den Kommis Z. 300 Mark Geldstrafe. Der Verth eidiger des ersten Angeklagten, Rechtsanwalt Tr. Jürs, fiihrte aus, daß nur ein Schreibfehler vorliege, fiir den der Angeklagte nicht ver- antwortlich gemacht werden könne und gegen den auch nicht der Gewiffenhasteste gefeit sei. Enthalte doch selbst die Anklageschrift, für welche die Staatsanwaltschaft verantwortlich sei, nicht weniger als drei Jrrthümer mit Bezug auf die Personalien des Angeklagten Tr. W. Außerdem könne man wohl behaupten, daß der Schreib- sehler keine Folgen nach sich gezogen haben würde, wenn das Rezept nicht ungehöriger Weise nach einen» Droguengeschäft, an- statt„ach der Apotheke gebracht worden wäre. Unter Berücksich- tignng aller dieser Un, stände halte er das beantragte Strafmaß für v,el zu hoch. Der Gerichtshof erkannte gegen den Angeklagten Dr. W. au! 500, gegen Frau Sch. auf 200 und gegen den Angeklagten Z. aul 150 M. Geldstrafe oder im Unvermögenssalle auf einen Tag Gefängniß fiir je zehn Mark. Daß der Schuß de»§ 198 de» Skraf-Gejeßbnchea, welcher von der Wahrnehmung berechtigter Interessen handelt, unter Umständen recht weit gehen kann, zeigte eine Verhandlung, welche gestern gegen den Direktor des Viktoria-Theaters, Dr. L i t a s s i vor dem hiesigen Schöffengericht geführt wurde. Der- selbe war von seinem bisherigen Sekretär, den, Schauspieler Brodeck auf Grund eines Brieses verklagt worden, welcher einige mehr als Handseste Ausdrücke enthielt. Herr Dr. Litassi hatte darin seinen» ehemaligen intimen Freunde kurz und bündig niitgetheilt, daß er seines Dienstes enthoben sei und ihm das Be- treten des Viktoriatheaters verboten werde, weil die Direktion es müde sei, zuzusehen, wie ein Mann, der infolge einer unver- dient hohen Gage bei ganz ungenügenden Leistungen alle Veran- lassnng hätte, für seine Direktion dnrch's Feuer zu gehen, lieber Anderen dient, über seine Brotgeber spöttelt und sich dadurch als das Gegentheil von treu erwiesen hat.— Herr Brodeck ant- wortete mit einer Vorladung vor den Schiedsmann, Dr. Litassi aber zog es vor, nicht vor demselben zu erscheinen, richtete vielmehr an den Schiedsniann einen längeren Schreibebrief, der wiederum an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig ließ. Der Herr Direktor setzte darin dem Schiedsmann auseinander, daß er nicht gewohnt sei, Leute» die sich als untren und unbrauchbar erwiesen haben, mit Glaceehandschuhen anzufassen, daß der Kläger eine unverdient hohe Gage beziehe und nichts thue als faullenzen„nd pousstren „. s. w. Es sei vielleicht ein Fehler gewesen, daß er dem Kläger überhaupt noch geschrieben— solche Leute müßte man einsah beim Kragen nehmen und hinauswerfen.— Die Erwartung d< Klägers, wegen dieser Briefe auf dem Wege der Privatklage von Herrn Litassi eine Sühne zu erhalten, hat sich als trügerisch er- wiesen, denn das Schöffengericht hat Herrn Litassi freige sprachen. Der Gerichtshof nahm an, daß der Angeklagte mit beiden Briefen seine berechtigten Interessen gewahrt habe und war auch der Meinung, daß die Ausdrucks in den Briefen zwar scharf seien, aber eine beleidigende Absicht doch nicht erkennen lassen. GevichksrBeikmrij. Ein Schveibfehler feiten» eine» Arzte» lag einer An Ilage wegen fahrlüssigerKörperverletzungzn Grunde, welche gestern vor der dritten Sttaskammer des Landgerichts I. zur Verhandlung gelangte. Der praktische Arzt Dr. Gustav W. behandelte im vorigen Frühjahre die Ehefrau des Eisenbahn- Assistenten L. Am 9. Mai klagte die Patientin ihm in der Sprechsttmde, daß sie an ermattendem Nachtschweiß litte, worauf Dr. W. ihr zehn Atropinpillen verschrieb mit der Weisung, davon allabendlich eine zn nehmen. Dr. W., welcher eine Gesammt- menge von 0,006 Gramm Atropin verschreiben wollte, beging da- bei einen verhängnißvollen Jrrthum, er schrieb eine Null zu wenig, sodaß 0,06 Gramm Atropin auf zehn Pillen zur Berthe, lung ge- langten. Dies ist eine, die vorgeschriebene Maxin, aldosis weit übersteigende Menge. Zun, Unglück ließ Frau L. das Rezept nicht in einer Apotheke, sondern in der Schünemann- scheu Drogenhandlung anfertigen. Ein Zlpotheker würde das Rezept beanstandet haben»nd hatte jedenfalls die Pflicht, von dem betreffenden Arzte noch nachttüglich das Ausrufungszeichen einzuholen, welches hinter jede, die Maximaldosis überschreitende Soziale MebsMrtzk. KaUegen! Der Ausstand der mechanischen Schuhfabrik von Herrn G. Jänke ist beendet, indem der von den Zwickern geforderte erhöhte Lohn bewilligt und die Entlassung des Werkführers Herrn G. Schröter erfolgt ist. Die Kollegen der Firma G. Jänke. I« K«i«g auf die Arbeitaeiustellung am Sau de» «eueu Reichstagsgrbäude» wird uns mitgetheilt, daß die Zin»merer die Arbeit nicht niedergelegt haben, sondern daß ihnen am Montag früh überhaupt nicht gestattet wurde, die Arbeit zu beginnen. Der Bauführer des Konsorttums ließ die Leute nicht anfangen, weil diese erst um 7 Uhr beginnen wollten. Der Herr Bauführer wollte jedoch den Arbeitstag schon um 6 Uhr anfangen lassen. Lohnstreitigkeiten haben nicht stattgehabt. Vor- läusta haben die Zimmerer am Dienstag früh un, 6 Uhr die Arbeit aufgenommen; der Zimmerer Berlin, Schwedterstr. 241, hat sich jedoch im Namen der Kameraden mit dem Gesellenaus- schuh in Verbindung gesetzt. Von hier ans wurde ihm der Be- scheid, daß die Zimmerer ruhig ansangen und abwarten sollten. was die Unternehmer(das Konsortium) dazu sagen würden. Diese waren mit der Anordnung des Bauführers, die Arbeitszeit um«ine Stunde zu verlängern, nicht nur einverstanden, sondern erklärten sogar, daß es bei einer zehnstündigen Arbeitszeit(von 6—6) um 55 Pf. Stundenlohn bis auf Weiteres sein Bewenden habe...Wer dafür arbeiten wolle, könne Ir lan9 wäre, der könne gehen. Vorlaupa— Anger?genhe,t bei dem Gesellenausschuß. Vorgestern Nachmmag haben allerdings drei Kameraden wegen Maßregelung die.lrlie.! niedergelegt. De.fi str-ikei.dett Riemendrrhern ist bekanntlich ____ f_________ nmt rO u � eine wen VorsÄmmlungett. � Eine gro sie.öffentliche Volksuerfammlung � Freitag, den 21. März er., Abends 3Vs Uhr, bei Joel, AN»" straße 21, statt. Tagesordnung; 1. Die Bevölkerung Berun die Sonntagsruhe der kaufmännisch Angestellten. 2. Dtfml 3. Verschiedenes. Männer wie Frauen sind zu dieser Vm lung eingeladen.— Wir machen unsere Leser auf diese Vest � lung ganz besonders aufmerksam, da wohl kaum ein Stan � Sonntagsruhe so sehr bedarf, wie der der Kaufleute.- entschlossenes Vorgehm und Einigkeit kann ihnen zum S>cg Der Derein zur Dtahruna der materiellen der Steinträger und verwandten Berufsgenossen 0' Sonntag, den 9. März 1890, Vormittags 11 Uhr, m Sw � Salon, Jnselstr. 10, seine regelmäßige Mttgliedervmamml Tagesordnung: 1. Vortrag über gewerbliche Schievsg Referent: Stadtverordneter Fritz Zubeil. 2. Wahl eme- Kassirers und eines ersten Schriftführers. 8. Veremsang � Heiken und Verschiedenes. Auf Antrag wurde der eri»«{t. der Tagesordnung zurückgesetzt und der zweite, und ledigt. Als erster Kassirer wurde Kollege Oskar Spreng„s als erster Schriftfiihrer Kollege Karl Deredder gewählt. V � ertheilte der Vorsitzende den, Herrn Referenten zu seine. � trag das Wort. Wir haben den Vortrag bereits iucy's unserem Blatte skizzirt. In der Diskussion sprach Rennthaler ganz ,n, Smne des Referenten und. breitete der Versammlung solaende Resolution: Die heute Z Vi besuchte Versammlung des Vereins ver Steinträgcr unv � Berufsgenossen Berlins erklärt sich mit den Ausführung g#« Stadtverordneten Fritz Zubeil einverstanden und ersuchl o tiner Stadtverordneten- Versammlung, daß die Gewerbe-«� � gerichte innerhalb Berlins derartig ins Leben gerufen wie sie von Seiten der Arbeiter-Stavtverordneten angeregr w sind, denn nur dadurch würde die Mehrheit der Stadtvero � Berlins beweisen, daß es in ihrem Willen liegt, etwas ow) W Positives für oie arbeitende Bevölkerung Berlins zu s«)an ersucht den Vorstand unseres Vereins, diese Resolution der verordneten-Versammlung zu übersenden". Diese Resolution von der Versammlung einstimmig �angenommen. Berm�� 'VVÖV*'L~ Gesuch wurde mit der äöeioiuimtnjj von ou Mark-. � Eerner wurden zwei kranke hilfsbedürftige Mitglieder n»»' ß tark unterstützt. Außerdem wurde noch ein Antrag ge)„'wil '"" d am Schluß der Versammlung� zu veranstalten, und wurde ve uun...............----------- Veremsangelegenheite» wurde vom Vorsitzenden ein Unterltu?-'� gesuch der streikenden Militärschneider vorgelesen, Gesuch wurde mit der Bewillig!,,:� von 30 erle»'� ____ 1 unterstützt. ein hilfsbedürfttges Mitglied freiwillige Tellersammlung z freiwillige tteueriammtung zu uevauiiaueu, uuu.�e> trag ebenfalls angenommen. Beim Verschiedenen wurden» � Mitglieder einer scharfen Kritik unterzogen, weil sie stck' Kollegen gegenüber Unregelmäßigkeiten haben zu Schulden lassen. Nachdem der Vorsitzende eine Danssagung von � unterstützten Dtitgliede verlesen hatte, und der Versammluu» � kannt gemacht, daß am Dienstag, den 25. d. Mts., eine g Versammlung des Arbeiter-BildungsvereinS bei Buggenb ß stattfindet und um rege Betheiligung crmahnt hatte, schmß 3 Uhr die Versammlung.. n ji« Korbmacher. Am 10. d. Mts., Abends 8 Uhr, Korbmacher Berlins und Umgegend ihre erste zahlreich deutschen Koro».--, Tagesordnung 1�- Mitgliederversamnllung der"Filiale des bundes(>-.itz Hamburg) ab. Aus der 1. Aufnahme der Mitglieder. 2. Endgültige Wahl eines f L, f chuffes resp. Ortsvorstandes. 8. Verschiedenes.— Da vonS°i der Mitglieder auf nochmaliges Verlesen der Bundes- SiM' verzichtet wurde, schritt man zur Aufnahme der Mitglieder, ches auch vorläufig ein zuftiedenstellendes Resultat ergab..p mehr wurde zur Wahl des Ausschusses resp. Ortsvorstande?» schritten. Zum Ausschuß wurden gemahlt: 1. Herr Hermann Karl, Schenker-.dorfstr. 2,« 2.„ August Krüger, Manteuffelstr. 102, 3.„ Theodor Heinze, Manteuffelstr. 9, 4.„ Julius Fechner, Thaerstr. 44, 5.„ Oskar Schwieger, Berlinerstr. 94, Rixdorf. Zum Ortsvorstand wurden gewählt: Als 1. Vorsitzender Herr Hermann Bartel, Wrangelstr.' � Robert Glöckner, Annenstr. 44. Friedrich Jungnickel, Wienerstr. 1■ Paul Teichert, Fürstenwalderstt.' Hermann Nier, Elisabethufer 54.� Wilh. Schulz, Rüdersdorserstr 2 Kassirer" Schriftführer Beisitzender Revisoren 12. Emil Grundmann, Gipsstr. 23. (jmn vänuiiuiimim,—]Q Paul Bunzel, Michaelkirchstr. � Die�Wahl wurde laut zogen. Ordnung die nächste Mitgliederversammlung am Montag, oen--� � abzuhatten. Das Nähere wird noch im„Verl. Volksbl. der Vereinszeitung bekannt gegeben. Der Derei,» der Mäschezuschneider und verivandte � rufsgenossen hielt am Montag, den 17. März, eine Mus. Versammlung mit der Tagesordnung ab: 1. Vortrag oss Schirbel:„Das Alters- und Jnvalidengesetz". 2. Dis)' � 8. Verschiedenes und Fragekasten. Der Referent war schienen und sprach deshalb in kurzen Ausführungen � Möhring, an der Hand der Beilage 2 Nr. 64 des gii' Volksblatt", Hein sich die Kollegen Grashold und Koopmam'..� schlössen. Es empfahl der Vorfitzende 200 Stück Exemplare Nummer aus Kosten des Vereins anzuschaffen, und den-m. w, w...... �* cn A*ändigeil. Die Versammlung stimmte dew Punkt 2. Die Lehrlingssrage bei Kohn und Samuel, leitet« V p .—t � Möhring detallirte dieses in Angnst � n der Fabrikanten. Diese Aussühru� im««;.«..10«« Debatte, an welcher sich die# iß Koopmann, Mündt, Schmolke, Barby, Wenig« betheiligten,° zu g«egelt, daß gegen dieses Unt«nehmen dadurch 3**%# machen ist, daß die Kollegen, wenn besagter Lehrling o-Lpi die Arbeit dort niederlegen. Eine Resolutien in y ,„i[ Sinne, in welcher außerdem zwei Vor tandsmitgliedee � den Chefs unterhandeln sollen, und dense den alle eoeniu � Folgen, welche eine derartige Handlung nach sich ziehen»aiss� utitprhr�itpn mtrrbe einstimmia anaenommen. Bei»Versch>«?,�afl v« � v••wv.v.yw W»«»——------- fj- TV—"ö-•"—f unt«breiteii, wurde einstimmig angenommen. legte der Vorsitzende ein neues Avgangszeugniß der©/Istfliii1 der Wäschesabrikanten vor, und empfahl den Kollegen, stch« ein Derartiges aufbürden zu lassen, denn dasselbe scheint geschaffen, um Kollegen, welche sich tn Folge der BewegUNS � liebig gemacht haben, zu kennzeichnen. Weit« machte v« sitzende auf den aufgenommenen Kampf d« Hutmackier �.eny'�1 ftil" die Zukunft nur Hüte»lit Kontrolmurle »tvniia» Ä Eine diesbezügliche Resolution fand ein- ��ring machte betanat, da »umayme. Herr AtödNNg mawie oerannl, vup»>>> AUwoch. den 26. März, eine öffentliche Versammlung s attftnden Wj Näheres siehe Vollsblalt. Hiermif schloß der Vorsitzende die Versammlung...------ Nim :an ggssssssKt gyar gf% u,'"" wtö Partei bei den im 34 jetzt 70 Vertreter m Ißmitcn Dab die Konservativen iin°o Wahlkreise"keinen Kandidaten zur Nachwahl aufstellen, sei h" Zechen der Zeit. Denselben sei es gleich, ob sie durch einen �ihrigen oder durch einen Freisinnigen vertreten werden, die Kreisen seien ja dieselben. In Zukunft werde es überhaupt »SÄiÄSSf �angen werden einsehen, daß ihre Interessen nur von der » i'aldemokratie vertreten werden. Hauptsächlich der kleine Hand- .eiter ivird mehr und mehr einsehen, daß ihm der Befählgungsnach- ___ rv,-------.. Jf.+ SinnffoT nrtiT(*r «juß und Neii �rd mehr und mehr einschen, daß ihm der Besühigungsnaa)- kami s �artellistischen Jnnungsbrüder nicht über LLasser halten --'®aP er der Konkurrenz des Großkapitalisten unterliegen ac> daß seine Interessen, ,vie die aller wirthschaftlichen fönnai! nui von der Sozialdemokratie vertreten werden n-erd? r worüber jetzt im Staatsrath unterhandelt Dii>s.m jem» alte Forderungen der Sozialdemokraten. Wicirft 1 f�ben durch ihr Drängen, sowie durch ihre Agitation Biel f„ P sich die Regierung mit Sozialreform befassen muß. toa r.(l',.ue allerdings dabei nicht heraus. Der Maximal-Arbeits- der!?„ Ie?t schon vom Staatsrath fallen gelassen. Es werde an Co»??- niokratie liegen, im neuen Reichstag eine wirkliche R»?-.,. form zu beantragen. Zum Schluß seines mit großem --* � � e"~d)t zu %e für hl» smnt,r"ei-,en Vortrags fordert Referent dazu auf, recht og'tiren Wahl eines Sozialdemokraten im I.Wahlkreise zu R-Kch..V°ben�von den Sitzen geehrt. Tie Ausführungen . s.rt itnfpr hpr �|»"-»P v» V------------ O"1 Wirtmchaftsweist keine Besserung der Berhältnisse der vefA.' und Unbegüterten erivarte, und nur durch eine Um- tül,? ng der Produktionsweise eine solche geschaffen werden «"e' wurden mit Beifall belohnt. Nach dem beifällig aufge- dun lenen Schlußwort des Referenten wurde folgende Resolution In« i0mmen' Die Theilnehnicr der öffentlichen Wählerversamm- v'2 lm ersten Reichstagsivahlkreise verpflick)teii sich, ihre ganze («cht für die Wahl des sozialdemokratischen Kandidaten, Herrn . onfried Schulz, einzusetzen. Ebenso wurden zwei Anträge an- jfnonimen, welche den Boykott über die Waaren der Blumberger - opsrn, sowie über die von der Lohnkoinmission der Tabakarbeiter . P»Berliner Volksblatt" als nicht bewilligt, sowie Maßrege- »«gen vorgenominen habenden Firmen, insbesondere Martienzen, erhangt. Nachdem darauf hingeiviesen, daß diejenigen, welche «' Tage der Wahl helfen wollen, sich bei Kuhlmey, Neue Irni ch- und Rosenstraßen-Ecke am Montag früh 8 Uhr einzu- l uoen haben, wenn ihnen noch kein Lokal bestunmt sei, schloß der pichende ��Versammlung mit«mein dreimaligen Hoch auf die .. Ilatwnal» Krankenkasse der Deutschen Gold- und KUberarbeiter und verwandter Berufsgenossen(E. H.) Die 'tettoeiiinahme für das verflossene Jahr 1889 betrug an Eintritt S!?d Statuten, Mitgliederbeiträge und Sonstigem 17 804,96 Mark. Nettoausgabe: firt a. Für Krankenunterstützungen an die Mtgliedcr 11065 M. «».Vf.; für Verpflcgungskosten an die Heilanstalten(12 Kranke (:P. Tage) 577,50 Ni.; an die Angehörigen 10,80 M. b. Arbeits- Lmge Kranke: Für ärztliche Behandlung, Medikamente, Brillen. r�uchbänder«. 2882,03 M.; Sterbegelder: 6 Todesfälle ü 72 M.. ,J 59 M., 1 a 48 M.(Mindestleistung) 539 M.; Verwaltungs- Men: Persönliche wie sächliche 3*/i pCl. der Einnahmen, 667 M. � Pf.; sonstige Ausgaben 151,76 M. Der Hauptkasse ivurden übersandt 2800 M. Gesammtaus- Sfoe 15 894,32 M. Der Reinertrag betrug 2410,64 M. Das «alba betrug Anfang 1889 041,77 M. Ende 1889 262,41 M. tJrje Zahl der Erkrankungen betrug 267; die Zahl der Krank- 'Btstage 6451 und stellen sich wie folgt: > Kranke l. Erkrankungen der Athmungs- organe(Hals-, Lungen-, Brust- und Herzleiden) wie deren Entzüngungen..... 2. Influenza und deren Gefolge. Magen- und Darmkatarrhe., f- Ausschlag und Geschwüre.. 0- Entzündungen(Haut-, Zellge- a<»?°bs-, Lympfgef., Milz-). *»• Verletzungen, Quelschungen, Verrenkungen, Verstauchungen u. Schwellungen(einschließlich 16 Unfälle mit 291 Tagen) 7. Augenleiden....... "• Blasen-, Harn- und Geschlechts« krankhetten....... 9- Rheumatismus, Nervenleiden u. O j Sine AnÄge° Äterstützung' erhieUen g Mitglieder. Die 14�1............. % 37 23 23 10 00 15 13 26 Tage 1699 361 364 319 127 734 252 266 1829 t Mindestleistung(w,ou wi. Vn, !oiisultationen für arbeitsfähige Kranke be- ir Kranken 619. Die Bewegung der Mitglied- folgt: Es traten im Lause '�176 my f.. sich wie soigr:............... Ai..Äv4««®» ää vwä"1"«? a;% '"i Ost-n„Q"be«" Zah'feaen zur Bequemlichkeit der Mitglieder iiX Alte Jat»??< � 3llederversamiiilung in Feuerstein's Salon, Iffipr S.»Bfc|ri»n.'8. «Ä Dor ismirui n.»..v r..0.--. � 3 m"J$i"sAenen. vertagt werben, sodaß zur Erledigung ..- 4n„A„inet längeren r. 11 Punktes �atte wurde feiern. Zu Vergnügungskomitee-Mitgliedern wurden die Kollegen Kutschera, Pirsch, Krebs, Pninsky und Trieb gewählt. Plmkt.4 Verschiedenes und Fragekasten. Hierzu machte ein Kollege einige Mittheilungen über die Innung unserer Branche, unter Anderem solle vor kurzer Zeit eine engere Submission unter Jnnnngsmeistcrn ausgeschrieben sein, und stellte sich das Ergeb- niß heraus, daß der Obermeister der Innung das niedrigste An- gebot gemacht. Die Jnnungsherrlichkeit scheine demnach bald ein glorreiches Ende zu nehmen. Ein früheres Mitglied Schinidt, Seydelstr., welcher jetzt während des Streiks in der Siemens'schen Fabrik arbeitet, wurde den Mitgliedern empfohlen. Ferner gc- langte folgende Resolution zur einstimmigen Annahme. Infolge der Vorkommnisse ani Wahltage in Blumberg, verpflichten wir uns, und werben auch bei unseren Hausfrauen dahingehend wirken, von den Bewohnern dieses Ortes keine Produkte zu ent- nehmen. Auch wurden die Kollegen ersucht, bei Huteinkänfendar- auf zu achten, daß die betreffenden Hüte mit der Arbeiter-Kontroll- marke versehen sind, dieselben befänden sich unter dem Schweiß- lebet derselben. Kollege Becker machte nochmals auf die am 25. März stattfindende Delegirtcnversammlung aufmerksam und ersuchte um recht rege, eifrige Agitation zu derselben. Nachdem der Vorsitzende noch auf die am 23. März stattfindende Fachver- einsversammlung aufmerksam gemacht, wurde die Versammlung geschlossen. Der Fachverein der Metallarbeiter in Gas-, Masser- iiiid Danipfarmaturen hielt am 16. d. M. seine regelmäßige Mitgliederversammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Vortrag des Hrn. Litsin über Heinrich Heine und Diskussion. 2. Beschluß, nssung über das diesjährige Stiftungsfest. 8. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Da Referent durch Krankheit am Erscheinen verhindert war, wurde zum zweiten Punkt geschritten. Unter Verschiedenes kam die Streikangelegenheit von Siemens u. Co. zur Sprache, auch lief ein Antrag ein, welcher lautete, den streikenden Fachvereinsmit- gliedern eine einmalige Unterstützung zu gewähren und zwar für den Aerheiratheten 15 Mark und für den Unverheiratheten 10 Mark, welches die Versammlung ablehnte, da dadurch nur Zwietracht unter die Streikenden gesäet würde. Ferner liefen 2 Resolutionen ein, welche lauteten: 1. Die heute in Zemter's Lokal tagende Versammlung des Fachvereins der Metallarbeiter in Gas-, Wasser- und Dampfarmaturen beschließt, in Zukunft nur solche Hüte zu kaufen, welche mit der Arbeiter- Kontrolmarke deutscher Hutmacher versehen sind, da dann jeder weiß, daß dem betreffen- den Verfertiget gerechter Lohn zu Theil geworden ist. Ferner von den Blumberger Bauern keine Kartoffeln, Milch oder sonstigen Produkte zu kaufen, da sie bei der Reichstagswahl am 1. März unsere Genossen gewaltsam anaehalten und mißhandelt haben, welche einstimmige Annahme fanden. Der Vorsitzende machte bekannt, daß die Angelegenheit de? Kollegen Weiß zu Ungunsten des Vereins allsgefallen sei. Kollege Eckart forderte auf, die Bibliothek recht eifrig zu benutzen. Seine Wohnung ist Saar- brückerstr. 33, Quergeb. 3 Tr. Ferner macht der Vorsitzende be- kannt, daß die nächste Mitgliederversammlung am Sonnabend, den 19. April, in demselben Lokale stattfindet und schloß hierauf die Versammlung. Die Freie Dereinignng der Hausdiener Kerlins hielt am Freitag eine Versammlung mit folgender Tagesordnung ab: „Die wirthschaftliche Lage des Hausdieners und wie ist eine Besserstellung derselben zu erzielen?" Zum 1. Punkt hatte der Stadtverordnete Fritz Zubeil das Referat übernommen. Derselbe führte in eingehender Weise den Anwesenden den Entwickelungs- gang der allgemeinen Arbeiterbewegung vor Augen. Der Krieg von 1864 bedeute der Anfangspunkt einer Umwälzung der wirth- schaftlichen Verhältnisse. Die Arbeiter geriethen in eine gewisse Abhängigkeit vom Kapital. Erst im Jahre 1860 ermannten sich die Buchdrucker und Schriftsetzer und im Jahre 1869 auch die Tabakarbeiter. Diese beiden Gewerkschaften thaten ihr möglich- stes, Ausklärung unter die Arbeiterschaft zu bringen. Von den Hausdienern war aber nichts zu merken, sie lebten in ihrer Ab- hängigkeit fort, erst als im Jahre 1871 die Milliarden kamen, ivurde der Hausdiener aus seinen gewohnten Verhältnissen herausgerissen. Nach und nach kamen sie zum Bewußtsein, aber leider zu spät. Als 1873 der große Krach kam und der größte Theil der industriellen Arbeiter auf's Pflaster geworfen wurde und sich als Hausdiener anbot, war an eine Organisation nicht zu denken. Sie hatten den 1872 laut und deutlich vernehmbaren Ruf:„Arbeiter, organisirt Euch; denkt an Eure wirthschaftliche Lage, denkt an Weib und Kind!" nicht Folge ge- geben und mußten mm die Kosten dieser Unterlassungssünde selbst tragen. Allen Arbeitern wird es schwer werden, heute derartige Organisationen zu schaffen, denn der Ausspruch Tessendorff's: „Zerstören Sie die Organisation und die Bewegung hört von selbst auf!" hat seine Freunde gefunden. Darum sollten die Hausdiener Einkehr halten und ihre Lage begreifen lernen, da doch kein Stand so schwer zu kämpfen habe, als gerade der ihrige. Darum lassen Sie, so ermahnte Redner, die Zerrissenheit fahren, denn nur durch ein geschlossenes zielbewußtes Vorgehen ist etwas zu erreichen, und Vieles haben Sie noch vor sich. Die 14— lOstitndige Arbeitszeit muß abgeschafft werden, ebenso muß die Sonntagsarbeit beseitigt werden. Dafür muß ein verkürzter Arbeitstag geschaffen werden, damit ein Theil der Arbeitslosen von der Landstraße genommen wird. Dies ist, so schloß Redner, Ihre Aufgabe; suchen Sie alle draußen Stehende in die Organi- satio» zu ziehen: geben Sie diesen Aufklärung, dann wird auch bald eine Besserstellung erzielt sein. Reicher Beifall lohnte dem Referenten für seine trefflichen Ausführungen, welche nicht ver- fehlen werden, eine bessere Bewegung in Fluß zu bringen. In der Diskussion sprachen die Kollegen Lambrecht, Dopatka, Kuhle, Wiener und Pinzer im Sinne des Referenten. Sie führen aus, daß es schwer sei, ordentlich zu agittren, da gerade die größten Bereinigungen(Bund sowohl, wie Verein) theilweise gegen die ,, Freie Vereinigung" arbeiten, welche die einzigste ist, die eine wirkliche Besserstellung anstrebt, während die beiden anderen Organisationen nur Unterstützungszwecke ver- 'olgen. Das sei doch Sache des Staates. In seinem Schlußwort «tont der Referent noch, baß die Untersttitzungsvereine über kurz oder lang gezwungen sein werden, in ein anderes Fahrwasser überzugehen. Ein jeder habe die Verpflichtung mitzuarbeiten an der Emanzipation der Arbeiter. Es wurde noch zum Abonne- ment auf das„Berliner Volksblatt" und„Verl. Volks-Tribüne" aufgefordert, sowie auf die Ereignisse, welche bei der Reichstags- wähl in Blumberg passirten. Dann wurde die Versammluug mit einem dreifachen Hoch auf die allgemeine Arbeiterbewegung und die Freie Vereinigung geschlossen. Cine ösfenrUche Dorsa, mulmig der Utetallnrdriter Kerlins«»d Uingegend tagte unter Vorsitz des Herrn Stein- f e l s bei reger Betheiligung im Saale der Norddeutschen Brauerei, Chausseestraße 58, am 18. d. M., um in erster Linie einen Vor- trag des Herrn Alwin G e r i s ch über das Thema:„Wie stellen sich die Metallarbeiter Berlins zur Diesjährige» Lohnbewegung?" entgegen zu nehme». Der denkwürdige 18. März veranlaßte den Vortragenden, die Anwesenden daran zu erinnern, welche Stellung in früheren Jahren die Metallarbeiter, insonderheit die Maschinenbauer ein- nahmen und welchen Antheil dieselben an den Kämpfen vor 42 Jahren genommen haben, die den Grundstein legten zu dem heutigen„RechtSstaate". Eine um so kläglichere Stellung nähmen diesen großen Männern gegenüber deren Nachkommen ein und zu verwundern wäre es, daß die Metallarbeiter bezüglich der Lohnfrage hinter anderen Gewerkschaften zurückgeblieben wären. Redner hielt angesichts der heutigen Verhältnisse eine Lohn- belvegung der Metallarbeiter für erforderlich. In erster Linie müßte eine solche Bewegung auf eine Verkürzung der Arbeitszeit gerichtet sein. Allerdings ständen derselben schwerwiegende Be- denken gegenüber. Die langen Jahre hindurch, während welcher Feit die Hand der Behörden schwer auf ihnen lastete, habe es den Metallarbeitern an der Möglichkeit gemangelt, sich in ge- nügender Weise zu organisiren. Heute seien etwa 10000 Metallarbeiter organisirt. Es fehlen aber noch etiva 50 000, zudem sei er, die bestehenden Organisationen noch so jung, daß schwerlich mit ihnen ein entscheidender Schlag gegen das übermächtige Kapital geführt werden könne. Seine Nleimmg ging dahin, sich wenigstens bis zum 1. Mai noch freie Hand zu lassen, diese wenigen Wochen noch nach Kräften zur Stärkung der Organisation ansztmutzen und dann eine Heerschau abzuhalten und zu erwägen, was gc- schehen solle. Wenn es sodann gelingen sollte, in diesem Jahre die krassesten Mißstände, die Nachfeicrabend- und die SonntagSarbeit, zu beseitigen,!!»» die„Saison" zu verlängern, so würdeschon viel erreicht. Schwerer Kampfe würde es bedürfen, um etwas zu erreichen, da- her emfahl Redner, sich auf diese Kämpfe vorzubereiten. Schritt für Schritt müsse vorgegangen werden, aber was einmal be- gönnen worden wäre, müsse mit Energie durchgeführt werden. Dann würden die Metallarbeiter auch schließlich zum endlichen Siege gelangen.(Beifall). In der folgenden Diskussion hielt Herr Tausche! eine Verkürzung der Arbeitszeit für unwichtiger, älS die Beseitigung der Akkordarbeit und hielt dafür, daß erst diese Frage gelöst werden müsse, bevor in eine Bewegung zur Verkürzung der Arbeitszeit eingetreten werden könne. Demgegen- über wurde von anderer Seite geltend gemacht, daß die direkte Forderung einer Abschaffung der Akkordarbeit unter den heutigen Verhältnissen in der Metallbranche eine Utopie sein würde. Die Akkordarbeit würde von selber verschwunden durch allmälige Verkürzung der Arbeitszeit. Nach einem Schlnßivorte des Referenten, in welchem er zur nachdrück- lichsten Unterstützung des vom Allgemeinen Metallarbeiter- Verein in's Leben zu rufenden Arbeitsnachweises, sowie zur kräftigsten Demonstration am 1. Mai jauff orderte, gelangte nachstehende ölesolntion zur einstimmigen Annahme: „Die heute in der Norddeutschen Brauerei tagende öffentliche Metallarbeiter-Versaminlnng hält eine Verkürzung der Arbeitszeit nebst entsprechender Lohnerhöhung für unbedingt nothwendig. In Erwägung jedoch, daß bei der gcivaltigen Uebermacht des Kapitals nur dann erfolgreich für eine Besserstellung der Arbeiter eingetreten werden kann, wenn eine starke Organisation vorhanden ist; in fernerer Erwägung, daß der nahe bevorstehende 1. Mai uns Gelegenheit giebt, für eine Verkürzung der Arbeitszeit ans das Nachdrücklichste zu manifestiren, beschließt die heutige Ver- sammlung. Mann für Mann dem Allgemeinen Metall- arbeitet- Verein beizutreten und mit aller Kraft dafür zu agitiren, daß die Demonstration am 1. Mai so gewaltig ausfüllt, daß die Unternehmer sowohl, als auch die gesetzgebenden Körperschaften nicht länger mehr in Zweifel darüber sein können, daß die Arbeiter nicht eher ruhen und rasten werden, bis der achtstündige Maximal-Arbeitstag gesetzlich eingeführt ist. Die Versammlung hält die Frage, ob schon in diesem Jahre in eine Lohnbewegung eingelreten werden soll, für eine offene, über welche erst in Versammlungen, die nach dem 1. Mai einzuberufen sind, endgiltig Beschluß gefaßt werden kann."— Zur weiteren einstimmigen Annahme gelangten folgende zwei Resolutionen: 1.„Die heutige Versammlung erklärt sich mit den Streikenden der Firma Siemens solidarisch und beschließt, mit allen peku- niären und moralischen Mitteln für sie einzutreten." 2.„Die heutige Versammlung erklärt sich mit dem Vorgehen der streikenden Tabakarbeiter einverstanden und verpflichtet sich, in den 16 Geschäften von Karl Martienzen keine Zigarren zu kaufen, um den streikenden Tabakarbeitcrn zum Siege zu verhelfen."— Den Hegermann'schen(Koloniestraße) Weißgerbern wurde die nachgesuchte Unterstützimg nach Ntöglichkcit zugesagt, doch wurde daran erinnert, daß in Magdeburg Kollegen im Streik lägen, welche zu unterstützen und vor Zuzug zu bewahren wären. Ferner wurde bekannt gegeben, daß am 1. Mai Vormittags drei ösfent- liche Versammlungen, für welche die Säle bereits g-miethet seien, stattfinden werden und zwar im Saale dcvJNotddcutschen Brauerei, in den Sälen der Berliner Bock-Brauerei und in den Andreas- sälen(Andreasstraße, früher Keller, jetzt Joel) und zu rege» Agitation für diese aufgefordert. Mit einem dreifachen Hoch ans die Metallarbeiter-Bewegung schloß die Versammlung. Der Urrri,» gewerblicher Kitfaarbciirv ftir JoliatMis- ttzal und zlmgebiiiig hielt am Donnerstag, den 13. ds. Mts., Abends 6Vg Uhr, im Hermeberg'schen Lokale in Johannisthal eine Vereinsversammlung cid mit der Tagesordnung: 1. Der Kampf Ilms Dasein. Referent: Vorsitzender Fritz Mielenz in Johannis- thal. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. In seinem Vortrage wies Herr Mielenz nach, wie der Kampf«ms Dasein schon seit Ent- siehung der Erde geführt werde, wo sich schon die Elemente gegen- seitig bekämpften, berührte den Kampf ums Dasein im Pflanzen- und Thierreich, und ging hierauf zum Menschengeschlecht über. Hier unterzog Herr Mielenz den Kampf ums Dasein, den Mensch gegen Mensch, Gesellschaft gegen Gesellschaft und Völker gegen Völker führten, einer eingehenden besonderen Betrachtung, und schloß den interessanten Vortrag, dessen einzelne Details des weitgehenden Themas wegen hier nicht wiedergegeben werden können, mit der Bemerkung, daß, wenn es einst die Verhältniffe mit sich bringen werden, daß der Kampf um's Dasein nicht mehr so vernichtend geführt werde, sich auch der Frieden auf Erden einstellen ivird. Reicher Beifall lohnte dem Vortrage. In der Diskussion meldete sich Niemand zum Wort, jedenfalls um nicht den letzten Theil der Tagesordnung wegen Hercmnahung der Polizeistunde un- erledigt lassen zu müssen. Beim„Verschiedenen" brachte der Vor- sitzende die Unterstützung hilfsbedürftiger Vereinsgenossen in Vor- schlag und wurden nach' recht lebhaften Debatten 2 Genossen je 10 und 5 Genossen je 15 M. Unterstützung seitens der Versammlung bewilligt und in Summa von 95 M. sofort gezahlt. Schließlich beschloß die Versammlung, bei der Beerdigung von Vereins- genossen einen Widmungskranz am Grabe niederlegen zu lassen. und der Vorstand beauftragt, für jeden einzelnen Fall das Er- forderliche sofort zu veranlassen. Auch wurde aus Anlaß eines Spezialfalles eine recht rege Betheiligung bei der Beerdigung von Vereinsgenossen in Anregung gebracht und seitens der Ver- sammlung gutgeheißen. Stach Aufnahme neuer Mitglieder und Erledtgung einiger sachlichen Angelegenheiten wurde'die Sitzung um 8Va Uhr Abends geschloffen. Nächste Sitzung jedenfalls in Köpenick oder Treptow Ablage. Der Fachverein der Dapierarbeiteriniten und ver- wandter Kerufvgenosstnne» hielt am 12. d. M. in Bolzinann's Lokal seine Versammlung ab. Zuni ersten Punkte der Tages- ordnnng sprach Kollege Feldmann über: Die Stellungnahme der Arbeiterinnen zu der von den Arbeitern angestrebten Verkürzung der Arbeitszeit; und wurde von der Versammlung mit lautem Beifall belohnt. Redner wies auf die Schäden, ivelche eine zu lange Arbeitszeit für die Gesundheit und das Familienleben nach sich zieht, hin. Auch bleibe den Arbeiterinneu keine Zeit zu ihrer geistigen Ausbildung. Der jetzt herrschenden Ausbeutnna der weiblichen Arbeitskraft müßte endgültig ein Damm entgegen- gesetzt werden. Pflicht emer jeden Arbeiterin sei es daher, sich mit den Arbeitern solidarisch zu erklären und so gemeinsam eine Verkürzung der Arbeitszeit zu erzielen. An der Diskusston be- theiligten sich u. A. Frl. Habich, welche für einen Minimallohu vo» 15 Mark, Abschaffung der Akkordarbeit sowie der Ueber- stunden nnd Sonntagsarbeit eintrat, Frau Dallmann und Frau Greifenberg, sowie mehrere Kollegen. Folgende Resolution gelangte znr einstimmigen Annahme:„Die heutige Versamm- liing beschließt, für eine Verkürzung der Arbeitszeit auf 8 resp. 9 Stunden, einem Minimallohn von 15 M., Erhöhung der Akkordpreise um 83V3 pCt., sowie für Ueberstnnden 39Va pCl und Sonntagsarbeit 50 pCt. Zuschlag energisch einzutreten." Nachdem alle Punkte erledigt waren, schloß die Vorsitzende um 12Va Uhr die Versammlung. nächste Bersammlung findet am 26. d. Mts. im Könlgstadt-Kasino, Holzmarktstr. 72, statt. o«A"' �schl-r-Verei«(E. H. 89) hielt am Sonnabend, den 8- Marz m Sanssoucl" Herr Eugen Schirbcl einen Vortrag über die Alters- und Invalidenversicherung. Der Referent legte im Eingange seiner Rede die Gründe dar, denen die bisherias Sozialgesetzgebung ihre Entstehung verdankt und ,vic3 nach, daß die bisherigen, der sozialen Fürsorge gewidmeten Gesetze, obwohl sie in einigen Punkten eine Verbesserung des früheren Rechts- zustandes bedeuten, ,m Allgemeinen doch unvollkommener Natur wären und die Forderungen der werkthätigen Bevölkerung nicht befriedigen könnten Jede Sozialreform müßte eine mangelhafte bleiben, so lange (m" Aaatsleitung hierbei nicht von dem Einflüsse und den Wünschen der herrschenden Klassen befreit. Die Bourgeoisie, wie die aus derselben hervorgegangene Bureaukratie würde eine r i unm.wirksame Sozialgesetzgebung nicht zu Stande kommen lassen. Ver der Alters- und Invalidenversicherung habe e» der Staatsreglerung, die doch gewiß äußerst zurückhaltend auf sozialem Gebiet ist, große Anstrengungen gekostet, das Gesetz in firl1s\� �»ettoäfletten Gestalt im Reichstage durchzubringen. Jus die einzelnen Details des Gesetzes übergehend, bemängelte der Bortragende zunäckst die zu niedrige Bemessung der Rente. Selbst der Hochstbetrag der Invalidenrente erreicht nicht die Summe, die heute an erwerbsunfähige Familienhäupter mit mehreren Kindern in feimgen größeren städtischen Gemeinden an Armen- Unterstützung gezahlt wird. Die Versicheruugspflicht hätte sodann bedingungslos auf die kleinen selbstständigen Unternehmer, welche «in Jahreseinkommen von nicht mehr als 2000 Mark haben, aus- geoehnt werden müssen. Die Selbstversicherung, welche vorüber- ir r t,1,-.«, Mch af t tgunas l os gewordene Arbeiter, oder die zu einer Selbstständigkeit gelangten, eingehen könnten, biete denselben, trotzdem sie alle Kosten der Versicherung aus eigener Tasche be- zahlen mußten, gar keine Vergünstigung, weil sie nur in niederen Lohuklasse Beiträge zahlen dürfen und die eventuelle Rente deshalb karg ausfüllt. Der Nachweis der dauernden Erwerbsunfähigkeit, welcher zum Bezug der Invalidenrente berechtigt, ist außerdem an so schwere Be- dlngungen geknüpft, daß ein Versicherter thatsüchlich infolge auf- geriebener Arbeitskraft erwerbsunfähig sein kann, ohne Anspruch auf Rente zu erlangen. Die Altersversicherung ist überhaupt nur eine äußerliche Dekoration des Gesetzes ohne praktische Wirksam- Uü, weil nur sehr wenige Versicherte das 70. Lebensjahr über- schreiten werden. Nach einer weiteren Darlegung über die Bil- dung der �ohnklasse und die Berechnung des Jahresarbeitsver- dienstes eines Versicherten, die willkürlich und schablonenmäßig ge- handhabt werden kann, fetzte der Redner die Zusammensetzung vc. r,? le.an einem Beispiel auseinander, woraus hervorging, daß selbst der bestbezahlteste Arbeiter nach einer öOjährigcn Bei- lragsleistung niemals auch nur annähernd den Höchstbetrag der Rente zu erreichen vermag. Die ferneren Ausführungen des Refe- renten betrafen sodann die Quittungskarten, die Organisation der Aerjichcriingsanstalten und das Versahren bei Inanspruchnahme der Rente seitens der Versicherten. Die Kompetenz des Sieichs- Veruchmmgsaintes der Rechtsprechung sei geschmälert worden, weil das großkapitalistische Unternehmerthum Deutschlands in der cf- dieser Reichsbehörde eine Gefährdung seiner Interessen erblickt Verhältnißmäßig den besten Theil des Gesetzes bilden noch die uebergangsbestimnulngen desselben, nichtsdestoweniger aber wird die Alters- und Invalidenversicherung, wenn erst in Wirk- sanueit, weder auf Seiten der Arbeiter, noch auf Seiten der Unternehmer Befriedigung hervorrufen.— Am Schlüsse seines Reperats unterzog dann der Vortragende den Reichszuschuß einer •«1 Derselbe wird aufgebracht aus den Erträgnissen der rndirekten Steuern und Zölle, welche zum weitaus größten Theil Twn der großen Masse oer Versicherten selbst getragen werden. Was mithin das Reich an Zuschuß auf der einen Seite leiste, nehme e-, unter dem Titel der Lebensmittelzölle auf der anderen Seite wieder hinweg, so daß der Versicherte den Reichszuschuß aus eigener Tasche ersetzen muß. Alle 3 sozialpolitische» Gesetze inw Nicht derartig, die Arbeiter in ihrer Bestrebung, ihre Lage zu verbessern aufzuhalten und zu befriedigen, es sei denn, sie wären in der von der sozialdemokratischen Fraktion des Reichstages ein- gebrachten Form verwirklicht worden. Redner erntete für seinen elnstündigen lehrreichen Vortrag den Dank der gut besuchten Ver- sammlung und ist der Vortragende jedem Verein aufs Wärmste su. enspsthlen. Adresse zu erfahren durch C. König, Tischler, Gltschlnerftr. 84. Die Schrifthauer kamen am Dienstag Abend bei Domack, Johannisstraße 20, unter Vorsitz des Herrn Schmidt zusammen, um über eine eventuelle Lohnbewegung zu berathen. Herr Hoff- mann gab das Referat. Redner schilderte eingehend die wirth- schaftliche Lage der Kollegen, die schon im vorigen Jahre zu Mehrforderungen führte. Die Forderungen seien nicht auf allen Plätzen durchgeführt worden. Bis jetzt verdienten die Schrift- Hauer ca. 6 M. pro Tag. Die Forderungen lauteten: Die neun- stündige Arbeitszeit und eine Erhöhung der Akkordlöhne um 15 pCt.(25 Pf. pro Buchstaben in Granit(früher 23 Pf.) und 7 Pst für den Buchstaben in Marmor(bis jetzt 0 Pf.). Sie würden bei den neuen Löhnen etwa 7 M. pro Tag verdienen, was nicht zu hoch erscheint, wenn man bedenkt, daß die„Saison" in diesem Gewerbe kaum 3 Monate anhält. Ein Drittel der Ar- beitgeber, deren es 45 in Berlin giebt, zahlt schon jetzt den ge- forderten Lohn, bei den übrigen, so hofft Redner, werden die Forderungen ohne Streik zu erringen sein, da die Arbeit beginnt flott zu gehen und Arbeitskräfte gesucht sind. Die Mehrzahl der Meister begrüße eine Lohbeweguug mit Freuden, weil die „Schmutzkonknrrenz" durch einheitliche Löhne lahm gelegt würde. Außerdem soll die Mehrforderung den Meistern als Grund für eine dringend gewünschte Aufbesserung der Preise, welche das Publikum für Grabdenkmäler zahlt, dienen. Die Meister selbst würden sehr durch die Todtengräber ge- drückt, welche Aufträge vom Publikum übernehmen und bei der �Überweisung der Arbeiten an den Fabrikanten tüchtig verdienen wollen. Die Versammelten faßten schließlich den Beschluß, von einer Lohnerhöhung in diesem Jahre Abstand zunehmen, dagegen dafiir zu sorgen, daß die Löhne für Schristhauer-Arbeiten, die im vorigen Jahre gefordert und auch zum Theil bezahlt wurden, in diesem Jahre auf allen Plätzen bezahlt werden. Die Lohn- bewegung umfaßt etwa 60 Mann, von denen 60 organisirt sind. Die Ma»»der-Nerfamml«ng der in die Lohnbewegung getretenen Gärtnergehilfe», welche der Fachverein am Montag, den 17. d. Mts., in Stralau anberaumt hatte, um den im Osten Berlins sowie in den östlichen Vororten beschäftigten Gehilsen Belehrung und Anschluß zur Lohnbewegung zu bieten, fand unter guter Betheiligung der Gehülfenschaft am späten Abend im großen Saale der Gräflich Reischach'schen Brauerei statt. Mit einer kurzen, kernigen Ansprache eröffnete der Fach- vereins-Vorsitzende Gehilfe Büchner die Versammlung, welche dann in eine lebhafte Diskussion über die zum Theil jeder Be- schreibung spottende Behandlung, Unterbringung und Beköstigung von Gehülfen bei den reichen und berühmten Gärtnereibesitzern des Ostens trat. Einige Fälle, die dort zur Erörterung gelangten, klangen geradezu unglaublich. So hieß es: bei einem Gärtner vor dem Stralauer Thor 25 hätten fünf Gehülfen einen dürftigen Schlasraum von 2 rn 45 cm Höhe, 5 m 84 cm Länge und 4 m 10 cm Breite; bei einen» zweiten Gärtnereibesitzer ist Gehilfen ein so beschränkter Schlasraum über dem Pferdestall angeiviesen, daß je 3 Betten übereinander stehen müsten; bei einem dritten schneete es letzthin in die Betten, weil das Dach eine undichte Llike hatte und die Gehilsen in einer leicht mit Brettern beschlagenen Bodenkammer schlafen mußten. Seitens der Prinzipale, welche etiva zwölf Köpfe stark der Versammlung beiwohnten und wiederholt aufgefordert»vurdeu, sich zu ver- theidigen, ergriff keiner das Wort. Gehilfe Weiß wandte sich sogar direkt an die Prinzipale und führte denselben verschiedene, die Empörung ihrer Gehilfenschast herausfordernde Fälle von chlechter Behandlung und Bezahlung vor, ja, er stellte ihnen ögar in Aussicht, daß man denjenigen Herren,»velche sich auf der „Allgemeinen Gartenbau- Ausstellung" um Auszeichnungen be- werben und sie erlangen werden, daheim aber»n schlechter Behandlung ihrer Arbeitskräfte Großes leiste»», ihr Sündenregister in den Zeitungen vorhalten»vird, damit Publikuin und Regierung die Kehrseite der Medaille kennen lernen. In der Versammlung kamen ferner mehrere große Gärtnerfirmen zur Verlesung, die auf die der Lohnbeivegui»g zu Grunde liegenden Forderungen der Gehilfen bereits eingegangen sind, aber auch solche, die die Ge- Hilfen und ihre Bewegung verhöhnen. Nachdem Gehilfe Abro- m e i t dann noch eine Aufmunterung zur Lohnbewegung an die Versammlung gerichtet, faßte dieselbe folgende Resolution:„Die heute in der Reischach'fche»» Brauerei zu Stralau tagende Ver- samiillung der Gärtnergehilfen von Stralau und Umgegend schließt sich den Forderungen der Gärtner Berlins und Umgebung an und beschließt, ebenfalls am 1. April die Arbeit niederzulegen, Ivo ihnen die Forderungen nicht bewilligt werden. Um 11V» Uhr erst trennte sich die Versammlung, welche ohne jede polizeiliche Ueber- wachung ordnungsmäßig verlaufen war. gvtie Uereinigmlg der Graveure und Ziseleure. Die „Freie Vereinigung der Graveure, Ziseleure und verivandt. Be- rufsgenossen" hielt am 17. d. M. eine ihrer regelmäßigen Mit- zliederversammlungen mit folgender Tagesordnung ab: 1. Ge- chäftliches. 2. Vereinsangelegenheit(Werkstattangelegenheit). 3. Verschiedenes und Bibliothek. Nachdem zum 1. Punkt das Protokoll verlesen und die neu aufgenommenen Mitglieder be- kannt gemacht waren,»vurde noch auf die am 26. März in Feuerstein's Salon, stattfindende öffentliche Versamnilung auf- inerksam gemacht, in welcher Herr Dupong über„Nutzen und "iveck einer Organisation" referiren wird. Aunahme fand der unter verschiedenes gestellte Antrag, das Arbeits-Nachiveisebureau nach dem Vereinslokal zu verlegen und 14 Mitglieder»n dies Bureau zu wählen; so auch der Antrag, eine aus drei Personen bestehende Unterrichtskommission zu»vählen. Unter Werkstattangelegenheiten speziell»vurde die Arbeiterordnung des Herrn Kelch(Erfurt), »velche, wie alle anderen, die Arbeitersreundlichkeit der Herren Fabrikanten kennzeichnet, gebührend kritlsirt. Eine lebhafte Dis- kussion entspann sich über den, von den Hamburger Kollegen, ge- stellten Antrag, einen Verband der Graveure und Ziseleure zu bilden und zog es die Versammlung vor, diesen Punkt in der öffentlichen Versammlung eingehender zu erörtern. Nachdem noch an den, in der vorigen Versammlung gefaßten Beschluß, keine Hüte ohne Arbeiter-Kontrollmarke zu kaufen und an die Aus- füllung der Fragebogen, Zwecks der Statistik, erinnert»vorden, machte das Verguügungskomitee noch auf das am 19. April statt- sindende Stiftungsfest, und im Dresdener Garten am Sonnabend stattfindende gesellige Beisammensein aufmerksam. Hierauf Schluß der Sitzung 12 Uhr. • Groß« öffentlich« U«»N>»«nlu»g nU«r Arbeiter und Arbeiterinnen der Krbastebranch« Donnerstag, den 20, d. M., Abend! 8»Ihr, bei Neuer, Alte Jalobstr. 88. Tagesordnung: i. Stellungnahnie ju den Werlstellen, welche noch nicht bewilligt haben. 2. Distusston. 3. Aerschtedenes. Kail, verein der Strindriuieer«nd Kithographe». Versammlung am Donnerstag, den 20. März, Abend» 8% Uhr, in Jordan'» Salon, Neue Grün- straße 28. Tagesordnung: 1. Vorlag des Kollegen Retnh. Schöpte über: „Weltschöpfung und Weltuntergang".». Dislussion.». Verschiedenes und '-■-- neuer Mitglieder. Kollegen, laben, werben ersucht, die» Uin recht zahlreiche» Erscheinen wird �ragetasien.~ Gäste haben Zutritt. Ausnahme »velche noch Billet» vom Winterfest abzurechincn haben in der Versammlung zu bewerkstelligen. ersucht. Vereinigung der Drechsler, OrtSvenvaltung II(Stockbranche). Mit- alled-rversainmlung am Sonntag, den 23. März, Vormittag» 11 Uhr, in Schefser'S Salon, Jnselftraße lo. Tagesordnung: l. Aeschästliche». 2. Antrag de» Vorstandes, betr. Entschädigung der Vorstandsnitlgltedcr. 3. Neu- wähl de» Vorstands», der RechtSschuh-Kommisswn und des VergnügungS- komitees.».Gewerkschaftliches. 6. Verschiedenes und Fragekaste neuer Mitglieder. Der ArbeitSvermittelüng' geschieht sür Mitglieder und NtchtmilgUeder Tie Adrefsenausgabe erfolgt alle Abend von 8—3 Uf)t(auper Sonntags von 0— 11 Uhr Vormittags._„„„«na Mionet' rnf..,., Abends gesangverein„Lätitta" Abends 0 Uhr in Vettin's Renaurau., j — Gesangverein„Bretzelschlust" Abends 8% Uhr im Restaurant � � � nickerstrasts»oo.— Männergesangverein„Nordstern RbendS � glseff Restaurant Pohl, Müllerstr. 7.— Echäser'scher„GeftmgDW �angverei» Abends 9 Uhr bei Wolf u. Krüger, Slalitzerstr.»28. üJloiiner' „Blüthenkranz" Abends 0 Uhr im Restaurant Brandenburgstr.°�,.aubberger' gesangverein„Alexander" Abends 9 Uhr im Restaurant Rose,«o- straste 3.— Männergesangverein„Firmitas" bei Kinner, Kopnl �(jefaffl' Gesangverein„Männerchor St. Urban" Abends 9 Uhr Annensir.« ,„agvere>» verein„Deutsche Liedertafel" Abends 9 Uhr liöpnickerstr.»00.—.„„- „Norddeutsche Schleife" Abends von 9 bis 11 Uhr, Mlch-°u-rm Männergesangverein„Sangesfreunde" Abends 9 bis 11 Uhr, gra"! g Uhr hallen(jirüaer). Große Frankfurterstr. 102.—„Brunonia R.�hatde Usbungsstunde bei Lchinann, Alexandrincnstr. 32,— Turnverein ,,v sL-hrltnaSabthetlung) Abends s Uhr Diessenbachstr."wuschen Tu«' genossenschast"(7. Ährlingsabthetlung, Abends 8 Uhr w der stadmai- Halle, Vriherstr. 17— 18-— desgl. 6. Männerabtheilung Abend»-Mmur- städtischen Turnhalle, Gubenerür. si.— Lübeck'scher Turnverev Abtheilungl Abends 8 Uhr Eltsabethstr. 57-88.- Allgemeiner 2t Stenographenverstn, Abtheilung ,,Loutsenstadt", Avends». �verein Restaurant Preutz, Oranienstraße 5».— Arends'scher Steno g „Phalanx" Abends 8% Uhr im Restaurant„ZumBuckowsr Garten, � � in straße 9.— Deutscher Verein Arends'scher Stenographen Abend ziene- Heidt's Restaurant, Koppenstr. 75, Unterricht und Ucbung.—»e„��rich' araphen-Vcret» iSisftem Arends) Abends 9 Uhr im Restauran R 9 ghr, straße 208.— Stolze'scher Stenoaraphcnverein„Nord-Berlin Ave g, Schlegelstr. 44.— Verein der„Naturfreunde" AbendS 9 Uhr int egntj- Wicnersir. ss.— Verein der Unruhstädter Abends 8% Ühr UN.�, scher stadt-Kasino", Holzinarktstr. 72.— Verein ehemaliger F. W. RN n' Schüler am l. und 3. Donnerstag jeden Monats im Gafe Swut, � im bergerstr. 78 Abends 8 Uhr.— Rauchklub„Kernspihe" Abend", 5� 9»M Restaurant Böhl, Rüdersdorferstr. 8.— Rauchtluh„Arcona Ave bei ZipltnSti, Reichenbergsrstr. 71.- Rauchklub„Deztinalwaage. 9 Uhr im Reftauranl Lock, Krautsstr. 48.— Rauchklub ,>V°bwari» �- 9 Uhr beim Herrn» Tempel, Restaurant„Zum Ambos", Orani«»' „Orientalischer Rauchklub" Abends 9 Uhr im Restaurant Wtecheri, c«!»»- straße 8.— Rauchklub„Krumme Piepe" Abends 9 Uhr Langestr. 7 ei. dors.— Rauchklub„Collegia" Abends 9 Uhr bei Thiemermann, Siatü�� — Privat-Theatergesellschast„Adlerschwinge" Sit bei Träger.— Musikveretn„Vorwärts" Uebung Fischerstr.MW" AbendS 9,___„____ ZN_______ nähme»euer Mitglieder.— Verein ehemaliger Schüler Schule AbendS 9% Uhr Holzinarktstr. 72, ■— Abends von 9 b�aell"" tr. 41. Neue Mitglieder erwünscht.— Vergnügungsverein ,u5 Ws- 9% Uhr Sitzung Ftdelita» Jnvaltdenstr.»38. Gäste willkommen � neuer Mttaliedcr.— Verein ebemaliaer Schüler der 23. 2» Dejckeslhen. (Wölfls'» Trlegvaph«»»-Kuvea»«.1 Sraitttschivrig, 19. März. Dem„Tageblatt" e ist vrd- gestern in den Braunkohlengruben„Prinz Wilhelm' und',- � schacht" bei Frellstedt, durch fremde Arbeiter veranlaß, Ausstand ausgebrochen, welchem sich jedoch jncht m �et Ausstand ausgebrochen, welchem sich zevoch n»-,» heimischen Arbeiter angeschlossen haben. Die Ruhe lsi nicht gestört. Der Vorsicht wegen sind 20 Gendarmen hmfe worden. Kriefltasten der Redaktion. 4, Bei Aufragen bitten wir die AbonnementS-Quitiung betzufügen. Antwort wird nicht erthctlt.,..üi A. H. 3000. Die Kündigung war zwar an sich"w) neI, lässig. Wenn aber die Wirthin dieselbe ausdrücklich angeno hat, so kann sie ihre Einwilligung nicht nachträglich rufen..... « S. 80. Das gesetzlich höchste Strafmaß»st,» - 3%*? , Verdes Gefängnlß. Der Betreffende kann trotzdem noch Soldat"Vm K. K. SO. Sie können»veder die Aushebung Jhtts M. g kontraktes noch eine Entschädigung verlangen. Das Veftpr, des Vizeivirths, kein Konkurrenzgeschäft aufzunehmen, enlv weil nur mündlich abgegeben, der Rechtsgiltigkeit. z-Z D. K. Streik. Sie müssen die einmal übernommene fertigstellen und zwar innerhalb der dafür angemessenen„ Wenn Sie nur einen Theil der Arbeit liefern, so kann JlMN Ihrem verdienten Lohn so viel abgezogen werden, als t, Arbeitgeber durch NichtUeferrnig des Restes Schaden wachsen ist.„.'.„c D. Dttljlte, Mari«l»bnrgerstr. Inserat Blochwitz, G5 Weg 104, nur ein Mal aufgegeben; Grüner Weg 14 war» fehler, daher u>, giltig. ach Abon>»el»t Heil. Masserthorstraße. Bemühen Sse' wegen des Sonntagsblattes nach unserer Expedition, öim straße 44, gie |t.|l. Simcaliltr. 1. Die Geburtsurkunde erhalten. auf Verlangen vom Standesbeamten zurück. 2. Freilich m1 eine strafbare Beleidigung..»ch H. H. 57. Sie sind an den Akkordpreis gebunden, wem» Sie bei demselben nicht so viel verdienen,»vie im Loy- � F. G., Nirdorfl. Ihre Kündigung ist verspätet. Es' � stets von den Gerichten angenommen, daß ein auf ein JarnQ,.«, 1. April ab geschlossener Miethskontrakt ain 81. März abl � selbst wenn in demselben ungenau gesagt ist, von» 1. Apru l. April. Sie mußten daher spätestens am 81. ffiezei» kündigen....„»l. Friekenstr. Sx. Wenden Sie sich an die Lokalkomnus!. Im Uebrigen thun Sie gut, in Ihren Bekanntenkreisen gegen saubere», Burschen zu agitiren. ßl-lrt? S. Sie sind an eine 14tägige, jeden Tag zulässige K diguug gebunden. Eine Mette. Im Jahre 1869. Ach VMmslmlW sür Köpemck und Umgegend Freitag Abend 8 Uhr bei S c h e e r, Rüdowerstrasse. s-Ordnung: Tage: 1. Die Bedeutung des Achtstundentages. 2. Diskusston; Verschiedenes. Der Einberufer. 245 Grosse öffentliche Versammlung sämmtlicher in der Wirkerbranche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinneu am Freitag, den 81. März, Abends 8V2 Uhr. im BShmischen Brauhause(kleiner Saal), Landsberger-Allee 11—13. Tages-Ordnung: 1. Wie verhalten sich die in der Wirkerbranche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen gegenüber den zum Frühjahr gestellten Lohnforderilngen? 2. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Zu dieser Versammlung sind alle in der Wirkerbranche beschäftigten Ar- beiter und Arbeiterinnen eingeladen.[236] Der Einberufer. Gr. öfftl. Nersamminng der Cartonarbelter am Donnerstag, den 20. d. Mts., Abends 8'/- Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75. Tagesordnung: Unsere Achtstunden-Bewegung. Ref. Kollege Thamm. Diskussion und Verschiedenes. 209 Zu dieser Versammlung sind die Herren Arbeitgeber eingeladen. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Um recht zahlreiches Erscheinen bittet Der EinKernfer. Verein der Former! Kranken- u. Sterbe-Unterstützungskasse(?äK eU Sonnabend, den SS. Mär», in Heizdrlch's Festjale, Henthjtraffe 80, Abends 8 Uhr: 27. Stiftungsfest(Wiener Maskenball). Billets k 50 Pf, sind beim ersten Vorsitzenden A. M ewes, Schönlein- straße 21, ferner bei E. Krüger, Friedenstraße 81, und R. Steinmetz, Pankstraße 14a, zu haben. Btlletverkauf an der Kasse findet nicht statt. 230 Da» Komitee. Allen Männern i>er Arbeit empfehle eine gute Meiste u. Kairisch- Kirr. Außerdem mache darauf auf- merksam, daß das Magdeburger Wahl- resultat heute Abend am frühesten bei mir zu erfahren»st. 251 M. Kangk, Wemstr. 22. Control-Marken-Hnte, ganz besonders meine selbst fabrizirten Eylmderhüte, empfiehlt z. soliden Preisen Hermann Haase, Jnvaltdenstr. 189. 221 Gefärbt von 2 M, 50 Pf. an in allen Farben: Damenkleider,-Mäntel, Herren-Ueber- zieher,-Röcke ganz oder getrennt. Eben- falls sämmtl. Garderoben chemisch ge- reinigt, Herren- Anzüge reinigen und bügeln 2,50 M. R. Knapp, Färbermeister, 123] Horttzstrasse 10. : Geselliger Gesangverein wünscht stimmbegabte Damen u. Herren als Mitglieder aufzunehmen. Don- nerstags: Gemischter Chor, Montags: Männerchor, Abends von 9— 11, Frank- furterstr. 47, v. I l. Herren sind nicht verpflichtet beiden Chören anzuge- hören. Gäste willkommen. 260 Koreinszimmor zu vergeben 252 Bärwaldftr. 14, bei Kownick. Kophavezuae-Reste, 3V2— 15 Meter, unterin Kostenpreis Fabriklager Zimmerstrasse 86, H. prt Das gr. Lager Berlins. ♦ Andrea» str. 83, Rixdorf, Prinz Handjerystr. 49, Ecke Falkstr,, frenndl. Vorderwohnungen (Stube u. Küche. Kloset, Wasserleitung) 60—70 Thlr.[216 Die besten und billigsten Cigarren sind zu haben Lübeckerstr. 42. 106 Ringschiffch.-Masch. vk. Lock, Thaerstt� Mn»nöblirtes Zimmer für 1£ � 2 Herren ist hei einem Parte>0 nassen(Invalide) zu verm�'v Adalbertstr, 5, vorn III. Bildhauer, h. Lohn, verlangt, Kohl, Friedrichsbergerstr. 13,_£>- os t t»2..„ifüer dsi E. tücht. f. Rockarbeiter außer o Hause, soiviee.Tagschnrider i.d.Na� sucht V. Maschmeyer, Köthenerstr�-- IMjtiflc ChromlithiigWliell verlangt 254 J.DMiesler, Louisen- Ufer 44� verlangt 253 j. Miesler, Louisen- Ufer 44�, vert. I. Mädchen z. Gänge besorgen OL Rudolf Worb s. 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