Ztr. 71. Dienstag, den 35. März 1890. V. Jahrg. Organ für die Interessen der Arbeiter. Das„Berliuer Nolksblatt" ttscheint- täglich Morgens mchcr nach Sonn- und Festtagen. AboniicmcntSprciS für Berlin frei m's Haus vierteljährlich 3,30 Mark, monatlich 1,10 Mark, wöchentlich 28 Pf. Einzelne Nummer S Pf. Sonntags-Nummer mit dein„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Postabonnement 3,30 Mark pro Quartal. v(Eingetragen in der PostzeitungSpreisliste für 1890 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) «mter Kreuzband, täglich durch die Expedition, für Deutschland und Ocsteneich-Ungarn 3 Mark» für daS übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Jnsertionsgebühr beträgt für die 5 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins« und VersannnlungS- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmerstrabe 44, sowie von allen Annoncen-Burcaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. 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In den ausländischen Blättern wird lebhaft erörtert, vb durch die Abdankung des Fürsten Bismarck und Nunmehrigen Herzogs von Lauenburg der europäische Friede erschüttert sei. Man könnte darauf hinweisen, daß der Sohn des ehemaligen Reichskanzlers das Portefeuille der auswärtigen Angelegenheiten vorläufig noch hat und daß er ohne Zweifel die Beziehungen Deutschlands zu den übrigen Ländern entsprechend den Rathschlägen seines Vaters pflegen wird. Man weiß auch zur Genüge, wie die„Stimmen der ausländischen Presse" gemacht werden. Hier in Berlin hat sich eine Art ..Rattenkönig von offiziösen Journalisten gebildet; diese .Leute pflegen sich ihre Informationen auf gewissen Bureaus zu holen, wo ihnen ein Stichwort gegeben wird,„wie den Feldwebeln die Parole", und dann schreiben sie hinaus Feuillekon. Nachdruck verdaten.) 1 [16 Der Mord auf dem Kalle. Aus dem Leben einer Kreisstadt. Von I. S. P a n o w. — Nachdem ich das Verbrechen vollbracht, verbarg ich wich in der Garderobe und kam zu der Ermordeten heraus, als sich dort schon eine Masse Menschen angesammelt hatte. Ich dachte, jedem Verdacht zu entgehen.... als ich aber die Ermordete erblickte, vermochte ich es nicht zu ertragen Und verlor die Besinnung. — Aber wie haben Sie sie ermordet? Wie kam es, daß Sie. Ihr Kleid nicht mit Blut befleckten?, — Sitz tanzte im Saale und ich blieb in der Garderobe, neben ihrem Schlafzimmer. Mehrmals ging ich ans dm Korridor hinaus, um zu sehen, ob man nicht das Fenster öffne, wie dies während des Tanzes zur Auffrischung der Luft stets geschah. Endlich öffnete ein Diener das Fenster.»> Er bemerkte mich nicht... Ich stand hinter der Ecke... Er ging fort... In den angrenzenden Zimmern war niemand. Ich trat zun: Fenster und hustete.., das war das verabredete Zeichen... Jtschalow stieg auf der Leiter vom Dache herab, blieb dem Fenster gegenüber stehen und gab mir den Brief, der sich in Ihren Händen befindet. Nachdem ich den Brief in Empfang ge- nommen, sagte ich zu ihm:„Warten Sie! Nehmen Sie sich nur in Acht, daß Sie nicht irgend jemand bemerkt!"... Und dann ging ich in die Garderobe... nach London und Paris, nach Wien, Petersburg und Rom. Was sie dahin schreiben, wird dann von der „Norddeutschen Allgemeinen" und ihrem Geschwister als „beachtenswerthe Stimmen des Auslan des" reproduzirt. Wir sind der Meinung, daß in diesem Augenblick der europäische Friede so viel und so wenig gesichert ist wie zuvor und daß der Rück- tritt des Reichskanzlers daran gar nichts ändert. Vielleicht aber wird an der äußeren Politik jener nervöse Zug verschwinden, welcher so oft an derselben sichtbar gewesen ist. Wir haben dabei jene bekannte P a ß m a ß r e g e l an der Grenze von Elsaß Lothringen in erster Linie im Auge, für deren Ein führung und in den thatsächlichen Verhältnissen und in den Beziehungen zu Frankreich keine Begründung enthalten zu sein scheint. Die Betheiligung an der französischen W e l t a u s st e l l u n g ist von Deutschland abgelehnt worden; mit der neuen Wendung in der deutschen Politik ist an die Franzosen eine freundliche Einladung zur Vc theiligung an der Berliner Konferenz ergangen und die Franzosen waren auch so vernünftig, sie anzu- nehmen* Es läßt sich also annehmen, daß die Beziehungen der deutschen und französischen regierenden Kreise eher freundlicher denn kälter geworden sind. Wir wollen nur aufrichtig wünschen, daß die erregte Stimmung, die man« mal hüben wie drüben von der Presse künstlich gemacht wird, bald ganz verschwinde und daß sich der Boden ebne für freundliche Beziehungen der beiden Völker, denn die Chauvinisten sind hüben wie drüben nur eine kleine Minder heit und offiziöse Blätter sind in Berlin so wenig wie in Paris die Stimme der Nation. Derselbe nervöse Zug war auch bei der bekannten Wohlgemuth-Affäre sichtbar. Möchte man heute nicht hellauf lachen, wenn man an die„Entrüstung'" denkt, in die sich nationalliberale und konservative Blätter hineingearbeitet hatten? Auch in der Schweiz gab es Leute, welche die Sache sehr tra- gisch nahmen und den Polizeiinspektor Wohlgemuth schon als den Ausgangspunkt eines europäischen Krieges W trachteten. Wer denkt heute noch daran? Während Bis marck der Vater energische Noten an die Schweiz richten ließ, sagte Bismarck der Sohn bald darauf im Parlament, daß die Beziehungen Deutschlands zu der Schweiz die besten von der Welt seien, gerade als wäre nie ein Wohl- gemuth-Fall dagewesen. Man hätte sich also nicht zu er- Hitzen brauchen. Die russische Gefahr ist immer dieselbe. Aber solange die Russen kein Geld haben, werden sie nicht an- greifen können, und auch für die Leute, die nun an die — Sie wollten diesen Brief Fräulein Nuslanow zu- werfen? — Nein. Gedulden Sie sich. Es ist entsetzlich!... Ich erwartete die Ankunft Helenen»,.. Bald vernahm ich ihre Schritte. Sie trat in ihr Zimmer, das sein Licht durch ein Glasdach erhält. Ich ging in den Korridor und stand zwischen dem offenen Fenster, das nach dem Garten und jenem, das nach dem Zimmer ging. Helene saß, den Rücken mir zugewendet, auf dem Sopha... — Woher wußten Sie, daß sie bestimmt zu dieser Zeit kommen werde? S— Ich hatte sie vor dem Walzer selbst gebeten, in dieses Zimmer zu kommen, unter dem Vorwand, daß ich ihr ein Gehcimniß»ntzntheilen habe. Ich bat sie, gerade während des Tanzes zu kommen. — Wieso bemerkte sie Jtschalow nicht? — Er war ans der Leiter emporgestiegen. — Nun, mein Fräulein...? — Ich zog daraus das Rasirmesser hervor..» — Woher? — Aus der Tasche. Ich klappte eS auf, und indem ich die Hand durch das Fenster steckte, versetzte ich ihr einige Streiche ins Gesicht und auf den Nacken.,. Sie schrie auf. Ich riß das Diadem von ihrem Kopfe, und nachdem ich es nnt dem Messer durch das Fenster in den Garten geworfen hatte, verbarg ich mich in der Garderobe. — Das Rasirmesser reichte Ihnen Jtschalow? — Nein, ich brachte es mit. — Weshalb war also Jtschalow da? — Um mir den Brief zu übergeben. — Aber dieser war von Ihnen selbst geschrieben? — Ja. Stelle des Fürsten Bismarck treten, wird es nicht gar schwierig sein, zu verhindern, daß die russischen Papiere noch weiter auf dem deutschen Geldmarkt an den Mann gebracht werden. Wenn sich die Meinung als richtig erweist, was allerdings dahinsteht, daß die Berufung der komman« direnden Generale nach Berlin der Frage gegolten habe, ob man nicht dasSeptennat abschaffen und bei der Infanterie eine event. zweijähr ig ePräsenzzeit einführen wolle, so kann man daraus mit aller Sicherheit schließen, daß man auch in den höheren Regionen den Frieden hier in diesem Augenblick nicht gefährdet erachtet. Wir müssen leider auch der traurigen Ueberzeugung Raum geben, daß die Zukunft Europas große und verheerende Kriege in ihrem Schooße birgt und daß gewisse Zusammen- stöße zwischen dem Osten und dem Westen mit der Zeit unvermeidlich werden. Aber wenn sich eine Regierung in diesem Augenblick entschließt, eine Aenderung im Heer- wesen zu berathen, welche grundlegend genannt wer« den kann, so muß sie in diesem Moment wenigstens und auf einige Zeit hinaus den Frieden für gesichert halten. Die Abschaffung des Septennats wäre indessen ein neuer Keulenschlag für die fürtrefflicheu Herren Kartellbrüder. Wenn das Septennat jetzt nicht nothwendig ist, sg war es 1887 auch nicht nothwendig, und die Herren Miguel und Genossen, die erst kürzlich noch die angebliche Kriegsgefahr von 1887 für eine ernste und thatsächliche erklärt haben, würden auf diese Weise mit einem Dementi beehrt, wie es vernichtender gar nicht gedacht werden kann. Im übrigen mag bei den National- liberalen Trauer genug sein, denn ihr großer Staatsmann, Herr von Bennigsen, ist gar nicht einmal genannt worden, als es sich um die Nachfolgeschaft im Reichs- kanzleramt handelte. Der europäische Frieds stand und steht nicht auf zwei Augen, sondern hängt von hundert Umständen ab. Bei dieser Gelegenheit wünschen wir nur, es möge endlich das Treiben einer gewissen Presse aufhören, die es sich zur Ausgabe macht, die Bevölkerung ab und zu mit kriegerischen Alarm-Artikeln in Aufregung zu bringen. Man denke aip gewisse Artikel(„Aus des Messers Schneide" u. f. w.) und an ihre Wirkungen. Auch der Rücktritt des Kanzlers wird nun von gewissen Blättern und gewissen Korrespondenten ausländischer Blätter wieder zu solchen Stilübungen benutzt. Wir wissen wöhl, daß Zeitungsartikel die europäische Situation nicht beeinflussen; aber wir halten es für em gemeingefährliches Treiben, wenn eine Preßkoterie jede Ge- legenheit ergreift, die Ereignisse in solcher Art auszu- schlachten, nur um den Lesern„sensattonale" Artikel auf- — Warum konnten Sie ihn nicht selbst mitbringen? Fräulein Bobrow wollte etwas entgegnen, doch sie hielt inne. Es war zu merken, daß sie wieder schwankend wurde und daß sie bereit sei, noch einmal die Richtung ihrer Aussagen zu ändern. In der Absicht, dem vorzubeugen, stellte ich mich, als lege ich dieser Frage keine besondere Bedeutung bei, und frug sie: — Wie kam Jtschalow dazu, bei Nacht auf das Dach eines fremden Hauses zu steigen und auf einer Leiter herum zu klettern, blas um Ihnen einen Brief zu übergeben? Man konnte ihn bemerken, ihn abfassen, und auf jeden Fall stand ihm eine große Verantwortung bevor. Indem sie meinem Blick auswich und die Augen zu Boden senkte, erwiderte Fräulein Bobrow: — Jtschalow liebte mich; das benutzte ich. Er hätte für nnch alles gethan. Ich theilte ihm nicht mit, weshalb es mir darauf ankam, daß er mir den Brief überreichte... ich sagte ihm blos, daß ich ihn darum bitte, daß es für mich von großer Wichtigkeit sei. Ich war überzeugt, daß er es thun werde... und er hat es gethan. — Weshalb brauchten Sie die Gegenwart Jtscha- lows? Fräulein Bobrow schwieg eine Minute und sagte dann: — Vermögen Sie denn[so schwer zu rathen, daß man Ihnen alles aufklären muß? — Ich bin verpflichtet, Sie nach allem zu fragen... — Nach allem?... Nun, meinetwegen!.... Ich dachte, man werde Jtschalow sofort bemerken und der Verdacht auf ihn fallen, nicht ans mich. Ich atbmete auf bei diesem Bek/'nntnifi tischen zu können. Damit ist der öffentliche Friede schon so sehr gefährdet worden, daß man jetzt wirklich genug daran haben kann. Mas soll am 1. Mai geschehen? In Bezug auf den vorgestern von uns abgedruckten Aufruf geht uns auS Fraktionskrcisen folgende Zuschrift zu: „Der von Seiten einer Anzahl Berliner Genossen vsröffent lichte Aufruf:„Was soll am 1. Mai geschehen?" legt die Frage nahe: wie stellt sich die Fraktion, als die Leiterin der Partei, zur Demonstration am 1. Mai? Darauf ist zu erwidern, daß die Fraktion des verflossenen Reichstages noch vor ihrem Auseinandergehen beschloß, diese Angelegenheit der neuzuwählenden Fraktion zur Regelung zu überlassen. Entsprechend diesem Beschluß besteht bei dein Zentral- Wahlkomitee der Partei die Absicht, die Sache unmittelbar nach Zusammentritt des jetzt gewühlten Reichstags in der ersten Fraktionssitzung zur Entscheidung zu bringen. Sache der Fraktion ist es alsdann mit ihren Beschlüssen vor die deutsche Arbeiterschaft zu treten. Das Vorgehen der betreffenden Berliner Genossen greift in diesen Plan bis zu einem gewissen Grade störend ein. Man hat es auch von jener Seite nicht einmal der Mühe Werth be- funden anzufragen, ob seitens der Parteileitung die Absicht bestehe, mit einein Schritte in Bezug auf den ersten Mai vor die Oeffentlichkeit zu treten. Dieses selbstständige Vorgehen eines Theiles der Berliner Ge- nassen in einer für die ganze Partei und die gesaminte deutsche Arbeiterklasse so hochwichtigen Frage hat in weiteren Parteikreisen unangenehm berührt. Es lag gewiß gar kein Grund vor, in dieser Frage schon jetzt mit einem Ausruf vorzugehen, da der Reichstag aller Wahrscheinlichkeit nach so frühzeitig einberufen wird, daß die Fraktion hinlänglich Zeit hatte, sich schlüssig zu machen und mit einem Aufruf an die deutsche Arbeiterschaft hervorzu- treten, der alsdann ein ganz anderes Gewicht hatte, als jener eines Theiles der Berliner Genossen. Außerdem ist gerade in der vorliegenden Frage wohlerwogenes, planmäßiges und einniüthiges Vorgehen geboten. Wir können unseren Parteigenossen nur enipfehlen, nicht eher Schritte in dieser Angelegenheit zu thun, bis die Fraktion, als die Vertreterin der Partei, gesprochen hat. Außerdem soll nach dem Beschluß des internationalen Arbeiter- Kongresses zu Paris die Agitation für den Achtstundentag in der ganzen Kulturwelt gleichzeitig erst am 1. Mai beginnen." polifiTiric«eberfirhk. Hei der gestrigen Uachwahl im ersten Wahlkreise er- hielten Schulz(Soz.) Alex. Meyer Zeidlcr(kons.) 2767 5752 2250 Gewählt ist der freisinnige Alexander Meyer. Meitere Veränderungen im preußischen Ministerium und im Rcichsdienste sind, wie es heißt, noch bevorstehend. �Einfach die Schwierigkeit der SteNenbesetzung und die Ab- ficht, in einer schwierigen Situation nicht zu viele Berände- rungen auf einnial vorzunehmen, verzögert die Ausführung des bestimmt Geplanten. Nencrdinas heißt es auch, der landwirthschastliche Minister v. Lucms werde zurücktreten; als Nachfolger des Ministers v. Maybach wird General v. d. Goltz genannt. Zu dru ausschweifende» Gerüchten über die neueAera, die jetzt wiederholt die„Abrüstung" in Aussicht stellen, bemerkt die„Pall Mall Gaz." mit gutem Humor: „Heute sagt man uns, daß der Kaiser das Septennat aus- heben, daß er die bestehende Armee abschaffen will und sich mit Jules Simon über die Abtretung Elsaü-Lothringens berathen hat. Morgen wird man uns ohne Zweifel feierlich versichern, daß er den Rhein neutralisiren und einen Kongreß einberufen will, um zu erwägen, wie das Deutsche Reich sich am besten in eine Föderativ-ßtepublik verwandeln läßt." Die offiziöse««Hedem von dynastischem Gifer über- fliekrnden Grgane des früheren Reichskanzlers scheinen nicht übel Lust zu verspüren, den Kampf gegen den Kaiser aufzunehmen. Sie bemerkte es und senkte den Kopf. — Ich habe alles vorausgesehen und an alles gedacht, fuhr sie gleichsam mechanisch fort. Ihnen scheint dies un- wahrscheinlich, unmöglich bei einem so jungen Mädchen wie ich! Aver es war so... Haben Sie nun genug? — Nein, ich muß Sie bitten, mir noch vieles auszu- klären. — Was wollen Sie noch von mir wissen? — Wie gelangten die Brillanten, welche er Aron ver- kaufte, zu Jtschalow? — Er hob das Rasirmesser und das Diadem auf, nach- dm ich sie zum Fenster hinausgeworfen hatte, und trug sie �as Rast nach Hause. Das Rasirmesser gab er mir am folgenden Tage zurück, da es das Rasirniesser meines Bruders war und ich Eile hatte, um nicht den Verdacht meines Bruders zu erwecken; das Diadem blieb bei Jtschalow, und was er damit gemacht... das weiß ich nicht. — Weshalb nahmen Sie der Ermordeten das Diadem ab und warfen es in den Garten? — Abermals, abermals errathen Sie es nicht! Fragen Sie etwa stets so aus? Sind Sie etwa nicht im Besitze Ihres Kopfes, wenn Sie inquiriren? Das war schon beleidigend. Wider Willen erröthete ich. In der That.., weshalb sollte ich nach dem fragen, was ohnehin klar war: sie wollte, daß ein Beweismittel in Jtschalows Händen bliebe... — Was veranlaßte Sie zur Ausführung des Ber- brechens? — Die Ruslanow war meine Freundin; sie hatte mir den Mann geraubt, den ich ebenso liebte, wie mich Jtschalow liebt. Sie hatte dies nur aus Ehrgeiz gethan; ich beschloß, mich zu rächen... und ich rächte mich. Als beleidigtes Weib hatte ich ein Recht zu dieser Rache. Es wäre besser gewesen, ivenn sie mw das Leben nahm, statt mir jenen zu nehme», den ich so feurig liebte. Deshalb habe ich sie ermordet..* Wie sie die letzten Worte sprach, machte sie eine Hand- bewegung, als versetzte sie einen Stoß... Ihre Augen funkelten... In diesem Augenblicke, als sie mit solcher Ueberzeugung Sie ergehen sich in Auseinandersetzungen über die Mrage, wen die Schuld an dem Rücktritte des Fürsten Bismarck treffe, und sie lassen erkennen, daß sie dieselbe nicht dem letzteren, auch nicht den Verhältnissen, sondern dem Kaiser persönlich zuschreiben möchten. Die„Hamb. Nachr." verlangen Aufklärung über de«„eklatanten Widerspruch" des kaiserlichen Erlasses und derAuslasiuna der„Nordd. Allg. Ztg." über die angestellten aber unterbliebenen Versuche, den Fürsten Bismarck im Amte zu erhalten, bezeichnen die Akten als noch nicht geschlossen und hoffen zunächst auf Veröffentlichung des EntlassungSgesuches, ohne zu bedenken, daß Fürst Bisurarck fortan so wenig Aktenstücke zu veröffentlichen hat als ehedem Graf Arnim oder etwa Herr Geffcken. Die„Nordd. Allgem. Ztg." aber weist zunächst den Vorwurf zurück, daß Fürst Bismarck in den letzten Jahren wenig Erfolge gehabt habe; die Erfolge seien von den Wahlen abhängig, auch wenn der Reick kanzler in höherem Maße leitend gewesen wäre, als er es seit dem Tode Kaiser Wilhelms I. i Also selbst mit dem von ihm geschaffenen Kartellreichstage konnte Fürst Bismarck keine Erfolge erzielen? Dann bestätigt das Blatt, daß Fürst Bismarck den unmittelbaren Verkehr zwischen den Ministern und Staatssekretären einerseits und dem Kaiser andererseits nicht zugeben ivollte. Indem die„Nordd. A. Ztg." ferner erklärt, ein früheres Entlassungsgesuch habe der Kanzler nicht zurückgenommen, es seien auch außerhalb des Staats ministe- riums keinerlei Versuche gemacht worden, sei es vom Kaiser selbst, sei es von anderen Bnndesfürsten, ihn im Amts zu erhalten oder die Trennung der auswärtigen von der inneren Politik durchzuführen, fährt sie fort:„Ein Jrrthum dagegen ist es, wenn der„Hamburg. Corrspondent" annimmt, daß Be- sprechungen des Fürsten Bismarck mit Herrn Windthorst das Cumberland'sche Vermögen zum Gegenstande gehabt haben Wir sind sicher, daß hiervon nicht die Rede gewesen ist. Der Verkehr des Kanzlers mit Windthorst spielt in der ganzen Krisis nur insofern eine Ii olle, als der Kanzler sich geweigert hat, seinen Verkehr mit Abgeordneten einer Kontrole zu unteriverfen.— Diesem Leitartikel der„Norddeutschen", die Bismarck'sches Organ bleibt, iverden weitere folgen, ob auch„Post" und„Rat.- Ztg." davon abrathcn. Es herrscht, so hebt die„Franks. Ztg." hervor, in politischen Kreisen eine genaue Kenntniß nicht nur der Details des Sturzes des Fürsten Bismarck, sondern auch der Stimmung des Mannes. Von dieser Stimmung ist noch Manches zu er- warten und worüber die wackeren Leute recht erstaunt sein werden, die mit tiefem Pathos und ehrlicher Sentimentalität das große Ereigniß, das sich eben vollzogen hat, nur nach den äußeren Symp- tome» und formellen Kundgebungen beurtheilen. Dank der Kaurgeoist«. Das Direktorium des Zentral- Verbandes deutscher Industrieller hat beschlossen, dem Fürsten v. Bismarck eine Adresse zu überreichen. Die Uebergabe der Adresse wird demnächst in Friedrichsruh stattfinden. Wie viel Minister hat Fürst Kivmarrk..verdrancht"? Es ist eine lange Reihe von Namen, deren Träger unter dem Präsidium Bismarck kamen und gingen. Das preußische Ministenum des Auswärtigen und später das Auswärtige Amt ist vom 23. September 1362 bis 8. Oktober 1862 interimistisch, von da an bis jetzt endgiltig von Bismarck geleitet worden. Den Vorsitz im preußischen Staatsministerium hat er, in den ersten Wochen ebenfalls interinnstisch, dann endgiltig bis zum 21. De- zember 1872 und vom 9. November 1873 bis jetzt— in der Zwischenzeit war Graf Storni Ministerpräsident— geführt. Im Uebrigen haben während des Mimsteruims Bismarck die prenßi- chen Ministerporteseuilles wie folgt ihre Inhaber gewechselt. Inneres: v. Jagow, Graf Eulenburg I, Friedenthal(interimistisch), Graf Enlenburg II, v. Puttkamcr, Herrfurth; Finanzen: von Bodelschwingh, von der Heydt, Caniphausen, Hobrecht, Bitter, Scholz; Krieg: v. Roon, v. Kameke, Bronsart von Schellendorff, Vcrdy du Vernois; Kultus: v. Mühler, Falk, v. Pult- kamer, von Goßler; Justiz: Graf zur Lippe, Leonhardt, Friedbcrg, von Schelling: Landwirthschast: Graf Jtzenplitz, von Selchow, Graf Königsmarck, Friedenthal, Lucius; Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten; v. Hckkzbrink, Graf Jtzenplitz, Achenbach, Manbach(für öffentliche Arbeiten), bezw. Fürst Bismarck, von Bötticher, von Berlepsch(für Handel und Gewerbe, letztgenannter auch für das Bergwesen); Marine: von Roon, und nach Ausscheiden des Marineministeriums aus dem preußischen Staatsministerium: von Stosch und von Caprivi als Chefs der Admiralität, bezw. Heusner als Staatssekretär des Reichsmarine-Anits. Rechnet man jeden Minister für jeden von ihm innegehabten Ministerposten einmal, so hat Bismarck an Kollegen m preußischen Ministerium vorgefunden: 8, während der Dauer seines Ministeriums sind, wenn man die Vorsitzenden des Neichskanzler-Aiiits resp. des Reichsamts des Innern, die ebenfalls Mitglieder des preußischen Stäatsministeriums waren (Delbrück, Hofmann, v. Bötticher), hinzurechnet, 34 Minister ernannt, von denen 9(Herrfurth, Scholz, v. Verdy, v. Goßler, v. Schelling, Lucius, Maybach, v. Berlepsch und v. Bötticher) noch im Amte sind. Die 34 Ernennungen haben, wenn man von nachträglichen Nobilisirungen absieht, 19 adlige, 15 bürgerliche Herren getroffen; aus dem Ministerium Bismarck geschieden sind 17 adlige, 10 bürgerliche Herren. Der nächst« sozialdrmokvatij'ch« Kougrwff. Der „Wiener Arbeiterztg." wird von ihrem deutschen Korrespon- ihr Recht auf das Leben ihrer Nebenbuhlerin behauptete, war Fräulein Bobrow ungemein schön: so mußte Judith beim Kopfkissen der Holofernes gewesen sein! Unter dem Feuer ihres Blickes senkte ich unwillkürlich die Augen. — Dieses neunzehnjährige schöne Mädchen, dachte ich, ist bereits eine ziveisache Mörderin. Nachdem sie Fräulein Ruslanow ermordet, hat sie das Leben des in sie verliebten Jtschalow vernichtet, und um sich zu retten, hat sie ihn in die Schlinge gezogen. — Sie haben Petrowski schon lange geliebt? frug ich sie. — Er war mein Bräutigam. — Weshalb wurde Ihre Verlobung gelöst? Weshalb wurde Fräulein Ruslanow seine Braut? — Als ich Petrowski's Braut war, befand sie sich nicht sier. Sie war noch im Institut; vor sechs Monaten kam ie hier an. Als sie meine Erfolge in der Welt sah, be- neidete sie mich und war auf mich eifersüchtig in allem und jedem. Ans Schritt und Tritt bemühte sie sich, mich durch irgend etwas zu kränken, und als sie sah, daß ihre Bemühungen vergeblich waren, griff sie zum letzten Mittel: sie beschloß, mir meinen Bräutigam zu rauben, den ich leidenschaftlich liebte; ihr half ihr Reichthum und sie wurde seine Braut... das verletzte Gefühl der Liebe verlangte nach Rache; ich rächte mich. — Weshalb wälzen Sie alle Schuld guf sie? Mußten Sie nicht viel mehr dem Bräutigam zürnen, der sein Wort nicht gehalten hatte? — Sie haben ihn durch den Reichthnm verführt. Ich bin überzeugt, daß er mich jetzt noch liebt... Genug übrigens, genug!.., Sie sehen, wie erschöpft ich bin. Ich kann nicht mehr antworten. Sie wissen jetzt alles... Nachdem ich ihre Aussage niedergeschrieben, reichte ich ihr das Protokoll zur Durchsicht. Es war schon gegen zwölf Uhr. Sie sah das Protokoll lange durch. Nachdem ich nach ihrer Anweisung einige Aenderungen getroffen, srug ich sie: denken, einem unserer hervorragendsten Abgeordneten, g# schrieben: „Fällt, wie angenommen, das Sozialistengesetz am PO. September dieses Jahres, so steht auch kein Hindermß Rehr der Abhaltung eines allgemeinen Parteitages in Deutsch- land im Wege, den abzuhalten auch wahrscheinlich mit dem Sozialistengesetz versucht worden wäre. Der Besuch dieses seit 1877 wieder zum ersten Male abzuhaltenden Partei- tages in Deutschland dürste ein solcher werden, wie noch keiner da war." Zu d«n Uerhandlnng«« der Arbelterschutz-Konfer««? wird gemeldet, daß in Betreff der Kinderarbeit folgende Punkte zum Beschluß erhoben werden dürften: I.Für Kinder von 12—14 Jahren wird die Arbeitszeit auf täglich sechs Stunden norinirt; 2. für Kinder unter 12 Jahren ist die Arbeit überhaupt untersagt. I« Ccjttß nnf dir Tumulte in Köpenick wird uns aus Sachsen geschrieben: Unbegreiflich ist mir, wie solche Tumulte mehrere Tage lang dauern konnten. Die Unter- suchung, welche Nothwendig geworden ist, wird das Räthsel wohl aufklären. Da aber diese Vorkommnisse von der reak- tionären Presse gegen die Sozialdemokratie und zu Gunsten des Sozialistengesetzes fruktifizirt werden sollen, so will ich daran erinnern, daß voriges Jahr in Großenhain, einer Mittelstadt unseres Landes, ganz ähnliche Szenen sich abge- spielt haben. Damals waren die Tumultuanten— Soldaten, denen politische Beweggründe ganz fern lagen. Es fiel auch Niemanden ein, aus jenen Tumultön zu folgern, daß ein Ausnahmegesetz für Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe nothwendig sei. Unfreiwilliger Znmor. Nachstehende Notiz hält jetzt ihren Rundgang durch die deutsche Philister- und Polizei- presse: „Der sozialdemokratische Terrorismus treibt wunderbare Blüthen. Bekanntlich ist es in Blumberg im Kreise Niederbarnim zu einem blutigen Kampfe zwischen Sozialdemokraten und den dortigen Bauern gekommen, lieber Blumberg haben daher, wie mitgetheilt, die Sozialdemokraten den Boykott verhängt, den sie jetzt mit einer furchtbaren Strenge durchführen. Nicht genug, daß die Sozialdemokraten die gärtnerischen und landwirthschaftlichen Erzeugnisse aus Blumberg nicht raufen, haben sie auch einen derartigen Druck auf eine"Brauerei ausgeübt, daß letztere sich entschloffen hat, Düngstoffe nicht mehr nach Blumberg zu verkaufen. Nun haben die Blumberger Bauern auch in Verlin an eine Anzahl Milchhändlcr die Erzeugnisse ihrer Landwirthschast abge- geben; jetzt beschließen nun die Sozialdemokraten, die Läden und Keller dieser Milchhändler zu meiden. Wie gesagt, der sozialdemokratische Boykott wird immer weiter ausgebildet. Es ist hohe Zeit, daß dem entgegengetreten wird." Also es ist„Terrorismus", daß die Sozialdemokraten ihr gutes Geld nicht Leuten in den Schoß werfen, von denen sie aufs nichtswürdigste(wörtlich und thätlich) beleidigt war- den find! Nun, die nationalliberalen und sonstigen Philister und Gesinnungshämmel sind freilich anders geartet; sie be- trachten es als eine Ehre, wenn sie eine Ohrfeige empfangen und reichen gleich seelenvergnüat noch die andere Backe hin. Wenn es„Terrorisnms" ist, nicht so lammfromm zu sein, nun, dann allerdings sind wir„Terroristen" und wollen es auch bleiben. lGinige üvitfe, welche die Opferj der Gräuel von I a t u t s k(s. unter Rußland) an ihre Verwandten und Freunde gerichtet haben, liegen nunmehr vor. Wir geben sie ohne weitere Bemerkung; sie sprechen selbst:____„ Auszug aus dem Briefe von NikolausLwowrtsch Zotofs an seinen Vater: „G./7. August, 3 Uhr Nachts... .... Schon schlägt man, bei Laterneuschein, die Pflöcke für unsere Galgen in die Erde. Wir sehen dem Aufbau zu. Welch rimitive Sitte! Um 8 Uhr Abends kam der Geistliche zu mir. jch sagte ihm sehr höflich, daß ich bedauere, ihn bitten zu müssen, mich zu verlassen, da ich vom künstigen Leben nichts eriparte. munter, sogar gehoben. Dagegen fühle ich eine schreckliche physische und geistige Ermüdung. Schon zwei Tage lang sind meine Nerven �auss Höchste gespannt und erregt. Welch unerhörte Nun, meine theucren, meine lieben Verwandten! Ich drucke Euch zum letzten Male an meine Brust. Jch sterbe sehr leicht im Bewußtsein des Rechtes und dem Gefühle der Kraft in meinem Herzen. Mir ist's nur bange um die theueren Ueberlebenden. Was sind meine Leiden? Sie werden nur noch einige Stunden dauern. Sie hingegen, welcher Kraft bedürfen sie, um all' das — Sie wollen Ihrer Aussage weiter nichts hinzu» fügen? — Was kann ich noch hinznfügen?..._. — Giebt es nichts, was nach Ihrer Meinung für. Sie vön Vortheil sein könnte? Wünschen Sie etwa, daß# besondere Aufmerksamkeit irgend welchen Umständen widme, me ich nicht im Auge gehabt habe und die das Maß Ihrer Schuld erleichtern könnten? — Nein, ich bedarf keiner Nachsicht... Sie drehte lange die Feder in den Händen h.'U.un» her, bevor sie sich entschloß, ihre Unterschrift unter die Aus- sage zu setzen.._ Ein Thränenstrom ergoß sich auf das Papier, als sie unterschrieb: Anna Dinitrijeivna Bobrow.., — Jch habe jetzt mein Todesurtheil unterschrieben, Mehrere Minuten wagte ich nicht, das diesen Worten folgende Schweigen zn unterbrechen.,.. Sie bereute nicht, aber es war ihr sichtlich leid, sich von der Welt zu trennen, in welcher sie bisher nur Erfolg und Vergnügen umgaben. Was sollte ich übrigens mit ihr beginnen? Sie in der Nacht allein von mir zu entlasten, war schon deshalb nicht möglich, weil ich nach dem GsstR pflichtet war, Maßregeln zu ergreifen, um ihr alle Mittet abzuschneiden, der Untersuchung und dem Gericht, auszii- Wenn ihre Aussage richtig war, verfiel sie„dem Ver- lust aller Standesrcchte und der Verschickung zur Zwangs- arbeit", und als Sicherheitsmaßregel gegen jene, die solcher Verbrechen angeklagt sind, welche der oben angeführte Bestrafnng unterliegen, bezeichnet das Gesetz unter an- derem die Zurückhaltung unter Bewachung,.Videm es vorschreibt, bei Ausführung dieser Maßregel„nicht dios die Strenge der dem Verbrecher angedrohten«träfe, sondern auch, die Stärke der gegen ihn vorliegenden Be weise, die Möglichkeit der Verbergung der Spuren des Ve brechens, den Stand, die Gesundheit, das Geschlecht, o Alter und die gesellschaftliche Stellung des Angeklagten Betracht zu ziehen.(Fortsetzung folgt.) &H ertragen. Ich denke nur an das und kann an nichts anderes denken--- wenn ich meine Frau ansehe! £ Eben treten die Soldaten ein und bringen mir die Kleidung für den letzten Gang... nun bin ich umgekleidet. Ich sitze blos in einer Leinenhose und einem Leinenhcmd— mir ist schrecklich Halt.(Alles ist vom Regen durchnäßt!) t Glaubt ja nicht, daß meine Hand vor Erregung zittert. U Lebt wohl, meine Theucren, Euer bis ans Grad Kolga." 1 i Brief von Albert Hausmann: „Jakutsk im ftetfer, 7. August,%1 Uhr Nachts. Liebe Freunde! Entschuldigt ineine Kürze. Ich bin nicht in der Stimmung, einen ausführlichen Brief zu schreiben. Der Faden meiner Gedanken wird oft von Erinnerungen an meine Freunde * unterbrochen. Gestattet mir, von Euch Abschied zu nehinen. Allen meinen ! Freunden sende ich einen letzten Gruß und ein letztes Lebe- wohl! Wenn Ihr einmal freudige Tage erleben werdet, seid sicher, daß mein Geist bei Euch weilen wird. Ich sterbe im Glauben an den Triumph der Wahrheit. Lebet wohl, Briider. Euer Hausmann." Brief von Leo M. Kogan-Bernstein an seine Freunde: „Jakutsk, ö. August 1889. Theuere Freunde und Genossen! Ich weiß nicht, ob es mir s gelingen wird, mich von Euch zu verabschieden. Es ist kaum zu 'hoffen.--- Aber ich habe im Geiste von Jedem von Euch , Abschied genommen. Ich habe in dieser kurzen Spanne Zeit noch t einmal unsere warmen innigen Beziehungen durchdacht. Es bleibt [ mir nur mehr wenig Zeit zum Leben! Verabschieden wir uns also ungesehen, thenere Freunde und - Genossen, und laßt uns diesen Abschied mit der Hoffnung ver- ■' klären, daß für unser armes, heißgeliebtes Vatcrlanv eine bessere I Zukunft anbrechen wird. Niemals ist auch nur ein Atoin von I Kraft in der Natur verloren gegangen— daher wird auch ein | menschliches Leben nicht umsonst verloren gehen! Nie darf man es betrauern. Ueberlasset die Tobten den Tobten! Ihr habt einen moralisch hohen, lebendigen Zusammenhang mit der tiefleidenden Heimath. Saget nicht, denket nicht, daß s Euer Leben verloren gegangen ist, daß es ganz in nutzlosen | Leiden und Qualen in Bergwerken und in der Verbannung ver- stießen wird. Es ist schon eine große Sache, die Qualen der eigenen Heimath zu durchleiden und ein lebendiger Vorwurf für l all diese Ausgeburt des Dunkels und des Bösen zu sein. Sollte I dies auch Euer letzter Dienst sein. Es thut nichts! Ihr brachtet Euer Scherflein auf deni Altar des Kampfes dar. Und wer weiß, vielleicht gelingt es Euch auch, bessere Tage zu sehen. Vielleicht : erlebet Ihr jenen glücklichen Augenblick, wo das befreite Vater- land seinen treuen, liebenden und geliebten Söhnen mit offenen | Armen entgegeneilen wird, um mit ihnen das große Fest der Frei- } heit zu feiern.... Dann, liebe Freunde, erinnert Euch auch unser rn freund- , lichem Gedenken-- das wird die größte und beste Belohnung Oller unserer Leiden sein., ,,., Möge Euch nie diese große Hoffnung verlas, en, wie sie mich, selbst aus dem Blutgerüst, nicht verläßt. Ich umarme Euch aus warmer, innig liebender Seele. Ganz der Eure Bernstein." Zleber die Judrndebatten de« Abgeordnetenhauses I schreibt der Berliner Korrespondent der„Franks. Ztg.":„Die [ neue Aera wird von der konservativen Partei in überraschender E Weise eingeleitet, in einer Weise, die ernstlich zu denken giebt. In , den letzten Tagen haben wir im Abgeordnetenhause eine neue i Auflage jener„Judendebatten" von 1881 erlebt, keine verbesserte, • aber eine verstärkte. Herr Stöcker und Herr Cremer treten plötz- | lich wieder auf den Plan, und mit geschickter Rollenvertheilung | betreiben sie die Hetze, an deren kräftigsten Stellen der Chor der 1 Konservativen wirksam einfüllt. Es sitzen dort auf der Rechten I dutzendweise die Vertreter der edlen Geschlechter, die nie reden, , weil sie nicht reden können, und die, ivenn sie es könnten, nichts ß» saacn hätten. Aber Johlen und Bravobrülle» mit der ganzen 1 Urwüchsigen Gesundheit unserer nochleidenden Agrarier, das können I sie, wenn Herr Stöcker seine alten, beleidigenden Späße losläßt, und l Herr Cremer, den man öffentlich verleugnet, dein man aber heimlich [ die Hand druckt, das blöde Gelächter durch„wissenschaftlich anthro- ' Pologische" Darlegungen über den svczistschen Geruch der Juden und ihrer seit 4090 Jahren unveränderten Physiognomie erweckt. Auch die„geschlechtliche Frühreife der jüdischen Mädchen", mit i der die heisere Stimme des Herrn Cremer den edlen Haufen delek- , tirte, erregte ihre stürmische Heiterkeit. Nur einer von ihnen rief: „Unpassend!", ein adliger Herr; begreiflich, denn er stamint von 6 Juden; er wurde aber zur Ruhe verwiesen. Die, welche Jüdinnen { geheirathet haben, und es sind auch Edle darunter, deren Söhne ( im Begriff stehen, es zu thun, gingen wenigstens hmaus, als ' Herr Cremer„wissenschaftlich" auseinander setzte, daß eine Ver- Mischung von Juden und Christen unmöglich sei, und als der i Chor lärmte:„Wir wollen es auch nicht." Tie ganze Aktion [ ivar überaus geschickt eingeleitet. In Ton und Miene der sried- I lichste Mann, ein Komödiant, der selbst in der jetzigen Blüthe- I zeit realistischer Schauspielkunst den Neid ihrer berufsniäßigen Jünger erweckt, sprach Herr Stöcker„statistisch"— die alte Sta- [ tistik, die jeder Gebildete kennt— über d,e Zahl der jüdischen I Schüler auf höheren Lehranstalten. Der friedliche Mann will [ ihnen den Gang zur Bildung nicht unterbinden, er will sie nur aus den christlichen Schulen— er sagt das Wort bescheiden i stockend— hinaus bitten. Dem oberflächlichen Hörer könnte es f scheinen, als sei dies nur ein Vorschlag— und auch als solcher wäre k er verderblich— zur Erreichung konfessioneller Schulen. Wer f ihn dann aber weiterhin hört, der wird inne— nur der Minister I v. Goßler merkt das nicht—, daß die jüdischen Kinder als i Parias, als verderblich für die Moral und die deutschnationale Erziehung der christlichen Kinder schon von der Schule ausge- schloffen werden sollen, wie die Erivachsenen von den Staats- i ü intern. Was der friedliebende Stöcker nicht zu sagen wagt, das - ergänzt dann Herr Cremer, der ja nichts mehr zu verlieren hat. Er kehrt die Rassensrage heraus, als Clown zwar, aber iminer „wissenschaftlich"; denn der„Geruch der Juden" ist ja wissen- f schaftlich nachgewiesen, und die Zähigkeit der Erhaltung ihrer Rasse ebenfalls. Im Fortgang der Debatte wächst der Muth— kein Wunder, Herr Stöcker durfte ja im Auftrage der Fraktion sprechen, und der Kultusminister Herr von Goßler gab sich,— merkwürdig, sehr merkwürdig, den Anschein, als habe er in ' Stöcker's Rede nur recht beachtenswerthe pädagogische und schul- technische Betrachtungen gesunden. Hat er vielleicht Herrn Cremer nicht gehört? Warum ging er hinaus,. als dieser seine derben Späße aufführte?" Da» Magennullrn ist in den rheinischen Revieren wieder an der Tagesordnung. Als Bciveis theilt die Dortmunder „Volksstimnie" folgende Bekanntmachung mit, die auf Zeche „Krone" in Sommerberg bei Schwerte erlassen wurde: „In der letzten Zeit sind seitens der Hauer die stöhlen derart unrein gefördert worden, daß ich mich veranlaßt sehe, mit der , größten Strenge vorzugehen. Gestern sind wegen großer Unreinheit folgende Wagen von mir gestrichen: Nr. 83— 4 Nr. 31—2 Nr. 34— 4 „ 107- 3„36-6„102-1 „85— 2„46-1„82— 5 „ 3— 2„37-4„39— 1 „106— 3„ 97— 1„ 2— 2 „ 1_ 1„101-1„ 41-1 „96-1„76-1„77-2 „79— 1„100— 2„108— 2 „90— 2„ 108—1„99— 1 „ 43— 1„51-2„60—1 „60— 1„ 62— 1„15— 1 Zeche Krone, den 22. Februar 1890. W. Dieckmann." Das Abgrardnetrnhaus erledigte am Sonnabend vom Kultusetat den Titel„Schullehrer- und Lehrerinnenseminare". Die Verhandlungen waren bedeutungslos. Sozialistische Agitatoren w. ans allen Orten hinauszu- prügeln, schlägt das konservative sächsische„Vaterland" vor,— „humaner" Weise aber erst, wenn sie der höflichen Aufforderung, den Ort zu verlassen, nicht Folge leisten.— Sehr nett! Aber das Schicksal der Blumberger Bauern sollte doch eine Warnung sein. Krschlagnahmt ivurde zufolge polizeilicher Anordnung in Breslau die Stummer 11 der„Schlesischen Nachrichten", Organ für die Sozialdemokratie, vom 16. d. M. Am Sonnabend früh ivurden von den Schutzleuten große Packete von Exemplaren jener Nummer nach den betreffenden Polizeikommissariaten ge- schafft. Aabelschwrrdt, 24. März. Bei der am J20. d. M. im 12. Breslauer Wahlkreise(Glatz- Habelschwerdt) stattgehabten Reichstags- Nachwahl wurde nach amtlicher Feststellung Land- gerichtsrath Sperlich(Zentr.) mit 9083 Stimmen gewählt. Von den Gegenkandidaten erhielten Rittergutsbesitzer Aiüller- Nieder- Alt-Wilmsdorf(kons.) 1454), Schuhmacher Metzner-Berlin(Soz.) 818 Stimmen. Magdeburg, 24. März. Bei der am 20. d. M. im 4. Magdeburgischen Wahlkreise stattgehabten Reichstags-Nachwahl wurde nach amtlicher Feststellung der Schuhmachermeister und Redakteur Bock- Gotha mit 18 455 Stimmen gewählt. Von den Gegenkandidaten erhielten Stadtbaurath Hobrecht- Berlin(natl.) 10 546 Stimmen und Geh. Ober-Regierungsrath Engel- Dresden (dfr.) 6556 Stimmen. (ßtnf. Die Stätte, an welcher L a s s a l l e in dem Duell mit Ralow itz feine tödtliche Wunde erhielt, wird durch einen Denkstein bezeichnet' werden. Nachdem die Stätte bei der letz- t e n Anivesenheit Liebknechts in Genf genau festgestellt worden ist, haben Genfer Genossen die Sache in die Hand genommen und da die deutsche Reichstagssraktion schon im vorigen Dezember die Deckung der Kosten übernahm, so wird die feierliche Enthüllung des Denksteins am nächsten Jahrestag des tragischen Ereignisses stattfinden können. Die Stätte ist auf französischem Gebiet, und der Eigenthümer der Waldwiese am Fuße des Mont Salive, wo sich das Trauerspiel vollzog, Rechtsanwalt Demüle, hat die Auf- stellung des Monuments— eines mächtigen Granitsblocks mit einfacher Inschrift— mit dankenswerther Bereitwilligkeit ge- stattet. DnoDrstolkoA des InternalionaleiiArbciterlrongrest'es wird im Laufe des nächsten Monats deutsch erscheinen— jedenfalls noch rechtzeitig vor dem 1. Mai. Das Erscheinen der beut- schen Ausgabe wurde durch den jähen Tod unseres unvergeßlichen W e d d e, welcher dieselbe übernommen hatte, um mindestens einen Monat verspätet. Grust an die deutschen Sozintdemokraten. Die in Mentone(bei Nizza) versammelten Sozialisten schicken ihren deutschen Gesinnungsgenossen die herzlichsten Glück- wünsche zu dem Sieg, welchen oieselben über die in die Enge getriebene Bourgeoisie davongetragen haben. Dank ihrer Festigkeit und ihren Wahlstimmen eröffnete sich der Menschheit neue Horizonte. Es lebe das Proletariat! Mentone 18. März 1890. P. Ärpyriades, Advokat, früher Redakteur der „Qucstion Sociale" von Paris. Daniele Rossi von Turin. M. Körner, stuck, jur. aus Käthen. Schwei?. Basel. Das Gesetz, betreffend die obligatorische Kranken- Versicherung der Arbeiter bis zu einem Einkommen von 2200 Franks wurde von dem Baseler Volk mit 5016 gegen 2291 St. verworfen. Oesterreich Ungarn. Die„Neue Fr. Presse" brachte die nachstehende Notiz:„Die Klerikalen für die Besteuerung der Fastenspeisen. In der heutigen Sitzung des Verzehrungssteuer-Ausschusses beantragten die Mit- glieder der Linken die Steuerfreiheit für Weiß-, Stock- und Schell- fische, um auch der ärmeren Bevölkerung zu ermöglichen, das Gebot der Enthaltung von Fleischspeisen in der Fastenzeit zu beobachten. Dieser Antrag wurde jedoch verworfen und dagegen stimmteli die Polen und— die Klerikalen."— Ist es nicht be- rückend und entzückend, die mit forensischer Beredsamkeit und juridischer Genialität begabte große Vertheidigerin der fromm ge- wordenen Bourgeoisie in solch' edler Pose zu sehen und deklamiren zu hören:„Ja, wir Wilden'sind doch bessere Menschen! Wir möchten so gerne, daß das Volk fromm und gläubig ist und die gebotenen Fasttage halte, aber sie. die sich für die Hüter der Religion ausgeben, sie hindern uns." Danemark. Kopenhagen, 22. März. Der Kriegsminister Bahnson erklärte im Volksthing, er nehme die Vorlage betreffend die Be- festigung Kopenhagens von der Seeseite zurück. Der Führer der Linken nahm jedoch die Vorlage wieder auf, damit der Minister die Zurücknahme motivire. Grostkritannien. Der Massenstreik der englischen Kohlen- grubenarbeiter hat nach viertägiger Dauer mit einein Siege derselben geendet, nachdem in der von den Zechenbesitzern und Arbeitern beschickten Konferenz Ersteren das Zugeständniß gemacht worden ist, daß die zweite Lohn- erhvhung von 5 pCt. erst Anfang August eintreten soll. Ursprünglich hatten die Arbeiter 10 pCt. verlangt, dann aber diese Forderung dahin geändert, daß 5 pEt. sofort und weitere 5 pCt. am 1. Juli bewilligt werden sollten. Nachdem bereits viele Zechcnbesitzer ihren Arbeitern die verlangten Zugeständnisse gemacht hatten, blieb den noch Widerstrebenden nichts übrig, als dasselbe zu thun. Ob- gleich der Streik kein allgemeiner war— die Kohlengruben von Durham, Northuniberland, dem westlichen England und Südwales wurden von demselben nicht berührt— hat sich der Mangel an Kohlen doch in Fabriken und im Haushalle von Privatleuten empfindlich bemerkbar gemacht. Es herrscht deshalb auch fast allgemein außerordentliche Befriedigung über die Beendigung des Streiks. Nur in den Kapi- talistcnkreiseit scheint man sich über den Sieg der Arbeiter zu beunruhigen. So meint die„Times", daß für diejenigen, welche in die Zukunft blicken, die Aussichten alarmirend seien; vor zwanzig, ja selbst noch vor zehn Jahren wäre es nicht möglich gewesen, 300000 Arbeiter so zu lenken, daß sie in einem bestimmten Augenblick die Arbeit niederlegen und sie in einem anderen wieder aufnehmen; die Gewerkvereine gäben die Parole aus und die Sache sei gemacht. Darin, daß sich eine solche Macht in„wenigen, iinr halb verantwortlichen Händen" befinde, liege eine große Gefahr, denn der Handel sei eine empfindliche Pflanze und er werde nicht viele solche Stöße, wie sie. seit dem großen Londoner Dockstreik erfolgt seien, aushalten können, ohne ruinirt zu werden. Der Erfolg der Kohlengruben-Arbeiter werde andere Arbeiter zu ähnlichen Forderungen anreizen. Schon höre nian von der Bildung einer gewaltigen Union, welche alle bei den Eisenbahnen beschäftigten Personen um- fassen und lediglich den Zweck haben soll, die erfolgreiche Ausführung eines allgemeineit Streiks zu ermöglichen Uebrigens sollen in der vorgestrigen Konferenz der Zechen- besitzer und Grubenarbeiter„im Prinzip Abmachungen wegen der zukünftigen Behandlung von Lohnsragen" getroffen worden sein. Frankreich. In Frankreich haben sich die Führer der Acht st u n d e u b e w e g u n g zu einem Verein zusammengethan, der den Namen„Conseil National" führt und ein Rund. schreiben an die verschiedenen Arbeitervereine erlassen hat, die man für die Sache zu gewinnen hofft. Der Zweck der Kundgebung am 1. Mai wird in diesem Rundschreiben in folgender Weise gekennzeichnet: Zu beweisen, daß es in der ganzen Welt, bei allen Völkern, in allen Städten, selbstbewußte und thatkrästige Männer giebt, die jederzeit bereit sind, die von den Kon- greffen des internationalen Proletariats gefaßten Beschlüsse genau zur vereinbarten Stunde auszuftihren—. Was die Betheiligung der Stadt Paris anlangt, so hat der Gemeindcrath Daumas den Antrag gestellt, daß der Ge- meinderath sich der Arbeiterkundgebung dadurch anschließen soll, daß erstens die Arbeit auf allen städtischen Bureaus und Arbeitsplätzen am 1. Mai eingestellt und zweitens an diesem Tage ein Arbcitersest auf dem Marsfelde abgehalten werde. Der Antrag ist oem Arbeitsausschuß des Gemeinderaths überwiesen worden, und es besteht ziemlich große Slussicht daß er angenommen wird. Ferner beabsichtigen vre'- sichrer außer der Arbeitseinstellung noch eine große öffeitt- liche Kundgebung mit einem Umzug zu veranstalten, an dein sich an die 10 000 Arbeiter betheiligen sollen. Derselbe soll ans dem Eintrachlsplatze sein Ende nehmen, von wo aus Abordnungen nach der Deputirtenkammer und verschiedenen Ministerien geschickt werden sollen, um die öffentlichen Ge- walten mit den Forderungen der Arbeiter_ bekannt zu machen. Wie„G alignanis Messenger" erfährt, hätte D e l a- haye seinen Vorsatz, aus der französischen Absendung auszu- scheiden, nicht aufgegeben, sondern nur verschoben. Er bestehe auf einer internationalen Regelung der Arbeitsverhältnisse und nehme nur noch solange an den Konferenzverhandkungen Theil, bis die französische Regierung entschieden habe, ob er oder seine Kollegen Recht haben. Paris, 22. Mär;. Das Journal„La Cocardc" ver- öffentlicht einen Brief des Boulangisten Laisant an Freycinet, in welchem eine Revision des Prozesses gegen Boulanger vor ordentlichen Gerichten gefordert wird.— Infolge der Ankündigung, daß eine größere Deputation Arbeiter des Schlachtviehmarktcs in La Billette dem Kammer- Präsidenten eine Petition bezüglich der Vieheinfuhr über- reichen würde, hatten sich während der Kammersitzimg zahl- reiche Arbeiter und Neugierige nach dem Konkordienplatze begeben, doch hinderte das. starke Aufgebot von Polizei größere Ansammlungen, welche sowohl vor dem Kammer- gebäude, als auf der Konkordienbrücke und dem Konkordienplatze sofort zerstreut wurden. Die Petition wurde von acht Delegirten überreicht. Italien. Rom, 22. Marz. Costa entzog sich der Verhaftung durch die Flucht nach der Schweiz. Der gestrige Beschluß der Kammer und noch mehr das Verhalten der Regierung wird in der Bevölkerung scharf verurtheilt. Rom, 18. März. Zu der Mailänder Arbeite rkrisis hat sich nun auch eine solche in Turin gesellt, wo die Zahl der Arbeitslosen sich gleichfalls nach Tausenden bemißt. Der Eindako von Turin ist in diesen Tagen in Rom gewesen, um die Regie- runa zur Hergabe von Mitteln für neue Bauten zu veranlassen. Mehr als Versprechungen in dieser Beziehung bringt er den Arbeiten: jedoch nicht. Auch in Mailand mildert sich die Krisis nicht, obwohl das Munizipiilm einige hundert beschäftigungslose Arbeiter in ihre Heimath geschickt hat und mit der Vertheilung von Unterstützungen fortfährt. Vor einem. Monat ist an die Wiederaufnahme der Arbeit nicht zu denken. Den kürzlich unter dem Verdacht anarchistischer Agitation Verhafteten ist die provi- sorische Freiheit bewilligt worden.— Der Prozeß gegen die bei den Februarunruhen Verhafteten nähert sich seinem Ende. Spanieir. Madrid], 22. März. Auf eine Interpellation des republi- kanischen Deputirten Labra antwortete der Minister, die In- strUktionen der spanischen Delegirten für die Berliner Konferenz seien denen der Delegirten anderer Staaten ähnlich. Rußland. Von einem Korrespondenten in Sibirien erhält die„Daily News" weitere Nachrichten über die grausame. BeHand- lung der sogenannten politischen Verbrecher. Darnach hatte ein Agent der russischen Regierung nach der be- kannten Explosion in Zürich(Ende März v. I.) sich in das Ver- trauen der dortigen russischen Revolutionäre eingeschlichen' und die Namen einer Anzahl in Rußland lebender Männer und Frauen nach Petersburg gemeldet, welche„wahrscheinlich" mit den russischen Revolutionären außerhalb Rußlands Beziehungen unter- hielten. Daraufhin wurden ungefähr 80 Personen in Rußland verhaftet und ohne Richterspruch in die Verbannung nack JrkUtßk (Jakutsk?) gesandt, wo ihnen gestattet wurde, sich frei zu be- wegen, um ihren Lebensunterhalt z» gewinnen. Dies gelang ihnen auch, denn den sogenannten„Verdächtigen" begegnet man in der sibirischen Gesellschaft mit großer Freundlichkeit. Da erhielt eines Tages der Gouverneur von Jrkutsk Seitens der Polizei in Petersburg ein Telegramm, welches meldete, daß Tausende von aufrührerischen Proklamationen in verschiedenen Theilen Rußlands vertheilt worden und Grund zur Annahme vorhanden sei, daß diese Proklamationen in Jrkutsk gedruckt worden seien! Der Gouverneur war in Verzweiflung und ordnete eine Untersuchung an, welche in der That zur Entdeckung einer geheimen Druckerei führte. Gleichzeittg erfuhr man, daß die Verbannten eine Anzahl Baikal-Kosaken für sich gewonnen hatten, welche als eskorttrende Soldaten eines Goldtransportes von Jrkutsk nachzPetersburg die Proklamation mitgenonimen und in Moskau abgeliefert hatten. Die am meisten Kompromittirten unter den 30 Verbannten wurden sofort verhaftet und zu Zwangsarbeit verurtheilt, während die übrigen zum Gouverneur befohlen wurden mit der Mitthei- lung, daß sie in eine entferntere Gegend gesandt ßverden sollten. Als ihnen ihre Bitte, in Jrkutsk bleiben zu dürfen, abgeschlagen worden, beschlossen sie, ihr Leben so theuer als möglich zu ver'- kaufen. Sie vcrbarrikadirten sich in einem Hause und es kani zum Kampfe mit den Soldaten, wobei die meisten Verbannten getödtet oder verwundet wurden. Der augebliche Führer der- selben(Bernstein), welcher schwer verwundet in's Lazareth ge- kommen war, wurde bald darauf von dort weggeschleppt und ge- hängt. Petersburg, 23. März. Am 17. d. M. fanden dem „B. T." zufolge auf der Moskauer Forst- und Landwirthschaft- lichen Slkademie starke Studentenunruhen statt, das Militär schritt ein, 200 Studenten wurden arretirt,'die Akademie ist vorläufig geschlossen. Kalkanlander. Sofia, 23. März. Wie das Journal„Swoboda" meldet, wird die Untersuchung in der Panitza-Affäre in Folge neuer Entdeckungen, durch welche die Angeklagten noch mehr belastet werden, noch einige Tage fortgeführt. Theater. Dienstag, den 25. März. Gprrnl/an». Flick nnd Flock. Kchausstirllian». Wilhelm Teil. Kesstng-Theater. Das vierte Gebot. Kerlinev Theater. Der Veilchen- frelser. fientsches Theater. DieJonrnalisten. ri«drich-M,thrl>»städt. Theater. Der arme Jonathan. MaUner- Theater. Ein toller Ein- fall. Kiktoria-Theater. Stanley inAsrika Vsteno-Theater. Der Fall Elemen- ceau. Nestdenk-Theater. Marquise. KeUealliaure- Theater. Der Nau- tilns. Königstiidtische» Theater. Die Räuber. Central Theater. Ein fidcles Haus. Adolf Ernst- Theater. Der Gold- fuchs. Theater der Ueichohallen. Speziali- tätenvorstellung. Gebr. Richter'» KarlötS. Speziali- täten-Vorstellung. Kaufmann'» Uariätö. Spezialitäten- Vorstcllung.___ American-Theater Dreodenerstraho 55. w Täglich Vorstellung Englischer Garten Alexanderstraße 27c. Auftreten der Chansonette Frl. Fran- zisca Normann. Auftreten des Gesangs-Humoristen Hrn. Köhler. Austreten der Duettisten Albert und Nelly Rappmann. Austreten der Chansonette Frl. Jenny Peters, sowie der musikalischen Clowns Toni nnd Jack. Anfang Wochentags 8 Uhr. Entree 30, BO«. 75 Pf., nn Vorverkauf 20 it. 30 Pf. Sonntags Anfang halb S Uhr. Sonntags Entree 60, reservirt 76 Pf., Orchester 1 Mark. Vorverkauf Entree 40 Pf. BDH ai. Unter de» Finden 31. BEB Im Hause der Wilhemshallen neben der Passage. BGH- Vorführung Wglich Ali- Twf# s A. Goldschmidt, Spandau erdrücke 6, am hiesigen Platze bekanntlich GrLsste Auswahl. Garantirt sicher brennend« XW Tabake. Stteng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindlichen Rohtabake sinv am 1653 Lager. A. Goldschmidt, Spandauerbr. 6, am Hacke'schen Markt. Cäpcws Renz. K a r l st r a ß e. 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Verschiedenes. ttm recht zahlreiches Erscheinen zu dieser Versammlung ersucht Der Einberufer, 11. Grosse öffentliche Versammlung am Mittwoch, den 26. März, Abends 8 Uhr. im Urstnur. Weddiug park. Müllerstraße 178. Tages-Ordnung: 1. Die Organisatton der Modelltischler. 2. Diskussion. 3. Wahl einer Vertrauenskoinmisston. 4. Verschiedene Werkstattangelegenheiten. Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. 430 Es ist Pflicht eines jeden Modelltischlers der wichtigen Tagesordnung wegen in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Einbernfer Fachverein der MetaU schrauben-, Fayondreffer n. Kerufsgen. Sonnabend, den 29. März 1890, Abends 8\ Uhr, in den Bürger-Sälen, Dresdenerstr. 96: Großer Wiener lAifli Killet» sind zu haben bei folgenden Herren: Albert Kirchner, Görlitzerstr. 65; Rudolf Weber, Straußbergerstr. 62; W i l h. Ernst, Lausitzerftr. 14; Aug. Stütz el, Naunynstr. 79; Rothwald. Naunyn- straße 28, sowie bei Herrn M. Baginski, City-Passage. 425 Daa Komitee. Berlin S. chulz9 Berlin S, 5igl. Prenss. 182. Klassen-Lotterie.— Originalloose(keinerlei Antheilscheine u. dergl.) empfehle Vi 54, Va 27, V« 13Ve, V» 6Vi M. Die Loose gehen nur für 132. Lotterie in Besitz des Spielers über und sind nach Schluß letzt. Klasse wieder an mich zurückzugeben. Erneuerung ausschließlich durch mich. Jede Klaffe gleiche Preise. Porto n. Listen extra. Adolph VfindmttUer, N.O.. Neue Königstr. 87. Telephon 7a Nr. 108. Echten MWser Korn i Fl. exol. 75 Pf. Bkrl. Eltttile-Rmüicl 90 Pf. empfiehlt die Groß-Desttllatton von Lettau& Keil, TT' an der Rosenthalerstraße. Geschästsschluß Abends 8 Uhr. Empfehle mein Geschäft in frischen Ziumen und Kränsen. 719 Robert Wleyei� Nr. 2 Mariannenstraße Nr. 2. !! Grosser Ausverkauf!! Garoflinen-Fabenk von Bruno Güfher, Fabrikant a. Planen b/ll. 80. Grüner Weg 80, mCZlw. zwischen Andreas- und Koppenstr.,. ofifer. wegen gänzl. Aufgabe d. Detail-Geschäfts spocicu (Engl. 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Hundert Jahre einer fast unbeschränkten politischen Und ökonomischen Herr-schaft haben ihren Älppetit nicht gestillt, sondern im Gegcntheil zur Nimmersatten, blindestens Profitwuth Sesteigert. Die schwindsuchtigstenffVersuche, die französischen Ar- beiter gegen die Mchrwerthpresserei zu schlitzen, haben stets au : den entschiedenen Widerstand des Großkapitals gestoßen, mochte es unter der Form des Biirgerkönigsthums, des zweiten Kaiser- i reichs oder der zweiten und dritten bürgerlichen Republik am ! Ruder sitzen. Die durch die große Revolution geschaffene„Frei- heit des Individuums",„Freiheit der Industrie", welche die Bourgeoisie zu ihrem Vortheil zu inonopolisiren verstanden, : mußte stets herhalten, um der Kapitalistensippe die unbeschränkte ! Freiheit der Ausbeutung des Proletariats zu ivahren. % Die Forderungen nach thatsächlichem Arbeiterschutz wer- den polittsch mit dem Himveis auf die„Traditionen der großen Revolution", ökonomisch mit den abgelaufensten Gemein- Plätzen des laisser faire todtgeschlagen, das von zünftigen und Zopfigen Politikastern und Nationalökonomen als das Ä und O aller staatsmännischen Weisheit gepriesen ward. Die schamhaften Versuche einer Arbeiterschutz- Gesetzgebung aus den Jahren 1841, 1848 und 1864, abgesehen davon, daß sie in der Regel todter Buchstabe blieben, waren Machwerke der dürftigsten Art, lediglich bestimnit, eine Legende der Arbeiter- steundlichkeit zu schaffen, welche politisch von der Opposition oder gegen die Opposition ausgenutzt werden konnte. Ja, sogar das Gesetz von 1874 über die Frauen- und Kinderarbeit ist mehr ein bloßer Höflichkeitsbeweis gegen die Arbeiterklasse, als eine ernste Konzession an ihre Bedürfnisse. Es gestattet in gewissen Aus- pahmefällen— welche die Kapitalisten dutzendweise auf Lager tzabcn, sobald es lohnend ist— die Arbeit von 10— 12jährigen Kindern für sechs Stunden per Tag; es fixirt das Maximum der Arbeitszeit 12— 16jähriger Kinder auf 12 Stunden während doch j schon ein allerdings nie zur Durchführung gelangtes Dekret von 1848 den Arbeitstag der Erwachsenen auf 12 Stunden festsetzte. Es verbietet ferner die Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeit ab- solut nur für Kinder von 10—12 Jahren, denn obgleich dieselbe der Form nach' auch für Kinder von 12—16 Jahren und für Minderjährige Mädchen bis zu 21 Jahren untersagt ist, läßt doch das Gesetz für letztere Kategorien die üblichen reichlich aus- genutzten„Ausnahmefälle" zu. Allerdings hat die Kammer im Februar 1889 ein neues, verbessertes Gesetz über Regelung der Frauen- und Kinderarbeit angenommen. Dasselbe verbietet die Arbeit von 10— 12jährigen Kindern absolut, reduzirt das Maximum des Arbeitstags der Kinder von 12—18 Jahren auf 10 Stunden, das der Frauen auf 11 Stunden und verbietet für die einen wie die andern jede Sonntags- und Nachtarbeit. Allein der Senat hat das Gesetz Ende 1889 in einer Form angenommen, welche gerade dessen wesentlichste Reformen vernichtet. Aktuell abermals der Kammer vorliegend, wird es allem Anschein nach Nv. an—_— s,3«'"-eftngten gewahr. In ähn- als er einer alleinstehenden daß er wonach Der Staatsanwalt'beantragte i ährige Zuchthausstrafe und 800 Tage Zuchthaus, der Gerichtshof ging über ven innw»» hinaus und erkannte auf fünf Jahre Zuchthaus und die üblichen Nebenstrasen. gleich nach dem Weggänge des Angeklagten gewahr. In) Ms ihr der A ene Uhr s jornack dadurch zum Berstchen, iemer F/..,.-„ c behauptete, es sei ein Ministerialbefehl erlassen wo � derartige Fenster bei Strafe versichert licher Weise verfuhr der Angeklagte, ui» ei Dame eine goldene Uhr stahl. Ten Inhaber eines Kellerl wußte Bornack dadurch zum Versichern ferner Fenster zu iv erden müßten. � d«e vi«; Sozicile JXcbevJitfit. . Sit drir Heuert Kerliuev Messmswerllert(W. Borchardt jounior) haben gestern Mittag sämmtliche Arbeiter die Arbeit titeheMrfent TVr(Srund bier.iu ist in der Maßregelung der beiden '■'«-- Niedergelegt. Der Grund hierzu ist Arbeiter zu suchen und weil die g ammlnng gewählte Kommission nick von Metallarbeitern aller Art ist halten. Die Arbeiter en. M*« Hß• Gewerbliche Hilfsarbeiter! Die Arveirer "l1 Messing, verke, Alexandrinenstr. 107 und Kochstr. 80, aw heutigen Tage wegen Lohndifferenzen die Arbeit nieder- getegtz Es wird gebeten, Zuzug fern zu halten. liiiB Veranlassimg hierzu war folgende� -.r- ioVz- Arbeit Schon niedergelegt. Die seit längerer Zeit war unter den Arbeitern der oer riusorncr zur cvewung gekommen, iyre vage, ow r"., gjj, stündiger Arbeitszeit und einem Lohn, der zwischen differirte, zu verbessern. Als hiervon der Chef Kenntn'ß � ■•— �---- und bewilligt- der Ausdruck zur Geltung gekommen, ihre Lage, die bei 1° � " Lohn,' legte er zwär freiwillig pro Tag 10 Pf. zu uno oc> eine halbe Stunde Verkürzung der Arbeitszeit, aber nur um event. Ausstand zu verhindern. Jeder Arbeiter, der-chlgs.. n§ die heutigen wirthschaftlichen Verhältnisse erkannt hat, w aber zugestehen, daß in Anbetracht der jetzigen Stenern un � theuerung der Lebensmittel dieses Entgegenkommen r" Chefs ein Hohn auf die gerechten Forderungen, die wir g i mam mm "--ber SerUner Huchdruckrer- Geffilfen "*■— föffmnifc* — Einem sofort herbeigerufenen Arzte gelang es, den kleinen Selbstmordskandtdaten ins Leben zurückzurufen, und befindet sich der kleine„Tenaturirte", abgesehen von einem riesigen Kater, "�'lloHjiiüeeicht, Am 22. d. M. Vormittags wurde die Leiche eines unbekannten, etwa 40 Jahre alten Mannes in, Land» wehrkanal, an der Potsdamerbrücke, angeschwemmt und nach dem Schauhause geschafft.— Nachmittags wurde ein vierjähriges Mädchen vor dem Hanse Pallisadenstr. 53 von einem Bierwagen überfahren und erlitt außer bedeutenden Quetschungen an den schaft verbreitet ein Flügblatt, welches' sich gegen die Schmutz ronkurrenz im Gewerbe wendet und die den Tarif zahlenden und " sch t Zahlenden Geschäfte dem Publikum bekannt giebt. Das betr. Flugblatt wendet sich an die Arbeiter, Vereine, Gewerbe- treibende, Eltern und Vormünder. An letztere aus dem Grunde um Söhne und Pflegebefohlene nur bei solchen Geschäften tn die Lchre zu geben, welche tarifmäßig zahlen und die tarifmäßige Leihrlingsskala einhalten. Es ist zu wünschen, daß die Arbeiter d»e Buchdrucker in diesem gerechten Bestreben unterstützen. Verwunderung muß eö jedoch nehmen, daß die„Pioniere" der Arbeiter sich dem 1. Mai gegenüber so ablehnend verhalten. Der größte Theil der Buchdrucker ist eben noch von„einem gewissen GeiverksveremS-Dünkel" beseelt, der von einigen Führern be, Ihnen wach gehalten wird. Jedoch auch dies wird sich noch ünvtvju Wir erhalte» folgende Serichtigung: In Nr. 66 Ihres Blattes bringen Sie unter„Soziale Ucbersicht" den Satz, ich hätte mich eigenmächtig zum Vermittler gemacht; dieses ist unwahr. Herr Jänke kennt die Preise zum größten Theil gar nicht, ge- fragt darüber, habe ick) ihm geantwortet, was es früher für die Pötzen gegeben hat, damit er wußte, wie viel mehr verlangt h wird. Die Aeußerung des Herrn Jänke(wenn er dieselbe gethan), ' ich habe seine Kapitalinteressen vertreten, kann mir nicht zum J Vorwurf gemacht werden, dazu war ich sogar verpflichtet. Was das Hinhalten von acht Tagen anbetrifft, so ist das mich unwahr. J Es ist nur ein Jrrthum beiderseits gewesen. Die Aeußerung: t„Sie werden noch aus der Hand fressen", ist nicht von mir gc- > I fallen._ Ich bin nicht auf Wunsch der Zwicker entlassen, sondern } j habe die Entlassung selbst gefordert, als Beweis dienen meine '• Zeugnisse. Achtungsvoll G. Schröder. " Aus Fricdrichohngrn erhalten wir unter dem 23. d. M. r J folgende Mittheilung: Heute wurde uns von den Direktoren der | Firma H. Gladenbeck u. Sohn der achtstündige Arbeitstag ohne Weiteres bewilligt. Ter Lohn bleibt derselbe wie bei zehn- I stündiger Arbeitszeit. Ter achtstündige Arbeitstag beginnt mit dem heutigen Tage. Die Kollegen der Firma H. Gladenbeck und ' Sohn. Im Austrage: A. S ch a r n, Rahnsdorferstr. 48. . j Ctzctunift, 23. März. Da die Arbeiter der Weberbranche m eine Lohnbewegung eingetreten sind, und seitens derselben Ar- i beitseinstellungen zu befürchten stehen, haben die hiesigen dem ge- i Nannten Industriezweige angehörigen Fabrikanten ein Uebcrein- 1 kommen getroffen, nach welchem sie sich bei einer, je nach Größe der Fabrik, von 100—1000 M. schwankenden Einlage verpflichten, keinen Arbeiter, der sich an einem Streik bethciligt hat, wieder � aufzunehmen. Vevftnnmlunge»»« Eiur außevovdrntliche von 500 Zlerso»«» besuchte Versaulmiunä des Verbundes der WÜbelpolirer Berlins tagte ain Sonntag 11 Uhr im Königstadt-Kasino, Holzmarktstr. 72, mit der Tagesordnung: 1. Bericht über die Werkstellen, wo unsere Forgerungen bewilligt sind. 2. Beschlußfassung über eventuellen General- oder partiellen Streik. 3. Verschiedenes. Zum ersten Punkt der Tagesordnung wnrde vom Vorstand mitgetheilt, daß laut eingegangenen Berichten die Forderung ganz bewilligt 43 Werk- stellen, theilweise 15 Werkstellen, Montag wollten 16 Werkstellen die Forderung bewilligen. Sticht bewilligt haben 40 Werkslellen. Zum 2. Punkt der Tagesordnung wurde nach langer Debatte der Generalstreik von der Versammlung abgelehnt und folgende Resolution einstimmig angenommen:„Die heute im Königstadt- Kasino tagende Versammlung des Verbandes der Möbelpolirer I erklärt, am Montag, den 24. März, noch einmal . an die Arbeitgeber heranzutreten, und falls nicht voll dewilligt wird, überall dort die Arbeit niederzulegen, i bis der Tarif oder 27 M. Lohn bei neunstündiger Arbeitszeit bewilligt wird. Gleichzeitig wird beschlossen, überall bei den selbstsiändigen Polirer» die Arbeit niederzulegen, welche für die Tischlern, eister die Arbeiten anfertigen, wo die Polirer die Arbeit , niedergelegt haben. Zum Verschiedenen wurde ein Antrag ein- stimmig angenommen, daß die Kollegen, welche die Mehrforderung l erhalten haben, wöchentlich 1 M. an Unterstützung an die außen- stehenden Kollegen zu zahlen haben. Ferner wurde beschlossen, daß die Kollegen, welche von den Arbeitgebern infolge des Streiks gemaßrcgelt werden, ihren vollen Lohn erhalten, bis sie wieder s in Arbeil getreten sind. Weiter wurde angenoinmen, daß bei Arbeitslosigkeit nur der vom Verband der Möbelpolirer geleitete i Arbeitsnachweis von Henke, Blumenstraße 33, in Anspruch ge- - Rommen wird. Hierauf wurde vom Vorsitzenden bekannt gemacht, ' daß Montag, den 24. d. Mts., Vormittags IOVs Uhr, eine Versammlung Andreasslraße 26 stattfindet, und wurde die Versamm- j luna hierauf mit einem dreifachen Hoch auf die Bewegung der I Pourer vom Vorsitzenden um 2% Uhr geschlossen. zwritc öffentliche Vrrsammluuo sämmtlicher Ar- bcitcr der Neuen Berliner Messtngwcrke fand am Sonntag, Vor- mittags 11 Uhr, in Renz' Salon, Naunynstr. 27, statt. In der- . selben waren, wie durch Zählung festgestellt wurde, von de» ' zirka 240 Arbeitern der Messinawerke gegen 210 anwesend, außerdem mehrere hundert Gäste. In das Bureau wurden die Herren Günther, Bredow und Steppedat gewühlt. Zum i ersten Punkt der Tagesordnung erstattete den Bericht der Kom- 1 Mission Herr Becke r. Er theilte mit, daß eine Besprechung mit den Vertretern der Firma stattgefunden habe und daß die For- derung der Abschaffung des Generalakkords keinem sehr : großen Widerstand begegne. Ueber die Verkürzung der j Arbeitszeit hätte sich die Firma nicht äußern wollen. Den endgiltigen Bescheid solle die Kommission erst am Donnerstag bekommen. Die Kommission habe sich auch schon mit der Höhe der Stundenlöhne für die verschiedenen Branchen beschäftigt, doch komme es in dieser Hinsicht aus den Beschluß der Verfammlung an. Die Kommisiionsnntglieder Herren I Es ch und N o h l a n d ergänzten den Bericht durch folgendes: D,e Chefs hätten gewünscht, daß eine Deputation mit ihnen ver- [ handelte, eine öffentliche Versammlung aber unterblieben sei. [ Jndeß seien in früheren Fällen Deputationen wohl kurz vor die Thür gesetzt worden. Die Chefs beklagten(sich, daß der Kommission meist jüngere Mitglieder augehörten. Nun, die älteren '■ Arbeiter, die man anderswo nicht gern mehr in Beschäftigung i nehmen werde, fürchteten eine Maßregelung, obwohl die | Chefs erklärten:„Maßregelungen kommen bei uns gar i nicht vor." Jeder der beiden unterhandelnden Theile müsse in der Wahl seiner Vertreter frei sein; indem die Chefs dies nicht anerkannten, stießen sie oie Arbeiter sofort Vörden Kopf. Nun hätten die Chefs sogar am Sonnabend selbst eine Deputation wählen lassen, die sie nun als die Vertreter der Arbeiter betrachtet wissen wollten! Als Grund, warum sie in die i heutige Versammlung nicht kommen wollten, hätten die Chefs angegeben, sie könnten mißhandelt werden, wenn auch nicht m der Versammlung, so doch auf der Straße(Heiterkeit). Herr Günther führte aus: Die Maßregelung der beiden Kollegen ist wahrscheinlich erfolgt, weil dieselben die Mißstände in der Fabrik ans Licht zogen. Hauptsache ist die Abschaffung des Generalakkords. Als einmal Arbeiter infolge des Akkords nur 15 Mark verdient und Stachschuß gar nicht za bekommen hatten, erboten sich die Chefs großmüthig, den Arbeitern je 50 Pf. zu„schenkcu"! Die Chefs behaupten, daß fremde Elemente die Sache entrirt hätten; selbstverständlich stimmen hier nur Ar- beiter der Messingwerke ab. Durchaus unwürdig ist es auch, wenn in der Fabrik ein Arbeiter den anderen antreibt, oder sogar dennnzirt; das kommt aber gerade vom Generakakkord.(Beifall.) Herr Nadlet meinte, man solle sich mit einer kleinen Lohn- erhühung zufrieden geben, da man doch die Liebe sehe. Auch seien die Arbeiter der Messingwerke(d. h. die Anwesenden) großentheils so nnausgeklärt, daß sie den Vorschlag zu„streiken" so auffassen würden, als ob den Seilern ins Handwerk gepfuscht werden sollte. Er würde nicht streiken, wenn die Kom- missionsmitglieder gemaßregelt würden. Von Herrn Günther uno anderen Rednern wurde Herr N a d l e r zurecht- gewiesen. Daß er den Arbeitern der Messingwerke imputtrte, sie verwechselten„streiken" mit„Stricke drehen", sei recht stark oder— recht dumm. Wenn Herr Nadler«ine Kom- Mission mitwähle und hinterher erkläre:„Was geht mich eine Maßregelung der Kommission denn an V so sei das recht merk- würdig von einem Arbeiter. Vom Streik sei übrigens noch gar nicht die Rede. Stach einer Pause, welche behufs Aufnahme in den Verein gewerblicher Hilfsarbeiter gemacht wurde, erklärten sämmtliche am Sonnabend auf Veranlassung der Chefs gewählten Deplitationsmitglieder einzeln, daß sie dieses ihnen gewissermaßen ausgedrängte Amt niederlegten und mit dem Beschlüsse der heu- tigen Versammlung einverstanden seien, welcher dahin geht: Die Kommission Kitt für die Abschaffung aller gerügten Uebelstünde ein, die Arbeiter stehen geschlossen yttner lei KöNNufffioi». Sine Verstärkung der Kommission wurde abgelehnt, Vorschläge betreffs der Höhe des Stundenlohnes sollen die Arbeiter der einzelnen Gruppen vereiiibaren und der Komniisflon vorlegen. In der Tis- kussiou, aus welcher dieser einmüthig angenommene Beschluß hervorging, wies noch Herrn Li tfin auf die enorme Dividende der Messingiverke hin, ferner sprachen die Herren Bollmann, Nierse und Mendt und wurde insbesondere der Obermeister F r i t s ch e als ein Mann gekennzeichnet, der sich erfrecht habe, Arbeiter zu schlagen! Schließlich wurde eine Resolution:„Die Versammlung verpflichtet sich, von den Firmen Martienzen, Schmcißer, Rauke, Keilpflug und Hübsch keine Zigarren zu kaufen, bis die Maßregelungen zurückgenommen sind und nachdem der Tarif bezahlt wird" nach Ve- sürwortung durch Herrn Ringe einstimmig angenommen; ocr Vorsitzende fügte hinzu: Es gilt, einen solchen Beschluß nicht blo» zu fassen, sondern auch zu befolgen. Desgleichen sollen keine Blumberger Produkte gekauft werden. Herr Günther schloß sodann nach einer dem guten Geiste der Arbeiter gespendeten An- erkenming die Versammlung mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung. Dir Bewegung«nter de« Schuhmacher» beginnt immer weiter um sich zu greisen. Sie kommen jetzt wieder auf den Plan, gewillt, sich zum Kampf gegen das Kapital zu vereinigen: gewillt, ihre elende Lage durch einen Streik etwas aufzubessern. Die Lohnkommission ist dabei, einen neuen Tarif auszuarbeiten, sie beruft Versammlungen ein, die von Tag zu Tag besser besucht sind. Eine öffentliche Versammlung, welche im Ausschanklokal der Haderschen Brauerei, Bergmannstraße 5—7, stattfand, verfiel noch während des Referats des Schuhmachers Max Baginski der polizeilichen Auflösung auf Grund des§ 9 des Sozialistengesetzes. Herr Max Baginski sagte:„Die Armen und Elenden, die Ausgebeuteten unserer heutigen Gesellschaft, die Poletarier, bilden 90 pCt. der Gesellschaft und deren Bestreben geht dahin, die gesellschaftlichen Formen umzuändern. Wir sehen jetzt, daß diese 90 pCt. drauf und dran siiid, sich bessere... Hier erfolgte die polizeiliche Auflösung. Die Stimmung in der Versammlung war ausgesprochen für einen Streik in diesem Frühjahr.— Weitere Versammlungen folgen in Kürze. Eine grosie Lssrntlicho Versammlung der Bauarbeiter von Rixdorf, Britz, Mariendorf und Tempelhof fand am Sonntag, den 16. März, im Lokale des Herrn Kummer in Rixdorf, Ber- linerstraße, statt. Die Tagesordnung lautete: 1.„Wie ist es möglich, unsere gegenwärtige traurige Lage zu verbessern?" 2.„Wie stellen wir uns zur Beschickung des in Hannover statt- findenden Bauarbeiter-Kongresses?"— Kollege Gutsch sprach über die traurigen Zustände, welche unter den Arbeitern herrschen. Aber trauriger noch sei es, daß die Arbeiter selbst mit Schuld darantragen, indem sie sich keiner Vereinigung anschließen. Redner führte weiter an, daß die Bauarbeiter im Durchschnitt nur höchstens 40 Wochen im Jahre Arbeit haben. Darum forderte Redner sämmtliche Kollegen auf, einer Vereinigung beizu- treten, da doch nur dadurch ettvas erzielt werden kann. In Hamburg werde kein Arbeiter auf dem Bau beschäftigt, der keiner Vereinigung angehört. Wäre das in Berlin und Umgegend ebenso, dann würden sich auch alle Arbeiter besser stehen. Redner fordert deshalb zum Schluß nochmals die Kollegen auf, sich einer Organisation anzuschliepen. Zur Diskussion sprach Kollege Renn- thaler. Er erwähnte die kaiserlichen Erlasse und oie gegenwärtig in Berlin tagende Arbeiterschutz-Konserenz. Er meinte, daß dabei nicht viel für den Arbeiterstand herauskommen werde; es sei damit aber wenigstens zugegeben, daß die Zustände in der gegenwärtigen Produktionsweise reformbedürftig sind. Als Redner geschlossen, lief folgende Resolution ein, die einstimmig angenommen wurde:„Die heute tagende Ver- sammlung der Bauarbeiter Rixdorfs und der Umgegend ist mit den Ausführungen des Referenten voll und ganz einver- standen und erklärt es für nothwendig, daß sich die Bauarbeiter der Vororte, wie Rixdorf, Britz, Mariendorf, Tempe'.hof, voll und ganz der Organisation anschließen. Der zweite Punkt der Tagesordnung:„Wahl eines Delegirten zum Bauarbeiter-Kongreß in Hannover", wurde durch die Wahl des Kollege» Nicharo Horlitz in Rixdorf erledigt. Kollege Rennthaler stellt den Antrag, zivei Vertrauensmänner für Rixdorf und Umgegend zu wählen, welche in der Zukunft die Baubewegung leiten. Es wurden dazu die Kollegen Horlitz und Barlehm gewählt. Nachdem noch etliche Kollegen gesprochen und alle ermuntert hatten, recht zahlreich aus die Arbeilerzeitungen zu abonniren, wird mit einem dreimaligen Hoch auf das Gedeihen der Bauarbeiter-Bewegnng Deutschlands die Versammlung geschlossen. Eine öft'enttiche Metallarbeiter-Versammlung tagte am 20. März in der Unionsbrauerei, Hasenhaide, mit der Tages- ordnung:„Wie verhalten sich die Metallarbeiter Berlins zur Feier des 1. Mai?" Herr Gerisch hielt einen diesbezüglichen, mit reichem Beifall belohnten Vortrag. In der Diskussion sprachen alle Redner entschieden für Verkürzung der Arbeitszeit. Es wurde aufgefordert, den 1. Mai als Feiertag zu feiern. Eine Reso- lution, welche darauf Bezug hatte, wurde einstimmig angenommen. Zu„Verschiedenem" wurde aufgefordert, den Zuzug von der Fabrik F. Siemens u. Comp, fernzuhalten. Es wurde ebenfalls eine Resolution angenommen, daß die Metallarbeiter Berlins sich verpflichten, die ausgesperrten Arbeiter dieser Fabrik in ihren ge- rechten Forderungen voll und ganz zu unterstütze». Ferner wurde aus die Fragebogen des Metallarbeiter-Vereins aufmerksam ge- macht; ebenfalls, daß am 1. April der ständige Arbeitsnachweis des Metallarbeiter-Vereins Wallstraße 7—8 eröffnet wird. Nachdem noch zur regen Agitation für den 1. Mai ausgefordert wurde, schloß der Vorsitzende mit einem Hoch auf die internationale Ar- beitersache die Versammlung. Ein» imposant- öffentliche Versammlung der Gärtner von Weißensee und Umgegend tagte am 21. d. Mts., Abends 9 Uhr, in Dewein's GesellschaftShaus. Zur Erledigung kam folgende Tagesordnung: 1. Der bevorstehende Lohnkampf. 2. Diskussion und Verschiedenes. Herr Büchner(Berlin) legte in längerer Rede die Nothwendigkeit der diesjährigen Lohnbewegung der Versammlung klar und forderte am Schluß seiner Ausführungen alle auf, am 1. April die Arbeit niederzulegen, denn in keinem Jahre seien die Chanzen so günstig gewesen, als gerade in diesem Jahre. Es herrsche hier em großer Mangel an Arbeitskräften, darum sollen alle eimnüthig die Arbeit verlassen, dann ist der Sieg in ganz kurzer Zeit unser. An der Diskussion betheiliaten sich verschiedene Kollegen, welche alle die recht traurigen Ber- hälinisse im Gärtnergewerbe schilderten und wnrde am Schluß der Diskussion eine Resolution einstimmig angenommen, welche besagte, daß die Gärtner Weißensee's am 1. April einmüthig die Arbeit niederzulegen entschlossen sind. Auch wurden die Firmen bekannt gemacht, welche die Forderungen bewilligt haben. Unter Verschiedenem kamen die Kost- und Logisverhältnisse zur Sprache und wurden einer vernichtenden Kritik unterzogen. Ein Prin- zipal übte die Menschenfreundlichkeit gar so weit, daß er seinen Gehilfen zu Mittag Pferdefleisch vorsetzte und wird es nun endlich Zeit, daß die Gärtner mit diesem erbärmlichen System einmal gründlich aufräuinen. Mit einem Hoch auf die allgemeine Ar- deiterbewegung schloß der Vorsitzende die imposante Versammlung. Die Kerrammtuug de» Verbandes der MödetpoHrer Berlins, welche am Montag, Vormittags 11 Uhr, im Lokale des Herrn Bolzniann, Andreasstr. 26 tagte, war äußerst zahlreich be- sucht. Zum ersten Punkt der Tagesordnung: Weitere Berichte über die Werkstellen, wo unsere Forderungen bewilligt worden sind, wurde vom Vorstand mitgetheilt, daß nach den bis jetzt ein- gegangenen Berichte»:, die Forderungen bewilligt haben 90 Werkstellen, theilweise 81 Werkstellen. Nach längerer Debatte wurde darüber beschlossen, dort die Arbeit aufzunehmen, wo die Tischler- mcister im Hinblick aus die bevorstehende Lohnbewegung der Tischler erst vom 1. Mai die 8V2 res). 9 stündige Arbeitszeit be- willtgen wollen; sollten jedoch die Tischler am 1. Mai die 8V2 stündige Arbeitszeit nicht einführen, so soll in den Werkstellen öle Arbeic nkeberzÄgt rveröM, SN die ö ständig- Ärbeitszeil ein» geführt ist. Weiter wurde bekannt gemacht, daß der Möbelpolirer» meister Zander, Naunynstr. 24, die Arbeiten für den Tischlerinstr. Arnold(Hoflieferant) anfertigt, trotzdem sich die Kollegen bei Arnold im Streik befinden. Bei Eckart, Krautstraße 36, und Arndt, Manteuffelstr: 113, wurden die Kollegen gemaßregelt, weil sie die Forderung geltend machten. Bei Abel u. Neumann machen die Tischlergesellen die Arbeit der Möbelpolire. Es»vurde »veilter beschlossen, unter keinen Uinständen die Arbeit da anfzunehnien, wo nicht die 9-stündige Arbeitszeit oder dergeforderteLohnvon27M. bewilligt»vorden ist, bei theilweise bewilligten Akkordpreisen soll erst die Arbeit aufgenommen werden, wenn die Kommission die Akkordpreise geregelt hat. Weiter wurde ein Antrag angenoin- inen, daß die streikenden Kollegen sich jeden Tag von 9—12 Uhr im Lokal von Henke, Blumenstr. 33, behufs Koutrole zu melden haben und findet dann am Mittivoch Abend eine Versaminlung statt, welche aber durch Säulenanschlag noch näher bekannt ge- macht»verde» wird. Wir erhalte» folgendes Schreiben: In Nr. 70 Ihres geschätzten Blattes muß sich bei Ausnahme des Berichtes ein Irr- thum insofern eingeschlichen haben, als es da heißt, der zweite Steferent forderte zuin Schluß eine absolute Sonntagsruhe. Meine Ausführungen in jener Versammlung gingen dahin, den Schluß der kaufmännischen Geschäfte für den ganzen Sonntag zu foroern, ausgenommen nur die, bei denen das Vedürfniß vor» Händen, als welch' letztere ich nur Flesscher- und Bäckerläden bezeichnete. Ich bitte daher, um von der Arbeiterschaft nicht falsch verstanden zu»verde», obige Berichtigung in Ihrem geschätzten Blatte ausnehmen zu»vollen. Achtungsvoll Otto Lambrecht, Landsbergerstr. 114. Der Fachvrrei» der Marmor- und Granitschleifer hielt am 16. März seine regelmäßige Mitgliederversammlung ab mit folgender Tagesordnung: 1. Diskussion über unsere Organi- sation. 2. Anerkennung der Werkstattältesten. 3. Verschiedenes »rnd Fragekasten.— Ter Vorsitzende, Kollege Paulikat, fordert auf zur Heranziehung aller bei einem Ausstanoe uns schädlich »verdenden Elemente, da es eriviesen ist, daß bei Differenzen die in den Werkstellen beschäftigten Arbeiter, Kutscher u. s. w. unsere Forderungen illusorisch machen. Von' verschiedenen Redner» wurde die Wahl von Werkstattältesteu befürivortel, doch wurde dieses, soivie der 2. Punkt der Tagesordnung bis zur nächsten am 20. April stattfindenden Versammlung vertagt.— Unter Verschiedenes»vurde beschlossen, das diesjährige Stiftungssest am 17. Mai zu feiern, und wurde z»» diesem Zivecke ein Vcrgnügungs- komitee gewählt. Ferner gab der Vorsitzende bekannt, daß die streikenden Vergolder der Methloiv'schen Fabrik mit 15 M. unterstützt worden seien. Einem Kollegen wurden 15 Mark Unter- stützung bewilligt, um gegen die Firma Vanelli die nöthigen Schritte thun zu können,»vcil dieselbe diesem gegenüber ihren Verpflichtungen betreffs der 14tägigen Kündigung nicht nachge- kominen»var. Finstermalbe. Am vergangenen Soniltag fand hier eine zahlreich besuchte öffentliche Versammlung mit der Tagesordnung: „Der Achtstundentag und seine Bedeutung" statt. Der Referent, Herr Stabernack aus Berlin, erledigte in einstündiger Rede unter dem Beifall der Versammelten in sachlicher Weise seine Aufgabe. In der sehr regen Diskussion meldete sich auch das Oberhaupt der Stadt zum Wort, um die Arbeiter zu ermahnen, doch nicht fo scharf zum 1. Mai vorzugehen. Ferner scheine nach den vielen Vergnügungen zu urtheilen, die Nothlage der Arbeiter noch keine so große zu sein und hätten heute die Arbeiter gegen früher zu große Bedürfnisse. Der Herr wurde jedoch durch den Referenten und den Vorsitzende» Herrn Flassig in energischer Weife eines besseren belehrt, so daß er schließlich in die Bemerkung ausbrach: Ach, hätt' ich doch erst gar nichts gesagt. Eine Resolution, den 1. Mai als Arbeiterseiertag anzusehen, wurde einstimmig ange- noinmen und schloß vie Versammlung mit einem kräftigen Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung. » Achtung! frei«»minig», ng der Danienwantelschnetder nnd Ar- deit»,i»iu»»er K»Iilridu»g»industrir. In der Annonze, welche am Sonntag in unserm Blatte stand, wurde vergessen, da» Lolal anzugeben, ln dem dte Versammlung stattfinden sollte. Dasselbe tst: Jordan, iUu* Oriln- ftras!» 88.(Dte Versammlung findet heute Abend statt.) Kürschner l Heute AbMid den 26. März, große ösfentltche Versammlung der selbslständtgen Kiirschrtkr,»n Zemter'S kletnem Saal, Münzstraße 11. Das Srscheiuen aller Kollegen ist Ehrensache. ZUcht g«»rli»ligt wurde die Abhaltung einer öffentlichen Versammlung der Handschuhmacher Berlins, welche mir der Tagesordnung:„Sicllungnahme zur Berlürzung der ArbcUSzeit, Dtslussion. Verschiedenes" für Sonntag Vormittag nach dem Zemter'sche»«otale, Münzstr.»», anberamnt gewesen war. �achverrii» der ziapierarbeitcrinnc» und verwandten B.rusSgenosseii» Mittwoch, den 2». März, Abends 8% Uhr, im Königstadl-Kastno, Holzmarlt- straße 72. Eroße Versammlung. Achtung Kildhauer! Große öffentliche Versammlung am Mittwoch, den s». März, Abends 8% Ubr, in Mundt'S Etablissement, Köyntlkcrstr.:vo. AUgemriuer Arbriterlnnrnvrrei» sämmtlicher jhernfsjirieise zZerlino«nd zimgegend. Dienstag, den 25. März, Abends 8» Uhr. im Konzcrtparl Ostend, Franlsurter Allee 72—73. Versammlung. Uerei» der Klempner Berlin» und zlmgegend. Große Versammlung am Dienstag, den 26, März, Abends, 8 Uhr, im Königstadt-Kasino, Holz- »narktfir. 72. Fachuerein der Tischler sfür den Westen und Halleschen Thorbezirl). Elroste Versammlung am Dienstag, den 26. März, Abends 8% Uhr, im großen Saale des Königshos, Bülowsir. 87. Krosje öffentlich» prrsnmmlnng der Cabaliar beiter«nd Arbeit»- rinn»« am Dienstag, den 25. März er., Abends 8% Uhr, im großen Saale der Brauerei ssriedrichshatu(früher Lips). tarohe östciittichr Manreroersammlung am Mittwoch, den 26. März, AbendS s'i Uhr, in„Sanssouci", Kottbuser e». «roh» i'irfntnmlnna der Köcher am Dienstag, den 25. März, Nachmittags 3 Uhr, im Saale der Nttumbrauerot Friedrichshain. Fachrerei» der Lederarbeiter. Beretnsversammlung am Dienstag,' den 26. März, Abends 8% Uhr, Orantenstr. 180. Tagesordnung: 1. Der Maxt- malarbeilstag, Referent P. Jahn. 2. VeretnSangelegenhetten. a. Verschiedenes. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willlommen.— Dte Herren Fabrilanten »Verden in der Versammlung anwesend sein. «Sauuerein Keriiner Kildhancr. Versammlung am Dlenstag, den 26. März, Adends 8% Uhr, bei Feuerstein, Alle Jakobstr. 76. Vorlesung des Hofschanfpieler Herrn Gerber„Ut de Frauzosentid". BtlletS zur Matinee find in der Versammlung zu haben. Srosi« öffentlich» Nersammlung d«r KnpfrrschmUd» K«rli«««nd Umgegend am Dienstag, Abend« Bji Uhr, in Feuersteins vokal. Alle Jakob- straße 76. Uerein der parquetbodenleaer Kerl!»». Außerordentllche General- Versammlung am Montag, den ei. März, AbendS 8 Uhr, bei Feuerstein, Alt« Jakobstr. 7«. V.vofj» öffentlich» U»rsamn»l»»a sämmtlicher«»werblicher Kilfo- arbiitrr am Dienstag, den 26. März, Abends 8% Uhr, in vienz' Salon, Naunyn- straße 27. Ker Arbeitsnachweis der Klavierarbeiter befindet sich Naunynstr. 78 bei Winzer. Die Adressenausgade findet jeden Abend von 8—0% Uhr und Sonntags Vormittag» 10—11% Uhr, sowohl an Mitglieder wie an Nicht- Mitglieder unentgeliltch statt. Zu gleicher Zeit machen»vir die Vereins- Kollegen darauf ausmertsam, daß jeden Montag und Donnerstag im Bibliolhek- ziminer Leseabeiide abgehalten werden. Recht rege Belheiliguug erivünscht. Gesang-. Tnrn-»Nd gesrUigr Vereine am Dienst-ag. Gesangverein „Gntenberg" Abend««% Uhr im Restaurant Quandt, Diralauerstraße 43.— Gesangverein„Alpenglühen" Abends 0 Uhr im Restaurant Hilvebrandt, Prinzen- straße 07.— Schäser'schcr„Gesangverein der Elser" Abends 0 Uhr bei Wolf und Krüger, Slaliherstr. Ii«, Gesang.— Männergefangverein„Gartenlaube" Abends 0 Uhr im Rcstarant flirk, Kotlbuferftraße 22.— Gesangverein Bouvardta"(Männerchor) Abend« 8% Uhr im Restaurant„Teutonia", Bei- forlersiraße 16.— Männergesangverei»„Steinnelke" Abends 8 Uhr im Rcslau- ranl Schulz, Slelltnerstras!) 60—67.— Gesangverein„Harmonie" Abend» 8 Uhr in Reukam's Bisrhaus, Große Franlfurtcrstr. 40.— Männergesangverein„Echo ll" Abends 0 Uhr im Restauranl Drtllhos«, Rosenthalersir. Ii— 12. — Gosangverein„Eängerhain" AbendS» Uhr im Restaurant Kaiser-Franz- Grenadierplatz 7.— Gesangverein„Bruderherz" Uebungsslunde Abends von e%—»1% Ubr. Aufnahme neuer Mitglieder.— Gesangverein„Hoffnung Moabit" Abend« 8% Uhr Wilsnattersir. 63 im Restaurant Jlacs.— Männer- aesangverein„Htlaritas" AbendS s Uhr im Restaurant W. Gleist, Prinzen- Allee 80.— Gesangverein„Felteitas" AbendS 0 Uhr im Restaurant Nebelin, Langestr. 108.— Männergesangverein„Olympia" AbendS 0 Uhr iin Restaurant Gerlh, Prinzcnstr. 10s.— Gesangverein„Liederlust" Abends 0 Uhr im Restaurant Lehmann, Naunynstr. 44.— Männergesangverein„Accordta" Abb«. oUhr bei Wetck, Aleranderstr.»l.— Gesangverein„Ludwig'scher Männerchor" AbendS 0 Uhr Lindenstr. 100 bei Poppe, Uebungssiunde. Gäste sind willlommen.— Männergesangverein„Licdesfreiheit" Abends 8% Uhr im Restaurant Henke, Blumenstr. 88.—„Deutsche Liedertafel, Dirigent R. Maschinstu Abends!i Uhr Uebungsstunde>m Restaurant Saeaer. Gruner Weg 29.— Männergesangverein„Alte Linde" Abends 8%— loif Uhr im Restaurant JohnS, Marianne,!- straße 10,— Zttherklub„Amphton" Abends 0 Uhr in Triebels Restaurant. Hoher Steinweg 16.— Turnverein„Froh und Frei"(Männerabthetlung) AbendS 8% Uhr, Bergstr. 67.— Beritner Turngenossenschast(Fünfte Männer- abtheilung) Abend« 8 Uhr in der siädlischen Turnhalle, Wafferlhorstr. 81.— Turnverein„Hasenhaide"(Männerabthetlung Abends« Uhr, Dleffenbach- straße 60— Ol.— Verein ehemaliger Schüler der 87. Eemeindeschule Abends 0 Uhr im Restaurant«inner, Kopnitterstr. 68,- Rrtndl'scher Eltnographtn- verein„«pollobmid» Abend» 9t Uhr Brutmenflr. IM».- Arendt'scher Steno- araphenveretn Abend» 8% Uhr im Restaurant„Zum eisernen Kreuz", Linden- strafte 71.— Deutscher Verein Arendt'scher Stenographen Abend»«sj Uhr in Mandel'» Restaurant Brunnensir. 120».— Berein„stloc" Abend» 8% Uhr im Restaurant Eltze, Alerandrinenstr. 99.— Unterhaltung»verein„Harmonie" Abend» 8 Uhr, Eisenbahnstr. ssll, im Restaurant von Liebe.— Vergnügung»- verein„Mollig" Abend» 9 Uhr im Restaurant Reinicke, wipSstraße 3, jeden Dienstag nack, dem i. und 15.— Zitherklub„Amphion" Abend» 9 Uhr im „Münchener Hof" Spandauersir. 11—12.— Rauchtlub„Zum Wrangel" Abend» 8 Uhr bei Herschleb, Adalbertstr. 4.— Rauchtlub„Porioriko", Abends 9 Uhr. Manteuffelltrafte 110 bei Ereivlina.— Rauchklub„Deutsche Flagge" Abend» « Uhr im Restaurant Handler, Wrangelsir. 11.— Rauchtlub„Friedrichshain" Abend» 9 Uhr im Restaurant Kipping, Landsbergerstr. 119».— Rauchtlub „Lustige Brüder" Abend» 8% Uhr bei Srothe, Fürstenbergerslr. a.— Ver- gnügungSvereln„Frühlichteit",(grüner Weg 2». Große GesellschastSstunde, verbunden mit Vorträgen. Gäste ivillkommen. Entree frei.— Dambour- verein„Sedan" S yung Abend» 8% Uhr Grüner Weg 0—10.— Tambourverein „Einigreil macht starr, gegründet iöso Uebungsstunde Abends 0 Uhr im Sle(t«u«ant Hah», Eisasserstr. 57. VermiMkes. Uebsv zkiil/z'w«rth itv schreibt ein medizini- scher Mitarbeiter des„Rhein. Cour.": Wenn der Laie auf dem Gebiete der Medizin sich nach der Nahrhaftigkeit einer Speise erkundigt, so gilt es zunächst, die Frage durch die Erklärung zu präzisiren, daß Nährwerth und Verdaulichkeit zwei vollständig verschiedene Dinge sind. Während man oen ersten in Zahlen auszudrücken im Stande ist, herrschen in Bezug aus die Verdau- lichkeit dieses oder jenes Nahrungsmtttels sehr weit auseinander- gehende Ansichten und der eine hält für sehr leicht verdaulich, was dem anderen schon recht unangenehme Beschwerden zu ver- schassen im Stande ist. Auch die Wissenschast kann in letzterer Beziehung noch nicht in allen Delailfragen ein endgiltigcs Urtheil fällen. Der Inhalt des Eies besteht, abgesehen von verschiedenen feinen Häutchen, aus dem Eiweiß, besser Eierwciß genannt, und dem Eigelb oder dem Dotter. Das Eierweiß ent- hcslt 85,75 pCt. Wasser, der Eidotter nur 50,82 pCt. Das Eier- weiß enthält 12,67 pCt. Eiweiß, der Dotter 16,24 pCt., also ist der Dotter schon in dieser Beziehung werthvoller für die Er- nährung. Dies tritt aber in noch bedeutend erhöhtem Maße bezüglich des Fettgehaltes hervor, der im Eierweiß 0,3 pCt., im Dotter Vagegen 31,8 pCt. beträgt. Aber auch in Anbetracht der für das Eierweiß vergleichsweise geringen Zahlen würde es eine ehr beträchtliche Verschwendung sein, wenn man das Eierweiß gar nicht genießen wollte. Enthält doch das Fleisch, einer der wichtigsten Eiweißträger unserer Nahrung, iin Durchschnitt nur etwa 6pCt. Eiwcißstoffe mehr, als das Eierwciß. Vergleicht man den Nährwcrth des Eies, so zeigt sich, daß l Ei etwa gleichsteht 40 Gr. fettem Fleisch und bezüglich des Eiweiß- und Fett- gehaltes etwa 150 Gr. Kuhmilch zu ersetzen im Stande ist. Ganz besonders werthvoll sind die Eier aber um deswillen, weil sie vom menschlichen Magen und Darm in sehr vollkommener Weise ausgenutzt werden. Vielfach wird behauptet, daß weichacsottene Eier leichter verdaulich seien als hartgesottene. Die Wissenschaft hat dieser häufig gemachten Erfahrung nicht zustimmen können. Vielmehr scheint es, als ob hartgesottene Eier um deswillen häufig Verdauungsbeschwerden machen, weil sie nicht in genügend fein zerkleinertem Zustande dem Magen zugeführt, d. h. nicht ge- niigend fein zerkaut werden. Die Verdauungssäfte dringen natür- lich viel leichter in die noch halbflüssige Masse des weich ge- sottencn Eies ein, als in die feste Masse eines solchen, das der Siedehitze länger ausgesetzt war. Eine merltwiirdige Gespenstergeschichte wird aus Riehl, einem Vororte Kölns, aus allerjüngster Zeit berichtet. Es war, so schreibt die„Köln. Volksztg.", Abend und wie gewöhn- Zich ziemlich dunkel; denn die spärlichen Gaslaternen und die noch spärlichern Oellampen, welche die Stadt Köln im vorigen Jahre ihrem Vororte zukommen ließ, verbreiteten genau so viel Licht, daß man sehen tonnte, wie dunkel es war. Plötzlich zerriß«in gellender Schrei, der aus einer weiblichen Kehle gekommen war, die Stille des Abends; eine Frau, welche an der Frohngasse vor- beischritt, hörte über sich in den Bäumen etwas rauschen und krachen, und als sie aufblickte, sah sie einen großen, weißen Gegen- stand zwischen den blattlosen Zweigen flattern.„Ein Gespenst!" stammelte sie entsetzt, schlug die Hände zusammen und eilte, so schnell die zitternden Beine sie zu tragen vermochten, davon, um die seltsame Entdeckung weiter zu verbreiten. Man lachte sie zwar aus, folgte ihr aber doch; denn die Frau behauptete, steif und fest, mit ihren eigenen Augen das Gespenst, den Geist, die Erscheinung oder was es sonst sein mochte, ge- sehen zu haben. In kurzer Zeit versanimelten sich zahlreiche Menschen, diesmal freilich ohne Gewehre und Flinten, in der Nähe des seltsamen Baumes— und in der That, da ging es nicht mit rechten Dingen zu; denn die Aeste und Zweige bewegten sich, und ein weißer Gegenstand tanzte aus und ab. Man schüttelte die Köpfe, sprach hin und her, und je mehr das ge- heimnißvolle Wesen flatterte, um so respektvoller wurde die Ent- fernung, in welcher die Zuschauer den Vaum umstanden.„Wenn ich über den Zaun könnte", erklärte ein beherzter Zuschauer,„und den bissigen Köter des Gartens nicht zu fürchten hätte, würde ich auf den Baum steigen und dem Gespenst an den Leib gehen." „Lassen Sie das lieber bleiben," hieß es von anderer Seite,„das ist der Geist eines alten Ritters, der vor sechshundert Jahren hier in der riehler Burg hauste." Der große, weiße Gegenstand tanzte von neuem und viel heftiger als bisher auf und ab. Zeitweise wurde er ganz schmal, dann wieder breit, und als ein Stein durch die Zweige des Baumes flog, zog das Gespenst sich sogar bis in die Nähe der Krone zurück.„Wir wollen dem Geiste'mal Beine machen," meinte ein Pferdebahnkutscher, der eben mit dem letzten Wagen eingetroffen war. Da aber das Knallen mit der Peitsche keine Wirkung erzielte, schlug er in die Zweige hinein, und nun ereignete sich das noch sonderbarere Schauspiel, daß das Gespenst mit einem gewaltigen Satze auf den nächsten Baum sprang. Bei dem Sprunge glaubte man aber außer dem weißen Gegenstände auch einen dunklen Körper gesehen zu haben. Die Zweige krachten und der Geist zog sich in die höchste Spitze des Baumes zurück.„Ah," meinte ein Wärter des Zoologischen Gartens, dem die Mär zu Ohren gekomnien war,„ich glaube den Geist zu kennen. Heute Abend haben wir eine Sendung neuer Affen erhalten, von denen beim Ausladen ein kräfttger Bursche Reißaus nahm. Derselbe wird hierher geflüchtet sein und eines von den Tischtüchern, die nebenan im Garten zum Trocknen hängen, mitgenommen haben." Die ängstlichen Gemüther athmeten auf, als das„Gespenst von Riehl" sich in einen Affen ver- wandelte. Am folgenden Morgen wurde der Ausreißer einge- fangen und das halb zerfetzte Tischtuch von dem Baume herab- geholt. Jury de» dirojährigen pariser ,, Salon" befindet sich in arger Verlegenheit. Der Maler Charles Castellani hat für die bevorstehende Ausstellung ein Bild eingesandt, dessen An- nähme ebenso bedenklich erscheint, als seine Rückweisung. Es de- titelt sich„Stillleben"(„Natura warte") und stellt aus einer drei Meter breiten und zwei Meter hohen Leinwand einen mit bunten Edelsteinen reich verzierten asiattschen Gürtel dar. Neben dem Gürtel steht ein überfließender Topf voll Wein; im Vordergrunde liegt eine Lyoner Wurst auf 10 000 Frks. in Kassenscheinen und Gold. Im Halbdunkel des Hintergrundes krümmt sich ein indischer Götze im tollen Gelächter. Um die Bedeutung oieses Bildes zu verstehen, muß man sich erinnern— was übrigens jeder Pariser weiß— daß Herr Constans, der jetzige Minister des Innern, als er Generalgouverneur inkHinter-Jndien war, vom König Norodom in Cambodscha das Geschenk eines Gürtels im angeblichen Werth einer Million empfing, daß ein„xot äs vin" im Französischen soviel heißt als Trinkgeld und Bestechung, daß ferner in einem bekannten Prozesse dem Minister des Innern der Empfang eines Checks von 10 000 Franks für Mitwirkung bei der Gründung einer Lyoner Bank nachgewiesen wurde, und daß Herr Constans, als er darüber in der Kammer zur Rede gestellt wurde, erklärte, die einzige Vergütung, die er für seine Bemühungen angenommen habe, sei«ine Lyoner Wurst gewesen. Die Jury kann nun das satyrische„Stillleben" nicht wohl aus künstlerischen Gründen zurückweisen, da es unstreitig gut gemalt ist und Charles Castellani schon oft im„Salon" ausgestellt hat; andererseits möchte sie auch keine polittsche Zensur ausüben, zumal es. immer heikel ist, mit einem für den Minister beleidigenden Verständniß die Absicht des Malers amtlich zu konstatiren; das Bild aber anzunehmen, wäre vollends ein Wagniß, da die Künstlergesellschaft von der Regie- rung abhängt, die ihr jederzeit ihren Ausstellungsraum, den« Jndustttepalast, entziehen kann. Castellani rächt sich, wie man sagt, für die Schwierigkeiten, die ihm vor einem Jahre vom Ministerium bereitet wurden, als er sein Panorama Tout-Paris auf der Jnvaliden-Esplanade eröffnen wollte. Dieses Tout-Paris stellte die bekanntesten Pariser Persönlichkeiten rings um den Opernplatz gruppirt dar, unter anderen den General Boulanger. Die Regierung befahl dein Maler, die Gestalt des letzteren aus- zulöschen. Castellani verwandelte den Boulanger in den Schah von Pcrsien, doch zog er sich auch hierdurch Unannehmlichkeiten zu, da nun der einzige Souverän, der die Republik bei der Welt- ansstcllung amtlich besuchte, im huldvollen Gespräch mit dem Boulangisten Turquet dargestellt war. Die Wctatilun sielli die Benutzung de» Sprechsaal», soweii Raum dafür abzu- geben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheilen allgemeinen Jnleresfe» zur Verfügung; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben ibentifizirt zu werden. Um den Gerüchten, die gegen den Oekonomen der„Brauerei Pfesserberg" zirkuliren, entgegen zu treten, fühlt sich Unterzeich- neter veranlaßt, die Wahrheit an die Oeffentlichkeit zu bringen. um zu veranlassen, daß von so einem ungerechten Boykott, wie er über obengenannte Brauerei verhängt iverden sollte. Abstand genommen wird. Es ist im Gegentheil in der„Brauerei Pfeffer- berg" jeder Arbeiter willkommen und das Gerücht, welches von dem Kellner Kirchner in Umlauf gesetzt ist, beruht nach eingehen- der Rücksprache mit dem Direktor und dem Oekonomen auf Un- Wahrheit.-riov OoTOmr CJirrfm-r ,1+ rttrfif onf Tn fl or» Ttirtrhßll. weil er fü weil dessen ungezogen wurde. Dieses ist der wahre Sachverhalt der ganzen Angelegenheit. Ergebenst August Miller, Jnvalidenstr. 63. De�eslhetr. -.....(IWalffo Tvlegraphen-K«r«a«.) wurd! mit der Arbeiter ausübe. Diese Tagesordnung wurde mit 61 gegen 19 St. angenommen. Kriefimsten der Redaktion. 6 Anfragen bitten wir die Abonnements-Quittung betzufügen. BrlefltchV Antwort wird nicht ertheilt., NT,.5. A jf* v®er zur Tragung der Prozeßkosten verurtheilt ist, statten Gegner die Kosten für dessen Rechtsanwalt er- A- R. Wir können Ihren Wunsch nicht erfüllen. . skalitz5rstr. 43. Wenden Sie sich mit Ihren Fragen an einen Gärtner. .. Afp.» Heimflrasie. Lesen Sie doch Ihren Miethslontrakt, dann ist sicher bestimmt, daß Sie die Wohnung jederzeit zur Be- sichtigung bereit halten müssen. Schäfte-Branche. Gesperrt sind folgende: Max Meyer, Neue Friedrichstr. 89. Kraut wurst, Gr. Frankfurterstr.'57. Mathias u. Bürger, Kürassier- straße 16. Vergschmidt u. Lange, Jnva- lidenstr. 10. Mohr, Elisabeth User 20. Perlich, Elisabeth Ufer 19. Vater, Kurze Straße 4. Oppenheim u. Söhne. Rath, Neue Friedrichstraße. Herzberg, Friedrichstr. 250. L 0 0 V, Annenstraße. Schulz, Neue Roßstr. 11. Diejenigen, welche an solchen Stellen arbeiten, sind als Streikbrecher an betrachten. Arbeitslose Kollegen und Kolleginnen haben sich auf dem Streikbureau der Schäftebranche bei R e y e r, Alte Jakobstr. 63, zu melden. Di« Lohnliommlsston. Achtung! Kernmacher Berlins! In der Dampfarmaturen-Fabrik von Julius Pintsch haben sämmtliche Kernmacher die Arbeit wegen Lohn- differenzen niedergelegt und bitten den Zuzug fernzuhalten. 420 W. Lnhn. Louis Harre. Emil Riemann. CK Dienstag, den 25. März, Abends 8V2 Uhr, Oranienstr. 180 1 Vereins• Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Der Maximalarbeitstag. Referent P. Jahn. 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Verschiedenes.— Ausnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen ]SB.: Die Herren Fabrikanten werd. in der Versammlg. anwesend sein. Zu zahlreichem Besuch ladet ein 409] Der Verstand. teinpr Wahrung d. Jnter chen K Verl. Knopsarbeiter. Mitglieder V ersammlung am Dienstag, den 25. März, Abds. 8V2 Uhr, in Jo&l's Salon, Andreasstraße 21(Kl. Saal). Tages-Ordnung 1. Vortrag des Herrn Alwin Gerisch. 2. Der Streik in der Knopffabrik von C. H. ßtöhll. 3. Wahl der Lohnkom- Mission für die Hornbranche. schiedenes.— Gäste 422 Erohe össentlilhe Versammlung sämmtlicher in den Glacd- u. Karton-Papier fabriken Berlins und Umgegend beschäftigter Arbeiter u. Arbeiterinnen Dienstag, den 26. März, Abends SVe Uhr, im Lokale KUnigsbank, Große Frankfurterstraße Nr. 117. Tagesordnung: 1. Die Maßregelung der Arbeiter bei Friedheim u. Sohn. Ref.: Koll. Beyer. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 869 Sämmtl. Vorstände d. Gewerkschaften sind hiermit eingeladen. Der Einberuler. Mein Haus mit Schankgesch Böckhstr. 4 will ich Umstände halber zum 1. April verkaufen. 417 Danksagung. Allen Freunden und Bekannten hier- mit herzlichen Dank für die Theilnahme beim Begräbniß meines Mannes, in- sonderheit dem Personal der Fabrik Ende u. Devos. 416 Wittwe Wahle geb. Eichler. Lese» und Diskutirklub SBiterna-tionale hält seine Sitzung am Donnerstag, den 27. März, Abends 8 Uhr, Kleine Andreasstr. 19 ab. 217 Tagesordnung: Vorstandswahl und Verschiedenes. Empfehle allen Genoffen und Freunden meine Glaserei und Bildereinrahmung._ Verkanf von Bildern Lassalle und Marx, Bebel, Liebknecht, Lassalle und Hasenclever als Präsidenten des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins. Beson- ders empfehleuswerth Sinnsprüche. Bezugsquelle für Wiederverkäuser. Nach auswärts brieflich. OaH SchoBzy Möbel auf Theilzahlung LathriuMr. 7Z. Bebel-, Liebknecht-, Singer- Köpfe, als Clg.-Spitzo, echt Meersch., h 1,50 M. B. Günsel, ÄÄÄ' 4. Ber- stets willkommen. Der Vorstand. ! Färber! der Arbeitszeit ,,.----- Entschädigung haben die Kollegen der Altenberg'schen Färberei, Fruchtstraße 36, die Arbeit niedergelegt. Bitte den Zuzug sernzu- halten. I. A.: H«rm. KiUa«. Wegen Ausdehnung ohne entsprechende Zu der Abrechnung der Lohn- kommission d. Tabakarbeiter ist noch nachzutragen: Von den Bildhauern Berlins 50 M. Um diesen Betrag ist die Einnahme, sowie der Ueberschuß höher. 437 Berlin, den 23. März 1890. Die Lohnkommission. Im Austrage: Robert Drescher, Rheinsbergerstraße 11. Das Arbeltsnchvelsebllrm des Verbandes der Vergolder, Goldleistenarb. und Bernfsgcnossen befindet sich Schlllingstr. 30 a und ist für Mitglieder und Nichtnlit- glieder der Arbeitsnachweis unentgelt- lich. Die Ausgabe der Adressen er- folgt Wochentags von 8 bis 9 Uhr Abends, Sonntags von 10 bis 12 Uhr Morgens. Die Vergolder sind ge- halten, nur den Arbeitsnachweis zu benutzen._ 426 Prinz Handjerystr. 49, %%%%%%% ou— /u Thlr.[216 Achtung Metallarbeiter! Der Zentral- Avbeitanachwela dr» AUgrmrinen Metallarbeit««' Uerrino Heriins„nd Umgegrud defindet sich vom I. April Wailstrs 7—8, und ist derselbe an Wochentagen ge- öffnet von Morgens S bis 12 und Nach- mittags von 2 vis 6 Uhr. Die Adressen- ausgäbe ist für sämmtliche Branchen unentgeltlich. 436] Der Vorstand. Control-Mckn-Hute, icmz besonders meine selbst fabrizirten sylinderhüte, empfiehlt z. soliden Preisen Hermann Haase, 221_ InoaUdenstr. 189.■ Sarg- von 3. Wmchtt,'Äf Ecke Arkonaplatz, empfiehlt zu billigen Preisen sein reich ausgestattetes Lager. Fuhrivesen und sämmtliche Gänge werden besorgt. 207 Meinen geehrten Freunden und Kuu den zur Nachricht, daß die Hütr mit Kontrolmarken bei mir zu haben sind. G, Koepke, Prinzenstr. 60 und 1862] Potsdamcrstr. 123a. 1246 ZZ, tiitt._ Hugo Lowont. Teppiche Webesehlm ed. Art u. 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Reichenbergerstr. 65, 433 Meine beleidigenden Aeußerungen gegen den Schuhmacher Herrn Bernhard Pischko, Straße 30 Nr. 47 wohnhaft, nehme ich hiermit zurück und erkläre denselben für einen Ehrenmann. 432 Weitsmrkt. Schrifthauer verl. Schönhauser Allee 163. H. Einen guten Linke, Linienstr. Rockarbeiter 61a, II. Sm' »RT&ä 424 Arbeiterinnen auf Spitzensachen verl. S. Münchebergerstr. 29, 1 Tr. Zithermacher vl. machet Idinger, Neuer Marl j—_ Wickelm, auf halbe Tage Waisenst�� Swinemünderstraße 137._____. vl. Einen Metallschleifer aus Kronen v� i. Enael. Elisabetb-Ufer 11. und Gin Lehrling für Komtoir i-ager wird gegen monatl. Vergütung zu cngagiren gesucht im Fabrikgesch. v. Llkan Gab, Gitschinerstr. 75.[356 (ßtübit N-rni»tz«rinn«o, auf beff. Soutacheborden, verlangt 210 Ahrends, Blumenstr. 24. Drechslerlehrl. vl. Bab, Gitschinerstr. 75. Schreiber-Lehrlinge gegen Vorzeigung einer Probeschrift ges. im Komtoir, Alexanderplatz 2, I.[967 EineViolin- und eineKlavier- spielerin werden zur Aufführung von Tanzmusik in einem Arbeiterinnen- verein am 80/3. und 8./4., ebenso zum 6./7. d. I. ein Damen-Orchester(8 bis 10 Personen) verlangt. 435 Bewerberinnen werden ersucht ihre Adresse an Frau Greifenberg, Dieffenbachstr. 28 III, einzusenden B«antw»rtlicher Redakteur; Gurt Kaast» in Berlin. Druck und Verlag von Ma» Kading in Berlin SW., Beuthstraße 2.