Ar. VS. Soilnabrni», den 29. Ullivt 1890. 7. Ial,rg. Hrgan für die Znieressen der Arbeiter. Das„Berliner Volksblatt" erscheint täalich Morgens aichcr nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei in's Haus vicrleljährlich 3.30 Diark. monatlich 1.10 Mark, wöchentlich 28 Pf. Einzelne Nummer 5 Pf. Sonntags-Nummer mit dem..Sonntags-Blatt" 10 Pf. Postabonnement 3.30 Mark pro Quartal. (Eingetragen in der PostzcitungSpreisliste für 1890 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) Jtnter Kreuiband, täglich durch die Expedition, für Deutschland nnd Oesterrcich-Ungam S Mark, für daS übrige Ausland 3 Mark pro Monat. I n s e r t i o n s g e b tt h r beträgt für die 5 gespaltene Peiitzcile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Verfammlungs- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Zimmcrstraste 44, sowie von allen Annoncen-Burcaur, ohne Erhöhung des Preises, angeiroimnen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags nnd von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. *, Fernsprecher: Amt VI. Ur. 4106.«'# Ardnktiott: S.— Eiepedlition: 44. AboWelilM-HlllMllg. Zuin Quartalswechsel eröffnen Wie, ein neues Abonnement auf das„Berliner Volksblatt" mit dem„Sonntagsblatt" als Gratisbeilage. Unser Blatt kostet LNS HttUS 1 Mark 10 Pfeililig pro Monat und 38 Pfennig pro Moche. Durch die Post bezogen von jetzt ab nur 8 Mark 30 Pf. pro Quartal(eingetragen in der Postzeitungsliste für 1890 unter Nr. 892 V, Nachttag). Unsere geehrten Postabonnenten bitten wir, das Abonnement rechtzeitig zu erneuern, damit keine Verzögerung in der Lieferung eintritt. Redaktion und Erpedition des „Kerliner Uolksdlatt�. Unsere Expedition befindet sich vom I. April ab WM" Sruthstratze 3. Verlincr Vrokzrreise. Unsere Großgrundbesitzer sind wackere Leute, sie bauen ihr Korn, brennen ihren Schnaps, sieden ihren Rüben- zucker. Wenn man die Behauptung aufstellt, daß ihre bevorrechtete Stellung nicht verträglich mit dem Gemein- wohl sei, und daß deshalb die Lebensmittelzölle beseitigt werden müßten, so zucken sie die Achseln und erklären es für pure Verleumdung, daß das Bischen Schutz, welches die Gesetzgebung der„nothleidenden Landwirthschaft" verliehen habe, auf das Volk drücke. Wenn du ihnen neunund- neunzigmal haarscharf bewiesen hast, was für eine schwere Unbill die indirekten Steuern darstellen, so rufen sie zum hundertsten Male nach„Beweisen". Wer sich absichtlich der Wahrheit verschließen will, der hört eben die besten Beweisgründe nicht, weil seine Ohren mit der dichten Watte des Klaffeninteresses verstopft sink Wenn mir nun heute zum hundertsten Male den Schuldbeweis der Brotvertheuerer erbringen, so geschieht dies nicht, um einen Eindruck auf die Delinquenten zu Feuilleton. Nachdruck verboien.j_ �20 Der Mord auf dem Kalle. Aus dem Leben einer Kreisstadt. Von I. S. Panow. Fräulein Bobroiv war kaum erschienen, als Jtschalow erregt wurde; seine Brust athmete schwer; er wandte sich ab, mn sie nicht zu sehen. Fräulein Bobrow hörte seine Aussage ziemlich kaltblütig an, aber ihre Blässe verricth ihre innere Erregung. — Tic Aussage ist richtig, sagte sie, und sichtlich ein Schluchzen unterdrückend, ging sie aus dem Zimmer. Jtschalow stand wie versteinert, beharrlich die Blicke auf einen Punkt gerichtet. Er wurde ins Gefängniß abgeführt. Es handelte sich nun darum, Fräulein Bobrow eben dahin zu bridgen. Ich sandle um Geleitmannschaft und befahl, sie in einem geschlossenen Wagen fortzuführen. Sie war kaum fort, als man mir die Ankunft des Majors Bobrow meldete. — Ich bitte Sie, was thun Sie? schrie er mich an, als er in mein 5iabinet trat. Sehen Sie etwa nicht, daß meine Schivester von- Sinnen ist? Kann man sie denn ins Gefängniß einsperren? Sie glauben wirklich machen, die in ihrer Missethäterrolle sich sehr mollig fühlen. Wir plädiren vor dem Gerichtshof der öffent- lichen Meinung, und je tiefer wir den Stachel des ehr- lichen Zorns über die Profitmacherei der Agrarier dem Volke in die Seele drücken können, um so besser. Bereits vor längerer Zeit haben wir aus einer in den„Jahrbüchern für Nationalökonomie" erschienenen Studie des Berliner städtischen Statistikers Dr. G. H i r s ch b e r g über die Berliner Brotpreise Mitteilungen gebracht, durch welche der unmittelbare Einfluß der Getreidezölle auf das nothwendigste Lebensmittel der breiten Massen klar dar- gelegt wurde. Das städtische statische Amt hat nun auch für das Jahr 1889 seine Ermittelungen über die Preise von Roggenbrot in der Reichshauptstadt fortgesetzt, und Hirschberg veröffentlicht in einem wissenschaftlichen Fachblatt die Ergebnffse dieser Brotstatistik, die uns hier an Ort und Stelle ja besonders inter- essiren muß. Sind wir doch„die Nächsten dazu." Die Absicht der Brotpreis- Statistik ist, den Gang der Brotpreise im Großen zu verfolgen. Zu diesem Zwecke werden zu Anfang und um die'Mitte jedes Mo- nats bei einer bestimmten Anzahl von Bäckern, und immer an denselben Verkaufsstellen, ohne daß den Inhabern die Bestimmung des Ankaufs bekannt ist, Brote angekauft, und zwar in den bei uns üblichen Stücken zu 60 Pf., die ein ganzes Brot repräsentiren. Es wird ja bei uns bedauerlicher Weise nicht nach dem Gewicht, sondern nach dem Stück verkauft. Die Brote werden alsdann in er kältetem Zustande einzeln auf der städtischen Rathswaage vermögen; aus dem Preise von 50 Pf. für das ganze Brot wird der Preis der Gewichtseinheit abgeleitet, ein Verfahren, das, wie Hirschberg treffend sagt,„wenn es jede Hausfrau einschlüge, wohl dazu führen würde, daß allgemein nach Gewicht gekauft wird". Im Jahre 1885 begannen diese Aufnahmen bei 10 Bäckern, 1888 umfaßten sie 16, 1889 bereits 34 Verkaufsstellen. Seit 1889 werden außerdem monatlich zweimal noch 24 Brote von beliebigen Verkaufsstellen in den städtischen Markt- hallen zum Zwecke der Preisermittelung angekauft. Es dürfte nicht uninteressant sein zu erfahren, daß die 34 in bestimmten Bäckereien gekauften Brote„nach Besichtigung durch einen Sachverständigen durchweg eine gleichmäßige, befriedigende Qualität aufweisen", während„die Beschaffen- heit der in den Markthallen angekauften Waare, besonders der in denselben regelmäßig enthaltenen und sogenannten Landbrote, eines gröberen Gebäcks, mehrfach wechseln und weniger zufriedenstellend waren". Ob unter diesen unbe- friedigendeu Eßwaaren Bluni berger Produkte waren, wird leider nicht mitgetheilt. Es kosteten 100 Kilogramm Roggenbrot 1887.... 20,65 M. 1888.... 21,22„ 1889.... 24.72„ ihren Faseleien?... Sie ist bis über die Ohren in den Taugenichts Jtschalow verliebt, und bei ihrer selbstver- leugnenden Natur nimmt sie seine Schuld auf sich... Nun, könnte man denn denken, daß ein nennzehnjähriges Mädchen den Muth haben würde, jemand zu ermorden?... Sie ist nicht bei Verstände. — Es ist, erwiderte ich, Aufgabe der Aerzte, ihren Ge- sundhcitsznstand zu erforschen. Meine Aufgabe war, sie zu verhören und ihrer Aussage entsprechend Anordnungen zu treffen. Das alles wird noch verhandelt werden, seien Sie unbesorgt! Bobrow ging in höchster Verziveiflnng von nur fort. ..; HI. Die Vergangenheit der Angeklagten. Während ich die formalen Verhöre durchführte, sam- melte Kokorin alle jene Nachrichten, welche zur Erklärung der Ereignisse, die sich vollzogen hatten, nnd auch ihres Zusammenhanges und ihrer gegenseitigen Beziehung nöthig waren. Kokorin erwies sich in der That als vorzüglicher Detektiv. Er verstand es, persönlich oder durch seine Agenten in jene geheimen Beziehungen einzudringen, welche grvßtenthcils der Welt unbekannt bleiben und im Schöße des Familien- kreises zur Welt kommen und enden. Es gelang ihm, vieles zu erfahren, was in der Zeit, welche dem Morde voranging, gesprochen und gcthan wurde, Die Jahrespreise sind wie man. sieht im steten Steigen begriffen, das Brot ist also fortgesetzt vertheuert worden. Im Jahre 1889 betrug der Berliner Brotpreis Wir sehen also vom Beginn bis zum Schluß des Jahres eine fortgesetzte starke Steigerung. Dabei ist der Mind estpreis für 100 Kilogramm im Jahre 1889: 19,31 Mark, der H ö ch st p r e i s 30,86 Mark, während 1888 die Preise zwischen 16,98 und 27,78 Mark sich bewegten. Das Gewicht des F ü n f z i g p f e n n i g- b r o t e s schwankte also 1888 zwischen 3,09 und 1,83 Kilogramm, 1889„ 2,36.. 1,88 Es betrug das Durchschnittsgewicht des Fünfzigpfennigbrotes 1888... 2,36 Kilogramm, 1889... 2,02 Es ist also das Durchschnittsgewicht um 340 Gramm znrnckgegattgeit. Nach guter, fachkundiger Schätzung beträgt der jähr- liehe Roggenbrotverbrauch in Berlin pro Kops 100 Kilogramm, also bei einer Haushaltung von vier Köpfen 400 Kilogramm. Diese 400 Kilogramm kosteten dem Haushalt 1888... 84,88 SR. 1889... 98,88„ Es ist also eine Mrhrbelastttttg des Haus- Halts von 14 Mark für Krot eingetreten. Im Jahre 1888 betrug die Mehrausgabe gegen 1887: 2,28 M. Hirschberg sagt:„Bei der in Berlin fest eingewurzelten Gewohnheit, das Brot sowohl in der Stadt überhaupt, als insbesondere in dem Kreise, der mit dem Prozesse zusammenhing. Zu alledem war schließlich Zeit erforderlich. Einen Monat nach der Verhaftung des Fräuleins Bobrow erhielt ich von Kokorin eine Mittheilung, in welcher die folgenden Nachrichten enthalten waren. Die Bobrows waren uralte Grnndbesitzer unseres Gou- vernements. Die Eltern der jungen Verbrecherin waren keine ver- mögenden Leute. Sie lebten gewöhnlich im Dorfe, bcschäf- tigten sich mit der Landwirthschaft nnd fuhren im Winter, in der sogenannten Saison, auf zivei oder drei Monate in die Gouvernementsstadt. Durch Gastfreundschaft sich auszeichnend, waren sie m der ganzen Stadt beliebt. Ihr Haus war stets voll Gäste, namentlich junge Leute, welche die Schönheit ihrer Tochtcr anzog. Die Koketterie ist fast eine unzertrennliche Gefährtin der Schönheit, und Anna Dmitrijewna war von diesem Fehler nicht frei. Sie verhielt sich gleichgiltig der Schaar ihrer Anbeter gegenüber, als sie erkannte, wie leicht ihre Triumphe errungen wurden. Ihre Verehrer sahen sie bald in Gedanken versunken und von Sehnsucht niedergedrückt, bald lustig und ausgc- lasse», und jeder ihrer Anbeter setzte ihre veränderliche Gemüthsstimmnng. wie das so zu geschehen pflegt, auf seine Rechnung. Sie hatte früh gelernt, sich zu verstellen, und beherrschte vollständig die Kunst, zu gefallen. nicht nach Gewicht, sondern stückweise zu kaufen, ist diese Vertheuerung kamn bemerkt worden." Was bei der Unsicherheit des modernen Erwerbs-- lebens und bei dem kärglichen Arbeitseinkommen der Mehrheit der Einwohnerschaft Berlins solch ein Aufschlag aus das allerwichtigste Ernährungsnuttel bedeutet, bedarf kaum einer Auseinandersetzung. Ein Kulturbedürsniß nach dem anderen muß unterdrückt, die geringste Erholung, auf den bescheidensten Lebensgenuß nach den sauren Mühen des harten Schaffens verzichtet werden, um nur das, was ganz unentbehrlich ist, für sich und die Seinen in's Haus zu bringen. Bei den Schichten, welche von vornhemnan der Grenze des Hungers sich bewegen, ist das jähe Empor- schnellen der Brotpreise die Ursache schwerster Leiden. Die kümmerliche, unzureichende, kulturwidrige Lebenshaltung sinkt noch tiefer, an Stelle des nahrhaften Brotes drängt sich mehr und mehr die Kartoffel, und der blanke Hunger exekntirt die Armen und Elenden Berlins. Wie innig dieses Steigen der Brotpreise mit den Be- wegungen der G e t r e i d e p r e i s e u n d M e h l p r e i s e zusammenhängt, hat unser Gewährsmmm gleichfalls schlagend nachgewieseu. Vorausgeschickt sei, daß nach fach- gemäßer Berechnung 1,00 Korn 0,60 Mehl und 1,00 Mehl 1,36 Brot ergiebt, daß demnach 100 Kilogramm Roggen 79,6 Kilogramm Brot er- geben. Unsere Leser wissen ferner, daß eine der chmählichsten Thaten des nun glücklich zerschmetterten Kartells die Erhöhung des Roggenzolls von 3 auf 5 M. ür 100 Kilogramm gewesen ist. Nim betrachte man olgende Uebersicht für das Jahr 1889: Preise für 100 Kilogr in Mark. Monat. Brot Mehl Korn Januar... 24,15 21,47 15,28 Februar... 24,12 21,33 15,22 Mär,... 23,94 20.77 14.98 'April... 24,04 20,34 14,48 Mai.... 24.47 20,44 14,24 Juni..... 24,32 20,80 14,54 Juli.,.. 24,30 21,74 15,25 August.. 24,70 22,03 15,88 Eepteuiber,.. 25,02 21,75 15,85 Oktober... 25,08 22,39• 16,35 November.. 25,57 23,50 16,98 Dezember,■ 26,01 24,65■ 17,60 Durchschnitt: 24,72 21,77 15,55 Da der Durchschnitt für 1888 bei Brot: 21,22 M., bei Mehl: 18,80 M., � bei Korn: 1.3,45. M. pro 100 Kilo- granun betrug, so ist seitdem das Brot um 16Vs pCt.- Mehl„ 16„ Korn„ IS'/e„ gestiegen. Klarer und- sinnenfälliger kann der Beweis für die ursächliche Verknüpfung von Korn- und Brotpreisen, von Korn- und Brojvertheuerung. nicht geführt werden. Wer also den Hauptgewinn bei dem noblen Geschäft, dem kleinen Mann das Brot'zu verthenern, einsteckt, die Kraut- junker oder die Bäcker, läßt sich leicht entscheiden. Die Bäcker bezeichnete bekanntlich ein vor nicht zu langer Zeit noch sehr einflußreicher Herr einmal im Reichstage, als das Karnickel, das angefangen hat, sie trügen die Schuld an der Erhöhung der Brotpreise. Es ist nicht unsere Sache, die Herren Bäckermeister zu vertheidigeu, die in rücksichtsloser Ausbeutung ihrer Arbeitskräste— siehe den letzten Bäckerstreik— Skandalösestes leisten, aber der Extraprofit, den sie aus der Kornwucherei heraus- schlagen, ist kindlich klein gegenüber dm Riesengewinne der Herren, die auf ihren großen Gütern östlich der Elbe für politische Reaktion, Getreidezölle und andere erquickliche Dinge sich begeistern. Die„Edelsten und Besten der Nation" häufen Reich- thümer auf, die großkapitalistischen Getreidehändler, Mühlenbesitzer, Mehlhändler säckeln gleichfalls stattliche, sehr stattliche Profite ein, die Bäcker machen auch, was zu machen ist, nach dm aristokratischen Vorbilde, aber in Miniatur, und so drückt eine Zwischenschicht nach der anderen." hrer Verehrer war überzeugt, daß er in der Seele lesen könne und wisse, wovon ihr Herz aber Engrossisten, Detailhändler, Bäcker, die die Bruch- theile von Pfennigen nach oben abrunden, auf die Haupt- sächlichen Verbraucher, auf das Proletariat. Oben auf aber sind die Nachkommen der Helden vom Stegreif, die heute als loyale Staatsbürger nur loyalen Nutzen aus loyalen Zöllen ziehen. Borvetpoildenzen. Zürich, 25. März. Die schweizerische Presse und mit ihr alle politischen Kreise beschäftigen sich viel mit Bismarcks Abgang, allein eine Thräne wird ihm von Niemand nachgeweint. Vor einigen Tagen wäre das noch anders gewesen� da wurde der deutsche Reichskanzler von den Schweizern verherrlicht und ge- feiert, daß Bismarck und seine Leute ihre helle Freude an diesen Republikanern haben konnten. Uns schien der Personenlultus und die blinde Verehrung eines mit zäsaristischeü Steigungen und Regierungsgrundsätzen ausgestatteten Staatsmannes fiir Repu- blikaner immer etwas bedenklich. Es war vielleicht in dieser Richtung für die Schweizer ein heilsames Werk, als anläßlich der Wohlgemnth- Affäre die beiden Bismarcke und ihr Vetter Puttkamer, so rücksichtslos dreinfuhren und durch ihre Behandlung die Schweizer tödtlich beleidigten. Seitdem wurde Bismarck nicht mehr angebetet und jetzt, da er gegangen ist, mischt sich in die Elegie selbst der libcral-kapitalistische» Presse, die sonst die energische Politik gegen die Umstürzler mit Freuden erfüllte, der Mißton jener Nachklange zur Wohlgemuth-Affäre. Die Demo- kratcn sind natürlich auch nicht von seinem Rücktritt in die poli- tische Versenkung unangenehm berührt. So schreibt der Winter- thurer„Landbote":„Wir Schweizer haben keine besondere Veranlassung, den Rücktritt Bismarcks zu bedauern. Der Fall Wohlgemuth und die Art und Weise, wie damals Bismarck der Aeltere wie der Jüngere mit der Schweiz und ihrer Regierung unisprangen, stehen bei uns noch zu lebhaft in unan- genehmer Erinnerung, als daß wir irgend ein Bedauern mit dem „Sturz der Dynastie Bismarck" zu verbinden brauchten. Der weitere Verlauf der Tinge hat gezeigt, daß es nicht der Kaiser war, der uns eine solche Behandlung angedcihen ließ, sondern die beiden Bismarck." Die„Züricher Post" sagt:... dieselbe Verstandeskälte und Gefiihllosigkeit, die ihm in den Zeiten des Bürgerkrieges und des Kampfes gegen Außen so sehr zu Statten gekommen, sie wurden ihm nun hinderlich bei der organischen Entwicklung in Gesetzgebung und Verwaltung; darauf verstand er sich nicht...... Deutschland schritt unter ihm nicht geistig vorwärts. Ter Born der Freiheit trocknete aus. Barbarische Instinkte erwachten und die Kultur der Grinim und Humboldt drohte verschüttet zu werden. Die Pflege der Reaktion wurde allgemein. Sein Rücktritt ist eine Erlösung. Der Bismarck'schen Pressionspolitik verdankt die Schweiz ihren Bundesanwalt, ihr wurden 1688 die vier deutschen Soziali st en in Hottingen geopfert und ihr zu Liebe wurde Lutz ausgewiesen und von den journalistischen Bedientenseelen des Bundesrathes überdies mit ihrer Verleumdung besudelt. Da nun Bismarck gefallen ist, könnte man ihm ja wohl auch den Mantel, nämlich unseren Bundesanwalt, nachschicken und die Ausweisungen als Ausflüsse einer schwächlichen Politik rückgängig machen. Ob das wohl u n st a a t s m ä n n i sch wäre? Gewiß werden wir auch eine Aufhebung aller Maßregeln noch lange warten müssen, denn die Herren sind zu viel Staats- männer. Das sagt ihnen in der letzten Nummer des„Schweizer!- scheu Sozialdemokrat" auf Herr Steck. Er fordert den Bundes- rath auf, die Instruktionen allem Volke mitzntheilen, welche er den Dclegirten zur Älrbeiterschutz-Konserenz in Berlin mitgab und aus diesem Anlasse sagt Herr Steck: „Wir verlangen eine ausrichtige, echt volksthümliche, schweizerisch gerade Regierung, kein Diplomatenkollegium! Vor aller Welt, Ausland wie Inland, soll sie regieren, einfach, ohne Künsteleien, primitiv unsertivegen, der Form nach, aber offen- herzig, wahrhaft und wehrhast demokratisch, so daß ihr Leben und Treiben stets vor allem Volke daliegt, wie ein ans geschlagenes Buch, darin jeder lesen kann und dessen In- halt jeder versteht. Das wäre zugleich die beste„Diplo- matie", die unangreifbarste Position. Unsere Regierung schäle sich ans deni erstickenden Formenkrani heraus, in welchen sie der Lauf der Zeit gehüllt hat, und suche die Weis- heit im Anfang, in den Grundlagen des demokratischen Staatslebens. Darauf baue sie ihr neues, Helles, einfach großes Gebäude auf, das dem gauzen Volke Raum biete und heimisch sei. Tann gicbt es auch freie Bahn für energischen Fortschritt, der sich heute durch Spalten, Ritzen und Löcher müh- sam drängen muß. Tann giebt es neues Leben.... .„Unsere Politiker spüren es ja wohl— diejenigen, die vorwärts wollen—, wie sie an allen Ecken und Enden anstoßen, sich durchwinden müssen und schließlich nur den kleinsten Theil vö» dem, was sie möchten, durch alle die Engen und Barri- laden von altem Hansrath durchbringen. Dehnt Euch, Ihr Herren! Streckt Euch und schafft mit urwüchsiger Kraft Ellen- vogenrauin, ob auch dabei die Trümmer der chinesischen Schnörkelpagode davonfliegen! An's Licht? In's Freie! Das Haus soll sich einmal Euch anpassen, nicht Ihr immer dem Hanse! Fsthrt nur das Volk zum Fortschritt! Theilt Ihm Euere Begeisterung mit(wenn Ihr solche habt!) und es wird fröhlich anfjauchzen,. wie ivenn Ketten von ihm abfielen, und kräftig zugreifen im Abbrechen und Aufbauen! Laßt Euch nicht von alten politischen Waschiveibern, die in ihrem ganzen Leben nie eine Meirnrna hatten, sondern stets nur den Finger an der Nase und iveise Reden im Munde, drein reden; die Zukunft hat Recht, nicht die Gegenwart! „Wenn Ihr wartet, bis der frische Luftzug von unten oder gar von außen kommt, dann findet Ihr den Sturm, nicht den belebenden Hauch, aus den Ihr warten wollt; und dieser wird dann allerdings reinen Tisch machen, aber, wir fürchten, auch den Tisch selber in Fetzen zerreißen.... „Wir betonen noch einmal: das Schweizervolk hat dgs Recht, zu erfahren, mit welchen Meinungen unsere Delegirten nach Berlin geschickt wurden, und der Bundesrath hat die Pflicht, vor dem Souverän das nicht geheim zu halten. „Daß diese Reklamation nichts nützt, wissen wir freilich auch; die Bundesversammlung hat das Volk durch ihre Haltung an blindes Vertrauen in den Bundesrath gewöhnt. Das' dürfte sich aber einmal in stürmischen Zeiten furchtbar rächen." Einsichtslosigkeit auf der einen und Geldsacksintereffe auf der anderen Seite haben am Sonntag in B a s e t zur Verwerfung des Kranken- Versicher nngsgesetzes geführt! Mit 4677 gegen 2189 Stimmen wurde das Gesetz begraben. Die An- nehmenden sind ohne Zweifel zum größten Theil sozialdemokratische; die Sozialdemokraten erklärten, für das Gesetz eintteten zu wollen und sie haben ihr Wort gehalten. Die Verwerfenden rekru- tiren sich in der Hauptsache aus den Kreisen der Besitzenden, aber auch Arbeiter werden zu ihnen zählen. Die heftigsten Gegner des Gesetzes ivaren die„vereinigten Christen" streng protestantischer und katholischer Observanz und das nennt die Welt dann p r a k t i sch e s Christenthum". Seit dem Jahre 1868 hat die — er»--?...........? �.<-r±.— orn_ rn*------ r a. verEuropas, zeigt in der Frage eines humanen Gesetzes' das Christenthum im herrlichsten Glänze! Zum Ausschluß der Ausländer vom Arbeiter- a g e schreibt die„Arbeiterstimme":„... Diese Anordnung macht nicht nur unter den Ausgeschlossenen selbst be- rechtigtes Aufsehen, sondern sie verietzt das Gerechtigkeits- auch der einheimischen Sozialisten. Im schweizerischen Gewerbeverein wie im schweizer. Handels- und Jndnsttieverein, die für ihre Sekretariate auch vom Bunde Geld beziehen, haben die Ausländer nicht geringeres Stimmrecht. Wie kommt der Bundesrath dazu, für den Arbeitersekretär resp. den Arbeiter- bund Ausnahmebestimnnmgen zu machen? Eine Antwort wäre 'ehr erwünscht.". Die niehrere Tausend Arbeiter beschäftigende Schuhfabrik von B a l l y in S ch ö n e n w e r d(Kanton Solothurn) hat frei- willig den zehnstündigen Arbeitstag eingeführt.— Die S ch ni i e d e c alls von den Gesi. Falle der Weigerung werden sie Jeder i Tiefe ihrer< erfüllt sei. An Bewerbern um ihre Hand war kein Mangel, ihre Wahl fiel auf keinen, und sie wies alle ab. Wenn ihr Vater oder ihre Mutter ihr zureden wollten, daß sie als nicht reiches Mädchen nicht zu wählerisch sein dürfe, erwiderte sie gewöhnlich, solche Bräutigams, wie jene, welche sich um ihre Hand bewarben, könne sie stets zu Dutzenden finden. Ihr Erscheinen in der Gesellschaft brachte stets einen magischen Einfltlß hervor. Sie brauchte blos in den Salon zu treten,'in dem die Herren sich mit den Damen unterhielten, und plötzlich verän- dcrte sich alles. Die Kavaliere widnieten den Worten ihrer Nachbarinnen keine Aufmerksamkeit mehr; alle blickten auf Anna Dmitujewiia, fingen jedes ihrer Worte, jeden Blick ans, und jeder bemühte sich, ihre Aufmerksamkeit auf sich zu l< Die jungen Damen verzogen den Miind; die Müttei Tanten runzelten die Stirn. Sie brauchte blos auf einen Ball nicht zu erscheinen, und der Abend galt als verfehlt. Sie llnterließ aber selten den Besuch der Tanzunter- Haltungen, obwohl sie es sich zur festen Regel gemacht hatte, sich stets ein wenig zu verspäten und sich erwarten zu lassen. — Wie schön ist sie! sagten die Männer, wenn sie im Ballkostüm erschien. — Welch abscheuliche Kokette! flüsterten die jungen Damen vor sich hin. — Welche Unverschämtlzeit im Berkehr mit den Männern! riefen die streng sittlichen Mütterchen und Tantchen. WaS finden nur die Männer an ihr? Anna Dmitrijcwna gewöhnte sich immer mehr daran, zit siegen, und ihre Eigenliebe bauschte die Bedeutung dieser Siege in ihren Augen immer mehr und mehr ans. Was thaten aber Anna Dmitrijewnas Eltern? Wie kam es, daß sie den verderblichen Einfluß nicht bemerkten, den die leichten Siege aus das Herz ihrer Tochter aus- übten? Sie ivaren durch sie verblendet, und niemals, nicht durch einen einzigen Blick drückten sie ihr ihre Unzufrieden heit aus. Ihr Vater war alle Zeit in seinem Kabinet mit Wirthschaftsrechnuugen beschäftigt, und die Mutter lebte mir für Anna Dmitrijeivna, ihren Schatz, ihre Freude. Ihr Bruder, von Natur aus weniger begabt als sie, konnte keinen Einfluß auf sie ausüben. Uebrigens hatte Anna Dmitrijcwna ein gutes Herz. Wo ihre Eigenliebe nicht berührt wurde, war sie stets zur Nachgiebigkeit, zur Vergebung, zu Opfern bereit. Die Hausleute und die Dienerschaft waren ihr innig zugethan und sahen in ihr ihre jederzeitige Beschützerin und Helferin. Von ihren Verehrern war besonders Jtschalow von ihr entzückt. Sie war seine erste Liebe, und er gab sich ihr mit aller Kraft seiner leidenschaftlichen und großherzigen Natur hin. Ihre Fehler sah er nicht. Ihretwegen hängte er den Dienst und die Landwirthschast an den Nagel und folgte ihr wie ihr Schatten. Sie zu erringen, hatte er sich zur Lebensaufgabe ge stellt, und hartnäckig bemühte er sich, ihre Kälte zu besiegen und wenn nicht jetzt, so doch mit der Zeit ihre Hand zu er- langen. Anna Dmitrijeivna sah dies alles sehr wohl, aber Jtschalow konnte ihr nicht gefallen; er erregte ihre Eigen liebe nicht. Um sie zu bezwingen, war Glanz uöthig, ein bekannter Nan>e, Reichthnm, eine angesehene Stellung in der Gesell schaft, und Jtschalow besaß nichts von alledem. Seine Eltern ivaren Grundbesitzer in demselben Gouvernement wie die BobrowS. Sein Vater, ein Haus- hälterischer Mann, lebte im Dorfe, pflügte, säte, drosch, be schäftigte sich mit der Pferdezucht. Die Hälfte seiner Ein- fünfte sandte er seiner Frau, die bereits einige Jahre mit den Töchtern in Moskau lebte; von der anderen Hälfte wies er einen Theil dem Sohne zu, und den Rest verwahrte er für schlechte Zeiten. ~'"cihn Sein Soh lassen war von früher Jugend sich selbst über- VolMpHv Aebsrstchk. In der Ardeiterfchuis.Konfereu? erbat sich in einer der letzten Sitzungen nach dem„B. T." der englische Tele« girte Dale bei der Diskussion über die Mittel, den Streiks der Bergarbeiter vorzubeugen oder deren Folgen zu mildern, die Erlallbniß, englisch sprechen zu dürfen, was ihm auch gestattet wurde. Er schlug vor, die bctheiligteu Regierungen möchen das System der„ai-bitral scala"(„gleitende Lohnskala"), das sich in Northumberland in den letzten 25 Jahren ausgezeichnet bewährt hat, einführen. Das System besteht darin, daß die Delegirten der Arbeiter Einsicht in die Ver- waltungsbücher haben und alle drei Monate zusammen mit den Eigenthümern die Löhne, dem Preise der Kohle ent- sprechend, festsetzen. Der französische Delegirte Bourdeau resumirte in französischer Sprache die Rede des Mr. Dale, welche darauf einstimmig zum Beschluß erhoben wurde.— Mr. Burt, einer der englischen Vertreter auf der Arbeiter- schutz-Konferenz, hat die Ueberzeugung ausgedrückt, daß die Konferenz eine Einschränkung der Arbeitszeit für Frauen und Kinder in Deutschland zum Ergebnisse haben werde. — Nach einem Wolsf'schen Telegramm aus Paris erstattete am Donnerstag im französischen Ministerrathe Ribot Bericht über den Stand der Arbeiten der Berliner Konferenz, da voraussichtlich die Sitzungen am nächsten Sonnabend ge- Er hatte seine Ausbildung in keiner Weise vollendet und begab sich aus das Meer des Lebens wie ein unfertiges Schij� auf die See, ohne Steuerruder, ohne Ballast, ohne Die Begegnung mit Fräulein Bobrow wurde sein Ver- derben. Zu Beginn des Jahres, in welchem der Mord sich er- eignete, wurde der Beamte ini Finanzressort Petrowski nach der Gouveniemcntsstadt versetzt. c.e,r}VF eiu Mann nicht mehr in der ersten Jugend, der sichtlich schon das Leben genossen hatte. Er erhielt zwei' tausend Rubel Gehalt. In einer abgelegenen Straße qnartirte er sich in einer schlechten Wohnung ein, als ob er 'ch vor aller Welt scheute, empfing selten Besuche und be- uchte selbst selten jemanden. Einmal veranlaßte man ihn im Klub, bei einem Fannlienabend, Karten zu spielen. Er verlor, machte ein finsteres Gesicht und begab sich in den Tanzsaal. Unter den Klängen eines Straußischen Walzers wirbelten die Paare vor ihm, eines hinter dem andern. Er war kaum in den Saal getreten, als ein Paar gegen ihn anflog, das ihn fast umwarf, und er war noch nicht zur Besinnung gekommen, als die Walzenden sich schon am entgegengesetzten Ende des Saales befanden. In dem Kavalier erkannte er Jtschalow. — Wer ist die Dame, welche so toll mit Jtschalow tanzt? frug er einen neben ihm stehenden Bekannten. — Wie? Sie kennen Anna Dmitrijewna Bobrow nicht? — Ah! Das ist die berühmte Anna Dmitrijcwna Bobrow?... Was ist denn so Besonderes an ihr, daß Ihr alle ihretwegen den Verstand verliert? — Ja, was wollen Sie denn noch mehr? Petrowski betrachtete und verfolgte aufmerksam Jtschalow. Als dieser zu tanzen' aufhörte und schwer athmend den Schweiß sich aus dem Gesichte wischte, näherte er sich ihm. lFortsetzung folgt.) I schlössen werden würden, so l-eadsichtigten die französischen Dclcgirten, Berlin an: Montag zu verlassen. . Die Arbeiterfchnch-Koufrvens der Regierungen hat, wie die Blätter melden, am Freitag ihre Arbeit beendet. Tie Tele- girten verlassen in den nächsten Tagen Berlin. Die Konaldemokratie und die Fegiien. Unter dieser Ueberschrift veröffentlicht die„Köln. Ztg." einen Aufsatz, den wir unseren Lesern zu ihrer Belustigung mit- theilen wollen._ Er lautet: »Seit einigen Jahren ist auch in Sachsen die Sozialdemo- kratie weit mehr als früher bemüht, die in den Fabriken arbeitenden Frauen der politischen Bewegung im sozialdemo- kratischen Sinne dienstbar zu machen. Welche Erfolge dabei unter den etwa ßS 000 sächsische» Fabrikarbeiterinnen von der Partei erzielt sind, ist auch bei der letzten Reichstagswahl für jeden aufmerksamen Beobachter der Verhältnisse wieder deutlich hervorgetreten. Wenn die Arbeiterinnen mich in die Wahl- wühlereicn öffentlich nicht eingegriffen haben, so kann doch kein Zweifel darüber bestehen, daß sie die Männer sehr thatkrästig sowohl durch Beiträge für den Wahlfonds wie im „Wühlen" unterstützten.. Schon früher haben wir darauf hingewiesen, daß manche Arbeiterfrauen die sozialdemokratischen Ansichten ihrer Männer durchaus verdammen; es gilt dies jedoch meist nur von Denen, die nicht miterwerbend in der Fabrik thätig sein müssen, sondern sich der Häuslichkeit widmen können. Die eigentlichen Industrie- Arbeiterinnen sind in den letzten Jahren mehr und mehr sozialdemokratisch gedrillt. Sie fühlen sich in den sächsischen Industriegebieten nieist vollständig als„Klasse" im sozialpolitischen Sinne, die sich ihre Rechte in engster Verbindung mit deni männlichen Proletariat zu erkäin- pfcn hat, mit dem sie schon heute in zahlreichen Ausständen in Sachsen meist gemeinsam vorzugehen pflegt. Sie will nicht mehr „mit in den Schooß gelegten Händen und geschlossenen Augen" dem öffentlichen Leben gegenüber stehen. Diese Frauen besitzen, wie ihnen von der Sozialdemokratie iuimer wieder versichert wird, die„völlige Reife für das politische Leben", nur das politische Wahlrecht des Mannes wird ihnen von unserem „reaktionären Klassenstaat" vorenthalten, und sie können es sich nur erkämpfen, wenn sie, vom Gefühl der Zusammengehörigkeit beseelt, die Sozialdemokratie unterstützen. In zahlreichen Ver- sammlungen ist in den letzten Jahren dieser Gedanke immer wieder von einer aus Arbeiterinnen zusammengesetzten Zuhörer- schaft offen und andeutungsweise erörtert. Statt Mnttergefühl und Liebe zur Häuslichkeit— Klassenbewußtsein, bedingnngs- und gedankenlose Einfügung der erwerbsthätigen Frau in die sozialdemokratischen Sturmkolonnen�— das sind die Ziele, welche sich in Sachsen die Sozialdeinokratre zunächst mit den Fabrickarbeiterinnen gesteckt hat. Thöricht wäre es, die Erfolge, welche diese Partei auf jenem Gebiet bereits erreichte, nicht voll zu würdigen, aber geradezu unbegreiflich würde es sein, wolle man auch nur einen Augenblick darüber Zweifel hegen, daß die„So- zialdcmokratisirung" der erwerbsthätigen Arbeiterinnen für die Gesellschaft weit größere Bedenken in sich birgt als das An- wachsen der männlichen Sozialdemokratie. Die politische Ge- sinnung, welche eine sozialdemokratische Mutter ihren Kindern einprägt, wird auf die Entwickclung der Charaktere von noch ganz anderem Einfluß sein, als die doch meist erst in späteren Jahren aufgenommenen Liebknecht'schen und Bebel'schen An- schauungen. Mit den sozialdemokratischen Müttern wird die Arbeiterfamilie vollständig zur sozialdemokratisazen Agitations- schule." Die Sozialdemokraten fassen die Sache ganz praktisch an, wenn sie die Frauen, die Erzieherinnen ihrer Kinder, auch für ihre Anschauungen gewinnen. Aber wie will sdie „Köln. Ztg." dem wehren? Will sie ein neues Sozialisten- gesetz, das sich auch gegen die Kinder richtet? Oder will sie, daß den Arbeitern die Kinder nach den ersten zwei Lebens- jähren entzogen und in eine Zwangkanstalt gesperrt werden, um dort zum Heile ihrer künftige� Brotherren aufgezogen zu werden? Das wäre vielleicht ein Mittel nach dem Herzen der„Köln. Ztg.". Herr pindter, so schreibt man der„Freis. Ztg." aus Ham- bürg, ist dort bei dem Besitzer der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung", Freiherrn von Ohlendorf, eingetroffen, um zu überlegen, was nunmehr aus der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" werden soll. Hnudesvath. In der am 27. d. M. abgehaltenen Plenarsitzung des Bnndesraths begrüßte der Reichskanzler, General der Infanterie v. Caprivi, die Versammlung. Derselbe übertrug hierauf wegen eigener Behinderung den Vorsitz dem Vizepräsidenten des Staatsministeriums, Staatssekretär des Innern Dr. v. Bötticher. Bon der erfolgten Entbindung des Fürsten v. Bismarck von dem Amte als Reichskanzler nahm der Bundesrath Kemituiß. Dem Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Ergänzung des§ 14 der Gebührenordnung für Zeugen und Sachverständige, dem Gesetzentwurf für Elsaß-Lothringen über dicktosten in Grundbuchsachcn und dem Gesctzcntwiwf, betreffend die Feststellung des Landes- haushalts-Etats von Elsaß-Lothringeu für 1890/91, letzterem in der von dem LandesanSschiiß von Elsaß-Lothringen angenommenen Fassung, wurde die Zustimmung ertheilt. Ter Entwurf eines Gesetzes für Elsaß-Lothringen über die Aufhobung der Denun- ziantenantheile und die Vorlage, betreffend die' auf den Eisenbahnen Deutschlands noch vorhandenen Abweichungen vom Normal- prosil.des lichten Raumes, wurden den zuständigen Ausschüsien zur Vörberathinig überwiesen. Die Uetersicht über die im Jahre 1889 bewirkten Ausprägungen an Reichs-Gold- und Silbermüiizcn wurde vorgelegt. Einer Aktiengesellschaft ertheilte der Bundesrath das Siecht zur Ausgabe von Aktien zu einem geringeren als dem gesetzlichen Mindeslbetrage. Mehreren Genossenschaftsverbänden wurde die Bestellung von Vcrbandsrevisorcn zugestanden. Endlich wurde über Eingaben, betreffend die Ausführung des Branntweinsieuer-Gcsetzes, sowie über einige Abänderungen in den Etats der Zollverwaltungs- und der Snlzsteuer-Berwaltungskosten Beschluß gefaßt. Dr. lilitr tstnarch, Redakteur der„Frankfurter Zeitung", hat eine Schrift„Die nächsten Aufgabe» einer deutschen Arbeiter- schuhreforni herausgegeben, welche mehrere von ihm in der ge- nannten Zeiiung veröffentlichte sachkundige Artikel enthält. Darin wird die Bedeutung der Berliner Konserenz für Deutschland mit folgenden Worten charaktcrisirt:„Für das Deutsche Reich im Besonderen, welches die fetzige Konserenz eingeladen hat und ihr Gastfreundschaft gewährt, kann nur Ermulhigendes und Förderndes bei den inlernationalen Verhandlungen herauskommen. Unsere früher«» Zusammenstellungen ergaben, daß es keinen einzigen Punkt der Fabrikgesetzgebung giebt, in welchem ein fremdes Land nicht schon weiter fortgeschritten wäre, als wir. Die Kinderarbeit ist in der Schweiz, die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter in England und Amerika, die Frauenarbeit in Oesterreich, der Schweiz und England, die Zlrbeitszcit der Männer ,n Oefterreich und der Schiveiz, dir Fabrilinspektion in England und Oesterreich weit besser geregelt als bei uns. Tie unmittelbare Erkenn tniß dieses Zurückgebllebenseins, die ihnen auf der Konferenz sehr nach- haltig aufgehen muß, kann nur nützlich ans unsere Vertreter wirken, mögen sich die übrigen Staaten zu weiteren Resormen noch so kritisch und reservirt stellen. Das selbstversmndliche Be- streven des Deutschen Reiches muß sein, bis zur nächsten Zu- sammenkuilft tu Sache» des Arbeiterschutzes II, lildeftens auf das Niveau der Schweiz, Englands und Oesterreichs zu kommen. tandoborg n.|U., 28. März. Bei der Reichstags- Nach- wähl im Wahlkreise Friedeberg-Arnswalde wurde Landrath a. D. p. Meyer(kons.) gewühlt.- Den Kreis haben sich die Freisinnige», die ihn bei der Wahl am 20. Februar erobert hatten, wieder entreißen lassen. Hamm i. Mestf.. 27. März. Bei de, Nachwahl im hiesigen Wahlkreise(Arnsberg 7) wurde Schneider(natl.) gewählt. Großstritattttifku. London, 24. März. Vorgestern fand auf Veranlaffung der Ladenstundciiliga(Shop honrs league) in Deptford eine Vor- sammlmig voll Geschäfts- und Ladengehilfen statt. Sie legten Einspruch ein gegen ihre bisherige Arbeitszeit, die 85 bis 100 Stunden" wöchentlich, also. bis, über 16; Stunden täglich beträgt, und stimmten für Zwangsgesetzgebung zur Herbeiführung eines nur zwölfstündigen Arbeitstages. Tags vorher hatten die Omnibus- und Tramwaybediensteten in der öffentlichen Halle zu Battersea ebenfalls sich für den zwölf- stündigen Arbeitstag entschieden. Die Schneider, Maschinen- Arbeiter und Zeugpreffer des Ostends, die am Sonnabend unter Vorsitz Lewis Lyon ihre Ausschüsse zur Bestimmung einer Aus- standszeit gegen das unmenschliche Schwitzsystem ermächtigten, be- riefen sich auf die Berliner Konferenz, an welche sie ein Tele- gramm abzuschicken gedachten, um der ganzen Welt zn verkünden, daß die armen Londoner Schneider in ihren Schwitzhöhlen an der Auszehrung stürben, während der Vermittler gedeihe.— Die Arbeiter der verschiedenen Barkenbaufirmen einigten sich vorgestern über die Forderung einer S4stiindigen Wochenarbeit mit ändert- halbstündiger Essenszeit an den er:en fünf Tagen.— Die internationale Kelluerabtheilung des Nationalvereins aller Geschäfte und Industrien begnügte sich damit, in einem mit Beifall auf- genommenen Beschlüsse auf die Hebung des Kellnerstandes hinzu- deuten.— Der Streik der Ziegelstreicher und Barkenschiffer in Kent ist noch nicht beigelegt. Dagegen soll der Dockarbeiterstreik in Liverpool wirklich beigelegt werden. Frankreich. Am Dienstag wurde berichtet, daß sich in Frankreich die Führer der Achtstundcnbewegiing zu einem Verein zu- samincugeschloffen hätten, der den Namen„Conseil National" führt und ein Rundschreiben an. die verschiedenen Arbeitervereine erlassen hat, die man zu gewinnen hofft. Es folgte dann ein Zitat des betreffenden Rundschreibens, das den Zweck der Kundgebung des 1. Mai charaktcrisirt. Diese Nachricht muß dahin berichtigt werden, daß sich die Führer der Achtstundenbewegung zu keinem Verein zu-' sammengeschlossen haben, der den Namen„Conseil National" führt. Die Führer resp. Ausschüsse der auf dem inter- nationalen Arbeiterkongreß zn Paris(1389) vertretenen sozialistischen und Arbeiterorganisationen gehen in Betreff einer Agitation zu Gunsten des Arbeiterfeiertages in der Vorbereitung desselben gemeinschaftlich und nach einem ge- meinschaftlich angehaltenen Plane vor, zn einem„Verein" haben sie sich keineswegs zusammengeschlossen, noch weniger konnten sie sich zu einem solchen zusammenthun, der den Namen„Conseil National" führt. Der„Conseil National" ist nämlich die Parteileitung, oder der Parteiansschuß der französischen Arbeiterpartei(Kolleklivisten oder Marxisten). Es giebt also bereits seit der Spaltung von St. Etienne und der Konstitnirnng der„Kollektivisten" als Arbeiterpartei einen„Conseil National". Das Rundschreiben, aus welches Bezug genommen wird, ist das regelmäßig jeden Monat vom Sekretär des„Nationalrathes"(Conseil National) in dessen Namen erlassene Zirkular an alle der Partei angehörenden Gruppen, Organisationen u. s. w. In diesem Zirkular wird die Frage behandelt, welche gerade von aktueller Wichtigkeit für die Arbeiter- bewegung ist und auf welche die Aufmerksamkeit der Partei- Mitglieder besonders gelenkt werden soll. So war das Bundesschreiben des Nationalraths vom Februar der Manifestation zn Gunsten des achtstündigen Arbeitstages geividinet, das Rundschreiben vom Monat März behandelt die Wahlen in Deutschland,� den Erfolg der sozialdemo- kratischen Partei und seine Bedeutung für die inter- nationale Slrbeiterbewegung, streift auch die internationale Berliner Konferenz und giebt Auskunft über den Fortgang der Bewegung in der Provinz. Der Antrag Daumas ist von der Arbeitskommission an- zenommen worden. Der Abgeordnete Ferroul. ist beauftragt, n der Kammer einen Antrag einzubringen, den 1. Mai als Feiertag zu erklären.- Paris, 27. März. Deputirtenkammer. Der Deputirte Bizouard-Bert richtet an die Regierung eine Anfrage über die Lage, in'welche die Weißaerber durch das Verbot der Eiusührung von lebendem Schlachtvieh aus dem Auslände versetzt seien. Der Ackerbauminister Develle erwiderte, die Viehseuche sei m Deutsch- land noch nicht gänzlich erloschen; das Verbot könne daher nicht aufgehoben werden. Die Lage der Industrie von La Vilette finde die lebhafte Theilnahme der Regierung, aber es sei unmöglich, die Interessen der französischen Landwirthe zu gefährde». Uebrigcns werde der Markt von Paris demnächst mit Hammeln aus Algier versorgt werden.— Die Interpellation Döroulöde's über die Vergiitigungen, welche die Munizipalräthe von Paris ich bewilligten, wurde um einen Monat hinausgeschoben. Paris, 27. März. Deputirtenkammer. Im iveitcren Ver- laufe der Sitzung führte die Berathung des Kredits für die Unterstützung der Handelsmarine zu einer Debatte, in welcher die Deputirten Germain und Donville das allzugroße An- wachsen der Ausgaben tadelten. Finanzminister Rouvier erklärte, das Budget werde eine» Ueberschuß der Einnahmen aufweisen. d'Alliäres beantragt, der Budgetlommissioif einen,.genauen Einblick in die siNanzielle Lage zu verschaffen. Dieser Antrag ivurde «doch abgelehnt und der Kredit mit 413 gegen 44 Stimmen angenommen.— Die Arbeiter in den Schlachthäusern scheinen den Gedanken an den Ausstand für den Angmblick aufgegeben zu haben. Svanie». Barcelona, 23. Marz. Hier haben gegen. 14 000 Fabrikarbeiter die Arbeit niedergelegt. Ruklaitd. Ueber die S t u d e n t e n u n r u h e ns wird der„Daily News" von ihrem Petersburger Korrespondenten geschrieben: „Während der letzten wenigen Wochen machte sich eine große Er- regung unter den Zöglingen der landwirthschaftlichen. Akademie in Petrowskoje uliweit Moskau bemerktich. Die dortigen Studenten sind höchst unzufrieden mit dem Direktor und hielten Versammlungen ab, um zu erörtern, was zu thnn sei, aber da solche Erörterungen auf Grund des russischen Gesetzes von den Akademien verböten sind, wurden die Rädelsführer sofort ausge- stoßen. Am folgenden Tage verlangten die Studenten den Direktor zu sehen und sie zischten ihn aus. Daraus erfolgte der Befehl, die Akademien zu schließe», aber die Studenten miß- achteten den Befehl des Direktors und erbrachen die Thüren der Zimmer, wo die Vorlesungen gehalten werden. Dann wurde, ebenfalls dem russischen Gesetze zuwider, eine Bittschrift abgefaßt uud von 200 Studenten unterzeichnet, welche den Direktor der Akademie ersuchte, die Rädelsführer nicht härter zu bestrafen, als die übrigen Studenten und endlich die alten akademischen Statuten wieder herzustellen, denen zufolge die angeklagten Studenten vor einen aüßerordentlichen akademischen Rath und nicht, wie jetzt, vor eine von dem Direktor selber gewählte Kommission gestellt werden solle». Selbst die Prosefforen der Akademie sind Gegner des Direktors. Es ist eine bemerkenswerthe Thatsache in der Geschichte der Wirren in den russischen Akademien und Universitäten, daß die Petrowskojer Studenten fast immer die Führer der Bewegung waren und folglich wird allgemein geglaubt, daß wir jetzt am Vorabend neuer unruhiger Zeiten stehen. Ungeachtet aller Regierungs- maßregeln sind die Studenten vollkommen organistrt und über die Vorgänge an den Universitäten und Akademien in ganz Rußland genau unterrichtet." Während die„Daily News" eine Anzahl ihr von der Schweiz zugegangener Schreiben r. u s si s ch er sibirischer Best- ba unter zum Abdruck bringt, macht der amerikanische Schrift- steller George Kennan, welcher auf Grund eigener Anschauung ein Buch über Sibirien verfaßt hat, die sogenannten Gräuel von Jrkutsk zum nochmaligen Gegenstand eines Aufsahes in der amerikanischen Zeitschrift„Century". Ueber die Version, welche russische höhere Beamte durch den Berichterstatter der„Times" in Umlauf gesetzt haben, fällt er dabei ein hartes Urtheil:„Die ganze Geschichte trägt den Stempel pluinper Erfindung, die es darauf abgesehen hat, die wirklichen Thatsache» zu verwischen und Leser, welche das Leben der Verbannten nicht kennen, zu täuschen. Der Vorfall in Jrkutsk war nicht eine Folge der Entdeckung einer geheimen nihilistischen Druckerei, noch hau- delte es sich um einen Angriff„verwegener und gefährlicher" Menschen auf ihre Wächter. Rein, der Vorfall war das direkte Ergebniß amtlicher Dummheit und Brutalität und das direkte Ergebniß eines grausamen und unnöthigen Befehls des Gouverneurs Ostashkin. Dieser Beamte wollte 20—80„administrativ" verbannte Leute in arktische Gegenden ohne gehörige Ausrüstimg schicken und so viele davon mit einem Male, faß sie unmöglich Lebensmittel unterwegs austreiben konnten und auf der Reffe umkommen mußten. Sechs von den politischen Ge- fangenen wurden einfach niedergemacht, von ihnen wurde ein Frauenzimmer zu Tode bajoiiiietirt, 9 ivurdcn stark verwundet und die übrigen grausam geschlagen und mißhandelt." Dem Londoner„Daily Telegr." gehen Ltachrichten aus Petersburg zn, wonach so eben eine Verschwörung gegen das Leben des Zaren entdeckr worden sein soll. Die Mitglieder derselben seien hauptsächlich Offiziere des Heeres. Verschwörungen gegen das Leben des Zaren sind betanntlich nichts Neues in Rußland und wahrscheinlich sogar noch öfter angestiftet worden, als man davon erfahren hat. VevsÄmwlunNe«. Der soziuldemokratiftste Mahloerein des 4. Kerliuer Reichstagv-Mahlki e ses hieli am 18. d. M. in Joel's Salon« Andreasstr. 21, eine Bersammlinig mit folgender Tagesordnung ab.: 1. Die landwirthschaftlichen Zölle und die Lohnsrage. Referent Herr Wilhelm Sabor. 2. Vereinsangelegenheiten. 8. Vcr- schiedenes und Fragektfften. Vor Eintritt in die Tagesordnung macht der Vorsitzende Herr Hcindorf bekannt, daß daL Mitglied Augllst Techow am 1. März verstorben ist. Hierauf erhielt Herr Savor das Wort zu seinem Referat. An der Hand der Statistik führte derselbe die Wirkungen der Getreidezölle vor, wie durch dieselben gerade die ärmeren Klassen betroffen werden, da die- selben gerade die hauptsächlichsten Vrotkonftimenten sind. Als- dann übergehend aus die landwirthschaftliche Bevölkerung führt er aus, daß die Besitzer bis zu 5 Hektaren einen Vortbeil von den Getreidezöllen überhaupt nicht haben, während bei den Be- sitzern von 5—10 Hektaren von einem wesentlichen Vortheil noch nicht die Rede sein kann. Den Löwenantlieil anldem Ertrage der Getreidezölle haben die Großgrundbesitzer, welche einen Raum von mehr als 600 Hektaren besitzen. In seinen weiteren Aus- führungen geht der Referent auf die Branntwein- und Zuckersteuer ein, wie durch dieselben den Großbrennern und Zuckerbaronen ein großer Gewinn aus Kosten der Gesammtheit zugeivendet werde. Uebergehend aus die Lohnfrage führte er aus, daß durch die Ver- theüerung sämmtlicher Lebensmittel eine Erhöhung der Löhne unvedlngt nothwendig ist. Alsdann übergehend zur Opposition der Freisinnigen erklärt er, daß, wer für die Bewilligung des Heeres gestimmt habe, auch für die Bewilligung des Geldes ver- äntwortlich sei, weshalb sammtliche Parteien für die Vertheueruiig der Lebensmittel verantwortlich seien. Auf das Eintreten in eine Diskussion wurde verzichtet und zum zweiten Punkt der Tages- ordnung übergegangen. Hierzu wurde bekannt gemacht, daß auf den Antrag des Wahlvereins, in die Wahlvorstände auch Sozial- demokraten zu ernennen, ein abschlägiger Bescheid eingelaufen ist. Derselbe war daimt begründet, daß zu Vorstehern nur Kommunal- beamten ernannt werden und es der Magistrat ablehnen müsse, dieselben zu bestinniieu, wen sie zu Beisitzern ernennen sollten. Nachdem noch zur Unterstützung der bei den Reichstagswahlen Gemaßregelten, sowie des Genossen Bäcker Casper in Schwane- deck und zur Aufrechterhaltung des Boykott über Blumberg, bis die Affäre gerichtlich geregelt ist, ausgefordert war, schloß der Vorsitzende die Versammlung mit einem Hoch auf die Sozial- demokratie. Eine zahlreich defttchte Versammlung des Verbandes der Möbrlvolirer tagte am Mittwoch Abend 8 Uhr im großen Saale des Böhmischen Brauhauses, Landsberger-Allee Nr. 11—13, mit der Tagesordnung: Weitere Berichte über die Werkstellen, wo unsere Forderungen bewilligt worden sind. Nach- dein die Werkstelle», wo die Forderungen bewilligt sind, verlesen worden, eryab sich, daß bis jetzt 120 Werkstellen vollständig und 20 theilweise bewilligt haben. Hierauf wurde eine Streik- kommission gewählt, bestehend aus 6 Mitglieder», und zwar den Kollegen Wilhelm Lindner, Karl Nerlich, Kart Kurth, Paul Föhse und Haus Bück, und wurden denselben wöchentlich 27 M. nebst den nothwendigen Auslagen bewilligt. Das Streikbureau be- findet sich Blumensir. 38 bei Henke, und haben sich die Streiken- den behufs Kontrole täglich von 8 bis 12 Uhr zu melden. Hierauf enffpann sich eine längere Debatte über die Werkstelle», die der Beivegüug seiNdlich gegenüberstehen, und ivurden die Werkstellcn von Eckert, Krautstr. 86, und Wolgast, Swineniündsr- straße 182, einer scharfen Kritik unterzogen, da in den beiden Werkstelleu Arbeitsburschen und Arbeitsleute sollen eingestellt werden. Ein Antrag, die Kollegen Wolgast und Christom aus dem Verein auszustoßen, wurde vertagt bis zur nächsten Ver- sammlung, wozu dieselben schriftlich eingeladen sind. Hierauf wurde die Versammlung mit einem dreifachen Hoch aus die Be- wegung der Möbelpolirer vom Vorsitzenden geschlossen. Die Redaktion stellt die Vonichung deß Sprechsaals, soweit Nau»> dafür adjit- geben ist, dem Publikum zur Besprechnna von bltigelegenheiren allgnueiucn JnleresseS zur Perfüguiigt st- verwahrt sich aber gleichzeiiig dagegen, mildem JnhaU destelben iveniistzirt zu werde». An die Redaktion des„Berliner Volksblatt" Hier. Auf Grund des§ 11 des Preßgesetzes ersuchen wir Sie um folgende Berichtigung in den Sprechsaal Ihrer Zeitung. Im Sprechsaal der Nr. 66 wird der Orts-Krankeukasse der Schlosser der Vorwurf gemacht, daß sie den Schloffer Georg Abrahut ungewaschen und im Arbeitsanzüge, über ivelchcn man das Sterbehemd geworfen, habe beerdigen lassen. Diese Angaben sind unwahr. Ziinächst haben die Orts-Krankenkassen inil der Beerdigung überhaupt nichts zu thun. Sie haben nur dem- jenigen, der die Beerdigung übernommen hat, die Auslagen zu erstatten. Diesen allein würde also die Verantwortung treffe». Der Gewerksarzt, welcher die eingesargte Leiche am ziveitcn Tage besichtigt hat, hat aber auch amtlich erklärt, daß er au der Leiche weder Schmutz bemerkt habe, noch, daß sie mit einem Arbeits- anzuge bekleidet gewesen sei. B e r l i n, den 27. März 1890. Der Vor st and der OrtS-Krankenkaffe der Schlosser und Berufsgenossen. A. Stürmer, Vorsitzender, Moritzstr. 6. Theater. Sonnabend, den 29. M ä r z. Gprrnha»». Das Käthchen von Heilbronn. Schauspietljau«. Die Journalisten. Kesstng- Tlieater. Nora. Berliner Theater.- Gräsin Lea. ZIentschrs Theater. König Midas. Friedrich-Wilhetmstädt. Theater. Der arme Jonathan. UlaUner Theater. Ein toller Ein- fall. U iktoria-Th eater. Etanle») in Afrika Vstend-Theatrr. Der Fall Clomen- cean. Zlefidenz-Theater. Marquise. BcllraUianre» Theator. Der Nau- tilus. Kanigstüdtisches Theater. Muttersegen, oder: Die neue Fanchon. Central Theater. Ein sideles Haus. Adolf Ernst- Theater. Der Gold- fuchs. Theater der UeichohaUe». Speziali- tätenuorstellung._ American-Theater y Dreodenerstrahe 55,__ Täglich Vorstellung. Donnerstag, 10. April: Lehte Uorstellnng in dieser Saison. Gürews Benza K a r l st r a sz e. Heute, S o n n a be n d, den 29. März, Abends 7Va Uhr. 6rd. soiree Eqaestre zum Benestz der berühmten Künstler- samilie Briatore mit einem auser- wählten Programm, unter persönlicher Mitwirkung deS Direktor E. Renz. Austreten des reNoinmirten, aus sechs Personeil besteh. Elberfelder Athleten- Klubs. 300 Mark Prämie zahlt der Elbcrselder Athleten-Klub Jedem(Nie- mand ausgeschlossen), welche dessen Leistungen inKonkurrenzbestehtrcsp. aus- führt.'Anmeldungen werden an der Eircus-Kasse entgegen genommen. Die lustigen Heidelberger, große Original- Pantom. Reiten und Borführeu der best, drcss. Schul- und FreihcitSpferde. Morgen, Sonntag, 4 Uhr(ein Kind frei): Leben und Treiben auf dem Eise. Abends TV» Uhr: Napoli. In beiden Vorstellungen: Austreten des Athleten- Klubs. E. Renz, Direktor. HT Versammlung lümintl Lndw. i.övk's°il°° Arbeiter (Berlin und Martillickenfelde) am Sonntag, den 30. März, Vorm. 11 Uhr, im Buggenhagen'schen Saale am Moritzplatz. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zu den Satzungen des ständigen Arbeiterrathes. 2. Eventuelle Ausstellung von Kandidaten. 3. Diskussion.— Kassenbuch oder Statuten legitimirt. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt._[613] Der Einberufer. GroßeVersammlung der Galvamsenre und in gnln. Anstalten beschäftigter Arbeiter n. Arbeiterinnen am Sonntag, den 30. März, Vormittags HVa Uhr, in Feuerstein s Salon, Alte Jakobstraße Nr. 75(oberer Saal). Tages-Ordnung: I. Berichterstattung der Kommission. Berichterstatter Kollege Knippel. 2. Statutcnberathung. 3. Aufnahme der Mitglieder. 4. Wahl eines provi- sorischcn Vorstandes. 5. Verschiedenes. Es ist Pflicht aller Kollegen und Kolleginnen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Zur Deckling der Unkosten findet Tellersammluilg statt: 515 Die Kommission. »» Circus Wulff. MF Friedrich Carl-Ufer. TBS® Ecke Karlstraße. Sonnabend, den 20. März 1890, Abends TVa Uhr: Grosse Gala-Yorstellung zum Benefiz für den beliebteil Jongleur zu Pferde Mr. George Paimrr. Auftreten des Benestzianteil in seinen unübertrefflichen Jongleurkünsten zu Pferde. Vorführung des großartigsten Springpferdes d. Gegenwart„Micado". Musik-Clowns Gebr. Forrest. Austr. der Liiftkünstlerin Frl. Zephora. Das Echulpserd„Herold", Trakehner Fuchs- Hengst, ger. v. Dir. Ed. Wulff. Wal- küren-Manöver, ger. von 10 Damen. Austr. der Reitliinstlerin Frl. Louise Renz. Sonntag 2 Vorstellungen, um 4 und 7V« Uhr. Nachm. 1 Kind frei. Hochachtungsvoll Ed. Wulff, Direktor. e nmi NMmmW her gemWen Hilssttbeiter v. Arbeiterimlen der Appretm-, Dttlltllr- u. Fiirbtttihkllllche der Fabrik von Richarb Riebel, Köpnickerstraße 50, am Soimabeud, den 29. März, Abends 8'/« Uhr, im Saale des Königstadt-Kasino, Holzmarktstraße 72. Wir ersuchen alle Kollegen und Kolleginnen, pünktlich zu erscheinen. Fiiv da» Komitee hat stch Kerr Uiedel nicht sprechen lasse». IBs Versammlung am 31. März, Abends 8'/: Uhr, im Saale des Herrn Schmidt, Waldemarstraße 75(Süd-Ost). Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. 514 Der Einberafer: Gustav Ostrowski. ZolidaritätlV Arbeiter! Nur Hüte. welche nebenstehende Marke unter dem Schweißleder tra» gen, bieten Garantie, daß den Berferttgern gerechte» Lohn wurdet «s- Kaust nur Hüte mit dieser Marke! In folgenden Geschäften sind Hüte mit Kontroimarhe» zu haben: Englischer Garten Alexanderstraße 27c. Auftreten der Chansonette Frl. Fran» zisca Hormann. Auftreten des Gesangs-Humoristen Hrn. Köhler, Austreten der Duettisten Albert und Kelly Rappmann. Auftreten der Ehansouctte Frl. Jenny Peters, sowie der musikalischen Clowns Toni und Jack. Anfang Wochentags 8 Uhr, Entree 30, 60 u. 75 Pf., un Vorverkauf 20 u. 30 Pf. Sonntags Anfang halb 6 Uhr. Sonntags Eulree 50, reservirt 75 Pf., Orchester 1 Mark. Vorverkauf Entree 40 Pf. I 21. Unter den Linden 21. Im Hause der Wilhemshallen neben der Passage. BGH- Borführung Ali- Bey R. Berger, Brunnenstr. 136. G. Duneing, Dresdencrstr. 6. C. Rättlg, Fehrbcllinerstr. 88. C. Schulze, Fchrbellinerstr. 93. Renz& Böhme, Oranienstr. 6. B. Belsse, Chausseestr. 70. A. Schumann, Gerichtstr. 17, H. Diederich, Oranienstr. 9. „ Mariannenstr. 43. A. Dröhelfahr, Weinbergsweg 3a. A. Fuchs, Manteuffelstr. 35. „ Wrangelstr. 15. „ Skalitzerstr. 39. P. Haupt, Große Frankfurterstt. 145. F. Jockoff, Linienstr. 2. P. Kunz, Prinzen-Allee 87. E. Rleck, Badftr. 64. H. Meissner, Neue Hochstraße 43. Sporeuter, Poststr. 16(am Mühlendamm). Julow, Pankow, Breiteste. 24. C. Böttcher, Friedrichs Hägen, Berlinerstraße. A. Kohr, Köpnickerstr. 126. A. Simbeck, Fifcherstr. 8. P. Polvoigt, Bülowstr. 18. Frobenstr. 12.) 0. Liskow, Oranienstr. 47a. Victor Knill, Stralsnnderstr. 11 T. Samuel, Bellcallmncestr. 95. Nauen, Wrangelstr. 99. A. Lissmann, Gerichtstr. 7. Zapel, Skalitzerstr. 131 Frister& Roßmann). H. Haso, Jnvalidenstr. 129. E. Bergmann, Markgrasenstr. 98. Strehlow, Brückeustr. 15a. Q. Oottmann, Frankfurterstr. 130. Böttcher, Llchtenbergerstr. 1. A. Schlogel, Brunnenstr. 38a. W. Sy, Brunnenstr. 139. Rud. Weidner, Dresdcnerstr. 100. 0. Jörs, Pankstr. 5a. Rieh. Neubauer, Alte Schönhauserstr.59. G. Gross, Frankfurter Allee 167, Rud. Schmidt, Chausseestr. 6. W. Scholtze, Weberstr. 58. Schulz, Zionskirchplatz 6. egy p tisch er u. indischer Bey3s: 3, 2 u. 1 M. Billets im Jnvalidendank. Anssage 1 Tu. 0 Uhr M. b. 10 Uhr Ab Kaiser-Panorama. Erste Reise am schönen A stein von Mainz bis Köln. Zum ersten Male: Aestnte Reise die mnieriftste franz. Schweiz Ane Reise 20 Pf., Kind nur 10 P" Wonnement 1 M. (Eingang (neben H. Aerisons, Prinzenstr. 28. F. Michelmann, Elsassersir. 70. C. Music, Potsdamerftr. 37. C. Wanke, Rixdorf, Bergstr. 9, W. Kliem, Bernauerstr. 108. J. Kock, Kastanien-Allee 80. t. Asch, Ripdorf, Bergstr. 120. E. Borsch, Stralauerstr. 13—14. E. Metzelthin, Ackerstr. 173. A. Witteuhecher, Moabit, Birkenstr. 9. 1 0. Wlrthschafler, Brunnenstr. 126. Theodor Gerlach, Linienstr. 39. H. Geisler, Wilsnackerstr. 46, J. Stobey, Oranienstr. 170. G. Knacke, Andreasstr. 24. K. Müller, Jnvalidenstr. 117. W. Röhrich, Frankfurter Allee 108. C. Töpier, Andreasstr. 77. E. Hunger, Badstr. 44. G. Schwaneborger, Greifswalderstr. 54. C. Schwanikow, Jnvalidenstr. 21. W. Hildebrandt, Schönhauser Allee 4. 0. Mühlberg, Biesenthalerstr. 18. L. Spiegel, Rosenthalerstr. 45. P. Grund, Brunnenstr. 135. E. Schmidt, Louiseustr. 45. B- Bodinus Nig., Potsdamerftr. 129, J. Kehr, Prinzenstr. 85. „ Dre-denerstr. 135. L. Hammer, Köpnickerstr. 177. C. Adler, Köpenick, Böttcherstr. P. Stockmar, Grüner Weg 72. M. Roseuthal, Brunnenstr. 21. A. Tembrick, Müllersir. 180. A. Weiss, Reinickendorferstr. 6. G. liOich, Brunnenstr. 71. A. Rossdeutscher, Waldemarstr. 63. M. Honsel, Wadzeckstraße. H. Girsabcck, Ruppinerstr. 8, Frau Lucht, Köpenick. P. Paroy, W e i ß e n s e e. L. Vetter, Alexandrinenstr. 99. E. Müller, Dreysestr. 14(Moabit). 0. Räder, Krautsstr. 54. R. Antonl, Kleine Hainbnrgerstr. 3. W. Doncker, Köpmckerstr. 9b. B. Prankensteiu, Landshergerstr. 32. 0. Schüsslor, Rosenthalerstr. 50. F. Antonl, Chausseestr. 60; A. Birkenfeld, Blumenstr. 54. Wilke, Neue Schönhauserstr. 15. Wittwe Hotmeistor, Moabit. W. Böhm, Blücherstr. 11. A. Blnn, Landsbergerstr. 42. F. Bay, Frankfurterstr. 66. Ph. Krull, Rheinsbergerstr. 50. E. Riedel, Eisenbahnstr. 4. P. Fryezycrki, Diirbotf, Bergstr. P. Stahl, Grüner Weg 37. F. Derosch, Uorkstr. 8. A. Ernst, Barnirnstr. 17. [56] Sielmaim& Rosenberg KlUMnimteHraje, Ae LiMchaße, Berlind. Manufaktur-, Mode-, Kämmet-, Plüsch- u. Keideuwaaren» Teppiche, Gardinen, Fabrik und groffes Lager von Damen- Uläntein, Kostüme», Morgenröcken, Jupons etr. Zeigen hierdurch ergebenst an, daß unser Etablissement für's Früh- | jähr und für den Sommer mit einer außerordentlich großen Auswahl schöner moderner Kleiderstoffe billigen Preisen ausgerüstet ist. Mir offertren ai» besonders preiswertst!!! Cheviot-Beige,«t. öd ff. Cheviot Neige, ist. 9« fi-j 1 1 J ,i n-Au o 1 IJ" n 104 105 cm(doppelt) breit i/ltlgUllal JVtll Oj sthr dauerhafter Stoff in ver- Ml* 1 schiedenen Karos. JllU» 1 Cachemir Mi. cx m I. Qual. 2Mk., II. Qual. Mit.»ck PI» r;i„ 104—105 cm(doppelt) breit, m d III, ganz klein karirter, gut ge-, Mir. 1 Ml. z» ft. Mir. 1 Ml. ZSfs/ Mr. 1 Al. 1» f s. Mit. 11t. 25 ff. I zu bekannt tn auen Uuai. zu velannr v.u. Presen nrt.r. i, r.-». ö. tapolient Schwarze Fantastr Stossr ö' u. gemustert, in gr. Auswahl Mir. 1,25, 1,50, 1,75, 2—3 3 Chine Naturel, äSrÄS'&l ment, mit kl. eingewebten Tupfen. Diagonal Lima, Sl™ Shl kleinen Karos........ Karo Nope MS Nopö-Gffekten....... Mohair Alpaca, buS%�nb"hS mw. im» kq Färb., best. Qual., fr. Mtr. 3,50 jetzt Allt« 1 JllU wu Pf» ßrACfiP\:PllilAif �— 105 cm(dop.) Itr. 1 II. 80 ff. Crep-Foule, ffi VÄ! ÄS'61"'; Mtr. 00 fs. Eine gr. Auswahl hochf. Sommerstoffe Mtr. 1,50 Mk. Schwarze Cachemirs in allen Qual, zu bekannt bill. Preisen Mtr. 1, 1,25, 1,50, 2 u. 3 Mk. le m. Cr. Altwlihl fertiger Morgenröcke, Croye Allsmhl fertiger Kleider, s?'5o% Dmm in groster A»» m a st t in den | Regenmantel Ktiick 10, 12, 15 Mk. etc. Regenmantelstoffe \ MW. 8, 8.50,», 3,50 Mk. Jeden Vormittag s Ausverkauf von Resten und einzelnen Roben. Mustersendungen a. Aufträge von 20 M. an franr». Pronss. 182. Klassen-Lotterie.— Originalloose(keinerlei Antheilscheine n. dergl.) empfehle Vi 54, Vs 27, V< l3Ve, Va 63/4 M. Die Loose gehen nur für 182. Lotterie in Besitz des Spielers über und find nach Schluß letzt. Klaffe wieder an mich zurückzugeben. Erneuerung ausschließlich durch mich. Jede Klasse gleiche Preise. Porto u. Listen extra. Adolph Windmttller, N.O., Neue Königstr. 87. Telephon Jedes 2. Loos gewinnt. 7a Nr. 108. l.Pmß.MLWn-8i>ttttie Ziehung I. Klasse 8. und 9. April 1890. Aichil-Lch l. Sil. 2ä,\ 121.,\ 01., 1.°% 18L,'s« 1®. Porto 10, w. cinschr. 30 Pf. Liste 1.— 4. Kl. 1 M. empfiehlt M. Meyer's GlnckscoUecte, KoppÄ�'ss. „Glückscollccte Berlin." Tclegr.-Adr. Verkauf von Filz- u. Seiden-Hüten mit her Arbeiter-Kslltrotmsrke deuWr SsWer Adolph Kehr, Köprnickerstr. 126. Bitte genau auf Firma zu achten. [1590 W. Ollendoff, Potsdcnner'str. 141. R. Lenz, Waßmannstr. 21,■ E. Rascuaok, Poststr. 17. W. Puchs, Brunnenstr. 37. E. Radlow, Charlottenbnrg, Verlinerstr. Paul Drcusko, Oranienstr. 172, A. Braoklow, Lothringerstr. 27. H. Fürstenberg, Alt-Moabit 21—22, 0. Krahner, Jnvalidenstr. 105. G. Köpke, Prinzenstr. 60. „ Potsdamerstr. 128a. C. Möwcs, Andreasstr. 51. Wir machen die Genossen gänz besonders auf die von uns veröffentlichte» Geschäfte aufmerksam, und bitten dringend, genau darauf zu achten, daß die Marke nicht erst beim lausen eingeklebt wird. 533 Die Arbeiter-Kontroi-Kommission. %mtp b. MWmntel-Mkik Georg Sicluling 29 Große Frankfurterstr. 29 zfiehlt sämmtliche�lfeubeiten der Frühjahrs-Saisoi 118. •Saison. jen- Paletots von 9 Mk., j I 1 empfiehlt sämmtliche Jackets von 3 Mk. an, solide Rege------- feinere mit Griechen-Zlermel von 15 Mr., gedieg. Frauen-Mäntel j — v——**—.i——.. r c■..• r Möbel auf Theilzahlung Lothrillgerßr. 7S. Hugo Lewent. Nur Hute mit Arbeiter- Kontrol- Marke! in allen neuen FaconS und Farben empfiehlt die Hutfabril von G. GOTTMAMM, • Frankstuterftr. 130(alte Nummer 128), zw. Koppenstr. und Ostend-Theater. Verantwortlicher Redakteur: Enrt Kaakr in Berlin. Druck und Verlag von Ma» Kading in Berlin 8W„ Beuthftrabe 2. Hierzu ein» Heitag«. m r Beilage zum Berliner Volksblatt. Ur. 75. Soimabrnd, den 39. März 1890. 7. Jalzrg. LoKsles. Aufforderung. Am Mittwoch, den 2. April, findet im Kreise Brandenburg-Westhavelland zwischen Ewald und dem Frei- finnigen Hermes Stichwahl statt. Alle diejenigen, die gewillt sind, am Tage der Stichwahl zu helfen, wollen sich am Sonntag. den 30. d. M., Vormittags 10 Uhr, bei Gründel, Tresdencrstr. 1 16, einfinden, namentlich werden diejenigen ersucht, die am 21. März dort thätig waren, uns auch diesmal zu unterstützen. Weitere Meldungen nehmen entgegen folgende Personen: A. Täterow, Mauerstr. 9 III. Ernst Wilschke. Junkerstr. 1. Laden. C. Dimmick, Sedastianstr. 72, H. III. Die Herrschaft des Frühlings erkennen nun auch die Eisenbahn-Direktionen amtlich an. So erfährt der Vorortzug- Fahrplan der Strecke Potsdam— Berlin(Stadtbahn)—Erkner mit -ein 1. April wie alljährlich zu diesem Termine wesentliche Er ociterungen. Dieselben bestehen in folgendem: Die bisher nur Jon Charlottenburg und zwar um 6 Uhr 36 Min. Vormittags. Uhr Nachmittags und 11 Uhr 33 Min. Abends nach Erkner abgehenden Züge Nr. 711, 735 und 757 beginnen demnächst 5 Uhr 56 Min. Morgens, 2 Uhr 23 Min. Nachmittags und 10 Uhr 50 Min. Abends in Potsdam. Die 9 Uhr 2 Min. Vormittags und 7 Uhr 14 Min. Abends von Potsdam zur Ablassung kom- Menden Züge Nr. 719 und 749, welche zur Zeit in Friedrichshagen endigen, werden bis Erkner, wo dieselben 10 Uhr 58 Min. Vov mittags bezw. 9 Uhr 21 Min. Abends eintreffen, durchgeführt. In umgekehrter Richtung wird der bisher von Friedrichshagen 4 Uhr 33 Min. Morgens und von Bahnhof Friedrichstraße 5 Uhr 21 Min. Morgens abgehende Zug Nr. 702, welcher in Charlottenburg endigt, zwar auch fernerhin um dieselbe Zeit von Friedrichshaaen abgelassen, von Bahnhof Friedrichstraße dagegen 5 Minuten früher — also 5 Uhr 16 Min. Morgens— befördert und bis Potsdam, wo die Ankunft 6 Uhr 19 Min. Vormittags erfolgt, durchgeführt. Zug No. 724., zur Zeit von Friedrichshagen um 11 Uhr 32 Min. Vormittags nach Charlottenburg abgehend, wird in Erkner 11 Uhr 18 Min. Vormittags beginnen. Die in Erkner 5 Uhr 33 Min. Nachmittags und 3 Uhr 47 Min. Abends beginnenden Züge No. 744 und 750 endigen nicht mehr wie bisher in Charlotten- bürg, sondern in Potsdam; Ankunft daselbst um 7 Uhr 20 Min. bezw. 10 Uhr 42 Min. Abends. Zug No. 754, jetzt von Friedrichshagen nach Potsdam ab um 10 Uhr 15 Min. Abends, geht demnächst von Erkner ab und zwar 9 Uhr 59 Min. Abends. Ferner fällt der jetzt 6 Uhr 55 Min. Vormittags von Lichten- derg— Schlesischer Bahnhof aus, während der Nauener Zug 1211, welcher 6 Uhr 4 1 Min. Vormittags vom Schlesischen Bahnhos abfährt, in Lichtenberg 6 Uhr 23 Min. Vormittags beginnen wird. Der von Spandau 8 Uhr 46 Min. Vormittags abgehende und 9 Uhr 7 Min. in Charlottcnburg eintreffende Zug 717 endigt nicht mehr arf letzterer Station, sondern geht bis zum Schlesischen Bahnhofe durch; dagegen erreicht der 9 Uhr 10 Min. Vorniittags von Nauen in Charlottenbura ankommende Zug Uli auf dieser Station sein Ziel, so daß die Reisenden von demselben auf Zug 117 oder auf Stadtbahnzüge übersteigen müssen. Krfondere Frülswagen der Großen Berliner Pferdebahn- Aktiengesellschaft werden vom 31. März d. I. auf folgenden Linien kursiren: Gesundbrunnen-Molkenmarkt. Abfahrt Gesund- brnnnen erster Wagen 5 Uhr früh, Rosenthalcr Thor 5 Uhr 22 Minuten. Abfahrt Molkenmarkt 5 Uhr 40 Minuten. Roscn- thaler Thor-Moabit(Stromstraße). Die Wagen durchlaufen die Elsasscrstraße, Oranienburger Thor, Chausscestraße bis zur In- validenstraße und schlagen dann die gewöhnliche Fahrrichtung ein. Abfahrt Rosenthalcr Thor erster Wagen 5 Uhr 20 Min. früh. Bahnhof. Müllcrstraße- Weidendammer Brücke. Abfahrt Müllerstraße erster Wagen 5 Uhr. Rixdorf- Halle'sches Thor. Abfahrt Rixdorf 5 Uhr 20 Min. Rixdorf-Spittelmarkt. Abfahrt Rixdorf 6 Uhr. Auf den beiden letzten Touren verkehrt nur je ein Frühwagen; die Wagen der Linie Bahnhos Müllerstraßc- Weidcndammer Brücke haben an der Jnvalidenstraße, Ecke der Chaussecstraße, Anschluß an die nach Nioabit fahrenden Wagen. „Wochenbillets" zum Preise von 60 Pf., giltig für täglich ein- malige Fahrt auf einem dieser Frühwagen, sind für alle oben- genannten Touren bei den Schaffnern dieser Wagen erhältlich; für Einzelbillets treten die gewöhnlichen Tagespreise ein. Da« lzerrlichr Frühliiraswetter hat auch die Verwaltung der Städtischen Irrenanstalt zu Dalldorf veranlaßt, eine große Zahl von Irren mit Feld- resp. Außennrbeiten zu beschäftigen. Fünf resp. sechs ltolonnen gehen jetzt täglich nach den zu der Anstalt gehörigen Feldern, um dort in Gemeinschaft mit den freien Gutsarbeitern die betr. Vorarbeite» zu verrichten. Diese bestehen hauptsächlich iin Umgraben resp. Ausgraben der Steine:c. Es ist eine wahre Lust anzusehen, mit welchem Eifer die Kranken die ihnen angciviesenen Arbeiten verrichten und wie sie sich der freien und herrlichen Luft freuen. Die Aufsichtsbeainten haben deshalb auch wenig Umstände mit ihnen und lassen ihnen dieser- halb, so weit es angeht, vollständig freien Willen. Gegen Abend geht es dann nach der Anstalt zurück und gleich nach dem Morgenkaffe des anderen Tages wieder hinaus; die Kranken können kaum den Augenblick erwarten, wo die Wärter sie wieder zur Arbeit abholen. Das zweite Frühstück— ein Paar gestrichene Stullen und eine Flasche Bier— das sich jeder Kranke nlitnimint, wird draußen eingenommen, bis es zu Mittag wieder nach der Älnstalt geht und nach eingenommenem Vesperkaffe die Arbeit wieder beginnt. Diese freie ungezwungene Beschäftigung fördert wesentlich die Heilung der Krauken. Die zlmbantr« am Dlühlendamm haben, dank der un- gewöhnlich günstigen Witterung, einen äußerst erfreulichen Fort- gang genommen. Tie Beseitigung der alten westlichen Gerinne ist so gut wie beendet. Ter ganze Boden der Gerinne ist aber in einer Weise mit zum Theil sehr langen, meist eichenen Pfählen gespickt, wie die neuere Baukunst solches nicht mehr kennt. Wir Jüngeren müssen eben in der Benutzung deS theueren Materials sparsam sein, während unsere Altvordern sich bei den billigen Holzpreisen in dieser Beziehung keine Beschränkung aufztierlegcn brauchten. Von der jetzt erreichten Oberfläche des alte» Ge- rinnebodens ab muß noch 2,5 Meter weiter hinabgegangen wer- den, da die zukünstige Spreesohle so tief zu liegen kommt. Der Wald von Pfählen wird nun blos auf der denmächstigen Sohle abgeschnitten werden, da es nicht rathsam erscheint, durch Aus- ziehen der Pfähle den Boden unnöthig auszulocken, Mit dem Bau der vom Fiskus herzustellenden Schleuse soll gleich nach Ostern begonnen werden. Ties bedingt den Schluß des ostlichen Gerinnes und die vorläufige Inbetriebnahme des eben besprochenen ivestlichen Gerinnes. Die neue», zum Schutz der anliegenden Gebäude errichteten Spundwände sind vollständig fertig gestellt, ebenso ist der am Köllnischen Fischmarkt befindliche Nothauslaß der Kanalisation durch die neuen Uferdeckungen hin- durchgeführt. Die Vorarbeiten für den weiteren Abbruch der Baulichkeiten des alten Polizeipräsidiums find in die Wege ge- leitet. Sobald der westliche Flügel beseitigt sein wird, hört der Engpaß gegenüber der Poststraße auf; die provisorische Mühlen- dammbrücke wird alsdann in gerader Richtung weitergeführt und da, wo die Straße jetzt liegt, kommt demnächst das Oberhaupt der Schleuse zu stehen. Im Lause des Sommers wird auch die städtische Hochbauverwaltung mit dem Umbau und Ausbau der stehenbleibenden beiden Mühlenspeicher beginnen. Das zwischen diesen Gebäuden liegende Gerinne wird überwölbt und der so gewonnene Platz soll als Hosraum dienen. Der Mühlenweg wird als Fahrstraße geschlossen und dient lediglich als Zufahrts- weg für die wirthschastlichen Bedürfnisse der neugewonnenen Verwaltungsgebäude. Gm iutereffanter Apparat für Polizei-Signale und Feuer-Alarme ist z. Z. zur Begutachtung im Zimmer Nr. 257 des Polizeipräsidiums am Alexanderplatz aufgestellt worden und bereits vom Obcr-Negierungsrath Friedheim, Polizeioberst Paris, Branddirektor Stüde u. a. besichtigt worden. Der Apparat, welcher u. a. in Boston und im Londoner Polizei-Distrikt Jslington eingeführt ist, erfüllt in hervorragender Weise den Zweck, zur größeren Sicherung des Publikums beizutragen. Nach dem dem Apparate zu Grunde liegenden Systeme werden num- merirte Signalkasten, welche Telephone und automatische Signalinstrumente enthalten, in de» Straßen und zwar in gewissen Entfernungen von einander aufgestellt. Diese Kasten, welche elektrisch mit dem Polizeibureau verbunden sind, bestehen aus Gußeisen und sind 24" lang, 16" breit und 6" tief. Die geöffnete Thür zeigt ein Zifferblatt nebst Zeiger und den Knopf, welcher einen multiplizirenden Transmittor und das Telephon beherrscht. Das Zifferblatt hat 5 Signale, denen entsprechende Bedeutungen:„Feuerwehr",„Krankenwagen",„Polizei" u. s. w. uittergelegt werden können. Vermittelst dieser Kasten kann zu- nächst der auf Straßenposten befindliche Schutzmann, der z. Z. ohne jede Verbindung mit dein Revier steht, die verschiedenen automatischen Signale nach der Station senden, ohne seinen Posten verlassen zu müssen, er kann auch ferner mit dem Beamten ans dem Revier per Telephon sprechen und ist somit in der Lage, in Nothfällen aller Art Hilfe herbeizurufen, während ihm anderer- seits auch vom Revier aus alle nöthigen Meldungen per Telephon zugehen können. Es ist nun aber bei dem Apparat auch des weiteren eine Benutzung durch Bürger vorgesehen. Man vercheilt zu diesem Zweck an die Besitzer von Grundstücken oder sonst geeignete Personen sogenannte Bürgerschlüssel, welche gestatten, ein Alarmsignal von der Außenseite des Kastens zu geben; der hineingesteckte Schlüssel kann erst wieder entfernt werden, nachdem die Thür von einem Beamten geöffnet ist, und da jeder Schlüssel eine bestimmte Nummer trägt und man somit weiß, in wessen Händen er sich befindet, so ist ein unkontrolirbarer Mißbrauch, wie er jetzt bei unseren Feuermeldern so häufig vorkommt, aus- geschlossen. Man ist so auch Nachts, wenn die Schutzmannsposten eingezogen sind, in der Lage, Hilfe herbeizuholen, außerdem be- zwecken die Bürgerschlüssel die Ermöglichung der Alarmirung für den Fall, daß der Schutzmann, vielleicht wegen Widersetzlich- keit eines Arrestanten u. dgl. außer Stande ist, selbst Signale zu geben. Köpenick wird in kurzein eine Erweiterung seiner Pferde- eisendahn erlange». Es ist ein zweites Geleise für die ebenso lange wie stark srequentirte Linie vom Mittelpunkt der Stadt bis zum Bahnhof geplant und auch bereits genehmigt. Ferner soll Hirschgarten und Friedrichshagcn Pferdeeisenbahn-Verbindung mit Köpenick erhalten. Die Verivirklichung beider Pläne dürste im Sommer sehr lukrativ werden. Pm eine Pcrstiirlmng der Sprache durch das Telephon herbeizuführen, hat Dr. Werner Siemens interessante Versuche angestellt, wobei er sich auch großer künstlerischer Trommelfelle bediente. Hierbei bekam er allerdings einen Fernsprecher, den man deutlich im ganzen Zimmer hörte und in den man auch aus größerer Entfernung hineinsprechen konnte. Allein die Deutlich- keit der Sprache ging dabei verloren, und Dr. Siemens ist zu dem Ergebniß gekommen, daß das Telephon niemals ein lauter Sprecher werden wird, weil die Schwingungen der Stimme sich allzusehr mit den Eigenschwingungen der Platte vermischen. „Gntschlafe«" in des Morles vollster Krdrutuug ist vor wenigen Tagen eine Patientin des Charitee-Krankenhauses. Es handelte sich um eine alte Frau von mehr als sechzig Jahren, die in vollständig besinnungslosem Zustande eingeliefert wurde. DaS Gesicht war auffallend blaß und eingefallen, die Hände und Füße fühlten sich kalt wie Eis an. Wie sich später aus den Mit- theilungen der Angehörigen ergab, war die Patientin bei ihrer Aufnahme bereits einen Tag und eine Nacht ohne Bewußtsein, und eS gelang nicht, sie diesem räthselhaften Zustande zu ent- reißen, obgleich sie äußerlich den Eindruck inachte, als sei sie ein- fach in einen tiefen Schlaf gesunken Man rüttelte die alte Frau, man kniff sie, stach sie nnt Nadeln an verschiedenen Theilen des Körpers— alleS Umsonst. Die Arme und Füße sanken, wenn inan sie erhob, sofort kraftlos auf das Bett herab. Daß unter diesen Umständen von einer Nahrungsaufnahme keine Rede sein konnte, ist selbstverständlich, und man bemühte sich, der Patientin auf künstlichem Wege Milch und Wein einzuflößen, mit Hilfe eines für diese Zwecke eigens konstruirten Apparates. Alle Be- mühungen der Aerzte aber, die alte Frau diesem todtähnlichen Schlaf zu entreißen, erwiesen sich als vergeblich, der Zustand wurde immer bedenklicher, und ohne ihre Besinnung auch nur für einen Augenblick wiedererlangt zuhaben, ist die Patientien schließ- lich am Sonntag Mittag verschieden, nachdem sie im Ganzen drei Tage und drei Nächte in diesem Znstande völliger Bewußtlosig- keit gelegen hatte. Wie wir erfahren, hat es sich um einen Schlaganfall gehandelt. Gin Kanuttfall, welchem leider ein junges Menschenleben zum Opfer fallen dürfte, wird uns vom Mittwoch gemeldet. Der in der Andreasstraße wohnende Klempnermeister E. hatte in Friedrichshagen die Klempnerarbeiteu eines Neubaues über- nommen und beschäftigte dabei auch seineu 16jährigen Sohn als Lehrling; der Knabe arbeitete an der geländerlosen Treppe des 2. Stockwerks an der Seite seines Vaters, als er plötzlich das Gleichgewicht verlor und vor den Augen des Vaters in die Tiefe bis in den Keller hinabstürzte, woselvst er besinnungslos liegen blieb. Auf Anordnung des Vaters wurde der Verunglückte, welcher schwere innere Verletzungen erlitten, per Bahn nach Berlin in die elterliche Wohnung geschafft. Die rhrmaligen Ackerliürger-«nd Gartnerhäuscheu dev„Frankfurter Allee" waren auf der dem einstigen„Frank- surter Thore" zunächstliegenden Strecke zivischen der Frieden-, Memeler- und Thaerstraße schon seit einer Reihe von Jahren verschwunden und zwei lange Fluchten höchst stattlicher, groß- städttscher Wohnhäuser haben sich dort erhoben. Nur in dichtester Nachbarschaft der schönsten von ihnen, der ganz gleichartig ge- bauten vier oder fünf Limprecht'fchen Häuser mit ihren offenen Baikonen bis in die obersten Etagen hinauf, war noch ein ein- ziges solches altes Gärtnerhüttchen, nur im Erdgeschoß sich er- hebend, stehen geblieben; es bildete die Ecke des nach Rummels- bürg führenden Boxhagener Weges. Seit voriger Woche aber ist auch dieser Ueberrest des alten Berlin verschwunden; er hat einem Neubau modernen Stils, der nun sofort begonnen ivird, Platz zu machen. Damit wurde ziiglejch die Stätte eines blutigen Verbrechens beseitigt, das seinerzeit große Ausregung in der Hauptstadt her- vorgerufen hatte: die alte Frau Lack, Gatttn eines der wohl- habenden Ackerbürger dortiger Gegend, war in jenem Häuschen von ihrem Neffen, um einen Raub begehen zu können, ermordet worden. Der Missethäter endete auf dem Schaffst, und in der „Schreckenskammer" des Castan'schen„Panoptikums" steht heute noch sein getreues Konterfei. Das Häuschen hieß im Volksmunde bis zu seiner letzten Daseinsstunde das„Mordhaus", obgleich sich's hinter den hübsch mit Epheu bezogenen Fenstern gewiß noch ganz behaglich wohnen ließ. Die Gegenwart hat eben auch für derlei ein weit kürzeres Äedächtniß: nur einige Straßen weiter hinaus steht, ebenfalls an der rechten Seite der Frank- furter Allee, das Hans, wo Clausin's beide Opfer verröchelten— es sind erst Monate her, der muthmaßliche Mörder hat seine That noch nicht gesühnt, und schon drückt augenscheinlich kein Odium mehr das Eck-Miethshaus, in dem die Parteien seitdem vielleicht schon wiederholt wechselten. Der brriihmte Eilgut-Schneider Zeitung, welcher den Weg von Wien nach Paris in einer Kiste zurücklegte, ist jetzt glücklich in Berlin angelangt, und sogar an zwei Stellen können wir ihn und seine Verpackung bewundern. Abends spät läßt er sich im„Weltrestaurant" in der Dresdenerstraße sehen, und Tages über hält er sich in Eppinann's Panoptikum in der Komman- dantenstraße auf, seine wunderliche Fahrt und seine Empfindungen bei derselben beschreibend. Der Frachtmensch entspricht in so fem nicht der Vorstellung, die sich die Meisten von ihm gemacht haben dürften, als er keineswegs ein dürres Männlein ist, sondern eher zu den Feistlingen gerechnet werden muß; indessen mag er vor der Fahrt minder wohlbeleibt gewesen sein und sich das Ränzlein erst bei seinen Pariser Verehrern angemästet haben. Was ihm jedoch an Magerkeit fehlt, ersetzt er durch Kürze; er dürste kaum die Höhe von vier Fuß überschreiten, und daher er- klärt sich's, daß die verhältnißmäßig kleine Kiste nicht darauf schließen ließ, daß in ihr ein erivachsener Mensch verborgen sein könne. Besagter Kiste hatte Herr Blättchen— dock nein, Herr Zeitung, schlauer Weise pyramidenförunge Gestalt gegeben, um zu verhüten, daß die Bahnbeamten ihn auf den Kopf stellten, was indessen doch einmal geschah, zum Glück aber nur aus einen kurzen Augenblick. Auch sonst hat der Kollomensch, ivie ja durch die Zeitungen schon bekannt ist, auf seiner Fahrt viel auszustehen gehabt, am meisten durch die Kälte; waren ihm doch die Stiefel an die Füße gefroren. Auf die Frage eines naiven Bewunderers, warum er sich denn nicht wärmer angezogen habe, erwiderte er mit melancholischem Lächeln und in unverfälschten: Oesterreichisch:„Wann i gehobt hätt!" was sein Impresario in gutem Berlinifch erläuterte:„Er war'n armes Luder!" Ueber- Haupt scheint das Männlein seine Berühmtheit mit gemischten Gefühlen zu genießen: daß er jetzt Geld verdient, behagt chm augenscheinlich sehr, aber die Art und Weise scheint ihn doch einigermaßen zu geniren, und in die Freuden seines Triumphes mischt sich entschieden manche herbe Erinnerung.„I niöcht's ntt noch'mal mache", sagt er leicht zusammenschaudernd. Außer dem Manne und seiner hölzernen Hülse wird auch noch ein Exemplar des Spazierstockes gezeigt, den ein findiger Industrieller ,n Paris zu Ehren des Kolloschneiders hat anfertigen lassen. Die Krücke oder vielmehr der Knopf ist ein getreues Abbild der Kiste, mit der Photographie des berühmten Reisenden versehen. In Berlin dürste dieser Kistenstock kaum auf Absatz zu rechnen haben, wie denn überhaupt die Bewunderung des Frachtmenschen sich bei uns auf recht niedriger Temperatur hält. Ueber„dir Thierwrlt des Meeres" hielt vorgestern Herr Dr. Reinhold von Hanstein im wissenschaftlichen Theater der„Urania" einen mit vielen, Beifall aufgenommenen Vorttag. Die Ergebnisse der Forschung im Ozean in BUdern vorzuführen, war der Zweck des Vortrags, welcher durch Nebelbilder- Experi- mente in leicht faßlicher Weise die Meerwunder erschauen ließ. Einleiternd schilderte der Vortragende die Mannigfaltigkeit des in Tiefen bis zu 12 000 Meter und darüber den Wellmeeren inne- wohnenden Thierlebens, die Zuhörer wähnten sich auf dem Meeresgrunde. Allerlei wunderbares Gethier in zahlloseu Gattungen, Abstufungen und Größen, minimale, nur dura) mikro- skopifche Vergrößerungen erkennbare Gestaltungen jener kleineu Lebewesen, welche wiederum größeren Thieren im Meere die Existenz ermöglichen, wurden experimentell vorgeführt. Hoch- interessant war die Schilderung der Ernährungsweise dieser Thiere, zu welchen auch die 5iorallen, die besonders zahlreich in der Südsee vorhanden sind, gehören. Unter mikroskopischer Vergröße- rung sah man die Entstehung der Anfänge eines Korallenriffs, ferner Lagunenriffe, die bei bewegter See den Schiffen unserer Marine häufig Gefahren bringen. Wie die Schwämme auf dem Meeresgrunde wandern, zeigte die photographische Abbildung eines Schivainmes, der sich auf dein Rücken eines Krebses fest- gesetzt zu beiderseitigem Vortheil. Tintenfische und die noch haß- licheren Kraken wurden schließlich abgelöst von den in dunklen eiskalten Tiefen heimischen leuchtenden Fischen und Schnecken in den bizarsten Formen. Reichlich bemessener Beifall belohnte die Aufführung dieser sehenswerthen Premiere. Der j'orbru von drv Direktion der„Groffe» Berliner Pferdcrikrnbahn-Alltirn-Gcl'rUl'chaft" veröffentlichte Geschäftsbericht für 1889 schließt für die Aktionäre dieses Unternehmens, wie in früheren Jahren, init dem befriedigenden Resul- täte ab, daß eine Dividende von 12V» pCt. erübrigt worden ist. Die Brutto-Einnahme hat in dein abgelaufenen Rechnungsjahre 13 398 569 Mk. betragen, also diejenige des Jahres 1888, welche sich auf 12 067 451 M. bezifferte, um 1 341 118 M. überstiegen. Diese Mehreinnahme ist hauptsächlich der vermehrten Personen- beförderung zu verdanken, welche sich von 102 150 000 im 1888 auf 114 400 000 in 1889 gehoben hat, und zivar, was besonders zu beachten ist, ohne daß eine erhebliche Vermehrung der Be- triebslinieii stattgefunden hat. Die Gesamnitausgabe von 1889, 7 591 215 M. ist um 1 079 108 M. höher als die des Jahres 1888 in Höhe von 6 512 107 M. Diese höhere Ausgabe, welche den Prozentsatz der höheren Einnahme bedeutend übersteigt, ent- schuldigt die Direktion in ihrem Berichte durch die höheren Futterpreise, durch Betriebsinittel und Personalvermchrimg, durch Verkürzung der täglichen Dienstzeit und Gehaltaufbesserung, sowie dadurch, daß in demselben Maße, wie die Zahl der beförderten Personen gestiegen sei, die Einnahme aus dem Fahrgelde ivegeu mehrerer Tariserniedrigungen nicht zugenommen habe. Diese Benlerkung der Direktion könnte Veranlassung geben zu der Meinung, daß eine Ermäßigling der Fahrpreise dem Interesse der Aktien- gesellschaft nicht entspräche. Da indeß die höhere Einnahme aus der vermehrten Personenbeförderung 10,89 pCt. beträgt, so haben wohl beide Theite, Publikum wie Aktionäre, ihre Rechnung dabei gefunden. Die an die Stadtgemeiude zu zahlende Abgabe, welche zu 71/a pCt. der Brutto- Einnahme für 1869 berechnet wird, beträgt 954 892 M. Hiermit schließen die Ausgaben, es bleibt der bedeutende Reinerlrag von 2 468 016 M., aus welchem der Reservefonds mit 80 272 M. dotirt und die bereits genannte Divi- dende gezahlt wird. Mancher steuerzahlende Berliner, wenn er nicht gerade zu den glücklichen Aktionären dieser Gesellschaft gehört, wird sich kopfschüttelnd fragen, warum die Stadt Berlin dieses gewinn- bringende Unternehmen an eine Aktiengesellschaft überlassen hat; würde es ini Besitze der Stadtgemeinde sein, so flössen in diesem Jahre statt 964 892 M. 3 422 908 M. in die Stadt- kasse. Einige Male ist solche Anfrage bei geeigneter Gelegenheit an den Magistrat gerichtet worden, da bekannter- maßen aber Gründe sehr billig find, so konnten solche zur Genüge angegeben werden, ob sie befriedigen, ist Nebensache. Gewöhnlich I heißt es, die Stadt darf sich in kein riskantes Geschäft einlassen und muß es vermeiden, den Umfang der städtischen Nnterneh- niungen z» vergrößern. Von ersterein hat, im Ernst gesprochen, rvoht nie die Rede sein können und daß sie dein Letzteren ivird entgehen können, glaubt Niemand, wie die Bestinimnng in dem Vertrage mit der Pferdebahn- Gesellschaft beiveist, durch inelchc die Bedingungen festgesetzt Wörden sind, unter welchen die Stadt- ge>neinde die Pferdebahnen zu übernehmen berechtigt ist. Uebrigens sind die Einrichtungen und der Betrieb einer Pferdebahn gegen den der Wasser- und der Gaswerke, der Kanalisation it. s. w. sehr einfacher Natur, und die Personen, welche heute im Dienste der Aktiengesellschaft die Führung des Geschäftes besorgen, wür- den dasselbe im Dienste der Stadt thun. Es darf auch bei der Beurtheilung der Sachlage nicht übersehen werden, daß das Anlagekapital, welches die Aktionäre gegeben haben, sowohl wie die Obligationenschuld, verzinst werden, und der Zinsenbctrag in den Ausgaben in Ansatz gebracht worden ist, daß also die Dividende eine Einnahme der Geldgeber ist, die ihnen thatsächlich von der Stadtgeineinde geschenkt wird. Würden die 3 442 OOS M. in die Gcmeindckasse fließen, so brauchte die Steuerschraube nicht so sehr angezogen zu werden, wie jetzt von Vielen geklagt wird und doch könnte noch Einiges zur Erhöhung der Löhne städtischer Arbeiter übrig bleiben. Zum Schluß mag noch dem Bedauern Ausdruck gegeben werden, daß es nicht zu ermitteln ist, in wessen Händen sich die Aktien der Pferdebahn-Gescllschaft befinden, wäre es zu erfahren, so möchte manches Dunkel klar werden. Iwischr» Trmprltsof und Mnriendorf wird es bald keinen Abstand mehr geben, so vergrößern sich beide Orte, da, wo sie aneinander grenzen. Nachdem Tempelhof in dem an die Ringbahn stoßenden Theile eine neue Straße nach der anderen und in denselben ein mächtiges Wohngcbände nach dem anderen hat entstehen sehe», beginnt jetzt die regste Bauthätigkeit in dem höher gelegenen Theile des Ortes, dem sogen.„Neit-Tempelhof". Dort stnd drei Straßen nach Berliner Muster neu angelegt und werden bereits mit 4— Sstöckigen Wohnhäusern bebaut. Äehttliches ereignet sich in dem angrenzenden, zu Mariendorf gehörigen Wiescngrund. Noch vor drei Jahren konnte man dort kein Bau- terrain los werden. Heute baut man daselbst bereits Villen und Wohnhäuser. Ate Urgetatioi» hat unter dem Einfluß der Witterung der letzten drei Tage ganz außerordentliche Forlschritte gemacht. Das tvdte Gran der Wiesen beginnt ins Grüne überzuspielen; Gänseblümchen, Löwenzahn(Butterblume), Kamillen, Storchschnabel, Schafgarbe, Stiefmütterchen und Veilchen treiben kräftig Blätter. Tie Saaten mtf den Feldern prangen im saftigsten Grün und treiben ihre Halme, daß man sagen möchte,„man hört das Wachsen". An den Chausseen knospen die Pappeln; theilweise prangen sie schon im Schmuck langer Blüthenraupen. Elsen, Faulbaum, Birke und Rüster stehen mit dem Ausspringcn nahen Knospen und Raupe» da. Die Kätzchen der Korbweiden de- innen zu blühen, Trauerweiden haben seit vorgestern zarte lätter. Kastanien zeigen hier und da auch bereits Blättchen. In den Gärten sieht man Flieder, Stachelbeeren und Johannis- beeren im allerersten Grün; die Obstbäume, namentlich Kirschen. sind voll dickster Knospen. Auf den Beeten sprossen Aurttel, Narzissen und Maiglöckchen, auch wohl schon Tulpen, in lebhaftestem Gelb und Pensee blüht seit einigen Tagen der Krokus. Ei» Kelbstmard inmittr» einer fröhlichen Kinder- schimv ereignete sich Mittwoch Nachmittag im Humboldtshain. Aus einer Bank in der Nähe eines Spielplanes hatte ein Alaun Platz genonimen, welcher nachdenklich in einem Briefe las und diesen dann thräNenden Auges zerriß. Als er sich von den an- deren auf der Bank sitzenden Personen unbemerkt sah, nahnt er Gift zu sich, erhob sich dann und siel mitten unter den spielenden Kindern in konvulsivischen Zuckungen nieder, während seine Augen sich verdrehten und gelber Schaum aus die Lippen trat. Ter entsetzliche Anblick verursachte eine wahre Panik unter den Kindern wie Erwachsenen. Eiligst wurde ein Schutzmann herbei- geholt, welcher für den Transport des Selbstmörders sorgte. Zu dem tragischen Vorfall wird uns von anderer Seite noch Folgendes berichtet: Der Selbstmörder ist der Molkereibcsitzer H., welcher in der Ackerstraße wohnte und in letzter Zeit in arge Verlegenheiten gekommen war. Ein Freund, der ihm Tags zuvor ein Darlehn von 200 AI. hatte abschlagen müssen, fand ihn am Mittwoch gegen 5 Uhr auf einer Bank des Humbuldthains sitzen, in den letzten Zügen; H. hatte Karbolsäure genommen. Auf dein Transport nach dem Lazartts-Kranlenhause verschied er bereits. H. genoß eines guten Rufes und war hauptsächlich durch Anderen eriviesone Gefälligkeiten in Verlegenheiten gerathen. In der Tasche H.'s fand man einen Brief an seine Mutter, zu —... T_ i--—"»—■--- gib Bl Hanse lagen attf einem Tische geordnet die Papiere, darunter drei sallige Wechsel. Da» typfrr einer unstttnige» Mette wurde gelegenlich eines Schlachtfestes in einer Wirthschaft der Frankfurter Allee am Mittwoch Abend ein Gast, welcher sich anheischig gemacht hatte, in dem Zeitraum von 20 Minuten 0 frische Leberwürste, 4 Bratwürste nnd 2 Psnnd Blutwurst zu dem entsprechenden Brot vertilgen, dazwischen 4 große Weißen und 2 große Schnäpse trinken zu wollen. Der verlierende Theil sollte die Mahlzeit be- zahlen. Trotzdem von verschiedenen Anwesenden von diesem un- finnigen Beginnen abgerathen wurde, machte sich der Esser doch an die Arbeit. Als er nach etwa 15 Minuten etwas über die Hälfte verzehrt hatte und den letzten Rest hinabbcfördern wollte, wurde ihm plötzlich«wohl. Er stand auf und ging nach dem Itebenzimmer; unterwegs aber brach er bereits bewußtlos zu- sammen. Nun tvttrde er sofort nach seiner Wohnung und von da nach dem Krankenhause befördert, verstarb aber bereits aus dem Transporte dorthin. Di« Leiche eines ungewöhnlich korpulenten Mannes in dm ziger Jahren wurde um Trtimil.in Nlni-hmtttnn nn» dem ffirfiifi- v«v« MVVV|V4;VV�VVtl»VltVp WU Vp.v.|1......... gezogen. Der Tobte, der keinerlei Gegenstände bei sich führte, die über seine Person irgend welchen Aufschluß hätte geben können, scheint, nach der Kleivung zu urtheilen, den besseren Ständen an- gehött zu haben. Die Leiche dürfte bereits mehrere Wochen im Wasser gelegen haben. Dieselbe wurde, da dieser Theil des Kanals Charlottenburger Gebiet durchschneidet, nach der Leichenhalle des dortigen Luisenkirchhoses behufs Obduktion überführt. N»li»eibrricht. Am 27. d. M. Nachmittags wurde der Kutscher Gabbey, als er die nach der Warschauer Brücke führende Rampe passlrte, durch Stöße infolge der Unebenheit des Bodens voin Wagen geschleudert, gericth unter die Räder desselben und erlitt hierbei anscheinend schwere innere Verletzungen, so daß er nach dem Kraulenhause am Fnedrichshain gebracht werden mnsite. — Abends versuchte ein Mann in seiner Wohnung in der Barniinstraße seinem Leben ein Ende zu mache». Er wurde gleichfalls wach oem Krankenhause am Friedrichsbain gebracht. — Am 27. d. M. und in der Nacht zum 28. d. M. fanden Mittelstr. 38, Große Frankfurterstr. 8 und Neuenburgerstr. 7 kleinere Brände statt.__-- gerichts II einlegte, welches den Angeklagten tvegen Majestäts- beleidigung zu zwei Monaten Gefängniß verurtheilte. der Uevo«fe»tlichit»s der über eine Merststatt verliatigken Zprrre hatte die 93. Abtheilung des Berliner Schöffengerichts eine strafbare Beleidigung des Inhabers derselben erblickt und deshalb den Redakteur des„Berliner Volksblattes", Iieinhold Grönheim, am 8. Februar er. zu 100 M. eventuell 10 Tagen Gefäuguiß vernrthcilt. Diese Eiltscheiduug hatte seiner Zeit gerechtes Aufsehcii erregt. Heute sind wir mitzutheilen in der Lage, daß das beireffende Urtheil auf die von dem Auge- klagten eingelegte B er usung die Zustimmung der höheren In- stanz nicht gefunden hat, sondern von der Strafkammer Via des Berliner Landgerichts I aufgehoben und der Angeklagte freigesprochen worden ist. Der Sachverhalt ist kurz fol- gender: Die bei dem Schuhmachermeister Machill beschäftigten 7— 8Gesellcn stellten, nachdem von dem Geschäftsführer zwölsstündige Arbeitszeit und Sonntagsarbeit gefordert worden war, an den Meister schriftlich das Verlangen, die Arbeitszeit von 7 Uhr Morgens bis 7 Uhr Abends und einer einstündigen Mittagspause cinzilführeii und die Sonntagsarbeit ganz aushören zu lassen. Obgleich der Meister mit ersterem Anspruch einverstanden war und bezüglich der Sonntagsarbeit nur beanspritchte, daß die nvth- wendigen Reparaturen der Konkurrenz wegen gefertigt würden, empörte ihn das Vorgehen der Gesellen doch derartig, daß er sie sä m m t l i ch entließ. Nun verhängte die Lohnkommission der Schuhmacher die Sperre über die Btachill'sche Werkstatt und veröffentlichte diesen Beschluß, sowie den Vorgang, welcher den- selben hervorgerufen hat. In dieser Notiz hieß eS u. A. daß die Gesellen die Forderungeii des Meisters„mit E n t r ü st u n g" zurückgewiesen hätten. Aus diesem Ausdruck folgerte der Schöffen- richter die Absicht, zu beleidigen. In zweiter Instanz hob der Vertheidiger, Rechtsanwalt Dr. Flatau, namentlich hervor, daß die betroffenen Gesellen mir ihr gesetzliches Recht ausgeübt haben und daß ans ihrer Entrüstung nichts Ehrverletzendes für den Meister hervorgehe. Der Gerichtshof schloß sich dieser Aiiffaffilng an. Die Augelegeiilieit de» stuck, tllsol. Dank Fittig beschäftigt immer noch die Gerichte, so gestern die Berusungs- Straf- kammer des Landgerichts I. Zu denjenigen Redakteure», welche von dem Genannten wegen Beleidigung zur Itechenschaft gezogen ivorden waren, gehörte auch der frühere Redakteur der„Neueste Nachrichten", H. v. Wickede. Derselbe war in der ersten In- stanz zu 500 M. vernrtheilt ivorden. Wegen der Höhe des Straf- maßes legte er Bernfung ein. Er machte geltend, daß er den beanstandeten Artikel aus dem„Börsen-Courier" abgedruckt und dabei die Quelle angegeben habe, mit dem Redakteur des„Börsen- Courier" habe der Kläger sich veralichen nnd der Redakteur des „Berk. Volksblatl" sei in zweiter Instanz nur mit 800 M. belegt worden. Tieselbe wildere Auffassiing dürfe er für sich bcan- pruchen. Der Gerichtshof trug den angeführten Thatsachen Rech- muig und setzte die Strafe von 500 ans 800 M. herab. Cttio«mfangreicheAnklitge wrgrn Ketruge» beschäftigte gestern die erste Strafkammer hiesigen Landgerichts I, vor welcher der Bäckermeister F. W. Hanke, der Agent Ferdinand Adolf K ö p p e n und der Kaufmann Carl Hugo Ehrlich sich zu ver- autwortcn hatten. Alle drei werden beschuldigt, durch gemein- Nme Operation bei einem Hanskanf- bezw. Tauschgeschäft, die verwittivete Frau Geh. Rath' H. um ihr ganzes Vermögen von 20 000 M. gebracht zu haben. Die Frau Geh. Rath H. hatte im Fahre 1887 nach dem Tode ihres Mannes das Verlangen, eine ihr gehörige Villa in Niederschönhausen gegen ein Grundstück in Berlin zu vertauschen und sie war sehr froh, als der Angeklagte Ehrlich ihr die Gelegenheit dazu bot. Derselbe erklärte ihr, daß er für seinen nervösen Vater einen Landaufenthalt suche und es kam ein Vertrag zu Stande, wonach Frau H. ihre Villa gegen das Haus Bandelstraße 25 vertauschte.' Später hat Frau H., weiche kränklich war, das Haus wieder verkaufen wollen und sie hat sich dabei der Vermittelung des Angeklagten Ehrlich, welchem sie völlig vertraute, bedient. Nach ihrer Behauptung hat sie demselben gesagt, daß auf Anzahlimg nicht gesehen zu werden brauche, daß sie aber ihr Kapital sicher gestellt sehen möchte und deshalb der Käufer vor allen Dingen gut und zahlungsfähig sein müsse. Die Angeklagten Köppen und Ehrlich haben ihr dann eines Tages den Angeklagten Hanke als den gewünschten Käufer zugeführt und derselbe wurve auch glücklicher Besitzer des Hauses, trotzdem er, wie sich später ergab, gar Nichts besaß. Das Haus ist später zur Subhastation ge- kommen und Frau Geh.-Rath H. behauptet, daß sie bei dieser Gelegenheit um ihr ganzes Vermögen gekommen ist. Sie geht aber noch weiter imd behauptet, daß ihr volles Vertrauen zu Herrn Ehrlich gemißbraucht und sie das Opfer eines Betruges geworden sei, da sie meint, daß Hanke, welcher ihr von E. als ein guter Käufer geschildert worden, nur eine vorgeschobene Person gewesen sei und die beiden anderen mir danach getrachtet hätten, ihr Schäfchen ins Trockene zu bringen. Die Angeklagten widersprachen in fast allen Punkten den Behauptungen der Belastungszeugin und griffen deren Glaubwürdigkeit heftig an. Sie hielten sich für die Uebervortheilteil und stellten die Sache so dar, als ob Frau H. die Denunziation nur angebracht hätte, nm dadurch einen günstigen Boden für die aus diesem Tausch- und Kaufgeschäft eiitskandeneil Zivilprozesse zu gewinnen. Die Widersprüche über die Entstehiingsart einzelner Zahlen, welche in Bollmachten, Ver- trägen zc. enthalten waren, waren so groß, daß der Gerichtshof beschloß, zunächst den gerichtlichen Chemiker Dr. Je sex ich aufzufordern, mit Hilfe der von demselben entdeckten photographischen Methode zunächst die betr. Schriftstücke beziv. die darin ent- haltenen Zahlen, die Verschiedenheit der Dutten zr. genau zu untersuchen, nm aus Grund dieses Gutachtens einen Anhaltspunkt für die Gkanbwürdigkeit der Parteien zu gewinnen. Die vor- geladenen zirka 20 Zeugen, unter welchen sich auch viele Ent- tastungszeugen befanden, müssen deshalb zu einem später an- znberanmenden neuen Termin noch einmal erscheinen. (ßcrirfiks-Beikimg. Anklage wegen Kergeken» wider da« Sa?ia- ltfteitgesek ist gegen den Barbier Ruv. Tobias und den Handels- mann Zaretzke, beide zu Birkemverder, erhoben worden, weil sie Plakate, in denen zum Besuch einer öffentlichen Wählerversamm- iung aufgefordert wurde, ohne polizeiliche Genehmigung an öffentlichen Plätzen angeklebt hatten. Angezogen wurde ver§ 28 Ms Sozialistengesetzes. Da» Ärichogrricht verwarf in seiner am II. Mai statt- habten Sitzung die Nievision, die der Barbier Rnd. Tobias zu irkemverder gegen dasErkenntniß der ersten Strafkammer des Land- Sozierle Mekrevlirlzk. Achtung! Hilfsarbeiter! In der interationalen Sand- sieingießerei von Blöwendahl und Grünberg, früher Oskar Lehmann, Köpnickerstraße 193, sind Lohndifferenzen ausgebrochen und deshalb der Zuzug fernzuhalten. Die Koinmifstonsmitgiieder in de» Denen Berliner Dtrsstngwerkr» sind gemahregelt. Es haben nicht, wie irr- thümlich angezeigt wurde, sämmtliche Arbeiter die Arbeit wieder begonnen. Die betreffenden Mitglieder dursten nicht die Fabrik betreten, um ihre Sachen zu ordnen, sondern die Sachen wurden einfach vom Portier heransgercicht. Der Streik in der Deuendorfer Aktienfpinnerei dauert unverändert fort, es ist auch noch nicht abzusehen, wenn er beendet wird. Die Verhandlungen mit dem Direktor verlaufe» alle resultatlos. Zuzug ist strengstens fernzuhalten. Briefe und Sendungen sind zu richten an Gustav Petzsche, Nowawes, Mühlen- sträße 7. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck höflichst gebeten. Scrfmmnlmuzcu. Die Mitglieder der hiesigen Filiale de» Zentralner ein» der deutschen Böttcher hatten sich am Mittwoch, den 27. März, in Heise's Salon, Lichtenbergerstraße, außerordentlich zahlreich versammelt. Der l. Bevollmächtigte eröffnete die Ver- ---. � echer>r Lohn- Verschiedenes. Herr Holtmann äußerte sich beifällig über die be- wtesene Einigkeit der gesammten Kollegen und seien die Aus sanimlung kommission, um Vs9 Uhr und ertheilte dem Spre sichten bei der Mäßigkeit unserer Forderungen ziemlich günstige zu nennen. Einige kleine Differenzen im Tarif für die Packfaß- brauche wurde», nachdem Herr Holtmann die Tarif- kommission entlastet hatte, bald erledigt. Auf die vorgebrachten Aeußerungen einiger Meister über die Höhe des geforderten Preises für die Vs Tonnen(Biergefäß) wurde den Kollegen Barwich und Albrecht betont, da diese Arbeit bisher am schlechtesten bezahlt ivurde und der Preis von 1 M.<50 Pf. ein durchaus gerechtfertigter sei. Es wurde einstimmig beschlossen, diesen Preis unter allen Umstände» aufrecht zu erhalten. Nachdem von mehreren Kollegen das Fehlen der Tarife in ihren Werkstellen resp. Brauereien der Kommission angezeigt war, wurde auf Vorschlag des Vorsitzenden zur Bericht- erstattuug geschritten. Bewilligt haben bis jetzt: Die Brancreien: Schultheiß, Norddeutsche, Patzenhofer, Unions(Rirdorf), Vereins„• Happolds(Hasenhaide), Königstadt,' Schöneberger Schloßbrauerei, Böhmisches Brauhaus, Münchner, Oswald Berliner, Pfefferberg, Bötzows Brauerei, Faßfabrik von Ferdinand Math, Werkstelle von Hanbold, Lehmann nnd Beyer, Ww. Hübner. Ein Antrag des Kollegen Metzner, eine Pause von 5 Minuten eintreten zu lassen, um Tische und Stühle aus dem Saale zu entfernen, damit noch eine Anzahl Kollegen, welcher von der Polizei wegen Ueberfüllung des Raumes der Zutritt versagt wurde, noch an der Versammlung theilnehmen könne, wurde einstimmig angenommen. Tie Kollegen Neumann und Winter sprachen sich noch eingehend für die wöchentliche Lohnauszahlung, besonders in den Brauereien aus und gaben der Hoffnung Raum, daß auch darin die wenigen Brauereien, wo dieselbe noch nicht anerkannt wird, schließlich unseren Wünschen nachgeben werden. Der Vorsitzende machte bekannt, daß die nächste Versammlung am Sonntag stattfindet. Da das heutige Lokal sich als zu klein erwies, ivurde die Lohiikommission beauftragt, für ein größeres im„Berliner Volksblatt" ermahnte Sorge zu tragen und dasselbe rechtzeitig im„Berliner V bekannt zu machen. Kollege Vogler aus Charlottenburg noch, den geforderten Lohn von 27 M. bei SVsstündiger Arbeits- zeit auch kür die chemischen Fabriken ausrecht zu erhalten. Schluß gegen 11 Uhr. Der Derein der Klempner Kerlin» und Dmgrgend hielt am 25. März eine große Versainmlung im Königstadt- Kasino, Holzmarkstr. 72, mit folgender Tagesordnung ab. 1. Vortrag des Herrn Metzner, der achtstündige Arbeitstag, 2. Tis- kussion, 8. Verschiedenes und Fragekasten. Der Referent legte der �Versammlung klar, welchen Vortheil die Arbeiter durch die Verkürzung der'Arbeitszeit haben, besonders wenn der achtstündige Arbeitstag gesetzlich eingeführt ist. Ter Redner erntete für seinen IVe stiindigen lehrreichen Vortrag stürmischen Beifall. In der Diskussion nahm zunächst Kollege Schmidt das Wort, er führte an, daß es die höchste Zeit ist, den Giftpilz, der unter der ganzen Arbeiterschaft wuchert, auszurotten, und dieser Giftpilz, der die ganze Welt verzehrt und zu Grunde richtet, ist die lange Ar- beitszeit, die den Arbeitern von den herrschenden Klassen aufge- drungen wird; er krilisirte darauf scharf die Mißstände, die durch die lange Arbeitszeit im Klempnergeiverbe vorhanden sind, er er- "-•■■—-* i.--- 1---- il-nh einzutreten. In gleichem Sinne' sprachen die Kollegen Neumann, Selchow, Becker und Jilope. Folgende Resolution wurde ein- stimmig angenommen:„Tie heute im Königstadt-Kasino tagende Klempuervcrsammlung erklärt sich mit dem Referenten voll und ganz einverstanven und beschließt, am 1. Mqi die Arbeit ruhen zu lassen, um dadurch der Regierung zu zeigen, daß die Klempner geivillt sind, in die Agitation einzutreten zur Erringung eines achtstündigen Arbeitstages; ferner Mann für Mann unserem Verein beizutreten und dadurch zu dokumentiren, daß nur durch Zusammenhalten etwas Großes geschaffen werden kann." Ferner ivurdeZbeschloffen, von den Bluniberger Bauern keine Waaren zu kaufen, und keine Hüte, die ohne Arbeiter- Koptrolmarken sind; die Geschäfte sind im„Berk. Volksbl." bekannt gegeben. Den streikenden Knopfarbeitern wurden 40 M. bewilligt.— Kollege Köhler ersucht die Kollegen, Vertrauensleute aus ihren Werkstätten zu wählen und ihren Namen und Wohnung der Fachkommission anzuzeigen. Nachdem noch mehrere innere Angelegenheiten nnd Fragen erledigt waren, machte der Vorsitzende bekannt, daß am nächsten Montag eine öffentliche Klempnerversammlung in den Bürgersälen, Dresdenerstr. 90, stattfindet.— Darauf Schluß der Versammlung. Eine öffentliche, gut besuchte Merstmmlnng der TnprnrergehUfe» Kerlina fand am Mittivoch Abend, im Feuerstein'schen Lokale. Alte Jakobstraße 75, unter Vorsitz der Herren Zack, Freiwaldt und Schöfner statt, um Stellung zu den auf der Generalversammlung zu Cassel gefaßten Beschlüssen und zum„Allgemeinen deulschen� Tapezirerverein" zu nehmen. Als Hingen zu geben. Aus demfetven ist oer Befcyiup yervorzuyrv-,., daß beide Organe(Berlin u. Hamburg) einzugehen haben, dafür aber ein neues gegründet werden soll, das in Hannover zu er- scheinen hat. Damit sei, so sagt der Referent, ein alter Streit zwischen Berlin und Hamburg entschieden und beigelegt. Aller- Vings habe Sander-Berlin alles Mögliche gethan, diesen Beschluß zu hintertreiben. Es sei ihm dies nicht gelungen, im Gegentheil fei mit Herrn Sander scharf ins Gericht gegangen worden. All' gemein sei das Vorgehen dieses Herrn in Betreff der Gründung der Filiale Berlin und des Arbeitsnachweis-Bureaus vernrtheilt worden. Es sei im Laufe der Verhandlungen von einem Tele- girten aus Bremen der Antrag eingebracht worden, Herrn Sander auszustoßen, weil er als Zänker bekannt sei und das Gerücht um- ging, daß in der Kasse des Vereins 203 M. fehlen sollen. Eine sofort vorgenommene 5iassenprüfung ergab jedoch, daß nichts in der Kasse fehlte. Infolge dessen kam der Antrag nicht zur Ab- stimmung. Hätten die Dclegirten aber damals alles gewußt, was heute bekannt sei, so wäre Sander ganz unzweifelhaft ausgestoßen worden. gtcdncr erörtert nun kurz, welche Vortheile eine Zentralorgani- satton habe. Wolle er auch nicht die Berliner davon überzeugen — er kenne die hiesigen Verhältnisse nicht genau genug, um ent- scheiden zu können, welche Art der Organisation in Berlin besser sei— jedenfalls möge man sich aber nicht mehr bekämpfen und, wie auf deni Kongreß beschlossen wurde, in Berlin ein einheit- liches Zlrbeitsnachweis-Bnreau gründen, das von der Allgemein- heit geleitet wird. Sei erst der Stein des Anstoßes, Herr Sander, beseitigt, dann könne man auch_ in Einigkeit arbeiten; dann werde es auch besser für die Allgemeinheit werden. (Beifall.)— Es beginnt hierauf eine ausgedehnte Diskussion. Schließlich wurde mit allen gegen 2 Stimmen folgende Resolution angenommen:„Die Vergehen des Herrn Sander in den letzten 10 Jahren hätten schon genügen sollen, denselben mit Verachtung z» strafe». Die ungenügende Ausklärnng der Kollegen jedoch hinderte dies. Nach dem heute gehörten Referat des Kollegen Meyer, welches weitere Unregelmäßigkeiten seitens der Herren Sander und Fischer aufdeckte, beschließt die heutige Versammlung, .....—'.r.e. r------ n i» Aav» rtfomPIlfp ilt Itnfcrßtl Fischer aus der ... Tapezirerbewegung schließen und ihnen den Zutritt a u s z u- . t zu jeder Tapezi'rerversannn- lung zu untersagen. Die©chiifetifchnft rotll ehrlich und aufrichtig für ihre Interessen arbeiten und verspricht, dies mit doppeltem Eifer fernerhin zu thun." Herr Sander und Herr Fischer werden ausgefordert, sofort das Lokal zu verlassen und thun dies unter ziemlicher Unruhe der Versammlung. Weiter wird beschlossen, ein neues Zlrbeitsnachivcis-Bureau zu eröffnen und die alten eingehen zu lassen. Zur Vorberathung dieser An- gelegenheit wird eine Kommission gewählt, die aus den Herren Kraft, Hagemann, Weitzel, Liudstädt, Daßler, Junghans und Toß besteht. Es wurde noch aufgefordert, die Leipziger Listen, sowie die Fragebogen bei Frciwaldt abzuliesern. Stachdem noch der Vorstand in Hamburg beauftragt Morden, die Sache: Sander- Fischer vor Gericht zu vertreten, schließt die Versammlung. Krrichtignng. In Ihrem Blatte vom Donnerstag, den 27. d. M., bringen Sie unter„Vereine und VersauunlUngen" den Bericht einer in Charlottenburg stattgefundcncn Tischlerversamm- lung. In diesem Bericht kommt es besonders auf die von der Versammlung angenommenen Resolution an. Dieselbe hat nicht den im Bericht wiedcrgegebenen Wortlaut, sondern lautet:„Die heutige in der Gambrinus-Bräuerei tagende öffentliche Tischler- Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden. Sie erkennt das Vorgehen der Berliner Kollegen als allein richtig an und verpflichtet sich, im Falle einer Lohn- bewegung dieselben moralisch und materiell zu unterstützen. Ferner verpflichtet sich jeder Einzelne, sofort einer bestehenden Organi- sation anzuschließen, da nur eine starke Organisation für eine Löhilbewegüßg förderlich sein kann."— Emil Schade, Gubener- strnße 61, � IM'frtimMmliS»er Arbeiter in Nieiyaiiischen SchiM- fnb rille». Montag, den!>l. Müez, Abends s Uhr, in Schesser's Salon, JNselstraße Nr. 10. Tagesordnung: I. Verkurznnß bei! ArbeNszeit. 9!ef.: Ü!. BaginSki. 2. Disknsflon. 3. VerfchiedeueS. Ilrci große �>cr>än»»l>ii>gc» dr» Urrbandr« der Nlöbelpolirer Krrkins linben am Sonnlag und Montag statt und zwar am Sonntag Vor- »littags loy Uhr im Teutschen VollSthealer, Schönhauser Allee 107, und Bor- uiittagS tox Uhr im Vercinshaus Süd-Ost, Waldemarstraße 70, und Montag, Abends 8 Uhr bei Mehner, Labbsvergerstr. 37. Zli« nul>-rordc»t!ichr Geiirraluersnmmlnng des Vereins der Parquet- bodenleger Berlins findet am Montag, den»i. März er., Abends s Uhr, bei Feuerstein, Alte Jalobstraße 75, statt. Tas Srscheinen sämmtlicher Mitglieder t|t dringend erforderlich. Freie!>er->»ignl>g der Zimmerer KerllNS. Versammlung am Man- lag, den SÜ ds. MlS., Abends s Uhr, rm„ViNoria- Salon", Perlebergsr- Große iifsrntliche Ucrsammlung aller vlilitärschneider Serlin« am Sonnabend, den so. März er., AbendS ay. Uhr, in Jordan'S Salon, Neue Grünstraße 28. � � �_ Tochver-i» der Ztletallschraube»-. Farondrehrr»»d H-rufsgeiiosse», am Sonnabend, den 20. März, Abends 8,� Uhr, in den Bürgersälen, Dresdener- straße so: Aroncr Wiener Maskenball. lauds. d.e �Biidungsfrägs"' 2. TiSküsslon."a. Aufnaßme neuer" Mitglieder. 4. Ber schiedeneS und Fragelasten.,, �...., Gefsentliche persammlutia des Fachuereino der in Suchbiudereicn und verwandten Betrieben beschäftigte» Arbeiter am Montag, den 81. Mar,, Abends S Uhr, Annenftraße Il>. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn IM. Dolinsri über©liirt- und Zeitlohn. 2. V-rschledeneS und Fraaelasten.— Zu dieser Versanunluna laden wir unser- Arbcilerinucn ganz besonders ein. Achtung! iitanrrr! ätlitglitderversammlnttg d-o Zliiterllichungs- vcrrin» der Manrrr K-rlins am Sonnlag, den so. Marz, Vormittags 10K Uhr, im Saale des Herrn Lehman», Schwedlerstr. 23-2!. '«rag» Ssfenttiche Versammlung sämmtlicher Fohgerber»nd Feder- »urichter, sowie der in dieser Branche beschäftigten Arbeiter am Sonnabend, den SB. März, Abends 8,'s Uhr, in Böhow's Brauerei, Vor dem Prenzlauer �««rba»> der»«»ttsche» Zimmertente(Lokalvekbaud Verlin). Sonntag, den so, Mär», Vormittags 10'i Uhr, Mariannenstraße 01—32, Versammlung. «»sang-, Tnrii-«nd grsrllige Verriiie am Sonnabend: Gesang- verein„Harmonla" Abends 8 Uhr Im Ncstanrant, Alte Jalobstr. 88.— Männergesangvereln„Treue" Abends s Uhr im Nesiaurant Andreasstraße».— Münnergesangverein„Erato" Abends 9% Uhr bei Schläwicle, Kleine Kurstr. 1. — Männergesangveretn„Sencfelder",»ieslanrant Zeinter, Münzstr. 11, o Uhr Nebungsstunde, Aufnahme neuer Mttglteder.— Gesangverein„Harmonia" Abends 9 Uhr im Restaurant Lehmann, Kurfürstenstr. 31. Gesangstunde.— LübecTscher Turnverein(1. Lehrlings-Abiheilung) Abends s Uhr Elisabeth- straße 57—58. Turnverein„Wedding", Panksir. 9, Männer-Alst Heilung von 8% bis 10;: Uhr illbends; desgl. 1. Lehrlingsablheilung von 8 bis 10 Uhr Abends — Arcnds'sche Sienvgraphenllasse des„Berliner Handwerlervereins" Abends s% Uhr Sophicnstr. 15.— Theater- und Vergnügungsvereins„Caritas" Abends 8 Uhr im Louisenstädtifchsn Bierhause, Adiniralftr. 88.— Theater- und Vir- gmignngSgesellschaft„Treue" Abends 8% Uhr tu Bobert's Ballsalon, Weinstr.ll. — Privat-Theatergesellschaft„Schneeglöckchen", AbendS 9Uhr inVcttlns Bierhaus Veteraneustr. IS.— GcselligleitSIlub„Lustig" SlbendS 0% Uhr int Restourant Wcichelt, Taubenstr. 45.— Verein der Taubenfrsunde Abends sy Uhr im Restaurant Hillmann, Mantenffelstraßs os.— Dünischer Verein„Freya" Abiiids 9 Uhr im Restaurant Poppe, Lindenstr. lOS.— Verein dbr Wiirttciubergcr Abends a% Uhr bei Vaihinger, Dorotheenstr. 81.— Verein ehem. Schüler der 84. Gemetndeschule Slbends 9 Uhr im glestaurant, Koppenstr. 58.— Verein ehem. M. T. LutherZcher Schüler Abends Bis Uhr im Restaurant Bormann Ohmgassc 2.— Rauchkliib„Porto rtcv" AbendS 9 Uhr bis 11 Uhr Köpntcker- straße 157 bei Schulz.— Rauchkliib„Qualm" Abends 8 Uhr im Restaurank Tamm, Schönhauser Allee 28.— Vergnügungsoerew„Lustige ib" Abends 0 Uhr im iliestaurant Albrecht, Anncnsir. 9.— Tnmbouroerein„Sedan" Sitzung Abends 9 Uhr, Grüner Weg 9—10, Aufnahme neuer Mitglieder.— Tambourveretn „Herz Innig", Abends 8 Uhr, Sitzung im Restaurant Sttaßbnrgerstraße ö, Dirigent und Vorsitzender Fritz Langant.— Tambonrv ereilt„Einigkeit macht starl", gegründet isso, Dirigent zur Zeit H. Kämting, Slnfnahine neuer Mitglieder AbendS 9 Uhr im Restaurant Hahn, Elsasserstr. 57.— Tambour- Verein„Felsenfest", Sitzung 8% Uhr, Weißcnburgerstr. 54, Dirigent und Vorsitzender: A. Friese. Aufnahme neuerMilglieder.— Vergnügungsveretn„Lusttge Seelen" Abends 9 Uhr im Restaurant Schuster, Oranienstr.8.— Bergnügungs- oerein Hospieia Kleine Augtistraße 14 Abends 9 Uhr. VernriMzkes. _ Uew Avrk, 28. März. Ein furchtbarer Zyklon ver- wüstete gestern das Thal des Ohio von Cincinnati bis Kairo. In Lonisville wurden an 800 Häuser zerstört, die Eisen- bahu-Stationsgcbäude in den Fluß geschlendert. Das Rath- h'aus stürzte züsammen, während eine zahlreiche Versamm- lung darin stattfand. Essollen mindestens 200 Personen dabei umgekommen seilt. Da viele Häuser bei dem Einsturz in Brand gcriethen, so fanden zahlreiche Bewohner den Tod in den Flammen. Die Dämme bei Greensville am Mississippi drohen in Folge großen Wasserdruckes einzu- stürzen. Ans zahlreichen Städten werden Ueberschwemmungen mit Verlust von Menschenleben gemeldet.— Eine weitere Meldung lautet: Berichte aus Indianapolis schätzen den Verlust an Menschenleben in Lonisville ans etwa 800, wovon 300 allein aus den Einsturz des Rathhanses kämen, in welchem gerade ein großer Ball abgehalten wurde. Gilt blutiges Renkontre zivischen zwei Offizieren erregt in Mainz großes Aufsehen. Der zur Mainzer Fortisikation kom- mandirte Premierlieutenant Stoll von der 4. Ingenieur-Inspektion erwartete am Donnerstag zwischen 11 und 12 Uhr in der Nähe seiner Wohnung den Hauptmann Salm vom Jnfanterie-Regiment Nr. 118, feuerte ans denselben drei Revolverschüsse ab und tödtete dann selbst. Ter schwerverwundete Hauptmann Salm und Leiche Stolls wurden in das Nochushospital gebracht. Premier- lieutenant Stoll, ein etivaS exzentrischer Mensch, war nach Köln versetzt worden, von wo er mit dem Abendzuge am Donnerstag cinrraf, um den Mordversuch an Hauptmann Salm, dessen Kompagnie er im vorigen Jahre zugetheilt war, auszuführen. Nach der That entfloh Stoll; als er sich verfolgt sah, schoß er auf seine Verfolger und tödtete sich dann durch zwei Schüsse in das Herz. Salm, der als braver Ofsizier geschildert wird, erhielt drei Schüsse in den Unterleib und ist bereits verschieden. Der Nlnrüetender von Ueuqnen. Aus Buenos- Ayres wird der„Franks. Ztg." vom 20. Februar geschrieben: Viel be- sprachen werden in der hiesigen Presse die Abenteuer, die einem Herrn Heinrich v. Puttkamer, einem Verwandten Ihres„beruhm- ten" Herrn v. Puttkamer, auf seinen bewegten südamerikanischen Wand'erziigen zugestoßen sind. Der junge Mann kam aus seinen Irrfahrten auch nach dem Nationalterritorium voll Neuquen, wie das Quellgebiet des Rio Negro, der Ostabhang der Kordilleren in etwa 37 o bis 40° S. Br. genannt wird. Es Hansen daselbst noch wilde Indianer, welche durch eine Kette von kleinen Militär- sorts, die einzigen versprengten Vorposten der„Zivilisation" in jener Gegend, im Zaum gehalten werden. Herrn v. Puttkamer gelang es nun, sich mit dem Militärgouverneur ins Einvernehmen zn setzen, so daß dieser ihn zum Partner und Geschäftsftihrer einer Marketenderbude machte. Das soll, soviel ich weiß, dort unten pekuniär gar kein schlechtes Geschäft sein, da die Soldaten relativ gut bezahlt werden und natürlich ihr ganzer Sold zum Marketender wandert. Immerhin mag es ein erbauliches Schauspiel gewesen sein, den Verwandten des großen Staatsmanns an alte Jndianerweiber wollene Unterröcke und an Soldaten Schnaps und Tabak ver- kaufen zu sehen. Aber auch hier that der junge Herr nicht gut. Es traten„clertos disgustes", unliebsame Vorkommnisse zwischen ihm und„Familienmitgliedern" des Gouverneurs ein. Darauf- hin warf ihn der Gouverneur ans der Marketenderbude heraus und ließ ihn in den„oalobozo"(Polizeiarrest) einsperren, bei welcher Gelegenheit er ihm alle Papiere abnahm. Als er später freigelassen worden, verweigerte ihm der Gouverneur die Heraus- gäbe der Papiere und v. Puttkamer floh daher bei Nacht und Nebel aus dem Territorium und hat jetzt bei dem hiesigen deutschen Gesandten Beschwerde eingereicht. Dies der wesentliche Inhalt des Abenteuers des hochgeborenen Herrn Heinrich von Puttkamer. dev MeÄnktion. Sperber. Uns ist davon nichts bekannt geworden. U. 75. Nicht eingegangen. ff. H. Meissenlmrgerstr. Kommen Sie in den Vormittags- stunden. F. A. 38. 1. Solch Scheinvertrag würde Sie gegen Zwangs- Vollstreckungen nicht sichern, sondern Sie und den Andern nur der Gefahr einer gerichtlichen Bestrafung aussetzen. 2. Das Mobiliar kann gepfändet werden, auch wenn Sie sich durch Ver- miethen Ihren Lebensunterhalt verdienen. C. U. Siilowstrassr. Ein Arbeiter braucht, wenn nicht besondere Vereinbarungen getroffen sind, sich nicht gefallen zu lassen, daß er tagelang aussetzen soll. Wenn ihm dies aber ge- sagt wird, weil Frost eingetreten ist, und er dagegen nicht pro- testirt, so gilt dies als stillschweigende Einwilligung und er kann für die arbeitslosen Tage keine Entschädigung verlangen. ff. S. 1. Bevorzugt ist Ihre Forderung nicht. Klagen Sie möglichst schnell und lassen Sie pfänden. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. 2. Der Schuldschein ist auch ungestempelt giltig. Sie brauchen das Original vorläufig nicht vorzuzeigen, sondern können eine Abschrift der Klage beifügen. 3. An Stempelstrafe würden Sie 2 Mark zu zahlen haben. 4. Schuldscheine sind nur stempelpflichtig, wenn sie über mindestens 150 Mark lauten. Pankow. 1. Wer auf dem Krankenbette ein Testament machen will, muß beim zustandigen Amtsgericht die Entsendung einer Gerichtsdeputation beantragen. 2. Sie können nicht der Frau alles vermachen und die Kinder erster Ehe leer ausgehen lassen. Höchstens können Sie im Testamente diese Kinder auf ihr gesetzliches Pflichttheil setzen. Cl. K., Cliorinerstrasse. Einen direkten Zwang zum Heiraihen giebt es nicht. Das Mädchen kann nur innerhalb von zivei Jahren nach ihrer Niederkunft den Anspruch auf standes- gemäße Alimente machen. P. ff. 1. Wenn das Dienstmädchen keinen gerechtfertigten Grund hat zn ziehen, so kann sie erst bei Quartalsablauf nach vorheriger sechswöchentlicher Kündigung den Dienst verlassen. Mißhandlungen gelten nicht als solche Leichte U. ff. 03. ein Grund. Wenn Sie nicht der Ertischäft nach dem Tode Zhrer Mütter rechtzeitig, d. h. innerhalb 6 Wochen, entsagen, haften Sie für die Miethe bis zum 1. Oktober. Aclitimg! Carton- Arbeiterinnen! Ucber die Eartonfabrik von Fiebelkorn ist die Sperre verhängt. Außerdem dauert die Sperre bei Ediert& Lange fort. Alles Nähere in der Sonntags- Versammlung im„Königstadt-Casino", Holzmarktstr. 72. Der Vovstnlid d.Fachver. d. Pnpirrarbritovinnctt vtvtv. Zierufsgonosten. Freie Vereinigung d. Graveure und Ziseleure, Ausserortlenliiche BütafSeder- Versammlung am Montag, den 31. März, Abends SVs Uhr, im„Dresdener Garten," Tresdenerstr. 45. Tagesordnung: 533 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Herrn GuttmaNnj:„Unsere Stellung zur Theorie des Sparcns." 3. Verschiedenes und Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Arbeitsnachweis beim Koll. Müller, Grimmstr. 87. Gäste willkommen. Der Vorstand. Miinl) deMer KoMOr (Mitgliedschaft Berlin). Montag, den 31. D. Mts., 4 Slbends 8 Uhr, im Roll'schen Lokale, Adalbertstr. 81: Versammlung. Taaes-Ordnung: I. Vortrag über Verkürzung der Arbeitszeit. 2. Abrechnung. 8. Verschiedenes. 511 Der Uorstand. keseWstsürBttbttitWm Am Sonntag, den 30. d. Mts, Abends 7Vs Uhr, Oranienstr. 180: Vorirag des Herrn Dr. Zadel über den jetzigen Stand der Schwindsuchtsfragc. Gäste, Damen u. Herren, willkommen. Der Norstand. NB. Am Dienstag, den 1. April er., Uorstandosthnng bei Heindorf, Langestraße 70, Abends 8V2 Uhr. 525 Das gr. Lager Berlins. > Andreasstr. 33. Freie Kranken- und Be- gräbnißkasse der Schuhmacher und Berufsgenossen Berlins. (E. H. Nr. 27.) Montag, den 14. April, Abends 8 Uhr, Fischerstraße 25: General- V ersammlung. Tages- Ordnung: 1. Vierteljährlicher Kassenbericht. 2. Innere Angelegenheiten. Quittungsbuch legiiimirt. 616 Oer Vorstand. Hut-Fabrik G. OunsisiOi Dresdenerstraße Nr. 6 am Kottbuser Platz. S ä m m t l i ch e Hüte mit Arbeiter Kontroimarken. Ä. GoMbaimi Zredoistandlnng n. Schnftrfabrikß Weberstr. 38 Ecke Landsberger straße. empfiehlt als Spezialität: Geraer Kalbledcr- und Fahlleder- Ausschnitt. Stets großes Lager in cht Hamburger rossleder. Vorder- theilen. Vorschuhe und gewalkte Gamaschen. Tägl. frischer Sohlen- Ausschnitt v. Siegener Sohlloder, Sobllcdor-Bänche und Kalbleder- Hälso billigst. 1858 Flickstücke außerordentlich billig! tiiiit mt ans mehreren Auklione.i gekauften hoch- eleganten Damen-Umhänge, Regen- u. Promenaden- Mantel, Damen- und Kinderkleider.Herren-Sommer-Paletots, Herren- und Knaben- Anzüge, einzelne Jaquets, Hosen, Weste», Uhren, Ketten, Ringe, Stiefeln u. s. w. verkaufe ich, um bis Pfingsten damit zn räumen, zu erstaunlich billigen Preisen. Lücke, Neanderstrasse Nr. 9, EMe Schmidtstraße. Bitte genau auf Hausnummer und 806] Namen zu achten. W W#«n Herren« u. Knaben» 1351 |BB Garderoben-Geschäft. HB 117« Ih Pnlir Ellsabothkirchstr. Willi, raiir,«r.gamPappelpl. Mein Lokal m.Pianobenuh. halte best. empf. Kramm, Koch- u. Wilhelmstr.-Ecke. Destillatiöll intft Rchmni M. Berndt, A. Kowaid Nachf. empfiehlt seinen vorzüglichen Frühstück«, Mittag- und Abendtisch in allbekannter Güte.„Berliner Volksblatt",„Volkszeitung",„Volks- Tribüne k. liegen aus. 1088 Empfehle allen Freunden und Ge- nassen mein Weiss- und Bairiscli-Bier-Lokal nebst Mittag- und Abendtisch. Zimmer zn Zahlstelle u. Arbeitsnachweis zn verg. 532 bldilC/ ftrnßea2. und Genossen 408 Allen Freunden empfehle mein Weiß- und Vairisch-Bierlokal sowie Zimmer mit Piano für Vereine. A. Kowhikki, Stralsunderstr. 73. Empfehle mein Restaurant. Für gttte Speisen und Getränke ist bestens ge- sorgt. Die Zahlstelle der Kranken- und Sterbekasse aller Arbeiter Deutschlands befindet sich bei mir. Vereinszimmer sind zu vergeben. Gstdahnhof Ur. 7. Mmnt i. Stramm, üplti 123. Rittersir. 123, verbunden mit Fremdenlogis. Herberge und Arbeitsnachweis des Ver- eins der Klempner. Empfehle meinen allbekannten vor- züglichen Frühstück-, Mittag- und Ahendtisch. Sonstige Speisen und Getränke in dolmnittor Gute. Zwei Zimmer, passend zu Z a h l st e l l e n und Arbeitsnachweis stehen zur Verfügung. 1440 Empfehle allen Freunden und Be- kannten meine BestiRatgon, Weiß- v. Vliirislß-Bier-LM. Vereinszimmer für Arbeitsnachweis und Zahlstelle steht zur Verfügung. Oapi Mrangelsto. 84, 1804 Vereinszimmer für 15 bis 40 Personen ist zu vergeben, gleichzeitig über- nehme auch Zahlstellen von Vereinen und Krankenkassen. Junicke, Waldemarstr. 74. „Berliner Volksblatt" und„Berliner Volks-Tribüne" liegen aus. Herlwer Uolkoblatt 544 von Dienstag, den 1. April ab, täglich früh zu Häven beim am Monbijou- Platz stehenden alten Arbeiter und bittet derselbe um wohlwollenden Zuspruch. Ifnhol Spieöel MUMC/Ij Polsterwaaren C. Tausendfreund Fehrhelliner-Strasse Mo. 78, nahe Weinbergsweg. 149 Solide Arbeit. Killigste Preise. Schuhwaaren-Lager eigener Fabrik empfiehlt A. Manthey, Schuhmachermstr. 76] Linienstr. 245, nahe der Neuen König st raße. Allen Freunden und Genossen theile ich hierdurch mit, daß ich mein Cigarren-Geschäft zum 1. Aprit von der Friebenstr. 36 nach dem IVeinhergsweg lld, Ecke der Fehrbellinerstraße, verlege. Carl Gesenberg. Billigste Bezugsquelle für Kleider-Stoffe, Leinen- und Baumwollwaaren, Inletts, Bezüge, Gardinen, fertige Wüsche etc. zu den denkbar billigsten Preisen. Ha RfiarcuSi| ReiMMrser Straße Nr. 3. Sarg von Swinemünder- F.#1111111#«, sa. MO, Ecke Arkonaplatz, empfiehlt zu billigen Preisen sein reich ausgestattetes Lager. Fnhrivesen und säiilmtliche Gänge werden besorgt. 207 KWWkeMBsMt empfiehlt den Parteigenossen 288 H. BrailU, Kl. Andreasstr.? Cohn's Hosenfabrik Pallisadcnstr. 7, verkauft Hosen von 1 Mk. an, Anzüge von 2,50 M. an, sowie Garderoben aller Art nach Maaß. Werkstatt im Hause. Flicken und Rester aller Art spottbillig. fllll't Berlin N., Ijcii 1 DtLKt'I, Swinemünderstr.16. Uittd»«ttb SchWeitte-Schläckiterei, Wurst- u. feine Fleischwaaren-Pahrik. Jeden Sonnabend fr. Blut-».Leberwurst in vorzüglichster Güte.[1848 Jede Uhr zu repariren(nnsser Hruch) kostet bei mir 1,50 RfBark unter Garantie des Gut- und Richtig- gehens. Kl. Reparaturen entsp. billig. Lager aller Arten Uhren, Gold- und Silberwaaren. C. Wunsch, NailllWir. 38, nahe dem Oranienplatz. Bebel-, Liebknecht-, Singer- Köpfe, als Cig.-Spitze, echt Meersch., ä 1,50 M. Brunnenstraße 157, . urlllizei, am Rosenth. Thor. Empfehle den Lesern des„Volksblatt" mein Uhren-Lager und meine R ep aratur-Werk statt. W. ECBesM, Neue Hochstr. 25. von 35—40 Pf., Keule 40-45 Pf. k Pfd. täglich Auguftstr. 50» im Keller. 522 Rixdorf, Prinz Handjerystr. 49, Ecke Falkstr., freundl. Vorderwohnnngen (Stube u. Küche, Kloset, Wasserleitung) 50-70 Thlr.[216 E. l. St. Tempelherrnstr. 10 H. p. l. b. Weinhold. 531 Ein anst. Herr kann Logis erhalten Fruchtstr. 68 v. 8 Tr. bei Leder. 526 E. möbl. Schlafstelle Reichenberglw- straße 31 v. 3 Tr. 53%) Schrifthauer vorl. A. Zabel, Schönhauser Allee 168. 428 Klempnerlehrling verlangt Oulnaer, Rüdersdorferstr. 24. 489 6 Schrifthauer tüchtig für Marmor u. Granit werden sofort für dauernde Beschäftigung ver- langt. Sijpperling. 513_ Hlüchrrstr. 1, Meitsllchms ftr Tischler. Der vom Fnchverrm der Tischler begründete Arbeitsnachweis befindet sich Wallstr. 7 8. Die Arbeitsvermittelung geschieht für Meister und Gesellen(auch Nichtmit- glieder) unentgeltlich. DieAdreffen- ausgäbe erfolgt an Wochentagen von 7 Uhr Morgens bis 7 Uhr Abends, Sonntags von 9 bis II Uhr Vormittags. 1108 Oer Vorstand. Fachverein der Tischler (für den Bezirk Ripdorf und Umgegend). Grosse Versammlung am Montag, den 31. März, Abends 8V2 Uhr, in Barta's Salon, Bergstraße Nr. 120(kleiner Saal). Tagesordnung: 1. Die Verhältnisse im Tischlergewerbe und die Stellung des FachvereinS zu einer diesjährigen Lohnbewegung, gieferent Kall. Millarg L. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Jeder Tischler hat Zutritt. Aufnahme neuer Mitglieder. 639 Der Bevollmächtigte. Große Arveiterinnenversmttmlung i>ts MmW kt Wembeiteckm miii um. Berussgeil. am Sonntag, den 80. März, Vorm. 10 Uhr, im Königstadt-Kasino, Holzmarktstrahe 72. Tages-Ordnung: 1. Vortrag über die achtstündige Arbeitszeit. 2. Diskussion. 3. Ver- schiedenes. Gäste(Damen und Herren) haben Zutritt. 612 Vollzähliges Erscheinen ist unbedingt nothwendig. Oer Vorstand. Große öffentliche Steinmetz-, sowie Marmor- u. Granitschleifer-VersanMlg. am Montag, den 31. März, Abends 8 Uhr, in Deigmüller's Salon, Alte Jakobstr. 48a, Tages-Ordnung: 1. Besprechung der Bunzlaucr Angelegenheit. 2. Weitere Besprechung über die Marmor- und Granitschleifer. 3. Verschiedene». 617 Oer Einberufer. Fachvereln der Tischler. Montag, den 31. März, Abends 8'� Uhr, in Jl o r d a n's Salon, Neue Grünstraße Nr. 28. Versammlung."Mg Tages-Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskusston. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes imb Fragckastcn.— Neue Mitglieder werden aufgenommen. NU.: Die Mitglieder, welche mit ihren Beiträgen rückständig sind, wer- den aus den§ 10 Abs. 1 des Vereinsstatuts aufmerksam gemacht. Auf den Zahlstellen des Vereins werden jeden Sonnabend, Abends von SVs bis 10 Uhr und Sonntag Vormittags von 9—11 Uhr Beiträge entgegen- genommen und neue Mitglieder aufgenommen, dieselben befinden sich in fol- genden Lokalen: 1. Friedrichsberg erstr. 25 bei Schmidt; 2. Skalitzerstr. 107 bei Kunstmann; 3. Belleallianceplatz 6 bei Hilschcr; 4. Zionskirchplatz 11 bei Hohn; 6. Schleiermachcr- und Gneisenaustraßen-Ecre bei Scheuer; 0. Bülowstraße 52 bei Böhland; 7. Dresdenerstraße 116; 8. Lübecker- und Thurmstraßcn-Ecke bei Jahnke.[547] Der Vorstand. MM iift Mcholim Berlins. Fortsetzung der Werkstellen, die bewilligt haben: Kümmel, Vlumenstr. 52a. Nicht, Alexanderstr. 27. Nußbeck, Ackerstr. 133. Jlgener, Anklamerstraße. Schmidt, Grenadierstr. 4a. Abel u. Neumann, Krautstraße. Wcinzweig, vorm. Roggensack, pinerstraße 3a. Lüders, Rheinsbergerstr. 88. Rup- Schwarzbach, Pallisadenstr. 75. Kiehlr, Schwedterstr. 5. Stesse bei Janke, Neichenbergerstr. 63. Wendland, Langestr. 35. Angermüller, Frankfurterstr. 53. Klug n. Brozinsky, Wienerstr. 17. Fähnrich, Streichert u. Komp., Rheinsbergerstr. 59. Schmidt, Krautstr. 52. Theilweis bewilligt(werden gesperrt, bis vollständig bewilligt): Mester, Manteuffelstr. 55. Treu, Skalitzerstr. 101. Lachmann, Köpnickerstr. 22. Graul, Admiralstr. 22. Müller, Fehrbellinerstr. 32. Rejewski, Badftr. 66(Gesundbrunnen). Nicht bewilligt und gesperrt: Fischer, Neichenbergerstr. 134. Träger, Anklam erstr. 45. Bertram, Skalitzerstr. 101. Haack, Weberstr. 13. Kiezel, Bernauerstr. 71. Vratie u. Komp., Schönhauser Allee 73. Wölls, Vreslauerstr. 31. Dräher, Anklamerstr. 46. Rohde, Weißenburgerstrahe. Kollegen! Am Sonntag finden Holz, Koppenstr. 18/14. Dekert,„ 13/14. 527 Kirmis, ,. 13/14. Pfaff, 13/14. Miethke,„ 13/14. Ww. Herfurt, Friedenstr. 48. Bolle, Rheinsbergerstr. 7. Kutschmer, Fehrbellinerstr. 32. Bischof, Anklamerstr. 4. zwei und am Montag eine Versamm- lung statt, wo unsere Bewegung näher besprochen wird. Kollegen! Die bis herigen Erfolge zeigen, was wir im Stande sind zu leisten, wenn Einigkeit vorhanden ist, darum weicht und wankt nicht, sondern wo Eure Forderungen nicht bewilligt sind, legt die Arbeit nieder. Alles Nähere die Anschlagsäulen. Soeben erschien: Zentral-Verem deutscher Böttcher. Senntag, den 30. März, Vormittags 10 Uhr, Lichtenbergerstr.'21: Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Der gegenwärtige Stand der Lohnbewegung. 2. Wie verhalten wir uns zu dem von den Meistern ausgearbeiteten Tarif. 520 Die Lohnkommission. Mmm der MMlirbeiter. Montag, de» 81. März, Abends 9 Uhr, Oranienstr. 180: Versammlung. Tagesordnung: 1. Wie stellt sich der Verein zur Neunstunden-Bewegung? 2. Verschiedenes. Wir ersuchen, die Wahl der Ver- trauensmänner überall vorzunehmen. Arbeitsnachweis und Zahlstelle Adalbert- straße 4. 534 Der Vorstand. Minn: AMMlichck. I. Salt. Heft£2: Internationale Arveitsschntzgesetzgelmng Von Paul Ernst-Berlin. 30 Seiten. Preis 15 Pfg. Zu beziehen durch die Expedition, Zimmerstraße Nr. 44. Mirderverkiiufrr erhalte» Rabatt. t Fabrik von Damen-, Kinber-Manteln c und fertigen Koftumes. I s. Hirschfeld, | Berlin 8., 5. Kottbuser Damm 5. Fortlattsender eiiipiig m SaiM-Nechiteil. •n 535« DM" Sitte zu beachten! Gerechter s Httttn- uni) KuM-GackrM- GesW befindet sich jetzt nur grAniensirALLk 2a, dicht an der Manteuffelstraße. Großes Lager in ganzen Anzügen, Jacket- und Rock- Facons in eleganten Dessins von Mr. 15, 20, 25, 30, 36, 40 ff. Elegante Paletots, Schuvaloffs von 12— 30 Mk. ff. Elegante Knaben-Anzüge für jedes Alter von 5 Mk. an. Konfirmanden-Anzüge von 15—25 Mk. Großes Lager in Arbeitssachen. Bestellungen nach Maß werden elegant und sauber binnen 24 Stunden angefertigt. Großes Stofflager. Neparaturen-Annahme. 545 Gm Gerechter, 2a, DrmeOuße 2a. akad. geprüfter Zuschneider der Berliner Schneider-Akademie(System Maurer). Schuh- und Stiefel-Waarenlager von 315 Ernst Grossmann, G5a Maldeiuarstr. 65a(zwischen Mariannenplatz und Manteuffelstraße). Große Auswahl. Reelle Bedienung. Die Bterren-Kleader- der Deutschen Compaguie 40141 Oranienstrasse 40|4l(am Oranienplatz) empfiehlt ihr großes Lager der geschmackvollsten Neuheiten in Rock- und Jaquet-Anzügen, Paletots 2c. bei elegantester Ausführung zu en gros-Pteifen. Größtes Lager reinwollener Stoffe für Bestellungen nach Maaß. Be- stellungen zum Fest bitte recht frühzeitig zu machen, da nur so prompte Lieferung möglich. BW Kitte getrau auf die Kausuuuttner;» achten! Hut-Fabrik Oscar LisBcow� Oranienstrasse 47 a, Ecke Luckauerstraße. Sämmtliche Hüte mit 536 Arbeiter- Kontrolmarken Filz- und Seidenhüte mit Aebeiter-Kontrolmarire empfiehlt von 3 M. an 537 E. Bergmann, Markgrafenstr. 98. Meinen geehrten Freunden und Kun den zur Nachricht, daß die Hüte mit Kontrolmarken bei mir zu haben sind. G. Koepke, Prinzenstr. 00 und 1862] Potsdamerstr. 123a. Centrai-Kranken- u. Sterbe-Kasse der Tischler u. s. w. Die Uerwaltnng Berlin E. macht den Mitgliedern Folgendes be- kannt: Vom 1. April sind die Zahl- stellen vranirnburaerstr. 53 und WnUerstr. 184 verlegt nach der Hoyenstruße 40 bei Kru. Flick, Purt.-Wl. Die Beiträge werden dort alle Sonnabende von 8—10 Uhr Abends entgegen genommen. 519 Die Ortsvcrwaltnng. Moabit ssffÄÄ? will Kixdcr-Nliiitcl, Umhänge, Jackeis, Trikot-Taillen und Kindorkleidcben. Drinziv: Neueste Moden. Neellität! Billigkeit. Anfertigung nach Maß. 543 H. Baum. Verband der deutschen Zimmerleute (Lokalverband Berlin). Sonntag, den 80. März, Morgens lO'/e Uhr, Mariannenstr. 31/32: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes. 498] Der Vorstand. Großer ftoetbis.l Wegen Todesfall des Gesohäitsinhabors soll die Einrichtung sowie das BT große Maaren-Lager 12 des erst vor Kurzem 33 MMsir. 33 errichteten Herren- und Knaben- Garberob.- Geschästs im ganzen oder einzelnen zu jedem an- nehmbarcn Preise verkauft werden. Das Lager besteht aus fertigen Kerren-Anziige» in Rock u. Jaquet- form, Minter- u. Sonnner-Daletots, Kchlafröcklen, Joppe», Confir- manden-Anzügen, einzeln. Hofen und Westen und Knaben-Anzügen, letztere in allen Größen, seidene Westen:c. Da sodann die Auflösung des Ge- schäfts erfolgt, versäume das geehrte Publikum nicht, den vorkommenden Bedarf rechtzeitig zu decken. Hochachtungsvoll Hm Baum, 542 Znbeckrrstr. 83. Dereinozimmrr, Saal und Stube, sind noch an mehreren Wochentagen an Vereine resp. an Klubs zu vergeben, bei Herzog, Stromstr. 28: 507 ■l ' Spiegel und Polsterwaaren eigener Gr. Lager, bill. Preise. Fabrik. Emil Heyn, Brunnenstraße 28, Hof parterre. Theilzahlung nach Uebereinkunst. ElsPstHliÄ S.§(iiit. Chanjferstraßell! Die schönsten Merkleidtt v.-Mute! liir Mädchen joden Alters, sowie Morgenrölke, Unterröcke n. Tricottnillen auch im Einzelverkauf sehr billig!| Massbestellungen u. Reparaturen werden prompt erledigt I Ctzanffeestraße14� | E. Heine. Uuserm alten Freund und Genossen, den Kämpfer für Freiheit und Recht Herrn Wilhelm Liebknecht bringen zu seinem 64. Geburtstage ein donnerndes Lebehoch aus die Genossen der Fabrik von E. de la Saux& Bloss. Dem Vertreter des 6. Verl. Wahlkreises im Deutschen Reichstag, Schrift- steller Herrn 502 Wilhelm Liebknecht in Borsdorf bei Leipzig, statten die Parteigenossen desselben zu seinem, am 29. d. M., stattfindenden 64. Geburtstage ihre besten Glück- wünsche mit dem Wunsche ab, daß er ihn noch recht oft in ungeschwächter Kraft und Gesundheit erleben möge. Unserm treuen Kämpfer für Wahr- heit und Recht Wilhelm Liebknecht zu seinem heutigen Wiegenfeste ei» dreimaliges Hoch! 540 Die Liedertafel der Steinträger Berlins. Desgleichen unserm Freunde und Genossen dem Schankivirth Wilhelm Zeige zu seinem heutigen Wiegenfeste ein donnerndes Hoch, daß alle Flaschen und Gläser klingen. Die Gbige». Unserm Genossen W. Zeige zu seinem heutigen Wiegenfeste ein don- nerndes Hoch! Die Null- Weisse. Unserm Freund und Genossen Hermann Semmler zu seinem hetuigen Geburtstag ein dreifaches Hoch! daß bei Ott» die Kruken Polka tanzen. Hermann, Die bist schon recht groß, Darum laß man heut' was los 5 Denn in dem Hause Fünfundfunfzig, Riecht es manchmal etwas dunstig. 523 Die durstigen Brüder. s P. Diederich (Gegründet 1874)[481 1. Gesch.: Oranienstrasse No. 9 2.„ Mariannenßtr.43 EckeSkalitzerstr. Größte Aus», in Filz- n. Seldenhtttea mit Arbritrr-Kontrolmarken. Bitte genau auf Hausnummer z. achten. Filz- und Seidenbnte für Herren nnd Knaben, sämmtlich mitKontrolmarke, empfiehlt zu billigsten Preisen die Hut- Fabrik von A. Rossdeutscher, Maldemarstr. 63, am Mariannenpl. Arbeiter! Filz- nnd Keidrnhnte m. Arbeiter- Kontrolmarke empfiehlt[1864 Franz Haupt, Hutmacher, Gr. Frankfurterstr.(alte Nr. 140, neue Nr. 145) zw. Frucht- u. Memelerstr. lax Grünbaum's weltberühmte 854 Panzerketten piämiirt auf den Ausstellungen g in Amsterdam u. Nürnberg voh echt Gold nicht zu unterscheiden mit 18kar. Gold im Feuer vergoldet. 5jährige Garantie. Damen Keltert 'S», Ii »i Garantie-Schein. Für die bei mir gekaufte Panzerkette übernehme 5 Jahre Garantie, d. h. ich zahle den Betrag zurück, falls die Kette ihnnerhalb 5 Jahren den gold. Schein verliert. Max Grünbaum, Friedrichstr. 194. Man verlange den illustrirten Special-Catalog über Uhrketten in Gold und Nickel. Zusendung gratis am hiesigen Platze bekanntlich Grösste Auswahl. Garantirt sicher brennende 8W Tabake.-Qtfi Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindlichen Rohtabake sind am 1653 Lager. A. Goldschmidt, Spandauerbr. 6, am Hacke'schen Markt. Schaukgeschäft, Zession, wegen Krankheit verkauft Templinerstr. 12 volle Kon meiner Frau 492 Smmtlilhe Hüte mit Kontrolmarke bei Rud. Beisse, Chansieestr. 70 (an der Panke). Control-Markell-Hüte, ganz besonders meine selbst fabrizirten Eylmderhüte, empfiehlt z. soliden Preisen Hermann Haase, 221 Invalidenstr. 129. Zum 831 Roth. Wlldechlt SW Nur Hüte mit Arbeitrr-Kontrolmarke, EWiW# 131,undNZm°nn. Wilhelm Zapel, Hutmacher. Rest» v.3Vs—5Metcr spottbillig. Emil Lefdvre, Granienstr. 16fch Echten Nordhiiilser Kol» ä Fl. excl. 75 Pf. Bnl. Setctik-Siiitintl 00 Pf. ZiiBttliqiinir/'"??."� empfiehlt die Groß-Destillation von Lettau& Keil, sX;"t an der Rosenchalerstraße. Geschästsschluß Abends 8 Uhr. Verantwortlicher Redakteur: Curt Kaake in Berlin. Druck und Verlag von Mar Fading in Berlin 8W.. Beuthstraße 2.