Ur. 83. Doilncrstng. dr« 10. April 1890. y. Jahrg. Hrgan für die Znieressen der Arbeiter. M irf» Das„Berliner Volksblatt" erscheint täglich Morgens aujzcr nach Sonn- und Festtagen. AbonnemcntspreiS für Berlin frei in'Z Haus vierteljährlich 3.30 Mark, monatlich 1,10 Mark, wöchentlich 28 Pf. Einzelne Nummer 5 Pf. Sonntags-Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Postabonnement 3,30 Mark pro Quartal. (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1890 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) Kreuzband, täglich durch die Expedition, für Deutschland und Oesterreich-Ungam 3 Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Jnsertiousgebühr beträgt für die 5 gespaltene Petitzeilc oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Beutbltrahe 3, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3— 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. -*•-« Fernsprecher: Amt VI. Ur. 4106.» Medttlition: VeukhÜrMe S.— Expedition: VentWeMe 3. Ttfl 53 ufc W l Arbeitern Europas und Amerikas der geeignete Anlaß zu sein, die Arbeiter zu einem Kongresse einzuberufen, an welchem neben dein Glanz der Produkte der modernen Industrie auch die Begehren derjenigen sich nianifestiren könnten, ohne deren Arbeit alle diese Herrlichkeiten nicht denkbar wären. Mehr als 400 Vertreter von über zwanzig Nationalitäten beider Welttheile haben denn auch dem bezüglichen Rufe Folge geleistet und sich in achttägigen Verhandlungen auf die Forde- rungen geeinigt, die sie im Interesse und im Namen der Arbeiter aller modernen Industriestaaten an die Inhaber der gesetzgeben- den Gewalt stellen. Und zwar wurden alle diese Beschlüsse sozu- sagen einstimmig gefaßt..... Das Haupttraktandum, mit welchem sich der Kongreß befaßte, war dasselbe, welches auch Ihre hohe Versammlung beschäftigt: Die internationale Arbeiterschutz-Gesetzgebung. Die internationale Arbeiterschutz-Gesetzgebung war damals vom hohen Bnndesrathe der schweizerischen Eidgenossenschast als Behandlungsgegenstand einer Konferenz der Regierung der euro- päischen Industriestaaten, die in Bern stattfinden sollte, in Aus- ficht genommen worden und der internationale and sozialistische Arbeiterkongreß vom 14.— 21. Juli 1839 in Paris bezweckte und beschloß ausdrücklich, die Schweiz in diesem ihrem Bestreben nach Möglichkeit kräftig zu unterstützen. Von diesem Gesichtspunkte aus wurden denn auch die am Kongreß vertretenen Arbeiterorganisationen der Schweiz beauf- *) Wir haben einen kurzen Auszug aus dem Schreiben be- reits veröffentlicht. Das Schriftstück verdient aber seiner Wichtig- keit wegen im Wortlaut, der uns nunmehr vorliegt, bekannt zu werden. Redaktion. und das er schließlich an Leute vermiethete, die ihm den Zins schuldig blieben. In seiner knauserigen Rechtschaffen- heit des an den alten Gebräuchen festhaltenden Kaufmannes hatte er in seinem ganzen Leben diesen einzigen Fehler be- gangen und dieser verschlang den letzten Rest seines Ver- mögens. — Unnützes Gerede! rief er endlich. Lassen wir jetzt die Anderen zu Mittag essen! Alle Welt schien wie aus einem Traum zu erwachen; das Gas pfiff in der schwülen, dumpfen Atmosphäre des kleinen Raumes. Alle erhoben sich plötzlich und machten so dem trübseligen Schweigen ein Ende. Jndeß war Pspo so fest eingeschlafen, daß man ihn ans einem Stoß Molleton bettete. Jean hatte sich gelangweilt und war in die Gewölb- thüre zurückgekehrt. — Und nn> der Sache ein Ende zu machen— sagte Baudu zu seiner Nichte— Du wirst thnn, was Dir gut düukt. Wir klären Dich über die Verhältnisse auf, daL ist alles. Aber schließlich ist dies Deine Sache. Er drängte sie mit seinem Blick zu einer entscheidenden Antwort. Denise, welche durch all' diese Geschichten keines- wegs abgeschreckt, sondern für die Modehandtung„Zum Glück der Damen" nur noch mehr eingenommen ward, beob- achtete Ruhe und Stillschweigen; sie hatte übrigens als dick- köpfige Normännin ihren Entschluß gefaßt. Sie begnügte sich zu sagen: — Wir werden sehen, Onkel. Und sie sprach davon, bald zu Bette zu gehen, weit die Kinder ermüdet wären. Da es aber erst sechs Uhr war, wollte sie selbst noch ein Weilchen im Laden bleiben. Die Nacht war hereingebrochen; die Straße war finster, in einen tragt, eine Kommission zu ernennen, welche über die NuZführung der gefaßten Beschlüsse zu wachen und insbesondere der Berner Konferenz von den die internationale Arbeiterschich-Gesetzgebung bekeffenven Resolutionen Mittheilnng zu niachen habe. Nachdem nun infolge der Initiative des Deutschen ReicheZ die Berliner Konserenz an die Stelle derjenigen von Bern getreten ist, erlauben wir uns, Ihnen hiermit die Beschlüsse des internationalen sozialistischen Arbeiterkongresses vom 14.— 21. Juli 1689 in Paris in betreff der internationalen Arbeiterschutz- Gefetzgebimg in ihrem Wortlaut mitzntheilen und kurz zu begründen. Die Beschlüsse lauten: IN Erwägung: daß die kapitalistische Produktionsweise in rascher Entwicklung nach und nach alle Länder der Erde erfaßt; in Erwägung: daß die kapitalistische Produtlionsweise die steigende Aus- beutung der Arbeiterklasse durch die herrschende Klasse bedeutet, das; die immer intensivere Nusbentung die soziale und poli- tische Unterdrückung und Versklavung der Arbeiterklasse zur Folge hat und zu ihrer physischen imd moralischen Degeneration führt, daß es deshalb Pflicht und Aufgabe der Arbeiterklasse aller Länder ist, diese sie ruinircnde und die freie Entwicklung der Menschheit bedrohende Gesellschaftsorganisation mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln zu bekämpfen, daß es sich aber in erster Linie darum handelt, der weitern verheerenden Wirkung der herrschenden Wirthschaftsordnnng ent- gegen zu arbeiten, beschließt der Kongreß: I. Die Schaffung einer wirksamen Ärbeiterschutz-Gesetzgebuug für alle Länder mit moderner Produktion ist eine unabweisbare Nothivendigkeit. Als Grundlage derselben betrachtet der Kongreß: a) den achtstündigen Normalarbeitstag; d) das Verbot der Arbeit von Kindern unter vierzehn Jahren und die Beschränkung der Arbeit aller Minderjährigen von 14 bis 18 Jahren auf sechs Stunden pro Tag; c) daS Verbot der Nachtarbeit mit Ausnahme jener Be- triebe, welche ihrer Natur nach den ununterbrochenen Betrieb fordern; d) ven Ausschluß der Frauenarbeit in allen dem weiblichen Organismus besonders schädliche» Betrieben; e) däs Verbot der Nachtarbeit für Frauen und männliche Arbeiter unter achtzehn Jahren; f) eine, mindestens 36 Stunden hintereinander umfassende Ruhezeit in der Woche; g) das Verbot solcher Industrien und solcher Arbeits- Methoden, welche der Gesundheit der Arbeiter besonders schüd- lich sind; h) die Aufhebung des Trucksystems; i) eine, alle industriellen Betriebe, einschließlich die Hans- industrie, umfassendeJnspektion durch staatlich besoldeteJnspelioren, welche miudestens zur Hälfte von Arbeitern selbst zu wüh- len sind. n. Der Kongreß erklärt es als nothwenbig, all diese Maß- regeln durch Gesetz bezw. durch internationale Verträge sicher zu stellen, und fordert die Arbeiterklasse aller Länder auf, in der ihnen am geeignetsten erscheinenden Weise für die Verwirklichung dieser Forderungen einzutreten tlnd ihre Durchführung zu über- wachen. in. Der Kongreß erklärt es als die Sache der Arbeiter aller Länder, die schweizerische Republik in ihren Schritten für eine Konserenz der Regierungen behufs Vereinbarung inter- nationaler Verträge über den Arbeiterschutz nachdrücklich zu unterstützen. Wir haben diesen Resolutionen wenig beizufügen. Indem dieselben von Vereinbannigen internationaler Verträge sprechen, setzen wir voraus, daß die Frage der internationalen Arbeiterschutz- Gesetzgebung, deren Schwierigkeit von Niemandem verkannt werden kann, nicht ans einmal, sondern nur nach und nach zu lösen ist. Man wird an einem Punkte anfangen müssen und von da mi-Z allmäblich 'veiter gelangen; ganz wie es bei jeder nationalen Arbeiter- schutz-Gesetzgebung geschehen ist und geschieht. Dieselbe Rüctsicht, welche das Vervot der Arbeit für den kindlichen Organismus fordert, fordert auch ein Uebergangs- stadium für das Jugendalter, welches als die Periode der Eni- Wicklung— ein einziger Blick aus die Ergebniffe der Statistik in Betreff der Sterblichkeit der verschiedenen Lebensalter beweist dies— den Gefahren der Erkrankung in besondere»' Maße aus- gesetzt ist. In die nämliche Kategorie gehört sodann unsere Forderung der Beschränkung der Frauenarbeit. Sticht als ob wir daran dächten, das weit liche Geschlecht durch künstliche Schranken vom eigenen Erwerb auszuschließen. Was wir verlangen, ist vielmehr nur das, baß die Gesetzgebung dem Weibe diejenige Rücksicht trage, welche seine besondere physische Organisation verlangt. Und da kann nun darüber kein Zweifel sein, daß z. B. die Nachtarbeit den Frauen ungleich viel schädlicher ist, als den Männern, daß dies ferner für gewisse Betriebe ganz ebenso gilt. Auch darin glauben wir bei Ihrer hohen Versammlung auf keinen grundsätzlichen Widerstand zu stoßen, wenn wir für alle 'Arbeiter einen regelmäßig wiederkehrenden Ruhetag in der? Woche verlangen. Sie werden sicherlich die Mäßigung nicht im# kennen, die wir uns hier auferlegten, ipdyst wir nicht ein und denselben wöchentlichen Ruhetag, d. h. also den Sonntag, für alle Arbeiter fordern, obwohl im Grunde nur der allen gemeinsame Feiertag diesen Namen voll und ganz, verdient. Aber wir wollen nicht däs Unmögliche verlangen, sondern den besonderen Bedürf- nissen einzelner Industrien und BcrufSartcn und gewissen nicht zu ändernden AusnaHmeoerHällnissen gebührender Weise Rechnung tragen. In dieser Beschränkung jedoch zählen wir um so mehr auf Ihre Zustimmung, als schon das Gesetz Moses den Sabbath eingeführt hat und zwar mit dem ausgesprochenen Zweck des Schutzes der Armen, und auch die christlichen Kirchen von jeher die Nothwendigkeit und den»neutbchrtichsn leiblichen und geistigen Segen des Sonntags mit Nachdruck gepredigt haben. Schränkt man solchergestalt die wöchentliche Arbeitszeit ein, so scheint llfls auch kein Grund mehr gegen eine Beschränkung der täglichen vorzuliegen. Und wir gestehen, daß der Normal- arbeitstag für uns der Kernpunkt jeglicher Arbeiterschutz- Gesetzgebung ist. Nicht blas verhindert er die schrankenlose Ausbeutung der Arbeitskraft des Mannes; nicht nur verschafft er dem Arbeiter Zeit und Gelegenheit zum Genüsse des Familienlebens und zur Ausbildung seiner geistigen Fähigkeiten, ihm so erst die Möglichkeit gebend, ein Mensch unter Mensche» zu werden und zu sein; der Storiualarbeitstag ist auch der denkbar beste Regulator der modernen Produktion und ist darum von dieser im nr- eigensten Interesse zu begünstigen als wirksames Mittel, der Ueberprodnktion zu wehren, und damit den chronischen Krisen mit ihrem ganzen schlimmen Gefolge vorzubeugen. Wir berufen nnS hierfür auf das Zeugnis der Erfahrung: eine Reihe ein- sichtiger Industrieller aller Lander stehen nicht an, uns vollständig recht zu geben und überall, wo der Normalarbeitstag eingeführt worden ist, hat sich derselbe als segensreich erwiesen. Ueber die Verderblichkeit des Trucksystems und die Noth- wendigkeit der Einsührnug von Fabrikinspektoren behufs Ueber- wachung der Durchführung der Arbeilerschuh-Gesetze brauchen wir keine Worte zu verlieren. Wir eilen zum Schluß, es erübrigt uns nur noch, unserer ausrichtigen Genugthuung darüber Aus- druck zu geben, daß sich das mächtige Deutsche Reich dazu ent- schloffen hat, die kleine Zllpcnrepublik in ihren Bestrebungen für oas Zustandekommen der internationalen Arbeiterschutz-Gesetzgebung so kräftig zu unterstützen. In der That haben denn auch sowohl das für die Berner Konferenz, als das für die Ihrige ausgearbeitete Programm die Sache so aufgefaßt und einige besonvere Fragen aus dem ganzen weilschichtigen Gebiet herausgegriffen. Uns will nun scheinen, am leichtesten dürfte es Ihrer hohen Versammlung fallen, sich Iber das Verbot der Kinderarbeit zu verständigen. Hier leuchtet das Interesse, welches der Staat an einer solchen Mäßregel hat, nnmirtelbar ein. Der kindliche Orga- nisuckls muß die schädlichen Einwirkungen, welche die Arbeit in geschlossenen Räumen mir sich bringt, am meisten empfinden und diese schädlichen Einivirkungen sind hier um so bedenklicher, als damit die Gesundheit späterer Geschlechter im Keime gefährdet wird. Klagt man schon vielfach über den gesundheitsschädlichen Einfluß zu ausgedehnter Schulzeit und zn weit gehender Schularbeit, wie viel mehr Gefahr birgt die industrielle Arbeit für das Kindcsalter in sich! Daß die Industrie jetzt schon auch ohne die Kinderarbait bestehen»nd gedeihen kann, beweist die Schweiz, welche die Fabrikarbeit der Kinder unter 14 Jahren verbietet, wie unser Kongrefl postulirte. Daß aber alle Bedenken, die viel- leicht da und dort noch bestehen könnten, verschwinden müssen, wenn alle Industriestaaten das Beispiel der schweizerischen Eid- genossenschast befolgen, bedarf keines Beweises. Verbietet man die Kinderarbeit, so scheint es uns eine For- derung logiscber Konseq enz zu sein, daß man die Arbeit der jugendlichen Personen von 14—18 Jahren beschränkt. Daran dürfen wir wohl die Hoffnung knüpfen, daß die Frage der internationalen Arbeiterfchutz-Gesetzgebung nun nicht mehr von der Tagesordnung der europäischen Politik verschwinden wird, bis sie gelöst ist, und es handelt sich ja um ein Werk des Friedens im eminentesten Sinne, der wilde Konkurrenzkamps in einzelnen Industriestaaten wird auf diesem Wege in seine natür- U che n Schranken zurnckgen ieseu, der noch viel schädlichere Inter- esseilkänipf zwischen den eigenen Staatsbürgern gtbiildcrt. Die dauernden Interessen der Industrie gehen hier Hand in Hand mit den ewigen Forderungen der Humanität. Ter Tag, an welchem Ihre hohe Versammlung, ans deren Berathungen die Augen der ganzen zivilisirten Welt gerichtet sind und deren Er- gebniffen die Herzen von Millionen Ihrer armen Brüder und Schivestern in froher Hofsnung cntgegenschlagen, wird für immer mit nnauslöschlichen Zügen in das Buch der Geschichte einge- schrieben bleiveu, als der Anfang einer neuen Epoche der Kultur und der Zivilisation. Indem wir gern die Gelegenheit benützen, Sie unserer aus- gezeichneten Hochachtung zu versichern, emp-ehlen ivir Ihnen die Beschlüsse des internationalen sozialistischen Arbeiterkongresses vom 14, bis 21. Juli 1889 in Paris aufs angelegentlichste zur geneigte» Berücksichtigung. Namens des Exekutiv-Komitecs: K. Bürlli. O. Manz. O. Lang. A. Merk. E. Wiillschleger, Redakteur. feinen, dichten Regen getaucht, der seit Sonnenuntergang fiel. Tenise war von diesem Anblicke überrascht; einige Augenblicke hatten genügt, die Straße mit Lackeil zn de- decken; in den Gossen walzte sich ein schmutzige» Gewässer; ein dicker, zerstampfter Koth beschmutzte das Trottoir und in dem Regen sah man nichts, als die verworrene Defils der Regenschirme, die fmeinmlder stießen und gleich großen schwarzen Schwingen durch die Straße schwebten. Sie wich zurück, von einer 5t!älte erfaßt und das Herz beklommen durch den Anblick des schlecht beleuchteten, um diese Stunde recht trübseligen Ladens. Ein feuchter Hauch, der Llthem des alten Stadtviertels, drang von der Straße herein. Es war, als würde das Wasser von den Regenschirmen bis zu den Pulten hereinrinnen, als würde da» Pflaster mit seinem Kothe und seinen Lacken hineinbringen, um dieses alte, vom Salpeter weiß« Erdgeschoß vollends schimmelig zu machen. Es war«ine Vision des alten, in Wasser getauchte» Paris, vor welchem sie zusammenbebte; sie war schmerzlich betroffen, dies« große Stadt so eisig und so häßlich zu finden. Mittlerweile hatte die Modehandlung„Zum Glück der Damen" die tiefen Reihen ihrer Gasflammen angezündet. Teniie trat näher, von Neuem angezogen und wie erwärmt von diesem Herde flammenden Lichtes. Die Maschine war noch in Thätigkeit, pustete immerfort und ließ mit einem letzten Schnauben den Dampf ans, ivährend die Verkäufer die Stoffe zusammenlegten und die Kassirer die Einnahme abzählten. Es gab da, hinter den vom Regen getrübten Scheiben, ein unbestimmtes Anhäufeil von Lichtern, daS verworrene Innere einer Fabrik. Hinter dem nieder- hängenden Regenvorhang glich diese zurücktretende nebelhafte Ericheüumg einer riesigen Heizkammer, wo man die schwarzen Schatten der Heizer an den glühend rothen Kesseln vorbei- huschen sah. Auch die Auslagen waren vom Regen getrübt; man be merkte da drüben nichts, als den Schnee der Spitzen, deren Weiße durch die mattgeschliffenen Gläser einer ganzen Reihe von Gaslaternen nur noch gehoben wurde; und von diesem kapellenartigen Hintergründe hoben sich die Konfektionsartikel lebhafter ab, der große, mit weißem Fuchspelz besetzte Sammt- mantel schien die Gestalt einer kopflosen Frau zu verhüllen, die durch, das Dunkel von Paris im Regen zu irgend einem Feste eilte. Von dem Schauspiele angelockt, war Denise in die Thür getreten, unbekümmert um die Regentropfen, welche sie be- netzten. Der Anblick, welchen die Modehandlung„Zum Glück der Damen" in dieser späten Abendstunde bot, da sie wie ein Backofen zu glühen schien, nahm das Mädchen vollends gefangen. In dieser großen Stadt, die im strömenden Regen schwarz und stumm da lag, in diesem ihr unbekannten Paris flammte dieses Geschäftshaus wie ein Leuchtthurm, es schien für sich allein alles Licht und alles Leben der Stadt auszu- machen. Sie hoffte da ihre Zukunft zu finden, Arbeit genug, um die Kinder zn ernähren imd noch vieles Andere, sie wußte nicht wa?, entfernte unbestimmte Dinge Und sie er- bebte in Furcht und Verlangen, wenn sie an all' dies dachte. Dann erinnerte sie sich der armen Frau, welche bei dem Bau dieses ungeheueren Geschäftshauses das Leben verloren hatte; sie empfand Furcht, sie glaubte, durch all' dieses helle Licht Ströme von Blutes zu sehen; dann wieder ward sie durch die Weiße der Spitzen besänftigt, die Hoffnung, die Gewißheit der Freude beseelte ihr Herz, während der feine Regen ihre glühenden Hände abkühlte und die Aufregung, die noch von ihrer Reise herrührte, be- sänstigte. — Es ist BourraS, sagte eine Stimme hinter ihr. Sie neigte sich hinaus und bemerkte den Kaufmann am Ende der Straße unbeweglich vor der Auslage stehen, wo sie am Morgen ein ganzes kunstvolles Gebäude von Regen schirmen und Stöcken gesehen hatte. Ter große Greis mit dem Prophetenhaupte hatte sich im Dunkel herangeschlichen, um sich an dieser pomliaften Auslage satt zu sehen; in seinen Mienen spiegelte sich der Schmerz und er fühlte nicht, daß ihm der Regen ms Gesicht schlage und das Haar vom Wasser trieft. Vovvefpozrdonzozr. fondow, 7. April. ES wird die Leser des„Berk. VollSbl." ziemlich enttäuscht haben, zu vernehmen, daß die Demonstration für den achtstündigen Arbeitstag hier nicht am 1., sondern ain 4. Mai abgehalten werden soll. Gerade von den englischen Ar- beitern werden Viele eine thatkräftigere Haltung erwartet haben, als sie sich in dem gemeldeten Beschluß rund giebt. Wie mW die Dinge hier liegen, müssen wir uns mit dem Resultat de: gestern stattgehabten Delegirtenversamml«ng, an der, wie schon gemeldet, über 90 Delegirte theilnahmen, darunter etwas inchs als die Halste Vertreter von Fachorganisallonen, wohl oder übel zufrieden geben. Nur 20 Delegirte stimmten für den 1. Mai, du überwiegende Mehrheit war entschieden gegen diesen Tag, und die Gründe, die ihr Verhalten bestimmten, sind tristig genug, unt volle Beachtung zu beanspruchen. Ich habe schon früher ans die Schwierigkeiten hingewiesen, die sich hier jeder gemeinsamen Aktion der oyganisirten Arbeiter- schaft entgegenstellen, wenn dieselbe nicht mit einer sogenannten brennenden, die Massen in Erregung haltenden Tagesfrage zu- sammenfallr. Für eine mehr oder minder akademische Frage, und als solche erscheint Vielen noch die Demonstration, weil sie an keinen bestimmten Gesetzesvorschlag anknüpft, ist der Engländer nun einmal schwer zu haben. Er will bei Allem, ivas er thut einen praktischen Zweck vor Augen sehen, einen greifbaren Aus* gang der Sache. Zudem ist gerade der theoretisch gevildete Theil der hiesigen Arbeiter in eine unverhältnißmäßige Anzahl von Gruppen gespalten, von denen jede ihre Sonderintereffen ver- folgt, und die meist noch unter sich verfeindet sind, und gerade die beiden ausgesprocken sozialistischen Fraktionen, sowohl die sozialdemokratische Föderation, wie die sozialistische Liga, haben die Beschlüsse des inkernationalen Kongresses der vereinigten Sozialisten bisher geflissentlich ignorirt— die Föderätion, wen sie selbst sich für den Possibilisten- Kongreß engagirt hatte, die Liga, weil ihr die den Arbeiterschntz betreffenden Beschlüsse„nicht revolutionär genug" waren. Kurzum, die Sache sah eine Zeit- lang hier geradezu hoffnungslos aus, namentlich, als das einzige Arbeiterblatt, das für die Pariser Beschlüsse eingetreten war, der „Labour Elektor",'eine politische Haltung einschlug, sie es als mit den Tories im stillen Eiiiverstäiidniß erscheinen ließ. Wenn es trotzdem gelungen ist, eine namhafte Anzahl von Vereinen und insbesondere Fachvereinen für die Bewegung zu gewinnen, so i'- das nach Lage der Dinge wirklich als ein Erfolg zu betrach- ten, zumal es weiter als feststehend angenommen werden tan«, daß nunmehr wirklich eine imposante Demonstration zu Staudt kommt. Wer sich nicht an leere Formalitäten, sondern an de» Kern der Sache hält, auf den mußte die gestrige Delegirte»- Versammlung einen sehr guten Eindruck machen. Zunächst trat auf derselben einstimmig der Wunsch zu Tage, Hand in Hand mit den Brüdern in Amerika und ans dem Fesilande Europas z» Marschiren.„Diesmal ist die Sache für uns zu schnell kommen, wir bringe» zum 1. Mai nichts Rechtes zusainmen, und darlim wählen wir den ersten Sonntag iin Mai. Aber da» nächste Mal seiern wir mit ihnen den 1. Mai als Arveiterseier- tag(Labor Tay)", sagte ein Delegirter unter allgemeiner ZU- stiminung. Ein anderer Redner wollte, damit die festländisch� Arbeiter sehen, daß ihre englischen Kameraden zu ihnen stehen, den letzten Sonntag vor dem 1. Mai gewählt haben. Tew konnte jedoch, weil die Zeit zu kurz, nicht Folge geleistet werden, Dagegen erntete ein dritter Delegirter viel Beifall, der empfahl- wenigstens am Abend des 1. Mar recht viel Versammlungen}" Gunsten des Achtstundentages abzuhalten. Der Betreffende, fck im Arsenal von Woolwich arbeitet, erklärte, er und seine Kameraden würden bestimmt an diesem Abend ein Meeting aus dei» Platz vor dem Arsenal abhalten. Als die Entscheidung für den 4. Mai fiel, ertönte lebhafte* Beifall. Nicht als ein grundsätzlicher Protest gegen den 1. Mfl» sondern weil damit der Er>olg der ganzen Sache verbürgt Vielen Delegirten merkte man es deutlich an, daß sie fich ffürntl» erlöst fühlten. Es handelte sich auch keineswegs nur unl Verlust eines Tagelohns. Für die Gasarbeiter-Gewerkschast z. Z steht die Sache zur Zeit so, daß sie jeden Augenblick gewarM sein Muß, den Kamps auf Leben und Tod auszunehme». Na? dem der Konflikt Mit der Soulh-Mettopolitan-Gesellschaft geenW hat neulich der Direktor der Gesellschaft, Herr Livesey, vollen� die Maske abgeworfen und ein Plakat an den Thoren der Wem anschlagen lassen, daß fürderhin überhaupt keine Mitglieder W Gewerkschaft mehr zugelassen werden, und— auch au; den WG ken der großen Nordlondoner Gasgesellschast fängt man Plötz»? a», bei den Frühjahrsentlassungen die Beamten und Vertrauen»- inänner der Gciverkschaft in erster Linie zu„berücksichtigen- Dabei ist die Kasse derselben infolge des vorerwähnten Strom und der durch denselben nothwendig gewordenen Unterstützung? der Arbeitslosgewordcne» fast total erschöpft, alles Gründe, die Thalkrast dieser, sonst so rührigen und vom besten Geist be- seelten Organisation erheblich lähmen. Ja, wenn die alten, wohlhabenden, die„respektablen" E-'j werkschafte» sich an die Spitze der Bewegung gestellt hätten! Aber grade diese� haben sich bisher weislich im Hintergrund Sf halten. Von größeren Organisationen waren gestern nur solch« vertreten, welche neueren Datums sind und in der letzten Zeit grünere Kämpfe durchzufechten hatten. Also außer der Gasarbeiter- 'W — Das ist doch dumm, er wird sich noch krank machen- sprach die Stimme von vorhin. Tenise wandte sich um und sah, daß die Bandu miede* hinter ihr stehe. Gleich Bourras, den sie dumm fanden, er' schienen auch sie unwillkürlich immer wieder vor diesem Schau' spiel, das ihnen das Herz brechen machte. Sie hatten ein* wahre Wuth zn leiden. Genevil-ve, bleich vor Zorn, halt* konstatirt, daß Colomban die vor den Fenstern vorbeihuschen* den Schatten der Verkäuferinnen im Halbstock betrachtete- und während Bandu vor innerer Wuth schier erstickte, hatten sich die Singen der still dastehenden Mme. Baudu mit ThräneN gefüllt.- — Nicht wahr. Du wirst morgen da drüben vorsprechen fragte der Tuchhändler endlich seine Richte, von der Ungfl wißheit verzehrt und wohl fühlend, daß sie überwältigt ff1 wie alle Andxren. Sie zögerte eine Weile, dann sprach sie mit sanft** Stimme: — Ja, Onkel, wenn es Ihnen nicht sehr unang*' nehm ist. ZweitesKapitel.< Am folgenden Tage, um halb acht Uhr Morgens, fPll sich Denise vor dem„Glück der Damen" ein. Sie wollte M daselbst vorstellen und hernach Jean zu seinem Patt? führen, der weit, imFaubourg du Templc, wohnte. Allel? in ihrer Gewohnheit, zeitlich aufzustehen, hatte sie sich g? zu früh auf der Straße eingefunden; die Komnns W* erst spärlich an und da sie lächerlich zu erscheinen fürchtc» trippelte sie eine kleine Weile auf dem Gaillon-Pl«� herum. Es wehte ein kalter Wind, der bereits das Pflafl� getrocknet hatte. Aus allen Straßen, die in einem mat» Morgenlichte unter dem aschcfarbenen Himmel dalag? kamen eiligen Schrilles die Kommis an, mit aufgestülRsi Rockkragen, die Hände in den Taschen, gleichi?. überrascht von diesem ersten Winterfrösteln. Die Meist? kamen einzeln und verschwanden im Hintergründe. b Magazins, ohne an ihre Kollegen ein Wort zu rrch** Union, der Verband der Bücker, die Union der Postleute, die der Omnibus- und Tramleute zc.:c. Dagegen fehlten die Maschinen- bauer, die Schriftsetzer, die Bauschreiner:c., für die die Sache geradezu ein Kinderspiel gewesen wäre, und die der Bewegung obendrein in der öffentlichen Meinung einen großen Rückhalt ge- sichert hätten. Statt dessen werden sie wohl jetzt, hinterher, nach- gehinkt kommen, da durch die gestrige Versammlung der Demon- flrotion ein gewisser Erfolg bereits gesichert ist. Es sollte mich ssuch seyr wundern, wenn sich nicht jetzt auch die sozialdemokra- tische Föderation nachträglich melden würde.„Nothiug succeeds Ixke success"— der Erfolg bewirkt wahre Wunder. Nnn, besser so, als wenn wir es mit Sich und.Krach zu einer Demonstration gebracht hätten, wie sie hier zu Dutzenden statt- finden. Noch sei erwähnt, daß als Ort der Manifestation Hyde-Park, als Zeit derselben tzVa Uhr Nachmittags bestimmt wurde. Be- Hufs alles weiteren Arrangements wurde ein Komitee eingesetzt, bezw. das ursprüngliche, aus vier Mitgliedern der Bloomsbury Socialist Society, drei Mitgliedern der Gasarbeiter-Union und einem Mitgliede der Druckereiarbeiter-Union bestehende Komitee neu bestätigt und durch eine Anzahl weiterer geeigneter Dele- airten ergänzt. Wie ich höre, gedenkt das Komitee drei Resolutionen vorzuschlagen: eine, welche den gesetzlichen Achtstun- dentag je. fordert, eine zweite, welche der Gemeinsamkeit mit den Be- strebungen der festländischen Arbeiter Ausdruck giebt, und eine dritte, welche erklärt, daß, wenn es auch diesmal noch nicht möglich war, das Datum des 1. Mai einzuhalten, doch von nun an diesen Tag bestimmt in ganz England als ein»Labor Day" — der Festtag der Arbeiter— gefeiert werden soll. Daß den Schneidern des East- End nutt auch die Schuh- wacher gefolgt sind und sich zu», Uiderfland gege» ihr- Schwchme.strr erhoben haben. wissen die Leser des»Berliner Volksblatt" bereits aus den Tagesberichten. Es ist über diesen Alrelk� schr viel und doch wieder wemg Neues zu sagen. Das Charakterlstlichste desselben ist, daß die Arbeiter mit richtiger Lrkcnntniß des Grundübels die Forderung auf Beseitigung der Hausarbeit und Einführung von ordent- lichen Werkstätten in den Vordergrund stellen. Eine An- zahl von„Meistern" haben sich bereits dazu bestimmen lassen, diese Forderung zu bewilligen, die Mehrzahl verlangt jedoch, daß zunächst ein für alle Betheiligten bindender Einheitstarif ausge- arbeitet werde, bevor sie sich auf eine so weittragende Neuerung einlassen. Die Arbeiter aber wollen vorderhand von einen» Ein- heitstarife nichts wissen, da sie— und schwerlich ohne tristigen Gnlnd— befürchten, daß derselbe nach unten hin aussallen wurde, d. h. ihm so ziemlich die schlechtesten der jetzt bezahlten Löhne zu Grunde gelegt würden. Die öffentliche Mei- nung ist den Arbeitern— die zum größten Theil russische u. s. w. Juden sind— nicht ungünstig; ob dieses„Wohlwollen" ihnen aber viel nützen wird, bleibt abzu- ivarten. Die Stimmung unter den Arbeitern wird als eine sehr entschiedene geschildert. Hoffen wir, daß sie Stand hält. Dem„Labour Elector" ist seit einigen Wochen ein Konkurrent entstanden in dem Wochenblatt„The People's Preß"— die Volks- presse. Das Blatt ist aus der„North London Preß" zu einem allgemeinen Arbeiterblatt umgewandelt worden, nachdem der desselben. Parke, infolge des bekannten Tendenz- nrtheils rns Gefängniß wandern mußte, und wird von einem m m bcn Herren W. S. de Mattos, Reverend W. A. Morris, W. Thorne und C. Watson geleitet. Redakteur UlSr- ÄS A£mS ÄSÄiL, S Union der Eisenbahn-Angestellten, wie noch einiger anderer der jüngeren Gewerkschaften(der Gewerkschaft der Ladengehilfen, der Omnibus- und Tram- ,c. Angestellten:c.). Anfangs glaubte sich der „Labour Elector" über die neue Konkurrenz lustig machen zu dürfen, seit zivei Wochen erscheint er jedoch nur in, halben Um- fang wie zuvor, ,vas beweist, daß seine Auslage ganz gewaltig zurückgegangen ist. Ueber das neue Blatt ein Urtheil zu fällen, wäre verfrüht. Jede Nummer desselben erscheint in IG Seiten Folio und bringt vorzugsweise Nachrichten aus der Gewerkschafts- vewegung. VolikiflAxo Aevsvstchk. Ko problematisch die sozialpolitischen oder gar die sozialreformatorischen Erfolge der Berliner Konferenz auch sein mögen— einen großen Erfolg hat die Konserenz ohne Zweifel gehabt: die Verbesserung der Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland. Wir sprechen hier nicht von den diplomatischen Beziehungen, die offiziell heute genau die nämlichen sind, welche sie zu allen Zeiten in den letzten 19 Jahren geweseil. Wir meinen die internationalen Be- Ziehungen der beiden Völker. Den Franzosen kostete es einige Ueberwindung, nach Berlin zu gehen, aber nachdein sie sich einmal entschlossen hatten, gingen sie mich ohne Rückhalt. Ob die Abgesandten der französischen Republik ihrer Aufgabe gewachsen waren, ob sie aus der Höhe der Zeit ge- standen— das wollen wir hier nicht untersuchen, und.da das sozialistische Element von vornherein so gut wie ganz oder sie auch nur anzublicken; Andere kamen zu zwei oder drei, in lebhaftem Gespräch, die ganze Breite des Trottoirs einnehmend; und Alle warfen, bevor sie eintraten, mit der nämlichen Handbewegung den Rest ihrer Zigarre oder ihrer Zigarrette in eine Kanalöfsnung. Denise bemerkte, daß mehrere dieser Herren im Vorüber- gehen sie anblickten. Dadurch wuchs noch ihre Schüchtern- hcit; sie fühlte nicht mehr die Kraft, ihnen zu folgen und beschloß, erst dann einzutreten, wenn dieses Defilv der Kommis zu Ende sein wird; denn sie erröthete bei dem Gedanken, unter der Thüre von all' Viesen Männern hin- und herge- stoßen zu werden. Allein das Tcfils dauerte fort und um den Blicken zu entgehen, machte sie langsan» die Runde uin den Gaillon-Platz. Als sie zurückkam, fand sie vor dem »Glück der Damen" einen langen, bleichen, schlotterigen �ungling, der gleich ihr seit einer Viertelstunde hier zu warten schien. 7- Fräulein, fragte er sie endlich mit stotternder Stimme, Sie sind vielleicht Verkäuferin im.Hause? Sie war so verblüfft darüber, von einem ihr unbekannten jungen Mann sich angesprochen zu sehen, daß sie nicht so- gleich antwortete. — Ich nuichte nämlich gern hier unterkommen— fuhr er noch niehr verwirrt fort— und dachte, daß Sie mir hierüber Auskunft geben könnten. — Ich würoe Ihnen gerne dienen, mein Herr, ant- wortete sie endlich; allein es geht mir wie Ihnen; auch ich will mich vorstellen. — Ach so! Ganz recht! sagte er völlig außer Fassung. Und nun errötheten alle Beide; so standen sie still und schüchtern einander gegenüber, gerührt durch die Aehnlich- teit ihrer Lage und doch zu zaghaft, um sich gegenseitig laut einen guten Erfolg zu ivnnschen. Endlich, als Keiner von Beiden mehr etwas zu sagen hatte und sie immer ver- legener wurden, schieden sie linkisch von einander und warteten nun jeder für sich, in einer Entfernung von wenigen Schritten. (Fortsetzung folgt.) ausgeschlossen war, kam es bei den Delcgirteu auch ans ein bischen mehr oder weniger manchesterliche Vorurtheile nicht an. Aber die Delcgirteu waren Franzosen, sie waren Dele- girte der französischen Republik und vertraten diese auf einem Friedenskongreß in Deutschland. Das ist an sich schon eine bedeutsame Thatsache. Roch weit bedeutsamer ist die- selbe aber dadurch geworden, daß zwischen den französischen Abgesandten und denen der übrigen Länder insbesondere Teutschlands sich sehr bald freundliche Beziehungen an- knüpften, und daß man sich gegenseitig mit Sympathie be- trachten lernte. Wir hatten Gelegenheit, uns über die Eindrücke zu vergewisiern, welche die Konferenz bei den französischen Delegirten hinterlassen hat, und wir können auf Grund übereinstimmender Mittheilungen von absoluter Zuverlässigkeit feststellen, daß diese. Eindrücke die denkbar günstigsten sind. Von dem Opportunisten Jules Simon bis zum Sozialisten Delahaye sind sämmtlicht fran- zösische Delcgirtc entzückt von der Aufnahme, die sie ge- sunden haben. Und nicht blos von der Ausnahme in der Konferenz, auch Berlin und die Berliner haben ihnen außer- ordentlich gefallen, wie überhaupt Alles, was sie von Deutschland gesehen. Das Gleiche gilt von den französischen Korrespondenten, die während der Konferenz hier waren. Sie können Deutschland und die Deutschen nicht genug loben.— Das ist eine moralische Eroberung, die viel werth ist. D-r Reichstag. Die„Kreuzztg." theilt anscheinend aus aintlicher Quelle folgendes mit:„Für den nunmehr amtlich auf den 6. Mai einberufenen Reichstag sind im ganzen vier Vorlagen fertiggestellt; nämlich der Ge- setzentwurf, betreffend die Gcwerbegerichte, die Novelle zur Gewerbeordnung, betreffend Abänderung des Titels VII der- selben, die Militärvorlage und die Kolonialpolitik, letztere beide einen Nachtragsetat erfordernd. Von den genannten vier Gesetzentwürfen ist nur der erstere bisher an den Blmdesrath gelangt und von diesem erledigt; die andercil müssen erst noch an denselben gelangen. Die Dauer der ersten Session des neuen Reichstags schätzt man in amtlichen Kreisen auf ungefähr zwei Monate, so daß der Schluß Ende Juni erfolgen würde. Doch ist anzunehmen, daß nach aller Erfahrung der Gang der BeratHungm zum Schluß einen rascheren Gang nehmen wird; es wäre also möglich, daß die Session bereits am Ende des zweiten Drittels des Juni geschloffen werden könnte. Diese Voraus- ficht gilt für um so wahrscheiillicher, als die Ueberzengnng besteht, daß die genannten Vorlagen eine grundsätzliche Gegnerschaft von Seiten der Majoritätsparteien nicht er- fahren iverdcn. Die Absicht, etwa noch andere Vorlagen an den Reichstag zu bringen, z. B. aus dem Reichsamt des Innern, würde sich wohl nicht durchführen lassen, da der Bnndesrath nicht im Stande sein würde, diese Entwürfe, welche zun, Theil eine eingehende und lange andauernde Be- rathung erfordern würden, zu erledigen." Uom Sozialistenges-tz. Der„Hamb. Korr." schreibst mit unverkennbarem Bedauern:„Daß die Vorlegung eines neuen Sozialistengesetzes oder anderiveite Vorschläge zum Ersatz desselben »n der bevorstehenden Reichstagssession nicht zu erwarten sind, ist jetzt als feststehend zu betrachten. Wir müssen uns also daraus einrichten, zu dem Rechtszustand zurückzukehren, wie er vor dem Gesetze vom 21. Oktober 1878 bestanden hat, und uns mit den- jenlgen Mitteln begnügen, welche das Straf-, Preß- und Vereins- gesetz an die Hand geben, bezw. im äußersten Nothfall auf die- jemgen außerordentlichen Vollmachte» zurückzugreifen, welche jeder Regierung zum Schutz gegen Aufruhr und Landsriedensbruch zur Verfügung stehen. Ob es gelingen wird, auf diesem Wege aus- zukommen, das muß die praktische Erfahrung lehren." In der Arbeiterschustfrage will nach der„Vossischcn Zeitung" der belgische Progressistenführer und Deputirte Advokat Janson eine ständige internationale parlamen- tarische Vereinigung herbeiführen. Die„demokratischen" Deputirten der Parlamente Deutschlands, Englands, Frankreichs, Italiens, Belgiens und der Schiveiz sollen sich ver- binden und sich gegenseitig alle Berichte, Reden und Ar- beiten über die Festsetzung der Lohne, des Arbeitstages, der Frauen- und Kinderarbeit ec. mittheilen und weitere Er- örterlingen veranlassen. Dieser Gedanke soll, wie die heutige „Rcsorme" berichtet, bei Deputirten der genannten Länder günstige Ausnahme gefunden haben. Der schweizerische De- putirte Herr Curti, der französische Deputirte und Direktor der radikalen„Nation" Herr Dreyfuß und der Direktor des Mailänder„Secolo", Herr Moneta, leiten die Vorbesprechungen. Herr Dr. Knappe, der frühere deutsche Konsul auf Sarnoa, hat der„Kreuz-Zcitung" zufolge seitens des Disziplinarhofes, vor welchen er gestellt war, als mildernden Grund.zugcbilligt erhalten, daß die aus Sarnoa zur damaligen Zeit bestandenen Verhältnisse eine gewisse Entschuldigung für ihn zulassen; doch lautete das Urtheil gegen ihn aus Stellung zur Dispoiition. Infolge dessen ist Dr. Knappe bereits abgereist und hat sich, wft es heißt, nach Südafrika begeben, um dort in den Dienst einer Gesellschaft zu treten.— Dr. Knappe hat bekanntlich infolge eines Telegramms des Grafen Herbert Bismarck das unglückliche Gefecht bei Apia verschuldet. Die zirlchs-Dofchwerdekouimij'stan hat in ihrer letzten Sitzung das sozialistengcsetzliche Verbot von nicht weniger als vier Wahlflugblättern und außerdem das Verbot der„Filiale Düsseldorf des Vereins Deutscher Schuhmacher mit dem tauptsitze in Nürnberg" aufgehoben. Die Düsseldorfer iliale wurde am 3. Oktober 1889 von dem dortigen Re- gierungspräsidenten verboten. Es hat also sechs Monate gedauert, bevor die dortigen Schuhmacher wieder in die Lage versetzt wurden, sich der Zentralisation anzuschließen. Hier ist der Schaden, den das Sozialistengesetz mich der rein gewerkschaftlichen Arbeiterbewegung schlägt, immerhin noch wieder gut zu machen. Anders liegt es bei den Wahl- flugblättern. Jetzt, wo sie freigegeben sind,- haben sie ihre Bedeutung verloren. Nur eine Wirkung, mit der wir zu- frieden sind, haben diese nachträglichen Entscheidungen der Reichskommission: sie weisen mit die Nothwendigkeit der Aufhebung des Sozialistengesetzes nach. Ein politifmndrr Pastor. Im„Voigtläud. Anzeiger" vom 80. März d. I. findet sich eüi Vortrag, den ein Pastor von Jezschwitz-Wohlbach(letzteres ist wohl der Name des Dorfes, wel- ches oaS Glück hat, den Mann als Seelenhirten zu besitzen) irgend- wo über„die Stellung des Landwirths zur sozia- l e n Frage" gehalten hat. Nach dem vorliegenden Bericht sagte der ftonline Mann wörtlich: „Die Sozialdemokraten gehen auf nichts Geringeres aus, als darauf, die Herrschast über die Welt an sich zu reißen, da- her sie auch von cinem Volk zum anderen, über ganz Europa und darüber hinaus sich zu einem Bunde zusammengeschloffen haben, um den großen Tag des allgemeinen Umsturzes anzubahnen. Sollten wir glauben, daß d,e großartigen Geldmittel, über welche die deutsche Sozialdeniokratie. jetzt wieder bei den Wahlen verfügt hat, allein von deutschen Arbeitern aufgebracht und nicht vielmehr aus dem Auslande, zumal aus Frankreich. ihnen zugeflossen seien? Denn an ihrerHerrschast, an ihremZukunitZ- staate liegt ihnen alles, ob deutsch, sranzbsisch oder englisch, das gilt ihnen wenig, am Vaterlande liegt ihnen Nichts. Einer ihrer Führer, Liebknecht, hat es von der Rednertribüne des Deutschen Reichstags ausgerufen:„Das Wort Vaterland, das Ihr im Munde führt, hat für uns keinen Zauber, Vaterland in Eurem Sinne ist unS ein überwundener Standpunkt, ein reaktionärer, kulturfeindlicher Begriff." Kein Wunder, daß unsere Feinde iin Auslände ihnen zu ihrem Wahlsiege zugejubelt haben. Das Anwachsen der Sozialdemokraten vermehrt in der That die Kriegsgefahr, und es ist deshalb eine Gefahr für unsere Landwirthschaft. Es ist natürlich, daß Frankreich vor Begierde brennt, sich an uns für die Niederlage von 1870/71 zu rächen und die alten deutschen Provinzen Elsaß und Loth- ringen wieder zu erobern. Sie haben bisher nur Furcht gebabt vor unserer Stärke und warten nur auf günstige Gelegenheit. In Nußland überwiegt die deutschfeindliche Partei, die seit vielen Jahren zum Kriege hetzt; die Polen wollen ihr Polenreich, die Dänen Schleswig-Holstein; wir müssen wirklich sagen: Feinde ringsum. Rur der hingebenden Thätigkeit unserer friedlich gesinnten Fürsten und der Meisterschaft Bismarcks ist es gelungen, einen Weltkrieg bisher zu verhüten, der an Furcht- barkeit und Grausamkeit alles bisher dagewesene übertreffen würde, und den kriegerischen Gelüsten unserer Feinde den Friedensbund mit Oesterreich und Italien entgegenzustellen. Gewinnen aber die Vaterlandslosen und die Feinde des gegen- würtigen Deutschen Reiches im eigenen Lager die Oberhand,, so werden wir einen schweren Stand haben, dann werden mich die besten Freunde lau und es kann niemand, dafür bürge», daß nicht wieder wie im Anfange dieses Jahrhundorts unsere deutschen Fluren, Städte und Dörfer der Schauplatz eines furchtbaren Krieges werden, zumal ivenn der schrecklichste der Schrecken dazu käme, der Bürgerkrieg. Die Führer der Sozial- demokraten sprechen es offen ans, daß sie vor der Gewalt, der Revolution, nicht zurückschrecken, wenn sie ihr_ Ziel ans■ friedlichem Wege nicht erreichen können. Eine kleine Probe davon erlebten wir 1371, als ihre Gesinnungsgenossen in Paris für kurze Zeit die Herrschast erlangten. Es ist bekannt, ivelche Greuel sie da verübten, wie sie um das Vaterland verdiente Männer ohne Recht und Urtheil erschossen und die Häuser mit Petroleum begossen, um sie in Brand zu setzen. Bebel aber erklärte am 14. April 1871:„daß dje Pariser Kommune stellenweise mit einer Mäßigkeit verfahren sei, die wir vielleicht in einem ähnlichen Falle nicht anwenden würden." Und wie ivürde ihnen dabei das Dynamit und andere Zer- störungsinittel unserer Zeit zu Hilfe kommen!". Daß der Herr Pastor mit dem unaussprechlichen Namen von Sozialismus und Sozialdemokratie absolut nichts versteht, das wollen wir ihm nicht allzu hoch anrechnen; allein daß er, ohne sich vorher unterrichtet zu haben— einfach ans Grund einiger Sudeleien in,„Volk" und anderen Winkel- und Hetz- blättchen die stärkste Partei Teutschlands, gerade die Partei, welche die Gleichheit und Brüderschaft der Menschen zu ver- wirklichen bemüht ist, in so frivoler und gehässiger Weise ver- leumdet und beschimpft, das niag der Herr Pastor mit seiner christlichen Moral in Einklang bringen so gut er kann. Zur Dergarb-it-rbewegung. Die heute vorliegenden, ausführlicheren Berichte über die Delegirtenversammlungen, d,e am Montag im rheinisch-westfälischen Kohlenrevier stattgefunden haben, theiten den Wortlaut der Resolution mit. der die rhe,- Nischen Grubendelegirten, die in Essen tagten, z»igest»mmt haben:„Die heute hier versammelten Deputirten der verschte- denen Zechen des Essener Kohlenreviers glauben nicht irre zu gehen, ihrer Ueberzeugung dahin Ausdruck geben zu müssen, daß, ivenn die im Kampse liegenden Kameraden des Gelsenkirchener sowie theilweise des Dortmunder Kohlenreviers in demselben unterliegen, daß auch dieses schlimme Folgen für uns nach sich ziehen kann, denn durch die von Seiten der Arbeitgeber im Jahre 1889 über uns verhängte Sperre ist uns das Vertrauen zu den- selben voll und ganz entschwunden. In erster Linie steht zu be- fürchten, daß an Stelle der so weit geregelte» achtstündigen Schicht wieder Ueberstunden und Ueberschichten je nach Ausdeutungs- und Herrschsuchtslust angesetzt werden. Die Vergangeicheit hat es ge- nligend bewiesen, daß wir uns heute sagen müssen: wehe dem Bergmann, der es nach einer Niederlage so vieler Belegschasts- Kameraden, wie sie heute schon im Kampfe flehen, noch»vagen würde, irgend eine Forderung über die Lippen kommen zu lassen. Den Abkehrschein mit Hohn und Spott gegeben, das Hungertuch und das Straßenpflaster würde ein engherziges Prohenthum ihm mit aus die Reise geben. Wir rathen unfern kämpfenden Kameraden möglichste Mäßigung in ihren Forderungen, den Arbeit- gebern hingegen dürfen wir lm Interesse aller Staatsbürger empfehlen: Beseitigung aller Engherzigkeit. Den Belegschasts- kameraden, die»vir vertreten, rathen wir, daß sie sowohl in ihrem eigenen Interesse wie auch im Interesse aller Bergleute alles aufbieten, eine Niederlage der kärnpsenden Kameraden zu ver- üren. Wir fügen uns im übrigen in allem den Beschlüssen der eute in Bochum tagenden Versammlung." Wegen Waljtf'älschnng ist von der Strafkammer des Braunfchweiger Landgerichts der frühere Braunschweigische Land- tagsabgcordnete und Gemeindevorsteher Becker aus Scharsolden- dorf zu 9 Monaten Gesungniß verurtheilt worden. B. hatte als Wahlvorsteher bei einer Kreistagswahl die Wahl in unglaublich dreister Weise zu fälschen versucht, um sich selbst als den Gewählten angeben zu können.*.. Chemnitz, 7. April. Verschiedene Militärvereine der hiesigen Umgebung sind aus Sachsens Militär-Vereiusbund ausgestoßen, weitste sich, theiliveise»im großer Mehrheit, weigerten, Mitglieder wegen der politischen(svzialdeinokrätischen) Gesinnung aus ihren Liften zu streichen. Das sächsische Ministerium des Innern hat jetzt auch beschloffen, daß jene Vereine nicht nur des königlich sächsischen Protektorats verlustig seien, sondern auch das in den Veretnsfahnen geführte königlich sächsische Wappen zu entfernen, ebenso etwaige vorn König verliehene Fqhnengeschenke zuiückzu- geben haben r.nd weder Gewehre führen, noch„Reveitlen" an den Geburtstagen des Kaisers und des Königs Alberl veranstalten dürfen. Oesterreich-Ungut*»»; Wien, 8. April, Nachts. Um 10 Uhr Abends war in Neu-Lerchenfeld durch das Militär die Ruhe wieder hergestellt. J», ganzen wurden 37 Personen verhastet. Mehrere Zivil- Personen und 10 Schutzmänner sind verletzt worden, darunter einige schwer. Ungefähr 3000 Maurergehilfen, sowie sonstige Bauarbeiter haben die Arbeit wieder aufgenommen. Zwei ein- berusene Versammlungen der Maurer und Bäcker wurden volizei- lich verboten.— Ein Urtheil über die Wiener Unruhe» ist erst möglich, wenn objektive Berichte vorliegen. Das ist bis jetzt noch nicht der Fall. Wien, 9. April. Heute Vormittag widerhokten sich die Exzesse in Neu-Lerchenfeld. Die angesammelte Menge bewarf eine Branutiveinschenke mit Steinen, doch kam es zu keine» ernsteren Ausschreitungen. Die umfassendsten Sicherheitsmaßregeln sind getroffen worden. Fra»»kv-ich. Ueber den Verlauf des Konzils von Jersey, wo den boulan- gistischen Kandidaten für die Pariser Genieindewahlcn die„In- vestitur Bon langers" crtheilt werden sollte, liegen sich widersprechende Berichte vor. Nach den boulangistischen Blättern herrschte bei den Berathungen, zu denen auch Rochefort gekommen war, die größte Herzlichkeit, und alles athmete Frieden und Freundschaft: Nach einer Meldung des„XIX. Sieche" jedoch ging es sehr hitzig her und die Versammlung konnte sich über die Auswahl der Name«, die zur„Investitur" vorgeschlagen waren, nicht einigen. Deronlede, der mit seiner eigenen Liste nach Jersey kam, sei besonders wüthend gewesen. Das Ergebniß würde sein, daß wahrscheinlich mit geringen Ausnahmen kein « Kandidat eine förmliche„Investitur" erhalten, sondem daß Boulanger es den Wählern überlassen werde, zu stimmen, für wen sie wollen. Auch der„Matin" meldet, daß die Berathung sehr schwierig und lärmend war; über eine bestimmte Anzahl von Kandidaturen habe man sich einigen können, bezüglich aller anderen Fälle habe man sich zu dem Ausweg entschlossen, in den betreffenden Bezirken zwei Kandidaten, die sich Boulan- giften nennen, neben einander gelten zu lassen. Auch sei die Antisenntenfrage scharf erörtert worden, denn hier stan- den Naquet und Laur, welcher sich auf die Seite Drumont's ge- schlagen hatte und mit dem Marquis de Mores Kameradschaft pflegt, einander schroff gegenüber. Da mit Reden nichts auszu- richten war, that Boulanger einen Machtspruch und befahl Laur, mit Drumont zu brechen: wenn nicht, so müsse er die Tafelrunde der Boulange meiden. Laur versprach Gehorsam, und es wird sich bald zeigen, ob er sein Versprechen hält. Nach den Verhandlungen folgte das übliche Bankett mit den üblichen Reden. Trotz der Uneinigkeit der Boulangistcn, die von ihren eigenen Blättern nur schlecht verhehlt werden kann, würden die Republikaner Un- recht thun, wenn sie nicht alle ihre Kraft aufbieten würden, um die städtische Verwaltung von Paris nicht in die boulangiüischen Hände fallen zu lassen. Ein boulangistischer Sieg in den Pariser Gemeindewahlen mag sachlich nicht besonders viel zu bedeuten haben, aber seine moralische Wirkung wäre für die Boulangisten ungemein schätzbar. Bordeaux, 9. April. Die Arbeiter in vier Weißglas- tabriken haben die Arbeit eingestellt. Dieselben beanspruchen eine ohnerhöhung um LSpCt. Kelgie». Brüssel, 5. April. In Geraarsbergen bildet die An- fertigung von Streichhölzern mit Phosphor und Schwefel noch immer einen wichtigen Betrieb. Als im Jahre 1886, gelegentlich der Untersuchung über die Arbeitsverhältnisse, das Verfahren bei diesem Betriebe aufgedeckt wurde, erhob sich ein allgemeiner Schrei der Entrüstung. Die ge- sammte Arbeiterbevölkerung der Gegend leidet an Knochen- sraß infolge der Einathmung des Dunstes von weißem Phosphor. Auf die Frage, warum sie denn nicht lieber söge- nannte schwedische Streichhölzer verfertigen wollten, entgegneten die Besitzer der Fabriken ausweichend, dann wären sie im Nach- theil gegenüber dem ausländischen Mitbewerb. In Wirklichkeit scheint die Nrbcitsgewandtheit allein maßgebend zu sein. Der Gewerbeminister hat sich jetzt endlich entschlossen, in dieses frivole Spiel mit der menschlichen Gesundheit, natürlich nur„mit schonen- der Hand" einzugreifen. Ein kürzlich im Amtsblatt erschienener Erlaß untersagt die Beimischung von mehr als 10 pCt. weißen Phosphors zur Reibmasse und schreibt gewisse Vorsichtsmaßregeln vor; ivie und durch wen die Einhaltung dieser Vorschriften be- aufsichtigt, verden soll, wird nicht bestimmt. Die ärztlichen Be- Hörden hatten sich für das unbedingte Verbot der Anfertigung von Phosphorhölzern ausgesprochen. Kprtninr. Der spanische Senat hat wirklich keine Osterferien bekommen; er hat am Sonnabend getagt und gestern abermals. Am Sonnabend ging es ziemlich dramatisch zu. Als der Kriegs- minister General Bermudez Renia sich erhob, um das Vorgehen der Regierung zu rechtfertigen, stand der Marschall Martine; Campos demonstrativ von seinem Sitze auf und ging aus dem Saale. Später kam er wieder und hielt eine Rede, in welcher er der Regierung scheinbar einige Zugeständnisse macht. So sagte er u. A.:„Ich bm auch für die militärische Disziplin. Außer- halb dieses Saales dürfen Militärpersonen sich nicht mit Politik beschästigen. Die Armee gehorcht heute nur der Regierung und dem Throne. Die alten Leidenschaften sind nicht mehr vorhanden; das Land will Frieden und Ruhe haben. Wenn alle Generäle sich gegen die Regierung verbünden würden, so würden sie gewiß siegen, aber dieser Sieg wäre ein Unglück, denn die öffentliche Meinung würde sich sehr schnell gegen sie kehren. Die Zeiten haben sich stark geändert; daß muß man anerkennen." Natürlich darf der Marschall nicht das absolute Recht des Soldaten auf du Politik proklamiren, weil es der Fall sein könnte, daß dieses Recht sich einmal auch gegen ihn wenden würde. Die Pronunciamiento- Generäle würden also in ihr eigenes Fleisch schneiden, wenn jck das Disziplinarrecht der Regierung über die politistrenden Generäle ganz abschaffen wollten. Praktisch haben freilich die Zugeständ- nisse des Marschalls wenig Werth, denn seine Partei läßt von der Opposition nicht ab. Marschall Jovellar hat seinen Abschied verlangt und General Cassola hat angekündigt, daß er sofort nach der Enff'cheidung des Senats über die'Affäre Daban seine voll- ständige Entlassung nehmen werde, weil die Lage der Generäle unerträglich geworden sei und der Rücktritt für sie das einzige Mittel wäre, ihre persönliche Freiheit wieder zu bekommen. Es heißt, daß andere Generäle diesem Beispiel folgen würden. Bis jetzt haben sich nach„Jndep. beige" im Senat folgende Mar» schälle und Generäle gegen die Regierung ausgesprochen: Mar- tinez CampoS, Jovellar, Berenger, Primo de Rivera, Eheste, Mendinueta, Tetuan, Fabia und Sanz. Wenn das Beispiel der Jovellar und Cassola Nachahmung findet, so bekommt am End» Spanien neben dem Arbeiterstreik in Barcelona auch noch einen Marschalls- und Generalstreik, gewiß eine höchst interessante Be- reicherung der welthistorischen Sammlung. Amerika. New-Jork, 8. April. In Edgerton(Kansas) wurde emt Frau zum Bürgermeister gewählt, ebenso sind daselbst die Posten des Richters, der Munizrpalräthe und der Polizei mit Frauen besetzt worden. j Nach telegraphischen Meldungen aus Lima hat der General Pierolas seine Kandidatur für die Präsidentschaft von Peru zu- rückgezogen. Theater. Donnerstag, den 10. April. Gpernhaus. Der Prophet. Kchaufp irlhaus. Turandot, Prin- zessin von China. Lesstug-Theatrr. Das Bild des Signorelli. Krrlinev Theater. Der Veilchen- fresser. Deutsches Theater. Götz von Ber- llchingen. Friedrich-Wilhelmstädt. Theater. Der arme Jonathan. Malluer-Theater. Die Bajadere. Vorher: Der Spätsommer. Uilltoria-Theater. Stanley in Afrika Ostend-Theater. Die Geheimnisse von New-Iork oder: Madeline's Dämon. Residenz-Theater. Marquise. KeUealtianr«- Theater. Der Nau- tilus. Central- Theater. Ein fideles Haus. Adolf Ernst» Theater. Der Gold- {roll'» Theater. La, Traviata. heater der Reichshallen. Speziali- tätenvorstellung. Gedr. Richter'« Kariitö. Spezialt- täten-Vorstelluug. Kanfmauii's Uaristö. Spezialitäten- Vorstellung. Eugliscder Garten Direktien: 0. Amii>ess, Alexanderstraße 8Tc. Auftreten des Gesangshumoristen Herrn jung. Austreten der deutsch- schwedischen Chansonnette Fräulein Tonny Peter«. Austrete» der vorzüglich. Liedersängerin Frl. Margarethe Steine*#. Neu I! Auftreten des Jnstrumental- und Gesangs-Terzetts(3 Damen) Geschwister Sawona. Austreten der beliebten Duettisten Ge- schwister König. Anfang Wochentags 8 Uhr. Entree 30, 50 u. 75 Pf., im Vorverkauf 20 u. 80 Pf. Sonntags Anfang halb 6 Uhr. Sonntags Entree 50, reservirt 76 Pf., Orchester 1 Mark. Vorverkauf Entree 40 Pf. » 31. Unter de« Linden 31.> Im Hause der Wilhemshallen neben der Passage. B611- Vorführung Ali- Die Saison ist bis zum 17. d. M. verlängert und findet an diesem Tage die letzte Vorstellung statt. Circus Renz« K a r l st r a ß e. Heute, Donnerstag, den 10. April 1890, Abends 7V2 Uhr: Große UorsteUung. Die lastigen Heidelberger, oder: Ein Studentenausflug mit Hindernissen, große Original-Pantomime. Prinz Carneval uno sein Gefolge, komische equestrische Vorführung von 12 arab. Schimnielheugsten von Herrn Franz Renz. Elimar(Strickspringer), dressirt und vorgeführt vom Direktor E. Renz. Auftreten der Schulreiterin Frl. Cl. Hager, sowie der vorzügl. Reitkünstlermnen und Reitlünstler. Morgen: Komiker-Vorstellung. E. Renz, Direktor. Todes» Anzeige. Am 7. April, früh Uhr, ver- 'chieb unser Kollege Wilhelm Kittlas nach längerem Leiden. Die Beerdigung findet am Donners- tag, den 10. April, Nachmittags um 2 Uhr, von der Leichenhalle des Thomaskirchhofes in Britz aus statt. Treffpunkt IVe Uhr in der Vereins- brauerei, Rixdorf. 815 Als treuer Mitkämpfer in der Be- wegung der Berliner Kürschner, ist es unsere Pflicht, dem Verstorbenen ein recht zahlreiches Geleit zu geben. Die Kollegen der G. A. Hoffmann'schen Hut- und Mützenfabrik. Danksagung. Allen Freunden und Bekannten, welche meinem lieben Mann Ludwig Weber, Restaurateür. die letzte Ehre erwiesen haben, meinen herzlichen Dank. 812 Die trauernde Wittwe Weber, geb. Brosatis, Thaerstr. 5. Circus Wulff. Friedricli Carl-Ufer. Ecke Karlstraße. Donnerstag, den 10. April. Ab. 71/e Uhr: Me IsfiM'ÜatftdlBHi. Das Programm ist aus 14 der vorzüglichsten Repertoirnumniern zusam- mengesetzt. Auftreten sämmtlicher Spe- zialiläten, Künstler, sowie Künstlerinnen. Reiten und Vorführen der bestdressirten Schul- und Freiheitspferde meines Marstalles. Ferner gelangt die vor Kurzem mit einem bedeutenden hiesigen Sportsmann abgeschlossene hohe Wette zum Austrag, in welcher ich mich ver- pflichtete, ein schweres Arbeitspferd in 8 Tagen in Freiheit fertig zu dressiren. Der hiesige Fouragehändler Herr H...... et war so freundlich, mir sein stärkstes Pferd(brauner Wallach, dänische Rasse, 1,75 Meter groß), zur Dressur während 8 Tagen täglich auf kurze Zeit zu stellen, und werde das- selbe heute dem hochgeehrten Publikum in Freiheit vorführen, unter anderem wird das Pferd durch mehrere Feuer- reifen springen. Freitag: Große Monstre-Parforce- Vorstellung. Hochachtungsvoll Ed. Wulff, Direktor. MM KMer Zimmerleute Lokalverb. Berlin. Freitna. httt 11. April» in Jordan's Salon, Neue Grünstr, 28, Abends W/ä Uhr: Generalversammlung. Tages-Ordnmig: 1. Vortrag des Herrn Stadtv. Hein- dorf über Gewerbe-Schiedsgerichte. 2. Delegirtenwahl und Anträge zum diesjährigen Handwerkertag. 796 3. Verschiedenes und Fragekastcn. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, zu erscheinen. Der Vorstand. 7Va Uhr Abends. sZauber- künste. 3, 2 u. 1 M. Billets im Jnvalidendank. Hey MWuttllt Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Cr. InstrumentaUConcert, Direktion A. Uödman«. , Wochentags 10 Pfg.» Mtree Sonn- und Festtage im Kaisersaal 25 Pfg. Spezial-Ausschank von Patzenhofer, Export-Bier, hell u. dunkel, a Sdl. 16 Pf. Gleichzeitig empfehle ich meine hocheleganten Festsäle zu 100 bis 200 und zu ca. 1000 Pers. zu soliden Bedingungen. 041 F. Müller. Passage 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. |ten; Erste Reise d. d. Uiviera. M-nara. Nizza. Cannes w. Neu! III. Cyclus«onstantinopel Zweite Reife d. Tirol. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Ps Abonnement 1 M. American-Theater HP- Dresdenerftraße 55._ Täglich Vorstellung Mmllt zm Msiedler. Wiemerstrasse 31. Jeden Abend: 716 Gr. Frei- Concert, der Wiener Damen-Kapelle H. Thoumer. Um gütigen Besuch bittet ergebenst A. Biesenthal. Die in der ganzen Welt rühmlichst bekannte„Helm-Puy-Poinade" ist nur unser Erzeugniß. Dosen mit anderen Helmen und anderer Firma weise man als werthlose Nachahmung zurück. Das gr. Lager Berlins » Andrea» str. 33 Große öffentliche Uersammlnng smmtlicher Arbeiter ber Firmll Baitzke& Co., Aktiengesellschaft für Metallindustrie am Freitag, den 11. April 1890, Abend» 8V2 zthr. im Saale de- Herrn Uebel(Venz' Zalon, Zlaunynstv. 37. Tages-Ordnung:_ � ,J 1. Wie stellen sich die Arbeiter der Firma Butzke u. Co. zum 1. Mai' Referent: Paul Litfin. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. 817 Der Einberufer. 1 A. Ml. MtMer-AchmmlW der Freien Vereinigung der Seifensieder und Berufsgenossen Berlins u. Umgegend am Sonnabend, den 12. April, Abends 81/» Uhr, in Scheffer's Saal, Jnselstr. 10. I Tagesordnung: 1. Vortrag über die Gewerbeschiedsgerichte. Referein! Herr Stadtverordneter Vogtherr. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer MlU glieder. 4. Bericht der Delegirten wegen der 10 stündigen Arbeitszeit. 5. Vev schiedenes.— Es ist Pflicht eines jeden in der Seisenbranche Beschäftigten, si� oer Freien Vereinigung anzuschließen. Erscheinen ersucht 820 Gäste willkommen. Um zahlreich� Der- Vorstand. I. A.: Wilh. Hoffmann, l. Vorsitzender. Grosse öffentliche Steinbildhauer»- Ver�santmlun!) am Freitag, den 11. April, 7� bei Mtiller. K-hanniostraß« 30, Abend» 8Vs Itljr, Tages. Ordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. DiSknssio«» 3. Verschiedenes. Jeder Meister, welcher Steinbildhauer beschäftigt, wird hiermit eM' geladen. Di- Kommission.__| Berlin SO. Berlin SO. Offenbach. Frauenkasse. Terwaltnngsstelle Berlin III. Sonntag, d. 13. April, Nachm. 4 Uhr, " Brunnenstr. 38 bei Herrn Gnadt: Hauptversammlung. Tages-Ordnung: Vierteljährlicher Kassenbericht. Innere Angelegenheiten._ 810 Freie Bmi»ig«Ul. Lcherber ». Lttopricht« Berlins. Sonntag, den 13. April 1890, Vormittags lOVe Uhr, Uleinstrasir 11 bei Feindt: Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn M. Baginski über Gewerkschafts- Organisationen. 2. Abrechnung vom 1. Quartal 1890. 3. Geschäftliches. 814_ Der Vorstand. Mitglieder- BersWinlNg der Filiale I. Moabit des Allg. Arbeiterinnen-Vereins säinnitlieh. Berufszweige Berlins nnd Umgegend am Donnerstag, den 10. April, Abends 8 Vi Uhr, Wilsnackerstraße 63 bei Jlges. T.-O.: I. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Wahl eines Vergnügungs- Komitees, einer Bevollmächtigten und einer Schrift- führerin. 5. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 813 Frau Nauen, Bevollmächtigte. Meinen iverthen Kunden, sowie allen Freunden und Genossen zur Nachricht, daß ich meine Wohnung am 1. April d. I. von der Kl. Andreasstr. 3 nach Landwehrstr. 42 verlegt habe. R. Butziger, Tapezier, 791 Landwehrstr. 42. August Herold Nr. 5. Reichenbergerstrasse Nr. 5 &gr zwischen K o t t b u s e r Thor und Ritter st raß e. � 1717 Möbel- und Polsierwaaren-lFabrik. Gediegene Arbeit. Zeitgemässe Preise. Conlante Zahlnngsbedingnngen. Möbel auf Theilzahlung Lothringerßr. 75. Hugo Leweiit« Soeben erschien: Heft I. Dr. W. Zimmermann's Grojjer Deutfder Muernkrieg. Jllustrirte Volksausgabe. Herausgegeben von Wilhelm Bios. Preis pro Ksft 30 Pfennig. Zu beziehen durch die Expedition, Beuthslrasse 3. Wiedervcrkäufer erhalten Rabatt. .Soeben erschien Ter wahre Jacob Nr. 97. Zu beziehen durch die Expedition, Beuthstraße 3. Wegen Streitigkeiten ist eine einfache Wirthschaft zu verkaufen Wrangel- strape 89, v. 4 Tr. bei Philipp. 816 Spiegel nnd f Polsterwaaren eigener Gr. Lager, bill. Preise- Fabrik. Emil Heyn* Brunnenstraße 23, Hof parierte- Theilzahlung nach Uebereinkunft- Eine Gesellschaft, vorläufig lO'T, Personen, sucht ein kleines ZiwN>e aiii liebsten auf Sonnabend. Offertin an Ch. Geiger, Sta- schreibcrstraße 15, H. 2 Tr. l. Verantwortlicher Redakteur: Eurt Kaake in Berlin. Druck und Verlag von Mae Kading in Berlin SW„ Beuthstraße 2. Kier»u«ine SeUagt eilage zum Berliner Nr. 83. Domirrstag, de» 10. April 1890, y. Jahrg. Morrefponde»lje»».. Zlaris, den 2. Zlpril 1890.(Verspätet eingetroffen.) Schwerer, unerträglich gewordener Nothstand lastet seit fünf Mo- naten auf einer ganz zahlreichen Kategorie von Pariser Arbeitern. Die Wcißgerber, sowie die Schlächter und alle in den großen Schlachthöfen, sowie Viehmärkten der Stadt beschäftigten Arbeiter haben seit Ende vorigen Jahres ihre Beschäftigung stetig ver- »andern sehen. Gegenwärtig liegen Tausende von ihnen brotlos auf dem Pflaster. Das Elend in dem größten Theil der Arbeiter- faimlien der Viertel Croulebarbe(Sitz der Gerberindustrie) und La Billette(wo die großen städtischen Schlachthöfe gelegen sind) vt unbeschreiblich. Die aus Lohn und Brot Gekommenen haben auch durchaus keine Aussicht, in anderen Industriezweigen Be- schaftigung zu finden. Die sich schon vor und während der Aus- stellung fühlbar machende allgemeine Arbeitsstockung hat sich be- deutend akzentuirt. Die mit Rücksicht auf die Weltausstellung Wrckeir und nicht abgesetzten großen Vorräthe sind noch nicht erschöpft, so giebt es fast keine einzige Branche, die nicht ein mtPx. oder weniger stattliches Kontigent von Arbeitslosen auswerst. Tie industrielle Reservearmee von Paris, welche seit der großen Arbeitsstockung von 1888/1884 ständig gegen 100 000 Mann beträgt, kann gegenwärtig wohl auf 150 000 geschätzt werden. Leute, die 6, 7 Jahre in demselben Hause geär- beitet haben, werden vielfach entlassen, und der Arbeitsmarkt ist derart mit überflüssigen Händen überfüllt, daß das Aufsinden von „Gelegenheitsarbeiten" schwer hält oder»«möglich ist. Unter solchen Umständen kann nicht die Rede davon sein, daß die Tausende von brotlosen Schlächtern, Wcißgerbern:c. in andere» Gewerben Unterschlupf finden, und die Roth ist nach fünf Monaten der Kruse an ihrem Maximum angekommen. Anlaß zu der Stockung der einschlägigen Gewerbe hat ein im No- vember 1887 erlassenes Dekret der Regierung gegeben, das die Einfuhr lebenden Schlachtviehs aus Deutschland, Oesterreich- Ungarn und der Schweiz verbietet. Als Grund des Verbots ward angegeben, daß in den betreffenden Ländern Epidemien, besonders die.Klauenseuche unter dem Viehstand grassire. Von vielen Seiten wird jedoch von„bösen Zungen" behauptet, daß sich das Backschischsystem wieder ein- mal als zauberkrästig enviesen habe. Gewisse große H?ff�eMbek»uationen, gerade nicht der saubersten Art, die Rücksichten auf die„nothleidenden" Großgrundbesitzer und ihre Forderung, durch Beschränkung der ausländischen Konkurrenz den „selbstgezeugten und selbstgezüchteten" Ochsen und Hammeln zur Geltung, d. h. zu höheren Preisen zu verhelfen, sollen bei Erlaß des Einfuhrverbots recht maßgebend gewesen sein. Thatsache ist nur, daß das besagte Verbot, besonders über Einführung lebender Hammel von nachtheiligsten Folgen für gewisse Industrien wie Schlächterei, Gerberei und die damit verwandten Branchen war. Am schwersten lasteten dieselben natürlich auf den Arbeitern. Ein Zustand, der für die Besitzer der Gerbereien, für die Fleischer- nielster nur Schmälcrung der Profite(und auch diese ist oft zweifelhaft) bedeutete, bedeutete für die Arbeiter völlige Brot- losigkeit. An den vom Auslande hereingeführten geschlachteten Thieren, an den importirten Fellen können Fleischer und Gerber noch hübsche Gewinne erzielen, die beim Schlachten, Transpor- tiren und Häute»» beschästigten Arbeiter aber gehen mit leeren Händen aus. Seit dem Erlaß des Einfuhr- Verbots kommen jede Woche ca. 25 000 Hammel weniger zu Markte, »vodnrch Abläder, Schlächter, Gerber einen bedeutenden Alusfall am Verdienst erleiden, der sich für die Fleischcrgesellen pro Woche auf 100 000 Frks., für die Gerber auf 195 000 Frks. beläuft. Ohne besondere Phantasie kann man sich»vohl vorstellen,»n »velche Leiden und Entbehrungen, in»vieviel Hunger und Kummer sich diese Summen umsetzten. Andererseits hatte und hat noch setzt das Pariser Publikuin als Konsument sein Päckchen der geschaffenen Zustände zu tragen. Das Hammelfleisch ist infolge des Verbots bedeutend in» Preise gestiegen, das Pfund um 5— l- Sons. Ganz besonders hat der ärmere, nothleidende Theil der Bevölke- rllng unter der Bertheuerung des Hamnielfleisches zu leidci». Der Küchenzettel der oberen Zehntausend»veist eine stattliche Ab- »vechselung von verschiedenen Fleischarten, Geflügel, Wildprct, Fischen auf. In dein Fleischkonsum der Pariser Arbeiterschaft spielt dagegen das Hammelfleisch die erste Rolle, die Verthcnerung desselben ließ in vielen Haushalten die Suppen sehr mager aus- fallen oder das Pferdefleisch auf dem Tische erscheinen.— Jedoch die Interessen etlicher großer„nationaler" Viehzüchter, die Prosite auch etlicher großer Handelshäuser,»velche geschlachtete Thiere importiren, gediehen bei der göschaffenen Siwalion vortrefflich. Der Rothstand unter den Weißgerbern und den Arbeitern der Schlachthöfe war im Laufe der Monate derart gestiegen, daß dieselben durch eine Manifestation die Aufmerksamkeit auf ihn zu lenken beschlossen und durch Entsendung von Delegationen und Darlegung ihrer Lage bei dem Ackerbanminister eine Zl»rück- nähme des Einfuhrverbots zu beivirken versuchten. Die Weiß- gerber des Viertels Croulebarbe eröffneten den Reigen vor zirka 14 Tagen, indem sie in einer Zahl von zirka 1000 vor das Rathhaus und von da vor die Depntirtenkainmer zogen. Obgleich sich die Manifestanten, an deren Spitze der possibilistische Stadtrath Paulard stand,»nusterhast ruhig und friedlich verhielten, so wurden sie doch von einen» bedeutenden Aufgebot von Polizei fortivährend auseinandergetrieben. Die gesprengten Gruppen sammelten sich jedoch mit ruhiger Beharrlichkeit»vicder und strebten auf Nebenivegen dem Hotel de Ville zu,»vo sie eine Delegation an den Stadtrath sendeten, der sich mit ihrer beschäftigen versprach. Unter polizeilicher Eskorte, weiche die. Bildung eines Zugs verhinderte, ging es darauf nach dem Palais Bourbon, wo sich die Delegirten an die Präsidenten der agrikolen Gr»ippe»vendeten und»in» deren Bermittelung beiin Ackerbariminister nachsuchten, damit 1. das Einsnhrverbol ganz oder theiliveise zurückgenommen, 2. das importirte Fleisch einer genauen Untersuchung unterworfen»vürde. Natürlich kam außer den üblichen Versprechungen Nichts heraus, und der Ackerbau- minister erklärte in einen, Schreiben, daß er das Verbot im In- teresse der französischen Viehzucht nicht ztlrücknehmen könne. Diese forinelle Ablehnung jeder Aenderung brachte nun die Schlächter»c. von La Billette in Bewegung, unter denen der Nothstand nicht minder groß war. Sie beschlösse»», falls bis zu einem gegebenen Tage das Verbot nicht zurückgenonnnen sei, nun ihrerseits eine frohe Manifestation zu veranstalten. Der Minister des Inneren atte iin Voraus, anläßlich der Interpellation Granger, erklärt, daß er keinerlei Manifestation dulden werde. Die gleiche Er- klärung machte der Polizeipräsident den» Possibilisten Paulard, der als Vertreter eines Viertels von La Billette an der Spitze der Manifestationsbeivegling stand. Trotzdem hat die Manifestation absolut unter denselben Umstände», wie die der Gerber ain letzten Sonnabend stattgefunden. Nur»var dies- mal noch weit mehr Polizei, ja ein wahres Heer von Polizisten aufgeboten, dazu verschiedene Punkte der Stadt von Militär be- setzt, die Truppen mehrerer Kasernen konsignirt. Kurz, nach den Vorbereitungen der Polizei hätte man schließe»»»nässen, daß es sich zum mindesten um eine Revolution in Miniatur und nicht Am eine ganz friedliche Manifestation handle. Mit ruhiger Be- harrlichkelt haben die arbeitslosen Schlächter k. ihren Weg nach dem Hotel de Ville und der Kannner, die Entsendung von Delegationen durchgesetzt. Die Behörden haben davon Abstaird genommen, die Manifestation durch Anivcndung der äußersten Mittel zu verhindern, da für diesen Fall die Schlächterineister, so.vie alles in den Schlachthöfen beschäftigte Personal einen Streik angedroht hatten. Die Forderung der Schlächter lautet gleichfalls auf Rücknahme des Einfuhrverbots, resp. die Erlanbniß für Einführung lebenden Schlachtviehs in besonderen, plombirten Waggons, die an der Grenze einer strengen Kontrole»»»»terivorfen »nd; ferner Errichtung eines besonderen, isolirten Stalles, in »velche»» die betreffenden Thiere untergebracht werden. Die Pe- tentei» bezeichnen die Vertröstung auf die Ankunft von Hamme!»» aus Algier, auf die der Ackerbauminister hinge>v»esen hatte, als einen schiveren thalsächlichen Jrrthnm. Algier führe jährlich höchstens 185 000 Hammel ein, während aus Oesterreich allein fast 300 000 importirt würden; die algerischen Hammel kämen außerdem ge»vöhnlich erst in» Mai an. Eine Aufhebung des Verbots bedroht»ach ihrer Meinung auch keinesivegs den französischen Viehstand. Die Klauenseuche habe in den betreffen- den Stachbarländern in den früheren Jahren viel stärker geivllthet, ohne daß ein Einfuhrverbot erlassen»vorden»väre; außerdem habe die Epideinie seit Ende 1889 um 90 pCt. abgenommen, Belgien hätte es gar nicht für nöthig befunden, die Einfuhr leben- den Schlachtviehs zu verbieten, mit ein ein Worte, kein Grund widersetze sich einer Rücknahme des Erlasses. Nachdem der Alckerbauminister früher»nit einem von possomus geantwortet, neigt er jetzt zu Konzessionen. Die Frage einer direkten Einführung der Hammel und ihre Unterbringung in isolirten Gebäuden soll in ernste Er»vägung gezogen werden. Der Conseil manicipal hat unterdessen„zur Li!»deru>»g de schlimmsten Nothstandes der Opfer der Arbeitslosigkeit 15 000 Fr. bewilligt; der Conseil general des Seincdepartement zu dem gleiche»» Zrvecke 4000 Fr. ausgeworfen. Die Bertheilung der Unterstützungsgelder ruft vielfach Unzufriedenheit hervor; es»vird behauptet, daß dabei solche Personen besonders berücksichtigt »verde»»,»velche gegen Veranstaltung einer Manifestatio»»»varen. Tie Manifestationen der nothleidenden Gerber und Schlächter haben Anlaß zu eii»er durchaus arbeiterfeindlichen Mai»ifestation der Regierung, besonders des alten neuen Ministers des Innern, Consta»»?, gegeben. Die donnernden Erllärmigen gegen die so friedlichen Deuionstrationei», das Aufgebot der be»vaffneten Macht u. s.»»., kurz der ganze in Bewegung gesetzte offizielle Apparat hatte offenbar einen anderen Zweck als den, einen Harm- Zug durch die Stadt zu verhindern. Haupt- der. Haltung der öffentlichen Gewalten war, sranzösische Proletariat von der Vetheiligung an Manifestation des 1. Mai abzuhalten. Den Sack, die Manifestation der Gerber und Schlächter schlug man, den Esel, die Manifestation vom 1. Mai meinte man. In der That,»vie konnte eine Manifestation zu Gunsten des Acht- stunde»»tags unerwünschter kommen als gerade jetzt. Der Haltung der französischen Regierung auf der Berliner Konferenz gegenüber gestaltet sie sich zu einem lauten Protest, einen» Tadelsvotum der schimpflichsten Art. Und diesen Protest einer Klasse gegen die Regierung, als Dienerin einer anderen Klaffe zu verhindern, das »var des Pudels Kern und erklärt die Strenge gegen die man! festirende» Gerber und Fleischer. Auf die Manifestation vom 1. Ma» waren die Worte gemünzt, welche Constans auf den An- trag Granger mit der ganzen Brutalität des Satten und Mächtigen antwortete. Der Boulangist Granger hatte Eröffnung eines Kredits von 100 000 Frs. beantragt»»in die Opfer der Arbeitslosigkeit zu entschädigen. Constans erwiderte darauf voll Hochmuth und Ztznisn»lis, daß der Staat ebenso wenig wie das Departement oder die Komii»»i»»e den Arbeitslosen eine Entschädigung schulde, höchstens könne von Geivahnnig einer Unterstützung die Rede sein. Eine solche könne er von seinen» Budget ertheilen, ohne daß er eines Kredites bedürfe. Ja, er»vürde die betreffenden Arbeiter bereits unterstützt haben, wenn dieselben nicht eine ans sässige Haltung angcnonnnen hätten. Sobald sich die Arbeiter ruhig verhielten,»verde er sehen, was zu thun sei. Allein wenn sie sich von geiverbsmäßigen Agitatoren ausbeuten und ins Schlepptau nehmen ließen, so müßten sie die Folgen tragen. Eine Manifestation zur Unterstützung ihrer Forderungen sei durchaus überflüssig und könne nicht geduldet»verde». Er werde über- Haupt keine Manifestation, die nur gefährlicheUnruhen in der Straße hervorrufen könne, dulden, an welchem Datum dieselbe auch immer stattfinden solle. Eine Manifestation könne nur frei und ungehindert stattfinden, wenn er nicht mehr Minister des Innern sei. Der Tringlichkeitsantrag über Eröffnung des Kredits ward mit erdrückender Majorität verworfen. Die Bornirtheit der „republikanischen" Abgeordneten, die übrigens in der Frage in rührendem Einvernehmen»nit ihren monarchistischen Kollegen »vare», macht es den Boula»»gisten leicht, sich als Ritter des armen Mannes aufzuspielen. Die kapitalistische Presse kommcntirt natürlich die„schneidige" Erklärung des„schneidigen" Ministers unter Pauken- und Trompctenschall. Sie kann sich nicht genug darin thun, die eigent liche Bedeutung der ministeriellen Drohung hervorzuheben und de», Proletariat vorz»>reden, von jeder Manifestation abzustehe»». da man mit einem Minister zu thun habe, der in solchen Sachen gerade nicht zu zart sei, so daß die Perspektive auf sein Ein schreite» gewiß beruhigend wirken würde." losen zweck das der d. h. LjxTtÄlles. Der Dorfland der Äommandit-Gesellfchaft>r»f Aktie» Ludw. Löive Hierselbst theilt seinen Aktionären in mehreren hie- sigen Blätter»» mit, daß er in der ain 28. d. M. abzuhaltenden Generalversammlung die Auszahlung einer Dividende von 18 Prozent für das Rechnungsjahr 1888/89 in Vorschlag bringen werde, und die in dein Ge>vinn- und Verlust-Konto aufgeführten Abschreibungen 247 000 M. betragen. Ein Widerspruch der Aktionäre gegen die in Vorschlag zu bringende Dividende läßt sich u>n so weniger erivarten, als sie die des Vorjahres von 15 Prozent um 3 Prozent übersteigt. Es ist ein glänzeirdes Re sultat von dem Vorstande der Fabrik erzielt worden, welchen» die Aktionäre ihre Anerkennung nicht versagen werden; der Eindruck jedoch,»velche» dieser sehr günstige Abschluß auf die Arbeiterschaft der Fabrik hervorbringen»vird,»vird nicht verfehlen, ein gewisses Gefiihl der Bitterkeit in ihr zu erregen. Es sind der Streitig leiten zwischen dem Vorstande und der Arbeiterschaft der Fabrik in, Laufe dieses Jahres zu viel vorgekommen, und so weit sich aus den Berichten der Presse, selbst derjenigen, deren Sympathie die Arbeiterschaft sich nicht erfreut, ersehen läßt, wegen wieder- holt versuchter Beeinträchtigung der Arbeiterschaft. Heut zu Tage ist dieselbe aufgeklärt genug, uin sehr bald heransziifinden, was hinter einem neuen Borschlage oder einer neuen Anordnung steckt, auch dann, wenn sie mit den schönsten Redensarten ver- brämt ist. Wie können sich überhaupt heute noch Fabrikleiter der Täuschung hingeben, zu meinen, die Arbeiterschaft müsse und »verde dankbarst anerkennen, daß das Kapital deren Arbeitskra ausnütze. Sie weiß sehr wohl, daß das Kapital ein todtes Nichts ohne ihre Thätigkeit ist und daß die hohe Dividende nur dieser Thätigkeit zu danken ist. Die einfachste Klugheit sollte davon ab- halten, Unzufriedenheit in die Reihen derer zu tragen, denen d»e Geldleute ihr genußreiches, sorgenfreies Leben zu verdanken haben, während die Arbeiter im Schweiße ihres Angesichts schaffen und dennoch nur Entbehrungen aller Art ihr Lohn sind. Aber»me mit dem Essen der Appetit kommt, so geht es anch den Geld- leuten, je fettere Dividenden, uin so größer die Wuth(ein bezeich- nenderes Wort für diesen Zustand giebt es nicht), den Säckel immermehr zu füllen. � Wie sich der Vorstand der Ludwig Löwe'schen Fabrik der Arbeiterschaft gegenüber stellt und wie er sie gewissermaßen noch ür unmündig hält, zeigt uns sein Entwurf eines„Arbeiter- ) Der unter a aufgeführte Zweck desselben ist eben so belei- digend für die Arbeiterschaft wie für die Fabrikleiter; hat es denn bisher an Ehrei»haftigkeit, Ordnung und guter Sitte gefehlt und ist denn die Macht jener Herren, die doch sonst ihre Ober- Herrschast bei jeder Gelegenheit geltend zu machen suchen,»mt einem Male so sehr gesunken, daß sie die Hilfe der Arbeiter an- ruft? Es ist ci»t»vedcr ein Arnmthszeugniß oder!! Dnpirv statt Gisrir zu verivenden. war bereits vor einer Reihe von Jahren»»» Amerika üblich geworden,»vo man zuerst Eisenbahnräder aus Papiermasse herstellte. In allerneuester Fe»t hat nun auch die deutsche Industrie, und zwar eine Fabrik»n " orbach in Lothringen, ein Patent auf die Herstellung von Ädern und Transmissions-Niemscheiben aus Papiermasse er- warben. Von diesen papiernen Rlen»scheiben sollen in letzterer Zeit zahlreiche in den rheinischen Fabriken nnd Eisenbahn-Werk- rätten zur Vcr>vendnng gekommen sein. Bei gleichen Größenver- zältniffen sind die papiernen Riemscheiben nur halb bis zwe» Drittel so sch>ver,»vie eiserne Riemscheiben. Dieser Geivichts- unterschied»st für den Maschinenbetrieb von nicht zu»mter- schätzender Bedeutung. Um dieses Gewicht»vird die Wellen- leitung erleichtert von der Last, die sie bei eiserner» Riemscheiber» mehr mitbeivegen m»lß. Die dadurch überschüssig werdende Maschinenkraft kommt dem Gesammtbetriebe zu Gute und d»e leichtere Beschaffenheit der Riemscheiben hat eine geringere Ab- Nutzung der Betriebswellenlager zur Folge. Nun soll sich aber nach»»eueren Beobachtungen auch ergeben haben, daß das Riemenmaterial, aus dem die Treibriemen hergestellt zu werden pflegen, also Lcder, Gummi und dergleichen, auf den papieren Riemschcibe»» fester anliegen und sicherer mit fortbewegt werden, als bei den eisernen. Hieraus ergeben sich für den ganzen Maschinen- betrieb und namentlich für die Kraftübertragung von der Stelle mittelst Treibriemens auf einen anderen Apparat, wichtige Schluß- folgerungen. Die übertragene Kraft würde bei papiernen Rader»» unter sonst gleichen äußeren Einrichtungen stärker sein, als be» eisernen Riemscheiben, wo bei weniger fest ausliegenden Treib- riemen leicht ein Gleiten desselben entstehen kann, und dann d»e Kraftübertragung eine geringere ist. Aus dieser Thatsache ergeben sich nun die verschiedenartigsten Folgerungen für die Maschine»»- techniz. Es ist bei papiernen Riemscheiben, um die gleiche Kraft- Übertragung wie bei eisernen zu erreichen, nicht nöthig, die Riemen so fest wie bei diesen anzuspannen. Die losere Spaniumg hat dann auch neben der Ersparniß von Kraftaufwand be» der bewegenden Wellenleitung auch noch eine Ersparniß bei dein loser laufenden Rieinenmaterial zur Folge. Weiter ergiebt sich aus dem leichteren Geivicht der Papierriemscheiben»»nd aus der loseren Spannung der Treibriemen technisch die Möglichkeit, die eisernen Triebwellen und Wellenlager für die Kraftübertragung schwächer zu bauen: Behält man aber bestehende alte Einrichtungen an Wellcnleitungen und Wellenlagern bei, so liegt der Vortheil darin, daß diese alten stärkeren Ein- richtungen bei Anbringung papierner Riemscheiben einer geringeren Abnutzung ausgesetzt sind. Der Preis für die Papier- Rieinscheiben und Räder soll dem Preise für diese Werkzeuge aus Gußeisen gleich sein. Bei der linksrheinischen Eisenbahn sind kürzlich anch Eisenbahnräder aus Papierinasse, die aber mit einen» Stahlreifen bekleidet sind, zur Verwendung gelangt und zwar hat man Personenwagen mit solchen Papierrädern ausgerüstet. Es wird behauptet, daß bei den mit solchen Papierrädern versehenen Wagen das sonst so lästig von den Jllsassen empfundene Stoßen der Wagen weniger bemerkbar sei. Es bedarf kaum der Er- wähnung, daß diese koinprimirte Papiermasse auch für andcrweite technische Zwecke verwendbar gemacht werden kann. Dir städtische»» rotste»» Sprengwagen sind wieder in Thätigkeit getreten. Die Zeit ist geeignet, denn die Straßen sind meist trocken und der Wind wirbelt den Staub aus, was sich namentlich am Charfreitage zeigte. Für den Uenba» der Mühlendainmbrüche und der F i s ch e r b r ü ck e ist die landespolizeiliche Genehmigung ertheilt worden. Der Derstrstr an den verflossenen Gsterfeierkagen nach außerhalb, nach den Vororten Berlins war ein so geivaltiger, daß unsere öffentlichen Verkehrsanstalten namentlich Stadt- und Pferdebahn nicht im Stande waren, denselben zu bewältigen. War schon am ersten Osterfeiertage. der Personenverkehr auf der Stadtbahn derartig kolossal, daß zeitweise die Schalter geschlossen »verde»» mußten, so steigerte sich der Massenandrang der Feiertags- Ausflügler am zweiten Feiertage, Montag, derartig, daß wieder- holt die Zu- nnd Aufgänge zu den Perrons abgesperrt werden »»»ußten, um drohende Katastrophen und Unglücksfälle beim Stürmen der einlaufenden- Züge zu vermeiden. Namentlich srequentirt »varen die Grunewaldzüge, in deren Koupees oft zwanzig bis fünf- undzwanzig Personen znsammengedrängt standen. Namentlich inden Zlbcndstnndcn zwischen 0 und 8Uhrspielten sich auf den Anßenstationen »vie Bahnhof Hundekehle, Wannsee, Halensee unglaubliche Szenen ab, die geradezu an Brutalität grenzten und wobei beim Ein- steigen Frauen und Kinder von blind in die Koupees strömenden Massen niedergetreten und fortgestoßen wurden. Stur mit äußerster Energie gelang es dem verstärkten Bahnpersonal ab und zu Ord- mmg zu halten; doch dauerte es mitunter Stunden, ehe trotz 10 Minutcnverkehrs Zurückgebliebene auf Extrazügen nach Hause befördert werden konnten.— Auch auf der Potsdamer unff An- Halter Bahn»var der Vorortsverkehr ein sehr gewaltiger; Tau- sende von Ausflüglern wurden mittelst Sonderzügen nach Pots- dam und den dazwischen liegenden Vorortsstationen ununter- krochen bis Spätnachmittag befördert.— Ganz koloffal stark besucht war Charlotteuburg, wohin an» Montag Nachmittage die Eröffnung der dortigen Rennbahn, das Aussteigen des Luftballons in der Flora und der Spandauer Bock die Ber- liner zu vielen Zehntausenden hinausführte.— Im Grüne- wald selbst war kein Plätzchen zu finden, die Restaurants in dem- selben waren überfüllt und die Biergärten in Schildhorn, Pickels- werder, Hundekehle waren schon am Mittag völlig besetzt. Auch der Schiffsverkehr auf der Spree und Havel war ein sehr starker, die Vergnügungsdainpfer»varen bis auf das letzte Plätzchen be- setzt, in den an der Oberspree belegenen Restaurants war in den vorgerückten Nachmittagsstunden schon kein Bier mehr zu haben. Auf der Oberspree selbst»var das Treiben ein außerordentlich fesselndes und buntes; hunderte von Segel- und Ruderbooten, Nachen, Dampfern durchkreuzten unaufhörlich die Finthen, ob- »vohl gerade für den Segelsport der starke und ungleiche Wind wenig förderlich»var und auch manches Boot kenterte, ohne, so weit bekannt, dadurch einen ernsteren Unfall herbeizuführen. Die Tartem-estaurants in der Stadt, sowie die öffentlichen Park- und Wartenanlagen waren überfüllt, ebenso waren die Tanzlokale am Montag Abend stark besucht "cht Waeischr» AutUick bieten alltäglich in der Mittag, tunde auf den r erschieden en Oinnibus-Halteulätzen die Rutscher dreier Fuhrwerke, welche dort im Freien und in der unmittelbaren Nähe ihrer Pferde die ivenigcn Minuten der Fahr- pause ausnützen müssen, um das ihnen zugetragene Mittagbrodt, die einzige warme Mablreit bei einer sechszehnstiindigen" und einzige warme Mahlzeit bei'einer.................... Mmchmal noch längeren Arbeitszeit am Tage, einzunehmen. Den Schastnern dieser Fuhrwerke ist es wenigstens möglich, die Pause in einersnahegelegenen Schankwirthschast zuzubringen und dort mit emiger Bequemlichkeit ihr Essen zu sich zu nehmen, der Kutscher kanii �'s�liicht, denii er ist zur Beaussichtignng seines Gespannes verpflichtet. Nicht selten sieht man denn auch die Kutscherfrauen dicht am Zügel der Pferde stehen und diese beaufsichtigen. Am ersten Öfter- feierrage bot sich den Vorübergehenden am Kottbuser Platz nun ein eigenartiges Schauspiel. Die Frau eines Omnibuskuischcrs hatte ihrem Manne die Mahlzeit zugetragen und war eben da- bei, die Herrlichkeit auf der Promenadenbank aufzustellen, und ivahrend der Mann bereits ach hielt di« Frau noch die Schüssel in den Händen, da laufen die Pferde des Wagens Mötzlich mehrere Schritte nach vorwärts und mit der Deichsel in den vor- siehenden Omnibus hinein. Erschrocken läßt die Fran die Schüssel fallen, springt herz» und greift den Pferden in die Zügel. denn sie weist sehr gut, dast ihr Mann verantwortlich ist für den Schaden, den die Pferde etwa anrichten. Da die Einsteigeihur zn dem erst stehenden Wagen offen war, so hatte die Deichsel des zweiten Wagens dort leinen Schaden angerichtet; wohl aber war der ktutscher genöthiat, den Rest seiner Mahlzeit von der Promenaden- dank zu essen, denn die Schüssel war bei dem Falle zerbrochen. Bon den einsteigenden Fahrgästen wurden die KutscherSleute aufrichtig bedauert. von denen der Frau die Thräneu des Un- muths über das Gesicht flössen. Hu dem an der Wannl'oe-�nhn belegenen(0 vre Kchlachteusee bei Zehlendorf(Kreis Teltow) tritt ain IG. April für die Dauer der besseren Jahreszeit imeder ein Postamt mit Telegraphenbetrieb in Wirksamkeit, welches durch die auf der Wannseebahn verkehrenden Schasfuerbahnposten Postverbindungen erhält. Ein Landbestellbezirk wird der neuen VerkchrSanstalt nicht zugetheilt. Ein» Knjeuzagd zu Master war die allerdings nicht programmmäßig vorgesehene Ueberraschmig für Ausflügler nach der Oberspree am 2. Feiertage. Dort hatten spielende Kinder auf der«tralauer sfirchwiese einen Hasen am gejagt und waren demselben nachgelaufen, so dast er, als er sich plötzlich am Wasser sah, rings um von einer laut schreienden Kinderschaar eingeschlosien fand, zu deren Erstaunen der Hase muthig ins Wasser gina.' Auf das fortgesetzte Geschrei der Kinder kamen Segel- und Ruderboote eiligst herbei, weil man glaubte, daß ein Unfall sich bei dem kleinen Volke zugetragen habe und nun begann ein Wettscgeln und Wettrudern nach dein schwiinmenden Lampe, der dann bald von den Insassen eines Segelbootes bei den Hinterbeinen und Ohren ergriffen und ins Boot gehoben wurde, das dann auf der nahen Rohrinsel anlief. Hier gelang es dem Hasen nochmals, sich frei zu machen; in dem Moment aber, als er über einen Zaun setzen wollte, traf ihn der tödtliche Schlag eines der An- wesenden ins Genick. Das Gerücht vou rinem Todtschlagr, welches sich in Eharlottenbnrg im Anschluß an die Aufsindung einer mäimlichen Leiche in der Joachiijisthalerstraße verbreitet hatte, ist nach der „Reuen Zeit" dahin richtig zu stellen, dast der betreffende Altann bei der Ausführung eines Verbrechens von der Nemesis ereilt worden ist. Derselbe war tu der genannten Straße in einem Stall eingebrochen, wurde aber beim Ausräumen gestört und von den Hinzukommenden verfolgt. Sein Werkzeug und die ge- stohlenen Sachen ivarf er ans der Flucht cm Stück nach dem andern fort, bis er schließlich erschöpft zu Boden stürzte und a» einem Schlagflust endete. D»r Krude».' d»o drKaku»t«uFmd?ichsbn'sn'Z!nul»«»'s Grökchi!» befindet sich zur Zeit noch im Untersuchungsgesängniß zu Moabit. Wir haben seinerzeit berichtet, dast Gröschke ivegen zahlreicher Diebstühle verhastet worden ist. Die Voruntersuchung ist noch keineswegs abgeschlossen. Gestern wurde Gröschke dem Untersuchungsrichter am Landgericht II vorgeführt, die Verhandlung soll indessen dem Vernehmen nach vor dem Landgericht I geführt iverden, da die meiste» Diebstähle zu Berlin, also im Be- zirke dieses Gerichtes verübt worden sind. Gin bedrutruder Firischdiebstnhl ist vor einigen Tagen auf der Kömgschanpee zwischen Weißcnsee und Berlin begangen worden. Der Fleischerineister P. aus Zehdenick, welcher mehrere Male in der Woche mit Fleischwaaren nach Berlin fährt, hatte Weistensee gegen Mitternacht passirt, als er in der Nähe der Verbindungsbahn bemerkte, dast zwei Personen von seinem Wagen herabsprangen, die, zeder einen großen Sack auf der Schulter tragend, nach dem Friedrichshain zu flüchteten. Herrn P. war es natürlich nicht möglich, Pferd und Wagen im Stich zu lassen und die Diebe zu veriolge»; der Schade», welchen der Bestohlene an Fleischwaaren durch den frechen Straßenraub erlitten, beträgt zirka 120 M. Urber riue« plöflliche» Todesfall auf der Berliner Bock-Branerei wird»mS Folgendes mitgetheilt. Der frühere Koch, jetzige Kontroleur Pap�ch hatte bis zum Schluß des gestrigen Geschäfts seinen Diecht als Kontroleur am Haupteingange versehen und wollte sich gerade nach Kassenschluß mit einem Kollegen in seine in der Scharrenstraße belegene Wohnung begeben, als er plötzlich, ohne irgend welche vorangegangeneu Symptome, von einem so hefttgeu Umvohlsein befallen ivurde, daß er zunächst in die dortige altdeutsche Trinkstube geschafft iverden mußte. Ehe noch ein Arzt eintraf, war P., ein sünizig- jähriger, sehr korpulenter Herr, bereits verstorben, so dast dem Aezte weiter nichts übrig blieb, als den bereits, anscheinend durch Herzschlag herbeigefühnen Tod zu konstatiren. Auf Anordnung der Revierpolizei wurde die Leiche nach dein Leichenschguhause geschafft. Die Lage der Frau des Verstorbenen ist um so be- danerlicher, als ihr am ersten Osterfeiertage cin Kind gestorben ist, welches heute beerdigt werden sollte. Hi»«irtkefflichaf Unginckisfall ereignete sich vorgestern Nachmittag in der Eichendorffsiraße. Dortselvft ivohnt in dem Hause Nr. LI der Schneider B. mit seiner Ehefrau und seinem vierjährigen Sohne Carl. Der letztere befand sich am Atachmittage auf?t>ige..blicke allein in der Werlstätte; er benutzte die Gelegenheit schnell, aus den Arbeihsysch hinauf zu klettern und mit einer arff denffekben tiegenden großen Scheere zu spielen. Plötzlich öffnete sich die Thür und her Vater des Kleinen irat ein, worüber dieser so erschrak, das: er das Gicichgeivicht verlor, vom Tische herabstürzte und dabei so unglücklich siel, dast ihm die Scheere, welche er noch bi der Hand hielt, dicht neben dem rechten Auge in de» Kops drang und sich zwei Zoll tief unter dem Gehirn einbohrte. Der Verunglückte mußte alsbald nach der königlichen Klinik in der Ziegelsiraße geschafft werden. tie lokalUomtiiisi»»»»l», Friitwichob»»» na»!liua«s<»d bitte- uns eröffenilici una des Folaeudeil: Tie Arbeiter ivird es bei ihren Ausflügen interessire», zn ivissen, welche Gasiwtrthe sich fortgesetzt weigern, ihren Saal zu einer Arbsaerverfaininlung herzugeben. <5s sind dies tu Frtedri-Hsberg: i, Herr Wesiizhal iZmn schwarzen Adler), der wohl eine freisinnige Ver- sitminluug annahm, f>« die Arbeiter jedoch nicht zu sprechen war. s. Heer Spitzig, Zironprinz-nstrasien-Eclc. ü.„ Aiüiler(Mronprin.-cn-g!arten> 4. 0. :viituub» luup* Susotl i zum Friedrich den Er.) Paul(Zieichsgcirten), NnmniilSburzerftraße. Zn L t ch t e n b e r g: I. Herr Sümwz ltconzertgarten). e.„«petlin(iLaiisolon). s. Saue(Zum hürften Woifgang). Herr"®' che t Äjürschmidtstraße, der seiner Zeit ebenfalls«ine frel- sinnige Wähle, oersanunlung gestatMe. s. Herr Kamuiler, Hauptnr. Ii. S. Peters(Safe Bellevues Zn W z l h e l>n s b c r g: i. Herr Trinlhaus. 2.„ Jänictc lZn!» Paradies). ■i.„ Uynast in Hohen-Ichönhausen. t.„ Kuß. I» Fried richSselde: i. Herr Mcsle, Berlinerftr. 13. 2.„ Barthold, Berlinerftr. iO. 3.„ Maikowslh, Wilhelmstr. ia. 4.„ Ealzinann, Wilhelniftratze. 6.„ Friedrich, Schloßstraße. Polizeibericht. Am 7. d. M. Abends fiel ein dreijähriges Mädchen in der elterlichen Wohnung Fehrbellinerstr. 83 ans dem Bette und erlitt eine so schwere Verletzung am Kopfe, dast es am darauffolgenden Morgen verstarb.— Am 3. d. Mts. Morgens wurde ein Mann iii seiner Wohnüng in der Detnminerstraße erhängt vorgefunden.— Nachmittags gerieth ein Mann vor dem Hause Qraniensir. 107 unter einen m der Fahrn befindlichen Pferdcbahiiwagen und erlitt anscheinend innere Verletzungen, so daß er nach der Eharitee gebracht werden mußte.— Kurze Zeit darauf fiel ein Kutscher auf dem städtischen Abladeplatze Müller- strastc 70, als er seinen Müllwagen wahrend der Fahrt besteigen wollte, von demselben herab und gerieth mu dem Kops unter das Hinterrad. Er erlitt hierbei so schwere Verletzungen, daß er nach dem Paul Gerhardtstist gebracht werden mußte. Eine fonderburr Dubsiahlogelchichte gelangte gestern zur Kenntnist der zweiten Strafkammer des Landgerichts I. Auf der Aullagebank befanden sich drei junge Handlungsbeflissene, welche bisher vollständig«nbeschoiten waren und sich bis zu ihrer Verhaftung in auslömnilicheu Stellungen befanden. Dieselbe», Emil K ruf che, Karl Rauprick, und Gottlieb Neumami, haben sich im September vorigen Jahres verbunden, um in den großen Lokalen Berlins gemcinsihastlich Palerot- Diebstähle ans- zuführen und init kaum' glaublicher Frechheit sind sie aus Werk gegangen. Dem ersten Angeklagten werden 15, dem zweiten 17 und dem dritten 2 Diebstahle zur Last gelegt. Niemand vermnthete in den anständig gekleideten jungen Leuten die so lange gesuchten Diebe, bis Ranprich endlich ans der Thal ertappt würde. Tie beiden ersten waren bei der Firma Braun u. Schmidt in der Koppenstraste angestellt und Keusche beschuldigte den Mitangeklagten Ranprich, dast dieser denPlan zu den Diebstühlen gefaßt und bei der Ausführung die Hauptrolle gespielt habe. Ranprich, ein Mensch von kränklichem, blassem Aussehen, hat dagegen einen sonderbaren Grund angegeben, weshalb er zum Diebe geworden. Bei seinen früheren Vernehmungen hat er aus- gesagt,"daß es ihm nur darum zu thun gewesen, an einen Ort gebracht zu werden, wo er vor den Nachstellungen des Werk- sührers W., der ihn mit dem Tode bedrohe, sicher sei. Er sei hinter Unredlichkeiten gekommen, die W. sich ihrem gemeinschaft- lichen Prinzipal gegenüber habe zn Schulden kommen lassen und deshalb werde er von demselben bedroht. Sein Ver- theidiger, Rechtsanwalt Bonk, führte gleichfalls einige Thatsachen an, woraus zu schließen sei, dast Ranprich am Verfolgungswahn leide, so seien beispielsweise die gestohlenen Kleidungsstücke nicht verkauft ober sonst ver- werthet worden, sondern dieselben hätten sich insgesamint in einer Kiste auf dem Boden der Firma Braun und Schmidt iviedergesundei!. stiauprich habe die Diebstähle auch mit einer so verblüffenden Dreistigkeit ausgeführt, daß es Wunder nehme, daß er nicht schon beim ersten Male ertappt wurde. Da Sanitätsrath Dr. Long ebenfalls nicht für ausgeschlossen hielt, dast Ranprich an einer GeisteSstörnug leide, so beschloß der Gerichtshof, die Sache zu vertagen und den Angeklagte» Ranprich auf 0 Wochen der Eharitee. zwecks eingehender Beobachtmig seines Geisteszu- standes zu überweise«. Recht alte Zsimdeii führten gestern den Doktor der Philosophie Johann Paul T i n n e y unter der Anklage der Unter- schlagnng und Urkundenveruichtung vor die dritte Slraskammer des Landgerichts I. Bis zum Jahre 1869 bestand Hierselbst eine „Deutsche Mnhleii-Asscknranz-Gesellschast", zn deren Vorstands- Mitgliedern auch der Aiigetlagte gehörte. Als im gsna, inten Jahre die Ansiösung der Gesellschaft beschlossen wurde, wurde der Angellligte in den Liquidanons-Ausschuß gewählt. Zn dama- liger Zeit führte die Gesellschaft cinen Prozeß mit ihrem früheren Direktor Vogel, welcher nach seiner Entlassung Anspruch an; Pension erhob, die ihm seitens der Gesellschaft bestritten wurde. Ter Kläger ging endlich als Sieger hervor, es ivurde ihm gerichtlickz. eine Pension von jährlich über 1200 Thalern seit dem-eaae seiner Entlassung zugesprochen. Zn den Aufgaben des Liqyi- datimis- Ausschusses gehörte eö nun. mit Vogel wegen Zahlmig einer einmaligen Abstandssumme in Unterhandlung zu treten and die zu diesem Zwecke eingeieitelen Verhandlungen schlössen mit schloffen dem Ergebniß, dast Vogel sich mit einer Ablösung von 19 245 Thalern zufrieden erkürte. Derselbe zedirte die ganze Forderung einer Gläubigerin, Frl. Todt, und diese muß wohl zu der Zah- lungsfähigkeil der in Auslösung begriffenen Gesellschaft wenig Vertrauen gehabt haben, denn sie zedirte die ganze Forderung weiter an eine Frau Dpbinsky und zivar für 900 M. Frau Do- binsky war aber die Schwägerin des Angeklagten und von diesem. der die Forderung chatsächlich für sich erwarv, nur vorgeschoben , vorden. Als Tr. Tinnoy die Zession in Händen hatte, ging er gegen den Liquidations-Ausschust sofort im Prozestivege vor, und erwirkte mich einen Zahlungsbefehl über 55 006 M. Als er diese Forderung bei den übrigen Ansschustmitgliedern geltend machte, fliest er ans Widerstand und wegen eines Formfehlers mutzte er den Zahlungsbesehl auch zurückziehen. Bald darauf erwirkte der Aiigetlagte aber einen neuen Zahlungsbesehl über 69 000 M., wobei er Zins und Zinsesztnsen mit in Anrechnung brachte und diesen Zahlungsbefehl liest er an seine eigene Perfon zustellen, trotzdem ein Bureau bestand, in ivelchem amtliche, für den Liquidations- Ausschuß bestimmte Schriftstücke abgegeben werden sollten. Der Angeklagte behielt den Zahlungsbesehl so lange hinter sich, bis er rechtskräftig geworden und dann belegte er Fordernngen der Gesellschaft»nt Beschlag, bis er befriedigt worden. In diesem ganzen Verfahren des Angeklagten erblickte die Staatsanivalt- schast die Merkmale der Untreue und des Betruges, auch Frau Tobinsty wurde wegen Beihilse unter Anklage gestellt. Das ge- richtliche Verfahren mußte eingestellt werden, bis die Liquidation beendet war und schließlich ist Tr. Tinnay nur wegen Unterschlagung und Unterdrückung einer Ur- künde zur Rechenschaft gezogen, Frau Dobinsky aber außer Verfolgung gesetzt worden. Den Sachverhalt gab der Beschuldigte int geurigen Verhandlungstermine zu, er bestritt aber, daß sein Vorgehen ein gesetzwidriges gewesen. Der Staatsawalt war anderer Meinung, er schilderte das ganze Verhalten des Auge- klagten, der seine Stellung als Ausschußmitglied dazu mißbrauchte, sich einen bedeutenden Vermögensvortheil zu verschaffen, als ein höchst verwerfliches, auch liege Urkundenunterdrückung vor, denn der Angeklagte war verpflichtet, den erwähn- ten Zahlungsbesehl der Koinmisston vorzulegen. Bei der an den Tag gelegten ehrlosen Gesinnung beantrage er gegen den Angeklagten sechs Monate Gefängniß und ein Jahr Ehrverlust. Ter Veriheidiger, Tr. Sello, gab zn, dast die HandUingsiveise des Angeklagten vom moralischen Gesichts- punkte aus betrachtet, entschieden zu verdammen sei, aber juristisch sei demselben nicht beizukomnien, da das Gesetz ein derartig Verfahren nirgends als unzulässig hinstelle. Ter Gerichtshof schloß sich den Ausführungen des Ks anwalts an und erkannte auch nach dessem Antrage. Soziale Meberstöftk. Achtung! Ter Streik der Firma Friedrich Sienrnis& � dauert unverändert fort. Zuzug ist fernzuhalten von Schloiiei, Drehern, Gießern. Formern, Kernmachern, Klempnern, Modelllffq- lern, Packern und sämmtlichen Hilfsarbeiter». Acht,»ig: Der Streik der Färbereiarbeiter der Firma Back« witz ist für beendigt zu erklären, da der größte Theil der Arbeite die Arbeit ivieder aufgenommen hat und infolge dessen gerade w alten Arbeiter gemaßregelt worden sind. Wir bitten daher, uns die noch ausstehenden Listen, ob leer oder gezeichnet, znsenden z> wollen, um öffentliche Rechnung legen zu können. Unser Bureau ist Langestraße 70 bei Heindorf. Die gemaßregelten Arbeiter. I. A.: Otto Blase. Die Arbeiter der Zi»schuharbeitev vou Silberste»« und Aaudsberger haben am Sonnabend die Arbeit inedergelegt. Grund: Lohndifferenzen. Zuzug ist vorläufig strengstens fernzu- halten. Näherer Bericht am Sonnabend in der Versammlung m der Münzstraße bei Zemter._ J An die Parquetbodeuleger Kerlrna. Kollegen! Ilusiu Erwerbsverhältnisse haben sich bereits derartig verschlechtert, da? wir gezwungen sind, nunmehr auch mit Forderungen an unse« Arbeitgeber heranzutreten. Es handelt sick für uns vornehm!» mn die Auftcchterhaltung der Preise, welche uns schon vor vie< Jahren zugesichert worden sind. Diese Preise iverden heute nur noch von wenig Arbeitgebern bezahlt und diese wenigen sint! schließlich auch nicht mehr im Stande, gegen die Schmutzkonkurrenz aufzukommen, welche unserem Gewerbe durch das Agentenwese« sw»-o>li>t mivh Knlleae»! Eins der arönten Hebel in unserem bereitet wird. Kollegen! Eins der größten Uebel in unseren Gewerbe ist dieses Agentenwese», welches unser Geschäft vom ständig lahm legen wird, wenn wir uns nicht aufraffen und gege« das weitere Herabdrücken der Preise energisch Front machen. >»VIV tuiv«y*» v I........•' Werkzeuge halten müssen, zn: Denkt an Euch selbst, denkt an Euck Familie! ErmanntEnch, schließtEnch demParquetbodenleger-Bereil an und tretet mit uns vereint als Männer für unsere gerechten Ford» rnngen ein: L o h n t a r i s 1. 0,90 M. 2. 3. 1,30 4. o. 6. 1,40 1,60 7. 8. 1,60 1,80 9. des Vereins der Parquetbodenkege» Berlins. Für Parquet von Tafeln mit 63 Quadrat- Zentimeter Größe, passendem Material, einjachem Fries......& Quadratmeter Für Parquet mit Bordüre oder außergewöhn- lichen Friesen nach Verembarung. Für massive Parquets in Quadrat von 40 bis 50 cm Größe..... ä Quadratmeter Für Stabsnstböden, im halben Winkel gelegt: für Stäbe von 60—100 cm Länge und von 8 cm Breite aufwärts, ohne Friese.... Dieselbe Größe, mit Friese....... Stäbe von 40—60 cm Länge und 8 cm Breite, ohne Friese.....'........ Dieselbe Größe, mit Friese....... Für Stabsußböden in verschiedenen Mustern und Treppenpoteste nach Vereinbarung. Für Stabsußböden in Asphalt, Muster oder halben Winkel gelegt......... 2,30„ Zu sämmtlichen Ausführungen dieser Arbeiten gehört Trans« port des Werkzeuges, Keilholz und Nägel. 1 Außerdem verlangen wir für Arbeiten, die mcht zum Bodettz legen gehören, wie z. B. Ausräunicil des zu legenden ZunineHff Instandsetzung des Blindbodens und sonstige Versäumnisse eint' Stundenlohn von 75 Pf., Kollegen! Ter letzte Zusatz ist nochwendig, weil man ufl andernsallö immer mehr Arbeiten aufbüraen würde, die mit unft rem Beruf gar nichts zn thun hqben. Am Mittwoch, den 16. April, Abends 8 Uhr, findet in Feu� stein's Lokal, Alte Jakobstr. 75, eine Versammlüna aller Parqvch. bodenlcger statt, und erwarten wir, daß kein Kollege in dich' Versammlung sehlen wird.. Tie Beschlustsassung in Betreff der Durchführung unftck' Forderungen soll der nächstjolgenden Versammlung uberlaßn' NB. Unser Arbeitsnachweis befindet sich N., Reinickendorsst' strastc 2f, bei Herrn Fcrd. Schrepsser. Im Auftrage der Kom miftchn: W. Schmitz.— Sammtliche Aroeitervlatter werden UV Kyt ruck gebeten.'... ff An die Arbeiter Keriins. Wie Euch allen bekannt zei» wird, haben die vereinigten Böttcher von Berlin und Eharlotien bürg am Dienstag, den 24., rcsp. am Mittwoch, den 25. Nbich die'Arbeit niedergelegt und zivar 180 Mann in der Bicii»!» brauche und über 6o Mann in der Packfaßbranche, da unser Tarn nicht anerkannt wurde.,, In den Brauereien und einigen anderen Werkstellen ist nicht zur Arbeitseinstellung gekommen, da der vorgelegte Loh? taris sofort bewilligt wurde. Unsere Lohnforderung ist: 27% Wochenlohn bei 9>/z stündiger Aroeitszeit. Tie Aklordarbeit» obigem Lohn zn Grunde gelegt. Man sollte meiiien, daß bei den thenren Lebensbedingungen, Mietheu u. f. w. diese 9" rechte Forderung anerkannt würde, zumal der Ausschlag|iir ffv Fasttage von den Brauereien schon länger bewilligt. Tie MeiM haben nun selbst einen Tarif nusgearveitet uno de» Geselle überreicht mit der Bemerkung: Wenn die Gssellen in 14 Tage» nicht danach arbeiten, es noch einen anderen geben würde, ibst Gesellen möchten doch ihre Familien bedenken. Dieser Tarif kann nur aus der Feder eines KausinanneZ gff flössen sein, denn für Lagerfässer und Bottiche ist gar nichts 5?' gelegt, während für die Fasttagen, welche seltener verlang iveroen, unser Tarif bewilligt worden ist. Was aber Hauptartikel sind, Vs- und Vi- Tonnen Transportgesast, V sind pro Stück 10 Pf. weniger ausgesetzt. Bis jetzt haben zws' Bierfaß-Werkslellen bewilligt, die übrigen glaubten jedenfalls, iv» kommen von selvst, da die Miethe fällig und Ostern vor dff Thür war; sie haben sich da gewaltig geirrt. So gut wie zw'' Meister den Tarif bezahlen können, so gut können es die anders erst recht, da es die größten Werkstcllen sind. Jetzt kann»AJ einem Handeln nicht mehr die Rede sein, der Tarif wird erstritte? ''-■".....«'-chuen, da? wenn das E- so wie'er ist and die Herren Meister können daraus rechnen, nicht ühcr die Zeit' gearbeitet wird und wenn das � schäst noch so forsch gehl. Der Rath, unsere Fainilh'? zu bedenken, war überflüssig, denn thäten wir Dür nicht, so w. rden wir doch nicht mit Lohnerhöhung kommen, f?'1 der» ließen sie einfach verkommen.. Arbeiter, aus dieseni allen erseht Ihr, daß der Kamps n"? entbrannt, und auf eine gülliche Beilegung nicht mehr zu rech»'? ist, zumal sich die Meister gegenseitig verpflichtet haben, den Tnff nicht zu bewilligen, sie ivissen auch ganz gut, dast ein Geieb) nicht so leicht etwas sparen kann und erwarten in unserer 91"' einen Bundesgenossen für ihre Hartnäckigkeit. Wir aber will'' dast das Soltdaritätsgesühl der deutschen Arbeiter kein leett' Wahn ist. Brie /'und straße 3 Tr. Die Lohnkommission. Gelder an Fr. Holtmann, Böttcher, Euv" VersÄmnrlungvn. Eine äufferst zahlreich besuchte Uersammlnng dt' den 3. v% bilden"" A„,.rJ.ru."*v" zu>,,rr,«i»rfM'r H-rr»» � �> � k»>>rde Kerliiis fand am Tonnerstag. m Rehliy Salon, Bergstr. 12 statt. Das.Bureau viivr». Kollegen Madel, Korbowicz und Fritz. Zum Punkt 1 der Tag�. Ordnung; Bericht über die stattgehabten Verhandlungen mit Meiilerkommlssioii, verliest Kollege Dittmar das diesvezüglw?. Protokoll. Ans demselben ging hervor, dast die Arbeits'� Sa erni m cne- itet Sil uid : zu can ittö ei« egt !% ICt« daß fetf lich jid mit in» cnz >se« L'iHl oll� ge« q iirs- icht :uH -ei« cdf (et in« be«! .et* lufl uoi ,nf« ilC« M ie|4 e« M tief •OW i utl fei" ieiP 1.,% ifl«! ,flti| t& % ill daß i Dl' ifi«! ;lte« m tnoljl eine kleine Lohnerhöhung bewilligen wollten, aber auf die Neunstündige Arbeitszeit ans keinen Fall eingehen würden. Machte sich nun schon bei der Protokollverlesung eine gewisse Erregung bemerkbar, so erreichte dieselbe ihren Höhepunkt, als das Kommissionsmitglied Kollege Griente eine Lohnstatistik aus anderen Städten, wie Königsberg, Danzig:c. zur Bor- lesung brachte und schließlich erklärte, unsere gestellten Forderungen seien zu hoch und undurchführbar. Es entspann sich hierüber eine lange erregte Diskussion, in der von einer Seite hervorgehoben wurde, ob man nicht aus Gründen der Taktik, von der Forderung des neunstündigen Arbeitstages in diesem Jahre absehen wolle, denn die Arbeitgeber ständen uns in dem Verein der Kupserschmiedereien Deutschlands als eine feste koin- Pakte Masse gegenüber und würden bei einem hier event. aus- brechenden Streik alle größeren Werkstätten Deutschlands gc- schlössen werden, um uns die Unterstützung unserer Kollegen zu entziehen. Dem wird von verschiedenen Seiten lebhast wider- sprachen, dieselben Befürchtungen könnten uns im nächsten Jahre in noch stärkerem Maße entgegenstehen und würden wir zu keinem Ziele gelangen. Im llebrigen sei die Schließung der Werkstätten doch nur ein Schreckschuß, mit dem man nicht zu rechnen habe und würden wohl hierbei die Arbeitgeber mehr verlieren wie wir. Die Kollegen in Leipzig forderten den acht- stündigen Arbeitstag, andere Gewerkschaften haben denselben schon theilweise eingeführt, es brauche auch nicht immer zu fem, daß die Kupferschmiede hinter den größereu Gewerkschaften nach- trollen. Ein Antrag des Kollegen Casiardelli, an die in srühern Versammlungen gefaßten Beschlüsse, namentlich den neunstündigen Arbeitstag sesizuhalten, und die Ver- Handlungen mit den Meistern, da dieselben zu keinem Resultat führen, abzubrechen, wird mit Allen gegen 11 Stimmen angenommen und hierauf beschlossen, dies den Arbeitgebern auf schriftlichem Wege mitzutheilen. Gegen das Verbleiben des Kollegen Gricnle in der Lohnkommission werden von mehreren Seiten Bedenken erhoben und derselbe gegen eine Stimme aus derselben ausgeschlossen. Das Gleiche geschieht mit dem Kollegen Wittmar, doch scheidet derselbe freiwillig aus und werden für die beiden Ausgeschledenen die Kollegen Dürrfeld und Ladner in die Lohnkommission gewählt. Unter„Verschiedenes" wird die von der Streikkassenkommission verhängte sperre über die Werkstatt Rod. H. Guiremand, Chausseestraße 77, gutgeheißen und der dort entlassene Kollege Hillenbach für gemaßregelt erklärt. Ein Antrag des Kollegen Seifarth: Findet in einer Werkstatt Maßregelungen statt, so haben sich stiiumUiche Kollegen derselben (wenn sie begründet sind) solidarisch zu erklären und die Arbeit niederzulegen, wird einstimmig angenommen. Ein weiterer Antrag, in allen Werkstätten, wo bis Sonn- abend, den 2G. April, die Forderungen nicht be- willigt sind, die Arbeit niederzulegen, wird zurückgezogen und soll derselbe einer späteren Versammlung vorgelegt werden; dasselbe geschieht mit dem Antrage: Falls die Kollegen einer Maschinenfabrik sich im Sttcik befinden, die Arbeiten derselben nicht in den Werkstätten der Meister ausgeführt werden. Ten streikenden Knopsarbeilern von Nöhll werden 20 M. aus der Streikkasse bewilligt. Eine Anfrage, ob es erlaubt sei, den am i 1. Mai proklamirten Feiertag mit Entschuldigung zii feiern, d. h. Krankheit oder Aehnliches vorzuschützen, um sich nicht mit dem Arbeitgeber in KMtstikt zu setzen, ivird dahin veanttvortet, daß es eine Feiglnstr wäre, nicht frei und offen für den Achtstunden- tag zu demMtriren. Hieraus Schluß der Versau, mlung IVe Uhr Rncht&wr Fke Höttchev Kevlino, vereinigt im„Zentralverein der deuffchen Böttcher", tagten au, 3. April, Abends SVe Uhr, in Mise's Salon, Lichteubergerstraße. Der 1. Bevollmäa tigte, Kollege Neumann, eröffnete die Versammlung und ertheilte dem Mitglieds der Lohnkommisstoii Kollegen Otto Schmidt, das Wort zum Referat über den 1. Punkt unserer Tagesordnung: Der gegenwärtige Stand unserer Lohnbewegung. Dieser berichtete zunächst über Verhandlungen mit den Direktionen der Adler- und Viktoriabrauerei, welche den Erfolg hatten, daß auch hier wie aus sämmtlichen anderen Brauermu unser Lohntarif anerkannt und bewilligt wurde, mit dem Unterschied, daß in ersterer Brauerei die geforderte Vesperpause von Ve Stunde nicht, da cht aber eine zweistündige Mittagspause bewilligt wurde. In der Werkstelle der Wittwe Gast machte die Kommission die bedauerliche Er- fahrung, daß dort gerade ein langjähriges Mitglied unserer Or- ganisation für einen niedrigeren Lohn zu arbeiten sich verpflichtet hatte, als wir gefordert haben. In Charlottenbiirg ist der Stand unserer Bewegung ebenfalls nicht ungünstig; sämmtliche dortigen Brauereien habe» bereits bewilligt. Die Lohnkominisfion hatte beschlossen, den Packfaßmachern der Benecke'schen und Goedecke- scheu Werkstellen das Arbeiten wieder zu gestatten, da der Tarif daselbst sofort bewilligt worden war und die von der letzten Versamnilung beschlossene Arbeitsniederlegung den gewünschten Erfolg nicht hatte. Es sollte mit dieser Arbeitseinstellung ein Druck auf die cheulischen Fabriken ausgeübt werden, aber diesen ist es gelungen, ihren nöthigsten Bedarf an Faßtagen zu decken und gerade vei Meistern, welche unserer Bewegung feindlich gegenüberstehen. Deshalb war die Loynkoniinisston der Billigung resp. Zustimmung der Versamm- lung sicher. Von der Versaimnlung wurden die Ausführungen der Kom- missionsmitglieder beifällig aufgenommen und im Laufe der Tis- kusston beschlossen, von unseren Forderungen nichts herunter zu lassen, um so weniger, als der von den Meisterst verlangte Auf- schlag ans die begehrtesten Faßtagen von den Brauereien schon woch, den 19. März, Nachmittags, und schon am ander» Morgen, also Donnerstag, wurde von zwei Kollegen das gegebene Wort gebrochen, indem sie hingingen zum Direktor und sich anboten. Am folgenden Sonntag, den 23., kamen zwei fremde Spinner hier an; als dieselben den Sachverhalt erfahren hatten, reisten sie wieder ab. Dagegen zogen es am folgenden Dienstag, den 2S., zwei andere Kollegen vor, ihr Wort zu brechen. Am folgenden Tage folgten zwei andere Kollegen. Es waren dieses sechs Kollegen, eine Woche später folgten noch sechs Kollegen nach. Das waren schon 12 Spinner; außerdem hatte der Direktor zwei Weber, früher Spinner, eingestellt, welche zwar nur schlechte Arbeit lieferten, zedoch als Streikbrecher waren sie willkommen. Das Resultat ist: für einen Kollegen wollten wir eintreten, dafür - r----- ti.-----..v, frt l/nrht IcinS 5. Otto Kommissions- sind neun Kollegen gemaßregell worden, welche so leicht Arbeit bekommen werden. Sämmtliche Kollegen, welche bis jetzt arbeiten, sind ohne Wissen der Kommission hingegangen. Die Kommission, welche in der Versammlung vom 19. März gewählt wurde, bestand aus folgenden Kollegen: 1. Gustav Petzsche, 2. Karl Stauch, 3. Robert Müller, 4. Hermann Heyner,"~' Franke, G. Emil Pardemann. Bon diesen sechs Kom Mitgliedern sind zwei umgefallen, die anderen vier find gemäß- regelt. Also das Fazit von unserem mit so großer Hoffnung be- gonnenen Streik ist, daß 9 Kollegen gemaßregelt worden sind. Diese sind: 1. Gustav Petzsche, 2. Karl Allinger, 3. Franz Köhler, 4. Albert Ehmann, 5. Heinrich Bachmann, G. Hermann Lache 7. Robert Müller, 8.' Hermann Heyner, 9. Georg Müller. Unter diesen 9 Kollegen befinden sich verschiedene, welche lange Jahre in der genannten Spinnerei beschäfngt waren. So war Hermann Bathe 19 Jahre, Robert Müller i» brocye», Heinrich Bachmann 9Va Jahre in der Fabrik beschäftigt, u. s. m._ und kein Meister, und kein Direktor konnte ooer rann nachweisen, daß diese Arbeiter nicht in jeder Beziehung tüchtig gewesen wären. Darum Kollegen, Arbeiter! helft uns, lasser uns in unserer Roth nicht im Stich, bis wir wieder andere Arbeit haben, sei es was es sei. Glücklicherweise giebt es noch Arbeit- £gjj.■* 1'---„nt geber, welche ein solches Vorgehen nicht billigen. Sendungen sind zn richten an Gustav Petzsche, Nowawes, Mühlen- straße 7.—....... mm—'< Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck dringend ersucht. N.B. Die Strcikabrechnung erfolgt in den ....."'-—--------- h«,. JN.J3..e-lC VtV......... g-.J.. W nächsten Tagen. Mit kollcgialischem Gruß. Streikkommission der Spinner, Nowawes. Ginr Versammlung tschechischer Arbeiter in Prag. welche von 7000 Personell besucht mar, faßte eine Resolution zn Gunsten des achtstündigen Arbeitstages und eines Feiertages am 1. Mai. Der jungtschechische Abgeordnete Tilscher sagte kräftige Unterstützung dieser Forderung zu. Oallr a. S. Der in den Tagen des 6.— 7. April Hierselbst tagende Verbandstag des Verbandes der Glasergesellen Deutsch- lands hat betreffs Etellungnahnie zum I. Mai folgende Rcso- Erwägung, daß die Arbeiter aller - nny k S. C lution angenommen:_ In m» 1. BWd. J. eine Knud- Kulturländer beschlossen haben,........... gedung zn Gunsten des achtstündigen Arbeitstages in Szene zu setzen, in fernerer Erwägung, daß nur durch' einen gesetzlich garantirten Normalarbeitstag eine Besserstellung der Lage der arbeitendeil Klassen des Voltes erzielt werden kann, den deutschen Glasern zu empfehlen, am gedachte» Tage die'Arbeit ruhen zu 3. SicIjUM der 1. Klüsie 182. Könißl. Preutz. Lotterie. Li-duils vom» sesvil isso Tormiltag?. Rut tU(Lrwii'ne Uder ftO SUtarC sind vei» ucuciiCrtÖC# iu Pareurde'e beigettigi« (Ohne Gewähr.) s&vmwm "WTSUnlü 87 Am R> 615 57 813 U 3512001 970'»IM 91 93 215 38,90 521785 932«0 809 4S6(3i:OI 555 81 729 43 II 110 438 -«SS« «»17« 212 75 WMUWM msw&mtmM 71 542 S-J 606 713'.III«2 UUlüO 224 5'.I5 ti li 75 1173 »«042 55 70 I7S 390 747 57«..M............. 77 11001 341 40 60 07 11001 438 513 655 06 747(1001 847 58«5024 239 65[1001 99 354 125 606 S«230 11001 69 325 46 420 52 506 60 MI 072 713 41 80 1100! 815 28 SO 914 63«705- 122 67 207 35 7 3 82 314 460 73 85 92 539 868 917 54 29063 169 239 3.2 423 70 EOS 737 990 «0122 240 3 3 56 67 403 63 531 712 8»6 923 36.. 30098 280 11001 f4 411 12001 4 1 643 49 713 37 806 8 11 3i 903 36 51 56 90 93 31301 20 35 PS-' 45 945 73 75 3« 196 321 54 92 483 536 62 612 715 36 817 33202 52 614 97 712 34051 172 74 231 331 434 751 öS 86 89 845 351117-257 328[1001 6.14 852 921 64»«"69 166 45, 658 703 44 806!7 991 37102 98 201 56" 64 708 8uä 914 91[100] 38046 214 87 381 403 810 90 30 471 214 0 67 7 8 4 47 535 9 4 77 4 830 4 9 86 4 0 274 98 325 30 98 4111(160] 41 58 529 75 684 Iis 65-31 41023 72 197 417 82 609 38 741 4-4lu8 i. 243 1150) 87 301 5 7 2 99 508 29 [150] 624 869 70 4 3134 349 567 77 626 942 43 4 4107 95 328 31 93 465 530 TO 77 675 88 721 75 860 45116 273 436 595 610 72 781 875 919 86 97 40018 llUOl 182 217 365 68 liOO] 74 451 68 77 646 727 800 47135 247 398 42, 75 558 853 1100] 74 997 ll"0] 41*101 20 30 323 88 499 598 613 713 77«68 986 40043 94 164 81 233 819 60 438 59 671 95 654 849 56 5«U18 148 329 622 807 913 30 51303 455 7 43 965 5 2347 48 491 531 51 786 90 3 3119 234 95 321 72 1100] 407 14 49 758 925 54082 108 13 223 85 438 6s 7 739 41 823 44 921 93 5*028 34 40 379 533 96 668 707 1100] 844 72 982 S«005 17 46 94 466 555 042 48 82 91[100] 715 59 85 833 937 77 57283 417 595 641 70(150) 813(100) 6SIÜ6 230 36 78 322(150) 27 1150) 591 82 673 708 803 20 29 915 6 9006 98 356 99 473 759 907 34 39 72 «1)163 6s 366 67 475 78 505 690 97 761 69«1121 859 495 627 28 953««Oll 130 200 5 430 47 62? 61 862 929 62«3039 92 133 281 324 403 67 733 800~ «5044 124 411 694 96 987««1)49 JP..______ Ji Ji «»009 26 47 52 106 4 5 215 96 387 572[200] 642«1 716 -.«02, 85 497 507 23 62 665 90 900 71056 284 305 511 714 64 78 965 72 721:1" 52 55 68 91 278 579 615 63 760 860 63 920 7»uC6 119 227 11001 401 11501 49 758 73 UoOl 852 DoO 74532 47 611 30 35 39 754 867 917 75004 1100] 44 65 159 83 206 23 381 40, 920 89 91 7«156 67 206 350 448 578 614 806 18 920 7 720- 607 20 7S225 324 82 97 437 66 894 736 93. 7 2 7»026 37 137 92 226 41 707 44 914 15 hiiü«2 03 96 161 207 16 47 049 636 750-5 837 56 65 flOO) 81076 120 69 274.6 313 4 49 7.1 91 514 8.010 47 192 271 371 579 644 lloü) 45 IIÜOJ 713 52«3165 201 535 58 613 16 799 840 66 904 9«4120[1001 212 81 300 25 73 412 27 514 637 41 91 721 98 822 68 84«3,053 126 412 16 69 596 667 94 719 43 58, 8 861 9,7«6004 23 40 206 3-3 467 6.1 87 759 932*7124 231 507 90 648 81 88208 304 6 13 28 94 426 60 81 712 920 82 80028 96 316 6 0215 44 CO 310 24 78[100] 766 887 945(1501 01121 37 70 217 (150] 323 11 00] 46 77 115UJ 50- 603 16 736 922««035 54 218 35 37 52 331 74 99 48? 5:6 6.,i 765 95 835 37 906 57 77 6 3 325 488 601 73 732 804 977 04089 172, 8 95 200 13 14 413 65 693 658 85 893 929 81 554 »Am««.* m«m* KKUM» 'Wmmm ■Mmfum „ 408 19 655 60S B# lauueHciuolÄwiiooi 72 91 217 383 88 llÖÖl 483 99 529 * aUiVf) uvu___..... 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Es wurde am Schluß dieser Ver- L&11*• 0 el"e Resolution einstimmig angenommen, dahingehend,! b, keiner die Arbeit eher aufnehmen wolle, bis unser Kollege Hermann Bathe wieder eingestellt würde. Dies war am Mitt-' 27 126 ..(1001 20 67 889 73 822 «7045 36 616 30122 30«S"34*41 419 581 813 63 915 31 OCÖ'llOOl 88 823 BOOT [2001 424 502 5 61 02 87 905 31502.- 135 232 ____________ 1 690 841 92:1»«1"5 22:4 76 320 590 788»1,050 90 111101 147 11001 76 2o9 3-1 454 5-5 634 768 95 8,6 911 64 74 90 40059 85 5 9 82 61 i 41106 27 29 60 343 410 6.0 90 779.'Üb 11601 43202 333 254 406 566 657 724 44 813 6, 62 948 11001 86 4 3>78 llüO) 180 293 332 428 65 51., 6:4 4 89 740 58 67 928 41 44227 3jI 4:4 571 693 711 17 920 36 92 45182 467 513 23 35 859 4tt062 I IS 206 354 660 7:4:4 40 1100] 09 837 925 4705, 2u7 65 328 36 43 516 677 M 817 (100) 98 9181 1150,98 11001 48141 61 214 331 559 87 689 733«»081 109 14[1001 309 54 518 701 36 893 920 7:4 76 UOOl_ nn„ 50 243 406 57 553 691 849 52 979 51199 240 87 395 418 524 58 775 5£ülU 28 38 70 11001 117 32? 590 60- 8 76-27 53051 77 97 108 2 5 71 UOOl 319 4-0 554 79 618 Tbl 91«4031 256 90 320 449 88 585 *5245 318 23 49:4 013 40 105-51 79 81 83 3,1295 347 57 838 009 17 *1095 157 459 5>8 664 859 58127 254 71 39? 844 90 6012. 83 300 W GOoOÜ 30 436'72 359 70 613 835 OHIO 24 76 99 281 338 770 829 "-•*"'—""i:r> 63159(IDOJ I 189 727 814 24 25 SO 917 21«7032 55, 2 175 204 27 348 03 Vi UuO] 48o 691 714 27 46 97 830 47 80 81 969 CS 130 201 313 407 827 30 55 69«»091 «a 4-.7 SU 62 11001 609 832 915(1501 63 71167 9«63! 805 9141 853 941[1001 87 1 IO"10 296 361 623 42[100] 47 57 79«IG 69 71 95 770 74 846 1 1 1027 15-1 50 329 40- 603(00 UOOl 85 858: 13198 247 317 625 32 3:4 67 612 76:! 824 1150] 969 113017 313 466 629 30 794 831 114054 159 61 71(1001 25:4 77 UOOl 329 77 426 87 792 814 58 63 115007 19 25 118 93 279 88 348 88 415 541 68 718 19 34 69 11»086 149 251 5U0 635 803 929 115031 37 220 35 498 629 75 877 11501 969 118018 III 69 509 30 49 91 670 I 1013, 463 79 652 906 -..........—....-.--... o.,- oo an 121068 94 120 ! 201 309 77 89 , u.,—. i. uuu v... v.. uu_. �-—.-___._ 96 446 521.14 6 ,7 71 772 871 88 124208 2:4 334 53 550 57 637 66 73 78[1001 85 855 1.25089 210 32141 74 417 77 97 675 748 50 120087 ILO 282 U50] 359 506 1:4 602 810 12 7080 169 241 306 66 49 I 11001 5-9 615 923 84 97 12W215 324 431 615 6Ü0 39 54 718 861 120200(1091«34 81 626 99 655[1501 8,3 UOOl 877 906 130178 225 35 390 409 51 600 4 97 Sil 86 926 1*1217 66 417 68 6 12 16-23 79* 830 55 76 934 1 32008 73 181 247 461 571 696 867 138 136 95 185 239 93 3-2 400 683 749 825 50 134029 120 382 94 536 617 778 871 96 977 133034 161 99 210 56 72 367 615 819 931 43 47 130 IÜ4 384 420 511 657 92 723 819 77 88 950 90 1 3 7035 37 127 463 98 500 46 76 9, 745 829 61 UOOl 971[1001 138025 82 115«8 705 81t 13909.- 122 1200) 48 343 68 431 02 560 756 8j6 49 973 76 140133 55 206 9 84 430 607 768-66 932 1 4 1093 128 270 645 77 636 99 768 830 912 18 28 70 143015 172 252 363 686 667 83 714 11501 1-13026 257 477 556 68 7-2 918 144207 379 475 655 918 23 82 1 45018 19 23 31-9 217 1100] 60 448 601 42 76 777 862 74 93 943 40 1 40061 1100] 90 107 88 96 218 20 92 380 487 641[2o0l 94 880 912 16 29 33 1 47038 202 31 62 420(1501 421[1001 669 607 712 863 1100, 84 987 1 41*095 125 30 43 226 446 660 720 51 8-7 930 1 40030 36 11001 106 39 2.18 379[1501 622 73 76 942 57 68 1100) uuoi 909 UEü/�'sm 217 Jifsib�Ö 617.793 «4377 98 541 756 «6035 68 126 52 216 ~■...... 490 " 49 100053 64 114 92 300 UOOl.9 9. 022 3. 002 8.2 10 1 209 41 Ol 77 98 329 65 418 40 580 10K003 56 108 7 8-, 990 103032 61 98 144 218 6615 0 001 75 3u3 503 95 ti 104121 25 88 295 842 437 589 763 09 96 864 lOSOlö 2( iüä 88 654 66 91» 35 11001»»934 123 44 Zl2 81 46(1501 476 77 623 38 76 85 777 837 977 91 160103 56 346 82 93 411 5 4 92 640 732 SU 37 52 902 93 11001 100353 64_m MM ,1W) MM 640 818 911 88 WWZMMMMZ'W 76 340 984 lassen, wenn möglich Vevsammlunaen zu veranstalten mit dem Thema: Ter Achtstundentag und seine Bedeutung für die Ar- beiter, sowie an der Sannnlnng von Unterschriften zu einer Pe- tition für den Reichstag sich zu betheiligen. Im Weiteren strebt oben genannter Verband für Abschaffung der Akkordarbeit, soweit es irgend möglich ist und spricht sich dahin aus. nur für die Orga- nisationen derjenigen Städte einzutreten, welche in der�Lohnbewe- gung eine Verkürzung der Arbeitszeit anstreben. Ntngdeburg, den 7. April. Die Generalkommission der Arbeiter Magdeburgs sendet uns mit der Bitte um Ver- öffentlichung folgende Resolution zu: Bezugnehmend ans die polemischen Erörterungen Berliner Genossen wider einige Mitglieder der Fraktion, betreffend der Feier des 1. Mai. erklärt die Gencral-Kommisston der Arbeiter Magdeburgs, welche zur Zeit aus Vertretern von 16 Gewerb schasten besteht: „Wir sind mit dem Vorgehen der Berliner Genossen ständig einverstanden und halten an den auch in MagdMirg in mehreren öffentlichen Volks- sowie Gewerkschafts-VeMmm- lungen gefaßten Beschlüssen, den 1. Mai als FeiertaeBzu be- trachten, fest." Cii« anßrvordrntliche General vevsainmlMg des Fachvrreins der Kernmacher und verwandten Bsüfsgenoffen Berlins und Umgegend fand am Sonnabend den 5. April im Lokal Gnadt, Brunnenstraße 38 mit folgender/Tagesordnung statt: 1. Wahl eines ersten Vorsitzenden. 2� Eines zweiten Schriftführers. 3. Kassen- und Rcvisionsbericht. Verschiedenes. Er wurde Kollege Stendel als erster, Dülfert als ziveiter Vor- sitzender, Oswald als zweiter Schriftführer, Ncichsner als Viblio- thekar, Joerich I. als Extrarevisor der Arbeitsnachiveis-Komnlission geivählt. Zu Punkt 3, Kassen- und Revisionsbericht, ivurde dem Knssirer das Wort ertheilt. Danach betrug die Einnahme 39,00 Mk. Ausgabe....... 62,53„ mithin bleibt Bestand.. 36,47 Mk. n>as von den Revisoren bestätigt ivurde. Dein Kassirer wurde dafür Decharge ertheilt. »* f Ädjumin der xederarbeiter. Donnerstag, den 9. April, Abend» punlt 9 Uhr, bei Buagenhagen am Morihplatz, große öff-iilltchs Versammlung sämml- licher Lederarbeiter Berlin'» und Umgegend. Tagesordnung: Wie verhalten sich die HauSarbetter zu unserer diesjährigen Lohnbewegung? Referent Herr Schuhniachermcistcr Mehner. Z-ntral-pranke»- und Strrbekass« der Maler(FiNale III Süd). Am Donnerstag, den 10. April, Abends 8 Uhr, Alle Jalobstr. 8» bei Neuer, Mit- gliederversammlnng. «rohe östrntiiche Zlersammiung der Weber und verwandten Berufs- genossen am Donnerstag, de» 10. April, Abends 8 Uhr, im Böhmischen Brau- hause(großer Saal), Landsberger Allee. Sfle-«nd Z>isk»t,r-Kl»i>„Keine", yiedorf. Donnerstag, 10. April, Abends 8� Ubr, im R-ltaurant Begier, außerordentlich- iZeneralvsrstammlung. Pflicht der Mitglieder ist es, der wichtigen Tagesordnung wegen, zu erscheinen. Zentral-Kranl,»»- und Kterbeliafle der Maler n»d r-errv.«rrufs- oenoflen Dentj'chlanda(E. H. Nr. 71), Filiale Berlin II Ost, Mitglieder- Bersammlung am 10. April, Abend« 8% Uhr. bei 3. Heule, Blumenftr. 38. SerUner Kranken- und Sesräbniflkafle fiir Lrairrn und Mädchen (E. H. Nr. 97). General- Versammlung am Sonntag, den 27. April, Nach- mUtagS« Uhr, in Feuerstein's Lokal, Alt- Jatobftr. 75. «r. äsfrntl. Kontmunalwiihler-Nersamnllung am Donnerstag, den lo. April, AbendS 8 Uhr,.in Weimann'S VollSgarten, Badstr. 69(Gesundbrunnen). Achtung! Seneral-Bersammlung sämmtlicher Holz- und BreNerträger Berlins und Umgegend am Freitag, den n. April, Abends 8 Uhr, im Köniastadt-Kafino, Holzmarktstr. 72. fli» a,» 10. d. M. anberaumte öffentlich» polksversaniminng in Joevs EesellschastShaus, AndreaSstr. 21, findet nicht statt.— Bersammlung der streitenden Stoitarbeit-r am Freitag, den N. d. M., Mittags 2 Uhr, in Schesser's Salon. Jnselstr. 10. «esang-, Turn- und gesellige Uerein» am D onnerstag. Männer- gesangverein„Lätttia" Abends o Uhr in Vettin's Restaurant, Vetcranenstr. 19. — Gesangverein„Brehclschluß" Abends 8% Uhr im Restaurant Mündt, Köp- ntckerstraße Ivo.— Männergesangverein„Nordstern" Abends 9 Uhr im Restaurant Pohl, Müllerstr.?.— Schäfer'fcher„Gesangverein der Elser" Abends 9 Uhr bei Wols u. Krüger, Slaitgerslr. 138, Gesang.— Gesangverein „Blülhenkranz" Abends 9 Uhr im Restaurant Brandenburgstr. 80.— Männergesangverein„Alerandcr" Abends 9 Uhr im Restaurant Rose, Straußbcrger- straße 3,— Männ ergesangverein„Firmilas" bei Kinner, Köpnickerstr.«8.— Gesangverein„Sängerlusi", Abends 9 Uhr, im Restaurant Landsbcrgerstr. 80.— Gesangverein„Männerchor St. Urban" AbendS 9 Uhr Anncnstr. 9.— Gesang- CSs � e�iiicdertn s eV'� Abends 9 Uhr fiöpnictetftv._loo,— Gesangverein — Bier- Uhr genoneniipast"(7. LehriingSabtheilungj Abends 8 Uhr in der städtischen Turn- Halle, Brttzerstr. 17— 18-— dcSgl. 8. Männerabtdeilung Abends s Uhr in der städtischen Turnhalle, Gubenerstr. 61.— Liibeit'scher Turnverein(Männcr- Abthcilung) AbendS 8 Uhr Elisabethstr. 67—68.— Allgemeiner ArendS'scher Gtenographenverctn, Adthetlung„Loutsenftadt", Abends 8% Uhr im Restaurant Preuß, Oranienslraße 61.— Arends'scher Stenographenverein „Phalanr" Abends 8% Uhr im Restaurant„Zum Buckower Garlen", Buckower- straße o.— Deutscher Verein ArendS'scher Stenographen Abends 9 Uhr in Heidt'S Restaurant, Koppenstr. 75, Unterricht und Ucbung.— Berliner Stenographen-Verein(Systein ArendS) Abends 9 Uhr im Restaurant Friedrich- straße 208.— Stolze'scher Stcnographenvcrcin„Nord-Berlin" Abends 9 uhr, Schlegelstr. u.— Verein der„Naturfreunde" Abends 9 Uhr im Restaurant Wienerstr. 36.— Verein der Unruhstädter Abends 8% Uhr im„König- stadt-Kastno", Holzmarktstr. 72.— Verein ehemaliger F. W. Rettfchlag'scher Schüler am I. und 9. Donnerstag jeden MonatS im Cafe Schuler, Lands- bergerstr. 78 Abends 8 Uhr.— Rauchklub„Kernfpihe" Abends 8% Uhr im Restaurant Böhl, RüderSdorferstr. 8.— Rauchkluh„Arcona" Abends 9 Uhr bei Ziplinski, Reichenbergerstr. 71.— Rauchklub„Dezimalwaage" Abends 9 Uhr im Restaurant Lock, Krautsstr. 48.— Rauchklub„Vorwärts" Abends 9 Uhr beim Herrn Tempel, Restaurant„Zum Ambos", Breslauerstr. 27.— „Orientalischer Rauchklub" Abends 9 Uhr im Restaurant Wiechert, Oranien- straße 8.— Rauchklub„Krumme Piepe" Abends 9 Uhr Langestr. 70 bei Heindorf.— Rauchklub„Collegia" Abends 9 Uhr bei Thiemerman», Skalitzerstr. 86. — Privat-Theatsrgcsellschaft„Adlerschwinge" Sihuug 9% Uhr Sartenstr. 14 bei Träger.— Mustkverein„Vorwärts" Uebung AbendS von 8% bis io% Uhr, Anncnstr. 14 vart. Neue Mitglieder, welche schon blasen können, finden Aus- nähme.—..Vergnügungsverein„Farinelly" Abends oZ Uhr Sitzung FtdelitaS JnvalidstM. 139, Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder.— Verein chcmlWße Schüler der 23. Gemetndeschule Abends 9% Uhr Holzmarktstr. 72. VerintsAzkes. Mr. Delaffaye, der französische Arbeiter, welcher als Tele- girier an der Berliner Arbeiterkonserenz theilnahm, erzählte einem Redakteur des Pariser„Matin" folgende Einzelheiten über das zwischen ihm einerseits und den übrigen sranzösischeu Delegirten andererseits ausgebrochene Zerwürsniß. Telahaye drückte sich folgendermaßen aus: Ich hätte das vom Minister der auswärtigen Angelegenheiten >nir angebotene Mandat nicht angenommen, wenn mit der An- nähme desselben die Verpflichtung verknüpft gewesen wäre, daß ich das Wort nicht ergreisen sollte zur Vertheidigung jener Ideen, für die ich mein ganzes Leben lang gekämpft habe. Als Minister Spuller mich zum'Delegirten ernannte, wußte er sehr wohl, daß ich für die achtstündige Arbeitszeit eintreten werde. ES fiel ihm nicht ein, von mir zu verlangen, über diese Hauptsrage bei der Konferenz zu schweigen. Wäre mir ein solcher Vorschlag gemacht worden, so hätte ich rundweg diese Ehre, als Telegirtcr zu fuugiren, ausgeschlagen, und zwar um so mehr, da ich nicht darum eingekommen war. Ich war der Unterstützung aller Sozialisten— welcher Schule sie auch angehören mögen— sicher. Da ich zu keiner bestimmten Partei gehöre, so brauchte ich Niemanden Rechenschaft über meine Entschließungen abzulegen, als den Arbeitern, für die ich stets ein- getreten bin. Als ich das Amt eines Delegirten annahm, hoffte ich da- her, daß man mich nicht zu der Rolle eines Pfahl- Delegirten (äelögue-xotoari) zwingen würde, daß ich vielmehr in Gegen- wart der Delegirten der übrigen Mächte, die der Einladung des Kaisers von Deutschland gefolgt waren, die Stimmung der gerechten Forderungen der Arbeiter aussprechen könne. Meine übrigen Kollegen, die Herren Jules Simon, Tolain, Burdeau und Linder ahnten wohl schon vor unserer Abreise aus Paris, ich werde die mir gebotene Gelegenheit benützen, um die Klagen der Arbeiter vorzubringen und zu Gunsten der Verkürzung des Arbeitstages eintreten. Während der Reise hielten dieselben mir Standprcdigten um die Wette. Sie quälten sich ab, um mir zur beweisen, daß ich bei der Konferenz nicht für die achtstündige Arbeitszeit der Erwachsenen eintreten könne.„Sie werden unser Land kompro- mittlren!" sagte der Eine.„Es ist unmöglich— sagte ein Anderer,— daß Sie die Vorschriften des Ministers in solchem Maße verkennen sollten, seinen Brief an die deutsche Regierung und deren Antwort auf die Einladung des Kaisers Wilhelm II." Ein Dritter behauptete: Es ist unannehmbar, daß man die Arbeit freier Menschen beschränke." Ich ließ sie reden. Die erste Sitzung der Konferenz fand Sonnabend, den 15. März, statt. Nach derselben theilte ich meinen Kollegen mit, daß ich bei der zweiten am Montag das Wort ergreifen werde, denn an diesem Tage sollte die allgemeine Diskussion beginnen. Es war für mich die beste Gelegenheit, eine genaue Erklärung abzugeben über die achtstündige Arveitszeit. Diese Erklärung sollte die Diskussion der verschiedenen Kapitel des Programms der Kon- serenz genau präziren. Meine Kollegen schrien laut auf und indem sie dieselben Argumente wiederholten, die sie schon auf der Reise machten, er- klärten sie, daß es geradezu unerhört wäre, wenn ein Mitglied der ftanzöstfchen Delegation sich in dieser Hauptfrage— die Beschränkung ver Arbeitszeit— von seinen Kollegen trennen sollte. Am Sonntag Morgen versammelten wir uns bei Herrn Jules Simon. Auf Befragen erklärte ich aufs neue, daß ich beabsichtige, am Montag zu sprechen. Diesmal bedeutete man mir, zu schweigen, da übrigens nur einer unter uns sprechen und dies derjenige sein sollte, welcher von den anderen Kollegen dazu er- koren würde. Ich gab aber meine Hoffnung nicht auf. Am folgenden Montag früh erklärte ich meinen Kollegen, daß ich darauf bestehe, meine Ideen kund zu thun und daß mein Entschluß ein uner- schütterlicher wäre. Zu gleicher Zeit theilte ich Herrn V.Berlepsch mit, daß ich in meinem persönlichen Namen eine Rede über die achtstündige �Arbeitszeit halten werde. Hierauf sprach Herr V.Berlepsch längere Zeit mit Herrn Just Simon. Was bildete den Gegenstand ihrer Unterredung? Sprache sie über meinen Vorschlag? Ich weiß es nicht. Aber was st ebenso gut wissen wie ich, ist, an eben jenem Montag verließ 1# (und zwar vor der Eröffnung der Konferenz) das urfprüngli- von Herrn v. Berlepsch festgesetzte Programm, nach welchem est allgemeine Diskussion über die verschiedenen Kapitel der Konferei- stattfinden sollte. Bei der Eröffnung der Sitzung verkündete Herr v. Berlepft daß drei Kommissionen ernannt werden sollten, daß diese Au> schüsse eine gewisse Anzahl Fragen zu berathen hätten und do: die Hauptdiskussion erst nach der Berathung der einzelnen Artin stattfinden würde. Indessen gab ich mein Vorhaben nicht auf. Dienfiq Morgen befanden wir uns bei unserem Präsidenten im klein« Salon; ich theilte demselben zum vierten Male mit, daß ich die erwachsenen Arbeiter eintreten werde. Wieder dieselben W lehnungen seitens meiner Kollegen. Schließlich schlug ich# meine Rede niederzuschreiben und dieselbe zuerst Herrn Im« Simon vorzulegen. Mein Vorschlag wurde endlich angenommen, aber oP Begeisterung. Meine Kollegen sahen mit Freude, daß ich endlst auf die Absicht, das Wort zu ergreifen, verzichtet hatte, und da! sie nun meine Rede würden anhören können, ohne an allen ihr« Gliedern zu zittern. Ich verbrachte die Nacht. vom Dienstag zum Mittwoch, ur meine Rede zu schreiben. Allerdings hätte ich meine Gedanm lieber mündlich auseinander gesetzt, allein ich hatte keinen ander« Ausweg mehr, um meinen Zweck zu erreichen. Am Mittwoch früh las ich die Rede im Salon des Her« I. Simon. H. Tolain hob die Arme gen Himmel, Herr Lindl« promenirte in Eilschritten im Zimmer umher; Jules Simon, a» wahrer Philosoph, begnügte sich, Bemerkungen zu machen. Ich antwortete auf diese Bemerkungen, daß ich nicht geww sei, weitere Konzessionen zu machen, daß dieser mein Vorschlai nicht politischer, sondern rein wirthschaftlicher Natur sei, daß« rein persönlich sei und daß er Frankreich nicht verpflichte. Nichv destoweniger sprachen sich meine sämmtlichen Kollegen geg« meine Rede aus.,, Unter diesen Umständen blieb mir weiter nichts ubriZ als meine Entlassung zu geben. Zugleich theilte ich n» daß ich an jenem Tage der Konferenz nicht mehr beiwohn? werde und Herrn Herbette meine Entlassung überreichen wure- Ich versprach bis 5 Uhr zu warten, bevor ich von Bern' abreisen würde... t.,« Herr Herbette empfing mich auf das Liebenswürdigste. � ersuchte mich lebhaft auf meinen Plan zu verzichten. Als« aber meinen festen Entschluß einsah, versprach er Alles zu thu> um einen vollständigen Bruch mit meinen Kollegen zu verHute» Um 4 Uhr ließ unser Gesandter den Herrn Jules Simon Z sich rufen. Eine halbe Stunde später benachrichtigte man nn# daß ich meine Rede werde lesen dürfen. Ich zog meine E»« lassung zurück.— �., Soweit die Aufklärungen, die uns Telahaye über den Zw] giebt und die wohl authentisch sein dürften. An den Erlebnis!« dieses einzigen Arbeiters der Konferenz wird man am besten ihr« Werth für die Zlrbeiter beurtheilen lernen. Frankfurt a. M., 9. April. Heute früh bald nach 6 Ust entgleisten bei der Station Goldstein im Frankfurter Stadtive- drei Wagen eines hierher bestimmten Arbeiterzuges der Riedbayf Die entgleisten Wagen stürzten die Böschung hinab. Die Z« der dabei zu Schaden gekommenen Arbeiter wird auf 27 ang' geben; 8 davon sollen sehr schwer verletzt sein. Ter Betrieb der Bahn ist nicht gestört. Depefrheir. (Molffs Telegraphen-Kureau.) Paris, 9. April. In Marseille herrscht seit gestern � furchtbarer Sturm, der die Schiffe auszulaufen verhindert. Dach des Valette-Theaters ist eingestürzt. In Toulon zerstA der Sturm das Dach der Hygiene-Ausstellung. KriefKnste» der Redaktion. Bel Anfragen bitten wir die AbonnemeniS-Ouittung beizufügen. Brlefl� Antwort wird nicht ertheilt. I. 100. Wir danken Ihnen für Ihre freundliche Eins«' dung. Die Sache ist aber längst bekannt gewesen; die Naw« der betreffenden Wirthe sind von uns auch schon veröffentust worden. 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