Ur. 85. Sommbend. den II. April 1890. 7. Jahrg. Hrgan für die Interessen der Arbeiter. swSKKM Jnsertionsgebühr beträgt für die 5gespallene Petitzcilc oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Verfammlungs- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittag? in der Expedition, Berlin SW., Bculhttrage 3, lowie von allen Nnnoncen-Bnrcanr, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis I Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. «•» Fernsprecher: Amt VI,|lr. 4100.«■» Medttlrtion: VvukhstrnHv Ä.— Expedition: Veukhfkeatzv 3. Die Denrngogen sn der Jlrdeik. Seit es eine zielbewußte, auf festen und klaren Grund- sähen stehende sozialdemokratische Arbeiterbewegung giebt, ist es für einen Theil der Kapitalisten mit der beschau- lichen und idyllischen Plusschneiderei vorüber. Während vordenl der ganzen Arbeiterklasse das gesammte wirthschaft- liche Getriebe gleichsam ein Buch mit sieben Siegeln war, sind heute Millionen von Arbeitern sich über die wirth- schaftlichen Znsannnenhänge vollständig klar geworden; es ist ihnen vollbewußt und dieses Bewußtsein ist ihnen be- ständig gegenwärtig, daß die Arbeit und nur die Arbeit die Quelle alles Reichthums und aller Kultur ist — daß aber die Früchte der Arbeit nicht der schöpfe- rischen Kraft des Arbeiters als voller Lohn verbleiben, sondern dem in den Schoß fallen, der der Besitzer der Arbeitsmittel ist. Diese den ungelehrten Arbeitern verblüffend geläufige wissenschaftliche Erkenntniß erobert sich immer weitere Arbeiterkreise und wirkt als unverwüstliche mächtige Triebkraft für weitere Entwickelung und Förderung der Sozialdemokratie. Diesen Dingen gegenüber ist das Kapitalistenthum nicht unthätig. Eine weil verbreitete Presse, die von Angehörigen der besitzenden Klassen geleitet und gemacht wird, besorgt mit seinem Gefühl die Interessen des Kapitals und je mehr diese voü den begehrlichen ArbeiteriNassen bedroht scheinen, desto wüthender, verschmitzter und dema- gogischer zugleich wird das übernommene Anwaltsaint ausgeübt. Der Kampf gegen die Sozialdemokratie wird von dieser Seite das ganze Jahr hindurch mit ungeschwächter Kraft geführt, nicht minder gegen die ge- werkschaftliche Richtung der Arbeiterbewegung. Die gewerkschaftliche Richtung findet ihren praktischen Ausdruck in der Lohnbewegung, die regelmäßig im Sommerhalbjahr höhere Wogen schlägt. In dieser Periode ist auch der Kampf der Kapitalisten und ihrer Agenten gegen die Arbeiter ein heftigerer und um sie vor aller Welt ins Unrecht zu setzen, ist ihnen kein Mittel zu schlecht. Am meisten zu schaffen machen ihnen seit Jahresfrist die Bergarbeiter, deren Vorwärts- streben nach sozialer und materieller Besserstellung bis jetzt weder durch Schmeicheleien und Lobes- erhebungen, noch durch Drohungen, Brutalitäten und Ver- leumdungen erstickt werden konnte. Die kapitalistischen Blätter sind unablässig bemüht, besonders durch lohn- statistische Tabellen darzuthun, daß die Bergarbeiter ein schönes Einkommen haben und sehr wohl zufrieden sein könnten, wenn sie nicht von den sozialistischen Um- stürzlern und Hetzaposteln immer wieder aufgereizt nnd be- Nachdruck v«rbot«n.Z Feuilleton. 17 „Im« Glück der Damen." Roman von Emile Zola. Antorisirte Ilebersetzung von Armin Schwarz. Als er glaubte, daß der Junge nun genug gelernt habe, um sein Geschäft zu übernehmen, da weigerte sich der Sohn, Paris zu verlassen. Und von da ab cutwickelte sich eine Rivalität zwischen Vater und Sohn. Ersterer, an seinem Kleinhandel festhaltend, war ganz entrüstet, als er sehen mußte, daß ein einfacher Kominis das Dreifache dessen gc- wann, was er selbst gewann; Letzterer verlachte die Routine des Alten, prahlte mit seinem Verdienste und kehrte das ganze Haus von oben nach unten, wenn er zuweilen nach seiner Vaterstadt kam. Gleich den übrigen Abtheilungs- Chefs hatte er außer seinen 3000 Franks, die er fix er- hielt, noch ein gewisses Perzentuale vom Verkauf. Moni- pellier, überrascht uno von Respekt erfüllt angesichts solcher Erfolge, erzählte sich, daß der junge Bouthemont im ver- siossenen Jahre nahezu sünfzehntausend Franks eingesackt habe; und das war nur ein Anfang; es gab Leute, welche bem entsetzten Vater versicherten, daß sein Sohn es noch viel weiter bringen werde. Mittlerweile hatte Bourdoncle ein Stück Seide zur Hand genommen, dessen Muster er mit der Miene eines Sachkenners prüfte. Es war eine Faille mit einem Saum gehrlich gemacht würden. Die„Köln. Ztg." veröffentlicht wieder einmal eine sehr oberflächlich zusammengestellte und dunkel gehaltene Lohntabelle, die von der Bochumer Knappschafts-Berufsgenosseuschaft herrührt. Nach dieser Quelle hätten im Januar 1889 von 122 944 Berg- arbeitern 96 078 Mann bis 4 Mark und 22 587 über 4 Mark verdient; im Dezember desselben Jahres verdienten von 131470 Bergarbeitern 71731 bis 4 Mark und 54 942 über 4 Mark. Nach unserer Auffassung be- weisen diese rohen Zahlen für die„gute" Lage der Bergarbeiter gar nichts, dagegen scheinen sie vielmehr zu beweisen, daß die große Mehrheit der Bergarbeiter noch immer einen sehr dürstigen Lohn erhält. Daß die Lohntabelle keine genauere Spezifikatton der Lohnklassen enthält, ist für uns ein verdächtiger Umstand. Wir möchten gerne wissen, wie viele Bergarbeiter Tagelöhne von 2, 2,50, 3, 3,50 und 4 Mk. erhalten; es ist ungemein bequem, einfach zu sagen, 96 078 resp. 71 731 Bergarbeiter verdienten bis zu 4 Mk. Dasselbe ist der Fall mit den weiteren Angaben, 22 587 resp. 54 942 Bergarbeiter verdienen über 4 Mk. Fünf Pfennige mehr sind auch schon über 4 Mk. Daß diese Zahlen in ihrer rohen, vollständig unbrauchbaren Größe und Allgemeinheit nicht aus Versehen, sondern mit Absicht so publizirt wurden, begreifen wir vollständig, aber uner- findlich ist uns, wem man mit diesem plumpen tendenziösen Manöver imponiren zu können glaubte, oder wen» man damit irre führen wollte. Versuchen wir, die Zahlen der Berussgenossenschaft etwas näher zu beleuchten und zwar mit Zahlen, die ebenfalls im Kampfe gegen die Arbeiter publizirt wurden und die gleichfalls in der„Köln. Ztg." standen. Sie veröffentlichte da kürzlich die ihr von einer Zeche zur Ver- fügung gestellten Lohndaten, die eine Arbeiterzahl von 714 betreffen. Nach dem von der Berufsgenossenschaft beliebten Verfahren würden wir sagen, von den 7 14 Arbeitern ver- dienten 667 bis 4 M. und 47 über 4 M. Aber in der ersteren Gruppe sind 109 Arbeiter, die nur von 1,50 bis zu 2 resp. 2,50, 327, die bis zu 3 und 133, die bis zu 3,5 M., aber nur 98, die bis zu 4 M. verdienten. Und dieser großen Zahl sehr dürftig entlohnten Arbeiter stehen 38 gegenüber, die bis zu 4 resp. 4,50 und nur 9, die über 4,50 bis zu 5 M. verdienten. Die Angaben der Berussgenossenschaft werden sogar durch die bekannte osfiziele Denkschrift, der kein Mensch Parteinahme für die Arbeiter zum Vorwurf machen wird, widerlegt. Darnach haben im Juli 1889, also nach der Lohnerhöhung, 60,8 pCt. der Belegschaft auf den Gruben des Ruhrgebiets über 3 M., 80,1 pCt. über 2,50 M., also 40 pCt. unter 3 M., resp. 20 pCt. unter 2,50 M. erhalten. in Blau und Silber, das berühmte Paris-Bonheur, mit welchem Mouret einen entscheidenden Streich führen wollte. — Die Seide ist in der That sehr gut, murmelte Bourdoncle. — Der Effekt, den sie macht, übertrifft noch die Güte, bemerkte Bouthemont. Das kann unS aber auch nur ein Dumonteil herstellen. Als ich mich gelegentlich meiner letzten Reise mit Geanjcan überwarf, wollte dieser hundert Web> stuhle allfstcllen, um den Stoff zu fabriziren, allein er ver- langte um fünfundzwanzig Centimes mehr für den Meter. Fast jeden Monat reiste Bouthemont nach Lyon, um für sein Haus in den dortigen Fabriken Bestellungen zu machen. Er stieg bei solchen Gelegenheiten in den' ersten Hotels ab und hatte den Auftrag, kontant zu kaufen und folglich auch die Fabrikanten demgemäß zu behandeln. Er hatte übrigens völlig freie Hand und kaufte so, wie es ihm gutdünkte. Seine Stellung im Hause„Zum Glück der Damen" war— wie die der übrigen Abthcilungschefs- die eines speziellen Kaufmannes in einer Vereinigung von verschiedenen Handelszweigen. — Es ist also ausgemacht: wir markiren die Waare mit 5,60 Franks i fragte Bouthemont. Sie müssen wissen: das. ist knapp der Einkaufspreis. — Ja, 5,60 Franks, erwiderte Mouret lebhaft; wenn ich allein wäre, würde ich die Waare auf Verlust weggeben. Der Abtheilungschef lachte laut auf. — Oh, das wäre nur nur angenehm; die Waare ginge dann dreimal so schnell ab und Sie wissen— mein Interesse ist, daß recht viel verkauft werde, da ich am Brutto- gewinn theilnehme. Nicht besser sind die Arbeiter der staatlichen Bergwerke bestellt. Nach der bezüglichen, dem prenßi- scheu Abgeordnetenhause unterbreiteten Regierungsvorlage verdienten in den Steinkohlen- Bergwerken bei Saar- brücken im 4. Quartal 1889 die Hauer einen durch- schnittlichen Tagelohn von 3,79 M. und die Schlepper einen solchen von 2,42 M. In den oberschlesisryen Steinkohlen-Bergwerken verdienten nach derselben amtlichen Quelle im 4. Quartal 1889 die Hauer einen durch- schnittlichen Tagelohn von 3,59 M. und die Schlepper einen solchen von 2,06 M. Das sind die glänzenden Lohneinkommen der Berg- arbeiter. Allein in Sachsen müssen sie noch viel niedriger sein, denn vor wenigen Wochen forderten die Bergarbeiter im Lugau und Oelsnitzer Kohlenbezirk einen festen Tagelohn von 3,50 M., also weniger, als die Ar- beiter auf den preußisch-fiskalischenBergwerken bereits ver- dienen. Trotz der Bescheidenheit der Bergarbeiter wurden ihre Forderungen von den Werksverwaltungen mit der be- kannten Protzigkeit zurückgewiesen als„maßlos und uner- füllbar". Wir geben gerne zu, wenn man blos die kapitalistische Presse liest und nur aus dieser Quelle Informationen über die Konflikte zwischen Arbeit und Kapital schöpft, daß man dann unfehlbar die Ueberzeugung gewinnt, die Kapitalisten seien die edelsten und selbstlosesten Menschen, hingegen die Arbeiter störrische, neidische, habsüchtige und strettsichtige Elemente, die man am Besten mit Flinte und Säbel zu Paaren treibt und zur Raison bringt. Die Rechnungsabschlüsse der Bergwerks- und anderer Akttengesellschaften und Finanzunterneh- mungen aber, die ja in der ganzen kapitalistischen Presse publizirt und vermpthlich auch in den höchsten Kreisen mit lebhaftem Interesse verfolgt werden, enthüllen die trotz alledem beachtenswerthe Thassache, daß alle die an- geblich von den Arbeitern mit unverschämten Lohnforde- rungen so arg bedrängten Unternehmungen im Jahre 1889 bedeutend höhere, nach Hunderttausenden und Millionen Mark betragende Reingewinne erzielten, denen gegenüber die theilweise eingetretene Lohnerhöhung geradezu lächerlich geringfügig erscheint. Wie es mit der vielgerühmten Besserung der wirth- schaftlichen Lage der Arbeiter beschaffen, zeigen übrigens auch die offiziellen Ziffern über das Einkommen der sächsischen Bevölkerung pro 1889. Danach haben ein Einkommen von 301 bis 400 M. 204 140 Eingeschützte 401.. 500.. 280 102„ 501„ 600.. 159 912 601.. 700.. 116 173 Bourdoncle hingegen blieb ernst und kniff die Lippen ein. Er partizipirtc am Reingewinn, folglich hatte er rein Interesse daran, daß der Preis herabgesetzt werde. Die Kontrole, die er übte, war hauptsächlich daraus gerichtet, die Markirung zu überwachen, damit Bouthemont, dem nur daran gelegen war, die Losung zu vergrößern, nicht zu allzu niedrigen Preisen verkaufe. — Wenn wir die Waare mit 5,60 Franks verkaufen, so ist das so gut wie ans Verlust verkauft, bemerkte er, denn wir müssen unsere sehr beträchtlichen Spesen dazu schlagen. Ileberall würde man sie mit 7 Franks verkaufen. Mouret erzürnte sich und mit der flachen Hand aus die Seide schlagend, rief er erregt aus: — Ich weiß das recht gut; eben deshalb will ich meinen Kunden ein Geschenk damit machen. Mein Lieber, Sie werden niemals den rechten Sinn für die Frauen haben. Begreifen Sie denn nicht, daß sie sich um den Stoff„reißen" werden? — Gewiß! Und je mehr sie sich darum„reißen", desto größer ist unser Verlust. — Wir werden an diesem Artikel einige Centimes ver- lieren. Und was weiter? Ist das ein Malheur? Wenn es uns sonst gelingt, alle Frauen anzulocken, ihnen mit unseren angehäuften Waaren die Köpfe zu verdrehen, daß wir mit ihnen anfangen können was wir wollen und sie ungezählt den Inhalt ihrer Börsen auf unseren Pulten leeren! Die ganze Kunst, mein Lieber, besteht darin, sie zu entzücken, und dazu bedarf es eines Artikels, der sich einschmeichelt, der Epoche macht. Dann können Sie alle anderen Artikel ebenso theuer ver- kaufen, wie anderwärts; sie werden immer glauben, daß sie 701 bis 800 M. 107 427 Eingeschätzte SOI.. 900.. 96 720 Diese C Klassen zusammen bilden 964 474 Eilige schätzte; 1882 eiltsielen auf sie 808 590, so daß die dürf- tigen Einkommen bis zu 900 M. innerhalb 7 Jahren eine Zunahme von 155 884 erfuhren. Das ist der ivirihschaft- liche Aufschwung für die Arbeiter. Im gegenwärtigen Moment, wo die Arbeiter in den verschiedenen Gewerbe- und Industriezweigen und in ver- fchiedenen Orten mit den Kapitalisten ini.Kampfe stehen um Bessergestaltung ihrer Erwerbsverhältnisse, halten wir es für erste Pflicht der Arbeiterpresse, dein irreführenden und verleumderischen Treiben der tapitalistischen Tema- gogen mir Energie entgegenzutreten und ihr Lügengewebe mit kräftiger Hand zu zerstören. Wenn die Situation der Wahrheit gemäß geklärt, so ist die Bahn frei für die Arbeiter.• Schweizerische Arbeiterlwngeesse. HI. Als Korreferent trat Arbeitersekretär Greulich auf, der durch seine Rede beivies, daß er im beständigen Kontakte mit der Arbeit, nnt der sozialistischen Arbeiterbewegung, in den drei Jahren, die er nicht mehr als Staatsbeamter verbracht, wieder unser alter, bekannter Greulich geworden ist. Er stellte bei der Besprechung der Kranken- und Unfallversicherung als ersten Satz in den Vordergrund: Die Selbstverwaltung d er Ver- sicherten. Vor den Konseguenzen, die der staatliche Eingriff auf diesen Gebieten im Gefolge haben werde, schrecke er nicht zimicf. Staatsärzte, Staarsapotheken:c. seien nie ihn keine av- schreUenden Begriffe. Der Staat, der für Seelenärzte sorge, soll auch für Bestellung der K L r p e r ä r z t e Sorge tragen. Staatsanwalt Fürholz von Solothnrn beantragt, daß in die Bersicherungsgesetze als Grundlage ein Existenzminimum aufgenommen werde. Wenn der gesunde Arbeiter schon nicht viel Lohn verdiene und er bei Erwerbsunfähigkeit infolge eines Un- salles nur einen Thcil, eüva des dür, tigen Lohneinkommens erhalte, so müsse der Unglückliche der Arinenpstcge anheimfallen, deren mit Makel behafteter Unterstützung man ihn gerade durch das Gesetz entziehen wolle. Das Existenzininimnnr soll der Un- falleeutschädigung. der Rente, als Grundlage dienen. In der weilerei» Diskussion wird besonders nachdrucksvoll betont, daß es mit der Bersichcrungsgesetzgebung, die nun schon seit Jahren öffentlich diskutut werde, einmal rasch vorwärts gehen sollte. In der Abstimmnng der gestellten Antrüge wird die vierwöchentliche Karenzzeit in den Greulich'schen Thesen gestrichen und der An- "~:CL'.........'---------------------- 1. Desgleichen Ue Körperver- •-m-c- �.■ ,-M.................. g eines Berufes ,n Verbindung stehen oder nicht. Die nachfolgende Statu tenrevision war nicht wesent- licher Natur. Sie detraf die Vennehrung der Mitglieder des Vundeskomitees v.n 23 auf 23 und die Abänderung der Bestim- mung, daß statt Zwcidrittel der Konnteemitglieder die Hälfte zur Abhaltung einer Sitzung genügen u. s. w. Der Sitz des leiten- den Ausschusses wurde wieder nach St. Gallen verlegt und in denselben gewählt die Herren Schmer, Brandt und Schuhmacher. das Bundeskomitee wurden gewählt außer den drei genannten: Houste in Chaux de Fonds, Fauqnet in Laiisannc, Dr. Decurtius in Jruns. Lautenschläger in Außersiehl(Zürich). Burtschcr, Pfarrer in Außersiehl, Bopp, Maler in Baden(Kaitton Aargau), Zürcher in Madretsch(Biel), Droz in Chaux de Fonds. Gras ebenda. Pfenninger in Oberstraß(Zürich), Siebenmann in Bern, Nenenschivander in Buhler(Kanton St.' Gallen), Meier in Gol- dach(Kanton St. Gallen), Frick. Gießer in Oberstraß(Zürich). .Y.orf m Winterthur, Strub in Schasfhausen, Spieß, Gießer in "Ä? m ÄaT: dakteur in Zürich und Wnllschleger, Redakteur in Basel. .. ZU der Nachmittagssitznng wurde zunächst Herr Greulich ein- stimmig wieder als A r b e i t e r s e k r e t ä r ans die Amtsdauer von drei Jahren gewählt. Hierauf vertheidigte Herr Ständerath Cornaz in sranzö- sstchcr Sprache seine Thesen bezüglich der obligatorischen B er» f S g e nassen s ch ästen. Das Obligatorium, erklärte er "sfs.uuch Aeserate, verlange er nicht von vornherein, sondern zu- uachu die Fakultät der beruflichen Organisation, durch gesetzliche Regelung. Wenn aber die Freiwilligkeit der Genoffenschasts- befnedigendes Resultat ergäbe, dann soll der Zwang des Beitrittes zur Durchführung gelange.,. Herr Greulich ist gssga, eine Bermstchung der Arbeiter mit den„Arbeitgebern"— welches Wort er eine unglückliche Erfindung ueiMt,— da sie nicht zum Nutzen und Borlheit des Zlrbeiters sei. Was die Arbeiter bisher errungen, verdanken sie der eigenen Kraft und er warne deshalb die Arbeiterschaft vor einer Assoziation mit dem Klein- bürgenhum; eine solche Verbindung iväre eine sehr unglückliche und unnatürliche Ehe. Im Lause, der westeren Diskuiäo.l werdeu verschiedene A'.uräge gestellt, jedoch eine bestinnme Beschlnßsassiing ans Anregung des Präsidenten verschoben bis zum Traktandm»: Erweiterung des Fabrikgef etzes. Uebcr diesen Punkt referirte der becaniite katholische Sozial- Politiker Dr. Decurtius in vorzügliche: Weise. Seinem Vor- lrage legte er folgende Postulaie zn Grunde:• I. Das Fabrikgesetz soll zu einem Fabrik- und Werkstätieu- gesetz erweitert werden, dem jede industrielle Werkstatt, in der mehr als drei Arbeiter beschäftigt werden, unterstellt find. 2. Ter Maxin, alarbeitstag soll auf 10 Stunden beschränkt werden. 3. Es soll ein Maximum für die Ueberarbeitszeit, welche den dem Fabrirgesetze unteistellten Anstalten gewährt werden darf, gesetzlich festgestellt werden. 4. Tie Beschäftigung der Kinder und minderjährigen Per- sonen in der Hausindustrie soll durch ein eigenes. Gesetz geregelt werden. II. I. Der Bundesrath soll dafür sorgen, daß den Benchten der Fabrikinspektoren und denjenigen der kantonalen Regierungen über Ausführung des Fabrikgesetzes, die jedes andere Jahr ab- wechselnd erscheinen, ein Berzeichniß der Uebertretnugen, welche in dem betr. Jahre zur Aburtheilung gelangt sind, beigefügt werde — wie das in England der Fall ist— unter Angabe der Natur der llebertretung, des Namens des Uebertretcrs, des Gerichtes, welches den Fall beurtheilt hat, und der Strafe welche ausge- sprachen worden ist. 2. Der Bundesrath soll dafür sorgen, daß den Benchten der Fabrikinspektorcn und denjenigen der kantonalen Regierungen über'Ausführung des Fabrilgesetzes, die jede» andere Jahr ab- wechselnd erscheinen, ein Verzelchniß der gewährten Ueberzeitbr" '.vtlliglingen beigefügt»verde, unter Angabe des Namens Fabrik, welcher die Ueberzeit bewilligt- worden, der' Dauer' letzteren und des Grundes der Beivilligung. Die zwei letzten Begehren sollen durch eine Petition des Ar- bciterbuudes an den Bundcsrath gestellt werden. Dr. Decurtius begründete diese Fordcningen in einläßlichster Weise, besonders. verweilte er beim Normalarbeitstag. Er sei in der Lage„achzuweisen, daß in der Schweiz die elsstündige gesetz- liche Arbeirszeit zur Ausnahme und der längere Arbeitstag zur Regel geworden sei. Tie Uebertretungen des Fabrikgesetzes werden oü milde bestraft und die gerichtlichen Erkenntnisse feien zu auf- allend verschieden. Eine Behörde bestrafe die llebertretung mit 10, die andere mit 15 oder 20 Fr., auch mit 100 Fr. werde sie bestraft. Er verlangt, daß alljährlich über die Ausführung des Fabrilgesetzes ein ausführlicher Bericht publizirt werde. Derselbe oll die Gerichtserkenntnlssc vollständig, cdenso die er- heilten Neberzeitbewilligungen und die Grunde zu deren Forderung enthalten. Herr Scherrer als Korreferent schloß sich den Postulaten Dr. Decurtius an und kritisirte namentlich chars die so weit gehende Bereitwilligkeit der Behörden bei Be- ivilligung von Ueberzeitarbeit. Er will in Zukunft die Belvilligunaen nur von einer höheren Aufsichtsinstanz auf be- gründetes Begehren und unter einläßlicher Motivirnng ertheilt wissen. Für Arbeiterinnen wird eine Mittagspause von zwei Stunden verlangt und die völlige Freigcvung des Sonntagnach- mittags. Das Recht, den Arbeiter mit Buße zu belegen, wird dem tabrikanten bestritten. Eventuell sollte im Gesetz das Maximum der uße mit 30 Cts. festgesetzt werden. In der weiteren Diskussion rellt Frau Egli von Winterthnr den Antrag, für die Ar- beiterinnen den Arbeitstag mit neun Stunden zu norunren, eventuell den zehnstündigen Arbeitstag für alle einzuführen. Zum Schlüsse wurden die Postulats Decurtius angenommen und ebenso der Forderung nach staatlich anerkannten BerufSgcnoffenschaftcn (Gewerkschaften) zugestimmt. Ferner wurde beschlossen, 50 000 Unterschriften zn sammeln und die Einführung deZ(Bank-) Notenmonopols zu fordern. Zur Erweiterung des Arbeiter- Sekretariats soll ein Gesuch um Bewilligung eines größeren Kredits eingedeicht werden(bisher 10 000 Fr. pro Jahr). Außer- dem»vurden folgende Resolutionen beschlossen: Die Feier des Mäi bleibt jedem einzelnen Berein uberlassen. Bei weiteren internationalen A r b e. i t c r s ch u tz- Konferenzen ollen Vertrauensmänner der Ardeiter als Delegirte abgesandt werden. Ferner sprach sich der Kongreß dahin au-, day volle Preß- und Redefreiheit auch allen in der Schweiz wohnenden Fremden gewährt werden soll. VolikiMo Aeberstchk. Uebrv die Kerliner Käufer«»? macht eine Korrespondenz der„Frankfurter Zeiwng" ans Rom einige Mitrheilungen, welche zwar vorzugsweise von der Stellung Italiens zur Konsereu; handeln, aber sich auch auf die übrigen Staaten beziehen. So >eißl cS in der Korrespondenz:„Ellena(der erste italienische Delegirte) machte immerhin in Berlin nicht Opposition, sondern bei Ihnen wohlfeiler kaufen. Das Euir-d'Or zu», Beispiel, dieser Tasfct zu 7,50 Franks, der überall ebenso thmer' verkauft wird, gilt für einen besonders wohlscilen Artikel und wird genügen, um unseren Verlust am Paris-Bonheur zu decken:... Sie iverden sehen 1.., Er ward immer beredter. — Ich will) daß das Paris-Bonheur in acht Tagen deu ganzen Play in Aufruhr bringe, verstehen Sie, es ist unser Glückszng, es wird uns retten und in die Höbe bringen. Mau wird von nichts anderem, als von diesem Stoffe reden; der Saum in Blau und Silber wird bekannt werden von einem Ende Frankreichs bis zum anderen. Und Sie werden sehen, wie schwer unsere Konkurrenz diesen Streich empfinden wird. Der kleine Vineard wird wieder einen Flügel dabei lassen. Begraben sind sie, alle diese Trödler, die in ihren Kellern nach und nach am Zipperlein vergehen. Die mit der Uebernahme beschäftigten Kommis hatten den Patron umringt und hörten ihm lächelnd zu. Er hörte sich gern sprechen und wollte immer Recht behalten. Bour- doncle ergab sich wieder einmal. Mittleriveile war die Kiste leer geworden und zivei Männer waren damit beschäftigt, eine andere aufzunageln. — Den Fabriken ist am schlimmsten dabei zn Mulhe, bemerkte Bonthemünt. In Lyon ist man wüthend über Sie; die Leute behaupten, daß Ihre billigen Preise sie zu Grunde richten. Sie wissen, daß Gaujean mir mit aller Entschiedenheit den Krieg erklärt hat. Ja, er hat geschworen, daß er lieber den kleinen Häusern langfristige Kredite ge- wahrt, ehe er meine Preise akzeptirt. Mouret zuckte die Achseln. — Wenn Gaujean nicht Vernunft annimmt, sagte er, so ivird Ganjcan den Kürzeren ziehen. Was wollen die Leute übrigens? Wir bezahlen koutant und nehmen alles, ,vas sie erzeugen. Da ist doch das Wenigste, maß man verlangen darf, daß sie billiger arbeite». NebrigenS: wenn nur das Publikum seinen Profit dabei hat. Der Kommis leerte nun die zweite Kiste, während Bouthemont fortfuhr, an der Hand der Faktura die einzel- neu Stücke zn pointiretl. Ein anderer Kommis markirtc sie überließ das Andern, insbesondere dem belgischen Minister Jacobi den man als das Haupt der Fronde(Gegenströmung) auf der Konserenz, wenn man von einer Fronde sprechen will, bezeichneli cknifi. In manchen Fragen hatte Jacobs di� Unterstützung Fram- reich s und fast immer diejenige Hollands. Am andern Pol der Anschauungen stand der Schweizer Blumer, welcher selbst bei de« G es etzesbesti üiimTngen seines Landes nicht stehen blieb. Tc« Schweizern schloffen sich vorzugsweise die Oesterreich«? an. Tie Deutschen selbst sollen ihre'Rolle als eine Vermittlerrolle ausge- faßt haben. Doch herrschte das Gefühl, daß sie dies aus Ruck- sichten des diplomatischen Taktes thmi und alle Postulats, welche die Ltonfereuz aufstellte, dann ungesäumt in der Gesetzgebung der deutschen Staaten auszuführen suchen würden. Zi, der Franeirfragc herrscht in allen Ländern und bei allen Parteien, die entwickeltste nicht ausgenommen, noch am meisten Verwirrung und Unklarheit. Den Vogel haben aber abgeschossen die zehntausend Unterzeichner eines an die schwedische Regierung gerichteten Antrages, welcher verlangt, daß keine Kellnerin unter 40 Jahre sein dürft Ter„Sittlichkeit" wegen selbstverständlich, die dem Spieß- bürge: etwas ebenso Heiliges als Unerklärbares ist. Im. Uebrigen ist der schlaue Einfall nicht einmal neu, denn bu 40 Jahre sind in der katholischen Kirche seit Langem, als das„kanonische Alter"' bekannt, welches die Weiber haben müssen, wenn sie mit einem Geistlichen unter einem Dache leben»vollen. Es ist nicht bekannt geworden, daß diese Einrichtung einen besonders großen Einfluß aus die„Sitt- lichkeit" geübt hat. Wenn die Arbeiterinnen weiter keine dann mit Ziffern, die nur den Eingeweihten des Hauses verständlich waren. Wenn alldies geschehen war, wurde die "o.kuwa vom AbtheilnngS-Ches gezeichnet und kenn zur «ntralkasse. Monret betrachtae noch einen Augenblick diese rbeit, dieses Anspackc» von Waarcn, welche allmälig den Kellerraum schier bis an die Decke füllten; dann entfernte er sich wortlos, mit der Miene eines.Kapitäns, der mit seinen Truppen zufrieden ist, und gefolgt von Bourdoncle. Langsam dnrchschriuen sie den Kelterrauin; durch die in gleichmäßigen Zwischenräumen angebrachten Feustcrössnungen siel ein mattes Licht herein, in den dunkeln Winkeln, in den schmalen Gängen, die es da gab, brannte immerwährend das Gas. In diesen Gängen befanden sich die Reserve- vorräthe; es ivaren durch Lattenverschläge von einander ge- schiedeue Kellerräume, wo die einzelnen Abtheilungen den Ueberfluß ihrer Artikel ablagerten. Im Vorübergehen warf er einen Blick auf den großen Heizofen, der am nächsten Montag zum ersten Mal augeziuidet werden sollte, und auf den kleinen Feuerwehrpostcn, wo einige Feuerwehrleute einen riesigen Wärmemesser beobachteten, der in eine»» eisernen Behältnisse saß. Tie.Küche und die Speiserüume, ehemalige Keller, die in kleine Säle umgewandelt waren, lagen links, in dem Winkel nach der Place Gaillon. Endlich gelangte er zu dem am anderen Ende des Kellers gelegenen Versandt. Jene Packete, welche von den Kunden nicht mitgenommen wurden, wurden hierher geschafft, aus lange» Tischen sortirt und dann in Abtheilungen klajsirt, deren jede ein Stadtviertel von Paris repräsentute; dann wurden sie über eine breite Treppe, welche gerade dem „Alten Elbens" gegenüber mündete, in Wagen geschafft, die am Trottoir hielten. In dem mechanisch geregelten Betrieb des Geschäftes„Zum Glück der Damen" spie diese Treppe, welche auf die Rue de la Michodwre ging, unaushörlich die Waaren aus, welche durch die Rue Reuve-Salnl-Augustin angelangt waren und dann das Räderwerk der Pulte passirt hatten. — Campion, sprach Mouret plötzlich zum Chef des Versandtdienstes, einem ausgedienten Sergeant mit magerem Gesichte,— weshalb sind sechs Paar Tücher, die gestern Serben hätten! Pur Arbeiterbewegung in Etfafi-Lothrittgen geht dem! C." aus Straßburg eine längere Ausführung zu, die der Be- achtung auch unserer Leser werth ist. Es wird darin ausgeführt, daß die noch zu Anfang des vorigen Jahres von den Industrielle« kolportirte Klage vom Rückgang der elsaß-lothringischen Jnduivcn nichr richtig sei, daß vielmehr dieselbe im Aufschwänge begriffe« [ri. Herrn Lalance in Mülhausen habe man nachgerechnet, da? ich seit 1670 sein Vermögen mindestens verdoppelt und daß er .m Jahre 1379 einen Reingewinn von 2 Millionen erzielt habe. Die Fabriken in Marlirch, Schirmeck, Mülhausen seien alle voll- auf beschäftigt. Tie Klagen der Fabrikanten seien also jetzt ver- tmnmt, dagegen würden die Stimmen der Arbeiter lauter un« lauter. In„bedenklicher" Weise natürlich, heißt es im Bericht- An Stelle des politischen Protestlers und Ardeitgebers sei ein Sozialdemokrat und Arbeiter als Vertreter der Hauptstadt de» elsässtschen Jndustriebezirks in den Reichstag gewählt worden. Mau höre jetzt auch im ruhigsn Elsaß von Arveitseinstellungen und Forderungen höherer Lohne. Seit 1870 habe man da» Reichsland nur zwei Mal in lose Verbindung mit der Sozial- demokratie bringen können. Das eine Mal 1878, al« Jean Dollfuß im Reichstage stolzen Sinnes erklärt habe:„®«i uns giebt es keine Sozialdemokratie; die Humanität ver obtt- elsässtschen Arbeitgeber hat die Arbeiter zufrieden gestellt." Un« das anoere Mal, als der Abb« Winterer in derselben Sitzung sprach:„Unsere Ardeiterbevölkerung ist eine christliche, eine sehs religiöse und ein christlich gesinnter Arbeiter wird nie Sozial»« werden." Diese» Aussprüchen habe man vertraut und an dl» Möglichkeit des Vorhandenseins der Sozialdemokratie nicht glanbt, bis Herr Dr. Herkner in seinem Werke über die Lag' der Arbeiter in der elsässtschen Industrie jene Behauptungen al» fragwürdig nachgewiesen, und einen Sieg der Arbeiter für dn Relchsiagswahlen vorausgesagt habe. Der 20. Februar d. 4- habe diese Herkner'schen Prophezeiungen bestätigt; für die Sozial demokratie wurden im Lande üderyaupt 10 pCt. aller giltig»' Stimmen abgegeben; der Verfasser fragt:„Wo liegen die Ursaa,»« dieser Erscheinungen?" und wenige Sätze darnach beautivorm er die Frage wörtlich wie folgt:„Wenn in diesem Zentrum da elsässtschen Fabrikindustrie bis 1888 keine Sozialdemokratie finden war, so liegt das lediglich darin, daß die dortig' Arbeiterbevölkerung zu stumpf und uNgebild»! >v ar zur Sozialdemokratie, welche Dr. Herkner,)« dieser'Beziehung ein getreuer Schüler Brentanos, in letz» Linie auf die'A bklärung der Arbeiter zurückjührt. Mit M, schreitender Bildung der Arbeiterkreise liegt naturgemäß Gefahr der Entstehung einer Sozialdemokratie nahe. Die hoyn Erkemimiß erzeugt das Verlangen nach dem Erkaimten, d« Wissen geht dem Willen vorauf. Der 1*70 in Elsaß-Lothrmg«« übernommenen Arbeiterklasse, welche sich durch die denkbar& ringste Schulbildung auszeichnete, hatte es ferner bis dahin au« an jedem äußeren Anreiz gefehlt zur Bildung einer ArbewW beivezuna. Der elsässische Arbeiter vor 1370 sprach durchgehen«� nur deutsch und blieb deshalb fo ziemlich unberührt von yf, 'ranzösischen sozialistischen Propaganda, während ihn die politiffZ' Grenze von der deutschen Arbeiierdewegung trennte. Nach l»' vollzog sich der Anschluß an die deutschen Arbeiter nicht so ras«' daß er aber stattgefunden hat, kann nach den letzten Wahl? kaum mehr zmeiselhast sein und erscheint auch kaum als über raschend bei der unmittelbaren N-che der Schweizer t»re«r — L L Ufl LL------- np mV Einen Gradmesser für die be» uns eingezogene -S- gegen zwei Uhr von einer Dame gekauft wurden, am Aben nicht nach£)ause gebracht worden? ■— Wo wohnt diese Dame? fragte Campion. — Rue de Rivoli, an der Ecke der Rue d'Alger.>' Madame Desforges.___ Kit dieser frühen Morgenstunde waren die Sortirun� tische noch leer, die Abtheilungskästchen enthielten nur wen»»' Packete, die vom Abend zurückgeblieben ivaren. Campt«' blätterte in einem Buckze ,md suchte dann unter d»« Packeten; Bonrdonele betrachtete»nittlenveile Mouret dachte sich, daß dieser verteufelte Mensch alles wisse, sich«' allein beschäftiae, selbst beim Souper in den Racht-Restauran»; und in den AlcSves seiner Maitressen. Endlich entdeckte H Chef des Versandtdienstes den Fehler: die Kasse hatte e»» falsche Hausnummer angegeoen und das Packet war zuru» gekommen. — Welche Kasse? - Die Kasse vir. 10.. — Str. 10? Das ist Albert, nicht wahr? fragte Mou�' zn Bourooncle gewendet. Nun, wir wollen dem jungE Herrn ein Wörtchen sagen. Vor seinem Rundgange durch das Magazin wollte? jedoch einen Besuch im Expeditionsburcau machen, welaff mehrere Zimmer des zweiten Stockwerkes einnahm. H'!, liefen alle Bestellungen aus der Provinz und dem AuSlaü° ein. Monret kam jeden Morgen, um von der Korrespond»� Kenntniß zu nehmen. Seit zwei Jahren hatte diese Kor� spondenz von Tag zu Tag zugenommen. Ursprünglich � beitetcn hier zehn Beamte, jetzt konnten ihrer dreißig% mit Mühe die Arbeit bewältigen. Die Einen öffneten Briefe, die Anderen lasen sie, an zwei Seiten eines lanä* Tisches sitzend; Andere wieder klossirten die Briefe, ga«� jedem derselben eine Aufgavsnurnmer, die sich auf cim" Fachkasten wiederholte; hernach, wenn diese Briese inj'' verschiedenen Abtheilnngen vertheilt und die bestem' Waarcn aus den Abtheilungen zur Stelle geschafft theilte man diese je nach der Aufgabsnnmmer in die schiedcnen Fachkästen ein. In einem anstoßenden wo«ine Gruppe von Arbeitern den ganzen Tag fch»" und nagelte, ersolgte dann die Verpackung. HWjbzMMg dürste:: die sich i-umer slnaertlden Zahlet: der_ bei den r erschiede« en ReichstagZwaylen für die Sozialisten abqeaebe«e>: Stimme»: abgebe«. 1874 fielen auf Liebknecht BW Sltimue», 1684 schon Olli«Hb 1890 gegen 10 000 für die Sozialdemokratie. In IZ Jahren verdreißig- facht, jährlich«erdoppelt! Man hat versticht, das leiste Wahl- ergebmß in Mülhansen»mt dem Mißtrauen gegen die Protestler zu erklären und der Furcht vor den Folgen der Wahl eines Pro- testlers, die von 1867 her»roch in Aller©rinnernng sind. Das ist aber unrichtig, denn wenn solche Bedenken maügebei'd gewesen wären, hätte man doch wohl einen anderen Abgeordnete,: gewählt, als grade einen sozialdemokratische«. Tie Arbeiter- bevölkerung der Jndustriebezirke ist sich i h r e r Macht bewußt geworden und sorgt' jetzt für die Vertretung ihrer Interessen allein und aus sich selbst, nicht mehr wie bisher, durch Arbeitgeber. Ob man den Anschluß der elsässischen'Arbeiter an die deutsche Sozialdemokratie den: Protest gegenüber als einen relativen Fortschritt bezeichnen sott oder nicht, hängt von der pesfönlichen Auffassung ab. lins scheint es besser, nationale Gc- sichtspnnkte ganz außer Betracht zu lassen bei der Frage der Sozialdemokratie. Die Arbeiterbewegung als eine allgemeineKulturbewegung trägt einen internationalen Charakter, wie dies auch in der Berufung der jüngsten Berliner Konferenz seine Anerkennung gesunden hat." Abschluß eine» neue« Zliebevlastungsvrrsrages mit der Schweif. Zu den ärgsten Niederlagen der Bismarck'schen Politik im letzten Jahre gehört auch die Behandlung der Schweiz aus Anlaß des Falles Wohlgemuth und im Verfolg davon die Kündigung des«iiederlassungsvertrages mit der Schweiz zum 1. Juli 1390. Die Kündigung des Niederlassungsvertrages stützte sich auf die willkürliche Auslegung, daß die Schweiz verpflichtet Ist, alle Deutschen auszuweisen, welche seitens der deutschen Re- gierung keinen Heimathsschein erhalten. Gegen diese Auslegung protestirte mit Recht die Schweiz. Nunmehr nimmt der Berner „Bund", das ofsiziöse Organ der schweizerischen Regierung, Notiz von einer Mittheilung der schweizerischen„Handelszeitung", wonach nächstens ein neuer Handelsvertrag mir der Schweiz zu- stände kommen werde.„Einige nebensächliche Punkte des ge- kündigten Vertrages würden revidirt werden; mit Bezug auf die Auslegung des Art. 2 werde Deutschland sich zu der von der Schweiz- vertretenen Auffassung bekennen. Damit wäre das HmtMüß für den Abschluß eines neuen Vertrages beseitigt." stßriu beutscher Ztrufrster. Professor Gustav'Schmollet pricht im neuesten Hsttt feines Jahrbuches die Ausweisung auf .»n:nd des Sozialistengesetzes und ceennrft dieselbe, weit sie dem Ausgewiesenen die bürgerliche Existenz raube und ihn zum „gehässigen Agitator", nicht aber„unschädlich" mache. Dann fährt er fort: „Entweder muß man auf sie verzichten oder sie in eine I n- terniruug oder Verbannung nach bestimmten Orten, etwa nach einer deutschen Kolonie, verwandeln. Wir follten doch nicht vergessen, daß alle freien Staaten des Alter- lhums nicht ohne ein solches Verbannnngsrecht auskamen. Wer r heutigen Staate als Todfeind gegenüber steht und das vethattgt durch eine revolutionäre, an die Gewalt appollirende Agitation, dem braucht er dazu nicht die freie Bahn uno Gelegen- ueit tinzuruumen; er wird ihn nicht wie einen gemeine» Ver- brecher:ns Zuchthaus stecken dürfen, er wird die Verbannung in nne Kolonie nur unter ganz bestimmten Rechtskantelen, in ganz seltenen Fällen eintreten lassen dürfen, er wird für die:v:rth- schaftliche Existenz des Betreffenden und seiner Familie sorgen müssen; aber es ist nicht einzusehen, warnm eine solche Verban- nung nicht in jederBeziehung der Ausw eisun g vorgezogen wird; sie ist kaum härter, viel wirkschmer und vermeidet alle die Einwürfe, welche von der Majorität des Reichstags gegen diese geltend gemacht wurden." Dieser Vorschlag könnte des Herrn v. Puttkamer würdig sein. Die„Le:pz. Ztg.", welche unter amtlicher Flagge die rücksichtslose Reaktion predigt, jubelt deshalb auch Herrn Schmoller bereits zu und spottet selbst über die„GesühlspolUil" der„Kreuzztg.", welche das System des Zwanges mit de-: kaiserlichen Erlassen für un- vereinbar erachtet. Das„Damoklesschwert" des Herrn Schmoller »verde seine Wirkung nicht verfehlen. Die Behauptung, daß die Verbannung nach Kamerun oder Baganwyv nicht härter sei, als die Ausweisung, die dem Manne gestattet/ seine:: Ausenthalt einige Meilen von dem Answeisungsorte zu nehmen, und wenigstens unter Menschen zu bleiben, die mit ihm die gleiche Sprache reden, ist em roher und nichtswürdiger Scherz. Au» Gberschlrften, den 9. April. Anstatt die Grenzsperre gegen die Sckweineeinfuhr, unter der Tausende aus der Arbeiter- bevölkerung des oderscblesischen Jndustricbezirks leiden, endlich auszuheben, versucht die Regierung die Wirkung des Einfuhr- verdvts dadurch zu paralusiren, daß sie vom 1. April d. I. ab Oppeln einen Cchwarzviehmarkt, der wöchentlich zweimal ab- gehalten werden soll, einrichtete,«nd zwar mit der Bestimmung, daß für die Schweinetransporte nach diesem Markts aus Schlesien und Posen und für unverkauft gebliebene Schweine von diesen: Markte eine Frachtermäßigung von 60 pCt. bewilligt wird. Wie wenig dadurch der beabsichtigt» Zweck erreicht wird, ersieht u:an aus folgender Auslastung des konservativen„Obcrschlesischen An- zeigers", des„Amtlichen Veröffentlichungs-Blattes für den Land Monret fragt wie gewöhnlich: — Wie viel Briese haben wir heute, Levasseur? .% Fünfhundertviernnddreißig, mein Herr, erwiderte -j. t �ureau-Chef. Ich fürchte, daß ich nach dem bevor- stehenden Ausverkauf imt meinen Leuten nicht das Auslangen finden werde. Gestern sind wir mit knapper Noth fertig geworden. Bourdoncle schüttelte mit befriedigter Miene das Haupt. Es war Dienstag und er hatte an diesem Tage nicht ans 534 Briefe gerechnet. Die Beamten fuhren fort, die Briefe � zu öffnen und zu lesen, während vor den Jachkästen das Zu- und Abtragen der Waaren begann; es war dies einer der komplizirtesten und schwierigsten Leuste des Hauses, denn es war vorgeschrieben, daß alle am Morgen eingelaufenen Bestellungen am Abend expedirt sein Mußten. ,~ Man wird Ihnen so viel Leute geben, als sie ge- brauchen Levasseur, sagte Monret endlich, der mit.einem Blicke konstatirt hatte, oaß hier Alles in Ordnung gehe. _ dieser Räume, unter dem Dache, lagen die Schlafkammern der Veriäufevinnen. Doch Monret stieg jetzt hinab und begab sich zur Hauptkasse, die neben seinem Kabinet installirt war. Dieser Raun: war durch eine Glas- wand mit Fenstergitter von den übrigen Räumlichkeiten ge- sondert; es stanb_ darin, in die Mauer eingelassen, eine riesige eiserne Kasse. Zwei Kasffrer Zentralismen hier die Einnahmen, welche Lhomme, der erste Kassirer des Ver- kaufes, jeden Abend heraufbrachte; dami besorgten sie die Ausgaben, bezahlten die Fabritanten, das Personal, und alle die Leute, die vom Hause lebten. Von der Kasse gelangte man in einen, mit grünen Kartons gefüllten Raum, wo zehn Beamte damit beschäftigt ivaren, die Fak- turen zu prüfen. Dann kam noch das Verrechnungs-Bureau; hier waren sechs junge Leute damit beschäftigt, die Provi? sions-Rechnungen der Verkäufer an der Hand der Juxten- bücher' zu überprüfen. Dieses erst kürzlich eingerichtete Bureau arbeitete schlecht. (Fortsetzung folgt.) richtsbezirk Rntibor":„Der vielberusene Schweinemarkt zu ift also ins Leben getreten, hat aber gleich bei seiner Geburt gezeigt, daß er seinen Beruf nicht erfüllen wird. Der Auftrieb'war nämlich so unbedeutend, daß die Herren Fleischer- meister, auch ans dem Jndnstriebezirk waren solche anwesend, ungekemfrer Ding? wieder abziehen mußten. Sie werden schwer- lich ein zweites Mal nach Oppeln pilgern; denn hlos-um eine Vergnügungstour dahin zu machen, besitzt die giegierungsstadt denn doch zu wenig Reize. Und der Schweinemarkt dürfte selbst für die zumeist interessirten Kreise der Händler und Fleisch« keine neue Aluziehungskraft ausüben; denn was nützt ihnen der Markt, auf dem die Schweine fehlen!" Ohne Wiederöffnung der Grenze wird eben dem in Oberscklcsten herrschenden Schweincmangel, der ganz kolossale Preise und darum erhebliche Einschränkung des Jlnschgennsses seitens der wirthschaftlich schwachen Bevölkerung zur Folge hat, mm und nimmer abgeholfen werden können. Kresla«, 10. April. Der Redakteur der„Schlesischen Nachr.", Reichstagsabgeordneter Kuncrt, ist aus der infolge einer Anklage wegen Majestätsbeleidignug über ihn ver- hängten Untersuchungshaft entlassen worden. Wie au» Gießen berichtet wird, ist bei der gestrigen Stich- wähl zum Reichstag im dortigen Wahlkreise der Antisemit Picken- back), aus Berlin gewählt worden. Die antisemitische Gruppe im neuen Reithsteg besteht nunmehr ans fünf Mitgliedern. München, Ii. April. Der Ausschuß der Kammer hat der _ e«mg die Münchener Petition der Kanflente betreffs der strengen Sonntagsruhe Zur Würdigung empfohlen. Der Regie- runaskommissar Landmann vermuthet, der Bundesrath werde die Anordnungen über die Sonntagsruhe auch auf den Handelsstand ausdehnen und versichert die Kammer des Wohlwollens der Re- ierung in diesen Bestrebungen. Die Reichsregieruna beschäftige ich mit dieser Angelegenheit, doch sei bis jetzt noch nichts darüber an den Bundesrath gelangt. An» Kachsen. Die Boykottprozesse scheuten unserer Regierung, die sich ihrer im Anfang so herzlich freute, nach- gerade etwas unbequem zu werden. Die sächsischen Gerichte haben zwar mit bewundernswürdiger Promptheit gearbeitet — die Landgerichte übertrafen sogar noch die Auttsgerichte und es wurden Strafe» verhängt, daß die grimmigsten So- zialistentödtcr befriedigt waren. Allein die Sache hat doch anch ihren Haken. So weit sind wir noch nicht— selbst nicht in. Sachsen—, daß die Justiz es offen als Grundsatz aufstellen kann, die Strafbarkeit einer Handlung hängt von der Parteistellung des Thäters ab— der Boykott gegen Sozialdemokraten ist nicht blos erlaubt, sondern sogar eine verdienstvolle Handlung; der Boykott durch.Sozialdemo- traten ist aber ungesetzlich und muß strengstens bestraft werden. Und vor diesem Grundsatz steht jetzt die sächsische iZ. Nachdem die verurtheilende ErkenntiMe der Anits- gerichte in Boykottprozessen die Bestätigung der Landgerichte erhalten haben, ist die Angelegenheit nun zur cndgiltigen Entscheidung an das Oberlandesgericht in Dresden gelangt. Und dieses Oberlandesgericht hat ungliieklicher Weise vor anderthalb Jahren in dem bekannten Prozeß des freisinnigen Redakteurs Thiele gegen die 42 Wurzener Kartellbrüder, die ihn in optima forma geboykottet hatten, nach allen Regeln jnri- stischer Kunst und mit Aufgebot eines beträchtlichen Quantums von Scharfsinn die volle Berechtigung und strafrechtliche Unanfechtbarkeit des Boykotts nachgewiesen. Und der Boykott bei 42 Wurzener Kartellbrüder war so massiv und so drastisch, daß Alles, was die Sozialdemokraten in puncto des Boykotts geleistet haben, neben diesem Orkan reichstreuer Gesinlnnlgsnmthigkeit wie ein säuselnder Zephyr erscheint. Nun wissen wir zwar sehr wohl, daß ein jeder„gute" Jurist ein Gneist ist, der„alles beweisen kann", und daß sich in Form Rechtens und vollkommen en regle der Beweis sichren läßt, ein sozialdemokratischer Boykott sei ganz etwas anderes wie ein karkellbrüderlicher, aNein eme etwas be- denkliche Geschichte ist's doch; und eine zweite Broschüre im Genre der Broschüre vom Rotheu-Schnupftuch, das schwarz- iveiß-roth war, würde nicht sonderlich angenehm sein. Dazu kommt noch, daß die Welt hinter den grün-weißen Grenzpfählen doch leider nicht aufhört und daß es auß er- halb Sachsens z. B. in Preußen Richter giebt, welche sich auf die Höhe sächsischer Relchsanschauung nicht emporzu- schwingen vermochten, und welche den Boykott an sich für nichts Ungesetzliches halten— gleichviel ob er von einem Reichsfreund oder einem Reichsfeind ausgeübt wird. Die beireffenden Erkenntnisse preußischer Richter haben in sächsischen Regierungskreisen offenbar Beklemmungen verursacht, denen die„Leipziger Zeitung" in einer ihrer letzten Nummern auch Ausdruck gegeben hat. G-»,rreich-U«gar». Pest, 10. iffprii. Eine Abordnung von Pester Ar- b e i t e r n zeigte heute dtn: Polizeipräsidium an, daß d:e Arbeiter beabsichtigen, den I. Mai als allgemeinen Ruhetag zu begehen. ES soll em großer Umzug und schließlich unter freiem Himmel eine Volksversammlung stattfinden. Die Veranstalter erklären, sie würden selbst die Ordnung aufrechterhalten ohne polizeiliche Da- zwischcnkunft. Der Polizeipräsident empfing die Arbeiter sehr zuvorkommend und erklärte, er werde seinen Bescheid in einigen Tagen schriftlich mittheilen. Voraussichtlich dür te der Umzug nicht gestattet werden und die Versammlung nur dann, wenn sie in geschlossenem Räume stattfindet. Wien, 10. April. In den westlichen Vororlen blieb heute Abend Alles ruhig; kleinere Vvlksansammtungen wurden von Militärpatrouillen zerstreut.— Der Statthalter siir Nieder-Oester- reich hat heute Nachmittag einen Erlaß an die Bürgermeister von Ottakring, Hernals und Neu-Lerchenfeld gerichtet, worin er dieselben auffordert, die erforderlichen Vorkehrungen zu treffen, um eine Wiederholung oder Ausbreitung der jüngsten Exzesse hintan zuhalten. D-chwede»«nd Nor,v-g-«. Die schwedischen Sozialdemokraten sind in allen größeren Städten mit den Vorbereitungen zur Feier des 1. Mai beschäftigt. Dieselbe soll namentlich in Stockholm eine großartige werden. Die Partei hat dort be- schloffen, Nachmittags 2 Uhr einen großen KundgebungLzug durch die Straßen gehen zu laffen, und eine Anfrage aus die Behörde gerichtet, wie sich dieselbe zur Sache stelle. Der Polizeimeister hat ein anerkennenswerthes Entgegenkommen gezeigt, indem er den Sozialdemokraten zwei der größeren Plätze der Stadt zur Aufstellung des Zuges und zu einer Massenversaminlnng unter freiem Himmel zur Verfügung stellte. Zugleich betonte der Polizeüneister, daß er es den Sozialdemokraten selbst überlassen wolle, für die Aufrecht- erhaltung der Ordnung zu sorgen. Es wäre nur zu wünschen, daß unsere deutschen Behörden in ähnlicher Weise ver- führen. Es würde sich sogleich zeigen, daß es kein sichereres Mittel giebt, eine Volkskundgebung zu einer ruhigen und würdigen zu machen,, als das Gefühl der ganzen Verant- wortuttg bei den Veranstaltern, und daß die Polizei in sol- chen Fällen nicht Keffer für die Ordnung wirken kann, als indem sie jede verletzende Einmengung vermeidet und sich dis- kret im Hintergründe hält. GrsKstvitattnie«. London, II. Aprtt. Sin Stelle des verstorbenen konservativen Parlamentsmitgliedes für Carnarvon wurde heute George (Gladstonianer) mit einer Mehrheit von 20 St. gegenüber dem konservativen Kandidaten gewählt. Frankreich. Wie ans Pur LS gemeldet wird, ist der H er zog von Orleans, der seit ein paar Wochen im GefäNgniß von Clatt- vanx saß, gestern freigelassen worden. Diese Maßregel würbe seit vorgestern angekündigt und war voraus zu sehen, seit Herr Constans in dem neuen Ministerium Freyeinet das Innere wieder übernommen hat. Es ist bekannt, daß Herr Constans von An- fang an dafür gewesen ist, daß der junge Herzog sofort, nachdem man ihn aufgegriffen hatte, an die Grenze geführt würde, wen er der Ansicht war, daß der jugendliche Streich desselben mue eigentliche Präteiidenienthat darstelle und nicht unter das Gesetz von 1886 falle, und weil er vor allein nicht wollte, daß durch einen politischen Prozeß und die unvermeidliche Einsperrung des Herzogs der monarchischen Agitation eine neue und fruchtbare Siahrung geboten werde. Er unterlag aber mit dieser Ausichi gegenüber Herrn Tirard» der aus der Anwendung der strenge oes Gesetzes bestand. Tlittlio«. Crispi. der ehemalige Garibaldianer, ist jetzt völlig zu den Gebräuchen des Polizeistaates übergegangen und läßt Ver- treter großer fremder Zeitungen ausweisen, weil sie sich„laffig gemacht" haben. Der Vertreter der„Agence Havas", JüW Lavalette, und derjenige der„Franks. Ztg.", Grumvalb, smd aus Rom und Italien ausgewiesen worden. Crispi hat diesen Besetz. auf Grnnd des Art. 90 des italienischen Gesetzes über die offent- liche Sicherheit unterzeichnet. Als Grund für die Verfügung wird eine falsche, inzwischen berichtigte Meldung über die>,ahs lungsunfähigieit des Bankhauses Gattoni angegeben. Run i,: ein derartiger Jrrthun: ja unangenehm. Allein es_ kann von Crispi nicht behauptet werden, daß der deutsche Berichterstatter der Erfinder jenes Gerüchtes sei; er hat, wie Jeder, der ihn kennt, mit Sicherheit behaupten kann, in gutem Glauben wieder- gegeben, was ihm selbst als Thatsache berichtet wurde. Wie selbst dem vorsichtigsten Schriftsteller Jrrthümer unterlaufen können, sollte Crispi vielleicht aus seiner eigenen Vergangenheir wissen. Jedenfalls könnte ihm bekannt sein, daß sich Regie- mgen durch die gröbliche Maßregelung der Vertreter der reffe zumeist selbst geschadet haben. Dem Bankhause gattoni kann die Ausweisung zweier Schriftsteller, die so- fort ihre Ersatzmänner finden, schwerlich nützen; eine offene Eni- schuldigung hätte ihr besser- Genugthuung sein können. Als aus Deutschland vor einiger Zeit zwei italienische Journalisten aus- gewiesen wurden, war die Presse jenseits der Alpen voll Hohnes über den reaktionären Polizeistaat, der die liberalen Grundsätze verleugne. Jetzt kann sie vor der eigenen Thüre kehren. Erispi s Verhalten aber fällt schwerer mS Gewicht, weil er den Mantel des Volkstribnnen aus den Schultern. Freiheit und Demokratie auf den Lippen trügt. Man darf abwarten, wie in Italien selbst diese Maßregeln ausgenommen werden. Außerhalb Italiens wer- den sie alles eher als eine Steigerung des Ansehens Crispi s und seiner Regierung bewirken. Die„Frkf. Ztg." selber schreibt zu der Ausweisung ihres Korr-- spondenten:„Wie uns unser römischer blr-Korresponvent tele- graphisch mittheilt, ist er heute obne Angabe von Gründen aus- gewiesen worden. Ob nur aus Rom oder aus Italien wiffcn wir vorläufig nicht. Einen Grund für die Maßregel können wir uns mcht denken; unser Korrespondent hat stets in sachlichster und für stauen wie für die Italiener wohlwollendster Weise seines Amte» gewaltet und ist in jeder Beziehung eine Persönlichkeit, der man Dinge, die als Vorwand einer Ausweisung dienen köunten, nicht zutrauen kann. Es müßte denn sein, daß die Regierung des Herrn Crisp: in jeder ihr vielleicht mißliebigen Kritik einen genügenden Grnnd zu einer so harten und verwerflichen Maßregel erblickte. Ware dies wirklich der Fall,- so t. Dl . könnten wir es im eigenen Interesse taliens nur bedauern, baß dieses sonst so freie Land unter der ..'oziernng des Herrn Crispi abermals einen bedenklichen Schritt abseits der Pfade des Liberalismus gethan hat. Es wäre das um so auffallender, als die Ausweisung italienischer Korre- spondenten aus Berlin seiner Zeit in ganz Italien Zroße Em- ÄWiä.ÄWz sich ausdrückt responventen... �...........--------. damals mit den italienischen Blättern die Ausweisung der italie- nischen Korrespondenten getadelt und hoffen fetzt, daß die italienische Presse nunmehr auch unsere Auffassung der Maßregel, die das Regiment des Herrn Crisp: dem Bismarck'schen Systen: wieder in einem wesentlichen Znge ähnlich macht, theilen wird.— (Wie ein späteres Telegramm unseres Korrespondenten meldet, ist auch der römische Korrespondent des Pariser„Figaro" ausAe- wiesen worden.) Madrid, 10. Aprill��Jn der heutigen Sitzung des Senats erwiderte der Ministerpräsident Saaasta auf die Herausforderung des Generals Daban, er fei bereit, sich mit demselben aus jedem Felde zu messen. Der Angriff seitens einiger republikanischer Senatoren gegen die Monarchie rief ein« lebhafte Bewegung hervor. Balenzia, 10. April. Als heute der Karlistenführer Marquis Cerralbo auf dein hiesigen Bahnhof eintraf, fand seitens einer nach Tausenden zählenden Menschenmenge eine feindselige Kundgebung gegen ihn statt. Die Menge folgte seinen: Wagen nach den: Hotel, schlug die Fenster desselben ein und versuchte das Gebäude in Brand zu stecken, was jedoch durch die Bürger- garde vereitelt wurde. Schließlich mußteKavallerie requirirt werden, welche die Volksmenge angriff und mehrere Personen verwundete. Feindselige Kundgebungen erfolgten auch am Abend vor dem Karlistischen Kluv, wo sich etwa 2000 Personen angesammelt hatten. Man drang in das Gebäude ein und steckte die Möbel in Brand und suchte auch das Löschen der Flammen durch die Feuerwehr zu verhindern. Eine andere Gruppe zertrümmerte und verbrannte die im Klubhofe stehenden Wagen. Einige versuchten auch die Kirche in Brand zu stecken, wurden jedoch von Truppen daran gehindert. Die Volksmenge errichtete zwei Barrikaden in den Straßen. Die militärischen Behörden haben den Oberbefehl in der Stadt übernommen, die ganze Garnison wird unter den Waffen gehalten. Balenzia, 11. April. Der ketztere Theil der Nacht ist ruhig verlaufen. Die meisten Truppen sind in die Kasernen zurückgekehrt. Soldaten bewachen noch das Lokal des Karlisten- Hubs und die Jesuiteukirche, welche arg beschädigt sind. Dem Marquis Cerralbo und fernen Anhängern gelang es im Laus« des Abends, das Hvtel zu verlassen und sich zu Freunden zu be- geben. Sozislo Msbevstchck. Achtung l Filtfchuhardciter! Die in der öffentlichen Ver- sammlung am 24. März gewählte Kommission hat zur Entgegen- nähme freiwilliger Beiträge für den Generalfonds folgende Zahl- stellen eröffnet: Für den Osten bei Heindorf, Langestr. 70; für den Norden bei Gnadt, Brunnenstraße 38, Lehmann, Schwedterstr. 23, und Flick, Boyenstr. 40; für den Nordosten bei Wagner, Nene Königstr. 89; für den Süden und Südosten bei Gründel, Dresdeneritr. 116; für das Zentrum bei Kühl- mey, Rosenthalerstraße 80. Jeden Sonntag von 10— V«12 Uhr. Um rege Betheiligung der Kollegen bittet die Kommisflon. Theater. Sonnabend, den 19. April. Gperuhans. Der fliegende Holländer. Kchauspielhans. Die Geschwister. — Die Kopisten.— Graphologie. — Anonyme Briefe. Fesstng-Tlkcatrr. Die Ehre. Ärrliner Theater. Die wilde Jagd. Deutsches Theater. Faust. 1. Theil. Friedrich-Wilhelm Hädt. Th»ater. Der arme Jonathan. Malluer-Theatrr. Die Bajadere. Vorher: Im Spätsommer. giktoria-Thrater. Stanley in Afrika steud-Theater. Die Geheimnisse von New-Iork oder: Madeline's Dämon. Nestdens-Theater. Marquise. Kroll's Theater. La, Traviata. Kellralliaure- Theater. Der Nau- tilus. Central» Theater. Ein fideles Haus. Adolf Ernst. Theater. Der Goldfuchs. Theater der Ueichahalle». Speziali- tätenvorstellung. Gebr. Richter'« Uariötö. Speziali- täten-Borstelluna. Kanfmann's U aristo. Vorstellung. Spezialitäten- Ameiican-Theater BOT Dresdenerstraß« 55, Täglich Vorstellung. Englischer Garten Direktion: C. Andreas, Alexander- strape 27c. Auftreten des Gesangshumoristen Herrn Jung. Auftreten der deutsch- schwedischen Chansonnette Fräulein Tonny Peters. Auftreten der vorzüglich. Liedersängerin Frl. Margarethe Steinow. Neu 1 1 Austreten des Jnstrumental- und Gesangs-Terzetts(3 Damen) Geschwister Samens. Austreten der beliebten Duettisten Ge- schwister König. Anfang Wochentags 8 Uhr. Entree 30, 60 u. 75 Pf., ,m Vorverkauf 20 u. 30 Pf. Sonntags Ansang halb 6 Uhr. Sonntags Eutree 50, reservirt 75 Pf., Orchester l Mark. Vorverkauf Entree 40 Pf. I Äl. Unter de» Linde» 01. Im Hause der Wilhemshallen neben der Passage. Bßn- Vorführung Täglich Ali- Bey egyptischer u. indischer 7v, Uhr Abends. Zauber- tünste. S, 2 m 1 M. BilletS im Jnvalidendank. Etablijsmellt Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Gr. Instrumental-Concert, Direktion A. Uödmann. Wochentags 10 Flg., Mliee Sonn- und Festtage im Kaisersaal 25 Fig. Spezial-Ausschank von Patzenhofer. l�port-Bier, hell u. dunkel, a Sdl. 15 Pf. Gleichzeitig empfehle ich meine hocheleganten FestsAle zu 100 bis 200 und zu ca. 1000 Pers. zu soliden Bedingungen. 641 F. Möller. Passage 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Ueu: Erste Reise d. d. Riniera. Monar». Mzza. Cannes je. Neu! III. Cyclus Conltantinopel. Zweite Reise d. Tirol. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. Friedrich Carl• Dlor, Ecke Karlstraße. Sonnabend, den 12. April, Älb. 7Va Uhr: Grobe Wra-Galo-VorMung zum Benefiz für Frau Anna Wulff. Besonders hervorzuheben: Z. 1. Male Vorführung der überall die größte Sen- ation erregenden 4 Percheron-Schimmel- ) engste durch Frau Anna Wulff. Zum Schluß: Die Original-Wagenpromenade. Zum 2. Male: Vorführung des infolge einer Wette dem Fouragehändler Herrn H. gehörige, in 8 Tagen dressirten Pferdes „Siegfried". Die Schulpferde„Roland" uiid„Artus" in allen Gangarten der hohen Schule, ger. von Frau Zinna Wulff. Auftr. der Saltomortal-Reite- rin Frl. Louise Renz und Gastspiel der unübertrefflichen Lustgymnastiter Mr. Nestor u. Aerien:c. Sonntag, d. 13. April: 2 Vorst. Nachm. 4 u. Abends Nachm. 1 Kind frei. Hochachtungsvoll Ed. Wulff, Direktor. Wnimt zum Eiujirdlrr. Wienerstrasse 31. Jeden Abend: 716 Gr. Frei- Concert, der Wiener Damen-Kapelle H. Themner. Um gütigen Besuch bittet ergebenst A. Biesenthal. Allen Männern der Arbeit empfehle eine vorzügliche Weisse sowie ein gutes Glas Bairisch-Bier und einen kräftigen Fröhstöckstiseh. Zwölf verschiedene Arbeiterzeitungen liegeii aus, n. A.„Hamburger Echo". „Wähler" u.„Schlesische Nachrichten" W. Hau 866 Meinstraße |k, Allen für Freiheit und Solidarität kämpfenden Arbeitern empfehle ich mein Beiß- i. Bumslß-Bin-Lulul Kleine Andreas strave 19. F. Oelze. Beste Grüße aus Plötzensee' 864 Empfehle den Lesern des„Volksblatt' mein Uhren-Lager und meine Reparatnr-Werkstatt. M. Klein, Nene Hocbstr. 25. Die Saison ist bis zum 17. d. M. verlängert und findet an diesem Tage die letzte Vorstellung statt. Gipcus Renz. K a r l st r a ß e. Heute, Sonnabend, den 12. April, Abends 7Va Uhr: Parade-Gala- Vorstellung mit einem speziell auserwählten Pro- ramm, unter Biitwirkung der vorzügl. ieitkünstlerinncn und Reitkünstler. Die große Steeple chasse v. 8 engl. Vollblut-Springpferden, sowie 6 Vollblut- Jagdpferden, sämmtl. 14 Pferde(Ori- inal-Dressur) dress. u. vorgeführt von zerrn Franz Renz. Austreten der Schulreiterin Frl. Clotilde Hager. Die Tonristen, oder: EinSommertagamTegernsee Morgen, Sonntag: 2 Vorstellungen. Uhr(1 Kind frei): Leben und Treiben auf dem Eise. Abends 7V2 Uhr: Extra-Äorstellung. Die lustigen Heidcl- berger. E. Renz, Direktor. Circns Wulff. 7V» Uhr. !C!/nnsseestrnße14. Die schönsten KÄttkleiiier v.-Miinttl für Mädchen jaden Alters, sowie Morgenröcke, Uvterröcke u. Trieottaillen | auch im Einzelverkauf sehr billig! Kasshestellnugen n. Reparaturen werden prompt erledigt 1 Chansteestrttsze14.! kesßgstshgts S. Heine. A. Goldbaum Lederhandiung it. Kchästefabrili Weberstr. 36 Ecke Landsberger st raße. empfiehlt als Spezialität: Geraer Kalbleder- und Falülcder- Ausschnitt. Stets großes Lager in eht Hamburger rossleder. Vorder- theilen. Vorschübe und gewalkte Gamaschen. Sägt, frischer Sohlen- Ausschnitt t. Siegenor Sohlledor, Sohlleder-Bäuche und Kalbleder- Hälse billigst. 1858 Flickstücke außerordentlich billig! 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Die Beerdigung findet Sonn- tag Nachmittag 2Ve Uhr von der Ruppinerstraße 20 aus nach dem freireligiösen Friedhof(Pap- pel-Allee) statt. Um rege Be- theiligung ersucht[388 Der Vorstand des Berliner Arbeiter- Bildungs- Vereins. Sarg- Magazin von Z. Wmchr, Ecke Arkonaplatz, empfiehlt zu billigen Preisen sein reich ausgestattetes Lager. Fuhrwesen und sämmtliche Gänge werden besorgt. 207 ■ 3 voll P- Diedeinch (Gegründet 1874)[481 1. Gesch.: Orauienstrasse No. 9 2.„ Mananueastr.43 EckeSkalitzerstr. Größte Ausw. in Filz- n. Seidenhüten mit Arbeiter-Kontroimavkru. Bitte genau auf Hausnummer z. achten. Hut-Fabrik Gi Dunsingi Dresdenerstrahe Nr. 6 am Kotibuser Platz. Sämmtliche Hüte mit Arbeiter-Kontrolmarken Hut-Fabrik Oscar Liskowy Orauienstrasse 47 a, Ecke L u ck a u e r st r a ß e. Sämmtliche Hüte mit 536 Arbeiter- Konti'olmarken Zum 831 Nur Hüte__ mit Arbeiter-Kontrolmarhe, Utz-ch-ie mag:. Wilhelm Zapel, Hutmacher. Siimmtlilhe Hüte mit Kontrolmarkr bei Rud. 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Echten RorWser Kor« ä Fl. excl. 75 Pf. Verl. Getreihe-Kümmel 90% Z«Sberliqlle«r, empfiehlt die Groß-Destillation von Lettau& Keil,"T.f an der Rosenthalerstraße. Geschäftsschluß Abends 8 Uhr. BVSolkenbrot empfiehlt den Parteigenossen S H. Braun, KUAndreasstr.? Große General-Versammlung oller Kartonarbeiterionen«.Arbeiter am Mittwoch, den 16. April, Abends 8 Uhr, im Böhmischen Brauhause, Landsberger Allee 11— 13. Tages-Ordnung: 1. Stellungnahme zu den von den Fabrikanten gefaßten Beschlüsse» event. Beschlußfassung über sofortigen Eintritt im Streik. 2. Diskusston. Kolleginnen und Kollegen, seid alle am Platz! 884 General-Versammlung der Freien Vereinigung der Zimmerer Heriins nnd Umgegend am Sonntag, den 13. April, Vormittags lOVeUhr, Hochstrasse 82*' Tages-Ordnung: 1. Vortrag über Darwinismus. Referent Herr Schriftsteller BOIsch*' 2. Abrechnung vom 1. Quartal 1890. __ Versammlung____ lles Vtttms zllr Wahrullg der Zllteressen der Klovitrarbeitck mld vemalldter Berchgellossell Montag, den 14. April, in OeigmUller's Salon, Alte Jakobstr. 45» Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Abrechnung vom Weihnachlsvergnuge� 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. 872 Der Vorstand. am Verband der deutschen Gold- und Silberarbund verw. Bcrufsgenossen. Den Kollegen der Gold- und Silberwaarenbranche Berlins zur Nach richt, daß die Zahlstelle Berlin am I.April 1890 einen ArfaeiUnaojn weis errichtet hat. Derselbe befindet sich bei dem Kollegen Robert RewL Wß- Versammlung"UN der freien Vereinig, der Mrtmrb. am Montag, den 14. April, Abends S'j, Uhr, bei Bolzmann, Andreasstraße Nr. 26. Tages-Ordnung: Gewerkschaftliches. Verschiedenes., � Das Erscheinen aller Kollegen ist dringend erforderlich._ Verband der Möbelpolirer Keriins««b Umgegend. t, Eine große außerordentliche Versammlung des Verbände» der Möbelpolirer Berlins und Umgegend, findet am Sonntag, Vormittag 10 Uhr, im Lokale Landsbergerstraße 37 � Fenske(früher Metzner) statt. Tagesordnung: 1. Bericht der bewilligten und nicht bewilligten w] gesperrten Werkstellen. 2. Wesen und Werth der Streiks. Reserent Stab. Herr Otto Heindorf. 3. Verschiedenes.— Es ist Pflicht der Kolleg zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Fachverein der Korbmacher Zerlins Umgegend. Sonntag, den 13. April, Vormittags Veil Uhr, Adalbertstrasse MT Versammlung."WZ Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Ppicut eines jeden Kollegs zu erscheinen. � Der Vorstand. WW" Versammlung"MW sämmtlicher Arbeiter der Königl. Kaup' Werkstatt zu Tempelkof und dem dazu unterstellten Betriebe zu Berlin IRSMsssssaIs■ f* m..____.._ y__ am Mittwoch, den 16. April 1890, Abends 8 Uhr, in Brauerei, Bergmannstrasse Nr. 5—7. Tages-Ordnun Hab' ,1" J'ÄfsS?* l-KwSS' lung statt. 869 ist nur den Arbeitern gegen Vorzeigung des Kranken- „., lttet. Zur Deckung der Unkosten"'~ Um recht rege Betheiligung ersucht blL.: Die Versammlung wird pünktlich eröffnet, Komm,SS,oB V ----- VerantworUicher Redakteur: Curt Kaake in Berlin. Druck und Verlag von ZUa» Kading in Berlin SW„ Beuthstraße 2. Öitr'u ei«« Keilas'' zum Ur. 85. Soimabend, de« 13. April 1890. 7, Jahrg. Hl von uns bereits mitgetheilt. In Die amtlichen Protokolle, die im„Reichs-Anzeiger" über die Arbeiterschutz-Konferenz der Regierungen veröffentlicht worden sind, beschränken sich ans einen geringen und bereits so gut wie ganz bekannten Theil der Verhandlungen. Tie amtliche Veröffentlichung beginnt ohne jede Einleitung sofort wie folgt: Protokoll Nr. 7 derinternationalenArbeiterschutz-Konferenz. Sitzung vom 29. März 1890.' Die Sitzung wird um 21/2 Uhr eröffnet. Ter Präsident verliest das Schlußprotokoll(mit den Beschlüssen), dessen Fassung in einer Versammlung von Repräsentanten jeder Delegation gebilligt worden ist und welches in der endgiltigen Form die von der Konferenz geäußerten Wünsche enthält; der Text dieses Dokumentes wurde verifizirt und als authentisch beglaubigt von de» Herren M. Käyser und Dumaine, Mitgliedern des Sekretariats. Der Präsident ladet hierauf die Herren Dele- girten ein, ihre Unterschrijten unter dieses Dokument zu setzen. (Siehe den Anhang.) Nachdem diese Formalität erfüllt war, hält der Präsident folgende Ansprache: Diese Ansprache des Präsidenten ist bereits wörtlich in deutscher Sprache von uns s. Z. mitgetheilt worden. Es heißt dann weiter w dem vom„Reichs-Anzeiger" publizirten Protokoll 7: Sir John Gorst bittet um das Wort und drückte sich auf Englisch in den nachfolgend übersetzten Worten aus: Auch diese Rede ist von uns I �em Protokoll heißt es dann weiter: Herr Jacobs(ein belgischer �Vertreter) fügt den Erklärungen des britischen Delegirten das Folgende bei: „Es ist Sitte in den englischen Versammlungen, daß der „wovor" eines wichtigen Antrages unterstützt wird durch ein anderes Mitglied der Versammlung. Sir John Gorst wird es nicht übel nehmen, daß ich ihm als„Scconder" diene. Es ist keine Kleinigkeit, meine Herren, einer Konferenz zu präsidire», wo fünfzehn Staaten vertreten sind, und deren Gegenstand nach allen Richtungen hin dieses unermeßliche Problem berührt: den Schutz des Staates, so weit er legitim rst, mit der Achtung der individuellen Freiheit zu vereinigen, ohne welche der Mensch nur das Rad einer Maschine ist. Damit eine solche Konferenz gelinge, damit sie sich nicht ewig in die Länge ziehe, muß ihr Präsident alle Eigenschaften eines kommandirenden Generals vereinigen. Er muß seine Armee in mehrere Korps tbeilen und mit richtigem Urtheil unter sie die Gesammtheit der Operationen vertheilen. Die Vertheilung Unserer Arbeiten ist so gut berechnet gewesen, daß unsere Kommissionen ihr Werk an demselben Tage beendet haben. Der kommandirende General mup Sorge dafür tragen, jedes Armeekorps unter das Kommando eines erfahrenen Gc- nerals zu stellen, und um alles vorauszusehen, er muß Ersatz für seine eigene Person in Aussicht nehmen. Tie Begeisterung der Generale Magdeburg, Kopp, Simon und Hauchecorne be- weist, daß der kommandirende General v. Berlepsch mit Meister- Hand seine Mitarbeiter zu wählen versteht. Der Generalstabsdienst ist im Felde von entscheidender Wichtigkeit. Ich habe niemals ein Sekretariat getroffen, ich will sagen einen Generalstab, der besser organisirt gewesen wäre, wie der unserige. Ebenso aber, meine Herren, wie die feinsten Gerichte nichts taugen, ohne die richtige Würze, würden alle diese Veran- staltungen, wie sie in Anbetracht der Manöver unserer fried- lichen Armee so wohl getroffen waren, nicht im Stande gc- wesen sein, uns die ireundliche Erinnerung mitzngcbcn, die wir thatsächlich von hier mit fortnehmen werden,>venn die- selben nicht gewürzt geivesen wären mit jenem Wohlwollen und jener Herzlichkeit, die den Werth aller Dinge verdoppeln. Auch in dieser Hinsicht konnten wir keinen besseren Präsi- denken haben, und ich spreche wohl Ihre gemeinsame Ansicht aus, meine Herren, wenn ich von den Ausdrücken des Dankes, welche Sir I. Gorst soeben an Se. M. den deutschen Kaiser ge- richtet hat, den einen besonders hervorhebe:„Wir danken Sr. Majestät dafür, daß Sie die Leitung unserer Arbeiten dem Hern? Baron v. Berlepsch übertragen hat."" Der Präsident(fährt das Protokoll nach der bevorstehen- den Rede fort) spricht seinen Dank aus für die an ihn gerichteten liebenswürdige?? Worte und nimmt die eben vernommenen Be- glückwünschungen nur unter der Beding?lng an, daß er den größten Theil derselben ans seine Mitarbeiter überträgt. Herr Bocardo(italienischer Delegirter)?vill nicht nur für seine Person, sondern auch im Namen aller italiemschen Delegirten der kaiserl?chen Regierung für den außerorde?ltlich sch?neichelhasten E?npfang der Konferenzmitglieder danken und schließt sich den Vorredilern an, um seinen Da??k so?vohl dem Präsidente?? als auch den deutschen Delegirten zu bezeugen._ Herr de Castro, Vertreter der spanische?? Regieru??g, schlie sich ebenfalls den soeben so glücklich sor?i?ulirten Ausdrücke-■* DankeS an. V Der Präsident erklärt die Konferenz für geschlossen und hebt die Sitzung um SVs Uhr auf. Frhr. v. Berlepsch. Magdeburg. Reichardt. Loh?nan??. Hauchecon?e. Manuel Fern, de Castro. Vte. Santamaria de Paredes. Jonkheer van der Hoeven. Marquis de Penasiel. Es folgt dann im„Reichs-Anzeiger", alles in französischer Sprache, folgender Anhang zum Protokoll Nr. 7. S ch l u ß p r»t o k o l l _ der Internationalen Konferenz betreffend die Regelung der Arbeit in den industriellen Etabliffements und in den Bergwerken. Die Unterzeichneten, Delegirten der Regierungen Sr. Majestät des deutschen Kaisers, Königs von Preußen, Sr Majestät des Kaisers von Oesterreich, Königs von Ungarn, Sr. Majestät des Königs der Belgier, Sr. Majestät des Königs von Dänemark, Ihrer Majestät der Königin-Regentin von Spanien, der französischen Republik,. Ihrer Majestät der Königin von Großbritannien, Sr. Majestät des Königs von Italien, Sr. Majestät des Königs der Niederlande, in dieser Eigenschaft??nd?n der als Großherzog von L?lremb??rg. Seiner Majestät des Königs von Portugal, Sr. Majestät des Kömgs von Schweden und Norwegen und des Bundesrathes des Schweizerischen Bundes, welche sich in Berlin zu einer Konferenz vereinigt haben, um die den Sch??tz der Ardeiter be- treffenden und in dem der Einladung der ka?serl?ch deutschen Regierung angeschlossenen Programm enthaltene?? Fragen zu berathm, haben als Ergebniß ihrer Berathungen den Ausdruck der folgenden Wünsche, welche z?lm größten Theile ein- stin?n?ig, i?n übrigen von der Mehrheit a??sgesprochen wurden, festgesetzt. Es folgen nun die Beschlüsse in der Weise, wie sie nach der Publikation der„Berliner Politischen Nachrichten" an der Spitze der Beilage des„Berl. Volksbl." zu Nr. 77 vom 1. April stehen. Dan?? heißt es?veiter im Protokoll: Die Ui?terzeichneten werden diese Wünsche ihren bezüglichen Regierungen??nterbreiten unter den Vorbehalten u??d???it den Bemerkungen, welche in den Sitzungen vom 27. und 28. März gemacht und in den Protokollen dieser Sitzungen wiedergegeben ?vorde?? sind. A?>sgefertigt zu Berlin a?n 29. März 1890 in einem einzigen Exemplar; welches niedergelegt werde?? wird in den Archiven der kaiserlichen Regierung von Deutschland, und wovon eine beglaubigte Abschrist a??f diplomatischem Wege jeder der auf der Konserenz vertretenen Regierungen z??gestellt werden?vird. Freiherr von Berlepsch. Magdeburg. G. Kopp. Reichardt. Lohmann. Ha??checorne. Land?nann. Baronn Herst v. Herrnsheim. Ed. Koechlin. Weigelsperg. Dr. Migerka. Plappart. Dr. Haberer. Schuierer. Graenzenstein. Szterc-nyi Joseph. Greindl. V. Jacobs. Emile Harze. B??ron A. t'5kint de Roodcnbeke. C. F. Tietgen. Haldor Topsöe. Lud>vig Bram- sen. Manuel Fer?i. de Castro." Vto Santamaria de Parades. Jules Simon. H. Tolai??. A. B??rdean. Linder. V. Delahaye. John E. Gorst. Charles S. Scott. W. H. Houldsworth. David Dale. G. Boccardo. V. Ellena. L. Bodio. A. Brasseur. Jonkheer F. P. van der Hoeven. Sn?)der v. Wisscnkerke. H. W. E. Strirve. Marquis de Penasiel. Ernesto Madeira Pinto. I. P. Oliveira Martins. Wilhelrn de Tham. E. Christie. E. Blumer. Dr. Karrfnrann. Lotfmles. Uollrothümliche Äadeaustalten in größerer A??zahl>in Berlin z?r errichten, diese Forderung ist schon seit Jahren???? „Berliner Volksblatt" verfochten worden, uns auch in den Stadt- verord??eten- Sitzungen ist von Seiten der sozialde?nokratischen Mitglieder des Kollegiu?ns dafür mit Entschiedenheit eingetreten worden. Leider ulnsonst. Haben doch die meisten der Herren „Stadtväter" ihre Badest??ben, und was sollten denn auch schließ- (ich die schönen privaten Badeanstalten, die sich, dem Zuge der Zeit folgend, ja schon theil?veise in Aktiengesellschaften verwandeln, anfangen, wenn die Stadt in größere?» Maßstabe die arbeitende Bevölkerung mit den verschiedenen Bädern hilfreich u??terstützt? Das Bedürfniß ist noch nicht vorhanden," sagte einer der hervorragendsten deutschsreisinnigen Stadtverordneten bei einer der früheren Debatten über diese Frage, und im ganzen Kreise erkla??g von den Lippen der?i?it Kei?nern?iene dreii>scha?lende>? Stadtvüter:„Das Bedürfniß ist noch nicht vorhanden!" Andere Anträge?v??rden abgelehnt, und in de?n Be?v??ßtsei>?,?vieder ei???nal eine gute That gethan zu haben, gingen die Herrn Stadtverordneten a??s ihre?» Sitzungssaal ein paar Treppen tiefer, um sich von der Last des Tages' zu erholen. Wie ist es denn n??n thalsächlich mit dem Bedürfniß nach Badeanstalten be- stellt? Diese Frage ist schon so oft, in der Presse sowohl wie in den Versamml?lngen ventilirt worde??, daß nur Leute die nicht verstehen?v o l l e n, den Mangel derartiger Anstalten ableugnen können. Sehen?vir heute von den Fluß-Badeanstalten ab,?vie steht es mit de?? Anstalten,?vo den? Arbeiter auch warme Bäder zur Verfügung stehen? Es hat sich ja allerdings vor z?vei Jahren eine Gesellschaft gebildet, welche es sich zur Aufgabe stellt, für einen ziemlich billigen Preis— 25 Pf.— dem Arbeiter ein ?varmeS Bad zu verabreichen. Leider hat die Gesellschaft aber eine Bestin?i??u??g in ihre??? Baderegle???ent, die es Arbeitern bei- nahe????d'Arbeiterinnen ganz unmöglich macht, in vernünftiger Weise ein Bad zu nehmen. W?r ineinen die Besti?nmung,?vonach ??ur ein Aufenthalt von zwanzig Minuten für das einfache Entree gestattet ist und länger Ver?veilende ein Billet nachlösen müssen. Gegen diese Zeitbemessung ist ebenfalls in ?inserem Blatte schon des längeren geschrieben?vorde??, aoer diese Herrei? leiden bekanntlich größtentheils an de??? Wahn, daß das, ?üas sie gen?acht, gar nicht schlecht und verbesserungsbedürftig sein kann.— Erwähnen?v ollen wir n??r, daß H????dertei? von Arbeitern lvarme Bäder ärztlicherseits empfohlen?verde??, die jedoch diese „volksthümliche" Anstalt wegen der fa???osen Bestimmung gar nicht benutzen können.— Jedoch all dieses?st für die Herren Frei- sinnigen nicht ausschlaggebend, da das„Bedürfniß nicht vorhanden ?st". Wenn dasselbe endlich nach dem Rezept dieser Vertreter eintreten dürfte,?visse?? die Leutchen wohl selbst nicht, wozu auch, haben sie doch ihre geistigen Köche, die ihnen schon sagen werden, ?va?in sie für et?vas:nit„Ja" stim??>en sollen. An de?? Vertretern der Arbtü*r aber wird es liege??, für Aolks-Vadea??stalten in den verscbüM?en Arten einzutreten. Es ist dies eine Forderung, die vluzMlen edeldenkc?idei? Menschen unterstützt werden muß und erstützt werden?vird. Uor ei?»iger Zeit«nachte der vegetarianische Apostat Dr. Ilanns die Runde durch die Blätter?u?d frischte die Er- rinnerung an diese diätetische Sekte auf. Außer ihm hatten sich jüngsthin andere Mediziner dem Vegetarismus zugeivandt: sie versechten denselben in maßvollerer, genießbarerer Weise; wir nennen unter ih??e?? Dr.?ned. Lahmann, Besitzer eines Sana- toriums bei Dresden, der durch seine ba???n?vollene Refor?mväsche bekannt sein dürste. Neben Dr. Jlanus haben jedoch auch Andere schlechte Erfahrcing bei dieser Lebens?veise gemacht; in den Münchener„Neuesten Nachrichten" erschien eine Kritik des Vcge- tarisn???s von B. Glogau, einer hiesigen Schriftstellerin. Die Anschauungen der Da???e sprechen nicht so zu Gunsten der Vege- tarianer, wie diese?vohl wü??schen. Sie erzählt, daß sie häusiger ??? ihren? Bekanntenkreise Abmagerung, Bl. tleere und Energie- losigkeit als Folgen der Diät beobachtet habe; ja sie habe Menschen daran zu Grunde gehen sehen. Diese Behauptungen haben de?? Zorn der Begetarianer ge?veckt. In Nr. IV der vegetarisches Rundschau von 1890 findet sich eine Replik von Dr. M. Klein, Vorsteher des Berliner Vegetariervereins. Wir lassen den Werth der Pflanzenkost ganz dahingestellt; wir?vollen nicht erörtern, ob die vegetarische Bewegung e?n erfreuliches Symptom ist, oder ob man in ihr ein Zeichen von Alterssch?väche zu sehen hat, ähnlich ?vie sich in den Zeiten des römischen Verfalls an die übrige Re- aktion, tvelche aus dem Ekel und Ueberdruß an den Maßlosig- leiten e??tsprang, in Seneca, Plutarch und Porphyrius auch d?e vegetarische Fahne erhob. Sie verschwand wenigstens später, und erst lange nach dem Ausklingen der mittelalterlichen Blüthezeit zeigen sich Spuren von ihr. Bossuet, Fvnelon, weiterhin New- ton, Voltaire und Lamartine?veisen, ohne daß sie Begetarianer ge?vesen?vären, wieder diese Neigungen auf. Dr. Cheyne- Stoke, Shelley und Byron sind die weiteren Träger dieser ethischen Bedenken wider das Fleichessen. Wir sehen aber, wie die Ethik aus den Bedürfnissen des Menschen entspringt; in gröberer Weise, als man zuzugeben geneigt ist; die letzten dre? ":er Korpttlenz wegen wirklich Vegetarier. Byron wurden ihrer richtete sich mit seinen Abmagerungsversuchen zu Grunde; er starb, achtunddreißig Jahre alt; man fand seine Organe greisen- Haft geschrumpft. In Deutschland ist als Vertreter dieser Rich- t?lng Baltzcr zu nennen. Es ist sicher ein Unterschied, ob man, wie die extremen Vege- tarier, von Obst und Brod u??d höchstens Olivenöl lebt, oder ob man alle Erzeugnisse des Pflanzenreiches, ja auch Milch und Eier benutzt. Und wenn auch die schlechten Folgen sich Haupt- sächlich an die erstere Art anknüpften,?venn auch hierbei ein cand med. O. D. nach anderthalb Jahren unbelehrbar z?? Grunde gi??g, so ist es einerseits verfehlt von Dr. Klein, diese Folgen vom Vegetarismus ab?välzen zu wollen, denn in Wort und Schrift macksi sich überall das Streben nach diesem Extrem geltend. Andererseits ist die Art und Weise,?vie Dr. Klein der Schriftstellerin Bertha Glogau e??tgegentritt,?veiiig geeig??et, unsere Achtung vor den Vegatariern zu heben. Gleidffan? mit dem Dolche in der Hand fordert er Be?veise von der Da?ne, Namensnennungen; und anstatt diese nun abzu?varten, redet er von Leichtfertigkeit, Verle??mdung und Altj?>??gfernge— rede. Damit dürfte der Herr nur als erster die Ausführ??nge?? Bertha Glogau's über die Nervosität??nd Unge- nießbarkeit vieler Begetarianer in blühendster Weise belegen. Er erscheint wie ein Abgesandter einer rachsüchtigen Vehme, der Ladung und Dolch gleich in das Herz des zu Rufenden heftet. Bertha Glogau hat sich, wie der„Börsen-Cour." meint, durch Novellen?l??d Kritike?? in der Schriftsteller?velt einen achtens- ?verthen Na?nen erivorben. Sie kann sid) möglicherweise in der Auffassung dieser oder jener Erscheinung bei vegetarischer Lebensweise irren. Aber Dr. Klein hat durch seine Ergüsse be?viesen, daß er nicht der geeignete Mann ist, mit ihr darüber zu streiten. Sollen wir übrigens Dr. Klein an den Vegetarier erinnern, der in der Stadt nicht fertig wurde mit seiner Diät, der von Land zu Land zog und jetzt am Berge Athos sid? der südlichen Sonne und seines Gen?üsegartens erfreut? Er erklärte selbst, daß nach seinen Beobachtungen der Vegetarisli?us nicht für die Großstadt zu taugen scheine. A?lch im übrigen ist das A?lftreten des Vorstehers der Vege- tarianer wenig geeignet, Zutrauen z?? erwecken. Dr. Klein?varf bei Gelegenheit der Jlanussache in der Vegetarisd)en Rundschau den Universitäten vor, es?vehe eine greisenhafte Luft an ihnen. Das ist für jemanden, von dem Sanitätsrath Niemeyer sagt, er sei als sti?d. perennis, ohne an die Exa?nina Heranzugehen, an die Spitze der Vegetariai?er getreten, mindestens sehr verdächtig. Da» SOOjährige Jubiläm« de» Mikroskop» kann in diesen? Jahre gefe?ert werden, den?? in den? Streit um den Er- finder dieses mächtigen Hilfsmittels der Wissenschaft kann jetzt als zllverlässig festgestellt erachtet werden, daß die beiden Holländer "'ans und ZachariasJanssen, Vater??nd Sohn, in dem tädtchen Middelburg i?n Jahre 1590 das erste Ji?strument dieser Art fertigstellten. Freilid) hat das Mikroskop bis zu seiner Er- findung eine Jahrhunderte lange Vorgeschichte aufzuweisen; es scheint sogar, als ob der Gebrauch einzelner Vergrößerungslinsen schon i?n gra??en Alterth????? bekannt gewesen ist, denn anders lassen sich einige Siegel und Ge?i??nen mit seinen Eingravirungen in ihrer Herstell?lng gar nicht erklären. Diese feinen Gravirungen a??f alterthümlichen Ku??st?verken zeigen, mit dem bloßen Auge betrachtet, ein undeutliches?lnd oft unentwirrbares Bild, das sich aber unter bei?? Vergrößerungsglase zu einer bewunders- werthen Darstellung gestaltet. Solche Feinarbeiten müssen hellte unter Anwendung von Vergrößerungsgläsern hergestellt werde?? u??d auch im Alterthum ist diese Arbelt?vohl nicht anders möglich gelvesen. Merkwürdiger Weise finden sich in de?? Sdjriftstellern des Älterthums keinerlei Andeutlingen, welche auf den Gebrauck) eines so wichtigen Vergrößerungsmittels schließen lassen, obwohl man a??neh?ne?l sollte, daß dieses Mittel?vichtig genug gelvesen wäre, um??? den Schilderungen der Alten Er?väh?rung zu finden. Mit den? Untergange der Kultur der alten Welt ging auch die optisd)e Kunst verloren und erst im elfte?? Jahrhundert ?vendete der Naturforscher Roger Baco, ein britischer Mönch, seine Aufmerksamkeit der Glasschleiserei zu. Erverstand das Glas so zu schleife??, daß man durch dasselbe die wunderbarsten Dinge sehen konnte. Baco wurde deshalb der Zallberei beschuldigt und?ns Gefä?lgniß gelvorsen, wo er zehn Jahre lang festgehalten wurde. Auf se?ne Andeutungen beruhte d?e bald nach seinem Tode er- fundene Brillenschlesierei, die einige Zeit später zu einem sehr be- deutenden Zweige des Kunsthandiverks sich erhob. Zwei Ange- hörige dieses Handlverks waren Hans und Zacharias Janssen, die vorgenanilten Erfinder des Mikroskops. Nur langsam fand das nel?e Jnstrun?e??t Verbreitung. Aus den? Jahre 1625 datirt die erste Nachricht über eine mit dem Mikroskop gemachte Beobachtling. Der Italiener Franziskus Stelluti hatte da- mals das neue Vergrößerungsglas zur Untersuchung einzelner Körpertheile der Vie??cn verwendet. Erst später, als andere Gelehrte widstige Entdeckungen gemacht hatten?lnd namentlich die Existenz der Infusorien, als der damals neu e??tdedteu kleinsten Lebewesen nachgewiesen ivurde mit Hilfe des neuen Instruments, wurde dasselbe zahlreicher zu?vissenschaftlid)en Untersuchungen benutzt. Das widstige Werkzeug ging da???? bald aus de?? Händen der Brillenschleiser in die der Optiker über und hat hier zahl- reiche und große Verbesseningen erfahren, namentlich in der neueren Zeit und?venn man den Mechanikern glaube?? darf, so hätte dies Instrument in seiner heutigen Gestalt den Gipfel sei??er Vollko????nenheit??nd Leistungsfähigkeit noch nidst erreicht. Die Wichtigkeit und Bedeutung des Mikroskops für die Wissenschaft ist unsdiätzbar; namentlich aber für oie Heilkunde, da die Beobadchmg von Veränderungen, die infolge von Krankheitsprozesse?? auch in den feinsten Geweben statt- finden, deutlich erkennen läßt. So ist Vircho?v's großes, wissen- schastliches Hauptiverk, sein„System der Cellular- Pathologie" hauptsächlid) das Produkt einer Samml????g von Beobachtungen mit dem Mikroskop, die zum Z?vecke hatten, die Veränderungen der Elementarbestandtheile des Körpers, der Zellen, durch Krank- heite?stsestz?lstellen. Auch die neueste Errungenschaft der Heilkunde, dieMusfind??ng der Baz?lleu als Krankheitsträger, wäre ohne die Pfenstleistung guter M?kroskope kaum denkbar. Die„Vosstsche Zeitung" hat einen schmerzlidien Verlust zu beklagen. Vorgestern Nachmittag verschied nach monatelangen? Leiden und mehrfachen Operationen im 65. Lebensjahre ihr Redakteur Georg Dumas. Das Blatt widmet ihm folgenden Nachruf:„Im Jahre 1867 trat der Hingeschiedene in die Re- dakt?on der„Voss. Ztg." ein. Tre?? und ge?vissenhaft hat er seit- de?n mit großem Pflichteifer seines Amtes geivaltet. Sticht ruhig und ebenmäßig spinnt sich das Leben in der Redaktion en?er großen Zeitung ab. Ungewöhnliche und«merwartete Ereignisse stellen oft besondere Anforderungen an die Redaktionskräfte bei Tage und bei Nacht. Wo es aber galt, seine Kraft in den Dienst der Zeitu??g einzusetzen, da stellte sid) unser hingeschiedener Kollege stets freudig und opfer?villig in die erste Reihe vis an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit. Zeit seines Lebens war er ein tapferer Kämpfer für die liberale Sache; fast z?vei Jahre???ußte er dafür, ein Leidensgefährte von Johann Jacoby und Hasencamp, im Ge- fängnisse büßen. Er?var ein treuer, guter Kamerad, ein liebens- ?vürdiger, jovialer Gesellschafter, eine echt ostpreußische Natur. Seine Kollegen und Freunde werden ihm stets ein treues An- denken bewahren, und?n der Geschichte der„Vossischen Zeitung" nimmt seine Wirksamkeit eine ehrenvolle Stelle ein." Im Iivltxtt iüulff harschte am Tour.eicsiag allg-rnelafter Inbcl' schon bis ersten Nummern, namentlich die Produktionen dcö vorzüglichen IcmgknrZ George Polmer, der hervorragenden Ealtomortole-Reiterin Fräulein Luise Renz und der an'gezeichneten Lnftgriinnosliker Nestor und Aerien fanden den größten Beifall de- gut besetzten Hauses.-Als ober die„pioce de resistance" des'Abends, doS dein Fourogrhündler Habedanck gehörige, kolossale und ungeschickte Lastcherd in der Manege erschien, rvollie die„allgemeinste Heilerkeit" kein Ende nehmen, bis sie in eine» wahren Beifallsstunn ausartete, nachdem der Direktor den Erfolg seiner nur achttägigen Dressur in verschiedenen Gang' arten und Sprüngen des Pferdes, zuletzt durch tici brennende Reifen, zeigte. Anschließend bewies er dann mit dem niedlichen Pferdchen„Mikado", was eine andauernde Dressur zu erzielen im Staude sei.— Am Sonnabend findet eine Benefiz-Borstellung der Frau Direktor Wulff statt, worin sie n. a. vier Percheron- Hengste in rollendester Dressur und die vom Direktor erfundene „Dri�inal-Wagenpromenade" vorführen wird. Auf vielseitige, Wunsch wird der Direktor auch jenes Lastpferd von Neuem pro- buziren. Wir glauben den Besuch der Vorstellung besonders empfehlen zu können. �Zei dem am Äi. illiiri festgeuammeue» Ginbrechev zlnuike ist unter Anderem auch eine silberne Savonette-Herren- Remoutoiruhr mit doppeltem Goldrande und Silbercuvette, die Borderkapsel mit Aueschnitt und Zahlenrand, auf welchem römische Zahlen in rother Schrift vorhanden sind, beschlagnahmt. Die Uhr hat er vorher nicht besessen und rührt dieselbe wahr scheinlich aus einem erst kurz zuvor verübten Diebstahl her. Tie llhr hat die Gehäusenummer!>L7, letzte Zahl etwas verstümmelt und bestndet sich ans der Hinteren Zapsel ein von Blaitwerl um- geben es Wappenschild. Möglichenfalls ist sie außerhalb gestohlen r.nd können Eigenthümer sich hier melde«. Kelbltmord ans der Stadtbahn. In tiefe Trauer ist die Familie eines in der Ehrtststraße zu Charlottenburg wohnen- ten, allgemein geachteten jungen Kemsmamis durch dehen Selbstmord versetzt rvorde». Derselbe war als Prokurist in einem gröberen Berliner Geschäft angestellt und pflegte allabendlich zur bestlmurten Zeit mittelst der Stadtbahn heimzukehren. Am Milt- woch Abend erwartete»mn ihn zu Hause vergeblich. Beim Revidiren der Kupees eines auf Station Westend von Berlin e.ingetrofsenen Zuges wurde kurz nach 8 Uhr der junge Mann mit durchschossener Brust von Eisenbahiibeamten aufgefunden. Der Tod war bereits eingetreten; die Rechte hielt krampfhast einen Revolver«inspannt, mit welchem der Selbstmörder sich die lödtliche Wunde beigebracht. Ter Unglückliche hinterlaßt eine jmige Frau und ein Töchterchen und lebte in den besten Ver- hältnissrn. Hpurlov nerschivundei» ist seit etwa drei Wochen ein Beamter der Neuen Berliner Omnibus- und Packeifahrr-Gesell- schast, der in der Treskowstraße nahe dem Wasserthurm wohnende Kutscher R. Derselbe hatte am Tage, seitdem er vermißt wurde, noch Reservedienst auf dein Depot gehaot und hatte, weil er an- getrunken war, eine Ordnungsstrafe seitens seiner Vorgesetzten erhalten. R. verließ am Abend das Depot und ist seitdem nicht mehr nach Hause zu den Seinigen— Iran und mehreren.Kindern — zurückgekehrt. Mehrere Tage darauf soll R. von Bekannten auf einem Handwagen sitzend, welch' letzterer von mehreren ver- dächtig aussehenden Personen gezogen wurde, in der Nähe des Spandauer Schisssahrtsranals gesehe» worden sein. Von da an fehlt jede Spur des Vermißten. Ob hier ein Unglücksfall oder Selbstmord des übrigens in geordneten Verbältniisen lebenden Mannes, der in der Mitte der dreißiger Jahre steht, vorliegt, hat bis jetzt nicht sestgesteltt werden können. |Mie sich ißadend»«bi»«rn„entwickeln", Zeigt folgender Fall: In das Ladengeschäft einer in der Nähe des Görtitzer Bahnhoies wohnenden Posainentierwaarenhändlerin kamen vor einiger Zeit zivci junge Mädchen, die eine etwa sünfzehn, die andere dreizehn Jahre alt, und wünschten Haarbürste» zu lausen, welche die Frau aus dem an der Rückwand deS Ladens stehen- den Regal ablangen mußte. Die Verkäuferin, welche hierbei dem Ladentische den Rücken zugekehrt hatte, konnte nicht sehen, was während der Zeit auf demselben vorging. Da eines der beide» Mädchen der Frau wohlbekannt war, so trug diese keine Be- denken, demselben einige Bürsten zur Ansicht mit nach Hause zu geben. Bald daraus kamen beide Mädchen wieder und brachten die Bürsten zurück, ohne etwas zu lauien, und mit dem Be- merken, sie Hütten nichts Passendes gefunden. Darüber ver- gingen mehrere Tage, als ein Schutzmann in dem Laden erschien und der Frau zwei Portemonnaies und eine Visitcnkartentosche mit der Frckge vorlegte, ob ihr diese Gegenstände abhanden gekommen seien, Tie Frau erkannte in den vorgelegten Gegenständen sofort ihr Eigenthuu, und stellte bei der Revipon eines auf dem Ladentische stehenden Schaukastens auch das Fehlen der Sachen, die aus diesem Kasten entnommen sein mußte», fest. Aus diesem Schaukasten, der nach Angabe der beiden Mädchen offen gestanden hatte, waren ro» chnen die Sachen bei Gelegenheit des Handelns um die Bürsten entnommen worden, und der glückliche Erfolg dieser Dieberei hatte die Mädchen so dreist gemacht, daß sie nach einigen Tagen unter dem gleichen Borwande einen zweiten Diebstahl in einem anderen Geschäsi versuchten, hier aber von dem aufmerksameren Ladeninhaber beobachtet und ertappt wurden, der sie der Polizei übergab. Auf der Revierwache fand man die bei der ersten Ver- käuserm gestohlenen Gegenstände in den Kleidern der Mädchen vor� die den unrechtmäßigen Erwerb und ihre Absicht, auch de» zweiten Verkäufer zu beslehleu, unumwunden zugaben. Tie zuerst Bestohlene kam aus diese Weise wieder in den Besitz der ihr entwendeten Sachen, deren Verlust sie bis dahin noch gar nicht t emerlt hatte. Entführt. Am 10. April Vormittags erhielt der Haus- diener M. von seinem Priuzipal den Austrag, Herren-Jalsuelstoffe nebst Ziithaten im Werrhe von etiva 1000 M. mittelst eines Hand- ivagens an verschiedene Schneider abzuliefern. M. fuhr zunächst »ach dem Hause Brlrnnenstr. 151/152 und trug, während er seinen Haiidwagen aus dem Hofe stehen ließ, einen Posten Waare zu einem im druten Stockwerk dieses Hauses wohnenden Schneider. Als er nach weiüge» Minuten zurückkehrte» war der Handivagen mit Ladung verschwunden. Noch im Lause des Vormittags wurde der Wagen leer vor dem Hanse Gartenstr. 44 ausgefunden. Zwei Männer, welche als groß und kräftig beschriebe:, werden, sind bemerkt worden, als sie in der Garlenstrnße die Stoffe vom Wagen sotttrugen... Poli»ribericht. Am 10. d. M. Morgens wurde enl sunger Man» aus dem Wasserthorplatze besinnung-los aufaejunde» und, nachdem sestgesteltt worden, daß derselbe sich anscheinend mit Arsenik vergiftet hatte, nach der Charitee gebracht, woselbst er Nachmittags verstarb.— Ilm dieselbe Zeit wurde im Nordhasen die Leiche des Kutschers Rabatz und an dem von der rer- längerten Schwedterstraße nach der Schönhauser Allee führenden Felowege die Leiche eines obdachlosen Arbeiters aufgesunben.— Voruütrags wurde in der Sonimerstrahe eine Dame von einem durchgehenden Reitpferde überraniit und hierbei im Gesicht nicht unbedeutend verletzt.— Nachmittags stürzte der Rohrlegerlehr- ling Compart vor dem Hause Thuruistraße Nr. 10 beim Abschrauben einer Transparentlaterne von der Leiter und erlitt eine so bedeutende Verleyiing des linken Unterschenkels, daß er nach oeui Lkrankenhauke in Moabit gebracht werden mußte.— Abends siel ein Mann vor den, Harne Kastanien-Allee Nr. 28 beim Abspringen von einem in der Fahrt tesindlichcn Pserdcbahnwagen nieder utzte brach den linken Fuß. (»eviHhks�eikung. Di» mehr als huhu» Flucht des russische:, Abenteurers Nikolaus de Savine hat bekanntlich noch eine Anklage wegen fahrlässigen Entweichenlassens dieses verschmitzten Gauners gegen die Beiden ihm beigesellt geiresenen Berliner Kriinlualschutzleute Seewald und W i n t I e r zur Folge gehabt. Tie Verhandlimg gegen die beiden Beamte ck fand am 10. April er. vor der I. Strafkammer des Landgerichts zu Posen statt und brachte eine authen- tische Darstellung jener vieibesprccheuen Flucht. Die Verthei- digung der beiden'Angeklagten hatten die Rechtsanwälie Dr. Iber? und Dr. Lcvy aus Berlin übernommen. Die beiden Angeklagten, hatten bekanntlich den amtlichen Auftrag er- halten, Savine zwecks Auslieferung an die russische» Behörden von Berlin nach Alerandrowo zu transvvrtiren. Stach der Anklage soll Kriminalinspcktor von Hüllcffcm in einer r.iüiidlichen Instruktion die Beamten auf die besondere Gefährlichkeit des Savine, der schon einmal ans einem Eisenbahn- zuge entsprungen war, aufmerksam gemacht und dieselben ange- iviescn haben, den verschlagenen Menschen zu fesseln, event. aber denselben je an eincin Arm am Knebel zu nehmen. Auch soll besonders angeordnet worden sein, daß Savine unter keinen Ilm stände» lmteiivegs etwas genieße» dürfe. Die Anklage wirft nun den beiden Beamten grobe Pflichtocrnachlassigung vor. Es wird ihnen namentlich übel vermerkt. daß sie vor Abfahrt des um 11 Uhr 87 Min. vom Bahnhof Alexanderplah abgehenden Z geduldet haben, daß die vielgenannte Geliebte des S., Frau Meyer- kort, den. Gefangene» Rosen und eine Schachtel Konfekt übergab, die Beamten sollen auch mit dem russischen Körnet und seiner Geliebten noch ein Glas Bier getrunken haben und bei dieser Gelegenheit kann dem Savine Geld zugesteckt worden sein. Wahrend des halbstündigen Aufenthalts auf dem Bahnhofe Posen um 40a Uhr Morgens trank Savine im Wartesaal Kaffee und kurz vor Weiterfahrt deS Zuges verlangte er zum Abort geführt zu werden. Ein solches befand sich im hintersten Koupee desjenigen Wagens, der dem bisher zur Fahrt benutzten folgte. Dieses Aboriskoupee war lein Dlirchgangskoupee, sondern hatte seine Eingänge von Außen auf beiden Wagcnseiten. Der Abort selbst bildeie�eiue den ganzen mittleren Theil deS Koupee'» ein- nehmende Zelle, so daß nur rechts und links ein kleines als Vor- rauin dienender Theil des Koupee» übrig gelassen wurde. Jeder dieser Vorräume hatte nur je einen Sitz für je eine Person. Seeivald begleitete Savine i» diesen Abortsivagen und unmittelbar darnach setzte sich der Zug in Bewcg"ng, so daß Winkler noch schnell i» ein Koupee 8. Klasse springen mußte. Ter Schutz!. lann Seeivald setzte sich in den rechten Vorraum vor dem Abort, er hörte deutlich, wie Savine sich etwas sang. Dieser hatte aber die Situation schnell überschaut: er spende die nach seinem Wärter führende Thür von Innen durch Herablassen einer beweglichen Platte ab, öffnete die Thür nach dem linken Vorraum hin und sprang, nachdem er die eigentliche Wagenthür geöffnet, vom Trittbrett hinab, so daß er zu Boden stürzte. Ter Postschaffner Wedell, der sich im Postwagen eines ans einem Nebeugeleise zur Abfahrt nach Berlin stehende» Zuges befand, rief dem an- scheinend Verunglückten ei»„Halt l" zu, langte dessen HutvomBoden Klaffe zu gerathen, c'-- welchem er kurz vor der Einfahrt in die nächste Station wieder hcralisgesprungen ist, ohne irgendwie ent- deckt zu werden. Nach den angestellte» Ermittelungen mußte Savine zun, Aerlasic» des Aborts den Verschluß gegen beide Vorräume hin durch hinunterlasse» der Platte wieder aufheben und dieser Umstand hätte eine sofortige Versolgiing durch den Angeklagte» Seswald ermöglicht. Dieser will, während Savine seine Nothdurft verrichtete, der Beschränktheit der Abortszelle wegen in der Thür zu:» Borraum gestanden habe» und nur mn Dein Savine Raum zum Ordnen seiner Kleider zu lassen, mit einem Fuß zurückgetreten fein. Nun soll Sabine die Thür gegen Teewald zugeschlagen haben und der Beamte will, nachdem er vergeblich die Thür zu öffnen versucht, ohne Erfolg an der Nothleine gezogen nnd aus den: Fenster nach Winkler ge- rufen haben. Iii dieser Zwischenzeit muß die Entiveichung Savinc's veschehen sein. Als sich dann Seeivald wieder zu der Abortthür wandte, gelang ihm nun naturgemäß die Oeffniing und erst jetzt bemerkte er, daß der Abort aus der anderen z-eite noch eine zivette, gleichartige Thür hatte. Der Angeklagte Winkler wurde durch iiiitsahrende Soldaten daraus alifmcrksani gemacht, daß nach ihni geruse:t würde, er nnterhielt sich nun durch das Fenster mitSeeumld, zog heftig, aber erfolglos, an der Leine und machte erst auf Anrathen eines Mitreisenden von der Rothbremse Gebrauch— Soweit ver Thatbesland. Ter Inhalt der Anklage wurde im Wesentlichen theils durch die eigenen Angaben der Angeklagten theilS durch die Beweis- aufiiahnie erwiesen. Ter Staatsanivalt beantragte gegen See- wald j cchs, gegen Win kl er vier Wochen Gefängnip. Der Vcriheidiger, Rechtsauwalt Dr. JverS ans Berlin führte ans, daß es sich lediglich um die Frage handele, ob darin eine Fahr- lässigkeit gesunden werden könne, daß dem Angeklagten Seewald nicht bekannt war, daß das'Abortkoupee, aus welchem Saviue entsprang, noch einen Ausgang nach der, der Einsteigescite ent- gegengeseuten Richtimg enthielt. Ties muffe verneint werben, denn. eimstheils hätten die Angeklagten während ihrer ganzen Dienstzeit erst je einen Gefangenen- Transport bewerkstelligt und andcrntheils könne man von ihnen die Kenntniß so eigenthiimlich koustruirtcr Eisenbahnwagen nicht erwarten. Es sei Suche der Auklagedehörde, den Nachweis zu erbringen, daß der damals von der Berliner Straskammer soeben sreigesprochene Savine überhaupt als Gefangener im gesetzlichen Sinne anzusehen sei. In dieser Richtung vermisse die Berthe!- digiing jeden Nachweis. Ter Erfolg der Flacht sei nicht in fahrlässiger Haiivlung der Ängellagten, sondern außer ni, der unendlich größeren geistige» Neverlegenheit und Schlauheit Sarine's im Berhüllniß zn seinen Transporteuren darin zn erblicken, daß die den letzteren ertbeilten Jnstricktionen im Hinblick aus die Schwierigkeit des Trancports und die Eigen- artigkeit Sävine'ß sich als durchaus iinzureichend herausgestellt hätte». Falls der Gerichtshof nicht zu einem freisprechende» llrtheil gelangen sollte, so sei eine gelinde Geldstrafe jedenfalls eine ausreichende Sühne. Ter Gerichtshof folgte den Ausführungen der Vertheidigimg in soweit, als auf eine Geldstrafe von je 100 Mark erkannt wnrve. Eine»»itzeuattige» Sport scheint der Rentier Axt zu betreiben, der kürzlich wegen groben Nnsugs vor der 90. Abthei- lung des Schöffengerichts stand. Seit längerer Zeit trieb in der Gerichtsstruße und der angrenzeiideuGegeiid ein Mann seinUnwelen, der auf solche Leute fahndete, die sich eine sehr häufig vorköm- inende Straßeupolizei-Ilcbertretiing zu Schulde» komme!, ließen, welche im Falle einer Anzeige in der Regel mit einer Mark Geld- strafe geahndet ivird. Die Ertappten iv, irden von dem Manne dahin l.nterrichtet, daß er.«triminalbeamter sei und dann tu bar- schem Tone aufgefordert, ihm zur Wache zu folgen. Wenn der angebliche Beamte seinen Begleiter dann gehörig eingeschüchtert hatte, spielte er den Großmüthigen und ließ ihn lausen. Dieser falsche Beamte soll mit dem Angeklagten identisch sein. In der Nacht zun, 22, Januar hatte sich daffelbe Spiel ivlederholt, aber hierbei war e? dem Angeklagten schlecht ergange», er hatte gehörige Prügel bekommen und war dann selbst"zur Wache gebracht worden. Im Termine behauptete er, daß er das Opfer einer Personenverivechselung geworden kein'müffe und ab- gesehen von der erhaltenen Prägel hätte die Sache eigentlich etiväS komisches. Er sei in jeuer Nacht ruhig von seiner Stamm- knAp« nach Hause gegangen. Da sei er plötzlich von vier junge» Leuten angegriffen worden, die mit den Worten: Nun habe» wir endlich de»„ollen Fettwanst" auf ihn einschlugen. ÄlS der Wächter herbeieilte, halten die junge» Leute ihn als de» Ruhestörer be- zeichnet und ihn außerdem bezichtigt, daß er sich als Kriminal- beauiter ausgegeben, infolge dessen habe der Wächter ihn, de» völlig Nnschuldigen arretirt. Tie übereinstimmenoen Aussagen der Zeuge» lauteten ganz anders. Darnach hatte der Auge- klagte den Zeugen Müller, welcher die ermähnte Uebertretung be- ging, in barschem Tone mit den Worten angeredet:„Was machen Ich bin SuimlnalbeamUr, foIgcrrSUmit jur Wache? hier? �cy em Mülle? war nntqegangen, wahrend seine drei Beglew sich ebenfalls anschlössen. Die Letzteren redeten f den angeblichen Beamten ein, er möge ihren Kouego doch freigeben und nach einer. Weile hatte � Elftere gesagt:„Na, denn mag er laufen". Tie uei Szene hatte aber noch andere Vorübergehende angelockt und eiW derselben verlangten von dem Angeklagte», daß er sich legiUNi» Nun war der Letztere geflohen, aber verfolg� und eingehoit iw den und hierbei hatte es denn auch einige Schläge gegeben. Gerichtshof war der Ueberzeligung, daß die Zeugen die WahM sagten und war dies der Fall, so lag mehr wie grober llnfng," lag unrechtmäßige Ausübung einss Amtes vor, ein Vergehen, st- welches das Schöffengericht nicht zuständig ist. Die Sache wuw daher der Strafkammer überwiesen. Ein Zärrstprozeff, welcher voraussichtlich� ein weitergehe� des politisches Interesse beanspruche» dürste, ist gegen den rr antwortlichen Redakteur der„Vossischen Zeitung", Herrn Frieds Stephan y eingeleitet worden und befindet sich augenblickl im Stadium des'Vorverfahrens. Es handelt sich um eine Bs leidigungsklage, welche der bekannte„schwarze Crem er" gegb Herrn Stephany angestrengt hat. In der letzten Wahlbewegust fand u. A. auch eine große srcisinnige Wähler-versammluna a» Tivoli statt, in welcher der Abg. Eugen Richter eine Ri» hielt. Derselbe ließ dabei auch die ehemalige» Leiter der„M liner Beivegung" Revue passireu, gedachte mit einige» ironische Bemerkiiiige» deS Abgeordnete» Cremer und streifte in einer Res»' wendung auch den vermeintlichen Zusammenhang der bekannw Bleichröder-Spende von 20 000 M. mit dem Rücktritt des AI# ordneten Cremer von einer Kandidatur. Ter betreffende Palst der Richter'schen Rede war auch in dem ausführlichen Berast welchen die„Voss. Ztg." über diese Versammlung gebracht, at# druckt; Herr Cremer hat sich aber dadurch beleidigt gefühlt u» den Strafantrag gegen de» Chefredakteur der„Voss. Ztg." die etwa sonst verantwortlichen Personen gestellt. Es finden r Zeit Vernehmungen in dieser Angelegenheit statt, jedenfalls wst auch der Abgeordnete Richter demnächst vernommen werden«i» voraussichtlich die Geschichte der Bteichröder'schen LOOoO M. ist der Verbleib derselben eine eingehende Erörterung vor dem M rieht finden. � ?ur Zckerichtigungspflichi der pn-iodischeu Dresse fast das Schöffengericht in I a u e r in ferner Sitzung am 10. d. st eine eigeuthümliche Entscheidung. In seiner# 15. Februar er. Abends erscheinenden Nr. 46 brachte das„Jaist sche Stadtblatt" Sie unrichtige Notiz, daß der Landrath Freihst v. R i ch t h o f e» einer an demselben Tage stattgehabten konsss vativen Wahlerversammliuig prasidirt habe. Die dem Nedaktst Th. Bures ch am 16. früh von dem Landrath zugesandte«' richtigung brachte derselbe bereits in der am Nachmittag diest Tages herausgegebenen Extra-Ausgabe des„Jauet säst St.idtölattes", welche mit leiner besonderen Stummer vevzeichst war, zum Abdruck und unterließ es daher, dies« Berichtigung� der am Montag, den 17„ Abends ausgegebenen Nr. 47 des 9' dachten Blattes noch einmal aufzunehmen. Hierin erblickten>>' Laudratl) Freiherr v. NichtHosen und liiir ihm der Amttaiiwjj einen Verstop gegen§ 11 des Reichspreßgesetzes, welch» die Aufnahme der Berichtigung in der nächst erscheinen� Nummer der periodischen Druckschrist vorschreibt. Im Zst; haiidlnngstermine beantragte auch der Amtsanwalt, Bürgä meister Lindemanu, indem er auf den Wortlaut des Gesep hinwies, die Verurtheilung des Angeklagten zu 20 M. und ordnaiig der nachträglichen Ausnahme der Berichtigung.—*' Angeklagte führte demgegenüber aus, daß das Gesetz doch offenst die möglichst schnelle Ausnahme der Berichtigung durchs� wollte und de» Ausdruck„Nummer" nur gleichbebeuteno f „Ausgabe",„Stück Blatt" gebraucht habe. Ausgeschlviien seil auch keineswegs das Erscheinen von periodischen Tpuckschri'� die nicht mit Niiminern, sondern nur mit de», Datum der A» gäbe versehen werden, und«„ch diese sollen sicherlich der# richtig uugspflicht unterliegen. Der Gerichte Hof veruritzeilte ao den Angeklagten zu 10 M„ indem er sich der Auslastung f Amtsanwalts ganz und gar anschloß. Sozinlo Ilebevstrsl.t. ijambufg, 10. April. Die hiesigen Malergehilfen haben he� Morgen in fast allen Geschäften die Aroeit eingestellt; diesestj verlange» einen Miniinallohn von 60 Pf. per Stunde, mähre- die Malerinming nur 50 Pf- bewilligt. Achtung! Ter Streit in der Knopffabrik von C. H. Rg dauert unverändert fort. Wir bitten die Arbeiter, sowie schasteu Berlins, die Streikenden noch 14 Tage über Wasser e halten, damit nicht zuletzt noch die Arbeiter gezwungen wertst zu Streikbrechern zu werden. Haben wir doch schon einig»; verzeichnen, die theilweise die Roth gezwungen hat, die Artt wieder auszunehmen. Es streiten noch zirka 40 Mann, an' sind schon in anderen Fabriken untergebracht; noch 14 Tag» und die Uebrigen sind ebenfalls untergebracht. Namentlich% Knopsarbeiler ,n denjenigen Fabriken, wo die Arbeit sich gehoben hat, möchten wir bitte», hauptsächlich ihre Schuldig zu lhun, es gilt den Kamps um unseren Berein. Der Fabrik� darf nie sein Ziel erreichen, auch wenn wir den Streik für beeim erklären, hat er sich occh selbst die Fabrik aus so lange bis er jenen Revers zuriktmmmt, nach welchem wir keinem R?. verein angehören dürfen. Darum nochmals, Knopsarbeiler,% fccitet Berlins, sorgt dafür, daß wir noch 14 Tage auShrt'| können; die Roth ist groß, dauert der Streik doch schon volles Wochen und sind während der Zeit nur 7—8 resp. 4—5 971 jj Unterstützung gezahlt worden. Das Streikkomitee.— Alle»Z tragen in Betreff des Streiks sind zu richten an L. WeiSp' .-riedrichsderg, Gürtelilr. 12. Alle sonstigen Sendungen? fr. Hellwig, Waldcmerstr. 41 IV, oder an den Kassirer des verems Mar Frtedeinann. Pücklcrstr. 81. f Ktocharlieiter dauert«nverän�f sartt W,e ,st dieser Streik enl,tande„? Im Februar brach I der«tocksabrif von Eckersdorff und von Luft und Komp-, «treck aus. Die Gviiuve waren bei Luft u. Komp. direkte 2* red ftuou undbci Eckersdorff durch Arbeits»Heilung herbeigef11' indirekte Abzüge. Nun entstand die Idee: Dieser Konkurrenz„ fortwährenden Preiödrückerei- bei Eckersdorff ist diese- ss, meile Streck— dadurch entgegen zu treten, daß eine Regelstt unserer Lohst- und iilrbeitsverhallnisse in allen Werkstätten b-rA geführt wird. Schon seit dem Juli vorigen Jahres besteht� Schluß,°u"'.HMt dieses Jahres neunstündige Arbeitszeit* -1,60 Mark als Mindestverdillist als Forderung aufzustellen- j i• tvttrde in öffentticher Drechsterversammlung � Burgersiilen eine Kommission gewählt, weicht� den jz-abrikanten ei.izelü sich in Verbindling setzen soll über A Forderungen. Und jetzt erklärte» sich elf der größten unseren Iorderuiigen einverstanden. Es erklärte Finna Gruneivald, ebenso die ff' (d:e beiden r.«s äl" Reuter, Inhaber der Remmert u. Komp, hier in Berlin):„Ich mit Ihren Forderungen und bin Geschäfte sind die vollständig einverslch, in'i Zb'.eii Forderungen und, verden dieselben voin 1. in beibc;i öicfch.ifieu eingeführt werden. Ich wünsche JhnkPgff Gluck und bitie, auf den, betretenen Wege fortzufahren.'--fä sprechend diesen ziistiinuiendeu Erklärungen der Fabruanren.' x. März in öffentlicher Stockaröeiter-VersammlU'�zl- �''chlup. unsere Forderungen zur Durchführung zu bringen- fiull daß nun an, nächsten Morgen Vre Fabrikanten die o eW vuiigen beivilligt Hätten, wurden in 15 Werkstätten, meisten» � c» die größten, mit insgesaillmr 300 Arbeite»!!, die Forderungen bewilllgt, währeitd 11 Werkstätten,»nk insgesammt HO Ar�.x bewilllgten. Darauf brach in den 15 Wertstätten der Streif.. � Ww stellen sich nun die Fabrikanten im Weiteren uns gtge'AA' D»»ies geh»«m besten ans folgendem Cchretben hervor, mt die öffentliche Drechslerversanunlung vom S. April. Dasselbe hat folgenden Wortlaut: An den Vorsitzenden der Versammlung der Stockarbciter V erlin. . Obiger Vorstand wird höflichst ersucht, von nachstehenden VqchU'sjxn der Sektion der Berliner Stockfabrikanten der heutigen Versammlung gefälligst Kenntniß geben zu wollen. Verband deutscher Schirmfabrikanten und Interessenten verwandter Branchen. Beschluß der Sitzung vom ii. April 1890. Die hier versammelten'J2 Mitglieder der Sektion der Stock- fabrikanten beschließen: Sämmtliche Arbeiter, die bei ihnen oder bei ihren Kollegen streiken, soweit sie nach den geführten Listen bekannt geworden, zunächst bis zmn Sonnabend, den 12. April er., nicht zn beschäftigen. Sie erklären nach wie vor einen Minimal- lohn nicht bewilligen zn können. Im Uebrigen können die Arbeiter, welche sich bis zu obigem Termine zur Weiterarbeit unter, den alten Bedingungen gemeldet, zum Beginn der Arbeit Montag, den 14. April, wieder angenommen werden. In AnbetotWt der Thatsache, daß der Streik der Stockarbeiter ein willkürlnXr ist, da die Arbeitgeber den Arbeitern ein Entgegenkomnicii/gezeigt haben, indem sie zur Verhandlung der Lohnfrage auf Bitte der Arbeiter eine Lohnkommisfion gewählt haben, mit der die Ar- beiter aber nicht in Verbindung getreten sind, wird folgendes beschlossen: Sollte trotz dieses Entgegenkommens der Streik bis zum 12. d. M- nicht beendigt sein, so wird die Sektion in der zum 18. anberaumten Eitz ing Beschluß fassen, sämmlliche Werk- stätten der Mitglieder zu schließen. Mit Acktuugi Der Geschästssiihrer der Sektion der Stockfabritanten. Wilh. Jedeck. ,, Vu- vorgehendem Schreiben geht z, mächst hervor, daß die betr. 15 Werkstätten bis zum 12. April von den Fabrikanten gesperrt lmd. Was nun den frivolen Streik unsererseits anbetrifft, so zeigt wohl das oben mitgcthcilte Verhalten der Fabrikanten, auf wessen Seite die Frivolität zu suchen ist. Was die Drohung: Ist bis zum 12. d. M. der Streik nicht beendigt, daß dann vorläufig die Werkstätten geschlossen werden sollen, anbetrifft, so würden durch diese Maßregel die Fabrikanten sich mehr in's eigene Fleisch schneiden, als UiiS schaden. Es beweist uns aber das Schreiben der Fabrikanten, daß das ganze Vorgehen nur einen Angriff ans unsere Organisation bedeutet. Daruin ist es Pflicht aller Drechsler und Berussgenossen, unbedingt für ihre Organisation einzutreten. Aber dem Verhalten der Fabrikanten gegenüber sehen wir uns gezwungen, an daL Solidaritätsgesühl der gesaimnten Arbeiter- schuft zu appellireu. Arbeiter! Es handelt sich in diesem Kämpf nm Sein oder Nichtsein der Vereinigung der Drechsler Deutsch- lands hier in Berlin. Die Zahlstellen befinden sich: Sonnabend Abends von 8V3 bis 10 Uhr bei Pätzolv, Neichen- bcrgerstraße 16 und bei Gründe!, Dresdencr- straße 116. Sonntag Vormittags von 10 bis 12 Uhr bei Brückner, Lotyringerstraße 67; Heindors, Langestraße 70; Brennerl, Barmmstraße 8; Gründet, Dresdener straßs 116. Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. Achtung! Der Streik der Firma Friedrich Siemens u. Co. dauert unverändert fort. Zuzug est fernzuhalten von Schlossern. Drehern, Klempnern, Gießern, Formern, Kernmachern. Bc- stoßern. Modelltischlern, Packern und sämucklichen Hilfsarbeitern. DerfcmtmUtUgeu. Die Nersammlung der Weber und verwandten Berufs- gen»Isen Berlins, welche am Donnerstag, den 10. April, ini Bomffcyen Brauhause tagte und von ungefähr 400—500 Personen besucht war, beschloß einstimmig zum ersten Punkt der Tagesordnung nach einem eingehenden Referat der Herren Delegirten zum Apoldaer Kongreß der Textilarbeiter, Hemdorf und Zehmann, folgende Resolution:„Die heutige Versammlung der Weber und verwandten Berufsaenoffen Berlins erklärt sich rmt dem Beschluß des Kongresses, Berlin als Vorort zn wählen, einverstanden und spricht die Erwartung auS, daß sämmtliche Bernfsgenossen der Tertiibranche dazu beitraaen werden, das in sie gesetzte Vertrauen in jeder Weise zu rechtfertigen. Zum zweiten Punkt der Tagesordnung:„Stellungnahme zu der beabsichtigten Erhöhung der Beitrage zur Ortskranken- kaffe" wurde nach ziemlich animirter Diskussion sestgestellt. daß die Versamnilung leider nicht die Macht habe, chren Willen durchzusetzen, weil die Angelegenheit end- giltig von den sogenannten Delegirten der Kassemnirglieder in der am 13. April d. I. stattfindenden Versammlung erledigt wird. Man einigte sich schließlich zn folgender Resolution, welche sur d,e Kassendelcgirten als Wunsch der gesammten Mitglieder bestimmt ist:„Die heutige Versammlung der Weber:c. spricht den Delegirten der Ortskrankenkasse den Wunsch an?, dieselben möchten für Erhöhen der Krankenkassen beitrage nur ans Zeit stimmen. Gleichzeitig möchten sie dafür eintreren, die Gehälter der beiden Kaffei'.beamteii auf je 1200 Mark zu nopmiren, um an' diese Weise das Defizit der Kasse zu decken."— Punkt 8 der Tagesordnung wurde übergangen, weil derselbe durch eingetretene Verhältnisse gegenstandslos geworden war. Zu„Verschiedenes" wurde«ine Resolution folgenden Wortlauts einstimmig ange sjonnnen:„Die Versammlung der Weber je. beschließt, vom m,T in solchen Geschäften zu kaufen, welche Sonntags r0£ viS?! l2 Uhr ab schließen." Mit einem dreifachen Hoch auf das Gedeihen der Weberbeiveg'.mg Deutschlands ging' die Versammlung auseinander. Mm?" dm lue" „Weddingpark l. Vortrag des WI und ihre Bedeutung." 2. Abrechnung vom MnskenbäÜ. 8. Verein? angelegenheiten. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Der Referent suhrte seinen Vortrag so richtig wie sachlich, daß ibm der Dank des Vereins zu Theil wurde und von einer Diskussion Abstand genommen werden konnte. Es kam ein Brief von den streikenden Gärtnern zur Verlesung, wozu die Kollegen versprachen, dieselben zu unterstütze»,, auch wurden 80 M dafür aus der Vereinskasse veivlUlgt. Mehrere neue Mitglieder wurden ausgenoinmen und Ivurde von einem Kollegen auf die Arbeiterpresse aufmerksam ge macht,.ucr Bciuch der Gladenbeck'schcu Knnstgicßc Sonntag, den 18 April, statt. Treffpunkt vorl.b Friedrichsirape, Morgens eVe Uhr. Nachdem noch............ Versammlung zum 11. April bekannt gemacht war, schloß der Vor sitzende die Versammlung. Vi«e gutbrsuchte öffrntiicho Uerfnmmlnng der Karion arbeiter und-Arbeiterinnen tagte am Donnerstag, den 10. April in Deigmüllers Salon, Alte Jakobstraße. Nch» einem mit Bei fall ausgenomtnenen Referat des Herrn M. Baginski»vurde Diskussion geschritten; dieselbe war eine änßerit ammirte.... betheiligten sich daran die Herren Wach. Möglich/ Stein, Tilchner. Drews, Siegfried und Röhlke, soivie Fräulein Bader. In erster Linie»vurde ans den 1. Mai hingewiesen und derselbe dringend zur Feier empfohlen. Daraus verlas Kollege Möglich eine Art Kontrakt, welchen die Kommission der Fabrikanten aus gearbeitet, um ihn einer an demselben Abend stattflndendeit Fa orikantenversaNimlung zur Annahme vorzulegen. Es ist in diesem «chriflstück erstens die Gründung eines Berems„zur Abwehr u n h x» r ü n d e t e r A r b e i t e r s 0 r d e r n n g e n" vorgeseher ts wird weiter die Einführung von„schwärzen Listen ch!emf fohlen; die Einführung einer neunstündigen Arbeitszeit festgesetzt, die„thunlichste" Erhöhung der Akkordlöhne be- stimmt, ebenso sind Mapregeln vorgesehen, welche verhüten am sollen, daß die Fabrikanten bei einem Streik sich gegen- seitig die Kunde» absangen. Von Herrn Siegsried wurde daraus hingewiesen. daß den Fabrikanten die beabsichtigt« Aushungerung ver Arbeiter nicht gelingen würde; dre- selben rvürden einfach Produktivgenossenschastcn gründen. Von allen Rednern wurde auf die Unhaltbarkeit dieses Fabrikanten- kontraktes hingewiesen. Nach Schluß der Diskussion ivurde eine Resolution angenommen, in welcher die Versammlung verspricht, mit allen Mitteln für die achtstündige Arbeitszeit einzutreten und den 1. Mai in der Weise zn feiern, wie von den Berliner Ar- heitern angeregt. Nachdem unter Verschiedenem noch die Frauen Greiffenberg und Grauer, sowie die Herren Greiffenberg, Wilde und Auerbacki gesprochen, wurden zivei Resolutionen angenommen, dahin gehend, 1. daß sich die Versammelten verpflichten, nur in solchen Geschäften vom 8 Mai an zu kaufen, die Sonntags von 12 UhrMivag an geschlossen haben. 2. Daß die Streikkommission der Jfcircfonarbeiter ermächtigt wird, sich nicht strikt am 28. April Beginntag des Streiks halten zu brauchen. Ilm 12 Nhr chlnß der Versammlung. Am Dounrrflag, den 3. d. W., fand eine öfleniliche Uetsammluug jiimmtlicher Sto«karbeiier und Drechsler iin Königstadt-Kasino statt. Tie Versammlung war äußerst stark besucht. Die Tagesorduung lautete: 1. Sireikangelegeuheiten. Verschiedenes. Ein Antrag, den ziveiten Punkt der Tages- ordnung als ersten zu verhandeln, wurde angenommen, da aber zu„Verschiedenes" nur Angelegenheiten der einzelnen Werkstellen zur Sprache kamen, wurde zum ersten Punkt der Tagesordnung geschritten. Kollege Stübling theilte im Namen des Herrn Fiebig mit, daß,»venu Girod und' Auerbach beivilligt, würde er auch ofort beivittigen. Kollege Hildebrandt gab nachdem einen Bericht iber die einzelnen Wcrkstellen, welche bewilligt haben. Es sind dies bis jetzt 12 Wcrkstellen; dieselben haben theils durch christliche, theils durch mündliche Erklärung und theils mrch Abstempelung der Fragebogen der Kommission ihre Be- willigung mitgetheilt; die Ursache, weshalb die anderen Werk- teilen noch nicht bewilligt haben, liege an folgenden Thatsachen. Der Verein der Schirmmacher habe die Schirmstock- Fabrikanten mit ins Schlepptau genominen; Herr Hugo und die größten Schirmfabriken müßten stets ihre bessere Waare aus Verlin holen, »venu nun die Forderungen der Gehilfenschaft beivilligt würden, die Preise dieser Artikel in die Höhe gingen und so haben Herr Hugo und Herr Bergmann alles in Beivegung gesetzt, mit oen Schirmstock-Fabrikanten ein Kartell zu bilden, um oie Arbeiter zu unterdrücken, die meisten Schirmstock-Fabrikanten haben auch vor- her diese unglückselige Falle nicht erkannt und die meisten bereuen es schon, daß sie sich von dem Schirinmacherverein haben in dieser Weise prellen bissen, in der Versammlung, welche die Schirm- 'abnkänten und die Schirmstocksabrikanten hatten und in welcher die Abstimmung, ob der Minimallohn von 21,00 Mk. beivilligt oder nicht, erfolgte, haben von 27 Anwesenden nur 4 Schirm- macher, welche gar keine Arbeiter haben und nur Exportgeschäfte machen, ihr Ehrenwort gegeben, den Minimallohn nicht zu bewilligen, 12 andere haben auch die Hand mit erhoben und so würde es wohl mit dem sogenannten Ehrenwort nicht weit herein. Ein Antrag, mit Herrn Remmert betr. Erhöhung der Akkordpreise in weitere Unterhandlung zu treten, wurde abgelehnt, dagegen wurde ein Antrag, an den gestellten Forderungen unbedingt festzuhalten, einstimmig angenommen. Ferner wurde 'olgender Antrag gegen eine Ttiimne angenommen: In Betreff der außer dem Hause arbeitenden Meister sich dahin zn ent- chließeu, böchstens die Arbeit, welche angefangen ist, fertig zu nachen und jede weitere Arbeit abzulehiien, bis der Streit ge- chlichtei ist zn Gunsten der Gchil'enschaf!. Ferner»vurde bei stwaigen Streitigkeiten bei den Akkordamitcrn aus die Rechts 'chutzkomiltission verwiesen. Der Versammlung»vurde ferner mit .etheilt, daß etwaige Unregelmäßigkeiten, Verhaltungsmaßregeln. Ansragen u. s. w. der Vermittelungskommission, welche täglich von 9 Uhr Morgens bis ß Uhr Abends im Zentralbureau, Dresdener traße 116 bei Gründe!, thätig ist unterbreitet werden»miß Kollege Nautenberg»»achte noch bekannt, daß diesmal die Holz- drechsler Gelegenheit hätten, ihr Solidaritätsgesühl zu zeigen und wurde empfohlen, da die arbeitenden Stockarbeiter sich verpflichtet hätten, die uuverheiratheten 2 M. und die verheiratheten 1 M. zu zahlen, die Holzdrechsler dementsprechend die Hälfte pro Woche zu zahlen hätten. Die Zahlstellen sind des Sonnabends von 8 bis 10 Uhr Abends und des Sonntags von 10—12 Nhr Vor mittags bei Heindorf, Langesir. 70, bei Pätzold, Reichenberger 'träße 16, bei Brückner, Lokhringerstr. 67, bei Brcnnert. Barnim traße 6, und im Zeiitraltmrean, Dresdener»!?. 116, jeden Tag von 9 Uhr Morgens bis 6 Uhr Abends geöffnet. Ein Antrag die Versammlung ans 80 Minuten zn vertagen, wurde ange- nommen. Nachdem ergriff Kollege Ronteuderg das Wort, um diesen Streit im allgemeinen zu beleuchte». Redner meinte, die heutigen Kapitalisten wollen die Arbeiter nicht mehr auskommen lassen, sie bedienen sich dazu der niedrigsten Mittel Und suchen die inrelligenten und ansgeklärren Arbeiter durch Versprechungen u. dgl. Zurückzuhalten, das beweise dieser Streik, welchen die Fabrikmiten »nszenirt hätten, Redner schloß mit den Worten,»velche ein eng- lischcr Fabrikinspektor gebraucht hatte: Es müssen schwerwiegende große Gründe vorhanden sein,»velche den Arbeiter verantaffen eine Existenz, seine Arbeitskraft aufzugeben. Zmn Schluß wurde noch mitgetheilt, daß die Meister an demselben Abend auch eine Versammlung abhielten»md sich auch mit der Streiksrage be schäftigen, Kollege Hildebrandt welcher Erkundigungen über diese Versaminl»mg eingezogen hatte, meinte, daß es in dieser Ver- sammlting aber nicht so einmüthig zuginge wie bei Uits, sondern nur noch Knüppel fehlten und die Schlägerei wäre fertig. Der Berichterstatter konnte nicht bis Schluß in der Meiscerversamm lung anwesend sein, aber der Geist der Stockfabriianten»var bis dahin eiti solcher, daß sich jeder, welcher ii» die Schlinge gegangen ist durch die Herren Schirmmacher, wieder herauswinden»nöchte Eine Nersammlung des AUgrmeinr» Metallarbeiter Vereins Perhn» und Umgegend fand am 3. Osterfeiertag im„Weddingpark", Miillerstr. 178, statt. Ter Delegirte der Berliner Metallarbeiter zilin Pariser Kongreß, Kollege Karl Becker, hielt einen Vortrag über den Kongreßbeschluß, betreffend den 1. Mai. Derselbe führte auZ, daß auf dem Pariser Kongreß nicht beschlossen sei, den 1. Mai in allen Ländern durch Ruhenlassen der Arbeit zu feiern, sondern nur Demonstrationen zu Gunsten des achtstündigen Arbeitstages zu vernnstaUen, und daß es den Arbeitern der einzelnen Länder überlassen bleibt, zu beschließen. in welcher Weise sie demonstriren wollen. Da»vir nurt in Deutsch land nicht wie in England und Belgien große Massenauszüge in den Straßen veraiista'.ten könnest, so tauchte bald nach Schluß des Kongresses die Frage auf, ob es nicht thunlich sei, an diesem Tage die Arbeit ruhen zu lassen, worauf in vielen Bersamm lungen derartige Beschlüsse gefaßt wurde». Das Eingreifen der Fraktion zu Ungunsten dessen, sei zwar insofern gerechtfertigt, als bei einer derartigen Demonstration bei dem ausgebreiteten Lock' fpitzelthum Gefahr für Ausschreitungen vorhanden sei und ferner hin äuch Maßregelungen seitens der Fabrikanten zn befurchten seien; andererseits aber auch die Arbeiter nickt gut von den in vielen Versammlungen gefaßten Resolutionen ablassen können. Er stelle es daher der Versammlung anHeim, in der Diskussion sich darüber auszusprechen. Die Diskussion, an welcher sich die Kollegen Bredow, Hartmann, Pietsch, Litsin, Schmittau, Nikolaus, Linde,»heim hervorragend betheiliaten, gestaltete sich zu einer seh lebhaften. Von fämmtlichen Rednern äußerte nur Kollege Schmittau einige Bedenken gegen den Arbeiterfeiertag. Dle übrigen sprachen alle ihre Meinung dahin auS» daß ein Rücktritt von'unseren Beschlüssen nicht mehr angä.gig sei, daß die Fraktiolk viel früher hätte ihre Bedenken vorbringen müssen und daß alle gegen den 1. Mai sich richtenden Gründe nicht so schwerwiegend seiest. Uns in unseren Entschlüssen zu beeinflussen und es daher usisere heiligste Pflicht ist, die Resolutionen aufrecht zu erhalten und mit allen Kräften dahin zu wirken, daß die geplante Kund- gebung eine großartige werde. Eine diesbezügliche Resolution wurde einstimmio angenommen. Kollege Bredow gab hieraus eine k»,rze Uebersicht über den Stand des Siemens'scheu Streiks. Von den 143 Streikenden seien noch ca. 40 unterzubringen. 13 Personen haben sich als Streikbrecher erwiesen. Auf Wunsch nannte er mehrere Namen der letzteren, und schloß mit einem markigen Aufruf an die Versammlung, die Streikenden»vie bisher. noch weiter materiell und moralisch zu unterstützen. In demselben Sinne äußerten sich die Kollegen Becker, Hartmann, Fränzel und Unger. Unter Verschiedenem forderte Kollege Scheck die Kollegen auf, sich mehr an die Abmachungen der Lokaikoinmission zu halten und nicht, wie es leider oft der Fall sei, in solchen Lokalen zu verkehren, die für uns nicht zu haben seien. Kollege Schmittan macht auf die Metattarbeiter-Krankenkasse aufmerksam, dc-gletchen Kollege Hartmmm aus die Statistik des Metallarbeiter- Vereine, und enipfiehlt ferner den Kollegen, die in der letzten Nummer oer „Metallarbeiter- Zeitung" befindlichen Aufrufe zu Kongressen»n Erwägung zu ziehen, da in nächster Zeit Versammlungen werden stattfinden müssen, um gegen Branchenkongresse. Stellung zu neh- men.— Ein'Antrag, für die vor drei Jahren im Interesse der Arbeitersache im Spandauer Schiffsahrtskanal verunglückten Metallarbeiter Robert Nauen, Hansel und Lachmann am 1. Mai einen Kranz auf das gemeinfame Grab zu legen, fand lebhafte Zustimmung., Mit einem Hoch auf die internationale Arbeiter- beivegung schloß der Vorsitzende die Versammlung. Der soiistldemokratifche»»d Dislmtirklul. Vorwärts" hielt am ersten Ofiersciertag, Sonntag, den v. April 1890, in Renz' Ball-Salon, Naunyns.raße 27, an Stelle der sonst üblichen Matinee eine Bereinsversanimlung, verbunden mit wissenschaftlichem Vortrag ab. Herr Dr. Bölsche sprach über Htipnotismtls und Spiritismus. Die Versammlung war sehr tark besucht, so daß das Lokal bis auf den letzten Platz besetzt war. Auch Damen waren zahlreich erschiene». Der Herr Vor- tragende entledigte sich seiner Aufgabe in dem über eine Stunde dauernden Vortrage in überaus geschickter, streng sachlich wisse»- schastlicher Weise. In der Diskussion gab Herr Klrnger ,er Meinung'Ausdruck, daß eine Besprechung des eben Gehörten wohl nicht am Platze sei. Aus dem Vorträge ergebe sich die Konsequenz, daß alle»ms als göttlich und übernatürlich gelehrten Dinge auf ganz natürlichem Wege vor sich gehen. Ans der Versammlung wurden alsdann zahlreiche Fragen an den Herrn Vortragenden gerichtet,»velche derselbe in der e»n- gehendsten Weise beantwortete. Herr Mattutat, Mitglied des Vereins, ladet zum Schluß die Anwesenden, besonders die Damen, ei!', vielinöglichst den Klub-Sitzungen beizuwohnen, welche stets reichen Stoff zur Ausbildung des Geistes bieten und alle M»tt- »voch Abend 9 Uhr, Naür.hnstr. 83 bei Kühn früher Polandt. tattsinden. Hieraus»vird die Versammlung nm 1 Uhr Mittags geschlossen. Gin« öifenitrche Tifchlervevsammiung f«»«»iedrichs- bei'cj und Umgegend tagte am 8. April im Sie»'.st.>dtec Volks- .arten, mit der Tagesordnung: Stellungnahme der h'.eMN Tischler zur Lohnbewegung. Nachdem die Herren Hamvel, Dciup und Fr. Schulze in das Bureau gewählt, nahm der Eriiere da? Wort, um zunächst sein Bedanern auszusprechen, daß trotz der an den Vorstand deZ Fachvereins gerichteten Bitte, Niemand von dieser Seite erschienen sei. In kurzen Zügen schilderte er sodann die bei der i» Anssickt stehenden Lohnbeivegnng einzunehmende Stellung der hiesigen Kollegen, die sich nach sswen Ausführungen mit den Berliner Kollegen vollständig solidarisch erklären müssen, zumal in den diesseitigen Vororten ausschließlich für Verlin gearbeitet würde. Auch sei an eine Dnrchsührung der gestellten Forderungen hierorts kaum zu zweifeln, da es stet- an Arbeits- trästen mangele. Damit aber die Betheiligung an der Bewegung eine allgemeine werde, sei die hiesige Zahlstelle � deutschen Tischleroerbandes unablässig bemuht gewesen, möglichst alle hie. unv in den benachbarten Ortfchasten arbettenoen Kollegen Zt.r SÄ" AS SL ÄÄS Dem entgegnete der Borsitzende, daß die Statuten d� �acove.ewo seinerzeit, wie die hiesige Verbands- Zahlstelle errichtet wurde, noch nicht derartig erweitert wäret,, daß auch in der Umgegend Zahl- teilen desselven errichtet werden konnten, daß aber der Uebertritt der hiesigen Verbands, nitglieder in den Fachverein jedenfalls nmq iVX Enne�jsselution. daß die hiesigen Kollegen die Beschlüsse des FächveremZ anerkennen und sich nüt den Berliner Tischlern soll- darisch erklären, fand einstimmige Annahme, ebenso eine Reso liitton betreffs des allgemeinen Feiertages am 1. Mai. Mit ernern Hoch auf die mternationale Arbeitervewegung schloß der Vor- sitzende die Versammlung. Main?, 9. April. Eine allgemeine Arbeiterversammlnng hat hier beschlossen, den sBeschlüffen des internationalen'Arbeiter- kongresses in Paris beizutreten und am 1. Mai zu feiern. Sie wurde ans Grund dcS§ 0 des Sozialistengesetzes polizeilich aus- gelöst. yn'tt» zur Mccheuno d«r materiellen Interessen der Strinträger NN» Ker«f»»rn»N«n BerUnS und Ninaeg-nd. Am Sonntag, den I?. d. M., Von», i» Uhr, in Sch-ffer's Salon, Jns-Nirab« 10: Mitzlwdervcnain.nlung. Fachveroin für Schlosser und znaschi>,»»i>a»»rt-rit>.r und Umgcgcnd. Sonnabend, den is. April, AdendS Uhr, in Rehli«' Salon. Bergfir.»2: Er. Versammlung.._, Ailg-in-tnrr Wetal!nrb»iter-Uer«i« Berlins und Umgegend. Souiito?, Heft 1:1. stpru. Vorm. ioe Uhr, im Königfiadt-Kasw», HolzinarlrilraKs Tu: Ordentliche Eeneralversammlnnn., -•" viod-Utiamer! Tonntag, den is. April: HerrenpaA!-»ach . Seeifpuntt: Morien««K Nhr Bahnhof Frledrichicrahc, 27 bei Tempel und Tchlesischer Bahnhof. Kür Naaijugler: ............„..edrlchShaaon. Zahlreiche Betheillgung crioiinscht. Grisle will- ! Die geplante Besichtigung der Gtadenvecl'schen Kunstgießeret kann rocchvfchdnltch nicht siattftnden. � �. Uer-i», der Mod-Ntischl-r K-rlins und Uwa-geud. Montag, den 14. April, Abend» 8 Uhr, im Weddlng-Restaurant, Msillersiratze 178: Vcr- sammlunz. 4............ Sonnabend. fchU« Nerei» der LUsschlch-Zkrtzoit«» im» Seriifoa-nossen. Sonnabe dm is. April, Abends A Nhr, brt Zemter, Munistrahe n: V-rfammlnna. liecl'ammluna der Z»»tral-Kra»li«n- und HtcrUrliassd der drntfch ZZertammInng der I«iitral-Kra»Iien„....---...- oV. Waaenbancr, Bcprl II, ffi. H. Nr. 8 Hamburg, am Sonnlag, den IZ. April, VormlNag« 10% Uhr, Jnvalid-nfirasss 16 bei Pankftedt. Tagesordnung: I. RrchnungSlsaung de« i. Quartals. 3. Uasscnangelcgcnhilt. 8. Wahl de« KassircrS. o. Verschiedenes..._., Uerband drntf.hcr Gold-»nd Kilberarbecter und»erw. Kernsv. - Den llollegen der Sold- und Stlberivaarenbranche Berlins dafe dle Zahlstelle Berlin am». Aprtl isoo einen AtbtUSnachwtiS derselbe beiludet sich bei dem Kollegen tilobert Nelche, Prin- .......' on Morgen« o 61« AbendS a Die Elellenverinttliung ge- genosseii. Nachricht. scffmiichjltale zi/nnd m gcÜsfnet"Wochenlags von Morgen«» 6t« Abends a und SonnlagS Vormittags von c* 61« 10% Uhr. Die Slellenverinllliung ge- Kerliua«»d fchteht für Prinzipale wie Gehtlfe» unenlgeldllch. ß'achciercin für Kchlosser und INaichinenbanaraeiter Orm Montaa. den 11. Anril. AdendL 8:A UÜr. Iii _______________________________. WMceWWIWWWWWWI zu den von den Unternehmern geplanten Arbellerräiyen. 9. Aulnahnie neuer MitäNede«»nd Entrichtung der Beiträge. 4. Anträge, o. SSerfchiedene« und Kragekasien. Käfle lotillvmnnm. Pflicht«lneS jeden Mitgliedes ist es, in dieser Bersammluna zu erscheinen. �„, uiirschner. Am Sonnabend, den 12. d. M., Abends Sqj Uhr:(Stete vlfenstliche Aerfamnclung der Berliner Kiirfchner, Miihenmacher und Zurichter im Saale de« Herrn Simund, Llnienstrabe 8. Tagesordnung: Berichterstaltung der Deleglrlen vom Hanivurger Uongreß... Fi>ch»rrr>».dcr Nohrlrner. Sonntag, den Ig d. M., VorinittagS II Uh>. tn Keuerstein's Salon, Alte Jakobstrahe 75, Versammlung. He sc- und Kiokutir-HInb„Morgenroth". Sitzung am Montag 8 Uhr» Llebenwalderftr. so bei Scholz. Gälte, durch MitgUeder eingeführt, haben "''Wosse offeutliche Yoll!«versa>nml«ng am Montag, den 14. April, Abend ox Nhr, im Saale der Avoll-Bcauerei, Kreuzborg. vorband doutschev?i,nnicrirutr. Lolalverdand Rirdorf, Brill«nd Nmzegend. Sonntag, den ir. April, Vormitlag« n Uhr, Im Saale de« Herr» Kummer, MtrwNs, Berliner str. irs, Generalversammlung. zievci»»hemaligcr Hchliic? der �5.(öemtiitdelchule hält lerne Näch a e BersaMmllmg nm Sonnabend Abend 8 Uhr bel Dameroiv, Shausseeflr. o, at. Ehemalige Schüler und Gäste milllommen. Nm recht zahlreiche« Erscheinen chltd gebeken. IW�WWWa W> samnilüiig ßekänn« scheinen wird ersin emacht. Verschiedenes. Kragesasten. neu de- Abend« der Verum zahlreiche» Er- itUtaliederoersuemuhma der ZlUaemeWen«ranke«. n»> Kterbe» küsse der Metallarbeiter,(E. H. Hamburg), Fillale Rlrdorf, Sonn- abend, den i». April, Abend» Uhr. Bergstr. s«. bei glitte. f n4)u»«iu»,e Piltz«? gtrlin«. Sonntag, den 13. Stprlt, in den Bürnersalen, Dresdenerstr. so, Vormittags 11 Uhr, Mitgliederversammlung. Geselliger Klnl»„Proletariat". Sitzung Abends 3\ Uhr, m Hetndors'Z Restaurant„Zur Distussion", Langest!, ro. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn liieißler: Neues vom Mond. 2. Dislusfion. 3. Verschiedenes. 4. Ausnahme neuer Mitglieder. Zuschneider, Ktepper»tr. Sonnabend, Ii. April, Abends s Uhr, bei Reyer, Alte Jalodstratze 33. Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Wie ballen wir unsere Errungenschaften aufrecht? Neserent Herr Wiedemann. Ttskusston u. f. w. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. tSäftc wtlllommcn. Kchraubeu-, Kaoondreher und Hernfogenolsrn. Aroße öffentliche Ver- saminlung am Sonntag, den 13. April, Vormittags 11 Uhr, in Teigmüller's Salon, Alte Jakobstr. 43a. Tagesordnung: I. Bericht über die ein- gegangenen Schreiben der Prinzipale. 2. Wie verhalten wir uns am Tage unserer Lohnbewegung? 3. Verschiedenes. ttr Arbeit«, lachweio der Klauierarbeiter befindet sich Naunynflr. 73 »nzer. Die Adresienausgabe findet jeden Abend von 3—% Uhr und Sonntags Vormittags 10-11% Uhr, sowohl an Mitglieder wie' an Nickst- Mitglieder unentgeltlich statt. Zu gleicher Zeit machen wir die Vereins- Kollegen darauf aufmerksam, daß jeden Montag und Tonnersmg im Bibliothek- zimmer Lcseabende abgehalten werden. Recht rege Betheiligung erwünscht. Grsang-, Turn- nnd gesellig» perrin« am Sonnabend: iZesang- vereln„Harmonia" Abends s Uhr im Restaurant, Alte Jalobstr. ss.— Männergesangverein„Treue" AbendS 9 Uhr im Restaurant Andreasstraße 0.— Männergesangverein„Erato" Abends 9% Uhr bei Schläwtcke, Kleine Kurftr. 1. — Männergesangverei»„Senefelder", Restaurant Zemter, Münzstr. 11, 9 Uhr UebungSsiunde, Aufnahme neuer Mitglieder.— Gesangverein„Harmonia" Abends 9 Uhr im Restaurant Lehmann, Kurfürftenstr. 31. Gesangstunde.— Lübeckst'cher Turnverein(1. Lehrlings-Abtheilung) Abends s Uhr iklisabeth- straße 57—58. Turnverein„Wedding", Pankslr. 9, Männer-Abtheilung von s% bis 10% Uhr Abends; desgl. 1. LehrlingSabtheilung von 8 bis 10 Uhr Abends — Arendsstche Stenographenklasse des„Berliner Handwerlervereins" Zlbends 8% Uhr Sophtenstr. 15.— Theater- und Bergnügungsvereins„Caritas" Abends 3 Uhr im Louisenslädtischen Bierhause, Admiralstr. 38.— Theater- und Vergnügungsgesellschaft„Treue" Abends 6% Uhr in Bobert's Ballsalon, Weinstr. 11. — Privat-Thealergesellschaft„Schneeglöckchen", Abends 9 Uhr in Vettins Bierhaus Veleranenslr. 19.— Gefelligkeilsklub„Lustig" Abends 9% Uhr im Restaurant Weichelt, Taubenstr. 45.— Verein der Tauben freunde Abends 8% Uhr im Restaurant Hillmann, Manteuffelstraße«8.— Dänischer Verein„Frepa" Abends 9 Uhr im Restaurant Poppe, Lindenstr. 108.— Verein der Würitemberger AbendS 8% Uhr bei Baihtnger, Torotheenstr. 84.— Verein ehem. Schüler der 84. Semeindeschule Abends s Uhr im Restaurant, Koppenstr. öS.— Verein ehem. M. Ci. Lulher'scher Schüler'Abends 9% Uhr im Restaurant Bormann Ohmgasse 2.— Rauchklub„Portortco" Abends 9 Uhr bis 11 Uhr Köpnicker- straste 157 bei Schulz.— Rauchklub„Qualm" Abends 8 Uhr im Reslaurank Tamm, Schönhauser Allee 28.— Vergnügungsveretn„Lustig- 13" Abends 9 Uhr im Restaurant Albrecht, Annenstr. 9.— Tambonrverein„Sedan" Sitzung Abends 9 Uhr, Grüner Weg 9— 10, Aufnahm« neuer Mitglieder.— Tamdourverein „Herz Innig", Abends 8 Uhr, Sitzung im Restaurant Strabburgerslraße 5, Dirigent und Vorsitzender Fritz Lauganl.— Tambourverein„Einigleit macht stark", gegründet isss, Dirigent zur Zeit H. Kämling, Aufnahme neuer Mitglieder Abends 9 Uhr im Restaurant Hahn, Elsasserslr. 57.— Tambour- Verein„Felsenfest", Sitzung 8% Uhr, Wetnenburgerstr. 54, Dirigent und Vorsitzender: A. Friese. Aufnahme»euer Atilglteder.— Vergnügungsveretn„Lustige Seelen" Abends 9 Uhr im Restaurant Schuster, Oranienstr. 8.— Vergnügungsverein Hosptcta Kleine Augustraße 14 Abends 9 Uhr. der Metralttiott. 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Um recht zahlreiches Erscheinen er- sucht_ Per Einberufer.[874 der der Zentral-Kraiikenkasse Maurer n. s, w. „Grundstein zur Einigkeit", Berlin II(Stuckateure), am Sonntag, den 13. April 1890, Vormittags 11 Uhr, bei Zemter, Münzstraße 11. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal 1890. 2. Berichterftattung über die Thätigkeit der Kommission freier Hiljskassen. 3. Verschiedenes.[878 I. A.: Die örtliche Verwaltung. Allgemeine deutsche Kranken- und Begräbnisskasse für Wirker, Weber, Spinner, Färber n. Arbeiter In verw. Bernfszweigen b. 6.(E. H. 67), Sitz Chemnitz, örtliche Verwaltung Berlin. den Mitgliederversammlung Sonntag, 13. April, Vorm. 11 Uhr, Gr. Frank- furtcrstraße 133(alte Nr. 131). T.-O.: 1., Kassenbericht. 2. Vorstandswahl. 3. Wahl eines Delegirten zur General- Versammlung. 4. Verschiedenes. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes. Punkt- lich zu erscheinen. D«r Dorstand. Alb. Niedner, Vorsitzender, Gr. Frank- furterstraße 18 III._ 875 Versammlung der Schriltgiesser Berlins Dienstag, den 15. April, Abends 8 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstraße 77/79. Tages-Ordnung: 1. Der Achtstundentag und der 1. Mai. Ref.: Mar Baginski. 2. In welcher Weise gedenken die Schriftgießer den 1. Mai zu feiern? 3. Verschiedenes. 871 Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Gäste haben Zu- tritt. Recht zahlreichem Erscheinen steht entgegen der Einberuser Adelt Lohr. Uersammlung hesVMlcks jjtlGttWltt (Lokalverband Charlottenbnrg) am Montag, den 14. April, Abends 8'/ä Uhr, bei Herrn Bachmann, Wallstraße 46. Tages-Ordnung: 1. Die Bedeutung der Gewerkschafts- Organisation. Referent Herr Schade. 2. Diskussion. 3. Wahl einer Werk- statt- Kontrolkommission. Fragekasten und Verschiedenes. Gäste können durch Mitglieder eingeführt werden. Um zahlreiches Erscheinen bittet 873 D«« Vorstand. Ortskrankenkasse des Zimmerer-Gewerbes. ktSMl'BttsMNtlW am Sonntag, den 20. April, Vormittags 9Vs Uhr, im Lokale Grenadier- straße 33 bei Seefeld. Tagesordnung: 1. Abnahme der Jahresrechnung pro 1889. 2. Verschiedenes.— Die auf Grund§ 48 des Statuts gewählten Vertreter werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. 840 Der Vorstand: Fl ätz. StMeilre! den 14. April 1890, bei Zemter, Münz- am Montag, Abends 8 Uhr, straße 11. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Marker. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Er- scheinen ersucht 879 I. A.: Oer Verstand. GM Zentralvereindeutscher Böttcher. Sonntag, den 13. April, Vormittags 11 Uhr, bei Heise, Lichtenbergerstr. 21, Versammlung. Tagesordnung:' Der gegenwärtige Stand unserer Lohnbewegung. Verschiedenes. 868 Vttbreitllng m VMildung. General-Versammlung am Sonnabend, den 12. April. Abends 8V2 Uhr, im Königstadt-Kasino, Holzmarktstraße Nr. 72. Tagesordnung: 1. Vierteljahrsbericht des Vorstandes. 2. Bericht des Ren- danten. 3. Ersatzwahl von Vorstands- Mitgliedern und Revisoren. 4. An- träge des Vorstandes. 5. Verschiedenes. Mitgliedsbuch iegitimirt. 867 Der Vorstand. Jnteressenverein der Kistenmacher. Generalversammlnng rm am Sonntag, den 13. April, Tunnel des Herrn Feuerst«»», Alte Jakobstraße 75. Anfang 10V2 Uhr priizif«. To Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal und Abrechnung vom Maskenball. 2. Neuwahl des gesammten Vor- standes. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. 889 Der Vorstand. I I zum 1. Mai! Arbeiter- Gesangvereinen für Arbeiterseste bestens empfohlen! Im I. Gllnther'schen Verlag, Dresden, Ziegelstraße 24, erscheint soeben für 4stimm. Männerchor und Solo: Aufruf von Herwegh komp. v. 61. Zahn. „Frisch auf mein Volk mit Trommel- schlag Im Zorneswetterschein; O wag' es doch nur einen Tag, Nur Einen, frei zu sein!" Partitur 40 Pf. Jede Stimme 15 Pf. Lied mit Pianobegleitung 80 Pf. Bitte zu verlangen. Liefere nur baar. J. Günther s Verlag, Ziegelstraße, Dresden.[885 Mfthol Siegel u. iuUUuly Polsterwaaren G. 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