Kr. 86. S-'mtag. de» 13. April 1890. 7, Jahrg. Organ für die Interessen der Arbeiter. mg. _ Jnser.tionsgebühr Befragt für die 8 gespaltene Petitjeile ober bereu Raum 40 Pf., für Vereins- und VersammlungS- Anzeigen 20 Pf. Inserate werben Bis 4 Uhr NachinittagS in ber Expebition, Berlins�., Veuthltraße 3, sowie von allen Annoneen-Bureaur, ohne Erhöhung beS Preises, angenommen. Die Expebition ist an Wochentagen Bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- nnb Festtagen Bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. » Fernsprecher: Amt Vi.|lr. 4IÖ6.«■* > md iren reis«! rn> errc. Nedaktkion: VeulhZkvatzv S.— Expedition: VeukMvntze 3. (öeutüfUUrfjcr. üntljfcu. ♦< au* Die Zustände ini �övigxei�)'.Sachsen sind nachgerade Publikum.sprichwörtlich geworden. Die oppositio- Blätter haben stehende Rubriken, wie„Sächsische oder'„Gächsi s ch e Polizei" eingeri6)tet. z k Was unter diesen� Spltzmarken wexösientlicht wird, hat -«Csine weitere Kritik nöthig; das Publikum in ganz � Deutschland kennt sich schon aus. serlbS Darum dars man sich auch nicht wundern, wenn die h"«•„Leipziger Zeitung", das amtliche Organ der sächsischen �(jpegierung, mit einein Vorschlage kommt, der die Sozial- pdcmokratie treffen soll und der alles bisher Dagewesene i ve�n Schatten stellt. Das offizielle Organ des„gemüth- �Alchen" Sachsen verbreitet sich nämlich über die so viel 2g, behandelte Ausweisungsfrage und will den '—-�kleinen Belagerungszustand abgeschafft wissen. Dagegen, »iea�neint das artige Blatt, solle man den Ausgewiesenen i supib i e Verbannung aus dem Reiche, also z n-die Expatriirung, oder die Deportation Habenach einer Kolonie aus gesetzlichem Wege oeziek'in Aussicht stellen. Zugleich meint das Blatt, man solle :__-keine„ G e s ü h l s p o l i t i k" treiben, wie sie jetzt sogar ibei den Konservativen eingerissen sei. An den sächsischen Staatsmännern und ihretn Or gane scheinen die Lehren, welche die letzten Wahlen �und der sich daran knüpfende Sturz Bismarcks 5,«rt heilt haben, spurlos vorüber gegangen zu sein —%@ie thun gerade, als ob der Reichskanzler und chck Aein Vetter, Herr v. Puttkamer, noch regierten. �Man wird auch nicht im Geringsten mehr bezweifeln zran�konnen, daß die Bestrebungen Bismarck's, das Sozialisten gesetz aufrecht zu erhalten, wirklich außer Hamburg be Zkl-sonders von Sachsen im Bundesrath unterstützt worden —-isjfind, wie damals mitgetheilt wurde. M Während in den man in Sachsen immer noch glaubt, durch g e st e i g e r t e Strenge etwas ausrichten zu können._ Dieser Glaube gipfelt in dem Vorschlage der Deportatton, die unseres Jens nur einmal von der„Kreuz-Ztg." schon gemacht worden ist. Man kann dieser Sache auch ihre komische Seite ab- gewinnen. Die Sozialdemokratie hat 1 400 000 Wähler aufzuweisen; die Zahl derjenigen, welche sich direkt mn die sächsischen Amtsblattschreiber gruppiren, dürfte erheblich geringer, wird sogar gegenüber der Masse der Sozial- deniokratie nur eine verschwindende Minorität sein. Den- noch glaubt das Amtsblattschreiberthum, es sei so vor- trefflich und dem deutschen Vaterlande so nützlich, daß die Vorsehung ihm allein das unveräußerliche Menschenrecht ertheilt habe, die Luft des Vaterlandes zu athmen. Wie sich solch eine amtliche Redaktion doch in ihrer Bedeutung und Wichtigkeit fühlen kann! Man braucht aber nur daran zu erinnern, was seiner Zeit über die Deportation politischer Ge- f an gener unter Napoleon III. gesagt worden ist Die ganze gebildete Welt hat sie verurtheilt; vielleicht die „Leipziger Zeitung" selbst. Sie mag einmal ihre alten Jahrgänge nachsehen. Man erinnere sich, wie ergreifend es damals geschildert wurde, wie man Männer, nur um ihrer politischen Gesinnung willen, von Frau und Kindern wegriß und sie nach der trockenen Guillotine", nach den ungesunden Kolonien brachte. Die„Leipziger Zeitung" wünscht, daß Kamerun und Ostafrika die Stelle von Ea« yenne und Lambessa vertteten möchten, und betont noch ausdrücklich, man möge sich nicht vom „Gefühl" leiten lassen bei dem Gedanken, deutsche Staatsbürger ihrer Gesinnung wegen ihren Familien zu entreißen und nach dem Gebiet der Malaria zu beför dern! Nur kein Gefühl! Wir sagen ausdrücklich: Der Gesinnung Denn das amtliche Organ stellt sich, als wisse wegen! in den meisten oder so ziemlich in allen es nicht, daß die meisten der Ausgewiesenen nur ihrer —--�deustchen Bundesstaaten der öffentlichen Meinung und der Gesinnung wegen von oer harten Maßregel bettoffen wor- bniislf erft"r,len,. Sozialpolitik soweit Rechnung getragen wor- den sind. Den Behörden stand ohne Zweifel das formelle ....�>en ist, daß in der Anwendung des Sozialistengesetzes und Recht zu, denn der§ 28 giebt ihnen die Befugniß, Per- er Strafgesetzgebung überhaupt eine mildere Praxis Platz sonen den Aufenthalt zu versagen,„von denen ein ien � �af'** in Sachsen beim alten System ge- Gefährdung der öffentlichen Sicherhei leisev�dueben. Die bekannte Verurtheilung eines Arbeiters, der und Ordnung zu besorgen i st." Sie haben so chatl�sem Taschentuch an einem Stock trug, wegen„Tragens nach den weitesten Spielraum, wenn einmal der kleine elle ,�p"dlikanischer Abzeichen", die zahlreichen Verurtheilungen Belagerungszustand verhängt ist. Nach der Darstellung ghapW�üfn Boykotts, die in keinem anderen Lande des Reiches der„Leipziger Zeitung" könnte der Unkundige glauben Sworiommen, sowie wegen„groben Unfugs", die jüngst er- die Ausgewiesenen hätten sich irgend welcher Vergehen oder -��solgte Verurtheilung eines Arbeiters, der zur Wahlzeit mit Verbrechen schuldig gemacht. Erst in letzter Zeit nahm tell« i5incm. Kartellschlepper Streit gehabt, zu 10 Monaten Ge- man die Verstöße gegen das Sozialistengesetz oder Sttas- Sffangmß und hundert andere Erscheinungen bestätigen, daß urtheile zum Anlaß der Ausweisung; im Anfang Aera Puttkamer wies man so ziemlich Jeden aus, von dem man annahm, daß er in der sozialistischen Partei Einfluß besäße oder irgend wie für dieselbe thättg sei. Das ist der„Leipziger Zeitung" noch nicht genug; sie will die Gesinnung mit der Deportation besttaftn, und zwar ohne Gefühl! Im Ganzen nehmen wir solche Drohungen offiziöser, amtlicher und nationalliberaler Blätter nicht sehr ernst. Aus ihnen spricht noch immer die maßlose Wuth über die erlittene Niederlage und den Untergang der Kartellherrlich- feit. Man erinnert sich, was die Hamburger Blätter alles vorschlugen, als Hamburg ganz von der Sozialdemokratie erobert wurde. Wenn die Herzenswünsche der„Leipziger Zeittmg" verwirklicht werden sollten, so müßten die Ackermänner im Reiche und im Reichstage maß- gebend sein, und das ist glücklicher Weise nicht der Fall. Man hört im Reiche so viele Beschwerden über die Heftigkeit der Parteikämpfe, über die Gehässigkeiten, die dabei vorkommen, und über die nachtheiligen Folgen politischer und anderer Hetzereien. Die sächsische Regierung hat schon mehr als einmal durch ihre Vertreter im Landtage zu Dresden die Heftigkeit des Parteikampfes in ihrem Lande beklagt. Dann mag sie aber auch ein- sehen, daß es für den inneren Frieden keineswegs sorder- lich ist, wenn ihr amtliches Organ gegen die der Wähler- zahl nach stärkste Partei im Reiche mit solchen Vor- chlägen vorgeht und alles„Gefühl" schwinden zu lassen en Rath ertheilt. Im Uebrigen ist die Expattiirung das geistige Eigen- thum des Herrn v. Puttkamer. Diejenigen, welche die Erbschaft dieses glücklicherweise„verflossenen" Staats- mannes antteten wollen, werden sich auch gefallm lassen, daß sie von der Geschichte neben ihn oder unter seine sonsttge Gefolgschaft gestellt werden. Wir gratuliren dazu. der Moooefpondettzcn. Zürich, ö. April. Die ArBeiterkongresse, die während der Osterseiertage in Ölten stattfanden, haben einen durchaus Be- friedigenden Verlauf genommen. Ihre Versammlungen Beweisen, daß auch die schweizerische ArBeiterschaft, trohdem sie einen ziemlich steinigen Boden für die sozialdemokratische Bewegung zu bearbeiten hat, den Muth nicht verliert, sondern immer wieder auf's Neue mit verjüngter frischer straft sich aufrafft, um vor- wärts zu treiben. Die gewerkschaftliche Bewegung yat bei dem Fortschreiten der beruflichen Organisation einen Aufschwung er- fahren und es steht zu erwarten, daß der reorganisirte Gewerk- fchaftsbund zu einem imposanten Körper sich gestalten werde. Die Beschlüsse des allgemeinen Arbeiterkongresses bezeichnen außer den unvermeidlichen Lohnsragen die nächsten Aufgaben der Gewerk- schaftsbewegung. Die Fragen der staatlichen Anerkennung der Gewerkschaften, der Einführung der Kranken- und Unfall- Versicherung, der Erweiterung des Fabrikgesetzes sind in erster m-° Pub Nachdruck«lrdotin.f IseuMekon. [8 % idert 7. J „Zmn Gluck der Dameu." Roman von Emile Zola. Autorisirte Uebersetzung von Armin Schwarz. Mouret und Bourdoncle hatten die Hauptkasse und ef'dbas Fakturen-Bureau verlassen und als sie nun plötzlich Verrechnungs-Bureau betraten, fuhren die jungen Leute, „ Mie sich bisher unterhalten hatten, anstatt zu arbeiten, über- Drascht zusammen. Mouret, anstatt ihnen einen Verivcis zu :r. J�geBen, explizirte ihnen das von ihm erfundene System der �Aprämie, die er ihnen für jeden Fehler zahlen wolle, dm sie * �entdecken würden. Als er dann hillausgegangen war, hatte �l-�das Lachen und Scherzen ein Ende; die Beamten stürzten jsich mit einer wahren Wuth auf ihre Berrechnungs-Hefte, hie um Fehler darin zu entdecken. Im Magazin, das im Erdgeschoß lag. angekommen, ging Mouret geradm Weges auf die Kasse Nr. 10 los, wo Albert Lhomme in Erwartung der Knuden sich die Nägel «putzte. Man sprach im Hause von der„Dynastie Lhomme", * seitdem Madame Aurel ie, die Vorsteherin der Konfektions- Abtheilung, nachdem sie ihren Mann zun» Posten eines ersten Kassirers vorgeschoben, es auch noch dahin gebracht hatte, den Posten eines TetaU-Kassirers für ihren Sohn zu erlangen, �inen blassen, lasterhaften Jungen, der es nirgends aus- alten konnre und chr sehr viel Kummer machte. Allein, vor dem Jüngling angelangt, trat Monret zurück; es widerstrebte ihm, seine Huld durch die Rolle des Gendarmen zu kom- promittiren; es entsprach vielmehr seinem Geschmack und seiner Taktik, die Rolle des liebenswürdtgen Gottes zu bewahren. Er stieß Bourdoncle,denunfehlbahrenZiffermellschen, leichtmitdem Ellbogen an und betraute ihn so stillschweigend mit der Exekution, wie er es immer zu thun pflegte. — Herr Albert, sagte Bourdoncle laut, Sie haben schon wieder eine Adresse falsch ausgenommen und das be- treffende Packet ist znrttckgekoinmen!.., Das wird uner- träglich! Der junge Kassirer suchte sich zu vertheidigen und rief dm Burschen Josef zum Zeugen, der das Packet gemacht hatte. Dieser Joses gehörte gleichfalls zur Dynastie Lhomme; er war ein Milchbrnder Albert's und verdankte seine Dimer- stelle dem Einflüsse der Atadame Aurelie. Als Albert ihn dazu drängen wollte, zu sagen, daß die Kundin an dem Irr- thum die Schuld trage, begann er zu stottern und zupfte schüchtern an seinem Barte, der sein blatternarbiges Gesicht noch länger erscheinen ließ; er schwankte zwischen seiner Ehrlichkeit des ausgedienten Soldatm und seiner Dankbar keit für seine Beschützer. — Lassen Sie Josef in Ruhe! schrie Bourdoncle, und vor Allem: widersprechen Sie nicht!.... Wahrlich, ein Glück für Sie, daß wir die guten Dienste Ihrer Mutter berücksichtigen! Doch m diesem Augenblick eilte Lhomme herbei. Bon seiner Kasie aus, die nahe zur Thüre stand, konnte er die seines Sohnes sehen, die in der Handschnh-Abtheilnng stand. Der alte Lhomme war schon ganz weiß und durch das immerwährende Sitzen schwerfällig geworden: das Gesicht war weiß und verschwommen, gleichsam abgenützt durch den Widerschein des Geldes, das er unaufhörlich zählte. Sein amputtrter Arm genirte ihn bei dieser Arbeit nicht im Ge- ringsten; die Leute des Hauses eilten oft zu seiner Kasse, um das seltsame Schauspiel zu betrachten, wie die Bank- billets und Geldstücke mrt erstaunlicher Rasckheit und Sicher- heit durch seine Hand glitten. Er war der Sohn eines Steuereinnehmers in Chablis und hatte als Komptoirist bei einem Portweinhändler in Paris eine Anstellung gesunden. Er wohnte damals in der Rue Cuvier und heirathete endlich die Tochter seines Hausmeisters, eines kleinen Elsässer Schneiders, und vom ersten Tage ab stand er unter der unbestrittenen Herrschast seiner Frau, deren kommerzielle Fähigkeiten ihn mit Respekt erfülltm. Sie verdiente im Konfektionsgeschäft zwölftausend Frants, während er nicht mehr als fünftausend fix bezog. Und die Ergeben- heit für diese Frau, weiche so bedeutende Summen veroiente, erstteckte sich auch auf ihren Sohn. — Wie? murmelte er; hat Albert einen Fehler begangen? Seiner Gewohnheit gemäß mengte jetzt Monret sich in die Sache ein, um die Rolle des gütigen Herrn zu spielen. Wenn Bourdoncle Schrecken um sich veroreitet hatte, kam er, um seine eigene Popularität zu oeivahren. — Eine Dummheit! sagte er. Mein lieber Lkomme, Ihr Albert ist ein Unbesonnener, der sich seinen Vater zum Muster nehmen sollte. Dann, um sich noch liebenswürdiger zu zeigen, ging er auf einen anderen Gegenstand über. — Wie war das Konzert neulich? Hatten Sie einen guten Platz? �uue»ymaeu der Gewerkschasteu, da sie in der Hauptsache die ftjejialtutiz des Arbeitsverhältnisses betreffen und gerade dieses der natürliche Boden und Wirkungskreis der gewerkschaftlichen Organisationen ist. Es ist auch in Ölten auf den,(SewcrtschaftZ- rongrefse ausgesprochen worden, dast die Gewerkschaften die solide Grundlage der Arbeiterbewegung sind, ohne welche diese in der ~a?t schwebt. Am bedauerlichsten ist der Umstand, daß die schweizerischen Arbeiter den Gewerkschaften meistens fern stehen. Fast die Mehrzahl der Mitglieder aller Gewerkschaften sind aus- ländische Arbeiter und es ist daher schwer, in Gesetzessragen, die von hoher Bedeutung sind und sich auf das alltägliche Brot, auf das Erwerbsleben, beziehen, von vieser Seit« aus energisch vor- zugehen. Sollten die schöneil Tage von Ölten auf den Fort- schritt der Arbeiterbewegung von förderndem Einfluß sein, so wurden sie einen hohen praktischen Werth erhalten. Wir wollen das hoffen und glauben, daß die Oltener Arbeiterkongreffe von nicht zu unterschähender Bedeutung gegenüber dem ganzen öffent« lichen Leben sinv. Die Oltener Beschlüsse haben für die Arbeiter wieder Klarheit gebracht in allen die nächste Zeit vollanf beschäftigenden Aufgaben der Gesetzgebung und das ist für unS immer- ein großer Gewinn, wenn Alle wissen, was sie wollen. Recht erfreulich»rar in Ölten die vielfach gemachte Beobachtung, daß die Arbeiter entschlossen sind, ihre Interessen energisch zu wahren und mit der ewigen Rücksichtelei nach allen Seiten zu brechen. Die Erlenntniß, daß der Bourgeoisie gegen- über alle Rücksichtnahme nicht anerkannt wird, und daß gegenüber dem dezimirten und materiell ohnmächtigen Kleinbürgerthum jede Rücksicht überflüssig ist, bricht sich immer mehr Bahn; und nebenbei wird m immer weiteren Kreisen der Arbeiter begriffen, daß sie sich nur um Wahrung der eigenen Interessen kümmern und sorgen müssen, denn alle anderen Kreise der Bevölkerimg, vorab die besitzenden Klassen, kommen vonviegend zu kurz, sie behaupten im Gegentheil überall eine privilegtrte Stellung. f Inwieweit diese Erlenntniß schon bei den Ardeitern voiAe- drungen, werden die nächsten Wahlen beweisen, die in eiskaen Kantonen, so in Zürich, Basel u. s. w. in kurzer Zeil stattfinden werden. In den beiden genannten Kantonen sinv die Arbeiter entschlossen, eine Anzahl Siye für sich zu erobern, und fie wollen sich gegen Demokraten wie Liberale ivehren, um nicht wieder von beiden, wie schon so oft, über's Ohr gehauen zu werden. Im Züricher Staatsrathe, der bis jetzt reinen einzigen Arbeiter und Arbeitervertreter in seiner Mitte zählte, wird es sich ganz gut machen, wenn ein Greulich, ein Lang und noch etwa ändert- bald Dutzend sozialistische Räthe ihren Einzug halten werden. o-allen die kantonalen Wahlen für die Arbeiter günstig aus, dann dürfte es ihnen im Herbste gelingen, auch einige sozia- l»stische— keine.,auch"-sozialistischen— Nationalräthe durchzudringen. Zur momentan brennenden Taaesfrage scheinen die Lohn- bkivegungen werden zu wollen. Die Eck, neider in Basel, über deren dürstige Lage wir kürzlich Mittheilung machten, haben einige Verbesserungen erzielt. Sie setzten einen einheitlichen Lohn- »arif durch, der eine Lohnaufbesserung von 5—15 vCt. bedeutet. In L u z e rn find die S ch n e i d e r mit den Geschäftsinhabern ivegen Lohnforderungen noch in Unterhandlung und nun bereitet sich ein Streik der Z immer leute in Bern vor. Man wünscht natürlich den muthig vorwärts drängenden und durch die Roth dazu getriebenen Genossen den besten Erfolg, allein mit der materiellen Unterstützung geht es etwas schwieriger. Immer- hin werden die Kämpsenden rm äußersten Falle doch nicht im Stiche gelassen werden. VoMiMv Ueberftchk. An alle« End»»«n> Ecken regen sich unter der „neuen Aera* die kolonialpolittschen Begehrlichkeiten. Ewer ernsthaften Diskussion der Arbeiter- schutzfragen haben die regierungsfreundlichen Organe keinen Geschmack abgewinnen könne»; sie wareu nebenbei so ehrlich, durch ihr Schweigen sich selbst das sozialpolitische Armuths- zeugniß auszustellen, das sie verdienzn. Nun aber, da es den Anschein hat, als ginge» die kühnsten Wünsche der hef- tigsten Kolonialpolitiker w Erfüllung, da Emin als deutscher Generalgouverneur m das Innere Ostafrikas zieht, nun er- gießt sich, wie die„Frks. Ztg." hervorhebt, ein wahrer Strom von kolonialpolitischen Projekten und Reformvonchlägen in die gouverneuientalen Blätter. Höhnisch nnd schadeufrob fallen sie bereits über das„alte kolomalpoltttsche Regimr her, die diensteifrigen Helden einer„strammen" Kolonial- Politik.„Wo bleibt die Diplomatie, der es gleichgiltig war, ob die Küftenlinie des Sultanats Sansibar 10 englische oder 10 geographisch« Meilen breit war, ob die Tanamündung und der Stromlaus des Tana an England oder an Deutsch- land kam, welch« in der Erwerbung von Somaliland nur eine unliebsame Arbeitsbelastung des Auswärtigen Amtes sah, und aus einer theoretischen Aversion gegen Pulverge- Die bleichen Wange:» deS alten Kassirers färbten sich roth. Er besaß nur diese eine Leidenschast: die Musik— die er für sich allein befriedigt� indem er alle Theater, Konzerte, Generalproben besuchte. Trotz seines amputirten Armes spielte er das Horn mit Hilfe eines ingeniösen Systems von Klappen; und da seine Frau kein Geräusch duldete, hüllte er am Abend, wenn er spielte, sein Instrument in ein Tuch ein, vollkommen befriedigt durch die seltsam dumpfen Töne, die er in solcher Weise aus demselben hervorzubringen vermochte. Inmitten der nothgedrungenm Zerrüttung seiner Häuslichkeit hatte er in der Musik Trost gesunden. Die Musik und seine Kasse— er kannte nichts Anderes, außer dem Respekt für seine Frau. — Ich hatte einen sehr guten Platz, erwiderte er mit funkelnden Augen. Sie sind sehr gütig, mein Herr. Monrct, der ein Vergnügen daran fand, die Passionen Anderer zu befriedigen, pflegte Lhomme die Konzert» und Theaterbillets zu schenken, die ilnn von ivohlthätigen Damen ins Haus geschickt wurden, lim de« Kas sirer vollends glücklich zu machen, rief er aus: — Ach Beethoven! Ach Mozart!... Welche Musik! Ohne eine Autwort abzuwarten, eilte er Bonrdoncle »ach, der den Rundgang schon begonnen hatte. In der Zentralhalle, einem inner» Hofe, der mit einem Glasdache versehen worden war, befand sich die Sciden-Abtheilung. Beide durchschnitten zunächst die Gallerte ans der Seite der Rue Neuve- Saint- Älngustin. vom Ansang bis zum Ende mit Weißwaaren angefüllt. Sie fanden nichts Auffallendes und gingen langsam durch die Reihe» der respektvollen Kommis. Dann kamen sie durch die Ab- lhetlungen für Rouener Baumwollwaaren und für Wirk- waaren, wo die nämliche Ordnung herrschte. In der Woll- waaren-Abtheilung aber nahm Bonrdoncle seine Rolle eines obersten Urt Heilsvollstreckers wieder auf, als er einen jungen Mann, gebrochen von einer schlaflos durchwachten Nacht, auf einem Putte hocken sah; und dieser junge Mann, Lienard mit Namen, Sohn eines reichen Modewaaren- Händlers von'"n ers, neigte das Haupt unter diesen Vor- würfen, denn in einem Leben voll Trägheit, Sorglosigkeit und Veranügungeu fürchtete er n»r EineS: von seinem ruch weder deu Ausstand in Pangani im Keime erstickte, noch in Kilwa die deutschen Landsleute vor sichcrem Tode bewahrte?". So fragt das sreikonservative„D. Wochen- blatt" mit Hinblick auf die„neue Epoche", von der es ganz andere Dinge erwartet. Und ebenso schadenfroh ver- spotten die offiziösen„Hamb. Nachr." diejenigen, welche naiv genug waten, vom Abgang des Reichskanzlers und der neuen Aera eine Politik in kolonialen Dingen zu erhoffen, welche der Abneigung des Volkes gegen Abenteurer im schwarzen Erdtheile mehr entspricht. Das Fiasko Wißmanns im Norden und Süden der Sansibarküsie ist ja nicht mehr zu verdecken; es soll aber durch neue Züge vergessen gemacht werden. Und dabei soll auch gleich„die Frage der end- ailtigen Ordnung der Landeshoheit und der Verivaltung in Teutsch-Ostafrika" gelöst werden. Tie„Landeshoheit" in Ostafrika muß über kurz oder lang von der deutschen Ge- sellschaft ans das Reich übergehen— das ist im Kern die neue Forderung, die übrigens nur eine Wiederholung aller Wünsche bedeutet. Kronkolonie soll Ostasrika mit anderen Worten werden und damit das vernünftige Prinzip der älteren deutschen Kolonialpolitik endgiltig verlassen sein, daß der Schutz des. Reiches lediglich den erfolgreichen Handels- unternehnistMn deutscher Kaufleute zu folgen habe.' Gleich- zeitig W�wie die„Nat.-Ztg." meldet, eine Denkschrift der deuischS osiafrikanischen Gesellschaft an die Regierung gc- als jdcuu man noch eine recht reichliche Abfindung ie Kasse der Gesellschaft herauszuschlagen hoffte, deren erthobjekte doch sehr fraglicher Natur sind. Der„Fall Doohart", der unsere deutschfreisinnigen Mannesseelen in eine so heftige Entrüstung gebracht hat, veranlaßt uns, eine ungleich ärgere Affäre dieser Art in Erinnerung zu bringen, die allerdings nicht einem Frei- sinnigen, sondern„nur" den Redakteur eines Arbeiterblattes betraf. Im Januar v. I. verbüßte der Redakteur der soziatistengesetzltch unterdrückten„Bremer Volkszeitlmg," Julius Bruhns, der jetzige Bremische Reichstags- abgeordnete, in der Strasanstatt Oslebshausen eine drei- wöchentliche Eefänanißstrase, die ihm ivegen einer durch die Presse begangenen Beleidigung eines Spin- nereioirektors in Bremen zuerkannt war. Auch er wurde genau nach der geltenden Hausordnung behandelt, in Gekangenenkleidung gesteckt u. s. w. und zunächst mit dem Beschneiden von Rohrgeflecht, später mit Anfertigung von Zigarren beschäfttgt. Als Bmhnö einige Tage vor seiner Entlassung aus dem Gesänaniß als Zeuge in einem vor vem Schwurgericht verhatidelten Prozeß erscheinen mußte, wurde er nach Beendigung seiner Aussage von dem ihn zur Strafanstalt zurücktranspottireilden Beamten gefesselt und zwar mit einer Kette, die um die kreuzweise übereinandergelegten Handgelenke ge- 'hlungen ward unv so durch die Stadt znm ahnhof geführt, woselbst er in einem Koupee, welches sich nach und nach mit Passagieren füllte, die den mit Ketten beladenen Mann in scheuer Neugierde betrach- teten, noch 20 Minuten der Abfahrt harren mußte, um dann endlich nach Ankunft des Zuges in Oslebshausen wie der gemeinste Verbrecher in die Anstalt zurückgeführt zu»verden. Nicht nur die deutschen Arbeiterblätter haben damals diese schmachvolle Behandlung eines Mannes, der als Redakteur eines ArdeiterblatteS für die Interessen streikender Spinner eingetreten war und bei dieser Gelegenheit daS Unglück hatte, den Unternehmer unabsichtlich zu beleidigen, auf das Schärffte gegeißelt, nein, a»tch im Auslande, selbst im fernen Westen Amerika'� erhoben sich Preßstimmen, die ihrer Ver- lounderullg und Entrüstung über die Behandlung von Pdeßverbrechem in der freien Republik Bremen lebhaften Ausdruck gaben. Wo aber waren damals die jetzt über den Fall Boshart, der doch ein Kinderspiel ist gegen- über den Fall Bruhns, so entrüsteten sreisinnigen Zeitungen? Mit keinem Worte ward dieser Angelegenheit gedacht, selbst die bremischen„auch freisinnigen" Lokalblatter beobachteten darüber absolutes Stillschweigen, die bremischen Arbeiter aber bereiteten Bruhns eine glänzende Genugthuung, indem sie ihn bei der letzten Reichstagswahl zu ihrem Vertreter im Parlament erwählten. Uebee Arbeitcroertreluugeu wird deu» natiouallibe- ralen„Hann. Cour." anscheinend offiziös aus Berlin ge- schrieben: „Wenn auch von der gesetzgeberischen Durchführung der Arbeitervertretungen zur Zeit noch Avsrand genommen wird, dürft« die in Aussicht stehende Arvetterschutz-Gesetzgebung doch Bater nach Hause bernsen zu werden. Und von da ab regnete es Rügen hageldicht, die Wollwaaren-Abtheilung empfing das erste Gewitter; in der Tuchabtheilung ward ein Verkäufer, einer der jungen Anfanger, die »m Hause Wohnung hatten, abgekanzelt, weil er nach Mitternacht heimgekehrt war; in der Kurzwaaren-Abtheilung hatte der zweite Kommis eine Predigt anzuhören, weil er kurz vorher dabei ertappt worden, wie er un Keller eine Zigarette rauchte. In der Handschuh-Abtheilung aber ging nn wahre« Donnerwetter ans das Haupt eines der wenigen Pariser nieder, die im Hause angestellt waren; es war der hübsche Miauot, der uneheliche Sohn einer Harsenlehrerin. Sein Vergehen bestand darin, daß er im Speisesaal einen Skandal machte, indem er sich über die Kost beklagte. Es gab drei Frühftückstaseln: dt« erste un» halb zehn, die zweite um halb elf, die dritte um halb zwöls Uhr. Biignot, der zur dritten Tafel gehörte, behauptete mm, daß«r nur schlechte Speisereste bekomme. — Wie, die Kost ist nicht gut? fragte Mouret mit naiver Miene. Er bezahlte dem Küchenchef nicht vichr als anderthalb Francs per Kopf und Tag. und der Küchenchef, ein fürchterlicher Auvergnat, fand dabei noch immer Aiittel und Wege, sich die Taschen zu füllen; allerdings war die Kost abscheulich. Allein Bourdoncle zuckte die Achseln: ein Kücheilchef, der täglich vierhundert Dejeuners und vierhundert Diners in drei Serien zu liefern hat, kann sich nicht um Feinschmecker kümmern,»neinte er. — Gleichviel, entgegnete Mouret in wohlwollendem Tone; ich will, daß meine Leute eine gesunde und aus- reichende Kost erhatten... Ich werde mit dem Küchenchef darüber reden. Damit war Mignot's Klage begraben. Mouret und Bourdonele waren jetzt zu ihrem AusgangSpmikte zurückge- kehrt; sie standen in der Nähe der Thür«, wo die Äbtheilung für Regenschirme und Kravatten untergebracht war. und empfingen die Berichte der vier Inspektoren, welche das Atagazin zu beaufsichrigen hatten. Vater Jouve, ein ausgedienter Ka- pitän, der bei Konstantine detorirt worden, noch immer ein vngenehmer Mann mit seiner groß» sinnlichen Nase und dazu benutzt werden, dieser Maßregel vorzuarbeilw- Wck> richtig ist, daß es in der Absicht liegt, das Institut der Arb«-' Ordnung obligatorisch zu machen, so bietet sich aü» der geeignete Anknüpfungspunkt. Es liegt in der Natur' Sache, daß die erstmalige Ausstellung uno jede wesentliches gänzung oder Abänderung der Arbeilsordnung nicht ohne o gängige Bcraihung mit der Arbeiterschaft gedacht werden Diese Berathung kann entweder mit ad hoc gewählten* tretern der letzteren oder mit ständigen Arbeiterausschlissenl pflogen werden. Eine Bestimmung dahin, daß, wo solche» schüsi'e Wichen, diesen auch die Begutachtung der Arbe>l-c nung zusteht, würde nicht nur an sich die Einrichtung in w same Erinnerung bringen, sondern vor Allem einen nach«® lichen Hinweis darauf enthalten, die doch ad hoc zu wähle® Arbeitervertretungen zu ständigen Einrichtungen nach demv bilde der Staatsverwaltungen auszubilden. Die Annahm� in dieser oder ähnlicher Weise in Verbindung mit der Arvn« schutz-Gesetzqebung auch die Einrichtung der ArbeitervertretuH gefördert wird, erscheint daher gerecht, ertigt." Diese Behutsamkeit, mit der man an die»Förde«* von Arbeitervertretungen geht, muß wahrhaft bezaube» auf den„Zentralvercin deutscher Industrieller" wirken, i der That verstärkt sich die Opposition g e g e n* neue Sozia lresorm von der rechten Seite un» mehr. J Kchweinburs wird dementirt. Der„Reichsanz." ich« „In der gestrigen Nummer der„Berliner Politischen Nachrich* wird im Anschlüsse an ähnliche Mittheilungen in- und au*» bischer Blätter die Frage einer neuen Organisation der Ren Zentralbehörden erörtert und dabei die Ver-nulhung ausgesproA daß in dieser Richtung Erwägungen an maßgebender Stelle P* fänden. Wir sind zu der Erklärung ermächtigt, daß die otf lichen Ausführungen jeder thatsSchnchen Unterlage entbehren älachdem die Ztachwalilen zum Urichstage beendet g hat sich folgende Ziisammenietzung desselben durch die W» von 1890 ergeben:' Konservative........ 72 ReichSparlei........ 19 Nationalliberale....... 43 i Teutschfrsisiniiige...... 67 Volkspartei........ 10 Zentrum........ 107| Polen.......... 16 Welsen.......... 11 Sozialdemokraten......85 ts Antisemiten........ 2 Däne.......... 1 Elsasser.......... 10 Wild 1 s In den Nachwahlen haben die Freisinnigen 2,! Zentrum 1 Mandat verloren; die Konservativen, Natu liberalen und Antisemiten je I Mandat gewonnen; die ubn 6 Nachwahlen haben am Bestand der Parteien nichts geänvss Lreikouservatioe Spekulationen. Die„Post" fi$ einem Artikel aus, daß es bei der gegenwärtigen ZusaiinnenseV des Reichstages zwei Zünglein an der Waage giebt und da» gut wie Herr Dr. Windthorst, auch Herr Rickert das Zuck an der Waage spielen kann. Siegt, wie es den Anschein winnt, diese Auffassung innerhalb der deutschfreisinnigen w so wird sich voraussichtlich das Schauspiel des Wettlaufen»/ es z. B. bei dem Branntweinfteuergesey u. f. w. hervortrat,' derholen; mit dem Unterschiede natürlich, daß die KonkurtJ dieses Mal Freisinn und Zentrum sind. Daß bei einem fts Wettlauf die parlamentarische Situation sich einiger» ändert, und den KarteUparteien bis zu einem gewissen Grao Rolle des Züngleins an der Waage zufällt, ist klar; dies bt der entscheidende Einfluß, welchen die Konservativen beider! tungeu un letzten Reichstag vielfach auszuüben in der t waren.— Die„Post" hat wohl nicht Unrecht. Hie frivole Lebensmittelvrrtheuerung, welch». Münchener Brauer durch Erhöhung deS Bierpreises verursa* ist denn doch nicht ohne energischen Protest seitens der Bg rung hingenommen worden. Ohne jede Agitation, le» durch ihr Gereeiitigkeitsgesühl gele.tet, haben die München«- beiter in vielen Lokalen und namentlich dea BierUeiem in Fabriken und Werkstätten gegenüber das vertheuerte„ zurückgewiesen und behelfen sich lieber mit Weißbier ic., dein Bierkönig Sedlmapr und seinen Nachahmern so und s�. Millionen in die Tasche stecken. Denn aus Millionen bela»» der Betrag, der durch die Bierpreieerhöhung von den fchws* sauer verdienten Arbeiteraroschen in die Taschen der Großv* fließen soll. Wenn eine Industrie vor allen anderen in P wärtiger Zeit noch florirt and trotz kostspieliger Verwaltung/ � "e bei ivohlsituirten Aktiengesellschaften üblich, noch hohs-, ohe Dividenden abwirst, so ist es die Münchner Brauereiin«? Sie spitzfindige„Berechnung", welche die Großbrauer autP: um ihr Vorgehen ziffermäßig zu vertheidigen, setzt doch"T, denkunfähtges Publikum voraus, denn Jedermann weiß, dn». die Ziffern des Kleinbetriebs nicht mit denen der Großpro� seiner mächtigen Glatze, brachte ihnen einen der zur Anzeige, der ihn auf einen etufachen Verweis mn Schimpfnamen„Alter Trottel" traklirt hatte. Ter schuldtragende Verkäufer ward alsogleich enll* Im Magazin zeigten sich die Käufer noch spärlich i an der Thür postirte Inspektor, welcher die Änkunst du gestellten verzeichnete, schloß jetzt sein Buch und schu*' Verspäteten eut. Dies war der Augenblick, in ivelch� Verkäufer ihre Posten in den verschiedenen AbtheUuug»� nahmeii, welche von de» Ladenburschen seit fünf Uhr AWss reingefegt und abgestaubt wurden. Jeder brachte.W. Ueberrock au den dazu bestimmte»» Platz, dabei eio� weg, mit welchen sie am Abend vorher die Maaren t deckt hatten; und es kamen nun die symmetrisch an«ür aereihteu Stöße von Stoffen zum Vorschein; das k Magazin war sauber und in Ordnung gehalten*3 wartete nun ruhig den Zulauf der Knuden, die mal unter deu Waarenvorräthen gewaltig aufräumen r Im hellen Lichte der Zentralhalle, am Pn� Seidenwaareu, plauderten zwei Kommis. Der E(W| kleiner, hübscher Mensch von festem Körperbau, mit% Haut, beschäftigte sich damit, ein gefälliges Arra«? von verschiedenfarbigen Seidenstoffen für eine innen � läge zu Stande zu bringen. Er hieß Hutin, war der, cineS Cafstiers aus Dvetot und hatte' sich binnen � Monaten zu einem der ersten Verkäufer aufgesch�u dank seiner geschmeidigen, etnschmeichelnden Natur» der sich ein wahrer Heißhunger barg, der Alle«™ schlingen drohte. � tung, der aus Besanyon von einer Leinwe'ber-Fann� stammte und dessen kühles Aeußere eine wahrhast vei erregende Willenskraft verbarg. ms«nmenw«rse» kann. Gclad< hier von„Oben" herah. eil«: Preiserhöhung diktiren, das ist ein Uebermuth, der zu so enerqi- schem Widerspruch heraus fordert, daß jene andere Agitation für den Bierstreik überflüssig war. Nimmt die Nustchrrheit der Arbeit«nd de« Uer- dienste««n oder ab? Diese Frage wird in der April-Nummer des„Nineteenth Century" von dem Nationalökonomca Murray Macdonald behandelt. Derselbe findet, daß die Hauptstapel- industrien, wie Landwirthschaft, Textilindustrie, der Transport- dient: und Maschinenbau, im Jahre 1851 im Ver. Königreich 5081 050, im Jahre 1881 aber 5 213 516 Personen beschäftigten. Die Zunahme ist demnach nur 152 483, während sich die Gesammt- bevölkerung um fast 6 000 000 vermehrte. Was ist nun aus dem Ueberschuß geworden? Macdonald zieht die richtige Schluß- solgerung, daß sie die Schaaren der Nachzügler der großen in- duttriellen Reservearmee angeschwellt haben. Mit anderen Worten, die Masse der nur theilweise beschäftigten Arbeiter hat sich, statt abzunehmen, enorm vermehrt. Das nächstliegende Mittel, mehr Leuten regelmäßige Beschäsligung zu verschaffen, besteht nun nach Macdonald darin, die Arbeitszeit zu verkürzen. Zu erwarten, daß Vereinigungen von Arbeitern ein» solche Kürzung erzwingen können, sei absurd. Das Argument Macdonald's dürste dazu beitragen, auch in England die wachsende Bewegung zur Ein- führuug eines gesetzlichen achtstündigen Arbeitstages zu unter- Erfurt. Eine recht ergötzlich« Geschichte erzählt die„Thü- ringer Tribüne". Ein sehr hoher Beamter unseres Regierungs- bezrrks wollte vor der Wahl auch sein Scherflein zur Bekämpfung der Sozialdemokratie beitragen. Zu diesem Behufs ließ er die Inhaberin eines renommirten Geschäftes zu sich kommen und machte derselben die grauenerregende Mittheilung, daß ihre Werk- statt nichts geringeres als— man staune— die Brutstätte der Sozialdemokratie sei. Nachdem sich die Frau von dieser sürchter- lichen Neuigkeit erholt hatte, wurde ihr die Ehre zu theil, fast die erste zu sein, der ein anderer Beamter vorze>lellt wurde. Unter diesen auf sie einstürmenden Eindrücken wurde ihr das Versprechen abgenommen, dieses schreckliche Nest ans ihrem Hause Au entfemtn.>TK*ffiTv»m k»« f f---- p, w» 0U 1- Eill mteuigenler Mann, machte sich auch mit dem ganzen Ernst, den ein so wichtiger Austrag erfordert, anS Werk. Zuerst dachte er nach, wie sich das wohl am besten bewerkstelligen lasse. Er lalkulirte: direkt sagen darf ich es dem Betteffenden nicht, hier muh eine Ausrede benutzt werden und welche Ausrede kann glaubhafter sein, als die: Ihre Arbeit taugt nichts? Nachdem auf dies« Weis« die Vor r>sit glücklich vollbracht, handelte sich's noch darum, wer eigentlich der Bruthahn sei. Doch auch diese Frage ist leicht erledig:: man nimmt den ersten besten, viel- leicht einen, dem man ohnehin nicht ganz„gewogen" ist. Alan sieht, unser Geschäftssührer ist ein Mann von Genie! Leider rechnete er nicht mit der Denkfähigkeit seiner Austtaggeberin und vergaß, sie in das Geheimniß einzuweihen. Diese frug, als das Opferlamm.wegen schlechter Arbeit enttassm werden sollte, nach der Dauer von dessen Ardeitsthätigkeit in ihrem Geschäft und erfuhr zu ihrem Erstaunen, daß diese mehr als zwei Jahre bettagen hätte.—.uuas. zwei Jahre? Da hat ja der Mann unter der Leitung meines seligen Gatten schon gearbeitet und dieser be- fchästigte keine Stümper!" Das war das erste Wort des Er- stauuens, welches sie ihrem Geschäftsführer entgegenhielt, und das zweite lautete:»Wenn der Mann schlecht arbeitete, wie kommt es, daß Sie nicht schon früher diesen Mangel entdeckten???"— Jetzt erst wurde der eigentliche Grund klargelegt. Aber da Sllrmten sich neue Schwierigkeiten auf, denn sämmtliche andere «Hilfen verlangten ihre Kündigung, weil— hu— hu— alle Sozialdemokraten seien. Da hellte sich das Gesicht der Frau Ge- schaftsinhaberin auf.„Wenn sie alle roth sind, dann bin ich auch roch I" rief sie uno alle blieben beieinander. Das ist die Ge- schichte von der„Brutstätte der Sozialdemokratie." Ana Mai«?, den 11. April schreibt imS ein Freund unseres Blattes; Berehrl. Nedaklion! In der 2. Beilage der Nr. 82 Ihres geschützten Blattes befindet sich unter New-U ork eine dortigen Arbeiterdlättern entnommene Notiz, welcve sich mit »in«,, in Mainz gegründete»„geheimen Arbeiter- Orden" beschäftigt. Zur Richtigstellung dieser Gruselgeschichte theile ich Ihnen Nachfolgendes mit: Richtigan der ganzen Angelegenheit istwohl, daphier thatsächlich «in Ardeiter-Orden„gegründet" ivurde, aber geheim ist derselbe nur in dem Sinne, daß er unter fast gänzlichem Aus- '--"...... m-'"" ymn von der Thätig- Seine Entstehungvcr- ............... P h» F t n k, der. vor einigen Jahre» seine MußesNinden damit ausfüllte, daß er vermuthlich über das Problem unsterblich zu werden nachsann. Das Ergeb- mß dieser zweifellos sehr anstrengenden Thäligteit war eine Broschüre:„Die Älrbeiter-Orden", worin er die Gründung der- selben als einzig erlösendes Mittel der darbenden Meuschhett enipfahl. Bon dieser Broschüre sowie einer späteren:„Die Or- ganfiation der Arbeiter-Orden" betitelt, dürste wohl ein großer Theil der Auflage— kotz aller Anpreisung— selbst heute noch, ein still beschauliches Dasein fristen, um erst vielleicht späier, als Ein- — ES führt zu nichts, die Leute zu ohrfeigen, mur- melte er phlegmatisch. Es ist besser zu warten. Sie sprachen von uneau, der die Konimis zu überwachen hatte, wenn der Adtheilungschef sich in das Souterrain begeben mußte. Hutin intriguirte im Stillen gegen den zweiten Rommiß, weil er nach seiner Stelle trachtete. Um ihn zu verletzen und ans dem Hanse zn verjagen, hatte er an dem Tage, als die Stelle des ersten Konimis frei ge- , oorden, die ihm, Robineau, versprochen war, de» Bouthe- mont gebracht. Allem Robineau saß fest und der Krieg war nun in Permanenz. Hntin gedachte nun die ganze Abtheilung gegen Robineau aufzuhetzen und hoffte, ihn end'nch durch l'cürgeleieu und Sekaturen fortzubringen. Tabei arbeitete er mit liebenswürdiger Miene uno stachelte insbesondere Kavier auf, der in der Reihe der Verkäufer nach ihm folgte und der scheinbar sich von ihm leiten ließ, von Zeit zn Zeit aber sich sehr zuriuN'nltend zeigte und ahnen ließ, daß er im Stillen für sich selbst arbeite. — Still, siebzehn! rief er jetzt feinen Kollegen zu. Ties war das verabredete Signal, wenn Atouret und Bourdonele sich näherten. Diese fetzten in der That ihren Nnudaang fort und kamen jetzt durch die Halle. Sie blieben vor Robineau stehen und befragten ihn wegen einer Partie Sammete, die auf dem Pulte lagen. Und als dieser sagte, daß Mangel an Rani'.! sei, rief Monret: — Ich sagte es Ihnen ja, Bourdonele, daß das Magazin zn klein fei. Eines Tages werden wir alle Dianern bis zur fikue de Choiseul niederreißen müssen. Am nächsten Montag sollen sie einen Zutaus sehen! Und er befragte von Neuem Robineau über den bevor- stehenden Ausverkauf, zu welchem in allen Abtheilungen Vorbereitungen getroffen wurden, und er ertheilte ihm ver- schiedene Weisungen. Und währevd sie so sprachen, beob- ackttte er die Arbeit Hutin's, der fortfuhr, blaue Seiden neven grau« und gelbe zu legen und dann einige Schritte Zurücktrat. um den Effett dieser Farbenmischung zu bew rheileu. Mouret trat plötzlich oazwischen. — Warum wollen Tie das Auge schonen? sagte er. ivickelpaplcr, einem größeren Kreis zugängig zu iverden. Ver- schiedene„hochstehende Personen" wurden damit beglückt und dem Verfasser dafür, wie derselbe angiebt,„zahlreiche Dank- und An- erkennungsschreiben" zugestellt. Ende vergangenen Jahres nun wurde eine konmtuirende Versammlung einberufen, welche, obgleich massenhafte Einladungen hierzu ergingen. nur von etwas über 20 Theilnehmern besucht war. Der Verlauf dieser„imposanten" Versammlung erinnerte lebhaft an den bekannten Ausgang des Hornberger Schießens. Aber unser Arbeits-Ordensritter ließ sich von diesem Fiasko nicht abschrecken und es wurden nun in einer Anzahl Wirthschaften „Anmeldeformulare" ausgelegt, um es der hiesigen Bevölkerung so leicht wie möglich zu machen, in diesen die soziale Frage lösenden Orden einzutteten. Der Erfolg muß aber mindestens sehr zweifelhaft gewesen sein, denn es erschien nunmehr ein weiteres Schristchen„Was sollen die Arbeiter-Orden?", welches, obschon es zu dem billigen teeis von nur 10 Pf. zu haben war, wohl das Schicksal seiner orgänger getheilt haben dürste. In demselben heißt es: Der Arbeiter-Orden für den Kreis Mainz ist ms Leben getreten und in seiner freilich noch geringen Mitgliederzahl sind bereits alle Stände und Berussklassen vertreten." Der Satz: „in seiner freilich noch geringen Mitgliederzahl" zeigt zur Genüge, welch« Aufnahme die rveltgeglückeiiden Theorien des Herrn Fink hier gefunden haben. Eine später in den hiesigen Tagesblättern erfolgte Bekannt- machung zeigte dem erstaunten Publikum das Jukrastteten des Arbeiter-Ordens an, schilderte die Segnungen, die allen denen zu Theil werden, welche demselben beitreten und stellte den Vor- stand vor, von welchem jedes einzelne Mitglied gern be- reit fei, Eintrittserklärungen anzunehmen. Also, bitte nur hereinspaziert, verehrtes Publikum!— Von welchem Erfolg dieser Mahnruf begleitet war, hat sich bis jetzt der Kenntniß der Uneingeweihten enkzogen und wird wohl auch so lange dem pro- faneu Blick der großen Mass« entzogen bleiben, bis— nun bis Herr PH. Fink wieder in einer Broschüre vor uns tritt, mit der anklagenden Bemerkung, daß der„Ärbeiler-Orden" bereits ins Leben getreten sei, aber— mit einer freilich noch geringen Mit- gliederzahl. Soviel über dÄi bisherigen Erfolg des geheimen„Ar- beiter- Ordens". Was er bezweckt, ist in kurzen Worten gesagt: Tie„Arbeiter-Orden" sollen dem Arbeiter in Wirklichkeit helfen und demselben vor allen Dingen jederzeit Arveit und damit die Quelle zu einem betriediaeuden Auskommen schaffen. Weiter sollen die„Arbeiter-Orden" für alle Berufe das Ver- hältniß zwischen Arveitgeoer und-Nehmer regeln und geeignete Jnstttutionen schaffen, deren Wirksamkeit ausschließlich den Ailnderd«mittel ren zu Güte kommen soll:c. K. Der„Arbeiter- Orden" soll eine Vereinigung aller Stände umfassen und zwar indrei selb st ständigen Graden; es sollen 1) alle Arbeitgeber) deren reines Einkommen pro Jahr 2) alle Arbeitnehmer) als 2500 M. 3) alle Diejenigen, deren reines Einkommen nicht über 2500 M. beträgt, je einen Fonds für sich bilden. Die von jedem Grad gewählten Bertrauensmänner wählen dann gemeinschaztlich aus ihrer Mitte einen Vorstand, dem die Leitung der ganzen Ordensthätigkeit untersteht, und es ist dem Grunoe des Oroens gleich, ob die Verwirklicher seiner Ideen„auf dem Throne oder Ministersessel sitzen oder in der ärmlichsten Hütte wohnen". Wie Herr PH. Fink sich die Durchführung der Aufgaben denkt, bat er in seinen Broschüren dargelegt und nur ver- daß diese Ausführung bei den heutigen gesellschaft- ichen Verhältnissen eine Unmöglichkeit ist. Die Zukunft wird dem- selben klar machen, daß auch seine Ideen nicht im Stande sind, das von ihm gesteckte Ziel zu erreichen, welches so verlockend in dem Satze gipfelt:„daß er nach weiter nichts sire e, als die zwölf Millionen deutscher Arbeiter glücklich und zufrieden zu sehen." Daß somit der„Arbeiter-Qrden" nicht— wie es in den ameri- kamscheu Blättsrn heißt— ein Produkt der unter den hiesigen Arbeitern gührenden Unzufriedenheit ist, dürfte genügend klar ge- worden sein. Ebenso wenig stimmt es, daß er„flark in Aus- nähme kommt und bereits eine im Sinne der Kapitalisten drohende Haltung einnimmt." Bis jetzt haben sich nur hervorragende nationalliberale Größen unserer Stadt der Flutschen „Gründung angenommen, und dies dürste dem ganzen Unter nehmen den richtigen Stempel ausdrücken. Dresdeu, 0. April. Der Redakteur Sommer von der „Sachs. Arbeiter-Ztg." wurde vom hiesigen Schössengericht wegen Aufnahme einiger Annonzen, in denen die Behörden eine Acht- erklärung von Gastwirthen erblickten, zu 20 Tagen Hast ver- urtheilt. Ei«« nette Charfirritagspredigt bekamen die Bayreuther zu hören. Dem„Frank. Kourir" schreib: man nämlich aus Bayreuth: Herr Dekan und Kirchenrath Caselmann dahier hob in seiner Predigt hervor, daß die bei der Beseitigung Jesu entwickelte menschliche Bosheit gewissermaßen sich vergleichen lasse mit der Fülle von Bosheit und Verleumdung, welche bei den jüngsten Wahlen zum deutschen Reichstage auch über einen Mann(Fürir Bismarck?) ausgeschüttet worden sei. Unter Beklagung der dabei hervorge- ttetenen„Entsittlichung" des deutschen Volkes bezeichnete er dann ürchten Sie nichts; blenden Sie es!... Nehmen Sie loch, Grün, Gelb! Er hatte die Stidenstücke ergriffen und ivarf sie durch- einander, um lebhafte Farbenmischungen zu erzielen. Alle stimmten darül uberein, daß der Patron der erste Auslags- Arrangeur von Paris sei, ein wahrhast revolutionärer Ar- rangeur, der in der Kunst des Schaufenster-Arrangements die Schule des Briitalen, deS Kolossalen gegründet hatte. Er schwärmte für regellose Hausen von Stoffen, als wären sie anS den Fächern niedergestürzt, und er schwärmte für die grellsten Farben. Die Käuferinnen müssen Augenweh bekommen, wenn sie durch das Magazin gehen, pflegte er zu sagen. Hut in,, der noch zur klassischen Schule der Sym- Metrie und Fardenharmonie gehörte, sah ihm wortlos zu, wie er in der Mitte eines Tisches einen wahren Brand von Stoffen anzündete; er begnügte sich, verächtlich die Lippen zil spitzen, wie ein Künstler, dessen Geschmack durch solche Rohynten verletzt wird. — Da haben Sie! rief Mouret, als er fettig war. Und lassen Sie das Arraugment so. Sie werden am Mon- lag sehen, wie die Tarne» anbeißen. In dem Augenblicke, als er wieder zu Bourdonele und Robineau trat, erschien eine Frauensperson, die vor der Aus- läge ganz verblüfft stehen blieb. Es war Denisc., Nachdem sie, die Beute einer entsetzlichen Furchtsamkeit, fast eine Stunde auf der Straße gezögert hatte, war sie endlich eingetreten. Allein, sie war dermaßen verwirrt, daß sie die einfachsten Erläuterungen nicht begriff. Es war vergebens, daß die Kommis, bei welchen sie sich stotternd nach Mab. Aurelie erkundigte, ihr die nach dem Halbstock führende Treppe zeigten; sie drehte und wandte sich nach links, wenn man sie nach rechts gewiesen hatte; in dieser Weise irrte sie schon seit zehn Minuten durch alle Abtheilungen des Erdgeschosses, inmitten der boshaften Neugierde oder der verdrießlichen Gleichgilttgkeit der Verkäufer. Während sie am liebste» wieder davongelaufen wäre, ward sie anderseits durch ein Gefüul der Bewunderung zurückgehalten. Sie fühlte sich so klein, schier verloren in diesem Ungeheuer, in dieser jetzt noch ruhenden Maschine und fürchtete, von den Schwingungen derselben erschzt zu werden, von welche« di« Die die Wahlen als ein Produkt der häßlichsten Luster der Mensch- heit, als ein Produkt der Lüge, satamscher Bosheit und Ver- leumdung, bei dem ein wahrer Christ verzweiseln köniste, was man mit dem deutschen Volke Machen solle."— Däs arma Pfäfslein scheint sein bischen Verstand ganz verloren zu haben. Großbritau»!-«. London, 11. April. Auf der Besitzung Coolroe unweit Newroß in Irland kam es heute zu Ruhestörungen, als Gerichtsvollzieher in Begleitung einer kleinen Polizeimacht erschienen, nm daselbst einige Pächter zp exmittiren. Die betreffenden Häuser waren verbarrikadirt; die bei denselben versammelte Volksmenge empfing die Gerichtsvollzieher und die Polizeimannschaft mit Steinwürfen, zwang sie, sich zurückzuziehen, versolate sie, griff sie weiter thätlich an und enttiß ihnen Gewehre. Mehrere der Be- amUn wurden verwundet. Schweif. 1. Mai-Refolution, welche am schweizerischen Arbeiter- tag zu Ölten gefaßt worden ist, lautet, wie wir den„Basl. Nachr." entnehmen i„Die schweiz. Arbeiterschaft der rerkchietenbsten Parteien, am allg. Arbeilcrtag in Ölten vertreten, erklärt hiermit ihre volle und ganze Solidarität mit der kämpfenden Arbeiter- schaft der ganzen Welt.— Sie bekundet ihre lebhafte Freude über die großen Erfolge, welche die Sache der Arbeiter in jüngster Zeit errungen und über die wachsende Er- kenntniß in den sogenannten höhern Kreisen, daß die Arbeiterfrage eine Frage der Kultur und der Weiterenttvicklung der Mensch- heit ist.— Der allgemeine Arbettertag lebt der Hoffnung, es möchten alle Arbeiter des Landes am 1. Mai 1890 ihre Gefühle und Gedanken vereint mit ihren Genossen diesseits und jenseits des Ozeans für einige Stunden aus die Zukunft lenken und ihre ersttebenswetthen im Jntereffe der Völker liegenden jiele neu und bestimmt ins Auge fassen, um damit die Ein- i«it und Festigkeit des Willens aller Menschen zu bekunden und neuen Much und Kraft für die kommenden Kämpfe zu sam- mein. Im Uebrigen betrachtet es der allgemeine Arbettertag nicht als seine Aufgabe, dem Einzelnen Vorschttslen zu machen, wie er dem 1. Mai seine Weihe geben wolle. Er ivill es der, Gut- schliebung jedes Arbeiters überlassen, ob er bei seiner gewohnten 'Arbeit, im Schöoße der Faniilie oder im Kreise gl eich gesinnter Freunde, ob er durch öffentliche Kundgebung oder stille Zurück- ziehnng in sich selbst, durch Geldspende zu Arbeiterzwecken oder in irgend einer Form sein inneres Bedürfniß befriedigen oder seiner Anschauungsweise Ausdruck verleihen will." Spanie«. Madrid, 11. Apnl. Der Senat lchnte mit 108 gegen 83 Sttmmen den Bericht des Generals Martinez Camros. in welchem dieser sich gegen die Disziplinarbesttafung des Generals Daban ausspttcht, ab. Valencia, ll. April. Heute herrscht Hts der ganzen Stadt Ruhe. Der Marquis Cerralbo ist mit Frau und Tochter, von Zivilaardisten begleitet, nach Aranjuez abgereist. Madrid, 11. April. In der Tepaurtepkapuner brachte der Abgeordnete Alix die Unruhen in Valencia zur Sprache; er behauptete, die Stadt Valencia habe sich während voller sieben Stunden in den Händen der Aufrührer befund en. Der �Minister des Innern gab in seiner Erivtberung dem Bedauern der Re- aierung über diese Vorgänge Ausdruck, die sie nicht verhindern konnte. Die Nachrichten in den Zeitungen seien jedoch über- ttieben. Einige der Brandstifter seien verhastet worden. Alix meldet für morgen eine Interpellation über diese Angelegenheit an. Der„Daily Telegraph" meldet aus St. Peters- bürg: Die Polizei entdeckte am letzten Donnerstag in einem Miethshause in Gatschina in der Wohnung eines kürzlich nach St. Petersburg gegangenen Mannes eine starke Eisentlste mit zwei ballonartigen Explosion s- t ö r p e r n. Der Miether, offenbar rechtzeitig gewarnt, war nach Petersburg geflohen und spurlos verschwunden. Die Polizei verinuthet, daß anßkr diesem und einem Mann, der kürzlich Selbstmord beging, sich noch ein dritter Verschwörer in Gatschina aufhält. Mehrere Verhaftungen fanden in St. Petersburg statt, die in Verbindung mit dem Komplot gebracht werden. Sozi«!« Aebsrptthk. Gera, 12. April(Privattelegramm.) Heute ist hier 3000 Webern wegen Nichtannahme einer neuen Fabrikordnung gekündigt worden. Zuzug ist fern zu halten. Näheres folgt., Mauern schon zu erbeben begannen. Und wenn sie an das „Alte Elbens" dachte, den finstern, engen Laden, erschien ihr dieses Magazin noch ttestger, in güldenes Licht getaucht, fast eine Stadt mit Plätzen, Monumenten und Straßen, durch welche sie niemals ihren Weg zu finden glaubte. Indessen hatte sie bisher noch nicht gewagt, weiter in der Seidenhalle vorzudringen, deren hohes Glasdach, elegante Schreine und Pulte und kirchenartiger Anblick ihr Furcht einflößten. Daun, als sie endlich eintrat, um aus dein Be- reiche der spöttelnden Kommis der Weißwaareii-Abthetlung zu kommen, stieß sie plötzlich auf die von Atouret arraugirte Auslage; und trotz ihrer.Angst war plötzlich das Weib in ihr erwacht, die Wangen rötheten sich und sie betrachtete selbstvergessen den Brand der Stoffe, den Mouret ange- zündet hatte. — Schau, flüsterte Hutin Farster ins Ohr, das Gäns- chen vom Gaillon-Platze. Atouret, obgleich er that, als ob er Bourdonele und Robineau aufmerksam zuhören würde, war im Grunde durch die Bewunteruilg dieses dürftig gekleideten Mädchens sehr geschmeichelt. Denise blickte jetzt auf und gcricth in noch größere Verlegenheit, als sie den jungen Mann erkannte, den sie für einen Abtheilungschef hielt. Sie bildete sich ein. daß er sie streng anblicke, und da sie in ihrer grausamen Verwirrung nicht wußte, wie sie sich eiUfetuen solle, wandte sie sich noch einmal an den nächstbesten Kommis, diesmal an Javier, mit der Frage: — Bitte, wo finde ich Madame Aurelie? Favier, ungefällig wie er war, begnügte sich trocken zu sagen: — Im ersten Stock. Denise, die den vielen Männerblicken rasch entkommen wollte, dankte und wandte der Treppe abermals den Rücken, als Hutin, von seiner angeborenen Galanterie metrieben, ihr zu Hilfe kam. i — Nicht dort, hier, mein Fräulein. (Fortsetzung folgt.) Theater. Sonntag, den 13. April. vpernl/a«». Farmen. Montag: Keine Vorstellung. Schauspielhaus. Der Sturm. Montag: Die Geschwister.— Die Kopisten.— Graphologie.— Ano nyme Briefe. LeMug-Theater. Das vierte Gebot Montag: Der Zäungast. KeeUner Theater. Die wilde Jagd Montag: Wallensteins Tod. Deutsches Theater. Der Unterstaats sekretär. Montag: Faust's Tod. Friedrich-Ulilhrlmstädt. Theater. Der arme Jonathan. Montag: Dieselbe Vorstellung. Ißalluer-Theater. Die Bajadere. Vorher: Im Spätsommer. Montag: Dieselbe Boxstellung. Viktoria-Theater. Stanley in Afrika Montag: Dieselbe Vorstellung. Gsteud-Theater. Die Geheimnisse von New-Iork oder: Madeline's Dämon., Montag: Dieselbe Vorstellung. Aestdeui-Theater. Marquise. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kroll'» Theater. La Traviata. Kellealliauee» Theater. Der Stau- tilus. Montag: Dieselbe Vorstellung. Ceutral- Theater. Ein fideles Haus. Montag: Dieselbe Vorstellung. Adolf Gruft- Theater. Der Goldfuchs. Montag: Dieselbe Vorstellung. Theater der Reichshallen. Speziali tätenvorstellung. vebr. Richter s KariStS. Speziali- täten-Vorstellung. Kaufmann'» Kariotö. Spezialitäten- Vorstellung. American-Theater TÄfl Dresdeuerstraste 65. lioh Vopstellu n g. Englischer Garten Direktion: C. Andrem#, Alexander- praße 27c. Auftretendes Gesängshumoristen Herrn jung. Austreten der deutsch- schwedischen Chansonnette Fräulein Tonny Peters. Auftreten der vorzüglich. Liedersängerin Frl. Margarethe Steinow. Heu 1 1 Auftreten des Jnftrumental- und Gesangs-Terzetts(3 Damen) Geschwister Saurona. Auftreten der beliebten Duettisten Ge- schwister König. Anfang Wochentags 8 Uhr. Entree 30, W u. 75 Pf., im Vorverkauf 20 u. 30 Pf. SonnUlgs Ansang halb S Uhr. Eonatags Sntre« 50, nservirt 76 Pf., Orchey« i Mark. Vorverkauf Entree 40 Pf. ■ 81. Ritter de« Linden 81. Im Hause der Wilhemshallen neben der Passage. Die Saison ist bis zum 17. d. M. verlängert und findet an diesem Tage die letzte Vorstellung statt. Cii*cus Renz. K a r l st r a ß e. Heute, Sonntag, den 13. April: 2 große VorstckulW. Nachmittags 4 Uhr: Letzte Kinder-Vorstellung. (1 Kind frei). Leben und Treiben nnf dem Else. ©roßte Anostnttuugsstuch. Abends 7V2 Uhr: Sit Wzeu Seikliergu oder ein Studentenausflug mit Hindernissen. Große Original-Pantömime- In beiden Vorstellungen: Auftreten der vorzügl. Ncitkünstlerinnen und Reit- künstler. Reiten und Vorführen der best dress. Schul- und Frciheitspferde. Morgen Montag: Napoli. E. Renz, Direktor. Circns Wulff. Friedricli Carl- Dfer. Ecke Karlstraße. Heute, Sonntag, den 13. April: 2 große Ecka-VorWungen. Nachm. 4 Uhr und Abends TVz Uhr. In der Stachmittags-Vorstellung hat ieder Besucher das Recht, ans das von ihm gelöste Billet ein Kind unter 10 Jahren frei mit einzuführen. Beide Vorstellungen sind mit verschiedenen vor- üglichen Programmen ausgestattet. Inter anderem iu beiden Vorstellungen: „Siegfried", brauner Wallach, infolge einer Wette in 8 Tagen von mir in Freiheit dresstrt, das Pferd gehörte dem hiesigen Fourage- Händler Herrn Habedanck, Unterbanm- traße 4. Festspiel der Lustgymnastiker Mstr Nestor u. Aerien ic. U. a. in der Abend- Vorstellung: Vorführung der überall die größte Sensation erregenden 4 Percheron-Schimmelhengste durch Frau Anna Wulff. Zum Schluß: Die Original- Wagenpromenade und Auftreten der Saltom ortal-Reiterin Frl. Louise Renz ic. Montag: Große Vorstellung. Hochachtungsvoll Ed. Wulff, Direktor. Allen Freunden u. Genossen empfiehlt 'ein Lager von[040 Uz- null Seiiifli'Ptn Mit Arhtitrr* HswtrslMsrkrK Beil- Vorführung Täglich Alf. egyvtischer u. indischer Vit Uhr Abends. sZauber- künste. 5, L u. 1 M. Billets im Jnvalidendant. Bey Passage 1 Tr. 0 Uhr At. v. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. In»ar bltjrr"WS Woche: Z. rrptw M.: IV. Reise d. Afrika. Neu! III. Cyclus Conftantinopel. Ein» Reise 20 Pf., Mnd nur 10 Pf. Abonnement 1 M. Jede Woche andere Reisen. Etablißmettt Buggenhagen am Kloritzplatz. Täglich: Qr. Instrumental. Concert, Direktton A. 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Aber auch diese 4000 M. kamen nicht in die Hand des Herrn Dr. Z., • sondern Herr Pickenbach bat sich hiervon 1500 M. leihweise für " � sich aus und gab Herrn Dr. Z. nur 2500 M. Für die 1500 M. "stellte Herr Pickenbach Herrn Dr. Z. Wechsel aus, wovon er 650 M. später einlöste, die weiteren 850 M. aber überhaupt itraSO nicht bezahlte, sondern sie aus Anfordern des Herrn Tr. Z. in den letzten Monaten mit dem Vorgeben zu zahlen verweigerte, daß er die 850 M. als Provision beanspruche, weil er Herrn Tr. Z. mit dem Geldgeber G. bekannt gemacht habe. Das Be- kenntniß dieses Sachverhaltes geht deutlich hervor aus folgendem !mir im Originale vorliegenden Briefe des Herrn W. Bickenbach an Herrn Dr. Z.: „Berlin, W., den 31. 10. 1889. Geehrter Herr! Es ist mir überaus peinlich, daß Sie an- nehmen, ich sei Ihr Schuldner. Wie Sie sich erinnern werden, gab Herr G. da», als gegen 5000 M. Hypothek 4000 M. baar und erhiellen Sie davon züOO und ich 1500 M. Von diesen 1500 M. zahlte ich zurück 650 M., so daß noch 860 M. blieben. Nun ist B.es mir aber bekannt, daß Sie dauernd mit Herrn G. Geschäfte Ige», acht haben. Für Nachweis des Geldgebers konnte ich aber leine Provision beanspruchen. Ich glaube wohl, daß Sie mir in nieiner bedrängten Lage als Vergütung für den Nachweis meine Schuld(von 860 M.) erlassen und mir den Wechsel, der noch in Ihren Häiiden gütigst zurücksenden. Sie iverden sicher diesen nicinen ! Wunsch erfülle», wenn Sie bedenken, welche großen Nachtheile ich hatte durch öffentliches Ausbieten jener Wechsel. Wir hatten ausge- macht, daß Sie diese Wechsel nicht ausgeben sollten. Wohl von der Nolh gedrängt, hatten Sie dieselben aber fortgegeben, undwurdenoch vor Fälligkeit in öffentlichen Versammlungen damit nicht nur Mißdrau«) getrieben, nein, auch ich wurde in der Presse des Wuchers bezichtet. Mein Kredit wurde völlig dadurch vernichtet, LIbschlüsse, die bevorstanden und mir großen Gewinn gebracht hätten, unmöglich gemacht. Mit vorzüglicher Hochachtung Wilh. Bickenbach, Krausen st r. 52. H. 2 Tr. Der Mann, der in diesem Briese selbst eingesteht, daß er .— einem von Noth bedrängten Geldbedürftigen auf 5000 M. Hypo- yfp>! thek 4000 M. verschafft und ihm hiervon nochmals 850 M. ab- gezogen habe, empfiehlt sich nun dem Wahlkreise Gießen als Spezialist für die Bekämpfung des Wuchers. K Marburg, den 6. April 1890. ,,. Tr. Edmund Stengel, Professor. £hea>* Sogar der„Reichsbote" verhüllt angesichts dieses Flugblatts sein würdiges Haupt und erklärt, daß ihm nun die Wahl Picken- bach's keine Freude mehr mache. � Nie Beseitigung der oberirdischen Leritsprech- «' leitungrn und die Legung unterirdischer Kabel an Stelle jener t scheint die Reichstelegraphen-Verivaltung nunmehr aufgegeben zu .... 1 haben. Eine neue sehr umfangreiche Verordnung der genannten . Behörde, welche, die bisher für die Anlage von Fernsprecheinrich- » j tungen maßgebenden Vorschriften vom Jahre 1387 in wesentlichen .'IW, t Punkten ändert, enthält auch neue Bestimmungen über die An- f bringung oberirdischer Fernsprechleitungen in den Städten. Durch I diese neuen Bestimmungen, ivelche durch das unerwartet schnelle �Anwachsen der Stadt-Fernsprechleitungen an allen einigermaßen verkehrsreichen Orten nöthig geworden sind,>vird es in Zukunft . möglich werden, an den eisernen Dachgcstängen der Stadt-Fern- j 1 sprechleitungen eine größere Anzahl von Leitungsdrähten anzu- 8 bringen, als dies bisher geschehen ist. Die bisher gemachten Er- rw? fahrungen lassen es nämlich als unbedenklich erscheinen, die bei der Anbringung einzelner Leitungen an den Gestängen wagerecht und senkrecht innegehaltenen Abstände erheblich zu verringern. Währen. jetzt u/iter normalen Verhältnissen ungefähr 12 Leitungen an einem einfachen Rohrständer, nicht über 40 Leitungen an einem Doppelständer und bis zu 126 an einem dreifachen Gestänge an- gebracht werden können, wird es in Zukunft bei einer Verringe- rung der Abstände der Leitungen möglich sein, ohne die Gestänge zu überlasten, bei einem einfachen Rohrständer mit Quergestänge II» 50 Leitungen, an Doppclständern mit Quergestänge 200 Leitungen ,i und an dreifachem Gestänge mit Querträgern bis zu 300 Lei- klillu l!''"3erl zu befestigen. Um den in dieser Art mehr betastenden Trägern eine entsprechend größere Festigkeit zu geben, sind eben- falls eingehende technische Anordnungen getroffen worden. Wenn diese oberirdischen Leitungen dem vorhandenen Verkehrsbedürfnisse genügen, so haben sie der unterirdischen Kabellegung gegenüber den Vorzug größerer Billigkeit und sind nicht so sehr, wie diese, gL elektrischen Strömungen durch Induktion und Ladungserschei- ■ nungen a.lsgesetzt und infolge dessen für die Anforderungen sSS« eines prompten Betriebs leistungsfähiger, als die unterirdischen —'Leitungen. ' Der Sommerfnhrplan des Direktionsbezirks Erfurt bringt für Berlin eine Reihe Aenderungen, die nicht nur eine Ver- 'mehrung. sondern auch eine Beschleunigung der Züge im Gefolge haben. Die wichtigsten Steuerungen sind die solgenden: Der ' Morgen-Schnellzug Verlin-Leipzig-München, welcher jetzt 7,15 von Berlin abgeht, fährt künftig 7.49 ab, ohne Anhalten bis Bitterseld durch und trifft 10,25 Leipzig-Bayerischen Bahnhof ein, braucht also für die Strecke Berlin-Leipzig-Bayerischen Bahnhof— 173 Km. nur 2 Stunden 86 Min. Ter ziveite Schnellzug geht 8,14 von Berlin nach Eisenach. Derselbe hält bis Weißenfels nur in Bitterseld; hält von Weißensels ab jedoch auf allen größeren Thüringer Stationen, stellt sich also als ein besonderer i Berlin-Thüringer Schnellzug mit 3. Wagenklaffe dar. Der dritte Schnellzug, der Tages-Schnellzug Berlin-Franksurt über Eisenach, . geht 8,35 von Berlin ab und bleibt ungefähr im jetzigen Fahr- plan. Der folgende Personenzug nach Halle und Leipzig verläßt Berlin 9,25, also 15 Minuten später als jetzt, der Mittags-Per- sonenzug nach Halle und Leipzig, 12,30 ab Berlin, bleibt unver- ändert. Der Nachmittags-Schnellzug 2,30 nach München über Leipzig-Hos und Probstzella, sowie nach Bebra und Kassel wird in zwei Theilen gefahren, wovon der erste 2,45 nach Leipzig und ' München geht, der zweite den Verkehr nach München über Weißensels-Probstzella und nach Thüringen bis Kassel aufnimmt. Der Abendschnellzug nach Frankfurt verläßt Berlin statt 8,15 «st 8,30 bei gleicher Ankunftszeit in Frankfurt. Der Abend- Schnellzug nach München(der eigentliche neue Rom-Zug) geht statt 9,20 erst UN» 10,35 von Berlin, gelangt, wie der Frühzug, in 2 Stunden 36 Minuten nach Leipzig, Bayerischer Bahnhos, ist am andern Vormittag 11,03 in München und am nächsten Mittag gegen 12 Uhr in Rom. Der Abend-Personenzug nach Halle und Thüringen fährt von Berlin statt 11,20 um 12,15 ab, erreicht aber trotzdem in Halle den Anschluß nach Thüringen wie bisher. >*4 mer — Die Ankunft der Schnellzüge in Berlin von Halle und Leipzig und Hinterland erfolgt durchweg früher. So trifft der Nachtschnellzug von München und Leipzig(der neue Zug von Rom) statt 6,33 früh schon 6 Uhr, der Schnellzug von München über Probstzella-Weißensels statt 7,15 schon 6,16 früh ein. Der Tagesschnellzug von Frankfurt erreicht Verlin 8,80 Abends statt bisher 8,65. Der Schnellzug von München über Leipzig trifft 8,45 Abends statt 9,18, der Schnellzug von München über Probstzella 10,39 Abends statt 12,38 ein. Beim Schnellzuge von Frankfurt 12,38 Nachts in Berlin werden dagegen nur 7 Minuten eingeholt. Die Züge in der Richtung nach und von Dresden, und zwar sowohl über Rödern» als über Zossen, ändern sich dagegen nur wenig, indem nur bei einigen Personenzügen eine geringe Verschiebung in den Aukunfts- und Abfahrtszeiten eintritt. Dasselbe ist mit den Zügen nach und von Tefsau und Küthe» der Fäll. Für den Verkehr mit Südend und Lichtcrselde ist zu bemerken, daß die ersten Riorgenzüge in beiden Richtungen etwas früher gelegt sind. Dagegen verläßt der letzte Zug nach Lichterfclve Berlin erst um 12,20 Nachts statt 12,05 und der letzte Zug nach Berlin von Station Lichterselde schon um 12,50 Nachts statt um 12,55. „Gott ist di« Liebe l Mas sind Zie?" so lautete der Titel der Predigt, welche der„Heilsprediger Stabskapitän Fritz Schaaf" seiner Gemeinde am gestrige» Abend zu halten gedachte und dce er mittelst riesiger Reklameplalate an den Säillcn nach dem Betlokal— einem kleinen Fabrikraum in der Alten Jakob- strafte 91— eingeladen hatte. Es ivaren etwa 100 Personen erschienen, von denen die„Gläubigen", etwa der dritte Theil der Anwesende», aus alten Damen bestand, während der Rest sich aus spottluftigen Ungläubigen— Männern jeder Gesellschaftsklasse— zusammensetzte. Den Eintretenden wurde ein kleines Blättchen gegen Zahlung von 5 Pf. in die Hand gedrückt. Herr Schaaf begrüßte mit frommen Worten die Gemeinde und stimmte dann einen Gesang an, dessen Weisen recht weltlich iind vergnügt klangen.— Dann folgten Gebetsübungcn, bei denen die „Gläubigen" niederknieten, einige derselben legten sich auch platt auf den Boden, während die Ungläubigen stehen bleiben durften. Dann aber wandte sich Herr Schaaf an die letzteren, um sie zur „Befferung" zu bekehren; der Redner wurde aber so häufig unterbrochen, daß er schließlich in recht erregtem Tone den Sündern den Teufel und die Hölle in sicherste Aussicht stellte. Alsdann nahm Frau Schaaf das Wort, um gegen Konzerte, den Tanz, das Theater(Zwischenruf:„Det is ja hier det reene Theater") zu eifern und daß man auf Liebe und Genüsse(auch auf Küsse? srng Jemand ans dem Haufen heraus) verzichten muffe, worauf die Rednerin sichtlich indignirt schloß. Nun wurde „Bruder Lüdicke" das Wort zur„Selbstgcißelung" ertheilt und dceS that der Herr in anerkennenswerth aufrichtiger Weise. Er sei, so erzählte der Bußfertige, früher ein ganz schlechter, ordinärer Mensch gewesen(Zwischenruf: Das war aber nicht schön von Ihnen!), so daß er beinahe der schlechteste und erbarm- lichfte Sünder gewesen, so tief wäre er verkommen gewesen (Zwischenruf: Sie ollct Sumpfhuhn, Sie!), daß er einen Selbst- mord hätte begehen wollen, wenn nicht die Schaaf'sche Lehre ihn "erettet hätte. Dieser Sclbstgeißelung folgte ein Duett des öchaas'schen Ehepaares und dann wurde zur Deckung der Un- kosten—„denn Alles auf der Welt kostet Geld," bemerkte Herr Schaaf— eine Geldsammlung abgehalten. Nachdem auch Lies erledigt, niachte sich der Herr Stabskapitän an das eigentliche Thema und erzählte eine lange Geschichte von sich selbst und ciner nächtlichen Affaire in New- Uork, die er mit den bösen Geistern und dem Teufel gehabt und schloß dann wieder mit der eindringlichen Mahnung an die weltlichen Ungläubigen, sich zu bessern und dies nicht zu verschieben bis morgen— und„Morzen" ertönte es aus dreißig Kehlen aus der Zuhörerschaft unisono. —„Morgen," wiederholte Herr Schaaf nachdrücklich und „Morjen, jnten Morjen" echore es aus dem Saale wieder.— Sichtlich geknickt von der Halsstarrigkeit der Berliner, trat der Redner vom Podium herunter; unter lautem Halloh des sich ent- sernenden Publikums schloß der darauf angestimmte Gesang. Aus dem Zoologische»» Garten haben mir diesmal die A»»lrunft zweier neuer Bewohner im großen Raubthierhause zu melden, die dadurch ganz besonders interessant sind, daß an ihnen das Prinzip an» anschaulichsten vor Augen tritt, nach welchem von der jetzigen Direktion bei der nun ziemlich durchgeführten Erneuerung des Raubthierbeslandes verfahren wird. Um diesen allgemein bekannten Thieren auch in den Augen des genaueren Thierkenners»vieder inehr Interesse zu verleihen, bestrebt man sich nämlich, wie wir hören, ganz systematisch, die großen Katzen- arten in»nchreren Naturraffen, in verschiedenen geographischen Varietäten vorzuführen, die ja entsprechend der Ivetten Verbreitung der Spezies sehr deutlich ausgeprägt sind. Daß z. B. der Königs- tiger des vorderindischen Festlandes von dem Sundatiger der §coßen Inseln Sumatra, Java jc. nicht blos in Gestalt und aroe, sondern auch im Charakter sich unterscheidet,»vird jedem Besucher klar, der nur einmal mit angesehen hat, wie„Bater Peens", der langbärtige Wärter, den Königstiger gemüthlich streichelt, während die Snndatiger brüllend auf ihn losfahren, sobald er sich ihnen nur nähert. Bei der Zusammenstellung einer interessanten Serie verschiedener Leopardenformen aus dem ostasrikanischen Somalilande, vom indischen Festland und den Sundainseln ist der Garten von seinem allbekannten Gönner Schönlank wesentlich unterstützt worden, und sogar bei den Löwen ist ein vielversprechender Anfang zu den infolge des spärlichen Imports allerdings hier besoilders schivieri Verwirklichung des oben gekennzeichneten Prinzips Händen in Gestalt des prächtig heranwachsenden junger Kaplöiven. Das auffallendste Beispiel änderlichkeit der großen Katzenarten bilden aber die beiden neu angekauften Pumas, die Resultate zweier besonderer Reisen des Direktors. Unter viele« Kaufgelegenheite» ausgewählt, bilden sie in Farbe, Bau»ind Größe ausgeprägte Gegensätze: der eine voll- ständig fuchsroth, klein, zart und zierlich gebaut, besonders ans- fallend kleinköpfig, der andere rein silbergran, groß und schivcr, und es will einem kaum einleuchten, daß sie beide in den Rahmen einer und derselben nainrgeschichtlichen Art zusammengehören sollen. Dieses verschiedene Aussehen der beiden Stücke erklärt sich aber einfach aus ihrer verschiede- nen Heimath. Der Puma oder Silberlöwe— unser größeres Exemplar»nacht dem Rainen alle Ehre— verbreitet sich nämlich über ganz'Amerika und lebt sogar noch in den Ver- einigten Staaten, wo ihn nicht die fortschreitende Kultur aus- gerotttct hat. In diesem ungeheuren Gebiet bleibt sich nun das Thier nicht gleich, sondern es ändert sich je nach dem ver- schiedenen Klima, überhaupt den verschiedenen Verhältnissen, wie fa überhaupt jedes Thier schließlich das Produkt seiner äußeren Lebensumstände ist. Und zwar ist der Puma»in Allgemeinen in den heißen Gegenden Ainerikos klein und rolh, in den kälteren Landstrichen groß und grau, und zwei recht misgeprägte Ver treter dieser klimatischen Varietäten, der eine ans Brasitten, der andere aus Nordamerika, sind es, die uns in den beiden neuen Insassen des Zoologischen Gartens, so lehrreich vor Augen treten. Gin neue» Hritvrrfahr«»» bei Typhuskranken. Der diri- girende Arzt des Nortb-rn Hosv'tals in Linerponl, Dr. Barr, hat eine Anzahl Typhussälle dadurch geheilt, daß er die betreffenden Kranken längere Zeit in warmem Waffer zubringen ließ. Ein junges Mädchen von 16 Jahren, welches den Typhus in der schllminsten Form hatte,»nnßte sechs Tage in der Wanne liegen. Nach Ablauf der Zeit»var sie völlig geyeilt. Ein 38jährlger Steivart blieb 30 Tage im Wasser, glelchfalls mit dem besten Resultat. Bon den 12 Kranken, an welchen Dr. Barr sein neues Verfahren versucht hat, ist nicht einer gestorben. Einer von de» russtsche»» Student«»»,»velche vor einigen Wochen in der akademischen Lesehalle von Kriminalbeamten ver- hastet, vorden waren, ist inzwischen wieder auf freien Fuß gesetzt »vorden. Der Komn»»n»o»»är Dickchoff, welcher im November 1883 wegen Beihilfe zum Mord, begangen an den Wittwe» Lissaner und Königsberger und Anstiftung zuin schiveren Raube, vom hiesigen Schwurgericht zu lebenslänglicher Zuchthause verurtheilt »vurde, ist, wie ein hienges Borortsblatt meldet, dieser Tage im Znchthause zu Sonnenburg nach längerem Leiden verstorben. Gin Dnchstlihlbrand in der Mantcuffelstraße 15,»velcher in der Nacht zum Sonnabend die Thätigkeit der Feuerwehr während füuf Stunden in Anspruch nahm,»vird»vieder einmal vielen „kleinen Leuten" zu Gemüthe geführt haben,»vie unrecht es ist, die geringfügige Ausgabe für die Feuerversicherung zu scheuen. Von den» Brande sind meistens Hansbeivohner betroffen worden, deren Mobiliar nicht versichert ist; leider sind dies Leute, ivelche der Verlust recht schiver trifft. Das Feuer, das von der Feuer- wehr auf seinen Herd beschränkt»vurde, kain auf den Wäsche- boden zum Ausbruch; der Rauu»»var»nit allerlei Utensilien, Kisten»nit Heu und Stroh und ausrangirtein Mobiliar vollge- propft, so daß die starke Ranchentivickelung die Löschungsarbeiten sehr erschiverte. Die Wohnungen im vierten Stock haben durch das eindringende Wasser empfindlich gelitten. Ans Opfer eine» Nostdiebstaiits,»venngleich nicht direkt geschädigt, ist das hiesige Bankhaus Robert Warschauer n. Co. in der Behrenstraße geworden. Die genannte Firma schickte,»vie das„Kl. I." berichtet, unlängst an den Banner Johann Ick in Libau eine eingeschriebene Werthsendung mit der Ausfchrist „Einliegend 15 000 M." Die Sendung langte auch richtig bei dein Adressaten in Libau an. Als»nan jedoch das äußerlich völlig intakte Kouvert in Gegemvart von Zeugen geöffnet hatte, stellte sich heraus, daß der Werthgegenstand ans demselben verschwunden, und an dessen Stelle»nehrere Stücke Papier sich in dem Kouvert befanden. Die Werthsendung war bei einem hlesigen Privat-Versicherungsinstitute versichert, dieses»vird nun den Schaden zu tragen haben, ivofern es demselben nicht gelingt, die russische Post, denn in deren Rayon soll der Diebstahl ausgeführt worden sein, dafür verantwortlich zu machen. Die Firma War- schauer hat übrigens schon früher unliebsame Erfahrungen in ihrem Postverkehr mit Rußland gemacht. Vor Jahren kam eine an sie aus Moskau gemachte Geldsendung unterwegs abhanden. Damals hatte die Versicherungsgesellschaft Viktoria für den Ver- lust aufzukommen. potizeibericht. Am 10. d. M. Vormittags stürzte auf dem Grundstück Elsasierstr. 7 der Arbeiter Kroll beim Abbruch des Seitenflügels aus dem vierten Stock auf den Hos hinab und erlitt eine schwere Gehirnerschütterung, so daß er nach dem jüdischen Krankenhause gebracht werde» mußte.— Am 11. d. M. Vormittags lief ein Knabe vor dem Grundstück Frantfnrtcr Allee 73B gegen einen in der Fahrt befindlichen Pservebahnivagen, wurde überfahren und am Fuße schwer verletzt. Cr»vurde nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht.— Zu derselben Zeit fiel der Kutscher Ewald, als er»nit einem Arbeitswagen auf das Grundstück Wiesenstr. 46— 49 fahren wollte, von» Wagen und ge- rieth unter das Vorderrad, so daß er eine nicht unbedeutende Verletzung an der Schuler erlitt.— Gegen Abend gerieth im Landivehrkanal, nahe der Trebbinerstraße, die im Waffer schwimmende Leiche eines unbekannten, etwa 35 Jahre alten Mannes in die Schraube eines dort vorüberfahrenden Dampsers. Sie »vurde gegenüber den» Grundstück Tempelhoser Ufer 28 ans Land gebracht.— Kurze Zeit darauf wurde ein vierjähriger Knabe vor dem Hause Dreysestr. 3 von einen» Omnibus überfahren und so schwer verletzt, daß er bald darauf im Krankenhause Moabit, »vohin er gebracht»vorden war, verstarb.— Abends brannte der Dachstuhl des Hauses Bianteuffelstr. 15 ab. Goriihks-Ioitung. Gin GrUenntniß de« Reichsgerichts hat das Urtheil der Aorinstanzen dahin bestätigt, daß man durch unbefugtes Verweilen auf dein Bahnsteig der Eisenbahn eine» Haussriedensbruch begehen kann. DaS Erkenntniß des Reichsgerichts führt in dieser Beziehung Folgendes aus: Es kann nicht zweiselhaft sein, daß der Stationsvorsteher die polizeiliche Befugniß zur Entfernung des Publikums vom Bahnsteig besitzt,»venn er sie im Interesse des Dienstes für nothwendig erachtet. Wenn daher Personen dessen Aufforderung den Bahnsteig zu räumen, nicht nachkommen, so bleiben sie unbefugt auf demselben und zivar begehen sie einen gemeinschaftlichen Haussriedensbruch, wenn sich die betr. Auf- forderung des Stationsvorstehers an viele versammelte Menschen richtete, /welchen er das längere Verweilen ans dem Bahnhofe untersagen konnte und alle diese Menschen der Aufforderung leine Folge leisten. 0 Keim Karbier.„Wenn ickzumBalbier jehe, uin mirscheen 'zu machen, denn ick will mir»ich in mein Blut baden, denn sonst fehe ick schon lieber jleich raus nach'« Schlachthof, da untersuchen Se mir denn wenigstens»nein Fleesch noch vor umsonst!" Der kleine, ziemlich bejahrte Herr mit stattlicher Glatze und noch statt- licherer rother Nase, welcher diese Worte an den Vorsitzenden des Schöffengerichts richtete, ist angeklagt, bei dem Barbier B. eine» Hausfriedensbruch begangen zu haben.— Präs.': Sie müssen doch zugeben, daß sie von dem Barbier und dessen Ehefrau auf- gefordert worden sind, sein Geschäftslokal zu verlassen und nicht gegangen sind.— An gell.: Det sich so»vat Balbier tooft, is'ne Blamage for't janze Jeiverk! So eener kann vielleiedt Nachfolger von Krauts'» wer'n, aber Balbier— man ja»ich! Den»vurde ick ja »ich mal for die Zuchthausbrüdcr for paffend halten and der Diehrschutzverein müßte sich in't Mittel leien, det so Eener Seeneu »ich mehr inseefen dcrf!— Präs.: Na, Ihre Erinnerung an die Verschönerung Ihres Gesichts scheint nicht die rosigste zu sein, mm lassen Sie aber Ihre allgemeinen Betrachtungen und kommen Sie zur Sache.— A n g e k l.: Villeicht kann ver Herr Jerichtshof wat dazu duhn, det so'ne blutijen Aujuste det Handiverk jelegt »vird oder det se wenigstens»ich blos an't Fenster schreiben„ooch »vird jeschröppt", sondern„ooch»vird jeschnitten!"— Präs.: Nun, ich sehe schon, daß»vir nicht»veiter tonnnen, wenn ich Ihnen nicht bestimmte Fragen vorlege. Also: Sie gingen zu Herrn B., um sich rasiren zu lassen.— Angeklagter: So is et. Meine Qlle sagte zu mir, de Stoppeln müßten'nu mal»vieder runter, denn ick sehe schon aus wie'n schmierijet Reibeisen und da am andern. Dag ihr Jeburtstag war, so»vollte ick ihr'mal mit de reene Kinne ,n de Oogen treten.— Präs.: Nun also, sangen Sie nur da an, wo Sie schon bei Herrn B. sind.— Angekl.: Ick traute mir erst jar»ich rin, denn et sah da so jräulich sein aus und et ivav n reiner Staat: Aliens jeplcht, polirt und blan! gemacht. Allens von Marmor un de Sliehie vom scheensten Mahagoni— äderst von'Z Baldire« hat fo'ne Sorte von Bartkratzer keene Ahnung!— Präs.: Na. nun scheinen wir uns ja endlich der Sache zu nähern. Sie scheinen also nicht zu Ihrer Zufriedenheit bedient worden zu sein. A n a e k l.: Nu haben Ee mal bloS Obctchl. wo es mir erjangen hat. Also wie ich M komme. sage rck janz höflich„Ju'ii Dag occh". hänge mein' Hut au' Nagel un höre een janz jewaltiges dachen un wie ick mir umkieke, sehe ick da drei so'ne jriene Jungens. so von die Sorte mit de modernen Aeppelkähr.e uff de Jrege. Ter Eeene ließ sich seine drei Haare unter de Nase mit'ne Pveuufchcere verardeeten. den Andern hatte der Balbier jerade sriedensbruch zu thun?— Ängekl.': Diese Herren, wät in meine Oogcn noch janz jrienschnäblize Jungens waren, haben sich erloobt mir ollen Mann zu uzen. Wie der Herr Jerichtshof woll sehen wird, is mir der Kopp stark durch de Haare je- rvachsen und wie ick den Hut abnehme, kichert die Jesellschast los un fragt, ob ick mir occh de Locken fchneiven lassen will.— Präsident: Sie sollen über diesen allerdings unpassenden Scherz gleich sehr empört gewesen sein und mit Schimvsivorten um sich geworfen haben.— A n- geklagter: Nich tn's Jeringste zar nich. Ick sagte bloß:„Et jiebt solche nnd ooch solche. Manch(Stenn hat seine Haare nich »ff'n Kopp, aber»ff de Zähne un manch Ecner hat de scheenste Polka-Tolle un is doch man blos'n Ouadratockffe mit Eichen- lovb.— Präs.: Na, besonders fein war daS nun doch nicht: — A n g e t l.: Nee, sollt et ooch nich sind! Nn denn setzte ick mir uff'n jroßen Stuhl un denn kommt so'n llecner Dreikäsehoch un seeft mir in.— �' Eener, er soll sagt wat von singt:„Juter Mond, Dil jolden« Zwiebel". Tadrüber fangt der Junge au zu jrienen un rietsch!— fuhrwerkt er mir mils— Mener in de rechte Kinne.— Präs.: Das ist gewiß nicht schön, aber das soll auch schon anderen. Leuten passtrt fem.— A n g e k l.: Tin denn kam der Bengel mit'n jroß Stück Schwamm, wat er mir uffkleistern wollte, ick hade mir aber scheenstenZ bedankt und ihm ee»c jeschmiert. Wat aber der richtige Balbier is, der hat ich noch in Positur jcsetzt un Mos jesagt:„Machen St man __________________ keene Menkenke! Se sollen'? janz umsonst haben!"— Präs.: Sie sollen dann einen Höllenspektakel im Laden renirsacht nnd trotz aller Aussorderungea nicht gegangen sein.— Angekk.: So waBt richtig! Wenn man in fo'ne Räuberhöhle geräth, wo Eenen so'« Schindnhannes bedient, dat man sich acht Tage long vor anständige Leite nich sehen lassen kann, denn soll ick woll noch scheen Tank sagen? Nach meine dumme Meinung jehört so wat vor's Strafgesetzbuch un des Minimumste wäre doch jcwesen, det mir der Mann um jeneigte Entschnldrgnng jebeten hätte.— Die Beweisaufnahme ergieot, daß der Angeklagte nach jenem Schnitt eine unglaubliche Spektakelszeae ausaesührr hat, so daß er schließlich unter Zuhilje- nähme eines Auskloplers gewaltsam aus dem Laden gebracht werden mußte. Ter Gerichtshof nahm adn Rücksicht auf seine Erregung und veriirtheilte ihn nur zu 10 M. Geldbuße event. 2 Tage Gesängniß. Hie zjlieidigunA eines Ziechtsanwalt» in öffentlicher Gerichtssitzung fand gestern vor dem Schöffengericht eine außer- ordentlich geringfügige'Ahndung. Ter Rechtsanwalt Dr. R e t ch e hatte in einer amtsnchterlichen Verhandlung eine Partei zu ver- treten uiid die Gegenpartei trat plötzlich mit einem neuen Zeuoeii aus, welcher sich als„Fideikommißbesitzer v. Stölln" einführte. Da der Rechtzaiuvalt aus einer gegen Hrn. v. K. gestährten anderen Sache wußte, daß derselbe aus dem Fideikommiß keinerlei Einnahmen bezog, sondern den Offep.barungeeid geleistet und als Vertreter eines Münchener ,/BrauS" fignrirt hatte, war er nicht der Mei- uung des Amtsrichters, daß er diesen Zeugen nun ohne Weiteres als einen„klassischen" zu betrachten habe, sondern wandte sich an Herrn v. K. mit der Bemerkung:„Das wird wohl nicht stimmen! Richtiger müßten Sie sich doch„Agent" nennen." Dadurch fühlte sich Herr v. K. auf's Höchste gelcantt und wandte sich au den Amtsrichter mit der Frage, ob er sich„solche Unverschämtheit" gefallen lassen müsse?— Die Folge diese? Zornesausbruches war, daß sich Herr v. Köller gestern»vegen Beleidigung zu verantworten hatte, d.rs Schöffengericht sah aber die Sache außer- ordentlich milde au und verurthettte dm Angeklagten nur zu 5 M. Geldbuße. Di» Voruntersuchung vegen den ehe, nötige« Stadtverordnete« Fritz ts>o«r«i nimmt einen ziemlich großen Um- fan�an. Derselbe sitzt noch immer in Nntersuchungsha>t und das kverfahren ist. wie uns mitaetheilt wird noch nicht abgeschlossen. dürste daher noch einige Zeit vergehm, eh« Goercki vor der Sttaikammer zu erscheinen haben wird. 3#* e*__________» a. a.»«A w. der vor der vierten Straskammer des Landgerichts i zu In ihrer Nr. 12 vom Januar d. I. brachte die„Volkc-Zeitung" die Notiz von dem Hinscheiden des Landraths v. Gott der g und knüpfte daran einige Erinnerungen an die Zeit, wo Herr v. Gottberg und der Landrath W o e t k e in Schlawe, als sie sich gegen die liberalen Auwaiidlungm des Fürsten Bickmarck aus- gelehnt hatten, auf Besehl des Letztere» ihres Amtes einfach enr- twben worden sei«». Tie Parallele zwischen diesen dsiden Personen und der Art, wie Jeder von ihnen sein Schicksal ertragen, siel sosehr zu Gunsten des Herrn v. Gottberg au« dap die„Kreuz- Zeitung" damals sogar Veranlassung nahm, diese Kundgebung eines politischen Gegners des Herrn v. 0. theilweise adzudruckm. Ter jetzige Regiernngsrath Woelke fühlte sich aber durch die Behauptung, daß et seines Amtes enthoben worden sei, beleidigt, weil er darin ten Borwurf eines gegen ihn eingeleitete» TisziplinarverfahrenZ erblickte, während er nur vorübergehend zur Disposition gestellt worden sei. Ter Gerichtshof war mit dem Angeklagten der Meinung, daß in dieser Beziehung eine Beleidigung nicht vorliege, er erblickte eine solche aber in der Schlußwendung des Artikels, auf welch» der Staatsanwalt leibst gar kein Gewicht gelegt hatte. Der Artikel schloß nämlich seine lobenden Bemerkungen über Herrn v. G. ute folgt: Herr v. 0. war ein hochkonservativcr Mann, aber er war ein Mann und ein Gentleman! Der 0e- richtshof war nun der Meinung, daß hierin eine Beleidigung des Reg.-Raths Woelke liege, da dieser in dem Artikel eben in abfälliger Wesse mit dem Hrn. v. G. verglichen werde und aus dem iro- nischen Ton des Artikels sich erkennen lasse, daß Herr Wrecke ziichl als Gentleman bezeichnet werden sollte. Ter Gerichtehvs verurthxilte deshalb den Anaotlagten zu 100 M. Geldbuße event. 10 Tagen Gejangniß. i3o|inlc Avberstrkzk. Karkenarbciter und Arbeiterinnen Z Die Fabrikanten haben einen Berein gegründet„zur Abwehr der unberechtigten(1) Forderungen der Arbeitnehmer". Die ihnen unterbreiteten For- derungen der Arbeiter und Arbeiterinnen haben sie strikte abge- lehnt. Sie haben beschloffen, alle diejenigen, welche die gerechten Forderungen der Arbeiterinnen und Arbeiter bock.halten, ein halbe? Jahr aushungern zu lassen resp. keine Arbeit zu geben. Wie sie das anstellen wolle», wird ihnen wohl selbst ein Räthsel sein. Ferner wollen die Arbeitgeber uns ein Schriftstück unterbreiten, worin wir unS verpflichten sollen, nicht an unseren Forderungen festzuhalten. Unsere Forderungen sind folgend«: für Arbeiter achtstündige Arbeitszeit und 50 pCt. Zuschlag für U eberstunden; für'Arbeiterinnen: 1. achtstündige Arbeitszeit und 2. 88V3 pEt. Zuschlag sur Akkordarbelt, S. 50 pCt. Zuschlag für Sonntags- ardett und 8SVg pEt. für Uderstunden, 4. Minimallohn von 15 M. für LohnarbeiteriNilen. Diesen Forderungen sollen wir entsagen oder wir werden gelandigl. Nun Kolleginnen und Koliegeu, nehmen wir das letztere au. Die Zehner- Kommission, die Ihr mit der Durchführung Eurer Forderungen betraut habt, verlangt das von Euch. Nehmt die Kündigungen an, aber geht keinen Strich von unseren Forderungen ab. Halten wir fest zusamme.i; treten die Arbeiterinnen für die Forderungen der Arbeiter und die Arbeiter für die der Arbeiterinnen ein, so ist der Sieg unser. Sollten Maßregelungeu oder Kündigungen stattsiaden, so ist das sofort den Unterzeichneten mitzuchiileu, an die auch die Zuschriften zu senden sind. Das Weitere wird dann veranlaßt werden. Listen sind allwöchentlich in Empfang zu nehmen und abzuliefern bei (5. Kruse, Pallisadensir. 16, Hol pari.— Mittwoch, den 16. April, Abends 8 Uhr, findet im Böhmischen Brauhauze. Landsberger Allee 11—13, eine große Generalversammlung statt, in welcher Stellung zu de» von den Fabrikanten gefaßten Beschlüssen ges nommen werden soll. Seid Alle am Platz, thue Jeder feste Pflicht. Die Zehner-K omm isf an. Auguste Göritz, Land wehr str.�i3. Hermann Greiscnberg, Dieffenbachstr. 23. Au die Klempner und ZNctaUarbeiter Kerlin»? Kol- legen, wie Ihr alle wißt, sind die Klempner in Thale, /Braun- schweig und Göppingen in den Streik eingetreten wegSa Lohn- Differenzen. Ter Streik zieht sich schon Wochen lang#;», leider ist noch leine Hoffnung aus«inen Sieg. Dazu konniF die Nachricht aus Elbing, daß über 100 Klempner die Arbeit niedergelegt haben, weil der Borstand des Fachvereins gemaßregett resp. ent- laffen worden ist, ebenso streiken in Bremen über 110 Mann und in Ottensen an 80 Kollegen. Ein jeder Arbeiter wird einsehen, daß hier schnelle Hilfe Roth(Hut. Unter den Streikenben be- sinven sich viele Familienväter und der Bundesgenosse der Kapi- lalisten, der Hunger, stellt sich ein. Wenn nicht schnelle Hilfe er- folgt, muffen die Kollegen zu den schimpflichsten Bedingungen kapituUren. Metallarbeiter! Tretet ein für Eure Kollegen. Eure eigene Ehre erfordert es, unsere Kollegen zu schützen. ihnen ihre traurige Lage verbessern zu helfen. Wartet nicht lange, bede.ckt, daß Ihr unter den heutigen Ver- Hältnissen nirgends auf eine bleibende Stätte rechnen könnt, und wenn einer von Euch morgen oder übermorgen vie Stätte seines bisherigen Wirkens verlassen muß und ivenoet sich nach einem Orte, wo die Kollegen durch ihr festes Zusammenhalten günstige Lohn- und Arbeitsbedingungen erreicht haben, so wird er derselben ebenfalls theilhaftig. �Deshalb müßt Ihr mUJäen, wenn zu ihrer Fahne, genen ihren Verein nicht auf. Hie Fachverein! Erreichung besserer Lebensbedingungen, hie 0eldsack und Protzenthum: vollständige Unterjochung unter den Fabrikanten! Welches wollt Ihr.- Helft Ihr nicht thatlrästig, so unterstützt Ihr das Letztere. Helft Ihr aber. Jeder nach feinem Vermögen, so wird der Sieg der unsrige sein nnd Ihr könnt sagen: wir haben unsere Schuldigkeit gethan. Der UnterstützungSsonds ist vollständig erschöpft. Darum helft nach Kräften und schnell! Bedenkt:„Heute mir, morgen Dir".— Alle Beiträge und Sen- düngen nimmt entgegen: Paul Selchow, Klempner, Schleier- macherstraße 10. An alle in Kerlin und Umgeaen» inKnchdruckereien befchäftigte» Kilfaardritep. Kollegen unseres Berufs! Sämn.iliche Gewerkschaften, sowie jede Klaffe von Hilfsarbeitern hat der SIrömung der Zeit folgend, eine Organisation gffchaffen. Wohin wir blicken, sehen wir Vereinigungen der verschiedensten Berufe, die geschaffen sind, um der Kollegenschaft Halt und Nutzen zu bieten. Nim fragen wir Euch, wer hat noch nicht erkannt. wie traurig es in unserem Berufe aussteht. Nur die Kollegen unseres Berufs stehen einer Organisation fern, darum aufgewacht, '' t dem Zuge der Zeit, orgamsirt Ev.ch� damit auch wir in viHUMiju» vs-ua;/ uiumv umy üe'Lage kommen, dem Kapital isnuls eine Schraule zu setzen und del» Kollege» Halt und Stütze zu bieten. Wenn an uns die Roth- ivcndigkeil herantritt, gegen etwaige Uebervortheilungen seitens des Kapitals Front machen zu müssen, auch die gesammten Kollegen des Berufs hinter lins stehen. Um nun eine Organi- satton zu schaffen, findet zu diesem Zweck eine Versammlung in Feuerstein's Salon(Gartensaal), Alte Jakobstr. 75, am Mittwoch, den 16. April, Abends 7 Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Zur OrganisationSsrage. 2. Event. Gründung eines Vereins und Berathung der Stalliteu. 8. Wahl eines provisorischen Bor- standes. 4. Verschiedenes. Darum noch einmal ansgeivacht, er- scheint Mann für Mann in genannter Versammlung, Ihr seid es Euch selbst und Eurer Familie schuldig. Mit kolleaialischem Gruß. Die Kommission. I. A.: Paul Teichert, Arangelftr. 61/62. ur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Alle in mchdruckereien beschäftigten Berufe sind zu dieser Versammlung freundlichst eingeladen. Potsdam. 11. April. Ter Streik der TabakarbeUer und Arbeiterinnen von Potsdam und Neuendorf dauert immer noch fort, da noch nicht alle Fabrikanten den Lobntarif anerkannt haben. Die Arbeiter sind fest entschloffen, an ihren Forderungen festzuhalten. Die Ausdauer der Arbeiter zeigt davon, daß sie mit dem nöthigen Grast gewillt sind, ihre Lage zu verbessern. Tie Unterstützungen laufen spärlich ein, noch find fünf FabmanUa, welche nicht bewilligt haben, fünf andere mußten schon nachgeben im Laufe von vier und einer halben Woche. Die Zahl der Älus- ständigen, welche noch unterstützt werden müssen, beträgt noch Ol mir 108 Kindern. Alle Briefe und Sendungen find zu richten an den Zigarrenmacher F. Sveroer, Potsdam, Schulstr. 6. Zuzug wird gebeten fernzuhalten. Aua Zubeä» geht unZ folgender Anfruf zu: Am 28. März wurde unS Holzarbeitern von unseren Ardeitgedern ein Lohntarif vorgelegt, den wir unterschreiben sollten. Derselbe war so ge- halten, daß wir unsere ganze Freiheit und Errungenschaften ver- kauften. Bon ca. 1000 Mann haben nur ungefähr 40 Arbeiter die Unterschrift geleistet. Es wurden als» die Arbeiter, welche die Unterschrift veriveigerten einsach entlassen, dies ist die That- lache.— Arbeiter, dieses ist ein Schlag, den wir, und die ganze Arbeiterschaft ins Glicht erhalten haben, und den wir aus uns nicht sitzen lassen dürfen; wir stehen Alle zusammen, fest und unverzagt, weil wir uns wohl unserer Macht bewußt sind, denn misere Holzarbeitervereinizung von 1200 Mitgliedern ist unseren Millionären zu stark. Es ist eine gewöhnliche Frage:„können wir als Verein crisiitcn oder nicht".— Arbeiter, unser Sieg ist der Eure. Diese? Siegen oder Nnterllegen würde jär Lud eck? Bereinigungen von großer Bedeutung sem; aber, wie kann eine Stadt»vie Lübeck so viele Familien unterstützen, denn Familenväter sind wir fast alle. Darum appelliren wir an Euer Soldarität-gefühl, imterstützi uns nach besten Kräften. Run noch Einiges über unsere Lage in der freien Stadt Lübeck: Posten stehen und die Ar- beUer nach uns herüber zu ziehen ist uns strenge verboten, gehen wir zu zweien ans der Straße und begegnet uns ein Bekaiinler. so heißt es: marsch! aullei»ander, oder Sie werden ans da? Trockne gebracht! Ja, sogar in einer öffentlichen Versammlung, wo ein Streikender sprechen wollte, wurde ihm das Wort ent- zogen, weil er sich nicht lcgittmiren konnte. Die Arbeitgeber da- gegen haben aber andere Freiheiten, sie gehen auf die Herbergen, aus die Landstraßen und hinter die Zäune und nehmen jetzt, was sie finden. Ja, Kollegen, unter ivela>em Gesetz stehen sdemi wir? Diese Frage ist zu beantworte». ES lastet ein schwerer Druck auf uns. wie der Much der Arbeiter noch vorhält, das verdanken wir der ehrenhaften Gesinnung der Arbeiter; darum nochmals: schnelle Hilfe Ut die beste.— Herr R. Eggert, Garlenstraße 46, 8 Tr.. für den Norden Bernns, und Herr Dührkoop, Ritterstraße la für Lübeck, sind gern bereit, Sendungen für uns entgegen zu nehmen. Nachschrift: In der Nacht vom 9. aus den 10. April brannte« auf der Roddekoppel hier ungefähr 10 bis 16 Posten Bretter(V« Schiffsladung). Was lag unserer Hochlöblichen ivohl näher: Das haben die verfluchten Streikenden gethan. Des- halb wurden am 10. Morgens sämmtliche Kommissionsmitglieder und Führer verhaftet, um ihr Alibi nachzuweisen; theilweise wurden sie aus dem Bette geholt, um 11 Uhr Vormittags aber nn* entlassen, als unverdächtig.— Alle arbeiterfteundlichen M werden um Abdruck dringend gebeten. Die Lohnkommission> sämmtlichen Holzarbeiter Lübeck's. I. Bull, erster Vorsitzes der Lohnkommission. DsvfcmuuUmgen. welche' am 1.* 5fe öffentliche Volksversanimlung, Montq� Abend mit der Tagesordnung:„Was soll— Otis Tivoli stattfinden sollte, hat die polizeilich*� nHWgung nicht erhalten. ü" Clne Versaminlmts fammtllchev Arbeiter der k**" lichrn Hauptweiüstatt«fleiupelhof tagte unter dem des Lackirers Lernt am 8. April in Habel's Brauerei» Berga straßc 5—7, mit der Tagesordnung:„Die Bedeutung des 1. und wie stellen sich die Arbeiter hierzu?" Obwohl den Arl-w am Tage zuvor von dein Mafchiuemnspektor der Besuch der' sammlung verboten war, füllten doch etwa 500—600 Peif» den Saal bis auf den letzten Platz. Herr Stadtverori» Klein wies auf die Wichtigkeit der Vereinigung der' beiter, auch der königlichen Werkstätten hin, am 1. I werde es sich zeigen, ob die Arbeiterschaft aus' bisherigen Vorgängen auf sozialem Gebiete etwas ge>s habe; der Tag solle nicht ein VergnügungStag,> sondern eine! beiterparade sein, bei welcher diejenigen Arbeiter ausmarlq? würde», die für den achtstündigen Arbeitstag sind. Tie' drohungen der großen Fabriken betreffs Maßregelung der 1. Mai Feiernden sollten Niemanden zurückschrecken, es lff böchstens ein Wechsel der Arbeiter stattfinden, indem z."■! bei Ludwig Löwe Gemaßregelteii, zu Frisier und Roßmann g>* und umgekehrt. Denn die großen Fabriken können wegen dringt* Arbeiten nicht auesetzen. Eine Resolution, den 1. Mai' Feiertag zu proklarniren. wird mit großer Majorität genommen. Herr Maurer Wilscyke machte auf Mißstände i", Arbeitseintheilung in den königl. Werkstätten, namentlich aus Rottenstzstem aufmerksam, bei welchem ungerechter Weift J jüngeren Gesellen, welche noch nicht lange in der Werkstatt? niedrigere Löhne gezahlt würden als den alten, trotzdem die � genau dasselbe leinen müssen. Durch ein solches System Kastengeist und Klassengegensätze hervorgerufen. Redner m*? sich nicht durch Furcht vor den Meistern oder den Behörde»' halten zu lassen, sondern einmüthig und fest zusammen zu r ■ tüuial. Werkstatt# � hta tefÄ--n***»£■»« dortigen Arbeiter a:iZ Buckau: �«ohImann/baajBort,, 5 Mann gewählt hatten, ,»treten seien u" ihrer Mitte die mit heran? latten, me mir der Direktion in Berbin? ._ bereit? mehrere Forderungen durchgesetzt»? dieser Ausschuß habe ihn(Redner) entsandt, um den Kollegen mit Rath und That zur Seite zu stehen und vorzusch» noch in diesem Frühjahr einen allgemetnen Kongreß sämw� Arbeiter königltcher Eisen bahnwerkstätten zusammen ,u W# Lebhafter Beifall). Tie Königlichen Behörden konnten nach, kaiserlichen Erlassen den ArbeiterauSschüssen nicht feindlich� man trete der Dtrektton gegenüber in der einen Hand die»»' und in der andern die Forderungen der Arbeiter. Gerau Arbeiter auf den königlichen Arbeitsstätten hätten die Verpfli» die bahnbrechenden Ptonire zu sein. Möge man also in*? r..;»„ra-S eiT,nnhi>hiirrt war, mcht ängstlicher sein, als man es in Direktion sich gegen den 1. Mai als ausgesprochen habe. Allerdings wolle Magdeburg war,.. f' hs SÄ« der'sozialdemokratischen Versammlungen mc warten, um si?. ZMMM _..-«»lUlUillluUHllI—------.-7J Mig zu entscheiden. Ten Wahltag habe die Direttion flchon als Feiertag zugestanden, die Magdeburger W«? arbeiter hätten die einberufenen Versammlungen mit Wissen' Behörde besucht und es war sogar den Vorgesetzte» boten worden, in derselben zu erscheinen, und keinen Tru° die Meinungsäußerungen zn üben. Nachdem noch Herr S« August Meyer und Htrr Maler Retzerau sich in demselben� geäußert hatten, wurde die vorgeschlagene Resolution berrtln Kongresses einstimmig angenommen und eine Kommisi�, 7 Mitgliedern gewählt, welche sich mit der Buckauer Avoff' verbinden�soll. Die Kommission besteht aus folgenden Ke™ nt—.,—, machet und Pallas« ein Agitattonsfonds«bildet.___.... 3'/g Stunden. Mit einem Hoch auf die internationale beweaung schloß der Vorsitze, ide die Versammlung. j Krr saUaldemoliratlsche Wahlverei« für den t** Kerliner Reichstag».Mayl!»rrls hielt am Mitt-vo«- 2. April, in Habel's Brauerei, eine Versammlung mit(m*; Tagesordnung ab: 1. Resultat der Reichstagswahlen.», kussum. 8. Verschiedenes und Fragekasten. Da? Reserctt f Genosse Heindors übernommen. Der Referent kritiiirle du zelnen Parteien, beleuchtete den Standpunkt, den dieseloA Regierung gegenüber einnehmen, und kommt zu dem Schlswj alle Reaktionäre sind. Unsere Pflicht sei es, diesen Partes brach zu thun und zu ogitiren, damit bei den kiuiftigeii � tagswahleu mindestens noch einmal so viel Stimmen[üt JJJ Kandidaten abgegeben werden, als diesmal. Möge jeder nosseu arbeite», so viel in seine» Kräften steht! mit schloß der Referent seinen mit großem Befall iwmmenen Vortrag. In der Diskussion sprachen w 7 die Herren Knaak, Retzerau, allerlei und � i selben Sinne die.Herren Knaak, Retzerau, wlertet uno Tann wurde zur Wahl der Kassenrevisoren geschritten; w'y gewählt die Herren Retzerau, Oehling und Witte. Tann � noch folgende Resolution angenommen:«Die heute, cun�.� in der Habel'schen Brauerei stattfindende Bersammluiig demokratischen Wahlvereins des zweiten ncx'l.m Wahlkreises beschließt, um die kausmännisch Augestelltea»'L Kampfe um Verkürzung der Arbeitszeit zu nnterstützen. wirken, daß vom Z. Mai ab von ihren Familien nur Geschäften gekauft wird, welche mindestens Sonntags tags Mittags von 10 Uhr ab schließe»; sowie von den. sperrten Geschäften der Firma Martienzen keine Zizn�ü lausen, bis die Sperre von den Zigarreuaroeiter» für a»!» erklärt wird." Tann schloß die Bersammluiig. Ein« flto&e öffentliche N-rsammlun« fäf'S Wähler des 12. Kommunal Wahlbezirks tagte unter dew! der Herren Jakodel, Martin und Meißner am Donnerit*» 10. d. M., tu Weimar.n's Volksgatten, Badstr. 56, mit dck. ordnung: Tie bevorstehende Wahl im 42. Koinmunal-W»�, Ter RkickMagsabgeordnete Rechtsanwall Arthur Stadthag�tz das Referat und führte ans. daß die Agitation zu bi'lfj ei?e recht rührige sein müsse. Jetzt, nachdem die Wahl*/ kassirt»st, werben die Gegner alles aufbieten, um dtt* Stimmen aus ihren Kandidaten zu vereinigen. Jedoch' � alles daran gesetzt wird, muß uns der Sieg werden.®ch? große Erfolg bei der ReicketagSwahl bürge dasür. selbst sagte der Referent: Die große Majorität der neten-Bersaniinlung nennt sich liberal and doch vermißt wirtlich Liberale so oft. Nicht selten werben von jene-Z. Schluß an trage gestellt, wenn einer von uns Sozialvemott�� noch zum Won gemeldet hat. Man nennt uns Hü�ff In der letzten Sitzung wurden 40 000 M. beantragt gesehene Ausgaben beim Bundesschießen. Daß wir nicht zustimmen, so lange noch die% ftäWffchen Arbeiter mit 2 M. und 1,60 M. angesetzt M selbiwernändlicki; jedoch die Herren nennen es f Jß so große Ausgaben zu bewilligen. Nachdem � verschiedene Mängel in der Stadtverwaltung � und gerügt hatte, empfahl er die Wahl Grandel'«. hielt der»anbibat, Herr Wilhelm Grandel, das Wort P beleuchtete eingehend die schlechten, mißlickea ZustW Kommunalverwaltung. Als Gegensnick führte er die Stadt Paris und den Genwinderath daselbst an. Die Schulbildung bedarf des Ausbaues; ein ständiger Antrag der Arbeiterpartei sei die Aufhebung resp. Reformirumg der MietlMeuer, Armenpflege:c. Wenn auch die Zahl der Llrbcitervertreter nicht entscheidend im rothe» Hause austreten könne, so werden wir doch stets unsere mahnende Stimme erheben und alles geißeln, was sich mit unserem sozialdemokratischen Standpuntt nicht vereinbaren läßt. Zum 2. Punkt der Tagesordnung: Aufstellung eines Kandidaten, wurdc von einem Geuoiseu eine Handlungsweise Gründel's als mit dem Prinzip unvereinbar vorgeführt. Es entspann sich hierüber eine lebhaste Debatte, die den wahren Sachverhalt ganz anders er- scheinen ließ. Gründe! wies die Beschuldigung zurück und Reichs- tagsabgeordneter Stadthagen legte klar, daß Gründel nur der gesetzlichen Pflicht genügt habe, somit kein Grund vorhanden wäre, ihm Vorwürfe zu macheu. Alle anderen Redner traten für die Wiederwahl Gründel's ein. Eine Resolution, am Wahl- tage für Gründe! ganz energisch einzutreten, wurde einstimmig angenommen. Nachdem der Vorsitzende zur rcgen Betheiligung bei der Wahl aufaewrderr, verlas er die Eintheilung der Bezirke und schloß mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie die Versammlung. Der Milltiir-Schueidervereit» hielt am I.April eine Mit- gliederversama lung in Jordan's Salon ab, mit der Tage- ord- nu> g: l. Vortrag von Herrn Türk über: ,.Die moderne Poesie und die Arbeiterbewegung". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Herr Türk entledigte sich seiner Aufgabe zur vollsten Zufriedenheit der Versammlung; für seine Ausführungen wurde ihm lebhafter Beifall zu Theil. Unter„Verschiedenes" wurde der deutsche Osfizierverein einer scharfen Kritik unterworfen. Wohl ständen sich die Zuschneider desselben bei 3000 M. recht wohl, aber die Arbeiter werden mit ihren Forderungen abgewiesen, weil sie unverschämt sind. Der Vorsitzende fordert auf, rege dafür zu agitirrn, daß bei den Schneidern Arbeiter- Zeitungen gehalten »verden. Aus jeder Werkstelle müßte das„Berliner Volksblatt" und die„Volks-Tribüne" zu finden sein. Zum Schluß wurde noch der Bovkott-Erklärung über Blumberg zugestimmt und der I. Mai als Feiertag erklärt. Der Lachverein der Tischler hatte am 9. d. M. eine Versammlung im Südosten Berlins, in SchrSder's Lokal, Man- teufselftraße, einberufen, um« ach in dieser Gegend eine Filiale einzurichte»» resp. einen Bevöllmächrigten zu wählen. Bon dem als ersten Puntl der Tagesordnung angesetzten Vortrag wird Ad- stand genominen, und sogleich zum dritten Punkt, Wahl eines Bevollmächtigten, geschritten. Als solcher wird Kollege Bruns gewählt. Das Amt des Protokollführers»vird Kollegen Hedwig übertragen. Der Vorsitzende giebl dem Wunsche Ausdruck, dap auch die in diesem Bezirk einberufenen Versammlungen recht reger Betheiligung sich erfreue»» möchten, da der Besuch derselben den in der Stäbe wohnenden Mitgliedern bequemer gemacht würde. Ferner ergeht an die Versammelten die Mahniing, der General- versammlungs-Belchlüste eingedenk zu sein und mit allen Kräften im Sinne derselben zu agitiren. Jeder Kollege, der eine Lohn- dewegiing wünsche, solle dies zu erkennen geben durch seinen Bei- tritt zur Organisation. Di- Zlathw-ndigk-i« eines engen Znfam'nenkaUens ztmlrhen Puti-rn und Maurern wurde in einer General- v»sammlung der Putzer besprochen, welche am 8. d. M. im .Komgshos", Lützowstr. 37, stattfand. Ueber das angedeutete Thema referirte Herr Dietrich. Er wies auf die Organisation der Putzer hin, die schon seit länger als emeu» Jahrzeh»it in Berlin besteht ui»d die bei wiederholten Gelegeuheite»» bewiesen habe, daß sie nicht so leicht über den Haufen zu werfen sei, trotz- den» nicht einmal die volle Hälfte der Berlii»er Putzer dein Fach- verein angehöre. Jinmerhin sei für eine»»»eitere feste Organisation die Grundlage geschaffen und bei dieser Organisation sei man stetS von dem Prinzip ausgegangen, daß mit den Maurern ein»»»ger Bund gehalten und ein möglichstes Zusammengehen von Mallrern und Putzern«»»gestrebt werden muß. Wenn früher»ntunter bei bestimmte»» Emzelfällcn Mei nungsverschiedenheiten vorgekommen sind, so lau die Ursache »Heils in der Verschiedenheit der materiellen Interessen, theils in o«m Uebereifer einzelner Persönlichkeiten. Von solchen unlieb- samen Erscheinungen ist gegenwärtig nichts»nehr zu merken und »nan kann es nur mit Freude begrüßen, daß von den vereinigten Maurern Berlins den Putzer»» überall das größte Entgegen- kommen bewiesen wird. Unter diesen Umständen darf aber nicht? versälimt»verden,«in die Organisation zu kräftigen. Hier muß Jeder mithelfen. Jeder kai»n im Kreise seiner Rtirarbeiter dahin wirken, daß de»»» Vereine neue, thätige Mitglieder zugefiihrt werden. Namentlich»nuß den Putzern von Außerhalb klar gemacht»verden. daß sie ohne An> schluß an eine feste Organisation den hier wohnenden Kollegen eine ganz ungerechtfertigte Konkurrenz machen; während diese Steuern zahlen und unter den theuren Berliner Verhältnissen eine Familie erhalten müssen, steckt der Putzer von Außerhalb seinen Lohn ein, arbeitet»vouröglich billiger und bringt den Berliner Arbeitskollegen direkt au? dem Brot.— In ähnlichein Sinne sprachen mehrere Redner in der Diskrission,»vobei auch noch her- vorgehoben wurde, daß ein Hluderniß der Vereinigung zwischen Maurern und Putzern die von den erstercn angestrebte völlige Beseiti- gimg der Akkordarbeit gewesen sei, die sich nun einmal mit einem Schlage nicht aus der Welt. schaffen lasse, aber immerhin für die Zukunft schärfer ins Auge gefaßt werden kann. Möge der 1. Mai mit dazu dienen, eine Einigung aller in der Banbranche thätigen Arbeiter herbe» zu sühren. Es gelangte eine Resolution zur An- nähme, worin dein Fachverein der Putzer für die Vertretung der Interessen der Putzer Dank ausgesprochen wird und die Puyer zum Eintritt in die Fachorganisation der Freien Vereinigung der Maurer Berlins ausgesordert»verden, auch an der neunstündigen Arbeitszeit und dem Minimallohn von 7 M. festhalten zu wollen erklärt»mrd. Für die streikenden Gärtner wurden 100 M., für die streikenden Maurer in Hamburg 500 M. bewilligt. Der Putzerverkehr am Sonntag Vormittag befindet sich jetzt, wie Kollege D ä h n e mittheilt, nickt mehr in der Brauerei Pjeffer- berg, sondern in der Brauerei Königs st ad t. Dl- Ner-iitkgnng der Dr-cholrr Deutschlanda, Zcrli« V (Perliuuttbranche), tagte am 8. April, Vormittags 11 Uhr, bei Bolzmann, Andreasstr. L6. Auf der Tagesordnung stand: l.Vor- trag über die Bedeutung des Älchtstundentages. 2. Diskusston. g. Kassenbericht. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Zum ersten Punkt der Tagesordnung nabm Herr Metzner das Wort. Derselbe gab in kurzen Umrissen die Entstehungsgeschichte der Agitation für den Achtstundentag wieder und sprach die Hoff Illing ans, daß die Berliner Arbeiter getreu den Beschlüssen des internationalen Arbeiterkongresses zu Paris am 1. Ma» eine Kundgebung veranstalten werden. Redner geißelte hierzu das Gebahren fortschrittlicher Blätter, welchesich nicht scheuen, falsche Gerüchte,»vas an diesem Tage geschehen solle, zu verbreiten. Redner konnte nur wünschen, da» die Kundgebung am 1. Mai eine großartige werde, um dem Staate zu zeigen, daß der Achtstunden- Tag ein Verlangen der gesummten Arbeiterschaft ist und erst dann voll und ganz Platz greifen kann, wenn die Regierung denselben ge sehlich anerkennen wird. Ferner gedachte Redner besonders der Arbeitskraft als käufliche Waare, welche, durch die Maschine er- setzt, Frau und Kinder zu Sklaven mache und unbeschreibliche Roth und.Elend unter die Arbeiter verbreitete. Das Kapital »'immt seine Arbeitskraft, gleichviel welcher Art dieselbe »st,»venn dieselbe nur billig ist. Punkt 3, Kassen bericht ergab einen Kassenbestand bei 140 Mitgliedern von 14 Mark, worüber die Revisoren die Richtigkeit bejahten und dem Kasstrer Techarge ertheilt wurde. Unter Verschiedenes kam zunächst ein Schreiben zur Verlesung, welches die Kollegen von Münzberg in betreff der nellnstündigen Arbeits- zeit und Abschaffung einer dort bestehenden Straskasse letreffend, den Chef zugesendet hatten. Die erfolgte Antwort von Herrn Mllnzberg war kurz und bündic Kontrakt und muß pro Tag 10 C neunstündige Arbeitszeit könnte geführt werden, wenn«in_ 10 Prozent erfolge und was die Strafkasse betreffe, so muß dieselbe schon bleiben, we»n dieselbe nicht paßt, der kann sein Buch holen und aufhören. So gerecht nun oiese Forde- rungen der Kollegen»varen, mußte der Vorsitzende doch geltend inachen, daß er der Ansicht war, daß man vor dem 1. Mai nach dieser Richtung hin nichts unternehmen solle, sondern erst das Resultat dieses Tages abwarten müsse. Die Kollegen Traut- »nanu und Grunow führten an, daß wir zunächst, unser Augenmerk zu richten haben auf die Sonntag- und Nach-Feierabend-Arbeit, da es in einigen Fabriken unter den Kollegen schon zur Gewohnheit geworden, Zeiten, in der nur die regelmäßige Arbeitszeit gearbeitet wird, als schlecht zu bezeichnen. Ferner wurde angeregt, einen Streikfonds zu gründen»»nd denieatsprcchend einen Streikkassirer zu wählen, da- mit, wenn es in einigen Werksiellen sollte zum Streik kommen, ivir wenigstens darauf vorbereitet sind. Es wllrde beschlossen, in der nächsten Versammlung mit aus die Tagesordnung zu setzen: „Wahl eines Streikkassirers." Noch wurde der Beschluß gefaßt, die streikenden Drechsler der Schirmbranche und die Röhll'schen Arbeiter nach besten Kräften unternützen zu wollen. Mit einem Hoch aus das Gedeihen der internationalen Arbeiterschaft schloß der Vorsitzende die Versammlung. tz>rrfam»ai,»«g latntutllch«- Ar!>»tt«r der KSniglichen Kimptuu'rlt statt m und dein dazu untsrstellien Öttvlede zu BeUtn am Mittwoch, den 16. April, AbsudS a Utjv, tn Habrl's Brauerei, Bergmann ftraße 6—7. Freie ziereiniaung aller in der chirargilchen Kranit,« beschaftisten Kernfsgenolsen. Eeneraiversammlung am Miliwoch, den»6. April, Abends 8% Ui)»', bei Z-mter, Miiuzfir. u. Tagesordnung: i. Kassenbericht. 2. Re- ulial der Fragebogen sowie Dislusswn darüber. Bcschlubfasiung. 4. Ver- ch ebenes. Ter Wichtigkeit halber ist es nolhwendig, daß alle Verufsgcnoste» erscheinen. Die Herren Stahltniirtlmenlenmacher sind sreunblichst eingeladen. Fachoerein der Lrderardeitrr. Moutag, den li. April, Abend»!z Uhr, Oranienitr.»so. Tagesordnung: I. Ueber«Sewerbe-SchiedSgerichie. Referent Herr Sfrr? Aub.U. 2. Aereinsangelegonheile»:c. Bilieis zu dem am 20. April stattstnbe» Kränzchen, Herren 60, Damen 26 Pf., find in der Bersammlung sowie im Arbeitsnachweis bei Sperling, Oranrenplah, zu habni. vereinignng der Drechsler Dentschiaado. Berlin 4(Norden) hall an» Dienstag, den»s. Apul. Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn GnmU, Brunnenftr. LS, eine Versammlung ab. Tagesordnung:». SeschaMches, 2. Vortrag mit Kpperinienten über Dampflraft. Reserent Herr Drechsler- meister ÄanziuS. s. T.skusston. 4 Verschiedenes. Alle Meister sowie Kollegen als Säfte willkommen. Ausnahme neuer Minlieder. «min nie bu.-hr»>»g drr Intcrrst«» funiintlicher Lachrrer halt am Montag Abend tb* Uhr in Wollfchtäger'S Salon, Blumenstr. 78 eine General- Veriammlung mit folgender Tagesordnung ab:». Vierteljahresabrechnung. 2. Wahl ve» gefammten Vorstandes, s. Verschiedenes. 4. Fragekasten. Srechoier UN» Kernfsgenosten oller Bronchen Kerlin#. Große öffentliche Versammlung am Montag, den 14. April, Abends 8 Uhr. in de« Burgerfälen, DreSdenerstr. ss. Tagesordnung:». Welche Forderungen stellen wir zur diesjährigen Lohnbewegu i und wie bereiten wir unS auf dieselbe vor. Referent Kollege Richard Lu«. 2. DiStulston. s. Verschiedenes. vrNenUich» älersomminug de# Der-,»# der ziorq.ietbodenleger erlin« und zlm regend am Mittwoch, den 16. April, AbendS 6 Uhr, in .euerstet»'» Lokal, Alte Jakobsir. 75, Tunnel. Tagesordnung, u Fenfexung Ich habe auf 10 Jahre ttmden Dampf bezahlen, eine mithin nur dann ein- von mindestens de» TageS über unsere Lohnforderung tn diesem Jahre. 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten, fr? ist Pflicht eine» jeden in der Parquelbodenbranche beschäftigten Kollege» zu erscheinen. ziersomintnug der Freie» vrreinignno»rr Sartonordriter am Mon- tag, den ir. April, Abend? 8h Uhr, bot Bolzmann, AndreaSstr. 26. ziersommlnug de# verein#>»r Mnhrnng der Anteresse» der Klavier- arbeitrr und verroandier Äerulspenofsen am Montag, den 14. April, in D-igmiiller's Salon, Alle Jakobstr. 48a.-.. � � � «roß» öffentliche Uersainmlnng sirmmtlicher Kchmiedo Kerl,»# und zlmoegend am Dienstag, de» 15. Aprll, Abends 8 Uhr. «rohe«enerolversaunnlnng aller Karinuardeiterinne»«nd Ardeiter am Mittwoch, den 16. April, Abend» 8 Uhr, im Böhmischen Brau- Hanse, Landsberger Zlllee li— iL. «roß» öffentliche Kerkanimlnng sammtlicher«eweritfchaften Ker- iin# am Dienstag, den»o. April, Abends e% Uhr, tn Fort'« Salon(früher Keller), AndreaSstr. 2». Fachverei» der«ikchler. Montag, den 14. April,(ausnahmsweise) Abend» 8 Uhr, tn Jorda.i'S Salon, Siene A.ünstr. 8: Versammlung. Kersainminng»er Kchriftgteßrr Kerlin# am Dienstag, den 16. April» Abends 8 Uhr, tn Graiweii'S Biertzallen, Kommandaulenstr. 77—79. ziersamminnv dt# Verbände#»extkcher Slfchler(Lokalverband Charlotten bürg) am lvtonlag, den»4. April, Abends 8% Uhr, bei Herrn Bachmann, Wallitr. 46. «rtekranbenkaffe de# Zimmerer-Gewerbe#. Generalversammlung am Sonntag, den 20. Aprll, vormlllagS 8% Uhr, im Lokale Grenadiers». 68 bei Seefeid._., Htuch,»teure k FechverewS-Versammlung am Montag, den»*. April. Abend» 8 Uhr, bei Zemtcr, Aillnzstr. lt.____ Uerfan>»li»ns»er Kachirer(Filiale 4 der Vereinigung) ain Montag, den 14. d. M., Abend»% Uhr, in Beifrr's Restauranl. Neue wriiustrape»4. Tagesordnung:». Vorlrag. 2. Abrechnung vom letzten Quartal. 6. Vor- standSwahl. 4. Verschiedene». Der wichtigen Tagesordnung wegen tst.es Pflicht eines jeden Kollegen, zu erfcheiuen. Neue Mitglieder werden auf- genommen. Gäste willkommen.. «rohe öffentliche Uinnrer-Nerfnmmlnng Kerlin# am Montag, den »4. Aprit, Abend» 8% Uhr, in BuggenhagenS Lokal am Moritzpiatz. Tages- Ordnung:». Da« Verhalten unse-er Arbeitgeber gegen lider den Mitgliedern der freien HilfSlaffe. 2. Die Vortheile der Milgiieder der freien eingefchriedenen ' lfSlafs« gegenüber den Ortslasten.». Diskussion. 4. Verschobenes. Alle itglieder der freie» HilfSkaste sind dazu eingeladen. Zur Dellwig der Un- kosten stndet eine Tsllerfammlung statt. Ker Verein Kertiner Anu»d>ener hält am Montag, den 14. d. MtS., Abends 9 Uhr, Neue Grünstr. 28, die dritte ordentliche Generalversammlung ad. Näheres stehe Inserat. Kchnqmacher. Montag, Abend» 8% Uhr, drei groß- öffentliche Schuhmacher- Versammlungen mtt der TageSordnnng: Ter StreNbeschlu« vom». C|ict- i-iertag. l. Norddeutsche Braueret, Chausteeftr. 68, 2. Sanssouci, Koitbuser- ivate 4a. 8. KöntgShos, Bülowstr. Äeserenl-n werden tn der«ersammlung "�?en!sche�Kchneider-Verba»d, Filiale Kerii». Mittwoch, dep i 6. April, Abends 8): Uhr: Milglt�derversanimlung in Granveil's Bierhallen, Komman- danlcnstraße. Tagesordnung:».Dezentralisation. 2. Besprechung de« Viele- selber Antrage». 3. Entgegennahme von Beiträge» und Aufnahme neuer Vitt- glieder. 4. Verschiedene»,«äste haben ZutrUI. Da» Erscheinen aller Kollegen ist näthig. Depesc-ietr. (Molss» Telesraplieu-Kurea«.) Park«. 12. April. Das Schwurgericht der Seine fällte heute ein freisprechendes Urtheil für sämmtliche Angeklagte wegen angeblicher Entwendung von Aktenstücken aus dem Staatsgerichte in dem Prozeß gegen' DriefkolZken vv« Nedakkiott. Bei Anfragen bitten wir die Abonnements-Quittunn betzufügen. Briefliche Antwort wird nicht erlheilt. Zwei Mettende. Ueber 300 000. Die genaue Zahl neu wir Ihnen nicht mittheilen. kön- Unserm Freunde und Genossen Paul PritzKow zu seinem heutigen Wiegenfeste ein donnerndes Hoch!!![934 Sie beiunuten Oemsseu. Putzer Moabits werden frvmdlichst ersucht, sich jeden Sonntag Vormittag zur Frühsprache und znm Arbeitsnnchiveis in dein Lokal des Herrn R. Liedtke, Havel. bee-aerstrah» in, einzufinden. •><-)a_ Die Kollegen. _ S�P�Itlickien Besorgung v.„Barl, ToUublati,„Volks-Trihstue" und allen Broschüren empfiehlt sich[»47 M. Gressmann, Bolzmarkt-Str.- und Jannovitzbr.-Bcke, (Zum stiegenden Holländer). Mnhal Spiegel u. aa&UwBi, Polsierwaaien C. Tausendfreund Fehrbellliier-Stpaese Mo. 78, Sämmtliche Hüte »utt Ardeiteff-Kvtttrvlmarke«. Mpnold Lange. 916) Brunnenftr. 136/37. Himbeersaft, s dick m. feinst. Zucker eingekocht Liter 1,60 Mhmiv, PörtVeill, Flasche 1.00 Mizivlilher Ullgameill, Msitrallk incl. Flasche 75 Pfennige. ZWtt,Lllft,PoMttMnN Fran* Beyer, Prinzesstnnenstr. 15. Den Kollegen zur Nachricht, daß das Gerücht, als hätte» George und ich um die Meisterstelle in der Metall- giasserei von Schüller& Walcker geknobelt, unwahr ist; wahr ist mir, daß ich die mir wiederholt offerirte lieber- »»ahme abgelehnt habe, um meinen Freund George nicht zu hindern. 917 D. Beyschwang. Restaurant„Lindenpark", Cni'l SchuSa, Friedrichsherg, Frank!. ClianHsee l Empfehle dein geehrten Publikum mein Lokal mit schönem, schattigen Gar- teu(Weiße 20 Pf., Seidel 10 Pf.). Die Knffeeküche ist dem geehrten Publikum geöffnet, mich liegt das„Bolksblatt" aus. Bei Ausflügen bitte mich zu be- rücksichtigen. 900 Allen Ardeitern empfehle meine Filz- uud Seidenhüte m. Arbelter-Kontrolmarken, sow. Strohhüte in neuester Fofot» in gr. Auswahl. A. Wittenbaciicr, 930] Woabtt, Birkenstr. 9. __ Günstige Gelegenheit I Im Niesenbazar t>et Schnhwaaren- Fabrik von ItVCUS Rosentkalerstr. 46 985 sind oa. 30 000 Paar dauerhaste und gatsitzendo Damen-, Herren- und Kinderstiefel diverser Sorten S zum Verkauf � ausgesetzt und verden daselbs unter Selbstkostenpreis abgegeben. Oestpeschea«! Wann's E ich g'müthli unterholten wöllt's, so kooimk's in die Kürassier- Straßen auf Nr. 15a tn die vugarleche Restauration. Die höchsten Weaner Tanz wer'n aufgeführt.[720 Louise Schreib, Karlstr.aa, Spezialität: Gegründet Laden. Bettfedern. 1685. ZU Ausstattungen empfiehlt ein reich sortirtes Lager bäh- Mischer Kettfeder«, Betten, Ma- trayen, Steppdecken u. dgl. mehr, zu festen aber soliden Preisen.[936 Den Genossen Berlins n. Umgebung zur gefl. 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Karl», jetzt Walde- niarstraße 66. 715 laffiwwmsBiawBrw Emp!ehte meinen werlhen Freunden und Genossen, sowie den Lesern dieses Blattes»nein 1721 Oigarrem» Geschäft. Carl Lehmann, Brunnenftr. 83, dicht am Humboldthain. Sammelstelle für säinnilliche Arbeiter- blätter. Kinienstraße 88 part. werden von hellte ab an Handiverker, Gesellen und Burschen hereschastliche getr. Sonuner- Palerots für 8—19 M., gut erhaltene Hose» für 9—5 M., Röcke, Jaquets für 4—7 M. verkauft. 708 Ein Hehl- und Torkosi-Gescbält ist verzugshalber zu verk. Karnftr.*1. P« Jagert, 406 Kuchbinderei, Dieffenbachstr. 28 III. Bestelluugen per Karte werben abgeholt. S �Pflegemutter für 2 Kinder gesucht eipzigerstr. 64. Zscheinisch 918 Eine stdl. Schlafstelle für einen Herrn ist sogleich zu vero». Moritzstr. 21, Hof 1 Tr. rechts. 809 E. stdl. möbl. Schlafstelle Britzerstr. 1, am Wasserthor-Platz, v. 4 Tr. rechts. Freundlich möblirte Schlafstelle zum 15. April oder 1. Mai bei Hohmann, Mustauerslraße 88, Hos 1 Tr. 862 Meine Kuchdruckerei destndet sich jetzt U-aStNtiiiusipa�e IÄ, rechte yarL Rob. Amelung.[883 Herr Tischler August Schulze wird gebeten, nach der Steinmetzstrasse zu kommen. 894. Rlxdopf, Prinz Handjerystr. 40, Ecke Falkstr., freundl. Vorderwohnungen (Stube u. Küche, Kloset, Wasserleitung) 50—70 Thlr.[216 Eine freundl. Schlafstelle sep. Eing. 6 M. Woisseuhmgerstr. 83, Hof, bei Moskopf. 920 Ges. freundl. Schlafstelle, sep. f. zwei Herren, Nähe Jerus. Kirche, z. 1. Mai. Offert unter S. Exped. 859 ArbeitsMtt. fösrbestepf Genosse, sucht Beschäftigung, Stadttheil Moabit. Adressen unter A. B. 30 in der Expedition, Beuthstr. 3. 896 Goldstlckerinnon verlangt bei hohem Verdienst Rudolf Worbs, Moritz- straße 5, v. 4. Tr. 919 Gute Hosenschneider verl. Sebastian- straße 83, 4 Tr. 870 Vagenschlosser verl. Eubeler. Frankiurter Allee 196 901 Gttrtlerlehrling verlangt Fischer, Adalbertflr. 96. 806 Geübte Verna herinnen avf Soutachborden verlangt 877 _ Ahrenda, Bliiinenstr. 24. Der Arbeitsnachweis der Zahl- stelle Friedricksberg d» Deutschen Tifchier-Derbaude» bestndet sich Fi iedrich-Carl-Stracse II im Restaurant Lippe. Adressenaus- gäbe Abends von 8—9 und Sonntags Bormittags von 10—11 Uhr.[938 2 große öffentliche 1. Versammlung am Montag, den 14. April er., Abenbs 8Vs Uhr, in Schneider* Salon, Belsorterstraße 15. Tagesordnung: I. Die bevorstehende Stadtverordnetenwahl im 32. Wahlbezirk. Referenten: Reichstags- Abgeordneter und Stadtverordneter Arthur Stadthagen und Becker. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 2. Versammlung am Dienstag, den 15. April er., Abends 8 Uhr, in Lehmann s Salon, Schwedterslraße 23—24. Tagesordnung: 1. Verkündigung des Wahlresultats. 2. Ansprache des Kandidaten. 3. Diskussion. Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung. 932 Oer Einberufer. Große öffentliche KoWMlMKr-VttsllnmllW am Montag, den 14. April, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Schwarzmüller(Kolberger Salon), Kolbergerstraße 23. Tagesordnung: 1. Die Bedeutung der Kommunalwahl. Ref.: Stadt- verordneter Vogtherr. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.— Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Pflicht eines jeden Wählers des 42. Kom- munalwahlbezirks ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. NB. Zur Vcrkündung des Resultats findet Dienstag, den 15. April, eine öffentliche Versammlung in Weimann's Volksgarten statt. 953 Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Berl. Reichstags-Wahlkreises. Dienstag, den 16. April, Abends 8Ve Uhr, im Saale des Herrn Fawstmann, Jnvalidenstrape 144: Große Versammlung. Tages-Ordnung: I. Bortrag des Herrn Alb. Auerbach über:„Die neue Aera." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten.— Gäste herzlich willkommen. Ausnahme neuer Mitglieder. Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein SSI Oer Vorstand. Große Versammlung des Verems der EyBiiitä�schneide� am Dienstag, den 15. April, Abends SV» Uhr, in Jordan'» Salon. Neue Grünstraße 28. _____ Grünstraße Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Wach Werththeorie". 2. Diskussion. S. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bittet über:„Die Marx'sche 914 Oer Vorstand. Grnrral-Nersammlnng In Wie 1 sW der ZlmichW ku#t Neln i. s. m. am Dienstag, den IS. April, Abends 8 Uhr, in Hoffmann's Festsülen, Oranienstraße 180. Tagesordnung: 1. Vierteljahresbericht. 2. Filialangelegenheiten. 8. Verschiedenes.. 923 Die Mitglieder werden gebeten, sämmtlich zu erscheinen.*■ Die Bevollmächtigten der Filiale I. VersammBung""WZZ sämmtlicher Arbeiter der Königl. Haupt- Werkstatt zu Tempelhof und dem dazu unterstellten Betriebe zu Berlin »M Mittwoch, den 18. April 1890, Abends 8 Uhr, in Habel's Brauerei, Bergmannstrasse Nr. 5—7. Tages-Ordnung: über:„Unsere wirthschastliche Lage." Referent wird in der 1. Vortra Versammlung bekannt geinacht. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Der Eintritt ist nur den Arbeitern gegen Vorzeigung des Kranken- oder Stawtenbuches gestattet. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersamm lung statt. Um recht rege Betheiligung ersucht «99 Die Kommission. NB.: Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. FachvereEn der Tischler für den Westen und Halleschen Thor-Bezirk. D ieustag, den 15. April, Abend» 8V» Uhr; Grosse Versammlung in Kabel« Krauerei, KergmannBrake Ur. 5—7. 915 Tagesordnung: 1.„Welche Vortheile bietet uns eine Verkürzung der Arbeitszeit?"(Referent: Kollege I. Apelt.) 2. Diskussion. 3. Vereins- angelegenheiten und Verschiedenes. Aufnahme neuer Mitglieder. Jeder Tischler hat Zutritt. Oer Bevollmächtigte. Bttiluil IluWr M- mil Albemdeitn ml«mmlkii Sttasiiraof« EchMe Striin). Am Mittwoch, den 10. April er., Abends 8Vs Uhr, findet bei Feuerstein, Alte Jakobstraße 75, eine Generalversammlung der Mitglieder der Zahlstelle Berlin statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Baginski über die Verkürzung der Arbeitszeit und den 1. Mai. 2. Diskussion. 3. Geschäftliches. 4. Verschiedenes und Ablieferung der statistischen Fragebogen. Beittäge werden in der Versammlung durch den Kassirer entgegengenommen, ebenso die Amneldnng neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand.[950 . II,. Die Tischler, Kehler und Kreissäge schneider der Fabrik von Kirschmiiller& Gloffstopf» Schönleinstraße 5, J haben wegen Mchtbewillignng einer W kürzung der Arbeitszeit die Arbeit niede gelegt. Die Arbeitszeit war b i s ht 11 Stunde». Wir bitten die Kollege dies zu berücksichtigen. Dia WerkstaU-KontroIkommissiOB dos Fachvereins der Tischler. Große öffentliche Versammlung der äpß#il& Verliils u. Mg. am Dienstag, den 15. April, Abends 8 Uhr, im Saale des Herrn Keller, Berg- Straße Nr. 68. Tages-Ordnung: 1. Endgiltige Beschlußfassung über den Termin zu unseren gestellten Forderungen. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 321 Der Einberuser. I. A.: R. Seyfarih. Fachverein der Tischler. 944 fÜT Achtung I"#0 Die zu Montag angekündigte Versammlung in Jordan's Salon findet iHT' nicht statt, dafür findet eine Versammlung am Donnerstag, den 17. April, in JoSI's Salon(früher Keller, Andreasstr. 21), statt. Tagesordnung wird noch bekannt gemacht. Die Generalversammlung findet am Montag, den 21. April, bei Buggenhagen statt.- den Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung der Galvaniseure und Hernfsgenoffen am Montag, den 14. d. M., Abends SV: Uhr, in Heydrich's Feotcälen, Beuthstraße 22, I. Tages-Ordnung: 1. Welchen Nutzen bietet uns die Organisation? Refer. Herr Gottfr. Schulz. 2. Diskussion. 3. Wahl eines provisorischen Vorstandes. 4. Ver- schiedenes.— Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Es ist Pflicht aller Kollegen, in dieser Versammlung zu erschnnen. 928 Oer Einberufer. Zlchttein ö.l. BuPiudettia W Verwandten Betrleaen sPstigten Arbeiter. Montag, den 14. April, AbettH Uhr, Slunenstr. 16: Vereinsversammlung. Tages-Ordnung:$ 1. Vortrag des Herrn V. BoIscH über: Gehirn und Geist. 2. Ergänznngswahl zur Arbeiksiia? weiskommission. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Fachverem für Schlosser und Mas chine nbauarbeiter Berlins und Umgegend. Montag, den 14. April, Ate«" 8V» Uhr, im Lokale Königstadt-Kassn� Holzmarktstr. 72: General-Versammlung Tages-Ordnung:. I. Abrechnung vom Stiftungsfest#' Abrechnung des Kassirers. 2. Stellungnahme zu den von W» Unternehmern geplanten Arbeiterratht� 3. Aufnahme neuer Mitglieder Entrichtung der Beiträge. 4. Anträge. 5. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste willkomme». Pflicht eines jedr Mitgliedes ist es in dieser Versammln«» zu erscheinen. 927 Der Vorstands Fachverem sämmtlicher an Holzbearöeitungs- Maschinen beschäftigter Arbeiter. Versammlung am Montag, den 14. April, Abends 3t'z Uhr, in Lehmann s Lokal, Schwedterstraße 24. 929 Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten.— Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Um zahlreiches Er- cheinen ersucht_ Der Vorstand. iQr yersammBung der greieti Atrelaig. der Kartoaarb. am Montag, den 14. April, Abends S1!, Uhr, bei Bolzmann, Andreasstraße Nr. 26. Tages-Ordnung: Gewerkschaftliches. Verschiedenes. Das Erscheinen aller Kollegen ist dringend erforderlich. 800 Große öffentliche Versammlung der Drechsler und Hrrussgrn. aller Kran-j-n Kerl«.» t am Montag, den Dresdenerstraße 96. Tagesordnung: 1. Welche Forderungen stellen wir Lohnbewegung und wie bereiten wir uns auf dieselbe vor? Richard Lutz. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes. Kollegen! Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung envarten wir, alle Kollegen unbedingt erscheinen. zur diesjährigen Referent Kollege daß 910 Große öffentliche Versammlung der Kuchdrnckerei-HilfsardeLter KerUns und Umgegend 94 am Mittwoch, den 16. April 1890, Abends 7 Uhr, in Feuerstein# Lokal, Garten-Saal, Alte Jakobstraße 75. Tagesordnung: I. Organisationsfrage. 2. Eventuelle Gründung eines s und Berathung der Etatuten. 5. Wahl eines provisorischen Bor Vereins standes. 4. Verschiedenes. Oer Einberufer. Zur BechtW für Ackcklttt! Am Montag, den 14. April, Abends 8 Uhr, findet in Feindt'a Restaurar Restaurant, April, Abends 8 Uhr, findet Weinstraße Nr. 11, eine Delegipten-Veraammlung m. Tages-Ordnung: 1. Bericht der Ueberwachungs- Kommission. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.— Es wird dringend gebeten, zu dieser Versammlung recht zahlreich zu erscheinen. 907 Dia Uoberwachungs-Kommisalon d. Tabakarbeiter Barlins Große öffentliche Versammlung der Steilldnilker, 8(fWr#n, Schleifer und Berufsgenossen am Dienstag, den 16. April, Abends SVe Uhr, im BShmischen Brauhause, Landsberger Allee 11—13. Tages-Ordnung: 1. Bericht der Dreizehner-Kommission. Refer. Kollege Siemer. 2. Unsere weitere Stellungnahme. Referent Kollege Tischen- darfer. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes.— Bei der Wichtigkeit dieser Ver- sammlung bittet um recht zahlreiche Betheiligung, sowie um weiteste Verbreitung dieser Nachricht Oer Einberufer. zahlreiche Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. M für Schöueberg und Kmaeg am Montag, den U. April, Abds. 8 Uhr, in der Schloss-Brauerei zu Schoneberg. TageS-Ordnung:_ 1 Der Achtstundentag und seine Bedeutung. 2. Disk»ls>»on. 3. Ver schiedenes. Referent wird in der Versammlung bekannt|cmacht 926 Der Einberufer. Freie VtreillMilg kr kuW ßadfchllhmcher\i BilukgW BerliaS uni) Umsegevk j Montag, den 14. d., Slbds. 8 Uhr, Restaurant Weich, Alexaiidcrstraße lfepsamm§un0' Tagesordnung.: 1. Wahl der Revisoren. 2. Vereinsangelegenhciten. 3. Verschiedenes. Aufnahme neuer Mitglieder, 9# händigung des Statuts und Quittung duches.[941] Der Vorstand, Verem Berliner Hnnskestk. Montag, den 14. d. M., AbendL 9 W Neue Grünstraße 28:' 3. ordentliche GeneralversammluöS Tagesordnung; 1. Mittheilung. 2. Vierteljahresbericht. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Vereinsangclegenheiten... 5. Verschiedenes und Fragekast? Quittungsbuch legitimirt. Freie N»rrinig«ns der im Uergaider-Gewerde br- schäftigte« Arbeiterinnen Arrlino. Montag, den 14. April, Abends 8 Uhr, in Scheffer's Lokal, Jnselstr. 10: Grosse Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Vertrag des Frl. Bader über: Arbeiterkrankheiten und Verkürzung der Arbeitszeit. 922 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Wir bitten die Kollegen, in allen Werkstätten die Arbeiterinnen auf diese Versammlung aufmerlsam zu machen und wünschen zahlreiches Erscheinen. Gäste, Damen und Herren, sind will- kommen. Der Vorstand. Ortskrankenkasse der Tabaksfabrik-Arbeiter. Ordentliche Generalversammlung am Sonntag, d. S7. April a. r., Ab. ? Uhr, nach Kchlnff der Kassen- anfiagr, im Kaffenlokale, Landsberger- sttaße 31. Tagesordnung: Beschlußfassung über die Abnahme der Rech- nung des Vorjahres. Hierzu ladet ergevenst ein Der Vorstand. Fchmeill kr Lekrarkiter. Montag, 14. April, Abds. 8V« Uhr. Oranienstr. 180. T.- O.: 1.„Ueber Gewerbeschiedsgerichte." Ref.: Herr Fr.Zubeil; 2. Vereinsangelegenheiten jc. Billets zu dem am 26. April stattfindenden Kränzchen, Herren 60, Damen 25 Pf., sind in der Versammlung sowie im Arbeitsnachweis bei Sperling, Ora- nienplah, zu haben. Ausnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen.[893 Der Vorstand. ML Montag, den 14. d., Äbds. 81/» Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstraße 75: Versammlung. Tagesordnung]: 1. Vortrag übet:„Die kommunistische Gemeinde Jkaria". Ref.: Dr. B. Wille. 2. Diskussion. 3. Kassenbericht. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Alle Kollegen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Gäste find willkommen. 939] Der Vorstand. Achtung! Tabakarbeiterl Ueber folgende Fabriken ist die verhängt: j Carl Marüenzen(wegen Maßregel!"� 1. Geschäft: Weberi.r. 5, 2.„ Friedrichstr. 97, 3.„ Alexanderstr. 71, 4.„ Neue Promenade» 5.„ Gerttaudtenstr. 6.„ Belle-Alliancestr.!»� 7.„ Dreödcnerftr. 93, j 8.„ Poststr. 16, 9.„ Neue Kömgstr. 10.„ Andreasstr. 75, II.„ Chausseeftr. 8, 12.„ Prinzeufir. 83, 13.„ Andreasstr. 59, 14.„ Friedrichftt. 204, 15.„ Spandau. Schmcisser(wegen Maßregelung!' 1. Geschäft: Ehausseestr. 25, 2.„ Chausseeftt. 76, 3.„ Friedrichstr. 109. � Maucke, vormals Schubert ü (wegen Maßregelung), kirchstraße 6. 1. Geschäft: Tresdenerstr. 72/'" 2.„ Charlottenburg. KeilpQug, Elsasserjiraße 8, LaoeN- Hübsoh, Limenstraße 8, Laden. Ratke, Alt-Moabit Nr. 130.... Die Üeberwachungs-Komniis«1 768] der Tabakarbeiter BerÜ#!>J' Achtung! BildhM. Mir machen auffolsrnde pf. statten besonder» aufmtr*Lf, s— Empfehle all. Männern d.ArbeU> Verantwortlicher Redakteur:««rt gosk* in Berlin. Druck und Verlag von Mar Fading in Berlin SW., Beuthstraße 2. ZiMWbr.».ziNM«> 945] A J, Janz, Achtungsvoll... Jannowitzbru�. b. 2. Beilage zum Berliner Somltitg, de» 13. April 1890. 7. JalM. Vovfnittttllrnrgen. Ktavierarbeitrr. Am 8. April taat« im Bug scheu Elablissemeut eine von ca. 800 Personen besuchre öffcni- Jtch« Klavier-, Klaviatur- und Pianoniechanikarbeiter-Beriauira- Tagesordnung: Wie stellen ßch die klavierarbeite? nir Tnchler-Lohnbewegung? Referent lZtadtv. Friy Zubei!. Er führte aus, daß es wohl keinem Zweifel unterliegen tonnte, was nix für eine«-tellung zur Tischler-Lohnbewegung einnehmen wüt- � die Klavierarbeiter die von den Tischlern ge- stellten Korderungen voll und ganz anerkennen und zu ven ihrigen tuschen müßten. Anders verhielt es sich mit de« zweiten Frage, 9* vi» Auflösung der Branchenvereine zu Gunsten des Fach- »erelus schon jetzt für die diesjährige Bewegung zweckentsprechend sei. Referent giebt«inen gedrängten Bericht über die Entstehung derd« Bereme und ,hrer Thätigkeit und die Verschiedenartigkeiten der verschiedeuen Arbeiten in beiden Berufsarten. Er betont, daß der Klavierarl ettcrverein stets aus der Höhe der Arbeiterbewegung gestanden und nach allen Richtungen hin ssgeuereich gewerkt, und da es in Berlin noch nicht möglich ge TDA�rni tot 01 vi 0 Os,fxrcisLTi.*______ fp. p,, 1 y-Z y lSn, �irtrelonen Arbeiter und Arbeiterinnen betragt' über 8ÖÖÖ'. Aobel stände der Branche sind wohl am besten von der Branche Mst zu beseitigen. In der Diskussion betont Kollege Sparseld. daß es mcht nur Zweck der Organisation sei, bessere Eristeuz- debuigungen zu erreichen, sondern auch vornehmlich Slufllärung *ad Bildung zu verbreiten, da nur Au klärung und Bildung es »»mögen, die Arbeiter in der Organisation zu halte». Kollege Mwdemann spricht in warmen Worten für den Anschluß an den Gaawerem der Tischler, da nur eine große zentrale Organisation im Stand? sei, die Arbeiter mit ihren Forderungen zum Siege 3?>*)""•. Redner sührt auS, daß der Boden ge- lchasten sei zu einer Verständigung und diese werde .ruher oder später erfolgen. Kollege Schnstdi führt au, iflß theoretisch nicht immer praktisch sei, und bei so verschiedener ürdeit. gerade in der 5klavierdranche der Brauchenvere>n eine Berechtigung zu seiner Ejistenz hat. Es hat sich herausgestellt, o«S«ii.zelne Berussavtei,(Bi-chkinder) die Zentralisation wieder aufgegeben haben und zur Branchen organisation zurückgegangen lmd ES sprachen noch die Kollegen Kurth, Abraham, Spatler, Miirkinann, Miltarg. Bruns, Schmidz und Röhn theilL für, Se», den Anschluß an den Fachvereln. Es liefen zwei Jß-i.)?■l Resoliltionen von den Kollegen Sparseid und �n.rf.,.ntm-ein' Kollege Sparseld zog die seine zu Gunsten des Kollegen Wiedemaiin zurück. Dieselbe wurde in solgeudeiii Wort- . llt ulit großer Majorität angenommen:„Die heute am 8. April 1«>0 im Buggenhagenstchen Saale tagende öffentliche Klavier-, Klaviatur- und Pianvmechanik-Arbeirerversamvüung erklärt sich Mit dem Borgehon der Tischler einverstanden und verpflichtet sich, dieselben moralisch ,vie materiell zu unterstützen. Sie erkennt im Prinzip die Nothwendigkeit einer einheitlichen Organisation an und verpflichtet steh, darnach hin zu wirken, daß eine solche geschaffen werde�— Ter Uederschuß der Tellersaimnluna wurde den, weilenden Möbelpolirern zugewiesen. D«» Lerband deutfcker Wechauistev und verwaudker 9trnr»ttnteffta hielt am 2. Avrl! er. eine ordentliche General- i�aumilung ab. Rachdeu» die veiden letzten Protokolle verlesen, theilt Kasstrer Weinert den Kassenbericht voui 1. Quartal 1880 uweiolgt mit; Bestand vom vorigen Quartal 59,71 M., Beitritts- S«ld von 63 Mitgliedern 02,60 M., 401 Beiträge» 50 Pf. 21 6, 60 Plort, SS Exlrabeiträge k 40 Pf. 16,60 M.. Summa 323,31 M. Hiervon sind cm die«erdaudstaffe in Hamburg 226,35 M. ab- glwies beträgt am Schluß des l. Q' arwlö 256. tiift v«5tätigt die Nichtigkeit und Ordnung der Kasse wie Bücher, «»raus dem Kassirer Techarge ertheill lvurde. Todann hielt Herr Brun» Wille einen Vortrag über:„Tie Jkarische Gemeinschaft". «in» Vereinigung einiger hundert Mensche«, welche in den 00er und 40er Jahren, unter Führung des Franzosen Kabe versuchten, emen neuen Staat«der vielmehr ein neues, glücklicheres Menschen- geschlecht auf kommunistischer Grundlage großzuziehen. R«(cieiit schilderte die Mühen und Sorgen, welchen oiese Verbindung in Amerika, wohin man sich gewendet hatte, ausgesetzt war. Trotz alledem schien es,, daß die Ziele, welche sich die Gesellschaft ae- steckt hatte, erreicht werden sollten, denn wie einige Reisenor berichten, hatte die Gemeinschaft in moralischer Beziehung sowohl, wie im produktiven Emporblüyen, nach Beendigung des mühe- »»lleu Umberwanderns nur Gutes zu verzeichnen. Aber nur «nfangs, denn nur zu bald stellten sich Uebekstände mit der äußeren Umgebung sowohl als auch im Innern der Gesellschaft stlbst ein, welche zur Zersplitterung und gänzlichen Auflösung der «emeutschast führten. R»,erettt führte dann weiter ans. wie grundfalsch«Z ist,«in kommuniftischcs Gemeinwesen, wie das oben erwähnt«, mit dem zukünftigen sozialistischen Staat vergleichen zu denn es ist erklärlich, daß eine nur mit wenigen Mitteln a arg mistete Gemeinschaft, umgeben von den größten und ent- wickeltsten Kulturstaaten nicht gedeihen kann, denn ein glück- sicheres.Menschengeschlecht kann nur aus der höchsten und voll- kommensten Kultur heraus auferstehen. Nach Beendigung der Diskussion wurde mitgetheilt, daß unser langjähriges Verbands- Mitglied Kollege Ketller gestorben ist und für die hinterblieben« Wutwe eine Matinee am ersten Osterfeiertaz stattfand. So- dann fand die Frag», ob der Verband nicht ebenso, wie andere Vereine eine Liste zur Einzeichnung für die freie Volksbühne auslegen konnte, reg« Anerkennung. Es wurde bemerkt, daß vaffeud« Stücke und literarisch geschulte Männer genug vorhanden lind, mj�bci genügender Bethettiauug etwas gutes und wirklich zn�Mtsprschendeck biete» zu können . KezU«» vnd hlmgsgrud hielten am .'.. j" großen Saale von Buggenhagen am Moritzplah eine öffentliche Generalvers tun mknnq ab beyufs Erledigung jol- gender Tagesoadnung: i. Ist bei unserer jetzigen Agitation unsere S»st«lUe Forderung(neunstündige Arbeitszeit, 60 Pf. pro Stunde) zu erreichen oder ist eiu Streik nothwendia, event. wann gevenkeu die Maurer dieselbe zur Durchführung zu bringen? 2. Entgegennahme von etwaige» Monitas von der letzten Abrechnung vom Generalsonds, sowie Sleruvahl eines Vertrauensmannes für s Zentrum. 3. Stellungnahme zu dem am LS. Mai d. I. in Erfurt stattfindenden dsntfchea Maurer-Kongreß. 4. Wahl der Dele- g irttn zu demselben. B. Verschiedenes.— Die Versammlung, welche den Saal gefüllt hatte, fand unter Vorsitz oeS Herrn Kerstan statt. Ter Referent Herr Hermerschmidt hielt einen Streik zur Durchführung der gestellten Forderung nicht für noch- wendig, sondern dieselbe für durchführbar durch Organisation und Agitation. Weroings sei in diesem Falle jeder Maurer ver- pflichtet, sich der Organisation anzuschließen, sich eng aneinander- zuketten, sich mit einander zu verbrüdern und eine große Familie zu bilden. Wenn dann die Zeit gekommen sein würde, daß die Meisten wieder jn Arbeit stehen, dann würde es auch an der Zeit sein, mit den Forderungen geschlossen vorzutreten und dafür einzutreten. Die Arbeitgeber würden es sicher nicht auf einen Streik ankommen lassen, sofern ihnen eine geschlossene Masse gegenüber- stehe. DeS Weitsren ermahnte Redner zum allgemeine» Besten sich nach Kräften au den Versammtungen zu betheiligen und alle Gewaltmittel zu vermeiden. Würde eine gütliche Agitation nach allen Richtungen hin entfaltet und dteOrgamsation stark gemacht werden, dann würde ein Streik nicht erforderlich sein zur Durchführung der gestellten Forderungen. Jn der hierauf sclgenoeii Diskussion fand eine lebhafte Debatte statt. Tie einschlägigen Verhältnisse wurden eingehend beleuchtet und wohl erwogen, welche Schritte für die Zukunft zu unternehmen seien. An der Diskussion betheiliaten sich die terren Hempel, Scheel, Wernau, Dietrich U.A. Die ussührungen der Redner spiegeln sich«dieder in folgender von Herrn Wernau beantragten Resolutton: „Die beute im Buggenhagen'schen Saale am Moritzplah tagende öffentliche Generalversammlung der Maurer Berlins und Umgegend erklärt in nachstehenden Punkten ihre Ueberein- stiinnmng mit den am 20. und 28. März dieses Jahres von der FreteN Vereinigung der Maurer Berlins und Umgegend gefaßten Beschlüssen: 1, Daß die Erreichung des Stundenlohnes von 60 Pf. und die Durchführung der neunstündigen Arbeitszeit nur möglich ist, iveun sänuntliche Berliner Maurer gemeinsam und einheitlich dafür eintreten. 2 Giebt(ich die gesummte Kollegenschast eine einheitliche Organffatton, in welcher es jedem Einzelnen an's Herz gelegt wird, seine» Einfluß für das Wohl der Gesammtheit geltend zu machen. 3. Legt die Kollegensthaft die innere Leitung der Agitatton dem Vorstande der Freien Bereinigung in die Hand, welchen', die Verpflichtung auferlegt wtrd, dieselbe schwunghaft zu betreiben. 4. Verps.ichten sich andererseits sämmtliche Berliner Maurer, der Freien Vereinigung als Mitglieder beizutreten. Herr Dietrich hob besonders hervor, daß die Arbeitgeber be- fürchteten, daß am 1. Mai ein Generalstreik nochmals ausbreche. Viele Baukonsense lägen ausgefertigt da, doch würden die Bauten nicht in Angriff genommen aus Furcht vor dem 1. Mai. Würden die Arbeitgeber sehen, daß sie sich vor Gespenstern gefürchtet haben(ein Generalstreik wvrde von allen Rednern in keiner Weise in Betracht gezogen), dan» würden die gegenwärtig flauen Bau- Verhältnisse auch andere werden. Redner hielt es auch durchaus nicht für nöthig, daß gerade im Frühjahrs mit der Durchführung der Forderungen vorgegangen tverven müsse, hielt diese Zeit vielmehr für eine ungünstige und war der Meinung, daß aus- geschoben nicht aufgehoben sei. Herr Wernau warnte bei Begründung seiner Resolution besonders vor übereilten Beschlüssen und wurde seine gestellte Resolution einstimmig angenommen. Dauut fielen zwei weitere Resolutionen, deren eine sich für einen Generaliweik aussprach, denen andere sich mit der Resolution Werna» deckte, aber auf event. Bausperren Bezug nahm, die Zeitbestimmung für Beginn derselben aber offen ließ. Einer An- reaung des Herrn Kerstan und anderer Redner entsprechend, gelangte ferner folgender Antrag einstimmig zur Annahme: „Da sicy die meist« Redner dafür ausgesprochen, daß nur dutiv einen partöellen Streik resp. Bausperren in diesem Jahre unfere«u vergangenen Jahre gestellten Fordermgi» durchgesochlten werden können, jedoch die Mittel niait voryauden sind, dieselben durchzuführen, so stellen wir den Antrag, wöchentlich 50 Pf. pro Kopf zum Geiieralfvnds zu zahlen, damit wir im Falle einer ge- nöthigren Arbeitseinstellurtg im Stande sind, unsere Kollegen nach Kräften z» unterstützen, gez. Wilknitz, S t l v e r f ch m i d t." _ Tie Versammlung wurde hieraus zeittveiltg vertagt behufs Ausnahme neuer Mitglieder in die Freie Vereinigung. Tie Pause wurde gleichzeitig benutzt zur Entgegennahme etwaiger Monitas von der letzten Abrechnung vom Geueralsonds. Nach Wiederaufnahme der Verhandlungen wurde sodann Herr Karl Lehmann. Rückerstr. 7, v. 2 Dr., zum Vertrauensmann fürs Zentrum gewählt. Nachdem gelangte der dritte Punkt der Tagesordnung:„Stellungnahme z« dem am 27. Mai d. I. in Erfurt stattfindende» deutschen Maurerkongreß zur Berhanv- lung. Die Kongreßfrage zeitigte ein« längere Besprechung. Die Versammlung beschloß, den Kongreß zu beschicken und zwar durch 15 Delegirte, speziell für Berlin. Zu Delegirlen wurden gewählt folgende Herren: Kerstan, Gustav Rqschke, Ferkel, Maciejewski, Heinze, Hemvel, Kliemann, Krieg, Ttetrich, Karl Schmidt, Fiedler, Roll. Hamsch, Hermerseymidt und Gröfchke. Ein« spätere Versammlung wird den Teltzgirten die Wünsche der Versammlung kund thun. Ferner ist in Aussicht genommen, daß sich Berliner.Kollegen um Mandate klemerer Städte bewerben sollen, welche nicht in der Lage find, eigene Delegirte zu schicken und sollen dieselben vorschußweise finanziell unterstützt iverden. Hiermit war die Tagesordnung im Wesentlichen er- schöpft. Aus vielfachen Wunsch wurden behufs Ablieferung der Beiträge zum Generalfonds nochmals die Adressen der Vertrauens- männer zur öffentlichen Kenuttuß gebracht. Dieselben find: Im Osten: Gröppler, Krautsir. 42, v. 4 Tr.; Karl Schulz, Rüders- dorsersrr. 82, v. 1 Tr.: im Norden: Schligolski, Besiorterstr. 3, Seitenflgl. 3 Tr., bei Markowski; in M o« d i t: Hermerschmidt, Perleberaerstr. 28; im Westen: Bteneck,«oltzstr. 3, Hos pari.; PinkowSli, Kulmstraße 6, Hof 4 Tr.; im Süden: Ksingenberg, Arndtstr. 23, Quergeb. 1 Tr.: im Südosten: Raschle, Kon- buser Tamm 1; Kerstan. Lübbenerstr. 4; im Zentrum: Karl Lehmann, Rückerstr. 7, v. 2 Tr. Nachdem wurde die Versammlung mit devt Hinweise aus die am Sonntag statthabende General- Mitglieder-Versammlung der Freien Vereinigung und die am Montag Abend' stattfindende öffentliche Versammlung in Krankenkassen- Angelegenheiten(beide bei Buggenhagen) geschtosfeu. Eine-ffruttiche Versammlung de» Esartner Perlina und Vmgegend tagte am 9. d. Mts. in Feuerftein'ö Salon, Alte Jakovstr. 75, mit der Tagesordnung: 1. Ter gegenwärtige Stand der Lohnbewegung. 2. Diskusston. 3. Verschiedenes. Nachdem die Bureauwahl durch Wahl der Kollogen Born zum ersten. Wetze! zum zweiten und Riesle zum Schriftführer erledigt war, berichtete Kollege Büchner über den gegenwärtigen Stand der Lohnbewegung und theilte den Anwesenden mit, daß von den bei den Gehilsen in Betracht kommenden 300 Firmen in und um Berlin ca. 100 Firmen den die Forderungen enthcßltenden Revers unterzeichnet haben, und forderte die Kollegen nochmals aus, ins- desondere die schon längere Zeit in Berlin Anwesenden, nicht eher in den qu. Geschäften die Arbeit mteder auszn- nehmen, bis der Revers unterzeichnet ist. In der darauf folgenden Diskussion drückte Kollege Abromeit den Wunsch aus, daß die Kollegen, welche dort, wo noch nicht bewilligt worden ist, die Arbeit wieder»»(genommen haben, wie es z. B. in der Gärtnerei des Herrn Ehoao geschehen ist, namhaft gemacht werden. Ferner führte Abromett aus, wie die Sympathie des Publikums für unsere Lohnbewevung eine große ist, daß uns viele Gewerkschaften durch materielle Unter- jluyung zu Hilfe gekommen sind, während der„Deutsche Gärtner- verband", diese würdige Gehiheuvereinigung, mit keinem Heller bewilligu-tg des Tarifs verlassenen Stellen durch seinen Stellen- Nachweis besetzen läßt. Als nun Kollege Barthels, wie schon so viele Male, wieder hervorhebt, daß durch Humanität und Menschen- liebe die arbeitende Klaffe es weiterbringen könne als durch Streiks, legte Kollege Mielenz den Amvefenden in krästiaeii Worten klar, daß es ja gerade die Arbeiter sind, welche es dahin bringen wollen, daß einst wahre Menschenliebe, gletche Rechts und gleiche Pstichten allen Menschen eigen sei. Etne von Herrn Peters gestellte Frage, warum der den Prinzipalen vor- gelegte Revers unterschrieben sein muffe, beantwortet Kollege Abromeit, indem er ausführt, daß ohne Revers umtee ganze Lohnbewegung nicht zu kontroliren ist und daß diese Unterschrift als gegebenes Ehrenwort der Prinzipale gilt. Unter„Ver- schiedenes" befürwortet Abromeit noch, daß eine genaue Konttol« über die Kollegen ausgeübt werde, welche während des Streiks Unterstützung beziehen, da womöglich sonst solche Kollegen unter- stützt werden, die einer solchen nicht werth sind. Kollege Vom theilte nun noch den Anwesenden mit, daß am 14. d. M. eine öffentliche Versammlung bei Feuerstein's stattfindet und schloß diese Versammlung mit einem Hoch aus die internationale Ar- beiterbewegung.__ Der fachurmn der Former und verwandter Berufs- genossen hielt am 8. d. M. etne stark besuchte Versamnlluna in Heydrich's Lokal mit folgender Tagesordnung ab: 1. Dte Aussperrung der Former in der Gießerei von Meeren und Michaelis u. Caspari. 2. Verschiedenes. Zum 1. Punkt der Tagesordnung erstatteten die Kollegen der Firma Meeren und Michaelis u. Caspari Bericht über die Ursachen der Aussperrung. Das Vor- gehen der Fabrikanten wurde von sämmtlichen Rednern für verwerflich erklärt und wurde folgender Antrag einstimmig ange- nommen: Da eine Sperre in der Gießerei von Michaelis und Caspari z. Z. aussichtslos ist, so sehen wir momentan davon ab, behalten uns jedoch weitere Verhaltungsmaßregeln bis aus spätere Zeit vor. Jedoch sollen die daselbst entladenen Kollegen als Gemaßregelte betrachtet und bis zur anderweitigen Unier- bringung unterstützt werden.— Zu„Verschiedenes" ergriff Kollege Körsten das Wort, er bracht- in seinem einsttindtgen Vortrage in klarer sachlicher Weise die Beschlüsse des Parlier Kongrepes zur Sprache und legte klar, wie nothwendig es wäre, den 1. Mai als Feiertag zur Demonstration der Achtsiunden- bewegung zu feiern. Reoner erntete reichen Veiiall und wurde folgende Resolution einstiinmig angenommen: Die heute in Heydrich's Lokal tagende Fachvereiasversammlung der Former beschließt, energisch an den Beschlüssen des Pariser Kongrepes sesizuhalten und den 1. Mai lv90 als einen Arbeiterfeierlag zu erklären. M- in letzter Zeit eingeführten Arveiterrathe und sonstigen Wohlsahrtseinrichtungen verschiedener Fabriken wurden von mehrerenKollegen einer scharfen Kritik unterzogen. Hierzu wurde folgender Antrag eingebracht, welcher allgemeine Annahme fand: Die Vetfainnilung wird ersucht, dahin zu beschließen, dap bei vor- kommenden Wahle» von Arbeiterräthen er, leres zu verwersen ist, da selbige unter den Einfluß deS Fabrik nten stehen und mcht die Interessen der Allgemeinheit vertteten. Kollege Roland brachte zur Sprache, daß der Vorsitzende des Meisters ernnS steh nicht, wie irrthnmlich berichtet, sympathisch dem Arbeitsnachweis gegenüber stände, sondern erklarte, daß sie selvstständig nicht vor- gehen könnten. Den streikenden Weißgerbern wurden 60 Mark überwiesen. Nach Erledigung einiger An, rage» schloß de, Bor- fitzende die Versammlung. uns.zur Seite steht, aber dl legen wegen Nicht- VevmilÄzkev. Der gt-ßl- Saum»er M-tt ist der OndäsnSrov Sa- minima, der in der brasilianischen Provinz Amazonas wachst und noch größere Dimensionen erreicht als ver Baobab in Sene- gambien und die Wellingtonien in Kalifornien. Der Kronen- dürchmeffer eines seichen Baumes betrug nach Angabe des Reisenden G. W. aus Brasilien 220 Faß, wonach also, da die Krone regelmäßig ist, ein Umsang von 660 Fuß sich ergiebt. Es wird daourch eine Bodenfläche von nicht weniger Venn 86 300 Quadratfuß baier. überschattet, hinreichend, einer Truppe von mehr als 10 000 Soloaien Schutz zu gewähren. Alle Samaumas erreichen eine bedeutende Größe, dte Jeden, de, sie zum ersten Male sieht, in gerechtes Eritaunen setzt. Sie dienen daher gemeiniglich in weiter Ferne als Richtschnur, be- (onderS läßt(ich dies von vorstehend bezeichnetem Ecemplar sagen, daS wie ein bewaldeter Berg weithin hervorragt. Dte Hauptäste sind stärker als mancher Etchenstamm und horizontal nach allen Richtungen ausgestreckt. In den Gabeln de�elbe» nistet häufig der Tnyuyu, eine Riesensiorchart(lEantalu.? locuUtor) mit schwarz- und rothbandirtem Hals und einem mächttgen, speersörmigen Schnabel; die Brasilianer nennen ihn, hierauf anspielend,„Soldat". Die Größe eines erlegten Exem- plares betrug 4'/» Fuß engll bis zum Scheitel, während die aus- t-spannten Flügel einen Durchmesser von SVa Fuß angaben. ierhältniffe, die gewiß selten unter den Vögeln sind. So hätte also die Natur, Gleiches zu Gleichem gesellend, dem mächttgen Samaumabaum in dem Tnquuu einen würdigen Bewohner ge- gegeben, zwei Gegenstände, gleich geeignet, als Beispiele von den Wundern und der Nepptgleit tropisch-cunerika, tischer Zonen zu dienen. Etwa« von de« Stecknadel». Die Stecknadelfabrik in Birmingham fertigt 37 Millionen Stecknadeln in einem Tage an. Die übrigen Stecknadelfabriken Englands liesern 19 Millionen täglich. In Frankreich werden ungesähr 20, in Deutschland und anderen Ländern etwa 10 Millionen täglich fertig, so daß sich die Stecknadel- Fabrikation in ganz Europa aus ungesähr 86 Millionen täglich stellt. Wenn man die Bevölkerung Europas auf 040 Millionen schätzt, so braucht immer erst der dritte Mensch täglich eine Nadel zu verlieren, nm den Gerbrauch von 86 Millionen Stecknadeln zu decken. Dieser Verlust an Steck- nadeln stellt einen Werth von 20 000 M. täglich dar. Di« zur Fabrikation der Stecknadeln verwendeten Maschinen sind staunens- werth vollkommen; sie schneiden den Draht gleich in die er,or0er- lichen Längen, geben jeder Nadel ihren Kops, spitzen und poliren sie, sortiren sie und stecken sie gleich reihenweise in Papier. Jack der Auffchlitzer sollte kürzlich wieder eines sein» scheußlichen Verbrechen begangen haben; dteSmal aber sollt« Aus- »cht vorhanden sein, den väthselhaften Verbrecher zu fassen. Eine eftätigung dieser Nachricht blieb aus. Nun stellt sich hercmS, ™!Uuicht in .. vorgefallen. Dort wurde thatsächltch eine Frau unter den von den Londoner Whitechapel-Morden bekannten grauenhaften Umständen umge- bracht und zahlreiche Verhastmtgen vorgenommen, in der Hoffnung, man weroe unter ihnen den berüchttgten Mörder finden. Statt„Helena(Montana)" aber wurde auf dem Wege von London nach dem Festlande„Helena Montana, was als der Name des Opfers aufgefaßt wurde. Adler- Actien- Telephon Brauerei. 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