se ibU* !Mtr. jmj Stück indig Ofeil T n h an p in !S, Stück wir» ie in ores. « Nr. 87. Dienstag, den 15. April 1890. 7. Jahrg. Organ für die Zniereffen der Arbeiter. Das„Berliner Volksblatt" .�scheint täglich Morgens aicher nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei n ä Hans vierteljährlich 3,30 Mark, monatlich 1,10 Mark, wöchentlich 28 Pf. Einzelne Nummer 5 Pf. sonntags-Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Postabonnement 3,30 Mark pro Quartal. (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1390 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) tut«? Kueuzbaiid, täglich durch die Expedition, für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Warst, für das übrige Ausland 3 Warst pro Monat. Jnsertionsgebühr betrügt für die 5 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VersammlnngS- Anzeigen 20 Pf? Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Beuthstrabe 3, sowie von allen Annoncen-Bureanx, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. ♦ i Fernsprecher: Amt VI. Ztr. 410(1.< 1■» •e 158. rücke. me. Mrdslkkion: VenkhPtvoltze S.— Expedition: VeuthlteMe 3. anßk' beinnl |n die Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands! tiichliL Der internationale Arbeiterkongreß, welcher am 14. Juli . billiges vorigen Jahres in Paris zusammentrat, faßte in der ck" �vitzung des 19. Juli folgenden Beschluß: r. 38,»Es ist für einen bestimmten Zeitpunkt eine -npla». große internationale Manifestation(Kundgebung) zu organisiren, und zwar dergestalt, daß gleichzeitig in allen Ländern und in allen Städten an einem bestimmten Tage die Arbeiter an die öffentlichen Gewalten(Behörden) die Forderung richten, den Arbeitstag auf acht Stunden festzusetzen und die übrigen Beschlüsse des internationalen Kongresses von Paris zur Ausführung zu bringen. In Anbetracht der Thatsache, daß eine solche Kund- gebung bereits von dem Amerikanischen Arbeiterbund (Föderation of Labor) auf seinen: im Dezember 1888 zu St. Louis abgehaltenen Kongreß für dm 1. Mai 1890 beschlossen worden ist, wird dieser Zeitpunkt als Tag der internationalen Kundgebung angenommen. str.. Die Arbeiter der verschiedenen Nationen haben die Kundgebung in der Art und Weise, wie sie her. ihnen durch die Verhältnisse ihres Landes vorgeschrieben -j' wird, ins Werk zu setzen." rin Dies ist der Wortlaut des Beschlusses in möglichst treuer llitft Versetzung. g, Der Kongreß hat also nicht vorgeschrieben, auf welche Weise die Kundgebung des 1. Mai bewerkstelligt werden � UUb Weise der Ausführung ist dem Er- JU messen der Arbeiter der verschiedenen Länder überlassen ch worden. wolle"' Insbesondere ist nicht davon die Rede gewesen, daß 1«f. am 1. Mai 1890 die Arbeit ruhen solle. Wäre eine der- —"''artige Ansicht ausgesprochen worden, so wäre sie auf ent- B schicdenen Widerstand gestoßen, ebenso wie der Vorschlag, • einen allgemeinen Streik zu organisiren, welcher Vorschlag io v»" von deutscher Seite bekämpft und von dem Kongreß zurück- lbak'jj gewiesen wurde. > � Der Zweck des Beschlusses war, eine gleichzeitige Kund- jQ gebuug der Arbeiter aller Länder zu veranlassen, um die _ � Einheitlichkeit der Bestrebungen aller Arbeiter zu klarem Ausdruck zu bringm. In der Einheitlichkeit und Allge- iet bck Feistheit der Kundgebung liegt ihr Werth. Es muß also S n"1. F. WW Jla�itua verboten.! FeuMeton. 19 her. 8� # w 30, thti" ?- °,l. tW D % »Jum Glück der Damen." Roman von Emile Zola. Autorisirte Uebersetzung von Armin Schwarz. Und er ging einige Schritte vor ihr her und geleitete sie bis zum Fuße der Treppe, die sich auf der linken Seite ider Halle, unter der' Gallerte befand. Da angelangt, neigte er sich lächelnd zu ihr, wie es bei den Frauen seine Art war, und sagte: — Oben wendeu Sie sich links und Sie befinden sich vor der Konfektions-Abtheilung. Denise war von dieser einschmeichelnden Höflichkeit tief ergriffen. Es war, als käme ihr Jemand brüderlich zu Hilfe. I Sie schaute Hutin an und Alles an ihm rührte sie: das hübsche Gesicht, die freundlichen Blicke, die ihre Furcht verscheuchten, die Stimme, die einen töstend milden Klang hatte. Ihr Herz war von Dankbarkeit geschwellt und sie legte ihre ganze Freundschaft in die wenigen unzusammenhängenden Worte, die sie zu stammeln vermochte. — Sie sind zu gütig... Geben Sie sich weiter keine Mühe... Tausend Dank, mein Herr. Doch Hutin war schon zu Favier zurückgekehrt, dem er zuflüsterte: — Ist das ein Knochengerüst, wie? Oben angelangt, befand sich das Mäd chen sogleich in der Konfektions-Abtheilung. Es war ein großer Raum rings angefüllt mit großen Eichenschränken in schöner BiUr hauerarbeit ausgeführt; die Spiegelscheiben gingen auf die alles vernneden werden, was der Kundgebung diesen impo- anten Charakter der Einheitlichkeit und� Allgemeinheit nehmen könnte. Ein allgemeines Ruhen der Arbeit läßt sichZunter den gegenwärtigen Arbeitsverhältnissen unmöglich erwirken; im wesentlichen dieselben Gründe, die den Kongreß vcranlaßten, den allgemeinen Streik zu verwerfen, stellen sich auch dem Plan einer solchen allgemeinen Arbeitsfeier, dem allgemeinen Ruhenlassen der Arbeit für die Dauer eines bestimmten Tages, entgegen. Zu diesen Erwägungen kommen noch politische Bedenken; es liegt in der Natur der Dinge, daß die Feinde der Ar- beitersache in Deutschland jetzt alles aufbieten, um den Arbeitern die Früchte des Sieges vom 20. Februar d. I. zu entreißen. Wer die Preßorgane der Bourgeoisie liest, ersieht aus denselben, daß die Feinde der Arbeitersache auf den 1. Mai große Hoffnungen setzen. Sie hoffen und wünschen, daß die Kundgebung des 1. Mai zu Konflikten mit der Staatsgewalt führen werde. Unter solchen Umständen könne» wir es mit unserem Gewissen nicht vereinigen, den deutschen Arbeitern zu empfehlen, daß sie den 1. Mai zu einem Tag allgemeiner Arbeitsruhe.machen. in solcher Beschluß würde nicht durchzuführen sein; er würde in den Arbeiterkreisen selbst vielfach auf Wider- tand stoßen; er würde möglicherweise wirthschaftliche und politische Konflikte von unabsehbarer Tragweite veranlassen und dem Zweck der Manifestation nur Abbruch thun. Die deutsche Sozialdemokratie hat nicht nöthig, Heer chau zu halten nach dem großen Aufmarsch und Sieg des 20. Februar. Das, worauf es ankommt, und das, was der Pariser Kongreß gewollt hat, ist eine allgemeine, imposante Kundgebung der Arbeiter zu Gunsten des Achtstundentages und der nationalen und internationalen Arbeiterschutz' Gesetzgebung. Die deutsche Arbeiterschaft soll möglichst in ihrer Gesammtheit den 1. Mai feiern, und dieser Zweck wird voll und ganz erreicht durch Abhaltung von Arbeiterver ammlungen, Arbeiterfeste und ähnliche Kundgebungen, auf denen Masscnbeschlüsse im Sinne des Pariser Kongresses gefaßt werden.''' Wo immer man eine Arbeitsnche am 1. Mai ohne Konflikte erwirken kann, da möge es geschehen. Ob nun aber das eine oder das andere am 1. Mai ge Rue de la Michodiöre. Fünf, sechs Frauenzimmer in schwur' zen Seidenkleidern, sehr kokett in ihren Frisuren, waren unter lebhaftem Geplauder bei ihren Arbeiten. Eine von ihnen, groß und schmächtig, mit übermüßig langem Kopf, stand an einen Schrein gelehnt, wie gebrochen von der Arbeit. — Madame Aurelie? fragte Denise das Mädchen. Die Verkäuferin betrachtete sie ohne zn antworten, voll Verachtung gegen ihre dürstige Toilette. Dann wandte sie sich an eine ihrer Genossinnen, eine kleine Person von auf' fallend weißer Hautfarbe mit der Frage: — Frü Marguerite, wissen Sie zufällig, wo die Vor steherin ist? Letztere, damit beschäftigt, Rundmäntel nach der Größe des Schnittes zu ordnen, nahm sich kaum die Mühe, aufzu blicken. — Nein, Frl. Klara, ich weiß es nicht, sprach sie kaum verständlich. Es entstand ein Stillschweigen. Denise stand unbe weglich da und Niemand kümmerte sich um sie. Nach einer Weile faßte sie sich ein Herz und wiederholte ihre Frage. — Glauben Sie, daß Madame Aurelie bald zurück' kehren werde? Die stellvertretende Vorsteherin, eine magere, häßliche Frau, die sie bisher nicht bemerkt hatte, eine Wittwe mit hervorspringender Kinnlade und groben Haaren, schrie ihr jetzt aus einem Schreine, wo sie die Richtigkeit der Preis- zettel prüfte, die Worte zu: — Warten Sie, wenn Sie durchaus mit Mme. Aurelie in Person sprechen müssen. Denise wartete denn. Es waren wohl einige Sessel für die Kunden da; nachdem man sie aber nicht einlud, Platz zu nehmen, wagte sie eS nicht, sich niederzusetzen, trotz- chieht, überall wo Massenzusammenkünfte stattfinden, empfehlen wir den Leitern dieser Arrangements auf's Dringendste, durch Aufstellung zahlreicher Ordner, die äußerlich kenntlich sind, dafür zu sorgen, daß es zu keinerlei Störungen und unlieb- amen Auftritten kommt. Weiter empfehlen wir unbeschadet der Gestalt, welche die Manifestation annimmt, allüberall die Sanunlung von Massenunterschristen für eine Petition an den Reichstag zu organisiren, in welcher die Verwirklichung der Beschlüsse des Pariser internationalen Arbeiterkongresses gefordert wird. Dieser Petitionssturm soll am 1. Mai beginnen, und die Sammlung der Unterschristen soll die nächsten Monate hindurch bis Ende September d. I. ununterbrochen betrieben werden. Die Petitionsfonnulare sind vom 22. d. Mts. ab in beliebiger Anzahl unentgeltlich in den Expeditionen der deut- chen Arbeiterblätter in Empfang zu nehmen, und die unter- zeichneten Petitionen sind auch wieder an diese abzuliefern. Endlich muß die Manifestation auch benutzt werden, überall neue Arbeiterorganisationen, wo solche noch nicht bestehen, in's Leben zu rufen und die bestehenden Organisationen zu festigen. Ohne Organisation im Kampfe kein Sieg. In jedem Fall rechnen wir in all diesen Dingen auf die kräftigste Mitwirkung der Arbeiterpresse. Sind nicht überall Redner vorhanden, welche in Ver- ■ammlungen die Beschlüsse begründen können, so werden sich doch überall tüchtige Genossen finden, welche die Resolution, deren Wortlaut wir nachstehend folgen lassen, verlesen und mit den angemessenen Erläuterungen versehen können. Parteigenossen, Arbeiter und Arbeiterinnen Deutsch- lands! Die Pflichten, welche das Vertrauen unserer Wähler, die Beschlüsse dreier Parteikongresse und der Zwang der Verhältnisse uns auferlegen, sind die Veranlassung, daß wir in dieser Angelegenheit das Wort nehmen, obgleich schon mehrfach Beschlüsse bezüglich der Feier des 1. Mai ge- aßt sind. Parteigenossen! Arbeiter und Arbeiterinnen Deutsch- lands! Wir wissen, daß Ihr auf der Höhe Eurer Aufgabe 'teht. Ihr werdet auch am 1. Mai die besonnene Haltung bewahren, der wir den Sieg des 20. Februar verdanken. Wir wissen, Ihr seid Euch der Bedeutung des Momentes voll bewußt, und Ihr werdet durch Massentheilnahme an dem sie in ihrer Verlegenheit sich kaum auf den Beinen zu erhalten vermochte. Diese Fräulein hatten offenbar eine neue Verkäuferin in ihr gewittert und musterten sie mit den Blicken der Leute, die am Mittagstische sitzen und nicht zu- sannnenriicken wollen, um für die Neuangekommenen Hungrigen Platz zu schaffen. Denise gericth immer mehr in Verlegen- heit, sie trippelte umher und trat endlich an ein Fenster, durch welches sie auf die Straße schaute, um sich eine Haltung zu geben. Das Geschäft„Zum alten Elbeuf" da drüben, mit seiner bröckeligen Fagade und seinen blinden Schau- senstern, schien ihr so häßlich, so trübselig im Vergleich mit den: Luxus und dem Leben, welches sie hier sah, daß eine Art Gewissensbisse ihr das Herz zusammenschnürte. — Haben Sie ihre Schuhe gesehen? flüsterte hinter ihr Klara zu Marguerite. — Na, und erst das Kleid! flüsterte die Andere. Denise, die noch immer auf die Straße hinunterschaute, hatte das Gefühl, daß sie von den haßerfüllten Verkäufe- rinnen schier verschlungen wird; doch sie zürnte diesen Mädchen nicht; sie fand sie nicht schön, weder die lange Klara mit der rothen Mähne, noch Marguerite mit ihrem Milchtaint und platten, fast knochenlosen Gesichte. Klara Prunaire, Tochter eines Holzschuhmachers aus Vivet, war, nachdem sie durch die Hände aller Lakaien auf Schloß Mareuil gegangen, wo sie das Leinenzeug auszubessern hatte, erst in ein Magazin zu Langres eingetreten und später nach Paris gekommen, wo sie an den Männern Rache nahm für alle die Fußtritte, die sie zu Hause von Vater Prunaire empfangen. Marguerite Vachon, aus Grenoble gebürtig, wo ihre Familie einen kleinen Leinwandhandel betrieb, mußte nach Paris expedirt werden, um die Folgen eines Fehltrittes zu verbergen, der ihr passirt war. Sie führte sich jetzt sehr brav auf und sollte in Bälde in ibre Hewrotb der Mamfestation des internationalen Arbeitermaitags, Euch des Vertrauens, mit welchem die Arbeiter der Welt auf die Sieger des 20. Februar blicken, würdig zeigen. Halle a. S., den 13. April 1890. Di« foziald«m»kratische Fraktion des Deutsch«» Reichstage«. Auer. Bebel. Birk. Bios. Bock. B r u h n s. D i e tz. Dreesbach. F ö r st e r. Frohme. Geyer. Grillenberger. Harm. Heine. Hickel. Jvest. Liebknecht. Meister. Metzger. Molkenbuhr. Schippe l. Schmidt(Frank- fart). S ch m i d t(Mittweida). Schnitze. Schumacher. Schwarz. Seifert. Singer. Stadthagen. Stolle. Tutzquer. Ulrich. Boll mar. Wurm.') •* # R«solntio«i Die am 1. Mai d. I. in........ tagende, von ungefähr ....... Personen besuchte Versammlung erklärt im Einvcr- ständniß mit den Beschlüssen des Pariser Arbeitcrkongresses, aus welchem die deutsche Arbeiterschaft durch fast hundert Delegirte vertreten war, daß die Forderung eines gesetzlich festzustellenden Norinalarbeitstages, der in den wirthschastlich entwickelten Län- dern schon jetzt, unter Wabrung aller berechtigten Jnter- essen der Industrie, auf acht Stunden bemessen werden kann, sowie die übrigen von dem Pariser Kongreß fonnulirten Forderungen des nationalen und internationalen Arbeiter- schutzes— eine Lebensfrage für das arbeitende Volk sind— und sie wenden sich an die Gesetzgebung mit dem Verlangen, diesen Forderungen gerecht zu werden. Das Bureau der Versammlung wird beaustragt, die soeben beschlossene Resolution unter Beifügung der einschlägigen Beschlüsse des Pariser Kongresses zur Kenntniß des Deutschen Reichstages zu bringen. Diese Beschlüsse des Pariser Kongresses lauten: «In Erwägung, daß die kapitalistische Produktion in rascher Entwickelung nach und nach die ganze Welt erfaßt, in Erwägung, daß die kapitalistische Produktionsweise die steigende Aus- beutung der Arbeiterklasse durch die herrschende Klasse bedeutet, daß die immer intensivere Ausbeutung die soziale und politische Unterdrückung und Versklavung der Arbeiterklasse zur Folge hat, zu ihrer physischen und moralischen Degeneration führt, daß es deshalb Pflicht und Aufgabe der Arbeiterklasse aller Länder ist, diese sie ruinirende und die freie Entwickelung der Menschheit bedrohende Gesellschaftsorganisation mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln zu bekämpfen, daß es sich aber in erster Linie darum handelt, der weiteren verheerenden Wirkung der herrschenden Wirthschaftsordnung ent- gegen zu arbeiten, beschließt der Kongreß: I. Die Schaffung einer wirksamen Arbeiterschutz- Gesetz- gebung für alle Länder mit moderner Produktion ist eine un- abweisbare Nothwendigkeit. Als Grundlage derselben betrachtet der Kongreß: a) den Sstündigen Normalarbeitstag. b) Verbot der Arbeit von Kindern unter 14 Jahren und Beschränkung der Arbeit aller Minderjährigen von 14—18 Jahren aus 6 Stunden pro Tag. v) Verbot der Nachtarbeit mit Ausnahme für jene Betriebe, welche ihrer Natur nach ununterbrochenen Betrieb erfordern. ä) Ausschluß der Frauenarbeit in allen den weiblichen Or- ganismus besonders schädigenden Betrieben. e) Verbot der Nachtarbeit für Frauen und für männliche Arbeiter unter 18 Jahren. £) Eine mindestens 86 Stunden hintereinander umfassende Ruhezeit pro Woche. g) Verbot solcher Industrien und solcher Arbeitsmethoden, welche der Gesundheit der Arbeiter besonders schädlich find. b) Aushebung des Trucksystems. *) Die fehlende Unterschrift unseres Kollegen Kunert erklärt sich aus dein Umstand, dap sich derselbe wegen Majestätsbeleidi- gung in Untersuchungshaft befindet. zurückkehren und einen Cousin Heirathen, der auf sie ivartete. — Ach ja! meinte Klara still vor sich hin murmelnd; Die wird es bei uns auch nicht gar weit bringen. Doch jetzt schwiegen sie still; eine Frau von ungefä! 45 Jahren trat ein. Es war Madame Aurelie, eine sc, starke Dame, fest eingeschnürt in ihre schiuarze Seidenrobe, deren Leib über den massiven Rundungen der Schultern und des BuscnS zum platzen gespannt, funkelte wie ein Panzer. Unter dichten schwarzen Augenbrauen saßen große unbewegliche Augen, der Mund war streng, die Wangen breit und schon ein wenig hängend und in ihrer Majestät einer Ab- theilungs-Vorsteherin nahm das Gesicht die Hülle einer plumpen Cäsareninaske aii. — Fräulein Marguerite, sagte sie mit erregter Stimme, waruni haben Sic gestern das Modell des Manteau& taille nicht in das Atelier zurückgebracht? — Es war daran noch Einiges nachzubessern, Madame, erwiderte die Verkäilferin, uiid darum hat Madame Frdderie den Manteau bei sich behalten. Nun nahm die Stellvertreterin von Madame Aurelie den Manteau aus einem Schrein und die Erklärungeii dauerten fort. Alle zitterten vor Madame Aurelie, wenn diese ihre Autorität zeigen zu sollen glaubte. Unendlich eitel, bis zu dem Grade, daß sie nicht bei dem Namen ihres Gatten Lhomme genannt sein wollte, und daß sie auch die Haus- meistersloge ihres Vaters verleugnete, von dem sie behauptete, dasi er einen offenen Gasscnladen besäße, war sie nur für diejenigen Demoiselles gütig, die ihr schmeichelten und in Bewunderung vor ihr erstarben. Ihre üble Laune stammte von der Zeit her, als sie auf eigene Rechnung ein Kon- fektionsgeschäft geführt hatte, welches nicht recht gedeihen wollte. Sie klagte fortwährend über das Schicksal, ver- zweifelt darüber, daß sie sich zum Glück geboren fühlte und dennoch stets mit Mißgeschick zu kämpfen habe; und heute noch, nach ihren Erfolgen beim„Glück der Dame» wo sie jährlich 12 000 Franks verdiente, schien sie einen gewissen Haß gegen die Welt bewahrt zu haben, sie zei sich bartherzig gegen die Anfängerinnen, so wie das Leben für sie selbst einst hart gewesen. i) Eiue alle industriellen Betriebe, einschließlich der Haus- industrie, umfassende Inspektion durch staatlich besoldete In- spektoren, welche mindestens zur Hälfte von den Arbeitern selbst zu wählen sind. II. Der Kongreß erklärt es für nothweudig, alle diese Maß- regeln durch Gesetze bezw. durch internationale Verträge zu sichern und fordert die Arbeiterklasse aller Länder auf, in der ihnen am geeignetsten erscheinenden Weise für die Verwirklichung dieser Forderungen einzutreten und ihre Durchführung zu überwachen. III. Außerdem erklärt der Kongreß: Es ist Pflicht aller Arbeiter, die Arbeiterinnen als gleichberechtigt« Mitkämpfe- rinnen anzusehen und dem Grundsatze: Gleicher Lohn für gleiche Leistungen— auch in Bezug auf die Arbeiterinnen zur Geltung zu verhelfen. Als ein wesentliches zum Ziel führendes Mittel hierfür, wie für die Verwirklichung der Eman- zipationsbestrebungen der Arbeiterklasse überhaupt, erachtet der Kongreß die Organisation der Arbeiterklasse und fordert demnach volle Koalitions» und Vereinigungsfreiheit. Die Veirlzsftrucmzen. Daß der neue Herr Finanzminister nicht allzuviel von ich hören läßt, bedauern wir an und für sich nicht, denn in unserer Zeit der unaufhörlich sich steigernden Mili- t ä r l a st e n pflegen die Herren Finanzminister nur dann die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, wenn sie mehr Geld brauchen. Daß ein solcher Staatsmann ein- mal käme, um eine wirkliche Erleichterung der Staatslasten vorzuschlagen, wäre in unserer Zeit etwas äum Erhörtes. Wenn wir einen Bericht über die Finanzen des Reiches vernehmen, so pflegen die wohlgesinnten Polittker u sagen, dieselben stünden sehr günstig, und die sachver- tändigen Geheimräthe geben dann dazu das Feldgeschrei aus, wir ständen mit unseren Finanzen weit günstiger als andere Staaten. Der hohe Brustton, in dem wir solch Lob und Preis nnseres Finanzwesens früher immer zu zören bekamen, ist zwar bedeutend herabgestimmt worden, eitdem die Kartellmajorität die Reichsschuldenlast mit so enormer Geschwindigkeit vermehrt hat. Für uns haben diese rosigen Betrachtungen wenig oder keine Bedeutung. Wir messen den Stand der Finanzen eines Staates nicht allein darimch ab, in welchem Berhältniß die Einnahmen zu den Ausgaben stehen, son- dern nach der Art und Weise, wie die Auflagen vertheilt sind und wie sie erhoben werden. Denn die Wohlfahrt eines Staates ist nicht dadurch bedingt, daß eine Kassen gefülll sind; es können die Bürger eines geldarmen Staates unter Umständen weit besser situirt ein, als eintzs solchen, der über Mittel in Hüll« und Fülle verfügt. Wie es bei uns im Reiche der Zukunft werden will, dein kann man nur mit Bedenken und Kopfschütteln entgegensehen, wenn man sich die Anzeichen mehren sieht, daß sie Dinge den bisherigen Gang weiter gehen sollen. Das Reich hat große Summen aufgenommen, deren Zinsen die Steuerzahler tragen müssen. Zugleich treten eine Menge von Neuforderungen heran, größere und kleinere. Wir nennen von den größeren nur die Vermehrung der Feldartillerie und die mit Sicherheit zu erwartende Kolonialvorlage. Ost- aftika wird uns viel Geld kosten; darauf deuten alle An- zeichen hin. Wir glauben zwar noch nicht an die phan- tastischen Kolonialpläne, die in einzelnen Blättern ausge- ponnen werden, aber zweifellos ist, daß sich die Kolonialpolitik in einer Uebergangsveriode befindet; sie soll zu einem Unternehmen größeren Stils ausgebildet werden. Dies wird in Zukunft, wenn ausgeführt, eine Ver- mehrung und Neubildung oer deutschen Marine ganz von selbst bedingen. Wenn das Alles so kommen soll— und allem Anschein nach wird es so kommen— so entsteht denn wohl auch ernstlich die Frage: w o sollen die Äst herkommen, um solche Mehrausgaben zu U Man kann allerdings auf die Schultern des Reichs manche Anleihe wälzen; aber das hat aucsi Grenzen und am Ende müssen die Zinsen doch auq zahlt werden, was unr so mehr in Anschlag zu bw als ja jeder Bundesstaat schon seine parttkulare 0# last zu verzinsen hat. Da wird man sich nach»i weitiger Deckung umsehen müssen und es wird wohl l andere Quelle für eine solche übrig bleiben, als dw st e u e r u n g. Man erinnert sich, daß vor Kurzem von den 5� Parteien der Gedanke einer Reichs-Eink oniß" st euer in die Diskussion gezogen worden ist. Herren hatten für' eine neue Belastung nur einen* wohlklingenden Namen gewählt. Denn sie dachten' daran, diese Besteuerungssorm zum Zweck einer Entiflj einzuführen; sie verfolgten nur den Zweck, die Eimi&J überhaupt zu vermehren. Daß die Herren sich mc? selbst damit wehe gelhan haben würden, das zu schl» ist wohl erlaubt aus der Art und Weise, wie sie di- steuerung während ihrer Herrschaft ausgebildet haben Man würde also mit einer Reichs- EinkonuneH schwerlich mit dem Wachsthum der Ausgaben* Schritt halten können, wenn man nicht wieder Löwenantheil auf die Schultern der großen Moß wälzt hätte.- Was aber die indirekte Besteuerung anbetrim wird nachgerade Jedermann einzusehen beginnen, daß nunmehr an der Grenze der Leistungsfähigkeit der 9= Masse angelangt sind. Wenn man die Steuerkraß Volkes nicht völlig erschöpfen will, so wird man nic? auf der bisher beschrittenen Bahn Halt machen, dern sich auch zu einer Umkehr entschließen n» Die Preissteigerung ist eine Folge der j und emporgetriebenen Austagen. Wenn uns(r Erträgnisse der Steuern gemeldet werden, � K denkt der Philister dabei nicht, wie viel Schweiß vergossen werden müssen, um sie zu erschwingen.* veröffentliche einmal die Zahl der Steuerresta� und oer Steuerexekutionen. Das Bild, da; da enttollen wird, dürfte sehr schnell den rosigen? verdrätigen, den manche Rechenkünstler über unsere F» Verhältnisse hingezaubert haben. Neue Gegenstände, die ergiebig zu besteuern wird auch die schärfste Loupe der geheimen Finanß nicht mehr entdecken können. Nicht minder bedN wäre, die alten Auslagen zu erhöhen und die tr steigern. Da wird man vor die Frage gestellt fern, ov das Mittel der Sparsamkeit anwenden und eine Reform der Steuer-Gesetzgebunß Menge der Steuerzahler etwas entlasten will. Daf direkte Steuersystem beginnt jetzt seine wahren' kungen zu zeigen. Das Volk wird für Neuerung und seien sie noch so nützlich und zeitgemäß— 1 Verständniß noch Sympathie haben, wenn es untck Druck der gegenwartigen Theuerung iveiter leben M Dem gegenüber darf man wohl gespannt sein,* Ideen die Herren Finanzmänner von den 1 „Deckungsmitteln" haben werden._ Jj Wir fürchten, diese Ideen werden nicht seht kich fein I_ Hamburg, 12. April. Gestern fand hier im großes des Tüdge'schen Etablissements eine stark besuchte allgen beiterversammlung statt mit der Tagesordnung:„Wie. sich die Arbeiter Hamburgs zu einer Feier am 1. M«1' der Debatte bethenigten sich auch die Reichstagsabge" Förster und Metzger. Die Meinungen waren' überall auch hier getheilt. Ein Theil der Redner war der an dem bevorstehenden 1. Mai nicht zur Arbeit zu gehen.; — Genug der Worte! sagte sie endlich ttocken. Sie sind nicht vernünftiger, als alle anderen, Madame Frädsric!... Die Nachbesserungen sollen sofort gemacht werden!, Während dieser Auseinandersetzung hatte Denise aus gehört, aus die Straße zu schauen. Sie merkte wohl, daß diese Frau Madame Aurelie sein müsse; allein, in Schrecken verfetzt durch ihre laute Stimme, war sie stehen geblieben und wartete nun. Die Demoiselles, entzückt darüber, daß sie die Vorsteherin und ihre Stcllvertreterin mit einander m einen Streit verwickelt hatten, waren mit sehr gleich- giltigen Mienen zu ihren Arbeiten zurückgekehrt. Es ver- flössen einige Minuten und keine von Allen besaß so viel Wohlwollen, um das Mädchen aus seiner Verlegenheit zu reißen. Endlich war es Madame Aurelie selbst, welche sie unbeiveglich dastehen sah und fragte, was sie wünsche? — Ich suche Madame Aurelie. — Ich bin's. Denise stand mit ausgetrockneten Lippen und vor Kälte zitternden Händen da, wieder ergriffen von einer jener Schreckensanwaudlungen ihrer Kinderzeit, wenn sie die Ruthe zu fürchten hatte. Sie stammelte ihr Verlangen her und mußte ihre Wortewiederholen,um sich verständlichzu machen. Madame Aurelie schaute sie mit ihren großen unbewegtichen Augen an, ohne daß sich in ihrem mazeftätischen Antlitze auch nur die Spur einer Rührung gezeigt haben würde. - Wie alt sind Sie? — Zwanzig Jahre, Madame. — Wie, zwanzig Jahre? Sie scheinen kaum sechszehn Jahre alt zu sein. Die Verkäuferinnen hoben von Neuem die Köpfe, um diesem Verhöre zn lauschen. Denise beeilte.sich hinzuzu- jugen; — O, ich bin sehr stark. Madame Aurelie zuckte ihre mächtigen Achseln, dann erklärte sie kühl: _.—. Mein Gott, ich werde Sie einschreiben. Wir schreiben �ede em, die sich vorstellt. Mademoiselle Marguerite, geben S,e mir das Buch her. Man fand das Buch nicht sogleich; es müsse bei dem Inspektor Jouve sein, hieß es. Während Marguerite. das Buch zu holen, erschien Mouret, gefolgt von BoN Sie hatten ihren Rundgang im Halbstock vollendet� waren durch die Abtheilungen für Spitzen, Shaivls� werk, Ausstattungen und Weißwaaren gekommen und mit der Konfekttousabtheilung. Madame Aurälie ihnen bei Seite und unterredete sich mit ihnen cine. über eine Bestellung von Paletots, welche sie bei großen Unternehmer von Paris zn machen gedacht� möhnlich kaufte sie direkt, unter ihrer Berantivorl� bei großen bedeutenden Käufen zog sie eS vor, sich•'5 Leitern der Unternehmung zu besprechen. Bourdo�s nützte die Eetcgenheit, um ihr den neuesten Sohnes Albert mitzutheilen. Sie schien in VerJ'.� zu sein; dieses Kind werde noch ihren Tod hcrv(i meinte sie; sein Vater, wenn auch schwach an Geist, � wenigstens em anständiges Betragen und die Rechtsch�D für sich. Diese ganze Dynastie Lhomme, deren unbclch Oberhaupt sie war, gab ihr oft recht viel zu schaff� Mouret hatte mittlerweile die Anwesenheit* bemerkt und neigte sich zu Madame Aurelie, uw fragen, was dieses Mädchen hier wolle. Als die � erwiderte, daß das Mädchen sich als Verkäuferin ch!# habe, war Bourdoncle in seiner gewöhnlichen Gering. für die Weiber höchlich erstaunt über diese Anmaß� 4 — Das kann nur ein Scherz sein, flüsterte er, r häßlich. W — Sie besitzt in der Tjjat nichts Schönes, sag�'ß der es nicht wagte, sie zu vertheidigen, obgleich er Staunen vor der Auslage da unten für sie eü>ir war.—(ji1 Man brachte jetzt das Buch und Madame ÄN*; zu Denisen zurück. Diese machte in der That kech p Eindruck. Sie war sehr reinlich in ihrem schwatt � kleidchen. Plan nahm an der Aermlichkeit ihrer � keinen Anstoß, denn die Verkäuferinnen erhielten eine schwarze Seidenrobe vom Hause; allein sie gebrechlich und ihr Gesicht war gar so ttaurig. käuferinnen mußten nicht gerade schön sein, aber e» v wünschenswerlh, daß sie eine angenehme Figur mackst gegen Die Mehrzahl der Anwesenden sich entschlossen, erst die Meinungsäußerung der sozialdemokratischen Reichs tagsfraktion abzuwarten. Eine hierauf bezüglich von Metzger eingebrachte Resolution wurde angenommen und eine aus drei Personen bestehende Kommission gewählt, welche in der nächsten Woche auf's Neue eine Versammlung einberufen soll auf Grund der Aeußerung der sozialdemokratischen NeichstagSsraktiom Gewählt jir die Kommission wurden I. Pantzner, Vorsitzender der hiesigen Metallarbeiter, H. Meyer, Borsitzender der Maurer und Th. Schwarzer, Vorsitzender der Hafenarbeiter. In der Lohnbewegung befinden sich gegenwärtig hier am je die Gärtner, die Schuhmacher und die aler. Doch handelt es sich bei allen drei Gewerken nur um partielle Streiks, da ein nicht unbedeutender Theil der Meister oder Prinzipale die Forderungen ihrer Arbeiter bewilligt haben und diese weiter arbeiten. Nichtsdestoweniger bleibt em großer Theil Unterstützungsbedürftiger noch, und ob die Gelder genügend fließen werden, ist leider zu bezweifeln. Hätte man die Gärtner, welche jedenfalls diejenigen sind, welche am meisten einer Verbesserung ihrer Arbeitsverhältnisse bedürfen, erst ihre Sache mit durchsechten helfen und waren dann nach und nach die anderen gefolgt, so wäre ein glänzender Erfolg nicht ausge- blieben, der jetzt immerhin zweifelhast bleibt. In dieser Ve- Ziehung müßte die Gewerlschaftsbewegimg viel besser geregelt werden. In Kiel sind 700 Arbeiter von der Germaniawerft ausge- sperrt worden, joeil dieselben sich weigerten, unter einen Lohn- Zuschlag von 25 pCt. Ueberstunden zu machen, welche in letzter Zeit ständig an der Tagesordnung waren. Die Direktion wollte nur einen Zuschlag von 10 pCt. bewilligen. Man kann es den Arbeitern wahrlich nicht verdenken, daß sie nicht gegen einen Mehrverdienst von 6—8 Pfennigen für zwei Stunden täglich, Zag aus Tag ein ihre Feierabendstunden opfern wollen. Dieje Mehrzahlung reicht ja nicht einmal zu einer Erqulckung, welche doch durch die verlängerte Arbeitszeit und die dadurch bedingte größere Slnstrengung unabweislich geboten ist. Dadurch, daß sich sämmtliche Arbeiter der Gernianiawerft de» zuerst Ausgesperrten angeschlossen, soll die Zahl der Feiernden auf 1000 gestiegen sein. Zuzug von Rostock, womit die Direktion gedroht, wird hoffentlich ausbleiben und bald eine Ver- tändigung der Arbeiter mit den maßgebenden Leitern der Werft iattstndcn. Wie die Geiverkschaftsbewegung unter den Arbeitern, selbst unter solchen, die man gewöhnlich als die Jndiffereutesten zu be- trachten geneigt ist, immer weiter um sich greift, beiveist, daß auch die Schlächtergesellcn hier in Hamburg vor kurzem in einer von über 1000 Mann besuchten Versammlung eine„Freie Vereinigung der Schlächter von Hamburg und Umgegend" gegründet haben. Diese Vereinigung soll bezwecken, herrschende Uebelstände im Schlächtergewerbe zu beseitigen, bessere Lohn- und Arbeits- bedinaungen herbeizuführen und Streitigkeiten zwischen Meistern und Gesellen auf gütlichem Wege zu schlichten. Auch hier sind es wiederum die Jnnungsmeister, welche dein Streben der Gesellen am störrigsten und schroffsten gegenüberstehen. Als Kuriosum ist noch zu erwähnen, daß auch die Ham- burger Dienstmädchen dem Beispiele der Näherinnen und Plätte- rninen folgen und einen Fachverein gründen wollten; doch wurde die nachgesuchte Erlaubniß zur Abhaltung einer Versamm- lung von der Polizeibehörde auf Grund der bestehenden„Ge- smde- oder Dtenstboten-Ordnung" nicht gestattet. Die Mädchen. chelche sich in einer„dienenden" Stellwig bei anderen Leuten, „Herrschaften"'aena>int, befinde, i, sind in Hamburg eben immer noch Menschen vritter oder vierter Klaise. Wie geist- und geschmacklos die Natioimlliberalen bei uns »n Hamburg sind und welche duftige Blüthen ihre ohnmächtige Wuth zeitigt beiveist folgender Vorgang. Die Fresinnigeii haben für nvthig gehalten einen Festabend abzuhalten und zwar am Doiiiierstag Abeud dieser Woche. Die Festrede hielt der be- rühmte Alexander B i e r- M e y e r. In den„edlen"„Ham- burger Nachrichten" erschien nun gleich am folgenden Morgen Mit großer, fetter Schrift folgende Aunonze: . kirn recht baldige Wiederholung des gestrigen Freisin- rngen Tingeltangels, aber dann mit Trommelliaug, bitten Mehrere Theilnehmer. Wo war denn Aujust? Darüber natürlich große moralische Entrüstung unter dein aesammtm Freisinne Hamburgs! Uns mag es ja freilich recht sein, wenn sich die seindlichen Brüder die Haare raufen. VolikiMo UebevNckk. Das A,»siehe« Deuisichlands im Ausland hat— darin sind alle Mittheilungen einig— in der jüngsten Zeit ganz bedeutend gewonnen. Und zwar ist dies— so schmerzlich es den national-chauvinistischen Hurrahvatrioten auch sein mag— Hein Aussall der deutschen Wahlen und dem Etnrz des Fürsten Bismarck zu danken. In England, Frankreich, Amerika und anderen„wilden" Ländern hatte man sich den Bttcken dieser Damen und dieser Herren, welche sie unter. suchten und mit den Augen masiem mie eine Stute, auf welche die Bauern auf dem Jahrmarkts feilschen, verlor Demse vollends die Fassung. — Sie heißen? fragte die Vorsteherin. — Denise Bandu. — Ihr Alter? — Zwanzig Jahre vier Monate. und sie wagte es, die Augen ans Mouret zu erheben, den sie in allen Abtheilungen mit der nämlichen Autorität auftreten gesehen hatte und dessen Anwesenheit sie in Ver- legenheit setzte; sie flüsterte mit zitternder Stimme; — Ich bin recht kräftig, wenn ich auch nicht darnach aussehe. Alle Welt lächelte. Bourdoncle betrachtete ungeduldig seine Nägel. Die Versicherung des Mädchens begegnete einem kühlen entmuthigenden Stillschiveigen. — In welchem Hause haben Sie in Paris gedient? fragte die Vorsteherin. — Madame, ich bin eben aus Valogv.es angekommen. Das war nun ein neues Mißgeschick. Gewöhn- lich forderte man beim„Glück der Damen", daß die Verkäuferinnen mindestens ein Jahr in irgend einem Pariser Hause gedient haben sollen. Denise glaubte, daß nun Alles verloren sei, und wären die beiden Brüder nicht gewesen, für die sie arbeiten mußte, sie wäre sicher- lich davoit geeilt, um diesem nutzlosen Verhör ein Ende zu machen. — Wo waren Sie in Valognes? — Bei Cornaille. — Ich kenne ihn, es ist ein gutes Haus, bemerkte Mouret. Gewöhnlich enthielt er sich bei Aufnahme von Ver- käufern oder Verkäuferinnen jeder Einmengung, denn die Abtheilungsvorsteher waren für ihr Personal verantwortlich. Aber mit seinem feinen Sinn für die Frauen fühlte er bei diesem Mädchen die Stärke eines verborgenen Reizes heraus, dessen sie selbst nicht bewußt war. Der gute Ruf des Hauses, aus welchem ein Anfänger hervorging, war von großem Gewicht und oft entscheidend über die Aufnahme. (Fortsetzung folgt.) daran gewöhnt, das deutsche Volk als eine quantitö negli- geable, d. h. als das willenlose Spiel- und Werkzeug eines einzelnen Mannes zu betrachten. Der 20.. Februar hat ge- zeigt, daß das deutsche Volk einen Willen hat. Nachdem Deutschland lange gefürchtet worden, wird es jetzt geachtet und das ist ein großer Fortschritt. Eine amtliche Kelianntmachung über die Ausführung des Alters- und Jnvaliditätsverstcherungs- Gesetzes setzt(soweit Berlin betheiligt ist) fest, daß als„höhere Verwaltungsbehörde" im Sinne des Gesetzes in de» Fällen der§K 13, 22 Absatz 2 Ziffer 1,112 a. a. O. anzusehen ist für Berlin der Ober-Prästdent; und daß der Stadtkreis B er lin eine Versicherungsanstalt bildet. »lebev die Knerbietunge« Ztanle»»'« an Emin hat der Afrikareisende Paul Reich ard am Freitag Abend gelegentlich eines Vortrages im Architektenhause wteressante Mittheilungeu gemacht. Reichard theilte am Schlüsse seines Vortrages einen Krief mit, den er voni Hofmarschall a. D. v. St. Paul-Jllaire rhalten hat. Dieser Brief berichtet über eine Ueberredung zwi- chen deni Sohne des Absenders, dem Generalvertreter der deutsch- ostafrikanischen Gesellschaft in Sansibar, und Erain. Es heißt in demselben:„Emin war Anfang März ds. Js. in Sansibar bei meinein Sohne; er beklagte sich bitter,.daß Stanley sich abfällig über ihn in den Zeitungen geäußert, besonders, daß Stanley verbreitet habe, Emin wäre erst zu bewegen gewesen, mit ihm von Wadelai fort zu gehen, nachdem ihm von Stanley 12 000 Lstrl. geboten worden seien. Nachdem Stanley dies gesagt, wolle er, Emin, auch nicht mehr schweigen, sondern meinem Sohne genau mittheilen, was Stanley ihm angeboten habe. Erstens hat Stanley im Auftrage des Königs der Belgier angeboten: Emin tritt in die Dienste des Kongostaates als Gene- ral, bestimmt sein Gehalt selbst, bleibt Gouverneur seiner Provinz und erhält als Verwaltungskosten 12 000 Pfund Sterling, die er aber in Elfenbein u. s. w. in der Provinz selbst ausbringen muß. Zweitens hat Stanley im Austrage der Britisch East Asrikan Komp. angeboten(und hinzugefügt, daß er dem Emin ralhe, »iesen zweiten Auftrag dem eriteren vorzuziehen): Emin ninimt eine ganze militärische Macht, die er aufbringen könne, drei-, vier- oder fünstausend Mann, zusammen, begleitet mit derselben Stanley westlich und südlich u>n den Biktoria-Nyanza herum, etzt sich in Kamrondo fest und gründet mehrere Stationen. Wäh- rend dessen geht Stanley durch Massailand nach Mombassa hin- unter und holt von dort für Emin zwei zerlegbare Dampfer nach Kaviroudo herauf. Nachdem dieselben auf dem Viktoriasee chivimiiien, erobert Emin Uganda und Unioro. Derselbe gründet dort eine neue Provinz und dehnt sich nach Norden aus, d. h. also auf sein früheres Gebiet zu. Emin wird nun vollständig selbstftändiger Gouverneur dieser neuen Provinz mit einem zu vereinbarenden Gehalte im Dienste der britisch-ostafrikanischen Gesellschaft."— Diese Anerbietungen Stanleys an Emin, besonders das Projekt der britisch-vstafri- kanischen Gesellschaft, lassen an Phantasterei nichts zu wünschen übrig. Die Herren stellen sich immer, als hätten sie über die Vertheilung von Afrika ganz allein zu verfügen, während doch gerade in den letzten Jahren die Erfahrungen, welche Stanlev, Emin und Wißmann gemacht haben, bewiesen haben, daß die Afrikaner selbst durchaus nicht gewillt sind, sich von Jedermann „schützen" zu lassen, der eilte Flagge in der Tasche hat und in deren Hissung zufällig anderen Europäern zuvorkommt. Grund lliickisgeschrnke für den Fürsten Bismarck. Ein Konsortium von Hamburgern hat zwei Griindstucke, die dem sürsten zur Arrondirnng seines Besitzes Friedrichsruh erwünscht ind, angekaust, um ihm dieselbell nachträglich als Geburtstags- geschenk zu verehren. Einer grosZartigen Sieuerdefraudatio« hat sich seit Jahren ein Hamburger Handelshaus in Gemeinschaft mit einer oderschlesischen Firma schuldig gemacht. Das Hamburger Haus meldete große Quantitäten Spiritus als ins Ausländ gehend den Behörden an und. ließ sich die Ausfuhrprämie geben. Der Spiritus wurde aber nicht ins. Ausland gesandt, sondern ging als Es|ig, spanischer. Wein:c. dellarirt nach Schlesien, wo die Helfers- Helfer ihn weiter vertrieben. Durch die Aussuhrprämie waren die Desraudauten trotz der hohen Frachtkosten in der Lage, den Spiritus bedeutend billiger abzugeben, als sie Konkurrenz. Letztere, durch die für sie unerklärlichen Preue aufmerksain geworden, forschte nach der Quelle, ans welcher der so billige Spiritus be- lOgen würde, und einem Breslauer Spiriiushause' gelang es end- ich, den Betrug aufzudecken und den Steuerbehörden und der Staatsaiiwaltschast Anhaltspunkte zum Einschreiten zu geben. Bereits sind mehrere Verhastungen ,n dieser Sache in Beulhen und Umgegend erfolgt. Die Untersuchung wird bei dem sehr aus- gedehnt und bis nach Polen hinein betriebenen Geschäft sehr um- sangreich werden. Die Steuerbehörden wurden von den Defrau- danten m der Weise getäuscht, daß an den Spunden innerhalb der Fässer Behältnisse angebracht waren, welche die jeweilig deklarirte'Flüsstgkeit enthielt, während die Fässer sonst mit Spiritus angefüllt waren welche mir fast von den Füßen fielen. Kaum war ich angekleidet. als ich mich auf einen Stuhl setzen mußte und im Nu waren m« sämmtliche Haare mit einer Art Hundsscheere(Haarmaschine ist der technische Ausdruck für dieses Instrument) ,vie abrasirt vom Kopfe geschoren. Hierauf kam ich in eine Zelle, in welcher ich vi» zum anderen Morgen bleiben mußte; dieselbe war so klein, daß ein Auf- und Abgehen unmöglich war. Das Bett war in einer derartigen Verfassung, daß ich die ganze Nacht kein Auge schließen konnte und das Liege» glich einer wahren Tortur. Am anderen Morgen wurde ich dem Direktor vorgeführt, wo mir eine ähnliche Behandlung, nur mit etwas mehr Höflichkeit übertüncht zu Theil wurde, wie Tags zuvor vom Aufseher. Ich war ganz erstaunt über die Art und Weise, wie der Direktor mit mir sprach. Er sagte z. B.:„Wie kannst Du so frech sein und den Deutschen Kaiser beleidigen? was hast denn Du für Eltern gehabt? waren die auch so wie Du, daß sie Dich so schlecht erzogen haben?" u. s. w. Der Buchhalter oder Inspektor, welcher einem die Arbeit zuweist, sagte u. a. wörtlich zu mir:„Mit was für Lumpen hast denn Du in Stuttgart verkehrt?" Während meiner ganzen Haft wurde ich genau so wie der gemeinste Verbrecher behandelt und mußte wie jeder andere mit dem Blechschild aus der Brust im Hof, in der Kirchs:c. erscheinen. Wohl zu beachten ist noch, daß ici) diese Behandlung in einem Gefängniß zu erdulden hatte und nicht in einem Zuchthause, wie es bei Herrn Boshart der Fall ist. Kresln«. Die von einem Brc-lauer Blatte verbreitete Nachricht, daß der Reichstaasabgeorduete Kunert au3 der Hast entlassen worden sei, bestätigt sich nicht. Jilzwischen ist, der „Schles. Ztg." zufolge, vielmehr die Anklage wegen Maiesläis- beleidigung gegen Kunert erhoben worden. Gesterreich-Uttsar«.. � Wien, 13. April. Die durch die Unruhen in der vongen Woche veranlaßten polizeilichen Maßnahmen sind heute mittelst Polizeierlaß wieder aufgehoben worden. Prag,. 13. April. In einer heutigen Versammlung be- schlössen die Maurer, sich an der Feier des 1. Mai nur dann zu bethelligen, wenn dies von den Unteruehiuern bewillgit würde. P e st, 13. April. Zweihundert Mitglieder des Schriftsetzer- und Druckervereins haben beschlossen, sich der Bewegung für die Feier des 1. Mai anzuschließen und die städtischen Zeitungen zu ersuchen, am 2. scheinen zu lassen. Frankreich. Paris, 12. April. Von amtlicher Zunahme von Viehzufuhr in La Billette der Haupt- Blätter er- Eine in Gel enkirchen ab- Z«r z)ergarl>eit«pll«weauiig. Ei gehaltene Versammlurg, an welcher über 200 abgekehrte Bergleute des Gelsenkirchener Bezirks theilnahmen, ward polizeilich aufgelöst, und zwar infolge einer Aeußerung des Bergmanns Brodam, daß die Zechenverwaltungen selbst den Streik herbeizuführen trachteten, um die Stteilenden mit Hilfe des Militärs zur Raison zu bringen. Dresden, 11. April. Wie die„Sächs. Arbeiterztg." meldet, steht der Fall Boshart keineswegs vereinzelt da. Der sozialdemo- kratische Redakteur Wittner von hier, der seit einiger Zeit in der Gefangenenanstalt zu Zwickau eine ihm wegen Mazestätsbelei- digung zuerkannte Strafe verbüßt, hat dort eine ganz ähnliche Behandlung erfahren, wie Herr Boshart in Ichtershausen. Nur die Brille hat man Wittner gelassen, sonst aber trifft nach der „Sächs. Arbeiterztg." Alles, was über Boshart gesagt wurde, auch aus Wittner zu. Vor allen Dingen hat man ihm in Zwickau jede Selbstbeschästigung untersagt und ihn gezwungen, sich, gleich ' e» übrigen Sträflingen, mit der Anfertigung von Tuchpantoffel» zu beschäftigen. Es wird nun Sache des Herrn Ministers v. Nostiz-Wallwih sein, sich baldigst zu äußern, ob auch in diesem galle, ähnlich wie in Gotha, ein„Versehen" vorliegt, oder ob die Verleitung des sächsischen Gefünguißwesens eine derartige Be- Handlung politischer Gefangenen billigt. Stuttgart, 11. April. Aus einem württembergischen Ge- fängiüß giebt ein Journalist K. P. im„Schwäbischen Wochenblatt" folgende Beh an dlungsmeth ode politischer Gefangenen zur öffentlichen Kenntniß: Im Jahre 1888 wurde ich wegen Majestätsbeleidigung durch die Presse zu 5 Monaten Gefängniß ver- urtheilt, wovon ich 3 Monate im Zellengesängniß Heilbronn ab- zubüßen hatte. Als ich borten eingeliefert war, wurde folgender- maßen mit mir verfahren: Der Aujseher, welcher mich«inzu- kleiden hatte, gab mir gleich den richtigen Begriff von dem, was meiner wartete, indem er mich barsch anfuhr:„wie heißt Du?", „wegen was bist Du da?",„wie lange hast Du?" u. s. w. Während dieses Examinierens fuhr er mich an:„Du Lümmel, kannst Du nicht anständig hinstehen?" und in höhnischem Tone fuhr er fort:„Euch naseweise Bürschle wird man schon Eure rebellische Gedanken vertreibe, marsch da'nein ins Bad." Ich kleidete mich so-rasch als möglich aus und stieg ins Bad, aber kaum war ich im Waffer, als der Auffeher schon wieder schrie:„Schnell g'macht oder ich will Dir schon Füß' mache!" Hierauf erhielt ich den Sttäflingsanzug. Von meiner Wäsche durfte ich nicht das geringste behalten. Der gefaßte An- zug war braun und weiß gestreift, ungefähr gerade so auffällig, wie der eines Zirkusklowns. Die Hosen waren mir zu kurz und glichen zwei unförmlichen Säcken, die Weste konnte ich ihrer Enge wegen nicht zuknöpfen, der Kittel war mir um ca. 80 Zentimeter zu weit als Stiefel erhielt ich zwei Futterale aus RindSleder, Seite wird die stetige _____,__________..._________ angekündigt. Der aus Algier avisirte Transport von Schafen ist infolge heftiger See- stürme noch nicht eingetroffen._. Paris, 12. April. Das Schwurgericht der Seine fällte heute ein freisprechendes Urtheil für sämmtliche Angeklagte wegen angeblicher Entwendung von Aktenstücken aus dem Staatsgerichte in dem Prozeß gegen Boulanger._. Paris, 13. April. Der„Matin" erfährt, daß die Zec- tungsnachrichten über das Auftreten der Cholera an Bord des Dampfers„Fulford", welcher von Birma kommend im Vorhafen von Bordeaux eingetroffen ist, amtlich demeatirt würden. Das Schiff verbleibe übrigens unter genauer Ueberwächung. Auf der Grube„Barrandier" bei St. Etieune haben die Bergarbeiter die Arbeit niedergelegt; dieselben fordern Lohn- erhöhuna. Die Bergleute von Comberigol kündigen ebenfalls den Ausstand an, Siftlitit* Die ArbeiterkrisiS in Italien verschärft sich von Tag zu Tag mehr. Aus Bologna berichtet man uns, daß dort am Ostermontag eine Versammlung von 1500 arbeitslosen Maurern stattfand, in welcher'bie Redner erklärten, daß angesichts der in fast allen größeren Städten "Italiens hereingebrochenen Baukrisen für hivei Drittel aller iauhandwerker in Italien gegenwärtig keine Beschäftigung zu finden sei. Die schon früher gewählte Kommission hatte bereits den Bürgermeister der Stadt um Nachweis von Ar» beit ersucht, doch dieser erklärte, die Stadtgemeinde habe im Augenblick auch nicht im Entferntesten die Geldmittel, um für eine so große Zahl Arbeiter Beschäftigung zu schaffen. Nachdem diese Antwort der aus einem freien Platze der Stadt tagenden Versammlung mitgetheilt war, beschloß man noch einen letzten Versuch zu machen, und sich direkt au die Re» gierung zu wenden. Man nahm eine Resolution an, in ivelcher die Versammlung erklärte, daß die arbeitslosen Maurer von Bologita nicht mehr von den Groschen und Spenden des Mitleids leben würden, und daß ihnen des- halb, wenn die Negierung ihnen nicht Arbeit und Verdienst schaffe, nichts weiter übrig bleibe, als mit den Ihrigen zu verhungern. Die Kommission ging mit diesem Beschluß ivicderum zum Präfekten, ivelcher die Resolution auf Staats- kosten telegraphisch der Regierung übermittelte. Nachdem die Kommisston zu den Versammelten zurückgekehrt war, be- schloß man, noch drei Tage zu warten, um dann zu sehen, od die Regierung etwas gethan habe.— Zu beiden Seiten des Platzes stand während des ganzen Verlaufes der Versammlung eme halbe Kompagnie Linientruppen mit ans- gepflanztem Seitengewehr und scharfen Patronen. Jeder Ab- theilung waren auchlein Militärarzt und Sanitätsmannschaften beigeordnet. Außerdem waren an allen Straßenecken je zwei mit Säbel und Revolver bewaffnete Polizeibeamte posttrt, und das übrige Militär war in den Kasernen kon- signirt. Rom, 13. April. Eine von mehreren Tausend beschästi- gungslvser Arbeiter besuchte Versammlung wurde wegen auf- reizender Aeußerungen der Redner aufgelöst. Die Auseinander- Sehenden wurden wegen Versuchs von Ansammlungen von den Gruppen zerstreut, wobei mehrere Verhaftungen vorkamen. Rom, 9. April. Die hiesige„ Assooiazione per ka Pace" hat kürzlich unter dem Vorsitz des Abgeordneten Bonghi eine Sitzung gehalten, worin infolge Ausforderung der Schweizer Deputirten zum Pariser Parlaments-Ziongreß beschloffen ivurde, unter Theilnahme der dem Verein bereits angehörenden Senatoren und Abgeordneten einen ständigen, parlamentarischeu Ausschuß einzusetzen, der sich mit den gleichen Ausschüssen der übrigen Länder in Verbindung setzen soll, um dem Grundsatz der Schlichtung internationaler Streite durch Schiedsgerichte immer mehr Anerkennung zu verschaffen. Mit großer Befriedigung wurde Kenntniß genommen von dem Antrag, welchen eine Anzahl spani- scher Senatoren im Senate eingebracht hat, ivonach die Regierung zu ermächtigen ist, alle internationalen Sttette durch Schieds- gerichte zu erledigen.— Der römische Friedensverein wird im Auftrag der italienischen Vereine demnächst ein Blatt heraus- geben, welches als Organ sämmtlicher Friedensvereine Italiens gelten soll. Spanien. Madrid, 12. April. Der Senat hat den Bericht der Kom- Mission, nach welchem derselbe ermächtigt wird, den General Daban mit Arrest zu bestrasen, angenommen. Einer Meldung der„Ülunes" aus Sansibar zufolge würde Emin kommende Woche von Baganioya aus nach dem Innern aufbrechen. Die Dauer seiner Expedition wird auf etwa neun Monate berechnet. Nach einer Meldung des„Neuter'schen Bureaus" aus Mocambique haben vie Portugiesen eme große bewaffnete Expedition unter Mitnahme von Artillerie den Shire-Fluß hinaus unternommen; ei» Angriff aus Mponda soll beab- stchttgt sein, Theater. Dienstag, den IS. April. Vverustaus. Othello. Kchaujlpielhans. Der Sturm. Kesstttg-Theater. Die Ehre.Z Berliner Theater. Eva. Deutsches Theater. DieJournalisten. FrieKrich-Wilhelmstädt. Theater. Der arme Jonathan. MaUner-Theater. Die Bajadere. Im Spätsommer. Diktoria-Theater. Stanley in Afrika Gstend-Theater. Die Geheimnisse von Neiv-Iork oder: Madeline's Dämon. Kestdenx-Theater. Marquise. KroU's Theater. Lucia di Lamer* moor. KelleaUianr«• Theater. Der Nautilus. Central- Theater« Ein fideles Hans. Ad-olf Ernst- Theater. Der Gold- stlchs. Theater der Reichshallen. Speziali- tätenvorstellung. Gebr. Richter'« Uartttö. Speziali- täten-Vorstelluna. Kaufmann'« Uariote. Spezialitäten- Vorstellung. American-Theater KM Dresdenerstraße 65._ Täglich Vorstellung Englischer Garten Direktion: C. Andress, Alexander- straße 27c. Auftreten des Gesangshumoristen Herrn Jung. Auftreten der deutsch- schwedischen Chansonnette Fräulein Tonny Peters. Auftreten der vorzüglich. Liedersängerin Frl. Margarethe Steinow. Neu I! Auftreten des Jnstrumental- und Gesangs-Terzetts(3 Damen) Geschwister Sawona. Auftreten der beliebten Duettisten Ge- schwister Kömig. Anfang Wochentags 8 Uhr. Entree 30, 60 u. 75 Pf., tm Vorverkauf 20 u. 30 Pf. Sonntags Anfang halb S Uhr. ' Ent Sonntags Entree 50, reservirt 75 Pf., Orchester 1 Mark. Borverkauf Entree 40 Pf. I 21. Unter den Linden 21. Im Hause der Wilhemshaüen neben der Passage. 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April, Abends 8 Uhr, im Nestau- | ch""M" rant Königshof, Bülowstraße 37, ihre Generalversammlung ab. Tagesordnung; 1. Rechenschaftsbericht. 2. Vortrag. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes und Fragekasten. 964 Die Bevollmächtigten Abonnements für Nowawes, Neuendorf und Umgegend liner Volksblatt", die auf das„Berliner „Berliner Volks- Tribüne",„Nord- wacht", den„Textil-Arbeiter",„Wahren Jakob", Dr. W. Zimmermanns Großer deutscher Bauernkrieg u. f. w. nimmt entgegen 952 Herrn. Bathe, Uowawrs, Wilhelmstraße 54. ■■SWZWJKÄTI iCohlhardi seht Mariannenstraße 34 empfiehlt seine 774 BvWMung v. VlOinilttel. jr mn* Spandauerbrücke 6, am hiesigen Platze bekanntlich Grässte Auswahl. Garantirt ficher brennende EW T a b a b e."VL Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindlichen Rohtabake sind am 1653 Lager. A. Goldschmidt, Spandauerbr. 6, am Hacke'schen Markt. empfehle bei Be- 5)(« Emst» m„« Herren- u. Knaben- 846 P�B Garderoben-Geschäft, gg Wilh Pabr EUsabckiiklrchsir t¥ III», r düi, Kr. S am V; nuelpl Verantwortlicher Redakteur: Curt pauste in Berlin. Druck und V. Große öffentliche Versammlung der petll. Marbeiter Verl. 11. Ums am Mittwoch, den 16. April, Abends Sv» Uhr, im Saale des Herrn Joel, Andreas- Strasse Nr- z Tagesordnung: 1. Berichterstattung über den vom 8.— 11. April fw* gefundenen Bauarbeiter-Kongreß zu Hannover. Referenten: Fritz Krüg' und Willi Schmidt. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.— Zur Deckung* Unkosten findet Tellersammlung statt.— Es ist Pflicht eines jeden Arbeuer in dieser Versammlung zu erscheinen. 959 Der Einberufer. II #' Große öffentliche Versammlung Iii.......... i. am Dienstag, den 15. April, Abends 8 /* Uhr, in Joel s Salon(früher Keller), Andreasstrasse NoJ Tages-Ordnung: Wie stellen sich die Gewerkschaften zur weitere Gründung von Fachpressen. Ref. J. Wernaß 2. Stellungnahme der Gewerkschaften zur Wahl eine Zentral- Streik- Kontrolkonunission für Verli» Referent Th. Glocke. 3. Diskussion. Verschiedenes. Der Einbemfer: C. Thieme. Ache DMWM-MrsmM für Kirdorf und Umgegend am Dienstag, den 15. April ds. Js,, Abends 8- Uhr, im Lokale des Herrn Niesegk, Bergstr. 129. Tag e s; O r bji u n g:_____ � Der Achtstundentag.' Ref. Max Baginsky. 2. Diskussion. 8 richt der Kommission zur Gründung eines Arbeiter-Bildungsvereins. 4. schiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bittet_ 955 Der Einberufer. idT Versammlung snmmtlicher Arbeiter der König!, gaup* Werbstatt zn Tempelhof und dein dazu unterstellten Betriebe zu Berlin j am Mittwoch, den 16. April 1890, Abends 8 Uhr, ia Hab»1 Brauerei, Bergmannstrasse Nr. 8—7. Tages-Ordnung:,* 1. Vortrag über:„Unsere wirthschaftliche Lage." Referent wird ifl' Versammlung bekannt gemacht. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. u Der Eintritt ist nur den Arbeitern gegen Vorzeigung des Kranken« s? Statutenbuches gestattet. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellers®* lung statt. Um recht rege Betheiligung ersucht 869 Die Kommission. dem bei fliet NB.: Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. zeiä Große öffentliche Versammlung der Verplüer, GoAchev-ArbM Pol Söui 25 b. i und Berufsgenossen am Donnerstag, den 17. April, Abends 8 Uhr,- im Saale der Branerei König Stadt, Schönhauser Allee 7-� Tages-Ordnung: 1 1. Kann der partielle Streik vom 25. November v. I, als beendet? aerden? Eventuell Festsetzung des weiter zu zahlenden Beitrags ff1 Streikkasse. 2. Die Arbeitseinstellungen in Wesseling und Niederb 3. Bericht über die bis dato eingelaufenen Gelder für die Streikkaffe. 4. _■- dass ein jeder Kollege in di#* schiedenes.— Wir erwarten, Versammlung erscheint. 957 Die Streik-Kommission. von I. 20 6 Ab, Rei GL Elli 12 in O. Große öffentliche Versammlung der Mechaniker und verm. Kernfsgt� Herlins und Umgegend am Dienstag, den 15. April. Abends 8 Nhr, im Etabllssem#� Buggenhagen am Moritzplatz.. j Tagesordnung: 1. Berichterstattung der in Joöl's Etablissement Z ahlten Lohnkomnnssion. 2. Diskussion. 8. Stellungnahme zu den Are, gebern, welche unsere Forderungen nicht bewilligen. 4. Verschiedenes.—' Ä Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Um zahlreiche? scheinen bittet 965 Oer Einberufer. v 20 hm 4! na %. 101 Mitglieder-Versammlung J ieS Alzemittil ArteitenWei-BemiS sämmtlich« Bttl? f: ptizt Sttlins iiaii Umzege»! am Dienstag, den 15. April. Abends 8Vi Uhr, in Scheffer's 9"" Jnselstraße Nr. 10. �Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Vortrag des% Stadtverordneten Heindorf über:„Die systematische Lüge in der'«'A "9": tyltematlsche Lüge in der ss�aftlichen Entwickelung. 3. Diskusfion. 4. Wahl einer Rechlsschuykomin>l � 5. Abrechnung vom Vergnügen. 6. Vereiilsangelegenheiten. 7. Verschieß, Der wichtigen Tagesordnung halber weroen die Mitglieder ersucht- � ZU erscheinen, ganz besonders der Filiale Moabit. 943 Der Vorstand. Möbel auf Theilzahlung 8-tsti-znst. 75, JS# ratweirsc!ie Bierhallß� Reichhaltiger Frühstückstisch Mittagstisch«o« 12-41%.... Bier aus der Berliner Bookbrauerei«Ao L. 15 Pf., Schnitt 1° 8 Billards- 3 Kegelbahnen'- �S�al�sür�Vereine�d Gesells�� Täglich: Earcsses Frei-Concei*� _ 5" zahlreichem Besuch ladet ein Fritz Sodtke�/ - j Ä N.> Berl n SW„ Beuthstraße 2. Hierzu«In» Nr. 87. Dienstag, den 15. April 1890. 7. Iahrg� Ardeiter, Kommunalwähler des 32. und 42. Kommnnal-Wahldezirks! Am heutigen Tage finden in Suren Bezirken Wahlen für die Stadtvertretung statt. Die Wichtigkeit der Wahl ist Euch be- kannt; es ist nothwendig. daß auch der letzte Wähler an die Urne kommt. Für den 38. Bezirk befinden sich die Wahllokale: Höhere Bürgerschule. Weißenbnrgerstr. 4 a(Turnhalle) für die Wähler der Hänser: Lothringerstraße 1 bis 22, Prenzlauer Allee 2 bis 16 und 241 bis 249, Saarbrücker- straße 1 bis 35, Schönhauser Allee 1 bis 11 und 177 bis 188, Straßbnrgerstr. 1 bis 21 und 33 bis 60, Weißenbnrgerstr. 1. Höhere Bürgerschule, Weißenbnrgerstraße 4a(Aula) für die Wähler der Hänser: Metzerstraße, Prenzlauer Allee 239 und 240, Straßbnrgerstr. 22 bis 23 und 36 bis 37, Weißenbnrgerstr. 2 bis 7, Christinenstr. 14 bis 80, Schönhauser Allee 173 bis 176, Schwedterstr. 1 bis 19 und 255 bis 268, Templinerstr. 1 bis 13 und 15 bis 19, Teutoburger Platz, Zionskirchstr. 26 bis 31. Für den 48. Bezirk befinden sich die Wahllokale':' 73. Gemeindeschule, Turnhalle, Eingang Grenzstr. 8, für die Wähler der Häuser: Boyenstr. 46, Ehaussee lr. 57 bis 81, Neue Höchste. 1 bis 56, Liesenstr. 1 bis 19, Schulzendorserstr. 9 vis 19, Gartenstr. 79 bis 93, Gerichtsstraße 1 bis 16 und 71 bis 86, Grenzstr. 1 bis 6 und 11 bis 21, Dalldorferstraße von der Pauke bis zur Neuen Sochstraße, Hochstr. 47 bis 49, außerdem die Eckhäuser der reuz-, Garten- und Gerichtsstraße. 73. Gemeindeschule, Aula, Wiesenstr. 66, für die Wähler der Häuser: Colbergerstraße, Hochstraße von der Ring- bahn bis Badstraße, Hochstr. 1 bis 4 und 26 bis 46, Pankstraße 8 bis 46, Wiesenstr. 1 bis 27 und 44 bis 66, Badstr. 41 a bis 67, Platz K., Balster'sches und Bahn- Wärterhaus und der südlich der Pank« belegene Theil der Straßen 60, 62, 63, 66. Im 38. Wahlbezirk befinden sich die Wahlbureaus der sozial- demokratischen Partei: Zehdenickerstr. 21, bei Rosenow, Destillation. Schönhauser Allee 21 bei Mierecke, Destillation. In beiden Bureaus liegen die Listen aus. Im 48. Bezirk befindet sich das Wahlbureau: Grünthaler 66, bei Preuß. Auch hier liegen die Listen aus. In den Wahlbureaus können sich auch Genossen melden, die bei der Wahl mttthätig sein wollen. VokAles. Der Vorstand der f-tialdemokratische» Fraktion giebt folgende Abrechnung: Vom 1. Januar bis zum 31. März d. I. erhielten die Unter- zeichneten: a. Für den Unter st ützungssond: Von Braunschweiger Genossen 600 M., Bielefeld 150 M, Potsdam 21,50 M., Brandenburg 25 M., Buckau 85,85 M., Buckau 41 M., Buckau 68,25 M., Wunsiedel 9 M., Potsdam 25 M. b. Zur Unterstützung der Elberfelder Angeklagten und ihrer Familien: H. G. Schmölln 5,10 M., Dresden N. 100 M., Maulwürfe von Golzern 10 M., Oberlungwitz 20 M., Witzselden 20 M., I. B. 20 M., W. F. Br. 18,40 M., Ronsdors 25 M.. Augsburg 20 M., Osterode a. H. 25 M.. Z. St. 0,70 M., L. Pforzheim 6 M., Itzehoe 10 M., ein antisozialistischer Neichsiags- Abgeordneter 20 M., Osnabrück 25 M., Jenstedt X M., Remscheid„Schafskops" 5 M., Reichenbach i. V. 50 M., H. K. Görlitz 15 M.. Bielefeld 100 M.. Kiel 100 M., Pinneberg 6 M.. Ellerbeck b. Kiel 17,30 M., Bornstedt 26,50 M., Kellinghusen 12 M., Itzehoe 110 M., Lägerdors bei Itzehoe 54 M., Wüster in Holst. 14,40 M.. Neumünster i. H. 50 M., G. Greiz 6,50 M.. O. Peine 4,50 M., Former Lübecks 15,80 M.. Pr. Nürnberg . L- hausen Dr. G 4 M.. nannt aus einem Umsätze von 768 000,82 M. 688 342,15- 1 168 157,42 , c. Für den Wahlfond: Falkenberg 20 M., Leipzig 500 M., Glasmacher Bruns- b- Rade 35,70 M.. Sphinx 2400 M.. Unbekannt 500 M., % ,5. M., L. Luxemburg 4000 M., B. Kn. Warnsdorf 5000 M., Berliner Genossen 5000 M., Unge- P. mn an0UAJf,-' Dr. G. 5 M., A.'s Rentenbeitrag 730 M., Schwarzkünstler Berlin 200 M., Schwarze Brüder inn«ro'J"• ß- Solingen 8 M., Still vergnügt Ölten ä. a rössvÄ-Äg -5'.- Deutsche Parteigenossen in der Schweiz l. Rate 800 M., Sozialdemokratische Freimaurer Leipzig 2000 M., --bum im Mond 1393 M, P Pxgsch,vitz 5 M., Deutsche Ge- nos,en w den Vereinigten Staaten durch Schl. New-Bork 2070 M., TT% a' M., Sozialistische Bankiers Gründergewinn i' Deutsche Genossen in Bukarest 320 M., — � 100 M., Holländische Genossen 2. Rate 80 st. ~ 134,(J M., lliigarifche Genossen Budapest 12 sl.— 20,40 M., Deutsche Geiioifen den Vereinigten Staaten durch Schl. New- Pork 8200 M., deutsche Genossen in der Schweiz 2. Rate 800 M., Ungarische Genossen Budapest 10 fl.--- 17 M., Deutsche Ge- nossen ,n Paris(Leseklub) 645,95 M.. Verein russischer Studenten in Z. 40 M., Ungenannt 500 M., Ungenannt 100 M., Maurer Ottensen 22 M., B. Dr. 100 M., P. H. Berlin 50 M., Mann im Akond 400 M., A. Bl. Berlin 30 M.. I. K. Zürich 61.85 M., Dresden A. 600 M., Meinmingen 10 M., E. S. Berlin 100 M., Rum. Genossen Bukarest durch Nadeyde 19,90 M., Mittweida 160 M., Deutsche Genossen Bukarest 80,65 M., Wald bei Solingen 200 M., Gr.-Ottersleben 300 M., Chemnitz 500 M., Chemnitz 196 M., Lohr Fl. 120 M., Oesterreichische Genossen (Sammlung bei der Wiener Arbeiter-Zeitung.) 1000 M., Stillvergnügt Ölten 50 M., Görlitz 100 M., Sammlungsertrag des Londoner„Sozialdemokrat" 10 000 M., Deutsche Genossen in der Schweiz 3. und 4. Rate 800 M„ Deutsche Genossen in Paris (Leseklub) 2. Rate 201,75 M.. Redaktion des Volks, reund Brünn 18.30 M.. Solingen 350 M.. K. W. 20 M„ Sphinx 500 M.. to m M., Parti ouvrier Paris 1. und II. Rate 360 M.. or" Hamburg 15 M., Potsdam- Osthavelland 50 M., Döbeln � M.. E. Sch. Berlin 50 M.. Deutsche Parteigenossen in der Schweiz V.Rat« 400 M.. Wald bei Solingen 25,40 M., Deutsche Parteigenossen in den Vereinigten Staaten III. Rate durch Schl. New'Uork 2070 M., Deutscher in Genf 100 M., Ungarische Parteigenossen Budapest 25 fl.— 42,50 M., Belgische Parteigenossen Brüssel 440 M., Antwerpener Genossen 160, E. P. Hainm 15 M., A. E. Frankenhausen i. Th. 10 M., Dessau 50 M., A. B. Plauen 40 M., Parti ouvrier Paris III. Rate 37,60 M., Delmenhorst 35 M., Kiel 226 M., Gaarden 130 SR., Buckau 492,75 SR., Holländische Parteigenossen Haag 60 fl.— 100,80 M., St. Johann'44 M., Buckau 100 M., St. Johann SO SR. Berichtigung. In der Quittung pro lV. Quartal sind irrthümlicherweise aus Nürnberg 300 SR. zu viel quittirt. A. Bebel. C. Grillenberge r. W. Liebknecht. H. Meister. P. Singer. Die freisttitiige Majorität der Stadtver«valtung hat bekanntlich der Bewilligung von 40 000 M. für die Schützen- brüder jauchzend zugestimmt. Natürlich werden in nächster Zeit die Zweiradfahrer, die Briefmarkensammler und gleiche wichtige Mitglieder der menschlichen Gesellschaft mit ähnlichen Forderungen an die Portemonnaies der Berliner Bürgerschaft herantreten. Der Zufall spielt uns bei dieser Gelegenheit ein Urtheil über die Schützenverbände in die Hände, welches zwar schon ctivas alt ist, dafür aber den Vorzug hat, von einem preußischen König herzu- rühren. Friedrich II. autivortete ans das Gesuch der Schützen- gilde zu Salzwedel, ihr die bisherigen 30 Thlr. aus der dortigen Akzisekasse wieder zu bewilligen, am 25. Juli 1751 abschläglich: „Weil ich von dem Schießen der Bürger überhaupt gar nichts halte und überführet bin, daß solches zu nichts an- derem dient, als nur die Bürger faul und lüderlich zu machen. Ich sehe es lieber, daß sie statt besten hübsch ihre Nahrung und Profession abwarten und durch deren Verbesserung die Ausnahme der Stadt zu befördern suchen, wozu sie sich von mir alle mögliche Assistenz versprechen können." Wenn die freisinnige Majorität das gewußt hätte! Die Desther der Kerliuer und Uüdersdorfer Dut- fabriken, Adolph R Osenberg, Isidor Süsmann und Hermann Rosenberg haben dem Zuge unserer heutigen wirthschastlichen Entwickelung folgend, ihre Fabriken an eine zu dem Ankauf ge- bildete Aktiengesellschaft für den Preis von 1 307 784,15 M. verkauft, obgleich das Erträgniß dieser Fabriken ein für die bisherigen Besitzer derselben ein sehr befriedigendes gewesen ist. Durch solchen Uebergang eines Geschäftes aus dem Privat- besitze an eine Aktiengesellschaft erfahren die in demselben be- schäftigten Arbeiter dann auch, wie hoch der von ihnen erarbei- tete Gewinn ist. Durch das Akttengesetz sind nämlich die Aktien- gesellschaften gezwungen, den Gründungshergang bekannt zu machen, und, um Käufer für die Aktien anzulocken, muß durch die Veröffentlichung des bisherigen Geschäftsganges und dessen Ergedniß die nöthige Reklame gemacht werde». Es ist also aus dem Prospekt der Aktiengesellschaft, wie der Ausdruck für eine derartige Bekanntmachung lautet, zu ersehen, daß in dem vom l. November bis 31. Oktober jeden Jahres lausenden Rechnungsjahre erzielt wurde: ÄSSn 1886/87 91 982,74 M. 265 1887/88. 146 432,57- 800" 1888/89 158 860,— 390 Diesen Angaben zufolge hat also jeder Arbeiter und jede Arbeiterin den obengenannten ehemaligen Besitzern einen Rein- gewinn von 347 M. im Jahre 1886/87, im Jahre 1887/88 von 488 M. und im Jahre 1888/89 von 407 M. erarbeitet, zugleich ist aber auch die Leistung der Arbeiter eine größere geworden, denn der Arbeitsantheil des einzelnen Arbeiters am Umsätze be- trug im Jahre 1886/87 2809 M., im Jahre 1887/88 2961 M. und im Jahre 1888/69 2905 SR., das heißt also, daß an die Leistungsfähigkeit der Arbeiter von Jahr zu Jahr höhere An- spräche gemacht und auch erreicht worden sind. Der Wocheulohn in den Berliner Fabriken beträgt für die Arbeiter 12—15 M., für die Arbeiterinnen 8—9 M., steht«lso mit dem erarbeiteten Reingewinne in einem ganz unerhört ungerechten Verhälttiisse, das sich noch steigern wird, wenn, wie es wahrscheinlich ist, die Rüdersdorfer Arbeiter und Arbeiterinnen noch schlechter gelohnt werden als die Berliner. Die Sutsabrikation ist eine der ungesundesten Beschäftigungen, der Staub ist mit vielen seinen Wollhärchen durchsetzt, die, ein- geathmet, die Erzeuger der Lungenkrankheiten werden. Die Lebensversicherungs-Gesellschaften verlangen von jedem, der sich versichern will, je nach der Gefährlichkeit des Berufes für die Verkürzung des Lebens eine verschieden hohe Prämie und, es muß zugegeben werden, mit Recht; aber mit demselben oder wohl größerem iiiechte müßte der Arbeiter höher gelohnt werden, welcher seine Arbeitskraft in einem lebensgefährlichen Berufe, wie der in Rede stehende, opfert, denn ein Opfer bringt er den Fabrikherren. Aber für solche Forderungen der Billigkeit und Humanität haben diese Herren höchstens ein vornehmes Lächeln. Di, Freie Urrrinign,»g der Maurer und Fachoeuosten Kertiu» haben an die städtischen Behörden ein Gesuch gerichtet, in welchem letztere gebeten werden, zu beschließen und anzuordnen: a) die Ausführungen bei städtischen Bauten werden fernerhin, mit Umgehung von Unternehmer» und ohne Submission, von Arbeitern oder Arbeitsgruppen unmittelbar unter der Leitung von städti- schen Baubeamten ausgeführt; b) die Bezahlung dieser Arbeiten erfolgt»ach festen, mit den Arbeiterkörperschaften auf Grund eines Mindestlohnes vereinbarten Preisen; c) es wird für die Aus- führung der'Arbeit ein neunstündiger Arbeitstag als Regel ange- nommen und eingehalten. Kein Svjähriaes Arbeiter-Jubiläum feierte gestern der Buchbinder August Beck. Ter Jubilar steht seit 45 Jahren bei dem Hosbuchbinder Vogt u. Sohn, Kochstr. 7, in Arbeit und er- freut sich der rüstigsten Gesundheit. Die Kchießplatz-DerVattungs- Kammisston von Tegel erläßt folgende Warnung:„Auf dem Artillerie-Schießplatz bei Tegel werden wiederholt Personen betroffen, welche, entgegen dem polizeilichen Verbot, denselben unbefugter Weise betreten haben. Da auf oem genannten Platze fast zu jeder Jahres- bezw. Tages- zeit Schießübungen, nicht allein der Artillerie, sondern auch der Infanterie und Kavallerie, stattfinden, so kann die Nichtbeachtung obigen Verbots neben der angedrohten Strafe für die Betreffe den die schwersten Gefahren jür Leben und Gesundheit na' ziehen. � Es kann daher im eigenen Interesse des Publikums nur auf das Dringendste vor dem Ueberschreiten der Schießplatzgrenzen gewarnt werden, welche nördlich nach der Berlin-Tegeler Chauisee hin durch einen Sicherheitsgraben, südlich nach dem Berlin- Spandauer Schifffahrtskanal zu durch einen Sicherheitsgraben nebst Drahtzaun bezeichnet sind." Man schreibt einem hiesigen Blatt zur Warnung für Brief- schreiber: Viele Leute in Berlin haben die Gewohnheit, um zwei Buchstaben zu ersparen, Stadtbriefe nicht nach„Berlin" sondern nach„hier" zu adressiren. Sehr unangenehme Folgen hat diese Gewohnheit kürzlich in einem lehrreichen Fall« gehabt. Ein nach hier" adressirter Stadtbrief hatte sich, im Briefkasten wahrschein- lich, in«ine nach Hamburg aehende Streifbandsendung hinein gedrängt, welcher er erst in Hamburg entfiel. Der ahnungslosn Beamte der Post in Hamburg stempelte ihn ab und übergab ihn dem Briefträger; da dieser aber trotz aller Mühe den Adressaten „hier, Königstraße" nicht ermitteln konnte, der Absender auch nicht genannt war, so mußte der beiläufig sehr dringliche Brief erst auf dem Postamt geöffnet werden, um den Ort der Aufgabe zu ermitteln und das Versehen des Absenders durch die Rücksendung des Briefes nach„Berlin" wieder gut zu macheu. Aus Köpenick wird dem„Berliner Tagebl." Folgendes ge- meldet:„Der wegen Verdachtes, den Gendarmen Müller erschossei zu haben, verhaftete Tischler Biene ist gestern Nachmittag aus der Haft entlassen worden, da er durch authentische Zeugen einen Alibibeweis erbringen konnte. Es besteht die Absicht, eine Geld sammlung für Biene zu veranstalten." Meun eine bekannte alte Wetterregel zutrifft, habe wir einen nassen Sommer zu gewärttgen. Man kann nämlich i> diesem Frühjahr beobachten, daß die Eiche vor der Esche treibt und da sagt die Bauernregel:„Treibt die Esche vor der Eiche hält der Sommer große Bleiche, Treibt die Eiche vor der Esche hält der Sommer große Wäsche." Die Krrliner Vlaserinnnng hat in ihrer letzten Quartals Versammlung den Beschluß gefaßt, die Preise für Glaserarbeitei und dergl. um 20pCt. zu erhöhen.— Und die Löhne? Cinr« rigrnartig kanstrnirte» Volozipedo bedienen sich die Streckenausseher der Äerlin-Hamdurger Bahn zwischen Berlin, Spandau und Nauen. Das Fahrrad geht auf den Schienen, ist leicht gebaut und so eingerichtet, daß zwei Personen nebeneinander auf demselben Platz haben. Die Fahrenden be- wegen mit den Füßen ein Hebelwerk, das die Räder in Be- wegung setzt. Die Bremse ftinktionirt nach einem Druck auf einem bequem angebrachten Handgriffe. Früher wurden zu solchen Fahrten auf der Strecke die sogenannten Draisinen verwendet, Fahrzeuge, zu deren Fortbewegung drei bis vier Arbeiter erfor- derlich sind. Dabei war die Fortschaffung der Draisine vom Bahnkörper, um das Geleise für die Fahrt frei zu machen, ivegen ihres bedeutenden Gewichts sehr schwierig, während daSVeloziped sich leicht durch zwei Mann von den Schienen heben läßt. Gestohlen worden einem Kanzleidiener folgende Werth- papiere— die langjährigen Ersparnisse— wahrscheinlich in der Zeit vom 20. Januar bis 15. Februar d. I.; 4prozentige Zentralboden- Pfandbriefe a 100 Mk. Nr. 1013, 1014, 1252; R/epro- zentige Zentralboden-Pfandbriese a 100 Mk. Nr. 4860, 4861; Rumänische 6prozentige Staatsanleihe a 400 Mk. Nr. 7810, Berliner 5prvzentiger Pfandbrief a 60 Thlr. Nr. 2283, konso- lidirte 4prozentige Staatsanleihe Lit. F a 200 Mk. Nr. 236 561. Verlust wurde erst jetzt bemerkt. Meldungen erbeten an Felisch, Borsigstr. 26. An die Nachricht von dem Tode des Kommisstonara Dickhoff knüpft die„Nat.-Ztg." folgende Reminiszenzen: Von einem Geständnisse, das er vorher abgelegt hätte, verlautet nichts. Er soll vielmehr früher wiederholt seine Unschuld betheuert haben. Indessen ist nach dem Ergebniß der Schwurgerichtsverhandlung nicht der leiseste Zweifel daran geblieben, daß Dickhoff in der That zum Mindesten bei den beiden Morden betheiligt gewesen ist. Die Hoffnung aber, chah er im Zuchthause ein Geftändniß ablegen würde, hat sich nicht bewahrheitet. Er hat sein Geheim- niß mit iii's Grab genommen und es sind unzweifelhaft Leute in Berlin, die heute erleichtert aufathmen, daß sich ein Mund geschlossen hat, der ihnen hätte gefährlich werden können. Unterdessen sind noch in Berlin die erregten Tage jener Verhandlungen, in denen Zeugen auftauchten, denen der vorsichtige Bürger selbst bei Hellem Tage gerne aus dem Wege gegangen wäre. Da war der Schlosser Jinm und seine Geliebte Frau Pattry, da war eine ganze Reihe von Einbrechern, Todtschlägeni und Hehlern, deren Sündenregister unter zehn Vor- strafen gar nicht anfing und endlich die große Reihe gewisser ehrenwerther Gentlemen, die sich Konimissionäre nannten und in deren Gebahren und Getriebe in diesen» Prozesse stark hineinge- leuchtet worden ist. Es läßt sich nicht leugnen, daß, wie ihren Verbrecherbörsen im Rathhauskeller und in der Passage durch das helle Licht, das auf sie geworfen wurde, ein Ende bereitet wurde, auch gewisse Schiebungen und Geschäftspraktiken dadurch beseitigt wurden. An den Prozeß Dickhoff kmipsen übrigens auch gewisse Reformen in der Behandlung von Kriminalfällen und Kriminal- Verhandlungen an, die durch eine in unmittelbarem Anschluß an die Verhandlung eingesetzte Kommission beschlossen wurden. Uebrr rinr vorsätzliche Körpervrrletzuug mit tödt- lichem Ausgange wird amtlich gemeldet: Vorgestern Nachmittag iln, 3 Uhr wurde auf dem Flur des Hauses Gerichtsstr. 31 an» Fuß der Treppe in einer Blutlache liegend, die Leiche der 62 Jahre alten Wittwe Elisabeth Orpila von Hausbewohnern aufgefunden. Der Tod war infolge eines Schädelbruchs einge- treten. Die angestellten Ermittelungen haben ergeben, daß die in der Gartenstraße wohnende Orpilla an dem genannten Tage ihre Schwiegertochter, die verehelichte Arbeiter Jlzak, besucht hatte und mit derselben in Streit gerathen war. Nach Angabe der letzteren hat die Orpila noch, als sie die Treppe hinunter ging, schwere Beleidigungen gegen sie ausgestoßen und die Jlzak dadurch söge- reizt, daß sie ihrer Schwiegermutter— um ihr einen Denkzettel zu gebe»— nachlief, dieselbe an den Haaren faßte und die Treppe hinabstieß. Die alte Frau siel rückwärts hinunter, schlug mit dein Kopf gegen das Pflaster des Hausflures und blieb tobt liegen. Die Thäterin ist wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit tödt- lichem Ausgange verhastet worden. Arg verrechnet! Recht schlau glaubte es ein in der Frank- furter Chaussee bei einer Wittwe wohnender Schlafbursche anzu- sangen, als er vor einigen Tagen der Polizei die Anzeige machte, daß ihm durch gewaltsame Oeffnung seines Koffers 50 M. gestohlen worden seien. Tags nachher zeigte aber auch seine Wirthin an, daß ihr eine ebenso Hohe Summe aus der Kommode entwendet worden sei. Es wurde nun die Sache untersucht und Recherchen vorgenommen. Bei der Untersuchung des Koffers siel es aber dem betreffenden Beamten auf, daß das Zeug, womit derselbe ausgeschlagen war, durch ein neues Stück ersetzt, bezw. geflickt war. Er entfernte nun die betreffenden Stücke und fand darunter die der Wirthin gestohlenen 60 Mark. Der saubere Schlafbursche, der nach längerem Leugnen endlich zugestand, den DieMahl fingert zu haben, um den Verdacht von sich abzulenken, be verhastet. In der Angelegenheit Ziethen-Elberfeld ist, wie mit« getheilt wurde, von Neuem der Antrag auf Wiederausnahme des Versahrens gestellt worden, und zwar auf Grund eines Brieses, der die Nichtigkeit oder Fälschung eines Ueberführungsstückes nachweisen soll. Wie ein Berichterstatter schreibt, kann damit nur das kleine Spähnchen gemeint sein, das vor dem Schwur- gericht 1884 eine so große Rolle spielte. Der Mord soll mittelst eines Hammers geschehen sein, der sich im Vorflur in der Schub- lade eines Tisches vorfand, und zwar in einer Lage, aus der man glaubte schließen zu dürfen, daß er in der Eile hingelegt sei. Der Sttel war abgeschabt, um die Blutspuren zu entfernen, und man hat vor dem Tische Spähne gesunden, die voll Blut waren und von dem Hammer herrührten. Nun fand man serner bei Ziethen ein Messer und an demselben einen Spahn, der von demselben Holze war, wie der Stiel des Hammers. Die An- klage behauptete demzufolge. Ziethen habe sein Messer benutzt. um die Blutspuren vom Hammer zu entfernen, und deshalb könne nur er logischer Weise der Thäter sein. Volizeibrricht. Am 12. d. M. Vormittags wurde ein Kauf- mann in seinem Komtoir in der Kronenstraße erhängt vorgefunden. — Mittags gerieth ein 4 Jahre alter Knabe am Kreuzuugspunkte des Elisabcthufers und der Reichenbergerstraße, als er von einem vorüber fahrenden Wagen Heu zupfen wollte, unter das Hinter- rad und erlitt hierdurch einen gefährlichen Schädelbruch. Er wurde nach dem Krankenhause Bethanien gebracht, wo er bald darauf verstarb.— Nachmittags fiel ein Mädchen infolge eines Krampfanfalles vor dem Hause Brunnenstr. 14/15 zur Erde und verletzte sich dabei derart am Kopfe, daß es besinnungslos liegen blieb und mittelst Droschke nach dem Lazarus- Krankenhause gebracht werden mußte.— Um dieselbe Zeit wurde eine Frau in ihrer Wohnung in der Metzcrsiraße erhängt vorgefunden.— Am 13. d. M. Morgens wurde ein Mann in seiner Wohnung in der Stralsunderstraße erhängt vorgefunden.— Zu derselben Zeit wurde am Humboldthafen die Leiche eines neugeborenen Kindes aufgefunden.— Nachmittags wurde eine Frau am Fuße der Treppe des Hauses Gerichtsstr. 31 mit einer schweren Verletzung am Hinterkopfe todt aufgefunden. Den angestellten Ernüttelungen zufolge ist dieselbe mit ihrer in dem Hause wohnhasten Schwieger- tochter in Streit gerathen und soll von dieser die Treppe hin- uniergestoßen woroen sein. Letztere ist zur Haft gebracht wor- den.— Zu derselben Zeit wurde in der Spree, hinter dem Grund- stück Köpnickerstr. 37, die Leiche eines Mannes aufgefunden und nach dein Schauhause geschafft.— In der Charlottenstrahe, vor dem Hotel de Rome, siel der Führer einer Gepäckdroschke beim Abladen eines Koffers vom Verdeck seines Wagens und zog sich dadurch eine nicht unbedeutende Verletzung am Hinterkopf zu. — Am 12, d. M. fanden an zwei Stellen kleinere Brände statt. Geuidjks-Aitituua. Die ,, junge MittWe, Welche»ach Amerika reist". D»e„junge Sängerin, welche nach außerhalb zieht" und deshalb ihre kostbare Einrichtung spottbillig verkaufen muß, der„Bräu- tigam, welcher wegen plötzlichen Todes seiner Braut" die Aus- stattung wieder veräußern will— das sind stereotype Figuren, welchen man tagtäglich zu Dutzenden in den Anzeigen der Möbel- Händler begegnet. In dieser Beziehung treibt die moderne Reklame allerdings sehr seltsame Blüthen. Das verehrte Publikum, welches sehr schwer sich entschließt, in ein reelles Geschäft zu gehen, wird durch jene Reklamen außerordentlich schnell angelockt, weil es meint,„unter der Hand" besonders billig kau>en zu können, und deshalb machen alle die Möbelhändler gute Ge- schäfte, welche sich eine Wohnung miethen, dieselbe regelrecht ausmöbliren und dann dem Publikum die oben erwähnten Reklamefiguren vor Augen führen. Der Möbelhändler Friedrich Wilhelm V e n s ch, welcher sich gestern mitsammt seiner Verkäuferin Wilhclmine Auguste Ludwig wegen Betruges vor der 5. Strafkammer zu verandvorten hatte, hatte die„junge Wittwe, welche nach Amerika reist", als wirksamen Magnet beivährt gefunden und die zweite Angeklagte führte die in inehreren Zimmern einer Wohnung in der Blumenstraße aufgestellten Möbel als die„unter der Hand zu verlaufenden" und sich selbst als die„europamüde, junge Wittwe" vor. Um der Sache noch ein besonderes Relief zu verleihen, zeigte sie sich den Käufern gewöhnlich in einem eleganten Schlafrock, so daß Niemand ahnen konnte, daß er sich in einein Möbelmagazin befand und wenn einmal eine Käuferin über ein Stück Möbel allzu sehr feilschte, dann hatte das Dicnsttnädchen auf der Bildfläche zu erscheinen, indem sie draußen die Klingel zog und mit der Meldung in'S Zimmer trat, daß zwei Käuferinnen dasselbe Stück zu kaufen wünschten, wegen dessen gerade gehandelt wurde. Das geschah auch bei der Frau des Postbeamten Lubiger, welche aus jenes verlockende Inserat hin gleichfalls in der Blumenstraße erschienen war, um von der sungcn Wittwe ein Schlafsopha zu kaufen. Wie gewöhnlich zeigte sich die Angeklagte Ludwig in ihren» lachsfarbenen Schlafrock und nachdem auch das Trcnstmädchen vorschriftsmäßig eingegriffen hatte erstand Frau L., welche der festen Meinung war, sich in einer Privatwohnung zu befinden, ein Schlafsopha für 43 M. Schon als sie die Wohnung verließ und vor der Thür zwei genau ebenso aussehende Sophas abgeladen»vurden, erschien »hr die„junge Wittwe" in einem fragwürdigen Licht und als das Sopha in ihrer Behausung abgeladen»vurde, verbreitete dasselbe einen starken Geruch nach verfaultem Seegras. Frau L. behauptete sofort, daß ihr ein falsches Sopha untergeschoben worden sei. Sie stürmte deshalb»vieder nach der Blunienstr. 72 und verlangte die Zurücknahme des Sophas. Da kam sie bei der „strngen Wlttwe" aber schlecht an, denn diese trat der etwas er- regten Dame sehr energisch entgegen und bot ihr schließlich Ohr- feigen an. Der erste Slngeklagie war etwas zugänglicher und er- klärte sich nach einigein Parlamentiren bereit, den Kauf ruck- gängig zu machen, wenn ihm sein Nutzen mit 8 M. belassen würde. Dies geschah und so hat Frau L. außer dem Fuhrgeld von 8,50 M. einen Schaden von 8 M. gehabt. In ihrer Ein- pörung über dieses Geschäftsgebahren lief Frau L. zur Polizei und dort erfuhr sie zu ihrem Trost, daß an vemselben Tage schon eine ganz gleiche Beschwerde eingegangen war. Die Gerichts- alten wissen außerdem, daß die"Angeklagte Ludwig wegen eines ganz gleichen Falles schon zu 30 M. Geldbuße verurtheilt worden, der Angeklagte B. aber damals mit genauer Roth sreigesprochen worden war. Diesmal hatte das Schöffengericht, ivelches das ganze Geschäftsgebahren für ein durchaus schwindelhaftes hielt, beide Angeklagte zu je drei Monate Gefängniß ver- urtheilt. In der Berufungsinstanz machte ihr Bertheidiger geltend, daß diese Art der Anlockung von Kunden in Berlin leioer gang und gäbe sei und er selbst eine Hoflieserantensirma kenne, welche das berühmte„Pianino eines Gesandtschafts-Attachös" Jahr aus Jahr ein immer wieder anpreise und verkaufe. Die Angeklagten versicherten ihrerseits, daß das ganze Geschäft thucch� aus reell gewesen und der Zeugin ein minderwerthiges Sostj nicht untergeschoben worden sei.— Der Gerichtshof gewann ab von der ganzen Sache keine andere Ausfassung als das Schöffen- gericht und verwarf deshalb die eingelegte Berufung. In dem dekannte» Drleidignngopr'ozrst Fittig kontra Crohnheim, den Redakteur des„Berliner Bolksblatt", war letzterer in erster Instanz zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt worden, welche Strafe aus seine Berufung in zweiter Instanz auf 300 M. Geldstrafe event. 20 Tage Gefängniß ermäßigt wurde. Hiergegen legte C. unter dem Himveise Revision ein, daß die der Geldstrafe substituirte Haftstrase noch über die der ersten Instanz hinausginge und daher unzulässig sei. Ter Strafsenat des Kammergerichts, welcher heute in der Sache verhandelte, wies indeß die Revision unter folgender Ausführung zurück: Der Berufungsrichter hat die ersterkannte Strafe nicht et>va verschärft, sondern wesentlich gemildert. Bei der Abmessung der Substituirung aber sei der Berusungsrichter nicht an die Sentenz des ersten Richters gebunden gewesen. Ein Kauunglück, bei dem vier Personen mehr oder iinnder schwer verletzt ivurden, beschästtgte gestern die zweite Strafkammer des Landgerichts I. Im vorigen Herbste ließ das Kommando der Artillerie-Schießschule einen auf dem Terrain an der Scharn Horststraße befindlichen Geschützschuppen zu einem Pferdestalle umändern und hatte die Firma Wayß in Moabit mit der Aus- führung der Arbeit bettaut. Der Umbau geschah unter der Oberleitung des Ingenieurs Kreutz, welcher wiederum dem Techniker Adolf E b e n d o r f zur Beaufsichtigung der Arbeit an- nahm. Das Gebäude sollte so eingerichtet werden, daß sich über den Stallräumen noch ein Boden für das Futter befand und wurde zur Herstellung des Baues das.Monier'sche System zur An wendung gebracht. Der untere Raum wurde mit eisernen Trägern versehen, welche der darüber angebrachten Decke in bogenförmigen Abtheilungen als Stützpunkt dienten. Jeder einzeln« Bogen wurde in der Weise hergestellt, daß erst»ine Holzverschaalung konsttuirt wurde, hierüber wurde eine starkes Drathnetz gespannt, welches mit einer dickflüssigen Mischling von Sand und Cement bedeckt wurde. Wenn diese Kappen die nöth ige Festigkeit erhalten hatten, wurde die Verschaalung abgenommen. Das Koinnrando drängte die Ausführenden täglich, den Umbau zu beschleunigen, da die Ställe nach Rückkehr aus den Manövern sofort in Gebrauch genommen werden sollten und deshalb war der Ingenieur Kreutz gezwungen, die Verschaalungen sobald wie möglich fortnehnien zu lassen, um raschere Fortschritte zu machen. Dies geschah auch bei einem erst vor drei Tagen fertig gestellten Bogen. Die Decke hatte aber noch nicht die nöthige Festigkeit erhalten und stürzte sie infolge dessen ein, glücklicher Weise ohne Menschen zu beschädigen. Ebendorf bemerkte, daß auch der an- stoßende Bogen Risse zeigte, und um denselben möglichst zu ent- lasten, ließ er einen Theil des die Decke bildenden Materials abnehmen und auf eine andere früher hergestellte Kappe legen. Diese war dem ihr zugemutheten Gewicht nicht gewachsen, sie stürzte ein und begrub vier unter ihr besiiidliche Arbeiter unter ihren Trümmern. Die Ver- schütteten wurden ins Krankenhaus geschafft und sind bald wieder hergestellt worden. Die Staatsanivaltschaft machte den Ingenieur Kreutz und den Techniker Ebendorf für diesen Un- glücksfall verantwortlich und ihr Vertreter, Staatsanwalt Dietz, hielt im gesttigen Termine die Anklage wegen fahrlässiger Körper- Verletzung und wegen Verstoßes gegen die allgemein anerkannten Regeln der Baukunst aufrecht, nachdem die Sachverständigen be- gutachtet hatten, daß der sonst korrekt ausgeführte Bau dadurch an Halt verlor, weil die Cemcnttnischung noch nicht die nöthige Festigkeit geivonnen hatte, als die Verschaalung entfernt wurde. Dies sei schon nach drei Tagen geschehen, obgleich mindestens acht Tage nöthig seien, dem Cement die gehörige Festigkeit zu ver- leihen. Der Gerichtshof erhob den vom Staatsanwalt gestellten Anttag— 100 M. gegen jeden Angeklagten— zum Erkenntnisse. Sojialo Ueberstchk. In der Zlinno-Fabril: von Klingmann& Co., Köp- nickcrstraße 175, ist den Arbeitern auf ihr Ansuchen die acht- stündige Arbeitszeit bewilligt worden. Mafjrcselung. Der Arbeiter Karl Lchnert von den„Neuen Berliner Messingwerken", der seit dem September 1837 daselbst beschäftigt war, ist am Sonnabend, den 12. d. Mts., plötzlich ohne Änggbe eines Grundes entlassen worden. Herr L. sucht den Grund seiner Maßregelung darin, daß er im vorigen Monat der Kommission angehörte, welche mit den Besitzern Differenzen regeln sollte, die sich im Laufe der Zeit herausgestellt hatten. Die Firma besitzt merkwürdiger Wehe zwei Arten von Entlassungs- scheinen: die eine Art ist für Leute, die auf gewöhnliche Weise entlassen werden, die andere Art für solche, die der Herr Unter- nehmer wahrscheinlich noch weiter empfehlen will. Den Mit- gliedern der Kommission war übrigens mehrfach zugesichert worden, daß sie keine Maßregelungen zu befürchten hätten. Achtung l Der Streik bei der. Firma Friedrich Siemens und Co. dauert unverändert fort. Zuzug ist fern zu halten von Schlossern, Drehern, Gießern, Klempnern, Formern, Kernmachern, Modelltischlern, Packern und sämmtlichen Hilfsarbeitern. An alle Arbeiter Deutschlands. Die Schrauben-, Fayondreher und Berussgenoffen Berlins stellten in einer öffent- lichen Versammlung ihre diesjährigen Forderungen ans nenn- stündige Arbeitszeit und für den dadurch entstehenden Minder- verdienst eine Akkorderhöhung von 10 pCt. Es war Fabrikanten schon im vorigen Jahre angedeutet worden nachstehendes Zirkular wurde den Herren am 2. April u breitet: Ew. Wohlgeboren l Laut Beschluß der öffentlichen Versammlung sämmtlicher Schrauben-, Fayondreher und Berufsgcnofsen vom 20. März d. I. und der Generalversammlung des Fachvereins vom 23. März ttitt am 15. April eine neunstündige Arbeitszeit in Kraft. Um den da- durch entstehenden Mindervcrdienst auszugleichen, ttitt gleichzeitig eine Lohn- resp. Akkorderhöhung von 10 pCt. ein. Außerdem ist beschlossen worden, daß Montag und Sonnabend eine Sttnrde weniger gearbeitet wird. Nicht verkennen wir die Tragweite der Beschlüsse, hoffen aber bestimmt, daß Ew. Wohlgeboren berück- sichtigen werden, daß es den Arbeiten» bei den hohen Wohnungs- iniethen nicht möglich ist, in der Nähe der Werkstatt zu wohnen »md er daher immcriuehr nach den Vororten verdrängt wird. Daß er dabei seine Pflicht der Familie gegenüber nicht erfüllen kann, werden auch Sie zugeben. In der Hoffnung, daß auch Ew. Wohlgeboren diese gerechten Forderungen anerkennen, ersuchen wir Sie, uns bis Sonnabend, den 12. April, Bescheid zukommen zu lassen und zeichnen mit Hochachtung Der Vorstand des Fach- vercins der Metallschrauben-, Fayondreher und Berussgenoffen Berlins, gez. Hermann Hirsch, Neu-Weißcnsee, Sedanstr. S5a. Die Herren Fabrikanten hielten es jedoch nicht der Mühe für werth, eine Antwort hierauf zu ertheilen, sondern schlugen einfach in ihren Werkstätten folgende Bekanntmachung an: „Auf das uns unterzeichneten Fabrikanten unter dem 2. d. Mts. von Seiten des Fachvereins zugegangene Schreiben sind wir nicht in der Lage, eine direkte Anttvort zu er- theilen, weil dasselbe in einem durchaus ungerechtfertigten und ungeziemenden Tone abgefaßt ist. Hinsichtlich der im erivähnten Schreiben gestellten Forderungen, betreffend die Einführung einer neunstündigen Arbeitszeit und dementsprechende Lohnerhöhung vom 15. d. M. ab erklären wir unseren, dem ge- nannten Fachverein angehörenden Arbeitern, daß, falls dieselben das beabsichtigte Vorgehen ihres Vorstandes billigen und die Ge- Währung seiner Forderungen durch einen Arbeitsausstand zu erzwingen suchen, würden dann unverzüglich unsere Betriebe für Mitglieder bis aus Weiteres geschlossen werden und eine Wieder- einstellung derselben nur dann erfolgen können, wenn die Arbeit innerhalb 48 Stunden wieder aufgenommen wird. Wer dies terläßt, darf in den ersten 6 Monaten bei keinem der unter- z»ck,neten Fabrikanten beschäftigt werden. Die in der Schrauben- brauche gezahlten Löhne sind augenblicklich so hoch, wie in wenigen anderen Betrieben und kann deshalb von der Nothwendigkeit zu noch weiterer Lohnerhöhung ohne die empfindliche Schädigung der Branche nicht die Rede sein. Ebenso ist die Bewilligung einer kürzeren als zehnstündigen Arbeitszeit erst dann möglich, wenn diese vorher im Allgemeinen und namentlich bei unseren Kunden eingeführt ist. Berlin, den 12. April 1690. Berein der Metallschrauben-Fabrikauten Deutschlands. (Folgen die sämmtlichen Unterschriften.) Nim, Arbeiter, was das„ungerechtfertigte und in unge- ziemendem Tone" abgefaßte Schreiben bettifft, so weisen wir diesen Vorwurf ganz entschieden zurück. Wir sino nicht gewohnt, mit gebeugtem Rückgrat oder kniefällig vor die Herren hinzutreten, sondern wir haben als klassenbewußte Arbeiter unsere Forderungen kurz und sachlich, und zwar in höflicher Form, auseinandergesetzt. Wenn nun die Herren die verlangte Erhöhung ohne empfindliche Schädigung nicht meinen zahlen zu können, so haben wir nur zu erividern, daß gerade die Echraudenbranche eine der rentabelsten ist; denn einige der Herren, welche aus unserer Mitte hervor- gingen, sind heute Besitzer großer Fabriken und Häuser. Was haben hingegen wir Arbeiter errungen? Mit dem Schreckschuß, die Vereinsmitglieder 6 Monate von der Arbeit auszusperren, scheinen die Herren ihr ganzes Pulver auf einmal verschossen zu haben, jedoch war die Wirkung eine ganz andere als die erioartete, denn sämmtltche 600 Schraubendreher legten heute die Arbeit e,nmüthig nieder. Arbeiter Deutschlands! Wir sind nun fest entschlossen unsere gerechten Forderungen durchzuführen, denn der Geist in unserer Korvoratton ist ein auter.«twas anderes steint es st» bei den Herren Fabrikanten zu lem, oa ewigen der Herren daZ? wort zur Unterschrift abgedrungen sein soll unterstützt Hand und Herz ,»>. vi*»-v-— � und Briefe sind zu richten an H. Hirsch, Neu-Weipensee, �l- straße 85 a, und B. Stabernack. Cuvryftr. 62, v. 3 Tr. Au die Mechaniker und Kerufsgruessen KerttuS* Umgegend. Kollegen! Nur noch ivemg« Tage trenne«.' von der Stunde, wo wir entscheiden werden, in welcher � wir unsere bescheidenen und gerechten, aber nicht bewm« Forderungen, zu erkämpfen haben. Bedenkt, was auf dem� steht! Habt Vertrauen zu Euch selbst! Zeigt Euch als a*«"" die zu handeln wissen! Tretet Mann für Mann em für gefapten Beschlüsse, dann muß der Sieg unser sein, p-reu� Es ist der Wichtigkeit halber wohl nöthig, hier noch etitmj unsere Forderungen näher einzugehen. Jeder denkende Ar»? hält die Verkürzung der Arbeitszeit für die hauptsächlichste? Forderungen, wie es auch die in Joel's Etablissement am Monats tagende öffentliche Versammlung der Mechaniker- verwandter Berufsgenossen anerkannte und die neunstündige beitszeit in unserer Branche einzuführen beschloß. Weiter:� geforderten Mindestverdienst per Woche 21 M.(pro Stunde müssen selbst die Arbeitgeber als gerechtfertigt anerkennen. Ein? schlag von 25 pCt. für Ueberstunden-, und 50 pCt. für S-nM arbeit ist unbedingt nothwendig, um den herrschenden u ständen»n unserer Branche nach dieser Richtung hin entgcgm treten. Um nun eine einheitliche Berechnung zu ermogl>V wurde der den Betreffenden gewährte Lohn als Auffchlay Grunde gelegt. Was unseren zuletzt geforderten Punkt anbenw Zahlung des Mindestlohnes bei Akkordarbeit, auch wenn den- nicht erreicht wird, so»st wohl dies sicherlich als eine v logischer Konsequenz zu bettachten. Wir berufen uns hiersui� sehr gut bewiesen. Daran dürfen wir wohl die HefW knüpfen, daß die oben erwähnten Fragen nun nichts mehr vor Tagesordnung verschwinden werden, bis sie gelöst sind. Frfl, Kollegen! Ans alle dem erseht Ihr, daß, wenn wir un,ere e* in kürzester �Zeit z>:»»� Durchbruch bringen,� es unbedingt� wendig ist, daß wir müssen. Auch Ihr, behufS eingehender Besprechung die Ihr glaubt, eine sogenannte Sei' stellung inne zu haben oder, da Ihr eine angenehme habt, daß Euch die Welt allein gehört, macht unsere Sache zu Eurigen. Wer iveiß, ob Ihr nicht Morgen schon— denn«■ den heutigen Verhältnissen ist dies wohl sehr leicht möaW Eure Stellung verliert und dann mit den durchlchm? sehr niedrigen Löhnen zufrieden sein müßt. Verlangt inchl Erfahrung an Euch selbst, ehe Ihr dieses einseht se. denkt bei Zeiten und übt Menschenpslicht an Eueren in m-v angenehmer Lage befindlichen Kollegen, helft diesen, eine ebw einigermaßen angenehme Existenz erkämpfen. Handelt gemeinsam! Bedenkt, daß ein zeder Pflichten hat! Laßt? nicht bethören indem man sagt: Es nützt ja doch Dem Muthigen gehört die Welt. Schließen wir uns ffpl sauimen, dann werden nnr zeigen, daß wir im Kamps W? autes Recht als Sieger hervorgehen. Es lebe die Arbeit.J tat! Erscheint Alle, Mann für Mann, in Ög den 15. d. M., Abends 8 Uhr, stattfindenden« lich�fPersammlung der Mechaniker und Berussgenoffen w* uW�Unigegend im großen Saale bei Buggenhagen am MoriW Solu Te Lohickourmissioii der Berliner Mechaniker.; Der sicvrnte drntschr Manv-ri:ang?rsi findet m Zeit vom 27. bis 30. Mai(wenn nöthig auch einen oder' Lage länger) in Erfurt in der„Brühler Terrasse", Heinriche fU. OA iV,-f+ rmf f nf f>Dr»V"ir»v• Nr. 24, statt und zwar mit folgender Tagesoronung: 1. Berichtersiatlung der Geschästsleittmg über deren keit und über die gewerkschaslliche Bewegung der Ä? seit März 1889. 2. Berichterstattimg der Verttauensmänner. L. a) Statistik. b) Die wirthschastlich-soziale Lage der Maurer lands. 4. a) Tie gewerkschaftliche Organisation und Agitation-� b) Arbeitsnachweis, Wanderunlerstützung und wesen.. a 5. Bericht und Abrechnungsvorlage über das offiziell« v organ„Der Grundstein"..A 6. Das Koalitionsrecht der Arbeiter und dessen Sicherstellung unter Berücksichtigung der von der OKI leitung beim Reichstage eingereichten diesbezü Petition. 1 Die Tagesordnung ist darauf berechnet, daß bei ihr?. ledignng der Kongreß auch Stellung nehmen kann zu? ganzen Reihe wirthschaftlich-sozialer Resormsragen, so insW?, zu dem in letzter Zeit so heftig angegriffenen Ltoalittonsreu»» Arbeiter, zu der nationalen und internationalen Aroeitl Gesetzgebung, zu der Kranken-, Unfall-, Alters- und Jnvatt Versicherung, zum Jnnungswesen, zu projektirten geivtfst Schiedsgerichten und Arbeiterausschüssen u. s. w. Es la«� allgemeinen Arbeiterbewegung nur zum Vortheil OffL und zu der so nothwendigen"Klärung der Situation bewA wenn auch die Vertteter der Maurer Deutschlands auf dew greß Stellung nehmen zu diesen Fragen._ Indem die Geschästsl eitung der M* Deuts chlands zur regsten Beschickung des Kongresses � vertrauenswerthe, tüchtige Kollegen auffordert und 3 theilt, daß nachweislich seit dem letzten etwa 180 Orte, welche»nsgesammt 100 000-yj umfassen dürften, an der gewerkschaftlichen 0etv% soweit dieselbe mit der Thätigkeit der Geschäftslcilung hängt, theilgenommen haben, wendet sie sich in folgender beflyj werlhen Weise an die Kollegenschaft Teutschlands, �- p sprechend muß auch die Vertretung auf dem bevorstehende? � aresse sein. Die Mufooben. rnefrhe hrrWbp imter dem JÜ es sich auf diesem Kongresse hauptsächlich wieder um die rung, Ausgestaltung und innere Kräftigung unserer genettU lichen Organisation, auf deren Schwächung und Zerstörung' � Verhinderung unsere Gegner unausgeseyt bedacht si"� Kongreß soll, unter gewissenhafter Berücksichtigung der in f der Organisation gemachten Erfahrungen auf's Neue darn°! rathen und beschließen, wie wir zu einer qnten und Gewerksgenossen gleichmäßig umfassenden Organisation SLjil können. Die Resultate, welche wir auf diesen». 1 erzielt haben, rechtfertigen die Ueberzeugung, d0?>? allen entgegenstehenden Schivierigkeiten zum Trotz gelingen( tn der Orgamsationsfrag« zu einem wenigstens vörlW? 1 ttieWgenl»«« Slbfchluß zu gelangen. Wiederum muß"Q 1 diechährige Kongreß der Erkenntniß Rechnung ttagen,% «thintw und erfolgreich führen kann.„Einer für Alle b?, f hiL vL'% anderen Wahlspruch giebt es für.W ä ä s sssäväs. rechttaten Interessen müssen auch Deutschlands Maurer fC' �$ r.e liiit Hiffe ihres gesetzlichen Koalitionsrechtes ein bessk?'� fich erkämpfen und der großen Kulturbewegung der äl1". allgemeinen genügen wollen.. p ,vi ar.r'Ä Deutschlands(Hamburg) folgende verhalttinM�. um deten strengste Beachtung ersuchend: I. All« die Beschickung des Kongresses und desto» betreffenden Verhandlungen der Kollegen dürfen nirgends in Ver- sammlungen eines Fachvcreins, sondern immer nur in besonders zu diesem Zwecke einberufenen öffentlichen Maurerversamnckungen vorgenommen werden. II. Insbesondere sind die Delegirten nur in solchen öffent- lichen Versammlungen zu wählen und zwar lediglich als Vertreter der Maurerschaft des betreffenden Ortes, niemals aber als Ver- treter irgend eines Vereins. III. Wo die Maurer in einem Orte die Mittel zur Entsen- dung eines Delegirten nicht aufbringen können, da mögen sie sich mit den Kollegen in anderen benachbarten Orten behufs Ent- senduna eines gemeinsamen Delegirten auf gemeinsame Kosten in Verbindung setzen. IV. Ist in einer öffentlichen Versammlung die Delegirten- wähl vorgenommen worden, so haben der Vorsitzende und Schrift- führer dieser Versammlung gemeinsam dem gewählten Delegirten ein nach untenstehendem Schema gewissenhaft angefertigtes und mit ihrer Namensunterschrist versehenes Mandat zu übergeben. Dieses Mandat ist nicht an uns einzusenden, dasselbe verbleibt in den Händen des Delegirten und dient demselben als Legitimation zur berathenden und beschließenden Theilnahine an dem Kongreß. V. Von der vollzogenen Delegirtenwahl ist uns mit oder der Gewählten sofort Mittheilung zu Namcnsangabe des machen. VI. Anträge bezw. Erweiterung � /.»» C1______ 1". und Wünsche, welche eine Abänderung „ der aufgestellten Tagesordnung betreffen, mögen sie von öffentlichen Versammlungen oder von einzelnen Kollegen ausgehen, müssen bis zum 1. Mai an uns eingesandt werden. Alle diejenigen Anträge dagegen, welche zur Vorlage an den Kongreß bestimmt sind,, volle man bis spätestens den 12. Mai «insenden, damit dieselben im„Grundstein" veröffentlicht werden können. VII. Alle Mittheilungen der hier erwähnte» Art sind nur an me Adresse des Kollegen I. Staningk, Hamburg, Gr. Theater- straße 44, 1, Et., zu richten.— Formular zum Mandate zum siebenten Kongresse der Maurer Deutschlands. Inhaber dieses, der Maurer wohnhast in ist von der am heutigen Tage abgehaltenen öffentlichen Versammlung der Maurer Hierselbst zum Vertreter derselben ans dem vom 27. bis 30. Mai in Erfurt stattfindenden Maurcrkongresse gewählt worden. Im hiesigen Orte wohnen Maurer. Es befindet sich am hiesigen Orte eine Maurer- organisation, welche Mitglieder zählt. den 1890. Für die Richtigkeit obiger Angaben bürgen: die Vorsitzenden und Schriftführer der an obigem Datum stattgefundenen öffent- lichen Versauimlung: Vorsitzender. Schriftführer. NB. Der Vertreter hat nach seiner eigenen Ueberzeugung in sämmtlichen Fragen zu stimmen, und ist es deshalb anzurathen, demselben kein gebundenes Mandat zu übertragen. Spromberg. In der Grörich'schen Dampftischlerei ist ein Streik ausgebrochen. Zuzug ist fern zu halten. - Solinae», 12. April. Der Tafelmesserfabrikanten-Verein,. dem heute die namhaftesten Firmen, seit einem Jahre auch die weltbekannte Firma I. A. Henkels, angehören, hat nach längeren Verhandlungen mit den Tasclmesserschleijern den bestehenden Akkordtarif zu Gunsten der letzteren neuregulirt, welcher am 1. Mai d. I. in Kraft tritt. Die Vereinbarung ist auf em Jahr zu Stande gekommen mit dreimonatticher gegenseitiger Kündigung. Darauf haben eine Anzahl Messerfabrrkänten, von denen einig«- seit Jahren„im Streik liegen", wie der hiesige Ausdruck für. di« in Streik erklärten Fabrikanten lautet, folgendes Zirkular an die nicht dem Tafelme>serfabrikanten-Vercin.angehörenden Kollegen versendet: ..Wie seit einer Reihe von Jahren, so sind auch dieses Jghr die Messerschleifer wieder mit Mehrforderungen hervorgetreten, die um so weniger Berechtigung haben, da elnestheils der Gang der Geschäfte kein starler zu nennen ist, anderntheils aber auch gerade dre Schleifer bei den bisherigen Preisen einen Verdienst hatten, der füglich hätte genügen können, daß dieselben gut bestehen konnten. Dazu kommt noch, daß der Schteiferverein schon auf Grund einer unberechtigten Denunziation einzelner Schleifer Fabrikanten in Streik erklärte, ohne es für nochwendig zu halten, zu untersuchen, ob die Sache ihre Begründung hatte oder nicht. Der existireude Fabrikantenverein ist offenbar nicht stark genug, um diesem Gebahrcn entgegentreten zu können, was eine Anzahl Fabrikanten, die nicht zum Fabrikantenverein ge- hören, veranlaßte, die Angelegenheit in einer kürzlich stattgehabten Versammlung zu besprechen. In dieser Versammlung wurde die Bildung eines Vereins für nothwendig gehalten, dessen Mit- glieder sich gegenseitig verpflichten, einestheils den Schleifern bei begründeten Äeschwerden gerecht zu werden, anderntheils unberechttgten Streiks des Schlelfcrvereins entgegenzutreten. Es wurde anerkannt, daß dieser zu bildende Verein unter gewissen, noch näher zu berathenden Bedingungen, mit dem bestehenden Verein Hand in Hand gehen könne."— Am Ende des Zirkulars wird zu einer Zusammenkunft aufgefordert, die in der Wrrthschast „Zu den drei Kaisen: stattgefunden hat. Der Restaurateur des eben genannten Lokales, der selbst Messerfabrikant rst und an der Spitze des geplanten Vereins steht, wurde vor einigen Jahren in das hiesige Gnverbegericht gewählt, von der Regierung aber nicht bestätigt, weil er seine Arbeiter anstatt mit Geld theilweise mrtWaaren ausge l o h n t hatte. Trotzdem der Mann mit seinen Freunden fortwährend Zusammenkünfte nach den„Drei Kaisern" einberuft, will die be- absichtigte Vereinigung, der ein Maximallohntarif anstatt des be stehenden Minimallohntarifs vor Augen schwebt, noch immer nicht feste Gestalt annehmen. Weil neben dem Arbeiter auch die Fabrikanten, welche die bessere Waar« herstellen, fast alle ein großes Interesse an einem einheitlichen Lohntaris haben, dürsten vre Pläne der Dreikaisermanner baldigst zu Wasser werden. Vevsammlungen. Eine öffentliche Versammlung snnruttlicher Arbeiter der Firma HutzKe& Comp.(Aktiengesellschaft für Metall- Industrie) tagte am Freitag, den 11. d. M., im Saale des Herrn Eebel(Renz Salon). Raunynstr. 27, mit der Tagesordnung: ;■"el(cn sich die Arbeiter der Firma Butzke u. Comp, zum 1- Mm? Referent Herr Paul Litfin. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes. Nachdem das Bureau gewählt war, erhielt Referent zu feinem Vortrag das Wort. Der Bortrag wurde von der Ver- sammlung mit großem Beifall ausgenommen. In der hieraus folgenden Diskussion sprachen sämmtliche Redner im Sinne des Referenten. Hierauf gelangte folgende Slesolution zur Verlesung „Die heutige Versammlung der Arbeiter der Fabrik Butzke u. Comp. beschließt den 1. Mai als Feierlag anzusehen und die Arbeit ruhen zu lassen", dieselbe wurde einstimmig angenmnmen. Hierzu wurde eine Kommission gewählt, welche die Beschliisse der Versammlung der Direltion unterbreiten solle. Mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung schloß der Vorsitzende die Versammlung um 11V» Uhr. Eine WitglUdn'vrrsnmmlnng des allgemeine» Ar beiterinnenvereino sämmtlicher Berufszweige Berlins und Umgegend(Filiale I, Moabit) tagte am 10. April bei Jlge, Wilsnackerstr. 63, mit folgender Tagesordnung: i. Vortrag des Herrn- Vogtherr. 2. Wahl einer Bevollmächtigten, einer Schrift- ftihrerin und einer Kafsirerin. Da der Herr Referent zur Zeit nicht erschienen war, so wurde zuerst zur Vorstandswahl ge- schritten. Als Bevollmächtigte wurde gewählt Frau Hirse,- als Schriftführerin Frau Polte und als Kafsirerin Frau Reichert. In ein Vergnügungskomitee wurden gewählt: Frau Pfarr, Frau Sibraff«, Frau Matzahn, Frau Schwab«. Hierauf sprach Herr Stadtv. Vvgtherr. Als der Referent unge- ahr Vi Stunde gesprochen hatte und sagte, eine iede Mutier ölle danach trachten, ihr Kind so zu erziehen, daß es mehr von dem Glauben an eine Gottheit abgebracht werde, wurde die Ver- �ammlung auf Grund des§ 9 des Sozialistengesetzes aufgelöst. Eine gut besuchte öffentliche Versammlung der Stein- bUdhaner Verlins tagte am 11. d. M. bei Müller, Johannis- straße 20, mit der Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. In das Bureau wurden die Kollegen Salrein als erster Vorsitzender, Roßberg als zweiter Vorsitzender und Tiepelt als Schriftführer gewählt. Nachdem die Ver- ämmelten von den im Bericht der Kommission gestellten Forde- rungen in Kenntniß gesetzt waren, wurden die einzelnen Punkte mit einigen Acnderungen nach ziemlich animirter Diskussion ein- stimnlig angenommen und zwar:„Abschaffung der Akkord- und Einführung der Lohnarbeit bei ift/estündiger Arbeitszeit. Minimallohn von G Mark täglich, Ueberstunden werden mit 25 pCt. Aufschlag bezahlt. Volle wöchentliche Auszahlung des verdienten Lohnes. Ferner müssen aus den Plätzen die Ge- Hilfen in schützenden Räumen beschäftigt werden und auf Bauten die Gerüste derart hergestellt werden, daß sie gegen gesundheits- schädliche Einflüsse der Witterung Schutz gewähren, sowie daß ihnen zum Aus- und Ankleiden und zum Aufbewahren der Kleidungsstücke verschließbare Räume überwiesen werden. Schließ- lich die Herren Prinzipale zu ersuchen, sich böi Bedarf von Ge- Hilfen an die Stellenvermittelung Ännenstr. 16 wenden zu wollen. Bei Punkt„Verschiedenes" gelangten mehrere Anträge zur An- nähme: 1. Im Laufe nächster Woche die heute gefaßten Be- schlüsfe von der zu wühlenden Kommission den Meistern zu- zustellen und wo diese bis Sonnabend, den 19. d. Mts., nicht be- »villigt haben, in partiellen Streik einzutreten, und Sonntag, den 20. April, Vormittags, eine öffentliche Versammlung anzu- beraunlcn. 2. Eine Kommissivn von 7 Mitgliedern zu wählen, welche die betreffenden Beschlüsse mit den Meistern festzusetzen hat. Schließlich wurde noch eine Resolution angenommen: Die heute, den 11. April, Johannisstr. 20 versammelten Steinbildhauer verpflichten sich betreffs der Demonstration am 1. Mai an den Ausführungen und Beschlüssen der öffentlichen Bildhauer- versaminlung vom November v. I. anzuschließen, Vormittags eine Versauimlung abzuhalten und Nachmittags einen gemeinschaftlichen Ausflug zu unternehmen. Hierauf Schluß der Versamm- lung 12-/2 Uhr. Dio Grircvalurrsaiuinlntt-z der Freie» Vereinigung der Maurer Kerlws und Vmgegend wurde am 13. d. M. unter Vorsitz des Herrn Wernau bei zahlreicher Vetheiligung im Saale des Etablissements Buggenhaaen abgehalten. Der erste Euukt der Tagesordnung betraf die Abrechnung de-Z Kassirers pr. Quartal 1800. Dieselbe ergab eine Gbfammt- Einnahme von 959 M. 90 Pf., eine Gef ammt-Ausgabe von 1499 M. 45 Pf., einen verbleibenden Kaffenbestand von 82 M. 60 Pf. Die Richtigkeit der Abrechnung wurde von den Rcviforen bestättgt und wurde der Kassirer darauf entlastet. Vor Eintritt in die Vorstandswahl gab der Vorsitzende besannt, daß das Statut den beschlossenen Abänderungen gemäß angefertigt worden sei und brachte er das gesammte revidirte Statut in seiner neuen Fassung zur Kenntniß der Generalversammluna. Dasselbe ist mit dem 1. April d. I. in Kraft getreten. Der seitens des Vorstandes ge- machte Vorschlag, vor Ausgabe der neuen Statuten erst die alten zu verbrauchen, fand nicht di- Zustimmung der Generalversamm- üng. Dieselbe beschloß vielmehr, daß nur noch an neu«intretende Mitglieder neue Statuten verausgabt werden und daß auch die bereits vorhandenen Mitglieder das neue Stawt erhalten sollen. Vor Vornahme der Vorstandswahl trat die Generalversammlung in eine Generaldebatte über diesen Pzinkt ein. Die solgendeVorstands- ivahl vollzog sich nach den Bestimmungen des neuen revidirten Statuts, mit der Abänderung jedoch, daß die Wahl nicht mittelst Stimmzettels, sondern durch Zuruf(Akklamatton) vorge- nommen wurd�, Aus der Wahl gingen als gewäkflt hervor zum ersten Vorsitzenden Herr Wernau, Ziouskirchplatz 2: zum ersten Kassirer Herr Wilhelm Schulz, Posenerstr. 23, beide be- soldet: zum ersten Schriftführer Herr F isch er, Thaerstr. 55; zum stellvertretenden Vorsitzenden Herr H e m p e l, Bülmvstr. 51; zum stellvertretenden Schriftführer Herr Zöllner, Zossener- ftraße 52; zu Hilfskassirern: für den O st e n Herr Knöpp ch en, Gr. Frankfurtersir. 112; für den Süden Herr Pfeil, Arndt- straße 11: für den Westen Herr G r a iv l o iv, Kulmstr. 20a; für den Norden Herr N e t t m a n n, Rathenowerstr. 75; zum dritten. Revisor(an Stelle des ausscheidenden Herrn Raschle) H'err Hilders chmidt, Steinmetzstr. 33. Hieran schloß sich die Wahl des Ausschusses nach§ 8 des Statuts, doch diese Wahl owohl, wie auch die weiteren Punkte der Tagesordnung wurden bis zur nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung(am Don- n.erstag, heiz 1,7. d. M„ bei. Orschel) vertagt.— 53 neue Mit- glieder traten der Freien Vereinigung bei. Mit einem dreifachen Hoch auf die Berliner Maurcrbewegung schloß die Versammlung. Eine öffentliche Kontobucharliciter» Versammlung tagte am Donnerstag, den 10. d. Mts., in Fcuerstein's Lokal, Alte Jakobstr. 75, mtt der Tagesordnung: 1. Wie stellen sich die Kontobuch arbeiter zu den Forderungen des Fachvereins betteffs neunstündiger Arbeitszeit, prozentualer Erhöhung der Lohn- und Stückarbeit, 33-/» bis 50 pCt. Zuschlag für Ueberzeit und Sonntagsarbeit? 2. Ist es möglich, einen einheitlichen Tarif für unsere Branche festzustellen? 3. Verschiedenes. Nachdem das Bureau, bestehend aus den Herren Jost, Wcitfch und Koschuta, gewählt war, nahm als Referent Herr Paul Schneider das Wort und legte in ausführlicher Weise den Werth und die Roth- wendigkeit einer Verlürzung der-Arbeitszeit klar. Er führte aus, daß die Kontobuch-Fabrilation der rentabelste Zweig der Buch- binderet sei und die Herren Fabrikanten wohl in der Lage seien, die Forderungen ihrer Arbeiter, auf Verkürzung der Arbeitszeit und demcntsprechender Lohnerhöhung zu bewilligen. Ferner war er der Meinung, daß der Kamps kein so schwieriger wird, da in den meisten Fabriken jetzt schon weniger wie 10 Stunden gearbeitet wiro, und wie verlautet, stehen die Fabrikanten in Nnterhand- lnng, ihre Preise zu erhöhe». An der Diskussion betheiligten sich die Kollegen aus allen Fabriken, und waren alle der Meinung, daß die Forderungen von den Prinzipalen auf gütlichem Wege zu erreichen sein werden. Ferner wurde ein Antrag des Kollegen Spott angenommen: Jede Fabrik wählt 3—4 Vertrauensmänner, dieselben haben ihren Prinzipalen die Forderungen zu über- bringen und mit denselben zu unterhandeln. Zum zweiten Punkt der Tagesordnung wurde von allen 5kollegen ausgeführt, daß es sehr schwer sei, einen einheitlichen Tarif fest- zustellen, da in jeder Fabrik andere Arbeitstheilung und andere maschinielle Einrichtung seien. Jedoch wurden die zu wählenden Vertrauensmänner aufgefordert, in die später stattfindende Ver- trauensmänner-Versammlung die Tarife der Akkordarbeit mitzu- bringen, um gegenseitig, unter Berüctsiclsttgmig der jeweiligen Verhältnisse, zu diskutiren. Die gewählten Vertrauensmänner haben ihre Adressen an Kollegen Jost, am Fricdrichshain Nr. 3, einznsenden. Nachdem der Vorsitzende alle Kollegen aufgefordert hatte, dem Fachverein der Buchbinder beizutreten, schloß derselbe die Versaminlung. Die Ledevarbetter hatten sich am Mittwoch Abend bei Buggcilhagen versammelt, um die Frage zu erörtern: Wie stellen sich die Hausarbeiter zu unserer Lohnbewegung? Das einleitende Referat hatte Herr Schuhmacher Metzner übernommen und wies derselbe in längerer Rede nach, wie nothwendig es gerade für die Hausiiidusiriellen wäre, Hand in Hand mit den anderen Kollegen eine Aufbesserung ihrer traurigen Existenz zu erreichen. Im Schlußwort hob Herr Metzner noch hervor, wie angesichts der immer mehr sich bildenden-kapitalkräftigen Fabrikanten koalitionen es heiligste Pflicht eines jeden Arbeiters sei, mit seinen Genossen ein festes, unzerreißbares Gcfüge zu bilden.— Hierauf fand folgende Resolution:„Die heute bei Buggenhagen tagende öffentlich« Versammlung der Lederarbeiter erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden und verpflichtet sich, mit allen Kräften in dre Agitation für die Lohnbewegung einzutreten," einstimmige Annahme. Sehr an» genehm berührte eine, kernige Worte übermittelnde Drahtnachricht der Frankfurter Kollegen, die während der Diskussion zur Ver- lesung kam. Von einer Beschlußfassung über, die Art der Feier am 1. Mai mußte Abstand genommen werden. Schluß 12-/2 Uhr. Der Uorein der Va�6«rtl»odett!oger Zeulins hielt am 31. März in Feuerstein's Lokal, Zilie Jakobstr. 75, eine Mitgliederversammlung ab. Erster Punkt der Tagesordnung war: Bericht- erstattung der Kommifsion zur Regelung unseres Lohntarifs. In- folge der immer mehr überhandnehmendeil Schnmtzkonkureenz von Seiten der vielen Agenten sind die Kollegen zu der Nothwendigkeit ge- drängt worden. Schritte zur Aufbesserung ihrer Lohnverhältnisse zu thun. Zu dieser Kommission, welche in der vorhergehenden Versammlung gewählt wurden, gehören die Herren Schmitz, Schrepffer und Tschirner. Es konnte in der heutigen, fleider sehr schwach besuchten Versammlung kein entschiedener Entschluß über ven Bericht der Kommission gefaßt werden. Die Kommission erbot sich noch einmal, und zwar im Dabeisein von einigen Lorstands- Mitgliedern des Vereins, am 4. April eine Berathung des Lohntarifs abzuhalten. Es werden sämmtliche Kollegen und sonstige Interessenten ersucht, genau auf den Bericht der Kommission, welcher in ganz kurzer Zeit zur Oeffentlichkeit kommen wird, zu achten, auch dem entsprechend handeln. Zum zweiten Punkt der Tages- ordnung:„Verschiedenes" wird von mehreren Rednern ausgeführt, daß der Judifferentismus der Kollegen viel dazu beigetragen habe, daß unser Legerlohn so reduzirt worden ist; es wäre wohl endlich an der Zeit, einzusehen, daß das Vorgehen Einzelner zwecklos ist. Deshalb möge zeder Kollege sich uns anschließen,« damit wir als starke Korporation zur Verbesserung unserer miß- lichen Lage vorgehen können. Die Niaeö-Halidschnhinachev Serttna tagten am dritten Ostertag bei Zemtcr, Münzstraße. Aus der Tagesordnung stand: „Die Verkürzung der Arbeitszeit."— In der Versammlung, die zut besucht war, entspann sich eine lebhaste Dcbatite, in welcher -auptsächlich auf die auch in diesem Gewerbe herrschenden Hebel hingewiesen wurde, von welchen die überall herrschende Aktord- arbeit, sowie die immer mehr überhand nehmende Hausarbeit vor Allem zu bekämpfen seien. Schließlich gelangte folgende Reso- lution(gegen eine Sttmme) zur Annahme:„In der Erkenntuiß, daß auch wir nur durch Einführung des Zeitlohnes und Ver- kürzung der Arbeitszeit unsere Lage menschenwürdig gestalten können und daß uns zur Erreichung dieses Zieles die Haus- industrie am meisten hinderlich ist, bes«chließl die am 8. April er. bei Zemter tagende öffentlich« Versammlung der Glac-i-Handschuh- macher dahin zu wirken, daß die Hausarbeit abgeschafft wird, alle Kollegen der bestehenden Organisation(Verband der Glace- Handschuhmacher Deutschlands) beitreten und wir uns den aufgeklärten Arbeitern anschließen(welche die Erringnng der gesetz- lichen achtstündigen Arbeitszeit anstreben), indem wir ebenfalls den 1. Mai 1890 als Feiertag proklamiren." Eine gut besuchte Mitglieder-Vei'sNZttmlitttg des sozialdemokratischen Wahlvereins für Teltow-Beeslow-Storloiv-Ehar- lottenburg tagte am 3. d. M. im Vereinslokal Aismarckshöhe mit der Tagesordnung: Wahl des gesammten Vorstandes. Vortrag des Herrn Stadtverordneten Otto Hiindorf, Berlin. DiZkusflon. Verschiedenes. Die Vorftandswahl brachte folgendes Resulmt: "'er Vorsitzender: Hermann Wernicke, Wilmersdorserstraße 42; ter Vorfitzender: Gustav Stein, Kuobelsdorfftraße 11; üftführn; Ernst Putzte, Sophie-Charlottenstraße 27; erster Kassirer: Gustav Hopp, CharloUeutmrger User 5a; zweiter Kassirer: Theodor Siegler, Scharrenstraße 7. Newisoren: erster: August Bressel, Garbe du Korpsstraße l; zweiter; Fritz Thiem, Knobelsdorfstraße 60; dritter: Paul Kolbow, Kirchstraße 8. Hierauf hielt Herr Heindorf sein mit Beifall ausgenoncuwucs Referat. Es wurde schließlich folgende Resolution angenommen: Die heutige in Vismarckshöhe tagende Versammlung erklärt sich mit den AusführiMgen des Referenten einverstanden und verspricht mit allen gesetzlichen Mitteln dafür einzutreten, daß der 1. Mai 1890 als Feiertag gehalten wird. Laut srschtuß der Versauimlung de« Vereins de« Roll-«nd Laftfutirwevko-Kutschrr zu Berlin am Sonntag, den 13. April, wurden die aefteUlen Forderungen vom Februar d. I. festgehalten und beschlossen, einmüthig die Arbeit arti 14. April d. I. so lange einzustellen, bis die vom Verein gestellten Forderungen im Betrage von 20,50 M. pro Woeste bewilligt sind. Der Verein ersucht alle Kollegen der größeren Städte, ihm in diesem gerechten Kampfe zu muerstätzen, wofür der Verein im gegebenen Fall stets Unterstützung gewähren wird. Kirdorf. Eine öffentliche Tischlerversammlung, welche von ..„.r 150 Personen besucht war, tagte am Dienstag, ben 8. April, Vormittags 10 Uhr, in Barta's Salon, Bergstr. 120. Die Tagesordnung lautete: 1. Der bevorstehende Tischlcrstreik und die Ve- schlüsse des Fachvereins der Tischler. 2. Diskussio». 3. Verschiedenes. Nach der Bureauwahl, m welcher die Herren Gustav Ostermann zum 1. Vorsitzenden, Meinz zum 2. Vorsitzenden und Habuna zum Schriftführer gewählt waren, ergriff der Herr Re- fcreut, Herr Julius Apelt, das Wort zu seinem Vortrag. Wir sind heute hier zusammen gekommen, um uns zu besprechen, welche Stellung die Tischler Rixdors's zu einer eventuellen Lohnbewegung den Berliner Kollegen gegenüver einnehmen müssen. Um eine solche durchzuführen und auch das Errungene auf die Dauer zu erhalten, dazu gehört vor Allem eine gutgeschulte Organisation. Redner fordert zum Schluß seines sehr inhaltreichett Vorerages die Anwesenden auf, dem Fachverein der Tischler, weicher rn Rirdorf eine Filiale errichtet hat, in Masse beizutreten. Derselbe betont nochmals, die von der Generalversammlung am 18. März in Joels Lokal angenommene Resolutton. An der Diskussion betheiligten sich die Herren Winkler und Meinz, welche lici) im Sinne des Referenten aussprachen. Es wurden folgende Resolu- tionen verlesen und einstimmig angenommen: l. In Anbetrackt der Entwickelnng der Technik in Verbindung der immer größeren Theitung der Arbeit erkennt die Versammlung die Nothwendigkeit an, die Arbeitszeit auf 8-/2 Stunde zureouzireu. Um dieseszu erreichen, ist eS unbedingt nöthig sich in Masse dem Fachverein der Tischler Berlins und Umgegend anzuschließen, denn nur wenn die größte Majorität der Tischlergewerkschaft organistrt ist, ist eS möglich, den Beschluß des Fachvereiiis zur Durchführung zu bringen. 2. Die heute den 8. April in Barta's Salon, Bergstr. 120, tagende öffentliche Tischlerversammlung erlärt sich mit oen Beschlüssen des internationalen Aroeiterkongresses zu Paris solidarisch und verpflichtet sich den 1. Mm als Arbetterfelertag zu halten. e-roZ»(ScteiMlunTummlunt aller Ka»i>ma»'t>elj«rl!!ii«» und Ar-- I'cttrr heule, Vormülags lo Uhr, in der„StontaSbant",(li-afie Frankfurlersir. Nr. ii?. TaüeSordmmgu-t. Bericht der Koimnissivii. s. D>stuiston, 8. Streit gezwungen wurden. Die Koinmission sich sich deShal.----- Eencrnistrctt zu prollamtren. 3H c rocht, was Eure Psiicht und wie Ihr zu handeln habt! Die loer-Kommtsston.— Das Elreilbitreau befindet sich: Andreassir. 2« bei Bolzmami. «Sauverrin Krriiner Kildliauer. Am Dlenstag, den 16. Stprtl, Abends 8% Uhr, im Restaurant Kesiner,'Annenstr. u; Seneraluerfainmlung, Tagesordnung: Rechenschaflsbertcht, Verfchtedehes. berichl. 2. Bortrag. 8. Dislussion. 4. Verschiedenes und Fragelasien, wichtig«!» Tagesordnung wegen ist zahlreiches(irfcheineii Pflicht. «»neralurrfamniiuno»»r LUtaie 1»rrUer-iniguim vtnKch»» Maler«. C. tu. am Dienstag, den 15, AvrU, AvendS 8 Uhr, tn pofimann S geftsälen, Orantenstraße lso. Sosiaidemoliratif-cher Maliloerei» de» 6. Seriiiir« Vsichsialp«» Wahlkreise». Am Dienstag, den 15. April, Abends«fi Uhr, im Saale ves Herrn Faustmann, Hnvalldenstr. 144: Gr. Vcrfoninilima. ©rufte Versammlung de« Per«!»» der WllitiiesUmeider am Diens- tag, den 15. April iseo, Abends 8% Uhr, tu Jordan'» Salon, Neue isrün- straffe 28. Achristziefter-Uersammlmrg am Dienstag, den is. April, Abend» s Uhr, in ÄratweiUs Bterhallon, Sommandauicustr. M— 7». Tagesordnung: i. Der «chtstundentag und der i. Mai. vleferent: M. Bagtnslt. s. In welcher Weise gedeiilen die Schristgieher den i. Mal zu fetern» s, Verschiedenes, Eiste wlstiomme». _ Srti» i>cr«lnlattitg dir jfauodiener. Am Mittwoch, den 18. April, Abends 8% Uhr: vrdenrl.»»nealverfammlung in tzruersteM'« oberem»aale, Mts Jakobsir. 7S. Tagesordnung: l. Mittheilungen und Biecteljahresbericht. L. Aufnahnie neuer Mitglieder und Ergänzungswahl, 9. Vortrag des Dr. Bruno Wille über:„Der Kampf um« Dasein-. 4. DiSlussion. 6. Verschiedenes. Säfte find willkommen. Ter wichtigen Tagesordnung wegen ist jedes Mitglied verpflichtet, zu erscheinen. Kroße öffentlich«|trrsamml»no der Kuchdr»cker«i-Kilfoarbeiter Kerlin» und zln»s«o«»d am Mittwoch, den IS. April isso, Abends 7 Uhr, in Feuersteines Lokal, Sarten-Eaal, Alte Jakobstr. 7«. t Broß» öffentliche Äerfnuimlnng der Ziininerleut« ychönebergs und mgegend am Mitlivoch, den 16. April, Abends 8 Uhr,i im Saale der chöneberger Echlobbrauerei. Tagesordnung: i. Berichterstattung vom Kon- gresMn Gotha, ä. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheknen wird gebeten. ordnung: i. Unsere wirlhfchastliche Lage. 2. Dtsku'ssion. S. Verschiedenes. Der Eintritt als Säsle ist nur Arbeitern anderer Slaalsbabn-Werkslällen xe- fiattct. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung zu er- scheinen. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Ein« große öffentlich-!>oik«versar.»nl>i»g mit der Tagesordnung: ,,Dte Sonntagsruhe der in kaufinännischen Eeschästen Angestellte»", hat end- lich, nachdem eine solche viermal versagt wurde, die polizeiliche Genehmigung erhalten und findet dieselbe am 17. April, Abends s% Uhr, statt. Sache der Arbeiter sowohl wie der gesammten Bevölkerung wird es sein, durch Massen- haften Besuch dieser Versaminlung zur Lösung dieser gewiß brennenden Tages- frage Stellung zu nehmen. Denn ivohl keinem anderen Berufe geschieht es so, wie hier, daß neben 14— 10 slündtger Arbeitszeit an Wochentagen auch der Sonntag voll zur Arbelt benugt wird. Srn»N-u-ZlntrrNüüung»bu»d der Schneider. Dienstag, den 22. April, - Abends 8\ Uhr, Versaminlung bei Deigmüller. Alte Jakobslr. 48 a. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1389. 2, Erfaywahl für die Lokal- Verwaltung. 8. Verschiedenes. QuitlungSbuch legitimirt.— Außer in der Krausenstr. 11 und den übrigen Zahlstellen werden auch Beiträge entgegen ge- uommen von Herrn Aua. Tamnian, Lolhringerstr. 72, im Restaurant und dem Bevollmächtigten Karl Müller, Raunynstr. 87, 4 Tr. Kroße öffentliche K«rs»mn,lung der Kupserschmied« Kerliu» und Umgegend am Dienstag, den 13. April, Abends 8 Uhr. im Saale des Herrn Keller, Bergstr.«8, Fachverein der Tischler für den Westen und Halleschen Thorbezirk. Dienstag den is. April, Abends 8% Uhr, große Versammlung in Habeffö Brauerei, Bergmannftr. G— 7. Nerdand deutscher Gold- und Kilberardeiter und verwandter Kerirsogenoffen sZahlstelle Berlin). Mittwoch, den is. April, Abends 8% Ubr, bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75, Generalversammlung der Mitglieder der Zahlstelle Berlin. Achtung! Eraveure, Ziseleure! Große öffentliche Versammlung am Donnerstag, den 17. April, Abends 8% Uhr, in geuerslctn'S Lokal(unterer Saal), Alte Jakobstr. 76. Tagesordnung: 1. Wie stellen sich die Graveure und Ziseleure zur Wabl einer Agitationskommisston. 2. Eventuelle Wahl einer solchen. 3. Die Bedeutung der achtstündigen Arbeitszeit und der 1. Mai Referent Herr Stadtverordneter Zubeil. 4 Diskussion. 6. Verschiedenes.— Zur Deckung der Unkosten stndet Tellersammlung statt. Kesaug-. Turn- und gesellig» Vereine am Dienstag. Gesangverein „Gutenberg- Abends® Uhr im Restaurant Quandt, Srralauerstraße 43.— Gesangverein„Alpenglühen- Abends 9 Uhr im ßlestaurant Hildebrandt, Prinzen- straße»7.— Schäser'scher„Gesangverein der Elfer- Abends 9 Uhr bei Wolf und Krüger, Skalttzerstr. 128, Gesang.— Männergesangverein„Gartenlaube- Gesangverein utonia. Bel- Abends 9 Uhr im Restarant Firk, Kottbuserstraße 22..„ Bouvcrrdia-(Männcrchor) Abends 8% Uhr im Restaurant„Teutonia, Bel sorterstraße 15.— Männergesangverein„Steinnelke- Abends» Uhr im Nestau rant Schulz, Stettinerfttaße 58—57.— Gesangverein„Harmonie- Abends 8 Uhr in Reu kam's Bierhaus, Große Frankfurterstr. 49.— Männergesangverein„Echo II" AbendS 9 Uhr im Restaurant Drillhosc, Rosenthalerstr. 11—12. — Gesangverein„Sängerhain" Abends 0 Uhr im Restaurant Kaiser-Franz- Grenadierplatz 7.— Gesangverein„Bruderherz" UebunqSstunde AbendS von 9%— 11% Uhr. Aufnahme neuer Mitglieder.— Gesangverein„Hoffnung Moabit" AbendS 8s( Uhr WilSnackersir. 83 im Restaurant Jlges.— Männergesangverein„Hilaritas" Abends 8 Uhr im Restaurant W. Gleist, Prinzen- Allee 89.— Gesangverein„Felicitas" Abends 9 Uhr im Restaurant Nebclin, Langestr. 10s.— Männergesangverein„Olympia" Abends 0 Uhr im Restaurant Gerlh, Prinzenstr. 108.— Gesangverein„Liederlusi" Abends 9 Uhr im Restaurant Lehmann, Naunynstr. 4«.— Männergesangverein„Accordia" Abds. 0 Ubr bei Weick, Alexanderstr. 81.— Gesangverein„Ludwig'scher Männerchor" AbendS 9 Uhr Ltndenslr. 10« bei Poppe, UcbunaSstunde. Gaste sind willkommen.— Männergesangverein„Licdesfreiheit" Abends 8% Uhr im Restaurant Henke, Blumenslr. 38.—„Deutsche Liedertafel, Dirigent R. MaschinSky Abends 9 llhr llebungsstunde im Restaurant Saeger, Grüner Weg 22.— Männergcfang- verein„Alle Linde" Abends ss(— losj Uhr im Restaurant Johns, Mariannen- straße 19.— Gesangverein„Bleidtreu", llebungsstunde Miillerslraße 7 bei Pohl.— Zitherklub„Amphion" Abends 9 Uhr in Triebels Restaurant, Hoher Eteiniveg 15.— Turnverein„Froh und Frei"(Mannerabtbeilung) Abends ssz Uhr, Bergstr. 57.— Berliner Turngenossenschast(Fünfte Männer- abtheiiüng) AbendS 8 Uhr in der städtischen Turnhalle, Wasscrthorstr. 31.— Turnverein„Hasenhaide"(Männerabtheilung AbendS 8 llhr, Dieffenbach- straße 60— 61.— Verein ehemaliger Schüler der 37. Gcmeindeschnle AbendS 9 llhr im Restaurant Kinner, Köpnickcrstr. 88.— Arendt'scher Stenographen- vcretn„Apollobund" AbendS 8� Uhr Brunnenstr. 129».— Arendt'scher Stenographenverein Abends 8)1 Uhr im Restaurant„Zum eiserne» Kreuz", Linden- straße 71.— Deutscher Berein Arendtffchcr Stenographen Abends 8% Uhr in Randel'S Restaurant Brunnenstr. 1291.— Verein„Roe" AbendS Sst Uhr im Restaurant Elhe, Alexandrinenstr. 99.— Unterhaltungsverein„Harmonie" Abends 8 Uhr, Eisen bahnstr. 38B, im Restaurant von Liebe.— Vergnügungs- verein„Mollig" Abends 0 Uhr im Restaurant Reinicke, Sipsstraße 3, jeden Dienstag nach dem 1. und 15,— Zitherklub„Amphion" AbendS 9 llhr im „Münchener Hos" Spandauerslr. 11—12.— Rauchklub„Zum Wrangel" Abends 8 Uhr bei Herschleb, Adalbertstr. 4.— Rauchklub„Portoriko", Abends 9 Uhr. Manteuffelstraße 119 bei Greivling.— Rauchklub„Deutsche Flagge" Abends 8 Uhr im Restaurant Händler, Wrangelstr. 11.— Rauchklub„Friedrichshain" Abends 9 Uhr im Restaurant Kipping, Landsbergerstr. II«».— Rauchklub „Lustige Brüder" Abends 8% llhr bei Groihe, Fürüenbergerstr. 2.— Vergnügungsverein„Fröhlichkeil", Grüner Weg 29. Große Gesellschaftsstunde, verbunden mit Vortrügen. Gäste willkommen. Entree frei.— Tambour- vercrn„Sedan" S tzung Abends% llhr Gruner Weg 9—10.— Tambourverein „Einigkeit macht stark", gegründet 1838 Usbungsstunde Abends 9 llhr im Restaurant Hahn, Elsasterstr. 57. Neumiftfikes. W Meyer, welcher für ein hiesiges Geschäft eine Sumine QW kassirt hatte und seit dem 7. Januar spurlos verschwundl durch Erdrosselung ermordet und den Leichnam nach Amer sandt habe. Detlesihe«. (Molffs Telegraphen-Kurean.) Kamburg, Sonntag 13. April. Die hiesigen Schuh«'» gesellen haben heute Mittag in den Werkstätten, deren J«J ihre Forderungen nicht bewilligt hatten, die Arbeit nieder? Am Nachmittag fand eine öffentliche Versammlung sämnw Schuhmachergesellen statt, in welcher die Namen deip Meister bekannt gegeben wurden, welche die Forderunge» willigt hatten. cheint 'S Haus .vnntagL i dev AedMkrott. Bei Anfragen bitten wir die Abonnements-Quitinng beizufügen. LÜMter Antwort wird nicht ertheiit. U. K. Wir entsinnen uns Ihrer Angelegenheit nicht. rechnungen können wir nur im Jnseratentheil bringen. K. Krug, Kaflruode bri Mernigerodr. Bitte« sie sich wegen des„Wahren Jakob" an den Verleger, I. H. W. Dietz, Stuttgart, Furthbachstr. 12.— Ihre Notiz I wir besorgt. A. K. Im Jahre 1337. Atter Schmede. Sie sind wirklich originell. %}. K. Das Nähere finden Sie in der heutige» Nunrt�-g»�» A.£. Wenden Sie sich an einen Rechtsanwalt.? P. K. Bitte um Ihren Besuch. Kr. 48. Nur Geduld. Bericht in nächster Nummer. - hen Er Zeitui Berlin S. A. Schulz, Berlin S. lr. 34. mth Ii. Pchttimren-Mrik. Gediegene Arbeit. Zeitgernässe Preise. Cenlante Zahlungsbedingungen. Uchtung� ICoEiegen! Morgen, Mittwoch, den 16. April, Abends 7Vs Uhr, findet in „Sanssouci", Kottbuserstraße 4a, eine grosse Versammlung sämmtlicher Arbeiter der Ludw. Lowe's eben Fabrik statt. Tagesordnultg: 1. Wie stellen sich die Arbeiter der Ludw. Löwe- scheu Fabrik zum 1. Mai? Referent: Herr Alwin Gerisch. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Der hochwichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden in der Fabrik Beschäfiigten, in der Versammlung pünktlich zu erscheinen.[969 Oer Einberufer. Pch itni) Memarek, Trauerhüte in großer Auswahl Marie Panknin, Mo. 91, Adalbertstrasse Ho. 91, Ccke Grauienstrnsie.[963 an NU" Kitte zu beachten! Ge�eehlen's Herrtv- ttnli Kmbeil-Cardtttbeil Geslhiist befindet sich jetzt nur grAmsuLtraLLö 2a, dicht der Manteuffelstraße. Großes Lager in ganzen Anzügen, Jacket- und Rock- Facons in eleganten Dessins von Mk. 15, 20, 25, 30, 36, 40 ff. Elegante Paletots, Schnvaloffs von 12—30 Mk. ff. 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Ausgabe.............. 334„ 55„ Die übrig bleibenden Arbeiter der Färberei Barnewitz. I. A.: Otto Blase. Aug. Brehmer. Vorstehende Abrechnung ist mit meiner Hilse vollzogen und in allen Thcilen als korrekt und richtig anerkannt worden, und möchte in Anbetracht dieses und mit Berücksichtigung der Ehrlichkeit und prinzipiellen Standhafttg- keit der letzten verheiratheten Arbeiter, welche so leicht keine Arbeit bekommen iverd'en. Allen, die noch iin Besitz gesammelter Gelder sind, bitten, diese an mein« Adresse einsenden zu wollen. Ergebenst Otto Heindorf, Langestraße 70. Deutscher Schneider-Verband. (Filiale Berlin.) Mittwoch, den 16. April, Ab. 3Vs Uhr: MMer-BttMilllW in Gratwril'» KierhaUrn, Komma«- dantenstraße 77—79. Tages-Ordnung: 1. Dezentralisation. 2. Besprechung des Bielefelder Antrages. 8. Aufnahme neuer Mitglieder und Entgegennahme von Beiträgen. 4. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Das Erschei- neu aller Kollegen ist nöthig. 961 _ Die Lokalverwaliung. Sonntag, den 20. 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