-ufzahd» 88. Lande eshalbd len g* 53 Mittwoch, den 16. April 1890. V. Jahr«. ?chuhnldi ren niederg? sämmi>< i deqt'l >erunge»' Organ für die Inieressen der Arbeiter. Das„Berliner Volksblatt" swnnt täglich MorgenZ außer nach Sonn- und Festtagen. Abonninuentspreis für Berlin frei iL Haus vierteliahrlich 3,30 Mark, monatlich 1.10 Mark, wöchentlich 28 Pf. Einzelne Nummer 5 Pf. ..'»nntagS- Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Postabounement 3,30 Mark pro Quartal. ron«(Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1890 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) n. sciCnter Krenzdand, taglich durch die Expedition, für Deutschland und Oestcrreich-Ungam ...| � Mark» für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. nicht. W— itte rot'- T'" f: Jnsertionsgebuhr beträgt für die 5 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VersainmInngS. Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedltwn, Berlin SW.. Beuthjtraße 3, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenonimen Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vonnittaas geöffnet. *- i Fernsprecher: Amt VI. jlr. 4106.« Vcdakkion: VeuthffvclHo 2.— Expedition: Veuthffeoffe 3. (Befdjiichifc -»---»SV Ärbeitevl»«»»»»»»er»t. nmet �n, Äscher Erinnerung ist noch bei Jedermann die »würdige Haltung der freisinnigen Partei nach den kaiser- chen Erlassen vom 4. Februar d. I. Damals behaupteten te Zeitungen und fuhrenden Personen der freisinnigen Partei, __ das sozialpolitische Programm des Kaisers nach jeder ssens�ichtung mit der Arbeiterschutzpolitik der freisinnigen en Wi»artei übereinstimme. Jmponirend war lediglich an dieser ), daß oenso charakterlosen wie bedientenhaften Anpassung an i ni tn.�achtit)ort des Kaisers die Stirn, mit der die einge- -—>eischte Manchesterpartei einiger Wahlsitze wegen ihre nnmtllchen wirthschastspolitischen Grundsätze im Hand- lers mdrehen opferte. Wer die letzten Nummern der..Nation" las, in denen lause Aer Abgeordnete Barth mit nichtigen Scheingründen die .Forderung des Achtstundentages als unberechtigt hinstellt ___y- �-w-wiw w» vwy w n r 1 1 v ivere'�d einsehen, daß die Schwenkung der manchesterlichsten zur Kartei im Reiche nur ein taktisches Manöver war. man!? Fast ebenso auffallend als der rasche Kouliffenwechsel �..— lach dem 4. Februar ist die Haltung der freisinnigen -n ist. vresse gegenüber einem Artikel der„Kreuz-Zeitung" über > NaGe Arbeiterkammern. Einen Monat nach den Reichstags- ge, SMhlen begann das christlich-feudale Organ eine Artikel- ---erie über die Arbeiterkammern, in der es u. a. ausführte, mtlich'aß diese Idee zum ersten Male von H. Wagener, ihrem Chefredakteur, in einer Versammlung am .H" �2. Juni 1863 entwickelt worden wäre, daß die freisinnige :— Partei füglich nicht behaupten könne, daß sie an t.�rtfjssesen wichtigen sozialpolitischen Vorschlag irgend ein " lnrecht habe; sie wies darauf hin, daß Max Hirsch die lNr. i2v,lrbeiterkammern eine Utopie genannt habe. Die Sozial- inhof«nokraten und der katholische Sozialpolitiker Hitze hätten ?�.s;ch zwar später dieser ursprünglich Wagener'schen Idee s'® s-emächtiat. Nebst Wagener soll auch Kaiser Wilhelm i. -- �em Gedanken nahegetreten sein, was durch eine An- Arbo' wache desselben an eine von ihm am 2. März 1863 }wetirti lupsangene Handwerkerdeputation erwiesen sei. Der vrysm V�g ��ärte sich nämlich damals für„die korporative —---Gestaltung der Gewerbe, welche den jetzigen Anforderungen ntspricht". Diese historischen Ausführungen schloß die ,-��""�Beitung" mit dem Hinweise, daß jetzt Kaiser K Ii. seines Großvaters und Wagener's Gedanken t«os�ussuhre. '2�,. Wie verhält es sich nun in Wirklichkeit mit der Ge- Bdee. Wir wollen dies etwas breiter ent- pottbiö'f/.rl' um zu_ zeigen, wie sehr sowohl den Feudalen den Fmftnmgen die Geschichte ihres Landes, ja ihrer i. Mü�Zartei unbekannt ist. Leuillekon. -ch»nb«i,n.z iimeii jj emn"»»Zmn Gluck der Damen." ao it zu nur 01 y Roman von Emile Zola. 0,, j-----—"" V V» w, oJerf! �utoristrte Uebersetzung von Armin Schwarz. buch M Madame Aurelie fuhr mit sanfterer Stimme fort: v°l�,- Und warum sind Sie von Eornaille fort? __ � Fannkenrucksichten, erwiderte Denise, stark -»! �ud. Wir haben unsere Eltern verloren, ich mußte �nchZ'ner Bruder annehmen. Uebrigens habe ich hier ein sucht Das Zeugniß war ausgezeichnet. Schon begann sie zu Laden�. offen, als noch eme letzte Frage sie in Verlegenheit setzte. Lo wolmen�Sie?� � in Paris Referenzen ausgeben? aufnehmen würde. Bei meinem Onkel Baudu, da >egenuber, sagte sie endlich. eben �unte Mouret sich nicht länger enthalten, dreinzu lesenw?�®ie finb bie Nichte Baudu'S? hat Baudu Sie % fitrf|eIenbet? Hl«w.«» l �wandelt, das Antlitz behielt seine Rothe und das Lächeln gkl»' Vorerst sei bemerkt, daß die preußische Negierung im Januar 1349 eine Versanimlung von Vertretern der Handwerker und Gesellen unter Theilnahme von Ver- tretern des Kaufmannsstandes und der Fabrikanten ein- berief, in welcher u. A. die Forderung von Gewerberäthen erhoben wurde. Diesem Verlangen kam die Regierung in der o k t r o y r t e n Verordnung vom 7. Februar 1849 nach. Diese Gewerberäthe sollten nach§ 3 der Verordnung zu gleichen Theilen aus dem Handwerkerstande, dem Fabrikenstande und den» Handelsstande des Be- zirkes gewählt werden, und nach den erwähnten drei Klaffen in drei Abtheilungen zerfallen. In der Hand- werks- und in den Fabrikabtheilungen der Gewerberäthe sollten die Unternehmer und die Arbeiter gleiche Vertretung erhalten, jedoch sollte zur Erlangung der ungeraden Mit- gliederzahl in jeder Abtheilung ein weiteres Mitglied aus dem Kreise der Unternehmer gewählt werden(§ 4 der angeführten Verordnung). Diese Gewerberäthe sollten u. A. die Verhältnisse der Lehrlinge, Gesellen, Gehilfen und Fabrikarbeiter regeln, Bestimmungen über die Ar- beitszeit und den Arbeitslohn treffen. Was den praktischen Erfolg der Gewerberäthe be- trifft, so entsprach er in keiner Weise den hochgespannten Erwartungen; die hemmende Praxis der Behörden, mangelnde Organisation und Klassenbewußtsein der Ar- bester, die Lethargie der Unternehmer störten die Ent- wickelung dieser Organisationen so sehr, daß von den im Jahre 1349 konstituirten 96 Gewerberäthen im Jahre 1864 nur noch wenig übrig blieben. Durch Erlaß der Nord- deutschen Gewerbeordnung vom Jahre 1869 wurde ihrem Bestände der gesetzliche Boden entzogen. Nun diese Gewerberäthe bestanden, wenigstens dem Gesetze nach, noch zu der Zeit als H. Wagener in einer Versammlung„Gewerberäthe mit obrigkeitlichem Charakter und mit Vertretung der Gesellen forderte, um die Verhältnisse zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu regeln." Diese Arbeiterkammern sind demnach nicht auf eine An- regung Wagener's oder Wilhelm's I zurückzuführen. Wohl könnte man aber einwenden, ein konservatives Ministerium in Preußen hätte sie zuerst eingeführt, sie seien ein dem konservativen Jdeenkreise angehörendes Projekt. Obgleich wir nun dem sozialpolitischen Laboratorium der preußischen Junkerpartei diese verflucht gescheute Form der Berufsorganisation, in welcher die Arbeiter stets in der Minorität, also im Unrechte wären, vom Herzen gerne gönnten und nicht die geringste Spur von Neid empfinden ivürden, wenn dem so wäre, so geht dies doch nicht an, denn diese Idee ist auch in liberalen Kopsen früher oder gleichzeitig aufgetaucht. Sie ist auch in einem Gesetzes- vorschlage an die deutsche Nationalversammlung hervor- getreten. Im volkswirthschaftlichen Ausschüsse der deutschen auf ihren Lippen schien ihr ganzes Wesen erschlossen zu haben. Ihre grauen Augen gewannen einen zarten Schimmer, liebliche Grübchen erschienen auf ihren Wangen, selbst ihre matten Haare schienen in der ermunternden Heiterkeit ihres ganzen Wesens stiegen zu wollen. — Sie ist ja ganz hübsch, sagte Mouret leise zu Bour- doncle. Der Assozie machte eine Geberde des Widerspruchs. Klara spitzte die Lippen, während Marguerite sich abwandte. Madame Aurelie allein schien gewonnen und stimmte mit einem Kopsnicken Mouret zu, als dieser fortfuhr: — Ihr Oheim hatte unrecht, Sie nicht herüberzuführen, seine Empfehlung würde genügt haben. Man erzählt, daß er, uns gram sei. Wir sind nicht so engherzig und wenn er für seine Nichte im eigenen Hause keine keine Beschäftigung hat, so werden wir ihm zeigen, daß sie bei uns nur anzuklopfen braucht, um aufgenommen zu werden. Sagen Sie ihm, daß ich ihn hochachte und daß er nicht über mich ungehalten sein dürfe; die veränderten Verhältnisse des Handels seien an Allem schuld; und sagen Sie ihm endlich, daß er ver- loten sei, wenn er an seinen lächerlichen alten Gewohnheiten eigensinnig festhält. Denise war ganz bleich geworden. Dieser Herr war also Mouret. Niemand hatte seinen Namen genannt, aber er selbst hatte sich als den Patron bezeichnet und sie begriff nun, warum dieser junge Mann einen so tiefen Eindruck auf sie gemacht habe, zuerst auf der Straße, dann in der Seidenabtheilung und jetzt wieder. Dieser Ein- druck, den sie nicht zu erklären vermochte, lastete immer schwerer auf ihrem Herzen. Alle die Ge» schichten, die der Onkel ihr erzählte, kehrten nun in ihre Nationalversammluug arbeiteten Degenkolb, aus Gotha und Lette einen Entwurf für eine Gewerbeordnung aus, in welcher die H. Wagener__ schobene Erfindung viel reiner zum Ausdrucke kam, als in der preußischen Verordnung vom Jahre 1849 oder gar in den Auslassungen Wagener's und Wilhelm's I. Waren nun diese vier genannten Männer Konser- vative oder gehörten sie gar der jetzt durch die„Kreuz- Zeitung" vertretenen Spielart dieser Partei an? Mit Nichten! Veit war ein Altliberaler und schloß sich später den Gothanern an. Auch; Becker war ein Liberaler, er ward später Direktor der Gothaer Feuerversicherungs- gesellschaft, Lette war Leiter-des konstutionellen Klubs in Berlin, gehörte in Frankfurt der Kasinopartei an und war Ende der 50er Jahre Führer der liberalen Partei. Daß diese Männer jedenfalls heute eher zu den Anhängern der freisinnigen Partei als zu denen der Herren Helldorff. Puttkamer und Stöcker gehören dürften, muß wohl von der„Kreuz-Zeitung" zugegeben werden. Wie erklärt es sich aber, daß die freisinnigen Blätter und Politiker die Ausführungen der„Kreuz-Zeitung" un- angefochten ließen? Hierfür giebt es zwei Erklärungs- gründe. Entweder will sich die freisinnige Partei nicht durch Reklamirung dieser Idee für dieselbe binden, da die Herren Barth und Brömel es für besser halten könnten, gegen sie zu stimmen, wenn ein ähnlicher Antrag dem Reichstage vorgelegt werden sollte, oder diese Herren, welche so gerne auf ihr Wissen und ihre Belesenheit pochen, haben die Geschichte der 48er Bewegung und ihrer Partei vergessen. Da das letztere der Fall sein könnte, möchten wir den freisinnigen Abgeordneten, welche sich so gern als die Erben der 48er Ideen hinstellen möchten, rathen, daß sie die Seiten 925—927, 945 und 946 des 2. Bandes der Verhandlungen der verfassungsgebenden Reichsversammlung zu Frankfurt am Main genau studiren. Sie werden dort u. A. finden, daß ihre damaligen Parteigenossen für einen Maximalarbeitstag, für Pensions- kassen, für Fabriksausschüsse, Fabriksräthe und Fabriks- schiedsgerichte eintraten. Da den wenigsten unserer Leser die Protokolle der deutschen Nationalversammlung zur Verfügung stehen dürften, seien die betreffenden Bestiinmungen über Fabriks- ausschüsse ic. hier mitgetheilt. Die deutsche Gewerbeordnung sollte folgende Para- graphen enthalten: Fabriksausschüsse. § 42. Jede Fabrik wählt einen Fabriksausschuß. Derselbe besteht: a) aus einein Mitgliede jeder selbstständigen Gruppe der Fabrikarbeiter und Erinnerungen zurück und vergrößerten das Bild Mouret's, umgaben ihn mit einer Legende, inachten aus ihm den Meister der schrecklichen Maschine, von deren Zähnen sie sich seit dem Morgen schier erfaßt fühlte. Und hinter seinem hübschen Kopf mit dem wohlgepflegten Barte und den schönen Augen von der Farbe des alten Goldes sah sie die todte Frau, diese Madame Hoduin, deren Blut die Steine deS Hauses gekittet hatte. Und nun war ihr, als fürchtete sie sich vor ihm. Mittleriveile hatte Madame Aurelie das Buch ge- schloffen. Sie brauchte nur eine Verkäuferin und es waren deren schon zehn vorgemerkt. Doch suchte sie zn sehr dem Patron gefällig zu sein, um hier länger zu zögern. Indessen, meinte sie, daß die üblichen Formalitäten beobachtet werden müssen; der Inspektor Jauve wird Erkundigungen einholen, wird berichten und sie wird dann ihren Entschluß fassen. — Es ist gut, Fräulein, sagte sie endlich in majestäti- scher Haltung. Alan wird Ihnen die Entschließung schrift- lich nuttheilen. Denise stand noch immer verwirrt und unbeweglich da. Sie wußte nicht, nach welcher Seite sie sich aus der Mitte all' dieser Leute entfernen sollte; endlich dankte sie Madame Aurelie und ging mit einem Gruße an Mouret und Bour- doncle vorüber. Diese beschäftigten sich übrigen? längst nicht mehr mit ihr und vergaßen den Gruß zu erwidern; sie prüften jetzt mit Madame Frederic das Modell eines Man- tean ä taille. Klara machte eine Geberde des Verdrusses zu Marguerite hinüber, wie um vorauszusagen, daß die neue Verkäuferin in dieser'Abthcilung keine angenehme Stellung haben werde. Denise fühlte ohne Zweifel die Gleichgiltigkeit und den Verdruß, den sie zurückgelassen, 5, 6. ' b) einem Werkmeister jeder Gruppe,- beide durch die Arbeiter gewählt; c) aus dem Inhaber der Fabrik oder dem von ihm bestimmten Stellvertreter. § 43. Die Fabriksaus schüsse haben folgende Befugnisse: 1. Verimtteluug von Streitigkeiten zwischen"Arbeitgebern und Arbeitnehmern; 2. Entwerfung und Aufrechterhaltung der besonderen Fabrik- Ordnung; 8. Einrichtung und Verwaltung der Kranken- Unterftützungs lasse; 4. Ueberwachung der Fabrikkinder, sowohl in sittlicher Be- Ziehung in der Fabrik selbst, als hinsichtlich des Schulbesuches; 8. Vertretung der Fabrik in den Fabrikräthen. Fabrikräthe. 44. Für jeden Gewerbebezirk wird von den Fabrikaus- schussen ein Fabrikrath gewählt, in welchem alle im Bezirke be- findlichen Jndustrieziveige sowohl durch Fabrikinhaber als durch Fabrikarbeiter, soweit Angelegenheiten der letzteren in Frage komme», vertreten sein müssen. § 45. Dem Fabrikrathe steht zu: 1. die Genehmigung der besonderen Fabrikordnungen und die Oberaufsicht über deren Beobachtung; 2. die Festsetzung oder Vermittelung der Arbeitszeit und der Kündigungsfristen; 3. die Feftsetznng der Anzahl der Lehrlinge im Verhältniß zu den selbstständigen Arbeitern und die Prüfung der Lehr- linge nach beendigter Lehrzeit; 4.-die Aufsicht über die Kranken- Unterstützungskassen der Fabriken; die Entwerfung der Statuten der Fabriks- Pensionskassen lind deren Verwaltung, unter Genehmigung und Oberauf- ficht der Gewerbekammer; die Vertretung der Fabrikinteressen des Bezirkes bei der Gewerbekammer des Kreises. Fabrikschiedsgerichte. § 46. In jedem Gewerbebezirk wird ein Fabrikschieds- gericht eingesetzt, das aus der Wahl des Fabrikrathes hervor- gehen und dem ein Rechtskundiger Vorsitzen muß. Die Handels- Gesetzgebung bestimmt darüber das Nähere. Den» Fabrikgerichte steht die Entscheidung von Streitigkeiten der'Arbeitgeber und Arbeitnehmer unter sich und mit ein- ander zu. Auf die Motive zu diesen Paragraphen gehen wir hier nicht weiter ein. Uns können natürlich weder die Gewerberäthe der preußischen Verordnung vom Jahre 1849 noch die Fabrikausschüsse und Fabrikräthe des Degenkolb-Lette'schen Ent- wurfes befriedigen. Auch in letzterem ist durch die Gleich- berechtigung der Arbeiter und Werkführer ein künstliches Uebergewicht für die Unternehmer geschaffen. Aber gerne erkennen wir an, daß der liberale Ent- wurf von 1848/49 von Verständniß für die Stellung der Arbeiter zeigt, daß er doch in etwas mit dem schranken- losen Despotismus innerhalb der Fabrikmauern bricht. Seitdem dieser Entwurf, der niemals zur Berathung im Plenum gelangte, publizirt ist, hat sich die Industrie und der Klaffengeist im deutschem Proletariats großartig entwickelt. Es versteht sich von selbst, daß die Arbeiterschaft heute viel weitergehende Forderungen stellen kann, ja muß. Das Bedürfniß nach einer gesetzlich anerkannten Organisation der Arbeiterklasse ist heute anerkannt. Nicht mehr darf man dem deutschen Proletariate mit Schein- konzessionen kommen, man nrnß seinen berechtigten Forderungen ehrlich Rechnung tragen. Noch hoffen die Männer von der Kreuz-Zeitungs- Partei und von der freisinnigen Partei die Arbeiter mit kleinen Geschenken Ködern zu können. Aber der Glaube an die Wirkung dieser ist im Schwinden begriffen. Man wird sich bald bequemen müssen, die Forderungen der Arbeiterklasse an die heutige Gesellschaftsordnung zu realisiren. Rorveftnmvstrzen. London, den 12. April 1890. Nicht weniger als drei Arbeiterkongresse waren in der abgelaufenen Woche ver- sammelt. In Carbi ff(Süd-Wales) tagte eine Delegirten- konferenz zur Begründung einer britischen„Arbeitsliga", in H a n- ley der dritte Jahreskongreß des„Ärbeiterwahlvereins für Großbritannien und Irland" und in Nottingham eine Kon- ferenz der Bergarbeiterföderation von Großbritannien. denn sie stieg in der nämlichen Verwirrung die Treppe hinab, in der sie hinaufgekommen war, die Beute einer seltsamen Beklemmung und kaum wissend, ob sie sich freuen oder ärgern soll, hierher gekommen zu sein. Durfte sie auf diesen Platz zählen? In dem Unbehagen, welches sie hinderte, die Lage genau zu begreifen, vermochte sie sich diese Frage kaum zu beantworten. Von allen ihren verschiedenen Empfin- düngen hielten sich zwei an der Oberfläche und löschten all- mälig alle übrigen aus: der tiefe Eindruck, welchen Mouret auf sie gemacht hatte, ein Eindruck, der an die Furcht streifte; dann die Liebenswürdigkeit Hutius', für welche sie jetzt noch von Dankbarkeit erfüllt war. Als sie das Magazin verließ, suchte sie den jungen Mann, um ihm wenigstens mit einem Blick zu danken; zu ihrer größten Betrübniß konnte ste ihn nicht entdecken. — Nun, Fräulein, haben Sie Erfolg gehabt? fragte sie eine beivegte Stimme, als sie endlich aus dem Trottoir anlangte. Sie wandte sich um und erkannte den großen, bleichen, schlotterigen Jüngling, der sie am Morgen angeredet hatte. Auch er tam aus dem Hause„Zum Glück der Damen" und er schien noch mehr bestürzt, als sie, noch mehr aufgeregt durch das Verhör, welches er zu bestehen hatte. — Mein Gott, ich weiß eS nicht, mein Herr, er- widerte sie. — So geht es auch mir. Sie haben eine seltsame Art da drin, Einen auszufragen und anzusehen.... Ich bin aus dem Spitzenfach und habe eben daS Haus Crevecoeur, Rue du Mail, verlassen. Wieder standen sie einander gegenüber und wußten nicht, wie sie einander verlassen sollten. Und sie errötheten wieder. Dann, um in seiner äußersten Schüchternheit doch etwas zu sagen, fragte der junge Mann in seiner linkischen und gemüthlichen Weise. — Wie heißen Sw, Fräulein? — Denise Baudu. Die beiden erstgenannten Konferenzen oder Kongresse, wie man es nennen will, hatten die gleiche Tagesordnung: die Verstärkung der Arbeitervertretung in allen Vertretnngskörpern, von den Gemeindevertretungen angefangen bis zum Parlament. Der Arbeiterwahlverein steht mit der Trades-Unions-Bewegung in enger Verbindung, er ist auf Grund eines Kongreßbeschlusses der- selben Mitte der Achtziger Jahre gegründet worden und läßt auch meines Wissens nur Delegirte von Gewerkschaften zu. Er ist nicht zu verwechseln mit dem fast gleichnamigen apokryphen Champion- schen„'Nationalen Arbeiterwahlverein". Die„Arbeitsliga" oder die Konferenz, die sie begründen soll, war von einem Agenten der Liberalen einberufen und von fast allen Größen der liberalen Partei lagen Zuschriflen vor. Wie stark die Zahl ihrer Delegirten, wird in den Zeitungen nicht gesagt, ebensowenig, woher dieselben kamen; Vorsitzender war ein gewisser Isaak Evans voin Bergarbeiter- Verband von Süd Wales und Monmouthshire. Die Konferenz einigte sich nur über das Prinzip einer stärkeren Vertretung der Arbeiter in den öffentlichen Körperschaften und die Nothweudigkeit, eine nationale Organisation zur Durchführung dieser Forderung ins Leben zu rufen. Ein Antrag, daß die Organisation sich ausdrücklich für liberal erklären soll, wurde nach lebhafter Debatte dem einzuberufenden Kongreß zur Beschlußfassung überwiesen. Schließlich wurde«in provisorischer Vorstand und ein halbes Dutzend„Vizepräsidenten" — diese sind hier nur nominell— ernannt, unter den letzteren sigurirt auch Herr Broadhurst, was gerade lein gutes Omen ist. Der Kongreß des Arbeiter-Wahlvereins oder, um den englischen Titel zu geben, der„I-adour Electoral Association of Great Britaia and Ireland" war von 50 Delegirten besucht, die 250 000 Arbeiter zu vertreten vorgaben. Es ist das aber sehr mit dem berühmten Körnchen Salz zu nehmen. Die meisten De- legirten sind Vertreter von Geiverkschaftsvorständen und geben als solche die Zahl der Mitglieder der ganzen Gewerkschaft an. Ein etwas zu summarisches Verfahren, doch fällt es mir selbst- verständlich nicht ein, indem ich das feststelle, bestreiten zu«vollen, daß dieser Kongreß einen erheblichen Theil der organisirten Ar- beiterschaft Englands vertritt. Sekretch? des„Arbeiterwahlvereins" ist Herr Threlsall, der durch feine stark sozialistische Eröffnuugs- rede auf dem Geiverkvereins-Kongreß in Southport großes Auf- sehen erregte, sich später aber als ein recht schivankendes Rohr im Winde erwiesen hat. Der Kongreß beschloß eine Resolution, die zur Agitation für eine Vermehrung der Arbeitervertreter im Parlament auffordert,„ohne Rücksicht auf die Wünsche und das Gutbefinden von Lokalpolitikern mit kapitalistischen Sympathien", und empfahl ferner, in Wahlkreisen, wo die Majoritäten der— beiden großen— Parteien nur gering sind, die Kandidaten der- selben genau zu prüfen und jedem ungerechten Unternehmer oder als Gegner der Ärbeitersache bekannten Kandidaten energisch ent- aegenzutreten, zu welcher Partei er sich auch bekenne. Recht schlecht erging es Herrn Bradlaugh. Mit 21 gegen 19 Stimmen wurde eine Resolution angenommen, daß der Kongreß„es ab- lehnt, ihn als einen Vertreter der Arbeit anzuerkennen", und auch die Minorität stimmte für ein, nur etwas milderes Tadelsvotun«. Weitere Resolutionen verlangen Nationalistrung des Grund und Bodens, bessere Behausung der Armen, Zahlung von Diäten an die Volksvertreter und Deckung der Wahlrosten aus den Steuer- einnahmen. Das Exekutivkomitee wurde beaustragt, die Frage der Aufstellung eines Arveiterkandidaten für die Stadt Norivich in Betracht zu ziehen, und als Sitz des nächsten Kongresses London bestimmt. Einen etwas kräftigeren Ton als beide vorerwähnten Kon- gresse schlug die Konferenz de» Kergarbeiter-Uerbandes an. Dieselbe war von 84 Delegirten besucht, die 119 000 organi- sirte Arbeiter vertraten. Präsident war B. Pickard t, Mitglied des Parlaments. Bezeichnend ist, daß gleich anfangs darüber berathen wurde, ob man auch in engerer Verbindung mit dein durch das Parla- mentarische Komitee vertretenen Gewerkschaftskongreß bleiben solle. Unter ausdrücklichem Hinweis auf den bevorstehenden Rücktritt des Herrn Broadhurst wurde die Frage bejaht. Als- dann wurde folgende Resolution beschlossen:„Angesichts der Thatsache, daß das Parlamentarische Komitee des Gewerkschaftskongresses bis zum gegenwärtigen Moment sich nicht bemüßigt gesehen hat, einen ihm vom Kongreß zu Dundee überwiesenen bestimmten Auftrag auszuführen— nämlich ein Achtstunden- Gesetz für Bergleute auszuarbeiten und im Parlament einzu- bringen— hält es diese Konferenz gegenüber dieser Pflichtver- nachlässigung für ihre Pflicht, beim nächsten Kongreß die pein- lichste Untersuchung dieser Sache zu beantragen." Ebenso wurde folgender Zusatzantrag angenommen:„Und ferner empfiehlt die Konferenz, daß bei den Wahlen zum Parla- inentarischen Komitee die Anhänger des Achistundeu-Gesetzes für Bergleute nur solche Mitglieder wählen sollen, welche gleichfalls für ein solches Gesetz sind." Eine dritte Resolution der Konferenz wendet sich entschieden gegen die von der Regierung ausgearbeitete Novelle zum Hastpstichtgesetz, insbes ondere gegen die Kiausel derselben, Arbeiter ihre aesetz- übertragen dürfen. W> London mit dem Komitee der Unternehmer erweiterte zehnprozentige Lohnerhöhung ich aus alle durch die Föderation vertretenen'Arbeiter erstrecken 'oll. gleid)viel, ob dieselben in den Gruben oder außerhalb der- elben thätig sind. Ein Subkomitee soll die Frage der Sicherheits- ampen, der Ventilatoren und die Errichtung von zwei Fahr- tühlen für jeden Schacht prüfen und einen Bericht darüber aus- — Nun denn, ich heiße Henri Deloche. Und nun lächelten Beide. Von der Gleichartigkeit ihrer Situation gedrängt, reichten sie einander die Hände. - Viel Glück! — Ach ja, viel Glück! Drittes Kapitel. Jeden Somrabend von vier bis sechs Uhr gab es bei Madame Desforges eine Tasse Thee mit kleinen Kuchen für die Personen ihrer intimen Bekanntschaft. Ihre Wohnung lag im dritten Stockwerk an der Ecke der Rue de Rivon und Rue d'Alger; die Fenster der beiden Salons gingen auf den Tnilenen-Garten. Diesen Sonnabend war auch Mouret gekommen; in dein Augenblicke, als der Diener ihn in den großen Salon einführen wollte, bemerkte er durch eine offen gebliebene Thür Mme. Desforges durch den kleinen Salon gehen. Sie blceb stehen, als sie seiner, ansichtig wurde und er trat nun hier ein und begrüßte sie in sehr zeremoniöser Weise. Als der Diener aber die Thür geschlossen hatte, ergriff er lebhaft die Hand der jungen Frau und küßte sie zärtlich. — Gieb Acht, es ist Gesellschaft da! flüsterte sie, auf die Thüre des großen Salons zeigend. Ich bin nur diesen Fächer holen gekommen, um ihn den Damen zu zeigen. Dabei gab sie ihm mit der Spitze ihres Fächers einen leichten Klaps auf die Wange. Sie war brünett, ein wenig stark und hatte große, eifersüchtige Augen. Er hatte ihre Hand in der seinigen behalten und fragte: — Wird er kommen? — Ohne Zweifel, erividerte sie; ich besitze sein Ver- sprechen. Ste sprachen von Baron Hartman«,, Direktor des Crödtt Jmmobrlier. Mme. Desforges, Tochter eines Staats- ratheS, war die Wittlve eines Börseaners, der ihr ein Ver- mögen hinterlassen hatte, das von den Einen überschätzt, von Anderen ganz geleugnet wurde. Man erzählte sich, daß sie arbeiten. Aus der längeren Ansprache des Präsidcntes t ist folgende Stelle von allgemeinem Interesse: j „Was die Berliner Arbeiterschutz- Konferenz anblw führte Herr Pickard aus— ich zitire nach der«Daily daß weder die Bergarbeiter- Föderation noch die Ach? bewegung auf der Konferenz vertreten gewesen sei und l" gegen alle dort getroffenen Abmachungen Verwahmng � Bei dieser Angelegenheit habe die Regierung geflissenU« über atdy") alle Sektionen der Arbeiterklaffe ignorirt.| Bekanntlich vertritt Herr Burt nur die BergarbptB» von Durhain und Rorthumberland, während die FvdeM über ganz England und Schottland erstreckt. Zu der Kewegnng für die Achtstunden-D eww ist, soweit London in Bettacht kommt, noch u» Neues zu melden. Wie ich vernehme, ist auch beim»j Council", dem Zentralkomitee der Gewerkvereine, der An» gebracht worden, sich der Demonstration anzuschließen. Aussicht vorhanden, daß der Anttag durchgeht, doch«van srüht, das als bestimmt hinzustellen. Der„Trabes- Cm» eine sehr schwerfällige Körperschaft; so ist z. B. die 9* Aufnahme verschiedener der neuen Geiverlschaften noq, nicht entschieden. Aus den Provinzen liegen mehrere l Nachrichten vor, allerdings auch mit der Einschränkung,* dort für die Demonsttation entweder ein anderer Tag? Abend des 1. Mai gewählt wurde. Bei dieser GelegeW Sie mich eine irrige Notiz berichtigen, die durch die Presse läuft. Es ist durchaus falsch, daß Frau Mar?'. in der Osterkonferenz den Antrag gestellt hat, den 4. Demonstration zu wählen. Sie hat nicht einmal für d» trag gestimmt. Frau Aveling, deren eifriger Thätigkeit v- öauptverdienst am Zustandekommen der Demonsttation? jat, so lange es überhaupt möglich war, an dem Pariset» estgehalten; daß sie sich schließlich der Majorität fügt, V verständlich. Eine recht erfreuliche Nachricht liegt aus Ab e rde« Im dortigen Trades-Council fand neulich eine Abstimniu» ob der Achtstundentag durch Gesetz oder durch den Ka» Gewerkschaften erstrebt werden soll. Das Resultat war, s erstere Forderung mit 80 gegen 3 Stimmen durchdrang. sieht, die Achtstundenbeiv egung marschirt voran. Und der& mus auch. j, Tie neueste Nummer der„People's Post" enthält rc? essantes Material. Cunninghame Graham schildert den- Verlauf und das Ende des Liverpooler Dockerstreiks und' Aveling berichtet über die ersten Erfolge der AusdehM modernen Arbeiterbewegung auf Irland. Ich behalte» in meinem nächsten Brief ausführlicher darüber zu berwÄ schlicße für heute mit einer Notiz, die sür unsere Frei» „rothen Haus" von Werth sein durfte. In Glasgow hat die städtische Behörde bei Erneuet� Konzesstonen für die dortigen Pserdebahn-Gesellschaste« folgenden Passus eingefügt:- „Der Arbeitstag für Kondukteure und Kutscher Stunden im Durchschnitt nicht überschreiten. j „Die Kondukteure haben eine anständige Uniform," aus Rock, Hose und Mütze zu erhalten. „Für die Winterinonate ist ihnen ein langer uw» verabfolgen. „Die Pächter(d. h. die Gesellschaften) haben an W derlichen Plätzen geeignete sanitäre Schutzvorrichtungen k scher und Kondukteure herzustellen." Trotz dieses Einbruchs in den freien ArbeitSvertrA Glasgow Handel und Gewerbe noch nicht zu Grunde p Sollte man es für möglich halten? VolikisiHo Aebersick Erpntritrung. Die„Leipziger Zeitung", W Sozialdemokraten expatriiren und deporliren will, daß die Sozialdemokraten die stärkste Partei auch im sind und gut ein Drittel der Gesammtbevölkerung** Was soll aus den Herren Kommerzienräthen, R« Besitzern und sonstigen Gönnern der„Leipzigers werden, wenn die Sozialdemokraten nicht mehr p. betten? Sie müßten den deportirten Sozialdemokrat» wandern oder sie würden verhungern. Und ob die„Leipziger Zeitung" einmal darüber dacht hat, welcher wesentliche Unterschied zwischen dtlst dalcn ist, die ihre Gegner tödten und auffressen, � Gelehrten der„Leipziger Zeitung", die ihre Gegner! trockene Guillotine schicken? Die Kulturhöhe oder die' tiefe ist bei beiden genau dieselbe. Eine luternatioual- parlamentarisch«, ade» parlamentarische Konferenz, auf welcher die Sl allgem eine«i Abrüstung behandelt werden st'' von dem bekannten belgischen Abgeordneten Jcinp, wortet, und in französischen und italienischen AbgP kreisen scheint man dem Plane auch geneigt zu sein-. voriges Jahr war zu einer solchen interparlamP noch be, Lebzeiten ihres Gatten sich dem Baron M gegenüber dankbar gezeigt habe, dessen finanzielle dem Ehepaar Desforges vielfach nützlich geivescn später, nach dem Tode des Gatten, dauet� Verhältniß fort, aber immer diskret, ohne j heit, ohne Aussehen. Mme. Desforges vefl» der Gegenstand oes Getratsches zu.sein und sti auch in den besseren Bürgerkreisen, welchen sie en«5 gerne gesehen. Selbst heute noch, da die Leidens� Bankiers, eines skeptischen und feinfühligen M� einfach in ein väterliches Wohlwollen umgewandelt � selbst heute noch, wenn sie sich Liedhaber hielt, tmp «chiveigend duldete, legte sie bei ihren Herzensneigung- ci.Jl* t:'.~ �s> neM Ehrbarkeit zu zweifeln. Sie war Mouret bei liehen Bekannten begegnet und hatte ihn anfangs*"5 achtet; später hatte sie, von seinen heftige«, Liebesn?»- überwunden, sich ihm hingegeben; und schließ!«�- I er in einer Weise manövrirte, daß er durch sie auf seine Seite brachte, faßte sie allmälig eine tiefe Leide«, schaft für ,hn; sie liebte ihn J Gluth der fünfunddreißigjührigen Frau, die nii* 4 zwanzig Jahre eingesteht und in fortlvährender � den weit jüngeren Geliebten zu verlieren..! — Ist er bereits unterrichtet? fragte MoUP,! — Siein, Sie werden ihn, die Sache erklären, st° Desforges, ihn diesmal nicht duzend. I Sie schaute ihn an und dachte, daß er müsse, da er ihr eine solche Rolle bei dem BaröstJ den er offenbar nur für einen alten Freund seiner, betrachtet. Mouret hielt sie noch immer bei der sie seine gute Henriette und sie fühlte ihr Herz den. Sie reichte ihm stumm den Mund zum flüsterte sie: ßonferenj fanb auch- Anfangs Juli- wirklich statt, aber auf derselben war, außer Frankreich, blos England und Jtahm vertreten. Deutsche Abgeordnete waren nicht da. Dtqemgen, welche mit dem Zweck der Konferenz sympathi- Juten, mußten, da sie nicht zwei Kongresse im Auslande, die eme volle Woche auseinander lagen, besuchen konnten, dem internationalen Arbeiterkongreß, der ja auch ein Friedenskongreß im eigentlichsten und höchsten Sinne des Wortes war, den Vorzug gebeii. Der Gedanke, daß die gleichgestnnten Mitglieder der verschiedeiien Parlamente sich zu internationalen Kon- ferenzen vereinigen, um brennende internationale Fragen zu erörtern, ist gewiß sehr schön, und e,-n.er. Wch? Konferenz würde unzweifelhaft auch sehr nützlich sein, wenn eine der Wichtigkeit der Sache ent- sprechende Betheiligung von Abgeordneten der verschiedeneil Länder zu erwarten wäre. Ist nun jetzt auf eme solche Betheiligung zu hoffen? Es kann nicht geleugnet werden, °aß die internationale Arbeiterschutz-Konferenz m gewissen Bevölkerungsklassen eine stark sanguinische Stirn- wung hervorgebracht und auch dem Vöikerverbrudernngs- Gedanken einigen Vorschub geleistet hat. Aber das darf mcht allzu ernst genommen werden. Und was insbesondere Deutschland angeht, so wird es sehr zweifelhaft sein, ob sich außerhalb der sozialdemokratischen Fraktion, die selbstver- standlich allen die Sache der Völkerverbrüderung förderlichen Maßregeln und Vorschlägen sympathisch gegenübersteht, Theilnehmer finden werden. Voraussichtlich wird die Abrüstungsfrage im Reichstag zur Sprache kommen und dann wird man ja sehen. Kamwluug tv ruropärschr» Arbeiterschutzgesthe. schreibt:„Der erhöhten Theilnahme, welche Der~9lei______________________ i�tii � Ä die kaiserlichen Erlasse und die internationale Konferenz für die Arbeiterschutz-Gesetzgebung in weiten Kreisen geweckt worden ist, wird demnächst durch die Herausgabe einer voll st än- dt a en Sammlung aller in den europäischen Staaten über diesen Gegenstand bestehenden Bestim- mungen Rechnung getragen werden. Diese Sammlung war von einem der deutschen Bevollmächtigten in Gemeinschaft mit etnem der gleichfalls aus diesem Gebiete bewanderten höheren Beamten bereits vor dem Zusammentritt der Konferenz soweit gefördert, daß den Mitgliedern der letzteren eine Uebcrsicht der in sämmtlichen darin vertretenen Staaten geltenden Bestimmungen über Sonntags-, Kinder- und Frauenarbeit mitgetheilt werden konnte. Witt Rücksicht auf die beim Zusammentritt des Reichstages bevor- stehende Vorlegung einer Novelle zur Gewerbeordnung, dte voraussichtlich eine erhebliche Abänderung des deutschen Arbeiterschutz- rechts herbeiführen wird, ist nunmehr die Herausgabe der Samm- lung, die sämmtliche Gesetze in deutscher Uebersetzung und da- s�bcn eme vergleichende Zusammenstellung ihres wesentlichen In- Halts bringen wird, bis dahin aufgeschoben worden, daß das neue deutsche Gesetz erlassen sein wird, um für Deutschland nicht das bisherige, sondern das klinstig geltende Recht ausnehmen zu können.— Daß Deutschland mit seiner jetzigen Arbeiterschutz- Agebung gerade nicht Paradiren möchte, finden wir sehr be- Mit>im Gvundstuckagel'chenk an den Fürsten Bismarck hat, wie die„Hamburger Nachrichten" erfahren, es folgende nähere Beivandiniß. Es handelte sich dabei um zwei Grundstücke. Ein in Rothenbeck mitten in, Besitzthum des Fürsten belegenes Grundstück ist für etiva 15 000 M. angekauft worden und dem Fürsten am Geburtstag seiner Gemahlin von dem Herrn Frei- Herrn v. Ohlendorff, dem bekannten Besitzer der„Norddeutschen Allgetneinen Zeitung", welcher unter dem Fürsten Bismarck in den Freiherrnstand erhoben wurde, in Gemeinschaft mit einein Herrn Voigt geschenkt worden. Der Fürst hatte schon früher mit dem bisherigen Besitzer wegen Ankaufs verhaiidelr, aber der Preis war ihm stets zu hoch gewesen. Das Gleiche ivar bei einem am Orte selbst belegenen Grundstück, der Wittwe Hagenoiv gehörend, der Fall ge>vesen. Auch dieses beabsichtigte der Fürst schon früher zur Abrundung seines Besitzthums anzukaufen, aber wegen der Höhe des Preises nahm er davon Abstand. Jetzt ist dies Grund- stück ebenfalls von Änem Konsortium Hamburger Herren für »2 000 M. angekauft und dem Fürsten Bismarck als Geschenk ge- widmet worden. Fürst Bismarck hat bekanntlich schon vielfach aus eigenen Mitteln Bauerngrundstücke zur Arrondirung seines Besitzes angekauft. Weiter wisseil die„H. Nachr." zu erzählen, daß„ein Berliner Herr" dem Fürsten Bismarck zum I.April eine höchst kunstvoll geschnitzte Mephistofigur aus Italien geschickt habe, vor welcher als dem leibhaften Teufel die Arbeiter bei dem Auspacken zurückgeprallt wären sind sich geflüchtet hätten. Eine unangenehme Enttäuschung haben nach der„Hamburger Refonn" die Eisen bahnbeamteii erfahren, welche aus Anregung der könig- lichen Eisenbahndirektion zu Altona sich am 1. April an dem Fackelzug in Friedrichsruh betheiligten. In der betreffenden Auf- forderung wurde den Theilnehmern außer freier EisenbahNsahrt auch die unentgeltliche Lieferung der Fackeln zugesichert. Jetzt, nach vierzehn Tagen, geht bei den damaligen Theilnehinern der Klingelbeutel herum, um ein Defizit— wie eS heißt 600 M.— zu decken. Na» Zeiten der Zeitung>ea Kergmauuverbaude« in Hachum soll die vielbesprochene Sache wegen der Stteik-Unter- — Still! man erwartet mich... Lassen Sie mich vor- ausgehen. AuS dem großen Salon drangen leise Stimmen, noch gedampft durch die Vorhänge und Teppiche. Sie öffnete die Thürcn, deren beide Flügel sie offen ließ und reichte den Fächer einer der vier Damen, die in der Mitte des Salons — Da haben Sie ihn, ich konnte ihn kaum mehr finden. Dann wandte sie sich um und fügte mit heiterer Miene hinzu: .— Kommen Sie, Herr Monret; gehen Sie durch den klemm Salon; das ist weniger feierlich. ... Monret grüßte die anwesenden Damen, die er sämmt- 7 l�nnte. Der Salon, mit seinem im Stile Louis XVI. gelialtenen Mobiliar von Brokatell mit einem Blumenstrauß- Dessin, fernen vergoldeten Bronzen, seinen großen grünen Gewachsen, hatte, trotz des hohen Plafonds, etwas Trau- ltches, wctbltch Zartes; durch die beiden Fenfter sah man die wilden Kastamenbäume der Tuilerien, deren Blätterwerk von dem Oktoberwinde bewegt wurde. - Er ist gar nicht übel, dieser Chantilly-Spitzensächer rief Mme. Bourdelms, die den Fächer in der Hand hatte Es war eine kleine blonde Frau von dreißig Jahren mit einer feinen Nase und lebhasten Augen, eine Schul» frcundin Henriette»'?; ihr Gatte war Sous-Chef im Finanz- Ministerium. Sie entstammte einer alten bürgerlichen Familie und leitete ihr Hauswesen und erzog ihre Kinder mit Rührig- keit und Anmnth, zugleich mit einem ungewöhnlichen Sinn für das praktische Leven. — Fünfundzwanzig Franks hast Du für die Spitzen gezahlt? fragte Mme. Bourdelais weiter, indem sie jede Masche sorgfältig prüfte. Du sagst: Du, habest sie in Luc von einer Arbeiterin der Gegend gekaust?... Nun: eS ist gar nicht theuer. (Fortsetzung folgt.) tätzungsgetber nunmehr zum gerichtlichen Austrag gebracht werden. bekanntlich behauptete die katholische„Westph. Volksztg." im November v. I. anläßlich der Gründung des Verbandes, die Firma Bunte, Schröder und Siegel werde mit den ersten 10 000 M. bald über alle Berge sein. Die Genannten erhoben Klage. Bei dem gerichtlichen Verhandlungstermin wurde die Vertagung und Vernehmung weiterer Zeugen beschlossen, so daß die Sache einen größeren Umfang annehmen dürste. Jedenfalls liegt es ja im Interesse der Verbandsleitung selbst, diejenige Auf- klärung und Rechenschaft zu geben, welche man von der anderen christlich-sozialen) Seite ebenfalls noch schuldig ist. Die Polizei hatte sich im vorigen Jahre Muhe genug gegeben, vom Streik- Unterstützungskomitee Kenntniß zu erhalten und möglichst viel zu beschlagnahineu, und man wird nicht erivarten, daß die Berg- leute das Beweismaterial zu einem„Geheimbundsprozeß" selbst herbeischaffen. Ätetti», den 14. April 1890. Unser Genosse und Reichs- tagskandidat Fritz Herbert verließ am Sonntag nach dreimonat- licher Haft das Gefängniß in Stargard und was um 3 Uhr 30 Minuten in Stettin ein. Der Stettiner„Volksbote" brachte in der Osternummer eine kleine Notiz: Genossen antreten! Am Sonntag, den 13. April, Nachmittags 8 Uhr 80 Minuten werden alle Genoffen von Stettin und Umgegend ersucht, sich an dem Bahnhof einzufinden, da unser Genosse Herbert von Stargard eintrifft. Es gilt, ihm einen ehrenvollen Empfang zu bereiten, um ihn wenigstens in etwas für die erlittene Gefangenschaft zu entschädigen. Genossen! Puttkamer sagte: Wenn die Agitatoren einmal bestraft sind, so zieht sich jeder anständige Mensch von ihnen zurück. Jetzt haben wir Gelegenheit, zu zeigen, daß alles andere, nur nicht das, in unserem Innern glüht. Vom Bahnhof wird sich der Zug nach dem„Westender GesellschaftLhaus"(Naß) begeben. Versäume Keiner, hieran theilznnehmen. Die Stettiner Polizeidirektion verbot daraufhin den Empfang auf Grund der 2� 9 und 10 des Gesetzes vom 11. März 1850: gegen den stellvertretenden Redakteur, Herrn Emil Wolff, ist Anklage wegen Uebertretung des Vereinsgesetzes(§ 17) erhoben, weil er ür den Verfasser des betreffenden Artikels angesehen wird. Alle gegnerischen Zeitungen waren bemüht, das Verbot des Em- lifanges recht auszuposaunen. Unser„Volksbote" brachte nur die iürze Notiz des Verbots. Die Genossen stutzten. Was sollen wir nun machen? Doch die Erfahrenen sagten: Was man der ge- 'chlossenen Masse verbietet, das kann man dem Einzelnen nicht ver- neten. Niemand soll uns hindern, unfern Freund zu begrüßen. Wir gehen hin, auch wenn Kanonen aufgefahren wären. Schreiber dieses war einer der letzten, dem es gelang nach dem Bahnhof zu kommen. Denn mehr wie zehntausend Menschen hatten schon die ugehenden Sttaßen nach dem Bahnhof besetzt. Als der Eisen >aynzug über die Oder fuhr und jedem sichtbar wurde, da er- tönte ein nicht enden wollendes Hurrah. Die Polizei war stark vertreten, an ihrer Spitze der Polizeipräsident Graf Stollberg. Zwei Kompagnien Soldaten standen ans dem Kasernenhof hinter dem Thorweg marschbereit. An allen Fenstern der Kaserne sah man Soldaten im Helm. Von 2 bis 6 Uhr mußten sämmtliche Mannschaften in den Kasernen sein. Der Bahnhof mußte von edem mcht mit Billet Versehenen 10 Minuten vor Ankunft des "uges verlassen werden. Mehrere Genossen waren nach !targard gefahren, um Herbert da schon zu begrüßen und kehrten mit ihm zurück, gleichfalls die Genoffen, die ihm bis Alt-Damm entgegengefahren waren. Freunde hatten eine Droschke für Herbert besorgt, um ihn nach der Gefängnißhaft mcht den langen Weg nach dem Gesellschaftshaus zu Fuß machen zu lassen. Wie Herbert kaum mit ein paar Freunden in die Droschke eingestiegen war, mußte die Droschke losfahren. Ein Kommissar ergriff die Pferde am Zügel und riß sie herum. Nicht die Haupt- traße entlang ging es, sondern die mehr abgelegenen Straßen nußten benutzt werden. Doch wie der Wagen in die Nähe der Hauptwache kam, mußte er mehrere Minuten wegen der großen Menschenmenge halten. Viele Tausende konnten in dem Westender Gcsellschaftshaus wegen Uebersüllung nicht Platz finden. Aber 'rendig erregt warm sämmtliche, wenn fie auch nicht alle Herbert Zte Hand drücken konnten. Ich habe in Stettin schon oft den Empfang von Celebritäten gesehen, aber das Volk in Wirklichkeit war nie so stark zu einer Empfangsfeierlichkeit erschienen wie gestern bei Herbert's Rückkehr aus dem Gefängniß. Akcherolebe», 14. April. Gestern, am 13. d. Mts., fand Hierselbst im Saale„Zum goldenen Anker" eine Gauversamm- !ung der sozialdemokratischen Partei statt, welche aus den Wahl- kreisen Halberstadt, Calbe-Aschersleben, Dessau, Bernburg, Wanz- leben und braunschweiger Harzkreis von 130 Personen aus 28 Ortschaften besucht war. Aus Aschersleben selbst waren über 1000 Personen erschienen. Es wurde beschlossen, in eine re Landagitation unter der ackerbautreibenden Bevölkerung ei treten und zu diesem Zweck in Halberstadt eine GenossenMift mit beschränkter Haftpflicht zu errichten, welche eine jßx die Landbevölkerung berechnete, ganz billige WochenzeitunDr(Preis rei in's HauS 50 Pf. pro Quartal) herausgeben faß.— Ein Komitee, aus Parteigenossen obiger sechs Kreise bestehend, wurde zu diesem Zweck von der Versammlung errvählt. Besonders soll Kreis Bernvurg, für den man eine Ungiltigkeitsertlärung er- wartet, stark in Angriff genommen werde». Au« Sachsen, 13. April, wird der„Voss. Ztg." geschrieben. In Treuen i. V. hat der Stadtrath eine Versammlung, in welcher der bekannte freireligiös« Redakteur Dr. Specht aus Gotha einen Vortrag über„Weltanfang und Weltende" zu halten beabsichtigte, auf Grund des sächsischen Vereinsgesetzes verboten. In dem Verbot selbst heißt es, daß der Vortrag um deswillen nicht ge- stattet werden könne, wetl bei demselben eine Herabwürdigung ver christlichen Kirche bczw. eine Aufforderung zum Austritt aus derselben zu erwarten stehe. Großbvitftnnittt« London, 14. April. Unterhaus. In der Spezialdebatte über das Ausgabebudget erklärte bei dem Posten„Gehalt des Gesandten in Brasilien" der Unterstaatssekretär Fergusson, die provisorische Regierung in Brasilien werde von England so lange nur als Regierung de facto anerkannt, bis fie von der konsti- tnirenden Versammlung bestätigt sein würde. Der Unterftaats- sekretär des Aeußeren, Fergusson, erklärte weiter, mit Portugal seien noch einige Süd-Afrika betreffende Fragen ungeregelt, darunter diejenige der Eisenbahn nach der Delagoa-Bay. Von einer angeblichen neuen portugiesischen Expedition nach Maschonaland habe die portugiestsche Regierung keine Kenntniß. Der Marine- minister habe die Weisung zum Rückzüge gegeben für den Fall, daß eine solche Expedttion stattgehabt habe.. Die portugiesische Regierung habe erklärt, sie iverde, so lange die Verband- lungen noch schwebten, keine neue Aktion billigen. Was dte deutsche Expedition nach Zentral-Asrtka anbetreffe, so habe die deutsche Regierung England unaufgefordert die Versicherung ge geben, daß die Erpedttion unter Emin Pascha nur innerhalb der deutschen Interessensphäre wirken solle, ohne irgendwie britische Interessen zu schädigen, indem die Abgrenzungslinie völlig an- erkannt werde. Fergusson glaubt, daß niemals zwei Mächte in solcher Weise zusammengewirkt hätten, wie dies jüngst Deutschland und Großbritannien mit vollkomviener Loya- lität gethan, ohne daß eS dabei zwischen den beider- seitigen Beamten zu irgend einer Reibung gekommen wäre. Im weiteren Verlaufe der Sitzung erklärte Unterstaatssekretär Fergusson, hinsichtlich des Gebiets am Nyassasee sei mit Deutsch- land kein definitives Abkommen getroffen worden; die britischen Interessen drohe indessen von dem Verhalten der Bundesgenossen Englanos keine Gefahr. Die respektiven Einflußsphären in Nord- Ostsafrika seien so envgiltig normirt, daß bei kolonisirenden oder administrativen Operationen keine Schwierigkeiten entstehen würden. London, 15. April. Die Erklärungen, welche der Unter- staatSsekretär des Aeußeren Fergusson in der gestrigen Sitzung Unterhauses über die engltsch-deutschen Beziehungen in Afrika ehr beifälliger Weise besprochen. Gleichzeitig wird in den- elben die Nothwendigkeit oer Festsetzung internationaler Grenzen letont. Der„Standard" bezeichnet es als erfreulich, daß Sälis- bury dabei auf das Wohlwollen und die Gerechtigkeit Deutsch- lands völlig- bauen könne.„Morningpost" empfiehlt als das einzige Mittel zur Bewältigung der vorliegenden Schwierigkeiten die Abhaltung eines Kongresses seitens derjenigen europäischen Staaten, welche Besitzungen in Afrika haben.— In der gestrigen Sitzung der geographischen Gesellschaft wurde Emin Pascha die goldene Medaille zuerkannt, in Anerkennung der großen Dienste, welche er in den Ländern östlich, westlich und südlich vom oberen Stil während seiner zwölfjährigen Verwaltung der Aequatorial- Provinz durch seine Forschungen der geographischen Wissenschaft geleistet hat.„ London, 15. April. Die dem Londoner Gewerksrath angeschlossenen Vereine beschloffen, die Distriktsvereine von London aufzufordern, sich zu Gunsten des Achtstundentages auszusprechen als einer dringenden Nothwendigkeit und als dazu bestimmt, denjenigen Arbeit zu sichern', welche gegen- wärtig keine Arbeit hätten. Zugleich wurde beschlossen, nicht am 1. Mai eine öffentliche Kundgebung zu veranstalten, son« dern am ersten Sonntag im Mai. Spanien« Madrid, 14. April. In der Deputirtenkcnmner brachte der Abgeordnete Cassola einen Antrag ein, betreffend die Unver- letzlichkeit derjenigen Mitglieder der Deputirtenkammer und des Senats, welche dem Militärstande angehören. Der Mimster- Präsident Sagasta nahm den Antrag mir einem Amendement an, worauf derselbe einstimmig genehmigt wurde. Itatteu.. �, Ueber die Arbeiterkrisis in Bologna wtrd uns von dort weiter mitgetheilt, daß die Regierung mit keinem Worte auf die Vorstellungen der unbeschäftigten Bauhandwerker geantwortet hat. Es bildete sich ein Hilfskomitee zur Unterstützung der Arbeitslosen, welches 12 000Frks. aus eigenen Mitteln aufbrachte und wenigstens die äußerste Roth zu lindern versuchte. Dann aber setzte sich dieses mit allen Vereinen und Gesellschaften, welche irgend welche Neubauten vorzunehmen geplant hatten, in Vor- bindung und brachte auch einige so weit, daß diese schon für die nächsten Tage Arbeit in Aussicht stellten. Auch der Magistrat will Einiges bauen lassen. Freilich wird dies Alles nur sür den Augenblick helfen. Zu den neuerlichen Jfittfyeilwigen über das Wachsthum des Nihilismus in Rußland kommt jetzt eine für russische Zustände kennzeichnende Meldung, und zwar: Wien, 14. April. Dem in Jassy erscheinenden„Telegraful wird aus Petersburg berichtet, Großfürst Konstantin sei wegen eines von ihm verfaßten revolutionären Gedichtes verhaftet worden. de? Unterhat ' abgegeben hat, werde» von de» meisten Morgenblätteru ta So-zikile Uebevstchk: Achtung, Kuchbiuder k Kollegen, Kolleginnen! Wie Euch bekannt sein wird, haben die Kartonarbeiter und-Arbeiterinnen am Montag die Arbeit etnmüthig niedergelegt. Die Gründe der Arbeitseinstellung sind an dieser Stelle bereits klar gelegt worden und bleibt dem unterzeichneten Vorstand nur noch die Ver- iflichtung, Euch aufzuforvern, im Sinne der am Montag ein» tlmmig angenommenen Resolution mit aller Energie thätig zu ein und dafür zu sorgen, daß die Plätze der Kämpser mcht aus zen Reihen unserer Branche besetzt werden. Die Fabrikanten werden durch das Versprechen hoher Löhne Euch zu ködern suchen. Beiveist den Herren aber, daß Ihr das Gefühl der Solidarität in Euch tragt, dann wird auch in diesem Falle der Sieg auf unserer Seite sein. Der Vorstand des Fachvereins der in BueybrndereiM und verwandten Betrieben beschäftigten Arbeiter. Achtung! Kcht-sser k In der Gewehrfabrik in Spandau habe» am 12. d. M. 54 Mann die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist streng fern zu halten. Kranvonburg, 14. April. Achtung! Arbeiter! Montag, Vormittags 10 Uhr, legten in der Filz- und Schllhwaarenfabrik von A. Fuchs hier sämmtliche Schuhmacher, 22 Mann, einmuchig die Arbeit nieder. Grund hierzu: Nichtbewilligung einer geringen »forderung. Zuzug ist fern zu halten. An alle«ichtgewevbltche» Arbeiter Deutsch land«! Kollegen! Um vielfach an unL gerichteten Wünschen Rechnung zu tragen, hat der seit einem Jahre in Hannover bestehende Verein zur Wahrung der Interessen der Fabrik- und sonstigen nichtgewerblichen Arbeiter den unterzeichneten Vorstand beaup- tragt, die Einberufung eine? Kongresses aller nichtgewerblichen Arbeiter zu veranlassen. Diesem Auftrage kommen wir nun dadurch nach', daß wir für den 8. Juni d. I. und folgende Tage einen Kongreß aller nichtgewerblichen Arbeiter nach hier einberufen und vorläufig fol- gende Tagesordnung festsetzen; 1. Situationsbericht der einzelnen Delegirten. 2. Zenttalisation oder Lokalorganisatton. Falls erstere be- schloffen, Wahl eines provisorischen Vorstandes, eventuell Wahl einer Agitationskommifston. 8. Normalarbeitstaa. 4. Sonntags- und Ueberstundenarbeit. 5. Frauen- und Kinderarbeit und deren Einfluß auf die wirth- schaftlichen Verhältnisse der Arbeiter.> 6. Die Nothwendigkeit des Eingreifens der Gesetzgebung in das Aerhältniß zwischen Unternehmer und Arbeiter. 7. Verschiedenes. Der Unterzeichnete ersucht nun diejenigen Kollegen, welche geneigt sind, zu vorstehender Tagesordnung ein Referat zu über- nehmen, dieses beim Unterzeichnelen anmelden zu wollen. Gleich- falls ersuchen wir die Kollegen, welche wünschen, daß der Tages- orduung noch wettere Punkte zugefügt werden sollen, dieses inner- halb 4 Wochen mittheilen zu wollen. Kollegen! Tretet daher ungesäumt zusammen, da, wo noch keine Organisationen vorhanden sind, gründet welche, und wo es bis dahin nicht mehr möglich ist, berufet öffentliche Versamm- lungen ein und wählet einen Delegirten zum ersten Kongreß aller nichtgewerblichen Arbeiter Deutschlands, scheuet nicht die geringen Opfer, die Euch durch die Entsendung eigener Tele- girten auferlegt werden, seit eingedenk, daß wir nur durch die Organisation aller Berussgenossen im Stande sind, uns bessere Lohn- und Arbeitsbeoinaungen verschaffen zu können. Sollten jedoch an einzelnen Orten die Mittel für die Ent- sendung eines eigenen Delegirten nicht zusammenzubringen sein, so machen wir den Vorschlag, sich durch einen Kollegen aus Hannover vertteten zu lassen. Da es unbedingt nothwendig ist, die Zahl der Theilnehmer am Kongreß festzustellen, ist es erforderlich, daß die Anmeldung der Delegirten bis spätestens am 18. Mai bei dem Unterzeichneten erfolgt. Die Mittheilung über das Lokal, in welchem der Kongreß tagen soll, sowie die Zeit der Eröffnung desselben erfolgt später an dieser Stelle. Und nun, Kollegen in allen rüstet Euch zum ersten Kongreß Deutschlands! Mit kollegialischem Gruße! DerVorstand der Fabrik« und sonstigen nicht« gewerblichen Arbeiter Hannover, LindenS. I. A.: Aua. Lohrberg, Vorsitzender. Klostergang 4, Hannover. Gauen Deutschlands, auf und aller nichtgewerblichen Arbeiter Theater. Mittwoch, den 1(3. A p r i l. ©Vmchiiuö. Die Hochzeit des Figaro. Kchaufpiolhaus. Der Sturm. Lrsstug> Tyeator. Lais. Hierauf; Cyprienne. Kerliurr Theater. Der Veilchen- fresser. Deutfcheo Theater. Die Stützen der Gesellschaft. Friedrich-Milhelmstädt. Theater. Der arme Jonathan. WaUner-Theater. Die Bajadere. Im Spätsommer. NiKtorla-Theater. Stanley in Afrika Vsteud'Theater. Die Geheimnisse von Neiv-Iort oder: Madeline's Dämon. Ztrstdens-Theater. Marquise. KeUealliance- Theater. Der Nau- tilus. Ventral» Theater. Ein fideles Haus. Adolf Ernst' Theater. Der Goldfuchs. Theater der Rekchahallen. Speziali- tätenvorstellung. Vebr. Richter s Kariötö. Speziali- täten-Vorstellung. Kaufmann' s Uaridtö. Spezialitäten- Vorstellung. American-Theater MT* Dresdenerstraße 55. Täglich Vorstellung. Englischer Garten Direktion: C. Andress, Alexanderstraße 27 c. Auftreten des Gesangshumoristen Herrn Jung, Austreten der deutsch- schwedischen Chansonnette Fräulein Tonny Peters. Auftreten der vorzüglich. Liedersängerin Frl. Margarethe Steinow. Neu I! Auftreten des Jnstrumental- und Gesangs-Terzetts(3 Damen) Geschwister SaiMona. Auftreten der beliebten Duettisten Ge- schwister König. Anfang Wochentags 8 Uhr. Entree 30, 50 u. 75 Pf., nn Vorverkauf 20 u. 30 Pf. Sonntags Anfang halb 6 Uhr. Sonntags Entree 50, reservirt 75 Pf., Orchester 1 Mark. Vorverkauf Entree 40 Pf. I 21, Unter de» Linden 21« Im Hause der Wilhemsh�"" neben der Passage. Ben- Vorführung Täglich egyptischer u. indischer 7,/Ä. Bepc 3, 2 u. 1 M. BilletS im Jnvalidendank. 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Die Adressenausgabe findet jeden Abend von 8— 9Va Uhr und Sonntags Vornnttags von 10— llVa Uhr. sowohl an Mitglieder wie an NichtMitglieder unentgeltlich statt. 884 Zu gleicher Zeit mache» wir die Vereinskollegen darauf aufmerksam, daß jeden Montag und Donnerstag im Bibliothekzimmer Leseabende abgehalten werden. Recht rege Betheiligung er- wünscht. Die ArbeitsTermlttelnnos-Kommlssion. Imll-ll.MlheWiitltel-Wrik� Georg Sichling 29 Große Frankfnrterstr. 29 zfiehlt sämmtliche Neuheiten der Frühjahrs- Saison� empfiehlt Jackets von 8 Mk. an, solide Regen»Paletots von--- > feinere mit Griechen-alermel von 15 Mk., gedieg. Frauen-Mänt« | m Bandagen, Pellerinen u. s. w., sowie Promenade» von 15 Mk. an I lefeff-•-.. bis zum eleg. Genre, Kinder-Mäntel in reizender Ausführ, spottbillig Verantwortlicher Redakteur: Cnri KaaKe in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kading in Berlin 8W. Beuthstraße 2. Sur;«»in» Krils�' er!. okale 0. Ztr. 88, auf' Mittwoch, de» 16. April 1890. y. Jalirg. Parlament Oorir! s l c. Aligeordnetenhans. 40. Sitzung vom 15, April. Eröffnung 12 Uhr. Am Ministertische: Reichskanzler und Ministerpräsident von aprivi, von Bötticher, von Scholz, Herrfurth, —----«------ � Hflf r--- r---- UV II OUJUlj ' von S chelling und zahlreiche Kommissarieu. � in. Das Haus ehrt das Andenken des während der 'l*~t._____ rt"/' r***.--- V—•- sterferien «ywwa» wt» itvitwcnvcii utl? löQiQTCTIO i verstorbenen Abg. Plincke in der üblichen Weise. zeivtp Vor der Tagesordnung erhält das Wort der Reichskanzler und Ministerpräsident von Caprlvi. 'dem der Kaiser und König mich zum Präsidenten des Staats Ministeriums ernannt hat, habe ich zum ersten Male die Ehre, vor idertU diesem hohen Hause zu erscheinen. Wenn ich mir vor der Tages- ordnung das Wort erbeten habe, so ist es nicht etwa geschehen, um im Namen der Staatsrcgierung ein Programm vor Ihnen zu entwickeln. Eine solche Maßregel würde mir an sich und im Allgemeinen fragwürdig scheinen;%fle wäre unmöglich heute gegenüber meiner Person. Ten politischen Angelegenheiten bisher srenid, bin ich vor einen Wirkungskreis gestellt, den auch nur im Allgemeinen zu übersehen mir bis heute nicht möglich gewesen ist. Ich habe es aber für meine Pflicht gehalten und habe den Wunsch gehabt zu erscheinen, um den ersten Schritt zu einer Anknüpfung persön- sicher Beziehungen zwischen Ihnen, meine Herren, und mir zu thun.(Beifall.) Sie werden begreifen, daß gegenüber meinen. großen Vorgänger ich ein sehr lebhaftes Bestreben haben muß, in persönliche Beziehungen wenigstens insoweit zu treten, als solche persönliche Beziehungen die sachliche Erledigung der Geschäfte fördern.(Beifall.) Ich müßte das Gefühl etwa eines Ministers haben, der seine amtliche Wirksamkeit mit einem bedenklichen Defizit fanfängt, wenn ich nur meine Person an dieser Stelle in Betracht Höge. Wenn ich aber trotzdem unverzagt mein neues Amt angetreten Izabe, so geschah es in der Erwägung, daß andere Momente es I nir möglich machen werden, wenn auch nicht in dem Maße, wie «nein«arokpp Minister des Innern venvaltet wird, hat Redner nichts einzuwenden. Dagegen entziehe sich die Einrichtung der Konlrole, welche nach Aushebung der„Provinzial-Korrespondenz" an deren Stelle getreten sei. Bezüglich der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" scheine eine Aenderung eingetreten zu sein: sie sei jetzt langweilig.(Heiterkeit.) Der Redner kritisirte demnächst die Thätigkeit der„Berliner Politischen Nachrichten", die sich der besonderen Gunst des Finanzministers erfreuten. Das Bedenk- ltchste an dem offiziösen Preßwesen sei die Subvention aus Staatsmitteln(Welfenfonds). Er richte direkt an die Staats- regierung die Anfrage, ob noch heute direkt baare Geldunter- stützungen an Provinzialblätter gezahlt werden? Alle Parteien hätten ein Interesse daran, daß diesem System der Korrumpirung der öffentlichen Meinung nachgerade ein Ende gemacht werde, das Ansehen der Staatsrcgierung selbst stehe dabei in /k OD t t �. i.- v— v s ii• t ev« ßilhß Die Regierung habe in der unabhängigen! Presse ...... für Geld l iB] i: !f. !!. v y.......-v v«»/•vvtvtk uuu) uiuji III ÜCtll TDIC >nein großer Vorgänger, aber in bescheidenerer Weise die Ge- ifte zum Segen des Landes zu führen.(Beifall.) Ich bin ,„—...•s.vu.vtv ju|iiyien. �-ociycm.) tlch bin ibetzeugt, daß das Gebäude, das unter der hervorragenden Mit- virkung des Fürsten Bismarck entstanden ist, seiner genialen kraft, feines eisernen Willens, feiner tiefen Vaterlandsliebe, daß >ieses Gebäude fest genug gefügt und gegründet ist, um auch, mchdem seine stützende Hand ihm fehlt. Wind und Wetter wider- tehen zu können. Ich halte es für eine überaus gnädige Fügung >er Vorsehung, daß in dem Moment, wo die Trennung des Fürsten von dem öffeutlichen Leben eintrat, sie die Person unseres, lunaen, whabenen Monarchen in ihrer Bedeutung für das In- und Ans- and hat so klar hervortreten lassen, daß diese Person geeignet ist, nese Lücke zu schließen und vor den Riß zu treten.(Beifall.) Ich labe einen unverwüstlichen Glauben an die Zuknnst Preußens; ,ch glaube, daß die Fortdauer des preußischen Staates und des m seine Schulter gelehnten Deutschen Reiches noch aus lange lue welthistorische Nothwendigkeit ist, und ich glaube, daß dieses Zand und dieses Reich noch einer hoffnungsvollen Zukunf mtgegengeht.(Beifall.) Sie werden das Wort des Kaisers ge isen haben, daß der Kurs der alte bleiben solle, und schon der Imstand, daß meine Herren Kollegen unentwegt ihr Amt fort- (ihren, wird Ihnen beweisen, daß die Staatsregierung »icht die Absicht hat, eine neue Aera zu Inauguriren(hört! hört! und Beifall rechts). Es liegt per in der Natur der Verhältnisse und Menschen, daß einer �raft, wie der des Fürsten Bismarck gegenüber andere Kräfte i.r- w-■cuvmudu gCgeiXUOC---------•. ßchwer Platz finden tonnten, daß unter seiner zielbewußten, auj Ich selbst gestellten Weise, die Dinge zu sehen und zu treiben. Knrfi» nnh«--.-- �"' Nk. ml 5, de» *9, I mache andere Richtung hat in den Hintergrund treten müssen nd manche Idee, manche Wünsche, wenn' sie auch berechtigt Zaren, nicht überall haben in Erfüllung gehen können. Es wird ie erste Folge des Personenwechsels in Bezug auf die Regierung elbst die sein, daß die einzelnen Ressorts einen größeren Spiel- dum gewinnen und mehr hervortreten als bisher.(Beifall links.) k->>- lz unvermeidlich sein, daß innerhalb des preußi- iums die alte kollegiale Verfassung mehr und 1,..........ommt, als sie unter diesem mächtigen Minister- räsidenten es konnte.(Hört! Hört! links und Zustimmung.) Ihne formal dazu autoriflrt zu sein, glaube ich auch im Einver- ändniß mit meinen Kollegen aussprechen zu können, daß die -taatsregierung überall bereit sein wird, solche zurückgehaltenen lledanken und Wünsche aufzunehme», sie von neuem » prüfen, und so weit sie die Ueberzeugung von ihrer Durchführ- arlcit gewinnt, sie zu realisiren. Wir werden es thun, von wo nd von wem diese Ideen auch kommen(Beifall links), und wir leiden ihnen Folge geben, wenn es nach unserer Ueberzeugung it dem Staatswohl vereinbar ist. Wenn auf diese Weise die taatsregierung dem hohen Hause und den Wünschen des Landes ltgegcnzukommcn bereit ist, so darf ich die Hoffnung aussprechen, aß auch ich in diesem Hause und bei den Herren aus Entgegen- zmmen rechnen kann. Wir werden gern mit allen Denjenigen isammenarbciten, und wir hoffen aus einen engeren Zusammen- hluß angesichts der immerhin schwierigen Lage im Innern, vor der ar voraussichtlich stehen werden, mit allen Denen, die ein Herz ir Preußen haben uud die gesonnen sind, den Staat im wnarchischcn, daß Reich im nationalen Sinne weiterzuführen, müden und ausbauen zu helfen.(Lebhafter Beifall auf allen eilen des Hauses.) Das Haus tritt hiermit in die Tagesordnung: Dritte 'erat Huna des Staatshaushalts-Etat für 1890/01. In der Generaldebatte erhält zunächst das Wort der Abg. Itickuvt(dfreis.). Derselbe bekundet zunächst seine lvatbie mit------—— „......... Vv|4tii.;.-vcryelve velundel zunächst sc Sympathie mit der Erklärung des Ministerpräsidenten._ Jns- «sonoere habe ihn die Bemerkung gefreut, daß die Staatsregierung Ils Gute künstig nehmen werde, woher es auch kommen möge. Dieser Grundsatz sei leider lange genug außer AchtZ gelassen ' Dorden. Er hoffe, daß fernerhin diejenigen nicht mehr als »Neichsfeinde" angesehen werden, welche Anschauungen hegen, le denjenigen der Staatsregierung nicht koniorm sind. Auch | glaube mit dem Muüsterpräsibenten an die dauernde Zukunft Ireußens und des Reichs. Dieselbe sei aber nur dann gesichert, lenn dauernder Frieden im Innern sei. Von der Einheit sei le Freiheit unzertrennlich. Er hätte gehofft, daß Herr dm Eapnvi sich über vre positiven Ziele der Staats- ji gierung geäußert hätte. Daher wolle er seine ,~v,,vv* uiwutti.:aiicg oas �sleuersrelyells-PnvN.� I'mittelbaren müsse endlich fallen. Der Redner bekämpft dem- l ichst die indirektm Steuern und bezeichnet als weitere For- I rungen seiner Partei eine Landgemeinde-Ordnung, sowie die chafsteng gesetzlicher Grundlagen für die ThätigkeU der Unter- IhtSverwaltung. Hieraus erörtert der Redner die Frage der fiziösen Preßthätigkeit. In den letzen Wochen sei hier manches sser geworden; es sei eine wahrhast unheimliche Ruhe unter n Reptilien eingetreten(Heiterkeit), und auch der„Staats-An- iger" habe ein anderes Gesicht bekommen. Gegen das litera- sche Bureau, das unter dem Staatsministerium steht und von» Fr�e weit bessere Stütze, als in den Reptilien, die für Geld heute so und niorgen so schreiben. Er erwarte, daß die Regierung baldigst eine Vorlage über die Aushebung des Welfenfonds machen werde. Der Redner schließt mit dem Wunsche, daß die Ver- hetzung von Personen und Parteien em Ende nehmen, und daß die Gleichberechtigung der politischen Parteien wie der religiösen Bekenntnisse, unter Wegfall aller Standesvorrechte, an deren Stelle treten möge. Ein freies, konstitutionelles Staats- wesen sei und bleibe das Ziel seiner Partei, die zwar frei von übertriebenen Hoffnungen, aber auch frei von Vorurtheilcn der neuen Leitung� gegenüber stehe. Sie werde die Staatsregierung nur nach ihren Handlungen beurthcilen und redlich zum Wohle des Vaterlandes mitarbeiten.(Bravo! links.) Abg. Frhr. von Zedliff(sreikons.) hegt das Vertrauen zur Staatsregierung, daß sie vorhandene Mißbräuche mit energischer Hand beseitigen, aber ihren berechtigten Einfluß in der Presse nicht ausgeben werde, angesichts der Thatsache, daß eine Presse bestehe, die den Aufgaben' der Wahrheit nicht gerecht werde. Erhoffe, daß die Regierung in gedeihlichem Zusammenwirken mit der Landesvcrtretung nach den Grundsätzen der alten preußischen Sparsamkeit wirken möge/ Redner betont die Nothwendigkeit einer väterlichen Fürsorge für das Wirthschastslebcn. Die jugendlichen Arbeiter müßten der Verführung durch Be- schränkung des Wirthshausbesuches u. s. w. entzogen werden, eventuell durch Handanlcgung an die Gewerdeordnung. Für die Landwirthschaft erwartet der Redner vom Staate die Fortsetzung der pflegerischen Fürsorge, die eines der größten Verdienste des Afrf rtumofem rU Art Vi«., lt.—— ctY-~ heutigen Lage der----------- vl„ Im Einzelnen wünscht Redner �41..... 3■ V ff.. ganisation Wucher, .yv..»wtm Mtviiu uuvy vet landwirthschaft an jenen Zöllen rütteln wolle. .'cht Redner für die Landwirthschaft eine Or- des kleinen ländlichen Kredites zum Schutz vor dem . sowie die Kommunalisirung der Grund- und Gebäude- steuern. Die Reform der Einkommensteuer müsse ungesäumt in Angriff genommen werden, ohne daß man die Vor- fragen in so unnöthiger Weise aufbausche, wie Rickert es gethan. Die Frage einer Landgemeinde-Ordnung lasse sich nicht so ohne Weiteres regeln. Es empfehle sich nach dieser Richtung vor Allem der Ausbau und die Stärkung der Selbstverwaltung. Schließlich bezeichnet der Redner als eine Haupt- aufgäbe die gesetzliche Regelung der Schulmiterhaltungspflicht. Wenn die Staatsregierung an die Prüfung der hier vorgetragenen Wünsche herantrete, so werde sie finden, daß sie alle aus dem zen, der dahin führt, Preußen auch bezüglich seines inneren Ausbaues an die Spitze des Reiches zu stellen. Einer tvollen Initiative der Regierung werde daS Haus bereitwillig je geben zum Segen des Vaterlandes.(Beifall rechts.) Abg. Dr. Ulindthorst(Zentrum) dankt dem General-Reichs- kanzler(Heiterkeit) für dessen heutige Kundgebung. Seine Freunde kämen deinselben mit dem vollen Vertrauen entgegen, mit dem er hierhergekommen. Sie seien bereit, in patriotischein Sinne mit ihm mitzuwirken. Die bisherige Politik sei in das Buch der Ge schichte geschrieben und dort möge sie auch bleiben. Der Minister Präsident habe eine Basis gezeichnet, von der er wünsche, daß niemals von ihr abgewichen werde. Er habe alle Mitglieder des Hauses mit gleicher Berechtigung zu sprechen aufgefordert. Das sei der einzig richtige Standpunkt, von dem aus eine monarchische Regierung geführt werden könne. Das weiland Kartell(Heilerkeit) war dagegen eine Ausgeburt parlamentarischen geschrieben hatte, gab in der That Veranlassung zu Miß- Verständnissen, und auch ich glaube, daß der betreffende Artikel lieber nicht hätte geschrieben iverden sollen. Die Aufhebung der Zölle im jetzigen Moment ist ganz unmöglich, es kann sich nur darum handeln, einen Ausgleich für die Höhe der indirekten Steuern in der Reform der direkten Steuern zu finden, und zwar derart, daß das Kapital wirksamer herangezogen wird. Die Frage der Deklaration ist dabei nur eine untergeordnete und mechanische, die Deklaration läßt sich beim Grundbesitz als Objekts- und beim Kapital als Einnahme-Deklaration gestalten. Alle diese Fragen lassen sich wohl lösen, ohne daß die Reform daran zu scheitern brauchte. Zunächst handelt es sich um die Reform der Einkommensteuer. Ob diese, wie es ja neuerdings verlautet, im Sinne des bayerischen Systems durchgeführt werden kann, ist eine Frage für sich. Jedenfalls ist bei gutem Willen die Reform möglich. Herr Rickert hat die Frage mit den Reichsnnmittelbaren, der Quotisirung, dem Wahlrecht in Verbindung gebracht. In Beziig auf die Steuer- freiheit der Reichsuninittelbaren stehe ich abweichend wohl von manchem nieiner Parteigenossen auf dein Standpunkte, daß eine Aufhebung wohl möglich wäre, natürlich ohne Verletzung wohl- erworbener Rechte. Was das Wahlrecht anbetrifft, so hat dieses Haus wohl keine Veranlassung, daran zu rütteln. Jedenfalls ist diese Frage nicht mit der Steuerreform zu verbinden eben so wenig die Quotisirung. Wenn die Herren auch noch von einer Reichseinkommensteuer sprechen, so machen Sie ja, abgesehen von dem Widerstande, den eine solche Einrichtung finden würde, den Zirkel noch größer, die Frage der Steuerreform noch verwickelter. Las nun die Reform der Landgemeinde-Ordnung anbetrifft, so erkennen ja auch wir gern an, daß hier manche Verbesserung wiinschenswerth erscheinen mag, das aber darf Herr Rickert auch nicht vergessen, dap eine Aenderung häufig gerade dem Widerspruch der Landgemeinden selbst begegnet.(Sehr richtig! rechts.) Immer- hin sind wir gern bereit, auch hier zu Fortschritten die Hand zu bieten. Es wird sich nur darum handeln, wie weit Sie, meine Herren von der anderen Seite, gehen wollen. Dem Herrn Reichskanzler sagen wir besonderen Dank dafür, daß er zuerst dieses Hans betreten hat, um die heutigen Erklärungen abzu- geben. Es stärkt dies auch die Stellung dieses Hauses und be- stätigt, daß Preußen nicht aufhört, die Vormacht in Deutschland zu sein. Hoffen ,vir, daß es uns gelingen möge, manche Dinge, welche ihrer Erledigung noch harren, zum Abschluß zu bringen. Ich rechne darunter auch die Schulreorganisation und die Wünsche unserer evangelischen Kirche.(Bravo! rechts.) Aber dies wird uns im nächsten Jahre beschäftigen, und ich hoffe, daß die Regierung uns in der nächsten Session Vorlagen machen wird, um Fortschritte in unserer Entwickelung anzubahnen. In diesem Sinne begrüße ich mit besonderer Freude, daß Herr von Eaprivi auf den persönlichen Meinungsaustausch Werth legt. (Bravo! rechts.) Abg. Richter(dfreis.): Manche Aeußerung des Herrn von Eaprivi dürfte großen Beifall im Lande finden. Er hat seines Vorgängers mit allen Ehren gedacht, er hat aber mich darauf hingewiesen, daß unter der Gewali der gewichtigen Per- sönlichkeit des Fürsten Bismarck manche Einseitigkeit nicht zu ver- meiden war. Dies bildet nachträglich eine Anerkennung für die oppositionelle Richtung, welche es verhindern wollte, daß zu ein- seitig Alles nach dem Willen des Fürsten Bismarck geregelt werde. Herr v. Eaprivi hat den Werth der persönlichen Beziehungen betont. Unter der Abwesenheit des Fürsten Bismarck hat dieses zelitten, fast mehr noch als der Reichstag. Durch per- mndlunaen kann ja manche Schärfe gemildert werde». *vii.«uuen ja Herrn von Eaprivi aus dem Reichstage, und ich glaube, in Uebereinstimmung mit meinen Kollege» aus dem Reichs- tage zu handeln, wenn ich sage, daß wir die erforderliche Rück- ficht un parlamentarischen Verkehr bei ihm nicht verinißt haben. ß-MTIß rnnv mirk»nemit ot* rttihovtm iWoimtiTnPrt Prita Kartell(Heiterkeit) war dagegen eine Ausgeburt parlamentarischen Unsinns, welcher der Ministerpräsident heute eine so beherzigens- wcrthe Leichenrede gehalten habe. Redner hofft, daß von jetzt ab die Angriffe aus einzelne Personen wie Parteien aufhören möchten. Es müßten aber auch vorhandene Wunden möglichst bald ausgeheilt werden. Seinen bezüglichen Wunschzettel werde - �—------— �" Haupter übel — ivtivm. �jciutn vtjugiuyen WUNicozciiet' dem Kultusminister separat präsentiren.(Heiterkeit.) Das H el liege in der Mißvcrwaltung des Kultusministcriums, nn n nn noitro frttiho**»* Crtif o cv..._;____ r..... fr.- nicht etwa von heute, sondern seit langer Zeit. Im einzelnen bespricht der Redner die Fragen der Lohnerhöhungen, der Beamtenauf- besserung, der Bekämpfung der Sozialdemokratie und betont energisch die Nothwendigkeit der direkten Steuerreform. Seine "reuude würden weder hier, noch im Reich einen iroschen bewilligen, so lange nicht die Reform der direkten Steuern in Preußen in gleicher Weise durchgeführt wird, daß das größere Vermögen in größerem Verhältniß ergriffen wird.(Bravo im Zentrum.)— Die offiziöse Presse muffe radikal beseitigt werden. Es würde sehr zur Befriedigung im Lande dienen, wenn die Regierung ihr bezügliches Programm klipp und klar darlegte. Die Reklame, welche früher die offiziöse Presse durch ihre Angriffe für ihn gemacht, besorge jetzt die„Post". r.escitoYfpin Was die Schutzzollpolitik betrifft, so halte er ein -----------——/ � Vü �» wv*. v 1 1*/| V lufgeben derselben für nicht thunlich, wenn er auch nicht gegen eine Ermäßigung der Lebensmittelzölle namentlich zu Zeiten von Theuerungen sei. Er war der Erste, der mit dem Freihandel brach, indem er de» Antrag auf Wiedereinführung der Eisenzölle im Reichstage einbrachte.(Ruf links: Leider!) Er freue sich dessen, denn mit der Einführung der Zölle haben wir den Arbeit- gebern die Möglichkeit gegeben, Arbeit und damit Brot für ihre Arbeiter zu schaffen. Ohne Schutzzölle hätten wir nicht die Blüthe der Industrie;'würden wir sie jetzt aufheben, so würden wir nach kurzer Zeit unseren Fehler einsehen und hätten dann Millionen verloren. Gerade im Interesse der Arbeiter sind die Schutzzölle unentbehrlich. Wir müffen Alles thun, um zu verhindern, daß die in den Kaiserlichen Er- lassen niedergelegten Grundsätze Fiasko machen. Wenn das Werk des Kaisers nicht gelingt, so wäre es besser unterblieben; aber es wird und muß gelingen Dank der Energie und jugendlichen Kraft unseres Kaisers(Beifall), und dazu müsse» wir Alle ohne Unterschied der Parteien helfen, denn es handelt sich um das Beste des Vaterlandes.(Beifall im Zentrum). Abg. v. Rauchhaupt(kon.): Auch wir sind dem Herrn ___ u.—»----.,.,....y« iw.i.;. Ministerpräsidenten dankbar für seine Aeußerunaeu über die Ver- antwortlichkeit der Minister und über die Stellung der Krone über den Varteien. Knirfi»....." über den Parteien. Solche konservativen �Partei gewesen Wünsche sind au . Herr Rickert ach ab' , immer die der -er thut Unrecht, crrwi.. f.f.- erfüllt werden sollen/ am.. heutige Erklärung des Herrn von Zedlitz der Zölle nehmen wir mit Befriediauno zu an: Gunsten was. er Seine Diskussion war auch, wenn er anderen Metnunyen ent- trat, stets eine sachliche. Herr v. Eaprivi hat m seiner bescheiden hervorgehoben, daß seiner Leistungsfähigkeit vielleicht manche engere Grenzen gezogen sein würden, als der seines Vorgängers. Dies ist nur natürlich; Fürst Bismarck war, von allem Anderen abgesehen, gehoben und getragen durch die großen historischen Ereignisse, welche sich zu seinen Lebzeiten und unter seiner Leitung abgespielt haben. Das aber müssen wir uns sagen, daß selbst er in den letzten Jahren nicht mehr so allen Anforderungen entsprochen hat, wie es wünschensiverth gewesen wäre. Daher die Versumpfung unserer Gesetzgebung. Ich möchte ., igen, ob die dem Reichskanzler und Ministerpräsident erwach- senden Anforderungen nicht zu hohe für eine Person sind. Die Personalunion des preußischen Ministerpräsidenten und des ür nothwendig. Ob aber der _...........— genügen kann, ohne Ent- lastung des Reichskanzlers, ist die Frage. Freilich gehört diese Sache in den Reichstag. Aber auch Preußen hat daran ein besonderes Interesse, denn nur, wenn der Reichskanzler ent- lastet wird, glaube ich, kann der preußische Ministerpräsident allen Anforderungen genügen. Herr v. Eaprivi hat betont, daß das kollegialische System im Ministerium jetzt mehr hervortreten werde. Dies liegt in der Natur der Sache. Aber gerade die selbstständigere Stellung der Ressortminister macht die Stellung des Ministerpräsidenten noch schmieriger, der die Einheit der Leitung der Geschäfte aufrecht erhalten muß. Ich meine daher, die Frage der Reorganisation der oberen Reichsämter ist auch für Preußen von Wichtigkeit. Herr v. Eaprivi hat erklärt,„der Kurs bleibe der alte", und Herr Windthorst hat das volle Ver- trauen betont, mit welchem er dem Wtinisterium entgegen- komme. Dies ivar ivohl nur ein Akt der Höflichkeit. Es ist ein großer Jrrthum, wenn, wie dies geschehen ist, angenommen wird. wir hätten eine fortschrittliche Aera erwartet. Wir kennen die politische Gesinnung des Herrn v. Eaprivi, sowie der Minister, welche ja dieselben geblieben sind. Wir waren ihre Gegner und werden weiter ihre Gegner sein. Auch Herr v. Eapnvi ist unser politischer Gegner, ein Gegner braucht aber' deshalb noch nicht ein Feind zu sein. Für einen Gegner sehe ich den an, von dem ich glaube, daß er, wenn auch von einem anderen Standpunkte, für das eintritt, was er als Bestes für das Vaterland erkannt hat. Das Vertrauen aber, daß auch wir das Belle des Vaterlandes wollen, verlangen mir auch für uns. Herr v. Eaprivi hat erklärt, die Regierung wolle das Gute nehmen, woher es auch komme. Dies schließt die Anerkennung des Grundsatzes von der Gleich- bcrechtigung aller politischen Parteien in sich. Darin kann ich allerdings eine versöhnende Hand erblicken, was aber den poli- tischen Kampf nicht ausschließt. Die Staatsgewalt ist nicht dazu da, als solche politische Parteien �u bekämpfen, und deshalb muß chl-----•v.tyniivmiwuujeii unu leitgsi t hat. Das ganzeProgranun des HerrnZ,,. heute zu erörtern, ist unmöglich. Wenn man die Sache aber so darstellt, als wenn das Abgeordnetenhaus bisher in diesem Schlafe gelegen und Herr von Eaprivi das schlafende Dorn- röschen aufgeweckt hätte(Heiterkeit), so trifft diese Darstellung mehr die Mehrheit des Hauses, als uns.(Heiterkeit.) Man scheint zu glauben, durch ein neues Steuergesetz, verde man die Quelle der Unzufriedenheit verstopfen; aber ich bin der Ansicht, daß man im Land» WiWlW ivi.rA hi»3 cu-l-t.»!. C-UforUit erhöht werden. Wenn Herr Windthorst schon jetzt voraussieht, daß die neuen Ausgaben für Heer und Kolonien neue Steuern erfordern werden, so soll er sich doch hüten, den Teufel an die Wand zu malen. Das wird doch davon abhängen, was seine aus- schlaggebende Partei im Reichstag dazu sagen wird. Mit der- gleichen Bestrebungen, die auf eine Erhöhung der indirekten Steuern hinauslausen, haben wir nichts gemein. Ich bin dankbar für die Ausklärung, daß das Zentrum unter Steuerreform nichts weniger versteht als eine Vermehrung der Steuerlast. Herr von Caprivi hat die inonarchisch-konstitutionellen Parteien gegen die innere Unzufriedenheit aufgerufen. Diese ist aber die Folge.einer Politik, welche uns 400 Millionen indirekter Steuern binnen wenigen Jahren ge- bracht hat, und mit dieser Redewendung wird die Unzufrieden- heit nicht beseitigt werden. Wenn Herr von Zedlitz die Auf- Hebung der Getreidezölle ein Verbrechen nennt, so wird dies dazu beitragen, daß die aus dem Reichstage fast verschwundene frei- konservative Partei ganz verschwindet. Man nennt als Mittel gegen die sozialen Schäden die Arbeiter-Schutzgesetze; aber man darf die Wirkung derselben nicht übertreiben. Das muß ich sagen: einen ärgeren Widerspruch als den, ein Arbeiter-Schutz- aesetz zu erlassen und die Lebensniittelzölle aufrecht zu erhalten, renne ich nicht. Warum arbeitet denn der Arbeiter länger, als nur deshalb, weil er niehr zum Leben braucht bei den Zöllen. Das jetzt beliebte Verfahren ist so, als wollte man zwei Pferde vor und vier hinter den Wagen spanneu. Wenn der bisherige Kurs der Politik innegehalten werden soll, wie es scheint, dann wird sich die Unzufriedenheit steigern, d. h. die Sozialdemokratie, welche Fürst Bismarck großgezogen hat, wird zunehmen, denn mit der Hoffnung auf Staatshitse haben sich die Erwartungen gesteigert. Nur in dem Maße, wie man auf anderen Gebieten zur Erkenntniß kommt, den Kurs zu ändern, wird man dazu beitragen, die Unzufriedenen im Lande zu be- seitigen.(Beifall links.) Abg. v. Kelow-Sakesste(kons.): Die Herren Rickert und Richter haben ausgeführt, Geben und Nehmen, Arbeiterfchutz und Getreidezölle, seien unvereinbar. Aber nicht billiges Brot muß die Losung sein, sondern man soll darauf bedacht sein, die Prästationsfähigkeit der ländlichen Arbeiter zu er- höhen. Sie haben einen Gegensatz zwischen Stadt und Land konstruirt, während in Wirklichkeit ein Gegensatz zwischen Handel und Arbeit vorhanden ist; und die Deutsch- freifinnigen haben sich einseitig zu Vertretern des Handels ge- macht. Billige Brolpreise hindern nicht den Nothstand im Lande, was sich aus den statistischen Nachweisen über Weizenpreise und Armenunterstützung ergiebt. Als der Weizen ain höchsten stand, wurden auch die niedrigsten Armenunterstützungen gezahlt, 1800 z. B. 4,0 M., dagegen bei den niedrigsten Weizenpreisen 1852 bis 1805 5,0—5,6 M. Ich weise die Angriffe auf die Landwirthschaft als unbegründet zurück, die Industrie ist immer begünstigt worden. Ich erinnere nur an das Verbot des Wolleexports, daß die Land- wirthe schädigt zu Gunsten der Wollwaarenrndustrie. Abg. Windthorst: Ich will nur Herrn Richter erividern, daß icp gar keine neuen Steuern dewilligen will. Aber ich fürchte, daß ich das müssen werde, ebenso gut wie der Abgeordnete Richter, wenn es sich um die Wehrhaftigkeit des Landes handelt. Ich werde aber dann die Mittel nicht aus weiteren indirekten Stenern, sondern aus der Reform der direkte Steuern entnehmen, die hauptsächlich durch richtigere Beranlagu herbeigeführt, verden muß. Glaubt denn Herr Richter, er seiner einzige Gerechte in Jerusalem?(Heiterkeit.) Auch unseraMln- schauungen verdienen Berücksichtigung. J' Ein von den Nationalliberalen gestellter BertaguwDantrag findet nicht die nöthige Unterstützung. Darauf ermart Abg. Enneccerus(natl.), zu so vorgerückter Stunde au /das Wort verzichten zu wollen, zumal seine Partei zu allen E>eute ange- regten Fragen schon bei der ersten Etatsberathung Stellung ge- nommen habe. Die G�ueraldiskussion wird geschlossen, die Spezialber�yung auf Mittwoch 11 Uhr vertagt. Schluß nach 4 Us Zkonnttunales. Ergrdnist der Ztadtverordnrten-Wal'ittt. W a h l b e z i r k Nr. S2.(8. Abth.) Zahl der eingeschriebenen Wähler: 547» Abgegebene Stimmen: 1422. Davon erhielten: Drechslermeister T ö r m e r(lib.)... 008 Stimmen. Redakteur Dr. O. B a ch l« r(Bürgerp.) 400„ Fleischwaarenhandler C. Becker(Soz.) 885„ Also: Stichwahl zwischen Törmer(lib,) und Dr. Bachler (Bürgerp.) 42. Wahlbezirk.(8. Abth.) Abgegebene Stimmen: 2164.(Davon 2 zersplittert.) Davon erhielten: G r ü n d e l(Soz.)...... 944 Stimmen. Pitz mann(lib.)...... 1208, Mithin gewählt Pitzmann. Im 3. Wahlbezirk, 2. Abtheilung wurde bei der gestrügen Stadtverordneten- Ersatzwahl der freisinnige Kandidat Reichstagsabgeordneter Dr. jur. Theodor Barth mit 207 von 238 abgegebenen Stimmen gewühlt. Die eine„zersplitterte" Stimme siel auf''einen Rentier Vinthc in der Anhaltstraße, dem ein Freund hierdurch eine heimliche Ueberraschung zu Theil wer- den lassen wollte. Dokerlss. Ate Zoltalkommifston veröffentlicht nachstehend die Liste der Wirthe, die ihre Lokale zu Versammlungen unentgeltlich her- geben und bemerkt hierzu, daß dieselbe wöchentlich einmal mit event. Abänderungen abgedruckt wird, ferner, daß Veröffent- lichungen in Bezug auf die Lokalfrage nur von den Herren Wil- Helm Werner, Sebastmnstraße 72, August Jnsinger, Rndersdorferstr. 45, und Otto Heindors, Lanaestr. 70, auszugehen haben. Alle event. Unregelmäßigkeilen sind an die genannten Herren zu berichten. Adlerbrauerei, Badstraße. Aktienbrauerei Moabit. C. Bachmann, Dresdenerstr. 45. Bergschloßbrauerei, Nixdorf. Beyer, Neue Grünstr. 14. Bockbrauerei, Tempelhofer Berg. Böhmisches Brauhaus. Bötzow's Brauerei. Bolzmann, Andreasstr. 26. Bovert, Weinstr. 11. Brauerei Tivoli, Kreuzberg. Brauerei Königstadt. Brauerei Friedrichshain(Lips). Brauerei Friedrichshöhe(Patzenhofer). Brauerei Pfefferberg. Buggenhagen, Moritzplatz. Bürgersäle, Dresdenerstr. 96. Konzertpark, Ostend, Frankfurter Allee. Deigmüller's Salon, Alte Jakobstr. 48».- Deutsches Volkstheater, Schönhauser Allee. Eiskeller-Etablissement, Chausseestraße. Elysium, Landsberger Allee. Faustmann, Jnvalidenstr. 144. Fenske, Landsbergerstr. 87. 13. Feuerstein's Salon, Alte Jakobstr. 75. Gratweil's Vierhallen, Kommandantenstr. 79, Gnadt, Brunnenstr. 38. Gründest Dresdenerstr. 116. Gründer's Salon, Schwerinstr. 13. Habel's Brauerei, Bergmannstr. 5—7. Heise, Lichtenbergerstr. 21. Hennig, Hochstr. 32a. Heydrich's Säle, Veuthstr. 13—21. Fritz Jlges, Wilsnackerstr. 08. Jndustrie-Hallen, Mariannenstr. 31—82. Joöl(früher Keller), Andreasstr. 21. Jordan's Salon, Neue Grünstr. 23. Kaufmann's Variete, Königskolonaden. Keller, Vergstr. 68. Königshof, Bülowstraße. Königstadt-Kasino, Holzmarktstr. 72. Klein's Festsüle, Oranienstr. 180. Kliem, Hnsenhaide. Königsbank, Gr. Frankfnrterstr. 117. Krieger's Salon, Wasserthorstr. 03. Kuhlmey's Gesellschastshaus, Köslinerstr. 17. A. Möwes' Gesellschastshaus, Fichtestr. 29. Neustädtischer Volksgarten, Proskauerstraße. Norddeutsche Brauerei, Chausseestr. 58. Orschest Sebastianstr. 39. Reichert. Müllerstr. 7. 28. Nehlitz, Bergstr. 12. Renz' Salon, Nanuynstr. 27. Rennefahrt's Salon, Dennewitzstr. 13. Reyer,'Alte Jakobstr. 83. Roll, Adalbertstr. 21. Sachow, Müllerstr. 136. Saeger, Grüner Weg 29. Sahm's Klubhaus, Annenstr. 18. Sanssouci, Kottbuserstr. 4». Schester's Salon, Jnselstr. 10. Schloßbrauerei Schöneberg. Schneider, Belforterstr. 15. Schröder, Müllerstr. 178(Weddingpark). Schwarzmüller, Kolbergerstr. 23. Silber's Salon, Schwedterstr. 24. Specht(Vranerei-Ausschank), Neue Jakobstr. 26. Süd-Ost, Waldemarstr. 75. Trillhose, Rosenthalerstr. II. Unionsbrauerei, Hasenhaide. Vereinsbranerei,(Rixdorf). Viktonabrauerei, Lntzoivstraße.� Biktoria-Salon, Perlebergerftr.' VolkstiMcmi(Moabit). WeLnng-Kasino, Schulstr. 29. ck, Alexanderstr. 31. eimann's Volksgarten, Gesundbrunnen. Wollschläger, Blumenstr. 73. Wohlhaupt, Manteuffelstr. 9. Zelt Nr. 1. Zeinter, Münzstr. 11, Einen Pädagogen, der sozalistifche Wege Wandle, mindestens starke sozialistische Anklänge zeige, glauben einige Leute jetzt in Dr. Paul Gußfeldt gefunden zu haben, einem bekannten Forschungsreisenden, der soeben mit einem Buche„Die Erziehung der deutschen Jugend" auch als pädagogischer Schriftsteller debutirt und angeblich eben in dieser Schrift seine gefährlichen sozialistischen Ideen niedergelegt hat. Dieses Urtheil über das Buch veranlaßte uns, dasselbe zu lesen. Es für unsere Leser kurz zu charakterisiren, ist vielleicht auch deshalb nicht ohne Interesse, weil Güßfeldt die Ansichten bestimmter hoher Kreise nach der einen Meinung reflektirt, nach der anderen bestinuneud beeinflußt. Wir gehen nun sofort in die Sache ein. Das angeblich Sozialisti- sche an den Gedanken und Vorschlägen Güßfeldt's beschränkt sich fast darauf, daß er noch einen weiteren Theil der Kindererziehung den Eltern nehmen und der Schule zuweisen will und so fordert: „Die Tagesmahlzeiten werden in der Anstalt eingenommen. Der Aufenthalt im elterlichen Hause und der Verkehr mit den Eltern ist vornehmlich aus die freien Abendstunden, auf den Sonn- tag und auf die Ferien beschränkt." Wir sind nun von unserem Standpunkt aus der Meinung, daß die Entivickelnng der Menschheit möglicherweise eine Rückbildung der Familie auf ihre natürlichen Funktionen bedingen wird, und wir diskutiren daher Vorschläge, welche sich aut die Abgrenzung der Erzichungs- ausgäbe zwischen Eltern und Lehrern beziehen, sehr objektiv und vorurtheilslos. Daß Herr Güßfeldt seine Wünsche ausdrücklich nur in Bezug aus die wohlhabenden Klassen ausspricht, würde uns nicht welter kümmern; wenn dort, was er wünscht, gut ist, so würden wir es auch für die Kinder der Zlermeren wünschen und die Klassenvolitik aus der Diskussion über Erziehung hinaus- weisen. Güßfelvt bringt denn auch in der That einiges Ver- nünftige bei. Er begründet eine Ausdehnung der Schulzeit, und zwar soll in den Mehrstunden nicht„gelernt", sondern der Körper. entwickelt, die Geselligkeit gepflegt, der Charakter ausgebildet werden: Die leibliche Entwickelung steht dem Verfasser über der Verstandesausbildung. Auch andere verständige Gedanken sickoen wir ausgesprochen, so, daß die Schüler in der freien Rede fccübt werden sollten u. a. Daß die Vorschläge des Verfassers aber irgend welche Jdcengcmeinschaft mit dem Sozialismus hätten, wird(wenn es noch nöthig ist) auch durch folgendes gründlich widerlegt. Ans die„oberen und mittleren Gesellschaftsklassen" will Güßfeldt seine Verbesserungen beschränkt haben,„also auf diejenigen Klassen, von deren Verhallen und Beschaffenheit das Wohlsein der unteren Klaffen erheblich beeinflußt wird, und damit das Wohlsein des ganzen Staates"; wie die oberen Klassen das Gewonnene für die unteren Klassen nützen sollen, wird nicht gesagt. Güßfeldt kennt„charakterfeste, große, edel empfindende Atheisten", aber an Inhalt und Art des Religions- Unterrichtes für die Masse will er gleichivohl im ganzen nur höchst wenig geändert haben. Ultrareaktionär ist der Geschichts- Unterricht nach Güßfeldt'schen Grundsätzen.(Die Geschichte soll „für heranwachsende Knaben etwas ähnliches sein, wie Märchen den Kindern"!) Mit Bedauern haben wir den Satz gelesen: „Richtschnur für alle Maßnahmen bleibt der Grundsatz, Ent- Wickelung der kräftigen Individuen, nicht Erhaltung der schwäch- liehen": den nämlichen Grundsatz mußten wir kürzlich an dieser Stelle bekämpfen, als er in einer ärztlichen Zeitschrift vertreten worden war. 2luch gehört Güßfeldt zu den Prügelpädagogen, ja nach seinem Satze:„Unsere Scheu vor Zuerkennung körperlicher Züchtigung, die so verhängnißvoll für unsere'Gesetzgebung ge- worden ist, ist weder beim Kinde angebracht, noch bei dem Misse- thäter" scheint er die Prügelstrafe selbst Erivachsenen gegenüber zu empfehlen. Dem gegenseitigen Verhauen der Schüler mißt er gleichfalls vielen erzieherischen Werth bei. Mit dem Angeführten ist Güßfeldt's Standpunkt wohl genügsam charakterisirt. Wir fügen noch hinzu, daß seine Schrift viel Selbsterständliches, Oberflächliches und Dillettantisches enthält. Letzteres ist jetzt da der Fall, wo der Verfasser von dem Unterricht in fremden Sprachen spricht, und wo er von einer bloßen Beschränkung des Unterrichtsstoffes wunderbare Fortschritte des Lernens erwartet. Nicht wundern wird, daß Güßfeldt auch zu denen gehört, welche zum Mittelpunkte des ganzen Unterrichts die deutsche Sprache und Literatur machen wollen. Seltsamer Weise befürchtet er aber, daß die deutsche Literatur nicht die hinreichende Zahl guter Werke besitze; daher will er zum Ersätze„von sprachkundigen Schrift- stellern freie Uebersetzungen von Werken moderner Kulturnationen angefertigt" haben. Wir habe diese Stelle mehrmals lesen müssen, ehe wir glauben konnten, daß sie in der That dastehen. Nun, das wird dem Leser aus dem Gesagten kar geworden sein: Güßfeldt hat keine Jdeengemeinschaft mit den Sozialisten; er steht auf dem stracks entgegengesetzten Standpunkt; nur Weniges von dem was er ausspricht, enthält einen fruchtbaren Keim. | flu* die Arbeitet' Mvchenbillets ist mit dem CharstU beginnend, eine neue Einschränkung eingeführt worden.» Wochenbillets galten bisher an den sämmtlichen Wochentags? wenn auf einen derselben ein Feiertag siel. Es war dies ack' Billets auch dadurch kenntlich gemacht, daß die einzelnes der Woche benannt waren und bei jedem Tage die Durchs des Fahrscheins bei der Hin- und Rückfahrt stattfand. Am? freitag wurden die Inhaber solcher Arbeiter-Wochenfahp? auf Grund dieser letzteren nicht zugelassen, mußten vielwG die Fahrten an diesem Tage besondere Fahrscheine lösen wurde der Llrbeitsr-Wochenfahrschein um einen Tag uv» Woche hinaus verlängert, für welche er gelöst war. Da» S Verfahren fand am zweiten Osterfcicrtag statt. Von den IM der genannten Billets wurde diese neue»Einschränkung� fach sehr unangenehm empfunden. Zahlreiche AWJ die solche Fahrscheine gelöst haben, sind geM an solchen Feiertagen, wenn nicht gerade_ zu_ so doch im Interesse der übernommenen Arbeit die Arbeu� zum Zwecke der Beaufsichtigung, der Kontrole oder aus% Gründen aussuchen zu müssen. Sie empfinden in solchen m die Zurückweisung der Arbeiter-Wochenfahrscheine als eineJW theiligung gegenüber den Inhabern von Zlbonnements-Fahn« für die dritte Wagenklasse; denn die Arbeiter haben sich � gewöhnt, die Arbeiter-Wochcnsahrscheine als die einzige, noch� unvollkommene Art der Zlbonnements- Fahrscheine für die. Wagenklasse zu betrachten; daß auf Grund dieser Fahrun: Mj, Fahrt an den Sonntagen nicht gestattet wird, hat man als recht unbequem gegenüber den weitgehenden Berechne der Zlbonnements für die dritte Klaffe gefunden. Die noch ehende Einschränkung auch für die auf Wochentage l«" Feiertage, also demnächst für Bußtag und Himmelfahrlstag» den diese Unzufriedenheit noch steigern. J Geisteskrank J In der Tilsiterstraße irrte gestern" ein Mann umher, welcher die Passanten aufforderte, sich waffnen, da es Krieg mit Rußland gäbe und die Russen an der Grenze ständen; auch sonst führte er noch allerlv Redensarten. Von einem dort patrornllirenden Schutzmanns der Bedauernswerthe zunächst nach seiner in der Lands«' Allee belegenen Wohnung gebracht und von dort zu eineaZ Nähe wohnenden Arzte geführt, der ihn untersuchte und stm daß die Sinne des Unglücklichen total verwirrt seien. AM, anlassung des Arztes wurde der Kranke sofort per DroschJL der Charitee befördert. Auf Grund der eingezogenen gungen ergab sich, daß der Bedauernswerthe vor kurze»" zunge Frau, an der er mit großer Liebe hing, nach gaML Ehe durch eine tückische Krankheit verloren hat. Dies nun der zunge Mann derartig zu Herzen, daß er in verfiel.■j Krtrug per Telephon. Wie leicht das Telephone trügereien mißbraucht werden kann, lehrt ein Fall, der ff blicklich die Berliner Kriminalpolizei beschäftigt und dü männischen Kreise zur höchsten Vorsicht mahnen muß. T." berichtet darüber: Vor einige» Tagen wurde durch 2� von einer Magdeburger Firma bei einem hiesigen großen� waarenhause ein Stück schwarze Seide im Werthe vo» 500 Mark bestellt, und zwar sollte die Waare als„Beipack. hiesigen Konfektionsgeschäft zugesandt werden. Da flff Magdeburger Firma bisher niemals schwarze Seide bezöge»' außerdem der diesseitige„Telephouist" nicht deutlich ge»? haben glaubte, so wandte er sich telephonisch an das J Konfektionsgeschäft, um sich von der Richtigkeit des AusWi überzeugen. Aber weder das Konfektionsgeschäft noch ei», (ich lautende Firma wußte darum, und so wurde die Ani heit vorläufig»ä»et» gelegt. Jedoch schon am selbe»: betrat ein junger Mann in wilder Hast das Seiden»� haus und gab in brüsker Weise seinem Unwillen übe». lange verzögexte Lieferung entschiedenen Ausdruck. klärte, daß ihm eine solche„Bummelei" noch nicht vorg! sei, und verließ, als man ihm mittheilte, daß das nicht seine Richtigkeit habe, das Geschäftslokal. Durch d Auftreten verblüfft, und um den vermeintlichen Fehler zu machen, rief man den jungen Mann zurück, um noch: dem hiesigen Konfektionsgeschäft telephonisch anzufragen traue, isvoll wurde dem jungen Manne selbst das Tele»? überlassen und dieser fingirte nun in Gegenwart eines N? eine telephonische Unterredung in geschickter Weise.% man kein Bedenken und übergab, da die Sache sehr»F schien, dem Fremden ohne Bestellzettel das verlangte Stu», wobei er übrigens nicht das Ueinste wählte; in Empf«»0. er die Waare gegen Quittung der hiesigen Konfektionsb�- aus den Namen Berger. Die Faktura ging nunmehr ihr� rechten Weg an das Magdeburger Laus, das aber mit Post erklärte, es habe das Stück Seide weder bestellt»3 pfangen. Der Schwindler, vor dem die Geschäftswelt® gewarnt werden muß, und dessen sicheres Auftreten ihn. gefährlich erscheinen läßt, ist ein junger Mann ohne hagere Erscheinung; gekleidet war er mit hellgrau� Muem oder braunem Jaquet, modesarbenem Hut und tru» Ueberzieher.._ n Der. Kommissionär Dickhoff, dessen Tod im Z»? jetzt gemeldet wird, hat noch nicht ganz 0V: Jahre von ihn verhängten Zuchthanssirase verbüßt. Er ist am' vember 1883 wegen Anstiftung zum schweren Raube Fällen zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe und wez zum Morde zu 10 Jahren Zuchthaus verurtheilt worden- ein Alter von 57Vi Jahren erreicht. Die meisten Leser z sich wohl noch erinnern, welch ungeheures Aussehen oPj nalistische Drama, welches sich elf Tage hindurch in tneiFji Sitzungen im großen Schwurgerichtssaale abspielte, in den g Kreisen erregte, wie das Kriminal- Gerichtsgebäude von l. spät umlagert war und welche dramatische Wirkung � 5 als der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Müller, am& elften Tages, Abends in der nennten Stunde, beim der brennenden Gasflammen den Angeklagten_ du» Urtheilsgründe geradezu zerschmetterte. Noch nie xoße Publikum einen solch fürchterlichen Einblick in �recherthum erhalten, als durch den Prozeß Dickhoff, k Diebs- und Räuberromantik die kühnsten Phantasien djLl treppen-Romanciers allerdings bei Weitem übertraf. A'j konnte der Staatsanwalt Dr. Otto behaupten, daß t, nie einem Gerichtshöfe oder einer Geschworenenbank e,»� sangreicher Blick in die Kloake der Welsstadt geboten� war. Uin Dickhoff, der die Verbrechersprache, wie.ausbaugl „schwere Jungens" ic. erst populär gemacht hatte, grMiF die wunderbarsten Gestalten, welche inzwischen theilwe»� in Vergessenheit gerathen sein dürften. Tie Zuhörer � lieinaeführt in das ganze Verbreche Dmelzer A d l... Sand Gold machte, sich aber auch nicht scheute, in den Sand zu werfen und mit einzuschmelzen, da»» J rühmte" Einbrecher I m in, Herr S p r u u ck,; „Nante", vor dessen Kunst kein Schloß sicher' i Tober und dessen Geliebte, die aus dew. hause zu Kottbus herbeigeholte Frau Pattri, Fl»� Moser, welche mit dem„Dicken"(Dickhoff) in so» if ziehungen gestanden, der mysteriöse„Blücher"(Larch�, Samuel, genannt„Juden-Karl", der Einbrecher Hesse j Geliebten Tappert, die im Zuchthause verstorbene in deren Wohnung in der Jägerstraße die Beute aus stählen vertheilt zu werden pflegte, Schnur, Balle.s dere Ehrenmänner und Ehrendamen. Dickhoff wurde f nicht des Mordes an der FrauLissauer und der F"* f deck für schuldig erachtet, sondern nur Anstiftung bezw- r weil es sein Metier war, verbrecherische Pläne ausz»»� die Wege zu ebnen, an der Aussühruna des Verdreh selbst nicht mitzuwirken. Die gerichtliche Verhandlung..« nur möglichen Sttasthaten auf: Schiebungen aller* chlachter«, Schwindel, Diebstahl mit Eiubruch, Raub und chueßlich Mord. Das Tollste war der geplante theatralische ibaubzug in dem Heimathsort Dickhoffs, wo unter Verwendung von Revolvern, Barten und weißen Mänteln ein altes Ehepaar ausgeplündert werden sollte. Und im Mittelpunkt aller dieser Verbrechen stand„der Dicke", welchen Staatsanwalt Otto als„den gemeinsten Schuft, der nur je in der Welt gelebt hat", charakterisicte. Und das war er auch; er war jähzornig, roh, gewaltthattg, erst ein gewerbsmäßiger Ausbaldowerer von Dieb- stahlen, dann ein Auskundschafter des Raubes und schließlich ein Veranstalter des Mordes. Als der Angeklagte vernrtheilt wurde, sagte er sehr salbungsvoll:„Ich werde Unrecht leiden, das ist bester, als Unrecht thun, ich stehe in Gottes Hand und der liebe Gott w»rd auch weiter helfen!"— Trotz dieser fast frivolen Be- merkung hat im Ernste Niemand an Dickhoffs Schuld gezweifelt. Seine Verurtheilung wurde damals als eine Be- fremng von einein Alp betrachtet. Berlin war fast zehn Jahre hindurch der Schauplatz einer erheblichen Anzahl grausiger Mord- thaten gewesen, und die Gleichmäßigkeit, mit welcher am hellen Tage allein stehende Frauen hingemordet und beraubt wurden, hatte Angst und Schrecken in weite Kreise der Bevölkerung gebracht.— Der Prozeß Dickhoff ist ein sehr theurer gewesen, denn an die 145 Zeugen wurden über 7000 M. Gebühren ausgezahlt. Von den in erster Linie im Prozeß Dick- hoff amtlich beschäftigt gewesenen Personen ist merkwürdiger Weise niemand mehr im Amte: Landgenchtsdirektor Müller, der kurz nach seiner Uebersiedelung von Posen mit der Leitung dieses großen Prozesses«betraut worden war, ist vor einiger Zeit gestorben, Staatsanivalt Dr. Otto, dessen wirkungsvolle Rede in diesem Prozeß lange Zeit Stadtgespräch in Berlin bildete, ist in- zwischen Verstcherungsdirektor in Potsdam geworden und der Verthe.dlger Dlckhoff's, Rechtsanwalt Saul ist bekanntlich schon seit Jahren aus der Anwaltschaft ausgeschieden. , tloli|«lU«-ichk. Am 14. d. M. Vormittags wurde am Muhlendamm die Leiche eines jungen Mannes von etwa 16 Jahren angeschwemmt und nach dem Schauhause geschafft.— Nachmittags wurde ein Mann in seiner Wohnung in der Grenadlersttaße bewußtlos im Bette liegend aufgefunden und nach dem Krankenhause am Friedrichham gebracht. Derselbe hatte versucht sich mittelst Phosphor zu vergiften uno sich außer- dem noch eine Schnittwunde am linken Handgelenk beigebracht.— Abends und in der darauf folgenden Nacht fanden Schwarz- kopffsti. 4 und Luisenuser 11 kleinere Brände statt. GevidiksZBetkung. .. Sä* 9min*, In denen öffentliche Angelegenheiten erörtert werden, ist eine Entscheidlmg von großer Wichtigkeit, weiche gestern der Strafsenat des K a m m e r g e r i ch t s als höchster Gerichtshof für preußische Landesstrassachen gefällt hat. Der Deutsche Tischlerverband mit seinem Sitz in Nürnberg hat in Neustadt bei M ag d e b urg und in rs" ch.n u Sihnlen errichtet, ocnen die Tischlergcsellen Fechner s. ö �lich der eriteru, und Henning bezüglich der letztern vor- k �«w» Roffeuntepßükungm b�gedruckt. Den bei Grün- dung beider Filialen bei der Polizeibehörde eingereichten Statuts- exemplaren haben die gedachten Vorschriften nicht beigelegen. Unter der Annahme, dap diese Vorschriften einen integrirenden Theil der Statuten bilden, wurden sowohl Fechner als Henning angeklagt, die§§ 1 und 13 des Vereinsgesetzes durch Einreichung nur unvollständiger Statuten verletzt zu haben. schließlich aber von der 1. Strafkammer des Landgerichts zu Magdeburg freigesprochen, weil unabhängig von dem "Hm l t der in Frage stehenden Vorschriften diese sich wohl als Ausfuhrungsbestimmungen, nicht aber als einen Theil des Statuts selbst darstellen. Als Grundgesetz könne nur die von den Generalversammlungen beschlossenen Satzungen angesehen werden. Diese Entscheidung focht die Staatsamvallschafl zu Magdeburg als rechtsirrthümlich mit dem Rechtsmittel der Revision an, und der im Termin fungirende Vertreter des Oberstaatsanwalts schloß pd) der Revision an, weil das Statut eines Vereins nur ans feinem J nhalt erkannt werden könne. Rechtsanwalt Freuden- &***£« rwerfung der Revision, auf welche der höchste Genchtshof denn auch erkannte, invem er den Aus- fuhrunaen des Berufungsrichters vollkommen beitrat. Die Anklage gegen den städtischen Nachtwächter Ludwig K r u g e r, welcher ivegen Beleidigung des Gerichtsasseffors Schulze vom Schöffengericht zu vier Wochen G es ängniß verur- theilt worden ist, gelangte gestern in der ziveiten Instanz zur Verhandlung, weil der Verurtheilte gegen das Erkenntniß Ein- spruch erhoben hatte. In der Stacht zum 21. September v. I. ging der Asseffor Schulze auf dem Nachhausewege durch die ateriumstraße, als ihm ein von dem Nachtwächter Krüger ver- folgt« anetffch entgegenlief. Assessor Schulze hielt sich für ver- pflichtet, sich an der Verfolgung zu betheillge», der Fliehende stand auf seinen Zuruf auch sofort still und wartete das Herankommen des Wächters ab. Dieser hieb dem Manne ohne irgend eine Veranlassung mit der Faust re«©cficht, worüber Assessor Schulze in gerechter Empörung ihm Vorhaltungen machte. Der Wächter hieb trotzdem noch wiederholt dem Arrestanten in's Gesicht und nun erklärte Assessor Schulze, daß er gleichfalls mit zur Wache gehen würde, snU«. cl Ioe0en des Mißbrauchs der Amtsgeivalt anzuzeigen. Ter Verhaftete war der Hausdiener Spade, ivelcher über den Grund Verhaftung vor Gericht folgende Angaben machte: In jener Nacht hatte ein in seiner Gesellschaft befindlicher Kollege sich einer geringen Ueberttetung schuldig gemacht und sollte des h, b von dem Wächter Kruger zur Wache gebracht, veroen. Ob gleich der zu Sistirende erklärte, daß er freiwillig mitgehen werde, hatte der Wächter ihn dennoch so fest am Arme gepackt, daß der Ergriffene vor Schmerz stöhnte, und nun hatte Spade zum Wächter gesagt, daß derselbe kein Rech tniM Arrestanten zu mißhandeln. Daraufhin haR der Wächter den Arrestanten einem Schutzmanne übergeben und Spade, ergreifen wollen, da er aber befürchten mußte, � ist werden, habe er die Flucht ergriffen. imit r r1 hat seiner Schilderung nach auf der Wache höchst h, Szene» durchmache.! müssen. Der Wächter hat den befindlichen Schutzleuten sofort mitgetheilt, daß /% F" Arrestanten noch ein sich Assessor nennender Herr in J5*1 sich Über ihn beschweren wolle. Der I® hat den Eindruck gewonnen, daß dadurch Schutzleute sofort gegen ihn den er zunächst zu betreten eingenommen waren. Der Raum, .. hatte, habe sein Licht nur durch die offenstehende Thür eines Nebenzimmers erhalten, m welchem der Telegraphist saß und in welchem die ersten Verhöre der Vorgeführten stattfanden. Als der Asseffor den erteren Raum betrat, habe er in dem Halb- dunkel nicht gleich bemerkt, daß er sich bereits im Bureau befand und deshalb auch den Hut nicht schon auf der Schwelle abge- nommen. Sofort habe dies emer der Schutzleute gerügt mit dem Bemerken, wenn er Gerichtsafiessor sei. müsse er doch wissen, wie "Jichaus der Wache zu benehmen habe. Dann hätten alle Schutzleute durcheinander höhnische und verletzende Redensarten fallen lassen, daß ein Mann in seiner Stellung gegen einen Be- amten den Angeber machen wolle. Während dieser Zeit wurden die Arrestanten im Nebenzimmer vernommen, wobei der Wächter zugegen sein mußte. Plötzlich sei der letztere wieder m das Wachzimmer gekommen, habe sich vor ihn hin- gestellt und zweimal hintereinander gesagt:„Ein Gerichtsassessor wollen Sie fem? Ein Lump sind Siel" Dem Beleidigten ist 6 äanze Situation so bedrohlich vorgekommen, daß er die "' Er erklärte wC'T 0*« M ergeW%%« iP«t« aber dem Telegraxhisien, daß er nunmehr von einer Pro- tokollirung der Vorgänge auf der Straße Abstand nehme, er werde die ganze Angelegenheit dem Polizeipräsidenten unter- breiten. Zum gestrigen Termine hatte der Beschuldigte einen großen Entlastungsbeweis angetreten. Er bestritt nämlich, daß er die beleidigende Aeußerung auf der Wache gethan und meinte, der Assessor müsse sich in angeregtem Zustande befunden haben, oder ihn mit einem anderen Wächter verwechseln. Beide Annahmen fanden durch die Beweisaufnahme nicht die aller- geringste Begründung, Staatsanwalt wie Gerichtshof fanden alle Feststellungen des Vordetrichters in thatsächlicher Beziehung nach jeder Richtung hin zutreffend. Während der Staatsanwalt auch vas Strafmaß der ersten Instanz aufrecht hielt, änderte der Gc- richtshof es mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte eine tadc! lose zwölfjährige Dienstzeit hinter sich hat, dahin ab, daß eine Geldstrafe von 140 Mark erkannt wurde, für welche Fm NichtzahlungSsalle eine Gefängnißstrafe von 23 Tagen tritt. Die demnächst vor dem Zchwnrgericht am Landgericht Berlin II beginnende Verhandlung gegen den Schneidergesellen Friedrich K l a u s i n, welcher beschuldigt wird, die Frauen Van eß und Kellmann am 14. September v. I. zu Fried- richsbcrg ermordet zu haben, wird voraussichtlich mehrere Tage in Anspruch nehmen. Es sind ca. 50 Zeugen geladen, deren Ver- nehmung viel Zeit erfordern wird. Da es sich im Wesentlichen um einen Jndizienbeiveis handelt, sieht man den Ergebnissen oer gerichtlichen Verhandlung mit Interesse entgegen. Klausin selbst hat noch keinen Augenblick die von Anfang an von ihm befolgte Methode des Lcugnens verlassen; er behauptet nach wie vor, daß Frau Vaneß am Tage der That den Besuch eines fremden Man- nes erhalten, daß er das bei ihm vorgefundene Geld auf der Straße gefunden habe und daß die Blutflecke an seinen Kleidern theils vom Nasebluten, theils vom Fleischschlachten herrühren.— Das gegen ihn zusammengebrachte Belastungsmaterial soll er- drückend sein. Soziale Mebeestrlzl. Zur Kn'liur? K«k!idiuckrv»Tarifl'«Mrg»na. Am vorgestrigen Tage sind in Berlin die Buchdrucker mit Unterstützung deS Hilfspersonals in allen Geschäften, welche den Tarif noch nicht anerkannt haben, vorgegangen und haben einen glänzenden Sieg zu verzeichnen, indem die meisten Geschäfte den Tarif an- erkannten. Die nicht bezahlenden Geschäfte werden in den nach- len Tagen veröffentlicht werden. Konditionen werden nur durch den Arbeitsnachweis, Drcsdenerstr. 65, vermittelt. Die Kartonaelleiterinuru und ArlxUrr haben infolge der am Sonnabend stattgesundenen Maffcnkündigungen und von den Fabrikanten beschlossenen sechsmonatlichen Aushungerung am Montag, den 14. April, den Generalstreik proklamirt. Es streiken nahezu 1200 Arbeiterinnen und 150 Arbeiter. Der Kampf ist mit Begeisterung aufgenommen und wird der Sieg nicht ausbleiben. Zuschriften sind zu richten an Greifenberg, im Lokale von Bolz- mann, Andreasstr. 26. Listen können ebenfalls dort in Empfang genommen werden. A» dir Arbeiter Kerlinv! Sämmtliche Schrauben-Fa?on- dreher und Berufsgenofsen haben wegen Nichtbewilligung der Ostündigen Arbeitszeit die Arbeit eingestellt. Es streiken zirka 700 Man». Wir richten daher an das Solidaritätsgefühl sämmt- licher Arbeiter die Bitte, den Zuzug fernzuhalten und uns den Kampf nicht unnütz zu erschweren.— Anfragen sind zu richten an H.eHirsch, Neu- Weiße, isee, Sedanstraße 35a und Benno Stabernack, Cuvrpsiraße 62, vs III. Achtung ModrlpoUrev! Mit unseren Forderungen zum rößten Theile durchgedrungen, richtet sich unser Kampf jetzt gegen das Großkapital und zwar gegen die Mustkinstrunienlen-Fabrik „Aktiengesellschaft, vorm Pietschmann u. Söhne", und gegen die Fabrik von Frati u. Comp. 23 Kollegen der Pietschmann'schen Fabrik legten am 22W!ürz dieArbeit nieder; der Geist der Streikenden ist bis jetzt ein guter geblieben. Die Forderungen derselben, 15 pCt. Aufschlag auf Akkordarbeit und Ostündig« Ardeitszeil, sind gerechtfertigt; aber die Herren Direktoren und Aktionäre, welche eine recht fette Dividende von ISVa pCt. beziehen, haben sich bis jetzt noch nicht veranlaßt gefühlt, auf die gerechten Forderungen ihrer Arbeiter einzugehen, sondern sie suchen das Kleinmeisterthum in den Vororten Berlins auf, welches ja gern bereit ist, um die For- derungen der Arbeiter illusorisch zu machen, als Streikbrecher gegen dieselben aufzutreten. Kollegen, wir ersuchen Euch, im Interesse unserer Sache den Zuzug von solchen Werkstellen streng- stens fern zu halten. Die D«kadressen findet Ihr in der Annonce des heutigen Blattes. Mit kollegialischem Gruß: Die Streik- kommission der Möbelpolircr. Kolingen, 14. April. In unseren Fabrikantenkreisen ist die Bcsoraniß verbreitet, daß die in den Vereinigten Staaten Nord- amerikas geplante Erhöhung der Eingangszölle auf Taschen- und Federmesser schon in nächster Zeit die gesetzliche Sanktion er- halten werde, waS für unsere Industrie von den schwerwiegendsten Folgen wird, da wir in den Vereinigten Staaten den größten Absatz für diesen Arttkel haben. VevTämmltmgen. Eine öffentliche Dvrcholeeverstrmurlung tagte am 6. April er. in den Bürgersälen: sie war von 600 Personen be- sucht. Mit der Leitung wurden betraut die Kollegen Hildebrandt, Tabbert und Lutz. Die Tagesordnung lautete:„Was gedenken die Holzdrechsler in diesem Jahre zu fordern? Referent Kollege Lutz. 2. Diskussion. 3. Der Streik oer Stockarbeiter. 4. Tis- kussion. 5. Verschiedenes." Auf Antrag wurde der 3. Punkt zuerst verhandelt. Es referirte darüber Kollege Hildebrand. Derselbe gab ein Bild des Streiks, nach welchem 9 Werkstätten bewilligt hätten; die 11 größten dagegen nicht. Der Redner geißelte in scharfen Worten den Ring der Stockfabrikanten und wies nach, daß nach§ 153 der Gew.-Ordn. dieser vor den Staatsan- walt gehöre. Zum Schluß verlas der Referent ein Schreiben von den vereinigten Slockfabrikanten, in welchem den Streikenden frei ge- stellt wurde, bis zum 12. April unter den alten Bedingungen die Arbeit wieder auszunehmen, widrigenfalls die Fabrikanten ihr Geschäft schließen. Der Redner schloß unter lebhaftem Beifall, mit der Mahnung, auszuhalten im Kampfe gegen das Kapital. Das Wort erhielt hierauf Herr Stockfabrikant Jedeck. Derselbe führte aus, daß die Hälfte der Streikenden nicht wüßten, warum sie streiken, daß dieselben sich selbst die Osterseiertage verdorben, nicht den Fabrikanten. Er erklärte, daß die Fabrikanten fest ge- willt sind, ihre Fabriken zu schließen, da sie den Mindest- verdienst nicht bewilligen könnten, ja daß sie nicht einmal wüßten, was Mindestverdienst sei. Die Berliner Stockfabrikanten haben die Branche mit Ovfermuth von Seiten der Fabrikanten und mit Hilfe der Arbeiterschaft zu einem Weltruf gebracht. — Die Arbeiter hätten den Streik provozirt. Herr Hildebrandt erwiderte dem Vorredner, daß jugendiiche.Arbeiter und Invaliden selbstverständlich den Mindestverdienst nicht erreichen können. Hierauf kritisirte er die letzte Versammlung der Stockfabrikanten, daß sich dieselben bei ihren Beschlüssen majorisiren lassen dadurch, daß ein Agent an den Verhandlungen theilgenominen habe. Legten- Hamburg, lebhast begrüßt, forderte auf zum Aushalten, da das Geld bereits unterwegs sei. Gerade in diesem Streik handelt es sich einerseits um das Kar- tell, auf der anderen Seite um die große Proletariermasse. Der Redner schloß unter lebhaftem Beifall mit der Mahnung, die Organisation hochzuhalten und auszuharren. Im Lauf der De- bane warf Herr Jedeck noch der Firma Gebr. Noah vor, das sie Schund liefere. Herr Noah führte aus, daß er eS als seltsames Manöver von Herrn Jedeck auffassen müsse, w dieser Art und Weise grundlos gegen ihn vorzugehen. Er könne die Fordsrnugen der Arbeiter bewilligen, weil er tüchtige Arbeiter brauche und keine schlechte Waare liefere. Kollege Rauicnberg forderte die Holz- drechsler auf, die streikenden Stockarbeiter energisch zu unterstützen. Folgender Antrag wurde nunmehr angenommen:„Herrn �eoeck aufzufordern, dahin zu wirken, daß die beiderseitigen Kom- Missionen zusammentreten, um auf dem Wege der Verhandlung die Streitfrage zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu regeln und ausjder Welt zu schaffen."— Herr Jedeck ladet die Kom- missiAli�aiif Donnerstag ein. Den Arbeiterverttetcrn wurde kein idenes Mandat gegeben. Infolge der vorgerückten Zeit ____ en die anderen Punkte abgesetzt. Mit einem Hoch auf die ewegung schloß die Versammlung. Drei s rosse öffentliche KchnhmncherversammUmgen fanden am Montag Abend in Berlin-und zwar in den Lokalen „Sanssouci",„Norddeutsche Brauerei" und„Köniashof" statt. Die Tagesordnung war überall: Der bevorstehende Streik. Im Konzerthaus Sanssouci, welches bis auf den letzten Platz gefüllt ivar, wurden zur Leitung der Verhandlungen die Herren G r u n- berg, Strödt mann und Krause gewählt; das Reierat hatte Herr K l i n g e r übernommen. Redner verbreitete sich in längeren Ausführnugen über die Verhältnisse im Schuhmacher- aewerbe und wies an der Hand der vorhandenen Thatfachen die Nothwendigkeit einer gründlichen Aufbesserung derselben nach. Die Lohnkommission habe die Kollegen noch einmal zusammen be- rufen, um deren Meinung bezüglich des Eintretens in den Lohnkamps zu hören. Der Kampf würde heute ein viel leichterer sein, wenn alle Kollegen schon vor zwei Jahren der Organisation beige- treten oder derselben treu geblieben wären. Jetzt müsse das Ver- säumte möglichst nachgeholt werden. Das Großkapital räume täglich mehr unter den Kleinmeistern auf, welche sich aber trotzdem noch immer den Bestrebungen der Arbeiter gegenüber stellten, obgleich sie oft nicht besser daran seien, wie diese. Aber auch die Gesetzgebung stehe den Arbeitern leider nicht zur Seite und sonnt müßten dieselben, auf die eigene Kraft vertrauend, den Kampf °ür die Verbesserung ihrer Lage beginnen. Um die Lamentos ver Kleinmeister könne man sich nicht kümmern, auch nicht darum, wie diese nebst den Zünftlern und Fabrikanten es halten wollen, um den erhöhten Preis wieder herauszuschlagen. Voraus- sichtlich würden sie es verstehen, den Kunden noch mehr abzunehmen, als wie sie den Gesellen nach dem erhöhten Tarif zu zahlen hätten. Der Streik werde also für viele dieser Herren noch profitabel sein. Uebrigens habe der Arbeiter kein Jiueresse an der Ausrechterhaltung des Kleinmeisterthums; in der Fabrik bekomme man am Sonnabend doch wenigstens noch den Lohn und habe auch in der Regel eine kürzere Arbeitszeit wie in der kleinen Werkstätte. Tie Berechtigung zum Streik nachzuweisen, sei angesichts der traurigen Zustände im Gewerbe eigentlich überflüssig; nicht einmal die aller- „othwendigsten Bedingungen zu einem einigermaßen zeitgemäßen Leben seien für den Schuhmachergesellen vorhanden; der Lohn betrage 9, 12, höchstens 18 M. bei einer 14, 18 bis ILstündlgen Arbeitszeit; viele Kollegen könnten sogar nicht mehr wie 6 bis 8 M. wöchentlich verdienen.(Lebhaste Zustimmung.) Selbst durch einen glücklichen Streik werde nickt alles er- rungen werden können, aber jeder Streik sei ein noth- wendiges Mittel zum Zweck, er verschärfe die Klaffen- aeaensätze und erwecke dadurch das Klassenbewußtsein, welch*» zur Erreichung der endlichen Ziele der Arbeiterbewegnns noch- ivendig sei.(Lebhafter Beifall.) Das Hauptziel sei die Uuige- werde.(Zustimmung.) Redner forderte am Schluß seines Bor- trags zu reger Betheiligung an der Organisation und Leistung freiwilliger Beiträge für den Lohnfond auf, damit der Kamps auch mit Nachdruck geführt werden könne und schlag m't den Worten: Frisch auf zum Kampf, zum fröhlichen Sieg!(Stürmischer Beifall.)— Hierauf ttat eine Pause ein, während der sich viele Anwesende in den Verein zur Wahrung der Interessen der Schuhmacher aufnehmen ließen. Zur folgenden Dis- kussion erhielt als erster Redner, da von den an- wesenden Meistern sich Niemand trotz mehrfacher Auf. forderung dazu meldete, Herr K ü r d e l das Wort, welcher unter lebhafter Zustimmung der Bersammlung die überaus traurige Lage vieler Kollegen zutreffend schilderte und erklärte, daß der Streik von jedem denkenden Menschen als gerechtfertigt angesehen werden müsse. Redner ermahnte die Kollegen, sich der Orgmn- satton anzuschließen und wurde hierin von Herrn Warten- berg unterstützt, der insbesondere aufforderte, i un»ehr treu und est hinter der Lohnkommission zu stehen. Herr Lorenz sprach ich in gleichen, Sinne aus, ebenso Herr Krause. Der Screic ei das einzige Mittel, um wenigstens etwas zu erlangen und es ei auch anzunehmen, daß sich bei den Kollegen der nöthige Opfer- muth vorfinde. Herr Auerbach wies durch eine iiUcressatue Statistik auf die verderbliche Konkurrenz der Strasanstalten für das Schuhmachergewerbe hin. Man beschäftige nicht blos Schuh- macher bei der Anfertigung von Fachartikeln, sondern lerne auch noch Sträflinge dazu an. EttvaS Hervor- ragendes werde auf dem Boden der heutigen Gesell- schaflsordnung zwar nicht erreicht werden können, dennoch müsse Jeder seine Schuldigkeit thun, um eine Besserstellung des Proletariats herbeizuführen, da nur mit einem besser gestellten Proletariat sich das Endziel werde erreichen lassen.(Stürmischer Beifall.) Nachdem noch die Herren B o r ch e r t und W e g e n e r gesprochen hatten, wurde zur Abstimmung über die vorliegenden Resolutionen geschritten. Dieselben lauteten: Die heute im Lokale Sanssouci tagende öffentliche Schuhmacher-Vcrsammlung beschließt, die in dem Lohntarif formulirten Forderungen zur Durchführung zu bringen und überall, wo dieselben nicht bewilligt werden, an dem von der Lohntommission bestimmten Tage die Arbeit niederzu- legen, auch nicht eher die Arbeit wieder aufzunehmen, bis die Beivilligung vollständig erfolgt ist. Die heute in Sanssouci tagende Schuhmacherversamm- lnng beschließt, daß sämmtliche auf stunden-, Export-, Rand- und genagelte Arbeit beschäftigten Kollegen bald- möglichst den Streik zu beginnen, hingegen Diejenigen, welche in der Filz- und Ballschuhbranche arbeiten, zur Zeit vom Streik abzusehen haben, weil für sie die jetzige Saison eine ungünstige ist. Beide Resolutionen wurden einstimmig an- genommen. Ferner wurde mit allen gegen eine Stimme beschlossen, den 1. Mai zu feiern, nur Hüte mit Kontrolmarken und in den Ge- schäften nicht zu kaufen, welche von den Cigarrcnarbeitern ge- sperrt sind, sowie auch die Geschäfte nicht durch Einkäufe zu unterstützen, welche ihrem Personal keinen freien Sonntag-Nach- mittag gewähren. Nach einem kräftigen Schlußwort des Referenten wurde die imposante Bersammiung mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung geschlossen. Derein der Doll- und Laftftihrwerko-Kttts'cher ZU Kevlin. Die Roll- und Lastfuhriverkskutscher Berlins hatten sich am Montag, den 14. d. M., Abends, in den Arminhallen ver- sammelt, um über den Gang des am 18. April einstimmig beschlossenen Generalstreiks weiter zu verhandeln. Die Versamm- lung war ungefähr von 700 Kollegen besucht. In erster Linie wurde berichtet, vaß die Firmen Müller u. Hintze, Schlichting und Ko., F. H. Musold. Fritz Grothe Nachflg., Spediteurverein, Förster, Ruthmann u. Ko., Berliner Transportverein, Jordan und Berger, Gebr. Wendschlag und Otto u. Ko. die Lohnsorde- rung von 20,50 M. bewilligten. Kollege Danneberger gab die Resultate, welche bis dahin eingelaufen, der Bersanim- lung bekannt. Die Kutscher der Firma Brasch u. Rothenstei» wurden für ihr mannhaftes, tadelloses Betragen gelobt und haben sie das, was ste vor Jahren gesündigt, glänzend gut ge- macht. Bei der Firma Bartz u. Ko. ist von Seiten der Kutscher mit einer Ausnahme dasselbe zu verzeichnen. Kollege Dahms hat sich durch das Betragen dieses Einzelnen seine Entlassung zugezogen. Di« Versammlung beschloß, diesem gemaßregelten Kollegen Dahms solidansch beizustehen. Die Firma Bernhard u. Ko. ist in einer Weise gegen ihre Leute vorgegangen, die zu schildern uns das Preßgesetz verbietet. Die Kutscher der Firma Jordan u. Berger hatten am Mittag den Streik durchbrochen, denselben aber am Dienstag früh nneder aufrecht erhalten. Bei I. A. Fischer hatten frühere Rollkutscher, letzt Bodenarbeiter, angefangen zu fahren, nur einer, ktollege Spremberg, jetzt auch Arbeiter, hielt mit den Kutschern «nt. Der Chef sagte, daß, wenn sie nicht fahren wollten, so mögen sie sein Gehöft verlassen, und der Thorweg sei zu schließen. Dieser Aufforderung sind auch die Kutscher nach- gekommen und haben einmüthig das GeHöst verlassen. Es wurden nun die Maßregelungen früherer Jahre diskutirt und beschlossen, daß, sollten sich solche wiederholen, sännntliche Roll- kutscher für den Gemaßregelten eintreten.— An der Debatte be- theiligtcn sich die Kollegen Danneberger, Bojanowskn, Brcetsch, Muckwer, Hettke, Herzberg und Kringel.— Der belehrende Vortrag« des Herr» Link wurde von der Versammlung mit einem nicht enden wollenden Bravo gedankt. Verschiedene Vertreter resp. Besitzer von Firmen betheiligten sich au der Debatte. Schlichting u. A. kamen aber doch mit ihrer Frage, daß diejenigen Firmen, welche den geforderten Lohn bewilligt, nun doch ungehindert fahren dürften, nicht durch. Die Stimmung der Kollegen ist eine glänzende. Die Versammlung wurde, nach- dem sie einmüthig beschlossen, den Generalstreik weiter zu führen, um llVe Uhr vom Vorsitzenden Brunsch geschlossen.— Alle edel- denkenden Menschen, hauptsächlich alle Kollegen und Arbeiter, werden hierdurch gebeten, uns in diesem gerechten Kampfe zu unterstützen. Unterstützungen sind zu senden an den Kassirer Besecke, Lüncburgerstr. 5; Korrespondenzen nach dem Bureau der Lohnkommission, Zimmerstr. 24 bei Liebig.— Heute früh um 8 Uhr findet eine große Versammlung sämmtlicher Rollkutscher in den Arminhallen statt. Die Filiale V. der deutsche» Maler, Lachirer, Anstreicher und vtvnt. Kerussgenosteu hielt ihre Monatsver- sammlung am 10. April im Saale des Herrn Gnadt ab. Auf der Tagesordnung stand: 1. Kassenbericht. 2. Wahl eines Strcik- prüfungs- Kommissionsmitgliedes. 8. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Der erste Punkt wurde durch die Wahl des Kollegen Butgereit erledigt. Es wurde gewählt als Streik- prüfuugs-Kommissionsmitglied Kollege Jablonsky. Als Bibliothekar wurde Kollege Büro gewählt. Die Sitzungsstunden sind: Mittwoch und Freitag Abends von 8—9 Uhr im Sommer, von 7—-3 Uhr im Winter. Ferner wurden gewählt: Kollegen Hein, Lösch und Büro, welche die Beiträge der Mitglieder in Empfang nehmen. Sitzungsstundcn sind am Sonntag Vormittag von 10—12 Uhr, Montag und Mittwoch von 8—9 Uhr Abends. Kollege Hilpert theilt mit, daß eine Veschwerdekom- Mission gewählt ist und auch ein Beschwerdebuch aus- liegt, falls die Kollegen auf Unrichtigkeiten stoßen sollten. Unter„Verschiedenes" wurden von Mitgliedern verschiedene Werk- stellen angeführt, in denen solche Schundpreise gezahlt werden, daß es unmöglich ist, dafür zu arbeiten. Die Kollegen wurden vor diesen Werlstellen gewarnt. Ferner wurde folgende Rcso- lution angenommen:„Die heute in Gnadt's Restaurant tagende Versammlung der Maler, Lackirer und Anstreicher beschließt: da in unserem Gewerbe stets übermäßig viel Arbeitskräfte auf der Straße liegen und dadurch unsere Lage zu einer menschenun- würdigen herabgesunken ist, was sich nur durch die Herabsetzung der Arbeitszeit bessern läßt, den 1. Mai als Feiertag zu be- trachten und die Arbeit ruhen zu lassen, um dadurch den Beweis zu liefern, daß der achtstündige Arbeitstag ersttebenswerth ist." Mit einem dreifachen Hoch auf die Verewigung schloß der Vor- sitzende dann die Versammlung. Fach»»r»,» der Kteiudruckir und zitl>«srapl,en Kerlln«. Seneral- Versammlung am Donnerstag, den Ii?. April,'Abends«% Uhr, in Jordan's Salon, Neue Griinstr.-8. Tagesordnung: l. Kassenbericht.-. Abrechnung vom Winterfest. 3. Abrechnung von der letzt-» Matinee.«. Verschiedenes und Fragilasten. Mitgliedsbuch legttimirt. Neue Mitglieder werden aus- genommen. Frei» Uereinigung der Maurer Arrlin« und Zlmaegend. Donners- tag. den 17. d. M., Abends 8 Uhr, in Orscheid Lokal, Sebastianstrab- w: Versammlung. Tagesordnung: 1. Wahl des Ausschusses nach§ 8 dcS Statuts. 2. Wahl der Bibliothelare. s. Besprechung wegen Abhaltung eines Sommer- Vergnügens.*. Der Nutzen der zivangslosen Agitation. Mitglieder werden ausgenommen. nahm- neuer Mitglieder und Ergänzungswahl. 8. Vortrag des Dr. Bruno über: Ter ßnrnnf nm'a Tnfo»«" a CMafieff»,-,« n Eäste sind willkommen. Ter wichtigen Tagesordnung wegen ist jedes Mit glted verpstichtet, zu erscheinen. Deutscher Vchneidrr-Prrband(Filiale Berlin). Mittwoch, den 1». April, Abends 8% Uhr: Mitgliederversammlung in Eratwetl'S Bierhallen, Koni- mandantenstr. 77—72. Kanntag. den SO, April cr., Mittag» 12 Uhr i'Erohe Matinee in Kaul- mann'-Z Variete am Aleranderplay, ZUIN Besten des arbetlSunsähigen Tischlers Wilhelm Snring, veranstaltet vom Stalllub„RürtwartS". Billets sür 80 Ps. find in den mit Plalaten belegten Geschäfte» zu haben. Verband dentscher Mrchaniker und verwandter Kerufsgenassen. (Zählstelle Berlin.) Die nächste Mltgliederversammlung findet am Mittwoch, den 28. April, im Louisenslädtlschen Klubhaus, Anncnftr. 16, stall. Achtung. KoUrgeu: Leute, Mittwoch, den 10. April, Abends 1% Uhr, stndel in„Sanssouci", Kottbuserstr. ea, eine große Bersammlung sämmtlicher Arbeiter der Ludw. Lowe'sche» Fabrit statt. zirrdaud Kerliner portirr»»nd perussgeiioiprn. Am Mittwoch, den 16. April, Abends 9 Uhr, krausenslr. 10: Geselliges Zusammensein. Frauen haben Zutrtti. LreU Vereinigung der Kausieute. Mitgliederversammlung am Frei- tag, den 18. April, Abends 8% Uhr. in Teigmüller'« Salon. Alt- Jalobfir. 49». Tagesordnung: i. Tie Sie llenvermtitelung unier besonderer Bezugnahme aus das llhtssre-Annonzcnunwesen und die Kündigungsfristen im Handclsgewerbo. Reserent: Herr Gustav Miecker. 2. Disrusfio» und Fragebeanlworlung. 8. Aufnahme neuer Milgliedcr. Nrrrinignng deutscher Stellmacher(Mitgliedschaft Kerlin). Bei- sammlung am Mittwoch, den 18. April. AbendS 6% Ubr. Im Lokale d-S Herrn Heise, Lichienbergerstr. 21. tSesrltlvkeitavrrein„Ainicltla". Abends 10 Uhr in Hoppe'S BierbauS, «ommunilalion am Neuen Thor 6.«äste willkommen. Neu- Nktlglteder werden ausgenommen. jiergaldrr, Voldleifien-Arbeiter und Kerufsgenasse». Große öfienl- liche Versammlung am Donnerstag, den 17. April. AbendS 8 Uhr, im Saale der Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 7—9. Urrsammlung sämmtlicher Arbeiter der bönigliche» Kauptwerk- statt zu Trmprlhas und dein dazu unlerstelllcn Betriebe zu Berlin, an, Mitt- wach, den 16. April, Abends 8 Uhr, in Habet'« Brauerei,«ergmann- slraße 5—7. ©roste öffentliche Versammlung der gewerblichen Hilfsarbeiter Verlin««nb Klmgegend am Mittwoch, den 16. April, Abends 8% Uhr, im Saale des Herrn Joel,»lndreasstr. 21. ©«sang-, Turn- und gesellig« Perein» am Mittwoch. Männer- gesangverein„Jugendlust" AbendS sy. Uhr im Restaurant Passod, Garlen- strabe 162.— Männeracsangvercin„Eäcilta" Abends s Uhr im Restaurant Kvpenillcrstr. 127».— Gesangverein„Männerchor Linde" Abends 8% Uhr im Restaurant Haller, Naunynstrabe 70.— Männergesangverein„Sangesfreude" Abends 9 Uhr im Rcslaurant Musehold, Landsbergersir. 81.— Gesangverein „Freya" Abends e% Uhr im Resianranl Beneile, Große Hamburgerstr. 16.— Huppert'sche Sängervercintguna jeden Mittwoch nach dem Ersten im Monat, Abends 9 Uhr im Restaurant Heise, Lichienbergerslr. 21.—„Seeger'scher Gesangverein" Abend» 9 Uhr im Restaurant Schulz, Prenzlauersir.«i.— Gesangverein„Schwungrad" Abends 8% Uhr im Restaurant Sahm, Annenstr. Männergesangverein„Lorbeerlranz" AbendS 9 Uhr im Restaurant Oranicnstr. 190.— Gesangverein„Rord-Jubal" Abends 9 Uhr in Bierhaus, Veteranenstr. 19.— Gesangverein„Unverzagt" Abends 9 Uhr ntikerstr. 127a bei Greving.— Männergesangverein„Schneeglöckchen" Kg 9 Uhr lm Restaurant Doberstein, Mariannenstr. 81—82.— Gefan#'® �Sängerrunde" Abend« 8% Uhr Buckowerstr. 9.— Verein„Sangesrreu»! Restaurant Henkel, Brüderflr. 26 I. Uebungsstnnde von 9%— n Uhr WJ* — Gesangverein„Bruderbund" AbendS 9 Uhr bei Pützoldt, Reichender«. — Männergesangverein„Schneeglöckchen" Abends 9 Uhr Sitzung im JjJ rant Stehmann, Melchiorstr. 15.— Gesangverein„Süd-Ost" Abend» 9 UP Ziemer, Euvrystr. 16. Gäste willkommen.— Lübeck'scher Turnverein(tzj und Ernst, Abend» 8% Uhr im Restaurant Held, Fruchtstr. WjL Schlesischcr Bereln„Hollei" Abends s Uhr im Restaurant Eehrt, Pro strasre 106.— Bergnügungsveretu„Fröhlichkeit" Abends 9 Uhr inr ReM Säger, Grüner Weg 29.— Wissenschaftlicher Verein für Roller'scher ■I............ M r M? graphie Abends 8,� Uhr im Restaurant' Beese, Alte EchönhauserstU�?) »verein Süd-vv' � «rs'sssr Unterricht und Uebllngsstunde.— Roller'scher Slenographcnverein Süd-! Abends«K Uhr im Restaurant Prinzenflr. 97, Sitzung und Ui" ArendS'scher Stenographen-Verein„Amicitia" AbeildS 8)j Uhr....» Behrends, Schönebergersir. 6.— ArendS'scher Stenographenverein AbendS 9 Uhr im Restaurant„WilhelmSgarten",«ochstr. 7.— Steaograrzg Gesellschaft ArendS im Restaurant Büraergarten. Lindenstr. 105. Unees? licher Unterricht und Uebung.— Berliner Rauchklub„Wränget 9 Uhr im Restaurant Foge, Köpnickerstr. 191.— Rauchklub„Hav Abends 8)j Uhr im Reslaurank Paetzoldt, Reichenbergerstr. 16.— Uli. „Gemüthlichkeil" AbendS 9 Uhr im Restaurant Achsel, Köpnickerstr. J*1-, Üiaudjtlub ff nfyimUis," Qrf»o«S.i oV MKv SPoftrtHfrtMt tÜar.oy K! ,>! 2,,»NIUsR Ulpimo„Eolumbia" Abends 8) Uhr im Restaurant Beyer. Prinzenstzz. Ranchllub„Frisch gewagt" Abends 8% Uhr im Restaurant Tempel, lauerfir. 27.— Rauchklub„Vulkan" AbendS 9 Uhr im Restaurant- Gräsestr. 82.— Frtedrtchsberg. Rauchklub„Nordstern", Ltppe's Restant® Friedrich-Karlstr. 11.—«ergnügungsverew„Fröhlichkeit", gegründet Abends 9 Uhr, Grüner Weg 29.—„Pollack-lllub-Sintracht", jeden MUt'JjJr'.T', 'Abends 0% Uhr bei ffl. Thiel, Wienerstraße 63.— Sesangveretu der TaMAN S e Berlins, jeden Mtltwoch Restaurant Seydelstr. 80, von 6—11 Uhr Abend-�Som Unterhallnngsoeretn„Harmonie". Sitzung Abends 0 Uhr Dresdener fit.. bei Wenbt.— Tamdourvercin„Epelsior", 8's Uhr. UebitnaSslunde bei r Rüdersdorserstr. 8. Aufnahme neuer Mitglieder.— iNännergesang«! „Liedessreihett", AbendS sjj Uhr im Restaurant Henke, Blumenstr. ss. nt, Depefrhen. (Molffs Telrgrnplirtt-Knreau.) Hamburg. IS. April. Die Generalversammlung der! Schuhmacherinnuna beschloß die Ablehnung des von den C ausgearbeiteten Lohntariss und der Äerkstellenordnung, ettW" ♦-j aber 15 pCt. Lohnerhöhung bewilligen zu wollen.— I» �3 6 Versammlung streikender Gesellen wurde berichte� daß etwa** Meister die bekannten Forderungen bewilligten. der Bei Anfragen bitten wir die Abonncments-Quillung betzusügen. Lr Antwon wird nicht erthetlt. Kchriftführer der Schlosser. Unwesentliche Mittheilu werden von uns im Interesse der Allgemeinheit unweigerlia strichen. Sie müssen bedenken, daß bei der augenblicklia hochgehenden gewerkschaftlichen Bewegung irgendwelche sophtsche Ausführungen nur einen verschwindenden Werth. Persönliche Angelegenheiten interessiren die Oefsentlichkeit recht nicht. Große öffentliche Versammlung der BMetaSBarbernter aller Kranchen am Montag, den 21. April, Abends 8 Uhr, im Konzerthause„Sanssouci", Kottbuserstrasse 4 a. Tages-Ordnung 1. Stellungnahme der- Metallarbeiter zum Kongreß in Weimar. 2. Dis- kussion. 3. Wahl der Delegirten. 4. Verschiedenes.— Es ist Pflicht eines jeden Metallarbeiters, in dieser Versammlung zu erscheinen. 987 Oeffentliche General-Versammlung smiiitl. Höh-:. Vrettertcher Verl. am Freitag, den 13. d. M., Abends 8 Uhr, Andreasstrasse 21. Es ist Pflicht eines jeden, hier zu erscheinen. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. 985 C. Gefrois, Prinzenstr. 12. Grosse General-Versammlung aller u. Arbeiter 988 heute, Mittwoch, Abends 8 Uhr, im BShmischen Brauhause, Landsberger Allee 11—13. Tagesordnung: Stellungnahme zu den von den Fabrikanten gefaßten Beschlüssen. Bericht der Kommission.— Kolleginnen und Kollegen! Infolge der staltgesundenen Massenkündigungen und schroffen Ablehnung unserer Forderungen sah sich die Kommission veranlaßt, schon jetzt den Generalstreik zu proklamiren; gedenket Eurer Pflicht und handelt danach. Erscheint zu dieser Versammlung.— Das Streikbureau befindet sich nach wie vor bei Boltzinann, Andreasstr. 23. Die Listen sind allwöchentlich abzuliefern. Oeffentliche Versammlung fammtl. an Holchearveitnngs-Maschineu beschäftigten Arbeiter am Donnerstag, den 17. April, Abends 8V2 Uhr, im Königstadt» Kasino, Holzmarktstraße 72. Tagesordnung: 1. Berichterstattung der Delegirten von dem in Ham- bürg tagenden Kongreß der Holzarbeiter. 2. Diskussion und Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 976 Die Kommission. Fach verein der Tischler. Donnerstag, beu 17. April, Abends 8'/- Uhr, in Joel s(fr. Keller) großem Saal, Andreasstraße 21: Keschlieszende Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn A. Gerisch über:„National-Reichthum und National-Armuth." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 4. Vereinsangelegen- heiten. 5. Fragekasten.— Zahlreiches Erscheinen erwünscht. Neue Mitglieder werden aufgenomnien. Auf den Zahlstellen des Vereins werden jeden Sonnabend, Abends von 8V2 bis 10 Uhr und Sonntags früh von 8V2 bis IOV2 Uhr Beiträge entgegengenommen und neue Mitglieder aufgenommen, dieselben befinden sich in folgenden Lokalen: 1. Friedrichsbsrgerstr. 25 b. Schmidt, 2. Skalitzerstr. 107 bei Kunst- mann, 3. Bellealliauceplatz 6 bei Eilscher, 4. Zionskirchplatz 11 bei Hohn, 5. Sohlelermacher- u. Gneisonaustr.-Ecke bei Scheuer, 6. Bülowstr. 52 hei Böhland, 7. Dresdenerstr. 116, 8. Lübecker- und Thurms tr.-Ecke bei Jahnke, 9. Laugestr. 70 hei Heindorf, 10. Ripdorf, Bergstr. 7 bei Dnschek, 11. Fenn- strasso 4a bei Krüger, 12. Görlitzer- und Sorauerstrassen-Ecke. Der Arbeitsnachweis befindet sich Mallstraffe 7/8. Derselbe ist geöffnet an Wochentagen von Morgens 7 bis Abends 7 Uhr, mit Ausnahme der Mittags- stunden von. 12— 3 Uhr, an Sonntagen von 9 bis 11 Uhr Vormittags. Da- selbst werden auch Mitglieder aufgenommen. 986 Achtung! Mobelpolirer! Deckadressen der Musikinstrumenten- Fabrik, A.-G., vormals Gctsch, Reinickendorf, Holzstr. 3 Pietschmann u. Söhne, sind Rheinsbergerstr. 29; Greifswalderstr. 72 --■ ÖpfCI*! und Pallisadenstraße 34. Kollegen! Wir ermahnen Euch dringend, die betreffenden Werkstcllen zu meiden und den Zuzug fernzuhalten. Freitag Abend findet in dieser Sache im„Böh- mischen Brauhause" eine Volksversammlung statt. 992 Die Streikkommission. Berliner Arbeiter- Kildnngs- Verein. General-Versammlung Uittvoch, den 16. April, Abends SVs Uhr, Schwedterstraße 23 bei Lehmann. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Wahl eines ersten Vorsitzenden. 3. Vortrag über:„Kunst und Volk." Referent Herr W i 1 h e l m Bölsche. ' Diskussion. 5, Allgemeines und Fragekasten. 990 Oer Vorstand« v* ftrtft* besteht y Fabrik-Preise � �veil directer Bezug».Umgehung des Zwischenhandels. �Hode-Neuheiten für die Frühjahrs- und Sommer-Saison inl U Beider- Stoffen. _ i Reichhalt. Auswahl, sowohl in billigen Genres für Haus- u.j Morgenkleid., wie inhochlein.Qual.f.Gesellschaftstoilette� Auslage neuer Elsasser Druckstoffe: Mousselinodelaine,Levanüne,SommerflaneUetc� � k Gescbmackv., orig. Muster in d.neuest. 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Zwei tüchtige Schuhmachergesellen, einer auf alles und einer für Reparatur, werden sofort verlangt 974 A. Dalchau, Puttkamerstr. 2. Tüchtige Schrifthauer in Granit und Marmor, sowie Bildhauer für Grabsteinarbeiten verlangt sofort Otto Schneider, 867 Badstraße 7. Unserm Freunde und Genossen, i. Tischler Rudolf Drübbsch nem heutigen Wiegenfeste donnerndes Hoch 1 Vivat Lehmkuchen! Dri>e!ltl.lZe!leral-Versmi!llil> der Freien Vereinigunfi der Hausdiener Der" heute Abend SVa Uhr. bei Feuersteitt, Alte Jakobstraße' 1. Mittheilungen und Biertelj., Bericht. 2. Aufnahme neuer Mitgb und Ergänzungswahl. 3. V orttag Dr. Bruno Wille:„Der Kampf Dasein." 4. Diskussion. 5. Verschied Gäste sind sehr willkommen. wichtigen Tagesordnung wegen 5 jedes Mitglied zu erscheinen. Oer Vorstand� -Zlersammll� Aufferard.Eeneral-�»»,»«»»»«»-'. deo Nereiu» Kerliner Drosch»'- Kutscher heute. Mittwoch, d. t neure, zoirrwoiy, d. M.. Ab. 9 Uhr,.im scheu Fokal, Neue Grunstraße � _....... nurape Tagesordnung: I. Vierteljahr� bericht, die Thätigkeit des Vereins L treffend; 2. Beschlußfassung über zwischen den Vorständen des„Drosch!> besitzcr-Vereins" und des„Verc� Berliner Droschkenkutscher" ausgeas� tete Reglement für das zwischen di-L Vereinen zu bildende Einigungsa� 3. Wahl zweier Schiedsrichter � zweier Ersatzmänner. 4. Bespreai verschiedener Vereinsangelegenheileiu Das Mitgliedsbuch legittnurt ä«, Eintritt. Um zahlreiches und lichcs Erscheinen der geehrten H�, Mitglieder bittet Oer Vorst**? Gr. RerfammwvS samtl. Arbeiter d.MsM Rai Wl-AliitiPseWst am in (wormals S c h w a rtz ko pf 17. 5» .. Donner st ag, den...» der Nordd. Brauerei, Chausseejtt�. Tagesordnung: 1. Die Bebcufjj des 1. Mai und Stellungnahme\ demselben. Referent: Fritz Krüg 2. Diskussion. 8. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten eine � � � f-4i]" tir sammlung. Die Fabrikmarke legiN»'�, Es ist Pflicht jedes in der Fabrik� Es ist Pflicht jedes in der Favn» � schäftigten, in dieser Versammlung erscheiilen. Der Einberufor�j% erscheuien. Der tinneruter»� Grosse öffentliche Versammle h der Graveure und Ziselestf* Donnerstag, d. 17. April, Ab. S�/s � bei Feuerstein, Alte Jakobsss' Tages-Ord.nung: � � 1. Wie stellen sich die Kollegen U Wahl einer Agitations- Kommisfi 2. Eventuelle Wahl einer solchen. Bedeutung der achtstündigen Arbctt� und der 1. Mai. Referent: ordneter Herr Zubeil. 4. Diskust 5. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten V.a Tellerffammlung statt. Pflicht\ jeden Kollegen ist es, zu erscheine� 975 Dor Einberuf*�/ NX El ei> in ä «o s° G 1 di 8' ic b Verantwortlicher Redakteur: Enrt Laak» in Berlin. Druck und Verlag von Ma» Kabing in Berlin 8W., Beuthstraße 2.