r« «W> 'A efanj» Streue' &P i iU Refmui» ;ä|lU«l* Rest«- 'ß, DUttTUl® Nauchv» 5.B •i Kr. 89. Dmtuerstag. de« 17. April 1890. 7. Jahrg. Hrgan für die Interessen der Arbeiter. Das„Berliner Bolksblatt» scheint täglich Morgens auber nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei m's Haus vierteljährlich 3,30 Mark, monatlich 1,10 Mark, wöchentlich 23 Pf. Einzelne. Nummer 5 Pf. ' onniags-Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Postabonnemcnt 3,30 Mark pro Quartal. (Eingetragen in der Postzeitungspreislistc für 1890 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) nt*# Krruidnud, täglich durch die Expedition, für Deutschland und Oesterreich-Ungarn L Mark, für das übrige� Ausland 3 Mark pro Monat. Jnsertionsgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Beuthstraße 3, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. >»'« Fernsprecher: Amt VI. Ztr. 4106.« MedAkkion: Veukhskvsße S.— Expedition: VenkMvntze 3. um HttiliUlmtöc 3fSiit den rdjmcticvirrficn to,s' Mrdeikerkrongresfen. "' die Verhandlungen der beiden großen Kon- Ueber aresse in Ölten, den des) Gewerkschaftsbundes und den ves Arbeiterbundes wurde bereits berichtet und der Ver- ''�laus derselben als durchwegs befriedigend bezeichnet. Wir können noch hinzufügen, daß die Verhandlungen um so �ilu-Z? höber in ihrer Bedeutung für die Arbeiter anzuschlagen trlich ksind, als sie in ernster, würdiger Form geführt wurden ,51# und jeder einzelne Theilnehmer den überzeugenden Ein- h h->�r gewann, daß den hier gesprochenen Worten zweifel- leit � die Thaten folgen werden. Man erhielt ferner den Eindruck, daß die schweizerische Arbeiterbewegung an � sozialistischem Gehalte gewonnen und seit den Tagen von Aarau bedeutend fortgeschritten sei. Größerer Bedeutung als das früher der Fall war, scheint den Bestrebungen der Arbeiter auch von den übrigen Gesellschaftsklassen beigelegt zu werden. Das läßt sich auch schließen aus der Anwesenheit der den verschiedensten Lebensstellungen angehörenden Gästen. Außer den beiden nationalräth- lichen Referenten Curti und Dr. Decurtius waren ferner - anwesend die Nationalräthe Dr. Ivos, Wonmatt, Kurz Sri? und Python; außer dem Referenten Ständerath Cornaz *6.1 teine Kollegen Munzinger. Wonarx und Wirz; die Geist- lichen Dr. Beck von Luzern, Waßmer von Solothurn, itgW Weber von Schaffhausen ic.; die Advokaten Fcmquez von rage' Lausanne, Dr. Feigenwinter von Basel, verschiedene Kan- pf F tonsräthe von Neuenburg, der kartellbrüderliche Neichstagsabgeordnete und Kommer- "s, hj Zienrath Siegle sammt Sekretär von �Stuttgart, um, wie er angab, das..Institut aniy des Arbeiterbundes zu studiren und ferner waren iwi«'! zwei Vertreter aus Frankreich da. Der Bundes- rath der auf jedem Schützenfeste durch mehrere seiner „ypiif Mitglieder vertreten ist, ließ sich hier für seine Abwesen- e 23-� hcit entschuldigen; nicht einmal der Bundesanwalt ß v A,/ j 41 lv4)i VII ljahr. Sch erb ließ sich blicken. f!« �<. Zunächst konimen wir noch einmal auf die Thesen m§ Arbeitersekretärs Greulich zurück betreffs der Vertö) Rechte der Gewerkschaften. In diesen Thesen gearb- werden auch Arbeiterkammern vorgesehen, die ' Mn kantonal abgegrenzt werden sollen, d. h. jeder Kanton soll lg» � seme Arbeiterkammer erhalten. Gewählt werden die Mit- rech»� öusder derselben durch die Gewerkschaften bezw. durch in «wg kleineren Gemeinden gebildete allgemeine Arbeitervereine. rl lss Befugnisse der Arbeiterkammern werden wie folgt Zrf' sormulirt: a) Begutachtung aller Gesetze, Verordnungen --- «achdrua verboten.! Feuilleton. tttS m L»»Zum Gluck der Damen." i" äj r,' UNI eure k K $ ic«' fC'v Roman von Emile Zola. Autorisirte Uebersetzung von Armin Schwarz. Aber Du mußtest ja den Fächer montircn lasten? — Ohne Zweifel, erwiderte Mmc. Tessorges. Die Mon tlrung kostete mich zweihundert Franks. Mme. Bourdelais lachte. Das nennt Henriette einen wohlfeilen Kauf! Zweihundert Fraiiks für eine einfache Elfenbeln-Mvntirimg mit e.ner Chiffre! Und Alldies wegen emes Endchens Ehantilly-Spitzen, bei welchen sie vielleicht hundert Sons erspart hat! Für hunderlzwanzig Franks er- halt man einen solchen Fächer vollständig monkirt. Und sie nannte eine Handlung in der Rue Poissiomu»re, wo man solche Fächer um diesen Preis erhält. Inzwischen ging der Fächer von Hand zu Hand. Mme. Guibal würdigte ihn kaum eines Blickes. Sie war eine große, schmächtige Frau mit röthlichen Haaren; in ihrem gleichgiltigen Gesichte saßen zwei graue Augen, aus wel- chen der krasse Egoismus funkelte. Man sah sie niemals in der Gesellschaft ihres Gatten, eines bekannten Advokaten, ver, wie man sich erzählte, ein freies Leben voll Bergnü gungen führte. ..— Oh, flüsterte sie, den Fächer Mme. Boves reichend, icy habe in meinem Leben keine zwer Fächer gekauft: man velommt deren mehr als genug zum Geschenk. Die Gräfin erwiderte mit seiner Bosheit: und allgemeinen Verwaltungsmaßnahmen, welche die Ar» mtsbedingungen und die Stellung der Arbeiter überhaupt betreffen, b) Begutachtung aller Fabrik- und Werkstatt- ordnungen; Untersuchungen über die Einhaltung der Ar- leiterschutz-Vorschristen durch Zeugenverhör und Augen- '(Hein; Vorschlagsrecht für die Wahl kantonaler In- pektionsbeamten. c) Erhebungen über alle wirthschaft- ichen Verhältnisse der Arbeiterklaffe mit dem Recht, Zeugen zu verhören und schriftliche Angaben zu ver- langen. Die kantonalen Arbeiterkammern sind der zuständigen Regierungsabtheilung beigeordnet, welche ihre Kosten und Sitzungsgelder bestreitet. Durch Abgeordnete der kantonalen Arbeiterkammern oll eine schweizerische Arbeiterkammer ge- lildet werden, welcher dann auf eidgenössischem Gebiete die gleichen Befugnisse und Rechte eingeräumt werden, wie auf kantonalem. Die schweizerische Arbeiterkammer wäre zem zuständigen Departement des Bundesraths beizuordnen, das auch die Kosten derselben zu tragen hätte. Den beruflichen Vereinigungen der Gewerbs- n h a b e r werden dieselben Rechte eingeräumt, wie den Gewerkschaften der Arbeiter. Die beiderseitigen Gewerk- chaften sollen in gleicher Zahl Abgeordnete wählen, welche vereinigt die gemischte Gewerkschaftskammer bilden sollen mit einem Präsidenten an der Spitze, der weder Arbeiter noch Gewerbsinhaber ist. Die gemischten Gewerkschaftskammern sollen daS Recht erhalten, Beschlüsse zu fassen, welche für alle Berufszweige verbindlich sind; Zuwiderhandelnde können sie mit Buße belegen. Außer den gemischten Gewerkschaftskammern und den «sonderen Arbeiterkammern sollen noch Gewerbe- ammern für die Gewerbsinhaber gebildet werden. Arbeiter- und Gewerbekammer vereint bilden die Jndustriekammer und zwar eine in jedem Kanton und außerdem noch eine allgemeine schweizerische. Den Jndustriekammern werden folgende Befugnisse zugewiesen: a) Organisation von Gewerbeschiedsgerichten und Beauf- sichtigung ihrer Thätigkeit. b) Bildung von Einigungsämtern zur Verhütung von Arbeitseinstellungen und Ar- beiterausschüssen.' c) Begutachtung aller Fragen, aller Entwürfe von Gesetzen, Verordnungen und Verwaltungs- maßnahmen, welche Industrie und Gewerbe betreffen. ck) Errichtung gemeinsamer Institutionen zum Nutzen und zur Förderung gewerblicher Ausbildung und gewerblicher Interessen. Daß derartige Einrichtungen von Gutem wären und namentlich das heute noch so schroff absolutistische Ar- beitsverhälwiß, bei dem der Geschäftsinhaber Despot und der Arbeiter Sklave ist, bedeutend bessern, vor allem — Sie sind glücklich, meine Theuere, daß Sie einen galanten Gatten haben. Dann sagte sie zu ihrer Tochter, einem hochgewachsenen Mädchen von zwanzig Jahren, gewendet; — Schau nur vie hübsche Chiffre, Blanche! Welch' sorgfältige Arbeit! Sicherlich hat die Chiffre die Montirung so vertheuert! Madame de BoreS hatte die vierzig hinter sich. Sie war eine herrlich gebaute Frau mit dem Halse einer Göttin, einem großen, regelmäßigen Gesichte und großen, schmachtenden Augen. Ihr Gatte, ein Gestüts-Jnspektor, hatte sie wegen ihrer Schönheit gehciralhet. Sie war ganz entzückt von der Feinheit der Chiffre. Dann sagte sie ptötz- lich zu Mouret gewendet: — Sagen Sie uns Ihre Meinung, mein Herr, ist daS zu theuer: 200 Franks für diese Montirung? Mouret stand bei den süns Frauen und lächelte bei- fällig zu Allem, was sie interessirte. Er nahm den Fächer m die Hand, besichtigte ihn eine Weile und war eben im Begriff, zu antworten, als der Diener die Thüre öffnete und meldete: — Madame Marty! Eine magere, häßliche, blatternarbige, mit auffällig ge- suchter Eleganz gekleidete Frau trat em. Ihr Alter war schwer zu bestimmen; ihre fünfunddreißig Jahre konnten ebenso gut für dreißig, wie für vierzig gelten, je nach dem nervösen Fieber, das sie belebte. An ihrer rechten Sand hing eine Tasche von rothem Leder, die sie nicht iveglegen wollte. — Verzeihen Sie, theuere Frau, daß ich mit meiner Tasche eintrete, sagte sie zu Mme. Desforges... Denken Sie sich: auf dem Wege zu Ihnen bin ich einen Augenblick demokratischer gestalten und dem Arbeiter mehr soziale Be- rechtigung und Freiheit bieten könnten, wollen wir nicht übersehen. Jedoch scheint uns der Ivon Greulich skizzirte Organismus des Kammersystems doch etwas zu komplizirt zu sein. Nun, bis eine derarttge Organisatton von den schweizerischen Landesvätern geschaffen wird, dürste eine so lange Zeit vergehen, daß bishin Jeder Muße hat, eine Vereinfachung des Greulich'schen Vorschlages auszudenken. Beachtcnswerth ist der Vorschlag auf jeden Fall. Eher als ein Gesetz über Arbeiterkammern dürste eine Vorlage über Revision des Fabrikgesetzes zu erwarten sein. Die Erweiterung oder Ausdehnung des- selben auf das Gewerbe bildet seit Jahren eine lebhaft erörterte Frage. Warum, sagt man sich mit Recht, soll der Berufsarbeiter, der Gewerbegehilse, jedes gesetzlichen Schutzes ermangelnd, täglich 12, 13 bis 15 Stunden arbeiten müssen, während in der Fabrik der Tagelöhner nur 11 Stunden zu arbeiten braucht? Warum soll jener am Sonntag den ganzen Vormittag bei der Arbeit ver- bringen müssen, während der Fabrikarbeiter schon am Sonnabend frühzeitig(5 v» Uhr) Feierabend hat? Warum wird die Werkstatt des Gewerbetreibenden von keinem öffentlichen Beamten inspizirt, während dies in jeder Fabrik geschieht? Und doch sind in der R e g e l die gewerblichen Arbeitsstätten viel ungesunder, enger, schmutziger, weniger ventilirt als die Werkstätten in den Fabriken. Und doch verlangt weder Dr. Decurtius noch Dr. Scherrer eine Ausdehnung des Fabrikgesetzes auf das ganze Gewerbe, sondern sie machen willkürlich bei drei Arbeitern Halt. Warum drei Gehilfen weniger des geschlichen Schutzes werth und bedürftig sein sollen als vier, ist uns unver- ständlich und ist auch in Ölten von keiner Seite begründet worden. Mit dem Verlangen, den jetzt llstündigen Normalarbeitstag auf 10 zu reduziren, wird eine sehr ge- mäßigte Realpolitik betrieben, da in der That die Einführung des lOstündigen Arbeitstages zum großen Theile nur die Sanktion bereits vollzogener Thatsachen bedeutet, denn in vielen Werkstätten ist der Zehnstundentag bereits ein- geführt. Trotzdem wird diese Abänderung der gesetzlichen Maximalarbeitszeit von Jedermann als Fortschritt aner- kannt werden müssen. Betreffs der Buchdruckereien und anderer Gewerbe soll der B u n d e s r a t h ermächtigt werden, durch Verordnung die Arbeitszeit dauernd zu reduziren. Die Nachtarbeit soll nur ausnahmsweise gestattet und den jugendlichen Arbeitern bis zum 18. Lebensjahre gänzlich untersagt sein. Ueberzeitbe- w i l l-i g u n g e n sollen nur für eine Stunde täglich und nur für die Dauer eines Monats ertheilt werden, und zwar wenn das Begehren eingehend und genügend be- gründet ist und in der betreffenden Branche weder eine „Zum Glück der Damen" hineingegangen, wo ich mich wie- der zu Thorheiten verleiten ließ; und da ich destohlen zu werden fürchtete, wagte ich eS nicht, meinen Einkauf im Fiaker unten zu lassen. Und als sie Mouret's Anwesenheit bemerkte, fügte sie lachend hinzu! — Oh, mein Herr, ich sagte dies nicht, um Ihnen Reklame zu machen, denn ich wußte nicht, daß Sie hier sind..... Sie haben wirklich jetzt ganz außerordentliche Spitzen. Diese Wendung des Gesprächs lenkte die Aufmerksam- keit von dem Fächer ab, den Mouret auf ein Gnendon nieder- legte. Die Damen waren jetzt neugierig, zu sehen, was Mme. Marty eingekauft habe. Man kannte ihre Wuth, das Geld auszugeben; man wußte, daß sie der Versuchung nicht wider- 'tehen könne. Sie war von strengster Ehrbarkeit, unnahbar ür einen fremden Mann, dagegen feig und überwunden von .edem Endchen Stoff. Sie war die Tochter eines kleinen Beamten und ruimrte jetzt ihren Gatten, einen Professor der fünften Klasse am Lyc-'e Bonaparte, der sein Gehalt von sechstausend Franks durch Privatstunden verdoppeln mußte, um den fortwährend anwachsenden Ausgaben seines Haushalts genügen zu können. Sie öffnete ihre Ledertasche nicht, sondern hielt sie fest aus den Knien. Sie sprach von ihrer vierzehnjährigen Tochter Valentine, einer ihrer kost- spieligsten Koketterien; sie kleidete dieselbe, wie sich selbst nach allen Einzelnheiten der neuesten Mode, deren Zauber sie nicht widerstehen konnte. — Für junge Mädchen putzt man heuer die Kleider mit einigen Spitzen, wie Sie wissen, sprach sie. Als ich nun eine ganz hübsche Valencienne sah... Sie entschloß sich endlich, die Tasche zu öffnen. Die größere Anzahl Arbeitsloser noch unbeschäftigte Maschinen vorhanden sind. Sollte die Ueberzeit von einer Stunde nicht genügen, so kann die Bewilligung für sechs Stunden täglich und auf drei Monate gegeben werden, allein'es muß dann der Arbeitstag in zwei achtstündige Schichten eingetheilt werden. Alle Ueberzeitbewilligungen sind in den Amts- und Tagesblättern und durch Anschlag in allen Arbeitslokalen der Fabrik öffentlich bekannt zu machen und von den Fabrikinspektoren statistisch zu ver- werthen. Zur Sicherung der Sonntagsruhe des Ar beiters soll alle Nachtarbeit vor und nach dem Sonntag verboten werden. Bei ununterbrochenen Betrieben ist dem Arbeiter jeder zweite oder dritte Sonntag freizugeben. Der Arbeitslohn soll wöchentlich baar in gesetzlicher Landesmünze und ohne jeden Rück st and aus- bezahlt werden. Als Regel ist Zeitlohn zu be° t r achten. Branchen und Geschäfte, die Stücklohn bezahlen, haben hierfür besondere Bewilligung der Auf- sichtsbehörden einzuholen. Die Bewilligung wird ertheilt, wenn der Stücklohn nach der Technik der Branche und ihres üblichen Rechnungswesens nöthig erscheint und unter der Bedingung, daß gleichwohl ein Minimalzeit- lohn festgestellt wird, der an den gesetzlichen Zahltagen zur Auszahlung gelangt und zirka LOpCt. des Verdienstes betragen soll. Lohnabzüge für Beschädigungen sind grundsätzlich zu untersagen. Eventuell sind solche Abzüge sofort bei der zuständigen Behörde zu hinterlegen, und der Fabrikant hat bei Nichtanerkennung seinen Anspruch an den Richter zu leiten. Lohnabzüge für Versicherungszwecke sind nur zulässig, wenn der Arbeiter seine Zustimmung giebt. Der Vollzug des F a b r i k g e s e tz e 8 soll den gevatterschaftlich gefälligen, kantonalen Behörden entzogen und dem Bunde übertragen werden; die Kantone haben die hierzu nöthigen Organe zur Verfügung zu stellen. Die Bußen für Uebertretung des Fabrik- g e s e tz e s sollen in Maximum und Minimum erhöht werden. Die Fabrikordnungen sollen von den Fabrikinspektoren entworfen und von Arbeitern und Fabri- kanten geprüft werden. Das Vermögen von Fabrik-, Kranken-, Hilfs-, Versicherungs-, Sparkassen ic. soll an einem dritten Orte sicher angelegt und die Werthtitel sollen waisenamtlich verwaltet werden. Zu diesen Thesen beschloß der allgemeine Arbeiter« kongreß die Resolution:„Der schweizerische Arbeitertag befürwortet eine baldige Revision der Bundesverfassung zum Zwecke der Reform der Fabrikgesetzgebung und der staatlich anerkannten Berufsgenoffenschaften." Diese Reso- lution bezieht sich gleicher Weise auf die Thesen von Greulich, Cornaz, Dr. Decurtius und Scherrer. Betreffs der Feier am 1. Mai gelangte die von uns bereits mitgetheilte Resolution zur Annahme, die in würdiger Form die Stellung der schweizerischen Arbefter- schast zu dieser Frage klärt. Da auf dem Arbeitertage nicht allein gewerkschaftliche Organisationen, sondern Vereine und Verbände verschie- bener Art vertreten worden, konnte ein anderer Beschluß betreffs des 1. Mai nicht gefaßt werden. In Betreff der internationalen Arbeiterschutz- Gesetz- gebung wurde folgende, ebenso wie die erste bereits er- wähnte, Resolution gefaßt:„Der allgemeine Arbeitertag konstatirt, daß es bisher immer republikanische Uebung gewesen, zu Verhandlungen, welche die Interessen der Arbeiter berühren, auch deren Vertrauensmänner mit bei- zuziehen. Der allgemeine schweizerische Arbeitertag spricht deshalb den Wunsch aus, es möchte der Bundesrath in Zukunft namentlich zu allfällig weitern internationalen Fachmänner- Konferenzen betreffend die Frage der inter- nationalen Fabrik-Gesetzgebung, wie dies seitens Englands und Frankreichs bereits geschehen, auch spezielle Ver- trauensmänne'r der Arbeiter entsenden." Die Protokolle des Gewerkschaftskongresses sowohl wie die des Arbeitertages werden in Broschürenform zur Damen reckten die Hälse, um besser zu sehen, da vernahm man inmitten des allgemeinen Stillschweigens die Glocke draußen bimmeln. — Das ist mein Mann, sagte Mme. Marty sehr ver- wirrt. Er soll mich hier abholen, wenn er aus dem Lyc�e Bonaparte kommt. Sie hatte ihre Tasche rasch wieder verschloffen und mit einer instinktiven Geberde unter den Fauteil geschoben. Die Damen lachten. Sie errüthete über ihre Hast, nahm die Tasche wieder auf ihre Kniee und sagte, daß die Männer nichts verstehen und auch nicht alles wissen müssen. — Herr von Boves, Herr von Vallagnosc, meldete der Diener. Allgemeine Ueberraschung. Mme. de Boves rechnete nicht darauf, mit ihren» Gatten hier zusammenzutreffen. Herr v. Boves, ein hübscher Mann mit Schnurr- und Änebelbart und korrekter, militärischer Haltung, in den Tuilexien sehr be- liebt, küßte Atme. Desforges die Hand, die er noch in ihrer Mädchenzeit, im Hause ihres Vaters, gekannt hatte. Dann trat er bei Seite, damit sein Begleiter, ein großer, bleicher Junge von vornehmer Haltung, die Herrin des Hauses be- grüßen könne. Doch kaum war die Konversation in Fluß gerathen, als zwei Ausrufe der Ueberraschung ertönten: — Wie, Du bist's, Paul! — Schau Octave! Mouret und Ballagnose drückten einander die Hände. Nun war wieder Mme. Desforges sehr überrascht. Wie, die Herren kennen einander? Aber gewiß, sagten sie; sie waren mit einander im Collöge zu Plassans aufgewachsen mid es war nur ein Zufall, wenn sie einander vei Mme. Desforges noch nicht begegnet waren. Mittlerweile waren sie Arm in Arm in den kleinen Salon hinübergegangen, just in dem Augenblicke, als der Diener den Thee in einem feinen chinesischen Service auf silberner Platte brachte. Die Damen rückten enger zusammen und die Unterhaltung ward nun lebendiger; man sprach herüber und hinüber; Herr v. Boves neigte sich von Zeit zu Zeit vor, um ein galantes Wort dreinzuwerfen. Veröffentlichung und Massenverbreitung gelangen, was zu einer sehr fruchtbaren Agitation dienen kann. Jedenfalls wird dadurch in den Arbeitermaffen und in den Kreisen der übrigen Bevölkerung das Verständniß für die die nächste Zukunft vollauf beherrschenden sozialpolitischen Aufgaben gefördert und damit diese selbst ihrer baldigen Lösung entgegengeführt werden. Die Arbeitertage in Ölten sind prächtig verlaufen und sie werden jedem Theil- nehmer in unauslöschlicher Erinnerung bleiben; jedoch die schönste Weihe würden diese denkwürdigen Tage erfahren, wenn sie zum Ausgangspunkte einer Blütheperiode der schweizerischen Arbeiterbewegung und zum Anlasse würden, daß die Gesetzgebung kräftig die Arbeiterinteressen fördere und der so schwer"leidenden Arbeiterschaft dieses Landes endlich auch etwas bessere Zeiten bringen würde. NorveMondenzen. Uew-Nork, 4. April. Seitens des Massachusetts-Bureaus für Arbeitsstatistik ist der erste Theil des Jahresberichts von 1889 erschienen. Derselbe enthält interessante Untersnchungs- resultate über das Verhältniß zwischen Lohn und Produktions- kosten. Wie aus der Einleitung des Bureauchefs, H. G. Wadlin, zu entnehmen ist, hatte die betreffende Untersuchung den Zweck, eine angemessene Regulirung des Schutzzolls, sowie eine korrekte Schlichtung der Streitigkeiten zwischen Arbeit und Kapital zu veranlassen. Zu diesen Zwecken wird die Arbeit freilich eine vergebliche gewesen sein, dagegen hat sie nach anderer Seite einen un- zweifelhaft großen Nutzen; das gegebene Material kann wie kaum etwas anderes dazu dienen, dem Volke über den„Segen" der kapitalistischen Produktion die Augen zu öffnen— natürlich, vorläufig nur so weit es überhaupt für eine bezügliche Aufklärung disponirt ist, was sich von der großen Masse noch durchaus nicht sagen läßt.— In den Berechnungen Wadlin's wurde, wie in der Einleitung gesagt ist, der Selbstkostenpreis für den Fabrikanten, mit Ausschluß des Profits, zur Grundlage genommen. Es haben 1G15 Fabrikanten des Staates die gestellte Frage beantwortet, welche lautete:„In welchem Verhältniß stehen die Arbeitskosten zu den Kosten des Produkts, wie dasselbe fertig in den Händen des Fabrikanten liegt?"— Die auskunfter- theilenden Firmen repräsentiren 22,76 Prozent des Betrages der im Jahre 1885 laut damaligem Staatszensus ausgezahlten Löhne. Die erlangten Informationen sind vom Bureau je nach der Größe des daraus resultirenden Antheils der Arbeitskosten in vier Gruppen von Industrien llassifizirt worden, nämlich: Jndunriebranchen, in welchen der Lohn mehr als 50 vCt. der „Produktionskosten" beträgt, z. B.: Stand- und Taschenuhren 77,06, Glas und Glaswaaren 61,76, Salz 62,03, Kinderspielzeug 51,74. 2. Gruppe, in der weniger als 20 vCt. der Produktionskosten aus den Arbeitslohn entfallen, z. B.: Chemikalien 9,27, destillirte und gegohrene Getränke 18,46, gemischte Textil- branchen 15,77, Papier und Papierwaaren 18,34, Oele und sonstige Beleuchtungsflüssigkeilen 5,92:c. 3. Gruppe, umfassend solche Industriezweige, in denen der Antheil des Lohnes an den Produktionskosten mehr als 33V: und weniger als 60 pCt. beträgt, z. B.: Werkzeuge von Handwerkern 43,87, Baugewerke 33,76, Möbelfabrikation 87,03, Maschinen 46,68, Buchdruck, Publikation und Buchbinderei 88,95, Taback und Zigarren 34,66. 4. Gruppe, in welcher der Lohn mehr als 20, aber weniger als SSV: pCt. der Produktionskosten ausmacht, B.: Schuhe 24,87, Teppiche 21,18, Kleider 22,97, Baumwoll- waaren 30,33, Baumwolle, Wolle und andere Textilprodukte 32,64, Seide und Seidenwaaren 80,45, Wollenwaaren 21,95, Strick- waaren 21,04 ic. In Gruppe 1 repräsentirt also der Lohn das Maximum des Antheils an den Produktionskosten; in Gruppe 2 dagegen das Minimum. Aus den angeführten Beispielen ist ersichtlich, daß die Gruppe 4 diejenige ist, welche die Hauptzweige der Großproduktion einschließt. Man kann annehmen, daß auf diesem Gebiete der industriell höchst entwickelte Staat Massachusetts ein Spiegelbild des einschlägigen Sachverhalts in allen gleich- oder annähernd hochentwickelten Jnduftrieitaaten des Landes giebt. Also zwischen 20 und SSV: pCt.— zwischen ein Fünftel und ein Drittel— Antheil des Lohnes am Total der Produktionskosten— das ist, was sich für die wichtigsten Thäligkeitszweige der Industrie aus dem amtlichen Untersuchungsbericht ergiedt. Und dabei ist hier, wie gesagt, in dem Begriff der Produktionskosten noch nicht einmal der Profit des sogen. Arbeitgebers eingeschlossen, ganz abgesehen vom Profit des Groß- und Zwischenhandels, der im Preis der Maare ebenfalls mitenthalten ist.— Das Verhältniß der vier Lohngruppen bei der Gesammtproduktton des Landes ist: Gruppe 1: 2�7 pCt.; Gruppe 2: 23,42 pCt.; Gruppe 3: 24,28 pCt.; Gruppe 4: 46,40 pEt. Die beiden Gruppen, deren Löhne unter — Ah, dieser alte Paul! dieser alte Paul! rief Mouret im kleinen Salon ein um das andere Mal. Er hatte sich neben Vallagnosc aus ein Kanapee gesetzt. Sie waren allem, im Hintergrunde des kleinen Salons. eines sehr kokett eingerichteten Boudoirs mit Seidenmöbeln. fern von allen indiskreten Ohren, und auch sie selbst sahen die Damen nur durch die offene Thür; sie konnten einander recht vertraulich in die Augen blicken, lachten und scherzten gemüthlich und versetzten einander in ihrer heiteren Laune von Zeit zu Zeit kräftige Schläge aut die Knie. Ihre ganze Jugend erwachte wieder, das alte Kollegium von Plassans mit seinen beiden Höfe», seinen feuchten Lehrsälen und dem Speisesaal, wo man so viel Kabeljau gegessen, und dem Schlafsaal, wo die Kissen von Bett zu Bett ge- flogen waren, sobald der Aufseher schnarchte. Paul, von einer alten parlamentarischen Familie herstammend, die dem kleinen Adel angehört, ruinirt war, und sich jetzt in den Schmoll- Winkel zurückzog,— Paul, sagen wir, war stark iin Stu- dium, stets einer der ersten Schüler und wurde vom Professor, der ihm eine große Zukunft prophezeite, stets als Beispiel angeführt, während Octave, einer der letzten der Klasse, außerhalb des Kollegiums allen geräuschvollen Vergnügungen nachging. Trotz der Verschiedenheit ihrer Naturen hatte sich eine sehr intime Kameradschaft zwischen Beiden herausgebildet, welche bis zu ihrem Baccalaureat dauerte, das der Eine ruhmvoll, der Andere schlecht und recht, erst nach zwei miß- lungenen Prüfungen erlangte. Dann trat die Existenzfrage an sie heran und fanden sie sich nach einem Zeitraum von zehn Jahren sehr verändert und schier gealtert wieder. — Was wirst Du? fragte Mouret. — Ach, ich werde nichts. Trotz der Freude des Wiedersehens hatte Valagnosc seine matte gleichgiltige Miene behalten. Sein Freund, ein wenig erstaunt über diese Antwort, fragte«och einmal: — Aber Du thust doch irgend etwas, was thust Du? — Nichts, erwiderte der Andere trocken. Octave lachte; nichts sei nicht genug, meinte er. Er er- fuhr nun Satz für Satz die Geschichte Pauls; es war die einem Drittel der Produktionskosten betragen, repräsentiren• nach 69,82 pCt. ,1 Unter solchen Umständen ist also die„Vesärchl die Unternehmer würden, wenn die„Begehrlichkeit. Arbeiter weiter um sich griffe, das Produziren(vuIao' beuten) an den Nagel hängen, nicht so sehr err« nehmen, sie werden es wohl noch ein Weilchen aush« vielleicht sogar zum„allgemeinen Wohl" weiter zu M wünschen, roepn alle Industriezweige unter Gruppe 1 zu rarj sind!— Seitens der nichtarbeitenden Gesellschaft scheint t# Meinung zu sein, daß sich die Arbeiter seit dem 1886er RMN noch nicht soweit erholt haben, um energisch für ihre Nech» zutreten. Man sieht dies an der Mißachtung, welche eity Forderungen bezüglich Aufhebung von Mißständen:c. gc# an den Tag gelegt wird. Charakteristisch hierfür ist au» qendes: Während der„Arbeiter-Maffenbewegung" war im®» Stew-Nork ein Gesetz geschaffen worden, wonach der 9% lohn für im Dienste des Staates stehende Arbeiter 2»tt täglich betragen solle; seit einiger Zeit schwebt nun>» Legislatur eine Bill für Aushebung dieses Gesetzes. Ein aus Verwerfung derselben wurde abgelehnt, doch getraut t# auch noch nicht recht, sie anzunehmen und hat sie vorlag einem Komilee untergebracht; es soll wohl erst weiter W werden, welche Folgen die Beseitigung jenes Gesetzes K nächsten Wahlen) haben könnte, um sich darnach zu richten.> darauf zu rechnen wäre, daß derartige Maßnahmen einen. tatorischen" Nutzen bei den Arbeitern haben, so könnte n# wünschen, daß sie recht oft und umfangreich angewendet damit sich aus dem Druck der„Gegendruck" entwickle! VoltktMs Mebevstchl Gegen da» Reich»tag«-Mahlrrcht wird wieder in der„Kreuzztg." an leitender Stelle gewettert, sitzt die Redaktion die lobenswerthe Schamhaftigkem Artikel nicht als eigenes Machwerk, sondern als„Em«» zu bezeichnen. Der schriststellernde Junker sagt: „.. Das gleiche Stimmrecht ist vorzüglich dazu g« der Unvernunft den Sieg zu verschaffen über die w«* denn vermöge deffelben hat der Industrielle, der die W wortung für so viel Geld und Gut trägt, genau so fluß auf die Gestaltung der Gesetzgebung, wie der Ha«� von dem man sonst nichts verlangt, als daß er A» ballen aus dem Magazin aus den Wagen un« Wagen ins Magazin schaffe; der Großgrundbesitzer, d» Sorge um Tausende von Menschen und Hektaren oblrtw nau so viel wie der Stallknecht, der den ganzen Tag% dem Vieh verkehrt; der Universitätsproseffor, der geivo» sich mit den höchsten Aufgaben zu beschäftigen, die der ss sich stellt, wie der Spießbürger, dessen einzige Sorge der: oes Bieres ist. Das allgemeine Wahlrecht ist die n# Folge der allgemeinen Wehrpflicht; das gleiche Wahlr«� damit nichts zu thun. So wenig jeder Wehrpsticvtig« nehmen kann an der Arbeit des Generalstabes, so wen>i> jeder Wahlberechtigte den gleichen Einfluß ausüben Arbeiten des Parlaments."• Vom Standpunkt der heuttgen Gesellschastsordw gar nicht so unlogisch! Wenn der, welcher alle Werth« von dem„verantwortungsvollen" Industriellen und grundbesitzer der Mühe, diese Werthe zu konsumiren, recht beträchtlichen Theil überKoben wird, warum sd der hochedle Herr in seiner Güte nicht auch bei der zettelabgabe denHausknecht-Proletarier vertreten? Das s liehe Anerbieten kommt nur etwas zu spät. Der" Arbeiter wird sich die Waffe des gleichen und Wahlrechts, deren Bedeutung für seine Bestrebuin kennt, nicht mehr aus den Händen oder gar reißen I| Hismarck soll Einwohner Hamburg« werbet wird in„maßgebenden Kreisen" nicht nur gewünscht.� auch eifrig betrwben. ES wurde bekannt, daß für Bi&ml Augustenburg bei Nienstedten angekauft werden sollte, un«! reiste in den Köpfen einiger der enragirtesten BismaÄU der Plan, ihm ein Palais in Hamburg zu schenken, auf 9 größte Mann des Jahrhunderts m den Mauern der von? begünstigten Hansestadt weile. In ihre eigene Tasche« die freigebigen Herren natürlich nicht zu grecsen, sondern stg allen Ernstes beabsichtigen, das Geld für das Bismarck-P� bekannter Weise zusammenzUschnorren. Glückauf dazul Herr Mörmaun und..krine" Schwarze«. � Blätter berichten, werden die Neger aus Kamerun, einen billigen Lohn als Heizer aus den Wörmann'schen angeworben werden, immer rücksichtsloser u«', darmherziger behandelt. Früher dur ten die Neged das Schiff im Hamburger Hafen angekommen war, den verlassen und in die Stadt gehen. Dies ist ihnen jetzt" Nhederei verboten worden, überhaupt dürfen j Dampfer gar nicht verlassen! Jetzt" 1 Geschichte aller vermögenslosen jungen Leute, welche irj daß sie es ihrer Geburt schuldig seien, in den soge� liberalen Laufbahnen zu bleiben und sich in eiuer� Mittelmäßigkeit begraben, vollkommen glücklich, loch? mit ihren Diplomen nicht Hungers sterben. Er h� absolvirt, weil es so Familienttadition war; danu L eine Zeit lang aus dem Halse seiner verwittweten � die ohnehin nicht wußte, wie sie ihre beiden Töchter V ä solle. Endlich schämte er sich dieses Zustande» er den Frauen die Trümmer ihres Vermögens überNss>, welchen sie nur knapp existiren konnten, nahm er Stelle im Ministerium des Innern an, wo er nun saß, wie ein Maulwurf in seinem Loch. — Und wie viel verdienst Du? fragte Mouret- — 3000 Franks.{i — Das ist ja ein wahrer Bettel! O, Du nss' gz Alter, Du dauerst mich!... Wie, ein so talentvoller� der uns alle überflügelte! ljnd sie wollen Dir%{ zahlen, als dreitausend Franks, nachdem man j Jahre mit allen möglichen Kenntnissen vollgestopft I das ist aber ungerecht! Er schwieg eine Weile � dann fort: — Ich habe diesen Herren Valet gesagt...* doch, was ich geworden bni. J — Ja, sagte Vallagnosc, man hat mir erzählt � Dich dem Handel zugewendet. Du hast das gegp waarenhaus auf dem Platze Gaillon, nicht wahr*.' — So ist es, Handelsmann bin ich geworo Alter. Z? Mouret hatte den Hopf erhoben und schlug ssW dem Freunde auf die Knie. Mit der Heiterkeit � der sich des Metters nicht schämt, das ihn bereich�" holte er: — Ja, Handelsmann bis hinauf! Du erinneri M ich fand nicht viel Gefallen an all' den Büchern« ich mich im Innern nicht für dümmer hielt als allftw Als ich mein Studium beendet, um meiner w> Wunsch zu erfüllen, hätte ich ein Advokat odet die Neger durch Hufen-Polizeibeanite von dein von Afrika anae- lommenen Schiffe abgeholt und nach dem nach dort zur Abfahrt bereit liegenden Dampfer gebracht. So wurden am Sonnabend acht Neger von dem angekommenen Dainpfer„Gertrud Wörmann" abgeholt und auf das Schiff„Lulu Bohlen" gebracht. Mit niederge- schlagenen Blicken ergaben sich die schwarzen Seeleute in ihr Loos." Wir begreifen sehr wohl, daß Arbeiter, die eine solche Behand- lung geduldig ertragen, Herrn Wörmann lieber sind, als„reni- tente" Deutsche. Es ist übrigens sehr bezeichnend, daß sich bisher noch kein Hamburger Staatsanwalt mit den Maximen des Herrn Wörmann in der Behandlung der Neger näher befaßt hat. Sind die angegebenen Thatsachen wahr, so liegt in ihr nicht nur Frei- heitsberaubung, sondern sie streift hart an Sklaverei. Kanonrn-Köuig Krupp hat die Erlaubniß erhalten, gleich andern Königen einen eigenen Salonwagen in den Wagenpark der Eisenbahnen einzustellen. Schreckliche Folgen des Kanzlerrüätritts. Dem„Chemnitzer Tageblatt" wird aus Zwickau gemeldet: Seit der Kanzlerkrisis ist in allen Zweigen der Industrie Hierselbst ein erheblicher Rück- schlag wahrnehmbar geworden. Viele Aufträge sind zunächst zurückgezogen worden. In einigen Fabriken wird nur noch 7 Stunden täglich gearbeitet. Verschiedene große Bauten werden beanstandet.— Auch die Kohlenrndustrie leidet darunter. In der letzten Woche des vorigen Monats wurden 38 HO t weniger als zur gleichen Zeit des Vorjahres gefördert.— Otto» komm' wieder Z I» Sezug auf die Ausschließung der Sozial- drmokvnte» aus den sächsischen Militärvereinen bemerkt der in Leipzig erscheinende„Wähler":„Wie verträgt sich die Thatsache, daß man Sozialdemokraten nicht in Militärvereinen dulden will, mit der Thatsache, daß man Sozialdemokraten zwingt, als Soldaten in der Armee zu dienen? Sind Sozialdemokraten in Militärvereinen gefährlich, dann sind sie es hundertmal mehr in der Armee— eine so handgreifliche Wahrheit, daß jedes Kind sie einsieht..... Entweder sind die Sozialdemokraten so gefähr- liche Feinde der Ordnung, daß man sie in keiner dieser Ordnung dienenden Organisation dulden kann und dann muß man sie un- bedingt auch aus der Armee ausschließen oder die Sozial- demokraten sind keine so gefährlichen Menschen, dann, muß man sie in den Militärvereinen ebenso gut dulden, wie in der Armee. Ein Drittes giebt es nicht. Wie immer man aber entscheidet» man habe wenigstens dm Much der Konsequenz." International« Friedensliga. Die Londoner».Jnter- nationale Friedensliga" hat kurzlich wieder einmal ein Lebens- zeichen von sich gegeben. Sie hat in einer Adresse an die Ber- liner Arbeiterschutz-Konferenz die Bitte ausgesprochen, dieselbe möge die Abrüstungssrage in den Kreis ihrer Berathungen i" Di« fortschrittliche und demokratische Presse drückt den» am Bedauern darüber aus, daß dies nicht geschehen ist. Wir dieses Bedauern nicht, sagt das„Hamburger Echo" mit»vltem Rechte, und wir haben uns nie für die illusionären Besti/vungen der Elchu Burritt, Pratt, Bühler und wie die bürgerlichen Friedensapostel sonst heißen mögen, erwärmen können. Tie Me- thode, die Völkerkriege durch äußerliche, mechanische Mittel, wie „Friedensvereinigungen", verhindern zu wollen, ist die Methode des Arztes» der«in von v«rdorbsnen Säften herrührendes Geschwür durch Operation zu beseitigen sucht: So lange die Säfte des Körpers verdorben sind, werden sie immer neue Geschwüre erzeugm. Ein rationeller Arzt wird vielmehr dahin wirken, daß die Säfte gesunden, womit die Ursachen des Geschwürs hinweg- geräumt sind. Alle Kriege entspringen in letzter Instanz aus ma- teriellen Ursachen. Selbst in den Religionskriegen waren mate- rielle Interessen, bewußt oder unbewußt, die eigentlichen Beweg gründe, die Religion gab nur den äußerlichen Anlaß oder dm Deckmantel ab.'Auch im amerikanischen SklavMkrieg war nicht sowohl Humanität das Leitmotiv, als vielmehr das Bestreben der Nordstaaten, das Uebergewicht der Südstaaten zu brechen, wie Bebel einmal im Reichstag sehr richtig bemerkt hat. Nicht moralische Ideale, sondern materielle Interessen sind die Feder im Triebwerk der Weltgeschichte. Auf einen Kampf nm Mein und Dein laufen schließlich alle Kriege hinaus, mögen sie Eroberungskriege, Riva- litätskriege, Revanchekriege, Kolonialkriege, Religionskriege, Zoll- kriege oder wie immer heißen. Der äußere Krieg hängt enge zu- Sammen mit dem inneren Krieg, dem wirthschaftlichcn Kampfe lller gegen Alle, dem Kampfe zwischen Kapital und Arbeit oder dem Kampfe der Konkurrenz. Der Völkerkrieg ist eine Folge des ökonomischen Kampfs, eine akute Form,!zu welcher sich der chronische Krieg im Wirthschaftsleben von Zeit zu Zeit zuspitzt. Und so furchtbar auch ein Völkerkrieg ist, so zahlreich die Opser sind, die er fordert, namentlich bei der heutigen Entwickelung der Kriegstechnik— die Opser, welche deni innern Krieg anheimfallen, sind noch viel zahlreicher, und das Elend, welches Völkerkriege verursachen, ist verhältnißmäßig gering gegen das Massenelend des inneren wirthschastlichen Kampfs, der unaushörlich wüthet und tobt und tagtäglich seine Massenopfer fordert. In diesem innern Krieg hat das Proletariat die Hauptzeche zu bezahlen und gelänge es lemals, den Völkerkrieg und den bewaffneten Frieden auf dem Wege der„Friedensvereiniaungen" aus der Welt ziz schaffen, während der ivirthschaftliche Kampf ruhig weiter gefü wird, so würde dieser Erfolg dem profitgierigen Kapital geivtfhn hohem Grade zu Statten kommen; das Proletariat hältF wenig davon; nach wie vor würde es die Melkkuh des�ffapita! iverden können, wie meine Kameraden; allein ich fürchtete diese Metiers; man sieht dabei gar so viele Leute hungern .... und da wandte ich mich den Geschäften zu,— ohne jede Reue, ich kaum Dich dessen versichern. Valagnosc lächelte verlegen und murmelte dann: — Freilich, um Leinwand zu verkaufen, nützt Dir Dein Diplom nicht gar viel. — Meiner Treu, erwiderte Mouret lustig, Alles was ich von ihm verlange, ist, daß es mir nicht im Wege stehe. Du weißt, daß nian sich, wenn man es einmal besitzt, dessen nicht so leicht entledigen kann. Man kommt nur langsam vorwärts im Leben, während Andere mit ihren nackten Beinen laufen wie sie selbst wollen. Dann, als er merkte, daß diese Wendung des Gespräches seinem Freunde peinlich sei, erfaßte er ihn bei den Händen und fuhr fort: ,— Ich will Dich nicht kränken, aber gesteh' mir, daß all' Deme Diplome Dir nicht geholfen haben, auch nur ein einziges Deiner Bedürfnisse zu befriedigen. Wirst Du glauben,_ daß der Chef der Seidenabtheilung in Uleinem Hause dieses Jahr 12 000 Franks verdienen wird! Ja, ganz gewiß, ein Junge von recht klarem Verstand, der Alles in Allem die Orthographie versteht und die 4 Spezies.. Die gewöhnlichen Verkäufer m meinem Hause verdienen 3—4000 Franks mehr als Du, und ihre Ausbildung hat nicht so viel gekostet, als die Deinige, sie sind nicht mit dem formellen Versprechen, die Welt zu erobern, hinausgesendet worden.... Geld verdienen ist nicht alles, das ist wahr; allein, wenn ich zu wählen habe zwischen den armen Teufeln, die mit Wissen vollgestopft sind und die liberalen Laufbahnen Übervölkern, ohne ich satt zu essen, und zwischen den praktischen Jungen, die für das Leben gewappnet sind, ihr Handwerk vwsteheii: da zögere ich nicht lange, da bin ich entschieden für die Letzteren, weil sie ihre Zeit besser verstehen! (Fortsetzung folgt.) sein. Der äußere Krieg ist eine natürliche Konsequenz des innern Kriegs, und jene Weissagung, wonach die Völker„ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln schmieden werden, kein Voik wider das andere ein Schwert aufheben wird und fortan die Nationen nicht mehr kriegen lernen", wird erst dann eintreffen, die Militäretats werden erst dann verschwinden und die Kaserne» zu gemeinnützigen Anstalten umgewandelt werden, wenn einmal der wirthschaftliche Kampf Aller gegen Alle auf- gehört haben wird zufolge einer Neuorganisation der Gesellschaft im Sinne des Sozialismus. Die einzige Garantie des Völker- friedcns ist der wirthschaftliche Friede, d. h. der Sozialismus. Und die wahre internationale Friedensliga ist diejenige, welche den wirthschastlichen Krieg beenden m;d den sozialen Frieden be- gründen will: Die Sozialdemokratie. Von Napoleon III. rührt bekanntlich das berüchtigte Wort her: l empire c'est la paix (das Kaiserreich ist der Friede). Wir aber sagen mit weit besserem Recht: Der Sozialismus ist der Friede. Die Dresdener Arbeiter machten vorigen Sonntag ihre alljährliche Baumblüthepartie. Trotz der ungünstigen Witterung hatten steh doch mindestens 4000 Personen in und vor dem„Flora- garten" eingefunden, abgesehen von der Menge Nachzügler, die sich noch einstellten, als das Gros bereits abmarschirt war. Vom „Floragarten" aus bewegte sich der Zug unter den Klängen bc- kannter Arbeiterlieder nach Löbtau, Gorbitz, Obcrpesterwitz, Zau- keroda u. f. w. nach dem Gasthofe„Rothe Schänke" in Döhlen. Im Uebrigen zeigten auch dieses Jahr die Arveiter wieder, daß es zur Ausrechterhaltung der Ordnung keiner Polizei bedarf. Aus dem Plauensche« Grunde. Was im Kreise der Bergleute des Plauenschen Grundes geahnt wurde, ist eingetroffen. Weil eine größere Zahl von Bergleuten des Plauenschen Grundes — man spricht von nahe 600— sich dem„Verband sächsischer Berg- undHüttenarbeiter" angeschlossen, geht man seitens der Gruben- bcsttzer undDirektorenmitMaßregelungen vor. Ovenansteht indieser Richtung das freiherrlich v. Bnrgk'sche Werk. In den letzten Tagen hat man den Lehrhäuer M. Patzer, welcher Mitglied des Verbandes und zugleich Kassirer einer Zahlstelle ist, die Arbeit gekündigt. Der Hauptgrund seiner Entlassung ist, daß derselbe an der Generalversammlung des Verbandes, in welcher er als Obmann unbedingt anwesend sein mußte, theilgenomnwn hat. Man muthmaßt noch mehr derartige Ärbeilerfreundlichkeiten. Soweit wir die nöthigen Erkundigungen einziehen konnten, ist der Gemaßregelte als ein ganz besonders tüchtiger und fleißiger Arbeiter bekannt. Auch in anderen Beziehungen ist demselben in keiner Weise etwas nachzusagen; er ist im Kreise seiner Käme- raden sehx-kteliebt.— Die Organisation der Bergleute des Plauen- ündes ist gewissen Leuten so recht in die Glieder ge- man glaubt nun, auf obige Art dieselbe wieder vernichten können. Es wird aber nicht gelingen! Au» Mkfffalcn, 14. April. Der Elberfelder„Fr. Presse" entnehmen wir folgendes: Am Sonnabend erschien der Redakteur Auguit Bölger von der verbotenen„Wests. Arb.-Ztg." vor der Stra lammer in Dortmund, um sich wegen Beleidigung eines Polizisten zu verantworten. In dem genannten Blatte erschien vor längerer Zeit ein Artikel, der ein Vorkommniß in Marten bei Dortmund betraf, ivodurch sich ein Polizeibeamter beleidigt fühlte. Der verantwortliche Redakteur Grimpe war vor einiger Zeit dieserhalb zu hundert Mark Geldstraf« verurtheilt worden, und am Sonnabend wurde Bölger, der Einsender des Artikels gewesen ist, mit einer Zusatzstrafe von einem Monat belegt. Bölger wurde zu der Verhandlung aus dem Gefängniß zu Herford, wo er eine Gefänanißstrafe von neun Monate» verbüßt, gefesselt nach Dortmund bis in das Gerichtsgebäude geführt. Bölger hat die Strafe von neun Monaten wegen Preßvergehen zu verbüßen. Einige Beleidigungen von Beamten, sowie Verletzung des§ 131, Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen, waren die Verbrechen, die er begangen hat. Ueber die Behandlung, die er im Gefängniß zu erdulden hat, führte Bölger lebhaft Klage und sein Aussehen bestätigte nur zu sehr seine Angaben. Bölger ist glatt rasirt und glatt geschoven und trägtMZ�angnixkleidung. An- dere Gefangene in demselben Gefängniß, die wegen Körper- Verletzung ihre Strafe absitzen, tragen dagegen Bart und eigene Kleidung. Die Kost sei ungenügend, wenn auch schmackhafter als im Gefängniß zu Dortmund, wo er als Untersnchungsgefangener längere Zeit zubrachte. Bölger wird in Herford in strenger Einzel- Haft gehalten und mitSJafflaMtfen beschäftigt, Zeitungslektüre. um die er gebeten, ist ihm abgeschlagen worden, auch soll er an- gehalten werden, an den religiöse«. Azzhqchtsübpqigen Theil zu nehmen, die seiner Ueberzeugung schnurstracks zmvider laufen. Einen Brief, den er an seine Frau vor einiger Zeit schrieb, war von der Gefängnißverwaltung zum großen Theil vollständig un- lchaftch gemacht. Wir erinnern uns, daß in demselben Gefängniß zu Herford vor einiger Zeit der v. Born gesessen hat, der wegen Unterschlagung resp. Betrugs zu längerer Gefängnißstrafe ver- urtheilt war. v. Born hat, wie uns versichert worden, seine eigene WäschzFnd Kleidung tragen dürfen, eigene Beköstigung gehabt tungen lesen dürfen. Aus Sachse«, den 15. April, wird unS geschrieben: Oer Versuch der Leipziger Staatsanwaltschaft, aus dem Wahlruf:„Nieder mit den Kartellparteien!" ein Auf- einanderhetzen oder Gegeneinanderaufreizen verschiedener Be- völkernngsklassen im Sinne des§ 130 des Reichsstrafaesetz- buchs zu konstruiren, hat die Billigung des Leipziger Land- -erichts nicht gefunden, und der Redakteur des„Wähler', ieinisch, wurde gestern in Kenntniß gesetzt, daß die Anlage gegen ihn fallen gelassen ist. Meines Wissens ist dies seit Eintreten der neuesten reaktionären Hochfluth die erste derartige Niederlage der Leipziger Staatsanwaltschaft. Fol- gerungen will ich hieran nicht knüpfen. Die krampfhaften Anstrengungen der sächsischen Regierungsorgane, das Sozialistengesetz zu verschärfen, mindestens zu erkalten, schließen die Annahme vollständig aus, als beginne m den leitenden Kreisen ein etwas liberalerer Wind zu wehen. Da die Staatsanwaltschaft die sog.„Conncwitzer Exesse" auf das„Nieder mit'dem Kartell!" zurückzuführen gesucht hat, so sei erwähnt, daß jene„Exesse" zu neun Zehnteln er- logen sind, und daß das letzte Zehntel in einer Studenten- durchprügelung besteht,wie solche seit Hunderten vonJahren in den Dörfern um Leipzig zu Tausenden, und meistens weit schlimmer vorgekommen sind. Zwischen Arbeitern und der Sorte von Studenten(Korpsburschen), die sich zu dein Schlepperdienst hergeben, existirt ein alter Groll, eine Art „Crbfeindschaft", und deshalb allein schon war es— von der Unanständigkeit der ganzen Prozedur abgesehen— ein grober Fehler, daß bei der Wahl überhaupt Studenten ver- wandt wurden. Es lag darin etwas Provokatorisches, wie der Gemeindevorstand von Connewitz, der beiläufig kein Sozialdemokrat ist, auch uns deutlich hervorgehoben hat. Wenn die wohlfrisirten Studenten trotz aller„Schneidigkeit" bei den unvermeidlichen Reibungen den Kürzeren gezogen haben, so ist das eben der gewöhnliche Ausgang derartiger „Holzereien". Hätten die Kartellbrüder gesiegt, so würde Niemand daran gedacht haben, aus einem so alltäglichen Bot kommniß einen Akt des„brutalsten Terrorismus", des Landesfnedensbruchs und der Himmel weiß was sonst noch machen zu wollen. Der Grimm über die zerschmetternde Niederlage hat aber den Kartellbrüdern jede Fähigkeit ge- nommen, den Gegner mit demselben Maaße zu messen, mit welchem sie selbst gemcffcn fem wollen. So fällt mir gerade eine Nummer der„Leipziger Zeitung�, vom 22. Februar, also noch im frischen Schmerz der erlittenen Niederlage ge- schrieben, in die Hände. ES heißt da wörtlich, „In den einverleibten Ostvorortcn Leipzigs(ich spreche speziell von Volkmarsdorf) war eine nicht unerhebliche Wahl« beeinflussung seitens der Sozialdemokraten zu konstatiren, so daß von einem aus freier Bethäligung der politischen Ge- sinnung hervorgegangenen Wahlresullate absolut nicht die Rede sein kann. Von Beginn der Wahlhandlung an bis nach Schluß derselben stand eine große Menge von offenkundigen Sozial- demokraten vor dem Schulgebäude, in welchem sich die Wahllokale befanden. Jeder Wähler mußte erst vor diesen Leuten Revue passircn. Im Laufe der Ltachmittagstunden verstärkte sich die Zahl der hier Ausharrenden noch. In der Nähe von Straßenkreuzungen standen größere oder kleinere Trupps von Sozialdemokraten, sogar vor einzelnen Häusern sogenannte Posten. Das Restaurant„Deutsche Reichshallen" war geradezu belagert, weil hier der Sitz des Komitee's der Ordnungs- Parteien vermuthet wurde. Diese Maßnahmen hatten, wie bald klar wurde, den Zweck, u. a. das von allen Parteien bisher ge- übte Auffordern von„Säumigen" zur Ausübung des Wahl- rechts der Ordnungspartei zu verleiden, ja unmöglich zu machen. Personen, die man für Patrioten hielt, wurden so- fort von zwei bis drei Sozialdemokraten verfolgt— selbst wenn sie gar nichts mit der Agitation zu thun hatten! Diese au forin glichen Begleiter lösten sich immer von den oben ermähnten Trupps ab und gesellten sich später wieder dazu. Einer besonders scharfen, von Schmäh- und Drohreden mitunter begleitenden Beaufsichtigung, hatten sich die aus den „Deutschen Reichshallcn" kommenden Personen, die man sammt und sonders für„Schlepper" hielt, zu erfreuen— einer Beaus- sichttgung, die bis zu einem unglaublichen Grade von Frechheit gedieh. Bi? in ihr eigenes Haus, ja bis in ihre eigene Wohnung wurden ehrbare Männer verfolgt. Selbst nach außerhalb des Ortes. Alles zu dem Zwecke, ob und wer zur Ausübung des Wahlrechts aufgefordert worden war, zu erfahren. Damit das Beobachtungswerk ja nicht gestört wurde, gelangte Kaffee und Grog unter die angesammelte Menge zum Ausschank und zwar mitten auf der Straße. Bei einer solchen terroristischen Hand- lungsweise hat es eben mancher ruhige, friedliebende Bürger vorgezogen, gar nicht zur Wahl zu gehen. Angesichts solcher Vorkommnisse hält man es für undenkbar, daß eine Milderung des Sozialistengesetzes angezeigt erachtet wird, im Verein mit den bereits bekannt gewordenen rohen Ausschreitunge« der sozialdemokratischen urtheilslosen Menge kann es sich doch wohl nur um eine Verschärf u nad es Gesetzes handeln. Das ist die Ueberzeugung jedes Mannes, der das Gebahren der Sozialdemokraten am Wahltage unbeschadet ihres Wahlsieges beobachtet und an sich erfahren hat." Dies der Erguß des reaktionären Angstphilisters. Wer auT den Schimpsphrasen die Thatsachen herausschält, findet, daß das Hasenherz blas das Opfer seiner patriotischen Furcht geworden ist, und daß die Sozialdemokraten einfach dasselbe aethan haben, was die reichstreuen„Schlepper" laut schrist- licher Instruktion zu thun beauftragt waren, und was sie 1887— und damals ward allerdings Terrorismus geübt, aber nicht von sondern gegen die Sozialdemokraten— mit Erfolg aethan hatten. Diesmal war's allerdings ein kläg- licher Mißerfolg, weil den Herren mit der gleichen Münze gedient wurde. Das Geschrei über den Terrorismus, dem die Ordnungs- Philister seitens der Sozialdemokraten ausgesetzt gewesen sein sollen, erinnert lebhaft an jenes Muttersöhnchen, oas heulend zu der Mania gelaufen kam:„Der Gassenjunge hat mich fürchterlich geschlagen!"„Ja, wie kam er dazu?"„Ich hatte ihm einen kleinen Klaps ge« geben, und das wollte sich der böse Junge nicht gefallen lassen."— Die Arbeiter von Leipzig und Umgegend haben sich die „Schlepperei" und den sonstigen„terroristischen" Unfug'der von Sparig organisirten und kommandirten reichstreuen Agitation nicht gefallen lassen. Voilä tout. Wahrhastig, dieses Gezeter hintennach ist noch blamabler, als der Unfug selbst es war. Und das allertraurigste ist, daß Staatsanwälte, und noch höhere Regierungsbeantte an das Märchen vom sozial» demokratischen„Wahlterrorismus" glauben, und dem Glauben gemäß handeln. Wenn die Herren Staatsanwälte nach wirklichem„Wahlterrorismus" suchen, dann mögen sie doch daS offizielle Organ der sächsischen Konservativen, das „Vaterland" am Kragen packen, welches den reichstreuen Wählern den Rath ertheilt hat, die sozialistische« Agitator«» au» allen Veten hinauszupriigrl»!" Das ist doch sicher« lich Wahlterrorismus. Aber— konservativer. Und Ken* servative können gegen Sozialdemokraten nicht Unrecht thun — nach der herrschenden Weltanschauung in unserem„ge- müthlichen" Sachsen. Die interparlamentarische Konferenz, welch» Zauso» »»rg«schlag«» hat, erstrebt, wie wir unS auS den uns zu« gehenden Schrifstücken überzeugt haben, eine Verständigung über alle Fragen von internationalem Interesse, jz. B. ganz besonders auch über die Frage des Arbeiterschutzes. Nach Janson sollte von den Mitgliedern der verschiedenen Parla- mente ein permanentes internationales Bureau zur Verstän- digung über gesetzgeberische Maßregeln u. s. w. gegründet werden. Es ist dies ein Vorschlag, der allerdings sehr viel für sich zu haben scheint, und mit dem die deutsche Presse sich näher zu beschäftigen haben wird. Spauie«. Madrid, 15. April. General Daban ist heute nach Alicante abgereist, um daselbst die ihm auferlegte zweimonatliche Festunns- strafe zu verbüßen. Mehr als 800 Offiziere, darunter Martinez Campos und andere Generale, verabschiedeten sich ans dem Bah», Hofe von demselben. Kalkanliittder. Serbien. Aus Odessa wird der„Daily News" telegra- phlrt, die Königin Natalie habe an ihre dort lebende Tante ge- schrieben, daß die Regenten ihr endlich hauptsächlich infolge der Unterstützung durch den Zaren gestattet hätten, selbst die Cr- Ziehung ihres Sohnes zu leiten; sie habe den Regenten wieder- holt darüber Vorstellungen gemacht, daß sie den Leuten erlaubten, in Gegenwart des Königs zu rauchen und zu trinken.— «Der König und die Königin Des langen Haders müde, Erweichten ihren harten Sinn Und machten wieder Friede". . Der König Milan und die Königin Natalie wollen sich wieder versöhnen und dann zusammenwohnen.— Die Kundgebungen auf den I. Mai sind verboten. Soztals Aeberpirtzk. Makregelung. Der Mechaniker Max Schönemann, der bisher bei der Firma C. Lewert, Louisennfer 11, beschäftigt war, wurde gestern wenen seiner Betheiligung an der gewerkschaft- lichen Agitation plötzlich entlassen. Bis auf 3 Kollegen erklärten sich die übrigen(23) mit dem Gemaßrcgelten solidarisch und legten einmüthig die Arbeit nieder. Zuzug ist strengstens fern zu halten. Theater. Donnerstag!, den l7.April. Wpernhaus. Der Troubadour. Kchanspielstaus. Der Sturm. Kesstng- Tüeater. Rabagas. Berliner Nsteater. Wallenstein's Tod. Zjentschea' Theater. Ehrenschulden. Der Tartüff. Friedrich-WilhelmstäM. Theater. Der arme Jonathan. WaUner-Theater. Die Bajadere. Im Spätsommer. NiUtoria-Theater. Stanley in Afrika Bstend-Theater. Die Geheimnisse von New-Uork oder: Madeline's Dämon. Nesidenz-Theater. Marquise. «Ueallii KeÜealliauee» Theater. Der Nau- tilus. Ventral- Theater. Ein fideles ßans. Adolf Ernst- Theater. Der Gold- S fuchs. roU's Theater. Emani. heater der Reichshallen. Speziali- tätenvorstellung. Gedr. Richter'» Karlitö. Speziali- täten-Vorftellung. Kaufmann s Uaristö. Spezialitäten- Vorstellung. American-Theater WV Areodenerstrasie 55._ Täglich Vorstellung Englischer Garten Direktion: C. Andreas, Alexanderstraße 27o. Auftreten deS Gesangshumoristen Herrn Jung. Auftreten der deutsch- schwedischen Chansonnette Fräulein Tonny Peters. Austreten der vorzüglich. Liedersängerin Frl. Margarethe Steinow. Neu 1 1 Austreten des Jnstrumental- und Gesangs-Terzetts(3 Damen) Geschwister Sawona. Auftreten der beliebten Duettisten Ge- schwister König. Anfang Wochentags 8 Uhr. Entree 30, 60 u. 75 Pf., mi Vorverkauf 20 u. 30 Pf. Sonntags Anfang halb 6 Uhr. Sonntags Entree 50, reservirt 76 Pf., Orchester 1 Mark. Vorverkauf Entree 40 Pf. I 81, Unter den Linden 81. 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Ich hatte es für meine Ehrenpflicht angesehen, der Stadt Berlin, welche sich mir und meinen Unternehmungen seit ca. 50 Jahren hindurch so anhänglich und wohlgeneigt 'Zzeigt hat, eine» neuen, mit allem omsort ausgestatteten, der Metropole würdigen Eircus zu schaffen und glaube auch hierin den Wünschen eines hoch- geehrten Publikums nach Kräften entgegengekommen zu sein. _. wage schließlich die ergebenste Bitte auszusprechen, mich während meiner Abwesenheit in freundlichem Andenken zu behalten und mir bei meiner Wiederkehr dieselbe wohlwollende Theilnahme zu widmen. Berlin, den 17. April 1890. In vorzüglicher Hochachtung Ernst Renz, Direktor. Circus Wulff. Mp Friedrich Carl- Ufer. Ecke Karlstraße. Donnerstag, d. 17. April, Ab. TVs Uhr; Besond. hervorzuh.: Vorführung des hier so beliebten Springpferdes„Mi- cado" durch Dir. Ed. Wulff. Husaren- Manöver, ger. v. 8 Damen u. 8 Herren. Auftr. des vorzügl. Jongleurs zu Pferde Mr. Palmer. Das Wunderpferd„Em- peror", vorgef. von» Dir. Ed. Wulff. Saltomartalreiterin Frl. Louise Renz. „Roland", Trakehner Rappbengst, in der hohen Schule ger. v. Frau Anna Wulff. Gastspiel der fliegenden Männer Mr. Nestor u. Aerien.„Herold", Trakehner Fuchshengst, in der hohen Schule ger. vom Dir. Ed. Wulff. 4 Percheron- Schimmelhengste und die Original- Wagenpromenade, vorgef. v. Frau Ai Wulff, ac. jc. »na Freitag, den 18. April: Gr. außerordentliche Vorstellung. Hochachtungsvoll Ed. Wulff, Direktor. Allen Freunden und Genossen zur gefälligen Nachricht, daß ich mein Möbel-Geschäft am 1. April von der Elisabethkirchstraße nach der_ SMirSiwinemanderstr.TO'AKI ei Beverlegt habe und ersuche ich, bei darf mich gütigst zu beehren, ich werde mit reellen Waaren und soliden Preisen meinen geehrten Kunden entgegen- kommen. 1016 Fiphiolo Swtnrmundrrstr. . imeie, Nr.70. K-fpart. Geschäfts-Ertfffnung. Allen Genossen und Freunden, sowie : geehrten Nachbarschaft zeige hiermit ergebenst an, daß ich am 1. d. M. Markusstrasse 10 ein Uhren geschäft eröffnet habe. 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Zurückgekehrt vom Grabe unseres lieben Sohnes und Bru- ders, Gatten' und Schivagers, des Tisch- lers Wilhelm Schöneberg, sagen »vir Allen, die ihm die letzte Ehre er- »Viesen, unseren tiefgefühlten Dank, insbesondere danken»vir den Kollegen der Nestor'schen Spiegelrahmenfabrik. 998] Di» Famili» Schöneberg. Polstermöbel, einfach und elegant, hält vorräthig und liefert nach Bestellung solid und billig Cs Wildbergei*! Tapezirer und Decorateur, 60, Kommandanten- Straß» 60. Aufpolstern von Sophas und Ma- kratzen»vird prompt»»nd billigst besorgt. Die in der ganzen Welt rühinlichst bekannte„Helm-Putz-Pomade" ist nur unser Erzeugniß. Tosen mit anderen Helmen und anderer Firma weffe man als werthlose Nachahmung zurück. Ein» parthi» 1716| fehlerhafte Teppiche!> i in Stoffgrösse ä 5, 6, 8 n. 10 H. in Salongrösse ä 12, 15, 20-50 M. Werth das Ssuplte I fjardinen M 4 10, 12, 15-40 Mark. 500 Huster stets vorräthig. Gardinen- u. Teppichfabrist Emil Leiävre, Berlin S., Granienst». 158. Jllustr. 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Pünktliches und zahlreiches Erscheinen ist unbedingt nothwendig. m7-> " Einberufer. � ritt 1010 Oer Ol der Do Große öffentliche Versammlung aller in der Mustkinstrnmenten-Kratch deschästigten Ardeiter, als da sind: Möbelpolirer, Tischler, Schlosser, Abstimmt Stimmenfeiler, Balgenmacher und dergleichen Tabaks am Freitag, dm 18. April, Abends 8JKHr, im BOhm. Brauhed'J cine n» verival von Di grundfl Vi ., nn Landsberger Allee Nr. 11—13. Tagesordnung: 1. Der Streik der Möbelpolirer in der Musik- mentenfabrik-Aktiengesellschaft vormals Pietschmann und Söhne, sowie bei u. Komp. und der Kampf gegen das Großkapital. Referent Mar Bag> 2. Diskussion. 8. VerschtedeneS.— Die Herren Direktoren und Aktionär« siwendet Ol der Eb der M Bi hierzu eingeladm. Oer Einberufer. Vopelii Fa ch verein (für den Bezirk R bezügli der Tischt« Rixdorf und Umgegend). Grosse Versammlang am Sonnabend, den 19. Zlpril 1890, Abends 8v« W in Barta's Salon, Bergstr. 120(oberer kl. Saal). Tages-Ordnung: j Fritz Krüger über:„Altes und Nw«*� daß Mi wünsch fale»» s le:" ediglic von de A' redmr- die mii 1. Vortrag des Herrn Fritz Krüger über:„Altes und Neud' der Naturgeschichte." 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Aufnahme neuer Mitglieder. denes. 1013 Gäste willkommen. Der BewollmAchtigte Dasda Johan westfäl Eisend A Abg S Haus wünsä arbeit« Aussch Oefsentliche Versammlung sämmtliche» Arbeiter__- schlup ' legunc R widert Weiß- MVckW-Bitr-Lsklll zu verkaufen. Genossen, die dar- Resterhandlnng. Bill. Reste z. klein, u coß.Hosen, z. klein, u. gr.Anz. Sammet, Jeibe, Plüsch u. alle Besahstoffe. Trikots z. Taillen, a. Wunsch zugeschnitten. Fert. Knaben-Änzüge. Karl», jetzt Walde- »iiarstraße 66. 715 auf reflekttren, erhalten den Vorzug. W. Haugky 632. Weinstraße 22. i SoxkavezugeNefte, 3l/2— iö Meter, unterm Kostenpreis. Fabriklager Zimmerstrasse SS, H. prt. d. Firma Rietschel& Henneber am Freitag, den 18. April, Abends pünktlich 7 Uhr, Person In Krieger s Salon, Wasserthor-Strasse Hr. 6» tntMj Tages-Ordnung:, Saar I. Wie verhalten»vir uns zum 1. Mai? Referent P. Litfin. sei nie 1. Wie verhalten»vir uns zum 1. Mo» f Neserent P. Litfin.%' se» mc kussion.— Sämmtliche Arbeiter obiger Firma werden dringend einaeladds ge>vor! 1003 Der Einberufer. N Der Einberul �% Mitglieder-Versammlung her Freie« Bereinigung her Kanjleßi willig! E A bindu» führu» übernc m am Freitag, den 18. April, Abends 8'/% Uhr, Deigmüller's Salon, Alte Jakobstraße Nr. � Tages-Ordnung: 1. Die Stellenvermittlung unter besonderer Bezugnahme auf das Gm " A# a unter besonderer Bezugnahme auf das Q Annonzenunwesen und die Kündigungsfristen im Handelsgl Referent Herr Gustav Miecker. 2. Diskussion und Fragebeantivortung. 8. Aufnahme neuer Mitglieder und Verschiedenes. Gäste sind willkommen. Um zahlreiches und pünktliihes Erscheine» Der Vorstand. NB.: Beitrittserklärungen, sowie Wohnungsveränderungen wolle umgehend an den Schriftführer Herrn August Penn, Kl. Augus t 3 Tr., mittheilen. bernc R Borrel ledigli daß d wohl menen 997 Große öffentliche Versammlung der Filzschutzarveiter Kerlius und im Sonnabend, den 19. April, Abends 8Ve Uhr, bei Behlitz, Berg» Strasse Nr. 12. Tages-Ordnung:..)l 1. Bericht der Kommission über die Behandlungen über den Rein u. Landsberger. 2. Bericht der Kommission über die Ausarv�z Silberstein->.... w.iu,. wv..»»-.»»-s,»-» uw»., p der Lohnstatistik. 8. Verschiedenes.— Zur Deckung der Unkosten fn»�> Tellersqmmlung statt. Der Einberufer: P. Opitz, Gitschinerstr. 85. cfchi schädi nung, 'abt Möbel auf Theilzahlung Lothringttßr. 75. ntsci eihe sreihe 9 Dekanntmachung! Die Herren- und Knaben- G arderob� sowie das Stosslager aus der Louis Zadeck'fchen Concoursmass� feU täglich von 9—1 Nhv Rormittags, 8—7 Rhr ziachmiti�� Im bi«h»rlg»n Goschäftsioital 7. Spandauer Brücke 7. zu festen Taxpreisen ausverkauft werdet Oer Verwalter« WckWsndinliW«ch itkt Rißtliiz.. ii ii � ne getege ergan reiche Eisen entsre 9 Eisen Rent« Herre in esch S R Ä der haus- Herre in d lieger Räur solle. Verantwortlicher Redakteur:«urt Kaak« in Berlin. Druck und Verlag von Ma» Kading in Berlin 8W„ Beuthsttaße 2. Sirrin»in» K« Isirf" Ä zum Berliner Dr. 89. Donnerstag, de» 17. April 1890. 7. Jahrg. tili Dstrlsmenksbsrirkzks. Bh» Abgeordnetenhaus 41. Sitzung vom 16. April. Präsideut v. Kölker eröffnete die Sitzung um 11V« Uhr. Das Haus ist mäßig, die Tribünen stärker besetzt. Am Ministertische: Finanzminister Dr. von Scholz, iLandwirthschastsminister Dr. Frhr. Lucius v. Vallhausen, mz Mustizminister Dr. von Schelling und Konlniissarien: später der Ministerpräsident, Reichsianzler von Caprivi, der Minister des Innern Herrfurth, der Minister der öffentlichen Arbeiten D. Magbach und der Handelsminister Frhr. v. Berlepsch. Das Haus tritt in die Spezi alberathung zur �?d ritten Lesung des Etats ein. Ohne jede Debatte werden die Etats des Kriegsministeriunrs, der Domänen, Forsten, Rente des Kronsideikommißfonds, Zentral- ..�Verwaltung der Domänen und Forsten, Erlös aus Ablösungen Whwon Domänengefällen aus dem Verkaufe von Domänen und Forst- Grundstücken, direkte Steuern unverändert bewilligt. Beim Etat der indirekten Stenern bringt der Abg. HodiKer imdi(Zentr.) einige Beschwerden aus dem Tabakbau betreibenden Theile des Eichsfeldes über die Form der Erhebung der Tabaksteuer zur Sprache. Erhofft, daß die bezüglichen Petitionen ,Hll»leine wohlwollende Berücksichtigung finden. lfll Ohne weitere Diskussion wird dieser Etat genehmigt; ebenso der Etat der Lotterieverwaltung, des Seehandels-Jnstituts und der Münzverwaltung. Bein» Etat der Berg-, Hütten- und Salinen-Verwaltung wendet sich der Abg. Dasbach(Zentr.) gegen einige vom Abg. , Lopelins bei der zweiten Etatsberathung geinachte Aeußerungen — �bezüglich der Bergarbeiter-Ausstände. Der Redner beklagt es, I_.�oß man den Arbciterausschüssen im Saargebiet nicht niit dem I p wünschenswerthen Vertrauen entgegenkomme. Der Streik in West- falen sei nicht infolge hetzerischer Preßartikel entstanden, sondern lediglich aus Erund thatsächlich vorhandener Mißstände, welche von der Presse wahrheitsgemäß geschildert worden seien. Abg. Uaprliu»(sreikons.) weist die Vorwürfe des Vor- fft tcliTuw entschieden zurück. Derselbe habe Thatsachen behauptet, , II' die mit der Wahrheit in Widerspruch stehen. Tü_ Ad» Ohcui(natl.) hebt hervor, daß die Blätter des i Us Dasbach(„PaulinuZ-Blatt",„Triersche Landeszeiwng", ,n Johanner Volkszeitung") seit Jahren nicht nur in IV' westfälischen Kohlenrevieren„gehetzt", sondern auch die©las« . 1 Eisenbahnarbeiter zum Streik aufgefordert. !U«i? Abg. Dr. Mindthorst(Zentt.) ist der Ansicht, daß«« Vttl' Abg Dasbach lediglich nach Maßgabe seiner Informationen das j Haus hier zu unterrichten die Absicht gehabt habe. Redner u j wünscht dringende Auskunft darüber, ob Verlegungen von Berg- arfaettem zur Verkümmerung ihres Wahlrechtes zu den Arbeiter- Ausschuß-Wahlen stattgefunden haben. Regierungskommissar Geh. Ober-Bcrgrath Freund erwidert, daß die Bildung der Arbeiterausschüsse im direkten An- S«*-»'P/vif«»»'!»"f.-------------- Abg. »St. den und der g Bf Ü# st«* ell- ,--- f-——-....JJ wv v v v v»« v v rvvw| 1 1 v 4111 VlllrVllpll-HW' schluß an den kaiserlichen Erlaß vorgenommen wurden. Die Ver- legungcn haben vor diesem Zeitpunkt stattgefunden. Abg. Dasbach(Zentt.) bemerkt, daß die Angriffe auf seine j Person die Wahrheit der von ihm angeführten Thatsachen nicht entkräften könnten. Die Hauptfrage sei, ob die Bergleute an der 1 Saar angemessen gelöhnt und behandelt worden seien. Das 5 sei nicht der Fall gewesen und daher die Ursache zum Streik geworden. Nach kurzen Bemerkungen der Abgg. Dr. Windhorst und Olzem wird die Debatte geschlossen und auch dieser Etat de- willigt. ES folgt der Etat der Eisenbahnverivaltnng. Abg. Rintrlrn(Zentt.) bemängelt einzelne Eiscnbahnver- bindungen im Rheinland und kommt auf seine früheren Aus- Führungen über die Pensionsverhältnisse der in den Staatsdienst 1 übernommenen ehemaligen Privatbahnbeamten zurück. Regierungskommissar Ministerialdirektor Drrfrld betont dem ?' Li Vorredner gegenüber, daß die Uebernahme zener Privatbeamten X. 4 lediglich nach deren freier Wahl erfolgt sei. Ans dem Umstände, i daß dies in der weitaus größten Mehrzahl geschehen, müsse doch I(jW wohl geschlossen werden, daß die in den Staatsdienst übernom laetip menen Privatbahnbeamten nicht zu kurz gekommen seien. Abg. Kroemrt(deutschfreis.) hält eine gründliche Unter- suchung der vom Abgeordneten Rintelen angeregten Frage für , dringend nothwendig. Da hierzu die Beibringung eingehenden Materials nöthig sei, so könne das Haus heute auf diese Erörte- I. 1 rung verzichten. .ge f m Abg. Dless(Zentr.) bringt die Aufstellung der niederen ■rttck1 Beamten zur Sprache. Viele wurden nur vorläufig angestellt und ■'| haben keinen Anspruch auf Ruhegehalt. Es wäre zu wünschen, daß dieser Zustand nicht lange ausgedehnt werde. Regierungskommissar Krefeld erklärt sich mit dem letztausge- ' sprochenen Grundsatz einverstanden, betont jedoch, daß hier die Schwierigkeit«i der Regelung des Verhältnisses der etats- und der nichtetatsmähigen Beamten liege. ' Abg. Kergrr-Witten(„wild") bemängelt eine alte bahn- polizeiliche Verordnung, welche den Eisen bahn-Adjazenten eine , Beschränkung der Baufreiheit auferlegt. Dafür müsse eine Ent- rttssl! schädigung eintreten. itXK Regierungskommissar Krefrld erwidert, daß jene Verord- ichet? nung, die übrigens nicht n,ehr in ihrem alten Umfange geHand- " S? iP.eT.Öe' lediglich feuerpolizeilicher Natur sei. Die Frage der S. J �"sschödigung der Adjazenten für die Beschränkung der Bau- :% sreiheit sei äußerst streitig. HU# j Aus eine weitere bezügliche Bemerkung des Abg. Berger ent- Segnet der Eisenbahnminisler v. Maybach, daß ein diese An- -Hs gelegenheit bettessender Erlaß nur an eine Eisenbahndirektion ergangen sei. Abg. Dr. Kachem-Krefeld(Zentt.) bemängelt die unzu- reichende Sonntagsruhe von« Bahnbeamten im rechtsrheinischen Eisenbahndirektions-Bezirke. Die Leute würden dadurch der Kirche entfremdet und der Sozialdemokratte zugeführt. Darauf wird die Diskusston geschlossen und der Etat der Eisenbahnverivaltung bewilligt. Ohne Debatte werden demnächst die Etats: Zuschuß zur Rente des Kronsideikommißfonds, Staatsschulden-Verwaltung und e| Herrenhaus bewilligt. Beim Etat des Hauses der Abgeordneten fragt der Abg. Dr. ' Mindthorst(Zentt.), wie es mit der Frage des Neubaues eines Geschäftshauses für das Abgeordnetenhaus stehe? Minister des Innern Herrfurth erwidert, daß drei neue Projekte ausgearbeitet seien: 1) ein gemeinsames Geschäftshaus 9 für beide Häuser des Landtages in der Leipzigerstraße 4(Reichs- I tag) mit Hinzunahme eines Theils des Herrenhaus-Gebäudes; 1'' 2)«in gesondertes Geschäftshaus für das Abgeordnetenhaus in der Zimmerstraße mit Zunahme eines Theils des Herren- haus-Gartens; 8) zwei neue Geschäftshäuser je für das Herrenhaus und das Abgeordnetenhaus, von denen ersteres m der Leipzigfrstraße, letzteres in der Zimmersttaße zu liegen komme, verbunden durch einen Mittelbau, welcher Räume für die Minister und die Kommissarien enthalten solle. Diese Projekte würden zunächst vom©esammtvorstande des sr errenhauses erörtert und demnächst dem Gesammtvorstand des bgeordnetenhauses zugehen. Der Etat wird hierauf genehmigt. Beim Etat der Allgemeinen Finanzverwaltung wünscht der Abg. Dr. Sattler(natl.), daß die nicht mehr ausgegebenen Staatsobligationen vernichtet werden. Finanz, ninister Dr. von Schot? erwidert, daß diese Frage bereits in der Erwägung sich befinde. Nach einer weiteren bezüglichen Bemerkung des Abg. rancke-Tondern(natl.) wird die Debatte geschlossen und der itat bewilligt. Beim Etat des Bureaus des Staatsministeriums bringt der Abg. Graf Hehr(freik.) gewisse Härten zur Sprache, von denen junge Leute infolge ihres Militärdienstes in ihrer Staats- lausbahn betroffen werden. Er bitte die Regierung, die Frage in wohlwollende Erwägung zu ziehen. Abg. Dickert(dfr.) wünscht, in Anlehnung an seine gestrigen Ausführungen, Klarheit über die künftige Stellung des Staats- ministerinms zur offiziösen Presse. Er verlangt namentlich Auskunft darüber, ob noch jetzt einzelne Korrespondenten aus den Ministerien Nachrichten zur beliebigen Verwendung in der Presse erhalten? Minister des Innern Herrfnrth erwidert, daß die Angriffe des Vorredners sich gegen eine angebliche Preßorganisation richten, für welche eine ministerielle Verantwortung nicht besteht. Man bezeichne auf jener Seite grundsätzlich jeden Artikel als„offiziös", der den Oppositionsparteien, und namentlich dem„Freisinn", unangenehme Wahrheiten sagt. Die Staatsregierung erkenne an, daß nicht mir für amtliche Bekanntmachungen, sondern auch für alle Mittheilnngen positiver Thatsachen der„Staats-Anzeiger" als allein geeignetes Organ in erster Linie da sei. Auch sei die Regierung der Ansicht, daß sie selbst sich nicht derjenigen Waffen bedienen dürfe, mit denen sie angegriffen wird. Allein die Staatsregierung dürfe nicht darauf verzichten, auch ihrer seits ihre Ansichten in der Presse vertreten zu sehen und An- griffe richtig zu stellen. Sie dürfe dazii die Hand nicht bieten, daß die Großmacht der Presse lediglich im Dienste der Opposition stehe. Für sein Ressort erwarte er den Beweis, daß etwas geschehen sei, was nicht innerhalb dieses Rahmens liege. Ueber den Welsenfonds sei durch das Gesetz die Rechnungs- legung ausgeschlossen, daher auch eine parlamentarische Diskusston unmöglich. Aus dieser Ablehnung möge indessen Rickert nicht Schlüsse zu Gunsten seiner Behauptungen ziehen. Eine Aende- rung in jener Fondsverwaltung könne nur durch Gesetz erfolgen, wozu die Regierung zunächst keinen Anlaß habe. Wenn Rickert einen anständigeren Ton in der Presse wünsche, so mögen gerade s e i n e Parteigenossen sich an die Brust schlagen und sagen: „Mea culpa, bessern w i r uns, so wird es besser werden."(Bravo' rechts.) Abg. Dr. Mindthorst(Z.) betont, daß es Dinge gebe, die als notorisch anerkannt iverden, auch ohne Beweis. So habe es bislang mit der offiziösen Presse gelegen, deren Harmonie der An- schaumigen in verschiedenen Landestheilen auf eine Zenttalstelle als Ausgangspunkt hinweisen. Der Minister habe lediglich für sein Ressort gesprochen. Könne er auch für die anderen Ministerien, insbesondere für die Kanzlei des Reichskanzlers, diese Verant- wortung übernehmen? Die Frage müsse, einmal hier zur Sprache gebracht, auch offen ausgetragen werden. Thun wir das nicht, so sind wir faule Miethlinge. Redner wendet sich gegen die agi- tatarische Wahlthätigkeit der Kreisblätter und erklärt die vom Minister angegebenen Gründe für die Ablehnung einer Erörterung des Welfcnfonds für nicht stichhaltig. Um ihn auszuheben, be- dürfe es keines Gesetzes, sondern eines einfachen Willensaktes des Kaisers. Er wolle indessen die Diskussion nicht mit einer Dissonanz schließen, sondern die Hoffnung aussprechen, daß allmälig Besse- rung eintreten werde. Jedenfalls empfehle es sich, den Dingen ein wachsames Auge zuzuwenden. Ministerpräsident von Caprivi: Ich könnte mich bei der letzten Erklärung des Herrn Vorredners gern beruhigen. Er hat indessen seinen Gesichtskreis auch auf das Gesammttessort der Staatsverwaltung erweitert und nöthigt mich dadurch zu einigen Worten. Sie werden es begreiflich finden, daß ich mich auf eine retrospektive Betrachtung der Preßbenutzung nicht einlasse. Man hat gestern gesagt: Wir haben Worte gehört, wir wollen auch Thaten sehen. Nun hat ja der Herr Abg. Mindthorst in sehr wohl- wollender Weise betont, daß in einer so kurzen Zeit von vielen Thaten nicht die Rede sein kann; das aber will ich bemerken, daß, sobald der Personemvechsel stattgefunden hatte, das Staats Ministerium in eine ernste Erwägung über die Fragen eiiigelrM ist, die jetzt hier verhandelt worden sind.(Hört! hört hP�Jch rann dein Herrn Abgeordneten Windthorst versichern, daß, seit dieser Personenwechsel eingetreten ist, aus der Reichskachssei nicht ein einziges Wort in die Presse gekommen ist(BraMl), und ich vermuthe, es wird so bleiben.(Bravo!) Es ikriimi noch ein anderes Ressort zur Sprache gekommen, dasjenige m auswärtigen Angelegenheiten— ein heikler Punkt. Aber der Herr Älbgeord- nete hat selbst ausgesprochen, daß der„Reichs-Anzeiger" nicht der alleinige Ort sein könne, wo die Regierung ihre Ansichten zum Ausdruck bringt. Er wird, glaube ich, für die Behandlung der auswärtigen Angelegenheiten den Wunsch, den auswärtigen Mächten gewisse Auffassungen unserer eigenen Absichten zu unter- breiten, zugeben(Abg. Windthorst: Ja). Wir müssen für die auswärtige Presse, für die Beeinflussung auswärtiger Ansichten uns die Möglichkeit offen halten, die Organe da zu wählen, wo ivir sie am besten zu finden glauben. Ich will mir ein einziges Moment andeuten. Wir müssen für gewisse Ver- Hältnisse in der Lage sein, einen Artikel, der uns selbst im Augen- blicke erwünscht ist, nach acht Tagen desavouiren zu können. Wenn es im„ReichZanzeiger" allein geschehen könnte, so wäre dies einfach ausgeschlossen. Ich glaube aber auch, hinsichtlich der Benutzung der Presse nach der Seite der auswärtigen Beziehungen erklären zu können, daß wir uns einschränken iverden, und daß wir— wie ich auch glaube, daß es in der Vergangenheit geschehen ist— auch in Zukunft in dieser Beziehung über die Regeln des guten Tones nicht hinaus gehen werden. Wenn nun aber Herr Windthorst davon sprach, daß bei der bisherigen Weise der Preß- benutzung auch falsche Schafe in unfern Stall kommen können, so möchte ich mir den Vorschlag erlauben, der Staatsregierung selbst zu uberlassen, daß sie den eigenen Stall von falschen Schafen frei hält.(Beifall.) Abg. Rickert(dfr.) kann sich bei der Erklärung des Ministers Herrfurth nicht beruhigen, der seinerseits immer Beweise verlange, aber positive Beschwerden stets als„Phrasen" zurückweise. Minister Herrfurth erklärt dem Vorredner ausdrücklich, daß weder aus dem hier zur Diskussion stehenden Fonds, noch aus irgend einem Fonds des Ministeriums des Innern baare Preß- Subventionen gezahlt werden. Den Abgeordneten Windthorst er- innert der Minister daran, daß laut des Gesetzes vom 15. Februar 1869 eine Aushebung des Welfenfonds nur durch Gesetz erfolgen kann. Abg. Dr. Huchem(Zentrum) erinnert daran, daß dem Abg. Dr. Mndthorst wegen einer Anfrage über den Stader Elbzoll im Reichstage Tags darauf in der„No des Landesverraths gemacht worden ungesühnt geblieben. Hoffentlich würden solche offiziösen Preß- 'ünden künftig nicht mehr vorkommen. Dem Abg. Dr. Mindthorst, der nochmals behauptet, daß die Aufhebung des Welfenfonds in der alleinigen Macht des Kaisers stehe, liest der Minister Herrfurth den§ 1 des erwähnten Gesetzes vor. Abg. v. Eynern(natl.) rechtfertigt einen Zwischenruf gegen- über den Abg. Dr. Bachem, worauf ein Anttag auf Schluß der Diskussion angenommen wird. Nach einer Reihe persönlicher Bemerkungen wird der Etat des Bureaus des Staatsministeriums bewilligt. Schluß nach 4 Uhr. Vmmmnliilc!''. Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverord- neten-Dersammlung am Donnerstag, den 17. April d. I., Nach- mittags 5 Uhr. Drei Naturalisationsgesuche.— Vorschläge des Ausschusses für die Wahlen von unbesoldeten Gemeindcbeamten. Vorlage, betr. die Legung von Pferdeeisenbahngeleisen durch die Rathenower- und Birkenstraße zum Anschluß an bereits be- stehende Geleise in der Thurm-, Birken- und Perlcberger Sttaße — desgl., bett. die Theilung des Bezirks des 36. Gemeinde- Waisenraths— desgl., betr. die Bildung einer fünften Gruvpe der Schüler römisch-katholischer Konfession zur Ertheilnng des Religions-Unterrichts— desgl., betr. den Verkauf des Bau-Buremt- gebäudes auf dem Grundstücke der Gemeindeschule in der Gräfe- sttaße zum Abbruch— desgl., betr. die Erweiterung des ß L des Ortsstatuts über die Fürsorge für die Wittwen und Waisen der besoldeten Gemeindebeamten und Lehrer— desgl., betr. die Etats für die Reuter-Stiftung, für den Gesinde-Belohnungs- und Unter- sttitzungsfonds, für die Sparkasse, sowie für die Sublevationskasse und die Vorspannverwaltung pro 1. April 1890/91— desgl., betr. den Verkauf einer städtischen Grnndstücksparzelle an der Ecke der Liebenwalderstraße und der Straße 49— desgl., betr. die Bewilligung der zur Vorbereitung der Markthallenbauten in den Stadttheilen Moabit, Luisenstadt jenseits des Kanals und Tempel- hofer Vorstadt erforderlichen Geldmittel— desgl., bett. den Ab- schluß eines Vertrages mit der Gemeinde Pankow über Gas- Zuführung aus den städttschen Gasanstalten— desgl., bett. die Erwerbung von Terrain zu der Verbindungsstraße zwischen Gneisenau- und Blücherstraße vorlängs dem Platze E, Abtheilung II des Bebauungsplanes— Vorlagen, betr. den Verkauf der Baulichkeiten auf den Grundstücken Neue Friedrichstraße 29/34 und Alte Jakobstraße 126 zum Abbruch— Vorlage, bett. die Vermehrung der Zahl der Bürgerdeputtrten bei der Parkdeputatton um ein Mitglied— desgl., betr. die Er- richtung eines gewerblichen Schiedsgerichts— desgl., bett. die Sicherung der Einwohnerschaft vor dem Genüsse von Fleisch aus der fiskalischen Abdeckerei— desgl., betr. die Gewährung der Pensious- berechtigung an die technischen Lehrer der städtischen Gymnasien, Realgymnasien, Oberrealschulen und höheren Bürgerschulen, sowie an die technischen Lehrer und Lehrerinnen der städttschen höheren Mädchenschulen— desgl., bett. die Erbauung der neuen Gas- bereittmgsanstalt in Schmargendorf-Wilmersdorf— desgl., betr. die Errichtung des Waldeck-Denkmals im Oranien-Park.— An- trag von Mitgliedern der Versammlung, betr. die Regulirung und definitive Pflasterung der Schönhauser Allee zwischen Saar- brücker- und Franseckistraße— desgl., betr. die erfolgte Bauab- nähme des neuen Badehauses und Werkstattzebäudes auf dem Grundstücke des Friedrich-Wilhelm-Hospitals, Pallffadenstr. 37— desgl., bett. die Ausführung der seitens des königl. Kriegs- ministeriunis längs der verlängerten Zimmerftraße herzustellenden Mauerabschlüsie— desgl., betr. die Skizze zum Neubau einer Turnhalle nebst Nebenbauten bei dein Köllnischen Gymnasium— desgl., betr. die Auswahl von Straßen zur Umpflasterung— 17 Rechnungen— Vorlagen, betr. die Neuwahl von zwei Mit- gliedern der Einschätzungs- Kommission für juristtsche Personen, eines Rathsmaurermeisters und eines Mitgliedes der Ein- schätzungs-Kommission für die klassifizirte Einkommensteuer— eine Unterstützungssache. Nordd. Allg. Ztg." der Vorwurf ?en sei. Dieser Angriff ist leider Die Herren Huchdrucker Dhilipp Schmitt und Dolinski haben es vorgestern Abend in der Versammlung bei Joel, Andreassttaße, zu welcher die Vorstände der Gewerkschaften besonders eingeladen waren, für nöthig befunden, auch das „Berliner Volksblatt" in die Debatte zu ziehen. Wir gestehen zu unserer Freude, daß wir von den beiden Herren so beurtheilt worden sind, wie wir von ehemaligen Angestellten des Leib- offiziösen Schweinburg jetzt und für alle Zeiten beurtheilt zu werden wünschen. Sollte das„Berliner Volksblatt" sich jemals die Anerkennung solcher Herren erwerben, so würde es aufhören müssen, sich ein Arbeiterblatt zu nennen. Wir sind jedoch keineswegs gewillt, zu schweigen, wenn solche Leute— ob alkoholisitt oder nicht— es wagen, einen Keil in die Arbeiterbewegung zu treiben. Leider oder glücklicher Weise haben wir mit den Kreisen, die einstmals so gnädig waren, den Herren Schmitt und Dolinski Aufträge zu ertheilen, nicht die mindeste Fühlung; wir können daher nicht wissen, ob man den Zeitpunkt nicht wieder für gekommen hält, die Berliner Arbeiter durch eine gekaufte Presse, die durch gekaufte Personen geleitet wird, zu entzweien. Wenn das aber der Fall sein sollte, so wollen wir den beiden ehemaligen Mitgliedern deS verflossenen„Volksfreund" schon jetzt verrathen, daß sie uns auf dem Platz finden sollen, und daß man mit ihnen einen Tanz beginnen wird, der ihnen die Lust zu ähn- lichen Experimenten für immer benehmen wird. Die Herren, die sich erkühnen, die Berliner politische Arbeiter- presse als„bis auf die Knochen verfault" zu bezeichnen, müssen glauben, daß wir an Gedächtnißschwäche leiden. Sie befinden sich mit dieser Annahme in einem für sie recht bedauernswerthen Jrrthum,— uns ist die Entstehungsgeschichte des ehemaligen „Volksfreund" und die Rolle, welche gerade diese beiden Herren vor sechs Jahren hier in Berlin spielten, noch so genau gegen- wärtig, daß wir jeden Augenblick in der Lage sind, ihnen einen lieblich duftenden Blumensttauß aus der ehemaligen Zeit unter die Nasen zu halten. Die Haltung des Herrn Schmitt aus der jüngsten Zeit— bei Gelegenheit des Ausstandes in der„Berliner Zeitung"— hat.auch denjenigen jüngeren Genoffen, denen die Vor- gänge von vor sechs Jahren unbekannt sind, die Augen über diesen„Leiter" einer großen gewerkschaftlichen Organisation geöffnet; und was Herrn Dolinski anbetrifft, so glauben wir, daß seine schweizer Erlebnisse ihn eigentlich veranlassen sollten, das für ihn so wohlthätige Dunkel niemals zu verlassen. Wir gestehen jedem ehrlichen Genossen nicht nur das Recht der eingehendsten Kritik an unserem Blatts zu, sondern wir bitten sogar, von diesem Rechte einen ausgedehnten und sachlichen Gebrauch zu machen, damit wir unseren Beruf, unserer Partei zu dienen, inimer mehr und immer besser erfüllen können. Von Leuten, die eine Vergangenheit wie die Herren Schmitt und Dolinski haben, sind wir indessen nicht gewillt, uns in den Schmutz ziehen zu lassen— wir tragen keine Schuld daran, daß ihnen die nahrhaften Posten im„Volksfreund" unterbunden wurden; wir wollen auch solche Leute nicht im Personal unseres Blattes beschäftigen— daher müssen wir es uns auf das Ent- schiedenste verbitten, von ihnen mit ihren groben und versteckten Verleumdungen behelligt zu werden. Die Frage der Konntagsrnhe in den hiesigen Waaren- geschalten scheint nunmehr in Fluß zu kommen. Allererste hiesige Firmen der Manusakturwaarenbranche(Gebr. Simon, Eisner u. Kirchheim, Abclsdorff u. Meyer) haben nach einer Mittheilung des„Konsectionär" gemeinschaftliche Zirkulare erlassen, daß sie fortab die Geschäfte am Sonntage schließen. Ferner schließt von zetzt ab der Modebazar Gerson u. Äo. die Geschaftsräuine am Sonntag. In der hiesigen Konfektionsbranche bereitet sich eine ahnliche Bewegung vor. Gegen de» bekannten sozialdemokratischen Redner, Tapezirer Fritz Krüger, schweben zur Zeit zwei An- klagen wegen Btajestäts- Beleidigung. Beiden liegen Aeußerungen zu Grunde, die der Angeschuldigte in öffent- lichen Versammlungen über die k a i s e r l i ch e n E r l a s s e ge- than haben soll. Außerdem ist gegen denselben noch eine Unter- suchung wegen Vergehens gegen die Religion ein- geleitet. Auch dieses Vergehen soll durch eine Rede in einer Ver- ammlung begangen worden sein. A» der Gdw der Linden- und Ueuendurgerstraße steht ein bescheidener alter Giebelbau, welcher die Inschrift: „V. Kommunalschule" trägt. Er bildet einen schlagenden Gegensatz gegen die modernen Schulpaläste. Ehe die Stadt die Anstalt übernahm, befand sich hier die sprichwörtlich gewordene Pfeiffer'sche Armenschule. Zum neuen Schuljahre ist diese Gemeindeschule nun auch in einen neuen Schulpalast in der Alten Jakobstraße über- gesiedelt. Der greise Rektor Küntzel, welcher bereits sein fünfzig- zähriges Dienstjubiläum hinter sich hat, nahm von dem alten Bau mit Thränen Abschied. Der Tausch seiner bescheidenen Giebelwobnung mit der neuen Dienstwohnung muthete ihn seltsam an. In den neuen Räumen komme er sich nur wie ein Gast vor. Gleich am Montag haben die Fachschulen der Maler und Tapezirer von dem alten Hause Besitz genommen. In der Angelegenheit der Spreebrncke in Köpenick stand dieser Tage Termin für die Interessenten an. Der Bau einer festen Brücke ist auf drei Jahre hinausgeschoben. Borläufig soll die bestehende hölzerne Brücke eine Verbesserung erfahren, indem die überstehenden Balken entfernt werden, an deren einem der Dampfer hängen blieb, auf dem einige Fahrgäste verunglückten. Zu den Kosten von rund 2000 M. sollen die Interessenten gleich- mäßig beitragen. Die j'chou öfters unternommenen und doch nie recht geglüditen Versuche, die Pferdebahnen durch ein Verkehrs- mittel von größerer Vollkommenheit zu ersetzen, werden gegen- wärtig von der Großen Berliner Pferdebahn-Gesellschast selbst wieder aufgenommen. Die Gesellschaft läßt durch die Berliner Elektrizitätsiverk« auf dein Grundfiück in der Mauerstraße So eine Versuchsstation für eine neue Art elektrischer Straßen- bahnen herstellen. In einiger Zeit wird mit den Versuchen be- gönnen werden, die hoffentlich für unser Verkehrsleben Früchte tragen werden. Gelandete Leiche. Drei Lehrlinge aus einer an der Fischerbrücke gelegenen Fabrik hatten vor drei Wochen auf der Spree eine Kahnfahrt unternommen, die sich bis zur Oberbaum- Brücke erstreckte. Dort gerieth das Fahrzeug an einen Pfeiler, und uni dasselbe wieder in Fahrt zu bringen, stemnite der eine der drei Insassen, der 16 Jahre alte Georg Kletzak, sich gegen den Pfeiler; er verlor hierbei das Gleichgewicht und stürzte in das Wasser, ohne auch nur ein einziges Mal wieder aufzutauchen. Die Nachforschungen nach der Leiche blieben zeither erfolglos, erst am Montag früh tauchte dieselbe in entsetzlichem Zustande in der Nähe des Mühlendammes auf, bis wohin sie von der Strömung getrieben worden war; sie wurde gelandet und nach der Morgue gebracht. Der Verunglückte war der Sohn eines in der Oderbergerftraße wohnhaften Arbeiters, der älteste von sieben Geschwistern. „Der Regulator soll reparirt merdeu," mit dieser Meldung und dem Ersuchen, ihm den„Regulator" zu übergeben, überrascyte gestern früh ein gut gekleideter junger Mann die Tochter des in der Nähe des Marheineckeplatzes wohnenden Haus- eigeuthümcrs N. Die Angeredete bedeutete den Herrn, es müsse wohl ein Jrrthum vorliegen, denn der„Regulator" erfteue sich des besten Wohlseins; der junge Mann beharrte aber dabei, daß jener krank und reparaturbedürftig sei. Schließlich— wohl um den geplanten Koup auszuführen— fragte der angebliche Regulatorendoktor, ob der Vater des Fräuleins zu Hause wäre Da ihm daraus der prompte Bescheid zu Theil ward, daß Herr N. sich aus dem Hofe befinde und sofort gerufen werden solle, enipfahl sich der fremde Herr so schleunig, daß er beinahe die Treppe hinabgestürzt wäre. Der Gauner— denn mit einem solchen hat man es hier zu thun— hat blonden Schnurrbarl und trug hellgrauen Ueberzieher und gleichfarbigen Hut; diejenigen, welche er nunmehr mit seinem Besuche beehren wird, mögen also auf ihrer Hut sein! Pi- Uirdorfer Lokalkommisston theilt unS mit, daß das des Herrn Hoffmann, Rixdorf, Bergjtr. 133, allen Arbeitern nunmehr für alle Versammlungen zur Verfügung steht. Nachdem die mit Herrn Hoffmann schwebenden Differenzen geschlichtet sind, wurde in einer am 15. ds. Mts. in Niesegk's Salon zu Rixdorf stattgehabten öffentlichen Volksversammlung obiger Beschluß an- genommen. Zlolizribericht. Am 15. d. M. Abends wurden an der Ecke der Kaiser Wilhelm- und Spandauerstrahe eine Frau und ein Mann von eineni Gefchäftswagen überfahren und erlitt Erstere außer einer Verletzung im Gesicht eine Quetschung der rechten Brust, während Letzterer nur unbedeutend an der rechton Hand verletzt wurde.— Zu derselben Zeit wurde auf dem Flur des Hauses Greifswalderstr. 4 eine Frau, aus einer Kopswunde blutend, besinnungslos aufgefunden und nach der Universitäts Klinik gebracht/— Am 15. d. M. Abends fanden am Grünen Weg L und am 16. d. M. Morgens in der Französischenstr. 50 kleinere BMde statt. Mit der Frage der Berechtigung de» Ausweisung de» Buchbindermeister« Joseph Koustautiu Janiszewski aus Berlin war heute der erste Senat des Oberverwaltung s- g e r i ch t s in mehrstündiger Verhandlung befaßt. Nach seiner Entlassung aus dem Strasgefängniß zu Plötzensee am 7. Oktober vorigen Jahres erhielt Jamszewski vom Polizeipräsidenten Frhrn. ». Richthofen die Ausweisungsverfügung, welche sich auf das Gesetz vom 81. Dezember 1842 stützte. Darnach kann ent- lassen»« Sträflinge» die Niederlassung an einem Ort verweigert werden, wenn sie zu Zuchthaus oder wegen eines Verbrechens zu Strafen verurtheilt waren und sich als für die öffentliche Sicherheit und Moral gefährliche Individuen charakterisiren. Der Ausgewiesene ist seit dem Jahre 1882 vom Landgericht zu Posen wegen wiederholten Vergehens gegen die öffentliche Ordnung, gegen das Vereinsgesetz, wegen Majestätsbeleidigung, Bedrohung mit einem Verbrechen, wegen Geheimbündelei und wegen Vergehens gegen das Sozialistengesetz zu Gefängnißstrafen von 2 Jahren 8 Monaten, 3 Monaten, 2 Jahren 1 Woche und 18 Monaten bestraft. Die letztere hat er am 7. Oktober verbüßt. Die gegen die Äusweisungsversügung erhobene Beschwerde wurde vom Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg, Dr. v. A ch e n b a ch als unbegründet zurückgewiesen und hat alsdann der Betroffene die Klage im V e r w a ltungs- st reitverfahren angestrengt. Diese vertrat im gestrigen Termine der Rechtsanwalt Dr. F l a t a u. Zunächst machte er geltend, daß das angezogene Gesetz vom Jahre 1842, da es eine Strafe, als welche sich die Ausweisung charak- terisire, verhänge, durch das Reichs- Strafgesetzbuch aufgehoben sei, da nach demselben andere, als die darin angeführten Strafen, nicht ausgesprochen werden dürfen. Diese Auffassung habe indeß in der Judikatur dieses höchsten Gerichtshofes Billigung nicht gefunden, wie dieser ja auch wieder- holt entschieden habe, daß unter den im angezogenen Gesetze be- zeichneten Verbrechen auch strafbare Handlungen verstanden werden, welche in den später emanirten Strafgesetzen als„Vergehen" qualifizirt worden sind. Wenn man aber auch sich auf den Standpunkt der Judikatur dieses Gerichtes stelle, so sei die ange- fochtene Polizeiverfügung dennoch nicht gerechtfertigt. Nach dieser Juoikatur genüge nicht die Thatsache der Besttafung und der Gefährlichkeit des auszuweisenden Individuums allein, sondern die Behörde muß noch besonders begründen, daß an dem betreffenden Orte die gemeine Gefahr bestehe. Nun sei aus den vorliegenden Strafurtheilen zu entnehmen, daß der Kläger als Sozialdemokrat ausschließlich wegen Vergehen verurtheilt worden ist, welche aus dieser seiner politischen Ueberzeugung entsprungen sind. Es läge daher doch auch nur d i e Gefahr nahe, daß er sich von neuem gegen gleiche Gesetze vergehen könne. Und da sei der Schutz in Berlin, wo der kleine Belagerungszustand herrsche, ungleich größer, als in seinem Heimathorte Grätz. Gegen eine derartige- Gefahr sei das Sozialistengesetz geschaffen; da aber dieses von den Behörden nicht zur Anwendung gekommen ist, müsse man annehmen, daß sie den Kläger nach dieser Richtung hin für ge- 'ährlich erachten. Der im Gesetz gebrauchte Ausdruck„Sträfling" ehe unter allen Umständen eine ehrlose Gesinnung voraus und diese werde man vom Kläger, dem erst bei der Reichstagswahl 20—23 000 Berliner Wähler durch Abgabe ihrer Stimme die höchste Ehre erwiesen haben, sicher nicht voraussetzen dürfen. Das 1842er Gesetz beziehe sich überhaupt nicht auf die wegen p o l i- tisch er Handlungen bestraften Personen, denn in der vormärz- lichen Zeib habe man diese einfach beliebig interniren können. Er beantrage daher Aufhebung der angefochtenen Verfügung. Der Senat erkannte aber nach langer Berathung auf Ab- Weisung der Klage, und lheilte der Präsident v. P e r s i u s mit, daß die Begründung des Urtheils dem Kläger schriftlich zugehen wird. Gin eigenartige» Fall der Urkundenfälschung lag gestern der ersten Strafkammer am Landgericht I vor. Angeklagt waren eine Frau Agnes Königsberg, geb. Weiß, und die kaum 16 Jahre alte Elisabeth Klaus. Letztere, ein viel- versvrechendes Mädchen, war eines Tages ihren Eltern aus Schöneberg fortgelaufen, um in Berlin ihr Glück auf eigene Faust zu probiren. Sie hatte zunächst Aufnahme bei der ersten Angeklagten gefunden und letztere bemühte sich in ihrem Interesse, um durch Vermittelung einer Miethsfrau einen Dienst für sie zu er- langen. Frau K. wußte, daß so ein Mädchen dazu der Einwilligung des Vaters bedarf und sie schrieb ihr deshalb auf einem stück Papier probeweise die Einwilligung des Vaters vor, ihr anHeim- gebend, sich selbst eine derartige Legitimation anzufertigen. Das Mädchen war auch flugs dazu bereit, sie ließ sich durch die Miethsfrau eine Stelle als Dienstmädchen vermitteln, fand aber vorher noch Zeit genug, um der Miethsfrau eine Uhr zu stehlen. Kaum hatte sie ihren Dienst angetreten, als schon ein Kriminalschutzmann bei ihr erschien und der Brotherr sah sich deshalb veranlaßt, das junge Mädchen selbst ihren Eltern wieder zuzuführen. Natürlich ergab es sich nun auch, daß der Vater die schriftliche Einwilligung zum Dienstantritt seiner Tochter niemals ertheilt hatte und da die letztere mit der Wahrheit bald heraus- kani, wurde nicht gegen sie, sondern auch gegen Frau K. wegen Anstiftung die Anklage erhoben. Das Bergehen derselben stellte sich nun zwar nicht als Urkundenfälschung, sondern nur als Uebertretung des§ 363 St.-G.-B.(Gebrauch verfälschter Legitimationspapiere zun: Zwecke besseren Fortkommens) dar und der Gerichtshof verurtheilte beide Angeklagte zu je 15 M. Geldbuße event. 5 Tage Hast. Gin UngliuksfaU bei den Rummelsbnrger-Eismerke», wodurch ein Menschenleben vernichtet wurde, unterlag gestern zum zweiten Male der gerichtlichen Prüfung. Der Beschuldigte, der Schmied Ernst Trappe, ist s. Z. von der Strafkammer des Landgerichts II von der Anklage der fahrlässigen Tödtung frei- gesprochen worden, der Staatsanwalt hatte aber mit Erfolg die Revision eingelegt, denn das Reichsgericht verwies die Sache zur nochmaligen Verhandlung an die dritte Strafkamnier des Landgerichts I. Am 19. Januar vor. I. entdeckte der Ange- klagte, welcher den Betrieb der Eisfördernmschine bei den Nord- deutschen Eiswerken zu leiten hatte, daß eine Riemenschraube in unmittelbarer Nähe der Welle sich gelockert hatte. Er nahm den Riemen ab und besserte den Schaden aus, woraus er sich anschickte, den Riemen wieder um das Rad zu legen. In diesem Augenblicke kam sein Kollege, der Schmied Bär hinzu, welcher sich schließlich erbot, ihm hilfreiche Hand zu leisten. Während der Angeklagte das eine Ende des Riemens um das Rad legte, hielt Bär das andere wagerecht. Plötzlich stolperte der letztere infolge eines Ruckes an deni Riemen; er fiel vornüber gegen die sich drehende Wellen, seine Kleidung hakte an einem voripringenden Gegenstande>est und er wurde mit der Welle herumgeschleudert. Er erlitt so schwere innere und äußere Verletzungen, daß er bald daraus ver- starben ist. Da der Verstorbene dem Angeklagten vollständig gleichgestellt war und wie dieser den Betrieb der Maschine, sowie die Gesährlichkeit der vorgenommenen Arbeit kannte, so glaubte der erste Gerichtshof, daß der Angeklagte für den Unglücksfall nicht verantwortlich zu machen sei. Das Reichsgericht war mit dem Staatsanwälte aber der Ansicht, daß ihn immerhin ein Theil der Schuld treffe. Nachdem der Thalbestand im gestrigen Termine nochmals festgestellt war, ging aus der Zeugenvernehmung noch hervor, daß den bei der Maschine beschäftigten Arbeitern streng un- tersagt und wiederholt eingeschärft worden war, niemals einen der Treibriemen aufzulegen oder abzunehmen, ohne vorher die Maschine in Still,-and versetzt zu haben. Als die Arbeiter' aber erst mit dem Bettiebe vertraut wurden, wurde die Warnung in den Wind geschlagen und um Zeit und Umstünde zu ersparen, verfuhr man so, wie der Angeklagte und der Ver- unglückte es gethan. Der Staatsanwalt führte aus, daß den ersteren durch AußerachUassung der vorgeschriebenen Sicherheits- maßregel der Vorivurf der Fahrlässigkeit treffen müsse, durch Be- obachteü derselben hätte er den Unglücksfall jedenfalls ver- hindern können. Er beantragte gegen ihn unter Be- rücksichtigung aller Milderungsgründe eine Woche Gesängniß. Der Gerichshof schloß sich den Ausführungen an und erkannte nach dem Antrage. In der bekannten Angelegenheit Ziethen-Elberfeld werden neuerdings auf telegraphischem und anderen Wege viele Nachrichten verbreitet, welchen der Bertheidiger des Ziethen, Rechtsanwalt Dr. F. Friedmann-Berlin, selbstredend vollständig fern steht, was wohl schon daraus hervorgeht, daß An Theil dieser Nachrichten mindestens in der Form nicht ganz zutreffend ist. Solches ist auch der Fall nnt der jüngsten Nach daß der Bertheidiger in dieser Angelegenheit einen neuen l® aufnahmeantrag eingereicht hat. Thatsächlich handett es zunächst nur um eine Beschwerde, welche Dr. F. über den s Wiederaufnahmeantrag ablehnenden Beschluß des Landgerich Elberfeld bei demselben erhoben hat und es liegen die Akten i dem letzteren vor. Wir sind ferner ermächtigt, mitzutheilcnff diese Beschwerde neben den bereits dem Landgerichte Elbq vorgelegten anderweitigen erheblichen Thatsachen sich darauf? daß eine s. Z. in dem Ziethen'schen Prozesse als Sachverstön« vernomniene Persönlichkeit neuerdings in einem Anschreib«» den Bertheidiger seine nochmalige Vernehmung nachgesucht! daß ein Gefangener, welcher derzeit mit Wilhelm zusamwM Gefängniß gesessen hat, sich gleichfalls gemeldet und erböte«! neue Aussagen zu machen. Soziale Der Dereitr selbststaudiger Uantostel-»nd goll# mache» Berlins beschloß in seiner letzten Versammlung� 13. d. M., eine Petition an den Reichstag zu richten, in um den Erlaß einer gesetzlichen Bestimmung gebeten wirb, t der alle Geschäfte, mit Ausnahme der zur Erholung dienE des Sonntags Nachmittags zu schließen sind. Achtung l Ter Streik der Firma Friedrich Siemens&' Neuenburgerstr. 24, dauert unverändert fort. Zuzug ist halten von Schlossern, Drehern, Gießern, Formern, Kerum» Klempnern, Modelltischlern, Packern und sämmtlichen arbeitern. An di» Arbeiter Berlin«! Der Stand des Sttf Schrauben- und Fayondreher ist bis jetzt ein sehr gü sämmtliche Kollegen halten an den gestellten Forderungen st sind gewillt, bis zum Aeußersten auszuhalten. Freilich reff die Fabrikanten auf alle mögliche Art und Weise Arbeiter? zuziehen; so verlangen sie: Schlosser, Metalldreher K»? arbeiter. Wahrscheinlich hoffen die Herren, daß sich Knopfarbeiter dazu hergeben werden, aber das Solidarib der Berliner Arbeiter wird sie hoffentlich bald aus ihrem,*! erwecken. Ebenso ist der Arbeitsnachweis der Metallarbei» welchen sich die Herren geivandt haben, in Kenntniß gesetzt den, so daß auch diese Quelle versagt. Nun, Arbeiter unterstützt uns in unserem gerechten Kampfe, so ist in kürzet der Sieg unser. Anfragen sind zu richten: H. Hirsch, Weißensee, Sedanstraße 35» und B. Stabernack, Cuvrystra» vorn 3 Tr. Aufruf an die Klempner Berlin««nd Umge Kollegen! In der öffentlichen Versanimlung der Kst> Berlins und Umgegend, welche am 31. März in den Bür stattfand, in welcher eine Lohnkommission, bestehend aus dv Mischa, Gümperlein, Förster, Abraham und Köhler zur R«! der Frage, ob wir in diesem Jahre in eine Lohnbcweguni treten wollen? gewählt wurde, richtet diese Koinmission j«! Euch die Bitte, uns thatkräftig zu unterstützen. Kollegen, lange Zeit ist es her, daß die Klempner' einmal daran denken, ihre Lage zu verbefjern, bedenkt, w« in dieser langen Zeit zu erdulden und zu erttagen gehabt! Es wäre Schade um die Zeit und Druckerschwärze,' vergeudet würde, wollten wir alle M ßftände aufzählen. K«? bedenkt, daß durch unsere traurige Lage es uns unmögi« macht wird, unsere noch nicht aufgeklärten Kollegen j« zeugen, daß man als Mensch mehr zu thun hat» nur„arbeiten, beten und allenfalls noch ein] cheu essen," sondern daß man auch naturnolh? verpflichtet ist, dafür zu sorgen, die den Menschen von der' gegebenen geistigen Eigenschaften zur höchsten BeruollkoiiB zu bringen, und uns und unserer Familie den Platz# menschlichen Gesellschaft zu sichern, der uns doch gehört, j Klempner Berlins! Es wird endlich Zeit, daß»vir' Front machen gegen unsere Unternehmer, wir haben lang« zugesehen, wie man gegen uns vorgegangen ist, man hall gescheut, zu den servilfiei, Mitteln zu greifen, um uns Niveau herabzudrücken, welches univürdig ist und wirkt. Kollegen? Durch Wahl obiger Kommission habt wiesen, daß Ihr gewillt seid. Eure traurige Lage zu r an Euch wird es nun liegen, den Kamps gegen Eure Ar«« aufzunehmen und diesen mit allen gesetzlichen Mittel« zuführen. Glaubt nicht etwa, es wird ohne Euch gehe«' Mann für Mann müßt Ihr eintreten für Eure guten R« Kollegen! Die Lohnkommiston ist bestrebt, durch EinbeN> Versammlungen Euch Gelegenheit zu geben. Eure Wünft Austrag zu dringen; sie ivird Eure Forderungen entgegen«' sie sormuliren und den Arbeitgebern übermitteln; sie wirb bestrebt sein. Euch mit Rath und That zur Seite zu stehe«» gehört natürlich, daß Ihr uns in unserem Bestreben««' und kräftig für unsere gute Sache agittrt. Laßt Euch«% machen durch einige furchtsame Geniüther; glaubt nicht.% nichts, denn wenn ein« gute Sache durchgefochten werde»>. kostet es Kamps. Jg Darum Kollegen, rufen wir Euch nochmals zu: Klotz zu Klotz, von Werkbank zu Werkbank, von Bau zu agitirt für das Ziel, welches wir uns gesteckthaben: BefferunM Lage, Beseitigung aller Schäden. Darum Kollegen W j| Euch, recht zahlreich in einer demnächst einzuberufende« lichen Versamnilung zu erscheinen, bringe ein jeder noch c Kollegen mit, damit wir recht zahlreich am Platze>>«� kollegialischem Gruß die Lohnkommisfion der Klempner und llmgegeiid. Im Austrage: Mischa, Ritterslraße l« arbeitersreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten- � In der Druckerei von Kendel& Komp., Neue ttZj '—»-"TV*«C � demor stroße 48, ist gestern Morgen s Uhr ein Streik«uffge/jl Die Arbeitseinstellung hatte darin ihren Grund, weil SJl verlangten, daß die Lehrlinge aus der Zeitung(„Spdf. � entfernt würden. Leider haben sich der ArbeitseinfleM«� alle Kollegen angeschlossen, 7 blieben stehen, während 14 Zuzug ist sernzichattem. Aliftung Metallarbeiter! Allen in der t.•• Ca.!. A___-j...-w#-•»»-»» beschäftigten'Arbeitern wird hiermit die Allgemeine K»?' � Sterbekasse der Metallarbeiter(E. H. 29 Hamburg)« rung gebracht. Dieselbe hatte am 31. Dezember 13'» Milgliederzahl von 32 985, welche in 456 örtlichen Le«.ck stellen vertheilt sind, einen Kasfenbestand von 357 4°«1 Die Beiträge bettagen in der I. Kl. 45 Ps., II. Unterstützung wird gezahlt: I. Kl. 14,10 M., II.»Z.» (letztere nur für jugendliche Arbeiter und Lehrlinge) V � Für Diejenigen, denen die Beiträge in obiger Kasse ju schon anderweitig gegen Krankheit versichert sind, ist-« Zeit unter den Namen Zenttal- Kranken- und Stcc« Metallarbeiter E. H. 89 Hamburg„Vulkan" eine I Zuschußkaffe errichtet. Dieselbe hat in der kurzen. 0« Bestehens schon eine Mitgliederzahl von 9837 und ei«« ,,\ bestand von 14 755,32 M. In dieser Kasse betragen nS- ttäge 85, 30 und 20 Pf. An Unterstiiyung wird hiniüs. p- 9,60 und 6,30 M. pro Woche gezahlt. In beiden Kail', das Eintrittsgeld 1,80 M. Die Unterstützung>virv' Jahr gewährt und zwar die ersten 26 Wochen voll ustv 26 Wochen im halben Bettage. Das Sterbegeld var»� J 30 und 100 M. Für Berlin und Uingegend bestnden sich folgende 0%: Solms- und Barulhersiraße-Ecke, Restaurant Fa»>>" tower- und Lankwitzstraße-Ecke, Siestaurant Richter; yW? Steglitzersttaße-Ecke, Restaurant Sander; Adalbertstr. 4,> Herschleb; Prinzen- und Gitschmerstraße-Ecke, Restaura« � Mariannenstr. 46, Restaurant Liewald; Eisenbahnstr.'» f Lehmann; Fruchtstr. 53, Restaurant Zimmerling; Kleuvy sttaße 10, Restaurant Schlüter; Weinmeisterfttaße 6,«« s Klitzke; Bergstr. 86, Restaurant Galle; Brunnenstr. 113, Restaur. Schultz; Lindowerstr. 23, Restaurant Schumacher: Reinickendorferstraße 54, Restaurant Dillenberg; Pankstr. 17, Restaur. Werner; Grünthalerstr. 6, Restaurant Schmidt; Birkenstr. 24, Restaurant Vieck; Charlottenburg, Spandauerstr. 6, bei Schult; Tempelhof, Berlinerstr. 79, bei Seefeld; Tegel, Schönebergerstr. 1, bei Hein- rich; Reinickendorf, Scharnweberstraße 116, bei Herkt; Rixdorf, Berlinerstr. 49, bei Hillert; Schöneberg, Hauptstr. 94, bei Witte. Beitrittserklärungen und Beiträge werden daselbst jeden Sonn- abend, Abends von 8—10 Uhr, entgegengenommen. Die ver- einigten Ortsverwaltungen. . Kurg bei Magdeburg. In der Schuhfabrik von Conrad Tack befinden sich sämmtliche Zwicker in Lohndifferenzen. Wir bitten deshalb den Zuzug strengstens fernzuhalten, bis wir uns Mit unserm Prinzipal geeinigt haben. Die Lohukommission. _ In Kamburg. Krrslau, Hannover, Kiel haben die Maler und Anstreicher die Arbeit eingestellt. In Freiburg i. B. sowie Altenburg sind dieselben wegen ihrer Zugehörigkeit zur Vereinigung seitens der Meister ausgesperrt worden.— Die Forderungen der Haniburger Kollegen sind 60 Pf. pro Stunde bei neunstündiger Arbeitszeit. In Breslau Verkürzung der Ar- beitszeit von 12 auf 10 Stunden und Minimallohn 40 Pf. pro Stunde. In Hannover neunstündige Arbeitszeit. In Kiel neun- undeinhalbstündige Arbeitszeit. In Freiburg zehiistündige Ar- beitszeit. Sämmtliche Kollegen Deuffchlands werden strengstens ersucht, den Zuzug nach diesen genannten Städten fernzuhalten. Alle arbeiterfreundlichen Blätter, politische sowie gewerkschaftliche. werden um Nachdruck dieser Veröffentlichung gebeten. Etwaige Anfragen sind zu richten an Schweitzer, Dennewitzstr. 26. Aufruf an all- Gerber und sämmtliche Arbeiter Deutschland»: Werthe Kollegen! Durch den ablehnenden Be- scheid der vereinigten Gerbereibesitzer und Lederzurichter betreffs der Verkürzung der Arbeitszeit sind wir gezwungen worden, die Arbeit niederzulegen. Im Ausstand befinden sich 140 Gerber und Arbeiter, davon meistens Verhcirathete. Da die Indienststellung der Maschinen immer mehr Arbeiter brotlos macht, sind wir Elms- Horner Gerber und Arbeiter auch gezwungen worden, die Ver- kurzung der Arbeitszeit von 11 auf 10 Stunden zu fordern. Das Unteruehmerthum hat bei 500 M. Geldstrafe festgesetzt, die Ver- kürzung der Arbeitszeit abzulehnen; ferner durch hiestge Lokal- blätter veröffentlicht, wer binnen 14 Tagen die Arbeit nicht wieder aufnimmt, erhält binnen einem Jahre keine Arbeit wieder. Werthe Kollegen! Wir appelliren deshalb an das Solidaritätsgemhl sämmtlicher Arbeiter, uns niateriell zu unterstützen. Unser Sieg ist auch der Eure. Die heutige Produktion giebt dem arbeitenden Volk eine unerträgliche Position, während es einer kleinen Anzahl von Männern gelingt, durch die Arbeit Reichthum und Macht zu erlangen. Deshalb, weiche Kollegen, verhelft dem hiesigen Kampf zum Siege. Wer schnell giebt, giebt doppelt. Gelder und Briefe sind zu richten an A. Kopas, Elmshorn, Schillerstraße. Elmshorn, den 10. April 1890. Mit kollegialischem Gruß: Im Auftrage der Lohnkonunission: A. Kopas. Aufruf mi die deutsche»» Arbeiter aller Kerlifaarten. Nachcem auf der Zeche„Konsolidation" bei Gelsenkirchen von den Teugircen der Belegschaft daselbst im Auftrage der letzteren deren Forderungen der Verwaltung genannter Zeche eingereicht und schnöde abgewiesen, hiernach im Auftrage der Belegschaft "Sx wln�nlich noch verwickeln, richtet die für d,e Ausstandsbewegung gewählte Spitze— Schröder und Hünnig- haus— folgende Ausforderung an alle zivilisirten Arbeits- genossen: „Wir appelliren an das Solidaritätsgefühl unserer Arbeits- genoffen aller Beru karten in ganz Deutschland und des Aus- landes und erwarten, daß in Hinsicht der Gemeinbürgschastlich- •Ü1 wllct, Arbeiter sie sich in jedem Kampfe zur Verbesserung ihrer Existenz gegenseitig unterstützen. Der Sieg der einen Berufsart ist für die andere jedes Mal ein Vortheft. Darum: Die Herzen auf. die Hände!" o,.v 3"'"«njPfanaoon Unterstützungsgeldern find gern bereit: �.udwlg Schröder, Dortmund, Wißstr. 19; Jakob Brodam, Gelsen- kirchen, Jnedrichsslr. 49; Daniel Eckhardt, Essen, Brandstr. 17; Lohann Meyer Bochum. Rotcstr. 31. .•3U£. Beurtheilizng M Lage der hiesigen Bergleute dient fol- gendes Borgehen des Kommerzienraths und Fabritvesitzers Krupp »n Elsen, dessen Rezept von anderen Zechen befolgt und über- troffen,»n den Strassätzen aber erhöht ist: Matte« scheid, 5. Apsl. An die Belegschaft de, Zeche Hannover II:„Diezenigen Arbeiter.neiner Zeche Hannover II, welche in Verfolg meiner Bekanntmachung vom 3. d. M. am heutigen Tage die Arbeit wieder ausgenommen haben, werden darauf hingewiesen, daß sie nach§ 2 der„Arbeitsordnung für die auf der Steinkohlenzeche Hannover beschästigten Arbeiter" für das Ausbleiben von der Arbelt am 2. und 3. d. M. eine Disziplinar- strafe, welche hiermit auf den vorgesehenen Höchstbetrag von 3 M. festgesetzt wird, verwirkt habe». Dieser Betrag wird bei der nächsten Lohnzahlung in Gemäßheit§ 7 der Arbeitsordnung zu Gunsten der Unterstützungslasse in Abzug gebracht werden. Dem fleißigen und geivissenhasten Theile meiner Belegschaft wird die Mittheilung zur Äenugthuung gereichen, daß ich Anordnung getroffen habe, die den Frieden störenden und zum Kontraktbruch aufreizenden Elemente der Beleg schaft im Wege der Kündigung aus derselben zu entfernen. Veder Arbeiter der Zeche aber, welcher mit dem ihm gewährten Lohne oder mit sonstigen auf der Zeche geltenden Bestimmungen nicht zufrieden ist, wolle seinerseits am nächsten Kündigungstermin die Arbeit persönlich in der hergebrachten Weise kündigen. Essen, den 5. April 1890. Friedrich Krupp. Gelsenkirchen, 8. April. Die Zechen„Rhein-Elbe" und „Alma" der Gclsenkirchener Bergwerksgesellschast haben folgende Bekanntmachung erlassen:„Alle diejenigen Arbeiter, welche sich an der unter Kontraktbruch erfolgten Arbeitseinstellung betheiligt haben, werden in Gemäßheit der§§ 12 und 13 unserer Arbeitsordnung vom 1. Januar 1873 für jedes willkürliche Feiern be- straft und zwar für den I. Tag bis 1 M., für den 2. Tag bis 1,60 M. und für jeden folgenden Tag mit 2 M. zu Gunsten der Unterstützungskassen." Der Redakteur der„Eiiischer Zeitung" sogar hat den trau- rigen Muth auch einen Pfeil gegen die ohnehin sehr gedrückten Bergleute abzuschießen; derselbe schreibt in Nr. 80 der„Emscher Zeitung": Die Zechenverwaltungen beginnen jetzt gegen die auf- hetzerischen Elemente unnachsichtlich vorzugehen, weil sie einsehen, daß nicht eher Ruhe unter der Belegschaft eintritt, bis die Hetzer ausgemerzt sind. So vernehmen»vir, daß die Direktion der Zeche von Rhein-Elbe und Alma folgende Arbeiter von Rhein-Elbe: Grützner, Schultz, Kalib, Mark; von Alma: Cruse, Ruhrnmnn, Muntenbeck, Rauth und Pöppelmann wegen Vertragsbruchs, be- ziehungsweise groben Ungehorsams sofort entlassen hat. Dieses sind die von den Zechen beliebten Sozialresormen!— Wie wird's in Zukunft werden? Mit arbeitergenössischem Gruße Schröder, Hünninghaus. Alle arbeitersreundlichen Blätter werden um Abdruck ge- bete»». VersÄttltttlnttuen. Cine gut besucht« Uersnmmlung der Freie« Ver- eiuiauug der Seifensteder»nd Kerufsgeuossen Berlin- und Umgegend tagte am Sonnabend, den 12. April, in Scheffer's Saal, Jnselstr. 10, mit der Tagesordnung: 1. Vortrag des Herr» Stadtv. Bogtherr über Gewerbe-Schiedsgerichte. 2. Diskussion. 3. Mitglleder-Aufnahme. 4. Bericht der Delegirten.� 5. Verschiedenes. Zum 1. Punkt der Tagesordnung sprach Herr Vogt- Herr unter reichen» Beifall der Versammlung. Eine Diskussion fand nicht statt. Zum 3. Punkt„Mitglieder-Ausnah.ne" ließen sich 11 Kollegen einschreiben. Zum 4. Punkt„Bericht der Dele- girten" wurde bekannt gemacht, daß fast sämmtliche Fabrikanten unsere geringe Forderungen bewilligt haben und nur noch ei» kleiner Theil zurücksteht, wo nicht nur 11—12 Stunden, sondern auch Sonntags gearbeitet»vird. Es wird das von einigen Kollegen bestätigt. Unter„Verschiedenes" wurde der An- trag gestellt, eine Kommission von fünf Mann zu wählen, welche sich mit dieser Angelegenheit zu befassen hat. Hieraus wurde folgende Resolution einstimmig angenommen:„Die heute, an» 12. April, in Scheffer's Saal tagende Versammlung der Seifensieder und Berussgenossen Berlins und Umgegend erklärt sich mit den Aussührilngen des Referenten, Herrn Stadtverordnete» Vogtherr, über Gewerbe-Schiedsgerichte einverstanden, und ersucht die Berliner Stadtverordneten-Versammlung, die Gewerbeschleds- gerichte innerhalb Berlins derartig ins Leben zu rufen,»vie sie von den Arbeiter- Stadtverordneten angeregt worden sind." Ebenso wurde der Antrag einstimmig angenommen, die noch im Ausstande befindlichen Möbelpolirer thatkräfttg zu unterstutzen. Hierauf schloß der Vorsitzende die Versammlung mit einen» drei- fachen Hoch auf die»nternationale Arbeiterbewegung. Die Roll- uild Lastfnlirwerks-Kutscher sind bekan,»tlich vor einigen Tagen in einen Generalstreik eingetreten, um ihre er- höhte Lohnforderung von 20,50 M. pro Woche zu erreichen. Sie versanimelten sich am Mittwoch in früher Morgenstunde in den Arininhallen, Koinmandantenstraße, um sich über den Fortgang der Beivegung berichten zu lassen. Die Rollkutscher, die fast ohne Ausnahme streiken,»varen vollzählig erschienen. Ueber 600 Per ionen füllte»» den geräumigen Saal. Kollege Brunsch führte den lorsitz. Kollege Danneberger bezeichnet den Stand des Generalstreiks als zufriedenstellend, wenn nicht glänzend. Kollege Schütte: Die Forderung von 20,50 Mark bei 16 bis 1» stündiger täglicher Arbeitszeit sei so winzig, daß sie un- möglich bei eimgem Gerechtigkeitsgefühl abgeiviesen werden könne. Und doch hätten sich die Unternehmer nicht einmal auf das Schreiben, das seitens der Kommission an sie gerichtet wurde, geäußert. Sie ließen ruhig den Endtermin, den 15. April, herankommen. Bei dieser Sachlage, ohne Aussicht auf gütliche Ein! gung, mußte der Streik erklärt werden. Eimnüthig sei die Arbeit eingestellt, dem Beschluß der Versammlung nachgekommen worden, einmüthig sei auch heute noch der Geist unter den Kollegen. Das beiveise der gefüllte Saal. An den Kollegen liege es, die Forde- rungen durchzudrücken,»renn sie am Generalstreik festhalten, bis alle Firmen bewilligt haben. Werde davon abgegangen und der partielle Streik erklärt, dann sei eine Zersplitterung der Reihen unvermeidlich, die bis jetzt lest standen und von Tag zu Tag sich fester schließen, indem Kollegen, die die Arbeit nicht niederlegten, aushören. Redner krittsirt ein Flugblatt der Unternehmer, in den» eine Regelung der Lohnfrage ver- sprachen»vird, wenn der Streik beigelegt ist und weift daraus hin, daß dieses Versprechen einen Widerspruch enthält. Wollte »nan ernstlich eine Lohnerhöhung eintrete» lassen, dann konnte das noch vor oder bald nach dein Ausbruch des Streiks geschehen. Diesen Machinationen— etwas anderes sei es nicht— möge man dadurch entgegen treten, daß uian die Kette der Einigkeit fester und fester schließt und sich nur nach den von der Kom- »nission ausgehenden Erklärungen richten, nie aber selbst in die Geschäfte geht, um zu fragen, ob die Forderungen beivilligl werden. Es würden doch Kollegen breit geschlagen.(Lebhaftes Bravo.)— Kollege Danneberger spottet über das Ge- rede der Unternehmer, die mit Zuzug aus Hamburg drohen. Kommen die Haiilburger nach Bern», dann gehen wir nach Ham- bürg.(Heiterkeit.) Alle übrigen Redner treten lebhaft für die Fortführung des Generalstreiks ein. Bon mehreren Seiten wird eindringlich davor gewarnt, sich zu Ausschreitungen oder Drohun- gen gegen nicht streikende Rollkutscher hinreißen zu lassen. Man möge sie nicht beachten oder in ruhiger Weise mit der Sachlage vertraut machen und zu sich herüber ziehen. Ausschreitungen geben der gegnerischen Presse nur Gelegenheit, über die Streiken- den herzufallen und deren Sache in Mißkredit zu bringen. Ruhe ist geboten. Um gerechte brauche man keine Geivalt. Schluß Rechtsanwalt Stadthagen für Beibehaltung des Generalstreiks samnllung»nit Begeisterung und wie ein Mann, nicht von der Forderung abzulassen und den Generalstreik so lange aufrecht zu erhalten, bis mindestens zwei Drittel der Unternehmer bewilligt haben.— Ter Geist, der die Versammlung beseelte, das Mitgefühl, das diese, man möchte sagen, gedrucktesten aller Haupt- städtischen Lohnarbeiter bei den denkenden Arbeitern Berlins finden, berechtigt zu der Annahme, daß die Rollkutscher in ihrem Bestreben, ihre elende Lage zu verbessern, vom Siege gekrönt werden.— Heute früh 8 Uhr findet«»ne Versammlung in dem- selben Lokal statt. Der jokalverbaud Kerliu des Uerbuudes deutscher Zimmerleute hielt am Freitag den 11. d. Mts. eine General- Versammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Vortrag des Herrn Heindorf über Geiverbe-Schiedsgerichte; 2. Delegirte»»ivahl und Anträge zum diesjährigen Handwerkertage. 8. Verschiedenes. Der erste Punkt der Tagesordnung wurde abgelehnt,»veil die Versammlung so schwach besucht war und beschlossen, denselben bei der nächsten Versainmlung auf die Tagesordnung zu stellen. Zum zweiten Punkt stellte Kamerad Marzian den An- trag, erst die Anträge zu erledigen und dann die Wahl vorzunehmen. Der Antrag»vurde auch ange- nommen. Der Vorsitzende ertheilte nun zunächst Kamerad� Forderungen durchführen, Nachdem noch zuin gesprochen, der gleichfalls eintritt, beschließt die Ver- Marzian das Wort. Redner sprach sein Bedauern dar- über aus, daß die Versammlung bei der heutigen wuhttgen Tagesordnung so schwach besucht wäre, verlas zunächst die angenommene Resolution vom Gothaer Kongresse und ftegte so- dann der Versanimlung mehrere Anträge vor in Betreff unseres Statuts. Ebenfalls brachten die Kaineraden Loß, Ortland und Stehr mehrere Anträge ein. Nach längerer Debatte dieses Punktes wurden folgende Anträge von der Versammlung ange- nommeiu«§ � � ber Sa{, �uf gewerkschaftlicher Grundlage und politisch parteilos" zu streichen. U. In§ 1 ad b ist der Satz„in den W»ntermonaten" zu streichen. � 6 � ber �atz„im Falle einer Krankheit zum Selbstkostenpreis die Zeitschrist erhalten" zu streichen, dafür„un- entg ryich In'"§"i i'"aTüi ea d„dem Handwerkertage bleibt das Recht offen, ausgeschlossene Mitglieder wieder aufzunehmen, sofern dieselben in betrügerischer Weise nicht geschädigt haben. Sodann wurde zur Wahl geschritten. Gewählt wurden die Kameraden Ortland und Wolter als Delegirten zum diesfährlgen Handwerkertage.... Di- posamentieve«ud die in der Posiameutierbrnuche bes.chiiftigtcu Arbeiterinneu hielten am 2. d. M. eine gut besuchte Versammlung mit der Tagesordnung: Die Bedeutung de� Achtstundentages ab. Nachdem das Büreau gewählt war, erhielt Herr Max Baginski zu dem Aortrage das Wort. W« haben über diesen Vortrag bereits»»ehrfach berichtet. An der Dtskuspon, welche eine recht rege war, betheiligten sich die Herren Wolter, Hofmann, G. Berger, Frl. Donath, Bader, Wolf u. a. m. Alle sprachen sich in gleichem Sinne»vie der Referent aus. Folgende Resolutton wurde gegen zwei Stimmen angenommen:„Die heute in Scheffer's Salon tagende Versaininlung erklärt sich mit dem Referenten einverstanden und beschließt, den Beschluß des»nter- nattonalen Arbeiterkongresses zu Paris hochzuhalte»»»lud den l. Mai als Feiertag zu betrachten. Die Deinonstration soll»n folgender Weise zum Ausdruck koimnen: Bormittag: Versamm- lung mit Vortrag über den Achtstundentag, Nachmittag: Ausflug. Ferner wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: Die- jenige» Kollegen und Kolleginnen zu unterstützen, welche infolge des 1. Mai gemaßregelt»verde». Ein Antrag, noch eine Ver- sainmlung vor dein 1. Mai abzuhalten, wurde angenommen. Die Resolutionen, von den Blumverger Bauern keine Produkte zu kaufen. Hüte ohne Kontrolmarken, sowie in Geschäften, welche ihre Läden vom 3. Mai ab Mittags 12 Uhr nicht schließen, nicht zu kaufen, wurden einstimmig angenommen. Dann schloß der Vorsitzende mit einem kräftigen Hoch aus die Arbeiterbewegung, in welches die Anivesenden begeistert einstimmten, um II3/» Uhr die Versainmlung. �_ Der Uereiu zur Mahr,»ug der muterielleu Juteressen der Steinträger und verwandte»» Keruf»o«ua;seu h»ett am Sonntag, den 13. April. Vormittags 11 Uhr, in Scheffer's Salon, Jnselstraße 10, eine gut besuchte MitgUederversammluilg mit folgender Tagesordnung ab. 1. Vorttag des Stadtverordneten Fritz Zubeil, über die gewerbliche Beivegung mit besonderer Berücksichttgung ihrer Vortheile: 2. Abrechnung vom I. Quartal 1890; 8. Vereinsangelegenheiten, Verschiedenes und Fragekasten. Besonderer Umständehalber mußte der zweite Punkt zuerst erledigt iverden. Die Abrechnung vom I. Quartal 1890 stellt sich ffU- gendermaßen: Einnahme 792,67 M., Ausgabe 501,40 M� Be- stand 291,27 M. Nach Erklärung der Revisoren, daß sie Bucher und Belege in bester Ordnung gefunden haben, wurde dem Kassirer Decharge ertheilt. Da der Referent Fritz Zube,l am Erscheinen verhindert war, so erschien an seiner Stelle Genoffe Theodor Metzner, er begann seinen mit Beifall aufgenommenen Vortrag wie folgt:_ �... Wenn wir einen Blick auf die jetzige Produktionsweise richten, so finden wir. daß der Mensch durch den Menschen aus- gebeutet wird und das Heer der Arbeitslosen immer größer wird, »velches von den Industriellen benutzt wird, die Löhne immer noch mehr und mehr zu drücken. Redner unterzog das Koalitionsrecht einer scharfen Kritik, weil es dem Arbeiter durch den§ 153 der Gewerbeordnung illusorisch gemacht worden ist. Grund dessen müssen sich die Arbeiter immer enger und enger zusammenschließei», um unsere Ideale» wie sie uns von Laffalle und Marx angeführt worden sind, zu erringen. Ferner legte der Redner klar, wie der Arbeiter durch d»e Maschine iminer mehr verdrängt wird, durch die lange ausgedehnte Ar- beitszeit, welche nur dem Arbeitgeber zum Nutzen gereicht, den Arbeiter aber auf die Straße wirft; auch die Gründerzeit streifte Redner und wies nach, daß die Lebensbedürintsse dadurch sehr in die Höhe geschraubt worden wären, sogar eine Wohnungsnoth entstand, so daß sich hunderte von Ar- beitersamilien gezwungen sahen, außerhalb des Berliner Weich- bildes sogenannte Baracken aufzuschlagen, um sich vor den Un- bilden ver Witterung zu schützen. Bedauerlich sei es, daß bis jetzt noch wenig oder gar nichts von der Gesetzgebung geschehen sei, un» der Ausbeutungssucht des Kapitals dein Arbeiter gegenüber einen Damm zu setzen. Bon Nutzen würde es sein, wenn geive.ck- schaftliche Verbindungen durch stattfttsche Tabellen mit richttgen Zahlen den Durchschnittslohn deS Arbeiters feststellen, um der Steuerschraube ein Ziel zu setzen. Redner schloß mit den Worten:„Proletarier aller Länder vereinigt Euch, so werdet Ihr zum Ziele gelangen. In der Dis- kussion sprachen die Kollegen Wernau, Gutsch und Marasas. Kollege Wernau gab der Versammlung bekannt, daß die Ag»ta- tioitskoinmission beauftragt sei, Listen anfertigen zu lassen und sie dann zu verthcilen, um statistische Tabellen über Durchschnitts- löhne aufzustellen. Folgende Resolution wurde von» Kolleg«« Gaßmann eingereicht und einstimmig angenommen:„Die heutige Versammlung der Steinträger und verwandten Berufsgenosse« Berlins erklärt sich mit den Ausstihrungen des Referenten Herrn Metzner einverstanden und verspricht, thatkräfttg für Sammlungen von statistischem Material einzutreten um dadurch der Oessent- lichkect ein wahres Bild von den traurigen Zuständen der Ar- beiter im Allgemeinen z»l unterbreiten. Zuin dritten Punkt»vur- den zwei Unter flützungsgesuche,»velche nicht berücksichtigt»verde» konnte,», bis zur nächsten Versammlung vertagt; die streikeiiden Möbelpolirer wurden mit 30 Mark unterstützt. Nach Verlesung einer Danksagung eines unterstützte» Mitgliedes mußte alles Andere wegen der vorgerückten Zeit bis zur nächsten Versamm- lung vertagt werden und schloß der Vorsitzende die Versammlung. Nächste Versammlung am II. Mai. Die Mechauister und uexuta»»M«u Kerufsgeuosseu hielten am 15. d. M. bei Buggenhagen(am Moritzvlatz) eine recht rege besuchte Versaininlung ab, uin in erster Linie den Be- rieht der von einer am 27. v. M. in Joel's Sälen(Andreas- straße) stattgehabten öffentliche» Versammlung gewählten Lohnkommission entgegenzunehmen,»velche Versammlung folgende aus- gestellte Forderungen anerkannte und guthieß: L Einführung der täglichen neunstündiges Arbeitszeit(excl. Pause»»); 2. einen Min desto er dienst von 21 M. per Woche(pr. Stunde 39 Pf.; 8. einen Aufschlag von 25 Pf. für Ueber st unden- und von 50 Pf. für Sonntagsarbeit: 4. Zahlung desMindestlohnes bei Akkordarbeit, auch wenn derselbe nicht er» reicht wird. Das Bureau der Versammlung bildeten die Herren Becker, Schönemann und Z o l l e r. Den Bericht der Lohnkomniission erstattete Herr S ch ö n e m a n n. Derselbe berichtete, daß die Lohn-(Neuner-) Komuussion 5 Sitzungen abgehalten und den Prinzipalen' eines Rundschreil für Ueberftundenl zu ermöglichen, wurde der dem Betreffenden geivährte Lohn als Ausschlag zu Grunde gelegt.) 5 Firmen haben die Forderungen voll und ganz bewilligt. Von etlichen anderen Firmen sind Ein- Wendungen gegen die Forderungen erhoben worden, einige andere Oben das Schreiben einfach zurückgeschickt, ein Prinzipal sogar in höchst unanständiger Weise. Im Ganzen sind 90 Anschreiben an Prinzipale ergangen. Auch hat die Lohnkommission ein Flug- blatt zur Versendung gelangen lassen, doch beklagte der Vor- sitzende der Lohnkommission, Herr Schönemann, den Mangel an Verbindung mit den einzelnen Werkstätten durch Vertrauens- männer. Auf Veranlassung des Vorsitzenden der Deutschen Ge- sellschaft ftir Optik und Mechanik, Herrn H ä n s ch, ist die Rück- antwort auf die Anschreiben der� Lohnkommission seitens der Prinzipalität inhibirt worden unter der Mapgabe, daß eine Vorstandssitzung der Gesellschaft(am vorigen Freitag) im Hotel Janson stattfinde, in welcher die Gehilfenfrage zur Besprechung stehe. Dieser Sitzung wohnten die Herren Schönemann und T r i t t e l w i tz bei und ge- langten auch zum Worte. Das Resultat der Verhandlungen war, daß die Lohnkommission seitens der Arbeitgeber nicht anerkannt und die gestellten Forderungen nicht bewilligt wurden, „trotzdem dieselben gerecht seien".(In der gleichen Angelegenheit fand gleichzeitig mit der Gehilienversammlung eine Versammlung der Arbeitgeber in Janson's Hotel statt, behufs Stellungnahme zu den Forderungen der Gehilfen. Derselben wohnten seitens der Gehilfen die Kollegen Pinn und T r i t t e l w i tz bei.) Namens der Lohnkoinmission beantragte Herr Schöne mann nach Erstattung seines Berichtes folgende Resolution:„Die heute, Dienstag, den 15. April im Buggenhagen'schen Saale tagende öffentliche Versammlung der Mechaniker und verwandten Berufsgenossen Berlin's und Umgegend erkennt die in Joel's Etablissement gewählte Lohnkommissson voll und ganz an und hält die aufgestellten Forderungen derselben hoch, bis dieselben in allen Betrieben endgiltig durchgeführt sind. Die heutige, von über tausend Personen besuchte Versammlung erkennt das Vor- gehen der Lohnkommission für korrekt an und verpflichtet sich, mit allen gesetzlichen Mitteln für Durchführung der aufge- stellten Forderungen einzutreten und hält die Nicht- beachtung der Lohnkommission von Seiten der Arbeitgeber, nachdem diese die Forderungen der Gehilsen für berechtigt er- klärt haben, für inkorrekt. Die Versammlung beschließt weiter, die Lohnkommission aufzulösen und an deren Stelle eine fünf- zchngliedrige Streikkommission zu wählen."— Diese Resolution gelangte zur einstimmigen Annahme und wurde sofort der tagen- den Versammlung der Arbeitgeber zur Kenntnipnahme über- mittelt. Seitens der Lohnkounnission waren die Arbeitgeber be- ziehungsweise Vertreter derselben zur Versammlung eingeladen worden und waren auch mehrere in der Versammlung anivesend. Dieselben verzichteten indessen trotz wiederholt an sie gerichteter Aufforderung darauf, das Wort zu nehmen. Nach einer weiteren Diskussion gelangte folgende Resolution zur Annahme:„Die heute bei Buggenhagen tagende öffentliche Versammlung der Mechaniker erklärt den Schreiber des an die Lohnkommission ge- richteten ungezogenen Briefes für einen rohen Patron und drückt demselben hiermit ihre öffentliche Verachtung aus." Besagter Schreiber ist wegen Beleidigung leider nicht zu belangen, da die Lohnkommisston ihr Schreiben nicht namentlich unterzeichnet hat. Nachdem gelangte die Versammlung zur Stellungnahme zu den Arbeitgebern, welche die oben angeführten Forderungen nicht be- willigen. In erster Linie erstattete der erschienene Kollege Trittelwitz Bericht über die gleichzeitig stattgehabte Fabri- kantenversammlung, in welcher sämmlllche Berliner Firmen ver- treten waren, dessen Ausführungen durch Herrn Timm ergänzt wurden. In dieser Versammlung wurde u. A. der Beschlup ge- faßt, eine öffentliche Gehilfenversammlnng einzuberufen, in welcher eine Lohnkommission gewählt werden soll, mit welcher die Prin- zipale verhandeln wollen.— Gemäß der gefaßten Resolution wurde schließlich eine Streikkommission gewählt mit der Maßgabe, dieselbe in einer event. von den Prinzipalen einberufenen Gchilfenversammlung dieselbe wieder zu wählen. In die Streikkommission wurden die Mitglieder, der bis- herigcn Lohnkommission, welche sich daraufhin auflöste, wieder- gewählt, ferner die Herren Gütler, Keitel, Maß, Schlüter, Treplin und Thomae. Zur einstimmigen Annahme gelangte ferner folgende Resolution:„Sämmt- liche heut anwesenden Mechaniker verpflichten sich, vom 19. April ab pro Woche mindestens 60 Pf. zum Streikfonds der Berliner Mechaniker abzuführen für diejenigen Kollegen, welche gezwungen werden sollten, die Arbeit niederzulegen. Sammelbücher können bereits am Freitag Abend im Restaurant Keßler, Annenstr. 16, entgegengenommen werden. Zur Annahme gelangte ferner die bekannte Resolution betr. die Sonntagsruhe Der in kaufmännischen Geschäften Angestellten. Die vom besten Geiste beseelt gewesene, höchst würdevoll verlaufene imposante Versammlung schloß mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung. Die streillcnben Mctallschraubrn- nud Fayondreher hatten sich am Dienstag Abend in Teigmüller's Salon, Ällte Iakobstr. 48a, so zahlreich eingefunden, daß nicht blos der Saal, sondern auch die angrenzenden Nebenräume überfüllt waren und nur mit Mühe den Anordnungen des überwachenden Beaniten, die Zugänge frei zu halten, Folge geleistet werden konnte. Gegen- stand der Verhandlung des Abends war die Besprechung der Lage des ausgebrochenen Streiks. Aus den Ausführungen der zahlreichen Redner ist folgendes über die Sach- läge zu entnehmen. Der Fabrikantenverein als solcher hat die Forderungen der Gehilfen abgelehnt, und zwar in einer für die Vertrauensmänner der Gehilfenschast geradezu beleidigenden Form. Hierauf ia die Arbeitseinstellung erfolgt in allen denjenigen Werkstätten, wo die Forderungen nicht bewilligt sind. An der Spitze der Fabrikantenkoalition steht Herr Reiche, der. gestützt auf seine Fabrik in Finsterwalde, den nöthigen Bedarf für einige Zeit liefern zu können meint, bis die Widerstandsfähigkeit der Gehilfen erlahmt sein werde. In dieser Voraussetzung haben sich ihm die übrigen Arbeitgeber angeschlossen und einen Fabrikanten- verein gebildet, der als solcher auch den ablehenden Bescheid auf die Forderungen der Gehilfen erlassen hat. Dieser Bescheid fand in der Versammlung schon wegen seiner Form die entschiedenste Verurcheilung. Einige Meinungsverschiedenheit machte sich einige Zeit lang in der Debatte darüber bemerklich, in welcher Form der ausgebrochene Streik weiter geführt werden soll. Während von der einen Seite verlangt wurde, man möge den Generalstreik in der Weise durchführen, daß in keiner Werkstatt die Arbeit aufge- nommen wird, so lange noch ein Mitglied des Fabrikantenvereins sich weigert, die Forderungen der Gehilfen anzuerkennen, wurde von anderer Seite diesem Verlangen widersprochen; zur Begrün- dung desselben war angeführt worden, daß die Fabrikanten in ihrem Vereine als einheitliche Macht den Gehilfen gegenüber treten: wenn man bei einzelnen, welche die Forderungen be- willigen, die Arbeit wieder aufnehme, so würden diese dre drin- gend nöthige Arbeit fertig stellen und die Beendigung des Streikes verzögern. Gegen die Ansicht wurde geltend gemacht, daß der Zweck, einen Keil in die Fabrikantenvereinigung zu treiben und diese zu sprengen, viel sicherer erreicht werde, wenn man bei demjenigen Fabrikanten, der die Forderungen be- willigt, die Arbeit wieder aufnimmt; ob später noch aus be- sonderen Gründen die Sperre, namentlich über die Reiche'sche Fabrik, zu verhängen sein wird, das soll späteren Verhandlungen vorbehalten bleiben. Nach diesen Erörterungen wurde ein An- trag, welcher jede Wiederaufnahme der Arbeit bis zur Einwilli- .ung sämmtlicher Fabrikanten verbieten wollte, zurückgezogen; die Versammlung beschloß, die Arbeit in denjenigen Werkstätten wieder aufzunehmen, wo die Forderungen bewilligt werden.— Unter der Rubrik„Verschiedenes" kamen die Verhältnisse in einigen Fabriken zur Sprache, die einen Einblick in die traurige Lage der Branche gestatteten und namentlich auch der Thaien, ,n welchen: erschreckenden Uebermaß die Ausnutzung jugendlicher Arbeitskräfte stattfindet. Einig war die Versammlung auch darin, daß der Vorstand über Verhandlungen mit den Arbeitgebern nicht selbstständig regeln, sondern sich streng innerhalb der von der Versammlung gefaßten Beschlüsse halten sollte. Zu diesem Zweck werden weitere Versammlungen stattfinden. Drr Fachvetttiu der Kchloster und Maschinenbau- Arbeiter Keriina und Zlmgegend hielt am 12. April in Nehlitz' Salon, Bergstr. 12, eine Mitgliederversammlung mit folgender Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Peus über: „Selbständige Ueberzeugung, die Grundlage aller Wahrheit." " Aufnahme neuer Mitglieder und Entrichtung der Beiträge. 3. Anträge. 4. Ersatzwahl der Arbeitsnachweis-Kommission. 5. Verschiedenes und Fragekasten. Zum 1. Punkt erhielt Herr Peus das Wort zu seinem Vortrage. Derselbe erntete reichen Beifall. Zur Aufnahme meldeten sich 51 Kollegen. Der 8. Punkt der Tagesordnung wurde der nächsten Generalversammlung über- wiesen. In die Arbeitsnachweis-Kommission wurden die Kollegen Senftleben und Trautmann gewählt. Es wurden die Zustände in der Spandauer königlichen Gewehrfabrik(sogenannte Muster- Werkstätten) besprochen und wurde hierzu ein Antrag angenommen, ans der nächsten Tagesordnung die Mißstände in den kgl. Werkstätten zu setzen, uin bei etwaiger Militärvorlage eine Petition an den Deutschen Reichstag einzusenden. Auch wurde auf das am 19. April im Weddingpark stattfindend» Ver- gnügen aufmerksam gemacht und wurden die Kollegen ermahnt, sich recht zahlreich daran zu betheiligen. Die nächste Mitgliederversammlung findet am Montag, den 28. April, in Keller's Salon, Bergstr. 68, statt, und werden die Kollegen, die in Staatswerkstätten arbeiten, hierzu eingeladen, um die Biißstände klar zu legen. Nach Erledigung des Fragekastens erfolgte um 12Vz Uhr Schluß der Versamnilung. Der Arbeits- Nachweis befindet sich im Süden Tresdenerstr. 116, bei Gründet, im Norden Anklamerstr. 49, bei Nürnberg, geöffnet Wochentags Abends von 8—10 Uhr, Sonntags Vormittags von 10 bis 12 Uhr. r«rf)Utr*ln der»isitzter. Tonnerstag, 17, April, Abends Uhr, In Joel'sU,VUU V-OUIUU, V»,..... 1�1 trag des Herrn Zubetl: Welche Bedeulung hat der Achtstundentag i», Arbeiterinnen 1 8. TiSlussion. 8. Verschiedenes.». Fragekasten. Sa?>' Zutritt. Geffenttiche Generalversammlung sämmtlicher Soll- und S? träger Srrlin» am Freitag, den 18. April, Abends 8 Uhr, Andrea» SS ist Pflicht eines jeden, hier zu erscheinen. Tie Tagesordnung wird Versammlung bekannt gemacht. «roß» Kersammlung sämmtlicher Arbeiter d»r_ Aktirngesellschaft(oermal« Schwarbbvpff) am Tonnerstag, tn der Norddeutschen Braueret, Ehausfeestr. 88. MaschiurickMchemt rstag, den"f'c Haul «roß» öffentlich» Msrsamminng der Graveur» und«fcktffj�unlag� Donnerstag, den 17. April, Abends ä% Uhr, bei Feuerstein, Alt» straße 78. Mitgliederversammlung der Zentral Krankeu» und#t»M der Malrr und verw. BerusSgenofien, Filiale I(Nord), am 17. April, 8 Uhr, bei Gnadt, Brunnenstr. 88. Turnverein„Offen", Blunienstr.«Sa. Männerabiheilung: und Sonnabend«X— 10 Uhr. LehrlingSadtheUung: Montag und To: «X— 10 Uhr. Gäste willkommen! Gesang-, Turn- und gesellig» N»r»iu» am Donnerstag. AI» gesangverein„L«Ma" Abends 9 Uhr in Vettm's Restaurant,«cteranenl Scsangvereln„Brehelschlub" Abends 8X Uhr im Restaurant Mündt, ckerstrabe tov.— Männergcsangverein„Nordstern" Abends» n? nickerstrab» 100.— Männergcsangverein„Nordstern' Restaurant Pohl, Müllerstr�?.— Schäser'scher„Gesangverein Nd» 9 _ mttKK-___ itctn® t Abend» 9 Uhr bei Wolf U. Krüger, Skaligerftr? 128," Gesang.— .Blüthenlranz" Abends» Uhr im Nestaurant Brandenburgstr. so.— WJ Die gesangverein„Alerandcr" Abend» s Uhr im Restaurant Rose, Straub� strabe 8.— Männergesangveretn„FtrmitaS" bei«inner,«öpnickerstt- Gesangverein„Sängerlust", Abend» s Uhr, im Restaurant Landsbergersw Gesangverein„Männerchor St. Urban" Abends 9 Uhr Annenstr. 9.— verein„Deutsche Liedertafel" Abends 9 Uhr Köpnickerstr. 100.— Gesangs „Norddeutsche Schleife" Abends von 9 MS II Uhr, Michaelkirchsü'' Männergesangveretn„SangeSfreundc" Abend» e bis 11 Uhr, Frantfurt» hallen(Krüger), Grobe Franlsurlerstr. 102.—„Brunonia" Abend», Uebungsslunde bei Lehmann, Alerandrinenstr. 82.— Turnverein„Sase»? UCUoCr (LehrlingSabtheUung) Abends 8 Uhr Tieffenbachstr. 80— 01.—„Berliner II.,,..,, aenossenschaft"(7. LehrlingSabtheilunal Abends 8 Uhr in der städtische«' Halle, Briyersir. 17— 18;— desgl. e. Männerabiheilung Abends 8 Up: p städtlschen Turnhalle,«ubenerstr. et,— Lübeck'scher Turnverein a a r Adlheilung) ilbends 8 Uhr Slifabethstr. 87—89.— Allgemeiner Arend» Is 44, Stenographenverein, Abtheilung„Loutsenstadt", AvendS»X lidst�jf fi!s Nestaurant Preub, Oranienftrabe 81.— Arends'kcher Slenographi"�- „Phalanx" Abends 8X Uhr im Nestaurant„Zum Buckoioer Gatten", Bü strabe 9.— Deutscher Verein Arends'scher Stenographen Abends 9> Heidt'S Nestaurant,»oppenstr. 78, Unterricht und Uebung.— Berliner» zraphen-Veresn(System Arends) Abends 9 Uhr im Restaurant s itrabe 208.— Stolze'scher Stenographenveretn„Nord-Berlin" Abend W. Nettschi as«.«chültt. K ,n 18, .. Istr. 44.— Verein der„Zlatürfreunde" Abend» 8 Uhr im BUstj li allen Wienerstr. 88.- Verein der Unruhstädter Abend»»X Uhr tm/ Inftinr stadt-»afino", Holzmarktstr. 7»,— Verein ehemaliger F. W. RettschlA ävtjllUI Schüler am l. und 8. Donnerstag jeden Monat» im ilase«chii dergerstr. 78 Abend» 8 Uhr.— Rauchklnb„kernspihe" Abend», 1., Restaurant Böhl, RüderSdorferstr. 8.— Rauchkluh„Arcona" Abend» jujohnui ' l ZivlinsN, Reichenbergerstr. 71.— Rauchklnb„Dezimalwaage" 0 Uhr im Restaurant Lock,»rauISstr. 48.— Rauchktud„Vorwärts" f Uhr beim Herrn Tempel. Restaurant„Zum AmboS", BreSiauerstr.A»n Mlk „Orientalischer Rauchklub" AbendS» Uhr im Restaurant Wiechert, v»... itrabe 8.- Rauchklub„Krumme Piepe" Abends 9 Uhr Langestr. 70 dei«spulaill dorf.— Rauchllud„Eollegia" Abends 9 Uhr bei Thiemermann, Skalivw — Skatklub„Rückwärts" jeden Tonnerstaa Abend 8 Uhr tm Restaur. BJ UIIIIUJU Palltfadenstr. 47.— Privat-Theatergofellschaft„Adlerschwinae" Sihung> Gartenslr. 14 bei Träger.— Musitveretn„Vorwärts" Uebung Abem «X dt» 10X Uhr, Annenstr. 14 pari. Neue Mitglieder, welche schon können, stnden Austiahme.— VergnügungSvereln„Fartnelly" Abend» Sihung Fideljta« Jnvalidenftr. 13». Gäste willkommen. Ausnahtn» Mitglieder.— Verein ehemaliger Schüler der 28. Gemtindeschul»® »X Uhr Holzmarktstr. 72._ d°!« M (Molff» Trlegraptzrn-Ktireau.) Hreslau, Mittwoch, 16. April. An dem gegenivi Streik betheiligen sich nunmehr ungefähr 8000 Tischler, 3 Anstreicher und Lackirer.,> Kam, 16. April. Nach einem Telegramm des Direktor».ne Obscrvatoriunts in Tusa(Sizilien) beobachtete derselbe 0%o Niittag zwei kurze, mit starkem Getöse verbundene Irgend welcher Schaden ist durch dieselben nicht eng#" worden. - n ( i ü lk 8( der Vedsktion e Reg K.<5. Sie können Ihr Kind nicht aus der Schul« nstl«utet: Haben Sie Beschwerden gegen einen Lehrer, so wenden S» j,. n g. an den Rektor. Sollte dieser Schritt keinen Erfolg- theilen Sie die Angelegenheit einem der Arbeiter-Stadtv«? neten mit. Wenn Sie Ihr Kind an dem„Unterricht" freireligiösen Gemeinde theilnehmen lassen, so wird es vo» Religionsunterricht in der Schule er" entbunden. Mi» pt Rlgck»z der otuttMiijen BerMtiiße in Kpftr Bttliei uui lliitpi). SonntaOi dem 20. April er., Vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Fenske, Landsbergerstr. 37 1 Ordentliche General-Uerfammlung. Tages-Ordnung 1. Bericht des Vorstandes der Rechtsschutz-Kvmmission und des Kassirers. 2. Stawtenberathung. 3. Neuivabl der Arbeitsvermittler. 4. Wahl des Ge- sammtvorstandes und der Rechtsschutz-Kommission. 6. Verschiedene Vereinsangelegenheiten.— Mitgliedsbuch legitimirt. 1018 Der Vorstand. Generalversammlung deS Mi«!;. Wchr»«s d. am 1. Kertins und Umgegend rettag, den 18. April, Nachmittags 4V2 llhr, Brunnenstraße 88. Tagesordnung: Kaffenbertcht des Kassirers und der Revisoren. 1006 Ersatzwahl des Vorstandes. Bericht des Vergnügungskomitees. Vereinsangelegenheiten. .. Verschiedenes und Fragekasten. Um zahlr. Erscheinen ers. der Einberufer I. A.: W. Gründe!, Dresdenerstr. 116. 2. 3. 4. 5. Vereinigung der Drechsler Deutschlands. Ortswerwaltung Berlin I. Versammlung am Sonntag, den 20. April, Vorm. lOVa Uhr, in Sahin's Klubhaus, Annensttaße 16._ 101 1 MwWnimmt»»; der Ortskranken» Kasse der Gürtler zu Berlin am Sonntag, den 20. April, Vormitt. lOVa Uhr, in Sanssouci, Kottbuser- straße 4a. Tagesordnung: 1. Bericht der Prüfungskommission über die Ab- nähme der Rechnungen des ____.,______ Vorjahres. 2. Wahl eines Vorstandsmitgliedes. 3. Antrag wegen Bezahlung der Quit- tnngsbücher. 4. Antrag wegen Bezah- lang der Feiertage. Nach Schluß dieser Versammlung findet daselbst eine Verfammlung für die Mitglieder der Jnvalidenkasse der Gürtler statt. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission über die Abnahme der Rechnungen des Vorjahres. 2. Verschiedenes. 1000 gez.: Kneiff, Vorsitzender. Roh-Tabak rtÄ" Größte Auswahl, billigste Preise. 6. Elkhnysen, Uliintstr. 10. 667 Kranken-«nd Sterbekasse der Berliner Hausdiener (E. H. 61). Zweite ordentliche Generalversammlung Freitag, den 18. April, Abends 9 Uhr, bei Jordan, Neue Grünsttaße 28. Tages-Ordnung: 1. Mittheilungen. 2. Vierteljahres- bericht. 3. Neuwahl des Ausschusses, § 17. 4. Interpellation Herrmann. 5. Aenderung des Statuts und zwar der§§2, 4, 6, 7, 7a, 9, 11, 20. 6. Festsetzung der Remuneration der Vor- standsmitglieder. 7. Verschiedenes, Auflage und Fragekasten. Qutttungsbuch legitimirt. Um pünkt- liches Erscheinen ersucht 1001 Der Vorstand. Fichemn der EtmiMer Ulli» Lithographea Verliils. Generalversammlung am Donnerstag, d. 17. d. � ii) Abends 8V2 Uhr, in Jordan« Salon, Neue Grünstr.28. Tagesordnung: I. Kassenbericht. 2. Abrechnung von der letzt. Mattnee. 3. Abrechnung vom Winterfest. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Mitgliedsbuch legitimirt. Aufnahme neuer Mitglieder. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht 1002 Oer Vorstand. Kinderwagen u. 1 Anzug vk Stäck, Meinelerstr. 78, vorn im Keller. 1016 Facliverein der Bürsten- und Phiselmacher Berlins und Ums Mitgliederversammlung Sonntag, den 20. April, Vornt. lOVa Uhr, in Feuer- stein's Tunnel, Alte Jakobstrape 75. Tagesordnung: 1. Die Lage der arbei- tenoen Klassen und die Sozialresorm. Ref.: Hr. Litfin. 2. Diskussion. 3. Ver- schiedenes und Aufnahme neuer Mit- glieder. Zahlreiches und pünktl. Er- scheinen erwartet Der Vorstand. DerArbeitsnachweis befindet sich beim Kollegen Lindemann und ist täglich ge- öffnet von Morg. 8 Uhr bis Ab. 10 Uhr. Große öWtlilhe VechMlllvg Vöcker Verlios tzente, Donnerstag, den 17. Aprit, Nachmittags 3 Uhr, bei Kuggenhagen, am Moritzplatz. Tagesordnung: 1. Kapital und Arbeit. Referent: R. Baginski. 2. Dis- knssion. 3. Gewerkschaftliches.[1005 Oer Einberufer« W. Wittesch. Auf Abzahlung: Herren, und Knaben- Anzüge, Paletots, sowie Damenkleidcr etc. im Tuch-Geschäft(906 Friuzenstr. 53, B gegenüber der Turnhalle.| WerMtl Jemalemor*®: Hof Partes tAuch a-Th-il� Rixdorf, Prinz Handjery»� Ecke Falkstr., freundl. Vorderwoh"� (Stube u. Küche. Kloset, Wafferle'�, 50—70 Thlr. V r. Meine Buchbinderei besing 4 Auti Gräfestraße 93 1 und bitte. für mich bestimmten Arbeiten � ßsOPT oder nach meiner Wohnung, O1•' uterk straße 10 IV, zu senden..»alon s 7osi K. Janiszewslj/nenje Er ouuen Tüchtige Schlosser und veure auf Glaspreß-Formen ustv blas-Formen werden zum sols!! Antritt nach Rußland gesucht. 9' Solei„Prinz Heinrich"» eenstraße. »ucht, s Va! tte bt Ilübu llkomi _ �ocherstc 5 Schriftsetzer werden bei d gern Lohn in Wilh. Hecht's jst n, druckern, Rixdorf, gesücht. Un Einen Tapezirer, der Klebearbts>�iiete de nehmen kann, sucht H. Schul«- den Stmeonstr. 13. J�cbliebe 954 Verantwortlicher Redakteur:«nrt Laake in Berlin. Druck und Verlag von Ma» Lading in Berlin 8W., Beuthstraße 2 Mamsells auf Knabenanzüge siuigen 1 Stein, Oranienft�y