Freitag, den 18. April 1890. y. Jahrg. Hrgan für die Interessen der Arbeiter. Das„Berliner Volksblatt" ««ftffichemt täglich Morgens auher nach Sonn- und Festtagen. ÄbonneinentspreiS für Berlin frei a l's HauS vierteljährlich 3,3» Mark, monatlich 1,10 Mark, wöchentlich 28 Pf. Einzeln« m,. v_.____________..... � Einzelne Nummer 5 Pf. s«l» Verhältnisse.) 'HW III. N'-t. Die Bewegung der Miethssätze ist für die ar- >-lt-nAitenden Klassen Berlins eine durchaus ungünstige zu sch-n Annen. Die Zahl der kleinen billigen Wohnungen im (««reise bis 150 M. ist von 1881 bis 1886 von 48 895 lreWlf 44 957 gesunken, d. h. von 17,52 pCt. derGesammt- it bis auf 13,95 pCt. Auch die Wohnungen von 150 200 M. vermindern sich in dem genannten Zeitrauni, «1 betrugen sie 16,50 pCt., 1886 nur noch 16,24 pCt. Gesammtheit. Eine stete Zunahme dagegen zeigt sich allen Wohnungen über 800 M., so stiegen u. a. die ohnungen von 200 bis 250 M. von 1881 bis 1886 n 13,83 pCt. auf 15,66 pCt. der Gesammtheit aller ohnungen. Berthold giebt für die Zeit 1840 bis 80 eine sehr anschauliche Uebersicht über den Gang x Miethspreise, die auf den Ermittelungen der Steuer- utation beruht. Es betrugen in Prozenten der Ge- mnitzahl die Wohnungen mit einem Miethspreis Bis 90 M. 90— 150_ 150— 300„ 300— 600„ 600— 900_ 900—1200„ 1200—1500„ 1500—3000_ 8000—4500„ über 4500„ Auch diese 1840—41 pCt. 18,69 31,98 24,52 14,69 4,99 2,20 1,16 1,40 0,37 1850 pCt. 18,78 33,23 24,56 13,70 4,75 2,14 1,04 1,41 0,39 1860 pCt. 9,70 26,09 32,15 17,90 6,33 3,01 1,68 2,38 0,77 1870 pCt. 7,20 27,58 35,74 18,35 0,75 8,43 2,07 3,30 0,69 0,67 1880 pCt 3,68 13,32 37,95 22,14 8,16 4,51 2,80 5,22 1,15 1,07 vierzig Jahre umfassende Periode zeigt e bedeutende Abnahme der Wohnungen im Preise bis 0 M. und eine stetige Zunahme derjenigen im Preise X 150 M. Ii„Es besteht," sagt unser Gewährsmann,„zwischen m Gesammleinkünften einer Familie und den Ausgaben ir die physische Erhaltung ein reger Zusammenhang, der � Regelmäßigkeit eines sozialen Gesetzes hat, welches n«fiutet:„Je geringer die Einkünfte, ein desto [akcii,'v ößerer Theil muß verhältnißmäßig für die p h y- dtvM scheu Bedürfnisse ausgewendet werden." Dr. Schwabe ;• i«�t für Berlin 1867 das betreffende Verhältniß untersucht von ad geftinden, daß z. B. bei jährlich 900 M. Einnahme JAv&t, bei 1500 M. 22,1 pCt., bei 2250 M. 20pCt., 9000 M. 17,4 pCt., bei 12 000 M. 15,1 pCt., bei *) Vergl. Nr. 80, 82. f ett* M pjliiS�lbdcuck verboleny ,eiim Feuilleko»». [12 Ü Ä «Znm Glück der Damen." Roman von Emile Zola. Autorisirte Uebersetzung von Armin Schwarz. Er ward beredsam, seine Stimme[hatte an Wärme ge- onnen; Henriette, welche den Thee servirte, wandte den 1 �'Äops nach ihm um. Als er sah, wie sie lächelte und als QU; merkte, baß auch noch zwei andere Danien im großen ,«alon seinem Gespräch lauschen, verlieh er seiner Stimme glss/ieil helleren heiteren Klang. Kurz, mein Alter, jeder Kaufmann, der heute aus cht, steckt in der Haut eines Millionärs. Vallagnosc lehnte sich bequem in's Kanaps zurück. Er tte die Augen halb geschlossen und saß in einer Pose der rmüdung und Geringschätzung da, die der Affektation nicht llkommen entbehrte. — Pah, murmelte er, das Leben verdient nicht so viel che; es giebt ja keinen rechten Spaß mehr! ., Und da Mouret empört über so viel Gleichmuth. ihn �jocherstaunt ansah, fügte er hinzu: wlÄ." Was kommen will, das kommt, gleich viel, ob man �ratwas dazu thut oder nicht. .Und nun legte er seine pessimistischen Ansichten dar. -�Mr hatte einen Augenblick davon geträumt, sich auf dem Ge- ber Literatur zu versuchen, allein aus seinem Umgang 'y t r- r �0lte!1 M ihm eine Verzweiflung an Allem zurück- —-yjteuueben. Sein letztes Wort war stets, daß alle Anstren- ungen vergebens wären, weil die Welt gar zu blöde sei. 22 500 M. 10,7 pCt. für M i e t h e erforderlich sind. Und der ft'ühere Leiter des königl. preußischen statistischen Bureaus, Engel, berechnet für die einfache E r- it ä h r u n g einer Durchschnittsfamilie bei 900 M. Einkommen 71,5 pCt., bei 1500 M. 68 pCt., bei 2250 M. 66,8 pCt., bei 4500 M. 60 pCt. Je höher die Mieths- sätze steigen, desto tiefer sinkt die Lebenshaltung der kleinen Leute, die von den Ausgaben für Kleidung, Gesundheits- pflege, Bildungszwecke, Erziehung der Kinder u. s. w. sparen müssen. Berthold hat eigene Erhebungen ange- stellt, die das Resultat lieferten, daß in Berlin die kleinen Leute„mehr als Vs, vielfach v. bis Vs ihres Einkommens für Miethe ausgeben müssen". Der Arbeiter zahlt in der Regel„eine höhere Miethe, als dies nach dem Arbeits- verdienst unter Berücksichtigung der Ausgaben für seine physischen Bedürfnisse möglich ist". Der zunehmende Mangel an kleinen Wohnungen zwingt viele Arbeiterfamilien, sich größere Wohnungen für einen Betrag zu miethen, der außer allen» Verhältniß zu ihrem Einkommen steht. Die Folge davon ist, daß sie After- miether, Schlafburschen, Schlafmädchen bei sich aufnehmen; in wie hohem Maße dies gerade in den von Proletariern bewohnten Berliner Quartieren geschieht, ist von uns bereits früher gezeigt worden. Derartige Zustände sind aber weder vom Standpunkt der Hygiene, noch vom Standpunkt der dem Bourgeois angeblich so theuren Moral als günstige zu bezeichnen. Die Dichtigkeit der Bewohner nimmt stetig zu. Es gab Grundstücke mit 1871 1375 1880 851 797 795 2—5 2885 3213 8197 6—10 11—20 21—90 8504 3890 4116 4886 5790 6388 über 30 Wohnungen 1765 587 2134 813 2794 1228 Je dichter die Menschenmassen sich zusammendrängen, um so höher die Gefahr für die Volksgesundheit. Wie sollen in solchen dumpfen, engen, stickigen, lichtarmen Ge- lassen die Menschen gedeihen, wie können hier Kinder frisch und fröhlich aufwachsen? Von je 1000 Grundstücken hatten im Jahre 1875 79 Grundstücke 1 bis 10 Bewohner, 1880 wiesen nur 74 dies günstige Verhältniß auf; ebenso wiesen die Grundstücke mit 11 bis 20 Bewohnern eine Abnahme von 106 auf 99, die mit 21 bis 50 Bewohnern eine solche von 337 auf 322 auf. Dagegen hatten von je 1000 Grundstücken 51 bis 100 Bewohner 1875: 347, 1880: 355; 101 bis 150 in 1875: 100, 1880: 112� über 150 im Jahre 1875: 31, 1880: 38. Die Zahl der Aftcriniether betrug 1880: 1,45 auf eine Haushaltung; im Ganzen wurden in 61 029 Haushaltungen 88 637 Aftermiether gezählt. Auch mit den Genüssen sei es vorüber, nicht einmal Schlechtes zu lhun, gewährt mehr Vergnügen. — Amüsirft Du Dich etwa? fragte er schließlich seinen Freund. Mouret war vom Erstaunen zur Entrüstung über- gegangen. — Wie, ob ich mich amüsire? rief er aus. Was redest Du da für krauses Zeug? Gewiß, ich genieße das Leben und selbst dann, wenn die Dinge schief gehen. Und dann erst recht, weit ich darüber wüthend bin, daß sie schief gehen. Ich bin ein leidenschaftlicher Mensch und nehme das Leben nicht so ruhig hin. Vielleicht ist es das, was mich daran interessirt. Dabei warf er einen Blick nach dem Salon und fuhr im Flüsterton« fort. — Ach, die Weiber haben mich schon zu vielen Dumm- heilen verleitet, ich gebe es zu. Aber, wenn ich eine habe, so halte ich sie auch fest; die Sache geht nicht immer seht und ich nehme mir meinen Theil heraus. Uebrigens sind es nicht die Weiber, die meinem Leben den Inhalt geben, denn zum Schluß mache ich mich doch nur lustig über sie. Man muß ivollen und handeln, man muß etivas schaffen .... Du hast eine Idee, Du kämpfst für dieselbe. Du treibst sie den Leuten mit Hammerschlägen in den Schädel, Du siehst sie wachsen und triumphiren.. Ach ja, mein Alter, ich unterhalte mich ganz gut. Die ganze Freude der Thätigkeit, die ganze Heiterkeit der Existenz klang aus seinen Worten hervor; er wieder- holte einigemal, daß er ein Sohn der Zeit sei. In der That, meinte er, es müsse Einer schlecht gebaut, gebrechlich sein und einen hohlen Schädel haben, um nicht irgend etwas an- zufangcn in einer Zeit, wo es so viel zu arbeiten gebe und Ivo das ganze Jahrhundert an dem Aufbau der Zukunft beschäftigt sei. Und er machte sich weidlich lustig über die Als übervölkerte Wohnungen gelten nach Reese die Wohnungen mit keinem und diejenigen mit einem heizbaren Zimmer, in denen 6 und mehr Be- wohner, und die Wohnungen mit 2 heizbaren Zimmern, in denen 10 und mehr Bewohner sich aufhalten. Nach dieser Annahme wären 1875 von 166 043 kleinen Wohnungen 22 823, 1880 von 198 640 22 890 übervölkert gewesen. In den kleinen Wohnungen befanden sich 1875 685 328 Menschen, in den übervölkerten 162 492; für 1880 wurden 790 425 bezw. 159 639 Bewohner fest- gestellt. Aber Berthold weist mit Recht darauf hin, daß der Maßstab des Herrn Reese viel zu weit gegriffen ist, daß an diesem Maßstab gemessen die Zustände bei Weitem günstiger erscheinen als sie in der nüch- lernen Wirklichkeit sind. Aber es ist nun einmal die Art Reese's, des Breslauer Statistikers, Alles, was Löhne und Lebensverhältnisse der Arbeiter betrifft, in rosenrother Farbe zu malen. Er und seine gläubigen Leser würden sich sicher dafür bedanken, die Wohnungen zu benützen, welche sie für noch nicht über- völkert halten. Eine Wohnung mit keinem heizbaren Zimmer, in welcher fünf Personen Hausen, ist nach Reese normal! Berthold trifft das Richtige, wenn er sagt:„Als Rormalverhältniß wird eine gleich hohe Zimmer- und Bewohnerzahl gelten dürfen; eine glückliche Lage, in der sich 1880 nur 136 600 Berliner befanden. 1880 zählte aber die Reichshauptstadt 1 122 330 Einwohner! Doch angenommen, daß eine müßige Häufung der Bevölkerung bis zum Doppelten zulässig erscheinen, so muß als eine übermäßige Häufung, d. h. als Ueber- völkerung gelten, wenn vas Doppelte überschritten worden. Es ist, von diesem Standpunkt aus bettachtet, eine Ueber- völkerung dann vorhanden, wenn mehr als zwei Personen in einem heizbaren Zimmer(die nicht heizbaren halb ge- rechnet), niehr als vier Personen in zwei heizbaren Zimmern, bezw. zwei Personen in einem nicht heizbaren Räume wohnten. Es hat sich hiernach für 1880 ergeben, daß in Berlin 640 600 Einwohner in übervölkerte« Woh- nungen sich befanden. Mehr als vier Bewohner pro heizbares Zimmer gab es 1880 in 309 361 Fällen, d. h. 19,1 pCt. der Gesammtbevölkerung. Wir sind am Ende unserer Betrachtung. Die Uner- quicklichkeit der Wohnungszustände des werklhätigen Volks in Berlin tritt klar zu Tage. Je schärfer der Gegensatz zwischen Reich und Arm wird, desto ärger werden auch die Folgeerscheinungen des Kapitalismus werden, desto größer wird also auch die Wohnungsnoth. Aber das Proletatiat, zusammengeballt in seinen Verzweifelten, über die Degoutirten und Pessimisten, die in- mitten der ungeheuren Werkstätte unserer Zeit die weiner- liche Miene eines Poeten oder die Schmollmiene des Skeptikers annehmen. Das ist eine saubere Rolle, angesichts der Arbeit der Uebrigen: sich hinstellen und vor Langeweile gähnen! — Das ist mein einziges Vergnügen: vor den Anderen zu gähnen, sagte Vallagnosc mit einem kühlen Lächeln. Mouret nahm einen wärmeren Ton an. — Ach, dieser liebe alte Paul, immer der nämliche paradoxale Mensch! wir haben uns doch nicht wiedergcfun- den, um uns zu streiten. Glücklicher Weise hat Jeder seine eigenen Ideen. Aber ich muß Dir einmal meine Maschine in Bewegung zeigen. Du sollst sehen, daß die Sache gar nicht so dumm ist. So erzähle mirjboch etwas Neues. I hoffe, Deine Mutter und Deine Schwestern befinden si wohl. Es hieß ja, daß Du vor sechs Monaten in Plassans Dich verheirathet habest? Eine plötzliche Eeberde Vallagnosc's unterbrach ihn. Und da Mouret merkte, daß der Andere mit unruhigen Blicken im Salon umherschaue, wandte er sich um und bemerkte nun, daß Fräulein von Boves kein Auge von ihnen ließ. Blanche war groß und stark und ihrer Mutter sehr ähnlich, nur, daß bei ihr das Gesicht schon jetzt zur Verfettung neigte und dadurch die Züge ver- schwammen. Mouret befragte ihn diskret, worauf Paul erwiderte, daß noch nichts bestimmt sei und daß vielleicht auch nichts daraus werden werde. Er habe die junge Dame bei Mme. Desforges' kennen gelernt, zu der er im vorigen Winter häufiger gekommen sei, während er jetzt nur seltener im Hause erscheine; letzterer Umstand erkläre auch, wie es gekommen, daß er Octave noch nicht begegnet war. Er habe auch Zutritt zur Familie Boves, fuhr er fort, und er Massenquartieren, seinen Zinskasernen, seinen jammer- vollen Schlupfwinkeln, wird zugleich immer nachhaltiger, tiefer, gewaltiger von der Einsicht in seine Klassenlage er» griffen. Klassenbewußtsein und Solidarität führen es unter das kühn flatternde, stolze Panier der Arbeiter- Partei, die nicht mit Palliativmittelchen und Quacksalbereien biderber Wohnungs- und Bodenreformerei, sondern mit der Waffe der demokratischen Sozialreform die soziale Misere bekämpft. Ist die Produktionsweise umgestaltet, sind die Klasseugegensätze beseitigt, dann vergehen die sekundären Uebel des herrschenden Systems, auch die Woh- nungsnoth, wie Schnee vor der Frühlingssonne. DolikiMs Mebevfichk. iltbtv die Konferenz, welche die sozialdemokratische Fraktion am vorigen Sonntag in Halle a. S. gehabt hat, wird uns von einem Fraktionsmitglied geschrieben: In der gegnerischen Presse finden sich Berichte über die Ver- handlangen der sozialdemokratischen Fraktion des Reichstages, in denen davon die Rede ist,„daß die Meinungen über die Feier des 1. Mai d. I. weit auseinander gingen", und daß schließlich ein„Kompromiß zu Stande gekommen sei, um den in der Fraktion befindlichen Riß zu verkleistern". Dem gegenüber erscheint es geboten, festzustellen, daß die Verhandlungen die vollständigste Uebereinstimmung bezüglich der Nothwendigkeit, am 1. Mai d. I. zu Gunsten der nationalen und internationalen Arbeiterschutz-Gesetzgebung zu manifestiren, ergeben haben, und daß weder„ein Riß zu verkleistern", noch ein Kom- promiß abzuschließen war. Tie Konferenz, welche unter Vorfitz des Abgeordneten Singer berieth, war zahlreich besucht und faßte ihre Beschlüsse mit einer an Einstimmigkeit grenzenden Majorität, so daß dieselben ein hocherfreuliches Zeichen der Einmüthigkeit bilden und alle Hoff- Nungen der Gegner auf„Spaltung" und„Uneinigkeit" innerhalb der sozialdemokratischen Partei und ihrer Leitung zu Schanden machen. Jem Abg. Kel-el ging aus Adelaide in Südanstralien folgender Brief zu, den wir des allgemeinen Interesses halber, den er für die Partei hat, wörtlich zum Abdruck bringen. Der Brief zeigt, welch großen Eindruck überall auf dem Erdenrund, wo Arbeiter sich befinden, der Ausfall der Wahlen am 20. Februar machte: Adelaide, S.-Sl., den 5. März 1890. Geehrter Herr! Den Unterzeichneten gereicht es zur be- sondereu Freude, Veranlassung zu haben, diesen Brief an Sie zu richten. Im Laufe der letzten Woche wurde hier durch die Kabel- telegramme der englischen Zeitungen bekannt, daß die sozial- demokratische Arbeiterpartei Deutschlands wiederum einen groß- artigen Sieg errungen, die abgegebenen Stimmen sich wiederum fast verdoppelt und über dreißig Kandidaten eine Majorität erhalten haben, welche Nachricht auch hier von den Arbeitern mit Jubel und Genugthuung begrüßt wurde. Diese Freude fand ihren Ausdruck darin, daß in der am Montag, den 3. März, abgehaltenen Versammlung des„Südaustralisch Allgemeinen Deutschen Vereins" folgender Beschluß ni kurzer Debatte einstimmig gefaßt wurde:„Der S ü australische Allgemeine Deutsche Verein beglückwünscht herzlich st die sozialdemokrati- sche Arbeiterpartei Deutschlands zu ihrem Erfolg bei den letzten Wahlen und sendet diesen Glückwunsch als ein Zeichen, daß die deutschen Arbeiter auch in der neuen Heimath die große Sache der Sozialdemokratie nicht v erg ess en haben." Diesen Beschluß zur Ausführung zu bringen, ist der Zweck dieses Briefes, welcher an Ihre Adresse gerichtet ist, in der Ueberzeuguna, daß durch Sie dieser Beschluß die größte Ver- breitung in der Partei finden wird. Da der S. A. Allg. D. Verein in Deutschland unbekannt sein dürfte, so erlauben Sie uns wohl hier einige Worte über denselben. Der im Jahre 1886 von einigen Arbeitern gegründete, aus freier Basis be- ruhende S. A. Allg. D. Verein ist zu einem Zusammenkunfts- ort der deutschen Arbeiter geworden und zählt zur Zeit etwa 870 Mitglieder. Der Verein steht auf eigenen Füßen, hat eigene große Lokalitäten in Gan's Arcade, Adelaide, und ist im Besitz einer werthvollen Bibliothek, welche nahe an 1000 Bände umfaßt und stark benutzt wird. Um zu zeigen, welcher Geist in diesem Verein herrscht, wollen wir noch erwähnen, liebe besonders den Vater, einen sehr liebenswürdigen Herrn, einen ehemaligen Lebemann, der sich jetzt in die Administration zurückgezogen habe. Uebrigens sei kein Ver- mögen oa; Madame de Boves hat ihrem Gatten nichts, als ihre junonische Schönheit zugebracht, die Familie lebte nur kümmerlich von einem mit Schulden belasteten Landgute, zn welchem noch 9000 Franks hinzukommen, die der Graf als Generalinspektor der Gestüte bezieht. Unter solchen Um- ständen sind die Damen, Mutter und Tochter natürlich in Geld sehr beschränkt und es kommt gar nicht selten vor, daß sie ihre Roben selber ausbessern und umändern. — Also, wo steckt denn die Schivierigkeit? fragte Mouret. — Mein Gott, wir werden ja auch ein Ende machen müssen, sagte Vallagnosc in müdem Tone. Aber wir haben noch«imge Hoffnungen, wir erwarten das Wohlwollen einer alten Tante. Mouret hatte mittlerweile Herrn v. Boves nicht aus den Augen gelassen, der sich sehr angelegentlich nüt Mme. Guibal zu beschäftigen schien. Mouret wandte sich jetzt zu seinem Freunde und blinzelte so bedeutungsvoll auf die Beiden hinüber, daß Vallagnosc sich veranlaßt fühlte, zu sagen: — Nein, nicht diese,.. wenigstens jetzt noch nicht... Das Malheur ist, daß er fortwährend dienstlich im ganzen Lande herumreist, um die Hcngfien-Depots zu besichtigen und sogleich stets Vorwände hat, zu verschwin- den. Vorigen Monat, während seine Frau ihn in Perpiguan glaubte, lebte er mit einer Klavierlehrerin in einem Vorstadt-Hotel. Sie schwiegen jetzt eine Weile, dann, nachdem Paul die Galanterien des Grafen beobachtet hatte, fügte er hinzu: — Meiner Treu, Dn kannst Recht haben, umsomehr, als man sich erzählt, daß die liebe Dame gar nicht grausam ist. Man erzählt ein sehr drolliges Abenteuer, das sie mit einem Offizier gehabt haben soll... Aber schau ihn nur an: ist es nicht komisch, wie er fie mit den Augenwinkeln magnetisirt! Das ist Altfrankreich, mein Lieber! Ich liebe diesen Mann und wenn ich seine Tochter heirathe, so ge- schieht es nur seinethalben! ' daß am hundertjährigen Jahrestage der Erstürmung der Vanille eine große öffentliche Erinnerungsseier stattfand, an welcher sich Deutsche, Engländer und Franzosen stark be- theiltgten, so daß die hiesigen Zeitungen gezwungen wurden, längere Berichte über dieselbe zu bringen. In der Hoffnung, daß bald alle Arbeiter zum Klassen- bewußtsein kommen, zeichnen mit sozialdemokratischem Gruß H. Hanold, Karl Wiese, Vorsitzender. Schriftführer. Karl Barth, Bibliothekar. Der Wurm, welcher nicht sterben kann. Der Termin in Sachen des Liebknecht'schen Bannbruchs ist vom 18. d. Mts. auf den L.Mai verlegt worden, weil vorher noch eine gericht- liche Vernehmung des Angeklagten statt haben muß, der bisher nur polizeilich vernommen worden ist(auf dem Bahnhof Frank- fnrt). Der Gesetzentwurf über die Arbeiterschutzgesetze ist nach den„Verl. Pol. Nachr." dem Bundesrath zugegangen. Ci» aufrührerischer Ruf(er! seäitioux) seitens eines Deutschen aus sranzösischem Gebiet nahe der elsaß-lothringischcn Grenze, welcher über die Grenze hinweg erschallt und in Elsaß- Lothringen gehört wird, ist, nach einem Urtheil des Reichsgerichts, 1. Strafsenats, vom 23. Dezember 1889, ebenso strafbar wie der im elsah-lothringischen Gebiet selbst ausgestoßene Ruf. Es findet darauf das in Elsaß-Lothringen gellende Strafgesetz vom 25. März 1822, Art. 8, Anwendung. In Kenig auf den dentsch-schweizerischen Dieder- lassnngovertrag erfährt die„Schweizer Handelszeitung" aus angeblich bester Quelle, daß die Verhandlungen schon im nächsten Monat wieder beginnen sollten, während andere Blätter dies dcmentiren.— Es wird ja ein Leichtes sein, bei Beginn der Reichstagssession darüber Klarheit zu erhalten. Kon der Intoleranz der Geistlichen hat man schon viel gehört. Eins der stärksten Stückchen ist aber vor kurzem in L a u s i g k passirt, wo der Geistliche einem von der ersten Frau geschiedenen Mann, der sich mit der zweiten nicht kirchlich hatte trauen lassen, das Avendmahl wegen— Ehebruchs verweigerte! Der Mann hat die richtige Ant- wort gegeben, er ist aus der Kirche ausgetreten. Eine Be- schwerde an die vorgesetzte Behörde wäre bei der herrschen- den Strömung aussichtslos geivesen. Die au» fächstfchen Ulilitärvereinen ausgeschlossenen Sozialdemokraten werden auf Herausgabe ihrer eingezahlten Beiträge klagen, die meistens ziemlich hoch sind, da seit einem guten Jahrzehnt, d. h. seit die Verhetzung der ver- schiedenen Volksklassen gegeneinander in die Mode gekommen ist, keine Sozialdemokraten sich mehr in Militärvereine haben aufnehmen lassen. Die Statuten der sächsischen Militär- vereine sind eben so gehalten, daß sozialdemokratische Ge- sinnung nicht als Grund betrachtet werden kann, jemanden seiner Einzahlungen zu berauben. Auf die bevorstehenden Prozesse darf man gespannt sein. Uebrigens vegetiren viele der sächsischen Militärvereine blos noch. Namentlich die im sschim Erzgebirge, wo die sozialdemokratische Bevölkerung tarhMveriviegt. _ ffrnbura, den 14. April. Der„Frkf. Ztg." wird ge- ieben: Welche Praxis das Großh. Ministerium des Kultus d der Justiz beobachtet, dafür ein belehrendes Beispiel. Ne- dakteur Geck hier, der wegen eines politischen Vergehens nach Abzug der Untersuchungshaft noch 60 Tage Gefängniß zu ver- büßen hatte, erbat sich vom Ministerium die Erlaubniß, diese Strafe im hiesigen Gefängniß, wo solche bis zu 4 Monaten verbüßt werden, absitzen zu dürfen, um in der Nähe des Geschäftes zu sein, dessen einziger Inhaber er ist. Das Ministerium ver- warf das Gesuch und der Redakteur mußte in das Gefängniß Freiburg. Tagegen gewährte dasselbe Ministerium einem Frei- burger Geschäftsmanne, welcher wegen einer betrügerischen Hand- lung eine Gesängnißslrafe im Landesgefängniß verbüßen sollte und nicht haben wollte, daß man in Freiburg von seinem Stxas- antritt erfährt und spricht, die Bitte, im Gefängnisse zu Offen- bürg seine Schuld abzubüßen. Redakteur Geck wandt« sich auf den Rath der Landes-Gefängnißdirektion Freiburg, insbesondere des Anstaltsgeistlichen Kraus, an das Justizmimsterium wegen Gewährung irgend einer Zeitung zur politischen Information, um nach beendigter Strafzeit seinen Berufsgeschäften als politischer Schriftsteller nachkommen zu können(dem Herrn Pfarrer Kraus obliegt nämlich die Sorge für das berusliche Fortkommen entlassener Gefangener). Das Ministerium venvarf zum Erstaunen der Freiburger Berwattung die Bitte um Zeitungs- lektüre, gestattete nicht einmal diejenige des Regierungsorgans, genannt„Karlsruher Zeitung". Vorher wurde einem politischen Gefangenen von kaustnännischem Berufe wenigstens das Wochen- blatt der„Frankfurter Zeitung" gewährt, etwaiger anderer Fälle Mouret lachte vergnügt und als er hörte, daß die erste Idee einer Heirath zwischen ihm und Blanche von Madame Desforgcs herstamme, fand er die Geschichte noch besser. Die gute Henriette fand ein Vergnügen daran, die Leute zu ver- heirathen, so sehr, daß, wenn sie die Töchter versorgt hatte, sie die Väter unter den Damen ihrer Bekanntschaft Freundinnen wählen ließ, natürlich alldies mit voller Wahrung des Anstandes, ohne daß die Welt jemals Stoff zu Skandalen dabei ge- fundcn hätte. Jetzt erschien sie eben in der Thüre des kleinen Salons, gefolgt von einem ungefähr sechszigjährigen Herrn, dessen Eintritt die beiden Freunde nicht bemerkt hatten. Im Ge- spräch der Damen da drin ertönte von Zeit zu Zeit ein hellerer Ton; das Geklirr der Theelöffel bildete die Be- gleitung dazu. Ein Strahl der hinter den Wolken plötzlich hervorbrechenden Abendsonne vergoldete die Wipfel der Kastaiüenbäume des Tuileriengartens, drang dann in Form eines Goldstaubes durch die Fenster in den Salon und schien den Brokatellestoff der Möbel in Brand zu stecken. — Hier, lieber Baron, sagte Mme. Dessorges. Ich stelle Ihnen Herrn Oktave Mouret vor, der das lebhafte Verlangen hat, Ihnen seine Hochachtung zu bezeugen. Dann wandte sie sich zu Octave und fügte hinzu: — Herr Baron Hartmann. Auf den Livpen des Greises erschien ein feines Lächeln. Er war ein kleiner lebhafter Mann, mit einem großen Elsässer Kopf, das dicke Antlitz bei der geringsten Falte des Mundes, bei dem leichtesten Blinzeln der Augen von einer Flamme der Intelligenz aufgehellt. Seit zwei Wochen widerstand er dem Verlangen Henriettens, welche von ihm diese Zusammenkunft forderte; nicht, als ob er allzu eifer- süchtig gewesen wäre, hatte er sich ja doch schon in seine Rolle des beschützenden Vaters gefunden— sondern, weil dies schon der dritte Freund war, mit welchem Henriette ihn bekannt gemacht hatte»rnd weil er fürchtete für die Dauer lächerlich zu werden. Deswegen war, als er Octave näher trat, das seine Lächeln auf seinen Lippen erschienen, welches besagen wollte, daß er, der reiche Protektor, sich wohl liebenswürdig zeigen, aber keineswegs betrogen sein wolle. nicht zu gedenken. Redakteur Geck mußte sich deshalb eifriger der Fabrikation von Papiers istken und Düten i Dje Behandlung seitens der GefZWsißdire?kloN war ei» Wegen der an das Ministerium eingereichten Anfragen f gefangene Redakteur dem Ministerium an Sporteln� alln 36 M. entrichten, eine Summe, die den Verpflegungskosten% der ganzen Strafhaft nahe steht. In der GefängnißordnB steht geschrieben, daß sich der Gefangene mit Anfragen an die vorgesetzten Behörden wenden dürfe. Leider verz beizufügen, daß die Antwort„Nein" von der obersten» mit Taxen von 10 bis 10 M. belegt ist— für diejenige». bezahlen können. 1 Rudolstadt. 15. April 1890. Am 13. d. Mts. Nr. 15 des„Thüringer Volksblatt" wegen des der Volks-Tribüne" entnommenen Artikels„Der Antheil der � an der gesteigerten Produktton" polizeilich beschlagnahm� Au» Kachst», den 16. April, wird uns gesep Die Entscheidungen der sächsischen Gerichte in Fragt» Sozialdemokraten betreffen, werden immer seltsamer mittelbar nach der Reichstagswahl hatten 2 Spm� einer Mittweidaer Fabrik eines Tages zwei kleine o r a> f a r b e n e Papierfähnchen an ihren Maschinen angt» und zwar waren diese Fähnchen aus Zetteln gefertigt. die Arbeiter zum Auszeichnen der Garne gebrauche»c wurden deshalb dem Bürgermeister denunzirt und da urtheilte sie, ohne sie gehört zu haben, zu sieben Tags* und zwar wegen Anbringung republikann Abzeichen. Die Arbeiter erhoben Einspruch vor» und sind bis jetzt sowohl vom Schöffeugericht wie voo> gericht in die gleiche Strafe vernrtheilt worden. Ajj! wird die Angelegenheit das Oberlandgericht besap und man darf gespannt sein, ob auch dieses die O r aJ färbe der Fähnchen als republikanisches� ansieht und die Verurtheilung bestätigt. Wenn man i den letzten Reichstagsverhandlungen erinnert, daß? ein schwarz-weiß-roth bedrucktes Taschentuch vs» Tribüne des Reichstags gezeigt wurde, das sächsischen Oberlandgericht als roth angesehene (darauf hin ist die Verurtheilung seines Trägers M worden) so ist die Neugier über das Urtheil im vorltf Falle wohl gerechtfertigt. j Auch in der Bestrafung des Boykotts zeigt sich I? den verschiedenen sächsischen Landgerichten gegenrojjD rührende Uebereinstimmung. Das Chemnitzer, Leippj Dresdener Gericht haben bis jetzt die öffentlichen M rungen, die ihnen zur Aburtheilung vorlagen, r. fällig angesehen. Das Oberlandgericht, das früher(4 gesetzt urtheilte, wird auch hier zu entscheiden haben. thümlich ist nur, daß die Staatsanwaltschaften und in Sachsen so eifrig den Boykott, der von den Sozi kraten ausgeht, verfolgen, aber keinen Schritt thu« verfolgen, wenn er von anderer Seite geübt wird. 1 uns eine Beilage des„Börsenblattes für den deutsch« Handel" vor, das laut Bericht des Rechnungsaussch» Börsenvereins der deutschen Buchhändler am 15. Mai 2447 Exemplaren und zwar an 1418 Mitglieder.des S eins und 1029 NichtMitglieder versandt wurde. In die werden die Buchhändler angewiesen, den in demff zeichneten Buchhändlersirmen bis zu anderweiter machung des Vorstandes, gar nicht oder n« beschränktem Rabatt zu liefern, und ßs halb, weil die in die Acht erklärten Firmen sich an« „Börsenverein" normirten Verkaufspreise der Büch« binden. Hier liegt also ein Boykott in optima io: der Jahr für Jahr durch alle Nummern des„Börss vom Vorstand des Börsenvereins der deutschen Bu< geübt wird, ohne daß bis jetzt ein staatsanwaltliq darnach krähte. Die Verurtheilungen der Soziald«> wegen Boykotts dürfte woyl der einen oder ani geächteten Firmen nahe legen, die Leipziger Staat schaft auf diese Vorgänge im Börsenverein aufm? machen, um feststellen zu lassen, ob den Herren im verein erlaubt sein soll, was den Sozialdemokrat boten ist. Die Forderung unserer Parteigenossen im 1 Landtage, das Schulgeld aufzuheben, finden endlich „Dresdener Nachrichten" gerechtfertigt. Sie schreibe Preußen ist bereits das Schulgeld in den Volksschs gehoben. Auch Sachsen wird sich auf die Dauer die! regel nicht entziehen können." Das meinen Unserem Kultusminister wird aber die Beautragun Maßregel um deswillen besonders schwer fallen, me» vier Jahren, als die Forderung sozialdemokratisch« — O, mein Herr, sagte Mouret mit seinem lischen Enthusiasmus, die letzte Operation des i mobilier ist wahrhaft erstaunlich gewesen! Sie glaub wie glücklich und stolz ich bin, Ihnen die Hand dürfen. — Zu liebenswürdig, mein Herr, zu lieb wiederholte der Baron lächelnd. Henriette betrachtete die Beiden mit ihren klares ohne jede Verlegenheit. Sie blieb bei ihnen, schönen Kopf und ging bald zu dem Einen, bal« j Andern; sie trug eine Spitzenrobe, welche ihre feff'.� knöchel und ihren schön gebauten Hals sehen%| schien entzückt zu sein, als sie die beiden Herren F verstehen sah., J — Meine Herren, sagte sie schließlich, ich übe« nun Ihrem Gespräch. Dann wandte sie sich zu Paul, der sich erh" und fügte hinzu: — Eine Tasse Thee gefällig, Herr v. VallaF — Wird dankend angenommen, Madame. Beide kehrten nun in den Salon zurück. Mouret setzte sich nun wieder auf das Kan� dem Baron Hartmann schon Platz genommen � junge Mann erging sich in neuen Lobsprüchen � Operation des Credit immobilier. Dann kam ssjl Gegenstand zu sprechen� den er auf dem Herzen U sprach von der neuen Straße, von der Verlang Rue Reaumur, von welcher ein Theil unter dcw� Rue du dix Decembre zwischen der Place de la"< der Place de l'Opera demnächst eröffn«' sollte. Die Expropriation war seit 13 Monaten v f Sache und die Jury sollte demnächst ausgelo?b iZ das ganze Stadtviertel interessirte sich leidenschastl�- i riesige Demolition, für den Zeitpunkt des BegiM'� beiten und für diejenigen Häuser, welche der Ze«Ai weiht seien. Er, Mouret, warte nun schon seit � auf diese Arbeiten, vor Allem, weil er einen\ f der Geschäfte voraussieht, ferner, weil er sein Hj* vergrößern sucht, in einem Maße, welches er r' stehen wagt. Nachdem die Rue du dix Dscemv stellt wurde, die Unklugheit beging, dieselbe als eine„so- zialistische" zu bezeichnen, die nie seine Zustimmung finden würde. Sozialdemokratischerseits gedentt man für die im Herbst 1891 wieder beginnende Landtagssession eine allge- meine Agitation für die Beseitigung des Schulgeldes ins Leben zu rufen. Regierung und Landtag sollen nicht im Zweifel darüber gelassen werden, was in dieser Frage die Stimmung deS Landes ist. Im Plauen'schen Grunde beginnen auf den Freiherrlich v. Burgk'schen Kohlenzechen die Maßregelungen der Arbeiter, soweit dieselben dem„Verband sächsischer Berg- und Hütten- arbeiter" sich angeschlossen haben. Herr v. Burgk liebte es bis- her sehr, den„Arbeiterfreund" hervorzukehren. Diese Arbeiter- sreundlichkeit dauert aber hier wie anderwärts eben nur so lauge, als die Arbeiter vor ihren Herren aus dem Bauche liegen und sie als ihre Wohlthäter preisen. Ein selbst- ständiger Arbeiter ist dem Unternehmerthum ein Greuel. An der„Baumblütheparthie" der Dresdener Arbeiter am letzten Sonntag betheiligten sich über 4000 Personen. Eine sehr üble Demonstration wurde dem Bienert'schen Mühlenetablissement im Planenschen Grunde dargebracht. Als die Schaarcn hier vorüberzogen, ertönten tausendstimmig d'» Rufe:„Die Madenmühle hoch!"„Madeumüller her- sich aber, dieser Ausforderung um über die Lohnsrage zu verhandeln. Der Vorsitzende ermahnte die Anwesenden, eine ruhige Haltung zu beobachten und jede Störung zu verhüten. Der Berichterstatter theilte hierauf die Entscheidung des Magistrats und die Erklärung der Meister mit, daß sie eine summarische Kiwdigung nicht annehmen und jede Arbeitseinstellung ohne persönliche 14 tägige Kündigung als Kon- traktbruch betrachten werden. Der Ausschuß stellte daher den Antrag, daß jeder Gehilfe seinem Meister persönlich die 14tägige Kündigung geben sollte. Dieser Antrag wurde jedoch mit dem Rufe:„Wir wollen nicht backen", abgelehnt und«in Streik be- schlössen. Mährisch Ostrau, 17. April. Nach Tausenden zäh- lende Arbeiter veranlaßten gestern Abend in alleil hiesigen Gruben und Fabriken, die sich dem Streik noch nicht angeschlossen hatten, die Arbeitseinstellung. Sodann zogen die Streikenden nach Wit- koivitz und veranlaßten auch dort die Arbeiter zum Anschluß an den Streik, welcher imnler größere Dimensionen annimmt. Nach Witkowitz sind zwei Kompagnien Militär abgegangen. aus!" Die Besitzer hüteten Folge zu leisten. Ein Strafgesetz gegen Ziing« und Kartelle ist nach den neuesteli Nachrichten von der Legislatur des Staates Iowa am 31. März angenommen worden. Die neue„Anti- Trust-Bill" verbietet geschäftliche Kombinationen zum Zwecke der Regulirung von Preisen und der Beschränkung der Pro- duktion. Uebertretungen sollen mit einer Geldstrafe von 500 bis 5000 Dollars und mit Gefängniß bis zu einem Jahre geahndet werden; Korporationen, welche sich einer solchen Vereinigung anschließen, sollen ihr Privilegium ver- lieren.— Wir glauben nicht an die Wirksamkeit eines der- artigen Gesetzes. Die Kapitalisten finden leicht Mittel und Wege, solche Bestimmungen zu umgehen, entweder, wie es in Amerika üblich ist, einfach auf dem Wege der Bestechung, oder dadurch, daß eine neue Form fiir dieselbe Sache ge- sunden wird. Jnteressirt an der Beschränkung der Trusts ist nur die Kleinbourgeoisie, die sich gegen die übermächtige Konkurrenz des koalirten Großkapitals zu schützen sucht. Die Arbeiter dagegen sehen in der Bildung von Ringen zmd Kartellen nur eine Beschleunigung des Aufhäufungs- Prozesses des Kapitals in immer weniger Händen. Und das ist eine nothivendige Vorbedingung für die Emanzipation des Proletariats. Wer ist FifchUr? In französischen Blättern findet sich ein Brief aus Deutschland an„die sozialistischen Bauern von Vaucluse". Der undatirte Brief, der übrigens nur bekannte französische Schlagwörter enthält, ist unterzeichnet: „Der Sekretär der sozialistischen Ligue Deutschlands, Fischler". Und dieser„Fischlcr" spricht„im Namen aller sozialistischen Reichstagsabgeordneten und der Mitglieder der sozialistischen Ligue Deutschlands". Da es in Deutsch- land keine„sozialistische Ligue" giebt, und da wir keinen „Fischler" kennen, noch dazu einen, der sich des Vertrauens „aller sozialistischen Reichstagsabgeordneten" erfreute, so fragen wir: wer ist Fischler? Jedenfalls seien die sranzö- fischen Genossen vor derartigen Fischlern gewarnt, die mit- unter auch einen anderen Namen haben. Und ein für alle- mal sei den Sozialisten des Auslands mitgetheilt, daß es in Deutschland abseits der sozialdemokratischen Partei keine — wenigstens keine Partei sich öffentlich als solche beken- nende— Sozialisten giebt, außer StaatssoziaUsten und— Polizeisozialisten. De»„Reich«rt»H«iflev" enthält folgendes Verbot: Auf Grund des§ 12 des Reichsgesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 in Ver- bindung mit der Mmisterial-Bekanntmachung vom 25. desselben Monats wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Str. 15 der in Druck und Verlag von Arthur Hofmann hier erschienenen periodischen Druckschrist:„Thüringer Volksblatt, Organ für Jedermann", sowie das fernere Erscheinen der vorgenannten Druckschrift nach§ 11 des Eingangs gedachten Gesetzes von Landespolizeiwcgen v e r b o t e n worden ist. Rudolstadt, den 16. April 1890. Der Fürstlich schwarzburgische Landrath. v. Holleben. Frankreich. Paris, 17. April. Der Minister des Innern C o n st a n s hatte gestern eine Berathung mit dem Seinepräfekten und dem Polizeipräfekten iiber die bevorstehenden Munizipalwahlen und die für den 1. Mai zu treffenden Maßregeln. Aus den Depar- tements, sowie aus Algier werden Vorbereitungen zu größeren Demonstrationen unter Theilnahme sozialistischer Deputaten ge- meldet. Spanien. lieber die Ruhestörungen in Valencia liegen jetzt ausführlichere briefliche Mittheilungen vor. Seit einigen Monaten, angesichts der nahe bevorstehenden Einführung des allgemeinen Wahlrechts, beginnen sich zwei Parteien im Lande gewaltig zu rühren, die glauben, die Reform werde ihnen in erster Linie zu Gute kommen, die Karlisten und die Republikaner. In Valencia, wie in allen großen Städten, sind die letzteren bedeutend in der Mehrheit. Am 10. ds. nun trafen zwei der angesehenste» Kar- listenführer, die Marquis von Cerralbo und Val de Espina dort ein. Die Ankunft war vorher bekannt geworden, und die Libe- ralen, d. h. die monarchisch Liberalen, hatten beschlossen, die Herren bei ihrem Eintreffen auszupfeifen. Die Behörden, mit diesem Borhaben anscheinend einverstanden, haben keinerlei Vorkehrungen getroffen. Bald aber gewannen die Radikalen, Republikaner und die Hafenbevölkerung die Oberhand, es wurde nicht nur gepfiffen, sondern mit Steinen geworfen, dann erschienen Messer und Revolver auf der Bildfläche. Eine nach Tausenden zählende Menge empfing die karlistischen Führer am Bahnhof und begleitete sie unterVerwünschungen, Pfeifen und einemHagel von Steinen nach chrem Absteigequartier, dem Hotel de Rome. Die Ruhestörer, welche den Gasthof stürmen wollten, wurden jedoch zurückgetrieben. Dieselben begaben sich dann unter Absingen der Marseillaise nach dem Karlistenklub, den sie stürmten. Die Karlisten hatten die Treppen mit Möbeln verrammelt und empfingen die Stürmenden mit Flintenschiissen; die Menge, dadurch auf's Aeußerste gereizt, steckte nunmehr das Gebäude in Brand, doch konnte derselbe durch das inzwischen angelangte Militär rechtzeitig gelöscht wer- den. Ein Volkshause war mittlerweile nach dem Kolleg und der Kirche der Jesuiten gezogen und beschädigte das Gebäude nicht unerheblich, bis eine Schwadron Reiter die Massen zersprengte, wobei zahlreiche Verwundungen vorkamen. Ein anderer Haufe zog nach dem Hause der Jesuiten, schleppte sämmtliche Bücher und Geräthschasten nach dem Hofe. und veranstaltete mit denselben ein Autodafe; der schnell herbeigeeilten Feuerwehr, welche unter dem Schutze einer Kavallerie-Abtheilung arbeitete, gelang es, das Feuer, welches sich inzwischen schon dem Gebäude mitgetheilt hatte, zu bewältigen. Die ganze Stadt befand sich in»»beschreib licher Aufregung; die Menge durchzog die Straßen unter Voran tragung der phrygischen Mütze, Hochrufe auf die Republik aus- bringend. In einigen Straßen war bereits das Pflaster aufge- rissen und Barrikaden errichtet, und außerhalb der Stadt sind eine Anzahl Rollwachhäuschen m Brand gesteckt worden. Um 9 Uhr Abends war die Ruhe wieder hergestellt, doch dauerte die Auf- regung fort. Feierabendszeit Abends 6 Uhr die Werft; darauf erschien am 2. April ein Fabrikanschlag, worin die Arbeiter aufgefordert wurden, bei Androhung der Entlassung im Weigerungsfalle, unter den alten Bedingungen(8—10 pCt. Vergütung für Ueberstunden auch nach 6 Uhr weiter zu arbeiten. Doch kehrten sich Wenige an die Verordnung, sondern es gingen Abends um 6 Uhr eine große Zahl nach Hause. Anffälligerweise war die Werft am Sonnabend den 5. April geschlossen, was noch kein Jahr der Fall gewesen und sie blieb natürlich über die Feiertage geschlossen bis Dienstag, den ö. April früh 6 Uhr. An diesem Morgen fand sich an den Fabrikspsorten ein Anschlag dahinlautend, daß alle Diejenigen, welche am 2. April die Arbeit Abends um 6 Uhr verlassen, damit die ihnen ange- drohte Entlassung genommen hätten. Auf Grund dessen durften 700 Mann die Arbeit nicht wieder aufnehmen. Als sich noch 200 Mann an den am 8. April wiederholt angeschlagenen Aufruf, die Ueberarbeitszeit betreffend, nicht kehrten, sondern um 6 Uhr die Werft verließen, wurden sie am andern Morgen ebenfalls aus der Arbeit entlassen, so daß die Zahl der Ausge- chlossenen neunhundert Mann beträgt. Die Germaniawerft hat lauter Staatsaufträge, zu deren Aus- jühruna sie jetzt von der K. Staatswerft unterstützt wird, welche die Arbeit nach ihren Arbeitsplätzen holen läßt. Dies ist aber nur ein Nothbehelf, der Mangel an 900 geübten Arbeitern wird sich recht bald fühlbar machen und ist zu erwarten, daß von der Germania-Werft-Direktion alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, um unter glänzenden Versprechungen Ersatz herbeizuschaffen. Be- sonders möchten wir die Arbeiter Deutschlands, Dänemarks und Schwedens bitten, uns in unserem harten Kampfe mit dems über- mächttgen Kapital, daß auch in diesem Falle rücksichtslos viele Familien der Noth und dem Elend überantwortet Hai, kräftig zu unterstützen,.indem sie den Zuzug fernhalten und zur Linderung der Noth unter den Ausgeschlossenen ihr Scherflein mit bei- tragen. Wir haben eine ziemlich gute Organisation, doch bei den bedeutenden Anforderungen, die jetzt an uns gestellt werden, ist bei längerer Dauer des Ausschlusses die Erschöpfung unserer Fonds, trotz Erhebung von Extrasteuern, vorauszusehen, doch werden wir die Hilfe unserer Bruderorganisationen nur unter der Noditi-mrrn(imiehmeit. hafi wir ikmen in ähnlichen Lagen nach Bedingung annehmen, daß wir ihnen in ähnlichen Lagen besten Kräften ebenfalls beispringen werden. Der Vorstand des Verbandes der Werstarbeiter. I. A.: H. Möbius, Vorsitzender, Hamburg, St. Pauli I, Friedrichstraße 14, 3 Tr.. Aufruf au sämmtliche Färber» Spinner, Appreteure und Berufsgenossen, und alle übrigen Arbeiter der Textilbranche, die nicht auf dem Delegirtentage zu Apolda vertreten waren. Auf dem Delegirtentag wurde beschlossen, ein Agitattons- komitee über ganz Deutschland mit dem Sitz in Berlin ins Leben zu rufen. Da nun oben genannte Branchen auf dem Delegirten- tag nicht vertreten waren, und die Berliner Delegirten der Ansicht sind, daß es durchaus nothwendig ist, daß auch diese Arbeiter dazu bettraaen, daß das Agitanonskomitee ins Leben tritt, er- suchen wir dieselben, innerhalb acht Tagen Versammlungen ein- zuberufen, um dort zur Wahl von Vertrauensmännern zu schreiten. Die Vertrauensmänner würden sich dann an Herrn Otto Hein- dorf, Langeftr. 70, zu wenden haben. Derselbe ertheilt jede nähere Auskunft. Im Auftrags sämmtlicher Delegirten Carl Hoffmann, Dresdenerstr. 18. Salzring. Der Preis des Salzes, dieses unumgänglichsten Oesterreich-Ungarn. 240 B ä ck e r g e h i l f e n im P Von den 1240 Bäckergehisfei�im Prager-Rayon hielten gestern 922 auf der Schützemnsel eine Versammlung ab, Snzierfe MebeMÄzk. A« die Arbeiter Deutschlands. Zirka 1000 Werftarbeiter, welche auf der Werft Germania in Gaarden bei Kiel beschäftigt waren, stellten im Laufe des Monats März an die Direktion das Gesuch um Festsetzung eines Minimallohnes von 30 Pf. pro Stunde und für Ueberstunden die ersten zwei Stunden von 6—3 Uhr Abends 25 pCt., nach 8 Uhr, also Nacht- und Sonn- tagsarbeit 50 pCt. pro Stunde Extravergütung. Man legte be- sonders auf hohe Vergütung der Ueberstunden Gewicht, um die- selben möglichst einzuschränken und so den Arbeitern nach voll- brachte»» Tagewerk die verdiente Ruhe zu verschaffen. Die Direktion ließ die, zu diesem Zwecke zweimal nach einander eingereichten Schreiben unbeantivortet, die- Arbeiter ühtten sich aber dadurch nicht veranlaßt, ihrerseits die Forderung allen zu lassen, sondem verließen am 1. April zur gewöhnlichen deutschen Salinen zu danken, die übereinkamen, dem 1. Oktober vorigen Jahres eine entsprechende Erhöhung der Engrospreise eintreten zu lassen. Nachträglich ist uns ein Zir- kulair dieser Vereinigung in die Hände gefallen, datirt Unna- Königsborn im September 1889, in welchem die Erhöhung des Salzpreises mit„dem andauernden Steigen sämmtlicher Betriebs- materialre» und der Löhne" zu begründen versucht wird. Ohne die Bildung des Salzringes»väre die Preiserhöhung kaum durch- zusetzen gewesen, da nach sachverständigem Urtheil die Produk- tionskosten keinesivegs in dem Maße gestiegen sind, wie die Unter- nehmer mit der Preissteigerung wollen glauben machen. Allein unsere schöne'Wirthschaftsordnung macht es dem Volke unmöglich sich gegen solche Ausbeutung zu schützen. de Choiseul und die Rue de la Michodisre durchschneiden sollte., sah er schon im Geiste das Modehaus„Zuin Glück der Damen" den ganzen Komplex einnehmen, welcher von diesen Straßen und von der Straße Neuve-Seint-Augusttn begrenzt ist; er sah das Haus schon im Geiste mit einer palastartigen Fayade auf die neue Straße, das ganze neu erstehende Stadtviertel beherrschend. Und daher stammte sein lebhaftes Verlangen, den Baron Hartmann kennen zu lernen, als er erfahre»», daß der Credit»mmobilier kraft eines Vertrages mit der Bauverwaltung die Demolirnng und den Aufbau der Rue du dix Dscembre übernommen hätte, unter der Bedingung, daß man ihm die dazwischen liegenden Grundstücke überlassen würde. — Ist es wahr, wiederholte er, ein naives Erstaunen heuchelnd, ist es»vahr, daß Sie ihnen die Straße ga>»z fertig »nit den Ausgüssen, Trottoirs und Gaslaternen liefern»ver- den und daß die Grui»dstticke genügen werden um Sie zi» entschädigen? Das ist seltsam, sehr seltsam! Endlich kam er zu den» delikaten Punkte. Er hatte er- fahren, daß der Credit iinmobilier im Geheimen die Häuser der Umgebung des Hauses„Zum Glück der Damen" aus- kaufe, nicht nur diejeingen,»velche der Spitzhacke zun» Opfer fallen sollte»», sondern auch die übrige»», jene,»yelche stehen bleiben sollten. Und er witterte hinter diesen, U»nstande irgend ein künftiges Unternehmen. Er war besorgt hin- sichtlich der Vergrößerungen: er träumte, er fürchtete eines Tages auf irgend eine mächtige Gesellschaft zu stoßen, die Eigenthümerin von Jnnnobilien, d,e sie sicherlich nicht mehr aus_ Händen geben würde. Diese Furcht war es vor Allem, die»h„ bewogen hatte, sich 'o rasch als möglich mit dem Baron in Bekanntschäft zu letzen, und zwar durch die liebenswürdigen Bande einer srau, die so mächtig sind unter galanten Männern. Er sätte sicherlich den Baron auch in seinem Arbcitskabinet auf- üchen können, um mit ihm über das große Geschäft, das er hm vorschlagen wollte, zu plaudern. Aber er fühlte sich tärker bei Henriette, er wußte wohl, wie sehr der gemein- ame Besitz einer Maitresse zwei Männer einander näher bringt und für einander günstig stimmt. — Haben Sie nicht das einstige Hotel Duvillard, dieses alte Gebäude,»velches an mein Haus stößig angekauft? ragte er plötzlich. Baron Hartmatin zögerte eine Weile, da»»« verileiilte er. Allein, Mouret sah ihm gerade in's Gesicht und begann zu lachen;»»»»d von da ab spielte et mit offenen Karten,»n seiner Weise eines gemüthlichen Jungen. — Herr Baron, sagte er, da ich schon die uiwerhoffte Ehre habe, Ihnen zu begegnen, muß ich Ihnen mein Herz öffnen.... O, ich will Ihnen Ihre Geheimnisse nicht ent- locken, aber ich»vill Ihnen die meinigen anvertrauen, über- eugt, daß ich sie nicht in weisere Hände niederlegen könnte. leberdies bedarf ich Ihrer Ratyschläge und ich kämpfe schon lange mit dem Wunsche, Sie um dieselben zu bitten. Und er öffnete ihm in der That sein Herz. Er er- zählte ihm,»vie er angefangen; er verheimlichte ihm auch nicht die fina»izielle Krise, welche er inmitten seiner Triumphe zu überstehen hatte. Er sagte Alles her;»vie er succcssive Vergrößerungen vorgenommen, wie er seine Gewimiste kontinuirlich in dein Geschäfte angelegt habe« wie seine Angestellten ihm seine Ersparnisse anvertrauten, wie das Haus bei jedem neuen Ausverkauf seine Existenz auf das Spiel setze, weil das ganze Kapital sozusagen aus eine Karte gesetzt wird. Und doch sei es nicht das Geld, was er verlange, denn er habe ein geradezu fanatisches Zutrauen in seine Kundschaft. Sein Ehrgeiz strebe viel höher. Er schlug dem Baron eine Assoziation vor, in welcher der Credit iinmobilier das Riesenpalais beistellen sollte, von dem er träumte, während er für seinen Theil sei»» Genie und sein bereits begründetes Waarenhaus bringen würde; die beider- festigen Leistungen sollten abgeschätzt werden; nichts schien »hm einfacher und leichter, als eiiie solche Vereiingung. — Was wollen Sie denn ansangen mit Ihre»» Gründen und Ihren Häusern? fragte er»n bringendem Tone. Sie haben doch gewiß irgend eine Idee? Aber ich bin dessen sicher, daß Ihre Idee nicht so viel werth ist,»vie die »»»einige. Ueberlegen Sie dies ein wenig. Wir erbauen au den Gtimdstückm eine Verkaussgalerie, wir demoliren die Häuser oder lassen sie stehe»», je nach unseren Bedürfnissen und eröffnen die riesigsten Magazine von Paris, einen Bazar, der Millionen gewinnen soll. Derfri»»ii»lii»rge»i. Der Streik, in den vor etwa 14 Tagen die Stockdrechsler zur Erringung der neunstündigen Arbeitszeit und eines Minimal-Wochenlohnes von 21,60 M. einträte»», ist in ein neues Stadium getreten. Während noch vor einigen Tagen die Stockfabrikanten jede Bewilligung ablehnten, ja sich verpflichteten, eine Konventionalstrafe zu zahlen,»venn sie die Forderungen der Arbeiter anerkennen, konnte die seiner Zeit geivählte Streik- kommission in einer am Montag Abend unter Vorsitz des Herrn Ach, könnte ich es ohne Sie unternehmen!... Allein, Sie haben jetzt die ganze Sache in Händen. Wir müssen uiis verständigen, es wäre ein Selbstmord, wenn wir es nicht thäten. — Wie rasch Sie vor>värts stürmen, lieher Herr! sagte der Baron einfach. Welch' lebhafte Einbildungsnaft! Er schüttelte den Kops und lächelte, noch immer nicht entschlossen, ob er Vertrauen für Vertrauen geben soll. Das Projekt des Credit immobilier bestand darin, in der Ru du dix Döcembre dem Grand-Hotel eine Kon- kurrenznnternehmung zu bieten, einen lnxuriös eingerichteten Gasthof, dessen zentrale Lage geeignet sein sollte, die Frem- den anzuziehen. Uebrigens, da das Hotel nur die angrenzenden Terrains okkupiren sollte, hätte der Baron die Idee Mouret's akzep- tiren und hinsichtlich der übrigen Häuser dieses Stadttheils mit ihm in Unterhandlung treten können. Allein, er hatte in dieser Richtung zwei anderen Freunden Henrietten's Verheißungen gemacht und er war es nun müde, fortwährend den gefälligen Beschützer>zu spielen. Ueberdies war er trotz seiner leidenschaftlichen Thätigkeit, die ihn häufig veranlaßte, vernünftigen und mnthigen Leuten seine Kasse zu öffnen, von dem kommer- ziellen Genie Mouret's mehr verblüfft als verführt. War dieses Riesenmagazin nicht eine phantastische, unkluge Unternehmung? Lief man nicht Gefahr, zu Grunde zu gehen, inde»n man in solcher Weise den Modewaarenhaadel über alle Grenzen hinaus ausdehnen wollte? Er glaubte nicht an den Erfolg und lehnte ab. — Die Idee ist verführerisch, sagte er, allein sie stammt von einem Poeten. Wo wollen Sle die Kundschaft her- nehmen, um eine solche Kathedrale anzufüllen? Mouret betrachtete ihn einen Augenblick stillschweigeitd, »vie betroffen von seiner Ablehnung. War es möglich.? Ein Mann von so feinem geschäftlichen Sinn, ein Mann, der das Geld in den verborgensten Tiefen wittert! Mit einer großen rednerischen Geberde wies er nach den Damen im anstoßen- den Salon und rief aus: — Die Kundschaft? Da ist sie! (Fortsetzung folgt.) Hildebrandt abgehaltenen öffentlichen Drechslerversamm- l u n g, welche die weiten Räume der Bürgersäle vollständig füllte, Mittheilung von einer bevor st ehenden Einigung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer machen. Die Streikkom- Mission der Arbeiter sowohl, als die Meister(in erster Lesung) nahmen folgendes an:„Die Gesellen verzichten auf den Minimallohn. Die Arbeitgeber verpflichten sich, nach Kräften da- hin zu wirken, daß die Arbeiter den Verdienst von 21,60 M. er- reichen. Sollten die Akkordlöhne in einzelnen Werkstätten das Erreichen dieser Lohnhöhe nicht gestatten, so verpflichten sich die Arbeitgeber, die Akkordlöhne dementsprechend zu erhöhen. Sollten die Akkordlöhne so niedrig sein, daß ein befähigter Arbeiter nicht im Stande ist, 21,60 M. zu verdienen, so soll ein Schieds- g e r i ch t darüber entscheiden, ob die Akkordlöhne zu erhöhen sind. Die Beschlüsse des Schiedsgerichts sind flA_• V... r.. ,, ,,_..... für beide Theile verbindlich. Das Schiedsgericht wird zu beiden Theilen aus Arbeit- gebern und Arbeitnehmern im Mindestalter von 21 Jahren und einem von beiden Theilen zu wählenden Obmann, welcher nicht den beiden Kategorien angehört, gebildet. Arbeitgeber und Arbeitnehmer verpflichten sich, die Streitfrage so lange ruhen zu lassen, bis der Spruch des Schiedsgerichts erfolgt ist." Ueber diesen Vermittelungsvorschlag entspann sich in der oben er- wähnten öffentlichen Versammlung eine ausgedehnte Diskussion. Fabrikant Jedeck unternahm es, den Antrag zu empfehlen. Die Fabrikanten mußten noch eine zweite Lesung des Antrages vor- nehmen, die am Mittwoch Nachmittag stattfinden soll. Die An- nähme desselben erscheine ihm auch in zweiter Lesung zweifellos. Der Versammlung der Streikenden, die am Mittwoch Abend ab- gehalten werden soll, könne zur richtigen Zeit Nachricht von dem Beschluß der Meister gegeben werden. Dann möge man be- schließen, ob die Arbeit aufzunehmen ist, oder nicht. Kollege Böttcher empfiehlt ebenfalls die Annahme des Antrages. Es sei die neunstündige Arbeitszeit erreicht, das sei viel, man möge damit zufrieden sein. Mehr sei nicht zu erlangen.(Rufe: Oho! Unruhe.) Der Hunger poche schon an die Thüre!(Stürmischer Widerspruch. Unruhe. Rufe: Schluß! Schluß!) Redner betont nochmals, daß er mit dem Erreichten zufrieden sei. Das Schieds- gericht könne zum Segen gereichen, wenn es gut und ehrlich ge- leitet wird und entscheidet. Von mehreren Rednern, namentlich den Streikkonimissions-Mitgliedern wird ein eingelaufener Antrag auf Annahme des Vermittelungsvorschlages lebhaft, zugleich aber der Ansicht des Kollegen Böttcher energisch widersprochen, daß die Roth zur Annahme treibe; es sei genug Geld vorhanden, um alle Streikenden ausreichend zu unterstützen. Kollege Pindrix bedauert, daß der Minimallohn noch nicht zu erreichen war; jRedner hofft Besseres von der Zukunft. Schließlich wurde gegen 18 Stimmen dem vorgelegten Einigungsantrag die Zustinimung ertheilt. Die Vertrauensleute erhielten ein Vertrauensvotum. Dieser Sachlage nach scheint der Streik der Stockarbeiter einem nahen Ende be- vorzustehen, vorausgesetzt, daß sich die Fabrikanten dem Einigungs- beschluß anschließen. Dagegen bereitet sich eine neue Lohn- bewegung sämmtlicher Holzdrechsler vor. Kollege Lutz erstattete Bericht über den Fortgang dieser Sache. Die am 17. März gewählte Kommission habe die Forderungen ausgear- beitet, und zwar folgende: neunstündige Arbeitszeit in der Zeit von 7—6 Uhr mit Va Stunde Frühstück- und IVa Stunde Mittagpause; des Sonnabends um 5 Uhr Feierabend; Abschaffung der Sonntags- und Ueberstundenarbeit. Die Frage, ob Wochen- oder Akkordlohn zu fordern sei, fei eine schwierige gewesen. Anträge von Versammlungen lagen vor, 24 M. Minimallohn zu fordern und ein solcher, eine Erhöhung der Akkordpreise um 20 pCt. zu verlangen. Die Kommission ist wohl im Prinzip für Lohnarbeit; sie ließ sich aber von der Erwägung tragen, daß man noch zu schwach sei, die Lohnarbeit durchzuführen. Man wolle erst das Mög- liche erreichen und dann weiter sehen. Deshalb habe die Kommission beschlossen, alsForderung einen Lohn von 22 M. aufzustellen, gleichviel ob in Lohn oder Akkord. Redner begründet eingehend diese Forde- rungen und spricht seine Meinung dahin aus, daß dieselben Aussicht auf Durchführung haben. Die Forderungen seien sehr bescheiden, eine Erhöhung der Fabrikpreise von 10 pCt. wü rde jeden etwaigen Ausfall der Unternehmer weit machen. Auf jeden Fall müsse man aber an einen Kampf denken; es müsse ein Fonds angesammelt werden. Jeder Kollege müsse mindestens 25 Pf. pro Woche steuern. Redner schließt mit der Mahnung, sich genau zu überlegen, ob die Kollegen im Herbst in einen Streik eintteten wollen. Sie mögen nur für das stimmen, was sie durch- zuführen gedenken.(Beifall.) Die hierauf folgende lebhaste Diskussion wird schließlich gegen Mitternacht abgebrochen und beschlossen, eine Lohnkommission zu wählen. Die Anwesenden verpflichten sich, mit der Ansammlung des Streikfonds am 19. d. M. zu beginnen und 50 Pf. Beitrag pro Woche zu ent- richten. Kollege Rautenberg wird als Kassirer und die Kollegen Lutz, Stein, Weisser, Plagens, Förster und Golland als Kom- nnssionsmitglieder gewählt. Ein Antrag, diejenigen Kollegen, die in gesperrten Werkstätten gearbeitet haben, auszuschließen," wird dieser zur Berücksichtigung überwiesen. Dann schloß die Ver- sammlung mit einem Hoch auf die Drechslerbewegung. Der Fachverrin der pucher hielt am Sonntag, den 13. April in den Bürgersälen, Dresdenerstr. 96, seine regelniäßige Versammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Kassenabrechnung vom ersten Quartal. 2. Statutenberathung. 3. Die Fußpartte. 4. Verschiedenes und Fragebeantwortung.— Nach- dem der Kassirer den Kassenbericht verlesen— es waren eingegangen 2419 Beiträge in den drei Monaten und es blieben nach Abzug der Ausgaben pro anno 295,37 M.— wurde dem Kassirer Decharge ertheilt.— Zum 2. Punkt der Tagesordnung: „Statutenberathung" wurde nach längerer Debatte eine � Mission zur Vorberathung bestehend aus folgenden fünf Kolleg Simanowsky, Diedrich, Unger, Käpernick und Schmidt gewv Die Fußpartie findet am Bußtag statt und zwar findet» Abmarsch 7Ve Uhr Morgens von der Station Thiergarten»» der Endstation Grunewald statt.— Unter„Verschiedenes"»a® beschlossen, den 1. Mai, Vormittag, eine öffentliche Bersainmu®_ einzuberufen und Nachmittags ein Familienfest mit Tanzkränz? zu arrangiren.<1 Der Lachverritt für Schlosser etc. hielt Montag,.�» v 14., seine Quartals-Generalversammlung im..Könianadt-Kal"'---- ab. Zum 1. Punkt der Tagesordnung ergab die Abrechnung � Stiftungsfest einen Ueberschuß von 146,07 M. Die Abrech�'��. des Kassirers ergab eine Einnahme von 517,82 M., eine rLJ j gäbe von 352,01 M., mithin Bestand 165,81 M. Aus der � visorenwahl gingen hervor Miethe, Fiescher und P i Der 2. Punkt„Stellungnahme zu den von den Unterneh»? geplanten Zlrbeitcrräthen" schloß nach längeren Ausführungen* Erklärungen durch Annahme folgender Resolution:„Die Versammlung protestirt energisch gegen diese Arbeiterrathswa?� j da dadurch nur Denunzianten und Speichellecker großgiwjjchixn; werden und verpflichten sich alle Anwesenden, gegen etwa» tauchende energisch Front zu machen. Während der Pause"�Landn sich 38 Kollegen aufnehmen. Zum 4. Punkt„Anttäge" Knltui zunächst ein Antrag angenommen, alle 4 Wochen eine beschließ Das i Versammlung stattfinden zu lassen, damit nicht in einzelnen Wist*'- sammlungen widersprechende Beschlüsse gefaßt werden. W 2 Anträge wurden zur Diskussion und schließlich auf die». Ordnung der nächsten Versammlung, als außerordenw Generalversammlung gestellt. 1. Den Monatsbettag von% 30 Pfennig zu erhöhen. 2. Wahl einer Werkstatt-Ko Kommission zur möglichen Beseitigung der Uebers Unter Verschiedenes wurde ein Antrag angenommen, nur Kaufleute zu berücksichtigen, die ihre Läden Sonntags N tags schließen. Als Ersatzmann der Arbeitsnachweis-Komm wurde Kollege Weich gewählt. Eine weitere Debatte entsj sich über die zukünftige Agitation. Zum Schluß wurde n Kongreßsrage angeregt und zum zahlreichen Besuch stattfindenden Versammlungen ermahnt. In der Gewehrfavr» nadigr Spandau haben am Sonnabend 64 Mann die Arbeit WJ Regie gelegt. Vor Zuzug wird gewarnt.— Nächste Woche findet grelle g öffentliche Versammlung statt, behufs endgiltiger BeschlußsaMister i über den 1 Mai, bei Keller, Andreaspkatz. ,*2 Abg. gleichen eine Fachvereinsversammlung im Norden, MI eine Tagesordnung: Die Zustände in den k üniglt>?' Abg. Werkstätten. Mst« 5 jsse" in Reg.- chnft, Sta . ust Abg. onzen dct wl Regie Wahl TN dl Abg. wirthj länger w. ki sei existi ord( ort dt Mini ng R B Mim Die ,i bei. Ä Theater. Freitag, den 18. April. vp»rnha»s. Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg. Kchauspielhauo. Die Geschwister. Die Copisten. Graphologie. Die Prüfung. sstng» Theatcp. Die Ehre. eutschea Theater. Der Pfarrer von Kirchfeld. Kertmer Theater. Eva. Lriedrich-Milhetmltädt. Theater. Der arme Jonathan. flallner-Theater. Geschlossen. iktoria-Theater. Stanley in Afrika steud-Theater. Die Geheimnisse von Neiv-Iork oder: Madeline's Dämon. Nestdenz-Theater. Marquise. KelleaUiane»« Theater. Der Nau« Bluf. Tetttrat- Theater. Sin fideleS Adolf Ernst» Theater. Der Gold- fuchs. Theater der Reichshallen. Speziali- tätenvorstellung. Vedr. Rick)ter'a Kariätt. Speziali- täten-Vorstellung Kaufmanu's Uarißtö. Spezialitäten- Vi"- Zorstellung. American-Theater MT Dresdenerstrahe 55. Täglich Vorstellung. Englischer Garten Direktion: C. Andress, Alexanderstraße 27 c. Auftreteudes Gesangshumoristen Herrn Jung. Auftreten der deutsch- schwedischen Chansonnette Fräulein Tonny Peters. Austreten der vorzüglich. Liedersängerin Frl. Margarethe Steinow. Neu 1 1 Auftreten des Instrumental- und Gesangs-Terzetts(3 Damen) Geschwister Sawona. Auftreten der beliebten Duettisten Ge- schwister König. Anfang Wochentags 8 Uhr. Entree 30, 50 u. 75 Pf., un Vorverkauf 20 u. 30 Pf. Sonntags Ansang halb 6 Uhr. Sonntags Enttee 50, reservirt 75 Pf., Orchester 1 Mark. Vorverkauf Enttee 40 Pf. Circus Wulff. Friedrich Carl-Ufer. Ecke Karlstraße. Freitag, den 18. April, Ab. TVa Uhr: Gr. WHthötigkeitsvttßtöllvg ZU Gunsten der Ferien-Kvloiiien. In dieser WohlthätigkeitSvorstellnng wird aus besonderer Gefälligkeit eine Dame aus den hirstgen Sports- Kreil«« die Springfahrschule mit den beiden Vollblutpferden„Wien" u. „Antropus" reiten. Außerdem ist das Programm ein sehr reichhaltiges und kommen die bestdressirtesten Schul- und Freiheitspferde zur Vorführung, ebenso Austteten sämmtlicher Spezia- litäten, Künstler sowie Künstlerinnen. Sonnabend, den 19. April, Abends 7Va Uhr: Wiederholung der am Diens- tag, den 15. d. M., mit so vielem Bei- fall aufgenommenen Sportsvorstellung, als Einlage: Zum 1. Male: Vorführung der anerkannt bestdressirten, einzig in der Welt dastehenden 6 Goldfuchs- Hengste durch den Dir. Ed. Wulff. Hochachtungsvoll Ed. Wulff, Direktor. I 21. Unter den Linden 31. Im Hause der Wilhemshallen neben der Passage. Ifen- Vorführung Taglich AU1 Bey egyptischer u. indischer "Ä. Beys 3, 2 u. 1 M. Billets im Jnvalidendank. Passag» 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. In MT diefer TM Woche: Z. ersten M.: IV. Reise d. Afrika. Neu! III. Cyclus Constautinopet Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. Jede Woche andere Reisen. Allblijsement Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Cr. 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Aufnahme c> Mitglieder.— Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein wea. 918_ Der Vorstand, Achten Große öffentliche Versammlung sämtlicher Weiter der Firm» BerlirS un habi Siemens& Halsi%% rauf ar 'ührt j Abends U-tcken,� im Lokale Buggenhagen am Moritzplatz._ �nten. am Sonnabend, den IB. April ds. Je., Z. fA Referent r,gett ni ibigun) ange Große öffentliche Versammlung i& Tages-Ordnung: 1. Stellungnahme zum 1. Mai. Alwin Gerisch. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. 1038 Der Einberufer. I Maler lt. Anstreilher Verl. u. W am Vertl mme in zi mnt i ,i tücht den 18. April, Abends 8 Uhr, rr " g s_h o f, Vülowstraße Nr-% .1�0, eru Referent WilMjwirfen uns zu den diesjäh�st Abg. Freitag, im Restaurant K ö n Tages-Ordnung: 1. Der Werth einer Verkürzung der Arbeitszeit. Schweitzer. 2. Diskusston. 3. Wie stellen wir un auswärtigen Streiks der Kollegen? Referent Gustav Link. Um zahlreiches Erscheinen ersucht �ktiv Der Einberufer. �unfchl -�nzenbc von d ................. solchl Wasser- und Dampfarmawren. jp Sonnabend, den 19. April, Abends.8% Uhr, im Lokale des Herrn Zeck Abg. _ Münzstraße Nr. 11:_ ner g« DM' Mitglieder-Versammlung. TM,L°"en Tagesordnung: 1. Vorttag des Herrn P. Litfin über;„Was f"�., Jv Mai geschehen?* 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom Maskenball.& S*-a ———----—' n Fachverein der MetaUardeiter in 1. Mai geschehen 2. Di|l"'"nn*"tzlhrorfmimn nnm ariaSkenball. d.' schiedenes und Fragekasten., Aufnahme neuer Mitglieder findet in jeder Versammlung statt..L",. 1041 Der Vor.tand�% Es Gr. öjseiltl. SAimcher-Bers < Abg. )en it, er nem cgebeu> gütlich 'ten fiir Charlottendnrg am Freitag, den 18. April ds. Js., Abends S'/a Uhr« zu„Bismarckshöhe", Bismarckstr. 86..l�iß Tagesordnung: Ist die'Innung im Stgnde, eine Verbesserung � Wwe nel Lage Herbeizuführen? Referent Max Baginski. 2. Diskussion. s' hr au schiedenes. Fge. AI Um zahlreiches Erscheinen bittet ,-eichen. Oer Einberufer der Erz Verantwortlicher Redakteur: Curt Kaake in Berlitt. Druck und Verlag von Mae Knding in Berlln 8W„ Beuthsttaße 2. Schön garnirte Damenhu� von M. 3,50 an. Elegante Spitzjf. Capotten von M. 4,50 an. KnabenP' 0,75 Pf. Pfiffige Kinderhüte � M. 1,75 an. Seidenband, SpiV0 Blumen und Fapons. A. Westhelle, Eoppenstr. 12, (Zw. Lange- u. Münchebergerstr.) 5. Haus v. Schlefi��M trü1' tlich-er berfelt n Mi, ante z h'g zu »d nel it über Mit strebte, ich der rwahr tt Stra eine, Abx Hier.«« ei»« eiae findet» irtcn w es" roun fantoM ;äftänj� nti bt-sm «r. 90. Freitag, den 18. AprU 1890. T. Jahrg. nimgif :bte� eine der Pi� erneW ���l�räfibeut v. Köller eröffnete die Sitzung um UV« Uhr -IDArlÄnrenksleeviSzke. Avgeordnetenhnus. 42. Sitzung vom 17. Zl p r i l. hsnnO müßig besetztem Hause und stark besuchten Tribünen. Zlm Ministertisch: Justizminister Dr. v. Schelling und Kom- .»..Ilten; später Minister des Innern Herrfurth, Minister- 5 f. nJ fftent v. C a pri vi, der Handelsminister Frhr. v. Berlepsch, Id���tbfchnftsnnmficr Dr. Frhr. Lucius v. Ballhausen und Ze".�Kultusminister Dr. v. Goßler. Haus seht die Spezialberathung zur drittenLesung lue» Staats haushalts-Etats fort, und zwar beim Etat Justizverwaltung. .Abg. 21 no dach(Zeutr.) bemängelt es, daß die gerichtlichen stonzen nicht immer den Blättern mit größerer Austage zuge- bei werden. Regierutigskonimissar Geh. Rath Eich hol» erwidert, daß die wähl der Blätter zu treffen nicht Sache der Justizverwaltung, ern den einzelnen Gerichten überlassen sei. Avg. Schuhmacher(sreikons.) wünscht, daß namentlich für nvtrthschastliche Arbeiter die Aussetzung der Strafvollstreckung längere Zeit, als bisher üblich, erfolgen könne. Bei der Ernte ' w. komme es zuweilen auf einen einzigen Arbeiter an. Die sei leicht zu regeln, da sie als ein Ausfluß des königlichen ��"adigungsrechtes sich darstelle. E-Jlrf Ä ßieglerungskommissar Geh. Rath Lucas erwidert, daß eine fluW'relle Verfügung nicht getroffen werden könne, daß aber der lußiaiWuster den Einzelfall wohlwollend prüfen werde. d- illbg. Dasbach(Zentr.) bedauert, daß aus seine Anregung , nw i eine Remedur zugesagt sei. gli? Abg. Dickert(dsreis.) führt Beschwerde über eine angeblich echte Behandlung des Redakteurs der Elberfelder„Freien sfe" im Gefängniß. Reg.-Kommissar Geh. Rath Dr. Starck» erwidert, daß eine — �»schrstt, wonach Gefangenen der Barl abzurasiren sei u. s. w., Je eSlßtre. Wenn der betr. Redakteur in der Strafanstalt zu gefeffen, so gehöre die Sache überhaupt nicht in das CT* sort der Justizverwaltung. �n0"etn bemerkt, daß er aus An- r> Ä SiidEeitä bct Angelegenheit näher treten werde. 8# �bg. Dr. Mindtborst(Zentrum) beklagt es, daß das Ge- . Älußwesen in Preußen von der Justizverwalwng getrennt und . x Ministerium des Innern unterstellt sei. »H'lsl bei 3lb90' U"b v'(natl.) pflichten ll-W Abg. Ködillcr(Zentr.) wünscht eine zweckmäßigere Ber- tlung der Geschäfte beiden mit mehreren Richtcrti besetzten im a�t�gerichten, und zwar möglichst nach örtlichen Bezirken, nicht ime da der Richter sonst leicht einseitig werde und die ) h'ge Fühlung mit der Bevölkerung verliere. Reg.-Komm. Geh. Rath Gichhol? erwidert, daß bei den ichten mit zwei Amtsrichtern die Geschäfte nach geograghi- en Bezirken vertheilt seien. Für ländliche Bezirke sei durchweg haben�' daß die Bewohner nur mit einem Richter zu Abg. Dr. Windthorst(Zentr.) betont, daß es vor allem stauf ankomme, die Justizpflege seitens der Amtsrichter so ans- führt zu sehen, wie es durch die Reorganisation beabsichtigt , llhkk�'®a?, Amtsgericht in Berlin müsse unbedingt getheilt rden, wahrend an anderen Stellen die Richter mehr arbeiten �„t Enten.- Abg. Bödiker(Zentr.) schließt sich diesen AussüH- . igen an. M. Abg. Ezmaliua(dsr.) erörtert die Frage der Osfizial-Ver- ldigung und bemängelt es, daß dieselbe, wie er annimmt aus angebrachter Sparsamkeit, allzusehr den Referendarien zu- Viesen werde, statt den Rechtsanwälten. | Justizminister Dr. w. Schölling erwidert, daß die Auswahl MVertheidigers Sache des Gerichtsvorsitzenden sei. Uebrigens mme das Gesetz, daß in der Regel die Anwälte am Orte und in zweiter Reihe die Referendarien zu Ossizialvertheidigern »nnt werden sollen. Es empfehle sich indessen, die Referenda- IV, ,l tüchtig zur Vertheidigung in Strassachen heranzuziehen, da rr». fast die einzige Gelegenheit sei, sie in der Uebung der freien � de auszubilden. Bezüglich der Geschäftsvertheilung bei den alsT �..�«I��erichten betont der Minister, daß er dienstlich darauf nicht .�mrken könne, da dieselbe den Gerichtspräsidien zustehe. esjah™) Abg. Graf Lim burg-Stir««»(kons.) hält die Heranziehung J Referendarien, die als noch nicht angestellte Beamte völlig hur Vertheidigung in Strafsachen für durchaus ei"' �/unscht. Die Rechtsanwälte hätten häufig das Bestreben, durch �.nzende rhetorische Effekte ihre Klienten zu befreien, selbst wenn nÜr son deren Unschuld nicht überzeugt seien. Sie wendeten sich f solchen rednerischen Leistungen an die Geschworenen, die nicht mer in der Lage seien, das Rhetorische von dem Sachlichen zu ♦ j|0inen. Ze" Zlbg. Dr. Windthsrst(Zentr.) meint, daß der vom Vor- P ner gerügte Fehler auf beiden Seiten, auch bei den Staats- W, jmuten, zu beobachten sei. Die Referendarien seien gründlich ts I� aick freien Rede zu üben, aber man sollte ihnen nicht so ohne . 4. älteres die Vertheidigung über Leben oder Tod in die Hand Jen. Aach kurzen Bemerkungen der Abgg. C z w a l i n a und Graf -m b ur g wird die Debatte geschlossen und der Etat der Justiz .'waltung genehmigt. W k°lÄ der Etat des Ministeriums des Innern. •„� w l. �'��Akons.) bringt die Zunahme des jugend- n. �rir?. iCI �-Lma sur Sprache. Es sei an der it, ernitlich darüber nachzudenken, durch welche Mittel .'fem Uedelstande, der Vorfrucht der Sozialde:nokratie, cgebeugt werden könne. Wie auf dem Gebiete der .entlichen Gesundheitspflege Großes geleistet worden sei. so Wßten auch zur Losung der vorliegenden Frage Mittel und rege gefunden werden Zwar wisse er wohl, daß diese Aufgabe chr auf dem kirchlich-religiösen und dem Gebiete der Schule ß*ge. Allein auch durch Verivaltungsmaßregeln lasse sich manches «ichen. Er erwarte keineswegs alles vom Staate: der Kirche der Privatwohlthätigkeit bleibe die Hauptaufgabe zugewiesen. Erziehungskasernen für verwahrloste Kinder müsse er ab- . che», vielmehr müsse das verwahrloste Kind einer guten, tlP tlich-ernsten Familie zur Erziehung zugewiesen werden. Der berfelder Erziehungsverein habe große Erfolge erzielt. Er bitte n Minister, zu erwägen, ob solchen Vereinen Zuschüsse vom ßate zugewendet werden können, denn der Staat dürfe nicht hig zusehen, daß die Verivahrlosung der Jugend derartig iiber- iib nehme, und er dürfe auch nicht alles der Privatwohlthätig- überlassen.(Beifall rechts.) . Minister des Innern fjerrfurth ist mit den vom Vorredner Tobten Zielen einverstanden. Eine Zwangserziehung könne ich dem Gesetz erst nach Begehung einer Strashaft seitens des nocihvlosten Kindes platzgreifen. Aus dem Dispositionsfonds r Strafanstaltsverwaltung sei er bereit, Beihilfen an Erziehungs- reine zu geben. Abg. Ktäckcr(kons.): Wer mit den Fragen des Volkslebens ihn ng lliill nlöt; It# @4**! Ä sich beschäftigt, erschrickt über die Abnahme der Fähigkeit des Erziehens in der Familie. Dies sei eine nothwendige Folge des verwüsteten Familienlebens. Redner giebt darüber Bei- spiele aus seiner Thätigkeit in der Berliner Stadtmission. Mit dem Abg. Lückhoff ist er darin einverstanden, daß die ver- wahrlosten Kinder vorzugsweise der Familienerziehung zuzuwen- den seiem Da dieses Ideal sich aber doch nicht so erreichen lasse, so rönne man die Erziehung in Anstalten nicht entbehren. Aus der verwahrlosten Jugend ziehe vor allem die Prostittition ihre Rekruten. Die Haupthilfe dagegen liege auf gesetzlichem Gebiete. In Bezug auf den Schutz der Jugend müsse weiter gegangen werden, als bisher. Auch die Arbeiterin im fremden Dienst müsse geschützt werden. Redner erörtert demnächst die polizei- liche Behandlung der Prostitution. Das Berliner Polizeipräsidium komme in dankenswerther Weise den Bestrebungen der Berliner Stadtmission, hier heilend einzugreifen, entgegen. Er wolle die Frage, ob die frühere Ordnung dieser Dinge oder die heutige besser sei, nicht erörtern. So viel stehe jedoch fest, daß die Umher- Wandlung der Prostitution in der Stadt große Schäden im Ge- folge gehabt. Das Traurigste sei die Ansteckung der Familie durch die umherstreichcnde Prostitution. Man müsse versuchen, das bisherige System zu korrigiren. In letzterem vermißt Redner die Einheitlichkeit. Die Sache sei ernst, denn der Umsturz hänge überall nicht nur mit dem Unglauben, sondern auch mit der Unzucht zusammen. Der Redner bemängelt die bisherige Kontrole. Dieselbe mache in einzelnen Punkten den Eindruck der Konzessto- nirung. Ferner erörtert er die Behandlung der Minorennen, die fanitätliche Untersuchung, die Gelegenheitsmacherei und die Aufführung unzüchttger Theaterstücke(!). Er erwartet eine Besserung der sittlichen Zustände aus dem Kampfe der öffentlichen Meinung, welchem die Regierung zu Hilfe zu kommen habe. Man habe in Deutschland viel zu sehr die Neigung, den Kampf der Kirche zu überlassen. Gerade aus dem Laienstande aber müßten mehr Kämpfer erstehen, und er würde es mit Genugthuung be- grüßen, wenn seine heutigen Ausführungen dazu die Anregung gegeben hätten.(Bravo! rechts.) Minister des Innern ficrrfurtlj erwidert, daß das Berlin von heute, ungeachtet der großen Zunahme der Bevölkerung und der Prostitütion, eine große Besserung auf dem angeregten Gebiete auszuweisen habe. Auf einzelne Ausführungen des Vorredners giebt der Minister an der Hand des ihm vor- liegenden Materials Auskunft und bedauert schließlich, daß die unerquickliche Materie hier öffentlich zur Sprache ge- kommen sei. Abg. Stöcker(kons.) beklagt diese Bemerkung des Ministers. Wir sind hier nicht wegen der Tribünen da, sondern um das Wohl und Wehe unseres Volkes zu berathen. Gerade das sei ja das Bedenkliche an der ganzen Sache, daß sie stets im Dunkel gehalten werde. Der ihm zu Theil gewordene Beifall habe ihm bewiesen, daß er ein rechtes Wort zur rechten Zeit gesprochen habe.(Lebhafte Zustimmung rechts.) Abg. Dr. Laugcrlsnus(dsreis.) bedauert sdiese Debatte. Stöcker hätte den Antrag auf Ausschluß der Oesfentlichkeit bei der Verhandlung stellen können. Wenn demselben die Sache wirklich ernst wäre, so sollte er Anträge stelle, die dann in der Kommission verhandelt werden können. Abg. Stöckru(kons.): Wenn die freisinnige Partei diesen letzteren Grundsatz für s i ch akzeptiren und hier nur iiber Dinge sprechen werde, bezüglich deren sie mit Anträgen komme, so würde unser politisches Leben von einem großen Banne erlöst. Er werde sich das Recht, die betreffende Frage hier zu erörtern, nicht nehmen lassen, am allerwenigsten vom Abg. Langerhans.(Lebhafter Beifall rechts.) Im weiteren erinnert der Redner dem Abg. Dr. Langerhans daran, daß dieselbe Materie auch im englischen und italienischen Parlamente öffentlich verhandelt worden ist. Nachdem der Minister Herrfurth sich noch kurz über die Frage der Minorenneu geäußert, wird diese Debatte geschlossen. Abg. Dr. Krück(welfischer Zentriims-Hospitant) erörtert juristisch die bereits gestern angeregte Frage des sogenannten Welfenfonds(beschlagnahmtes Vermögen des Königs Georg von Hannover). Mit dem Tode des Königs Georg hätten die preußischen Behörden jede Zuständigkeit der Ver- waltung über jenes Vermögen verloren. Auch der ursprüng- liche Zweck der Beschlagnahme sei mit dem Tode des Königs fortgefallen, da eine Abivehr der letzterem zugeschriebenen Be strebungen nicht mehr nöthig sei. Minister des Innern Kerrfurth erwidert, daß das feine Gewebe der juristischen Deduttionen des Vorredners zerrissen werde durch den klaren Wortlaut des Gesetzes über den Welfenfonds. Die Wiederaufhebung der Beschlagnahme jenes Vermögens könne nicht durch bloße kgl. Verordnung, sondern mir durch Gesetz aus- gehoben werden. Abg. Dr. Utindthorst(Zentr.) vertheidigt den Standpunkt des Abg. Dr. Brüel. Der Vertrag, durch welchen das Vermögen festgestellt wurde, sei zivischen dem König von Preußen und dem ehemaligen König von Hannover abgeschlossen, und dieser per- sönliche Charakter des Vertrages sei nicht aufgehoben worden. Ein reiner Willensakt des Königs von Preußen genüge, um die Sache in Ordnung zu bringen. Der nationatliberale hannoversche Abg. Tramm trat dem Minister in der Rechtsauffassung bei, sprach sich aber mit großer Wärme unter Bezugnahme auf von Bennigsen, Miquel und frühere Beschlüsse des hannoverschen ProvinziallandtagS für die alsbaldige Rückgabe des Welfenfonds an den König Georg von Hannover auS. Abg. Gtt»cccer»s konnte es dagegen nicht unterlassen, her- vorzuheben, daß diese Ansicht der hannoverschen Nationalliberalen in der nationalliberalen Partei noch nicht zur Herrschaft ge- langt sei. Älus den sonstigen Erörterungen ist der erneute Versuch des Herrn von Puttkamer-Plauth hervorzuheben, Herrn von Neibnitz des Werbens mit der Schnapsflasche für seine Wahl im Rosen- berger Wahlkreise zu bezichtigen, wofür er jedoch selber nur eine noch dazu sehr wenig bestimmte Thatsache vorzubringen ver- mochte.— Freitag wird die Etatsberathung mit dem Kultusetat fortgesetzt. läomnutn«Ic5. Stadtucrordnctcn- Ucrsammlung. Sitzung vom Donnerstag, den 17. April. Der Stadtverordneten-Vorsteher, Stadtv. Dr. Stryck, er- öffnet die Sitzung um öVe Uhr mit einer Reihe geschäftlicher Mittheilungen. Die eisten Gegenstände der Tagesordnung entbehren des öffentlichen Interesses. Die Vorlage betreffend die Erweiterung des§ 2 des Ortsstatuts über die Fürsorge für die Wittwen und Waisen der besoldeten Genteindebeamten und Lehrer wird an einen Ans- schuß verwiesen. Der Etat der Reuter-Stiftung, des Gesinde-Fonds und der Sparkasse werden en bloc genehmigt. Die Geldmittel, die zur Vorbereitung der Markthallen- bauten in den StadttHeilen Moabit, Luisenstadt jenseit des Kanals und Tempelhofer Vorstand erforderlich sind, werden bewilligt. Hierbei wird der Magistrat in einer Resolution aufgefordert, sür den schleunigen Bau der Markt- hallen für den Wedding, Gesundbrunnen und Schönhauser Vorstadt zu sorgen., � Ausschüsse werden eingesetzt für die Vorlage betreffend Abschluß eines Vertrages mit der Gemeinde Pankow über GaSzu- ftihrung aus den städttschen Gasanstalten und für die Vorlage, betreffend die Erwerbung von Terrain zu der Verbindungsstrape zwischen Gneisenau- und Blücherstraße. Es folgt die Vorlage betr. die Errichtung eines ge- werblichenSchiedsgerichts. Bekanntlich hat der Oberpräsident nicht alle Anträge des Magistrats genehmigt, sondern eine ganze Reihe von Bedenken erhoben. Sein Hauptbeoenken richtet sich gegen den Antrag, das Wahlrecht zu den Schiedsgerichten schon mit dem 21. Lebens- jähre eintreten zu lassen; er hält das 25. Lebensjahr erst für den geeigneten Zeitpunkt hierzu. Ferner vermißt der Oberpräsident eine gesetzliche Vorschrift, welche den gewerblichen Schiedsgerichten die. Besugniß zur Abnahme von Eiden beilegt. Der Magistrat hält diese Ansicht nicht sür zutreffend, sondern hält daran fest, daß eine derartige Besugniß dem Schiedsgerichte beigelegt werden soll und ebenso bleibt der Magistrat dabei, daß der Rechtsweg ausgeschlossen werden soll. In Betreff des ersten Punktes, den Zeitpunkt der Wahlberechtigung betreffend, schlägt der Magistrat dagegen vor, sich der Ansicht des Oberpräsidenten zu unter- ordnen. Stadtv. T u tz a u e r: Der§ 8 der Vorlage bringt eine Ab- änderung, mit welcher der Magistrat sich dem Verlangen des Oberpräjidenten fügt. Als ich vor fünf Jahren den Antrag auf Errichtung eines gewerblichen Schiedsgerichts stellte, ging ich von der Ansicht aus, daß das Vertrauen der arbeitenden Bevölkerung lzu dem Gericht hergestellt werden müsse. Deswegen beantragte ich das Wahlrecht vom 21. Lebensjahre an. Die Versammlung und der Magistrat traten dieser Bestimmung bei, aber der Ober- Präsident erhob Bedenken und verlangte das Wahlrecht erst vom 26. Jahre an. Der Magistrat fügte sich. Ich beantrage, auf der ursprünglichen Forderung bestehen zu bleiben. Alle Gut- achten aus anderen Städten sprechen sich für das 21. Jahr aus. Die Arbeiter erhalten kein besonderes Recht; auch für die Unternehmer wollen wir dasselbe. Der Hinweis auf das Reichstags-Wahlrecht ist nicht stichthaltig. Das Wahlrecht zu den Landtagen, zu der Stadtverordneten-Bersamm- lung beginnt schon mit dem 24. Jahre. Mit dem 21. Jahre hat ein jeder bereits Verfügungsrecht. Wenn man den Arbeitern anderer Städte zutraut, mit 21 Jahren das Richtige zu treffen, so kann man es auch den Berliner Arbeitern zutrauen. Der Oberpräsident hält das frühzeitige Wahlrecht nur für bedenklich, während er das recht des Schiedsgerichts, Eide ab- zunehmen, für nicht haltbar erklärt. Trotzdem bleiben Magistrat und gemischte Deputation auf dieser Forderung bestehen. Um so mehr haben wir Grund, auch von der Forde- rung des Wahlrechts vom 21. Lebensjahr ab nicht abzulassen. Zu meiner großen Freude läßt der Entwurf das Frauenstimm- recht zu, obwohl der Oberpräsident es ebenfalls sür bedenklich erklärt hat. Ein weiterer Antrag, den ich stelle, bezweckt die Be- seitigung der Bestimmung, daß Gesellen und Gehilfen, die bei Jnnungsmeistern arbeiten, nicht wählbar und wahlberechtigt sein sollen. Bei den Jnnungsmeistern, die ihr Jnnungsschiedsgericht haben, ist der Ausschluß berechtigt, nicht aber bei dem Gesellen, der häusig nicht einmal weiß, daß er bei einem Jnnunas- meister arbeitet. Besteht das Gericht erst einige Jahre und hat ein Beisitzer während dieser Zeit zur Zufrieden- heit der Interessenten seine Pflicht gethan, so kann er, wenn es seinem Meister plötzlich einfüllt, einer Innung bei- zutreten, mit einem Male sein Wahlrecht und seinen Beisitzerposten verlieren. Nehmen Sie meine Anträge an; Sie geben den Ar- beitern dann Vertrauen zu der ganzen Einrichtung. Stadtv. Wieck: Prinzipielle Gründe lassen sich gegen die Erhöhung des Wahlalters nicht beibringen. Wo wir dem Ober- Präsidenten entgegen kommen können, müssen wir es thun, wenn wir das Ortsstatut genehmigt haben wollen. Von dem Stadtv. Stadthagen liegt der Antrag vor, die Vorlage einem Ausschuß zu überiveisen. Stadtv. H o r to t tz beantragt die Berathung um vier Wochen zu vertagen, bis der siteichstag gesprochen hat, der sich mit einem Gesetzentivurf über die Gewerbe-Schtedsgerichte befassen wird. Die Entschließung des Oberpräsidenten würde so wie so eine langsame sein. Stadtv. Stadthagen erklärt sich gegen den Antrag torwitz, der die Sache nicht um einen Schritt fördern würde. iese Förderung wäre durch die Einsetzung eines Ausschusses zu erreichen. Die betheiligten Kreise haben sich theilweise über den Entivurf ausgesprochen, und diese Kritik gebe Anregung zu einer Reihe Abänderungen. Der Antrag Horwitz wird abgelehnt. Nachdem die Stadtv. K a l i s ch und Wohlgemuth ihre Zustimmung zu dem ersten Antrage des Stadtv. Tutzauer anSge- drückt, den zweiten Antrag aber bekämpft hatten, wird der Antrag Stadthagen auf Einsetzung eines Ausschusses abgelehnt. Stadtv. Stadthage n glaubt nunmehr im Plenum mit einer Reihe Abänderl'.ngsanträge nicht zurückhalten zu dürfen, die aus den Wünschen der betheiligteit Kreise hervorgegangen wären. § 19 lautet in seinen ersten Theilen:„Zu jeder Spruchsitzung sind vier Beisitzer einzuladen, von denen zwei den Arbeitgebern und zwei den Arbeitgebern angehören müssen. Zur Beschluß- siihigkeit genügt die Anwesenheit des Vorsitzenden und zweier Beisitzer, von denen der eine Arbeitgeber, der andere Arbeit- nehmer ist. Wenn drei Beisitzer erscheinen, wird der jüngere der doppelt besetzten Kategorie entlassen, derselbe erhält jedoch eine nach§ 18 für einen halben Tag festgesetzte Entschädigung von 2 M. Die Beisitzer werden zu den Sitzungen vom Vorsitzenden einberufen, welcher auf eine möglichst gleichmäßige Heranziehung der Gewählten, sowie darauf zu sehen hat, daß thunlichst mindestens ein Arbeitgeber und ein Arbeitnehmer demselben oder einem ähnlichen Berufszweige angehören, wie die streitenden Parteien." Das Wort„thunlichst" wenn man den Grund- gedanken des Paragraphen aufrecht erhalten wolle, sei zu streichen. Im§ 22(Nr. 2) sei der Vortermin vor dem Kommissar des Ge- richts zu beseitigen; Einigungsversuche sollten nur vor dem be- setzten Gericht zugelassen werden. In Stummer? desselben Para- graphen:„Als Bevollmächtigte der Parteien werden der Regel nach nur Angehörige, Berufsgenossen oder Angestellte derselben zugelassen. Im Falle der Abwesenheit oder Krankheit muß das Gericht, aus besonderen Gründen kann es andere Vertreter zu- lassen."— müsse„der Regel nach" und der zweite gestrichen werden; um Rechtsanwälte und Linksanwälte auszuschließen. Die Bestimmung, wonach eine Verurthcilung aus Vor- nähme einer Handlung erfolgen könne, müsse ganz beseitigt wer- den, da sie nur zu Unzuträglichkeiten führe. Stadtsyndikus E b erty erklärt sich gegen diese Abändernngs- anträge, die zu praktischen Unmöglichkeiten führen. Die Fassung der beanstandeten Paragraphen sei der Niederschlag langjähriger Erfahrungen. Stadtv. Z u b e i l beantragt den Frauen auch das passive Wahlrecht zu verleihen. Stadtv. Meyer H bezeichnet die Vorlage als einen Koinproinißvorschlag, auf den die Versammlung sich in der Erwartung stelle, daß auch der Oberpräsident sich auf ihn stellen werde. Dadurch sei die Grenze für die Debatte gezogen. Würde im Laufe der nächsten Wochen etwa noch ein Rechtsanwalt in die Versammlung kommen, so rückte er vielleicht wieder mit neuen Abänderungsanträgen heraus. Niedner bittet, die Vorlage unverändert anzunehmen. Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird angenommen. Zum Wort gemeldet: Zubeil, Vogtherr. Neber den Antrag I des Stadiv. Tutzauer(das Wahlalter betreffend) wird namentlich abgestimmt. Mit„Ja" stimmen 43, mit„Nein" 56 Stimmen. Der Antrag ist abgelehnt. Auch der zweite Antrag des Stadtv. Tutzauer, der Antrag Zubeil, sowie sämmtliche Abänderungsanträge des Stadtv. Stadthagen werden abgelehnt. Die Vorlage wird unverändert genehmigt. Die übrigen unwesentlichen Vorlagen, die noch zur Berathung stehen, werden genehmigt. Schluß 7V« Uhr. Lultnles. pr Biertelstunde ilängerung der um 6 Uhr ab- Arb«,t«r-Ratl), Arbeiter-Ausschuß und ähnliche schone Name« sichren die neuesten arbeiter reundlichen Einrichtungen, mit denen manche Leute die heutige Arbeiterfrage mindestens zum größten Theile für gelöst betrachten. Wie solche Einrichtungen, wenn man sie genauer betrachtet, beschaffen sind, haben wir neu- lich bei dem Arbeiter-Ausschuß der Löwe'schen Fabrik kennen ge- lernt, heute liegt uns eine ähnliche Nachricht von einem ander' „Arbeiter-Rat h" vor. Unter diesem stolzen Titel— sind heutzutage noch immer etwas Vielbegehrtes, nur die Ar! waren bisher gleichgiltig dagegen und sollten es auch bleilu besteht eine jener modernen, sozialpolitischen Einrichtungecßfln der Anhaltischen Maschinenfabrik Augusta- Allee 28 in Mloabit. Unter dem Beirathe dieses Arbeiter-Rathes kam nun zuMchst eine bedeutsame„Reform" zcc Stande. Während früher Wc Arbeiter in der genannten Fabrik um 7 Uhr die Arbeit begangen und mit «instündiger Mittagspause um 6 Uhr endeten, w«de zu einer Zeit, wo die gesammte Arbeiterschaft auf eine Verkürzung der Arbeitszeit hinstrebt, die Arbeitszeit in der Art ukrlängert, und zwar ohne einen Lohnausschlag, daß der Beginn/oer Arbeit uin 6 Uhr Morgens stattfinden müsse, und mit je ei für die Frühstücks- und Aesperpause und mit 3 Mittagspause von einer auf anderthalb Stunden. schloß. Erregte diese Stimmung schon mehrfach Unzufriedenheit, so wurde diese noch gesteigert, als vor einiger Zeit angeblich dringende Arbeit eintraf und Ueberstunden nöthig wurden, vorläufig nur bis 7 Uhr Abends; aber ohne jeden sonst für Ueberstunden doch allaemein üblichen Lohnausschlag. Die Dreher der Werk- statt erklärten sich mit dieser Anordnung nicht einverstanden und zwar buchstäblich aus dem Grunde, weil die Arbeiter um ihre Zustimmung zu dieser Neuerung garnicht befragt worden waren und von dem Abkommen, das der Arbeiterrath getroffen hatte, nichts wußten. Der Dreher B. wurde als Delegirter abgeordnet um mit dem Meister Noah zu verhandeln, damit man doch die Meinung der Arbeiter höre. Der Meister erklärte sich nach anfänglichenBedenken auch bereit, eine Ermittelung über dieWillens- meinung der Arbeiter zu veranlassen. Es sollte dies in der Art ge- schehen, daß Listen ausgelegt wurden, in welche alle Diejenigen rhren Namen eintragen sollten, die mit der neuen Einrichtung nicht einverstanden sind. Die Auslegung der Listen erfolgte bei dein Arbeiterrath. Nun gehört ja einige Koccrage dazu, in dieser Situation noch seinen Widerspruch durch Eintragung in eine Liste schriftlich festzulegen und so kam es wohl, daß die Listen im Ganzen nur vier Namen auszuweisen hatten. Ob der Ar- beiterrath dies klagliche Ergebncß als einen Triumph seinerseits betrachten konnte, mag dahingestellt bleiben. Bei der nächsten Lohnzahlung am Sonnabend aber wurde der Delegirte, der Dreher Br, auf Veranlassung des Direktors entlassen. Der Vorfall zeigt deutlich, was ein Arbeiterrath leisten kann itnd noch deutlicher,»vas er nicht verhindern kann. Woher soll der Arbeiter Vertrauen zu dem vielgepriesenen„Vermitte- lungsgliede" zwischen ihm und dein Arbeitgeber gewinne,,, wenn dieses Glied nicht in der Lage ist, einen Arbeiter, der nichts An- deres gethan hat, als daß er einen Auftrag seiner Kollegen aus- geführt, vor einer solchen Maßregelung zu schützen? Der Vorfall ivcrd mit dazu beitragen, daß die Wachsamkeit der Arbeiter über ihre Interessen durch die neuen„sozialen Reformen" nicht ermüdet und daß die Arbeiter nicht„zusrieden" und nicht einge- schläfert werden. Unch der«eueste» ßebiwsmittel- IH'etstndell« der „Stat. Korr." ist der Preis des Weizens im März er. an den meisten Marktorten um ein Geringes(1—3 M.) zurückgegangen; nur Koblenz hatte einen Preisaufschlag von 12 M. für 1000 Kg. Am billigsten war der Weizen, gleiche Qualitätsberechnung vor- ausgesetzt, in Breslau mit 180 M. für 1000 Kg., am theuerften in Hanau niit 210 M. Der Durchschnittspreis aller Marktorte betrug 189 M. gegen 190 M. im Vormonat. Der Roggen ist ebenfalls in der überwiegenden Mehrzahl der Marktorte etwas billiger geworden, besonders im Osten. Bromberg hatte einen Preisrückgang von 8, Danzig, ebenso auch Görlitz einen solchen von 6 M. Nur einige rheinische Städte zeigen eine Preis- erhöhung(Aachen um 7 M). Den höchsten Preis hatte der Roggen in Kassel mit 185, den niedrigsten in Danzig und Posen mit 162 M. Der Durchschnittspreis aller Orte ist von 178 auf 171 M. gegangen. Die Gerste zeigt bettächtliche lokale Schwankungen. Koblenz und Köslin hatten Preiserhöhungen von 10 M., Kiel und Königsberg Herabsetzungen von 11 bezw. 8 M. Ten niedrigsten Preis hat die Gerste in Danzig mit 140, den höchsten in Koblenz mit 230 M. Der Durchschnittspreis beträgt, wie im Vormonat, 168 M. Der Hafer ist fast überall theurer geworden; die größten Preiserhöhungen hatten die rheinischen Städte: Trier 13, Koblenz 11, Aachen 9 M. Am billigsten ist der Haser in Danzig und Stralsund mit 155, am theuerften in Magdeburg mit 178 M. Der Durchschnittspreis aller Orte ist von 164 auf 167 M. gegangen. Die Kartoffeln sind in einzelnen Orten theurer geworoen; erheblich(um 9 M.) nur in Stralsund; der Mittelpreis beträgt 44,4 M. gegen 43,6 M. im Vormonat. Am billigsten ivaren die Kartoffeln in Frankfurt a.O. mit 24,6 und in Köslin init 25,0 M.. am theuerften in Neutz mit 60 und Aachen mit 95 M.; in Trier kosteten sie nur 36,9 M Das Stroh ist im Osten und Westen meist billiger, in der Mitte etwas theurer geivorden. Köiugsberg mit 7,5 M. und Neust nnt 4,8 M. hatten den größten Preisrückgang. Der Durchschnitts- preis beträgt 62,6 M. gegen 63,7 M. im Februar. Aachen mit 45,0 M. und Magdeburg sowie köslin mit 75,0 M. bilden die Extreme. Auch das Heu zeigt vorwiegend Preis- rückgänge. Kiel hat eine Ermäßigung von 19 M., die beinahe unglaublich erscheint. Der Mittelpreis ist von 61,5 aus 59,0 M. gegangen. Den niedrigsten Heccpreis hatte Osnabrück mit 40,2 M., den höchsten Magdeburg mit 85,0 M. Die Fleischpreise zeigen wenig Veränderungen. Rindfleisch ist an 5 Orten billiger, an 3 theuerer, Schiveinefleisch an 3 billiger, an 3 theuerer, Kalbfleisch an 6 billiger, an 7 theuerer. Hammelfleisch an 1 billiger, dagegen an 8 theuerer geworden. Speck hat an 4 Orten niedrigere, an 2 höhere, Schmalz an 1 niedrigere, an 4 höhere Preise als im Vormonat. Die übrigen Lebensmittel geben zu Bemerkungen keinen Anlaß. Ein Vrrgleich mit den Preisen des März v. I. ergiebt, daß im Laufe des letzten Jahres theuerer ge- geworden sind: Hafer um 17,6 pCt., Schweinefleisch um 17.4, Gerste um 15,9, geräucherter inländischer Speck um 15,2 inländisches Schweineschmalz um 9,1, Roggenmehl um uin 14,5, Roggen um 14,0, Kalbfleisch um 7,4, Rind- und Hammelfleisch um 5,2, Kocherbsen um 4,1, Weizen um 3,8 und Kaffee um 3,7 pCt.; denselben Preis wie vor einem Jahre hatten Stroh, Eßbutter und Reis; billiger sind geworden Eier uni 1,6, Weizenmehl um 3,3, Bohnen um 5,7, Linsen um 5,9, Heu um 19,0 und Kartoffeln um 27,7 pCt. Uebrr Schund-»nd Schauerromane sprach in der letzten Versammlung des Bezirksvereins Hasenhaide Stadtsyndikus a. D. Düllo. Den Hauptgegenstand des Vortrages bildete die Beleuch- tung des neuesten„Sensationsromans"„Der Scharfrichter von Berlin". Etwa 80 Lieferungen dieses Schauerstückes sind bisher in eben der Ausstattung und mit Bildern verunstaltet erschienen, welche den äußern Menschen ebenso entstellen, wie der Roman selbst den inneren Menschen zu einem Zerrbilde macht. Der Held des Romans ist äußerlich der frühere Scharfrichter Krauts, dessen Bildniß den Umschlag schmückt und dessen faksimilirte Schrift die Leser glaube» machen will, daß die Phantasiegebilde des Romans auf Thatsachen beruhen, welche er dem Verfasser, Herrn Victor v. Falk, mitgetheilt habe. Der wirkliche Held aber ist„Graf Waldemar Marco-Sternenberg", das Haupt einer Falschmünzerbande, welches mit den Spitzen, wie mit dem Ab- schäum der Gesellschaft gleich gewandt verkehrt und eine �Anzahl graccenhafter Verbrechen ohne jeden zureichenden Beweggrund ver- übt. Der Roman wendet sich nirgend an Herz und Gemüth des Volkes, sondern nur an die entzündete oder zu entzündende Ein- bildungskraft und giebt das Bild eines Lebens, wie es noch nie und noch nirgend gewesen. Wer auch nur eine der 80 Lieferungen UefLjttttf» den Bestrebungen des in Weimar gegründeten Vereins ijjrMassenverbreitung guter Schriften, welcher dem Leser eine gMegene Unterhaltung in guter Ausstattung zu billigem den besten Erfolg wünschen. Der in Berlin bereits besMende Ziveigverein wird hoffentlich eine segensreiche Wirk- eit entfalten. Der schon erwähnten Uorlnge über die Uebelstände auf der Abdeckerei ist das Protokoll der gemischten Deputation beigefügt, welche im Dezember v. I. von den städtischen Be- Hörden eingesetzt worden ist, um dem Polizeipräsidium den Nach- weis zu führen, daß von der fiskalischen Abdeckerei thatsächlich Fleisch entwendet und dann verkaust worden ist, und die Ein- wohner Berlins vor dem Genüsse derarttgen Fleisches gesichert werden müssen. Nach dem zwischen Polizeipräsidium und Ab- deckercipüchter abgeschlossenen Vertrage soll das Abdeckerei- Etablissement stets mit einer festen, nicht übersteigbaren Umfriedi- gung verwahrt. Nachts fest geschlossen und wohl'bewacht sein, so daß Entwendungen thierischer Substanzen aus demselben nicht vorkommen können. Der Pächter ist verpflichtet, dafür zu sorgen, daß nicht Fleisch in rohem Zustande von der Abdeckerei fortge- führt wird. Alles auf dem Zentral-Viehhofe, in den Roß- schlächtereien, auf den Wochenmärkten, in den Fleischschauämtern u. s. w polizeilich beschlagnahmte und ihm zur Vernichtung oder gewerblichen Ausnutzung überwiesene Fleisch hat der Pächter auf polizeiliches Anfordern ohne Verzug abholen und beseitigen zu lassen. Daß diese Bestimmungen nicht hingereicht haben, Uebelstände zu vermeiden, ergiebt sich daraus, daß ver Stadt- verordnete Kalisch, wie die„Volks-Ztg." berichtet, in der De- putation sieben Personen aus Reinickendorf, welche bereits bestraft ivorden sind, weil man bei ihnen aus der Abdeckerei entwendetes Fleisch vorgefunden hat, und zwei aus der Abdeckerei bisher be- schäftigte Knechte, welche wegen wiederholten Diebstahls von Fleisch aus der Abdeckerei neuerdings angezeigt worden sind, namhaft machen konnte. Es ist daher unbegreiflich, daß das Polizeipräsidium dem Magistrat auf eine Anfrage antworten konnte, die in der Presse laut gewordenen Gerüchte über Entwendungen von Fleisch auS der Abdeckerei und Veriverthung des- selben Hütte» sich nicht bestättgt. Der Stadtverordnete Talle wies darauf hin, daß der Abdeckereipächter den Viehkommissionären für das ihm vom Viehhofe überwiesene Vieh, welches, wenn gesund, einen Werth von Hunderttausenden jährlich darstellen würde, Spottpreise zahle und, da die Kommissionäre die dadurch erwach- senden Verluste auf die Viehpreise schlügen, das hier zu Markte kommende Vieh unnöthig vertheuert würde. Es sei daher noth- wendig, daß die Stadt selbst die Beseitigung und Ausnutzung des auf dem Viehhofe verworfenen Fleisches übernehme und dazu geeignete Anlagen auf dem Viehhofe errichte. Die Vieh- konnnisstonäre hätten sich schon vor längerer Zeit an das Polizei- Präsidium gewandt, um die Erlaubniß zu erhalten, jenes Fleisch selbst zu vcrwerthen oder durch einen Unternehmer verwerthen zu lassen, sie seien aver abschläglich beschieden worden, weil nur die Abdeckerei Garantie für eine unschädliche Verwerthung des leisches gewähre. Vom Magistrat wurde mitgetheilt, daß vom uratoriucn des Viehhofes schon die Errichtung einer Anstalt zur Auskochung und Beseitigung des auf dem Viehhofe beanstandeten Fleisches ins Auge gesaßt ist, die nöthigen Versuche bereits statt- gefunden haben und das Polizeipräsidium um seine Zustimmung ersucht werden wird. Jedenfalls wird darüber noch längere Zeit vergehen, da einer baldigen Verständigung der mit dem Pächter der Abdeckerei abgeschlossene Vertrag im Wege steht. Wenn aber auch die Errichtung einer Anlage zur Vernichtung des auf dem Viehhofe beschlagnahmten Fleisches sich schon in kürzester Zeit verwirklichen ließe, ivürde es doch umungänglich nöthig sein, auf Abstellung der Uebelstände aus der Abdeckerei zu dringen, weil dorthin auch das sonst in der Stadt gefallene und wegen Krank- heit oder Krankheitsverdachtes getödtete Vieh geschafft wird, und unter allen Umständen die Bürgerschaft davor geschützt werden muß, daß für ungenießbar und schädlich erklärtes Fleisch aus Um- wegen wieder in den Verkehr gebracht wird. Ein»„Literatur der Kündigungen" haben die bestehen- den Miethsverhältnisse gezeittgt, die einen tiefen Einblick in die Gemüthsverfassung ber unter diesen Verhältnissen Seufzenden ge- währt. So lesen wir an einem Schaufenster der Rosenthaler Straße:„Ich bin zur Aufgabe meines Geschäftes gezwungen, da der Wirth dieses Hauses cnir ohne Angabe des Grundes den Laden gekündigt hat." Ein Plakat in einem Zigarrengeschäft der Oranienstraße giebt von dem Groll des Ladeninhabers gegen seinen Wirth Kunde; die Ursache hierzu fand im folgenden Wort- laut Ausdruck:„Mit dein 1. Juli verlege ich mein Geschäftslokal nach der Ritterstraße, da mein Wirth es für gut befunden, den Laden des ihm gleichfalls gehörenden Liebenhauses an einen Kon- kurrenten zu vermiethen." An dem Schaufenster eines kleinen Posamentierwaaren-Geschäftes in der Dresdenerstraße lesen wir: „Nachdem ich von Jahr zu Jahr mit der Miethe gesteigert wor- den, sehe ich mich jetzt zur Aufgabe meines Geschäfts genöthigt." Jener Hutfabrikant in der Großen Friedrichstraße hat Schule ge- macht, der aller Welt durch ein an seinem Geschäftslokal befind- liches Plakat verkündete, daß er sein Geschäft auflösen müsse, weil der Wirth ihn plötzlich um 3000 M. gesteigert. Derartigen Anschlägen begegnen wir jetzt in der Köpenicker-, Landsberger-, August- und anderen.Straßen. Eine große Chokoladen- und Konfitürenfabrik in der Münzstraße macht bekannt, daß sie zur Aufgabe ihrer Filiale an dieser Stelle gezwungen wäre, weil der Wirth sie habe„ausmiethen" lassen. Eine Mormonentanfe in der Spree fand Montag Abend bei Stralau statt. Die große Berliner Äaptisten-Gemeinde taufte früher auch im Freien, seit dein Jahre 1848 indeß geschieht dies nur alle vier Wochen in ihren beiden Kapellen, wo der Täufling unter entsprechenden Feierlichkeiten in dem großen Bassin vor versammelter Menge untergetaucht wird. Drr Magistrat von Köpenick hatte an die dortige Schützengilde die Anfrage gestellt, ob dieselbe bei Kravallen und Aufläufen sich in den Dienst der öffentlichen Ordnung zu stellen geneigt sei und hat seitens des Vorstandes der Gilde eine zu- stimmende Antwort erhalten. Dagegen hat die gleichfalls befragte Feuenvehr die Rückfrage gestellt, ob die Stadt event. für die Hinterbliebenen eines etcva bei derartigen Gelegenheiten ums Leben kommenden Kameraden zu sorgen gedenke.— Dafür hat man wohl auch in Berlin für dl« Schützenbrüder 40000 Mark bewilligt? Non der rächenden Nemesis ereilt wurde in ein Berliner Betrüger, der sich Anfang Januar d. I.> Flucht nach der neuen Welt dem Arm der Gerechtigkeit hatte. Er hat in Berlin eine lange Reihe schwer geh zum Theil sogar ruinirter Existenzen zurückgelassen. brieflich verfolgte Flüchtling war der Großdestillateur w inann A. Wegener, welcher ein im Südwesten, Kreuzbttk Katzbachstraßen- Ecke belegenes Destillationsgcschäft und a» Norden unserer Stadt, an der Ecke der Husfiten- und« sundersttaße eine„Grande-Destillation" inne gehabt hat. A lebte auf großem Fuße, verkehrte in feinen Kreisen und W u. A. ein eigenes Reitpferd. Er hat die nngeheven» Schwindeleien ausgeführt und zum allergrößten Theu Leute, die ihm, dem redegewandten Geschäftsmann» saueren Ersparnisse vertrauensselig übergeben hatten, scW schädigt. Die Summe, um welche Wegener seine Berliners geprellt hat, wird aus mindestens 200 000 M. geschätzt.' dem Bekannttverden der Flucht des W. hatten die Gläutt» 1000 M. aufgebracht, die als Prämie für die Ergreifung g trügers Verwendung finden sollte. Nach einer Hierher g»? Nachricht ist den amerikanischen Behörden die Dingfest� des geriebenen Erzschwindlers geglückt, und so wird nun Ä seiner erfolgten Auslieferung von den Berliner Gerichten dck für seine verbrecherischen Thaten zudiklirt bekoinmen. reißet hatte eine separirte Frau R. auf seiner Flucht nach& mitgenommen. In Amerika angekommen, ist jene Frau!» W. überdrüssig geworden, und er wollte sich kurzer H™ lästigen Anhängsels, der Frau R., entledigen. Dieser wurde zu seinem Verderben, denn Frau R. entdeckte ihn( unter falscher Flagge, d. h. falschem Paß, reiste, der Behbw letztere nahm den sauberen Vogel in Haft. Nerwegene Nerlirrcher machen gegenwärtig den®» der Stadt unsicher. Bereits vor den Osterfeiertagen# mehrere Einbruchsdiebstähle aus jener Stadtgegend gern auch nach den Feiertagen scheinen die Diebe ihr Hanl_ ungeschwächten Kräften zu betreiben. Am vergangenen wurde wieder ein Einbruchsdiebstahl in dem Hause straße 35—36 in der Wohnung eines Magistratsbeamten' führt, wobei die Diebe sich genau über die Zeit unterrichw müssen, in welcher die Wohnung ohne Aufsicht war. Mit> Dreistigkeit die Diebe dort zcc Werke gehen, ist in dein Waldemarstr. 69 am vergangenen Sonnabend beobachtet Am hellen Tage erschien dort auf dem Hofe des stücks ein Mann, der neugierig in die Fenster der Parterrewohnung hineinblickte; eine hinter der stehende Frau beobachtete den Fremden unbemerkt. machte sich alsbald an dem Schloß einer anstoßenden Wf thür zu schaffen, nachdem er sich durch lautes Anklop zeugt hatte, daß Niemand in der Wohnung anwesend o» hörte die an der Thür lauschende Nachbarin ein Kna« wenn ein Schlüssel abbricht, und bald darauf klopfte der auch an ihre Thür. Als demselben geöffnet wurde, fragt« einer in den, Hause unbekannten Person und entfernt« erhaltener Antwort. Die Frau eilte hinter ihm her ständigte den Vizewirth des Hauses, der dem Verdäch eilte und ihn aufforderte, mit zur Wache zu kommen. entrüstet über die Insinuation ging der Fremde mit, uw vor der Thür der Polizeiwache einen Fluchtversuch zu' men. Er wurde von einem Soldaten gestellt und legitii auf der Wache durch eine Anzahl von Schlüsseln und 3 die man in seinen Taschen fand, als„schwerer Junz nicht zur Ausführung gekommenen Besuch hatte er der' eines in der Markthalle ausstehenden Fleischers zug dessen Besitz er allerdings baares Geld vermuthen könnt«- Polizei-Kmcht. Am 16. d. M. Abends wurde ei« in seiner Wohnung in der Steinstraße erhängt vorgefu derselben Zeit fiel ein unter sittenpolizeilicher Kontrole Mädchen, als es am Friedrich-Karl-Ufer sich aus einen geben wollte, in die Spree, wurde jedoch wieder aus d gezogen und nach der Charitee gebracht.— Im Laufe, fanden an drei verschiedenen Stellen kleinere Brände flau Govirhks-Ieikung- Potsdamer Schöffengericht unter der Anklage der Pil") Beleidigung zu verantworte». Die Angelegenheit ist ein«- der letzten Reichstagswahl-Bewegung und spielte sich zember in dem Lokale von Bugow zu Nowawes-Nen«! woselbst der freisinnige Arbeiterverein eine öffentliche* lung abhielt, in welcher der Redakteur Dr. Rosenbaum« dain den Vortrag hielt. An den Vorttag schloß sich eine bei welcher Herr Werner das Wort nahm, das ihm sitzenden unter der Bedinaimg ertheilt wurde, daß er si Grenzen der Gesetze hatte und nicht länger wie zehn* spreche. Als Werner diese Redezeit überschritt, wurde er« Vorsitzenden mehrmals ersucht aufzuhören, und als er v' that, erhob sich der Gendarm Dorrow, welcher die Vers« überivachte und rief Herrn Werner zu:„Fügen Sie' den Anordnungen des Vorsitzenden woraus Werner en>! „Sie haben mir gar nichts zu sagen, sondern Sie können« die Versammlung auflösen, wenn ungesetzliche Handlung kommen."— Der Vorsitzende ließ hieraus eine Pause* und forderte die Sozialisten auf, den Saal zu verlassen» 'osorr geschah. Durch die Worte:„Sie haben mir gar ägen 2c." fühlte sich indessen der Gendarm Dorrow bel feine vorgesetzte Dienstbehörde stellte dieserhalb S Werner bestritt, daß der Inhalt der Worte beleidigen sei, er habe lediglich in der Wahrnehmung berechttgter gehandelt, denn der Gendarm habe, ohne daß er von. sitzenden dazu veranlaßt worden sei, vollständig ungeseisis Debatte eingegriffen und könnt« höchstens als Privat leidigt sein. Der Gerichtshof war indessen der Ansicht Gendarm auch während der ganzen Zett der Versansi fugt gewesen sei, die Ordnung ausrecht zu erhalten, sisi' lich gehandelt habe und erkannte aus 30 M. Geldstrafe drei Tage Gefängniß und Pulikation des Urtheils. Achtung l Metallarbeiter! Kollegen, schon»"M hotten Male hat der Vorstand des Allgemeinen Mens, Vereins Berlins und Umgegend an dieser Stelle sowoys'� jeder Versammlung, auf die vom Verein ausgegebenen o/ zu einer Statistik fämmtticher Metallarbeiter au,merksa«'Ä und die Kollegen aufgefordert, diese Fragebogen wah�v auszufüllen und zurück zu liesern. Kollegen, es ist. si-« jedem Metallarbeiter klar, daß die tieftraurigsten 3r\jjk sie sich in unserem einst so schönen Gewerk, durch tn« � sten Verhältnisse begünstigt, eingebürgert haben,«ich' fortbestehen können. 4 Kollegen, um aber Forderungen stellen zu kömfl�j müssen doch in kürze st erZeit gestellt werden, siL-,\ dingt nothwendig, daß wir uns vorher genau von/# ständen, die uns bedrücken, überführen, und w'«' unsere Forderungen darnach stellen können. Kollegs. Wissen ist Macht, nur die eingehendste Kenn»"«| wirthschastlrchen und gewerkschaftli ch,«, niffe setzt uns in die Lage, unsere Forderung zeitgecna' und können wir sie infolge dessen der Oeffenllichkeit geg«" auf weiß beweisen, so, Kollegen, bedenkt, ist die Meinung auf unserer Seite, mit ihr muß in einem bmgt gerechnet werden, daher rufen wir Euch nochmals zu:„Metall- arbeiter allerBranchen!" Ganz gleichgiltig, obJhr dem Metallarbeiter- Berein, einem andern Verein, oder zur Zeit keiner Organisation angehört, ersuchen wir Euch alle, die unsererseits ausgegebenen Fragebogen genau, wahrheitsgemäß und gewissenhaft auszufüllen, damit wir in der Lage sind, eine möglichst genaue Uebersicht der Arbeitsverhältnisse in unserem Gewerbe zu haben. Fragebogen sind zu haben und ausgefüllt zurückzuliefern bei folgenden Kollegen: I. Hartmann. Reichenbergerstr. 73, v. 4 Tr.; P. Litfin. Reichen- bergerstr. 28, Hof 2 Tr.; O. Klein, Ritterstr. 15, im Laden; Hch Unger. Kcsselstr. 20; G. Wolf, Reinickendorserstr. 14a; P. Hih, wöpmtferftr. 151, v. 4 Tr.; E. Mengeier, Skalitzerstr. 147a, vorn 4 Tr.; R. Rolack, Reichenbergerstr. 106a, v. 3 Tr.; F. Hassebach, Urbanstr. 82, v. 4 Tr.; W. Kurgast, Antonstr. 6; im/ Arbeitsnachweis, Wallstraße 7—8; in allen Versammlungen und in fol- {senden Zahlstellen des Sonnabends von 8—91/2 Uhr Abends: Hinsel, Prinzen- und Gitschinerslraße-Ecke; Hasel, Barutherstr. 6; Ott, Diefsenbachstr. 89; Ohm, Rixdorf, Jägerstr. 24; Ziemer, Cuvrystr. 16; Föllner, Kottbuserftraße: Herschleb, Adalbertstr. 4; Wolf, Gerichtsstr. 44; Gnadt, Brunnenstr. 38; Böhl, Rüders- dorferstr. 8; Haugk, Weinstr. 22; Jungnick, Bernauerstr. 103; Viel. Virkenstr. 24; Grande, Oranienstr. 198. Der Vorstand des Allgemeinen Metallarbeiter-Verein Berlins und Umgegend. pttveff» des gestrigen Artikels.„Maßregelung eines Mechanikers der Firma C. Lewert", können wir mittheilen, daß durch elnmüthiges Zusanunenhalten der Kollegen diese Maßnahme aufgehoben worden ist und der Betreffende an seinem bisherigen Arbeitsplatze wieder eingestellt wurde. Die Kollegen verpflichte- ten sich, bei etwaigen weiteren Maßregelungen gegen diejenigen, welche für die Gehilseuforderungen eingetreten sind, ein Gleiches zu thun und gab der Arbeitgeber ein dahin bindendes Ver- sprechen ab. VevsÄmnrlmuieu. . Die zloUkutjcher traten am 17. April, Morgens 9 Uhr. m den„Arminhallen" zu einer neuen Versammluiig zusammen, «in über den Verlauf des Generalstreiks weiter zu berichten. Die Versammlung wurde um 91/4 Uhr vom Vorsitzenden der Lohn- kommission eröffnet. Die Versammlung ist als eine glänzende zu bezeichnen, da, wie gestern, ca. 700 Mann wieder erschienen waren.— Kollege Danneberger berichtet zuerst über den Verlauf des gestrigen Tages und hob hervor, daß derselbe ein zufrieden- stellender sei. Den Kutschern der Firnia Seloivsky, welche stets dem Verein angehörten, und infolge dessen am 16. einmüthig die ätenit eingestellt hatten, wurde von ver Lohnkommission der Bescheid ertheilt, daß sie am 17. d. M. die Arbeit wieder ausnehmen könnten, weil der Unternehmer seinen Kutschern gegenüber das mündliche Bersprechen abgab, keinem Spediteur jetzt irgend zu helfen. Die Firma Arheiin u. Co. wurde insofern einer scharfen Kritik unterzogen, als der betreffende Chef es sich nicht versagte, anstatt mit der Lohnkommission mit anderen Personen zu ver- handeln. Die Kutscher genannter Firma, welche ihrein Ver- sprechen am vorhergehenden Tage in der Versammlung nicht nachgekommen waren, haben durch ihr Erscheinen in oul ro"il.0en Versammlung dieses wieder gut gemacht. Die Bericht» verschiedener Zeitungen müssen wir als erfundene bezeichnen, und haben ,vir hierzu unsere Kollegen als Zeugen, daß dieselben den Sachverhalt falsch darstellen. Der Vortrag des Herr Schutte, der sich hauptsächlich aus Vorgenanntem bildete, war ein sachlicher. Er hob hervor, daß durch alle diese Macht- Nationen die Spediteure nur suchen, einen Keil zwischen uns zu schieben. Er führte ferner noch aus, daß die öffentliche Meinung auf unserer Seite sei. Der Generalstreik hat sein Entstehen, sowie den Fortgang nur der Schroffheit der Herren Chefs zu danken, weil die Herren immer noch der Meinung sind, sie wären Alles und die Kutscher Nichts. Der öiedner legt allen Anwesenden ans Herz, ihr mannhaftes Betragen so weiter zu bezeigen, und versicherte, daß der Sieg der unsere sei. Er machte ferner bekannt, daß der Verein der Droschkenkutscher zu Berlin 100 M. für die Streikenden zur Ver siigung gestellt habe. Fernere 600 M. wurden dem Verein zuge- sagt. Hierauf wurde beschlossen, den Generalstreik serner ausrecht >u erhalten und eine Versammlung zu Freitag, den 18. d. M., ruh 8 Uhr, in den Arminhallen bekannt gemacht. In derselben »uhe, wie sie gekommen, verließen die Kutscher das Versamin- lungslokal. |Ji» Jachvmiusversämmlnng der Lederarbeiter hörte am Montag im Vereinslokal, Oranienstr. 180, mit großein Jnter- esse em Referat des Stadtverordneten Frih Zubeil über Gewerbe- schiedsgerichte. Nach dem beifällig aufgenommenen Vortrage be- austragte die Versammlung den Vorstand, eine Resolutton, in welcher die Forderung des geiverblichen Schiedsgerichts im Sinne der vom Redner besprochenen Vorlage gestellt wird, auszuarveiten und der Stadtverwaltung einzureichen.— Aach Erledigung einiger innnerer Angelegenheiten, nahm die Versammlung Kenntnip von dein ausgebrochenen Streik der Kartonarbeiterinen und-Arbeiter und aeivahrleistete größte Unterstützung in jeglicher Hinsicht. Den Möbelpolirern wurden auf Ersuchen 30 M. überwiesen.— Die Hamburger Kollegen warnen vor Zuzug; wenigstens solle niemand dort unter 21 M. Lohn arbeiten, da der Unterhalt ein sehr theurer ist.— Billets zu dem am 26. April im Vereins- lokal stattfindenden Tanzkränzchen sind im unentgeltlichen Ar> beitsnachiveis des Vereins, bei Sperling, Orameuplatz, zu 50 m äu haben.— Ans die Generalversammlung am ®--R... wird hier noch besonders hingewiesen, da wegen der ichtigen Tagesordnung, u. a. Beschlußfassung über den das Erscheinen sämmtlicher Mitglieder unbedingt er- «•.-.ÜPi!*« or-ße« Saat de» Köhmischri, 1* auf den letzten Platz füllende Generalversamm- 4,>. �0�-» �imarbeiter und Arbeiterinnen fand am Mittwoch, den 16. April, statt. Auf der Tagesordnung stand: 'Im» o- �9�. en uon �en Fabrikanten gefaßten Be- chllissen. 2. Bericht der Kommission.— Der Vorsitzende der Ver- aminlung, Herr Grelffenberg, machte bekannt, daß sich alle strei- »"2"}-»»a!. imb Arbeiterinnen täglich im Streikbureau, Äll; x Bolzmann, behufs Kontrole zu melden haben, 1�» L I Streikkarten ausgegeben werden. Eine kleine Zahl Fabrikanten(zehn) haben die Forderungen schon bewilligt. 2 den SHeoers des Streikkomitees unterschrieben. »t. h»®re,f|ent,«g ein Zirkular der Fabrikanten /...iü!> Arbeiter und Arbeiterinnen, in welchem diefe aufgefordert werben, spätestens am Donnerstag, den «w jüc,'„ J6 3lrl,c,t, w ihren bisherigen Arbeitsstellen ÄÄ N�ustig gehen.— Der Referent zum 1. Punkt. Herr Röhlke. entledigte sich hieraus zur vollsten Zufriedenheit der Versammel- ten seiner Aufgabe. Die darauf folgende Diskussion war eine äußerst aninurte. Es betheiligten sich daran die Herren Tamm, Grelffenberg, Stein, Möglich, Grobe. Jost. Jahn und Siegfried. Die Aeußerunae» der Redner stimmten darin überein, an den gefaßten Beschlüssen festzuhalten und die achtstündige Arbeitszeit auf ,eden Fall zum Durchbruch zu bringen. Folgende Resolu- ttonen wurden einstimmig angenommen:„Die heute im„Böhmi- schen Brauhaus" stattfindende öffentliche Versammlung der Kar- tonarbeiterinnen und Arbeiter erklärt, nicht eher den aufge- drungenen Streik zu beenden, bis fänimtliche aufgestellte Forderungen bewilligt find, und die Fabrikanten schrist- ttch erklären, keine Maßregelungen stattfinden zn lassen. Sollten aber trotzdem unter irgend einem Vorwand Entlassungen von Leitern der Streikbewegung stattfinden, so ent- scheidet darüber die bestehende Kommission, inwieweit diese als Maßregelungen zu betrachte» sind. Ferner beschließt die Ver- SÜLÄ"!?, nut die Zehner- Kommission befugt ist, mit den Fabrikanten zu unterhandeln; daß weitere Bewilligungen der Fabrikanten nicht zu beachten sind und nirgends die Arbeit auf- genommen werden darf, bevor nicht alle Fabrikanten bewilligen; oaß also der Generalstreik aufrecht erhalten bleibt."— Unter Verschiedenem wurde eine Resolution angenommen, nur noch in GeschäjMi zu kaufen, welche vom 3. Mai ab Sonntags Nach- �geschlossen sind.— Nachdem der Vorsitzende bekannt ge- mqM hatte, daß am Freitag Abend im„Königstadt-Kasino" eine ammluna der streikenden Kartonarbeiter und-Arbeiterinnen �ttfindet, schloß er die zum größten Theil von Arbeiterinnen besuchte Versammlung. Eine Nersammluitg fiimmtlicher Arbeiter der Lndw. Föwe'schr» Fabrik war für den 16. d. M., Abends, nach dem Konzerthause Sanssouci einberufen worden. Die Versammlung, welche unter Vorsitz des Herrn W e g e n e r abgehalten wurde, hatte das geräumige Versammlungslokal bis auf den letzten Platz gefüllt. Vor Eintritt in die Tagesordnung gab der Vorsitzende iekannt, daß in der Nacht vom Sonntag zum Montag ein Ar- beiter der Ludwig Löwe'schen Fabrik gestorben und am Mittwoch Nachmittag zur letzten Ruhe bestattet ivorden sei. Zum ehren- den Andenken an den Verstorbenen erhoben sich die Anwesenden einmüthig von ihren Plätzen. Zum ersten Punkt der Tages- Ordnung:„Wie stellen sich die Arbeiter der Ludwig Löwe'schen Fabrik zum 1. Mai?" nahm sodann der Referent, Herr Alwin Gerisch, das Wort, um in einem überaus fesselnden und lehrreichen Vortrage den anwesenden Arbeitern die Nothwendigkeit einer Ver- kürzung der Arbeitszeit begreiflich zu machen und die weitere Nothwendigkeit einer nachdrücklichen Manifestation zu Gunsten der gesetzlichen Verkürzung der Arbeitszeit denselben klar vor Augen zu führen, einer Manifestation, welche den herrschenden Gewalten : einen Zweifel lasse über den Willen der Arbeiter. Als Tag dieser Kundgebung ist bekanntlich der 1. Mai d. I. vorgesehen worden. Die Metallarbeiter haben bereits in zwei Versammlungen Beschluß gefaßt über die Feier des 1. Mai und ständen, wie der Referent meinte, mit gebundener Marschruthe da. Er war ferner der Mei- nung, daß die Anwesenden ihre Zeit nicht begriffen hätten, wenn ie nicht wüßten, was sie am 1. Mai zu thun haben. Vor Allem richtete Redner einen dringenden Appell an die Anwesenden, sich durch nichts und auch durch Niemaud zu irgend etwas hinreißen zu lassen. Möglich sei es ja, daß den Ar- beitern am I. Mai d. I. jedwede öffentliche Kundgebung unmöglich gemacht werde. Wenn dieser Fall auch eintreten sollte, das Eine könnte den Arbeitern doch nicht gewehrt werden, daß ie sich an diesem Tage ruhig in ihre Stube setzen. Auch solle an diesem Tage Heerschau gehalten werden über diejenigen, welche ich einer Organisation angeschlossen haben. Ausgehend von dem Gesichtspunkte, daß sich jeder Arbeiter schämen müsse, der heute noch keiner Organisation angehöre, ermahnte Redner alle Säu- migen, die Zeit zu benützen, und bis zum 1. Mai alle dem All- gemeinen Metallarbeiterverein beizutreten. Die Wirkung des vor- refflichen Bortrages trat recht anschaulich zu Tage in dem Bei- allssturme, welcher demselben am Schlüsse seitens der Versamm- lung entgegengebracht wurde. Im Laufe der folgenden Diskussion brachte Herr T r e n k l e r folgenden Antrag ein:„Die heutige Versammlung der Ludwig Löwe'schen Fabrik möge beschließen, den 1. Mai als Arbeiterfeiertag zu begehen", denselben in eingehendster Weise begründend. Zur Diskussion sprachen nur die Herren Schmidt und Vor- r e i t e r. Dann wurde die Rednerliste geschlossen, um die Wir- kung des Vortrages nicht abzuschwächen. Besonders wurde be- tont, daß, wenn die Arbeiter der Löwe'schen Fabrik geschlossen am 1. Mai nicht arbeiten, Maßregelungen nicht vorkommen können und daß die Löwe'schen Arbeiter es der Gesammtheit chuldig seien, am I.Mai zu seiern. Herr V orr ei ter be- ürworlete seinerseits, der Fabrikbireltion von der Ansicht ihrer Arbeiter, am 1. Mai die Arbeit ruhen zu lassen, in geeigneter Meise Kenntniß zu geben und beantragte er zu diesem Zwecke die Wahl einer„Sechser-Kommission". Nach einem Schlußworte des Referenten beschloß die Versammlung einstimmig, den 1. Mai als Arbeiterfeiertag zu begehen, d. h. an diesem Tage die Arbeit ruhen zu lassen und wählte sodann eine sechsgliedrige Kommission, bestehend aus den "erren Wegener, Stobfack, Vorreiter, Otto Globig, Zilke und Müller(Martinickenfelde), dieselbe beauftragend, der Fabrikdirektion den Versammlungsbeschluß zu unterbreiten und deren Willensmeinung einzuholen.— Nachdem nahm Herr Dr. Nagel Gelegenheit, sich den Arbeitern persönlich vorzu- stellen und sich zu empfehlen für den demnächst für Martiniken- elde vakant werdenden Arztposten der Fabrilkasse. Die Arzt- angelegenheit veranlaßte Herrn König, den Arbeitern den Beitritt zur freien Hilfstasse der Metallarbeiter, sowie das Abonnement auf das„Berliner Volksblatt" und die„Berliner Volkstribüne" zn empfehlen. Die streikenden Schraubendreher (700) wurden betreffs Unterstützung dringend in Erinnerung ge- bracht. Mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Ar- beiterbeweguug, das einen brausenden Widerhall in der Versamm- lung fand, schloß der Vorsitzende schließlich die Versammlung. Eine öffentliche Uolksversammlniig für Kchöurkerg ii»d Umgegend tagte am 14. April in der Schloßbrauerei zu Schöneberg unter dem Vorsitz der Herren Freibank, Albrecht und Schmidt mit der Tagesordnung: Der Achtstundentag und seine Bedeutung. Das Referat hierzu hatte Herr Alwin Gerisch über- nomuien. Redner entledigte sich seiner Aufgabe zur vollen Zu- friedenheit der Versammlung. In der Diskussion sprachen sich sämmtliche Redner im Sinne des Referenlen aus. Es wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: Die heute, Montag, den 14. April, tagende Volksversammlung für Schöneberg erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten em- verstanden. Sie erblickt in der heutigen anarchischen Produktions- weise eine Demoralisirung der arbeitenden Klasse; erklärt ferner den 1. Mai als einen internationalen Feiertag, welcher eine Demonstration zu Gunsten des achtstündigen Maximalarbeitstages, sowie eines internationalen Arbeiterschutzgesetzes sein soll; auch spricht die Versammlung den Wunsch aus, daß an diesem Tage die Arbeit ruhe. Ferner wurde bekannt gegeben, daß von der Intendantur der Erlaß ergangen ist, daß dem Militär der Besuch der Schloßbrauerei zu Schöneverg untersagt ist, weil Sozialdemo- kraten oort verkehre». Nun ist es Pflicht und Schuldigkeit eines jeden Arbeiters, daß er seine Erholung des Sonntags in der Schloßbrauerei zu Schöneberg sucht, damit dem Pächter des ge- nannten Etablissements durch uns kein direkter Schaden erwächst. Die Schloßbrauerei ist das einzige Lokal in Schöneberg, welches seinen Saal zur Versammlung hergiebt. Es wurde beschlossen, einen Mietherverein für Schöneberg zu gründen, wozu in kurzer Zeit eine Versammlung einberufen werden soll. Genosse Gärtig legte sein Amt als Lokalkommissions-Mitglied nieder, an dessen Stelle wurde Genosse August Buchholz, Gruner waldstraße 125, gewählt. Die Lokalkou, Mission besteht jetzt aus folgenden Genossen; Albert Schmidt, Nollendorfstr. 18, August Buchholz, Grunewaldstr. 125. Mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Arbeiter beweaung schloß die Versammlung. Aufgelöste Kersammlung. Die am 15. April bei Gratweil tagende Schristaießer-Versammlung hatte als 1. Punkt der Tages ordnung„Der Achtstundentag und der 1. Mai". Der Referent, Max Äaginski, erklärt, keine Vorschläge wegen der Feier 1. Mai machen zu können, weil der heut bekannt gemachte Be- schluß der sozialdemokratischen Fraktion gekommen ist, ein Be- schluß, der den abseits stehenden Elementen eine billige Ausrede verschaffen wird; die Demonstration wird nicht in der Weise aus fallen, wie wünschenswerth war. Den Beschluß über die Feier des 1. Mai überlasse er der Versammlung. Ueber den Achtsiun- dentag führt Redner aus, daß ein Umschwung eingetreten sei. indem die von den Ardeitern gestellten Forderungen, welche früher als unausführbar angesehen worden, jetzt von den herrschenden Parteien selber in Vorschlag gebracht iverden. Dieser Umschwung in den herrschenden Parteien komme daher, weil sie sehen, daß die Arbeitermasse eine Macht geworden ist, da heißt es denn, die soziale Frage werde von oben gelöst; die Arbeiter aber werden sich nicht von demTreiben der höhern Gesellschaftsregionen beirren lasten. Auf der Tagesordnung der internationalen Arbeiterschutz-Konferenz stand die Verkürzung der Arbeitszeit, auch die Arbeiter werden sich damit befassen müssen. Durch die überlange Arbeitszeit werde die Versumpfung der Arbeiter herbeigeführt. Wer nicht-- gelernt hat, sagt, in zwölf Stunden verdient man mehr wie in acht. Genauer betrachtet ist das Gegentheil der Fall, denn in allen Branchen mit langer Arbeitszeit ist der Verdienst geringer, als in denen mit kürzerer Arbeitszeit. Je weniger die Arbeits- kraft sich anbietet, um so mehr steigt sie im Preise, ye mehr sich die Arbeitslosen anbieten, wird die Waare Arbeltskraft sinken, ene Arbeitslosen werden durch Verkürzung der Arbeitszeit Unter- ommen finden. Die Verkürzung der Arbeitszeit wird den Ar- beiter in den Stand setzen, sich ein Verständniß anzueignen, um die großen Ziele der Menschheit zu verfolgen.— Hierauf kommt Redner auf das Wesen des Kapitalismus zu sprechen. Das Groß- kapital werde größer und größer, mit welchen Mitteln dies geschieht, erkennt man, wenn man sieht, wie sich die Großkapitalisien ver- einigen, um alle Waare aufzukaufen und nachdem sich die Nach- rage immer mehr gesteigert, wird die Waare mit großem Prosit verkauft, der Arbeiter wird also nicht nur als Produzent, sondern auch noch als Konsument übervortheilt; die ganze minder be- gitterte Klasse wird hierdurch in Mitleidenschaft gezogen, das Kleinkapital hierbei aufgesogen. Die Rothschild und<-lelchroder. sind naturnothwendig wie die Vagabunden durch die heutigen gesellschaftlichen Zustände gezüchtet. Wie weit wir schon ge- ' ommen sind, erhellt aus dem Umstände, daß trotzdem ganze Be- völkerungsUassen Mangel leiden, die Magazine gefüllt siild, so daß Absatzgebiete in Kolonien gesucht werden, da habe die große nichtbesitzende Klasse ein Recht, niit diesen Zustanden unzu- frieden zu sein. Je länger dieser Zustand andauert, werden die Reichen immer reicher und die Armen ärmer werden, der Mrtlel- tand, der jetzt wie ein Bleigewicht an die Arbeiter hängt, wird verschwinden, eine Brücke zwischen ihm und deni Großkapital giebt es ebensowenig wie zivischen Kapital und Arbeit, wenn also dieser Mittelstand alle Selbstständigkeitsgelüste wird aufge- geben haben müssen und auf den Punkt angelangt;st, daß auch er wie die Arbeiter nicht mehr zu verlieren Hier wird die Versammlung auf Grund des Sozialistengesetze» aufgelöst. Die posameutirer«nd Kertifsgenolfe»« tagten am Montag, den 14. d. M., im Lokale Feuerstein, Alte Jatvbsir. 75, mit folgender Tagesordnung: 1. Vortrag von Herrn Dr. Bruno Wille über die kommunistische Gemeinde in Jkaria. 2. Dl»- kussion. 3. Rechnungslegung. 4. Verschiedenes und Fragckastm. Der interessante und lehrreiche Vortrag wurde mit Beifall ausgenommen. Auch die Diskussion war interessant. Nach ihrer Beendigung ging man zum 8. Punkt der Tagesordnung, Rechnungslegung, über. Die Einnahme betrug im 1. Ouaittal 196,10 M., Bestand vom 4. Quartal 40,84 M., Summa 236,94 M. Die Ausgaben im 1. Quartal betrugen 173,23 M., mithin war am 1. April ein Kassenbestand von 63,69 M. vorhanden. Nachdem dem Kassirer Decharge ertheilt war, berichtete Herr Heidfeld über den Mitgliederftand. Es waren neu em- getreten 20, die gleiche Zahl mußte wegen restirender Veitrage gestrichen werden, und der Verein zählt zetzt 160 Mitglieder. Die Arbeitsnachweis-Kommission brachte nun ihr abgeändertes Reglement zur Verlesung, in dem die folgenden Punkte von Wichtigkeit. Die Arbeitsvermittelung geschieht an Wochentagen Abends von 8—9 Uhr, an Sonntagen Vormittags von 10—11 Uhr. Zugereiste Kollegen aus Städten, in denen keine Organisation besteht, werden als gleichberechtigt mit den Vereinsmitgliedern angesehen und jeder erhält 1,50 M. Unterstützung., Dieses Reglement wurde von der Versammlung angenommen. Hierauf wurde gegen Herrn Röhden, der sich in dem Verein sowohl wie in der Allgemeinheit als Märtyrer der Arbeiterbewegung aufspielt, und im„Berliner Volksblatt» ein Inserat hat einsetzen lassen, das nicht aus Wahr- mit ihre Entrüstung gegen denselben öffentlich kund, da er die Interessen des Vereins sowohl wie die der ganzen Arbeiterschaft mit Füßen getreten hat. Nachdem nun noch bekannt gemacht wurde, daß am Freitag, den 18. d. Mts., Abends 8 Uhr, bei Reim, Oberwasserstr. 12, eine Werkstätten-Delegirtenversammlung stattfindet, schließt der Vorsitzende die Versammlung. Eine öff-nttiche Versammlung der Zriitral-KranKru- Kaste der Maurer w.„Grundstein zur Einigkeit", welche leider schivach besucht war, tagte am 14. d. M. im Buggenhagen'fchen Saale, unter Leitung der Herren Weiße, Heinze und Muller. Elfterer führte nun zunächst als Grund zur Einberufung die ver- schiedenen Beschwerden der Mitglieder an, bedauert aber zu gleicher Zeit, daß nun am heutigen Äbend, wo über diese Sache berarhen und beschlossen werden soll, so wenig erschienen sind. Thatsächlich seien die Mitglieder der freien Hilfskaffen etwas aufgeweckter und deshalb den Meistern ein Dorn im Auge; ob- gleich sie hier keinen Beitrag zu zahlen und auch keine Mühe und Umstände davon haben, agitirt doch ein großer Theil der Ar- beitsgeber aus gewissen Prinzipien für die Ortskassen. Ein in früheren Jahren von der örtlichen Verivaltung an dieselben gerichtetes Rundschreiben habe ja feinen Zweck seiner- zeit nicht verfehlt, seidem habe sich aber das Ver- hältniß in der Weise geändert, daß viele Kleinmeister der Jnming — als berufsmäßige Verfechterin der Ortskasse— beigetreten sind, uin bei event. Annahme des in Aussicht genommenen Jnnungs- gesetzes auch Lehrlinge beschäftigen zu dürfen. Redner führt nun noch die Vortheile der Hilssrassen gegenüber den Ortskassen, welche schon des Oesteren erwähnt wurden, an. In der Meinung in einer größeren Stadt eine beweisbare diesbezügliche Maßregelung ge- richtlich durchzufechten, schließt er mit dem Wunsche reger Agitation für die Hilfskasse, damit dieselbe der maßgebende Faktor wird. Die hierauf folgenden Redner schloffen sich im Wesentlichen dem Vorredner an; so betonte Herr Kliemann noch, daß die Schuld an den Maßregelungen auch vielfach den Mitgliedern selbst zu- zuschreiben ist, durch Nichthochhaltung der Prinzipien und Ans- händigung der Bücher an den Arbeitgeber zur event. Kennzeichnung des Inhabers. Die Herren Diettich und Blaurock befürworteten u. A. die Abhaltung von monatlichen Versammlungen; dieselben sind der Meinung, daß dadurch die Mitglieder die Prinzipien der Kasse mehr kennen lernen und letztere an Ansehen gewinnt. Dagegen erklären sich die Herren Krieg und Heinze; nach deren Aus- ftihrungen liege durchaus kein Vedürfniß vor, es müßten dann erst, abgesehen von dieser öffentlichen Versammlung, welche den klarsten Beweis liefert, die Qnartalsversanmilungen bedeutend besser besucht werden; so lange dieses nicht geschehe, könne man für das Gewünschte nicht eintreten in einer solchen Zeit, wo es so viel Versammlungen giebt, welche den regelmäßigen Besucher übervoll in Anspruch nehmen. Nachdem folgende Resolution: „Die heute im Buggenhageu'schen Saale tagende öffentliche Maurerversammlung möge beschließen, daß sämmtliche Maurer Berlins mit aller Kraft dahin streben» daß sie Alle der freien Hilfskasse angehören," einstimmig angenommen, wurde die Versammlung geschlossen. Die Forderungen der Mödeipolirer KerUm» sind egemvärtig, wie in einer am 18. d. Mts. im Lokale des Herrn Fenske, Landsbergerstr. 37, abgehaltenen Versammlung des Verbandes der Möbelpolirer Berlins und Umgegend festgestellt wurde, in 192 Werkstätten bewilligt worden, während 71 Werkstätten mit der Bewilligung noch ausstehen. In dieser Ver- sammluna hielt der Stadtverordnete H e i n d 0 r f einen mit großem Beifall ausgenommenen Vortrag über: Werth und Wesen des Streiks. Der Vortragende griff zurück in die Zeit des Mittel- alters und wies nach, daß damals im Durchschnitt aus 10 Arbeit- geber ein Arbeiter kam, späterhin aus einen Arbeitgeber ein Ar- beiter, während heute aus einen Arbeitgeber 12 Arbeitnehmer kommen. Damals konnten die Arbeitnehmer mithin nicht durch Streiks eine Besserstellung ihrer wirthschaftlichen Lage erkämpfen, zumal die Gesetze, namentlich in England, daraus gerichtet waren, jede Regung der Arbeiter und jede Organisation derselben zu unterdrücken und die Mitglieder solcher Vereinigungen mit schweren Strafen zu belegen. Um so nöthiger ist es heute für alle einsichtigen Arbeiter, sidh der Koalitionsfreiheit zu bedienen und feste Slrbeiter-Organisationen zu gründen, zumal die Arbeit- geber dieses Recht sehr wohl auszunutzen wissen, Ringe bilden und durch Einführung von schwarzen Liften und durch ähnliche Mittel mißliebige Arbeiter zu entfernen suchen. Nur durch eine starke kompakte Masse der Arbeiter können diese eine wirthschastliche Besserstellung erringen. Nach dem Vortrag wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: Unsere Forderungen können nur durch eine geschlossene Organisation festgehalten werden. Deshalb werden die streikenden Kollegen zum standhaften Aus- harren ermuntert und beschließt die Versammlung: Zum Streikfonds thatkräftig beizusteuern und alle Kollegen aufzufordern, so weit dies noch nicht geschehen, sich dem Verbände der Möbel- polirer Berlins und Umgegend anzuschließen, auch bei etwaiger Arbeitslosigkeit nicht aus der„Volks-Zeitung" sondern vom Zentral-Arbeitsuachweis, Blumenstr. 38, Arbeit zu entnehmen. Ferner wurde beschlossen, mit den Polirern, welche jetzt in ge- sperrten Werkstätten arbeiten, in keiner anderen Werkstatt später zusammen zu arbeiten und die verwandten Berufsgenossen, namentlich die Tischler, aufzufordern, mit streikbrüchigen Polireren ebenso zu verfahren. Unter Verschiedenes wurde mitgetheilt, daß der Geist der Streikenden ein guter zu nennen ist; wenn auch in einzelnen Werkstätten sich Streikbrecher eingesunden haben. In der Tischlerei Frankfurterstraße 128 ist Kollege Hermann Thomas in die Stelle des streikenden Kollegen Gustav'Schrecke eingetreten. Thomas betreibt nebenbei noch ein in der Koppen- straße 43 c belegenes Milchgeschäft, das aus diesem Anlaß be- bührend zu berücksichtigen sein wird. Ferner wurde ein'Antrag des Kollegen Fähse, welcher dahin ging, daß sich die Streikenden von jetzt ab zweimal und zwar Vormittags um 9 Uhr und Nach- mittags um 3 Uhr behufs Kontrole im Streikbureau Blumen- straße 38 bei Henke zu melden haben, angenommen. Der Derrin zur Wahrung der Interessen der LalUirrr aller Manchen Merlins und Umgegend hielt am Montag, den 14. d. Mts., in Wollschläger's Salon, Blumenstr. 78, eine Generalversammlung ab mit der Tagesordnung: 1. Vierteljahresbericht. 2. Wahl des gesummten Vorstandes. 3. Verschiedenes. Die Abrechnung ergab ein Defizit von 5 M. 90 ißL der jetzige Gesammtbestand beträgt 33 M. 40 Pf. Nachdem tne Revisoren die Richtigkeit bestätigt, wurde dem Kassirer Decharge ertheilt. Im 2. Punkt der Tagesordnung wurde der gesummte Vorstand wiedergewählt, bestehend aus den Kollegen: 1. Vorsitzende Jungermann, 2. Vorsitzender Schüßler; 1. Schriftführer Eiche, 2. Schriftführer Kömnitz; 1. Kaf sirer Zernikow, 2. Kassirer stoppe. Zu Beisitzern Anders, Schlosser und M. Lieste. Zu Revisoren wurden die Kollegen Kretschmer, Oskar Schulz und Wagner ge- wählt. Im Punkt Verschiedenes kam es zu einer sehr lebhaften Dehatte, an der sich die Kollegen Müller, Schüßler, Koppe und Schulz betheiligten. Nachdem noch der Vorsitzende bekannt ge- macht, daß die nächste Versammlung am 28. d. Mts. im selben Lokale stattfindet, schloß derselbe die Versammlung. tvi\m iur Wal>r»»g der Interessen»er vass- nnd Kchankwirtlir '" cnd. ffieimaloetfammluna am Frettag, Ben 18.«pril, itunnenftr. 88. * perlin#«nd., «achmitwgS Uhr, «reße»ssentliche Verfammlung aller in der ZUnstkinstrumente«. franrit» detchiittigten Ardeiter, als da sind: Möbelpolirer, Tischler, chlosser, Absltmmer, Stlmmseiler, Balgenmacher und dergleichen am Freitag, de» is. April, Abends s Uhr. im Böhmischen Bradhause, Landsberger Allee ii— is. Fachverein der«ischler(für den Bezirk Nixdors und Umgegend). Grobe Versammlung am Sonnabend, den i». April, Abends 8% Uhr, in Barla's Salon, Bergslr. ISO(oberer kleiner Saal) Gessentliche Perlontmlitiifl säniintlicher Arbeiter der Firma S Aenneberg am Freitag, den I«. April, Abends pünktlich? Uhr, Nieti'chel A.. in Kriegers Salon, Wafserlhorstr. 88. Nelegirtenverfammlung der NrtabranbenKasse der Gürtler in Kerlin am Sonntag, den 20. April, Vormittag« 10% Uhr. in Sanssouci, Kotlbnserslr.«». Vereinigung der Zirrch#l«r Deutschland#. Ortsverwaltuna Berlin I. Versammlung am Sonniag, den 20. April, Vormittags 10% Uhr, in Sahm's Klubhaus, Annenstr. 10. Ooii»ldri»->krnti scher Fese- und Z>i#kutirlllub„Fassalle". Freitag, den 18. April, Abends sjj Uhr, Luvryftraße 1« bei Ziemer. Waste haben Zutritt. Krankengeld- Züsch» Ii- und Kegriidnilskass« der Berliner Kn#pt- arbriter. Auberordentliche Seneralversammlung am Sonnabend, de» is. d. M., Abend« 8% Uhr, im Restaurant Bolzman», Andreasftr. 28. Tagesordnung: 1. Bierteliahresbericht. 2. Abrechnung vom Ataskenball. 8. Wahl eines ersten Vorsitzenden. 4. Statutenänderung. 5. Verschiedenes. Gessentliche yinler- und Anstreicher-Versammlnng. Heute Freitag, im Restaurant Königshos, Bülowstr. 37, Abends 8 Uhr. Tagesordnung stehe Säulen- und Annonze. Kranlieu- und Kegräbnißbasse de# Verein» sämmtlicher Kerns#- Klassen tVerivallungsstelle S). Mitqliederversammlung am Sonnabend, den 19. April, Abends 8 Uhr, Brunnenstr. 86 a.(Salle willkommen. Geffentliche Versammlung der V»l!- und zUnhenarbriterinu»« am Freitag, den is. April, Abends 9 Uhr, im Lokale des Herrn Zernter. Münz- Iirabe Ii. Tagesordnung: I. Vortrag des Herrn Türk. 2. Disknsno». 3. Verschiedenes. Ausnahme neuer Mitglieder. Gäste, Herren und Tarnen, haben Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. AUgeiueine Kranken- und Sirrbrkass« der ZUeiallarbeiter«S. H. 29 zu Hamburg), Filiale Verlin 8. Milgliederversammlung am Sonnabend, den 19. April, Abends 8% Uhr, bei Herrn wottschalt. Badstr. 22. Tagesordnung: 1. Kassenbericht pro Monat Januar und Februar. 2. Verschiedenes. Freireligiöse Gemeinde. Rofenthalersir. 88. Sonntag, den 20. April, Vormittags 10 Uhr, Vortrag des Herrn Dr. Spatzier über Tomaso Eampanella. Gäste sehr willkoimnen.— Montag Abend 8% Uhr, beschliebende Versammlung. Tagesordnung: 1. Wahl eines KafsenrevisorS. 2. Bericht über die Petition an die Stadtverordneten, s. Verschiedenes. Achtung! Ktrindrullier und Fithagrapften k In Dresden ist unter den Sleindruikern und Lithographen infolge Nichibewilligung ihrer Lohnforderung der Streik ausgebrochen. Zuzug nach dorthin ist sirengslen» sernzuhalten. Ausführlicher Bericht folgt. Kartonarbeiteriunen und»Arbeiter. Heute, Freitag, Abends Uhr: Grobe Versammlung im Königstadt-Kastno, Holzinarktstr. 72.— Morgen, >e»d, Vormittags 9% Uhr, ebenfalls: Grobe Generalversammlung in Sonnabend. WW... der Brauerei Friedrichshain(früher LipS). Tagesordnung: 1. Bericht der Streiklommifston. 2. Diskussion.. 3. Verschiedenes. Arbeiterinnen und Ar- beiter, es ist Eure Psticht, zu erscheinen. Das Streikbureau befindet sich Andreasstr. 2a bei Bolzmann. Zuschriften sind zu richten an Herm. Greisen- berg daselbst. Verband der V-ri»Uanmal«r und K»ruf#genoss»u Berlin#. Mon- tag, den 21. April, Abends 8% Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobsir. 76: Versammlung. Tagesordnung: I. Geschäftliches. 2. Vortrag über die Beschlüsse der internationalen Arbeuerschutzkonserenz zu Berlin. 8. Abrechnung vom 1. Quartal. 4. Verschiedenes. Gäste willkommen. Verein der in der Schäftesabrikatia» beschäftigten Arbeiterinnen. Am Sonnabend, den 19. April, Adends 8 Uhr, Alte Jakodstr. 83 bei Reyer: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vorlesung. 2. Diskusston. 8, Berschiedenes und Fragekasien. Herren haben als Gäste Zutritt. Fachvrrei» der Kürften- und Vinselmacher Kerlin# und Umgegend. Mitgliederveisammlung am Sonnlag, den 20. April, Vormittags 1% Uhr, in Feuersteln's Tunnel, Alte Jakobstr. 76. Gr# Ii» öffentliche Versammlung der Metallarbeiter aller Kranche» am Moniag, den 21. April, Abends 8 Uhr. im Konzerthause„Sanssouci. Kon- buserstrabe 4a. Kranken- nnd Kterbrkass» der Krrliurr Hausdiener(S. H. 81). Zweite ordentliche Genraiversammlung am Freitag, den 18. April, Abends 9 Uhr, bei Jordan, Reue Srünstr. 28. Grog» öffentlich« Versammlung der Filzschuharbeiter Kerlin#«ud Mmgedend am Sonnabend, den 19. April, Abends 8% Uhr. bei Wehlitz, Berg- Mitgliederversammlung der Freien Verrinignn« der tff Freilag, den 18. April. Abends«Zs Uhr, in Teigmuller's Sam «all«1 » am Jakobstr. 48»..■ Gesang-, Turn- und gefellige Verein» am Freitag. � Männergesangverein Abends 9 Uhr im Nestauram Tanim, Slhc» Allee 28.— Gesangverein„Pausebeulel" Abends 8 Uhr im WeitautaWl Alerandrinensrr. 16.—..Liedertafel der Maler und verwandter Berussgsst Abends 9 llbr im Restaurant Kleine, Brandenburgstr. 80.— Vlia« Männerchor Abends 8% Uhr bei Feuerstein, Alle Jakobs, ir. 76.— Gela»! „Flöter'sches Toppelquartett" Abends 9 Uhr im Restaurant Musegoiv,� bcrgerftr. 31.— Gesangverein„Fortschritt" Abends o Uhr im-">1 Blumenstr. 40.— Gesangverein„Echo 1872" Abends 9 Uhr Oraniemm Nene Mitglieder werden aufgenommen.— Gesangverein„Oman" 9 Uhr, TreSdenerstr. 95 bei Gnstavus.— Hupperlst'che Sänger-Bern „Harmonie" Abends 9 Uhr bei Rieft, W-berstr. it.— Gefangverem� linin" Abends 9 Uhr Adalbertilr. 21.— Liedertafel des Fachverein« träger Berlws Abends 8 Uhr Große Hamburgerstr. 4 Uebungsiumoe. sangverein„Qhnesorge" Abends 9 Uhr, Restaurant Reyer, Alle vT"™ — Gesangverein„Widerhall" Adends 9 llbr bei Herrn Boge, Kopnl — Gesangverein„Lordeerlranz" 8% Uhr Restaurant Weinstr. 11.- Gesangverein„Nord" Uebungsstunde Abends sl( Uhr im Restauram Brunnenstr. 38. Stimmbegabte auch passive Mitglieder werden ausge: — Seianaverein„Eollegia" Abends von 9—11 Uhr bei Schuster, Oranum — Boigüscher Dtielianien-Orchefterverein, UebunqSstunde von 8:,-",, Abends im Louisenstädlifchen Klubhaus, Annenstr. 18, 1 Tr.- 3 Turngcnossenschast(6. MänneradtheTung) Abends 8L Uhr in der m Turnhalle, Wafserlhorstr. 31.— Turnverein„Hasenhatde"(«änneWWJ Ab. 8 Uhr Diessenbachsir. 80—81.— Turnverein„Froh u. Frei"(Manm, Abends 8X Uhr Bergstraße 69.— Wissenschastltcher Verein sur Stenographie Abend? 8% Uhr im Restaurant Ziethen, Torocheenilr. M- riebt und Uebungsstunde.— Allgemeiner Arend«'scher Stenograph-» Abtheiiung„Vorivärls". Abends 8% Uhr im Reilauranl«oll, M«'. platz 11.— Arends'scher Slenographenverein„Apollobund" Abends» o Restauranl Seydelstr. 30.— Verein ehemaliger Tr. Toedbelinscher Schul« 9 Uhr im Resiaur. KrebS.Friedrichftr. 203.-Zitherwerein„Aivenoe>leber. 8t Uhr im Restaurant„Wahlstall" Bellealliancestr. 89.— Ranchttud„ Abends 9 Uhr im Hohenzollerngarten Steglttzerslr. 27.— SlauchtUib,, blatt" Abends 8t Uhr im Restaurant Slalttzerstr. 147».— RauchtlWn� Zwang" Abends et Uhr im Restauranl W. Späth Weinstr. 23.— maliger Schüler der 22. Gemeindeschule Abeuds 9 Uhr im Restauranl «rscheir Jiu's Hi "jonnt i............ RH...............|............... Steglitzerstr. 18.— Lese- und Dislulirilub Herivegh Adends s Uhr< .... xzAsw, Herren und Damen, des Herrn Dtto Linie, Forstersir. 45. waiir, z->-rre» unu �umen, glieder eingesührl, habe» Zutritt.— Sozialdemotratischer Lese und � Hub Lassalle Abends Uhr Euvrystr. 18 bei Ziemer. Gäste durch A« tonnen eingeführt werden.'— Sozialdemotranscher Lese- und DtB Vorwärts Adends 8% Uhr in Poland's Lolal, Slaunynstr. 83. Sitzu»»- können durch Mitglieder eingesührl werden.—«rdeilergesangverei» nuiig" Friedrichsverg bei Reusch, Frantsurier Ehaussee- und Dorsstrak Uebungsstunde. Aumahme neuer Mitglieder.— Alännerchor der« Mechaniker" Abends 9 Uhr im Restaurant«rüger, Franzstr. 8.- ehemaliger Schüler der 23. Gemeindeschule Abends 9)t Uhr«önigstabi Hoizmarttstr. 72. Ausnahme neuer Mtlglieder. Gäste willkommen.-7 „Karl Marx" Abends von 9—11 Uhr bei Schönseld, Mariendonk „AIusierzeichner-Verband Teutschlands" Abends 8% Uhr. Zum LandSbergerstr. 78. DepeMien. (Wolff« Telegraphrn-Knreau.) Troppitu, 17. April. Arbeiter aus Ostrau überfielest f�iothli Abend die Zuckerfabrik in Großkunzendorf und die Cellulofst�y�M, in Ratimau und erzwangen daselbst die Einstellung triebes. Zum Schutze der Fabriten wurden zwei 9«nSn*4 Infanterie ans Krakau reqnirirt. In Zarnbea j-oeisye Michalkovitz, wo heut Vormittag die Arbeit wieder� nommeu war, ist dieselbe trotz der Anwesenheit des Milid willig wieder eingestellt worden. Bei den gestrigen Ausschrew sind mehrere Verivundungen vorgekommen und die Räde verhaftet worden. �weisen »Regel. Ispiegel i Lände denhei .kann .heit d Achtung Metallarbeiter! 'Allen in der Metallindustrie beschäftigten Arbeitern wird hiermit die Allgemeine Kranken- unll Cterbekasse der Metallarbeiter (E, H. 29 Hamburg) in Erinnerung gebracht. Dieselbe hatte am 31. Dezember 1889 bei einer Mitgliederzahl von 32 985, welche in 455 örtlichen Berwaltungsstellen vertheilt sind, einen Kassenbestand von 857 487,47 M. Die Beiträge betragen in der I. Kl. 45 Pf„ II. Kl. 20 Pf. Unterstützung wird gezahlt: I. Klasse 14,10 M., II. Kl. 6,30 M.(letztere nur für jugendliche Arbeiter und Lehr- linge) pro Woche. Für Diejenigen, denen die Beiträge in obiger Kasse zu hoch und schon anderweitig gegen Krankheit versichert sind, ist in neuerer Zeil unter den Namen Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter E. H. 89 Hamburg„Vulkan" eine sogenannte Zuschußkasse errichtet. Dieselbe hat in der kurzen Zeil ihres Bestehens schon eine Mitgliederzahl von 9837 und einen Kassenbestand von 14 755,32 M. In dieser Kasse betragen die Bei- träge 35, 30 and 20 Pf. An Unterstützung wird hierfür 11,10 M., 9,60 und <5,30 M. pro Woche gezahlt. In veiden Kassen beträgt das Eintrittsgeld 1,30 Mark. Die Unterstützung wird ein volles Jahr gewährt und zwar die ersten 26 Wochen voll und die letzten 26 Wochen im halben Betrage. Das Sterbe- geld variirt zwischen 30 und 100 M. Für Berlin und Umgegend befinden sich folgende Zahlstellen: Solms- und Barutherstrasse-Ecke, Restaurant Fant- seit| Teltower- und Lankwitsstrasse-Ecke, Restaurant Richterf Flottwell- und Steglitzerstrasse-Ecke, Restaurant Sander| Adalbertstr. 4, Restaurant Herschieb| Prinzen- und Gitschinerstrasse- Ecke, Restaurant Hensel| Hla- riannenstr. 48, Restaurant Liewald; Eisenbahnstrasse 7, Restaurant Lehmann; Fruchtstr. 53, Restaurant Zimmerling| Kleine Markusstr. 10, Restaurant Schlüter; Weinmeisterstrasse 6, Restaurant Klitzke i Bergstr. 36, Restaurant Galle z Brunnenstr. 113, Restaurant Schultz; Lindower- Strasse 23, Restaurant Schumacher; Reinickendorferstrasse 54, Restaurant Dillenberg; Pankstr. 17, Restaurant Werner; Grünthalei str. 6, Restaurant Schmidt| Birkenstrasse 24, Restaurant Vieck; Charlottenburg, Spandauerstrasse 8, bei Schult; Tempelhof, Berlinerstr. 79, bei Seefeld; Tegel, Schönebergerstr. I, b. Heinrich; Reinickendorf, Scharnweberstr. 116, bei Herkt; Rixdorf, Berlinerstrasse 49, bei Hillert| Schöneberg, Hauptstrasse 94 bei Witte. Beitrittserklärungen und Beiträge werden daselbst jeden Sonnabend, Abends von 8—10 Uhr, entgegengenommen. Die vereinigten Orts-Verwaltungen. I. A.: E. Schwittau, Ackerstr 1047 63. Große öffentliche Versammlung sämmtlich. Schrauben-, Faeonbreher und Kernfsgenossen KerUns am Freitag, den 18. ds. Mts., Vormittags 10 Uhr, in Deigmiillep's Salon, Alte Jakobstr. 48a.. 1034 Tages-Ordnung: 1. Der Stand unserer zetzigen Bewegung. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Oer Einberufer. Zwei grosse Versammlungen aller Kartoimbeltemim u. Arbeiter 1) Am Freitag, den 18. April. Abends 7Va Uhr, im Königstadt- Kasino, Holzmarktstraße 72. 2) Am Sonnabend, den 19. April, Vormittags ö'/a Uhr, im großen Saale der Brauerei Friedrichshain (fr. Lips). Tagesordnung für beide Versammlungen: 1. Bericht der Streik- kommisiion und die weiteren Beschlüsse der Fabrikanten. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.— Kartonarbeiterinneu und Arbeiter! Oer Generalstreik dauert fort. Gedenket Eurer Arbeiterpflicht und Ehre, kämpft nur noch kurze Zeit, und der Sieg ist unser. Erscheint zu den beiden Versammlungen. Alle Zuschriften und Sendungen sind zu richten an H. Greifenberg, z. Z. Andreasstr. 26 bei Bolzmann. 1031 her Große öffentliche Versammlung Bauarbeiter Wrlotteuburgs linb UmMllb am Sonntag, den 20. April, Vormittags 11 Uhr, im Lakale„Bismarck höhe"(J. Franke), Bismarckstraße 86, Wilmersdorferstraßen-Ecke. Tages-Ordnung: 1. Berichterstattung des Delegirten über den vom 8.— 11. April stattge- fundenen Bauarbeiter-Kongreß zu Hannover. 2. Diskussion. 8. Wahl eines provisorischen Vorstandes. 4. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bittet 1032 Der Einberufer. Am Sonnabend, d. 19. April, Abends Va? Uhr: 1. große General-VersllillmlNg des Vereins gewerblicher Hilfsarbeiter für Johannisthal u. Umgeb. in der Bomssia-Branerei zu Niederschönweide. 1051 Tages- Ordnung: 1. Kassenbericht. 2. Regelung der Unterstützung. 3. Be- sieht über die Lohnstatistik. 4. Ver- schiedenes.— Es ist nöthig, daß alle Mitglieder erscheinen. Der Torstuid. Versammlung der SchriftgiesserBerlins am zUontag, d. 21. April, Ab. 8 Uhr, in Jordan» Salon, Neue Grünstr. 28 (overer Saal). Tages-Ordnung: 1. Der 1. Mai und seine Bedeutung für den Arbeiter. Referent: Albert Auerbach. 2. In welcher Weise ge- denken die Schriitgießer Berlins den Mai zu feiern? 3. Verschiedenes. In Anbetracht der großen Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Psticht, daß jeder Schriftgießer in der Versammlung erscheint. Gäste haben Zutritt. 1055] Der Elnberuier. Adolf Löhr. Wler-Vereiu. Sonnabend, den 19. April, Ab. 9 Uhr, in„Sanssouci", Kottbuserftraße 4a. Generalversammlung Tages-Ordnung: 1. Kassenbericht pro 1. Quartal 1890. 2. Bericht der Bibliothek. 8. Beschlußfassung über unser dies- jähriges Sommervergnügen. Quittungsbuch legittmirt. 1043 Oer Vorstand. Fachverein ds Feilenhauers Sonntag, d. 20. April, Vorm. 11 Uhr: Mglitbtt-KerMmlW im Lokale des Hrn. Meissner, Gartenstraße 162. Der N-rstand.[1049 Fchoerein ber Steinbrucker Mb Lithographen. Den Mitgliedern und Kollegen hier- durch zur gefälligen Keimtnißnahme, daß unter den Steindruckern und Lilho- graphen Dresdens infolge Nichtbe- willigung ihrer Lohnforderung der Streik ausgebrochen ist. Zuzug nach Dresden ist strengstens fernzuhalten. 1040 Der Vorstand. Große öffentliche Tischler Versammlung für Kmiche nnd UniMid am Sonntag, den 20. April, Mittags 12V2Uhr,imLokaleKn»gIiausstr.lv6. Tagesordnung: I. Die bevorstehenden Streiks im Tischlergewerbe. Ref.: Emil Schade. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 1052 Der Einberufer. Fnchnmi» dkl Lithngnchn zu Berlin. Sonnabend, den 19. April, Abends 8V2 Uhr, im Festsaale der Brauerei Friedrichshain, am Königsthor Alle Kollegen und Berufsgenossen sind freundlichst eingeladen und um recht zahlreiche Betheiligung gebeten. Eintrittspreis ü Person 50 Pf. 1035_ Oer Vorstands Gesangverein„Grüne Eiche", Rixdorf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß das Kränzchen am 19. April in Wür- schmidt's Salon, Knesebeckstr. 15, stattfindet._ Oer Vorstand.[1057 Oeffentliche Versammlung dkl ffitlct nid Anstttiistr bet f«minrr.JBerliuevstr. 136. Ref.: Hohlwegler. Das Erscheinen Aller ist nothwendig. Der Einberufer.(1028 Rixdorf, Prinz Haudierrstr 49 MSWÄsZ [261 50—70 Thlr. sprechl lliche S Unserm Freunde und Genossen Schirrmeister August GoehH seinem heutigen Wiegenfeste ein nerndes Hoch! Mehrere Fred. Ob er sich bei d. Eltern was merken» srlassc -- Tö'Arbeil Allgemeine Stuhlarbeiter-Veref*" Montag, 21. d., in Feiudt's � tens � Weinstr. 11. T.-O.: Der Delegi� und 1 in Apolda, VereinsangelegenheM lomtm Gäste haben Zutritt.____> ist sich "tiefgre schicht und d sichvnügen Manc Patzer Hoatöl werden freundlichst ersucht, Sonntag Vormittag zur Frühß und zum Arbeitsnachweis in beliehen des Herrn R. Liedtke, bergrrstraßr 37, einzufinden. 1004 W rrnjkfpTOt-„. Die Molleg5 sozial, Empfehle allen Genossen mein' Elnsmi, gpifjri» nnd beutig Verkauf von Bildern bewährter männer. Besonders empfehls" Sinnsprüche. Neu: Bebel u.L> Pendant 37: 61 cm hoch. Best nach auswärts brieflich. Karl Scholz, Wrangelstraße 32, Eingang vom. Altersversorgung'' Mi«. Wer von den Lesern des Volksblatt" weiß eine alte, e> Frau für ein Kind, und"■■■.$ wohnen?? Näheres in derM�> beft� beitev1 und( nste einen Bei Staat daß Klassi ander entbel Meine Suchbtnhrrri ©rüfeftrasic 1)3 1 und bitte Rachtzi für mich bestimmten Arbeiten oder nach meiner Wohnung,*»"■ straße 10 IV, zu senden. vj 706] k. Janiszews� Frenndl. Schlafstelle für 2 Waldstr. 44, Groß-Portal vorn Wender oerlangt Panlostt Höchstestr. 20, Hof r. 1 Tr. Lehrling zur Drechslerei Pasewerk, Waldemar!� Goldpoiisseuse sucht- Alexandrineustr. 48. einen |Scidl war .Tran I Vattl bieg ganz ganz kichei ganz, aasg Das Arbeitsnachwel des Verbandes der Ve�» j Goldleistenarbeiter»n a genossen(Filiale Berlin) d'JLsf Schillingstrasse SO»„ ull Adressenausgabe für die und Nichtmilglieder unentg� und zwar von jetzt ab den bis 9 Uhr Abends. Di« find verpflichtet, nur den A» weis zu benutzen. Verantwortlicher Redakteur:««rt Kaaste in Berlin. Druck und Verlag von«a» Kading in Berlin 8W., Beuthstraße 2.