Sonnabend, den 19. April 1899. V. Jahrg. uro» mf�enöj t| £M M-I Hrgan für die Interessen der Arbeiter. � Das„Berliner Volksblatt" chül-c'Arschcint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. AbonnementSpreiS für Berlin frei icO�in's HauS vierteljährlich 3,30 Mark, monatlich 1,10 Mark, wöchentlich 28 Pf. Einzelne Nummer 5 Pf. »ZWonntagS- Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Postabonncment 3P0 Mark pro Quartal. diA(Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1890 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) .Äi'nter Kreuzband, täglich durch die Expedition, für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 3 Marie, für das iibrigc Ausland 3 Mark pro Monat. Jnsertiousgebühr beträgt für die 5gespaltene Petitzcile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Verfammlungs- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin Sw., Beutbstraße 3, sowie von allen Annoncen-Bureanr, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. -o.--» Fernsprecher: Amt VI. Ztr. 4106.«■> KedÄlltkion: VcukhÜvnÜe 3.— Expcdikion: VottthÜverfsze 3. erei» Jur iufecnalionnlcu ArlieitersÄtuli- Gesetz- gebun«. _ Bekanntlich nehmen gerade jene Staaten in allen erlisten Fragen der Sozialreform einen ablehnenden Stand- pnnkt ein, deren zerfahrene und bedenkliche mirthschaftliche Verhältnisse eine einschneidende Gesetzgebung als dringende fielen Mothwendigkeit erscheinen lassen. Die schlimmen Aus- btS einer schrankenlosen Ausbeutung der Arbeitermassen Batui durch das profitwüthige Kapitalistenthum, wie sie uns in ibeck Belgien, Holland ec. entgegentreten, sind keine allsnahms- ver /'weisen Erscheinungen mehr, sondern bilden überall die «Regel. Werden die Zustände eines Landes geschildert, so %«|l Wegein sich in der Schilderung die Zustände aller anderen Länder wieder, eine soziale oder wirthschaftliche Verschie- denheit giebt es in der Beziehung kaum mehr— man .kann nur zutreffend von einer geographischen Verschieden- s�heit des Schauplatzes, an dem die Dinge sich abwickeln, 10'stn. sprechen. »"•*1 Die nächste in die Augen springende völkergeschicht- Freu» ßche Folge der unmenschlichen Ausbeutung der arbeitenden erteil Klassen zeigt sich in ihrer Degenerirung. Die erwachsene ��/Arbeiterschaft wird unter dem Einflüsse übermäßigen Arbei- 6 tens und mangelhafter Ernährung zu einer entkräfteten -legird und dahinsiegenden Klasse herabgedrückt und die Nach- kommenschaft tritt bereits verkümmert in die Welt. Es __> ist schon oft darauf hingewiesen worden, daß bei der so *'1 tiefgreifenden physischen Verkommenheit weiter Volks- ) Mi) schichten die Wehrfähigkeit der Nation darunter leidet, �.und daß schon dieser wichtige Umstand für sich allein ge- sich jjnugend sein sollte, von dem so unheilvollen Wege des früW Manchesterthums abzugehen und in die Bahnen einer wirk- ' � Hpllichen von Staatsklugheit zeugenden Politik einzulenken. 'en. Allein wie wenig Beachtung derartige, nicht allein von NegZ? sozialistischer Seite erfolgten Mahnungen bei den großen mein* europäischen Staatsmännern— und groß sind sie ja I ÄlßMk!*— gefunden, darüber belehren uns in unzwei- ' deutiger Weise die Verhandlungen der internationalen Ar- beiterschutz-Konferenz in Berlin. Das heftige Sträuben riet �und Stemmen der staatsmännischen Delegirten gegen jeden hlcnZernsten Vorschlag mußte auf jeden einsichtigen Mann Lieb� einen abstoßenden und anwidernden Eindruck machen. lesteu Mei vielen, oder wohl bei den meisten modernen Staatsmännern hat sich die Anschauung festgewurzelt, daß_ eigentlich nur die besitzenden und betitelten Klassen Staat und Gesellschaft ausmachen und daß alle anderen nur ein nothwendigcs Uebel bilden, das man nicht entbehren kann und dem man dadurch eine möglichst gute Seite abzugewinnen suchen muß, daß man die Armen dazu benutzt, den Besitzenden das Leben angenehm zu machen. Wenn wir diese Auffassung als die, die Staats- männer beherrschende voraussetzen, dann wird es uns unschwer verständlich und begreiflich, daß sie alle emanzi- patorischen Bestrebungen zu unterdrücken bestrebt und nicht im Mindesten gewillt sind,' den materiell und sozial Unter- drückten durch die Gesetzgebung ein besseres Loos zu be- reiten. Die hochfahrende, bornirte Verachtung des öfter- reichischen Ministerpräsidenten, Graf Taaffe, gegenüber dem arbeitenden Volke ist bekannt. Es ist deshalb be- sonders interessant, daß unter seinem Regime einige Ar- beiterschutz-Gesetze geschaffen wurden. Daß zu deren Ein- führung die Liebe zum Volke, die Sympathie für die Armen, nicht den Anlaß gaben, ist wohl nicht zu be- zweifeln; der Anstoß dazu muß also in der Bedenklichkeit der sozialen Verhältnisse gefunden werden. Da die Väter und Macher jener Gesetze feudalkonservative Politiker waren, so kann man darin auch einen parteitaktischen Schachzug erblicken, der gegenüber der liberalen Opposition in geschickter Weise gemacht wurde. Seien nun die un- mittelbaren Ursachen zu der österreichischen Arbeiterschutz- Gesetzgebung welcher Art immer— so viel steht fest, daß sie höchst nothwendig war, nur in alleiniger Rücksicht auf die Wehrhaftigkeit des Landes. Oesterreich hat bereits, durch die Verkümmerung des Volkes dazu gedrängt, das militärische Körpermaß bedeutend reduziren müssen; das- elb« betrugt zur Zeit bezüglich der Länge 1654 Millimeter, während es in Deutschland 1621 Millimeter beträgt. Und rotzdem bildet seit 20 Jahren der Prozentsatz der taug- ichen eine kleine und immer noch kleiner werdende Zahl. Dieselbe Erscheinung ist in Ungarn zu beobachten, das ja vorwiegend Ackerbau treibendes Land ist und nach der Seite hin etwas besser gestellt sein könnte, als in Oester- reich. Sehen wir uns nun die Militärtauglichkeit der- jenigen Männer in Oesterreich und in Ungarn und ihren Rückgang seit 1870 etwas näher an. Von 1000 Stellungspflichtigen fanden sich bei der ärztlichen Untersuchung vor: Cisleithanien Transleithcinien Jahr Tauglich Untauglich Tauglich Untauglich 1870 264 736 341 650 1871 234 746 892 608 1872 253 747 362 638 1873 207 793 299 701 1874 183 815 232 768 1875 189 811 228 772 1876 184 816 207 793 1877 171 829 194 806 1878 166 834 200 800 Im industriellen Cisleithanien liegen also die Ver- Hältnisse, wie ersichtlich, ungünstiger als in Trans- ' Nachdruck«rtoten.] FeuMeton. [13 pH" «Zum Gluck der Damen." Roman von Emile Zola. Autorisirte Uebersetzung von Armin Schwarz. Die Sonne war erblichen. Der rothe Goldstaub hatte ,"l1,eu watteu Schein angenommen und verlor sich jetzt in der Seide der Möbel und der Vorhänge. Der große Salon , m bicfcv späten Dämmerungsstunde in eine gewisse , Traulichkeit getaucht. Während Herr von Boves und Paul Ballagnosc vor emem der Fenster plauderten, die Blicke in die Fernen des Tuilerien-Gartens verloren, waren die Damen ganz nahe zu einander gerückt und bildeten nun einen ganz engen Kreis von Weiberröcken, und da gab es ein Ge- ticher, ein Geflüster, hastige Fragen und Antworten: die ganze Leidenschaft des Weibes für Toilette und Geld- ausgeben. Madame de Boves schilderte eine Ballrobe. — Da gab es vor allem em Transparent von malven- ' farbiger Seide mit alten Alen�on-Spitzen in der Breite von 30 Zentimetern. — Ach, unmöglich! unterbrach Madame Marty.< giebt doch glückliche Frauen! Baron Hartmann betrachtete, dem ausgestreckten Arm Mouret's folgend, diese Damen durch die weit offenstehende ~t)ür und lauschte mit einem Ohr ihren Gesprächen, während der junge Mann, begeistert von dem Verlangen, ihn zu über- Zeugen, immer bcredtsamer wurde und ihm den Mechanismus des neuen Modewaaren-Handels auseinandersetzte. Dieser Handel beruhe auf der fortgesetzten Väschen Erneuerung des Kapitals, welches so häufig als möglich im Jahre in Maaren umgesetzt werden muß. So habe er zum Beispiel sein Kapital, welches nicht mehr als 500 000 Franks ausmache, in diesem Jahre viermal umgesetzt und habe somit 2 Millionen iranks in Geschäften konsnmirt. Dies sei ein wahrer iettel und es sei leicht, es zehnmal umzusetzen, meinte er; ja, in einzelnen Abtheilungen könne man es 15 und 20 Mal umsetzen. — Das ist der ganze Mechanismus, Herr Baron. Er ist sehr einfach, aber er mußte gefunden werden. Wir brauchen nicht die Anlage riesiger Fonds; unsere einzige Aufgabe ist die: so rasch als möglich uns der eingekauften Waaren zu entledigen, um sie durch andere zu ersetzen, wodurch imnier wieder die Interessen der Kapitals erzielt werden. In dieser Weise können wir uns mit einem bescheidenen Nutzen begnügen; da unsere allgemeinen Kosten die enorme Summe von 16 Prozent ausmachen und wir an den Artikeln nicht mehr als 20 Prozent verdienen, haben wir nicht mehr als 4 Prozent Gewinn; und doch wird das genügen, um Millionen zu erzielen, wenn die Waarenmasscn fortwährend erneuert werden... Sie begreisen jetzt, nicht wahr? Die Sache ist ja so klar. Der Baron schüttelte noch immer den Kopf; er, der als kühner Geschäftsunternehmer in der Finanzwelt bekannt war, blieb in dieser Sache zweiflerisch und eigensinnig. — Ich höre Sie wohl, sagte er, Sie verkaufen billig, um viel zu verkaufen und Sie verkaufen viel, am billig zu verkaufen. Allein, man muß verkaufen, und ich komme auf meine erste Frage zurück: Wem werden Sie verkaufen? Wie wollen Sie ein so riesiges Geschäft unterhalten? Ein plötzlicher Ausbruch von Stimmen aus dem Salon leithanien, wo nicht eine so umfassende und intensiv pro- duzirende Textilindustrie vorhanden ist. Es hält indeß schwer, zwischen den einzelnen Provinzen Oesterreichs große Unterscheidungen zu machen. Nach der österreichischen „Monatsschrift für Gesellschafts-Wissenschaft und Volks- wirthschaft" zählte man 1878, als auf 1000 Untersuchte im ganzen Reiche 181 Taugliche kamen, in den Agri- kulturländern Kroatien und Slavonien 236, in Oesterreich 214, in Fiume und dessen Gebiet 212, in dem Küstenlande 208, in Tirol und Vorarlberg 194, in Dalnmtien 190. Dagegen lieferten die drei industriellen Länder Schlesien, Böhmen und Mähren nur 176, resp. 169 und 152 Taugliche von 1000 Stellungspflichtigen. Dr. I. Singer weist in seinem Buch„über die sozialen Zustände in den Fabrikbezirken des nordöstlichen Böhmens" nach, daß im Bezirk Reichenberg, Stadt, bei den in den Jahren 1881, 1882 und 1883 stattgefundenen Rekrutirungen der Prozentsatz der Tauglichen der Gesammt- bevölkerung 6, unter der Fabrikbevölke''ung nur 2,3 betrug. Im Bezirke Braunau waren die entsprechenden Verhältnißzahlen 16,5 und 4,6; in Gablonz 9,1 und 4,4; im Bezirk Hohenelbe 11 und 8,3; in Königinhof 16,5 und 9,9; in Reichenberg, Umgegend, 6,9 und 3,5; in Trautenau 12,2 und 5,7; in Turnau sogar 19,9 und 3,3, Das durchschnittliche Tauglichkeitsprozent aller Stellungs- Pflichtigen in der Gesamnitheit der genannten Fabrikbezirke beziffert sich in den drei Altersklassen zusammengenommen aus 12,9, während es bei den Fabrikarbeitern nur aus 4,5 sich stellt, also um fast daS Dreifache geringer ist. Die vier Bezirke Braunau, Hohenelbe, Königinhof und Turnau besitzen eine Mehrheit von ackerbautreibender Be- völkerung. Diesen Angaben entsprechen auch die Ermittelungen, die der schweizerische Fabrikinspektor Dr. Schuler in Bezug auf die Schweiz gesammelt hat. Auf dem Wiener Kongreß für Hygiene und Demographie führte er gelegent- lich seines Referats über die Kinderarbeit in den Fabriken aus:„Den nachtheiligen Einfluß der Fabrikarbeit auf das heranwachsende Geschlecht beweist auch das häufige Vor- kommen temporärer Dienstuntauglichkeit wegen mangel- haftet Körperentwickelung bei den Rekruten gewisser Be- zirke. Aus sabrikindustriereicher Gegend mußten bei uns in der Schweiz durchschnittlich 19,7—23,3 pCt. aus diesem Grunde für 1 bis 2 Jahre zurück- gestellt werden, in fabrikarmer nur 14,3—18,9 pCt. Die Entwickelung war also bei den Fabrikarbeitern mindestens öfter eine verspätete. Aber auch als eine dauernd hinter der anderen Bevölkerung an Kraft und Gesundheit zurückstehende stellte sich die männliche Fabrik- bevölkerung dar. Während z. B. von sämmtlichen 1640 unterbrach die Erklärungen Mouret's. Es war Mme. Gm- bal, welche erklärte, daß sie Spitzen von altem Alenson nur in der Tablier-Form appliziren möchte. — Aber, meine Theuere, sagte Madame de Boves, das Tablier war ebenfalls mit Spitzen bedeckt; ich habe nie etwas Reicheres und Schöneres gesehen! — Sie bringen mich da auf eine Idee, warf Madame Desforges ein. Ich besitze einige Endchen Alen?on- Spitzen; ich will trachten, mir eine ganze Garnitur zu- sammenznstellcn. Und die Stimmen dämpften sich wieder und verwandet- ten sich allmälig in ein Geflüster; Ziffern flogen hin und her, es ward ein ganzer Markt etablirt, welcher alle ge- Heimen Herzenswünsche dieser Damen anfachte: man kaufte Spitze» mit vollen Händen. — Ach, sagte Mouret endlich, man verkaust alles, was man will, wenn man nur zu verkaufen versteht! Unser Triumph besteht in Folgendem: Und mit seiner südlichen Gluth, in beredten Phrasen, welche die Einbildungskraft erweckt, setzte er dem Baron von Neuein das Wesen des nwdernen Handels auseinander. Vor allem die überwältigende Macht der riesigen Anhäufung von Waaren aus einem Punkte; da darf es niemals an etwas fehlen, der Saisonartikel muß stets zur Stelle fein, die Kundin wird von Pult zu Pult angezogen, kauft hier einen Stoff, dort den Zwirn und wieder an einem andern Pult den Mantel; sie kleidet sich an; dann stößt sie auf un- vorhergesehene Artikel und weicht dem Bedürfniß nach dem Ncbcrflnssigen und dem Hübschen. Dann feierte er die Einrichtung, die Preise für Jedermann ersichtlich zu mar- kiren. Diese Einrichtung erkläre den großen Umsturz auf dem Gebiete des Modewaaren-Marktes. Der kleine Handel Rekruten eines ostschweizerischen Kreises 11,3 pCt. wegen niangclhafter Eittivickelung definitiv entlassen werden wußten, waren es bei den Stickern 14,5, bei allen anderen Fabrikarbeitern 19,3 pCt. All' dies stimmt mit der Wahrnehmung überein, welche der obttslächlichste Be- obachter macht, mit dem in der Regel viel schlechteren Aussehen der Fabriklinder." Der österreichische Sozialpolitiker Freiherr v. Vogel- sang setzt den rapiden Niedergang der körperlichen Gesund- heit des Volkes zum großen Theil auf Rechnung der ver- werblichen Wirkung der Fabrikarbeit, daneben der kapitalistisch ausgebeuteten Hausindustrie. Hand in Hand damit gehen nach einer Enquete des Gewerbeausschusses des öfter- reichischen Abgeordnetenhauses vom Jahre 1882 exklussive Ueberarbeitung, mangelhafte und falsche Ernährung und theilweise aller Beschreibung spottende Wohnungsverhält- nisse der arbeitenden Klassen. Dazu tritt die massenhafte Verwendung der Kinder zur industriellen und Haus- industriellen Arbeit. Rechnen wir zu den verschiedenen Faktoren, aus denen sich das Elend ergiebt, noch eine unbeschreibliche Ausnutzung der Frauenarbeit hinzu, die allen kommenden Geschlechtern ihren unheilvollen Stempel aufdrückt, dann wird die Degeneration des österreichischen Volkes Jedermann klar sein. Auf alle Fälle liegen die tiefsten Wurzeln des Nebels im Mißbrauch der Kinder- arbeit. Die österreichische Gewerbe-Gesetzgebung wird sicher viel zur Milderung und Besseruilg der furchtbaren Zustände beitragen, die heute noch fortdauern; ihre höchste Wirksamkeit aber kann die österreichische Geiverbe-Gesetz» gebung nur auf dem Wege der internationalen Verständi- gung erreichen. Und damit hat es gute Wege, wie uns die jüngsten Ereignisse lehren, obwohl die Zustände Oesterreichs sich in allen europäischen Staaten wiederholen und also alle die gleich dringende Veranlassung zur Schaffung einer besseren Gesetzgebung hätten wie Oesterreich. NolikipHo Ueber die für den Reichstag bestimmte Arbeiter- fchuhvorlage wird der„Mogdeb. Ztg." gesu.ricben:„Die An- Ordnungen der Vorlage, welche die persönliche Sicherung der Ar- beiter gegen Gefahren für Leben, Gesnndheit und für ihre mora- tische Fuhrnng einerseits und andererseits bestimmte Grenzen der Verhältnisse zwischen Arbeitgebern und Arbeitern im Ange haben, gehen über die bisherigen Anträge des Reichstages hinaus. Für die Feststellung der Vorlagen waren, wie man hört, überaus umfassende Vorarbeiten erforderlich; es wurden bezüglich der Frauen- und Kinderarbeit nach Zahl der Be- schäftigten, sowie nach Art der Beschäftigung die umfassendsten statistischen Erhebungen im ganzen Reiche angestellt, ferner von den verschiedensten Betheiligten gutachtliche Berichte über die be- stehenden Verhältnisse zwischen Arbeitgebern und Arbeitern, über Lebensverhältnisse der letzteren, über die Verhältnisse der An- gehörigen jugendlicher Arbeiter ic. eingefordert und genaue Be- achtung ganz besonders den bestehenden Gesetzen und Ver- Ordnungen in den einzelnen Bundesstaaten zugewendet. Nach allen Richtungen hin bot sich hier ein umfassendes Gebiet für Untersuchungen, auf deren Ergebniß dann die Vorlage sich auf- gebaut hat. Die Beschlüsse ves Staatsraths wie der inter- nationalen Arbeiterschutz-Konserenz haben jedenfalls nur die An- leitung gegeben." Di» in Köln tagende allgemelne rheinische Kand- werkerurrsammlnug beschloß:„Die Versammlung beans» tragt den Vorstand des Vereins selbstständiger Handwerker, an den hohe» Bundesrath die Bitte zu richten, den Be- fähigungsnachweis zu genehmigen und dadurch zur Erhal- tung eines gesunden Handwerkerstandes, welcher eine sichere Stütze des Staates war und immer sein wird, beizutragen." — Auch über Mittel und Wege, wie dem Auwachsen des Sozialismus entgegenzutreten sei, berieth man. Die Frucht dieser geistigen Anstrengung ist folgende Resolution, die an- genommen wurde:„Die Versammlung erkennt an, daß dem Anwachsen des Sozialismus nur wirksam entgegengetreten werden kann, wenn erstens alle betheiligten Faktoren in Staat und Kirche dahin wirken, daß wieder religiöse Ge- sinnung im Volksleben mehr und mehr zur Geltung kommt, wenn zweitens Gesetze geschaffen werden, welche die Auf- stirbt, weil er den Kamps gegen die niedrigen Preise nicht aufnehmen kann. Heutzutage entivickelt sich die Konkurrenz sozusagen unter den Augen des Publikums; ein Spazier- gang vor den Auslagen etablirt die Preise; jedes Magazin geht mit den Preisen herab und begnügt sich mit einem möglichst kleinen Rutzen. Da giebt es keine Betrügereien; es hat aufgehört, daß man sich an einem Artikel bereichert, indem mau ihn um das Doppelte seines Werthes verkauft; fortwährend rollende Geschäfte, ein regelmäßiger Prozentsatz, an allen Artikeln geivonnen, geschickt arrangirte Ausverkäufe; darin liegt das Gcheimuiß des Erfolges. Ist das keine verblüffende Schöpfung? Sie hat den ganzen Markt, sie hat ganz Paris umgewandelt, denn sie ist aus dem Fleische, aus dem Blute der Frau. — Ich habe die Frau in meiner Gewalt und brauche mich um den Rest nicht zu kümmern! sagte er in einem brutalen Geständniß. Dieser Ausruf schien den Baron Hartmann wankend zu macheu; sein Lächeln war nicht mehr ironisch; er be- trachtete den jungen Mann, allmälig gewonnen durch seine Zuversicht. — Still! siüsterte er in väterlichem Tone, sie könnten Sie hören. Doch die Damen sprachen jetzt Alle auf einmal und waren dermaßen erregt von ihrem Gegenstaude, daß sie einander gar nicht mehr zuhörten. Madame de Boves beendigte die Schilderung der Balltoilette: die Tunique war von lualvenfarbcuer Seide, drapirt und durch Spitzenschleifcn festgehalten; das Leibchen sehr tief dekolletirt; an den Achseln ebenfalls Spitzenschleisen. — Ein solches Leibchen muß ich mir von Satin machen lassen, schloß sie. — Ich würde Sammt vorziehen, meinte Mme. Bourdelais. — Was kostet die Seide? fragte Mme. Marty. Und nun sprachen wieder Alle auf einmal. Mme. Guibal, Henriette, Blanche kauften, schnitten, verdarben. Es war eine Aufstapelung von Stoffen, die Plüude- rung der Magazine, ein Appettt des Luxus, der sich über saugung des selbststäudigen Handwerks durch das Kapital verhindern und zu einer auf christlicher Grundlage be- ruhenden festen Organisation führen."— Sie kommen über billige und längst verbrauchte Phrasen nicht mehr hinaus, die Herren Zünftler. Nur Eines ist ihnen inzwischen klar geworden, daß nämlich das große Kapital das kleine immer mehr aufsaugt. Es ist wenigstens etwas. Aus dem Arbriterschubaefeü, dessen Entwurf jetzt dem Bundesrath vorgelegt ist, werden in nationalliberalen Blättern Einzelheiten veröffentlicht, die aber im wesentlichen nur dasjenige enthalten, was bereits geltendes Recht der allgemeinen Gewerbe- Ordnung ist. Von neuen Bestimmungen ist in dem Auszuge nur erwähnt, daß die Arbeitsbücher für jugendliche Arbeiter ihren Vätern und Vormündern ausgehändigt werden können. Auch scheinen nach den Andeutungen jener Blätter die subsidiarischen Bestimmungen über die Arbeitsordnung und das Vertragsverhält- niß detaillirter zu sein als in der bisherigen Gewerbeordnung. Das neue Gesetz soll mit dem 1. April 1891 in daS Leben treten. In Betreff der Kinderarbeit sollen die jetzt geltenden Bestimmungen indessen noch bis zum 1. April 1892 in Kraft bleiben.— Warum wird nicht der ganze Gesehentwurf seitens der Regierung im „Reichsanzeiger" veröffentlicht 7 Deutsche Gefängnijfpralitilleir.„Zur Mißhandlung politischer Gefangener" schreibt die Berliner„Volks-Zeitung" zu der Mittheiluug der Elberfelder„Freien Presse" über den Fall Bölgcr:„Den vorstehenden Bericht(der„Freien Pr.") möchten wir nur unter Vorbehalt geben. Wir mögen das Deutsche Reich trotz alledem noch nicht als in russischer Kultur so weit vorgeschritten erachten, daß überiviesene Be- trüger in seinen Gefängnisseu besser behandelt werden, als politische Gefangene. Das ist ja selbst nicht einmal in sibirischen Kerkern der Fall. In diesem Falle hoffen wir also ernstlich auf ein sofortiges Dementi von amtlicher Seite." Nun, das Dementi wird nicht kommen, oder es wird nur ein Scheiudemeuti sein. Daß politische Gefangene schlechter behandelt werden als Betrüger, ist in Deutschland etwas ganz gewöhnliches, und es werden hunderte von Beispielen anzuführen sein. Die seiner Zeit von Liebknecht im Reichstag gebraudmarkte Aeußeruug eines Gefängnißdirektors:„Die Sozial- d e m o k r a t e n s i n o s ch l im in e r a l s E i g e n t h u m s- Verbrecher", ist nie dementirt worden; und inhaltlich ganz ähnliche oder gleiche Aeußerungen sind zu Dutzenden gegen gefangene Sozialdemokraten gemacht worden. Wer die sozialdemokratischen Blätter liest, wird massenhaftes Material nach dieser Richtung hin finden. Von unseren deutschen Gefängnißpraktiken gilt genau das- selbe, was Marx in seinem„Kapital" schon vor siebenundzwanzig Jahren von unseren industriellen Praktiken sagte. Bei der Ausschließung des Lichts der Oeffentlichkeit haben wir keine Ahnung davon, welche Zu- stände in unserem gemüthlichen Deutschland herrschen. Die Aufregung, welche der Fall B o s h a r t in der gesammten bürgerlichen Welt hervorgerufen hat, mußte uns Sozial- demokraten geradezu lächerlich erscheinen. Solche und schlimmere„Fälle" sind seit dem Beginn der Aera des Sozialistengesetzes alltäglich. Es liegt jetzt bereits ein recht langes Verzeichniß vor, dem wir für heute nur einen einzigen „Fall" beifügen möchten, nämlich den des Reichstagsabge- ordneten Geyer, der im Gefängniß zu Zwickau ebenfalls eschoren und auch sonst wie der hernntergekommeiiste Zucht- äusler behandelt worden ist. Geyer brachte die Sache seiner jeii im sächsischen Landtag zur Sprache— jedoch ohne daß eme Aenderung des Systems erfolgt ist. Die neu» Ulrlt ist wieder einmal der alten voraus. Natürlich reden wir nicht von einem Fortschritt im Mord- Handwerk, worin die alte Welt der neuen ja notorisch weit über ist, sondern von einer Kulturthat, die darauf hinaus- laust, dem Mordhandwert das Handwerk auf immer zu legen. Wir meinen den Beschluß, welchen der Ausschuß des p a n a m e r i k a n i sch e ii, d. h. von allen amerikanischen Staaten beschickten Kongresses soeben gefaßt hat: alle Streitig- leiten, die zwischen amerikanischen Republiken und euro- päischen Staaten entstehen könnten, schiedsrichterlich beizu- legen. Dieser Beschluß, der ohne Zweifel die Billigung der verschiedenen Staaten Amerika's erhalten wird, ist den Völkern Enropa's eine beschämende Mahnung, sich nun auch endlich aufzuraffen aus dem sanlen Sumpfe des Militarismus und einzulenken in die Bahnen der Freiheit, des Friedens, der Humanität. Kntijemltr» bedauern sich untereinander wegen ihrer ___________ WWWWWWWWW»»..____, Wahlsiege. So bringt das Organ des westfälischen Antisemiten- vielbcneidete und aeträumte Toiletten verbreitete, ein solches Behagen an dem Gespräch über die Mode, daß sie sich darin versenkten wie in die laue Luft, die zu ihrem Leben noth- wendig ist. Mouret hatte inzwischen einen Blick nach dem Salon geworfen; in einigen Sätzen, die er dem Baron ins Ohr stüsterte, als wollte er ihm einige jener Geständnisse machen, wie sie unter Männern zuweilen vorkommen, beendigte er seine Erklärungen über den Mechanismus des modernen großen Handels. Das wichtigste und hauptsächlichste Motiv war die Ausbeiitung der Frau. Alles lief darauf hinaus: das fortwährend erneuerte Kapital, das System der Anhäufung von Waaren, die Wohlseilheit der "'rase, welche sie anzieht, die Markirmig in bekannten Ziffern,_ welche sie beruhigt. Die Frau ist es, welche die Magazine durch ihre Konkurrenz einander streitig machen; die Frau, welche sie fortwährend in die Falle ihrer Gelegenheitskäufe locken, nachdem sie dieselbe vor ihren Aus- lagen um ihre Besinnung gebracht. Die Magazine sind es, die in der Frau neue Wünsche erwecken; sie bilden eine ungeheure Verführung, welcher sie verhängnißvoller Weise zum Opfer fällt, indem sie anfangs als ante Hausfrau billige Käufe zu machen glaubt, spater durch die Koketteric fortge- rissen und zum Schluß verzehrt wird. Indem der Verkauf verzehnfacht, indem der Luxus demokratisirt wird, werden die Magazine zu schrecklichen Agenten des Geldausgeoeus, ruiniren die Haushaltungen, verbreiten den Wahnsinn der Mode, die immer thenrcr wird. Und wenn in diesen Magazinen die Frau Königin ist, angebetet und geschmeichelt in ihren Schwächen, umgeben von allen Zuvorkominenheiten, so herrscht sie oa als verliebte Königin, deren Unterthcmeu mit ihr Handel treiben und die jede ihrer Launen mit einem Tropfen ihres Blutes bezahlt. So zeigte Mouret selbst unter dem liebensivür- digen Wesen seiner Galanterie die Brutalität des Juden, der die Weiber nach dem Pfunde verkauft: er errichtete dem Weibe einen Tempel, ließ es durch eine Legion von Kommis be- räuchern und schuf einen neuen Kultus; er dachte nur an das Weib, suchte ohne Unterlaß neue und immer neue Ver- führuugen zu ersinnen und wenn er dem Weibe einmal die Taschen geleert und die Nerven abgespannt hatte, war er | haben lassen dacht« in eil I Norm sprech führers Dr. König einen Artikel, welcher den Sieg Pick bedauert, weil derselbe sich des Wuchers schuldig gen „Ein solcher Mann gehört nicht in den Deutschen Reick am allerwenigsten als Vertreter unserer Partei. Nack Auffassung ist ein deutscher Wucherer und Halsabschneii* weit verächtlicher, als ein jüdischer; daß Dr. Böckel|4,.. solchen Menschen ausgesucht hat, um ihn ein Neichstag-H 1. M in die Hand zu spielen, ist wieder ein Beweis für die eM werde schon längst vertretene Ansicht, daß dieser Mann trotz stw" 3 gabung und agitatorischen, sogar reformatorischen itmft n anSge glück für unsere Bewegung ist.", J lFried« Kundrsrath. In der am 17. d. M. unter dem W c Vizepräside ten des Staatsministeriums, Staatssekretär, Ersitzung er« unb � Innern Dr. v. Voetticher abgehaltenen Plenarsitzung Bundesrath dem von dem Abgeordneten Rickert bei dem: -ounoesraly oern von vern inogeoroneren irnaeri oei oei» n m. v tage eingebrachten, von letzterem angenommenen Gel#]' betreffend die Abänderung der Militär-SttafgerichtsordnuH u-rupz werdei Zustimmung. Der Entivurf einer Verordnung zu» Wj Mahr der Verordnung vom 14. April 1888, betreffend die Abaml ständi- und Ergänzung der Ausführungsbestimmuiigen zu dem» über die Kriegsleistungen, der Entwurf einer Verord! treffend die Ausdehnung der Zollermäßigungen in den D zu dem deutsch-italienischen und dem oeutsch-spanischen und Schiffjahrtsverlrage, der Vertrag zwischen Preußen thüringischen Staaten vom 20. November v. I. wegen? des thüringischen Zoll- und Handelsvereins, die Voru™., treffend die Abänderung des Posltariss für Nachnahincseuds ryre, und der Gesetzentwurf, betreffend Abänd«'t Em! derGewerbeordnung, wurden den zustänoigen Au# zeit. zur Vorberathuug übergeben. J U'illig- Im Aligeordnrteichause brachte am Freitag bei jj Eiufu dem Kultusetat fortgesetzten Etatsberathung Abg. Dr. W'i„+ Horst die kirchenpolttischen Wünsche des Zentrums zur indem er namentlich die Wiedereinrichtung einer besond" lischen Abiheilung, die Regelung der Sperrgelderfrage,, Vision des Altkatyolikengeseges, eine Aenderung des Kr mögensgesetzes, sowie die volle Zulassung der Orden Kultusminister von Goßler verhielt sich gegenüber der rung einer besonderen katholischen Adtheilung im., Ministerium ablehueud, indem er dagegen einivandle, die Ministerialräthe überhaupt nicht nach Rücksichte» dg L session ernannt würden. Desgleichen erklärte er eine bea-B kämme Revision des Altkatholikengeseges, sowie eine veränderte v der Ue nahine in der Ordenssraae für unbegründete, da berecht Millio schwerden auf beiden Gebieten nicht vorlagen. Dagegen!'.letzten die Eindringling einer Vorlage über die Verwendung der er heg« gelber schon für die nächsten Tage in Ansucht. In ziehun, die übrigen Beschwerden gab der Minister dem ZentruS Finanz parlamentarische Initiative anHeim. Die sonstigen El» Nionen boten kein allgemeines Interesse. Am Sonnabend wird d» Miüior berathung fortgesetzt.{JSfm Aus Hamburg druckt die„Weser-Ztg." eine fieulg Ca � I ihre Q ' jektirt oageg« von d Volks' dorthi Zoä rust Korrespondenz ab, in der ausgeführt wird, daß die S- traten bei einem Bäckermeister kein Brot mehr gekaul, weil derselbe einen Ausruf„gegen das sozialistische Treld» unterzeichnet hätte.„Derartige Erscheinungen sind höchst; lich," fügt der zartfühlende Skribent hinzu. Wir haben a gehört, daß der Herr es bedauert hätte, als die Hann» Bauern nach der Wahl erklärten, den Sozialdemokratet die Für Hamburger He wird, werden wir weiter mtt ihm reden. bewiÄ Gesterreich Uugar«. Wien, 15. April. Die Nordbahn Arbeitern ihrer Maschinensabriken in Florisdorf v Ostrauer Montanwerke den 1. Mai als Feiertag.„ Ter Lohnbewegung schloffen sich noch die an. Sie verlangen bis zum 15. die Bewilligung i denmaen, sonst soll der Streik beginnen. Es verlautet, die Regierung werde in den Betrieben, in welche die zeitwittge Einstellung d möglich ist, aus ein formelles Ansuchen den 1. Mai st in den Werkstätten, wo eine Unterbrechung des» unzulässig ist, wird ein Theil der Arbeiterschaft im bleiben müssen. Der Ausstand der Glasarbeiter im Tannwalder Judustrlebezirk ist, nach mehrivüast Dauer, jetzt als beendet anzusehen, da nur noch einzelten Schleifmühlen gefeiert wtrd. Die Arbeit wä den Arbeitern nur unter der Bedingung wieder aufgeu daß die vereinbarten Minimallöhne, welche wenigst Möglichkeit einer wirthschaitliche» Existenz gewährt»' a wirklich zur Auszahlung gelangen.. das R Lemberg, 16. April. Tie polnischen A r H_ . Fi bereits der im in Bez der B« ' Herabs 20 bis komme ' eine V behörd bringt Sprit Lösung keine 1 ganz b des Zc Englai auf en- erstreck sei, dc zenten das$ laufe i Herabs trete, 1 des Z. D Präsid ' Wülfer Einsal führet haben erklärt» daß sie sich von völlig erfüllt von der Mißachtung des Mannes best gegenüber, welches so dumm geivesen, sich ihm zu — Wenn Sie die Frauen für sich haben, sagt* zum Baron mit einem dreisten Lächeln, so köiuieo ganze Welt verkaufen. Jetzt begriff der Baron. Einige Sätze hätten gst Uebrige errieth er; eine so galante Ausbeutung eti#5 und rief in ihm die Vergangenheit des Lebemannes w� Er zwinkerte verständnißinnig mit den Augen und ve schließlich mit Bewunderung den Erfinder dieser st Das war einmat stark! Und das Wort Bourdoncle's � welche Frauen Bewunderung Wort, welches rißt. prach er eine alte Erfahrung ihm eingab. A — Die Weiber werden Ihre Rache an Jh«. I komm Die � garte« Gemo liche Behaj den ts Herr Fenst währ- Fenst treter faden die 3 Mon Doch Mouret zuckte die Achseln in überlegst* jj achtung. Alle gehören ihm, meint er, und er gehest J i Wenn er sein Vermögen und sein Vergnügen von. � er Qr halten, wird er sie haufenweise hinauswerfen, zur~ diejenigen, die noch ihre Rechnung dabei finden kstst,, war das Raisomiement des Südländers 1 .»...............—--- HL— und©fst'k Nim denn, geehrter Herr.�fragte er zum Stlstu� zählt. Sie mit mir gehen? Leuchtet Ihnen jetzt die mit den Grundstücken ein? aft Der Baron, obgleich halb besiegt, wollte y immer nicht engagiren. Aus dem Grunde des Zu. 0 allmälig aus ihn einwirkte, blieb noch ein letzte � zurück. Er war im Begriff, ausweichend zu antst. � I plötzlich ein dringender Ruf der Damen ihn stst. j überhob. Man vernahm ans dem Salon wiedertzu — Herr Mouret, Herr Mouret!.rn Und als dieser, verdrossen darüber, daß er flst/ that, als ob er nicht Härte, kam Madame de Bove» des kleinen Salons. wf — Man verlangt nach Ihnen, Herr Mouret,> � es ist keineswegs galant von Ihnen, sich so in � zu verkriechen, um von Geschäften zu sprechen. �' Er machte gute Miene zum bösen Spiel; Herren erHoven sich und begaben sich nach dem � — Ich stehe Ihnen zu Diensten, meine Du» Mouret, ein Lachem auk den Lippen. Meit würl Bom Näh. Bov« noch tröstl mite« werd die 5 delai ift im haben, den 1. Mai als Feiertag zu begehen, nicht abbringen 5"'jji lassen wollen. Die hiesigen Älrbciter werden iudeß an ge- dachtem Tage keine feierlichen Aufzuge veranstalten,� sondern 'n.Tf in einer Versammlung für die Einführung des achtstündigen chneidG Nornmlarbcitstagcs eintreten und andere Berussfragen be- kel sprechen. Im Namen der polnischen Arbeiter wird am istaM 1- Mai auf das Grab L a s s a l l e' s ein Kranz gelegt die««' werden. ch sei"? T e s ch e n, 18, April. Die zuerst in Mährisch-Ostrau irafl«'. ansgebrochcne Ausstandsbcivcguug erstreckt sich nun auch auf i Friedeck und auf die Hüttenwerke in KarlShütte, Baschka m Bem und Friedland. Auch in der Petroleumraffinerie zu Oder- '»2% berg feiern die Arbeiter. Zwei Sonderzüge mit Infanterie l�Hwnd Kavallerie sind aus Krakau und Tarnow eingetroffen. �°7.j,stj Vei dem Teschener Kreisgerichte wurden 5 Arbeiter aus ordiuaGWcchAsch- Ostrau und 19 aus Karmin eingeliefert. In i, Gig* Mährisch-Ostrau und Witkowitz schoß das Militär auf ans- . Abä� ständige Arbeiter und verwundeten vier Arbeiter schwer. de«» Nach einer anderen Meldung sollen drei Arbeiter getödtet rordnuch(!) Qm Ausstandsgebiet sind bisher vierzehn Bataillone ?en Ta» Infanterie und vier Schwadronen Reiterei eingetroffen; der f LSM vv I----»-»fr w. w»w v«vv»v t/VVVVWV.k dU�CtlU||dl f VV l X" y.Krakauer Korpskommandant ist zur Ueberwachung der len n°l- Truppeneintheilung angelangt. Vertreter der Grubenbesitzer aus Wien hier erwartet. Die Arbeiter ermäßigten >mcsend< ihre Forderung von 2 Gulden festen Lohnes täglich aus a n b([ 1 Gulden 80 Kreuzer, und sie begehren achtstündige Schicht- ni Auiff zeit. Die Grubenbesitzer wollen eine Lohnaufbesserung be- Mvsüigen und die Schichtzcit herabsetzen, erklären aber die bei W Einführung eines festen Tagelohnes für unannehmbar. Cr. Sß"% 6 f*' April. Die Ober-Stadthauptmannschaft hat zur Äj ihre Genehmigung zur Abhaltung des für den 1. Mai pro- ondet««' iektirten Arbeiterumzugs nicht ertheilt, würde aber nichts age,.k> dagegen einzuwenden haben, wenn die Arbeiter auf einem g jP01t ber Stadt zu diesem Zwecke zu überlassenden Platze eine >e>i«I Volksversammlung abhalten und sich in kleineren Gruppen er d«? dorthin begeben wollten. maLb*,, |te2 tS. ,e beafi» lamme» Grostbritttttniett. London, 17. April. Unterhaus. Der Kanzler der Schatz- .,...... wer Goschen erklärte bei der Einbringung des Budgets, zerti S> der Ueberschuß des vorigen Finanzjahres belause sich auf 8,25 erechvi Millionen Pfund Sterling; Die Staatsschuld sei während der legen P letzten drei Jahre um 23 Millionen Pfund vermindert worden; ng dN er hege die Absicht, einen Münzfonds einzurichten Zwecks Ein- In P* ziehung leichter Goldmünzen. Der Voranschlag für das laufende ientr«» Finanzjahr mit 86,9 Millionen Pfund Ausgaben und 90,6 Mil- Eröl� lionen Pfund Einnahmen, also mit einem Ueberschuß von 3,5 oird bsi Millionen Pfund, sei in den Einnahmen vorsichtig veranschlagt ivordeu, da man nicht allzu hoffnungsvoll auf die Fortdauer r,,,W des Wohlstandes sein dürfe,(!) denn schon hätten die Streiks . ezniii die günstigen Verhältnisse beeinträchtigt.(??? D. Red.) ®. uJl Für Kasernenbauten seien in diesem Jahre 800 000 Pfund lfr-iW?u verausgaben und 100 000 Pfund seien für Equipirung l r:» der Freiwilligen ausgeworfen. Nachdem der Schatzlanzler die £2 nÜ bereits gemeldeten neuen Finanzvorschläge gemacht, gedenkt er ? msk der im Budget vorgesehenen Gewährung kleinerer Erleichterungen ?■«e'n Bezug auf interne Abgaben, welche den unbeniittelteren Klassen wlrar j � Bevölkerung zu Gute kommen sollen, unter anderen auch der Herabsetzung der Haussteuer für kleinere Wohnungen innerhalb 20 bis 60 Pfund Jahresmiethe, was 800 000 Personen zu Gute komme, und demerkt, daß sich so der Ueberschuß schließlich auf eine Viertel-Million reduzire. Zwecks Erhöhung der den Lokal- - behörden übertragenen Steuererlräge um 1,25 Millionen Pfund • bringt Goschen einen Steuerzuschlag von 6 Peuce per Gallone Sprit in Vorschlag und kündigt eine Bill an, nach welcher bis zur • Lösung der das Schankivirthschaftsivesen betreffenden Gesammtfrage keine neue Schankgerechtigkeit gewährt werden solle, außer wo ganz besondere Ausnahmeverhältnisse dies erheischten. In Betreff des Zolles auf Korinthen bemerkte Goschen, Griechenland gewähre England dafür eine wesentliche Ermäßigung des Einfuhrzolles auf englische Waaren. Die Herabsetzung deS Zolles auf Korinthen erstrecke sich nicht auch auf andere getrocknete Früchte. Möglich sei, daß Spanien und Frankreich, die hauptsächlichsten Produ- zenten von Rosinen, es später für wünschenswerth halten würden, das Beispiel Griechenlands nachzuahmen.— Im weiteren Ver- laufe der Sitzung, in welchem Goschen noch erklärte, daß die Herabsetzung des Zolles auf Theo erst mit dem 1. Mai in Kraft , trete, wurden mehrere Budgetvorschläge, darunter die Aushebung des Zolles aus Silber- und Goldwaaren, angenommen. wkrateß . Icei ; zuerst [nDOt** i im rwö : nom, eit M auftzcZ venisil? währw* Arb«' ihrch Frankreich. � t.. v S Marseille, 18. April. Zu Ehren der Anwesenheit des Präsidenten Carnot war gestern von der Munizipalität im Börsengebände ein Banket veranstaltet. zu welche», etwa 400 Einladungen ergangen waren. In der Erwiderung auf die von dem Maire gehaltene Ansprache betonte Carnot das Interesse, das Frankreich für die die soziale Frage berührenden Angelegen- d. £)»«"{ 1 i ßc et, 4 de» v . die' $ Ein Siegesgeschrei empfing ihm. Er mußte naher koiniuen, die Damen machten ihm Platz in ihrem Kreise. Die Sonne war eben hinter den Bäumen des Tuilerlen- gartens untergegangen, der Abend brach herein, das große Gemach lag in zarkcs Dunkel getaucht. Es � war die zart- liche Stunde der Abenddämmerung, diese Minute diskreten Behagens in den Pariser Wohiumgen zwischen der ersterben- den Helle der Straßen und dem Anzünden der Lampen, v. Boves und Ballagnosc standen noch immer vor dem enster, ihre Gestalten warfen Schatten auf den Teppich! während in dem letzten Lichtschein, welcher durch da» andere Fenster eindrang, Herr Marty stand, der eben erst emge- treten war, mit seinem bekümmerten Antlitz und seinem sadeuscheinigeil Rock. Die Konversation der Damen über die Toilette schien ihn aus das Aeußerste bestürzt zu haben. — Bleibt es dabei, daß der Ausverkauf am»nächsten Montag stattfindet? fragte Madame Marty eben. — Gewiß, erwiderte Mouret mit flötender Stimme, die er annahm, so oft er mit Frauen sprach. — Wir gehen Alle hin, bemerkte Henriette. Man er- zählt, daß Sie wahre Wunder vorbereite». — Wunder? flüsterte er mit geheuchelter Bescheidenheit. Mein Bestreben geht nur dahin, Ihres Vertrauens mich würdig zu zeigen._ Zillein, die Frauen drangen mit Frägen in ihn. Madame Bourdelais, Madame Guibal und auch Blanche wollt Rahe«s wlsstm � � � Details, wiederholte Madame de Boves in dringlichem Tone. Wir sterben vor Äteugierd. Sie unmngten ihn und da bemerkte Henriette, daß er noch keine Tasse Thee genommen habe. Alle Welt war un tröstlich; ihrer vier aus einmal wollten ihn bedienen, ab die Tasse, während Madame de Boves und Madame Bvur- delais sich um die Ehre stritten, den Th« abzuzuckern. Er weigerte sich, Platz zunehmen und trank seinen-vhee stehend, ste nahmen ihn daher in die Mitte, im engen Kreise ihrer Rücke. . er war ein Gefangener Mit erhobenen Häuptern.. Helten hege. Man dürfe stolz auf die Stellung sein, welche sich Frankreich auf diesem weiten Gebiete einzig durch die Mittel der Freiheit geschaffen habe. In den wirthschastlichen Kämpfen, welche die ganze Welt beschäftigten, sei das Zusammenhauen aller patriotischen Männer, welche von dem edle» Ehrgeiz beseelt sind, den Interessen des Landes zu dienen, erforderlich. Die Rede des Präsidenten Carnot wurde mit lebhaftem Beifall be- grüßt.— Die Ansprache ist besonders in ihrem die soziale Frage berührenden Theile außerordentlich nichtssagend. KelKlett. In Folge der skandalöse» Enthüllungen, welche der vor- jährige Soziali st en prozeß über die belgische Spitzel wjrthschaft unter allseitiger Mißbilligung im Lande zu Tage gefördert hatte, hatte die Regierung beschlossen, die Ver- waltuna der öffentlichen Sicherheit umzugestalten, die sämmt- lichen Spitzel oder Angeber zu entlassen und die geheimen Fonds von 60 000 Francs auf 15 000 Francs herabzusetzen. Diese Maßnahmen wurden in der heutigen Kammersttznng von dem liberalen Deputirten Herrn Bara scharf getadelt, weil Belgien die internationale Pflicht habe, die Ausländer scharf zu beaufsichtigen, geheime Agenten seien unentbehrlich. Erfülle Belgien diese Pflicht nicht, so würden die ausländischen Regierungen sich selbst eine Geheimpolizei im Laude errichten und auf Grund deren Berichte der belgischen Regierung Schwierigkeiten bereiten. Man denke nur an die Erfahrungen der Schweiz. Der Jnstizminister Herr Lejeune erklärte, Belgien brauche weder für das Inland noch für das Ausland eine Geheimpolizei. Niemals werde er aus Staatsmitteln Spitzel besolden, welche sich in die Geheimnisse der Bürger einschlichen, um sie zu verderben oder die Ausiveisung von'Ausländern unter dem Vorgebe», daß es sich um gefährliche Sozialisten handele, anregten. Zur Ueberwachung der Ausländer brauche mau keine Geheimpolizei; die Staatsanwaltschaften, die Gendarmerie und die Polizei seien ganz ausreichend. Die jetzige Berwaltung der öffentlichen Sicherheit stütze sich auf diese Be- Hörden. Die Ausländer würden sorgsam, aber nur durch Staats- behörden überwacht. Keine ausländische Regierung habe ein Recht, von Belgien die Beibehaltung geheimer Agenten zu fordern, und sollte ein solcher Anspruch erhoben werden, so werde ihn die Regierung, der Ziistimmung der Volksvertretung sicher, mit Ent- schiedenheit abweisen. Die sensationelle Veröffentlichung aus den belgischen Staatsarchiven entwendeter wichtiger Dokument« und Die dieferhalb eingeleitete Untersuchung führt zu immer neuen Ueberraschungen. Längst steht fest, daß der Spitzel Boulanger's, de MonDion, Dank seiner Bekanntschaft nsit dem Minister des Auswärtigen, dem Fürsten von Chimay, die Archive ausgeplündert hat. Das gleichzeitige Verschwinden der Berichte des Gouverneurs des Heniiegau, des Herzogs von Ursel, über die Arbeiterunruhen veranlapte die Amtsenthebung deS mit allen Ministern und besonders mit dem Fürsten von Chimay aber auch mit de Mondion befreundeten Ministerialraths Nieter. Obwohl derselbe seine Unschuld be- theuerte, floh er nach Paris. Inzwischen stockte die Untersuchung in Brüssel, da die französische Regierung— wie sich jetzt ergiebt, auf Eingebung des belgischen Ministeriums selbst— die Ver- nehniung der Frau Adam und des Herrn de Mondion ablehnte. Seit acht Tagen fordert nunmehr Herr Nieler,„da er diese Komödie satt habe", von Paris aus den Brüsseler Staats- anwalt auf, die Sache endlich zur gerichtlichen Ver- Handlung zu bringen, da er anderenfalls seine Unschuld unter Nennung der wahren Schuldigen und Verö sentlichung aller in feinem Besitze befindlichen Dokumente erweisen werde. Infolge dieser Erklärung lud der Brüsseler. Untersuchungsrichter Herrn Nieter unter Zusicherung eines dreitägigen freien Geleites vor; derselbe erschien in der That gestern, erklärte aber dem Richter nur in öffentlicher Verhandlung Rede zu stehen, dann werde er seine Unschuld erweisen und die Thäter nennen; im Uebrigen bleibe er in Brüssel. Gleichzeitig überreichte sein Anwalt, Herr Advokat Janson, dein Staatsanwälte die beiden verschwundenen Originalberichte des Herzogs von Ursel, die ihm Herr de Mondion init dem Bemerken zugesandt habe, ein Dritter habe sie ihm ge- geben, er wolle sie aber, um einen unschuldigen Beamten zu ent- lasten, ausliefern. Man ist auf den Fortgang der Sache sehr gespannt; die Regierung muß sich jetzt entschließen. Es steht sonnt fest, daß die Hintermänner der Frau Adam die Originale der Siaatsdokumenle in Händen haben, während die belgischen Offiziösen alle veröffentlichten Schriftstücke für Fälschungen er- llUL Ivli, Holland. A in st e r d a m. Durch die Boot- und Dockarbeiter-Vereini- gung„De Aolharding"(Die Ausdauer), Abtheilung der„Labourer Union" wurde in voriger Woche mittelst Flugblätter eine öffent- liche Versammlung einberufen, in welcher der Sekretär der „Labourer Union", Clement Edgivorth aus London, als Haupt- redner auftrat. Edgworth erklärte, daß er von dem Zentral- komitee der Union zur Untersuchung der Beschwerden der Kohlen- träger und Dockarbeiter abgesandt sei, und daß die Union vom 10. d. M. kein Kohlenboot in Newcastle mehr werde laden lassen, welches nach Holland bestimmt sei, um die Unternehmer zu zwingen, aus die Forderungen der Arbeiter einzugehen. Jntcr- leuchtenden sB ticken und lächelndem Munde lauschten sie seinen Worten. — Was ist's mit Ihrer Seide, mit Ihrem Paris-Bonheur, von welchem alle Zeitungen sprechen? fragte Madame Marty ungeduldig. — Oh, erwiderte er, das ist ein ganz außerordentlicher Artikel! Eine faiils ä gros grain und von einer seltenen Ge- schmeidigkeit... Sie werden ja sehen, meine Damen... Und Sie finden den Stoff nur bei uns, denn wir haben das ausschließliche Eigenthumsrccht angekauft. — Wirklich? Eine schöne Seide zu 5,60 Frks.! tief Madame Bourdelais enthusiasmirt, es ist kaum glaublich! Seitdem der Ruhm dieser Seide durch die Reklame nach allen Winden getragen wurde, nahzn dieselbe in dem Leben dieser Damen einen sehr bedeutenden Platz ein. Sie sprachen nur davon. Alle faßten den Vorsatz, davon zu kaufen und waren vom Verlangen und Zweifel verzehrt. Und in der geschwätzigen Neugierde, mit welcher sie den jungen Mann erdrückten, trat das eigenthümliche Tem- peratament jeder Einzelnen hervor: Madame Marty, die in ihrer Wuth, das Geld auszugeben, im„Glück der Damen" Alles ohne Wahl zusammenkaufte; Madame Guibal, welche stundenlang in dem Magazin hernmspazierte, ohne etwas zu kaufen und schon mit der Augenweide glücklich war; Madame de Boves, die rwig in Geldverlegen- Helten war und mit gierig iieidischen Blicken die Waaren verschlang, die sie sich nicht kaufen konnte; Madame Bourdelais mit ihrem bürgcrich vernünstigen und praktischen Sinn, die nur auf die wohlfeilen Artikel losging und auch in den großen Magazinen die Besonnenheit und Geschicklich- keit der guten Hausfrau zur Geltung brachte; endlich Hen- riette, die, in allen Dingen die höchste Eleganz kultivirend, im„Glück der Damen" nur gewisse Artikel kaufte, so ihre Handschuhe, Wollwaareu, gröbere Wäsche und dergleichen. (Fortsetzung folgt.) nationale Vereinigung sei das beste Mittel, um mit Erfolg die Macht deS Kapitals und der Ausbeuter zu bekämpfen. Schulter an Schulter, Herz an Herz, Hand in Hand müßten die Arbeiter stehen, dann werde auch der Sieg sicher sein. Seit dem großen Streik der Dockarbeiter in London seien auch die Arbeiter in Hull und in Plyinoüty der Union beigetreten. Selbst Polizeiagenten und Militärs hätten sich der Union angeschlossen, und er wünsche nur, daß man auch in Holland diesem guten Beispiel folgen möge. Zum Schlüsse ergriff W. K. Nieuwenhuis, Präsident der Schiffs- und Dockarbeiter-Vereinigung, das Wort und ermahnte besonders die Frauen, ihre Männer zur Ausdauer anzuspornen, um für Frauen und Kinder ein besseres Loos zu erkämpfen. Die Anssühnliigen fanden großen Beifall. ItrtHett. Man schreibt uns aus Rom: Kaum ein Tag vergeht inehr, an dem nicht irgend ein Ereigniß aus der Arbeiterbewegung die öffentliche Meinung des Landes bewegt. Am letzten Sonntag war auf 9 Uhr Vormittags eine Versammlung unbeschäftigter Arbeiter nach einem Platze der Hauptstadt einberufen, zu welcher sich etwa 700 Arbeiter einfanden. Gleichzeitig mit ihnen erschienen aber auch über hundert Polizeibeamte zu Fuß und zu Pferde, unter der Anführung des städtischen Quästors und dreier Polizeiinspek- toten. Eine Kompagnie Militär nahm in sechs kleinen Abthei- lungen in verschiedenen benachbarten Straßen Aufstellung. Gegen 10 Uhr wurde die Versammlung durch einen Arbeiter eröffnet, dem sich zur Seite ein Inspektor und drei andere Beamte niedersetzten. Der erste Redner sprach über das Recht auf Arbeit und schilderte die traurige Lage der italienischen Arbeiterbevölkerung, von der in jeder Stadt Tausende trotz aller Bemühungen keine Arbeit finden könnten, obgleich auch mit jedem Frühjahr an Hundert- tausend ihrer Landsleute in die Nachbarstaaten zögen, um dort Verdienst zu suchen. Leider sei aber gerade diese Auswanderung daran schuld, daß sich die regierenden Klassen nicht um die Ar- beiter kümmerten. Diese freuten sich vielmehr, wenn die Arbeiter Frau und Kind zurückließen, um alljährlich in die Fremde zu ziehen. Er wolle deshalb den Senatoren und den ihnen verbündeten Mit- gliedern der vornehmen Welt anrathen, auch einmal auf acht oder neun Monate ins Ausland zu gehen und dort Arbeit zu suchen, die italienischen Arbeiter würden dann schon wissen, in der teiniath ohne Senatoren und Minister auszukommen. Bei diesen Sorten erhob sich der überwachende Inspektor und untersagte dem Redner, weiter zu sprechen. Auch zwei andere Arbeiter, die hieraus das Wort ergriffen, konnten in ihren Ausführungen nicht weit kommen, da auch ihnen von dem Inspektor das Wort ent- zogen wurde. Nach diesen trat der Arbeiter du Sanctis aus und erklärte, daß aus dem bisherigen Verhalten der Polizei hervorgehe, wie sehr man seitens der Regierung den Ausbruch von Unruhen wünsche. Hier unterbrach der Inspektor und forderte den Redner auf, sich zu mäßigen. Dieser aber rief:„Ich weiß ja, daß Ihr uns Alle ergreifen und einkerkern möchtet; nun gut, ich siehe hier, ergreift mich dock zuerst und schleppt mich fort!" Der Inspektor aber schwieg, und Du Sanctis rief weiter: „Was zaudert Ihr noch?— Euer Auftraggeber, Crisvi, liebt aus seiner eigenen Jugendzeit die Revolution noch so sehr, daß er Euch hergeschickt, um wieder etwas Revolution anzu- fangen!—„Jetzt ist's genug," erscholl nun die Stimme des Inspektors,„ich löse die Versammlung auf l" Und als de Sanctis noch einige Worte zu sprechen versuchte, stürmten sofort die PolizelmaimschaUen mit blanker Waffe von allen Seiten auf die Versammelten ein, so daß unter furchtbarem Tumult Alles aus- einander stob. Das in der Nähe ausgestellte Militär sotgte da- für, daß die Arbeiterschaaren, denen sich bald noch Hunderte von Zuschauern und Spaziergängern anschließen mußten, noch eine Stunde lang am Sonntag durch die Straßen aettieben wurden. Verwundungen kamen zahlreich vor, von den Thcilnehmern der Versammlung lieferte man fünf als Gefangene den Polizei- bureaus ein. Rußland. Aus Petersburg kommt neue Kunde von geheimen Umtrieben. Diesmal handelt es sich indeß um keine Ver- schwörung gegen das Leben des Zaren, sondeni um laudesver- räthorische Versuche zu Gunsten eines anderen Staates. Der „Grashdanin" melder nämlich:„Behufs Erlangung geheimer Schriftstücke versuchte ein Ehepaar die Bestechung eines Kopisten eines Ministeriums. Das Ehepaar wurde verhaftet. Die bei der Durchsuchung seiner Wohnung gefundenen Papiere kompromittiren zwei fremde Attachös. Der Kopist wurde für seine Pflichttreue mit dem Annen- Orden und mit einem Geldgeschenk belohnt. Eine Drahtmeldung der Londoner „Daily News" will wissen, die Bestechung seitens des Ehepaars sei durch dessen Tochter, ein bildschönes Mädchen, versucht wor- den, und zwar sei es ein Beamter dos Generalstabes, an welchem man diese Bestechungskünste zu dem Zwecke geübt habe, eine Ab- f Christ des vom Zaren soeben genehmigten neuen Mobilisirungs- planes des russischen Heeres zu erlangen. Auch der Bericht des Londoner Blattes spricht von dem Mädchen und seinen Eltern als von„geheimen Agenten einer ausländischen Macht". A»n«riKa. New-Aork, 17. April. Aus Rio de Janeiro vom 17. er. hier eingegangene Depeschen melden, daß die brasilianische Regie- rang den Religionsunterricht in den staallichen Schulen auiae- hoben habe. So-zikilo Oleberstrhk. Anfnif an alle in»er Kekkeidungaindustrir, Mäntol- Konfektion nnd Trikot-Krnnche befchnftiyte« Arbeiter und Arbeiterinnen. Die gleiche Nothlage aller Betheiligten einer Branche bewirkt das Bestreben eine Vereinigung zu gründen und im gegenseitigen Meinungsaustausch Mittel und Wege zu ersinnen, um eine Besserung der Löhne, dieser vorläufigen Grund- bedinguua des arbeitenden Volkes, zu erzielen. Es ist Thatsache, daß der Verdienst des Arbeiters und der Arbeiterinnen unserer Branche nicht im Einklang steht mit der Vertheuerung der Lebens- mittel und dem Steigen der Miethspreise, es ist bewiesen, daß, während letztere erhöhl werden, diese von Saison zu Saison zurückgegangen sind. Pflicht der Frauen besonders ist es, Theil zu nehmen an den Fragen und Berathungen, wie dem Vernichtungs- kamp; des Kapitals gegen die Daseins- und Existenzberechtigung des Arbeiters wirksam begegnet werden könne. Dies kann nur geschehen durch eine möglichst große Organisation der so sehr schädigenden in der Hausindustrie beschäftigten Arbeiterinnen, die wohl in ihren dumpfen, ungesunden Wohnungen in Jammer und Klagen ausbrechen, sich aber nicht getrauen ejner Vereint- gung beizutreten, und so in ihrer ziellosen Haltung nicht allein sich selbst immermehr Arbeitslast aufbürden, zum Theil gezwungen durch das Sinken der Löhne, sondern auch ihre Mitarbeiterinnen zwingen, für immer schlechtere Löhne bis zur äußersten Ermüdung zu arbeiten. Der Mahnruf muß an alle Bedrückten dringen:„Denkt an Eure Menschenwürde!" Denkt daran, daß auch das arbettende Volk berechtigt ist, Theil zu nehmen an den Errungenschaften des Wissens, daß aber der Kamps um das tägliche Brot alle unsere Kraft verzehrt. Des- halb, Arbeiter und Arbeiterinnen, um des eigenen Vortheils willen, tretet der bestehenden Vereinigung bei, und kämpft mit uns den Kampf um Verkürzung der Arbeitszeit, Erhöhung der Löhne, um ein besseres Dasein zu führen. Den Kolleginnen und Kollegen wird zugleich bekannt gemacht, daß nachsiehende Arbeitsnachweise eingerichtet find: für C. Niederwallstr. 26/27 bei Sandow, für 8. Dresdenerstr. 180, für N. Anklamerstr. 49 bei Nürnberg, für O. Kl. Andreasstr. 19 bei Oelze. Die Fachschule der„Freien Vereinigung der Damen- mäntel- Schneider und Arbeiterinnen der Vekleidungs- Industrie Berlins" befindet sich Königstr. 84—88; Lehrer Herr Schmidt. Theater. Sonnabend, den 18; April. Gperichaus. Die Hugenotten. Lesstng- Theater. Rabagas. Deutsche» Theater. Mein Leopold. Kerlinrr Theater. Wallenstein's Tod. Frirdrich-Milhelmttädt. Theater. Der anne Jonathan. Waltner-Theater. Rigobert. JJiKtoria-Theater. Stauten in Afrika Gstrnd-Tlieater. Die Geheimnisse von New-Iork oder: Madeline's Dämon. Rrstdem-Theater. Marquise. KeUeaUianre- Theater. Der Nautilus. Central- Theater. Ein sideles Haus. Adolf Ernst- Theater. Der Gold- fuchS. Theater der Nelchshalle». Spezialitätenvorstellung. Cedr. Richter s UariStö. Speziali- täten-Vorstellung. Kanfnrann's UarUtö. Spezialitäten- Vorstellung._ American-Theater DV Dresdeuerstraste 55.-ZW Täglich Vorstellung. Montag, den LS. April a Unwiderruflich letzte Vorstellung. Circns Wulff. Friedrich Carl-Ufer. Ecke Karlstraße. Sonnabend, den 19. April, Abends TVa Uhr, auf vielseitiges Verlangen: Wiederholung der am Dienstag, den IS. d. Mts., mit so allßerordentlichem Beifall aufgenommenen Cllla-Sthülpserd-VljrßellNg. Als Einlage gelangt: Vorführung der anerkannt bestdressirten, in der Welt einzig dastehenden 6 Goldfachshengste durch Dir. Ed. Wulff. Ferner gelan- gen die edelsten Schul-Freiheitspferde meines Marstalles zur Vorführung. Sonntag, den 20. April: 2 große Vorstellungen, Nachm. 4 und Abends 71/» Uhr. Nachm. l Kind frei. ochachtungsvoll Hochachtungsvoll Ed. Wulff, Direktor. Englischer Garten Direktion: C. Andress, Alexanderstraße 27 c. Auftreten des Gesangshumoristen Herrn Jung. Auftreten der deutsch- schwedischen Chansonnette Fräulein Tenny Peters. Auftreten der vorzüglich. Liedersängerin Frl. Margarethe Steinow. Neu 1 1 Auftreten des Jnstrumental- und Gesangs-Terzetts(3 Damen) Geschwister Sawona. Auftreten der beliebten Duettisten Ge- schwister König. Anfang Wochentags 8 Uhr. Entree 30, 50 u. 75 Pf., im Vorverkauf 20 it. 30 Pf. Sonntags Ansang halb 6 Uhr. Sonntags Entree 50, reservirt 75 Pf., Orchester 1 Mark. Vorverkauf Entree 40 Pf. I 31 Unter den Linden 31. Im Hause der Wilhemshallen neben der Passage. BBü- Vorführung T---Nch AU- TÄ 7"ä8. Bey Zauberkünste. 3, 2«. 1 M. Billets im Jnvalidendank. Passage 1 Tr. 9 Uhr M. d. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. In dieser-USA Woche: Z. erste» M.: IV. Reise d. Afrika. Neu! III. Cyclus Tonstantinopel. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. Jede Woche andere Reisen. Etablijstiittut Bi% iggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Gr. Instrumental. Concert, Direktion A. Rödmann. rt i. Wochentags 10 Pfg., Mtree Sonn- und Festtage im Kaisersaal 25 Pfg. Spezial-Ausschank von Pahenhoser, Export-Bier, hell u. dunkel, a Edl. 15 Pf. Gleichzeitig empfehle ich meine hocheleganten Festsäle zu 100 bis 20u und zu ca. 1000 Pers. zu soliden Bedingungen. 641 F. Müller. Allen Freunden, Bekannten und Ge- nossen empfehle mein 1086 Weiß- ii. Bairislh-Bicr-Lskal. Albert Nemitz, Verl. Andreasstraße. Ecke Gr. Frankfurterstraße. Große öffentliche Versammlung siimmtlilijer LackErer Verlius am Sonnabend, den 19. April, Abends 8 Uhr, bei Scheffer, Jnselstraße 10. Tages-Ordnung: 1. Wie stellen sich die Lackirer zum I. Mai? Ref.: Herr Metzner. 2. Bericht der Kommission. 3. Verschiedenes. 1088 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einberufer. Fachverew der Tischler. Montaa, den 21. April, Abends 8va Uhr, Montag, den 21. April, Abends Sva Uhr, im großen Saale des Etablissements Buggenhagen, am Moritzplatz: GeneB*aS-¥eB«samm!ung. Tages-Ordnung: Kassenbericht. Bericht des Vorstandes und der Kommissionen. Ersatz- wählen des Vorstandes und der Kommissionen. Anträge. Vereinsangclegen- heiten. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. Der Vorstand. Auf den Zahlstellen des Vereins werden jeden Sonnabend, Abends von 8Vs bis 10 Uhr und Sonntags früh von 8Va bis lOVa Uhr Beitrage entgegengenommen und neue Mitglieder aufgenommen, dieselben befinden sich in folgenden Lokalen: 1. Friedrichsbergerstr. 25 b. Schmidt, 2. Skalitaerstr. 107 bei Kunst- mann, 3. Belleallianceplatz 6 bei Hilscher, 4. Zionskirchpiatz 11 bei Hohn, 5. Schleicrmachor- n. Gneisenaustr.-Ecko bei Scheuer, C. BUiowstr. 52 bei Böhland, 7. Dresdenerstr. 116, 8. Lübecker- und Thurmstr.-Ecke bei Jahuke, 9. Langestr. 70 bei Heindorf, 10. Rixdorf, Bergstr. 7 bei Duschek, 11. Fenn- strassa 4a bei Krüger, 12. Görtitzer- und Soraners trassen-Ecke. Der Arbeitsnachweis befindet sich Wallstralfe 7/8. Derselbe ist geöffnet an Wochentagen von Morgens 7 bis Abends 7 Uhr, mit Ausnahme der Mittags- stunden von 12— 3 Uhr, an Sonntagen von 9 bis 11 Uhr Vormittags. Daselbst werden auch Mitglieder aufgenommen. 1094 Große öffentliche Arbeiter- u. Arbeiterumen-jUersammhuig am Sonntag, den 20. April, Vormittags 11 Uhr, im Saale des Herrn Kroll, Rixdorf, Knesebeckstraße. Tagraordnnng: 1. Wie verhalten sich die Arbeiter und Arbeiterinnen zum Achtstundentag? Ref.: Fritz Zubeil-Berlin. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Sämmtliche Ar- beiter und Arbeiterinnen von Rixdorf. Britz und Umgegend, namentlich die der Baumschule von L. Späth, werden im Interesse ihrer eigenen Sache zu erscheinen ersucht. Der Einberufer.[1090 Ach chutlillje WWchiiiniW zu Reinickenborf am Sonntag, den 20. d. M., Nachmittags 1 Uhr, im Restaurant Seeschlösschen, Markstraße Nr. l— 2. Tagesordnung: 1. Der Achtstundentag und seine Bedeutung. Referent: A. Körsten. 2. Diskussion. 8. Veffchiedcnes. 1084 Der Einberufen Friedrich Schäfer. Flcherein für Schlosser rniö MaschineMu- Meiler Kertins«nd Umgegend. Am Sonnabend, den 19. April, Abends SVe Uhr, im Wedding» park, Müllerstraße 178: Tanzkränzchen"tf komischen Vorträgen. Alle Kollegen und Berufsgenossen sind freundlichst eingeladen und um recht zahlreiche Betheiligung gebeten. 1085 D«r Verstand. Fachmeiu her Cteiilhrvlker unh LithoMhen Berlins. Am 17. d. M. verstarb unser Mit- glied und Kollege, der Steindrucker Otto Vorwerk. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 20. d. M., Nachmittags _ 2 Uhr. vom Elisabeth-Krankenhaus, Lützow- straße, aus nach dem neuen Zwölf- Apostel-Kirchhofe in Schöneberg statt. Um recht zahlreiche Betheiligung bittet 1065 Oer Vorstand. keMl-Krankea n. Sterbekasse her TöschBer und anderer geworbl. Arbeiter(E. E zu Hamburg), Filiale Berlin D. Mitglieder V ersammhing am Montag, den 21. April, Abends 8V2 Uhr, im Lokale des Hrn. Härmerschmidt, Perlebcrgerstraße Nr. 23. Tages-Ordnung: 1. Kassenbericht vom 1. Quartal. 2. Verschiedenes— Um zahlreiches Erscheinen ersucht" 1075 Die Ortsverwaltung. Versammlung des Verbandes der Vergolder, Goldleistenarbeiter n. Bcrufsg., Filiale Berlin am Montag, den 21. April, in Schcffer's Salon, Jnselstraße 10. Tagesordnung: 1.„Die Naturheilkunde und ihr Werth für Gesunde und Kranke. Res. Dir. Canitz. 2. Kassen- bericht. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes.— Zahlreiches Er- ' heinen, besonders der Kollegen der ahmenbranche erwartet 1079 Oer Vorstand. N- keseWst pt Scrtmtnig m Alksdilimz. Am Sonntag, den 20. April, Abends 7 Uhr, Oranienstr. 180, yoB*iR«ag des Herrn Wach über„Marz's Werththeorie". ESSüB Gäste, Damen und Herren, will- kommen. 1067 Der Vorstand. Ccntrlilkmktn- vuhStttbckjse her Tischler v. s. iv. (E. E Hamburg), Oertliche Verwaltungsstelle Berlin B. Mitglieder-Versammlung am Donnerstag, den 24. April, Abends SVa Uhr, in Kloth's Restaurant, Dresdenerstraße 10, I. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal 1890. 2. Wahl eines Orts- kassirers. 3. Verschiedene Kassenange- legenheiten.— Mitgliedsbuch legitimirt. Um zahlreiches und pünktliches Er- scheinen ersucht 1091 Dis Orfsverwaltung. NB.: Die Adreffe des stellvertrcten- den Kassirers ist Albert Lehmann, Ritterstr. 124, H. III. Sprechstunden von 8—9 Uhr Abends. Verein der Sattler und Fachgen. Berlins. GeschlosstveMitgl/VersaMg. am Dienstag, den 22. April, Abds Vzd Uhr, in DeigmQller's Salon, Alte Jakobstr. 43». Tages-Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Ab- rechnung vom 1. Quartal 3. Wahl der Revisoren. 4. Anträge des Vor- standcs. 5. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. Aufnahme neuer Mit- gliedcr. Die Bibliothek ist geöffnet. 1061 Der Vorstand. AcM&mg l Stockarbeiter! Bis auf folgende Werkstätten ist der Streik der Stockarbeiter beendet. Ter Streik dauert fort in folgenden Werkstätten: Eckersdorf, Kommandantenstr. 53. Gebauer, Dresdenerstr. 79. 1092 Friese, Mehnerstr. 4. Außerdem find die Verhältnisse in der Werkstatt von Jedeck, Scharrn- straße 5, ebenfalls noch nicht geregelt. Wir bitten den Zuzug nach den ge- nannten Werkstätten fern zu halten. Das Streikkomitee befindet sich bei Gründet, Dresdenerstr. 116. Die Streikkommission der Berliner Stockarbeiter. Achtung, Maurer! )ie Verkehrslokale, in denen die Vertrauensleute freiwillige SO. o. Die Verkehrslokale, in denen die Vertrauensleute freiwillige. zum Generalfonds entgegennehmen, befinden sich bis aus Weiteres an I Stellen: (W. Kerstan, kassirt bei E. Schmidt, Skalitzerstr. W (G. Raschke,„, F. Winzer, Nauniinstr. Gröppler,,, Hinze, Krautstr. 4L Schulz,„„ Böhl, Rüdersdorserslr. 3, Schigolsky, kassirt bei R 0 s e n l h a l, MetzersN �tV» Markowsky,„„ B a t h, Gerichlslr. 19. � Pinkowsky,,„ Gra sunder,(Sdirotwi�— Bieneck,,, B e h l a n d, Bülowslr. bf. Klingenberg,„» Zechlin, Hornstr. 11. � Lehmann,„ H K u h l m e y, Neue Friedm Roscnstraßen-Eckc. Moabit. Ist noch kein Verkehrslokal ennittelt. Der �dfcfterie« mann Ferd. Herrmerschmidt wohnt Pertcbergerftr. NB. Wir weisen nochmals aus den Antrag der VersannuMS�ann 10. April(Buggenhageu) hin, welcher besagt, daß ein jeder in Berlin ar�ühleiu Maurer bis auf Weiteres pro Woche 50 Pf. zum Generalsonds bcizust�Bulleubi Es werden aber die Gelder nur in den betreffenden Lokalen t%uen, r genommen, nicht mehr in den Wohnungen, wie bisher. md dere Gcfchäftsstunden sind jede» Sonnabend und Montag, Abends Rechnet i 10 Uhr....____«ei, dur 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. S. C. (E. (K. (H. (K. (F. (A. H. K. 11. Es wird gebeten, Obiges in den Baubuden vorzwno» je l Sielmann& Rosenberg KmmdiiittMe,(Sie LinleMe, Belli« 8T lbschneit .Mühlen! vcrden ß rif den arniß l räger t Manufaktur-, Mohr-, Samurrt-, Plüsch- u. Zridrnwanr«� Teppiche, Gardinen. 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Nach ollendung dieser Abbruchsarbeiten kann alsdann der Bau der euen, rechtsseitig projektirten Schleuse, deren Länge auf 100 Mtr. lud deren lichte Weite in Kammer und Thoren auf 9,6 Mtr. be- nds rechnet ist, in Angriff genommen, verden. Das neue Wehr hat "rei, durch zivei massive Mittelpfeiler gebildete Hauptöffnungen on je 15,67 Mtr. in lichter Weite mit eisernen Schühtafeln, der- rt auf Rollen laufend, daß sie sich beim Hinaufwinden stach unter ie aus den Pfeilern ruhende Laufbrücke legen. Gerade mit dem wuen Wehr wird das Unterhaupt der neu zu erbauenden Schleuse lbschneiden, während das Oberhaupt derselben oberhalb der neuen 1*B| Mühlcndannnbrücke zu liegen kommt. In Folge dieser Anordnung H I�den je zwei Pfeiler der Mühlendamm- und der Mühlenvorbrücke "Mif den Schleusenmauern Platz finden— was eine wesentliche Er- parniß bei dem Bau der betreffenden Brücken bedeutet. Die Blech- rliger der Brücken, auf eisernen Pfählen ruhend, damit der asscrzuflub zum Wehr möglichst ungehindert erfolgen kann, Verden so hoch gelegt, daß die Schiffe bequem die unten liegende qKck)leusenkammer passiren können. Eine gleiche Höhenlage, wie uL,,j£lie Brückenbahn erhält auch die bis zum Muhlendamm projektirte 'Verlängerung der Burgstraße. Ter wasserseitige Bürgerstcig rieser Strnßenverlängening wird auf Konsolen über der Schleuse L iegcn. Tie Aufführung der neuen rechtsseitigen Ufermauer, j wj reiche von der Schleuse bis zur Langen Brücke reicht, wird ' vährend des Schleusenbaues vorgenommen werden. Die rechts- sitige Ufermancr von der Langen'Brücke bis zur Kaiser Wilhelms- drücke geht gegenwärtig mit Riesenschritten ihrer Vollendung ent- y legen; mit dem Aufbau ist man bereits einige Meter über dem [. zegenwärtigen Wasserspiegel vorgerückt. Die linksseitige Ufer- »nauer des Schlosses wird unberührt bleiben, da dieselbe ziemlich l?on der um 1,30 Mtr. zu vertiefenden Flußbettrinne zurücktritt ilnd mithin durch Herstellung dieser Rinne keine Gefahr er- Diese Proplerweitcnmg der Obcrspree wird erst erfolgen, II wa» Zo tc. leidet. pbald die sämintlichen Ufcrmauern, die Schleuse und die Brucken ivllendet sind. Zu diesen neuen Brückeubauten gehören bekannt- ich jene, welche an Stelle der Landen- und Friedrichsbrücie er- 9L. 'Hl|l,.0-ne"fcet ii 89 29 29 ffnet werden. Ein Neubau für die Lange Brücke ist um so noth- endiger geworden, als eine Prüfung des Unterbaues nicht nur .geben hatte, daß die Fundamente derselben, welche auf kurzen «ostpsälen mit langen, unter den Brückenöffnungen hindurch- .ehenden Querschwellen ruhen, nicht tief genug in den Hinter- cund hineinreichen, um auch nur eine geringe Vertiefung des Flußbettes zu gestatten, sondern, daß auch das Gefüge in den ewölben und Pfeilern im Lause der Zeit erheblich gelitten hat. er Neubau wird sich nach der„Voff. Ztg.", wiewohl die Fahr- bahn flacher und erheblich breiter wird, in den Formen des bis- herigcn historischen Baues halten und eine Veränderimg in dem Standort und in der Wirkung des Denkmals des Großen Kur- fürsten nicht herbeiführen. Eine Regulirung des Schloßplatzes an ver südlichen Seite desselben ist durch Niederlcgnng der zwischen und Spree gelegenen Häuserfront nicht beab- 4 n t Breite Straße iU? sichtigt. U. i j Die Kteiuliammergräbev der Altumvle. Auf Veran- OS» lassung des Kultusministers hat eine Bereifung der der Steinzeit W"angehörenden großartigen megalthischen Grabdenkmäler, der söge- nannten„Steinkammergräber",„Hünenbettcn" oder„Niesenbetten" CA SBjbex Altmark durch den Konservator deZ königlichen Museums für ÜU"Völkerkunde stattgefunden. Tie Altmark war früher außcrordent-1 ich reich an derartigen Denkmälern aus der Vorzeit und würde, -enn sie erhalten geblieben wären, in ihnen einen Anziehungs- mkt sür sehr viele Reisende besitzen. Doch auch hier hat die gere Bauthätigkeit, namentlich die vielen Chaufleebauten in Mitte unseres Jahrhunderts mit den alten Ueberlieferungen ,50 � in leider sehr ausgiebiger Weise aufgeräumt; immerhin sind aber noch so zahlreiche Beispiele, und zwar gut erhaltene, vorhanden, >aß es sich auch sür denjenigen, der nur zum Vergnügen oder zur Kholung reist, sehr wohl verlohnt, diese altehrivürdiaen i>npo- .änten Riesengrabmäler auszusuchen, zumal die Altmark in ihren rtfl» h�rlichen Waldrevieren, dem Nieps und dem Wotz, in denen �k'�viele Grabmäler liegen, sehr geeignete Punkte sür genußreiche 2— � Erholung und Erfrischung bietet. Der Fachnmnn wird von 12, l" dem Reichthum an alten Zeugen der Urzeit entzückt sein. i Ulli' Die amtliche Bereisung der Steinkamniergräbcr— dies ;{0 ist der bezeichnendste, in der Altmark aus dem Volks- Älli- wunde geläufigste Name für diese Denknläler— hatte den Zweck, i in festzustellen, was noch von ihnen aus ältester Vorzeit zu uns ichüberkommen und was der ferneren Erhaltung im Interesse der 1 ff-. Kennrniß unserer Vorzeit werth ist. Die Stcinkainmergräber be- stehen aus einer Kammer, die, bis 11 Meter und darüber lang. aus ausrecht gestellten Steinblöcken hergestellt ist; über diese sind ein oder mehrere, meist riesengroße, unten flache Steine als Deck- platten gelegt. Diese Steinkammern, in denen die Leichname bei- gesetzt wurden, sind östers von einem„Steinring" oder einer Steinmauer" umgeben, einer Umzäunung aus im Rechteck oder valer Anordnung derartig ausgestellten Steinblöcken, daß die Cteinkammer gewöhnlich nahe dem einen End« der Umzäunung liegt. Wegen der ausliegenden Steinplatten iverden diese Gräber �auch..Steintische",„Riesentische"...Hexentische".„Opferlische", .»»t �.»�pseraltäre".„Teufelskanzeln" ic. benannt. Sie verbreiten sich IW'f'ker 0110 weitere Küstengebiet der Ostsee und Nordsee, Nord- 's0.Ipfraukreich, Spanien, Nordafrika bis nach Indien hinein. Der iJir Mm die Kunde unserer Borzeit hochverdiente weiland Rektor n»n° Danneil in Salzwedel hat sich anfangs des fünften Jahr «offen, PeeÜ��ehnts unseres� Jahrhunderts der sehr dankenswerthen Aus- anfangs ij"?ovv••••*'"**i uct fcl)T Ö l-le��.gabe unterzogen, ein Inventar der damals in der Altmark vor AuKdMnndenen derartigen Denkmäler aiiszunehmen. welches er im VI. Jahresbericht des alimärkischen historischen Vereins 1843 veröffentlichte. Dieses Verzeickmiß, das in den drei Kreisen Stendal, Osterburg und Salzwedel 143 solcher Gräber aufführt, wurde der neuen Aufnahme zu Grunde gelegt. In sehr dankenswerther Weise hatte sich Herr Dr. Otto Schoetensack in Heidelberg, ein .geborener Stendaler, zur Bewältigung dieser Aufgabe dem ge- nannten Beamten angeschlossen, aus Liebe für die Sache und für seine alte Heimath. Die Arbeiten, welche, alle Angaben Dan- neil's tontrolirend, auch die photographische Aufnahme, sowie die Ausnahme der Grundrisse in sich schloffen, ohne welche jede, auch wenn durch Abbildung ergänzte Beschreibung dieser großartigen Ii Zeugen längst vergangener Tage Stückwerk bleiben wird, haben ergeben, daß leider m den letzten Jahrzehnten, besonders bei ky,, Chausseebauten, außerordentlich Vieles zerstört ist, waS bis dahin tiit' jif Einflüsse von drei bis vier Jahrtausenden getrotzt hatte. Die Separation hat das Zerstörungswerk beschleunigt. Indessen sind dnrch die die Separation teilende Generalkommission theils durch Ankauf für den Staat, theils durch„AuSsepanrung", d. h. Reservirung als Gemeindeeigenthum viele dieser Bauten der Nachwelt erhalten worden. Besonders hervorzuheben ist auch die gro)e Pietät einiger adligen Geschlechter, so der Grafen von der Schuleubura aui Beetzendorf, Freiherrn von der Schulenburg auf Primern, Freiherren von dem Knesebek auf Tilsen, v. Levehow auf Cläden, die als Großgrundbesitzer nicht nur die auf ihren Gründen liegenden Steinkammergräber unangetastet ließen, son- der» auch durch entsprechende Anlage», Umzäunungen, Parkan- Pflanzungen und Jnschrifttafeln sie als geweihte Stätten bczeich- neten und sie vor Zerstörung schützten. In gleich anerkenncns- wcrther Weise haben sich einige andere Private und einige Ge- meinden verdient gemacht. Bon den durch Danncil aufgeführten 142 Gräbern lagen 13 im Kreise Stendal, 13 im Kreise Osterburg, 116 im Kreise Salzwedel; hiervon sind noch erhalten: 3 im Stendal'schen, drei im Osterburg'schen und 32 im Salzwedcl- scheu. Von besonders guter Erhaltung sind die Gräber von Steinfeld und Vühlitz bei Stendal, welche leicht auf einem eintägigen Ausflug von Berlin zu erreichen sind, ferner das Grab im„Stein- busch" von Primern bei Osterburg, namentlich aber eine Reihe von Gräbern im Salzwedel'schen, so vor allen die Gräber von Stöckheim, mit 15 Fuß langem Deckstein, und im Nieps(hier ein über 120 Fuß langes); dann diejenigen von Molmke, Mehmke, Drebenstedt, Schadewohl und im Wötz. Im Nieps, den: Herr- lichcn Waldrevier, steht auch die„dicke Eiche", welche etwa in Mannshöhe fast 8 Meter Umfang hat. Der Weg zu ihr, an dem reizende» Waldbach entlang über die mit prächtigem alten Walde bestandenen Hügel, zum Theil durch düsteres Tannen- dickicht führend, ist einer der schönsten Punkte iveit und breit, und es lohnt sich ein Ausflug dahin um so mehr, als die neue Bahn Salzwedel-Oebisfclde mit ihrer Station Beetzendorf bis ganz nahe an dies Forstrevier führt. Zu den oben angeführten 38 schon von Danneil ausgeführten wurden bei der neuen Auf- nähme noch vier bisher nicht in weiteren Kreisen bekannte fest- gestellt, nämlich bei Cläden, Frietrichshof, Lüge und Diesdorf, sowie die Reste von zweien im Forstrevier Gutstein. Die Alt- mark kann als Ziel für Ausflüge bestens empfohlen werden, da sie außer diesen Zeugen uralter Vorzeit und ihren an mittel- alterlichen Bauten so reichen Städten in ihren herrlichen, außer den oben genannten noch dem Risch und der großen Clötzer Forst, des Sehensiverthen in Hülle und Fülle bietet und durch den offenen geraden Sinn und die entgegenkommende Intelligenz ihrer Bewohner den Besucher freundlich anheimelt. Ein frühmittrlnltrrliche» Flachboot ist dem Märkischen Provinzialmnseum zum Geschenk gemacht worden. Es ist aus einem ungeheuren Eichenstamme gearbeitet von rund 8 Meter Länge, fast 1 Bieter Breite und 30 Zentimeter Bordhöhe, welches in Burgwall bei Zehdenick beim Ausstechen eines Hafens an der Havel in einer Tiefe von 2 Metern, nnt Moor überwachsen, ge- funden wurde. Das Museum, welches nun schon sieben, theils aus vorgeschichtlicher Zeit, theils dem Mittelalter herrührende Wasserfahrzeuge besitzt, hat dieses Boot, ein Geschenk des Ziegeleibesitzers Biernath in Burgwall, deshalb kommen lassen, weil es von so bedeutender Größe und abweichender Form ist. Auf derselben Fundstelle sind auch einige vorgeschichtliche Knochen- geräthe, namentlich ein pfriemartiges Instrument und eine inter- essante Nehstricknadel, sowie eine Harpune gefunden und dem Museum geschenkt worden. Zum 1. Mai. Den bei den Firmen Felix Lande, Markus- straße 12, und Benno Samter u. Ko., Schillingstr. 12, beschäftigten Wirkern und Wirkerinnen ist der 1. Mai als Feiertag freigestellt worden und werden dieselben mit den in ihrer Branche Beschäs tigten den Festtag in angemessener Weise zu seiern wissen. Ei» tragischer Konflikt. Aus einem ganz sonderbaren Beweggrund« hat gestern eine Frau R. in der Sralitzerstraße ihrem Leben ein Ende zu machen gesucht. Frau R. war eine Wittwe und hatte ihrem zweiten Ehemann eine 17jährige Tochter inil in die Ehe gebracht. Das bildhübsche junge Mädchen hatte es bald ihrem Stiefvater angethan, der über die Tochter ganz eine Gattin vergaß, obwohl diese bei ihren 36 Lenzen eine über- aus stattliche Erscheinung war. Das Schlimmste war, daß die Tochter nur zu gern die allerdings durchaus ehrbaren Huldi- gungen des Vaters sich gefallen ließ, die darin bestanden, daß er nur mit der Stieftochter Theater, Konzerte und Bälle besuchte, während die Gattin einsam verlassen trauern und das Haus hüten mußte.Z Diese Zuri cksetz ing im Verein mit der erwachenden Eifersucht zeitigte daper im R'schen Hause die peinlichsten Zluftritte zwischen der Mutter einer- und Gatten und Tochter andererseits, und solche Szenen mußten.zu einem um so schärferen Konflikt führen, als das junge Mädchen dabei ganz und gar auf die Seite des Stiefvaters sich stellte. Zu einem solchen Auftritt war es wieder am gestrigen Tage gekommen, als R. mit der Tochter sich auf den Weg in das Theater gemacht hatte. Als Beide nach beendeter Vorstellung heimkehrten, vernahmen sie aus dem Nebenzimmer ein lautes Röcheln. Als sie die verschlossene Thür mit Gewalt gesprengt hatten, bot sich den Eintretenden ein schrecklicher Anblick dar. Auf dem Fußboden lag in lonvnlsivischen Zuckungen Frau R., und eine neben ihr auf der Erde liegende Tasse sagte nur zu deutlich. was vorgefallen. Das laute Jammern and Schreien der Tochter brachte das ganze Haus in Aufruhr. Hausgenopen eilten, ärzt- liche Hilfe herbeizuschaffen, und die alSbald zur Stelle befindlichen Aerzte erkannten, daß die Flüssigkeit aus einem Aufguß von phosphorhaltige» Streichholzköpfen bestanden habe. Gegenmittel wurden zwar der unglücklichen Frau sofort eingegeben, doch war der Erfolg dieser Mittel nur ein so geringer, daß die R. nach einem Krankenhaus überführt werden mußte, woselbst man für ihr Auskommen nur geringe Hoffnungen hegt. Im Kesthe frjlgcnoiiimrucv pnletotdiebe sind folgende Sachen, die muthmaplich aus Diebstählen herrühren, vorgefunden worden und können Vormittags zwischen 9 und 1 Uhr, auf dem Kriminalkommisfariat, Eingang von der Stadtbahn, Portal V, Zimmer 97, in Augenschein genommen werden: Ein dunkelgrauer, fast schwarzer Winterpaletot mit schwarzem Sammetkragen, schwarzen Hornknöpfen, schwarzem Kloth, in den Aernieln schwarz-weipftreistges Futter und Ketten-Aushängsel.— Ein kaffce brauner Somnierpaletot mit braunem Klothfulter, schwarz-weiß gestreiftem Aernielfutter, braun überzogenen Knöpfen und Stoff Aushängsel.— Ein Paar braun« Glacehandschuhe mit drei braunen Raupen und Patentknöpfen. Eine Nickel- sogenannte Jnfluenza-Zigarrenspitze mit Bernsteingebiß. In der Mohrnrna einer mehrfach vorbestraften Ladendiebin sind seitens der Kriminalpolizei mehrere Gegen- stände in Beschlag genommen worden, welche ohne jeden Zweifel ebenfalls von der Thäterin in Läden gestohlen worden sind. Die Sachen sind neu und ungebraucht und tragen zum Theil noch Fabrikzeichen und Geschästsauszeichnungen; es sind: Drei Damast tischtücher von weißem Leinen mit eingewirkter griechischer Boriu und Fruchtsträußchen- Muster im Innern; eine kleine ovale PorzeUanschale mit vergoldetem, durchbrochenen Rande mit rosa farbenen Weinblättern; im Innern befindet sich ein gemalter Blumenstrauß; die Schale trägt die Auszeichnungen 150 und i. e. sowie das Fabrikzeichen C. T. mit Adler; ein sechseckiges, nach oben verjüngtes Milchkännchen von weißem Porzellan.mit Gold rand und aufgemaltem Blumenzweig; ein porzellanener bunt bemalter Blumenstraußhalter, einen Knaben mit einem Füllhorn darstellend, an welcyem sich zwei Erdbeeren befinden; der Halter trägt das Fabrikzeichen 3 und die Auszeichnung 125;«ine ii Gelb und Gold bemalte Porzellan-Nippesfigur, ein kleines Mäd che« mit einem Fächer darstellend, welche die Auszeichnung 753 und 30 trägt, und 25 Zigarren mit Bast umwickelt. Die bisher unbekannten Eigenthümer dieser Gegenstände wollen sich in den Vormittagsstunden zur Besichtigung im Prästdialgebäude, Zimmer 325, einfinden. Uo» feinem Dferbe erschlagen wurde ein Kürassier am Donnerstag Vormittag in der Karserne des Garde-Kürassierregi- ments in der Alexandrinenstraße. Der Soldat war, wie die Staatsbürgerztg." erfahren haben will, mit dem Putzen seines chon lange Zeit von ihm gerittenen Pferdes beschäftigt, welches fönst sehr fromm war und niemals Mucken gezeigt hatte, als das Thier bei dem Versuch, es zu wenden plötzlich ausschlug und mit seinem vollen Huf die Brust seines Reiters traf. Lautlos brach der Mann, zusammen, und erst als ihn seine Kameraden aufgehoben, merkte man, daß bereits das Leben aus dem Körper entflohen war. Wiederbelebungsversuche hatten keinen Erfolg. Merkwiirdig war, daß man auf der Brust des Getöteten nur einen kleinen blauen Fleck bemerkte. Der Kriminalpolizei wurde vor einigen Tagen hinterbracht, daß ein hiesiger Kaufniann durch einen Mann erheblich beschwin- dclt worden sei, der sich ihm als Dr. Gehrke, Geheimer Kriegs- und Hosrath, Äbtheilungsches im Siriegsministerium, vorgestellt und behauptet hatte, daß e» eine elektrische Beleuchtungsmaschine sür Kriegszwecke konstruirt und hierfür eine Belohnung von 250 000 M. zu erwarten habe. Diese und ähnliche Angaben achte der Schwindler durch Schriftstücke, welche mit großen Amtssiegeln und den Unterschriften höherer Offiziere ver- sehen waren, glaubhaft zu machen. Auch übergab er dem Kaufmann eine Urkunde mit der Unterschrist„von Gerstdorf, Abtheilungschef im königlichen Kriegskabinet und Ministerium", Inhalts deren der 21jährige Sohn des Kaufmanns in Anerkennung seiner Mitwirkung an der Kon- struktion der Maschinen zum Legatationssekretär ernannt wurde. Durch diese Vorspiegelungen ließ sich der Kaufmann bestimmen, dem Gehrke bis zur Auszahlung der demselben zugesicherten Be- lohnung nach und nach bis über 1000 M. vorzustrecken. In dem Schwindler ist der ehemalige Privatlehrer Gehrle ermittelt wor- den, welcher wegen ähnlicher Betrügereien bereits mehrfach in Untersuchungshast genommen worden ist, aber von den Gerichts- ärzten sür irrsinnig erklärt, und deshalb unter Einstellung ocs Strafverfahrens nach der Charitee gebracht, von dort aber als geheilt wieder entlassen wurde. Da Gehrke jetzt durchaus nicht den Eindruck eines Geisteskranken macht und geständlich die Fäl- chung mit dem vollen Bewußtsein der Strafbarkcit ausgeführt hat, ist er verhaftet und der Staatsanwaltschaft vorgeführt worden. ei»*»; Berlinerin. Unweit der Glinicker Selbstmördern zum Abschied....._____ merkten am Mittwoch Nachmittag gegen 3 Uhr Passanten eine junge Dame, welche in die Havel hincinwatete. Plötzlich verlor sie den Boden unter den Füßen und ging unter, kam aber gleich darauf wieder zum Vorschein und trieb nun, Hilfe rufend, aus dem Wasser. Ein Offizier des Garde-Jäger-Baiaillons, der mit einem Kameraden des Weges geritten kam, wollte dem Mädchen Hilfe bringen, hatte sich auch bereits der Reiterstiesel entledigt und schickte sich eben an, in die Havel zu schwimmen, als eine Droschke aus Potsdam vorüberkam. Nunmehr ließ der Offizier von seinem Vorhaben ab, während der Droschken- kutscher die Pferde ausspannte, um sodann mit der Deichsel- stange der Droschke der Lebensmüden zu Hilfe zu eilen. Das Mädchen, dem der Entschluß, aus dem Leben zu scheiden, offen- bar leid geworden war, denn es rief unaufhörlich:„Ach Gott! ach Gott! rettet mich!" versuchte die Stange zu erfassen, indessen vergeblich, denn plötzlich sank es kraftlos unter, ohne wieder zum Vorschein zu konimen. Die Selbstmörderin war etwa 20 Jahre alt und gut gekleidet. Sie hatte am Ufer ihren Hut zurückge- lassen und in denselben ihre Adresse gelegt, welche Berlin, Kanonierstraße 6, lautete. Fischer machten sich sofort daran, den Leichnam zu suchen, was auch um 5 Uhr Nachmittags von Er- folg begleitet war. Die Leicke beförderte man nach Klein-Glinicke. Am Donnerstag kamen bereits die bedauernswerthen Eltern des Mädchens, an welche dieses einen Abschiedsbrief geschrieben und die Stelle, wo sie sich das Leben nehmen würde, genau angegeben hatte, nach Klein-Glinicke uno rikogav'zirten die Tobte. Stur? au« dem Fenster. Gestern früh zwischen 4 und Uhr Morgens stürzte sich die in den 50er Jahren stehende -rau W. aus dem dritten Stockiverk des Luisen-Ufer 17 gelegenen »auses auf den Hofraum hinab und verstarb auf der Stelle.— frau W., welche in guten Verhältnissen leot und Inhaberin eines ederwaaren-Geschästes ist, litt in Folge des vor Weihnachten vorigen Jahres erfolgten Ablebens ihres Gatten an Schwerwuth, welcher sie veranlaßle ihrem Leben ein gewaltsames Ende zu bereiten.— Die fo jäh aus dem Leben Geschiedene hinterläßt eine Familie von sieben Kindern. Die Leiche wurde gestern Morgen nach dem Leichenschanhause überführt. Entgleist ist am 18. d. M., früh 7tz» Uhr, der von Kreuz kommende Personenzug 10 auf der Güterstation Werbig, ivobei ein Bahnarbeiter getödtet, 4 Reisende schwer und 12 leicht verletzt wurden. Wegen Unterbringung der Verletzten ist das Ersorder- liche veranlaßt. Di« Untersuchung ist eingeleitet. Der von Ber- lin nach Königsberg i. Pr. gehende Schnellzug I ist über Frank- furt a. O.-Küfirln abgelenkt. Von 11 Uhr Vormittags ab ist ein Geleise wieder fahrbar hergestellt. In Ergänzung der Meldung über den Eisenbahnunfall bei der Güterstation Werbig wird noch Folgendes mitgethcilt: Sämmt- liche Wagen des Zuges, mit Ausnahme des Gepäckwagens, sind zer- trümmert. 1 Bahnarbeiter ist getödtet, 5 Reisende sind schwer verletzt, nämlich: Stationsassistent Streu aus Jnowrazlaw, Post- sekretar Schild, Steuerinspektor Merkel und Eisenbahnpförtner Alivin aus Küstrin, sowie Händler Geisler aus Vietz. Außerdem wurden 12 Personen und zwar meist Begleiter eines Arbeitszuges, welcher neben dem entgleisten Zuge im Nebengeleise hielt, durch die entgleisten Wagen leicht verletzt. Nach den angestellten Unter- suchnngen scheint die Schuld eines Beamten ausgeschlossen. Dolizrikericht. Am 17. d. Mts. Mittags fiel ein Mann beim Abspringen von einem in der Fahrt befindlichen Rollwagen zur Erde und brach den Unterschenkel, so daß er nach der Uni- versitäts-Klinik gebracht werden mußte.— Abends wurde an der Ecke der Langen- und Andreasstraße ein achtjähriger Knabe von einem, am Halfter geführten Pferde gegen den Kopf geschlagen und nicht unbedeutend verletzt. Nach Anlegung eines Nothver- dandes erfolgte seine Uebersührung nach der Universitäts-Klinik. — Zu derselben Zeit wurde in der Spree, nahe dem Grundstück Stralauerstr. 58, die Leiche eines unbekannten, etwa 30 Jahre alten Mannes aufgefunden und nach dem Schauhause geschafft. Urber den äußerst selten vorkommcnde» Fall, daß die Staatsanwaltschaft in ein nahezu erledigtes Privatklage- verfahren eingreift und die SKafverfolgung des Beklagten im öffentlichen Interesse übernimmt, sind wir heute zu berichten in der Lage.§ 417 Str. Pr. D. Abs. 2 gestattet der Staatsanwaltschaft, in jeder Lage derSache bis zum Eintritt der Rechtskraft des Urtheils durch eine ausdrückliche Erklärung die Verfolgung zu übernehmen. Von diesem Rechte hat sie in dem Beleidigungsprozeß des Schuhmachermeisters I. Machitt gegen den Redakteur des„Berliner Volksblatt" Nein- hold Grönheim Gebrauch gemacht, indem sie durch Einlcgung des Rechtsmittels der Revision gegen das am 28. März er. gefällte freisprechende Urtheil der Straskainmer Via Berliner Landgericht I die weitere Verfolgung der Sache im össcnt- lichen Interesse übernommen hat. Durch Beschluß der gedachten Straskainmer vom II. d. M., ist die Uebcr- nahme der Verfolgung der Sache seitens der Staats- anwaltschaft für zulässig erklärt worden. Der Fall selbst, wie die ergangenen, sich diametral widersprechenden Entscheidungen des Schöffengerichts und der Berufungskammer, haben nameut- lich in den Arbeiterkreisen begreifliches Aussehen erregt. Es handelt sich nämlich um die wichtige Frage, ob in derVer- öffentlich ung der über eine Werkstatt ver- hängten Sperre eine Beleidigung des Inhabers derselben gefunden werden kann oder nicht. Das Schöffengericht hatte unter Bejahung dieser Frage den Beklagten zu 100 M. eventuell 10 Tagen Hast verurtheilt; die Berufungskammer hat aber unter Verneinung der Frage das erste Urtheil aufgehoben und den Be- klagten unter Verurtheilung des Klägers zu den Kosten beider Instanzen freigesprochen.— Recht gespannt darf man nunmehr wohl auf die einzuschlagende Prozedur, sowie überhaupt auf den weiteren Verlauf dieses bedeutsam gewordenen Prozesses sein. Non einem Lrichrumngi'n übertahren wurde am Abende des 23. Oktober v. I. der Maurer Römer, als er über den 5treuzu»gspuukt der Greifswalder- und Friedenstraße eilte, um einen Pjerdebahuwagea einzuholen. Hierbei achtete Röiner nicht darauf, daß von der rechten Seite ein leerer Leichenwagen kam, dem er zuvorkommen niußte, wen» derselbe nicht angehalten wurde, und da letzteres nicht geschah, so traf er mit den Pferden zusammen, wurde zu Boden gestoßen und von beiden Rädern überfahren. Röiner erlitt so schivere innere Verletzungen, daß er noch an demselben iltbend verstorben ist. Wenn die Staatsanwaltschaft auch zugab, daß dem Verunglückten einen nicht geringen Theil der Schuld selbst trifft, so hielt sie den Führer deS Leichen- ivagens, den Kutscher Friedrich Storni, doch verantivortlich, weil er so schnell fuhr, daß er den Wagen nicht mehr rechtzeitig hemmen konnte. Storm stand gestern deshalb wegen fahrlässiger Tödtung vor der dritten Strafkammer des Landgerichts I. Er gab zu, im scharfen Trabe gef hren zu sein, er sei aber von seinem Herrn, der die Leichensuhren für die Polizei zu leipen habe, zur Eile angetrieben woroen, um noch an demselben Tage eine zweite Leiche fortschasten zu können. Der Staatsanwalt beantragte eine Gefängnißstrase von neun Monaten, der Gerichts- hos hielt aber unter Berücksichtigung aller begleitenden Umstände eine dreimonatliche Gcfängntßstrase für eine ausreichende Sühne. Gin triibeo Kild von Bau Handwerkers finanziellen Plagen gewährte eine Anklage wegen Betruges, welche die dritte Straf- tammer hiesigen Landgerichts I gegen den Architekten Rudolf S. zu verhandeln hatte. Der Angeklagte gehört zwar nicht zu jenen Bauunternehmern, welche von vorn herein darauf ausgehen, die Bauhandwcrker hineinzulegen und zu diesem Zwecke einen Bau nach dem andern in Angriff nehmen, aber er gehört doch zu denen, welche, ohne ausreichende Mittel zu besitzen, ins Gelache hinein bauen und wenn die Hoffnung, eine gute Spekulation gemacht zu haben, sich als falsch erweift, die Bauhandwcrker um den Preis ihrer Arbeit bringen. Der Angeklagte, welcher der Schwiegersohn eines bekannten vermögenden Bauunternehmers ist, verkrachte mit einen» Bau, welchen er in der Reinicken- dorferstraße ausführte, so gründlich, daß er den Bau gar nicht zu Enoe führen konnte und den Offenbarungseid leisten mußte. Leider sind drei Bauhandwerker arg ge- schädigt und einer von ihnen ist durch den Angeklagten ganz in Vermögcnsverfall gerathen und an den Bettelstab gebracht worden. Der Schlossermcister, welcher an dem Neubau bcschästigt war, hat die Summe von 5801 M., ein Tischler 1800 M., ein Dritter 1000 M. verloren. Die drei Geschädigten beschworen, daß sie durch fal che Vorspiegelungen des Angeklagten bewogen worden feie», demselben Kredil zu gewähren und daß namentlich die falsche Mittheilung desselben, daß er das Grundstück von seinem Schwiegervater geschenkt bekommen habe, sie in den Glauben verseifte, es mit einem gut situirten, zahlungsfähigen Mann zu thun zu haben. Der Staatsanwalt nahm drei Fälle des Betruges für erwiesen an und beantragte mit Rücksicht auf die Höhe des Schadens und die schweren Wunden, welche den Bauhandwerkern geschlagen seien, 2 Jahr« Gesängniß. Der Ge- richtshos hielt ein Jahr für ausreichend. Eine seltene Füll» sensationeller profefs« wird im Lause der nächsten acht Tage das Kriminalgenchtsgebüude zu Moabit beleben. Heute Sonnabend wird daselbst vor dem Schwur- gericht des Landgerichts II die Anklage gegen den Sattler Beo wegen versuchten Mordes verhandelt. Am Montag folgt dann die Verhand- luna gegen den Knecht Kumisch, welcher in der Weihnachtswoche den Muchs» hrrnann L u st in Tempelhof ermordert hat.— Am Mittwoch beginnt ferner vor dem Schwurgericht des Landgerichts I unter Vorsitz des Landgerichts-Direktors Schmidt die in weiten Kreisen mit Spannung erwartete Verhandlung gegen den unge- treuen Rendanten der Georgenkirche, ehem. Magistrats-Bureau- Vorsteher Rud. Arendt. Bei der Fülle des Materials sind für diesen Prozeß zwei Verhandlungstage angesetzt. Die VerHand- lung selbst wird zwar im großen Schwurgerichtssaale stattfinden, doch»st dte Nachfrage nach Eintrittskarten eine so ungewöhnlich starke, daß, wie unS mitgetheilt wird, alle weiteren Bemühungen um solche Karten leine Aussicht auf Erfolg haben.— An, Donnerstag steht soda»»n der vermeintlich» DoppelrauMnördcr Klansin vor den Geschivorenen. Da die Zahl der Zeugen in diesem Prozesse aus 52 angewachsen ist, so sind auch hier z»vci Tage für die Ver- Handlungen angesetzt.— An» 28. d. M. endlich beginnt vor der dritten Straskainmer des Landgerichts I unter Vorsitz deS Land- gerichtsdirektors Belke der große Bestcchungsprozeß Warne- b o l d und Genossen,»velcher ein Seitenstück zu den» bekannten Prozeß gegen die Armeelieferanten Hagemann und Wollauk bildet und sich um Lieferungen für die Marine dreht. Wie»uufangrrich dieser Prozeß»vird, geht schon dara»»s hervor, daß die Anklage- schrift allein 250 Seiten umfaßt und die Akten zu dicken Bünden angewachsen sind. Es ist kaum anzunehmen, daß die Verhand lungen innerhalb zehn Tagen zu Ende geführt werden können. Sojiclle Ktebersrrh.t. Arbeiter«Mfa»i»aßt! Ein Attentat ungeivöhnlicher Art »vird in industriellen Kreisen gegen das Koalitionsrecht der Ar- beiter geplant. Von einem gilt unterrichteten Freund in der Rheinprovinz geht der„Deutsch. Metallarbeiter Ztg." das nach folgende Schriftstück, das dort„vertraulich" zirkulirt, zu: Entwurf eines Gesetzes betr. dte Verhütung von Arbeiterausständen. 8 1. Bei denjenigen Gewerben oder Fabrikdetrieben, welche den Kohlenbergbau, die öffentliche Velenchtung»»»»d Wasserver sorgung oder den öffentlichen Verkehr zum Gegenstande haben, kann das Arbeitsverhältnib zwischen den Gesellen, Gehilfen oder Fabrikarbeitern und den Arbeitgebern in Ermangelung der Ver- einbarung einer längeren Verlragsdauer nur durch eine tedem Theile freistehende, zwei Monate vorher erklärte Auskündigung gelöst werden.(Leibeigenschaft!) § 2. Wer Andere durch Anwendung körperlichen Zwanges, durch Drohungen, durch Ehrverletzung oder durch Verrufserklärung oder durch andere Mittel, ivclchc cincu'W illenszivaug(der reinste Kautschuk) auszuüben geeignet sind, bestimmt, oder zu bestimmen versucht, an den in»§ 152 der Gewerbe-Ordnung bezeichneten Ver- abredungen Theil zu nehmen, oder ihnen Folge zu leisten, oder Andere durch gleiche Mittel hindert oder zn hindern versucht, von solchen Verabredungen zurückzutreten, wird»uit Gesängniß bis zu sechs Monaten bestraft, wenn nach dem allgerneiueu Strafgesetz»licht eine härtere Strafe eintritt. § 3. Mit Gesängniß bis zu sechs Monaten werden bestraft: 1. Arbeitgeber, welche ihre Gesellen, Gehilfen oder Fabrik- arbeiter böswillig»ind widerrechtlich entlassen oder von der Arbeit zurückweisen(auszulegen zu Gunsten der Unter- nehmer), 2. Gesellen, Gehilfen»rnd Fabrikarbeiter, welche die Arbeit böswillig und»viderrechtlich verlassen oder verweigern(aus- zulegen zu Ungunsten der Arbeiter), wenn die Arbeitgeber oder Arbeiter den im§ 1 bezeichneten Betrieben angehören oder ivci»» durch die Entlassung der Arbeiter oder die Einstellung der Arbeit das öffentliche Wohl(!) gekähr- det»vird. Mit der gleichen Strafe»vird bestraft, wer Arbeitgeber oder Arbeitnehmer zu den unter Nummer 1 und 2 gedachten Handlungen durch Mittel der im§ 2 bezeichneten Art oder durch Zu- wenduug oder durch Zusicherung von Vortheilen(Streikunter- stütznng V!) bestimmt oder zu bestimmen versucht, insofern nach dem Strafgesetzbuch keine härtere Strafe eintritt. Die Streitigkeiten über die aus solchen Entlassungen von Arbeitern oder Einstellungen von Arbeit entstehenden Eutschädi- gungsausprüche gehören zur Zuständigkeit der Gewerbegerichte unMoll für deren Verfolgung Exekutivhaft zulässig sein. § 4. Das gegenwärtige Gesetz tritt mit dem Zeitpunkte seiner Verkündigung in Wirksamkeit. Anmerkung. Die einzelnen Paragraphen des obigen, einsttveilen für den Umfang derpreußischen Monarchie zu erlassenden Nothgcsetzes lassen sich bei eventueller späteren Ausdehnung auf das Reich ohne Weiteres in der vorliegenden Fassung»n die Reichs-Geiverbeord- nung einfügen und zwar: § 1 des obigen Gesetzes als Absatz 2 zu Z 122 der Gew.-Ordng. §2„„„„ Ersatz des§153„ § 3„„„„§ 153A der Gewerbe-Ordnung. Ausruf. Arbeiter der königlich preußischen Eisenbahn- Werkstätten! Nachdem in Buckau bei Magdeburg die dortigen Kollegen in eine anerkannt gerechte Lohnbewegung eingetreten sind, und hier in Berlin an» 8. April d. I. eine Versammlung der Arbeiter der königlichen Hauptwerkstatt Tempelhof stattfand, zu melcher zwei Buckauer Kollegen delegirt waren, wurde der Antrag angenomme», mit den Bauckauer Kollegen in Verbindung zu treten behufs Einberufung eines allgemeinen Eisenbahn- Werkstätten-Arbeiterkongresses und zwar, wenn möglich, zu Pfingsten d. I. Genaue Zeit und Ort für den Kongreß wird später bekannt gegeben werden. Kollegen allerorts, jetzt liegt es an Euch, zu handeln, damit das kaiserliche Wort in Bezug auf die Verwtrklichung der Muster- »verkstätten in den königliche» Staatsbetrieben in Erfüllung geht. Gestützt auf die kaiserlichen Erlasse treten wir in eine nur rein geiverkschastliche Beivegung ein und sind politische Erörterungen streng ausgeschloffen. Etwaige Auskunft ertheilt R. Kohlmaun, Magdeburg, Käiserftr. 109, 4 Tr.— Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck dieses gebeten. Auch«»»irr de« Zllüttrrinne» beginnt es sich zu rege»». Die Beschäftigung dieser Arbeiterinneu ist bekanntlich eine sehr anstrengende, währeno die Löhne,»vie in allen Be- 'chäftigungezweigen, wo Frauen thätig sind, sehr niedrig bemessen »verde». Bisher war noch keine Organisation»»nter den Plätte- rinnen zu schassen. Dieser Tage sind endlich die Plätterinnen der Firma Heuirich Buchholz an den Chef der Firma herangetreten und haben eine Forderung ans Lohnerhöhung gestellt. Tie Forde- riing»st bewilligt. Nun läßt es das Vorgehe»» der Arbeiterinnen genannter Firma»vünschensiverth erscheinen, daß die gesammten Plätterinne.» ähnlich vorgehen, wie die der Firma Heinrich Buch- holz. Eine Versammlung soll in nächster Zeit statlsiiiden, in der über die Erwervsverhältnisse der Plätterinnen gesprochen werden oll und a»lch eine Organisation derselben voraussichtlich ent- 'tehen wird. Arbeiter Kertin»! Ter Streik der hiesigen Böttcher dauert unverändert fort. Für Eure schon geleisteten Zahlungen unseren herzlichen Dank; Quittung folgt später in diese»» Blatt. Trotz- dem die Brauereien ihren jetzt großen Bedarf an Bicrtra>»sport- Gesäßen nicht im Entferntesten decken können, bewilligen unsere Arbeitgeber unseren sehr mäßig gehaltenen Tarif noch immer nicht. Weit über 200 Kollege», meist Fainilienväter, sind zu unterstützen. Zeigt»och einige Zeit Euer Solidaritätsgefühl diirch materielle Hilse und der Sieg ist unser. Tie Lohnkommission der Böttcher Berlins. Briese und Gelder an Friedrich Holtmann, Böttcher, hier, Cuvr»istr. 62, 3 Tr. Achtung, Arbeiter Kertius! In der Wärmeschutzmasse- Fabnk von Horn&, Taube, Posenerstr. 27, haben am Freitag Nachmittag fämmtliche Arbeiter die Arbeit niedergelegt, da die Lohnverhältnisse in dieser Fabrik den heutigen Anfordenliigen in keiner Weise entsprechen, indem die Arbeiler bei einer ganz un- gesunden schmutzigen Arbeit 25 Pf. pro Stunde bekamen. Unser Vorgehen dürfte»vohl gerechtfertigt seil», wenn wir 30 Pf. pro Stunde verlangen. Wir bitten daher den Zuzug fern zu halten. I. A.: Franz Pojanek. Achtung k Der Streik bei der Firma Fried«. Siemens& Co. dauert unverändert fort. Zitziig ist fern zu halten von Schlosser», Drehern, JSießern, Formern, Kernmachern, Klempnern, Modell- bewilligen wollen. Wir bitten daher, uns so viel»vie unterstützen. Sammellisten sind zu haben bei H. W»kj Ändreach Bclitzerstr. 34. Ebenfalls sind Gelder und Li! SU schicken.— Sämmtliche arbcitersreundlicheu Blätter. um Abdutck gebeten. Mit kameradschaftlichem Gruß. 1 täglich hi | losen Kol fragen ab funden, d I bieten de» [ stehenden I fragenden bekannt i tischlern, Packern und sämmllichen Hilfsarbeitern. An die Drechaire Kerlino k Kollegen! Wir machen daraus aufmerksam, daß sich noch ungefähr 80 Streikende im Ausstand befinden. Kollegen! Wir haben von der Forderung des Minimal- Verdienstes Abstand genommen uitd haben sich die Arbeitgeber verpstichtet, die Akkordlöhne entsprechend unserer Forderung von 21,60 M. zu erhöhen. Wohlan, Kollegen! Nachdem wir diese Vereinbarung getroffen, hat sich sowohl Eckersdors geweigert, seine Arbeiter wieder einzustellen,»vie auch Herr Gebauer sich weigert, die Erhöhung der Akkordlöhne vorzunehinen. Kollegen! Nachdem wir»vochenlang iin Streik stehen, sind selbstverständlich unsere Mittel beschrankt. Jetzt liegt es an Euch, kräftig dafür einzu- treten, daß»vir den noch in» Ausstand befindlichen Kollegen eine genügende Unterstützung zahle,» können. Darum thile ein Jeder seine Schuldigkeit.— Die Zahlstellen befinden sich Sonnabends Abends von 8—10 Uhr und Sonntags Vormittags von 10 bis 12 Uhr für den Nörten in» Restaurant von Brückner, Lothringer� straße 67; für den Nordosten im Restaurant von Brennert, Bav nimstr. 8; flir den Osten im Restaurant von Heindorf, Lange straße 70; für den Südosten und Süden im Restaurant von Grlim del, Dresdenerstraße 116, sowie jeder Zeit im Zentralbureau der Stockarbeiter, Restaurant Gründet, Dresdenerstr. 116. Die Streik- komlnission der Berliner Stockarbeiter. I. A.: H. S t r o m e») e r, Choriuerstr. 83.— Um Aufnahme in allen arbeitersreundlichen Blättern wird gebeten. Sprrmberg@1.• f. Durch die Verhältnisse in der „Grörich'schen Dampstischlerei" sind dreißig Tischler gezivungen »vorden, die Arbeit nach erfolgter Kündigung am 12. April niederzulegen. Da auf gütlichen» Wege mit dem Herrn Chef keine Einigung zu Stande kam, bitten»vir dringend, zede» Zuzug nach hier fern zu halten und uns nach Kräften zu unterstützen. Briese an Carl Bonat, Spremberg R.-L., Töpfers, raße 21. Geldsendungen an Heinr. Lehmann, Spremberg N.-L., Zedlitzstraße 3. Am 15. April ist I« Luckenwalde der Generalstreik unter den Zimmerern ausgebrochen, da die Meister nach mehreren Unter- handllingei» mit der Lohnkommission unsere gerechte Forderung: zehnstündige Arbettszett und 27—80 Pf. Lohn pro Stunde, nicht Die flprilicnden Metall schranben-, Fagouhrdl�stmibe» d Krrufsgeuosse» hielten am Freitag Vormittag mubetu»|�re Versammlung in Teigmüller's Lokal ab, welche ebensab-. stehen. 3 ordentlich stark besucht ivar. Das Lokal»var zum ErdM zu komme Herr Hilf ch berichtete über den gegcmvärtigel, Stand M Schlag in bewegung und konstatirte, daß sich dte Arbeitseinstellung� Arbeit ers größert habe, indem nun auch die iveiblichcu Arbeftcw hauzen T Branche sich ihren männlichen Kollegen angeschlossen haliei �»ibte» den 24 bei der bekannten Firma Roll, Louisemiser 8, v»!? ten Arbeiterinnen hätten 21 die Arbeit eingestellt, weil UM bescheidene Forderung eines Mindestlohns von 10 M. un» stündige Arbeitszeit nicht beivilligt worden sei. Der He» zahle den armen Mädchen Mindestlohne von 6 und 7 von diesen Löhnen habe er noch Abzüge für zerbrm.ftite- zeug gemacht.(Rufe: Pfui!) Das Dasein der AermM....... einen» solchen Lohn ein derart erbärmliches, daß sie l t kannte,»„ Kaffee und Brot leben und nicht einmal die durch �Kollege A Maschinenfett beschmntztenKleider.infErmangelring anderer. - M----- habe man# könnte»». Much, Und angesichts solcher Zustände von hohen Löhnen in der Branche zu l tb//-y �-y �// L... CY)* Man»verde die streikenden Kolleginnen ausreichend uuw Verem a» um sie vor dem gänzliche,» Elend zu schützen.(Bravo? owuhintnin hipfoS ffitretfe sei es an der fteit. einmal na?' Beendigung dieses Streiks sei es an der Zeit, einmal nä¥ kanntschaft mit dem Herrn Roll zu machen, der es»» iUUlll|U)U|4. MUV vvm uvvtr* o—..ivvvyv.v v v' V Jahren vom einfachen Arbeiter zum Großsabrikauten un» bescher gebracht habe. Jetzt gelte es. die Beweg»iug hoch i* VC mci UWtuujt yvsvv. V--,'�/V.vvöv».,0-y-/ J.« C' und er könne»uit Freuden sagen, daß der Geist unter ogoer es deshal und der der Erf Metallart merksam, auszufülll Berlins. »vellstraße bogen sitzi komplimei ein Berg» Kassireri» die offen welche ap »»ahme Win» nd Ilm lte Jaki Stand d Nachdem ersten, W führer erl oaß bei legen ein guter sei. Unter diesen Uniständen könne nicht ausbleiben.(Beifall.) Herr Stabernack ermah zu den Forderungen zu halten und keinen Schritt von chlüssen abzuweichen. Man könne der geschulten KM entbehren und die Zeit sei nicht ferne, in der die Fabrikant zum Verhandeln bereit erklären müßten.(Beifall.) Kollegen wurde im Laufe der Diskussion darauf aufuiew, macht, daß eine geiviife Firma sich lauter junger BurM � j nommen habe, welche den ganzen Tag huiter vcrfth ea. mü t Thören arbeiten müßten. Sogar Essen und Trinken ihnrn geliefert. Die Sache soll näher untersucht — Herr Schäfer hob hervor, daß der Streik»t Geiverkschasteu lebhaftesten Beifall finde; überall se» J greulicher Weise zur Unterstützung bereit. Herr G ü tz o« ich ebenfalls für kräftige Unterstützung der weiblichen' aus und beleuchtete dann eingehend das Verhalten% Roll seinen Arbeiterinnen gegenüber. Es handle sich B so �oliea ein menschliches Dasein»»nd man muffe den Fabrikanten � � 25? daß die Arbeiter ihr Ehrenwort ausrecht erhalten woufj j)etv c�t wegen S 170 Firi! 600 Stell c die Höhe Gehiljeufl theil» sich Ungefähr lassen, wi gaiize Arbeiterschaft Berlins blicke auf den Streik Manael sire mit den Streikenden! es sei eine Schande, wolle 1--• u Vorjahre gestchts dieser Thatsache den Muth verlieren. Herr leiten t betonte, daß es den Fabrikanten trotz aller entgegenstehe� fceu hauptungen nicht möglich sein werde. ohne die gcubt� wejlerarb auszukommen. Alles sei heute genau berechnet. Wolle B(.ttür,te,| lich sein, so müsse man die Forderungen»n Anbeu« schiveren und ungesunden Berufs sehr bescheiden stiiN Schiller macyle darauf aufmerksam, daß es, „Anlernen" nicht so schnell gehe, als»vi» d»« Fabrikanten glauben inachen wollten. Aus seh fahrung wisse er ganz genau, daß dies im Großen ei» sei. Durch solche und andere Schreckschüsse dürfe sich keh Löhne nn »venigen' doch bei( streiken, l und über hangt nie beirren lasten. Hierauf wurde der Antrag, dt d e r u n g e»» ool ständig aufrecht zu erhalten}yiicj,ncj. stimmig angenommen. Eine lebhafte Debatte» �ie die sich über die Frage, ob inan den noch ausstehenden Lohn Fabrikanten abholen»volle. Schließlich drang die Anstchh 1. daß man den Herren zeigen müsse, wie gut die Streike�' ohne die paar Pfennige auskommen könnten. Der An»»' noch ausstehenden Lohn nicht abzuheben. dern denselven bis nach Beendigung des» '" urde unter begeisterl� stehenzulassen, w i rufen einstimmig angenommen. Ferner •<•«..- Ä»--- f-— f---—' �#1*1 2, 3. 4. 5. 6. beschlossen, eine strenge Kontrole einzuführen, namens Hute darauf zu achten, daß sich Niemand proooziren lasse. bezüglich nach jeder Richtung hin beweisen, daß man auf der?? zwei Res» Zeit stehe. Mit einem dreisacyeii Hoch auf die Lohn»� Gärtnern in welches alle Anwesenden kräftig eiilstiiniuten, schloß big zu b« sainmlung. outtagte Der Allgemein« Metallarbeiter VereinZ cmberuse Umgegend hielt am Sonntag, den 18. April c., im* H fiuiiUnto Kasino seine Generalversammlung ab. Ter Kassirer,»<, berufung erstattete zunüchi» den Kassenbericht für das I. Quak j Versäum Bestand am 81. Dezember 1889 44,74 M., Einnahme sft0| siandmß tal 2430,24 M., Ausgabe dito 1643,28 M., bleibt einv Zeitung" am 81. März 1890 von 7e.6,06 M. In diesen vollsten» ist die Miethe für das ständige Arbeitsnachn'»'� dakteu d. auf ein volles Jahr in Höhe von 600« zum einbegriffen. Ter Verein zählt gegemvärtlg � I Kollege« 7000 Mitglieder. Kol. Bredow bestätigt im LPelttmg der Revisoren, daß Bücher und Belege in bester Ordn, lehaiitcl gefunden»vurden»rnd beantragt, den» Kassirer Decha ß>»a o»e P »heilen,»velchem Antrage die Versaminlting«insnin'j Die et« kommt. Ein Antrag, den Kassenbericht in Zukrmft � � -■•'----- sollen D T ich«""o* Agitation für den Verein entfalten zu können,. i- a. und ein Protokollführer gewählt werdet'..� I-' ras sirer «1 8% sind, ww die Einberufung und Leitung der lungen, soivie das Einkassiren der betreffenden Orten obliegen soll, Ferner soll i»* dV,..»rtreW noch ein Hilsskassirer gewählt»verde»». Dieser Anttag> ß. ,, t stimmig angenommen. Die Wahl der Betreffenden*. fl erfolge». Eine längere Debatte rief der z»ve»le Antt g welcher für den ersten Vorsitzenden 20 M. Vergütig»�? ersten Kassirer 20 M. und für den ziveiten Kasstrer 1" gelber pro Monat gewährt missen will. Motivirt'l' �i» Antrag damit, daß bei den» rapiden'Anwachsen des»...M der damit verbundenen größeren Geschäftstast den» s es nicht möglich ist, seinem Erwerbe an» Tage vo»# nachgehen zu können. Das Gleiche gilt»»f0ic o[#J Kasstrer, als es bei dem Antrag mit den M und dem Bezahlen der Beiträge sehr leicht, f daß sich hier und da ein Manko einschUW'�i dieselben, da sie dafür verantivortlich sind, ihrer Tasche ersetzen muffen. Bei die prinzipiellen„■ dieses Antrages beschließt die Versammlung diesen rtnmefenJ tagen und denselben auf die Tagesordnung einer w' z» cz. einzuberufenden außerordentlichen Generalversanunln. n 3 In die Fachkonnnisston»Verden die Kollegen Heiz, Mar. Scheip und Schiesel, in die Bibliotheiskommission r f Roggenkopf, Ramm, Pawlowttsch, Ladner, Zalejsk» u._ neu resp. wiedergewählt. Ferner»Verden Jv• folgende Kollegen auf Grund des§ 6 vee. sind dies dte bei Friedrich Siemens es smnmlun Arbeiter1 bei Feue Dr» Montag, seine ut um SV» ordnung beiterver schiede»? der Bors z» verles jetzt arbeitenden Vereinsinitglieder, aus dein Verein* Der Arbeitsvermittler, Kollege Gerisch, fordert die 3'„jf auf, den Arbeitsnachweis recht rege zu benutzen I möchten sich dieselben nicht alle zwei oder drei »velcher lassen, a Es wird »vorfen, - Mai» klifsion f Em hier eine Lau tc nie Li Itter ß- I täglich Hillben. ühm, und dann sei eZ mich ein Fehler der cirbeilZ- | losen Kollegen, erst am Morgen das Arbeitsfeld durch Herum- fragen abzuernten und dann nachher, ineun sie keine Arbeit ge- füllten, den Nachweis in Anspruch zu nehmen. Gerade das An- ��ten der Arbeitskraft in den Wertstellen könnten die in Arbeit stehende» Kollegen wesentlich dadurch beschranken, daß sie die An- 3 fragenden nach dem Nachweis himviesen und auch zede ihnen - �„nnt werdende vakante Stelle auf dem Bureau anmeldeten. ->»| Sioilccic Rudolf unterwirft die Zustünde in der Gewehrfabrik zu hhe 1 Spandau einer scharfen Kritik. Dort sollte am 3. Osterfeiertage . �arbeitet werden. Als aber die Kollegen früh Morgens antraten, standen die Maschinen und mußten infolge dessen dieselben auf ihre Kosten in der Werkstatt bis um 10 Uhr Vormittags umher- (flehen. Tarauf beschlossen diese, am Nachmittag nicht zur Arbeit zu kommen, was sie mich htaten. Die Folge Ivar, daß laut An- ichlag in der Fabrik diejenigen, welche den Nachmittag nicht zur Arbeit erschienen waren, mit 2 M. und diejenigen, welche den ganzen Tag gefehlt, mit 3 M. Strafe bedacht wurden. Dies glaubten che Kollegen sich nicht gefallen lassen zu müssen und kam es deshalb zwischen den Betreffenden— 58 an der Zahl— und der Direktion zu Differenzen, welche die Einlassung der Ersteren herbeiführte». Kollege Hetz macht die Metallarbeiter auf die vom Verein ausgegebenen Fragebogen auf- merksam, sie ermahnend, sämmtlick. Mann für Manu, einen solchen auszufüllen, um eine genaue Statistik der Lage der Metallarbeiter Berlins zu ermöglichen. Zu haben find dieselben in den be- sajl 1 lannten Zahlstellen jeden Sonnabend Abend. Hierbei empfiehlt rch �Kollege Ackermann allen Arbeitern das Lokal von Barkel, Flott- erer.v'wellstraße 5. Dort ist derselbe, als er Sonnabends mit Frage- -"" bogen sitzen wollte, von der Frau Wirthin sehr höflich hinaus- komplimentirt worden. Kollege Klein giebt bekannt, daß der uiitjA Verein am Nachmittag des 1. Mai in der Vereinsbrauerei Rixdorf ein Vergnügen arrangirt hat, wozu Billets ü 10 Pf. bei den Kassirern zu haben sind. Nachdem noch Kollege Hartmann auf die öffentliche Metallarbeiterversammlung aufmerksam gemacht, welche am.Montag, den 21. April, in Sanssouei behufs Stellung- uahnw Mn Metallarbeiterkongreß in Weimar stattsindet, schließt den dersiilbe die �Versammlung um 3 Uhr. .. öffentliche Nerfammlnng der Gärtner Kerlin» -jnahi�chnd Tinigraend tagte am 14. d. Bits, in Feuersteins Salon, i.�Mlte Jakobstr. 75, mit der Tagesordnung:' cavo .1 näh« es i« n und f. ter me von der Lohnbewegung. 1. Der gegenwartige 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Kreis#] Stand. u brika»# Nachdem die Bureauwahl durch Wahl der Kollegen Born zum Vcm ersten, Wetzel zum ziveiten Vorsitzenden und Plieske zum Schrift- isiiierWührer erledigt war, theilte Ko.nge Büchner den Anwesenden niit, urscOT daß bei Proklamirung unseres Streiks ungefähr 1200 Kollegen in versthi» ea. 500 Geschäften in und um Berlin arbeiteten, davon haben :i»fe» J wegen Nichtbewilligung der Forderungen 600 Kollegen in »cht*17ü Firmen die Arbeit niedergelegt. Weiterarbeilen konnten [E WjGOU Kollegen in 160 Firmen, in denen bewilligt resp. schon früher fei tWDie Höhe der Forderungen bezahlt wurde. Derjenige Theil der tz btf.jArhilsenschaft, der sich unserer Lohnbewegung nicht anschloß, ver- thcilt sich hauptsächlich aus Paukow, Steglitz und Eharlotteuburg. Ungefähr 250 Kollegen haben während des Streiks Berlin ver- wsts"'. während der Zuzug ein sehr geringer war; da nur 70 bis .«olleren hier eingetroffen sind, von denen 15 weitergeschickt, njollP1 s"10 � ,n hangen Geschäften plazirt wurden. In olge dessen md sh# Mrscht, wie Kollege Büchner weiter ausführte, immer noch ' g. DWaugel an Gehilsen, da die Minderzahl der Gehilsen zum .... All Vorjahre ungefähr 800 beträgt. Zu den aufgestellten Forderungen «rbeiteii jetzt zirka 900 Kollegen in 290 Firmen, während nuter '(ibW' be» alten Bedingungen ungefähr 180 Kollege» in 80 Firmen na» oll weiterarbeiten und zirka 850 Kollegen in 120 Firmen bei einer verkürzten Arbeitszeit und Lohnausschlag von 25 pEt. bis 50 pCt. " arbeiten. Sogar m der Stadtverwaltung ist eine Besserung der Löhne um 16 pCt. bis 33Vs pEt. eingetreten, so daß jetzt mit wenigen Ausnahmen ein Mininiallohn von 3 M. gezahlt wird, doch bei einer elfstündigen Arbeitszeit. Da nur noch 32 Kollegen streiken, befürwortet Büchner, daß der partielle Streik ausgehoben und über die Firmen, die nicht bewilligt, die Ge..eralsperre ver- hängt werde. Ein darauf Bezug nehmender Antrag des Kollegen Deutsch wird von der Versammlung einstimmig angenommen. Büchner beantragt noch die Wahl einer Revisions-Koininission, sind es die seil Ä TT" J o tal ki® die Geldangelegenheiten der Streik-Koinmission zu prüfen �09, habe. Es wurden folgende Kollegen in diese Kommission gewählt: 1. Herr Büchner. Ackerjirnße 147. llnsi« .eikt'» Antt» m c iw me»' ili« 2. 3. 4. 5. 6. 7. der Bauske, Frobenslraße 29. Steiuberg, Urvansiraße 81. Zimmermann, Kastanien-Allee 90. Rother, Wollinerstraße 11. Grützmacher, Köpenickerstraße 127 A. .. Plieste, Steinmetzstraße 22. Unter„Verschiedenes" ersuchte Kollege Born die Anwesenden, Feier des 1. Mai schlüssig zu werden und wurden lutionen, dahin lautend, den 1. Mai, soweit es bei den a Gärtnern möglich ist, als Feiertag zu halten und denselben wür- big zu begehen, von der Versammlung angenommen. Ferner be- Hill antragte Kollege Abrain ei t, daß am 1. Mai eine Versammlung �«3 �iuderuse» werde, welche bezwecke, eine Agitation für den Sicht- in KM siuudeutag unter den Gärtnern hervorzurufen, und wird zur Ein- lcrufung dieser Versammlung das heute gewählte Bureau der fluatTi Versammlung ermächtigt. Recht lebhmte Debatten, die das Ver- pro f siändniß der Mitarbeiter der„Deutschen Gärtner Verbands- «i�A Zeitung" für die modernen Arbeiterbewegungen rvieder einmal im m 5,] vollsten Glänze erscheinen lassen, fanden»nn zwischen dem Re- hwei(> dakteu der Deutschen Gärtner Verbands-Zeitnng, Herrn Abraham )0 7«;,ub äw sich eil Konegen Slbromeir statt, infolge einer Kritik, die J Kollege Büchner über einen in der Deutschen Gärtner Verbands- im.a Zeitung erschienenen Artikel, der den 1. Mai als Arbeiter! eiertog ?rd»?I behandelt und den Arbeitern davon abrälh, diese» Tag zu seiern, ''ig> da die Propaganda für diesen Tag von solchen Leuten ausginge, 1 die die Aruett nur mit dem Auge des Materinlsiieu und keines Idealisten betrachten. Die Versammelten Häven hosfentlich Herrn Abraham durch ihre Siimpathie für den 1. Mai eines Besseren belehrt. Eine Resolution, von einein in der kaufmänni- scheu Branche thätigen Herrn H. Lest er eingebracht, dahingehend, die Forderm gen der kanfmännischen Angestellten nach Souutags- ruhe dadurch zu unterstützen, daß je..er der Anwesenden oder J l"ue Zugehörigen vom 4. Mai d. I. ab nur in Geschäften kaust. i«j?,exan Sonn- und Feiertagen, von Mittags 12 Uhr ab geschlossen ge| Ii"0: wurde eusitimmig angenommen. Nachdem nun noa, Kollege w � Steiuberg die Äersamuilung aus eine der leider noch so zahlreich tag.Jv! vertretenen miserablen Privatsteilen, die der Gutovermaltung Sllt- wir j Gallen bei Furstenwalde, ausnierksam gemacht und vor Annahme lnti�iÄ dieser Stellung warnt, schließt Kollege Born die heutige Ver- Uflfe, m S«"«« Hoch auf die internationale, zielbewußt! 10 Arbeiterschaft. Nächste Versammlung am Biittivoch, den 23. Ab mickut bei Feuerstein. 21 A-Utz Fachvei-ei» der Kevliuee Stuckatenve WK am i Montaa, den 14. April m Zemter's Lokal, MüuMaße 11 zoll"Sj seine übliche Versammlung ab. Der Vorsitzen«� eröffnete str».. A um 9»/« Uhr die Versammlung mit folaMer Tages- : Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen MarstftT über Ar- it beitervereinigungen und Diskussion hierüber. 2. Ver- ich1'«ei schiedenes. Bevor in die Tagesordnung eingetreten wird, ersucht Ä» � Vorsitzende den Kassirer, die neu eingezeichneten Mitglieder n Zu verlesen, es sind deren 27 an Zahl, 25 werden aufgenommen, % 3' »»9 Ollf % f'Ä :afl" bei zweien konnte die Aufnahine nicht stattsinden, da sie nicht änivesend waren. Da die Zeit durch die Diskusstonen bei dieser Angelegenheit schon erheblich vorgeschritten, so wird ein Antrag, welcher besagt, den ersten Punkt der Tagesordnung fallen zu lassen, angenommen. Man kommt nun zu Punkt Verschiedenes. Es wird hier von dem Kolleaen Wich. Schulz die Straae aukae- hietzu vom Kollegen Braune gestellter Antrag, am Landpartie zu veranstalten, wird einstimmig anae 1. Mai angenommen. Zwei weitere Antrage, diese Landpartie im„Berliner Volksblatt" zu annonziren, sowie durch das Komitee die Arrangements zu veranlassen, werden ebenfalls angenommen. Kollege Schmiedel drückt noch den Wunsch aus, die Versammlungen des Vereins wieder recht regelmäßig stattsinden zu lassen, um Jrrthiimer seitens der Kollegen zu vermeiden. Nachdem nun noch der Kollege Scherbing darauf aufmerksam gemacht hat, daß jedenfalls den nächsten Montag eine öffentliche Versammlung stattfinden werde, schließt der Vorsitzende die Versammlung um 12V2 Uhr.— Zwei noch gestellte Anträge konnten der vorgerückten Zeit wegen nicht mehr erledigt werden. Dtv Verein derFilzschichnrl'eltep und Kerufsgenossri» Kerlin» nud Almgrgcnd hielt am Sonnabend, den 12. April, in Zemter's Lokal eine gut besuchte Versammlung ab mit fol- gender Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn M. Baginski über Kapital und Arbeit. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 4. Bericht des Streiks in der Fabrik von Silberstein und Landsberger, Barnimstraße. Da der Referent noch nicht erschienen war, so wurde über den letzten Punkt zuerst debattirt. Manche Kollegen waren der Meinung, daß die von dem Einigungsamte der Fabri- kanten vorgeschlagenen Kollegen nur zugezogen würden, die die Einigung der Fabrikanten und Arbeiter herbeiführen sollten, aber anderer Meinung war die Streikkommission nud die Mehrheit der Kollegen; sie meinten, daß nur die dazu gewählten berechtigt wären, mit den Fabrikanten zu unterhandeln und diesem wurde denn auch beigepflichtet. Nun wurde der Tarif vorgelesen, den die Streikenden obiger Fabrik den Fabrikanten vorgelegt hatten und da hatte sich denn herausgestellt, daß der Lohn, den die Slrbeiter forderten, größtentheils nicht einmal so hoch sei, wie er in den anderen Fabriken gezahlt wird, also ist der Streik ein gerechter zn nennen. Sodann erhielt der Referent das Wort zu dein vorgeschriebenen Thema. Er bemerkte, daß der Kapitalist es versucht, den Arbeiter auszunützen. Als Redner nun über die Vereinigungen, die die Arbeiter gebildet haben, zu sprechen begann, und er nun seine Meinung äußerte, daß die Slrbeiter mit aller Macht gegen die Unternehmer Front machen werden, löste der überwachende Beamte auf Grund des§ 9 des Sozialistengesetzes die Versammlung auf. Beschwerde wird ein- gelegt. Eine öffentliche Wiillervevfaminluttg tagte am Mitt- moch Abend in Feindt's Salon unter Vorsitz des Kollegen Löbnitz niit der Tagesordnung: 1. Bericht der Delegirten. 2. Diskussion. 3. Wahl zweier Vertrauensmänner behufs eines Agitationskomilees der Textilarbeiter. 4. Verschiedenes.— Von den Delegirten wurde ein Situationsbericht im Allgemeinen bekannt gegeben. Es wurde die traurige Lage der Arbeiter in den meisten Städten vorgestellt; die niedrigen Löhne von 9—12 M., wie sie so häufig vorkommen, ivo noch dazu die ganze Familie thätig sein muß, müssen für die Arbeiter in der Wirkerbranche ein Sporn sein, um für die Auf- besserung ihrer ivirthschaftlichen Lage mit beitragen zu helfen. Im Allgemeinen war man der Ansicht, das Agitationsfeld im weitesten Sinne auszudehnen; überall, wo noch keine Orgam- sationen sind, dieselben zu gründen und den örtlichen Verhältnissen anzupassen. Die Kinderarbeit unter 14 Jahren müßte gesetzlich verboten werden; die Zuchthaus- und Gefängnißarbeit gesetzlich beschränkt, umso die freien Arbeiter das Recht auf Arbeit genießen zn lassen. Man müßte für die Vermehrung der Fabrik- inspcktoren Sorge tragen; ebenso gleichen Lohn für gleiche Arbeit bei Mann und Frau einführen, die Akkordarbeit gänzlich be- seitigen und die Lohnarbeit zu erstreben suchen. Für eine Ar- beiter-Kontt'olmarke,>vie sie die deutschen Hutmacher eingerührt haben, wurde lebhaft gesprochen. Man erkannte im allgemeine», daß der Kongreß ein gutes Werk für die in der Wirkerbranche Beschäftigten gewesen ist. In der Diskussion sprachen ver- schiedene Redner im Sinne der Delegirten und wurde folgende Resolution einstimmig angenommen:„Die heute in Feindt's Salon, Weinstr. 11, tagende öffentliche Wirkerversammlung erklärt sich mit den auf dem deutschen Wirkerkongreß zu Apolda gefaßten Beschlüssen einverstanden und verpstichtet sich, dieselben nach besten Kräften zur Durchführung zu bringe». Gleichzeitig spricht die Versammlung den entsandten Delegirten ihre volle Anerkennung für ihre entfaltete Thätigkeit aus."— Zum 3. Punkt wurden die beiden Kollegen Robert Wengels und Karl Hübsch als Ver- trauensmänner zum Agitationskomitee gewählt. Zu„Ver- schiedenes" wurde ein Meister in Oranienburg gekennzeichnet, ivelcher die Lehrlingszucht im höchsten Sinne betreibt. lieber mehrere Berliner Firmen wurde gesprochen und kam man zn der Ansicht, daß sämmtliche Arbeitgeber bis zum 19. April eine Erklärung über die von den Arbeitern gestellten Forderungen abgegeben haben mächte». Ein Antrag aus der Mitte der Ver- saunnlnna, den 1. Mai folgenderniaßen zu feiern: Vormittags eine Versammlung abzuhalten und dann ein Vergnügen statt- finden zn lassen, wurde angenommen, und die Kollegen Janz, Fromm, Kirschbach, Zenner, Steinberg als Komitee hierzu ge- wühlt, denselben wurden die nöthigeu Vorkehrungen überlassen. Zum Schluß gelangte folgende Resolution zur einstimmigen Annahme: „Die heute am 16. d. M. in Feindt's Salon tagende öffent- liche Wirkcrversammlung beschließt, in der Buchdruckerei der tirma Nauck und Hartmann keine ÄersammlungSplakate an den nschlagssäule» zu bestellen, bis dieselben den Buchdruckertaris bewilligt haben." Mit einem Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung schloß der Vorsitzeade die Versaminlnug. Nie freie Kereinigniig der im Vergolder-Gewrrbe brlVhnftigtei« Arbriterinnen hielt am 14, d. M. eine Versammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Vortrag des Frl. Baader über Sirbeiterkrankheiten und Verkürzung der Ar- beitszeit. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Frl. Baader führte den Vortrag zur vollsten Zufriedenheit auS und erntete reiehen Beifall. An der Diskussion betheiligten sich die Damen Frau Leuschner, Frl. Baader, Frl. Graeber, sowie die Herren Riebergal und Treu- herz. Sämmtliche ßiednerinnen und Redner hoben die Vortheile der Verkürzung der Arbeitszeit hervor und daß in diesem Sinne der 1. Mai ein Arbeiterseiertag sein werde; die Arbeit möge an diesem Tage ruhen, um denselben festlich zu begehen. Unter„Verschiedenes" entspann sich eine Debatte über den Werk- sichrer Herrn Schumme. Herr Riebergal verlas aus dem Ver- bandsorgan der.Porgolder die Statuten der Vereinigung der Berliner GoldjMeii-Fabrikanten. Es wurde namentlich auf§ 8 desselben,MlMviesen und daß aus diesem Grunde eine stramme OrgimWrion der Arbeiterinnen nöthig wäre. Nachdem die Vor- siizMvd die nächste Mitgliederversammlung, welche am Montag M 21. d. M., stattfindet, bekannt gemacht hatte, wurde die Ver- ämmlung um 11 Uhr geschloffen. Auch die Arbeiter der königliche» Gisrnbalin-Werk- statte» beginnen sich jetzt am öffentlichen Leben zu belheiligen. Am Mittwoch Abend versammelten sich die Arbeiter der tauptwerkstätte zu Tempelhof und der unterstellten etriebe, um ihre Lage zu besprechen. Der Andrang zu dieser Versammlung war ein ganz gewaltiger. Um 8 Uhr war der ge- räumige Saal des Ausschankes der Haderschen Brauerei in der Bergmannstraße überfüllt. Der Zugang zum Lokal wurde von der Polizei gesperrt. Hunderte mußten umkehren.— Im Saale selbst sprach der Schlosser Pirch als Referent, indem er eingehend die wirthschaftliche Nothlage der Arbeiter und ihre Entstehung schilderte Und betonte, daß die mißliche Lage der Eiscnbahnwerkstellen» Arbeiter genau in derselben Ursache ihren Grund habe, wie die der übrigen Arbeiter. Den geringe» Verdienst schrieb Redner der langen Arbeitszeit zu, dabei eingehend die Wirkungen des „ehernen Lohngesetzcs" klarlegend. Sollten die Staatswerkstätten Musteranstalten werden, dann dürste es nicht mehr vorkommen, daß 12—14 Stunden täglich gearbeit wird. Redner empfiehlt die achtstündige Arbeitszeit. Sie sei schon einzuführen im Inte- reffe und zur Sicherheit der Reisenden. Unüberbrückbare Hind«! nifse ständen der Einführung nicht im Wege. Redner fordert die Abschaffung der Akkordarbeit. Sie sei zwar stets als Forderung der Faullenzer verschrieen. Auf der anderen Seite aber laisedre Direktion selbst nur das IVa fache des Tagelohnes im Akkord verdienen, sie setze also selbst der Arbritslust Schranken. Der- selbe Schaden, der durch die lange Arbeitszeit angerichtet werde, iverde auch durch die Akkordarbeit geschaffen. Man möge den Arbeitern so viel Lohn geben, daß sie und ihre Fanntte ex> stiren können. Aber daran denke man nicht. Man sei noch weit von einer Musteranstalt entfernt. Redner übt hierauf scharfe Smttk an dem System der Kolonnenarbeit. Hierdurch werde ermöglicht, daß der Arbeiter nicht das erhalte, was er verdient,(sehr richtig.) Dieses System sei nur eingeführt, um die Arbeiter zn entzweien, um den Arbeitern den Glauben beizubringen, als seien ihre Interessen nicht solidarisch. Denunzianten wur- den durch dieses System großgezogen.(Sehr richtig. Beifall.) Zu allen diesen Mißständen komme noch, daß Jeder gemaßregelt werde, der diese Uebel aufdeckt. Man will dem Arbeiter ver- wehren, daß er über seine Schmerzen klagt. Dieses Vorgehen passe eigentlich wenig zn den Worten, die man im Reich der Gottesfurcht und frommen Sitte im Munde führe. Man möge an zuständiger Stelle die Klagen und Wünsche der Arbeiter be- herzigen. Es sei eine berechtigte Forderung, daß die von, Staate beschäftigten Arbeiter so gestellt werden, daß ihre Lage gesichert ist.(Beifall.)— Tie Arbeiter diskutirten hierauf in ruhiger und sachlicher Weise ihre Lage, in allen Punkten dem Referenten beipflichtend. Herr Seefeld berichtet über eine Unterredung, die er als Kommissionsmitglied mit dem Abtheilungschef gehabt hat. Die Forderungen. die die Arbeiter ausstellen, seien nach der Aussage des Chefs schwer zu erfüllen. Doch solle das Möglichste gethan werden, nur möge man sich direkt an ihn wenden und nicht vor die Oeffentlichkeit gehen.(Aha!) Herr Schüßler betont die Roth- wendigkeit der Gründung einer Organisation, um den Forderungen ans Beseitigung der Mißstände den gehörigen Nachdruck zu ver- leihen. Daß diese Mißstände noch existtren. daß noch immer Maß- rcgelnngen stattfinden, sei nur dem Jndifferenttsmus der Kollegen zuzuschreiben. Redner kritisirt weiter die Pensionskasse. Sie habe gar keinen Rutzen für den Arbeiter, da fast überhaupt keiner 70 �ahre alt werde. Die Beiträge der Arbeiter(1,60—2 M. pro Monat) seien weggeworfenes Geld; sie mußten zurückgefordert werden.(Sehr richtig.) Redner ermahnt zum Schluß, nicht zurückzuschreiten, sondern vorwärts zu schreiten. Auch Herr Pirch fordert auf, fest zusammenzustehen. Tausende seien nicht zu maßregeln. Ließe man aber die Führer ruhig hinauswerfen, dam, sei die Bewegung bald erstickt. Fehle das Sprachrohr, dann fehle auch die Stimme. Herr Seefeld: Der Chef habe versprochen, keine Maßregelungen mehr stattfinden zu lassen. Das wäre sehr gut; aber es gebe eine viel schlimmere Art der Maßregelung, gegen die der Chef nichts thun könne. Das Drangsaliren bei der Arbeit, das nicht eher aufhöre, bis der Ar- beiter selbst kündigt. Gegen diese Art der Maßregelung könnten nur die Kollegen ankämpfen. Der Referent legt die Anwesenden nochmals uns Herz, von dem einmal beschrittenen Wege Nicht abzugehen, sondern ruhig und sachlich ihr Ziel zu verfolgen. Es wurde dann folgende Resolution angenommen:„Die heutige in Hadel's Brauerei stattfindende Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Re>erenten einverstanden und beschließt, den einzuberufenden Kongreß der königl. preußischen Eisenbahnwert- stätteii-Arbeiter zahlreich zu beschicken, um die Forderungen der Slrbeiter der Werkstätte zu unterstützen. Die Organisationsfrage der Eisenbahnarbeiter wird dem Kongresse vorgelegt werben. Die Delegirten sollen in einer neuen Versammlung gewählt werden. Man verpflichtete sich noch. Gemaßregelte kräftig zu unter- stützen und nahm folgende Resolution einstimmig an:„Die Theilnehmer der heutigen Versammlung verpflichten sich, die For- derung der kaufmännisch Angestellten betreffs der Sonntagsruhe dadurch zu unterstützen, daß sie vom 4. Mai er. ab nur m den- er beschäftigen.' aus die Be- und nach dieser Zeit ihre Angestellten nicht niehr Dann schloß die Versammlung mit einem Hoch MMtiirfchneider> Uereiu hielt am 15. April in Jordan's Salon eine Mitgliederversammlung ab mit der Tages- ordnung: 1, Vortrag des Herrn Wach über die Marx'sche Werththeoric. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Zu Punkt 1 erhielt Herr Wach das Wort zu seinem Vortrage, in welchem er in sehr verständlichen Beispielen den Werth unserer heutigen Arbeitskräfte schilderte und schloß mit dem Wunsche. daß sich alle Anwesenden möchten zur Aufgabe machen, recht fleißig Arbeiterlektüre zu studiren, wovon es ja jetzt sehr viel gievt, durch die man geistig aufgemuntert wird. An der Diskussion betheiligten sich die Herren Schulze und Schleupner im Sinne des Referenten. Alsdann wurde eine Ersatzwahl des Kaffenrevisors Härtzsch vollzogen. Aus der Wahl ging Kollege Röpke, Schönholzeritr. 4 hervor. Unter Verschiedenes kam folgende Resolutton zur Sprache:„Die TheU- nehmer der heutigen Versammlung verpflichten sich, die Forderung der kausmünrnscyen Angestellten betreffs der Sonntagsruhe dadurch zu unterstützen, daß sie vom 4. Mai ab nur in denjenigen Geschäften kaufen, deren Inhaber ihre Lokalitäten an Sonn- und Festtagen spätestens um 12 Uhr Mittags schließen und nach dieser Zeit ihre Angestellten nicht mehr vescyästigen, welche einstimmig angenommen wurde. Ferner wurde noch angenommen, alle An- wesenden verpflichten sich am l. Mai die Arbeit ruhen zu lassen und alle an der großen öffentlichen Berliner Schneiderversamm- lung, welche am 1. Mai stattfindet, theilzunehmen. Die Kupferschmiede Kertiuo und Unrsegend hatten am Dienstag, den 15. d. M., Keller's Salon, Bergstr. 68, bis aus den letzten Platz gefüllt, um die endgiltige Beschlußfassung über die Nach neunstündig______........, 45 Pf. für jüngere Kollegen nochmals abgestimmt ist, wird das Inkrafttreten des Lohntarifs auf Montag, den 21. April, festgesetzt und einstimmig beschlossen, überall, wo derselbe nicht de- willigt ist, an diesem Tage die Arbeit niederzulegen. Zum Zwecke der Bekanntmachung des Resultats wird am Abend eine Ver- sammlung in einem noch zu bezeichnenden Lokale stattfinden. Hierauf wird zur Wahl einer Streikkommission geschritten und die Kollegen Ladner, Cassardelli und Schräder gewühlt. Das Streikbureau befindet sich Weinstr. 11 bei Feindt. Ein Antrag, die Arbeiten der Maschlnensabriken, im Fall des Streikens her in denselben beschäftigten Kollegen, nicht in den Werkstätten der Meister auszuführen, wird einstimmig angenommen. Desgleichen eine Resolution: Nur in solche» Geschäften zu kaufen, deren In- haber dieselben Sonntags spätestens Mittag schließen. Hierauf Schluß 12Va Uhr Nachts. Leipzig. 17. April. Die Volksoersammlung, welche sich gestern Abend in der Stärke von 800 Personen im Saale des Pantheon zusammengefunden hatte, um über die Form der Feier des 1. Mai zu beschließen, verlief trotz lebhafter Debatten in großer Ruhe und Ordnung. Zwei Redner traten für die Nieder- legung der Arbeit am Festtage ein. Sie bezeichneten den in Halle gefaßten Beschluß der sozialistischen Abgeordneten als viel zu verspätet, nachdem in zahlreichen öffentlich abgehaltenen und in der Presse besprochenen Versammlungen die ArbeitSruhe beschlossen worden sei, und meinten, die Leipziger Arbeiterschaft iverde durch ihr unmotivirtes Abgehen von ihren eigenen Be- schtüssen der Lächerlichkeit verfallen. Ihnen gegenüber verfochten alle übrigen R e d n e r die entgegengesetzte Ansicht. Sie wurde dahin begründet, daß der Pariser Kongreß die Frage der Forin, in welcher die Demonstration vor sich gehen solle, ganz offen gelassen habe. Nur das Klassenbewußtsein der Arbeiter müsse aus dieser Form erkennbar hervortreten, dagegen Alles vermieden werden, was ein Einschreiten der Behörden veranlassen könne. Eine allgemeine Arbeitseinstellung könne leicht die Handhabe zur Erneuerung des Sozialistengesetzes bieten. Zudem sei die Lage des Marktes gegenwärtig so, daß viele Unternehmer einen Theil ihrer Arbeiter auf längere Zeit ohne Schaden entbehren könnten. Es solle daher die Arbeitsruhe nur da eintreten, wo dies ohne Schaden für den Arbeiter und ohne daß ihm ein Hinderniß in den Weg gelegt werde, geschehen könne. Ein Antrag, die Arbeit wenigstens am Nachmittag des 1. Mai ruhen zu lassen, wurde hierauf abgelehnt, dagegen ein Beschluß gefaßt, in welchem es ledem Arbeiter freigestellt wird, ob er sich an der Feier während des ganzen Tages oder nur des Nachmittags oder nur des Abends betheiligen will. Ein Komitee von 9 Personen soll die sonstigen Formen der Feier berathen und seine Beschlüsse durch Verbreitung eines Flugblattes zur öffentlichen Kenntniß bringen. Als wün- schenswcrth wurde es bezeichnet, daß allzu zahlreiche kleinere Zu- sammenkünste vermieden und durch das Zusammentreten mehrerer Gewerkschaften oder Ortschaften wenige aber imposante Versamm- lungen zu Stande gebracht würden. *« ?a,hver«in der Mrlirr u. ocvio. VerufSgenossen. Ordentliche Eeneralver- saiumlnufl.nm Montag, den 21. April, Abends 8 Uhr, im Lokal des Herr» Mise, Lichtenbergersir. 21. Tagesordmma: I. Geschäftsbericht des Vorstandes. 2. Bericht der jiassircrs vom i. Bterteljahr. 3. Neuwahl des gesammten Vorstandes. 4. Wahl einer Nntersnchungstommtssion. 5. Verschiedenes. Tie Mitglieder haben sich durch ihr Quimmgsbuch zu legitiiniren. sicrner werden die Verlrauensinänncr dringend ersucht, die ansgesüllte» Formulare der Lohn- stattslik vom i. Vierteljahr abliesern zu wollen. Ta es unmöglich ist, diesen Monat eine Wanderversainmlung abzuhalten, so wird dieselbe bis nächsten Atonal vertagt. Nerein berliner ziagrlsch miede. Sonntag, den 20. April, Lichtenberger- neahe 21, Generalversammlung. Tagesordnung: l. Vierteljährlicher Kassen- dertcht. 2. Unsere bisherigen Lohnbewegungen, und was gedenken wir weiter zu thun V Referent Kollege Gersten bergcr. Diskussion. 3. Gründen wir einen Unlcrstiisiungsfonds y Diskussion. 4. Verschiedenes. Kollegen als Gäste haben Zutritt. Ailgemrinr Krauste»- und Kterlirstasy» der WelaUarbeiter»»d Icutrai-Kranstr»- und Kterdestats» der UIciallarbeitrr„N»ikan"(@. H- 29 und k«, Hamburg). Filiale Berlin I. Sonnabend, den is. April, Abends Uhr, Lichterfelderstr. s, llieslaurant Winter, Mitgliederversammlung. T.e Alitglicder werden ersucht pünktlich zu erscheine». Buchbinder! Kollege», am Freitag, den 20. d. M., Abends 3 Uhr, findet in Feuersteins Salon, Alle Jakobslraste, eine öffentliche Vcrsainmlung unserer Branche statt. Ta in dieser Versanuniung über unser Verhalten am I. Mai beschlossen werden soll, ist es eine Pflicht/ daß der Besuch der Wichtigkeit der Tagesordnung entsprechend ist. Kranke», und �egrübuisikafle des Vereins sämmtlicher Berufsklasfcn (Berivaliungsstolle 4.) Sonnabend, den io. April, Abends 9 Uhr, bei Bartelt, Flottwellftr. 5. Aufnahme neuer Mitglieder zierband der ZimmerlentrlLokalverband Berlin.) Montag, den 21. April, Abends 8% Uhr, in Deiginüllers Salon, Alle Jakobstrabe 4«a: Versammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung für das 1. Quartal. 2. Vortrag des Herrn W. Werner. Wogen der wichtigen Tagesordnung fehle Keiner. Bauarbeiter«cstarlottenburg» und Umgegend. Große öffentliche Ver- fainnilung am Sonnlag, den 20. April, Vormittags 11 Uhr, im Lokale„BIS- marckhöhe"(I. Franke), Bismarrkslr. so, WilmorSdorferstraben-Eclc. Fachrerein der WrtaUardriter i»«»»-, Wasser- und Dampf- armaturru. Sonnabead.den 19. April, Abends SÄ Uhr, im Lokale des Herrn Zemter, Münzstr. 11: Mttglieder-Versammlung. Nerein«ewrrblicher Kiifoardeiter für Zostanuisistal und Unigebung. Sonnabend, den I». April, Abends 7% Uhr, 1. große Generalversammlung in der Borussia Brauerei zu Niederschönweidc. Kchriftgiesser Prriino. Bei-sammlnng am Montag, den 21. April, Abends s Uhr, in Jordans Salon, Neue Grünstr. 2«(oberer Saal). r verein der Feiienstauer. Sonntag, den 20. April, Vormittags Mitglieder-Versammlung im Lokale des Herrn Meißner, Garten- straße 102. Di« veneralverfammlung der Kranken- und gegrabnihkass» chirur- gtscher Jnstruincntenmacher, Bandagisten und Berufsgenossen(Ging. Hilfskafse Nr. 65 zu Berlin) findet ant Sonnabend, den 19. April, Abends 9 Uhr, im Restaurant Riedel, Reustädlische Kirchsttaße 16, statt. Sämmtliche Mitglieder werden um pünktliches Erscheinen ersucht. Tie in der Generalversammlung beschlossene Erhöhung der Krankenunterftützung tritt sofort nach der poltzei- iichen Genehmigung in Kraft und zahlt dann die Kasse bei einem Wochenboi- trag von 30 Pf., außer Arzt und Medizin, ein wöchentliches Krankengeid von 10 M. 60 Pf, Tie Aufnahme neuer Mitglieder findet außer in der General- Versammlung, beim Borsthenden Herr Fidherrnthe, Zossenersiraße 67, beim Kasfirer Herrn Weidmann, Philippstraße 21, sowie bei den Filial-Kassirern: Herrn Schröder, Waßmannstraße 19, O. Schulhe, Pappel-Allee und Franke, Lausig erstr. 40, statt. Drrrin zur Degeiung d»r gewerblichen Perlfältniss« der Töpfer Berlins und Umgegend. Sonnlag, den 20. April, Vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn FenSke, Landsbergerstraße 87: Ordentliche Generalversammlung. Di« Vereinigung der Drechsler Deutschlands(Ortsverwaltung Berln III) hält am Sonntag, den 20. April, Vormittags II Uhr, im Lokale des Herrn Bolzmann, AndreaSstr. 20, eine Versammlung ab. Tagesordnung: l. Bericht des Vorstandes. 2. Bericht des Kassirers. 3. Bortrag des Herrn Heindorf: Tie politische und wirtyschaftliche Lüge. 4. Diskussion. 6. Verschiedenes und Fragekasten. Die Kammacher Berlins werden ersucht, zahl- reich zu erscheincg. «rshe össrntlich» Nrrfammlung für alle in der Friedrichstadt be- schäftigten Schuhmacher, besonders aus den feineren Geschäften, am Sonn- abend, den 19. April. Abends SÄ Uhr, Kommandanrenstr. 20(Arminhallen). Tagesordnung: 1. Wie stellen sich die Frtedrichslädttschen Schuhmacher zum diesjährigen Streik. Referent: Kollege Lllmeier. Die Kollegen werben dringend ersucht, in ihrem eigenen Interesse Mann für Mann am Plage zu sein. ZUigrineinr Kranken- und Kterbekass« der MriaUarbeiter(E. H. 29, Hamburg), sowie Zentral-Kranken- und Sterbekasse„Vulkan" (Filiale Berlin 6). Versammlung am Sonnabend, den is. April, Abends » Uhr, Münzitr. Ii, bei Zemlor. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Wahl eines Revisors. 3. Verschiedenes. tSrafie öffentlich-!>»rfam»ilu»g der Drechsler und Kerufsgenossen aUer Krann.en Der lins a>n Dienstag, den 22. April, Abends s Uhr, im Könignadt-Kasino, Holzmarktsir. 72. Vereinigung der Drahtarbeitrr Kerlin»«nd UiNgegeud. Nächste Mitgliederversammlung nicht Kommandantenstraße 20, fondern Neue « r ü n ft r. 28. Grtsliranlienkass» der Znchirer. Genralversammluna am Dienstag, den 22. April, AbendS 8% Uhr, im Restaurant Röllio, Neue Friedrichs, r. 44. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Bericht und Beschlußfassung über da» revidirte Statut.---■ 8. Verschiedenes. Groß» öffentliche Dersninmiuna fömnitticher Arbeiter der Firma Siemens und KaisKe Berlins und Chartotteubnrg« am Sonnabend, den 19. April, Abends 8X Uhr, im Lokale Buggenhagen am Morigplag. Das Arbritsnachweisburean de» Verbandes der Vrrgolder, Loid- leiltenarbeitrr»nd Kernfsgenosse»(Filiale Berlin) befindet sich S ch i l li n gstraß e-0- und findet die Adressenausgabe für Mitglieder und Nichtmitgltcser unentgeltlich statt, und zwar von jetzt ab den ganzen Tag bis 9 Uhr Abends. Die Mitglieder find verpflichtet, nur den Arbeitsnachweis zu benutzen. veffentlich» PerfantMlung der Maler und Anstreicher für Kirdorf und Umgegend am Sonntag, den 20. April, Vormittags 11 Uhr, bot Kummer, Berlincrstrahe 138. Referent: Herr Hohlwegler. Da» Erscheinen Aller ist nothwendtg. Tifchleroerei». Sonnabend, den 19. April, Abends 9 Uhr, in Sanssouci, Kottbuserstr. 4a: Generalversammlung. vrohe öffentlich» Tifchlervrrsammlung für Weihenfe««nd Umgegend am Sonntag, den 20. April, Mittags 12% Uhr, im Lokale Langhaus- straße ios. Fachrerein der Lithographen zu Berlin. Sonnabend, den 19. April. Abends 8% Uhr, im Festsaale der Brauerei Friedrichshain, am Königsthor: Tanzkränzchen. Alle Kollegen und Berussgcnossen sind freundlichst eingeladen und um recht zahlreiche Betheiligung gebeten. Eintrittspreis pro Person 60 Pfennig. Allgemeine Kranken- und Kterbestasse der deutsche» Drechsler und fo weiter(E. H. 86, örtliche Verwaltungsstelle Berlin B.) Montag, den 21. April, Abends 8 Uhr, Mariannenstr. 31—32: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vierteljährlicher Kassenbericht. 3. Bericht der Delegirtcn über die letzte Generalversammlung. 4. Verschiedenes. Achtung! Schäftrbranchr! Da drei hintereinander angemeldete össent- ltche Versammlungen polizeilich nicht genehmigt wurden, ist es endlich ge- lungen, zu einer öffentlichen Versammlung sämmtlicher in der Schäftebranche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen am Montag, den 21. April, Abends 8 Uhr, in Gratweills Bierhallen, Kommandanlenstr. 77—79, die polizeiliche Ge- nehmiaung zu erhalten. Es ist Pfltchl aller Kollgen und Kolleginnen im Interesse der Lohnbewegung zu erscheinen. Tagesordnung: Ist eine Gewerk- schaft im Stande ohne gute und feste Organisation, Errungenes festzuhalten? Referent: Herr W. Schweitzer. Diskussion. Verschiedenes. Freie hleieinigung der im V«rg»idergrn>erbe beschäftigten Arbeiterinnen. Mitgliederversammlnna am Montag, den 21. d. M, Abends präzise 8% Uhr, in Scheffer's kleinem Saal. Tie Anwesenheit aller Vereins- Mitglieder ist erforderlich. Mitgliedsbuch legitimirt. Gesang-, Turn- und gesellig» Verein» am Sonnabend: Gesang- verein„Harmonia" Abends s Uhr im Restaurant, Alte Jakobstr. ss.— Männergesangverein„Treue" Abends 9 Uhr ini Restaurant Andreasstraße 9.— Piännergesangverein„Erato" Abends 9% Uhr bei Schläwicte, Kleine Kurstr. 1. — Männcrgesangverein„Senefelder", Restaurant Zemter, Münzstr. 11, 9 Uhr llebungsstunde, Aufnahme neuer Mitglieder.— Gesangverein„Harmonia" Abends 9 Uhr im Restaurant Lehmann, Kursürstenstr. 31. Gesangslunde.— Lüberlffcher Turnverein(1. Lehrlings-Abthetlung) Abends s Uhr Elisabeth- straße 57—69. Turnverein„Wedding", Panks, r. 9, Männer-Abtheilung von Sil bis 10Ä Uhr Abends; desgl. 1. Lehrlingsabtheilung von 8 bis 10 Uhr Abends — Arends'sche Stenographenklasse des„Berliner HandwerkervereinS" Abends SÄ Uhr Eophienstr. 16.— Thealsr- und BergnügungSvereinS„EaritaS" Abends S Uhr im Louisenstädtischen Bierhaufe, Adiniralstr. 38.— Theater- und Ber- gnügungSgesellschaft„Treue" Abends sX UHr in Bobert'S Ballsalon, Weinstr. 11. — Privat-Thealergesellschaft„Schneeglöckchen", Abends 9 Uhr in VetlinS Bterhaus Veteranenstr. 19.— Geselligkeitsklub„Lustig" AbendS 8% Uhr im Restaurant Weichest, Taubenftr. 45.— Verein der Taubenfreunde AbendS s% Uhr im Restaurant Hillmann, Manteusfelstraße 68.— Däntscher Verein„Frepa" Abends 9 Uhr im Restaurant Poppe, Lindenstr. loo.— Verein der Äürttemberger AbendS 8% Uhr bei Vaibtnger, Torotheenstr. 84. Verein ehem. Schüler der 84. Gemeindeschule Abends 9 Uhr im Restaurant. Koppenstr. 68.— Verein ebem. M. ff. Luther'scher Schüler Abend» 9\' Uhr im Restaurant Bormann Ohmgaffe 2.— Rauchklub„Portorico" Abends 0 Uhr bis 11 Uhr»öpnicker- straße 167 bei Schulz.— Rauchklub„Qualm" Abends 8 Uhr im Meiiaurank Tamm, Schönhauser Allee 28.— VergnügungSverein„Lustige 13" Abends s Uhr im Restaurant Albrecht, Annenstr. 9.— Tainbourverein„Sedan" Sitzung Abends 9 Uhr, Grüner Weg 9—10, Aufnahme«euer Mitglieder.— Tambourverein „Herz Innig", Abends 8 Uhr, Sitzung im Restaurant Straßburgerstraße 6, Dirigent und Vorsitzender Fritz Laugant.— Tambourverein„Einigkeit macht stark", gegründet 1888, Dirigent zür Zeit H.»ämting, Aufnahnte neuer Mitglieder Abend« 9 Uhr im Restaurant Hah», Elsasserstr. 67.— Tambour- Verein„Felsenfest", Sitzung 8% Uhr, Weißenburgerilr. 64, Dirigent und Vor- sitzender: A. Friese. Aufnahm- neuerMitglirder.— VergnügungSverein„Lustige Seelen" Abends 9 Uhr im Riitaurant Schuster, Oranienflr. 8.— VergnügungS- verein HoSpieia Klein« Sugusttaß« 14 Abends» Uhr. Die Redaktion stellt die Benutzung d-S SprechsaalS, soweit Raum dafür abzu- aeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Interesses zur Verfügung; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt deffelben identifizirt zu werden. In dem Bericht der Versammlung der Posamentirer und Berufsgenossen Ihres geschätzten Blattes voin 18. d. M. werde ich angegriffen und der Arbeiterschaft Berlins gegenüber offen gekennzeichnet. Sie werden mir meine Rechtfertigung durch Ihr Organ gestatten, indem ich folgendes erwidere. Ich soll mich im Verein der Posamentirer sowie in der'Allgemeinheit als Märtyrer der Arbeiterbewegung gerirt haben, gleichfalls ein Inserat in Ihrem Organ erlassen haben. Ich war seit der Gründung des Fachvereins Mitglied, nur wenn ich außerhalb war, nicht; wo es galt unsere Interessen zu vertreten, war ich dabei und habe da- durch den Haß mancher, ja der meisten Arbeitgeber auf mich ge- zogen, es wurde mir von einem Fabrikanten gesagt:„Sie stehen bei uns auf der schwarzen Liste und bekommen keine Arbeit." Im Verein soll ich Fehler begangen haben, es sollen folgende sein. Im Fahre 1886 war ich in Offenbach Mitglied des deutschen Manufaktur-ArbeitervereinS, ebenfalls mit thätig in der sozialdemokratischen Bewegung. Wo es galt beider Interessen zu vertreten, war ich dabei, ich hatte die letzte Zeit eine Werlführerstelle, gab dieselbe aber wegen Lohn- reduzirung auf, war dann lange ohne Stellung und gezwungen Offenbach zu verlassen, bekam den Rest der Kasse des Manufaktur-Arbeitervereins, im Betrage von 16,50 55w weise zur Unterstützung. Ich erkenne an, daß ich selbigt. nicht zurückgezahlt habe, es aber in kurzer Zeit thun werde. Oktober bis Ansang März war ich Werkführer der PotM Posamentenfabrik. Jeder Genosse in Potsdam niuß mir WH daß ich in fast allen gegnerischen Versammlungen, die# Wahlen stattfanden, die Interessen der Sozialdemokratie»w* habe. Ich wurde entlasse» von meinen Chefs mit der Mollef? einen Sozialdemokraten, der unsere Leute aufwiegelt, um Löhne zu verlangen, können wir nicht gebrauchen. W Müller, der mein Vorgänger war, hat mich hier verdäctMX ich die Löhne drücke. Aufgefordert von der Fachkommisl>o>/ zu vertheidigen, habe ich der Kommission schriftlich MUM> daß dieser Herr Müller die Unwahrheit sage und da?% Gericht das beweisen würde. Ich habe bei einer hiesigen� schriftlich umArbeit angefragt undbemerkt,ich würde fleißig Was die Allgemeinheit anbetrifft, weiß jeder Genosse, bislang seit dem 12.' Februar ohne Arbeit bin und ich n einen Jeden auf, mir zu beweisen, ob ich mich als Mäntzw Arbeiterbewegung gerirt habe. Die meisten kennen mich» lange und einige von ihnen haben mich unterstützt. Ich. eine Zuschicknng des Fachvereins am Montag Abend 'Arbeiterbewegung gerirt habe. Die meisten kennen nmh j eine �zujCssiaung ocs yaaiuciriii» um a/iuiuug Jjj Versammlung zu erscheinen, hatte auch zugesagt, leider w"«r nicht hingehen. Ich frage die Arbeiterschaft Berlins, ob R dieser meiner Vergangenheit die Interessen der ganzen fi schaft mit Füßen getreten habe. Es ist persönlicher W?! Kollegen gegen mich; durch solche Handlungsweise(owc, nichts, sondern bringt Zwiespalt in eine Gewerkschaft, wooo Nutzen herauskommt.. Skalitzerstr. 20. Carl Nöhde» Posamentter. «• E r k I*ä r u n g..,» Es ist mir zu Ohren gekommen, daß unter einem 10-9 Arbeiterschaft das Gerücht zirkulirt, ich hätte in einer öfff'jT Stuhlarbeiterversammlung mich als Lohndrücker aufgespiMx mir nun jede Gelegenheit genoinmen ist, diese Angelegen� anderer als dieser Weise richtig zu stellen, so erlaube R hierdurch, aus obiges Gerücht zu antworten. In der am stattgehabten Versammlung ivurde eine iliesolution zur Tf-jj gestellt, in welcher der Wunsch ausgedrückt war, daß bei v« fassung über das zu deckende Defizit der Orlskrankenkasse(g die Delegirten doch nicht die Beiträge erhöhen, sondern die w* der Beamten ermäßigen, im Verneinungssalle aber nur höhung der Beiträge auf unbestimmte Zeit festsetzen möchten.? Diskussion hierüber sprach zuerst der Kassenführer und da Kasfirer, welch Letzterer die Verhältnisse der Weber schilderte, daß es eigenthünilich berührte, wenn man mit äff mußte, wie ein weitaus großer Theil der Webermeisttt diese Beiträge mit Pfennigen bezahlen müßten, die sie aK Ecken zusammen suchten, was mich, da ich die Lage dtt, genau kenne(dieselben verdienen bei angestrengter Arbk>> über 10 Mark durchschnittlich) dazu veranlaßte, folgeuW. zuführen:. J Wenn die Lage der Weber so erbärmlich ist, wie N schildert, wenn ferner die Arbeit der Verwaltung der kleiwff der Mitglieder(3000) gegenüber doch gerade keine so und die beiden Beamten 1500 und 1700 M. inkl. Revenue» außerdem noch der Vorstand 6—700 M. bezieht, so wäre ff wohl gerechtfertigter, theilweise die Leistung der 5iasse etwa»- ringern und andererseits wäre es auch gar nicht so schlimm Defizit zu decken, wenn die Beamten etwas dazu würden. Wenn man noch beiden Beamten zu Hause auf welchem sie zeitweise Geld verdienen und der I I Versicherungsagent in einigen Zeitungen enipsiehlt,' scheint es geradezu sonderbar, wenn man Jemand, der ol Vorkommnisse hinweist, hinter dem Rücken als Lo? denunzirt, noch dazu in einer Versammlung. Warum! man der Arbeiterschaft denn nicht auch, daß sich doch»»J der Kasfirer selbst angeboten hat, ehe ich obige Anpf machte, für 1200 M. den Posten zu übernehmen? Ich überlaffe es jedem unparteiischen Arbeiter sich selbst ein Bild zu machen. Ergebenst Otto Heind« ________& VviefkslZtcn dev Bei Anfragen bitten mir die AbonnementS-Onlttung beizufügen- i Antwort wird nicht ertßeilt. Kchivitta«. Inserat kostet 19,20. J Einsehe»'. Das von Ihnen in der Annonze angege�r steht nicht auf der Lokalliste, das Inserat kann demnach™ genommen werden. in Betracht' zieht, noch einen Webstuhl 1 nebenbei noch ganz J Kassenführer sich nff Coz. Wahlverein im 4. Berliner ReiPtags-Wshttreise. Allen Mitgliedern des Vereins, sowie deren Freunde und Genossen zur Nachricht, daß unser theurer Freund und Genosse, der Tischler Franz Scholz im Alter von kaum 25 Jahren an der Proletarierkrankheit am Donnerstag früh 1 Uhr im Krankenhause Bethanien gestorben ist. Er hat, wie selten einer, im Kampfe für die Freiheit mitgewirkt. Ehren wir sein Andenken. Die Beerdigung wird morgen bekannt gemacht. 1066 Der Vorotand. Große Mitglieder-Versammlung kt ZeM-KmkeMe kr innrer, Stcinlnncr u. s. hj„ genannt Grundsltein zur Einigkeit, am Sonntag, den 20. April, Vormittags 10 Uhr, in Scheffer's Salon, Jnselstraße 10. Tagesordnung: 1. Kassenabrechnung vom 1. Quartal 1890. 2. Bericht der Revisoren. 3. Verschiedenes in Kassenangelegenheiten. Im Auftrage des Vorstandes: Karl Weisse, Tegelerstr. 27. Ansserordentliche Versammlung kr Freien Vereinignng kr Dmen-iantel-Weikr llild Arbeiterinnen kr Vekleibnngs-IMßrie am Sonntag, den 20. April ds. Js., Nachmittags 2Vg Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandanlenstr. 77/79. Tagesordnung: 1. Die Frauenbefreiung. Referent H. TOrk. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.— Alle Arbeiter und Arbeiterinnen der Weißwaaren, sowie alle in der Trikotagenbranche beschäftigten Arbeiterinnen und Arbeiter werden zu dieser Versammlung insbesondere eingeladen. Gäste, Damen und Herren, haben Zutritt. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. 1080 Die Einberuferin: Frau Große öffentliche Versammlung der DrechsBer und Herufsgenojfen aller Krauchen KerUus am Dienstag, den 22. d. Hl., Abends 8 Uhr, im Kdnigstadt- Kasino, Holzmarktstrasse Nr. 72. Tagesordnung: 1. Unsere Stellung zum 1. Mai, dem Demonstrationstage für Erringung des achtstündigen Arbeitstages. Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes._ 1074 Achtung Modelltischler! 0 eff entliehe Versammlung der IWodelBtischler Berlins und Ümgeg. am Mantag, den 31. April 18t>0. Abends 8 Uhr, im Ucstanrant Mrdding, Müller str. 178. Tages-Ordnung: 1. Die achtstündige Arbeitszeit und deren Nutzen auf Grund der Bcschlüffe vom Internationalen Aroeiterkongreß in Paris. Referent: Herr C. Becker. 2. Diskussion. 3. Was beginnen wir am I. Mai? 4. Verschiedene Organisationsangelegenheiten und Vorkommnisse in der Schwartzkapff'schen Fabrik,'Ackerstraße.— Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. 1089 Die Vertrauensmänner-Kommission. Fchvemn kLithoMiestein- yersammiung am Sonntag, den 20. d. M., Vormitt. 10 Uhr, bei Zemter, Mttnzsttaße 11. Tagesordnung: 1. Vortrag des Hrn. Pens über das Thema:„Die Unab- hängigkeit der Ueberzeugung". 2. Neu- wähl eines Vorstandsmitgliedes. 3. Ab- rechnung von der Matinee. 4. Ver- schiedenes.— Gäste sind willkommen. Die Versammlung ist polizeilich geneh- migt. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen bittet 1087 Der Vorstand. Koh-Tabak Größte Auswahl, billigste Preise. 667 0. Elkhaysen, Münzstr. 10. Allen Freunden und Bekannten empfehle mein Zigarrengeschäft. 1068] E. Joost, Nene Hochstr. 14. Rixdorf, Prinz Handjorystr. 49, Ecke Falkstr., freundl. Vorderwohnungen (Stube u. Küche, Kloset, Wasserleitung) 50—70 Thlr.[261 Versammlung der Rreien Vereinig, kr toente, (iifelenrc nnii nerv.BernsSgen. am Montag, den 21. April, Abends 9 Uhr, Dresdenerstraße Nr. 43. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag. 8. Verschiedenes und Fragekasten. 1097 Heute Abend findet das Stiftungsfest in Renz' Ballsalon, Naunynstraße 27, statt. Der Vorstand. Weiter-Mnngsvercin für Weinensee nnü llmgegenk Versammlung am Dienstag, den 22. April, Abends 8 Uhr, bei HAhling, Langhausstraße (zum Hohenzollern). Tagesordnung: 1. Kassenbericht vom 1. Quartal. 2. Bericht des Vcrgnügungskomitee's. 3. Wie seiern wir den 1. Mai? 4. Regelung der Bibliothekfrage. 5. Verschiedenes. I. A. des Vorstandes. 1073 Grttnenbero, Vorsitzender. Allen Freunden und®{n�( Nachricht, daß unser Kupferschmidt Karl Leist, an der Proletarierkrankhett"..jl woch, den 16. April, früh." starben ist. Wir verlieren in � storbcnen einen getreuen»' j in unserer Arbeitersache. vj Die Beerdigung findet Nachmittags 2 Uhr, vom Pankstr. 21, aus statt. Die GruKssen in» Danksagung-� t4 Meinen herzlichsten Dai»« Allen, welche meinen liebes unseren guten Vater, den» meister Emil Wendt, W, Ruhe geleitet haben, beso" � Kollegen und Mitarbeitern° Löwe'schen Fabrik, für® Blumenspendcn, sowie demv'.�- Bayrhoffer fiir die trostre'� am Grabe des Entschlafenen-� Wwe. Agnes Mendt geb- r _ nebst Sohn.�>� Empfehle mein Lokal nachtvei» und für Zahlst Zimmer mit Pianino 892_ Arthur Ziomer�j��l Resterhandlung. Bill. Rj|'e W groß. Hosen, z. klein, u. � Seide, Plüsch u. alle Besatzste.� z. Taillen, a. Wunsch zugesch...i? Knaben-Zlnzüge.|l n* 1' y marstraße 66. .sirape oo.____ ArkitsimlA 1 Posamcntiergehilfe a... v. F. Schultz?, Klosterstr.�>I 1 tücht. Rockarbeiter ld' 1094 und einen solchen auf Maschmeyer, Verantwortlicher Redakteur: Eurt Laake in Berlin. Druck und Verlag von Ma» Kading in Berlin 8W., Beuchstraße 2. 2 Ur. 91. Sonnabend, den 19. April 1899. y. Jahrg. d! liovvefpo>»denie»r. Zürich, 16. April. In den Knntonen Basel und Zürich stehen die Arbeiter augenblicklich in der W a h l b e iv e g u n g. In den nächsten Wochen werden in beiden Kantonen die Groß- räche(gleichbedeutend mit Landtag resp. Landtagsabgeordneten) und die Regierungsrathe(kantonale Minister) gewählt und die Arbeiter, die bisher immer nur geHolsen haben, der demokrati- schen Partei eine Machtstellung zu erringen, für sich selbst aber keinen einzigen verläßlichen Vertreter entsenden konnten, sind nun ernstlich entschlossen, mit der unwürdigen Rolle des Stimmviehs zu brechen und endlich einmal an die Wahrung der eigenen und zunächst liegenden Interessen zu denken. Im Basler Kantons- rathe hatten die Arbeiter bisher allerdings schon einige Vertreter, aber nicht in der Anzahl, wie sie sie im Verhältmß zu ihrer Parteistärke beanspruchen können. Dagegen hat die Züricher Ar- beiterschast noch nie einen ehrlichen und energischen Vertreter für sich gehabt. Der Züricher Kantonsrath ist bis heute noch nicht durch die Anwesenheit eines sozialdemo- kratischen Mitgliedes entheiligt worden. Bis jetzt wurde die Beute immer getheilt zivischen den Demokraten und den Liberalen und die Arbeiter spielten den enttäuschten Zu- schauer. Nun soll infolge der Zunahme der Bevölkerung ein Dutzend Kantonsräthe mehr gewählt werden, die hauptsächlich auf die industriellen Bezirke entfallen und auf dieses Dutzend reflektirt nun die sozialdemokratische, oder wie sie sich mit Vor- ficht nennt, die Arbeiterpartei. Die Demokraten scheinen geneigt zu sei», den Arbeitern das Dutzend großmüthigst zu über- lassen. Es sind glückliche Menschen, diese Demokraten! Sie streben jetzt mit aller Energie darnach, im Kantonsrathe die Mehrheit zu erhalten(die bisherige Zusammensetzung war: 92 Demokraten, 119 Liberale) und dazu bedürfen sie der vollen Mitwirkung der Arbeiter, so daß deren Freundschaft für sie ein sehr wesentlicher Faktor ist. Um nun diese Freundschaft zu er- halten, machen sie Geschenke, die ihnen nichts kosten— sie liber- lassen als Preis des Kompromisses mit den Arbeitern diesen die zwölf neu hinzugekommenen Sitze und wahren da- bei ihren alten Besitzstand. Dabei wollen sie aber noch sehr wählerisch sein in der Persönlichkeit der sozial- demokratischen Kandidaten. Da ist ihnen der Lang zu radikal und dort vielleicht der Greulich nicht recht und da sollten sich die Sozialdemokraten mit ihren beste» Kandidaten von O' zu Ort schubsen lassen. Dagegen ist den Demokraten am Wi tage die Stimme des rothesten Sozialdemokraten willkonzMner .und er darf bestimmt noch aus einen fteundlichen Blick yckb dito Händedruck rechnen. In Basel wollen die Sözialdemokraten ohne Kompromiß mit den„Freisinnigen", also als selbstständige Partei mit eigener Kandidatenliste in die Wahlbeweaung eintreten. Dasselbe haben die Genossen in Bern für die ebenfalls bevorstehenden Kantons- rathswahlen beschlossen. Als sozialdemokratische Kandidaten sind dort in öffentlicher Parteiversammlung aufgestellt worden: Reichel, Steck, Schürz(kein Sozialdemokrat, aber ein Freund der Arbeiter), Lauber, Siebenmann und Käser. Der Kritiker der schweizerischen Arbeiterbewegung, Herr Steck in Bern, schreibt im„Schweizer Sozialdemokrat" über den Ölten er Arbeitertag:„Es war«ine stattliche, aber auch eine recht buntscheckige Truppen- schau, welche die schweizerische Arbeiterpartei am Oster- montag in Ölten abhielt. Arbeiterschutz und etwas Demokratie(da und dort vielleicht im Grunde mehr nur schwarze Opposition gegen die regierende Partei, als wirklich demokratische Gesinnung) bildeten die Signatur des Tages und bilden die einheitliche Fahne dieser Masse. Es ist das immerhin ein Programm, auf dem sich heute eine Partei bilden läßt, eine Partei, die freilich, als Ganzes, die Sozialdemokratie sich ferne halten muß und wird. Diese marschirt als Bruchtheil mit, wie das ihr Programm, das neben dem Ausbau der Demo- kratie auch die Unterstützung des Arbeiterschutzes kennt, mit sich bringt; allein sie läßt sich dabei ihre Selbstständigkeit nicht rauben und sie inuß darum immer als ihre formelle Haupt- aufgäbe die Stärkung der sozialdeuwkratischen Partei der Schweiz neben der Arbeiterpartei verfolgen. Es wird das erst an dem Tage überflüssig werden, wo die gesammte Arbeiterpartei oder doch der größte Theil derselben der Sozialdemokratie sich zuwendet. Dann werden freilich die Soutanen sowohl wie die schwarzen Leibröcke der meisten National- und Ständeräthe und anderen Wlirdenträger, welche in Ölten wesentlich repräsentirten, am Arbeitertage nicht mehr zu finden sein. Man wende uns nicht ein, die deutsche sozialdemokratische Partei mache ja auch in Sozialreforin und zwar als Hauptzweck dermalen: es ist ein ander Ding, ob Sozialdemokraten sozial- re>ormerische Ziele politisch anstreben, oder ob dies solche thun, m« aoch nie etwas anderes waren, als Sozialreformer und wahr- schemlrch nie etwas anderes sein werden. Aus überzeugten Sozial- resormern m politischem Sinne des Wortes werden nie Sozial- demokraten, so wenig wie aus Ultramontanen je Freisinnige wer- den können. Die Sozialdemokratie muß als solche wachsen und. selbststandig oder sie wird nicht sein. Verschämier Weste ist noch nie eine politische Partei rechter Art empor ge- kommen." Herr Steck zollt übrigens dem Arbeiterbunde und seinen Kongreßbeschlüssen Anerkennung, glaubt aber, daß letztere am Widerstände der Behörden scheitern und diese Enttäuschung der Arbeiter der Sozialdeinokratre von Nutzen sein werde.„Oder", schueßt er ironisch,„sollte uns am Ende die Bourgeoisie den schltmmen Streich spielen, die Forderungen der Herren Scherrer und Greulich zum Gesetze werden zu lassen?" «Trau Clara Zetkin aus Paris hat am verflossenen Sonnabend, mit einem Vortrage über:„Die Stellung und die . Aufgaben der Frau in der Gegenwart" in C h u r ihre Ägitations- fr Uv c"< Schweiz begonnen und wird sie nächste Woche zu Ende fuhren. Außer Eh»r hat sie bisher noch gesprochen in St. Gallen und W,nterthur; heute Abend spricht»e in Zürich und außerdem ,n den nächsten Tagen noch in Bern, Biel und Basel. . Ihre bisherigen Versammlungen zeichneten sich nach dei, vorlie- genden Berichten durch außergeivöhnlich zahlreichen Besuch beider Geschlechter aus und den Vorträgen der Frau Zetkin selbst wird wegen ihrer Klarheit und schönen logischen Form rückhaltlose | Anerkennung gezollt. Wir kommen darauf noch in unserem näch sten Berichte zurück. In Biel streiken 64 Zimmer- und Schrein er- I gehilfen und in L u z e r n die Schneider. Bei den Berner ' Zimmerleuten intervenirte die Reservekasse-Kommifsion mit Er- folg, so daß die Arbeiter befriedigt und ein Streik vermieden wurde. 1. für männliche Arbeiter: a) achtstündige Arbeitszeit, b) 50 pCt. Zuschlag für 11 eberstunden; 2. für weibliche Arbeiter: a) achtstündige Arbeitszeit, b) Zuschlag von 83Va pCt. auf Akkordarbeit, c) 15 M. Minimallohn für Lohnarbeiterinnen, ck) Zuschlag von 60 pCt. für Sonntagsarbeit und SVs pCt. für Ueberstundcn. Die Fabrikanten haben diese Forderungen als unberechtigte und maßlose bezeichnet. Sie lehnten dieselben strikte ab. Am Sonnabend, den 12. April, stellten sie uns vor die Alternative: entweder neunstündige Arbeitszeit und thunlichste(?) Erhöhung der Akkordlöhne, oder Kündigung aller Arbeiter— oder, wie die Fabrikanten sagten, sie wollten uns aushungern. Nun, Proletarier, daSkonnten wirnurmiteinerArbeitseinstellungimAllgomeinenbeant- Worten. DieLage der Arbeiterinnen ist eine schreckliche, sie ist geradezu eine Zuchtstätte der Prostitution. Die Löhne betragen im Durch- schnitt 6—8 M. Der Aufenthalt in den Fabriken ist ein die menschliche Gesundheit untergrabender. Wer das nicht glauben will, braucht mos die frühzeitig abgehärmten, bleichen Gesichter vor der Arbeitsstätte zu erwarten. Proletarier, glaubt, unsere Forderungen sind gerecht, umsonst legen nicht 1200 Arbeiterinnen und 180 Arbeiter einmuthig die Arbeit nieder. Es erfordert nur eine kurze Zeit. Wir müsse- die dreifach bedrängten Arbeiterinnen unterstützen, sonst unterliegen sie. Hungern haben sie gelernt, aber wir wollen die Prüfung dieser armen Mädchen nicht auf das Aeußerste hinausdehnen. Unterstützt uns schnell, es ist unser Sieg und unser Sieg ist der Eure. Deutschland erlebt zum ersten Male eine Achtstunden- Proletarierinnen- Bewegung. Laßt sie nicht zu Grunde gehen! Euch den Proletariergruß entbietend die Kommission der strei- kenden Kartonarbeiterinnen und-Arbeiter Berlins. Sendungen und Zuschriften sinWn richten an Hermann Greifenberg, z. Z. Restaurant-Mlzmann, Andreasstr. 26. Soziale LtebersMzk. A» das Proletariat Deutschland«, Arbeiter l Seit -viontag, den 14. April, befinden sich die Kartonarbeiterinne» und -Arberter Berlins in einem allgemeinen Streik. Veranlassung ist: st* F8*' �pril ab wollten dre Arbeiter der Kartonbranche nur unter folgenden Bedingungen arbeiten: iöi!- Tbi 'ctTammlunaim. >»e öft'rntlichc Gemerkschafta- Versammlung fand Dienstag Abend in Keller's Festsälen, Andreasstraße, statt. er Wortlaut der Tagesordnung war:„Wie stellen sich die Ge- werkschaften zur weiteren Gründung von Fachblättern?" Es waren gegen 800 Personen erschienen; unter diesen waren alle hervorragenden Leiter der Berliner Gewerkschaftsbewegung an wesend. Das Bureau der Versammlung bildeten die Herren Wilschke, Thieme und Wiedemann. Maurer Julius Wernau referirte. Die Diskussion werde ergeben, so sagte er, ob die zu erörternde Frage eine zeitgemäße sei. Man lebe jetzt in einer Zeit der Gewerkschaftskongresse. Auf allen diesen stehe die Organ rage an erster Stelle. Welche Stellung man dazu einzunehmen habe, wolle er untersuchen. Die Gewerkschaften bildeten das Rückgrat der Arbeiterbewegung. Die Politik sei das warme, pulsirende Blut derselben. Sobald das Blut nicht in richtiger Weise durch den Körper rollt, verknöchere dieser, die Funktionen stocken. Die heutige Gewerkschaftsbewegung leide a» dieser Verknöcherung sehr. Die Organisationen, die nicht in richtiger Weise geleitet würden, hätten viel Schuld daran. Seichte Redensarten seien Mode geivorden, die der heutigen Zeit nicht entsprechen. Auf den Kongressen stehe sich Berlilu�lnd Ham- jmagjtetö gegenüber. Berlin, die Leiterin der politischen Be gung, spiele auf den Kongressen eine traurige Rolle, sie stehe machtlos der dx��mburoer und der Provinzialen gegenüber. Kominen die�ertrMr�flsAn mit gemachten Beschlüssen in der Tasche an, dann werde jede Streitfrage offen bleiben; das sah man an dem letzten Bauarbeiter- und an dem Zimmererkongreß. Redner exemplifizirt auf das„Vereinsblatt", das stets die Ansicht der Berliner vertreten habe. Obgleich dasselbe(früher der„Bauhandwerker") früher als offizielles Organ der Maurer Deutschlands anerkannt worden, sei in Hainburg ein Neues Organ gegründet worden. Seit dieser Zeit tobe in diesen beiden Blättern der Streit zwischen den Ansichten Berlins und Hamburgs. Zwei solcher„geistigen Bän der" müßten demoralistrend wirken.(Sehr richtig.) Bei den übrigen Geiverkschaften sei es genau ebenso. Hamburg strebe überall darauf hin, das Fachblatt in die Hände zu bekommen. Die Firma Jensen u. Co. stehe stets hinter diesen Machinationen. Die Firma FerrfnstffA' ckußerst gerieben. Durch die Blätter dieser Firma werde der Charakter der Beivegung immer seichter. Es thnt noth, daß endlich Generalmarsch geschlagen werde. Von allen Seiten werde den Arbeitern Sand in die Augen gestreut. Das Elend werde immer größer, keine Grund legenden Reformen würden eingeführt. Es sei an der Zeit, daß in der Presse die Stimmung der Arbeiter ungeschminkt zum Ausdruck komme Die Jensen'fchen Gewerkschaftsblätter unterdrücken jeden Frühlingshauch; sie korrumvlre. In den Leitartikeln iverde lauter leeres Skroy gedroschen. Die besseren Artikel seien gestohlen.(Sehr war.) Stets predigen sie die Zen- tralifation, und zivar aus Geschäftsinteresse. Sei es denn uver- Haupt nothwendig, daß jede kleine Gewerkfchast ihr eigenes Organ hat? Ware das Sozialistengesetz nicht, dann hätten wir auch ein einheitliches Organ und einen einheitlichen Geist in den Massen. Den möge man schon jetzt dadurch zu erzielen suchen daß kleine Gewerkschaften ihr Hamburger Fachorgan ausgeben und auf das„Vereinsblatt" abonniren, das stets die Fahne der zielbewußten Arbeiterbeivegung vorangetragen habe.(Lebhaftes Bravo.) Herr Behrcndtsohn, der Inhaber der Firma Jenfen, diese Geiverkschaftsblätter-Fabrik bestehe, werde man dagegen protestiren, und zivar dadurch, daß die Arbeiter diese fallen lassen und bessere Blätter lesen. Das„Vereinsblatt" fasse das Ver- hältniß zwischen Kapital und Arbeit von allen Seiten auf. Es bringe gute Artikel, deshalb mögen kleine Gewerkschaften, die noch kein Organ, oder kein lebensfähiges haben, auf dasselbe abonniren. (Beifall.) Gärtner Büchner glaubt, daß das Tooesstündlein der Gewerkschaften bald schlagen werde. Durch reine Geiverkschafts- bewegung seien die Verhältnisse nicht zu bessern. Die Geiverk- chastspresse müsse alle Fragen auch von diesem Standpunkt aus behandeln. Man möge diese Frage stets im Auge behalten. Tapezirer WUdberger: Die Auswüchse der Presse seien nichts als eine Folge der Form der Gewerkschastsorganifation. Greife eine andere Organisation mit anderen Ideen Platz, als die Zentrali- ation, dann werden auch die Blätter sich nicht mehr so geberden können, als gebe es kein ehernes Lohngefetz mehr. So lange sich z. B. etwa 500 Arbeiter in Deutschland zu einer Zentralisation zusammenthun und ein eigenes Blatt gründen, so lange diese Vereinsspielerei betrieben werde, werde es nicht besser werden, iverde auch die Presse nichts taugen und nichts nutzen. Sei eine tüchtige und einheitliche Organisation geschaffen, werde sich auch die Organfrage regeln. Da beide Punkie eng mit einander ver- Kunden sind und die Versammlung stark gelichtet sei, beantrage er eine neue Versammlung mit der Tagesordnung:„Die Organisation und die Presse" einzuberufen. Nach beendeter Diskussion beschließt man demgemäß. Es war 1 Uhr geworden. Deshalb wurden die übrigen Punkte von der Tagesordnung ab- gesetzt. Hierüber soll eine neue Versammlung stattfinden. Vor Schluß der Versammlung wurde noch folgender Antrag anga- nommen:„In Erwägung, daß der Zweck der Maidemonstration für die Kulturentwickelung ein bedeutender ist und um dem 1. Mai als Feiertag und Volksfest die volle Würde beizulegen, erklären die heutigen hier anwesenden Vertreter sämmtlicher Geweick- schaften, für Ruhe und Ordnung am 1. Mai während der Feier zu sorgen, sowie die volle Verantwortung für die Ordnung zu übernehmen." Gewerbliche KUfsarbeiter. Am Mittwoch, den 16. d. M. fand eine öffentliche Versammlung der gewerblichen Hilfsarbeiter in Joel's Salon, Andreasstraße statt. Dieselbe war von 1600 Personen besucht. Tagesordnung war, die Berichterstattung der aus Hannover zurückgekehrten zwei Deligirten der gewerl»- lichen Hilfsarbeiter, der Herren Willy Schmidt und Fritz Krüger. Nachdem das Büreau aus den Herren Roßenow, Hauser und Vogel bestehend gewählt war, ertheilte der Vorsitzende, als ersten Referenten Herrn Schmidt das Wort. Derselbe erklärte nun, daß er bei der Wahl und Agitation zu diesein Kongreß sich nicht recht etwas von diesem versprochen hatte, aber nun, wo er gesehen hat, wie es war, es doch für mehr als nur der Mühe werth war, denselben in allen seinen Theilen beigewohnt zu haben. In vielen Sachen wurde den Wünschen der Berliner Rechnung getragen, indem die Dele- girten einsahen, daß die Berliner Genossen doch in allen Sachen das Rechte vertraten. Es waren von 60 Städten aus allen Gauen Deutschlands 53 Delegirte vertreten. Punkt 1 der Tagesordnung: Zentralisation oder starke Lokalverbände, wurde letzteres als das Beste anerkannt. Hierauf erläuterte der Referent den Normalarbeitstag, die Löhne der verschiedenen Städte, des Staates, der liommunest und der Gasarbeiter. Hierauf sprach Herr Krüger ebenfalls seine volle Anerkennung über den Kongreß aus und erläuterte er noch in weiteren Details. wie die Handhabung und Geschäftsführung des Kongresses war, sucht die ihm gemachten Vorwürfe zu widerlege». Nach ihm sprachen eine lange Reihe von Rednern aus allen Gewerkschaften zum Theil Klagen gegen die Jensen'schen Fachblatter vor- bringend. Schuhmacher Mar Baginski beleuchtet die Frage vom prinzipiellen Standpunlte aus und polemisirt gegen Herrn Behrendtsohn, der erklärt hatte, daß er die Blätter ge- gründet habe von seinem Standpunkt als Geschäftsmann einer- seits und andererseits, weil er damit der Gewerkschaftsbewegung einen Dienst geleistet, keinesfalls aber Schaden angerichtet habe. Es frage sich, ob ein Verleger berechtigt sei, mit Hintansetzung aller Prinzipien aus der Arbeiterbewegung Vortheil herauSzu- schlagen. Die Namen der Mitarbeiter, die Herr I. angeftihrt habe, bürgen für nichts, nur die Leistungen. Im �Zeitgeist", der auch bei Jensen erscheint, habe ein Artikel über die~" gestanden, der von einem Abgeordneten herrührte und meist mir der Entwickelung in Ei n k last gpTTOi igen war. Fehler müßten stets kritisirt werden, ganz gleich, wer sie macht. Herr Behrendt fohn sehe die Aufgabe der Gewerkschaftspresse nur darin, das Verhältmß zwischen Kapital und Arbeit in Bezug auf die Ar beitsverhältnisse zu erläutern. Das genüge nicht; alle Anschauung gen und Einrichtungen der heutigen Gesellschaft resultiren aus diesem Verhältniß. Das müßte Herr Behrendtsohn als Sozialist, der er sein will, wissen. Es dürfte also nicht blos die Streikbewegung beleuchtet werden. Jedenfalls dürften aber nicht Geistesprodukte fabrikmäßig ausge beutet werden. Davon habe nur der Kapitalist, nicht die Arbeiterbewegung Vortheil. Die Arbeiter hätten kein Interesse daran, Kapilalisten zu züchten und reich zu machen. So lange esprach die§§ 16 und 8b des Vereinsgesetzes und verlas zuletzt noch sämmtliche Resoluttonen des Kongreises. Reicher Beifall lohnte die Redner. Während der Pause ließen sich 115 neue Mitglieder in den Verein aufnehmen. Zur Diskussion sprachen dieHerren Gräther, Rennthaler, Roede, und Krüger. Zu Verschiedenem wurde eine Agitationskommission von 7 Mann gewählt und zwar die Herren Lasse, Krüger, Vogel, Günther, Schmidt, Pusch und Bartel, welche gleich in Thätigkeit treten soll. Es wurden noch einige wesentliche Punkte erledigt und schloß der Vorsitzende die imposante Versammlung um 1 Uhr 25 Min. mit einem Hoch auf die zielbewußte internationale Arbeiterschaft. In Uirdouf fand äm Dienstag, den 15. d. M. eine öffentliche Volksversammlung statt. Auf der Tagesordnung stand: 1. Stellungnahme zum 1. Mai. 2. Diskussion und 8. Verschiedenes, Referent sollte Herr Max Baginski sein. Derselbe war aber am Erscheinen verhindert und übernahm Herr Fritz Krüger das Referat. In längerer Rede legte Redner die Enttvickelung der heuttgen Produktionsweise dar und kam zu dem Schluß, daß es eine eminente Kultursorderung sei, wenn die Arbeiter eine ver- kürzte Arbeitszeit forderten; daß bei den weiteren Fortschritten in der Technik es in späterer Zeit wahrscheinlich auch dabei nicht bleiben würde; aber es wäre in der Jetztzeit das Erreichbare und Mögliche und könnte es für die Produktion nur günstig sein und ........... die Arbeiter koneine Steigerung derselben herbeiführen, wenn sumtionssähigex gemacht würden. Um aber diesen achtstüw digen Arbeitstag schnell herbeizuführen, wäre der 1. Mai von den Arbeitern aller Länder als Feiertag anerkannt worden und ist zu.hoffen, daß der Druck von unten stark genug sein würde, damit endlich die Forderungen der Arbeiter Gesetzesform erlangten.— In der Diskussion versuchte der Klempner Wurbs den Standpunkt der Fraktion zu vertreten, wurde aber von den Herren Krüger, W. Werner und mehreren Anderen zurückgewiesen. Die Versammlung nahm hieraus auch folgende Resolutton ein- stimmig an:„Die heutige in Niesegk's Lokal tagende öffentliche Volksversammlung, welche von zirka 1200 Personen besucht ist, erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten über den„achtstündigen Arbeitstag" voll und ganz einverstanden und beschließt, den 1. Mai als Feiertag zu erklären� Die Versammelten geben das Versprechen, in Werkstatt und Fabrik, überall, wo steh Gelegenheit bietet, für möglichst zahlreiche Betheiligung an der an diesem Tage statt- findenden Massenkundgebung zu Gunsten der Verkürzung der Arbeitszeit einzutreten. Ferner verbittet sich die Versamnilung die Vorschläge der „Volks-Zeitung" und das Einmischen derselben in unsere sozial- demokratische Parteiangelegenheiten, da wir dieselbe nur als ein Organ zur Vertretung der Interessen des Kapitals an- erkennen." Im weiteren Verlaufe der Versammlung wurde das Bureau beauftragt, am 1. Mai eine Volksversammlung einzuberufen, und kam dann ein Brief des Gastwirths A. Hoffmann zur Verlesung, in welchem derselbe den Arbeitern sein Lokal zur Verfügung stellt. Ueber das Lokal war seiner Zeit die Sperre verhängt und wurde nach Befürwortung mehrerer Herren folgende Reso- lutton angenommen: „Die heute im Lokale des Herrn Niesegk tagende Volks- Versammlung nimmt die Sperre, welche in einer Volks- Versammlung bei Herrn Würschmidt im Dezeinber vorigen Jahres über das Lokal des Herrn Hoffmann verhangt wurde, zurück und erklärt sich mit der Entschuldigung des Herrn Hoffmann zufrieden gestellt." Zum Schluß wurde noch den Zigarrenmachern thatkräftige Unterstützung in ihrem Kampfe gegen die Prinzipale, welche den Tarif nicht anerkennen wollen, zugesagt, und dann die in größter Ruhe verlausende Versammlung geschloffen. GrHe BilHlllter-VersWmlW 1077 Dienstag, den 22. April, Abends sva Uhr, in Mündt s Salon, Köpnickerstraße Nr. 100.__ Tagesordnung: 1. Die Bildhauerbewegung in Verlin und im übrigen ■ Deutschland. Ref.: P. Dupont. 2. Rechenschaftsbericht der alten Kommission. 1 3. Verschiedenes.— Da sehr wichtige Angelegenheiten zur Sprache kommen, ist es Pflicht der Kollegen, alle zu erscheinen. Der Einberufer. IN Heute, GmoW, Vomittags 10 Uljr: Große Versammlung her ßreikekhen Mmtkifmumi iinii-Arbeiter der Aktien- Brauerei Friedrichshain(früher Lips) Sonntag, den 30. April ct., Mittags 12 Uhr: Grosse Matinee in Kaufmann s Variötö, am Alexanderplatz. zum Besten des arbeitsunfähigen Tischlers Willielm Syring, veranstaltet vom Skatkiub„Rückwärts". 967 Billets a 30 Pf. sind in den mit Plakaten belegten Geschäften zu haben. Flllbvereiu her Marülgr-«11H Grallitarbeiter Herlins nnd Umgegend. Sonntag, d. 20. April, Vorm. 10 Va Uhr, in Deigmüllor's Salon, Alte Jakobstr. 48a: �Sätgiiesieir-WersammSu�g. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Regelung der Werkstell en- Aeltesten. 3. Verschiedenes und Fragekasten. 1072 Neue Mitglieder werden aufgenommen. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Die Herren-BlBeicier-Fsbrik d» Deutschen Compagme 40|41 Oranienstrasse 40|41(am Oranienplatz) empfiehlt ihr großes Lager der geschmackvollsten Neuheiten in Rock- und Jaquet-Anzügen, Paletots zc. bei elegantester Ausführung zu en gros-Prcifen. Größtes Lager reinwollener Stoffe für Bestellungen nach Maaß Ve- stellungen zum Fest bitte recht frühzeitta zu machen, da nur so prompte ------'Zlich. Lreferung mogl Kitte genau auf die Hausnummer;u achten! 6. Scharnow's älteste nnd anerkannt leistungsfähigste» s Uhren-Favrik En gros' Berlin S„'• Esport Granienstr. 153, Ecke Moritzplatz, besteht feit 1860. Anerkannt beste Bezugs gu. Nickel-Remontoir-Uhren von 10—15 M. Silberne Remontoir-Uhren v. 17 M. an Goldene Damen-Uhren.. v. 20 M. an do. 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