«r. SS. Konntag. de» SV. April 1890. 7. Jahrg. Organ für die der Arbeiter. Das„Berliuer Volksblatt" „ täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. AbonnementspreiS für Berlin teuffelW Haus merteliährlich 3,30 Mark, monatlich 1,10 Mark, wöchentlich 28 Pf. Einzelne Nummer 5 «tags-Nummer, mit dem„Sonntags-Blalt" 10 Pf. Postabonnement 3,30 Mark pro Quartal. ___»f(Eingetragen in der Postzeitunaspreisliste für 1890 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) ■ Kre«zt>and, täglich durch die Expedition, für Deutschland und Ocstermch-Ungarn SlCr 2 Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. tid* Jnsertionsgebühr beträgt für die S gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins« und VersammluMS- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW.,, Beuthstraße 3, sowie von asten Annoncen-Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. -*•-• Fernsprecher: Amt VI.|lr. 4106,•-+- li uni die ,ie Üng»J hsten< Kedakkion: Veukhfflvatze 2.— Expedition: VeutMrMe 3. Ilrbeikerkkttttionen ald �.Der große Weberausstand in Gera; an welchem un- enstr.'Ahr 3000 Arbeiter betheiligt sind, ist bekanntlich dem ict,en--stand geschuldet, daß die Fabrikanten eine neue Fabrik- wng einführen wollen, die eine Reihe Bestimmungen alt, welche den lebhaftesten Widerspruch und Unwillen ___ � Arbeiter hervorriefen. iben Eine der Bestimmungen, gegen welche die Arbeiter hauptsächlich erklären, ist diejenige, wonach sie eine ion# Kaution, welche ihnen in Raten vom Lohne abge- roerfcen soll, in den Händen des Fabrikanten lassen , tn't er tlch gegebenen Falles bei Fernbleiben aus cbeitZo� Arbelt zc. daran schadlos halten könne. Lerg-g- Diese neue Art der Fesselung der Arbeiter durch das »Svlffltal hat in den letzten Jahren in allen Gegenden 84. ltschlands immer mehr Boden gewonnen und wird — Y'st von solchen Unternehmern angewendet, die sich mit itft, mderem Nachdruck als„abeiterfreundlich" ocht L'tznspielen lieben. So z. B. von dem stüheren '-.-�chstagsabgeordneten Niethamn,er, der ein großer Papier- ,» �rikant in Kriebstein bei Waldheim ist. " In den Etablissements dieses Herrn soll die Kaution Arbeiter und Arbeiterinnen 10 M. betragen, sie kommt ungefähr einem Wochenlohn gleich und beträgt bei vielen Arbeitern, welche in den Niethammer'schen Eta- ements beschäftigt werden, eine ganz respektable Summe, »inverzinslich in den Waschen der Unternehmer ver- Ganz ähnliche Einrichtungen bestehen in unzähligen !ren Unternehmungen, nur mit dem Unterschied, daß Kautionen vielfach erheblich höhere sind und theil- ner. 1 � e bis auf 100 Mark und darüber ekannt�sg e n. Dies wird unter anderem bestätigt durch die f'r'fef1'�ichsamt des Innern veröffentlichte Zusammen- szsÄWg der Fabrikinspektoren-Berichte. ahlst' Ganz besonders arg ist der Mißbrauch mit diesen i s st» ltionen in den rheinisch-westfälischen Jndustriebezirken, �>sie nieist eine sehr erhebliche Höhe erreichen und vor n dazu dienen, ein den Unternehmern unbequemes Ver- ). ber Arbeit durch die Arbeiter zu verhindern. 1 �#3 beachtet man ferner, daß die Unternehmer durch ent- chendeBeftimmungeii in den Fabrikordnungen dem Arbeiter vl�«ustritt aus der Arbeit erschweren, wohingegen sie das ben Arbeiter jederzeit zu entlassen im ausgiebigsten .x�t s? Anspruch nehmen, geht klar daraus hervor, daß er � allerschlimmsten Abhängigkeitsverhältniß Nun unterliegt es aber gar keinem Zweifel, daß die �25>'ehaltung einer Kaution durch Abzüge vom Lohne des Arbeiters ein ungesetzlicher Akt ist, weil er mit dem Inhalt der Gewerbeordnung im Widerspruch steht. Der§ 115, Absatz 1, der Gewerbeordnung besagt: Die Gewerbetreibendeii sind verpflichtet, die Löhne ihrer Arbeiter b a a r in Reichswährnng auszuzahlen. Hiernach ist also unzweifelhaft, daß Lohnabzüge einer Kaution wegen eben so unstatthaft sind, wie die Auszahlung des Lohnes in anderer Weise als durch baare Zahlung. Ent- sprechend dieser Auffassung liegen auch mehrere gerichtliche Urtheile vor, die zwar schon vor Jahren gefällt wurden, gegenwärtig aber, wo die Frage der Arbeiterkautionen immer mehr in den Vordergrund tritt, zum allgemeinen Nutzen veröffentlicht werden müssen. Die Urtheile, die wir hier im Auge haben sind bei der vorjährigen Zusammenstellung der Fabrikinspektoren- Berichte durch das Reichsamt des Innern veröffentlicht, und lautet der Bericht hierüber also: „Nach einem Urtheile des Grostherzoglich hessischen Land- gerichts zu Darmstadt verstößt der Abzug vom Lohne zum Zwecke der Kautionsstellung gegen die Vorschrist des§ 115 der Gewerbeordnung. Der dieser Entscheidung zu Grunde liegende Fall und das ergangene Urtheil werden von dem großherzoglichen Auf- ichtsbeamten wie folgt mitgetheilt: „Eine Stepperin hatte bei ihrem Eintritt in eine Schuh- waarenfabrik in Offenbach ain 23. Februar 1886 einen Vertrag unterschrieben, nach welchem sie verpflichtet war. ein Jahr lang «n der Fabrik zu verbleiben. Eine etwaige Kündigung seitens der Arbeiterin sollte ain 2. Januar 1887 schriftlich ersolgenstöimen. andernfalls der Vertrag«in weiteres Jahr Giltigkeit habe. Bei Vertragsbruch seitens der Arbeiterin sollten die in der Fabrik- orvnung festgesetzten Kautionsabzüge von wöchentlich 50 Pf. bis Zum Betrage von 60 M. den Arbeitgebern als Konventional- strafe versallen sein. Die Arbeiterin trat am 19. März aus und behauptete, daß sie am 3. Januar mündlich gekündigt habe, daß sie im Stücklohn beschäftigt und ihr nicht ausreichende Be- chäftigung gegeben worden sei, um ihren Lebens- unterhalt zu verdienen. Auf die Klage der Stepperin beim Ge- werbe-Schiedsgericht wurden die Arbeitgeber verurtheilt, die ein- behaltenen Kautionsabzüge im Betrage von 21 M. 50 Pf. an erstere auszubezahlen. Auf die Berufung der Arbeitgeber beim Amtsgericht wurde durch Urtheil desselben die Entscheidung des Gewerbe-Schiedsge- richts aufgehoben und die Arbeiterin verurtheilt, den Arbeitgeber die Kaution zu belassen und die Kosten des Rechtsstreits zu tragen, da§ 115 der Gewerbeordnung nur Verträge verbiete, nach welchen die Löhne statt in baar durch Kreditirung von Maaren, Verab- folguug von Lebensmitteln, zu höheren Preisen als die An- schaffungskosten ec. gegeben würden. Eine Stellung von Kaution durch Abzug vom Lohn sei erlaubt. Die Arbeiterin legte hier- gegen rechtzeitig Berufung ein und der Arbeitgeber wurde durch a v,rd«t«n.i J'emlletou. tu »»Dum Gluck der Damen." „ Roman von Emile Zola. ijijjVAutotifirte Uebersetzung von Armin Schwarz sie» Irea ,y- Wir haben noch andere Stoffe, die durch ihre Pracht * ein l � Preise Sie tu Erstaunen setzen werden, Mouret mit semcr singenden Stimme fort; so war. r7"T"r'T..... 1«limine fort; ipei�trhle ich Ihnen unser Cuir d'or, einen Taffct von un Weichlichem Glänze; wir haben Phantasie-Seidenstoffe von ■ich* Bessins, welche unser Einkäufer unter taufenden 9 Mustern ausaewäblt fmi- i.„s«1».«s___ feu. HR......... Mustem ausgewählt hat; und was Sammle betrifft, �be» uns die reichsten Kollektionen in allen Far- --- Tf.•:; Ich mache Sie aufmerksam, daß man dieses Jahr ästige" A' v«! Tuch tragen wird; Matelasses, Cheviottes, wie Sie Slpni �Nirgends wieder finden. jßS�' unterbrachen ihn nicht mehr: sie hatten den Kreis — ,2«T.°"Ser gezogen; mit einem Lächeln auf den halb- . �»ppen standen sie da, das Gesicht vorgestreckt »es Wesen sich dem Ver- vteu sich, ein Frösteln lief v.wtn. vj-i uorr bewahrte seine Ruhe des ii...»nmitten des betäubenden Duftes, der aus ihren J aufstieg. Nach jedem Satze nahm er ein Schlüct- ,)ee. Angesichts einer Bcrfichrungskunst, die sich selbst bemclftern weiß, stark genug ist, um dermaßen mit der spielen, fühlte der Baron Hartmann, der von Urtheil des Großherzoglichen Landgerichts Darmstadt vom 6. Februar 1888 verurtheilt, die einbehaltene Kaution an die Arbeiterin auszubezahlen und die gesummten Kosten des Versah- rens zu tragen. Nach der Begründung dieses Urtheils ver- pflichtet§ 115 der Gewerbeordnung den Arbeitgeber,.den Arbei- tern den Lohn baar in Reichswährung auszubezahlen. Hiernach soll dem Arbeiter der verdiente Lohn unverkürzt zu- fließen und zwar selbst dann, wenn der Arbeiter in einen Abzug einwilligt. Die in§ 115 Abs. 1 den Arbeitgebern auserlegte Pflicht zur Baarzahlung ist ganz unab- hängtg von dem in§ 115 Abs. 2 enthaltenen Verbot der Kredi- tirung von Waaren. Wenn nun der Arbeitgeber den Arbeitern an ihren verdienten Lohn wöchentlich 60 Pf. abzieht und diese Abzüge als Kaution zu seiner Sicherstellung gegen Kontraktbruch, gegen Beschädigung durch Pfuscharbeit und dergleichen verwendet, so widerspricht dies offenbar der in§ 115 Abf. 1 vorgeschriebenen Baarzahlung. Der abgeschlossene schriftliche Verttag weist auf § 8 der Fabrikordnuug, wonach die Kaution dafür gestellt wird, daß alle Besttmmungen der Fabrikordnung einschließlich der Kün- digungssrist innegehalten werden. Nach§ 117 der Gewerbeordnung sind aber alle gegen§ 115 verstoßenden Verttäge nichtig. Der§ 117 Abs. 2 schreibt aber weiter die Nichtigkeit aller Ber- träge vor, inhaltlich deren der Arbeitslohn zu einem anderen Zweck als zur Betheiligung an Einrichtungen zur Verbefferung der Lage der Arbeiter oder ihrer Familien verwendet wird. Inhaltlich der Motive zur Geiverbeordnung ist diese Bestimmung hauptsächlich gegen die in Fabrikordnungen enthaltenen Maß- regeln gerichtet. Der Theil des Lohnes, welcher dem Arbeiter wöchentlich als Kaution abgezogen wird, wird sofort mit dem Abzug der freien Verfügung des Arbeiters entzogen. Während der Fortdauer des Arbeitsvertrages kann der Arbeiter den betreffenden Theil seines Arbeitslohnes weder erheben noch sonst darüber verfügen, erst nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses erhält er die Kaution und auch dann nur bedingungsweise wieder zurück, wenn er recht- zeittg gekündigt hat, wenn der Arbeitgeber keine Ansprüche für Pfuscharbeit, fehlende oder beschädigte Werkzeuge ec. erhebt. Außerdem werden aber die Betreffenden Bettäge, um welche der wöchentliche Lohn für Kautionsstellung gekürzt wird, auch wirk- lich zur Kautionsstellung verwendet oder aufgebraucht. Bei Be- endigung des Arbeitsvertrages hat der Arbeiter keinen Anspruch mehr auf Zahlung seines Restarbeitslohnes, sondern nur auf Her- ausgäbe der gestellten Kaution. Gerade daraus geht aber hervor, dap der Arbeitslohn, beziehungsweise die Abzüge von dem- selben zur Kautionsstellung zur Sicherung des Arbeitgebers für etwaige Ansprüche an den Arbeiter verwendet worden. Der fragliche Vertrag, wonach die Klägerin den Wochen- lohn der Beklagten zur Kauttonsstellung zur kürzen berechtigt ist, ist hiernach aus zwei Gründen nichtig: einmal weil er gegen die Pflicht der Baarzahlung verstößt, und dann, weil infolge dieses Atouret kein Auge ließ, seine Bewunderung für den jungen Mann immer höher steigen. — Also Tuch wird mau tragen? fragte Madame March, deren blatternarbiges Gesicht in der leidenschaftlichen Er- regung schier hübsch wurde; da muß ich mir die Tuchstoffe doch ansehen. Madame Bourdelais, die ihre Besonnenheit bewahrt hatte, sagte: — Nicht wahr, der Ausverkauf von Stoffresten ist bei Ihnen am Donnerstag?... Da will ich lieber warten, denn ich habe alle meine Kleinen anzukleiden. Daun wandte sie ihren feinen blonden Kopf zur Herrin des Hauses und fragte: — Läßt Du noch immer bei der Sauveur arbeiten? — Mein Gott, ja, crividerte Henriette. Die Sauveur ist sehr thener, aber außer ihr giebt es Niemanden in Paris, der cmen Leib zu machen versteht; und dann: was immer auch Herr Mouret sagen mag, man findet bei ihr die schönsten Dessins; ich»nag mcht meine Kleider auf dem Letbe aller Frauen sehen. Mouret lächelte geheimmßvoll; dann gab er zu ver- stehen, daß Madame Sauveur ihre Stoffe bei ihm kaufe; es kommt allerdings vor, daß sie gewisse Dessins, deren Eigen- thumsrecht sie erwirbt, direkt beim Fabrikanten kaust; aber ihre schwarzen Seiden beispielsweise bezieht sie ausschließlich bcimK„Glück der Dame»»"; sie macht dort sehr bedeutende Einkäufe in diesem Artikel und verkauft ihn dann zu zwei- fachen und dreifachen Preisen. — Ich bin denn auch dessen sicher, schloß er, daß Die- jenigcn, die bei ihr kaufen, nur unser Paris-Bonheur kaufen. Warutn sollte sie denn auch in der Fabrik thcnrer zahlen, als bei mir? Mein Ehrenwort: Wir verkaufen die Waare auf Verlust. Dies war der letzte Schlag, den er gegen die Damen führte. Der Gedanke, die Waare auf Verlust zu be- kommen, stachelte in ihnen noch alle Leidenschaften der Frau auf, deren Genuß ein zweifacher ist, wenn sie den Kauf- mann bestehlen zu können glaubt. Er wußte wohl, daß sie dem Verlangen, halb geschenkt zu kaufen, nicht widerstehen können. — Bei uns wird Alles um Spottpreise verkauft i rief er heiter, indem er den Fächer der Atadame Desforges vom Guöridon nahm. Sehen Sie, dieser Fächer: ich iveiß nicht, was er kostet... — Die Chantilly-Spitze kostet 25 Frks, die Monttrung kostet 200 Frauks, sagte Henriette. — Nun wohl; Die Chantilly-Spitze ist nicht zu theuer; indessen bekommen Sie bei uns die nämliche uni 18 Franks; ivas die Monttrung betrifft, theuere Frau, sind Sie ab- scheulich betrogen»vorden; ich mache»nich anheischig, eine ganz ähnliche um 90 Franks zu beschaffen. — Ich sagte es wohl, riesWtadame Bourdelais. — 90 Franks! murmelte Madame de Boves; man muß in der That ein Bettler sein, um sich das zu versagen. Sie nahm den Fächer und besichtigte ihn von Neuem mit ihrer Tochter Blanche, und in ihrem großen, regelmäßigen Gesichte, in ihren großen schmachtenden Augen spiegelte sich die verhaltene, verzweifelte Begierde, die sie nicht befriedigen konnte. Und nun machte der Fächer zum zweiten Mal die Nunde durch die Hände aller Damen, be- gleitet von verschiedenen Bemerkungen und Ausrufen. Herr de Boves und Paul Ballagnosc hatten inzwischen das Fenster verlassen. Während der Erstere seinen Platz hinter Vertrages der Arbeitslohn zu einem anderen Zwecke als zur Ve- th-iligung an Einrichtungen zur Verbesserung der Lage der Ar- beiterinnen oder ihrer Familien verwendet wird." In demselben Aufsichtsbezirke hatte ein Arbeitgeber auf Grund des Arbeitsvertrages dem Arbeiter bei seinem Weggange eine Kaution zurückbehalten. Der Arbeitsvertrag enthielt folgende Be- stimmungen:„Der Arbeiter verpflichtet sich, auf Verlangen jeder- zeit außerhalb der regelmäßigen Arbeitszeit, namentlich auch Nachts und an Sonn- und Feiertagen zuarbeiten. Er verpflichtet sich durch Ausschwörung eines körperlichen Eides vor einem Ge- richt, keinerlei Kenntnißnahme der Fabrikationsverfahren zu suchen, das ihm Bekannte und Bekanntwerdende auch noch nach seinem Austritt als Geheimniß zu bewahren, während zweier Jahr« nach seinem Austritt in Europa und den Vereinigten Staaten von Nordamerika in kein Konkurrenz- geschäft einzutreten, kein solches zu begründen, zu über- nehmen, zu betreiben oder sich dabei zu betheiligen. Außer seinem Wochenlohn erhält der Arbeiter Extrazulage» für tadellose Arbeit nach der Zahl der gut ausgefallenen Operationen. Ueber diese Extrazulagen wird monatlich abgerechnet. Dieselben werden zur Halste ausbezahlt. Die andere Hälfte wird bis zum Betrage von 100 M. vom Arbeitgeber als Standgeld angesammelt und bei einer Sparkasse verzinslich angelegt. Ueber die Zinsen verfügt der Arbeiter. Der Arbeitgeber ist berechtigt, dieses Standgeld in erster Linie als Deckung etwaiger Geldansprüche an den Arbeiter zu benutzen. Außcrdeni verfällt dasselbe der Fabrik-Krankenkasse, rvenn der Arbeiter den ihm nach dem Arbeitsvertrag obliegenden Verpflichtungen zuwiderhandelt oder nicht nachkommt. Das Standgeld bleibt bis nach Erlöschen aller eingegangenen Ver- pflichtungeu, also bis nach Ablauf der Enthaltungszeit von zwei Jahren stehen." Thatsächlich waren dem klagenden Ar- l eiter durch Abzüge vom Wochenlohn SO Mark und durch rückbehalten von Extrazulagen 80 Mark, zusammen M. Kantion erwachsen, und es wurde der Arbeitgeber am chui ia88 vom Gewerbe-Schiedsgericht verurtheilt, das Stand- gcld des Klägers nebst Zinsen alsbald an denselben heraus- s-ibezahlen. Auf erfolgte Berufung verurtheilt« das Amtsgericht an« 8. Juli 1888 den Arbeitgeber ebenfalls zur Auszahlung des Standgeldes und Tragung der Prozeßkosten, und auch das Land- gericht(III. Zivilkammer) in Darmstadt wies die Berufung des Arbeitgebers grgen das Urtheil des Anitsgerichts als unbegründet tosienfällig zurück. Diese Entscheidungen sind von so großer Bedeutung für die weitesten Arbeiterkreise, daß ihre Kenntnißnahme für alle unumgänglich ist. Ueberall wo die Unternehmer ent- gegen diesen Gerichtsbeschlüssen handeln, sollten die Ar- beiter die Entscheidung der Gerichte anrufen. Die Arbeiter , verden so vielfach in ihren Rechten verkürzt, ohne daß sie die Möglichkeit besitzen, sich aus gesetzliche Bestimmungen zu ihren Gunsten zu berufen, daß sie da, wo ihnen dieser Schutz zu Theil wird, ihn auch tm ausgiebigsten Maße be- ansprnchen sollen. Die Kapitalistenklaffe findet auch immer neue Mittel, um die Arbeiterklasse sich botmäßig zu erhalten, um so mehr ist es Pflicht der Letzteren, sich mit allen erlaubten Mitteln gegen ihre Versklavung zu wehren. DoliktfÄhe Mebovstchk. Gin renigrr Sünder. Die deutsche Presse hat in der vor. Woche sich viel mit einem Aufsatze des freikouservativen Abgeordneten von Zedlitz beschäftigt, in welchem dieser Herr, so viel«vir wissen, in irgend einen« preußische«« Ressort Regieruitgsrath, oder auch Geheimer Regierungsrath, die Getreidezölle als»««verträglich niit der i«« Aussicht genommenes« Fabrikgesetzgebung bezeichnete. Der deutschfrei- sinnige Philister, dessen butterweiche» Gemüth von Selig- keil überfließt,«venu irgend e««« besternter, betitelter m«d gar noch ein adliger Bureaukrat auch eiiriilal euren nicht gerade unverständige«« Gedanke«« ausspricht, schlug bereits Kapital aus dem Artikel des von Zedlrtz, und selten ist das„Deutsche Wochenblatt", in welchen« die spannenlange Wohliveisheit der freikonservativen Staatsmänner offenbart wird, so viel zitirt«vordei«, als in den letzten acht Tagen. Wir haben «nit dein heute mehr als je drrngend gebotei«ei» Skeptizisinus die Beichte des altpreußischen Junkers über die Volksfeind- lichkeit der Kornzölle einfach igiwrirt. Herr von Zedlitz hat dafür gesorgt, daß seine Be- ivunderer rasch und gründlich enttäuscht wurden, er hat im preußischen Abgeordnetenhause an« 16. April ein klägliches; „Vater ich habe gesündigt" gesprochen und seine Sünde «vider den heiligen Geist der Brotvertheuerung öffentlich ge- sühnt. Es«var ein liebliches Bild, als der Edle v. Zedlitz, «in Herzen den lodernden Mannesmuth und die Kraft der Neberzeugungstreue, dastand, im härenen Büßerheinde, sich auf die Brust schlug, B«iße that und sich selbst geißelte. Nichts kann klarer den vollständigen Umschivung in der Ueberzcugung des Wackeren darlegen, als die Nebeneinander- stellnug dessen, was er vor einer Woche u«id dessen, wqs er am 16. April gesagt. Man lese und urtheile! „Deutschen Zedlitz im Wochenblatt": „Sind diese(die Getreide- zöll») unter allen Gesichtspunkten ein nothivendiges Nebel, so tritt der Charakter als Aledel ganz be- sonders scharf Herour, angesichts einer Sozialpolitik mit dein Ziele der Krt>m>g der Zaa» der Arbeiter. Es ist klar, daß die landwirthschaftlichen Zölle in entgegengesetzter Rich- tung wirken und daher nur so lange aufrecht erhalten werden können, als sie zur Vermeidung des größeren Nebels des Ruins der deutschen Landimrthschast, nothwendig sind. Konstantin Rößler erinahnt in seiner treff- ltchen Studie über den Fürsten Bismarck mit Recht die deutsche Landrmrthschaft, dessen eingedenk zu bleiben, daß die Getreidezölle keine dauernde Einrichtung sind, sondern zeitweiligen Schutz ge- «vähren sollen, bis die deutsche Landwirthschaft sich auf die ver- schärfte Konklirrenz eingerichtet ««»d sich in Stand gesetzt haben «vird, ihr ohn« SchubzoU die Spitze zu bieten. Dieses Ziel möglichst bald zu erreichen, liegt daher im dringenden Intereste der deutschen So- zialpolitik, und es unterliegt keinem I,o«ifel, daß unter ihrer Herrschaft die Getreide- zölle immer wieder und iminer schärfer auf ihre Uothwendigkeit geprüft Zedlitz im preußischen Abgeordnetenhaus: „Man hat aus einem von mir veröffentlichten Artikel gefolgert, als wolle ich Sturm laufen gegen die Wirthschaftspolitik. Das ist ein völliger Arrttznm, nichts liegt«nir ferner(aha! rechts); bei der heutigen wirth- schaftlichen Lage sind die Gir- trridezöll« nothwendig und es wäre ein Verbrechen, daran zu rütteln. Bon einer Bundesgenoffenschaft in dem angedeuteten Sinne ist also nicht die Rede." werden«erden. Wir können uns denken, welche tiefen Seeleitqualen der err Regierungsrath nach seinem Sündensall im„Deutschen Wochenblatt" ausgestandeil hat. Warum, so schrie die innere Stimme, warum. Du Fürwitziger, mußtest Du vom Baume der Erke>«ntniß naschen." Nur im Taumel griff er nach der lockenden Frucht, und, weil die böse Schlange ihn ver- führte, biß er hinein und verübte den siebenfach verwünschten Artikel, der ihn aus dem Paradies des J««nkerth«ims ver- treiben sollte. Nun, dieser Adam fand den Rückiveg, und die Erzengel des Schutzzolls mit den feurigen Schivertern und eisernen Stirnen, die Kardorff, die Rauchhaupt, die von und Woßn- Hammerstein, werden den zer- knirschten, geknickten Frevler wieder in die Süßigkeiten des Paradieses eingehen lassen. Herr von Zedlitz hat das Recht, sich für seinen öffent- liche«« Widerruf auf berühmte Vorgäilger zu beziehen. Stand nicht Kaiser Heinrich barfuß in Kanossa, hat nicht Uriel Acosta sich von seinen Gtaubensbrüdern mit Füßen treten lassen? Ter neue Bußfertige ist ein viel zu christlich-germa- nischer Mann, um in die Fehler seiner Muster zu verfallen. Heinrich rächte sich für den Gang nach Kanossa und Acosta schoß sich todt. Aber der wilde Sachsenfürst hatte eben mittelalterliche Ge>voh>«heiten und Uriel Acosta war ein Jude. Es genügt übrigens auch der moralische Selbstmord. Sich tödtlich zu blamiren ist ja auch eine schöne Gegend. Die Opposition weiß jetzt, nach der allerletzten K«l««d- gebimg des gesinunilgstüchttgen Herr««, daß sie mit Haut und Haaren dem Slrafrichter, dem Kriminal verfalle«« ist. Dem« es ist eme oberste Pflicht aller derer,«velche für die Jiiteressen der Besitzlosen eintreten, den Brottvucher mit aller Madame Guibal wieder einnahm, in deren Mieder er seine strengen Blicke versei«kte, neigte sich Paul zu Blanche, um ihr irgeild ein ange«lehmes Wort zu sagen. — Diese weiße Moutirung mit den schwarzen Spitze«« macht einen etivas tristen Eiudr>«ck, nicht wahr Fräulein? sagte er. — Oh, sagte sie ganz ernst, ohne daß die geringste Röthe ihr ausgcdunsel«es Gesicht gefärbt hätte, ich habe neulich esiieu Fächer von Perlmutter mit Federn gesehen; das war etwas Orgiiielles. Herr v. Boves, der oh««e Ziveifel bemerkt hatte, mit welchen schmerzlichen Blicken seine Gemahlin den Fächer be- trachte, sagte mn« auch sein Wörtchen. — Diese Dingerchen sind gar so gebrechlich, meinte er. — Reden wir nicht davon! bemerkte mit einem gleich- giltigen Spitzmäulchen Mme. Guibal, die schöne Hochblonde. Ich bin eS schon überdrüssig geworden,«neine Fächer immer «vieder repariren zu lassen. Mme. Marty, gai«z aufgeregt durch die Koitversation, drehte seit einer Weile ihre rothe Ledertasche fieberhast auf den Knieen hin und her. Sie hatte ihren Einkauf noch immer nicht gezeigt u«ld brannte vor Neugierde, denselben auszukramen. Endlich konnte sie sich nicht länger beherrsche,«; die Anwesenheit ihres Gatten vergessend, öffnete sie die Ledertasche und holte einige Meter schmale Spitzen hervor, welche aus einen Karton gerollt waren. — Es ist die Valenciennes-Spitze für meine Tochter. Sie ist drei Ze»«timeter breit. Köstlich, nicht wahr? Frapks 1,90 per Meter..,_ Die Spltzen wanderten von Hand zu Hand. Die Damen waren von Erstaunen erfüllt. Mouret versicherte, daß er diese kleinen Garnituren um den Fabrikpreis abgebe. Mme Marty hatte inzwischen ihre Ledertasche wieder geschloffei«, «pie um Sachen darin zu verbergen, die man nicht zeigen will. Als sie aber den Beifall sah, welchen die Spitzen ge- funden, konnte sie dem Verlangen nicht widerstehen, noch eip Taschentuch hervorzuholen. — Dieses habe ich ebenfalls gekauft. Brüsseler Appli- kation, mein» Liebe! Sehr«vohlseil! Zwanzig Franks! Und nun erivies sich die Tasche unerschöpflich. Mme. Marth errvthete vor Vergnügen, das sich mit jedem Artikel steigerte, den sie hervorholte. Da war vor allem eine Kravatte von spanischen Blondespitzeu«im dreißig Franks. " sc Sie hatte sie nicht kaufen wollen, allein der Kommrs schwur, daß sie die letzte erhalten habe und daß sie künftig um diesen Preis nicht mehr zu haben sein werden. Dann kam ein Schisier von Chantillyspitzen; ziemlich theuer: fünfzig Franks. Wenn sie ihn nicht tragen sollte, so wird sie ihrer Tochter irgend etwas daraus machen. — Mein Gott; Spitzen sind gar so hübsch! wiederholte sie immerfort mit ihrem nervösen Lachen. Wenn ich einmal oabei bin, möchte ich das ganze Magazin zusammenkaufen. — Und was ist das? fragte Madame de Boves, einen Rest Guipure besichtigend. — Das, erwlderte sie, habe ich so nebenher gekauft, es sind 26 Meter, der Nieter zu 1 Francs; begreifen Sie? — Schau, schau! bemerkte Madame Bourdelgis über- rascht. Und was wollen Sie damit anfangen? — Meiner Treu, ich weiß nicht, das Dessin war so drollig. In diesem Augenblick schaute sie auf und bemerkte ihren Gatten, der mit versteuiertem Antlitz da stand. Er war noch bleicher geworden, sein ganzes Wesen drückte die resignirte Angst des armen Mannes aus, welcher die Verschleuderung seines so schwer erworbenen Ver- dienstes mit ansieht. Jedes neue Stück Spitze war für ihn ein Mißgeschick, bedeutete für ihn das Verschlingen der Früchte ganzer, im Lehrsaale verbrachter Tage, der Früchte der Privatstuiiden, denen er durch den Straßenkoth von Paris nachlaufen mußte; er sah, wie die Anstrengungeil seines ganzen Lebens mir zu einem von fortlvährender Roth bedrängten Hausstande führen müssen. Als sie das steigende Entsetze» in seinen Blicken las, wollte sie rasch Alles wieder einpacken: das Taschentuch, den Schleier, die Kravatte. Sie SÄ Energie zu bekämpfe«! und nicht eher zu rasten, bis der harte Druck der_ fteuerung von den Sehultern des«verkthätig»' genommen ist.. Deshalb: sind sie in den Augen dcst und seiner Freunde �Verbrecher", für welche? eigentlich ein diel zu angenehmer Aufenthalt ist Missethäter, welche den Geldsack der GroßgrundbM länger mir den sauer verdienten Groschen der# angefüllt sehen wollen, gehören in die tropische von Angra Pequena oder Bagamayo. Warum>> sie an den Grundfesten der Gesellschaft, an den W Also fort mit ihnen in die Herrlichkeit der dentsaF kolonien in Afrika! beutung täglich zi Ihr. die Befr bei diese Welten. 35: Kegegnu prvtestw Die Thatsttch-, daß ein Theil deS Kleinbsttz mit den Arbeiter«« Hand in Hand geht» ist den W Sozialdemokratie selbstverständlich sehr unangenep sie suchen sich deshalb die Thatsache, welche m#, leugnen ist, in ihrer Weise zu erklären. Die KK» welche für die SozialdeinolraUen stiinmen, Geld san® selbst agitiren— heißt es in einer, von der Kartellpresse nachgedruckten Harburger Korrespon� „Weser-Zeitung"— thun dies lediglich aus Angstst Sozialdemokraten, weil sie dsren Kundschaft zu 9 fürchten. Also Terrorismus! Man sieht, der geistreiche Verfasser dieser denz weiß sehr wohl, daß die Kundschaft der Arb««* Theil des Kleinbürgerthums zur Sozialdemokrat«� aber statt dies natürlich zu finden, erd>* irgend eine sozialdemokratische Schlechtigkeit, i die muvillkommene Thatsache zu erklären und den dcmokraten etwas anzuhängen. In der Politi! i Leben überhaupt, ist nun einmal oas Jntereffe Faktor— für die Sozialdemokrat« so gut wie M deren Parteien. Der Arbeiter rrnrd Sozialdemol� aus platonischer Schwärmerei, sondern aus JntereM» er der Ueberzeugung ist, daß sein«materielles Woh»! dem von der Sozialdemokratie vorgezeichneten WcM gefördert werden kann, um ihm ein r ienschenwürdW zu sichern. Und welch tolle„Jnterefsenpolitik" all« Parteien, vor allem die Kartellparteien, ge triebt', und noch treiben, das hat das deutsche«F seinem Geldbeutel sehr empfindlich erfahren Der wesentliche Unterschied zroischen der denrokratischen und der autisozialdenrokratischen 0, Politik ist llur der,— es ist das allerdings ein st%| licher Unterschied,— daß die Sozialdkmokraten M auf Kosten anderer Leute bereichern wolle««, V grerung, Vorschlä Scheiter, Den ferenz, d kussion antworö Landes< — diese Der in Stell volle E« De, periodifl Erniedr sprach z De« kurrenz, des Ka; der Bes zuhunge Er höhung Ab Er entrisse« Erholu« Leben, t Klasse i hasten ihre Interessen mit den berechtigten Jntereffe Leute nicht im Widerspruch stehen. Was nun" |---------- 1,—_.«eyri«.-u-u»-J bürgerthum betrifft, so lebt es zum größten TM direkt von den Arbeitern, und es hat a»ch genau? Feind, wie die Arbeiter, nämlich das GroßkaM das Großkapital ist der Kleinbürger eine Beute, f der Arbeiter ihm ein Ausbeutungsobjekt ist. Es und proletarisirt den Kleinbürger, und zwingt arbeiter zu werden.— Das ist der Lauf der kap« Entwickelung. Der Kleinbürger von hatte ist letarier von morgen, und jeder Kleinbürger, der griffen hat, weiß, daß sein Platz an der Seite' lelariers unter der Fahne der Sozialdemotratre ist Ei werth, fordern Eurer. Unterp Ei Ei Cames Mitglfl Der Nationalrath der franzostschen hat an die Föderationen, Gruppen und Partei folgenden Ausruf versandt: An die Arbeiter Frankreichs! i Kameraden! In Uebereinftiminung mit dem Beschluß des internationalen Arbeitertongrefses zu Paris, auf Arbeiter der ganzen Welt die Bruderhand reichte». die arbeitende Klasse Europas und Amerikas vor, f. des Achtstundentages und seiner Folgen: des W Nachtarbeit und eines Ruhetages in der Woche» de» 1. Mai festlich zu begehen. In Oesterreich-Ungarn, in Deutschland und den Staaten wird dieser Tag als ein Fest der � trachtet werden, die Werkstätten werden verlassen Arbeit wird ruhen. Anderivärts, wie in Belgien werden Strahenumzüge und Riesenversammlungen durch welche die Proletarier ihren Willen kundgebe«« Di- das Sch sozialoer gegeben, nicht roc weissage Fraktior bewegur keine eii mit alle der Sin gusses. zweierlei sch es-! beiterbei hält, so Bevölke tern bej wohl N1 fuchtelte mit ihren Händen herum und wiederhd�s legenem Lächeln: f — Sie werden mir noch Scheltworte Gatten zuziehen... Ich versichere Dir, mein ö VS/iitivu Ö*•••«0�9 mevu y ich noch sehr vernünftig war, denn es war da bare große Spitze zu 500 Franks der Meter! — Warum haben Sie denn nicht gekaust? dame Guibal ruhig. Herr Marty ist ja der g Gatten. ütiaM' 1 t£n- mI Der Professor verneigte sich und erklärte, Frau völlig frei sei. Allein, bei dem Gedanken ost ja mit welcher die erivähnte große Spitze gedroht,"g.* ein eiskalter Schauer und da Mouret eben die großen Modemagazine den Wohlstand der- z tunge» der mittleren Bürgerklaffe erhöhen, einen fürchterlichen Blick zu, einen Blick des ß'U Furchtsamen, der es nicht wagt, die Leute zu«r Die Damen betrachteten noch immer die fanden ihr Vergnügen daran. Die Stücke wurf� zugerollt, gingen von Hand zu Hand. Und Moilret noch immer in«hrem engen Zirkel «lberhäuften ihn mit neuen Fragen. Da es' 'vurde, mußte er sich von Zeit zu Zeit* wöbe« er mit seinem Barte ihre Haare Spitze zu betrachten, ein Dessin zu erklär� diele.«« wollustathmenden Abenddunkel, inmitten � Di trittsrel gehaltet nicht b< daß am wandet« es ist a Es gie Regiine verstäisi Reichs! alles ü nicht a daran „neuen Jahren zweier! von un eine so der He Dustes ihrer Schultern blieb er dennoch ihr .! rm er heuchelte. Er schien st� zu sein, sie fühlten sich durchdrungen und in■„ men durch den seinen Sinn, den er für ihr M,> besaß und sie überließen sich«hm, völlig versu?st,. er sicher, daß er sie in seiner Gewalt haW-mj" "Rr ihnen zu thronen schien, als her Mode. — O, Herr Mouret. Herr Mouret! si!#**# wen dieser Frauen im Dunkel des Salons. (Fortsetzung folgt.) A exorbit Richte, gericht bctheil Uebert schiveri drei Einem die U der L Mita« wirkte' Z rüsten der A treibe, W wird.t derW Da n R. beutung der Arbeiter durch die Kapitaliften aus S Stunden t4 täglich zu beschränken. ndilÄ Kameraden! ätiZtZ Ihr. die Ihr Euch 1632. 1848 und 1871 so heroisch für i des l• die Befreiung der Arbeit opfertet, Ihr ibcrdet nicht zurückstehen .che? bei dieser ersten gemeinsamen Handlung des Proletariats beider ist. �Welten. llddchr Ihr werdet Euch um so zahlreicher an der internationalen -A'S 1®c3e0nun9 Eurer Klasse betheiligen. als Ihr gleichzeitig zu che SJ■ protestiren habt, gegen die sogenannte republikanische Re- um it, ! G�eung, welche die Berliner Konferenz nur beschickte, um alle utslb» Beschläge, welche Verbesserung Eures Looses anstrebten, zum j Scheitern zu bringen. Dem Jules Simon, dem Tolaiu, dem Vurdeau der Kon- ferenz, die den Verrath soweit trieben, daß sie selbst die Dis- kussion über die Beschränkung der Arbeitszeit verhinderten, antwortet am 1. Mai. indem Ihr Euch auf allen Punkten des Landes erhebt mit dem Rufe: Eslebeder Achtstundentag! — diese erste und wesentlichste der Reformen. Kameraden! Der Achtstundentag, er bedeutet: die Arbeitslosen wieder in Stellung bringen, welche die rasend schnelle und verhängniß- volle Entwickelung der Maschinerie außer Arbeit setzte. Der Achtstundentag, er bedeutet: die Unterdrückung der periodischen Pausen, die Euch immer mehr und mehr zu der Erniedrigung zwingen, die öffentliche Wohlthätigkeit in An- sprach zu nehmen. Der Achtstundentag, er ist das Ende der tödtlichen Kon- kurrenz, welche die Arbeiter in Fesseln schlägt, und der Habgier des Kapitalisten ermöglicht, die beschäftigten Arbeiter mit Hilfe der Beschäftigungslose», die vor den Fabrikthoren lauern, aus- zuhungern. Er bedeutet endlich die nothwendige und unmittelbare Er- höhung der Löhne. Aber der Achtstundentag bedeutet auch noch etwas anderes: Er bedeutet, daß die Kinder den kapitalistischen Bourgeois entrissen werden; er bedeutet acht Stunden Schlaf und acht Stunden Erholung; er bedeutet Euren Wiedereintritt in das menschliche Leben, die Freiheit, Eure Pflichten gegen Euch selbst und gegen Eure Klasse zu erfüllen, die, um sich zu emauzipiren. Eurer gewiffen- haften Thätigkeit bedarf. Kameraden l Eine solche Eroberung ist des friedlichen Kampfes wohl werth, zu welchem wsr Euch im Namen der Arbeiterpartei auf- fordern, eine Eroberung, die. indem sie Euch der Willkühr Eurer Herren entreißt, ein Maßstab für Eure Kraft und ein Unterpfand für Eure künstigen Siege sein wird. Es lebe der Achtstundentag! Es lebe das proletarische Frankreich! Es lebe die Jnternationalität der Arbeiter! Der Nationalrath der Arbeiterpartei: Cameseass«. Crepin. S. Dereure. I. Guesde. P. Lafargue. Lainö. Die Gelehrten drr„Dosstschen Zeitnng" konnten bös Schauspiel von Disziplin und Einigkeit, welches die sozialdemokratische Fraktion durch den Aufruf von: 13. d. gegeben, nicht warni genug loben und den anderen Parteien nicht warm genug als Muster hinstellen; und Tags darauf weissagen sie wieder den Zerfall der sozialdemokratischen Fraktion und Partei und stellen die schiveizer Arbeiter- bewegung als Muster hin. Die Arbeiterbewegung dürfe keine eigentliche Parteibewegnng sein, die Arbeiter müßten mit allen anderen Parteien Hand sn Hand gehen. Das ist der Sinn, wenn auch nicht der Wortlaut des seltsgmen Er- gusses. Die Gelehrten der„Vossischen Zeitung" vergessen zweierlei: erstens, daß in der Schweiz ein d e m o k r a t i- schesRegiment ist, und zwestens, daß die deutsche Ar- belterbewegung keineswegs blos proletarische Elemente ent- hält, sondern auch Mitglieder aus allen übrigen Klassen der Bevölkerung zählt. Daß die Masse der Partei aus Arbei- tern besteht, das wird„Tante Voß" einer Arbeiterbewegung wohl mchl allzusehr verargen. Die neue Aera. In der nicht allzu inhaltreichen An- tnttsrede, die der neue Rcichskauzler im Abgeordnelenhause gehalten, hob er ausdrücklich hervor, daß eine neue Acra nicht begonnen werden solle. Letzteres soll jedenfalls heißen, day auch die jetzige Regierung in konservativen Bahnen zu wandeln gedenke. Das hat niemand anders erwarten können; es ist aber immerhin gut, ivenn es offen ausgesprochen wird. Es gcebt so vertrauensselige Menschen! Das persönliche Regiment— dies wurde von dem neuen Reichskanzler sehr verständlich angedeutet— soll fortbestehew. Nur daß es der Reichskanzler nicht mehr sein soll, der mit seiner Person alles überschattet. Zum Glück werden die„neuen Aereu" nicht am grünen Tisch gemacht Oder richtiger, die, welche daran gemacht werden, taugen nichts, wie die zahlreichen «neuen Acren", deren wir uns in Deutschland seit den iOer Jahren zu erfreuen hatten, bewiesen haben. Es giebt zweierlei neue Aeren— es giebt nämlich auch solche, die von unten kommen; und der 20. Februar dieses Jahres hat eine solche neue Aera eröffnet, gleichviel, ob sie die Billigung der Herren am grünen Tisch hat oder nicht. Au» Kachse« wird unterm 18. April geschrieben: Die exorbitanten Berurtheilungen von Arbeiteru durch sächsische Richter nehmen ihren Fortgang. Neuerdings hat das Land- gericht Chemnitz vier bei den: Nadelnfacherstreik zu Grüna betheiligte Arbeiter wegen vollendeter Nöthigung und wegen Ucbertretung des§ 163 der Geiperbeorvnung wieder zu schweren Gefängnißstrafen verurtheilt. Drei erhielten je drei Monate Gefängmß, einer sechs Monate, Einem jeden der Vernrtheilten wupde ein Monat als durch die Untersuchung verbüßt angerechnet. Die Strasthaten der Verurtheilten bestanden darin, daß sie unter ihren Mitarbeitern energisch für den Anschluß an den Streik wirkten.— In den sächsischm und voigtlcsndischen Industriestädten rüsten sich die Unternehmer, um die Feier des 1. Mai seitens der Arbeiter durch Enthaltung von der Arbeit zu Hinte* treiben/ In Leipzig, Gera, Greiz, Glauckan. Mylau. Netzschkau, Reichenbach ,c. ist ein grober Theil derselben übereingekommen, für den Fall, daß die Arbeit eingestellt wird.theils die Arbeiter zu entlassen, theUs auch die ilbriaen Tage der Woche(Freitgg und Sonnavend) ihre Fabriken zu schließen. Da nun in«wer Anzahl Jndnstriebranchen die Arbeit sehr u. geht, so ist gar nicht daran zu denken, daß die Arbeiter es' auf einest Lkbeitsansschluß' ankommen lassen werden. Im Oelsnitz-Lugauer Steinkohlenrevier sind die Bergdirec- toren übereingekommen, jeden Arbeiter der ipegcn der Feier des 1. Mai von der Arbeit fern bleibt, laut der Berg- arbeiter-Ordnung mit einer Strafe von 1—3 M. zu belegen. Auf die Forderungen der Bergarbeiter dieses Reviers 1) Freistellung der Wahl der Aerzte, 2) achtstündige Schicht, wenigstens in Oelsnitz, weil es da zu warm sei, 3) 15 bis 20 pCt. Zuschlag am Normalschichtlohn, 4) 25 pCt. Zuschlag für Sonntagsarbeiten und Ueberschichten, 5) Wegfall der etrennten Gedinge und Aufhebung der Maßregelungen, aben die Bergdirektoren hochmüthig beschlossen: .„Es bleibt jedem Werke auch fernerhin überlassen, die Verdienstfrage der Arbeiter zu regeln, wie es die Verhält- uisse jedes einzelnen Werkes es gestatten, aber es ist ausge- schloffen, die Schichtlohnsätze außerhalb der Grenzen der neuen Arbeiterordnung zu erhöhen und eS fmd den Forde- runaen der Bergarbeiter zur Zeit keinerlei Zugeständnisse zu machen." Die Arbeiter, welche die Antwort auf ihre Forderungen bis zum 25. April verlangten, werden nun zu entscheiden haben, ob sie sich fügen oder den hingeworfenen Fehdehand- schuh aufheben wollen. Zu bedauern bleibt, daß trotz aller bösen Lehren des letzten Jahres, die Arbeiter verschiedener Bergvereine Deutschlands noch zu keiner einheitlichen Organi- sation gelangt sind und ihr Vorgehen.der Planmäßigkeit entbehrt...... Das Ana sehen dea nenen Ueichatasa wird auch in der Gnippirmig der Sitze der Parteien ein verändertes fem. Die »Freis. Ztg." schreibt darüber: Die freisinnige Partei nahm bisher das Feld auf der äußersten Linken ein, unmittelbar angrenzend an dein Bundesrathstisch an der linken Seite. Es ist oasselbe Feld, welches die Fortschrittspartei, seit der Reichstag in dem gegenwärtigen Sitzungssaale tagt, innegehabt hat. Nunmehr wird dieses Feld von den Sozialdemokraten eingenommen und besetzt werden. Damit verlieren ältere Mitglieder der freisinnigen ~artei ihre Plätze, welche sie seit 19 Jahren innegehabt hcuen. ne freisinnige Partei besetzt dafür das nächst« und zwar grösiere Feld daneben, welches bisher von den Nationalliberalen besetzt war. Auf diesem Felde saßen unter Änderst Miquel, Hobrecht, Wörmann u. f. w. Die freisinnige Partei nimmt aber auch noch einen Theil des folgenden Feldes nach der Mitte zu in Anspruch, das bisher von den Nationalliberalen besetzt war. Ans den hinteren Bänken, wo stüher die Sozialdemokraten saßen, erhält die Volkspartei ihre Plätze. Die Nationalliberalen um Bennigsen ihrerseits konservativen ein. gewordenen Plätze der Frei- Der Minister des Inner» hat di» offiziöse Presse ein „Phantom" genannt. Einzelne ihn» entgegengehaltene Fälle er- brachten sofort den Beweis, daß dieses Phantom sehr greisbare Wirklichkeit ist. In der Presse sind inzwischen iioch mehrere Eälle, welche Herrn Herrsurth widerlegen, mitgetheilt worden. iner der klarsien ist derjenige des Herrn Otto de Grahl. Dieser Herr war früher Redakteur der„Osrpr. Ztg." tn Königsberg, in welcher Stellung er baare Zuschüsse aus Staatsmitteln erhielt. Der Oberpräsident fand indessen kein Gefallen an dem Redakteur, der sich unabhängig machen wollte und an einen Führer der konservativen Partei einen langen Brief schrieb, in welchem er klagte, daß ihm seine Weihuachts-Gratisikanon von 100 Thalern und sein Zuschuß von 800 Thalern entzogen werden, dürste; lioenn ihn die Partei erst unabhängig mache, so werde er schon der Regierung gründlich den Text lesen. Das Schreiben muß d«mals tu unberufene Hände gekommen sein. Es wurde photo- graphirt und vervielfältigt und ist in verschiedenen Blättern, so im „Bürger- und Bauern freund", veröffentlicht worden. Herr de Grahl ist beitäuftg später Gründer des„Vereins Bismarck" ,n Berlin ge- worden, hat auch„auf Grund amtlicher Quellen" die Reden des Fürsten Bismarck herausgegeben. Auf dem Titelblatte setzt er seinem Namen»n Klammern den Namen W. Wohlgemuth bei, aus welchem Grunde wissen wir nicht. Einige andere Fälle ge- stattet sich die„Boss. Ztg." dem Minister in das Gedächtuiß zurückzurufen. Im Dezember 1378 griff die„Neue Hannoversche Zeitung" die NatiouaiUberaleu an. Infolge dessen wurde der Redakteur Haevernick aus Antrag des Oberpräsidentcn Grasen Botho Eulenburg durch den Verleger entlassen. Freiherr von Schorlemer-Alst brachte vor längerer Zeit im Abgeordnetenhause zur Sprache, daß die„Westsäl. Provinz.- Ztg." aus dem Staatssäckel unterstützt werde, der damalige Minister des Innern gab diese Thatsache zu und suchte sie zu rechtfertige,,. Wir geben Herr» Herrsurth ferner anheim, den Aussatz In Heft 6ü des „Kulturkämpsers", die„Erinnerungen eines patriotischen Reptils" und die„Denkwürdigkeite> des Polizeidirektors Stiever" mit dm Enthüllungen über die Ze.itralpreßsteUe zu lesen oder sich bei den Herren Lothar Bucher, Kayser, Konstantin Rößler, Aegidi, Webrenpsennig, von Keudell, R. Lindau, Klee und anderen der Personen, ivelche die Verhältnisse kennen, zu erkundigen, und er wird ersahren, daß die offiziöse Presse kein leerer Wahn, kein Phantom ist, auch wenn es der Natur der Sache»ach immer nur so selten gelingen wird, einen Offiziosus aktenmäßig zu über- führe», wie einen„Nicht-Gentleman" auf der That zu ertappen uno zu entlarven. Die Großindustrielle», welche in dem Zentralverband deutscher Industriellen organisirt sind, haben dem Fürsten Bis- marck am Mittwoch durch eine Deputation, bestehend aus dm Herren Jencke, Rüssel, Langen, Bueck, Haßler, eine Adresse über- reicht, die den Segen feiner Politik preist und der Wehmuth der Großindustriellen über den Rücktritt Bismarck's Ausdruck giebt. Die Herrm unternahmen mit dem Fstpften Bismarck einen Spaziergang und speisten alsdann Abends bei demsekben. Die Kestrebungrn der»ntisozialistische» dem Zentrum Heeresfolge leistenden Elemente' der Grubenarbeiter geht feit längerer Zeit dahin, den Verband rheintsch-ivestfälischer Gruben- arbeiter zu sprengen, der im vorigen Jahre gegründet worden war und das gesammte rheinisch-westfälische Kohkengebiet umfaßt. Nunmehr ist ein Ausruf zur Gründung eines nenen Verbände» erschienen, der bezeichnender Weise zuerst in der„Ger- mania" veröffentlicht wird, und mit folgenden Worten schließt: „Die Sozialdemokratie hat bis aus den heutigen Tag noch nie etwas Gutes für den Arbeiterstand geschaffen, wohl hat sie Familien unglücklich gemacht und wird es auch fernerhin thun. Deshalb, Ihr braven und besonnenen Kamerade», geht mit aller Kraft vor, schaartEnch in allen Zahlstellen zusammen und haltet fest an Vaterlandsliebe und Religion, und Ihr werdet für Euer treues Aushalten belohnt werdm, die Anhänger der Sozialdemo- kratie werden aber für ihr dunkles Treiben ihre Abfertigung finden. Das'vorbereitende Komitee: Hohmann-Steele. Untitt- Bruch. Fischer-Essen. Kleinbeck-Linden." Der Kaplan, der diesen Aufruf versaßt hat, dürfte sich über den Erfolg täuschen. So dumm siiid selbst die unter Kaplanseinfluß stehenden katholischen Bergarveiter nicht, daß sie nicht merkm sollten, wie eine Spaltung in ihren Reihen jeden Lohnkamps von vornherein aussichtslos macheu würde. Drrsl«», 17. April. Gegen den Reichstagsabgeordneten Kunert, der steh fest mehreren Wochen in Haft befindet, ist jetzt das Hauptverjahren wegen Mäjestätsbeleidiguna eröffnet mid der Termm zur Hauptverhandlung, wie die„Franks. Ztg." mittheilt, noch vor Eröffnung des Reichstags(!), aus den 24. d. M., anberaumt worden. Wird Kunert zu«iner Gefängnißsiras« verurtheilt, so kann nach§ 96 des Strafgesetzbuches zugleich aus Verlust des Reichstagsmandats erkannt werden. Gleichwohl würde er, weil ihm dann das Rechtsmittel der Revision zustünde, eine Zeit hin- durch Mitglied des am 6. Mai zusammentteteiiden Reichstags fein, ohne dessen Genehmigung er auch nicht weiter in Haft ge- halten werden dürfte.— Und diese Genehmigung wird selbstverständlich nicht ertheilt werden. G-sterr-ich.Hlngarn. � �. Wien, 18. April. In einem Erlaffe des Statt- Halters von Niedcr-Oesterreich an die Bezirkshauptmann- schasten wird ausgeführt, daß es nicht in dem Belieben der Arbeiter liegen dürfe am 1. Mai den ganzen Tag oder Nach- mittag zu feiern; hierzu sei ein Uebereinkommen nut den Unternehmern nothwendig. Diejenigen Arbeiter, welche etgen- mächtig am 1. Mai die Arbeit verlassen, werden gesetzltch bestrast, eventuell sofort aus dem Arbeitsverhältnisse ent- lassen. Der Erlaß bemerkt, die Mehrzahl der Unternehmer werde bereit sein, dem Ersuchen der Arbeiter zu willfahren, und denselben eventuell am 1 Mai selbst freigeben. Der Erlaß appellirt an das gesunde Urtheil der Arbeiter, denen er die volle Gesetzesstrase gegen jede Ausschreitung androht. Mährisch- Ostrau, 18. April. Bis auf Karwin sind im ganzen Ausstandsgebiete alle Werke und Gruben außer Thät, gkett. Auch in der Kantimer Cellulose- Fabrik und der Larisch'schen Petrolemn-Rafftnerie ist Einstellung der Arbeit em- getteten. In der elfteren sollen dabei mannigfache Beschädigungen angerichtet sein. In Polnisch- Osttau fand W« Mittag«m Zusammenstoß feiernder Arbeiter mit einer militärischen Schutz- abtheilung statt, wobei 3 Arbeiter durch Bajonettstiche verwundet wurden. Die wichtigsten Punkte des Ausstandsgebietes sind mili- tälis� besitzt. � Die„Wiener Abendpost" meldet, daß die Vorstände der in staatlicher Verwaltung stehenden Betriebe verständigt wurden, für die Regierung liege kein Anlaß vor, die Arbeit am 1. Mai einstellen zu lassen. Die betreffend� Vor- stände seien angewiesen, etwaige Ansuchen der Arbeiter mn Unterbrechung der Arbeit am 1. Ma, als nach den Dienstinftruktionen unmöglich abzulehnen; zugleich seien die Betriebsleiter beaustragt worden, die Arbeiter vorkommenden Falles mit entsprechender Mäßigung. aber imit aller Bestimmtheit aufmerksam zu machen, dqb sie für die eigenmächtige Arbeitseinstellung die Verantwortung selbst tragen. Frankreich. Das Schwurgericht der Seine hat den Herausgeber eines auarchistlschen Wochenblattes wegen Aufreizung zu Mord und Plünderung anläßlich des 1. Mai zu 15 Monat Gesängmß- strafe und 2000 Irls. Geldbuße verurtheilt. Italien. � Man schreibt uns aus Mailand: Am 20. April findet in Ravenna, dem bisherigen Wahlkreise des Sozialisten A n d r e a s C o st a, die Nachwahl statt. Costa hatte sich auf Zureden seiner Freunde im letzten Augenblick doch noch entschlossen, durch Abreise nach Paris dem Antritt ferner dreijährigen Kerkerstrafe zu entgehen. Schon damals hatten seine Freunde beschlossen, ihn auf jeden Fall wiederum als Kandidat für Ravenna aufzustellen. Nunmehr haben sich die Vorstände der demokratischen Partei, der sozialistischen Liga, des ArbeiterkonsutatS und mehrerer anderer Vereine dahin verständigt, gemeinsam ihre Stimmen für Costa ab- zugeben und die Anhänger der Regierung haben bis jetzt überhaupt daraus verzichtet, einen Gegenkandidaten auszu- stellen. Die Wahl wird sich deshalb zu einer großartigen Kundgebung für den verurtheilten Führer der Arbeiterpartei gestalten und man nimmt allgemein an, daß Costa am Abend des Wahltages in der Mitte seiner Wähler selbst erscheinen wird, um zu sehen, ob dann die Regierung wirklich den Math haben mag, seine Verhaftung anzuordnen. Jedenfalls aber wurde die Kammer dann von Neuem vor die Frage gestellt werden, ob sie die Verhaftung Costa'? billigen will.— In Rom hat eine Arbeiterversarniulung am 16. d. M. beschlossen, den 1. Mai zu feiern und ein in der Versammlung gewähltes Komitee hat die Vorbereitungen dafür zu treffen, daß am Vormittag allgemeine Versamm- lungen und am Nachmittag oder Abend Bankette der Arbeiter« partei abgehalten werden. In Mailand haben dagegen an demselben Tage die Vorstände der Arbeiterorganisationen beschlossen, nicht den 1., sondern den 4. Mai zu einer großen Manifestation für den achtstündigen Arbeitstag zu benutzen. ZlußUttd. Ueber die gestern erwähnte Entwendung wich IIa er Papiere in Petersburg wird dem„B. T." gemeldet:„An» geblich bot ein russischer Marineoffizier Namens Schmidt den Petersburger Marineattaches Deutschlands und Englands Pläne der Kronstüdler Außenforts für 1500 Rubel zum Kauf an. Als Schmidt sich durch seine Frau n»it Bezug darauf ein Geheimpapier »u verschaffen suchte, wurde seine Frau abgefaßt und damit er selbst verrachen. In seiner aus der Morskaja gelegenen Wohnung ward eine Haussuchung vorgenommen, Schmidt selbst aber nach der Peter-Paule-Feste gebracht. Im Anschluß an diese Affäre erzähl! man, daß auch die allerneuesten Einzelheiten des russischem Mobilmachungsplanes bereits jenseits der Grenzen bekannt seien; es wird behauptet, man habe in Petersburg nach der diesjährigen Revision des Mobilmachungsplanes die neuesten Aenderungen desselben einigen Unteroffizierschreibern anstatt den dazu be- fugten Offizieren zur Eintragung und Abschrist anvertraut, und jene hätten für Leute, die sich dafür zu interessiren vorgaben, egen ein verhältnißmäßig sehr Heines Trinkgeld Abschriften ange- ertigt." In Verbindung mit diesen Vorgängen wird der„Voss. Ztg." aus Petersburg gemeldet: Der deutsche Marrneattachs Baron Plessen ist dem Vernehmen nach plötzlich nach Kopenhagen versetzt worden._ VerlÄrrnnlungon. v«san»-, Cum- und a»s-Uigs P»r»ln«-U. am Monlag: Sisang- veretn„Eaagerlafl" Abends 9 Uhr im Restaurant LandSbereflstrabe so.— Liedertafel der Maler und verwandten Berufsgenossen, Reslaurant Berg, Kaiser- Fram-lsrenadter-Plah Nr. 7. Aufnahm» flmimbegabler Kollegen.— Wänner- g-sangverein«Weih« Rose" Abend» o Uhr im R-sianranl Kleine«ertcht»- slraße 10.— Männergelaiigvcrein„ljtntracht I" Abends• Uhr liöpnicker- strahs ss im Restauram.— Gesangverein„Echo 1872" Abend 9 Uhr Oranten- fuaüc 190.—„Deutsche Liedertafel" Abendü o Uhr, Orantenstraße 100.— tsesangveretn,,Mt>tthenbIäuer" UebungSsl«lie Tchvnhauserslr. e» b. Mal, ahn.— Turnvereln„Hasenhaide" lLchrltngsablh.) Abends 8 Uhr Diefsenbach- strahe so— si.— Berliner Turngenossenschaft(7. LehrltngSabiheilung) AbendS s Uhr tn der städlischen Turnhalle, Briherslr.»7-18 - deSgl. s. MSnnerabthellung Abends s Uhr in der stadtische» Turnhalle,«ubenersteahe HI.— Lübetlhcher Turnverein(Männer- abihelluitg) Abend«« Uhr Sllsabelhstr. 57—68.— Bercin ehemaliger Schüler der 7. Gemeindcschnle Abend« 9 Uhr lm Reuauran« Poppe, Lindeitstrast»»o«. reln Berliner Theaterfreunde Abend« 8% Uhr bei Lülow, Admlralstr. 88.— BergnügungSveretn.Zill-Lack" Abend« 9 Uhr in Moire'« tsesellschastshau», Sichlestrabe 8».— Berein„Lustig" Abends e Uhr bei Thomm, Echönhoufer llee 29.- Berein„Raiidor" AbendS 8% Uhr im»bnigftadt-Kastno, Holz- markistr. 72.— AbsiidS'scher Slenoaraphenverein„Apollobund" AbendS 8% Uhr Thurm ftraße 81(Moabit).— Wistenschaflllcher Verein für Roller-sche Sieno- graphie Abends 8% Uhr im Wünchener Bräuhau«, Neue Krtedrtchstr. i. Unter- rich S- und UebungSstunde.- Rauchllub„Nordstern" in eulat'S Lokal Frant- surler Allee 176, flriedrichsbera.- Rauchllub„Hellblau" Abend»» Uhr Eka- liyerfts. 168.— Berein«hemaltger Schiller der 62. Sememdeichule AbendS 9 Uhr bei«loch, TreSbeneffir. 10.- gtlhertlub„Waldros," Abends%» Uhr. UebungSstunde bei Schneider,»lbertstr. s. Dirtaenl; Wegener. Aufnahme neuer MUgl teder.«äste willlommen.- Bandonion- und Jnltrumeuialvereiit Meiodia" Montags von» dt» u Uhr«dsub«, R,tchurb»rgirstra», im bei Theater. Sonntag, den 20. April. vpernhau». Othello. Montag: Das Käthchen von Heil- bronn. Kchaufpirlhans. Der Sturm. Montag: Dieselbe Vorstellung. Lesstng» Theater. Rabagas. Montag: Die Ehre. Dentscheo Theater. Mein Leopold. Montag: ftrieg im Frieden. Kerliner Theater. Eva. Montag: Uttel Acosta. eriedrich-Wilhelmstädt. Theater. Der arme Jonathan, i. Montag: Dieselbe Vorstellung. Wallner-Theater. Rigobert. Das Armband. Montag: Dieselbe Vorstellung. Viktoria-Theater. Stanleu inAfrila Montag: Dieselbe Vorstellung. vstend-Theater. Die Geheimnisse von Neiv-Iorl oder: Madeline's Dämon. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kestdrns-Theater. Marauise. Montag: Dieselbe Vorstellimg. Gellealliance- Theater. Der Nau- tilus. Montag: Dieselbe Vorstellung. Centrat- Theater. Ein fideles Haus. Montag: Dieselbe Vorstellung. Adolf Ernst- Theater. Der Gold- fuchs. Montag: Dieselbe Vorstellung. Theater der Urichohallen. Speziali- tlitenvorstellung. Gedr. Richter'« Variötö. Speziali- täten-Vorstellung. Kaufmann« Rariotö. Spezialitäten- Vorstellung. Montag, den 28. April i Unwiderruflich letzte Vorstellung. Circus Wulff. ■V Friedrich Carl» Ufer. Wll Ecke Karlstraße. Sonntag, den 20. April: l SroBc Extn-Berßellililsev. Nachm. 4 Uhr und Abends TVe Uhr. Nachmittags 4 Uhr auf jedes Billet »in Kind unter 10 Jahren frei. Beide Vorstellungen sind mit versch. vorzügl. Progammen ausgestattet. Be- sonders hervorzuheben in beiden Vor- stellungen vertheilt. Gastspiel d. fliegen- den Männer Mr. Nestor und Aerieny. Austreten der Reitkünstlerin Frl. Rosa und der Parforcereiterin Frl. Louise Renz, der Akrobaten-Truppe Berisor, des Jockeyreiters Kalinikoff. Maximus und Minimus, in Freiheit vorgeführt vom Direktor. Auftreten des vorzügl. Jongleurs zu Pferde Mr. Palmer. In der Abendvorstellung Vorführung der anerkannt bestdressirten Direktor Ed. Wulff. zste mit der e vier httti Percheron- Schimmelheng Original-Wagenpromenade, vorgeführt von Frau Anna Wulff,:c.:c. Montag, den 21. April: Gr. Vorstellung mit neuem Programm. Hochachtungsvoll Ed. Wulff, Direktor. Englischer Garten Direktion: C. Andrese, Alexanderstraße 27c. Auftreten des Gesangshumoristen Herrn Jung, Auftreten der deutsch- schwedischen Ehansonnette Fräulein Tonny Peters. Auftreten der vorzüglich. Liedersängerin Frl. Margarethe Steinow. Heu 1 1 Auftreten des Jnstrumental- und Gesangs-Terzetts(3 Damen) Geschwister Sawona. Auftreten der beliebten Duettisten Ge- schwister König. Anfang Wochentags 8 Uhr. Entree 30, DO u. 75 Pf., im Vorverkauf 20 tu 30 Pf. Sonntags Ansang halb 6 Uhr. Sonntags Entree 50, reservirt 76 Pf., Orchester 1 Mark. Borverkauf Entree 40 Pf. I 21. Unter den Linden 21. Im Hause der Wtlhemshallen neben der Passage. JJSU» Vorführung mi; egyptischer Täglich All" u. indischer 71/« Uhr lloTrSaubet- Abends. DCy künste. 3, 2«. 1 M. BilletBim Jnvalidendank. Passage 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Nur SMT diese-M Woche: Pe«. Zum ersten Male: S. Reife d. Spanien. Granada. Alhambra jc, 7. Reife auf den Plontdlanr. Ein» Reise 10 Pf. Abonnement 1 M. Jede Woche andere Reisen. Das gr. Lager Berlins > Kndreaastr. 23. American-Theater SÄT Drrsdenerstraße 55.__ Täglich Vorstellung. MWlnent Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Gr. Instrumcntal-Concert, Direktion A. Uödmann. ., Wochentags 10 Fig., hlltree Sonn- und Festlege Im Kaisersaal 25 Fig. Spezial-Ausschank von Patzenhoser, Export-Vier, hell u. dunkel, a Edl. 15 Pf. Gleichzeitig empfehle ich meine hocheleganten Festsäle zu 100 bis 200 und zu ca. 1000 Pers. zu soliden Bedingungen. 641 F. Müller. Reichsgarten, larieitliorf Feldstraße 14. Feldstraße 14, Haltestelle der Pferdebahn. Mf" Jede« Sonntag:"WUS Grosser Balis Familien können Kaffee kochen. 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Zapel, Skalitzerstr." tnter der Frister u. Roßmann)., kerben, d Victor Krall, Sttalsnnderstt. Jv bufgefund> P. Hansen, Miincheberger>tt. � poitsekretc E. Oittmar, Ackerstr. 68».-küstrin( Rnd. Weidner, Tresdenerstt.-Eisenbahn Rieh. Neubauer, Alte Schönh� stontusion C. Töpfer, Andreasstr. 77. �?rm). der W. Hildebrandt, Schönhauser Mruch unt A. Wolmann, Wilsnackerstr»?' Mgeblich (Moabit). wurden) 0. Mühlberg, Biesenthalerstr- 1*) Steuer straße 10. 8. Seckeler, Sttelitzerstr. 9- Ptraffert, Rnmmel-dnrg.. L. Spiegel, Rosenthalerstr.•0' orger, Greisswalderstr. 64.,„zssck Wir machen die Genossen ganz besonders auf di« von uns» Geschäfte aufmerksam, und bitten drtngend, genau daraus zu R Nlarke nicht erst beim Kaufen eingeklebt wird 1136s Die Arbeiter-Kontrol-Kom: abe, au ugenblü wag g lwin n k i «bleibei onen l stellen. Seelore, Verantwortlicher Redakteur:«ort Kaakr in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kading in Berlin 8W„ Beuthftraße 2. Sierra zwei �Hv. 93. So»utag, den 30. April 1890. 7. Jahrg. ch 30 -- eri Vok«les. Die Metallwaarenfabrik von Kerthald und Mausred gujfriß hat ihren Arbeitern den 1. Mai als Feiertag freigegeben. Der Verein der Zigarren- und Tabackfabrikanten A Berlin und Umgegend hat beschlossen: daß diejenigen igarren- und Tabackarbeiter, welche am 1. Mai feiern, auch Icht am 2. und 3. Mai beschäftigt werden dürfen; es soll dies m Arbeitern der einzelnen Fabriken vorher bekannt gemacht GesB-rden. g*&i Tie ßejeichttung„ÄndiKer" statt Zchanlrwirth scheint der gerichtlichen Verkehrssprache gebräuchlich zu sein. Am >dtM' onnerpag wurde beim Aufruf der Zeugen in einer vor der ---- Abiheilung des Amtsgerichts I zu verhandelnden Beleidigungs- We �iner dn Zeugen als„Budiker" aufgerufen, worauf derselbe klarte, er wipe nicht, ob er der gemeinte Zeuge sei, da er das eschast emes Schankwirths betreibe und auch als solcher seine steuern zahle. � Die Vorladung war auch richtig an den �.duer adressirt. Der Vorsitzende Richter meinte, daß der ntcrschied zwischen einem Budiker und einem Schankwirth wohl tn allzu großer sein werde, und es werde sich ja aus der «teren Vernehmung ergeben, ob der Zeuge die von der Partei beulte Person sei. Zu dieser Vernehmung kam es aber nicht, die Parteien sich, bevor es so weit kam, verglichen. Da beide jeile Anwälte bevollmächtigt hatten, so scheint die Budiker- Zeichnung aus dem Bureau eines dieser Herren hervorgi >d in der Gerichtskanzlci korrekt nachgeschrieben zu sein. Di« Eisenbahn- Katastrophe auf der Nüterstation "'big be» K» striir. Ein grausiges Eisenbahnunglück, wie Isfeld« seit vielen Jahren in Preußen nicht zu verzeichnen ge- eseii, ereignete sich ani Freitag Morgen gegen VeS Uhr unweit !t 67 Kilometer von Berlin entfernt gelegenen Station Werbig, :m zivei Meilen von Küstrin liegenden kleinen Städtchen, bei «lchem Unfall leider 4 Personen als tobt und wohl an 30 Perne" als verwundet gemeldet werden. An der Güterstation des ahnhoses Werbig, welche ungefähr ein Kilometer von dem tzteren entfernt liegt, wird gegenwärtig ein neues Geleise gelegt »d sii.d hierbei etwa 100 Arbeiter beschäftigt, welche aus den V. � Umgebung herangezogen und an jedem Morgen tttelst Arbetterz..gcs nach dem Güterbahnhof Werbig befördert Crf";®?. n>ar dies auch am Freitag der Fall; der Ar- .iterzug hatte, etwa 30 Waggons stark, auf dem neben dem Per- smenstrang, der gleichzeitig Durchsahrtsstrang ist, Aufstellung ge- Mden, d,e Arbeiter waren an ihre tägliche Beschäftigung ge- nngen, die Frühstückspause war gekommen und etwa 20 Mann atten sich in einen Güterwagen des Arbeiterzuges begeben, um ort ihre Frühmahlzeit einzunehmen. Kaum jedoch, daß sie in ein Waggon Platz genommen, brauste der von Kreuz vmmende, um 7 Uhr 30 Minuten in Werbig und 9 Uhr 2 Minuten Vormittags auf dem hiesigen Schlesischen Lahnhof eintreffende Personenzug Nr. 10 heran, stark ?remsend die Gutcrstation passirend. Der Train bestand ms acht Personenwagen, einem Gepäck- und zwei Viehwagen, md schon hatte derselbe die Stationsweichen passirt. die Maschine nu dem Kohlen-Gepäck- und ersten Personenwagen waren an dem ibenerwähnten Arbeiterzug herangekommen, als plötzlich der nerte Waggon des Personenzuges aus den Geleisen hinaussprang, owohl den vorhergehenden Waggon, wie auch die nachfolgenden ms den Schienen reißend. Die Verkuppelung zersprang und nun >nktr. die entgleisten Waggons direkt auf den daneben halten- '>en Arb«,terzug los. Die Szenen, die jetzi folgten, waren, wie Iftr J*10" uns mittheilt, ganz unbeschreiblich. Ein Entsetzensschrei aus Ä mndert Kehlen, eine furchtbare Detonation, ein unheimliches ' krachen und Knistern durchhallten in den nächsten Sekunden die uft, dann folgte lautes Jammern und Stöhnen, der beste Bc- • oeis dafür, daß bei dem Zusammenstoß viele Verletzungen und '' Verwundungen vorgekommen. Aus yielen Koupees, deren Thören 'lOS. ei dem Zusammenprall verbogen, konnten die erschreckten Passa- ,ere nicht heraus und ein furchtbares Hilsegeschrei ertönte ans ,26» ein Innern der Waggons. Von allen Seiten kam aber Hilfe, no welche sich daran machte, vorerst die unter den Trümmern Lie- ' enden hervorzuziehen, und dies war keine leichte Aufgabe. Die Lagen waren bei dem heftigen Zusammenstoß zum Theil nemandergeschoben, zum Theil metcrwert seitwärts geschleudert, , 50. 1tn Waggon vierter Klasse war halb die Böschung hinunter- ir'ffee Mworien, einen zweiten Wagen derselben Klasse nach sich eißend, und an beiden Wagen, obgleich diese noch am glimpflichsten � �vorgekommen, waren die Wände theilweise zertrümmert. Ein n/ig?-, Lgvn erster und zweiter Klaffe war vollständig zerstört, der rairen war total demolirt und von demselben nichts weiter vor- �>anden als Achsen und Fußboden, der Waggon, in welchem sich ste sruhstuckenden Arbeiter befanden, war durch den Anprall um- Mworsen, der Kasten desselben ebenfalls zertrümmert, die Bretter, furcheinandergeworsen, bildeten ein wildes Chaos und der Fuß- vi durchgebrochen. An einem Waggon zweiter <.nd dritter ltlasse war die eine Hälfte total abgeschnitten und «rslort, die andere Halste des WaggonS war gänzlich unbeschädigt tll-'„ Außerdem waren noch an einigen Güterwagen die Lande zertrümmert. Balken. Thürcn, Fenster, Kiffen, Polster, , rleidungs- und kleine Gepäckstücke von Passagieren waren in lS». mein Umkreise von 20 bis 30 Metern umhergeschlendert, be- "2 t?len den Bahndamm und die angrenzenden Felder, eine S' Schlagbauinstütze des nahen Feldweges war durch mächtige '-.fsit�Weiffplitter umgerissen und der Schlagbann» selbst lag auf der IUI« irde. Vor Allem galt es nun, die unter den Trümmern liegen- oo'cn und stöhnenden Verwundeten hervorzuholen. Der Arbeiter L. 6 15 uus Gorgas lag unter dem umgeschlagenen Arbeiter- pdgen, und zwar derartig, daß von ihm nichts weiter sichtbar �e£ �nke Fuß, nur mit großer Mühe ivurde der Körper W �»cffelben hervorgezogen; der Mann ist auf der Stelle NM-|fodt gewesen. Ein anderer �Arbeiter, dessen linker Arin ebenfalls ta mter den Wagentrümmern lag, konnte nur dadurch befreit ■ il. werden, daß der Erdboden untergraben wurde. Schwer verletzt * J uifgefunden sind: Stationsassistent Streu aus Jnowraclaw, C- popsekretär Schmidt�aus Küstrin, Steuerinspektor Märker aus le 80. 4. ' 37. l.> !7. U'7. M- tr. ,A stustrin(dreifacher Rippenbruch und starke Lungenquetschung), i.-�if�bahnfchaffner Alwin aus Küstrin(doppelter Beinbruch, starke ihaw irontusionen am Kopf und Rißwunden durch Splitter am Ober- 3rm), der Handelsmann Geisler aus Kietz bei Küstrin(Schädel uch und Gehirnerschütterung, auf dem Transport nach Küstrin wgeblich verstorben). Von den Arbeitern auf Station Werbig telegraphisch herbeigerufenen Rettungszuges legten den Ver- mundeten Nothverbände an, und die Meisten der provisorisch Verbundenen zogen es vor— infofern sie Passagiere des ver- unglücktcn Zuges waren— mit dem intakten Theil desselben nach Berlin zu fahren. Geradezu wunderbar erscheint die Ret- tung eines Majors des Artillerieregiments Nr. 3 aus'Küstrin, welcher sich mit seiner Schwägerin und einer Tochter in einem Koupee des vollständig zertrümmerten Waggons erster und zweiter Klasse befand. Der Offizier wurde durch den Anprall hochge- fchleudcrt, flog durch die gleichfalls zertrümmerte und so sich öffnende Decke des Koupees hindurch und siel betäubt auf den Bahnkörper nieder, nur leichte Kontusionen davontragend, während die beiden Damen unverletzt aus den Trümmern har- vorgeholt wurden. Einem ganz eigenartigen Zufall hatte der Katasterbeantte Mertens aus Küstrin sein Leben zu verdanken. Derselbe hatte in der Brusttasche mehrere �zöllige Messing- stanzen, und beim Anprall wurde der betreffende Herr gegen die eine Wagenwand gedrängt, während die Trümmer des Waggons gegen seine Brust flogen; die Messingstangen schützten Herrn M. aber derartig, daß derselbe unverlehtdavonkam, während dieMessing- stäbe selbst total verbogen waren. Noch im Laufe des Vormittags traf der Abthcilungschef des Eisenbahndirektoriums der Ost- bahn, sowie ein höherer Beamter der Regierung an der Unglücks- stätte ein, und der Thatbestand wurde alsdann aufgenommen. Uebcr die Ursache der Entgleisung fehlt noch jede Nachricht. Es mag interessiren zu erfahre», daß genau an derselben Stelle be- reits im vorigen Jahre ein Militärzug entgleist ist, und soll mehreren Jahren auch ein Personenzug daselbst aus den jenen gerathen sein; deshalb ist es wohl anzunehmen, daß "snfall durch einen Konstruktionsfehler in der Anlage hervor- germe�. ist. Die Untersuchung, welche bereits eingeleitet ist, dürste Mheres darüber ergeben. Die Aufräumungsarbeiten an der Unfallstelle dauerten bis VeS Uhr Nachmittags, zu welcher Zeit die ersten Züge wieder auf den Geleisen, allerdings gebremst, verkehrten. Vorher waren die Züge über Frankfurt a. d. O. ge- gangen. Eine Zugettigleij'una wird auch von der Berlin-Ham- burger Bahn, und zwar von der Station Kyritz, gemeldet. Dort ist der Personenzug, der gestern Abend V«? Uhr daselbst einlief, infolge einer unrichtigen Weichenslellung entgleist. Der Kohlenwagen wurde vollständig zertrümmert und ein Personenwagen aus den Schienen gehoben. Durch die Umsicht des Lokomotiv- uhrers ist weiteres Unheil verhütet worden. Menschen sind nicht zu Schaden gekommen. Di« iibt« Angewohnhrit viel«r Kiud«r» sich spielend mit dem unter dem Möbelwagen angebrachten Kasten, von ihnen „Schiff" genannt, zu beschästigen, hat einen schweren Unglücksfall in dem Nachbarort Tempelhof am Donnerstag Abend herbei- geführt. Der sechsjährige Sohn des in der Neuejlraße wohnhasten Tischlermeisters II. war unbemerkt in das erwähnte Behälter eines Möbelwagens hineingekrochen. Bevor die Arbeiter aber mit dem Aufladen der Sachen begannen, mußte der Kutscher umbiegen. Als der Wagen sich zu diesem Zwecke fortbewegte, wollte das Kind seinen genommenen Aufenthalt verlassen, kam dabei aber unter die Räder des Wagens und blieb mit zer- splittertcm Bein auf dem Platze. Ter verunglückte Knabe wurde nach der königl. Klinik in der Ziegelstraße geschasst. In unser«»» Zoologische»» Vnete»»,»vo die Fnihjahrs- arbeiten einen stetigen Fortgang nehmen, sind in den letzten Tagen die Fasanenvolicren, deren farbenprächtige, jeden Besucher esselnde Insassen sich nunmehr im schönsten Hochzeitsschmuck präscntiren, wieder für die»varme Frühjahrszeit in Stand gesetzt, zun» Theil auch mit neuen Bewohnern versehen worden.'Außer den schon vorhandenen echten Fasanen und den nahe verivandten, nicht minder prächtigen Fasanenhühnern finden»vir jetzt noch drei 'ehr merkwürdige Südamerikaner vor, den Agami, die Serien»« oder Barimna und die Tschaga, welche soivohl durch Eigenthüm- lichkeiten der äußeren Gestalt und auffallende Stimme dem Laien sich bemerkbar machen, als auch seit langem durch d»e Besonderheiten ihrer Organisatio»» dein Zoologen zu denken geben, welche über die Verivandtschast und die yflematische Stellung der drei interessanten Vögel keineswegs im Klaren sind. Auch das kleine Schaf- und Ziegengehcge hinter dem Antilopenhause hat neue Be»vohncr erhalten in einein Paar drolliger kleiner, aus Kainerun stimmender Zivcrgzicgen, den Nachbarn der durch die kostbare lmige Wolle ausgezeichneten Angoraziegen und diesen»vie zu unseren einheimischen Schafen durch ihr straffes, nichtivolliges Haarkleid den schärfsten Gegensatz bildenden Kamernnschafe, deren Familie durch frohe Ereignisse um einige allerliebste kleine Lämmchen vermehrt ist, welche durch ihr munteres Wesen und ihr nettes Aeußere das besondere Ei»t- zücken der Kinderivelt erregen. Dach Mittheil,»»,« des Statistischen Amt« der Stadt Kerlin sind bei den hiesigen Standesämtern in der Woche vom «i. April bis inkl. 12. April er. zur Anmeldung gekommen: 725 Eheschließungen, 930 Lebendgeborene, 32 Todtgeborene, 601 Sterbefälle. Potizeidericht. An» 17. d. M. Nachmittags fiel der Maurer- geselle Vitzke auf dem Neubau Louisenstr. 23—24 bei»»» Abbruch eii»cr Wellblcchdecke etwa 3 Meter hoch herab und erlitt einen Bruch des Beckenki»ochens. Er wurde nach der Universitätsklinik gebracht.— N,n 18. d. M. sprang eine Frau in einem Anfalle von Geistesstörung aus dein Fenster ihrer a»i» Louisen- User im dritten Stock belegenen Wohnung auf den Hof hinab und verstarb >>s der Stelle infolge der erlittenen Verletzungen.— Zu derselben stit wurde iin Landwehrkanal, nahe der Lichtensteinbrücke, die eiche eines unbekannte», ettva 40 Jahre alten Mannes nufge funden und nach dem Schauhause geschafft.— Mittags versuchte ein Dienstinädchen in der Wohnung seiner Herrschaft in der Schützenstraße sich mittelst einer Klcesalzlösung zu vergiften. Es wurde schivervcrletzt nach der Charitee gebracht.— Nachmittags wurden in der Unterwasserstraße, an der Schleusenbrücke, die Pferde vor einem Arbeitswagen scheu und gingen durch. Hierbei ivurde der Kutscher vom Wagen geschleudert und an» Kopfe nicht unbedeutend verletzt.— An» 18. d. M. fanden Zimmerstr. 51, Hollmannstr. 36, und Neue Hochstr. 15 kleinere Brände statt. m &>......................... JH Wurden schwer verletzt: 1) Schulze, 2) May, 3) Buchhols, stf. 1») Kiener, 6) Rieft, 6) Allbrich, 7) Robbe. 8) Graßnicker, 9) Rabe. 54--»>on denen die unter 5—9 Aufgezählten nach dein Krankenhause lsth Seelow gebracht wurden und von welchen Graßnicker und «tabe, aus Golze und Gusow stammend, nach einer uns im letzten 9. Augenblick zugehenden Nachricht iin Lause des Freitag Nach- \. gestorben sein sollen. Die Passagiere Streu, Schmidt, 5f4win wurden ebenfalls nach dem Krankenhause in Sielow ge- chafft, während Märker als nicht transportabel in Werbig '«bleiben mußte. Die Zahl der leichter verletzten Per- ihn6 n �äßt sich überhaupt vorläufig nicht genau fest- Iflellen. Die sofott eingetroffenen Aerzte aus Werbig, «eelow, und di« Samaritermannschasten deS auS Berlin Gerirhks-Isikttng. M-rdprozeß K«». Der in der Nacht zum 21. Dezember v. I. erfolgte räuberische Uebersall auf den Kaufmann Hermann Lehmann zu Char- lottenburg beschästigte heute das Schwurgericht am Langericht II unter Vorsitz des Landgerichtsrathes Voigtei. Die Anklage vertritt Erster Staatsanwalt Müller. Der Andrang zum Ge- richtssaal ist ein massenhafter, namentlich haben die Bewohner Charlottenburgs in großer Zahl sich ein Stelldichein iin Kriminal- gerichtsgebäude zu Moabit gegeben. Die Frechheit,»nit welcher dieser Uebersall wenige Tage vor dem Weihnachtsfeste aus- gesührt wurde und das lange Siechenlager,»velches Herr Lehmann hat durchmachen müssen, hat naturgemäß die öffent- liche Aufmerksamkeit in besonderem Maße aus dieses Verbrechen gelenkt. Der 19jährige Angeklagte, Sattlergeselle Wilhelm Ailgust Veo, welchem der Rechtsanwalt Dr. Rich. Wolfs als Ver- theidigerzur Seite steht, macht durchaus nicht den Eindruck eines Ver- brechers. Es ist ein geborener Charlottenburger und bis dahm gänzlich unbescholten gewesen. Er hatte als Geselle in der Werkstatt des Hof-Sattlermeistcrs G r o t h e in Berlin gearbeitet und dort reifte, während er emsig beschäftigt schien, der Plan zu der schwarzen That, die er vorher wohlüberlegt hatte. Der Angeklagte, welcher des versuchten Mordes und des ver- uchten schiveren Raubes beschuldigt ist, hatte bisher ein umfassendes'Geständniß abgelegt und nach deinselben,»n Verbindung mit den sonstigen Ermittelungen der Anklagebehörde stellt sich die Sachlage so dar: Der Angeklagte»var mit dem Kaufmann Lehmann, welcher am Wilhelmsplatz zu Charlotten- bürg. Ecke der Spreestraße ein Cigarren- und Weingeschäft be- »ht, einigermaßen bekannt geworden. Er selbst hatte mit einer in einem Mantelgeschäft angestellten Verkäuferin ein Liebesverhältniß, wollte derselben gern zu Weihnachten ein goldenes Armband schenken, und da er kein Geld dazu besaß, faßte er den Plan zu einem Verbrechen. Von der Straße aus hatte er wie- verholt beobachtet, daß Lehmann stets Älbends bei Schluß des Geschäfts den Inhalt der Ladenkasse zu sich steckte, um denselbei» mit nach seiner Wohnung in der Bismarckstraße zu nehmen und dieses Geld wollte der Angeklagte dem Lehmann abnehmen. Schon am 19. Dezember sollte der Plan, mit welchem eine Töotung des Lchma>»n nothwendig verbunden sein mußte, aus- gesührt»verden und schon an jenem Tage hatte sich der Ange- klagte eine List ausgearbeitet, durch welche Lehmann in eine menschenleere Gegend gelockt werden sollte und zwar sollte dies durch einen von ihm selbst angesertigten, gefälschten Brief ge- schehen. Er hatte nämlich schon Anfangs Deze>nbcr den Lehmann auf ein Mädchen, Namens Minna L i e tz m a n n, ausmerksam ge- »nacht,»velches viel bei seiner Tante, Elisabeth Beo, verkehre und eine empsehlensiverthe Parthie sei. Herr Lehmann schien denn auch nicht abgeneigt, in nähere Beziehungen zu der Genannten zu treten und darauf baute der Angeklagte feinen verbrecherischen Plan auf. Er verfertigte sich schon am 18. Dezember in seiner Werkstatt zu Berlin einen an Herrn Lehmann gerichteten Brief, den er mit„Minna Lietzmann" unterschrieb. Die angebliche „Liehmann" theilte darin mit, daß sie Herrn Lehmann zum stvecke eines Zusammentreffens.an der Wohnung des Fräulein Elisabeth Beo. Kirchstraße 9, wo sie zum Besuch sein werde, crivarten wolle. Mit diesem Brief begab sich. der Angeklagte am Donnerstag, 19. Dezember, kurz vor �Schluß des Geschäfts in den Laden desselben und erzählte ihm, daß ihn die Lietzmann vergeblich erwartet und ihm deshalb zur Besorgiing an Lehmann einen Brief übergeben habe. Angeblich, um diesen Brief zu holen, verließ Beo kurze Zeit den Laden, wartete, bis Lehmann den Laden geschlossen hatte und übergab ihm auf der Straße den Brief. Schon an diesem Abend sollte das Verbrechen vor sich gehen, es unterblieb jedoch,»veil dem Angeklagten, der mit Lehmann durch mehre entlegene Straßen ging, noch der Much dazu fehlte. Am nächsten Abend. 20. Dezember, hatte der Angeklagte seine Braut nach ihrer Wohnung in Berlin begleitet, kr'ehrte um lOVä Uhr nach Charlottenburg zurück und schreckte nun vor der Ausführung der Blutthat nicht mehr zurück. An der Schul- und Spreestraße traf er mit Lehmann, »velcher eine Summe von 330 M. bei sich führte, zusammen und überredete ihn, mit nach dem Hause seiner Tante zu kommen, da es möglich sei, daß er die Lietzmann dort treffen würde. Herr Lehmann willigte ein, beide gingen einige Male vor dem Hause auf und ab, als aber das Mädchen nicht kam, erklärte Lehmann, nach Hause gehen zu wollen. Beide gingen nun die Kirchstraße bis zum Krankenhause hinauf, bogen dann in den Scheunenweg ein und setzten dann auf der linken Seite desselben ihren Weg fort. In der Mitte des Scheunenweges trat der Angeklagte plötzlich einen Schritt zurück und versetzte dem Lehmann mit einem Todtschläger von hinten einen kräftigen Schlag auf die rechte Kopfseite. Lehmann setzte sich sogleich zur Wehre, der Angeklagte schlug jedoch so lange auf ihn los, bis er zu Boden stürzte. Lehmann rappelte sich noch einlnal auf und schlug mit der Faust um /sich; dabei kamen beide zu Fall und da Lehmann einige Male den Namen des Straßenräubers rief, hieb Beo nochmals mit den» Todtschläger auf ihn ein und stieß schließlich noch mit dem Fuß nach dem Kopf desselben. Um den Preis seines Verbrechens ist der Angeklagte aber doch gekommen, denn eine Beraubung hat derselbe nicht aus- führen können. Der auf seinem Patrouillengange durch die Wilmersdorfer Straße befindliche städtische Nachtwächter Schimon hörte nämlich in einer Entfernung von etwa 200 Schritt die dumpfen Schläge und das Stöhnen des L. Er eilte auf die Stelle zu, sah einen dunklen Punkt am Boden und be- merkte, daß ein Mensch aufsprang und die Flucht ergttff. Der Wächter rannte ihm nach, vermochte ihn jedoch nicht ein- zuholen und kehrte deshalb an den Thatort zurück. Mit Hilfe der durch die Nothfpeise herbeigelockten Wächter R c ck n a g e l, Schutzmann Freibank und Wachtmeister Marquardt wurde der auf der Erde liegende, vollständig be- wußtlose und niit Blut massenhaft besudelte Lehmann nach den» Krnnkenhause gebracht, wo seine Person erst mit Hilfe der bei ihn» vorgefundenen Papiere festgestellt werden konnte. Lehmann war fürchterlich zugerichtet. Das Gesicht war vollständig entstellt, die Augenlieder taubeneigroß gequollen, aus dem blutenden Munde jhing ein Zahn lose heraus. Der Kopf war mit zahlreichen Wunden dedeckt, die größte befand sich am linken Ohr, die zweitgrößte am Hinterkopf, zivei Wunden am rechten Unterkiefer; außerdem waren auf dem Kopfe noch 6 bis 7 kleinere Wunden sichtbar. Der Ver- mundete war völlig bewußtlos bis zum ersten Weihnachtsfeier- tage, wo er zum ersten Male die Augen öffnete. Aber erst am Anfange der dritten Woche kehrte ihm sein vollständiges Beivußt- sein zurück, doch ist seine Erinnerung an die Äorgänge in jener Nacht des Schreckens vollständig geschwunden. Seine vielen Verletzungen, von denen er wieder genesen ist, sind an und für sich nicht lebensgefährlich gewesen, doch»varen bei der Vielheit derselben leicht allerlei Komplikationen möglich, namentlich war die vorhandene Gehirnerschütterung nicht ohne Lebensgefahr. Dem Angekagten war es in der verhängnißvollcn Nacht ge- lungen, unbemerkt in seine Wohnung zu gelangen. Hier reinigte er seine Hände und seine nicht sehr beschmutzten Kleidungsstticke von» Blut, wusch auch den blutbefleckten Todtschläger längere Zeit mit Wasser ab und er wäre wahrscheinlich nicht entdeckt worden, — wenn nicht sein gefälschter Brief an ihm zum Ver- räther geworden wäre. Man fand diesen Brief in der Rocktasche des Lehmann vor; es wurde sehr bald sestgestellt, daß die wirk- liche Minna Lietzmann den Brief weder selbst geschrieben hatte, noch hatte schreiben lassen, dieselbe erkannte aber an der Handschrift ohne Weiteres den Angeklagten als den Verfertiger des Briefes. Am Nachmittag des zweiten Weihnachtsfeiertages gelang es, Beo vor dem Zirkus Renz zu ergreisen und derselbe gestanv auch bei seiner ersten polizeilichen und seinen späteren gerichf- lichen Vernehmungen sofort seine Absicht zu, den Lehmann zu be- rauben nnd zu tödten. Als der Angeklagte, ein völlig bartloser junger Mann, in den Saal geleitet wird und auf der Anklagebank Platz nimmt, bricht er rn krampfhaftes Schluchzen aus. Unter fortgesetzten Weinen beantwortet er auch die ersten Fragen des Vorsitzenden dahin, daß seine Eltern schon gestorben seien, als er zehn Jahre alt gewesen und daß er Geschwister nicht besitze.— Auf-Antrag des Vcrtheidigers wird die unvereh. Elisabeth B e o telegraphisch als Zeugin gelade», da der Vertheidiger dem Gerichtshofe vor- führen will, daß der Angeklagte seiner Tante gegenüber ein ganz anderes Motiv zur That angegeben, als in seinem gericht- lichem Gestündniß. Was seine"Personalien betrisst, so giebt der Angeklagte unter krampfhaften Weinen an, daß er" in Charlottenburg geboren und konfirmirt sei, die dortige Bürgerschule besucht, dann 4 Jahre die Sattlerei erlernt und nach beendeter Lehrzeit bei seinem Lehrnieister noch weiter gearbeitet habe. Sein Onkel Eduard B e o, welcher sein Vormund sei, verwaltete das ihm gehörige kleine Vermögen.— Präs.: Angeklagter, ich ralhe Ihnen dringend, daß Sie bei Ihrem ersten reuniüthigen Gestand- niß bleiben und sich dadurch der Milde des Gerichtshofes em- pfehlen, nicht aber sich jetzt etwa auf Winkclzüge legen. Hier- nach frage ich Sie jetzt: Bekennen Sie sich der Ihnen zur Last gelegten That für schuldig?— Ang ekl.(schluchzend): Jawohl! Meine Herren, ich fühle ja wirklich Reue von- ganzem Herzen, ich bin ja kein Verbrecher und bitte Sie, so milde wie möglich mit mir ins Gericht zu gehen.— Präs.: Wie haben Sie Herrn Lehmann kennen gelernt?— Angekl.: Ich habe bei ihm öfter Zigarren gekauft und ein Glas Wein getrunken, bin dann öfter mit ih>n ausgegangen und habe ihn auch in den Klub„Fidelitas", welchem ich angehörte, mitgenommen.— Präs.: Wie sind Sie denn auf die unglückselige Idee gekommen, Herrn Lehmann zu tödten und wann haben Sie den Plan dazu gefaßt. — Angekl.: Ueberlegt habe ich mir gar Nichts, ich weiß selbst nicht, wie mir die Sache in den Kopf gekommen ist.— Präs.: Sie haben doch früher mehrfach eingestanden, daß Sie schon Tage lang vorher den Mordplan gefaßt haben. Wie sind Sie denn dazu gekommen?— Angekl.: Das habe ich aus Angst gethan, weil der Kriminalkommissarius sagte, ich solle die Wahr- heit sagen und da habe ich Angst gehabt.— Präs.: Beo, bleiben Sie doch bei der Wahrheit! Sie haben ja das gleiche Gestündniß auch vor den: Richter wiederholt.— Angekl.: schweigt.— P r ä s.: Sie haben den Brief an Herrn Lehmann bereits am 18. Dezember geschrieben. Weshalb haben Sie dies gethan?— Angekl.: Ich wollte ihn vor das Haus meipex Tante locken und dort schlagen.— Präs.: Weshalb wollten Sie ihn denn schlagen?— Angekl.:(heftig schluchzend): Ich wollte ihm sein Geld wegnehmen und ihn todt schlagen.— P r ä s.: Sie bleiben also bei ihrem ursprünglichen Geständniß nnd geben ihre verbrecherische That in vollem Umpfange zu?— Angekl.: Ja, ich gebe es zu.— Die Borbereitungen zur That und die Einzel- heiten derselben schildert der Angeklagte genau, wie oben auge- geben. Er giebt zu, daß er schon ain 19. Dezember das Attentat ausführen wollte, aber keinen Muth dazu hatte. Er giebt alle seine Antworten auf die Frage» des Präsidenten in iveinerlichein Tone und unter jedesmaliger tiefer Verbeug ng und lehnt die Aufforderung des Vorsitzenden, sich �zu setzen� wenn er sich schwach fühle, dankend ab.— Präs.: Am 2o. Dezember fühlten Sie wohl den genügenden Muth zu Ihrem Vervrechen und steckte» '~-------'?- Angekl.: Ja.- Präs.: dazu den Todtschläger ein? Als Lehmann an jenem Abend aus"dem Laven kam, was thaten Sie da?— Angekl.: Ich ging ihm entgegen und brachte das Gespräch aus Frl. Lietzenau, indem ich sagte, dieselbe würde wohl bei meiner Tante sein.— Präs.: Wußten Sie denn, ob Frl. L. daselbst war?— Angekl.: Nein; als ich init Herrn Lehmann vor dem Hanse meiner Tante ankam, klopfte ich an und da sich Niemand meldete, erklärte Lehmann, daß er nach Hause gehen wolle.— Präs.: Als Sie mit ihm nun in den Echeuiuveg eingebogen waren, was pafsirte da?— Der Angeklagte bricht bei dieser Frage wiederum in heftiges Schluchzen aus, sinkt auf dem Stuhl Med er, so daß die Verhand- lung auf kurze Zeit unterbrochen werden muß. Nachdem sich der Angeklagte durch einen Trunk Wasser gestärkt, schildert er den Kampf, den er mit Lehmann durchgefochten, in der oben darge- stellten Weise, bricht aber immer wieder in lautes Weinen aus und sinkt wiederholt auf den Stuhl.— Präs.: Wollten Sie denn so lange auf den unglücklichen Lehmann los schlagen, bis derselbe todt war?— Angekl.: Das weiß ich wirklich nicht. — Präs.: Sie hatten doch auch, wenn der Wächter nicht ge- kommen wäre, die Absicht, dem Lehmann das Geld weg zu nehmen. ---- Angekl.: Anch das weiß ich wirklich nicht. Ich weiß nicht, wie ich zu dem Plan gekommen bin. Ich habe gar kein Geld nöthig gehabt,— Präsident: Wie viel per- dienten Sie denn?— Angekl.: Ich bekam ivpchentlich 10 M. und Kost.— Präs.: Kamen Sie denn damit aus? Sie tranken hin und wieder ein Glas Wein, rauchten ganz gute Zigarren, besuchten auch Kränzchen.— Angekl.: Ich bin aber mit nieinem Gelde ausgelomme».— Präs.: Früher haben Sie mal ausge- sagt, daß Sie dem Fräulein, mit welchem Sie öfter ausgingen, ein goldenes Armband schenken wollten.— Angekl.: Das wollte ich aber nicht mit dem Lehmann'schen Gelde bezahle».— Präs.: Am Tage nach der That haben Sie dann ihre Kleider gereinigt und sind ruhig ivieoer nach Berlin in ihre Werkstatt gegangen. Dort sollen Sie Ihrem Mitkollegen gesagt haben, daß Sie gestern Ihren Freund Lehma,, ii ermordet baden, man hat es Ihnen aber nicht geglaubt. Im Allgemeine» scheinen Sie aber heiter und guter Tinge gewesen zu sein.— Angekl.(heftig weinend): Ach Gott, ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie entsetzlich mir zu Much war; ich habe keine Stacht schlafe» können.— P r ä s.: Sie haben zanz ruhig die nächsten Tage„ach der That weiter gearbeitet, ind dann mit einem Mitgesellen ausgegangen und haben den- blben sogar überredet, mit bei Ihne» zu nachtigen. Die Tante Beo hat aber gemerkt, daß ein fremder Mensch in der Küche war und hat ihnen darüber Vorwurfe gemacht. Ihre Tante hatte inzwischen auch von dem bei Herrn Lehmann vorgefundenen Briefe gehört und Sie ge>ragt, ob Sie denselben geschrieben haben.— Angekl,: Ich habe es auch gleich zugestanden.— Präs.: Jqivohl; und am LS. hat Ihre Tante zu Ihnen gesagt: Herr Gott, dann bist Du wohl am Ende gar der Verbrecher? Sie haben darauf gesagt:„Ja, Tante, ich muß es ein- gestehen! Ihre Tante hat Ihnen darauf gerathen, sich selbst der Polizei zu stellen, Sie haben sich anch entfernt, sind aber wieder nach Berlin gefahren und an, 26. Dezember vor dem Circus Renz verhaftet worden.— Angekl.: Ich weiß wirklich gar nicht, was ich Alles gemacht habe, ich bin in furchtbarer Aufregung gewesen.— Präs.: Heute machen Sie auf mich den Eindruck, als ob Sie wirklich Reue eitzpsguden und Ihr Gewissen entlasten möchten.— Angekl.: Ach, Herr Gerichtshof, ich kann gar nicht beschreiben, was für Reue ich habe, ich bereue die That von ganzem Herzen.— 3!echtsanivalt Dr. Wolfs läßt noch durch Befragen des Angeklagten feststellen, daß derselbe auch einen kleinen Groll gegen Lehinann im Herzen getragen habe, iveil letzterer angeblich eine beleidigende Aeußerung über eine junge Dame gemacht. Damit ist die Vernehmung des Angeklagten beendet. Von den iveniaen Zeugen, welche bei dem umfassenden Ge- ständnih des Angeklagten überhaupt noch wahrgenommen werden, beansprucht das Opfer des tkebersalls, der Lsijährige Zigarren- Händler L e h n, an», das meiste Interesse. Derselbe erklärt, daß er fast gänzlich wiederhergestellt sei, aber den rechten Arm noch nicht wieder ganz gebrauchen könne. Er hat die Vermuthung, daß der Angeklagte gewußt habe, daß gerade Freitags sein junger Mann regelmäßig seinen Ausgeheng hatte und er ohne jede Be- gleitung nach Hause zu gehen pflege. Von den Ereignissen nach dem Augenblick, wo er am 20. Dezember Abends sein Getchäfts- lokal geschlossen, hat der Zeuge auch heute keine Spur von Er- innerung. Er weiß speziell nicht, daß er den Beo an jenem Abend vor seinem Laden getroffen, hat auch keine Ahnung davon, daß er mit demselben den Heimweg angetreten, kurz, jedes Erinnerungsvermögen ist ihm verloren gegangen. Er sei erst nach Neujahr wieder zuiii Bewußtsein gekommen und habe sich bei seinem Erwachen im Städtischen Krankenhause vvrge- fiindsn; einige Narben auf seinem Kopfe und das Fehlen einiger Zähne erinnern ihn an jene Schreckensnacht.— Der Angeklagte yörte diese ganzen Zettgenaussagen mit abgewandtem Gesicht zu nnd als ihn der Vorsitzende aufforderte, eine von ihm gemachte Bemerkung dem Zeugen ins Gesicht zu sagen, erklärt er, wiederum nnter Schluchzen, daß ihm dies ganz unmöglich sei. Zeuge Leh- mann will am Schlüsse seiner Aussage einen Antrag ans Eni- schädigung durch den Angeklagten stellen, er wird jedoch darauf hingewiesen, daß sein Antrag, ihn als Nebenkläger zuzulaffen, gemäß den gesetzlichen Vorschriften schon abgelehnt worden sei. Von der Vertheidigung wird hierzu bemerkt, daß Herr Lehmann einen Zivilprozeß gegen den Angeklagten bereits angestrengt habe, — Nach der Aussage des Dr. Tarnowski, welcher dem Herrn Lehmann im Krankenhause behandelt hat, befand sich der- selbe bei seiner Einlieferung in einem geradezu entsetzlichen Zu- stände. Die Verletzungen, welche dem Angeklagten beigebracht worden, seien an sich nicht absolut tödtliche gewesen, hätten aber durch Komplikationen aller Art tödtlich werden können, nament- lich aber sei die Gehirnerschütterung, welche bei dem Patienten sofort festgestellt werden konnte, selbstredend sehr gefährlich ge- wesen. Die Schnldfrageu, welche der Vorsitzende den Geschworenen unterbreitet, lauten auf versuchten schweren Staub und versuchten Mord. Ans Antrag des Rechtsanwalts Dr. Wolfs werden noch zwei Unterfragen bezüglich der Ueberlegung und des Vorhanden- seins mildernder Umstände hinzugefügt. In seinem Plaidoyer verweist Erster Staatsanwalt Müllerbe- sonders auf die Schwere des dem Angeklagten zur Last fallenden Verbrechens, welches nach mehr als einer Richtung Aufsehen erregt habe. Wenn der Plan des Angeklagten geglückt wäre, dann gäbe es gegen denselben nur einen einzigen Antrag: die Todesstrafe durch das Beil. Daß es zu dem Tode seine» Opfers nicht ge- kommen, sei nicht das Verdienst des Angeklagten, sondern das Verdienst der Vorsehung und der ärztlichen Kunst, welche den Uebersallenen dem Leben erhalten habe. Der erst 19 Jahre alle Angeklagte besitze zwar keine besondere Bildung, er gehöre aber doch nicht Kreisen an, in denen solche Thaten zu reisen pflegen, er sei auch nicht von Stufe zu Stufe gesunken, sondern habe nach bisher schuldlosem Leben sofort zum schiversten Verbrechen gegriffen. Man könnte die That fast wie ein psychologisches Räthsel be- trachten, wenn nicht eben der Leichtflnn der Jugend die Erklärung für manche Ungeheuerlichkeiten zu bieten vermag. Durch die Reue des Angeklagten dürften sich die Geschworenen nicht bestimmen lassen, ein sachlich falsches Urtheil zu füllen, sondern dieselben müßten ohne einem Gefühle des Mitleids Gehör zu geben, lediglich ihrem Gewissen folgen. Er erinnere sich eines vor etwa zehn Jahren passirten ganz ähnlichen Falles, in welchem auch em Zigarren- Händler durch einen guten Freund überfallen worden fei. Da- mals habe der Verbrecher seine verdiente Strafe gefunden und anch der jetzige Angeklagte dürste dieser Strafe nicht entgehen. Der Staatsanwalt, welcher den Geschworenen noch einmal vor- führte, wie kühl und rafsinirt der Angeklagte die That begangen, schließt mit dem Antrage an die Geschworenen, die Schuldsrage im ganzen Umfange zu bejahen und ihm selbst zu überlassen, au; die Jugend und die R"-- eue des Angeklagten bei den Strafanträgen Siückstcht zu nehmen. Vertheidiger R-A. Dr. Wolfs glaubt, daß trotz der Scheuß- lichkeit der That doch Momente zu erblicken seien, welche auf- fordern, dem Angeklagten nicht alle mildernden Umstände zu ver- sagen. Derselbe sei eben erst 19 Jahre alt geworben und lein raffinirter Verbrecher, sondern ein unbegreiflich thörichter, unver- ständiger, seiner ganzen Ueberlegung nicht machtiger Mensch mit einein knabenhaften Verstände. Die ganze Art Uno Weise, wie sich der Angeklagte bei der Ausführung der That und nach der- selben benommen, wie er selbst das einzige, gegen ihn sprechende Beweisstück seinem Opfer überliefert haoe, spreche keineswegs da- für, daß derselbe mit voller Gedankenklarheit und Ueberlegung gehandelt habe. Er empfehle, das Moment der Ueberlegung auszuschließen und dem Angeklagten mildernde Umstände zuzubilligen. Derselbe sei seit dem zehnten Lebens- jähre Waise, er entbehrte der Leitung und der Fürsorge der Eltern und sei vielleicht durch Leichtsinn zu der That veqührt worden. Derselbe empfinde offenbar große Reue und er bitte die Geschworenen, dem Angeklagten die Möglichkeit zu lassen in nicht allzu ferner Zeit wieder ein nützliches Mitglied der menschlichen Gesellschaft zu werden. Der Angeklagte solle in einem Alter, wo man sonst ins Leben hinaustritt, hinter Kerkermauern gehen; die Bewilligung mildernder Umstände würde ihm die Rückkehr ins Leben ermöglichen. In seiner Replik bittet der Staatsanivalt die Geschworenen, sich nicht dadurch irre leiten zu lassen, daß der Angeklagte einige Thorheiten bei der Ausführung der That begangen habe. Ein altes Svrüchwort sage: Die Thorheit der Verbrecher ist der beste Polizeibeamte. Wenn aber an das Gefühl der Geschworenen appellirt werden solle, so würde) das unglückliche Opfer des Angeklagten zu betw daran zu denken, daß der Zeuge Lehmann lange W schweren Krankenlagers zu erdulden hatte und noch in heit darüber ist, ob und welcher Schaden sich noch für sundheit aus jenem Attentat ergeben wird. Nach kurzer Dnplit des Aerlheidigers zogen sich die neu um 3 Uhr zur Berathnng zurück, wel e kaum W dauerte. Das Verdikt erklärte den �tngekläglen suchten Raubmordes schuldig und der Stcn beantragte acht Jahre Zuchthaus, Eh die Dauer von 10 Jahren und die Zulässigkeit anssicht, Das Urtheil lautete auf O Jahre Zuchth Ehrverlust auf gleiche Dauer. In der Hoffnung, M geklagte nach Verbüßung der Strafe ein neues Leben werde— der Angeklagte stimmte durch wiederholte Iii dieser Ansicht zu— verzichtete der Gerichtshof daraus, am aufficht zu verhängen. lozia; im I Tai , Vorstar lieber ist 1,151 ff in W ozia im Die UtaSrrgelung. Ans der Hauptwerkstatt Halm wald ist am 9. d. M. der Lackirer Oskar Schüßler, F" Nr. 74, plötzlich gekündigt worden. Die Maßregel zurückzuführen, daß Herr S. in der Veff welche am dritten Osterfeiertage im Lokale dank stattfand, den Vorsitz geführt hatte.,. wurde Vormittags zum Inspektor Herrn Lamfrico der ihn eröffnete, daß seine(S.) Weiterbeschästigung erscheine, weil er Ideen verbreite, die in einem küm triebe unzulässig sind. Herr Schüßler ist verheirachet von vier Kindern. To (rüqer 'erzlich n ach lade 134 tller VevsÄmmUmuett Croße öffinttich» KIerfnn>mt»»g der Kchn�luachir am- 21. d. M. Vormittags 9% Uhr, tn der Aklicnbrauerei Friedril Ariedr�chshai»«,(tlumgiuhor.) Tagesordnung: mitnen SireUs. Referent: Max BaginsN. itft- und?i«>lutirktuh„yurgenvoil)". Schung am dl» 21. April, Abends 8 Uhr, bei Scholz, Liebenwatderftr. 20. .....' oben«mrUt. csteickneuia Annabmenelle Milgtieder eingeführt, haben ZulrUt. ArbeNerbläNer. Zrutrnt-Araiikrn- und Ktrrbekalst den Tilchter»ud° Ivrrbtichrr Arbeiter(@. H. ju Hamburg), FiNale Berlin 33. 9% fainmjung Montag, de» si. April, Abends 8% Uhr, im Loia» Haruierschinidt, Perlebergerstr. 28.. Nersnuimtung de» Verband«« der Pergotder, beoldtrü � und V-rusogenofsen(FMale Berlin) am Montag, den 21. April, Eaton, Jnfelnr. m. t( «srohe öffentliche Versammlung der Krechsier- geuoffe» aller Branchen Kerlin» am Dienstag, den 22.«U" 8 Uhr, im ffönigstadi-ffqstno, Hotimarktstr. 72. iSrog« Äildhauerxtvsammluug am Dienstag, den 22. 8% Uhr, in Mündt s Salon, Kopnickerfl». 100, zchriftsirßrr-Versammtuug am Montag, den 21. Apr Neue Grünstr. 28. Tagesordnung: l. Der I. Mai und sein« den Arbecter. Referent: A. Auerbach. 2. In welcher Weis» Schrrftgteber Berlins den l. Mai tu seiern s 8. Verfchteden««. wtlllominen. Große öffentlich« Versammlung aller tn der jsi! industri» beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen am 21. April, Abends 8% Uhr, in den Bürgersalen, Dresdenerstr. ordnung: Wie stellen sich dte Arbeiter und Arbeilerarnen der indusirie zu einem einzuberufenden Kongreß. Reserenl: Kollege Dtslulston. Verschiedenes. Der Wichtigkeit weg«» ist es noi alle Kollegen und Kolleginnen aller Branchen«rsche en. inigung der z>r«ch»l»i|W am D 1. unbenti E gm I Vereinigung der Arechoter Zeutschiano»(Orts» ltn 1). Sonntag, den 20. April, Vormiiiags lo't Uhr, in SahM Annenstr. 10. Verfammlung. Tagesordnung: 1. csefchastliches. 2. VI Rechisschichreglemem. 3. Wahl der Mitglieder zur Rechlsschm «. Berlchiedenes und Fragekasten. Die ZahlstcU. destndeu bergerstr. 10, bei Pätzold und Dresdenerstr. Iis, bei chründel.( von Beiträgen, sowie Ausgabe der Facht ettung jeden Sonw von 8% bis to Uhr,, Fcei» Verrniiguiig der Graveure, Ziseleure etr. Lersar Mo.Nag, de» 21. April, Abends» Uhr, Dresdenerfiraß« 46. Taff 1. Weschaslliches. 2. Vortrag. 8. Verschiedenes und Fragelasteu. lammen. gehabte; Scliwldl findet ei Verein Herlluer Portier» und Kerufsgeuolseu. Abends» Uhr, Markgrafenstr. 87, bei Weight fache eines jeden Mitgliedes tu erscheinen. Sigun««» entgegen»enommen. Gesellig« Beiträge wer! i?ä Wh oeroen au» den 21. April, tn Frindt's Salon. lag in Apolda. Berel» sangelegenheiten. perci» der Sattler und � ach gen offen Kerliu». Sef glted.r-Verfaii'.mlung am Dienstag, den 22. April, Abends Müller s Salon, Alte Jatobslr. 48,. Achtung Modelltischler! Oeffentlich« versammluna der W» '" 1 Moniag, den 21. April, Abends 8 Uhr,' Berlins und Unigegend am Wedding, Arbeiter-Kildungaverein für Weißens«» und Umgegend lung am Dienstag, den 22. April, Abends 8 Uhr, bei Hähltng, L«i (tum Hohenzollern). zluterstubungsbuud der Hausdiener Kerlin«. AI Seneralversammlung am 22. April, Abends o Uhr, bei Feuerstein, straße 76. Tagesordnung: 1. Mittheilungen. Ausnahme muH 2. Vlerteljahrsderichle. Abrechnung vom Maskenball. 8. Ai»' schirdencs und Fragekasten. Album-Arbeiter! Große öffentliche Versammlung am 21. Aprll, Abends 3 Uhr, bei Feuerslein, Alte Jakovftr. 76, Deckun; in welc Empf können. 85. A Heraus gezogen sowie! Arbeit« bei um Auflag 8 Uhr, bei Fordan, Neue Grünstt. 28. Gingeladen stnd: Färb Haspleriunen, Legerlnnen, Dollerinnen, Ginschlägerinneii.— �. Wie stellen sich dt» Berliner Wollaibeiter und Wollarbellerwn. 1 Organisation? Reserent Herr Sladwerordneler Zubeil. 2. DiswII" sch.edenes.. j Sur», und gesellig» Perein« am Sonntag: Lhbell'sch"; (2. LehrlingSabtheilung) Abends 6 Uhr Ssisabeihstraße 67—68. Wedding"(2. LehrlingSabtheilung) Nachmittags 4 Uhr Pankfir-/.- ing"(2. LehrlingSabtheilung) RachmlitagS 4 Uh........ .Froh und Frei- lLehrllngsadlheilung) siachmillags 4 Uhr Bergin ungsveretn„Fröhlichkeit"(gegr.ldeo) Aach'millags 6 Uhr "ersammlung. sälli Depefrksen. Eelegraphett-Kttreau.). _ 19. April. Sicherem Vernehmen»«* Grund eines Senatsbeschlusses bei sämnittichen WO| betrieben der Arbeiter, welche am 1. Mai feiern, weg«» bruches«nllassen werden. am U ö % Teller Bei Anfragen bitten wir die Abonn emeutS- Qu ttlunz bettufügi«' Antwort wird nicht erlheilr. �8 K. A. 100. Die Kaff? war eine Zeit lang ijjf Wirthschast des früheren Vorstandes gefährdet, wieder als völlig sicher. V- Mo« richt Den Mitgluoern des Soziiildeiuo- kratischen Wahlvereins des 4. Berliner Reichstags-Wahlkreises zur Nachricht, daß die Beerdigung des am 17. April verstorbeneu Tischlers 1169 Franz Scholz am Sonntag, Nachmittags um 5 Uhr, von der Leichenhalle des Krankenhauses Bethanien aus nach dein katholischen Kirchhof in Weihensee stattpndet. Der Arbeiisuachmei» der Zahk- strlle Friedrich« lierg d. Deutt'chen Tischler-Derbande« befindet sich Friedrich-Carl-Strameo Ii im Restaurant Lippe. Abressenaus- gäbe Abends von 3- und Sonntags Vormittags von 10 Uhr.[93o Da ich durch den Gerichtsvollzieher ausgepfändet bin, empfehle ich allen Freunden, insbesondere den werthen Genoffen mein wirkliches 1162 Stelsbierlokal siic Buffer, ohne Tische und Stüh (ohne Büffet, ohne Tische und Stühle). Speisen und Getränke in bekannter Güte.„Berliner Volksblatt- liegt aus. Carl Pietzner, Insrtstr. 13. Mjen-Rollen, trocken, in allen Dimensionen bei Wiraig, Friedrichebero, Frankfurter Chaussee 52. Telephon Amt Friedrichs- berg Nr. 16._ Stube und Küche ist sofort oder zum 1. Juli Umstände halber villig z. nenn. Kürz, Gartenstr. 81, v. 2 Tr. 1154 Möbl. Schläfst, f. 2 Herren z. I.Mai b.lirause,Waldemarstr.L8,H.lTr. IIIS Achtung! Bildhauer! Wir mache«««f folgeudeWerk- Rütte» besonders aufmerksam: Ferd. Uogt»& K-.; I. C. Pfaff; Gebr. Weinman«; Grofchku«; Müller& Ka. 1167 Die Kommission. Der Arbeitsnachweis i)cr DttAltt Berlins befindet sich Dresdenerstraße 116 bei Gründe!. Adreffenausgabe Wochentags Abends von Svs— 9v2 Uhr. Sonn- tags Borm. von 9Vs— llVsUhr. 1109 Ich empfehle mein Weiß- und Kairifch-Bier-zokal. 1158 Otto Knoll, FriedenRr. 80. Frdl. Schläfst, f. 2 Herren b. Weese, Urbanstr. 8, Hof 2 Tr. 1104 Wir suchen für unsere Buchdruckerei einen tüchtigen nnd felbRstandigen Drucker, der gewandt setzen und an der Schnell- und Tiegeldruckpresse flott drucken kann, zum baldigen Antritt. 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General-Versammlung"WZ im.«??i!5i,sta9' aen 22- d- Abends 0 Uhr, ?-? 1165 Herrn Zemter, Müns:. Strasse Hr. II, Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung lozialdemokr. Wahlverein des 6. Berliner Reichstags-Wahlkreises. Große Versammlung W tlenl I ä3etf< iil« im Dienstag, den 22. April, Abends S'/s Uhr, im Saale der Moabiter ,, Volks- Brauerei", Alt-Moabit. Tages-Ocdmmg: 1. Vortrag über:„Der 1, Mai." Referent Fritz CrUger, Rixdorf. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten.— Gäste erzlich willkouunen. Ausnahme neuer Mitglieder. Zu recht zahlreichem Be- ach ladet ein 1134__ Der Vorstand._ Große öffentliche Versammlung fried aller inderBekleidungs-Jndnstrie beschäftigten & Arbeiter und Arbeiterinnen et p�am Montag, den 21. d., Abds. bVe Uhr, in den Bürgersälen, Dresdenerftr. 96, Tageh-Ordnung: Wie stellen sich die Arbeiter und Arbeiterinnen der Bekleidungsindustrie zu einem einzuberufenden Kongreß? Referent: Herr Jesohonnek. l|t i„ Die Arbeiter und Arbeiterinnen aller r '.■ 1 O"7 1 im [Stil :viwe ,r SBranchen sind eingeladen. Die Agitations-Kommission d. deutschen Schneider-Verbandes. m 0. J lelle :ofaU Vereins Versammlung"MU er Freien Vermligultg her Damenmäntel-Schneider ..o liilh Arbeiterilltle» der Vekleihllllgs-Jildilstrie Berlitls am Dienstag, den 22. April, in Jordan» Salon, Reue Grünstraße 28. Tag es- Orb n�> n g: 1138 iitipK, 1 Vortrag des Herrn Zuheil über:„Welche Bedeutung hat der Acht- utl, u'ftunhentag für die Arbeiterinnen". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes, Fragekasten , I Gäste sind willkommen. Der Vorstano: B. Steindorn. t ! Versliiiliillllllg Hfsarheäier gewerblicher Stralau uud Umgegend den S1. Avrii er., Abend« 8| TSOB für mit in de» »K zu Straiau. „Qiviiflich U,iichnch'(ch,„ Kraurr.i" Tages-Ordnung: 1. Berichterstattung über den vom 8. bis 11. April in Hannover statt- .ehabsen Ko> greß der Bauarbeiter und Berufsgenossen.(Referenten: Vithelm lohnildt sind Fritz Krüger.) 2. Diskussion. 3. Verl"'- rscheinen aller Arbeiter ist nothwendig. findet eine Tellersammlnng statt. hiedenes.[1123 Zur Deckung der Unkosten Der Einberufer. ßmmlli# Arheite 3in Montag der Fabrik m Falb Abends S'/a Uhr, atiz in od. den 2i. April,—. w c. w*,. w..., in den„Industrie-Hallen", Marianncnstrassc Nr. 31—32. Tageso rdirung: 1. Stellungnahme zum 1. Mai. Referent Herr Fritz Krüger. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Der Einberufer. Ftchereilt her üt Mchbiltdereiell und mm#« Betrieben beslbastigten Arbeiter. Ordentliche Generai-Versammlung am Montag, den 21. April, Abends B Uhr, Annen-Strosse Mr. 16. Tagesordnung: 1, Geschäfts- und Kassenbericht. 2. Bericht der Arbeits- nachiveiS-Konimission. 8. Wahl eines ziveiten Vorsitzenden und eines Ver- trauensmannes. 4. Verschiedenes und Fragekasten.— Mitgliedsbuch legitimirt. Aufnahme neuer Mitglieder. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 1141 Der Vorstand. NB.: Der Arbeitsnachweis des Vereins befindet sich Dresdenerftr. 116 bei Gründe!. Geschäftsstunden: Wochentags von 12—1 und 8—9, Sonntags von 10—1/312. Telephon-Anschluß Amt IXa, Nr. 678. Der Nachweis steht auch Nichtmitgliedern zur Verfügung. Verein zur Wahrung d. Interessen d. Berliner Knopfarheiter. Lkdrutl. KeuM-BttslllNNlllllljl am Dienstag, den 22. April, Abds. SVa Uhr, bei Bolzmann, Andreasstraße 26. Tagesordnung: 1. Vierteljährlicher Kassenbericht. 2. Abrechnung v. Enf- tungssest. 3. Der Streik in der Knopf- ordnung ist das Erscheinen glieder erwünscht. 1�3 Oer Vorstand. Grche GMe Vtrs«ml«»s der Galuaniseutt am Dienstag, den 22. April, Abends 81/3 Uhr. in Reyer's Salon, Alte Jakobstraße Nr. 88. Tagesordnung: der 1. schieden tut» Ver- 1164 Der Einberufer. Die Arbeiterbewegung '""ni. 2. Diskussion. 3, Swrffluf von Filz- u. Seiden-Hüten «nt w Weitn-KntrMch ixttschn Hiimcher Adolph Kehr, Köpeuickerstr. 12«. Bitte genau auf Firma zu achten.[1152 if- �ahBiaB«atiscbe Pciiklinik W Berlin N., Chaussoestrassa la, am Oranienburger Thor. Meine Poliklinik für Zahnleidende ist weo bentäglich von 8—10 Uhr Vormittags, 12-1 Uhr Mittags und 4-6 Uhr Nachmittal Behandlung und Zahnziehen unentgeltlich. Für künstliche Zähne werden dieselben Beträge berechnet, wie im Universitäts- Institut. 1170 Dr. Erich Richter, approbirter Zahnarzt. nnittags geöffnet. oir Plomben und Grosse Versammlung des Fachvereins für Schlosser und Maschiuenhaiiarheiter Berlins und Umgegend am Montag, den 21. April, Abends SVa Uhr in Keller s Salon, Bergstraße, 68. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Krause. 2. Diskussion. 8. Aufnahme neuer Mitglieder und ichtunn der Beiträge. 4. Tie Mißstände in den königlichen Staatswerkstätten. 6. Verschiedenes und Fragekasten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 162 Der Vorstand. 1062 chwng! lirteiseKßjj»! — Die Unterzeichneten beabsichtigen, einen Wegweiser für die Uarteigenoffen von \ Kerlw und Umgegend herauszugeben, welcher unter den Arbeitern gratis vertheilt werden soll. Zur Deckung ver entstehenden Kosten richten mu«inen Inserat»»- Anhang ein, in welchem Part-igrnolsen für GSrlin und �lntgegrnb Geschäfts Empfehlungen zum Preise von 10|il. für die halbe Arite aufgeben können. Wir ersuchen hiermit, die Inserate bis spätestens am Freitag, den LS. April rr., an die Unterzeichneten einzusenden. Der Betrag wird nach Herausgabe des Buches von einem der Unterzeichneten gegen Quittung ein- gezogen werden. Andere sind dazu nicht berechtigt.[1139 Gleichzeitig fordern wir alle Vorstände der Fach- und Gewerkschafts-, sowie Wahlvereine und Zentral-Krankenkasscn aus, die Adressen der Zahlstelle ! Arbeitsnachweise, Filialen und die Adressen der V i bei uns einsenden zu wollen. Am F r, i t a g, den 25. d. orsttzenden unverzügli »-'s M., wird die Annahme geschlosse«. W» Werner, Buchdrucker, Sebaftmuftr.<2. Otto Heindorff, Langestraße 70. August Jnsinger, Rildersdorferstraße 45. Die iil* Große öffentliche Versammlung sammtl. Arbeiter der Brvnzewaaren- Fabrik von Spinn u. Sohn fllttien-GesMO am Ztlontag, den 21. d., Nachm. SV» Uhr, in Krieg er's Salon, Wasjerthorstr. 66. Tages-Ord 1. Wie stellen sich die Arbeiter resp�»«r Verkürzung der Arbeitszeit? & Wahl einer Kommission. 4. Verschiedenes.- Tellersammlnng.[1078] »G n„. der Spinn'schen Fabrik zum 1. Mar Referent: Herr Körsten. 2. Diskussion Zur Deckung der Unkosten A.: Der Einberuser: E. Jost. i(,(t Uerhand der NiobeBgsoHirei* Kerlins NNd I Ä Montag, den Ta richt des Umgegend. 21. April, Abends 8 Uhr, bei Bolzmann, Andreasstr. 26. General-Versammlung.' 1. Kassenbericht— Bericht vom Arbeitsnachweis— Be- 15 Harkl »legante Sommer-Paletots, ö M. eleg. StoWsea, 20 Mk. tlez.ZMMgi 27W.gmeKmUg.-Allj. 30 A». hm i)o. 2 Mk. ÄNliell-Ltojjhojell, OMk.hochtleg. Knllljcmnz. 2 Mk. eleg. HilnS-ZöPeil, � Mk.„ M-ÄM, 10 Mk. Prsmenlldejl-All;. empfehlen[1172 Gebr. Neustadt, 41 Jerusalemerstr. 41 (Ecke Krausenstraße). j2.Gesch.Charlottenb.,Verlinerstr.l03 eichstag. «nd Pia- Durch die Arbeiter-Buchhandlung »°nk. Baginski,${$?/$ (Citp-Passage), zu beziehen: ästilfifu Ter Arbeiterschutz und der NKUiSitl, Achtstundentag. (Zum 1. ZUni!) SO Pst te?.' graphie» aller Neichotags Ab- geordneten.) 40 Pf. RnPIllB-Willilklirte». 1S!I0. 3U Pf. 1175 Mmil, SS-'Ä m sozialistischer Roman.@. Heft 1 der „Verltner Arbeiter-Bibliothek.") 40 Pf., geb. 80 Pf. �jold s'm im s�kn�en' Der heiltslhe tanfneg. � Im TuohgeschAft Frinzenstr. 53, gegenüber der Turnhalle: Herren- und Knaben- Anzüge, Paletots, sowie Damenkleider etc. Auf JPnnCch auch gegen Thrilznhlnnge». 1150 j UohtabaK Gediegener Auswahl, billige Preise I aller im Handel befindlichen Sorten 11120 empfiehlt bestens H. HerboBz, 145. BrunütHraße 145.| »-.MZWlSZ«- tz iW' Z Wr iu■■ am Dienstag, den ÄS. April, Abend« 8'/« Uhr, i« Kaal» de» Aerrn Reichert(früher 0. Pohl), Müllerstraß« Tages-Ordnung: � Vortrag über:„Die Zustand« unserer Fabrik und wie verhalten wir S'geuüter?" 2. Diskussion. 8, Verschiedenes.[1110 ii■.""sterent wird in der Versaninckung bekannt gemacht Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Der Eluberuier. Wilrielitiurger Hauptgewinn 90,000 M. Ziehung am 7» 8. und 9. Hai 1890. Orig.-Loose ä 3 M., halbe Loose 1,50 M. Für Porto und Liste sind 80 Pf. extra beizufügen. 1119 Stettiner Pferde-Lotterie. Ziehung am 20. Mai 1890. Orig.-Looseü 1,80 M. inkl. Liste u. Porto empfiehlt und versendet Fritz Prühss, Aerltn S., Dresdenerstr. 82/83 Resterhandlnnjj. Bill. Reste z. klein, u. groß. Hosen, z. klein, u. gr.Anz. Sammet, Seide, Plüsch u. alle Besatzstoffe. Trikols z. Taillen, a. Wunsch zugeschnitten. Fert. nnaben-An/ige. Karte, jetzt Walde- marstraße 66. 715 Versammlung der Vereinignng der Kchsler am Allen Genossen empfehle mein[390 Wch- nnd Vairislhbier-LM. Emil Koepnick, Schillingstr. 80a, Ecke Magazinstraße, [937 Den Genossen Berlins u. Umgebung zur gest. Kenntniß, daß ich in Johannisthal ern Mllterillt- n. eröffnet habe. Fis Bielens. Zahlstelle VI(Kammmache») Berlin m Montag, den 21. d., Avds. SVa Uhr, bei Zemter, Münzstraß» 11. Tagesordnung: 1. Aufnahme von Mitgliedern und Vertheilung der Bücher. 2. Vorstandswahl. 3. Verschiedenes.(1156 Der wichtigen Tagesordnung wegen bittet um recht zahlreiches Erscheinen Der Vorstand. Ätz. ÄM«Wt»-Ämi» immtl. BttchMU BerlnS «il ihwpi Filiale I(At o a h i t). Dienstag, 22. April, Abends 8V» Uhr, bei Herrn JllgeS, WilSnackerstr. 68: Große Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Bortrag des Herr» Türk über: Die Lage der ländlichen Arbeiter. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Herren und Damen als Gäste haben Utritt.— Zur Deckung der Unkosten De« top""S' Ä 8- Herren- u. Knaben- 846 Garderoben-Geschäft. Ellsabetbldrchstr. I am Pappelpl. Wilh. Fahr, E MSbel, Spiegel und Polstenwaaren 226 möbeln enrpsiehlt A. Seifert, Tis prinzrnstr. 22, Keller u. Parterre. Emv>ehle nieuien weichen Freunden und Genoffen, sowie den Lesern dieses Blattes mein 1721 Cigarren- Geschäft. Carl Lehmann, Bremnenstr. 83, dicht am Humboldthain. Sammelstelle für sämmtliche Arbeiterblätter. tomp«. Äcisettrbe Ueber'200 Stück. 1165 Invalidenstr. 105. -v-T--fi- Den Genossen empfehle meine preiomerthen 5».0 Pf.-Uigarre«, Rippentaback A Dfnnb 35 Df. P. Niemeyer, W-b.rstr. ie. Schankgeschäft mit voller Konzession, wegen Krankheit der Frau, zu verkaufen Smplinn- straf« 18. 1168 ellersammlung.— Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht 1140 Die Bevollmächtigte: Frau Hierse. Lehrkursus der Berliner Arbeiter und Arbeiterinnen zur ersten Hilfe bei Unglücks- fällen. Generalversammlung am Dienstag, den 22. April, Abends SV» Uhr, Alte Jakobstraße 76, in Fsuareteln's unterem Saal. Tagesordnung: 1. Vorstandswahl der mämilichen Abtheiiung. 2. Rechnungslegung für das Jahr 1889/90. 8. Abrechnung vom Stiftungsfest. 4. Vereinsangelogen- heilen. 5, Ausgabe der neuen Statuten. Die Borträge in den Sommermonaten finden vom 19. Mai ab all« 4 Wochen statt in demselben Lokal. Herren und Damen haben als Gäste Zutritt. Die Lehrstunde der weibliche» Abtheilung findet am 29. April, Abends 8 Uhr, in demselben Lokal statt, in welchem nur weibliche Personen Zutritt haben. Der Vorstand. I. A.: G. Dietrich, 1108_ Neue Winterseld-Straße 4. Grosse Versammlung der Arbeiter d. Fabrik von Pintsch am Dienstag, den 22. April, Abends 6 V» Uhr im Etablissement JoSI, Andreasstr. 21, oberer Saal. Tages-Ordnung: 1. Wie stellen sich die Arbeiter oben- genannter Fabrik zum 1. Mai? Ref. Herr Paul L i t f i n. 2. Diskusston. 3. Verschiedenes. Pflicht eines jeden Arbeiters der Fabrik ist es. in dieser Versammlung zu erscheinen. 1105 Oer Einberufer. Ein möbl. Zimmer an 8 Herren, & 6 SN., Blüchers». 84,(J. LI Tr. 1068 für Friedenau� Steglitz u. Umg. am Mittwoch, den 23. April cr., Abends 8 Uhr, Kurhause zu Friedenau. nn nurnause zu Tages-Ordnung: 1. Bedeutung des Achtstundentages. S. Diskussion. 3. Verschiedenes. ur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt.[1128 bi Im Deckung zahlreiche es Erscheinen bittet Der Einberufer: W. Wüstenhagen. »» der Bauarbeiter Berlins und Umgeg. am Dienstag, den 22. April, Abends 8 Uhr, tn sctietter's Salon, Jnselstraße Nr. 10. Tages-Ordnung: 1. Bericht der Delegirton vom II. deutschen in Hannover 1. Bencht der Delegirton vom II. deutschen in Hannover stattgesundenen Vauarbeiter-Kongreß. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes.— Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. 1186 Der Einberufer. Ordentliche Generalversammlung des Fchvercks der Weher und um. Verchgellöjsen am Montag, den S1. April rr., Abrnds 8 im Lokale des Kerrn Heise, Lichtcndrrgrrstrafie r. 81. es-Ordnung: orstandes. 2. Bericht des Kassircrs vom ersten 3. Wahl des gesummten Vorstandes. 4. Wahl Untersuchungs-Konlinission. 5. Verschiedenes. 1046 Die Mitglieder haben sich durch ihr Quittungsbuch zu legitimiren. Ferner werden die Vertrauensmänner dringend ersucht, die ausgefüllten Formulare der 'liefern zu wollen. Der Vi T a 1. Geschäftsbericht des Vierteljahr und der Revisoren. einer Lohnstatistik vom 1. Vierteljahr abliesern zu wollen. Der Vorstand. Grche üfeiitlidic BersmmlNg der Maurer Beriius u. Umgeg. am Dienstag, den 22. d. M., Abends 8'/- Uhr, n im Kaisersaale Kuggenhagen, m Tages-Ordnung: 1. Sind zwischen den gewerkschaftlichen und politischen Zielen Gegensätze? Referent: s. Säulenanschlag. 2. Klarlegung über die Lage der jetzt streikenden Maurer in Deutschlano. 8. Entgegennahme von etwaigen Beschwerden über die letzte Abrechnung der Vertrauensmänner. 4. Verschiedenes.[1182 Recht zahlreiche Betheiligung erwartet Der Einberufer. Gro aller in Buchbindereien und verwandten Bettieben beschäftigter Arbeiter am Freitag, den 25. April er., Ahends SVe Uhr * öffentliche Uersammlnug 'Uchbinderei »»t, rrcuagy utsn asu. Mprii cr., MTienne» o»*/» unrf bei Feuerstein(unterer Saal), Alte Jakobstrasse Nr. 75. Tages-Ordnung: 1130 1. Stellungnahme zum 1. Mai. Ref.: Kollege V. Jost. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes.— Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Zu recht reger Betheiligung fordert auf Der Ginberufer. Achtung! Achtung! MtimcklteckW uiii)-Arbeiter! Der Generalstreik ist überall aufrecht zu halten. Ueberall darf nicht gearbeitet werden. Mift, Itn 21. April, ÄmiW 10 Uhr: Grosse Massen-Versammlung im Mik Königsbank, kr. FmlMtrrßr. 117. Erscheint Alle! NB. Das Streikbureau befindet sich Andreasstr. 26 bei Bolzmann. Sendungen sind dahin zu richten. 1163 Fachverein der Tischler, Montag, den 21. April, Abends 8V: Uhr, im großen Saale des Etablissements Buggenhagen, am Moritzplatz: Genera!"Versamm!ung. Tagesordnung: Kassenbericht. Bericht des Vorstandes und der Kom- Missionen. Ersatzwahlen des Vorstandes und der Kommissionen. Anträge. Vereinsangelegenheiten. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. Oer Vorstand. Große öffentliche Versammlung sö«Ntlilhtt in iift Schrauvendranche beMigteu Arbeiter uui) Arttitcriiincn am Montag, den 21. d. Mts., Vorm. 10 Uhr, in DeigmOller's ' Salon, Alte Jakobstrasse No. 48 a. Tagesordnung: 1. Der Stand unserer jetzigen Lohnbewegung. 2. Dis- kussion. 8. Verschiedenes. Der Einberufer. Die Arbeiter ber gesAsjseuell Auiliusubrik m beul SlhleWeu Thore halten am Montag, den 21. d. M., Vormittags 10 Uhr, in der Naunyn- Renz eine Versammlung ab. f Maßregelung tu icht. 2. Diskussi tellersammlung s Strasse 27 bei Renz eine Versammlung ab. Die Tagesordnung ist folgende: 1. Die Lohnverhältnisse und Maßregelung der Arbeiter. Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes. stur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Zahlreiches Er- cheinen ist erwünscht._ I Fachverein der Tischler. Den Mitgliedern des Vereins zur Nachricht, daß der Kollege Franz Scholz im Alter von 25 Jahren an der Lungenschwindsucht verstorben ist. Derselbe war stets ein braver Kollege. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Nachmittag 5 Uhr vom Kranken- hause Bethanien aus nach dem katholischen Kirchhof in Weißensee statt. Um zahlreiche Betheiligung ersucht 1161 Der Vorstand. Nachruf. Am Donnerstag, den 17. d. M., verstarb nach längerem Leiden der Kämpfer für Freiheit, Wahrheit und Recht, unser treuer Genosse, der Tischler Franz Scholz, an der Proletarierkrankheit. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Die Beerdigung findet Sonntag, den 20. d. M., Nachmittags 5 Uhr, vom Krankenhause Bethanien aus nach dem katholischen Kirchhof in Weißensee statt. 1160 Die Genossen des 4. Berliner Reiclistags-Wahlkreises. Große öffentliche Versammlung der illGtalllarbeäter aller Branchen (Klempner, Dreher, Schlosser, Former, Gießer, Hobler, Stoßer, Drücker, Schnittarbeiter, Mechaniker, Graveure zc.) am Montag, den 21. April, Abends 8 Uhr, im Konzerthaus„Sanssouci", Kottbuserstrasse 4a> Tages-Ordnung: 1. Stellungnahme der Metallarbeiter zum Kongreß in Weimar. 2. Dis- kussion. 3. Wahl der Delegirten. 4. Verschiedenes.— Es ist Pflicht eines jeden Metallarbeiters, in dieser Versammlung zu erscheinen. Mm=B 987 Große öffentliche Versammlung süRiiltlicher in ber bWstigten Arbeiterinnen April, Abends SVa Uhr, im Etablissement„Königs- cterstraße 117. Tagesordnung: 1. Konstttuirung eines Wirkerbranche beschäftigten Arbeiterinnen. Statuten- am Montag, den 21 bank", Gr. Frankfurters Vereins der in der Wirkerbranche beschäftigten berathung. 2. Vorstandsivahl. 3. Verschiedenes. Herren haben als Gäste �u- tritt. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Alle in der Wirkerbranche beschäftigten Arbeiterinnen werden hiermit ersucht, in dieser wichtigen Versammlung zu erscheinen. Die Einberuferin.[1169 [1169 Gr. öffentl. Tischler-VersammL an Mittwoch, de» 23. April, MM 8 llhr, in zr. Saale d. Kerl. Kockbrauerei, anlenchh.Iera. Tages-Ordnung: i. Die moderne Arbeiterbewegung nnd der 1. Kai. (Referent: Th. Glocke.) 2. Diskussion. 3. Verschiedenes 1129] Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Oer Einberufen. Ach chntl. Techlimluiig der Klavier-, Klaviatur- und Kiauv- am 22. d. Mechanik- Arbeiter Abends SVa Uhr, in Südost, Waldemarstrasse 75. Tages-Ordnung: Wie stellen sich die Klavierarbeiter zur Feier des 1. Mai? Referent: R. Schmidt. 1146 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einberufer. llmuer- 1077 Dienstag, den 22. April, Abends 81/« Uhr, ags- in Mundt's Salon, Köpnickerstraße Nr. 100. Tagesordnung: 1. Die Bildhauerbewegung in Berlin und im übrigen Teutschland. Ref.: P. Dupont. 2. Rechenschaftsbericht der alten Komimssion. 3. Verschiedenes.— Da sehr wichtige Angelegenheiten zur Sprache kommen, ist es Pflicht der Kollegen, alle zu erscheinen. �''~ Dcr Einberufer. Pub- uub Meimreu, Trauerhüte in großer Auswahl Marie Panknin, No. 91, Adalbertstrasse No. 91, Ecke Aranienstrahe.[963 Verband deutscher Zimmerleute. (Lokalwerband Berlin.)... «aBMBMlasssrs am Hontag, den 21. ct., Abends 8Ve Uhr, W d�SZlsltsUMHg in DeigmüUet's Salon, Alte Jakobstr. 48a. Tages-Ordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal 1890, 2. Vortrag des Herrn W. Werner. 3. Regelung unserer Zimmererangelegenheiten.. Es liegt im Interesse jedes Mitgliedes, zu erscheinen, sowie auch die Bücher abstempeln zu lassen. 1133 Der Vorstand. Zum 1. Mai! Soeben erschien bei Wörlein& Co., Nürnberg: Jer uWildige Arbeitstag und die Beschlüsse des Internationalen Arbeiter- Kongresses zu Paris. Von Carl Kautsky. Vier Bogen Oktav. Preis 30 Pfennig. Partienpreis billiger. Zu beziehen durth die Expedition, Beuthstrasse 3. Unserm Freunde und Gel Ernst Lindner zu seinem am Montag, den stattfindenden~' Geburtstag em! Hoch, daß der ganze GrüneWes ausschlägt und der kleine Blüthen davon abpflückt._ 1115 Die rothen Ur. Putzer Moal Büschinplatz, jetzt z.„wviw—j MeijwfteÄÖ Straße, nahe am Georgen-� empfiehlt allen Freunden und seine Lokalitäten be» Aus"' werden freundlichst ersucht,� Sonntag Vormittag zur~ und zum Arbeitsnachweis in l des Herrn R. Liedtke, bergerstrafie 37, einzufindd-i 1004 Die Kollr d. 9)1 Versar uns( kussion und A dem R Alle« Mä»»nrra» der Arbril� empfohlen s Aehbinhale Hahna! 'uet. ia# B Neu er- Neues frz. Billard Stamm- Frühstück 80 Pf. Ab« 40 Pf. Gr. Niittogotifch 30 pf. von 12-2 Uhr.„Sl»» borg", Weissbier, echt Grätzf' „Berliner Volksblattt liegt ou* Achtungsvoll Rudolf 0# genom wesend Galva in gest Diskus Unter aus> 1. Sch und S eine Die und% früher Destillats E. Klebs, ��1'% old»M? Zusammenkünsten oder Beg Berliner Volksblatt" liegt >te Speisen und Getränt'. bestens[1114] Eduard#3 ganz« Vereii zur 21 wurde gestellt genosfi einer! der Vi das G am Di Alte I Allen Freunden und Eenofst,, ich hierdurch an, daß ich das P rant Gartenstraße 24 übern habe und bitte um zahlreichen� „Berliner Volksblatt" und™ Volks-Tribüne" liegen aus. J 1106] Julius Gr»" P* Empfehle mein Lokal zum ff «achwei» und für ZahlsteM' Zimmer mit Pianino für«f? 892_ Arthur Ziemer, CuvI Empfehlung. Unterzeichneter empfiehlt% Verkauf der selbstverfertigten V. Bebel s und LiebkneelJ� Seide gewebt. Da selbige gw. fiihrt sind, weder vergilben r bleichen, hoffe ich, in diesem nehmen Unterstützung zu finde« pro Bild 73 Pf., im Dutzends Rabatt, exkl. Porto, gegen Nc Diese Bilder liegen bei H< Scholz, Vrangolstr. 32, zur Einsichtnahme aus. Ernstthal, Ost-St., bei Eh' Herrn. Hei injJi 1. Der angele, das M über> hatten da bi haben, der W kom« auftta nun l Jahre runger komme Meist« betreff übrige keine der Arbeit nichts ausret missioi mann daß di wollt« suchter unsere liner i die w ilaata-Eartealie »i« _ i»f» Knaben-Anzüge von 8 M. a«.! den elegantesten. Großes Stoff Anfertig, nach Maap. Lager" Knaben-Hosen tn der Konfekt setzun� der 2 werde aber i wurde SkalH H. Lindstädt, Hr, u, Haltest, d. Pferdeb. a. d. Man» wenn «verde Zunn Spiegel Polsterff« eigener Gr. Lager, bill.- Fabrik. Emil Hej* Brunnenstraße 28, Hof pa Theilzahlung nach zum Q Stelle 1 Allen Freunden und Genossin ich hierdurch mit, daß ich mflf.il WWWW W nach dem Weinbergsweg 1 Cigarren-Gescl zum 1. April von der" t IC der Fehrbellinerslraße, verlege- � Carl Bösern�/ Arbeiter! Filz- und Sridenhüts m- Kontrolmarke empfiehlt ä 10.91 Mau geno Franz Haupt, ,40,�, Gr. Frankfurterstr.(alte% 10 U Nr. 145) zw. Frucht, u. mfl/.'H Allen Arbeitern empfehle m/ Ä Filz- und SeideK I w. Arbetter-Kontrolmarko», hüte in neuester Fagon in, A. Wittenbach�' 930] Moabit, Virkensw I Aus, Louise Schrei}', )iy Karlstr.28, Spezialität 1 Laden. Bettfederi» � misch-r Kettfedern,®e Steppdecken u. bflu Ai ( Eigc Emg trotzen. WD festen aber soliden Preisem E. Strauss, 17 t. Vassrnannatr. l?«»* Mm '7 nW empfiehlt sich zur Anferc«A'pK Garderoben. Für gntenSit»„ Arbeit wird garantirt. in grosier, geschrnac' Koulante Zahlungsb Verantwortticher Redakteur: Gurt Kaak« in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kadwg in Berlin 8W.. Beuchstraß» 2. eiios>l> »21 in dl- � Ur. SA. KB Sonntag, den 20. April 1890, 7. Jahrg. he-»' lefl" VersÄNttnlungett. Die Galvaniseure und Kerufsgenossen hielten am 14. b. M. in Heydrich's Saal eine öffentliche, sehr zahlreich besuchte Versammlung mit der Tagesordnung; 1. Welchen Nutzen bringt uns eine Organisation? Referent Gottsried Schulz. 2. Dis- kussion. 8. Verschiedenes. Nachdem die Kollegen Knippel, Weber und Bolz ins Bureau gewählt waren, ertheilte der Vorsitzende dem Referenten das Wort zu seinem mit stürmischem Beifall aufgenommenen Vortrag und forderte zun: Schlusi desselben die An- wesenden auf, alle Mann für Mann der Freien Vereinigung der Galvaniseure und Berufsgenossen beizutreten, da auch wir nur in geschlossener Masse unsere Lage verbessern können. In der Drskuslion sprachen mehrere Redner im gleichen Sinne sich aus. Unter Verschiedenes wurde der provisorische Vorstand, bestehend aus den Kollegen Knippel 1., Weber, 2. Vorsitzender, Bolz. 1. Schriftführer, Poschack I, 2. Schriftführer, Buchhorn, Kassirer, und Weise und Müller als Beisitzer gewählt. Dann wurde elne Resolution verlesen, welche folgendermaßen lautet: Die heute in Heydrich's Saal versammelten Galvaniseure und Verufsgenossen erklären sich mit den Ausführungen voll und ganz einverstanden und versprechen voll in die Agitation für die Vereinigung einzutreten. Dann trat eine Pause von 15 Minuten zur Ausnahme der Mitglieder ein.— Nach Wiedereröffnung wurden die Statuten verlesen. Zum Schluß war noch die Frage gestellt worden: Wie verhalten sich die Galvaniseure und Berufs- genossen ziiin 1. Mai, und wurde das Bureau zur Einberufung einer Versammlung zu diesem Zweck beauftragt. Hierauf schloß der Vorsitzende die Versannnlung mit einem dreifachen Hoch aus das Gedeihen des Vereins.— Die nächste Versammlung findet am Dienstag, den 22. April, Abends 8 Uhr, in Reyer's Saal, Alte Jakobstr. 88, statt. Siehe Inserat am Sonntag. ?. Die Köttchrv Kerlin» tagten am Sonntag, den 18. April, in Heise's Salon, Lichtenbcrgcrstraße, mit folgender Tagesordnung: 1 Der gegenwärtige Stand unserer Lohnbewegung. 2. Vereins- angelegenheiten. 8. Verschiedenes. Kollege Otto Schmidt ergreist ' das Wort zum ersten Punkt der Tagesordnung und berichtete - über die Zusammenknnft mit den Arbeitgebern. Die Meister hatten erklärt, nicht mit der Kommission verhandeln zu wolle», da die Gesellen ihren Wünschen nicht Rechnung getragen haben, insofern, als die letzte Versamnilung unsererseits von der Wahl von Werkstattdelegirten Abjiand nahm, und die L o h n- kommt f f io a unter Hinzuziehung der Vorstandsmitglieder de- auftragte, mit den Meistern zu verhandeln. Ten Meistern wurde S"?'im.* k*r, Bethciligten entgegengehalten, daß wir im .�ahre 1885 mit solchen Werkstattdelegirten sehr schlechte Ersah- rangen gemacht haben, und besonders auf die damals vorge- kommenen Maßregelungen hingewiesen, was natürlich seitens der Meister durchaus nicht eingeräumt wurde; obgleich etliche von den betreffenden Kollegen anwesend waren die Meister versicherten übrigens, unter Offenlassung der üblichen Hinterthiirchen, daß keine Maßregelungen stattfinden. Trotz der Versicherung der Kommissionsmitglieder, daß diese Stellungnahme der Arbeitgebern, an den Beschlüssen der Böttchergesellen nichts ändern werde, blieben die ersteren au ihrem ausredenden Standpunkt stehen, und so sah sich die Kom- Mission genöthigt, die Verhandlung abzubrechen. Kollege Holt- mann ergänzte die Ansführnngen des Vorredners und bemerkte, daß dieses Vorgehen deutlich zeige, daß die Meister eben nicht wollten, sondern vielmehr de» Ausstand in die Länge zu ziehen suchten, um uns dadurch mürbe zu machen, was ihnen aber bei unserem Zusammenhalten, und dem Solidaritätsgestihl der Ber liner Arbeiter nicht so leicht gelingen soll. Eine Debatte über die wöchentliche Lohnzahlung führte zu längeren Auseinander� setzungen. Nach dem preußischen Gesetz dürfen die Feiertage, welche in der Woche fallen» nicht vom Wochenlohn in Abzug gebracht werden; da dies nun aus den meisten Brauereien nicht geschieht, aber dafür verlangt wird, daß auch gearbeitet werden soll, so wurde beschlossen, ferner an solchen Feiertagen nicht zu arbeiten, wenn dieselben nicht extra als du jour oder Uel erstunden bezahlt werden, was einige Brauereien thatsächlich schon thii». Die Zumuthung, diejenigen Kollegen, welchen die du jour an solchen Feiertagen trifft, aus den Taschen der mit ihm zusammen Arbeitenden zu bezahlen, welche ein Braumeister hat laut werden lassen, wurde angesichts des allge- mein günstigen Standes der Brauerei-Aktien scharf zurück- gewiesen. Unter Hinweis auf den Maurersteik im vorigen Jahre, >vo es selbst Familienväter nicht scheuten, bis zur Beendigung des Ausstandes außerhalb zu arbeiten, wurde die Ansicht aus- gesprochen, daß noch mehr Unverheirathete Berlin vorläufig ver- lassen möchten, da sie doch nicht besonders an Berlin gebunden und nach Bewilligung des Tarifs sofort wieder hier mit an- fange» könnten, und selbst bei niedrigerem Lohn hätten dieselben dann immer noch mehr als ihnen an Unterstützung gewährt werden kann. An verschiedene Mittheilungen, zu welchen noch ein Brief ans Kassel kam, in welchem gesagt wurde, daß Herr M. B. Bodenheim mit der dortigen Lohnkoni- Mission verhandeln wolle, wenn ihm sofort in der deutschen Böttcherzeitung eine Rehabilitation dahingehend gebracht würde, daß man erklärte, er, Bodenheim, habe nicht gesagt, keine deutschen Böttcher wieder einstellen zu wollen, knüpfte sich die Bermuthung, daß dieser Herr beabsichtige, Berlin jetzt wieder mit Biergefüß zu versorgen. Die Berliner Bierfaßmacher hätten dann, angesichts der Hartnäckigkeit ihrer Arbeitgeber, gar keine Veranlassung, ein zweites Mal die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Kollege Neumann betonte in Betreff unseres Streiks die hochwichtige Geldsrage eingehend. Niemand, so führte er aus, habe ge- glaubt, daß bei der Mäßigkeit unserer Forderungen uns ein längerer Ausstand bevorstehen könne, der Fonds, welchen wir angesammelt, sei erschöpft und die Unterstützungen von unseren Kollegen außerhalb lausen nur spärlich ein, obgleich ivir Berliner Böttcher immer die ersten und opferwilligsten gewesen sind, er ermahnte die Kollegen, nicht gleich den Muth sinken zu lassen, wenn die Leistungen der Streikkasse hinter den Erwartungen der Mitglieder zurückbleiben, und noch ein wenig auszuhalten, denn die Unterstützungen werden eingehen, wenn auch nicht so schnell, als wir gehofft und erwartet hatten. Ueber die Habel'sche Brauerei wurde einstimmig die Sperre verhängt/ da in derselben unsere Forderungen nicht bewilligt worden sind. Hervorgehoben wurde noch, daß Wochenlohn, bezüglich der gesetzlichen Feiertage, auch in den Werkstellen gezahlt werden müsse. Eine große ösfentiiche Verfammlung der Hutarbetter und-Arbeiterinnen fand am 17. d. M. im Böhmischen Brau- hanse statt. Da der Reichstagsabgeordnete A. Heine am Erscheinen verhindert war, hatte Herr Stadtverordneter Zubeil das Referat übernommen. Derselbe führte, oft von lebhaftem Beifall unterbrochen, folgendes aus: Die internationale Forderung des Achtstundentages hat von Amerika, in welchem zuerst der Kapi talismus sich entwickelte, seinen Ausgang. Bald wurde dieselbe auch in Deutschland aufgenommen. Ueberall faßte die gewerk- schaftliche Bewegung Boden und hat heute trotz des Streikerlasses des„verflossenen" Ministers Puttkamer, trotz aller Anfeindungen eine achtunggebietende Verbreitung erlangt. Aber dabei darf nicht Halt gemacht iverden, die Aufklärung muß immer weiter getragen werden und Aufklärung heißt Organisation. Dieser müssen aber nicht allein alle Männer angehören, sondern auch alle Frauen. Was man einst im rothen Hanse sagte: Die Frau müsse wieder eine deutsche Hausfrau werden— es ist heute unmöglich. Das Familienleben ist. durch den Industriebetrieb ver- nichtet worden, die Frau steht heute unter demselben Druck wie der Mann, und darum muß sie sich zum Schutze gegen die Aus- beutung ebenso organisiren wie der Mann. Unser jetzt zu er strebendes Ziel ist der Achtstundentag, daß er eingeführt werden kann, beweist uns Aufitalien, welches ihn schon längst hat und wo die Arbeiter noch kürzlich ihren streikenden Brüdern in London 600 000 Mark zur Unterstützung senden konnten. Es kann also doch wohl ein Aussall im Lohn hiermit nicht verbunden sein. Auch die Produktion wird eine Einbuße nicht erleiden. Lächerlich ist es, wenn einige„Ar beitersreunde" sagen, der Arbeiter wisse dann nichts mit seiner freien Zeit anzufangen. Darum sollten sich die Herren doch wahr lich nicht kümmern. Der Arbeiter von heute versteht seine freie Zeit zu edleren Zwecken zu verivenden, als es oft in den„ge bildeten" Kreisen der Fall ist. Welchen ungeheuren Werth hat aber für uns der Achtstundentag? Sollte es uns nicht schon ein Sporn sein, mit allen Mitteln dafür zu kämpfen, wenn wir wissen, daß wir mit seiner Einführung einer Million von hungernden Brüdern plötzlich wieder Arbeit verschaffen und neue Levensbedingungen! Und wir selbst sind im Stande, uns stetig fortzubilden; wir können die Erziehung unserer Kinder leiten, wir können uns erholen, daß wir nicht frühzeitig rech werden!— Der Kampf um diese Forderungen ist immer großartiger geworden, er hat ganze Industriezweige ergriffen, die in ihrer Gesammtheit diesen Forderungen zum Durchbruch ver- helfen wollen und jetzt am 1. Mai soll eine großartige inter- nationale Kundgebuiig zu Gunsten des Ächtstundestages stattfinden! In fast 1000 Versammlungen ist der Beschluß gesaht worden, am 1. Mai die Arbeit ruhen zu lassen. Die Bewegung be- rechtigte zu den schönsten Hoffnungen. Schließen auch wir uns derselben an; schließen ivir uns;est zusammen. Schulter an Schulter wollen wir den 1. Mai als ersten Arbeiterfeiertag begehen und so empfinden, daß auch wir Menschen sind, daß wir gewillt sind, einzutreten für Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. (Langanhaltender Beifall.) In der Diskussion theilte zunächst Kollege Augustin mit, daß zwei Fabrikanten ihren Arbeitern be- reits dankenswerther Weise den 1. Mai als Feiertag zugestanden haben, die andern verhalten sich noch schroff ablehnend resp. uchen sie durch allerhand Machinationen die Feier zu hinter- treiben. Aber man solle sich durch nichts abhalten lassen— seien die Arbeiter und Arbeiterinnen alle fest organisirt, so sei eben nichts im Stande, ihrem Willen hindernd entgegenzutreten. Unter spannendster Aufmerksamkeit der Versammlung macht Kollege Borgmann bekannt, daß in der neugegründeten„Deutschen Hutfabrik Berlin" für alle Gemäß- regelten eine Heimstätte geschaffen sei. Sollten die Fabrikanten es wagen, irgend Jemand ivegen der Theilnahme an der Feier des 1. Mai zu maßregeln, so würde er hier sofort eine Zuflucht inden, aber der Fabrikant hätte ein Odium auf sich geladen, von Zern er vielleicht sehr bittere Früchte ernten würde. Nach- dem noch mehrere Redner im Sinne des Referenten gesprochen, Frau Leuschner noch besonders die Or- ganisation der Frauen befürwortet hatte, gelangte folgende Resolution mit allen gegen eine Stimme zur Annahme: „Die heute im Böhmischen Brauhause tagende, von ca. 2000 Personen besuchte Versammlung der in der Hutfabrikation beschäf- tigten Arbeiter und Arbeiterinnen beschließt, den 1. Mai als Arbeiterfeiertag zu begehen und am genannten Tage, Vormittags 10 Uhr, sich in deniselben Lokale zur Feier einzufinden. Eine weitere Resolution, vom 4. Mai ab nur in den Ge- schästen zu kaufen, welche Sonntags von 12 Uhr an ihre Läden geschlossen halten und ihre Leute dann nicht länger beschäftigen, fand einstimmige Annahme., Mit einem Hoch auf die Achtstundenbewegung schloß di« imposante Bersammlung. Märkischer Zentral-Sängerkuitd. Am 12. d. Mt. fand im Lokale Andreasstraße 26 eine Vertreterversanimlung des Märkischen Zentral-Sängerbundes statt, die einen höchst sonderbaren Verlauf nahm. Nach längeren Verhandlungen über Sängerfest u. s. w. fragte Verein„Liedesfreiheit" an, ob das von ihnen an den Bund gerichtete Schreiben zur Stelle sei und wie sich die Vertreter des Bundes dazu stellen. Das betreffende Schreiben hatte den Inhalt: Der Verein Liedessreiheit gesucht die Harmonien nicht, iveil dieselben im Lokale des Herrn Keller, Kope« nickerstraße, stattfinden, der bekanntlich sein Lokal zu politischen Versammlungen nickst hergiebt. Hierüber entspann sich eine äußerst lebhafte Debatte und betonte der Verein Lieder- freiheit", daß der Besuch der Harmonien deshalb ein schlechter sei und ein immer schlechterer werden würde, weil dieselben in einem Lokale stattfinden, welches die Arbeiter nicht besuchen.— Verein Notenmappe stellte nach Anführung noch weiterer Gründe den Antrag; Der Vorstand möge zur Abhaltung der Harmonien ein anderes Lokal besorgen. Dieser Antrag wurde in namentlicher Abstimmung gegen die Stimmen von Notenmappe und Liedes- freiheit abgelehnt, infolge dessen der Verein Liedesfreiheit seinen Austritt aus dem Bund erklärte. Ob wohl die Mitglieder des Bundes mit dieser Abstimmung einverstanden sind? Achtung, Maurer! U i A*** S/\.t/\v* Svl A Ul........ r.T.. i..--< Die Verkehrslokale, in denen die Vertrauensleute freiwillige Beiträge Etellmi�� entgegennehmen, befinden sich bis auf Weiteres an folgenden (W. Kerstan, kassirt bei E. Schmidt, Skalitzerstr. 61, Keller. (G. Gaschke,„„ F. Winzer, Naunynstr. 78, part. (E. Gröppler,„„ Hinze, Krautfir. 42. (K. Schulz,„„ Böhl, Rüdersdorferstr. 8, Keller. (H. Schigolsky, kassirt bei Rosenthal, Metzerstt. 28. (K. Markawsky,„„ B a t h, Gerichtftr. 19. (F. Glnkowsky,„„ Grafunder, Schwerinstr. 9. Bieneek,„„ B e h l a n d, Bülowstr. 52. H- Kiingenherg,„„ Zechlin, Hornstr. 11. K. Lehmann,„„ K u h l m e y, Neue Friedrich- und Roscnstraßen-Ecke. «nah,«. Ist noch kein VerkeHrslokal ermittelt. Der Vertrauens- niaun Fereß, Her rmei schmldt wohnt Perlebergerstr. 28, part. NB- Wir weisen nochmals auf den Antrag der Versammlung vom 10. April(Buggenhage») hin, ivelcher besagt, daß ein jeder in Berlin arbeitende ckliaurer bis auf Weiteres pro Woche 60 Pf. zum Generalfonds beizusteuern hat. Es werden aber die Gelder nur in den betteffendeu Lokalen entgegen- genommen, nicht mehr in den Wohnungen, ivie bisher. 10 Uhc'��ide" find jeden Sonnabend und Montag, Abends von 8 Rs Es wird gebeten, Obiges in den Baubuden werzulesen. 1 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. SO. 0. N. W. S. C. ------— � WMiyw■■■ US2SS-------- Mßllp] Spiegel und Polster-Waaren, AUL U W O ä; reell e Maure jn solid ei, preisen. Ganze Ausstatwngen Mahagoin u. zlnßbaum; Küchennibbcl m groncr Auswahl empfiehlt Franz Tutzaucr,% kT'ü�Brück� Allen Parteigenossen empfehle mein % Cigarrengeschäst Eigenes Fabrikat. Detailverkauf - Engros-Preisen. Om ileinicke9 SO. Manteuffelstr. 113 a. zu 885 Noh-Tabali Größte Auswahl, billigste Preise. GM Q. Ellchnysen, Münzstr. 10. SämmtlMe Hüte mit Ar b ei ter-Kontrol marken. Arnold Lange, 1070] Brunnenstraße 136—137. Tteillpel- u. SWlom-FM von E. Wünsche, Jnvalidenstr. 126, vis-a-vis Stettiner Bahnhof empfiehlt Stempel jeder Art, Medaillen- Stempel m. 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