7. Jahrg. Hrgan für die Znieressen der Arbeiter. _ Das..Berliner Bolksblatt" ■---- scheint täglich Morgens ander nach Sonn- und Festtagen. AbomrementSpreiS für Bernn fr« rt.» fi Haus vierteljährlich 3,30 Mark, monatlich 1,10 Mark, wöchentlich 28 Pf. Einzelne Numiner 5 P. � v Onntags-Nmmner mit dem„Sonntags- Blatt" 10 Pf. Postabonnement 3�0 At.ark pro Quartal. (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1890 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) «t«r Kreukbaitd, täglich durch die Expedition, für Deutschland und Oesterreich-Ungarn .. 3 Mark» für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. MMGWMZM Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Aormittags geöffnet. -- Fernsprecher: Amt VI. Ztr. 410Ü.,* Vederkkion: VeukMratze S.— Expedition: VeutMvMe 3. Monkurrenken. � Der Wettlauf um den armen Mann, den alle alten jO td bürgerlichen Parteien aus sozialdemagogischen Gründen it einander unternommen haben, dauert fort, und be- r,:,,oznders eiftig sind in neuester Zeit diejenigen, welche sich .(gleich als die Schützer des Seelenheils der leidenden Menschheit vorstellen. Während die Christlich- ' sozialen katholischer Konfession in ihren 16 � gesellen oereinen die soziale Frage durch Vorträge über Thaten der Kirchenväter und verwandte Stoffe soziale Frage lösen, sind die Evangelisch- _-i'0 z ia l e n nicht minder geschäftig, in ihren s�IIfünglingsvereinen und Posaunistenchören denselben hohen . J.me� M erreichen mit denselben Mitteln, vielleicht durch kth�Iie Betrachtung der Geschichte vom König Hiskiah und näht Dergleichen mehr. Windthor st und Stöcker sind lenshMuf diesem Gebiete Rivalen geworden und betonen bei �eder Gelegenheit, daß die Mtarbeit der Kirche erforderlich rllf sei, wenn der Staat die sozialen Zeitfragen in positiver Weise lösen und zugleich die Sozialdemokratie beseitigen neMwolle. Der demnächst in Berlin stattfindende evan- e l i s ch- s o z i a l e Kongreß, den die Kreuzzeitungs- titter schon im voraus als eine„große T h a t" seiern, soll, wie in der'Einladung gesagt ist, der katholischen Kirche nacheifern in der Lösung der sozialen Aufgabe und in Be- 'kämpfung der Sozialdemokratie— dieselbe„große Thai", ...,die Herr Windthorst am Schlüsse seiner Reden im Mf gzreußischeil Abgeordnetenhause zu vollbringen pflegt. Wir untersuchen nicht, wie weit es den beiden Rich- 'fehl�tuugen um Proselytenmacherei zu thuu sein mag. Wer "."•Aich darüber im Ungewissen befindet, der nehme die Bild- --�nisse von Windthorst und von Stöcker und suche aus den harakterischen Zügen dieser beiden Politiker zu ergründen, ~>ie viel Idealismus in ihrem Innern vorhanden sein mag. Vir begnügen uns, darauf hinzuweisen, daß Herr Windt- !horst heute der Führer einer Richtung ist, welche vor der �Geschichte die Ketzerverfolgungen und was damit zusammen- ' hängt, zu verantworten hat, während Herr Stöcker das zf Haupt einer sich modern geberdenden Sekte des Anti- Bsemitismus, ist, der gegenüber anderen Raffen und Kon- .. Zessionen eine mittelalterliche Unduldsamkeit predigt und ir�bethätigt. Der Eindruck dieser beiden Erscheinungen in �historischer Beleuchtung wird auf die fortgeschrittenen f0 Arbeiter um so weniger ein sympathischer sein, als sie in �'die große Diskussion über die brennenden Zeitftagen den kon- ü«?sessionellen Streit hineintragen, während doch die Arbeiter in dieser Sache versöhnlich denken und wie der alte Fritz >Jeden herzlich gerne„nach seiner Fa?on" selig werden lassen. ich IseuMekon. Nachdruck»„boten!_[15 »Zum Gluck der Damen." Roman von Emile Zola. Autorisirte Ucbersetzung von Armin Schwarz. Ter letzte Schein des Himmels erblaßte an den Messingbeschlägen der Möbel. Nur die Spitzen behielten noch ihre belle Farbe auf den Knien der Damen, deren un- deutliche Gruppe rings um den jungen Mann einer Gruppe von tmeendcn Andächtigen glich. Plötzlich erschien der Diener nut zwei Lampen und oer Zauber war ge- brachen. Der Salon erschien wieder hell und heiter. Madame Marty legte ihre Spitzen in ihre Ledertasche zurück. Madame de Bovcs aß noch eine Baba*), während Henriette mit dem Baron in einer Fensternische leise sprach. — Er ist ein reizender Junge! versicherte der Baron. — Nicht wahr? rief sie in einem unwillkürlichen Aus' ruf der verliebten Frau. Er lächelte und betrachtete sie mit vieler Nachsicht. Es war das erste Mal, daß er sie bis zu diesem Grade verführt fand; zu hoch stehend, um darüber getränkt zu sein, be- dauerte er-sie vielmehr, sie in den Händen dieses so galant thuenden und doch so kühlen Jungen zu sehen. Er fühlte sich verpflichtet, sie zu warnen, und murmelte im scherzhaften Tone; *) Kleiner Rosinenkuchen. Wir hören die Träger der kirchlichen Ideen beider konkurrirenden Richtungen so oft sich rühmen, wie viel die Kirche schon zur Lösung sozialer Fragen beizutragen habe. Sie thun, als ob sie an positiver Arbeit Erstaun- liches geleistet hätten. Aber die Nachweise sind sie bis jetzt immer schuldig geblieben. So wenig die Kirche im Stande war, die mittelalterliche Sklaverei abzuschaffen, so wenig wird sie mit den Mitteln, die ihr zu Gebote stehen, das moderne Massenelend mildern oder beseitigen können. Die Kirchenpolitik des Mittelalters war eine doppelte; sie verfolgte die Ketzer und ließ den Gläubigen, die ge- treulich im Schooße der Kirche verharrten, die Scherf- lein christlicher Mildthätigkeit zu kommen. Ueber die Mildthätigkeit ist die Kirche genau betrachtet, heute noch kaum hinausgekommen. Sie versteht es, da und dort ein wenig Balsam auf die klaffenden gesellschaft- lichen Wunden zu träufeln, aber sie vermag nicht, die Wunden zu schließen und zu heilen. Unsere Zeit verlangt ganz anderes, als was die Kirche bietet, um die sozialen Fragen zu lösen. Mit kirch- lichen Dogmen und mit konfessionellen Differenzen ist in diesen Dingen nichts mehr auszurichten. Die Um- gestaltung des Produktionsprozesses zu Gunsten der Arbeit— das ist die große'Forde- rung unserer Zeit. Der Produkttonsprozeß hat sich zu dem entwickelt, was er ist, ohne daß die Kirche dabei auch nur den mindesten Einfluß hatte, und wenn er andere Formen annimmt, so wird die Mitarbeit der Kirche als solche gänzlich davon ausgeschlossen sein. Die katholisch- christlich-soziale und die evangelisch-soziale Richtung haben lange sich um Arbeiterschutz-Gesetzgebung sehr wenig ge- kümmert; erst als die letztere zu einer Losung unseres Zeitalters wurde, griffen sie dieselbe auf, um nicht gar zu weit hinter der Zeitsttömung zurückzu- bleiben. Es ist noch nicht lange her, seit die Sozialdemokratie den Gedanken des gesetzlichen Ar- beiterschutzes ganz allein vertrat. Nach und nach haben ihn alle Parteien, natürlich jede nach ihrer Art, aufgenommen und alle rühmen sich,„von jeher" für diese Sache begeistert gewesen zu sein. Die Ultramontanen hätten namentlich in Belgien Gelegen- heit gehabt, die Nothwendigkeit einer Arbeiterschutz-Gesetz- gebung praktisch darzuthun, aber heute noch liegt unter dem ultramontanen Regiment in Belgien Alles im Argen. Die„große That" dürfte unseres Erachtens sehr zusammenschwindeu, wenn man sie nach ihrem Eindruck aus die Massen beurtheilen wird. In dem Aufruf der Kreuz-Zeitungsritter heißt es, die schwere Hand, die — Nehmen Sie sich in Acht, meine Liebe, er wird Euch Alle auffressen. Eine eifersüchtige Flamme erhellte die schönen Augen Henriettens; sie begriff ohne Zweifel, daß Mouret sich ihrer nur bedient hatte, um mit dem Baron in Verbindung zu kommen und sie faßte den Vorsatz, ihn wahnsinnig vor Liebe zu machen, ihn, dessen Liebe eines Geschäftsmannes den oberflächlichen Zauber eines Liedes besaß, das man in alle Winde hinaussingt. — O, erwiderte sie, auch ihrerseits einen scherzhaften Ton affektireud: schließlich frißt doch immer das Lämmchen den Wolf. Der Baron war sehr heiter über dieses Wort und er- muthigte sie mit einem Kopfnicken. Vielleicht war sie das Weib, welches kommen sollte, um die Ucbrigen zu rächen. Als Mouret, nachdem er Vallaguosc eingeladen, einmal seine in Beivegung befindliche Maschine zu besichtigen, nun sich näherte, um Abschied zu nehmen, hielt ihn der Baron in der Fensternische zurück. Er wich endlich der Verführung, der Glaube war ihm gekomnien, als er Mouret inmitten dieser Damen gesehen hatte. Die beiden Männer plauderten einen Augenblick mit gedämpfter Stimme. Dann erklärte der Bankier: — Wohlan, ich will die Sache prüfen... Sie können das Geschäft als abgeschloffen betrachten, wenn Ihr Aus- verkauf vom nächsten Montag sich wirklich so erfolgreich ge- stalten sollte, wie sie es hoffen. Sie drückten einander die Hände und Mouret entfernte sich mit entzückter Miene, denn er konnte nicht mit gutem Appetit diniren, wenn er nicht am Abend sich nach der Tageseinnahme im„Glück der Damen" erkundigte. auf der Entwickelung der sozialen Reform gelegen habe, drücke nicht mehr. Wessen Hand damit ge- meint ist, darüber kann kein Zweifel bestehen; aber die Herren von der katholisch-sozialen und evangelisch-sozialen Richtung irren gewalttg, wenn sie glauben, das deutsche Volk und besonders die Arbeiter hätten am 20. Februar die schwere Hand abgeschüttelt und ihre Beseitigung herbei- geführt, nur um jetzt in den Herren Windthorst und Stöcker die Männer des Jahrhunderts zu suchen. Das Volk will Brot, Bildung und Freiheit; glaubt man wirklich, daß so aufgeklärte Arbeiter, wie die deutschen es sind, diese kostbaren Dinge von den Herren Stöcker und Windthorst erwarten werden? Die deutschen Arbeiter sind schon zu mancherlei Zwecken benutzt wor.den Das ist aber anders geworden, seitdem sich aus ihrer Mitte eine große selbstständige sozial- politische Partei gebildet hat, und sie werden sich in ihrer Masse für keine Kirche dienstbar machen lassen, weder ftir die des Herrn Windthorst, noch für die des Herrn Stöcker. Rovrespondenzett. Zürich. 19. April. Unter der Spitzmarke„Zumschweize- rischen Sozialistengesetz" schreibt der in Bern er- scheinende„Schweizerische Sozialdemokrat":„Die Kommission zur Ergänzung und Revision des Bundesstrafrechts ist fleißig an der Arbeit. Die Blätter wissen zu berichten von einen» Anarchisten- artikel, einem Lockspitzelartikel, einer näheren Bestimmung über politische Verbrechen, einem Ausweisungsgesetze(für Fremde). Der Anarchrstcnartikel soll besonders seine Schivierigkeiten haben (glauben wir schon! Red. d.„Schiv. Soziald."). Was schließlich herauskommt, wird man nicht mit Unrecht, unser Sozia- l i st e n g e s e tz nennen können. Wir freuen uns darauf.— Wir sehen im Geiste schon die Debatte in der Bundesver- sammlung über das„Recht zur Revolution" mit ihren hinter- essanten Gruppenbildungen: Gegner im Namen des historischen Pattiotismris, Gegner im Namen der„Ordnung", Gegner im Namen der Freiheit»md des Fortschritts(Heuchler), Freilnde„im Prinzip, aber"... Freunde ohne aber, die ein Scheingefecht liefern und entrüstet ihre Hände in Unschuld waschen o tutti quanti, wie der Parlamentarismus sie zu erzeugen pflegt." Gegenüber diesen reaktionären Bemühungen sttcht das Pro- grannn der sozialdemokratischen Partei in Bafel, mit dem sie in die kantonale Wahlbeivegung eingetreten ist, recht erquickend und erfrischend davon ab. Dieses Programm beschäftigt sich auch mit der Polizei, aber es will ihre allmächtige Kompetenzen dein Bürger gegenüber beschränken iind zwar in einer Weise, wie es sich auf Grund der alltäglichen Ersahrungen als praktisches Bedürfnis! fühlbar gemacht hat. Das Programm ver- langt also zunächst„Einschränkung der Kompetenzen des Polizei- Gerichtspräsidenten";„Gesetz über die Haftbarkeit der öffentlichen Behörden und Beaniten zuni Schutze der Bürger(Privatpersonen) vor willkürlicher Behandlung und Schädigung";„genauere gesetzliche Normirung der Rechte und Pflichten der staatlichen Polizei- organe. Einschränkung der polizeilichen Verordnungen und Gele- Viertes Kapitel. An diesem Montag, den 10. Oktober, brach die Sonne siegreich durch die grauen, regcnschwangerm Wolken, welche seit einer Woche Paris verwüsteten. Es war die ganze Nacht ein feiner Regen niedergegangen, welcher die Straßen beschmutzte; allein bei Tagesanbruch wurden die Trottoirs von den» scharfen Winde getrocknet, welcher die Wolken vom Himmel verjagte und das Firmament nahm die heitere Bläue des Lenzes an. Das ModewaarenhauS„Zum Glück der Damen" er- glänzte schon um 8 Uhr in diesem hellen Sonnenlichte und in dem Ruhm des großen Ausverkaufes in Winter-Modc- artikeln. Vor den Thüren flatterten Fahnen, der frische Morgenwind spielte mit den ausgehängten Wollwaaren. Die laiige Reihe der Schanfcuster in den beiden Straßen mit den blank geputzten Spiegelscheiben entwickelte die ganze Farbenpracht ihrer tausendfachen Artikel. Es war wie ein riesiger Freitisch, wo Jedermann seine Begierden befriedigen konnte. Doch zu dieser frühen Morgeiistunde gab es noch wenige Käufer; einige Kunden, die später teiile Zeit hatten, einige Haushälterinnen aus der Nachbarschaft; einige Wei- der, die sich dem Gedränge des Nachmittags nicht aussetzen wollten. Das mit Maaren vollgepfropfte Magazin stand noch leer, aber gerüstet mit seinen geivichsten Parketten und seinen unter den aufgehäuften Maaren ächzenden Pulten. Die geschäftige Menge, welche den Trottoirs entlang eilte, würdigte die Auslagen kaum eines Blickes. In der Nue Neuve-Saint-Jlngustin und auf der Place Gaillon, wo später Equipage an Equipage stehen sollte, gab es jetzt nur zwei Fiaker. Nur die Beivohner des Stadtviertels, die kleinen Krämer, welche durch diesen ungeheueren Anfivand von geubeitsverfugungen auf's absolut Nothwendige. Im Allgemeinen taktvolleres Auftreten der staatlichen Beamten, insbesondere der Polizeivrgane u, s.w." Die Basler Sozialdemokraten, Die bis jetzt 9 Vertreter im Kantonsrathe hatten, haben für die bevorstehende Wahl 25 Kandidaten aufgestellt. Der„Basler Arbeiterfreund" veröffentlicht in seiner heutigen Nummer einen Ausruf des in Zürich und Basel domizilirten E x e k u t i v k o m i i e e s des internationalen sozialistischen Arbeiterkongresses von Paris, in welchem die Ar- b c i t e r und Arbeiterinnen der Schweiz aufgefordert werden, sich an der internationalen Manifestation vom 1. Mai zu betheiligen, wobei nicht auf die Form das Hauptgewicht gelegt wird, sondern darauf, daß an möglich st vielen Orten unseres Schweizerlandes eine solche Moni festation a m l. Mai veranstaltet werde. „Nicht blas in den Städten und den größeren industriellen Dörfern, sondern überall, an jedem Orte, wo auch nur ein einziger Arbeiter- oder Grütliverein besteht, sollte am 1. Mai für die Pariser Kongreßbeschlüsse, insbesondere aber für die Forderung des gesetzlichen achtstündigen Normalarbeitstages öffentlich Propaganda gemacht werden. Wo es ohne große Schwierigkeiten die Arbeiter durchsetzen können, zu diesem Zwecke während des ganzen Tages oder»inigen Stunden die Arbeit ruhen zu lasstn, da möge es geschehen. Und wo die Arbeiterorganisationen stark genug, um öffentliche Um znge, Festlichkeiten u. f. w. abzuhalten, da kann es der Sache nur förderlich sein. Wo jedoch weder das Eine noch das Andere thuiUich, da möge man zum Mindestens eine öffentliche Ber- saniinlung einberusen, in der über die Bedeutung des Tages aesprocheii und eine den Kongreßbeschlüssen entsprechende Resolution gefaßt werden soll. Ueberhaupt sollte, abgesehen von der Forin der Manifestation, an jedem Orte eine solche Reso- lution zu Händen unserer Bundesbehörden zur Abstimmung ge- bracht werden. Der Umstand, daß unser Land anderen Staaten in der Ar- beiteischutz-Gesetzgebuiig, namentlich hinsichtlich des Normal- Arbeitstages, vorangegangen und auch von da aus zuerst offiziell der Gedanke einer intexnationalcn Arbeiterschutz-Gesetzgebung an- geregt worden ist, sollte die schweizerische Arbeiterschaft ganz be- sonders anspornen, am 1. Mai kräftig Stellung zu nehmen für den Weiterausbau unserer nationalen Arbeiterschutz-Gesetzgebung wie für die baldige Verwirklichung einer internationalen Arbeiter- schiitz-Gcsetzgebiliig, wobei uns als Hauptziel der achtstündige Normal-Arveitstag vor Augen sein muß. In keinem Lande ist eine namhafte Verkürzung der Arbeits- zeit»othiveudiger, als gerade in der Schweiz. Denn bei uns fallen nicht blos in Betracht die allgemein volksivirthschaftltchen Bortheile, welche eine Reduktion der Arbeitszeit mit sich bringt — wie eine gewisse Regelung der Produktion, Verminderung der Zahl dw Arbeite losen, ivenigstens theilweise Erhöhung des Ar- beilslohnes und dadurch bedingte Vermehrung der Konsulnfähig- keit der Arbeiterklasse, welche allem Volke in Stadt und Land zu Gute kommt,— sondern es sprechen namentlich auch mit die Interessen unserer Landesverlheidigung und das Bedürsniß einer regen politischen Bethätigung des gesummten Volkes. Die Interessen der Landesvercheidigung erheischen gebieterisch, daß der Staat der Körper und Geist ruinirenden Ausbeutung der menschlichen Arbeitskraft einen kräftigen Damm setze. Und nicht minder nothwendig ist dem Arbeiter eine vermehrte Mnßezeit, damit er frischen Geistes die öffentlichen Fragen reiflich prüfen und mit Verständniß an deren Lösung stch betheiligen kann. Der Staat hat die heilige Pflicht, dafür zu sorgen, daß die auf dem Papier allen Bürgern eingeräumten politischen Rechte nicht blos den Herren, sondern auch der als Lohnarbeiter in ökonomischer Abhängigkeit lebenden Masse des Volkes zu gute kommen. Nur verniittelst eifriger und vernünftiger Handhabung der politischen Rechte durch die überwiegende Mehrzahl der Bürger ivird es überhaupt möglich sein, die große soziale Frage in richtiger Weise und vor allem auf friedlichem Wege zu lösen! Wer die Volkswohlfahrt nicht blos als Phrase im Munde führt, sondern sie in That und Wahrheit zu fördern gewillt ist, der wird mit Freuden der Forderung des Achtstundentags sich an- schließen und im Geiste mit uns vereint, wo ihm irgend die Mög- lichkeit gegeben, an der internationalen Arbeitermanisestation des 1. Mai sich zu betheiligen." Eine prächtige Illustration zu der stereotypen Schützen- festphrase„Wir sind ein einig Volk von Brüdern" liefert ein Vorkommniß, das als schmutzig und skandalös bezeichnet werden muß und das die Handlungsweise der Gotthard- bahn gegeniiber einem ihrer Angestellten resp. dessen Hinterlassen» betrifft. Der Fall ist folgender: Am 31. Oktober 1837 bemerkte der Bahnwärter N äpf li, als er um Mitternacht nach verrichtetem Dienst sich in fein Häuschen zurückziehen wollte, daß am Ausgange de« Axentunnels(in der Nähe der Felsplatte am Vierivaldstättersee) durch Erdrutsch die Brücke in den See be- traben wurde. Kurze Zeit darauf ,var der G o t t h a r d b a h n- Schnellzug zu erwarten und er mußte unfehlbar« in den See hinabstürzen. Näpfii gab sofort das Nothsignal, keinen Zug inehr abzulassen und durch das Schwenken der Nothlaterne ge- lang es ihm, das Führungspersonal auf die furchtbari Gefahr aufniertsam zu machen und tonnte der Zug noch rechtzeitig zum Fahnen und Dekorationen in Aufruhr versetzt wurden, bildeten kleine Gruppen unter den Thüren, aus den Trottoirs, die Nase in der Luft, hie und da herbe Bemerkungen austauschend. Was sie hauptsächlich erbitterte, war ein in der Rue de la Micho- diöre vor dem Versandt-Bureau haltender Wagen, einer jener vier Wagen, welche die Reklamen Mouret s nach allen Theilen von Paris zu tragen hatten; diese Wagen waren grün ausgeschlagen, mit rothen und gelben Verzierungen; das gefirnißte Tuch nahm im hellen Sonnenlichte den Glanz von Gold und Purpur an. Auf beiden Seiten des Wagens stand der Name der Firma zu lesen; darüber eine große Affiche, welche den heutigen großen Ausverkauf ankündigte. Nachdem der Wagen mit den Packeten gefüllt war, die Tags vorher zurückgeblieben waren, fuhr er ini Trab des prächtigen Pferdes davon. Baudu stand bleich aus der Schwelle seines Ladens und blickte haßerfüllt diesem Wagen nach, der den verabscheuten Namen:„Au bonheur des Domes" im hellen Sonnenlichte durch ganz Paris spazieren führte. Mittlerweile waren einige Fiaker angekommen und hatten hinter einander Aufstellung genommen. So oft eine Käuferin eintrat, entstand eine Bewegung unter den Ladenburschen, welche in die Livrse des Hauses gekleidet— hellgrüner Frack und Hose, gelb und roth gestreiftes Gilet— unter dem hohen Eiugaiigsthor Ausstellung genommen hatten. In- spcktor Jouve, der ehemalige Kapitän, war gleichfalls zur Stelle, in schwarzem Rock und weißer Kravatte, mit seiner Kriegsdekoration, gleichsam ein Bild der alten Rechtlichkeit, und empfing die Damen mit seiner ernsten Höflichkeit, um sie nach den verschiedenen Abtheilungen zu weisen. Die Damen verschwanden dann in dem Vestibüle, welches in einen orientalischen Salon umgewandelt war. Mouret hatte eine Idee, welche Alle in daS höchste Erstaunen versetzte. Er hatte in der Levante zu ausgezeichneten Bedingungen eine Kollektion von alten und neuen Teppichen angekauft, von jenen Teppichen, die bisher nur bei Raritätenhändlern um theueres Geld zu haben waren. Er hatte die Absicht, den Markt damit zu überschwemmen, er gab sie Stehen gebracht werden. 200 Personen war das Leben gerettet, die, nachdem sie erfahren, in welcher furchtbaren Gefahr sie geschwebt, ihrem Lebensretter sofort durch Sammlung unter den Rciseudcn ein kleines Geschenk als Tank übergaben. Näpfli, der pflichtgetreue Mann, zog sich in seiner furchtbaren Aufregung eine Verkältimg zu, die ihm ein Siechthum einbrachte, an dem er nun starb, eine mittellose Wittwe mit vier kleinen hilflosen Kin- dcrn hinterlassend. Die Direktion der Gotthardbahn bewilligte der unglücklichen Familie für 5 Jahre je 150 Franks, also ins- gesammt 750 Franks. Die Sache wurde in der Presse veröffent- licht und die Handlungsweise der genannten Bähndirektion m den schärfsten Aiisdrncken charakterisirt, zugleich an die Privat- wohlthätigkeit appellirend. Das schmutzige, herzlose und gcfühlsrohe Benehmen gestaltet sich um so verwerflicher, wenn man weiß, daß die Gotthardbahn gut rentirt und z. V. im ersten Quartal d. Js. einen Betriebsüberschuß(Reingewinn) von 1 395 000 Franks erzielte. Aber—„Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern, nicht trennen uns in Noth und in Gefahr." Woltkis-Hs Mebevstchk. Gotteofürchtig und dreiste. So sind unsere Herren Agrarier immer geivesen und man kann nicht sagen, daß sie durch die große Niederlage des Kartells bescheidener geivorden sind. Man muß den Leuten zugestehe», daß sie an sich selbst glauben. Sie behaupten frischweg, die Zölle, namentlich die Getreidezölle, seien u n a n t a st b a r, und glauben damit jeden Angriff auf das Schutzzottsystem zurückgewiesen zu haben. Die Gegner der Schutzzoll-Gesetzgebung werden sich da« durch wenig abhalten lassen, den bestehenden Zolltarif zu bekämpfen, dessen Wirkungen wesentlich dazu beigetragen ' aben, die gegenwärtige Vertheuerung der Lebensmittel erbeizuführen. Wenn man die Koruzölle und das Schutzzollsystem über- Haupt angreift, so wird man die alten und abgedroschenen Argumente von dem„Segen" der Schutzzölle wieder vor- geführt bekommen. Es wird auch Leute geben, die diese Argumente ernst nehmen, denn der Egoismns bei der Jagd nach Eriverb macht blind. Von dem Unternehmer, dem es nur darauf ankommt, mit allen Mitteln der Konkurrenz seinen Markt zu behaupten, wird mau nicht verlangen können, daß er die Gesammtinteressen des Landes im Auge behalte, und ivenn>vir behaupten, daß unter dem gegenwärtigen Wirthschastssystem zwar einige Unternehmer und Aktionäre sich bereichern können, die Massen aber verarinen müssen, so werden die Unternehmer das vielleicht achselzuckend zugestehen, aber nichtsdestoweniger bei dem gegenwärtigen Wirthschasts- system beharren wollen. Denn wenn ihnen alle anderen Beweis- gründe ausgehen, können sie immer noch sagen, es sei von jeher so gewesen. Indessen thut man gut, für die künftigen Diskussionen einen Say der„Kreuz-Zeitung" festzunageln, in welchem das nußvergnügte Junkerblatt eine geheime Falte seines Herzens erschließt. Es schrieb vor einigen Tagen: „Nur durch die Schutzzölle sind unsere Industriellen in den Stand gesetzt worden, so gewaltige Gewinne zu er- zielen, daß Jedermaim mit Verwunderung und oft auch mit Befriedigung die Dividenden-Rubrik des Kurszettels durchsieht." Stach diesem Geständniß ivird man nicht mehr gut von dem„armen Konsumenten" ironisch sprechen können, denn in dem obigen Satze ist ja mit seltener, fast möchte man sagen zynischer Offenheit eingestanden, daß der Schutz- zoll den Konsumenten zu Gunsten der Unternehmer und Aktionäre belastet. Ein erhabenes Ziel für das deutsche Volk, durch lange Arbeit und niedrige Löhne es dahin zu bringen, daß„man" immer mit Verwunderung und Befriedigung die Dtvidenden'Rubrik des Kurszettels ourchseheu kann! Indessen liegt in dem Ausspruche des Junkerblattes die volle und ganze Wahrheit; es ist wirklich so, und die Schutzzölle haben in der That den Dividendenjägern das blanke Gold in Hausen zugemessen. Bei den agrari- scheu Zöllen ist dies in demselben Maße der Fall und vielleicht könnten die Beschlüsse, welche die Herren Ritter- gutsbcsitzer ihren Söhnen bei der Garde und bei den Corps aus den Universitäten leisten, darüber ebenso Aufklärung geben, wie die Dividenden-Rubriken über die Gewinne der Industriellen. Selbstverständlich iverden die Agrarier, gottes- sürcbllg und dreiste, wie sie nun einmal sind, bei dein ersten Versuch, die Getreidezölle anzugreifen, wieder das alte Lied von der„Nothlage der Landwirthschast" fast zum Kostenpreise ab und wollte für sich nur so viel behalten, um sein Haus in splendider Weise zu dekoriren und so das kunstverständige Publikum heranzuziehen. Schon von der Mitte des Gaillon-Platzes aus bemerkte man diesen orientalischen Salon, ausschließlich aus Teppichen und Por- tiären gebildet, welche die Ladenburschen unter seinen An- ordnungcn aufgehängt hatten. Der Plafond vor Allem war mit Smyrna-Teppichen bespannt, deren komplizirte Dessins sich von einem rothen Grunde abhoben. In den vier Enden waren Portieren angebracht: Portieren von Karamailien und Syrien, grün und gelb und roth gestreift, dann Portieren voa Diarbekir, die schon von gewöhnlicher Art sind und sich grob anfühlten, wie das Tuch der Hirtenniäntel; serner Tepspiche, die ebenso als Portieren wie als Zelte dienen könuen, die langen Teppiche von Jspahan, Teheran und Keanancha, die breiten Teppiche von Schoumaka und von Madras, mit einem seltsamen Blumenschmuck: Päonien und Palmen, die Blüthen des Morgenlandes. Der Fuß- bodczi war natürlich ebenfalls mit Teppichen belegt; in der Mitte ein Teppich von Agra, ein ganz außerordentliches Stück mit weißein Grund und breitein, zartblauem Saum, in welchen violette Zierrathen von auserlesenem Geschmack gewebt waren; überall sah man wahre Wunder: die Teppiche von Mekka mit ihrem Sammtglanz, die Gebetteppiche von Daghestan mit der symbolischen Spitze, die Teppiche von Kurdüstan mit ihrem reichen Blumenschmuck, endlich in einem Windel eine Anhäufung von wohlfeilen Teppichen von GHeurdes, von Coula und von Kircheer zu 15 Francs daS Stück. Da ein reiches Vaschazelt müblirt mit Fauteuils und Divans, die einen mit zackigen Streifen, die anderen mit primitiv gezeichneten Rosen verziert. Die Türkei, Arabien, Persien und Indien waren verttelen; die Paläste, Moscheen und Bazars waren geplündert worden. Visionen aus dem Orient tauchten unter diesem barbarischen Luxus auf, inmitten des starken Duftes, den diese alten Stoffe aus ihrer sonnigen Heimath mitgebracht hatten. Als Denise, die gerade an diesem Montag eintreten •ä anstimmen. Sie werden dann den nothl kleinen Bauer vorschieben, welcher hohe haben muß, wie sie sagen, weil er nicht mit dciM und nordamerikanischen Gctreideproduzcnten« kann. Daß der kleine Bauer sich in einer Nothlazss ist unzweifelhaft, aber diese Rothlage kann durch, treidczölle nicht nur nicht beseitigt werden, sondern» zum Theil durch dieselben her vor gC weil der kleine Grundbesitzer und Parzellcubauer p zu einem großen Theil kaufen muß. Glaub: v» daß jene gewaltige Masse von kleinen Grundeige» die zur Fabrik gehen und nebenbei von Frauen um ihr Stückchen Feld bestellen lassen, nicht unter der? der Lebensmittel zu leiden haben? Die Wahlresnl» wohl geeignet, darüber Aufschluß zu geben. Vom Leipziger„Wählers � iter. Ei« Maifonds. Vom Leipziger Vorschlag gemacht worden, diejenigen Arbeiter,«V 1. Mai arbeiten, möchten einen Theil ihres Tatzewi einen Fonds hergeben, welcher dazu bestimmt fey> der Maifeier, überhaupt die Emanzipation der zu fördern— also zur Gründung von PreßonM liotheken u. s. w. Dieser Gedanke findet, wie M mitthcilt, in weiten Kreisen Anklang und verschied!» Versammlungen sollen sich mit der Angelegenheit l>e!� Es ist aber, wenn überhaupt etwas geschehen M boren« Lasse si> Reptili feine fti Konzert haben? Di ist dur ösfcntli, Waldw formelle wird w finden. an der deshalb Report! stein gt worden. 1?» sindct ii sindliche Klassenl Kreise x Lei des„W ! Herrn Q Kartell I diese A worden. Wi i Die Gel Liniemv Pl schlviiei daß rasch gehandelt werde. Auf den» parifer Arbeiterkongrefi sei der«jj Ausstand für den I.Mai beschlossen worden, behel? Anzahl von Bourgeoisblättern in der wohlmeinend» die Sozialdemokratie zu diskreditiren. Wir wW daß Leute, die vom Lügen leben, auch dann, wei» Lügens überführt sind, fortfahren zu lügen, allein doch, indem wir bei einigen der Zeitungen, n# � Notiz reproduzirt haben, an einen vielleicht noch vor? � Rest von Anstand appelliren, hiermit wiederholen: Iiute � internationale Arbeiterkongreß einen allgemeine»� für den 1. Mai ebenso wenig beschlossen hat, und A> „allgemeinen Streik"— und daß der Kongreß,»n Zusammensetzung, den allgemeinen Ausstand für de»; mit überwältigender Majorität zurückgewiesen hat«' ein dahin zielender Antrag gestellt worden wäre. Ebenso falsch ist die Behauptung verschieden« die Beschlüsse einer großen Anzahl Arbeiterversa� am 1. Mai nicht zu arbeiten, richteten sich s Fraktion. Aber der Aufruf der Fraktion biA drücklich die Arbeitsrube, da wo sie ohne Konfim. biX@.1 führt werden kann. Stur gegen die allgemeine � � Union( De, beendet. Werkstäi indem lassen u Entschei durch ih klärt, i hat die Fraktion sich erklärt, und so viel wir wi| es in Deutschland innerhalb der Sozialdemokratie mehr, der daran glaubte, daß eine allgemeine' auch nur für einen Tag möglich sei. Hamburg, 19. April. Sicherem Vernehmen W wie das„W. T. B." zu melden weiß auf Grund eil». beschluffes bei sämmtlichen hiesigen Staatsbetrieben d» welche am 1, Mai feiern, wegen Kontraktbruches entlaß« Da« K-»ia1istr«g«frtk. Die„Köln. Ztg." meldf' positiv, daß„die Regierung beschlossen, von einer des Sozialistengesetzes abzusehen"; demnach würde das gesetz unerneuert erlöschen. Da» Abgrordnethenaus führte am Sonnabl gemeine Diskussion über den Kultuserat zu Ende, so da Montag erfolgten Fortsetzung der Etatsverathung nur Spezialien, sowie der Bericht der Rechnungskommist'! Verwendung der Ersparnisse aus den staatlichen Zi Lehranstalten zur Debatte standen. Hierauf begann die 2. Beratbnng der Sekundärbahn-Vorlage, von größere Anzahl Petitionen zur Annahme gelangte.— wird die Beratyung der Eisenbahn-Vorlage fortgesetzt. die bl Die„frei»» Konfer-nse«", d. h. solche, Wünsche produziren, scheinen sehr in Aufnahme zn ko» preußische Kultusminister soll eine solche für Schulftai Diese soll aus 40 Mann bestehen,„Abgeordneten Ztichtfachmännern". Hoffentlich sind auch ein paar h dabei! Unser Wunsch ist nur, daß auch bei solchen i Volk und namentlich die Eltern zu Worte kämen. Ed»»Ji ermur Aufforderung, eine„große deutsche Schulpartei" der»*1 tnsher Eltern zu bilden, hat seinerzeit kein Gehör gefunden� lassen. Pa Ausstelli Kolonist dem Fü Verei hcrvorge bräuche, für die Italien Agenten. und Sch locken,> stellunge ohnehin weise zi dauernd aufzehre � Sklaver« Unglück! wurden „Hände' geben r gethan, alisgesp! sucht vo zu war, unter d erfüllt» 0««M wünschenswerther ist es, daß �die denkenden Volkeangeh� Mgrn# Aufmerksamkeit auch diesem Gebiet« widmen möchten. Der wohlbekannte Nirtuo«. Die„Dresden» seither ein Organ sinnlosester Bismarckanbetung, schu» Artikel über die offiziöse Presse mit folgendem Satz:„J'. verzichtet dieser ehrliche Soldat(Caprivi ist gemeinv denen e werden Punkt I El schrieb! räuferi folge,' schreib' . ihren' Madai sollte, um 8 Uhr Morgens durch.den orientalisch�, schritt, war sie verblüfft. Sie erkannte den Eii# Magazin nicht mehr und bettachtete verwirrt diese L Dekoration an der Pforte. Ein Ladenbursche s»r. j die Mansarden hinauf und übergab sie Frau(W ,) damit betraut war, die Mansarden rein zu habe», f überwachen; Frau Cabin installirte Denise auf Nr- � � schon vorher ihr Koffer gebracht worden war. J �äulc dies eine schmale Zelle mit einem Schiebfenstercheo�A ti Dach, möblirt mit einem schmalen Bett, einem y Vtädch schrein, einem Toilettetisch und zwei Sesseln. einschr solcher Zellen öffneten sich auf diesen gelb Eingel Klostergang, und von den im Hause angestellten halten. dreißig Mädchen schliefen jene zwanzig, die in 1 Familie hatten, in diesen Zellen, während die übdö j, zehn auswärts wohnten, darunter einige bei erborg«' j n* nj oder Basen. Denise entledigte sich rasch ihres �1 fadensl gebessert� war das einzige, das sie aus Balognes mitgcbrew Kleidchens, das durch das viele Bürsten fadenlä�a g worden und an den Aermeln vielfach ausgebessert � s � � mftst IVV4V VMV vvjr,� ryv, vv*»)>v wwx»«vnvwy ivvx/«»m-y-.. Dann legte sie die Uniform ihrer Abtheilung an, zes Seidenkleid, das man für sie in Stand gesetzt welches aus dem Bett bereit lag. Dieses Kleid wenig zu groß, über den Schultern zu weit; allein. Aufregung sputete sie sich dermaßen, daß sie d» koketten Einzelheiten sich nicht aufhielt. Sie hat» in ihrem Leben Seide getragen. Als sie, in ihr». lichen Kleidung sich sehr unbehaglich fühlend, E betrachtete sie mit Befremden den Glanz der laute Rauschen des Stoffe? verursachte ihr fast schämung. Als sie unten angekommen, die Abtheilung, eben ein Streit los; sie hörte Klara mit scharf» ausrufen: besetzt welche Verkäs mit i männ ginge, nur f! scheu gestock aus d hervoi Ketter der g — Madame, ich bin vor ihr angekommen!. �>v°ttei — Es ist nicht wahr, erwiderte Margueritr I rasfin Thür« hat fie mich gestoßen, allein ich hatte schdü in den Salon gesetzt. >l ]t J bcw» t W th« itml '10% tuen 6t m« beigM n unll berN ilresxll 4 rArls lorga� uie r.i' 1 'w ist las« »be daß IUI l ü ann" \i k nde» gehsd! m. jene», S i r» borener Wahihastigkcit auf die Venuhuna vct ofsizwseu Presse. Lasse sich Herr v. Caprivi nicht durch das Gezisch der ausrangirten Reptilien irre machen, selbst ivenn ein ivohlbekannter Virtuos seine freie Zeit dazu verwenden sollte, mit ihnen ein Mordspektakel- Konzert aufzuführen!" Wen mag wohl das Blatt damit gemeint haben? Dir Ktätte, wo LassaUe dl« Todesivlnzde empfing, ist durch einen einfachen Denkstein bezeichnet worden. Eine öffentliche Feier mußte ans Wunsch des Eigenthümers der Waldwiese, auf welcher das Duell stattfand, unterbleiben. Die formelle Einweihung ist in aller Stille erfolgt; eine größere Feier wird wahrscheinlich erst im Herbst, am Todestage Lassalle's, statt- finden. Die Nachricht mehrerer Zeitungen, ein Denkmal hätte an der Duellstätte errichtet werden sollen, sei aber ausgeblieben, deshalb habe man einen einfachen Stein setzen müssen, ist eine Reportererfindung. Von Anfang an wurde nur an einen Denk- stein gedacht, und der ursprüngliche Plan ist genau ansgesührt worden. Z?ve«la«, 20. April. Wie die„Schles. Nachr." melden, findet in den nächsten Tagen gegen den in Untersuchungshaft de- findlichen Reichstagsabgeordneten Kunert wegen Aufreizung zum Klassenhaß, die angeblich in einer von ihm im Waldenburger Kreise gehaltenen Rede liegt, Verhandlung statt. Leipzig. Eine ähnliche Anklage, wie gegen den Redakteur des„Wähler" war auch gegen den Verleger eines Wahlaufrufs, Herrn Grellmann, wegen eines Wahlflugblattes(„Nieder mit dem Kartell!") von der Staatsanwaltschaft beanttagr worden. Auch diese Anklage ist von dem Landgericht Leipzig zurückgewiesen worden. Gesterreich-Uttgarn. Wien, 20. April. Der Maurerstreik ist definitiv beendigt. I Die Gehilfen erklärten, ihre Forderungen bis zur Regiilirung der Limemvälle zu vertagen. Pest, 20. April. Die Redakteure der Tagesblätter k- schlössen, den Setzern am 1. Mai freizugeben. Mährisch-Ostrau, 20. Apnl. Im Streikgebiet ist heute alles rghig. Es fanden zahlreiche Verhaftungen statt. Die Berg- liute beginnen ihre Forderungen zu sormuliren, nämlich acht- standige Schicht, Lohnerhöhung, Entlassung mißliebiger Beamten und AmuestU der Streikenden. Groffbrltannren. Der S ch u h tu a ch e r- A u s st a n d im Ostende Londons ist beendet. Die Meister haben gestern die sofortige Herstellung von Werkstätten beschlossen und ein weiteres Zugeständniß gemacht, lindem sie versprachen, keine Reduktion der Löhne eintreten zu lassen und die Klasstfikativn der Arbeit einem schiedsrichterlichen Entscheid zu unterbreiten. Die streikenden Arbeiter haben sich durch ihre Wortführer zur Annahme dieses Vorschlags bereit er- klärt. Der erfolgreiche Ausgang dieses Streiks hat der Union der Schuhmacher gewaltigen Vorschub geleistet. Die Mehrzahl der Ardeiter, welche beim Ausbruch des Streiks noch nicht zur Umou gehörten, sind dieser seither beigetreten. Fvttttkveich. Paris, IS. April. Aus dem im vorigen Jahre während der Ausstellung hier abgehaltenen Kongreß für Auswanderungs- und Kolonisirnngsfragen wurde von einem italienischen Theilnehmer, dem Fürsten Cassano, die Nothwendigkeit internationaler Vereinbarungen zur Siegelung des Auswanderungswesens hervorgehoben und mit der Schilderung der schreienden Miß- bräuche, die auf diesem Gebiete in den meisten, ei» Kontingent für die Auswanderung lieserden Ländern, namentlich aber in Italien herrschen, auf's Drastischste begründet. Geivissenlose Agenten, von einem ganzen Heere von Unteragenten als Treibern und Schleppern unterstützt, durchziehen das flache Land und ver- locken, um ihre Prämien zu gewinnen, durch märchenhafte Vor- stellungen, oft auch durch em kleines Handgeld, leichtgläubige, ohnehin zum Verlasse» der Heimach geneigte Landleute massenweise zum Auswandern nach Gegenden, in welchen sie reine dauernve Arbeitsgelegenheit finden können, ihren letzten Zentime aufzehren und schließlich dem ärgsten Elend oder einer»vahreu 'Sklaverei verfallen müssen. Nach Hunderttausenden zählen die Unglücklichen, die mit allen Ihrigen zu Grunde gerichtet wurden, nur um den Pflanzern Brasiliens und Argentiniens „Hände" für Arbeit zu liefern, zu denen sich kein Steger her- geben mag. Was haben die europäischen Regierungen bisher gethan, um dieses von den Menschenhändlern über ihre Länder ausgespannte Netz zu zerreißen, um die armen Opfer der Gewinn- sucht vor den schändlichsten Fallstricken, mit denen man sie fängt, zu warnen und um sich zu vergewissern, daß die Versprechungen, unter denen man sie von Hause fortlockt, auch nur im Geringpeu erfüllt werden? Die meiste» Staaten haben sich in dieser Frage bisher die furchtbarsten Unterlassungssünden zu Schulden kommen lassen. England hat die Auswanderung in großartigster Weise organisirt und betrachtet dieieuigen seiner Bürger, die sich aus- wärts ein glückliches Heim suchen wollen, nicht als„AnSreißer", denen es ganz recht geschehe, wenn sie in der Fremde mißhandelt werden— man erinnert sich, daß dieser staatsmännische GestchtS- Punkt einmal mit hoher Emphase im Deutschen Reichstage ver- Ä j ud v' ES handelte sich darum, wer früher auf d,e Tafel ge schrieben werden sollte, welche die Reihenfolge der Vor äuferinnen regelte. Die Verkäuferinnen mußten m der Rechen- folge, wie sie ankamen, ihre Namen aus eii.e Sckstefertafel chreiben und wenn Eine einen Verkauf gemacht, f ihren Namen löschen und sich als Letzte wieder aufsch c Eingetretene mit unruhiger Miene; sie konnte sich nicht halten, zu bemerken:._ — Meine Liebe, zwei Solche,' wie Sie, hatten in d s %% fes6 ÄÄ«"/ dF.ch"°i--w ""WpÄ'Äm W h°w den Thürcn der Schränke abwechselten, wo die Konfekti SiB treten wurde— sondern nach wie vor als Glieder seines Volks- körpers, deren Wohl ihm am Herzen liegt. Staatliche Behörden, große Privatvereine, sowie die„Trabes Unions" haben die Aus- Wanderung organisirt und ihre Theilnahme folgt den Wegziehen- den auch in die neue Heimath nach. Auf dem Kontinent hingegen beschränkt man sich meist auf Erschwerungen des Wegzugs, Ueber- wachung der Ailswanderungsagenten, Verbote und" Strafbestim- innngcn. Das ist nicht genug und sogar bisweilen geradezu zweck- widrig. Es bedarf vielmehr eines positiven Eingreisens, zu welchem alle Mächte einander Beistand gewähren müßten. Namentlich aber schulden diejenigen Staaten, welche auf Menscheneinsuhr rechnen, Denjenigen, die sie ihnen liefern sollen, gewisse Bürgschaften. In Belgien hat die Regierung öffentliche Warnungen gegen die Ans- wanderungsaaenten erlassen und in zeder Provinzialhanptstadt ein Amt zur Rath- und Hilfeertheilung für Auswanderer geschaffen. Der Wirkungskreis dieser Aemter erstreckt sich aber leider nicht weiter, als bis an Bord der Schiffe, welche die Hilfsbedürftigen von bannen führen. Was aus letzteren nn fernen Lande wird, darum kümmert sich Niemand. Man wird dereinst nicht de- greisen, wie es zu Ende des 19. Jahrhunderts möglich war, daß über eine abhanden gekommene Pferdedecke Dutzende von Behör- den die gründlichsten Erhebungen anzustellen, die umständlichsten Berichte zu erstatten hatten, während man theilnahmlos Hundert- tausende von Menschen als Opfer der nichtswürdigsten Ansbeu- tnng wie in einer Versenkung vcrschivinden ließ, ohne den gering- sten Versuch, auch nur einen Tropfen kostbaren Blutes zu retten. Ter vorerwähnte Kongreß fand die vom Fürsten Cassano aufgestellte Forderung so richtig, daß er sie zu der seinigen machte und den Antragsteller beanstragte, in verschiedenen Ländern, auch in Deutschland, wegen eines gemeinsamen Vorgehens zur internatio- nalen Regelung der Frage Schritte zu thun. Poris, 19. April. Ter Minister des Auswärtigen bereitet ein Gelbbnch über die Berliner Konferenz vor, welches den Be- richt des französischen Delegirten enthält. Holland. A m st e r d a m, 19. April. Die hiesige Munizipalität hat das Gesuch niedrerer Arbeitervereine, die Abhaltung eines öffentlichen Aufzuges am 1. Mai als Kundgebung zu Gunsten des achtstündigen Normal-Zlrbeitstages zu gestatten, abgelehnt. Italien. Rom, 21. April. Ter sozialdemokratische Abgeordnete Costa, der, um der über ihn verhängten dreijährigen Kerker- strafe zu entgehen, nach Frankreich geflüchtet war und sein Mandat niedergelegt hatte, ist in Ravenna mit 7000 Stimmen wiedergewählt worden. Spanien. Madrid, 21. Apnl. Auf der Promenade fand gestern Abend die Explosion einer Petarde statt, wodurch eine grade vor- übergehende Person verletzt wurde. Ueber den Urheber ist nichts bekannt. Amerika. Nach einer Meldung des„Renter'schen Bureaus" aus Rio de I a n e i r o ist der bisherige Kriegsminister Eonstant zum Mimster des öffentlichen Unterrichts und dem Post- und Tele- graphenwesens und der General Florians Peiroto zum Kriegs- »nmster ernannt worden. Soziale UevovfilAzk. Schuhmacherfirrik. Gestern ist von ca. 6000 Schuh machern die Arbeit einmüthig niedergelegt worden. Ihre Forderung geht auf 18 M. Hochenlohn bei einer zehnftim- digeil Arbeitszeit und Aufhebung der Sonntagsarbeit. Die Streikenden sind der Ansicht, daß diese Forderung durchaus maßvoll ist und daß sie die öffentliche Meinung sicher für sich haben. Die Streikenden sind gewillt, auszuharren, oder so viel als möglich Berlin zu verlassen. Sie geben der Hoff- nung Raum, daß die gcsammte Arbeiterschaft hinter ihnen steht und ihr Sieg gesichert ist. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. ™ Inder mechanische» Werkstatt von Schiebeck Plenh, Melchiorstraße 23, wurde am Sonnabend Abend ein Mitglied der Stmkkoinmission der Mechaniker plötzlich entlassen. Der angeb- liche Grund war Mangel an Arbeit. Zwei Kollegen erklärten sich solidarisch und legten die Arbeit nieder. Ter angegebene Grund ist insofern hinfällig, als vergangene Woche.erst ein Kollege in Arbeit getreten ist. Es wäre erwünscht gewesen, wenn durch ein- müthiges Vorgehen sämintlicher Arbeiter dieser Maßregelung ent- gegeugetreten wäre. Kolingen, 19. April. Nicht wenige Arbeiter, die in der In- dnstrie beschäftigt sind, machen sich nach beendeter Lehrzeit, die in den meisten Branchen vier, bei den Rasirmefferschleisern sogar fünf Jahre dauert, sofort selbstständig, d. h. sie lausen sich die nötbigen Werkzeuge, miethen eine Arbeitsstelle mit Danipf- oder Wasserkraft und schaffen für einen oder mehrere Fabrikanten. Durch diesen Umstand sind tüchtige und erfahrene Gehilsen schwer zu erlangen, was neben nicht zu bestreitenden Unzuträglichkeiten insofern sein Gutes hat, als der Ausbeutung des einen Arbeiters durch den anderen Arbeiter wesentlich vorgebeugt wird. Fallen bei der Ablieferung die Arbeiten der jungen selvslständigen Meister bei der in den meisteu Geschäften geübten überaus peinlichen Kontrole nicht zur Zufriedenheit ans, so sind sie von selbst ge- »wungen ihre Selbstständigkeit aufzugeben und als Gehilfe zu sungiren, wo sie in den weitaus meisten Fällen die iveniger kritischen Arbeiten verrichten, indem sie den Meistern in die Hände arbeiten. In der gestrigen Sitzimg der Solinger Handelskammer gelangte, bezuglich des„Arbeitens von minderjährigen Personen als selbstständige Meister in den Dampsscyleisereieu" ein Schreiben der königlichen Regierung zur Verlesima, in welchem die.Handelskammer ersucht wirb, dar- auf hinzuwirken, daß Minderjährige zur Beschäftigung als Meister in Dampfschleifereien nicht zugelassen werden sollen. Zugleich wird bemerkt, daß die Handelskammer sich durch Mitthellung über diesem Ansuchen etwa entgegenstehende Bedenken die königl. Regierung zu Tank verpflichten würde. Der Fall, welcher zu diesem Entscheide Veranlassung gab, ist folgender: In einer Schleiferei ist ein löjährigcr junger Mann als selbstständiger Schleisermeisler beschäftigt, dem von einem revidirenden Polizeibeamten ein Arbeitsbuch abgefordert wurde, während ihm von der Behörde in Wald gesagt worden war, daß er als selbststän- diger Meister eines Arveitsbuches nicht benöthige. Der Betreffende beschäftigte bei sich noch einen jüngeren Bruder von 14 Jahren als Gesellen. Der betr. junge Mann hat eine behördliche Entscheidung über diese Angelegenheit beanttagt. In der über diesen Fall aufgenommenen Verhandlung wird anerkannt, daß solchen Arbeitern ein Arbeitsbuch nicht vorgeschrieben und sie gesetzlich auch nicht gezwungen werden können, die Arbeitsstätten in den Dampsschleisereien auszugeben; dagegen sei vielleicht zu erwägen, ob nicht eme Ueberwachung derselben durch eine erwachsene Person, die für dieselben verantwortlich sein müßte, stattzufinden habe. Der Vorsitzende erkannte an, daß im Wege des Gesetzes jetzt gegen dies Äerhältuiß nichts ausgerichtet werden könne, und bezweifelte es auch, daß eine Aufforderung an die Dampf- chleiserei-Besitzer, solche minderjährigen Personen als selbst- tändige Meister in ihren Schleifereien nicht zu beschäftigen, Zrfolg haben werde. In die sich hieran knüpfende Tiskussion tvurde das Mißliche dieses Verhältnisses allseitig anerkannt und zugleich bedauert, daß hiergegen nichts ausgerichtet werden könne: betont wurde noch u. A., daß die Stellung und geschäftliche Lage der Dampffchleifereibesttzer heutzutage kemeS- weas derart sei, minderjährigen Personen das Arbeiten als selbst- ständige Meister in ihren k&Men zu untersagen. Unter diesem Gesichtspunkte beschloß die Versammlung eine Erklärung abzugeben, Inhalts deren sie, angesichts der theilweisen schlechten Geschäftslage, sich von etwanigen Schritten bei den Damps- schleisereibesitzern keinen Erfolg verspricht, und ebenso wenig Er- folg sei von ähnlichen Schritten bei den Fabrikanten zu erwarten; andererseits aber dürfte es sich empfehlen, daß ein Zusatz zu den einschlägigen Gesetzen geschaffen werde, wonach es nur Personen bei erreichtem Alter von 18—19 Jahren gestattet werde, in Dampf- schleisereien als selbstständige Meister zu arbeiten.— Mit den Vorschlägen der Handelskammer wird Alles beim Alten bleiben, da vor dem zurückgelegten acht- zehnten Lebensjahre fast nie einer die Lehre beendet hat, es sei denn, daß einer sich schon vor beendeter Lehrzeit selbst- stänoig zu machen sucht, was namentlich da geschieht, wo der Vater von der Schleiferkrankheit befallen oder bereits todt ist. Wie eine Beaufsichtigung durch eine verantwortliche, erwachsene Person gehandhabt werden soll, begreifen wir nicht, da die Kon- trole der Arbeit, wie oben gesagt, bei der Ablieferung stattfindet und die Gefahren bei der Handhabung der Schleissteine und Schleifscheiben doch auch von den noch jungen Lehrlingen getheilt werden. Der junge Mann, um den es sich hier handelt, ernährt noch fünf jüngere Geschwister, sowie seine Mutter und seinen ve- reits acht Jahre kranken Vater. Da dieses der Polizeibehörde bekannt ist, begreift man nicht recht, was die Geschichte mit dem Arbeitsbuch soll, zumal der junge Mensch ein sehr fleißiger und vorsichtiger Arbeiter ist. Frankfurt a. M., 21. April. 700 Schuhmacher haben heute die Arbeit niedergelegt, da mit den Meistern kein Ueberein- kommen wegen Lohnerhöhung erzielt wurde. In einer heute Vor- mittag stattgefuudeuen Maffenvers ammlung wurde der allgemeine Streik proklamirt. Hall« a. K., 21. April. Die Metallmdustriellen in Lalle, Leipzig, Braunschiveig, Magdeburg, Hannover und Berlin haben sich der Streikbeivegung gegenüber zu einem Verbände vereinigt. Ein Ausschuß von neun Mitgliedern soll über die Ansprüche der Arbeitnehmer befinden. Bei unberechtigten Streiks(?) wird die Sperre der betreffenden Arbeiter für alle Berbandsfabriken angedroht. Vetrsammlmiaim. Eine Uerfammlnng des sozialdemokratischen Wahlvereins des 6. Berliner Reichstags-Wahlkreises tagte am 16. d. M. in Faustmann's Lokal, Jnvalidenstraße. Der Vorsitzende machte be- kannt, daß der Genosse Planth verstorben sei, dessen Andenken die Versammlung durch Ausstehen von den Plätzen ehrte. Sodann erhielt Herr Auerbach zu seinem Referat über die„Neue Aera" das Wort. Redner unterzog die Politik Bismarcks, die Politik von Blut und Eisen, welche bald hier bald dort paklirte, einer beifällig aufgenommenen Kritik. Er gedachte besonders in dieser neuen Aera des Gebahrens der freisinnigen Partei, welche sich zu dem Wahn verstieg, einen Ministersessel zu erobern. Nach den Wahlen sei ein Mann mit eiserner Brust und Schädel aus der Rumpelkammer hervorgetreten um womöglich für sich Geschäfte zu machen. Niemand dachte daran, daß in einer neuen Aera em Stöcker es wagen würde in die Oeffentlichkeit zu treten. Es ist nicht schön in einer neuen Aera Rassenhaß zu streuen, Pflicht einer neuen Aera sollte es sein, mehr Licht unter die Masten zu bringen. Die Arbeiter sollten auch Geschäfte in dieser neuen Aera machen, denn die Versammlungs- und Redefreiheit ist eine äußerst be- schränkte. Slnch der 1. Mai fällt in diese Zeit der neuen Aera, Ivo die Arbeiter aller Staaten sich zusammen finden werden, um für einen Ardeiterschutz zu demoustriren. Heute kann man nicht mehr sagen,„der König rief und Alle, Alle kommen", heute haben die Arbeiter gerufen und eingesehen, daß dem nur geholfen wird, der sich aus sich selbst verläßt. Hier löste der überwachende Beamte nach§ 9 des Sozialistengeseües die Versammlung auf. NB. Allen Genosse» des 6. Wahlkreises zur Kenntniß, daß der 1. Mai im„Moabiter Schützenhaus" in Plötzensee gefeiert wird; hiermit verbunden sind Konzert, Tanz und Kinderbelustigungen. Sollten sich andere Gewerkschaften uns anschließen wollen, so ist Auskunft hierüber zu erfragen bei Eugen Ernst, Hussitenstr. 33. Eine Generalversammlung der Kisten- und Koffer- mach«? tagte am Sonntag, den 13. April, in Feuerstein's Salon. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom Maskenball. 2. Abrechnung vom 1. Quartal. 3. Vorstaudswahl. 4. Verschiedenes. Die Abrechnung vom Maskenball ergab folgendes Resultat: Einnahme 103 M. 70 Pf., Ausgaben 45 M. Ueberschnß 63 M. 70 Pf. Abrechnung vom 1. Quartal: Einnahme 255,90M„ Ausgabe 146 M. Ueberschuß 109 M. 90 Pf. Voriger Bestand 142 M. 52 Pf., Generalbestand am 12. April 1890 252 M. 42 Pf. Zum 8. Punkt wurde zur Wahl des gesammten Vorstandes geschritten. Gewählt wurden folgende Kollegen: P. Schröder, H. Friese, A. Beyer, A. Müller, Mertens, A. Berndt, Blume, Trinks. Hncht- Hansen. Zu Verschiedenem wurden für die Stteikenden Möbel- polirer 80 M. und für die streikenden Knopfinacher 25 M. bewilligt. Schluß der Versammlung 2 Uhr. Glne öifeirttiche Versammlung der«Vtaeee-«nd Karton-Vapier-Ardeitev und»Arbeiterinne« fand am 16. April in Miindt's Salon unter dem Vorsitz des Herrn Beier statt. Zur Diskussion nahm Herr Beier das Wort, um nachzn- weisen, wie die Miethen gestiegen, die Steuern sich mehr als ver» doppell haben und der Lohn unserer Branche seit 20 Jahren derselbe geblieben ist. Alsdann nahm der Stadtverordnete Herr ZubeU das Wort. Schon 1869 waren Männer, welches wirkliche Arbeiterfreunde waren, welche ausriefen:„Arbeiter Deutschlands organisirt Euch!" Diesem Ruf kamen ja auch verschiedene Hand- iverker, wie Buchdrucker, Tabakarbeiter ic. nach. Trotz aller Machinationen vom Jahre 1878(Ausnahmegesetz), worunter die Gewerkschaften schwer zu leiden hatten, trotz des Streikerlasses des ebemaligen Ministers v. Puttkamer, ist es nicht gelungen, den Geist der Arbeiterorganisatton zu unterdrücken. Durch die Ent- ivickelnng des Großkapitals durch die raffinirten Maschinen» Einrichtungen ist es nothwendig geworden, geschloffen vorzugehen. Nicht im geringsten habe der Erfinder der Dampfmaschine daran gedacht, daß die Maschine zum Fluch der Arbeiter werden solle, sondern um die Menschheit von der schweren Arbeit zu befreien. — Zu der Frage:„Wie stellen wir uns zum 1. Mai"? wuroe be- schlössen, den 1. Mai nach eigenem Crmessen zu feiern, daß am Abend eine Versammlung>i»d nach der Versammlung gern, Ith« liches Beisammensein stattfindet. Der Vorsitzende, Herr Beier, macht hierauf bekannt, daß am Tonnerstag, den 24. April im Köingstadt-Kasino, Holzmarktstraße, eine Generalversammlung stattfindet. Mit einem dreifachen Hoch aus den neuen Verein wurde die Versammlung geschlossen. Die Freie V«e-i»io»lng aller in der chirurgische» Krauche beschaftigtr» Kerufogenofie« hielt am Mittwoch, den 16. d. Mts., ihre Generalversammlung ab. Der Kassenbericht wurde von den Revisoren für richtig befunde». und wurde darauf das Resultat unserer Fragebogen verlesen. _ Für die neunstündige Arbeitszeit haben sämmtliche 216 abgegebene Stimmen gezeichnet. Der 2. Punkt betreffs der Lohnfrage fiel nicht ganz so glänzend aus. Jedoch auch hierin zeichnete d,e arope Majorität für Einführung derselben. Eine Resolutton. lautend;„Stelle den Antrag, auf Einführung der neunstündigen Lohnarbeit nebst Minimallohn von 21 M. stimmen zu wollen", wurde mit einfacher Majorität angenommen.— Es w>rd dieserhalb in laufender Woche eine große öffentliche Mit- gliederversammlung einberufen werden, welche das Letzte in dieser Sache beschließen wird, um es dann den Prinzipalen zu unter- breiten. Sehr erfreulich für den Verein war es, daß die Stahl- Jnfirumentenmacher, welche stark vertreten waren, beschlossen, in corpore unserem Vereine beizutreten. Aber auch Bettübendes war zu hören. Auch in unserer Branche macht sich die Aus- beutung des Lehrlingswesens so breit, daß eS ernste Befürchtnngen aussteigen läßt, Theater. Dienstag, den 22. April. Gpernstans. Don Juan. Kchauspiellsans. Die Anna-Lise. Lrsjiug- Tliratcr. Nabagas. Drutlche» Theater. Mein Leopold. berliner Theater. Die wilde Jagd. Frirdrich-Withelmstädt. Theater. Der arme Jonathan. WaUner-Theater. Nigobert. Das Armband. Uilltoria-Theater. Stanley inNsrika Gstend» Theater. Gilberte, oder Dämon Leidenschaft. Kestdeuz-Theater. Maryuise. KeUeaUiance» Theater. Der Nau- tilus. Central- Theater. Ein fideles Haus. Adolf Ernst- Theater. Der Gold- fuchs. Gebr. Nichter's Uariitö. Spezialitäten-Vorstellung. Kaufmanns Uarittt. Spezialitäten- Vorstellung. America»-Theater —-.. Ireodenerstraße 53. Täglich V orsteliung. Montag, den 28. April s Unwiderruflich letzte Vorstellung. Circus Wulff. f Friedrich Carl- Ufer. Ecke Karlstraße. Dienstag, den 22. April, Abends 7V2 Uhr. kr. uier-rdkntl. ÄrMug. Besonders hervorzuheben: Auf viel- seitiges Verlangen: Nochmaliges Vor- führen des infolge einer Wette in acht Tagen dressirten, dem Fouragehändler Herrn Habedanck geh. Pferdes„Sieg- sried," durch den Direktor Hrn. Wulff, und Austreten des vorzugl.' Jongleurs Mr. Palmer, und der Saltomortal- N eiterin Irl. Louise Renz. Die Schul- Pferde„Royal und Roland," geritten vom Direktor und Frau Anna Wulff. Gastspiel der Lustgymnastiker Mr. Nestor und Aerien.„Micado", das hier So beliebte Springpjerd, vorgeführt v. Direktor Ed. Wulff. Wallküremanöver, geritten von 16 Damen. 4 Percheron- Schimmelhengste mit der Original- Wagenpromenade, vorgeführt von Frau Anna Wulff ic. Mittwoch: Letzte Monstre-Parforce- Vorstellung mit SO der vorzüglichsten Repertoirnummern. Donnerstag: Letzte Komiker-Vor- stellung zum Benefiz sämmtl. Clown. Hochachtungsvoll Ed. Wulff, Direktor. Englischer Garten Direktion: C. Andres«, Alexanderstraße 27 c. Auftreten des Gesangshumoristen Herrn Jung. Auftreten der deutsch- schwedischen Chansonnette Fräulein T onny Peters. Auftreten der vorzüglich. Liedersängerin Frl. Margarethe Stcinow. Heu I! Auftreten des Instrumental- und Gesangs-Terzetts(3 Damen) Geschwister Sauiana. Auftreten der beliebten Duettisten Ge- schwister König. Anfang Wochentags 8 Uhr. Entree 30, 50 w. 75 Pf., im Vorverkauf 20 u. 30 Pf. Sonntags Anfang halb 6 Uhr. Sonntags Entree 50, reservirt 75 Pf., Orchester 1 Mark. Vorverkauf Entree 40 Pf._ I SJi. Unter den Kinde» 21. Im Hause der Wilhemshallen neben der Passage. Ben- Vorführung Täglich Ali- egyptischer u. indischer 7v, Uhr Abends. Bey Zauberkünste. Unserem Freunde und Genoffen Anton Schipke zu seinem heutigen Wiegenfeste ein dreifach donncritdes Hoch. Die Rothen. G. L. U. H. S. B. M. M. II. Schipke lebe und er strebe gegen Faulheit alle Zeit, so geht's ihm gut in Ewigkeit. 1194 Nachruf! Am 17. d. M. verschied nach kurzem Krankenlager, infolge Blutsturz, unser Vereinskollege der Zimmerpolier Herr Wilhelm Weinert im 44. Lebensjahre. 1184 Wir betrauern einen lieben, leider zu stich dahingeschiedenen Freund, doch wird uns sein freier und offener Charakter unvergeßlich sein. Berlin, den 21. April 1890. Der VorßllNll iMeeckgungs- Vereins Berliner Zimerer. Todesanzeige. Bmiäz.WchWd.Wmfsc» ött StcinWp nnd verwandton Berufsgeuossen. Hiermit zur Nachricht, daß das Mit- glied Karl Döring am 20. d. M. verstorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, '»use den 23. d.' M. vom Trauerhause Skalitzerstr. 27, Nachmittag 3 Uhr, nach dem neuen Thomas-Kirchhof statt. Um recht zahlreiche Betheiligung er- sticht 1177 Der Vorstand. 1195 Danksagung. Allen Freunden und Bekannten meines Sohnes Franz Scholz, so- Verei wie allen Vereinen und Genossen für die zahlreichen Beweise ihrer Theit .... f,...— r»— 1. tr i__.- ifc-_...___ r— � nähme bei der Beerdigung sage ich meinen tiefgefühltesten Die trauernde Mutter Ww. Scholz. Achtung! vrv f• r y Alle Diejenigen, welchenoch im Besitz von Sammellisten der Militärschneider sind, wer- den hiermit aufgefordert, diese so schnell wie möglich behufs Abrechnungan den Unterzeich- neten abzuliefern. Mit kollegialischem Gruß «. Roloff, 1191 Mittenwalderstr. 56, Hof 3 Tr. GWWuS E. Keiue. 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D.?.m Mi«woch, den 21. April, Abends 7' 2 Uhr, im Böhmischen Brauhause, Landsbergerstrasse 11—13. Tagesordnung: I.__ Sind Forderungen, die auf Verkürzung der 3. Verschiedenes.— Da sehr wichtige Angelegenheiten zur Sprache kommen, ist es Pflicht der Kollegen, alle zu erscheinen. Der Einberufer.[1077 Große öffentliche Versammlung Mmtlicher Arbeiter ber Llliiljzellfllbrik von Herrn 0. Falbe Donnerstag, den 24. April(nicht, wie irrthümlich in der Sonntags- nummer angekündigt, Montag, den 21. d.), Abends 71/2 Uhr, in den Industriehallen, Mariannenstr. 31/32. Tages-Ordnung: 1. Stellungnahme zum 1. Mai. Referent: Herr W. Werner. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 1095 Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Der Einberufer. heute, Dienstag, den SS. April, Abend« 8V2 Uhr, bei Barta, K ergstraffe 130. Tagesordnung: 1. Die angeblichen Tröstungen der Religion. Referent: Dr. Bruno Wille. 2. Diskussion. 1181 Herren und Damen sind hiermit eingeladen. Mitglieder werden in der Versammlung sowie beim Vorsitzenden aufgenommen. Oer Vorstand. Den Genossen empfehle meine preis- werthen 5- und 6-Pf.-Cigarren. Eigen Fabrikat. Petitionsliste liegt aus. 1189 H. Mehnert, Dicdenhosenerstraße Nr. 3 WM«. Durch den Gerichtsvollzieher ausge pfändet, empfehle allen Genoffen mein Stehbierlokal auch zu Versammlungen bis 600 Personen. 1209 Carl Pietzner, Inselstrasse 13. Allen Genossen empfehle mein Weih und Bairisch Vierlokal zum Arbeits Nachweis und Zahlstelle. 1199 A. Wagner, Neue Königstr. 89. Arbeitszeit und Lohnerhöhung abzielen, maßlose und unverschämte? Referent: 2. Diskussion. 3. Bericht der Kommission. Herr Albert Auerbach� Verschiedeues. S-'ÄTllPÄ'Ä'- Das Streifiburran befindet sich Andreasstraffe 36 bei Bolzmann. toje Dieustag, den 22. April, Abends 8'/. Uhr m Mimdt's Salon, Köpnickerstraße Nr. 106. verhängt: Carl Mariienzen(wegen 1. Geschäft: Webersir. 5, Friedrichstr. 97, L, ft Akexandersir. 7), f Neue Promenadn Gertraudtensir. f Belle-Alliancestti Dresdenerstt. 93, Poststr. 16„ Neue Königstr. W? Andreasslr. 75,' .. MW Schmeisser(wegen MaßregeluOu�a iji 1. Geschäft: Chauffeestt. 25."""" 4 2.„ Chauffeestt. 76,' 3.„ Friedrichstt. IM, Naucke, vormals Schubert*.J (wegen Maßregelung), kirchstraße 6. 1. Geschäft: Dresdenerstt. 2.„ Charlottenburg. Keilpflng, Elsasserstraße 8, Lade» Hübsch, Linieustraße 8, Laden, i Ratke, Alt-Moabit Nr. 130. 1 Die Ueberwachungs-KommifP 1206 dar Tabakarbeiter Beritt* land. �ur Deckung der ttnlosten sinoer< Um zahlreiches Erscheinen ersucht Große öffentliche Versammlung der freien Gemeinde zu Rixdonf Koncknirte Mitglieiler-VerskMlvW ki Vereinigung der Drechsler Deutschlands (Ortsverwaltungen Berlin I bis 6) am Mittwoch, den 33. d. M., Abend» 8V2 Uhr, in Scheffer's Salon, Infelstr. 10. Tagesordnung: 1. Unser Arbeitsnachweis. 2. Wie stellen wir uns zur Sammlung des Stteikfonds? 3. Berathung über die vorzunehmende Statistik. 4. Verschie» denes und Fragelaften. Pünktliches Erscheinen erbeten. 1188 Grosse öffentliche Versammlung sanlUltlicher in ki lhirurMell Vraulhe beMikten Arbeiter am Donnerstag, den 24. April, Abends ÜVs Uhr, bei Seefeldt, Grenadierstrasse 33. Tagesordnung: 1. Beschlußfassung über unsere gestellten Forden Verkürzung der Arbeitszeit und Einführung der Lohnarbeit. 2. Wah Kommission. 3. Wie stellen sich die Kollegen zum I. Mai? 4. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, zu erscheinen. Sämmtliche Meister sind freund- liehst eingeladen._[1210]_"--- Der Einberufer. Theile hierdurch allen Gewerkschaften mit, daß alle Gesuche um Streikunterstützung zu richten sind an Aiberf Hempel, SteillNltj, _ Müllerstraße 3, 3 Tr.__ 1180 ! Malerl Die Kollegen in Altona liegen im Lohnkampfe. Die Forderungen derselben sind: 60 Pf. Stundenlohn bei neunstündiger Arbeitszeit. Kollegen, haltet den Zu- zug fern und hört nicht auf die Annonzen und Agenten der Meister. Im Auftrage der Altonaer�Kollegen: Schweitzer. 1214 Ächtung! Maler! Ächtung! Der Zuzug ist nach wie vor nach ®ajr Hamburg fernzuhalten. Bereits reisen die Meister im Lande umher, um durch Annonzen oder selbst persönlich Kollegen zu engagiren. Kollegen! Hört nicht auf diesen Schwindel. XB.: Ter Herr, der für's„Berliner Volksblatt" immer die Hamburger Notizen schreibt, thäte sehr gut, sich entweder besser über Stteikverhältnisse— informiren oder sich nicht in Dinge zu mischen, die derselbe absolut nicht- Gärtner dur zu ver ,'-—//•'•~**' o v 7) w nn) v*yv»», v i v wvs|savs vivjvaMa tu steht. Denn erfftens können die Hamburger Kollegen nicht warten, bis die ' x"'ch.. sind, weil, wie alle Welt weiß, hier in Hamburg zwischen g)�i ir tfnrv Vtto � C«> CTT1 1 f r � I � �— W« �____ f_ c\r t. diesem.. hier nicht nöthig sind. Da nun durch diese Notiz mehrere Kollegen von Berlin verleitet sind (dieselben beriefen sich emsach auf die Volksblattnotiz), nach Hamburg ju reisen, so erinnere ich nochmals, die Kollegen möchten sich nur nach dem. was im �Vereinsanzeiger" publizirt wird, richten. - mmm 3- A. der Hamburger Kollegen: W. Schwei« 121b__ Dennewitzsttaße 26. z e r Achtung! /|| Tabakarbeifer| Ueber folgende Fabriken ist di: �_ 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10, 11. 12. 13. 14. 15. Grosse öffentl. Versain«�1' der Bäcker Berl am Dienstag, den 22. April, 3 Uhr, in der Aktienbrauerei FW Hain, vormals Lips., Tages-OrdnuNh 1. Die kapitalistische Sßtobtt» weise. 2. Diskussion. 8. halten sich die Bäcker Verl, 1. Mai 1890? Der Einberufer: Julius Schlüter, Höchstes! Alhtullg! Stockarbeittl Der Zuzug ist fern zu halte» folgenden Werkstätten: Eckersdorf, Kommandav Friese, Mehnerstt. 4. Gleichzeitig machen wir da —_ l- k._'._ r.y.— jeder Stockarbeiter tw Arbeit an das Stteikbureau, R Gründel, Dresdenerstraße wenden Hat. Die Kommission� der Berliner Stocka« iimltii-lktttjWW i>tt ElhsciStt.! UsMMlUll!. heute. Abends 8V« Uhr, b-» '____ fX.#< Ti Aua■ müller, Alte Jakobstr. 48» Tages-Ordnung. mt... a brechnung vom 4. 2. Ersatzwahl der Lokalvtt� 1. Ab und Verschiedenes. Quittungsbuch legitimirt. ■Di�LokalwerwnJJx' 1185 Driskrallkellkaise kr ftljjj ÄnsaArnrdontl. GeutralvefSSttj Apnl! 1t, ß* der Ansserordentl. Generalver»--� Vertreter der ArbeitD#IP Arbeitnehmer� am Sonntag, den 27. Vormittags bei Mündt, sttaße 100.. Tages-Ordnung, 1. Besprechung über die« � des Mitgliedes Henschel.& eines Borstandsmitgliedes. nehmet und Arbeitgeber. schieden es. Der V«, Empfehle mein Geschäft Blumen und Kränzen. Robert Nr. 2 Mariannenstraße Die unterzeichneten AN« des Vereins der Rixdott� leute der Kolonialwaciren� haben beschlossen,, vom 1. Mai 1890 ab«W und Festtagen von Idt&a kum, ihre Einkäufe an M dem 3 lax Rixdorf, 15. Gustav Leyke. Emil Wagner. Reinh. Wolff. Gustav Wernitz. A Franz Gnidowsky. feld. Otto Ulrich. L Carl Vögeike. Rudolf H. Beling. Johanns ff Emil Hänke. RudiK�A Paul Priebe. W-, ßW E. Haecker. Carl � Franz Arndt. A.�- Gustav Sck)laeger.% A Wwe. Nordmann, o'- 1178 31. Schull- Verantwortlicher Redakteur:(Gurt Kaake in Berlin. Druck und Verlag von Mar j)adina in Berlin SW„ Beuchstraße 2. Hier:« fW*' ■fr. 97, U. OD cftr.®.:*'♦ jWnafL teufe- Dienstag, de» SS. April 1890. 7. Jahrg. Loknles. ir.-v. i tr. I®' ZK -str. 7� ilburg.: . Lade». aben.'| LerM jain"'" erlW ZO Ups. i u n Pro» 0� chst-st-! teustr. L ancestr.� rftr. 9& ligftr. Ist Aie Zakalkommisston veröffentlicht nachstehend die Liste r. 75, I■wtnge, die ihre Lokale zu Versammlungen unentgeltlich her- it. 6. P» und bemerkt hierzu, daß dieselbe wöchentlich einmal mit r. 83, E1/-®ba,nbSu"0e" �gedruckt wird, ferner, daß Veröffent- x. 59, f""06" Bezug auf die Lokalfrage nur von den Herren Wil- WWW«»«« Adlerbrauerei, Badstraße. Aktienbrauerei Moabit. C. Bachmann, Dresdcnerstr. 45. Bcrgschloßbrauerei, Nixdorf. Beyer, Neue Grünstr. 14. ssssfWas*'!B"ä- Bötzow's Brauerei. Volzmann, Andreasstr. 20. Bobcrt, Weinstr. 11. Brauerei Tivoli, Kreuzberg. Vraucrei Königstadt. Brauerei Fricdrichshain(Lips). Brauerei Friedrichshöhe(Patzenhofer). Brauerei Piefferberg. Buggenhagcn, Montzplah. Burgerfäle, Dresdenerstr. 90. Konzertpark, Ostend. Frankfurter Allee. Delgmllller's Salon. Alte Jakobstr. 48a. Deutsches Volkstheater. Schönhauser Allee. Eiskeller-Etablissement, Chausseestraße. Elynum. Landsberger Allee. Faustmann. Jnvalidenstr. 144. Fenske, Landsbergerstr. 37. Feaerstein's Salon. Alte Jakobstr. 75. GratwelLs Bierhallen. Kommandantenstr. 79. Enadt, Brunnenstr. 38. Gründol, Dresdenerstr. 116. © rundet's Salon. Schwerinstr. 13. fxxbel 3 Brauerei, Bergmannstr. 5—7. e'se. Lichtenbergerstr. 21. Mennig, Hoch str. 82a. ndustrie-Hallen, Mariannenstr. 31-32. ioei(früher Keller), Andreasstr. 21. .ordan's Salon. Neue Grünstr. 28. !aufmaiin's Variete, Königskolonaden. Keller, Bergstr. 03. Königshof, Bülowstraße. Königstadt-Kasino. Holzmarktstr. 72. Klein's Festsäle. Oranienstr. 180. Kliein, Hasenhaide. Königsbank. Gr. Frankfurterstr. 117. Krieger's Salon. Wafferthorstr. 68. orUfe9'S Gesellschaftshaus. Köslinerstr. 17. A Mdwes' Gesellschaftshaus. Fichtestr. 29. Neustadtischer Äolksgarten, Proskauerstraße. Norddeutsche Brauerei, Chausseestr. 53. Orschel, Sebastianstr. 89. Neichert, Mülterstr. 7. W. Nehlitz, Bergstr. 12. Renz' Salon, Naunynstr. 27. Nennefahrt's Salon, Dennewitzstr. 13. Neyer, Alte Jakobstr. 83. Roll, Adalbcrtstr. 21. Sachow, Miillerstr. 136. Saeger, Grüner Weg 29. Sahin's Klubhaus. Annenstr. 10. Sanssouci, Kottbuserstr. 4 a. Schefser's Salon. Jnselstr. 10. Cchloßbrauerei Schönederg. Schneider, Belforterstr. 15. Schröder, Müllerstr. 178(Weddingpark). Schwarzmüller, Kolbergerstr. 23. Silber's Salon, Schwedterstr. 24. Specht(Brauerei-Ausschank), Neue Jakobstr. 26. Sud-Ost. Waldemarstr. 75. Trillhose, Nosenthalerstr. 11, Unionsbraucrei, Hasenhaide. Vereiiisbrauerei,(Nixdorf). Vlktoriabrauerei. Lützowstraße. Viktoria-Salon, Perlebergerstr. Volksbrauerei(Moabit). Wedding-Kasino. Schnlstr. 29. Welch Alexanderstr. 31. ®cl"U}"n'ä Volksgarten, Gesundbrunnen. Wollschlager. Blumenstr. 78. Wahlhaupt. Manteuffelstr. 9. •d erntet, Münzstr. 11. stch verthenert, kommt man bei der �."er Omnibus-Gesellschaft dem Publikum in anerkennens- UvÄ Weise entgegen, indem man die Preise für die Fahr- ermäßigt hat. Es ist dies aber im Interesse �».Fellschast selbst, da. je billiger die Fahrt, desto mehr Fahr- gaste sich einstellen werden. Als das ivünschenswertheste Ziel »Bolks-Zeitung- ein einziger Satz(10 Pf.) M- gestellt, der für alle Strecken, ob groß oder klein, gelten soll. So- l1' nnrti indessen, so schreibt ein hiesiges Börsenblatt, die Gesellschaft unseres Erachtens nicht gehen, denn es könnte dann, um nur das ungünstigste Beispiel herauszugreifen, der Wagen auf einer Tour von Anfang bis zu Ende von denselben Fahrgästen in Anspruch genommen und anderen Fahrlustigen die Benutzung des Wagens auf kurze Strecken unmöglich gemacht werden,— mit einem Wort: Der Berdienst für die Gesellschaft wurde in solchen und ähnlichen Fällen doch allzu sehr zusammen- schrumpfen.— Nach den neueren Bestimmungen kostet, um ein Beispiel anzuführen, eine Fahrt von der Potsdamerbrücke nach den. Andreasplatz im Wagen nur noch 15 Pf. Es ist dies eine Wegstrecke von 5120 Metern, so daß sich danach der Preis peo Kilometer auf 2,93 Pf., pro Meile auf 21,97 Pf. pellt. Die größte Strecke, welche man auf der Pferdebahn für � Pf. fahren kann, ist von der Schönhauser Allee(Ecke der Pappel-Allee) bis zuin Spittelmarlt; diese Strecke ist 4300 Meter lan0 und entspricht somit einem Preis von 3,49 Pf. pro Kilo- meter. Für diejenigen Personen, welche auf dem Verdeck fahren ist der Preis bei den Omnibussen natürlich noch bedeutend billiger.— Soweit das Börsenblatt, dessen Lobgesang auf die Omnibusl Gesellschaft wir deswegen so ausführlich wiedergegeben haben. dam,t die Kehrseite der Medaille sich oesto besser von dieser glanzenden Bildfläche abhebt. Gleiten wir nur einen Punkt 13. heraus, wie die genannte Gesellschaft„spart" und schildern wir einmal nach Mittheiluuge». die uns zugegangen sind, die Stel- lungen der Schaffner bei dieser Gesellschaft. Diese Leute haben täg- lich 17 bis 18 Stunden Dienst und außerdem noch Dieiistleistungen zu verrichten, die beispielsweise in den Berliner Pfcrdebahudepots. die noch bis vor kurzem wegen der Beschäftigung ihrer Schaffner übel beleumdet waren, nie gefordert worden sind. Tic Schaffner der Omnibus- Gesellschaft müssen früh 6 Uhr aus ihre», Depotplatz„zuin Apell" versammelt sei«. Es geht ja heute Alles„militärisch" zu, weil das jetzt die beste Art ist. um die Sucht nach Verdienst und Dividende in ein äußerlich anständiges Mäntelchen zu kleiden. Wer bei dem Apell um eine Minute zu spät kommt, erhält in der Liste einen schwarzen Strich, ivegen zu langen Schlafens! Man bedenke nach 16 bis 18 stündigem Dienst! Mehrere solcher Striche können zur Entlassung führen, jedenfalls tragen sie bei Erwägung über eine Entlassung mit zu derselben bei. Auf diesem„Apell" wird auch bekannt gemacht, wer an dem Tage„frei" hat. Die vom Dienst Befreiten gehen dann wieder nach Hause. Diese Einrichtung ist ganz unglaublich! Lediglich, weil es der Verwalttmg nicht paßt, ain Abend vorher den Leuten anzukündigen, wer au, nächsten Tage dienstfrei ist, müssen diese Leute nach kurzer Schlafzeit antreten uin dann wieder nach Hause zu gehen. Aus diese Art wird ihnen der Genuß und die Ausnutzung eines dienstfreien Tages geschmälert. Die Dienst habenden Schaffner gehen nun an die Arbeit; sie haben im Depot die Wagen zu waschen und die Lampen und Messingtheile derselben zu putzen. Da dies Geschäst in kurzer Zeit beendet sein muß, so arbeiten sich die Leute dabei warm und stehen dann hinten aus dem Trittbrett in Wind und Wetter, wenn der Wagen aus dem Depot abfährt. Eine eigentliche Essenzeit existirt für die Beamten nicht; sie sind ge- nöthigt, ihr Mittagbrot in 5 bis 6 Minuten hinterzuschlingen. Der Andrang des Publikums ist aber in der Mittngstunde ge- ivöhnlich stark und dann tritt durch daS häufige Anhalten der Wagen leicht eine Verspätung ein und die Essenspause wird da- durch noch mehr verkürzt. Ten Schaffner bleibt thatsächlich kaum eine fünfstündige tägliche Schlafzeit übrig; wehe aber, wenn sie im Dienst einmal einen Moment vom Schlaf übermannt werden; Vestrafnug und in zahlreichen Fällen Entlassung ist die Folge. Jeder dieser Beamten hat eine Kaution von 75 M. bei der Gesell- schafl zu hinterlegen. Nicht wenige dieser Beamten verfügen über ein solches Kapital aber gar nicht, sondern haben dasselbe von Bekannten oder Angehörigen entliehen. Die Gesellschaft vergütet Zinsen dafür i» keiner Weise. Es wäre doch interessent zu erfahren, ob diese Kautionen etwa baar in den Geldschränken der Gesellschaft und unberührt aufbewahrt iverden. Jedenfalls würde» die Schaffner nichts dagegen haben, wenn diese Kautionen in sicherer Weise angelegt und von den Zinsen einige Beamte zum Waschen der Wagen angestellt würden, damit dieser lästige Dienst den Schaff- nern genommen würde. Das Gehalt der Schaffner beträgt 2 M. 50 Pf. bis 2 M. 80 Pf. pro Tag. das der Kutscher 3 M., ist also geringer als die Besoldung eines Tagelöhners, denn ein solcher ist selbst zum Schneeschippen für 15 Pf. pro Stunde nicht zu Wommen, ebenso wenig zu einer anderen Arbeit. Und doch ist der Andrang zu diesen Stellen der Omnibus-Gesellschaft so stark, daß diese nur zuzugreifen braucht, um neue Kräfte in be- liebiger Zahl zu erhalten. So sieht diese flotte Verkehrseinrich- tung von der Rückseite aus. Die Beamten erhalten eine Löh- nung, wie sie vor 20 Jahren üblich war, während heute Alles sich vertheuert! Die«encrdingo angeordnete strenge Dnrchfnhrnng der Sonntageheiliguug hat keine Klasse der Bevölkerung so hart betroffen, wie die Zeitungsverkäufer. Von jedem anderen Dinge als der Zeitung könnte man sich Tags zuvor mehr oder minder klar machen, daß man es brauchen würde und sich allenfalls darauf einrichten, die Zeitung aber, die erst am Morgen des Tages erscheint, gehört zu ihnen nicht. Sie will, wie die Back- waare, frisch genossen sein. Unsere wandelnden Zeitungs- Verkäufer sind dadurch sehr hart betroffen worden, ihr Erwerb ist schwer geschädigt. Und das trifft sie am so schwerer, als sie ohnehin schlecht gebettet sind. Der Straßen-Zeitungs- verkauf in Berlin steckt noch so sehr in den Kinderschuhen, daß er sich neben anderen Städten gar nicht sehen lassen kann. Die meisten Händler sind gezwungen, den schweren Kasten uin den Hals gehängt, in Wind und Wetter unter freiem Himmel zuzubringen, das Absetzen des Kastens auf die Erde bringt sie in die Gefahr von Strafen oder gar Konzessionsent- ziehung. Die Trinkhallen sind die einzigen Orte, in denen die Zeitungen geschützt verkauft werden, so dankenswerth diese Ver- mehrung der Kaufgelegenheiten ist, so wenig reicht sie für das Bedürfniß aus. Das Privilegium des Ausrusens der Neuig- leiten scheinen nur die Schwindler zu haben, die erlogene Stach- richten als„Allerneuestes" in's Publikum zu bringen hoffen. Wie so ganz anders gestaltet sich der Zeitungsverkanf in anderen Großstädten. In Paris und Rom, wie die„Nat. Ztg." schreibt, giebt es neben den zahlreichen Zeitungskiosken ganze Regimenter von fliegenden Verkäufern, die die Blätter noch frisch von der Druckerpresse unter Gebrüll, oft unter Angabe eines Schlagwortes ausrufen und reißend los werden. Dabei kennt man in diesen Städten das Abonnement ebenso gut wie bei uns. Nicht die Leselust allein ist größer, auch die Lese- Gelegenheit und die Möglichkeit, seinen Wunsch zu erfüllen. In Brüssel findet man neben den Kiosks und den Zeitungsjungen, die auf den Boulevards zur Unterscheidung von ihren Pariser Kollegen unaufhörtich pfeifen, auch die gefetzten Verkäufer, die von Wirthshaus zu Wirthshaus gehen und fast an jedem Tische Absatz finden. In London, in dem regen Schiffsverkehr, hat sich jeder tüchtige Zeitungsjunge mit kleinen Steinen ausgerüstet. Selbst wenn die Schiffsbrücke eingezogen, bedient er den Passagier noch, indem er gegen das ihm hinabgewor ene Geldstück die mit einem Stein- che» beschwerte Zeitung in großem Bogen an Bord befördert. In Stew-Nork werden die Jungen auf Erpreßwagen von den Druckereien durch die Stadt gefahren, vortreffliche Traber befördern sie im Nu vorwärts und an jeder Straßenecke springen einige ab, um mit lautem Geschrei ihre Waare los zu werden. Von Zeitungswegen wird ihnen das Stichwort des Tages offiziell angezeigt. Wo sie hin- kommen, haben fie freie Bahn. Sie springen hinten auf der Pferdebahn auf, durchlaufen die Wagen, springen vorn wieder ab: sie benutzen die Hochbahn, nirgends wird ihnen Fahrgeld berechnet, ebenso wenig wie man in Paris Anstoß daran nimmt, daß die Zeitungen sogar in den Theatern in den Zwischenakten angepriesen und verkauft werden. In allen diesen Ländern be- trachtet man eben die Zeitung als zu den unentbehrlichen Lebens- bedürfnissen gehörig. Ja, Behörden und Private wetteisern darin, den Organen der öffentlichen Meinung die Wege zu ebnen. Mit welchem Neide müssen unsere Zeitungsverkäufer auf ihre Kollegen in London, Paris, Rom, Brüssel, New-Iork blicken und es wird ihnen nur ein schlechter Trost sein, daß sie immer noch besser daran sind, als ihre Genossen ,n Petersburg und Moskau, denen die Zeitungen oft genug unter den Händen forttonfiszirt werden. Die»irrte Dolizeihauptmaunschaft hat folgendes Schreiben an die Leiter der Berliner Schulen gerichtet:„Es ist die Wahrnehmung gemacht worden, daß bei Eintritt der wärmeren Jahreszeit seitens der Kinder Zäune, Häuser und Trottoirplatten mit Kreide beschmiert werden, und daß stch unter diesen Bildern und Schriften verschiedene ganz schmutzigen Inhalts befinden, sodaß dadurch schon vielfach öffentliches Aergerniß erregt worden ist. Die Beamten allein sind nicht in der Lage, dieser Unsitte energisch genug entgegen zu treten, wenn sie nicht von den Ellern und Herren Lehrern unterstützt iverden. Ew. Hochwohl- geboren bitte ich daher ergebenst, in den Ihnen unterstellten Schulen gefälligst den Kindern die oben geschilderte Unsitte unter- sagen zu wollen. Gleichzeitig nehme ich Veranlassung, da in letzterer Zeit das sogenannte Kriegsspiel wieder vielfach von den Kindern gespielt und dadurch das Publikum gefährdet wird, die Bitte auszusprechen, auch dieses Spiel den Kindern ernstlich zu untersagen. zrolurudec geht uns?nv Ueröffentlichnug fu! Achtung! Parteigenossen! Die Unterzeichneten beabsichtige», einen Weg- weiser für die Parteigenossen von Berlin und Umgegend heraus- zugeben, welcher unter den Arbeitern gratis vertheilt werden soll. Zur Deckung der entstehenden Kosten richten wir einen Jnseraten-Zlnhang ein, in welchem Parteigenossen für Berlin und Umgegend Geschäfts-Empsehlungen zum Preise von 10 M. für die halbe Seite aufgeben können. Wir ersuchen hiermit, die In- serate bis spätestens am Freitag, den 25. April ct., an die Unterzeichneten einzusenden. Der Betrag wird nach Herausgabe des Buches von einem der Unterzeichnelen gegen Quittung eingezogen iverden. Andere sind dazu nicht berechtigt. Gleichzeitig fordern wir alle Vorstände der Fach- und Ge- werkschasts-, sowie Wahlvereine und Zentral-Krankeukassen auf, die Adressen der Zahlstellen, Arbeitsnachweise, Filialen und die Adressen der Vorsitzenden unverzüglich bei uns einsenden zu wollen. Am Freitag, den 25. d. M., wird die Annahme geschlossen. Die Auflage ist auf 200 000 in Aussicht genommen. In der Hoffnung auf die Unterstützung aller Betheiligten zeichnen W. Werner, Buchdrucker, Sebastianstr. 72. Otto Heindorff, Langestr. 70. August Jnsinaer, Rüdersdorferstr. 45. Einen»»veiffr»» Raven wird im neuesten Gemeiudeblatt ein Denkmal geseht. Der Magistrat macht darin bekannt, daß ein hiesiger Bürger, welcher sich bei der Einschätzung zur Ge- meinde-Einkoinmensteuer zu günstig behandelt glaubt, der städtischen Steuerkasse„zu aniiäherndein Ausgleich" den Betrag von 360 M. eingesandt hat! Werder, unsere„Ebstkammer" ist seit Freitag der Rendezvousplatz von Schaaren Baumblüthe-Besuchern aus Pots- dam, Brandenburg, Magdeburg und Berlin. Mit anerkennens- werther Pünktlichkeit hat die Eisenbahn' diesmal die Extrazüge nach Werder zur Bamnblüthe eingelegt und auch lange genug— bis zum 26. April— werden dieselben verkehren. Die Berliner Anschlagsäiileii, sowie sämmtliche Stationen im Bezirk des zu- ständigen Betriebsamtes zeigten uin Freitag die Bekanntmachung. Und diese erfreute sich weitester Beachtung... Die Erkrankung einer Lehrerin erregte vor einiger Zeit'Aussehen, da als Ursache des Leidens nichts Anderes zu er- mittel» gewesen war, als eine äußerlich ganz geringfügig er- scheinende Verletzung, welche sich die Dame mittelst einer Steck- nadel zugezogen hatte, die sie in den Kleidern trug. Die ansangs kau»» beinerkliche Verletzung nahm bald ein so bedenkliches Aus- sehen an und beeinflußte das'Allgemeinbefinden der Patienttn so nachtheilig, daß diese sich zur Kur und Pflege in ein hiesiges Krankenhaus begeben mußte. Hier war der behandelnde Arzt nicht wenig erstaunt, bei der Kranken alle Symptome einer Ehlorid-Vergistung zu finden. Lange bemühte man sich vergeblich. ausziiniittel», wie eine solche Vergiftung stattfinden konnte. End- lich stellte sich heraus, daß die Wäscherin, welche die Wäsche der Lehrerin besorgte, hierbei Chlor anzuwenden pflegte. Die geringfügige Verletzung der Haut am Körper durch den Riß einer Stecknadel und die Berührung der verletzten Stelle niit der in Chlor behandelten Leib- iväsche hatte jene Vergistungserscheinungen zur Folge gehabt. Wie heftig diese austraten, geht oaraus hervor, daß die Erkrankte ein dreiwöchiges Krankenlager zu überstehen hatte, bevor sie als Genesende aus der Anstalt entlassen werden konnte. Von Wäsche» rinnen, welche geschäftsmäßig größere Quantitäten von Wäsche zu behandeln haben und auch von vielen Hausfrauen werden mancherle» Geheimnuttel bei der Wäsche angewendet, denen ganz besondere günstige Wirkungen zugeschrieben werden. Zu diesen Geheinimitteln gehört auch das Chlor, das der Wüsche eine be- sonderS blendende Weiße giebt. Dabei wird aber gewöhnlich der Nachtheit außer Acht gelassen, den dieser Stoff dadurch verur- sacht, daß er das Gewebe zermürbt, so daß neue Wäche schon nach einigen Wäschen bei starker Behandlung mit Chlor wie Zunder zerreißt. Die Hausfrauen haben also gewichttge Gründe, dieses gefährliche Hilfsmittel vei der Wäsche zu vermeiden. Eegrn dao Raslclu der Gife»vaiin»ii|je vei Ktraflen- üvervriickuugen. Offiziös wird der„Nordd. Allg. Ztg." ge- schrieben:„Um de» erzorderlichen Höhenunterschied zwischen Eisen- bahn und Straße und damit die Höhe der aufzuweudenden Kosten nach Möglichkeit einzuschränken, hat man bei den Straßenüber- brückunge» vielfach die Schienen unmittelbar auf die tragenden Theile der Brücke legen müssen. Dies hat zur Folge, daß, sobald ein Eisenbahnzug über die Brücke fährt, dieselbe in allen ihren Theilen yestig erschüttert wird. Dadurch entsteht ein starkes Raffeln, welche» sich nicht nur unangenehm bemerkbar macht, sondern auch die in der Nähe befindlichen Pferde beunruhigt, und deshalb für Fuhrwerke und Reiter nicht ganz ohne Gefahr ist, wenn die nöthige Ausmerlsamkeit außer Acht gelassen wird. Bei den in neuerer Zeit ausgeführten derartigen Bauten hat nian diesen Uebel- stand im Wesentlichen beseitigt, indem man den Höhenunterschied zwischen Eisenbahn und Straße trotz der damit verknüpften Mehr- losten, wenn irgend angängig, so groß macht, daß zwischen den Schieneiiunterlagen und der Brückentafel ein das Geräusch der Eisenbahnzüge dauenid dämpfendes Material, nämlich eine Kies- schicht eingebracht werden kann. Die eisernen Straßenüber- brückunge» der Berliner Stadtbahn sind hierfür ein mustergiltiges Beispiel. Im Hinblick auf die günstigen Erfahrungen, welche bei diesen Ausführungen gemacht sind, liegt es, wie wir erfahren, in der Absicht, bei den meist aus der früheren Zeit stammenden Straßcnüberbrückungcn, bei welchen im Hinblick auf ihre Lage das Rasseln während der Uebersahrt der Eisenbahnzüge sich un- angenehm bemerkbar gemacht hat, auf eine entsprechende Aenderung Bedacht zu nehmen und bei geeigneter Gelegenheit, soweit es ohne Störung des Betriebes und ohne Auswendung un- verhältnißmäßig hoher Kosten möglich erscheint, zur Ausführung zu bringen." Der Vertrag über die Errichtung, Unterhaltung«n> Ke»»«h«ng der öffentliche» Anschlagfänlr»»,»velchen die wtadtgemeinde mit den Buchdruckereibesitzern Nauck u. Hartmann vor zehn Jahren abgeschlossen hatte, geht mit dem 1. Juli d. I. % und soll nun von Neuem auf fernere zehn Jahre zum Abschluß gelangen. Die demselben zu Grunde gelegten Bedin- aungen haben sich bewährt, so daß, abgesehen von denjenigen Acnderungen ihrer Fassung, welche sich aus dein Umstände er- geben, daß die bisher errichteten Anschlagsäulen nunmehr in das Cigenthuin der Stadtgemeinde übergehen und fortan nur zur Benutzung zu überlassen sind, nur eine Besttmmung neu aus- zunehmen sein wird. Das Anwachsen der Bevölkerung und die Ausdehnung des bebauten Stadtgebietes lassen das Bedürfnis; der Errichtung neuer Anschlagsäulen auch im Laufe der Ver- tragsdauer hervortreten, es soll deswegen dem Unternehmer die Verpflichtung auferlegt werden, auf Erfordern des Magistrats auch während der Dauer des Vertrages über die zunächst in Aussicht genommene Anzahl von 116 neuen Säulen hinaus solche zu er- richten, soweit nach dem Ermessen des Magistrats das Bedürfniß dazu hervortreten sollte. Dem entsprechend sind an Stelle des früheren§ 1 der Bedingungen zwei andere dahinzielende Para- graphen gesetzt worden. Im§ 4 der Bedingungen ist festgesetzt, baß den am Kopfe der Säule befindlichen allgemeinen Nachweisungen für die Einwohnerschafl hinzutreten die Angaben der Post-, Telegraphie- und ähnlichen Anstalten und der Hin- weis auf die Gestellung von Wagen bei ansteckenden Krankheiten. Fortgelassen ist dort dagegen die Angabe der Feuermeldestelle mit Rücksicht auf die besonderen in den Straßen zur Errichtung ge- langenden Feuennelder. Die Kosten zur Errichtung emer An- schlagssäule, wie die vorhandenen, betragen durchschnitt- lich 3U0 Mark. Die bisherige Pacht für die vorhandenen 400 Säulen beträgt 50 000 Mark. Es wird nun ange- nommen, daß im Laufe der neuen Vertragsdauer die Anzahl der Säulen auf etwa 450 bis 600 sich erhohen wird. In Erwägung dieser Umstände glaubt der Magistrat, daß bei einer Verdoppe- lung der bisherigen Pachtsumme die Interessen der Stadt- gemeinde auch in sinanzieller Beziehung so ausreichend gewahrt sein würden, daß von einer Versteigerung abgesehen werden könnte, sofern die bisherigen Pächter sich zu deren Zahlung ver- pflichten, zumal Klagen gegen dieselben auch aus den Kreisen des Publikums seit Jahren nicht bekannt geworden sind. Ter Magistrat hat daher beschlossen, bei der Stadtverordneten- Versammlung zu beantragen, dieselbe möge sich damit ein- verstanden erklären, daß nach den oben gemachten Ausführungen und unter den bekannten, der Versammlung nochmals mit- zutheilenden Bedingungen ein Vertrag mit den bisherigen Pächtern des Anschlagwesens aus die Zeit vom 1. Juli 1890 bis 1. Juli 1900 abgeschlossen werde, sofern dieselben sich zur Zahlung einer Jahrespacht von 100 000 Mark verpflichten. KeimKegelspirl wachnstunig geworden! Einen traurigen jenem Morgen den Beschluß gefaßt, ihn zu berauben und zu Abschluß fand am Sonnabend die Geburtsfeier des bekannten Be- sitzers eines Vergnügungslokals im Norden der Stadt, welcher an- läßlich seines Wiegenfestes eine Anzahl Freunde und Stammgäste zu sich geladen hatte. Unter diesen befand sich auch der 32jährige Kaufmann Max Rohde, der Besitzer eines Posamentiergeschäftes im Potsdamer Viertel, welcher mit den anderen Gästen gegen Abend Kegel schob. Plötzlich tönte von der Bahn her ein furcht- bares Geschrei, die 4 Mitspieler des R. stürmten nach dem Lokal hinein mit dem Schreckensrufe, daß R. wahnsinnig geworden. Und in der That hatte der bedauernswerthe Mann plötzlich einen Anfall von Geistesaestörtheit erlitten und in derselben die Kegel- kugeln, anstatt nach den Kegeln, nach den Köpsen seiner Mit- spreler gerichtet, ohne glücklicherweise Jemanden zu treffen. Der Bedauernswerthe, der nach dem Anfall erschöpft zusammensank, wurde nach seiner Wohnung gebracht und sieht seiner Ueber- führung nach dem Jrrenhause, in welchem er vor Jahren bereits längere Zeit geweilt, entgegen. Degnadigt. Der Mörder Cartsburg ist begnadigt worden. Cartsburg ist wegen des Mordes an seiner Tante vom hiesigen Schwurgericht zum Tode verurtheilt worden. Die Mutter des Berurtheilten hatte nun ein Gnadengesuch eingereicht und diesem hat der Kaiser Folge gegeben. Die Todesstrafe ist in lebens- längliche ZuchthallSstrase umgewandelt und Cartsburg bereits in das Zuchthaus zu Halle überfuhrt worden. Der gestern zum Tode uerurtheilte DieustKnecht Finnisch hat das gegen ihn ergangene Erkenntniß mit demselben Gleichmuth aufgenommen, mit welchem er der ganzen Verhandlung gefolgt war. Er machte vollständig den Eindruck eines Menschen, der über das, waS ihm bevorsteht, keinen Augenblick im Zweifel war und er wird sich wohl am meisten gewundert haben, als der ihm beigegebene Ofstzialvertheidiger in erster Reihe seine Frei- sprechung beantragte, weil er ihn trotz der gegentheiligen Meinung des Kreisphysikus Prof. Falk nicht für ganz zurechnungsfähig hielt. Die Geschworenen brauchten kaum 10 Minuten der Be- rathung, um darüber einig zu werden, daß der zivar nicht mit her- vorragendem Intellekt ausgestattete Angeklagte die That wohl überlegt und bei klarem Verstände ausgeführt hatte. Kunisch ist auch durch das Urtheil ganz und gar nicht überrascht worden. Zum letzten Wort verstattet, äußerte er nur noch im Tone der harmlosesten Gemüthlichkeit:„Ich wollte die Herren gebeten haben, daß mir, so lange ich überhaupt noch da bin, die Ketten abge- genommen werden!" Kunisch ist in seiner Zelle gesesselt, um die Wiederholung eines Selbstmordversuches zu verhindern und die Erfüllung seines Wunsches fällt in das Ressort der Gefängniß- Verwaltung. Ter Angeklagte, welcher fast jedes Mal, wenn ihn der Vorsitzende beim Namen rief, mit einem lauten und kräftigen „Hier!" antwortete, verließ den Gerichtssaal mit dem Ausdrucke vollster Seelenruhe im Gesicht und sein Mittagbrot soll ihm vor- trefflich geschmeckt haben. Word und Selbstmord. Vorgestern Vormittag um die zehnte Stunde wurde wie das„Kl. Journ." berichtet, in der Nähe ver Station Zoologischer Garten der Schall zweier Schüsse ver- nommen. Von Passanten ist hierauf die in dem Bahnhofs- gebäude stationirte Polizeiwache verständigt worden, daß am Hippodrom, in der Stühe des WasserthurmeS, die Leichen zweier Erschossenen aufgefunden worden sind. Die Angabe fand ihre Bestätigung. Im Gebüsch, etwas abseits vom Wege, lagen mit Blut über und über bedeckt die Leichen eines Mannes in den fünfziger Jahren und dicht daneben diejenige einer etwa zehn Jahre jüngeren Frau; der erstere wies eine Schußwunde im Kopf, letztere eine solche in der Brust auf. Da die Leichen auf Berliner Gebiet gefunden worden sind, mußte erst die nächste Polizei- wache in der Derfflingerstraße von dem Vorfall verständigt werden, ehe zu einer Untersuchung des tragischen Vorfalls an Ort und Stelle geschritten werden konnte. Bei der Leiche des Mannes wurden Papiere aufgefunden, aus welchen hervorging, daß hier ein Ehepaar den gewaltsamen Tod gestinoen hatte. Der Mann war der in der Mclanchthonstraße 20 in Moabit wohnende Kaufmann E. Roch, die Frau dessen Gattin. Ferner wurde fest- gestellt, daß der Ehemann Roch zuerst seine Frau mittelst eines Revolverschusses in's Herz und dann sich selbst durch einen solchen in den Mund getödtet hatte. Bei Beiden scheint der Tod augenblicklich eingetreten zu sein, denn die Kugel, die der Mann sich in den Mund gejagt hatte, war in der Richtung nach oben abgefeuert worden und ist bis in das Gehirn gegangen. Die Frau hatte, damit ihr Mann die Schußwaffe an der richtigen Stelle ansetzen konnte, ihr Korset ausgefchnürt: bei ihr war die Kugel mitten durchs Herz ge- gangen. Beide Leichen waren gut gekleidet. Bei dem Manne wurden im Portemonnaie nur 50 und bei der Frau 5 Pfennige aufgesunden. Die Frau hatte an der Taille des Kleides eine Uhrkette eingehakt, vie Uhr selbst aber fehlte; auch ist der Re- volver, mit dem die That ausgeführt ward, nicht bei den Leichen gefunden worden, so daß die Möglichkeit nicht ausgeschlossen erscheint, daß die Leichen beraubt worden sind, eine Annahme, die dadurch an Wahrscheinlichkeit gewinnt, daß von der Aus- führung der That bis zur Aussindung der Leichen immerhin mehr wie eine Stunde verstrichen sein mochte. Ueber die Veran- lassung zu der That hören wir Folgendes: Der Kaufmann Roch hat früher in der Feldzeugmeisterstr. 2 gewohnt, welches Haus sein Eigenthum gewesen. Im vorigen Jahre verkaufte er dasselbe, wie man sagt ohne besonderen Nutzen und bat sodann bis zum Februar d. I. daselbst in Miethe gewohnt. Roch war Theilhaber eines am Schiffvauerdamm gelegenen Holz- und Kohlengeschäfts an gros. Seine Vermögensverhältnisse, die früher sehr gute ae- wesen sind, haben sich in der letzten Zeit sehr verschlechtert.> erlitt empsiudliche Geschäftsverluste, wozu noch anderweitige miß- glückte Spekulationen getreten sind. miethete Roch im Februar eine Nr. 20 in der Melanchthonstraße eleganten Möbeln ausgestattet 500 Thaler Miethe zu bezahlen Trotz des Vermögensverfalls in der 4. Etage des Hauses gelegene Wohnung, die mit war, und wofür jährlich waren. Zu den Nahrungs- Der Verkehr stockte in den dem katholischen Friedhof 2000 Personen versammelt. Tischler, des Wahlvereins Sie alle legten Kränze mit sorgen traten noch schwere Bekümmernisse ans dem Familien- leben. Der älteste Sohn und die etwa 18jährige Tochter, welche wiederholt und neuerdings vor Ostern„auf's Land" gehen mußte, bereiteten den Eltern großen Kummer. Alle diese Um- stände scheinen den Entschluß, freiwillig in den Tod zu gehen, zur Reife gebracht zu haben. Am Freitag Morgen verließen beide ihre Wohnung. Seitdem hat man nichts wieder von ihnen gehört, bis gestern die Schreckensbotschaft eintraf. Vermuthlich haben sie sich in der Zwischenzeit in einem Hotel einlogirt. Vor- her scheinen sie noch ihre nächsten Angehörigen von ihrem Vor- satze verständigt zu haben, denn am Freitag Nachmittag erschien bereits der Bruder des Mannes, ein hiesiger Buchhändler, in der Wohnung des Kaufmanns und holte von dort die werthvollsten Möbel, darunter eine Plüschgarnitur ab. Die Leichen wurden vorgestern Vormittag nach dem Leichenschauhause geschafft. Unser bewährter Geuoste, der Tischler Franz Scholz, starb vor einigen Tagen an der Krankheit, der schon so viele Proletarier zum Opfer fielen, an der Schwindsucht. Die Partei- genossen ließen es sich nicht nehmen, diesen auf dem Schlachtfelde der Arbeit Gebliebenen zur letzten Ruhe zu geleiten. Vor dem Krankenhause„Bethanien" fanden sich gegen 5 Uhr Hunderte und aber Hunderte seiner früheren Mitkämpfer ein. Ter Zug, der mitten durch die Stadt ging, schwoll von Minute zu Minute an. Straßen. Als der Trauerkondukt vor in Weißensee anlangte, waren über Die Vorstände des Fachvereins der vom 4. Wahlkreis waren erschienen. rochen Schleifen, ihre letzte Liebes- gäbe, an dem Hügel des tobten Kämpfers nieder. Von auswärts, von persönlichen Bekannten wurden Blumenspenden dargebracht. Bald füllten die letzten Verehrungszeichen die kühle Gruft. Nur kurze Widmungsworte wurden gesprochen. Als die letzten Schollen auf den Sarg niederfielen, verließen die Anwesenden ruhig, wie sie gekommen, den Friedhof. Mit Scholz fiel einer der tüchtigsten Genossen, die, überall, wo es Noch thut, bereit sind, einzutreten. Strafen hatte er für seine Ueberzeugung er- litten. Möge sein Beispiel andere Kämpfer zu ähnlicher Ueber- zeuglingstreue anregen. Uiir erhalten folgende Keriältiguug: Die in der ersten Beilage zum„Berliner Volksblatt" Sir. 92 gebrachte Mitlheilung, daß die Metallwaaren-Fabrik Berthold u. Manfred Weiß ihren Arbeitern den 1. Mai als Feiertag freigegeben habe, ist that- sächlich unrichtig. Uolizeibericht. Am 19. d. M. Morgens wurde ein Mädchen an der Potsdamerbrücke von einem Schlächterwagen überfahren und erlitt an beiden Oberschenkeln Verletzungen, so daß es mittelst Droschke nach feiner Wohnung gebracht werden mußte.— Vormittags wurde ein vierjähriges Mädchen auf dem Spielplatz an der Michaelkirche von einem Arbeitswagen, dessen Pferde durchgegangen waren, überfahren und erlitt dabei sehr schwere Verletzungen am Kopfe.— Nachmittags wurde auf dem Boden eines Hauses in der Franzstraße ein Mann erhängt aufgefunden und nach dem Schauhause geschafft.— Zur selben Zett wurde in der Görlitzerstraße ein zweijähriges Mädchen von einem Arbeitswagen überfahren und erlitt eine Zersplitterung des linken Ellenbogengelenks, sowie einen Bruch des linken Ober- schenkels.— Am 20. d. M. wurden im Hippodrom, in der Nähe des Wasserthurms, die Leichen eines Kausinanns und dessen Ehefrau aufgesunden. Anscheinend hat erslerer dort zuerst seine Frau durch zwei Schüsse in die Brust und dann sich durch einen Schuß in den Mund mittelst Revolvers getödtet.— Nach- mittags ging in der Ge.ckhinerslraße ein Kutschpferd durch und rannte vor dem Hause Nr. 10 gegen eine dort haltende Droschke. Infolge des Zufammenstoßes wurde der Führer des Kutsch- wagens vom Bock geschleudert und anscheinend schwer verletzt.— Abends sprang ein Diensfmädchen nahe der Lützowbrücke in den Landwehrkanal, wurde zedoch wieder aus dem Wasser gezogen und nach der Wohnung seiner Herrschaft gebracht.— Zur selben Zeit stürzte sich ein unbekannter, etwa 40 Jahre alter Mann an der Cuvrystraße in die Spree und ertrank.— Abends entstand in der Bäckerherberge Bergstr. 12, während einer Tanzlustbarkeit eine Schlägerei, wobei mehrere Personen durch Messerstiche nicht unbedeutend verletzt wurden.— In der Nacht zum 21. d. M. erhielt ein Mann vor dem Hause Kursürstenstr. 27 von dem Töp.cr Karl Wagner einen Messerstich in den Kopf, so daß er nach der Universitätsklinik gebracht werden mußte. Am 19. und 20. d. M. fanden an vier Stellen kleinere Brände statt. (Bevirhks-Bcilunig. Der Raubmord von Tempeltzof. Im Schwurgerichtssaale zu Moabit spielte sich heute wiederum ein Sensattonsprozeß ab, welcher ein zahlreiches Publikum in den Zuhörerraum lockte: Der Prozeß gegen den Knecht Kunisch, welcher zu Tempelhof in der Weihnachtswoche vergangenen Jahres den Milchfuhrmann Lust im Schlafe überfallen und hingemordet hat. Kunisch, ein mehrfach bestrafter Mensch, diente unter dem Namen Christian Groß bei dem Ackerbürger Hennig, Lankivitzeriveg 2 zu Tempelhof. Auf Grund von Legllimationspapieren, die er f. Z. einem Dienstknechte Christian Groß in Krieschow bei Kalau ge- stöhlen, hatte er, trotzdem ein Sieckbrief hinter ihm erlassen wor- den war, unter dem falschen Namen jene Stellung gefunden. Ter Milchfuhrmann Lust, ein noch junger Mensch, welcher aus dem Rittergute Groß-Kienitz bedienstet war, pflegte, wenn er von Berlin nach Tempelhof zurückkehrte, auf dem Ge- Höste des Ackerbürgers Hennig auszuspannen und selbst dort der Ruhe zu pflegen. Dies that er auch in der Frühe des heiligen Abends. Gegen 5 Uhr Morgens war er, wie gewöhnlich, in Tempelhof augelangt, hatte ausgespannt und sich im Stalle schlafen gelegt. Er sollte nicht wieder erwachen. Ter gleichfalls un Stalle sich aufhaltende Kunisch hat ihn während des Schlum- mers ermordet, indem er ihn mit einem Kartoffelschälmesser zwei Stiche in die Schläfe versetzte, ihm das Geld, welches er mit sich führte, raubte und den Leichnam dann in eine nahe bei dem Grundstück gelegene Kiesgrube schleppte. Der Mord muß geschehen sein, als Lust im ersten Schlummer lag, denn als Frau Hennig um 6 Uhr nach dem Stalle kam, erividerte nur Kunisch ihren Gruß, während Lust nur dumpf röchelte. Frau Hennig bereitete alsdann, wie gewöhnlich, den Kaffee und als sie denselben nach dem Stalle brachte, wunderte sie sich darüber, daß sie den Lust nicht mehr aus seiner Lagerstätte vorfand. Sie sprach darüber mit Kunisch und dieser antwortete keck: Wenn dem nur nichts passirt ist; der hat gestern ein paar hundert Thaler geholt und drüben be» Müller's smd so viele Maurer!" Als der Vermißte auch bis 7 Uhr noch nicht wieder zum Vorschein gekommen war, ging die äußerst beunruhigte Frau Hennig ihren Schwiegersohn Hecht rufen; auf dem Wege vorhin kam ihr aber der Knecht Kunisch entgegen und meldete ihr, daß er den Lust in einer etwa 20u Schritte vom Gehöft entfernten Kiesgrube in einer großen Blutlache als Leiche ausgefunden habe. Frau Hennig überzeugte sich persönlich von der Wahrheit dieser Kunde und es wurde des- halb schleunigst der Gendarm Tänzer herbeigeholt. Inzwischen hatte eine zufällig aus dem Gehöft anwesende Frau Schneider den Knecht Kunisch heimlich beobachtet und wahrgenommen, daß derselbe Geld zählte. Sie machte davon dem Gendarmen Tänzer Mittheilung, und da letzterer auch feststellte, daß die vom Gehöft nach der Kiesgrube führenden Fußspuren genau mit den Pantinen des Kunisch übereinstimmten, so sagte er dem letzteren auf den Kopf zu, der Mörder des Lust zu sein. Kunisch wurde hierdurch so verblüfft, daß er sofort die That einräumte. Er hat dem Opfer seiner Habgier ein« Summe von 894 M. abgenommen, welche am nächsten Tage, in einem versteckt, vorgefunden worden ist. Der Ermordete, 23 Jahre alt war und nach Neujahr seine Braut zu gedachte, war ein ruhiger, bescheidener und sparsam' dem von seinem Dienstherrn, Gutsbesitzer Schwarz, Zeugniß ausgestellt wird. Kunisch dagegen ist w*.] dreister Mensch, der sich auch noch nach seiner Feftnwp frech benommen hat..41 Den Vorsitz im Gerichtshofe führt Landgerichtsrat? die Staatsanwaltschaft vertritt Assessor Dr. Klette. � klagte, welcher die Gefangenenkleidung trägt, hat cm«J brechergesicht mit einem sogenannten„bösen Blick verschmitzten Lächeln um den Mund. Er nimmt gl aus der Anklagebank Platz, richtet mit lächelnder Fragen an den ihn überwachenden Polizeibeamten** seine Gefangenen-Nummer„374" mit einem gewisfea v der Brust zu tragen..j Der Angeklagte giebt an, daß er Friednch Wllhet«. heiße und am 26. Mai 1866 geboren sei. Er ist dasM unverehelichten Kunisch, jetzt verivittiveten Frau J'" evangelischer Religion. Er ist bis zum achten Jahre Mutter in Koswig, Kreis Kalau, geblieben, in diesem l'-fj Alter aber schon in Dienst gegangen und hat nevo» Schule besucht. Er giebt zu, in der Religion unlerrmfMj zu sein und sagt auf Befragen des Präsidenten den M fünften Gebotes her:„Du sollst nicht tödten!" Er ifyj Mal vorbestraft: wegen Betruges und Diebstahls zu und 1 Woche Gefängniß; wegen Diebstahls zu 4 WocW, Betruges und versuchten Betruges zu 3 Wochen, wegen � in zwei Fällen zu 2 Monaten Gefängniß.. Präs.: Bekennen Sie sich in vollem Umfange der schuldig?- Angekl.: Nein.- Präs.; Sie haben einurH vorher überlegt/— Angekl.: Nein.— Präs.: War« I denn der Gedanke dazu gekommen?— Angekl.: Erst 3 Tage, wo ich ihn getödtet habe.— Präs.: Sie haben I? sagt, Sie hätten sich die That schon vorher überlegt.- Ich hatte blos überlegt, wie ich ihm mal sein Geld NN» könnte.,* Präs.: Sie sind, nachdem Sie im Januar aus? fängniß entlassen worden rwen, zu dem Rittergutsdefe Thielau in Dienst gekommen und sind dort bis August% Warum sind Sie dann fortgegangen?— Weil es mir'' 1 gefiel.— Präs.: Das ist nicht richtig. Sie sind vieWJ gegangen, weil Sie einem Mitknecht eine Uhr uno Z Stiefel und dem Knecht Groß einen Militär-Ausmufi-'� aus dem Rocke desselben gestohlen haben. Was'volite« dem Papier?— Angekl.: Ich hatte ja keine.Legitus? Präs.: Wo sind Sie dann hingekommen?— Angekl.: JQ Hain, wo ich im Gasthof„Zum goldenen Stern" eine»'. war.— Präs.: Von dort sind Sie dann nach Berlm ff und dort in dem Gestnde-Vermiethunas-Komtoir in der von dem Ackerpächter Hennig als Ackerknecht gemiethtZ Sie kannten den Milchfuhrmaim Lust? Angekl.: Jawohl dkq alle Tage zu uns.— Präs.: Wo schliefen Sie denn?— A''°i Stalle.— Präs.: Dorthin kam auch Lust gewöhnlich,".j Ja, er legte sich gewöhnlich auf den Futterkasten und II Bischen.— Präs.: Sie wußten auch, daß Lust GW| führte?— Angekl.: Er hatte oft einige hundert Man. welche er mir zeigte.— Präs.: Was dachten Sie sich Angekl.: Ich dachte: Wenn Du doch das Geld hättest!■ Was machten Sie sich dann für einen Plan?— Aug' wollte ihm das Geld nehme», während er schlief. Wenn er nun aber dabei aufwachen würde?— Ange» wollte ich ihn todtschlagen.— Präs.: Sie haben sich J legt, daß Sie ihn tödten wollten.— Angekl.: Nein, da erst an jenem Morgen beschlossen.— Präs.: Angeklagt! Sie haben früher einmal zugegeben, daß Sie beschloff am Heiligabend der Sache ein Ende zu machen.— An weiß ich nicht. Der Gedanke, ihn zu tödten, ist mirr Morgen gekommen. Präs.: Was ereignete sich nun an jenem Morgen' zember?— Angekl.: Lust kam und sagte„Guten Mo erzählte sich was mit mir. Er sagte, er hätte heute Kies bei sich und dann legte er sich schlafen.— Was � dann gethan?— Angekl.: Ich habe vom Hofe eine geholt und ihn damit zweimal auf dm Kopf gehauen, i Röchelte da der Lust?— Angekl.: Nein, er war Präs.: Dann kam Frau Hennig in den Stall,»«&>'< melken und da haben Sie rasch eine Pferdedecke 1% warfen.— Angekl.: Ja wohl, Frau Hennig blieb c»1., stunde im Stall, sie hat aber nichts gemerkt.— P% Sie denn Lust nicht noch sonst Verwundungen beigeo Angekl.: Ich holte mir ein Küchenmesser und stieß wsj in die Schläfe.— Präs.: Das Küchenmesser lag ach 80 Schritte entfernten Tisch. Weshalb benutzten®i das Messer?— Augekl.: Ich fürtete, er könnte doch aufwachen.— Präs.: Sie wollten ihn also ganz tot», -***■■*■■■■ m und legte � i». i Präs.: Was haben Sie nun mit dem Leichnam ff Angekl.: Ich nahm ihm das Geld weg m Strick um den Leib, weil ich versuchen wollte, boden zu ziehen. Ich war aber zu schwach dazu holte ich mir eine Kummetkarre, lud den Leichnam ihn nach der Kiesgrube, wo ich ihn hineinwarf unh kraut daraus legte.— Präs.: Dann haben Sie Blut gereinigt?— Angekl.: Ja, ich habe das gewaschen und die Pferdedecke auf den Heuboden Vräf.: Sie haben sich dann mit Ihren Pferden zu Mittag machte ich die Frau Hcnmg darauf mstmenr" Wagen des Lust noch, immer dastehe und Lust sich ß�w lasse.— Präs.: Weshalb thaten Sie dmn das? Sie# L was aus Luft gewordm war?— Angekl.: Ich wouu.p jeden Verdachl von mir ablenken.— Präs.: Aus � Grunde sind Sie dann mit einigen Schersen nach be» gegangen, haben die Scherben hineingeworfen u>st As Frau Hennig gegmäber so gethan, als od Sie bei diel yeit erst den Lust in der Kiesgrube gesehen habe». richtig?— Angekl.: Ja, das stimmt.— Präs.: Tänzer, der alsdann geholt wurde, hat aber wohl bch gegen Sie gefaßt?— Angekl.: Der Gendarm sah b>s � der Karre im Sande und sah auch die Pantinenspur!. � inich dann geholt und hat festgestellt, daß meine PasstJ,,: hineinpaßten.— Präs.: Was haben Sie dem Ge»"' � gesagt?— Angekl.: Ich habe zugeben, daß ich den. habe.— Präs.: Haben Sie dem Gendarm nicht daß Sie sich schon einige Tag« vorher vorgenommen Lust zu tödten?— Angekl. schweigt.— Präs.; SfaiffSf,'s Gendarm Tänzer ist als Zeuge hier, also besinnen s.zis, Angekl.: Ich kann es nicht sagen.— Präs.: Was' Jr denn mit dem Geld«?— Angekl.: Ich wollte mir Anzug kaufen. Präs.: Haben Sie denn gar keine Gewissensbifst Sie den Lust in seinem Blute daliegen sahen? Hat das nickt leid gethan?— Augekl.: Ja, es hat aber ich konnte doch nichts mehr daran ändern.— Sie nicht in dem Augenblicke sich gefragt, was Ihre dazu sagen würde, ivenn sie von dem scheußliches�� ff, hörte?— Angekl.: An die habe ich in dem AugeUdsv. ri gedacht!— Präs.: Thut es Ihnen denn heute leid?.,ck Ja.— Präs.: Sie haben in der Vorunters uchuuff, geben, daß Sie sich absichtlich; bei Ihren Pferde»' j schaffen machten, bis Lust eingeschlummert war. Ist — Angekl.: Ja wohl.— Präs.: Hätten Sie denn, I 5 w Lust den Beutel mit Geld aus der Hand hätten nehmen können, ohne daß derselbe aufwachte, ihn nicht todtgcschlagen?— Der Angeklagte antwortet zunächst, daß er ihn doch getödtet hätte; er scheint die Frage aber falsch verstanden zu haben, denn er ver- bessert sich dahin, daß er dann von der Tödtung Abstand genommen hätte.— Präs.: Sie sagen, die Sache hätte Fhnen leid gethan und trotzdem sind Sie nach den Schlägen mit der Wagenrunge kaltblütig nach dem Tisch gegangen und haben sich noch das Messe? geholt.— Angekl: schweigt.— Präs.: Aus den Protokollen Ihrer Vernehmungen(welche verlesen werden) geht hervor, daß Sie klar und deutlich Ihre Absicht zugestanden haben, nicht nur das Geld zu rauben, sondern auch den Lust zu tödten. Aeußern Sie sich mal darüber. Wollen Sie Ihre ersten Aussagen abändern und behaupten, daß Sie den Lust nicht getödtet haben würden, wenn er nicht zufällig die Hand auf dem Geldbeutel gehalten hätte oder haben Sie gleich beim Erscheinen des Lust an jenem Morgen den Beschluß gefaßt, ihn zu berauben und zu tödten?— Angekl.: Ich wollte ihm das Geld nehmen.— Präs.: Und Sie hatten sich auq gleichzeitig vorgenommen, ihn zu tödten? — Angekl.: Ja. Damit ist die Vernehmung des Angeklagten erledigt, nach dem Ergebnitz desselben werden nur wenige Zeugen vernomnien. Aus den Bekundungen des Gendarm Tänzer geht hervor, daß der Angeklagte anfänglich, als ihm der Mord auf den klopf zugesagt wurde, sehr ängstlich war. Dann hat er sich aber de- ruhigt und zugestanden, die Tödtung ausgeführt zu haben. Er wollte die Sache erst so darstellen, als ob er mit Lust in Streit gerathen wäre und dabei die That vollführt hätte, schließlich hat er dein Gendarm aber zugegeben, daß er die Ahsicht, dem Lust das Geld zu nehmen, schon längere Zeit mit sich herumgetragen, weil derselbe aber größer und stärker war als er, den Plan ge- faßt habe, ihn zu tödten.— Präs.: Angeklagter, besinnen Sie sich legt, daß Sie ein solches Geständniß dem Herrn Tänzer gemacht haben?— Angekl.: Ja, es ist richtig.— Präs.: Aach den Akten haben Sie am 1. Januar in Ihrer Zelle einen SeldsUuordversuch gemacht. Weshalb thaten Sie dies? — Angekl.: Ich Hatto Furcht vor den Folgen meiner That.— Präs.: Sie wollten sich an Ihren Hosenträgern erhängen, die Sache ist aber gemerkt und Sie sind an der Ausführung Ihres Vorhabens gehindert worden?— Angekl.: Ja. Die alsdann vernommene Frau Hennig erklärt, daß ihr der Angeklagte von Aniang an nicht gul gefallen hat, weil derselbe sehr verschlossen war; ihr Mann habe aber nicht über denselben zu klagen gehabt. Als sie an jenem verhängnißvollen Morgen in den Stall kam, hat sie auf ihren Morgeagruß nur von dem An- geklagten eine Autwort erhalten und gehört, daß Lust schnarchte. 'Als pe gegen Mittag fragte, wo nur- der Lust stellen niöge, hat der Angeklagte gesagt, derselbe sei zu dem Budiker Müller Kafs ertrinken gegangen,„wenn ihm da nur nichts passirt sei, denn da verkehrten so viele Maurer". Während nach der Entdeckung der Leiche in der Kiesgrube die Polizei geholt wurde, ist der Auge klagte beobachtet worden, wie er rn der Küche Geld zählte. Den Bericht über den Obduktionsbefund erstattet Kreisphpsikus Professor Dr. Falk. Die Obduktton hat kolossale Zcrtrüuinie- rungen der Kopsknochen ergeben und obgleich der Angckagtc anfänglich lediglich von Messerstichen gesprochen hatte, war es doch sofort klar, daß hier ein stumpfes Instrument rnitgeivirkt haben müsse. Dann sei erst die Wagenrunge in die Erscheinung getreten und der Tod ist durch Verletzung des Gehirns infolge der Schläge mit der Wagenrungc erfolgt. Ter Sachverständige hat auch den Geistes- zustand des Angeklagten untersucht, denselben aber absolut nicht krankhaft be.unden. Der Angeklagte hat sich bei der be- trefsenden Unterhaltung aller Vorgänge ganz klar erinnert und zugegeben, daß er die That mit Ueberlegung ausgeführt habe. Derselbe habe auch durchaus gewußt, was ihm bevorstehe und nicht geleugnet, daß er dein außerordentlich kräftig gebauten Lust gegen- über große Kraft habe anwende» müssen. Der Angeklagte habe es abgleh.-.t, seine Mutter im Gefängniß zu, sprecyen, weil er Scham empfand, er habe überhaupt jeden Zuspruch, namentlich auch von geistlicher Seite abgelehnt und erklärt, daß er mit seinem Leben abgeschlossen habe. Die Frage des Ver theigers, ob etwa ein Fall von sogenannten„moralischen Jrv sinn" vorliege, wird von dem Sachverständigen gleichfalls verneint. Die einzige den Geschworenen vorgelegte Frage lautet aus Raubmord. Während einer Pause von zehn Minuten erbittet sich der An- geklagte zu dem ihm verabreichten Butterbrot ein Glas Bier; sein Wunsch wird erfüllt und er verzehrt beides in seiner Zelle mit augenscheinlich gutem Appetit. Noch an dem letzten Bissen mit vollen Batten kauend, nimmt er seinen Platz aus der Anklagebank wieder ein. Nachdem wieder in die VerHand- lung eingetreten, nimmt Staatsanwalt Dr. Klette das Wort zu seinem Plaidoyer. Er schildert die grause That und den Charak- ter des'Angeklagten in kurzen und trefsenden Zügen. Es seien traurige Weihnachten gewesen, die der Mörder über die Auge- hörigen seines Opfers, über seine eigenen und über die Bewohner Tempelhoss herausgerufen. In seiger, verabscheuungswärdiger Weise habe er de» Milchhändler Lust überfallen, um seine schnöde Habgier zu befriedigen. Er habe seinen» Opser nicht einmal so viel Zeit gelassen, in seinen, letzten Stündlein zu seine»» Herrgott zu beten. Der Staatsanwalt führt sodann aus, daß der Ange klagte die That bei voller Verslandeskraft und Ueberlegung begam gen hat und schließt mit Worten der Erwartung, dap die Schuld- frage im Sinne der Anklage bejaht werde, damit ein solches Scheusal in Zukunft von der Geineinschafl der Menschen aus geschlossen werde. Die Vertheidigung beschränkte sich darauf, die That des An geklagten als das Produkt eines nioralischen Defekts hinzustellen uno auszuführen, dap der schlecht erzogene und schon im Kindes- alter ins Leben hinausgestoßene Angeklagte die That nicht mit ruhiger Ueberlegung ausgeführt habe. Derselbe habe zweifellos, vom Gelbe verblendet, die Absicht, den Lust zu berauben, schon längere Zeit mit sich herumgetragen, der Gedanke, denselben aper auch zu tödten, sei aber erst in dem Augenblick durch sein Gehirn geschossen, als er gesehen, daß der Schlafende die Hand auf dem Geldbeutel hielt. Die Geschworenen bejahten die Schuldsrage, worauf der Gerichtshof die einzig zulässige Strafe— die Todesstrafe— über den Angeklagten verhängte. Zulässigkeit hinausgehen und denen zu entsprechen ohne nachhaltigste Schädigung unserer Branche ganz unmöglich war. Wir haben es an Versuchen zu einer gütlichen Einigung nicht fehlen lassen, dieselben sind jedoch an der Hartnäckigkeit der irregeleiteten Arbeiter gescheitert, welche von ihren unerfüllbaren Ansprüchen nicht abzubringen waren und am 14. d. Mts. in sämmtlichen hiesigen Schraubenfabriken die Arbeit eingestellt haben. Dadurch befinden wir uns in der unan- genehmen Lage, die in Händen habenden Aufträge nicht nach Wunsch ausführen zu können und erlauben uns, Sie um gütige Nachsicht für die unfreiwillige Verzögerung zu ersuchen. Wir haben die nöthigen Vorkehrungen getroffen, um den Betrieb so bald als möglich m gewohnter Weise wieder aufnehmen zu können und hoffen noch im Laufe dieses Monats mit den ersten Liefe- rungen zu beginnen. Von der Ueberzeugung durchdrungen, daß Sie die augenblicklich in allen Verkehrsgebieten herrschenden Strömungen ganz und voll zu würdigen wissen werden, danken wir Ihnen in» Voraus verbindlichst für Ihr freundliches Wohl- wollen und bitten um die fernere Erhaltung desselben. Hoch- achtungsvoll Verein der Metallschraubenfabrikanten Deutschlands." Schrecklich aber wahr— und das wollen die hartnäckigen Arbeiter gar nicht anerkennen, daß die Herren Prinzipäle stets die empfindlichsten Opfer bringen. Bei jeder Arbeit geben die Herren 10 Pf. zu und von dem zugegebenen Gelde kommen dann die Häuser und Fabriken; wenn die Herren mit 8— 4 Banken anfangen, konnten sie in kurzer Zeit ihre» Betrieb auf 20—30 Bänke vergrößern. Und nun gar die irregeleiteten Arbeiter! Das Beste aber ist, daß uns von Versuchen zu einer gütlichen Einigung überhaupt nichts bekannt ist oder sollte jene Bekanntmachung in den Fabriken damit gemeint sein,»n welcher den Mitgliedern des achvereins gedroht wurde, wenn nicht binnen 48 Stunden die rbeit aufgenommen»väre, dieselben oann auf 6 Monate aus- gesperrt würden?! Wirklich sehr human! Wenn nun noch die Herren schreiben, daß sie Ende dieses Monats den Betried in gewohnter Weise aufnehmen werden, so wird es ihnen wohl möglich geworden sein, die unerfüllbaren Forderungen zu be- willigen; eher wird sich kein Schraubendreher veranlaßt sehen, die'Arbeit wieder aufzunehmen und wird auch das Solidaritäts- gefühl der Arbeiter Berlins dafür Sorge tragen, daß der Zuzug zu den Fabriken überhaupt nicht stattfindet. An die Zimmerer des In- und Auolandes l Die Wogen der Lohnbewegung unter den deutschen Ziinmerern gehen höher, denn je, überall, in Ost und West, in Nord und Süd, sieht man die Zinimerer Deutschlands im Kampfe, behufs Er ringung besserer Lohn- und Arbeitsbedingungen. Wo dieser Kampf nicht freiwillig aufgeuoninien ist, wurde derselbe von Seiten der Arbeitgeber, in Form von Arbeitsbüchern, Austritt aus dem Verein, Unterschreibung eines nicht annehmbaren Lohntarifs u. s. w., den Kameraden aufgedrungen. Ueberall sind und werden diese Streiks resp. Ansfchlüsse durch unsere starke Vereinigung, durch das solidarische Interesse sämmtlicher Arbeiter, hoffentlich siegreich durchgeführt worden. Ein sehr großer finanzieller Bettag der Zimmerer Hamburgs hat schon viele unserer streikenden Arbeitsgenossen mit zum Siege verholfen, aber a ch die Kameraden in Hamburg sind durch andere Uinstände gezwungen, früher in den Kampf für eine Verkürzung der Arbeitszeit einzutreten, als dies von vornherein unser Wille war. Es>var unsere Absicht, allen sich jetzt im Lohnkampf« be- findlichcn Zimmerern zum Siege zu verhelfen und dann erst wollte,» auch wir den Kampf»nit dem Kapital aufnehmen. Aber,!rameradon aller Orts, es sind eben ulivorhergesehene Uinstände, welche unsere Absicht durchkreuzten. Wir werden über kurz oder lang mitten im Streik stehen, dessen Ende ein unab- sehbares sein wird. Unsere Arbeitgeber haben unsere Forderung mit der Motivirung, bei den Hamburger Bürgern und Geldleuten auf Widerstand zu stoßen, rundweg abgelebnt. Ihr seht hieraus, Zimnierer Deutsch- lands und des Auslandes, daß dieses ein Prinzipienkampf, ein Kampf um die stärkste Macht sein wird. Es werden unsere Ar beitgeber, unser» Lokalverband zu sprengen suchen. Nun, wir werden der Zukunft mit aller Ruhe entgegengehen und unsere Forderung mit allen uns zu Gebote stehenden Mitteln zu erringen suchen, auf die Unterstützung sänimtlicher Kameraden Deutschlands, sowie aus starke und einige Organisation bauend. Es ist aber nicht genug, uns in Zukunft zu untersttitzen, nein. für uns gilt es schon heute, den Zuzug nach Hamburg streng fern zuhalten! Die Arbeitgeber werden bemüht sein, sich einen großen Theil von Arbeitskräften außerhalb zu sichern, um sie im gegebenen Augenblick hierher zu befördern. Wir hoffen aber, daß Ihr, Ar- beitsgenossen, überall dafür sorgen werdet, daß dieser Sklavenfang, nicht gelingt, daß Keiner in die ausgespannten Netze geht. Gelingt es den vereinigten Meistern oder deren Agenten, die nöthige Waare, genannt Arbeitskrast, hierher zu befördern, so würde unser Ringen und Kämpfen ein nutzloses sein. Man wird uns dann Bedingungen diktiren, unter welchen wir lediglich zu Grunde gehen müßten, Hamburg wäre dann auf lange Jahre, und mit uns die ganze Bewegung der Zimmerer Deutschlands lahm gelegt. Die Zimnierer Hainburgs haben immer ihre volle Pflicht und Schuldigkeit gethan, sie haben stets ihr Opfer gebracht, wenn es nöthig war, für die deutsche Arbeiter-, speziell Zimmerer-Be- wegung einzutreten. Daum thut auch Ihr Eure volle Pflicht und haltet den Zuzug nach Hamburg schon jetzt streng« fern. Sind unsere'Angelegenheiten wieder geordnetf, so ist uns jeder Arbeitsbrudcr lieb und willkominen, aber vorläufig ttachte Keiner nach Hamburg. Hamburg, im April 1890. Die Lohnkommisston Der Vorstand des Lokalverbandes der Zimmerer Bevölkerung Berlins, so sagte er, seien noch irrthümliche An sichten über den Stand und das Wesen der kaufmännischen Bo wegung verbreitet. Allerdings sei es so wahr, so traurig et ist, daß die große Masse der Kalifleute noch iin Zustand der Dunipfheit dahinlebt. Bekannt aber sei es auch, daß grade diejenigen, die wirthschaftlich am schlechtesten gestellt sind, am ivenigsten Kraft besitzen, sich aufzuraffen. Nur ein kleiner Theil habe Zeit, sich mit öffentlichen Fragen zu beschäftigen, und diesen müsse man in jeder Hinsicht unterstützen. Jni Folgen. den entwickelt Redner ein Bild der Vergangenheit der kauf männischen Bewegang; wie Ende der 70er Jahre die zunehmend Arbeitslosigkeit zu der Gründung des kauftnännifchen Hilfsvereim geführt habe, der Anfangs nach ganz gesunden Prinzipien geleite wurde. Der Verein sei jetzt verknöchert und kenne nur Bestreben. immer mehr Markstücke in seinem Reservefonds aufzuhäufen. I» den 80er Jahren habe sich eine Bewegung herausgebildet, die ai dem wundesten Punkt, an der Frage der Sonntagsarbeit, rührte Redner schildert ausführlich das Schicksal der verflossenen Be- wegung zur Erringung der Sonntagsruhe, die nach der polizei, lichen Auflösung der„Freien Organisation junger Kaufleute" zi Grabe ging, um jetzt wieder aufzuleben, nachdem sich die vorge> schrittenen Elemente wieder in der„Freien Vereinigung" zu> sainmen gefunden haben. Diese arbeite ohne jede Maske. sie erklärt sich mit der Arbeiterbewegung solidarisch. da sie genau weiß, daß auch die Kaufleute nichts anderes sind, als vom Kapital ausgebeutete Lohnarbeiter. Von dem Programm der Arbeiterpartei werde nicht um eines Haares Breite abgewichen werden.(Beifall.) Auch auf ihrem Programm stehe die Sonntagsruhe. Jetzt fei auch für 2 Stunden dieselbe vom Polizeipräsidillm dikttrt. Diese Vorschrift werde oft sehr gilt be- folgt: Im Schaufenster hängt ein Plakat, ivelches ankündigt, daß das Geschäft von 10—12 Uhr geschlossen ist; der Eingang be- findet sich während dieser Zeit im Flur links.(Stürmische Heiter- keit und Zustimmung.) Auf eine solche Sonntagsruhe verzichteten die Kaufleute gerne, denn sie schädige die Angestellten, die dafür Nachmittags nur noch länger arbeiten müssen. Auch den Staat beginne jetzt die Sonntagsruhe zu beschäftigen. Es sei wuiiderlich, da tagte, vier Ver schntzes beschäs leute keinen Erl Sozial» Meb-vfiEtk. Da der Streik in der KerUn-Zleuend-rfcr Spinnerei zu Ende ist und zwar zu Ungunsten der �rbe. ersuchen wir alle Diejenigen, welche noch einen Theil der erj � Sammellisten im Besitz haben, ob beschrieben oder unbeschne, dieselben an uns zlirückzusenden, da wir sobald als möglich- rechnung ergehen lassen wollen. Briefe und Anfragen zu r>} das fettige Fabrikat auch nicht annähernd der Erhöhung e> ZWZZWWW %####% F. Schräder, Vorsitzender Breitestraße 10 II. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Der Generalstreik der Roll- und Lastfuhrwerko- Kutscher zur Erringung eines Wochenlohnes von 20,30 M. bei einer Arbeitszeit von früh 5 bis Abends 12 Uhr dauert noch immer fort, da die Unternehmer noch nicht bewilligen wollen. Tagtäglich werden Versammlungen abgehalten, die glänzend be- flicht sind. Einigkeit und Begeisterung herrscht in denselben. Nenerdings bat sich die Lohnkonimission nochmals mit den„Ver- einigten Spediteuren" in Verbindung gesetzt. Große Fuhrmanns- firmen Berlins wollen sich mit den Rollkutschern solidarisch er- klären. Mögen die Arbeiter den Rollkutschern in diesem gerechten Kanipfe solidarisch beistehen. Alle Anfragen sind zu richten an Kollegen Brunsch im'Restaurant A. Liedig, Zimmerst?. 24 und an den Kassirer Beseke, Lüneburgerstr. 5. DctTmumluusctt. Die Kewegnug unter den Kanflenten zur Grringnng der Sonntagsruhe scheint überall auf Hindernisse zu stoßen. Nicht genug damit, daß die Polizei sich dem Bestreben entgegen- stellt dadurch, daß sie Versammluiigen auf Versammlungen verbot, ist jetzt in den Streifen der kaufm. Angenellten selbst Zwiettacht entftandeii. Einige Führer der HanSdienerbeiveaung machen Schwierigkeiten. Dies ging klar aus dein Verlauf einer Volks- Versammlung hervor, die an» Donnerstag Abend im Konzerthause „Sanssouci", unter Vorsitz des Herrn Miecker stattfand. Diese Versammlung war sehr geeignet, die Vertteter der neuen Bewe- gung vollständig zu entmuthigen. Der geräumige Saal von „Sanssouci" war leider nur spärlich besetzt.— Herr'Auerbach referirte über: Die Sonntagsriihe im kaufinänniiclien Gewerbe und die Verfügung des Berliner Polizei-Präsidiums betreffend die Schließung der Geschäfte von 10—12 Uhr." In der arbeitenden ....... aber zur selben'Zeit, als die Ärbeiterschutz-Konferenz ämmlnngen, die sich mit den Fragen des Arbeiter- ttgen sollten, verboten wurden. Haben die Kauf- ökg in der Bewegung, so trägt das Polizeipräsidium nicht zum wenigsten Schuld daran. Die'Angestellten brauchten Versammluiigen, zu denen Arbeiterinnen Zniritt haben; denn ivie anders können sie die Bevölkerung, namentlich die Arbeiter- frauen, für ihre Idee interessiren, daß vom'. Mai ab nur in solchen Geschäften gekauft wird, welche am Sonntag nach 12 Uhr nicht mehr geöffnet werden. Die Kaufleute seien vorläufig mit der halben Sonntagsriihe zufrieden. Augenblicklich, wo den Arbeitern der Lohn erst am Sonnabend spät Abends ausgezahlt werde, seien die Frauen noch gezwungen, am Sonntag Lebensmittel einzu- kaufen. Die Interessen der Arbeiterschaft stünden denen des Kapitals diametral gegenüber. Die Arbeiter hätten die Ver- pfiichtung, ihr Leben sich so angenehm wie möglich zu gestalten und dem Kapital immer mehr abzuringen. Die Berliner Ar- beiterschaft habe einen glänzenden Sieg gegen die Brauereien er» fochten; was bei dieser nicht zu schwer war, werde auch für die Kaufleute durchzusetzen fein. Die Arbeiter übten damit emen wahrhaft idealen Boykott, denn sie treten für die Sclbstständig- teit und die Freiheit ihrer geknechteten Brüder voin kaufmännischen Proletariat ein.(Lebhafter Beifall.) Auf sich selbst könnten die Kaufleute sich nicht verlassen, denn ihre zielbewußte Organisation sei noch zu schwach. Auf andere, als die Arbeiter, sei auch kein Verlaß. Der Staat werde nichts thun, die Frei- sinnigen, die vor der Wahl stets von Arbeiterschutz gesprochen, haben jetzt alles vergessen. Sie haben k ein Wort in ihrer Presse für die neue kaufm. Bewegung. Die Arbeiter seien die einzige Hoff- Illing der Kaufleute. Sie mögen überall, mit den Frauen, in den Werkstellen, auf dem Bau die Frage besprechen. Sie mögen auch Geschäfsinhaber, wo sie bis jetzt tauften, aus di» Forderungen und ihre Kvnfequenzen aufmerksam machen. Den» Referenten wird in der Diskussion Oppositon gemacht. Herr Jahn, bedauerlicher Weise der einzige Arbeiter, der zu der angeregten Frage Stellung nimmt, verspricht sich mit dem gemachten Vorschlage vollkommen einverstanden erklärend, in seinen Kreisen nach Kräften für die Idee zu wirken. Der Vor- sitzende bringt hieraus, um eventuellen„Zufälligkeiten" aus dem Wege zu gehen, folgende Resolutton, oie eine überwältigende Majorität findet, zur Abstimmung:„Die Theilnehmer der heute in Sanssouci tagenden öffentlichen Volksversammlung verpflichten sich, die Forderung der kaufmäniiischen Angestellten betteffs der Sonntagsruhe dadurch zu unterstützen, daß sie vom 4. Mai_ er. ab nur in denjenigen Geschäften kaufen, deren Inhaber ihre Lokalitäten an Sonn- und Feiertagen svätestens uin 12 Uhr Mittags schließen und nach dieser Zeit ihre Angestellte» nicht mehr beschäftigen." Nach der Abstimmung entspinnt sich eine lange, äußerst miß- liche GeschäftZordnungsdebatte, in welcher seitens mehrerer Führer der Hausdiener Kritik an der Leitung der Geschäfte durch den Vorsitzenden geübt wird. Als nun gar in der Diskusston der Hausdiener Herrmann sich gegen den Inhalt der Resolution er- klärt, weil er für vollstänvige Sonntagsruhe im kaufmännischen Gewerbe ist, sieht sich Stammann Auerbach zu folgenden Ertlä- rungen genöthigt: Die Unruhe und der Ziviespalt, der die heutige Versammlung beherrsche, resultire aus Folgendem: Ende vorigen Jahres hätten sich mehrere Kaufleute mit den Führern der Haus- diener in's Einvernehmen gesetzt, eine Sonntagsruhe im kausmäiinischen Gewerbe von 12 Uhr ab zu erringen. Man habe allgemein diesem Gedanken zugestimmt. Es habe darauf eine imposante Versammlung der Angestellten bei Buggenhagen stattgefunden, die sich mit dem gemachten Vorschlage einverstanden erklärte. Nicht eine Stimme habe sich dagegen erhoben. Eine gemischte Kommission aus Hausdienern, Gehisien und Gehilfinnen sei mit gebundener Marschroute gewählt worden. In den Kommisstonssttzungen habe stets Einigkeit geherrscht. Es habe darauf eine Volksversammlung bei Joel, Andreasstraße, stattgefunden. Dort habe man ein eigenthümliches Schauspiel erlebt. Während der erste Reserent, ein Vertreter der Kaufleute, sich streng an die ihm von der ersten Versammlung ertheilte Weisung hielt, wagte ein Vertteter der Hausdiener, Herr Lambrecht, in öffentlicher Versammlung gegen den Beschluß Protest zu erheben. Sreinein Arbeiter braucht inan klar zu machen, ob die halbe oder ganze Sonntagsruhe erffrebenswerther ist. Darin sei man sich wohl einig. Die ganze Sonntagsruhe für die Kaufleute sei durch einen Boykott der'Arbeiter aus den im Referat ange- führten Gründen nicht durchzusetzen. Die Arbeiter könnten aus Grund ihrer wirthschaftlichen Verhältnisse einen solchen Beschluß nicht durchführen, auch wenn sie wollten.(Sehr richtig.) Von diesem Tage an machen einige Hausdiener Schwierigkeiten, heute Abend sei es nicht zum wenigsten geschehen. Rieinand brauche sich zu wundern, wenn jetzt die Kaufleute sich von den Haus- dienern ttennen. Könnten einige von letzteren nicht in der ihnen von der Versammlung der Angestellten vorgezeichneten Weise arbeiten, so mögen sie ihr Mandat niederlegen. Redner ermahnt zum Schluß, streng nach dem heut gefaßten Beschluß zu handeln. (Beifall.) Als sich hieraus wieder eine leidige Geschäftsordnungs- dcbatte entspinnt, schließt der Vorsitzende nach Erschöpfung der Rednerliste kurzer Hand die Versammlung. Versammlung aller Arbeiter be» Keermann- scheu Maschineubnu-Austalt fand am Sonntag Vormittag im Lokale„Sud-Ost". Waldemarstr. 73, statt. Der Saal war bis aus deii letzten Platz gefüllt. Den Gegenstand der Tagesordnung bildete die Feier des 1. Mai. Der Referent, Herr Bredow, verbreitete sich in längeren Ausführungen über die Entwickelung unserer Produkttonsweise und wies auf Grund der angeführten Thatsachen die Nothwendigkeit einer Verkürzung der Arbeitszeit nach. Dann besprach Redner den Pariser Kongreß und die wichtigen Betchlüffe dvftlben kür di» Ard-it-» der-an-en M-lt. An den Arbeitern sei es nun, den Beschlüssen zu folgen, diese hochzuhalten. Am 1. Mai dürfe nicht gearbeitet werden; Vor- mittags werde man in die Versammlungen und Nach- mittags zu einem entsprechenden Erholungsfest gehen Ter Arbeiter müsse so oft feiern, wenn es dem Fabrikanten beliebe oder keine Arbeit vorhanden sei, folglich könne er auch hier, wo es sich um seine eigenen, höchsten und heiligsten Interessen handle, an der Feier theilnehnien. Am 1. Mai müsse sich bewahrheiten das Dichterwort: Alle Räder stehen still, wenn Dein starker Arm es will.(Lebhafter Beifall.) Herr Wilhelm Schmidt wies darauf hin, daß die gegnerische Presse den wahren Werth des 1. Mai und seine Bedeutung zeige. Man tische nebenbei in derselben allerhand Spukgeschichten auf. Eine maßgebende Person in einer Fabrik habe ihn sogar gefragt, ob denn nun am I. Mai die Revolution losgehe.(Große Heiter- keil.) Zu keiner Zeit habe eine so schrankenlose Ausnutzung der Arbeitskraft stattgefunden wie heute. Man sagt immer, wer nur arbeiten wolle, finde Arbeit, und doch beweise die wachsende Zahl der„Vagabondcn" täglich das Gcgenthcil. Arbeit finde mau zu- letzt zwar noch, aber nur— in Rummelsburg.(Lebhafter Beifall.) Es sei hohe Zeit, daß endlich Front gemacht werde gegen die übermäßige Ausbeutung durch das Kapital.— Tie Herren Staber nack und Müller sprachen sich ebenfalls für die Feier des 1. Mai aus. Die Fabrikleitung sei ja keine so in- humane und deshalb werde man den Arbeitern wohl keinen Widerstand entgegensetzen. Herr K u h l i g, Meister in der Fabrik, erklärte, daß er nicht für den bemerkten Feiertag sei. Man habe in Paris sicher nicht an den vorausgehenden Bußtag gedacht. Am l. Mai sollte doch nur eine Kraftprobe geliefert werden, eine solche habe man aber doch erst vor Kurzem, am 20. Februar, gezeigt und erscheine dieselbe mithin jetzt ganz überflüssig. Er müsse rathen, von der Sache Abstand zu nehmen, doch möge die Versainnilung, da sie der Mehrheit nach für die Feier sei, eine Kommission wühlen, welche sich an Herrn Beermann wenden könne.(Beifall.) Herr S t a b e r n a ck bemerkte, daß durch die Demonstration ein Druck auf die Gesetzgebung ausgeübt werden solle. Herr Schmidt: Herr Kuhlig sagte auch, daß von Außerhalb Kräfte genug kominen würden, wenn hier eine noch kürzere Arbeitszeit verlangt und daraufhin Arbeiter entlassen werden sollten. Das ist aber gerade der Kern- punkt. Wir wollen nämlich durch die gesetzliche Verkürzung der Arbeitszeit diesem entgegentreten, denn durch diese wird die Arbeitszeit überall zu einer gleichen.(Beifall.) An der weiteren Diskussion bctheiligten sich noch eine größere Anzahl Redner, die sämmtlich für die Feier eintraten. Mit allen gegen 6 Stimmen wurde schließlich folgende Resolution angenommen: Die heutige Versammlung der Arbeiter der Beermann- schen Maschinenfabrik erklärt sich mit den Ausführungen oes Referenten über die Arbeiterbewegung einverstanden und beschließt, am 1. Mai die Arbeit ruhen zu lassen. Ferner wurde beschlossen, bei etwaigen Maßregelnngen nach dem. Grundsatz:„Einer für Alle und Alle für Einen" für jeden Gemaßregelten einzustehen. Dann wurden 10 Personen in eine Kommisston gewählt, die dem Fabrikanten den Beschluß unter- breiten soll. Einem Antrag, nur Hüte mit Kontrolmarken und nicht in solchen Geschäften zu kaufen, welche ihrem Personal keinen freien Sonntag-Nachmittag gewähren, wurde ebenfalls zugestimmt. Hierauf erfolgte Schluß der Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung. Die Dersammlnng der berliner Roll- und LnJJfuhr- wcrkskutschcr wurde am 21. d. MM, Vormittags 9V4 Uhr, vom Vorsitzenden Brunsch eröffnet. Kollege Dannenberger be- richtete über ein Schreiben, welches von dem Generalsekretär der „Vereinigten Spediteure" an die Lohnkommission eingegangen war, in dem er erklärte, die Kutscher möchten unter sich Leute wählen, die mit den Herren Unternehmern verhandeln. Dieses Anstnn.en wurde von der Versammlung einstimmig abgelehnt. Es wurde bekannt gemacht, daß alle die, welche als Rollkutscher an- erkannt und sich am Generalstreik betheiligen, auch unterstützt werden. Kollege Priemke ließ erklären, daß er von jeder Unter- stützung Abstand nehme, und bat die Kollegen, daß solche, welche es augenblicklich nicht nöthig brauchen, seinem Beispiele zu folgen. Herr Schütte warnte jeden: Kollegen, sich damit nicht einzulassen, sondern einzig und allein alles der Lohnkommission zu über- lassen; sie sollten und müßten an ihren Beschlüssen festhalten. Die Absicht der Unternehmer gehe dahin, die Kutscher aushungern zn lassen, es würde sich jedoch in kürzester Zeit zeigen, daß, wenn die Kutscher einig unter einander bleiben, oer Sieg ihnen gewiß ist. Er bat die Kollegen, den Generalstreik aufrecht zu erhalte», Herr Beck äußerte sich über das Schreiben des Herrn Sekretärs sehr abfällig und warnte die Kollegen, dergleichen Pamphleten Gehör zu schenken. Wie sein Vorredner, so bat auch er eindring- lichst einen partiellen Streik nicht eintrete» zu lassen. Zur Tis- kusston sagte Herr Hausdiener Grauer, daß er mit Bangen die heutige Versammlung besucht habe, müsse aber zu seiner Freude seiner Zufriedenheit darüber Ausdruck geben, daß die Versammlung eine iniposante zu nennen sei. Der Generalstreik müsse unter allen Umständen ausrecht erhalten werden, denn nur dieser würde den Wendepunkt herbeiführen. In dem Schreiben des Herrn Sekretärs wird auf die Nebenverdienste(Trinkgelder) der Rollkutscher ein Gewicht gelegt, das aller Wahrheit Hohn spricht und es dem ganzen Arbeiterstande als ein unwürdiges er- scheinen müsse, wenn Bettelei seinem Tagclohn zugerechnet würde. So dehmüthig, wie die Kutscher durch ihre Lohn- kommission an ihre Brotherren herangetreten seien mit einem Minimallohn von 20 Mark 50 Pfennige, sei ihm bisher noch nicht bekannt geworden. Er kenne die Trinkgeldsrage als Hausdiener genau und wisse, daß, wenn der Kutscher 10 bis 12 Kisten abholt, ihm dann seitens der Geschäfts- inhaber ein Zehupfennigstück in die Hand gedrückt werde. Er warne ebenfalls vor Ernzelverhandlungen. Mit dem Mahn- wort:„Haltet fest am Generalstreik, sonst schadet Ihr nicht nur Euch selbst, sondern auch dem ganzen Arbeiterstande", schloß Herr Grauer seine Ausführungen und seiner Sachkenntniß wurde mit einem von 700 Stimmen ertönenden Bravo! Beifall gezollt.— Herr Schütte hielt am Schlüsse noch einen belehrenden Vortrag über die Unfallversicherung, welcher sehr beifällig ausgenommen wurde. Nachdem bekannt gemacht wurde, daß eine Versammlung am 22. d. M., früh 8 Uhr, bei Jordan, Grünstraße, stattfinden solle, wurde die Versammlung um 10V4 Uhr vom Vorsitzenden geschlossen. Ter die Versammlung überwachende Polizeilieutenant drückte seine Freude über das musterhafte Verhalten der Roll- kutscher aus. Am Ko-nnabenh, de» 19. April, wurde von dem Schlosser Miller eine Versainnilung der Siemens u. Halske'schen Arbeiter einberufen. Dieselbe nahm jedoch einen raschen Verlauf. Als nämlich der Einberufer am Abend anlangte, wurde derselbe die Treppe zurückgeworsen, überhaupt mit Schirmen und Stöcken be- droht. Demselben wurde von dem Schmied Jähnike, den Schlossern Gohs und Becker, dem Feinmechaniker Schuff, sowie von dem Tischler Maier der Eintritt überhaupt verweigert. Da sich jedoch verschiedcnene Kollegen für denselben ein- legten, zuletzt nach verschiedenen Püffen und Kniffen der Eintritt erzwungen. Da also der Unternehmer der Versammlung einsah, mit welchen Arbeitern derselbe zu thun hatte, so eröffnete derselbe um bVe Uhr die Versammlung, gab verschiedene Erklä- rungen ab, stellte das Gcbahren obiger Arbeiter in das richtige Licht? Da dem Referenten der Eintritt auch nicht gestattet, über- Haupt die Tellersammlung inhibirt, infolge dessen ganz grobe Verstöße gegen alles Recht vorgekommen, fühlte sich der Einberufer nicht veranlaßt, die Versammlung tagen zu lassen. Als derselbe den Saal verlassen wollte, wurde er von verschiedenen Seiten be- droht und verlangte daraufhin polizeilichen Schutz. Darauf gab der überwachende Beamte die Erklärung ab, daß der Einberufer unter seinem Schutz stehe. Eine öffentliche Dersammlnng siimmtlicher in der Zchranbenbranche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen fand am Montag, den 21. d. M., Vormittags 10 Uhr in Deig- müller's Salon, Alte Jakobstr. 48a, statt.— Auf der Tagesordnung stand: 1. Der Stand unserer jetzigen Lohnbewegung. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.— Das Bureau wurde von den Kollegen Hirsch, Stabernack und Klose gebildet. Kollege Hirsch gab in kürzen Zügen einen Ueberblick über den jetzigen Stand unserer Bewegung und begrüßte derselbe init Freuden, daß sich auch die Arbeiterinnen der Finna Roll vollständig mit uns soli- dorisch erklärt haben, und sind dieselben Willens, die Arbeit nicht eher wieder auszunehmen, bis sämmtliche Forderungen bewilligt worden sind. Außerdem machte derselbe noch bekannt, daß sich bereits die Herren Roll und Braf betreffs Unterhandlungen an den Vorstand gewendet haben, doch soll demselben nur dann stattge- geben weroen, wenn die Herreu eine schriftliche Einladung senden. Sämmtliche nachfolgende Redner waren der Meinung, daß unsere Lage eine sehr gute sei, da wir noch keinen Fahnen- flüchtigen zu verzeichnen haben. Kollege Stabernack be- zeichnete das Inserat in der„Volkszeitung" betreffs der Ent- lasiungSscheine als ein Possenspiel, um uns Arbeitern Schreckschuß einzujagen, denn mit den neuen euren Arbeitern könne kein Unternehmer weiter arbeiten, da dielben in 3 Tagen 40 Pf. verdient haben, und ein jeder Fabrikant dann in kurzer Zeit sich neue Bänke anschaffen muß. Ein Antrag, dem Vorstand Vollmacht zu ertheilen, nach eigenem Ermessen Konzessionen zu niachen, rvurde abgelehnt mit der Motivirung, daß rvir überhaupt nicht nachgeben. Fräulein Clara Pollack be- leuchtete noch die Zustände in der Fabrik von Roll. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen:„Die ain 21. April in Teigmüller's Salon tagende öffentliche Versammlung sämmt- licher rn der Schraubendranche beschäftigter Arbeiter und Ar- beiterinnen hält ihre Forderungen vom 20. März vollständig ausrecht." Nachdem der Vorsitzende einen kräftigen Appell an die Anwesenden gerichtet hatte, schloß derselbe dre von zirka 800 Personen besuchte Versammlung mit einem Hoch auf die intenationale Ar- bciterbcwegilng. «auverein KUrliner Kildßaner. Dienstag, 52. April: Keine Sitzung. Krsr-»>lt> zii»k»t>r!>lub„Jlntur". Jeden Dienstag, Abends s Uhr, Sitzung, Kaiserstraße 4 beiHossinann.©äste durch Mitgliedereingeführt haben Zutritt. Soiiaidemdkratitchrr£tfe- nnd yiaiiutirstluli„zioruiiirt«" hält jeden Mittwoch seine Sitzung in der Naunynsttaste es im Lokal Polank ab. ©äste durch Mitglieder eingeführt haben Zutritt. jtnrtoiiarbeiterinnr» und Arbeftrr. Mittwoch, den es. April, Abends 7% Uhr, große Massenversaminlung ttn Böhinischen Vrauhause, Landsberger Allee n— IS. Tagesordnung: Sind Forderunge», die auf Verkürzung der Arbeitszeit und Lohnerhöhung abzielen niaßlose und unverschäuite? Nefcrcnt Alberl Auerbach, e. Diskussion, s.»ericht der Kommission. 4. AerschiedencS. — Kolleginnen und Kollegen, der Generalstreik dauert fort. Ueberau muß die Arbeit ruhen. TaS Streikbureau besindet sich Andreasi>r. 20 bei Bolzmann. vlaofchleifer Kerl ins. Große östcntliche Versammlung am Dienstag, den 22. April, AbendS sjs Uhr, Anncnstraße 10. Tagesordnung: Ter i. Mai isoo. Erscheine Jeder. Kirrdurch zur K-Kauntuiachung, daß die am Montag, den 21. April in Jordan'? Salon stattstnden sollende Schristgießer-Versammlung mit der Tagesordnung: Vortrag des Herrn A. Auerbach, über: Die Bedeutung des :. Mai für den Arbeiter, polizeilich nicht genehmigt worden Ist. blrolsr osteutlichc■pirinmmliiitg famiutlicher Kchmirde«teriins und Umgegend am Mittwoch, den 23. April, Abends s Uhr, ln der„Norddeutschen Brauerei", Ehausscesträße. Tagesordnung! i. Der Achtstundentag und feine Bedeutung. Referent wird in der Versammlung besannt gemacht. 2. DtS- lusston. S. Verschiedenes. Große ötfentiiche Ti schier- �«rsanimlnng am Mittwoch, den 23. April, AbendS 8 Uhr, Im großen Saale der Berliner Boctbrauersi, am Tempelhofer Berg. Groß» Sffentlich« Persauinilung der Klaviatur- nnd Zliano- nirchnnik-Arbriter am 22. April, AbendS 8% Uhr, in Südost, Waldemar- straßs 73. AUoemeiner Arbeiteriunenverein sammtlicher Berufszweigs Berlins und Umgegend, Filiale I lAioabit). Dienstag, den 22. April, Abends 8% Uhr, bei Herrn JllgeS, WilSnacksrstr. 03: Große Versammlung. Große ösfeutliche ipersannnlniig der Kanarbritrr Kerlin» und Umgegend am Dienstag, den 22. April, AbendS 8 Uhr, in Echefser's Salon, Jnselnr. 10. Große öffentliche iserlaniinlung der Arbeiter der Chemischen Fabrik ans Alitirn(vorm. E. Schering) zu Berlin und Eharloltenburg am Dienstag, den 22. d. M., Abends 8% Uhr, im Saale des Herrn Reichert(früher O. Pohl), Müllerstr. 7. x-hrltttvsttS der saliner Arbeiter und Arb<;ter;»tuen tf KUf- b-i ZlngliuksfciU-n. General-Versammlung am Dienstag, vea» 2 iUr. * �4 Abends 8% Uhr, Alte Jakobstr 75, in Feuerstein'S unterem Saal. Große p-rsammlnng der Arbeiter der Fabrik von p» Dienstag, den 22. April, Abends sjs Uhr, im Etablissement Joel, oberer Saal., Uanrer Kerlin» und Umgegend,©roße oisentltche Versal Dienstag, den 22. April, AbendS 8% Uhr. im«aisersaale Buggel Moritzplatz. Kombinirte Witgliederversamnilnng der tlereiniS» Krechsler Deutschlands(OriSverwaltungen Berlin 1 bis 6) am den 23. April, AbendS 3% Uhr, in Scheffer'S Salon, Jnselstr. 1». ordnung: 1. Unser Arbettsnachweis. 2. Wie stellen wir uns zur � des Streikfonds? 3. Berathung über die vorzunehmende Elalistm schicdenes und Fragekasten. Pünktliche- Erscheinen aller Mitglieder Achtung! Die öffentliche Volksversammlung, welche am Min 23. April, im Kurhause zu Friedenau stattfinden sollte, findet Umfmmi nicht statt.— Dafür findet am Tonnerstag, den 24. April, ein« Volksversammlung im Restaurant Hohenzollern statt. Große öffrntiich» Tapriirrrversainnilung am Mittivock, den Abends 8 Uhr, in Feuerstein'S Salon, Alte Jakobstr. 75. Tage«. 1. Welchen Werth hat die Verkürzung unserer Arbeitszeit aus la Stunde» für die Gehilfenschaft und der 1. Mai. Referent: 4>' Baginski.— 2. Wie gedenkt die Berliner Gehilfenschaft den 1. Mai z» 3. Endgiltige Regelung des Arbeitsnachweise- bezw. Vöries Reglements zu den am 20. März beschlossenen einheitlichen Bureau sammle Kollegenschafl Berlins. 4. Gewerlschastliches. 6. Allgemt pünttliches und zahlreiches Erscheinen wird ersucht. miui ort «re gm Alle Jakobstr. 83..„.U avleyN«! Drrrin zur Wahrung d»r Interessen de« Kerliner Knapiol-: geantwo Dienstag, den 22. April, Abends Sjs Uhr, bei Bolzmann, AndreaSP» nefetzt Ii Ordeniliche Generalversammlung._ gTr:»ÜM- Derrinsverkninminng der Freien Pereinigung der Pal«'?- glt' Vier Schneider»nid Arbeiterinnen der Keklezdu n g« in dnstri» IstClteu� einen A I» dem Sck standen fänger 2 siihriger nach drt ............,........ der Kekleidnngsindnffri» Dienstag, den 22. April, in Jordan'S Salon, Neue Grünstr. 28... f ozialdeiuokratischer Ulahiverein für den 5. Kerliner Den? ikrri». Generalversammlung am Dienstag, den 22. Apru, 8 Uhr, im Lokale des Herrn Zeniter, Münzstr. II.„. ,.0. �ai SoiiaidemoKratischer Ulahlverei» de» G. Kerliner Nsst-i erzielt n Ulahilrreifr». Große Versammlung am Dienstag, den 22. Apru,■ ejj Uhr, Im Saale der Moabiter„VolkSbrauerei", Alt-Moabtt.__, P- m_„ Groß» SUdhanrrvrrsnnimlnng am Dienstag, den 22. Aptu, vte pro 8X Uhr, in Mündt'« Salon, Köpenickerstr. 100.„ fordern. Gelang-. Turn- und gesellig« pereine am Dienstag. u u u u- f falju Tri „Gillenberg" Abends 8% Uhr im Restaurant Quandt, SIralauerstrar P,, Gesangverein„Alpenglühen" Abends 9 Uhr im Reswurani Hildebrandl,? angeschl iirrtfj» Q7_ her WTfor" Olh�nhÄ 9 HUT" nrtllllt 1 *2/4.11». cy VV4VU»------—------ 1----------------- straße 97.— Schäfer'scher„Gesangverein der Elfer" Abend« s Uhr und Krüger, Slaliyerstr. 120, Gesang.— � Männergesangverein„©or� AbendS 9 Uhr im Reftarani Firk, Kottbuserstraße 22. Z—©uj-f Bouvardia"(Männerchor) Abends 8); Uhr im Restaurant„Teutom» sorterstraße 15.— Männergesangverein„Steinnelke" AbendS 9 Uhr>» rank Schulz, Stetlinerslraße 50—57.— Gesangverein„Harmonie. 8 Uhr in Neukam'S Bierhaus, Große Frankfurierstr. 49.— Maw? verein„Echo II" AbendS 9 Uhr im Restaurant Drillhose, Nosenlhalett»r — Gesangverein„Sängerhain" AbendS» Uhr im Restaurant Kau» Grenadierplay 7.— Gesangverein„Bruderherz" Uebungsstunde W? 9%— 11% Uhr. Aufnahme neuer Mitglieder.— Gesangverein Moabii" AbendS Sis Uhr WUSnackerstr. 03 im Restaurant Jlges- gesangverein„HiiarltaS" Abends 8 Uhr im Restaurant W. Gleist, I Allee 89.— Gesangverein„Felicitas" Abends 9 Uhr tm Nestauram. Lange str. 108.— Männergesangverein„Olympia" AbendS o Uhr im»" Serth, Prinzenstr. ioo.— Gesangverein„Liederlust" AbendS 9 Uhr w rant Lehmann, Naunynftt. 44.— Männergesangverein„Aeeordia vv bei Weick, Aleranderstr. 31.— Gesangverein„Ludwig'scher Männerch»� 9 Uhr Lindenslr. ioo bei Poppe, Uebungsstunde. Gäste find will» Männergesangverein„Liedesfreiheit" Abends 8% Uhr im Restan" Blumensir. 38.—„Deutsche Liedertafel, Dirigent R. MaschtnSly Uebungsstunde im Restaurant Saeger, Grüner Weg 29.— 9! verein„Alte Linde" AbendS 8%— 10% Uhr im Restaurant Johns, straße 10.— Gesangverein„Bleibtreu", Uebungsstunde Mülle Pohl.— Zitherklub„Amphton" AbendS 9 Uhr in TriedeiS Hoher Steinweg 15.— Turnverein„Froh und Frei"(Männi Abends 8% Uhr, Bergstr. 57.— Berliner Turngenossenschast(Fünft«» abtheilung) AbendS 8 Uhr in der städtischen Turnhalle, WasftrlhouZ Turnverein„Hasenhaide"(Männerablheilung Abend« 8 Uhr, straße 00—01.— Verein ehemaliger Schüler der 87. Gemeinde f mm' 9 Uhr im Restaurant Kinner, Köpnickerstr. 08.— Arendt'scher Stei" verein„Apollo bund" Abends 8', ühr Brnnnenstr. 129».— Arendt s«* graphenverein Abends sjs Uhr im Restaurant„Zum eisernen Kren» zrapyenverein«oenos uijr im oicnauvonr„aur.\ ei>erne» iraße 71.— Deul scher Verein Arendt'scher Stenographen Abends Z nrape 71.— weuiimer«erein rrrenoi Iwer«lenograooe» Randel's Restaurant Brnnnenstr. 129».— Verein„Rae" Abends« Restauiant Eltze, Alexandrinenstr. 99.— Unterhallungsverein.V Abends 8 Uhr, Eisenbahnslr. 3011, im Restaurant von Liebe.— Der? verein„Mollig" Abends 9 Uhr im Restaurant Reinicke, SipSstra»> Dienstag nach dem 1. und 15.— Zilherklub„Arnphion" AbendS z „Münchener Hof" Spandauerstr. 11—12.— Rauchllub„Zum Wrangt'. 8 Uhr bei Herschleb, Abalberlstt. 4.— Rauchllub„Porloriko", Abt» Manteuffclstraße 119 bei Grewling.— Rauchllub„Deutsche Flagg 8 Uhr im Restaurant Händler, Wrangelsir. u.— Rauchllub„Fried Abends» Uhr im Restaurant Kipping, Landsbergerflr. 110».— .Lustige Brüder" Abends 8% Uhr bei Grothe, Fürsienbergersir., gnügungSverein„Fröhlichkeil", Grüner Weg 29. Große Gefells* verbünden mit Vorträgen. Gäste willkommen. Enttee frei.— verein„Sedan" S tznng Abend« 8X Uhr Grüner Weg 9—1«.— Tain» „Einigleit macht stark", gegründet 1880 Uebungssiunde AbendS Restaurant Hahn, Elsasserslr. 57.— Musik- DiUeltautenneijüi— Abends X9-11 Uhr, bei Trueks, R«ichenb«rgerstr. 83.«ufn«» Mitglieder, Haupt nicht vi Die Arl dieselbei verließe: sehnlich l der Di auch oh zu Haiti Da An die von An niedergt auf den nicht zn regelt 1 unfern aber tu Blatt" Wir m wie die 6 bis 6 sind, hl Stunde meiste. kürzen Di Sache sämmtl stützen. A, D! als eu gekennz Weiber native Ii ch ei Bern VepeHckxcn. (Wolff's Tel-graphen-Kurea«.) Wie», 21. April. Die Obmänner der GchilfeN-A schasten beschlossen, von dem am 1. Mai geplanten Wj zuge im Prater abzusehen und um V�ade Vorkehrungen Lj um Ausschreitungen und die E. Mischung fremder?�! unter die Arbeiter zu verhindern.— Eine Kundma�sj Statthalters von Mähren droht der Arbeitschaft mächtiger Arbeitseinstellung Bestrafung, er ent. lassung an. Da sich erfahrungsmäßig bei größeren ansamnilungm arbeitsscheue Jnduviduen herandrängtet zweifelhaft, ob die besonnene Arbeiterschaft die reDliar. streng gesetzlich vorzugehen, werde durchführen lönst".; Stadlhalter fordere daher die Arbeiter auf, sich aw. � jeder Betheiligung an etwaigen durch fremde Ruhestou � gerufenen Ausschreitungen zu enthalten, gegen deren Theilnehmer mit der vollen Strenge des Gesetzes vom werden würde. Eine ähnliche Kundgebung ist a"*' Statthalter in Trieft erlassen worden., Drag, Montag, 21. März. Seitens der Maliter'L zu Ausschreitungen gekommen; die Versuche, die Einsts, Arbeit zu erzwingen, haben sich erneuert und es si" Verhaftungen vorgenommen. ektio rankf eim t erziele, Herren W ß Stettli bemitti Mäd nied Röcke I die T' eiltziel Q zitirer Man Beziel ebensc auch' S der Tischler (für den(0 sielt). G r o ß e K e r s a m ut l u n g am Mittwoch, den 23. ti. Kl,, Abends SVa Übe», im kleinen Saal des Böhm. Brauhauses, Landsberger Allee 11/13, Tagesordnung: 1. Die Mißstände in der Küchenmöbel-Branche und wie können die Kollegen ihre Lage verbessern. 2. Diskussion. 3. Werkstattange- legenheiten und Verschiedeues.— Die Kollegen der Küchenmöbel-Branche sind hierzu ganz besonders eingeladen, ebenso die Kollegen der Werkstellen von Fröhlich, Rüdersdorferstr. 26, Roesner; Weinstr. 6, Otto, Pallisaden- straße 32.— Die Zahlstellen für den Osten besinden sich bei Schmidt, Friedrichsbergerstr. 25, nnd Heindorf, Langestr. 70.— Neue Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen. Kollegen als Gäste willkommen. 1182 Der Bevollmächtigte. Verein der Klempner Berlins u. Umgegend. Ctkttal-BechnmlW am Mittwoch, den 23. April 1890, in Orschel's Salon, Sebastianstr. 39. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes und der Kommissionen über ihre Thätigkeit. 2. Kassenbericht. Dechargeertheilung. 3. Wahl des Vorstandes und der Kommission. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Nur Mitgliedsbuch legittmirt. 1176 Der Vorstand. Achtung! Drechsler! In der Drechslerei von Besch, Franksurterstr. 86, ist ein Streik aus- gebrochen. Zuzug ist fern zu Halten. 1211 Die Lohnkommission. Allen Freunden und Genossen zur Nachricht, daß mein Mann jakob Ohler am 10. April, Nachmittags 5 Uhr, auf drei Monate nach Plötzen- see abkommandirt ist. Er hinterläßt Allen ein herzliches Lebewohl. 1197 Frau Ohler. W-KmkeilW ). Ste'lNllrMll.Lithographel!. Generalversammlung am Dienstag, den 29. April, Abends 8 Uhr, Sophienstr. 15. Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Ergänzimgs- wahl für den Vorstand. 3. Verschiedenes. Nach Erledigung der Tagesordnung für die Ortskrankenkasse: Generalversammlung für die InTaUdeu-Unterstützangskasse der Sieindracker and Lithographen. Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Ergänzungswahl. 3. Verschiedenes.— Anträge und Be- schiveroen, welche in diesen General- Versammlungen zur Verhandlung kom- men sollen, sind bis zum 27. April einzureichen. 1202 Der Vorstand. M. �Stuhlmann, Vors. Alle diejenigen Beleidigungen, welche ich gegen Frau Tischler Hitz ausgesprochen habe, nehme ich hiermit zurück. 1203 Frau Wittwe Vogel. Eine freundl. Schläfst, für 2 Herren Wienerstr. 39, v. 4 Tr., b. Kurth.[1198 Grosse Versammlung des Verl. Arb.-MilllgsMtns am Mittwoch, den 23. April, Abends 8 Uhr, im Lokal deS Herrn Faust« mann, Jnvalidenftr. 144. 1204 Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Türk. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Des interessanten Vortrags wegen ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes, in ür Versammlung zu erscheinen. Gäste dieser l sind willkommen. 1204 Der Vorstand. A.: F. K a a s ch. Der Arbeitsnachweis der Schlosser u. Mascliinenban- Arbeiter Berlins und Umgegend befindet sich im Norden bei Robert Nürnberg, Anklamerstraße 49, im Süden bei Gründe!, Dresdener- straße 116. Die Arbeitsvermittlung ist unentgeltlich für Arbeitgeber und Ar- beitnehmer. Schlosser werden verlangt Dresdenerstr. 116 des Abends von 8 bis 10 Uhr, Sonntags von 10—12 Uhr. 1208 Die Kommission. L. Ristkel 118 grmmrwßr*#* L;' Die durch Umbau u. dl meines Geschäfts, durch st je* Schutt leicht beschädigte» j verkaufe ich für die HäRtg/ liehen Wcrthes: Kleiderstom-� breit, schwere Waare 45 Pf;' äußerst geschmackvolle, gr»?' karrirte Stoffe, doppeltbre»- Eachemire Samoa in aw-u<> doppeltbreit 50 Pf.,%% beste Qual., doppeltbreit J derkattune, durchweg stMLl waschecht 18 Pf., prima f u. Elsasser Eretonne, hoch� 25 Pf., Lakenleine», ganjs niges, festes Geivebe, 40 Pf tuch, Shirting, Dowlas damit den e lvinni glorri Vorsi zu köi nicht, ivissei dieses lich, er dl seine> semit' so ue braue so lic Bunt beidei Freundl. Schläfst, f. 1'W v. Gneisenaustr. 34, H. l1 Inns eine Tischler!, verl. Bad, Tüchtige Dreher«- 1� aus Werkzeuge finden s»f° f und dauernde Beschästigu� Fr. Steinrück, Melä P.Ä scheut wenn aber in vi Bau Verantwortlicher Redakteur: Gurt Laake in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kadiug in Berlin SW., Beuthstraße 2. Mm Berliner B '-ZNr. S3. >ur ufiltj eb«t el? Dienstag, den 22. April 1890. 7. Jahrg. W 30ö|ialc Itvbevstrhk. ia ein««L �- I» der Aktiengesellschaft für Anilinfabrikatian, vor dem Schlesiichen Thor hatten heute vor acht Tagen die Arbeiter beschlossen, der Direktion ein Schreiben zu überreichen, in welchem die Forderungen der Arbeiter formulirt waren. Dieselben be- standen in Folgendem: 9 Stunden Arbeitszeit, Lohn für An- fänger 2,75 M.; nach halbjähriger Thätigkeit 3,00 M., nach einähriger Thätigkeit 3,25 M., nach zweijähriger Thätigkeit 3,50 M., i nach drei Jahren 3,75 M.— und den 1. Mai als Feiertag zu be- l trachten. Die Antwort auf die Forderung des 1. Mai war eine '. ablehnende; in Bezug auf die Arbeitszeit wurde von der Direktion "MS geantwortet, daß, wenn die'Arbeitszeit auf 9 Stunden herab- .. gesetzt würde, die Lohnfrage dadurch schon geregelt sei, indem die „„w"#* Art eiter dann für neunstündige Arbeitszeit denselben Lohn er- <#««"* dielten wie früher für 10 Stunden. Würde die Direktion für ...um« jeden Arbeiter nur 10 Pf. zulegen, so würde das für das Jahr einen Ausfall von 25 000 M. bedeuten. � Nach längeren Verhandlungen konnte eine Einigung nicht Bfr# erzielt werden. Die Direktion behauptete, daß in einer chemischen 1 Fabrik die Arbeit mindestens 10 Stunden betragen müsse, weil april." die Produkte eine gewisse Zeit bis zu ihrer Brauchbarkeit er- fordern. Eine Lohnerhöhung wurde überhaupt zurückgewiesen. , Im Freitag Nachmittag wurde ein großes Plakat in der Fabrik angeschlagen, auf welchem zu lesen war, daß die Fabrik über- I Haupt für 14 Tage geschlossen würde. Die Direktion sähe sich nicht veranlaßt, auf die Forderungen der Arbeiter einzugehen. Die Arbeiter hätten sich als entlassen zu betrachten und könnten dieselben ihr Geld in Empfang nehmen. Um 6 Uhr Abends verließen die Arbeiter die Fabrik. Vor derselben war eine an- lotetM sehnliche Polizeimacht versammelt, doch erivies sich diese Vorsicht wnißg der Direktion als gänzlich überflüssig. Ruhestörungen wären auch ohne Polizei nicht vorgekommen. Zuzug ist strengstens fern zu halten. Da»„kjauiburger tkcho" veröffentlicht folgenden Aufruf: An die Arbeiter Hamburgs. Kollegen! Wir Arbeiter der Sägerci von Andersen und Huppe haben heute Nachmittag die Arbeit niedergelegt wegen Maßregelung eines Kollegen, der Delegirter auf dem Kongreß der Holzarbeiter war. Wir können durchaus nicht zugeben, daß der, der für unsere Interessen eintritt, gemäß- regelt wird. Wir haben den Arbeitgebern die Forderung gestellt, unfern Kollegen wieder in die Arbeit einzustellen; es wurde uns aber rundweg abgeschlagen; er wisse wohl, daß es ins„schwarze Blatt" käme, wollte aber mit„Wühlern" nichts zu thnn haben. Wir müssen den Arbeitern Hamburgs ein klares Bild machen, wie die Zustände in jeuer Fabrik sind. Die Arbeitszeit ist von 6 bis 6 Uhr: die Leute, welche an den Maschinen beschäftigt sind, haben keine Frühstück- und Vesperpause und nur eine Stunde Mittagspause. Dann wird bis ö Uhr gearbeitet. Die meiste Zeit wird immer nachgearbeitet; andere Gewerke aber ver- kürzen die Arbeitszeit. Deshalb, Kollegen, fange Keiner die Arbeit an, bis unsere Sache geregelt ist. Wir appelliren an das Solidaritätsgesühl sämmtlicher Arbeiter Hamburgs, uns nach Kräften zu unter- stützen. Die Arbeiter der Fournier- und Blocksägerei von Andersen u, H u.p p.e. Arbeiterfreundliche Blätter werden um Abdruck gebeten. Di» deutsche Koufektionobranche ist von uns schon oft als ein Schandfleck am deutschen Wirihschaftskörper eingehend gekennzeichnet worden, mit ihrer skandalösen Ausbeutung der Weiberarbeit, welche für Tausende armer Weiber nur die Alter- native: Verhungern oder sich prostituiren, übrig läßt. Die a m t- lichen Mittheilungen der Bekleidungsindustrie- Berufsgenossenschaft schreiben speziell über Herren kon- sektion:„In Deutschland sind es(außer Firmen in Berlin, Frankfurt a. M., Breslau, München, Worms, Heidelberg, Mann- heim u. a. O.) S t e t t i n e r Firmen, die einen großen Umsatz erzielen, und zwar insgesanunt für jährlich ea. 12Va Mill. M. Herrenkleider fabriziren. Dies hat seinen Grund darin, daß die das Zuschneiden zumeist mit Dampfmaschinen betreibende» Stettmer Kleidersabriken sehr billige Herrenkleider für die Minder- bemittelten herzustellen vermögen, weil, infolge der Mädchenarbeit, die Stettiner Arbeitslöhne sehr niedere sind. Man zahlt z. B. für Jaquets 1—3 M.. für Röcke 2,25-4 M.. für Gehröcke 8,75 M.. für Paletots 2 bis - 1 m $3 v0' d wM nD* k 4 i >- % 7 Dlaudrrri. (Wegen Raummangel verspätet.) R. C. Nun machet die Thüren in der Welt Hoch, und die AHove in der Welt weit, daß der König der Ehren einziehe! Es ist eigentlich nicht ganz zulässig, den Psaluiisten zn zitiren, wenn man von einem Antisemiten sprechen wut. Man kann leicht in den Verdacht kommen, alttcstamentarrsche Beziehungen zu unterhalten, und das ist in der neuen Aera ebenso gefährlich, wie es in der alten, noch nicht begrabenen �Aber machet die Thüren im Reichstagsgebäude hoch, damit Herr Wilhelm Pittenbach— als geschwollener Mann, den er ja jetzt spielen wird— Platz zu seinem Emzug gewinnt. Nur noch wenige Wochen trennen uns von dem glorreichen Ereigniß, und da wird es denn Zeit, daß man alle Vorbereitungen trifft, um dieses Ereigniß auch würdig begehen zu können. Heißt es in der Bibel, daß nian mit seinem Psunde nicht, oder doch wuchern soll? Herr.Stocker ivird es wissen, es ist sein Metier, das arme, unaufgeklärte Volt uvei. diese Frage zn unterrichten, und Herr Pittenbach wird /)offenl- lich ein so gelehriger Schüler von ihm gewesen ftul, dafi er das Bibelwort richtig in Anwendung brachte, als er 'einem Nebenmenschen das Fell in so überaus sanfter, ant- emitischer Weise über die Ohren zog. Die Sache ist leider o neu, daß man aus dieselbe nicht besonders zuruckzukommei »Ä» Bundesbrnder Bockel tief in den Schatten stellen kann. Diese beiden Vorkä/iipser des Deutschthums beten die deutschen Jungfrauen Vn: deutscher Wein und deutsch� Weib ist) eine der Hanptdevisen der deutsch-uaUonalen Jugend. Al i bezahlen— das ist eine andere Sache, da sind die Herren Pittenbach und Bockel nicht gut zu sprechen. Herr Böckel scheut detauntUch die öffentliche Gerichtsverhandlung nicht, wenn er sich von seinen Alimentationspflichten drücken kann, aber Herr Pickenbach ist„ihm über"— er versteht es, sich in viel feinerer Weise zu absentiren.,.. Wie war die Sache doch? Herr P'ckcnbach lag in den Banden süßer Minne, ein deutsches Mädchen küßte ihn, doch 4 M., für Hosen 0,85—1 M. und für Westen 50—75 Pf. Arbeits- löhne. Einige Herrenkonfektionsfirnien, die zur Bequemlichkeit ihrer Konsumenten kürzlich nach Berlin übergesiedelt sind, haben ihre Stettiner Arbeiter, die meistens viele Mädchen beschäftigen, s c l b st v e r st ä n d l i ch beibehalten und lassest die Sachen in Stettin weiter arbeiten." Kommentar überflüssig! Debrr Avbciterauostiinde in Frankreich giebt eine vom französischen Finanzministerium herausgegebene auitliche Zeitschrift interessante Aufschlüsse. Im Zeitraum 1382 bis 1885 haben darnach 182, 144, 90 und 108 Streiks stattgefunden. Je industriereicher die einzelnen Departements, je schärfer also der Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit, je entwickelter infolge dessen auch das Solidaritätsgefühl und das Klassenbewußtsein der Lohnarbeiter, um so häufiger sind naturgemäß die Zusammen- stöpe zivischen dem Unternehmerthum und dem uin Verbesserung seiner Lage kämpfenden Proletariat. Es kamen in den Departe- ments Nord 172, Seine 103, Rhüne 57, Marne 39, Sonime 86, Jsöre 32, Loire 25, Bogesen 21, Aisne 20, Gironde 20, Seine in- ftrieure 19, Bonches du Rhüne 18 und Gard 13 Ausstände vor. Die meisten Streiks finden sich in der Textilindustrie, dann imBerg- und Hüttenwesen, dem Baugewerbe und der Möbelfabrikation, der Gerberei, dem Schneideraciverbe und bei den Erdarbeitern, lieber das Ergebniß der Streiks giebt folgende Uebersicht Auskunft: 1882 50 29 93 1883 50 16 76 1884 27 8 61 1885 21 18 69 zusammen 148 66 299 Die Bourgeoisjustiz, die auch in Frankreich mit eiserner Faust in die Lohnbewegung eingreift, wo nur ein irgendwie gearteter Anlaß sich bietet, ging 1882 gegen 132, 1883 gegen 147, 1884 gegen 17 Arbeiter wegen im Zusammenhang mit den Streiks vorgekommener strafgesetzlich zu ahnender Vergehen vor. Deutkchlnndo|it»rit»n»chw«i«»»r KIavi»ra» b-it«r befindet fich Naununftr. bei Winzer. Tie Adressenausgabe findet leben Abend von 8—9* Uhr und SonnlaaS«ormillaq» 10— 11* Uhr, sowohl au Mitglieder w'e an Nicht» Mitgtieber uneuigeillich slalt. Zu gleicher Zeit machen wir ote Mvretno- »ollegen daraus aufmerlsani, dafi jeden«i/ntag und Donnerstag im vibliochel- »immer Leseabende abgehalten werben. Recht rege Belhetligung erwunschl. p-rein ehemaliger Stotterer. Mi/iduugen werden noch Wilhelm, tr. aij Quergeb. rechlo parterre, von Sitchard iZcheer, Tetoratwnsmaler, cmgegen» genommen. Der Hierein Hai den Zweck, Lernen, die noch stottern oder ge- siottert haben, Gelegenheti zu geben, durch lachgemähe Uehung tn der U«ter- haliung ihre» Fehler» Melsier zu werden. verordneter"— ein solcher Mann wird auch vor dm schivierigsteu Gesetzesvorlagen nicht zurückschrecken. Doch Köpenick ist ruhig biS auf seine Schützengilde. Es ist nur selbswerständlich, daß der kriegerische Geist, der heute alle Welt bewegt, sich auch unter den Kampfesmännern Köpenicks breit inacht. In der That giebt es wohl kaum einen großartigeren Anblick, als wenn man die wehrhasten Männer einer Groß« stadt wie Köpenick bis an die Haare auf den Zähnen be- waffnet, hinausziehen sieht, um im Schweiße ihres Angesichts ans dem Schießstande möglichst viel rauch- und knallgebendes Pulver zu verpuffen, und dabei nach guter alter Sitte un- geahnte Quantitäten Bier vom Erdboden verschwinden zu lassen. Wenn eine solche Schaar kriegsgeübter Männer irgendwo zur kriegerischen Aktion ubergeht, so bleibt natürlich kein Stein auf dem anderen und Altes wird dem Erdboden gleich- geniacht. Die Bürger einer Stadt, die eine Schützengilde besitzt, können beruhigt schlafen, vor den nie fehlenden Büchsen der Schützen verkriecht sich Alles, was nur kriechen kann: die Schützen sind die Stützen der öffentlichen Ordnung, und kommen sie irgendwohin zum Besuch, so ist es nicht mehr wie recht und billig, daß sie in würdiger Weise bewirthet werden. Heil daher dem Magistrat unserer Stadt, der es sich nicht nehmen ließ, den Köpenicker und allen übrigen Schützen des deutschen Vaterlandes in so freigebiger Weise entgegen- zukomnien. Die Natur um Berlin herum ist ja groß genug. es kann manches Loch in dieselbe hineingeschossen werden, auf das kleine im Steuersäckel kommt es dabei weiter nicht an. Für Leute, wie die Köpenicker Schützen beiipielS- weise sind, muß man Geld übrig haben,— opfern sie im Nothfalle Pulver und Blei für daS Wohl und Wehe ihrer gleichgestnnten Mitmenschen, so soll man sie auch nicht Durst leiden lassen: das wäre barbarisch, und Barbaren wollen wir denn doch nicht sein. Sollte Herr von Puttkamer jemals in Verlegenheit sein, wo er sich iin Hinblick auf seine Verdienste als Ehrenbürger ernennen lassen soll, so muß er entschieden auf Köpenick reflektiren: er mit seinen Kanonen und die Köpenick« Schützen mit ihren Büchsen— sie zusammen fordern ihr Jahrhundert in dieSchranken 1——-- 110 mit insgesammt 100 Reit- u. 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Die Streikkomniisf jeden Abend von 8—10, Sonntags Vormittags von 10—12 im* Kessner, Annenstrasse IG. Zugleich verweisen wir auf den Beschluß von voriger Ve wonach jeder m Arbeit stehende Kollege bis auf weiteres verpflichtl Mindestbeitrag von 50 Pf. pro Woche zu entrichten. Mit Gruß Die Streikkommission. I. A.: Schö> Große öffentliche Versammlung kt Aull- uni) LMmerks-K Berlins. � am Dienstag, de» 22. April, Margens SVa Uhr,»_ in Jordan s Salon, Urne Grünstrasse 28. Tagesordnung: 1. Die Arbeit früher und jetzt. Link. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. ersch T.- E-sch..»-».«---- cheint t 's Haus Ausserordentliche Versammlung (miutl. iu kr iuirauije besGst. Arbeiter u. Arbei nter am Mittmoch, den 83. April, Abend» 8 Uhr, bei Jordan, Uene Crnnstr. 88. ,A Tagesordnung: 1. Wie stellen sich die Berliner Wollar�' misation? Referent: Stadtv. Herr o -Arbeiterinnen zu einer Organisation? Referent: 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Insbesondere sind eingeladen Färber-Hilfsarbeiter, Hasple: rinnen, Dockerinnen, Einschlägerinnen. Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung statt. Die Einberuferin t Fr. �. te Große öffentliche Versammlung kr Bauarbeiten Die iebe larende' von Schöneberg, Wilmersdorf, Steglitz und am Donnerstag, den 24. April, Abends 8 in der Schlossbrauerei Schfineberg, Hauptstrasse1. Tages-Ordnung: jFoneUl! 1. Berichterstattung des'Delegirten über'den vom 8.— 11. die � gefundene» Bauarbeiter- Kongreß zu Hannover. 2. Wahl einer verhül 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Elnbe.�� § durchs Wr ösfeutl. Aersumiuluiii her Klavier-, Klaviatur- und VidlDs�° mechanik-Arveiter am 22. d. M., Abends SVa Uhr, in Südost, Waldemarstr*' 1871/75 Tages-Ordnung: j 1887 Wie stellen sich die Klavierarbeiter zur Feier des 1. Mai f■ cv Referent: R. Schmidt. 1 � Um zahlreiches Erscheinen ersucht Oer Einberg 1872 Zu beziehen durch die Expedition, Beuthstrase' 1887/86 No> •er lebe Zteuerstc mben ai und Zum 1. Mai! Soeben erschien bei Wörlein& Co., Nürnberg: Ter aWMge ArbeitstilM' die Beschlüsse des Internationalen Arbeit Kongresses zu Paris. j ano Von par' Kautsky......... Zu beziehen durch die Expedition, Beuthstrase'�il�� ub Mi sachma Cohns Hosenfabrik Pallisadenstr. 7, verkaust Hosen von 1 Mk. an, Anzüge von 2,50 M. an, sowie Garderoben aller Art nach Maaß. Werkstatt im Hause. Flicken und Rester aller Art spottbillig. A. Goldschmidt, Spandauerbrücke 6, am hiesige»» Platze bekanntlich Crösste Auswahl. Oarmitirt sicher breunende MF* T a b a 1» e.*M« Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Säimntliche in» Handei befindlichen Rohtabake sind am 1653 Lager. A. Goldschmidt, Spandauerbr. 6, am Hacke'schen Markt. Ten 601#£„*"■ Herren« u. Knaben« 846 9 Garderoben-Geschäft. BU Wllh Fahr Elisabethkirohstr. «im. 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