Nr. 100. Mittwoch, de» 30. April 1890. y. Jahrg. Hrgan für die Interessen der Arbeiter. ._ Das„Berliner Volksblatt" Mcheult täglich Morgens aujzcr nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei Haus vierteljährlich 3,30 Mark, nionatlick, 1,10 Mark, wöchentlich 28 Pf. Einzelne Nummer 5 Pf. �mitags- Nummer mit dein„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Postabonuemcnt SJiO Mark pro Quartal. (Eingetragen in der PostzcitungSpreiülistc für 1890 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) yuter Krenzdand, täglich durch die Exgcdition, für Deutschland und Oestemich-Ungarn 2 Ulnrle, für das übrige Ausland 3 Marl» pro Monat. Ansertionsgebühr beträgt für die Sgespaltene Petitzeile oder deren Ranin 40 Pf., für Vereins- und Verfaininlnugs- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Bcutbstrabe 3, sowie von allen Annouccn-Bnreaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. 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Der bisher erschienene Theil des Nomons Zum Glück der Samen zö von Emil Zola �ird neuhiuzlltretenden Abonnenten gratis nachgeliefert. sU» Das..Urvliner Polltsbiatt" mit der Gratisbeilage kostet pro Monats r e i ins Haus 1 Mark 10 Milch, �*** Woche 38 VfrilNig. jp) Für außerhalb nehmen alle Postanstalten Abonnements- � chftvügc für die Monate Mai, I»tni zum Preise von «*. 3 Mark SO Pf. entgegen.® J.. Das..Uerliner Uolkoblatt" ist eingetragen in der Post- Ii �stungsliste unter Nr. 892 V. Nachtrag. 1 t;. Probeirnmmern stehen in beliebiger Anzahl gratis zur Ver- srf' 9U,,0. � Redalttion und Gepedition des „Kerlmer Uolksdlatt". . Iseuillelozr. verbolen.j_[22 »»Inm Glück der Damen." Roman von Emile Zola. Autorisirte Ueberfetznng von Armin Schwarz. w F n n f t e s K a p i t e l. l>„.s. ��folgenden Morgen»var Denise kainn seit einer Stunde in der Abtheilung als Madame Anrvlie W strengem Tone sagte:, ,,,, r- Fräulein, Sie sind in die Direktion befohlen! (fr m traurige Nothwendigkeit verletzen... & srvs.- s WSSZ Sunt ersten Ml etil Morgen werden in allen Kulturländern der Welt die Arbeiter sich ztlsainmenfinden, um zu Gunsten der inter- nationalen Arbciterschutz- Gesetzgebung, insbesondere des achtstündigen Arbeitstages, zu demonstriren. In ivelcher Art immer diese Kundgebung stattfindet— jedes Land, jede Stadt, ja jede Arbeitergruppe wird in einer den lokalen und sonstigen Verhältnissen angepaßten Weise manisestiren— in dem leitenden großen Gedanken sind alle Arbeiter— mögen sie in fester gewerklicher Organi- satioil sich befinden oder keinem Verband angehören— einig. Es gilt durch die Demonstration zu beweisen, daß die Arbeiterklasse ihre Aufgabe begriffen hat und daß sie gewillt ist, nicht nachzulassen in dem Kampfe für die Be- freinng ihrer Klasse und aller Unterdrückten, bis der ganze volle Sieg errungen ist. Dies ist der Grundgedanke, von welchem der inter- nationale Arbeiterkongreß geleitet war, als er den Be- schluß faßte, den Arbeitern zu empfehlen, an einem und demselben Tage in der ganzen zivilisirten Welt den Forde- rungen der Arbeiterklasse Ausdruck zu geben, und dieser Gedanke ist es auch, der die Demonstration des erste» Mai so machtvoll und nachdrücklich gestalten wird. Nicht vereinzelt wie in den Kämpfen, welche die Ge- »vcrkschaften führen, nicht gelegentlich politischer Be- wegnngen, wie bei den Wahlen, nicht auf Grund von Beschlüssen, die aus besonderer Veranlassung zusammen- berufene Versammlungen gefaßt haben, nicht an einem be- stimmten Ort des gewaltigen Blachfeldes, auf welchem die Arbeiter unablässig kämpfen, wird Morgen das Proletariat seine Stimme erheben, nein, überall auf dem Erdenrund wird es sich zusammenschaaren, sich verständigen und in dem es sich seiner geschichtlichen Mission bewußt ist, wird es im Namen der Gerechtigkeit Protest erheben gegen die unmäßige Ausbeutung menschlicher Arbeitskrast, soivie gegen die vernichtenden Wirkungen des herrschenden Pro- duktioussystcms, und als nächstes Mittel zur Beseitigung der drückendsten Uebelstände, welche die moderne Wirth- schaftsordnung mit dem durch sie sanktionirten Lohnsystem erzeugt hat, eine wirksame, eingreifende Arbeiterschutz-Gesetz- gebung fordern. angekleidet eingeschlafen; als sie dann gegen 4 Uhr Morgens erwachte, schämte sie sich ihrer nervösen Empfindlichkeit und sie machte sich sofort daran, ihre Robe besser in Stand zu setze»» mid verbrachte eine Stunde vor dein schmalen Spiegel damit, ihre Haare zu beivältigen, was ihr allerdings nicht vollständig gelang. — Ah, gottlob, Sie sehen heute besser a»ls, murmelte Moiwet, aber es sind noch»mmer diese verteufelten Zöpfe da. Er erhob sich»nid trat zu ihr, um ihren Kopfputz zu verbessern,»vas er mit der nämlichen vertrauliche»» Geberde that,»vie gestern Madame Aurelie. — Da, schieben Sie das hinter die Ohren, der Chignon ist zu hoch. Sie ließ wortlos mit sich»nachen. Trotzde»n sie sich gelobt hatte, stark zu sein,»var sie vor Schrecken starr in das Arbeitskabinet des Chefs gekommen, mit der Gewißheit, daß man sie»»»»r rufen lasse, um ihr die Entlassung anzu- kündigen. U»ld das offenkundige Wohlivollen Mourets be- ruhigte sie nicht, sie fürchtete ihn noch immer und empfand in semer Gegemvart jenes Unbehagen, welches sie mit der natürlichen Verwirrung erklärte, in die sie durch die Anwesen- heit jenes»»»ächtigen Mannes versetzt wird, von»velchem ihr Schicksal abhängt. Als er sie so unter der Berührung seiner Finger erbeben sah, bedauerte er die Regung seiner Höflichkeit, dem» er fürchtete vor Allem seine Autorität ein- zubüßen. — Kurz, Fräulein, fuhr er fort, auf seinen Platz zurück- kehrend, trachten Sic sich ein besseres Aussehen zu geben. Sie sind nicht mehr in Valog»»es, nehmen Sie sich unsere Pariserinnen zum Muster. Wenn der Name Ihres Oheims genügt hat, Ihnen unser Haus zu öffnen, so hoffe ich, daß Die Sozialdemokratie, in welcher die Arbeiterklasse politisch organisirt ist, hat seit ihrem Bestehen fort und fort Arbeiterschutz-Gesetzc verlangt, und wenn in der letzten Zeit in den silbrigen politischen Parteien diesem Ver- langen kein so schroffer Widerstand mehr entgegengesetzt, und auch von Seiten der Regierungen die gesetzgeberische Regelung einiger Punkte in Aussicht gestellt wird, so kann die Sozialdemokratie mit Fug und Recht dies als einen Erfolg ihrer belehrenden und aufklärenden Thätigkeit be- trachten. Nebenbei hat auch die ökonomische Entwickelung der letzten Jahrzehnte die progressiv wachsende Akkumn- lirung der Kapitalien das Ihrige dazu beigetragen, auch den Kreisen, welche die heutige Staats-[und Gesellschaftsordnung als unabänderlich feststehend betrachten, die Augen zu öffnen über die Nothwendigkeit eines Schutzes der Ar- beiterklasse vor den verwüstenden Folgen des heutigen Produktionssystems. Ueber einige nicht unwesentliche Punkte einer natio- nalen und internationalen Arbeiterschutz-Gesetzgebung herrscht im Großen und Ganzen— prinzipiell wenigstens— so ziemlich ein Einverständniß. Wir rechneu hierzu das Ver- bot der Kinderarbeit, das ausnahmslose Verbot der Nacht- arbeit für jugendliche Arbeiter, die Gewährung einer gesetz- lich sesizustellendeii Ruhepause nach sechstägiger Arbeit, die Festsetzung der Arbeitszeit für jugendliche Arbeiter, so- wie schließlich die Schaffung einer ausreichenden, alle in- dustriellen Betriebe, einschließlich der Hausindustrie um- fassenden Inspektion. Natürlich gehen die Ansichten über das Maß dessen, »vas in dieser Beziehung gesetzgeberisch geleistet werden muß, himmeliveit auseinander. Die Bourgeoisie, tvelche sich auch die kleinste Ver- besseruug, die zu Lasten des Geldsacks vorgenommen wer- den soll, nur sehr widerwillig abringen läßt, glaubt weder die Kinderarbeit, noch die Sonntagsarbeit und die Nacht- arbeit der jugendlichen und weiblichen Arbeiter entbehren zu können und setzt alle Hebel in Bewegung, um eine eingreifende und wirksame Besserung in dieser Beziehung zu hintertreiben; das Unternehmerthum ist eben überall das Gleiche, mag es in dem autokratischen Nußland oder in dem bürgerlich-republikanischen Frankreich seine aus- beutende Thätigkeit betreiben. Sie halten werden, was Ihre Person»nir zu versprechen schien. Zum Malheur theilcn hier nicht alle Leute meine Ansicht... Sie sind nun ermahnt, machen Sie meine Hoffnungen nicht zu Schanden. Er behandelte sie als Kind, mit mehr Mitleid als Güte. Während er ihr die kurze Strafpredigt hielt, hatte sie plötzlich das Portrait der Madame Hednin erblickt, deren schönes, regelmäßiges Antlitz ihr aus den» goldenen Rahmen ernst zulächelte und sie bebte neuerlich zusammen trotz der ausmnnternden Worte, die er an sie richtete. Das»var also die todte Dame, diejenige, von ivelcher das ganze Stadtviertel behauptete, daß er sie getödtet habe, »»in auf ihrem Blute und ihren Gtiedern sein Halls aufzn- ballen. — Sie können gehen, sagte Monret endlich, seme Feder wieder zur Hand nehmend. Sie entfernte sich und seufzte draußen erleichtert auf. Von diesem Tage ab zeigte sich Denise sehr muthig. Ihre Empfmdlichkeitsamvandlungen wurden seltener, sie machte ivenig Geräusch, ging geraden Weges auf ihr Z,et los,mit einer unüberwindlichen Sanftlnuth,die über alle Hinder- nisse hiuwcgglitt, dabei ivar sie einfach»md natürlich, ihr kindliches, sriedfertiges Gesicht triumphirte über alle Zornes- allsbrüche, ihre schwachen Hände nahmen aus die Dauer die Kraft des Stahls an. Sie hatte vor Allem die großen Strapazen der Ab- theilung zu überivinden. Die schiveren Klciderbündel zer- brachen ihr schier die Arme, so sehr, daß sie in den ersten sechs Wochen vor Schmerz aufschrie, wenn sie in der Nacht sich in ihrem Pette»nnwandte. Noch mehr litt sie durch ihre plumpen Schuhe, die sie aus Balogues mit- Die öffentlichen Gewalten, namentlich in Deutschland — das haben die Vorgänge der letzten Monate gezeigt— verschließen sich nicht der Erkcnntniß, daß ein den Ar- bcitern Schutz und Sicherheit gewährender Ausbau der Gesetzgebung nothmendig ist, wie weit man in Deutschland in dieser Beziehung zu gehen beabsichtigt, werden die be- vorstehenden Reichstagsverhandlungen zeigen. Wir müssen aber nach den Erfahrungen auf diesen: Gebiete fürchten, daß in der Hauptsache„der Kurs der Alte bleibt." Wir sind der Ueberzeugung, daß die Forderungen, welche der internationale Arbeiterkongreß formulirt hat, und welche die deutsche Arbeiterschaft durch Massen- betheiligung an der Demonstration des I.Mai und Unterzeich- nung der an den Reichstag gerichteten Petition zu den ihrigen machen wird, das Mindeste darstellen, was geleistet wer- den nnlß, wenn von einem wirklichen Schutz der Arbeiter- klaffe für Leben und Gesundheit die Rede sein soll. Nun, die Haltung der Regierung sowohl wie der Parteien bei Berathüng dieser Forderungen im Reichstage wird der beste Prüfstein sein für die Arbeiterfreundlichkeit, welche in den Wahlprogrammen und in der Presse eine so große Rolle gespielt hat. Wir machen uns in dieser Hinsicht keine Illusionen; die geradezu sinnlose Wuth der Bourgeoispresse über den Entschluß der Arbeiter, den ersten Mai würdig und auge- niessen zu feiern, läßt uns voraussetzen, was aus einer Sozialreform, der die herrschenden Klassen zustimmen, für die Arbeiter herauskommen wird— spuken doch jetzt schon wieder die Wünsche auf Strafvorschriften für Kontrakt- bnlch u. s. iv. in der Unternehmerpresse— aber wir denken, daß auch für diejenigen Arbeiter, die heut bei den Wahlen immer noch im Schlepptau der bürgerlichen Par- teien marschiren, die Verhandlungen im Reichstag über die Arbeiterschutz-Gesetzgebung sehr lehrreich sein werden, und wir wissen, daß Nichts geeigneter ist, die Reihen der So- zialdemokratie zu verstärken, als wenn die Arbeiter sehen, wie ihre Forderungen von den Vertretern der im Besitze der gesetzgeberischen Macht befindlichen herrschenden Klassen in den Papierkorb geworfen, oder auf ein durchaus un- zulängliches Maß herabgedrückt werden. Wenn nun auch der eben bezeichnete Dheil der Ar- beiterschutz-Gesetzgebuug dem Anschein nach selbst von den herrschenden Klassen nicht mehr gänzlich zurückgewiesen werden wird, so wird der Kampf um so heißer entbrennen um den Kernpunkt, um die gesetzliche Feststellung des Arbeitstages, welcher das Rückgrat eines vernünftigen und wirksamen Arbeiterschutzes bildet. In rührender Ueber- einstimmung heult und jammert die Bourgeoispresse aller Schattirungen denn auch seit Wochen über die Maiseier, und man kann aus Blättern vom Schlage der„Kreuz- Ztg.",„Köln. Ztg.",„Lpz. Tagebl.", deren Hetzkonzert sich die freisinnige„Voss. Ztg.", Arm in Arm mit Herrn Eugen Richter, anschließt, ersehen, wie die Angst vor dem Normalarbeitstag dem Unternehmerthum in die Glieder gefahren ist. Der internationale Arbeiterkongreß und mit ihm die ziel- und klassenbewußten deutschen Arbeiter haben in voller Würdigung der ökonomischen Wirkungen des Normalarbeitstages beschlossen, gerade diese Forderung zum Mittelpunkt der Demonstration zu machen, weil die gesetzliche Begrenzung der Arbeitszeit am meisten geeignet ist, die kapitalistische Ausbeutung einigermaßen abzu- schwächen. Weit entfernt, die Industrie zu vernichten, und da- mit, wie die Unternehmer in heuchlerischer Weise behaupten, die Arbeiterklasse zu schädigen, wird der Normalarbeitstag eine Gesundung der heut planlosen Produktion vorbereiten und die thatsächlichen Folgen einer der menschlichen Ar- beitskraft angemessenen täglichen Arbeitszeit werden der Industrie selbst zu Gute kommen. Aber, und das ist für uns die Hauptsache der Normalarbeitstag wird der vor den Thoren der Fabriken auf Arbeit wartenden industriellen Reservearmee Be- schäftigung und damit Brot geben, der Normalarbeitstag wird die durch die maschinelle Entwickelung auf's Pflaster geworfenen Arbeitslosen in die Reihen der Arbeitenden zurückführen, er wird verhindern, daß die Arbeiter vor- zeitig siech und hinfällig werden, indein er der nimmer- rastenden Ausbeutungssucht einen Riegel vorschiebt. Der Normalarbeitstag wird auch eine Erhöhung des Arbeits- lohnes bewirken, die Lebenshaltung der Arbeiterklasse auf- bessern, das Massenelend mildern, und er wird in Ver- bindung mit den übrigen Maßregeln des Arbeiterschutzes einen Zustand herbeiführen Helsen, in welchem die Gleich- berechtigung der Arbeiter nicht mehr nur auf dem Papier anerkannt, sondern in Wirklichkeit ausgeführt wird. Der Normalarbeitstag, dessen Begrenzung eine Frage der fortschreitenden technischen Entwickelung der j Industrie ist und der nicht als feststehendes unabänder- liches Axiom augesehen werden kann— in den: heutigen Zustande der Weltindustrie könnte derselbe unter Berück- sichtigung aller Verhältnisse durch internationale Regelung auf acht Stunden täglicher Arbeitszeit bemessen werden— wird den Arbeitern auch in geistiger Beziehung sehr wesent- liche und dringend nothwendige Dienste leisten; da mit der gesetzlichen Feststellung der Arbeitszeit in der über- großen Mehrzahl der Fälle eine erhebliche Verkürzung der- selben verbunden sein wird, so erhalten die Arbeiter hier- durch die Zeit, sich um ihre bürgerlichen Rechte und Pflichten zu kümmern, sie erhalten die Gelegenheit, ihren Platz in der menschlichen Gesellschaft auszufüllen, sich zu betheiligen an der Lösung der Kulturausgaben und den Boden zu bereiten für eine bessere, lichtere Zukunft. So ist die gesetzliche Feststellung des Arbeitstages die Krönung der augenblicklich nothwendigen Arbeiterschutz- Gesetzgebung, und weil ihre Wirkungen materiell und geistig vortheilhaft für die Arbeiterklasse, dadurch aber zu- gleich auch dem finanziellen Klasseninteresse der Bourgeoisie entgegenstehend sein werden, wird diese Forderung nainent« lich bekämpft, und die giftigsten Mittel der wirthschaftlichen Nebermacht werden angewendet, um die Arbeiter an der Demonstration zu Gunsten des achtstüudigen Arbeitstages zu hindern. Wenn es noch ijöthig wäre, die Nothwendigkeit des Normalarbeitstages zu begründen, wenn es noch eines Beweises dafür bedürfte, daß der schrankenlosen Aus- nutzung menschlicher Arbeitskrast Zügel angelegt werden müssen, an dem Gebahren des Unternehmerthums und an der Hetzarbeit, welche die bürgerliche Presse unaufhörlich verübt, kann man deutlich erkennen, daß diese Forderung den Nagel auf den Kopf trifft, daß die Möglichkeit ihrer Erfüllung die Bourgeoisie, welche dadurch ihre höchsten Güter, den Profit und den Geldsack, bedroht sieht, in Furcht und Schrecken versetzt. Die von Angst vor dem durch die Maifeier zweifellos gewaltig gestärkten Solidaritätsgefühl der Arbeiter einer- seits und aus Zorn über die immer weiter vorschreitende, ökonomische Erkenntuiß der Arbeiterklasse andererseits, ein- gegebenen Maßregeln, welche ein großer Theil der Unter- nehmer in Rücksicht auf die internauonale Kundgebung klardo� abei Zeit wirt Bläi Nea e dum einen angekündigt haben, werden keinen einzigen Arbeiter von der Theilnahme an der Deuwustratioti f halten. Furchtlos und energisch, ruhig und besonnen, o* wie mir sicher sind, auch die Berliner Arbeiter untfst genossen den ersten Mai feiern. Sie werden bei Zusammenkünften Zeugniß davon ablegen, daß 1 sind, den Kampf für die Befreiung der Menschheit � zu führen, und die Arbeiterschutz-Gesetzgebung, � internationale Arbeiterkongreß dieselbe formulirt WJ eine Forderung der Gerechtigkeit für die alle w* schaffende Arbeiterklasse reklamiren. An der eisernen Entschlossenheit der Arbeitet' ersten Mai zu einem Tage wahrhafter Weihe zu � werden alle Versuche Störungen hervorzurufen los abprallen, und Nichts wird im Stande Mächtigkeit des morgen in allen Gruppen ertöne Rufes nach internationalem Arbeiterschutz abzusch�- An diesem, durch die Initiative der Arbeitet' schaffenen Festtage, wird es Millionen und Aberm®* zum Bewußtsein kommen, daß der planvoll vor� � strebenden Arbeiterklasse auf die Dauer nicht versag� foffen. hörd, Störi Stör» seitig, Elsen der st gieße, haben ander Wei den I Veran verbot auf d< lassen. feien, st-indi. für d »lacht gebracht hatte und die sie nicht durch leichtere Stiefletten er- setzen tonnte, weil ihr das erforderliche Geto mangelte. Da' sie immer stand, unaufhörlich hin und her trippelte, ans; Furcht ausgcschotten zu werden, wenn man sie eine Minute sich a» die Wand anlehnen sähe, schwollen ihr die Fuße an, diese kleinen Kinderfüße, die wie von einem Marterwerkzeng zermalmt schienen; m den Sohlen fühlte sie ein fieberhaftes Pochen, die Knöcheln waren mit Blasen bedeckt und die ab- gerissene Haut klebte an ihren Strnmpfen. Dazu kam eine Erschöpfung des ganzen Körpers, plötzliche Erregungen in ihrer Weiblichkeit, die sich durch die Blasse deS Fleisches ver- riethen. ü»d sie, so schmächtig und gebrechlich, leistete Widerstand, während viele andere Berkänferinnen rings um sie her von altert«! speziellen Krantmten befallen, das Mode- waarenhaus verlassen mußten. Die Geduld, mit welcher sie ihre Leiden ertrug, der Eigensinn ihrer mulhigen Ausdauer erhielten sie lächelnd und aufrecht, wenn sie zu ermatten drohte, erschöpft von einer Arbeit, welcher selbst Männer unterlegen wären. Ihre ganze Pein war, daß sie die ganze Abtheilung sich feindlich gegenübersah. Zu den physischen Leiden kam die geheime Verfolgung ihrer Genossinnen hinzu. Nach zwei Monaten der Geduld und Sanftmuth hatte sie dieselben noch immer nicht entwaffnet. Es gab noch immer verletzende Worte, grausame Erfinoungen, eine geringschätzige Beseiti- gung, welche in ihrem Bedürfniß nach Wohlwollen sie ,», innersten Herzen verletzten. Lange Zeit machte man sich über ihr unglückliches Debüt lustig; lange Zeit zirkulirten die Worte:„Holzschuhe"—„Büffelkopf" und man müsie solche Verkäuserinuen nach Valognes zurückschicken, hieß es; kurz, sie galt als die Dümmste in der Abtheilung. Später, als man die Erfahrung machen mußte, daß sie eine ganz bemerkenswerthe Verkäuferin sei, welche mit dem Mechanismus des Hauses sehr gut vertraut ist, war man verblüfft und entrüstet; und von diesem Augenblick an hatten diese Fräulein sich verständigt, ibr niemals eine ernste Kundin zukommen zu lasse,,. Margner, t» uno Klara verfolgten sie mit einem in- stinktiven Haß nnv schlössen die Reihen, um nicht von dieser Vteuangekommeneii anfgesressen zu weroen, die sie trotz ihrer erhenchetten Geringstbätzung fürchteten. Was Mine. Aurelie betrifft, war sie ve,letzc von der stolzen Zurückhaltung beS Mädchens, das sich nicht fortwährend mil einer Miene der 'rieiviuidernng um ihre kostoare Person zu schaffen machte; sie überließ sie daher den Bosheiten ihrer Günstlinge, den Bevorzuglen ihres Hofes, die fortwährend vor ihr knieten, nur damit beschäftigt, ihrer Autorität zu schmeicheln. Ria- dame Frederic, die zweite Vorsteherin, scbien eine» Augenblick in dieses Komplot nicht eintreten zu wollen; allein sie schien dies zu vereuen, dem, bald zeigte auch sie sich ebenso hart, wie die Uebrigen, als sie merkte, daß ihr Wohlwollen gegen Denise ihr das llebel, vollen der klebrigen zuziehen könnte. Das Mädchen war somit völlig verlassen. Alle verfolgten die„schlecht Gekämmte", diese lebte in einem fortwährenden Kamps und brachte es bei all ihrem Riuth nur so weit, daß sie sich mit Mühe in der Abtheilung erhielt. So war jetzt ihr Leben. Sie mußte lächeln, die Tapfere und Aninuthige spielen in dem schwarzen Seiden- kleide, das nicht ihr geHörle; und sie starb vor Ermüdung, schlecht genährt, schlecht behandelt, in der fortwährenden Furcht lebend, brutal entlassen zu werden. Ihr Zimmerchen war ihr einziger Zufluchtsort, wo sie nach den Leiden und Anstrengungen des Tages ihren Thränen freien Lauf tasseu konnte. Allein, von dem Bleidache, das mit dem Dezemberschnee bedeckt war, strömte eine eisige Kälte nieder, sie mußte sich in ihrem Eisenbett zu- animenziehen, alle ihre Kleider aus sich werfen, um nicht zu er- neren. Mouret richtete nie mehr das Wort an sie. Wen« 'ie dem strengen Blick Bourdoncles begegnete, fuhr sie bebend m\»""o den kann, was zur Verhütung der physischen und g �.3' lischen Degeneration der Menschheit unbedingt" gemncl wendig ist.' A Der erste Mai d. I. wird einen Markstein Ü«„e, der Geschichte der Arbeiterbewegung, an ihn werd«»>° W Äs d.»»■ L- ganzen Welt sich �" kommende Geschlechter erinnern welchem die Arbeiter der lich e; "7 7..................._____ zusammengefunden hatten, um ihr Menschenrecht z»' '........"estiren für die Schaffung* in htt, Gesetzgebung, welche det dern und um zu manifestiren für die Schaffung fett« wirksamen Arbeiterschutz. Gesetzgebung, welche det f;, nothwendige Schritt ist, um zu vernünftigeren Zuftf* M zu gelangen._ � Glück auf! zu diesein Werk, wahren, werkch� I eröffnet Menschenthums. I«uropäi _________ 1 russisch. | schlage,, DolikiNho 1! cli pi«# 4 L» Ein wahrhaft«ickstowLvdige« Kpiel ist es, zu's?! füM� der 1. Mai jetzt den Feinden des Volks und der M Kommis -""" AU bauptsa den Anlaß oder richüigec Vorwand bieten muß. Von an konnte kein vernünftiger Mensch an die von dem f Kongreß beschlossene Manifestation zu Gunsten des A arbeitstags Bedenken knüpfen. Daß die Arbecker der denen Länder sich zu einer gemeiusanien Forderung ve kann von jedem human Denkenden nur als ein erf Knlturfortschritt anfgesaßt werden, indem es ebenso in noch weit höherem Aiaße— wie die in.ernationa� liner Arbeiterschntz-Konserenz einen schlagenden Bcweil.> liefert, daß das arbeitende Volk aller Kulturländer M den barbarischen Nationalitätsvornrtheilen losgesaö� und, seiner eminent friedlichen Mission bewußt, v't darität aller Völker, die Verbrüderung des g� Menschengeschlechts anstrebt. Die Manifestation mußte ihrer Natur nach eine � aus friedliche, gesetzmäßige sein; und vom Pariser#3 aus frieoucye, geieyniapige ian; uno vom BuikfU.. war das zum Ueberftuß noch ausdrücklich ertlärt. Für jeden, der im Besitz seiner fünf Sin'" L llebereii Bewillig diesen' Man, wurde eitere! ätze. 3 KzAeme Uff gehülter mußte es von vornberein feststehen, daß danke gewaltthätigcr Absichten von vorn berein Rianifeftation ausgeschloffen war, welche den hat, die gejetzgcbendeu Körper für die Forderungen% Pnfönfi beiter zu gewinnen. Und nachdem in Deutschland �*» beru Fiten e„ �rg„„ «noerft. Unverän %% Wen fei, Ä der Aufruf der sozialdemokratischen Fraktion erschien� isel an dem feierlichen Verlauf der, wurde, ...... war jeder Zweif sestation, soweit die Arbeiter n, e n, beseitigt. Aber gerade das scheint den Reaktionäre erregt zu haben. Die Verdächtig, Hetzereien haben sich seitdem verdoppelt; und über de». die Motive und den Zweck dieses schändlichen Treiben» Niemand im Unklaren sein. Es ist das alte Spiel 1378 und 1887 so gute Dienste that, bei der letzten Mndu, üfclfi JofiUcv fc zusammen, denn sie ahnce in ihm einen natürlichen der ihr nicht den geringsten Fehler nachsehen würd' inmitten d,e>er allgemeinen Ferndschaft war sie M,#% 8 W von dem seltsamen Wohlwollen des Inspektors vi|. wenn er ihr irgendwo abseits begegnete, lachte er ihr r y, bi, in suchte ihr ein angenehmes Wort zu sagen; schon jP t4 Uanzt' hatte er Rügen von ihr abgewendet, ohne daß sie W Fagen ihre Dankbarkeit bezeugt hätte, weil sie davon mehr» I°n,n,en als gerührt war._„. Sn Eines Abends, nach dem Diner, als die De»>»°rsaun eben damit beschäftigt waren, die Schreine ei»;»1�/ � uellt. kam der Ladenbursche Josef, um Denise zu benach�M*® daß ein junger Plann sie unten erwarte. Sie l. ssiF«: schrocken zusammen. — Schau, schau, sagte Klara, die„schlecht Gel'. Unterst, scheint einen Liebhaber zu haben?, tzte R '••" erklärte M�in!8ti - durch t iubring — Der muß recht hungrig fein! Denise fand unter dem Thor ihren Brüden I$ hatte ihm in aller Form verboten, sie im Magaz,. suchen, weil dies einen schlechten Eindruck mache. cr sie nicht, ihn anszuschelten, dermaßen fand sie ihn ohne Mütze und ganz athemtos, weil er von dem o du Tenlple hergelaufen kam. '? stammelte er; giev..... Ter große Bursche mit seinen blonden/ i.neru stammelte er; gieb � � schenk Franks oder ich bin verloren. mjAAgMj — irnv üiuiiuciv VTfg gt* seineu, hübschen Mäochengesicht war so drollig,* �_____ melodramatische Phrase ausstieß, daß Drnse ausge J suchten wenn seine Geldforderung sie nicht gar so sehr:n Filsch, i#|!SS; Ab/ der K Er erröthete und erklärte ihr, daß er der, eines Kameraden begegnet sei.(Forts, i�' setzt hätte — Wie, zehn Franks? vor?— murmelte sie; was schmählich mißglückte. Und luenn man die Leute und Zeitungen betrachtet, welche den Maispektakcl machen, so mp.,, ma.u finden, daß es genau dieselben Personen und glatter sind, welche bei jenen Gelegenheiten im Dienste des • �nktion arbeiteten. Der deutsche Michel ins Bockshorn ge- lagt, die Unenthehrlichkeit des Sozialistengesetzes und— den u r st e ji Bismarck ad o c u 1 o s oemonstrirt: ag wäre kein übler Erfolg. Die Rechnung ist nicht ganz umm, allein die deutschen Arbeiter werden am 1. Mai einen dicken Strich durch sie machen. .Zum 1. Mai. Königsberg i. Pr., 29. April. Die Be- yoroen haben die umfassendsten Maßregeln getroffen, um jede wlorung der öffentlichen Ordnung(Wer beabsichtigt eine «torung- Red.) am 1. Mai mit schärfstem Stachdruck(!) zu be- ft r®le Benvaltungen der Hauptwerkstätten der königlichen �senbahn zu Ponarth bei Königsberg, der FortifikationSarbeiten, oer städtischen Gasanstalt, der Steinfurtschen Fabrik, der Union- fließerei, der Südbahn und der Königsberger Maschinenfabrik yaven em Kartell geschlossen, keine Arbeiter anzunehmen, die in anderen Fabriken und Werkstätten die Arbeit eingestellt haben.— Aieimar, 29. April. Die Negierung hat für den 29. April und oen I. Mai die Abhaltung öffentlicher Versammlungen, sowie die Veranstaltung von Aufzügen und öffentlichen Tänzen am Abend verboten.— Chemnitz, 29. April. Das Finanzministerium hat an! den Stationen der Staatsbahn durch Anschlag bekannt geben laffen, daß in Betreff derjenigen 2lrbeiter,ivelchc ohne Grund am I. Mai meni sollten, von den Bestimmungen der Arbeiterordnung für die uandigen Arbeiter der Staatsbahnen und der Arbeiterordnung 'die Werkstätten der Staatsbahnverwaltung Gebrauch ge- wacht werden wird und daß alle Arbeiter ohne vorherige Knndi- flung entlassen werden sollen, welche die Arbeit unbefugt ver- »ffsen. Außerdem wird seitens des Ministeriums auf die Folgen «er Zuwiderhandlung gegen den§ 110 des Rcichsstrasgesetzes Aufreizung zum Ungehorsam gegen die Obrigkeit) aufmerksam ""ncicijt, Al« einst in den sechziger Jahren General Lamoricisre die neueil Chassepotgeivehre an aufständige Italiener probirt und die Wirkung derselben in der Presse des Kaiserreichs aufs Höchste gerühmt wurde, ging ein Schrei der Entrüstung durch das liberale Europa. Neuerdings sind die neuen österreichischen Mann- �dcherGewehre an aufständigenArbeitern in Biala probirt worden und die„Post" hebt mit kannibalischein Behagen fittem Druck hervor, daß„in zehn obduzirten Leichen keine �»gel gefunden wurde, überall habe der Schußkanal eine durch- aus!�"cheiide Kugel durch den ganzen Körper gezeigt", aber Niemand »>mmt an dieser Darstellung Anstoß. Das ist der„Fortschritt", den wir in 20 Jahren machten. Das Schußresultat von Biala eröffnet übrigens recht liebliche Aussichten für den kommenden 1 europäischen Krieg. Leider wird sich alsdann zeigen, daß die I russische,, Bertram- und die französischen Lebelgeivehre an„durch- ' fchlagender Wirkilug" hinter den Mannlicher Geivehren nicht r. Zurückstehen. & t_ Das Abgeordnekrithau« berieth am Montag in erster üioii p: icn, unb i bei t ißstl' h#ß , mit i ¥' .lle W' rbeit«> zu»"" i iviri� e feiv ertM stlscha� srbeiter' jctntSP vor»� ersagi � und c- ingt � n bild«- werde»' . m' eini� # l'j iffui'S* der oei .. Lesung den Nachtragsetat und verwies denselben nach ungefähr ofi# �vinmission..,.. Po» hauptsächlich um 18 Millionen Mark Besoidungsverbesserungen. -er Erörterung zur Vorberathung an die Budget Es handelt sich in dem Siachlragsetat bekanntlich ■uu»-,4'.»upiwcyncy um 18 Millionen Mark Besoldungsverbesserungen. dein Vi Uebereiustimmend vermißte man die etatsrechtliche Form für die »es 9�3 Bewilligung der neuen Gehälter. Der Finanzminister suchte der»'l Siefen Fehler mit der Eile der Vorbereitung zu entschuldigen. 'M Man will denselben in der Kommission veroessern. Allseitig wurde bedauert, daß das System fester Alterszulagen keine Weitere Ausdehnung er ahren hat, anstatt des Systems der Mittel- ätze. Der Finanzminister bekannte sich als ein Gegner dieses Esägtus. Die Abgeordneten Hobrecht und Richter vermißten in i?! Vorlage eine genügende Berücksichtigimg der Diätarien. Abg. ,.)ter fand die Maximalgehälter zu hoch und die Minimal- Uälter niedrig bemessen. Abg. Nickert rügte insbesondere den Mangel eines Lehrerdolationsgesetzes, ivodurch der iveiteren fach- I?einäßen Ausl ildung der Alterszulagen der Lehrer große Schwierig- j feiten entgegengestellt würden. Die konseroativen Redner, Graf Lim- eine ser# wo1' Sin»' ver i'ifl und von Tiedemann, waren mit der Vorlage ganz und gar „"»erstanden. Herr von Tiedemann wünschte dieselbe möglichst »..verändert aus der Kommission hervorgeheii zu sehen. In IiJ ,nt soll für die Kommissionsberathung der ganzen Vor- »e nur eine einzige Kommissionssitzung in Aussicht genom- "'en sein. d'Äli der i &: n beifl j George Keunan, der über die grausame Behandlung der >en gefangen Gehaltenen berichtete, hat erklärt, alle seine .... d«l li�?»viu»gen vor dem Petersburger Gefängnißdirektoren-Kougreß d in benist,, bMDe�en äu'vollen, wen» man ihm gestatte, Zeugen t n»,�" vsiier Ziersammlung ZU Langendreer am 27. April \i[ ttmtp■n"e mau uns schreibt, von eine»» der überwachenden Be- ' ettlsvi 1 l>em Moment, als Schröder-Dortmund referire» wollte, >» Cckvx!.' a& die Versammlung sofort aufgelöst würde, wenn nube«» spräche. Auf Ansuchen der Bersammluna uni Be- wi» dieser Maßregel theilte der betreffende Polizeisergeant %?nfi laut landräthlicher Verfügung vom 28. Marz d. I. 'itib Margraf, Bunte, Schröder, Siegel bür><» per bis au, weiteres in keiner Versammlung sprechen «' ividngensalls die Versammlung sofort aufzulösen sei. �"nteist Borsitzender des Bergarbeiter-Berbandes,.Meyer ist Brodam Beisitzender und lviargraf Vorsitzender vom glie>J5?i'öschuß desselben, Schröder und Siegel gehören als Mit- '»Na-«m verbände an. Sosort ist Beschwerde an die Regie- »vz�Z» Arnsverg eingereicht worden. Das weitere bleibt abzu- bi:®ie'en. Bergleuten wird gerade jetzt die Wohnung gekündigt, Wan-iV i ckolomen wohnen;, jetzt, wo sie ihren Garten de- �aaen*u angesäet haben, sollen die Leute innerhalb vierzehn �ifliupn x% il1 Stich lassen. Das ist das liebevolle Entgegen- n dc� Großkapitals seinen Arbeitern gegenüber. versniml.V�"' 29, April. In einer stark besuchten Bergarbeiter- »estellt wurden neiie Lohnforderungen zunächst nicht auf- aller«»l iegen hervorgehoben, daß eine Verbindung möglichst — W-----—».i.----- fnrtfovPrt _ ijet'" t*A jas�snKsss, Ä&eNEyt W »*. Xrv%- 03__' 4..._____ r 1 CTiloS f)(lbß Dlß sib, iatg' K ------' die den - ichen Börsenplätzen aufgenommene nte» Ariern die Möglichkeit geboten, sich MGrünbetpcxiobe »ugellofer..... i»i< «MMSW»? MMWW W"raus�efehene Börsenkrach eintrat, uild die Staatsamvaltschaft, um die Aufmerksamkeit. von den ivahren Schuldigen abzulenken, innerhalb der ersten Woche des Januars an zwanzig Börsenmakler wegen betrügerischen Bankcrotts verhaften ließ. Zu ihrer größeren Sicherheit erließ aber auch die Regierung Ausnahmebestimmungen gegen die Arbeiter, da infolge des Zusammenbruches von Dutzenden industrieller Etablissements viele raufend Arbeiter beschäftigungslos geworden waren. Die Regierung ordnete daher an, daß künftig die Polizei das Recht habe, Vereine„revolutionärer" Tendenz aufzulösen und Versanimlungen, ans denen eine Störung der öffent- liehen Ordnung zu befürchten sei, zu verbieten. Es mußte deshalb auch jede politische Versammlung 48 Stunden vorher bei dem Polizeipräfekten angemeldet werden. Gleichzeitig wurden Strafen für„aufreizende" Artikel in Zeitungen und Flugblättern festgesetzt. Hierdurch machte man allerdings die Versammliingen der Arbeiter einige Monate lang fast ganz unmöglich und am 18. März, als ein Dutzend Polizei� veamten mit Revolvern in das Haus eines be kannten Sozialdemokraten eindrang, ivo eine Anzahl deutscher und französischer Sozialisten zur Feier des Jahrestages der Kommune versammelt waren, gab es ein blutiges Handgemenge, wobei etwa zehn Personen schwer verwundet wurden. Durch diese Maßnahmen ließ sich aller- dings weder die Finanzkrisis, noch auch die Zahl der Ar- beitslosen vermindern, so daß trotz aller Gewaltmaßregeln die Lage der Regierung von Tag zu Tag schwieriger wird. — Wie inzivischen telegraphisch berichtet ist, würde bereits vor zwei Wochen dieses Ministerium gestürzt, und die neuen Regierungsmänner, die vielleicht über die Arbeiterbewegung nicht anders denken, als ihre Vorgänger, werden in der ersten Zeit ihrerHerrschast die vorerwähnten Ausnahmebestimmungen doch wohl bei Seite lassen, um sich nicht auch sofort bei dem Volke verhaßt zu machen. Die auch in Buenos Aires ge- planten Kundgebungen am 1. Mai werben deshalb wohl in Ruhe abgehalten werden können. Dew-Uarlr, Die Vertreter der sozialistischeil Arbeiter- partei und von 23 Gewerkschaften New-Norks beschlossen die Abhaltung einer Massenversammlung am Abend des 1. Mai aus Union Square. Der Ausruf des Komitees für die 1. Maifeier hat folgenden Wortlaut: An das arbeitende Volk von Slew-Aork und Umgegend. Brüder! Der 1. Mai 1890 wird ein denkwürdiger Tag in. der Ge- schichte der Arbeit der ganzen zivilisirten Welt.sein. Der Be- schluß der American Federation of Labor, an jenem Tage den achtstündigen Arbeitstag zu proklamiren, wurde mit Begeisterung von der internationalen Arbeiterkonvention, welche letzten Sommer in Paris stattfand, indossirt und gab den Anstoß zu einer mächtigen internationalen Bewegung, welche sich>vie ein Feuerbad über alle zivilisirten Länder ausgebreitet hat. Hundert- tausende von Arbeitern werden sich in Frankreich, Spanien, Deutschland und England am 1. Mai versammeln, um sowohl die Solidarität der Arbeit durch alle Länder, als auch ihren Entschluß zu verkünden, daß sie geivillt sind, ihren Kamps zu dem Ende zu führen, daß mir in der Befreiung der Arbeit vom Drucke des Kapitals, der Abschaffung des Lohnsystems, das die Lohnsklaverei im Gefolge hat, bestehen kann. Ter erste Mai ist daher nur ein Vorläufer jenes großen Tages der Unabhaiigigleitserklärung für die Arbeit der ganzen Welt. Die Sozialisten aller Länder stehen im Vordertreffen dieser Bewegung. Wie ihre großen Denker von Louis Blanc und Robert Owen bis Karl Marx und Ferdinand Lassalle die ersten waren, welche die große internationale Mission der aroeitenden Klasse erkannten, daß sie berufen sei, der Menschheit die industrielle Freiheit zu schenke»», ohne welche die politische Freiheit ein Betrug bleiben muß, so stehen jetzt ihre Männer der That in den vor- dersten Reihen Derer, welche jenen großen Sieg kämpfen, der durch Abschaffung des Elends, U»>terdrückung und Un- wissenheit mit der Wurzel ansrotren wird. In allen europäischen Ländern ist daher die Arbeiter- bewcgung mit dem Sozialismus gleichbedeutend geivorden. In Deutschland haben vor wenigen Wochen ein und eine halbe Million Wähler an den Stimmkästen Zeugniß dafür abgelegt, daß sie mit unerschütterlicher Treue an den Prinzipien des Sozialismus festhallen. In Frankreich, Italien und Spanien giebt es keine Arbeiterbewegung außerhalb der sozialistischen Reihen. Selbst in dem konservativen alten England sind jetzt Männer wie John Burns, Hyndman, William Morris und Andere in den Boroergrnnd getreten, welche alle von den Prinzipien des Sozialismus durchdrungen sind, und vor ihnen verschwinden jene alterthümlichen Uei-er- bleibsel vergangener Generationen, welche die Arbeitersrage noch auf der Basis des bestehenden Verhältnisses zwischen Kapital und Arbeit zu lösen hofften, in der Nacht der Un dedeutsamkeit. Bei dem gegemvärtigen Stande der industriellen Eutwicke- lung ist jede ökonomische Arbeitcrbewegmig, welche nicht auf die vollständige Abschaffung der Lohnsklaverei hinzielt, der Ohn macht und dem Untergange geweiht. Daher, Arbeiter von New-Nork, appellirt die Sozialistische Arbeiterpartei dieser Stadt an Euch, am I.Mai mit den Proletariern aller Länder Hand in Hand zu gehen mid Euch wie ein Mann um 8 Uhr Abends auf dem Union Square einzustellen, um für die Forderung eines kürzeren Arbeitstages einzutreten, und das Banner der sozialen Befreiung hochzuhalten. Jede Organisation versammle sich in ihrem Hauptquartier und mar- schire in corpoi-e nach dem Union Square. Tüchtige Redner, welche fast alle organisirten Gewerke der Stadt vertreten, werden in der Versammlung sprechen. Zeigt Jenen, die Euch um d,e Früchte Eurer Arbeit be- raube», zeigt jenen verbrecherischen und korrupten Klassen, welche jetzt in diesem Lande die Politik und soziale Gewalt be- herrschen, daß die Arbeiterbewegung in New-Aork noch nicht todt ist, baß sie vielmehr stärker ist als je zuvor, nicht nur an Zahl, sondern an Mnth und in ihren Ziele». ' Daher. kommt Alle für Einen und Einer für Alle am Abend des 1. Mai nach deui Union. Square. Das Achtstiindeii-Konütee der sozialistischen Arbeiter von Sieiv-Iork. Nrrbote» werden auf Grund des Sozialistengesetzes durch den Berliner Polizeipräsidenten 1) das Flugblatt mit der Ueberschrist:„An unsere Brüder, die Proletarier", den Eingangsivorten:„Bier Jahre sind vergangen seit der Zeit" und der Unterschrist:„Herausgegeben von den vereinigten Anarchisten Londons", ohne Angabe des Druckers und 2) das Flugblatt mit der Ueberschrist:„A r b eit er, K a m e r a d e nl", den Eingangsworten:„Ihr Ausgestoßenen von dem für Alle ge- deckten Tisch der Natur" und der Unterschrift:„Die auf der Wacht", ohne Angabe des Druckers und Verlegers. Gekerreich-Uttgav«. Pest, 23. April. Der Ober-Stadthauptmann untersagte eine Arbeiterversammlung für den 1. Mai. Eine Deputation des Ar- beitervereins wurde bei dem Ober-Stadthauptmann mit der Er- kläruna vorstellig, daß der Verein auf die beabsichtigten Aufzüge oerüchte. Die Tevutation bat um Mittheilung, unter ivelcheu Modalitäten die Bersainmlung gestattet werden würde, und versicherte, die Arbeiter ivürden für Ausrechtsrhaltung der Ordnung sorge». Die Arbeiterbewegung in G alizie n ist in eim neue Entivicklungsstufe getreten: dem Fabrikarbeiter hat sich der ländliche'Arbeiter angeschlossen; seit langen besteht eine Feind- schaft des kleinen Mannes auf dem Lande gegen den besitzenden Adel, die Schlachta. Der„Voss. Ztg." lvird darüber geineldet Lemberg, 28. April. Die Bauernschaft des Bezirkes oonKolmnea beschloß, auf den Gütern des polnischen Adels keine Feldarbeiten mehr zu verrichten. In verschiedenen Ortschaften wurden die Gutshöfe init Steinen beworsen, die Scheiben zertrümmert, die Dienerschaft geprügelt. Pest, 29. April. Betreffs des Arbeitermeeting am 1. Mai wurde eine von sämmtlichen Ordnern der Arbeiterversanmilungen unterzeichnete Eingabe überreicht, in welcher diese Ordner per- sönliche Haftung für die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ord- nung übernehmen. Pest, 29. April. 80 000 Arbeiter der Eisen- und Kohlen- werke in Südost-Ungarn haben beschlossen, am I.Mai eine große Demonsttation zu veranstalten. Frankreich. Paris, 29. April. Von gegen 82 Anarchisten erlassenen Haftbefehlen sind gestern noch 15 ausgeführt worden; unter den Verhafteten befindet sich Marquis Mores, antisemitischer Kandidat bei den Munizipalwahlen, Prövost, Sekretär der Arbeiterbörse, und Cuisse, Delegirter des Exekutivkomitees bei der Arbeiterbörse. — Am Sonntag habe» die Anarchisten in Versailles, in Paris und St. Germam einen Aufruf an die Soldaten vertheilt; der- selbe war in der gestern aufgehobenen Druckerei hergestellt; dort fanden sich auch noch andere vorbereitete Plakate. Marquis Mores soll eines der Häupter der Agitation gewesen sein. Am Abend hielt das Organisationskomitee eine Sitzung, beschloß, einen Protest gegen die Ver- Haftung Prövost's, gleichzeitig jedoch auch, daß die Kundgebung an» 1. Mai einen friedlichen Charakter haben solle.— Der Poli- zeipräfekt vereinigte gestern die Bezirkskommissare zu einer Kon- serenz; dieselbe dauerte bis tief in die Nacht. P a r i s, 29. April. Den Morgen blättern zufolge werden die Jäger-Regimenter von Melun und Fontainebleau behufs Verstärkung der Garnison von Paris für den 1. Mai heranzogen. — In Besftges dauert der Streik der Glasarbeiter fort; es herrscht unter den Arbeitern der Hochöfen wegen Lohnherab- setzung große Erregung.— Ans Bordeaux und Lille werden neue partielle Streiks gemeldet. Kelgie«. Brüssel, 28. April. Wie der„Patriote" berichtet, hat der Bürgermeister von Lütttch den Veranstaltern von Manifestationen, die am 1. Mai in den Straßen stattfinden sollten, kundgethan, daß Umzüge und Ansammlungen nach 6 Uhr Abends nicht ge- duldet würden. Vorsichtsmaßregeln seien getroffen. Mailand, 29. Apni. Die hiesigen Arbeitervereine haben eine Resolution beschlossen, in welcher die Arbeiter aufgefordert werden, infolge des Verbots von öffentlichen Kundgebungen am 1. Mai beliebig, einzeln oder in Massen, zu feiern, aber Abends den Berathungen in den verschiedenen Stadtvierteln über den achtstündigen Arbeitstag beizuwohnen. R o Nl, 29. April. Neunzehn hiesige Arbeitervereine be- schloffen, sich der Bewegung für den achtstündigen Arbeitstag an» zuschließen. Kpanie«. Madrid, 23. April. Die Kommission, welche den Gesetz- entwurf, betreffend die Beschränkung der Kinderarbeit, vorbereitet, hat der Kammer Bericht erstattet. Für Knaben soll die Arbeit bis zur Vollendung des zehnten, für Mädchen bis zur Vollendung des zwöliten Jahres verboten werden. Außerdem haben die Eltern die Pflicht, ihre Kinder bis zu zener Altersgrenze 18 Stunden ivöchentlich in die Schule zu schicken. Der Staat wird die strikteste Aussührung dieser Vorschrift überwachen. Amerika. Washington, 28. April. Die Vertreter der vereinigten Staaten von Guatemala, Nicaragua, San Salvador, Honduras, Bolivia, Ecuador, Haiti und Brasilien haben heute das durch den panamerikanischen Kongreß getroffene Uebereinkomme», welches empsiehlt, alle unter den amerikanischen Republiken auftretenden Differenzpunkte einem Schiedsgerichte der europäischen Staaten zu unterbreiten, unterzeichnet. VevsÄmttrlmrgcn. Eine öffentliche Uerlammlung der Modelltifchler Kerlin» und Umgegend tagte am 21. April im Restaurant „Wedding", um folgende Tagesordnung zu erledigen: 1. Die. achtstündige Arbeitszeit und deren Nutzen auf Grund der Be- schlüsse vom internationalen Arbeiterkongreß in Paris. Referent: Herr C.Becker. 2. Diskussion. 3. Was deginnen wir am 1. Mai? 4. Verschiedene Organisations- und Werkstattanaelegenheiten.— Nachdem das Bureau gewählt war, nahm Herr Becker das Wort zu seinem Vortrag. Derselbe entledigte sich seiner Aufgabe, in- den» er die Beschlüsse des internationalen Arbeiterkougresses in Paris betreffs der achtstündigen Arbeitszeit tu klarek und ver- ständnißreichen Worten detaillirte, und schloß seinen lehrreichen Vortrag mit den Worten:„Die Forderung nach Verkürzung der Arbeitszeit ist die Forderung nach Bildung und Brot/" unter dem Beifall der Aersauunlung. In der hieraus folgenden Diskusston sprachen sämmtliche Redner im Sinne des Referenten und wurde folgende Resolution:„Die heute, am Man» tag, den 21. April, im Restaurant„Wedding" tagende öffentliche Versammlung der Modelltischler erklärt sich mit den Aussührungeir des Referenten voll und ganz einverstanden und verostichtet sich, am 1. Mai die Arbeit in allen Werkstätten resp. Fabriken ruhen zu lassen und für den achtstündigen'Arbeitstag zu agltlren", mit Allen gegen zwei Stimmen angenommen. Zu Punkt 3 wird be-. richtet, daß am 1. Mai Vormittags eine Versammluna tm Nestau-. rant„Wedding" stattstnden soll. Von Seiten oerschlevener Redner wird vor größeren Partien resp. Ausflügen au, 1. Mai gewarnte Ein Antrag,„diejenigen Kollegen, welche infolge des 1. Mar gemahregelt werden, zu unterstützen, fand einstununge Annahme. Zu Punkt 4 wird berichtet, daß sich drei neue Modelltischler- Vereine gegründet haben, und zwar in Stuttgart, Etting und Dresden- Altstadt. Es wurde auch noch theilweise recht nach- drücklich für Fabrikorganisationen agitirt. Nachdem noch einige unbedeutende Werkstattangelegenheiten erledigt waren, kam die Entlassung resp. Maßregelung von drei Kollegen in der Schwarg- kopff'schen Fabrik zur Sprache, es wurde hierzu ein Schreiben des Herrn Betriebsingenieur Leyde, welches dem Bureau über- gebe» wurde, verlesen, welches aber mit den Aus- Führungen der Entlassenen, sowie deren Arbeitskollegen in entschiedenem Widerspruch stand; aus der hierbei ent- stehenden Diskussion ging klar und deutlich hervor, daß dieselben nicht wegen der in dem Schreiben angegebenen Gründe entlaffen sind, sondern weil sich dieselben thatkrästtg an der Arbeiterbeivegung betheiligen. Ein Antrag, die Schwartz- kopffsche Fabrik zu uieiden, bis einer der Entlassenen(zwei verzichten) wieder eingestellt ist, fand einstimmige Annahme. Nach- dem noch zun» Beitritt zum Verein und zur Jnnehaltung der ge- faßten Beschlüsse betreffs des 1. Mai ausgefordert war, wurde die Versamnilung mit einem Hoch aus die internationale Arbeiter« bewegung geschloffen. Theater. Mittwoch, den SO. April, bleiben die Theater geschlossen. D o n n e r st a g, den 1. Mai. Vprvnliaus. Die Meistersinger von Nürnberg. Freitag: Carmen. Kchanspieihans. Ein Schritt vom Wege. Freitag: Der Sturm. Kessing-Thenter. Der Fall Cle- nienceau. Freitag: Die Ehre. Deutsch.'» Tliratee. Faust I Theil. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Kerttuee Theater. A tempo.— Weg durchs Fenster.— Gemitter- schauer.,. Freitag: Julius Caesar. Friedrsch-Wilhelmlliidt. Theater. Der arme Jonathan. Freitag: Dieselbe Vorstellung. MaUner-Theater. Rigoberl. Das Armband. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Uiktoria-Theater. Stanley in Afrika Freitag: Dieselbe Vorstellung. Gstend-Thrater. Dir Scharfrichter von Verlin. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Ztrstdens-Thrater. Marqmfe. Freitag: Dieselbe Vorstellung. KelleaUianre- Theater. Der tilus.- Freitag: Dieselbe. Vorstellung Tentral- Theater. Ein Haus. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Adolf Grust- Theater. Der Goldfuchs. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Gebr. Richter'» UariStö. Speziali- taten-Vorstellung._ Nau- fidelcs American-Theater BV Dreodenerstra�e 55. Täglich Vorstellung. Englischer Garten Direktion: C. Andress, Alexander- strasto 27c. Austreten des Gesangshumoristen Herrn Jung. Auftreten der deutsch- schwedischen Chansonnette Fräulein T onny Peters. Austreten der vorzuglich. Liedersängerin Frl. Margarethe Steinow. Neu 1 1 Auftreten des Jnstrumental- und Gesangs-Terzetts(3 Damen) Geschwister Sawona, Auftreten der beliebten Duettisten Ge- schmister König. Anfang Wochentags 8 Uhr. Entree 30 50 u. 75 Pf., nn Vorverkauf 20 u. 30 Pf Sonntags Ansang halb 6 Uhr. Sonntags Entree 60, reservirt 75 Pf., Orchester 1 Mark. Vorverkauf Entree 40 Pf. I 81. Unter den Linde» 81. Im Hause der Wilheinshaüen neben der Passage. Ben- Vorführung Täglich Ali" Bsy egyptischer u. indischer 7"Ä. neytz 2 it. 1 M. BillelS im Jnvalidendank. jStablijseültkt Buggenhagen am Mloritzpiatz. Täglich: Gr. Instrumental-Concertf Direktion A. Uödma»». , Wochentags 10 Fig., Mtree Sonu- uua Fosttago im Kaisersaal 25 Flg. Spezial-Ausschank von Pahenhoser, Export-Bier, hell u.: . dinikel,«. Sdl. 15 Pf, Gleichzeitig empfehle ich meine hocheleganten Festsäle zu 100 bis 200 und zu ca. 1000 Pers. zu soliden Bedingungen. 041 F. Mittler. Passage 1®r. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiaer-Panorama. 9hir AM- diese-ffi® Woche: Neu. Zum ersten Male: 5. Reise d. Franlrreich. 2. Reise d. Gber- ftaiieu. Lago Maggiore n. Como-Scen. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. Jede Woche andere Reisen. GejAstshllns T. Heiue. Ghanffeestraße14. Die schönsten Killilerklcidtt u.-Miistel Mir Mädchen jeden Alters, sowie Mbrgeurölkt, lliitercöife u, TritMille» auch im Einzelverkauf sehr billig! MasshesloUungen u. Reparaturen Verden prompt erledigt! Chausteestraße14. GespWhklls 0. ßme Achtung, Metallarbeiter! Der Treffpunkt der Metallarbeiter ist am 1. Mai 47—49, im Lokale von und 89—90, Volksbrauerei. Rothe Karte vom Metallarbeiter-Verein legitimirt. ] Große öffentliche Versammlung der OrecIhsieB* und Ber»£afs von Nixdorf und Umgegend Sfggr am Sonntag, den 4. April ds. Js., in Kummer s Salon, Berlinerstrasse 136. Tagesordnung: 1. Nutzen und Zweck einer Zentral-Gewerkschafts-Organisation. J F. Rautenberg. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Oer Einberufer 1555 I. St.: 1547 Schlosser und Maschinenbauer! Die Versammlung zum l. Mai ist nicht genehmigt. Gemtithliches Beisammensem mit Familie im Ans- sjellnagspark Hasenhaide am Nachmittag. Zahlreiches Erscheinen erwünscht. Petitionsbogen sind daselbst cnt- gegenzunehmen. C. Röder, Bärwaldstr. 14. aurer! Allen denjenigen im Maurergcwerbe arbeitenden Kollegen, welche gelobt haben, den 1. Mai als einen internationalen Feiertag zu begehen, diene hier- mit zur Nachricht, daß die von mir zu diesem Tage geplante öfseniliche Ver- sammluug die polizeiliche Genehmigung nicht erhalten hat. Ich erlaube mir daher, alle Kollegen und Genossen zu diesem Tage Vormittags 10 Uhr zu einem 1651 Ein recht nach der Brauerei Friedrichshain einzuladen. zahlreiches Erscheinen erwartet mit kolleginlischem Gruß WHheBm Kerstan, Lübbenerstraße 4. NB.(Pn mirJ» dringend- gebeten, der Polizei steine Ueron- lassnng zunr Ginschreiten zn geben. Mmm her Tupez Donnerstag, den Frühpariie mit Jamilie irer 1. Mai: Z niKf) Grunewald. Abfahrt 8,54 Uhr vom Schlesischen Bahnhof, eventuell einige Ü)WL.... später von sämmtlichcn Stadtbahnhöfen. Treffpunkts bis spätestens�� z»h -Ii vsiiiuiuui;iu;u}cu.-n-nffpim.. wi».g. Station Grunewald. Für Nachzügler bis II Uhr Schildhorn Treffpunv�, Feuer«' em Bei ungünstiger Witterung(Regen) findet um S Uhr bei Frühschoppen statt. Um recht zahlreiche Betheiligung bittet. Der Vorstand' die Mel Löh >nei te Ächtimg, Metallarbeiter Berlins! Kollegen! Da die beabsichtigten Versammlungen die polizeilich nehmigung nicht erhalten haben, jedoch in öffentlichen, wie in Fabrilve langen beschlossen wurde, den I.Mai als Feiertag zu halten, ersucyen> Kollegen, sich am Nachmittag mit Familie zu einem gemütfflichen Keisamutensein, im Süden in der„Neuen Welt", Hasenyaide, im Norden Att-w Mo. 48—49 bei vpphcf zusammenzufinden. Wir bitten dringend, oh, und Ordnung in jeder Weise aufrecht zu halten und sich durch nichts, immer sein»mg, provoziren zu lassen.„.„.iii». Der Vorstand des Allgemeinen Metallarfacitep-Vc" Hei hu hlti soll U'CV für Berlin und Umgegend. toi:i | Hui Den Mitgliedern der Freien Vereinigung zur Nachricht, daß die Versammlung zum 1. Mai nicht ge- nehmigt ist.__ Donnerstag, den I. Mai ds. Js., D Vormittags herein der WMtbcknlM. Donnerstag, den 1. Mai, früh präzise 8 Uhr: 1541 ss Treffpunkt Potsdamer Bahnhof. Der Vorstand. WWMe Verlizis! Diejenigen Kollegen, welche sich am 1. Mai an einer eingeladen. 8 Uhr Abmarsch über Treptow betheiligen wollen, sind hiermit freundlichst gsno V28 llljr am Kchlestsche» Tstov. nach Eierhäuschen, dort Frühstücksstatiou, weiter nach Johannisthal, Hasselwerder, dort Kegelschieben, Kaffeekochen n»d anteres. Treffpunkt Nachzügler mit und ohne Familie ebendaselbst. Rückfahrt per Bahn. Mehrere Kollegen. Tresspunstt Mar- >tow Rest \ Hol «Irre Wae fnbv «H(0 bei Kcasner, Annenstrasse Nr. 18. Tagesordnung: 1. Der Achtstunden-Arbeitstag und feine Referent Kollege Paul Dupont. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes Nachmittags: U&fisfi&sn si©R* IColiege� M Treffpunkt:„Deutsches Haus", Hauptstraße, Schmarö®*| Um 3 Uhr wird von da aus aufgebrochen.— Zur Ausrechterhaltung sind Ordner ernannt. 1564 Es wird gebeten, denselben unbedingt Folge zu Das Komitee' Verlmr Weiter-MdNgs-W Die in Nr. 17 der„Berliner Volks-Tribüne" vom 26. April& kannt gemachte Versammlung des Berliner Arbeiter-Bildun�svereius 1. Mai nicht stattfinden, da dieselbe die polizeiliche Genehmigung nickst F. Kaasc*" 1557 für ♦ n* &**}*****&) Die Versammlung am I. Mai hat die polizeiliche Genehnngung nicht erhalten. Es findet deshalb eine 1559 statt. Treffpunkt früh 7 Uhr Schlcsiacher Bahnhof. Am bei Donnerstag, den I. Mai, Vormitt. 9 Uhr, Neue Grüustrape 14: Gemüthlicher Treff."MU Franz Jakobi, Witsch iuerstr. 67. Beyer, 1563 Mitglieder des Vereins gewerbl. Hiifsarbelter Berlins und Umgegend id hiermit eingeladen zum Bemhthlichen Frühschoppen in Renz' Salon. am >. Gttiaiy Riopgene 9 Uhr, Nannynstraße 27. Zahlreiches Erscheinen ist erwünscht. 1546 VerbtUid der deMeli iZold- mid EilbttBeiier und www. Kerttfsarnosscn. Jasti stelle i-crli». Sämmtlicheu Kollegen und Mitgliedern zur Nachricht, ,. daß dir Genchmi- Vormittags 9 Uhr, versagt ist. gung der Festvcrsammlung am 1. Mai er., Die Versammlung findet also nicht statt. Der Vorstand der Zahlstelle Berlin. Achtung, Hnwrbeiter und Hutarbeiterinuen Berlins und Umgeg. Sollte die Versammlung am 1. Mai, Vormittags 10 Uhr, nicht die Genehmigung erhalten, fo werden alle hiermit in demselben Lokale zum 0#"" Fö�ülaschopgaew eingeladen. 1613 R. Augustin. Mepsammgwgvg des Vereins gewerblicher Aiifsarbl im Kerlins und Umgegend � � •_.—■—»•------— A■■—-—»Iam I. Mai us. Js., Vormittags 9 Uhr, in der Reischach'schen Brauerei zu Stralau. Tagesordnung: Der 1. Mai. Referent August Günther. und Verschiedene' hiiil le'f VereinSangel'� rl Kollegen! Seid eingedenk Eures Versprechens und erschein� � j(.' Versammlung alle Mann, besonders sind die Mitglieder Rummelsburg und Umgegend eingeladen. Große öffentliche Versammlung� siiiüültl. Arbeittt der vom. C. B.W am Freitag, den 2. Mai, Vormittags 10 W, in der Adler-Brauerei, Vadftraße(Gesundbruw> Tagesordnung: 1. Der Achtstmchentag und seine Bedeutung. Referent: Otto �' l £ S: S.t(, 5' K'Xt A. 2. Bericht der Komuiission. 3. Verschiedenes. wi Der Einberg Achtung, WöbetpoliA ............'5� w H }m i« I und Ü««?: des inb Ter Verband der Möbetpolircr Berlins veranstaltet am Donnerstag, den 1. Mai, zur Feier Rrbeiterfesttages einen Ausflug mit Familie nach Friedrichs� Versammlungsort früh 8 Uhr bei Bolzmann, Zlndreasstt�'. Der Vorst» n.jjiff Alle Diejenigen, die noch im Besitz von Sammellisten für di* jSj Möbelpolirer sind, werden aufgefordert, dieselben, da der Streik bei schnell wie möglich, ganz gleich ob gezeichnet oder leer, Blumenstraße 38 bei Henke, abzuliefern. Wilhelm ie Schllhn zur Feier des 1. Mai am Donnerstag Vormittags Treffpunkt 10 Uhr im Friedrichshain am fi' virfiÄ hpÄ fitrn&pjt �rfffiptnpn 9lf(ßV � Friedrichs des Großen. Das Erscheinen Aller wendig. Müller K. Berilssg. Bttlinsil.?! ""S'Süä Hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß berufenen Versammlungen nicht genehmigt worden inu-, i— famncknnysbcschluß vom 27. April der Treffpunkt Vormittags � liellev. Chaufseestraße, Ist. 1589 A. Verantwortlicher Redakteur: Cnrt Knaste in Berlin. Druck und Verlag von Mar Fading in Berlin SWw Beuthstraße 2, _ 0 Hierzu 1«-«' v L --s-s Ur. 100, Mittwoch, bcu 30. April 1890. y. Johrg. Irbritrrbewegttttg. 9Rii 9,30 UITtk er««1 ««luvjimg der Arbeitszeit und Lohnerhöhung. Snari't'iickrti. 28. Slpril. Tie Arbeiter der kgl. Eisenvnhn- Werkstätten beabsichtigen, durch eine Eingabe an die LZehrrde u». enie Verbesserung ihrer Lage vorstellig zu werden. Tie gegen- swartig zur Auszahlung gelangenden Löhne werden für völlig UN- Zulänglich erklärt, und da die angeblich versprochene Thenerungs- Zulage ebenfalls ausgeblieben ist, so ist es klar, dap r>e Arbeiter unter den bisherigen Bedingungen nicht , whr eristiren können. Eine bloße Ausbesserung der bohi'.e würde wenig an der Sachlage andern, da die I Weytin Werkstättenaroeiter in'Akkord arbeiten. Es soll 1 eaher die Einschränkung der Akkordarbeit bei gleichzeitiger »"lnsbesseriing der Akkordsätze und außerdeni ein mit den Dienst- ".... 1 �~' fei vierzehn- da das durch Borgsystem die Ar- >n wirthschastkicher und sitlkicher Hinsicht schädigt. Ec iwi ein Verein znr Vertretimg der Arbciterinteresse» gegrnndel Wersen. K erei»' Tttfmles. ,�'c bewilligt haben: Hermann Brunning und Hitis�!«' ����'"cheitungssabrik und sjraiserei, Boppstr. 6.— Hutmhv;«' Drechslerei, Reichenbergerstr. 50.— Silber und Israel, »% saa 10 �wnofadril.■ .....,—....— Spränge und Miiggbnrg, Bautisch- >ii� Schönleinstr. 20.— Pictsch und ssriger, Bronze- -°°r°n, Brandelldurgstr. 75.— Plath und Boi sen, Luxnspapier- Luisen-User 11.— W. v. Hcrsnrih, Tischlerei, ' Ifl r str. 4Ö-~ Rinoiu it. Kap?, Metaltwaarensabrik, Wilheli»- läu— Ei. Müller, Tischlerei, Brunnriistr. 58.— W. Tischleriueistcr, Fruchtsir. 52.— Robert Krasenian», Leder- , sncenfabrik, Allichaelkirchplatz G.— L. Schulz, Perlmiittwaaren- Iluorik, Maria», lenplatz 12.— W Lehmann, Malermeister, f ugelsbergerstr. 40(45 Mann).—<5. Oiio, Pianosabrik, Oranien- upe 185.— Landes u. Älatzcr, Ledcrwaaren, Linienstr. 50.— d�Use, Urbanstr. 102.— G. Harthmann'scheMcrkstatt, Reichenberger- 47.— Brüning u. Bopp, Hotzbearbeitungs-Fabrik.— kft' t'Oanz, Tischlerei, Reichenbergerstr. 40.— Reu mann, Piano- n> l°wefabrik. Priyerstrape 7.- W. Gurich, Möbeltischlerei, g'] AudreaSplatz 3.— Adolph Danziger, Buchdruckerei, Dresdener- ■r!,VftÖe 84.— I. Rückerüsche Werkstatt, Koppenstraße 90.— Akahle, Atelier für Silberpolitnr, Alexandrinenstr. 17.— xifml nitz?, Möbelfabrik, Fruchtstr. 04.— E. Karneu, Klempneriustr., » ttlltseltowerstr. 14.- Kellersche Aiöbclsabrik, Nüdersdorser- chl�uhe 2l.— Leoach u.Komp., Knopfsabrik, Greisswalderstr. 22.— Sa xvsewitz it. Babst, Buchdruckerei.- Gustav Remanö, Filzschuh- Iü.»chl'rik, Rheinsbergerstr. 24.- H. Fahnkow, Geldschranksabrik, srenadterstr. 28.— R. Stovesandt, Akarniorwaarei!, Warten- "snbr. 11.— E. Engel Rchs., Bketallivaarensabrik.— G. Jaenke, �chnhwaarensabrik, Oraiiienstr. 189.— I. S. Winderny, «.?t»sserincister.!tt. Postslr. 0.— Schwintzer u. Gräff, Lampe»- l unk, Sebastianstr. 18.— Madsen, Tischlerei, Schönhauser Allee 78. CK.Jp- Höder, Tischlerei, Rheinsbergerstr. 42.— H. Schmidt, "t'lchlcici, Swiiicmünderstr. 19a.— Wendtland, Tapezirer, �»>>»e>nünderstr. 19a.— Benzieii, Bautischlcrei, Eharlottenbnrg. .,!» Z v- A. Lubszynski, chemische Fabrik, Wassergasse 18a.— Gr*«{ Aeichelt, Holzbearbeirungs- Fabrik und Taiupf-Schncide- ».We, Sivinemünderstraste 70.— Lübke«. Steuert, j| �'Ichler-Wcrkstatt, Lichtenbergerstraßc 5.— Prüfer it. Melzer, geM f �■."«yb'icher- Fabrik, Wallstraße 24.— Earl Gaßinann, Iii?)' Loiiiseiiufer 12.— Piano forte- Fabrik von �..uuz Weber, Brückenstraße 15a.— Holzfraiserei von Mühmel, St» �rstraße 109.— Filzschuhsarrik von Carl Jacobey, st suuenstraße 9.— Metallgießerei von F. Grvh, Skalitzer- Ai ,44'— Bantischlerei von Schneider, Friedenstraße 48.— Piaiivfortesabrik von Carl Otto, Oranicnstrape 185.— Tisch- t|(ei W» Otto u. Slotaiva.— Rouleatirfabrit von Paul Lesser.— «u?"'vbclfabrik von Ludiv. Nenuiann, Reichenbergerslraße 04.— «Esabrik von G. 5kvpitz u. Ko., Gr. Franksnrterflraße 16.— .----- w». tiivpit-t, Vf i y M% V n I«» V» Aatiisch. Memeleritrabe 8, Möbeltischlerei. Ki �?Sr>» dr« Zk eichstas?* dge-rynrt-n pick enbach I. si lins von einem Berichterstatter Iinigetheilt wird, ein. t'.�ren nicht eingeleitet. Die Meldung ist wohl ans die Anzeigen . ist. ein Ber- I und___... _$>„;•' eingegangen sind. Diesen Anzeigen ist aber bis jetzt keine r bp,,8«, Se8Cben- Pickenbach weilt wieoer in Berlin, wird aber von j 511 M>tgiied-rn des D. A. B. gellisjentlich gemiebeii.,. '' nv. von bnt lipihp» vKiVtivt.«.. i'.rtiNpiifp» iiielctie vor eiinaen xt' J. wa» ,V.<4. H M■ linO.' äD,,,-0" dc» beiden rnssilchri! Sindeutcu. welche vor eiiiigen !ern0« j. unnten in der akademischen Lekeballe verhastet worden waren, »«r 4' l nii«» v........ 1/,.' ry..& %if t..........«*« vi wi«n( viftri i wv�WjVv«..w. wrr— r=------, Bna«5 A'ck) der zweite, iitucl. sur. Wcller, aus freien Fuß gesetzt. o,i»v.-Vt'?hltn schwebte beim Reichsgericht, ist aber wegen nicht »iifii, r Beweismittel eingestellt worden. Wie in akade- raßc,'', verlautet, handelte es sich um eine Beschnldigung iliZ '■ gelitten. Uebet die Entstehung. aN 0— � A U mf— k--i.- •«er» Herberge zur Heimath in der Koppenstr. 9 ans dem Hose und ans der Straße von dem obdachlosen Schlächter Möbes, welchem mehrsach der Ansenthalt in der Herberge untersagt worden war, durch Messerstiche im Rücken und am Halse nicht unbedeutend verletzt.— Am 28. d. M. Morgens ivurde ein Mann in seiner Wohnung in der Brnnnensiraße erhängt rorgesnnde».— Bor- mittags siel auf dem Kohlenplatz der Gebrüder Schäfer, am Görlitzer Bahnhose, ein von den Arbeitern Gürtler und Schulz aufgesetzter Stapel von Preßkohlen um und verschüttete dieselben, so daß sie durch die Fcnerivehr hervorgeholt werden mußte». Gürtler trug nur eine leichte Quetschung davon, während Schulz anscheinend innere Verletzungen erlitt. Er wurde nach dem kiraiikenhause Bethanien gebracht.— Gegen Mittag vergiftete sich eine Frau in ihrer Wohnung in der Ziiiunerstraße niittelst Oxalsäure.— Räch- mittags siel der Arbeiter Kubitz beim Ausladen von Braunkohlen ans einem im Hascnbasstn liegenden Kahne infolge eines Fehl- tritts in den Schiffsraum hinab und brach den rechten Ober- schenkel, so daß er nach der Charit« gebracht werden mußte.— Zu derselben Zeit wurde ei» neunjähriger tanbstnnuner Knabe vor dem Hanse Grüner Weg 115 von einein Omnibus überfahren und am rechten Oberschenket anscheinend schwer verletzt.— Kurze Zeit darauf gerieth vor dem Hanse Grenadierstr. 3 ein zwei- jähriger Knabe unter eine Droschke und erlitt außer Quetschungen beider Oberschenkel anscheinend innere Berletzungen.— Am 28. d. M. fanden drei kleinere Brände statt. �werf befelliat5''' 3".dessen Unterdruaiing, imu.uu. ««JeibrfitOt S-' e'"e Handspritze ausreichte. � A'» 27. d. M. wurde der Hausvater der Soziale Moltevstrhf. I» der Knnstl'ätlostefci von h?. Kiiitcher, Stallschreiber- straße 59, haben gestern Bormittag 20 Kunstschlosser die'Arbeit niedergelegt. Grund hierzu war das Verlange» seitens des Unter- nehmers, daß ein Kollege nach Feierabend arbeiten sollte. Als ich derselbe weigerte, wurde er gestern plößlich entlassen. Tie Kollegen erklärten sich mit ihm solidarisch und legten die Arbeit nieder. Zuzug ist sernzuhnlten. Achinugk Sämmtliche Metallschleifer der Firma Ludwig Löwe n. Co. haben gestern Vormittag die Arbeit niedergelegt, da die Entschuldigung ivegen der Feier des 1. Mai nicht anerkannt worden ist. Gleichzeitig bitten ivir, den Zuzug streng fern zu halte». Käniintlichc Tischler der Seiler'scheu Tischlerwerksiatt in Chart otieubiirg, Krunnueslr. 7b— 40 Mann— haben die Arbeit ivegen Siichtbeiviliignng des 1 Mai niedergelegt. Ziizng ist nament- lich von orgauistrlen Genossen, überhaupt nach Charlottenbnrg, fern zu halten. Uro Alrialldvelfei' Friedrich Rohm, bisher bci Schäffer und Oehlinann, Chausseeftr. 40, thätig, ivurde am Dienstag, den 29. d. M., wegen seiner Agitation für den 1. Mai entlassen. 50— 40 seiner Kollegen erkürten sich mit demselben solidarisch und legten cdensalls die Arbeit nieder. Zuzug ist strengstens sein zu hälten. Die Lohnl-oitiinisston der Derlincr Dranergehilfe« ersucht uns um die Ansiiahine des Folgenden: In dem Inseraten- tbeil Ihres geschätzten Blattes lesen wir die Bekanntniachiing der Berliner Branereie», daß. sich dieselben ans Ehrenwort ver- pftichten, an einen Restanratenr, der von einer Brauerei, über welche die Biersperre verhängt ist, kein Bier mehr nehme» will, eine andere Brauerei ebenfalls kein Bier mehr geben darf. Es nimmt uns Wunder, daß auck, diejenigen Brauereien, Spandauerberg-Braucrei, Gambrinus-Brauerci(Mielke) Char- lottenbnrg, Slernecker-Brauerei Weißcnsee nnd Gräfl. Reischach- sche Brauerei, Stralau-Rummelsburg, welche sich mit ihrer Namens- Unterschrift verpflichtet hatten, die Forderungen der Brauergesellen aiiznerrennen, ihre Unterschrift jedoch znrückgenommen, ihr Ehren- wort hierzu geben konnte», nnd müssen wir die Aeußerung des Vertreters des München»« Brauhauses hervorheben, welcher uns erklärte:„Würde ich meine Unterschrift zurückziehe,!, könnte ich niemals mein Ehrenivort wieder geben, weil es mir eben nicht mehr gehörte." Btit der vorangesührten Erklärung der Brauereien wollen dieselben nach unserer'Ansicht zugleich den Gesannnt-Arbeitern Berlins und Uingrgetid das Bier entziehen. Wir ersuchen jeden rechtlich denkendeii Arbeiter zn dieser Auslassung den Brauereien gegenüber Stellung zu nehme» und »ns in unserem Ausstand zn unterstützen. Tie Lohnrommissio» der Brauergesellen Berlins und Umgegend. Auf Anlas- der gestrigen Mitthcilitng, daß die Müller nnd Schlitziveg'sche Filzschnhsabrik den 1. Mai freigegeben hat, wird »ns noch geschrieben, daß die Firma auch die Arbeitszeit von lOVe auf 9 Stiinden herabgesetzt nnd alles bcivilligt hat. In der Köniizi. Hanptn-rrlistatt?« Tnuprlhof wurde dein Lackirer Levit, welcher lOVe Jahre daselbst beschäftigt ivar, sowie dem Dreher Cecseld, dein Dreher Nakau und dem Stell- iiiachcr Leitner, welche auch schon Jahre lang beschäftigt sind, plötzlich gekündigt und wurden dieselben sofort entlassen. Ter Grund wäre nur darin zu suchen, daß die Betressenden sich an die Spitze der Eisenbahniverkstätten- Arbeiterbewegniig gestellt haben. Achtung l Mechaniker, Dreher, Schlosser, Tischler nnd Serufogenossen. Die Kollegen der Allg. Eletirizitäls-Ge- sellschast, ca. 500 an der Zahl, sind ansgesperrr worden. Räch- dem dieselben in einer Versanimlung einstimmig den Beschluß ge� faßt hatten, am 1. Mai die Arbeit ruhen zu lasten, erschienen Eingange der Fabrik die bekannten rochen Biillenlappen— jjMn mit rechen Lappen macht man bekanntlich Bullen scheiup der von uns geschickte» Koinmifsion wurde eine positive �Antwort seitens deS Direktors nicht zn theil, infolge dessen beschossen wir in einer zivciten Versanunluiig Entschiildiguiigslisteii anzilsertigen nud wurden dieselben auch der Direktion zugesiellt. Die Antwort hieranf war, daß man durch Anschlag kiindgab, wörtlich: Wir bestimmen, daß unsere Arbeiter am I. Mai zu arbeiten haben. Diejenigen, welche nicht arbeite», können am 2. Mai ihr Geld und Abgangsbescheinigung beim Portier in Empfang nehmen. Bor Zuzug wird gewarnt. Arbeiterireniidliche Blätter werden um Abdruck gebeten. Aufruf! Den Mitgliedern des sozialdemokratischen Wahl- Vereins des sechsten Berliner Jleichstage-Wahlkreises zur Nach- richt, daß laut Beschluß der Versaniiiilnngen der 1. Mai von uns in würdiger Weise gefeiert werden soll. In der letzten Ver- siimnilnng wurde der Borschlag gemacht, Nils im Moabiter Schützenhans in Plötzensee zu treffen. Dieser Vorschlag wurde angenommen. Wir erwarten mm aber auch von allen Partei- qe» offen, daß sie treu ihren Beschlüssen, den ersten wirklichen Feiertag so feiern, wie sie beschlossen haben. Da uns die Bcr- sainmlung verboten ist, so ist es eines Jeden Pflicht, wenn irgend eine Versammlung stattfindet, diese zu besuchen nnd Nach- mittag in oben geiianntem Lokal zu erscheinen. Wem es irgend möglich ist, sich uns anziischließen, der möge es thnn. Wir erwarten aber von jedem ehrlichen Arbeiter, daß er ruhig, aber mit aller Energie die Feier begeht zu Gnnsten des achtstündigen Arbeitstages. Nieinand darf provoziren, das hoffen wir— Nie- wand lasse sich durch Jemand provoziren— das erwarten wir. Auch wissen wir. daß die Arbeiter reif sind, ein derartiges Fest würdig zu begehen, und daß ein jeder den Tag achten wird wie ein Heiligthum; nnd darum zeigen mir, daß wir nicbt blos Be- schlüfse fassen, sondern auch mit der That eintreten, und nicht mir einen Arbeiterfeiertag durchsetze», sondern auch verstehen, ihn würdig zu begehen. Velustiguiigen und Konzert von 1 Uhr Nachmittags ab. Ter Vorstand. tffeniiiffregrlt wurde am Sonnabend der Arbeiter Friedrich Weiglie, der in der Fabrik für elektrische Kohlen in Charlotte»- bürg, Salzuser 2, beschäftigt ivar. Er wurde ohne Angabe eines Grundes entlassen, vermnthlich, weil er dem Werkführer nicht gefiel, obivohl er länger als ein Jahr znr Zufriedenheit dort ge- arbeitet har. Drn Arbeiterii der Gd. Sommerfeld'sche» Slnrm- lnlernen-A'abriir, denen, wie schon gemeldet, auf Verlangen der 1. Mai als Feiertag freigegeben worden, ist gleichzeitig auch die n«>mstiind:ge Arbeitszeit bewilligt worden. Auch ist den Klempnern genannter Fabrik ein Zuschlag von 10pCt. im Durch- schnitt auf die ineisten Arbeiten bewilligt. Gleichzeitig soll ein Preisverzeichniß in der Fabrik frei aufgehangen werden. Die Schriftgieljer beschlossen in ihrer allgemeinen Versammlung am 28. April, bei Grntweil, den 1. Mai durch Rnhen- lassen der Arbeit zu feiern nnd ivcrden sich Vormittags 10 Uhr, in Habel's Brauerei einfinden. A» alle Dnchdrniitrr- nud Kchriftgießergehilfe» Scr- lins. Kollege»! Die Unterzeichnete» halten es für ihre unab- iveisbare Pflicht, alle diejenigen Kollegen, welche am 1. Mai in der Lage sind, Hand in Hand mit den Arbeitern aller Länder die Bestrebungen ans Verkürzung der'Arbeitszeit durch Ruhen- lassen der Arbeit zu unterstützen, aufzufordern, dies zn thnn und sich mit den Unterzeichneten am gedachten Tage zn einer Ver- sanimlnng Vormittags 10 Uhr in Habel's Brauerei, Berg man»- straße 5—7 zusammen zu finden. Kollegen! Ihr toißt, daß in einer allgemeinen Buchdriickerversauinilinig in Sanssouci der Be- schlich gefaßt wurde, die Buchdrucker sollten am 1. Mai überhaupt die Arbeit ruhen lassen, allein von diesem Beschlüsse ist man abgekommen, indem in einer zweiten allgemeinen Buchdrucker-Versaninilnng beschlossen wurde, diesen Tag durch einen Kommers am Abend zn seiern. Unbeschadet dieses Beschlusses ist es allen jenen Kollegen, welche — ohne davurch in einen Konflikt mit ihren Prinzipalen zu ge- rathen— gewillt sind, diese» Tag als den Beginn einer neuen Epoche der Bestrebnngeii der Arbeiter aller Kulturländer durch Niihenlassen der Arbeit feierlich zn begehen, nubenomnien, dies zn thuii. Darum, Kollegen, Ihr, die Ihr könnt und gewillt seid, das schöne Wort unseres großen Denkers Karl Marx':„Arbeiter aller Länder vereinigt Euch" am 1. Mai zur lebendigen Wahr- hcit zn machen, findet Euch zur ernsten Berathuug Vormittags im oben genannten Lokale ein. Am Abend sehen wir uns dann mit allen übrigen Kollegen beim Komuiers wieder. Aber auch Ihr, Kollege», die Ihr nicht in der Lage seid, feiern zu können, aber ein warmes Herz für jene Bestrebungen habt, welche mit der Feier des 1. Mai zum Ausdruck kommen soll, helft dieselben da- durch verwirklichen, daß Ihr an diesem Tage Listen auflegt und ein Scherflein zeichnet zur Unterstützung jener'Agitation, die darauf gerichtet ist, die'Ausbeutung des Menschen durch den Menschen zn beseitigen nnd Allen ein Wohlergehen zu schaffen! Wenn an- gänglich, wäre es auch erwünscht, wenn jede Druckerei, welche nicht scier» kann, wenigstens zn der angezeigten Versammlung einen Telegirten entsendete. Indem wir zum Schluß die Hoss- niing aussprechen, daß jeder Kollege, der am 1. Mai feiern kann, auch in der von uns einberlifeiien Bersaminliing erscheinen wird, zeichnen mit kollegialischern Gruß F. Prahm, Buchdr. Max Prehn. G. 5t e i m an n, Buchdr. Friedländer. E. Ernst, Buchdr. Jnl. sttosenthal. Paul Schmidt, Buchdr. Posekel. H. B e i e r, M. Bietz, L. Degen Hardt, C. D i m m i ck, H. G a h l i k, W. Kindermanu, P. Maurer, I. Silber- v erg. I. Schmalz, A. Spaar. A. Vogt. W. Werner. Buchdr. Maurer, Werner u. 5ko.— NB. Im Falle, daß die Ver- sanimlnng nicht genehmigt wird, versammeln wir uns in dem- selben Lokale zu einem Frühschoppen. Datodiixi, den 28. April. Nachdem der Streik der Tabak arbeiter von Pvtsdam-Neuciidorf für die Arbeiter siegreich be- endet ist, ersucht Unterzeichneter nochmals um Einsendung säinmt- licher noch auSsiehender Sammellisten. F. Sperber, Zigarren- machet, Potsdam, Schulstr. 0. I» Gera, Magdeburg und Mnhllfanfen i. 01). haben die Maler nnd Anstreicher die Arbeit niedergelegt. Die Haupt- Forderungen sind: In Gera lOstündige Arbeitszeit, Abschafsinig der Akkordarbeit; in Magdeburg Ostündige Arbeitszeit, in Mühl- hausen lOstündige Arbeitt zeit. Bor Zuzug wird gewarnt. Alle Anfragen und Unterstütziinge» sind zu richten an W. Schweitzer, Denneivitzstr. 26. Derfn iinttluttgen. Dicht genehmigt wurde eine ans den 1. Mai einberufene VersamniliM der Arbeiter nnd Arbeiterinnen der Posamentier- braiiche�Uin Klein's Festsäle», Oranieiistraße, stattsinden sollte; iie Volksversammlung, die für Stralau-Niummelsburg am ii in der Gräflich Reischach'schen Brauerei tagen sollte. Dir Arbeiter und Arbriterinnrn der Frister& Daß- rnanu'fchcn Fabrik hielten am Sonntag, den 27. April, im Saale des Herrn Möwes, Fichtestraße, eine stark besuchte Ver- saiiiinlnng ab. Hunderte mußten umkehren, iveil der Saal über- füllt war. Den Vorsitz übernahm Herr Schräder. Zu Punkt 1 der Tagesordnung: Bericht der Kommission über die von der Direktion auf die Beschlüsse vom 22. ertheilte Antwort, führte Kollege Gombert aus, daß die Direktion den Tag nicht freigegeben habe niid im übrigen auf die rothen Plakate verweise. Kollege Unverfärth ersucht, die einmal gefaßten Beschlüsse aufrecht zu er- halten und niemals wankelinüthig zu werden, da dies als Zeichen der Schwäche aufgefaßt werde. Die eingegangene Resolution, welche nun zur Verlesiing gelangte, lautet:„Die heute, am 27. April, tagende Versammlung der Arbeiter und Arbeite- rinnen der Frister nnd Roßmaiiii'schen Fabrik deschließt, die am 22. April gefaßten Beschlüsse, betreffs der Feier des 1. Mai, hochzuhalten und sich nicht durch Drohungen, wie Aussperrung, Eni- lassung. Schwarze Liste n. s. w.(ivie sie die vom Fabrikanten- Verein ausgehängten rothen Plakate enthalten) von ihren gerechten Forderungen abbringen zn lassen und als zielbewußte Arbeiter bezw. Arbeiterinnen die Feier des ersten Mai würdevoll nnd feierlich zu begehen. Gegen die Annahme dieser Nesolutton sprachen die Herren Lampe nnd Aug. Meier, welche darauf hin- wiesen, daß die Einigkeit viel zu wünschen übrig lasse. Für die Resolution sprachen die Herren Gombert, Pawlowitsch, Lorenz, Bichalsky u. s. w. Nachdem der Vorsitzende die Versammlung auf das Eindringlichste ermahnt, sich den Werth einer Abstimmung zil vergegenwärtigen, und nur aus vollster Neberzengnng zu stimmen, ergab die Abstimmung eine erdrückende Majorität für die Liesolution und verpflichteten sich hierdurch die An- wesenden, am 1. Mai die Arbeit ruhen zu lassen nnd für Stühe nnd Ordnung an diesem Tage mit Sorge trage» zu wollen. Ei» Antrag:„nur Bairisch Bier aus denjenigen�Brauereien zu trinken, welche alle Forderungen der Brauer bewilligt haben, wurde einstimmig anaenoinmen. Es wurde nun»och der Beschluß gefaßt, am 1. Mai Vormittags bei Joel, Andreasstr. 21, und Nachmittags in der Neuen Welt zusammen zu komineu. Zum Schluß ermahnte der Vorsitzende Kollege Schräder die Ar- veiterinnen, turbulente Szenen, wie sie am Freitag und Sonn- abend Abend vor der Fabrik dadurch entstanden, daß einige Ar- beiterinnen ihrem Unwillen über die Lohndriickerei einer Mit- arbeiteri»(dieselbelzntte fich erboten, für 6 Mark zu arbeiten und noch andere Madchen für denselben Preis mitzubringen) dadurch Ausdruck Snben, daß sie die Bekehrung der Borgenannnten mittelst hlagender Beweise versuchten, zu unterlassen bezw. zu ver- hindern. Kollege Schräder wies auf die Strafen hin, ivelche diese Uebertretungen im Gefolge haben. Als derselbe ausführte, daß man mit solchen Lohndrückern anders verfahren müsse; daß man sie durch Nichtbeachtung und Mißachtung dahin bringen könne, daß sie von selbst die Arbeitsstätte verließen, loste der überwachende Polizeibeamte die Versaimnlung auf Grund des § ö des Vcreinsgesetzes auf. Unter Hochs auf die internationale Arbeiterbewegung entfernte sich die Menge. Eine ölfentliche Uersammlnug Innnntlicher in der Schraubrubranchc beschäftigten Arveiter und Arvritr- rinneu tagte am 29. April, Vormittags 10 Uhr, in Deigmüllcr's Sal.n, Alte Jakobstr. 48a, um den Bericht über den jetzigen Stand des Streiks entgegen zu nehmen. Kollege Hirsch berichtete hierüber, daß der Vorstand mit verschiedene» Firmen im Lause der letzten Tage Rücksprache genomnien hat. Eine vollständige Bewilligung unserer Forderungen habe jedoch bis jetzt noch nicht erzielt werden können. Bei der Firma Willing u. Violet sollte noch im Lause des Tages den» Vorstande ei» näherer Bescheid werden. Die Firma Schulz, welche sich in der ersten Zeit entgegenkommend gezeigt, glaubt sich jetzt nach den übrigen Fabrikanten richten zu müssen und sind demzufolge die Unterhandlungen niit der betreffende» Firma abgebrochen worden. Ebenso mußten die Unterhandlungen mit der Firma Beutel u. Hundt abgebrochen worden, da des rgte Firma verlangt, daß jeder wieder eingestellte Arbeiter einen Revers unterschreiben soll, nach welchem derselbe sich verpflichtet, aus dem Fa�verein auszuscheiden. Die allgemeine Stimmung der Versammlung ging dahin, daß denjenigen Firmen, welche uns ein Eulgegenkommeu gezeigt haben, kleine Zugeständnisse gemacht werden sollen, und wurde diesbezüglich folgender Antrag des Kollegen Stabernack angenommen:„Die heutige Versammlung beschließt, wenn folgende Forderungen von der Firma Willing& Violel anerkannt werden und zwar 1. neunstündige Arbeitszeit, Sonnabend eine Stunde früher Feierabend; 2. ein Akkordzuseflag vo> 5 pCt., vom 1. Juni weitere 5 pEt.; 3. den Lohnarbeitern de» früheren Lohnsatz zu zahlen, die Arbeit wieder auszunehmen." Unter„Verschiebe, wm" wurde ein Antrag angenommen, dahin- gehend, den Kollegen, welche nachweislich außerhalb Arbeit er- halten können, das Reisegeld zu vergüligen. Evenfr wurde alsdann einstimmig beschlossen, die streikende, Brauer durch Boykottiruug der großen Brauereien mora- lisch zu unterstützen. Der Vorsitzende schloß die von zirkr 600 Personen besuchte Versammlung niit einem Hoch auf dir internationale Arbeiterbewegung, in welches die Anwesenden be- geistert einstimmten. I» letzter Stunde kommt der Bescheid vo> der Firma Willing u. Violet, daß sie die Forderungen anerkenne und sollen die Kollegen am Freitag, den 2. Mai, die Arbeit wieder aufnehmen. ?>er Verein znr Utahrung der Interessen derAlanier- arveiter und verwandten Kernt'sgenossen hielt am ü'io>, tag, den 28. April, eine Generalversammlung ab mit der Tage». ordnung: 1. Vortrag des Herrn Gottsried Schulz. 2. Viertel- jahres-'Abrcch.mug vom 1. Quartal 1800. 8. Verschiedenes und Vereinsaugelegeuheiten. Ter Vortrag konnte nicht stattfinden. Alsdann deschästigte sich die Versammlung mit der Feier de 1 Mai. Die»»einen Redner empfahlen wiederholt eine allge- meine Feier. Hierzu war eine Resolution eingelaufen:„Da e»»e öfseut'iche Klavierurbeiter-Versammlung den einnimmigeu Beschluß gefaßt hatte, den 1. Mai als Feiertag anznerkenne», so ist es Ehrensache eines jede» Verein, kollegeu, an diesen. Tage die'Arbeil ruhen zu lasse». Und der Verein zur Wahrung der Interessen der Klavierarbeiter wird es sich zur Ausgabe machen, im Fabe Manregeluugen vorkommen, jede» Kollegen materiell zu unter- stüven. Dieselbe wurde gegen 2 Stimmen angenommeu. Kollege Rothenberg, welcher in derZFabrik von Lange& Comp, gearbeller und wegen des 1. Mai gemaßregell ist, wird»vöchentlich mit 20 M. uuterstützt.— Alsdann wurde» 25 neue Mitglieder auf- get.onimen. Au» Montag fa'ld eine»ssentliche Kchutzmachruver'- sainmlnug statt, welche von der Loh»kommis»on einberufen lvar. Schon vor der Eröffnung»var der Andrang ein so gewaltiger, daß die Tische aus dem Saale entfernt werden»nußten. Ans de» Tagesord»>»lng stand die Lage des Streiks, das Referat hatte Koliege Ktinger übernommen.— Er führte aus: Ter Stand de» Lohubelveguug»väre ein gnter zu nennen. Es wäre ein erfreu- liches Zeichen, daß gerade die Arbeiter der Friedrichstadt Man» für Man» auf dem Posten»varen; leider müsse er koustatire», daß viele Kollegen den Beschluß der Versammlung der Brauere, Friedrichshain— die Arbeil nicht eher»vieder auszunehmen, bis »»»»sere Forderungen bewilligt sind— nicht nachgekommen sind, sondern sich aus eine» Kompromiß von 15—20 pEt. eingelassen habe». Es habe dies zum großen Theil se»l»en Grund darin, daß sich die Kollegen»»»cht fest zur Organisation Halle». Er hob htrror,»vie die Hauiburger Kollegen uns ihr. Sympathien ausgedrückt und Kollege Bock»n»S Glück zun Siege gewünscht und daniit bekundet habe, daß die alte, Zwistigkeiten ruhen sollen. Bor Allen» müsse die Kollegeuschaj» begreise» lernen, wenn bessere Verhältnisse ei,»treten sollen, daß iv»r u>»s selbst znsaiiuuenschaare» inusßei», um den herrschende, Klassen entgegenzutreten und nichts von oben herab erivartcn Kollegen! Die Verath»gen der internationalen Arbeitersch»ltz- Konserenz in Berlin,»velc e von der de»scheu Regier»lnp ein- berufen»var, haben beivieien, daß man sieb nicht dazu verstehen konnte, der arbeitende» Klasse ei, en Ma»ualarbeitstag durch Gesetz sestslellei, zu lassen. Aus di>sei» gee>- hervor, daß sich die Vertreter des Kapitals nicht bemhingl süh-ien, der Arbeiterschaft Konzessionen zu lnachen; also die P sticht von uns ist, sich»ininer fester zu organisiren, um dem Kapital crsotgreich enlgegenzlltretcn. Nothwendig ist es, die Arbeiterschaft klaffe"' eivnßl zu macl.en ui»d die Wege zu bahnen, dag der ar eitenoen Klasse eine bc erc Stunde schlage» und Denjenigen,»velcU alle Produkte scha e» »»»d nichts genieße»», der volle Ertrag ihrer Arbeit wird. Tie Disknssion»var eine lebhaste»»nd würbe von einigen Rednern die Werkstatt von Slolzenberg, Kaiscr Wilhelmftraße. scharf be- leuchtet»»nd von der Kommisnon berichtet, daß sie d»e Sperre über diese Firma verhängt habe. Kollege Hildebraudt th«»lt» mit, daß sie schon Sanunlnugen in den Fabriken vorgen ou.mcu haben. Weiler»vurdei» Arbeiter der Exportgeschäfte ausgefordert, fest zuin Lohnlauipf zu stehen. Folgenve Resolutionen»vurden augevonimen: 1. Die heute in den Bürgers»»«»» lagende öffent- liche SchuhinacherversaMmluug erklärt sich mit dein Reserenten einverstanden und verspricht die Arbeit nicht eher aufzunehi>»cn, bis der Lohntaris beivilligt ist. 2. Die Bersau.mlung de, ck ließt, am 1. Mai die Arbeit ruhen zu lassen und eine Landpartie zu vera,»stalle»». Treffpunkt: Friedrichshain an» Denkmat des alten �Arbeiter Berlin». Die Arbeiter der Maschinenfabrik für Mühlenbau vorm. C. G. W. Kapler hiellen am Montag, d«" 28. d. M., Boru.ittags 11 Uhr, in der Adlerbrauerei. Gesund- brunnen,«ine Versammlung ab mit der Tagesordnung: 1.. Was bedeutet der 1. Mai resp. dessen Feier? 2. D,- Arbeitsnieder- legung und das Vorgehen der Direktion. Das rothe Pwcat- Da zum ersten Punkt der Tagesordnung der dazu bestimmte » w*: »var, wurde darüber in klarer Weise von einigen Kollegen der Sachverhalt klargelegt,»vomit sich die Versammlung voll und ganz einverstanden erklärt. Z>»m zweiten Punkt der Tagesordnung gelangte folgende Resolution zur Annahme: „Die in der Adlerbrauerei, Gesundbrunnen, tagende Versammlung der Arbeiter der vorm. C. G. W. Kapler- sehen Fabrik für Mühlenbau, Prinzen-Allee 75/76, beschließt: In Erivägung des Pariser Kongreßbeschlusses, daß der 1. Mai als Anfang der'Achtstunden-Lohnbeivegung zu betrachten ist und zivar»in zu konstatiren, daß die'Arbeiter gewillt sind, durch ein- mäthiges Vorgehen die gesetzgebende Körperschaft darauf ausmerk- sam zu macheu, daß es unbedingt nothiveudig ist, die Arbeitszeit zu verkürzen, beschließt die Versammlung am ersten Mai die Ar- beit ruhen zu lassen und beauftragt die geivählte Kommission, diesen Beschluß der Direktion zu unterbreiten. Ferner»vird die Entsernung des rothen Plakats und Ausnahule der Arbeit am 2. Mai ohne jede Maßregelung verlangt.— Da über 100 Arbeiter die Arbeit niedergelegt haben, so ersuchen wir den Zuzug fern zu halten. NB. Alle arbeitersrenndlichen Blätter»Verden u>n Abdruck gebeten. Es sind Gerüchte verbreitet, daß diese Versammlung lnmultuarisch verlaufen ist. Daran ist jedoch kein wahres Wort. Die„Dollrs-Ieitung" und„Keetinee Zeitung" bringen einen Bericht, daß die'Arbeiter der Piano-Javrik von Bechsteii» mit großer Mehrheit den Beschluß gesaßt hätten, am 1. Mai zu arbeiten. Dieses entspricht aber nicht der Wahrheit, denn in der betreffenden Versammlung sind nachstehende Stimmen abgegeben ivorden(GeheimebAbstimrimilg): 183 Haren für den 1. Mai, 141 Habe» gegen ge»imint, 5 Stimmzettel»varen ungiltig. Dieses der wahre Sachverhalt. A,»» So»,»lag, den S7. d. M., tagte i,« Saale de, Kräfl. Krij'chach'i'chen Keanevei»n Stralau eine öffent liche Volksversammlung mir der Tagesordnung:„Tie Beden- lung des Achtsti'udeiitc'gs", Referent Stadtverordneter Fritz Zubeil. 2. Diskussion. Der dritte Punkt der Tagesordnung„Vers, iedenes" mußte auf Verbot der Behörde, weil»steht genau spezisizirt, abge- setzt werden. Nachdem die Herren Lange, Rosenkranz und .>>. Schulze in's Bureau gewühlt wäre», legte der Re ereilt in einer trefflichen, und von vielem Beifall untervrocheneii Rede die Bedeutung einer verkärzie»'Arbeitszeit für die gesammte Arbeiter- schaft klar. Dieser»virklich humane Gedanke, die Zeic und Tauer der Arbeit ans das nothivendigsie Maß zu beschränke», sei in dem Lande der Großindustrie, in Ainerika, das iiie einen Kleinbetrieb iin geivöhnlichen Sinne des Wortes gesehen, aufgetaucht»nd verbreitete sieh von bort über alle Kulturländer. Auch in unserem deutschen Vater- lande hat- die Bewegung zu Gunsten der Verkürzung oer'Arbeits- zeit, na-, entlich seit der rapiden Entwickeluug der Großindustrie in den siebziger F. ehren, mächtig zugenommen, so daß sich die Gesetzgebung über kurz und lang damit beschäftigen muß. Doch nicht von setvft und auch nicht aus dem guten Willen der besitzen- ben Klaffen»vird den» Arbeiter diese gerechte und billige Forderung geivährt, sondern er hat sich dieselbe schwer zu erringe». Darum müssen sich die Arbeiter allerorts crgav.is.ren, und es sei an» 1. Mai die Hniustauignoe, aae dec Organcsationen noch Fernstehenden zu deicselven heranzuziehen. Eine in diesem Sinne gehaltene Resolution, den 1. Mai als Arbeiteriesltag dazu zn benuyen, für den Beitritt aller'Arbeite» )»» der Organisation zn agitiren,'and einstimmige Annahme. I» der Disknsiion sprachen sich die Herren Suntherma»»» n»d Heike im Sinne des Vorredners ans. In seine»» Schknßivort bemerkte der Referent, wenn es auch dies- al noch»»»möglich scheu»?, am 1. Mai eine all- geineine Arbeitsruhe zu erzivinge»», so»vird sich dock, nenn Mann für Mann feine Pflicht tbnt, das Wort es Tie» lers als Wahrheit ausweisen: Alle Räder stehen still, renn Dem starker Ann es will!— Eine lliesot. lioi», Vetren end die Arbeiterkontrolinarke.er Hutmacher, sowie eiue dahingehend, cur in Gescheckten zu skcupeic, die des Sonntags lltachnntrags schließen, sand einstimmige Anuaome, auch eine mrcnncruicg un nie Blub'l erger Wierde»lice t verge«n. Die über 2000 Personen stchlciue Versammlung ging mit eiiiem beaei/erten Hoch aus die internatio>»ale Arveiterbeivegung in aller Ru»)e auseenander. Der Fach verein den Kernmachrri und v,rw. Voruf»- üruossr»» Berlins»nid Uc.gegend hielt au» Sonna-euo, den eo. d. Vi., in» Lokal Gnadt, Brn>»»eni»r. 38, eine stark Besucht« Bci'iamiulu. g mit soigenoer Tagesordnung ad. 1. Wie vergälte >r uns zun» 1. Via». 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Da Her» Thierbach als Re erent nicht erschienen»var, übernahm Her» pirch das Lieserat. Reserent leg»« in seinen» stündigen Vortrage tlar, nie»othivendig es sei, gegen das Kavital Front zu mache». )er»»er kritisirte Rev.cer schari die Stra-gelder und Uec-erstundeu »rbeit, die in etlichen Werkstätten noch euuiren und forderte aus, est zur Jahne zu ballen und den 1. Mai 1800 als einen Feier- ag anzusehen. Bei all belohnte den Redner. Hieraus kam olgende Resolntion einstiinmig zur Annahme: „Die heute, im Res.auraut Guadt tagende Versannnlung es F.chvereins der Kernmacher und veriv. Bernisgenossen Ber- lins und Uuegegenv, erklärt sich voll und ganz mit dem Ne>ere»cle» inver anden, verpflichtet sie»), an den Beschtu�en des Pariser Ar- -eiter-K'ongre es festzuhalten und den 1. Mai 1890 als einen Ar- ecter-Feierlccg zu erklnren, um dadurch kuuv zu thun, daß auch vir geivillt s»»d, für eine kürzere Arbeitszeit einzntreten." Unte» llerschiedeues u urde fi.r den 1. Setriftstihrer Kollege Grabow, kollege Viar Böhm ein»»i»uu»g geivählt. Der Aulrag des Kollege»» öiilow dehuks'Abschaffung ver»uoiiatliche» Beiiräge, dafür öeheutliche Beitrage, so>v»e da»; in)eoer Werk-. all ein Ver lrauensmann geivähil»vird, der die Beiträge einzieht, wurde ein- nniniig angenommen. S.hlnß oer Versammlung 12ts Uhr. ®i»ie von zirka 4000 Versa,»e,» besuchte Versninm nng oer Arbeitslose» tagre ain Montag, sei» 28. April, Vor- »itlacgs XuVa Uhr, bei V>»ggenhagen am Moriuplay unter Vorsitz �es Herrn Schmidt, mit der Tagesordnung: Stell» iignahme zum ». Ma». Reserent Herr Apelt. Nachdem der Borstyende auf nerks-.n» gemacht hatte, dap steh die zu viel aniveseudei» Polizei oeanlten in Zivil aus dem Saale entfernen möchten, hielt Herr »lpelt einen beisällig ausgenonunenen Vortrag, daß durch die Großindustrie die Reservearmee geschaffen würae und durch die cleberrroouklion der Werth cer Arceit vermindert würde. Redner ordert in» Lause seines Vortrages ferner aus, steh an der Temon »ratio»» zu Gunsten des achlsteindigen Arbeitstages ain 1. Mai )cc vetheiligen. Hierauf wurde folgende Resolution einstiinmig ange- »ommen:„Die heute, oen 28. April, iin Lokal Buggen Hägen öffentlich tagende Versammlung der arbeitslosen Arbeiter Berlins erklärt sich mit den» Referenten einverstanden. cerner ist die Versammlung mit de»» Beschluß von sänimtlicheu Geiverkschaften, den I. Ma» 1890 als Feiertag zu halten, einver »anden und beschließt die Versammlung,»nit den Arbeitern aller Länder für einen achtstündigen MaximalarbeitStag einzutreten Gleichfalls erachtet sie es als die moralische Pflicht jedes noch enorganisirten Arbeiters, sich den destehenden Organisationen an zuschließe»», um so den Beschlüssen des Pariser Kongre,>es mehr 'Aachdruck zu verschaffen. Weiter verpflichten sich die arbeitslose» Arbeiter, jeder für Aufrechthaltung der Rahe und Ordnung an» l. Mai 1*90 einzutreien, und jeder Provokation, gleichviel von welcher Seite, energisch entgege» zu trete», damit nicht die herrschenden Klassen sich beschiveren können, daß die Arbeiter es sind nie Unruhe und Gefährdung ber staatlichen Ordnung heroeiführen> — Die heutige Versammlung verpflichtet sich, in den Fabriken vor dem 1. Mai nicht Arbeit zu nehmen, wo Kollegen wegen Maß- cegelung entlassen sind, ebenso da, wo die Fabrikanten die Feier oes 1. Mai verweigern." Herr Ortland verdamint die Aushilfe der Arbeit durch Militär. Herr Krüger spricht gegen die Ueberstundenarbeit. Herr Schräder tritisirt das Verhallen des Meister Götze bei Friller und Roßinann, wo Entlassungen»vegen des 1. Mai stattge sunden haben. Er bedauere, daß sich die übrigen Arbeiter mit den Entlassenen nicht solidarisch erklärt hätten. Herr dämmt die kapitalistische Produktionsweise. Herr spricht gegen das Verhalten der gegnerischen und fordert auf, die Arbeiterblätter zu unterstützen. Herr»' enipfiehlt die Goldleistenfabrik von Werkmeister, Schmie® wo ein Arbeiter nach elfjähriger Thätigkeit wegen Fest» auf die Straße geworfen wurde und die übrigen Arbeiter»j s"": f— c:» n... f f.-f. in pvffnrei». Heß' für nöthig fanden, sich mit ihm solidarisch zu erklären. theilt mit, daß in der Gießerei von Gehrs u. Ko. ei] ei» % gr» Kr sai» zu Fei »va» nat die Arbeit niedergelegt hätten, weil ihre Forderung, 0%»• tigte rothe Plakat zu entfernen, nicht erfüllt»vurde. Schulz fordert auf, die Arbeitslosen müßten sich Kriegsministeriu»» wenden, daß die Soldaten Arbeiterkonknrrenten ver>vendet»vürden._ Ein Antr�'j vve-tvv'tw«—--- im Lohnkampf befindlichen Brauer dadurch moralisch st stützen, daß man bis zur Erledigung der Lohnfrage kein« — C——-"—-»«Sc a btC 2�3 Bier trinken niöge,»vurde angenomnien. xju uet<-b- erschöpft war, schloß der Vorsitzende ,die mnsterhafl»em Versammlilng mit einein dreifachen Hoch auf die iiiietnc'ff zielbewußte Arbeiterschaft, in das die Versammelte»» W; fc-.-----s» CUrtTiioincnrnf nertr nllsnevoien, � kestve Vera« einstiminten. Eine große Polizeimacht»var gaben die nach Tausenden zählenden Massen einzuschreiten.. Eine zahlreich besuchte össentliche UersiamwlAjlfl gewerblickfen Silfoarbciier tagte am Mittwoch, de»*\i in Renz Salon, Raiim;nstr. 27, mit der Tagesordnung'. in Renz öenon, Raunynflr. mii oer oenciocu IliyilC CV Uli, muu ,�4, 7 � lVrili(/ täten solle beeinfllessen lassen, sondern die Prl>>z»n»e..st° T ....... cc.f j-r.if;» des internationalen Pariser 1 halten und die Beschlüsse._ ondnrch zur Durchführung bringen, daß»nan m» die Arbeit ruhen lasse. Ii»»veiteren wirst t: Arbeitern der Berliner Messingwerke ihr Verhalts Organisation gegeniiber vor,»vodurch sie die Streik erzielten Eruu»ge»schasten wieder eingebüßt have»' der Diskussioi» betheiliglei» sicy die Herren Hah,», Pernau, -s..- die sich sämnitlich in dein Sinne ausspracht' ii» nich am von dies» abzu lain» 5 wetd »nid ftvoS 2. DI >°mn Viesen Punkt eine» beifällig aufgenommenen Vortrag, w vesselbe» führte er an. daß man sich nicht durch eiuzeiw: »1.__ r.n. Tm'c'pn fnnhorn hip stlymltnKi»»»"»» Und Scnlicivt, wie»ccw...»v...—.....- y- u, Mai als internationalen Arbeiterseiertag hochzichain-�. Schmidt führte im Laufe seiner Reve an, daß schließlich-... -- �. 4�' f....AI. I C-— fh P V VI*| J commcii würde, wo die heutigen Expropriateiire der A» 9 auf. Tie Versammelten � auf Grund des bekauutei» in N»be und Ordnung de»» Saal. � Malerversnmmtung.'Ain Freitag, den 25. d. M- � Faust.nann's Salon, Jnvalideilstr. 144, eine zahlreich Versammlung der Maler und Anstreicher Verlins. T»e, ordnung lautete: Die Arbeitslosigkeit in ui»serein Ge'vsv� vie stellen»vir»ins zu den Beschlü.sen der Generaleersa» j »> Bremen? Reserent: I. Hohtivegler. 2. Diskus st»»'.-A schiedenes. Ter Reserent ermahnte die Anwesenden zu"' »aß sich jeder Anstreicher und Maler oer Vereinigung Nur vereint sind»vir stark! Der erste Via» ruhiger,»vürdiger Weise gefeiert werden. Niemand t »ich provoziren lasten. Naebdeu» noch verschiedene in den»selven Sinne gesproa en, wurde folgende im u einstimmig angenommen;„Die Versammlung der Maler u- ftreicher beschließt, die am 1. Mai zu verattstaltende De»»»»»- zu Gunsten des achtstnudigeu Ar-eiistages dadurch zu einer zu gestalte», daß sie Alle, Man»]ür Mann, an dem femn »olle Ihren last/ tzreed Treff, Eain leg», Hause b-schc >. D? iu er »lam lchlofi ä ®OtUi »om< '« T> Toinn «vi' bleibe Clar i. _ 2. % XIK vvp ,»v------- I--.',. tnüiww Arbeit ruhen lasten, sicy an der pseier m ruhiger, m if Weise betheiligen und sich durch mchts provoziren laste», � bleibt dem nun noch Kollege Regen»» ermahnt hatte, teiglich Volksdl." durchzuseuen. damit ein Jever die Bekanut»»'«� pi»»» 1. Mai gewaistten Kommission lese, schlop der Kollege Störet, die Versammlung mit einem Hoch auf> nn«n.,«ip nirhpc tpr npmp., n nn und den Aci.titnn� en-Arbei»� von nationale Arbeiteroeioegung und den Achtstn»______ Eine von der Maschinenfabrik„G-qtitop' rufen» Versninmtuug,»voran ficy ca. 300 Ardeiter Fabrik betheiligten, f.-nv am Donnerstag, den 24. d.'ti -chröder's Lokat, Müllerstr. 178(Wedding-Park), statt � Tage-ordneeng stand:„Wie verhalten»vir iins zun» t �- äL" Tcw lllpterent. Ihtit@6" , r Alür»tunn«>,-Be>vega,»g?" Der Reserent, Herr iieter Otlu Kte»», legte in klarer, sachlicher Weise die oe»t»»nfl die» es Tages dar. reaus der Fabrik erschienen WW.. Versammlung oen Reserenten zu widerlegen. Mit überiv» All, «rgebe Obgleich auch Herren aus �'t oez j »varen,»vagte doa, Niemand.n«»»ei„( ....."HlM etn,..;, Mojoniai wurde eine R«st>lution �n�ioanneu. Arveiierseierlag zu fordern und die'Beschlüsse des Pa- gresses yo.uzuyatten. Zum ziveiten Punkt der Tagesord-iuüs .: An npjnnhTf hiß hpn der SVmitrt bß# � eine Kommission gewählt, die den Chefs der Firma epc oer Versammlung mitzutheilen hat. Nachdem noch von> Ltednern daraus hingeiviesen»vurde, dap nur durch 1 f ch Organisation, und durch Unterstützung der Ardeiterbla» �»Y» erreicht weroeu kann, schloß die Versammlung mit echlljf"> ............' w(kein! Spalls die internationale Arveiterbecbegnng. »vurde milgetyeilt, daß sieb die'Arbeiter nach den Bes', Fabrikaiitenvereins z»» richten Haben. Wer ain 1. Mai" o eitel,»st am folgenden Tage entlassen. � � t EHarlsttendueg. jciu Montag, den 28, d.M., 1®�' JRm: i Bösch in der Gambrinus-Brou> - � i. � chnhnlachör i»" �— sind unsere beut Vorsts des Herrn oufe» m ovo wciniunnJP* öffentliche Versauimlung der streikenden Schuhmacher ourgs statt mit der Tagesordnung: Wie sind unsere 8.? Forderungen am besten durchznsübrei»? Nachdem »erenten, Kollegen Germer, nocyuials unsere traurig-"y' Sclfi'huiachergeiverbe vor Äugen geführt wurde, daß Schuhmacher von allen anderen Geiverkschasleii ow - A..», r. � litt ■oujniniiccccjei uuic ccucn ccnc tn.vic ie/cic>ccc, ccju;........ daständen und es an der Zeit»väre, wo auch die Schuh'»-.j,'. «htem Schlche erivaehen, Irrmahnte Redner oie Konege»'- ligiteu einig zusammenzuhalten, denn nur dadurch würden i», SUi. Sän on »jp ----- o U"1----------- O'----- f------, glänzenden Siege gelangen, bis jetzt haben wir schon ei» S«f 8e»|j, »nchniß von Meisten», die beivilligt haben, auszuiveilSn«( dem noch von verschiedenen Kollegen in derselben �, m H{ gehend über unser« Lage diskiilirl»var,»vurden- »icp oie asevinmimung mir oen eiiisfuyrungeii orv Eig�x und ganz einverstanden und beschließt, den Lohnkampl>' »o rasch wie möglich zum Ziele zu gelangen. sich die Versamnilung mit den'Anssührnngen des führen, bis unsere Forderungen ganz beivilligt sind. Ate J/ iai Friebrichshage». Eine öffentliche, stark besu� versamulluug tagte am Sonnabend, den 26 schaftshaus. Die Tagesordnung lautete:„ Acht»»»»»/ entages und der 1. Mai." Da der Reserent � am Erscheinen verhindert»var, so übernahm ein h'®).°,„ ßt das Referat. Derselve wies aus den Gegensatz zwst't V'J und Arbeit hin, zeigte, daß durch die Entwickelnng immer mehr Hände überflüssig gemacht und daher vir �i* Reservearmee vergrößert wird. Die Verkürzung ber. �, fei deshalb eine unuingängliche Nothivendigkeit.* Ratschlüsse des Pariser Kongresses eingehend, meinte j Aufgabe des gesetzgevenden Körpers sein>" Regelung der Arbeitszeit stattfinden zu lassen. Die SYT) ä% ,,«llki j% 7i.m vi«.v 1 1 VA � u_____ v.___ CT»'_«......— 1* Mancheäermällner von der freien Vereinbarung wäre. � Aelt� Hohn._ Zu Gunsten der Verkürzung der| u i demoiistriren, fei deshalb der Zweck des"l. Vtai. Jede ......-'-'.......... K t.er—--" 4• ftttmiii s». angenommen:„Die am 26.'Aprit' d. I. im. Haus zu Friedrichshagen tagende öffentlich« VolksveK » 0W '"i rr M iiia- Ä ml'* de.( «« Iii#| tiflij s rnuwj Mg -n.,k tSP# Ä % rage' Ko.« 'i' M ie !% i#». tili. V b di-j rbeiZ !» k' Ä ij n'Ctee M MM nationale Sozialdemokratie geschlossen. an, d«r znöbklpoUrcr B-rltns und Umgegend veranstaltet »?>???ltag, den l. Mai, zur Feier des internationalen Arbcitrrfest- li imlf NrrsannUnng der Schuhmacher, welche am i. Mai, Vormittags nicht erhalten ld' lwNstnden sollte, hat die polizeilich- Aenchmigung S»r Nerband taae« i>en i.'Mai, zur Feier des W L?usstug mit Familie nach Friedrichshage». Versammlungsort: von SS?!.'?ndreasslr. 26, früh» Uhr.— Alle Diejenigen, die noch im Besitz diesem?.. für die streltenden Möbelpolirer stich, werden ausgesorderl. •ichWUfcn,0 c�nc11 n>ie möglich im Streibureau, Blumcnstraßs ss bei Henle, fn.nmr, un0' Kchäftrdrnnche: Die zum I. Mai anberaumte öffentliche Ver- fat daher beschlossen, einen Ausflug im Freien zu veranstalten. und» Tonnerstag, Mittag t Uhr bei Reger, Alt- Jalobstr. 88. Herren ».?*• nl?®" werde» gebeten piinltlich und zahlreich zu erscheinen,«äste, T anschließen wollen, willlommen. und ir, Ordentlich, Uev|u:,»>ii»»g der freien Vereinigung der Graveure s.w.�ileleure den i. Mai, Vormittags Zzio Uhr, im Vcreinslolal, Dresdener- » a... m. Tagesordnung: I. Geschäftliches, Aufnahme neuer Mitglieder. lemmen'tung des i. Mai. ,. Diskussto». 4. Verschiedenes. Gäste will- sen,.?rii»»a! bZärtner! Die für Donnerstag, den l. Mai einberufene ver- ».sswiung hat die polizeiliche Genehmigung nicht erhalten und fordern die Ith»,, m ll't- slch soweit als möglich der Demonstration für den Achtstundentag 2 Wahlvereinen anzuschließen. InlT»,® l Knä'bixder! Alte Kollegen, die am l. Mai die Arbeit ruhen ft.'i.s.viil,,len' werden ersucht, sich an dem Ausflug der Steindrueker nach »„sjwlch&jagen zu beiheiligen.?lbfahrt: Schlestscher Bahnhof 7 Uhr 6 Min. «Wtounft: Seeschlößchen bei Schultz-. . lve»«i» d,r h.t>li>«r. Herren-Fnßpartie am Mittwoch, den so. d. M. Kon,.., �ankt Station Thiergarten, lllbmarsch früh 7 Uhr. Ouittungsbnch da.!,. Ä' Am l. Mai: Familienfest in der Vrauerei Königftadt am Schön- vauier Thor. Anfang des Konzertes Nachmittags 8 Uhr. d.frf.Y.*?#* öffentlich, Z>»rfa»,u>I»»g sämmtlicher in der Kistenfabrikation »i 9, Arbeiter am Donnerstag, de» i. Wai, Vormittags o Uhr. , a?sl'r>» der F!l,|'ch»hnrd,iter und Berussgenvssen. Donnerstag, den 7'?'' AtorgenS 8 Uhr. bei gemter, Münzstr. 11. Es wird gebeten, pünktlich «» ericheinen. Näheres daselbst. »sa„!»r öffrnttichc» K«»«t»iß, daß der Arbeitsnachweis der schlöffe» b'lei'bt lSußtag, den so. April und Donnerstag, den 1. Mai, ge- iiiit-V"?"1"'"'1" ktletxtiurbeiterverei« Berlins und Umgegend. Den veiA,*" tur Nachricht, daß am Donnerstag, den 1. Mai, die Bibliotheken »schlössen bleiben. A,,.,- liung, Söpfer! Am I. Mai stndet eine Herren-Partte der Töpfer vom 1? nach Stolpe lNordbahn) statt. Tic Abfahrt ist früh 7 Uhr W Min. i>„ r>..ltmer Bahnhof,.stottegen, welche spätere Züge bcniitzen, möge» sich "» Dorf Stolpe im Lokale Borgfeld anschließen. -»-ff.ntlich» ziert, liiiiiiliing der tkZalvnnifieur» und Berufsgenossen am M°""°t>lag. den 1. Mai, Vormittags 10 Uhr, in Säger's Salon, Grüner S«rliner Gtasfchlrlf«». Die auf den>. Mai isso anberaumte öffentliche Versammlung hat die polizeiliche Genehmigung nicht erhalten. A» di, Zllitglieder des Fachuerei»» der«ifchUr. Kollegen! Auch die Tischler Berlins haben mehrfach beschlossen, den I. Mai als Feiertag zu Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit Raum dafür abzu» Üp reift sanl. begehen. Wie uns nun initgetheill, können Versammlungen an diesem Tage nicht stattfinden, da die polizeilich- Genehmigung nicht erlheilt wurde. Wir ersuchen Euch nun. soweit Ihr am 1. Mai die Arbeit ruhen laßt, diesen Tag in würdiger Weise zu begehen. Den Morgen des l. Mai innst es jedem überlassen bleiben, denselben nach eigenem Gutdünken auszufüllen. Diejenigen, welche Frühparti-» veranstalten, mögen nicht vergessen, die Bedeutung dieses Tages durch belehrende Gespräche zu würdigen. Wie überhaupt dieser Tag ein Tag der Auftlärung für die große Masse sein soll. Den Nachmittag kann jeder im Kreise seiner Familie und seiner Kollegen in der Bockbrauerei, auf dem Kreuzberg, oder im Elysimn, Landsberger Allee, zubringen. Neberall be- wahre man aber die Ruhe und Ordnung geben wir keinen Anlaß zu irgend welcher behördlichen Einschreitung, sehen, wir diesen Tag an als einen Tag der Ruhe, des Friedens, der Auftlärung und der Verbrüderung der Arbeiter aller Länder! Aol>- und Kretterträger �ertin«. Versammlung am Donnerstag, den 1. Mai, Vormittags 10 Uhr, in den Ccntral-Festsälen, Orantenstr. iso. Fach verein der Marmor» und Granitschleifer. Donnerstag, den l. Mai, früh 7 Uhr: Herren- Fußpartie. Treffpunkt Steuerhaus, Station Thiergarten. Abmarsch 7� Uhr. Für etwaige Nachzügler Bismarlihöhe. Un- günstige Witterung ändert nichts. Achtung! Puffer! Tonnerstag, den I. Mai, Bormiltags 10 Uhr: Große Morgenfprache in der Braueret Königstadt. Die zu demselben Tage geplante öffentlich- Versammlung hat die polizeiliche Genehmigung nicht erhalten. — Gleichzeitig machen wir den Kollegen bekannt, daß am Montag, den 5. Mai, die nächste öffentliche Versammlung in der Norddeutschen Brauerei stattstndet. Freie Bereinigung der Kaufleut«. Donnerstag, den J. Mai, Abends « Uhr, geselliges Beisammensein mit Damen bei Zemter, Münzstraße 11, oberer Saal. vi ustateure! Am I. Mai stndet eine Herrenpartt« nach Wannsee statt. Alle Stuckateure werde» ersucht, sich rege zu betheiligen. Abfahrt: Schlestscher Bahnhof 8 Uhr 30 Min. Vormittags. Für alle Damen, welche nachkommen, ist folgende Abfahrt: Schles. Bahnhof: Nchm. l Uhr 6 Min. Friedrichstraße: Nehm. 1 Uhr 17 Mi». Aleranderplatz:„ I„ lg„ Charlottenburg:„ 1„ 83„ und holen wir sämmlliche Damen vom Bahnhof Wannsee 1 Uhr 54 Min. ab. Fachverein der Metallarbeiter in bZa«», Maffer» und Zt»nipf- armature». Donnerstag, den I. Mai, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Zemter, Atünzstr. n, außerordentliche Mitgliederversammlung. Tagesordnung. i. Vortrag des Herrn Eottfr. Schul, über den l.Mai. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes.— Gäste willkommen. iimuerleni«! V.rsammlung der Freien Vereinigung der Zimmerer Berlins am 1. Mai, Vormittags»lj Uhr, im„Elysimn", Landsberger Allee. Tagesordnung: 1. Welchen Werth hat ein gesetzlicher Mariinal-ArbeitStag? Verschiedenes. Perband deuti'chrr Zimmer ient«. Lokalverband Berlin. Große Dampferpartie am Donnerstag, den 1. Mai. hlbfahrt Atorgens 7% Uhr von der Moabiter Brüche nach Pichelsdorf, den Havelseen, Wannsee, Römerschanze, Potsdam, Nedlitz. Auf jedem Tamvfer Musikkorps, Belustigungen aller Art, als: Spiele, Berloosung u. s. w. finden statt. In den Sälen werden Festreden gehalten. Hierzn werden alle Zimnierleute, deren Familien, sowie alle Ge- »ossen freundlichst eingeladen.— Laut Kontrakt fahren die Dampfer Punkt 7% Uhr ab. Den Personen mit Abzeichen als Ordner ist unbedingt Folge zu leisten. Billets sind zu haben im Westen bei Raumann, Bülowstr. 40: im Süden bei I. Schmidt, Lausitzerstr. s, und W. Ztpke, Eisenbahnstr. 87; im ""•■--..... 11 bei M. Leo» Hardt, Anton- ...„erstr. 82. Fahrpreis 1 Mark. Kinder frei. geben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Interesses zur Verfügung: sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mildem Inhalt desselben identistzirt zu werden. Es wurde mir heut von einem Mitgliede der Lohnkommission der Brauergehilfen mitgetheilt, daß der Brauereibesitzer Herr tappoldt in Zeugengegemvart erklärt hat, daß ich mit den Herren irektoreu Werner-Knoblauch vom Böhmischen Brauhause eine Unterredung gehabt haben soll und mich bei dieser Gelegenheit abfällig über den Branerstreik geäußert haben. Ich erkläre hier- mit, daß das eine infame Lüge und Verleumdung ist. Ich habe noch nie und zu keiner Zeit Veranlassung und Ge- legenheit gehabt, mit einem der oben genannten Herren zu sprechen und kenne ich auch die Herren persönlich nicht. Wahr ist, daß ich am Sonnabend, den 26. ds. Mts., Vormittags durch einen Herrn, welcher sich als Maschinenmeister des Böhmischen Brauhauses vorstellte, veranlaßt werden sollte, mich persönlich zn überzeugen von der nach seiner Meinung ungerechten Forderung der Brauergehilfen. Alle Versäumnisse würden mir in der zuvorkounnensten Weise vergütet werden. Jei) erwiderte dem Herrn, daß ich keine Veranlassung hätte, mich persönlich in die Angelegenheit der Brauergehilfcn zu mischen; wenn es geschehen würde, so könnte es nur im Beisein und im Einversiändniß mit der Lohnkommission der Brauergehilsen geschehen. Dies zur steuer der Wahrheit, alles Uebrige ist elende Lüge und Verleumdung. Fr. Zlibeil, Naunynstr. 86. Vvivflretfien der MedAkkion. Bei Anfragen bitte» wir die AbonneinentS-Ouittnug betzufüge». Briefliche Antwort wird nicht erlheilt. Tapezivett. Auf Berichte, die auf zwei Seiten geschrieben sind, können wir in dieser Zeit absolut nicht eingehen. C. S. Haveiberg erstr. Sobald der Herr Verfasser mit dem Schluß fertig ist, werden wir denselben natürlich veröffent- lichen. Besten Dank für ihre freundliche Aufmerksamkeit. §, H. Krunnrnstr. Die Redaktion hat mit den Inseraten nichts zu thun. Wenden Sie sich in Zukunft an die Expedition. Abonnent. Für die Ertheilung eines Patentes, gleichviel welchen Gegenstand es betrifft, sind an das Patentamt 60 Mark zu zahlen. Dieselben könne« aber gestundet werden, wenn der Patentinhaber seine Bedürftigkeit»achweist. U. 82a. Ihre Fragen sind zu unvollständig, um eine zu- treffende Beantwortllng zu ermöglichen. Zu mündlicher Auskunst sind wir dereit. All. K. 14. Wenn Sie dem Wirthe nachweisen können, daß der Unfall des Pferdes durch mangelhaste Vergitterung des Keller- lichtloches herbeigeführt worden ist, so muß er Ihnen den Schade« ersetzen. i« 1.#11 »ff, bleiben meine Ciizarrengcj'chäfte von :& 2 Uhr ab y-lchtosteir. Clara verw. W. Hasenclever. nst I. Geschäft: Cliausseostr. 49/50. 'iek �- 2- ,, Brunnenstrasse 122. Am I. RQa: bleibt mein Geschäft den ganzen Tag, an Sonntagen von 12 Uhr Mittags an geschlossen. Albert Auerbach, Schuh- u. Stiefel-Lager, Kottbuscr Damm 7. 1491 Kffioabltei« Kttttn- iu KnMnHMM. Allen ?%beiie "'ein etwaigen reunden und Genoffen die llittheilung, daß am 1. Mai, internationalen Arbeiterfciertages, eist gef'chlosse» bleibt. Bitte Bedarf vorher zu entnehmen. Friedr. Otto Gärtner, Moabit, Birkenstr. 59._ Allen Genossen zur gefälligen Nach- ticht, daß ich seit dem 1. April ein Schubwaareu-Geschäft Skalitzerstrasse 125 eröffnet habe. Große Auswahl von ftm-nr-, Damen- und Kindeistiefeln»u den solidesten aber festen Preisen. Ersuche werthe Genoffen, mich mit ihrem Bedarf gütigst beehren zu wollen. 563 A. Krineman», _ S ch u h m a ch e rjn eistet. Allen Freunden und Genossen empfehle m. Lokal z. gemüthl. Aufenth. „Verl. Volksblatt" liegt aus. 1533 Fr. Krämer, Koch- u. Wilhelmstr.-Ecke. Wann's Euch g'müthli unterholten lvöllt's, so kommt's in die Kürassier- Stroßen auf Nr. 15a in die Ungarische Restauration. Die höchsten Weaner Tanz wer'n aufgeführt._[725 13. Durch den Gerichtsvollzieher ausge- ei»'$ pfändet, empfehle allen Freunden für :!/: V Freiheit, Wahrheit und Recht mein wirkliches 1528 m n Steh-Bier-Lckal ;»'" Uiw Büffet, keine Tische und Stühle). a». Speisen und Getränke in bekannter i-»V«Ute. Tag und Nacht geöffnet. .utfU.Berliner Volksblatt" liegt aus. --- Carl Pietzner, Jnselstr. | Hut-Fabrik tafjff HUicherstvahe 11, Wilhelm Böhm. »iWf f«ammtliche Hüte mit Kontroi- prsrlcen. Große Auswahl bei bil- .Men, festen Preisen. Großes Lager i1 sonnen- u. Regenschirnien. Reellste S�jlcnuna._ 1521 Zigarren eigener Fabrik . von A. Richteo, "anbebevger Aller 145, t'W'chtt allen Freunden und Genoffen L.'� preiswerthen 5- und 6-Pf.- �sarr»,». 1553 01 j--_ te Parteigenossen empfehle Zmein LKs?rr-«.Fabrikat echten Nordhäuser Kautabak. Carl Bösenberg, Weinbergsweg 116, Ecke ver Fehrbellinerftraße. RchMaut\\ü löarten Wusterhausener Bären M----«v**.«» «< i' or t4®"« Jakobstr. 12. �Aclteste Sehenswürdigkeit Berlins, ,i>«ä*■ hur m aus dem 13. Jahrhundert. ei»''.! Beden Sonn- und Feiertag: A Groszes Konzert. 2">. Entröe 10 PI. .,1 u Milien können Kaffee kochen. Vereins- j iisinXmM rnit Piano und Kegelbahn. m i656 A. Wlkary. ß 1 Allen Freunden und Gönnern ein- pfehle ich mein 1520 Cigavtett-Grj'chäft, Haupt» Wein» Dcpöt u. Staals-Lottrrir-Effekten-Handlung. Faul Kerrmann, N.O. Georgenkirchstraße Str. 64. Allen Genossen, sowie meinen werthen Knuden zur Nachricht, daß meine Glaserei MVilbereinralMag vom 4. Mai ab des Sonntags von 18 Uhr ab geschloffen bleibt. Achtungsvoll iCai*B ScfcoSz, Wrangelstraße 32.[1529 Im Tuchgeschäft Pniizenstr. 53, gegenüber der Turnhalle: Herren- und Knaben- Anzüge, Paletots, sowie Damenkleider etc. Auf Wunsch auch geoeu Theiftahluuseu. 1395 Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß mein Mann, Gustav Maynhardt, am 28. April seine zweimonatliche Reise nach Gommern angetreten hat, zur Erholung seines vorjährigen 21wöcheiitlichen Streiks. Magdeburg. Frau Maynhardt. 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Angermünderftr. 4, II.®iitg, Badslr. Haltest... Pferdebahn. 'MeWW'WsNWckll'Wi' ay"._-- Geaundbrwnner. � SBF�bel.�.. (Ausschank berliner Adler-Brauerei, Sutten Pferdebahn. -sellschaft.) 3)Dimei'ß% 1. mt 1890: Erstes Soinincrfüjl ses Zereills her We'lsjgeriier Zcrliiis. Grosses Garten- u. Promenaden-Concert. Auftreten von bisher unübertroffenen PnrZerre» Gymttasiiikepn und Leiten- i\{:robaten< VMlielHigliügiü M Art.- SjZlchlgjj siir Kinher. Im Saale: Grosser Fesiball. Sy Herren, die am Tanze theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Aufnug i|(!) n. Gntree 15 Pf. 1102 Die Kasseeknche ist den geehrton Damen von 2 llhr ab geöffnet. •-TBCma�jaaraE�� Die Oincctioit. I Achtimg! Sattler! Da zu der am 1. Mai geplanten Versammlung die polizeiliche Geneh- migung versagt ist, so findet am BONUlttttg 9-10 Uhr ein gemüth- liches Veisanuncnsein beim Frühschoppen im l Clj Ctt Garten(am Moritzplatz) statt. Am Nachmittag s"'det ein Ausflug nach dem Grunewald Restlimlült Sljiiiilit) statt. Die Abfahrt geschieht vom Bahnhof„Friedrichsirafze" Nachmittags 1 Uhr 17 Minuten und 2 Uhr 4-1 Minuten nach StatlMl f�XWWt' W etil)". Auch von den anderen Stadtbahn-Bahnhöfen kann derselbe Zug benutzt merden. Kollegen! Arbeiter! r»d einen» ize»»»iithtilche»t Kaffeelrocheu. NB. Alle Arbeiter des Ostens sind eingeladen. 1517 Ächtnny, Lohgerber, ua �Star�ssäteir. Die zum 1. Mai einberufene öffentliche Versammlung kann nicht statt- finden, da die polizeiliche Genehmigung nicht ertheilt»vorden ist. Kollegen! Möge nun keiner von Euch den in öffentlichen Vcrsanunlungen gofabtea Be- schlüsse»» untreu»verde»», zeige ein Jeder, daß Ihr die Beschlüsse, die Ihr einmal faßt, auch hochhält, und an» 1. Mai die Arbeit ruhen läßt. Wir fordern Euch nun aus, am I. Mai Vormittags zu einem Glase Bier nach der Brauerei Bötzow vor den» Prenzlauer Thor zu kommen. Betreffs Nach- mittags erfährt Ihr dann das Nähere. 1535 Mehrere Kollegen. Friedrichshagen. 3uriH M. tflfenflWj# VevsÄNtmlTMgen am Donnerstag, den 1. Mai, Vormittags 9 Uhr, in den Sälen der Nestaurants ,, Kaiserhof" und Courad's Etablissemont, Friedrichshagen. Tages-Ordnung 1. Die Kedentimix de« Achtstundriitage». Beide Versainuilungen sind genehmigt. 2. Diskussion. 1533 Der Einlicrufor. Achinng. Kistenmacher. Da die öffentliche' Versammlung zum I.Mai die Genehmigung nicht erhalte»» hat, so veranstalten säuuntliche Kistcnarbeitrr laut Beschluß der letzten Versammlung einen Ausflug nacii Ausserhalb. Wohin und wo? Treffpunkt ist bereits in den Werkstellen bekannt ge- »nacht. Sollieu jedoch Werkstellen vergessen sei», so können Theilnehiner steh bei Kollege Leichtiitz, Markusstr. 25, darnach erkundigen. 1180 Die Kontmission. Achtung, Modelltischler. Donnerstag, den 1. Mai, Vormittags 10 Uhr» Grosse Morpnsprache im Restam ant Wedding, Mnllerstraße 178. Die zu den» Tage geplante Versainntlnng hat die polizeiliche Geneh- migung»licht erhalte». 1518 Die Vertrauensmänner. Grosse öffentliche Versammlung der o»n Donnerstag, de»» 1. Mai, Vormittags 11 Uhr, in Wei»>ia»t»'s Uolliogarte»»(Gesundbrimue»»). Tagesordnung: l. Der 1. Mai. Ref.: O.Thierbach. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.— Alle Arbeiter Berlins sind hierz»» eingeladen. De:' Einberufer. NB. Nachinittags große« Garten Konzort. Kiinstler-Sp-zialitäte»- Vorstellung und Uotliobelnftigltiigei, aller Art. Im großen Glassalon gvoker Uolkslialt. Säuuntliche Arbeiter Berlins»verde» hierzu freundlichst eingeladen. Entree 15 Pf. Herren, welche am Tan» theilnehmen wollen, zahlen Pf. naa)� g%. gjj Arndt. W. Scheibe. —» ikw-ti empfiehlt Vereinssteinpel, Qnitt»»ngsstempel » Medaillonsteuipel mit Lassalle, Bebel, Lieb- Ck O fnoHKt it rr Nk an prm/ifi Utrnil �GoNlZtlrVlllUU' 9. Kr»»!»n-nstrast- 9.' knecht u. a. m. zu ermäß. Preis.. Mo»,ogra>>,>n- Schablonen, Thürschilder, Gravirung von Inschriften. Entivürfe gratis sofort. & Wahlkreis» Den Mitgliedern und Freunden des ,;Sozia!damokra tischen Vfaliivereins des G. Berliner Relcisstags- Waliikreiccs'" zur Nachricht, das» laut Beschluß der Versammlungen der 1. Mai in feierlicher, unserer politischen Stellung würdigen Weise gefeiert»verde» soll. In der letzten Versammlniig wurde nun der Vorschlag des Vorstandes, u>»s im Alt- Moabiter Schützenhause, Piötzcnsce, zu treffen, angenommen. Wir erwarten nun aber auch von allen Parteigenossen, daß sie, treu ihren» Beschlüsse, ihr Ehreuivort über Alles stellend, de» ersten, wirklichen Arbeiter- seiertag so seiern, wie sie beschlossen. Da uns die zum 1. Mai anberaumte Versammlung ohne Angabe der Gründe versagt ist, machen»vir den Vorschlag, Vormittags,»venu irgend eine Versammlung stattfindet, diese zu besuche», und Siachmittags sich in dem genannten Lokale zu treffen. Das Konzert beginnt am 1 Uhr. Wem es irgend möglich ist, sich uns anzuschließen, der möge es thun; ausgeschlossen sind zweideutige Elemente, deren Berus es ist, Konflikte mit der öffentlichen Gewalt hervorzubringen. Wir erivarten von jeden» ehr- lichen Parteigenosse»», daß er derartigen Elementen ruhig, aber mit Festigkeit, mit aller Energie entgegentritt. Niemand provozire, das hoffen wir. Niemand lasse sich provozire», das erivarten»vir. Nicht ängstlich wollen»vir warnen, nein, wir»vissen, daß unsere Genossen reif sind, ein derartiges Fest»vürdig zu begehen und daß Jeder den Tag behüten wird,»vie sein Heiligthum. Und min zeigen»vir, daß»vir nicht bloß Beschlüsse fassen, sondern auch mit der That eintreten, nicht nur einen Arbeiterseiertag durchsetzen, sondern auch ver- stehen, ihn würdig zu begehen. 1100 __ Oer Vorstand. I. A.: Eugen E r n st. äßMwMgü äcMamgg MMrleitemifK M Weiter. Der Km'rfltßmk kliert fort. Laset Euch in keiner Weise von den Fabrikanten bereden. Haltet fest an der 8stü ndigen Arbeitszeit. in allen Fabriken maes die Arbeit ruhen. Alle müsst Ihr Euch dem Streik anechliesson. Nur eine kurze Spanne Zeit und der Sieg ist unser. 1513 Das Streikbureau befindet sich: Andreasstr. 20. Iii iiie Worser Genoßen. Da ,n»s in Iiirdorf zum 1. Mai keine Uerfammlung genehmigt wirb, ersuchen»vir diejenige»» Genossen,»velche geivillt si»»"» an einer Fuss» pai-tiwe theilzunehmen, st h des Morgens, 7 Uhr, im Garten des Herrn Infcherlr, Bergstr. 7, einzufinden. 152G Nachmittags: Gcmüthlichcs Beisamsnsnsein mit Familie in der Vereinobranel'ri. Das Vnreall der letzten Versaunnlnug. An die Schneider nnd Scheiderinnen Serlins. Kollegen! Da in allen«chneider-Persammlnngen beschlossen ist, am 1, Mai. den» Arbciterfeiertag, die Arbeit ruhen zu lasten, ist es Euch zur Pflicht gemacht, danach z»» handeln. Tie geplante öffentliche Vcrsannnlnng ist von der Polizei nicht genehmig t. Deshalb fordern»vir Euch ans, am 1. Mai, Morgens früh»in» 8 Uhr, im Zelt I(Thiergarten) zu erscheinen. Nachmittags: Ne«»eiujamer Ailsstng nach Wilmersdar'f.— Damit auch unsere Branche die Feier recht imposant begehe, bitten die Unterzeichneten, recht zahlreich zu erscheinen. 1108 _ H. Roloff. K. Wiesematln. H. Jeschoneck. Wtuilll, DrchSler iml) BtriissgeiiW cker BrilHeo VtrliiiS! Tie Versamnilung zum I. Ntai ist nicht genehmigt. Dafür findet eine {Hjerrcn-Fairtiie statt. Treffpunkt Ittorgens TVe Uhr für den Norden bei Gmadt, Brun- nenstraße 33, für den Süden bei Gründe], Dresdenerstraße 110, für den Osten bei Bolzmann, Andreasstraße 20. Für Familien und Nachzügler Treffpunkt Bahnhof Schmargendorf, Nachmittags von 3 Uhr a». Abfahrt vom Potsdamer, Anhalter und Schlesischen Bahi'ihof(Südring). Weitere Vestimiunngen treffen die durch»veiße Schleifen kenntlichen and am Bahnhof befindlichen Ordner. Den Anordnungen der Ordner wird gebeten Folge zu leisten._[1502]_ A. Aue, Koppenstraße 90. Gigairen n. Tabak, tokersirasse No. 1. Allen Freunden und Genossen zur Nachricht, daß nieii» Geschäft am Donnerstag zur Feier des Tages geschlossen ist, serner an allen Sonntagen von 12 Uhr ab," indem ich darauf rechne, daß ich zu dem Unternehmen auf Zuspruch von Freunden und Genossen rechnen darf._ 1312 Eöhsl auf Theilzahiimg L lüßttktt. 75.- Lewcnt. AHe ?r Bessins u. ömgcycndl »verde»» zu einem gemüthlichen Frühschoppen am Uollnr»'stas, den 1, Mai, Vormittags 9 Ahr, in Kriege r's Salon, Wafserthorstr. 68, freundlichst eingeladen. 1511 Dir Kommisston. I. Äl.: R. Niemetscheck. Arbeiter und Arbeiteriaueu der Zur Fei rr des 1. Mai: Treffpunkt Mittags 12V? Uhr bei Reyer, Alte Jakoöstr. 83. 1183 Zahlreiches Erscheinen nothivcndig. OavveäH's Neu-Weissensee, Königschausse?, empfiehlt seine Lokalitäten, Garte»», Kegelbahnen, großerSaal nebst Vereins- zimmern, bei-Ausflügen und zu Ver- sainnllungen. Volksblatt liegt aus. Der Art»riterbildni»gs«-,r»in hält in diesem Lokal am I. Mci, Nachinittags 4 Uhr, ein gesolliges Zusanimcusoiu mit Konzert und Tanz ab. 1563 Grff«»»ttiche sii»«»»»»tiichrr ut» HslzbearbeitNgs-Mlisliivtll deschiiftigtrv Arbritrv. am Freitag, den 2. Mai, Abends 8 Uhr Teigmüllcr's Salon, Alte Jakobstr. 13a. Tagesordnung: 1. Der 1. Mai 1800. Referent: Stadtverordneter Fr. Zuboil. 2. Diskussion. 1509 3. Verschiedenes. 4. Fragekaflen. _ Vor Einbrrufrr. AAillig! Kuchbinder! Alle Kollegen, welche sich am 1. Mai an dem Ausflug nach Friedrichshagen nicht betheiligen können,»verde»» ersucht, mit ihren Angehörigen sich in» König- ilndt-Kafl»»o, Holziuarktstraße 72, bei einen» Glase Bier zilsanunen zu siuden. Einer Versammlung wurde die Genehmigung versagt. 1511 I. A.: Wilh.«tlgittv. Öi*ts-- Krankenkasse der USempner. Ten Mitgliedern zur Nachricht, daß zaut Beschluß der Generalversannnlnng von» 27. April d. I. das Kassenlokal des Sonntags und z»var vom 1. April bis 1. Oktober geschlossen ist. 1519 1519 Dar Vorstand. Meinen Freunden»ind Bekannten zur Nachricht, daß ich im Hause Oranionstr. 20 ein Darltter- und Lvil'eurgeschnft eröffnet habe. 1537 Otto Billert. ?,»m 1. Mar._, Unser Kollege u. Gen. KarlKmä® Sei Du gegrüßt am Namenstage Von unserer Seite Dir's geiveiht, 1515 Möge keine herbe Plage Diesen schönen Tag entiveih'n. Deine Freunde:„ G.?. V. V. C.K. C.S.�L Unsere»» Kollegen und Genossen Viktor Nori» zu seinem Wiegenfeste am 1. Mai e» donnerndes Hoch! Ob er sich � merken läßt'f C. H. O. B. B. Bll- Todes- Anzeige. Am 27. April, Abends 11 Uhr. starb unser Kollege, der Tischler Wilh. Zschocli. Die Beerdigung findet am Donner?� den I.Mai. Nachmittags 3V: Uhr,% Stadt. Krankenhaus Moabit, Biw straße, aus statt. Ehre seinem denken.,.„ Die KoUenen der Kilopkr'schk» Werkstatt. � ff «s tei °s ge tu SMiWWSWl Den Mitgliedern des Vereins der Sattler u. � zur Siachricht, daß am 28. d?. unser treues Mitglied, der SatUcr Franz Zinspeli nach V»jährigem Leiden au der Pff] letarier-Krankheit im Aller von 29 jaf ren verstorben ist. Tie Beerdigung findet ain To»»�- g, den 1. Biai, Nachm. 4 Uhr,* 1» rii B Su» tag. Tranerhause, Langestr. 108, aus ß' Der Vorstand ersucht um recht r» Betheiligung. Dies allen Fteum und Genossen statt jeder besom� � Meldung. !giiya-r��,lBKg«gg7aB'iBtaS der ha» fo Sief dir star t der Pet % Danksagnug. Allen Freunden und Gen offen r'e' Ardeiter- und Arbeiterinnen-Akt Mch ganz besonders den Kollege» Werkstatt, sage ich meinen»»m Tank für die rege Betheiligung die reiche Blninenspendnng bc» � Beerb igiiug meines Mannes. Wittwe Gubela l nebst Kindern. _ Forsterstraße Nr. j]: Infolge meiner Abreise von sage ich hieronrch allen meiueu� beitskollegen. Freunden und Gtfa kollegen ein. herzliches Lebewohki(J Ich spreche gleichzeitig meine» Tank für die Unterstützung meiner Kollegen aus. ',5% chu auf Rarl «ere »nte Wie die 0: er m arbe Rain der! in bi bei fotch Jägei steu, alle vtnvL jvvuiyvjv miv. Adalbert RamsC� lein fem «ut» MsliiasrsgS Rohrleger\\ü Kelser ÄeM In derFabrik vonVob� Schlesischestr. 6, haben% Kolleaen einmüthig die ut« He, >verl im»« 8cn Jon der niedergel. ins. Lo.hndisteNzj Znzng ist fernzuhalten. Die Aaitnt»o»rs-Komii»»P''zN O s k a r Ficius, Langestr. s Achtung! dra» 8 der h Die Kollegen der Fabrik OarS PBescfnkCi Koiihenbeegerstr. haben einmnthig die Arbeit mede- Grund: Lohn-Differenzen. ou '5 strengstens fern zu halte». 1510 Die Koinl'i'C'� I-r Anil de» B5!? ist beendet,»vir ersuchen ch 1 IWIV**|* V"HfC, jenige»,»velche noch im 5 biefetheu. fi Sammellisten, dieselben unigrd. ge Fr.IloIIivix.Wtiideittarstl.'-* J,| einzusenden, damit wir die Äb»�hM vornehmen können(stehe redah-' Das Konutce> Allen Freunden und Ge»»�' Kennt», iß, daß»nein 1521] Tabak- u. Cigarrenae50 am 8. Iflai von Mittags 2 Uhr ab gesch�� E. Arndt» � Skalitzerstraße, Ecke MaiiteB� Achtung- ii Allen Genossen und Ku» Nachricht, daß mein] CigarrrilgrMf am 1. Mai, des internationw'� p iL S'ÄB'E&»4: entnehmen. Vom 4. Mai ab bleibt des Sonntags Nachmittags 0'' Otto Klein, Nittrrjw> 8 eti tnil ent a der %» Dr Sie (ag lov s de! %e «Ui u» b» I «ttl 81 t>c Verantwortlicher Siedakteur:«urt Danke in Berlin. Druck und Verlag von Mar Dabin, in Verlin SW.. Beuthstraße 2. 4„or: 2. M Nr. 100. Uovrrsziondettje»». den 26. April. Ter Entwurf des s ch Iv e i z e r i- Iz i1,® o z i a l i st e n g e s e tz e s enthält in Bezug auf die in 1»«.? v.c,ä lebenden, für einheimische wie ausländische Sozia- «Iren glnch geltende Bestimmung- «rit Beziehung auf einen gewaltsamen Umsturz der gesell- T" Ordnung zur Begehung von Verbrechen ausfordert, an- B ff» Arrleitung giebt, oder iver rn einer den «!!,».t.l.rchen Frieden gefährdenden Weise zur »„�«.�thätigen Verfolgung ganzer Vevölke- ft.«,? blassen aufreizt oder anreizt, wird mit bestraf��' schweren Fällen mit Zuchthaus ,,,%i:r im Dienste oder Solde einer fremden Polizei stehend, !--Hr>ndlilngen aufreizt, welche die öffentliche Ordnung oder den r(hm Frieden gefährden oder durch falsche Be- � die öffentliche Meinung aufregt, wird mit in schweren Fällen nut Zuchthaus bestraft. Gegen 'Stander ist außerdem auf Landesverweisung zu erkennen." W- C«1 1° köstliches Elaborat, daß es den schiveizerischen In" ullc Ehre macht und wenn es Gesetzeskraft erlangte, /..�surgeoisie nicht wenig Freude bereiten würde. Aber es fo! sich erst einmal um einen Entwurf und da wollen wir, ch-r. ockend auch sonst das Thema dazu iväre, keine weiteren i,. I|N'onen daran knüpfen. Trotzdem die Buudesanwaltschaft fbws iahr eiustimmig von der auf der Höhe ihrer Aufgabe ge- kr« JlCn Biindesverfainiiilung beschlossen wurde, wollen wir zu iL** Ehre hoffen, daß sie die ihr zugemuthetcn Bestiinmungen "«atern vor die Füße wirst. d»..7� Spitzbüberei der englischen Fabrikanten, mit Ist 1847 ihre Arbeiter dazu antrieben, aii das Parlanicnt £«none» zu richten um Widerruf des beschlossene» Arbeiter- I�v-Gesetzes, welches den Arbeitstag für Arbeiterinnen zunächst «n kl und dann auf 10 Stunden herabsetzte, ist bekannt und von «ri Marx in seinem„Kapital" zur Schande jener Vorgänge ««mgt worden. Nach 42 Jahren haben die Engländer ner den Schweizer Republikanern Nachahmung gefunden. die Blätter in diesen Tagen meldeten, haben nämlich ' e A rbeitervon 4 Baumwollspinnereien und Webereien in« Kanton Zug beim Bundesrath petitionirt, „ihren" Geschäften, wie bisher gestatten, 11V, Stunden 91**- ö" lassen. Und das in der Zeit, wo die Wogen der Mtstundenbewegnng hoch gehen und in der ganzen Welt der «anipf zmischen Kapitalisten und Arbeitern tobt uni Verkürzung ocr Arbeitszeit. Zur Naturgeschichte der Petitionen bemerkt Seidel 'n der„Arbeiterstimine": ,„Wer, wie wir, jahrelang in Fabriken gewesen ist, als Ar- °* i t e r und als Buchhalter, der weiß ganz genau, wie wiche Petitionen der„Arbeiter" hergestellt werden. Man läßt dir Aufseher, im besten Fall auch einige hervor- sagende Arbeiter, auf's Bureau koinmen, legt ihnen die Sache steundlich, aber nachdrücklich vor und in ein paar Stunden haben alle Arbeiter unterschrieben. Jeder weiß ja, daß er, wenn nicht ,aim nächsten Zahltag, so doch beim ersten gelegenen Anlaß den umspaß erhält— und er ist Hauszins und Brot schuldig und Weib ist krank und seine Kinder noch klein. Also rasch Anschreiben, rasch und eifrig. � Der Buudesrath hat n i ch t d i e A r b» i t e r, sondern die "Östren abgewiesen. Er hat Recht darin gethan; die Arbeiter Ndcn sich freuen." » Gegen den von uns bereits erwähnten Schwindler und '«h'naßlichen Spitzel Buchmayer erläßt die Schneider- � e r k s ch a f t L u z e r n folgende öffentliche Warnung: » Wir warnen alle Genossen vor Theodor Buchmayer, Schneider b-r~'«k'fch/ Großhth. Baden. Derselbe ist mit der Streikkasse Schneidergew e rkschaft von Luzern durchgebrannt, mit dem gn.%0 von 180 Fr., und ist auch noch nebenbei eines großen teirf its in örtlichen Verwaltungen von Außen her gekenn- worden. Signalement: Untersetzt, mittelgroß, volles btn, 5>«k graue krause Haare, braunen Schnurrbart, trägt einen >u»ik|«� Veston-Anzug, einen weichen, schwarzen Fizhut oder bfiiwi1 Strohhut mit blauem Band, Schnürschuhe, spricht nord- der In Dialekt und kann sich durch schönes Reben das Zutrauen »„/«cnmenfchen erwerben. Genossen, welche den Aufenthalt Q»�«ayer's kennen, sind ersucht, seine Adresse sofort an die i �wergewerkschaft Luzern, Eass Bethlehem, zu senden. - Alle Vereine, welche Unterstützungen an die Schneider- JmMchaft Luzern gesandt haben, sind ersucht, hiervon brieflich "Heilung zu machen, da uns jede Kontrole fehlt. Schneidergewerkschaft Luzern. Mittwoch» deu 80. April 1890. V. Jahrg. WK Sä;.?"».?'' ftit GWWM mit einer'' ftatto', kah er aui k �ulversitätsdiener Lachmann oen maum Raffet/.» en- Di/ f" erPeu Blick, daß ein Einbruchsdiebstahl "üben f1n,Öt fort f»'�»e Dhür der Nische stand offen, die Wieb»» lei"gekv,s,„,» � dem ersten Anschein schien der Dieb von «lerki, �chloss-n x die Thür war ordnungsmüßig «der Fußspuren. In der verschlossener Schublade eines Tisches bewahrte der Universitätsbeamte 5knechtel seine Privat-Kasse auf, die damals gegen 100 M. enthielt, auch dies Behältniß hatte der Dieb zu erbrechen versucht, das Schloß zeigte Blutspuren und in der Nähe oes Tisches wurde die Spitze eines abgebrochenen Messers gefunden. Es sind eine ganze Reihe Thatsachen, die für die Thäterschast des 'Angeklagten spreche», obgleich er seine Schuld entschieden bestreitet. Er ist im Herbste 1838 vom Landgericht zu Weimar wegen Ur- kundenfälschung mit sechs Wochen Gefängniß bestraft ivorden. Diese Strafe ist noch nicht verbüßt. Er ging nach Berlin und wußte den damaligen Vorsitzenden der Deutschen Kolonial- Gesellschaft für sich zu interessiren. Dieser saudte den Ange- klagten nach Thüringe», um dort die Beiträge von den Mitgliedern der Gesellschaft einzuziehen. Lencer hat ge- stündlich in Apolda 660 M. eingezogen, den Betrag aber trotz aller Mahnungen nicht abgeliefert, sondern für sich ver- braucht. Durch Versprechungen und Vorwände der verschiedensten Art wußte Lencer seiue Auftraggeber bis zum Februar deS vorigen Jahres hinzuhalten, dann schrieb ihm Graf Vähr, daß gerichtliche Anzeige erstattet werden würde, wenn der Angeklagte nicht innerhalb der nächsten Tage Abrechnung halte. Lencer fand sich nun veranlaßt, nach Berlin zu kommen, wo er im„'Askani- sehen Hof" abstieg. Er will versucht haben, den Grasen Bähr zu treffen, der Letztere weiß hiervon nichts, hat dagegen den Angeklagten vergeblich in seinem Hotel aufgesucht. Leucer blieb 14 Tage hier und scheint sich wenig um die Erledigung seiner drin- genden Angelegenheit mit dem Grafen Bähr gekümmert zu haben, denn er verkehrte viel in VcrgniigungSlokaleu mit den Studenten Fitttg und Andrä, von denen der Erstcre Kassenwart des Vereins deutscher Studenten war. Lencer suchte seiue Freunde auch häusig im Sitzungszimmer in der Universität auf, er war dadurch mit dem Universitätsbeantten Knechte! bekannt geworden und ging dort aus und ein. Auch am Abende des zweiten März war Lencer im Zimmer Auditorium 3, er war Augenzeuge, als Fittig das Geld in die Kassette und diese in die Nische that Er hat sich dann mit Fittig ent- fernt, ist aber dann nach etwa einer Stunde allein zurückgekehrt und hat sich bei Knechte! erkundigt, ob Fittig etwa wieder da sei. Knechte! hat die Frage verneint und da er gerade damit beschäftigt war, die Fensterläden zu schließen, so leistete Lencer ihm hierbei noch einige Handreichungen. Nachweislich ist Lencer an demselben Abende mit dem 11 Uhr-Zuge vom Anhalter Bahnhose nach Jena gefahren. Als die Nachricht von dem geschehenen Einbruch an die Polizei gelangte, wurde der Kommissar Braun mit den Ermittelungen betraut und dieser gelangte bei Besichti- gung des Thatortes sofort zu der Ueberzeugung, daß hier nicht ein gewerbsmäßiger Einbrecher thätig gewesen, sondern von einem tansdiebe begangen sein mußte. Der Verdacht lenkte sich durch ein usanlmcntreffen verschiedener Umstände zunächst auf Fittig. Be- sonders belastend ivar für denselben, daß er vor kurzem eine Brieftasche, die 600 M. ihm anvertrauter Gelder enthielt, ver- loren haben wollte. Wie erwähnt, hat sich dann seine völlige Unschuld herausgestellt und die Verdachtsmomente gegen Lencer haben sich in fast erdrückender Weise gehäuft. Am 6. März hat er von seiner Heimath Kramstorf bei Jena die Summe von 660 M. an die Deutsche Kolonialgesellschast geschickt. Auf Be- fragen, wie er zu den» Gelde gekominen, giebr oer Angeklagte au, oaß er es von seiner Mutter erhalten hat. Die Anklagcbehörde hält dies für wenig glaubhaft, denn seine Mutter ist eine Oberlehrerswittwe, die eine Pension von 760 Mark bezieht und kein Vermögen besitzt. Ferner hat man am Thatorte ein Kneiferglas mit der Nummer 11 gesunden, der Angeklagte trägt dieselbe Nummer und er hat sich bald nach seiner Ankunft in Jena einen neuen Kneifer gekauft. Er hat größere Ausgaben gemacht, ohne den Erwerb der Mittel genügend nachweisen zu können, unter anderem hat er an einem Abende 30 M. für Ehampagner bezahlt. Er bestreitet, daß er bei seiner Abreise von Berlin außer einer Reisedecke irgend welches Gepäck mit sich geführt hat, das kommissarisch vernommene Dienstmädchen bekundet dagegen, daß der Angeklagte einen Handkoffer trug, als er die Wohnung seiner Mutter betrat. Der Koffer sei ihm von der Schwester abgenoimnen worden. Dieser Punkt ist für die Anklage besonders wesentlich. Es wird angenommen, daß der Beschuldigte sich einen Schlüssel zum Zimmer Auditorium 3 von einem der Ausschuß- Mitglieder zu verschaffen gewußt und den Diebstahl zwischen 8 und 10 Uhr Abends ausgeführt hat. ES muß ihn: an Zeit und an Werkzeugen gefehlt haben, die Kassette am Thatorte zu sprengen und wird angenommen, daß er dies erst zu Hause bewerkstelligt hat. Zum Transport der Kassette muß er unbedingt sich eines Koffers bedient habe». Da der Angeklagte den Einwand, daß er keinen Koffer mit sich geführt hat, bisher nicht erhob, so muß die Verhandlung vertagt werden. Zum nächsten Termin sollen ver- schiedene Angehörige des'Angeklagten und einige bisher kommissarisch vernommene Zeugen geladen werden. Eine öffentliche Zlersilmmlimg der Weißgerder tagte am Dienstag, den 22. April, in Weimann's Volksgarten(Gesund- brunnen) mit der Tagesordnung: 1. In welcher Weise gedenken wir den 1. Mai zu feiern? 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.— Das Bureau bildeten die Herren Brinkmann, Haferland und M. Arendt. Der Vorsitzende Herr Brinkmann nahm zu Punkt 1 das Wort und führte etwa folgendes aus: Angesichts der wichtige» Tagesordnung müßte man meinen, daß die Versammlung stärker besucht sein würde als sie ist. Wir haben uns heute die Frage zu stellen, in welcher Weise wollen wir den 1. Mai als Feiertag begehen? Kollegen, wir wissen Alle, warum der 1. Mai als Feiertag in der ganzen Welt gefeiert wird. Wir wissen auch, daß es eine Verbrüderungsseier des gesammten Proletariats aller Länder ist, an welchen: Frühlingstage sich die'Arbeiter und Ar- bciterinnen aller Kulturländer die Hand reichen, damit die Idee verwirklicht werden kann, die uns Alle beseelt. Wie wir nun diesen würdigen Tag zu feiern gedenken, dies liegt und hängt ja vollständig von dem Willen und Wünschen der Versammlung ab. Ich würde aber der Versammlung Vormittags eine große Volks- Versammlung und Nachmittags ein großes Volksfest empfeh- len Geben Sie nun Ihr Votum ab und seien wir einig in dem Gedanken, damit uns das große Kultur- werk. der achtstündige'Arbeitstag, gelinge.(Bravo.) Zunächst nahm Kollege Trapp das Wort und legte der Versamm- lnng vor, daß er im Auftrage mehrerer Kollegen der Sache näher getreten ist und sich mit der Direktion der„Adler-Brauerei" in Verbindung gesetzt hat. Letztere stellt sämnitliche Lokalitäten zur Verfügung und ist Redner ebenfalls der Meinung wie Kollege Brinkmann, Vormittags eine Volksversammlung und Nachmittags ein Volksfest zu ueranstalten. Die Debatte ist eine sehr lebhafte und sämmtliche Redner sprachen sich in diesem Sinne aus. Beschlossen wurde nun demgemäß: Vormittags eine Volksversammlung mitVor- trag Nachmittags Garten-Konzert, Auftreten von Künstler-Spezia- täten, Kinder-Belufttgungen aller Art und Tanzkränzchen. Es wurde nun ein Bergnügungskomitee vorgeschlagen und sol- gende Herren dazu gewählt: Brinkmann, Haferland, M. Arendt, Mielsch, Scheibe, Schneider, Meyen. Unter Verschiedenem wurde bekannt gemacht: Wem es nicht möglich ist, die Arbeit ruhen zu lassen, der soll unbehindert und ungestört arbeiten.— Es kam nun noch die Hegermann'sche Streikanaelcgenheit zur Sprache und wurde folgender Antrag akzepttrt:„Die streikenden Kollegen der Hegermann'schen Fabrik werden dringend ersucht, so viel wie möglich sich Mühe zu geben, irgendwie Arbeit zu bekommen. Schließlich gelangte eine Resolution zur Annahme: Die Forde- rung der kaufmännisch Angestellten zu unterstützen und vom 4. Mai er. ab nur in solchen Geschäften zu kaufen, die an Sonn- und Festtagen um 12 Uhr schließen und nach dieser Zeit ihre Angestellte» nicht nichr beschäftigen." Der Vorsitzende ermahnt nun noch, recht rege für den 1. Mai zu agitiren und schließt die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die internationale völkerbefreiende Sozialdemokratie. Eine öffentlich* Versammlung der Klavier-, Kla- viatur- nitd Pianv-Mechanilr-Ardeiter fand am Dienstag, den 22. April im Lokal„Süd-Ost" unter dem Vorsitz des Kollegen Rüdiger statt. Zum ersten Punkt der Tagesordnung: Wie stellen sich die Klavier- u. s. w. Arbeiter zur Feier des 1. Mai? erhält der Referent, Kollege Schmidt, das Wort. Kollege Schmidt führte an, daß auf dem internationalen Kongreß zu Paris be- schloffen sei, einen Feiertag zu Gunsten des achtstündigen Ar- beitstages im Jahre eintreten zu lassen und zwar aus den 1. Mai. Weiter führte Redner an, daß in sämmtliche» zivilisirtcn Län- dern die Arbeiter den 1. Mai als Arbeiterfeiertag begehen, in der frohen Zuversicht, wieder einen Fortschritt in der Arbeiter- bewegung gethan zu haben.— Redner kam nun eingehender auf Preußen zu sprechen, bedauerte, daß ein religiöser Feiertag gerade vorangeht, hofft aber von den Kollegen, daß sie auch dieses Opfer bringen werden und am 1. Mai die Arbeit ruhen lassen.— Auch forderte Redner alle Kollegen zu einer regen Werkstattagitation zu Gunsten des ArbeiterfeiertagS auf, damit an diesem Tage eine Revue zielbewußter Arbeiter vor sich geht.— Ferner ermahnte Redner die Kollegen fleißig zu agitiren, das eine Verkürzung der Arbeitszeit in allen Fabriken eintritt, denn nur durch die Verkürzung der Arbeitszeit ficht Redner die Macht, um der anarchischen Produktionsweise ein Halt zu gebicten,lauch eine Degeneration des gesammten Volkes zu verhüten, denn eine acht- stündige Arbeitszeit, eine achtstündige Ruhe und 8 Stunden zur Bildung, daß sei unsere Losung. Redner führte weiter aus, daß die Unwissenheit des Ar- beiters stets als Waffe von den Kapitalisten gegen den aufge- klärten Arbeiter gebraucht werde. Redner forderte diejenigen Kollegen auf, die einer Organisation noch fern stehen sich einer solchen anzuschließen. Von verschiedenen Seiten ist laut geworden, sagte Redner, daß die Arbeiter am Endziel ihrer Bestrebungen wären, wenn sie die achtstündige Arbeitszeit errungen hätten, dies ist nicht der Fall vielmehr das Gegen- theil, die Arbeiter werden nicht eher ruhen und rasten, bis es auch ihnen vergönnt ist, den Platz in der Gesell- schaft einzunehmen, der ihnen gebührt, und nicht mehr wie eine abgesonderte Masse betrachtet zu werden. Um diesem Ziele nun näher zu kommen, forderte Redner nochmals in kräftigen Worten die Kollegen ans, sich zu organisiren.(Reicher Beifall.) Eine lebhafte Diskussion entspann sich über diesen Vortrag und sprachen sämmtliche Redner im Sinne des Referenten. In seinem Schluß- wort kritisirte der Referent den Aufruf der Fraktion> er hielt denselben für zu spät, da es nicht möglich sei, in so kurzer Zeit die Massen zu überzeugen, und ersucht die Kollegen, an dem Berliner Ausruf fest zu halten.(Beifall.) Folgende Resolutton wurde gegen eine Stimnie angenommen.„Die heutige Versammlung der Klavier- n. s. w. Arbeiter beschließt den 1. Mai als Arbeiterfesttag überall zu begehen." Unter Verschiedenem wurde der An- trag, den Uebcrschuß der Tellersammlung den streikenden Karton- arbeitern zu überweisen, angenommen. Ferner kam ein Schreiben der streikenden Brauer zur Kenntniß der Versammlung, in welchem um moralische Unterstützung in ihrem Lohnkampfe nachgesucht wurde. Mit dem Wunsche, daß alle Kollegen den Beschluß der Versammlung hochhalten, schloß der Vorsitzende die gut besuchte Versammlung. Die Köttchee Serlino tagten am Sonntag, den 20. d. M., in Heise's Salon, Lichtenbergerstraße, mit der Tagesordnung: „Der Stand der Lohnbewegung und Äerschiedenes". Kollege Otto Schmidt erhielt das Wort zur Berichterstattung über den 1. Punkt der Tagesordnung. Dieser berichtete über eine Unterredung mit dem Inhaber der Packfaßwerkstelle von Hintze wegen der Ent- lassung eines Kollegen, welche einer Maßregelung sehr ähnlich war. Das Resultat derUnterredung war die Wiedereinstellung desKollegen. Verschiedene Rücksprachen mit Leitern der hiesigen Brauereien be- züglich des Extrabezahlens der Feiertage, welche in der Woche fallen, verliefen resultatlos und Kollege Schmidt bat Namens der Lohnkommission die Versammlung um einen definitiven Beschluß in dieser Angelegenheit. Ferner berichtete derselbe noch über eine Umschau in Potsdam, welche etliche Mitglieder der Lohnkommission in unserem Interesse bei den dortigen Böttchermeistern gehalten hatten; die Kommission hatte in Erfahrung gebracht, daß von der hiesigen Faßfabrik W. Koch zugeschnittene Bohlen nach Potsdam geschickt worden sind. Nach- dem die KommissionSusttglieder bei einigen Meistern angefragt und zum Theil sehr kühl aufgenommen worden waren, fanden sie in einer kleinen Werkstelle den gesuchten Bottich für die hiesige Faßfabrik. Kollege Beimke stellte den Antrag, iu den Oelfaßwerkstellen bei den sogenannten Minen Meistern für 26 M. pro Woche zu arbeiten; er begründete diesen Antrag ein- gehend und erhielt denselben trotz mehrerer Angriffe von ver- schiedene» Seiten ausrecht, die endliche Abstimmung ergab eine erdrückende Majorität für die Ablehnung dieses Antrages. Nachdem Kollege Müller angeregt hatte, zu Gunsten der Streikenden mehr als bisher.vom Verdienst abzugeben, berichtete Kollege Haman über das wankelmüthige Verhalten eines Charlottenburger Meisters, welcher als Geselle vor nicht zu langer Zeit noch in unseren Reihen gestanden hat. Von Kollege Malschke wurde beantragt, daß die arbeitenden Kollegen von jetzt an 3 M. pro Mann zum Streikfonds beizutragen haben. Kollege Neumann kritisirte in klarer, scharfer Weise das Verhalten der Arbeitgeber und betonte, baß der von denselben ausgearbeitete Tarif der reine Spott auf unsere Lohnbewegung sei, da man die Verkürzung der Arbeitszeit bewilligt, aber auf dies schwerste Arbeit, Lagerfässer und Bottiche nicht einen Pfennig zugelegt habe, ebenso spricht der Umstand, daß bei dem Tarif für Transportgesäß auf die sehr verschiedene Stärke des Holzes und EisenS keine Rücksicht genommen wurde, nicht sehr für die Gewissenhaftigkeit und Sachverständigkeit der be- treffenden Herren. Da mehrere derselben ausgesprochen haben, daß sie warten würden, bis uns der Hunger wieder zur Arbeil treibt, geißelte Kollege Neumann diese" humane Gesinnung noch verdientermaßen, ein edler Zug kann solches Auftreten gegen die Arbeiter wohl kaum genannt werden. Auf'Antrag der Kom- Mission wurde beschlossen, die Bezahlung der Feiertage vorläufig bis auf weiteres so beizuhalten, wie es bis jetzt in den ver- schiedenen Brauereien üblich ist. Kollege Neumann sen. stellte den Antrag, von jedem verdienten Thaler zu Gunsten der Streikenden 50 Pf. zu opfern, begründete denselben mit der Roth, welche theilweise schon herrscht und bittet die arbeitenden Kollege», sich in die Lage der Streikenden zu versetzen, welche bis jetzt nur gering unterstützt werden konnten. Nachdem noch Kollege Neu- mann warm für die Annahme dieses Antrages eingetreten war, wurde derselbe von den anwesenden arbeitenden Kollegen ein- stimmig angenommen. Nachdem der Vorsitzende in markigen Worten den vierwöckcntlichen Streik kurz skizzirt und das Verhalten der Berliner 5tollegen anerkennend hervorge- hoben hatte, wie es dieselben verdienten, da die heutige Versammlung zeigte, daß trotz getäuschter Er- Wartungen, trotz des Hungers immer noch die Beschlüsse hoch- gehalten würden und an ein Nachgeben nicht zu denken ist, schloß er die fast überfüllte Versammlung mit einem stürmisch aufgenommenen Hoch auf unsere Lohnbewegung. Der Fiichucm» der Tischler hielt am 21. d. Mts. im Bnggenhagen'schen Etablissement seine ordentliche General- Versammlung ab. Auf der Tagesordnung stand: Kassenbericht; Bericht des Vorstandes, der Bevollmächtigten und der Koin- Missionen; ferner Ersatzwahlen für de» Vorstand und Vsr- schiedenes. Vor Eintritt in die Tagesordnung wird auf Ans- fordernng des Vorsitzenden das Andenken des verstorbenen Mit- gliedes Franz Scholz durch Erheben von den Plätzen geehrt. Sooann erstattet der Nendant den Kassenbericht. Nach diesem betrug?>»' letzten Quartal die Einnahme inklusive altem Bestand 7289,39 M., die Ausgabe 3188,37 M., mithin Bestand am 1. April 4101,02 M. Der Gesammtbestand im Unterstütznngsfonds betrug 442,5 M. Die Kontroleure beantragen, dem Nendanten Decharge zu ertheilen, da sie Kasse und Bücher in Richtigkeit gefunden haben. Der Vorsitzende berichtet, daß im letzten Quartal 16 Prozesse, gewerbliche Streitigkeiten betreffend, ge ührt wurcen, jedoch war ein Theil derselben vom vorher- chenden Quartal übernommen worden. Die Bibliothek besteot aus 355 Bänden im Werthe von 1219 M.; dieselbe befindet sich jetzt im Arbeitsnachweis-Bnreau, ihre Benutzung den Mitgliedern also sehr bequem gemacht. Im neuen Arbeitsnachweis gingen in der kurzen Zeit seines Bestehens(vom 1. Februar bis 1. April) 1070 Adressen ein, davon wurden 795 ausgegeben und 275 blieben unerledigt. Es ist dies ein erfreulicher Anfang, soll aber der Ar- beitsnachweis wirklich einen bessernden Einftuß auf unsere Ge- werksverhältnisfe ausüben, so ist es nicht genug an den materiellen Opfern, welche der Verein sich auferlegt, sondern der'Arbeits- Nachweis muß noch in viel höherem Maße von den Kollegen benutzt werden. Namentlich die in der Baubranche beschäftigten Koll. müßten dies mehr wie bisher thnn, dann würden auch die Arbeitgeber genöthigt sein, ihren Bedarf an Arbeitskräften nur beim Arveits- Nachweis des Fachvereins der Tischler nachzufragen. Nachdem noch die Bevollmächtigten über die verschiedenen Bezirke Bericht erstattet, wird zu den Ersatzwahlen für den Vorstand geschritten. Dieselben haben folgendes Ergcbniß: 1. Vorsitzender: Th. Glocke; 1. Schriftführer: Mende; 1. Kassirer: Micke, und Ersatzmann: Monien. Zu Kontroleuren werben Hellwig und Stenz gewählt. Ferner sind von der Filiale Rixdorf 5 Kollegen vorgefchlagea, welche_ der Werkstatt-Kontrolkommis fwn angehören sollen. Es sind dies die Kollegen Weber, Hellwig, Ostermann, Chernitzki und Ri ter. Dieselben werden von der Versammlung für er- wähnlcs Amt bestimmt. Versastedene Streikunterstützungs-Gesuche konnten der vorge- rückten Zeit wegen nicht erledigt werden, sie wurden ebenso wie andere Angelegeichciten zu nächster Versammlung vertagt. Uor«in«r öffentlichen Miillerverj'ammtnng, die am Sonntag Nachmittag in Rehkitz Salon, Bergstr. 12 unter Vorsitz des Herrn Grunow stattfand, sprach der Stadw. H«jtudor> über: Die Verkürzung der Arbeitszeit, die gerade im Müllergewerbe an- gebracht sei, wo eine 18 stündige tägliche Arbeitszeit(in Berlin 12 Stunden) herrsche. Nach lebhafter Disk ssion beschloß man mit großer Majorität, am 1. Mai nicht, wie früher beschlossen, allgemein zu feiern, fondern nur da, wo die Verhältniste es ge- statten, da seit der Versammlung, in der das Feiern beschlosien wurde, mehrere Kollegen, die in einen Streik eingetreten sind, zu unterstützen wären, und weiteren Kollegen, die unz>veifelhaft wegen Feierns gemaßregelt werden, nicht unter die Arme gegriffen werden könnte. Am 1. Mai sollen Vormittags und Abends 8 Uhr Versammlungen stattfinden, für deren Besuch rege agitirt werden möge. Dann wurde über den in der„Berliner B r o t f a b r i k"(Aktien- gesellschaft) ausgebrochenen Streik diskuttrt und die Ursachen desselben klargelegt. Nachdem die Mühle vor Weih- nachten und Ostern mehrere Tage ihren Betrieb eingestellt hatte, sollte vor 8 Tagen wieder dasselbe geschehen, so daß jeder Ar- beiter nur Vs Woche beschäftigt wird. Da die Müller unter diesen Umständen nur 9 M. pro Woche verdienen würden, for- derten die Müller volle Weiterbeschästigung, da in der Mühle alles verschmutzt und verdorben sei und viel zu repariren sei. Dem ivurde nachgegeben. Am Sonnabend wurden denn plötzlich die 5 ältesten Aroeiter, die von 4— 13Ve Jahr in der Muhle be- schäftigt waren, entlassen. Daraufhin erklärten sich alle Arbeiter solidarisch und legten die Arbeiter nieder. Bon mehreren Rednern wurden die Verhältnisse in der Mühle scharf beleuchtet. Die M'chle habe deshalb öfters ihren Betrieb ein- stellen müssen, weil die Dircktion sich versperulirt habe. Sie habe das produzirte Mehl aufgespeicnert in der Hoffnung, daß durch dieses Zurückhalten des Produktes der Preis des Mehles steigen wurde. Dies sei nicht geschehen, im Gegentheil. Jetzt habe die Fabrik 50000 Zentner Mehl im Werthe von mehreren Millionen auf Lager. Der Arbeiter solle jetzt für dieses Manöver büßen. Die Mühle habe bei der letzten Abrechnung 126 000 M. zur Ver- theilung gelangen lassen. 14000 M. habe der Aufsichtsrath als Gratifikation, sämmtliche Arbeiter dagegen nur Ou 000 M. an Lohn erhalten. Nach langer Diskussion wurde beschlossen, die streikenden Kollegen so lange zu unterstützen, bis sie seloer in der Lage sind, sich zu helfen. Jeder arbeitende Kollege soll 1 M. pro Woche zur Unterstützung zahlen. Da die Streikenoen sehr schlecht gestellt waren und ohne Hilfe dastehen, thut schnelle Hilfe N o t h. Sendungen sind an Herrn Wittmann, Manteuffel- straße 118, zu richten. Es wurde noch beschlossen, die Kauf- leute in ihrer Bewegung zur Erringung der Sonntagsruhe zu unterstützen. Einr große Uersanimlnua der Keermann'schen Labrtti Sonntag, den 37. April, im Lokale Süd-Qst unter Vor- tagte am Sonnta W sitz des Lackircrs Schäkel. Zunächst erhielt Kollege Schäkel das Wort zum Bericht der Kommission. Da der Fabrikant sich iveigerte, mit sämmtlich gewählten Fabrik-Delcgirten zu unterhandeln, son- dern nur init einein derselben, protestirten sämmtliche Telegirte dagegen mit der Motivirung, daß ohne Zeugengegemvart die In- teressen der Beermann'schen Arbeiter nicht vertreten werden könnten und dürften. Infolge dessen sah sich Meister Kullig veranlaßt, zwei der Delegirten anzumelden, welche dann das Resultat brachten, daß der Chef den 1. Mai durchaus nicht als Arbeiterfeiertag anerkannte.— In der Diskussion for- derte die Mehrzahl der Redner die Kollegen dazu auf, ihren einmal gefaßten Beschluß voll und ganz aufrecht zu erhalten. Ein Antrag des Meisters Kullig, Sttmmzettel-Abstimmung stattsinden zu lassen, wurde mit großer Majorität abgelehnt.— Herr Buchhalter Hett, der den Kollegen prophezeihtc, daß sie vielleicht m 2— 3 Zähren für 12 M, die Woche arbeiten ivürden, wurde selbstverständlich in genügender Weise heimgeleuchtet. Folgende Resolution:„Die heutige Versammlung der Beermann'schen'Arbeiter hält voll und ganz an ihrem Beschluß fest und beschlieht, den 1. Mm und, wenn der Chef dann erst am 5. Mai weiter arbeiten lassen will, dann die andern Tage mit in Kauf zu nehmen und nicht zu arbeiten" wurde gegen 10 Stimmen angenommen. Nachdem noch ein Antrag, den streikenden Kollegen der Firma Fr. Siemens und Co und den streikenden Schraubendrehern den Ueberschuß der Tellersammlung je zur Hälfte zu übermitteln, einstimmig angenommen ivorden, schloß der Vorsitzende die Versammlung mit einein Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung. Freie Uereiniguii,) der Zimmerer Krrlina. Sonntag. den 27. April, hielt oie Freie Vereinigung der Zimmerer Berlins und Umgegend eine öffentliche Versammlung ab. Bevor zur Tagesordnung übergegangen ivurde, machte der Vorsitzende, Herr Lehmann, daraus aufmerksam, daß ein Mitglied verstorben sei und ersuchte die Versammelten, sich zu Ehren des Todten von ihren Sitzen zu erheben. Zum ersten Punkt der Tagesordnung erhielt Herr Bringmann aus Magdeburg das Wort zu einem Vortrage. Redner wies daraus hin, daß oie Zimmerer, wie alle Arbeiter, bisher versucht hätten, aus Grund des bestehenden, besser übriggebliebenen Koalitionsrechts ihre Lage zu verbessern. Besonders unsere Zimmerorganisationen hätten stets ängstlich ver- mieden, über diesen Rahmen hinauszugehen. An der Statistik der Steuereinschätzung, der Arbeitslosen, an der Zunahme der arbeitenden Kinder u. s. w. wies Redner nach, daß es nicht mög- (ich gewesen ist, mit der übrig gebliebenen Koalitionsfreiheit der Verarmung der Arbeikerklasse Einhalt zu gebieten. Es müsse daher Aufgabe aller Arbeiter, also auch die unserige sein, breitere gesetzliche Unterlagen zur Erreichung besserer Lohn- und Arveitsbedinguugen— zu schaffen. Trotz- dem die Vertreter der kapitalistichen Wirthschastsweise dieselbe als die allein seligmachende betrachten, beweisen ihre Maßnahmen, daß sie von uns Arbeiter erst gezwungen wer- oeu müßten, alles das einzurichten, was unter derselben möglich ist, also auch die Einführung der Arbciter-Schutzgesetze muß erst durch unser Eintreten erzwu. gen werde». Alle gesetzlich zu Ge- böte flehenden Aktionsmittel müssen angewendet werden, ein sol- ches sei auch der Streik. So haben auch die eng- lischeu Arbeiter in den fünfziger Jahren die Koalitions- freiheit erzwungen. Alle Zimmerer, die eingesehen haben, daß der Streik als letztes Ziel unserer Organisationen erfolglos ist, mögen darum mit aller Kraft für Unterstützung desselven ein- treten, weil er auch ein sehr gutes Mittel zum Zwecke ist. Wenn die Lohnbewegungen mit Energie, Kraft und Geschick geführt werden und an Stelle der Einzelinterepen das Klassen, ntersse tritt, so kann es nicht lange dauern, daß unsere Forderungen zum Durchbruch gelangen. Zur Disk ssion meldet sich Niemand zum Wort; darum er- greift der Voistzende dasselbe und bespricht die Berliner Verhält- nisse. Auch Herr Loß meldet sich zum Wort und betont, daß er mit dem Vortrage des Ru erenten vollständig einverstanden sei. Eine Diskussion könne nur den guten Eindruck, den derselbe allgemein in der Versammlung gemacht habe, abschwächen, darum wolle auch er sich auf die Berliner Verhältnisse beschränken. Es sprechen hierauf noch mehrere Redner und alle stimmen dahin überein, daß es nothwendlg sei, daß sich jeder Zimmerer in Berlin einer Organisation anschließen müsse, um an der Ver- besserung der Lage der arbeitenden Klasse mitzuwirken. Bei der Berichterstattung der Delegirten vom Kongreß zu Gotha waren Unrichtigkeiten unterlaufen, die Herr Bringmann Anlaß nahm, in dieser Versammlung richtig zu stelle».— Zum 3. Punkt der Tagesordnung:„Sletlnngnahme zum 1. Mai" befürwortet Herr Lehmann in längeren Aussührungen, daß man die Arbeit ruhen lassen soll an de.» Tage. Wenn der eine oder der andere sich keinen Vortheil von einem Feiertage verspreche, so soll er aus die Feinde der Arbeitersache sehen, wie sie alle Hebel in Bewegung setzen, um den Feiertag zu unterdrücken, weil sie in Angst sind, daß die'Arbeiter sich der Macht bewußt werden könnten, die im einigen Handeln der'Aroeiterklasse liegt. Mehrere Redner sprachen »ocy zu diesem Punkt. Es wird besaflosseu, am I.Mai die Arbeit ruhen zu lassen und sich den Beschlüssen der allgemeinen Zimmerer- versaminlung am Dienstag in Betreff Ausführung der Feier des Tages unterzuordnen. Dir Uersanimluiig der Arbeit» losru, die gestern Morgen im Buggenhagen'schen Saale stattsano, ivar überaus zahlreich de- sucht und verlies musterhaft. Nicht die Hälfte fand Einlaß. Neserent war der Tischler Apelt» den Vorsitz führte Wilhelm Schmidt. Näherer Bericht folgt. Grweolilichr Zilfaiivbritrr. Am 27. April hielt der Ver- ein gewerblicher Hilssaroeiter im„Königstadt Kasino", Holzmarkt- straße, 72, Vormittags Vall Uhr, seine regelmäßige Mitglieder- Versammlung ao. Der Kassenbericht wuroe von dem Revisor lusich für richtig befunden und der Vorsitzende ertheilte dem assirer Decharge. Zu der Frage: Was geschieht am 1. Mai? ivurde nach einem Referat des Herrn Krüger eine Resolution mit allen gegen 16 Stimmen angenommen, wonach der 1. Mai vor wie nach als Feiertag hochgehalten werden soll. Ein Antrag, die gemaßregelten Anilin-'Arveiter durch Sammlungen zu unter- stützen, wiro angenommen. Den streikenden Schraubendrehern wurden 30 M. aus der Vereinskasse bewilligt. Ein Antrag, Kollegen Schmidt aus Vereinsmittelu zu unterstützen, wird ab- gelehnt, und den Vertrauensmännern überwiesen. Nachdem noch eine Kommission zur Statutenberathung gewählt war, schloß der Vorsitzende unter einem dreifachen Hoc,) die Bersa.nmlung. <ßme stark t>es»chtr Vrrsau»urlit»g der KUeder. Rasch» macher, Tuchmacher etr. tagte am Donnerstag im„Böhmischen Brauhanse" unter Vorsitz des Herrn Lehmann. Es wurde zu- nächst nach einer den Zweck erläuternden Einleitung seitens des Herrn Scholz die Wahl von Vertrauensmännern für das 'Agitationsronütee vorgenommen; sie siel aus die Herren Lehmann, Scholz und P. Wagner. Alsdann erhielt Herr Paul Wagner das Wort zu einem Vortrage über den achtständigen Arbeitstag. Redner zerlegte seine IVsstimdige» Ausführungen in zwei Teile, von denen der eine bestimnit>var zu beweise», was man von dem achtstündigen Arbeitstage nicht zu erivarten habe, und der andere, was man von ihm bestimmt erwarten dürfe. In dem ersieren Theile be- leuchtete Redner ausschließlich die materielle, in dein letzteren mehr die ideelle Seite des achtstündigen Arbeitstages. Die auf die erstere Seite bezüglichen Ausführungen waren aufgebaut auf die Wirkungen der englischen Arbeiterscyutz-Gesetzgebung, die be- kanntlich in der Zunahme der Produktion sich zeigten. Da aber jede Zunahine der Produktion die Profitrate relativ erhöhe, die Lohnrate aber relativ erniedrige, so müsse die Kauf- krast des Volles bald wieder unter das für einen regeireafte» Waarenabsatz nothwendige Maß sinken. Die Verkürzung der Ar- beitszeit sei daher kein Mittel, die industrielle Reseoearmee dauernd zu verringern oder gar zu beseitigen, sei daher auch nicht im Stande, dem Arbeiterstande nenneuswerthe Vortheile, soiveft die materielle Seite in Betracht komme, zu bringen. Die- sei nur der vollstündigen Umgestaltung der Produktionsivetse möglich. Weshalb aber dann die Agitation für den achtstündigen Ar beitstag? werde man fragen. Weil bei kürzerer Arbeitszeit diese Umgestaltung früher erfolgen werde; sie verringere das Elend an sich nur unmerklich, verkürze aber die Dauer desselben— durch ihre unvermeidliche Gesahrtin, die längere Freizeit. Durch diese werde das Proletariat kampffähiger gemacht für den großen Be- freinngskrieg der Arbeit. Je meyr dieser Kampf an Ausdehming und Kraft gewinnt, desto schneller müsse er auch zu Ende geführt werden, um so früher werde erreicht, ivosür am 20. Februar dieses Jahres anderthalb Millionen Männer gestritten haben. Daraus dürfe man natürlich nicht schließen, daß der Sozialismus gemacht werden könne. Wohl könne er zu jeoer Zeit eingeführt werden, aber nur wenn die Mehrheit des Volke- aus vollster Ucberzeilgung ihm anhänge. Dies werde aber erst der Fall sein, wenn die wirthschaftliche Entwickelung einen Stand erreicht habe, wo den nicht sehr Bemittelten auch der geringste Schein der Möglichkeit genominen sei, jemals in die Unternehmer- klaffe auszurücken. Für die gegenwärtigen Anhänger des Sozialismus sei daher weiter nichts zu than, als der wirthschaftlichen Entwickelniig die Wege zu bahnen und damit der bereits im Schwange befindlichen neuen Gesellschaftsordnung Hebeamniendienste zu leisten. Ein Mittel dazu sei der acht- stündige Arbeitstag; er werde die Reste des Handwerks, die Hausindustrie, fast ausnahmslos beseitigen und die durch nichts aufzuhaltende Proletarisirnng der Massen beschleunigen, die Reihen der Sozialdemokratie vedeutead stärken und so das große Ziel der modernen Arbeiterbewegung beträchtlich näher rücken. Bis zu dem Tage aber, wo dieses Ziel erreicht sein werde, wiir- den die Organisationen erstarken, da die Pflege derselben bei längerer Freizeit leichter sei. Diese Wandlung zur Besserung würde aber auch eine materielle Besserstellung ver ! «iüW ManiU Schmidt in der S über -oenernng wuroe aver aucy eine mmeutue" ei beiterschast im Gefolge habe». Wenn aber nicht, so wurde � Wange Arbeiter dadurch zu der Einsicht gelangen, daß ihm nur diesem( bringen könne die Beseitigung des Lohnsystems— und da« uuy«tili' Zeit dazu habe, eroe er sich einem Kampfe für dieses Ziel hmz> Die sozialpolitis e Aiifkläriing werde immer weitere Fdrlp' mache», immer tiefer iverde der'Arbeiter in den sozialen � eindringen, immer niehr dessen Fehler und Schwächen lernen daraus die Ueberzeugung gewinnen, daß dieser Bau in um i barer Zeit zusammenbrechen müsse, alle seine Träger»nler> begrabend, die ganze heutige bürgerliche Gesellschaft. Dann ein neuer Gesellschaftsbau aufgeführt iverden müssen den Arbeitern. Diese müssen einsichtsvoll genug bei Zeiten mit dem Bauplan bekannt zu niani' |iu| uei Zeilen um veiu-omipiuu utuumi'. denn nur, wenn sie diesen gründlich kennen, werden sie der ly zugewiesenen Aufgabe gewachsen sein. Sie würden bald, werden, daß die Organisationen in der Hauptsache Vorberenwi� Schulen sind für das Examen, das sie abzulegen haben«er lymcu jinu|ui-u--u-|iv u-jui-ym yi.w..... nach dem Tage, ivo die kapitalistische Produktionsweise bricht. Von dem Ausfall dieser Prüfung werde es abhang" ob die Gesellschaft bei dem Sturze insgesammt untergeht mit ihr alle Kulturerrungenschaften, oder ob die Gesellfcljast � höhere Kulturstufe erklimmt und oie Kultur allen zugänglich»i q Vom Standpunkt der Hygiene aus betrachtet Redner die. kiirzung der'Arbeitszeit als eine Nothwendigkeit; er zeigt-. noch kein Wirthschaftssystem bestmiden habe, das die Ansoemr des Menschen durch den Menschen in so schamloser Weift. gegenwärtig gestattet hätte. Selbst der Proletarier im W Rom, wo sich vor 2000 Jahren dieselbe wirthschaftliche- oziale Zersetzung vollzog, wie heute in allen vom Kapitals deherrsihten Ländern, habe sich in jeder Beziehung besser£pi den, als der moderne._.„„.j Redner streift noch die„Sozialreforin", die nach seiner Mew niemals eine die Arbeiter befriedigende Gestalt annehmen da sie von der Kapitalmacht abhängig sei. Die Sozialdeinoi könne daher frohen Muthes in die Zukunft blicken, denn das protzenthnm verhindere, daß der Keil zum Sitzen kommt,. man jetzt von oben in die Arbeitermasse zu schieben p',, Redner gedenkt noch des sittlich-moralischen Werthes des sriindigen Arbeitstages und schließt mit dem Wunsche, doh Weber am 1. Mai in geeigneter Weise demonstiiren und«- zeigen möge», daß sie aus der Höhe der sozialen Erkenn stehen...„.w Wenn das'alle thun, so betont Redner mit Wärme, ft11': liche Gewerkschaften des In- und Auslandes, der alten � der neuen Welt— und sie werden es khn». dann wird dieser Tag zur wichtigsten Etappe den auf dem Wege zum sozialen Staat. Dann noch bevor das 19. Jahrhundert zur Wende geht, die röthe einer neuen Zeit uns leuchten, und das kommende. hundert wird bei seinem Eintritt in den Zeittn�l Völker vorfinden, bei denen wahres Christenthum, � tumanität, wahres Menschenthum herrscht, wo es � ebersluß noch Mangel, weder Reiche noch Arme, Herren noch Knechte giebt. Rauschender Beifall', den Redner.— Die Diskussion war kurz und bcfaff•, sich aus die Erwägungen, ob es möglich sei, am 1. M'ü der Feier würdige Tagesversammlung zusammenzubringen� 3% Schließlich nahm man die Einladung der'Wirker an, mit"t'-z _________ 1__________...t, e-vrx__.vT« ry____ TUft 00 gemeinsam im Konzerlpark„Ostend", Frankfurter Allee eine Frühversammlung abzuhalten und Nachmittags sich do> Konzert und Tanz zusammen zu finden. J Des weiteren wurde eine Resolution angenommen. V-! sich die Leitung der Weberbewegung verpflichten, der Firma g und Hartmamr keine Druckauftrüge zu ertheilen, bis sie deN j� tarif der Buchdrucker anerkannt. Zum Schluß empfahl sitzende warm den„Textilarbeiter" zum Abonnement. M» � dreifachen Hoch auf die modenie Arbeiterbewegung ging d» samnilung auseinander. An» Sonnabend, den 20. Aprii, fand in_ (Kaiserhof) eine gut besuchte Versaminlung statt, auf deren ordnung„Der Achtstundentag und seine Bedeuttmg" stand Verlesmig des Aufrufs der Fraktion durch den Vorsitzenden der Referent, Buchdrucker Werner aus Berlin, das Wsü leuchtete kurz die bekannten Köpenicker Vorgänge und die V thümliche Haltung des„freisinnigen"„Küpenicker DaMfu � während derselben, und sprach dann über die Nothwendigtt Verkürzung der Arbeitszeit, die in den Beschltissen des P � Kongresses gefordert, durch die Februarerlasse des Kaiser» � erkannt, der Arbeiterschutz-Konserenz jedoch gar nicht g|i örterung vorgelegt sei. Betreffs der Kundgebung zum 1 überließ es der Referent der Versaniinlung, Beschlüsse zß'| glaubte jedoch wegen Mangels einer starken Organisal>o> Arbeiten am 1. Mai rathen zu müssen. Die meiste« der 1 des Loh bekannt, lung in äffentlicl einem d saminlui Eil lente d fand an straße 9' besuchtei umgsgel der von treffend Eonntac S ch m i werden Hilfen di tonte, di vieles ö Zusamn Vor den Müssen. der Soz wann v Kanfleut acht St %' als das fei Uei't. g s° sei d "ponuti N Rei ab« in fctbeii d 9»%)« Meli S branl . welche Direktm der Rii zweiter der Pet Prinzip der So; den ver längere s-tzliche! den kör abend( sitzende, Merk Wege , Frauen den, w M% Noch ei Nerichte lUiig U' geben; ©skia verwa, sucht r he Betreff ersten der Ei schon I Merziei den Redner stimmten diesem Vorschlage bei, und nachvew�e der Vorsitzende berichtet, daß nach Mittheilung des äbermcw c; verr t f olizei-Jnspektors am 1. Mai weder eine Versammlung � seine 5 estlichkeit gestattet wurde, schloß ersterer die Versammle ü 25. 5 einem Hoch ans die Achtstundenbewegung.» Eine öffentliche Dnff'ntnmiuug der Rarqnetfnssl'U. leger Berlins und Umgegend tagte am Mittwoch, den in Feuerstein's Lokal, Alte Jakobstr. 75, Tunnel. Tage-orv 1. Vortrag des Herrn Stavtoerordneten Zubeil. 2. Dt»1"'«! 3. Beschlußfassung über die diesjährige Lohnforderung-. K Schmidts als Einderufer eröffnet die Sitzung um 9 Uhr 1..vi In das Bureau wurden gewählt: die Herren Röhn zum« Witte zum zweiten Vorsitzenden, Tschirner als Schristführe- ,.j Herr Zubeil nicht erschienen war, wurde der erste nostif Punkt der Tagesordnung ausgesetzt und zum dritten Tagesordnung übergegangen. Herr Schmidts beleuchtete die? Verhältnisse, daß wir jetzt bedeutend billiger arbeiten- 1.p früheren Jahren; wir streven ja nicht nach höheren Forder foiuetn wollen nur die Preise, welche wir vor 4 0 � ausgestellt und welche uns schon damals von lichen Fabrikanten beivilligt ivorden sind, festhalten. � wir nicht energisch Front machen, so gehen unsere immer weiter herunter, da wir im ganzen Jahre im 0linl- ij-alle nur acht Monate arbeiten, so sind wir unter de» W Verhältnisseu nicht mehr im Stande, ein nienschemvürdig �1. sein zu führen. Redner bedauert, daß die Arveitgeber,- auch eingeladen, nicht erschienen sind, da wir doch aus dem Mach, Nieder betreff wnmi» den t das T Fabri -�Nmi nachd deiisel J. M lege». Sende anger Form & 1 dä Wege zü einer keiner Partei schädigenden Einigung gA�e könnten. Dieselben wissen sehr gut, daß, wenn die Arbeil sind, sie doch nachgeben müssen. Red er ermahnt die plv � den, sich fest anzuschließen an den Verein, dann vorkommen. Es ist 1« Jv ■ indem das welche nur könne« rednziri'ingen überhaupt nicht noch fernstehenden Kollegen leicht gemacht,....... geld auf 1 M. herabgesetzt ist und diejenigen, anderen Verein angehören, laut Quittungsbuch Beitrag zu zahlen haben, um Mitglieder„m. Herr Schmidts stellt die Frage, ob wir gewillt seien, n>tl m Forderungen an die Arbeitgeoer heranzutreten? Dieftl? benachrichtigt, der Lohntaris sei ihnen zugesandt worden, st% also keine Entschuldigung, daß toir unverinuthet kouiwe- der Diskusston betheiligten sich die Herreit Bieske, Karg' f Grahl, Frigge und Merkel. Herr Bieske stellt den Kommission nicht nur um 3, sondern wenigstens um? T zu verstärken, welcher angenommen wurde, und wurde» 9 Herren gewählt: Schmidts, Laboiv, Picht, Malanows», njß Bieske. Schmid, Tittmar und Merkel. Es f f folgende Resolution zur Abstimmung, welche# großer Majorität angenommen wurde:„Die heutige# liche Versammlung der Parquetbodenleger Berim» Umgegend erklärt sic� mit den Forderungen des �(1 fe dend 3 Rolc das! Fori wie S um Sew fopf S>e, bew sam einverstanden und verpflichtet sich, dieselben in diesem F M es aber der Kommssst Zum Schlußioort br» pH....... i» mr,-"-■ Durchführung zu bringen, überläßt es aber der Kommst!. � *»■, 1 Oii OetvM Dil'® sich Her & den betreffenden Zeiss-.i.ckt cgen." Schmidts auf Anregung deZ Herrn Schröpfer zur Kenutniß, daß M der Versammlung des Fachvereins der Tischler am 17. d. M. "»er ein Streik-Unterstiitzungsgcsuch zur Tagesordnung über- gegangen sei, während von unserer Seite eine Unterstützung in blesem Sinne gar nicht beantragt, sondern nur die Verbreitung beL LohnKrifs verlangt worden sei. Der Vorsitzende macht noch bekannt, daß am Montag, den 28. April, eine Vereinsversamm- iung und am 1. Mai, Vormittags 0 Uhr. ebenfalls hier eme .1 entliche Versammlung abgehalten werden soll und schliepi mit «nein dreifachen Hoch auf das Gelingen unserer Sache die Ver- samnilung um live Uhr. . von der ,, Germanin", Uerlmud i»mger Kauf- }'.'e �er Kolouinliunaren brauche, einberufene Versammlung fand am letzten Sonntag Nachmittag in dem Lokale Kopnicler- ö? statt. Vemerkenswerth war zunächst, daß in der gut besuchten Versammlung außer dem Vorsitzenden nur Nicht-Hand- UUlgsgehilsen das Wort nahmen. Eigenthiimlich war aber auch der von den Rednern eingenommene und in dem Beschluß, be- »essend eine Petition an den Minister des Innern hinsichtlich der Sonntagsruhe, ausgedrückte Standpunkt. Ein Direktor Harry Schmidt hielt zunächst einen Vortrag über das Thema:„Wie werden die Interessen der Kolonialivaarenhändler und der Ge- Hilfen dieser Branche am besten gefördert?» Der Referent be- wnte, daß der Einzelne gar nichts oder weilig vermöge, die Masse vieles oder alles. Hierfür nannte er als Belege in eigenartiger Zusainmenstelliiiig die Reichsfechtschnle und die Arbeiterklasse. -oor den Bestrebungen der letzteren aber meinte er warnen zu wufs,n.„Hüten Sie sich", rief er,„vor den gleibnerischen Reden b-r Sozialdemokraten!" Drei Bürgertugendc.i habe der Kauf- wann vor allem zu pflegen. Zunächst die Arbeitsfreudigkeit. Die Kaufleute würden sich schämen müssen, wenn sie � nur noch acht Stunden arbeiten durften. Es sei ihr gutes Recht, langer zu arbeiten. Roch höher stehe die Vaterlandsliebe. »Wehe deni. dem sie fehlt! Er ist schlimmer und geringer als das Thier." Das Allerwichtigste aber sei Religiofitat und «hristenthum. Nur wer geistige Fähigkelle» habe, gelange zu Lefitz und nur der Besitz begründe die geistige Unabhangigkelt. Wer geistige Fähigkeiten nicht habe und daher keinen Besitz er- lange, sei zu bedauern, denn er komme nicht zu geistiger Niiab- wmgigkeit.(Ein Freund der Logik ruft zu diesem Zirkelschlüsse: Sehr gut!) Er wird ein Sozialdemokrat, der die Existenz eines höchsten Wesens hochmiithig leugnet und den sittlichen Ha t ver- uect. Der Wahlspruch müsse bleiben: Bete und arbeite! Und 1° sei denn nicht sowohl die„Sonntagsruhe«, als vielmehr die »«onntagshtiligung" zu erstreben.„Verjagen Sie die Jrrlehrer. «ef Redner; er u, einte damit die Sozialdemokraten, vermengte aber in seiner näheren Darlegung der vermeintlichen Ziele der- Mben die Sozialdemokraten und die Freisinnigen. Die große Mehrzahl der ziemlich stark besuchten Versammlung spendete wesen Tiraden eifrigen Beifall. Der Vorsitzende. Herr Hilde brandt. ließ alsdann den Entwurf einer Petition verlese,' . welche Direktors den aesektichen ließ alsdann den Entwurf einer Petition verlesen, vom Vorstande„mit Hinzuziehung des Herrn ._- Harry Schmidt" ausgearbeitet worden war und s gesetzlichen Schluß der Geschäfte an Sonntagen„vom Beginn y Kirchzeit an" verlaugt. Die Forderung ist in erster Linie mit der Rücksicht auf Erfüllung der kirchlichen Pflichten und erst in Zweiter Linie mit dem Vedürfniß der Erholung begründet. In ver Petition ist auch gesagt, daß keine feindselige Aktion gegen die /prinzipale beabsichtigt sei und daß der Verband die Bestrebungen der Sozialdemokratie(die er natürlich gar nicht kennt) entschie- den verwerfe. Es entspann sich nun über die Petition eine langere Debatte, insbesondere darüber, ob das Publikum ohne ge- setzlichen Schluß der Geschäfte an Sonntagen dazu erzogen wer- den könne, seine Einkäufe für de» Sonntag schon am Sonn- abend zu machen. An dieser Diskussion betheiligten sich der Vor- sitzende, ferner Direktor Harry Schmidt, Rechtsanwalt Merker und die selbstständigen Kolonialivaarenhändler Herren egeler und G. Schulz. Letzterer erwähnte: Ihm sei von ---» L.,»» MdJüL*... 1*%, i grauen erklärt worden, daß sie nicht mehr bei ihm kaufen wür- wenn er nicht Sonntags schließe.(Bravo!) Leider seien »dies Frauen von Männern aus derjenigen Partei, welche der herein ausschließen und bekämpfen müsse.(Unruhe). Nachde», '„Wh einige weitere banale Angriffe gegen die Sozialdemokratie istrichtet worden, fand die Petition Annahme. Die Versamm- mng verlief ruhig; Gegnern hatte der Vorsitzende das Wort nicht »eben zu können erklärt. � Am Sonntag, den 27. April, fand im großen Saale des Eiskellers eine Versammlung des Fachvereins der Former und verwandten Berufsgenossen, welche von über 8000 Personen besucht war, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Wie stellen sich ie Berliner Former zu dem Beschluß des Fabrikantenvereins in ■ostreff des 1. Mai. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.— Zum Punkt der Tagesordnung nahm ein Kviumissionsmitglied l* Eisengießerei von Hammel das Wort und führte aus, daß dort l/wt vor 3 Wochen eine Komniisston von B Mann bei dem Kom- »urath Bialon in Betreff ver Bewilligung des 1. Mai vor- L, 0 geworden wäre, dieselbe wurde dahin vertröstet, daß der Pß mit dem Fabrikantenverein einig werden müßte und dann i itie TiioWAß trrtf mirfi am den f'..........,( mit «m bekannten Jnhatl ein. wto Antwort auf dieses >.■'schwer! legten 66 Mann die Arbeit am Freitag(25.) früh b»! ,£• Der Vorsitzende machte hierauf bekannt, daß infolge der /»essenden Plakate die Kollegen von acht größeren Gießereien »,„wuthjg die Arbeit niedergelegt haben. Dann nahm der z. Z. W �vrtrauensmann Deutschlands vertretend« Kollege Körsten »„"Wort und geißelte mit scharfen Worten das Vorgehen des sraorikantenvereins, des Vereins der Metallindustriellen und der annungsbrüder und führte aus, daß es unsere Pflicht iväre, Inhalt ein.«w 66 Mann die Arbeit stacklbsm8«110" 11,10 lUyrie uu», vup w........ �, de,""r zweimal für die Feier des I. Mai gestimmt hätten, 1, ynJ hoch zu halten, und in allen Gießereien, wo der leac,, jsM als Feiertag dewilligt würde, die Arbeit niederzu- Sende Redner äußerten sich im selben Sinne. Fol- Uiflennm wurden mit großem Enthusiasnills einstimmig Formen 1" Die am 27. April im Eiskeller versammelten 28, Und Berufsgenoffen erklären, von Montag, den Formel-» lb Je" allgemeinen Streik zu eröffnen. 2. Alle Eisen-„»x(�""Rßbnossen, ja wen» möglich sämmtliche, in Äonta» X- �Relallgießereien beschäftigten Arbeiter haben am �ie[WpL„?bbeit zu verlassen mit Ausnahme derjenigen sainmim."'?'.lck>e den 1. Mai bewilligt haben. 3. Die Ver- herein Kommission von 5 Man», welche mit dem dende Evf<" �»�ustriellen in Verhandlung tritt und die bin- a«»ehekt»m�M verlangt, ob gedachter Verein den in ihren resp. 4. Zum 1- �kas zurück nehmen und den 1. Mai freigeben will. Bericht„ 1° A ist eine Versammlung eiuzubernse», in welcher rathe» ivird�" und die iveitere Organifirung des Streiks be- R°l�d"'�''trag z wurden die Kollegen Körsten, Müller, Stopsack, ssas Voroek»„ gewählt. Zum Verschiedenen geißelte ein Redner Former di-- � Metallarbeitervereins, und hob hervor, daß die per;?« svpff, die die Former der Eisengießerei von Schwartz- u"> Verzeih,"� �vit sich gegen unsere Bewegung vergangen haben, Iwvisst O»8 baten, und, wenn ihnen dieselbe gewährt würde K�fffchei, m uus anzuschließen. Das Vorgehen der Schwartz pstbiuf rmuf J8«n wurde mit großem Beifall aufgenommen. f°wegu,ia � Vorsitzende mit einem Hoch auf die Former- von einem guten Geist beseelte imposante Ver- �5 � Handlung treten wollten. Referent bezeichnete den Stand des Streiks als einen günstigen, ermahnte zu festem Zusammenhalten und forderte er namentlich die Kollegen auf, den Arbeitstag von zehn Stunden inue zu halten und des Sonntags nicht zu arbeiten. Auf die prinzipielle Seite des Schuhmacherstreiks eingehend, be- tonte er, daß mit der Durchführung desselben noch länge nicht alles erreicht wäre. Das Ziel der Arbeiter: Ersetzung des kapitalistischen Systems durch das genossenschaftliche müsse erreicht werden, dazu sei der Zusammenschluß aller Kollegen in den Fachvereinigungen nothwendig. Folgende Resolution wurde hierauf eiiistimmig angenommen:„Die heute im Königstadt-Kasiiio lagende öffentliche Schuhmacher-Verfanimluiig erklärt. Mann für Mann, den Lohnkampf weiterftihren zu wollen, und nicht früher die Arbeit aufzunehmen, bis der Lohntarif voll und ganz be- ivilligt und ans jeder Werkstatt die Streikbrecher entfernt sind." Eine weitere Resolution, welche den Beitritt zum Fachverein der Schuhmacher verlangte, fand ebenfalls einstimmig Annahme. In der Diskussion wurde von einem Kollegen Teichert die Gründung es Fachvereins fiir die Friedrichstadt vorgeschlagen. Dieser Vo lag wurde von den Kollegen Menzel, Klutger, Gabbert, Baginski entschieden bekämpft. Die Versammlung ging über denselben zur Tagesordnung über. Hierauf schloß der Vorsitzende die Versammlung. Eine öfl'entlichc Uersautmlnng aller in der Wirker- brauche beschäftigten Arbeiterinnen fandai»Montag,ben21. April im Lokale„KömgSbank", Frankfurterstraße 117, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Gründung eines Vereins der in der Wirkerbranche beschäftigten Arbeiterinnen. Statutenberathung. Vorstandswahl. 3. Verschiedenes. In das Bureau wurden die Damen: Schultz, Liebers, Müller und Zimmermann gewählt. Zum ersten Punkt der Tagesordnung ivurden die Statuten ver- lesen, welche ohne Aenderung angenommen wurden. Hierauf wurde zur Vorstandswahl geschritten und zwar wurden Fräulein Schultz als erste, Frau Kaiser als zweite Vorsitzende; Fräulein Müller als erste, Frl. Zinunermann als ziveite Schristftihrerin; ran Neumann als erste, Frau Liebers als ziveite Kassirerin; rl. Ritter, Benter und Meyer als Beisitzerinnen gewählt. Der neue Verein erhielt den Namen:„Fachverein zur Wahrung der Interessen aller in der Wirkerbranche beschäftigten Arbeiterinnen." In die ausgelegten Listen zeichneten sich 114 Mitglieder ein. Im Verschiedenen wollte ein Herr Bujarski(kleiner Arbeitgeber) an dem Zweck und die Ziele des Vereins eine abfällige Kritik üben, indem er anführte, daß man mit ivissenschastlichen Vorträgen und statistischen Erhebungen keinen Hund aus dem Backofen locke; Redner fand aber keinen Beifall, seine Ausführungen wurden mit tristigen Gründen widerlegt, Frau Wengels rieth ihm, sich erst mehr um die anderen Arbeiterbewegungen zu kümmern; worauf Redner erwidert?, daß er überhaupt keine moderne Zlrbeiterbewegung kenne, b. e sei vielmehr s"> tausende von Jahren alt; schließlich schu eiste er oweit vo. Sache ab, daß ihm die Vorfitzende das Wort ent- zog. Schlu nch wurde noch gegen das Verhalten zweier Werk- führer der lltunSmaschiuenbranche Front gemacht, dieselben suchten sich zu rechtfertigen, ivas ihnen jedoch völlig mißlang. Nachdem machte die Vorsitzende bekannt, daß am 1. Mai im„Konzert-Park Ostend", Frai.kfurter Allee, ein Vergnügen stattfindet, ivozn sie die Anwesenden einlud. Schluß der Versammlung. Eine öffentliche Kevsammtung aller iu der Klnstli- Knstrumeutendranche beschäftigter Arbeiter tagte am 25. April in der„Brauerei Königstadt" mit der Tagesordnung: 1. Die ökonomische Lage der Arbeiter, ihre Organisattonen und der Streik der Möbelpolirer iu den Musik-Jnstrumentenfabriken von Pietschmann und Söhne, sowie Frati it. Comp. Referent Herr Otto Thierbach. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Der Herr Referent beleuchtete die wirthschaftliche Lage der Arbeiter im Allgemeinen. Stürmischer Beifall lohnte den Redner für seine Ausführungen. In der Diskussion ivurde namentlich daraus hingewiesen, daß der Streik der Möbelpolirer in der Pietzmann- schen Fabrik jetzt zu Gunsten der Streikenden entschieden ist, und daß die Fabrikleitung erkannt hat, daß die Forderungen der Polirer gerechtfertigte waren. Daß gerade das Kleinmeisterthum, dieses Zwitterding zivischen Kapitalist und Zlrbeiter, esnvar, ivelches den Lohn auf eine Art und Weise gedrückt hat, welche jeder Beschreibung spottet; und daß dieses Kleinmeisterthum endlich als verbraucht bei Seite geivorfen ist, dies kann jeder ehrlich denkende Arbeiter mir mit Freuden begrüßen. Ein Antrag: Wie stellen sich die Berliner Musik- Jnstruinentenarbeiter zur Gründung eines Branchenvereins fand dadurch seine Erledigung, daß nach einer eingehenden Diskussion eine Kommission, bestehend aus neun Mit- gliedern gewählt ivurde, welche die dazu nöthigen Schritte lhun soll. Alsdann wurde aus jeder der vertretenen Fabriken eine Kommission gewählt, welche in Betreff des 1. Mai bei den Fabriksleitungen vorstellig werden soll. Eine eingelaufene Reso- lution:„Die heute in der Brauerei Königstadt tagende öffent- liche Versammlung aller in der Musik-Jnfirumentenbranche be- sthäftigten Arbeiter erklärt sich mit den streikenden Brauern solidarisch. Die anwesenden Möbelpolirer, Tischler, Stimmer, BaIgen>nacher,.Stii>iineufeiler jc. verpflichten sich, nur von solchen Brauereien Vier zu trinken, ivelche die Forderungen der in den Brauereien beschäftigten Arbeiter vollständig bewilligen,"— wurde einstimmig angenonunen und die Versammlung alsdann nach eins»! Hoch auf die zu gründende Organisation der Musik- Jnstri mmtenarbeiter geschlossen. Eine öffentliche Uerfammlung der Ztlättrvinne» fand am 25. April in Silbers Salon, Schwedterstraße, unter Leitung des Herrn Möhring, Frl. Stein und Herrn Koopmann statt. Herr I. Türk sprach über:„Die Frau, sonst und jetzt." Redner schloß mit einem Appell an alle Anwesenden, sich frei von allen Sonder- interesscn zu machen und dahin zu streben, Mitkämpfer der allge- meine» Arveitersache zu werden und eine Vereinigung säunntlicher Plätterinnen zu gründen. Gleicher Beifall zeigte, daß die Worte des Vortragenden auf guten Boden gefallen ivaren. Es wurde dann beschlossen, eine Kommission von 5 Personen zu wählen, die innerhalb kurzer Frist eine zweike öffentliche Versammlung einberuft—, und bis zu dieser Zeit eine» Statutenentwnrf aus- arbeitet behufs Gründung einer Vereinigung der Plätterinnen. Herr Koopmann wies auf die heut gezahlten Löhne und auf die Preise der Lebensmittel hin, wie letztere gestiegen und erftere zum größten Theil gefallen sind. Die Plätterinuen mögen sich ihrer Macht bewußt werde»; denn wenn die Fabrikanten keine tüchtigen Plätterinnen habe», können sie bald die Fabrik schließen. Dann wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: „In Erwägung, daß die gesammte Arbeiterschaft ganz Deutschlands für eine Verkürzung der Arbeitszeit Propaganda macht und dies als gerechte Forderung anerkannt werden muß, beschließt die Versammlung, vom 4. Mai an nur in den Ge- schäften zu kaufen, welche um 12 Uhr geschlossen werden, um dadurch den Handlungsgehilfen die Sonntagsruhe zu ermöglichen, vamit diese sich auch einmal einen halben Tag als Mensch fühlen." Unter„Verschiedenes" empfahl Herr Koopmann noch das Abonnement auf die Arbeiterorgane(„Verl. Volksblntt" n. f. ,v.). Nach einem kurzen Schlußwort des Referenten schloß der Bor- sitzende die Versammlung mit einem Hoch auf die gerechte Sache der Arbeiterinnen. Der Fachverein der Metallfchrauben-» Faxondrelfer und Berufsgenossen Berlins, hielt am Sonntag, den 27. d. M., seine ordentliche Generalversammlung in Deigmüller's Salon, Alte Jakobstr. 48a, mit folgender Tagesordnung ab: 1. Wie verhält sich der Fachverein zu dem Stand der Lohnbewegung. 2. Dis- kusston. 3. Verschiedenes. Der Vorsitzende, Kollege Hirsch, ver- las ein Schreiben des Schraubenfabrikanten Herrn Braf, in welchem derselbe die Forderungen vollständig anerkannte. Sodann kritifirte derselbe das Verhalten einzelner Kollegen, ivelche nur deshalb streiken, um nicht zu arbeiten zu brauchen und ermahnte die Anwesenden, doch diese Kollegen aufzuklären. Kollege Jakobs beantragte, eine Kommission zu wählen, welche mit den Prin zipalen unterhandeln sollte, doch wurde derselbe, da die General' Versammlung nicht kompetent sei, über denselben abzustimmen der nächsten öffentlichen Versammlung überwiese»'. Ein Antrat des Kollegen Koopmann, mit denjenigen Firmen, welche uns ein Entgegenkommen gezeigt haben, zu unterhandeln, wurde ange- nommen. Ebenso ein Antrag des Kollegen Ringer, die Kollegen Hanke und Gerlach, ivelche seiner Zeit aus dem Verein ausge- schloffen wurden, sich jetzt aber mit uns solidarisch erklärt haben, wieder aufzunehmen. Ein Antrag, den jungen Kollegen, welche abreisen ivollen, eine Reiseunterstutzung zu gewähren, wurde bis zur öffentlichen Versammlung zurückgestellt. Nachdem noch der Vorsitzende in warmen Worten die Anwesenden ermahnte, im Kampfe auszuharren, da dann der Sieg unser sei, schloß derselbe die Versammlung mit einem Hoch auf den Fachverein. Eine große, imposante Versammlung der Arbeiter der Firma Siemens& Salsbe(Berlin und Charlottenburg) tagte am Sonnabend, den 26. April, Abends SVs Uhr, im großen Saale der„Tivoli-Brauerei" am Kreuzberg. Auf der Tagesord- niiiig stand: 1. Die Bedeutung des Achtstundentages; wie stellen wir uns zum 1. Mai? Referent: Herr Gerisch. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Nach Eröffnung der Versammlung wurde zu einer Bureauwahl geschritten. Dieselbe fiel auf die Herren A. Miller als ersten, Trepplin als zweiten Vorsitzenden und Voigt als Schriftführer. Vor Eintritt in die Tagesordnung dankte der Vorsitzende die Kollegen für ihr zahlreiches und pünktliches Erscheinen, es macht auf ihn den Eindruck, daß die Arbeiter von Siemens u. Halske geivillt sind, die Scharte, die sie sich am Sonnabend, den 19. April, bei Buggenhagen, bei der übrigen Berliner Ar- beiterschaft gemacht haben, wieder auszuwetzen. Hierauf erhielt der Referent Herr Gerisch das Wort. Auch er sprach einige Worte des Bedauerns über das Betragen einiger Arbeiter in der Versammlung bei Buggenhagen; er will Niemandem seine Ansicht aufotttoyren, sondern er wird versuchen, in belehrender und über- zeugender Weise vorzutragen. Dies ist ihm im vollsten Maße ge- lungen, denn allseitig wurde anerkannr, daß nur durch Verkürzung der Arbeitszeit die Verhältnisse der Arbeiter sich bessern können, auch führte der Referent aus, daß auch die Arbeiter der Firma Siemens u. Halske, welche ja heute schon unter humanen Be- dingungen stehen, erst recht die Pflicht hätten, für einen gesetz- lichen normalen'Arbeitstag einzutreten, denn es ist nicht auSge- schloffen, daß die Firma durch einen Federstrich geändert wer- den könnte, und die jetzt bestehenden Bedingungen würden dann für die alten Arbeiter jedenfalls verloren ;ehen. Reicher Beifall lohnte den Vortragenden für seine lusführungen. Darauf wurde folgende Resolution zur Abstimmung gebracht:„Die heutige von 1800 Arbeitern besuchte Versammlung der Firma Siemens u. Halske erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten voll und ganz einverstanden und verpflichtet sich, da die Anwesenden als Aristokraten nicht gelten wollen, sondern sich auf dem Boden der allgemeinen Arbeiter- beivegung stellen, den 1. Mai zu Gunsten der Acht- stunden-Belvegung zu feiern und die Arbeit ruhen zu lassen." Diese Resolution wurde dahin angenommen, sich voll und ganz mit dem Referenten einverstanden zu erklären, auch keine Aristokraten zu sein, sondern ganz auf dem Boden der allgemeinen Arbeiterbewegung zu stehen. Es wurde jedoch abgelehnt, die Arbeit am 1. Mai ruhen zu lassen. Da- gegen wurde ein Antrag angenommen, eine Kommission zu wählen, die der Firma den Wunsch aussprechen sollte, eine durch- gehende achtstündige Arbeitszeit einführen zu ivollen, und da die jetzige Arbeitszeit 8Va Stunde beträgt, so hoffen die Arbeiter, bei der Firma aus keine Schivierigkeiten zu stoßen.— Zu„Ver- schiedenem" kritifirte Herr Miller noch die Handlungsweise einiger Kollegen, sowie die„Staatsbürger-Ztg.", das„Kieme Journal" und auch die„Volks- Zeitung", welche uu- richtige Berichte verbreitet haben über die Versamm- lung am 19. April bei Buggenhagen, und hatten sie ihn ironisch den muthigen Einberuser genannt. Er hat aber heute gezeigt, daß er sich dadurch nicht einschüchtern läßt, indem er die heutige Versammlung ivieder einberufen hat. Herrn Miller ivurde. weil er soviel geschmäht.wurde, ein Vertrauensvotum dargebracht Zum Schluß wurde noch der Streik bei der Firma Mir u. Genest. so wie die streikenden Schrauben- und Fayondrcher in Erwähnung gebracht und zur chatkräftigen Unterstützung aufgefordert. Da sich Niemand weiter zum Wort gemeldet hatte, schloß der Vorsitzende mit einem Hoch auf die tnternattonale Arbeiterbewegung die Ver- sammlung. Eine VersauiNilimg fiiurmtlichev Arbeiter der König'» lichen tjauptwerkstatt zu Tempelifvf tagte am 25. April in Habel's Brauerei. Der Einberuier Kollege Levit eröstnete die von zirka 500 Personen bestehende Versammlung um 9 Uhr und läßt die Versammlung darüber abstimmen, ob die anwesenden Vorar- beiter an derselben theilnehmen dürfen; 4/s der Versaniiiilung sind dagegen. Nunmehr fordert Kollegs Levit die Vorarbeiter auf. den Saal zu verlassen, welcher Aufforderung Folge geleistet wird. Ins Bureau werden gewählt: Levit, 1. Vorsitzender; Leitner 2. Vorsitzender; Gärtner Schriftführer. Nunmehr ergriff Kollege Rackau das Wort und berichtet über die am dritten Feiertage geivählte Kommission. Der Maschinen» Inspektor hat dieselbe einzeln vorkommen lassen und ihnen an- heim gestellt, entweder von der Sache zurück zu treten, oder sofort gekündigt zu werden. Die Versammlung vom dritten Feiertage sei eine sozialistische gewesen und daraus müsse er schließen, daß die Kominission sich auf sozialistischem Standpunkt bewegt und der- gleichen mehr. Kollege Rackau erividerte, daß er nicht gewillt sei. das Amt nieder zu legen, er würde sich zedoch dem Zwange fügen und nur in nächster Versammlung sein Amt nieder legen. Kollege Leitner berichtet, daß ihm von Seiten des Maschinen- Inspektors entgegen gehalten wurde, er sei ein sozialistischer Agitator und forderte ihn auf, sich eine halbe Stunde zu be» denken. Nach Ablauf der Frist erklarte Kollege Lettner, auf seinem Standpunkt zu verharren. Nunmehr wurde ihm vom Inspektor entgegen gehalten, er wäre von einer Berliner Hetzer- bände gewählt.(Pfui!) Kollege Seeseld erging es genau so, er sollte versprechen, nicht wieder für die Sache zu agitiren. Kollege Levit bemerkt, daß der Herr Maschinen-Jnspektor gar kein Recht hat, vergleichen zu verlangen, uns steht das Koalitionsrecht zur Seite und ivir beivege» uns strikte auf dem Boden des Gesetzes. Nunmehr legten sämmtliche Koinniissionsmitglieder ihr Amt nieder. Alsdann fordert Kollege Levit aus, eine neue Kommission zu wählen, welcher Vorschlag mit großem Beifall ausgenommen wird. Die Kommission besteht aus 12 Kollegen: Lackirer Levit, Lackirer Emil Schulze, Maler Ohm, Dreher Seeseld, Dreher Rackau. Dreher Recht, Schlosser Stern, Schlosser Gärtner, Stellmacher Leitner, Arbeiter Glaus, Arbeiter Liegner und Arbeiter Geist. Die Gewählten nehmen das Amt dankend cm. Kollege Levit kommt auf seine Kündigung zu sprechen Er arbeite bereits lOVe Jahre in genannter Werkstatt und wurde ohne jeden Grund gekündigt. Folgende Reso- lution wurde einstimmig angenommen;„Die Versammlung wolle beschließen, bei der Direktion vorstellig zu werden, die Kündig», ig des Lackirers Levit zurückzunehmen."— Nachdem noch verschiedene Redner Mißstände erörtert haben. wurde die Versammlung mit einem Hoch aus die Bewegung geschlossen, Literarisches. Von der ,,i|leuen Zeit", Stuttgart, Verlag von I. H. D D i e tz, ist soeben das 5. Heft des 8. Jahrgangs erschienen Inhalt: Abhandlungen: Die auswärtige Politi des russischen Zarenchums. III. Von Friedrich Engel- — Erinnerungen eines deutschen Achtundvierzigers.(Sigmun Borkheim.) Bearbeitet vo» R e i n h o l d R ii e g g.— Zu Shakespeare- Frage. Von Robert Sch weiche!.— Di neuesten Forschungen über die Limgenschwindsucht. Von Di Max Byto. i Achtuttg, Maler! 1509 Die Versailtiillung m 1. Mi, Vormittags, ist nicht geuehitligt, daher ßndet Nachiaittags 3 Uhr aas Tivoli das gemüthliche Beisammensein mit Familie, nerbnildetl mit Tanz und Vorträgen statt. Sämmt- liche Wreicher, Stuben-, Schilder-, Porzellan-, Leder- und Ronleanxmaler merden ersucht, zur Feier des Tages zu er- scheiuen. Sonstige Freunde sind millkommen. Das Comitä. Achtung, Korbmacher! Da uns die Versammlung zum 1. Mai nicht genehmigt ist, finden wir uns zu einem Frühschoppen bei RqIB, Adawertstraße ZI» ein. 1531 Jimmerlente Kerlms! Da die öffentliche Versammlung der Zimmerer Berlins zum 1. Mai nicht genehmigt worden ist, so findet statt dessen ein gememsamer Frühschoppen im Elysium, Landsberger Allee 38—39, Vormittags 9V2 Uhr statt. Pflicht eines jeden Zimmerers ist es, die Arbeit an diesem Tage ruhen zu lassen und dort zu erscheinen. 1494 Grosse öfientliche Former Versammlung am 0. Mai, Morgens 8 Uhr, bei Krieger, Wasserthorstraße Nr. 68 Tages-Ordnung: 1. Die Bedeutung de» 1. Mai. Referent: Körsten. 2. Verschiedenes. 1510 Es ist eines jeden Formers und Berufsgenosscn Pflicht, zu erscheinen. Oer Einberufen. Verein d. KleniM Verl. n. ll«g. Donneusta�den 1. Mai, Uormittags gegen 10 Uhr: Gem£lt�ii®hes in der ,,�,ne» Welt", Hasenhaidr. «liegen! Wir ersuchen Euch, die Ruhe so viel wie möglich ausrecht zu erhalten, laht Euch durch nichts provoziren, gebt keinen Anlaß zum Einschreiten der Behörden. 1503 Sollten irgend wo, sei es im Lokal oder auf der Straße, sich Ruhestörer bei uns einsinden, so ersuchen wir unsere Mitglieder, dieselben kurz und ernst zur Ruhe zu verweisen; sorgt dafür, daß der 1. Mai ruhig und würdig vcr- läuft. Der Vorstand. Achtung, Brauer Das Streikbureau wird zlir Feier am 1. Mai ge- schlössen. Von Freitag, den 2. Mai, ist dasselbe wieder eröffnet. Die Lohnkommission. 1495 SoziMemkrMer IMjfiiemu für den 5. Kerl. Aeichstagswahlkreis. Die Mitglieder werden ersucht, sich recht zahlreich am Donnerstag, den 1. Mai, Nachmittags, im Moabiter Schützenhaus(Plötzensee), cinzukindeu. Der Vorsitzende. 1497 Hclitusiii lelfinifer, Schlosser, Mschinenbaner uui) Mlfszrbeiter! Die in Dir. 90 dieses Blattes voin Dienstag, den 29. d. M., euthaltene Annonze, wonach bei uns ein Streik wegen nicht Beivilligung gestellter For- derüngen ausgebrochen ist, berichtigen wir dahin, daß die Arbeitseinstellung aus dem Grunde erfolgte, weil das Feiern am 1. Mai a. o. in unserer Fabrik nicht gestattet wird. Forderungen bezüglich Lohnsragen und dergleichen wurden uns erst nachträglich in Aussicht gestellt und sind bis heute noch nicht prüzisirl Wörden, können also keinesfalls als Grund des Streiks angegeben werden. Berlin, den 29, April 1890. 1488 Act.-Ges. iföiic& Oeiuest� Telephon-, Telegraphen- n. BlUzahleiterfabrik.' Feste Preise! Acfiles*& Baruch, 143 Vriinienstr. 143,» «(zwischen Moritzplatz«. Brandenburgstraße.) 3 Grosses Lager eleganter fertiger tu O Herren- Garderobe. § Gestellung»» nach Maast«erde» gutsthend in eigener—. 100 HW stizeni MerKstatt besten» ausgeführt. ReelBe Bedienung! Achtung, Uergolder und Berufsgenossen! Laut Beschluß der Versammlung vom 28. d. M. findet am I. Mai ein Ausflug mit Familie nach Stolpe statt. Abfahrt vom Stettiner Bahnhof 6 Uhr 23 Min. früh. Für Nachzügler Sammlungsort: Gastwirth Borchardt,„Zur krummen Linde" daselb Kollegen! Gedenket Eures Wortes! 1499 Fachverein der Marmor- und Branitschleifer. Donnerstag, den 1. Mai, früh 7 Uhr: Herren- Fußpartie. Treffpunkt Steuerhaus, Station Thiergarten Abmarsch 71/* Uhr. Für etwaige Nachzügler Bismarckhöhe. Ungünstige Witterung ändert nichts.[1456] Oer Vorstand. Achtung, Putzerl Donnerstag, den 1. Mai, Vormittags 10 Uhr: Große Morgensprache in der Brauerei Könägstadt Die zu demselben Tage geplante öffentliche Versammlung hat die Polizei- liche Genehmigung nicht erhalten. Gleichzeitig machen wir den Kollegen bekannt, daß am Montag, den 5. Mai, die nächste öffentliche Versammlung in der Norddeutschen Brauerei stattfindet. 1453 Die Vertrauensmänner. Fchverein kt Metaliarheiter in uui) ImMmtureu. Donnerstag, den 1. Mai, Abends 8 Uhr, im Lokale des terra Zemter, Münzstr. 11: enti. i�ätgSiederversammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Gottsr. Schulz über den 1. Mai. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.— Gäste willkommen. 1461 Der Uorstand. Verband deutscher Zimineriente. Lokalverdand Berlin. Grosse Dampferpartie an» Dounerstas, den 1. M»i. Abfahrt Morgens TVa Uhr von der Moabiter Brücke nach Pichelsdorf, den Havelseen, Waunsee, Römerschanze, Potsdam, Nedlitz. Auf jedein Dampfer Musikkorps. Belustigungen aller Art, als: Spiele, Verloosung u. s. w., finden (ilcn werden Festreden gehalten. Hierzu werden alle Zimmer- statt. In den Sä„,„... leute, deren Familien, sowie alle Genossen freundlichst eingeladen. Laut Kontrakt fahren die Dampfer Punkt T'.a Uhr ab. Den Personen mit Abzeichen als Ordner ist unbedingt Folge zu leisten. Billets sind zu haben im Westen bei I. Raumami, Bülowstr. 40; im Süden bei I. Schmidt, Lau- siberstraste 3, und W. Zipke, Eisenbahnstr. 37; im Osten bei H. Knnpser, Blumenstr. 39; im Norden bei M. Leonhardt, Antonstr. 34; in Moabit bei Carl Stehr, Havelsbergerstr. 32. Fahrpreis 1 Mark. Kinder frei. 1379] Der Vorstand. I. A,: H. Ortland, Steglitzerstr. 53. Achtung, Töpfer! Ai» 1. Mai findet eine Hmeu-Partle kt Töpfer Berlins nach Stolpe(Nordbahn) statt. Tie Abfahrt ist früh 7 Uhr 23 Min. vom Stettiuer Bahnhof. Kollegen, welche spätere Züge benutzen, mögen sich im Torf Ktolpe im Lokale Korgfeld anschließen. 1442 C. Thieme. Freie Vereinig, der Maurer Berl. u. ümg. Konnnbcud, den 10. Mai d». I».: T Kränzchen inr Restaurant Königsbanh, Graste Frankfnrterstr. 117. Anfang V Uhr. Katfeepause 12 Uhr. Herren-Biüets SO Pf. Dameii-Billets 25 Pf. BillctS sind bei folgenden Vorstandsmitgliedern zu haben: I. Wernau, H. Fischer, Thaerstr. 55; H. Zöllner, Zossenerstr. 42; H. Silberschmidt, Stein metzstraße 33; H. Vtctzke, Oderbergerstr. 10; G. Heinze, Forstersir. 10; Legeier, Kreuzbergstr. 77; Gerte, Straßburgerstr. 38; Shdow, Fürstenbergerstr. 10, Hof 3 Tr.; Grunow, Arndstr. 18; C. Tasch, Kl. Frankfnrterstr. 10, 4 Tr.; H. Schuh, Ruppinerstr. 46, S Tr. 1381 " Freunde und Kollegen von nah und fern sind srenndlichst als Gäste willkommen. Oer Vorstand. I Illim- u. MchtMMWritl Geespg Sichüuug 29 Große Fraukfnrterftr. 29 l empfiehlt sämmtliche Neuheiten der Frühjahrs-Saison. Jaokets von 3 A!k. an, solide Regen- Paletots von 9 Mk.> feinere mit Griechen-Zlermcl von 13 Mk., gedieg. 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