Sommbeud, de» 3. Mai 1890. 7. Jahrg. Hrgan für die der Arbeiter. ..Berliner Bolksblatt" rschemt taxilich Morgens nichcr nach Sonn- und Festtagen. AbonncmentSprciS für Berlin frei K.... � vicr-tcljährlich 3,30 Mark, monatlich 1,10 Mark, wöchentlich 28 Pf. Einzelne Nummer 5 Pf. «onntags-Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Postabonneincnt 3,30 Mark pro Quartal. u,(Eingetragen, in der Postzeitungspreisliste für 1390 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) fiitep Kreuzband, täglich durch die Emdrtion, für Deutschland und Oesterrcich-Ungarn " Marlk, für das übrige Ausland 3 Warle pro Monat. Infertil)»Zaebühr beträgt für die 5gespaltene Petitzcile oder deren Nanm 40 Pf., für Vereins- und VerfanunlungS- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin Sw,, Benthstraiie 3, sowie von allen Annonccn-Bnreaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. 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Das ,,j)or1iuer Uolksblatt" mit der Gratisbeilage kostet pro Monat frei ins Haus , 1 Mark 10 Wiliitg, Mache 28 Pf-»,.ig. w„,Iür außerhalb nehmen alle Postanstalten Abonnements-- ftruge für die Monate Mai, Ini.i zum Preise von 2 � Mark ä0 Pf. Das ,,Kerliner palksblatt" ist eingetragen in der Post- kingsljxte unter Nr. 892 V. Nachtrag. jfi�obenumm«« stehen in beliebiger Anzahl gratis zur Ver- �edalttion und Erpeditio» des „Keviiuer Uolksdiatt". ev Mnitog dorArveit. Es war ein glücklicher und es war eilt großer Ge- dessen Bedentllng im Augenblick vielleicht nicht allen � Schließenden klar wurde: den 1. Mai 1890 zum Mai des 1890 international-,, cn; 11111 öriurinjuuwn " Proletariats zu machen. beli-." glücklicher Gedanke, denn welcher Tag könnte sich sJ P"gtten für dieses Auferstehuugsfest der Arbeit, als [icl des Auferstehungsfeftes der Natur— der herr- öJ 1' Mai, dem unsere Vorfahren in ihrem schönen als den. Hochzeitstag des Frühlings feierten, der bräutlich geschmückten Erde vermählt. VUö»«tbolen.j Feuillekon. [23 »htm Gluck der Damen." Antorisirte Roman von Emile Zola. Uebersetznng von A r m in S ch w a r z. w>ssc>?�D, Sebot ihm Stillschivcigen, sie wollte darüber nichts Äcjs-'- �."wnzwei Mal war er gekommen, um in ähnlicher «in„' chr illnlehcn zu macheu; es hatte sich bisher nur 95!so..V"gsugige Beträge gehandelt, das erstemal um Jlt'e'tcuin� Um 30 Sous. Er hatte immer Ich kann Dir die 10 Franks nicht geben, sagte sie. , i111' Päps die Pension noch nicht bezahlt und ich km».. sg�5?e soviel Geld als hierzu»öthig. Es wird mir Kufe v. übrig bleiben, daß ich mir ein Paar Schuhe � sehr dringend brauche. Kurz,, Du bist sehr "len, Jean, und das ist sehr schlimm. (tOnlZt bin ich verloren, wiederholte er mit einer ej, Mien. Geberde. � Umsonst suchte das Christenthum diesen Naturdienst auszurotten— umsonst ächtete es den 1. Mai und suchte ihn den Gläubigen durch die„Hexen", zu verleiden, welche es ans den Blocksberg und nach andern Höhen und Ein- öden ausschwärmen ließ— das Volk hielt fest an dem 1. Mai und, obgleich vom Staat und von der Kirche nicht anerkannt— blieb der 1. Mai in allen germanischen und von Germanen einst eroberten Ländern ein Feiertag des Volkes. Und iver erinnert sich nicht des Maiselds der alten Franken, die am 1. Mai zusammentraten, um ihre For derungen und Beschwerden in Gegenwart des Könige vorzubringen, der nur„der Erste war unter Gleichen", wie das Wort„Fürst" denn nichts anderes bedeutet als der Erste(englisch liest). Das Hauptmaifeld, auf dem der König Jedem der „Franken und Freien" Rede zu stehen hatte, und auch durch Mehrheitsbeschluß abgesetzt werden konnte, war in Paris— in demselben Paris, wo der Sendboten der sozialistischen Arbeiter, der„Franken und Freien" von heute, am 19. Juli vorigen Jahres den internationalen Festtag beschlossen haben. Und ein großer Gedanke ivar es; aus der ganzen zivilisirten Welt ein großes Maifeld zu machen, auf dem nicht Tansende, nicht. Zehutansende wie ans dem Maifeld der alten Franken, sondern Millionen und Millionen zu- saittmenkoiiniien, um ihre Gemeinsamkeit zu bekunden durch Allfstellttiig einer gemeinsamen, ihnen Allen gleich sehr am Herzen liegenden Forderung. Ein riesiges Maifeld, wie die Welt noch nichts Aehn- liches gesehen hat, dieses Maifeld der Arbeit. Und ein friedliches Maifeld. Nicht bewaffnet, nicht mit der Absicht, sich gewaltsam zu ihrem Recht zu verHelsen, traten die neuen„Franken und Freien" ans das neue Maiseld. Ruhig und gemessen nahten sie,— ruhig und gemessen forderten sie— und was sie forderten, ist so bescheiden— nur ein kleines Brnchtheilchen ihres Rechts, das Recht, zwei Drittel des Tages frei sein zu dürfen, zwei Dritte! des Tages vor Ausnutzung bewahrt zu sein. Ein Drittel wollen sie vorläufig opfern, bis es ge- lungen ist, aller A u s n u tz u n g des M eu sehen d u r ch den M e u s ch e n ein Ziel zu setzen und durch genossenschaftliche Organisation der Arbeit den Arbeiter zu einem freien Menschen zu machen. An die Gesetzgebung wenden sich die Arbeiter mit dieser ihm bescheidenen Forderung, und es hieße sie für wahnsinnig halten, wollte man ihnen andere als friedliche Absichten zutrauen. Kein Appell an die Gewalt mar der 1. Mai aus der ganzen Welt und sollte und durste er nicht sein, lvenn man seinen Ziveck nicht unbedingt und ich verloren, Höre mich an, Schwesterchen: es ist w 9) Rrünette,"wir sind mit einander in Gesellschaft daß..Fuders ins Kaffeehaus gegangen und ich ahnte nicht, Zeche so viel ausmachen werde... unterbrach ihn von Neuem und da sie Thränen in sn»»,. S»" des lieben Unbesonnenen sah, holte sie ihr Porte- '» dj- i-"us der Tasche und steckte ihm ein Zehnfranksstnck Hand. Im Augenblick lachte er. — Ich wußte wohl... Aber ans Ehrenwort: nie wieder! Ich müßte ein abscheulicher Kerl sein! Er küßte die Schwester ans beide Wangen recht stürmisch und lief davon. Einige Kommis des Magazins, welche die Szene mit ansahen, waren nicht wenig erstaunt. Denise konnte diese Nacht nicht schlafen. Das Geld war ihre ewige Sorge, seitdem sie beim„Gluck der Damen" ein getreten ivar. Sie hatte noch innner keine fixen Bezüge und nachdem die anderen Fräulein ihr die Verkäufe abfischten, gewann sie kaum soviel, um für Pepo die Pension zn bezahlen. Es war für. sie das schwarze Elend, das Elend im Eeiden- kleide. Oft mußte sie die Nacht damit zubringen, ihre Hem- den und Strümpfe auszubessern, abgesehen davon, daß sie auch ihre Schuhe flicken mußte, was sie so geschickt zn Stande brachte, wie ein Schuhmacher. Die Äeinigung ihrer Wäsche besorgte sie sich selbst in ihrem Waschbecken. Was sie hauptsächlich beängstigte, war ihr Wollkleidchen; sie hatte kein anderes und sie war genöthigt, es jeden Abend anzn- legen, wenn sie das schwarze Seidenkleid ablegte. Und sie besaß nichts, nicht einen Son, um die hundert kleinen Dinge zn kaufen, deren eine Frau bedarf; es vergingen vierzehn Tage, bis sie ihren Vorrath an Zwirn und Nadeln er- nenern konnte. Es war somit begreiflicherweise ein ver- hängnißvolleS Mißgeschick, als Jean mit seinen LiebeS- geschichten plötzlich erschien, um in das Budget eine Bresche zn schlagen. Ein Zwanzigsonsstück ivar ein Abgang, den sie nicht zn ersetzen ivußte.. Wie sollte sie nun gar 10 Franks sich ersetzen? Daran war nicht zn denken! Sie schlief diese Nacht sehr schlecht, fortwährend von bösen Träumen geplagt: sie sah Pepo ans die Straße hinausgeworfen aufs Gründlichste vereiteln, wenn man den Feinden der Arbeitersache nicht dienen wollte. Und doch war die gesaimnte bürgerliche Presse, ob freisinnig, ob konservativ, ob klerikal, mit voller Dampf- kraft ail der Arbeit, den 1. Mai als einen Tag des Schreckens zu malen. Die Behörden suchten das Fest durch Versamnilungsverbote zu hindern und die Mehrzahl_ der Unternehmer bedrohten feiernde Arbeiter mit Entlassung und der„schwarzen Liste". Wozu das? Ist es das böse Gewissen, das aus diesen Beängstigungen spricht? Oder wollte man erbittern, um vielleicht im Trüben fischen zu können? Es möge dahin gestellt bleiben. Die Arbeiter ließen sich durch diese Ausbrüche der Wuth und der Rathlosigkeit nicht beirren. Sie f e i e r- t e n ihren M a i t a g. Waren auch viele von ihnen genöthigt, am 1. Mai zu arbeiten, das that der Feier keinen Abbruch. Worauf es ankommt, war, daß Alle da waren. Und sie waren da. Ein gemeinsames Gefühl erfüllte am 1. Mai die Herzen aller Proletarier, auch derer, die arbeiten mußten. Die Arbeiter aller Länder waren da zum Rendezvous. Das erste Maifeld der internationalen Arbeit war ein Erfolg, wie er vollständiger und großartiger nicht gedacht iverden kann. Und das jammervolle Schauspiel Hasen- herziger Kleinlichkeit, ivelches'unsere Feinde darboten, steigert nur noch den Erfolg. Genug— was keine Macht der Erde jemals vermochte, das hat das arbeitende Volk vermocht: es schuf einen internationalen Welt- s e i e r t a g. Alljährlich werden von nun an die Proletarier aller Länder ihr Maiseld abhalten. Die Vorurtheile werden allmälig verschwinden— der Widerstand wird überwunden werden.—— Und wenn längst schon andere Feste der vorandringen- den Zivilisation erlegen sind, wird von einer freien, glück- licheil Menschheit in Friede und Eintracht noch gefeiert werden— der 1. Mai— der Maitag der A r b e i t. Die Feier des 1. Mai. (Stach unsere» Telegrammen.) D-ntfchland. In K-rli» ist die Feier in würdigster und friedlichster Weise verlausen. Den näheren Bericht finden unsere Leser in der Bei- läge. Spandau. Die Arbeit ruhte hier nicht; Abends würdige Feier. Kott'bns und Spremberg. Gearbeitet. Abends Versammlungen, imposante Feier. Frankfurt a. O. Meist gearbeitet, Schuhmacher seiern; Abends große Metallarbeiter-Ver- sammluug. P o ts d a n: und No w a w es. Das Militär war und sich selbst, wie sie das Straßenpflaster aufwühlt, um zu sehen, ob kein Geld unter den Steinen liege. Und am Morgen hatte sie wieder zu lächeln und hatte wieder das wohlgetleidete Mädchen zu spielen. Es kamen bekannte.Kundschaften, Madame Aurelie rief sie wiederholt, um ihr Mäntel umzuwerfen, damit sie den neuen Schnitt derselben zur Geltung bringe; und während sie sich reckte und aufrichtete, um sich Stellungen zu geben, ivie sie in den neuesten Btode-Journalen vorgeschrieben waren, dachte sie an die 40 Franks für Pupes Pension, die sie am Abend be- zahlen sollte. Sie kann sich ja noch diesen Monat mit den alten Schuhen behelfen, dachte sie; aber selbst lvenn sie den 30 Franks, die sie besaß, die 4 Franks hinzufügte, die sie Son für Son bei Seite gelegt hatte, um sich neue Schuhe zu kaufen, so macht das immer erst 34 Franks. Wo soll sie die 6 Franks hernehmen, um die Summe zu vervollständigen? Die Sorge preßte ihr das Herz zu- sammelt. — Sehen Sie, Madame, die Schultern sind ganz frei, das sieht distinguirt aus, ist sehr bequem... Das Fräulein kann auch die Hände kreuzen. — O gewiß, vollkommen, sagt daraus Denise mit liebens- würdiger Miene; ich fühle eS kaum, Madame werden sehr zufrieden sein) Sie machte sich jetzt im Stillen Borivürfe darüber, daß le letzten Sonntag Pope bei Madame Gras, abgeholt hatte, um ihn in. den Chanips- Elysees.spazieren zu führen., Das arme Kind ging so selten mit ihr spazieren! Aber sie mußte ihm Lebkuchen und einen Ball kaufen, dann mußte sie ihn zum Hanswurst fuhren ,1 und das mawte 29 Sons ans. In de» Kasernen konsignirt, auch nach Nedlitz war eine Abtheilung der Mannschaften der Potsdamer Garnison ausgerückt. In Nowawes war am Morgen an einer Linde nahe beim Marktplatz eine rothe Fahne aufaehrjzt, welche durch den Anrtsdiener herab- geholt wurde. Ruhigste Haltung. Sprottau. In allen Fabriken wurde gearbeitet, auch di» Maurer und Zimmerer ar- beiteten. Sagau. Würdige Feier. Vier rothe Fahnen wurden von der Polizei beschlagnahmt. Aus der Stadt Posen und aus der Provinz läuft der übereinstimmende Bericht em, daß die Rnhe nirgends gestört ward. Die Feier des Tages wurde in ver- verschiedener Form begange». In Hreolit» wurde allgemein von 4 Uhr an gefeiert. Versammlungen in der Stadt waren inhibirt, desgleichen gemeinschaftliche Ausflüge. Außerhalb Breslaus wurden Versammlungen gestattet. Mittags um 1 Uhr fand eine von 600 Personen besuche Versammlung des sozialistischen Arbeitervereins in Gräbschen bei Breslau statt; Nachmittags geselliges Zusammensein in Popelwitz. Abends war eine Versammlung daselbst von mehreren Tausend tersonen besucht. Ueberall war die Haltung ruhig und würdig. örlitz: Gearbeitet; Abends erhebende Feier. Aus Hirsch- berg meldet der offiziöse Telegraph? In sämmtlichen Industrie- bezirken des Riesengebirges wurde gearbeitet; Ruhestörungen sind nicht vorgekommen. Königoberg i. Vr. Ein großer Theil der Arbeiter feierte. Alles ruhig verlaufen. Danzig. Eine Minderheit der Arbeiter feierte den ganzen Tag; viele Maurer verließen am Mittag die Arbeit. Vier Personen wurden ver- hastet, weil sie andere zum Feiern überreden wollten. Ein osfi- ziöses Telegramm aus Danzig sagt:„Die Ansammlungen auf den öffentlichen Plätzen konnten ohne Mühe zerstreut werden. Die für den Nachmittag geplanten Volksversamnilungen im Freien sind verboteil worden, die Plätze werden scharf beobachtet." R o st o ck. Der größte Theil der Bauhandwerker feierte. Eine um 10 Uhr Vormittags veranstaltete Versammlung war von Tausend Personen besucht und nahm die Resolution zu Gunsten des Achtstundentages an. Am Abend wurden Festlichkeiten nicht gestattet. Bremen. Am Nachnuttag und Abend würdige Feier; der Tag verlief durchaus ruhig, Hamburg. Von einer Einstellung der Arbeit war im Allgemeinen abgesehen worden. Der Charakter der Feier war ver- schieden: Theils Kommers, theils Ausflüge, theils Ball. Der Tag verlief würdig, ohne Zwischenfälle. Altona. Der größere Theil der Arbeiter feierte und machte einen Ausflug.(Nach dem offiziösen Telegraphen wurde„auf etwa 12 Neubauten gearbeitet.") In Kiel wurde auf den Werften, in allen Fabriken und Werk- stätten gearbeitet. Eine Störung der Ordnung ist nicht vorge- kommen. Das Gleiche ivird aus Lübeck gemeldet. Hannover.(Wolff'sches Telegramm.) In der Stadt herrscht vollständige Ruhe, in den Fabriken wird gearbeitet. Kvannschmeig. Em großer Theil der Arbeiter ließ am Arbeiter-Feiertage die Arbeit ruhen. Eine zahlreich besuchte Volksversammlung am Vormittag nahm die Resolution für den Achtstundentag an. Die beabsichtigten gemeinsamen großen Ausfliige wurden fallen gelassen. Die Polizei ordnete den Schluß aller Wirthschaften um 11 Uhr Abends an. Die Haltung der Arbeiter war tadellos. In Leipzig war der Verlauf des 1. Mai ein glänzender. In den verschiedenen Festlokalen wurde über die Resolution abgestimmt. Es ivaren versammelt: Im Pantheon 1800, im All ertgarten 1200, in Bellevue und Schubert's Ballhaus je 500, in Volkmarsdorf(Thüringer Hof) 1000 Personen u. f. w., msgesammt ca. 20 000 Personen. Die Behörde verhielt sich sehr reservirt. In Dresve» fanden zivei große Volksversammlungen am Vormittag statt; an der einen nahm Bebel, an der anderen Singer Theil. Am Nachmittag waren in Loschwitz 8000 Personen versammelt, welche am Abend in Abtheilungen zurückkehrten. Später fand im Trianon Konzert statt.(Besonderer Bericht weiter unten. Red.) Ctzemnit». Das ministerielle Vorgehen machte öffentlich« Kundgebungen' unmöglich. Nachmittags fand ein ge- meinfamer Spaziergang nach Borna statt, Abends musikalische Unterhaltungen im„Wiesenthal" und.Schützenhause"; hier hatte Redakteur Süß das Älrrangeinent übernommen. Von Versammlungen am Abend, welche nach dem offiziösen Telegramm geneh- migt sein sollten, meldet unser eigener Bericht nichts. In Frei- berg i. S. und Zwickau wurde nur von wenigen Arbeitern gefeiert, dagegen fanden Abends Festlichkeiten stand. Ganz dasselbe wird gemeldet(so daß wir uns die wörtliche Wie- Vergabe der erhaltenen Telegramme ersparen könne») aus W e i- mar, Apolda. N o r d h a u s e n. Im 16. sächsischen Wahlkreis hielt Abg. Schmidt- Mitweida neun öffentliche Versammlungen ab. An der Feier betheiligten sich alle größeren Orte durch Ausflüge und Kommerse. Die Begeisterung war außerordentlich, die Stimmung ,vurde durch nichts getrübt. Im 14. sächsischen Wahlkreise hielt Abg. Schmidt gleichfalls eine Aer- sammlung unter reger Äetheiligung ad. L i m b a ch. Vormittags fand eine von 600 Personen besuchte Versammlung statt. Es herrscht große Begeisterung. Aus den arbeitenden Fabriken liefen Znstimmungsresomtionen ein. In Erfurt betheiligten sich an der Vorfeier am 90. April 4000 Personen. Am Nachmittage des l. Mai fand wiederum eine stark besuchte Versammlung statt, am Abend drei Feste. Die Stimmung war vorzüglich. In Burg referirte in einer von 1000 Personen besuchten Versammlung Herr Pirch aus Berlin. Es feierten 100 Per- Wahrlich, Jean denkt nicht an den Kleinen, sonst würde er solche Dummheiten nicht begehen. Alles fiel ihr zur Last. — Wenn der Mantel Ihnen nicht gefällt, Madame, fuhr die Abtheilungsvorsteherin fort, so wählen Sie vielleicht diese Rotonde. Fräulein, nehmen Sie die Rotonde um! Denise nahm die Rotonde um, ging mit kurzen Schritten auf und nieder und sagte: — Sie ist viel wärmer und Heuer sehr in der Mode. Uilter der äußern Liebenswürdigkeit, welche das Metier ihr auferlegte, quälte sie sich so bis zum Abend, wo sie das Geld finden werde. Die anderen Fräulein, an diesem Tage sehr beschäftigt, überließen ihr allerdings einen bedeutenden Verkauf, allein man war erst am Dienstag und sie mußte noch vier Tage warten, um ihren Wochenverdienst aus- bezahlt zu erhalten. Nach dem Diner beschloß sie, ihren Besuch bei Madame Gras auf den folgenden Tag zu ver- schieben, sie wird sich entschuldigen, durch überhäufte Ar- beiten zurückgehalten gewesen zu sein und bis dahin wird es ihr vielleicht gelingen, die fehlenden sechs Franks zu finden. Da Denise selbst die geringsten Ausgaben vermied, ging sie zeitlich in ihr Zimmer hinauf, um zu Bette zu gehen. Was koniite sie auch auf den Trottoirs anfangen, ohne emei» Sou, mit ihrer Wildheit, noch immer beunruhigt durch die große Stadt, in welcher sie blos die benachbarten Gassen kannte? Sie wagte sich zuweilen bis zum Palais Royal vor, um etwas frische Luft zu schöpfen, dann kehrte sie rasch wieder heim, schloß sich in ihr Zimmerchen ein und begann zu nähen oder zu waschen. Sie hatte keine Freundin; von allen diesen Fräulein hatte blos eine Ein- zige. Pauline Cugnot, ihr einige Güte gezeigt und da die beiden angrenzenden Abtheilungen für Konfektion und Wäsche fortwährend in offener Fehde lagen, mußte die Sym- pathie der beiden Verkäuferinnen sich bisher aufemige im Vorübergehen ausgetauschte Worte beschränken. Wohl bewohnte Pauline die Stachbarzelle zur Linken; allein, da sie jeden Abend nach dem Diner verschwand, um erst um 11 Uhr wiederzukommen, hörte Denise sie nur, wenn sie zu Bette ging und begegnete ihr niemals außerhalb der Arbeits- stunden. fönen. Davmstadt. Theilweise wurde gefeiert. Das Militär war konsignirt, jeder Mann erhielt zehn scharfe Patronen; ein Bataillon blieb marschfertig für Frankfurt. Versammlungen am Nachmittag unter freiem Himmel wurden verboten. Dagegen fanden am Abend vier Versammlungen ab, welche würdig ver- liefen. Zlürnberg. Es fanden am Abend vier überfüllte Ver- sammlunaen statt, zusammen waren 6000 Personen anwesend. Abends Konzerte. In Augsburg sprach in einer Versammlung im Kolosseum vor 5000 Personen Oertel-Nürnberg, die Resolution fand einstimmige Annahme. Die Begeisterung war groß, die Ordnung musterhaft. Miinchr». Die Versammlungen am Morgen, die Ausflüge am Nachmittag und die Feste ani Abend verliefen schön und ruhig.— Eine große Zahl von Telegrammen liegt ans der Khriuproviuz und den angrenzenden Landes- theilen vor. In allen diesen Städten(Köln, Aachen, Bonn, Düsseldorf, Solingen, Essen, Dortmund, Bochum, Gelsenkirchen, Berge-Borbeck, Neunkirchen, Frankfurt a. M., Wiesbaden, Karls- ruhe, Straßburg, Metz, Mülhausen i. E. u. A.) würde der 1. Mai, ohne daß die Jndustriethätigkeit wesentlich unterbrochen wurde, in würdiger und wirksamer Weise begangen. Ausland. Gostemlch. Der 1. Mai war ein Siegestag für die öfter- reichische Sozialdemokratie. Die Wiener„Arbeiter-Zeitung" hatte am Vorabend des 1. Mai geschrieben:„Was bleibt uns heute, da uns nur mehr Stunden trennen von dem großen, bedeutungs- vollen Tage, zu sagen übrig? Alles ist genau erwogen und überlegt worden, nichts vergessen. Der erste Maitag, er wird— wir sind dessen gewiß— imposant verlaufen und überall den mächtigsten Eindruck hinterlassen. Er wird auch ruhig verlaufen. Was sollen wir also heute anders, als unserer Freude Ausdruck geben, daß das österreichische Proletariat den Gedanken der Manifestation für den Achtstundentag so erfaßt hat, wie— wir können es ohne jede Uebertreibung und Ueberhebung sagen— fast kein zweites in der Welt. Wir müssen geradezu staunen über den Erfolg, den wir schon jetzt errungen; keine andere Idee wurde je in so kurzer Zeit von so großen Massen und so begeistert auf- genommen. Diese Begeisterung und dieses rasche Ergreisen der Idee ist eben ein Beweis für die dringende Nothweudigkeit des gesetzlichen Achtstundentages und ausgiebigen Arbeiterschutzes.... Wenn das österreichische Proletariat dem Gedanken der Kund- gebung am 1. Mai allerorten so freudig und überraschend mächtig zugestimmt hat, so hat dies seine besonderen Gründe. Für die österreichische Ardeiterpartei ist die internationale Mani- festation noch mehr als der Ausdruck des Verlangens nach gesetz- lich geregelter Arbeitszeit. Für uns ist der Ruhetag des 1. Mai zugleich noch der Maßstab unserer Macht, eine— wir gebrauchen das oft mißbrauchte Wort nur ungern— eine Heerschau. Wir haben nicht wie die deutschen Genossen das Wahlrecht als vorzüg- liches Mittel zur Messung unseres Wachsthums und unseres Ein- flusses soivohl als auch für die Agitation und Ausriittelung des Volksgeistes. Wir mußten diese Gelegenheit auch deshalb er- greisen, weil sie uns ein Mittel in die Hand gab, die bisher noch indifferenten Volksmassen zunächst für ein praktisches und nahe- liegendes Ziel zu präpariren, weil sie uns endlich die Stärke unseres Einflusses zeigen kann. Deshalb haben wir in Oester- reich noch besonderen Grund, den Arbeiterfeiertag hochzuhalten." — Und er ist hochgehalten worden. All' das,>vas das Organ der österreichischen Sozialdemokratie in stolzer Zuveriicht vorher verkündet hatte, hat sich erfüllt. So mächtig ist der Eindruck, den die Feier hervorgerufen, daß selbst das„W. T. B." nicht zu lügen wagt. Es meldet:„Vormittags fanden über 60 Arbeiterversammlungen statt; alle votirten den achtstündigen Arbeitstag. Gegen 1 Uhr begann der Zug des Menschenstromes nach dem Prater und gegen 5 Uhr waren an 40 000 Personen dort ziffainniengeströmt. Als llständig überflussig erwies sich die Konsignatioii des Militärs und die Verstärkung der Polizei in Wien. Die Arbeiter sorgten selbst für Ruhe und verdarben den Provokateuren das Spiel. So meldet das„W. T. B." noch:„Die einzige Ruhestörung wird aus dem Bezirk Favoriten gemeldet, wo etwa 200 Individuen sich angesammelt hatten und die heimkehrenden Arbeiter erwarteten. Die Aufforderung der Polizei zum Auseinandergehen beantworteten dieselben mit Johle» und Steinwürfen. Die aus dem Prater zurückkoinmenden Arbeiter ergriffen sofort Partei für die Polizei und halfen bei der Festnahme der Exzedeuten."— Von den Wiener Abendblättern erschien am Abend des 1. Mai nur die „Wiener Abendpost". So wie in Wien war es in fast allen Industriestädten Oesterreichs, in Brünn, Troppau, Trieft, Salz- bürg, Bielitz, Biala, in Steyer, in Prag. In Lemberg brachte eine Arbeiterversammlung dem Andenken Laffalle's Huldigungen dar und nahm eine Petition an das Abgeordnetenhaus an, in welcher u. a. eine Herabminderung des Heeres gefordert wird.— In Prag führten die Redner in einer Versanimlung aus, die Arbeiterfrage sei international und habe mit der Nationalität nichts zu schassen. Alle forderten die achtstündige Arbeitszeit und allgemeines Stimmrecht.— Nur in Frankst a. dt und in Plößnitz in Mähren soll es zu Unruhen gekommen sein. In Proßnitz hatte man die Arbeiter gereizt. Am Abend vorher wurden 7 Arbeiter wegen Verursachung eines Auf- laufes und drei Arbeiterinnen wegen Ueberlretung des Koalitions- gesetzes(?) verhaftet.— Am 1. Mai versuchte man nun das fängniß zu stürmen, natürlich vergeblich. Militär war zur Stelle doch machte es von der Waffe keine» Gebrauch. 2 Arbeiter wu» den verhaftet. J Ungarn. Pest, 1. Mai. Die von etwa 90 000 Theil nehmern besuchte Arbeiteroersammlung verlief in bester Ordnung» Dieselbe nahm eine Resolution an, in welcher Arbeiter- Schutz? gefetze gefordert und den Pariser Kongreßbeschlüssen zugestimnik Schweis. Die Feier scheint sich, nach den Angaben den ich en„W.'"-... Lf offiziös« XJiC(YCICL[ u;viui si«//••~VV f I tli ________ T.-B.". in engen Grenzen gehalten zu habm.� Bern und Zürich ist Nachmittags eine Feier abgehalten u*_ ~ � allen gewerbereichen Kantonen- . V i y I /TA Vt__ /T? f am..? ÄOnsi beschränkt sich in auen aeiuciocu-iu-cu jvuu.v,...-, Bern, Zürich, Genf, Solothurn, St. Gallen, Glarus, Thurga Aargau und Neuenburg die'Arbeiterfeier auf abendliche Versann lungenju Gunsten der achtstündigen Arbeitszeit., Dänemark. Das„W. T.-B." meldet aus Kopenhagen Auf der Staatswerft, den Staatsbahnen und in den größere! Fabriken wird vollständig gearbeitet, in anderen Fabriken fe>ks die Arbeiter. In der Umgegend fand eine Sozialistenversami lnng statt, welche von 20-30 000 Personen, Angehörigen. W etwa 50 verschiedenen Vereinen, besucht war. Die sozialiPI�. Reichstags- Deputirten erklärten den Normalarbeitstag chur. Mittel zur Realisirung des sozialistischen Staates. Tie sammlung dauerte von 3Vs vis 5 Uhr und verlief ruhig.. M Schwede». Stockholm, 1. Mai. Hier, sowie«sJJj meisten übrigen Städten Schwedens fanden die Temonstrau�I für den achtstündigen Normalarbeitstag überall unter Wahres | VA V V W. V«VWAAU-AAV»» V v.»—■•"JJ---_---. der größten Ordnung statt. Hier betheiligten sich iutwrs uvgW 30 000 Arbeiter an den Demonstrationen. zlorwege». Christian ia Mai. Hin vttanl�.z V2/ ij(|i. I U U l U, x. Äf/sw», Ayvv*.''fj.fira die Arbeiter heute einen Zug mit Fahnen, welche die 3nJ Lj „Normalarbeitstag, 8 Stunden" trugen. Eine Arbeiterdepu� wurde vom Präsidenten des Storthing empfangen; derselbe sprach die Wünsche der Arbeiter dem Storthing vorziilegen. o; einer Versammlung der Arbeiter wurden die Reden st» � Normalarbeitstag mit enthusiastischem Jubel aufgenommen, Zug kehrte in bester Ordnung zurück; trotz der großen menge verlief Alles ruhig.,.5 England. London. Die Hauptdemonstration%«.. nächsten Sonntag statt. Nur ein geringer Theil der Arv (2000) betheiligte sich am Donnerstag an der Kundgebuiig Hydepark. Das Zentral-Polizei-Bureau hatte jeden öffenl' Aufzug in London untersagt, sofern derselbe nicht von dem!«. nannten„Victoria- Embankmenr" des Theinse-Quais aus 1, Weg nach dem Hydepark nahm. Auf dem Meeting proleb die Redner gegen diesen Ukas. Eine Resolution für den* stunden- Arbeitstag wurde angenommen. �,# Franstrrich, Der Minister C 0 n st a n s fühlte da-,| dürfniß, sich der geängstigten Bourgeoisie als Gesellschast- zu empfehlen. Er ließ deshalb am Mittwoch in Lyon un Paris„Anarchistenverhaftungen" vornehmen und eine Ar«, schwörung entdecken. Bei dieser„Verschwörung" spielte im# offiziösen Berichten ein Lager von 1500 Knüppel eine große es y Mit diesen„gefährlichen Waffen" sollen die Versch>r„x, dem Lebel-Geweyr gegenüber Stand halten gewollt haben, j, saubere Hände scheinen im Spiel gewesen zu sein. Nähere klärung bleibt abzuwarten. Bezeichnend ist es, daß sich»mß; in Paris verhafteten„anarchistischen Führern" auch 3%; Guesde befindet, der alles andere als Anarchist ist, wen« � die Unwissenheit Berliner freisinniger Blätter ihn als soläst zeichnet. Guesde ist übrigens alsbald wieder sreigelaffen w» — lieber den Verlauf der Feier meldet das„W. T. B. tz.J Paris, 1. Mai. Heute Nachmittag 4 Uhr wollte eine � Anzahl manifestirender Arbeiter, von der Place de la Eon, kommend, die Rue de Cirque passiren, um sich anscheineiib dem Elysee zu wenden. Die Polizei trat dem entgegen- Arbeiter widersetzten sich zedoch den Anordnungen Polizei, es mußte daher eine im Ministerium des 3' bereit gehaltene Eskadron Munizipalgarde herbeigsv� werden. Diese machte einen Angriff auf die Widerse� ,, von denen viele verwundet und eine Menge verhaftet wurt*■, Tie Deputation, welche die Arbeiterpetitton der Kaminer � reichte, ging ruhig auseinander, nachdem die Petition abgeg 1, war.— Paris, 1. Mai. Die Polizei hält die Place J Concorde besetzt, Kavallerie säubert die Straßen in der Umg-.�M des Platzes und der Madelaine-Kirche von den äußerst zahwe J-J Neugierigen, viele Personen wurden wegen Widerstands»„kI haftet. Die Zahl der im Ganzen vorgenommenen VerHast«, st bettägt über 500. Bei dem Nachmittags in der Nue de L ..... m---- Munizipalgarde«*? -oßes wurden gegen«u ,----------------„ WWW iai. Nachrichten au» � provinziellen Industriestädten bekunden e i» e 1 � allgemeine Feier des heutigen Tages, die Nu» an keinem Orte gestört worden.. Srlgien. Brüssel. 1. Mai. Sämmtliche Arbeiters gedungen sind auf die friedlichste Weise verlaufen. Ist.«Lßi netem Zuge, unter den Klängen der Marseillaise, mmustlst � in Charleroi 25 000, in Lalouviere 10 000, in Möns 12 w" Diese Nacht hatte Denise sich entschlossen, wieder ein- mal Schuhmacherarbeit zu vernchten. Sie hielt ihre Schuhe in den Händen, betrachtete sie und überlegte, wie sie es an- zufangeii hätte, um sie noch einen Wtouat zu tragen. Endlich entschloß sie sich, mittelst einer starken Nadel die Sohlen wieder anzunähen, welche abzufallen drohten. Mittlerweile lagen in dem mit Seifenwasser angefüllten Waschbecken Kragen und Manschetten zum Reinigen. Eilf Uhr war seit einigen Minuten vorüber, als ein Geräusch von Schritten sie veranlaßte, den Kopf zu er- heben. Sicherlich wieder eines dieser Fräulein, das sich verspätet hat! Sie erkannte Pauline, als sie hörte, daß die anstoßende Thür geöffnet wird. Zu ihrem Erstaunen kam dann Pauline sachte an ihre Thüre und pochte daran. — Rasch, ich bin es. Es war den Verkäuferinnen verboten, einander in ihren Zimmerchen zu besuchen. Denise beeilte sich daher, den Schlüssel umzudrehen, damit ihre Nachbarin nicht durch Madame Cabin überrascht werde, welche die Aufsicht sehr strenge übte. — War sie da? fragte Denise, die Thür schließend. — Wer? Madame Cabin? sagte Pauline. O, nicht sie ist es, die ich fürchte, denn mit 100 Sous... Dann fügte sie hinzu: — Ich habe Licht bei Ihnen gesehen und bin gekommen, weil ich schon lange mit Ihnen plaudern möchte; unten kann man ja kaum drei Worte sprechen. Dann haben Sie mir diesen Abend bei Tische so traurig geschienen! Denise dankte ihr, gerührt von der Güte dieses Mädchens und bat sie, Platz zu nehmen. Aber in der Verwirrung, welche dieser plötzliche Besuch ihr verursacht hatte, vergaß sie den Schuh wcgzuthun, welchen sie eben flicken wollte. Und die Blicke Paulinens fielen aus diesen Schuh. Sie schüttelte den Kopf, blickte im Zimmer umher und bemerkte den Kragen und die Manschetten im Waschbecken. — Mein armes Mädchen, ich vermuthete dies, sagte sie; ach, ich kenne es nur zu sehr. In den ersten Zeiten, als ich aus Chartres kam und Vater Cugnot mir keinen Sou sandte, war auch ich genöthigt, meine Hemden zu waschen; ja, ja, sogar meine Hemden. Ich hatte deren zwei und man konnte immer eins bei mir finden, w Wasser lag. — Sie hatte sich gesetzt, denn sie war ganz atm. � weil sie gelausen war. Ihr breites Gesicht mit den 1.�1 gutmüthigen Augen und dein großen Munde wachte � sehr freundlichen, gewinnenden Eindruck. Ohne Uebera in einem Zuge erzählte sie ihre Geschichte: ihre �uge.-st der Mühle, wie Vater Cugnot durch einen Prozeß* 55 geworden uyd sie dann nach Paris gesendet Hatte,« � ihr Glück zu machen, mit 20 Franks in der Tasche., z» ihr Debüt als Verkäuferin, zuerst in einem Magaz Batignolles, dann im„Glück der Damen"; es fürchterliche Debüts: alle erdenklichen Beleidigungen Entbehrungen; endlich kam sie zu ihrer gegenwa M Existenz; sie sprach von den 200 Franks, die sie tiw. p{t verdient, von den Vergnügungen, die sie sich gönnt, v» Sorglosigkeit, in welcher ihre Tage dahin fließen. � ostli* ein schönes Kleid von blauem Tuche und an ih�eifj, J funkelte verschiedenes Geschmeide, eine Broche, eine i und sie lächelte unter ihrem Sammthütchen, das wtt großen grauen Feder geschmückt war. � Denise, mit ihrem Schuh in der Hand, war stsst I geworden. Sie wollte eine Erklärung stammeln.{Ii, — Sagen Sie nichts, es ist mir gerade so% wiederholte Pauline. Sehen Sie, ich bin die Aeltere., zahle 26 Jahre, ohne daß man es mir ansehen würde Erzählen Sie mir doch Ihre kleine Angelegenheiten. � Angesichts dieser Freundschaft, die sich ihr so.��Ast» bot, gab Denise nach. Mit ihrem Röckchen und cineu � Shawl, den sie über die Schultern geworfen, bekleidett.{3 sie sich neben Pauline, die in voller Toilette war," 6» entwickelte sich ein gemüthlicher Plausch zwischen ihnen- �,1 war nicht warm in dem Zimmer, die Kälte schien v Wänden herab zu fließen, die so nackt waren, wie in m Gefängnisse; allein sie merkten gar nicht, daß ihre FMg geworden waren, so sehr waren sie in ihre gegenseitigen® Lro« uisse vertieft. Denise öffnete allmälig völlig ihr �z,'(i< von Je.n und Pepe und gestand, wie sehr die GeldA»� martere; dies brachte die Beiden auf die anderen o L m s beiter, tu Lüttich überreichten 8000 Arbeiter dem Gemeinderache eine Petition für den Achtstundentag. Tausende von Arbeitern strömen zum Brüsseler Börsenplätze, um der Straßenkundgebung stch anzuschließen. . Ä ollaiid. Amsterdam. 1. Mai. Die Arbeiterversamm- lungen. welche Nachmittags und Abends in dem Lokale„Plan- cius" stattfanden, waren äußerst zahlreich besucht. Es wurden wehrere Reden gehalten, unter anderem auch von dem sozmlistl- scheu Deputirten Domela Nicuwcnhuis, welcher sehr warm für den achtstündigen Arbeitstag eintrat. Die Versammlung verlies n°°Uster Ornung.- Haag, 1. Mai. Gestern Abend fand h,er eine Versammlung von etwa 4000 Ar- in welcher Resolutionen zu Gunften des Arbeitstages angenommen worden. Ab die .■-v......"» auseinander gegangen war, kau» ein Arvetter wipp m Konflikt mit der Polizei. Letztere machte von ihrem Stabe Gebrauch. Mehrere Personen wurden verletzt, darunter� auch ein Polizist. Im Laufe des Rencontres wurden zwer Schutze abge- feuert. Die Ordnung war bald wieder hergestellt.. .. Italien. Crispi, der frühere„Revoluttonar", ist der Mar- feier gegenüber seinen russischen Reaierungsmaximcn treu geblieben. Alle Versammlungen, alle Umzüge wurden verboten, das Militär in de» Kasernen konsignirt. So rief man Woor. was Daß sie sich ßeitern statt Versammlung man angeblich nur in engen verhüten Grenzen wollte: hielten, der N°�..'itK mir m engen wrenjen yiellen, i)i T N Ä der Arbeiter, als der Regierenden zu danken .»R om. I. Mai. Etiva 200 feiernde 91 Unruhen ist mehr "e».„28. -„uv u in, i. a/tai. vä-uua zuu lEietnut Arbeiter iuulsÜ l ü, stch heute auf dein Monte Testaccio; gegen 4 Uhr mxJz die Versammlung durch die erschienene Polizeimacht ohne loifht? aufgelöst. Die Arbeiter fanden sich nicht iveit davon zusammen, wurden aber dann b.iirch Kavallerie zerstreut. SBnnir1 degaben sich etwa 150 Zlrbeiter nach der Piazza del ste nach 5�ih�Polizeimannschaften von dort vertrieben, .. a/iui. um a Uhr wurde eine Ansammlung Arbeitern vor der Porta trionphale und eine andere von fw bis 300 Arbeitern auf der Piazza Vittorio Emmanuele durch Kavallerie zerstreut. Mehrere Personen wurden verhaftet. Im porigen herrscht in der Stadt Ruhe. Patrouillen durchziehen °>e Straßen.—?lehnliche Nachrichten liegen aus Turin, Bologna st"d Mailand vor. Auch dort sind Arbeiter verhaftet worden.— zlst Livorno platzte eine Bombe.— In den übrigen Industrie- nWten verlief die Feier ruhig. .Kpruiie». Madrid. 1. Mai. Vormittags begaben sich Arbeitergrrlppen nach den verschiedenen Bauplätzen und veran- %ßbn ihre Kameraden, die Arbeit einzustellen. Mterm.sammlungen f'' Zlrbeit einzustellen. Friedliche an V'"""oammiungen fanden in den Hauptstraßen von tadrid und in der Nähe der Musikhallen statt, wo die Anar- an v" oine zahlreich besuchte Versammlung abhielten. A»?'. l- Ma,. Im Laufe des Nachmittags fand in Buen eiiro eine Slrbeiterversammlung statt, welche eine Abordnung mLfstn Präsidenten der Kammer behufs Ueberreichung einer Perition zu Gunsten des Ztormalarbeitstages entsandte. In den Bio.?■ bor Stadt bewegten sich große Menschcnmasjen; mehrere � Ustungen wurden vorgenommen; bis 6 Uhr Abends hat ein „seitlicher Zwischenfall nicht stattgefunden.— In O p o r t o be- »ao sich eine Deputation der Arberterversammlung zu dem Zivil- gouverneur, um demselben eine Petition für den tziormalarbeits- "Gg zu überreichen. Die öffentliche Ruhe ist daselbst nicht gestört worden.— Madrid, 1. Mai. Die heutigen Arbllterkund- Mungen in Madrid, sowie in Barcelona, Valencia, :' a l a g a und Sevilla sind ohne Störungen der Ruhe ver- laufen. Portugal. Lissabon, I. Mai. Taufende von Arbeitern «ut Frauen und Kindern zogen heute nach dem Kirchhofe Prazeres und legten Blumen am Grabe Fontana's, des Lassalle der portu- ßwiischen Sozialdemokratie nieder, wo auch einige Sieden ge- Mte>r wurden. Eine Entfaltung von Fahnen und laute Kund- KovUngen fanden nicht statt. Die Erschienenen kehrten in voll- v»Unener Ruhe nach ihren Wohnungen zurück. Am Abend ["Iben verschiedene Meetings statt. Ein Manifest der Zlrbeiter Klangt acht Stunden Arbeit, acht Stunden Erholung und acht Kunden Schlaf. Alles ist ruhig. , Pereinigte Staaten. Der„labor day"(Arbeiterfesttag) j;'m ganzen Lande glänzend verlaufen.„28. T. 95." meldet: ' e id= sh o r£, 1. Mai. ZIn verschiedenen Orten der Vereinigten Maaten haben Demonstrationen zu Gunsten des Normal-Arbeits- jjüoz stattgefunden. Die öffentliche Ruhe ist nirgends gestört .orden. In einigen Städten haben bei verschiedenen Hand- fcw'ern, namentlich bei den Zimmerleuten, Arbeitseinstellungen !?,ugefunden, um eine Beschrankung der Arbeitszeit herbeizu- Mon. Gegen 8000 Zimmerer streiken in Philadelphia. Nur in qgwago hatten die Behörden für den heutigen Tag besondere I>i??regeln getroffen.— Chicago, 1. Mai. 85 000 Zlrbeiter einen Umzug mit Musik und Bannern und veran>talteten '"i Kundgebung zu Gunsten des achtstündigen Arbeitstages. ei». �'"disch ist es, wenn ein Theil der Bourgeoispreffe von '«'ein Mißlingen der Manifestation des 1. Mai spricht. Das ih" Sxli KonfektionSabtheilung und Pauline erleichterte nun Herz. V,— O, diese Dirnen l ich sehe ja recht gut, was sie mit Alle» treiben. Wenn sie sich als gute 5tauieradmn«>i gegen Mo A�hlnen wollten, so müßten Sie sich hundert Franks "atlich machen.,.... MWWM- •-. Bios der Vater Joppe... Pauline unterbrach sie... o,.-,. N» WSTÄ-Ä* SK»®: fchiJf"1!* Auszeichnung; man erzählt von ihm eine U fotf' er bei uns in der Wäscheab NN Geräusch, das im Korridor hör IMsM Aber Sie ynung; man erzayrr vu» r uns in der Wäscheabtheilung gehabt haben sind doch em Kind, daß Sie �so „Mißlingen" soll darin bestehen, daß nur ein winziger Prozent- satz der Arbeiter am 1. Mai gefeiert hat, obgleich doch die Feier des 1. Mai vom internationalen Kongreß beschlossen worden sei. Nun, eine Feier ist überhaupt nicht beschloffen worden, sondern eine Manifestation, was auf deutsch Kundgebung heißt und in diesem Fall Kundgebung des Willens der Arbeiter aller Länder zu Gunsten des Arbeitsschutzes. Und in sofern als der 1. Mai für diese internationale Kundgebung bestimmt war, sollte er auch gefeiert werden, ein Feiertag sein, jedoch nicht ein Tag, an dem gefeiert wird. Wenn eine Anzahl von Arbeitern es für zweck- entsprechend hielten, am 1. Mai die Arbeit ruhen zu lassen— zur Feier der Kundgebung—, so hatten sie dazu ein voll- komnienes Recht, denn der Arbeiter ist doch gewissermaßen auch ein Mensch; und so gut die Herren Unternehmer zu Ehren des Sedantages oder einer Jnventtir wegen die Fabriken schließen, können die Arbeiter zu Ehren des Arbeiterschutzes einen Tag die Arbeit ruhen lassen. Aber die Arbeitsruhe war Sache des einzelnen Arbeiters. Die Partei hatte nichts damit zu thun, sie hatte blos auf die Gefahren aufmerksam zu machen, welche eine Agitation in großem Stil für die Arbeits- ruhe mit sich gebracht hätte, und das hat die Fraktton, als Ver- treterin der Partei, gethan. Und die Warnung ist beherzigt worden. Daß nur ein Vruchtheil der Arbeiter am 1. Mai gefeiert hat, beweist, daß die Bedenken der Fraktion von der Masse der Arbeiter getheilt worden sind. Und hätte nicht ein einziger Ar- beiter die Arbeit ruhen lassen, so hätte das der Kundgebung keinen Abbruch gethan. Daß Millionen und Millionen von ziel- bewußten Männern und Frauen in allen Theilen der Erde gleichzeitig die gleiche Forderung aufstellen und an alle Staaten der Welt richten— das ist eine Kundgebung, wie die Geschichte Aehnliches nicht verzeichnet— eine Kundgebung, so großartig, so imposant, von solch gewaltiger Wirksamkeit, daß keine Mäkelei und Nörgelei ihren Glanz zu verdunkeln im Stande ist. Eine Schlappe würden die Arbeiter im gewissen Sinne nur erlitten haben, wenn es am I.Mai zu Ausschreitungen gekommen wäre. Daß sie unterblieben sind, mithin die„Unenbehrlichkeit" des Sozialistengesetzes nicht dargethan worden ist, das ist gerade der Acrger der Kartell- und Unternehmerorgane. Von einem„M i ß e r f o l g" oder einer„Nieder- läge der Arbeiterpartei am 1. Mai reden auch frei- sinnige Organe. Abgesehen von der thatsächlichen Frage, ob wirklich nur 25 pCt. der Arbeiter gefeiert haben(darüber an anderer Stelle), ist dieses Gerede unehrlich und sophistisch, denn die freisinnigen Blätter wissen natürlich recht gut, daß nicht die Einstellung der Zlrbeit am 1. Mai der einzige und nothwendige Ausdruck der Zustimmung zu der Achtstundenbewegung ist. Komisch ist, daß die„Freis. Ztg." herausrcchnet, in Berlin hätten bloß 5 bis 10 pCt. der Arbeiter gefeiert. Das Blatt wird sich bald um jeden Kredit der Wahrheitsliebe bringen. Das„Verl. Tageb l." bezeichnet den Fortgang der industriellen Thätigkeit am 1. Mai als„eine Niederlage der Radikalen", welchen es um eine Kraftprobe zu thun gewesen sei. Das ist im Gegensatze zu den Ausführungen der„Freis. Ztg." und anderer freisinnigen Organe zwar logisch, wahr aber ist es nicht, da die„Kraftprobe" in demselben Augenblick in Wegfall kam, wo der Gedanke des allgemeinen Feiertages bestimmt und' aüsdrück- lich ausgeschlossen wurde. Nach diesem Zeitpunkt erfolgten ja auch vielfach freundliche Verständigungen zwischen Unternehmern und Arbeitern über die Freigabe des ersten Mat. Auch das „Verl. Tagebl." flunkert, haß m Berlin noch nicht der zehnte Theil der Arbeiter gefeiert habe. Dabei ergiebt eine Liste von 60 Betrieben, welche das Blatt veröffentlicht, daß selbst in diesen be- sonders herausgesuchten Betrieben 16 pCt. der Arbeiter gefeiert haben. Auch die„V o l k s- Z e i t u n g" bezeichnet die Demonstration am ersten Mai als einen„Schlag ins Wasser", weil mehr Ar- beiter gearbeitet als. gefeiert hätten. Von der„Volks-Zeitung", welche nicht die Achtftundenbewcgung, sondern nur den Feier- tag bekämpft hat, ist dies ein vollkommener Widerspruch, Angst- und He u'lmeier ei. Wenn die internationalen Polizei- und Reaktionsorgane aus dem 1. Mai durchaus ein fürchterliches Gespenst machen wollten, so thaten sie damit nur, was ihres Zimtes ist— und Jedermann weiß, ivarum sie so handeln. Wenn aber ein Blatt, wie die„Vossische Zeitung", ivelches bisher für anstandig und unabhängig galt, es genau so treibt, wie jene Polizei- und Reaktionsorgane, und seinen Lesern den 1. Mm als einen Tag des Schreckens hinstellte, dann weiß man wirklich im ersten Moment nicht, was man dazu sagen soll. Wir müssen uns die unrühmliche Geschichte des deutsche» Bürgcrthums vergegenwärtiaen, um eine solche Erscheinung zu begreifen. Wir müssen uns zurückrufen, wie das deutsche Bürgerthum zur Zeit der Reformation die Bauern elend im Stich ließ und damit das Grad der bürgerlichen Freiheit grub. Wir muffen uns zurückrufen die Feigheit des deutschen Bürgerthums, im Jahre 1848 und 1849, wo es aus Slngst vor dem aufstrebenden Arbeiterelement die„Märzrevolu- tiou", seine eigene Revolution verrieth. Wir müssen uns endlich zurückrufen die Feigheit des deutschen Bürgerthums in der Mitte der sechsziger Jahre, zur Zeit des„großen Konflikts wo es Angst vor den Arbeitern den„Liberalismus" an der Nagel hing und sich dem ultrareaktionären Junker Bismarck in die Arme ivarf.„Ich fürchte die Fortschrittsparlei nicht," sagte damals der Ministerpräsident Bismarck—„ich fürchte'die Fortschrittspartei nicht,— die deutschen Phili st er haben mehr Angst vor der Revolution als vor der Reaktiv n." Und dieses Wort ist auch der Schlüssel zu der sonst geradezu unverständlichen Haltung der„Vossischen Zeitung". Es war die Hasenherzigkeit des deutschen Philisters.-: Und der Philister der .[Vossischcn Zeitung" wußte vor Angst offenbar gar nicht mehr, was er schrieb— er sah Gespenster und heulmeierte:„Der 1. Mai soll eine„Kraftprobe" der Arbeiter sein. Aber, mein armer Heulmeier, hast Du denn vergessen, daß die deutschen Ar- beiter ihre„Kraftprobe" schon gemacht haben, und zwar am 20. Februar? Vielleicht erinnert sich Tante Voß auch noch, daß sie nebst ihren Fortschritts-Kolleginnen und-Kollegen nach jenem 20. Februar um Gunst der nämlichen Arbeiter wieder einmal buhlte, die sie heute so schmählich verleumdet. Der 1. Mai(oder„b laue M o n t a g", wie ihn der Vossische Zeitungs-Philister geschmackvoll nennt) sollte eine Heraus- sorocrung an den Staat und die Gesellschaft sein! Aber hat denn nicht sogar in Deutschland ein jeder Staatsbürger das ver- fassungsmäßige Recht, an die gesetzgebenden Körper seine Forde- rungen zu richten? Zum Schluß möchten wir den fortschrittlichen Angst- und Heulmeier der Tante Voß fragen, ob er mit solchen reak- tionären Anschauungen, wie er sie in seinen Jammerartikeln über den 1. Mai zu Tage gefördert hat, nicht konsequenter Weise für die Verlängerung des Sozialistengesetzes eintreten muß? »* » U e b e r die Entstehungsgeschichte des inter- nationalen Manifestes der Arbeiter bringt eine Brüsseler Korrespondenz der sonst die Feier sehr objektiv be- handelnden„Frankfurter Zeitung" folgende Mittheilungen: „Die belgische Arbeiterpartei ist die Nr- heberin der großen internationalen Kund- nebung der Arbeiter, welche am I. Mai stattfinden wird. Seit dem Bestehen der Partei hat die Einführung des Rormalarbeits tages, die achtstündige Arbeitszeit stets auf ihrem Programm ge standen. In der Jahresversammlung zu Jolimont, am 22. April wurde auf Antrag der Hüttenarbeiter beschlossen, behufs Ein führung der Achtstundeuarbeit eine große Kundgebung zu veran stalten und die Arbeiter der anderen Länder zur Bctheiligunc daran einzuladen. Auf dem internationalen Pariser Kongresse machten dann die belgi,chen Vertreter den Vorschlag, durch eine eintägige allgemeine Arbeitseinstellung zu manifesttren. Ihr vor- schlag, gestützt von den Amerikanern, wurde sehr beifällig an- genommen und als Tag der 1. Mai d. I. festgesetzt." In diesen Mittheilungen ist der Häuptsache nach nicht weniger als alles falsch. Der Vorschlag ist nicht von den Belgiern aus- gegangen, sondern von den Franzosen, die ihrerseits den Gedanken aus Amerika hatten, wo der 1. Mai schon längst ein Arbeiterfest ist. Eine eintägige allgemeine Slrbeitselnstellung ist in Paris überhaupt nicht vorgeschlagen worden, konnte also auch nicht be- schlössen werden. Dies zur Verhinderung von Mythen, die sich um den 1. Mai der Arbeiter bereits zu weben beginnen. Aus Leipzig, den 30. April, wird uns geschrieben- Vor- gestern wurden 5 Arbeiter, die bei den sog.„Connewitzer Krawallen" betheiligt, zu je 5—6 Monaten Gesängniß verurtheilt, und das „Tageblatt" triumphirt nun, daß nun also doch der„sozialdemo- kratische Wahlterrorismus" festgestellt worden sei. Ein„Terrorss- mus" ist allerdings festgestellt worden, aber kein sozialdemokratischer. Zunächst ist zu bemerken, daß zivei der Verurtheilten überhaupt mit den„Krawallen" nichts zu thun hatten und wegen, allerdings häßlicher Schimpfereien, angeklagt waren. Ferner ist zu be- merken, daß sich der angebliche Terrorismus" nicht gegen Wähler richtete, sondern gegen einige Studenten. Drittens ist zu be- merken, daß, wie wir zu Anfang sagten, die„Krawalle" in einer gewöhnlichen Studentenprügelei bestanden haben. Und viertens endlich ist zu bemerken, daß die geprügelten Studenten die ganze Affäre für zu unbedeutend hielten, um einen Strafantrag zu stellen. Genug— ohne die Wahlniederlage der Herren Kartell- bruder hätte kein Mensch von der Sache mehr weiter gehört, und wir haben mit unserer Auffassung durchaus recht gehabt. Zu be- danern ist blos, daß bei den Gerichtsverhandlungen kein Steno- graph zugegen war. Die Welt würde ebenso sehr stannen, wie die wenigen Zuhörer gestaunt babcn. Uebrigens dürfte eine Kritik dieses Prozesses aus rechtskundiger Feder noch bevorstehen,— Am 1. Mar wurde Genosse Heinisch, Redakteur des„Wähler", vom Schöffengericht wegen Beleidigung des Lindenauer„Rabeßvaters" zu einer Woche Gesängniß verurtheilt. Die gestellten Anträge auf Bringung des Wahrheitsbeiveises wurden abgelehnt. Unsere Gisenbnrone, durch Schutzzölle und Verbände gegen den auswärtigen Wettbewerb geschützt, beuten die deutschen Konsuuienten aus, indem sie Monopolpreise sich zahlen lassen, während sie dem Auslaiide die deutschen Waare.n. viel billiger liefern. Das große Londoner Fachblatt„Jron"(Eisen) theilhiii seiner Nummer vom 25. April d. I. mit, daß' sich an einet Süaiitifsicn der dänischen Staatseisenbahnen auf 4300 Tolinen Stahlschienen auch einige bedeutende deutsche Werke, darunter der Kanonenkönig Krupp, der Bochumer Gußstahl-Verein und der unter der Leittlug des berufenen Wahlbeetnstilssers Massenez stehende Hörder Berg- iverksverein mit Angeboten sich betheiligt haben. Unsere Quelle hebt nun hervor, daß die Preise der deutschen Firmen niedriger seien, als die,„welche in Deutschland gefordert und bezahlt iverdeii." Krupp z. 95. forderte von der dänischen Regierung per Tonne 143,50 M., während er sich von den preußischen Staatsbahile«.. 174,50 M., also einund dreißig Mark mehr, zahlen läßt. Das heißt stch oann„Schutz der nationalen Arbeit" und„Patriotismus." Das eigene Land muß bluten, Dänemark profitirt auf Kosten der preußisch-deutschen Steuerzahler. So ivird's gemacht Dank den unter der Bismarck-Aera eingeführten Eisenzöllen und den durch diese treibhausmäßig gereisten Kartellen der Fabrikanten. Mooreftiondenzen. Dresden, den 2. Mai. Die Bourgoisie athmet auf, der so gefürchtete 1. Mai ist ohne die geringste Störung verlausen— was sich von selbst verstand— und es hat sich ihre schlotternde Angst einmal wieder als Ausfluß lächerlicher Furcht und eines bösen Gewissens gezeigt. Aber auch noch andere Leute haben alle Ursache, ihr Verhalten am 1. Mai nicht zu ihren Ruhmesthaten zu rechnen. Wir meinen die Behörden. Die Vorbereitungen, die von ihrer Seite getroffen wurden, haben gezeigt, daß man in jenem Lager aber auch nicht die blasseste Ahnung von der Stimmung und der Gesinnung in der Arbeiterklasse hatte, sonst würde man sich gehütet haben, Vorbereitungen zutreffen, die nur das spöttische Lachen derjenigen erregten, gegen die sie gerichtet waren. Das Militär war konsignirt, ein erheblicher Theil desselben stand be- reit, auf das erste Signal hin auszurücken. Weiter waren aus den Bahnhöfen alle Vorbereitungen getroffen, um jeden Augenblick größere Truppenmasjen nach Auswärts senden zu können. Wohin? Ja das wissen die Götter. Wir können uns beim besten Willen weder in der näheren noch in der weiteren Umgebung'Dresdens einen Ort vorstellen, nach dem Truppen zu senden auch nur die aller geringste Ursache hätte vorhanden sein können. Die leitenden Personen schienen ihren Kops ganz wo anders gehabt zu haben, als wo er sein sollte.„. Die Vorbereitungen hatten sich auch schon auf die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai erstreckt. Das sonst übliche Löschen eines Theiles der Straßenlaternen unterblieb, die Nachtwächter waren angewiesen, ihren Nachtdienst einige Stunden länger aus- zuüben, außerdem war die Gendarmerie alarmirt und rückte in den frühesten Stunden aus um namentlich vor den größeren Bauten Posto zu fassen. Wie viele von den guten Dresdenern die Nacht nicht oder nur wenig geschlafen haben aus Furcht vor dem was der nächste Morgen bringen werde, entzieht sich unserer Kenntniß und Be- rechnung. Nach den behördlichen Befürchtungen zu schließen, die man die Tage zuvor in allen bürgerlichen Kreisen zuhören bekam. und je höher diese standen um so übertriebener waren diese Besürch- tungen, muß die Zahl der geängstigten Seelen eine s e h.r große gewesen sein. Und die Haltung der Behörden und die von ihnen getroffenen Vorbereitungen trugen ganz wesentlich noch dazu bei, diese Furcht zu steigern. Statt Muth und Vertrauen zu erwecken, hat man das Gegeutheil hervorgerufen.' Man kann sich daher die erstaunten Gesichter vorstellen, als der erste Mai endlich da war und alles seinen gewohnten Gang ging, weder Juwelierläden geplündert, noch die eisernen Kassen- schränke erbrochen wurden. Auch die Fleischer und Bäcker konnten ihre Läden so ungestört offen halten, als sei gar kein erster Mai vorhanden. Die vorsichtigen Seelen, die sich bereits auf mehrere Tage verproviantirt hatten, in der sicheren Erwartung, die Straßen der Stadt würden auf einige Tage zu einem Heerlager umge- wandelt werden, dürsten sich am meisten geärgert haben und werden jetzt ihrem Bekanntenkreise ableugnen, was sie erst als Ausfluß hoher Weisheit und Vorsicht gepriesen. Kurz in Dresden und Umgegend steht alles auf dem alten Fleck und die klassenbewußte Arbeiterschaft lacht über den Schreck, den sie ihren Gegnern mit ihrer Demonstration eingeflößt. Die Letztere verlief in aller Stühe. Vormittags fanden zwei Volksversammlungen statt, die zwar nicht überfüllt, aber doch viel besser besucht waren, als der offiziöse Telegraph angiebt. In der einen reserirte Buchhändler G o l d st e i n, in der andern der Reichstagsabgeordnete W u r m. Nach dem letzteren sprach Bebel, dagegen wurde Singer in der anderen Versammlung» als er sprechen wollte, das Wort entzogen. Singer gilt in den Augen der Dresdener Polizei als be- sonders„staatsgefährlich". 28ie der wegen seiner Lumpereien durch Selbstmord geendete Polizeikommissar Paul einmal verrieth, hat die Dresdener Polizeidirektion einmal vor Jahren feierlich der Beschluß gefaßt, Singer nie mehr in Dresden sprechen zu lassen. Nachmittags fanden sich auf einem Ausflug in der romantisch gelegenen„Schweizerei" bei Loschwitz 7— 3000 Personen, darunter viele Frauen, ein, welche in der herrlichen Natur, begünstigt vom schönsten Wetter, in fröhlichster Stimmung ihre Maifeier hielten. Abends fand weiter eine große Zusammenkunft in den Sälen des Trianon statt. Eine im Plauen'schen Grunde beabsichtigte Mafsenzusammeukunft war polizeilich«nmvg'.ich.gemacht worden. Die für den Ausflug'getroffenen polizeilichen und militürischen Vorsichtsmaßregeln erwiesen sich ebenfalls als vollständig über- flüssig. Das Detachement Gardcreiter und Infanterie, das man in einenrjGchölz unfern der Schweizerei postirt hatte, konnte Abends, ohne in Aktion getreten zu sein, den Weg nach den Kasernen ein- schlagen. Wje wohl unsere Staatsretter über ihre Handlungen von gestern heute denken werden? VoMiMe Meberstchk. Ans Lrnktionsirreisen wird uns geschrieben: In der„Burgstädter Zeitung" beschwert sich der Abgeordnete Schmidt-Mittweida darüber, daß in der gegnerischen Presse („Freis. Zeitung",„Verl. Tagebl.") Notizen über Vorgänge in 'der Fraktion enthalten gewesen seien, die mit der Wahrheir auf gespanntein Fuße ständen, und glaubt, daß diese Notizen auf Znspirationen ans Fraktionskreisen zurückzuführen seien. Die Berliner„Volkstribüne" druckt diese Beschwerde des Abgeordneten Schimdt ab, uns wiederholt in fetter Schrift dessen Frage:„Wer der Berichterstatter aus Fraktionskreisen für gegnerische Zeitungen sei? und die„Volkstribüne" nimmt also gleich der„Burg- städter Zeitung" an, daß jene, wie sie selbst an- führen, unwahren Angaben gar nicht anders als nur aus Fraktionskrcisen stammen könnten. Ganz abgesehen von der beleidigenden Unterstellung, daß ein Fraktionsmitglied Berichterstatter gegnerischer Zeitungen sein könne und als solcher auch noch unwahre Thatsachen verbreitet, wird eine solche Beschuldigung erhoben ohne auch nur den Schatten eines Beweises dafür erbringen zu können. Wir erklären also hiermit ganz kategorisch, daß jene hier in Frage stehenden Notizen, wie verschiedene andere gleicher Art, Fraktionskreisen nicht entstammen, daß sie aber allen« Anschein nach auf U n t e r h a l t u n g e n i n B e r- liner Parteikrcisen zurückzufiihren sind, und von hier aus in mißverständlicher Weise in die Reporterkreise dringen. Bemerkt sei noch, daß man g�ade in denjenigen Fraktion?- kreisen, auf welche die Bemerkungen der„Burgstädter Ztg."""d der..Volkstribüne" gemeint scheinen, schon seit geraumer Zeit ' r dl sehr ungehalten ist über die Verbreitung apokrypher aber den Eindruck der Eingeweihthcit machenden Notizen über die Partei. und daß man es speziell der Redaktion der„Volkstribüue" Dank wissen wird, wenn sie sich bemüht, den oder d i e Urheber dieser lügenhasten Nachrichten zu entlarven. Uo» rinm neuen internationalen Kongreß, der in Berlin beabsichtigt sein soll, berichtet der Berliner Times-Korre- spondent. Ein solcher Kongreß solle nach dem Plane des Kaisers Wilhelm die Mittel, philanthropische wie unterdrückende, erörtern. durch welche versucht werden dürfte,„den versteckten Bewegungen der Führer des internationalen Sozialismus Einhalt zu thun." — Die Nachricht ist bisher nicht beglaubigt. Kuudesrath. In der am r. d. M. unter dem Vorsitze des Vizepräsidenten des Staatsministeriums, Staatssekretärs des Innern Dr. v. Bötticher abgehaltenen Plenarsitzung des Bundes- raths wurde über die Wiederbcsctzung erledigter Stellen bei meh- reren Disziplinarkammern, sowie über den Sr. Majestät dem Kaiser wegen Wiedcrbesetzung einer Rathsstelle beim Reichsgericht zu unterbreitenden Vorschlag Beschluß gefaßt. Mit der bereits erfolgten Ueberweisung des Gesetzentwurfs, betr. die Friedens- Präsenzstärke des deutschen Heeres an die Ausschüsse für das Landhecr und die Festungen und für Rechnungswesen erklärte sich die Versammlung einverstanden. Von der auf Veranlassung der Reichskommission zur Untersuchung der Rheinstromverhältnissc erfolgten Veröffentlichung einer hydrographischen, wasserwirth- schaftlichen und wasserrechtlichen Darstellung des Rheinstrom- gebicts nahm dieselbe Kenntniß. Die beantragte Zahlung des Gehalts an einen Reichsbeamten in Vierteljahrsraten wurde ge- nehmigt. Endlich wurde über das Rekursgesuch eines Reichs- beamten wegen seine unfreiwillige Versetzung in den Ruhestand Beschluß gefaßt. Kevichtignng. In dem ersten Artikel der politischen Uebersicht der letzten Stummer muß es Z. 8 v. u. heißen: jeder Zweifel an dem friedlichen Verlaus, statt an dem feierlichen. övr rfuJVt P�UDßnK1, suchung wurde in Folge einer anonymen Dennnziat.�...- ordnet, welche die Vcreinsmitglieder der sozialdemokratischen w I tation in Arbeiterkreisen beschuldigt. Gvoßbrltttttttien. London, I.Mai. Unterhaus. Der erste Lord des Sl Smith erklärt, die Regierung erwäge jetzt die Beschlüsse der � liner Arbeitsschntzkonferenz, doch könne er noch nicht sagen, wm Maßregeln dieselbe bezüglich der angeregten Fragen dem f" lamente vorschlagen würde. Nr. KaU'.attliittdet'..... Sofia, 1. Mai. Heute Nacht erschoß der als Tru»ke.'d°lf bekannte russische Unterthan Lajin den Polizeikommissar KreU' der ihn verhasten wollte. Die That scheint keine politisches deutung zu haben. Lajin ist auf Veranlassung des deich c? Konsulats arretirt worden. dH Amerika. New-Jork, 29. April. Der Oberste Gerichtshof Vereinigten Staaten hat entschieden, daß das von dem Kongr? des Staates New-Iork beschlossene Gesetz, welches die§,l.lU1i tung durch Anwendung der Elektrizität gestattet, dem VerfapuiM gesey der Vereinigten Staaten zuwiderlaufe. Tie Hinrichtung o zum Tode verurtheilten Kemmler, welche in dieser Woche du Anwendung der Elektrizität stattfinden sollte, ist infolgedessen schoben worden. Afrika... Nach einem Wolsf'schen Telegramm aus Sansibar 9' W i ß m a n n am Dienstag Bagamoyo mit einer zahlreichen verlassen, um Kilwa zu unterwerfen. Man darf also für s nächste Zeit wieder hestigen Kämpfen in Ostafrika efltgeg' sehen. , Di dem E daß sie lerne ß lngt ff «ot, vc luie lui Bericht Dies eni werden vmng i Wich Mssei Aussth Vi Ai «i bei Aeselb Theater. Sonnabend, den 3. Mai. Gpernhan«. Die Hochzeit des Figaro. Schanspielhans. Der Sturm. xesstng-Theater. Ein Besuch. Mäd- chenrache. Deutsches Theater. Faust'? Tod.. Kerliner Theater. Die wilde Jagd. Fviedrich-Wilhelmfliidt. Theater. Der arme Jonathan. Mallner-Theater. Rigobert. Das Armband. Siktaria-Theater. Stanley in Afrika stend-Theater. Der Scharfrichter von Berlin. Desideiis-Theater. Marquise. Keilealliancr» Theater. Der Nau- tilus. Central- Theater. Ein fideles Haus. Adolf Ernst» Theater. Der Gold- fuchs. Gebr. Kichter'o Uariöti. Speziali- täten-Vorstelluug. American-Theater Dreodenerstraße 55. TW Täglich Vorstellung. Englischer Garten Direktion: C. Andress, Alexanderstraße 27 c. Auftreten der Liedersängerin Fräulein Graul. Austreten des Charakter-Komikers Herrn Nowratzky. Auftreten der Chansonette Fräulein Corella. Austreten der musikalischen Fantasten Leo und Teddy. Austreten der Duettisten Geschwister Bertini. Äüfang Wochentags 8 Uhr. Entree 30 50 u. 75 Pf., im Vorverkauf 20 it. 30 Pf Sonntags Anfang halb 6 Uhr. Entre Sonntags Entree 50, rescrvirt 75 Pf., Orchester 1 Mark. Vorverkauf Entree 40 Pf. I 21. Unter dett Linden 21. Im Hause der Wilhemshallm neben der Passage. Bkn- Borführmig Täglich Ali- egyptischer u. indischer 7v, Uhr Abends. fZauber künste. 3. 2 u. 1 M. Billets im Jnvalidendank Bey: MWment Buggenhagen am Nloritzplatz. Täglich: Gr. Instrumental-Concert, Direktion A. Uödmann. , Wochentags 10 Flg., ree sonn- nna Festtage im Kaisersaal 25 Flg. Spezial-Ausschank von Patzenhoser, Export-Bier, hell u. dunkel, a Sdl. 15 Pf. Gleichzeitig empfehle ich meine hocheleganten Festcälc zu 100 bis 200 und zu ca. 1000 Pers zu soliden Bedingunaen. 041 F. Müller. Entri Pastage 1 Tr. 9 Nhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Nur fflCT diese TSUfß Woche: |len. Zum ersten Male: 5. Reise d. Frankreich. 2. Steife d.(Dber- italien. Sago Maggiore u. Como-Seeu. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. Jede Woche andere Reisen. Oeffentliche Versammlung der Weissgerber und Berufsgenossen am Sonnabend, den 3. Mai, Abends 8 Uhr, in Weimann's Volksgarten(großer Saal), Gesundbrunnen. Tagesordnung: 1. Tie Bedeutung des Achtstundentages. Referent: O. Thierbach. 2. Diskussion. 3. Hegermann'sche Angelegenheit. 4. Verschiedenes.[36] Der Einberufer. Große öffentliche Versammlung der FESzschMharbeEiep MW v.llWgO am Montag, den 5. Mai, Abends 8 Uhr, in Mener'o Lokal, Roseuthalerstraße Nr. 11—12. OB Tagesordnung: 1. Der Streik bei Bleschke. 2. Vorttag: Nutzen einer Organisation. Diskussion. 4. Verschiedenes.[26 Der Referent wird in der Versammlung bekannt Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Eie Der Einberufer. Freie Vereinigung der Maurer Berlins und Umgegend. Konntag, den 4. Mai d. I., Bormittags lOVa Uhr, im Königstadt- Kastno, Holzmarktstraße 72: Außerordentliche Versammlung. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Wildberger über den achtstündigen Arbeitstag. Welche Maßnähmen sind nolhwendig, unsere Forderung durchzuführen? Beschlußfassung über den Ausschluß rcstirender Mitglieder. Wahl einer Bibliothekkommissiou. Verschiedenes und Fragekasten. 27 Mitglieder werden aufgenomnien. Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht. Oer Vorstand. 1. 2. 3. 4. 5. Verei» zur Wahrnug her Zutercheu iler unii Wnkmrthe Oerlino und Umgegend. Z. StäftuMgsfest am Donnerstag, den 8. Mai, Abends t) Uhr, in den Räumen des Kollegen Gründet, Dresdenerstrahe 116. Musikalische Unterhaltung und Tanz. Hierzu ladet die geehrten Mitglieder des Vereins crgebenst ein Das Komitee. Billets, nur für Mitglieder, sind bis Mittivoch, den 7. d. M., bei sol- enden Mitgliedern: Ulrich, Wrangelstr. 34; Schmalowsky, Wrangelstr. 60a; jfister, Eiseubahnstr. 35; Werschke, Ndalbertstr. 16; Henke, Blumenstr. 88, und bei sämmtlichen Vorstandsmitgliedern zu haben. 23 Große öffentliche Versammlung der GlllNiiiseure uud Beruftzeucheu />m 34t t\ R itr UfflDttSS AW* 11 flT am Montag, den 5. Mai, Abends 8Va Uhr, ~ in Häger s Salon, Grüner Weg Nr. 29." Tagesordnung: 1. Die Wichtigkeit der gewerkschaftlichen Organi sation. Referent: Herr W. Schmidt. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Es ist Pflicht aller Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen.[1 Oer Einberufer. IFochoerem der Puffer Kerlius. Sonntag, den 4. Mai, Vormittags 11 Uhr, in den Bürgersälen, Dresdenerstraße 96; Mitglieder-Versammlung. Tagesordnung: Erledigung der gtechtsschutzsache des Herrn Ahl; Bericht der Statuten-Zievisions-Kommission und Beschlußfassung der Versamm- lung hierüber; Vereinsangelegeuheiten und Verschiedenes.[4 Oer Vorstand. 23. Zur bevorstehenden Saison erlaube mir hierdurch ans mein reich- haltig sortirtes Lager in Herwero- aa» SCaiaisen-Oa�sseircdise zu außergewöhnlich billigen Preisen aufmerksam zu machen. Gleichzeitig empfehle mein als pronipt und. reell bekanntes Bestellungsgeschäft einer gütigen Beachtung. Ja Krakawer, hertttl- nnii Kitilbell-�llrhMe, WM" Rixdorf,'MM Bergstrasse 22. NB. Meiner werthcn Kundschaft diene zur Nachricht, daß am I. Mai mein Geschäft geschlossen ist. 1284 ZalhnärzMacke PoBiklipiik, Kerlin Chansfeestraste la, am Granienbnrger Thor. 8— 10 Uhr Vor- Meine Poliklinik für Zahnleidende ist mochentiiglich von mittag, 12—1 Uhr Mittags, 4—6 Uhr Nachmittags geöffnet. 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W feiernden Arbeiter zil irgendwelchen vielleicht„gewünschten Ausschreitungen zu provoziren...,.... ,,, �>on thatsächlichen Mittheilungen seien die folgenden rcgmrlrt. . A-n Weddingplat; hat man gestern auch eine rothe Fahne . dem den Platz überspannenden Telcgraphendraht beseilign 'stelbc wurde durch die Polizei entfernt. , In den Stunden von 7-11 Ühr Abeitds kamen von Friedrichs- * Z 10009 Ausflügler ans dem Schleflschen'Bahnhöfe uluch hier herrschte �Ruhe und Ordnung. der m�"chte. ivelche im Stadttheil Moabit gestern umgingen von h.,. spsAveren Verivunduna eines SckilUillaniis. der auf einem in »hau . Ti hat Dow«? wnd der Anfang der Nacht vollkommen ruhig. Die Uiick i, �ulie der Zimmerer ist ohne Störung abgelaufen. Kurz der auf einem in Bau eingeschritten sein sollte, und s" Wucren Verivundung eines Schutzmanns, »,» Baustraße befindlichen Bau eingeschritt � � t>cr Tödtung eines arbeitenden Maurers durch feiernde N°g-n haben sich nicht bcivahrheitet. Vielmehr verlief auch der llild der Anfang der Nacht vollkomiuen ruhig. Die , PKrpartie der Zimmerer ist ohne Störung abgelaufen. Kurz (n/l U Uhr kehrte» beide Dampfer nach der Anlegestelle an der ,,„°u°>ter Brücke zurück und die Thcilnehmer begaben sich ruhig „!,? dem Stadtbahnhof Bellevue, von dem aus sie in zwei Zügen uch dem Osten befördert wurden., ..-st Rückkehr der Vergolder und Töpfer, welche am I. Mai i"seinen Ausflug nach Stolpe gefeiert, erfolgte am Abend nach s,. uhr auf dem Stettincr Bahnhof. Tie Zahl der feiernden Aus- "Agier, welche bei der Abfahrt früh Morgens 200 Mann betrug, 85« sich, durch Nachzügler auf ca. 1000 Mann vermehrt. Ter *flug ist ruhig verlaufen. . Usber das Tempelhofer Feld lehrten einzelne Züge der mernden Arbeiter in den Abeiidstundcn zurück. Als ein Trupp jw» etwa 300 Mann um 8 Uhr mit laulein Gesang die Gegend °er Kaserne des Eisenbahnregiments passirte. wurde das Eisen- .uhnrcgiment alarinirt, ohne indeß irgendwie in Thätigkeit zu A�ten. $* Ter Zug der Schuhmacher, etwa 1500 Personen stark— wch Frauen und Mädchen marschirten im Zuge— passirte. vom stiedrichshain kommend, um HVe Uhr die Grenzlinie des �tlinnenviertels und brachte etwas Leben in die Situation. hat? Fabriken ohne jegliche Störung. Auf den Stadtbahnhösen ttbir Physiognomie gegen die übrigen Tage keine Veränderungen ..Uten, nur ab und zu fuhren kleinere Trupps nach dem Grüne- qw- Die so beliebten Ausflugsorte„Spandauer Vcrg" und •öibbe" waren von den feiernden Arbeiter» mcrkiviirdiger Weise ' gar nicht berücksichtigt. :. Ein Hauptziel der Ausflügler am Nachmittag bildete jedrichshägen. Zwei öffentliche Volksversammlungen tagten l,?bst am Vormittag. Ten Hauptpunkt der ungestört vcr- üj-üde» Maifeier daselbst bildete die Ovation vor der Wohnung �Neichstagsabgeordueten Max Schippel, der das ihm dar- t-"schte dreifache Hoch vom Balkon aus»lit folgenden Worte» "bv ortete: (iili- fl'"6 Freunde! Für die vielen mir an dem heutigen Herr- tJ," Tage von Ihnen dargebrachten Ovationen sage ich Ihne» iL'wn herzlichen Dank. Der heutige Tag hat gezeigt, da p die don��schaft dann einig ist. wen» die Majorität gesprochen hat, ttoui. einig, wenn die Gegner durch allerlei Nucken und Tücken Zwietracht in unsere Reihe» zu säe». Die letzten ich n r'\ öaben uns viel Bitteres gebracht. In dieser Zelt habe tyji?. stte". In den kommenden Tage» und Wochen werden St c i)eiiN„ ö» leiden haben. Wir grüßen deshalb trotz alledem den !&,, gsu verheisinngsvollen Tag und rufe» heraus ans c er ttefften Aus» �'ANg unserer Seelen: Die Vertreter der Unterdruckten und »littn» steten, die Sozialdemokratie lebe hoch!"—""enrnt "uch im Tanzsaale feierten. GZM-sZW �»den Theile der Jnngsernhaide.� nn»-r i'_-* v9 OefnUf1' von euun ouu Uli,............. in»r' v00 filiön'. r�nö- ßllt gelegene Seeschlöpchcn lag still und c?1 der Anifi Eecreftaurant von Schramm ebenfalls. Dagegen �"»ide evr(>i,.ifi5nJ de» um» vom Bahnhof erst in einer halben reicht, das auserwählte Lokal. dnf�w�T Zogen Trupps von 10 bis 50 Mann und ver- imu Mil. iaugere Zeit in den kleine» Garten-Restaurants, vo»'" der Ve�»n" Schönholzer Haide zu ziehen.— Gegen Mitlag v»>. Mehreren ex uoch größere Dimensionen an und Gesellschaften bot.°>nser n, m"?1 Personen trafen theils per Bahn, theils tu» stn, Pünkoiv, Nieder-Schönhaiisen und Schloß Schön- ze». q.. den Restaurants„Kaffee zu kochen" und zu „ e vaide�selbst war Nachmittags sehr stark chesucht. �erlin"°"°"der am gestrigen Vormittage ' 9 Weißensee. welche sich am Nachnütlage in "�breiteteü- �' entbehren jeglicher Begründung. V,0|',�ftür»».0m1,ünrC11 die Arbeiter der verschiedensten Berufs- �ildn°'b ichk@ Morgen an in Trupps von tO bis 20 Mann ill"oen ,,*,s'— sich nach und nach" tin� Langlneyer'schen L �erli»» wit Arhp'iil"?",1" Pofes'Anhalter nin 1 Mai bedachten Vororte an der 'n qn"ier l£if»..s,�. Nu»gs>veise Berlin-Dresdener, sowie Berlin- Aube dur-i.["Hest nur kleine Trupps feiernder Arbeiter wuiarschiren. hier und da einzeln oder aeschlosse» einkehrend. Allerdings durch Tempelhof, Mariendorf zogen etwa 3000 Mann. Südende erhielt Nachmittags ganz unerwartet die Graveure und Eiselcure nebst Frauen und Kindern. Dieselben hatten, da ihre öffentliche Versammlung nicht genehmigt, am Vormittag im Dresdener Garten eine Mitgliederversammlung des Fachvereius abgehalten und den Ausflug beschlossen. Als Amtsvorstehcr Major Denk aus Mariendorf, begleitet vom Amts- dicner, Nachtwächter u. s. w.. zu Wagen am Abend revidirte, fand er Alles in anständigster Haltung. Wannsee. wohin ur- spriinglich verschiedene Gewerkschaften geivollt hatten, sah nur etwa 200 feiernde Arbeiter. Die Billetkassen der genannten Bahnen hatten eine starke Mindereinnahme. Die Stimmungsbilder, die uns von den einzelnen Gewerken und Korporationen zugegangen sind und noch zugehen werden. veröffentlichen wir unter„Vereine und Versammlungen". zlur die grl>ra»ntett Zirgelstriue durch ein anderes, zu Bauzwecken geeignetes Material zu ersehen, hat man seit Jahren sich bemüht. Wiederholt ist der Werth der Ziegelsteine iin Ver- gleich mit Eisen, Stahl und Bruchstein als feuersicheres Vau- Material untersucht worden. Ein hervorragender amerikanischer Techniker, Prof. E l s o n, läßt sich über diesen Punkt folgender- maßen aus: Ich habe während meiner zwanzigjährigen Praxis noch lein anderes Baumaterial entdecken können, welches— Alles in Allem genommen— der zerstörenden Einwirkung des Feuers einen besseren Widerstand entgegen zn sehen vermag, als gute Ziegelsteine. Tie Erfahrungen bei großen Bränden, so namentlich in Chicago und Boston, haben dies fast handgreiflich »achgeiviesen, und troh des Umstandes, daß Eisen, Stahl, Granit u. s. w. eine größere Stärke gegen Bruch als unser ge- wöhnlicher Ziegelstein besitzen, hat es sich bei großen Feuers- brunsten doch stets gezeigt, daß von zivei Gebäuden unter ganz gleichen Umständen, deren eines ganz ans Ziegeln, das andere aber mit Eisentheile», Pfeilern, Fensterstöcken und Läden aus Eisen versehen war, das erster« stehen blieb, bis es gänzlich vom Feuer ausgebrannt war, eher die Mauern schwankten und ein- stürzten, während Gebäude von letzterer Art Häufig einfielen, noch ehe die Flammen sie recht erreicht hatten, indem sich das Eisen krümmte, verdrehte oder auf anderer Weise litt, so daß der Ober- bau aus Mangel an Trägern zusainmcnstürzen mußte, oft schon infolge der Hitze, welche von einein in Brand stehenden Nachbargebäude erzeugt ward. Auch bei Granit und anderem Fclsgestein kommt solches durch Ablösen ganzer Stücke, durch Entstehen von Nissen und Spalten vor. Alte ersahrene Feuerwehrmänner sagen, daß beim Umsichgreifen größerer Fenersbrünste die Löschmaniischast vorzugsweise'in oder bei Gebäuden aus guten Ziegelsteinen ihre Stellung einnehme, so lauge die Hitze es ihr erlaubt, daß sich dieselbe aber Gebäude, in denen Eisen zn Pfeilern:c. verwendet worden ist, nur mit größter Vorsicht nähert, da sie dort mehr der Gefahr des Einsturzes ausgesetzt fei. Auch die Feuerversicherungen nehmen hierauf Rücksicht und stellen ihre Raten niedriger für Gebäude, welche solide aus. Ziegelsteinen errichtet sind, als für solche ans gemischten Baumaterialien. Das Eisen biegt sich, wenn es der Hitze ausgesetzt ist,.schon- unter einem leichten Druck und kann deshalb durchaus nicht als feuersicher erachtet werden. Granit oder andere Gesteinearten sind wenig oder gar nicht besser als Eisen, daher verdient schon aus diesem Grunde der Ziegel- stein jedem anderen Baumaterial vorgezogen zu werden. In einer richtig hergestellten Maurerarbeit tragt jeder Ziegelstein sein eigenes Geivicht, was ihn doppelt und dreifach stärker macht, als jedes andere Baumaterial. Ter Ziegelstein hat schon manche Feuerprobe unbeschädigt bestanden, während Eisen, Stahl und das härteste Felsgestein unterlagen und Millionen iverthvotten Besitzes unter ihren Schutt l egrubcn, ivelche bei guten Ziegelbauten erhalten geblieben wären. Zur Errichtung eines ivirk- lieh feuersicheren Gebäudes kennt der Chemiker lein Baumaterial, welches den Ziegelstein oder Chamoltestein überträfe. Zu Schmuck- Arbeiten braucht man den Ziegelstein nur entsprechend zu glasircn, er kann dann allen Anforderuiigen eines künstlerisch gebildeten Geschmacks entsprechen und auch dann noch nicht übermäßig theuer werden.— Man sieht hieraus, daß dem Maurergeivcrbe und der Ziegeleiindustrie noch eine große Zukunft bevorsteht. Bisher sind, soviel wir wissen, alle Bemühungen der Chemiker, ein feuersicheres Baumaterial zu sinden, nicht erfolgreich geivesen; die vielen Mittel und Mittelchen gegen Feuersgesahr sind Neinc Hilfsmittel im Falle der Noch, um einen Brand eutgegenzutreten; das Beste darunter ist immer noch das Wasser geblieben. Für die Entwickclnng der Maueret und für die Gestaltung der Bauwerke ist der ausschließliche Werth des Ziegelmaterials von hoher Wichtigkeit.-■ Der erste Staatsanwalt zu Guben erläßt nachstehende Vekaniituiachlliig: Nach den Ermiiteinngeu einer hier anhängige» Untersnchiiiigssache wegen Münzverbrechens ist in Crossen der zehnte Koupon des Echtes. lE/eprozeutigen P andbriefs Lit. a Nr. 32 660 über 26 M. 25 Pf. in einer größeren Anzahl von Exem- plaren»achgemacht worden. Tie uachgemachten Koupous find vornehmlich in den Provinzen Brandenburg und Schlesien in Um- lauf gesetzt worden. Zur erfolgreichen Crlnittelnng aller an diesen Verbrechen betheiligten Personen ersuche ich diefenige», die derartige nachgemachte Konpons besitzen, die Falsisikate der Polizeibehörde ihres Wohnortes oder mir mit einer Anzeige zugehen zn lassen, von wem und unter welchen Umstände» dieselben ihnen in Zahlung gegeben sind. zl»s>iick!osall auf der Spree. Zwei junge Kaufleute fuhren am Nachmittag des Bußtages in einem geinietheten Boot auf der Uuterspree. In der Nähe der Lesimgbrücke entfiel einem der Fahrer daS Ruder. Er hatte sich, um dasselbe wieder zu fassen, zu weit über den Rand des Bootes hinüber- gelehnt. Infolge dessen kippte dasselbe nnd beide Insassen sielen in's Wasser. Ter Eine, ein tüchtiger Schwimmer, schivmmn unverzagt dem Holstein« User zu, ohne sich um seinen BootS- ge fährten zn kümmern. Dem Letzteren gelang es noch im letzten Augenblick, bevor er untertauchte, einen der Schutzpfähle an der Brücke zn erfassen und den Pfahl krampfhaft umkla»»»erud, hielt er so lange aus, bis ei» Schiffer eiligst mit seinem Nachen heran- kam nnd den zu Tode Erschöpften ans der Lebensgefahr befreite. Schallendes Bravo ans der Ziischanermenge, die ans der Brücke de» Vorgang beobachtete, belohnte den Schiffer für seine rasche That. Mit Verlust eines Menschenlebens endete ein anderer Unfall, welcher sich am Bußtag Nachmittag zn Charlottenburg in der Nähe der Schleuse zugetragen hat. An der letzteren ist ein Trommelivehr er- baut, über ivelchcs die aufgestauten Wnsscriiiassen tosend hinwegstürze». Sechs junge Leute, zwei Berliner Arbeiter und vier Glas- macher vergnügten sich dort mit Bootfahren, hatten aber wahr- scheinlich daS Boot überlastet, auch wohl etwas geschaukelt, denn vlötzlich schlug dasselbe um und alle Insassen versanken Hilfe- schreiend in die uasse Tiefe. Von benachbarten Spreekähnen eilten sogleich einige Schiffer in ihren Booten herbei und retteten fünf per Verunglückten, von denen Einer, Namens Georg Bruns, schon dem Tode nahe ans dem Wasser gezogen und erst durch künst- liche Athmungsversilche, die der dort stationirte Schutzmann Sommer mit im anstellte, gerettet werden konnte; doch war der. Gerettete, nachdem er ivieder zur Besinnung gekommen>var, vonj dem erlittenen Unfall noch so schwach, daß er ins hiesige Kranken- Hans transportirt werden mußte. Der sechste von den Vernn- glückten indessen, Namens Otto Klaus, wurde aller Be- innhilngen ungeachtet nicht aufgefunden; derselbe ist ertrunken. Ins 31 Jahre alte Iieustmädchei» Emilie Münzberg ans Globitschen, Kreis Guhrau, hat sich am 18. d. M., Abends nach 8 Uhr, ans der Wohnung ihrer Dienstherrin in der Dres- den« Straße unter Umständen, welche auf einen beabsichtigten Selbstmord schließen lassen, entfernt, und ist, nachdem sie etwa eine Stiinde später noch in der Dieffeiibachstraße gesehen ist, ver- schivundeii. Da die polizeilichen Nachforschungen bisher erfolglos gewesen sind, und die Möglichkeit, daß ein Verbrechen verübt worden ist, nicht anSgeschlossen erscheint, ist es für die Kriminal- Polizei von Wichtigkeit, zn erfahren, ob und wann die zc. Münz- berg nach der angegebenen Zeit noch gesehen ist. Die Vermißte ist ca. 1,60 Meter groß, von untersetzter Gestalt, hat frisches, nicht unschönes Gesicht, blaue Augen, blonde, in die Stirn ge- kämmte Haare, vorn zivei künstliche Zähne und war bekleidet mit grauem Regenmantel. Als am 30. v. M.» Jormittags gegen 11 lllji', die 5Vz und 2 Jahre alten Töchter des Molkereibesitzers Heno vor dem elterlichen Hause, Bergmannstr. 13, auf der Straße mit noch anderen Kindern spielten, gesellte sich zu denselben eine unbekannte Franensperson, nahm die zweijährige Heno auf den Arm und ent- fernte sich unter dem Versprechen,"Bonbons zu kaufen, mit dem Kinde in der Richtung nach der- Vellealliancestraße. Seit dieser Zeit ist das Kind verschwunden und sind bisher jegliche Nach- forschungen von Seiten der Eltern ohne Erfolg geblieben. Die Enlfuhrerin war bekleidet mit schwarzem Rock, rothem Tuch, blauer Schürze, zerrissenen Schuhen und hatte schwarzes Haar. Das entführte Kind trug ein graubuntes Kleid, weiße Schürze, zwei Flanellniiterröcke, rosa Strümpfe, schwarzes Halstuch und lederne Halbschuhe. Nähere Mittheilungen über das Ansfinden des Kindes nimmt die hiesige Kriminalpolizei entgegen. Dir Hrrrr» Gebr. Schäfer ersuchen uns um die Mit- thcilung des Folgenden: Es ist nicht wahr, daß sich unsere Leute weigerten, die Arbeit zu verrichten und andere Arbeiter dazu au- genommen wurden; es ist ferner nicht wahr, daß die Feuerwehr zwei Leute, wovon einer toot mid einer schwer verletzt, heraus- geholt hat, da beim Eintreffen der Feuerwehr die Leute frei waren »nd nur geringe Quetschungen davontrugen. Die Herren Spränge und Müggenburg, Bautischlerei, Schönleinstraße 20, ersuchen uns um Aufnahme des Folgenden: Wir ersuchen Sie ans Grnnd des Preßgesetzcs höflichst in Ihrer nächsten Zeitungsnummer zn berichtigen, daß wir den 1. Mai als Feiertag nicht freigegeben haben, sondern nur von der event. Maßregelung derjenigen, die nicht arbeiten, keinen Gebrauch machen, unsere Werkstätten sind am 1. Mai von früh bis Abends geöffnet geivesen. Die Gefelle» der Tifchlemerbstatt von Heinrich& Krandenburg, Bergmannstr. 91, haben den achtstündigen Ar- beirstag bewilligt erhalten. Der„Schwarze Grabelt" am Bahnhof Charlottenburg beginiit jetzt beim Heranuahen der warmen Jahreszeit, trotzdem keine unreinen Wasser mehr zufließen, die Nachbarschaft sowohl wie die Passanten linangenehm zu belästigen. Bekanntlich wurde, wie die„Charl. N. Z." mittheilt, bei Juangriffnahnio der Kanalisation der„Schwarze Graben" unter beveutendein Kostenaus- lvand seitens der Stadt zum größten Theil beseitigt, nur der Theil auf eisenbahnsiskalischem Gebiet blieb offen liegen. Die Stadt erbot sich, zur Niegulirnng und Verschönerung des Platzes vor dem Bahnhofe unentgeltlich den Graben zuzuschütten und das Terrain zn pflastern, beziehiingsweise zu bepflanzen, nicht nur im Interesse der Stadt, sondern auch der Bahn. Schon waren die Pflastersteine angefahren, da wnrden die Regulirnngsarbeiten durch den Eisenbahnsiskus inhibirt. Obgleich derselbe daS Terrain in keiner Weife verwerthen und feine Regulirnng und Verschöne- rn»g nur wünschen kann, stellt er an die Abtretung desselben Bedingungen, die weder mit dem Platz in Verbindung stehen, noch von der Stadt angenommen werden können, und so ist denn die ganze Angelegenheit seit Jahresfrist ins Stocken gerathen, zum Leidwesen aller derjenigen, ivelche die Beseitigung des Schmutzfleckes im allgeuieiuen Interesse dringend wünschen. Dir wildr» Giitri» ans den Wasserläufen des Thiergartens liegen jetzt eifrig dem Brntgeschäft ob. Infolge dessen ziehen jetzt auch diese buntschillernden Wasservögel fast nur paarweise im Wasser ihre Kreise, nach Nahrung ausspähend, die ihnen bei der Beschaffenheit der Thiergartengewässer reich zu Theil wird, ganz abgesehen von de» Gaben des Publikums, das ein Vergnügen daran findet, die Enten zu füttern. Die Gefräßigkeit dieser'Thiere iü bekanntlich enorm. Zur Brütezeit entstehen nicht selten Stteitigkeiten zwischen Mänuchen und Weibchen, da ersteres viel- fach den Eiern nachstellt. Auch i» den Vororten von Verlin werden jetzt neue polizeiliche Vorschriften betreffs der äußeren Heilighaltung der Sonn- und Festtage erlassen, die nicht allein die Geschäftsleute, sondern auch die Berliner Sonntags-AuSslügler angehen. Die Verordnungen sind merkwürdiger Weise nicht einheitlich, sondern in den einzeliien Ortschaften verschieden. Die weitgehendste Vor- schrist, die uns bis jetzt zu Gesicht gekommen, ist für die Ge- meiiide Wilmersdorf erlasse»; dort geht es so weit, daß während des Gottesdienstes selbst alle Gastwirthe den Verkauf von Speisen und Getränken einstellen inüssen. Der betreffende Absatz lautet:„Inhaber von Kaffeehäuser n, Wein-, Bier- und Brannt- weinschänken, Liestaurationen nno Vergnügniigsgärten dürfen an allen Sonn- nnd Festtagen in den Kirchenstunden von 9 bis 11, bez. 10 bis 12 Uhr Vormittags keine Getränke ver- abfvlge». Es dürfen in diesen Lokalen während dieser Zeit leine Spiele gespielt iverden und ist ebenso während dieser Zeit da? Kegelschieben verboten". Und ein Nachtrags-Paragraph be- sagt, daß am Charsreitage, Bußtage nnd am Gedächtnißtage der Verstorbenen Kegelschieben überhaupt nicht stattfinden darf. Außerdem wird verfügt, daß während der oben angegebenen Zeit alle Verkaufsstellen, einschließlich der Bäcker, Schlächter, Material- ivaarenhändler;c. geschlossen sein müssen. Diese von dem Amts- Vorsteher Güntzel erlassene Verfügung, die nicht nur für Wilmers- dorf, sondern auch für Friedenau nnd Schmargendorf Giltigkeit hat, ist bis jetzt ohne Gleichen.— Für Tempelhof verfügt in Ab- ivesenyeit des Amtsvorstehers Dr. Greve, dessen Stellvertreter Lehne, daß während des Gottesdienstes soivohl Vor- wie Nach- mittags„aller öffentliche oder den Gottesdienst störende Gewerbe- betrieb ruhen muß". In Zehlendorf hingegen ist nur verfügt ivorden, daß während der Kirchenstunden das Ausstellen von Waaren an den Ladenthüren nnd Scha»fenstern verboten ist, und daß daher die Ladenthüren und Schaufenster verhängt oder znge- stellt werden müssen. Wir erhalt,» folgende Kerichtigung: In Ihrem werthen Blatte vom 29. April d. I. veröffentlichen Sie unter Abtheilung„Lokales", daß ich l) den I. Mai frei gegeben habe iind 2) auch den achtstündigen Arbeitstag einführen ivolle. Auf Grn»d§ 11 des Preßgesetzes vom 7. Mai 1874 bitte ich Sic, diese Mitthcilung dahin berichtigen zu wollen, daß ich ack 1) am 1. Mai>» eine Fabrik nicht geschlossen halte nnd es meinen Leuten nur frei gestellt habe, rnbia weit« ai arbeiten oder»u feiern: ad 2) bemerke ich, daß ich mich noch nicht f e st e n t schieden habe und den achtstündigen Arbeitstag nur unter noch zu bestimmenden Bedin- gungen beivilligen mürde. Der Veröffentlichung vorstehender Ausführung in der nächsten Nummer entgegensehend, verbleibe hochachtend N o b. Seidel. Votizribrvicht, Am SO. v. Mts. Vormittags stieß eine 76jährige Frau in ihrer Wohnung in der Schönhauser Allee einen brennenden Spirituskocher um, wodurch ihre 5kleider in Brand geriethen. Sie erlitt hierbei so schwere Brundwunden an den Unterarmen, daß sie nach dem jüdischen Krankenhause gebracht werden mußte, wo sie am darauf solgcnden Tage verstarb.— Am 1. d. M. Vormittags wurde ein Mädchen in seiner Wohnung in der Friedrichstraße, im Bett liegend, todt aufgefunden. Anschei- nend liegt Vergiftung vor.— Stachmittags wurde in der Bronze- waarenfabrik von Legel, Rückerstraße 6, der Gelbgießer Stäche- wiak von dem Schwnngrade einer Gaskraftmaschine erfaßt und gegen einen eisernen Maschinenkasten geschleudert. Er erlitt hier- bei so schwere Verletzungen am Kopfe, daß seine Ueberführung nach der Charitec erforderlich wurde.— Abends fand im Lohen- grin in der Wallstraße zwischen einem Maler und einem Arbeiter eine Schlägerei statt, wobei letzterer eine nicht unbedeutende Kopf- wunde erhielt, so daß er nach der Charitce gebracht werden maßte. — Am l. ds. Mts. fanden an drei verschiedenen Stellen kleinere Brände statt. Soziolv Mebevstchk. An die Korbmacher Krrliuo und Umgegend. Kol- legen! Gezwungen durch die heutigen wirthscha tlichen Ver- Hältnisse, welche es zur Nothwendigkeit machen, mit vereinten Kräften eine Besserstellung unserer so gedrückten Verhältnisse herbei zu führen, hat sich ein Verein selvstständigcr Korbmacher gebildet, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, ooen genanntes ßiel zu erreichen.— Unsere Lage ist keine rosige zu nennen. Die in unserem Handwerk allgemein eingcsührte Hausindustrie und die damit verbundene überlange Arbeitszeit ermöglicht es eben den Fabrikanten, die ohnehin schon gebrückten Preise noch mehr herab zu setzen. Es ist uns deshalb fast nicht mehr möglich, unseren Gehilfen einen einigermaßen auskömmlichen Lohn zu zahlen uns dabei Miethe und Steuern nicht schuldig zu bleibe». Die immer mehr gesteigerten Preise für Lebensmittel und Rohmaterialien haben das Ihrige dazu beigetragen, um die Verhältnisse zu verschlimmern. Die Arbeiter aller Gewerke haben durch ver- eintes Zusammenwirken eine wesentliche Besserung ihrer Lage erfahren. Sollte das uns nicht auch möglich sein? Weil die größte Mehrzahl unserer Kollegen sich von diesen Bestrebungen fern hält, weil sie nicht begreifen können, daß die Interessen des Eine» auch die des Ändern sind, ist es uns leider noch nicht möglich gewesen, etwas Nennenswerthes zu erreichen. Es gilt eben, alle diejenigen aufzuklären, deren ganze Weisheit darin be- steht:„Es Hilst ja doch nichts", wenn sie für unsere Bestrebungen .....>... statt und werde» sännntliche Kollegen ersucht, dieselben recht zahlreich zu besuchen. Die Tagesordnung ist: 1. Wahl eines Kassirers. 2. Besprechung der Mitglieder über Vortheile in Betreff des Einkaufs von Rohmaterwlien. 8. Verschiedenes. 4. Ausnahme neuer Mitglieder. Achtung! Acht Arbeiter der Firma Lehmann, Posamenten- fabril, Komuuindantenstraße 18, sind entlaffen worden, weil die- selben den 1. Mai ge, eiert haben. Die Kollegen werden ersucht, obengenannte Fabrik zu meiden. Die Fabrikanten haben sich bereits die Listen zugeschklt, von denen, welche am 1. Mai mcht gearbeitet haben. Achtung! Schloffer, Gürtler, Metalldreher. Wegen Maß- regelnng dreier Konegen, betreffs des 1. Mai, haben summtliche Kollegen der Firma Franz Spengler, Alte Jakoostraße Nr. 6, vre Arbeit niedergelegt. tuzug ist fer.iznhalten. « der Tischlerei Luisen-Ufer 18 bei F. Fiedler sind 2 Drechsler gemapregelt, wegen der Feier des 1. Ma. Nlnssregelung. Die in der Pianofortefabrik von Rösener, Schönhauser'Allee 157«. beschäftigten Klavierarbeiter Rautenberg, Ritsch, Thiel und This wurden gestern(Freitag) plötzlich eni- lasten, weil sie am 1. Mai Nachmittags nicht gearoeiret hatten. Der Fabrikant hatte sich vorher geäußert, er würde so scharfe Maßregeln, wie sie von andern Unternehmern gegen die Feier des 1. Mai unternommen würden, nicht ergreifen. Die Arbeiter waren füiif Stnnden von der Arbeit fort, tro.chem wurde ihnen die Akkordarbeit vor Ferügstellung sofort genommen. Achtung! Knchbiuder! Mapprnavbeitev! Wegen Maßregelung eines Kollegen legten gefiern der größte Thcil der Arbeiter der Fabrik von F. A. Müller, Dresdenerstrape 81 die Arbeit nieder und wird geoeten, Zuzug sern zu halten. Gemaßrrgrlt wurden wegen der Feier des 1. Mai fünf Tischler der Werkstatt von Weise& Ko., Reinickendorserstr. 65. Achtung! In der Schröder'schen Firmen- und Intarsien- Fabrik, Josephstr. 10, haben sämmtliche 13 Arveiter wegen Nicht- vewilligung der neunstündigen Arbeitszeit und Mapregelung wegen des 1. Mai einniüthig die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist von Tischlern, Graveuren und Hilfsarbeitern fern zu halten.— Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Nachdruck gebeten. Achtung I In der Broncewaaren-Fabrik, AktiengeseUschaft (vorm. Spinn u. Sohn) Wasjerthorslr. 9, haben am Montag die Former und ain Dienstag die Ziseleure und Schloffer wegen Nichtbewilligung ihrer Fordernngen,„neunstündige Arbeitszeit und 15 pEt. Lohnzuschlag", die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist fernzuhalten. Achtung! Diejenigen Graveure und Ziseleure, welche aul 1. Mai gemapregelt worden sind, werden ersucht, am Sonntag Vormittag im Lokale des Herrn Feindorf, Langestr. 70, von 10—12 Uhr, sich einz..si»den, betreffs Regelung von eventueller Unterstützung. I. A.: B. Zack, Andreasstr. CS. Ausgrjprrvt wurden gestern Morgen die Arbeiter in der Fabrik für Eisenkonstrnktion Aktiengesellschaft, vormals Breest u. Komp., Schönhauser Allee Nr. CG. Achtung! Drechsler! Infolge der Feier des 1. Mai werden verschiedene Maßregelungen stattfinden. Wir machen daher sämmtliche Ko egen, insbesondere den Mitgliedern der Vereint- gung bekannt, daß ohne vorherigen Entscheid der Lohnkommijsion eine Arbeitseinstellung nicht stattfinden darf. Darum keine iiber- eiligen Arbeitseinstelluv.gen, da sonst die betreffenden Arbeiter die Folgen selbst zu tragen haben. Die Lohnkommisston. I. A.: Plagens, Reichenbergerstr. 142. Alle Zuschriften sind an Unter- zeichneten zu senden. In der Kistrnsabvik von 65. Seifert, Alexstr. 22, sind 7. Arbeiter infolge ihres Ausbleibens am l.Mai gestern entlaffen worden. Es wird gebeten, Zuzug sern zu halten, da die Sperre über die Fabrilk verhängt worden ist. Zu der Wafchiuenfabrilr von C. L. U. Fleilr Söhne Chausieestr. 81, hauen von 40 Mann 19 am 29. April— weil denselven der 1. Mai als Feiertag nicht bewilligt worden ist, die Arbeit niedergelegt. Einigen wurde im Entlassungsschein der oben angeführte Grund ihrer Entlassung angegeben. Da dieselben sich weigern, einen derartigen Entlassungsschein anzunehmen, ein anderer nicht bewilligt wurde, so werden dieselben dieserhalb klagbar werden. Laut Gewerbeordnung ist im Entlassungsschein nur aus Verlangen die Führung w. einzuschreiben. Kis zum«. Mai seiern sollen die Dreher und Werkzeug- schlvher der Fabrik für Huseisenstollen von Leonhard& Co., Caarbrückerstr. 30, weil sie ain 1. Mai den Nachmittag über ge- feiert hatten. Zuzug ist fernzuhalten. Achtung! Arbeiter, Kollegen! Es ,st in der Fabrik für Trägerwellblech und Eisenkonstruktion von Pfeiffer u. Drucken- inüller, Schönebergerstr. 15, wegen Lohndifferenzen der Streik ausgebrochen. Unsere durchaus maßvollen Forderungen(Auf- besserung der Löhne für Hilfsarbeiter auf 85 Pf. pro Stunde, fetzt 27—30 Pf.; für Schlosser, Schmiede und Dreher ans 45 Pf., jetzt 30— 38 Pf.) wurden nicht bewilligt. Kollegen aller Branchen, wir appellircn an Euer Solidaritätsgefühl, unsere Forderungen müssen durchgebracht werden. Haltet Zuzug streng fern, dann ist der Sieg unser und damit ein Schritt weiter gethan auf den, Wege der Besserung unserer Lage. Es streiken 120 Mann, 30 Mann arbeiten weiter. Noch einmal helft uns und der Sieg ist unser. Alle arbeitersrenndlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Alle An fragen sind zu richten an E. Dombrowski, Berlin 8W., Luckenwalderstr. 8. Zur Chavalrtrvistilr der Tabelle der Kerliner Eifen- industriellen, welche im„Berliner Lokal-Anzciger" und„Berk. Tageblatt" veröffentlicht worden ist, zeigt folgender Bericht, wie lügenhaft dieselbe ist, denn sie besagt, daß von 735 Arbeitern der Aklien-Gesellschaft Mix u. Genest, Neuenburgerstr. 14a, 115 Mann am 1. Mai nicht gearbeitet haben. Thatsächlich sind mit Beamten, Monteuren, Lehrlingen:c. im Ganzen nur ca. 200 Personen dort beschäftigt gewesen, von diesen haben 120 die Arbeit niedergelegt. Deshalb steigen die Aktien im Kurse doch nicht. An» Gera wird uns gemeldet, daß der Weberstreik in schnellem Steigen begriffen ist. Hilfe ist nothwendig. Ans Hamburg wird uns telegraphisch gemeldet, daß wegen der Maifeier 4000 Maurer ausgesperrt sind. Achtung Dergolder und Serufsgenosten! In Ottensen ist Streik ausgebrochen. Zuzug ist unter jeder Bedingung fernzuhalten. Die Kollegen Ottensen's. Aufruf an alle Arbeiter in der Tertilindustrie» wie Färber, Trucker, Sticker, Appreteure zc., welche aus dem Tele- girtentag der Textilarbeiter Deutschlands, der Ostern in Apolda getagt hat, nicht vertreten waren. Oben genannter Delegirtentag beschloß, eine Agitationskom- Mission einzusetzen behufs einer kräftigen Agitationsentfaltung überall da, wo es an derselben noch mangelt. Die Berliner De- legirten(7 an der Zahl: 3 Weber, 3 Wirker und 1 Posamentirer) erhielten den Austrag, so schnell wie möglich für das Zustande- kommen der Agitationskommission zu sorgen. Tie oben erwähnten 7 Delegirten sind der Ansicht, daß es wünschenswerth wäre, wenn sämmtliche Textilarbeiter, auch die, die nicht auf dem Delegirtentag in Apolda vertreten waren, sich an der Bildung der Agitationskommission bctheiligen möchten. Infolge dessen ersuchen wir alle Branchen, innerhalb 14 Tagen öffentliche Versammlungen zu veranstalten, die in dieser Angelegenheit Be- 'chluß zu fassen hätten. Fällt der Beschluß für Vetheiligung an der Agitationskom- Mission aus, dann würden zwei Vertrauensleute zu wählen sein, die da- Weitere zu veranlassen hätten. Also auf zu kräftigem Handeln; legt, wo sich Alles rührt, nicht dw Hände in den Schooß und zeigt, daß auch Ihr gewillt 'eid, an dem Befreiungskampf des Proletariats mit theilzunehmen. Alle weitere Auskunft ertheilt Otto Heinoors, Restaurateur, Langestraße 70. Im Austrage sämmtlccher Delegirten: Karl Hoffmann. Die 65eLlze de« Ketriebs beeinflußt die Produktions- kosten. Tieselben sind um so niedriger, aus je höherer Stufen- leiter die Waarencrzengung vor sich geht. Einen schlagenden Be- weis hierfür geben die Berechnungen, welche M ü n ch e n e r Aktie nbrauereien über den„reinen Kossenpreis" eines Hektoliters Bier in Münchener ttern veröffentlichen. Tie nach- folgende Uebersicht zeigt, daß uei einer regelmäßigen Ausbeute von 2 lO Litern pro Hektoliter Malzverschrotung, der„reine Kosten- preis" pro Hektoliter betrug st.% Lön enbrauerec..,.. 14,06 M. Eackerbrauerei..... 15,31„ ürgerl. Brauhaus.,.. lc,l5„ Münchener Kindt.... 16,16„ Eberl-Faber...... 18,66„ _ Gauels berger...... 19,45„ Tie Kosten steigern sich, je geringer die Größe der Unter- nehmung ist. Tie Reihenfolge der Ko.cnpreiszissern ist zugleich die thatsächliche Rangfolge der Brauereien. Der Einfluß der Jahreszeiten, die zugleich im Erwerbs- leben Saisonen bezeia ncn, so bei den Bauhandwerkern, den Schnei- dern, den Heimarbeitern, zeigt sich an der Benutzungsziffer des Berliner städtischen Obdachs für Obdachlose. Es benutzten dasselbe im Jahre 1887 im Monat Januar. 15 396 Pers. Juli.. 4 333 Pers. Februar, 12 171„ August 4 891 13 305„ Sept. 8 533„ Okt. 7 032„ Nov. Juni... 4 935„ Dez. Dre Häufigkeit der Benutzung sinkt____ u steigt mit dem Sinken der Sonne; je tiefer wir in die Jahreszeit hineinkommen, um so günstiger stehen die der Gipselpunkt ist hier August. Je kälter es je weitere Kreise die Arbeitslosigkeit heimsucht so mehr Obdachlose; der Dezember liefert die höchste Wenn wir die Jahre-ziffer betrachten, so ergiebt sich, daß seit 1883 ein stetiges Anwachsen zu verzeichnen ist. Es suchten das Asyl aus 1883.., 71 849 Personen, 1884... 77445, 1885... 96488„ 1886... 102 813„ 1887... 113 295„ Die Zahlen würden noch höher sein, wenn eben genügend Raum für alle die, welche ei» Obdach brauchen, vorhanden wäre. Das„Statistische Jahrbuch der Stadt Berlin", ein amtliches Quellenwerk, ans welchem wir die obigen Daten genommen haben, sagt ausdrücklich, daß„seit Eröffnung des neuen städtischen Obdachs" im Oktober 1887 eine enorme Steigerung statt- gessli den hat." Die Nachfrage ist größer als die Zufuhr, um in der Sprache der politischen Oekonomie zu reden. Eine sehr lehrreiche Ergänzung aber bilden die über den „Asylverein für Obdachlos e", die bekannte Privatunter- nehmung, gemachten Mittheilungen. Denselben benutzten ßereien und weitere Beschlußfassung. Zunächst berichtet- Kommission, daß nahe an 2000 Former und Berufsgenolst»/ Eisen- und Metallgießereien überall da, wo der 1. Mai" als Feiertag bewilligt wurde, einmüthig die Arbeit niedcrz-- hätten, in Folge des allen Rechten und Freiheiten der hohnsprechenden rochen Plakats. 1 Nunmehr nahm Kollege Körsten das Wort und führte�- daß es ihm eine große Freude wäre, zu sehen, daß nach n jähriger Arbeit die Former Berlins auf der Stufe wären, aus welcher sie als Vorbild sä, amtlicher OrgamsawZ gelten können. Denn wohl noch von keiner Gewerkschaft sei jemab- Arbeit so einmüthig niedergelegt worden, und es ist ein erfreu»�' Zeichen, daß die Berliner Former ihre Lage erkannt Hafen jetzt gewillt sind, zu zeigen, daß sie Männer und keine sind; denn, fährt der Redner fort, was wären wir genor-Z wenn wir mcht einmüthig dem Vorgehen der Fabrikaiilw; alt entgegengesetzt hätten. Redner berichtete nunmehr, M j ..ommission mit dem Verbände der Eisenindustriellen und M dem Verbände der Metallindustriellen verhandeln wollte, aler Herren es nicht für nöthig hielten mit den Arbeitern in st'1 jj Handlung zu treten. Nur die Innung der Kleinmeister beiw den 1. Mai als Feiertag dvuyiiwmuu»!, vwvv vnv"vvv|vy*.»»vvv.»»»...... In der Unterredung sagte der Herr, daß die Fabrikanten f nachgeben würden, koste es, was es wolle. Sie würden Haupt nicht mehr produziren und ihre Gießereien schließen H dieselben außerhalb ausbauen. Kollege Körsten versichert- Z'l hunianen Herrn, daß wir gern nach außerhalb reisen und auch noch das Geld dazu hätten. Redner warf die Frage auf. was nun aber aus den kleinen Fabrikanten wwss solle, die doch nicht so leicht außerhalb bauen könnten; dicfi'�t würden doch bei längerem Stillstand zu Grunde gehen; dies?? widerung hierauf war, daß es gut wäre, wenn die Kleiiib-sf (VIUVVUIIV)•vtv*s wvvp......—- fallen möchten.(Da sieht man wieder, daß der Großkap>u> den Arbeiter gebraucht, um die kleinen Unternehmer zu st»rt%d Redner ermahnte die Versammlung, sich derartige durch Schre *-• w----- v' 23. Ter weil Zwei unse seien Arbl »c, ch größ S?0[n habe Orgi Verl uns in 1 halte Karl ©in den Stre geno durel Des der s Kraf dune mach yeo Marz April Mai. und 4562 . 6474; . 12 984, 18 77»„ mit dem Steigen warme Dinge. wird, um 'iffer. 1883 1884 1885.. 1886.. 1887.. Darunter fanden sich 125 158 Personen. 125 896 126 274 125 522 125 699 Kinder ausMädchen schließlich d. Säuglinge Männer Säuglmge 7181 1104 376 105 241 6573 1015 311 107 879 6456 937 833 108 241 5815 1355 223 107 094 5553 1387 270 107 798 Das Massenelend der Reichshauptstadt, aus dessen Straßen Zehntausende und abermals Zehntausende jedes Jahr umherirren, ohne zu wissen, wohin sie ihr Haupt betten sollen, tritt mit seinem furchtbaren Weh uns aus der Asylstatistik entgegen. 1883: 1884; 1885: 1886: 1887; Frauen 11253 10118 10 307 10 935 10 691 NsvkÄittmlttngen. Gine von über 4000 Mann brsnchte öffentlich« V«r- fammlnng der Former und Berufsgenossew fand am Dienstag. den 29. April, unter Vorsitz des Kollegen Alw. Körsten im Böh- mischen Brauhaus statt, mit der Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission über die Verhandlungen nnt den Eisen- und Metall- industriellen. 2. Bericht über die Arbeitseinstellung in den Gie- VI UlUy VlV-VWl I*VV— y~' tt Uli der Fabrikanten nicht verblüffen zu lassen, sondern sesihall-n. dem, was beschlossen ist und nicht eher die Gießerei zu betrtl bis der Sieg unser ist. Stürmischer Beifall lohnte ihn. Z] Vorgehen der Fabrikanten wurde hierauf von verschiedenen � nern einer scharsen Kritik unterzogen. Eine Resolution, lautend, wenn die Fabrikanten sich bis Freitag, den L. Mai erklärt Hütten, dann in eine Lohnforderung und Verkürzung.� Arbeitszeit einzutreten, wurde einstimmig angenommen.— j Vorsitzende schloß die von einem guten Geist beseelte VersaM»»' mit einem Hoch auf die Forinerbewcgnng........ In einer von 8000 Personen besuchte«: große» lichen Persannnlnng fämmtlicher in Staats-Eisenbahn�.! stätten und-Betrieben beschäftigten Arbeiter, die am Sonnafe.. den 26. April, Abends, in der Brauerei Friedrichshain sintst-) wurde über die Auflösung der Penstonskasse verhandelt. NwJ der erste Redner die Auslösung der Kasse als unbedingt lich und zulässig erklärt hatte, wurde einstimmig beschlossen. Petition an das Ministerium zu richten und, unterstützt von st. bereits früher gefaßten Resolution, die Auflösung der Penl»� lasse zu ermtten. Als Referent trat der Stadtverordnete V Tempel aus und sprach über den Werth der Organisation, o. gleich tadelte der Redner das Vorgehen des Maschineninsp-st'.ss Garbe von der Niederschlesisch-Märkischen Eisenbahnwerlstait,(NffT der betreffende Herr seinen Arbeiter» den Besuch% Versammlung unter Androhung der Entlassimg verboten auch hatte derselbe seine sämmtliche» Vorarbeiter u. s.w. dor>� gesandt, um festzustellen, iver stch von seinen Leuten dennoch o'u betheiligt, um diese nachher zu maßregeln. Aus Furcht, bro' zu werden, war ein Thcil der Arbeiter auch vor diesen Drohu»-' zurückgeschreckt und nicht erschienen..j Der Vortrag des Herrn Tempel wurde mit großem»Wl ausgenommen. Nachdem noch verschiedene Redner für, zw-' stL gegen eine Organisation sprachen, wurde zu dieser Sache f#' Resolution gefaßt:...... 1. Die heutige Versammlung der königl. EisenbahnwerkM� Arbeiter erklärt sich mit den Ausführungen des Reser-y voll und ganz einverstanden und zieht in Erwägung,?TI es zur Wahrung unserer Interessen nothwendig ersi'stj daß wir eine Organisation sämmtlicher königl. Werkmw j Arbeiter Preußens schassen, und den in nächster Zest/ J zuberusente» Kongreß dieser Arbester durch Telegirl-» beschicken.... 2. In Erwägung, daß der Zweck dieses Kongresses kein««wstL als eine Besserstellung unserer«mrthschafllw.en Lage hst�i zu führen, sein soll, verpflichten sich die hier anwes-" J ca. 2000 Werkstättenarbeiter, die zu wählenden Drtcß;:, J sowie alle Verfechter unserer Sache vor etwaigen M A regelungen zu schätzen, indem sie sich mit denselven solid0" erklären... Hieran schloß sich eine lebhafte Debatte über Maßregeln»? � welche bereits in verschiedenen Eisenbahnwerkstätten stattgef0». und nm denselben einen Damm entgegen zu senen wurde h�" folgende Resolution gesaßt: Die heutige von 2000 königl. Merkstättenarbeitern Versammlung hat mit tiefem Bedauern Kenntniß geuomiuen v der Entlassung ihrer Kollegen Schüßler und Levit.„,1 Wir sehen in diesen Maßregelungen keine Beruhigung Gemnther, sondern die Erbitterung greift durch solche Falle ig und mehr um sich. Wir hoffen, daß diese Kollegen in ZuZ wieder in den königl. Werkstätten Beschäftigung finden und° austragen das Bureau der Versammlung, diese Resolution st,.; Minister für öffentliche Arbeiten zu unterbreiten. Nachvew— Tellersammlung den beiden angeführten Gemaßregelten wiesen, schloß der Vorsitzende mit einem Hoch aus das G-sins.. unserer guten Sache die Versammlung. Dieselbe verlies rl1' und endete um 1 Uhr Nachts.. ii S«r U«v«»n zur Mahrung>«r Interrsse» der Merlin»„„d zlmgrg-nd hielt am den 28. April, ,n„Wollschlciger's Salon", Blumenstraße Nr- eine stark besuchte Mitgliederversammlung ab mit ver Tag.. orbnung: 1. Vortrag über die zukünftige Gewerkschaftsorg � sation. 2. Diskuffion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. schiedene-. Da der erste Vorsitzende verhindert war, zu ersdff* leitetet« der zweite Vorsitzende. Kollege Schüßler, die Versa% lung. Ta auch der Neferent am Erscheinen verhindert lvar,. wnroe gleich m den zweiten Punkt der Tagesoronung eingetr�. x Hwrzll hatte Kollege schüßler das Wort genommen, inost» o"SLera£l �uhrte. Taß die heutige wirthschasi�jf Lage der Arbeiter den Kamps zwischen Kapital und immer mehr entbrenneil läßt, indem sich Alles zur ��5 Produktion konzentrirt, also hiermit die Kleinbetrieb« � die Arbeiterschaft innner mehr dem Ruin enw � getrieben werden. Dagegen Front zu machen, sei bei � Mai als Kundgebung z» begehen, um zu zeigen, da?„g 'Arbeiterschaft gewillt ist, in allen Beziehungen eine ihrer Lage herbeizuführen. Kollege Hoffmann machte c*..jet» daß die Kollegen der Beermann'scyen Fabrik die Arbeit> gelegt Häven wegen Nichtbemilligung des ersten Mai.. Kollege Klettke machte bekannt, daß die Kollegen der Fabr> Ebel und Lehmann die Arbeit niedergelegt haben, dort Yst» es sich mehr um die in der Fabrik angeschlagenen Plakate. derselben Angelegenheit sprach noch Kollege Zernikow über..Yst. pe* berg", daß auch da die Arbeit niedergelegt wird, wenn n«() tcc willigt; desgleichen machte Kollege Eiche bekannt, daß«» jst, Fabrik von Trost und Muninger zu Differenzen gekonnue � sollten die Herren Fabrikanten ihre Meinung nicht änden,„ wird auch dort die Arbeit niedergelegt. Unter Verschiede»«'» � es noch zu einer sehr lebhaften Debatte, an der sich die no.»g; Reutzenberg, Koppe und Schüßler betheiligten. Hieraus schw? Vorsitzende die von autem Geiste beieeUe Ver�aunnluna. 23. Ullr SüHnttf waren am Montag, den a>....' n. �«AfiTvotrfi tiorfAmm»� bei !Nt Mm SO� mber'ß�elb�ml&eiknben'ßoüw; A��5?S°r"st. und konnte.....' VWSWM unseres Streiks. Von 202 Wsh.r«»m.TVg«« von diesen wiederum 25 direkt Unsere Sache steht den Umständen HNO l0NI •ntoeit nachgewiesen werden, unieie Sache iteijt oen umstanoen noch gut, die der Arbeitgeber aber desto schlechter, indem sie dem "ntHcn Arbeitgeber, Herrn Kommerzienrath Heckmann, dem flachen Millionär, blindlings Folge leisten und sichdie Kande haben binden'"- �• Organifatimien 0.0... M».W sß»«.*»,'>» Verband der Arbeitgeber gesprengt, im andern Falle diktiren uns dieselben die Gesetze. Nachdem dann noch zwei Kollegen w demselben Sinne gesprochen und zum festen Zusammenhalten ermahnt hatten, wird«W'' Karl Leist der Kollege Hübs> I III#. ®»n Antrag, daß die Kollegen, die sich nicht bis Dienstag Abend, 29. April, im Streik bureau gemeloet haben, aL Streikende betrachtet werden, wird nach längerer Diskuspon an- genommen. Ebenso ein Antrag, den drei Mitgliedern des Streik- bureaus eine Extravergütung von 3 M. pro Woche zu gewahren. Des Weiteren wird leohaft Klage darüber gefuhrt, daß an Stelle der streikenden Kollegen vielfach Klempner getreten sind, so bei Krasft. Kopnickerstr. 110. Dr. Crist. Fürstenstr. 17, Lentz, Span- dauerstr. SO, und wird noch besonders darauf aufmerksam ge- macht, die Werkstätten gut zu kontroliren. Hierauf Schluß bU/t Uhr.,, . Urvri» der Klempner. Den 1. Mai festlich zu begehen hatten sich früh um 10 Uhr. die Klempner Berlins nach der Aeuen Welt als Treffpunkt gewendet; dasselbe war aber durch Anschlag von Plakaten als polizeilich geschlossen gekennzeichnet. -tach kurzer Ueberlegung wendeten sich die Kollegen nach dem nahe beiliegenden Ausstellungspark, wo nach einem kurzen Aufenthalt beschlossen wurde, eine Fußtour nach Treptow resp. Ahharrnisthal zu unternehmen. Nachdem sich nunmehr ewe über i>Oü Kollegen augesammelte Schaar eingefunden hatte(trotz In- Nungsmeislerbeschluß, daß diejenigen, welche an» 1. Mal feiern, mm 2- und 3. auch feiern müßten, und trotz Jndi p erentisnius der AerelnskoNegeil, den Vereinsbeschlnß hochzuhalten), setzte sich der im- Posante Ziig durch Rirdorf marschirend, nach Treptow in Bewegung Junten Arbeiterlieder in kurzer Zeit zurückgelegt wurde. Nach- man sich daselbst ein bischen restaurrrt hatte, zog'"an vor, »»kSlrti™«?Ä*fen Ä betreffs Feier des 1. Mai die Arbeit ruhen zu lassen, treu durch- Whrt; von allen Filz- und Seidenhutfabrlken, ca. 20 an der siahl, waren, da in keiner Fabrik gearbeitet wurde, ungefähr 700 ms 800 Personen im Böhmischen Brauhause am 1. Mai zum VSfhv /U. stellte, Neue Königstraße(welche sechs Tage nicht ar- und der Hos-Hutsabrikmit Borchardt, Friedrichstraße, ... teu ihre Arbeiter vor die Wahl, entweder am 1. Mai zu hio' j oder 4 resp. 0 Tage zu seiern, die Arbeiter haben nun ..,,?chtige Antwort daraus gegeben, indem dieselben einmüthig , arte», den 1. Mai nicht zu arbeiten, ebenso haben sich die �Leiterinnen in anerkennenswerther Weise ihren männlichen sa.n en angeschlossen, die Stimmung der beim Frühtrunk ver- wiirdj 11,01""eh der Bedeutung des Tages gemäß eine Aiögen die Fabrikanten aus dem einmüthigen Zusammen- i».«er Arbeiter und Arbeiterinnen der Hutbranche erkennen, daß „gelben die Bedeutung des Achtstundentages erkannt haben, und »nniehr mit ganzer Kraft dahin streben werden, denselben in» 'fleiuerbe einzuführen. r. Nie feierndeir Arbeiter der vormals CwG.ljit.RupleV' � l'u Fad ei st für Wühlenbau(Prinzen- Allee) hielten am ju-bicu im Saale der Sidler-Brauerei unter Vorsitz der Herren ij*' m a n n, Anders und Herker eine öffentliche Ver- Mnlung ab, behufs Entgegennahme des Berichtes der Kom- mluon über den Stand des Streiks. Namens der Kommission sei», Herr R e i m a n n mit, daß laut Beschluß der letzten Ver- W,"8 die Kommission mit dem Direktor Herrn Hirschberg wandelt habe. Genannter Direktor war nicht geneigt, in Verhand- rLAen einzutreten und bestand darauf, daß das Plakat des Ni° unten-Vereins mit seiner Bestimmung, daß vor dem 9. Mai da,! �d. der am 1. Mai gefeiert, in Arbeit gestellt werden n/l. in Kraft bleibe. Daraufhin hat die Kommission sich d-i? �'nmal schriftlich an die Direktion gewandt mit A??.. Hinweise darauf, daß im Falle einer nochnialigen �.°?"ung der gestellten Forderungen die Angelegenheit den Weitere" �"chvereinen übergeben werden würde, welche das hat eine veranlassen würden. her Fabrikanten-Verein Wie weiter zu demselben mitgetheilt wurde, Tage(2. d. M.) "le o"-wpWv-— d- ""fimcn �- v"8 einberufen behufs Berathung weiterer Maß- r:* tzegen die Former. Inder folgenden lebhaften wurde nur? Kollegen über die Verhältnisse in der Fabrik 2e>villt spj)8 betont, daß, sofern die Direktion nicht nachzugeben der jr' v" sollte, nunmehr gleich die Forderung der Verkürzung stnier gestellt und durch Einigkeit erzielt werden möge. selbe erk>n» � meldete sich auch Herr Scheel zum Wort, das- wurde d„r>? Nachdem der Redner einige Sätze gesprochen, ileutp...' e von dem die Versammlung überwachenden Polizei- "eHtenant'ZLr."—.......--------> �°rauf di°s?. Frage unterbrochen:„Sie sind doch Maurer?", ,w bejahende Antworterhielt. Redner ging sodann aus i.�e'lenb.n zwischen Kapital und Arbeit ein und ermahnte die !�er ein», feste" Zusannnenhalten, voraussetzend, daß ein N ein afr�evt'chnfA'chen Organisation angehöre und darlegend, ��ürzuim Nnchst�'k- wie er in der Kaplerfchen Fabrik wegen strenge r Arbeitszeit bevorstehe, mit einer unorganisirten »elcheS�. ch durchführbar sei, soivie besonders hervorhebend, Welche g.A'engketten es bereite, in seiner Gewerkschaft(Maurer), "*** mr»ff ihklbc. ciltC Sehen um gege ist0 debattir/l!"'®ie Anwesenden 6 stembende längere Zeit im Garten über die aujeing d«n werden m�rd Maßnahme, gegen welche Beschwerde er- stm!"'•2r!" Montag, den 21. April, hielt der Fach- ai," Arbeiter f f ereien und verwandten Betrieben beschäf- b-�. Auf der zweite vierteljährige Generalversammlung »iJchl- 2. m°� stesordnung stand: 1. Geschäfts- und Kassen- ---- JfN-« q TOnfil !'«(§' 2. denes�' stforsikens.» uor Aroeilsnacywea?-evv......._.------ Bctvet'tnö Fraaekf.1?-"nd eines Vertrauensmannes. 4. Verschie- �'aiih wurde crMorst„®eDor jedoch in die Tagesordnung ein- bis 4g2 btragt die Mitgliederzahl am Schlüsse des gegen 847 des letzten Quartals, mithin eine Zunahme von 85 Mitgliedern. Abgehalten wurden eine ordentliche und 2 außerordentliche Generalversamnilungen, sowie 3 Vereinsversaminlungen. In 0 Bereinsversammlungen wurden Vorträge gehalten und zwar am 6. Januar ein Vortrag des Herrn Dr. Kollivitz über die Einwirkung der schlechten Luft auf den Organismus. Am 13. Januar von Herrn Dr. Wille über die Kommunisten-Gemeinde„Jkaria", am 27. Januar von Herrn Pirch über das Recht auf Arbeit, am 3. Februar von Herrn Bölsche über die Entwicklung der Erde, am 10. Februar von Herrn Rechtsanwalt Freudenthal über die Gewerbeordnung, am 31. März von Herrn Dolinski über Zeit- und Stücklohn. Zur Er ledigung kamen 5 Rechtsschutzsälle. Die Zahl der Vergnügungen beschränkt sich auf einen gemüthlichen Abend. Der Kassenbestand ist folgender; Einnahmen 928 M. 29 Pf. Ausgaben 860 M. 74 Pf., bleibt ein Bestand von 67 M. 45 Pf. Auf Antrag der Revisoren wurde sodann dem Kassirer Decharge ertheilt. Tie Bibliothek wurde von 40 Kollegen benutzt. Der Arbeitsnachweis wurde von 230 Kollegen in Anspruch genommen, wovon 249 Mitglieder waren; nachgewiesen resp. besetzt wurden 09 Stellen. An Reiseunterstützung inkl. Schlasmarken wurden 62 M. 80 Pf. verausgabt. Aus der Wahl zum 2. Vorsitzenden ging Herr Kämmerer, aus der eines Vertrauensmannes Herr Gustav Schulz hervor. Ein Gesuch der streikenden Weißgerber mußte in Anbetracht des niedrigen Kassenstandes und des Kartow arbeiterstreiks abschlägig beschieden werden. Nachdem der Vor sitzende auf die nächste öffentliche Versammlung hingewiesen hatte und der Fragekasten erledigt war, erfolgte der Schluß der Ver sammlung um 12 Uhr. Eine Uerfammlimg der streikenden Schrauben-, Fagon- dreher und Berufsgenossen fand am Freitag, den 2. Mai, Vor- mittags, in Deigmüllers Lokal, Alte Jakobstr. 48 statt. Die Tagesordnung lautete: Der Stand unserer Lohnbewegung. Dis kussion. Verschiedenes. Das Bureau bildeten die Kollegen Hirsch, Stabernack und Eisenblätter. Kollege Hirsch berichtete, daß die Firma Willing und Violet die Forderungen bewilligt hat, und am heutigen Tage gegen 100 Kollegen die Arbeit in der be- treffenden Fabrik ausgenommen haben. Es würden auch die Prinzipale der Fabrikantenvereinigung beivilligen, jedoch sollten die Kollegen ein Schriftstück unterzeichnen,, vonach sie ans dem Fachverein austreten sollen. Redner ermahnt, das Schriftstück nicht zu unterzeichne», da sie dadurch ein willenloses Werkzeug in den Händen der Fabrikanten würden. Die Versammlung be- schloß einstimmig einen derartigen Revers nicht zu unterschreiben Kollege Jacob ersuchte eine Kommission zu wählen, welche die Bedingungen, unter welchen bei der Firma Willing und Violet gearbeitet wird, den Fabrikanten zu unterbreiten und Verhand lungen anzuknüpfen hat. Nachdem noch mehrere Kollegen für und gegen die Kommission gesprochen hatten, wurde der Antrag angenommen und folgende Kollegen in die Kommission gewählt: Thate, Nothwald, Wust und Jacobs. Der Vorsitzende forderte noch die Kollegen auf, die Jiuhe und Ordnung wie bisher zu be- rathen, und schloß die Versammlung mit einem Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung. Gin- von über 500 p-rfour» besucht- Versammlung tagte am 1. Mai in Dewein's Gefellschaftshaus, Neu-Weißensee. Die Tagesordnung lautete: Die Bedeutung des Achtstundentages. Diskussion. Verschiedenes. Der Tischler Franz Behrend hatte das Referat übernommen. Das Bureau bildeten die Herren Grünberg, Ries und Hirsch. In seinem zirka l'/estündigen Referat wie es der Vortragende auf die Wichtigkeit des heutigen Tages hin. Vereint mit den Brüdern der ganzen zivilisirten Welt wollen wir dokunientiren, daß unsere Interessen solidarisch sind und eine Besserung unserer Lage nur durch eine kürzere Arbeitszeit möglich ist; um den Brüdern von der Landstraße ihr Recht aus Arbeit zu gewähren. Infolgedessen müsse eine Steigerung der Löhne von selbst stattfinden. Wenn auch vom l. Mai, in der gehässigsten Weise lügenhafte Berichte über zu erwartende Unruhen, Geiualtthätigkeiten u. s. w. verbreitet worden sind, werden die Arbeiter zeigen, daß sie alle derartigen Wünsche zu chanden machen, durch Ruhe und Besonnenheit den Ernst des Tages erfaßt haben. Redner betonte, daß die Arbeit, die Quelle alles Reichthums, dem Arbeiter zum größten Theil entzogen wird, der Arbeiter, nur Bedienender der Maschine, zur Maschine de- gradirt, machtlos dasteht, wenn er sich nicht orgamsirt und gemeinschaftlich für Verkürzung der Arbeitszeit eintritt. Warum eiern wir gerade den 1. Mai? Unsere Brüder in Amerika gingen an diesem Tage in den Tod. Mit dem Strick um den Hals rief der Eine seinen Henkern zn: Wahrlich, es wird eine Zeit kommen, wo mein Schweigen im Grabe mächtiger sein wird, wie meine Reden im Leben. Wie können wir Arbeiter uns Bildung verschaffen, wenn der Geldbesitz doch nur die Mittel zur Bildung liefert und dem Armen die Bildungsstätten verschlossen sind. Redner wies auf die rapide Vermehrung des Kapitals in immer weniger Hände hin, durch die fortwährende Vervollkommnung der Maschiene macht sich eine Verminderung der Arbeitskraft bemerk- bar und nur durch eine Verkürzung der Arbeitszeit kann dem entgegen getreten werden. An der Diskussion betheiligteu sich die ~erreii Hirsch, Thierbach und Radzewsky wesentlich im Sinne des eferenten. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: Die am 1. Mai. d. I. in Weißensee tagende, von ungefähr fünf- hundert Personen besuchte Versammlung erklärt im Einverftändniß mit den Beschlüssen des Pariser Arbetterkongresses, auf welchem die deutsche Arbeiterschaft durch fast hundert Delegirte vertreten war, daß die Forderung eines gesetzlich festzustellenden Normal- arbeitstages, der in den wirthschaftlich entivickelten Ländern schon jetzt nnter Wahrung aller berechtigten Interessen der Industrie auf acht Stunden bemessen werden kann, sowie die übrigen von dem Pariser Kongreß sormulirten Forderunge» des nationale. und internationalen Arbeiterschutzes— eine Lebensfrage für das arbeitende Volk sind— und sie wenden sich an die Gesetz- gebung mit dem Verlangen, diesen Forderungen gerecht zu werden. Das Bureau der Versainmlung wird beauftragt, die soeben beschlossene Resolution unter Beifügung der einschlägige» Belchlüsse des Pariser Kongresses zur Kenntniß des Deutschen Reichstages zu bringen. Ein Antrag, den Ueberschuß der Tellersammlung den streikenden Schraubendrehern zu überiveisen, wurde ange- nomnien. Mit einem Hoch auf die internationale Arbeiterbewe- gung wurde die Versaitunlung geschlossen. Am Nachmittag fand ein vorn Arbeiter-Bildungsverein arrangirten geselliges Zusammen- ein mit Tanz statt, welches sich bis zur frühen Morgenstunde hinzog und den Tag zu einem freudigen gestaltete. NB. Versammlung sowohl wie Vergnügen fanden ohne polizeiliche Uever- wachung statt. Gino für die kaufmänttische K-meguug änß-rst wichtige, imposante, von über 1000 Personen,, vorunter viele Frauen, be- suchte öffentliche Volksversammlung tagte am 28. April in Habels Brauerei unter Vorsitz des Herrn Kuhnke. Die Tagesoronung lautete: Wie verhält sich die Bevölkerung Berlins zur Sonntags- ruhe der im kauf»,. Gewerbe Angestellten. Referent war Herr Jul. Türk. Derselbe schilderte in äußerst treffender Weise die traurigen Zustände der Handlungsgehilfen, Gehilfinnen und Haus- diener, welche durch die große Konkurrenz gezwungen wären, Sonn- und Wochentags von früh bis spät zu arbeiten, gegen allergeringsten Lohn. Der Referent schildert die früheren leioer vergeblichen Bestrebungen, die Petitionen an den Reichstag, welche durch das Eintreten des Fürsten Bismarck, der Freisiningen und Nationalliberalen zc. vereitelt wurden. Die Handlungsgehilfen wären war für die gesetzliche Sonntagsruhe, da dies aber noch lange dauern kann, wenden sie sich an die Arbeiter in der festen Hoffnung, daß dieselben den kaufmännischen Prole- tarier» auch helfen werden namentlich auch, da die Arbeiter stets ihren Genossen halfen, z. B. die Arbeitersreundlichkeit des Herrn Bolle belohnten und die Bluniberger Knüppelgarde zu züchtigen wußten, Hier gelte es den Kampf gegen den Kapitalismus und durch diesen Kampf werden die kaufmännisch Angestellen sehen, daß nur die Arbeiter ihre Interessen vertreten und sie nur mit dein Arbeiter Schulter an Schulter zum Siege schreiten müssen. In der Diskussion bemängelte Herr Hintze die Polizeiverordnung bez. der Sonntagsruhe und Herr Ertel legte die Angelegenheit namentlich den Frauen ans Herz. Herr Auerbach bemerkt, daß die Arbeiter den Druck namentlich auf die Kaufleute in ihren Stadttheilen ausüben, glaubt, daß der Appell an die Arbeiter nicht vergeblich ist, da der Boykott ideal sei und das kaufmännische Proletariat zur Freiheit führen wird. Wenn auch am 1. Mai keine Versammlung genehmigt sei, würde doch jeder an die Hebung des Proletariats denken und sei die erste That hierauf der 4. Mai. An der Diskussion betheiligten sich noch Herr Finke und Herrmann. Eine Resolution, vom 4. Mai an nur in solchen Geschäften zu kaufen, welche Sonntags Mittag von 12 Uhr an schließen und nach dieser Zeit auch ihr Personal nicht beschäftigen, fand einstimmige Annahme. Unter Berschieoenes macht Herr Retzerau noch auf die Petitionslisten des 1. Mai aufmerksam. Eine Resolution, nur von solchen Brauereien Bier zu trinken, welche den Tarif der Gesellen bewilligen, ferner eine Resolution, die gesperrten Zigarrengeschäfte weiter zu boykottiren, fanden einstimmig Annahme. Hierauf schloß der Vorsitzende mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung die Versammlung. Di- Vosam-ntir-v und K-unfsg-noss-n tagten am Montag, den 28. v. M., im Lokale Feuerstein, Alte Jakobstr. 75, mit folgender Tagesordnung: 1. Rechnungslegung vom Wohl- thätigkeitskonzert. 2. Vereinsangelcgenheiten. 3. Verschiedenes und Fragekasten,— Der erste Punkt der Tagesordnung konnte nicht erledigt werden, da noch nicht alle Kollegen abgerechnet haben. Zum zweiten Punkt meldete sich Kollege Röhden, bezugnehmend auf die gegen ihn im„Verl. Volksblatt" veröffentlichte Resolution zum Wort. Derselbe giebt größtentheils zu, daß er gegen die Interessen des Vereins gehandelt, weist aber den Vorwurf zurück, gegen die Interessen der gesammten Arbeiterschaft gehandelt zu haben. In der nun folgenden Diskussion hierüber sprachen sich die Redner dahin aus, daß jene Resolution etwas milder hätte abgefaßt werden können, da bei sämmtlichen Hand- lungen des Kotlegen die ungünstigen Verhältnisse, in denen er stand, mit dazu beigetragen hätten. Diese Ausfüh- rungen wurden dann von der Versammlung akzeptirt. Ein lebhafte Debatte rief nun der Beschluß der Arbeitgeber über den 1. Mai hervor. Dieselben haben sich bei hoher Kon- ventionalstrase verpflichtet, ihren Arbeitern den 1. Mai nicht frei zu geben, diejenigen aber, die dennoch feiern, bis zum 12. Mai auszusperren. Sämmtliche Redner ersuchten nun, auszuharren und an den Beschlüssen der öffentlichen Versammlung festzuhalten, umsomehr, da verschiedene Arbeitgeber ihr Wort, daß sie schon ge- geben, wieder zurückgenommen und sich somit des Wortbruches schuldig gemacht haben. Nachdem der Vorsitzende nun noch auf- gefordert, tüchtig für den Verein zu agitiren, damit alle Kollegen Berlins demselben angehören und so eine festgeschlossene Masse bilden, schloß er die Versammlung. Große öffentliche M-tallavb-itee- V-rpamurlniig der Fabrilien Schäffer u. Walker, Schäsfer u. Oehlmann, F. Gärbert, Butzke, Joseph ic., tagte am Montag, den 28. April, unter großem Andrang im Elysium, Landsberger Allee 38/40, mit folgender Tagesordnung: 1. Das Kartell der Metallwaarenfabriken und unsere Stellung zum 1. Mai. Referent: Herr A. Gerisch. ' Diskussion. 3. Verschiedenes. Nachdem das Bureau gewählt war, erhielt Referent zu seinem Vortrag das Wort, welcher von der Versammlung mit großem Beifall aufgenommen wurde. In der hierauf folgenden Diskussion sprachen verschiedene Redner im Sinne des Referenten. Es gelangte folgende Resolution zur An- nähme: „Die heute hier tagende öffentliche Versammlung der Metallarbeiter obiger Fabriken steht voll und ganz aus dem Beschluß des Pariser Kongresses und nur den Verhältnissen entsprechend am 1. Mai zu arbeiten und verpflichten sich zu gleicher Zeit, einen Theil ihres Verdienstes den streiken- den Arbeitern vom 1. Mai zukommen zu lassen." Zu„Verschiedenem" entspannen sich sehr lebhafte Debatten. Den streikenden Kartonarbeitern wurde die Tellersammlung über- wiesen, welche einen Betrag von 40 M. erreichte. Schluß der Versammlung 12'/s Uhr. D-r i»--»nd DiiiltUtirülul»„Uat«r" veranstaltete am Mai einen Ausflug nach Hohen-Neuenvorf, an welchem die Mit- glieder ziemlich vollzählig theilnahmen und dein sich Genossen aus Reinickendorf anschlössen. Die Stimmung unter der kleinen Schaar ivar eine vortreffliche, wurde jedoch noch mehr gehoben, als sie bei ihrem Eintreffen im Lokale des Herrn Schmohl dort bereits verschiedene Genossen der Umgegend, so die Veltener Töpfer, vor- fand, denen sich später noch ein Trupp Oranienburger hinzu- gesellte. Unter Ansprachen, Gesang, Tanz und Spiele im nahen Walde zog dieser Nachmittag in seiner würdevollen Weihe an den Theilnehinern vorüber und da sich nirgends Polizei sehen ließ, welche störend eingegriffen hätte, störte nichts die schone Harmonie der bis zum späten Abend Versammelten und alle schieden mit den Worten von einander:„Einen solchen schönen Tag, wie diesen, haben wir lange nicht erlebt. St-gliik, den 1. Mai. Auch die Arbeiter von Steglitz und nebenan wußten den 1. Mai in würdiger Weise zu feiern. >ie versammelten sich im Friedenauer Kurhaus um 10 Uhr, in der Stärke von ca. 100 Mann. Es ging mit Gesang in nmster- hafter Ordnung durch Steglitz-Lichterfelde nach Gießendorf, wo im Restaurant Weichert Halt gemacht wurde. Die Genossen amüsirten sich durch Kegel- und Kartenspiel und Gesang. Auch wurde der Zweck des Tages in gebührender Weise jedem Theil- nehmer ans Herz gelegt. Ohne jede Störung verlief der Tag, am späten Nachmittag ging es über Südende, wo wir noch die Freie Vereinigung der Graveure und Ziseleure im besten Ver- gnügen mit ihren Familien antrafen, nach Steglitz, um auch den Abend in würdiger Weise im Kreise unserer Fannlie zu ver- bringen. K»'»tr»tisiök« Mosenthaterstr. 80. Sonntag, den«. Mai. Bormittag« io uhr. Borlrag des Herrn Dr. Bruno Wille über:„Jntellcl- iuelle Redltchtett." wäge sehr willkommen. Allgenirine Kranli-n- und Ktcrbclialte der N'etallarbrtter. Sonnabend, de» 3. Mai, Abend« Uhr. Mitaliedsr-Versammtung.(t.ser Kcrlins und Umgenend. Somilag, den r. iMal, Vormittag io Uhr, Versammlung bei Seeseld, Grenadieriir. es, QuiliungLbuch lsgiiimirt. Urrriniguttg der Drechsler DentützlandsAerii» 4(Norden) Versamm- lung Sonntag t. Mai Vormittag, ioJ, Uhr bei lÄnadt, Vrunnenstr. 88. Tagesordnung: i. Kasfenbertcht. 8.,Srellung der Drechsler vom Norden zur Lohn- bswegung im Herbst. Referent Julius Htldebrand». 8. DiSkuffion. 4. Beretns- angelcaenhcit. 6. Verschiedene« und Fragekasten. Acht,»Igt Drechsler und Berufsgenoffen von Rixdorf und Umgegend. Am Sonntag, den 4 Mai in Kummer« Salon, Berlinerftr. iss, Vormittag l i Uhr. Srohe öffentliche Versammlung. Tagesordnung: t. Ruhe» und Zweck einer Oraanifalio». 2. DiSkuffion. 3. V-rschiedens«. ES ist Pflicht eine« jeden Kollegen zu erscheinen. Lachverri» der Kchiosser«»d Utakchinrnbannriieiter. Die ange- meldete Mitgliederversammlung flndet nicht Montag sondern Sonnlag Vor- mittag, io Uhr in Relttz Salon, Bergstr. w, statt. Tagesordnung: i. Vortrag de« Stadtverordneten Herrn Otto Hcindorf. s. Dislusston. 8. Ausnahme neuer Mitglieder und Entrichtung der Betlrage. 4. Verschiedenes und Frage- kästen. Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht. Krank«», und K-gräbnikkafl« des Ucroin» jammtlül,«- Ä-rnss- klaff«».(Verwaltungsstelle 8.) Mitgliederversammlung, Sonnabend, den 3. Mai, Abend« 8 Uhr, Brnnnenstr. 85. Eäste willkommen. Fiiiai« 4 d«r Ailgcineinr» Krank«»- nni> Ktrriirkass« der Metallar- beiter E. H. 88 und 88 Hamburg. Sonnabend, de» 8. Mai, Abends 8 Uhr, Versammlung bei Bolzmann, BndreaSstr. 88. Tagesordnung: Kassenbericht und Verschiedenes. Lre>« y««im8 1.50 M. bei.... Fr. S. i» Kimmen. Die Erklärung, daß em mit r Namen unterzeichnetes Flugblatt die niederträchtigste WaW fluffung enthalte, ist immer eine strafbare Beleidigung, selbst» wenn die geübte Kritik noch so gerechtfertigt ist. Pfund. Der Pfandlecher darf das Pfand nach der F> 9 keit alsbald verkaufen, die Fälligkeit tritt jedoch frühe! 6 Monate nach Hingabe des Darlehns ein.. C. T. 1000 nnd K. F. siehe unter„Streitende Kolleg«». Putibor. Da Sie aus der Landeskirche ausgeschieden der freireligiösen Gemeinde beigetreten sind, dürfen Sie, Zeuge vernommen, sich nicht als evangelisch bezeichnen, son nur als freireligiös. Gegen Ihre Veranlagung zur Kirchenst können Sie rellamiren.„.p K. P. Wenn Sic Ihrer Wirthin einige Arbeiten(st® ,, und dabei erklärt haben, nichts dafür beanspruchen zu wolle»- können sie von dieser Erklärung nicht wieder abgehen. Grosse öffentliche Versammlung in der Posa meßten blanche beMlgteil Arbeiter imii Arlidtcriinicii am Sonnabend, den 3, Mai, in Jordan s Salon, Neue Grünstr. 28. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zu dem von den Fabrikanten beschlossenen Ring (Maßregelungen). 2. Diskussion.[84 3. Verschiedenes. Der Einberufer. it Wltliche VersamilllW w sämmtlicher Putzer Berlins und Umgegend am Montag, den 5. Mai, Abends 7 Uhr, im„Elysinm", Landsberger Allee Nr. 39—41. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum 7. deutschen Manrerkongreß. 2. Abrechnung vom Generalfonds pro 1. Quartal 1890. 3. Verschiedenes. Pflicht eines jeden sich mit Putzerarbeiten beschäftigenden Kollege» ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen., Die Kollegen, welche dem General- fondS beigesteuert haben, werden gebeten, ihre Quittnngskarten mitzubringen. 33j H, Neumann, Alvenslebenstraße 8a. ZeM-Kmkeil- imii Attdcksse i>rr Iis#« und anderer gewerblicher Arbeiter(Hamburg). Oertliche Verwaltung Berlin A. Montag, den 5. Mai 1890, Abends 8V2 Uhr: SÜMF" ftütglSedeB*- Versammlung in„Snd-Gst", Waldemarstraße 75. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal 1890. 2. Medizinischer Vortrag des Herrn Dr. Sternberg: Wie schützen wir uns am besten vor Lungenkrankheiten? 3. Verschiedene Kassenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legilimirt. Jedes Mitglied ist verpflichtet, in dieser Ver- sammlung zu erscheinen.[8] Die Orts Verwaltung. Verein der Cement- Arbeiter Berlins. Sonntag, den 4. d. M., Porm. 10 Ptzr, Gcr ichtsto. 10; ammluBig. Neue Mitgl. werden ausgenommen. 31 Der Vorstand. Verein der Sattier und Fachgenossen. Am Dienstag, den 0. Mai, AbendS 6V2 Uhr, in Deigmüller's Salon, Alte Jakobstraße 48a. MeB'sammäung. Tages-Ordnung: 1. Soll der Arbeiter heirathcn? Vortrag des Kollegen Weiß. 2. Dis- lussion. 3. Verschiedenes und Frage- kästen.— Die Bibliothek ist geöffnet. Um zahlreiches Erscheinen bittet 19 Oer Vorstand. HdfaturagS Pchmiltitte llild Berussge«.! Die Kollegen werden ersucht, in fol- gcndcn Firmen keine'Arbeit anzunehmen, weil die Kollegen gemaßregelt sind: 41 Kästerman& Zarinzowsky, Wendel& Co., Franz Ebel Nachfolger, Davidsohn& Zehdner, Lachmann& Co., Gustedt. Die Agitations-Kommisston. Atz. InWtt Ättlkr-Anli» (Mitglieds cliall Berlin). Sonnabend, den 8. Mai, Abends SVa Uhr. bei Beyer, Alte Jakobstr. 83; Versammlung- Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Werner über: „Der Werth der Verkürzung der Ar- beitszeit." 2. Diskussion. 3. Verschie- denes. Um pünktliches Erscheinen ersucht 89 Oer Vorstand. Die Kollegen der Werkstellen: Möbel tischleret von Clukas, Straße 31 Nr. 45b und Bantischlerei u. Arndt, Runiinelsburgerstraße Nr. 71, beide in Friedrichobrrg, haben wegen Maß- regclung und Lohndifferenzeu die An beit niedergelegt. 32 Tischler-Verein. Sonnabend, den 3. Mai, Slbends 9 Uhr, Kottbuserstr. 4a 3 Versammlung- Tagesordnung: 1. Erledigung eines Unterstützung?- gcsuches. 2. Vereinsangelegenheit und Ausgabe der Billets zu dem am 10. Mai stattfindenden Vergnügen zum Besten des hilfsbedürstigen Kollegen Fr. Winter.— Die Herrenpartie findet am Sonntag, den 4. Mai statt. Treffpunkt Schlesischer Bahnhof früh 7 Uhr. 44 Der Vorstand. Flichli. i>. Wler. Sonnabend, den 3. Mai, Ab. 9 Uhr: Vorstands-Sitzung bei Jordan, Neue Grünstr. Nr. 28. NB.: Die nächste außerordentliche General- Versammlung findet am Dienstag, den 6. Mai, Abends 8V2 Uhr, in der„illktienbrauerei Friedrichs Hain statt. 40 Der Vorstand. WWst für Verbreitung mi Msbilimg. Am Sonntag, den 4. Mai 1890, Abends 7 Uhr: Oranienstr. ISO: Vortrag des Herrn Krndziora über:„Schillers ethische Erziehung des Menschen."— Gäste, Damen"und Herren, will- kommen. 47 Der Vorstand. Am Mittwoch, den 30. April, verschied nach längerem Leiden unser Vereinskollege, Herr 28 Wilh. Müller im 40. Lebensjahre. Die Beerdigung findet Sonntag, den 4. er., Nachmittags 1 Uhr, vom Trauerhause Bellealliancestraße 58 aus nach dem Jakobi-Kirchhpf in Britz statt. Der Torstand des Beerdiguugsvoreins Berliner Zimmerer. Für die zahlreichen Beweise innigster Theilnahme am Grabe meines lieben Mannes, des IiestanrateurS Erdmann EViuller sage ich allen Freunden und Bekannten, besonders dem Herrn Prediger Beyr- hoffer für die trostreichen Worte, sowie dem„Landwehr-Verein", Vergnügungs- Vereinen„Grüne Tanne" und„Knospe" meinen tiefgefühltesten Dank. 42 Die trauernden Hinterbliebenen: Wwe. Minna Müller und Kinder. MkrMenW KMm#r. Das Mitglied Bochacz ist verstorben. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 4. Mai er., Nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle der Eharitee(am Neuen Thor) aus statt. Um rege Betheiligung bittet 40 Der Vorstand. Central Kranken- u. Sterbekasse der Maler und verw. Berufsgen. Filiale Nord. Nachruf- Am 29. April verstarb an der Pro- letarierkrankheit im stöbt. Krankenhause Friedrichshain unser Mitglied jnHus K>emp. Ehre seinem Andenken. 21 Danksagung. Für die mir in so reichlichem Maße bewiesene Theilnahme bei dem Be- gräbnisse meines unvergeßlichen, thenrcn Mannes sage ich allen Freunden und Verwandten, insbesondere seinen Kol- legen und Mitarbeitern der Fabrik der Allgemeinen Elektrizitäts- Gesellschaft meinen tiefgefühltesten Dank. 43 Wittwe Milthalcr. Achtung, Drechsler! Die Lokale, in denen Beiträge für den Streikfonds entgegengenommen werden, sind: 1. Gründel, Dresdenerstraße 110 (Plagens). 2. Pätzold, Reichenbergerstr. IG (Lutz), 3. Giersch, Langestr. 34(Golland), 4. Thalke, Zossenerstr. 35(Stein), 5. Blankenburg, Stralsundcr- straße 08(Freithaler). NB. Wir weilen hiermit nochmals ans den Beschluß der Versammlung vom 14. April hin, wonach sich jeder Drechsler verpflichtet, wöchentlich 50 Pf. zum Fonds zu zahlen. Es ist angebracht, daß in allen größeren Werkstellen Vertrauens- leute ernannt werden, welche die Bei- trüge einkassiren und der nächsten Zahl- stelle übermitteln. Hier erhalten die- selben für jeden Kollegen ihrer Werkstelle Streikkarten, auf denen der Beitrag durch ein Werthzeichen(Marke) quittirt wird. Beiträge werden nur in obigen Lokalen Sonnabends SVa bis 10 Uhr Abends in Empfang genommen. Kol legen, werdet alle Mitglieder der Ver einigung. 25 D i e L 0 h n k 0 m m i s s i 0 n. Stuofoi Herren- u. Knaben- 840 H Garderoben-Geschäft. DM Willi Polll* EUsabetliidrclistr. wim. raur,«r.g am Pappelpl Die Arbeiter der Fabrik für thermo- plastische Holzornamente von C. Witt- kowsky, Hornstraße 11, haben die Arbeit wegen Nichtbewilligung der neunstündigen Arbeitszeit niedergelegt. Zuzug fernzuhalten. Minimallohn 13M. 50 Psg. 22 Achtung S Mchaniker, Echlchr ic.,. siliiliiitllijtt' Hilssllrbeittt! Der Streik bei der Aktien-Gesellschaft Kliz& Genest, Neuenburgerstraße Nr. 14a, dauert unverändert fort. 49 Meiter-MWs-Vtttill Weissensee und Umgeg, Lese-Hhend Sonnabend, den 3. jMai, Slbends SV« Uhr, beim Nestaurateur Klepsch, Charlottenburger- und Röhlkestraßen- Ecke. Verein der Einsetzer (Tischler). Sonntag, den 4. Mai, Vormittags IOV2 Uhr, NeueFriedrichstr. 44: General-V ersammlnug. Tages-Ordnung: 1. Vorstands- Antrag betreffs des Rechtsschutzes. 2. Verschiedenes. 3. Fragekastcn. 0 Neue Mitglieder werden aufge- nommen. Der Vorstand. 1878 auf Grund des Sozialistenge- setzes aus Berlin gewiesen, hat an- dauernde Krankheit mich seit 4 Wochen nach hier zurückgeführt. 7 Schwedterstrasse 50 habe ich ein Barbier-Geschäft eröffnet, Bedienung reell. Wernsdorf, Friseur. Sämmtliche Hüte mit Arbeiter- Kontrolmarken, außerdem empfehle mein großes Lager in Strohhüten, Mützen, Regenschirmen, f)ü|en: träger. Mein Geschäft bleibt jeden Sonntag von 12 Uhr ab geschlossen. Arnold Lange, 5_ Brunuensiraße Nr. 130/37. Allen Freunden und Genossen, sowie meiner werthen Stachbarschast empfehle mein Cigarren- und Tabakgeschäft, und mache darauf aufmerk- sam, daß mein Geschäft an Sonn- und Festtagen von 2 Uhr Nachmittags ge- schloffen ist. Sammelliste gelesener Arbeiterblätter. 37 Franz Woffke, Borsigstr. 10a. i Albert Auerbach, Berlin S,, Kottbuser Damm 7. nahe der Kottbuser Krücke. Clljtth'- imii Stiesel-Lager für Herren, Damen und Kinder. Reelle Sediennng, Feste Preise. Rixdorfer! Hüte mit Arbeiter-Kontrolmarken zu billigsten Preisen bei 1331 _ M. Loewenthal, Bergstr. 17. Empfehle den Lesern des„Volksblatt" mein Uhren-Lager und meine Reparatnr-Werkstatt. GCIeill, Neue Heohstr. 25. 3l/*— 15 Meter, unterm Kostenpreis. Fabr, klager Zimmerstrasse 86, H. prt. Thcile meinen werthen und Genossen hierdurch mit, daß icy Wciß-». Bckisch-Ucr "TÄd., s-ME-S 148 Restaurailt H. Stramj1' 823. 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Dieselbe fand im großen waale Sagebiel'schen Etablissements statt und war wohl von gegen 'WO Personen besucht. Wie nicht anders zu erwarten war, wurde wt großer Majorität beschlossen, am 1. Mai d. I. die Arbeit nüf iL'li lnffeu- Herbeigeführt wurde dieser Beschluß durch da» autokratische Vorgehen hiesiger Großindustrieller rm Bunde mit den Vertretern der hiesigen Innungen, über deren Versammlung ch den Räumen der hiesigen Handelskainmer bereit» berichtet juurde. Die Herren haben einen Ukas erlassen, wonach jeder Arbeite! 1. Mai vbigen gemeinsamen n�ps�inn mp>na crn gemeinsamen Beschluß verstoßen. .-�vas wollen z. B. die Maurermeister der Nack, x g InnX f L � Mai beginnen? Ztvouen iie lyre-oauteu wocyru- Konku besten Bauperiode still liegen lassen, während ihre i# sog.„Bauhütte" Wollen sie ihre Bauten wochen- still liegen lassen, während ihre die u? eiche der Innung nicht angehören(und das ist z �.-Rihrzahl) flott weiter arbeiten, froh daß ihre Leute am Striihr-1'�vhlgemuth wieder schaffen, nachdem sie einmal an einem Wngstaae spaziren gegangen sind? die ji i01'',t8 schroffen Borgehens des Arbeitgeberthums halten dg..., ctter fast aller Geiverke, einschließlich der Hafenarbeiter koon». den 1. Mai als Festtag zu begehen, komme, was da (i!1,a8!(Sie haben es auch ausgeführt; siehe oben. Red.) siitn, nic�t unmöglich, daß auf diese Weise die Maurer und wrtwlSi®1 f0f0vt in einen Streik zur Erlangung des neunstündigen lUt u nri®e§ gedrängt>v erden. Erstere können es in diese»» Falle '-Aonate, ohne irgend welche Unterstützung von anderen erkschaften, allshalten. allerlei besondere»» militärischen Maßregeln ain I. Mai wird sill>ti„ geinunkelt; hoffentlich»verden die Regierungsorgane ein- m.Lw genug sein und die Arbeiter in ihren harmlosen Demo»»- In nn"*" lUb'S geivähren lassen.(Das»var der Fall! Red.) sei»».-» erwähnter öffentlicher Versammlung»vurde auch be- von W keine Abzeichen öffentlich zu tragen und einem Anfertiger ».. �""gegenständen, der rothe Schleifen mit der Inschrift: iink, Mai 1800" annonzirte,»vurde der Verkauf dieser un- °'gen Dingerchen polizeilich untersagt. '»«»»gegründete Schlachtergesellen-Fachverein»nacht gute ü umritte. Mit Jubel»vurde es in der letzten Bersaininlung Ml» �»»»ne», baß sich säinmtliche israelitische Gesellen als -.Mieder aufnehmen lassen»volle». Darüber naturlich ungeheure Umrüstung»inter den Jnnungs-Schlächtermeistern. Das„Hain- .N-r Echo", welches sich die Schlächtergesellen, gleichfalls»vie .°ere Geiverkschafte»», zu ihrem Publikationsorgan ausersehen wird deshalb von dein Meisterorgan„Deutsche Fleischer- " all0" nicht anders als„Giftblatt" genannt. rn.Ats Kuriosum ist noch zu erivähnen, daß gestern bei einem ii».• natier der hiesige» freisinnigen„Hamburger Reforn»" Peinliche Haussuchung stattfand. Derselbe»var durch eine ] Mme Denunziation bei der Polizei verdächtigt»vorden, am eine anarchistische Kundgebung zu planen»nid zu diesen» fJPetfe aus Belgien 100 000 Franks empfangen zu haben! Es ist �.unbegreiflich,»vie die Polizei einen selchen pluinpen Scherz U?ahaft nehmen konnte. Fast ist»nan versucht zu glauben, das» �.Mitarbeiter des Behaussuchten sich diesen J»lr gemacht hat, z>?ücht mit der Absicht, eine Reklame für die alte„Hamburger ». l°t,n" zu machen, die trotz aller Anstrengungen immer mehr "''geht. > koudo», den 26. April. Die Vereinigung zivischen dem ZiMch Council und dein ursprünglichen Zentralkoinitee für die >vÄ"bei,- Demonstration ist nicht z»istande gekonimcn,»vir an, 4. Mai zivci große Denioi,strationen für jm Grunde zwe,„. -wue Sache haben. Die Berantivortunl � ausschließlich auf Seiten d? M, für diese Spaltung !>et m v'"vr'—,—..... des Trades-Council, der sich bei sein, f.rk'begeihett wieder einmal von seiner schofelsten Seite ge- "ürkei. s.Bach dem er lange Zeit absolut nichts hat von sich Snitiii«.«''6".""b erst unter dein Einfluß der Agitation des !%e,en iSr!* M dazu aufgeschwungen hat, der immer Aktjo,, Strömung unter der Arbeiterschaft nach energischer iti,b ,, Mr Verbesserung ihrer Lage das Opfer darzubringen 1 ii,»ieben wollte er nicht nur die aus- schließliche Leitung der Denwiistration für sich in Anspruch nehmen, sonder», dies auch unter Bedingungen, die es den vorgeschrittenen Arbeitern und den Sozialisten geradezu unmöglich machen, Hand in Hand mit ihm zu gehen. Wie»veit die Herren in ihrer Anmaßung und Eng- Herzigkeit gingen, dafür ist das schlagendste Beispiel die Art und Weise,»vie sie die Delegation des ursprünglichen Zentral-Koinitee behandelten, die zu ihnen gekoinmen»var, um eine Vereinbarung zu ge», einsamer Aktion zu erzielen. Diese Delegation bestand aus drei Personen, als Repräsentanten der drei Kategorien von Organisationen, die in dein Zentral-Komitee vertreten sind: 1. Gewerkschaften, 2. Radikale»»»d Arbeiterklubs, und 3. Sozia- listische Vereine; aber nicht nur der spezielle Vertreter der Ge- »verkschaften, auch die anderen beiden Delegirten»varen Mit- glieder von Trades-Unions. Trotzdem ver>veigerte der Trades- Council den» dritten Delegirten, Frau Marx Aveling, den Zulaß zu seiner Sitziing unter dem Vorivand, Frau Aveling sei keine »virkliche Arbeiterin. Ist es nun schon eine Anmaßung sonder Gleichen, einer Körperschaft, mit der man angeblich verhandeln will, eine Zensur in der Auswahl ihrer Vertreter aufzuerlegen, so ist die vorstehende Behauptung außer- dein falsch. Frau Aveling ist Arbeiterin im buchstäblichen Sinne des Wortes. Sie arbeitet auf der Schreibmaschine siir Lohn, und ist auch in dieser Eigenschaft Mitglied der„Tyvo- ivriter-Union", abgesehen davon, daß sie Sekretärin der Union der Arbeiteriimen der Silvertoivn-Werke»st.„Ja, aber sie ist nicht aus der Arbeiterklasse hervorgegangen", erklärte der Vorsitzende Druinnioild, als einige Deleglrte ihm diese Thatsache entgegen- hielten. Er schätze selbst Frau Aveling ungemein hoch, aber an dem Grundsatz der Trades-Unioils, nur wirkliche Arbeiter anzu- erkenne», und alle Mitglieder der bürgerlichen Klasse zurück- zuweisen, müsse unbedingt sestgehaltei»»verde». Die Demo»- stration müsse eine rein tradesunionistische sei»», nur so»verde sie eine ersprießliche Wirkung erzielen. Dank der Schwachheit eines Theiles der sonst auf der Linken stehenden Mitglieder des Trades- Coiincils und der offenkundigen Ueberläuferei anderer, drang diese Theorie durch, der Antrag, Frau Aveling zuzulassen, blieb in der Minderheit. Das war aber nur der Ansang. Weiter hatten die Herren bereits alle Dispositionen für d,e Demonstration eigenmächtig ge- troffen, und verkündeten den Delegirten mit einer mehr wie naiven Offenheit, daß ihnen eigentlich nichts übrig bleibe, als sich zu fügen,»vas der Trades-Council in seiner Weisheit beschlossen. Ueoer die Besetzung der Platforins bestimmen„wir", die Trades- Unions, ebenso über den Zug, und„»vir" haben auch bereits die z>» beschließende Resolution ausgearbeitet. Diese lag denn auch schon in, Druck vor und lautete: „Die heutige Massenversammlung von Arbeitern Londons, in der Erkenntniß, daß die unmäßig lange Arbeitszeit, die in vielen Industrien herrscht, Unregelmäßigkeit der Beschäftigung nnd als deren Wirkung großes Elend und soziale Demorali- sirung zur Folge hat, glaubt, daß das beste Mittel zur Milde- rung dieser Uebel in der Herabsetzung der Arbeitszeit auf ein Maxiumn, von 48 Stunden pro Woche besteht. Sie beglück- »vünscht unsere Arbeitskanreraden in anderen Ländern, die diese Arbeitszeit forder», aufs herzlichste, und legt es unser», Kameraden hierzulande ernstlich an's Herz, unermüdlich dahin zu streben, diese Beschränkung der Arbeitszeit durch alle ihnen zu Gebote stehenden legitinien Mittel erfolgreich durchzuführen, u»,d fordert als ersten Schritt dazu die Regierung und alle lokalen Ver- waltungsbchörden auf, diese Arbeitszeit in allen unter ihrer Kontrole stehenden ArbeitsdeparteinentZ einzuführen." Objektiv gesprochen, bedeutet selbst diese Resolution, zahn,»vie sie ist, einen moralischen Sieg der vorgeschrittenen Arbeiterschaft über die orthodoxe», Elemente im Trades-Council, sie ist ein er- freulicher Beiveis, daß dieselben,»veim auch»viderspänstig, sich nach vor>värts beivegen. Aber es fehlt in der Resolution die Forderung der gesetzlichen Beschränkung der Arbeitszeit, und gerade in ihr erblicken nicht nur die festländische», sondern auch ei», großer Theil der hiesigen'Arbeiter den eigentlichen Ziveck der ganzen Demonstration. So erhob sich deim der Delegirte Thorne, Generalsekretär der, 80 000 Mitglieder zählenden Gasarbeiter der Union, und stellte den Antrag, die Forderung eines Achtstunden- gesetzes der Nesowtion als Zusatz anzufügen. „Ueber diese Frage hat der Trades-Council bereits berathen und die Sache abgelehnt," erhielt er zur Antwort.„Es kann also»veder über Ihren Antrag abgestimmt, noch überhaupt eine Debatte darüber zugelassen'verde»." Und dabei blieb es auch. Alle Versuche, das Unsinnige und Ungerechte dieses apo- diktischen Verfahrens begreiflich zu machen,»varen vergeblich, den Rednern, die sich so weit vergaßen, für de», Achtstundentag zu sprechen, wurde vom Vorsitzenden einfach das Wort entzogen, und fügten sie sich nicht, wurden sie niedergeschrien. Und doch zeigte die Debatte, daß,»venn es zur Abstimmung über die Frage des gesetzlichen Achtstundentages gekommen wäre, dieser dieMaiorität gehabt hätte. Die Herren voin engeren Ausschuß hatten aber als erfahrene Taktiker die Frage auf ein anderes Gebiet geschoben und thaten ihr möglichstes, den Gegensatz zivischen den Trades- Unions und den politischen Klubs auszuspielen. So erklärten sie auch, nicht davon abgehen zu können, daß der p-g ausschließlich nach Gewerkschaften geordnet»verde. „Sind Jte Mitglieder der Klubs Arbeiter, dann gehören sie zi»r Geiverkschaft ihrer J>,dustrie, gehören sie derselben nicht an, desto schlimmer für sie," erklärte», sie kategorisch. Ebenso»vürden auch keine anderen Banner, als solche von Gewerkschaften, im Zuge geduldet»verde»,. Diese Verfügung ist uin so abgeschmackter, als für ganze Kategorien von Arbeitern gar keine Geiverkschafte», be- stehen, und in anderen Berufen die Geiverkschafte», durch ihre halb zünftlerischen Satzungen vielen Arbeitern es umnöglich mache»,, ihrer Orgainsation beizutreten. Dann aber muß man wissen, wie sehr der hiesige Arbeiter an der Fahne seines Vereins hängt, um zu verstehen, welche Insulte für die Klubs in dieser Erklärung lag. Kurzum, es ist nach alledem de»», alten Zentralkomitee gar keine Wahl geblieben, als nunmehr getrennt von, Trades- Council vorzugehen. Dieser hatte sich vorsorglicher>veise bei der Parkverivaltung den Raum für sieben Platsorli,s vorher gesichert, trotzdem ist es auch dem anderen Konntee gelungen, sieben Plat- forms bewilligt zu erhalten. In, Uebrigen wird es sich zeder Gegnerschaft gegen die Geiverkschafte», enthalten, es werden zivei Demonstrationen friedlich nebeneinander stattfinden, und den ein- zigen»vesentliche», Unterschied in ihren Resolutionen»vird die energische Betonung der gesetzlichen Durchführung des Acht- stundentages in der des Zentralkonntees bilden. Die oben abgedruckte Resolution des Trades-Council hat zudem noch zivei Zusätze erhalten, die sie»venigstens in etwas verbessern. In der erwähnten Sitzung hatte der Vorstand u. A. erklärt,»venn er kein Amendement über ein allgeineines Acht- stnndengesetz zulasse, so bedeute das noch nicht, daß nicht andere Amendements vorgeschlagen werden dürften. Das benutzte später ein Delegirter und schlug, einen Zusatz zur Resolutton vor, in den, es den Arbeitern zur Pflicht geinacht wird, bei allen künftigen Wahlen nur solchen Vertretern ihre Stimmen zu geben, die sich verpflichten, dafür zu stimme», daß in den Regierungs- »verkstätten»c. nur acht Stunden pro Tag gearbeitet wird. Der Antrag wurde»nit großer Majorität angenommen, und ebenso ein ziveiter,, vonach die betr. Kandidaten sich auch zu verpflichten haben, dafür zustimmen, daß keine Eise», bahn-, Kanalbau-, Tram- bahn-«. Konzessionen mehr bewilligt, bezw. erneuert werden, ohne daß ein solcher Passus in die Konzession eingefügt»verde. in den alten Gelverkschaften Bahn, alle Jntriguen und Vorfichts- maßregeln vermögen ihn nicht zu bannen. Den Führern aus der alten Schule»väre selbst diesmal bereits das Ruder aus de», Händen geglitten, wenn sich nicht— ich bedaure, es niederschreiben zu müssen— Sozialisten gefunden hätten, die aus kleinlichem Ehrgeiz und ähnlichen Motiven sie noch unterstützt hätten. Man sollte es nicht für möglich halten, aber in der neuesten Nummer der Hyndmann'schen„Justicia" wird dem Trades-Counzil das Zeugniß ausgestellt, daß er in der Frage der Achtstnndendemonstratton sich aiisnahmsiveise gut hält. Der Konk'irrenzneid hat die feindlichen Brüder zusammengeführt. Aber die Herren Shivton, Drun»>nond>»nd Genossen handelten wenigstens ihren bisherigen Grundsätzen geiitäß— so engherzig diese auch sind— daö Bei»ehn»en der„Justicia" aber, auf deren Programn, der gesetzliche Achtstundentag steht, ist einfach— neu, der Leser mag das richtige Wort hierhersetzen. Jndeß, noch einmal, diese Jntriguen helfen alle nichts,»vir werden am 4. Mai z>vei große Demonstrationen für den Acht- stundentag haben, und die für das Achtstundengesetz»vird cm Zahl oer Theilnehiner hinter der andern nicht zurückstehen, simdern sie»vahrschelnlich noch übertreffen. John Bur»,S, der sich z»»r Zeit ziir Wiederherstellung seiner Gesundheit an der See aufhält, hat seine Mit>virkung zugesagt, ebenso Cunninghame Graham, und nicht»veniger als 27 Gewerkschaften, darunter eine ganze Anzahl, deren Mitglieder nach Tausenden zählen, stehen neben fast allen radikalen und Arbeiterklubs Londons aus der Liste des Zentral- kontitee's. Der 4. Mai»vird ein denkwürdiger Tag in der Ge- schichte der englischen Arbeiterbeivegung sein. sind die Haup»(jewinne der Stettiner Plerdeverloosung Ziehung unwiderruflich am 20. Mai 1890. versendet ® � I Mlca in Stück für iu du»v» y a � Carl Heintze, Bankgeschäft, »» Unter den Linden 3, G. 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Verschiedenes. !ur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. 30] Der Einberufer. Organffw �„ Der Sammlung der Freien Bereinigung der Zimmerer Berlins am Montag, den 5. Mai, Abends 8 Uhr, in Henning' o Salon, Hochstraße 32». T ag e s- Ord nung: 1. Vortrag. Referent: Julius Wernau. 2. Diskussion. 3. Verschie- denes und Fragekasten. 48 Gäste sind willkommen. Oer Vorstand. Grosse öffentliche Versammlung siimmtUcher Klempner K erlins«nd Umgegend IM 4a. am Montag, den 5. d. M., Abends 8 Uhr, „Konzerthaus Sanssouci", Kottbuserstraße Nr. Tagesordnung: 1. Wie bringen wir unsere diesjährigen Forderungen zum praktischen Durchbruch? Referent: Emil Schade. 2. Wie stellen sich die Klempner zur diesjährigen Beschickung der Metall- arbeiter-Kongresse? Referent: Paul Selchow. 8. Diskussion. 4. Verschiedenes. Der Einberufer. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. ZolidaritätlW Arbeiter! 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Gottmann, Frankfurterstr. 130. Q. Gross, Frankfurter Allee 167. Theodor Gorlach, Linienstr. 39. H. Geisslor, Wilsnackcrstr. 46. F. Gnmd, Ärunnenstr. 136. F. Haupt, Große Frankfurterstr. 145. H. Base, Jnvalidenstr. 129, E. Hunger, Badstr. 41. L. Hammer, Köpnickerstr. 171. M. Honsel, Wadzeckstraße. F. Polvoigt, Bülowstr. 18.(Eingang Frobenstr. 12.) C, Rättig, Fehrbellinerstr. 83. Renz& Böhme, Oranienstr. 6. E. Rieck, Badstr/ 64. E. Rasonack, Poststr. 17. E. Radlov, Charlotten bürg, Berlincrstr.''" Vf. Röhrich, Frankfurter Allee 18a, H. Rosentbal, Brunnenstr. 21 -''-- tdl A. Rossdentscher, Waldemarstr. 63. 0. Röder, Fürstenwalderstr. 2. E. Samuel, Bellealliancestr. 95. E. Barsch, Stralau erstr. 13—14, A. Simbeck, Fischerstr. 8. C. Barsch, Fehrbellinerstr. 66. Vf. Sy, Brunnenstr. 139. A. Schumann, Gerichtstr. 17. 0. Schulze, Fehrbellinerstr. 93. A. Schlegel, Brunnenstr. 33. " 6. Q. Schwanoberger, Greifswalderstr. 54. C. Schwaulkow, Jnvalidenstr. 21. E. Schmidt, Louisenstr. 45. 0. Schüssler, Rosenthalerstt. 0. Jörs, Pankstr. 5a. F. Kunz, Prinzen-Allee 87. J. Kessnor, Koppe» str. 74. A. Kehr, Köpnickerstr. 126. 60. G. Röpke, Prinzenstr. 60. Potst"" otsdamerstr. 126a. Vf. Kliom, Bernauerstr. 108. J. Kock, Kastanien-Allee 80. G. Knacke, Andreasstr. 24. „ Alexanderstraße 37. Ph. Knill, Rheinsbergerstr. 50. A. Lemke, Schönhauser Allee 138/139 0. Liskow, Oranienstr. 47a. A. Llssmann, Gerichtstr. 7. A. Lange, Brunnenstr. 136/137. R. Lenz, Maßmannstr. 21. H. Meissner, Reue Hochstraß? 43. C. Howes, Andreasstr. 51. C. Muslc, Potsdamerstr. 37. R. Müller, Jnvalidenstr. 117. E. Müller, Dreysestr. 14(Moabit). Ä. Nauen, Wrangelstr. 99. F. Sporeuter, Poststr. 16. C. Stroblow, Brückenstr. 15a. J. Stobey, Oranienstr. 170. F. Stockmar, Grüner Weg 72. P. Stahl, Grüner Weg 37. A. Vierow, Alte Schönhauserstr.(Ecke Münzstt.) L. Vetter, Alezandrinenstr. 99. A. Weiss, Reinickendorferstr. 6. C. Wanke, Rixdorf, Bergstr. 9. A. Wittenbecher, Moabit, Birken str. 9. 0. 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