Nr. Ifta Sonntag, den 4. Mai 1890. Jahrg. Hrgan für die Interessen der Arbeiter. scheint in z' Das„Berliner Volksblatt" MMWAMMZU ---- Fernsprecher: Amt VI.|U-. 4106.___ MedaKkion: Veukhüvzrtze S.— Expvdikton: VeukMvAHe 3. Usiillemeitts-Eilillliillllg. aus �unat Mai eröffnen wir ein neues Abonnement "-«M5..er N-Iwdlatt» „Sonntagsblatt". n Anbetracht der bevorstehenden Reichstagsverhandlungen, Löchte wir am Ausführlichsten von allen Miter x bringen werden, ist es nothwendig, daß jeder hlettcz j,-.»Berliner BolkSblatt" abonnirt. Der Preis unseres a»i.®«Sl'0�cr' daß dasselbe von jedem Arbeiter gelesen werden kiik..„I'ch1 eines jeden Zlrbeiters ist es außerdem, die Arbeiter- T. die Kapitalistenblätter zu unterstützen. r bisher erschienene Theil des Romans Zum Glück der Damen dird. von Emil Zola Anzutretende» Abonnenten gratis nachgeliefert. pro imt"berliner Uollrodlatt" mit der Gratisbeilage kostet ""ot frei ins Haus IM 10 Wm Hä»..?"hrrhalb nehmen alle Postanstalten Abonnements- � f»r die Monate»lai. Juni zum Preise von 2 Mark 30 Pf. Uolkodlatt' ist eingetragen in der Post- "Allste unter Rr. 892 V. Nachtrag. s'A�enummcru stehen in beliebiger Anzahl gratis zur Ver- und Expedition des �„KeeUnee Uolksdiott�. xtntt t*cv , kstunvenketg. öum 1. Mai erschienenen„Denkschrift zur hat L udenbewegung", betitelt:„Der e r st e Mai", Uo"e �axini. Ernst in München u. a. die Aenße- fsapg.j.."°lner Reihe wissenschaftlicher und literarischer tan 2 aten"/ die um ihre Meinung über den Achtstunden- Hah-,. �gangen morden sind, dem Druck übergeben. Wir cht die Absicht, uns mit all diesen„Gutachten" «evboten. .»euilletott. [24 » Ginck der Damen." Aul... Roman von Emile Zola. °risirte Uebersetznng von Armin Schwarz. N fej'X f,c endlich begriffen, zog sie verblüfft ihre Hand �ßsttheit Freundin. Dieser Rathschlag brachte sie in Ver- 9% Un< P'e eine Idee, die sie noch niemals im Leben ge- deren Vortheil sie nicht einsah. � UCI"/ antwortete sie einfach. 2# saa°;chltV gerben Sie nie weiter kommen, sagte Panliite, für Jy) Ihnen. Ziffern sprechen: 40 Franks zahlen ■In'ömmJl- nen' dem Großen haben Sie hie und da Adler A>ous-Stück zu geben; Sie selbst können auch nicht �lche cv, e eine Bettlerin herumgehen, in Schuhen, über . Genossinnen sich lustig machen.. Nehmen Sie das wird viel besser sein. sn,"1' wiederholte Denise. Uthigt hm''®le sind nicht recht gescheidt. Man ist ge- t c hQbp,,=u"0 dann ist die Sache so natürlich! Wir Ans es überstanden. Sehen Sie, auch ich hatte an» ? e#d»Ua« A- � Bezahlung, nicht einen Heller. Man hat .ducb Verpflegung und die Wohnung, aber man hat "~ � f. v. n rt i».9 Ii* Auch Loi�.7"??llegung UNO vir üüvv.m..»,....... nA. einaMAr f kniffe; auch ist es unmöglich, ohne Sous zu »/ die fbiiJ �en in seinem Zimmer, wo man nichts sieht, ** später' a niu� wan sich gehen lassen, früher nun sprach sie von ihrem ersten Liebhaber, einem zu beschäftigen; gar manche dieser„Kapazitäten" sind in den weitesten Kreisen unbekannt und bekunden ein durch Sachkenntniß durchaus nicht getrübtes, darum desto kühneres Nrtheil über eine wichtige wirthschaftspolitische Frage. Unstreitig das bedeutsamste, interessanteste und kompetenteste Urtheil fällt Ad olf Wagner,„Geheimer Regiermigs- rath und ordentlicher Professor der Staatswissenschaften an der kgl. Universität Berlin". Wagner schreibt: Ich erkenne in der sog.„Achtstundenbcwegung" ein prin- zipiell berechtigtes Element, das in dem heutigen Stande der gewerrlichen Technik seine vornehmliche Begrund ng findet. Es ist eine„Beschränkung der täglichen Arbeitszeit" auch des erwachsenen inännlichen Arbeiters bei der jetzigen technisch möglichen„Produktivität der Arbeit" ohne ein durchgreifendes Bedenken möglich geworden. Wird diese Beschränkung in passendem Umfange erreicht und die so„frei werdende" Zeit vom Arbeiter riäztig aus- genutzt, so erfolgt ein kulturpolitischer Fort- schritt ersten Ranges, nicht bloß zum Segen der nächst betroffenen Arbeiter, sondern der gesaminten Kulturwelt. „Selbst wenn die Beschränkung der täglichen Arbeitszeit, wie die ähnliche Forderung einer auch verhältuiß- mäßigen Steigerung der Arbeitslöhne, sich zum Theil auf Kosten der„Besitzenden", der„höheren" Klassen vollziehen sollte, erblicke ich darin im Prinzip kein Bedenken, sobald die Frage vornehmlich nur in einer Beschränkung der Luxuskonsumtion dieser letztgenannte» Klassen bestehen würde. Diese Wirkung halte ich in gewissem Umfang für wahrscheinlich und kulturpolitisch, sittlich für erwünscht. „Ich halte es im Prinzip auch für leichter, wichtiger und besser, wenn die Beschränkung der Arbeitszeit auch des müirnlichen erwachsenen Arbeiters durch die Gesetzgebung', beziehungsweise weiter durch internationale Völker- rechtliche Regelung mittelst der Feststellung eines sog. N o r m a l- oder besser Maximal- Arbeitstages stattfände; für leichter und besser, als wenn sie erst das Produkt erbittern- der, namenlose Leiden bewirkender Vertragskämpfe zwischen Ar- beitern und Unternehmern ist; für leichter und besser, als wenn sie mittelst Koalitionsrechts, Arbeitseinstellung(Streik), Gewerk- vereinsorganisatiou mühsam und unsicher erreicht wird. Ich halte eine solche gesetzliche Regelung auch, abweichend von der sonst in diesem Punkte noch vielfach herrschenden Ansicht— so in England— für ebensowohl möglich, im Wesentlichen für ebenso nothwendig, auch für prinzipiell ebenso, wenn auch nur aus anderen Gründen, berechtigt und für noch viel wichtiger, weil allgemeiner wirkend, als die nunmehr von allen Seiten für ge- boten erklärte gesetzliche Beschränkung der Beschäftigung und Arbeitszeit der Frauen, jugendlichen Arbeiter und Kinder. „Andererseits verhehle ich meine erheblichen B e- denken nicht in Betreff der Forderung eines bereits jetzt blas a ch t st ü n d i g e n und überhaupt eines für alle I n d n st r i e z>v e i g e und für alle Industrieländer ganz gleichmäßigen Maximal-Arbeitstages. Richtiger, begründeter und ausführbarer erscheint nur ein zehn- st ü n d i g e r internationaler Maximal-Arbeitstag für den gewerklicheu, männlichen, erwachsenen Arbeiter und ein auf dieses Maaß und nur; e nachdem mehr oder weniger unterhalb desselben angesetzter gesetzlicher Arbeitstag für das einzelne Land und verschiedene Industrie- Advokatenschreiber, den sie auf einer Landpartie in Mendon kennen gelernt hatte. Nach diesem kam ein Postbeamter, und jetzt, seit dem Herbst, hat sie eine» Konnms aus dem Hause„An bon marche"(„Zum wohlfeilen Einkauf.") Ein großer, netter Junge, bei dem sie ihre ganze freie Zeit zubringt. Uebrigens hatte sie immer nur Einen. Sie war rechtschaffen und sprach mit Entrüstung von den Mädchen, die sich dem Ersten Besten hingeben. — Ich will Sie keineswegs zu einem schlechte» Lebenswandel verleiten, sowie ich auch nicht gern in Gesellschaft dieser Klara mich sehen lassen wurde, weil man mich leicht beschuldigen könnte, daß ich es so arg treibe, wie sie. Aber wenn man ruhig mit Einem lebt und sich nichts vorzuiverfen hat... Finden Sie das gar so häßlich? „Nein, erwiderte Denise, aber es paßt mir nicht. Neues Stillschweigen. Die beiden Mädchen sahen ein- ander lächelnd an. Dann bemerkte Denise erröthend: — Nebrigens müßte man vor allem Jemandem gut sein. Pauline schien erstaunt, dann brach sie in ein Gelächter aus, küßte ihre Freundin und sagte: — Aber, meine Liebe, man begegnet sich und gefällt sich! Sie sind aber drollig! Man wird Sie ja nicht zwingen... Wenn Sie wollen, machen wir mit meinem Bang« nächsten Sonntag eine Landpartie, er wird auch einen seiner Freunde mitbringen. — Nein, wiederholte Denise in ihrer eigensinnigen Sanftmuth. Pauline drang nicht weiter in sie; Jeder sei sein eigener Herr, meinte sie. Sie habe ihr diesen Rath aus Freund- schaft ertheilt, denn sie sei bekümmert, wenn sie eine Kameradin so unglücklich sieht. Und da es jetzt Mitternacht schlug, erhob sie sich, um sich in ihr Zimmer zu begeben. zweige: je nach dem Stande der nationalen Zlrbeitsintensivität, der dadurch mit bedingten Arbeitsproduktivität, der gebotenen Rücksicht auf nationale und internationale Konkurrenz; bei den einzelnen Zweigen je nach deren Technik, Arbeitsanstrengung, bes onderen Konkurrenzverhältnissen. „Bei einem gleichmäßigen bloß achtstündigen Arbeitstag profitirt leicht zu sehr und zu einseitig die Industrie des bereits technisch, nach Arbeitergeschicklichkeit, Arbeits- intensivität entwickelteren Landes: so England, Nordamerika gegenüber Deutschland und dem Kontinent. Hier iväre, im Unterschied zu England und Nordamerika, auch der Sprung von den bisher üblichen 10, 11, 12 und mehr Stunden auf ein- mal auf bloß 8 Stunden zu groß, vollends zu rasch. Bei einer langsanieren kleineren Verminderung der Stundenzahl kann der Arbeitseffekt ziemlich gleich bleibe». Bei einer sofortigen großen würde er sehr wahrscheinlich sehr abnehmen, dadurch die Produktion vertheuert, die Konkurrenz gegen Länder wie England, Nordamerika erschivert werden. Eine ange messe n e mäßige Verkürzung der Arbeitszeit ist ein Segen für die Arbeiter, aber bei einer ganz plötzlichen, starken Verkürzung dieser Zeit, woran sie nicht gewöhnt sind, erhält ein Be- denken, das ich fast auch theile, eine große Berechtigung, näm- lich ob die Arbeiter mit so plötzlich„frei werdenden Stun- den" etwas ihnen selbst und der Gesellschaft Segensreiches wür- den anzufangen wissen. „Gewiß ist der Einwand, daß eine erhebliche Verkürzung der Arbeitszeit die Produktion sehr vertheuern, die Preise sehr steigern müsse und deshalb den Arbeitern, als Konsnmen- t e n, nur vorübergehend nützen könne, nur sehr theilweise rich- tig. Denn soweit die Arbeiter nicht für„Arbeiter", sondern für die„Besitzenden" und„höheren" Klassen produziren, stünde dem erwähnten Vortheil hier, wie ebenso bei der Lohnerhöhung, kein entsprechender Nachtheil gegenüber. Und außerdem kann eben die Folge auch sein, daß der Unternehmer- und Kapitalgewinn die Einbuße tragen muß. Letzteres wäre bei großen bis- herigen Gewinnen keine bedenkliche Folge. Aber eine solche würde sich allerdings bei einer zu raschen und zu starken ArbeitSzeit-Verkürzung— wie auch Lohnerhöhung — auf einmal ergeben, wenn die kleineren, technisch und ökonomisch weniger leistungsfähigen Unternehmungen dann nicht mehr bestehen könnten. Hier würde um so mehr, um sorascher das Großkapital, die Großindustrie siegen: meines Erachtens keine erwünschte Folge, auch nicht im bloßen Arbeiterinteresse. „Deshalb schließe ich: im Prinzip könnte ich mich mit den: Ziel, angemessene Verkürzung der täglichen Arbeitszeit auch des männlichen erwachsenen Arbeiters, und mit der Methode, gesetzliche Regelung befreunden; mit der Forderung eines ganz gleichmäßigen und eines bloß acht Stunden langen, gesetzlichen Maximal-Arbeitstags, wenig- stens für jetzt und für Deutschland, nicht. Ein zehn- stündiger, angemessen nach Ländern und Industrie- zweigen weiter verkürzter Arbeitstag schienen mir ein richtigeres, praktisches Strebeziel." Wir können die Auffassung Wagner's, die sich mit den Forderungen des wissenschaftlichen Sozialismus in den meisten und gerade den ausschlaggebenden Punkten deckt, zum größten Theil akzeptiren. Er stellt sich auf den Bo- den der volksthümlichen Sozialreform, wenn er die gesetz- liche Festlegung des Normalarbeitstages auch für Er- wachsene, und die internationale Fabrikgesetzgebung als Vorher nöthigte sie Denise» die sechs Francs auf, die ihr fehlten; sie wird ihr sie zurückgeben, wenn sie mehr verdienen wird. — Und nun löschen Sie die Kerze ans, damit man nicht merkt, welche Thür geöffnet wird. Wenn ich drüben bin, können Sie sie wieder anzünden. Als die Kerze ausgelöscht war, drückten sie einander noch einmal die Hand und Pauline entfernte sich ge- räuschlos. Denise wollte, bevor sie schlafen ging, die Reparatur ihrer Schuhe und die Reinigung ihrer Wäsche beendigen. Es ward immer kälter, je weiter die Nacht vorschritt. Allein, sie fühlte diese Kälte nicht. Das Gespräch mit Pauline hatte ihr Blut in Wallung gebracht. Sie war keines- wcgs empört, denn sie fand, daß Jedermann sein Leben nach seinem Gutdünken einrichten dürfe, wenn er allein und verlassen dasteht. Indessen hatte sie niemals solche Ideen gehabt; ihr gerader Sinn und ihre gesunde Natur hatten sie bisher in ihrer Ehrbarkeit erhalten. Gegen ein Uhr Morgens ging sie endlich zn Bett. Nein, sie liebt niemanden, sagte sie sich. Warum sollte sie dann ihr Leben ändern? Warum sollte sie sich der mütterlichen Zärtlichkeit entledigen, mit welcher sie sich ihren beiden Brüdern ge- widmet? Indessen konnte sie nicht einschlafen, es fröstelte sie von Zeit zu Zeit. Von diesem Tage an interessirte sich Denise für die Herzensgeschichtcn der Fräulein ihrer Abtheilung. Wenn es nicht viel zu thnn gab, wurde da fortwährend von den Männern gesprochen; da gab es viel Klatsch. Die Ver- käufcrinnen unterhielten sich oft Tage lang mit der Er- zählnng von allerlei Abenteuern. Klara war fortwährend der Gegenstand großer Skandale; man sagte, eine kulturpolitische Nothwendiccheit verlangt. Seine knappe, scharfe Begründung ist ein trefflicher Beweis für die Ein- ficht des Berliner Forschers in das verwickelte Getriebe der modernen Produktionsweise; ein deutscher Professor, der seinen-Marx nicht blos gelesen, nicht blos begriffen hat, sondern unter Umständen auch den Muth besitzt, der profitwüthigen Unternehmerklasse ein klein wenig mindestens die Wahrheit zu sagen. Die Wahrheit zu sagen, was be- sonders schwer in die Wagschale fällt, als Kampf- und Bundesgenosse des Stöcker'schen Antisemitismus! Herr Wagner ist aber ein Mann der Ueberraschungen, der die- jenigen, welche seinen Werdegang verfolgt haben, schon mehr als einmal in Erstaunnen gesetzt hat und wohl noch öfters in Erstauen setzen wird, mag man nun seine wissen- schaftliche Thätigkeit, oder sein kurzes Wirken im preußischen Landtag oder seine Verbrüderung mit den Stöcker und Ge- Nossen sich in's Gedächtniß rufen. Unstreitig hat Wagner Recht, wenn er eine s o- f o r t i g e Durchführung des Achtstundentages in allen Industriestaaten für unmöglich hält, wenn er denselben als ein in der Zukunft liegendes, Schritt für Schritt zu er- kämpfendes Ziel bezeichnet. Der Weg zum Achtstundentag führt in Deutschland durch die wichtige, zunächst zu er- strebende und sicher in Bälde zu gewinnende Station des Zehnstundentages. Diese Etappe muß erst ge- nömmen werden, ehe das werkthätige Volk an die entfernter liegende Etappe gelangt. Die ökonomischen Zustände lassen keine andere Marschroute zu. Wer aber bedenkt, wie vor einem Vierteljahrhundert aus kleinen Anfängen die mäch- tige deutsche Arbeiterbeivegung empor gewachsen ist, deren Entfaltung den feigen Philistern den Athen? benimmt, jeden Freund der Kultur mit ausrichtiger Freude erfüllt, der sagt sich, daß auch jenes weitere Ziel, Dank dem planvollen Vorgeheil der Sozialdemokratie, in absehbarer Zeit erreicht iverden wird. Das klassenbewußte Proletariat Deutsch- lands gab den Anstoß zu der Arbeiterschutz- Gesetzgebung, welche trotz alles Sträubens der herrschenden Klassen sich durchsetzen lvird und durchsetzen muß. Das deutsche Proletariat erhob durch sein Dasein und sein Wirken die soziale Frage zum Hauptgegenstand der öffentlichen Diskussion und der parlamentarischen Debatten, und der entlassene Kanzler ivußte, was er sagte, als er die ersten kläglich-künlmerlichen Ansätze zu Sozial- gesehen als eine llnnlittelbare Wirkung der sozialistischen Arbeiterbewegung bezeichnete. Wir haben Zeit, wir können warten, denn die Sozial- demokratie ist die jugendkräftige, die lebensfrische Partei; ?vir nehmen erst den kleinen Finger des zehnstündigen Arbeitstages, wir nehmen den Zeigefinger des Achtstunden- tages und wir nehmen am Ende die ganze Hand der rationell umzugestaltenden Wirrhschaftsweise. Eins nach dem Ander??, nichts Sprunghaftes, sondern etwas gesetzmäßig aus dem Vorhergegangenen sich Eilt- lvickelndes. Gerade die Bourgeoisie, die bisher in schmäh- licher Weise mit Leib und Lebe?? der Arbeiter zu Gunsten des Unteruehmerprofits Raubbau getrieben hat, gerade sce hat ein hervorragendes Interesse an einer gründlichen Fabrikgesetzgebung. Die schrankenlose Allsbeutung läßt sich bis zu einem gewissen Punkte durchführen, aber dann treiben wir in den Abgrund der leiblich-geistigen Entartung der großeil Massen, dem Untergange der Ration enl- gegen. Gutgenährte, gntgelohnte, gebildete Arbeiter be- deuten tüchtige, geschulte, leistungsfähige, eifrige Arbeits- kräfte. Voll den Gefahren für das moderne Heerwesen ganz zu schweigen, dessen Statistik Jahr für Jahr be- trübendere Untauglichkeitsprozeute bietet, dessen Ansprüche ai? das Körpermaß der Rekruten Jahrzehnt für Jahrzehnt sich vermindern; die Jildustrialisirung des Volkes ohne das Schutzmittel der Sozialreform heißt in letzter Linie Wehrunfähigkeit des Staates! Die Besorgniß Wagner's, daß die Arbeiter nicht lvüßten, was sie mit ihrer Zeit ansangen sollten, wenn sofort der Achtstundentag eingeführt würde, köl???en wir sie habe drei Liebhaber, ohne die Gelegenheits- Verehrer zu zählen, die fortwährend binter ihr einher- liefen; wenn sie das Magazin nicht verließ, wo sie so wenig als möglich arbeitete, lveit sie außerhalb des Magaziiis das Geld viel leichter und angenehmer verdiente, so geschah es nur, um ihrer Familie gegenüber den Schein zu retten, denn sie lebte in ewiger Furcht vor ihrem Vater Prunaire, der ihr fortwährend drohte, nach Paris zu kommen und ihr die Glieder im Leibe zu zerbrechen. Marguerite hingegen führte sich gut auf; man wußte von keinem Liebhaber zu erzähleil, den sie hätte; dies überraschte allgemein, denn ihr Abenteuer war bekannt; man wußte, daß sie nach Paris gekommen war, um hier niederzukommen. Wo hatte sie dieses Kind hergenommen, fragte man sich, wenn sie gar so vernünftig ist? Man sprach von einem unglücklichen Zufall und fügte hinzu, daß sie sich jetzt gut ausführe, um ihren Kousii? in Grenoble zu Heirathen. Man machte auch viele Späße aus Rechnung von Madame Frederic; man erzählte sich, daß sie mit hochstehenden Persönlich- leiten allerlei geheime Händel habe; in Wahrheit ivußte man nichts von ihren Herzensangelegenheiten; am Abend, nach beendigter Arbeit entfernte sie sich immer sehr eilig, ohne daß Jemand zu sagen wußte, wohin sie laufe. Was die Leidenschaften der Madame Anreite betrifft, so erzählte man, daß sie es auf unterivürfige, junge Leute abgesehen habe, doch waren diese Gerüchte sicherlich falsch und verdankten ihr Entstehen nur den Verleumdungen unzufriedener Ver- käuferinnen. Möglich, daß sie ehemals einem Freunde ihreS Sohnes gegenüber allzuviel Wohlwolleil an den Tag gelegt hatte, allein heute benahm sie sich als ernste Frau, die an solchen Kindereien keinen Gefallen mehr findet. Dann kam der Rest dieser Damen, die sich am Abend am Arm ihrer Geliebten, oie sie vor der Thüre erwarteten, nach allen Richtungen von Paris zerstreuten. Auf dem Gaillon-Platze, längs der Rue de la Michodu-re und der Rue Neuvc-St. Augustin sah iiiaii immer einzelne Männer unbeiveglich stehen, die auf ihre Mädchen warteten. Jeder nahm sein Liebchen am Arm und man entfernte sich gemüthlich plaudernd, mit der Ruhe und Zufriedenheit von Eheleuten. Was Denisen am meisten in Verwirrung brachte, war freilich nicht theilen. Wenn er die modernen im Feuer der Bewegung geschulten Arbeiter sich betrachtet, wenn er sich ins Gedächtniß riefe, daß gerade die Arbeiterklasse von einem unüberwindlichen, glühenden Drang nach Wissen und Aufklärung, von einer ergreifenden Begierde nach dem klaren Quell edler Kultur erfüllt ist, dann würde er dieses Einwandes sich nicht bedienen. Zugegeben sei, daß hier und da in der ersten Zeit Mißbrauch getrieben würde, aber diese Ausnahmen würden federleicht sein gegen- über der schwer wuchtenden Thatsache, daß das Feldgeschrei der modernen Proletarier lautet: Bildung, Freiheit, Brot! Das Familienleben, die sittliche und geistige Hebung der arbeitenden Klasse könnte auf die Dauer nur gewinnen. Kleine Mißstände der Uebergangs- Periode schrecken den nicht, der sieht, wie unsere„gebildete Jugend", z. B. viele der Herren„Studirenden", die „Blüthe der Intelligenz", ihre Zeit todtschlagen. S o verrottet, versumpft und jämmerlich würde ein klaffen- bewußter deutscher Arbeiter niemals mit dem kostbaren Gute der Muße wirthschaften. Wir wollen hoffen, daß Herr Wagner auf dem „evangelisch-sozialen Kongreß" seine Meinung über die Acht- stunden-Bewegung mit derselben Energie darlegen und verfechten wird. Zum Schluß aber die Anfrage, ob er nicht auch für die l a n d w i r t h s ch a f t l i ch e n A r- b e i t e r eine gesetzliche Verkürzuilg der Arbeitszeit und andere Schutzmaßregeln für dringend geboten erachtet. Das soziale Elend der Landarbeiter ist unbestreitbar, und wenn auch der Landarbeiterschutz der Natur der Dinge gemäß nicht genau nach dem Modell des Jndusiriearbeiterschutzes ge- formt werden kann, so ist doch auf dem Lande eben noch Alles zu thun. Die konservativen Grundbesitzer wer- den vielleicht ihrem Parteigenossen Wagner grollen, wenn er auch für die Landarbeiter eine Lanze bricht. Aber was thut das, wenn es sich um ein Prinzip handelt? Die Wahrheit über Alles! Haben wir nicht Recht, Herr Wagner? Uovveljjcmdenzcn. Varia, 1. Mai. Die Bedeutung und der Umfang des heutigen Tages, der unter dem großen Belagerungs- zustand und einem noch nie erlevten Massenaufgebot von mili- tarischen Sicherheitsmaßregeln begangen wurde, läßt sich noch nicht übersehen; jedenfalls aber glaubt die Regierung mit heute eine„a n t i r e v o l u t» o n ä r e A e r a" beginnen zu können. Zum Berständniß der Lage ist daher eine kurze Zusammenfassung der vorhergehenden Ereignisse erforderlich. Schon vor drei Mo- »aten, als die erfte Ausforderung an die Arbeitersyndikate erging, den ersten Mai zu feiern, und die Frage, wie dieselbe zu ver- anstalten sei, noch gänzlich offen gelassen war, verLf>entlichte der der Regierung nahegehende„Temps" einen Artikel unter der Ueberschrift„Pruparatiis revolutionnaires"(Vorbereitungen zur Revolution!), worin der erste Mai als der Ausgangspunkt einer„anarchistischen Aktion" bezeichnet wurde. Diesem Beispiel folgten auch die übrigen gouverneinentalen Blätter, welcye alle Arbeiter und Arbeiterführer, die in Bezug auf den 1. Mai genannt wurden, schlechthin als„Anarchisten" be- zeichneten. Sehr bald wurde es klar, daß hierin ein Snstem lag; und mit Hilfe der in Aussicht gestellten boulangislifchen Mani- festationen wurde auf diese Weise schon seit Wochen der 1. Mai künstlich als das Schreckbild für die Bourgeoisie geschaffen. In den letzten Togen wurde dieses System mit einer geradezu bewundernswerlhen Virtuosität weiter verfolgt, indem man die grausigsten Anschläge der Anarchisten in Paris, Lyon und Marseille entdeckte, dort revolutionäre Fing- blätter zu Tausenden, natürlich sofort in der Druckerei, beschlag- »ahmte und bei völlig obskuren„Anarchisten" Waffen und große Geldsummen vorfand. Die Börsianer und die Geldinstitute wur- den auf diese Weise geradezu gepreßt, sich von der Regierung militärischen Schutz zu erbitten; und vermuthlich aus Furcht, am 1. Mai selbst keinen Anlaß zu den vorausgesagten Massenver- Haftungen zu finden, kam man zu dem Entschluß, sämmtliche „Anarusisteu"führer,(darunter Jules Guesde!) schon am Tage vorher zu verhasten."— Die Thalsachen selbst redeten freilin) eine andere Sprache. Am 23. April veröffentlichte das Organ Guesde's,„Le Combat", das Programm für den gefürchteten Tag, in welchem nichts weiter als die Ueberreichung einer Petition zu Gunsten des achtstündigen Arbeitstages seitens die Entdeckung von Colombans Geheimuisi. Sie konnte ihn zu jeder Stunde auf der Schwelle des„Alten Elbeuf" sehen, wie er nach dem Zwischenstock der Handlung„Zum Glück der Damen" hinausschaute und die Fräulein der Konfektions- Abtheilung nichtaus denAugen ließ. Wenn er merkte, daß Denise ihn beobachte, wandte er sich erröthend ab, als hatte er gefürchtet, daß Denise ihn ihrer Cousine Genevißve verrathen werde, obgleich es zwischen Denisen und der Familie Baudu keinerlei Beziehungen mehr gab, seitdem das Mädchen im Hause„Zum Glück der Damen" eingetreten war. Sie glaubte zuerst, er sei in Marguerite verliebt, als sie seine verzweifelte Miene sah; denn Marguerite war vernünftig, schlief im Hause und war nicht so leicht zu erobern. Später sah sie zu ihrer lieber« raschung, daß die schmachtenden Blicke des Kommis Klara galten. So schmachtete er seit Monaten auf dem Trottoir gegenüber, ohne den Muth zu finden, sich zu erküren; und so benahm er sich einem freien Mädchen gegenüber, das in ocr Rue Louis le Grand wohnte und das er ohne Schwierig- leiten hätte ansprechen können, bevor es sich jeden Abend an? Anne eines andern Mannes entfernte. Klara selbst schien von ihrer Eroberung nichts zu ahnen. Denise war von ihrer Entdeckung schmerzlich betroffen. Ist das eine dumme Geschichte, die Ltebe! Was, dieser Junge, der sein Glück in Händen hat, verdirbt sein ganzes Leben, indem er eine Dirne anbetet, wie ein Heiligthum? So dachte Denise, wenn sie Abends diese Fräulein mit ihren Lievhabern sich entfemen sah. Die jenigen, welche im Hause schliefen, in den kleinen Zimmerchen unter dem Dache, kamen gegen 11 Uhr zurück, es wäre denn, daß sie eine Erlaubniß bekommen hätten, ins Theater zu gehen. Die Uebrigen verschwanden bis zum nächsten Morgen. Und Denise mußte zuweilen mit einem Lächeln das freundschaftliche Kopfnicken erwidern, mit welchem Pauline sie begrüßte, welche Bauge regelmäßig um halb neun Uhr an der Ecke des Brunnens am Gaillonplatze erwartete. Dann, wenn sie als Letzte ausgegangen und ihre kurze verstohlene Promenade, immer allein, gemacht hatte, kam sie als Erste wieder heim; sie arbeitete dann eine Weile oder ging zu Bette, den Kopf ganz wirr von einem Traum, von Neugierde erfaßt über dieses äußere Leben, welches der ArbeLtersyndikate der Quästur der Deputirtenkammec bracht werden sollte. Hierzu war eine Delegation von Personen erwählt, darunter die Abgeordneten Boyer und j", und mehrere sozialistische Gemeinderäthe, welche sich um- Nachmittags auf bei; Place de la Concorde einfinden un°- aedäude aukbrecken sollten. Tu jß'. und i»? dort nach dem Kammergebäude aufbrechen sollten. demokratischen Arbeiter wurden aufgefordert � sich w großer Zahl ebenfalls auf dem Platze einzufinden laimccei» OtLae vca»eicyiiuii(ju luiytu. �11 lti."-, gangen en Delogirtenkonserenz hatten sich von 143 Pariser syndikatcn 82 für die Theilnahme an dem Zuge ausgesM" Gl possibilistische Delegirte stimmten dagegen. Jules Guesv! klärte darauf in seinem Blatte, daß demnach die Zahl der ir nehmer an der Kundgebung auf 20 000 zu veranschlagen sst, für Paris wahrlich nicht beunruhigend sein konnte. NatürM� lief die Manifestation völlig programmmäßsg, nur war die M � Theilnchmer geringer, da die Polizei die kommenden Trupps», ¥ wegs anhielt und dabei mehrfache Verhaftungen veranlaßte. am Abend konnten keine Versammlungen abgehalten werdm sämmtliche Säle geschlossen und die Eingangsthüren militärisch, theils durch die Polizei besetzt waren. Die_a Provinz einlaufenden Telegramme lassen dagegen schließen,_ in Lyon, Bnrdeaux, Calais, Lille, Roubaix, Ronen und Minendistrikten von Valenciennes und St. Etienne die* gedungen außerordentlich imposant gewesen sind. poltkil'che Meberflivl Mahlprotrste. Nach der Geschäftsordnung des Ret können nur solche Wahlproteste berücksichtigt werden, weicht den ersten zehn Tagen nach Eröffnung des Reichstages bei Bureau desselben eingehen. Also nur diejenigen Wahlprc � welche bis zum 16. Mai im Reichstag sind, können einen haben. Die Zahl der bisher eingelaufenen Proteste soä � verhältnißmäßig geringe fem. Wiederholt möchten wir darauf hinweisen, daß es von Wichtigkeit ist, alle diejeu�ss Fälle, in welchen Verstöße gegen das Wahlgesetz vorge! sind, auch dann zur Kenntniß des Reichstages zu bringen eine Wahlanfechtung nicht beabsichtigt wird. Insbesondere* wünscht ist das in Bezug auf Wahlbeeinflussungen, Verletzung � Geheimnisses der Wahl, Beeintrüchtigung der Berechtigung r Veriheilung von Stimmzetteln und Flugblättern u. s. w. dadurch, daß über solche Verstöße im Reichstag Beschwerde führt wird und daß dieser fortgesetzt auf Abhilfe dringt, kann selben in wirksamer Weis« entgegen getreten werden. Gin Kottrgeoi» vom rrinften KUassrr hat in Wiener Bourgeoisgesellschaft, die sich.Niederösterreich-.» Gemerbeverein" nennt, am 20. Februar eine Jubiläum» geredet, die uns beweist, daß auch jenseits der schwarzgsi. Grenzpfähle die bürgerliche Boruirtheit üppig wuchert. Professor Dr. Wilhelm Exuer— der Mann ist und verdient es auch, es zu sein— schwefelte folgen � maßen:„Am 4. Mai 1840 veranstaltete der Berel Saale der ehemaligen Reichskanzlei in der k. k. Hosburg/7 erste Generalversammlung. Der Vorsteher des� den raQ�#| Graf Ferdinand Colloredo-Mannsfeld, rühmt gliedern nach, daß sie von dem Geiste jener ungeheuchelten Humanität beseelt seien, der s Einzelnen lehrt, sein eigenes Woht nur ln dem©by nie in dem Verlust Anderer zu suchen, der Unering einzig nach Wahrheit und richtiger Einsicht strebt, der Meinung mit Achtung zu würdigen und dir wohtbegrü".- eigene nur mit Schonung Anderer zu vertheidigeu W) ist." Machen wir hier einen Augenblick Halt! Die bürgere Produktionsweise zeigt uns bekanntlich, wie im wit�t Konkurrenzkampf ein Unternehmer den andern zerfleischst alle Mittel, List, Gewalt, Brutalität und Schlauhelt, wjjl sind zur Erreichung des einen Zwecks, der Plusmacherei l Kosten und aus den Taschen der Andern. Der edle ist im günstigsten Falle also schafig genug gewesen, L Schassmoral gepredigt zu haben. Unser Hofrath zetert' thränenselig:„Diese polemische Bemerkung Colloredo's erkennen, daß es auch damals schon Bevölkerungstreise 3. welche von einem anderen Geiste, als dem e A-, Humanität, beherrscht waren. Die Partei rohen I n st i n k t e und einseitigen G e w a' thätigkeit(hu, hu, hu!) hat trotz des wechselt"3■ Geschickes unseres theuren Vaterlandes bisher nie daw das Uebergewicht erlangen können. Dies mag trösten. Denn wenn es auch heute eipe st 4 � sie nicht kannte. Gewiß, sie beneidete diese Frau � nicht; sie war glücklich in ihrer Einsamkeit, in Wildheit, die ihr wie eine Zuflucht war; allein, ihre. bildungskraft riß sie fort und suchte die Dinge zu ergrü»? sie dachte unaufhörlich au die Vergnügungen, dle ihr eWjJ worden waren, an die Kaffees, Restaurants, an die The/j ,, an die Sonntage, die mit Kahnfahrten und in den Wald„ zugebracht werden. Und von all dem blieb ihr nichts. t. eine Ermüdung des Geistes zurück, ein Gemisch von j3, langen und Ermattung und es war ihr, als wäre sie lAj, gesättigt von diesen Unterhaltungen, die sie niemals lP-H Indessen gab es inmitten ihres Lebens voll Arbelt wenig Raum für solche'gefährliche Träumereien. In? gazin, unter den Strapazen der 13 Stunden Arbeit, da man unter den Verkäufeni und Verkäuferinnen nur>v»'z an Liebesgeschichten. Hätte nicht der ewige Kampf»M Geld den Unterschied der Geschlechter hier völlig P? k« löscht, so würde das ewige Gedränge, das die jiöpff. schäftigte und die Glieder ermüdete, jedes Verlang� erstickt haben. Es kam zwischen den Kommis'-ß den Verkäuferinnen nur selten ein Liebesvcrhal? s vor. Sie geborten hier alle zusammen zum Räderw welches die Maschine in Bewegung setzte, entsagten s?. Individualität und trugen ganz einfach mit ihren Kral j zur banalei? und mächtigen Gesammthelt dieses Phalanp� bei. Das individuelle Leben begann erst draußen mit o plötzlichen Aufflammen der Leidenschaften. Indessen bemerkte Denise eines Tages Albert LhoM � den Sohn der Abtheilungsvorsteherin, wie er ein BilP i die Hand eines Fräuleins von der Wäscheabtheilung 0?? ließ, nachdem er vorher einige Male mit gteichgiltiger � durch die Abtheilung spazirt war. Man war( der morte Saison des Winters, welche von DezPP.j bis zum Februar dauert; Denise hatte da zuweilen en. Augenblicke der Ruhe; sie konnte sich an die � m lehnen, die Tiefeil des Magazins betrachten»uv„ die Kunden erwarten. Die Verkäuferinnen der Konfekt'� Abtheilung unterhielten insbesondere Beziehungen zu den �. käuferil der Spitzenabtheilung, ohne daß aber die gezwuP � Intimität weiter gegangen wäre, als zu trockenen Spa? i Strömung im Volke giebt, von der man mit Chakespeare's„König Lear" sagen könnte: „Das eben ist der Zeiten Fluch, dag Tolle Führer .„ sind der Blinden";. sind überzeugt, ihre a l t e r t h ü m l i ch e n(!!) Waffen werden zerschellen an der stählernen Rüstung der modernen Ge- Mchast, an der Gesittung; und die aus der Wissenschafts- 'siege entspringenden Thatsachen werden die H i r n g e- p i n n st e vernichten, welche verblendete Walsen anatistren." So predigt der Exner den Industriellen, die 'hm begeistert Beifall klatschen. Nach 1840, dem Grun- v„Gewerkvereins" kam bekanntlich 1849, kam oie yJiebenwerfung der Wiener Revolution durch die Kar- tatschen des Windischgrätz, die blutige Gewalttat auf der �rlgittenau, die den edlen Robert Blum in den Sand streckte, mm eine wüste Reaktion, aber auch die Aera des„wirth- lchaftlichen Ausschwungs" für die Kapitalisten, verbündet mit Preßunfreiheit, Unterdrückung des Vereins- und Ver- sammlungsrechtes u. s. w. Nur Herr Exner hat die Unver- storenheit, die Arbeiterpartei, die Bannerträgerm °er Kulturfortschritte, so unanständig zu beschimpfen, ange- s'chts der österreichischen Mißwirthschaft, angesichts des Ausnahmezustandes, angesichts der Spitzelzüchtung, wie sie Polizei- Wh Frankl und Konsorten Jahrzehnte lang betrieben haben, ai'gesichts der Maßregelungen der friedlichen Arbeiterbewegung. Ter Kampf für eine Verbesserung der Lage der Arbeiterklaste, S.estchrt mit gesetzlichen Mitteln, ist solch einem Kapitalsapostel «"».Hirngespiunst", eine„Tollheit", eine„Verblendung. T'e Zivilisation ist, für welche das Proletariat eintritt, und Herr Exner spricht von„altcrthünilichen Waffen", von den Schildknappen des vermoderten, abgelebten Ausbeuterthuins. An ist die„stählerne Rüstung" der Gesellschaft wahr- schemlich das kleinkalibrige Mannlicher- Knvehr. das jüngst gegen die mährischen Kohlensklaven °°s Herm von Rothschild so„treffliche, durchschlagende Dienste geleistet hat!„Tolle Führer der Blinden!" Nun, Uchne Bourgeoisie läßt sich mit offeneil Augen in das Ver- erben führen von Leuten, die allerdings nicht toll sind, da Uw Tollwerden der Verlust des Verstandes gehört eines Äwogens, dessen Vorhandensein sogar bei k. k. Hosrathen .'cht immer mit mathematischer Sicherheit festgestellt werden "Nn. zu beweisen war. ..Die reaktionären Klätter. welche man mit einem be- «üchnenderen Sammelnamen die Sozialiltengesetz- Preise ifnncn könnte, haben in den letzten Tagen sehr viel von wem Londoner Zentralkomitee geredet, welches die mter- ationale Maimauisestation zu leiten habe. Die braven �rbreiter dieser Nachricht haben hinzuzusetzen vergessen, daß Londoner Zentralkomitee blos für England, ja blos wf London besteht. Wir hätten die Sache nicht zu er- wahnen für nöthig gehalten, wenn nicht neulich m emigen iet. verrufensten deutschen Polizeiblätter die Behauptung Mgetaucht wäre, die sozialistische Beivegung aller Lander �urde von einem aemeinsamenM'ttelpunktundzwarvou�on>.on us geleitet, und die englische Regieruiig habe den Regierungen :»oÄff ä«ä sf der internationalen Arbeiterkonferenz ttt Berlin Infi4''"*0 °Ue demnächst eine internationale Polizeikonferenz zusammen- h!•?' welche den Gesellschaftsschutz gegen die böse �wsturzpurtei organisiren solle. All das sind Kleinigkeiten «.Strohhalme— allein an Strohhalme klammem sich ver- Äsende Existenzen, und auch diese Strohhalme zeigen die *icht>mg. ., Da« Uerbrech-n-ine soziale Erscheinung. Im„Grüt- .'"»er" lesen wir: Strafhausdirektor Zimmermann in Luzern ' in l-••" einem Vortrag;„Ein gutes Jahr läßt das Zuchthaus �' üu schlechtes füllt es; ein harter Winter bringt eine Sturz- »»w Oon Tieben, juristisch gesprochen, von Armen und Elenden lozialen Standpunkte aus." � prägnanter läßt sich der Zusammenhang des Verbrechens k wirthschaftlichen Zuständen nicht ausdrucken. Herr �»Hermann verdient, indem er so der Wahrheit die Ehre ge- ijs'"' Tank. Wie viele giebt es, die sich zur Höhe dieser Un- h�Brrcheit und Einsicht nicht halbwegs aufschwingen können, »ilZt Un�®nll5cn ürber als Humanität— Huma- jj, rben in Rücksicht auf die sozialen Ursachen der Ver- Pj%' welche der Einzelne nicht einzig verantworllich ist— rstrufung der Verbrecher angewendet sähen! !| �iser Stimme ausgetauscht wurden. In der Spitzen- Cpab,"ö gab es einen zweiten Kommis, der ein großer Äer.l. wcher war und Klara fortwährend mit abscheulichen TmJpsthkeiten verfolgte, blos um zu lachen;_ denn im �lb er att ihr so wenig Gefallen, daß er ihr außer- m.Hauses aus dem Wege ging; und so gab es von 'wen 0," ä,"n andern zwischen diesen Hrrren und Fräulein lvesg,.!. �usch von verständnißiunigen Blicken, von Worten, >vobx!'W allein begriffen, zuweilen ein leises Geplauder, fr 1lian einander den Rücken wandte, um nickst von |tt.["wchtetlichen Bourdoncle überrascht mib ausgefcholten Reit x-' Was Teloche betrifft, begnügte er sich lange Ächtf. Denise lächelnd anzublicken. Später bekam er lveun stüsterte ihr irgend ein freundliches Wort zu, der OY).% begegnete. An dem Tage, als sie den Sohn duz.'warne Aurelie dabei bemerkte, wie er sein Billet an �Iof£« 1,011 �Cr Wäsche-Abtheilung abgab, hatte -ssirte s. l,e eben gefragt, ob sie gut dejeunirt habe; er inter- Äuch Üch eben für sie und fand nichts Schöneres zu sagen. Salle das Briefchen bemerkt; er schaute auf das die v,?*;11. lmd Beide errötheten über diese Liebesintrigue, T jhMii Augen sich abspielte. wälin x I jvotz dieses heißen Odems, welcher in Deinsen all- di wachrief, behielt diese ihren kindlichen Frieden. rege» � Begegnung mit Hntin vermochte ihr Herz zu er- glaube.T- hwlt es indessen für bloße Dankbarkeit, sie So nt. gerührt von der Höflichkeit dieses jungen Mannes. eine Kundin in die Abtheilung führte, war Denise iUrßeff*, Oft, wenn sie von einer Kasse in ihre Abtheilung »wefatp• v'"Vtappte sie sich dabei, daß sie einen Umweg Ceide»'.0s? m sie ganz überflüssigerweise an den Pulten der Abtheilung vorbeikam. dgch»,Pws Abends traf sie daselbst Mouret, der ihr lächelnd Und f». l'n. schien; er beschäftigte sich nicht mehr mit ihr in ig»,, A sie von Zeit zu Zeit nur an, um ihr einen Rath iug auf ihre Toilette zu geben und mit ihr zu scherzen. (Fortsetzung folgt.) Wenn aber das Verbrechen in der Hauptsache eine soziale Erscheinung, ein Produkt der wirthschaftlichen Mißstände ist, so liegt auch ans der Htmd, daß mit der Beseitigung dieser Miß- stände dem Verbrechen der Nährboden entzögen würde; daß die Zuchthäuser sich entleerten und die Staatsanwälte und Richter in die Ferien gehen könnten! Damit ist auch widerlegt, was die Stützen der„Ordnung" von heute der sozialen Bewegung und dem Sozialismus vor- werfen: daß diese die Moral und guten Sitten„untergraben". Das Gegentheil ist wahr; die jetzigen Zustände sind demo- ralisireud und Verbrecher züchtend; die Neuordnung der Dinge dagegen wird, indem sie der Menschheit das Massenelend ab dem Halse schafft, nicht nur ein glücklicheres und freieres, sondern auch ein besseres Geschlecht erziehen. Maifeier in Liittiflx. Dem Abgeordneten Liebknecht ging nachstehendes Telegramm zu: Lüttich, den 1. Mai, ll'/a Uhr Abends. In der Volkshalle versammelt, um das erste Fest des achtstündigen Ar- beitstages zu feiern, bekräftigen(affirment) die Sozialisten von Lüttich, der romanischen(latine) Stadt des Nordens, einstmals nnter der Herrschaft des alten Feudalismus mit Deutschland vereinigt, den unauflöslichen Bund der romanischen und germanischen Rassen, die geeinigt sind im Sozialismus, um genieinsam der moder- neu und letzten Form feudaler Abhängigkeit: dem Lohn- system ein Ende zu bereiten.(Die Unterschriften sind im Telegramm verstümmelt.) Ein gerechtes und uernnnftige« Urtheil über die Maifeier fällt die demokratische„Frkf. Ztg.": Eine derbe, aber verdiente Lektion haben die Arbeiter aller Länder durch die musterhafte Art und Weise, in welcher sie die inter- nationale Maifeier begingen, jenen Heulmeiern ertheilt, die vor dem 1. Mai aus leicht verständlichen Nebenabsichten nicht Ehwarz genug prophezeien konnten. Die Demonstration, welche m iesem Umfange ein weltgeschichtliches Novum war, hat alle Unkenrufe Lügen gestraft. Wenn auf wenigen Punkten Krawalle vorkamen, so setzen diese verschwindenden Ausnahmen den regel- rechten und gesetzlichen Verlauf der Kundgebung im Allgemeinen nur in desto helleres Licht. Der Trinmphruf, den die„Nat.-Ztg." in treuer Erfüllung ihres Bernfes als nationalliberales Unter- nehmer-Organ par exoellenoe ausstößt, steht mit den Thatsachen zu sehr'in Widerspruch, als daß er ernst genommen werden könnte. Nicht Gewaltworte der Unternehmer, sondern die Ueber- legung der frei organisirten Arbeiter hat dahin geführt, daß die Kulturländer keine größerenZ Exzesse zu beklagen hatten. Man muß sich nur erinnern, was gewisse Blätter vor dem 1. Mai Alles aufboten, um der friedlich geplanten Arbeiterkundgebung für einen internationalen Maximalarbeitstag den Stempel der Rebellion mit Gewalt aufzudrucken...... Wenn der gute Verlauf des 1. Mai dazu beitragen s ollte, allen frevelhaft geängstigten Leuten die Augen darüber zu offnen, daß der soziale Friede auch von anderer Seite als den Arbeitern §estört werden kann, so hätte die Hetze wenigstens eine gute -rucht getragen.... Die internationale Arbeiters eier des 1. Mai und ihr meist ruhiger Verlauf würden von den Nichtarbeiter- Parteien nicht so zu beachten sein, wenn der friedliche Erfolg dieses Tages nicht eine grundsätzliche Bedeutung hätte. Es hat sich bei einer Probe im größten Stil, bei einem Experiment, welche? bisher noch niemals mit in solchem Umfange anfae- bötenen Massen gemacht wurde, die soziale Friedensmission be- währt, welche der freien Fachorganisalion in der Epoche der Jnteressenkämpfe vorbehalten ist." Da« Schneckentempo der Soziolreform. Betreffs der beabsichtigten Bestimmungen über die Kinderarbeit, welche nach den bekannten Reichstagsbeschlüssen geordnet werden soll, wird berichtet:„Es ist selbstverständlich, daß einer in die be- stehenden Verhältnisse einzelner Industriezweige so sehr einschnei- denden Veränderung nicht ohne Weiteres gesetzliche Kraft gegeben werden kann, man wird einen gewissen Zeitraum für den Ueber- gang gewähren müssen. Wie nun verlaulet, sollen hierfür von Seiten des Bnndesraths nahezu drei Jahre in Aussicht ge- nommen werden." Die UoveUr z«r Gewerbeordnung, die vom Bundes- rath angenommen morden, hat, wie die Blätter melden, vorher eine Reihe Abänderungen erfahren. Der Entwurf dürfte alsbald der Oeffentlichkeit übergeben werden. Eine wichtige Ab- ändernng soll darin bestehen, daß Hinsort alle Gewerbebetriebe, groß oder klein(also auch die Hansindustrie), der Aufsicht des Fabrikinspektors unterstellt werden sollen, freilich keines Reichsbeamten, sondern des Landesinspektors.(Darnach müßte man sich zu einer außerordentlichen Vermehrung der Fabrik- inspektoren, wie sie längst verlangt worden ist, endlich verstehen. Red.) Die verbündeten Regierungen wollen von Reichsbeamten nichts wissen. Was die Sonntagsruhe angeht, so betrachtet sie der Entwurf lediglich vom Standpunkte des Arbeiterschutzes. Die Frage der Somitagsheiligung berührt er nicht. Die Bestrafung des Kontraktbruchs soll thatsächlich im Entwurf eine Stätte ge- funden haben. Anschließend an die bekannte Entscheidung deS Reicbsgerichts soll die Novelle folgenden Zusatz zu§ 153 der G.- O. bringen, der seiner Zeit so viel ntnstritten wurde: Den gleichen Strafen(bis zu 3 Monaten Gefängniß) unterliegt der- jenige, der Arbeilgeber oder Arbeitnehmer zu einem widerrccht- lichen Kontraktbruch öffenttich auffordert. V-bor die Indnstrirknrtelle schreibt der Wiener Sozial- Politiker H e r tz k a in seiner„Zeitschrift für Staats- und Volks- wirthschaft":„Wir müssen gestchen, daß wir— unbeschadet unseres Abscheues vor denselben— uns der Kartelle herzlich freuen, ja an der Hoffnung festhalten, daß die nächste Zukunft uns noch ganz ausgiebige Verschärfungen und Verallgemeinerungen dieser schamlosesten Methode der AuSsangung des Schwachen durch den Starken bescheeren werde. Denn wir erblicken in den Kartellen nichts anderes als die folgerichttge Konsequenz des all- gemeinen Ansbentnngssystems. Das Uebel, an welchem die moderne Menschheit laborirt, ist nun einmal die Ueberproduktion, und so lange man sich nicht entschließt, dieses Uebels durch soziale Reformen Herr zu werden, ist es nur selbstverständlich, daß alle Welt auf das Anskunstsmittel verfällt, die Produktion einzu- schränken, wobei dann ebenso selbstverständlich Jedermann nach Kräften bemüht ist, bei diesem Einschränkungsprozeffe sich selber auf Kosten Anderer vor Schaden zu bewahren. Schutzzoll, Zünstelei, Zlntifemitismus, Kartellwesen sind allesammt nichts anderes als Spezialerscheinungen dieses einen Grnndübels. Die Kartelle aber haben in unseren Augen das Gute, daß sie die Un- erttäglichkeit der bestehenden Ordnung jedem Unbefangenen am deutlichsten all oculos demonstriren; die Kartelle sind in Wahr- heit eine Art Kommunismus, allerdings eines Kommunismus der verwerflichsten, nichtswürdigsten Sorte. Die herrschenden Klassen maßen sich damit an, den Nationen vorzuschreiben, nicht blos, was sie erzeugen, sondern auch, wie sie es erzeugen und wie sie es verbrauchen sollen. Wohin das führen wird, kann unseres Erachtens keinen Augenblick zweifelhast sein." Gegen die FreizttgigKeit der Arbeiter wird fort und fort von konservativer Seite agitirt. lediglich zu dem Zweck, um für die Landarbeiter im Osten die Löhne medrig zu erhalten. So hat jetzt die„Krenz-Zeitung" einen neuen Grund gegen die Frei- »ügigkeit erfunden, mdem sie schreibt:„Es ist ohne allen Zweifel ein großes konservatives Interesse, daß die Arbeiter nicht im Lande herumvaairen, daß möglichst die rheinische Arbeiterschaft am Rhein, die schlesische in Schlesien, die pommersche in Pom- mern bleibt. Durch das Umherziehen wird der Zündstoff der Revolution durch das ganz« Reich getragen." Mas die„KolanialpsUtik kostet."Nachtrags- In dem Etat zum Staatshaushaltsetat pro 1890/91 sollen, wie es heißt, für Maßregeln zur„Unterdrückung des Sklavenhandels" und zum „Schutze der-deutschen Interessen'in Ostafrika" Nicht weniger als 4Vs Millionen Mark gefordert werden. S res l att, 8. Mai. Die Strafkammer des hiesigen Land- gerichts verurtheilte heute den Redakteur Kunert wegen Be- leidigung des Amtsvorstehers Jakob in Niederhermsdorf zu dreißig Mark Geldstrafe. Vor Eintritt in die Verhandlung wegen Majestätsbeleidigung lehnte Kunert den Gerichtshof wegen Be- fangenheit ab. Der Gerichtshof vertagte hierauf die Verhandlung auf einige Stunden. GeKevreich-Ungimt. Wien, 2. Mai. Wie das„K. K. Telegr.-Korresp.-Bureau" aus Freiwaldan meldet, streiken die Handwerker und ein Theil der Arbeiter der dortigen mechanischen Webereien, sowie die Wirker der Fezfabrik in Niklasdorf weiter. Die Fabriken haben den Bezirkshauptmann um Vermittelung gebeten. Prag, 2. Mai. In den Werkstätten der Staatsbahngesell- schaft in Prag und Kolleschowitz haben 600 Arbeiter die Arbeit eingestellt. Frirnkreich. Paris, 2. Mai. Die Gerichtsverhandlung gegen den Vor- sitzenden und die Mitglieder des Administrattonsrathes der „Sooidte des metnux" wird bestimmt am 5. d. M. stattfinden. — In Ronbaix ist die Zahl der Streikenden auf SO 000 angewachsen. Ein allgemeiner Ausstand wird erwartet. Die Behörden haben um eine Verstärkung des Militärs ersucht.(!) Paris, 3. Mai. Nach hier eingegangenen Meldungen- ist die Zahl der Ausständigen in Tourcowg auf TO 000, in Roubaix auf 50 000 angewachsen. Einige Anarchisten wurden verhaftet. Paris, 8. Mai. Heute Morgen 11 Uhr ist der Streik in Tourcoing ein allgemeiner geworden. Die Streikenden durch- ziehen die benachbarten Orte. Truppenverstärkungen sind ein- getroffen, weitere werden noch erwartet. K-lgie«...... Lüttich, 8. Mai. In mehreren Kohlengruben in Lüttrch und Umgegend ist ein tbeilweiser Streik ausgebrochen; in der Kohlengrube„Patience" m Beanjonc haben sämmtliche Bergleute die Arbeit eingestellt. Die Streikenden fordern einen achtstündigen Arbeitstag. Spattlen. Madrid, 2, Mai. Die Streikbewegung in Valencia und Barcelona hat heute zugenommen. In Valencia bewilligen viele Arbeitgeber den achtstündigen Arbeitstag, andere lehnen diese Forderungen noch immer ab. Der Güterverkehr ans den Bahnen wird von den Streikenden vielfach verhindert und konnten in- folge dessen viele Schiffe im Hafen ihre Maaren nicht abladen. Hier wie in Barcelona mußte die Zivilgarde wiederholt zur Zer- streuung größerer Menschenansammlungen einschreiten. Madrid, 2. Mai. Laut Berichten aus Barcelona ist die dortige Hivilgarde fortgesetzt beschäftigt, immer neu sich bildende taufen streikender Arbeiter zu zerstreuen. Die Verhängung des elaaerungszustandes dürfte unmittelbar bevorstehen. Von Aus- ständigen wurde eine Hütte in Brand gesteckt.(?) Die Zivilgarde mußte von den Waffen Gebrauch machen, zwei Personen wurden verwundet. Älus den Reihen der Ausständigen fielen mehrere Revolverschüffe. Auch die Grubenarbeiter der Provinz Murcia sind im Ausstande. Barcelona, 2. Wtai. Das S t a n d r e ch t ist für Barcelona und Umgegend verkündet worden. Barcelona, 3. Mai. Einige der streikenden Arbeiter haben die Arbeit wieder ausgenommen. Die Behörden empfehlen den Fabrikanten und Ladendesttzem ihre Etablissements wie ge- wohnlich zu öffnen. Auf den Straßen der Stadt sind Truppen- piquets aufgestellt. Madrid, 8. Mai. Der Ausschuß der Sozialisten hat heute durch Maueranschlag zur Theilnahme an einer morgen stattfindenden Arbeiterversammlung eingeladen, welche Beschlüsse zu Gunsten des achtstündigen Arbeitstages fassen soll. In der Stadt herrscht vollständige Ruhe. Valencia, 3. Mai. Die Theilnahme an dem Streik hat noch mehr um sich gegriffen. Rußland. In O st s i b i r i e n, bei dem Dörfchen Wilnisk an dem Wilni, einem Nebenflüsse des Lena, befindet sich ein Gefängniß für politische Verbrecher, welches ursprünglich für die im polni- scheu Aufstande von 1868 gefangenen Polen erbaut worden war, und dorthin verschickt zu werden ist an sich schon eine schwere Strafe. Tschernytschewski saß dort 13 Jahre gefangen. Das Klima ist rauh, das Land eine Wüste und der einzige Verkehr mit der Außenwelt ist auf dem 800 Kilometer langen Wege nach Jakutsk möglich, aber auch dort nur zu Pferde im Sommer und im Herbst. Im Jahre 1889 gab es nur sieben Verbannte in Wilnisk; die Behörden schicken die Verbannten am liebste», weil es einfacher und billiger ist, in die Ulus, kleine Dörfer der Ein- geborenen, welche selten aus mehr als 10 Hütten bestehen. Die Verbannten müssen dann Vorräthe auf mindestens ein Jahr mit sich nehmen, da von den halbwilden Eingeborenen kaum Schwarzbrot zu erhalten ist. Trotzdem scheinen nach Ansicht rnsstscher Behörden gebildete Männer, welche Jahre laug mit halbwilden Menschen leben müssen, noch im Stand« zu sein,„Staatsverbrechen" zu begehen. Die bekannte Metzelei unter den polnischen Verbrechern in Jakutsk hatte die Polizei auf die Spur eines neuen„Staatsverbrechens" geführt,-denn man hatte bei einem der Erschossenen, Namens Pobelski, einen Brief an den Präsidenten der französischen Republik gefunden, in welchem die Verbannten von Wilnisk Herrn Carnot zur hundertjährigen Feier der französischen Revolution beglückwünschten. Im vorigen Juli erschien der Staatsanwalt von Jakutsk in Wlluisk.-Die Verbannten leugneten nicht, daß sie den erwähnten Brief verfaßt und unterzeichnet hätten, worauf ihnen mitgetheilt wurde, daß sie deshalb verfolgt und vor ein Gericht gestellt werden würden,„weil sie", wie es in der Anklageschrift heißt,„in Beziehung zu fremden Mächten getreten sind, ohne hierzu die Erlaubniß zu haben." Welches Gericht für ein solches„Verbrechen" kompetent sein soll, wird nicht gesagt, und man darf wohl annehmen, daß die Unglücklichen aus„administrativem" Wege mit Gefängniß bestraft worden sind. Vvtefliajkvtt dev Kedalition. Bit Anfragen bitten wir die Abonnements-Qnittung beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht ertheilt. H. U. Stellen Sie dem Schneider eine Frist von 8 Tagen zur Passendmacbung des Paletots. Sitzt dieser bis dahin nicht vollständig richtig, so brauchen Sie ihn nicht mehr abzunehmen und können, falls Sie den Stoff geliefert haben, Werthersatz fordern. A. M. CK. 1. Der Meister ist wegen verspäteter Anmel- dung zur Krankenkasse strafbar. 2. Auch ist er nicht berechtigt, nach Verlans von 7 Monaten die ganzen Krankenkassen-Beiträge auf einmal vom Lohn abzuziehen. Kroslaurvstr. 1000. Sie brauchen vom 23. d. M. ab weder Kost noch Logis noch Lohn zu zahlen, da der betreffende seit dieser Zeit seine Arbeit nicht verrichtet hat. Wenn er, ohne daß er hierzu beauflagt war, Kohlen getragen hat, so war dies nur als Gefälligkeit ansznsassen. Morgruvoth. 1. Wenn eine geschlossene Gesellschaft oder Klub ein Zimmer bei einem Gastwirth für einen bestimmten Wochentag miethet, so ist er an die Polizeistund« nicht gebunden. 3. Wird demnächst beantwortet werden, Theater. Sonntag, den 4. Mai. Gvrv»l)a»s. Der Ring des Nibe lungen. Vorabend: Das Iiheingold. Montag: Belmonte und Constanze, oder: Die Entführung aus dem Serail. Kchantpielhano. Die Quitzow's. Montag: Der Sturm. Krsstng-Tstratrr. Ein Besuch. Mäd- chenrache. Montag: Die Ehre. Deutsches Theater. Der Sohn der Wildniß. Montag: Götz von Berlichingen. Kertiuer Theater. A tempo. Der Weg durch's Fenster. Gewitter schauer. Montag: Hamlet. L/iedrich-Milhelmstiidt. Theater. .Der arme Jonathan. Monkg: Mefük BotWhmg. WaUuer-Theater. Rigobert. iid. Das Ärmban.. Montag: Dieselbe Vorstellung. Viktoria-Theater. Stanley inAfrika. Montag: Dieselbe Vorstellung. Gsteud-Theater. Der Scharfrichter von Berlin. Montag: Dieselbe Vorstellung. Ziestdruz-Thcatrr. Marguise. Montag: Dieselbe Vorstellung. KeUraltiauec- Theater. Der Nau- tilu?. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kroll's Theater. La Traviata. Central- Theater. Ein fideles Saus. Möntag: Dieselbe Vorstellung. Adolf Ernst» Theater. Der Gold- fuchs. Montag: Dieselbe Vorstellung. Gedr. Vichter'» UariötS. Speziali- tütcn-Vorstellung. Englischer Garten Direktion: C. Andrcss, Alexanderstraße 27c. Auftreten der Liedersängerin Fräulein Graul. Auftreten des Charakter-Komikers Herrn Nowratzky. Auftreten der Chansonette Fräulein Corella. Auftrete» der musikalischen Fantasten Loo und Teddy. Auftreten der Duettisten Geschwister BcNimi. Anfang Wochentags 8 Uhr. Entree 30 er r».. wer cnc /...--------«— ev\e 50 n. 75 Bf., NN Vorverkauf 20 u. 30 Pf Sonntags Anfang halb 0 Uhr. Sonntags Entree 50, reservirt 75 Pf., Orchester I Mark. Vorverkauf Entree 40 Pf. I 31, Kiitfv den Linden 31, Im Hause der Wilhemshallen neben der Passage. ööll» Borführung Täglich AH- egyptischer u. indischer Abends, isey Zauberkünste. 3, 2 u. 1 M. Billets im Jnvalidendank. tötoölijiciliciit Buggenhagen am Moriizplatz. Täglich: Gr. Instrumental-Concertf Direktion A. Uödmann. � Wochentags 10 Pfg., Entree Sonn- und Festtage im Kaisersaal 25 Pfg. Spezial-Ausschank von Patzenhofer, i-Bier, hell u.! M------ oort-Bier, hell u. dunkel, a Sdl. 15 Pf. Sleichzeitig empfehle ich meine hocheleganten Festsäle zu 100 bis 200 und zu ca. 1000 Pers. zu soliden Bedingungen. 041 F. MQIIer. Vassago 1©r. o Uhr M. b. 10 Uhr Ab Kaiser-Panorama. Nur awr dies-"VW Woche: Vielen Wünschen entsprechend: 1. Reise d. Norwegen. 2. Reise d.(Ober- italirn. Lago Maggiore u. Como-Seen. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. Jede Woche andere Reisen. Albert Hoffmann's Festsäle, Rixdorf, Bergstrasse 133. Jeden Sonntag: Grosser Ball. 250 Quadratmeter Tanzfläche, Parquet- boden. Anfang 3 Uhr. Sänuntliche Hüte mit Arheiter-Kontrolmarken. Arnold Lange. OIOJ Brunnenstr. 136/37, Unserem Freunde und Genossen Carl Wolsdorf zu seinem heutigen Wiegenfeste ein dreinial donnerndes toch! 51 ie Gemeingefährlichen aus Süd-Ost. Todes- Anzeige. Allen Freunden und Parteigenossen zur Nachricht, daß unser lieber Freund, der Schriftsetzer 71 Emil Mushold am 30. April Abends nach mehrjähri- gem Leiden an der Proletarierkrankheit gestorben ist. Er war ein eifriger Kämpfer für Freiheit und Recht.— Die Beerdigung findet am Sonntag, den 4. Mai, von der Leichenhalle der St. Markusgemeinde zu Neu-Hohen- schönhansen statt. Seine Freunde: J. R. F. H. F. St. Allen Verwandten, Freunden, Kol- legen und Genossen meines versterbe- nen Mannes 53 Wilh. Schmidt (Töpfer) fiir die freundliche Theilnahme nach dem Friedhof meinen innigsten Dank. Die trauernde Wittwe Frau Schmidt, Pappel-Allee 126. Allen Freunden und Genossen sage ich meinen innigsten Dank für die rege Betheiligung bei der Beerdigung meines Mannes. 67 Wittwe Zimpel, Langestraße 108. Versammlung des Verbandes deutscher Zimmerleute (Lokalverband Berlin) am Montag, den 5. Mai, Abends 8Va Uhr, in Feuer stein' s Salon, Alte Jakobstraße 75. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Wahl eines Bibliothekars. 3. Verschiedenes. Oi»*«—— � ms.—— Jeder Zimmermann ist willkommen. litrei...... Um zahlreiches Erscheinen bittet 88 Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung aller in der Mußkillsttniileilte»- Brache besAstigteil Arbeiter, als da sind: Möbelpolirer, Tischler, Schloffer, Stimmer, Kalgen- macher, Stimment'eiler u. s. w.. am Montag, den 5. Mai, Abends 8 Uhr, inLehmann'» Salon, Schwedterstr.23. Tages-Ordnung: 1.| eleganten Damen-Umhänge, Rege»' Promenaden- Mäntel, Damen-' Kinderkleider,Herren-Sonimer-Pa»» Herren- und Knaben-Anzüge, ein? 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Herr Landes, der frühere ultramontane Mute � �ordnete für'München II., hat die Maifeier dazu teer s°"ier Fabrik die alten und verbrauchten Arbeiter„aus- resorn??' sich der ebenso fromme wie chriltUch-sozial- ä r,.E War n."n� von denen der Eine der Lehrgeselle des Herrn Landes Wm Entrüstung der Arbeiter über diese unqualifizirbare Mi(Sepcht sagen zu lassen braucht. B niie»' �orvefpondenzelr. W�'o-Uavk, 18. April. Bezüglich der hiesigen Zentral- 'ch'on habe ich noch eins nachzutragen. Es wurde näm- iajgunnz> � vorige» Sitzung derselben das„Picnic-"(Ver- k nnliV Komitee beaustragt, mit den Arbeiterorganisationen «ülgs..,, Welt" in Verbindung zu treten, um dieselben zu ver- ttstkn sm Ö'i'ch den Arbeitern in den Bereinigten Staaten den ia ti;QCi,(, uta9 im September zum„Labor Day"(Arbeiterfesttag) Hu ch.ti Da in den vorhergegangenen Sitzungen verflucht wenig fhon c;"e der Arbeitersache verhandelt worden war(hatte doch Weil i Organisation, die der Müller, ihren Austritt erklärt, die Q-s"et C. L. U. mehr„Boodle"- als Arbeiterangelegenheiten �pet„?2en ausfüllten), so scheint jene Angelegenheit nur auf's Hi o-i,, �cht worden zu sein, um wenigstens den A»schein Wilii,, J"' daß man sich um die allgemeine Arbeiterbewegung : Es wäre vielleicht angebracht, wenn man dem »uz i|, k(falls dasselbe überhaupt den Austrag ernst nimmt und ' 0 als Antwort auf den Vorschlag einen kleinen % 9,vC, dahin gehend, daß man sehr gern mit 'H jjorHeitei'orgaiiifationen in den Vereinigten Staaten iz»!,., rbindung treten und gemeinsam mit denselben chch. o würde, wenn dieselben zeigten, daß sie es ernst nnt der W in"leinen und folgedessen das politische Drahtzieherthum und siiiio,,?.oole-Elemente aus ihren Reihen entfernten, welche im »"Wn"5 der beiden kapitalistischen Parteien des Landes und Äith kapitalistischer Koncerns(f. Brauerpool) noch in den �„"eiganisatiouen ihr Unwesen treiben. Ein solcher kleiner se A »ul H n ittj nci. 0*- eil, äB- die j ieii ze- III- % 'S- lins teil' iiiS is-v Ißt. !S,' l't- U- 19«' :£■ 'S, t 3|i Sei; von außen könnte ganz heilsam wirken! %,?, der englische Seemann, welcher hier die Neu-Organi- % i"% Schiffsarbeiter(Matrosen und Heizer) angeregt und, der Presse stets berichtet wurde, durch unablässige »W,.°".>n die Höhe gebracht hatte, ist auf der letzthin stattge- �ssen. Jahreskonvention der Union nicht als Delegat zu- ftt in weiterer Folge aus derselben ausgestoßen worden. "Hgin seiner Zurückweisung war, daß er sich unwürdig be- !"ibe�. von verschiedenen Zweigvereinen(Brauches) der Union 'Wcitt Weise Gelder genommen, gegen die Union kon- Generalsekretär derselben die Bücher nicht oronungs- �iliei'l.chhrt und dieselben nicht an die jetzigen Beamten �»ann."abc. Zur Prüfung der Sache wurde ein Komitee S-Nannt'. Un� dasselbe legte in der nächsten Sitzung außer den % w.l" Beschuldigungen noch die vor, daß er von Her u,, /kosen- und Heizer-Union von Großbritannien und Irland Nim,.kkschlagung der Fonds der Hull Brauch dieser Organi- "Hb s„in'?uldigt wurde, in welcher Sache ein längerer Bericht « illffr 2 Bild als Betrüger im„Seafaring", dem Organ der yttthxi/ krosen, veröffentlicht wurde. Rced, welcher zu seiner i" eingeladen wurde, erschien weder, noch sandte er M>lo!k5.'khes Schreiben ein, und so wurde seine'Ausstoßung °klebo,, T~ Merkwürdig ist, daß man nicht früher über Reed's »""Ilten eur 3 erfuhr. Es lag jetzt eine Numnier des ge- Potj.- Blattes vom 7. Dezember v. I. vor, in welcher auf eine "gäbe iV'Eoast Seaman's Journal" erklärt wird, daß die %Uiii/n f6' im Austrage der britischen Union nach Amerika m.,. Schiffsarbeiter zu organisiren, nicht riMiKi»,,."""-»"i" ?i"ht fei i" blc dortigen,, l"hrte>, n /''gleich enthält die Nummer die übrigen oben ange- piße(."'"l'anbe. Es kam auch zur Sprache, daß R. im Best»t. S''k. sich zu verheirathen, obwohl er eine Frau in England ,"k man V1/6081 e'net von der Bildfläche verschwunden, von �kochen hntte Juteresse der Arbeiterbewegung sehr viel ver- nwL �vuntag fand eine Sitzung des(erweiterten) Komitees !„ kk von der sozialistischen Arbeiterpartei in New- �kbeite,.»„„ Ausführung des Beschlusses des iuternationaleii ngrefses in Paris bezüglich der Achtstunden- ir. Das Ursprung- Erweiterung erhalten Tei . eingesetzt' worden war. eine' ee r halte das Recht der i'* ."Bet bL tiz.ihl Vertreter verschiedener Gewcrke eingeladen. !�?sts-O,. verschiedenen Branche» der Sektion waren 23 Gewerk- /"'ge Sainsationen vertreten. Unter Hinweis darauf, daß die- ,"d firitr n'fn*'on, welche eigentlich die Ausführung in die Bühctn Ukh'nen sollen, die Zentral-Labor-Nnion, absolut nichts "" die' i)s//de beschlossen, selbstständig vorzugehen und einen Appell 5"ktei iter New-Borks im Namen der sozialistischen Arbeiter- �"ben m-"klaffen, am Abend des 1. Mai in Massen aus dem ein°�"v«Union Square" zu erscheinen. Es wurde zwar , üßig s.| der Delegaten die Frage aufgeworfen, ob es zweck- rmm.-z!' den Appell im Namen der soz. Arbeiterpartei zu er- Uont k*!"' entgegen wurde aber von verschiedenen Rednern k�g ber �e'' 0eIommtn f.ei' 2° bie Sog'uJ'iteu offen nbie Arbeiterbewegung in die Hand nehmen. Der An- tv % Aahr'e n,n& das Arbeiterblatt'„Detroit's-', welches seit ca. einem "kde» k��dchentlich erschien, jetzt wieder täglich herausgegeben l niuch.';.■"lue'ieroEioc0uii0 m wie v"'"- Zf.. Ein aün Einstimmig angenommen. Seichen für eine Wendung zum Bessern in der & �«'- u». In Chicago steht es mit dem Streik der Karpenter(Zimmerer) allen Nachrichten nach günstig, obwohl die großen Unternehmer noch immer hartnäckig sind. Bleibt die Arbeit der Bauschreiner noch wenige Zeit liegen, so sind die meisten übrigen Baugewerke ebenfalls zur Niederlegung der'Arbeit gezwungen und schätzt man in diesem Falle die Zahl der Feiernden auf über 100 000. DoKslos. Zpr Minister der geistliche», Unterrichts- und Ute- dizinnt-AngelegenIieiten hat die nachstehende Anweisung zur Ausführung der Laufübnngen im Turnunterricht erlassen und den königlichen Regierungen und Provinzial-Schulkollegien auf- gegeben, dieselbe den mit dem Turnunterricht beauftragten Lehrern an den ihrer Aufsicht unterstellten Schulanstalten zur Kenntniß und Nachachtnng mitzutheilen: Das Laufen. Der Lauf gehört zu den wirksamsten Uebungen des Turnens. Durch allmälig gesteigerte Laufübungen wird die Thätigkeit der Lungen und des Herzens vermehrt, der Stoff- Wechsel befördert, die Körperwärme erhöht und eine Kräftigung der Rumpf- und Beiiimnskulatur, vornehmlich der Brust- und Athinungsmiiskeln bewirkt. Auch für Verhältnisse des Lebens ist die Fähigkeit, ausdauernd oder schnell zu laufen, häufig von großer Bedeutung. Laufubungen sollen daher oft vorgenommen werden. Am besten geschieht dies im Freien, auf festem, staubfreiem Kiesboden oder kurzgehaltenem Rasen an kühlen, windstillen Tagen. Mäßige Wiuterkälte schadet nicht; bei rauhen Ost- und Nordwinden soll nicht gelaufen werden, in keinem Falle gegen den Wind. 'Auch in einer staubfreien Turnhalle, bei leicht angeseuchtetem Fußboden und geöffneten Fenstern ist die Vornahme von Laus- Übungen nicht bedenklich. Dagegen erscheinen Laufübungen in künstlich erwärmten und durch Gas oder durch sich erhitzende Lampen beleuchteten Hallen nicht rathsam. Beim Lauf ist auf eine natürliche, gute Körperhaltung und auf eine elastische Bewegung zu achten.(Der Körper mäßig vor- geneigt, der Kopf aufrecht, die Schultern zurückgenommen. Ilm eine gute Körperhaltung zu erzielen, empfiehlt es sich, bei mäßigem Tempo mit„Hüften fest" oder mit aufgehobenen, die Brust berührenden Unterarmen und mit geschlossenen Fäusten oder mit Stabhaltung rücklings, sodaß der Stab in den Ellenbogen liegt, zu lausen. Bei starkem Tempo bewegen sich die Unterarme für gewöhnlich bis zur wage- rechten Haltung vorgehoben während des Laufens ungezwungen vor und zurück. Das seitliche Schlenkern der Arme ist zu ver- hindern. Nur der Ballen des Fußes und die Zehen dürfen im Lauf den Boden berühren; bei jedem Niedertritt beugt sich das Knie ein wenig und streckt sich beim Abstoß vom Boden für einen Augenblick.) Während des Lausens soll ruhig und langsam, in der Regel mit geschlossenem Munde durch die Nase gcathmct werden; die Kleidung soll leicht und bequem sein, sie darf Hals und Brust nicht beengen. Ter Kopf sei unbedeckt. Nach Beendigung des Laufes dürfen die liebenden nicht stillestchen oder gar sich nieder- legen, sie werden vielmehr eine Zeit lang mit ruhigen Schritten umherzugehen oder einige ruhige, leichte Freiübungen auszu- führen, bei kühler oder bewegter Luft auch die Ueberkleider anzu- legen haben. Von den Laufübnngen sind Herzkranke Schüler fern zu halten; mit Katarrhen der Athinungsorgane Behaftete und Schüler mit behinderter Nasenathninng sind zeitweilig auszu- schließen; Schwachbrüstige, Äleichsüchtige und solche, die häufig an Blutandrang nach dem Kopfe, Kopfschmerzen, Nasenbluten oder an Seitcnfiichen leiden, dürfen nur bei vorsichtiger Be- obachtung zu mäßiger Laufübung zugelassen werden; lieber- anstrengung ist auci> bei gesunden Schülern durchaus zu ver- meiden. Stuf Schüler mit behinderter Nasenathmung ist zu achten und ihnen bezw. ihren Eltern und Pflegern zu empfehlen, eine ärztliche Untersuchung der Athmungswege vornehmen zu lassen. Die am meisten zu übende Form des Laufes ist der Dauer- lauf. Er darf anfänglich nur für kurze Zeit(bis zu 2, höchstens 3 Minuten) geübt werden, ist aber allmälig immer mehr auszu- dehnen aus 5, 10— 15 Minuten auch in den Formen des Kunst- laufcs im Kreise, in der Achte, in der Spirale. Im Freien ist auch der Schnelllauf(als Wettlauf) vorzu- nehmen, zuerst nur für kurze Entfernungen(in den ersten Turn- jähren auf 35—70 Schritt, später bis 150 Schritt) in gerader Richtung, mit ilmkehren und im Kreise.(Der Wettlauf im Kreise läßt sich am zweckmäßigsten in sandigem Boden ausführen. Bei- spiel: Tie Peripherie eines Kreises von 5 Meter Durch- mcsser beträgt gegen 16 Meter. Mit ca. 4 Meter oder ca. 5 Meter Avstand werde» 4 oder 3 Läufer aufgestellt. Jeder Läufer sucht seinen Vordermann zu berühren. Der Läufer, welcher vom Hintermann berührt ist oder nach Innen ausbricht, scheidet aus und entfernt sich sofort aus der Bahn.— Je kleiner der Kreis, desto schwieriger das Lausen.) Gelegentlich sind auch'Abwechselungen in den Laufformen zu üben, wie Springlauf, Lauf mit Knieheben oder Unterschenkel- heben; Galopplaus und Kiebitzlauf, oder der Lauf ist mit Be- lastung auszuführen, mit'Arinthätigkeiten zu verbinden oder über Hindernisse(in Verbindung mit Springen, Voltigiren, Klettern) zu leiten. An die eigentlichen Laufübungen schließen sich die Lausspiele an, Haschen oder Zeck, schwarzer Mann, Bürenschlag, Jagd, Schlaglaufen, den Tritten abschlagen, Barlauf und ähnliche sind Spielsormen, welche in angeniessener Auswahl für die ver- schiedenen Altersstufen immer anregenden und wirksamen Be- schästigungsstoff� darbieten werden. Nrndcnziöo falsche Angabe« über die Ziffern der Feiern- den und der Arbeitenden am 1. Mai enthält der Bericht, welchen die meisten hiesigen Blätter mehr oder minder ausftihrlich und vollständig veröffentlicht haben. Nach diesem Bericht sollte z. B. in den„Allgemeinen Elektrizitätswerken" die Ntehrzahl gearbeitet haben; es haben jedoch von den ca. 600 Beschäftigten höchstens 150, und zwar mit Einschluß der Buchhalter, Ingenieure u. s. w. gearbeitet. Wir müssen dahingestellt sein lassen, ob der„Verein Berliner Berichterstatter" seine Angabe von der Direktion der Elektrizitätswerke erhalten hat, oder ob die unrichtige Meldung den Berichterstattern zur Last fällt. Das Bureau- und kauf- männische Personal ec. dürfte bei den in dem genannten Bericht ausgeführten Zahlen überall mitgerechnet sein. Durchaus un- richtig ist die Angabe des Berichts, daß im Osten durchweg gearbeitet worden sei. In den dort weitaus vorherrschenden Kleinbetrieben ist vielmehr durchweg gefeiert worden. Für die Großbetriebe war bekanntlich der Rath ausgegeben worden, daß dort, wo nur eine Minderheit sich für die Feier erklärt habe, diese Minderheit sich fügen und arbeiten möge. Der„Lokal-Anzeiger" konstatirt u. a., daß jemand, der eine Schmiedearbeit verrichten zu lassen hatte, achtzehn Werkstätten aufsuchen mußte, bis er eine solche fand, in welcher am 1. Mai gearbeitet wurde. Der„Lokal-Anzeiger" ist übrigens so— unbefangen, die Berichte eines seiner Bericht- erstatter in Bausch und Bogen zu widerrufen. Er schreibt: In später Abendstunde ging uns die Nachricht zu, daß in dem Stadt- theil Moabit ein Znsammenstoß feiernder Arbeiter mit Polizei- Mannschaften stattgefunden hätte. Auch diese Nachricht erwies sich, wie die übrigen uns zugetragenen, als eine falsche", n. s. w. Eine solche Ehrlichkeit sollte sich das„Berliner Tagebl." zum Vorbilde dienen lassen, das sich am 1. Mai aus Hamburg telegraphiren ließ, daß die Arbeit nur in geringem Um- fange geruht habe, und am 3. berichtet, daß von den Hamburger Arbeitern, welche gefeiert hätten, fünftausend aus deiii Arbeits- verhältniß entlassen worden seien. A« der Kritzer-«nd Kottbuftrstratzeit-Eckie prangte am Morgen des 1. Mai hoch oben an den Telephondrähten ebenfalls eine rothe Fahne mit der Inschrift:„Hoch die inter- nationale Sozialdemokratie. 1. Mai 1890." Die nachfolgende» der„Uat.-Ztg." ans städtische» Kreisen zugehende» Mitttzeilungen scheinen an die Bemer- kungen anzuknüpfen, die jetzt bezüglich der Dannnmühlen in vielen Berliner Zeitungen gemacht werden. Sie sollen unzweiselhast beweisen, daß die städtische Verwaltung sich in arger Raum- bedrängniß befindet. Sie lauten: Mit der steigenden Zunahme der Bevölkerung der Stadt Berlin dehnen sich, wie selbstverständ- lich, auch die Geschäfte der städtischen Verwaltung in dem ent- sprechenden Verhältnisse ans. Zur Zeit der Erbauung des neuen Rathhauses konnte nicht vorgesehen werden, daß die Geschäfte, welche infolge des Krieges 1870/71 allerdings einen großen Umfang angenommen haben, sich in dieser Weise ausdehnen würden, und demgemäß konnte auch bei der Herrichtung der Verwaltungsräumlichkeiten dieser Umstand nicht in Betracht gezogen werden. Die Folge hiervon ist, daß die jetzt bestehenden Räumlichkeiten im Berlinischen Rath- hause dem Verwaltungsbedürfnisse in keiner Weise mehr entsprechen, so daß in Erwägung gezogen werden mußte, wie dem Mangel abzuhelfen sei. Der Magistrat hat denn auch beschlossen, das Bureau für Haus-, Mieths- und Hundesteuer aus dem zweiten Stockwerke des Ber- linischen Rathhauses nach den Räumen des ersten Stockwerks und theilweise auch nach dem zweiten Stockwerke des Hauses Post- straße 16 zu verlegen. In den letzteren Räumen des zweiten Stockwerkes befinden sich gegenwärtig Bureaus des statistischen Amts für Zwecke des Volkszählungsgeschäfts, dieselben sollen indessen am 1. Dezember 1890 nach dem Gebäude Mühlendamm Nr. 00a, welches gegenwärtig gleichfalls und bis zu seinem Ab- bruch Bureauzwecken dient, verlegt werden. An diesem Rauniniangel hat Niemand gezweifelt. Es ist auch Niemand der Ansicht, daß nicht Abhilfe geschafft werden muß, ausreichende Abhilfe. Aber daß just die Dammmühlen des- halb erhalten werden müssen, will Niemandem einleuchten, und wir haben die Genugthuung, von Tag zu Tag stärkeren Äeuße- rungen des Unwillens darüber zu begegnen, daß das Projekt nicht wieder fallen gelassen wird. Die Ketänbnng der Schlnchtthiere vor der Schlachtung ist in letzter Zeit mehrfach Gegenstand behördlicher Erörterungen gewesen. Im Reichstage wurde in der vorvergangenen Session die Frage des rituellen Schächtens ans Anlaß einer gegen diese Schlachtmethode gerichteten Petition ziemlich eingehend erörtert. ES ist aus diesem Anlaß unter den Gelehrten eine lebhast er- ürtcrte Meinungsverschiedenheit über die Nothwendigkeit und Zweckmäßigkeit dieser Schlachtort ausgebrochen, der gegenüber die Behörden einstweilen noch zuwartend sich verhalten.� In der großen Mehrzahl der in den letzten Jahren zahlreich entstandenen öffentlichen Schlachthäuser werden die Thiere vor der Schleich- tung durch Schläge ans den Kopf betäubt. Dies Versahren führt zu mancherlei llnzuträglichkeiten. Kürzlich wurde behördlicherseits eine neue Schlachtmaske empfohlen, ein Apparat, der auf den Kopf des Schlachtthieres befestigt, infolge eines daraus geführten Schlages einen scharfen Stachel in das Gehirn des Thieres treibt und so dessen sofortigen Tod herbeiführt. Der Apparat ist ziem- lich theuer; er stellt sich, für Rinder brauchbar, auf 20 Va M., für Schweine aus 12 M. und auf 3 M. für f mistiges Kleinvieh. Die Anschaffung zahlreicher derartiger Apparate für öffentliche Schlachthäuser erfordert also einen nicht unerheblichen 5kosten- aufwand und es ist die Möglichkeit einer schnellen Ab- Nutzung oder anderer bei der Schlachtung nachtheiliger Eigen- fchaften nicht ausgeschlossen. Auf unserem Berliner Schlachthofe erfolgt die Betäubung der Schlachtthiere bei den Rindern durch Schläge mit schweren eisernen Hämmern, bei den Schweinen durch Anwendung weniger großer Hämmer mit langen Stielen und bei dem Kleinvieh durch Beilschläge. Daß hierbei manche Unziiträg- lichkeiten sich ergeben ist mehrfach anerkannt. Umso verwunder- lichcr ist es, daß Versuche, die Schlachthiere mittelst Elektrizität zu betäuben, noch immer, trotz mehrfacher Anregungen bei lins nicht vorgenommen sind. Bei der großen Ausdehnung unserer elektrischen Anlagen könnte eine derartige versuchsweise Einrich- tung doch unmöglich auf große Schwierigkeiten stoßen. ('Zewaltigrn Kchado» hat, wie eine Lokal-Korrcspondenz meldet, das Gewitter des vorgestrigen Tages im Norden der Stadl angerichtet und insbesondere der Wedding und der Gesundbrunnen sollen unter dem dort wolkenbruchartig niedergefallenen Regen und dem heftigen Hagelschlag zu leiden gehabt haben. In einzelnen Straßen dieser Stadttheile vermochten die Kanalisationsröhren die Wassermassen nicht mehr zu fassen, und die nieisten Keller standen alsbald unter Wasser; es dauerte mehrere Stunden, ehe die Feuer- wehr und Hausbewohner die mehrere Fuß hoch übcrschwemnitm Wohn- und Vorrathskeller wieder auspumpen konnten. Der dadurch angerichtete Schaden ist nicht unbedeutend; so platzte bei einem Bäcker in der Prinzenallee ein durch den Mehlleller führendes Wasserrohr und durch die dadurch verursachte Ueberschwemmung wurden 40 Zentner Mehl vernichtet.— Die Straßen waren für Fußgänger längere Zeit unpassirbar und mehrere Zoll hoch mit Schlamm bedeckt, das Straßenpflaster streckenweise sustties einge- fallen.— Im Hiunboldthain hat das Gewitter übel gehaust; Sträucher sind vielfach entwurzelt, der Kies aus den Wegen ist allenthalben fortgeschwemmt, und durch den Hagelschlag sind die Blüthen vieler Obstväume vernichtet und die Fruchtansätze gänz- lich abgeschlagen.— Auch an den Telegraphcnleitungen scheint das Unwetter großen Schaden angerichtet zu haben; so meldet der Hamburger Korrespondent, daß die Verbindung Berlin-Ham- bürg unterbrochen worden sei. Ei» K Iii! Ich lag hatte Freitag Nachmittag während des kurzen Gewitters den Sitzungssaal des Magistrats ivährend der Berathung des Kollegiums heimgesucht, ohne jedoch, toie vorweg bemerkt sei, irgend welchen Schaden angerichtet zu haben. Der erste Blitz, der herniederfuhr, schlug nämlich in die elektrische Leitung des Rathhauses, theilte sich einem Stromdrahte, welcher nach dem Kronleuchter des betreffenden Saales führt, mit, und verursachte dadurch das Aufflammen der elektrischen Lampen und eine heftige Erschütterung des Leuchters. Schaden hat dieser Blitzschlag, wie gesagt, nicht weiter angerichtet. bntt itna Juflitfii als Genossenschaft",„Allgemeines Kredit-Jnsiitut" und „Kreditor zu denjenigen Instituten zweifelhafter Art, durch welche namentlich Deutsche schon vielfach geschädigt worden sind. Diese Institute sind gemeinsam von Agenten errichtet worden, welche früher ein Stellenvermittelung?- Geschäft betrieben haben, denen aber demnächst die erforderliche Konzession wieder entzogen worden ist. Di� Leiter dieser Unternehmungen haben ihr Augen- Merl hauptsächlich auf Deutschland gerichtet und gehen darauf aus, Personen, welche sich in Geldverlegenheit befinden, auszw beuten. Hiergegen wird für die Zukunft hoffentlich Abhilfe gc schassen sein, da die ungarische Staatsanwaltschaft unlängst die meisten Geschäftslokale jener Vereinigungen gerichtlich sperren und das vorhandene, meist nur geringe Baarvcrmögen zu Gunsten der geschädigten Personen mit Beschlag hat belegen lassen. Die Untersuchung ist noch im Gange. Kinv? vom Ucvdecll cinco pferdebnlimvagens. Am Dienstag Abend gegen 8 Uhr hielt kurz«or der Haltestelle In- validcn- und Bruunenstraßcn-Ccke ein Wagen der Pserdebahnlinie Moabit-Ltoscnthalcr Thor, während ein anderer vorauffahrcndcr Pferdebahnwagcn vor dem erstbczeichucten zu halten gezwungen war, um Fahrgäue aufzunehmen. Dieser Umstand hatte jeden- falls bei einem Fahrgast die irrige Meinung erweckt, das; es Zeit sei, auszusteigen. Der nahezu KOjährige Mann verlieh seinen Sitz auf dem Verdeck und trat zu der nach dem Hinterperron herab- fiilirenden Treppe. In demselben Augenblick aber setzte der Wagen plötzlich sich wieder in Bewegung und infolge des dabei cnlstandenen Rucks verlor der Mann das Gleichgewicht. Er stürzte kopfüber die Treppe hinunter auf das Etrahenpflaster. Der dröhnende Ausschlag des fallenden Körpers brachte die Vorüber- gehenden sofort zum Stehen, laute Schrcckcnsrufe ertönten. Von hilfrberciten Händen wurde der Abgestürzte zunächst in den Flur des Hauses Jnvalidenstr. 1 geschafft. Der Manu war beim Fallen mit dem Kopfe zu nnterst auf das Strahenpflastcr ausgeschlagen und er hatte sofort das Bewußtsein verloren. Acrztliche Hilfe war sogleich zur Stelle und nach Anlegung eines Nothverbandcs schaffte man den Verunglückten mittelst Droschke zu seiner nahe- belegenen Wohnung. Der Vorgang hatte an der so überaus be- lebten Stelle eine Menschenansammlung zufolge gehabt, in deren Mitte viel über die„Sechser-Ecke" diskutirt wurde. Das vorzeitig, ängstliche Absteigen der Fahrgäste ist an jener Straßen- Ecke»stets uno ständig wahrzunehmen, da hier die Moabiter Groschcn-Thcilstrcctc enret und die Mehrzahl der Leute sich da- gegen sträubt, fünf Pfennig mehr Fahrgeld für die kaum 4ÜU Schritt lange Streue bis zur Endstation Rosenthaler Thor tarifmäßig zu bezahlen. Die rvjkc» Zlachtigallenpüvcheir gewahrte man vor etwa zwei Wochen in den Anlagen Berlins, und in den Nächten gegen Ende April ließen sie zum ersten Male in diesem Jahre bei Pankow und Schönholz ihr Lied hören, während dasselbe am Brßtagiuorgen im Humboldthain erschallte. In letzterem haben sich in diesem Jahre besonders viel Schwarzdrosseln eingestellt und zahlreich Nester gebaut. Leider sind bereits trotz aller Sorg- falt der die S.ingcr schützenden Wächter solche mit Jungen ausgehoben worden, wahrend der Fang der Alten verimttelst des Schlagnctzes namentlich an der Peripherie des Hains, besonders an der den Hain streikenden Eisenbahn, betrieben wird. Tie Staare, welche alljährlich in den Brutkästen um die Humboldt- steine nisteten, sind dort den srcchen Angriffen der Spatzen ge- wichen und haben in Zahl von nur zwei Pärchen am großen Spielplatze Stand genommen. Am 23. April strichen die ersten Hansschwalben in Berlin an; am Morgen des 80. April umschwirrten Thurmschwalben oder Segler zahlreich den deutschen und sranzös.schen Tom, dort ihre altgewohnten Niststätte» in Augenschein nehmend. Im Aiumufcl der noch blätterlosen Akazie brütet bereits der Blutstnk, während die ersten umgen Spatzen schon flügge ihre Nester verließen. Nachdem es Prinzip geworden, die Pappeln in und um Berlin, weil vorzügliche Brut- und Sammelst. ttlea für dem Menschen überaus lästiges, anderen Gewächsen grundverderb- liches Ung.zie>er, verschwinden zu lassen— auch säinmtliche Pappeln an der Straße zivischen Reinickendorf und Dalldorf ivurden deshalb gefällt— sind damit natürlich auch ihre gefiederten Bewohner verschwunden. Aus einer im Humboldthaine in der Nähe der Grenzftrape stehenden hohen Pappel legte alljährlich der Pirol(Goldamsel) gegen Pfingsten(Psingflvogel) sein merk- würdig gestaltetes Nest sehr künstlich Im und gewährte es dann später ein überaus anziehendes Bild, die goldgesiederte Familie am Aste neben dem Nepe in zärtlichstem Verkehr zu belausche». Seit dein Verschwinden jenes Baumes bleibt auch der Vogel ver- schivunoeu. Kerltner Afstwereln für Obdachlose. Im verflossenen Monat April er. nächtigten im Männerasyl 8965 Personen, davon badeten 2013 Personen; im Frauenasyl 1191 Perjonen, davon ladeten 90 Personen. Dolizcibericht» Am 2. d. M. Morgens wurde im Land- wchr-Kanal, vor dem Grundstück Tempeltzchcr Ufer Nr. 34, die Leiche einer etwa 20jährige» unbekannten Frauensperson und nahe der Kottbuserbrücke die Leiche eines Arbeiters aufgefunden. — An demselben Tage wurden drei unbekannte Personen erhängt aufgefuridcn, und zwar Vormittags ein etwa 50 Jahre aller Mann im Thiergarten, in der Nahe des Schlosses Bellevue, ein etwa 20j.,hriger Mann in der Hasenhaide, gegenüber dem Militär- Kirchhof, und Nachmittags ein etwa 45jahriger Mann im Thier- garten, nahe der Hoii..ger-Altee.— Vormittags sprang ein In- valide, angeblich aus Furcht vor Strafe, hinter dem Invaliden- hause in den Spandauer Schifffahrts-Kanal und ertrank.— Mittags wurde vor dem Hause Friedrichsstraße 155 eine Frau von einer Droschke überfahren und anscheinend schwer verlegt, so daß sie nach der Eharitee gebracht werden mußte.— Nachmittags wurde in der Spree, nahe der Pochhammer'schen Badeanstalt, m einer Zigarrenkiste die bereits in Verwesung übergegangene Leiche eines»».geborenen Kindes angeschwemmt.— Abends fand in dem Haufe Lmdenstraße 22 eine Gasexplopon statt, wobei der Ga arbeiter Prahl im Gesicht und an beiden Händen so schw Brandwunden erlitt, daß seine Ueberführuug nach den» Kra Hanse Bethanien erforderlich wurde.— Zu derselben Zeit s in der Stühe der Wcidcudammerbrücke eine etwa zwanzig! alte Frauensperson in die S, ree, wurde jedoch noch lebend dem Wasser gezogen und nach der Frauenklinik gebracht. Soziole AebovZWjk. Achtung! Kollegen! In der Fabrik von Ludwig Löwe v. Co. sind gegen 800 Mann entlassen worden, weil dieselben sich an den einstimmige» Beschlüssen ihrer Kollegen für gebunden fühlten. Teehalb ersuchen wir alle zielbewußten Arbeiter, den Zuzug von Schlossern, Formern, Schleifern, Drehern und sonstigen Maschinen- und Hilfsarbeitern fernzuhalten, bis unsere gerechte Sache geregelt ist.— Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden gebeten, diese Nachricht weiter zu verbreiten. Achtung Klomp»er: Die Kollegen der Werkstatt Jordan, Stallschreiberfir. 9, sind gemaßregelt. Ein Kollege wurde wegen Sprechens in der Werkstatt entlassen. Sämmtliche Kollegen er- klärten sich mit ihm solidarisch. Zuzug ist nach Kräften fern zu halten. Achtung! Motallavboitrr! Wir ersuchen alle Kollegen, in denjenigen Fabriken, wo Maßregelungen vorgekommen sind, uns doch durch einen Kollegen die Namen der Ausgesperrten in dem Arbeitsnachweis, Wallfir. 7«. 8, im Laufe des Montags mittheilen zu wollen. Der Vorstand des Allgemeinen Metall- arbeiter-Vereins. Achtung Motatlurboitor! Ueber die Fabrik von Speck, Dresdenerstr. 36, ist die Sperre wegen Maßregelung von acht Kollegen wegen des 1. Mai verhängt. Zuzug ist fern zu halten Achtung! Die Kollegen der Bronzewaaren-Werkstatt von Winkler, Lilie Jakobstr. 2, haben wegen Maßregelung die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist fern zu halten. Comaßvogelt wurden wegen Feier des 1. Mai 2 Schloffer, 1 Dreher und 1 Hobler der Eisenbahn- Signalbauanstalt von Zimmermann u. Buchloh, Userslr. 6a. Zuzug ist fern zu halten. Do» Kiitrnmachsrn zur Nachricht, daß in folgenden Werk- stellen noch Maßregelungen stattgefunden haben: Dreksel, Var- nimstr. 22, Ww. Meisuer, Kronenstr. 63, Seifert, Alexander- straße 22, Schalling, Görlitzer Ufer 21—23, Sacho u. Komp., Michaclskirchstr. 22. Achtung: Urrgoldor! In der Werkstatt von Stang, Köpnickerstr. 10, ist ein Kollege, weil er am 1. Mai gefeiert hatte, entlassen worden. Ferner sind Entlasstmgen in der Werkstatt von Gutthat, Reichcnbergerstr. 154, infolge des 1. Mai vorgekommen. Die Wcbev der Gnglifchcn Ginvdincnweberei von A. Philipsborn, Groß-Lichterseldc, haben die Arbeit am Montag niedergelegt, und zwar weil der Chef zwölfstündige Arbeitszeit ohne Pause verlangte und das Strafsystem der Arbeitsordnung den Arbeitern nicht bchagte. Cottbus. Wie schon berichtet, brach am 22. April in der Rohrfabrik von Frank und Knies ein Streik aus. Sämmtliche 70 Arbeiter legten wegen Lohndifferenzen die Arbeit nieder. Unter anderem verlangen sie die gesetzliche 14tägige Kündigung. Der Streik dauert unverändert fort. Zuzug ist also fern zu halten. Aiffragen sind zu richten an Ad. Lehniger, Herberge, Schloßkirch- straße. vevfn«»inlttnuett. Der Fachverein der Lederarbeiter hat, wie in der Hauptversammlung am 23. April festgestellt wurde, allein in den letzten Monaten 150 neue Mitglieder gewonnen und zählt jetzt deren 436. Durch den in der Sitzung erstatteten Kasseuvericht für das vergossene Quartal konnte konstatirl werden, daß der Verein, außer vielen werthvollen Utensilien, wie Bibliothek u. f. w., über einen Baarbestand von 307,40 M. zu verfügen hat. Die von den Revisoren für richtig befundene Rechnung schloß in Einnahme und Ausgabe mit 566,60 M. ab. Der vom Verein im November v. I. eingerichtete, auch für Nichtmitglieder völlig unentgeltliche Arbeitsnachweis ist im besten Gedeihen und konnten durch denselben 66 Kollegen untergebracht werden. Alle Lederarbeiter werden ge- beten, im Bedarfcfalle sich ausschließlich nur unseres Arbeits- Nachweises zu bedienen, damit das bettelhafte Anfragen von Hans zu Haus ein Ende nimmt. Den streikenden Kartonarbeitern ivurden 40 M. überwiesen. Nachdem einige interne Sachen er- ledigt waren, einigte sich die gut besuchte Versarnnilung dahin, den 1. Mai durch eine Fußpartie zu feiern, welche übrigens— wie hier wohl eingeschaltet werden kann— einen äußerst vergnügten und doch ivürdigen Verlauf genommen hat. Die Werk- stätton, die noch keine Vertrauensmänner haben, oder wo Neu- wählen zu vollzicheu sind, werden dringend ersucht, die Wahlen vorzunehmen, damit alle Vertrauensmänner in derfür sie anbe- räumten Versammlung am Donnerstag, den 8. Mai, Abends Uhr, im Vereinslotal vollzählig beisammen sind.— Nächste Vereüisversammlnng am 12. Mai. Die Ktn ellateure Kerlin» und Umgegend hielten am 24. April, Abends 8 Uhr, bei Feuerstein eine öffentliche Ver- saminlnng ab mit folgender Tagesordnung: Nutzen einer gewerk- fchastlichen Organisation. Rejerent Herr Berndt. 2. Abrechnung der Berliner Vertrauensleute. 3. Verschiedenes.— Nach erfolgter Bureauwahl erhält Herr Berndt das Wort. In seinem l Vestündigen Vortrag fuhrt er unter allgemeinem Beifall der Ver- samml ng alle Schäden vor Augen, die entstehen, sobald man nicht orgaiüfirt ist und keinem Fachverein angehört. Tie Versamm- lung nimmt dem zu Folge nachstehende Resolution an: „Die heutige öffentliche Versammlung der Stuckateure Berlins erklärt sich mit den Ausführungen des Resereulen einverstanden und verspricht, für eine kräftige Organisation zu agitiren." In der Disk.ffsion sprechen sich sämmtliche Redner in dem- selben Sin..e aus und appellirt Herr Hirsch als Gast recht warm an das Ge ühl der Jndifferenien, da die Stuckateure verpflichtet wären, an der Spitze der Fachvereine zu marschiren. Zum Punkt 2 erhält Vertrauensmann Scherbing das Wort. Er legt sämmtliche Ein- und Ausgaben der Versammlung vor und werden aus seinen Antrag zivei Kollege» gewählt, welche die Abrechnung prüfen sollen. Kollege Montag bedauert, daß so wenige dem Unterstützungsionds oelsteuern, andere kleine Städte stellen das große Berlin tn Schatten.— Zum dritten Punkt werden einzelne Firmen benannt, welche sich schwer gegen unsere Prinzipien ver- gehen; so beschäftigt eine Firma aus dem Bau neun Lehrlinge, welche für den halben Akkordpreis arbeiten. Das Berhatlen dieser Firma wird einer scharfen Kritik ausgesetzt. Nach Erledi- guug von noch einigen Fragen schloß der Vorfitzende die Ver- sammlnng mit einem Hoch aus die internationale Aroeiter- beiveguug. Die Kerliner Kürschner hatten in einer stark besuchten Versammlung beschlossen: 1. Die Arbeit am 1. Mai ruhen zu lassen. 2. Am 1. Mm eine Versammlung des Morgens einzuberufen und Stachmittags im Verein mit den in der Branche be- schästigten Mamsells einen Ausflug nach Schöuholz zu unter- nehme». Da die Erlaubniß zur Abhaltung der Versammlung nicht ertheilt wurde, fand am Morgen des 1. Mai nur eine Zu- sammenkunft der Kouegen im Vereiuslokale, Greuavierstraße 33, beim Frühschoppen statt. Als Treffpunkt verlaulere: Psenerberg um 1 Uhr. Von hier ans ging es in bester Stimmung nach dem Ziele Schloß Schöuholz. Zirka 200 Personen betheiligten sich an der.Feier, die zur allgemeinen Zufriedenheit flallsaud. Abends wurde der Heimweg angetreten, ohne daß die geringste örung stattgesunden hatte. Krunerveusamminng. Die am 29. v. M. im Etablissement „Elyfmm", Landsberger Allee 41/42 tagende Versammlung wurde von dem Einberuser derselben, Herrn Hilpert, um 9 Uhr eröffnet. Der Einberufer üdergav den Vorsitz der Versammlung an den Vorsitzenden der Lohukommission der Berliner Brauergesellen, Herrn Lieberich, welcher eine klare Uebersicht über die jetzigen Verhältnisse der im Streik stehenden Brauergesellen gab und schließlich zu dem Schlüsse gelaugte, daß der Lohn- und Arbeilskampf der Brauer- gesellen Berlins und Umgebung gegen die Arbeitgeber in einen Prinzipienkampf, den Kampf des Kapitals gegen die Arbeiterschaft, übergegangen sei.— Hieraus wurde dem Referenten Herrn Koop das W-orl ertheilt, welcher in einer längeren Rede die Sitzung mit den Vorständen der Brauereien, welche am 26. April staltge- fanden hatte, klar legte, und das verfaßte Protokoll derselben Sitzung mit den nöthigen Erklärungen und Kritiken vorlas. Die Kritiken, welche ziemlich scharf gehalten, aber vollständig gegen die Herren Borflände der Brauerein berechtigt waren, fanden allgemeuien Beifall.— Hieraus meldete sich Herr Säbel, Münchener Brauhaus zum Wort; er legte in kurzer Reoe klar, daß der Herr Direktor der betretenden Brauerei wegen Miß- brauch des Gnurechtes von Seiten der anderen Herren Vorüände der Berliner Brauereien, sämmtliche Beziehungen zu diesen Herren vollständig gebrochen hätte, und uns nach Kräften unterstützen ivllrde. — Herr Hilpert, der sich hierauf zum Wort meldete, kritisirte in scharfer Weise die letzten'Artikel, welche der ivohllöbliche Verein der Herren Vorstände der Brauereien in vem Lokalanzeiger aus- nehmen ließ, und legte orasrisch und klar dar, dap wohl die be- treffenden Artikel auf Unwahrheit beruhen, weil die Ueber- stunden und Wohnverhältniffe ganz andere, wie angeführt, in den meisten Brauereien seien und nur dem Publikum Saud in die Augen gestreut werben solle. Herr Röhden ermahnte hierauf die amveseuoen Brauergesellen, den Kampf mit dem Großkapital ruhig aufzunehmen und weiter zu führe», der Sieg könne nicht ausbleiben. Er wies daraus hin, daß, da die Organisatton der Brauergesellen ja noch keine gute zu nennen sei, nur energisches Festhalten zum Ziele führe. Herr Wiemer legte hieraus klar, daß kein Berliner Arbeiter, wenn er iveiß, daß er oie ihm setzt gleich- gesinnten Bra ergesellen unterstützen könne, von den Brauereien, die mcht die Forderungen der Brauergesellen beiviiligt hatten, Bairisch Bier mehr trinken würde, viel eher würde er Weißbier oder Wasser trinken. Hierauf nahm Herr Wilhelm Werner das Wort und legte der Versammlung dar, daß er soeben ü' JJ des Brauerstreiks vom Direktor Knoblauch(Böhmisches«kWi «»ef Sioraii» �\ov>*y» nrt IßtmfiTPV komme und mit diesem Herrn zu dem Resultat gekommen W vlW ittf in längerer >W...... sei, Um gesellen Berlins und Umgebung auf alle Fälle Berliner Arbeiterschaft Beistand müsse geleistet hauptsächlich, da auch die Gcsammtbrauercien, wie es st'ffl der Zeitungsannonze, keinem Wirth Bier zu liesern, der r�. gesperrten Brauerei abgehen wolle, gegen die Gesanimtawff schaff Berlins den Fehdebandschuh hingeworfen haben. mahnte die anwesenden Brauergesellen, fest an ihren s!®? Forderungen zu halten und auch nicht früher die Arbeit nehmen, bis die Streikbrecher aus den betreffenden entlassen seien und versicherte, daß der Sieg gegen die ob jüdisch oder christlich, gewonnen werden müfse. Daraet A Herr Konrad das Wort und charakterisirte noch bestehende Uebelstünde in den Brauereien Berlins und IW? mit gutem Erfolg. Alsdann wurde die gefaßte Resolulion ou.j Vorsitzenden verlesen und einstimmig angenommen. 2A? sitzende schloß alsdann die Versammlung um HVa Uhr m» donnernden Hoch auf die allgemeine Arbeiterbewegung.. In einer von zirlrn 3000 Dev)eHCii besuchte« Nrrjammlnttg siiinmtlicher Arbeiter der Ludwig l'. schen Fabrik, welche am Dienstag, den 29. April, Ilbenv-» in Sanssouci, Kottbnserstr. 4a, mit folgender Tagecoroi«! 1. Wie stellen sich die Lndw. Löwe'schen Arbeiter zum n®' anschlug, 2. Diskussion, 3. Verschiedenes, stattfand, M einem sehr beifällig aufgenommenen Referate des Herrn EoM Schulz folgende Resolution einstimmig angenommen: Diejrl — /m-» s fämmtlicl}er 3*�99 in Sanssouci tagende Versammln., ig der Lndw. Löwe'schen Fabrik erkart � i—,--—-—-- cf) mit- g siihrungen des Referenten voll und ganz einverstanden une pflichtet sich an den Beschlüssen festzuhalten und dem enlff«*' die Arbeit am l. Mai einmüthig ruhen zu lassen. Zur Diskussion meldeten sich 18 Redner zum Wort,# sümmtlich sich im Sinne der Resolution aussprachen. Von Vorsitzenoen wurden die Kollegen ausdrücklich zum Schluß. mals aufmerksam gemacht, daß dieselben durch Annahme dC solution einen Schwur sich gegenseitig geleistet haben die am 1. Mai ruhen zu lassen.» Nach einstimmiger Annahme der Resolution bat V, Block, Schlosser, die Versammlung, die Kollegen vom bau von ihrem Schwur zu entbinden, da von 65 Mann 6 Mann gewillt sind, den Feiertag zu halten. Nachdew nächste Redner Herrn Block zur Genüge abgefertigt darüber zur Tagesordnung geschritten. Zu Berschiebenem sArü acht Redner und zwar nur über die Feier des 1. Mai. J Ausführungen des letzten Redners, welcher das Verhalten« Kollegen, welche am I.Mai doch würden arbeiten, in das r®.t Licht stellte, löste der überivachende Beamte auf Grund � J des Bereinsgesetzes die Versammlung aus. Nach AuflösuuZ-Z Versammlung brachten die Versammelten ein dreifach 1 Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung aus. -'' � �----- 1------ s. ) UU| VIC liuttuuiliimu*; Eine öffentliche Versammlung Oer Kausdiener am Freitag, den 25. April, bei Feuerstein mit folgender ordnung statt: 1. Die Sonntagsruhe. Referent Kollege O. 2. Der am 6. Juni stattfindende Kongreß'aller nichigeiv Arbeiter event. Wahl von Delegirlen. Ö. Diskussion.%. satzwahl zur Preßkommission. 6. Verschiedenes.— Nach�'j Kollegen Pinzer, Lamprecht und Putzer ins Bureau A, ivaren, ertheifte der Borützende dem Referenten zu seine® trage das Wort. Derselbe beleuchtete in recht drastischer» wie die Sonntagsruhe in einzelnen Geschäften handhabt wird, uno wie die Polizeiverordnung von Geschäftsinhabern befolgt wird, die Sonntagsruhe J durch die freie Vereinbarung nicht zu erreichen, man steht es jetzt, ivie in den Kreise» der Gto. ko«! schaff Listen herumgehen, um die Geschäfte am Sonn®-,» schließen, aber die meisten hielten sich davon fern. Reicheii �jj erntete der Referent für seinen Vortrag.— Folgende Reff" I wurde einstimmig angenommen:„I. Die am 25. April beim "'. cn. e______ i____ �__ stein tagende große öffentliche Versammlung der Hau�. Berlins beschließt: In Anbetracht des Umstand«?, daß oie-rn tags arbeit der in kaufmännischen Geschäften angestellten jO dienet eine Ausdehnung angenommen hat, die ver Arbsf. anderer Lohnarbeiter an Wocheulagen gleichkommt. 2.* j dem Hausdiener, welcher bei einer läglich dreizehn- bis ffw-L refpeklive achtzeyustündigen Arbeitszeit ohne geregelte pause einen Durchschnittslohn von 16 M. per Woche AA geradezu eine Levensbedingung ist, einen mindepens 36©Ojf hinter einander dauernden R.chetag zu haben.— 3. Tiefer-N tag aber nur durch Reichsgesetz herbeigeführt werden kann, tragt die Versammlung das heutige Bureau, an den deUsUI Reichstag eine Petition auszuarbeiren und dieselbe einer lichen Versammlung aller Hausdiener Berlins zu breiten." Ferner beschloß die Versammlung, die obige ist den Bertrelern der deutschen Arbeiter im Recht' ver sozialdemokratischen Fraktion, zu übermittel» V Verlangen: Auch für die Verkaufsgeschäfte aller'Art, ch'Lwk nähme von Bäckern und Schluchtern, ist in dem Arbeite» � Gesetzentwurf die undebiugle Sonntagsruhe während res WJ. Tages zu fordern und oie Beschäftigung der Angestellten Strafe zu stellen. Zur Kongreßsrage sprach zuiucktzst 3 � Lamprecht und führte derselbe aus, daß die Hausdiener fchLtf internationalen Arbeiterkongreß zu Paris durch den Bucch. t Herrn W. Werner vertreten gewesen seien, demselben«"L' letzter Zeit verboten wurde, öffentlich zu sprechen, und>vtt„ wenig erfahren yaben, was oort beschloffen wurde. Zum'(A sei ein Kongreß aller nichtgewerblichen Ardeiler zu sinberufen und fei es ja auch für uns Hausdiener sehr von'Ab � wenn wir dort vertreten seien. Bevor aber der Kongreß würde, sollte bei dem Einberuser angefragt werden, ivas«)» � veranlaßt hätte, den Kongreß einzuberufen und warum jt erst vor kurzer Zeit tagenden Kongreß fern geblieben ist: der Diskusston betheiiiglen sich die Herren Schmidt. � st Runge, Hertmann, Utes, uno plädirlen alle Reoner nur I gesetzliche ganze Sonntagsruhe. gst' In seinem Schlußwort unterzog der Referent den-; fektirniär""(Zeitung) einer eingehenden Kritik, Denselben der Achticandeutag besprochen war, aoer in fälliger Weise.— Als Telegirten zum Kongreß wurden g®«F Kollege Wiemet, Lamprecht, Kuhntke, O. Grauer. In dis � mifnon zur Aufbringung der Gelber für Beschickung de»�il» grefses wurden gewählt die Kollegen Beudtx. Mohuke, TffW Utes, Werner und Müller. Bei der Ersatzwahl zur PJ'y »usfion wurden gewählt Böget, Glashagen, Beudix. tlnüj st schieoenes führte Kollege O. Krüger an, daß er, iveil er, Zeitung„Eiuigkett" gezeichnet hätte, gemaßregell worve Zum Schluß wurden folgende Resolutionen angenommen! heute am 25. April in Feuerstein's Lokai tagende öffentlich � sammlnng der Hausdiener beschließt, dahin zu wirken, ML»st Sonntag, den 4. Mai, Mittags 12 Uhr, möglichst EinscA. ff der Sonntagsarbeit Play greift, ebenfalls nur in sola>e schäfte» zu Eanfen, wo vom Sonntag, den 4. Mai, Mittag« Nst geschlossen ist; ferner bei Loeser u. Wolfs und Marlienz® � Zigarren zu lausen, bis die Forderungen der arbeitet bewilligt sind, gleichfalls mir Bier 0®%/ Brauereien zu empfehlen, welche die Forderungen der~.st bewilligt haben.— 2. Die heute, am 25. April, bei 8®' st versammelten Hausdiener, verpflichten sich ohne Ausnahm.'.- st das„Berliner Bolksblatt" und unser Fachorgan„Einig".(ist abonniren.— 8. Die heute bei Feuerstein lagen oe Hansdiener-Versammlung verpstichtet sich, fi.r die freie'-I st g»ng der Hausoiener z>l agitiren und alle dieser Bereintg» zutreten, damit wßr bald eine Besserstellung unserer Lage können. rtsti Mit einem Hoch auf die internationale Arbeiterben"' wurde die Versammlung um IV« Uhr geschlossen. WWW üli:«onimtvapc entlang uver oen«cmop�uy, v* �5°>lraße. Spittelmarkt. Leipzig-rstraße. Jerusalemer, lraße. ndenstraße, nach dem Kreuzberg und machte in Tempelhof zum "WN Male im Lokal des Herrn Nieke Halt. Hier wurden jge Schoppen getrunken und ging es dann weiter nach Marten- M. wo sie sich vis 6 Uhr Abends zusammen vergnügt machten. hatten sich im Laufe der Zeit noch verschiedene Genossen ein- Munden, welche sich dein Zuge beim Nachhauseivcg anschlössen. l~3"g, gemischt von Frauen, Männern und Kindern, machte 'u T-mpelhof noch einmal Halt, setzte sich dann wieder in Be- �guug, und mitten auf dein Kreuzberg bildeten dieselben einen in»' fangen ein Arbeiterlied, brachten noch ein Hoch auf die . ,?uationale Arbeiterbewegung aus und gingen bann in der Mgsien Weise bis zum Haile'schcn Thor. Tort verschwand em >!ider ruhig in der Richtung nach seiner Wohnung. . Bemerkenswerth ist noch, daß selbst in Tempelhof und Marieu- :5f Nicht ein einziger Polizist zu sehen war, in Berlin versuchte (c rf.~'"0 o* rjl 0 i'v-----/—------ i üu f.,®tttnh Holet Alepanoerplatz ein Polizeilieutenant, den bxj�rerige», ebenso auf dem BelleaUianceplatz; die Masse den Zug beid°'a!!Nf"- roe»io aus oem-oeueauinnerpras j on--o»asse ging deiter t I tf|h'9 weiter, ohne ein Wort zu verlieren. Die Ar- WitTeiü., jebensaUS beiviesen, daß man sie nicht mehr dazu J," Wim, irgend welche Ausschreitungen zu begehen. I. M Soilinev Former und Kerufogenost'en haben an, Äabl? titiort gehalten, denn sie habe» geschlossen in der �ain». 3000 Mann den 1. Mai zum Feiertag gemacht. Als iB|, melpunkt war Gimbel'sLokalam SchlefifchenBusch bestimmt, von warl-m tlhr der imposante Zug nach Friedrichshagen ab- yuj�wte. Hinter Schönwcide ivuroe Halt gemacht und die �r>i,!V ,st lagerte stcy im Walde. Nach einer ziveistündigen . l'emegte sich der Zug weiter über Köpiuck nach %i»if, dem Endziele zu. Die Friedrichshagener "'""ufpon kam den Formern mit Musik bis Kopnicl , und wurde dann vereint in Friedrichshagen Sw. �chirt, wo sich die Masse auf drei Lokale vertheilte. Die te»,. ,,0 der Feiernden war eine sehr gute, so daß die Polizei iglz. Ursache hatte, einzuschreiten. Da nun von den gegnerischen stil,n- unsere Sache in ein schlechtes Licht gestellt wird, er- »>ie 1 n)l.r hiermit, daß die Former und Berafsgenossen nach Lor in ihm gerechten Sache einmiithig zusammen stehen. iterchlufj aller in der WirNerdranche besihäf- lainw?'�ubeitcr und Arbeitmmm», welcher in einer Ber- »in? 2 gesaßt wurde, den 1. Mai würdig zu begehen, hatte ß�.uerstag Vormittag kurz nach 9 Uhr schon etliche nach dem l�Mpark„Oßend" geführt. Stach und nach Halle sich ein ganz d'ch itliches Häuflein Mauner und Frauen daselbst eingefunden i|„, lnan amüsirte sich in Frieden und Eintracht. So verfloß Jn Stunde nach der andern in ungetrübter Stimmung. JC.° Schreck, mußten die Anwesenden eine verstiminende wiiie-, erfahren: es durfte nämlich des Nachmittags kein V■, des Abends kein Tanz abgehalten werden. Dies hejx.Zusosern ein Blitz aus heiteren, Himmel, da vielen ver- 'itzes c>. Frauen, sowie noch viele.. Anderen, denen der Genuß »f..Frühschoppens aus wirthschaftliqen Rücksichten versagt ' sich schon aus den Nachmittag gefreut hatten. Selbst da« Wen war verweigert. Kein anderer Ausweg war zu als entiveder stillzufitzen, um über die begangenen 9t(ih|?n wegen des 1. Mai nachzudenken, oder in die freie r oeti-n.,m jja wenig nens, vielleicht ungehindert, die kost- in vollen Zügen einzuälhmen. Doch kam man !>, 811 dem Entschluß, Nachmittag ebenfalls in dem Lokal r sil � � vw.» v>ii P,-.....-- Q——,...... die s Sr n' l,ni des Weiteren abzuwarten. War auch durch half>,.�!.?ßu»ge» eine kleine Wolke am Himniel erschienen, so Ja r. der Humor hinweg. chhig waren hocherfreut, um mit anzusehen, wie -chch an, m der Welt seinen Fortgang nahm. �Udls�+rj. fwittag waren die Arbeiter zahlreich erschienen, M'inhrn � die Arbeiterinnen. Nachdem man sich zusammen- °hkssvi»t. ��rhielt man sich prächtig, indem man allerhand "'an ,!... ausführte. Den Kindern aller Anwesenden bereitete All eine große Freude wurde"in."""", daß ein Wettlauf arran- Itöfd'jrturrtt. Die Maifeier verlief hier mit derselben Ruhe und Würde, wie in allen Städten Deutschlands, und wie es auch jeder überzeugte Arbeiter nicht anders erwartet hatte. Ilm Morgen des 1. Mai trafen sich die feiernden Arbeiter bei Herrn Büch- mann, nm sich über die Bedeutung des Tages zu unterhalten. Am Nachmittag wurde ein Familienfest im Feldschlößchen arran- girt, und den Schluß der Maifeier bildete eine von ca. 1909 Personen besuchte Volksversammlung, in welcher Herr Th. Glocke aus Berlin über die Bedeutung des Achtstundentags referirte und eine Resolution zu Gunsten einer gesetzlichen Einführung des achtstündigen Arbeitstages angenommen �wurde. Groß» öffentliche Nerff>i!!>iil>i»iz aller in Buchdruckereien, Buchbinde- reien, Stetndruckerelen, Luxuspapter- und Karlonfabrilen b-schäsligten Ar- beiter und Arbeiterlnuen. Am Montag, den s. Mal, Abends 8% Uhr im Böhmischen Brauhause. Tagesordnung: I. Wie stellen sich die in den oben- bezeichneten Betrieben Angestellten zur einheitlichen Regelung der ArbettSzett. s. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zur Deckung der Unroslen Tellersammlung. Zahlreiches Erscheinen aller Bclheiligten wird erwartet. KU« Kithographe», Steiudruäier und Kchleifrr Herlin«, welche Arbsitnehincr sind und sich In kleinen Keschnften(mit unter 10 Kollegen? be- finden, zu Hause arbeiten oder augenbliSlich arbeitslos sind, werden hierdurch eingeladen, am Dienstag, den S. Mai, Abends 8 Uhr, im Mundt'schen Saale, Köpnilkcrstr. loa, zu erscheinen um die Telcgirten zu wählen, welche zusammen mit den in den*5 gröberen Geschästen gewählten Dclegirten die neue iger Kommissson zu ernennen habe». Diese Kommisston wird dann von den Herrnr Chefs anerlannt und sosort mit einer Prinzipal-Kommisston in Ver- Handlung treten. Di- Urrffammlnug fäiNMtlicher Arvciter der Kudiv. Köw-ffch-n Fabrik, welche heute Vormittag 10 Uhr in der„Tonhalle", Friedrichstr. 112, stattfinden sollte, ist polizeilich nicht genehmigt. D-r-in D-rlincr ftartirr» und K«r»fsa-»off«n. Ordentliche Ver- fammlung. Montag, den 5. Mai, AbcndS o Uhr, be! Weigt, Markgrasenstr. 87. Es ist V fllAt eines jeden Mitgliedes zu erscheinen. Ausnahme neuer Mit- güeder. Gäste willkommen. siiiizunourrein der Wanr«« des UIcsir» Der lins. Mitglieder- Versammlung. Montag, den s. Mai, Abends 8 Uhr, tm Königshof, Bülow- strasie 87. Tagesordnung: l) Vortrag des Herrn I. Türk über moderne Poesie und die Arbeiterbewegung. 2. Diskussion. 8. Wahl eines Revisors. 4. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch wird ersucht. Greif« öff-niiichr U o i st» versa i»i»i»n g. am Dienstag, den c. Mai Abends 8% Uhr im großen Saale des Böhmischen B.auhauses, Landsberger Allee Ii— 13. Tagesordnung: i. Die Resolution der Brauereibesiher und wie verhalten sich die Berliner Arbeiter hierzu? Referent Herr Otto Heindors. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes. Um recht zahlreiches Erscheinen aller Ee- nassen wird ersucht. Greif« Zieiksverpammiung für Männer und Frauen am Dienstag, den 8. Piai, Abends 8% Uhr, in We.mann's Voilsgarien, Vadsir. 58. Tagesordnung: Wie verhält sich die Bevölkerung Berlins zur Sonntagsruhe der im kaufmännischen Gewerbe ihäiigen Personen? Referent: Albert Auerbach. Im Interesse der guten Sache wird um recht zahlreichen Besuch gebeten. Die Ver- sammiung ist genehmigt. Grog« Uerfaittmlnug aller Karieuarbrit-ri»»«» und Arbeiter am Montag, den 5. Mai, Nachmittags X2 Uhr, im Lokale Königsbank, Große Frankfurlcrsir. 117. Tagesordnung: Wichtige Streikangelegenheiien, Diskussion und Verschiedenes. Kolleginnen und Kollegen, haltet fest an Suren Forde- rungen: achtstündige Arbeiiszeii und Erhöhung der Akkordlöhne um 38% pCi. Weist jede Unterhandlung mit den Fabrikanten zurück. Laßt die Arbeit überall ruhen. Werdet keine Eireikbrecher. Das Etreilbureau befindet sich bei Bolz- mann, Andreassir. 28. Groh« Doiksverlaininiung am Dienstag, den c. Mai, Abends s Uhr. auf Tivoli, am streu, berg. Tagesordnung: i. Wie stellt sich die Arbeiierschasl Berlins zu der Achisiundonbewegung der Kartonarbeiterinnen? Referent Greifenberg. 2. Disinfsion. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen der Arbeiterschaft Berlins wird ersucht. llicht gc»chviic>te tirrsammiung. Die Versammlung der Beermann- schen Arbetcer, welche heute Morgen um 8 Uhr tn der Brauerei Frieorichshatn stattfinden sollte, Hai die polizeiliche Genehmigung nicht erhalten. Die Arbeiter gedenken ihre Angelegenheit in einer zwanglosen Zusainnienkunfi im Treptower Speri um dieselbe Zeit zu besprechen. Gemiithiich» Ab»»d»»l«riiait»»g nebst Tanzkränzchen der Schneider uüd Schneiderinnen am Sonntag, den 4. Mai, Abends 7 Uhr, in Höffmann's Zenirai-Feslsälen, Oranienstr. 180. Entree Herren«o Pf., Dame» 20 Ps. Tanz frei. Sille Kollegen und Kolleginnen wie Freunde ladei ein die AgitaitonS- kommission der Filiale Berlin des deutschen Schneider-Verbandes. z>er«Inov«rfai»»i!u»g der Filiale 3 vft drr Mal«-, Fachirrr, Anstreicher und verwandten Berufsgenossen am Dienstag, den 8. Mai, Abends 8% Uhr, bei Henke, vlumenstr. 88. Dagesordnung: 1. Vortrag über Rechts- schuh. 2. Fiiialangeiegeuheit. 8. Verschiedenes. Um recht zahlreiches Er- scheinen der Mitglieder wird ersucht. T»v»-»»d geseiiigr Drreinr am Sonntag: Lübeck'scher Turnverein (2. Lehriingsabiheilnngl Abends 8 Uhr Esisabeihsiraßc 57—58.— Turnverein „Wedding"(2. Lehriingsabihciiung) SiachmiriagS 4 Uhr Pankstr.». Turnverein „Froh und Frei"(LehriingSablhetlung) Rachiniiiags 4 Uhr Bergstraße 57.— Vergnügungsverci»„Fröhlichkeit"(gegr.isso) Nachmittags 5 Uhr Grüner Weg Nr. 29 Versammlung. Grfana-, T»r»- nud gesiellige Uevel»» etr. am Montag: Gesang« verein„Sängcrlust" Abends g Uhr tm Resiaurani Landsberegsiraße 80.— Liedertafel der Maler und verwandte» Berufsgenossen, Resiaurani Berg, Kaiser- Franz-Grenadier-PIah Nr. 7. Aufnahme sitmmbegabier Kollegen.— Männergesangverein„Weiße Rose" Abends» Uhr tm Resiaurani»leine Gerichls- straß« 10.— Männergesangverein„Eintracht I" Abends 9 Uhr Köpnicier» praße 88 im Restaurant.— Gesangverein„Echo 1872" Abend 8 Uhr Oranten- firaße 190.—„Deutschs Llederrafei" Abends 9 Uür, Orantenstraße 190.— Gesangverein„Myrthenblätter" UebungSsl Alte Schönhnuserstr. 42 b. Malzahn.— Turnverein„Hasenhaids"(Lehrlingsabth.? Abends 8 Uhr Dtesfenbach- straße so— 81.— Berliner Turnnenossenschaft(7. Lehriingsablhetiung? Abends 8 Uhr tu der städtische» Turnhalle, Brihersir. 17—18 — desgl. 8. Männerabtheilung Abends 8 Uhr in der städtilchen Turnhalle, Gnbenersiraße 61.— Lübeck'scher Turnverein(Männer- ablheilungl Abends 8 Uhr Eltsabcihsir. 57—58.— Verein ehemaliger Schüler der 7. Gemeindeschule Abends 9 Uhr im Restaurant Poppe, Lindenstraße 108. —„Friedrichs-Verckn"(chemaitge Zöglinge des großen FricdrichS-Waisen- Hauses der Stadl Berlin) Abends 8)� Uhr bei Bormann, Ohumasse 2.— Unier- hattungsiiub Schiller Abends 8 Uhr im Restaurant Giesel, Trtstsiraße 41,— Verein Berliner Theaterfreunde Abends 8% Uhr bei Lütow, Admiralstr. 88.— Verguügungsverein„gick-gack" Abends 9 Uhr in Möwe's GeseiischaftShauS, Fichiesiraße 29.— Verein„Lustig" Abends 9 Uhr bei Thamm, Schönhauser Allee 28.— Verein„Raiibor" Abends 8% Uhr im Königsladt-Kastno, Holz- marktstr. 72.— AbendS'fcher Sienographcnverein„Apollobund" Abends 8% Uhr Thurmstraße 81(Moabiy.— Wisfenschafiiicher Verein für Roller'sche Steno- graphie Abends 8% Uhr tm Münchener Bräuhau», Reue Friedrichstr. I, Unter- richis- und UebungS:unde.— Rauchkiub„Nordstern" in Susai's Lokal Frank- stirier Allee 174, Feiedrtchsberg.— Ranchkiub„Hellblau" Abend» 9 Uhr Ska- iiherstr. 143,— Verein ehemaliger Schüler der 42.(Sememdeschule AbendS 9 Uhr bei Kioih, Dresdenerjlr. 10.— Ziiherkiub„Waidrose" Abend»%9 Uhr. UebungSsluude bei Schneider, Aibertslr. 8. Dirigent: Wegeuer. Ausnahme neuer Milgiieder. Gäste willkommen.— Bandonion- und Jnstrumenialverein „Meiodia" Montags von 0 bis Ii Uhr Abends, Reichenberge' straße 149 bei Otto.—„VergnügungSvrrein Freundestreue" AbendS 8% Uhr tm Restaurant Prcuß, Prinzenstr. 97. Gäste willkommen." am folgenden Tage Nachmittags 3 Uhr 16 Minuten in Vervier? an und ihre Flugzeit wird auf 27 Stunden geschätzt. Die mittlere Geschwindigkeit war also 555 Meter in der Minute oder 9 Meter in der Sekunde. In Anbettacht des langen Weges ist dies erheblich, allein bei kürzeren Flugzeiten von 5 bis 19 Stunden sind Geschwindigkeiten von mehr als 1009 Meter in der Minute nicht selten. Bei Versuchen, die am 24. Juni 1883 zwischen Perigueux und Paris veranstaltet worden, hatten die ersten zehn Tauben Geschwindigkeiten von über 1100 Meter aufzuweisen. Am 39. September des näm- lichen Jahres wurden zwischen Lille und Paris bei regnerischem Wetter 1260 Meter in der Minute erreicht. Der Einfluß des Windes auf diese Geschwindigkeit der Tauben ist erheblich. Bei ruhigem Wetter und kurzen Entfernungen kann als normale Schnelligkeit 1199 Meter angenommen werden, erhebt sich müßiger Wind aus bcgünsttgcnder Richtung, so steigt die Geschmindigkeis auf 1400 Meter, bei etwas stürmischem Wind aus der Richtung welche den Flug der Taube unterstützt, kann die Geschwindigkeit auf 1800 Meter steigen. Weht dagegen der Wind aus ungünstiger Richtung, so vermindert sich die Schnelligkeit auf 850 Meter und selbst bis auf 600 Meter. Im Aligemeinen kann man annehmen, daß der Wind mit der Hälfte seiner Geschwindigkeit je nach der Richtung begünstigend oder verzögernd aus den Flug der Tauben einwirkt. Bei schönem Welter und östlichen bis südlichen Winden hält die Brieftaube sich gewöhnlich in einer Höhe von 120 bis 150 Metern, bei nördlichen bis ivest- lichen Winden in Höhe von 100 bis 130 Metern. Wenn es regnet, während der Wind aus Norden bis Osten weht, hält sich die Taube nahe am Boden, bei südlichen bis westlichen Winden fliegt sie dagegen in Höhen von 100—130 Metern. Bei ruhigem Wetter und klarem Himmel steigt die Taube meist höher, und zwar bis zu 250 oder selbst 300 Metern. Die gcrlcunft die Diamanten. Der berühmte französische Geologe Deaubree hat kürzlich, wie die„Kölnische Zeitung" be- richtet, über die Herkunft der Diamanten einige sehr interessante Mittheilungen gemacht. Cr weift nämlich aus gewisse Aehnlich- leiten im Vorkommen von Diamanten in den Lagerstätten Süd- afrika's und in den Meteoriten hin, worauf übrigens von andern Gesichtspunkten ausgehend, Herr Meydenbauer in Berlin schon vorher hingewiesen hat. Das Vorkommen des Diamanten in Südafrika ist um so merkwürdiger, als er dort nicht nur ganz ungewöhnlich zahlreich, sondern auch in Gesteins- massen auftritt, welche keinerlei Aehnlichkeit mit denjenigen be- sitzen, in deren Gesellschaft man ihn in Brasilien und Indien findet. In Aftika trifft man den Dimnauten in Massen mit Trümmerstruktur, die anscheinend durch kreisförmige Schlote emporgestiegen sind. Dazu koiiunt, daß diese gcheimniß- vollen Schlote, welche Millionen von Krystallon um- schließen, in ihrem horizontalen Querschnitt die Fläche von 80 Hektaren nicht überschreiten. Dort finden sich nebei» den Diamanten zahlreiche andere Mineralien, Eostatit, Granat, Zirkon, Rutil, Korund, Apatit u. s. w., daneben Bruchstücke von Schiefer, Pegmatit, Granit. Nach Daubree ist es durchaus nicht wahrscheinlich, daß der Diamant mitten unter diesen Bruchstücken entstanden sei, da unzweifelhaft Granat, Zirkon und Titaneisen einer viel höheren Temperatur zur Entstehimg bedürfen, als die- jentge gewesen, bei welcher die diamantenführende Breccie zu Tage trat. Dazu kommt das Vorhandensein zahlreicher zerbrochener Tiamantkrystalle, von denen man die zusammenpassenden Theile niemals in gegenseitiger Berührung findet. Daubröe kommt zu dem Ergebnisse, daß der Diamant sammt den Trümmermassen, die ihn enthalten, aus großen Tiefen des Erdinnern emporgestiegen sei, aus untergranitischen Gebieten, in denen das Olivin vor- herrscht. Da der Diamant durch Krystallisation des Kohlenstoffs, eines der verbreitetiten Körper der Erdrinde, entstand, so ist die Seltenheit der Umstände, welche diesen krystallinischen Znstand Hervorriesen, schon an und für sich überaus merkwürdig. Höchst auf- fallend aber muß es nun erscheinen, daß neuerdings in mehreren Meteoriten Diamanten nachgewiesen worden sind, nämlich in den Meteoriten von Novo-Urei(Rußland), Arva(Ungarn), Aoondegin(Australien) und Eosby-Creek(Vereinigte Staaten). Dort kommt er als Pulver vor, und da es besonderer Vorsicht bedarf, ihn überhaupt nachzuweisen, so muß man schließen, daß sein Vorkommen in Meteoriten gar nicht sehr selten sein dürfte. Ferner wäre auf gewisse Ana- logien zu verweisen, welche das Vorkommen des Diamanten in Meteoriten mit dem in Südafrika zeigt. Ganz augenfällig ist z. B. die Aehnlichkeit des letzteren mit dem Meteoriten von Novo- Urei, dessen Gesteinmasse fast ganz aus Olivin besteht. Die Aehnlichkeit zwischen den Gesteinen der Meteoriten und den tiefen Massen des Erdkörpers ist schon oft hervorgehoben worden; das gemeinsame Austreten eines so seltenen Minerals, wie der Diamant ist, bringt beide einander noch näher. Daubree kommt mit Berück- sichtigung aller Umstände zu dem Schlüsse, daß die inneren Theile der Erde Diamant in großen Mengen enthalten müssen und die Eruptionsschlote Südafrikas mit ihren Millionen von Ko.) stallen eine Vorstellung davon gegen können, wie unermeßlich reich eben das tiefe Erdinnere an Diamanten ist. Depefils»e»r. Matt" Vovmipckxkes. Die Cieschwindigkeik der Krirfkauden auf grosse« Ktreckien. Von Belgien aus sind in dieser Beziehung sehr inter- essante Versuche angestellt worden, über welche die Zeitschrift „Ciol et terre" berichtet. Es wurden zu Calni ans Korsika 649 Tauben aufgelassen, am 80. Juli 1883, Morgens 4 Uhr 30 Min., bei ruhigem Wetter und leichtem Westwinde. Die von den Thieren zu durchmessende Entfernung betrug in gerader Rich- tung 900 Kilometer, wovon 150 auf das Mittelländische Meer zu rechnen sind. Die Tauben nahmen zunächst ihren Weg auf Monaco zu, dann gegen einen Punkt in dem mitt- leren Frankreich. Während des Tages wurde der Wind stärker und wehte lebhaft aus Nordwest. Die erste Taube kam Ureslan, 3. Mai.(Privattelegranim des„Berliner Volks- :".) Die hiesige Strafkammer vernrtheilte den Redakteur und Reichstagsabgeordneten Kunert ivegen Majestätsbeleidigimg zu drei Monaten Gefängniß. Auf Verlust des Reichstagsmandats wurde nicht erkannt und Kunert aus der Haft entlassen. Selcgraphen-Knrcau.) KaqreutI), Sonnabend, 3. Mai. Die Arbeiter der hiesigen mechanischen Weberei haben die Arbeit eingestellt. Doris, Sonnabend, 3. Mai. Dem„Temps" zufolge sind der Marquis Mores, sowie Prevost, Cuisse und mehrere andere Anarchisten wieder in Freiheit gesetzt worden. Das Zuchtpolizei-Gericht hat etwa 40 Personen, welche wegen Theilnahme an Manisestationen am 1. Mai unter Anklage ge- stellt waren, theils zu Geldstrafen, theils zu Gefänguißstrasen bis zu 8 Monaten verurtheilt. Dublin, 3. Mai. Infolge der Vermittelnng des Bischofs Walsh ist der Streik an der irländischen Eisenbahn thatsächlich beendet. rjjWen Genossen empfehle mein kcluihwaaren-Gesclilift lg �alifcterstrasse 125. A. Ärinemann. �yabe» n g i Gedding oil* bex Fennstraße 2, am f Ätm»- und Knabe«- etablirtu.verk. fassen, e dachen zu ausiall. bill. Mnbet-äßX}, W- Herren-, Knaben- und ------~:u6ert Iief_.ch Garderobe auf Herren- O RA l n gl?"; BC"---' te ind'enwÄ'".kürz. Zeit. �....... > Mooernsten Fa?ons sür 2,50 l»11«»: Jacob Herzberg, "ennstr. 2 am Wedding. Schede erbeten. 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Mal, Abends SVa Ulir, im Lokale des Herrn IFogely Scliönlianser Allee 156 (Deutsches Volkstheater). Tagesordnung: Die Berliner Arbeiter und die wirthschaftliche Lage derselben.(Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht.) Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht der Einberufer Robert Nürnberg, Anllamerstraße 49. Größe ösfeiitliche MsmsWklW am Dienstag, den 6. Mai, Abends SVa Uhr, im gr. Saale des Böhm. Brauhauses, Landsberger Allee 11— 13. Tages-Ordnung: 1. Die Desolntion der Drauereibefttzer«>,d wie verhalten sich die Krriiner Arbeiter hierin? Referent Herr Otto Heindorf. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes. Um recht zahlreiches Erscheinen aller Genossen ersucht Der Einberufer. Achtung Metallarbeiter! Am Mittwoch, den 7. Mai, Abends 8 Uhr, findet in der Brauereo Friedrichshain am Kdnigsthor, eine große öffentliche Versammlung � Hetallai'beiter aller Branchen statt. Taaes-Ordnung: 1. Wie stellen sich die Metallarbeiter Berlins zu den wegen der Mai- feier eingetretenen Mastregelungen? 2. Diskussion. 3. Wahl einer Kommission zur Entgegennahme freiwilliger Beiträge zu den Kosten des Kongresses. 4. Festsetzung der Reisespesen für die Delegirten. Metallarbeiter! Kollegen des Nordens und Südens! Da es nicht möglich war, im Zentrum einen großen Saal zu bekommen, er- suchen wir Euch, bei dieser wichtigen Tagesordnung den Weg nicht zu scheuen und Mann für Mann am Platze zu sein. Oer Einberufer. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 5. Berliner Reichstags-Wahlkreis. Oeffentliche Versammlung am Montag, den 5. Mal, Abends 8 Uhr, im Lokale der Brauerei KSnigstadt, Schönhauser Allee 10—11. Tagesordnung: 1. Vortrag: Die neue Aera und die Sozialdemokratie. Referent: Max Baginski. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten.[98 Gäste sind willkonunen. Der Vorsitzende. Grosse Versammlung kt Fsriiler uui) BerOgellöße« Montag, den 5. Mai, Vorm. 9v» Uhr, in der Aktien-Brauerei Friedrichshain am Königsthor. Tagesordnung: 1. Anträge zu den bisher gefaßten Beschlüssen. Referent: Vertrauens- mann Theodor Schwarz aus Lübeck. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 100 Der Vorßllild des Falßvereiils. Achtung» Kildhaner! Am Montag, den 5. Mai ds. ja., Abends 8 Uhr, findet die erste MM" Delegirten-Sitzung"#5 bei Kcssner, Annenstr. IG, statt. Tagesordnung: I. Das Delegirteuwesen. 2. Diskussion. 3. Werkstatt rtoit rTnt'fov» A CVaV»*(YTt �..$»4�44 r» � 4*«• f �—- ingelegenheiten. 4. Verschiedenes.— Jede Werkstatt hat zu dieser Sitzung inen Delegirten zu entsenden. Die Kommission. lu den Werkstätten, wo nicht zu unseren Bedingungen gearbeitet wird, t 1 A. A Aa*—®.-—— ß• kommt hinzu: Schlosser& Schrocke. 84 Die Kommission. Grosse öffentliche Maurer Uersammlung höh Rixdors imi) Umgegend 57 am Dienstag, den 6. Hai, Abends 8 Uhr, Achtung Tischler! Alle diejenigen Kollegen, welche Sonntag, Montag und die folgenden Tage nach Arbeit gehen, werden ersucht, sich vor der Slrbeitnahme zu erkun- digen, ob in den betreffenden Wcrkstcllen wegen der 1. Maifeier Maßregelungen vorgekommen sind und in diesem Falle so lange solche Werkstellen zu meiden, bis die am Dienstag stattfindende 103 große Fachverems-Uersammlmtg endgiltig zu solchen Werkstellen Stellung genommen hat. Die Namen der Werkstellen werden dann bekannt gegeben. Der Vorstand des Fachvereins der Tischler. Grosse Versammlung aller Karton-Arhelterumen u.-Arbeiter am Montag, den 5. Mai er.. Nachm.'�2 Uhr, im Lokale Komigsbank, Gr. Frankfurterstr. 117. Tages-Ordnung: Wichtige Streikangelegenheiten. Diskussion und Verschiedenes. Kolleginnen und Kollegen! Haltet fest an Euren Forderungen: acht- ständige Arbritozeit und Erhöhung der Akkordlöhne um ÜM/s pCt. Werft jede Unterhandlung mit den Fabrikanten zurück. Laßt die Arbeit überall ruhen. Werdet keine Streikbrecher.[108 Da» Strrikbureau befindet stch b. Kolzmann, Andreasstr. 26. Grosse Volksversammlung am Dienstag, den 6. Mai, Abends 8 Uhr, auf„Tivoli", am Kreuzberg. Tages-Ordnung: 1. Wie stellt sich die Arbeiterschaft Berlins zu der Achtstunden-Bewegung der Kartonarbeiterinnen. Referent: Herr Greifenberg. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um recht zahlreiches Erscheinen der Arbeiterschaft Berlins ersucht 107] Der Cinbernfer. Deutscher Schneider-Verband(giRile Berlin). Montag, den 5. Mai, Abends SVe Uhr, in Gratweil'o KieehaUen, Kommandantenstraße Nr. 77—79; Mitglieder-Versammlung. Tagesordnung: 1. Prüfung der Zuschncideschüler. 2. Aufnahme zum neuen Zuschneide- kursus und Entgegennahme von Beiträgen. 3. Abrechnung siwm letzten Vergnügen. 4. Verschiedenes. GO Gäste haben Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Lokal Verwaltung. Is Stiftungsfest des Vereins Werblicher Silssnrbeiter Berlins nnb Umgeijenb, verbunden mit Tanz und ernsten und humoristischen Vorträgen, am 10. Mai 1890 in der Mrlt", Hasenhaide. Anfang 8 Uhr. Ende, wenn's aus ist." Es ladet ergebenst ein Das Komitee. Billets sind zu haben bei: W. Schmidt, Wienerstr. 19; A. Rosenow, Zeug- Hofstraße 4; Böhme, Engel-Ufer 4a; Gottfr. Krüger, Dieffenbachstr. 57; Beh- land, Rummelsburg, Schillerstr. 3; W. Bogel, Wienerstr. 33: Borchardt, Münchebergerstr. 25; H. Rumland, Oranienstr. 19; Hansen, Oppelnerstr. 47 bei Simon; Hörnecke, Euvnsstr. 55; Busch, Manteufselstr. 19, und in den mit Plakaten belegten Lokalen. 1389 tu der Kistenmacher Berlins am Montag, den 5. Mai er., Abends 8 Uhr, in Feuerstein's Salon, Alte Jakobstr. 75. Tages-Ordnung: 1. Wie stellen sich die Kistenmacher den gemaßregelten Kollegen gegenüber? 2. Wie verhalten sich die Kistenmacher zu den auswärtigen streikenden Kollegen? 3. Verschiedenes.[99 Fachverem der Tischler Kertins(W). Mittwoch» den 7. Mai cr., Abend» SVe|shr, im Kolberger Kalo», Kolbergcrstv. LU. bei Herrn KchwariiuüUer: WM" Versammlung. Tages-Ordnung: I. Die Bedeutung des Achtstundentages. Reser.: Herr Otto Thierbach. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Diese Versammlung ist für die Kollegen vom Gesundbrunnen und Wedding. Ersuche dieselben zahlreich zu erscheinen. 109] Der Bevollmächtigte: A. Merten«. Allgem. Metallarbeiterverein Verl. u. Umgeg. Grosse Versammlung am Dienstag, den 6. Mai er., Abends Sve ühr, in„Renz' Salon", Naunynstrasse 27. Tages-Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Hilfskassirers für den Süden. 4. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen unbedingt erforderlich. Der Vorstand. [105 Zentral-Kranken- und Sterbe-Ünterstützungskasse der deutschen Zimmerer. (®. H. Nr. 2, Sitz Hamburg.) Oertliche Verwaltung Berlin. DM' Uersammlung"WU an: Mittwoch, den 7. Mai er., Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Feuerstein, Alte Jakobstr. 75(im Tunnel). Tagesordnung: 1. Abrechnung pro 1. Quartal 1890. 2. Vortrag des Herrn Dr. Bernstein. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Oer Vorstand.[80 Große öffentliche Versammlung der Rohrleger und Helfer Herl. u. Umgeg. am Dirustag, den 0. Mai 1890, Abend» 8 Jlljr, aar bri Feuerstein, Alt- Iakobstraßr U r. 70.-«k Tages-Orduuug: 1. Bekanntmachung der eingelaufenen Unterschristen unseres Lohntarifs und wie verhalten wir uns dazu? 2. Verstärkung der Agitations-Kommission event. Wahl einer Streik-Kommission. 3. Wie verhalten sich die Rohrleger Berlins zum allgemeinen Metallarbeiter-Kongreß in Weimar event. Wahl eines Delegirten. 4. Verschiedenes. NB.: Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung zu er- scheinen. Die Agitations-Kommission. 64 I. A.: E. Karpcnkiel. ÜT Versammlung bes Slttpichien Arbeitemm-Kereills siimtliltjer Beruss- ziveige BerlillS iwiö NinMilb Wille I. Moabit). Wilsnacker- Strasse Nr. 63 bei llges, Abends 8V2 Uhr. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Fritz Zubeil. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Gl Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung. Herren und Damen als Gäste haben Zutritt. Möbel auf Theilzahlnng Lchmgerjir. 75. Hugo Lewent. Pofni»in-'&em&' Sommer-Qualit. AclUllli von 2,45 an, Sommer- Normalhemden v. 1,50 an, Netzhemden v. 50 Pf. an. Sämmtl. Trikot-Unter- zeuge, Strümpfe billigst. Alexan- drinenatrasse 88, 1 Tr., Ecke Kommandantenstraße. 87 ClgarrengGachäft m. Woh- «ußerh. zu vnkaufen.� Mi�the�S � Kernauerstrafie 48. Strümpfe werden sauber u. billig an- gestrickt Johanniterstr. 11. 83 v"y-"'• iyP,/ Die Kollegen der Werkstellen: tischlerei von Clukas, Straße Nr. 45b und Bautischlerei v. Nummelsburgerstraße Nr. 71, beide: Fviedvichsberg, haben wegen M regelung und Lohndifferenzcn die* beit niedergelegt." Unterstützungsbund ik Haiisbieiltt Berülls.' Ausserordentliche GenC3' Versammlung„J am Dienstag, den 6. Mai, Abds. � präz., b. Feuerstein, Alte Jakobstr. Tagesordnung:> 1. Mittheilungen u. Aufnahme u» Mitglieder. 2. Anträge. 8. ErsaM der ausscheidenden Vorstandsmitgln� 4. Verschiedenes und Fragekaslen.' Um zahlreiches Erscheinen bittet 70] Der Torstad Scliriftgiesser Berlin8 Große all>ze»rei»e Uersammlung Montag, den 5. Mai, Abends 6 i'J in Feuerstein's Salon, Alte Jalobim Tagesordnung:.. 1. Die Folgen des I.Mai und w» Stellung nehmen wir hierzu ß' 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.< Erscheinen Aller unbedingt ivendig. 66 Der Einberufe* Allen Arbeitern empfehle meine Filz- und Seidenhüte m. Ärbeiter-Kontrolmarken, sow. Strohhüte in neuester Fayon in gr. Auswahl. A. Wittenhacher, 930] Moabit, Birkeustr. 9. RihmWmW'lSZÄ Bedingungen liefert an Parteigenossen bill. Nähniaschinen-Fabrik Solmsstr. 49. Gebr. Nähmas chinen unt. Garantie billig. Zeutral-Ki'illlkeil-n.Stel'btkß kt Ii)#.. I Oertliche Verwaltung Berlin MitglieberversammtunS J Montag, den 5. Mai, Abds. 8'� n Andreasstr. 21(oberer Saal) Tages-Ordnung:�, I. Kassenbericht vom 1. Quartal s 2. Gehaltsregelnng d. Ortsverwat� 3. Verschiedenes. Die Grtsverwaltu� Versammlung.. kr üfrttite kr!!lli|fii'i,i «riM-kr«-� am Sonntag, d. 4. Mai, Vorm. I1 n im Meddingpark. Tages- Ordnung! gJ 1. Weitere Berichterstattung der»,] Mission. 2. Wie verhalten sich d'|' beiter gegenüber der Ansspestf:, 3. Verschiedenes und Fragen. liehe Kollegen sind verpflichtet, Tjj scheinen und ihr Mitgliedsbuch? Metallarbeiter-Verein mitzubring� 74 Die Kommiss'�/ Smmtliche lUlsgesperrtt« Kollegen von Lnw. Löwe werden ersucht, sich am., Montag, bc» 5. b. Vormittags,, in der Uoeddentsche»" Chausseeslraße, zum Frühschoppen J einzufinden behufs Konstatirungdr0nfi fdwie für Exportarbeit für beendet. Im Weiteren l. Kommission besonders darauf aufmerksam, daß die hältnin•""verändert fort streiken. Tort liegen die Ver- "nd nix u nders i zunächst stehen die Kollegen wie eine Mauer, (brnir!■'"kschlossen so lange auszuhalten, wie eS nur irgend die 1...... MW» .... Dort herrscht ein Geist wie er unter den Friedrichsstadt noch niemals bestanden hat. * V 1 1 1 V l dt 4 i Vtf V 1 4 Vfc C 4. hwa.j � ftufef�?rum Kollegen, laßt diesen Geist nicht untergehen. Unter- ftaaiaf Kollegen, ivelche entschlossen sind auszuharren in� ihrem """nteii t Oßlfo*_.V 4Vl1---------- iJ--" V|".-— t, das cr? Geldmitteln zu unterstützen. Die Komniission richtet Briih'"chen an die arbeitenden Kollegen, ihre kämpfenden �" thatkrästig-u unteritüken. damit sie den Sieg ganz er- --.v«WUCUVJl,|...V---- �. l�Pf gegen das Großkapital. Dadurch, daß der Kampf ,n de» fer ge- """"ten Geschäften beigelegt ist, wird es möglich fem, die Kollegen mif ru�rv__(Tip.©rtmuiifiintt richtet ygiaum � wollen den Tarif zu unterstützen, dainit sie den Sieg ganz er- auf Sieg sind vorhanden, die Araeit- bewilligen, mit Ausnahme der Extraarbeit, und auf diese wollen die Kollegen auf keinen Fall ver- zichten. Darum, Kollegen, steuert nach Kräften, damit der Kampf nicht allzu schwer wird, denn gerne giebt, wer schnell giebt, doppelt giebt, wer schnell giebt. Die Lohnkommission der Berliner Schuhmacher. Auch eine Wnsirrgelung. Der Schuhmacher Grachowski, Weißensee, Sedanstr.(56 wohnhaft, arbeitet in seiner Wohnung für den Schuhivaarenfabrikanten W. Kranz, Göbenerstraße in Weißensee. Als dieser gestrenge Herr erfahren hatte, daß G. an einer Festlichkeit des Arbeiterbildungsvereins in Weißensee am 1. Mai theilgenommen und nicht gearbeitet habe, gab er ihm keine Arbeit weiter. Maliregelung. Die Tischler der Werkstatt von Stamm, Thurmftr. 72, hatten am 1. Mai gefeiert. Infolge dessen wird die Arbeit daselbst erst am Montag wieder aufgenommen. In der Schleiferei tto» R.|>> jirrrmt"», Stallschreiberstraße 4, sind zwei Schleifer geniaßregelt, weil sie den 1. Mai gefeiert haben. Masiregrlnng. Die Tischlergesellen Schmidt und Krausewaren in der Tischlerei, Neue Königstr. 12, bei Herrn Kracht beschäftigt. Mit Erlaubniß des Arbeitgebers hatten die beiden Gesellen am 1, Mai des Nachmittags um 4 Uhr mit der Arbeit aufgehört. Als sie am Freitag Morgen wieder anfangen wollten, wurde ihnen eröffnet, daß sie erst am Montag anfangen dürsten. Zun» Schrnnbcndreherstreik. Die Firma Beuttel und Hundt, Brandenburgstraße, hat die Forderungen der Schrauben- und Fayondreher bewilligt. Am Montag wird die Arbeit auf- genommen. Sperre. Ueber die Schnellpressenfabrik und Eisengießerei von Aichele und Bachniann ist die Sperre verhängt. Borgestern erhielten ungefähr 30 Mann ihre Entlassungsscheine»vegen der 1. Maiseier. Ein Theil der Arbeiter hat Entlassungen nicht er- halten. Dieses Manöver soll wahrscheinlich Zwiespalt unter die Arbeiter bringen. Magdebiirg. An alle Arbeiter Deutschlands! Hiernnt zur Kenntniß, daß hier unterm 5. d. Mts. die Schuhmacher die Arbeit niederlegen. Der bisherige Durchschnittslohn betrug wöchentlich 11 M. 50 Pf. bei Igslündiger Aroeitszeit täglich. Unsere Forde- rung ist: 20 pCt. Lohnerhöhung und zehneinhalbstündige Arbeits- zeit. Durch die große Einigkeit der Kollegen glauben wir den Sieg gesichert.—'Arbeiter, Genossen! Wir appelliren an Euch, um uns in unseren» Kampf zu unterstützen. Tie Lohnkommisfion der Schuhmacher Magdeburgs. I. A.: Ernst Vietze, Faßlochs- berg 15, 2. Hof 1 Tr.— Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Die Iniiungsbrüder der Hniubnvgev Kchuhinacher- Innung treffen Anstalten, den Lohnzuschlag, den sich die Arbeiter erkämplt haben, wieder abzuziehe». Darum, Kollegen, haltet vor allen Dingen den Zuzug nach Hamburg fern. Die Lohn- konnnission der Hamburger Schuhmacher. VerfÄttttnlnngen. Der Berliner WirUergeseilr»-Uerl>it«d hielt an» Montag, den 28. v. Alts., in Feindt's Salon, Weinstr. 11, eine Versammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Situationsbericht über die jetzige Lage unserer diesjährigen Lohnbewegung. 2. Tis- kufsion. 3. Verschiedenes. Zunächst gelangte ein Antrag zur Annahme, den Kassenbericht zu verlesen. Hierauf legte Revisor, Kollege Agtha, Protest gegen die Revision ein, da er von der- selben durch den Kasfirer ausgeschlossen worden. Der Kassirer, Kollege Janz, wies darauf hin, daß die Ausschließung deshalb erfolgt fei, weil Kollege Agtha mit seinen Beiträgen sehr im Rück- stände sei und ersuchte die Versammlung, zu entscheiden, ob die durch die zwei anderen Revisoren erfolgte Revision zu verwerfen oder für giltig zu erklären sei. Die Versammlung entschied das letztere; es erfolgte hierauf der Bericht, welcher einen Bestand von 445 M. 37 Pf. ergab. Nachdem verlas Kollege Kirschbach den Situationsbericht, inwieweit die Forderungen, welche zum 19. April d. I. in Kraft treten sollten, bewilligt sind. Hier stellte sich heraus, daß nur ein geringer Theil derselben bewilligt sind. Bemerkenswerth ist die Antivort, welche eine Firma (Schlottmann u. Co.) ihren Arbeitern hat zu Theil werden lassen, daß sie bei der heutigen Geschäftslage nicht nur nichts verdiene, sondern noch jährlich Tausende zusetze!!!(Wie glücklich kann sich da ein Arbeiter fchätze», nicht Fabrikant zu sein.) In der Diskussion wurde beschlossen, da, wo die Forderungen durchzu- setzen sind, vorzugehen; im übrigen dieselben bis zu einer besseren Geschäjtszeit zu verschieben. Zu Punkt Verschiedenes wurde ein Beschluß der Innung verlese», welcher besagt, daß einzelne Arbeiter, welche am 1. Mai nicht arbeiten, zu entlassen sind; sollten jedoch sämmtliche Arbeiter einer Werkstatt nicht ar- beiten, so sind dieselben vor dem 5. Mai nicht zur Arbeit zuzu- lassen. Die Kollegen wurden ermahnt, sich nicht durch den Be- schlich irre machen zu lassen und die Beschlüsse des 1. Mai hochzuhalten. Eine Resolution, kein Bairisches Bier aus solchen Brauereien zu trinken, welche die Forderungen der Brauer nicht bewilligen, fand einstimmige Annahme. Schluß der Versammlung. Die Goldschmiede Berlin» feierten den 1. Mai durch eine gemeinsame Landparthie nach Eierhäuschen und Hasselwerder. Zum Sammelpunkt war von etlichen Kollegen das Schlesische Thor bestimmt. Um>Ai9 Uhr wurde beim herrlichsten Früh- lingswetter aufgebrochen und in würdigster Feiertagsstimniung der Weg durch den Treptower Park und Treptow bis Eierhäus- che» zurückgelegt. Dort wurde eine Frühstückspause gemacht. Es wurde nun am Schlüsse derselben noch ein Hoch auf die Be- wegung für den 1. Mai ausgebracht. Darauf wurde nun unter ernsten und heiteren Gesprächen und Gesang fröhlich und guter Dinge in den Frühling weiter hineinspazierr und die Borussia- Brauerei erreicht, wo der Kollege Kulbe mit einem photographischen Apparat eintraf, um die Festtheilnehmer zum Andenken an die Feier des ersten Mal im Bilde zu verewigen. Nach kurzer Rast wurde nun weitermarschirt nach Hasselwerder, um die Nachzügler dort zu erwarten. Hier wurden nun allerlei Feiertagsbelustungen getrieben. Verschiedene kleine Waldpartien wurden gemacht. Kegelgeschoben, Skat gespielt, Gespräche und Debatten geführt. Bei allem Diesen verging die Zeit wie im Fluge. Um 8 Uhr wurde zum Aufbruch gerüstet, und die Gesellschaft beschloß nun etwas vom Programm abzuweichen und zu Fuß nach Hause zu gehen, statt die Bahn zu benützen. Unter frohem Liederklang und Gespräch wurde der Weg nach Verlin zurück- gelegt, wo die Theilnehmer um 10 Uhr anlangten mit dem frohen Bewußtsein, daß dieser 1. Mal ein Sieges- und Freudentag für die Betheiligten geworden war. Hervorzuheben ist noch, daß auf dem ganzen Wege hin und zurück nicht die geringste Störung zu bemerken war; die vielen prophezeiten Ausschreitungen sind ausgeblieben, statt dessen überall Freude und Feststimmung. 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Neustadt, 41 Jerusalemerstr.41 Verantwortlicher Redakteur: Eurt Kaake in Berlin. Druck und Verlag von Mae Fading in Berlin SW., Beuthstraße 2. (Ecke Krausenstraße). !.Gesch.Eharlottenb.,BerIinerstr.l03 b t ? i r I