Zr. 103, Dienstag, de« 6. Mai 1890. V. Jahrg. Hrgmr für die Interessen der Arbeiter. ft" lkH Morae.,«..Berliner Nolksblatt" Jnsertionsgebühr beträgt für die 5 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- nnd VersannnlnngS- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Beuthitrahe 3, sowie von allen Annoncen-Bnreaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. - 1 Fernsprecher: Amt VI.|lv. 41Ö6.«■» NedaKkion: VeukMrMe S.— EIepvdikion: VeulMratzv 3. W«s«»otl» tlzuk. tische Unternehmerklasse reagiNe auf die Ar- der a�ung so wie die Verhältnisse es verlangen, mit strG�?�mnenfass ung der kapitalistischen Elemente zu � Kanrpfesorganisationen, welche die Industriellen der � �?erbszweiges und darüber hinaus die Verbände ju Jfj,', e�encn Branchen zu gemeinsamem Widerstande, Wm« Trutz gegen die Lohnarbeiter vereinigen »nd ü.? ist das eine naturgemäße Wirkung des schroff %|rl'0(ll?r sich ausbildenden Gegensatzes zwischen Kapital dstia- Hier wie dort die Kundgebungen des «k' iu energischem Thun nothwendigen Klassen- N�ns, auf beiden Seiten also Koalitionen. Kontrast zwischen den Vereinigungen der die L n un� �er Besitzlosen offenbart sich sofort, wenn tqg?'iungnah>ne des Staates in's Auge gefaßt wird. �»v-> iUonsrecht, das den Unternehmern in reichstem 0(�1/ weitesten Umfange zugestanden wird, ist ein- -,J:r?urch die stachlige Dornenhecke deutungsfähiger /stimnumgen, durch polizeiliche Vollmachten, durch W. und Soldaten, wo es sich darum handelt, die tiijj Trugen der Arbeiterklasse durch gewerkschaftliche Ver- wL �'verwirklichen. Streikerlasse und Geheimbundspro- Verbote, Kassengelder-Beschlagnahmen, Auflösungen, � l'wlcheclige- Mnfteriarte der mannigfachsten Eingriffe �..Maßregelungen läßt sich aufzeichnen, sobald die iijtet J'« für günstigere Arbeits- und Lebensbedingungen friedlichen, kulturförderlichen Kämpfe ausfechten. 1% Arbeiter weiß es. Zahllose haben es an sich sie �fahren, mit welcher Rücksichtslosigkeit gegen �»geschritten, wie aus dem Spinngewebe ?esetzesparagraphen ein handfester, hänfener Strick kf]tl i�atsanwaltliche Jnterpretationskunst gedreht werden dimP welche die edelsten Unternehmungen der Gedrückten istos erstickt— von Rechts wegen. stanz anders die Verbände der Fabrikanten, die mit dem langen Namen", die Konventionen, die �d°»�inbarungen zur Förderung der Interessen des Unternehmerthums! Hier findet kein Vereinsgesetz, ftticku �reuz der Arbeitervereine, die dichtmaschige Um- ? ganzen Reichsgebietes mit einer zentralisirten Kil�'Ution, die in Unterverbände, in örtliche Stellen, in •nict,... Zerfällt. Hier werden den Industriekartellen, Preise im Jnlande in die Höhe treiben und den �etter Is 6,1 Berbrauchern die deutschen Waaren für ein iliiitcJ: an den Hals werfen, alle möglichen Vergünsti- nt(*.) �u jheil, bei Submissionen werden ihre Angebote , berücksichtigt, die Bahntarife werden nach _ urfniß der Schlotbarone zugeschnitten, kurz, die Feuilleton. »ertöten.)_ (25 nZttm Glück der Damen.� - tvrisirte Uebersetzung von Armin Schwarz. e ct, handelte sie als ein verfehltes Mädchen, als eine Wilde, »e«/ knabenhaftes an sich hat und aus der er niemals lauen. formen wird, trotz seiner Kenntnisse des bei klxj,, a'aalgclittenen Mannes; er ließ sich zuweilen sogar »llen Neckereien herab, ohne sich den Reiz gestchen zu [tatll' öcn diese kleine Verkäuferin mit dem drolligen btx q � auf ihn übte. Vor diesem stummen Lächeln er- it. mMsi, als wäre sie bei einem Fehler ertappt wor- bth-iff-apte er etwa gar, weshalb sie durch die Seiden- lNwen- st st'ug, da sie selbst kaum wußte, was sie zu diesem Kiu��anlaßte? cht lchien indessen die dankerfüllten Blicke des Mädchens thn. v">erken. Diese Fräulein waren nicht sein Genre; « tlUtna*» C fit» itrtS :r � mit mte r tuit AtJUfcwau» jv» feinem lez or chom Blitz gerührt stehen geblieben; die Gattin r i�.chüekten, bei der er einmal erschienen war, weil er t ÄTn;Un"''ch zu viel Seide zugemessen hatte, sei ihm in .'ei J"6 gestürzt. Und hinter dieser normännischen Prah- : x. Juchts weiter zu finden, als Gelegenheits-Dämchen, !ie in den Speisehäusern und Cafos-Konzerts holte. e"ommis von der Modewaaren- Branche war er Roman von Emile Zola. weitestgehende Fürsorge der öffentlichen Gewalt wird denen gewährt, welche allein schon als Eigenthümer der Pro- duktionsniittel, als Aneigner fremder Arbeit, als Lohnherren im wirthschaftlichen Konzerte die erste Geige spielen. So hören wir denn jetzt aus Sachsen wie aus Hamburg, aus Nord und Süd, daß die Industriellen in- folge der mächtig sich entfaltenden Bestrebungen der Ar- beiter zur Verbesserung ihres Looses, gegen die„ungerecht- fertigten Streiks" sich organisiren. Der 1. Mai und was drum und dran hängt, hat dem Fasse den Boden ausge- schlagen. Die Hasenherzigkeit verbündet sich mit der Perfidie, welch letztere die günstige Gelegenheit beim Schopf nimmt, unter frecher Entstellung und Verfälschung des Sachverhaltes, die O r g a n i s a t i o n der Kollektiv- Brutalität gegen das werkthätige Volk mit kläglichem Vorwande offen in die Hand zu nehmen. Die Entlassungen der Feiernden des 1. Mai bilden nur eine Episode in diesem Feldzuge der Bourgeoisie wider die arbeitende Klasse. Nach der G e l d s a ck s moral ist ja jeder Streik„ungerechtfertigt", weil er den Profit bedroht. Die Kartelle, welche zu Gunsten des Kapitals die Produktion und die Preisbildung beeinflussen und den Sieg des Riesenkapitals, der Monstre- Unternehmung auf höchster Stufenleiter beschleunigen, finden ihre nothwendige Erwägung in den Kampfgenossenschasten der Unternehmer gegen die Lohnbewegung, gegen die Arbeiterbewegung überhaupt. Die eine Form der Koalition bedingt die andere, sie sind die zwei Gesichter des Januskopfes der Kartellbewegung. Dürfen wir aber deshalb die Utopisterei mitmachen, die gegen die Unternehmerverbände eifert, weil sie dem Kleinbürgerthum den Todesstoß versetzen, oürfen wir Zwangs- gesetze gegen die Kartelle heischen, wie die Philister der „New-Jorker Staats-Zeitung" oder die Lampenputzer der „Vossischen Zeitung"? Die Sozialdemokratie weiß, daß gegen gesellschaftliche Massenerscheinungen, daß gegen die ökonomische Entwicklung der Knüttel des Konstablers macht- los ist; die Sozialdemokratie hat allen Grund, sich über die rasche Ausbreitung der Unternehmerverbände zu freuen. Denn dieselben sind die Todtengräber der kapitalistischen Wirthschaftsweise, sie beschleunigen den Uebergang in eine rationellere Produktionsform-, die auf volksthümlicher Grund- läge beruht, sie verschärfen den Gegensatz zwischen Reich und Arm, sie zertrümmern das Klein- und Mittelkapital, sie zentralisiren die Produktionsmittel und zwingen zu deren Demokratisirung und Sozialisirung, sie führen die Gesellschaft so weit, daß dieselbe die Verwaltung der Sachen und die Leitung der wirthschaftlichen Prozesse von Gesellschaftswegen in die Hand nimmt, damit ein Verschwender; die ganze Woche führte fser einen erbitterten Kamps um das Geld, um es am Sonn- tag mit vollen Händen hinauszuwerfen, auf den Wettrennplätzcn, in den Restaurants, auf den Tanz- bödcn, niemals eine Ersparniß; wie gewonnen so zerronnen; an den folgenden Tag dachte er nicht. Favier allerdings machte eine Ausnahme und hielt nicht mit ihm. Im Ma- gazin hielt er mit Hutin gute Kameradschaft; vor der Thüre aber grüßten sie einander und sahen einander nicht wieder. Hntins intimer Freund war Lienard. Sie wohnten im „Hotel de Smyrne" in der Rue Sainte-Anne; es war dies ein alter Bau, von lauter Ladenschwengeln bewohnt. Am Morgen kamen sie mit einander ins Magazin; am Abend erwartete derjenige, welcher früher fertig war, den Andern im Cafö St. Roch, ivo die Konimis vom„Glück der Damen" ihre Zusammenkunft hatten. Hier wurde geschwatzt nnd gc- trunken, geraucht und Karten gespielt. Oft blieben sie bis ein Uhr nach Mitternacht nnd warteten, bis der Cafetier sie hinauswics. Seit einem Monat gingen sie dreimal wochent- lich in einen Tingel-Tangel im Montmartre, wo sie Mlle. Laura, eine neue Sängerin, eine Eroberung Hutins so geräuschvoll poussirten, daß die Polizei schon zweimal ein- schreiten mußte. So verging der Winter. Denise erhielt endlich 300 Franks fix zugesagt. Es war die höchste Zeit, denn ihre schweren Schuhe hielten nicht mehr aus. An dem Tag,, als sie zum ersten Male mit ihren Stoffschuhen bekleidet herunter- kam, sagten Klara und Marguente, laut genug um gehört zu werden: _ Schau, schau! Die„schlecht Gekämmte" hat ihre Galoschen abgelegt! Sie muß es uiit schwerem Herzen gethan haben, denn es waren die Galoschen ihrer Mutter. l nicht mehr eine Minderheit die Mehrheit ausnütze. Zu- gleich stacheln die Unternehmerverbände die Arbeiterklasse zum solidarischen Vorgehen, zum geschlossenen Handeln auf, sie sind die eifrigsten Agitatoren für den Sozialismus wider ihren Willen. Aber Eines zu fordern und durch die Gesetzgebung festlegen zu lassen, ist ein Gebot der eisernen Nothwendig- keit. Assoziirt sich das Großkapital, so muß die Arbeiter- schaft sich gleichfalls, ungehindert durch die Schranken einer abgelebten Bevormundungspolitik, gleichfalls frei und fest vereinigen können. Wir fordern deshalb Koalitionsfreiheit der Arbeiter und im Bunde damit als Hort gegen die schrankenlose Ausbeutung den gesetzlichen Arbeiterschutz. Dann niögen die Unternehmer sich organisiren! Wir werden gewappnet ihnen gegenüberstehen und mit stählerner Energie für unsere gute Sache, für Bildung, Freiheit und Brot streiten und die zügellosen Gelüste der Kapita- listen niit heiterem Gleichmuth und zäher Thatkraft zurück- weisen. Nicht mehr die Selbsthilfe des Einzelnen, die Koalition bildet die Signatur der heutigen Aera. Die alten Ein- richtungen stürzen, und neue Bildungen steigen empor. Wie sagt doch der„Geist, der stets verneint" zum Faust: „Und das mit Recht; denn Alles, was entsteht, Ist werth, daß es zu Grunde geht." Movveppxmdenzon. Münche», 2. Mai. Die Maifeier ist auch hier ohne jede Störung der öffentlichen Ordnung vorüber gegangen. Allerdings ist von Seiten der Behörden ein Massenaufgebot von Polizei und Militär erfolgt, und in der Nähe der Lokale, wo Vormittags die Versammlungen stattfanden, und in den Straßen, welche die Ar- beiter bei ihren Ausflügen passiren mußten, wimmelte es förmlich von Gendarmerie- nnd Militärpatrouillen. Aber trotz alledem blieb München ruhig. Die Patrouillen waren auch in den Aus- flugsorten selbst maffenhaft zu sehen und außerdem an verschiedenen „strategisch" besonders wichtigen Punkten mehrere Kompagnien Infanterie, sowie größere Abtheilungen schwerer und leichter Kavallerie postirt. Die Infanterie war pro Mann mit je 80 scharfen Patronen und die Kavallerie ganz„Feldkriegsdienstmäßig" ausgerüstet. 'Alles>var also auf's beste vorbereitet,— nur die Arbeiter fehlte», welche Lust gehabt hätten, zu Nutz und Fromme» der Reaktion und zum Beweis der Unentbehrlichkeit gewisser derzeit kalt gestellter Staatsretter, ein kleines Skandälchen zu entriren. So wenig aber die Arbeiter Lust zeigte», jenen Hetzern den Willen zu erfüllen, die in den letzten Wochen in den großen und kleinen Bourgeoisorgancn so emsig an der Arbeit waren— die Spalten der hiesigen„Neust. Nach." waren in der letzten Woche fast nur mit Notizen über die Maiseier und deren Folgen—„blutige Konflikte",—„Tumulte und Ausruhr" gefüllt— so ernst nahmen sie die Demonstration für die Arbeiterschutz-Gesetzgebung. Uebrigens hatte eine allgemeine Empörung gegen Denise Platz gegriffen. Die Abtheilung schien endlich ihre Freund- schaft mit Pauline entdeckt zu haben und man erblickte eine Auflehnung in dieser Zuneigung zu einer Verkäuferin ans einer feindlichen Abtheilung. Diese Fräulein wurden nicht müde, von Verrath zu sprechen und beschuldigten sie, daß sie der Freundin ihre geringsten Gespräche wieder erzähle. Die Feindschaft zwischen Wäsche nnd Konfektionen wurde hierdurch von Neuem lebhaft angefacht; niemals war sie so erbittert wie jetzt; man tauschte harte Worte aus nnd eines Abends kam es hinter den Hemdenkartons sogar zu einer Ohrfeige. Vielleicht kam dieser Streit daher, daß die Wäsche-Abtheilung wollene Kleider trug, während die Kon- fcktions- Abtheilung in Seide gekleidet war. Und an all diesen Zwistigkeiten soll Denise schuld gewesen sein. — Meine Fräulein, nur keine häßlichen Reden! Halten Sie sich zurück und zeigen Sie, wer Sie sind! so sprach Madame Aurelie mit ihrer würdigen Miene. Im Grunde zog sie es vor, sich in diese Händel nicht einzumengen, gleich wie sie einmal auf eine Frage Mourct erividert hatte, daß von diesen Dämchen die Eine nicht mehr werth sei als die Andere. Allein, in neuester Zeit interessirte sie sich mehr, seitdem sie nämlich von Bourdoncle erfahren, daß er ihren Sohn Albert im Souterrain dabei ertappt hätte, wie er eine Verkäuferin aus der Wäsche-Abtheilung umarmt habe, just die nämliche, welcher der junge Mann seine Bricfchcn zuznstccken pflegte. Das war abscheulich, nnd sie beschuldigte die Wäschc-Ab- theilung, ihren Sohn Albert in einen Hinterhalt gelockt zu haben; ja der Streich gelte ihr, meinte sie, man suche siezn entehren, indemsmau ein unerfahrenes Kind ins Verderben führt, nachdem man sich die Ueberzengung verschafft hatte, daß ihre Nachdem in einer großen Versammlung der verschiedensten Ve- rufsarten vor Wochen bereits der Beschluß gefaßt war, den l. Mai, so weit es irgend angeht, zu feiern, hielten die Ver- treter der Gewerke an diesem Beschlüsse auch noch fest, nachdem durch das Manifest der soz. Fraktion die Pariser 5iongreß- bcschliisse ihrem genauen Wortlaute nach bekannt wurden. Man glaubte eben, daß München zu den Orten zählt, wo es großen Älrbcitermasscn möglich sei, am I.Mai die Arbeit ruhen zu lassen, ohne daß daraus nennenswerthe Konflikte mit den Unter- nchmern oder eine besondere Schädigung der Feiernden resultiren werden. _ Diese Voraussehung hat sich auch als durchaus zu- treffend erwiesen. Tie vier Versammlungen, welche Vor- mittags abgehalten wurden, waren von Besuchern überfüllt und besonders die Versammlungen der Holz- und Metallbranchen und die der Bau- und Erdarbeiter zählten Tausende von Theil- nehmern. In allen Versammlungen hatten bekannte Gcwerkschajts- redner die Referate übernommen und die Resolutionen für ge- setzlichen Arbciterschutz und den achtstündigen Arbeitstag fanden begeisterle und einstimmige Annahme. Noch zahlreicher als bei den Versammlungen war die Be- theiligung an den Nachmittagsansflügen und an den Abend- konzerten. Sogar die„Neuest. Nachr." schreiben von einer „wahren Völkerwanderung" nach Holzapfelkreuth, wo die Holz- und Metallarbeiter sich Rendezvous gegeben hatten, und das Blatt schätzt die dort versammelten Arbeiter auf mindestens 6000. Es waren freilich noch ein paar Tausend mehr, ungezählt die zwei Kompagnien des Jnfanterie-Leioregiments, pro Mann mit 60 scharfen Patronen, soioie je einer Eskadron vom l. schweren Reiterregiment und dem 3. Chevauxlegerregiment; welche Truppenmacht speziell zur„Aufrechthaltung der arg in Gefahr schweben- den staatlichen Ordnung" nach Holzapfelkreuth dirigirt war. Es war übrigens ein köstlicher Anblick, die schmucken Reitergestalten, hoch zu Roß, und hie und da eine Abtheilung hellblauer In- fanterie zwischen den mächtigen Tannen- und Föhrenschlägcn— draußen vor dem WirthschaftSgartcn kampiren zu sehen. In diesem selbst aber sahen Tausende von Arbeitern mit Frauen und Kindern. Wie mancher der braven Vaterlands- vertheidiger mag wohl im Waldesdunkel seine Betrachtungen darüber angestellt haben, warum man denn eigentlich em sol- ches Aufgebot von bewaffneter Macht für nöthig hielt, um eine Schaar iröhlicher Arbeiter mit ihren Familien zu überwachen, die gar nichts weiter wollten und thaten, als an einem herrlichen Maitag sich in der freien Natur zu bewegen? Dasselbe Schauspiel wie in Holzapfelkreuth spielte sich auch in Harlaching und Thalkirchen ab, den beiden anderen Orten, welche für die'Ausflüge bestimmt waren. Ueberall tausende von fröhlichen Arbeitern mit ihren Familien; hinter jeoem Busch aber und auf allen Wegen und Straßen Helmspitzen und Pferdeköpfe. Die„Neueste» Nachrichten" brachten am Mitt- woch eine inspirirte Notiz, ivonach die Ueberwachung „möglichst unauffällig" stattfinden soll. Nach dieser Parole wären wir wirklich einmal neugierig, wie wohl eine„auffnllige" Ueber- wachung aussehen würde. Will man dann auch noch Artillerie anr cken lassen? Uebrigens mag gern konstatirt sein, daß die Beamten selbst und zwar sowohl die Polizeitommissare, wie auch die Gendarmen in durchaus höflicher Weise austraten, wo sie überhaupt Anlaß hatten, mit unseren Ordnern Rücksprache zu nehmen. Zum Schlüsse noch ein heiteres Stückchen. Als Abends die Ausflügler von Harlaching zurückkehrten, wurde in einer Gruppe derselben mit einer Ziehharmonika Musik gemacht. Dieses ganz unschuldige Vergnügen gab nun sieben Gendarmen, welche als Piquet in einer der Vorstadtstraßen auf- gestellt waren,'Anlaß plötzlich über den Trupp herzufallen und sowohl den Musiker, als auch eine Anzahl anderer Passanten am Kragen zu packen. Dieser Uebereiser war aber schlecht angebracht. Unter den Sistirten befand sich nämlich auch der Polizeikommissar Seiferth, welcher zur Ueberwachung mit in Harlaching war und nun mit einem Kollegen nach dem Takte der Ztehharmo- nika und in Gesellschaft mit den AuSflüglern zurück»mrschirte. Natürlich war es unter solchen Umständen mit der Staatsretterei nichts und die Gendarmen mußten mit langer Nase abziehen, während die Arbeiter in Gesellschaft der Kounnissare weiter mar- schirren und die Weisen der Ziehharmonika lustig weiter erklangen. Vulikiftfro ilebevstchk. Diäte» für de» Deichstng. Nachdem der Bundesrath seine Zustimmung zu der Aufhebung des gegen die Ultra- montanen gerichteten Jnternirungs- und Ex- patriirungs-Gesetzes gegeben, erwächst für die Regierung daraus die Konsequenz, daß auch andere Hinter- lasseilschaften und„Schöpfungen" der Bismarck'schen Aera zu beseitigen sind. Wir überschätzen zwar den Beschluß des Bundesraths nicht, denn man kann das Zentruni kaum mehr zu den Oppositionsparteien rechnen. Aber die innere Bis- marck'sche Politik war, das müssen ihr auch die Neider Abtheilung unter ihrer strengen Führung unnahbar sei. Sie schrie nur deshalb so stark, um die Sache zu verwickeln, denn sie machte sich keine Illusionen über ihren Sohn, sie wußte, daß er aller tollen Streiche fähig sei. Einen Augen« blick schien die Affäre ernst werden zu wollen, denn Mignot, der Kommis aus der Handschuhabtheilung wurde hinein- gemengt; er war der Freund Albert's und ein Gerücht er- zählte, daß er beim Verkauf die Ptädchen bevorzuge, welche sein Freund ihm zusandte; es waren zumeist Mädchen in bloßem Haar, die stundenlang inden verschiedeilen Kartons herumwühlen durften; auch erzählte man sich von einem Paar schwedischer Handschuhe, welche die Verkäuferin aus der Wäsche-Abthei- lung, man weiß nicht von wem, erhalten hatte. Endlich wurde der Skandal unterdrückt, aus Rücksicht für die Vor- steherin der Konfektious-Abtheilung, welche Atouret selbst mit Achtung behandelte. Bourdoncle begnügte sich damit, acht Tage später die schuldtragenve Vcrknuferill aus der Wäschc-Abtheilung zu entlasten, iveil sie sich soiveit vergessen hatte, sich im Souterrain umarmen zu lassen. Die Ehefs des Hauses seien schon nachsichtig genug, meinte er, wenn sie die abscheulichen Dinge geschehen lassen, welche außerhalb des Sauses geschehen, doch werden sie im Hause selbst keinerlei treiche dulden. Und da war es wieder Denise, welche durch dieses Abenteuer zu leiden hatte. Obwohl Aurelie über den Ver- lauf der Angelegenheit recht gut unterrichtet war, be- wahrte sie doch Deinsen einen geheimen Groll; sie hatte sie eines Abends mit Paulinen lachend verkehren gesehen und fürchtete Tratschereien über die Liebschaften ihres Sohnes. Künftig isolirte sie das Mädchen noch mehr in der Abthci- lung. Sie hegte seit langer Zeit den Plan, diese Fräulein an einem Sonntag nach Rigolles in der Nähe von Rambouillet zu führen, wo sie sich für die ersten 100 000 Franks, die sie erspart, eine Besitzung angekauft hatte. Sie beschloß, Demse an diesem Ausflug nicht theilnehmen zu lassen und sie in dieser Weise zu bestrafen. Vierzehn Tage vorher wurde in der Avtheclung von nichts Anderem, als von diesem Ansfluge gesprochen, man blickte fortwährend nach dem Maihimmel, man theilte den ganzen Tag ein, bestimmte für jede Stunde daS Vergnügen; man versprach sich alle er- lassen, aus einem Guß, und so muß der Fall eines Theiles derselben das Ganze nach sich ziehen. Sozialisten- gesetz, Maigesetze, Lebensmittelzölle— das sind die Dinge, die in erster Linie wegzuräumen sind, wenn das deutsche Volk der neuen Wendung den Vorzug geben soll vor den früheren Zuständen. Dem Kanzler von ehemals bleiben ja diese Dinge erhalten; sie werdeil seineDenkmäler in der Weltgeschichte bilden. Wenn sonach wirklich bei den Regierungen eine andere Auffassung von der inneren Politik als die Bismarck'sche Platz gegriffen hat, so wird man auch der Diätenfrage gegenüber eine andere Haltung einnehmen müssen. Unter dem vorigen System sind bekanntlich in Bezug auf den Reichstag die merkwürdigsten Dinge vorgekommen und es hatte den Anschein, als wolle man den einzelnen Abgeordneten, namentlich den mittellosen, die Ausübung ihres Amtes so schwer als möglich machen. Man denke nur an die Einschränkung der freien Fahrt aus der Eisenbahn und an die„gebundene Marsch- c o u t e" in den Fahrkarten! Man denke ferner an die famosen Diätenprozesse, durch welche eine Reihe von Abgeordneten, die mangels eigener Mittel aus ihrer Partei- kasse Diäten empfangen hatten, verurtheilt wurden, den Be- trag der empfangenen Diäten dem preußischen Fiskus auszuzahlen; im Weigerungsfall trat Zwangs- Vollstreckung ein. Selbstverständlich fanden sich wie immer auch damals in der Presse„ M a n n e s s e e l e n", welche die Diätenprozesse zu rechtfertigen wußten. Was haben die nationalliberalen und offiziösen Stimmungsmacher nicht alles fertig gebracht! Der Reichstag hat mehr als einmal schier einhellig be- schloffen, daß seinen Mitgliedern Diäten zu zahlen seien. Aber immer ward sein Beschluß vom Bundesrath abgewiesen und das letzte Mal meinte der Kanzler:„Schaffen Sie das allgemeine Wahlrecht ab, dann sollen Sie Diäten haben!" Uno da man auf den mehrfachen Beschluß des Reichstags hingewiesen hatte, so rief er:„Sie rmponiren mir i a r nicht!" Er befand sich damals im Vollgeflihl seiner Nacht, und er schien zu glauben, daß seine Auffassung einen eisernen Stand in dieser Frage bedeute. Es fanden sich auch Vertheidiger seiner Auffassung; ein Graf Stall- berg« Wernigerode glaubte darauf hinweisen zu müssen, daß das Reichstagsmandat ein Ehrenamt sei. Wir glauben dem Grafen Stollberg, einem der größten Grundbesitzer gerne, daß er ohne Diäten auskommen kann; aber wir wünschten, die Herren Junker möchten sich auch in der Frage der Getreide- und Viehzölle mit der„Ehre", Landwirthe zu sein, begnügen. Ah, Bauer-----! Der Diätenantrag wird ohne Zweifel in dieser Session gestellt werden und der Reichstag wird ihn auch annehmen. Die„Mannesseelen" können freilich auch in dieser Frage nicht unterlassen, den Beweis zu liefern, daß sie nicht mehr über das Niveau zu erheben vermögen, auf das sie von dem gestürzten System hinabgedrückt worden sind. In einer Reihe von nationalliberalen Blättern, namentlich in solchen, die früher freiwillige oder geworbene Offiziösendienste gethan hatten, wurde die Opposition des Reichstages vor dem Diätenantrag gewarnt. Er wurde als„inopportun" bezeichnet, und es wurde gesagt, man solle sich hüten, an der Verfassung zu riitteln, sonst könnte zu Ungunsten des altgemeinen Wahlrechts an derselben ge- rüttelt werden. Nun, wir werden wohl nicht darauf warten, bis das, was wir oder unsere Gesinnungsgenossen im Reichs- tage thun, den Herren Nationalliberalen„opportun" ist, da hätten wir lange zu warten. Spaßhaft ist dabei, wie die „Mannesseelen" sich immer noch geberden, als hätten sie im Reichstage die Entscheidung in der Hand und als sei das selige Kartell immer noch da! In der Diätenfrage werden die Nationalliberalen nicht die Entscheidung haben, und in anderen Fragen erst recht nicht! Man kann einen triftigen Grund gegen die Diäten gar nicht vorbringen. Der Hinweis auf England genügt nicht. Denn dort ist auch das allgemeine Wahlrecht nicht einge- führt und ohnehin ist die Diätenlostgkeit in England einer der vielen Mängel, die auch dem britischen Parlamentaris- mus anhaften. Wenn wir sagen, daß die Diätenlosigkeit wohl noch selten Jemand hat verhindern können, ein Mandat anzu- nehmen, so könnte man daraus folgern, dann sei es mit der denklichen Unterhaltunger Schwarzbrot u. s. w. Un en: EselSritt, gestockte Milch mit Schwarzbrot u. s. w. Und es werden nur lauter Damen dabei sein, was viel amüsanter ist. Madame Aurelie hatte die Gewohnheit, ihre freien Tage in der Weise zuzubringen, daß sie mit Damen spazieren ging;_ denn sie war so wenig gewohnt, sich im Kreise ihrer Familie zu befinden; sie war an den seltenen Abenden, die sie zu Hause zubringen konnte, so unbehaglich, so fremd zwischen ihrem Gatten und ihrem Sohne, daß sie es vorzog, selbst an diesen Abenden das Hauswesen sich selbst zu überlassen und im Restaurant zu diniren, so daß die Behausung für diese drei Menschen eigent- lich nichts weiter war, als ein Hotel Garnie, wo man die Nacht zubriügt. Was die projektrrte Partie nach Rambouillet betrifft, erklärte Aurelie ganz einfach, die Schicklichkeit ver- biete, daß Albert daran theilnehme und daß auch der Vater taktvoll vorgehen würde, wenn er sich davon fernhielte. Und dieser Antrag entzückte die beiden Männer. Inzwischen nahte der wonnevolle Tag, die Fräulein wurden nicht müde, davon zu reden; sie schilderten sich gegenseitig ihre Toilette- Vorbereitungen, als ob sie sich für eine Reise von 6 Monaten rüsten würden; und Denise mußte in ihrer Verlassenheit bleich und still all' dies anhören. — Sie wollen Sie wüthend machen, nicht wahr? fragte Panline eines Morgens. Ich an Ihrer Stelle würde mich schadlos halten. Sie werden sich unterhalten,— nun wohl, ich wurde mich ebenfalls unterhalten. Begleiten Sie uns nächsten Sonntag; Baugö führt mich nach Joinville. — Nein, ich danke, erwiderte das Mädchen in ihrem ruhigen Eigensinn. — Warum denn nicht? Haben Sie noch immer Furcht, daß man Sie mit Gewalt erobern werde? Und Pauline lachte mit ihrer gutmüthigen Miene. Denise ihrerseits lächelte jetzt, sie wußte recht gut, wie diese Dinge kamen; alle diese Fräulein hatten ihre Liebhaber auf solchen Landpartten gefunden und sie wollte nicht. — Ich schwöre Ihnen, fuhr Paultne fort, daß Bauge Niemanden mitbringen wird, nur wir drei werden dabei sein. Ich will Sie nicht verheirathen, da Ihnen dies mißfällt. Denise zögerte noch immer, obwohl sie von einem solchen Diätenlosigkcät auch nicht so schlimm. Nim, Partei, auf welche die Diätenlosigkeit hauptsächlich ist, die Sozialdemokratie, hat noch keinen ihrer wegen Diätenlosigkeit das Mandat niederlegen lassen- zlcber die neue Militärvorlage enthält der eine offizielle Mittheilung. Unter Hinweis auf die bei unseren Nachbaren" wird gesagt, daß sie„m erster... nothwendig gewordene V e r st ä r k« n g d e r F e l d- A r durch Formation von 70 Batterien(in der gesummten ßjj sli' � Kam«»»«f av>S Avt Armee) sowie der dazu erforderlichen Abtheilcmgsstäbe.- � beiden preußisches die Ergänzung der neu errichteten Corps an Spezialtruppen bezweckt. Die bisherigen. langen der Artillerie, sowie die Erhöhung der Eta» ä 1. April d. I. in die Reichslande vo«-M Infanterie- Truppentheile hatten, unter Festhaltw'i durch das letzte Septennat-Gesetz gegebenen� Pr�... nur durch Schwächung der Infanterie stattfinden ff DiezurZeit giltige Präsenzziffer M Umständen nicht mehr festzuhalten und eine neue ziffer werde daher bis zum Ablauf der jetzt tennatsperiode(!) gefordert werden.—„Ferner stehen es in der Mittheibmg des„Reichsanz." weiter erhöhungen, hauptsächlich bei den Infanterie- und, Truppentheilen an der West- und Ostgrenze, in Ausi>chc,„' Truppentheile müssen bei Eintritt eines Krieges sofort,� Kivtr-ss-n von lHefemini okiniorten in können, an die®rw Eintreffen von Reserven abwarten zu können,' an die rücken, um etwaige feindliche Einfälle abzuwehren. iL füllung solcher Aufgaben bedürften sie eines höheren? standes im Frieden. In den Reichslanden habe deKf gesammte Infanterie bereits einen erhöhten Etat ws nähme der vier dort jetzt garnisonirenden Jäger-Bec Für diese letzteren sowie auch für die in Elsaß-Lothringff den Kavallerie-Regimenter, welche bisher nur auf norm»' standen, wurde eine Erhöhung des Friedenspräsenzstande» forderlich erachtet. Auch an der Ostgrenze werden, wenn i geringerem Maße, Etatsvarstärkungen der in erster Linie Truppentheile beabsichtigt.„Diese Maßnahmen werden dUf. heit unserer Grenzprovinzan erhöhen und unsere Mobu� erleichtern."— Außerdem sollen noch einige unwcstf's Zwecke— die Einführung von Unteroffizier-»' f p r ä m i« n z. B.— durch die Vorlage erreicht werdeir. diese neue Umdrehung der-schraube ohne Ende, welches dentung des Septennats(Festsetzung der HeerespräsenZZ'IT, sieUen Jahre), das zu dem 87er Wahlmanöver so trefflichst. leistete," aufhebt, kostet dem deutschen Steuerzahler, d. h- � w»...-*.i..14..»�... o"v s.•.»*** 1 fi und der Gesetzentw� Iewerbegerichl' Ä Linie dem arbeitenden Volke, die Kleinigkeit" von 18 jährlich. Die Arbeiterfchntz-D-rlage treffend die Einführung von dem Reichstage zugegangen. Einem französtsche» Driuatbrief entnehmen 2. Mai folgendes: Die Stadtrathswahl ist sehr laufen. V a i l l e n t und Chauviör sofort H u m b e r t und Singnet in Stichwahl mit stchc� ficht durchzukommen. Nur einen Verlust haben"L verzeichnen: Daumas ist erlegen— die Angst der"J bürget vor'--"---- genommen. Und unverbesserlich.____„ Gefahr vorüber ist, lachen sie über ihre Angst, da?-- die Biedermänner aber nicht, bei nächster Gelegenheit ßy von panischem Schrecken ergriffen zu werden. ist musterhaft und wunderbar ruhig verlaufen. Die/. hielten selbst Ordnung. Sie wußten, daß die M* ch i st e n(Boulaugisteu mitgerechnet) irgend einen Kous 51 wollten; und hätten die Burschen es sich beikomm�acj einen Koup zu versuchen— die Soldaten des Herrn wären gar nicht nöthig gewesen, sie zur Raison zu Das wäre von den Arbeitern gründlichst besorgt ßf? jat Herr(Sonst" die„Justice" Mit seinen riesigen Rüstungen hat' Herr Constans Md lächerlich gemacht— sogar die„Justice" beSfi Clemenceau verspottet ihn. Jedenfalls war das„A* Arbeit" ein vollständiger Erfolg. Und das des gestrigen Tages war die Disziplin der /•fl die sich von Abenteurern nicht mehr nasführen lafpy begriffen haben, daß der Sieg der Arbeitersache um- Organisation, nicht durch Putsche erfochten werden � Ein wahres Glück, daß wir den Boulangismus Hier bedeutete der Boulangismus die Uuzufriedenh� der Regierung.— Für eine so„geistreiche" Stadt# � war der versimpelte Vielfraß und Lüdvian Boulaugtt Vings ein sehr sonderbarer Heiliger. Der Denkstein, welcher an der Stätte, wo 2#�! Todesivunde empfing, von deutschen Arbeitern errichtsi u trägt die einfache Inschrift:„Hier erhielt ßollj tot So ton«, tot in l tonst, "OthM , S das of Herr\ ton Bt an der Somit, darin hast l schwar fachen wihne v. Tie sthrm 2 San tonrna stontm K fltticht fftogef lef5 ffi te Näl Snt Sin !ol, Verlangen erfüllt war, daß ihr daS Blut in die stieg. Seitdem ihre Genossinnen lang und breit vo" f ländlichen Vergnügungen sprachen, erstickte sie sch'ff/ dem Verlangen nach freier Lust, von den Wiesen w't Gras träumend, in welchem sie spazieren gehen würde, riesigen Bäumen, deren Schatten auf"'" sie niederfließ?» frisches Wasser.' Ihre ganze Jugendzeit, in dew y ' hte wieder rN hjam .d »Boi er n gut Grün von(Potentin zugebracht, erwachte wieder Erinnerungen. — Nun, denn, ja, ich gehe mit, sagte sie Und nun wurde Alles geregelt. Bauge sollte dreff um 8 Uhr auf dem Gaillon-Platz abholen; von F" tsi man sich mittelst Fiakers nach dem Vinceuneser Bah"� geben. Denise, deren 25 Francs jeden Monat du ,, Bedürfnisse ver beiden Brüder aufgezehrt wurden, J für ihre Toilette nichts weiter thun, als daß sie"1 � Wollkleidchen mit Falbeln von karrirter Popeline au auch hatte sie sich eine Art Hut, mit Seide überzoö> einem blauen Bande geziert', zurecht gemacht, /.„t1 hatte in dieser Einfachheit ein sehr jugendliches AussedfF glich einem Mädchen, das allzu rasch in die Höhe 9CW; ärmlich sauber, ein wenig verwirrt durch den übcrquc � Luxus ihrer Haare, die unter ihrem dürftigen Hütchsi Platz fanden. Panline hingegen glänzte in einer Frühjahrsrobe von Seide mit violetten and weißen,; einem prachtvoll geschmückten Hute, trug Gesch/ Hals und Armen, de» ganzen Reichthum einer wohwy Kaufmannsfrau. Es schien, als wollte sie nehmen für die ganze Woche, da sie in ihrer Abthesi Wollkleid tragen mußte, während Denise, welche d' Woche ihre seidene Uniform schleppte, umgekehrt am Ö vas Wollkleid ihrer Armuth wieder anlegte../ — Da ist Bange, sagte Pauliue, indem sie- ff großen Jungen zeigte, der neben dem Brunnen a Gaillon-Platze stand. Pauline stellte Denisen ihren Geliebten vor, de»-y sehr angenehm fand. Bauge war ein großer, starke f. mit einem langen Flainländer-Gesicht, aus welche»# tiefliegende Augen mit kindlicher Einfalt hervorlach'ejt war zu Dünkirchen, als der jüngere Sohn eines � Son Ä S als von die gan dur Und drh d blii bee % zui T. un ka, lir 80 d i e T o d e s w u n d e." - enn der französische Leider nicht in deutscher Sprache. Eigenthümcr jener Waldwiese, Der französische Eigenthümer jener Waldwiese, ein Rechtsanwalt Dömü le, der sich übrigens in der ganzen sehr anständig, ja generös gezeigt hat,, meinte, eine deutsche Inschrift würde unter den gegenwartlgen Verhalt- msien— die Stätte ist auf französischem Gebiet— nicht vor chauvmistischen Rohheiten bewahrt bleiben. Wenn eme bessere Stimmung zwischen Deutsche und Franzosen Platz gegriffen habe, stehe einer deutschen Inschrift naturlich kem Hmderniß im Weg. So steht vorläufig nur eme sran- Jofische Inschrift auf dem Stein. war dies im Laufe des Winters. �, _ Seitdem ist infolge der deutschen Wahlen und des Sturzes des Fürsten Bismarck dem französischen Chaumms- Rus, der in den Greiizprovinzen natürlich am festesten saß, ein tüchtiges Stück Boden uuter den Füßen weggezogen worden, * Todestag Lassalle's in diesem Herbst, wird die haß- ~ �ücke, die ein kulturhistorisches Zeugniß ablegt für 'r am Schluß des 19. Jahrhunderts noch möglich gewesene arbarei, vielleicht schon ausgefüllt werden können.— A«» Kochnm, den 4. Mai wird uns geschrieben: Der Landrath zu Bochum verbietet nicht allein die Geldsvmmlungen für Sendung eines Delegirten der Bergarbeiter zum internationalen �ergarbeiterkongreß zu Soliinont, er erläßt auch eine Bekannt- U'achung, wonach die Führer der Bergarbeiter: Brodam, Bunte, Siegel, Schröder rc. in Bergarbeiterversammlungen nicht mehr sprechen dürfen. Beide Verbote erfolgten auf Grund des Sozialisten- gesetzes. Man hat zwar schon manche seltsame Anwendung des Sozialistengesetzes erlebt, aber daß eine Behörde sich herausnimmt, bestimmten Personen ein für alle Mal das Rcdenhalten in Ver- fammlungen zu verbieten, das ist neu. Die so geboykotteten Berg- arbeiterführer werden sich auf dem Beschwerdeweg an den Minister *3 Innern wenden. Ein ähnliches Verbot wie der Bochumer Landrath erließ auch btr Landrath zu Gelsenkirchen bezüglich des Geldsammelns für m jgergarbeiter-Delegirten Brodam. Das Sammelverbot wird " in hiesiger Gegend gewühlten Delegirten nicht abhalten, dennoch bk" Kongreß zu besuchen, da die Mittel schon vor dem Verbot vorhanden waren.\ Seitereo aus Afrika. Zum soundsovielten Male wird durch T Wiiöse„W. T. B." der staunenden Welt verkündigt, daß v«r Peters, der deutsch-afrikanische Boulanger, lebt. Jetzt wird °'n Brief von ihm verbreitet, den er unterm IG. Januar d. I. °n den geschäftsführenden Ausschuß des deutschen Emin Pascha- »omitees aus Kapto in Kamassia gerichtet hat. Er berichtet barin von allerlei Kämpfen, die er mit den Eingeborenen Helden- bast bestanden hat. In dem„erbittersten Gefecht" fiel ein schwarzer Soldat Peters. An weiteren hervorragenden That- 'ochen wäre aus dem Briefe Peters nur die eine noch zu er- wöhnen, daß die Kolonne außer Dr. Peters und Lieutenant �iedemannn, noch aus 50 Trägern. 10 Soldaten, 8 Kameel- �hrern, 2 Küchenjungen und 8 Dienern bestand; sie führte 2 Kameele, 6 Esel und 815 Schafe mit sich.— Die Schafe sind beinnach in der Mehrzahl; Deutschland aber kann sich zu diesem feinem Ferdinand Corte, Afrikas nur grawliren. arJKÄTÄi» (iliß CCS) l/Ul/C itn<, vy»ivw«w�vo w»"'o �' JnftUut als Arbeiter einzutreten, sein bisheriges Dienst- �baltniß bei der Post gekündigt hat." W?. r« guten Mich hat entweder der Bürgermeister Klix l�.sttnsterwalde oder der Drucksehlerkobold, der im„Nieder- jwJAer Anzeiger" sein Wesen getrieben, gemacht. In dem ge- z°s-0ten Blatte hat nämlich der gestrenge Herr Bürgermeister, ml" gesellschastsretterischen Fähigkeiten übrigens einen besseren brach", oerdienen, folgenden Ukas zur öffentlichen Kenntniß ge- «,»In der von mir heute einberufenen Versainmlung der sl fleber der Tuch- und Gummiwaarenbranche ist einstimmig rgender Beschluß gefaßt worden: Diejenigen Unternehmer, welche am 1. Mai er., ohne triftigen Grund die Arbeit nicht aufnehmen oder _ wahrend dieses Tages aufgeben, sind entlassen. #### zu verwenden. Die Frauen fanden ihn recht neu. m BIS Diesen Beschluß bringe ich zur öffentlichen Kenntniß. Finster- Walde, 23. April 1890. Der Bürgermeister Klix." Die Finsterwalder Arbeiter haben daraufhin konstatiren können, daß die Unternehmer auch am 1. Mai mit großer Ein- müthigkeit die Arbeit haben ruhen lassen. Wie es heißt, hat Herr Klix, der Bürgermeister, eine Konipagnie Soldaten gegen diese „störrischen Blaumacher" requirirt. Ologn», 1. Mai. Unsere Stadt hat den besonderen Borzug, originelle Mittel zur Bestrafung des Kontraktbruchs in Anwendung oder doch in Vorschlag zu bringen. Man wird sich vielleicht noch erinnern, daß es der hiesige Magistrat war, der bei einem Streik der Maurergesellen diesen unter Berufung auf§ 774 der Zivilprozeßordnung befahl, bei einer Strafe von 20 M.— es hätten auch 1500 M. sein können— das Arbeitsverhältniß bis zum Ab- lauf der vierzehntägigen Kündigungsfrist fortzusetzen. Durch diese eigenthümliche Anwendung des§ 774 der Zivilprozeßordnung wäre es, wenn nicht die ordentliche Gerichtsbarkeit anderer Meinung gewesen wäre, ein Leichtes gewesen, die von den Agrariern als lückenhaft bezeichnete Gewerbeordnung ihren Wünschen entsprechend zu ergänzen. Jetzt bringen unsere Agrarier selbst allerlei Mittel in Vorschlag, wie dem Kontraktbruch am wirksamsten zu Leibe gegangen werden könne. In der letzten Sitzung des hiesigen landwirthschaftlichen Vereins empfahl Oekono- mierath Sattig u. A. die Zurückbehaltung eines Pfandes, Land- rath Graf Pilati erblickte einen wirksamen Schutz gegen den Kon- traktbruch in einer Vereinigung der ländlichen Arbeitgeber, die sich verpflichten, diejenigen Arbeiter, welche wegen eines ungesetz lichen Grundes die Arbeit verlassen, nicht wieder anzunehmen. Ueber die Ausführung solle eineKommission wachen. Derschüchtern gemachte Einwand, daß die Arbeiter, welche infolge einer Sperre nirgends mehr Arbeit erhielten,schließlich dem Armenverbandezur Lastfallen würden, fand keine Beachtung, ebensowenig der Vorschlag, durch Frage- bogen die von den einzelnen Grundbesitzern gezahlten Löhne fest- zustellen. In letzterer Beziehung werden wohl fast alle land- wirthschaftlichen Arbeitgeber ein schlechtes Gewissen gehabt haben. Als Vartriovgan der Konj'ervatiue»» erklärt sich die „Nordd. Allg. Ztg." in der Hoffnung, so ihren Zusammenbruch, der nach dem Sturze Bismarcks unvermeidlich war, aufzuhalte». Gesterr-ich-Ungarn. Wien, 5. Mai. Der Streik der Arbeiter bei der Staats- bahngesellschaft ist infolge der bewilligten Lohnerhöhung beendet. Pest, 5. Mai. Infolge des Ausstandes der Bäcker ist außer Brot kein Gebück käuflich. Die Zimmerleute, Schreiner, Schuster und Schneider beabsichtigen ebenfalls, die Arbeit niederzulegen.— Die Militärbehörde stellt wegen des Bäckerstreiks täglich 60 000 Brote in drei Qualitäten zur Verfügung. Schweix. Bern, 5. Mai. Im Kanton Bern ist gestern durch die Volksabstimmung das fortschrittliche Steuergesetz verworfen wor- den und ebenso im Kanton Glarus die Gesetze über die obli- gatorische Mobiliarversicherung und die unentgeltliche Beerdi- gung.— In Basel-Stadt sind die Stichwahlen für den großen Rath für die Freisinnigen günstig ausgefallen. In Zürich sind die bisherigen Mitglieder des Regierungsrathes wiedergewählt worden; ini Kantonrath erlangte die demokratische Partei eine größere Vertretung. I» Bern und Zürich kommen die Kandi- baten zum Theil in die Stichwahl. Schwede»«»d Uorwege«. C h r i st r a n i a, 1. Mai. Das Storthing hat die ihm vorliegenden Anträge wegen Erweiterung des Stimmrechts ver- worfen. Staatsminister Stanz sprach gegen jede Erweiterung und erklärte sich als unbedingten Gegner des allgemeinen Stimm- rechts. Jetzt sind, wie man der„Köln. Ztg." schreibt, 188 000 Personen in Norwegen wahlberechtigt, von denen sich indessen nur 128 000 in die Wahllisten haben eintragen lassen. Bei einer Ausdehnung des Stimmrechts auf sämmtliche steuerzahlende Männer würden 300 000 Personen und bei dem allgemeinen Stimmrecht 400 000 Personen wahlberechtigt sein.— Großbritannie». London, 4. Mai. Heute Mittag begaben sich die Arbeiter Londons in zwei großartigen Zügen mit zahlreichen Musikkorps und Hunderten von Bannern vom Victoria Embankment am Thenise-Quai nach Hyde-Park, wo fünfzehn Tribünen für die Redner errichtet sind. Gegenwärtig jind etwa 100 000 Personen in völligster Ruhe in Hyde- Park versammelt. Zweck der Demonstration ist, von dem Parla- ment die gesetzliche Festsetzung des achtstündigen Arbeitstages zu verlangen. Burns, Davitt, Cunningham Graham und Andere hielten begeistert aufgenommene Reden zu Gunsten des Achtstundentages. Die Hyde Park-Demonstratiyn war, wie das all- gemeine Urtheil lautet, die der Zahl nach imposanteste, welche das London unserer Zeit gesehen hat; die Haltung der nach Hunderttausenden zählenden Massen war eine musterhafte; nicht die geringste Störung und, trotz des unbeschreiblichen Gedränges, nicht der kleinste Unfall ist vorgekommen. Mit Aussind; Mann und Frau werden einander heute gewiß nicht sehen. Und nun plauderten alle Beide von der Landpartie nach Rambouillet. Sie wünschten den Anderen keinen Regen, weil dann auch sie in der Patsche wären; allein, wenn es möglich wäre, daß da unten über Rambouillet eine Wolke platzte, Shne bis nach Joinville zu spritzen, so wäre das ein ganz guter Spaß. Dann fielen sie über Klara her, diese Dirne, die nicht wußte, wie sie das Geld ihrer Liebhaber verprassen sollte. Hat sie nicht neulich wieder erst drei Paar Stiefletten gekauft, die sie am andem Morgen wieder wegwarf, nachdem sie sie mit Scheeren ausgeschnitten, weil ihre Füße mit Frostbeulen bedeckt sind? Uebrigens waren die Fräulein von der Modewaarenbranche nicht ver- nünfttger als die Kommis. Auch sie aßen Alles auf, ersparten sich niemals einen Sou und vergeudeten monatlich 200—900 Franks auf allerlei Trödelkram. — Er hat doch nur einen Arm! rief jetztZplötzlich Bauge; wie kann er denn das Waldhorn blasen? Pauline, die sich zuweilen über seine Naivetät lustig machte, erzählte ihm nun, daß der Kasfirer sein Instrument an die Wand stützt, und Bange glaubte dies vollkommen und fand die Idee sehr sinnreich. Dann, als Pauline von Geivisfensbissen gequält, ihm erklärte, wie Lhomine an seine stumpfe Hand eine Art Zange befestigt, mit welcher er das Waldhorn festhält, schüttelte er mißtrauisch den Kops und erklärte, daß er sich derlei Bären nicht anbiilden lasse. — Du bist zu dumm, rief sie lachend, aber das thut nichts; ich liebe Dich dennoch. Endlich kam man auf dem Vincenneser Bahnhof an, just vor dem Abgang eines Zuges. Bauge zahlte, allein Denise erklärte, daß sie an den Ausgaben sich betheiligen wolle, am Abend würde man verrechnen. Sie stiegen ein; aus den Waggons erscholl fröhlicher Lärm. In Nogent verließ eine Hochzeits-Gesellschaft unter heiterem Lachen und Ge- platider den Zug. Endlich kamen sie in Joinville an; sie begaben sich sofort nach der Insel, um das Dejeuner zu bestelle». Dann gingen sie längs des Flusses spazieren unter den hohen Pappeln, welche das Ufer der Marne einsäumen. Der Schatten war noch kühl, eine nähme einer kleinen Fraktion stimmte die Versammlung den Ausführungen der Hauptredner bei, von denen nament- lich Burns und Davitt, welche die Erlangung des acht-- stündigen Arbeitstages auf gesetzlichem Wege durch das Parlament enipfahlen, großen Beifall ernteten. Burns wurde in seiner Rede durch eine vorüberziehende Musikbande der Sozialisten unter- krochen, welche die Marsellaise spielte; Burns sagte:„Die Mar- sellaise lassen wir uns gefallen,— Goä savo the queen(„Gott erhalte die Königin")— hätten wir nicht vertragen.— In Northampton und mehreren anderen Industriestädten fanden vor- gestern ähnliche Demonstrationen statt, die insgesammt ruhig ver- liefen. In Birmingham veranstalteten die Sozialisten einen Umzug und ein Meeting. Frankreich. Paris, 5. Mai. In Roubaix und Tourcoing streiken 100 000 Arbeiter; auch im Departement Puy de Dome dauert der allgemeine, sowie unter den hiesigen Gasarbeitern der partielle Streik fort. Bei den gestrigen Munizipalraths- Stichwahlen wurden 52 Republikaner verschiedener Schattirungen, 6 Konservative und 1 Boulangist gewählt.(Ueber die Wahlerfolge der Sozialdemo- kraten siehe„Politische Uebersicht.) Die Zusammensetzung des neuen Munizipalrathes wird von derjenigen des bisherigen nicht bemerkenswerth abweichen. Die Zeitungen aller Parteirichtungen sehen die gestrigen Wahlen für den Munizipalrath von Paris als eine vernichtende Niederlage Voulanger's an, die boulangistischen Organe selbst er- klären sich für besiegt. Paris, 5. Mai. Bei der gestrigen Wahl zur Deputirten- kammer für Perigueux wurde Chavoix(Republikaner) mit 7259 Stimmen gegen Meilhodon(Bonapartist) mit 6040 Stimmen gewählt. HoUa»d. Haag, 3. Mai. Nach einer hier eingegangenen amtlichen Meldung kam es am 29. April bei Edi(Atchin. Sundainseln) zwischen den holländischen Truppen und etwa 200 Atchin esen zu einem Zusammenstoß, bei welchem auf Seiten der Holländer 9 Mann verwundet wurden. Die Verluste der Atchinesen be- trugen 7 Todte und 40 Verwundete. Italie». Livorno, 4. Mai. Die Fiakerkutscher, das Personal der Pferdebahn- und Omnibusgesellschaft, sowie die Kunsttischler und Gehilsen ähnlicher Gewerbe, serner die Gasarbeiter haben seit heute jrllh die Arbeit eingestellt. Die Behörde hat für die abend- liche öffentliche Beleuchtung Vorsorge getroffen.— Wenn sich ihre Maßregeln gegen den Streik auf weiter nichts beschränken, können die Arbeiter zufrieden sein. Spanien. In Spanien geht die Arbeiterbewegung gegen- wärtig in hohen Wogen; besonders ist Barcelona der Mittel- punkt der Bewegung. Aber auch Madrid bleibt nicht zurück; dort haben am Sonntag imposante Versammlungen zu Gunsten des achtstündigen MaximalarbeitStages stattgefunden. Das„W. T. B." meldet darüber: M a d r i d, 4. Mai. In einer heute Vormittag im EasiS Concert abgehaltenen sehr zahlreich besuchten sozialistischen Ver- fammlung wurden von mehreren Rednern die Resolutionen des Pariser Arbeiterkongresses als Mittel gegen die Leiden der Ar- beiter empfohlen. Nach Schluß der Versammlung, welche ohne Zwischenfall verlief, marschirten die Arbeiter, die Sozialisten- sichrer an der Spitze, nach der Wohnung des Ministerpräsidenten Sagasta. Eine Deputation überreichte daselbst Sagasta eine Petition, in welcher der Erlaß eines Gesetzes über den acht- stündigen Arbeitstag verlangt wird. Hiernach ging die Menge auseinander. Der Ministerpräsident Sagasta antwortete der Abordnung, welche ihm im Namen der Arbeiter die Petition betreffend den achtstündigen Arbeitstag überreichte, er werde sich die Herbei- sührung von Reformen durch die Gesetzgebung angelegen fein, lassen. Die Frage müsse aber geprüft werden und dies et«! fordern Zeit. Madrid, 4. Mai. Es haben heute Arbeiterversamm» lungen stattgefunden in Valencia, Bilbao, Tarragona, Burgos. Valladolid und anderen Städten. Nach einem Umzug durch die Straßen überreichten dieselben in den meisten Fällen den Gouverneuren Petitionen an die Kortes zu Gunsten des acht« stündigen Arbeitstages. In Barcelona war um 6 Uhr AbendÄ Alles ruhig. Daselbst fand ebenfalls Nachmittags ein großes Arbeitermeeting statt, das auch eine Bittschrift an die KorteS stellte. Kalkanla«v«r. Belgrad, 3. Mai. Die„Agence de Belgrade" bemerkt) daß entgegen der Zeitungsmeldung von der Verhaftung bulgarischer Emigranten auf serbischem Gebiet wegen eines beabsichtigten Putsches gegen Bulgarien maßgebenden OtteS versichert wird, daß keine derartige Verhaftung vorgekommen, auch kein Anlaß dazu vorhanden gewesen sei. frische Brise fegte im hellen Sonnenschein über die weiten Fluren, die sich am Horizont ausbreiteten. Bauge tind Pauline hatten einander um den Leib gesaßt, Denise ging hinter ihnen her. Sie hatte eine Hand voll Butter- blümchen gepflückt, sie betrachtete den Strom und fühlte sich glücklich. Von Zeit zu Zeit neigte Bauge sich zu seiner Ge- liebten und küßte sie auf den Nacken; und wenn Denise Solches sah, blickte sie verschämt nieder und Thränen traten ihr in die Augen. Indessen litt sie nicht durch diesen Anblick. Sie 'ragte sich, warum sie so beklommen sei und warum die chöne Landschaft, von ver sie sich so viel Vergnügen ver« prochen, ihr einen Kummer verursache, den sie sich nicht zu erklären weiß? Beim Dejeuner ward sie durch das geräusch- volle Gelächter Paulinens noch mehr in Verwirrung ge- bracht; diese, für ihr Leben gern auf dem Lande, wollte trotz des frischen Windes in der Laube speisen. Sie lachte über die Wmostöße, welche wiederholt das Tischtuch davon- trugen. Sie aß mit dem Heißhunger des Mädchens, das im Magazin schlecht genährt wird; das Essen war ihr Laster, ihr ganzes Geld ging darauf; sie fraß Kuchen, halbreifes Obst, kurz Alles, was ihr unter die Hände kam. Nachdem Denise fand, daß Eier und Brathuhn genügen werden, wagte Pauline nicht, auch Erdbeeren zu bestellen, die sie gar 'o gerne gegessen hätte, aus Furcht, daß die Rechnung zu >och werden könnte. „WaS wollen wir nun anfangen? fragte Baugs, als der Kaffee gebracht wurde. Sonst pflegte Pauline Nachmittags mit Baugs nach Paris zurückzukehren und dort zu diniren, um den Abend im Theater zu beschließen. Heute aber beschlossen sie aus Wunsch Denisens, in Joinville zu bleiben; daS wird recht drollig sein, man wird die Landlnft bis über den Kopf ge- nießen können. Und nun strichen sie den ganzen Nachmittag durch Wald und Flur. Einen Augenblick dachte man an eine Kahnfahrt; dann wurde der Gedanke fallen ge- lassen, weil Baugs mit dem Ruder nicht gut um- zugehen wußte. Indessen hielten sie sich immer am Flußufer und belustigten sich an dem Anblicke der zahlreichen Fahrzeuge aller Art, welche den Fluß bevölkerten. (Fortsetzung folgt.) TiMtev. Dienstag, den K. Mai. Gpernstanv. Der Ring des Nibe- lnngen. Erster Abend: Die Walküre. Kchaujpirlstaus. Ein Schritt vom Wege. Lefting-Theater. Ein Besuch. Mäd- chenrachc. Deutsches Theater. Der Pfarrer von Kirchfeld. Kerliiuv Theater. Der Veilchen- Friedrich-WUHrtmstädt. Theater. Der arme Jonathan. WaUner-Theater. Rigobert. Das Armband. Uilltoria-Thrater. Stanley inAfrika Gsteud-Theatrr. Der Scharfrichter von Berlin. Nrlidenk-Theater. Marquise. KeUeaUiance- Theater. tilus. Kroll'« Theater. D Barbiere di Siviglia. Ceutrai- Theater. Ein sideles Der Nau- Haus. � -tf Gruft- Theater. Der Gold- Ado fuchs. Gebr. Nichter'« Nariötö. täten-Vorftellung. Speziali- Englischer Garten Direktion: C. Andress, Alexanderstraße 27c. Auftreten der Liedersängerin Fräulein Graul. Auftreten des Charakter-Komikers Herrn Nowratzky. Auftreten der Chansonette Fräulein Gorella. Auftreten der musikalischen Fantasten Loo und Teddy. Auftreten der Duettisten Geschwister Gertini. Anfang Wochentags 8 UHf. Entree 30 GO u. 75 Pf., im Vorverkauf 20 u. 30 Pf Anfang halb 6 Uhr. Sonntags Sonntags Entree 50, reservirt 75 Pf., Orchester 1 Mark. _ Vorverkauf Entree 40 Pf._ 81. Unter den Kinde» 81. Im Hause der Wilhemshallen ässa Ben neben der Passage. f. Borftthrmig Täglich Ali- Bey egyptischer u. indischer Beyt:. 8, 2 n. 1 M. Billets im Jnvalidendank. EtllbUmeilt Bnggenliagen am Moritzplatz. Täglich: Gr. InstrumentaUConcerti Direktion A. Ködmann. Dienstag und Freitag: Valzer-Abend. �, Wocbentags 10 Flg., Mtree Sonn- und Festtags im Kaisersaal 25 Fig. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-AuSschank�von Patzenhofer % Export-Bier, Seidel 15 P Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen. 641 F. Müller. Passave 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab Kaiser-Panorama. 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Geschäft: Weberstr. 5. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. riedrichstr. 97, Alexanderstr. 71, Neue Promenade 1, Gertraudtenstr. 20, Belle-Allianeestr.98/99, Dresdenerstr. 93, Poststr. 16, Neue Königstr. 19c, Andreasstr. 75, Chausseeftr. 8, Prinzenstr. 83, Andreasstr. 59, Friedrichstr. 204, Spandau. Schmeisser(wegen Maßregelung). 1. Geschäft: Chausseeftr. 25, 2.„ Chausseeftr. 76, 3.„ Friedrichstr. 100. Naucke, vormals Schubert& Sohn (wegen Maßregelung), Michaelkirchstraße 6. 1. Geschäft: Dresdenerstr. 72/73, 2.„ Charlottenburg. Keilpflug, Elsasserstraße 8, Laden. Hübsch, Prenzlauerstraße 1. Ratke, Alt-Moabit Nr. 130. Die Ueberwachnngs-Kommission Z der Tabakarbeiter Berlins. Die Bmrbeittt Berlins vnl» Wmmi welche noch im Besitz von Kongreß- listen sind, werden hierdurch dringend aufgefordert, dieselben so schnell wie möglich behufs Abrechnung an die Vertrauensmänner ihres Stadttheils abzuliefern. 132 I. A.: W. Gassmann, Exerzierstraße 4b. Mnils deutscher Mechaniker und nerlvandter Berussgeuossen (Zahlstelle Berlin). Mittwoch, den 7. Mai, Abends 3Vs Uhr, im Louisenstädtisch. Klubhaus, Annenstraße 16 l, eigener Fabrik. Spiegel und Poisterwaaren.l Gr. Lager, bill. Preise. Emil Heyn, Vers ammlung. T.-O.: 1. Vortrag über:„Die Ur Vortrag über:„Die Ur- fachen der Arbeiterbewegung." 3!efer. Herr F. Berndt. 2. Diskussion. 3. Die Arbeitseinstellung bei der Firma Mix u. Genest. 4. Verschiedenes und Fragekasten.— Aufnahme neuer Mit- lieber. Gäste willkommen. Uin rege Zetheiligung wird ersticht. 134 Der Vorstand. Oeffentliche Versammlung aller in der chirnrg. Brauche beschiist. Bernssgenajsen Mittwoch, den 7. d. M., Abds am 8 Uhr, bei Seefeldt, Grenadierstr. 33. Tagesordnung: 1. Bericht der Lohnkommission über den Stand unserer Lohnbewegung. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes. Erscheinen Aller ist dringend noth- wendig. 117 Mit kollegialischem Gruß Die Lohnkommission. Te ur Deckung der Unkosten findet eine ersammlung statt. Große öjsentliche Versamlung sämmtl. Handwerker von Wilmerodorf«. Umg. am Dienstag, den 6. Mai, Ab. 8 Uhr, in Pietsch' Volksgarten, Wilmersdorf, Berlinerstr. 40. T.-O.: 1. Statntenberathung. 2. Aufnahme von Mitgliedern. 3. Wahl des Vorstandes. 4. Verschiedenes.— Um recht zahlreiches und pünktliches Er- scheinen ersucht ISO Der Einberufer. Der Fachverein d.Mojaikjliesen leger Berlins und Uingegend hält am 10. Mai einen Sommernachts-Ball in Orschol's Salon, Sebastianstr. 39, ab Billets sind zu haben bei Babcrschkc, Lichtcnbcrgerstraße 2, Pflüger, Körnerstr. 22, Bielefeld, Skalitzerstraße 54c. Gäste willkommen. 10 100 Rett- u. Wagcnpferdeii sind die Hauptgewinne der StfOiier Plerdmrloosunl Ziehung unwiderruflich am 20. Mai 1890. Loose ä i Mk.(II Stück für 10 Mk.) auch gegen Briefmarken empfiehlt und ve: ,rsenäet Carl Heintze, Bankgeschäft, Reichsbank-Giro-Konto. Berlin W., Unter den Linden 3. iner uuii binucn o.__.m, Telegramm Adresse i Lotteriebank Bor|� Grosse Versammlung der Lndw. Löwe'schen Arbeiter heute, Dienstag, den 6. Mai, Abends 7Va Uhr, im„Eiskeller", Chausseestraße 88. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Es ist Ehrenpsticht eines jeden Kollegen, in der Versammlung zu erscheinen. _ Die Versammlung ist genehmigt._ Der Einberufer. An die Tischler Berlins! Kollegen! Der erste Arbriterfeiertag hat einen Theil der Unter- nehmer und Jnnungsmeister veranlaßt, in rücksichtsloser Weise Kollegen, welche am 1. Mai die Arbeit ruhen ließen, auf die Straße zu setzen. Wir erwarten nun von sämmtlichen Kollegen Berlins, daß sie sich mit den Gemaßregelten olidarisch erklären und den Werkstellen fern bleiben, wo Maßregelungen statt- gefunden haben. Bis jetzt sind folgende Werkstellen bei dem unterzeichneten öorstand angemeldet: Kapler(Aktiengesellschaft), Prinzen-Allee 75/76.(27 Mann.) R. Weise, Memelerstraße 22.(Bei dieser Werkstatt ist noch zu be- merken, daß sich 4„Kollegen" nicht gescheut haben, den Meister in seinem „arbeiterfreundlichen" Vorgehen zu unterstützen. Dieselben haben die ziemlich ertige Arbeit fertiggestellt und sich pro Tag 5 M. zahlen lassen, wo sie sonst nur 4 M. pro Tag erhalten. Die Namen dieser Herren Kollegen sind: Gebr. Lieverenz, Posenerstraße; Treiber, Memelerstraße; Seifert, Lübbenerstraße.) Jockel, Landsberger Allee 37. Behrend, Schönhauser Allee 144a. Der Vorstand des Fachvereius der Tischler. 129 Brunnenstraße 28, Hof parterre. Uebei Theilzahlung nach Üebereinkunft. jed. Art u. Größe, Portieren, Gardinen, Tischdecken, Länferstoffe, Steppdecken untern» Kostenpreis. Einzel- Verkauf Teppichweberei Zimmcrstr. 86, Hof part. 853 Bildhauer! In der Werkstatt von Rosenow haben die Kollegen wegen Differenzen die Arbeit eingestellt. HO Die Kommission. «wtemiip.YÄ*® Crosse öffentl. Versammlung für Wchr M MlislhilielibM-Ubeiter heute, Dienstag, den 6. Mai, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Joel(früher Keller), Andreasstr. 21. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zu dem in Weimar stattfindenden Schlosser- und Metallarbeiter-Kongreß. 2. Eventuell Wahl der Delegirten. 3. Verschiedenes. 115 Zur Deckung der Unkosten findet Tellersainmlung statt. Es ist Pflicht aller Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Einberufer. Grosse öffentliche Stein metzUer lammht n g Uhr, am Donnerstag, den 8. Mai, Abends 8 im„Königshof", Bülowstraße 37. Tagesordnung: 1. Wie verhalten sich die Berliner Steinmetzen zu dem Bunzlauer Streik? 2. Verschiedenes.[HS Der Einberufer. Uoiks Uersammlung fitv Männer und Frnnen heute Abend Sva Uhr in Weimann's Volksgarten, Badstraße Nr. 56. Tagesordnung: • Die Bevölkerung Berlins und die Sonntagsruhe der kaufmännischen An- gestellten. Zieferent: Sllbert Auerbach.[136 Um zahlreiches Erscheinen bittet_ Der Einberufer. Fachverein der Tischler. Grosse ausserordentliche General-Versammlung 59] am Dienstag, den 6. Mai, Abends 8'/* Uhr,"W in der Aktien-Brauerei Priedriclishain am Königsthor. Der Saal fajst gege» 6000 Personen.-MB Tagesordnung: 1. Die nugrnblitliliche Lage in unseren» Wewerk und unser Horgehen in diesen» Jahre. 2. Diskussion. 8. Vcreinsangelegeuheiten. 4. Fragekasten. Mitgliedsbuch legitimirt. Jedes Mitglied ist verpflichtet, zu erscheinen. Der Vorstand. Grabdenkmaler lörmor, Sijenit und Mi fertigt zu den solidesten Preisen m A. Zabel, Schönhauser MlleeJ� : A. Goldschmidt, ....... Spandauerbrücke v, am hiesigen Platze bekanntlich Grösste Auswahl. Garantirt sicher brennen" BW Tabake. Streng reelle Bedienung, bwfl" Preise! Sänrmtliche im befindlichen Rohtabake st 1663 Lager. A. Goldschmidt, Spandauerbr. am Hacke'schen Markt. No »Mg bc: ßabrikai �llten ?'• Gnb hpenb e Mna fHetbin, II toße i f'Sm l A Etre fei"; MWen in fäiui Jeitct, j bair D ™ erkl. 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Wppinoen Die Lohnbewe MB »«flern sich™- L- öen Tarif anzuerkennen. ober gönnen, denn diese Dieses Vergnügen kann Zunftbrüder beschäftigen Tages und zwar die Von den Schneidern ist eine durchschnittliche Lohn 18- s eflUf n? .« i�i !"% ih»� n!lne föefprra,UVrl Lvnnen, denn diese Zllustvrtlver vescyclsilgen Indern nur Lehrlinge oder höchstens katholische leiten. ���nitglieder, denen c» 0'n �fouhpr«»�(BinhThpTmnpn äs».- 5%ina � partiellen Streiks W> �ten �.K�t. erzielt worden. Einen ähnlichen Erfolg v fiünbino � Tischler erreichen; dieselben hoffen auch noch die iSem�J�be.rszeil ohne Streik durchzusetzen.-- Der Suħ n', lst. infolge Mangels geschickter Leitung und Aus- Mn ttönt ,�o>>ugkeilen in den eigenen Reihen verunglückt. Wchen Tj;,' letzt mit der unglücklichen Idee, einen„Süd- Nur in?vo'tmevemtknnk" zu gründen und ein eigenes Organ �cht � rufen. Hoffentlich bleibt es nur bei der wstluuifft«. y*1 Neugründung; denn nicht der Mangel an (Wen Ii' Indern das Verständniß für die richtige Ausnützung �ederlnn. �en hiesigen Zimmerern die leicht zu vermeidende z"»? gebracht. !>Ue Johann(Saarrevier) sollte am Sonntag Nachmittag %„Sn.!te,ne Ärbeiterversammlung stattfinde», welche sich, wie NWpn x" berichtet, die Gründung eines alle Arbeiter �"beruk-�-. �tsschutzvereins zur Aufgabe gestellt hatte. Ter , echisM.„. 1,1 e'n Bergmann Balthes, Mitglied des bergmännischen '«»»»�"bv-reins.— Eine Ltachricht über den Verlans der Ver- . liegt noch nicht vor. Mch-n.».strn. Dem„Oberschlesischen Anzeiger" wird ge- Am Freitag traten etwa lue Zinkhüllenarbeiter der Wtii'' bei Antonienhütte, Kreis Kattowiy, auf den Hütten- j stl» m forderten voiil Hütteninspektor achtstündige Arbeitoschicht. lIHa/ vl- gen wurde jedoch nicht stattgegeben. Als der Hütten- >. Streikenden aufforderte, entweder an die gewohnte * gehen oder die Papiere zu holen, thaten letzteres etwa >%() 1er' während die übrigen ihre Arbeit wieder aufnahmen. V fej. jben Blenderestöfen der Liebeshütte und der Hngohütte "tag die achtstündige Arbeitsschicht eingeführt worden. A'? Tischlerstrrilk in tlrealau ist nun, wie wir der �i*tu entnehme», im Allgemeinen beendet. Stur bei wenigen ' welche den zwischen der Meister- und Arbeiter-Kommisfion Vereinbarungen nicht beistimmen wollen, wird der ? ttoch fortdauern. In einer Versammlung der Tischler ��chtet, daß die Slusschüsse der Meister und Gesellen Infi».*"? uwensinitrument" unterzeichnet hatten. Die Versamnilung J? allen an'chst einstlmmig den Antrag an:„Montag, den 5. d., Sitboj* 81 wo die Forderungen bewilligt worden sind, „ 3),!! wieder aufzunehmen." .Nchjed-??"?, haben, wie die„Köln. Ztg." berichtet, die Gehilfe» oertp8 Brauereien die Arbeit eingestellt. In f,Dvl stattgehabten Besprechung wurden folgende Forde- Zehnstündige Arbeitszeit mit Ausschluß der !i vfokim!, V h" uionatlich 90 oder wöchentlich 21 Bt., Ein- n Sonntagsarbeit auf 3 Stunden, Bezahlung der ,'ffc"' an den Werktagen 40, an den Sonntagen 50 Pf. ehnt i|J®CU ki»d von der größeren Zahl der Arbeitgeber I MPm l1" o,�11 Konopinski ist, weil er am Donners- tig./.�wied«>- die Arbeit in der Werkstatt des Herrn Hof- worden 8� Holzgartenstraße 8, ruhen ließ, gemäß- „,... K! jjSIÖ'SÄÄS srt ssßt ,»ff ä8sä« Wm xers>tuatin.,!'h'" d-e fvni;zö|, sehen Sozialisten in Anbe- Nd C|„!rch«us frilMW" hntten- Allgemein, zahlreich und vor ätten Pftalisten � 4- ohne Unruhen, ohne die von Anarchisten von.»g- Uchten inklusive, gelraumte» und zu provo- ais.�'s, hatVchen und Unordnungen hat das P' w— hm Acht!) $ be> H is» 6 ibfc f etfu iä' Irnt bni'fr.'chd, ik'iorbiuiiigeii yar vus Proletariat Bouvaenj.:. war eine SNauisestation der fran- �' 1 vlnd ihrer Klasseuregierung voraus- iönsche Bourgeoisie mit 8." 'gen. °hne Tie Äane'j�radikäle : anders''•rSh(2J Nilitär zu lrellen Au mal Vers! "ltitf* Jä friedliches Ereigniß die große unüber- ->-»»katsacke des und.. ammte französische aase hat in der letzten dem W&*S!ssff s-m................ ifcii?" Und W.US, Militär zu befreien, ihre Unfähigkeit. c'-ndez.'.sie hat dw. kulturellen Aufgaben v— ju SSK Zeil durch ihre durchaus friedlichen -' hat ihre , vvn dem blöd-ängstliche •io» .sie der Gegenivart zu «s I Klassengegensätze, und auch den "die Thatsache naivsten, harmon.e- umnebelten Augen so wahrnehmbar gezeigt, wie es die inter- nationale Arbeitermanisestation vom 1. Mai gethan. Wie bei allen Vorgängen in Frankreich so konzentrirte sich auch diesmal das Hauptinteresse für den Verlauf der Mani- festation auf Paris, obgleich vorauszusehen, daß dieselbe gerade hier relativ weniger bedeutend sein würde, als in den großen in- dustriellen Provinzialstädten. Paris ist eben noch ans ökonomi- schein Gebiete zu kleinindustriell, auf politischem vorherrschend zu radikal, als daß man erwarten dürfte, seine Arbeiterbevölkerung an der Spitze einer Bewegung zu sehen, welche der Hauptsache nach von dem Proletariat der modernen Großindustrie' getragen werden und die ihrem Wesen nach sozialistisch sein muß. Trägt man diesen» Umstände Rechnung und hört man auf, mit der alten kleinbürgerlich- revolutio- „ären Tradition von Paris zu rechnen, die Gegenwart aus- schließlich»ach der Vergangenheit zu messe», so ist unleugbar, daß die Betheiligung der Pariser Arbeiter an der Maimanifesta- tion eine»veit regere und allgemeinere gewesen, als man erwarte» durfte. Die in den letzten Jahren große Fortschritte machende Proletarisirung der kleinindustriellen Bevölkerungsschichten hat auch nach dieser Richtung hin ihr Werk gethan. Die Regierung hatte für die Manifestation eine Ouvertüre eigener Art komponirt: Verhastungen, Verhaftungen und noch- mals Verhaftungen, begleitet von Haussuchungen, Verhören Ueberivachungen»c. Verhaftet wurden nicht nur eine Reihe von sran- zosischen und ausländischen, besonders italienischen Anarchisten,, der anarchistisch-antisemittsche Salonrevolntionär, Marquis de Mores, die großarttge Visionärin Louise Michel, sondern auch hervorragende Mitglieder von Gewerkschaften und sozialistischen Organisationen, »vie Prevost, Sekretär des Pariser Syndikats der Friseure und Coiffeure, Pedro» in Troyes zc. Während die Verhaftung der Anarchisten und Anarchistler dadurch zu motiviren versucht wird, dieselben hätten die Bevölkerung zu Mord und Plünderung, dos Heer zu Empörung aufgereizt, liegt für die Verhaftung der übrigen Personen auch nicht einmal der Schein eines Vorwandes vor. Dieselben haben sich bei ihrer Agitation für den Arbeiterfeiertag in den Grenzen der strengsten Legalität gehalten und sind ganz besonders dafür eingetreten, demselben seinen friedliche» Charakter zu beivahren. Bielleicht aber waren sie gerade dieses Bestrebens halber unbequem, sie störten die Absicht der Regierenden, einen „Tag" zu haben. Tie kapitalistische Presse verkündete natürlich die Ber- hastungen.Haussuchungen ze.mit großem Tamtam. Ten französischen Spießbürgern erging eS den polizeilichen Räubergeschichten gegenüber wie Kindern,»velche furchtbaren Schauermärchen lauschen: es war ihnen so gruselig-wohlig zu Muthe, ihre Phantasie er- götzte sich an dem Entsetzlichen, während die Ueberzeugung, daß „das Auge des Gesetzes wacht", kein Unbehagen aufkommen ließ. Summa summarum erschien der schneidige Constans dem ge- sammten französischen Bürgerthum als der Wetter der Gesellschaft, und sie ließ ihm ohne jede Opposition freie Hand, die Freiheit der Willensäußerung des Proletariats gehörig zu knebeln. Die Präventivinaßregeln(lies Provokationen) beschränkten sich nicht auf»villkürliche Verhaftungen. Tie 34 000 Mann betragende Garniso» von Paris erhielt eine bedeutende Verstärkung durch ganze Regimenter verschiedener Truppenkörper aus der Provinz. Besonders zahlreich war die in Paris kou- zentrirte Kavallerie,»velche eventuell Straßen und Plätze von„Aufläufen" und„ Zusaunuenrbttungen" säubern sollte. Sogar die Sapeurs-Pompiers, die militärische Feuerwehr von Paris und das Geniekorps von Versailles»varen konsignirt, resp. herangezogen»vorden. Alle öffentlichen Gebäude, besonders die rings des Konkordienplatzes und in der Nähe der Kainmer ge- legenei», waren militärisch besetzt oder mit Truppen vollgepfropft. In den Kasernen»vartete die Mannschaft vom frühen Morgen bis späten Abend marschbereit, mit scharfen Patronen und den Tornister ans den» Rücken. Ganz überflüssige Scheerereien solcher Slrt erbittern die Soldaten gegen die Arbeiter,»velche sie irrthüm- lich für die Ursache derselben halten, sie lassen sich in der Folge leichler gegen die„5kanaille" kommandireu. Die in Paris kon- zentrirte»» Truppen hatten übrigens nicht nur den Schaden, son- der» auch den Spott, der unzertrennlich von ersterem ist. Wäh- reud sie bei ziemlich hoher Temperatur unter der Last ihrer Ausrüstung schivitzten,»vurden sie von den tradito- nellen Gamins(Gassenbuben) von Paris mit Witzworten, Neckereien überschüttet. Auf die oppositionelle Bevölkerung mußte der Anblick der konsignirten Trllppenniassei», der da- und dort- hin sprengenden berittenen Patrouillen, der verstärkten Posten, das sortivährende Ertönen des Appells ungemein aufreizend wirken. Wenn trotz alledem Polizei und Militär keine Gelegen- heit gesunde»; ihr Müthche» au der Pariser Arbeiterschaft zu kühlen, so ist dies der Hauptsache nach das Verdienst dieser Ar- beiterschaft,»velche sich durch Nichts zu einen» Zusammenstoß mit der bewaffneten Macht, zu einem Ausarten der Manifestation in einen Putsch, verleiten lassen»vollte. Uebrigens muß zugegeben »verde», daß entgegen den Erwartungen»»nd vorausgegangenen Drohungen Polizei und Militär diesmal die Grenzen der üblichen, aeivohnheitsgemäß ertragenen„Schneidigkeit" nur sehr selten über- schritten haben. Ursachen von der»vunderbar klingenden That- fache sind die Sonntag stattfindenden Stichwahlen für den Pariser Gemeinderath.(Siehe Polit. Uebersicht.) Die elementarste Klugheit gebot Constans, das„allzu scharf»nacht schartig" zu beher- zigen und nicht durch ungelvohnliche Brutalität Protestwahlen heraus zu fordern. Entgegen den Wünsche» angeblicher oder schtvarzseherischer Gemüther,»velche de» Himmel anflehten, durch Siegen die Mani- festation„zu loschen", beleuchtete herrlicher Sonnenschein die ver- änderte, aber durchaus ruhige Physignonlie der Stadt. Ruhe im Zentrum, Ruhe auch in den Vorstädten,»vo die Arbeiterschaft ihr Quartier aufgeschlagen. Hier und da geschlossene Werkstätten, Gruppen feiernder Arbeiter. Man könnte meine», es sei ein geivöhulicher Feiertag, wenn nicht der be- deutend verminderte Fahrverkehr, die geringere Anzahl der sonntäglich herausgeputzten Passanten und Spaziergänger auf etivas Anderes schließen ließe. Es sind eutschieden»veniger Bürger und mehr Arbeiter, als sonst in den Straßen. In den Ehamps Elysees remerkt man viele herabgelassene Jalousien und Fenster- lüden, in der Rue Rivoli und der Nähe des Konkordienplatzes werden besonders von Mittag ab viele Magazine geschlossen, in den offen gebliebenen Lokalitaten ist der Verkehr äußerst fchtvach. -?er Zugaug zu öffentlichen Gebäuden, Kunstsammlungen, so z.B. de» Museen des Louvre, ist gesperrt. Besonders nach 12 Uhr zeigen sich»»ehr und mehr Arbeiter, einzeln oder in Gruppen in den Straßen und auf den Plätzen. Viele von ihnen sind im Werktagsanzuge, andere tragen frisch gewaschene, saubere Blouseu. Größere, kompakte Massen sammeln sich rings des Konkordien- platzes,»verde» aber von der Polizei und der Gardo republicaino zu Pferde zurückgedrängt, so daß der Platz»»nd die zur gegen- überliegenden Kammer flthrende Brücke leer bleiben. Die Quais beider User sind ziemlich dicht mit Publikum besetzt, unmöglich bleibt es jedoch, die Zahl der Manifestanten auch nur annähernd festzustellen, da dieselben auf keinen Punkt konzentrirt sind, son- der» sich so ziemlich über die ganze Stadt vertheilen. Unmöglich ist es auch, die Manifestanten von den bloßen„badands" (Maulaffen) zu scheiden. Es war zwar anfangs beschlossen worden, daß Erstere ein Dreieck aus rothem Leder mit der goldenen Ausschrist 3 banres de travail(acht Stunden Arbeit) tragen sollten. Nachdem aber in Erfahrung gebracht, daff die Valizeipräfesttne eine Kr- stellung auf die gleiche» Nreieäie genracht liatkr, lim den agents provocateurs zu erlauben, im Namen der Manifestirenden und mit deren Verantwortlichkeit Unruhen zu stiften, war Ordre geben worden, keinerlei Abzeichen zu tragen. Gegen 2 Uhr werden die Massen in der Nähe des Konkardienplatzes und der Kammer konipakter und ver- suchen vorzudringen, die berittene Garde republioaine treibt sie zurück, theilweise mit ziemlicher Brutalität, so galoppiren z. B. Reiter das Trottoir entlang. Eharakteristisd) ist, daß Polizei und Militär fast an allen Punkten einen großen Unterschied in der Behandlung der Herren Bourgeois und der Arbeiter zeigt. Der Herr im Eylinderhilt»vird höflich abgeivinkt, der Arbeiter in der Bluse»vird in der Siegel unsanft zurück- gepufft, eventuell auch bei der geringsten Gegenrede, der schivächlichsten Widersetzlichkeit verhastet. Im Allge- meinen erträgt das Volk die polizeiliche und militärische Intervention mit ziemlichen» Humor, anstatt wie ge- »»ähnlich Usus auf die Grobheiten der Polizisten durch Schimpf- »vorte, StelNivürfe zu nntivorten, begnügte es sich heute»nit harmlosen Kalauern, lustigen Witzworten, Gelächter und Pfeifen. Fast überall weichen die Massen ohne Widerstand zurück. Es ist klar, der sonst so gern mit dem„Sergat"(Spitzname der sergents de ville) anbindende Pariser Fanbourgsbewohner»vill heute einen Fest-, einen Feiertag und durchaus keinen Kampftag haben. er will sich nicht provoziren lassen und so zeigt er sich bon eufant (gut Kind). Gegen 2 Uhr erscheint die mit Ueberreichung der Petition für den Achtstundentag beauftragte Delegation auf dem Konkordienplatz. Dieselbe bestehr aus Jules Guesde, der die svziali- stischen Organisationen vertritt, aus Roussel und Laeaste, den Ver- tretern des Syndikats der Schneider, Leutznnd SonzonsürdieGeiverk- schaft der Limonadiers und Resiauralenre, Feline für das Syn- dikat der Schuhmacher, Dulue und Guignet. Die sozialistischen Deplltirten Bandin, Ferroul und Thivrier, letzterer in der legendär geivordenen blaue» Blouse, und der sozialistische Stadtrath Vaillant begleiten die Delegation, welche unterivegs oft aufge- halten, schließlich zum Palais Bourboi» gelangt und von zwei Quästoren der Kammer, sowie später von dein Präsidenten Floquet empfangen wird. Nachdem konstatirt, daß die Delegirten regel- mäßiges, von Organisationen herrührendes Mandat erhallen, ward die von mehr als 450 Gewerkschaften, Korporationsgruppen zc. unterzeichnete Petition für den Achtstundentag ange- nommen und eingetragen. Unterdeß ist die herbeigeströmte Menge bestandig gewachsen, das Vordrängen ihrerseits, das Zurück- treiben seitens der Polizei und Reiterei dauert fort. Einzelne Personen»vurden brutalisirt, zu Boden geworfen, mit flacher Klinge geschlagen. An verschiedenen Punkten, so gegen 5 Uhr vor dem Palast des Präsidenten und Abends auf dem Place de la Republique, prallen Arbeiter und Polizei stärker und lebhafter aufeinander. Alles in Allem aber kommr es trotz der gegen Abend stärker gewordenen Bewegung, der größeren Anzahl Äanisestirender, nirgends zu einem ernsteren Zusammenstoß. Nichtsdestoweniger hat die Polizei ain 1. Mai mehr als 200 Personen verhaftet. Die von den sozialistischen Organisationen be- absichtigten Versammlungen konnten nicht stattfinden. Ten Besitzern der bekannten großen Säle war polizeilich verboten worden, ihre Lokalitäten offen zu halten»nd zn Versammlungen herzu- geben. Die Pariser Arbeitsbörse»var schon ain Vorabend deS 1. Mai polizeilich besetzt»vorden, damit sie den manisestirenden Syndikaten nicht als Rendezvous dienen und Abends zur Ab- Haltung einer Versammlung bentitzt werden könne. Uebrigens hatte das possibilistische Exekutivkomitee der Arbeitsborse schon vorher den Antrag etlicher Gewerkschaften ver- worsen,»velche den großen Saal des Gebäudes für eine Abend- Versammlung gefordert hatten. In der Provinz ist die Manifestation bedeutender geivesen, als in Paris. Das Proletariat von 138 Städte», kleinere Ortschaften, darunter viele Dörfer, nicht mitgerechnet, hat unter der einen oder anderen Form an den Arbeiterfeiertag theilgenommen. Besonders imposant ist die Kundgebung in Marseille ausgefallen, wo sich ein Zug von 50 000 Personen auf die Präfektur zu be- wegte. Polizei und Gendarmerie erivies sich als ohnmächtig, die Menge zurückzuhalten, und der Präsekt»var gezwungen, die Delegation zu empfangen. Auch Calais, Reims, Moutluyon, Saint-Qnentin, Ronbaix, Montpellier, Lyon, Troyes zc. können auf imposante Manifestationen veriveise». Die Präsekte»» verschiedener Städte mußten trotz aller er- haltenen Befehle„dem Drucke der Manisesttrenden nach- geben»nid die Delegationen empfangen. Die Petitionen für ge- schliche Einführung des Achtstilndentages sind in Masse unter- zeichnet worden. Die französische Arbeiterschaft der Provinz hat überall durch ihre ruhige,»vürdige, aber bejlimmte Haltung, ourch eine Art Festtagsstimmung die Lächerlichkeit der ergriffene» Polizeimaßregeln bewiesen. Natürlich ist nun die gesannnte Presse damit beschäftigt, die „glücklich vorübergegangene Gefahr" zu kommentireu. Charak- teristisch ist, daß die Bourgeoisblätter, nachdem sie vorher in allen Tonarten deklamirt, daß die Manifestation nicht imposant sein werde, weil sie unmöglich friedlich und ohne Unruhen verlausen könne, jetzt post festurn erklären, dieselbe sei nicht imposant und unfruchtbar gewesen, eleu weil sie durchaus ruhig von Statten gegangen ist. Bezeichnend ist auch, oaß die»»eisten Journale, die radikalen inbegriffen, Constans und seinen provokatorischen Vor- sichtsmaßregeln das Verdienst zuschreiben, die öffentliche Stühe und Ordnung gesichert zu habe». Nur einzelne Blätter, wie Lissagaray's„Bataille" und Clenienceau's„Justice" sind gerecht genug, zn konstatiren, daß nur Dank der musterhaften Haltung der Bevölkerung Zusammenstöße und Unruhen vermieden worden sind, daß das Volk den Festtag gehabt, den es gewollt, und daß die Zahl der feiernden Arbeiter eine beträchtliche gewesen. Tank der Manifestation ist die Frage des Achtstundentages zum Mittelpunkt des allgemeinen Interesses geworden. Anhänger und Gegner der Forderung haben sie wieder und immer wieder diskutirt und sie dadurch Kreisen nahegelegt, ans die die sozia- listische Agitation bis jetzt ohne Einfluß geblieben. Nach Seiten der'Agitation hin hat die Alanifestatio» das Werk von Jahren gethan. Außerdem hat gerade die Manifestation mit der ihr vorausgegangenen Agitation unendlich viel dazu beigetragen, der rein sozialpolitischen, sogenannten Marxistischen Arbeiter- bewegnng das moralische Uebergeivicht über die kleinbürgerlich opportunisirenden Schulen zu verleihen. In den Augen der Bourgeoisie»vie der Masse der Arbeiterschaft erscheint die momentan als das tonangebende Element, als die sozialistische 'Arbeiterpartei par excellence, die an der Spitze der gesanunten französischen Arbeiterbeivegung überhaupt steht. Wenn die Führer der Partei die geschaffene günstige Situation agitatorisch anszu- nutzen verstehen, so kam» dieselbe in der nächsten Zeit einen be- deutenden Ausschwung nehmen, so daß ihre numerische Stärke in das richtige Verhältnis) zu ihrer geistigen Bedeutung gestellt »vird. UokQles. Der I'chlrirljettde M,,rge«na,l des ZIralewriat«, die xU>rvr»schw>»dj'»cht, deschästigt seit einiger Zeit die Berliner Etadtvehörde aus Anlaß der Frage über die Errichtung von Schwindsuchts-Asnlen in umfangreicher Weise. Vor einiger Zeit nuirbe_ die Sache im„Verein für innere Medizin" verhandelt und es sind dabei von dem Prof. L e y d e n über den Gegenstand bcachtenswerthe Mitteilungen gemacht worden. Dar- nach ist die'Angelegenheit bereits um Neujahr 1888 von dem bekannten Ph,isiker Dr. Wasser fuhr, der damals Magistratsmitglied war, angeregt worden. Es sollte eine Heil- und Pflcgeaiistali für chronische Brustkranke eingerichtet werden, in welcher zunächst die Unterbringung von 400 Kranken vorzusehen sein würde. Auf den Beschluß der Deputation des Magistrats für öffentliche Gesund- heitep wge wurde die Frage der Errichtung eines Schwind- suchtshospitals auf ein Jahr vertagt und wird im Herbst 1830 nochmals zur Verhandlung kommen. Die Gründe, welche für die Errichtung eines solchen Hospitals ange- geben wurden,- waren hauptsächlich orei: 1. Entlastung der städtischen Krankenhäuser von den Schuundsuchtskranken; 2. die Ansteckungsgefahr, welche durch diese Kranken in den gewöhnlichen Krankenanstalten herbeigeführt wird und 8. die Möglichkeit, bessere gesundheitliche Verhältnisse für Schwindsüchtige durch die Ein- richtung eiucS besonderen Hospitals zu schaffen. Die Entlastung der Krankenhäuser ist dringend nöthig und würde eine ganz erhebliche sein, da in denselben sich gegenwärtig beständig 250 bis 800 Schwindsüchtige auj hallen. Das erschöpft selbstverständlich nicht die Zahl der sämiutlichen Schwindsuchlskranken in Berlin. Vielmehr ergeben die Aufzeichnungen in den Krankenhäusern, daß dort im Jahre 1886 zusammen 3321 und im Jahre 1887 zusammen 3426 Schwindsüchtige ärztlich behandelt worden sind und auch damit ist die Zahl dieser Kranken noch bei Weitem nicht erschöpft, nnr machen die vor- handenen Einrichtungen es nicht möglich, eine größere Zahl von solchen Kranken in den Anstalten zu behandeln, die zum größten Theil in dem Krankenhause in Moabit und Friedrichshain unter- gebracht sind. Was die Ansteckungsgefahr anbetrifft, so ist die- selbe zweifellos vorhanden, aber doch nicht so groß, wie neuer- Vings vielfach geschildert worden ist, namentlich nicht, wenn die »öthigen Vorsichtsmaßregeln durch Desinfektion u. s. w. ange- wendet werden. Es ist auch nicht richtig, wenn von einigen Aerzten behauptet wird, die Schwindsüchtigen hätten keinen Nnyen von den Krankenhäusern. Jeder Krankenhausarzt kann bestätigen, daß zahlreiche Fälle von Schwindsucht gcdeffert worden. So sind im Krankenhause Moabit allein vom 1. April 1888 bis dahin 1889 von 711 dort behandelten Schwindsüchtigen 233 als gebessert entlassen werden. Noch einige andere Mitthcilungen über die Schwindsucht in Berlin macht Herr de Bech ex: Der Gesundheitszustand in Berlin habe sich, dank der vielen gesundheitlichen Einrichtungen unserer Stadt, in den letzten Jahren gebessert. Durch die Kanalisation, die Schlachthäuser, gute Schulhäuser, Desinfektionsanstalten u. s. w. hat sich der Gesundheitszustand der Berliner Bevölkerung gehoben. Der Typhus und alle anderen Ansteckungskrankheiten haben abge- nonimen, nur die Zahl der Schwindsüchtigen hat sich nicht ver- mindert. 1876 starben in Berlin an der Schwindsucht 3234 Personen, 1885 betrug die Zahl 4472. Man kann dabei freilich auf die Zunahme der Bevölkerung hinweisen, aber es entfallen auf 1000 der Gestorbenen im Jahr 1876: 219 Schwindsüchtige, im Jahre 1885: 283. Im Jahre 1885 sind allein 3671 Schwindsüchtige, die den Ortskraukenkassen angehörten, behandelt worden. Viele Gewerbe sind geradezu mörderisch, so die GlaSblaserei, die Steinmetzgerei und namentlich der Zweig der lehteren, der sich mit der Fabrikation von französischen Mühlsteinen abgiebt. Ueber 40 Jahre wird keiner von diesen Leuten alt. Sie fangen an zu kränkeln, bleiben einige Zeit in ärztliche Behandlung, arbeiten wieder, werden dann von Neuem arbeits- unfähig und so geht es fort bis zum Tode.— Wie verlauter, werden verschiedene hiesige Gesellschaften und auch die branden- durgische Aerztekammer sich in einer gemeinsamen Darstellung an den Magistrat wenden, um ihr Votum zu Gunsten der Errichtung vofl Schwindsuchtshospitalen dort abzugeben. Kon de» Gebrüder» Manne»»»»»» i» Uenischrid ist seit einigen Tagen im hiesigen Architektenhause, Wilhelmstraße 92 bis 93, eine'Ausstellung gewalzrer Aöhren veranstnltel worden, welche nicht blos Laien, sondern gewiegte Fachmänner in Er- staunen setzt. Sie haben das Problem, Röhren aus einem Metall- blech zu walzen, das bisher stir unlösbar gehalten würbe, gelöst. Eine Beschreibung des Bersahrens» die dem Leser eine klare Vor- stellung von demselben geben würde, ist ohne Modelle nicht möglich, die Ausführung der ausgestellten Sachen und möglichst ge- nane Beschreibung, soweit sich eine solche hier geben läßt, wird aber genagen, um sich ein Bild von der Großartigkeit der Er- findung machen zu können. Es sind Röhren der verschiedensten Weiten und Wand- stärken ausgelegt, letztere variiren von mehreren Zenti- meiern, bis zu weniger als einem Millimeter Stärke. Die Röhren haben keine Spur einer Schweiß- oder Löthnath an sich, die eigenthümliche Lage der Walzen zu einander, durch welche das weißglühende Metallblech gezwängt wird und die rapide Schnelligkeit, mit welcher es geschieht, sind die Ursachen des Hersteltungsprozesses. Ein Rohr von 15 Meter Länge, ob einen Zentimeter oder 35 im Durchmesser, wird in 80 Sekunden ausgewalzt. Der deutlichste Beweis für die Richtig- keit des angegebeiien Walzversahrens wird dadurch erbracht, daß die Röhren nach der Auswalzung an beiden Enden geschlossen sind, daß bei der Oeffnung einer Röhr« der innere Raum tust- leer und oxychrei gefunden wird. Um zu zeigen, daß die Seele sich genau in der Mitte bildet sind einige runde Stahl- stäbe von etwa 2V« cm Durchschnittsstärke vorhanden, der eine ist durchgebrochen, aus dem anderen ist an jedem Ende ein Stück heransgefchnitten, der Durchmesser der Seele beträgt bei dem einen etwa l cm, bei dem anderen weniger. Das Metall, aus welchem die Röhren gewalzt werden, wird ourch den Walzprozeß vereoelt, die Struktur wird ourch die dichtere Lagerung der Molek. le eine viel feinere. Deshalb eignen sich die aus Stahl yergesteiiten Röhren zu den verschiedensten Zwecken, es liegen aus: Eisen- bahnwagen-Achscn, die zwei Drittel leichter als massive sind, Achsen für gewöhnliche Wagen, Kohlensäureflasche, Röhren zu Wasser- und Petroleumleilungeu, letztere für den Kaukasus bestimmt, haben den Vorzug vor anderen eisernen Röhren, daß sie petroleumdicht sind, wiederum ein Beweis für ihre Vorzüglichkeit. Ferner sind Schleifen von Röhren ver- schiedenster Stärke vorhanden, welche durch zum Theil sehr kurze und vielfache Verschlingungen einen Beweis für die Güte des Materials lieser». Ein Kanonenrohr, ebenfalls wie alle anderen Röhren in 30 Sekunden ausgewalzt und nach dem Urtheile von Fachmännern von tadelloser Beschaffenheit, läßt ver- mutben daß dem Kanonenkönige Krupp eine unerwünschte Konkurrenz in nächster Zeit erstehen wird. Ein Rohr, dessen Wanduna nur 2 mm beträgt, hat bei vorgenommener Prüfung einem Drucke von 2400 Atmosphären widerstanden, eine Steige- runa konnte nicht vorgenommen werden, da ver Apparat versagte. Nachträglich sei noch erwähnt, daß ein Achsenvruch der auf die Versahren in allen Kulturländern patentirt worden ist, nachdem vier Fabriken, eine von ihnen in Remscheid, eine zweite von Heckmann in Duisburg, zur Herstellung von Kupferröhren für Deutschland gegen Patententschädigung, unter gleicher Bedingung eine dritte in Komotau in Oesterreich und eine vierte von ihnen in England errichtet worden sind, treten sie in den Kon- kiirrenzkanipf ein. Auf die Kunde von der hier veranstalteten Ausstellung sind Fabrikanten der Eisentechnik aus allen Theilen Deutschlands herbeigeeilt, um mit eigenen Augen zu sehen. Man hört kein abfälliges Urtheil, Alle erkennen die Vorzüglichkeit des ausgestellten Materials an und sind darin einig, daß durch diese Erfindung eine vollkommene Umgestaltung in der Eisenindustrie stattfinden werde, aber Alle sehen mit Besorgniß in die Zukunft, denn nun sind sie abhängig von Gebrüder Mannesmann, die die Preise für ihre Fabrikate wegen des Patentes diktiren können und an ein Beharren bei der bisherigen Methode auch gar nicht mehr zu denken ist. Aber nicht blos die Fabrikanten, sondern auch die Arbeiter- schaft wird bald den Einfluß der Mannesmann'schen Erfindung wahrnehmen; eine Arbeit, welche früher Tage in Anspruch nahm, wird jetzt in kaum einer Minute ausgeführt, man denke nur an das Ausbohren eines Gußstahl- Kanonenrohres und die nur 30 Sekunden dauernde Auswalzung desselben mit völlig glatter Wandung. Und Taufende von anderen Dingen werden in fabelhaft kürzester Zeit verfertigt werden als jetzt, das zeigen 2 Schraubschlüssel, die, aus Röhren hergestellt, ebenfalls zur Ansicht ausliegeu; ferner Granaten, Lanzenspitzen und Lanzenschafte und vieles Andere. Daß diese Erfindung die Fabrikation der Dampfkessel ebenfalls und in vielleicht naher Zeit in den Bereich ihrer Thätigkeit ziehen wird, ist gar nicht zu bezweifeln; der größere Umfang bietet heut zu Tage kein Hinderuiß, zumal es Mannesmanns gelungen ist, ein Schwungrad von 10 m Durchmesser zu bauen, welches bei rasend schneller Umdrehung gegen Zerspringen gänzlich gesichert ist. Wir haben also in dieser Erfindung wieder einen technischen Fortschritt vor uns, der ver- nünstiger Weise nur dazu verwendet werden sollte, die Mensch- heit von schwerer körperlicher Arbeit zu entlasten. Daß es nicht geschehen wird, ist sicher, sie wird dazu dienen, die Sklavenkette efter zu schmieden, denn das Heer der Arbeitslosen wird sich um Tansende vermehren, die durch die ganz unerhörte Leistungsfähig- keit der neuen Erfindung in den Fabriken überflüssig und ihre Arbeitskraft zu jedem Preise werden verkaufen müssen, um ein Stück Brot kaufen zu können. Erwarten sollte man, daß eine umsichtige Regierung solche Eventualität, wie die geschilderte, berücksichtigen und früh genug Maßregeln treffen wurde, um das Heer der dem Hungertode Ent- gegengehenden sich nicht vermehren zu lassen, man darf nicht, wie der letzte hannoversche Welse vermessenerwcise sagte, an einen Fort- bestand bis ans Ende aller Dinge denken, wenn man sich deren Ent- Wickelung schroff und mitroher Gewaltentgegen stellt. So weit sich bis jetzt vorausschauen läßt, giebt es kein anderes Mittel, der drohen- den Kalamität zu begegnen, als Verkürzung der Arbeitszeit; was von der Bourgeoisie dagegen vorgebracht wird, sind unvernünftige und unhaltbare Behauptungen, diktirt vom gradesten Eigennutze. Das Streben der Sozialdemokratie, den Arbeitstag zu verkürzen, muß mit immer größerer Energie betrieben werden und hoffentlich wird die Zeit nicht mehr allzufern sein, in welcher solche Kreise, die mit ihrer gewaltigen Macht zede dahingehende Aeußeruna glauben unterdrücken zu müssen, das Heilsame dieser sozial- demokratischen Forderung begreisen und bann darnach handeln werden. Zleber den Einfluß de» Schnüren» auf die inneren sOr- gane, insbesondere aus die Leber, ist schon viel von ärztlicher Seite gesprochen und geschrieben worden. Auch Pros. Rudolf Virchow machte vorgestern in seiner Vorlesung über die Krankheiten der Leber auf die schädlichen Folgen des Schuürens aufmerksam. Da der äußere Druck sich leicht und sicher nach innen fortsetze und auspräge, so könne man schon aus der Form einer erhaltenen Leber auf die Zeit der Mode schließen, der die Trägerin ange- hört habe. So ist es möglich, die Leber aus der Zeit des Ancien- Regime, der Orleans, Napoleons»c. zu unterscheiden. Durch das übermäßige Schnüren verschwinden ganze Leverlheile, andere wachsen in abnormer Weise,— Veränderungen, welche bei der hervorragenden Bedeutung jenes Organs die schwerwiegendsten Zufälle herbeiführen müssen. Ein» vesnltatlo» onckanfVne Snussuchung fand am Somiavend Nachmittag bei Panow, Lohmühlenweg, statt. |ln rinem pliitzlichr» Tobsucht», iufnll machte der in der Schlestschen Straße wohnhafte Fuhrherr Friedrich G. vorgestern seinem Leben ein Ende. G. lebte in durchaus geregelten, sogar guten Verhältnissen, war aber in letzter Zeit schwermüthig ge- worden. Vorgestern früh sah man denselben in aller Eile den Heu- boden besteigen, von dem man ihn aber nur als Leiche wieder herunterholte. Der Bedauernswerthe war verhcirathet. Wrgr» eine» Streites mit ihrer Schwester hat sich die in der Brunnenstraße wohnhafte 24jährige Schneiderin das Leben genommen. In einer Anwandlung von sinnloser Wuth sprang die Aermste aus dem Fenster der in der vierten Etage gelegenen Wohnung, wurde aber noch lebend in ein Krankenhaus überführt. Hier verparb die Unglückliche vorgestern Nachmittag infolge der er- haltenen Gehirnerschütterungen, ohne noch einmal das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Mehrere Mesterhelde» haben vorgestern Abend wieder einmal einen wehrlosen Menschen übel zugerichtet. Der in der Wrangelstraße 132 wohnhaste Steinträgcr Hermann Vetter kehrte von seiner Arbeit nach Hause zurück und begab sich zunächst nach einem in der Manteuffelstraße belegenen Bierkeller. Hier wurde er von mehreren angetrunkenen Zuhältern geneckt und ange- rempelt und als er sich das verbat, drangen die Louis mit ihrew Messern aus ihn ein und stießen ihn nieder. Schwerverletzt und bewußtlos wurde der vcrheirathete Unglückliche in ein Kranken- Haus eingeliefert. Zwei berüchtigte Serlinrr ßBiiibrech«*, sogenannte „schwere Jungens", Perls genannt Pradel alias Priutz alias Paffalini und Rudolf Belling wurden in Paris infolge einer schon früher stattgehabten Entwendung von 615000 Frcs. verhaftet. Diesen Kolosialdiebstahl hatten sie 1875 bei der bekannten Eora Pearl, der Maitresse Napoleons III., begangen. Perls war deswegen auch zu 5 Jahren Einschließung verurtheilt wor- den, er versüßte die Strafe, ohne jedoch anzugeben, wo er den Raub versteckt habe. Kaum aus der Galeere entlassen, beauf- iragte er Belling, bei einem bekannten Bankier anzufragen, ob er ihm nicht gegen eine Partizipirung in Höhe von 100 000 Frcs. ein Dahrlehn von 10 000 Frcs. geben wolle, damit er nach Berlin reisen und den dort auj einer Bank deponirten Schatz heben könne. Der Bankier veranlaßte jedoch Beider Verhaftung. Hoffentlich gelingt es noch, dem Perls die Zunge zu löse». Durch die Kiste einer Katze wurde dieser Tage der in der Landsverger Allee wohnhafte Hausdiener W. am Unterarm schwer verletzt. W. beschäftigte sich schon seit längerer Zeit mit der im Hause befindlichen Katze, die sehr zutraulich zu ihm war. Als er am Freitag Morgen scherzhafter Weise das Thier hänselte, wurde dasselbe darüber so wüthend, daß es dem W. mehrere Bisse in den Unterarm veibrachte, der stark zu schwellen anfing. Der Arzt konstatirle Blutvergiftung und ordnete die sofortige Ueberführung des W. nach oem städtischen Krankenhause im Friedrichshain an. Es ist zu befürchten, daß W. durch Amputation den Arm verlieren wird. Gin«»bekannter Herr logirte sich am verflossenen Frei- tag in einem der ersten hiesigen Hotels ein und machte bis Sonn- abend Nachmittag eine tüchtige Zeche. Dann begab er sich auf sein Zinimer und bald darauf wurden die nachbarlichen Fremden durch eine Detonation aufgeschreckt. Als man die Thür zu dem Zimmer gewaltsam geöffnet hatte, fand man den Fremden in seinem Blute auf dem Sopha liegend, aber noch lebend vor. Eine Revolverkugel war dem etwa 4V jährigen Manne durch die Schläfe gegangen. Aus Veranlassung der Polizeibehörde fand seine Ueberführung in ein Kraukenhaus statt, doch bald nach Einliefcrung verstarb der Lebensmüde. Nach den Recherchen scheint es ein in Vermögensverfall gerathener Kail H.... d aus Hamburg zu sein, welcher nach Berlin gsW i war, um ein Arrangement herbeizuführen. Als ihm p'#' gelang, erschoß er sich; Geld wurde bei ihm nicht vorgesuM Kleber zwei schwere Unfälle in der Kuhnhewl. chemischen Fabrik wird uns folgendes gemeldet: Vor c- Tagen waren mehrere Arbeiter damit beschäftigt, einige r>!.. Zylinder mittelst Flaschenzuges Hochzuwinden, wobei aui Arbeiter B. aus Britz im Parterregeschoß beschäftigt war.« j wurde plötzlich von einem Schwindelanfall erfaßt, verlor� Gleichgewicht und stürzte so unglücklich auf die Cylinder 9% daß er eine klaffende Kopfwunde erlitt und nach Anlegung 1 Nothverbandes nach seiner Wohnung gebracht werden»wfR.f, Sonnabend war der Arbeiter K. dabei thätig, einen Ballon explosiven Säure zu füllen, wobei derselbe sich ttotz strengen, bots einer Kerze bediente und mit dem brennenden LiG � offenen Ballon zu nahe kam. Hierdurch explodirte dr'"� die brennende Säure ergoß sich über das Gesicht des leMfl Arbeiters; derselbe erlitt derartige Verletzungen im � au den Händen, daß er nach dem Krankenhause Bethaut.. schafft werden mußte. Die Aerzte fürchten, daß K. sew licht, daß besonders gelitten, verlieren wird...mi Dplizrillericht. Am 3. d. M. Morgens wurde der iF kJ Ploca auf dem Flur des Hauses Wasserthorstraße 9, als ff um Arbeit nachfragen wollte, von dem streikenden Ziseleur n angegriffen und durch einen Messerstich in der rechten schwer verletzt. Der Thäter wurde verhaftet.— Vorw, wurde ein Kaufniann in seiner Wohnung in der Teltowell im Bette liegend, todt aufgefimdeu. Nach Ausspruch df' � beigcrufeuen Arztes liegt eine Vergiflung mittelst Phosphor- � — Zu derselben Zeit wurde auf dem Boden eines Hauses � Höchstestraße ein Mann erhängt aufgefunden.— Backun, stürzte sich ein Mädchen ans dem Fenster der in der � straße 5 4 Treppen hoch belegenen Wohnung eines Arbeile- den gepflasterten Hof hinab und erlitt außer inneren Verletz � einen Bruch des linken Armes und eine Gehirnerschütterung� � wurde nach dem Krankenhause Bethanien gebracht.— Abend*, ein Mann bei einer an der Ecke der Kottbuser- und Maria, straße stattgehabten Schlägerei durch zivei Messerstiche am schwer verletzt, zunächst nach der Wache des 43. Pohzei-l' � und von dort nach dem Krankeiihause Bethanien gebracht 4. d. Mts. Nachmittags wurde ein Mann auf dem Gr»K�. Schlesischeftraße Nr. 5 auf einem Heuboden erhängt vorgelu, — Zu derselben Zeit fiel ein Mann an der Ecke der...1 und Skalitzerstraße in Folge eines Fehltrittes zur Erde und> den rechten Oberschenkel, so daß er nach der Charitee gf J werden mußte.— Abends brachte sich in einem Hotel ein 60 Jahre alter Mann von außerhalb mittelst eines Revo- 1 einen Schuß in den Kopf bei. Er wurde noch lebend uW j Charitee gebracht. Im Lause des Tages fanden an dre> schieden«» Stellen kleinere Brände statt. Gevrchks-Doikung. Z» einer Jahre laug dauernden chemische» frage hat ein Prozeß Veranlassung gegeben, welcher gesteh. der Berufilngs-Strafkammer des Landgerichts I zum AbsaM langte. Es handelte sich um das Verbot des von dem P? Apotheker Goiuarb angefertigten Gichtniittels„Liqueur de LM dessen Vertrieb für Berlin der Apotheker B. übernommen Nach dem Gutachten des Gerichtschemikers Dr. Bischoff � das Mittel eine nicht unerhebliche Menge Colchicin, ein"" ordentlich scharfes©ist, welches, nach der Medizinalverov nur auf besonderes Berordnen des Arztes abgegeben werden In der sreihändigen Abgabe des Liqueurs erblickte die eine Nebertretung und eine zweite, weil der dafür verlangte"� von 7 M. 60 Pf. einer Taxüberschreitung gleich kommt. 5# z geklagte bestritt beides und berief sich auf das Gegengutachten� Besitzers von Simon's Apotheke, Dr. Friedländer, welcher erklärte, daß der Liqueur kein Colchicin enthalte. Nun wurc* vereideten Chemiker Dr. Jeserich und Dr. Bein als Guw*, herangezogen und diese erklärten, daß es außerordentlich sei, Colchicin nachzuweisen und daß sie ein besujfl, Urtheil zu Ungunsten des Angeklagten nicht abzugeben vermm� Darauf erfolgte die Berurtheilung des letzteren wegen° 0 Uebertretungen zu einer Geldstrafe von 160 M. Er legt- j, rufung«in und beantragte ein Obergutachten des Professor» Liebreich. Der letztere gab dasselbe im gestrigen Termine o„ ab, daß mit aller Bestimmtheit Colchicin in dem Liqueur � Dagegen sei es unmöglich, eine genaue quantitative � qualitative Analyse des Mittels auszuführen. Auf Grund Erachtens erkannte der Gerichtshof wegen der Taxüberschr�. j» auf Freisprechung, denn wenn man nicht wisse, welche Aii».z, den« Liqueur enthalten seien, könne man dessen Werth auch � taxiren. Dagegen bleibe die Ueberttetung wegen Verkauf» � botener Geheimmittel bestehen, hierfür sei aber eine Geldstt»ff 60 M. eine ausreichende Sühne. Sozinlo Meberflrhk. Matzregrhmg. Der in der Berlin-Anhaltischen bau-Aktien-Gesellschaft beschäftigt gewesene Bohrer Johann* ist wegen seiner Theilnahme an der Maifeier plötzlich f1 worden. Achtung: Metallfchieifer: Tie Schleifer der F. W. Müller jr. Mariannenstr. 31—32 und I. Mehlich, straße 21 haben, da Differenzen wegen deS 1. Mai einö'1,.� sind, die mrveit niedergelegt und bitten, jeden Zuzug streng> zuhalten...xl» Achtung! Gemaßregelt wurden die Kollegen des% � Gutmacher in Firma Schimming, Kronenstraße, wegen Feiern Nachmittag des 1. Mai. Ein Kollege der Firma Flatow � Priemer und die Kollegen des Herrn Ed. Zander,(Schatlo"211" Berlinerstr. 68, wegen Feierns des 1. Mai�und ist Zuz diesen Werkstellen zu meiden. Fachverein der Tapezirer I. A.: Otto Zack, Skalitzerstr. 69. Ilcbri- die Fabrik für Da»lpfar»uat«ren land& Kleina», Gerichtsstr. 21/22, ist die Sperre worden. Grund hierfür ist in Maßregelungen wegen des i- �i, zu suchen. Zuzug von Schlossern, Drehern, Gürtlern, Fori...i Kernmachern sowie sämmtlichen Hilfsarbeitern ist aus das Stre fernzuhalten. In der Färberei von Hahn& Kirinliolx, Sttcu.)ll(| straße 54, wurde den Arbeiter» ain 2. früh, als sich dieselbe Arbeit einfanden, bedeutet, daß sie nun auch, da sie den*• mP gefeiert, den 2. und 3. feiern können. Füni Mann gemaßregelt. Zu dieser Verkündigung war ein Polizeilieute � ein Polizeiwachtmeister und mehrere Schutzleute(•"♦ dem*r,i erschienen. Näheres in der nächsten Versammlung der gewerblichen Hilfsarbeiter. "tM "LV Httssarveiler. _ io Arbeiter der Keckerfche» Maschinenfabrik, A strafte, konnten den 1. Mai gewisser Verhältnisse wegen � seiern. Infolge dessen haben dieselben eine Sammlung � sich veranstaltet, die den immerhin bemerkenswerthen Betrag � 61 Mark ergab. Die Summe ist zu dem Zweck, dem soll, bereits abgeführt worden. Ebenso ist auf dem Z1'" ti( platz F. von den dort beschäftigten Gesellen die SuinMf 16 M. zu demselben Zweck gesammelt worden. Achtung! Schneider! Sämmtliche Tagschneider Mann) der Firma E. Lewy, Charlottenstr. 58, 1 Tr., sind � Inhaber gezwungen worden, die Arbeit nieder zu legen, o» selben sich weigerten, am Sonntag Nachmittag zu arbeiten� n it* Verkürzung der täglichenArbeitsziit auf 10 Stunden wurde gleichfalls «'cht anerkannt. Kollegen! Wir gehen von der Voraussetznng aus, daß nach dem I. Mai er. die Arbeitszeit eher verkürzt als verlängert werden soll und verlangen daher, daß kerncr dre ?, i! �selbst ausnimmt, bis eine endgiltige Regelung stattse- sunden hat. Zuzug ist fern zu halten! Die spezielle Mifklarung w der ,n den nächsten Tagen statlfindenden öffentlichen Schneider- »ermmmlung. v. r,. 6%:�%%% angetreten. Tie Preissteigeruug der nothivendigsten Lebensmittel, gegen das Untcrnehmerthum ausnehmen müssen. Wr glaubten, daß unsere Forderungen, welche wir gestellt haben, ohne tIIs Schaffung der Sonntagsarbeit, bei Stücklohn einen.lusschlag, welcher dem obigen Lohn gleichkommt; daß man selbst um solche Forderungen noch den Kamps aufnehmen muß, beweist baß das Ausbeuterthum alles ablehnt, und sei es noch so gerecht und minimal. Arbeiter und Arbeiterinnen! Wir stehen jetzt seit dem April im Ausstand, unsere Aiittel sind gering, denn bei den, schlechten Lohn, welchen wir immer hatten, war es uns nich a«. Ä« 2;* .LS. PS Z. Sache und die Roth ist groß unter darum Arbeiter und Arbeiterinnen schnell giebt, giebt doppelt, lasset uns nicht ääWs in unserem Kampf, sondern verhelft uns zum Sieg. luna ft{i!lU<29eu stud zu richten an Rich. Baginski, Buchhand- Berlin. Die Lohnkoimnission der Schuhmacher gebeten arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck Mechaniker, Schlosser, Uhrmacher, Dreher, Akti,n„ 1 a m NI t l i ch e Hilfsarbeiter. Der Streik bei der UncM-Ä l liaft Mist& Genest, Neuenburgerstraße 14a, dauert ton Jor£' Zwar macht die Direktion bekannt, daß ihr dies kÜ ,, der Arbeiter bisher keine Forderungen gestellt sind, Tir-sfi �. thatsächlich auf Unwahrheit; jedeiifalls kann die verf,. nicht läugneil, daß bisher drei Koininisstonen mit ihr welrf,» haben und von derselben Versprechungen erhalten, der Theil nicht erfüllt ivorden sind, und da die Erbitterung ist i-v durch die neue Fabrikverfügung nur gesteigert worden der* 1,och das Plakat der Eisern ndustrielleil dazu kam, war t,.; unausbleiblich."°" v;-«•— r.rtr, welche.. bttrt worttcn sind. Wir, die Streikkommissio», hatten dem ".Direktor sogar erklärt, am 1. Mai zu arbeiten, wenn DSr fit*• vu» vct vuju»vu» der» T* 1 unausbleiblich. Dies zeigt auch die Einmüthigkeit selbst ons.r. eitsleute, welche überhaupt von keiner Seite dazu ver- ."luRr r;,. v cni........: rz: � t, �>4�.. s««»« ist � andere Forderungen bewilligt iverden. Die Stimmung Zum?'*h* gute, und sind die Arbeiter gewillt, ihre Forderungen werb.» �hdruch zu bringen. Alle arbeiterfreundlichen Blätter wl um Abdruck gebeten. MtaiM Maifeier der Kistenmacher. In der Kistenfabrikation ' gegenwärtig nahe an 400 Kistenmacher, von diesen kf R'-S, „ an 400 Wfß WWW 829 kontrolirl werden. Es hatten von diesen 285 die tetrtn' 5"h°u lassen(über 70 pCt.), trotzdem der Fabrikanten- befcM'«"l Zwei Drittel der Berliner Kistenfabrikanten angehören, 1. ÄÜ st.hutte, jeden Arbeiter sofort zu entlassen, wenn er den itTöp'"'ch£ pünktlich an der Arbeit ist, was mit rothen Plakaten »um Fabriken bekannt gemacht wurde. Diese hatten jedoch Fabrie. u» Drängen der Arbeiter nachgegeben. In mehreren feJ.. waren die Herren nicht dazu zu beivegen, vielen Ar- aber ihr Prinzip heiliger als die Existenz, die jetzt so y. gewahrt wird, und ließen die Arbeit ruhen. Infolgedessen Herren Seifert, Alexanderftr. 22 und Schalling, Görlitzer- "" und Drechsel, Barnimstr. 22, ihre Arbeiter ent- . Die Fabrikanten, die der Bereinigung nicht ange- W,"' haben ihren Arbeitern den 1. Mai freigegeben, auch die vxx, ug�sellschast.— Die Feier selbst ist in der würdigsten Weise Etn.i' mn großer Theil unternahm eine Partie über den WÜ r" Bock nach dem Grunewald(Schildhorn). Andere stch anderen Gewerkschaften angeschlossen oder waren mit �le m der Nähe von Berlin. der Tischlerei von Meuzel, Fürbringerstraße, wurden iniinü Feier des 1. Mai zwei Kollegen gemaßregelt. Die- gen. welche gearbeitet hatten, wurden mir Bier traktirt. troff�ufenf an alle GlasergeseUen Deutschland»! In Be- nztL/ Mai haben es einige Glaserinnungen Sachsens für seiert. befunden, ihre Gesellen zu entlassen, welche ani 1. Mai fttoel®ie Dresdener Innung hat sogar eine Konventtonal- 8«Jj"an 80 M. festgesetzt, keinen der Feiernden innerhalb ihre« 55, wieder einzustellen. Die verzopften Angstmeier haben Beschluß auch ausgeführt und sind schon in Dresden und Tnte?5" Theil der Glasergesellen ausgesperrt. Es werden im Klick der ganzen Sache alle Glasergesellen gebeten, den Zuzug 'Ken betreffenden Städten fernzuhalten. briun-ü die Metallarbeiter Kerlin» wird hiermit das Aietnn. e Ersuchen gerichtet, daß Niemand von all den in der d i n„"dustrie beschäftigten Arbeitern unter keiner Be« Äa«?.?" 9 nach Dresden geht; es ist hier nicht im mindesten Und er j" Arbeitskräften. Es sind bei der Firma Grimm Alas.�c'"ltz, Pillnitzerstr. 16, welche schon zu wiederholten infnr" sur ihre Werkstatt in Berlin nach Arbeitern gesucht haben, (Dr-b\ Theilnahme an der Feier des 1. Mai vier Kollegen Ä-tnu. 9°u>aßregelt worden. Außerdem stehen die hiesigen den ntk heiter in verschiedenen anderen Fällen im Kampf mit Arbeitgebern. Darum: Zuzug fern halte». in der Wirkerbrauche beschäftigten Arbeiter FaK.lZ �itKrinnen. Die Arbeiter und Arbeiterinnen der I, sn," von Laue u. Ko., Grüner Weg 104, beschlossen, den ficfaim ,al8 Feiertag zu feiern. Dieser Beschluß wurde auch vom mm« Arbeiterp ersoual am 1. Mai ausgeführt. Im flen«?.T'theil der„Aolkszeitung" vom 2. Mai suchte oben- üccky!# S. Firma Arbeiter und Arbeiterinnen. Da die in der sie n«. beschäftigten glaubten, daß sie entlassen würden, gingen tcitin« i: Mai nicht»n die Fabrik, sondern schickten eine Depu- ihr Derselben wurde der Bescheid, Unk die Finna mit fälUn.iTJ ,**| t II.*.li,'vrt.--- Werden Se Arbeiter und Arbeiterinnen solidarisch. Dieselben stech ß Kie Arbeit nicht eher aufnehmen, vis alle wieder einge- oranrfL?', Es ergeht deshalb an alle in der Wirker- und Weber- run« ß t'�schäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen die Aufforde- Und in mtt Ken gemaßregelten Arbeitern solidarisch zu erklären "ehmen 9Mmnnter Fabrik unter keiner Bedingung Arbeit anzu- dein an die Putzer Kerlin» und Umgegend. Nach- k...n verscki-k-n.n Kkkontticktt>n. Versamnilungen der Maurer wie der"P��Äiedenen kundgethan hat, eine Einigung .�'heilin-........ 0 len herbeizuführen, indem alle 55serew w �afur eintraten, daß, solle es dauernd besser in s�flnnifJj er6e Berlin werden, eine Einheitlichkeit in der Kein dam. ,B'e i" der Agitation erzielt werden müsse und nach- haben f„ i?"5enbe Resoluttonen einstimmige Annahme gesunden .Austran. h"'t es das unterzeichnete Bureau, dem ihm gewordenen �hftiatL0«"1,?® jür an der Zeit, an alle sich mit Puyarbeit be- ".Kollegen zu appelliren, nunmehr ungesäumt stch sowohl UntoTd� Berlins der Wille stch, , iheilj� verschiedenen Fachgenossen herbeizuführen, dem„Fachverein der Putzer", wie auch der für alle gemeinsam anerkannten Organisation„der Freien Vereinigung der Maurer Berlins" als Mitglieder anzuschließen, nachdem dieselbe ihre Statuten dahin geändert hat, daß Raum für Alle geschaffen ist. — Kollegen, nicht soll unsere spezielle Fachorganisation zerstört werden, sondern wir hoffen, daß dieselbe sich bei einmüthigem Handeln noch mehr kräftigen wird. Was wir wünschen und erstreben ist eine alle im Maurergewerbe beschäf- tigten Kollegen umfassende große und kräftige Organi- satton, in welcher alle Fragen, welche uns gemein- sam berühren und angehen, auch gemeinsam berathen werden sollen. Wir hoffen, daß gerade die älteren Kollegen bei diesen Berathungen ihre Erfahrungen mit in die Wagschale werfen, damit ein für alle günstiges Resultat daraus hervorgehe. Darum, Kollegen, laßt allen Hader, alle Zwietracht begraben sein, opfert dein Allgemeinwohl alle kleinlichen persönlichen Interessen ilnd habt nur das eine große Ziel im Auge, eine große, kräftige und zielbewußte Organisation zu schaffen, welche in der Lage ist, dem im Dienste des Großkapitals stehenden Unternehmerthum einen wirksamen Druck entgegen zu stellen. Mögen es sich Haupt- sächlich die uns noch fernstehenden Kollegen gesagt sein lassen, daß durch ihre Unthätigkcit gegenüber unseren Bestrebungen, durch ihr„Gehenlassen der Dinge, wie sie ivollen," sie diejenigen sind, welche der Arbeiterbewegung mehr schade», als oft das Unternehmerthum selbst, indem sie nicht aus bösem Willen, wohl aber aus llnkenntniß ihrer eigenen Interessen sich unseren Be- strebungen entgegenstellen. Wir fordern ferner alle diejenigen, welche früher einer Organisation angehört haben und aus irgend welchen Gründen zurückgeblieben sind, auf, nunmehr unverzüglich wieder beizutreten und alle Voreingenommen- heit bei Seite zu lassen, denn nicht dadurch fördert man das Wohl der Arbeitersache, daß man sich schmollend zurückzieht, son- dcrn wenn man kräftig mit eingreift und bestehende Fehler nach besten Kräften gut zu machen sucht. Kollegen, sehen»vir uns die gemeinsamen Gegner an, das Großkapital und das im Dienste desselben stehende Arbeitgeberthum, sie machen die größten An- strengnngen, um alle Machtmittel in ihren Händen zu vereinigen, sie benutzen die Klinke der Gesetzgebung, um sich Rechte garautiren zu lassen, die sie, wenn es sich um Niederdrllckung der Arbeiter handelt, selbst gegen ihre eigenen Genossen zur Anwendung bringen, welche im Knechten der Arbeiter nicht gleichen Schritt mit ihnen halten wollen. Darum, Kollegen, bethätigt Euer Soli- daritsgefühl, schließt Euch einmüthig zusammen, dann wird es, aber auch nur dann möglich sein, unsere gerechten Forderungen, Verkürzung der Arbeitszeit und Aufbesserung unserer Lohn- Verhältnisse dauernd zu erringen, denn nur Einigkeit macht stark. — Mit kollegialischem Gruß das beauftragte Bureau: A. D a e h n e, Siesert, G. Arndt.— Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Vevlsumulungc«. Eine von den wenigen Kersammlnngen, welche am 1. Mai hier tagen konnten, ist die der Freien Vereinigung der Graveure und Ciseleure. Tagesordnung: Die Bedeutung des 1. Mai. Verschiedenes. Kollege Schimansky vergleicht den 1. Mai mit dem Aufblühen der Natur; ebenso wie an diesem Tage die Natur im Aufblühen begriffen ist, findet man auch das- selbe in der Arbeiterbewegung. Die augenblicklich bedeutendste Forderung ist der Achtstundentag. Durch eine gesetzliche Regelung in diesem Sinne iverden die Pausen von 3—4 Monaten in unserer Branche verschiviudeu. Die Kleinmeister werden bei uns durch die Saisonarbeit und Zersetzungen in der Industrie unterdrückt. Redner begründet noch, daß durch Verkürzung der Arbeitszeit es dem Menschen möglich gemacht wird, sich zuni guten Staatsbürger auszubilden. Viele Opfer wird es zwar kosten, um zu unseren Zielen zu gelangen; aber durch Einigkeit und Agitation der Ar- beiter wird der gerechte Sieg nicht ausbleiben. Kollege B. Zack kommt hierauf auf den internationalen Arbeiterkongreß zu spreche». Er kann stch mit vollem Recht so Nennen, da die Vertreter von den Arbeitern selbst gewählt sind. Die vor einigen Wochen tagende staatliche Arbeiterschutz-Konferenz wird jedenfalls für uns wenig Nutzen bringen. Hierauf verliest derselbe die Beschlüsse des Kon- greffes in Paris. Redner kommt auf verschiedene Anträge der Arbeiterpartei im Reichstage zurück, berührt zu gleicher Zeit auch die Anträge Lohren, Stöcker über Sonntagsruhe; dieselben können einen wirklichen Nutzen nicht bringen. Wir sehen daraus, daß wir unser Dasein selbst verbessern müssen. Kollege Hagenow macht bekannt, daß in der Fabrik von Spinn u. Sohn die Kollegen ge- maßregelt sind. Die bekannte Resolution, vom Kollegen Zack beantragt, wird einstimmig angenommen. Der Vorsitzende fordert in warmen Worten die anivesenden Kollegen auf, dem Verein heizutreten. Die Versammlung war in Anbettacht unserer jungen Bewegung eine iniposante. Der Verein zählte im Januar 96, zur Zeit 219 Mitglieder. Drei grosse öffentliche Generalversammlungen der Maurer Berlins und Umgegend fanden an, Dienstag, den 29. April, in folgenden Lokalen statt: 1. Böhmisches Brauhaus, Landsberger Allee; 2. Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 10/11; 8. Rennefahrt's Salon, Dennewitzstt. 19. Die gemeinschaftliche Tagesordnung war folgende: 1. Die Ursachen der Stteiks und ihre Wirkungen. 2. Anttäge zum 7. deutschen Maurerkongreß. 9. Gewerkschaftliches und Verschiedenes. In der ersten Versamni- lung referirte Herr Kerstan und legte die Ursachen für die Stteiks in klarer Forin dar. In den beiden anderen Versammlungen, in welchen Herr Fiedler und Herr Maciejewski referirten, gingen die Redner von denselben Gesichtspunkten aus und kamen zu den gleichen Schlüssen, wie Herr Kerstan: Stteiks können nur durch eine feste Organisation vermieden werden, und deshalb ist es Pflicht eines jeden Maurers, sich der am Orte bestehenden Organisation an- zuschließen, um Mann für Mann für d,e Ziele einzutreten. Die Diskussion war überall eine sehr rege und stimmte mit den Aus- führungen des Referenten überein. Ter 2. Punkt der Tages- ordnung der Versamnilungen betraf die Anträge zum Kongreß. Er wurde aus Grund eines in allen Versammlungen gleichlaulen- den Antrages bis zu einer in nächster Zeit einzuberufenden öffentlichen Versammlung vertagt. Nur in einer Versanimliing wurde ein bestimmter Antrag angenommen, der dieser einheitlichen Versammlung dann unterbreitet werden soll. Der An- trag lautet: 1. Die Geschäftsleitung der deutschen Maurer behält ihren Sitz in Hamburg. 2. Außer der Geschästsleitung wird ein Vertrauenskörper in Gestalt eines Ausschusses gewählt, welcher seinen Sitz m Berlin hat. 3. Das Publikationsorgan der beut- gje» Maurer ist von ver Geschästsleitting getrennt zu redigiren. rt und Verleger bestimmt der Kongreß; die Mitarbeiter des Blattes werden von der Geschäftsleitung und dem Ausschuß bestimmt. Im Weiteren lag ein Anttag vor, welcher besagt: der Kongroß möge beschließen, Mittel und Wege zu beschaffen, den nächsten Kongreß in geregelter Weise zu beschicken, damit auch hierin der Stteit, wenn er einmal beigelegt, nicht wieder aufgefrischt wird. Ob nun nach der Zahl der am Ort anwesenden oder am Ort organisirten Maurer die Zahl der Delegirten festgestellt werden soll, sei demg Kongreß nach reiflicher Ueberle- gung zu überlassen— Dieser Anttag wurde in der Versammlung im Westen angenommen. Zum 3. Punkt der Tagesordnung er- klärten sich säuimtliche Versammlungen mit den Pariser Kongreß- beschlüssen einverstanden und verpflichteten sich, den 1. Mai dadurch zu würdige», daß sie an diesem Tage die Arbeit saniint und sonders ruhen zu lassen. Nachdem noch besonders auf die ausliegenden Petittonslisten zur Erreichung des achtstündigen Arbeitstages aufmerksam gemacht worden war, wurden die im- posanten Versammlungen mit einem dreifachen Hoch ans die mternattonale Arbeiterdeivegung geschlossen. Gine grosse öffentliche Versammlung sämmllicher an Aollkearbeitungs-Maschiuen beschäftigter Arbeiter tagte am Montag, den 28. April, Abends 8'/« Uhr in Joel's Lokal, Andreasstr. 21. Der große Saal war bis auf den letzten Mass besetzt; es waren ungefähr 700 Personen anwesend._ Auf der Tagesordnung stand: 1. Wie verhalten sich die Arbeitgeber zur neunstündigen Arbeitszeit? 2. Wie verhalten sich die Arbeitgeber zum 1. Mai? Die Arbeitgeber waren zu dieser Versammlung brieflich eingeladen worden und hatten deshalb eine Kommission von 3 Mann geschickt. Bevor man in die Tagesordnung eintrat, wurden die Kollegen Wich. Wolf als erster, Rühl als zweiter Vorsitzender und Kästner als Schriftsührer gewählt. Der Vor- sitzende führte ungefähr folgendes aus: Die Arbeiter der ganzen Welt streben jetzt die Verkürzung der Arbeitszeit an und auch wir wollen nicht die Letzten sein, daran Theil zu nehmen, da gerade in unserer Branche in den letzten Jahren die Maschinen- Technik einen raffinirten Fortschritt gemacht hat, welche immer mehr Arbeitslose schafft und hier nur durch eine Verkürzung der Arbeitszeit dem Arbeitsmangel abgeholfen werden kann. Kollege Rieß theilte mitzgdaß bei der Firma Heese u. Comv., Weißensee, acht Kollegen gemaßregelt worden sind, weil sie die Forderung stellten, einen Verbandskasten anzuschaffen sowie den 1. Mai als Feiertag festzusetzen. Wenn aber sämnitliche Kollegen dem Fach- verein angehörten, könnten solche Maßregelungen nicht mehr vor- kommen. Die Kollegen Bingel und Teller schlagen eine V8stündige wöchentliche Arbeitszeit vor, iveil für die Akkordarbeiter bei einer neunstündigen Arbeitszeit der Lohnausfall zu groß wäre und nicht gleich wieder auf dieselbe Höhe gebracht werden könnte, wie er zetzt bestehe. Kollege Rob. Wolff will gleich in die Achtstunden- bewegung eintreten und wünscht, daß man nun dahin strebe, daß wir mit den Tischlern, Polirern, sowie sämmtlichen anderen Holzarbeitern zu gleicher Zeit in die Lohnbewegung eintreten. In diesen, Falle iväre der Sieg vielleicht zu erringen. Eine diesbezügliche Resolution wurde abgelehnt. Herr Krohne, Vertreter des Fraisereibesitzervereins der Holz- industriellen und Leistenfabrikanten theilte der Versammlung mit, daß er beauftragt sei, uns mitzutheilen da sie eine Verkürzung der Arbeitszeit unter 9Va Stunden nicht bewilligen würden und daß sie den 1. Mai nicht als Feiertag anerkennen»vollen. Kollege Stein erwiderte, daß eine Feier des 1. Mai nicht verhindert werden könne, wenn in geschlossener Masse vorgegangen ivird, denn die Herren sind nur durch unsere Kraft und Arbeit etwas geworden. Wenn die Arbeiter erst warten wollen, bis das große Kapital uns etwas biete, da könne man lange warten. Kollege Kolppold theilte ferner mit, daß die Firma Franke, Schmidtstraße, die niedrigsten Löhne bei einer zwölfstündigenAr- beitszeit zahle, trotzdem der große Besitzer ein mehrfacher Millionär sei, daß aber trotzdem die dort beschäftigten Kollegen sich noch nicht entschließen konnten, dem Fachverein beizutreten und forderte deshalb alle anivesenden Kollegen auf, dem Fachver- ein beizutreten, worauf sich auch 20 Mann aufnehmen ließen. An der Diskussion betheiligten stch noch folgende Kollegen Knopp, Eggard, Rühl, Binte, Weiß und Pohl, sowie Herr Krohne. Folgende Resolution wurde gegen 7 Stimmen angenommen: Die heute Abend in Joöl's Salon tagende öffentliche Versamm- lung aller an Holzbearbeitungs-Maschinen beschäftigten Arbeiter erklärt das Anerbieten der Arbeitgeber mit der Bedingung anzu- nehmen, daß die 9Vsstü»dige Arbeitszeit vom 1. Mai ab in Kraft tritt; alle Anwesenden verpflichten sich, dem besiehenden Fachverein beizutreten, da nur von dieser Seite etwas zu er- »varten ist.— Kollege Binte spricht den Wunsch aus, daß� die Kollegen den Schivur, welchen sie eben durch Erheben der Hände geleistet haben, auch fest halten möchten. Zum zweiten Punkt der Tagesordnung theilte Kollege Kästner mit, daß die Firma Billyardt u. Suhle, Britzerstr. 8, den 1. Mai ihren Arbeitern freigegeben habe. Dasselbe theilte Kollege Eggardt von der Firma Reichelt mit und forderte die Kollegen auf, sich an diesem Tage in Saativinkel einzufinden. Die Versammlung schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch aus die internationale Ar- beiterbewegung. Der Fachuerein der Gas-, Masser-, Heizunssroffr- leger und Kerufsgenossen tagte am Sonntag, den 27. April, in Feuerstein's Salon, Alte Jakobstr. 75. Die Tagesordnung lautete: 1. Vortrag des Herrn F. Krüger über die Gewerk- schaftsbewegung in den letzten Dezennien des 19. Jahrhunderts. 2. Diskussion. 8. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Da der Referent am Erscheinen verhindert war, übernahm Herr Schmidt das Referat über die Bedeutung des Achtstundentages. Referent gab zunächst einen kurzen Rück- blick auf die früheren wirthschaftlichen Verhältnisse, das Leben früherer Generationen und die Entwickelung der heutigen Produkttonsweise. Nachdem Redner den Nutzen und Vortheil des Achtstundentages klar gelegt, forderte derselbe die Mitglieder auf,>vo es irgendwie geht, ohne mit dem Unternehmerthum in Kollision zu gerathen, am 1. Mai die Arbeit ruhen zu lassen und diesen Tag in würdiger Weise zu feiern. Der Vorsitzende dankte dem Herrn Referenten für seinen fesselnden Vorttag und die Mit- glieder zollten demselben lebhaften Beifall. Eine Diskussion fand nicht statt, so daß zu Punkt 3, Aufnahme neuer Mitglieder,� ge- schritten werden konnte. Hierzu fand eine längere Pause statt, während welcher sich SO Mitglieder einschreiben ließen. Punkt 4, Verschiedenes und Fragekasten. Hier wurde bekannt gemacht, daß die Arbeiterschaft, Rohrleger wie Helfer, der Firma Naruhn und Petsch, Alexandrinenstraße,»vegen Lohndisferenzen und Maß- regelung eines Kollegen einmüthig die Arbeit niedergelegt habe. Die Forderungen derselben bestehen in neunstündiger Arbeitszeit, 15 pEt. Lohnaufschlag für alte Rohrleger, 21 M. pro Woche für jüngere, von der Firma angelernte Rohrleger und 80 Pf. pro Stunde für Helfer. Da diese Forderungen nicht bewilligt wurden, erfolgte die Arbeitseinstellung. Hierüber entspann sich eine leb- hafte Debatte. Kollege Becker inißbilligte das Vorgehen einer einzelnen Werkstatt, da sich die gesammte Rohrlegerschaft in der Beivegung befindet; derselbe empfiehlt, sich zuvor mit der Agitationskommisston in Verbindung zu setzen, ehe zum Stteik ge- schritten wird, dieselbe sei eben gewählt, um die Interessen jeder einzelnen Werkstatt zu wahren. Slus dem Vorgehen genannter Firma ersehe man wieder, wie stch der Kampf zwischen Kapital und Arbeit immer mehr zuspitzt, heute wird man vom Fabrikanten geködert und Morgen erhält man einen Tritt. An der Zeit wäre es, daß die Arbeiterschaft endlich zum Bewußtsein ihrer ttaurigen, trostlosen Lage käme, daß sie erkennen lernte, daß sie nur einzig und allein auf sich angewiesen sei, endlich ihren Jndifferentismus ablegte und sich immer fester gewerkschaftlich organisirte. Folgender Anttag gelangte darauf gegen eine Stimme zur Annahme:„Die heutige Versammlung erklärt sich mit dem Vorgehen der Rohrleger und Helfer der Firma Naruhn und Petsch solidarisch, und verpflichten sich die heute hier in der Fachvereinsversammlung anwesenden Kollegen, unter keinen Um- ständen bei derselben Arbeit zu nehmen, bis die gerechten For- derungen beivilligt sind, und ersucht die heutige Versammlung die Agitationskommistion über die Fabrik obiger Firma die Sperre zu verhängen. Ein vom KollegenHanke gestellterAnttagHieAgitations- kommisfion zu beaufttagen, eine öffentliche Versammlung einzu- berufen, mit der Tagesordnung:„Wie stellen sich die Rohrleger und Helfer Berlins zum Deutschen Arbeiterkongreß?" Eventuell Wahl eines Delegirten zu demselben, wurde ebenfalls angenommen. Zur Untersttitzung der streikenden Metallschraubendreher wurde beschlossen, eine Sammelliste zirkuliren zu lassen. Ferner wurden diejenigen Kollegen, welche an, 1. Mai nicht arbeite», ersucht, sich an diesem Tage Vormittags 8 Uhr, an der Dankeskirche, Weddingplatz, z,t einer Fußpartie nach Tegel einzufinden. Nach Erledigung des Fragekastens wurden die Kollegen aus das am 10- stattfindende Stiftungsfest und auf die am 18. Mai ss. stabende Generalversammlung aufmerksam gemacht und hierauf die Versammlung geschlossen. Die Sattler und umuandleu Kerufsgenossen waren am er|ten internationalen Feiertag zahlreich vor dem Bug n- Hage» sehen Restaurant erschienen, um den geplanten Frühschoppen einzunehmen. Sie hatten aber nicht mit dem Inhaber des bett. Lokals gerechnet, denn dieser veriveigerte den Wartenden beharr- lich den Eintritt. Auch der Hiniveis, daß durch seine Handttings- HBS— weise die Arbeiter sein Lokal meiden würden, konnte ihn nicht anders stiinmen. Zum Glück paßte es, daß gerade um dieselbe Zeit ein treuer Gewerksgenosse, der Sattler Zimpel zur letzten Ruhe geschafft wurde, und so zogen denn die Anwesenden ge- schloffen nach dem Trauerhause— Lmigestr 108— und von da nach dem Friedhos in Weißensee. Am Nachmittag fanden sich die de- monstrirenden Sattler rm Grunewald, Restaurant Schildhorn (Langmeyer) wieder»», ein, um sich, nachdem sie sich genügend restaurirt, zum gemeinsamen Spiel nach dem Wald zu begeben. Bevor man sich dem Spiel überließ, wurde das Festlied aus dem Vereinsblatt in corpore gesungen; gegen die heutige willkürliche Ausbeutung des Kapitals protestirt und gesetzlichen Schutz der Arbeit verlangt, worauf ein Hoch auf die internationale Sozialdemokratie erfolgte. Nach Alledem zogen die Festtheilnchmer wiederum nach dem Lokal, zum Abendessen zurück, von wo dann der gemeinsame Ab- marsch, unter den Klangen der Arbcitermarsailleise und anderer Arbeiterlieder, nach dem Bahnhofe erfolgte. Von all den grau- lichcn Rüstungen des Militärs znm Schutze der Bourgeoisie be- merkte man gar nichts, auch nicht einen Gendarmen oder Nacht- Wächter. So verging das Fest auch bei den Sattlern in schönster Ruhe. Trotzdem die heutigen traurigen Verhältnisse auf die Existenzen der Sattler so furchtbar lasten, und von der Innung und von der Direktion in Spandau die„Verpflichtung" ausging, alle demonstrirenden Sattler w. zu entlassen, partizipirten doch an diesem wahren Fest über 150 Kollegen mit Familien. Eine große öffentliche Uersammlnng der Knn- nnd gewerbliche» Hilfsarbeiter von Rixdorf, Britz, Mariendorf und Tempelhof tagte am 28. April im Lokal des Herrn Knmnier, Berlincrstr. 130, mit der Tagesordnung: 1. Bericht des Delegirten über den vom 8.— 11. April stattgefnndenen zweiten deutschen Bauarbeiter- Kongreß zu Hannover 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Das Bureau bildeten die Herrn E. Gutsch, H. Vetter und P. Schröder. Da der Referent Fritz Krüger nicht erschienen war, nahm der Delegirte E. Gutsch das Wort. Derselbe be- richtete, daß auf dem Kongreß 57 Delegirte 52 Städte vertraten, wovon 40 für, 12 gegen die Lokalorgauisation stimmten, während 4 sich der Abstimmung enthielten und 1 Delegirter(Menning- Köln) fehlte. Redner erklärte, daß als Hauptgrund gegen die Zentra- lisation zu stimmen das Sozialisten- und die verschiedenen Vsreins- gesetze in Betracht gezogen werden müssen. Hierauf wurde die Abrechnung der Agitationskommission verlesen. Die Einnahmen betrugen 3047 M. 59 Pf., die Ausgaben 1729 M. 42 Pf., mithin bleibt ein Rest von 1018 M. 17 Pf. Außerdem wurde ein Ueberschuß von 200 M. 00 Pf. für im vorigen Jahre verkaufte Protokolle der Agitationskommission, welche durch 2 Mann verstärkt ihren Sitz wiederum in Hamburg hat, überwiesen. Ferner berichtete Redner bezüglich der Organfrage, daß der in Haniburg erschienene„Bauarbeiter" jetzt unter oem Titel„Der Arbeiter, Organ für sämmtliche Vau- und gewerbliche Hilfs- arbeiter, deren Hilfskassen und freie Vereinigungen" als Fachorgan anzuerkennen sei. Sodann sprach Redner über die Mangel der Schlltzvorrichtiliigcn, die Baubuden u. s. w., er kritisirtc scharf die Frauenarbeit auf Bauten, wie sie z. B. in Dresden, Nürnberg, Quedlinburg u. s. w. stark vorkommt nnd empfahl gegen der- artige Uebelstände energisch Front zu machen. Zum zweiten Punkt der Tagesordnung sprachen die Herren Kühne, Horlitz und Hein(Anstreicher). Dieselben tadelten ent- schieden die schlechten Nüstnngeu auf verschiedenen Bauten, und kamen zuiiiZSchlliß auf den Kastengeist der Handwerker den Ar- beitern gegenüber zu sprechen, worauf Herr P. Schröder empfahl, den bisherigen Haß schwinden zu lassen und sich mit den Hand- werkern solidarisch zu erklären. Dann wurden folgende Resolu- tionen angenommen: l. Die heute tagende öffentliche Versammlung der Vau- und gewerblichen Hilfsarbeiter Rixdorfs und Umgegend erklären sich mit den Ausführungen des Referenten und der Delegirten einverstanden, und verspricht init allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln dahin zu streben, die Beschlüsse des Kongresses hoch zu halten und zur Durchführung zu bringen, auch verspricht dieselbe für eine Orga- nisation einzutreten; 2. die heutige Versammlung beschließt, den 1. Mai als allgemeinen Feiertag zu betrachten. Es wurde dann zur Wahl einer Kommission zur Gründung einer Organisation geschritten, in dieselbe wurden folgende Herreu gewählt: W. Gärtner, Steinmetzstr. 15, E. Krämer, Herrmann-Platz 4, H. Jauersch, Bergstr. 2, G. Grell, Prinz Handjeristr. 10, A. Stammwitz, Mühlen flr. 13, O. Johl, Göthestr. 2 und Chr. Kuhnert, Jäger- straße 2. Als Vertrauensmänner wurden die Herren E. Müller, Bergstr. 20, O. Johl, Göthestr. 2 und H. Jauersch, Bergstr. y wählt. Der Vorsitzende schloß hierauf nnt einem dreifachen p. auf die internationale Arbeiterbewegung die etwa 200 stark besuchte Versammlung. Di« ,11 h»«t»(Dienstag) im Böhmischen Br-uhause ang-rchidigt!«-llk Versammlung findet nicht statt, da die Senehmignng versag» ivard-n i �, GrseUigcr Jlliib„Proletariat" lagt jeden Mittwoch Abend Heindors's Restaurant zur Tislussion. s,. � Achtung! Tie große Volssversammlung, die am Dienstag, den Abends s Uhr stattfinden sollte, hat die Genehmigung nicht �halten. 0 -Irr xoliawerdand deutscher Zinimrrlrntr I" KA°!ff„rZchll) Mittwoch den 7 Mai Abends s Uhr im Saale der Schonebergn � Mittivoch den 7 Mai Abends 8 Uhr im Saale der«awncoe.»" Brauerei ewe Mttgltederversainmlnng mit folgender ����gndwerliete- i. Dclegtrtenwahl zum Handwerkertag. 2. Anträge zum 3. �Verschiedenes undZragekaste». Zu dieser� Versammlung ��°°Z,ltM° liche Zimmerleute Schonebergs und Umgegend eingeladen. werden aufgenommen......™.„„..„s-«1 Gailvrrriii Krrliurr Hildhaurr. Dienstag, 6. Mai, Abends � Restaurant Keßncr, Annenstr. 10. i. Geschäftliches. 2. Vortrag: H?. über Allers- und Jnvaliden-Verstcherung. 3. Verschiedenes. Gaste"V Jler ei it mr Mahr»«« der Jut, reisen Kerliner? ach dem««. sammlung, Sonntag, den ii.Mai, Vormittags io� Uhr un Re'lauranl Kl. Marlusslr. to.,™„,. v W' Welsen, liche Uersammliin« sämmtlicher Metallarbeiter der Ta4,-d und Dampfarmaturen-Vranche am Dienstag, den«. Mai Abends 8/. Lokale des Herrn Zemter, Mlinzstr. II. Tagesordnung: I. Stellung'wv � dem Allgemeinen Metallarbeiter-Kongreß in Weimar. Referent 2. Diskuffion. 3. Eventuell Delegirtenwahl. t. Verschiedenes. Zur» der Unkosten findet Tellerfammlung statt.* Stellen, iachiueisedilr«»ii der Graveure und Ziseleure DreSdenerilr»» von sx bis 10 Uhr. VvieflrA�ken trev Bei Anfragen bitten wir die AbonnementS-Qnittung beizufügen. Br>el> Antwort wird nicht ertheill. J <&. E. Ihre Anfragen eignen sich nicht zur Beant»vor> im Briefkasten. Zu mündlicher Auskunft sind wir bereit. � Mstch. d-s wog des Allgemeinen Metallarbeiter-Vereins und haben daher Kcger. Veranlassung, Ihren Angriffen Raum zu gewähren.» H. S. Es wird nicht stärker eingebraut, steht aber laig Bekanntmachnng. Der große Zuzug von Berliner Kollegen, unter welchem wir schwer zu leiden haben, giebr uns Veranlassung zu der Aufforderung an alle Kerliner Kollegen, den Zinug nach hier streng fernsnl/alten. Mit solidarischem Gruß Die Lohukommissiou der Sclmhmacher Hamburgs und Vororte, Grosse Gosenstrasse Mo. 37. üchtung, �©foeipoii�e�S Ueber die Werkstelle von Spohm, Lansttzer Klach 4, ist wegen ''"oll""~""....... Maßregelilng eines Kollegen die Sperre verhängt; kein Kollege darf da in Arbeit treten. 110 Die Streikkommission. Alle Diejenigen, die noch im Besitz von Sammellisten für die streikenden Möbelpolirer sind, werden ersucht, die- selben so schnell wie möglich, ganz gleich, ob gezeichnet oder leer, im Streikbureau, Blumenstraße 38 bei Henke, Abends von 7— 10 Uhr abzuliefern, da derStreik beendet ist. WiIhsInN Lindner. 139 138 AeM&mgg Die kombiuirte öffentliche Versammlung der Stein- wetzen, Marmor- und Granitschleifer findet am 8. d. M. nicht statt. A. Schünemann. Grosse öffentliche Versammlung i>er Weber, Wirker, Urber, Spner, Strilker, �ojmiifiitite, Stilker, Rllsjmcher, Seiler, ßallbichllbiillllber, Apiireteure und vcrwandtcn Kernfsgcnoffrn Donnerstag, den 8. Mai, im„Elysium", Landsberger Allee 31/33. Tagesordnung: 1, Die Lage der Textilarbeiter Deutschlands und ihre zukünftige Agitation. Referent: Kollege Scholz. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Agitationskomitees für Deutschland. 4. Verschiedenes.[121 Zur Deckung der Unkosten Tellersamnilung. Um recht zahlreichen Besuch wird gebeten. Der Einberufer. Vereiil zur Wchruug ber Zuteresseu ber Gaß- uub Schaukwirthe Kerlinv nnd Uingrgrtid. L StiftasBigsfest an» Donnerstag, vrn 8. Mai, Abrndv 0 Uhr, in den Räumen des Kollegen Gründe!, Trcsdcnerstraße 116. Musikalische Unterhaltung und Tanz. Hierzu ladet die geehrten Mitglieder des Vereins ergebenst ein Das Komitee. Billets, nur für Mitglieder, sind bis Mittwoch, den 7. d. M., bei sol- genden Mitgliedern: Ulrich, Wrangelstr. 84; Schmal owsky, Wrangelstr. 60a; Pfister, Eisenbahnstr. 35; Werschke, Adalbertstr. IG; Henke, Blnmenstr. 38, und bei sämmtlichen Vorstandsmitgliedern zu haben._ 23 Große öffentliche Versammlung d. gwttblilheit Hilfsarbtiter Berliks uud Umgegeud am Mittwoch, den 7. Mai, Abends SVa Uhr, im Saale des Herrn Uebel, Naunynstrasse 27. Tagesordnung: I. Vortrag deS Herrn Th. Glocke über:„Die Situation nach dem 1. Mai." 2. Diskussion. 3. Wie stellen wir uns zu den Gemaßregelten? 4. Verschiedenes.— Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Alle Arbeiter, besonders diejenigen, welche am 1. Mai nicht gefeiert haben, sind zu dieser Versammlung eingeladen. 126 Der Einberufer. MM- Versammlung Ittpiclnei M Mgemim Weitemm-Verms(iiiniiitlirficc Beruss- meige Berlius mb Umgegenb sFiliale I. Moabit) e# AM f5_ Mltai. AlsAnele Äl/o 1 1 Ist r*_ am Dienstag, den 6. Mai, Abends SVe Uhr, Wilsnackerstrasse 63 bei Jlges. Tages ordn un g: 1. Vortrag des Herrn FritzZubeil. 2. Ans- nähme neuer Mitglieder. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung. Herren und Damen als Gäste haben Zutritt._[61 Oeifentliche Versammlung ber Wer Berlins mb Umßegeab Mittwoch, de» 7. Mai, Abends 7 Uhr im Lokale des Herrn Joel(früher Keller), Andrcasstraße 21. Tagesordnung: 1, Welchen Nutze» hat die achtstündige Arbeitszeit für die Arbeiter? Referent: O. T h i e r b a ch. 2. Gewerkschaftliches. 125 Um zahlreiches Erscheinen der Kollegen ersucht C. Thieme. IViilitärsehneider1- Vereins V ersammluug heute, Dienstag, den 6. Mai, Abends SVe Uhr, in Jordan'« Kalon, Urne Griinstralfe 38. Tagesordnung: 1. Bericht der Revisoren. 2. Vortrag des Herrn M. B a g i n s k i. 3. Diskusston. 4. Verschiedenes und Fragekasten.— Die Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Gäste haben Zutritt. 127 Der Vorstand. I. 91.: R. Kroll, Gneisenaustr. 103. Watlilhe BersamliW sämmtlicher Metallarbeiter ber Gas-, Wajser- unb Daillpsariilalnreii-Braillhe am Dienstag, den 6. Mai, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Zemter, Münzstraße 11. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zu dem allgemeinen Metallarbeiter- Weimar. Referent; Herr P i r ch. 2. Diskussion. 3. Eventuelle Kongreß in Delegirtenwahl. samnilung statt. 4. Verschiedenes.— Zur Deckung der Unkosten findet Teller- [135] Der Einberufer. ZaBmä�ztHicl�e Poliklinik, Herl in It.. Ch äusserst raste la, am(Oranienburger Thor. Meine Poliklinik für Zahnleidende ist mochentäglich von 8—10 Uhr Vormittags, 12—1 Uhr Mittags, 4—6 Uhr Nachmittags geöffnet. 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Charlottenburg. Sämmtliche Tischler d. Seiler» sehen Werkstatt haben am Montag, den 5. Mai, die Arbeit wieder aufge- nommen und ist hiermit die Sperre aufgehoben. 123 Achtung! Rohrleger und Helfer! Der Arbeitsnachweis befindet sich vom 5. Mai nicht mehr bei Herrn Riedel, sondern im Lokale des Herrn Schmidt, Ritterßr. 112. Der Vorstand. 128 Kranzbinderei und Blumenhandlung J. Meyer, sÄÄ, in der Ecke bei der Manteuffelstraße, liefert Guirlanden Meter von 15 Pf., Doppelbügel-Lorbeerkränze von 50 Pf. an. Topfpflanzen wie Bouquets:c. gut und billig.[1391 Schlafstelle, a. f. Schuhm. z. arb. Lottumstr. 17 bei Müller. 120 Allen Freunden und Bekannten, I wie dem Beerdigungsverein der ä merer für die zahlreichen Bewepelv. Theilnahme bei der Beerdigung nie, Mannes meinen tiefgefühltesten% 131 Ww. Müller und KlNveu Jede Uhr, (außer Bruch) kostet bei. unter Garantie des Gutge? 6,50 Mark Lager aller Arten Uhren und waaren zu den dilligsten Preisen. "". 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