■M I I 1 I, Nr. 105 Donnerstag, den 8. Mai 1890. 7. Jahrg. (|)x'tjcui für btc gntcreffeu bcr JVtßcifcr. �rint täalick TOn,,»berliner Volksblatt" MKDAMMMMS --'täV Ä'SÄIS �Ä,ft'Äf,,'rati4-,tl'«OT Jnsertionsgebühr befiiiat für die 5 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VerfammlungS- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin Sw., Beuthstrabe 3, sowie von allen Annoncen-Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöftnet. --*•-» Fernsprecher: Amt VI. Zlr. 4106,»- Medakkion: NettthPtvatze 2*— Expedition: VvnkMvotze 3. Ueuelr SrtziQl�ottktk?. Sah. in Friedrichsruh grollende Ex-Reichskanzler 'ei"et Sozialpolitik die zarteste Rücksicht auf die r'I �uternehmer proklamirt. Seine Versiche- (in Di, räumen sogar den Unternehmern eine Reihe mit.�rechten gegenüber den Arbeitern ein. Er hielt Äerg � Gesetzen die von ihm eröffnete sozialpolitische streb», ��geschlossen und setzte auch den zahmsten Be- Zur Ausbildung der Arbeiterschutz-Gesetzgebung Sieirfiif Widerstand entgegen. Wenn die dem Ex- » x.��uzler ergebene Presse jetzt immer den„Unter- W nl �'Schutz" betont, so handelt sie damit nur Ueilte der Bismarck'schen Sozialpolitik gemäß. %(, Dem gegenüber wird in den Kundgebungen der neuen Zur fg�g ber Arbeiterschutz betont,'und es kann bio��Uthuung gereichen, daß die Bahnen verlassen m.,. sind, die der frühere Reichskanzler so strikte ein- (n �" bemüht war. Es ist wenigstens eine Perspektive %, Zukunft wieder eröffnet, während man mit dem »eriw�-�gungs-Gesetz sozusagen die Welt mit Brettern ilale m- sollte. Nicht als ob wir befürchteten, die so- d bormbewegung überhaupt hätte dadurch zum Still- ifcr;.? rach* werden können, sie wird von der gesell- en Entwickelung und wird imnier und vom Volksgeist ge- wieder ihre Forderungen Än Wir sehen ja, wie die Strömung zu Gunsten der immer wieder siegreich hervorbricht und immer erfaßt. Sie ist über das System des K tolcjw. Bismarck hinweggeschritten und wird sich bemühen, .Nachwehen zu beseitigen, welche die Putt- - r e 1 in der Arbeiterwelt hinterlassen hat. >»>l i�ndnissen, denen sich der Reichskanzler von ehedem iW..�uier Machtvollkommenheit widersetzt hatte. Die lieL ber S o n n t a g s a r b e i t blieb im Reichstage %f. S einmal stecken; in der neuen Vorlage ist sie ge- �un auch an der Art und Weise der Regelung %% f � ausgesetzt werden kann. Die K i n d e r a r b e i t den, imn 13. Jahre unbedingt verboten, solche über Dqg Jahre bis zur Beendigung der Schulpflicht. Glich J Jw Fortschritt gegen den bisherigen Znstand; Uni) Oi'l ei1 Bestimmungen über Nachtarbeit von Frauen fceni V..'.CI'U läßt sich dies sagen, wenn dabei auch nicht stäild»! krochen wird, was wir verlangen im Einver- B mit der modernen Arbeiterwelt. schea% chan hat sich von den Schwächen der Bismarck- Sozialpolitik nicht losmachen könneu. Ein ,Znm Glück der Danlen. Roman von Emile 8°�, �ntorisix'te Uebersetzung von Arm in � MZMHA ..... bureaukratischer Zug haftet auch dieser Vor- läge an. Zwar werden Arbeitsordnungen für die Fabrikbesitzer, nach denen sich beide Theile strikte zu richten haben, obligatorisch gemacht. Die Auf- ficht über die Feststellung und Ausführung dieser Arbeits- ordnungen ist wesentlich der P o l i z e i übertragen. Wenn man Zlrbeiter-Ausschüsse, wie sie früher ge- plant gewesen zusein scheinen, eingeführt hätte, so würden diese kompetent gewesen sein, über die Arbeitsordnungen zu befinden. Den Händen der Polizei diese Sache zu über- tragen halten wir für verfehlt. Aber hier scheint den Unternehmern, die sich mit besonderer Heftigkeit gegen die Arbeiterausschüsse erklärt hatten, offenbar eine Konzession gemacht worden zu sein und die Arbeiterausschüsse sind von der Bildfläche verschwunden. Die Arbeitsbücher für jugendliche Arbeiter scheinen harmlos; man könnte meinen, sie sollten dazu dienen, uin zu verhindern, daß jugendliche Arbeiter vor dem gesetzlichen Alter beschäftigt werden. In Wahrheit dienen sie wohl dazu, die Lehrlinge und jugendlichen Ar- beiter unter doppelte Vormundschaft zu stellen, während die„ v ä t e r l i ch e Z u ch t" des Lehrherrn in den prak- tischen Verhältnissen weit über das Erforderliche hinaus geht. Wir wünschen Alles, was Arbeitsbuch heißt, in jeg- licher Form beseitigt, denn wir können uns absolut nicht vorstellen, daß dieselben eine andere Wirkung als Unfrieden haben können. Aber auch in weiteren Punkten lehnt sich der Ent- wurf an die frühere Manier an, die gemachten Konzessionen mit Verschärfung der repressiven Maßregeln zu begleiten. Das mag den Arbeitern das Vergnügen an dem Gesetzentwurf wohl verderben. Der Kontraktbruch wird in dein neuen Ent- wurf zwar nicht für kriminell strafbar erklärt. Allein es wird eine Lohnbuße eingeführt; der kontraktbrüchige Arbeiter kann haftbar gemacht werden, dem Arbeitgeber eine Buße bis zu einem Betrag von einem sechs- wöchentlichen ortsüblichen Tagelohn zu zahlen. Zwar kann auch dem kontraktbrüchigen Arbeit- geber eine Buße, aber nicht zu Gunsten des Arbeiters, sondern seines Konkurrenten auferlegt werden. Für den Arbeiter kann eine solche Buße viel leichter gefährlich oder vernichtend werden, als für den Arbeitgeber. Welch' ein Kampf wird da entstehen, wenn sich der Exekutor einmischen soll, um Arbeitgebern und Arbeitern Bußen abzu- pfänden! Das kann heiter und traurig werden, je nachdem! Der Koniraktbruch selbst soll nicht strafbar sein; dagegen soll derjenige mit Gefänguiß nicht unter einem — Ich war übrigens gefaßt darauf. Ich hatte niemals Glück; ich weiß, daß ich niemals glücklich werden kann... Im Eltcrnhause bekam ich Prügel. In Paris hatte ich stets Kummer und Leiden. Seyen Sie: wenn man es nicht ver- steht, den Anderen die Maitressen abzujagen und wenn man ungeschickt genug ist, nicht so viel Geld zu verdienen, wie sie, dann wäre es gleich besser, in irgend einem Winkel zu verrecken... Oh, bcrnbigcn Sic sich, ich werde Ihnen keinen Kummer mehr verursachen. Aber Sie können mir nicht verbieten, Sie zu lieben. Ich iverde Sie dennoch lieben, ohne jede Aussicht, wie ein Thier. Das ist mein Thcil in diesem Leben... Und nun brach er in Thränen aus. Sie tröstete ihn und im Laufe der Reden, die sie nun austauschten, zeigte es sich, daß sie aus der nämlichen Gegend waren, sie aus Valognes, er aus Briquebec, dreizehn Kilometer von ihrem Geburtsorte. Sein Vater, ein in Dürftigkeit lebender kleiner Huissier, war von einer krankhaften Eifersucht und prügelte ihn beständig, indem er ihn einen Bastarden schinipfte, weil sein langes, bleiches Gesicht und sein Flachshaar nicht von der Familie seien. Sie sprachen dann von den eingehegten Wiesen und den schattigen Waldpfadcn und Rasenplätzen der Hcnnath und vergaßen allgemach ihren Kummer; das gleiche Miß- geschick des Lebens brachte sie einander näher und schuf eme ante Kameradschaft zwischen ihnen. — Nun? fragte Pauline Tcuisen beiseite, als sie auf der Bahnstation angekommen waren. Dcuise begriff die Frage. Sie erwiderte erröthend: — Niemals, meine Liebe, ich sagte Ihnen ja, daß ich nicht will. Er ist aus meiner Heimath, wir haben von Valognes gesprochen. Pankine und Bange standen ganz verblüfft da. Monat be st rast werden, der durch An wen- dung körperlichen Zwanges, durch Droh- un gen, Ehrverletzungen und V e r r u f s e r- klärungen Arbeitseinstellungen oder Arbeitsent- lassungen zu bewirken unternimmt. Wer es g e w o h n- h e i t s g e in ä ß thut, soll mit Gefängniß nicht unter einem Jahr bestraft werden. Auf die Strafandrohungen gegen die Unternehmer wegen Entlassung legen wir aus hundert Gründen wenig Werth. Da haben wirdasenglischeVerschwörungs- gefetz! Das Koalitiousrecht ist damit völlig verschwunden, denn was läßt sich nicht Alles unter „Drohungen" und„Ehr Verletzungen" ver- stehen! Wir hoffen, daß der Reichstag sich sträuben wird, dem Arbeiterschutz eine solch bittere Pille beizufügen. Dazu fehlt im Gesetz die Hauptsache— der Maximalarbeitstag. Der Kampf um diese Forderung wird im Reichstage aufs Neue entbrennen, dafür werden die Vertreter der Arbeiter sorgen. Im Uebrigen werden die Sozialpolitiker der Regie- rung selbst kaum glauben, daß die Vorlage in Bezug aus die Strafandrohungen wegen Verleitung zum Streik zur unveränderten Annahme gelangen wird. Man hat dies so hoch gespannt, um sich nachher wohl mit weniger zu begnügen. Der zehnstündige Maximal- Arbeits- tag würde unendlich mehr Streiks ver- hindert haben, als neue Strafbestim- münzen. VolikiMe AelrcrNrhk. Zu de» militärischen Zteusordernugen. Ganz Europa starrt in Waffen, die Großstaatcn sind vom Kopf bis zu den Füßen gepanzert, die riesigsten Opfer aus dem Säckel des Volkes werden tagtäglich gebracht, um die Schlagfähigkcit, die Ausrüstung, die Beweglichkeit der Truppen zu vervoll- konnnnen. Das ganze Land wimmelt von Soldaten, überall Kasernen, überall kriegerische Uebungen. Die Bedürfnisse die Hauptrolle im Staats- der Gegenwart wissen kaum aus denen sie die Mittel für militärische Zwecke schöpfen können. Kein Jahrhundert hat eine solche bis ins Kleinste gehende umfassende Ausbildung des Systems der indirekten Steuern erlebt, kein Jahrhundert ein solches riesiges An- wachsen der Staatsschulden. Die Schutzzöllucrei schießt üppig ins Kraut, die Lage der arbeitenden Klassen verschlechtert sich. Und dabei steigt die Hochflnth der Ausgaben für die Sie wurden ganz auS ihrem Gedankengang gebracht und wußten nicht mehr, was sie denken sollen. Auf dcni Bastillen-Platz angekomnien, verließ Dcloche die Gesellschaft; wie alle Kommis, die nur gegen Provision engagirt waren, schlief er im Magazin, wo er um 11 Uhr eintreffen mußte. Demse wollte nicht mit ihm zugleich heim- kehren und da sie eine Theater-Erlaubniß genommen hatte, begleitete sie Pauline zu Bauge. Um näher zu seiner Maitresse zu sein, hatte Bange in der Rue Saint-Roch Woh- nung genommen. Man nahm einen Fiaker und Denise war ganz bestürzt, als sie unterwegs vernahm, daß ihre Freundin die Nacht mit diesem jungen Manne zubringen werde. Die Sache sei sehr einfach, sagte Pauline; sie gicbt Madame Cabui 5 Franks und erkauft sich so ihr Stillschivcigcu; alle Fräulein machen es so. Bange machte die Honneurs in seinem Zimmer, welches mit alten Möbeln im Style des Empire versehen war, die er von seinem Vater erhalte». Er war Anfangs sehr ungehalten, als Denise die Abrechnung verlangte, schließlich aber nahm er doch die 15 Franks CO 6. au, die sie aus die Kommode gelegt hatte. Nun nöthigtc er sie aber, eine Tasse Thee zn nehmen, welcher mit Hilfe eines Schnellsicders zubereitet wurde. Es schlug Mitternacht, als du! Tassen gefüllt wurden. — Ich muß nun gehen, wiederholte Denise. Pauline erwiderte darauf: — Sie können ja bald gehen, die Theater sind ja nicht so früh zu Ende. Denise war sehr verlegen in diesem Junggesellen- Zimmer. Sie mußte zusehen, wie ihre Freundin sich bis auf den Unterrock und das Sorset entkleidet, das Bett be- reitet und mit ihren nackten Armen ans die Kissen schlägt; die Vorbercitnng einer Licbesnacht brachte sie in Vcrwir- Mehr Unterhaltung der Armeen höher und immer höher als je gelten Herwegh's Worte: Tie Zeiten schwer, , Die Steuern schwer, v Die Ernte schlecht' gerathen. Doch immermehr Und immermehr Und immermehr Soldaten. Wenn Rußland rüstet, ivappnct sich Deutschland, Frank reich, Italien, Oesterreich und England, alle lvctteifcrn in diesem Konkurrenzkämpfe des Militarismus. Aus diesem Wege giebt es keinen Ruhepunkt. Die Technik steht im Dienste des Militarismus, Ma- schinenban, Chemie, Physik, die ganzen technischen Wissen- sch asten befinden sich im Gefolge der Kriegskunst. Dadurch hat der moderne Militarismus so rasch und gewaltig sich entwickeln können. Krupp'sche Riesenkanonen, das klein- kalibrige Repetirgeivehr, das Torpedoboot und das Panzer- schiff, auf dem die Dampsmaschine die Herrscherin, die Lenkerin, die bewegende und regelnde Kraft ist, sie sind Schöpfungen der Neuzeit, d. h. der Zeit der Großindustrie. Die moderne Industrie schreitet mit Siebenmeilenstiefeln vorwärts, die Maschine, die heute noch vortrefflich ist, wird veraltet, unbrauchbar, altes Eisen, durch eine neue Erfindung, die morgen aus Licht tritt; eine fieberhafte Thätigkeit ent- faltet sich auf allen Gebieten der Technik, das Bestehende wird umgewalzt durch etwas Anderes, das Gute durch das Bessere ersetzt, die Arbeitsmittel werden von Tag zu Tag voltkoiitmeuer, praktischer hergestellt, das Genie des Erfinders wirft sich mit Eifer vor allem auf die Gebiete, auf denen gewinnreiche Geschäfte gemacht werden. Daher ist der Militarismus eine gute Kundschaft der Industrien, die unmittelbar oder niittelbar für das Schlachtfeld arbeiten, mögen sie nun Dynamit, feinkörniges Pulver, Kanonenrohre, Schießbaumwolle, Eisentorpedos, Bomben oder Repetirgewehre erzeugen. Jeder Staat muß beständig auf der Lauer liegen, damit ja der Andere nicht durch eine Heeresreform durch Einbürgerung einer neuen Waffe ihn minder kämpf- fähig mache. Die Jnternatioualitat der modernen Verhältnisse tritt hier recht deutlich zu Tage; wenn vielleicht am Atississippi ein Techniker irgend eine bedeutsame militärische Erfindung macht, kann der biedere Steuerzahler an der Seme wie an der Spree, an der Donau wie an der Newa sich auf eine neue Steuer gesaßt machen. Das ist die Schraube ohne Ende, an der nun wieder gedreht wird; die Last ist bald nicht mehr zu ertragen. Die Knlturentwickluna fordert gebieterisch, daß da Wandel ge schaffen und die kulturellen Aufgaben über der Pflege des Kriegswesens nicht vollständig und noch mehr vernachlassi werden, als dies bis jetzt schon in sehr fühlbarer Weise' schchen. Eine Umkehr ist dringend nothwendig. An A... der mit furchtbarem Ernst betriebenen Militär- und Kriegs- Politik sollte endlich eine ebenfalls ernst und ehrlich betriebene Friedens-, die Sozialpolitik treten. Das mythenbildnerische Talent unserer Gegner, dem bald Bosheit, bald Sensatiousbedürfnijj Geburt- helferdienste leistet, und das seit einiger Zeit eine wahrhaft unheimliche Fruchtbarkeit entwickelt, hat wieder eine Bluthe getrieben, die wir sofort knicken wollen, damit der Mythe nicht Zeit bleibt, sich zu polizeilich pa- tentirter, historischer Wahrheit zu gestalten. Es wird nämlich— und zwar in einem Blatt, dessen guter Ruf der Nachricht bei Naiven eine gewisse Glaubw. rdigkeit verleihen mag: in der „Vossischen Zeitung" gemeldet, daß die Jnter- nationale Arbeiter-Assoziation in geheimen Sitzungen des Internationalen Pariser Ar- beiterkongresses wieder ausgerichtet worden sei, und daß die Leitung sich jetzt in Deutschland befinde. Wir wollen annehmen, daß die„Vossische Zeitung" sich des eminent denunziatorischen Charakters, den angesichts der deutschen Gesetzgebung diese Notiz trägt, nicht bewußt gewesen ist— genug, die Mittheilung ist nach allen Richtungen hin ihrem ganzen Um- lange nacy falsch. Erstens hat der Pariser Kongreß keine ge- Heimen Sitzungen gehabt, wie seiner Zeit von verschiedenen Spitzeln vermuthel und auch schlankweg in alle Welt hinaus ge- logen wurde. Und zweitens hat der Pariser Kongreß nicht daran gedacht, die internationale Arbeiter- Anozifilion ins Leben zurückzurufen. Einige belgische und französische Delegirten äußerten privatim derartige Wünsche, überzeugten sich jedoch sehr bald, daß eine Verwirklichung solcher Wünsche außerhalb des Bereiches der rttug, verursachte ihr eine tiefe Scham und erweckte in ihrem verletzten Herzen von Stenern die Erinnerung au Huti». Abermals mußte sie sich gestehen, daß sie ihm gegenüber widerstandslos wäre. Sie sagte sich, daß solche Tage ihr unheilvoll werocu könnten. Endlich, eine Stunde nach Mitternacht, verließ sie die Beiden. Sie kam in höchster Verwirrung auf die Straße, weil Pauline, als sie ihnen gute Stacht gewünscht hatte, ihr fröhlich zugerufen hatte: — Wir danken, die Stacht wird gut sein. Die besondere Thüre, welche zur Wohnung Mourets und zu den Zimmern der Angestellten führte, fand sich in der Rue Neuve-Saint-Angustin. Madame Cavin zog die Schnur und blickte hinaus, um die Zeit der Rückkehr zu markiren. Im Erdgeschoß brannte eine Stachtlampe; Denise stand zögernd und beklonunen da, denn bei der Straßenecke einbiegend, hatte sie den unbestimmten Schatten eines Mannes eintreten und hinter diesem die Thür schließen gesehen. Das mußte der Patron gewesen sein, der von einer Soiree zurückkehrte und der Gedanke, daß er hier irgendwo im Dunkel stehe und sie erwarte, stürzte sie in die höchste Verlegenheit. Jetzt bewegte sich etwas im ersten Stock und sie hörte Stiefel knarren. Nnn verlor sie vollends den Kopf, sie stieß eine Thüre auf, die in das Magazin führte und die man offen ließ, damit die Nachtivache die Runde durch alle Räume machen könne. Sie befand sich in der Abtheilung für Rouener Kattune. — Mein Gott, was soll ich anfangen? stammelte sie in ihrer Aufregung. Es kam ihr der Gedanke, daß es oben noch eine zweite Verbindungsthür geben müsse, welche zu den Zimmern der Augestellten führt. Allein sie mußte durch das ganze Maga- zin gehen. Sie zog diesen Umweg vor, trotz der Finsterniß, in welche die Galerien gehüllt waren. Nirgends brannte eine Gasslamme, nur da und dort war ein Oellämpchen ange- bracht. Große Schatten schwebten da und dort, man unter- schied nur undeutlich die angehäuften Maaren, die allerlei Möglichkeit liege. Von Liebknecht wurde in einer der ersten Sitzungen des Kongresses, ohne Widerspruch von irgend einer Seite, des Längeren ausgeführt, daß die internationale Arbeiter- Assoziation ihren Zweck vollständig erfüllt hatte, als sie zu be- stehen aufhörte, daß die moderne Arbeiterbewegung über den Rahmen der internationalen Arbeiterassoziation weit hinaus ge- wachsen ist; und daß die Jnternationalität und Solidarität ist Arbeiterbewegung keine derartigen FormenZmehr bedarf. Der Plan einer Wiederherstellung der internationalen Arbeiterassoziation kam, wie schon gesagt, auf dem Kongreß überhaupt nicht zur Sprache, und es konnte also auch kein diesbezüglicher Beschluß gefaßt werden. Das Nähere ist in dem Kongreßprotokoll zu finden, welches demnächst in seiner deutschen Bearbeitung er- scheinen wird. Wie richtig es ist, daß es keiner besonderen Organisation bedarf, um die Jnternationalität und Solidarität der Arbeiter- bewegung aller Länder zum Ausdruck zu bringen, das hat der 1. Mai gezeigt. Der gvojfartige Erfolg der Mai- Manifestation, welche vorigen Sonntag in London statt hatte, legt den Gedanken nahe, ob es nicht vielleicht rathsam sein würde, den. internationalen Arbeitertag auf den ersten Sonntag im Mai, statt auf den 1. Mai, zu verlegen. Abgesehen von England tauchte auch in verschiedenen anderen Ländern schon vor dem 1. Mai der Vorschlag auf, die Feier auf den ersten Maisonntag zu verschieben; und in Barmen- Elberfeld wurde sogar ein diesbezüglicher Beschluß gefaßt und auch ausgeführt. Privatim wurden ähnliche Wünsche noch in viel weiteren Kreisen geäußert. Man stand jedoch von einer öffentlichen Befürwortung ab, um die Einheitlichkeit der Manifestation nicht zu stören. Ein solcher Einwand kann nicht geltend gemacht werden, wenn es sich um die dauernde Feststellung eines Feiertags handelt von dessen nächstfolgendem uns noch mehr als 11 Monate trennen. Erwogen muß allerdings werden, daß der 1. Mai durch uralte Volkssitte geweiht ist, und daß er in den Ver- einigten Staaten bereits als Arbeiterfesttag gilt. Die Forderung für Gstafriüa im Nachlragsetat beträgt 5 500 000 M. Es wird noch eine Nachforderung zu der bis zum 1. April 1890 für 1889/90 bewilligten Summen von 4 150 000 Mark bis zn 400 000 M. angemeldet als Folge der Vermehrung der Mannschaften im Februar und März. Miquel wird wieder einmal als Finanzminister em- p'ohM m den nationalliberalen„Münchener Neuesten Nach- riü Ein Knbenstrrich. Die Berliner„Eisen-Zeitnng" giebt ine Nichtsnutzigkeit der berüchtigten„Grenzboten" wieder, der sie behauptet, daß die betreffende Notiz„anscheinend inspirirt" sei. Da das Büschchen, nachdem es vergeblich bei Herrn von Caprivi Atzung gesucht hat, sich wieder in den Dienst des alten Herrn gestellt hat, so ist offenbar, wenn eine Inspiration erfolgt ist, dieselbe aus der bekannten Schmollecke gekommen. Es ist aber bezeicknend, daß die „Eisen-Zeitung" sie freudigst apportirt. Die Notiz, die einer Kritik nicht bedarf— gewisse Schändlichkeiten richten sich selbst—, lautet wie folgr: „Die Arbeitsniederlegung in Massen auf Verabredung, um diese oder jene Bedingung zu erzwingen, ist einfach einer Erpressung gleich zu achten und ist in der That nichts anderes... Gegen solche gemeinsame Arbeitsniederlegung muß es einen gesetzlichen Schutz geben, wie es gegen die Rinderpest, die P o ck e n e p i d e m i e, wie überhaupt gegen öffentliche Gefahren gesetzlichen Schutz giebt... Wie die Obdachlosigkeit mit Strafe be- droht ist, so müßte auch der bestrast werden können, der, obwohl ihm Gelegenheit zur Arbeit geboten wird, in Ver- bindnng mit Anderen oder ohne Kündigung die Arbeit niederlegt. Gegen die Anstifter von Streiks sollte mit sofor- tiger Verhaftung und schneller Justiz vorgegangen werden. Der Ausbruch eines Streiks müßte mit Verhängung des Be- tagernngszustandes, mit Ausweisung der Fremden und der strengsten Maßregeln zur Erhaltung der Ordnung beant- wartet werden... Bessere Vorschläge mögen von anderer Seile gemacht werden. Ohne ein Verbot desStreiks geht es an sich nicht." Wie gejagt, es hieße den Eindruck dieses Tobsnchts- Anfalls der„Grcnzboten" abschwächen, wollte man hier noch eine Erläuterung liefern. Wir gestatten uns nur die Be- merkung, daß der gesetzliche Schutz vor der Rinderpest bis heute noch nicht vor— Büschchen geschützt hat. Alnfrr Zeikarkilrel:„Mas nokh thut" hat d'e Wuth der nationalliberalen Unternehmerorgane im höchsten Maße erregt, Furcht einjagende Fornien annahmen. Das tiefe Stillschweigen trug noch dazu bei, das Dnntel zu verdüstern. Sie konnte sich indessen oricnliren. Die Weißivaaren-Abthetiung zu ihrer Lücken war wie ein weißer Bach; sie wollte nun durch die Halle gehen, aber da stieß sie aus ganze Stöße von Jndienne und fand es rathsamer, durch die Abtyeilungen für Wirkivaaren und Wollwaaren zu gehen. Hier ward sie durch ein Schnarchen beunruhigt; es war der Ladenbursche Josef, der hinter den Tranerartikeln schlief. Sie eilte nun rasch in die Halle, in weiche durch das Glas- dach ein mattes Licht hereindämmerte. Die Halle schien vergrößert, angefüllt von den nächtlichen Schrecken der Kirchen, mit der Unbcweglichkeit ihrer Fächer und den Silhouetten der großen Melerstäbe, die sich ausnahmen wie umgestürzte Kreuze. Sie hatte ihre Schritte bis zur Flucht beschleunigt. In der Pfaidlerei, in der Hand- schuhe-Abtyeilung mutzte sie wieder über Ladenbursche hinivegsteigen, die hier schliefen, und sie hielt sich erst für gerettet, als sie endlich die Treppe erreicht hatte; allein oben angelangt, in der Konsektionsabtheilung, ward sie von einem neuen Zittern ergriffen, als sie eine Laterne sich fortbewegen sah: es waren zwei Feuerlöschmänner, welche die Nachtwache hatten. Als sie näher kamen, flüchtete sie in den Hinter- grund der Spitzen-Abtheilung, von wo sie jedoch durch den Ruf einer Stimme sofort wieder verscheucht wurde. Es war Deloche; er schlief hier in seiner Abtheilung auf einem kleinen Eisenbett, das er sich jeden Abend ausschlug; er schlief noch nicht, sondern lag mit offenen Augen auf seinem Bett und durchlebte von Neuem die süßen Stunden des Abends. Denise hatte endlich die Berbindungsihüre er- reicht und trat auf den Gang hinaus. Hier stieß sie auf Mouret, der mit einer kleinen Wachskerze in der Hand auf der Treppe stand. — Wie, Sie sind es, Fräulein? Sie stotterte und ivollte sich entschuldigen, indem sie vorschützen wollte, daß sie in ihrer Abtheilung etwas gesucht habe. Allein er schien durchaus nicht erzürnt; er betrachtete ein Beweis, wie gut er den Nagel auf den Kopf So schäumend ist diese Wuth, daß sie selbst vor Denui nicht ziiräci schrecken. Denn was ist es anderes, wenn ge Nach o lKn tyie nach unten soll gezeigt werden,„welcher. braudj'init dem Wort bei uns getrieben wird, wo es angM� einer Preßfreiheit fehlt, die alles zu sagen gestattet/�' Mngen die Denunziation einfach tiefer. Dir vollendrtr Grsinnnngslosigkrit der offiziösen Presse kehrt sich jetzt— welch' verdiente Aem( J gegen den eignen Herrn. Nicht einmal Hnndetrcue ha% 1 „anständigen Leute". Die„Nordd. Allg. Ztg." flüchtet die treue Mutterbrust der konservativen Reichstagsjraktim I auch für die„Kölnische Zeitung" ist nunmehr der Zeitpu�ll kommen, von dem Fürsten Bismarck abzufallen, roohrfcheinuj j Eifersucht darüber, daß er seine Artikel nur den«0�3 Nachrichten" und nicht auch wie früher der„Kölnischen zukommen läßt. Indem sie sich so stellt, als ob nicht Fw **-•«w»—*j_ Krtii.1 marck selber, sondern ein beliebiger Redakteur m t>en burgcr Nachrichten" die sensationellen Artikel verfaßt, s-h' dem Fürsten Bismarck nachstehenden Absagebrief:„Wir -—'—-—(n„ t,. r+ ,1 hPT tü 1 bisher für unsere patriotische Pflicht gehalten, über An, S«, schalt bi durch( wurde. Stile. dm Anleine Pi freier a> nun«n hier ,'iai Vr Magdeb ftttefe z> fei ®. Will «Achtstu mü Hungen der..Hamburger Nachrichten», die AM Gestalt' des Fürsten Bismarck zu der kleinen Figur des Professors Gefscken, des kaltgestellten gniigten Staarsmannes, zusammenschrumpfen zu lassen. mit Stillschweigen hinwegzugehen. Sollten die„Hamburger richten" diese Bemühungen fortsetzen, so wird man den'.jjl begreiflich machen müssen, daß es sich an einem idealen Bel>.> J der deutschen Nation vergreift, wenn es das geschichW denken des Fürsten Bismarck entweiht.", Ausführung der Invaliditätsuerstcheruna. � jährlichen Quittungskarten einblätterig gestalten zu könn� es sich als nothwendig herausgestellt, neben der einfachen Q»tu � marke auch Toppelmarken si-r die Selbstversicherer und die. sicherung fortsetzenden Personen einzuführen, indem es unter i umständen möglich ist, mit Marken für 47 Beitragswocht« einen, Blatt der Qnittungskarte auszureichen. Arbeitern, welche am!•' Vereine 1.p 9k%in zur! -erg« Au tu die kl hi, auden. % L° fttirde o % Die Maßregelungen von gefeiert haben, sind für uns nicht überraschend. Unternehmer organisiren jetzt die Rache für die Feier dei und fördern so indirekt die proletarische Solidarität. anderem hat der„Verein Berliner Eisengießereien, fabriken und verwandter Betriebe" seine Mitglieder ver.' „keinen Arbeiter aus einer anderen Vereinswerkstatt Werkstatt?), der am 1. Mai gestreikt hat, bis zum 9. 3� sich einzustellen." Tie kapitastischen Blätter freuen sich über derartige Beschlüsse und nennen jetzt viel höhere Gemaßregelten, als sie von Feiernden am I.Mai genannt Tie Zahlen der letzteren, wie der Berein„Berliner � statter" sie angab, haben dem„Lokal-Anz." so viel Bericht'S� eingetragen, daß er, unwirsch geworden, diesen Verein eine„Gerüchtefabrik" bezeichnet. Etwas arg hatte dersstd' allerdings getrieben, wofür die Löwe'sche Fabrik ein*8"'' und die Aktiengesellschaft Mix und Genest ein noch krasser� � bietet; bei letzterer sollen nach dem Bericht von insgesamt< Arbeitern 116 gefeiert haben, in Wirklichkeit beschäftigt die dagegen blos 120 Mann, von denen am L Mai 4 gw1 116 gefeiert haben. Etwas uom Kriefarheimniß weiß die„Sächs.-tt zl ühlen: Ein Dresdener Buchdrnckergehilfe erttz- und ver | ß 1 «nttbe, «inet| Ztg. zu erzähle,,»....x,».... �. Kurzem ein Packet m,t einer größeren Anzahl in deutsch� französischer Sprache gedruckter Zeitungen. Das Packet tn sehr desolatem Zustande an, so daß man den Inhalt sehr f kennen konnte. Noch ehe sich der Empfänger von seinem® über das Aussehen des Packetes erholt hatte, war auch st Polizei in Höhe mehrerer Mann bei ihm eingetreten, hielt suchung ab und konfiszirte das höchst verdächtige Packet Zeiut � Da dieselben nur eine gänzlich ungefährliche Fachschnst A stellten, tarn der Betroffene weiter nicht in Verlegenhett, � philosophirte nur über die Sicherheit der der Post überg� Gegenstände. iji, Aua Kall« wird der„Volksztg." geschrieben: Der Verl! J A. Hoffmann von hier wurde am 1. Mai in Naumburg, w« er sich begeben, um eine Festrede zu halten, verhastet, ab« bald wieder entlassen. � Gjfruburg, 5. Mai. Die Demonstrationen zu G>«nsti> � Max-imalarbeitstages von 8 Stunden haben auch int.fl�/ badischen Lande von, Neckar bis an den Bodensee Zeugnis � legt für das erwachende Klassenbewußtsein des arbeitenden � D,e badische Regierung scheint von einer ganz besonderen v � beherrscht gewesen zu sein; durch einen ministeriellen Erla? � bot man z. B. am 1. und 4. Mai jeden Ausflug oder'&V gang nach Erholungsorten, jedes geschlossene S-chdewege" lg Volksmassen auf den Straßen. Dem Herzen des Musterim� dem Städtchen Ossenburg, schien am meisten Schlimmes ju0 � zu werden, denn das Aufgebot von Gendarmerie j ein imposantes. Am Abend des ersten Mai«W Redakteur A. Geck in einer großen Arbeiterversaw« u im„Dreikönigsaale" über die Bedeutung 1 iiti <0 0 des 0 'S tnb b- Oot sie mit einer Miene, in welcher sich Wohlwollen und gierde zugleich ausdrückten. — Hatten Sie eine Erlaubniß, in'S Theater gehen? — Ja, mein Herr._ — Und haben Sie sich unterhalten? In Theater waren Sie denn? — Nietn Herr, ich war auf dem Lande._ j Nun lachte er und fragte mit nachdrücklicher tonnng: - Allein?.' t« — Nein, mein Herr, mit einer Freundin, erwiver hoch erröthend., � Er schwieg nun, aber er betrachtete sie noch immer» � sie da stand, in ihrem ärmlichen, schwarzen Kleidchc», � ihrem Hütchen, das mit einem schmalen blauen Ba" jit schmückt war. Sollte dieser Wildling am Ende i gif einem hübschen Mädchen sich entwickeln? fragte er fto)- � hatte ein recht frisches Aussehen von ihrem Ausstugr � das Land, und war sehr hübsch in ihren schönen die sich auf ihrer Stirne ringelten. Und er, der sie stfe/ Monaten als Kiud behandelte und ihr zuweilen � schlage ertheilte, hatte jetzt seltsame Ideen des ersav � Lebemannes, die böse Begierde: zu sehen, Weib sich entwickelt und sich in diesem ungeheuren W verliert; er lachte nicht mehr, er hatte eine unerklärlich � YlftnWllYtn Dt« fRotMtfrk«rt« 11 oftowrt f l l«rt Q:i»V/+»t itllö iji pfindung, ein Gemisch von Ueberraschung, Fnrckt and lichkeit. Ohne Zweifel hatte ein Liebhaber dieses N# � yuifiit.qjucijci yaitc cm«cituyauct, pr dermaßen verschönt, dachte er, und er hatte das Gesuv würde ein Lieblingsvogel, mit dem er zu spielen pfleR' mit dem Schnabel blutig gepickt haben.. — Güten Abend, mein Herr, flüsterte Denise,, ihren Weg fortsetzte, ohne weitere Bemerkungen warten. � Er sagte nichts, sondern blickte ihr schweigend Dann kehrte er in seine Wohnabtheilung zurück. (Fortietzung foUt.) % im% "nb\ �eb 9 8 % fe ftt, g be: bo «r in sine ■ü nun an wird jedes Jahr zum ersten Mar em 1") t Äta«»i sm.» �««Äf.rS .Achtstunden-Marseillaise". Wien 6?�?keinJ» betreffend die Opere pie und genehmigte dasselbe in Win* Abstimmung mit 106 gegen 64 Stimmen.— Crispi hat � doch noch gesiegt. »n � Ipanl-n. Jtteinl dr i d, 6. Mai. Hier wird heute w allen Berufs- "i wieder gearbeitet. „ m Amerika. «ro..?°Dork, C. Mai. Die meisten Unternehmer in N h i fi n daben die Forderungen der Zimmerleute bewilligt. .adelphia, 6. Mai. An 2000 Zimmerleute erhielten Ji« simen Unternehmern den achtstündigen Arbeitstag bewilligt. . �hw01' der übrigen streikenden Zimmerleute lehnen diese uug entschieden ab. e Afrika. »bar, 7. Ma». Der Reichskommissar Major Kilwa genommen. Kilwa ist von den Aralern jj.1 wotbeu, nachdem es von den deutschen Schiffen beschossen {Uit, o Major Wißmann vom Süden her angegriffen worden LSonn2. 01 Schwarze sind gefallen, die Verfolgung wird morgen °°°t$?'rden. Das Wetter ist entsetzlich.(!) Das Depeschen- �Uo."n,� wird vermißt.— Nach einer„Renters Bureau" zuge- Uiter 2 Meldung sind die englischen Unterthanen in Kllwa oen Schutz Wißmanns gestellt. DnvlAmenko�isthes. in ihrer �itziinn. �lialdeiuollratische Fralctio» beschloß 4(% e.'n Mittwoch, für die erste Lesung der Vorlage über die (6an t" �llerichte, die nächsten Freitag stattfinden soll, die ""'Hg, J)---- 71— � Rennen 0 a ch und Tutzauer als Fraktionsredner zu r Än der Debatte über die Kolonialvorlage soll loll II"."—------- («greifen. H""S des Arbeiterschutz-Gesetzes, das die Fraktion n,.!.. age einbringen wird, wurde gestern zu Ende geführt Und 93 , v...... ,u'"" bestehend aus den Abgg. darauf eine Nedaktionskomnnsiion. Der --« 8ttan0en- ,. f.«! einen Antrag äffen und behuss Anbahnung e»ne Der 15«'°" v" �"v vryuss wiuuyuu 11 � geeignete Vorlagen: ./ t'ie.vnrnsRki« rtut �vifs% erniäßja." f zunächst auf die bis 1887 bestandenen Jhtf».�zuleiten»Lrl eine allgemeine Revision des Zoll- La�' Bich und« l UntcI Sänzlicher Beseitigung der Zölle . ßi wwihstta t i, uJ. Quch e,ne Entlastung des Verbrauchs Kit', Die!!(ufk.|h l'tchrl- �laft»! �WMenb�". k0 der Zuckermaterialsteuer und der j 8)'äenben Ausfuhrprämien für Zucker zu ver- Dj?�dga?rim,rehVen der bisherigen Brenner bei der Ver- 1»"° trau�l- That. �»tiuein in Forlfall zu bringen. !8,?ven Ä0 Halbhe!. frischem Leben erwachten Partei" ist 8. faliui,.""Wrten I' f' d»e gegen die„Lebensmittelvertheuerer" L�Ünm 0 der©5.-eniat hatten, wagen es nicht, die völlige Ä fcral&öae Zu verlangen. Den Much, der den befltz��'ehtrn fehlt, wird die sozialdemokratische Die Novelle zum Uufallvevstcherungs-Gejkeh. welche die sozialdemokratische Fraktion, wie wir gestern mittheiltcn, im Reichstag eingebracht, hat folgenden Wortlaut: Art. 1. Der § 5 Abs. 2 Ziffer 2 erhält folgende Fassung: In einer dem Verletzten vom Beginn der vierzehnten Woche nach Eintritt des Unfalls oder im Falle früherer Beendigung des Heilverfahrens von dieser Zeit an für die Dauer der Erwerbsunfähigkeit zu gewährenden Rente. Art. 2. Hinter§ 6 wird folgender neuer § 6a eingeschaltet: Im Falle der Tödtung eines Versicherten, welcher sich bereits im Genuß einer ihm auf Grund dieses Ge- setzes zugebilligten Rente befand, ist der zu leistende Ersatz der Beerdigungskosten, sowie die den Hinterbliebenen des Getödteten vom Todestage an zu gewährende Rente nicht nur nach dem Arbeitsverdienst, welchen der Getödtete im letzten Jahre gehabt hat, zu berechnen, sondern es ist bei der Berechnung die Summe des letzten Arbeitsverdienstes und der bezogenen Rente zu Grunde zu legen. Art. 9. Den Strafbestimmungen sind folgende Vorschriften beizufügen: 1) Den Betriebsunternehmern und ihren Angestellten ist untersagt, durch Uebereinkunft oder mittelst Arbeitsordnungen die Anwendung der Bestimmungen dieses Gesetzes zum Nachtheil der Versicherten ganz oder theil- weise auszuschließen, oder dieselben in der Uebernahme oder Aus- Übung eines in Gemäßheit dieses Gesetzes ihnen übertragenen Ehrenamts zu beschränken. Vertragsbestimmungen, welche diesem Verbote zuwiderlaufen, haben keine rechtliche Wirkung. Betriebs- Unternehmer oder deren Angestellte, welche derartige Verträge ge- schloffen haben, werden, sofern nicht nach anderen gesetzlichen Vorschriften eine härtere Strafe eintritt, mit Geldstrafe bis zu 900 M. oder mit Haft bestraft. Die gleiche Strafe trifft: 1. Betriebsunternehmer,»Deiche die von ihnen zur Deckung der Unfalls- entschädigungen und Verwaltungskosten zu leistenden Beiträge den von ihnen beschäftigten Personen bei der Lohnzahlung ganz oder theilweise in Anrechnung bringen. 2. Angestellte, welche eine solche Anrechnung bewirken. Die drutschfreisinuige Davtei hat noch folgende Anträge eingebracht: 1. Interpellation wegen des Fortbestehens des Paß- Zwanges an der elsaß-lothringenschen Grenze. 2. Interpellation wegen des schweizer Niederlassungsvertrages. 9. Interpellation wegen der Strafvollstreckung an Gefangenen,»Deiche wegen politischer Vergehen e,ne Gefäagnißstrafe verbüßen. 4. Resolution für die Einsetzung eines Gerichts oder Verwaltungsgerichts zur Entscheidung über Zollstreitigkelten. Die Dollispartei bringt einen Antrag für die Einführung der ziveijährigen Dienstzeit ein. 2. Lichlliig der 2. Klaffe 182. Königl. Prelltz. Lotterie. Sidmnn vom 7. Mai isso Bormittags. Kur tle Stlutnnc»dir 105 Mari N»d neu Detccnentcn Kummer« >« liatentlieie belQemgt. 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Ziehung der 2. Klasse 182. Köuigl. Preuß. Lotterie. JOelmi.n tum 7. Mal orno. NaOmlee»,«. Rur tle ffieimmte über 1«5 Mari 6nd den oelreO«»»«» stummer» w Mnre»lte>e deine. nai. (Odin iSemedt.) 843 49 61 9.1 9. 9«-e-42-l. 95 3.1 62«.4 I10"l 0.« I 89 696«29 63«4145 210 338 03 417 613 49 710 931' 63[1501 372 533 663 707««024 106 76 82[1501 327 9««7022 60 124 41 78 324 11501 37 46 567 807 949 ,. /»r*. /\r«19'IJIi..««.,»4?."' 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725 89 870.[1501 84[1501 78 i sÄMMWWWWW Theater. Donnerstag, den S. Mai. Vverustans. Der Ring des Nibe- lungen. Zweiter Abend: Siegfried. f rstanspirllfano. Wilhelm Tell. rsstng-Theater. Die große Glocke. Deutsches Theater. Egmont. Kerliuer Theater. Die wilde Jagd. Friedrich-Wilhelmstädt. Theater. Der arme Jonathan. Wallucr-Theater. Rigobert. Das , Armband. Viktoria Theater. Stanley inAsrika. Gstend-Theater. Der Scharfrichter von Berlin. Restdetts-Theater. Marquise. Ketlealli.' eallianre■ Theater. Der Nautilus. Kroll'o Theater. Central- Theater. »La Traviata'-. Ein fideles Haus. Adolf Crnst. Theater. Der Gold- _ fuchs. Cledr. Richter s Variötö. Speziali- . täten-Vorstelluug. Englischer Garten Direktion: C. Andress, Alexanderstraße 27c. Auftreten der Liedersängerin Fräulein Grau:. Auftreten des Charakter-Komikers Herrn Mowratzky. Auftreten der Chansonette Fräulein Corella. Austreten der musikalischen Fantasten Loo und Teddy. Auftreten der Ducttisten Geschwister Bei iimi. Anfang Wochentags 8 Uhr. Entree 30 50 it. 75 Pf., tu» Vorverkauf 20 u. 30 Pf Sonntags Ansang halb 6 Uhr. Sonntags Entrce 50, rescrvirt 75 Pf., Orchester 1 Mark. Vorverkauf Entree 40 Pf._ (MifflllCllt Buggenliagen am Moritzplatz. Täglich; Gr. Instrumcntal-Conccrt, Direktion A. Röduia»». Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. ■P,., Wochentags 10 Plg., riütl'Ce Sonn- und Festtags im Kaisersaal 25 Pfg. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Slusschauk von Patzenhoser Export-Bier, Seidel 15 Pr. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen. «41 F. Müller. Vassaor 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab Kainer-Panorama. Nur awr* diese Woche: Vielen Wünschen entsprechend: 1. Reise d. Ronvrge». 2. Reise d.©bev- italien. Sago Maggiore u. Como-Scen. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. _ Jede Woche andere Reisen. fummBmmmmmsmsmmm WWM S. Heise. Chansteestraße14Z Die schönsten Mttkltider s,-Miintel für Mädchen jeden Alters, sowie Morgeurölke, Usterrölke, Blosses ssll Tricottsillen l auch im Einzelverkauf sehr billig! Massbestellnngen n. Reparaturen Verden prompt erledigt I �C!Mtsseestvaße14. keschiistsjaus T. Heise. L Bitte lest« Sie! m SetzerKtreik „Berliner Loknl- Anzeiger". Am gestrigen Tage legten 31 Seher(20 Verheirathete, 11 Ledige) der obengenannten Zeitung die Arbeit nieder, weil am Dienstag die drei Der- tvaucnsmiitttter ylöhlich als Anfwicgler rntlajfen und den übrigen Unterstühnngsvereins-Aiitgliedern in einem Schreiben die Zumuthung gestellt wurde, ans dem Rntcrstiiiniitgsvevri» Drutschcv Knchdrnätrr zu fchridr». Alle Verhandlungen scheiterten. Dies zur öffentlichen Kenntniß für das lesende Publikum. In einer Volksversammlung wird das Nähere mitgetheilt werden.[189 Das streikende Setzer-Personal. Achtung, Kistenmacher! Sämmtliche gcmäßregelte Kistenarbeiter werden hierdurch ältfgefordert, sich am Freitag Abend bei G. Leichnitz einzufinden, da Menschenfreunde ein Kapital zusammengebracht haben zur Gründung einer Genossenschaft. Auch sind sonstige Theilnehmer sehr willkommen. 177 Einer für Alle. Achtung, Klempner Unter der Adresse Grünstrasse 16 werden im„Intelligenz-Blatt" und„Lokal-Anzeiger" Klempner nach Thale gesucht. Wir machen die Kollegen aufmerksam, daß dort die Kollegen die Arbeit niedergelegt haben wegen schlechten Lohnes und langer Arbeitszeit. Ebenso ist Streik ausgebrochen in Hamburg und Dresden. Kollegen! Meidet diese Städte! 179 Der Vorstand des Vereins der Klempner. Achtung, Metallschleifer! Große öjsestliche Bersaisislssg säissttlilher MetoWleizer Korlin» und Umorgend Korlins und Umgogettd am Freitag, den O.Mai, Abends 7 e Uhr, in Jordans Salon, Neue Grünstrasse Mo. 28. Tagesordnung: 1. Statutenberathnng. 2. Wahl eines Vorstandes. 3. Aufnahme von Mitgliedern. 4. Berichterstattung der Kommission über die Verhandlungen mit den Fabrikanten. 5. Verschiedenes. Das Erscheinen ist Pflicht eines jeden Kollegen! 168 Der Einberufer. Grosse öffentliche Arbeiter Nersammlnng im am Freitag, den 9. Mai, Abends 8 Uhr, großen Saale der Aktien-Brauerei Friedrichshain (vormals L i p s), am Königsthor. Tagesordnung: 1. Die allgemc! en Maßregelungen imd wie stellen sich die Berliner Arbeiter hierzu? Referent: Herr Otto Heindorf. Diskussion. 2. Verschiedenes. Es werden alle Arbeiter ersucht, in �dieser Versammlung zu�erscheinen. Der Einberufer. Paul Meyer. Grosse öffentliche Steinmetz Uersanrmwng am Donnerstag, den 8. Mai, Abends 8 Uhr, im„Königshof", Bnlowstraße 37. Tagesordnung: 1. Wie verhalten sich die Berliner Steinmetzen zu dem Bunzlauer Streik? 2. Verschiedenes.[113 Oer Einberufer. Zur Frühjahrs-Saison empfehle mein reichhaltiges Lager in Sommer« Paletots, Rock« und Jacket- Anzügen, sowie einzelnen Hosen, Röcken, Jackcts, Westen je.; ferner Damen-Mäntel und-Kleider, Stiefel, Hüte, Betten, Wäsche, Uhren, Reisc- u. Holzkoffer u. f. w. Alles in alt u. neu! Kaufe sämmtliche Sachen auf Auktionen u. v. Leihämtern; auch sind verfallene Pfänder dabei,'daher sehr billige Preise. Slialicherstr. 1Ä7. (Gegründet 1874.) Bitte recht genau aus Namen und Hausnummer zu achten. 122 31. Wnzil», Gesang-Verein 186 wünscht noch einige 1. Tenöre. Zu melden Donnerstag bei Berg, Kaiser- Franz-Grenadierplatz 7. Nehme die der thane Beleidigung Frau Stepfan ge- zurück. I. Schenk. Grosse öffentliche Versammlung der Weber, Wirker, Fiirber, Ssiuner, Strilker, Possinentire, Stilker, Rszchisalher, Seiler, Hm###, Appretesre und verwandten Kernfogenosteir Donnerstag, den 8. Mai, im„Elysium", Landsberger Allee 31/33. Tagesordnung: 1. Die Lage der Textilarbeiter Deutschlands und ihre zukünftige Agitation. Referent: Kollege Scholz. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Agitationskomitees für Deutschland. 4. Verschiedenes.[121 Zur Deckung der Unkosten Tellersamnilung. Um recht zahlreichen Besuch wird gebeten. Der Einberufer. Grosse Versammlung der ausgesperrten Arbeiter ber Allgeiseises Elektrizitiits-Gesellschsst am Donnerstag, den 8. d. Dl., Abends 8 Uhr, im Weddingparir, Müllcrstr. 170. Tagesordnung: 1. Berichterstattung der Kommission. 2. Weitere Beschlüsse. 3. Verschiedenes und Fragen. 180 I. A.: Die Kommission. 183 A'che öjsentlilsze Mglieber-Bersmnlnlsug der Freien Vereinigung der Seifensieder und Krrufsgenost'e» Kcrlino nnd Umgegend am Sonnabend, den 10. Mai 1890, Abends SVs Uhr, im Lokale des Herrn Scheffer, Jnselstraße 10. Tagesordnung: 1. Die Bedeutung des Achtstundentages. Referent: Herr Paul H e i t in a n n. 2. Diskussion. 3. Bericht der Revisoren nnd des Kas sirers. 4. Entrichtung der MouatSbeiträge, Aufnahme neuer Mitglieder. 5. Wahl eines Bibliothekars nnd Ausgabe der Slrdeiterbibliothek. 0. Verschiedenes. ftnh imfffnmiWjT Cid tff ßhlßS ißbo Gäste sind willkommen. Es ist Pflicht eines jeden in der Seifenbranche Beschäftigten, in der Versammlung zu erscheinen und sich der Vereinigung anzuschließen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Aufforderung E Laut Versammlungsbeschluß vom 3. d. M. ist der Streik der Weißgerber in der Hegermann'sthen Fabrik unter Aufrechterhaltung der Sperre für beendet erklärt und bittet man, alle noch zirkulirenden Listen, ob ge zeichnet oder nicht, in aller Bälde an den Unterzeichneten einschicken zu wollen. i� I. A.: E. Haferland, Biesenthalstr. 3, 2 Tr. Möbel auf Theilzahlung Lchmgerßr. 75. Hugo Lewent. Soeben erschien: wsr Heft 3."m Dr. W. Zimmermann's Grcher Jeutslher Vaserskrieg. 1 Ur. I l l u st r i r t e Volksausgabe. Herausgegeben von Wilhelm Bios. Dreis pro Heft 30 Pfennig. Zu beziehen durch die Expedition, Beuthstrasse Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Hamburg- Araerikanisehe WSW ® ürbdlrl oVMvwPdnVi fFPsiTiTaf Postdampfschiffahpt Hamburg-NewYorx Soulhampton anlaufend Oceaniahrt«&| Tage- Ausserdem regelmässige Postdampfer Verbindung iwUchon_.... Hamburg-TVcstindiei Hamburg— Harana. Hambarg— Mexico« Härre— Newyork. Stettin— Nowyork. Hamburg— Baltimore Nähere Auskunft ertheilt: Wilh. Maliter, Berlin N., InvalidenstraSS« 283 und August Langer, Berlin, Platz vor dem Neuen jjL " aoB1 Centrai-Verband deutscher Böttcher. Berlin. Heute, Donnerstag, den 3. Mai: Versammlung bei Heise, Lichtenbergerstraße Nr. 21. Tagesordnung: Wie stellen wir uns zu dem neuesten Beschluß der Arbeitgeber. Verschiedenes. Anfang 7Ve Uhr. 190 Oer Vorstand. Versammlung ber Freies Bereisigssz b.Loh- gerber s.Leberzsrilhter Berlins am Sonntag, den 11. Mai, Vorm. 11 Uhr, Weinsiraße 11 bei Feindt (früher Bobert). Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Max Ba- ginskiüber Gewerkschaftsorganisation. 2. Vereinsmittheilungen. 173 Oer Verstand. -Unter- Krsnkes- ssd Sterbe stubnngsksise Berliner Former Bund (©. K. Ur. 20). Sonntag, den 11. Mai, Vorm. 11 Uhr, im Kaffenlokal Schwedterstraße 23/24: General-V ersammlung. Tagesordnung: 1. Vierteljahresbericht v. 1. Quartal 1890. 2. Aufnahme neuer Mitglieder und Verschiedenes. 178 Der Vorstand. I. A.: F. Engelstadt. Verbanb ber beMesGolb- s. Silberarbeiter s.veriv. Berufs- genofses lZahlfteke Berlin). tLer Arbeitsnachweis befindet sich beim Kollegen Bobert Reiche, Priuzessinnenstr. 31(Cigarrengeschäst). Der Nachweis ist geöffnet Wochentags von Morgens 9 bis Abends 9 Uhr, Sonntags Vorm. von 9l/2— lOVe Uhr. Die Vermittelung ist für Prinzipale wie Gehilfen eine unentgeltliche. Das Uerkehrslokal befindet sich beim Kollegen Grün, Elisabethstr. 29.[181 Der Torstand der Zahlstelle Berlin. Vazar Jerusalemerstr. 50, Hof Parterre. Kroßariig» Auswallt jeder Strt billigst! (Auch a.Theilzahlg.) OiilllldW Goldschmidt, (HDljUlUm Spandauerbrücke 6, am hiesigen Platze bekanntlich Grösste Auswahl. (Suvaittirt stchev brrnnrude T a b n h r."OlB Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Hanvel befindlichen Rohtabake sind am 1653 Lager. A. Goldschmidt, Spandauerbr. 6, ain Hacke'schen Markt. Kisbersiages, Das gr. Lager Berlins Attdvrasstr. 2%. Unserem Kollegen und Resten-., A. Linneken zu seinem he', Geburtstage ein dreimal donne, Hoch! daß die ganze Beustelj wackelt und die Flöte krackst. 185 Kalte Heul* Jüi ». A besetz?� „.Da 13 Zetb SmB i "chme. 1*1 sack H ain Ne»wä Wicken( �%al St fM «Woeich, S". hn Durch die Ausnuethuug aus �, alten Wohnsitz(Brunnenstraße)« durch lange Krankheit bei meiner st. Eamilie habe ich wieder ein Bae«'� eschäft eröffnen müssen. 34.. pfehle mich hiermit wieder j alten Bekannten und Freunde» bitte um geneigten Zuspruch.> Carl Schade, W» Weinbergsweg Nr. 15 d.. »iciue h Uakten besten. Fabriklager Zimmerstrasse 86, Voh-Tabak »nh Un| . Die -Z »»zler 667 Größte Zluswahl, billigste " Elkhnysen, Wünists�l Grabdenkmäler in Marnlor, Syenit nnb ls fertigt zu den solidesten Preise» A. Zabel, I s III Schönhauser All et n Kleider-StoÜ, selten billigen Preisen bei � Z. ALEXANDER 102. Cr. Frankfurterstr» _(Ecke der Krautstraße.)�> Lassalle-. Marx-, Bebel-, Liebk" j Singer-Köpfe, als Cig.-Sp>d Meersch., a. 1,50 M. und besser. verkäufer�Prozente._ B. Gttnzel, Brunnenst�. Achtung, Metallkrbeittt. Die Gürtler und Dreher der»i gifchen Branche von H. Kr Artilleriestraße 23, haben wegs»� bewillignng ihrer Forderung b's niedergelegt. Wir bitten 3'13U0 zu halten.„.«es! Die streikenden bie« Är bbeitj Hi bei 9rb Ter wahre 3 Ni*. 90. Zu beziehen durch die Elp Ar> s ß ß tz Beuthftraße 3. teiiipiniier mit -- Flick, Boyö»!�. 182 Ad. Ein großes schönes estem Stand ist zu verk. r. 70 im Laden, Berlin. Grünkramgeschäft mit Nolle verkäuflich Chorinerstr. 73.�____ Rasch� if'S Eine Schlafst. für Herrn bei straße 2, Stfl.___ Ofensetzer, geübte o»0 jijck' Verantwortlicher Redakteur:€«rt Kaahe in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kading in Berlin SW„ Beuthstraße 2. werden verlangt Neubau Bremerstraße 42 43.—*'> Hierzu zwei#0� I fcs 1 % hl W'K Nr. 10F., Douuerstag, den 8. Mai 1890* y. Jahrg. DArlmnenkS�evichke. . � 2. Sitzung vom 7. Mai. Am' Präsidentenwahl. NHl j.ifdho st5t.MvÄs», �4-r.s. � oq. Han bcä Bundesraths: - G ü l tz A. ist wieder bis in die o ettich er, Frhr. letzten Sitzreihen reichlich aaemm Mein,—''»MWM liir ein- h.«leiumig, daß es angemessen sei, wenn ich WMSÄSWO S�mocutige nbertraaenen Woblwollens für weine Icriou übertragenen Wohlwollens für meine Person er l), und ich danke Ihnen herzlich dafür. Ich nehme v(Bravo!) Meine Herren! Ich werde mich redlich ;ib S.. Zu rechtfertigen, was Sie bei der Wahl sachlich nb haben mag, aber meine Kraft ist schwach an. eiine' bv' �rer größten Nachsicht und allseitigen Unterstützung dringend nhrlil 8- Meine Herren, erlauben Sie mir, zu erklaren, daß ich Ä f'm »A lange ich auf dem Präsidentenstuhle sitze, Ist des Gerung und dem Wunsche, daß die Stimmung, welche tzch bei Wem ersten Geschäfte ausgedrückt hat und welche zu pflegen w! n Pflicht und mein Vorhaben ist, nicht nur mir gegenüber Mten bleibe. sanN.,., m,A Ni» gSfl.tnhir iiipvh. rnr ituferi. 9tr, t# Ä. llce D' l�ete ich mein Amt an.(Lebhafter Beifall.) % a r rU12 erften Vizepräsidenten wiro Abg. Graf sind ,,j,l e!n(Zentr.) mit 304 Stimmen gewählt.(29 Zettel cc-sA neben.) Derselbe nimmt die Wahl an. ten Wahl zum zweiten Vizepräsidenten fällt auf tetpi«'®' lL a u m b a u ch- Berlin(dfr.), aus den sich 284 Stimmen »Nbefch�'g Stimmen haben sich zersplittert, SO Zettel sind Schriftführern werden gewählt dieAbgg. Graf v.Klei st- $1","3"', Wich mann, Müller- Marienwerder, Frhr. v. h,°l, P o r s ch, Holtzmann, Schmidt- Elberfeld und m?/ i- Jauer. ltrs„ s�dent u. Leveliom bringt ein Schreiben des Reichskanz- leins- ��privi, welches die Ernennung desselben zum Reichs- üA!? anzeigt, zur Kenntniß des Hauses und schließt daran die Gm.!! Worte, bei denen sich ein Theil der Rechten von den Mr?.-»s'hebt: Meine Herren! Die unsterblichen Verdienste, die licht» Bismarck als ersier deutscher Reichskanzler sich um die Auf- % um den Slusbau, um die Machtstellung des Deutschen lüxT* erworben hat, werden und können im deutschen Volke Deutschen Reichstage niemals vergessen werde».(Beifall.) J1.® fernere schriftliche Mittheilung des Reichskanzlers be- Q L»i« Ernennung des Kontre-Admirals Hollmann zum Chef Mchs-Murineanites. Ochste Sitzung: Freitag 1 Uhr.(Gesetze, betreffend: Ge- ......."' und Sachverständige und Geiverbegerichte). I Arbeiterbewegttttg. � �'ubnrg, 7. Mai. Tie hiesigen Maurer haben heute niedergelegt. Der Fachverein derselben hat eine Ttzc.�rung erlassen, den Zuzug fremder Arbeiter auf das iü[[g üste zu hindern. 1700 Zimmerleute streiken hier eben- %fUs,• M®>strr haben 140 Zimmerleuten eine neunstündige �Zeit mit 65 Pf. Stundenlohn bewilligt." Nt hf �lschlrr in Hannover-Linden haben die Arbeit eiuge- Slrhv,16 Meister die geforderte Lohnerhöhung und Verkürzung . A,,®"szcit ablehnten. .�örlil? wird der„Schl. Ztg." geschrieben, daß am v�ncftp Vt Abend die dortigen Tischler der photographischen � l4f t 61 80, die Arbeit niedergelegt haben, nachdem während J>nr. stPen Kündignngssrist eine Einigung nicht erzielt worden 'keil nsls"� ,&'e Töpfer und Oseubauer in Görlitz haben die Jr x»'• wvii yvu�v i*»»v i—...,, � aAf.vC �beit eingestellt: dieselben verlangen Lohnerhöhung Arbeitszeit. Mai. Seit heute früh haben sämmtlichc ....— �. f___« Kai». a t» a* a a t Arbeitszeit. den 6. Mai. Auf einzelnen Gruben des »'st bZer Anfang mit einer Lohnausbesserung der Ma- dp«• Werkstattsardeiter gemacht werden, welche bisher Ae Lobn��y�'ch®" Bergleuten in dieser Hinsicht zurückstanden. i' Ps. L � befriedigt jedoch Niemand, da sie nur 10 bis . Sch'cht beträgt.— Die Arbeiter der de Wendel'schen .siecht cF. lu Sulzbach haben bis jetzt durch den Streik noch nichts rttüiia xf-l�c!ben habe» beschlossen, bei der preußischen Re- Jsie» Verstaatlichung des in französischen Händen befind- r* 8«iiiP,!Vm anzuregen, welches die schlechte, teil Löhne in jHb;,,.h J! Öcgend zahlt. Für den Augenblick werden die Strei- R�logj. Jll"achgeben müssen.— Die Grubensieiger haben nach � Fni«.".aiechtsschutzvereins einen Verband zur Wahrnehmung .."°"»S®aAindet. IU?. flcmm k.• Mai- Ter Maurerstreik ist nunmehr gegenstands- '~—'-—--- �------- W.�aa. aa � 1 a Xoil �ichU°°rdem"Einem�Thett'der'Ärei'ke'ii'den wm ßesätzä, Ulingsmeistern ihre Forderungen bewilligt, ivurden von den ivährend un- auf dem g von Ar- Stadt, um den Einfluß des sie für eine sozialdemokratische Statuten unpolitisch sind, zu llesäh.�'"»»gsmeifiern ihre Forderungen bewilligr, wayreno un- irisier ü'- Alanu die Stadt verlassen mußten, da die Jnnungs- f 1 a ch."'cht nachgaben. Die Geistlichkeit"" b.-itg.".Lande wirkte für den Zuzug lacWeRsftaen"»ch der w......... ssp,r.............. M uät'st- In der Jutespinnerei der Firma Engeberth Schon- abrik von i>vm�P".gren Arbeiter— etwa 30 Personen r a Ä,,..st-ndige Arbeitsdauer verlangt. b.©elanich berichtet das„Chemn. Tagebl. unter dem » Ocin' i Tie von den öffentlichen Bergarbeiter-Versammlungen ähln, e. ugauer Kohlenrevier zur Erledigung der Lohnfrage Kommission hatte an das Konigl. Bergamt zu Freiberg einen Abdruck der an die Grubenvorstände dieses Reviers gestellten Forde- rungen gefordert. Das Kgl. Bergamt hat hierauf dem Komitee, nach- dem es zunächst dessen Berechtigung, sich als Bevollmächtigte und Vertreter der Arbeiterschaft des ganzen Reviers zu bezeichnen, ohne beigebrachte Vollmacht in Frage stellt(!), zu Vermeidung zweck- loser(!) Schritte eröffnet, daß 1) das Verlangen auf Gewährung freier Kur für die Familien von Mitgliedern der Knappschafts- lassen aus Mitteln der letzteren nach§§ 8 und 11 des Gesetzes vom 2. April 1884 unzulässig sei; 2) daß die Zulassung der Naturheilmethode bei den Knappschasts-Beamtenkassen gegen§ 8 Abs. 1 des gedachten Gesetzes und§ 29 der Reichsgewerbeordnung, wonach nur approbirte Aerzte zur Ausübung der ärztlichen Praxis berechtigt sind, verstoße, und 3) daß die Einführung achtstündiger Schichtzeit, nachdem die neue Arbeiterordnung zehnstündige Schicht- zeit feststelle, hierin aber Gebeteverlesen(!) sowie Ein- und Aus- fahrt einschließe, thatsächlich schon bestehe, sechs Werke übrigens schon seit langer Zeit achtstündige Schicht, ausschließlich Ein- und Ausfahrt, besitzen. Die Cliemuitzer Käärer wollten von ihren Jnnungs- meistern keinen höheren Lohn, sondern nur drei Tage im Jahre arbeitsfrei, und zwar baten sie die Väckerinnung, ihnen den zweiten Weihnachtstag, zweiten Ostertag und zweiten Psingsttag srei zu geben. Die Innung berieth und beschloß, daß man die Bitte der Gesellen auf drei freie Tage im Jahre— nicht er- füllen könne. Lamtirrcht(Pfalz), 5. Mai. Durch Vermittelung des Herrn Bezirksamts- Assessor Müller ist der hiesige Streik(resp. Aus- sperrung) beigelegt worden. Was wir errungen, ist eine Ver- kürzung der Arbeitszeit um eine Stunde und Gleichstellung des Lohntariss in sämmllichen hiesigen Tuchfabriken. Hierdurch zahlt jetzt die Firma H. Botzong, welche früher die niedrigsten Löhne zahlte, Ib pEt. mehr. Zugleich verpflichteten sich die Fabrikanten, jedem Ausgesperrten wieder Beschäftigung zu geben; sie sind aber ihrem Versprechen bis jetzt noch nicht nachgekommen, da noch 40 der Ausgesperrten(meistens Familienväter) auf Beschäftigung harren. Diese 40 werden die Gemaßregellen bedeuten, da die Fabrikanten für die fremden Zugezogenen, welche bei der hiesigen Bürgerschaft keine Kost und kein Logis erhalten, eine Volksküche errichtet haben und immer noch fremde Arbeiter hierher locken. Wir appelliren daher nochmals an das Solidaritätsgefühl der Freunde, Genosse» und Kollegen allerorts und bitten vor Allem, den Zuzug streng fernzuhalten, sowie die Ausgesperrten resp. Gemaßregelten nicht zu vergessen. Denn nicht eher können wir unsere Aussperrung beendet betrachten, als bis die noch Ausge- sperrten wieder beschäftigt sind. Mit kollegialischem Gruß: Das Streikkomitee. NB. Briefe jc. sind zu senden an Karl Schlosser, Wirth in Lambrecht(Pfalz).— Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Loliesles. Don der Schöueberger Lostalkommlsston geht uns Folgendes zu: An alle Genossen Berlins und Umgegend richte» wir die Bitte, die Beschlüsse von den Versammlungen wegen der Lokalsrage hochzuhalten und die Lokale zu bevorzugen, welche ihre Säle zu Versammlungen hergeben. In Schöneberg ist nur die Schloßbrauerei zu Versammlungen zu haben. Daselbst ist dem Militär der Zutritt verboten, weil Sozialdemokraten dort ver- kehren. Die Lokalkommission. I. A.: Alb. Schmidt. Die Lolialliommisston von Feiedrichshogen veröffentlicht hiermit die Liste der Gastwirthe, welche ihre Säle uns zur Verfügung stellen, event. wo Arbeiterblätter ausliegen. Die Saalbesitzer: C. Schmidt, Kaiserhof. E. Schmidt, Waldhaus. F. Kessin, Gesellschastshans.(5. Böttcher, Restaurant. R. Richter, Eiskeller. C. Petznick, Deutsches Haus. C. Conrad, Restaurant. E. Witte, Fischerhütte. F. Wolf, Brauerei-Zlusschank. F. Wulff, Bad Bellevue. E. Schulz, Seeschlößchen. Außerdem die Nestau- ratenre: G. Wöhlert, F. Bandelow, P. Zademack.— Noch nicht in Unterhandlung getreten mit dem Lokalkomitee sind die Saal- besitzer F. Zibolski), Müggelschloß; W. Tabbert, Hirschgarten; W. Lerche und F. Lerche, Restaurant; außerdem sämmtliche kleineren Restanrateure. Dei drr Htadtvrrordneten- Stichwahl in der III. Abtheilung des 82. Kommunal-Wahlbezirk Berlins, die am Dienstag ftaltsand, sielen aus DrechSlermeister Törmer(liberal) 804 Stimmen, Redakteur Dr. Bachler(Bürgerpartei) 871 Stimmen. Mithin gewählt: Bachler. In Kesug auf die Kündigung zwischen Prinzipal und Handlungsgehilfen haben die Aeltesten der Berliner Kaufmann- schaft in einer Prozeßsache eine amtliche Auskunft dahin ertheilt, daß nach Berliner Ortsgebrauch bei verabredeter vierzehntägiger Kündiaungssrist nur am 15. des Monats mit Wirkung zum Schluß des Monats gekündigt werden kann. Die neue Dfei-dedahuliuie der Berliner Pserdebahn-Ge- sellschast zwischen Eharlottenburg(am Knie) und Moabit(Kri- minalpalast), im Zuge der neuen Gotzkowski-Brücke ist am Mitt- woch fertig geworden. Die polizeiliche Abnahme dürste in den nächsten Tagen und dann die baldige Inbetriebsetzung erfolgen. Die Linie ist durchweg,— mit Ausnahme der Strecke Alt-Moabit, an welche die dortige Kirche angrenzt— zweigleisig. Da» neu erbaute Kraubruhauo am Urban bedeckt ein Gebiet von rund 25 000 qra. Der Haupteingang zum Kranken- hause befindet sich von der Straße Am Urban aus durch das Mittelportal des Verwaltungs-Gebäudes, welches mit seiner Längsfront an der Straße liegt. Außer einem Pavillon für Diphteritiskranke find noch 10 Pavillons(5 für Männer und 5 für Frauen) vorhanden, welche aus einem Erdgeschoß und einem ersten Stockwerk bestehen. Zwischen den Pavillons befindet sich je ein freier Raum von 20 bis 25 m. Das Verwaltungsgebäude ist 42 in lang und Iß in breit, in mäßiger Entfernung von deni- selben ist das Operationsgedäude errichtet. Von den Pavillons dienen 4 chirurgischen Zwecken, 6 weitere sind für innere Krankheiten bestimmt und der elfte kleinere, welcher der Mitte des Terrains liegt, soll Diphterilis- in Kranke aufnehmen. An diese, den eigentlichen Kranken zivecken dienende Anlagen schließen sich die Wirthschaftsgebäude. Die 11 Pavillons enthalten im Ganzen 570 Betten; hiervon eut- fallen auf die chirurgische Abtheilmig 153 Männer- und 173 Frauenbetten, auf die innere Abtheilung 138 Männer- und 126 Frauenbetten. Der Diphteritis-Pavillon enchält 16 Betten. Die Gesamintkosten der baulichen Anlagen betragen 3 100 000 M. Mßer den leitenden beiden ärztlichen Direktoren und dem Ober- inspektor sind 8 Assistenzärzte und 2 Apotheker vorhanden. An Schwestern, Wärterinnen, Operationsdienern, Leichendienern, Apothekergehilfen:c. sind 66 Personen vorhanden. Die ganze An- läge wird lediglich elektrisch beleuchtet, von einer Gasbeleuchtung ist vollständig abgesehen, dagegen hat man sich vor Störungen dadurch geschützt, daß man zwei von einander unabhängige Lei- tungen ausge, iihrt hat. Dynamitsprengnnge» von hohen Schornsteinen innerhalb der Sladt lauien nicht immer ohne Unfälle ab. Einige Male sind derartige Niederlegungen gelungen, indem die Schornsteine in sich Klbst zusammenstürzten. Anders war es aber am Dienstag Nachmittag öVe Uhr, als auf dem Potsdamer Personenbahnhof durch ein Kommando des Eisenbahn-Regimenls der freistehende Schornstein eines bereits abgebrochenen Maschinenhauses durch Sprengung niedergelegt wurde. Der Schornstein siel hierbei nicht, wie nach den bisherigen Erfahrungen zu erwarten, in sich zu- sanimen, sondern neigte sich zur Seite und zertrümmerte beim Niederschlagen ein kleines Stallgebäude ii»d durchschlug die Seitenwand eines Hinterhauses der Köthenerstr. 13 in nicht erheblicher Weise. Verletzungen an Personen und Vieh sind nicht vorgekommen. Mo die„Schneidiglieit" aufhört. Im Hause Alvens- lebenstr. 7, 3 Tr., ivohnte seit kurzem der Lieutenant a. D., Lenz. Am Montag Abend kehrte derselbe nach seiner Behausung zurück, wie die Wirthin auf Grund gewisser Anzeichen vermuthete, in ziemlich angeregter Stimmung. Als aber am nächsten Morgen und schließlich bis gegen 2 Uhr Nachinittags im Zimmer des Lieutenants nichts sich regte, schritt die Wirthin unter polizeilichem Beistand zum gewaltsamen Eröffnen der Zimmerthür, welche von innen verschlossen und verriegelt war und von einem Schlosser aufgesprengt werden mußte. Den Eintretenden bot sich ein er- schreckender Anblick. An der Thürangel hing der Lieutenant als erstarrte Leiche mit einem Strick um den Hals. Wiederbelebungs- versuche erwiesen sich als erfolglos, da am Montag Abend bereits der Tod des Selbstmörders eingetreten war. Die Leiche wurde noch am selben Tage zur Morgue geschafft. Ueber die Beweg- gründe der That verlautet folgendes: Lenz hatte im Oktober vorigen Jahres seinen Dienst bei einem Dragoner- Regiment quittirt. Er kam nach Berlin, um sich hier eine bürgerliche Stellung zu suchen. Es erging ihm, wie meistens den Offizieren a. D. Der Erlangung einer selbstständigen Stellung staüd das übergroße Angebor der Stellenlosen im Wege und in der Verzweiflung darüber hatte Lenz wiederholt geäußert:„Ich finde keine Stellung, es bleibt mir schließlich nichts übrig als— eine Kugel vor den Kopf!" Von seiner auswärts lebenden Mutter erhielt Lenz ab und zu Unterstützungen, diese aber reichten offen- bar deshalb nicht aus, weil der gern gefällige Lenz kürzlich einem Freunde„aus der Brenne" geholfen. In rntfrtzlichrr Meise wurde am Montag Nachmittag eine srohe Hochzeitsseier gestört. Der Vorfall selbst, über ivelchen der Polizeibericht eine kurze Mittheilnng machte, hat sich folgender- maßen zugetragen: Im vierten Stockwerk des Hauses Manteuffel- straße 33 wurde die Festlichkeit begangen, und wegen der in den Zimmern herrschenden schwülen Temperatur hatte man die Fenster ausgehoben und durch Gazerahmen ersetzt. Das einem der anwesenden Gäste gehörende Kind, ein Knabe von 3 Jahren, hatte in einem unbewachten Augenblick das Fensterbrett erklettert. Er lehnte sich gegen den Gazerahmen, dieser, nur lose hingestellt, gab nach und das Kind stürzte aus der Höhe des vierten Stock- werkes auf den Hof hinab. Llls man den Knaben aufhob, gab er trotz des jähen Falles noch einige Lebenszeichen von sich, ver- schied aber auf dem Transport zu einem Arzte in den Armen der Mutter, noch ehe diese die Wohnung des Arztes erreicht hatte. Das gestohlene Kind des Molkereibesthrrs Kens in der Bergmannstr. 13, ist noch nicht wieder zum Vorschein ge- kommen. Nachdem seit dem Raube der zwei Jahre alten Alma, der, wie wir seiner Zeit berichtet haben, durch eine unbekannte Frauensperson am Bußtag ausgeführt worden, bereits acht Tage verstrichen sind, haben die tiefbetrübten Eltern auch nahezu schon die Hoffnung aufgegeben, in den Wiederbesitz ihres Lieblings zu gelange». Vergangenen Sonnabend schien es, als ob die Eltern eine Spur ihres Kindes erhalten sollten. Der Vater war, wie dem„Kl. I." berichtet wird, benachrichtigt worden, daß man bei einer Zigeunerbande, die sich zwischen Spandau und Potsdam herumtreibt, ein kleines Kind, das nicht zur Truppe zu gehören schien, bemerkt habe. Sogleich machten sich Herr Heno und seine Frau mit eigenem Fuhriverk an die Verfolgung der angedeuteten Spur. Stach verschiedenen Irrfahrten erreichten sie die Zigeuner- bände, die sich zwischen Wannsee und Schildhorn gelagert hatte. Das gesuchte Kind wurde indessen nicht vorgefunden. Gleich ver- geblich erwies sich eine Nachforschung, die der Vater vorgestern in Eharlottenburg bei den dort zum Pferdemarkt eingetroffenen Zigeunern anstellte. Das Schwarzwild hat sich in der Spandauer Gegend in den letzten Jahren'ungemein vermehrt. In besonders ausfälliger Weise zeigt sich diese Erscheinung ans den Wiese» im Hinteren Stadelande. De» sichersten Beweis für die Zunahme der schäd- lichen Thiere, schreibt der„Sinz. f. d. Hau.", liefern die Ver- heeruugen, die sie auf de» Feldern anrichten. Hierfür nur ein Beispiel. Der Pächter eines städtischen Ackerstücks im neuen Felde, in unmittelbarer Nähe des Waldes gelegen, hatte dasselbe mit Kartoffeln bepflanzt. Der angerichtete Schaden durch Schwarz- wild war aber so bedeutend, daß der Ertrag nicht einmal den Arbeitslohn für das Einernten der Kartoffeln deckte. Sticht genug hiermit. Die im Herbst vorgenommene Bestellung des Ackers mir Roggen mußte im nächsten Frühjahr durch Sommergetreide erneuert werden, da das Schwarzwild den Boden wegen der ver- einzelt im Acker zurückgebliebenen Kartoffeln total umgewühlt hatte. Die Gemeinde Falkenhagen hat zum Schutz ihrer Feldmark einen mehrere Kilometer langen Drahtzaun gezogen; sie mußte dieses Opfer bringen, oder einfach ihre Felder preis- geben. Der Kuckmäi ist da, vorgestern hörte man ihn im Thier- garten rufen. Nun kannjedermann an diesen Vogel, um welchen sich so viele Sagen gesponnen haben, wieder die jFrage richten, wie lange er noch leben werde, und sich dann der süßen Hoffnung hingeben, daß ihm noch so viele Jahre bescheert sein werden, wie der Kuckuck antwortet. Wehe aber demjenigen, welcher vorgestern den Kuckucksruf hörte, ohne daß er Geld bei sich gehabt hätte. Diesem wird es schlimm ergehen, denn er wird von jetzt an ein ganzes Jahr lang schlecht bei Kasse sein. Er mag sich also nur bei Zeiten einschränke», denn auf den Kuckuck kann man sich ver- lassen, das lehrt die Erfahrung. Dolizeitiericht. Am 6. d. M. Morgens wurde im Land- wehr-Kanal, nahe der Schlesischen Brücke, die Leiche einer unbe- kannten, etwa 20 Jahre alten Frauensperson aufgesunden und nach dein Schauhause geschafft.— Vormittags siel ein Mann gegenüber dem Grundstück Schiffbauerdamm 9, in die Spree, ivurde zedoch noch lebend aus dem Wasser gezogen und nach der Eharitee gebracht.— Nachmittags wurde ein Mann in seiner Wohnung in der Steininetzstraße erhängt vorgefunden. Zur Vorsicht gegen die a»f der Tngeoovdnnng stehe»»- den Ausoerkäufe mahnt eine Verhandlung, welche gestern die Berufungsstrafkammer des Landgerichts I beschäftigte. Im September v. I. hatte der Kaufmann Mette in verschiedenen Stadt- gegenden gerade leerstehende Läden gemiethet und in denselben Ausverkäufe veranstaltet. Ein solches Geschäft befand sich auch in der Oranienstraße und stand der Kaufmann Heinrich Prose als selbstständiger Verwalter vor. Ter Letztere beklebte das Schaufenster mit in Augen fallenden Zettlln„Ausverkauf" und zeichnete die ausgelegten Maaren mit zwei Preisen aus. wodurch das Publikum auf den durch den Ans- verkauf herbeigeführten Unterschied aufmerksam gemacht werden sollte. Co trug einer dieser Zettel den Aer- merk:„Bc e Stettiner Kronenkerzen pro Pfund 48 Pf., sonst 80 Pf." Zufällig kam dem Vertreter der Stettiner Kerzenfabrik dieser Zettel zu che ficht. Er war überzeugt, daß das genannte Fabrikat unu.öglich für den angezeigten billigen Preis verkauft werden konnte und seiopfte Verdacht, daß eine unreelle Geschäfts- führung seitens des Ausvcrkaufers vorliege. Er ließ ein Packet holen und wurde dem Käufer aus Befragen ausdrücklich versichert, daß es beste Stettincr Maare sei. Er überzeugte sich indessen leicht, daß er nicht Slettiner Kronenkerzen, sondern ein an- deres aus sogenannter Kompositionsmasse hergestelltes Fabrikat erhalten hatte, welches im Engrosverkause für 4(J bis 42 Pf. pro» Pfund zu haben ist. Auf Grund dieser Feststellungen wurde gegen Profe Anklage wegen Betruges und gegen dessen Kommis, der die Waare unter Hinzufügen der falschen Versicherung abge- geben, Aiiklagc wegen Beihilfe erhoben. Vor dem Schöffengerichte bestritt Prose, dap er von dem verführerischen Plakat an dem Schaufenster ctivas wisse, es sei dies Sache des jungen Mannes gewesen, der das Schausenster dekorirt habe. Außerdem habe er seinem Verkäufer ausgegeben, beim Abgeben der Waare stets zu betonen, daß es Kompositions- niasse sei und drittens sei die Bezeichnung„Stettiner" Kronenkerzen eine allgemein gebräuchliche, auch wenn die Waare nicht aus Stettin stainme. Die ersteren Behauptungen wurden durch den Mitangeklagten Kommis widerlegt und den letzteren Einwand wollte der Staatsanwalt nicht gelten lassen, da dadurch dem Betrüge Thür und Thor geöffnet werde. Im vor- liegenden Falle handle es sich aber nicht um einen vollendeten, sonoero nur um einen versuchten Betrug, denn der Käufer ging von der Voraussetzung aus, daß er getäuscht werden sollte. Das Schöffeitgericht verurtheilte Profe zu 20 Mark, und sprach den Kommis, der nur aus Uncrfahrenheit gehandelt, frei. Profe legte Berufung ein, aber ohne Erfolg, denn die zweite Instanz be- stütigte das erste Erkenntniß. Der Kegriff de» Feilhalten» im Sinne des Gesetzes unterlag einer eingehenden Erörterung in einer Verhandlung, welche gestern vor der I. Strafkammer des Landgerichts I statt- fand. Vor etwa Jahresfrist tauchte eine Spielerei auf, welche, wenn auch in anderer Form, nur eine Wiederholung der vor reichlich 20 Jahren existirenden und bald verbotenen sogenannten „Pharaoschlangen" war. Der neue Fabrikant hatte nur eine noch unästhetischere Form gewählt und dem Spielzeug den geschmack- vollen Ncunen„Hinterlader" beigelegt. Aber nicht aus diesem Grunde verfiel daS Fabrikat bald dem polizeilichen Verbot, so»- der» weil sich bei Anwendung desselben gesundheitsschädliche Quecksilberdünipfe entwickelten. Der Kaufmann G. sollte trotz dieses Verbots den Artikel feilgehalten haben und hatte sich deshalb eine Anklage wegen Vergehens gegen das„Nayrungsmittelgesetz" zugezogen. Im November vor. Js. waren ein Wachtmeister und ein Schutzmann in seinem Laden er- schienen und Hattert gefragt, ob er den erwähnten Artikel führe. Der Angeklagte hatte erwidert, daß er denselben zwar noch aus Lager habe, aber ihn aus Grund des Verbots nicht mehr ver- kaufe. Nun halte der Wachtmeister ersucht, daß man ihm doch ein Exemplar aushändigen niöge, da es ron Polizeiwegen unter- sucht werden solle. Ter Angeklagte hatte dem Wunsche Folge ge- leistet und da er den verbotenen Artikel in seinem Laden hielt, wurde darin ein Feilhalten gefunden. Der Angeklagte stellte unter Beweis, daß er den größten Theil der verbotenen Artikel an einen Ort gebracht, der nicht jedem zugängig war, nur einige wenige Exemplare befanden sich noch im Laden, aber an einer Stelle, welche dem Publikum nicht zugängig war. Ferner bewies er, daß er viele Nachfragende unter dem Hlnweis auf das Vervot abgewiesen und erklärte schließlich, daß er den unisormirten Be- amten das Verlangte nur ausgehändigt habe, weil sie es zu>» Zwecke der Untersuchung verlangten. Ter Staatsamvalt hielt dennoch die Anklage aufrecht. Darin, daß der Angeklagte den Artikel im Laden aufbewahrte, liege schon ein Feilhalten, denn jeder, der den Verkaus besorgte, konnte den verboteneu Artikel abgeben. Er stelle dem Gerichtshofe anheim, ob Wisfeut- lichkeit oder Fahrlässigkeit vorliege und beantrage im erneren Falle 8 Tage Gefängniß, im letzleren eine Geldfirase von 30 M. Der Vertheidigcr, Rechtsanwalt Uckermann, widersprach dieser Auffassung und bme, sich dabei auf eme Entscheidung des Reichs- gercchts, wonach zum Feilhalten nothwendig auf Seiren des Feil- haltenden das Merkmal der Absicht des Verkaufs als subjekln es Moment gehört und das äußerlich erkennbare Zugängig.uachen zum Verkauf nicht genügt. Der Gerichtshof schloß sich dieser'ec s- fassung an und erkannte auf Freisprechung. Sozinl» Mobsrstrhk. Sehrrstreilr im„Kerliner Lolcal-Anzeiger". In letzten Tagen spielte sich ein in der Arbeiterbewegung wohl einzig dastehender Fall ab: Herr Scherl, der Eigenthümer des„Lokal- Anzeigers", erkannte den am 1. Januar einzuführenden Tarif an. Die UnterfchrFt zu einem Revers wurde jedoch— entgegen dem neuen Tarif— nicht formell zurückgezogen und übergaben deshalb die Mitglieder des Unterstützungö-Vereins Deutscher Buch- drucker— nachdem zu mehreren Malen Unterhandlungen in dieser Angelegenheit von den Geschästsleitern abgelehnt— am 29. v. Mts. ein Schreiben, in welchem dieselben er- klärten, oben genanntem Verein anzugehören. Die Antwort hierauf war die, daß vorgestern die drei Vertrauensleute ent- lassen und abgelohnt wurden, während die übrigen Vereins- Mitglieder ein längeres Schreiben erhielten, welchem wir folgenden Passus eutnehmen: „... Demgemäß fordere ich, daß die Mitglieder meiner Setzerei, welche dem Verbände angehören, enlioeder aus dem Verbände austreten oder ihre Stellung in meiner Offizin unter Beobachtung der seiner Zeit vereinbarten l4tägigen Kündigungsfrist aufgeben." Dieser Anforderung konnten die Vereins-Mitglieder nicht Folge geben und forderten zugleich die Wiedereinstellung der entlassenen Vertrauensleute. Alle Verhandlungen blieoen erfolglos und verließen deshalb 31 Mann ihre Plätze. Achtung Drechsler! Wegen Feier des I.Mai sind gemäß- regelt bei Rutsch, Briyerstrc ße(2 Mann), Reimann, Weberstr. 16 (9 Mann), desgleichen in Staot Angermünde 9 Mann. Hier ist ein Streik in Aussicht. JegUcher Zuzug ist fernzuhalten. Ferner haben in der Fabrik von Lubenow u. Ko., Greifsivalderstr. 59/60, sämmtliche Arbeiter und Arbeiterinnen die Arbeit niedergelegt wegen Nichtbewilligung der Forderungen— 9 Stunden Arbeitszeit und 20 pCt. Lohnzuschlag. Wir richten an alle Arbeiter und Arbeiterinnen die Bitte, jeglichen Zuzug fernzuhalten, dann werden unsere geringen Forderungen auch m kurzer Zeit beivilligt werden. Am Mittwoch faud-in- öffentlich- Versammlung der Schuhmacher der Friedrichslatt statt, welche sich mrl folgender Resolution voll und ganz einverstanden erklärte: Dre heute, in den Arminhallen tagende Versammlung der Schuh- machet aus der Friedrichstadt stimmt dem Referenten voll und ganz zu und verpflichtet sich. Mann für Mann für die Durch- sühruug des von der Lohnkommission aufgestellten Tarifs einzu- treten und nicht eher die Arbeit auszunehmen, bis derselbe de- willigt. Weiter verpflichten sich die Kollegen, diejenigen, welche unter dem Lohutarif lue Arbeit aufgenommen Häven, wieder zu unserer Fahne heran zu holen. Ferner wurde bc- schloffen, in den unten genannten gesperrten Werkstellen Posten zu stehen, um die Kollegen in Kenntniß zu setzen, daß ihr Platz bei den streikenden Brüdern, und nicht aus dem Schemmel ist. Folgende Werkstätten sind bis auf weiteres gesperrt: Kath, Neue Wilhelinstraße 6a. Fischer, Jägerstraße 53. Sydow, Potedamerstraße 124. Frost, Krausenstraße 47. Bieder- 'iädt, Taubenstraße 8. Dnnthjer, Chaklottenstraße 38. Breitsprecher, Neue Wilhelinstraße 13. Oppermann, Unter den Linden. Priestap, Bchrenstraße 11. Rink, Frtcdrichsiraße 90. Tromski, Taubenstraße 47 u. 43. Schumann, Jägerslraße. Kropf, Jäger- straße. Ludewig in d. Flora, Jerusalemerftraße. August Müller, Friedrichstraße 79. Jul. Müller, Friedrichstraße. Ering, Mauer- straße. Bock, Französischestraße. Deanneburg, Mohrenstraße. Schulz, Jägerstraße. Frost, Jerusalemerstraße. Kirschner, Mittel- straße. Pappe, Kochstraße. Beckert, Markgrasenstraße. Häring, König- straße. Heider, Wilbelmstraße. Birkach und Söhne, Leipzigerstraße. Wehr, Anhaltstraße. Friedrich, Kaiser Wilhelmstraße. Guarischewski, Kransenstraße. Herzberg, Friedrichstraße. Martin s, Friedrich- straße(nahe dem Oranienburger Thor). Steinhof, Char- lottenstraße. Schulz, Mittelstraße. Bötcher, Charlottenstraße. Morgenstern, Schützenstraße. Schuchert, Schützenstraße. Faust- mann, Ritterstraße. Grabcrt, Mauerstraßc. Birt, Linkitraße. Arbeit, Kockfftraße. Reis, Niederwallstraße. Petsch, Alte Jakob- straße. Caffau, Zimmerstraße. Buchmann, Zimmerstraße. Roth- bart, Mohrenstraße. Statz, Leipzigerstraße. Schulz, Kl. Jäger- straße. Bocke, Unter den Linden. Cohn, Monbijouplatz, Elker, Kochstraße. Maaß, Karlstraße. Hanck, Potsdamerstraße 113. Ilm rtwaige» falkchrn Gerüchten über de» Stmlr der Schrauben- und Fasoudrehrr vorzubeugen, erklären wir, daß der größte Theil unserer Kollegen gewillt ist, unsere gestellten Forderungen vollständig aufrecht zu erhalten und unter keinen Umstäu- den von der Verkürzung der Arbeitszeit auf neun Stunden Abstand zu nehmen. Arbeiter! Ihr wißt Alle, daß ein derartiger Kampf große Opfer kostet und appelliren wir an E uer Solidaritäts- gefühl, uns, so viel es in Euren Kräften steht, zu unterstützen. — Alle Sendungen sind zu richten an G. Rothwald, Naunyn- straße 23. IV. Achtung! Former! Sämmtliche Former und Berufs- genossen(76 Mann) der Eisengießerei- Aktiengesellschaft vormalS Härtung legten heute, am 8. Mai, die Arbeit nieder. Die Di- rektion hatte wohl den 1. Mai bewilligt, aber jetzt nicht die Forderungen von neunstündiger Arbeitszeit und 15 pCt. Aufschlag; außerdem wurden noch zwei'remde Former eingestellt; da nun aber Former jetzt genug am Platze sind, so verlangten die Kollegen, daß die Fremden nicht anfingen. Die Direktion erklärte, wem das nicht gefiele, der könnte gehen. Darauf ver- ließen Alle einmüthig die Fabrik. Wieder ein Beweis, daß die Former, statt wie gegnerische Blätter melden, daß schon ein Theil der Former die Arbeit ausgenommen hätte, im Gegentheil immer noch mehr wachsen und gewillt sind, nicht eher die Arbeit aufzu- nehmen, bis alle Forderungen bewilligt sind. Gleichzeitig haben sämmtliche Former und Berussgenossen die Arbeit bei der Firma Büldge und Hildebrand, Nordufer, niedergelegt; auch diese Firma hätte den 1. Mai frei gegeben, will aber jetzt die Forderungen nicht voll bewilligen. Arbeiter, wir haben den Fabrikanten gezeigt, daß wir trotz ihres Verbots den I. Mai zu feiern, Fi och geleiert haben und werden ihnen nun auch zeigen, daß wir unsere Forderungen(die sehr ge- ring sind) durchsetzen.— Darum Arbeiter unterstützt uns in die- fem Kampfe, daß uns nickt der Hunger treibt, nachzugeben, nur kurze Zeit kann unser Streik dauern, denn ohne Guß müssen alle Fabrikanten schließen, und das thun dieselben nicht, dazu haben sie ihren Geldsack zu. lieb. Zuzug haben wir nicht zu er- warten. Alle Sendungen sind zu richten an O. Roland, per AdreEe Restai rateur Trieschmann, Jüdenstr. Nr. 55. Kcrichtiguug. ia von Seiten des Former-Fachvereins und des Allgemeinen Metallardeiter-Vereins schon eine Streikkommission gewählt ist, so ziehen sich die Eckert'scken Arbeiter mit der Motivirnng zurück, daß sich Former und Bernfsgeuossen an den Former-Fachverein, die übrigen Arbeiter an den Metallarbeiter- Verein zu wenden haben. Der Streik der Kerliner Köttcher dauert unverändert fort. Trotz der schweren Opfer, welche die arbeitenden Kollegen bringen, ist es uns unmöglich, die Ausständigen auch nur an- nähernd angemessen unterstützen zu können, die Haltung derselben ist anerkennenswerth. Arbeiter, Genoffen unterstützt uns noch einige Zeit, dann muß der Sieg unser werden. Die Lohnkommission. Briefe und Sendungen an Fr. Holtmann, S.O. Cuvrystr. 62, III, Au» Gera erhalten wir folgendes Privatlelegramm: Ausstand der Wollenweber allgemein. Ronneburg, Mylau, Netzschkau, Elsterberg sind im Streik. Greiz folgt. 10 000 Ausständige. Uninirchr ill auch der Jahresbericht der nnucktei»- bergischrn Fabrikinlprktare» erschienen, als der dritte der süddeutschen, nach der Veröffentlichung der badischcu und baierischen Berickte. Nach demselben beträgt die Zahl der in Württemberg vorhandenen Fabriken oder sabrikähnlichen Betriebe a. 1600 mit etwa 80 000 Arbeitern. Von diesen Betrieben sind Berichtsjahre 800(im Jahre 1888: 667) durch die Fabrik- uifpektoren und ihren Assistenten(jedem der beiden Inspektoren iit ein Assistent beigegeben> besucht worden— ein Umstand, der die Zahl der Inspektoren beziehungsweise Assistenten als zu gering erscheinen läßt. Wir meinen, daß jede Fabrik beziehungsweise jeder fabrikähnlick>e Betrieb mindestens ein Mal im Jahre besucht werden muß, nicht aber durchschnitt- lich nur in zwei Jahren ein Mal. Diese Ausstellungen an der Fabrikinspektion sind immer und immer wieder gemacht worden, leider vergeblich. Das weise Haupt, das bis in den Ansang dieses Jahres die Verhältnisse beeinflußte, fand eine wirksamere Kontrole der Fabriken nicht für nothwendig und darum unterblieb es, die Zahl der kontrolirenden Beamten zu vermehren. Hoffentlich wird das nun anders. Die Zahl der in 1030 Fabriken des württembergischen Landes beschädigten jugendlichen Arbeiter von 12—16 Jahren beträgt 9658(789 mehr als 1888) und zwar 4843 männliche und 4810 weibliche. Die Zahl der beschäftigten Kim er von 12—14 Jahren ist von 362 im Jahre 1888 au! 451 gestiegen. Die'Art der Beschä'tigung der jugendlichen Arbeiter ist im Wesentlichen dieselbe geblieben wie in früheren Jahren. Bei den Großindustrie- betrieben hat sich die Geneigtheit zur Beschä'tigung jngendliazer Arbeiter sehr vermindert; die Z ucker, abriken und chemischen Fabriken z. V. haben ans deren Einstellung fast ganz verzichtet; in anderen Großbetrieben ist ihre Zahl wesentlich vennindert, wohl weil man sie nicht mehr 12—14 Stunden ausnutzen kann; zahlreicher finden sie sich da, Ivo man auf die Heranbildung ge- übter Arbeiter und eines tüchtigen Arbeiterstanimes angewiesen ist, oder wo Verrichtungen vorkommen, welche zede selbst ungeübte Kraft besorgen kann. Die meisten zugendiichen Arveiter sind beschäftigt in der Textüindllstrie(3774), MetaUwaarenindustrie (1506), Maschinen- und Werkzeugindustrie(1267), Bekleidungs- inid Reiuiguugsindustrie(563) und Papier- und Leveriudustrie ,592). Ein Arzt sprach dem Fabrikinspektor Bedenken aus gegen die Beschäftigung zahlreicher Mäocyen von 12 bis 14 Jahren mit der Herstellung von Holzschachteln für Schuhwichse im Akkord, eine Arbeit, die sehr gmng bezahlt wird und„die jungen Ge- schöpfe zu einer fieberhaften Thätigkeit veranlaßt," die daß Nervensystem dieser unschuldigen Kinder schon zerrütten muß. Zuwiderhandlungen gegen die gesetzlichen Bestimmungen für jugendlichen Arbeiter sind neben zahlreichen lormellen Mängeln b mehreren Fällen wahrgenommen worden. So fand der Fabrik� inspektor einige Male während der Schulserien schulpflichtig�äbiud über 12 Jahre all neve» Vater oder Mutler in der Fw ohne Arbeitskarte und mehr als sechs Stunden beschäftigt, ohne' daß der Unternehmer davon Kenntniß besaß(?). Uebertretungenj findet man meist da, wo der Gang des Geschäfts infolge v Saisonarbeit ein unregelmäßiger ist. In einer Fabrik traf Diesenbach jugendliche Arbeiter an dem Reißwol, einer i spinnerei beschäftigt; in einer Ziegelei fand er in Ueberck } iu cmct junu m m/ irfi mung mit der Angabe ass dem Plakat die jugendlichen 11 Stunden beschäftigt; der revidirende Polizeibeamte hatte iV gesetzwidrige Angabe ans dem Plakate Übersehen(!!). UebeciM scheint die Unterstützung, welche die Ortsbehörden den mit Exekutive ausgestatteten AnssichtSbeamten gewähren, noch sehr mangelhast und gering zu sein, ein Mißstand, dessen Hebung einmal gründlich ins Auge gefaßt werden sollte. tagt- Montag, den 5. d M.,"in Scheffer's Salon," Jnselstr. g "-' Die Maßregelung in* Eine öffentliche Vrrjammlung de? Fachire? — 3nfcl)tr.**■'' mit : i. imapicijcuuiu ai- Verschiedenes. Ins Bureau wurden» f f AM# wt r*. i-* ttrth ß) I ßCtL*' wi folgender Tagesordnung werf. 2, Diskussion. 3.-------- wählt die Kollegen Franz Müller, Krumbach und Stecke!. ersten Punkt nahm der Vorsitzende, Kollege Müller, das s Er führte aus, daß die Betheiligung der Lackirer zur Feier 1. Mai eine ganz rege war. Ferner betonte er die Maßregem- der Kollegen in einigen Fabriken und kleine» Werkstätten. WZ'' kam ans die Spaltung in unserem Gewerk zurück, worin er anwesenden Kollegen ersuchte, doch recht rege 4ir eine feste OVZ' fation in unseren, Gewerk zu agitiren. Die Kollegen Rain) Haus und Schüßler sprachen sich in demselben Sinne aus.«. Verschiedenen führten verschiedene Kollegen an, daß über die'IP statten, wo die Kollegen gemaßregelt wären, die Sperre verha«� werden sollte. Zum Schluß machte der Vorsitzende noch bekaiw daß am nächsten Sonnabend, den 10. Mai, eine öffentliche sammlnng der Lackirer stattfindet. Da weiter nichts von» schloß der Vorsitzende die Versammlung mit einem dreifachen aus die internationale Arbeiterbewegung. M Auch bti den Tischte?» war die Netheiligung ab Maifeier eine große. Die meisten hatten durch gutliche»>>»' Handlung mit den Arbeitgebern den Feiertag bewilligt erhalt Die liebenswürdigen Anstrengungen und Maßnahmen der m nuug waren wieder einmal umsonst. So hatte sich denn Z1 eine große Anzahl von Tischlern, meistens FachvereinsmitgliZ zur Feier des 1. Mai im Garten der Bockvrauerei zusaimneog sunde». Unter ernsten und heitern Gesprächen und dem o'WZL Kaffeekochen der Frauen schwand der schöne Nachmittag � dahin.— Einige Mißstimmung wurde für kurze Zeit unter f Festtheilnehmern hervorgerufen durch die lärmende BeschäsnZZJ welche von ungefähr einem Dutzend Arbeiter im Gancea verriZ wurde. Schon wollte man kurz entschlossen das Lokal verbnZ als durch Intervention einiger Kollegen die Arbeit stellt wurde. Vergnügt zogen die Arbeiter ihre Jacken feierten auch ihrerseits den 1. Mai.... Eine ansicrovdentiichs Versammlung de« Verba"' de? AUöbelpoiirer Kertino und Almgegrud tagte am«Z. tag, den 27. v. M., im Louisenstädtischen Klubhaus, AnnensV- mit folgender Tagesordnung: 1. Der jetzige Stand unserer bewegung und wie gehen wir gegen einzelne Werkstellen Z' 2. Beschlußfassung des offiziellen und Fortsetzung des part>el> Streiks. 3. Verschiedenes. Zum 1. Punkt der Tagesordnung ö. :ber einen kurzen Ueberblick über unseren Streit" führte f—fS Kollege Weber einen kurzen Ueberblick über unseren o"--.j " an, daß der Streik ein sehr günstiger war. 800 Kolm haben die neunstündige Arbeitszeit bei vollem Tarife errms». was wir mit Freuden begrüßen könnten, denn solchen Sieg bm die Berliner Möbelvolirer bis jetzt noch nicht zu verzeichne�» habt. In der Werkstellenliste sind 326 Werkstellen eingelöst an der Bewegung betheiligt haben sich 271 Wertstellen; oe«""? haben 228 Werkstellen, nicht bewilligt haben 43 Werkstellen! � befinden sich blas noch acht Kollegen im Slreik. Wir müssen 1 i partiell gegen die nicht bewilligcen Werkstellen vorgehen, acer a unsere Beuräge müßten weiter gezahlt werden. Ter erste ch zweite Punkt der Tagesordnung wurde zusammengestellt. A'm% Kurth führte an, daß unser Lohntamps ein günstiger, aber ein harter war. Da nun in der geschweiften Branche AtrZ kräfte gesucht werden, so ist es da auch nöthig, sti man sich aufrafft, um die gerechten Forderungen zur 3%'™ führung zu bringen. Er führte einige Punkte Jchlmmentenfabrik vormals Pietscumann, jetzt AktieugefeMW an, daß die U ckernehnier oder Kleinmeister einen Perdienst Durchschnitt von 100 pCt. in ihre Tasche gesteckt haoeu. nun die Kleiumeisier entlassen würden, wurde der Kom»>m,> von Seiten des Direktors mitgethcitl, da sie doch blos den Mund in der Fabrik hätten, so forderte Kollege Kurth nun Kollegen auf, fest zusammenzuhalten, damit ihre Fordern»� nicht wieder zu Grunde gerietet werden. Kollege Weber aus die Streikbrecher aufmerksam, welche Arbeit der Pietsch»' scheu Fabrik übernommen ballen. Folgender Autraa wurde ''.........—-— a-—-------------»_ eV. .ei? stimmig angenommen:„Dir nnßeroroeutliche Versainmlnug � Verbandes der Möbelpolirer Berlins und Umgegend, iveläst 27. d. M. im Louiseustädlischeu Klubhause, Annenstraße ich j�i beschließt, den offiziellen Streik für beendet zu erklären und � partiell gegen die nichtbewilligten Werkstellen vorzugeaen. Z, zweite Antrag lautere dahin, die Beitrage zum Streik, onds.� 1 M. au, 25 P,. zu reduziren. Auch dieser wurde eustttN' angenommen.«p>- Mittwoch, den?. Mai, tagten bei Teigmüller, Alte o � straße 48a, die streikenden Metallschrauben-, Fayondreher � Berussgenoffen. Das Bureau bildeten die Kollegen Hirsch, und Eiseublätter. Tagesordnung: Stand der Lot)»0®-Wä Kollege Hirsch verwies in seinen Ausführungen, daß der unserer Sache bestimmt stattgefunden hätte, wenn, nachdem° Montag einstimmig beschlossen wurde, die Bewegung au'i'-".>e erhalten, die Kollegen der Firma Lüben u. Busse, nachZ' mit dafür gestimmt, trotzdem sofort nach Schluß der Ver,« lung unter den veschämendsten Bedingungen die Arbeit genommen hätten. Unter anderem verlangt Herr Lüben: � darf dem Fachverein angehören. Die Arbeitszeit benimm- Wer anfangen dar,, bestimme ich. Den Verdienst bestimm» � Und trotzdem sehen sich die meisten Kollegen der Werkuatt■- anlaßt, unter solchen Bedingungen die Aroeit aui zunehmen. gab verschiedenen wankelmüthmen Kollegen Veranlassung- �,s Gleiches zu thun, wodurch die Reihen der Streikenden mGpi 185 zusammenschmolz und der Bewegung beinahe die Leben- � unterbunden wurden. Ja, die 5tollegen der erngenanulen v.�i Lüben u. Buße, Köpnickerstr. 153 ließen sogar zu, da» i 10 bis 20 Jahre dort arbeitenden Kollegen aufs Strapenpi�z, geworfen wurden. Zu bemerken ist, daß gerade sie bie p{(, situirten find. Nachdem nocy verschiedene Redner gegen_ artiges Verfahren der betreffende» Arbeiter gesprocoen, �,1 folgende Resolution anaenominen: Die beutiae von besuchte Versammlung beschließt: 1. Die Äu,rechterhaltung st! Zst Forderungen, weil wir verpflichtet sind, dieses im Fulerest Nst" Außerdem beschloß die Versammlung, das Schriftstück der ollegen zu thun, welchen unsere Forderungen beivillig■hl, Wir halten unter allen Umständen unseren FuchvereiN& lßerdem beschloß die Versammlung, das Schriftstück der kanten, wonach man dem Fachverein nicht angehören dck zu unterzeichnen. Mit einem Hoch au, den Fachverein Zgiüff Vorsitzende die Versammlung.— Die Kollegen der Ftr»m Blumenstr. 77, haben sämmtlich ihre Entlassung erhalle, sie daS Schriftstück nicht unterzeichnen wollten. Gin» anizrrordentliche Versammlung fstliZ sti'chnngsvereino der Kupferschmied« Driitsäilandch v in Berlin, tagte am Sonntag, den 4. Mai, Vormittags �.„db Metzner's Gesellschastssaal, Landsbergerstrap» 37, mit Z-. � Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschied Nachdem das Protokoll der vorigen Versammlung, angenommen war, ertheilte der Vorsitzende dem Herrn 51 ick P. Lilfin das Wort. Derselbe führte in zirka einstundcg.�st- trage der Versammlung den Nutzen und Werth der Gewer Organisationen vor Augen. Lauter Beifall lohnte den für seine trefflichen Ausführungen. Der zweite Punkt b» Ordnung, Diskussion, zeitigte einige persönttche Auseinander' i'1 dl« tcäj 6 v«« ml« ■.et i» ifl' 1 % flii( eii' (ii'" tir-r ,ifi le«' KC tat n- -e" cf ] HiJtem wüi?5n �Mitgliedern des Gewerkvereins der Klempner Kollege Madps Litfin. Im Weiteren vervollständigte �..... rn;i.m /-t_?.ii)TlinSen dts Referenten, in betreff unserer 3- Er fflhrte on, daß die Meister und Fabrikanten �»hnbeiv! unter KW Antran..... NN und seine }J Reinschrift zu übersenden. Angelegenheiten g'' schloß Verzeichnis Räch Erledigung einiger Werkstatt- der Vorsitzende 21/a Uhr die Ver- iii.,P,r ö«rri» der Arbriterinneu sn»nutlicher Dernfs- W-u- öerlins und Umgegend hielt am 23. April rn Ä"beusee im Tewein'schen Lokal eine gut besuchte Versammlung y'Ans der Tagesordnung stand: I.Errichtung einer Filiale. / Mnahme neuer Mitglieder. S. Wahl einer Bevollmächtigten. .Wahl einer Schristfuhrerin. 5. Wahl einer Kassirerm. L. Vor- »ag des Herrn Litsin über die Arbeiierbewegung und die Slel- M der Frau zu derselben. 7. Diskussion und Verschiedenes. hs Vorsitzende eröffnet um ist/s Uhr die Versammlung und ver- (s-c Vereinsstatuten. Hierauf wurde zur Wahl geschritten. ''�i. i olgende Damen vorgeschlagen und eilijunimig ge- kni>. s Lehmami, Bevollmächtigte, Frau Schivetzke, Schrift- das zg"' Pöper, Kafsirerin. Alsd, um DW Süsdaun wurde Herrn Litstn ..!» seinem Vortrage ertheilt. Der Referent erntete ?ln der Diskussion dctheiligte sich Herr Hirsch ftpl'Jm®inn« des ilieserenten. Zu Verschiedenem meldete »tih.»®chluel3£e- Derselbe verlas einen Lohnzettel, welcher, »nd c," au£. dem Bahnhofe Rummelsburg, von der Weberei dennmh. von Schulz ausgestellt war. Er lautete folgen- die ßrnll lvr 61 Stunden, Stunde 9 Ps. macht 5,49 M., davon ivo-in 7.»' lse abgezogen macht Summa 5 M. Das ist ein Lohn, bitaki.» 1 Woche von leben, sich kleiden und Mielhe via�-n diuß; der Redner ermahnt die'Ai' Resol.ai��ss. sdlche schanilose Ausdeutung; m, tt n Betreffs des 1. Mai angenon lz ii. ausgenommen darauf wurde du A Seschlosjen. ein§[„.**'»»»»> lang deu Graveure ui»d Ziseleure im Ver- "nun« i Dresdenerstr. 45. Tagesordnung: Bortrag des Stadt- schied- Zubeil. Verschiedenes. Der Vortrag über Gewerbe- ttoUen�ochl® ivurde mit großem Beifall entgegengenommen. terfJs■öatf geißelte unter Verschiedenem in entschiedener Weise Er pirf i1'6 Zeitungen in Betreff ihrer Haltung zum 1. Mai. uur Ardeiterblätler zu lesen. Als Gast schildert ein Ich, m der Brauer die Zustände in diesem Gewerbe, ersucht gei�i'�'usches Bier zu trinken. Folgende Resolution wird an- %ai,i'®'e �eute tagende Versammlung der Freien Ver- ienjL'8 der Graveure und Ziseleure verpflichtet sich, von den- ' Brauereien, welche die Forderungen der Brauergehilsen z»u> unter keinen Umständen Bier zu trinken. Am ininelsahrtstag) findet eine Herrenparlie; in nächster o eine öffentliche Bersammlung statt. Näheres Annonze Blatt und Plakate. Ulantag, den S8. April, tagt» eine von iibrr ViTionru besuchte öpentliche Versammlung der Stein- Lithographen, Steindruäer und Berufsgeuossen. Auf der WjWrdnung stand: Bericht der 13er-jtoui»nssion. Entgiltige li�a>hsassung üver die Einführung unserer Forderung. Nach icht des Herrn Siemer hatten 93 Firmen auf oas An- iWi ber Kommission geantwortet. 29 hiervon hatten die t>k,.,'d'»>gen bewilligt, die üvrigen Firmen theils ablehnend, theils 5iein� Punkte annehmend geantwortet. Hierauf erstattete Herr bewill S-it Ria stem !*Zlnod) �"4.1 k über eine am Freitng stattge,unoene Ber- ,-ng der Chefs mit der 13cr-Koittn>isstl>n. Diese Bersainm J war besucht von etwa 70— Sil Ehcfs, leider nur solche kleiner v"(fceb� f00 � beiderseitige ruhige und sachliche Diskussion 'hefz n." auc getauscht und manche Zugeständnisse seitens der i�ddej,»ver auch manche kuriose Gedanken entwickelt Redner kam zum Schluß noch aus ein Zirkular zu *�Hen•""" 8'"" ��".p-— 7—, W � �<üTlci)ee ö,e 61,00 4,) Großindustriellen an ihre Arbeiter st- Diese Schriststücle ivareu zwar geschrieben, aber "Rt c>i,�!�.0d- Herr Siemer verlas ein solches Zirkular, ?0dHen K-, kleineren Ehcfs sowohl wie die Drucker und Litho- dieser Anstalten Keuntniß davon erhielten. Dieses d'irde kund, daß die ISer-Koinmission nicht anerkannt �schus' dagegen in jedem Geschäft ein Arbeiter- Nun? 4» wählen sei. Herr Siemer stellte es �- finm Brrsammlnng anheim, ob sie ferner die «Vn!''on anerkennen oder einen den Chefs dp..'�uß wählen wolle. Hierauf ergriff Herr Tiscben- ... Wort zu einer halbstündigen Rede. Ovwoy' �'"~r �Zikel in f 66,t. in der graphischen Presse am Sonntag n won Beilage mit der Zustimmung der Dreizehner Kom- rdeii derpl.°ll6,,ilichl, worin er ganz entschieden Front macht ""stellt u np 66 Ausschüsse, ja dieselben sogar als Fillrirapparat r") ferf(n„ 60ischieden vor Bildung derselben warnt, kam er doch x08(, m.,''c" säinmtlicher Konunissionsmitglieder mit dem An- J"®ef,h n® 6iner Treizehuer Kommission durch Telegirte in . iv?61 Win* gewählt". Herr Tischendör/cr verstectte sich in r»- hinter der Klausel, daß er diesen Antrag nicht fj*0«l)eiib J!0flS"'ltS'wosteUe, sondern als'Antrag von ihm allein nv- durch' chedncr beionte, daß er aus diese» Gevanken gekommen W°ßere!, cc„ ,6 einstündige Unterhaltung mit dem Ches eines n? d'e Eb..> i unserer Branche; derselbe habe ihm erklärt, daß rebeWJl8c"ai' �büßten, daß alsdann doch dieselben Personen g.Z£ bieur,.würden und sie die Kommission nicht anerkennen, n'lchkndzx- 6,'n ö�entlichen Versammlungen gewählt sei. Herr Oben Ith 6'0ntc Anfangs seiner Rede, daßsmehrcre Oberdrucker d�6Nnen, 0.660phen die vernünftige Taktik der Lohnbewegung (!,. Stufi.-. chußte es namentlich bei den Kominisjionsmitglie- der.�. iremden errregen, daß Herr Tifchendörfer den 6 tl0e Koiizessioiien zu machen empfahl, welche -"X_ f*--''--*—fi-C. b)eif®an4t Beiii-P Iwiieii zu— r, W. >•- ie gg.,. ,06Fung auf geraume Zeit verschleppt, ja mögltcher- »lahm legt, und w'Tfte es nicht Wunder TVdaß»'»y-n'egi, unv............, ffihri Glitte y"-�61"'' zumal ihm von demselben Et»"' mitae- Chef mitge verpflichtet �Ianp�°,,te noch, daß' es nicht logisch s«, hand-kl. lvkkche man andererseits nicht und so beeilte er stch denn, genau solche Vorschläge zu ür würdig hält, zu etailirte Vorschläge' rische Bier so lange zu melde», bis den Brauergesellen ihre For- zu machen und zum Antrag zu erheben, wahrscheinlich um die Scharte wieder auszuwetzen, welche er sich gemacht durch seine Unterschrift unter dem Zirkular an die Chefs als Konnnissions- Mitglied. Unbegreiflich erscheint es immerhin, wie Herr Tischen- dörfer diesen, der lIer-Kommission gegenüber, äußerst verwerf- lichen und uukollegialischeu Schritt thun konnte, denn erst in der Kommissionssitzung am Sonntag wurde beschlossen, von der Kommission den Prinzipalen keine anderen Konzessionen zu machen, als eine Herabsetzung deS prozentualen Zuschlages für Ueberstunden und Sonntagsarbeit. Trotz diesem und alledem be- trat Herr Tischendörfer diesen nicht unzweideutigen Weg zum Schrecken der Kommissionsmitglieder, welche sich verpflichtet hatten, dahin zu wirken, daß er als gemaßregeltcr Kollege eine Entschädigung von wöchentlich 83 M. erhalte bis er wieder Stellung habe. Herr Tischendörfer hatte es verstanden, durch seine salbungsvolle Rede einen großen Theil der Anwesenden für sich zu gewinnen. Es entstand eine äußerst leb- hafte Diskussion, an welcher sich alle Redner gegen Tifchendörfer er- klärten. Ferner betheiligte sich auch Albert Schulz an der Dis- kussion und verlas den Artikel aus der„Graphischen Presse" über den Filttirapparat und suchte das inkonsequente Austreten des Herrn Tischendörfer nachzuweisen und betrachtete den jetzt von Herrn Tis» cndörfer entwickelten Gedankengang als ei» Kind, welches bisher im Verborgenen lag und sich nun als eine Miß- geburt entpuppt hat, und empfahl Ablehnung dieses Antrages mit dem Ben,erken, wenn die Versainmlung dem An- trage Tischendörfer, welcher einen 5keil in unsere Be- wegung sein solle, zustimme, die 13er-Kommission sich wohl hüten wird, an den ferneren Arbeiten Theil zu nehmen. Nachdem zirka 20 Kollegen in der Diskussion gesprochen, wurde der'Antrag Tischendörfer angenommen.(!) Hierauf legten die Kommissionsmitglieder Schulz, Siemer, Rose, Simonsohn, Hilde- brandt, Neumann, Sillier und Preuß ihr Amt nieder mit dem Bemerken, daß sie nicht gewillt sind, ihre Kraft und Zeit zu opfern für solche Kollegen, welche nicht Mannes genug sind, hinter der Kommission zu stehen, trotzdem sie mit der ganzen Taktik der Kommission bisher einverstanden waren. Beschlossen wurde noch, den streikenden Kollegen in Dresden eine Unterstützung von 500 M. zil geben und den Ueberschuß der Tellersammlung den streikenden Kartonarbeitern und Arbeiterinnen zu überweisen. Die Ver- sammlnng wurde derartig stürmisch, daß dieselbe auf 5 Minuten vertagt werden niußte; da sich die Unruhe jedoch bedenklich steigerte, wurde dieselbe nach kaum 3 Minuten um 11 Uhr geschlossen. Erwähnt sei noch, daß die Kommisstonsmitglieder am Bußtage noch einmal zusammen traten und es legten alldort noch die Kollegen Sommerfeld, Spitzbarth, Zechert und Friedewald ihr Amt nieder, so daß der alleinseeligmachende Herr Tischen- dörser noch allein in der Kommission ist, und dürste die ganze Lohnbewegung der Steindrucker uno Lithographen zu vergleichen sein mit dem Leiden Christi, wo Christus durch den Juden Jschariot verrathen wurde. Uns ist bei dieser Angelegenheit nur Eins unerfindlich: weshalb haben die Steindrncker, Lithographen zc. den Herrn Tischendörfer, der Jahre lang zeichnender Redakteur des christlich- sozialen Korrespondenzblattes des Hofprediger Stöcker war, nicht gleich bei seinem ersten Erscheinen aus der Vereinigung hinaus- geworfen? Daß ein solcher Herr ehrliche Arbeiter nur aufs Glatteis und den Unternehmern in die Hände führen würde, war doch von vornherein anzunehmen. Am Montag, den 5. Mai, fand eine öffentliche Versamm- lung der Plätterinnen Berlins im großen Saale der Brauerei Friedrichshain unter Leitung des Herrn Möhring, Frl. Stein und Herrn Gustav Koopmann statt, mit der Tagesordnung: 1. Berichterstattung der Statutenberathungs-Kommijsion. 2. Wahl eines provisorischen Vorstandes. 3. Berschievenes. Zur Einleitung er- klärte der Vorsitzende, daß die heutige Bewegung der Plätterinnen nichts gemein hat mit dem s. Z. von einem Herrn von Seebach gegründeten Verein, welcher bekanntlich wohl die sauer verdiente» Groschen der Arbeiterinnen einstrich, aber für das Wohl der Plätterinnen keine Gedanken Hatte. Sodann wurden die Sta- tuten verlesen und der Entwurf der Kommission einstimmig angenommen. Zu Punkt 2 wurden Frl. Sydow als 1. Vorsitzende, Frau Klutkowsky als 2., Frl. Agnes Pohl als l. Kasstrerin, Frl. Tiede als 2., Frau Trott als 1. Schri tf hrerin und rl. Biedermann als 2. gewählt. Zu Punkt 3 sprach zunächst Herr storg nanu, welcher zum Schluß seiner Ausführungen empfahl, nnr Hüte mit der Aiweiter-Kontrolmarke zu kaufen. Eine dahin- gehende Resolution wurde einstimmig angenommen. Herr Koopmann ersuchte a ie Anwesenden, den gewählten Vorsianv nach Kräften zn unterstützen und, sollten unvorhergesehene Fälle si.q ereignen, alle Schulter an Schulter zu stehe um so zu zeigen, daß die Plätterinnen aufgewacht sind. fBravo.) Herr Grün- Hägen wünschte dem neuen Verein ein gutes Gedeihen und empsahl, für Agitation Sorge zu tragen, vor allem aber tu Zukunft die Versammlungen im„Berliner Volksblatt" bekannt zu machen. In der Versammlung hatten stch 4vö Plätterinnen gleich einzeichnen lasse»; besucht war dieselbe von zirka 300 Personen. Nächste Versammlung siehe„Berliner Volksblatt". K,i vollständig ubertüliteu Uäumen feierten die Kildhaurr iin Lonisenstädtischen Klubhause,'Anneustraße 16, des Volkes Maicntag. Zwischen 500—600 Kollegen waren im Lause des Vormittags in den Liäumen versammetr, um durch gemüth- liches Beisammensein, Gesang und der Feier des Tages ent- prechende'Auspracpen diesen zn verherrlichen. Nachmittags 3 Uhr war in Schmargendorf im„Deutschen Haus" der allgemeine Treffpunkt für den verabre eleu Ausflug. 250 Kollegen velhei- ligten sich an demselben. Von hier ging der Marsch in wohl- geordnetem Zuge nach der Sanvuchl, woselvst die erste Ersrischnng eingenommen wurde, von hier führte uns der Weg nach dem Reflaurant„Schildhorn"; hier wurden wir von weiteren 20 Kot- lege», welche mit einem späteren Zuge angekommen waren, mit lautem Hurrah empfangen. Beim Dunkeliverden setzte der Zug unter Gesang und Vorantritl unserer selvst zu- sanimengeslellten Kapelle durch den Gruneivald nach der Station Westend seinen Marsch fori. Im Vereinslokat wnroe der Tag in ivürviger Weise beschlossen. Es kann ohne Uebertreivung behauptet werden, daß mindestens zwei Drittel sammtticher Bildhauer den Tag in würdigster Weise seierten, denn ein großer Theil der Kollegen hatte sich noch ander» Bereinen angeschlossen. Für unsere Gewerkschaft war der Erfolg des Tages somit ein großartiger zu nennen, denn in gehooenper Stimmung denken die Koäegen an den ver.offenen uno freuen sich auf den kommenden Maientag. Abgesehen von einzelnen Maßregelungen haben sich unsere Prinzipale mit der vollendeten Thatsache wohl oder übel adzesunden. Eine gut besuchte Uolstsversamiulung für Schone- berg und Uuigegeud tagte unter Vorsitz der Genoffen Frei- dank, Albrecht und Schmidt am Montag, den 23. April, in der Schloßbrauerei zu Schönederg. Ans der Tagesordnung stand die Wohnungsfrage, das Referat hatte Genosse Orttand übernommen. Redner unterzog die heutige Wirthschnstsordnung und den Wucher mit Grund und Boden einer scharen Kritik, befürwortete, daß durch Gründung eines starken Miethervereins ein Schritt zur Hebung unserer Lage weiter gethan ist. In der Diskussion sprachen sich säinmttiche Redner für Gründung eines Mielyerver- eins aus, um auf diesem Wege dahin zu wirken, daß Unreget- Mäßigkeiten bei der Wohnungsfrage aus der Welt geschaffen wer- den. Es wurden 5 Genossen zur Ausarbeitung der Statuten ge- wählt, welche in der nächsten Versammlung zur Berathung vorgelegt werden sollen. Betreffs des Braueräreiks wurde folgende Resolution einstimmig angenommen:„Die Volk» Versammlung am 28. April er. für Schöneierg und Umgegend erklärt siw mit den Brauergesellen Berlins solidarisch und verpflichtet sich, das Bat ■r j. ,* SUtot* fn fmini» an n, ktzon fl�vrtitftv/xrtr/»rr«w--(____ r>.„ derungen bewilligt worden sind. Hierauf schloß der Vorsitzende die Versammlung. Unter Hochrufen auf die Sozialdemokratie leerte sich der Saal. Eine öffentliche Tischlerversammlung»on Ehar- lottcnbnrg tagte am 5. Mai in der GambrinuLbrauerei mit der Tagesordnung: 1. Die heutige Produktionsweise im Tischler- geiverbe. 2. Diskussion. 3. Die Angelegenheiten in der Seiler- schen Werkstatt und die ausgesperrten Kollegen Charlottenburgs. Das Bureau bildeten die Kollegen Schnell, Gärtner und Pole>vczhnski. Das Referat hatte Kollege Koblenzer aus Berlin übernommen, dessen Vortrag die allgemeinste Zufriedenheit aller Anwesenden fand. Er gab zunächst einen kurzen Rückblick auf die früheren wirth- schastlichen Verhältnisse kam auf die Beschlüsse des inter- nationalen Kongresses zurück und legte den Kollegen klar, daß nur durch eine starke Organisation und Verkürzung der Arbeitszeit die Lage gebessert werden kann und mit einem Appell an die an- wesenden Kollegen, sich der hier am Orte bestehenden Organisa- tion anzuschließen, schloß der Referent den �/«stündigen Bortrag. Hierauf wurde folgende Resolution angenommen: Die heutige Versammlung beschließt, indem sie sich den Ausführungen des Referenten voll und ganz anschließt, mit allen Kräften für Anschluß an eine Organisation und Berkürzung der Arbeitszeit zn wirken. Zum nächsten Punkt der Tagesordnung: Die Angelegenheit der Seiler- schen Werkstatt und die ausgesperrten Kollegen Charlottenburgs, entspann sich eine längere Debatte. Einige oer Kollegen legten die Angelegenheit klar und konnten zur Genugthuuug berichten. daß ohne eine Maßregelung die Arbeit wieder an, genommen wurde. Ganz anders waren die Verhältnisse in der Sommerschen Werkstätte. E er n er wurden Kollegen gemaßregelt aus der Werkstatt von ichler und Hauer. Hierauf wurde einstimmig beschlossen, die Werkstatt zu meiden und die gemaßregelten Kollegen zu unter- stützen. Ferner ersuchen wir die Kollegen Berlins den Zuzug nach Charlottenburg und den angegebenen Werkstätten fern zu halten. Da stch Niemand mehr zum Wort meldete, schloß der Vorsitzende mit einen. Hoch auf die internationale Arbeiterbe- wegung die Versammlung. Eine öffentliche Versammlung der ausgesperrten Arbeiter der Allgemeinen Etektrizitätsgrsellschaft tagte am 6. Mai im Weödingpark, Müllerstr. 178. Aus der Tagesordnung stand Berichterstattung der Kommission und Verschiedenes. Das Bureau bildeten die Kollegen Unger, Zedier und Baehr. Zum ersten Punkt erhielt Kollege Pietsch das Wort, Redner führt zunächst an, daß die Kommission nicht wie zuvor mit Direktor Jordan, sondern sich an die Herren Direktoren Rahtlau und Deutsch gewandt habe, woselbst ihnen auch ein besserer Empfang zn theil wurde. Es wurden ihnen wenigstens Stühle angeboten, auch war diesen Herren keins von den KomnüssionSmitgliedern zu jung, trotzdem es dieselben waren, die bei Herrn Joroan ge- ivesen sind. Herr Direktor Nahtlau bedauerte sehr, nicht hier gewesen zu sein, als die Kommission betteffs des 1. Mai mit Herrn Jordan in Unterhandlung trat, es wäre ent- schieden nicht zu einer solche.-. Aussperrung gekommen. Die Kom- Mission wurdeznmnächstenTage aberverkleinert hinbestellt. Es waren dieses die Kollegen Unger, Pietsch»no Leonhard. Hier wurde ihnen milgethcilt, daß diejenigen Arveiter, welche sich vis zum 8. Mai gemeldet hätten, ain 9. wieder bedingungslos anfangen können. AoUege Unger erläuterte hier noch was es heißt„bedingungslos", Der Kollege ist der Meinung, daß dieses Wort nur für uns An- ivendung finde, seitens der Direktion würden uns»vohl Be-- dingunaen gestellt werden. Es sprachen sich in diesem Sinne noch mehrere Kollegen aus. Es wurde auch gesagt, daß vielleicht bei der nächsten Lohnzahlung Zettel zur Unterschrist vorgelegt werden würden, worin sich Unterzeichneter verpflichtet, keinein Fachverein oder sonst einer Organisation anzugehören. Ferner wurde daraus hingewiesen, daß dieses nicht von Arbeitern unterschrieben werden darf. Aus der Versammlung wurde der Wunsch rege, den von den Arbeitern gegründeten Bierkonsum auszulösen und den Bestand unter uns'Arbeitern zu vertheilen, da sich die Kom- Mission geäußert haben soll, jetzt habt Ihr nichts danach zu fragen, nachdem es die Arbeiter zu einem Bestand von 8000 M. gebracht hatten. Es wurden nun folgende Anträge gestellt: 1. Antrag: Beantrage die jetzt bestehende Bierkasie auszulösen und eine Kom- Mission aus 3 Mann zu wählen, die letzteres in die Hand nimmt und in einer ferneren Versammlung weitere Beschlüsse zu fassen. 2. Antrag: Beantrage die Kollegen Unger, Pietsch und Ma- chatsky als Kommissions-Mitglieder zu wählen. Beide Anträge werden einsiimmig angenommen.— Es wurde unter Verschiedenes noch zu der am 7. Mai in der Brauerei Friedrichshain statt- sindenden Metallarbeiter-Versammlung aufmerksam gemacht und ersucht, dieselbe recht zahlreich zu besuchen.— Alsdann schloß der Vorsitzende mit einem Hoch auf die Arbeiterbewegung die Ver- sammlnng. Der Lrselrlul' Karl Mar» veranstalte am Sonntags m Habel's Brauerei eine öffentliche Versanunlung, in welcher Herr Dr. Lntgenau einen Vortrag hielt über Marx und Darwin. Nachdem Redner die Thäligkeit beider in das rechte Licht gestellt, ging er mehr zur Darwinschen Theorie über und führte aus, daß man in Gelehrtenkreisen diese anfänglich für aristokratisch, dann aber für demokratisch angesehen habe. Alsdann führte er den Nachweis, daß die von Gegnern des Darwinismus ausgestellte Behauplung: der Darwinismus führe zum Sozialismus, unrichtig sei, and kam auch u. a. auf den 76er Naturforscherkougreß zu sprechen, woselbst die Frage erörtert wurde: Wollen wir die Darwinsche Theorie in den Schulen lehren? Professor Heckel trat damals dafür ein, während Professor Virchow dagegen war und noch als weiteres Argument hinzufügte, daß durch die Lehre der Darivin'schen Theorie Sozialdemokraten gezüchtet würden. Diese Behauptung findet Redner vom Standpunkte des Prosen or Birchoiv sehr begreiflich, aber ebenso sei aucy Professor Heckel nach wenig Jahren zu derselben Meinung gekommen und habe seine 1876er Aeußernng, nachdem er zum Universitätsprofessor ernannt, widerrufen und gesagt, daß er die Einsührung dieser Lehre in den Schulen nicht mehr ver- treten könne, und zwar wohl deshalb nicht, weil das, was er von der Darwinschen Lehre für richtig hält, nicht in seine» Kram paßte. Dies sei bezeichnend für den ganzen Professoren- stand in Deutschland. Redner erklärte dann die verschiedenen Uebergänge der Pflanzen und Thiers und kam zu dem Resultat, daß ursprünglich die Welt aus einem einzigen unorganischen Urstoff be- andere entwickelt have. für seinen ausgezeichneten standen, aus welchem sich alleS Reicher Beifall lohnte den Redner Vortrag. Erwähnt mag hier noch werden, daß dieser Vortrag, welcher schon am ersten Osterfeiertag statlsinden sollte, damals die polizei- liche Genehmigung nicht erhielt und die Abhaltung desselben auch diesmal mit Schwierigkeiten verbunden war, weil der aussichts- führende Herr Polizeilieulenant nicht gestatten wollte, daß Alänner und Frauen gemeinsam dem Vortrage lauschte». Trotzdem der Vorsitzende aus den§ 8 des Veremsgesetzes verwies und außer- dein den Nachweis führte, daß laut polizeilich genehmigtem Statut auch Damen als Mitglieder ausgenommen werven, gab der Herr Lieutenant nur bedingangsmeise seine Zustimmung zu dem ge- mischte» Chor und äußerte sich dahin, daß, sobald die Behörde, an welche er sich telegraphisch wenden wolle, die Anwesenheit der Damen nicht genehmige, die Damen austreten mußten. Aber die Polizeibehörde muß wohl in der Anwesenheit der�Damei» nichts so Ungehöriges gesunden haben, denn ungehindert konnte der Redner seinen hochinteressanlen Vortrag zu Ende führen und dursten auch die Damen denselben an der Seite ihrer Männer bis zum Schluß mit anhören. Eine öffentUchr Versammlnng der streiltenden Kchranben-, Laxondrehsr und Kernfsgenoffen fand am 5. Ma» Vormittags in Deigmüller's Salon, Alte Jakobstr. 48», statt. Das Büreau bildeten die Kollegen Hirsch, Thate, Eisen- blatter. Die Tagesordnung lautete: Der Stand unserer Lohn- beiveglmg. Diskussion. Verschiedenes.— Kollege Hirsch berichtete über den Stand unserer Lohnbeivegung. Die Firma Beiittel und Hundt hat die Forderungen bewilligt, jedoch sollten drei Kollegen nicht wieder beschäftigt werden. Infolge dessen nahmen die Kollegen die Arbeit nicht auf. Die Kollegen JaeobS und Thate bemerkten, dnjz die Verhandlungen mit dem Vorsitzenden der Fabrikantenvereinigung rcsultatlos verlaufen seien. Kollege (Äiitzow ermahnte die Kollegen, fest an den Beschlüssen zu halten, da am 0. Mai eine Regelung der Produktion eintreten müsse. Kollege Stabcrnack warf einen Rückblick auf unsere Lohnbewegung und ermahnte die Kollegen, den Revers der Fabrikanten, bctrefss Ausscheidens aus dem Fachvcrein nicht zu unterschreiben. Welche Zukunft uns dadurch bevorsteht, bewies Kollege Hirsch durch Bei- spiele, welche bei der Firma Rühle stattgefunden haben. Dar- nach sollte ein Kollege, welcher den Revers unter- schrieben hatte, nach Feierabend arbeiten. Nach seiner Er- klärung, ja, aber mit 50 pCt. Zuschlag, erwiderte der Prinzipal, ivas ihn die Beschlüsse des Fachvereins angehen, da er doch unterschrieben habe, daß er dem Fachverein nicht angehöre. Eine erregte Debatte riefen die Entlassungsscheine hervor, da auf diesen Scheinen Niemand mehr Arbeit erhalte und dies doch eine Verrusserkläruug im vollsten Sinne des Wortes ist. Folgende Resolution fand einstimmige Nunahme: Die heutige Versammlung beschließt, an den zuletzt gestellten Forderungen festzuhalten und auf keinen Fall die Organisation fallen zu lassen. Die Arbeit ist nur wieder auszunehmen, wenn die Lohnbewegung in öffentlicher Versamniluug als beendet erklärt ist. Diese Resolution ist den Fabrikanten zuzustellen.— Kollege Stabernack forderte die Kollegen auf, sich recht zahlreich an den Petititonslisten zu bethclligen. Betreffs der Entlassungsscheine wurde eine Kommission, bestftend aus den Kollegen Schröder, Herzog und Treuherz gewählt, uRlche die Entlassungsscheine einsammelt und die Klage beim Gewifoe- gericht anhängig macht. Nach einer kernigen Ansprache an Me Kollegen schloß der Vorsitzende die Versammlung mit einem H ans die internationale Arbeiterbewegung. Die Arbeiter der Ludur. Löwe' scheu Fabrik hielte am 0. d. Mts. unter Vorsitz des Herrn W e g n e r im Eiskeller eine Versammlung ab, um in erster Linie die Frage zu erörtern: „W ie stellen sich die Arbeiter der Lud w. Löwe- scheu F a b r i k z u den Ausgesperrten?" Der Referent Herr L i t f i n hielt die Versammlung für verfrüht, da am nächsten Abend eine große Mctallarbeiter-Versammlung stattfinde, welche Stellung zu nehmen berufen sei zu den ausgesperrten Arbeitern in der Metallbranche im allgemeinen, deren Zahl auf 4000 zu schätzen sei. Im Ucbrigen hob der Referent hervor, daß es den Fabrikanten nicht möglich gewesen wäre, so viele Arbeiter auszu- sperren, wenn die Arbeiter sich nicht so sehr hätten einschüchtern lassen und die vor dem I. Mai gefaßten Beschlüsse hochgehalten hätten und fest und geschlossen für dieselben eingetreten wären. Tie Arbeiter forderten nichts als ihr gutes Recht, deshalb seien die denkenden Arbeiter in die Demonstration eingetreten. Wenn diese nicht derartig zusriedeustellcud ausgefallen wäre, wie es hätte ge- schehcn solle», so habe diese Demonstration doch das Gute, daß sie die Gegensätze zwischen Kapital und Arbeit noch mehr ver- schärft. Aus dem Vorgehen der Fabrikanten hätten die Arbeiter zu lernen; wenn sie ebenso geschlossen vorgegangen wären, wie die Fc.brikanten, so wäre es nicht möglich gewesen, daß die Fabrikanten den Arbeitern derartig, wie geschehen, ins Gesicht schlagen konnten. Redner empfahl, nach der am 7. d. M. statt- gehabten großen Metallarbeiter-Versammlung noch einmal eine Versammlung der Löwe'schen Arbeiter einzuberufen und nicht nur diese, sondern die ausgesperrten Metallarbeiter im Allgemeinen pekuniär zu unterstützen, da eine Sperre aller in Betracht kom- wenden Fabriken nicht aufrecht erhalten werden könne angesichts des herrschenden großen Jndiffercntismus. Im Weiteren richtete Redner einen dringenden Appell an alle Arbeiter, sich fest zu- sammenzuschließen in einer gewerkschaftlichen Organisatinn. Wenn diese auch nicht Alles erreichen könne, so wäre sie doch im Stande, die krassesten Mißstände zu beseitige», namentlich die lange Arbeitszeit. Auch begegnete der Referent in treffender Weise der Drohung der Arbeitgeber,„daß auch sie einmal streiken könnten", daraus verweisend, daß dies die Prositsucht und der thatsächlich bei der heutigen Produktion für den Unternehmer abfallende Profit dies gar nicht zulasse, und wenn es selbst ge- schehen sollte, so würden Andere an deren Stelle treten, im letzten Falle die Gesellschaft. Zu recht reger Agitation für die Organisation auffordernd und ermahnend, sich nicht einschüchtern zu lassen, schloß der Referent unter lebhaftem Beifall der An- wesendcn. Nach einer kurzen Diskussion.und ein cur Schlußworte des Referenten, in welchem er seiner lebhaften Befriedigung über den ruhigen und friedfertigen Verlauf des 1. Mai trotz aller be- hördlicheu Maßnahmen Ausdruck verlieh und der Zuversicht Worte gab, daß, wenn die Arbeiter fortfahren, in ruhiger und friedfertiger Weise ohne Unterlaß auf die herrschenden Schäden und Mißstände hinzuweisen und Remedur zu verlange», man ihnen endlich Konzessionen machen werde und daß endlich an Stelle der Heu- ligen unbeschränkten Ausbeutung eine internationale(Schutzgesetz- gebung treten werde durch die Macht der Arbeiterbewegung und empfahl zum Schlüsse zahlreichste Unterzeichnung der ausliegenden Petitionslisten betr. die Einführung der achtstündigen Zlrbettszeit. Nachdem wurde folgende Resolution beschlossen:„Tie heutige Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Ne- ferenten voll und ganz einverstanden und verpflichtet sich, dafür Sorge zu tragen, daß die Ausgesperrten der Firma Ludwig Löwe u. Ko. moralisch und pekuniär unterstützt werden."— Unter „Verschiedenem" wurde darauf aufmerksam gemacht, daß die Direktion sich alle Mühe gebe, die Lücken zu ersetzen, besonders bei den Schleifern. Wie Meister Möhler mittheilre, hätte der „Herr Oberglieutenant" die Absicht gehabt, Mädchen einzustellen, was aber durch den Einfluß des Meisters abgewendet worden sei. Jetzt würden an Stelle der Schleifer Arbeiter angelernt, mit denen aber durchaus nichts anzufangen sei. Gegen die Wieder- einstellung der ausgesperrten Schlesier sei der„Herr Oberst- lieutenant", weil vom„Kommando" der Befehl er- gangen sei, diese Leute nicht wieder einzu- stellen und die Direktion mit der Regierung gehe. Mit dem Gelöbnisse, fest zusammen zu halten und einen» dreifachen Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung schloß die Versammlung. Die Arbeiter und Arbeiterinnen der Dofamentett- branche hielten am 3. d. M. in Jordan's Salon eine gut be- suchte Versammlung ab mit der Tagesordnung: Stellungnahme zum Ring der Fabrikanten. Zu der Versammlung waren die Fabrikanten alle eingeladen, aber nicht erschienen. Nachdem das Bureau gewählt war, erhielt Kollege Klau zum I. Punkt das Wort. Er führte ungefähr folgendes aus: In der öffentlichen Versammlung vom 24. v. M. wurde der Beschluß gefaßt, die Arbeit am 1. Mai ruhen zu lassen und den Fabrikanten Frage- bogen zugehen zu lassen, in welchen dieselben ersucht werden, ihre Kommission möglichst am Bußtag fertig zu s.ellcn und den Ar- beitern den 1. Mai frei zu geben. Als die Fabrikanten die Fragedogen erhalten hatten, traten schnell zwei bis drei der größten Firmen zusammen und bildeten einen Ring gegen die Arbeiter. Der Ring kam folgcnderweise zu Stande: 1. Die zwei bis drei Fabrikanten faßten Beschluß, zeden Arbeiter, welcher ain I. Mai nicht arbeitet, zu entlassen, 2. keinen der Arbeiter vor dem 12. Mar wieder in Arbeit zu nehmen bei hoher Konventronal- strafe; ferner wurde der§ 153 mit angegeben und diese Plakate mit 16 Unterschriften in jeder Fabrik angeklebt, deren Arbeiter sich größtentheils überreden ließen, auch wurde eine schwarze Liste Jeden» der Kartellbrüder zugeschickt. Kollege Klau meinte nun, daß diese Personen durchaus keine juridischen Rechte beptzen und sich jedenfalls ein Staatsanwalt finden»vird, die Fabr,- kanten zu verurtheilen. indem sie selbst gegen den§ 153 gehandelt haben. Da es serner, wenn»vir stille sein»vürden, auch auf unsere Organisation abgesehen sei. um dieselbe zu sprengen,(das wird ihnen aber schiverlich gelingen) so mußten wir Stellung uehmen, und da sei die Frage: Was denken wir zu thun?- In der nun folgenden Diskussion meinte Kollege Wolter, daß wir durch Einigkeit den Ring sprengen können eventuell den General- streik proklamiren müßten.— Kollege Ulbricht meinte, daß wir nicht nöthig hätte», heute hier zu Tagen, das wäre Schuld der Kollegen, indem einige noch in letzter Stunde ihr Wort zurück- gezogen und nicht wissen,»vas ein Ehrenivort bedeutet. Folgender Antrag ivurde einstimmig angenommen: Tie Versammlung wolle beschließen, eine Kommission zu wählen, die schuellstcus Unterhandlungen mit den Fabrikanten anknüpft, be- Hufs Beilegung der Differenzen. Sollte es nicht gelingen, sofort »vieder eine Versaminlung einzuberufei», und dann endgiltigen Beschluß zu fassen, eventuell den Generalstreik zu proklamiren. — Eine Kommission aus dreizehn Personen, bestehend aus Ar- beitern und Arbeiterinnen, wurde gewählt. Ein Antrag, Sammellisten auszugeben und nach Kräften zuzusteuern, wurde auch angenommen. Bei einer Aeußerung des Kollegen Klau »vurde die Versammlung schließlich aufgelöst. Ein donnerndes Hoch auf die Arbeiterbewegung— und die Vcrsainmlung ging ruhig auseinander. Der Zuzug nach Verlin ist fernzuhalten. Ktempnor. Montag, den 5. Mai, tagte eine öffentliche Kleinpnerversaminliuig im Konzerthause Sanssouci, Kottbuserstraße, mit der Tagesordnung: 1. Wie sind die Forderungen der Ber- liner Klempner am besten durchzuführen? Reserent Herr Schade. 2. Wie stellen sich die Klempner zur Beschickung des' allgemeinen Metallarbeitcr-Kongresses? Reserent Herr P. Selchoiv. 3. DiS- kussion. 4. Verschiedenes. Die Bureauivahl entschied für folgende Kollegen: R. Köhler, Misch» und Neumann. Ter Reserent, Herr Schade, erläuterte die wirlhschastlichen Verhältnisse der Arbeiter- maffen dem Kapital gegenüber in eingehender Weise und kam zum Schluß seiner Rede auf die Geiverkvereine Hirsch-Duncker'scher Richtung zu sprechen, indem er dieselben einer scharfen Kritik unterzog. Zur Diskussion zu diesem Punkte sprachen zunächst Kollege Stahn und Jacob im Interesse der Geiverkvereinler. Gegen das Bestreben der Harmonieapostel sprachen Kollege Neu- mann und Delcourt, ein Antrag„Schluß der Diskussion" machte er lebhaften Debatte ein unerwartetes Ende und erhielt Reserent chade das Schlußwort zu seinem Vortrage. Nach der lebhaften L Kimmung der Versammlung zu schließen, herrschte sehr wenig oder gar keine Sympathie für die engherzigen Bestrebungen der Geiverkvereinler. Eine Resolution, in jeder Werkstatt Telegirte zu wählen, welche die Verhältnisse in der Werkstatt zu prüfe», und in einer demnächst einzuberufenden Telegirteiwersamm- lung zum Vortrag zu bringen, ivurde einstimmig an- genommen. Betreffs der Kongreßsrage rescrirte Kollege Selchoiv. Bezugnehmend auf den Ausruf der Vertrauensleute der Gewerkschaften, beweist Redner zahlenmäßig das Anwachsen der Fachvereine und sprach sich unter den heutigen Verhältnissen gegen jede Zentralisation aus, auch die lokalen Zentralisationen haben nie den Erfolg aufzuweisen als Fachorganisationen, da sich der einzelne Arbeiter doch stets zu seinen Fachgenossen hingezogen fühlt. In diesem Sinne sprachen die Kollegen Weber, Köhler und Neumann und ivurde beschlossen, die geivählten Kollegen mit gebundenen Mandaten zum Kongreß zu schicken, welches dahin lautet, gegen jede Zentralisation und nur für Fachorganisation einzutreten, sowie gegen jede weitere Gründung von Fachblattcrn zu protestiren, da hierdurch eine Zersplitterung der Kräfte statt- finden könnte. Geivählt wurden Kollege Selchow und Weber. Zum vierten Punkt kamen verschiedene Werkstätten zur Sprache, wo Kollegen entgegen dem Beschluß der Klempner, den 1. Mai zu feiern, doch gearbeitet habe». Folgendr Resolution wurde ein- stimmig angenommen: Die heutige Versammlung der Klempner Berlins deschließt Mann für Manu dem bestehenden Verein der Klempner beizutreten und sich in jeder Beziehung der modernen Arbeiterbewegung anzuschließen. Mit einem begeisterten Hoch auf die internationale'Arbeiterbewegung schloß die stark besuchte Versammlung uin 12V2 Uhr. Schwedt a.<0. Ain Mittivoch(Bußtag) war es endlich einmal möglich, hier eine öffentliche Volksversammlung abzu- halten mit'der Tagesordnung: Die achtstündige Arbeitszeit und die Bedeutung derselben. Dieselbe»var von zirka 500 Personen besucht und blieben noch wegen Ucberfüllung der Lokalräiime zirka 400 Personen im Garten zurück. Das Referat zu den» Abend hatten die Herren Fritz Herbert- Stettin und Emil Wiedemann- Berlin übernommen. Beide Redner ernteten für ihre trefflichen Ausführungen stürinischen Beifall. Hiernach wurde die von der sozialdemokratischen Fraktion vorgeschlagene Resolution fast ein- ftimmig angenoinmen. Der Vorsitzende, Herr Richard Koch, er- örterte die Wirksamkeit der Arbeiterpreffe und empfahl, dieselbe zu abonniren. Die imposante Versaminlung wurde mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung schon um 93/4 Uhr geschlossen, weil dein Wirthe von der Polizeibehörde aufgegeben war, sein Lokal am Bußtag und 1. Mai um 10 Uhr zu schließen: sonst hat er bis 12 Uhr Konzession.— Am 1. Mai hat auch hier die Ar- bcit thcilweise geruht. Die Arbeiter der hiesigen I. Neumann- schen Zigarrenfabrik hatten den Tag als Feiertag frei bekommen, wozu sich noch verschiedene Arbeiter anderer Fabriken sowie Ar- beiler anderer Korporationen anschloffen, auch die hiesigen in Berlin arbeitenden Maurer waren hierzu erschienen. Die Feier wurde in folgender Weise vollzogen. Am Vormittag Zusammen- sein im Horte'schen Lokal(Versammlungslokal). Nachmittag von 11 Uhr ab Ausflug mit Familie nach Park Monplaisir und Haide, von dort uin 5 Uhr zurück nach Horte's Lokal, dann wurden die um 6 Uhr nach Berlin abfahrenden Genossen zur Bahn begleitet, welche unter einem dreifachen Hoch auf den Acht- sttmden-'Arbeitstag abfilhren. Nun ging es wieder zurück nach Horte's Lokal, ,vo dann die Feier ohne jegliche Störung und bester Ordnung um 10 Uhr beendet wurde. Die Maifeier hat eine Maßregelung zufolge gehabt, welche den Zimmerer Ernst Triehoff, Vorsitzender der hiesigen Zahlstelle des Verbandes deutscher Zimmerer, traf, welcher nun den Ort verlassen hat. Dresden. Eine gut besuchte Versammlung der streikenden Steindruckcr und Lithographen fand hier am Sonntag den 4. Mai im„Münchener Hof" statt. Nach einein einstündigen Referat des Kollege» Sillier aus Berlin beschloß die Versammlung ein- stimmig an den Forderungen mit aller Kraft festzuhalten, zumal schon einige Firmen beivilligt haben und die anderen in kurzer Zeit folgen werden. Hieraus schloß die von gutem Gei't beseelte Versammlung mit einein dreifachen Hoch. tZroli« oßrntiichc Ktrinmrtzverlaminlung am Tonnirstag, den 8. Mai, Abends 8 Uhr, im„Nonigshos", Bülowsir. 37. Zichtxno! Die lombinirl« öffentliche«ersainmlnna der Steinmetzen, Marmor- und Vranitschleifer findet am 8. d. M. nicht statt. Soiiaidrniokrntitcher Wcihtverri» für den zweite» jttnhlllrri«. Oeffentiiche Versammlung am Donnerstag, den 8. Mai, Abends«X Uhr, in Modes czesellschnflshaus, Fichtesirabe. Lrrband deutscher ziiiiilergrsellen(Mitgliedschaft Berlin). Versainm- lung am Donnerstag, den 8. Mai, Abends Uhr, in Nehlitz' Salon, Berg- strahe 12. Lnchverein der! Lederarbeiter. Vertrauensmänner- Versaminlung am Donner, tag, den 8. Mai. Abends 8% Uhr, Oranienstr. 183. Es ist Pflicht«ine» jeden VertrauenSinannes, zu erscheine». Freie itereini««»» der Maurer Serli»« und zlnigesend. Ordent- liehe Mitgliederv-rsanimlung am Donnerstag, den 8. d. 3)1., Abends 8 Uhr. bei Orschel, Eebastianstr. SS. Mitglied» werden ausgenommen. Maurer Berlins! Tretet in Masse der Freien Bereinigung bei! Die Aufnahme von Mitgliedern, sowie die Entgegennahme von Beiträgen geschieht auch in nach- folgenden Zahlstellen: Osten: Jeden Montag bei Herrn Krause, Kustriner Play 10; jeden Sonnabend bei Herrn Schmidt, Slalitzerstr. 81. Süden: Jeden Sonnabend bei Herr» Zechli», Hornstr. 11. Westen: Jeden Montag und Sonnabend bei Herrn Böhlandl, Bülowsir. 88. Norden: Jeden Montag bei Herrn Holzdächer, Nathenowerstr. 89; jeden Sonnabend bei Herrn Nürnberg. «nNamerslr. 49. Weschastsslunden Abends von» bis 10 Uhr. «rosle öffentlich» Ucrsammiuuo aller Mrchauilur und Keruf«- gruoff«» Berlins nnb Umgegend am Donnerstag, den 8. Mai, Abends 8 Uhr, im Konzerlhaus- Sanssouci,«ottbuserpr. 4». (Ovo fit Mrsamutluug de» Mgemeinen Arbeiterinnenoerein« sämintlicher Äerussiweige Berlin» und Umgegend am Donnerstag, den 8. Mai, Abends 8 Uhr, in, Lolale de» Herrn Barta in Rirdorf, Bergstr. 123 »Zrahr öffentliche For,nrrurrsa»i»>tu»g am Donnerstag, den 8. Mai. Abends 7% Uhr, tn der AUienbraucrei Friedrichshain(früher LipS). Achtung! Ftscblub*! Ter Les-Nud„Natur" hat beschlossen, am zweiten Pstngslfeiertage einen gemelnsamen Ausflug aller Leseklubs zu veranlassen und ladet hierdurch die Vorstände der qu. Klubs zur Beschlußsofsung resp. Vorbe- sprechung zu einer Zusammenlunft am Sonntag, den lt. Mal, nach Spieler mann'» Restaurant, Markusstr.», etn. Achtung! Metallschleifer! Sroße öffentliche Versammlung sämintlicher • r Berlins und Umgegend am Freitag, den S.Mai, Abends 7)4 Uhr, Meiallschleifer in Jordan'» Salon, Neu« Grünstr. 88. Tagesordnung: i. Stolulenberalhung. 2. Wahl des Vorstandes. 3. Aufnahme von Mitgliedern. 4. Berich0UÜ®jj der Kommission über die Verhandlungen mit den Fabrikanten.»•» perein der Sattier und Fachgenoffen periino. Diejenigen welche wegen Therluahme an der 1. Maifeier gcmabregelt ivorden l>no, zst zu der am Donnerstag, den 3. Mai, Slbends 9 Uhr, in Aründel S R»] Trcsdenersir. Iis, slaltfindenden Vorstandssitzung hierdurch eingeladen� x., Frei» p-reinignug der Kaufleute. Mitgliederversammlung am 3„ den 9. Mai, im oberen Saale des Herrn Zemler, Münzstr. il Verschledenes.«äste sind willtornmen. Attm Kranben- und pegriilinißbaff» de« Nerer«« sammtticher» 55 blaffe». BerwallnngSslell- Berlin i. Versammlung am Sonnaver 10. d. M., Abends 8 Uhr, bei Wollschläger, Blmnenstr. 78. Tagessi Anträge, SefchäsilicheS, Millheilungen. Die Mitglieder werden ersiW, zahlreich zu erscheinen. s i»,* «rseUigbeitouerein„pörwärts". Sitzung am Sonnabend den Abends 13 Uhr. bei Wsllschlager, Blumenstr. 73. Tagesordnung:«»»'' wegen des Sommervergnügen.„_ aiie � Aeutraibranben- und Kterdebaff« der Tischler u. s. a MS glieder der Orlsverwaltungen Berlins versammeln sich Freilag, d"1 Abends 9 Uhr, Elralauerstr. 43 bei Quandl. gel- chrffentliche persaiuuil»»» saiuintlicher Metallarbeiter d» j,, Ulaffer- und Kampf- Armatnrenvranche am Sonnabend, den »Abends 8% Uhr, im Lokale Zemter, Münzstr. II. Tagesordnung: u nähme zum allgemeinen Metallarbeiterkongreß in Weimar. Neffr V Pirch. 2. Dislufsion. 3. Eveniuelle Telegirtenwahl. t. Berschiedine Derkung der Unkosten Tellersammlung. Da es bedeulungsvoll ist, n'«', vi.' Männer zum Kongreß schicken, so ist es noihwendig, in großer Slnjah'. � Bersammlung zu erscheinen, damit auch wir Armaiurarbeiier»eigen-, j, aus der Höhe der Zeit stehen und durch Organisation unsere lrauris bessern wollen.«nwni'l. Nesang-, Turn- und gesellige pereiu» am Donnerstag, ff. ,1» gesaugverein„Lüttlta" Slbends 9 Uhr in Veitin's Restaurant, Beieron> �.8 — Kesanaverein„Bretzelschluß" Abends S.X Uhr im Restaurant Mund- g| nickerstrabe 100.— Mannergesangvereiu„Nordstern" Slbends 9> i, Neiiaurant Pohl, Müllerstr. 7.— Schäser'scher„Eisangverein der 3 Slbends 9 Uhr bei Wolf u. Krüger, Skaltyerslr. 12«, Gesang.—®e'.ÄnnH „Blüthcnkranz" Abends 9 Uhr im Restaurant Brandenburgstr.«0.—».„if gelaugverein„Alerander" Abends 9 Uhr im Restaurant Rose, Stram- itrab» 3.— Mäunergesangverein„Finnita?" bei Kinner, Köpnickerlu Ecsangvere!»„Sängerlust", Abends 9 Nhr, im Restaurant Landsl>erge>».' Gesangverein„Männerchor St. Urban" Abends 9 Uhr Annenstr. o.—• 3> verein„Deulsch- Liedertafel" Abends 9 Uhr Köpnickerstc. 139.—(Lesav),, „Norddeutsche Schleife" Abends von 9 bis 11 Uhr, Michaelkirchstr' Mäunergesangverein„Sangessreunde" Abends» bis n Uhr, Franksurie � hallen(Krüger), Große Franksnrtersir. 103.—„Brunonia" NebungSstunde bei Lehmann, Alexandrinenstr. 32.— Turnverein„Hast w? (Lehriingsabiheilung) Abends 8 Nhr Dieffenbachstr. 83—«1.—-,'3en>a° tC genossenschafl"(7. Lehriingsabiheilung) AbendS 3 Nhr in der städusaie" � Halle, Britzerstr. 17— 18:— desgl.«. Männerabtheiluag AbendS s Uhr � städtischen Turnhalle, Gubencrsir. 51.— Lübeck'scher Turnverein OV,,# ..... ustluna) Abend« 8 Ubr«liiabetbstr.»7— 58.— Allgemeiner Areno»' � SX M- ,9#! Abtheilung) Abends 8 Uhr Elisabethsir. 67-58.- Allgei Sienographenverein, Abiheilung„Loulsensiadi", AbendS Restaurant Preuß, Oranienstraße si.— ArsndS'kcher Sienograptz- „Phalanx" Abends 8% Uhr im Restaurant„Zum Buckower Gar!-,-, Vua„ straße s.— Deutscher Verein Slrends'scher Stenographen Abends», ÄMhf'Ä TOpffmirmit in und Ilebuitä.— ScntuCi. u*i| urauc—«KUje'iajev»lenüaxrupycuuenriu.„rai- Schlegelstr. 44.— Verein der„Naturfreunde" Abends s Uhr im Wienerslr. 35.— Verein der Unruhstädter Abends 8% Uhr i»- stadt-Kastno", Holzmarktstr. 72.— Verein ehemaliger F. W. ReltschW! ü Schüler am 1. und 3. Donnerstag jeden Monat» im Cafe Schüler, � bergerstr. 78 Abends 8 Uhr.— Rauchtlub„Kernspitze" AbendS 8% US' m Restaurant Böhl, Rüdersdorferstr. 8.— Rauchtlnh„Arcona" Abends- zt bei ZivlinSN, Reichenbergcrstr. 71.— Rauchllub„Dezimalwaage"-juK 9 Uhr tm Restaurant Lock, KrautSftr. 43.— Rauchklub„Vorwärts"- 9 Uhr beim Herrn Tempel, Restaurant„Zum Ambot", Breslauerstc.»"51 „Orientalischer Rauchklub" Abends s Uhr im Restaurant Wiechect, p! L:f straße 8.— Rauchllub„Krumme Piepe" Abends g Uhr Langestr. 73 bei k � dsrf.— Rauchllub„Collegia" AbendS s Uhr bet Thiemermaun, Skalitz-fa — Skattlub„Slückwäris" jeden Donnerstag Abend 8 Uhr tin Restaur.«dsiA Pallisadenstr. 47.— Vrivat-Thcatergesellschaft„Adlerschwinge" Sitzung« ö- Gartensir. 14 bei Träger.— Musiloerein„Varwärls" Uebung Slbent-,15 8% bis lo!i Uhr, Annenstr. 14 pari. Neue Mitglieder, welche schon? � können, finden Aufnahme.— VergniigungSvereln„Farinelly" AbendS"-5 Sitzung Fidelila» Jnvalidenstr. 139. Gaste willkommen. Auf»ah»'-ÜÄ MUgkieder.— Verein ehemaliger Schüler der 23. Gemeindeschule 9S Uhr Holzmarklstr. 72. .4 t>cr»nifrl;kes. Die nr»te.»Engelfabrik" in Dliina. Ueber ein s aufgedecktes scheußliches Verbrechen entnehmen wir der„N® ,j folgende Mittheilungen: Es hatte in letzter Zeit Aufmerksav' erregt, daß im sogenamiten„Reuwelt"-Stadtlheile ziemlich Q'. Kindcrlcichen, welche Spuren eines gewaltsamen Todes auf den Straßen nnd in Senkgruben aufgefunden ivaren, doch niemandem ist es in den Sinn gekommen(.>)-. hier der Mord im großen betrieben werde, daß in Wilna,. a» im Verhültniß zu Warschau kleinen Stadt, eine«Engels�,• existire, betrieben von Megären, welche die arme» Klein- � müsse ins Jenseits spediren. Ein Zufall enthüllte das G-S niß. Am 26. April wurde im Hause Bankowskij, am rodschcn Pereulok, eine Reinigung der Rettraden vorgenow ,4 Die Arbeiter stießen auf den Leichnam eines Kindes. A» ij „Funde" gewöhnt, hätten die Arbeiter auch diesmal der leine besondere Aufmerksamkeit geschenkt, wenn nicht der- Leiche bald eine zweite und dritte gefolgt wäre. Die»»-chjs Siachforschllngen wurden dann schon in Gegenwart der+ p ausgeführt. Nach einer halben Stunde wurden noch drei � verweste Kinderleichen aufgeffinden. Die Leichen der Kinder iv'- vom Stadtarzt Ogijewitsch geöffnet, welcher konstatirle, da? lebend geboren worden. Zwei von ihnen sind durch SchwR- den Kopf mit einem harten Gegenstand getödtet, die»B v, starben in der Senkgrube; letzteren war der Mund mit Watte oder Papier verstopft. Von den aufgefundenen~C11I;; waren zwei Knaben und vier Mädchen; bei beiden Knabe» die rituelle Beschneidung vollzogen,©in Verhör des 2»®®# des Hauses ergab, daß zu der im Hause»vohnende»< Mikläschanskaja, Frau eines Fuhrmanns, ziemlich häufig simmer, meist junge, kamen, welche irgend etwas in eine«' trugen; andere wieder kamen mit Körben, die oben o'.;) waren. Auf die Frage des Dworniks gaben dieselben g-w®' an, daß sie Eier brächten. Der Dwornik giebt weiter a»--, die Diiklaschanfkaja Wöchnerinnen bei sich aufnahm, welch- ihre Kinder bei ihr ließen. Im selben Quartiere»)> Miklaschanskaja wohnte die KOjährige Jtka Belker, welch-; Hebammenrechte wegen verschiedener Mißbräuche verlusub.�:, gangen. Sie und eine im anderen Flügel wohnende gewiß- ivaren angenscheinlich die Haupthelferinnen der Mttlaschw h Zille drei Verbrecherinnen wurden arretirl. Die Angelegeuh- � einen großen Umfang genommen. Verwickelt sind in diesel-- Personen, darunter einige Wilnaer Hebammen. ZDepefilfen. (IMollf» Telrgrapken-Knrean.) Miif Hamburg, 7. Mai. Auf den hiesigen SchiffslversteN 51 der Streik fort. Die Werstbesitzer hatten sich verpi.ichtet, b® w« am 1. Mai ausgebliebenen Arbeitern nur 30 pCt. iviede-Vj.ff stelle». Diejenigen Arbeiter, welche am 1. Mai nicht fl-1 haben, arbeiten auf allen Werften. Paris, 7. Mai. Deni„Temps" zufolge haben ca. beiter von drei Glasfabriken in der Umgebung von P*1' Arbeit eingestellt. Bel Anfragen bitten wir die AbonnemeutS-QuiUung belzusügen. Antwort wird nicht ertheilt.-neP': W. M. Wir können Ihnen keine derartige Ausl nennen.. ui' Zwei M rtlende. Wir können Ihre Anfrage m# worten. uiiij 201. Aller Ab-n»-nl. Weste«. Es ist dann hoben. F.K. 473. Wir rathen Ihnen, sich das Attest eine-�si arztes zu beschaffen. Bestimmte Aerzte empfehlen»vir 0tl Uch nicht. � A. W. 73. Der Hauswirth ist nicht berechtigt,».J eines zweiten Schlüssels eine vermiethete Wohnung 5"% und ohne Erlaubniß des Miethers in dieselbe einzutreten- er dies doch, so macht er sich des Hausfriedensbruches Verantwortlicher Redakteur:«url Kaak« in Berlin. Druck und Verlag von War Kading in Berlin VW.. Beuthstraße 2. Nr. 105. Donnerstag, den 8. Mai 1890, y, Jahrg. Die Ardeiterschnhvorlage der Regierung. (Schluß.) Werkmeister, Techniker. stens Auf die von § 133 a. Gewerbeunterttehmern ncaen feste, winde- RW-DMZW w-"'- wag fest UObpVOn* f,«.«iv vi.iti.ivvv-«my vj*. vv.»v/~ teclinlfpr Dienstleistungen betraut sind(Maschinen- Anwend,� � � Zeichner und dergleichen),' findet der§ 125 �'"�Andtt��ltniß dies? �Personen kann. DaZ ..-«iivcto verabredet ist, von jedem_ Tl » ��ndervierteljahres nach sechs Wochen �usluudigung aufgehoben werden. Jeder der Wt wenn nicht Theile mit Ablauf ,,, ,en vorher wenn sie ihren Dienst unbefugt verlassen oder den nach dem Dienstvertrage ihnen obliegenden Verpflichtungen nach- zulonimen beharrlich verweigern; 1 wenn sie durch anhaltende Krankheit oder durch eine längere Freiheitsstrafe oder Abwesenheit an der Verrich- . lung ihrer Dienste verhindert werden; ' �enn sie sich Thätlichkeiten oder Ehrverletzungen gegen dm Arbeitgeber oder seinen Vertreter zu Schulden kommen ° lasten; ) wenn sie sich einem unsittlichen Lebenswandel ergeben. »liilin Falle zu 4 bleibt der Anspruch auf die vertrag?- . Leistungen des Arbeitgebers für die Daner von sechs Idmiw ,n Kraft, wenn die Verrichtung der Dienste durch unver- die»Üjt Unglück verhindert worden ist, . Jürnm..'!-!.-•„ ry.ff._____ v..- «iKgten kl Jedoch mindern sieh in diesem Falle um denjenigen Betrag, welcher ugten aus einer auf Grund gesetzlicher Verpflichtung 96nben Krankenversicherung oder Unfallvcrstcheruug zukommt. .§ 138 e. im§ 133 a bezeichneten Personen können die Auflösung «irnstverhältnisses insbesondere verlangen 1 wenn der Arbeitgeber oder seine Vertreter sich Thättich- ketten oder Ehrverletzungen zu Schulben komme» lassen; 1 wenn der Arbeitgeber die vertragsmäßigen Leistungen nicht gewährt; 1 wenn bei Fortsetzung des Dienstverhältnisses ihr Leben oder ihre Gesundheit einer erweislichen Gefahr ausgesetzt sein würbe, welche bei Eingehung des Dienstverhältnisses Vicht zu erkennen ivar. k IV. V erhältnisse der Fabrikarbeiter. iiz Auf Fabrikarbeiter finden die Bestimmungen der§§ 121 k,, oder, wenn die Fabrikarbeiter als Lehrlinge anzu- �..�'Md. die Bestimmungen der§§ 126 bis 133 An- ,§ 134a. jede Fabrik ist innerhalb vier Wochen nach Jnkraft- ... diele-. Gesetzes oter nach der Eröffnung des Beiriel es eine (tz i�oronung zu erlassen. Der Erlaß erfolgt dura, Auehang �el»»° Aisatz 2). Tie Arbeitsordnung muß den Zeitpunkt, mit wiinl'ie in Wirksamkeit treten soll, angeben und von Dem- iiim,,".' welcher sie erläßt, unter Angabe de? Datums unter- kiin-r Abänderungen ihres Inhalts können nur durch D0.n Nachträgen oder in der Weise erfolgen, daß an Pjx a, der bestehenden eine neue Zlrbeitsordnung erlassen wird. i'bei an Gordnlingen und Nachträge zu denselben treten frühestens Woche,,„ach ihrem Erlasse in Geltung. § 134b- �ie Arbeitsordnung muß Bestimmungen enthalten: Arb»i.- isber Anfang und Ende der regelmäßigen täglichen Avisen. � fdwie der für die erirachsenen Arbeiter vorgesehenen nj über Zeit und Art der Abrechnung und Lohnzahlung; »nb». _•— VV VVWU Vt/HiJJVVVJ �wendet werden solle» oder die guten des orts- .... welche das Ehrgefühl Werden Ifbe», dürfen in die Arbeitsordnung vi reichen rasen dürfen den doppelten Betrag-- • Iii tt,, Ü�iohns(§ 8 des Kraukenversicheruiigsgesetzes vom !i!%n i„J m3'. NeichS-Gesetzbl. S. 73) nicht übersteigen und pns l®elten der Arbeiter der Fabrik verwendet werden. üiss« mZ, cg Arbeitgebers, Schadensersatz zu fordern, wird durch , TÄ"!!""»"icht berührt. , bjz. �esttzer der Fabrik bleibt überlassen, neben den unter sAd tz., Zeichneten, noch weitere die Ordnung des Betriebes iuerkmitim mrUdtar ii» Mptviphp betreffende Be- stii Verhalten in der Arbeiter im Betriebe betreffende Ml Till,..----/»»«»VI» VW«.\VW»«V«»»«»"V v««.---■' V»A«»lf Oitctz �vven in die Arbeitsordnung aufzunehmen. Letztere da s Aetri-,,? Verhalten der minderjährigen Arbeiter auperhalb des regeln. ton die Arbeitsordnung kann bestimmt werden, daß der oder S�'derjährigen Arbeitern verdiente Lohn an deren Eltern �iiteih"'"»der und nur mit deren schristlicher Zustimmung UN- "der Vormundes kündigen darf. »ich�" Inhalt der Arbeitsordnung ist, soweit er den Gesetzen ter�öuwiderläuft, für die Arbeitgeber und Arbeiter rechts- vorgesehenen Strafen dürfen über den Arbeiter nicht verhängt werden. § 134 d. Vor dem Erlaß der Arbeitsordnung oder eines Nachtrags zu derselben ist den in der Fabrik beschäftigten Arbeitern Gelegenheit zu geben, sich über den Inhalt derselben zu äußern. Für Fabriken, für welche ein ständiger Arbeiterausschuß be- steht, wird dieser Vorschrift durch Anhörung des Ausschusses über den Inhalt der Arbeitsordnung genügt. § 134 e. Die Arbeitsordnung, sowie jeder Nachtrag zu derselben ist binnen drei Tagen nach dem Erlaß in zivei Ausfertigungen unter Beifügung der Versicherung, daß der Vorschrift des§ 134 d genügt ist. der unteren Verwaltungsbehörde einzureichen. Die Arbeitsordnung ist an geeigneter, allen Arbeiter» zugänglicher Stelle auszuhängen. Der Aushang muß stets in les- barem Zustande erhalten werden. § 134 f. Arbeitsordnungen und Nachträge zu denselben, welche nicht vorschristsmäßig erlassen sind, oder'deren Inhalt den gesetzlichen Bestimm, ingeu zuwiderläuft, sind auf Anordnung der unteren Verwaltungsbehörde durch gesetzmäßige Arbeitsordnungen zu er- setzen oder den gesetzlichen Vorschriften entsprechend abzuändern. Gegen diese Anordnung findet binnen zwei Wochen die Beschwerde an die höhere Verwaltungsbehörde statt. § 134g. Arbeitsordnungen, welche vor dem Inkrafttreten dieses Gesetzes erlassen worden sind, unterliegen den Bestimmungen der §§ 134a bis 134c, 134 e Absatz 2, 1344 und sind binnen vier Wochen der unteren Verwaltungsbehörde in zwei Ausfertigungen einzureichen. Auf Abänderungen dieser Arbeitsördnungen findet der§ 134 d Anwendung. § 135. Kinder ilnter dreizehn Jahren dürfen in Fabriken nicht be- schästigt iverden. Kinder über dreizehn Jahre dürfen in Fabriken nur beschäftigt werden, ivenn sie nicht mehr zum Besuche der Volksschule verpflichtet sind. Die Beschäftigung von Kindern unter vierzehn Jahren darf die Dauer von sechs Stunden täglich nicht überschreiten. Junge Leute zwischen vierzehn und sechszehn Jvhren dürfen in Fabriken nicht länger als zehn Stunden täglich beschäftigt werden. Durch Beschluß des Bundesraths kann für bestimmte Fabrikationsziveige gestattet werden, Kinder über dreizehn Jahre, welche nicht mehr zum Besuche der Volksschule verpflichtet sind, in derselben Weise wie junge Leute zwischen vierzehn und sechszehn Jahren zu beschäftigen, sofern der Arbeit- geber das Zeugniß eines von der höheren Verwaltungsbehörde ermächtigten Arztes beibringt, daß die körperliche Entwickelung die beabsichtigte Beschäftigung ohne Gefahr für die Gesundheit zuläßt. § 136. Die Arbeitsstunden der jugendlichen Arbeiter(§ 135) dürfen nicht vor 5Vi Uhr Morgens beginnen und nicht über SV: Uhr Abends dauern. Zwischen den Arbeitsstunden müssen an jedem Arbeits- tage regelmäßige Pansen gewährt werden. Für jugendliche Ar- teiter, welche nur sechs Stunden täglich beschäftigt werden, muß die Pause mindestens eine halbe Stunde betragen. Den übrigen jugendlichen Slrbeiterii muß mindestens Mittags eine einstündige sowie Vormittags und Nachmittags je eine halbstündige Pause gewährt werden. Während der Pansen darf den jugendlichen Arbeitern eine Beschästigung in dem Fabrikbetriebe überhaupt nicht und der Anfenthatt in de» Arbeitsräumen nur dann gestattet werden, wen» in denselben diejenigen Tbeile des Betriebes, in welchen jugendlich» Arbeiter beschäftigt sind, für die Zeit der Pausen völlig eingestellt werden oder wenn der Aufenthalt im Freien nicht thnnlich ist und andere geeignete Aufenthaltsräume ohne uurerhältnißmäßige Schivicrigkcilen nicht beschafft werden können. An Sonn- und Festtagen, sowie während der von dem ordent- lichen Seelsorger für den Katechumenen- und Konsirmaudeii-, Beicht- und Kounnunionunterricht bestimmten Stunden dürfen jugendliche Arveiter nicht beschäftigt werden. # 137. Arbeiterinnen dürfen in Fabriken nicht in der Nachtzeit von SV» Uhr Abends bis BVi Uhr Morgens und am Sonnabend, sowie an Vorabenden der Festtage nicht nach 5Ve Uhr Stachmittags beschäftigt werden. Die Beschästigung von Arbeiterinnen über sechszehn Jahre darf die Dauer von elf Stunden täglich nicht überschreiten Zwischen den Arbeitsstunde» muß den Arbeiterinnen eine mindestens einstündige Mittagspause gewährt werden. Arbeiterniue» tiber sechszehn Jahre, welche ein Hauswesen zn besorge» haben, sind eine halbe Stunde vor der Mittagspause zu entlassen, sosern diese nicht mindestens ein und eine halbe Stunde beträgt. Ehefrauen und solche Wittiven, weldse Kinder haben, gelten als Arbeiterinnen, welche ein Hausweseu zu besorgen haben, saiern nicht das Gegentheil durch die Ortspolizeibehörde schriftlich bescheinigt ist. Tie Bescheinigung erfolgt stempel- und gebührenfrei. Wöchnerinnen dürfen während vier Wochen nach ihrer Nieder- knnft nicht beschäftigt werden. § 138. Sollen Arbeiterinnen oder jugendliche Arbeiter in Fabriken beschäftigt werden, so hat der Arbeitgeber vor de», Beginn der Beschäftigung der Ortspolizeibehörde eine schriftliche Anzeige zu machen. In der Anzeige sind die Fabrik, die Wochentage, an welchen die Beschästigung stattfinden soll, Beginn und Ende der Arbeits- zeit und der Pansen sowie die Art der Beschäftigung anzugeben. Eine Aendcrung hierin darf, abgesehen von Verschiebungen, welche durch Ersetzung behinderter Arbeiter für einzelne Arbeitsschichten nothn'endig werden, nicht erfolge», bevor eine entsprechende wei- tere Anzeige der Behörde gemacht ist. In jeder Fabrik t>at der Arbeitgeber dafür zu sorgen, daß in den Fabrikräumen, in Ivel- chen jugendliche Arbeiter beschäftigt werde», an einer in die Augen fallenden Stelle ein Verzeichniß der jugendlichen Arbeiter unter Angabe ihrer Arbeitstage, sowie des Beginns und Endes ihrer Arbeitszeit und der Pausen ausgehängt ist. Ebenso hat er dafür zu sorgen, daß in den bezeichneten Räumen eine Tafel ausgehängt ist, welche in der von der Zentralbehörde zu bestimmenden Fassung und in deutlicher Schrift einen Anszug aus den Bestimmnugeii über die Beschästigung von Arbeiterinnen und jugendlichen Ar- vettern enthält. § 138a. Wegen außergewöhnlicher Häufung der Arbeit kann auf An- trag des Arbeitgebers die untere Verwaltungsbehörde auf die Dauer von 14 Tagen die Beschästigung von Arbeiterinnen über l 6 Jahren bis 10 Uhr Abends an den Wochentagen außer Sonn- abend unter der Voraussetzung gestatten, daß die tägliche Arbeitszeit 13 Stunden nicht überschreitet. Innerhalb eines Kalenderjahres darf die Erlaubniß einem Arbeitgeber für mehr als vierzig Tage nicht ertheilt werden. Der Antrag ist schriftlich zu steilen und muß den Grund, aus welchem die Erlaubniß beantragt wird, die Zahl der in Betracht kommenden Arbeiterinnen, das Maß der längeren Beschäftigungen, sowie den Zeitraum angeben, für wel- chen dieselbe stattfinden soll. Der Bescheid auf den Antrag ist binnen drei Tagen schriftlich zu ertheilen. Gegen die Ver- sagung der Erlaubniß steht die Beschwerde an die vorgesetzte Be- Hörde zu. Die untere Verwaltungsbehörde hat über die Fälle, in wel- chen die Erlaubniß ertheilt worden ist, ein Verzeichniß zu führen, in welches der Name des Arbeitgebers und die für den schrift- lichen Antrag vorgeschriebenen Angaben einzutragen sind. Die untere Verwaltungsbehörde kann die Beschäftigung vom Arbeiterinnen über sechszehn Jahre, welche kein Hauswesen zu besorgen haben und zum Besuch einer Fortbildungsschule nicht verpflichtet sind, bei den im§ 105 c Absatz 1 unter Ziffer 2 u. 3 bezeichneten Arbeiten Sonnabend Nachmittags nach 5V2 Uhr gestalten. Die Erlaubniß ist schriftlich zu ertheilen, vom Arbeit- geber zu verwahren. § 139. Wenn Naturereignisse oder Unglücksfälle den regelmäßigen Be- trieb einerFabrikunterbrochen haben, so können Aiisnahmenvon denin §§ 135 Absatz 2 bis 4, 136, 137 Absatz 1 bis 3 vorgesehenen Beschränkungen auf die Dauer von vier Wochen durch die höhere Verivaltungsbehörde, auf längere Zeit durch den Reichskanzler zugelassen werden. In dringenden Fällen solcher Art, sowie zur Verhütung von Unglücksfällen kann die untere Verwaltungsbe- Hörde, jedoch höchstens auf die Dauer von vierzehn Tagen, solche Ausnahmen gestatten. Wenn die Natur des Betriebes oder Rücksichten auf die Ar- beiter in einzelnen Fabriken es erwünscht erscheinen lassen, daß die Arbeitszeit der Arbeiterinnen oder jugendlichen Arbeiter in einer anderen als der durch§§ 136 und 137 Absatz 1 und 8 vorgesehenen Weise geregelt wird, so kann auf besonderen Antrag eine anderweite Regelung hinsichtlich der Pansen durch die höhere Verwaltungsbehörde, im Uebrigen durch den Reichskanzler ge- stattet werden. Jedoch dürfen in solchen Fällen die jugendlichen Arbeiter nicht länger als sechs Stunden beschäftigt werden, wenn zwischen den Arbeitsstunden nicht Pansen von zusammen min- destens einstündiger Dauer gewährt werden. Die auf Grund vorstehender Bestimmungen zu treffenden Versiigungen müssen schriftlich erlassen werden. § 139 a, Der Bundesrath ist ermächtigt: 1) die Verwendung von Arbeiterinnen, sowie von jugend- lichen Arbeitern für gewisse Fabrikationszweige, welche mit besonderen Gefahren für Gesundheit oder Sittlichkeit verbunden sind, gänzlich zu untersagen oder von besonderen Bedingungen abhängig zu machen; 2) die Verivendung von Arbeiterinnen über sechszehn Jahre in der Nachtzeit für gewisse Fabrikationszweige, in welchen sie bisher üblich ivar, unter den durch die Rücksicht auf Gesundheit und Sittlichkeit gebotenen Bedingungen zu gestatten; 3) für Spinnereien, für Fabriken, welche mit ununterbrochenem Feuer betrieben werden, oder welche sonst durch die Art des Be- triebes auf eine regelmäßige Tag- und Nachtarbeit angewiesen sind, sowie für solche Fabriken und Werkstätten, deren Betrieb eine tÄntheiluug in regelmäßige Arbeitsschichten von gleicher Dauer nicht gestattet oder seiner Natur nach auf bestimmte Jahres- zeiten beschränkt ist, Ausnahmen von den in§§ 135 Absatz 2 bis 4, 186, 187 Absatz l bis 3 vorgesehenen Bestimmungen nachzulassen. Jedoch darf in solchen Fällen die Arbeitszeit für Kinder die Dauer von sechsunddreißig Stunden, für junge Leute die Dauer von sechzig, in Spinnereien von vierundsechzig, in Ziegeleien von neunundsechzig Stunden wöchentlich nicht über- schreiten. Die durch Beschluß des Bundesraths getroffenen Bestimmungen sind durch das Reichs-Gesetzblatt zu veröffentlichen. V. Aufsicht. § 139b. Die Aufsicht über die Ausführung der Bestimmungen der §§ 105a, 105b, Absatz 1, 105c bis 105g, 120a bis 120s, 134 bis iiiOa ist ausschließlich oder neben-den ordentlichen Polizeibehörden besonderen von den Landesregierungen zu ernennenden Be- amten zu übertragen. Denselben stehen bei Ausübung dieser Auf- ficht alle amtlichen Besuamsse der Orts-Polizeibehörden, insbe- sondere das Recht zur jederzeitigen Revision der Anlagen zu. Sie sind, vorbehaltlich der Anzeige von Gesetzwidrigkeiten, zur Geheimhaltung der amtlich zu ihrer Kenntniß gelangenden Ge- schäfts- und Betriebsverhältnisse der ihrer Revision unterliegen- den Anlagen zu verpflichten. Die Ordnung der Zuständigkeitsverhältnisse zwischen diesen Beaniten und den ordentlichen Polizeibehörden bleibt der ver- sassungSmäßigen Regelung in den einzelnen Bundesstaaten vorbe- halten. Die erwähnten Beamten haben Jahresberichte über ihre amtliche Thütigkeit zu erstatten. Diese Jahresberichte oder Aus- zllge aus densetbeu sind dem Bundesrath und dem Sieichstage vor- zulegen. Die ans Grund der Bestimmungen der§§ 105a bis 105g, 120a bis 120e, 134 bis 139a auszuführenden amtlichen Revisionen müssen die Arbeitgeber zu jeder Zeit, namentlich auch in der Nacht, während des Betriebes gestatten. Artikel 2. An die Stelle des in§§ 97 Nr. 4, 67 a Nr. 6, 100 d Nr. 8, 100 e Nr. 1, 100 i Absatz 2 angeftihrten§ 120a der Gewerbe- ordlwng tritt der§ 8 Absatz 1 des Gesetzes, betreffend die Ge- >verbcgerid)te. Artikel 3. Der Absatz 2 des§ 98a Nr. 2b der Gewerbeordnung erhält folgende Fassung: b. die Ueberwachung der Beobachtung der in§§ 105a bis 105g, 120 bis 120s, 126, 127 vorgesehenen Bestimmungen durch die Innung. Artikel 4. Die Strasbestimmnngen des Titels X der Gewerbeordnung werden>vie folgt abgeändert: l) die Ziffern l und 2 des§ 146 Absatz 1 erhalten folgende Fassung: l) Gewerbetreibende, welche dem§ 115 zuwiderhandeln; 2) Gewerbetreibende, welche den§ 135, 136, 137 oder den auf Grnnd der n§ 139 und 139a getroffenen Verfügungen zuwiderhandeln; 2) dem§ 146 wird folgender Absatz beigefügt: Der§ 75 des Gerichtsversassungsgesetzes findet Anwendung. 3) Hinter§ 146 wird eingeschaltet: § 146 a. Mit Geldstrafe bis zu 600 M., im Unvermögensfalle mit Haft wird bestraft, wer den§§ 105b bis 105g oder den auf Grnnd derselben erlassene» Anordnungen zuwider Arbeitern an Sonn- und Festtagen Beschäftigung giebt. 4) Die Ziffer 4 des§ 147 Absatz 1 erhält solgende Fassung: 4) wer den auf Grund des§ 120 d endgiltig erlassenen Verfügungen oder den ans Grund des§ 120 e erlassenen Vorschriften zuwiderhandelt. 5) Hinter Ziffer 4 des§ 147 Absatz 1 wird eingeschaltet: S) wer etnc Fabrik betreibt, für welche eine Arbeite ordnung(§ 134 a) nicht besteht, ober wer der end- giltigcn Anordnung der Behörde wegen Ersetzung oder Abänderung der Arbeiteordnung(§ 134t) nicht nachkommt. C) Der§ 147 erhält am Schlüsse folgenden neuen Absatz: In dem Falle zu 4 kann die Polizeibehörde bis zur Herstellung des der Verfügung oder der Vorschrift end sprechenden Zustandes die Einstellung des Betriebes anordnen. 7) Der§ 148 Absatz 1 enthält folgende Zusätze: 11) wer der Bestimmung des§ 134c Absatz 2 zuwider gegen Arbeiter Strafen verhängt, welche in der Arbeits- ciizmaig. nicht vorgesehen sind oder den gesetzlich zu- lästigen Betrag übersteigen, oder wer Strafgelder in einer in der Arbeitsordnung nicht vorgesehenen Weise verwendet; 12) wer es unterläßt, der durch g§ 134s Absatz 1 und 134g für ihn begründeten Verpflichtung nachzu- komme». 7 des§ 149 Absatz 1 erhält folgende 7) wer eS unterläßt, den durch§§ 105c Absatz 2, 134e Absatz 2, 138, 138a Absaß 3, 139b für ihn begründete Verpflichtungen nachzukommen. v) Die Ziffer 2 des§ 15u erhält folgende Fassung: 2) wer außer den im§ 146 Ziffer 3 vorgesehenen Fall den Bestimmungen dieses Gesetzes in Ansehung der Arbeitsbücher zuwiderhandelt. 10) Der§ 150 erhält folgenden Zusatz: 4) wer den Bestimmungen des§ 120 Absatz 1 oder des auf Grund des§ 120 Absatz 3 erlassenen Ortsstatuts zuwiderhandelt. Landesgcsetzliche Vorschriften gegen die Ver- letzung der Schulpflicht, nach welchen eine[höhere Strafe eintritt, werden durch die Bestimmung unter Zlper 4 nicht berührt. 11) Der Absatz 1 des§ 151 enthält folgende Fassung: Sind bei der Ausübung des Gewerbes polizeiliche Vorschnsten von Personen übertreten worden, welche der Gewerbetreibende zur Leitung des Betriebes oder enies Theiles desselben oder zur Beaufsichtigung bestellt hatte, so trifft die Strafe diese letzteren. Der Gewerbe- treibende ist nur strafbar, wenn die Uebertretung mit seinem Vorwissen begangen ist, oder wenn er bei der Auswahl oder der Beaufsichtigung der Betriebsleiter oder Aufsichtspersonen es an der erforderlichen Sora- falt hat fehlen lassen. 12) Der§ 153 erhält folgende Fassung: ' Wer es unternimmt, durch Anwendung körperlichen Zwanges, durch Drohungen, durch Ehrverletznngen oder durch Verrufserklarung 1) Arbeiter oder Arbeitgeber zur Theilnahme an Verab- redungen der im tz 152 bezeichneten Art zu de- stimmen oder am Rücktritt an solchen Verabredungen zu hindern, 2) Arbeiter zur Einstellung der Arbeit zu bestimnien oder an der Fo-tsetzuug oder Annahme der Arbeit zu hindern. 3) Arbeitgeber zur Entlassung von Arbeitern zu bestimmen oder an der Annahme von Arbeitern zu hindern, wird mit Gesängniß nicht unter einem Monat bestrast. Ist die Handlung gewohnheitsmäßig begangen, so tritt Gesängniß nicht unter einem Jahre ein. Die gleichen Strafvorschrilten finden auf Denjenigen Anivendung, welcher Arbeiter zur widerrechtlichen Ein- stellung der Arbeit oder Arbeitgeber zur widerrechtlichen Entlassung von Arbeitern öffentlich auffordert. Artikel 5. An Stelle des§ 1K der Gewerbeordnung treten folgende Bestimmungen: § 154. Die Bestimmungen der§§ 105 bis 133 finden auf Gehilfen und Lehrlinge in Apotheken, die Bestimmungen der§§ 105, 106 bis 119, 120a bis 133 auf Gehilfen und Lehrlinge in Handels- geschästen keine Anwendung. Die Bestimmungen der§§ 134 bis 139b finden auf Arbeitgeber und Arbeiter in Hüttenwerken, in Zimmerplätzen und anderen Bauhöfen, in Wersten, sowie in solchen Ziegeleien, über Tage betriebenen Brüchen und Gruben, welche nicht blos vorübergehend oder in geringem Umfang betrieben werden, entsprechende Anwendung. Darüber, ob die An- läge vorübergehend oder in geringem Umfang betrieben wird, entscheidet die höhere Verwaltungsbehörde endgiltig. Die Bestimmungen der§§ 135 bis 139b finden auf Arbeitgeber und Arbeiter in Werkstätten, in welchen durch elementare Kraft(Dampf, Wind, Wasser, Gas, Lust, Elektrizität u. s. w.) bewegte Triebwerke nicht bloß vorübergehend zur Verwendung kommen, mit der Maßgabe entsprechende Anwendung, daß der Bundesrath für gewisse Arten von Betrieben Ausnahmen von den in§§ 185 Absatz 2 bis 4, 136, 137 Absatz 1 bis 3 vorgesehenen Bestimmungen nachlassen kann. Auf andere Werkstätten können durch Kaiserliche Verordnung mit Zustimmung des Bundesrathes die Bestimmungen der§§ 135 bis 139 b ganz oder theilweise ausgedehnt werden.— Werkstätten, in welchen der Arbeitgeber ausschließlich zu seiner Familie gehörige Personen beschäftigt, fallen unter diese Bestimmung nicht. Die Bestimmungen der§§ 115 bis 119, 133— 139b, 152 und 153 finden auf die Besitzer und Arbeiter von Bergwerken, Salinen, Aufbereitungsanstalten und unterirdisch betriebenen Brüchen oder Gruben entsprechende Anwendung. Arbeiterinnen dürfen in Anlagen der im Abs. 4 bezeichneten Art nicht unter Tage beschäftigt werden. Zuwiderhandlungen unterliegen der Strasbestimmung des§ 146. Artikel 6. Der§ 153 Absatz 2 der Gewerbeordnung erhält folgenden Zusatz: Für die unter öieichs- und Staatsverwaltung stehenden Ve- triebe können die den Polizeibehörden, Aufsichtsbeamten, unteren und höheren Verwaltungsbehörden durch die§§ 105b Abs. 2, 105c Absatz 2, 1054, 1200, 134e, 1344, 134g, 138'Absatz 1, 138a, 139, 139b übertragenen Befugnisse und Obliegenheiten auf die der Verwaltung dieser Betriede vorgesetzten Dienstbehörden übertragen werden. Artikel 7. Der Zeitpunkt, an welchem die in§§ 105a bis 1054 getroffenen Bestimmungen ganz oder theilweise in Kraft treten, wird durch kaiserliche Verordnung mit Zustiminung des Bundesraths bestimmt. Bis dahin bleiben die bisherigen gesetzlichen Bestini- niungen in Kraft. Im Uebrigen tritt dieses Gesetz mit dem 1. April 1891 in Kraft., �, Für Kinder im Alter von zwölf bis vierzehn Jahre« und für junge Leute zwischen vierzehn und sechzehn Jahren, welche vor dem 1. April 1891 bereits in Fabriken oder in den un § 154 Absatz 2 bis 4 bezeichneten gewerblichen Anlagen beschäftigt waren, bleiben die bisherigen gesetzlichen Besliminuligen bis zum 1. April 1893 in Kraft. Für Betriebe, in welchen vor Verkündung dieses Gesetze» Ar- beiterinnen über sechzehn Jahre in der Nachtzeit beschästigt wor- den sind, und welche nicht unter§ 139 a Absatz 1 Ziffer 2 fallen, den sind, und welche nicht-------„---- � kann die Landes-Zentralbehörde die Ermächtigung erthetlen, längstens bis zum 1. April 1893 solche Arbeiterinnen in der bis- herigen Anzahl während der Nachtzeit weiter zu beschästigen, wenn die Fortführung des Betriebes im bisherigen Umfange bei Beseitigung der Nachtarbeit Betriebsänderungen bedingt, welche ohne unverhältnißmäßige Kosten nicht früher hergestellt werden können. Die Nachtschicht dieser Arbeiterinnen darf die Dauer von zehn Stunden nicht überschreiten; zwischen den Arbeite- stunden ist denselben eine mindestens einstündige Pause zu ge währen. Sozinlo Meverstchk. Die Sperre über die Seiler'sche Averlistatt(Char- lottenburg) ist hiermit aufgehoben. Arbeikseinflellnng. In der Tuchfabrik von John Black- burn in Niederschönweide hatten die Arbeiter und Arbeiterinnen am I. Mai an.den Chef der Firma die Forderung gestellt, die Löhne für den männlichen Arbeiter der Krempelbranche um 2 M. und der Arbeiterinnen der Spinnerei um 1 M. wöchentlich zu erhöhen.'Außerdem sollte die Arbeitszeit auf 10 Stunden täglich normirt werden. Die bisherige Arbeitszeit betrug HVe Stunden täglich. Die Maschinen gingen außerdem während der Frühstücks- und Vesperpausen hindurch, so daß es den Ar- beitern nicht einmal möglich war, sich zu den Mahlzeiten die Hände zu reinigen. Ter Chef iveigerte sich zunächst, eine bestimmte Auskunft zu geben, er liest die Arbeiter vielmehr durch den Direktor mit der Angabe vertrösten, sie sollten zunächst nur wieder an die'Arbeit gehen, er würde ihnen dann eine Antwort geben, die Alle zu- frieden stellen würde. Hierauf gingen die Arbeiter nicht ein, fondern verlangten eine sofortige und bestimmte Antwort. Als diese verweigert wurde, verließen sämmtliche Arbeiter und Ar- beiterinnen die Fabrik. Ilm nächsten Tage(Freitag) früh wurde den Arbeitern durch einen Gendarmen, der diese Auskunft von dem Direktor holte, der Bescheid zu Theil, daß die Firma überhaupt nichts bewillige und daß die Arbeiter sich Nachmittags um 4 Uhr ihren Lohn holen könnten. Am Sonnabend früh erschienen nur wenige Ar- beiter vor der Fabrik, die sich aber auch, ohne einen Bescheid er- halten zu haben, entfernen mußten. 'Auch am Montag blieb Herr Blackburn bei seinem Vorsah, nichts bewilligen zu ivollen, und nachdem sich die Arbeiter ent- fernt hatten, wurde ein Zettel an das schwarze Brett angeklebt, der den Inhalt hatte, daß die Arbeitszeit auf eine Ilff/esründige reduzirt sei. Von einer Lohnerhöhung war in dem Schriftstück keine Rede. Am Dienstag spielte sich die Szene in ähnlicher Meise ab. Nachdem sich die Arbeiter bereits theilweise entfernt und die Chaussee erreicht hatten, kam ihnen der Portier der Fabrik nachge- laufen und las von einem großen Zettel die Namen von ungefähr 10'Arbeitern vor, die zurückkehren und sich ihre Entlassung holen sollten. Als die Arbeiter, die verschiedene Arbeitsgegenslände in der Fabrik zurückgelassen hatten, diese zurückhaben wollte», kamen die Meister, meistens Engländer, mit den Sachen aus den Fabrik- räumen und warfen dieselben auf den Hof, jeder sollte sich aus- suchen, was ihm gehöre. Als ein Arbeiter bemerkte, daß ihm verschiedene Sachen fehlten, durfte er dieselben nur in Begleitung eines Gendar'nen aus der Fabrik holen. Es war ihm außerdem zur Bedingung gemacht, daß er in den Fabrikrüumen kein Wort spreche. Zuzug, namentlich aus den Provinzen, ist streng fern zu halten. Ktlir erhalten folgendes Schreiben: Wir Arbeiter der Selterwasserfabrik von Ernst Rauch, Neuen- burgerstraße 23, bezogen bis jetzt einen Lohn von 12 M. wöchentlich inkl. Sonntag Vormittag 7—12 Uhr. Wir traten zusammen und baten unseren Chef um'Aufbesserung unseres Lohnes aus 15 M. inkl. Sonntag. Die Forderung wurde uns nicht gewährt, und legten wir die Arbeit nieder. Max Walsleben, Wienerftr. 19, 4 Tr. Hermann Ruß, Petrifir. 12, 1 Tr. Karl Keltz, Fürbringerstr. 4. Wilhelm Fischer, Friedrichsfelde, Berlinerstr. 50. David Kinpel, Sorauerstr. 13. Pitsch, Alte Jakobstr. 9, n. s. w.,•• Schwarzr Liste. Uns wird folgendes gedruckte Zirkular übermittelt:„In der Fabrik von Rudolf Knoblauch, Reinicken- dorferstr. 59, legten am 3. Mai, ohne jede Veranlassung, die'Ar- bcit nieder(um die gesammten Arbeiter zum Streiken zu be- wegen): 1. F. Siegel, Schlosser, geboren 22. September 1846 in Schönebeck a./E. 2, Abf. Kallrath, Schlosser, geboren 6. Juli 1858 in Stadt Kyll(Eifel). 3. Bruno Knorr, Schlosser, geboren 20. Mai 1860 in Saula(Posen).— Die vorstehenden Leute sind als Agitatoren und Hetzer zu bezeichnen." Das ist wohl keine agitatorische Hetzerei, Herr Knoblauch, was Sie da machen?! Die Firma Snbüe n. Ko., Ritterstr. 12, hat ihre Arbeiter wegen Feier des 1. Mai bis zum 9. Mai ausgesperrt. Be- kanntlich hatten die Arbeiter am 11. April einstimmig beschlossen, am 1. Mai die Arbeit ruhen zu lassen; eine Kommission von 9 Mann wurde gewählt, welche der Direktion hiervon Mitthei- lung machen sollte. Der Direktor, Herr Blume, hielt die Kom- mifsion mit leeren Redensarten so lange hin, bis die Former am 28. April die Arbeit niederlegten. Nun endlich bequemte sich der Direktor zu folgenden Konzessionen: Bewilligung von 15 pCt. Zulage an sämmtliche Arbeiter, jedoch könne von der zehnstün- digen Arbeitszeit vorläuffg nicht Abstand genommen werden, indem die Arbeit zu sehr drängt. Den 1. Mai frei zu geben, konnte er sich auch nicht entschließen, indem die Arbeit ebenfalls zu sehr drängt und die Arbeiter doch auch Schaden hätten. Dies alles nur unter der Bedingung, daß die Former damit einverstanden seien. Zur Einholung der Zu- stimmung der Former wurden zwei Mitglieder der Kom- misston nach der Formerversammlung im Böhmischen Brau- Hanse(29. April) geschickt, welche eine verneinende Antwort brachte». Am Abend des 29. April ließ die Direktion zwei weiße Plakate anheften, welche besagten, daß der Betrieb am 1. Mai nicht eingestellt würde, wenn genügend Gürtler, Dreher ic. zur Arbeit antreten würden. Es wurde auch durch die Meister bekannt gemacht, daß die Direktion für den nöthigen„Knochen- schütz" gesorgt habe. Die Kommission lud die Arbeiter zum Büß- tag früh zu einer Besprechung ein, zu welcher sich etwa die Hälfte eingefunden hatte. Tort erhielten wir nun den Bericht der Kommission, dahin lautend, daß wir vor dem 9. Mai nicht wieder arbeiten dürsten, falls nicht etwa zwei Drittel der Ar- beiter am 1. Mai zur Arbeit erscheinen. Es wurde nochmals abgestimnit. 6 bis 8 Mann wollten arbeiten. die übrigen nicht. Hierauf ermahnte einer dieser(arbeitenden wollenden) seine Gesinnungsgenossen sich der Mehrzahl anzu- schließen und ebenfalls nicht zu arbeiten. Einer der streikenden Former ersuchte sämmtliche Anwesenden die Minderheit nicht zu verachten, indem er sie darum lobte, daß sie ihre Meinung öffent- lich vertreten haben. Am 1. Mai haben höchstens zehn Mann exklusive der Meister, gearbeitet, meistens ältere Leute oder solche, welche eine bevorzugte Stellung einnehmen und dieselbe sesthalten wollen.— Am Sonnabend, den 3. Mai, Vormittags von 10 Uhr ab, wurde den Arbeitern der Lohn ausbezahlt. Zuerst kamen Former, Kernmacher:e. an die Reihe, welche gleichzeitig ihre Krankeukafsenbücher erhielten. Alsdann die Uebrigen, welche nur ihr Geld bekamen.— Hierzu muß ich bemerken, daß, falls die Former nicht wieder die Arbeit aufnehmen, resp. sich keine Streik- brecher finden, die übrigen Arbeiter höchstens noch 14 Tage arbeiten können, indem dann das Material(Guß) verbraucht(auf- gearbeitet) ist und einer nach dem andern aufhören muß.— Die Mehrzahl der Butzke'schen Arbeiter sind dort schon längere Zeit befchüstigt und höchst indifferent. Diejenigen, welche irgend einem Fachverein augehören, sind der Mehrzahl nach erst kürzere Zeit dort beschäftigt. Eine rühmliche Ausnahme machen die Former, welche alle ihrem Verein angehören.— Die Firma Blitzte hat so viele drängende Bestellungen, daß sie über kurz oder lang die Forderungen der Former bewilligen muß, falls sich keine Streikbrecher finden.— Es finden immer noch hin und wider Ver- kürzungen der Akkordpreise statt, was nicht vorkommen könnte, wenn die Arbeiter einig wären. Versa mmUmacu In einem waliren Uollis- uiii» Jubelfeste gestalte K der am 1. Mai vom„sozialdemokratischen Wahlveren, 6. Berliner Reichstags-Wahlkreises" veranstaltete Ausflug dem Moabiter Schlltzenhaus, Plötzensee. Schon am sruhen W L kamen die Genossen, um, einen Frühschoppen trinkend, tz), Lokal anzusehen. Um 11 Uhr waren bereits etliche v. versammelt, in harmlosen Gesprächen ihre Freude kunorr... Immer neue Schaaren zogen heran. Da kamen unvermu f geschlossenen Reihen die Schuhmacher, etwa 1500 Mann sw- � rtr» h.ar tfiatrsit-rtofittiott CVmmav htrfifpt* IflltYbfill 016** der�Festgäste, kleinere �Geiverkschaften und auch� j-j!, belitt in Kolonnen von 50— 150 Mann ein. Nachmittag noch ungefähr 500 Maurer, während die ganze Geestrap* war von den nachkommenden Frauen und Kindern. ein herzliches Willkommen, das traute„Du" war. gäbe, ein gemüthvoller Umgang, aber auch überall der- „Wir haben unser Wort gehalten, trotz alledem und w ,, Punkt 2 Uhr begann bei gut besetztem Orchester das Konzert, rend alle anderen Veranüaunaen schon um 11 Uhr beza rend alle anderen Vergnügungen schon um 11 Uhr Nachmittags 4 Uhr war die Menge bereits auf über 12 Wy, C, fönen gewachsen und immer noch trafen die Genossen m»% itö milte ein. Da begann der Tanz und die Jugend schaarte � schnell im Saal, während Andere im Wald allerlei Spiele oder Wasser fuhren. Die Kinder belegten naturlich das»a_ � Irschs,..„ und Schaukel mit Beschlag; Vater aber schob Kegel, spielte � �& l oder vertiefte sich auch in ein ernstes Gespräch über seine K>. 6omtt \ n n•<"» fr ot* a v»+it v Tt rf* S/iit CJ A ff DO frtfflMTT llÖeTOU 7_ K--, läge; Mutter aber mußte natürlich den Kaffee kochen; über---... lichc Freude, kein Mißton störte die Gesellschaft. Besonder» t> zuHeben ist noch, daß man es wenigstens unterließ, die Genva Patrouille zu verstärken, der Vertreter der öffentlichen Gewalt menschlicher, anderen Behörden zum Muster dienender Wey- nnh i"Vr>vmmrt hem MfTirhfnPtnfkT imfpr«! ßienoficn U0r Ruhe und Ordnung dem Pflichtgefühl unserer Genossen und er wurde nicht getäuscht. Wohl nie ist eine solche-A Nr. 1 �itef (Ei Kr welche bereits die Zahl von 20 000 überschritten halte, von I, einmüthigem Geist, einer solchen Harnionie beseelt geweff»,.� an diesem Tage. Jeder suchte seinen Stolz darin, die u.,, «ti �)vvvv w-vq �---""',»1 S lW würdig zu begehen, auch nicht der kleinste Unfriede enfftano. 7 Uhr wurde ein Tusch geblasen, um die Kinder zusammenz» U iu™(CitrtrfrAfovMonfcflFAtiion* Aiprmtf damit sie ihre versprochenen Stocklaternen bekämen; hierauf mußu"� antreten, um unter Vorantritt von 8 Musikern einen Zug den Wald zu machen. Da konnte nian erst einmal einen Winnen. Wundervoll ww blick über die geivaltige Menge gewinnen. Wunoervou Anblick der brennenden Laternen, als der Zug im hinteren i„ des Waldes die Ebene als auch die Anhöhe besetzte. Es u_ nun Halt gemacht und ein Lied gesungen. Dann aber war Halten mehr, da entrang sich dem herzen der Anwesende jäuchzender Jubelton, da drückten sich die Männer die schwie Hände, Treue gegen einander gelobend, da ivar Nichts als öy.j eine innige Harmonie, ein wahres Volksfest. Doch der Ate u nahte, die Kinder mußten nach Hause gebracht werden. Abc um 0/411 Uhr wurde mit einem begeistert aufgenommenen � auf die internationale Sozialdemokratie Schluß gemacht.—. möchten nun den Genossen noch den Besuch des Lokals eMPst.� da der Besitzer in wirklich koulanter Weise uns entgegen trotz niedriger Machination verschiedener Personen. � Eine sehr gut besuchte Ulitglirder-NrrfammlunS., Fachuereina der Gapezirer Serlina fand am 29. Apru Feiierstein,AlteJakobstr.75, statt. Auf der Tagesordnung stand: 1� trag des Herrn Tr. Bruno Wille über:„Die kommunistische.. meinde Jkaria". 2. Diskussion. 3. Bericht über die statisiy� Erhebungen betreffs der Lohn- und Arbeitsverhältnisse des SPS 1889. Der Vortrag des Herrn Wille wurde mit großem W'j aufgenommen. Hierauf verlas Kollege Zack die Petition, n" an den Reichstag gesandt werden soll und fordert die Versammelten� recht dafür zu wirken, daß möglichst viele Unterschristen gesagte werden. Das arbeitende Volk soll bekunden, daß es gewilll mit aller Energie für den Achtstunden- Arbeitstag einztttffl Zum dritten Punkt th eilte der erste Vorsitzende, Kollege p mit, daß an 300 Werkstellen die statistischen Fragebogen worden; aber nur aus 64 sind dieselben ausgefüllt wieder kommen. Es wurden darnach ungefähr 648 Kollegen in oi' 64 Werkstellen beschäftigt, davon 204 das ganze Jahr, 57 Kowi 9 Monate, 56 Kollegen 6 Monate und 331 Kollegen weniger Monate. Man sieht daraus, daß der größte Preis-, . "» K Nenbe ■"'fluche j hwf Meten z w sah unter 6 Monat nur Arbeitsgelegenheit hat. 44 Werkstellen wurde stets in Lohn gearbeitet, in 4--a* stellen im in er Akkord und in 16 Akkord und Lohn. Als höür Lohn wurde gezahlt: 33 M. Die niedrigsten Löhne waren i Mal 13,50 M. und einmal 12 M. Als höchster Lohn wurde � Gesammtsumme von 1588 M. 50 Pf., als niedrigster 1218: 50 Pf. verdient. Demnach ist der Diirchschnittslohn 1403 M. 5lj. pro Jahr oder 23 M. 50 Pf. pro Woche. Daraus könnte � sehr leicht die Folgerung ziehen, daß wir ja in ganz 0'� die Sfottn(3 Muß« sohlen -flnbfch 'Ichleid ol und rfflutmei >% I*; S»« ?>«« >" nimmt, daß die hohen Löhne meistentheils diejenigen Koc---. erhalten, die längere Zeit, also dauernde, Arbeitsgelegenheit die niedrigen Löhne aber meistentheils nur für otejemgen( stimmt sind, die ab und zu Arbeit haben. Der größte Theu., hier in Berlin wohnenden Tapezirergehilfen wird nur den liehen Lohn von 14 M. 50 Pf. erzielen können. Die Dauer � � täglichen Arbeitszeit war in einer Werkstelle SVe Stunden,'>" 9 Stunden, in 7 9Ve Stunden und in 7 10 Stunden. 37 Werkstcllen wurde Sonntags und Ueberstunden gearbeitet.. wurden 42 386 Ueberstunden gearbeitet— 4610 Tage zu 9 Stull In der Diskussion über diesen Punkt bekam die Werksiatt-KontroO„ Mission eine kleine Rüge, weil dieselbe nicht energisch genug vorg y Znin 4. Punkt: Vereinsangelegenheiten, gab Kollege Hartig' eine genaue Abrechnung vom Ostervergnügen; der Ueberschu? 64 M. 30 Pf. Die Fachschule wurde für die Sommernw � aufgehoben, da die Betheiligung eine immer schwächere � Sie ist somit von letzt bis Mitte Oktober gefeffl0�, — Zwei Resolutionen.wurden noch angenommen: tachvereinsversammlung der Tapezirer beschließt, sich m" aufniannsangestellten solidarisch zu erklären und nur in P Geschäften zn kaufen, wo vom 4. Mai ab Sonntags Mittag F 12 Uhr geschlossen wird." Ferner:„In Mwägung, daß � sämmtliche Brauereien den maßvollen Forderungen ihrer Arve� widersetzen, so lange ihr Bier nicht zu trinken, bis die Fr rungen bewilligt sind. Hierauf Schluß der Versammlung yE i der , un K%ii betfz *) Di 5": Uillt «Ute Eine öffentliche Uerfaminlung der Drechsler Kernfsseuosten von Rixdorf und Umgegend tagte am@ön%' Mi den 4. Mai, in Kuniiner's Salon. Die Tagesordnung laUi l" 1. lieber Nutzen und Ziveck der Organisation. 2. Diskul y Ubjj 3. Gründung einer kelle Rixdorf der Vereinigung�� Drechsler Deutschlands. 4. Verschiedenes. Zum ersten fU s...>zei referirte Kollege Rautenberg-Berlin unter lebhaftem Beifall, i"„ fffftioni er in längerem Vortrage den Nutzen der Organisation nach' ,, Seil Zur Annahme gelangte die Resolution Lutz:„Die he'» öffentliche Drechsleroersammlung von Rixdorf und Umgegend et', sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden, stee'j Nothwendigkeit einer Gründung der Zahlstelle Rixdorf und fordert alle Anwesenden energisch auf, sür den Beitrite derselben zu agitiren.— Nachdem sich in die ausliegende> sofort 25 Mitglieder eingetragen halten, wurde ein Provisor'! Vorstand gewählt. Unter Verschiedenem wurden noch e'F Werkstätten bekannt gemacht, die ihre Arbeiter wegen des}■ � gemaßregelt haben, und zwar Rutsch, Vritzerstr.i l, und Ret"' � Weberstraße: ebenso soll der Zuzug fern gehalten werden vv" Fabrik von Lubenotv u. Ko., Greissivalderstraße. Verantwortlicher Redakteur: Eurt Sanlir in Berlin. Druck und Verlag von Mae Fading in Berlin SW., Benthstraße 2. ßSü sich hejllf "unist