Si. Ar. Iftfi Freitag, den 9. Mai 1890. y. Jahrg. tc KalKt Weint(Knrjjt, v» allh« her»»' daiw� tauch.? Zeis- liberli!» WM» -n f»l| s ?4 Ä nden Hrgan für die Interessen der Arbeiter. Meint Das„Berliner Volksblatt" AbonnementSpreiS für Berlin frei Jnsertionsgebühr beträgt für die Sgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VersammluugS- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin Sw., Beuthttrahe 3, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhring des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. -» Fernsprecher: Amt vi. Ztr. 4106.,» NednKkion: DeuthPtvAtze Ä.— Expedition: VvukhÜvoHe 3. wi-liäj !Fr-Z Absch� Abc» len 1»� m npll zen '"4 Ks *3� t der bayerischen Arbeiter 1 Nchte der Fabribin spebtoren- berichte für 1889/) Seit einer Reihe von Jahren haben wie im„Verl. hZ?'at'" die bayerischen Fabrikinspektorenberichte einer %'m,4 Kritik unterzogen, und diesem altbewährten folgend, wollen wir anch über die jüngste Ver- l�s.'chung aus der Werkstatt amtlicher Sozialpolitik *n Lesern berichten. Von vornherein ist anzuer- .5' daß nächst Baden die bayerische Regierung für die .�Zeitige Drucklegung der Berichte und dadurch für L./ �e Verwerthung derselben im Interesse der Sozial- x.. Sorge trägt, ein Verfahren, das z. B. in tok/-» zur Nachahmung nicht dringend genug Iii, werden kann. Denn Berichte, die im„Ge- „Mritt" der Krähwinkler Landwehr den Ereignissen hrDleichen, verlieren an praktischer Brauchbarkeit gar iiufr, eg'st doch eine elementare Pflicht, daß beim C�entriU des Reichstages mindestens die beoeuten- K7 Bundesstaaten ihre Rapporte veröffentlicht haben. . der übliche Generalbericht, diese matte Limonade L/u einzelstaatlichen Mittheilungen, forderte bisher die �'te Kritik und die peinlichste Kontrole heraus. Die -- sächlichen Bienen, welche zu seiner Produktion aus- �rnien pflegten, ihre Nahrung aus den Blumen zu welche Unternehmersüßgkoiten bargen, flogen aber Östlicher Scheu zumeist an alledem vorbei, was die 'Luisse des Arbeiterdaseins enthüllte. beginnen unsere soziale Wanderung nnt alt- dachen Bezirken, mit O b e r b a y e r n und S ch w a- Und N e u b u r g. j��ber die Lage der Industrie weiß der in tif,'fyn domizilirte Fabrikinspektor Herr P ö l l a t h zu (fä% daß„auf fast allen industriellen Gebieten des Iah- ..,.« Hu), eine lebhafte Thätigkeit sich wahrnehmen lasse tii« Aeußerungen des größeren Theils der Betriebs- 'CU zufolge auch hinsichtlich des Geschäfts- livhs Uns befriedigt hat." Aber der von den deutschen �Ugrubenbesitzern zu ihrem Vortheil ausgebeutete Aus- k oer Bergleute machte sich auch im Lande der Maß- en'"a Radi fühlbar. Die Unternehmer klagen über iuer Mj. /Uttlerung wichtiger Roh- und Betriebs- Materialien, i/.4 �/�fpielsweise des Eisens und der Kohle." In diesen königl. bayerischen Fabriken- tun s—«- i v mit einein Anhange betreffend «"9 der Gewerbeordnung beim Bergbau. München. - Jahresberichte der ftn ißto«n tut das Jahr 1889 der Geweri Ackermann 1889. --[28 % got"! »Zum (( Glück der Damen. R d m a n von Emile Zola. bltorisirte Uebersetzung von Armin Schwarz. � Sechstes Kapitel. die Saison morte des Sommers gekommen Ivar, ttn Wink der Panik durch urch das Haus„Zum Glück der it oer Masscn-Vcrabschicdungcn Es war die Zeit � � heißen Monate Juli und August. Wtmns!" Morgen, wenn er mit Bourdoitcle seine In- Wi Q-i? u machte, nahm Mouret die Abtheilungs-Chefs �bfer er im Winter ermuthigt hatte, so viel Ver- �erkns.s. chneu gut dünkte, aufzunehmen, damit nur der »iiteii leide und überredete sie, das Personal zu re- byh..'.Es handelte sich darum, die Kosten herabzumüldern üM das n/'"1 Zwecke mußte ein gutes Drittel der Kommis die{i'r* Pflaster gesetzt werden: hauptsächlich die Schwachen, ) von den Starken hatten fressen lasten. Sie haben da Leute, die Ihnen nicht passen, pflegte )ttiin,r.0?en man kann sie doch nicht mit hängenden Armen 'lehen lassen. !>ch wenn die Abtheilungs-Chefs zögerten, weil sie %(.„, entschließen konnten, welche sie entlassen sollten, hinzu: �heiiZ~\c müssen mit 6 Kommis ihr Auslangen finden. Sie sich das nach ihrem Gutdünken ein; im Oktober Blättern ist zur Genüge die unverschämte Preistreiberei der Kohlenbarone und Eisenlords gekennzeichnet worden die Hintermänner der„Rhein.-Westf. Ztg." und anderen Kothschleudern der Geldsackpolitik, die Bergwerke, die Händler, die Börsenspekulanten schlugen allein Kapital aus dem Streik, während die gerechten Forderungen der Berg arbeiter gar keine oder nur zum geringsten Theile Be- achtung fanden. Interessant ist es nun, zu beobachten, wie in Bayern wie anderswo die infolge der gesttegenen Kohlen- und Effenpreise eingettetene Steigerung der Produktionskosten naturgemäß zur Ausdehnung des Bettiebes, also zum Wachsthum der großindustriellen Arbeitsweise und damit zur beschleunigten Entwicklung des Großkapitals drängt. „Die Erhöhung der Produktionskosten", sagt der Fabrik inspektor,„begünstigte ganz allgemein, namentlich aber dort, wo eine Preiserhöhung der Fabrikate Schwierigkeiten be- gegnete, das Bestreben, durch Vergrößerung der Produktion beziehentlich des Umsatzes einen entsprechenden Ausgleich zu schaffen. Demzufolge suchte man einerseits die vorhandenen Betriebseinrichtungen thunlichst auszunützen und durch Ver- befferungen und Ergänzungen auf den höchstmöglichen Grad der Leistungsfähigkeit zu bringen, andererseits nahm man zahlreiche, mitunter beträchtliche E r w e i t e- r u n g e n der bestehenden Anlagen vor, und es konnte dabei neuerdings in einigen Fällen beobachtet werden, daß kleinere Betriebe in große kapitalkräf- tige Unternehmungen aufgingen, und bestehenoe Fabriken sich in A k t i e n g e s ch ä f t e umwandelten... Die maßgebenden wirthschaftlichen Ver h ä l t n i s s e find somit, den vorliegenden Beobachtungen nach zu schließen, der Entwickelung der Groß� i n d u st r i e in höherem Maße als den kleinen Unter nehmuugen günstig gewesen; thatsächlich haben sich die- jenigen Fälle, in welchen ein stärkerer Geschäftsrückgang bemerkbar wurde, vorzugsweise auf Anlagen der letz- t e r e n Art beschränkt." Diese Ausführungen des Fabrik- inspektors sprechen für sich selbst: die Schwärmer für Kleinbettieb, Handwerk, Innungen und ähnliche abgelebte Lebensformen der bürgerlichen Wirthschaftsweise mögen sich die tiüchternen Thatsachen zu Gemüthe führen. Im Aufsichtsbezirk des Herrn Pöllath haben 6 Anlagen mit insgesammt 65 Arbeitern, also lauter Kleinbetriebe, die Arbeit eingestellt! Ueber einzelne hervorragendere Industriezweige wird mitgetheilt, daß im Freien arbeitende Bettiebe, so die Torfgewinnung und infolge dessen die Preßtorf-Fabrikation, unter der regnerischen Sommerwitteruug zu leiden hatten. Stark beschäftigt waren die durch ihre skandalösen Zu- stände, Ausbeutung italienischerKulis in krassester werden Sie sich wieder Leute nehmen; man findet deren genug in allen Straßen. Ucbrigens übernahm Bourdoncle die Exekution. Er hatte die gewohnte Phrase:„Gehen Sie zur Kasse!" und das Wort fiel wie ein Blcihicb auf den Betroffenen nieder. In der Saison inorto Ivar ihm jeder Vorwand gut genug, um das Magazin reinzufegen. —„Sie sind gesessen, Dlonsieur: gehen Sie zur Kasse" —„Ich glaube gar, Sie widersprechen: gehen Sie zur Kasse"—„Ihre Schuhe sind nicht sauber: gehen Sie zur Kasse." Und vor diesem allgemeinen Massacre zitterten selbst die Muthigen. Dann, als er sah, daß dieses System das Magazin nicht rasch genug säubere, hatte er eine andere Falle erfunden, durch welche er die jungen Leute ohne jede Mühe abmurkste. Schlag 8 Uhr stellte er sich mit der Uhr in der Hand in die Thüre und wenn Einer nur drei Minu- ten Verspätung hatte, so ward ihm das unerbittliche„Gehen Sie zur Kasse!" zu Theil. — Sie sind ein ganz häßlicher Kerl, sagte er eines Tages einem armen Teufel, dem die Nase in die Quere stand, gehen Sie zur Kasse! Die Bevorzugten erhielten einen 14 teigigen Urlaub ohne Bezahlung; das war eine humane Art, die Geschästsrcgie zu vermindern. Die Kommis fügten sich übrigens dieser prekären Lage aus Nothwendigkeit und aus Gewohnheit. Zu dieser Zeit ward in den Abtheilungcn von nichts Anderem gesprochen. Jeden Tag gab es neue Geschichten. man nannte die verabschiedeten Kommis, sowie man zu Zci- ten der Epidemien die Todtcn zählt. Besonders die Abthei- hingen für Shawls und Wollwaaren wurden hart mitge- uoinmen. Daselbst verschwanden in einer Woche sechs Kommis. Weise, berüchtigten Ziegeleien, die 5887 Italiener, gegen 4236 im Jahre 1888, beschäftigten: die tolle Bauspekulation namentlich in München war die Ursache dieses„Aus- schwungs". Daß ein Rückschlag nicht ausbleiben wird, kündigt auch der amtliche Bericht an; derselbe wird nicht blos„in den Ziegeleien, sondern in den von der Bau- Industrie abhängigen Gewerben, Thonwaaren- und Zement- fabriken, Sägewerken, Bauschreinereien, Parketfabriken u. s. w. sich bemerkbar machen. Gut beschäftigt waren die Betriebe der Metall- Verarbeitung, besonders Gießereien, Maschinenfabriken, ferner die Textilindustrie. In der Leinenindustrie freilich, dem Schmerzenskinde der Textilindustrie, ist die Lage eine weniger günstige gewesen; trotzdem hat die Arbeiterzahl um etwa 6 pCt. zugenommen. Der Rückgang der Leinen- macherei ist bedingt durch die Verdrängung des Leinens durch Baumwollgewebe. Diese Umwälzung kennzeichnet die Richtung des aus möglichste Billigkeit auch auf Kosten der Qualität hindrängenden Massenverbrauchs; die große Menge muß immer mehr auf das theure Linnen verzichten, Dank der Senkung der Lebenshaltung der arbeitenden .Klasse. So setzt sich ja auch der Schnaps an die Stelle des Bieres oder Weines, die Kartoffel an die Stelle des Brotes. Die Papierfabriken„klagten über niedrige Preise, erweiterten jedoch ihre Betriebe zum Theil nicht uner- heblich". Sie reißen jetzt mehr und mehr die Holzschliffe an sich, so daß den„kleinen, selbstständigen Schleifereien nach und nach eine fühlbare Konkurrenz erwachsen dürste". Die Aufsaugung der kleinen Unternehmungen durch die großen Etablissements geht eben ununterbrochen vor sich; in unserem Falle handelt es sich um die Vereinigung einer von der Papiermacherei ressortirenden Industrie mit jenen zu einem großen, beide Branchen umfassenden Bettiebe. Hören wir nun, welchen Einfluß„der Aufschwung der Industrie" auf die arbeitende Bevölkerung gehabt hat. Der Fabrikinspektor erklärt, daß derselbe zwar„nicht zu unterschätzende, in der vermehrten Arbeits- gelegen heit begründete Vortheile gebracht" habe. Aber er fügt sogleich etwas hinzu, was sehr schmeichel- Haft ist für die Junker und Junkergenossen, die gewerbsmäßigen Vertheuerer der nothwendigen Lebensmittel:„Es machte sich die seit einigen Zeit auf wirthschaftlichem Gebiete eingettetene Preis- steigerung mitunter in empfindlicher Weise bemerkten, und es kann zur Zeit noch nicht beurtheilt werden, inwieweit etwa diese verschiedenartigen Ein- Wirkungen bleibende Veränderungen in der Lage der Arbeiter zur Folge gehabt haben." Und Dann spielte in der Wäsche-Abtheilung sich ein Drama ab. Eine Käuferin war unwohl geworden und beschuldigte das Fräulein, das sie bedient hatte, Kiwblaucb gegessen zu haben, und das Fräulein wurde momentan entlassen, obgleich sie versicherte, daß sie nur an einer Brotkrume gekaut hatte. Die Direktion zeigte sich unerbittlich vor der geringsten Klage einer Kundschaft, keine Entschuldigung wurde angenommen, der Angestellte hatte immer Unrecht und mußte verschwin- den wie ein schadhaftes Werkzeug, das dem guten Mechanismus des Verkaufs nur im Wege ist. Und die Kameraden neigten stumm das Haupt, in der allgemeinen Panik zitterte ein Jeder nur für sich. Mignot wurde eines Tages dabei ertappt, als er trotz des Verbotes ein Packet unter seinen: Uebcrrock mitnehmen wollte und entging mit knapper Roth der Gefahr, hinausgeworfen zu werden; Lienard, dessen Trägheil bekannt war, verdankte es nur seinem Vater, der im Magazin seine Einkäufe in Mode- waarcn machte, daß er nicht hinausgeworfen wurde, als ihn Bourdoncle an einem Nachmittag zwischen zwei Stößen von englischem Sammt schlafend antraf. Jnsbe- sondere aber war das Ehepaar L'homme besorgt. Sie waren jeden Morgen darauf gesaßt, ihren Sohn Albert entlassen zu sehen; man war mit ihm sehr unzufrieden über die Art, wie er seine Kasse führte. Es kamen Weiber au ihm in's Magazin, um ihn zu unterhalten und Madame Aurelie mußte schon zweimal für ihn bei der Direktion Fürbitte thun, damit er nicht entlassen werde. Inmitten dieses allgemeinen Auskehrens lebte Denise in beständiger Angst; sie fürchtete jeden Augenblick eine Kata- strophc. Es war vergebens, daß sie sich Mnth machte, daß sie mit der ganzen Heiterkeit ihres Wesens, mit ihrer Be- sonncnheit kämpfte, um nicht den Kriseu ihrer zarten Natur es klingt nichts weniger als tröstlich, wenn der Fabrik- inspektor darauf hinweist, daß durch die stärkere Nachfrage nach Arbeltskräften„die Löhne sich mindestens auf der bisherigen Höhe erhalten haben, vereinzelt Lohnerhöhungen wahrgenommen wurden."' Also trotz des bedeutenden Aufstiegs der Brot-, Holz-, Kohlen-, Fleisch- preise sind die Löhne, und dies nur infolge des„Auf fchwungs" und des dadurch gesteigerten Bedarfs an„Häw den", auf dem alten Flecke stehen geblieben, und nur „vereinzelt", wie die„vereinzelten Schwimmer im wüthen- den Wogenschwall" lassen sich Lohnerhöhungen verzeichnen. Und die Ursachen dieser Erhöhungen? Manche Unter- nehmer„waren zu solchen durch den Mangel an brauch- baren Arbeitskräften gezwungen; andere gewährten in Be- rucksichtigung lokaler, wirthschaftlicher Verhältnisse frei- willig eine Erhöhung der Lohnsätze oder sahen sich hier- zu durch die von den Arbeitern meist in der Hinweisung auf die Lebensmittel- oder Wohnungspreise erhobenen, oder zuweilen durch Arbeitsaus stände unterstützten Vorstellungen veranlaßt." Nichts kann die Mangelhaftigkeit und Refonnbedürftig- keit der deutschen Fabritinspektion deutlicher veranschau- lichen, als das Verhältniß der wirklich inspizirten zu den unter Aufsicht stehenden Betrieben. Die Zahl der Be- amten ist viel zu klein, ihre Bezirke sind viel zu groß, als daß sie auch beim intensivsten Ar- beiten, ganz abgesehen von den vielen zeitraubenden Plackereien des bureaukratischen Schreibdicnstes ihrer Auf- seherpflicht, so wie es sein sollte, zu genügen vermöchten. Im Jahre 1839 umfaßte der Jnspektionsbezirk des Herrn Pöllath 1523 Anlagen mit 62 154 Arbeitern; von diesen wurden 529 mit 38 062 Arbeitern thatsächlich besucht. Und zwar fanden in den 529 Anlagen im Ganzen 646 Revisionen statt; 17 Betriebe wurden einer wiederholten, 2 einer Revision während des Nachtbetriebs unterzogen. Auf diesen Revisionen wurden 126 Dienstreisetage, darunter 116 ganze Reisetage, verwendet. Die große, räum- liche Ausdehnung des Gebietes, das Herrn Pöllath von Neuburg bis nach Lindau, von Ingolstadt an die tyrolische Grenze führt, die Zersplitterung der Etablissements in den ländlichen Bezirken erschweren ihm seine schwierige Auf- gäbe ganz erheblich. München, das immermehr Industrie- stadt wird, und die nächste Umgebung erfordern allein schon eine Arbeitskrast, ebenso das industriereiche Augsburg mit seinen gewerblichen Ausläufern ins Allgäu hinein. Der Regierungsbezirk Oberbayern umfaßt 16 725,43 Quadratkilometer, Schwaben und Neuburg 9811,14 Quadratkilometer; die geographisch ausgedehntesten Kreise haben zu- sammen nur einen Fabrikinspektor. So ist es natür- lich, daß derselbe im Jahre 1889 nur 34,7 pCt. der ihm unterstellten Betriebe mit 61 pCt. der Gesammt-Arbeiterzahl besichtigen konnte. Unter den nichtinspizirten Etablissements befinden sich unzweifelhaft viele mittlere und kleine, in welchen die Sünden gegen die Gewerbeordnung um so leichter begangen werden können, da naturgemäß die großindustriellen Anlagen die Aufmerksamkeit der Beamten in erster Linie auf sich lenken. Gegen 1886 haben sich die Verhältnisse indeß ein wenig gebessert: Damals wur- den von 1432 Betrieben mit 48 804 Arbeitern nur 313 mit 24 495 Arbeitern, also 21,8 pCt. der Betriebe mit 50 pCt. der Gesammt- Arbeiterzahl, inspizirt. Um so flotter geht freilich die von den Herren am grünen Tisch so sehr gepflegte Schreibseligkeit; in 1889 bezifferte der schriftliche Verkehr sich auf 781 Nummern im Einlauft 294 Nummern im Auslauft Die Stimme der Ardeiter üder den Uormal-Ardeitstag. An den Unternehmer. (Auszug aus„Das Kapital" von Carl Marx.) Die Waare, die ich dir verkauft habe, unterscheidet sich von dem anderen Waavenpöbel dadurch, daß ihr Gebrauch Werth schafft, und zwar größeren Werth, als sie selbst kostet. zu unterliegen; sie brach in Thränen aus, sobald sie sich in ihrer Zelle allein befand; sie sah sich schon auf die Straße gesetzt, entzweit mit ihrem Oheim, ohne einen Sou Ersparniß, die beiden Knaben auf dem Halse, nicht wissend wohin sie sich wenden soll. Es kamen wieder die Aufregungen der ersten Wochen, die sie im Hause zugebracht; sie schien ein Hirsekorn unter einem mächtigen Mühlsteine. Sie durfte sich keiner Illusion hingeben; ivenn eine Verkäuferin der Konfektionsabtheilung entlassen werden soll, wird sicherlich sie die Erste sein. Während der Landpartie nach Rambouillet mußten ihre Genossinnen sie bei Mine. Aurelie verleumdet haben, denn seit jener Zeit war die Abtheilungs- Vorsteherin gegen sie von einer doppelten Strenge. Man konnte ihr nicht verzeihen, daß sie nach Joinville gegangen war, man erblickte darin eine Auflehnung gegen die Äbthei- lung, weil sie außerhalb des Hauses sich öffentlich in Ge- sellschaft einer Verkäuferin aus einer feindlichen Abtheilung gezeigt hatte. Denise hatte nie mehr zu leiden als jetzt und sie verzweifelte daran, ihre Genossinnen jemals zu ge- winnen. — Lassen Sie sie laufen; sagte ihr Pauline wiederholt; es sind Flausenmacherinnen, dumm wie die Gänse. Aber gerade die vornehm thucnden Maniereii ihrer Genossinnen schüchterten sie am meisten ein. In ihrem täg- lichen Verkehr mit den Kundschaften hatten diese Fräulein eigene Manieren angenommen, sich zu einer unbestimmten, unnennbaren Klasse herausgebildet, welche die Mitte hielt zwischen der Arbeiterin und der Bürgersfrau; unter ihrer gekünstelten Art sich zu kleiden, unter ihrer manierirten Haltung, unter ihren angelernten Phrasen barg sich oft eine falsche Bildung, die Lektüre der kleinen Journale, Tiraden aus modernen Theaterstücken, die gangbaren Dummheiten des Pariser Straßcnpflasters. — Wißt Ihr schon, daß die„schlecht Gekämmte" ein Kind hat? fragte Klara eines Morgens, als sie in die Ab- theilung kann Und als alle Welt sehr erstaunt war, fügte sie hinzu: Dies war der Grund, warum du sie kauftest. Was auf Deiner Seite als Verwerthung vom Kapital erscheint, ist auf meiner Seite überschüssige Verwerthung von Arbeitskraft. Du und ich kennen auf dem Marktplatz nur ein Gesetz, das des Waarenaustanschs. Und der Konsum der Waare gehört nicht dem Verkäufer, der sie veräußert, sondern dem Käufer, der sie erwirbt. Dir gehört daher der Gebrauch meiner täglichen Arbeitskraft. Aber vernnttelst ihres täglichen Verkaufspreises muß ich sie täglich reproduziren und daher von neuem verkaufen können. Abgesehen von dem natür- lichen Verschleiß durch Alter je. muß ich fähig sein, morgen mit demselben Normalzustand von Kraft, Gesundheit und Frische zu arbeiten, wie heute. Du predigst mir beständig das Evan- gelium der„Sparsamkeit" und„Enthaltung". Nun gut! Ich will wie ein vernünftiger, sparsamer Wirth mein einziges Ver- niögen, die Arbeitskraft, haushalten und mich jeder tollen Ver- schwendung derselben enthalten. Ich will täglich nur so viel von ihr flüssig machen in Bewegung, in Arbeit umsetzen, als sich mit ihrer Normaldauer und gesunden Entwickelung verträgt. Durch maßlose Verlängerung des Arbeitstages kannst du in emem Tage ein größeres Quantum meiner Arbeitskraft flüssig machen, als ich in drei Tagen ersetzen kann. Was du so an Arbeit gewinnst, verliere ich an Arbeitssubstanz. Die Benutzung meiner'Arbeits- kraft und die Ausbeutung derselben sind ganz verschiedene Dinge. Wenn die Durchschnittsperiode, die ein Durchschnittsarbeiter bei ver- nünftigem Arbeitsmaß leben kann, 30 Jahre beträgt, so ist der Werth meiner Arbeitskraft, den du mir einen Tag in den andern zahlst, Vsw mal 30 oder Viosöo ihres Gesammtiverths. Konsumirst du sie aber in 10 Jahren, so zahlst du mir täglich Vwssv statt Vsföo ihres Gesammtiverths, also nur Vs ihres Tageswerihs, und nimmst mir daher täglich 2/3 des Werthes meiner Waare fort. Du zahlst mir eintägige Arbeitskraft, wo du dreitägige verbrauchst. Das ist wider unfern Vertrag und das Gesetz des Waarenaustauschs. Ich verlange also einen Arbeitstag von normaler Länge und ich verlange ihn ohne Appell an dein Herz, denn in Geldsachen hört die Gemüthlichkeit aus. Du magst ein Musterbürger sein, aber dem Ding, das du mir gegenüber reprä- sentirst, schlügt kein Herz in seiner Brust. Was darin zu pochen scheint, ist mein eigener Herzschlag. Ich verlange den Normal- Arbeitstag, weil ich den Werth meiner Waare verlange, wie jeder andere Verkäuser. Norvesproirdettzerr. Kuliarest, 5. Mai.(Die Maifeier in Rumänien.) Die östlichen Länder find in ihrem Kalender um zwölf Tage zurück, so daß es nicht gut möglich war, eine Arbeiterseier rn Rumänien an demselben Tage zu veranstalten, an welchem sie im westlichen Europa begangen wurde. Man entschied sich deshalb, den Sonntag— nach dem neueren Kalender also den 4. Mai— zu einer Arbeitcrkundgebung zu wählen. In den Vormittags- stunden versammelten sich die Mitglieder des Arbeiterbundes, etwa 600 an der Zahl, vor ihrem Versammlungslokal in der Akademie- straße und ordneten sich unter dem Vorantritt von Musikchören und ihren Fahnen zu einem Zuge durch die Stadt. Tie sozio- listischen Teputirten Conflantin Mille und I. Nadejde hatten sich der Polizei gegenüber zur Aufrechterhaltung der Ruhe verpflichtet und übernahmen daher persönlich die Führung des Zuges. Hinter der ersten Musikkapelle wurde eine mächtige rothe Fahne ge- tragen, auf welcher in großen goldenen Buchstaben die Worte standen:„Es genügt, acht Stunden des Tags zu arbeiten!" Der ug begab sich nach dem in der Vorstadt gelegenen Garten des rokadero; aber an jeder Straßenecke schloffen sich neue Schaaren von Arbeitern, vielfach mit Frauen und Kindern, dem Zuge an, so daß derselbe zuletzt an 3000 Personen zählte. In dem Saale des Trokadero hielten alsdann alle bekannten Arbeiterführer An- sprachen, worauf eine Resolution, den Achtstundentag betreffend, angenommen wurde. Später vergnügten sich die Versammelten durch Tanz und gesellschaftliche Spiele, bis am Abend die Arbeiter in kleineren Trupps nach der Stadt zurückkehrten. In I a s s y und Bioila verlief die Feier in ähnlicher Weise. Uew-Nork, 25. April. Aller Augen sind gegenwärtig auf Chicago gerichtet, wo durch den Streck der Bau- und Haus- schreiner(Carpenter und Joiner) der Anfang im Kampfe um den achtstündigen Arbeitstag gemacht wurde. Die Stachrichten von dort lauten günstig, obwohl die Vereinigung der großen Unter- nehmer noch keine Miene macht, nachzugeben. Die neue Meister- Organisation, in welcher sich jeyt so ziemlich alle kleinen Unter- nehmer befinden, und welche auf die Forderungen der Arbeiter einzugehen bereit sind, hat dein Streikkomitee der letzteren offerirt, bei ihnen unter den gestellten Bedingungen die Arbeit auf- zunehmen. Die Arbeiter wollen aber den Sieg zu einem vollständigen machen und nicht eher auf den Vorschlag ein- gehen, bis die detreffende Meister- Organisation mindestens 4000 Arbeiter beschästigen kann.(Die Zahl der Streikenden be- trägt ca. 7000).— Was bei dem Chicagoer Streik hauptsächlich in Betracht kam— an Mitteln fehlte es auf längere Zeit nicht — war die Abhaltung von„Scabs", und in dieser Beziehung ist Seitens der Gefammlorganisation der Earpenter(welche nach den Angaben von deren Sekretär Mc. Guire jetzt über 70 000 Mit- — Ich sah sie gestern Abends den„Fratz" spazieren führen...... Sie scheint ihn irgendwo untergebracht zu haben. Zwei Tage später brachte Marguerite, vom Diner heraus kommend, eine andere Neuigkeit. — Eine saubere Geschichte: Ich habe den Liebhaber der„schlecht Gekämmten" gesehen... Es ist ein Arbeiter; denkt Euch: ein kleiner schmutziger Arbeiter mit gelben Haaren, der zu den Fenstern hereinglotzte, bis sie hinaus- ging.— Von da ab galt es für eine feststehende Thatsachc: Denise hat einen Handlanger zum Geliebten und hält irgendwo im Stadtviertel ihr Kind verborgen. Man folterte sie mit bos- haften Anspielungen. Als sie zum ersten Mal begriff, ward sie schrecklich bleich angesichts solcher ungeheuerlicher Zu- muthungen. Das war abscheulich; sie wollte sich rechtfertigen und stammelte: — Das sind ja meine Brüder! — Ach ja, ihre Brüder; sagte Klara spöttisch. Madame Aurelie mußte sich ins Mittel legen. — Schweigen Sie, meine Fräulein, und sehen Sie nach Ihren Arbeiten!.... Fräulein Denise kann sich außerhalb des Hauses schlecht auffuhren, wenn es ihr beliebt. Möchte sie wenigstens hier arbeiten! Diese dürre Vcrtheidigung war so gut, wie eine Ver- nrtheilung. Das Meuchen war verstört, als hätte man sie eines Verbrechens angeklagt und suchte vergebens, sich zu er- klären. Man lachte und zuckte die Achseln. Sie war bis ins Tiefinnerste verletzt. Als das Gerücht sich verbreitete, war Deloche dermaßen entrüstet über diese Mädchen, daß er Lust hatte, sie zu ohrfeigen; nur die Furcht, Denise zu kom- promittiren, hielt ihn zurück. Seit dem Abend, den sie in Joinville mit einander zugebracht hatten, bewahrte er ihr unterwürfige Freundschaft, die sich in seinen treuen Blicken aussprach. Niemand durste ihre Zuneigung ahnen, denn man würde sich über sie nur lustig machen; das hinderte ihn aber nicht, an Rache zu denken und die Faust zu ballen, glieder zählt) gut vorgearbeitet worden, s» daß die Art. Agenten der großen Unternehmer eine ziemlich vergevw Wohl gelingt es ihnen hier und da an Plätzen Kräfte aufzutreiben und nach Chicago zu portiren. Aber es gelingt fast regelmäßig, die über den Stand der Dinge zu unterrichten, ur geringen Ausnahmen lassen sie sich in die Union ausnehme� Immerhin hat man hier und da einige Leute(„gewoy-.. euaimtjow 1 �■. hier und da einige mäßige Scabs", w?e sie von den Unionleuten aeuum»»- aufgetrieben, und wegen dieser ist es schon wiederholt zu#3 mit der Polizei gekommen, welche zu deren Schutz sobald nur der geringste Anlaß gegeben war. Die Stte>' bewahren indessen die größte Besonnenheit, da sie leisten, � Verantwortlichkeit im Interesse der ganzen Beivegun« ihnen ruht.— Einen vorläufig nicht recht zu crfw, Standpunkt hat der Präsident der„Föderation es*(j Gompers, bei seiner Anwesenhett in Chicago eing,. men. Es verlautete nämlich, daß die Großuntew< sich bereit erklärt hätten, die Forderung des achtstündigen tages anzuerkennen, unter keinen Umständen aber die CckßNi � der Arbeiter. Die letzteren hätten mit ihnen„individuell' i.. handeln. Gompers hnt nun empfohlen, darauf einzugel'' j die Hauptsache damit ja erreicht sei und die Anerkennu N Union sich schon von selbst ergeben werde, wenn nur die» � fest zusammenständen. Es ist nur anzunehmen, daß G. e»>. g>'nze Achtstundenbewegung für von größter Wichtigkeit P' Chikago bezüglich derselben baldigst den Sieg 5 ringen, sonst wäre seine Stellungnahme nicht nu begreiflich, sondern sogar in Widerspruch mit 5C � der hiesigen(fortgeschrittenen) Arbeiterbewegung 6*', Maxime, stets die Anerkennung der Organisation zu erz» � Die Erfahrung hat ja auch genugsam gelehrt, daß ohne öw.-1 Errungenschaften von sehr wenig Werth sind, weil in den i J Fällen sehr bald neuer Kamps nothwendig wird, um v.1 den„individuellen" Unterhandlungen wieder rückgängig Gew J nochmals zu erobern.— Die siegessreudige Stimmung der kenden ließ den von G. gemachten Vorschlag auf keinen gu JLJ Boden fallen; er wurde einstimmig in der betreff. Veriaw iZ abgelehnt.— Die Bewegung in Chikago hat sieh auch aui J. Arbeitszweige ausgedehnt, und wird aller Wahrscheinlichiet. � Ott•• i, � ä a v**««t«* Sil 71 Dil. ß.-uJ immer größere Ausdehnung gewinnen. Abgesehen davon, noch einiger Tauer des Carpenterftreikes auch die HU\Xf VW gVf übrigen Zweige des Baugewerbes in Mitleidenschast gezoS� J den, so haben bisher die Sattler, Ziegelmacher, Tapezirer j Konfektionsschnelder Forderungen gestellt, welche eventuell � Streik führen werden. Ferner heißt es, daß die Arbeiter st großen Schlachthäuser(15 000 an Zahl) die Forderung de» � stündigen Arbeitstages stellen werden. Weiter gährt es � den Arbeitern im Transportgeschäft, denen man gar noch* i. abzüge in Aussicht gestellt hat, während doch durch ganze Land ein mehr oder weniger energischer* ck nach Verbesserung der Lebenshaltung geht, welche sonders im letzten Jahrzehnt eine stets schlechtere � worden ist.— Es kann also in der„Gartens als hübsche Einleitung zu der bevorstehenden WeitauSP"� noch zu umfangreichen Streiks kommen. Einen günstigen Ansang in der Achtstunden-BewegunS J Indianapolis gemacht, wo die Earpenter einen vollstäm"*? Sieg errungen haben. Es wird derselbe jedenfalls auf von sehr vortheilhaftem Eindruck sein. Im Allgemeinen>! ch Stimmung unter den Mitgliedern der„Brolherhood of CurP1*, and Joiners" eine ausgezeichnete: sie sind stolz darauf, die garde zu bilden, und ihr energisches Austreten dürste auch.< großem Einfluß aus„gewohnheitsmäßige Scabs" sein-u, unter sonstigen Umständen(bei lokalen Streiks) imu� noch eine Rolle spielen, obwohl gerade jenes das am unifangreichsten organisirte ist.— Seitens � Exekutive der Organisation ist an deren Mitglieder sdl® Aufruf erlassen worden:„Haltet Euch stramm in den 3»� Jungens! Wir haben nnfere Vorpostenlinien ausgesciätK unsere Leute haben das Feuer ohne Wanken ausgehalten wenigen Wochen wird die Schlachtlinie ausgedehnt werden. Achtstunden-Banner flattert im Winde und wir haben genug und eine Menge Munition in Form von Geldern, Leute sind für den Kampf gerüstet und die Augen aller An Amerikas und Europas sind jetzt auf die Carpenlers geu Unsere Leute sind entschlossen, sich des Vertrauens ivurviß zeigen, welches in sie gesetzt ward, als man sie zur Avantg' machte l" poltfirrfic Meb-pftryl Unternehmer vereinigt Euch! rufen jetzt tägliä. allen Tonarten die Organe der Bourgeoisie. Ganz mssiger Streitruf! Gegen die Arbeiter sind die stets einig, wenn ihnen Gefahr für ihren Geldbeulck K drohen scheint. Mit wenigen vereinzelten Ausnahme?� die ganze Gesellschaft, soweit sie nicht stolz aus Arb�fst besteht, politisch fast immer, wirthschafttich aber ohne � nähme, unbewußt oder planvoll gegen die Arbeiter ss� - falls es Jemand wagen würde, sie in seiner Gegenwart zugreifen. Denise entschloß sich endlich, ihnen gar nicht% zu antworten. Die Sache sei gar zu schändlich, dach" � es wird ja Niemand daran glauben. Wenn eine•, nossin eine Anspielung machte, begnügte sie sich � L dieselbe still und traurig anzublicken. Ueberdies einen anderen Kummer; materielle Sorgen beschäst'?� sie. Jean führte sich unbesonnen aus; er folterte sie' während mit Geldfordcrungen. Es verging kaum.�st Woche, in welcher sie nicht einen vier Seiten langen � mit einer ganzen Geschichte von ihm erhielt, und wenn � Waagmeister ihr diese Briefe mit der großen Schrift n � brachte, verbarg sie dieselben rasch in der Tasche, denn � Fräulein der Abtheilung waren gleich bereit, ihre zu machen. Dann, wenn sie unter irgend einem Voriva- sich entfernt hatte und den Brief las, wof. von Schrecken erfaßt; Jean schien ihr verw � Alle seine Lügen waren von Erfolg bei ihr, seine 01 ft(( gewöhnlichen Liebesabenteuer, deren Gefahren sie in w. Unerfahrenheit noch übertrieb. Bald handelte es M vierzig Sons, um sich vor der Eifersucht einer Frau � schützen, bald um fünf Franks, um sechs Franks, welche. Ehre eines armen Mädchens retten sollten, das sonst seinem Vater getödtet würde. Da ihre Bezüge und Visionen nicht ausreichten, war sie aus die Idee gekon" N eine Arbeit für ihre freie Zeit zu suchen. Sie offenbarte hierüber Robineau, der ihr sympathisch geblieben, seitdem � bei Bln?ard gesehen und er verschaffte ihr eine Ard„ Kravattenschleifen zu machen, das Dutzend zu 5 SonS.- neun Uhr Abends bis ein Uhr nach Mitternacht bracht' sechs Dutzend fertig, was dreißig Sons ausmachte; verbrannte sie eine Kerze um vier Sons. Doch diese ie„ undzwanzig Sous, die sie allnächtlich erwarb, genuM für Jeans Geldfordernngen; sie beklagte sich nicht dar>> � daß sie sich dm Schlaf raubte; sie würde sich sehr% i lich geschätzt haben, hätte nicht eine Katastropye w1 i ihr Budget über den Haufm geworfen. Als si» str sie ev.. thätig. So stellt sich das Bild der Gesellschaft im ftuaHf'l' ,ueim lnan es von einem weiteren Gesichtspnnlte 1, t betrachtet. Der Klassenkampf kommt zum Vorschein. m � diesem Klassenkampfe wünschen die Organe der hni\®eoi'te a"e Unternehmer aller Branchen vereinigt, ans oMprifi ber ganzen Wucht ihres wirthschaftlichen und nrw B chen Uebergewichtes und mit der zusammen- ohi».• JSP16 aller ihrer zwar nicht gesetzlich garantirten, ...... � Wirklichkeit vorhandenen Bevorrechtungen und LPl 8eien Stellungen den Arbeiter vollends danieder �en:— Ist eine solche Vereinigung nun g ich, oder ist sie eine Utopie? Der Leipziger„Wähler", "V kinem Leitartikel dieses Generalkartell des Unter- i P�hums bespricht, hebt sehr richtig hervor, daß in � uz einen Falle einer solchen Vereinigung die ß,?.? nheit der Einzelinteressen und der beispiellose unserer Unternehmerwelt, deren Lebenslust ja die etniH;i�onlumnä" ist, sagt er, entgegensteht.„Wollen sie z,, isch Zusanimengehen, so bringen sie es über das Stadium Aktiengesellschaft, des Ringes einer Branche nicht hin- da-'m, Sozialisirung der Unternehmerklasse— wenn man c.■"klwrt brauchen darf— scheitert eben an der herrlichen !- �.�buknrrenz und am Egoisinns. Sozialistisch organi- ...-ann sich eben nur die ganze Societaa, d. i. die ganze «„'"Schaft eines Staates. Sonst ist alles Zusammengehen n.m�marck'sche Politik von Fall zu Fall- von Pulte wie bei der Entenjagd! wie der gefallene Kanzler -u sagen pflegte."- Das ist ganz unsere Ansicht. Jir Minister für Handel«nd Gemerde«nd des j ilrr» haben, wie der„Schles. Ztg." berichtet wird, um ein a Rufendes Bild der Arbeitseinstellungen im Bergbau, in der �"fne und im Handwerke zu gewinnen und insbesondere zu iurtheilen, in welchem Umfange dabei der Vertragsbruch vor- e bannen ist, in wie weit minderjährige Arbeiter dabei betheiligt �esen sind und welchen Einfluß die Sozialdemokratie ausgeübt Regierungspräsidenten veranlaßt, über alle Arbeitsein- c ungen fortan halbjährlich eine Uebersicht nach einem be- .mmten Schema aufzustellen und einzureichen.— Etwas Gutes , für die Arbeiter aus diesen Berichten schwerlich heraus- biT6"'®'e Bureaukraten des Bismarck'schen Regimes sind schschnittlich vollkoinmen unfähig, objektive Berichte über die 1 eiterbewegung zu liefern. K0Jtt S'iwö auf da» Softalisteugefetz erklärt der„Hann. »daß, wenn die Regierung selbst ohne ein derartiges x,;."dmegesetz auskommen zu können und zu wollen erklärt, wir haben, ihr ein solches aufzudrängen." Die letzten den.M negen die Aushebung des Sozialistengesetzes seien durch ßMtigen Verlauf des kritischen Tages(1. Mai) beseitigt.— "Bach diesmal ist er von den Ueusten; Gr mird stch bis erdrensten", so sagt Mephisto im zweiten Theile &»staust", und einer der Neusten war er, der am Mittwoch im X t b e n h a u s e nicht nur triuniphirte, daß in der Dankbarkeit den Fürsten Bismarck das in Finanzfragen die zweite ftali.spielende Haus der Herren einen Vorsprung gewonnen %% sondern auch über Gegenzeichnung und Bergarbeiter und (JP�ier und Sozialreform und Konttaktbruch und Sozialisten- xjbtz und Reichswahlrecht und noch einige Dinge mehr in dem »ne deklamirte, als solle der Schwerpunkt der Geschichte wieder . mal in das dumpfe Haus am Leipziger Platze verlegt werden. "k Hohenth al hat, so schreibt dre„Voss. Ztg." mit gutem ?d>or, einem von ihm tief gefühlten Bedürfnisse abgeholfen, zLf'p M seine Rede hielt über Alles und noch Etwelches, mit L; Stolze eines echten Granden erster Klasse, der sich mit U Ü? Rechte„Volksvertreter" dünkt als die durch„unnatür- Wahlbündnisse, durch Feindschaft gegen das Reich und durch Jchneines Wahlrecht in den Reichstag gezogenen Abgeordneten." fc»,,s.Hohenthal ist seit dem 9. April 1888 Mitglied des Herren- wsies. Da er jetzt schon beginnt, seinen Fürwiy an Dingen zu (chh die nicht seines und des Herrenhauses Amtes sind, so kann noch zu gleichem Ruhme, wie andere„Volksvertreter", , jenem Hause gesessen haben, bringen, beispielsweise wie das Alied, welches verlangte, daß man die Lehrerwittwen-Pensio- C nicht eher erhphe, als bis dem hohen Hause eine verhungerte «�erwittwe leibhastig vorgezeigt werde. Wenn freilich Graf Lenthal meint, das Herrenhaus verdiene eher den Namen einer , Vertretung wie der Reichstag, so pflegen sich mündige Ujtnfchen_nui durch Personen vertreten zu lassen, welche sie selbst der Vertretung . rben vom — die ruhenden Stimmen mitgerechnet— verdanken d htet _ beauftragen. Die Mitglieder des Herren- haben vom Volke einen solchen Auftrag nicht erhalten. üti«®'?eufchQst als„Volksvertreter jjl�bestimmten ldamilie an»uaeböre> [{�"sinn, nicht aber dem zufälligen Umstände, obwohl schon Macaulay Dann daß wohl bisweilen die Schwindsucht und der das Talent für die Gesetzgebung erblich kommen vier Inhaber„großer Lanvesämter im di�-? Monate bei der Kravattenhändlerin erschien, fand sie ihr 9�* versperrt; die Unternehmerin.war fallit und hatte J Neunzehn Franks behatten, eine bedeutende Summe, auf «j. ste sert acht Tagen mit Sicherheit gerechnet hatte. Alle �sNstnernisse der Abtheilung verschwanden vor diesem Miß- „ 7* Sie sind traurig, sagte Pauline, als sie Denisen .. nz bleich in der Möbel-Abtheilung begegnete, brauchen Sie sprechen Sie? w�uife, die ihrer Freundin schon zehn Franks schuldete, 'nchte zu lächeln und erwiderte: ist g� Rein, ich danke. Ich habe schlecht geschlafen; das auf � war der 20. Juli; die Panik der Entlassungen war hc>>� Höhepunkt gestiegen. Von vierhundert Angestellten vn> �ourdoiwle bereits süilfzig hinausgekegt; man sprach all1 nei.tei1 Exekutionen. Jndeß dachte Denise nicht an die a Sdncitie Gefahr, sondern nur an das neueste Abenteuer schrecklicher als alle früheren. Diesmal brauchte er ei»--, Franks, welche allein ihn vor der Rache hon bcttoücnen Gatten schützen könnten. Am Abend vorher e;' sie schon einen Brief von ihm erhalten, in welchem o,. ra§ Trama erzählte; dann kamen noch zivei Briefe; A.;shle, den sie eben damals zu Ende gelesen, als sie 3llJ n begegnete, kündigte ihr an, daß Jean sich am stt üd das Leben nehmen würde, wenn er die fünfzehn Di» m nicht erhält. Sie quälte sich den ganzen Tag. sie Mnsion Papes hatte sie vor zwei Tagen bezahlt; cv. konnte daher von diesem Gelde nichts mehr nehmen. illbfii erdenkliche Mißgeschick verfolgte sie; sie hatte die lg» gehabt, die neunzehn Franks von Robineau zu ver- hchen, hxx vielleicht Gelegenheit haben würde, die Kravatten- sei» rin wieder aufzufinden; allein Robineau war von sch � vierzehntägigen Urlaub noch nicht zurück, obgleich er ü Tags vorher erwartet worden war. (Fortsetzung folgt.) Königreich Preußen", welche gar keine Aemter sind, dann 39 aus königlichem Vertrauen berufene Personen, drei Mitglieder von Domkapiteln, 8 Vertreter von Grafenverbänden, 11 Vertreter adeliger Geschlechter, 55 Vertreter des„alten und befestigten Grundbesitzes", 9 Vertreter von Universitäten und 44 Vertreter der Magistrate von bestimmten Städten— auch hier überall die ruhenden Stimmen eingerechnet. Und das soll in besserem Sinne eine Volksvertretung sein als der vom Volke gewählte Reichstag? Herr Heinrich von Treitschke ist wohl auch in den Augen des Grafen Hoheuthal kein rother Revolutionär. Dieser königliche Hofgeschichtsschreiber aber sagt im dritten Bande seiner historischen und politischen Aufsätze:„Das Aergste, was die Frivolität dem preußische» Volke zu bieten wagte, war sicherlich die Errichtung des Herrenhauses. Er nennt das Herrenhaus eine Vertretung der Klasseninteressen des Grund- cidels und hofft, daß die Stunde kommen werde,„einen radikalen Umbau der ganz verfehlten Bildung des Herrenhauses durchzusetzen." Nicht anders sagte das nationalliberale Programm von 1867, die Reform des Herrenhauses sei die Vorbedingung aller Reformen." Angesichts dieser Tbatsachen können die Aus- lassungen des Herrn von Hohenthal einer heiteren Wirkung gewiß sein. Auch die Verlängerung des Sozialistengesetzes fordert der„Neueste". Graf Hohenthal spottet seiner selbst und weiß nicht wie. Er hat anscheinend keine Ahnung, daß seine Anschauung vom Sozialistengesetz dasselbe ist, wie das ganze Herrenhaus— ein Anachronismus. Die geplante« Evleichternnge» des Pastzwange« an der elfaß-lothringifchen Grenze sind sehr gering. Sie sollen nach der„Weser-Zeitung" zunächst darin bestehen, daß die Einholung des Visums der deutschen Gesandtschaft in Paris wegfallen soll. Dadurch ist die Möglichkeit gegeben, in dringenden Fällen, z. B. bei plötzlichen Familienereignissen, den Grenzübergang augenblick- lich zu erreichen. Eine Entscheidung darüber, ob die betreffende Person sich dann längere Zeit in Elsaß-Lothringen aufhalten darf, soll in die Hände der Lokalbehörden, d. h. der Kreis- direktoren, gelegt werden. Bisher mußte diese Frage vor Er- theiluna des Visums erledigt werden, und selbst wenn die Hilfe des Telegraphen in Anspruch genommen wurde, vergingen darüber ost mehrere Tage. Davtmuiid, 7. Mai. Wie bereits mitgetheilt wurde, hatte eine Anzahl Polizeibehörden in den Landkreisen verfügt, daß in Wirthschaftslokalen, in denen große Ärbeiterversammlungen statt- finden sollen, zwei Stunden vor, während und nach der Ver- sammlung geistige Getränke nicht verabreicht werden dürfen. Der Borsitzende des Bergarbeiterverbandes, Herr Bunte, hatte sich dieser- halb beschwerdeführend an den Minister des Innern gewandt, der die Beschwerde der Regierung zu Arnsberg zur Erledigung über- gab. Diese hat geantwortet, daß sich die Verfügung der Polizei auf die Bestimmungen des§ 10 Titel 17, Theiles II des Allgemeinen Landrechts gründe. Die Frage der Notlstvendigkeit einer solchen Anordnung sei nur von Fall zu Fall zu beurlheilen, und es müsse den betreffenden Wirthen überlassen werden, die er- gangenen Verfügungen auf dem instanzlichen Wege des Ver- waltungsgesetzes anzufechten. Aus die Entscheidung des Gerichts darf man gespannt sein. Au» Leipzig wird gemeldet, daß der Amtshauptmann, b. h. der leitende Polizeibeamte der Umgebung von Leipzig mit den„sozialdemokrgtisaien Vororten ," den Arbeitern, welche die Manifestation des 1. Mai geleitet haben, in warmen Worten seinen Dank ausdrückte für die musterhafte Ordnung, welche an jenem Tage bei dem Massenausflug sowohl als bei den Ver- fammlungen und sonstigen Festfeiern geherrscht hat. Auch von anderen Orten wird ähnliches gemeldet. Nun, daß deutsche Arbeiter, iiisbesondere sozialdemokratische Arbeiter bei allen derartigen Gelegenheiten eine„nnisterhafte" Haltung beibehalten, sollte doch jedem, der mit der Geschichte und dem Wesen der deutschen Arbeiterbewegung nur einigermaßen vertraut ist, nachgerade bekannt sein. So viel wir wissen, liegt, seit wir eine sozialdemokratische Bewegung haben, kein einziger Fall vor, wo deutsche Arbeiter bei solchen Anlässen sich„un- ordentlich" oder„unverständig" benommen hätten. Merkwürdig ist blos, daß denjenigen Beamten, welche über die öffentliche Ordnung zu wachen haben, diese Thatsache vom 1. Mai u n- bekannt gewesen zu sein scheint. Der Leipziger Amtshaupt- mann hätte nicht daran denken können, den Leitern der Mai- demonstration in Leipzig und Umgegend keinen Dank auszu- sprechen, wenn er nicht erwartet hätte, daß es bei der Mai- feier zu Ruhestörungen durch die Arbeiter kommen würde. W i e konnte der Leipziger Amtshauptmann zu einer derartigen, mit den Thatsachen im schroffsten Widerspruch stehenden Annahme gelangen? Dies ist die interessante Frage, die sich uns hier aufdrängt. Die Annahme kann nur erklärt werden aus einer voll- kommen verkehrten Auffassung des Charakters der deutschen Arbeiter und der deutschen Arbeiterbewegung. In den Kreisen der deutschen Polizeibeamlen— auch der höheren, und insbe- sondere in Sachsen, auch der a l l e r h ö ch st e n— gelten die Ar- beiter als unmündige Halbwilde ohne Vernunft und Bildung— als rohe Tölpel, die stch von dem ersten besten„Auf- wiegler" zu allen möglichen Rohheiten„aufreizen" lassen, und von einer heftige» Neigung besessen sind,„Alles zu verrunjeniren", und die deshalb von der wohllöblichen Polizei stets bewacht werden müssen, damit es zu keinen„Ausschreitungen" kommt. Und da es nu« in Deutschland, wenigstens seitens der sozial- demokratischen Arbeiter thatsächlich nirgends zu Ausschreitungen gekommen ist, so kann sich ein deutscher Polizeibeamler diese merkwürdige Erscheinung nur durch eine andere Annahme er- klären: nämlich durch die, daß die„strenge, stramme Ueber- wachung" der Polizei die„Ausschreitungen" verhütet habe. Das ist aber ebenso schief als die Auffassung, welche durch diese seltsame Annahme gestützt werden soll. Wir behaupten,— und behaupten es auf Grund zahlloser Thatsachen; denen andere Thatsachen nicht entgegengestellt werden können—, daß die Polizei noch niemals„Ausschrei- tungen" sozialdemokratischer Arbeiter verhütet hat, und daß die �musterhafte Ruhe", init welcher die Kundgebungen des ersten Mai in ganz Deutschland verlausen sind, ganz wesentlich dem Umstand zu danken ist, daß die Arbeiter ausnahmsweise einmal so ziemlich sich selb st überlassen worden sind. z' m weither rffchen.— Leipzig, 6. Mai. In Bezug auf die bereits gemeldete Auf- lüsung des hiesigen Freidenkervereins„Humboldt" wird uns nach- träglich mitgetheilt, daß das Verbot sich auf Aeußerungen gründet, die in der letzten Vereinssiyung, in der Frau Henriuj-Wilbelmy einen Vortrag über den sittlichen und wiffenschastlichen Mate- rialismus hielt, gefallen sind. In diesen Aeußerungen hat die Polizeibehörde angeblich eine Verächtlichmachung der chriulichen Religion erblickt. Das Verbot beruht auf§ 20 des s. chsischen Vereiusgeseyes, der folgenden Wortlaut hat:„Vereine, in deren Zweck es liegt, Gefeyesüderttetungen oder unsittliche Handlungen zu begehen, dazu aluzusordern oder dazu geneigt zu mall en, sind verboten." Der Vorstand des ausgelösten Vereins wird Beschwerde bei der Kreishauptmannschaft einlegen. ,,„ Frankreich. Man hat schon oft das Ende Boulanger's verkündet. Als ihm fem Korpkommando genoinmen wurde, als ihn die Re- gierung vor das Kriegsgericht stellte, als das Versahren vor dem Senat begann, als er nach Brüssel floh, hieß es jedesmal: Jetzt ist er todt. Er war es aber nicht, sondern fuhr fort, zu wühlen und Anhänger zu werben. Diesmal ist er aber wirklich„alle". Die Pariser Stadtrathwahlen haben ihm den Genickfang versetzt und man braucht nicht zu fürchten, von den Ereignissen der Vor- eiligkett überführt zu werden, wenn man ihm jetzt die Grabrebe hält. Paris galt für die Hochburg des BoulangiZmus. Die Stadt, die nicht ohne tiefe sinnbildliche Bedeutung ein schwankes, von allen Winden umgetriebenes Schiff im Wappen führt, hatte Boulanger erfunden; sie gab ihm das konvulsivische Geleite zum Lyoner Bahnhof; sie beantwortete seine Streichung von den Heereslisten mit der ttiumphirenden Wahl vom 27. Januar v. I.; sie ernannte noch vor wenigen Monaten mit hartnäckigem Be- harren in zweiter Wahl sechs Boulangisten zu Abgeord- neten, deren erste Wahl von der Kammer vernichtet worden war. Jetzt hat der Wind wieder einmal plötz- lich umgeschlagen, und das Wappenschiff von Paris ist dem Winde gefolgt. Bon achtzig Pariser Stadtbezirken haben genau zwei einen Boulangisten zum Stadtverordneten gewählt. Die Posse ist ausgespielt, und der- Vorhang fällt zum letzten Male. Die Zuschauer werden den HanSwurst nicht mehr sehen, der mit seinen großen, lächerlichen Gesten und seinem papageiartig wiederholten ewigen Schrei:„Durchsicht! Verfassuugsdurchsicht!" so lange die Bühne erfüllt hat. Amerika. Ueber die Feier des 1. Mai in Mittel- und Südamerika sind in Madrid und Lissabon zahl- reiche Telegramme eingetroffen, welche in den dortigen Blättern veröffentlicht werden. In Havanna fand ein Arbeitermeetiug statt, an dem sich etiva 1000 s ch w ar z e und einige hundert weiße Arbeiter betheiligten. Auf dem- selben forderten sozialistische Redner, wie der Gouverneur von Euba amtlich berichtet, den Achtstundentag, woraus ein Umzug der Arbeiter durch die Stadt erfolgte; Ruhestörungen seien nicht vorgekommen. In ähnlicher Weise wurde der Tag von anderthalb tausend vormaligen Sklaven in B a h i a (Brasilen) gefeiert; in der Hauptstadt Brasilien verbot die Regierung öffentliche Umzüge, doch fanden in geschlossenen Räumen eiinge Ärbeiterversammlungen statt. Größer war die Betheiligung in Sao Paulo und Porto A legre, wo die deutschen sozialistischen Klubs Demonstrationen veranstaltet hatten. Kundgebungen bedeutenderen Umfangs werden aus M ontevideo und Buenos Aires ge- meldet. In letzterer Stadt seien auf einem von vielen tausend Arbeitern besuchten Meeting Reden in deutscher, französischer, italienischer und spanischer Sprache gehalten worden. Schließlich werden aus deil Hauptstädten der Republiken Chile und Peru Demonstrationen gemeldet; in den peruanischen Minendistrikten soll es zu Unruhen ge- konimen sein. Afrika. Die„Times" meldet aus Sansibar: Da man der Ansicht ist, die Rebellen würden Kilwa wieder zu besetzen versuchen, so bleibt Major Wißmann dort, um eine wirksame Bertheidigung zu orga- nisiren.— Zwischen den Witutruppen und den Einwohnern der Pattai-Jnsel ist ein Kampf entstanden.— Bwana Heri weigert sich nach Saadani zurückzukehren, falls seine Sicherheit nicht von sämmtlichen Konsuln m Sansibar verbürgt wird. VKrlamenkarVsthss. Wie uns mitgetheilt wird, findet am Montag die erste Be- rathung der Kolonialvorlage statt, nach deren Beendigung ver- muthlich am Dienstag die Vorlage betr. die Erhöhung der Friedens- Präsenzstärke der Armee auf die Tagesordnung gesetzt wird. Als nächster Verhandlungsgegenstand ist die Berathung der Vorlage betr. die Abänderung der Gewerbeordnung in Aussicht genommen, und glaubt man in der nächsten Woche die ersten Berathungen dieser drei Vorlagen beenden zu können. Während dieselben dann in Kommissionen vorberathen wer« den, wird der Reichstag die Jnitiativanttäge der verschiedenen Parteien in Berathung nehmen, und am 21. d. M. in die Pfingst- ferien gehen, deren Dauer vorläufig bis zum 2. Juni in Aussicht genommen ist. Die sozialdemokratische Fraktion hat ihre Vertteter für die Fachkommissionen bereits ernannt und den Abg. Singer für die Geschäftsordnungs-Kommission, die Abgg. Liebknecht, Singer und Meister für die Budgetkommission, die Abgg. Frohme, Schwartz und Geyer für die Petitionskommisston und die Abgg. Auer und Bruhns für die Wahlprüfungs-Kommission bestimmt. Für die Kommission zur Berathung der Gewerdegerichte sind die Abgg. Dreesbach und Tutzauer, und für die Kommission, welcher die Abänderung der Gewerbeordnung zur Vorberathung überwiesen werden wird, die Adgg. Bebet, Dietz und Grillenberger in Aus« ficht genommen. Uach der Fraktionsliste, welche im Bureau des Reichs- tags ausgegeben ist, stellt sich die Stärke der einzelnen Parteien wie folgt: Deutschkonservative 72(einschließlich der drei Hospi- tauten v. Meyer-Arnswalde, Graf v. Schlieffen-Ichliejfeaberg und Frhr. Zorn v. Bulach-Elsaß); Reichspartei 20, Zentrum III (einschließlich 5 Hospitanten der Deulschhannoveraner), Polen 16, Nationalliberale nur 41(einschließlich des Hospitanten Dr. Petri- Straßburg), Freisinnige 64, Volkspartei 10, Sozialdemokraten 35, bei keiner Fraktion 28, darunter 10 Eis äff er, 5 Antisemiten und die 6 Deulschhannoveraner v. d. Decken-Rutenstein, p. d. Decken-Ringelheim, Frhr. v. Hake, Frhr. v. Mimügerooe, Gras v. d. Schulen ourg-HehIen, Frhr. v. Wangenheim. Es ist bemerkenswerth, daß die Deutschhannoveraner sich derart in zwei Gruppen theilen, von denen die eine Gruppe ganz außerhalb der Zenttumspartei steht, während die andere Gruppe der Zentrums- Partei als Hospitanten angehört. Außerdem sind als bei keiner Fraktion verzeichnet: Prinz zu Carolalh-Schönaich, Frhr. v. Hornstein, Johaunsen, Langerfeld(Schaumburg), Rösicke (Desfau), Thomsen, Wiffer(Jena.) A rbeiterbemeglmg. I» Mainz sind am 5. Mai die Arbeiter der Lederindustrie ebenfalls in die Lohnbewegung eingetteten; namentlich soll eine Herabsetzung der Arbeitszeit, welche gegenwärtig 12 Stunden beträgt, angesirebt werden. Eine auf gestern Nachmittag daselbst einberufene Versammlung von Lederarbeitern mußte wegen eines tumultuarischen Auftritts durch den anwesenden Polizeikommiffar aufgelöst werden, es wird deshalb in den nächsten Tagen eine wettere Versammlung berufen, um zu einem bestimmten Entschlüsse zu kommen. Mainz, 6. Mai. Die Lohnbewegung hat nunmehr auch die Arbeiterinnen ergriffen, welche ebenfalls anstreben, ihre nicht be- neidensiverthe Lage zu verbessern. In einer hier abgehaltenen Ver- sammlung von Arbeiterinnen in der Schuhbranche, der Schäftesavri- kation, wurde die Nothwendigkeit und der Zweck einer Bereinigung der Arbeiterinnen klargelegt und die Gründiing eines entsprechenden Vereins einstimmig beschlossen. Es wurde gleichzeitig ein Komitee von 6 Arbetterinnen gebildet, welches sich mit den nöthigen Vor- arbeiten beschäftigen soll. Meeraue, 8. Mai. Die Arbeiter der Färbereien verlangten eine Lohnerhöhung von 20 pCt., 11 stündige Arbeitszeit und bei Sonntagsarbeit eine Lohnerhöhung von 100 pCt. Da diese For- derungen abgelehnt wurden, haben gestern di» Arbeiter von 5 größeren Firmen die Arbeit eingestellt. Theater. Freitag, d e n 9. Mai. vpernl/a«a. Othello. Kchattspieliiaus. Der Sturm. Ersstttg-Thrater. Ein Besuch. Hier- aus: Mädchenrache. Deutsche» Theater. Der Sohn der WildniK. Berliner Theater. Julius Cäsar. Friedrhh-Milhelmjtitdt. Theater. Der arme Jonathan. Walluer-Theater. Nigobert. Das Armband. Niktoria-Thrater. Stanley inAfrika. Vstend-Theater. Der Scharsrichter von Berlin. Relide�Gi/rater. Marquise. �eUeallianre» Theater. Der Nau- tilus. Kroll's Theater.„La Traviata'-. Central- Theater. Ein fideles Haus. Adolf Ernst- Theater. Der Gold- fuchs. Gebr. Dichter s Dariötö. Spezialitäten-Vorstellung. Englischer Garten Direktion: C. Andreas, Alexanderstraste 27c. Wmg des SMUWtells uttd Bühlle. Täglich Auftreten erster Spezialitäten. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags öVa Uhr. Entree Wochentags und Sonntags 90, 50«. 75 Pf., im Vorverkauf 30 u. 50 Pf. Der Garten ist an Vereine für Som- merfestlichkeiten mit Spezialitäten-Vor- stellung zu vergeben. Andreas. Buggenliagen Moritzplatz. Täglich: Gr. Inatrumental-Concert, Direktion A. Rödman». Dienstag und Freitag: Valzer-Abend. �,, Wochentags 10 Fig., Elitree Sonn, nnä Festtags im Eaisersaal 25 Fig. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhofer Export-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Nenovirung geschlossen. 641 F. Müller. im Passage 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab Kaiser-Panorama. Nur SWr diese"AiW Woche: Vielen Wünschen entsprechend: 1. Reise d. Norwegen. 2. Reise d. Gber- italien. Lago Maggiore u. Eomo-Seen. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. Jede Woche andere Reisen. GejGstshlllls S. Heiue. 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Mein langjähriges Renomniee bürgt für strengste Reellität. 66 D. Fe3beBf Berlin, Chaussee-Straße III. Telephon-Amt Illb. 948. // Setzer Streik im„Berliner Lokal-Anzeiger Im Verfolg unserer gestrigen Annonze erklären wir hierdurch, daß die Arbeitseinstellung nicht erfolgt ist, nachdem Verhandlungen mit dem Prinzipal, Herrn August Scherl, gescheitert sind, sondern vielmehr derartige Verhand- limgen mit Herrn Scherl persönlich, welcher abwesend war, überhaupt nicht stattgesunden haben. Auch geht sowohl aus den schriftlichen, wie aus den mündlichen Aeußerungen des Herrn Scherl hervor, daß die Entlassung der drei Setzer nicht darum erfolgt ist, daß sie dem Unterstützungsverein deutscher Buch- drucker angehörten, sondern vielmehr aus persönlichen Gründen. Im Uebrigeu ist nach den heutigen Verhandlungen mit Herrn Scherl der Streik als beigelegt zu betrachten. Die Kommission. Reinickendorfs Sonnabend, de» 10. d. ZU., Abends 8 Mhr: Groge#)(kl.Bc#)jihiiig kt Bau- u. WM.WaMer im Seefchlöstchr», Markstraße 1—2. 194 Tagesordnung: 1. Berichterstattung vom Kongreß. Referent: W. Gaßmann. 2. Gründung eines Fachvereins der Bau- und gewerblichen Hilfsarbeiter. 3. Diskussion.— Zur Deckung der Unkosten Entree nach Be- lieben. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Oer Einberufer. Fachverem der Tischler. Soimalteiid, den 10. Mai, Abends S'/a Ulir, in Jordans Salon, Nene Griinstrasse No. 28: VersavtimSiing. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes, Vereinsangelegenheiten, Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste willkommen. Heute, Freitag: Vorstandssitzung"VV in Jordan s Salon. Sonnabend, den 17. Mai» in Sanofonri, Kottbuserstraße 4a: Tanzk�änsclben. Billets hierzu sind bei folgenden Herren zu haben: Test, Stallschreiber- straße 43a; Millarg, Lehrterstr. 22 II; Apelt, Lehrterstr. 22; Mendc, Wiener- straße 37 II: Schmidt, Fürbringerstr. 25, H. I, bei Wiedeholz; Schade, Rüdersdorferstr. 64; Glocke, Lausitzerstr. 52 III; Wiedeinann, Wendenstr. 2 IV; Dahlgrün, Adalbertstr. 96, Quergeb. IV, bei Bomba; Haberland, Reichenberger- straße 161 11; Miele, Adalbertstr. 9 IV; Monien, Kreuzbergstr. 9, Quergeb. III. Ferner sind auf allen Zahlstellen des Vereins Billets zu haben. Dieselben befinden sich: 1. Friedrichsbergerstr. 25 b. Schmidt, 2. Skalitzerstr. 107 bei Kunst mann, 3. BoUealliancepIatz 6 bei Hilscher, 4. Zionskirchplatz U boi Hohn, 5. Schleiormachcr- n. Gneisenanstr.-Ecke bei Scheuer, 6. Bülowstr. 52 bei Böhland, 7. Drcsdenerstr. 116, 8. Lübecker- und Tliurmstr.-Ecke bei Jahnke, 9. Laugestr. 70 bei Heindorf, 10. Rixdorf, Bergstr. 7 bei Duschek, 11. Fennstrasse 4a bei Krüger, 12. Görlitzer- und Sorauerstrassen-Ecke. Der Arbeitsnachweis befindet sich Wallstrohr 7/8. Derselbe ist geöffnet an Wochentagen von Morgens 7 bis Abends 7 Uhr, mit Ausnahme der Mittags- stunden von 12—3 Uhr, an Sonntagen von 9 bis 11 Uhr Vormittags. Daselbst werden auch Mitglieder aufgenommen. 214 Soeben erschien: ssr Heft 3. Dr. W. Zimmermaun's Großer Jeutscher Bauernkriez. Jllustrirte Volksausgabe. Herausgegeben von Wilhelm Bios. Preis pro Heft SO Pfennig. Zu beziehen durch die Expedition, Bcuthstrasse 3. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Kekanntmachnng!"| Die Herren- und Kttaven-Garderoven| sowie das Stofflager aus der Louis Zadeck'fchen 22 Oosietirsmasse r.«... 7. Spandauer Brücke 7 au festen Taxpreisen ausverkauft werden. Der Verwalter. Psttdebchmdi»!« nch jtitc ZiichtW. Fommersche Hypotheken- Aktien-Bank. Wir machen.hierdurch ookannt, dass durch Beschluss Kuratorii für die schwebende Konvertirung unserer Hypothekenbnc der 8. Juni als definitiver Endtermin gesetzt ist und nur noch bis zu diesem Termin eine Konversion stat findet, wobei folgende Bonifikationen gewahrt werden. a) Für Konversion der Prämienbriefe auf neue 4% pari Briefe und zwar 5% I Em. S%\ 5% n/IV„ 5%j Hälfte baar, Hälfte in 4l/2% II, 30M Revers per 1. Juli er. 4 0/o konv. II„ 2%/.. b) Für Konversion von alten 4% pari Briefen auf SVa% pari Brie Vz o/o baare Kapitalsabfindung.... Wir bitten um schleunigste Einreichung der noch nie konvertirten Hypothekenbriefe nebst Kouponsbogen an die bekann� Stellen. Berlin Coslin, den 5. Mai 1890. Pommersclie Hypotheken- Aktien-Bank F. Romeick. Schultz. 23 AlhtNg, SAeiöer! Itv. Laut Beschluß der gestrigen öffentlichen Schneiderversammlung ist die Firmen: M. Lewin, Frirdrichstrnhe 79, und Wessel!'»' Tnubenstraßr, die Sperre verhängt und ersuchen wir, den Zuzug l.Q zuhalten._ 1 Die Siebener-Koittmissio»�_, Dem neuvermählten Paare Franz Schümms nebst F geb. Selma Chaime ein dreifach nerndes Hoch und die herzliche Glückwünsche zum heutigen Tage. ehrere Verein skollefl6 � und Kolleginnen. � Achtung! Tischler. Die Maßregelung wird seitens der Unternehmer in der Fabrik Kapler (Aktiengesellschaft), Prinzen-Allee 75/76, gegen die Kollegen, welche den 1. Mai als Feiertag begingen, aufrechterhalten. Wir ersuchen deshalb sämmtliche Kol- legen Berlins, sich mit den ausge- sperrten Kollegen solidarisch zu er- klären und diese Werkstatt zu meiden. Der Vorstand d. Fachvereins der Tischler. 212 Der Streik in der Kllopssdbrik m C.H.Röhll ist beendet. Wir ersuchen die noch ausstehenden Listen an Fr. Dellwig, Waldemarstraße 41, Hof 4 Treppen, einzusenden. 199 Die Kommission. Große öffrntl. Prrfamminng kl Buchen- uiii) Pinselmßer Seriins am Freitag, den 9. Mai, Abends 8 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstraße 75. Tages-Ordnung: 1. Wie stellen sich die Bürstenmacher zu den Forderungen der Schleif- und Drahtbürstcnbranche? 2. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. 197 Zahlreiches Erscheinen erwünscht. Oer Einberufen Bauer. Achtung! Sänmtl. Tischler u. Berussgen. in der Branche (Spezialität: Treppengeländer) beschäftigt, werden hiermit am Sonn- tag, den 11. Mai er., Vormittags SVz Uhr, im Gartenlokal Buggenhagen(Moritzplah) zum Frühschoppen ergebenst eingeladen. 192 — Kollege», erscheint Alle.— Weissensee. Fllchverein i>er Tischler Berlins nnö llmgegenö. Versammlung am Sonntag, den 11. d. M., Vor- mittags lOVa Uhr, im Lokale Lang» hansstrasse 106 zu Weißensee. Tagesordnung: 1. Die augenblickliche Lage in un- serm Gewerk. Refer. Kollege Wiede- mann. 2. Diskussion. 3. Werkstatt- angelegenhciten und Verschiedenes.— Nene Mitglieder werden in der Ver- sammlung aufgenommen. Gäste will- kommen. 133 Oer Bevollmächtigte. Zentral-Krnnken- nni> Sterbe knsse ki Mnler n. s. m. Freitag, den 9. Mai, Abends SVe Uhr bei Flick, Barutherstr. 17: Auherordentlichc Mitglieber-Versmnllung. Tagesordnung: 1. Wahl des 1. Bevollmächtigten. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 195 Der Vorstand. Soeben erschien Ter ivahre W Nr. 99. durch die Expedition Zu beziehen Beuthstraße 3. Lrtskrnnkenknjse ber Amsttl. Am 6. d. M. verstarb unserS«? glied, der Klempner Leopold Fi»», -'" findet am 9. d. 3"' om Elisabeth-K Hause aus nach apostel-Kirchhof statt.. 208 Der Vorstand Die Beerdigung findet am 9.- Nachm. 3 Uhr, vom Elisabeth-Kran Hause aus nach dem Neuen Z>» III Grabdenkmäler Marmr, Syenit unb fertigt zu den solidesten Preisen A. Zabel, Schönhauser Allee 1� Ein« parthie fehlerhafte iTepplchelß in Stoffgrösse ä 5, 6, 8 u. 10 K. ■ in Salongrösse ä 12, 15, 20-50»>> Werth M Döbelte! ! fjardinen W ä 10, 12, 15- in Stücken ä\ von 22 Mtr.rj 5—40 Hark. 500 Hnster stets vorräthig- �Gardinen-«. Trppichfab . Emil Leievre, g J Berlin S., Granienstr. 158. u | Jllustr. Musierbücker franko. N Geschäfts-Eröffnung« g Allen Genossen und Freunden, Ij'rL einer geehrten Nachbarschaft zeige vQ mit ergebenst an, daß ich am 1. � Markusstrasse 10 ein Uhr* geschäft eröffnet habe. Ferner � psehle Brillen und Pincenez, Uhrle» in allen Preislagen, gteparaturen zeitgemäßen Preisen. 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Mai. �lfret>>i. �7��ordneten-Vorsteher, Stodtv. Dr. Stryck, er- Um � � m'' einer Reihe geschäftlicher in die Tagesordnung werden einige Naturali- UeLr v Üeschästsordnuugsmäbig erledigt. f4lanm> Vorlage, betreffend das öffentliche An- R&. f en, referirt im Namen des Ausschusses daß B R er ch n ow: Der Ausschuß war der Meinung, dis Annahme der Magislratsvorlage(Verlängerung lotin; s,A- 3eä. unt Stauet und Hartmaim) nicht die Rede sei» iigia»',. A.'�rlmehr der Magistrat zu ersuchen sei. mit vierzehn- li%i, v'' e.m öffentlich es Ausschreiben zu veran- F>rma Nauck und Hartmann habe zudem kein be- 'nlietrpL r gemacht. Was den Autrag Vogthcrr und Genossen in nr*' 0 fe' der Eventualantrag(öffentliches Ausschreiben) fp.f A|V"Ö des Ausschusses übergegangen. >i> Vogtherr auf Uebernahme des Anschlagwesens hCr,'. Regie habe man hingegen abgelehnt. Tie Stadt viel wirthschastliche Unternehmungen in die Hand llebc'n£ef snmnzielle Effekt, den Stadtv. Vogtherr von der «ist. in, rUe., 62 Anschlagwesens in städtische Verwaltung erwarte, «'s di"us°nsch. weil die städtische Verwaltung stets theurer sei, des e r c._ Außerdem müßte die Stadt bei der Uebernahme nicht.hchlagwesens auch eine eigne Druckerei einrichten, was «ost,. 9an0ig sei. Auch der weitere Antrag Vogtherr und Ge- S,- den Vertrag mit dem privaten Unternehmer die Be- Ioch»,A.�ufzunchinen, daß derselbe seine Seher nicht unter dem «eil �gen Minimallohn bezahlen dürfe, sei abgelehnt worden, die m,..Picht Aufgabe der Stadt sein könne, sich in de» A�chaftssiihrung seines Privatmannes einzumischen. An h-lst Fügungen, auf welche der Unternehmer einzugehen dahin J9.nur der§ 9 abgeändert worden und zwar jeder, der die Anfechtung eines Plakates wünsche, den Mtfe® nich)l an mehr als 200(früher 100) Säulen verlangen Freitag, de» 9. Mai 1890. 7. Jahrg. o w noch, den Magi- Vorlagen, welche die bestehender Verträge bezwecken, . � beantragt Stadtv. R e i ch'n Perlz,. ldufordern, in Zukunft diejenigen I% Jlilf UnS oder Abänderuug bestehender-verirage oezwearn, I ko«»; Sammlung mindestens 6 Monate vor Ablauf des Ver- sMen zu lassen. wölv. Mich e l e t beantragt die Errichtung transparenter ....�und begründet diese Forderung in längeren Aus- k!??' Singer: Die eben gehörten Ausführungen sind l°z�i,itagend und der Magistrat kann ersucht werten, der An- evolgc zu leisten. Ter Re erent hat in seinen Ausfüh- ««'.gewisse große wirthschastliche Prinzipien berührt und An- � Ion ei entwickelt, die nicht unwidersprochen bleiben dürfen. toi,! ßj'PQt keine Veranlassung vor, bei dieser verhältnißmäßig % cst fliSen Vorlage derartige Fragen zu berühren. Nachdem ) einmal geschehen, muß um so mehr darauf eingegangen als die Anträge des Allsschusses vermuthlich von der kW Mt angenommen werden, damit diese Annahme nicht ohne \ �sderspruch erfolgt. Schon in der vorletzten Sitzung hielt A x. lür nöthig, den„Kommunal-Sozialismus" zu bekämpfen. nun gar nichts so schreckliches dabei, wenn die Stadt >« J*) in den Besitz einer eigenen Druckerei kommt, st- Fcher die zum Anschlag bestimmten Plakate hergestellt wer- istip hat die Stadt Berlin schon jetzt viele bedeutendere Industrien sinnen Betrieb. Die Uebernahme des Anschlagwesens in die N?,Ver>valtung wäre zudem am geeignetsten, die Mängel, die %2'n privaten Betriebe herausgestellt, zu beseitigen. Der hat nun zwar behauptet, die städtische Verwaltung sei <1?>, als die private. Das war gerade kein Kompliment für städtische Verwaltung, und auch ich habe keine Ver- Vj-I'g» mich zu ihrem Vertheidiger auszuwerfen. Sachlich stw" der Einwurf durchaus nicht begründet. Ich sehe kernen weshalb eine geordnete städtische Verwaltung theurer, un- hist q?mger arbeiten solle, als eine private Unternehmung. Der z!tie„ streut hat hier eine Behauptung aufgestellt, die nicht >°ch n substantiirt ist. Herr R e i ch n o w zog dann weiter kÄn den Slntrag Vogtherr zu Felde, im Bertrage dem zu- 9� Unternehmer aufzulegen, die von ihm beschäftigten !« wcht unter denr im Buchdruckergewerbe giltigcn Lohntaris Wahlen. Wenn die Majorität der Ansicht ist, die Stadt 5üjt, ,wnne das öffentliche Anschlagwesen nicht in eigene Regie sor�hwen, so hätte sie wenigstens alle Veranlassung� dafür zu ««st"'.daß bie vom Privatunternehmer beschäftigten Seher nicht thlCCtPrT 4'>H«tJUWMVWTUVVIlVfc/MTV* � Lohndriickerci(Unruhe) preisgegeben d*a»,,>Jcn enthält nichts unbilliges. Tie meiste Druckercibesiyer bleiben. Das meisten und hervor erkennen diesen Tarif an. 'ffion letzt in der Hand, durch die Bedingungen der Kon- e Wrn- elgand zu beseitigen, der bei den bisherigen Unter- K ml. bestand, und der zu lauten Klagen Anlap gegeben ,"»uiin bürden gut thun, einen Paffus, der eine derartige Be- Sit L 9 enthält, in den Vertrag aufzunehmen. Wir würden da- %iin... aI'Seiueiitcn Zuge der Zeit nach Arbeiterschutz folgen. so Ii, t n Privatunternehmer, wie es thatsächlich der Fall ist, "geheurer Stutzen übrig bleibt, so brauchen Sie, meine jNn''�"hrhuftig kein Bedenken hegen, ihm eine solche Bedin- Ma..st"wgen. Der Einzelne, dem an einem öffentlichen 5iirde r% fnnn die 20 oder 30 Pf. die es dann mehr kosten r« Ilm-.! tragen; einer'Anzahl Mitbürger wäre geholfen und � ßiei,,"icht geschädigt. Ruhe und Ordnung würde in _ SL*- kommen. jP'tb s.7 oiner kurzen Erwiderung des .--o«a M. hatten w Utnrnvr.-s. v;'v•"".-•o 0------ u. wie ein deutscher %ir e radikale Vernichtung der Sozialdemokratie vor- lagen: sich vorstellt! Denn auch ein deutscher Professor ist glücklicherweise sterblich und theilt mit seinen sterb- Brüdern das Schicksal, daß nicht alles Evangelium ist, was ..kt, spricht und schreibt. Professor Sch m oller will die V�hannung nach einer deutschen Kolonie einführen, weil sie kaum härter, dagegen viel wirksamer sei als die bloße Ausiveisung. Wir erlaubten uns, dazu zu bemerken: Die Behauptung, daß die Verbannung nach Kamerun oder Bagamoyo nicht härter sei, als die Ausiveisung, die dem Manne gestattet, seinen Zlusenthalt einige Meilen von dem Zlusweisungsorte zu nehmen, und wenigstens unter Menschen zu bleiben, die mit ihm die gleiche Sprache reden, ist ein roher und nichtswürdiger Scherz. Doch wollen wir jetzt einmal ganz von einem Appell an das Gefühl absehen; untersuchen wir nur vom wissenschaftlichen Standpunkt aus die Schmoller'sche Idee. Im Deutschen Reiche besteht nach dem Gesetz vom 1. Stovember 1867 die Freizügigkeit; nach§ 1 dieses Gesetzes darf ein Deutscher nicht ans dein Reichsgebiet verwiesen werden. Die unbedingte Stothwendigkcit dieses Satzes vertheidigen sämmt- liche Staatsrechtslehrer. Professor Zorn(das Staatsrecht des Deutschen Reiches, Band I, Seite 287) sagt:„Kein Staat darf nach den heute anerkannten Grundsätzen des internationalen Aer- lehrs seine Staatsangehörigen, deren er aus irgend einem Grunde stch entledigen möchte, einem anderen Staate zur Last legen. Fremde si d im Staate prinzipiell nur geduldet; sie können jeder Zeit des Steichsgebietes verwiesen werden, wenn das In- teresse der öffentlichen Ordnung dies fordert." Wir halten es nun zwar für etwas einseitig, wenn Prof. Zorn von der Ver- weisung aus dem Sieichsgebiet nur deswegen nichts wissen will, um die Ausgewiesenen nicht„einem anderen Staate zur Last zu legen", wir glauben vielmehr, daß der Gesetzgeber, als er die Ausweisung verwarf, nicht bloß an die Pflichten dachte, die er anderen Staaten gegenüber hat, sondern ein ganz klein wenig auch an die St e ch t e, die die Unterthanen haben,— doch kurz und gut, die Hauptsache ist, daß ein Deutscher nicht aus dem Reichsgebiet verwiesen werden kann. Diesen Grundsatz hat auch die spätere Gesetzgebung anerkannt. Wir haben viele Beschrän- kungen der Freizügigkeit in der Folge erlebt: Einem Verurtheilten, welcher auf Grund eines gerichtlichen Erkenntnisses unter Polizeiaufsicht gestellt ist, kann von der höheren Landes- Polizeibehörde der Zlusenthalt an einzelnen bestimmten Orten untersagt werden, aber der Steichsangehörigkeit kann er nicht verluftig gehen, außer er müßte dann ein Ausländer sein(Reichsslras-Eesetzbuch§ 39). Am 4. Juli 1672 bekamen wir das sogenannte Jesuitengesetz, das sich richtet gegen den„Orden der Gesellschaft Jesu und die ihm verwandten Orden und ordensähnlichen Kongregationen". Nach diesem Ge- setze sind die genannten Orden„vom Gebiete des deutschen Reiches ausgeschlossen". Hören wir, was dazu Christian Maurer sagt(Handbuch des deutschen Vcrwaltungsrechtes, Band I. S. 668):„Die einzelnen Mitglieder sind damit nicht ohne Weiteres aus Teutschland verwiesen. Stur die Ausländer können aus dem ganzen Bundesgebiete, die Inländer bloß aus bestimmten Bezirken oder Orten verwiesen, wie auch an be- stimmten Orten des Reichs intcrnirt werden." Eine weitere Be- schränkung der Freizügigkeit wurde eingeführt durch daS söge- nannte Sozialistcngffetz vom 21. Oktober 1878. Auch nach diesem Gesetze können Personen, welche sich die Agitation für die sozial- demokratischen Bestrebungen„zum Geschäfte machen", aus be- stimmten Bezirken ausgewiesen werden, aber auL dem Reichsgebiet können nur ausländische Zlgitatoren der Sozialdemo- kratie verwiesen werden. Dies Gesetz hat bekanntlich nur noch bis zum 30. September d. I. Giltigkeit; dann wird diese Be- schränkung der Freizügkeit endlich fallen. Stur einmal hat die Steichsgesetzgebung gegen den Grund- gedanken der Freizügigkeit gesündigt, und das war zur Zeit, als der Kulturkampf besonders heftig entbrannt war. Das bekannte Expatriirungsgesetz vom 4. Mai 1874 bestimmte, daß solchen Geistlichen und Religionsdicnern, welche durch Urtheil eines staatlichen Gerichtes aus dem Amte entlassen wurden und trotz- deni fortfahren, das Amt sich ausdrücklich anzumaßen und that- sächlich auszuüben, zur Strafe die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt werden kann. Wie gesagt, es war dies die einzige Bestimmung, nach der ein deutscher Unterthan aus dem SleichS- gebiete verwiesen werden konnte. Sobald die Wogen des Kulturkampfes sich einigermaßen geglättet hatten,_ also schon seit einer Sieihe von Jahren, hat der Reichstag_ in jeder Legislaturperiode die Aufhebung dieses Gesetzes beschlossen. Aber der Bundesrath hielt zähe am betreffende» Gesetze fest, und erst jetzt i 1 all erneuester Zeit, nach dem Sturze Bismarcks, hat er endlich der Aufhebung des Gesetzes zugestimmt, so daß nun- mehr diese erste und einzige Verletzung des Grundgedankens der Freizügigkeit wieder gut gemacht ist. Der Reichstag hat eine schlechte Erfahrung mit diesem Ge- setze gemacht. Er hat eingesehen, daß es leicht ist, ein Ausnahmegesetz herzustellen, daß es aber sehr, sehr schwer ist, dasselbe wieder los zu werden. Ein Expatriirungsgesetz ist für die Zukunft un- denkrar. Es würde niemals die Majorität des Reichstages auf sich vereinigen. Das hat die erdrückende Majorität gezeigt, die selbst der Kartellreichsrag seligen Andenkens dem Antrag auf Aushebung des Gesetzes vom 4. Mai 1874 entgegengebracht hat. Herr Professor Schmoller! Denken wir nicht bloß an die der deutschen Unterthanen, sondern auch an ihre Kein Deutscher darf aus dem Reichs- vermiesen werden. Reichsgebiet sind die in der Verfassung des Deutschen Reiches genannten 25 Staaten bezw. freien Städte, zu denen infolge des Gesetzes vom 9. Juni 1871 das Reichsland Elsaß-Lothringen getreten ist. Da- gegen ist in den Reichsgesetzen vom 17. April 1886 und 15. Marz 1888, betreffend die deutschen Schutzgebiete, ausdrücklich festgesetzt, daß die Schutzgebiete dem Reiche nicht einverleibt, nicht Bundesgebiet im Sinne des Artikel 1 der Reichs- Verfassung, vielmehr im Sinne des Letzteren und aller Reichs- gesetze Ausland sind. Wir können also ruhig sein; die Schmoller'sche Idee wird niemals praktische Bedeutung erlangen, sie ist und bleibt eine — Idee. Juv Frage der Sonntagornhe in den Konfektions- acsckäften theilt der„Konfektionär" mit, daß 54 größere Konfektionsgeschäfte vom 1. Juni er. ab die Geschäftsräume schließen. —?lur Frage der Sonntagsruhe hat ferner das Polizeipräsidium� Abthcilung U, auf eine an dasselbe gerichtete Anfrage erklärt, daß sämmtliche Geschäfte(mit Ausnahme von Lebensmitteln) von 10 Uhr ab am Sonntag den Geschäftsverkehr für den ganzen Taa einzustellen haben. Ter Geschäftsverkehr ist nicht gestattet, aleichviel, wie das Geschäftslokal gelegen ist(I. oder 11. Etage). Zuwiderhandlungen werden mit Polizeistrafen'belegt. Das Polizeipräsidium erläßt noch folgende Bekanntmachung: Es sind Zweifel entstanden, ob nach den bestehenden Polizei- licken Vorschriften über die äußere Herlighaltung der Sonn- und Festtage der öffentliche Gewerbeverkehr in den Verkaufsstellen an Sonn- und Festtagen während der Hauptkirchenstunden von 10 bis 12 Uhr Vormittags durch Seiten- oder Hinterthüren zulässig ist Zur Behebung dieser Zweifel wird hierdurch bekannt gemacht, daß wie auch durch ein Erkenntniß des hiesigen königlichen Pflichten Rechte. gebiet Artikel 1 vunicyenswercy, izungen, welche« tbgebengppMnr Kammergerichts rechtskräftig entschieden worden ist, an Sonn- und Festtagen während der angegenenen Zeit ein Gewerbeverkehr, auch wenn er durch Seiten- und Hinterthüren erfolgt, als ein öffent- licher anzusehen und deshalb verboten ist. Die polizeilichen Exekutivbeamten sind angewiesen, Zuwiderhandlung strafung anzuzeigen..... G» liegt der Kericht des Uovflaitdrs der„Urania"% über das erste neun Monate umfassende Geschäftsjahr vor. Derselbe entwirft ein erfreuliches Bild des Gedeihens des Instituts. Zwar kann eine Dividende noch nicht zur Vertheilung kommen, es kann dafür aber der sehr stichhaltige Grund geltend gemacht werden, daß die Einnahmen nur aus neun Monaten resultiren, während die Ausgaben bereits ein volles Viertel- jähr früher in ihrem ganzen Umfange begannen. Die Einnahmen der„Urania" betrugen in 263 Tagen rund 104 500 M., also täglich durchschnittlich 390 M., ein erstaunlicher Betrag, wenn man den wissenschaftlichen Charakter der„Urania" und ihre durchaus nicht leichte Erreichbarkeit berücksich- tigt. Die Gesammtausgaben betrugen für 12 Monate rund 89 000 M. Es besuchten die Urania 97 000 zahlende Besucher. Unter diese» befanden sich 5600 Ctudirende mit Ermäßigungen auf die Hälfte des Eintrittspreises, 7900 Vereinsmitglieder, denen Sonntag Mittag Sonder-Vorstellnngen für ermäßigte Ge- sammtpreise gegeben wurden, 5600 Mitglieder von Arbeitervereinen, denen Sonntags in der Frühe Vorträge für einen Eintrittspreis von 20 Pf. für die Person gehalten wurden, 11 100 Schüler hiesiger städtischer Schulen. Stach einer Berechnung der Direktion werden bei unwesentlich gesteigerten Ausgaben die Einnahmen sich für das volle Jahr ans 130—140 000 Mk. stellen. Unumgänglich nöthige Erweiterungs- bauten veranlassen Aufsichtsrath und Direktion, eine Erhöhung des Aktienkapitals von 100 000 Mk. zu beantragen, welche bei dem über alles Erwarten erfreulichen Gedeihen der„Urania" wohl be- willigt werden wird. Eine große Kergfprengnng findet in den Rüdersdorser Kalkbergen am Freitag Nachmittag 4 Uhr statt. Wer diesem interessanten Schauspiel, das Stürzen einer Felswand harten Kalk- gesteins von ganz bedeutender Länge und Tiefe durch Pulver und Dynamit, noch nicht beigewohnt hat, mag hier die Gelegenheit wahrnehmen. Da der Bergsturz im Tiefbau stattfindet, so werden die Besucher, welche die Dampfer von WolterLdorser Schleuse nach Kalkberge benutzen, darauf aufmerksam gemacht, nicht bis zur Endstation in Rüdersdorf zu fahren, sondern auf alle Fälle in Station Hinterberge auszusteigen, da der Tiesbau von hier aus nur 5 Minuten entfernt ist. Zwei Züge von Bahnhof Friedrich- straße, 12,28 und 1,12, fahren hierzu nach Erkner, von da ab gehen Dampfer und Omnibus. Dir Mridruanpfianzungr» an dem südlichen Ufer des Schifffahrtskanals zwischen der Admirals- und der Bärwaldbrücke hatten sich dort trotz des regen Schiffsverkehrs seit der kurzen Zeit ihres Bestehens recht gut entwickelt. Die unvermeidlichen Berührungen mit Schifftauen und-Ketten hatten den Sträuchern nicht geschadet. Jetzt, wo dieselben größer geworden und nament- lich von spielenden Kindern zu mancherlei Zwecken zu gebrauchen sind, werden die Anpflanzungen sortgesetzt beschädigt. Die Be- amten der Strompolizei werden durch ihren Dienst meist ander- weit in Anspruch genommen. Es wäre deshalb wünschenswerth, wenn daS Publikum den Schutz dieser Anpflanzungen, später die beste Einfriedigung des WasserlaufeS abgeben� sich angelegen sein ließe. Uor einiger Zeit stand der eheinakig» Scharfrichter tränt» unter der'Anklage deS Todtschlages vor den Geschworenen. n einem aus Eifersucht entsprungenen Streit zwischen ihm und einem seiner Freunde war es zu Thätlichkeiten gekommen. Krauts brachte seinem Gegner so brutale Verletzungen bei, daß derselbe an den Folgen starb. In der Verhandlung wurde er von den Geschworenen freigesprochen, weil nicht mit absoluter Gewißheit festzustellen war, ob er, nach dem Beginn der Schlägerei, sich nicht im Stande der N.thwehr befunden habe. Immerhin war es undenkbar, daß irgend eine Behörde ihn weiter beschäftigen konnte. Krauts war nicht mehr unbescholten genug um Hunde zu vergiften oder gefallene Pferde zu tödten. Indessen Krauts wußte sich zu helfen. Zunächst assoziirte er sich mit einem— Kollegen, einem Zeilen-„Schinder" und veröffentlicht jetzt als Kolpor- tageroman die Erlebnisse in seinem Berufe. Von allem Sudel- zeug, das je zusammengeschrieben worden, soll dies das unerhörteste sein, unwahr, frivol, unzüchtig— kurz eine Hintertreppengeschichte, die nach uns gewordener Mit- theilung reißenden Absatz finden soll. Aber dieser„literarische Erfolg" ist nicht der einzige, den Krauts errungen. Er strebt jetzt auch dem künstlerischen nach. Seit einer Woche wird im Ostendtheater ein Stück gegeben, „Der Scharfrichter von Berlin". Das Stück ist uns Siebensache. Es ist wahrscheinlich eine Dramatisirung des vorstehend er- wähnten Romans. Der Zuschauer muß sich durch alle überhaupt erdenklichen Verbrechen hindurch arbeiten, bis er die Genug- thuung hat, den Hauptschurken unter dem Fallbeil zu sehen. Der Vorhang fällt, während der SRörder auf den Richtblock gelegt wird und der Scharfrichter mit erhobenem Schwert hinzutritt, seines AmteS zu walten. In dieser Szene nun ist, wie glaub- würdig versichert wird. Alles echt, so echt wie nur je Requisiten der Meininger. Der Scharfrichter ist Krauts in eigener Person, der Richtblock und das Schwert dieselben, auf denen etwa SO Mörder ihr Leben gelassen haben. Als vor drei Tagen diese Thatsache bekannt wurde, durfte man der Meinung sein, daß das allein genügen würde, um der Siohheit ein Ende zu machen. Man durfte erwarten, daß wenn der Direktion des Ostend- Theaters die Empfindung für die Scheußlichkeit, die sie da be- ging, nicht innewohnte, doch von anderer Seite einem Schauspiel ein Ende bereitet werden würde, das die Bestie im Zuschauer groß zu ziehen geeignet ist. Indessen Krauts erscheint nach wie vor an jevem Abend vor dem das Haus dicht füllenden Publikum des Ostend- Theaters, zu dem die Jugend ein beträchtlich Theil stellt, nach wie vor tritt er mit erhobenem Schwert, in tadellosem Frack und weißer Binde an sein Opfer heran, der Held des Tages, der die meiste Zugkraft ausübende Künstler, das Ideal fdcr sensationslüsternen Menge. Gegen eine solche Entweihung selbst einer Kunststätte, die nur vorübergehend, eine kurze Spanne echter Erfolge hatte, und im übrigen ein künstlerisches Zigeunerleben führte, gegen einen solchen Mißbrauch der Bühne, deren Aufgabe in ihr Geaentheil verkehrt wird, kann nicht laut und energisch genug protesttrt werden. Es muß das um so mehr, als in Berlin früher solche Schaustellungen nicht geduldet wurden. Jahre lang lagerte auf dem Boden des Castan'schen Panop- ttkums eine mit großen Opfern erworbene echte Guillotine aus der Zeit der französischen Schreckensherrschast. Die Erlaubniß zu ihrer Aufstellung wurde nicht ertheilt. Allerdings mögen dafür mehr politische als ethische Erwägungen maßgebend gewesen sein. Und wir werden daran erinnert, daß zwei andere anrüchige Per- sonen, die ihre seltsam erworbene„Berühmtheit" als Schau- spielerinnen veriverthen wollten, die Erlaubniß zu öffentlichein 'Auftreten nicht erhielten, zwei Personen, die viel weniger Grau- sen errege» würden als Krauts, nämlich Bertha Siother und Adele Spitzeder. Krauts aber ist unter die Künstler aufgenommen. Der Delegirtentag der Bühnengenosscnschaft, auf dem 2000 Schauspieler vertreten waren, hat von dieser Rohheit im Ostend-Thcater sicherlich keine Ahnung gehabt, er hätte sonst gegen diese Beschimpfung des Biihnenivescns durch diesen Direktor lauten Ein- spruch erhoben. Der Betrag aber, für den man das ekle Schau- spiel sehen kann, ist 30 Pfennige für den Parquetsttz, denn aus der Straße kann man sogenannte„Bons" dazu erhalten. Ci»? zweite Unterführung der Berliner Potsdamer Erfenbah» erhält Steglitz. Dieselbe wird die links vom Bahn- körper liegende und nach Südende führende Bergstraße mit der rechts von der Bahn liegenden Kiclerstraße verbinden, welche die parallel zur Bahnlinie angelegte Düppclstraße mit der Schloß- straße in Verbindung seht. Die Düppelstraße wird bis zur Bahn- station Steglitz verlängert werden. So erhalten Entlastung die sehr verkehrsreiche Albrechtstraße und die noch mehr frequentirte Schloßstraße. Die Unterführungsarbeiten sind bereits begonnen worden. Gin Pensto«»odrama. Mit dem Selbstmordversuch eines 17jährigen Mädchens hat am gestrigen Morgen eine Liebestragödie geendet. In einem in der Friedrichstadt befindlichen Pensionat für höhere Töchter war seit längerer Zeit Fräulein Anna M., die Tochter eines süddeutschen Großindustriellen untergebracht; das bildhübsche Mädchen verlebte die Ferien stets in dem Hause ihrer Eltern und hatte auch zu Ostern mehrere Wochen daselbst zugebracht. Hier scheint nun die junge Dame ein Liebesverhältniß mit einem Angestellten ihres Vaters eingegangen zu sein, das von dem Letzteren entschieden mißbilligt wurde, nach den Aeußerungen zu schließen, welche Fräulein M. anderen Pensionärinnen nach ihrer Rückkunft hierher gemacht hatte. Im Laufe des vor- gestrigen Tages empfing das junge Mädchen einen Brief von ihrem Geliebten, mit welchem sie übrigens rege korrespondirt haben muß, und schloß sich bald nach Empfang deS Schreibens. das recht ungünstige Nachrichten für sie enthalten haben muß, in ihr Zimmer ein, uin mehrere Stunden darauf mit verweinten Augen an dem gemeinsamen Abendtisch zu erscheinen. Gestern Morgen stand Fräulein M. nicht zur gewohnten Zeit auf und da die Pensionsvorsteherin das Zimmer ihres Zöglings verriegelt fand, ließ sie dasselbe gewaltsam öffnen. Hier fand man das bedauernswerthe Mädchen, welches nur noch schwache Lebens- zeichen von sich gab, in einer großen Blutlache mit geöffneten Pulsadern auf dem Bett liegen; ein sofort geholter Arzt legte Nothverband an und ließ die M., deren Zustand höchst bedenk- lich, nach einem Krankenhause überführen. In einem zurück- gelassenen Briefe theill die jugendliche Selbstmörderin mit, daß Liebesgram das Motiv zur That gewesen. Gin ehrlicher Finder. Die Inhaberin eines Ladenge- schästs in Spandau fuhr dieser Tage mit der Bahn nach Berlin und hatte außer zwei kleinen Packeten noch eine Geldtasche mit dreitausend Mark in Reichsbanknoten bei sich. Als sie auf einer Vorortsstation das Eiscnbahukupee verließ, vergaß sie die Geld- tasche mitzunehmen. Die beiden geringwcrthigeu Packete hielt sie sorgsam in der Hand. Am Abend erschien, wie der»Anz. f. d. Havel!." berichtet, im Geschäft der Dame ein Schaffner, welcher ihr das Geld aushändigte. Ulie leicht aeringfiiaige Uerlehnugri» einen schweren gesundheitlichen Schaden herbeisahren können, beweist der Unfall, welcher eine siebzehnjährige Arbeiterin in einer hiesigen Stahl- feder-Fabrik betroffen hat. Im Mai v. I. verletzte sich die Arbeiterin mit einer Stempelmaschine den Zeige- und Mittelfinger der rechten Hand; sie suchte damals eine Heilanstalt auf. Die Wunde, welche sie sich beigebracht, erschien durchaus ungefährlich und heilte in zwei bis drei Wochen vollständig aus, so daß die Arbeiterin alsbald.wieder an ihre Beschäftigung gehen konnte. Hierbei mochte ihr wohl infolge der Verlegung die frühere Hebung und Geschicklichkeit einigermaßen abhanden gekommen sein, denn bald nach der Wieoer- ausnähme der Arbeit verletzte sich die Arbeiterin von bleue.». Der Arzt hat konftatirt, daß nach der Heilung der ersten Verletzung keinerlei Gesundheitsnachtheil in den verletzten Gliedern zurück- geblieben war. Die zweite Verletzung, welche sich die Arbeiterin Mdg, bestand darin, daß sie sich eine Stahlfeder unter den Nagel des schon einmal verletzten rechten Zeigefingers stieß. Auch diese Verletzung erschien anfänglich nicht erheblich und die Ar- beiterin fühlte sich auch aus diesem Anlaß gar nicht genöthigt, die Arbeit einzustellen. Erst nach einiger Zeit zeigte sich plötzlich große Mattigkeit, Hinfälligkeit des ganzen Körpers, Schlaflosigkeit, Kopsschmerz, Doppelsehen und schließliu) eine so auffallende Schwäche des recyteu Armes, dessen Zeigefinger die Verlegung erlitten hatte, daß die Patientin nicht im Stande war, einen Teller in der rechten Hand zu halten. Dieser Zustand droht sich noch weiter zu verschlimmern und hat die Aufmerksamkeit der Aerzte erregt. Die hierbei in Betracht kommende Frage ist nun, ob die eingetretene Schwäche die Folge eines Betriebsunfalles in der Fabrik oder die Folge eines bei der Patientin schon vor jenem Unfall vorhandenen Zustandes von Nervenschwäche ist. Von der Entscheidung dieser Frage wird es abhängen, ob die Patientin bei dauernder Erioerosunsähigkeit eine Rente aus Grund der gesetzlichen Unsallversicherung zu beanspruchen hat oder nictzt. Polizeibericht. Als am 7. ds. Mts. Nachmittags auf dem Exerzierplätze hinter der Ulanenkaserne spielende Kinder einen dort über den Springbaum gelegten, etwa 7üs m langen Baum zum Schaukeln benützten, wurde derselbe anscheineud daourch, daß die eine Seite des Baumes von den Knaben plötzlich verlassen war, zur Seite geschleudert und traf dabei eine» Ickjährigen Kna- ben am Kopse, so daß derselbe eine schwere Verletzung erlitt. Er wurde nach Anlegung eines Nothverbandes nach dem Kranken- Hause in Moabit gebracht, wo er bald darauf verstarb.— Im Lause des Tages und m der daraus folgenden Nacht fanden an vier verschiedenen Stellen kleinere Brände statt. In dem debannten Prozesse des Fräulein Sieb er t wider das hiesige kg l. Polizeipräsidium wegen Herausgabe eines von der Klägerin an> 81. März 1887 in einer von ihr engagirten und benutzten Droschke geiundenen Porte- monnaies mit 140 M. Inhalt, welches sie dein Beklagten(Polizei- Präsidium) zur Aufbewahrung übergeben hatte, ist die Berufung des Beklagten gegen das Urtheil des köuigl. Amtsgerichts I zu Berlin, Aulh. 25, nach wela.ei» das Polizeipräsidium zur Heraus- gäbe des Portemonnaies verurtheilt ivoruen ivar, von der Straf- tammer des kgl. Landgerichts 1, Berlin, wie die„Allg. Fahr-Zlg." meldet, zurüctgewieseii worden. Das Landgericht hat sich im Wesentlichen der Begründung des amtsgerichtli.he» Urtheils ange- schloffen und ist somit seftgepellt, daß ein Fahrgast auci) in einer Droschke etwas„finden" kann. Bekanntlich weigerte sich das de- klagte Polizeipräsidium, das Geld an die Klägerin, welche das- selbe gefunden hatte, herauszugeoen, indem es der Ansicht war, daß in einer Droschke nichts„gefunoen" werden könne. Au» Kopmck» wirb uns berichtet. daß bei dem Leicheubegäiignlß des verdorbenen Formers Ludwig Hesse, der am 19. Januar d. I. in Köpnick beerdigt wurde, von dem Zigarreiihändler Franz Ungering die Worte gebraucht wurde»: „Wir wollen unserem Genossen durch das Abnehmen der Hüte die letzte Ehre erweisen." Infolge dessen erhielt Ungering von der Polizeiverwaltung in Köpnick ein Strafmandat in Höhe von 20 M. zugeflellt. Hiergegen erhob Herr U. Widerspruch und trug auf richterliche Entscheidung an. Termin stand gestern vor dem Schöffengericht in Köpnick an. Das Schöffengericht fühlte sich nicht veranlaßt, an der Verfügung der Polizeiverwaltung etwas auszusetzen— die wenigen Worte wurden auch gerichtlicher, eits für eine„Rede" im Sinne des Gesetzes erachtet. Herr Ungering gedenkt sich bei dem Urtheil nicht zu uruhigen. Soziole LteberNAik. Achtung Klavierarbeiter! In der Pianoforte-Fabrik von Neumcycr, sind Maßregelungen vorgekommen. Es wird daher dringend ersucht, den Zuzug fern zu halten. Achtung Wechaniliarboiter! In der Mechanikfabrik von Langer u. Co., sind Maßregelungen vorgekommen. Es wird dringend gebeten den Zuzug fernzuhalten. Mahrrgelungen betreffs des 1. Mai haben stattgefunden in den Hvlzbearbeitungsfabriken von Gehloff u. Köhn, Schröder u. Eikhoff, E. Radelfahr, Heim. Achtimg Tabaliarbeiter! In den vereinigten Fabriken W. Brunzlow u. Sohn, Carl Brunzlow, George Prätorius, In- Haber A. Deter, sind wegen der 1. Maifeier 3 Packetschlüger gemaßregelt worden. Trotzdem gesagt wurde, wer am 1. Mai nicht arbeitet, kann am 2. und 3. Mai auch feiern und am 5. Mai die Arbeit wieder aufnehmen, wurden die 3 Bezeichneten am Sonnabend gleich entlassen. Gemaßregelt sind Emil Seidler, R. Schleuß, A. Schulze. Zuzug ist von Packetschlägern fern zu halten. Achtung Metallarbeiter! In der am 7. Mai in der Brauerei Friedrichshain tagenden öffentlichen Metallarbeiterver- sammlung wurde beschlossen, über alle Fabriken, in denen die Kollegen wegen der Maiseier die Arbeit einstimmig eingestellt haben, den Streik zu erklären. Ferner wurde beschlossen, über diejenigen Fabriken, in welchen nur die Minderheit gefeiert, und dieselbe deshalb gemaßregelt wurde, keine Sperre zu verhängen, sondern die Gemaßrcgelten materiell zu unterstützen. Die Leitung der Streiks, sowie die Auszahlung der Unterstützung a» die Streikenden und Gemaßregellen wurde dem Allgemeinen Metall arbeitervercin überwiesen. Kollegen! Es muß nun Ehren- fache eines jeden Einzelnen sein, die freiwilligen Beiträge, welche zur Unterstützung der Streikenden und Gemaßregelten unbe- dingt erforderlich sind, dieses Mal außerordentlich reichlich fließen zu lassen. Dies bedenkt Kollegen, es sind die besten der Metallarbeiter, welche von dem Haß der Eisenbarone ge- t offen wurden, und lassen wir sie deshalb nicht untergehen, sonst sind sie für immer verloren für unsere Ziele. Zuzug ist fernzu halten von Mix und Genest, Neuenburgerstraße.— Kappler, Prinzen-Allee 75/76.— Wir ersuchen nun die Kollegen, welche noch in anderen Fabriken die Arbeit einstimmig eingestellt haben, dieses sofort in dem Arbeits-Nachweisebureau, Wallflr. 7— 8 mit- zutheilen. Listen zur Entgegennahme freiwilliger Beiträge sind zu haben im Süden bei Otto Klein, Ritterstr. 15, Paul Litsin, Reichenbergerstr. 23, im Norden bei Gustav Wolf, Reinicken- dorserstraße 14.1 und Reinhold Unger, Kesselstr. 20. Ter Vorstand des Allgemeinen Metallarbeiter- Vereins Berlins und Umgegend. I. A.: Joseph Hartmann, Reichenbergerstr. 73. Luv die iir dev Miriierbranche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen theilen wir hier das Rundschreiben der Firma Laue u. Ko. mit: Wir nehmen unsere bisherigen Arbeiter nur unter der Be- dingung wieder auf, daß dieselben unsere bisherige Fabrikordnung und die damit verbundenen Gepflogenheiten voll anerkennen, die- selbe treu und gewissenhaft befolgen, sich jeder Ausstandsbewegung enthalten und Versammlungen, welche oen Interessen der Firma Laue u. Ko. zuwiderlaufen, weder veranlassen noch besuchen wollen. Wird die Verpflichtung nicht eingegangen und die Arbeit nicht unter alten Bedingungen wieder ausgenommen, so sind wir entschlossen, unser» Gesammtbetrieb bis auf Weiteres zu schließen und die bisher eingegangenen Ordres anderweitig arbeiten zu lassen. Würde dieser Fall eintreten, so wäre dadurch natürlich auch für später jede Möglichkeit ausgeschlossen, die bisherigen Arbeiter wieder aufzunehmen. Die Unterschrift der Arbeiter bedeutet die kontraktliche Verpflichtung für Oven detaillirte Punkte. Berlin, den 6. Mai 1690. Dieses Schreiben wurde von den Arbeitern zurückgewiesen und eine Besprechung mit der Untersuchungskommission des Ber- liner WirkergeseUen-Verbandes zum 7. Mai in Aussicht genommen. Eine mündliche Verhandlung der Firma mit genannter Kommission war nicht zu erzielen und dauert demzufolge der Streik der Firma Laue u. Ko., Grüner Weg 104, unverändert fort. Der Zuzug nach dieser Fabrik ist strengstens fernzuhalten. Der Streik der Kartoiiarbeiterinnrn und Arbeiter ist seit Dienstag, den 6. Mäi. kür beendet zu betrachten. Derselbe ist zu Ungunsten der Arbeiterinnen und Arbeiter ausgefallen. Die Zahl der von den Fabrikanten zur sechsmonatlichen Aus- schließung Verurtheilten beträgt 80 bis 90. Es ist dringend noth- wendig, daß die ausstehent en Listen sofort abgeliefert werden. Die Arbeitsverinittelmig hat die Kommission übernonimen, und geschieht die Vermittelung täglich 9—12 und 2—6 Uhr, Andreas- straße 26, bei Bolzman». Strttitt, 8. Mai. Unter den Maurern, Zimmerleuten und den Kalk- und Steinträgern ist heute eine allgemeiner Streik aus- gebrochen. Frankfurt a. M., 7. Mai. Der Schuhmacherstreik dauert fort und ersuchen wir den Zuzug streng fernzuhalten. Das deutsch» Krauukahlen-Parafstn ist erst seit zwei Jahrzehnten ein Gegenstand industrieller Ausnützung. Es dient hauplsächlich zur K e r z e n fabrikation. Die jährliche Produktion beträgt jährlich 10 000 Tonnen(gleich 200000 Zentnern). Die Jnduprie wird geradezu moi opolisirl von den Riebeck'scken Montanwerken, ihr Sitz ist das Königreich und die Pro- vinz Sachsen. Tie Gewinnung des zur Parafsinmacherei noth- wendigen Braunkohlentheers ist für die Arbeiter eine sehr mühevolle, ekelhajte und gesundheitsschädliche. Der berühmte Chirurg Volkmann hat gesunden, daß die in diesem Geiverbe beschäitiglen'Arbeiter zahlreich an dem von ihm so genannten H a u s k r e v s erkranken, einem sehr hartnäckigen flechtenartigen Hautleiden. Nur eine peinliche Sauberkeit kann dagegen schützen. Bei der jetzigen Manier zu wirthschasten wird aber zivar auf fette Divideuoe, nicht aber aus die Fürsorge für den Proletarier gesehen. Die Fabrikgesetzgebung hat hier elnzugreisen und durch bindenden Zwang den Schutz der Arbeiter vor diesen und an- deren Gefahren des Betriebes herbeizuführen. In der deutschen Ziindivaaren-Jndnftrie Kitt die Kläglichkeck und Ohnmacht des kleinkapitalistischen Bekiebes recht deutlich zu Tage. Es giebt in ihr sehr viele kapitalschwache Kleinbetriebe, die nicht im Stande sind, das ganze Jahr, auch in der flauen Saison, den Sommermonaten, wenn der Absatz stockt, durchzuarbeiten. Die gropen Zwischenhändler, die hier wie in so vielen anderen Gewerven die Sahne von der Milch schöpfen, benutzen diese Zwangslage der Unternehmer, kaufe» zu Spott- preisen den ganzen Vorrath gegen Baarzahlung und können dann in der Hauptbedarfszeit, Herost und Winter, die Zündhölzer billiger verkaufen, als die Fabrikanten. In den letzten Jahren haben von 141 deutschen Zündwaarenfabrilanten 82 den Betrieb eingestellt, heule sind trotzdem 121 Fabriken im Betriebe, von welchen nach dem sachver- ständigen Urtheile eines Fachmanns in der„Chemischen In- dustrie" ein großer Theil nicht lebensfähig ist. Eine Fabrik, jetzt außer Betrieb, hat 6 Besitzer, zwei gleich alls stillgesetzte Fabriken ze 4, drei Fabriken, ebenfalls außer Betrieb, je 3, fünfzehn Eabriken je 2 und achtundzivanzig Fabriken je 1 Besitzer gehabt. n sechs Fabriken sind in 10 Jahren 23 Fabrikanten zu Grunde gegangen. Nur die wenigen großen Etablissements floriren. So muß das sein in der„besten aller Welten". Die Hallesch» Maschinenfabrik hat nach dem Geschäfts- bericht für 1889 einen Reingewinn von 486 782 M. gegen 191 614 M. im Jahre 1888 erzielt. Der Werth der gelieferten Waaren betrug 3 605 960 M. gegen 1 875 921 M. im vorhergegangenen Jahre, die Dividende 82 pCt. gegen 16 pCt. „Der hohe Gewinn", sagt der Geschäftsbericht,„ist Haupt- sächlich durch die Verminderung der Herstellungskosten, welche infolge der vervollkommneten Einrichtungen«V ist, sowie dadurch entstanden, daß die GeneralkoMf den, hohen Umsätze sich günstiger stellten. Die technische�/. schrittsbauten eine Herabsetzung der Produktionskosten, e>» sparniß an Arbeitskräften, die durch Maschinen erscht rc und eine stärkere Anspannung der beschäftigten, zu höhere»' stiingen gedrängten Arbeiter. Tann sinken Unkosten ch1*, dnktion und Verschleiß, je größer das Etablissement« einheitlicher Alles geleitet und verwaltet wird. Unsere Hau U Freunde mögen sich die obigen Ziffern, sowie die ferne«. thcilimg des Geschäftsberichtes wohl merken, daß„dieß/ess., wieder sehr große Bestellungen erhalten hat und Herbst hin ebenso reichlich beschäftigt sein wird, wie gangenen Jahre."_,. Eine neue Gewerbckranltlfeit. Zur Reinigung Kautschuk wird in den Kautschuksabriken N a p h t h � wendet. In einem solchen Betriebe zu Boston(Rordan wo besonders viele Mädchen und Frauen beschäftigt n zeigten sich die Arbeiterinnen fast fortwährend in einem ui zustande. Die Nachforschungen ergaben, daß die Arbene■ durch die Naphthadänipfe diese Berauschung herbeiführten. Einathmen der Dämpfe bereitete ihnen ein besonderes Verg bis ihnen dasselbe zu einem unwiderstehlichen Bedürsnih(sii» sei, es entwickelte sich also eine Naphthasucht. ii»ek Die & - Versnttnnlungen. Die Drechsler und Kerussgeuossen begingen den Mai in ruhiger vergnügter Weise. Die Kollegen versau sich am Morgen in drei Lokalen und trafen am Staoiv., Thiergarten zusammen. Von hier marschirte der imposan mit Gesang durch Charlottenburg nach Westend zum Von hier ging es über Grunewald, Halensee nach Sch" � dorf. Unterwegs wurde den Kollegen mitgetheilt, daß d« ein Telegramm an die Wiener Kollegen zur 1. Maierse«r � sandt hatten. Im Waldkater zu Schmargendorf sirte man sich nun, die Theilnehmer waren bereu- Franen und Kindern aus 280 Personen angewachsen. hatten ein Preis-Kegelschieben arrangirt, dessen eine Freiheitsgöttin in kostbarem Nahmen war. und Kinder vergnügten sich durch Wettlaufen u. a. weile war' auch die Antwort aus Wien eingelaufen,"r* ndK Kollegen Hildebrandt verlesen und mit stürmischem Beil«" nommen und mit einem Hoch auf die internationale•» j; bewegung beantwortet würbe. Um 9 Uhr fuhr man Z'uni/ verlief die Maifeier ohne Disharmonie, den Theilnehmer schönen Erinnerung. jj Eine öffentliche Uersammliing aller in der Wirker e.. beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen tagte am Montag Vorsitz des Herrn Gustav Janz in der Königsbank mit der ordnung: 1. Wie stellen sich die Arbeiter und Arbeileru � der Wirkerbranche dem Verhalten der Firma Laue& über? 2. Diskusston. 8. Verschiedenes. � Genannte Firma hat aus Grund der Feier des 1- fW' ihrer Arbeiter für entlassen erklärt und legten demzufolge I liehe Arbeiter und Arbeiterinnen die Arveit einmüthig Alle drei gemaßregelten Kollegen legten Bericht und des die Handlungsweise der Firma den Arbeitern gegenüber; zogen im Allgemeinen die Firma einer ganz scharfen Kr«» p drei gemaßregelten Arbeiter, welche vom Fabrikanten m»/ wiegler bezeichnet wurden, suchten ihr Gewissen von b'-1« gropen Schmach— zu befreien, indem dieselben an rechtigkeitssinn der Versammlung appellirten. Beide Wcrksührer der Firma Laue& Co. wäre» y Veranlassung ihrer Chefs erschienen und erkläre» Auftrage derselben: daß die Firma keine Maß«!) bei dieser Arbeitseinstellung erkennen kann und nWj dem Fabrikanten überlassen bleiben, Arbeiter noch j-v Ermessen einzustellen oder zu entlassen. Hieraus wurde ihu widert, daß es zwar dem Fabrikanten überlassen bleiben mv?-.' sein Personal zu verfügen, wie es ihm beliebt, daß aber Arbeiter ein Recht hat en, über ihre Leute zu bestimmen, jfä es für gut halten. Auf eine Erklärung der Werkiührer,', Firma geivillt ist, seineu Betrieo sechs Wochen lang!«*->.. lasten, wurde denselben die Antwort zu Theil, dap es der v�f nicht im Geringsten einfallen wird, nur eine Woche ihre ö stehen zu lassen; im Uel rigen erklären sich die Arbeiter u».. beiterinnen dahin gehend, daß sie selbst bei einer Feier Wochen noch nicht ausgehungert sind, wie es so der Wff" Fabrikanten war. Hierauf wurde folgende Resolution e«1'1 angenommen: „Die heute tin|fioIaIe„Königsbank" tagende öffentliche Verl lung von Wirkern und Wirkerinnen erklärt sich mit dem«o» � der bei der Firma Laue u. Eo. beschäftigten Arbeiter»n � beiterinnen voll und ganz einverstanden und verpflichtet 3% elben mit allen Kräften zu unterstützen. Gleichzeitig eru». Versammlung, daß Die Kollegen und Kolleginnen der v � Laue u. Eo. moralisch verpflichtet sind, die Arbeit ni® p wieder aufzunehmen, bis die Einnellung der gemaßregel« � bettet wieder erfolgt ist." Beide Wertführer machten de» ji chlag, eine Einigung zwischen den Fabrikanten und Arbeck...l) erzielen. Ein Antrag, einem zugereisten Kollegen aus � eine Reiseunterstützung nach Apolda zu gewähren, wurde nommen. Ebenso eine einmalige Unterstützung für eine» si» fic welcher dort Arveit aufgenommen hatte, jedoch nach Fr» F!» klurung, aus reiner Noch, wurde ebenfalls angenommen-. einein Hoch auf die inteniationale Arbeiterbewegung sihw Vorsiüende die Versammlung. Der sozialdemokratikch» Mahlverein de» � Berliner Ueichstags Mniflkreise» hielt am Moutng. 5. d. Mts., im Saale der Brauerei„Köuigssadt" eine Vm � lung ab, welche sehr stark besucht war. Aus der Tageso» J stand: 1. Vortrag des Herrn Max Baginski über: Aera und die Sozialdemokratie. 2. Diskusfion. 3. Versast und Fragekaflen. g Da der Referent nicht erschienen war, mußte der l- L# von der Tagesordnung abgesetzt und zum 3. Punkt, Verscki« xch übergegangen werde». Hierbei stellte ein Redner den A chs Balrischbier trinken einzustellen und Selterivaffer zu Kluken-$ Müller bemerkte, daß das wohl nicht recht angehe, man ff oiist keinen Saal erhalten. Ter Vorsitzende, Herr Kutzbaw-..�.: merkte, daß dieser Antrag abgelehnt werde, bis t ne LotalkoiN' dieses entschieden hätte. Der Antrag wurde aber»>«»(ßi Mehrheit angenommen und man sah nun anstatt der so Seidel Bairisch Vier, Kasten mit gefüllten Selterflaschen W reichen. Hiera f nahm Herr Griebeickrog das Wort»im an, daß es in der letzten Zeit vorgetommen wäre, daß»( Reckrenten Anklagen ivegen Aufreizung vorgekommen T0UI,Zh� ist der Meinung, daß der Vorstand 2 oder 3 Mitglieder n � möchte, welche als Stenographen die Reden des RefW®11', W olgen sollen und stellt dieses zum Antrag. Der Vorliye»d Külbach bemerkte, daß es Sache des Vorstandes sei»£» werbe später die dazu geeigneten Personen heraussucht�../- Antragaeller zieht infolge dessen seinen Antrag 7 fsi« Nun nahm Herr Richard Baginski das Wort z r Di- g/ und spricht über die neue Aera nd die Sozialdemokrat«- Redner führt ungefähr aus, daß man von der neuen �#4 aus nichts zu erwarten habe, und sprach über die versch' �j,' Parteien, welche gegenwärtig die neue Aera bilden. Alle wünschen jetzt, daß die Auslassungen des Kaisers in M.* st gehen möchten, die Konservativen wollen dieses nur si« L.[i anspruchen, dieselben haben bisher stets gezeigt, wie st f,# Taschen des Großgrundbesitzers und Großkapitalisten$» ihrer Herrschaft gefüllt haben auf kosten der Arbeitt- Freisinnigen haben die Erlasse nicht erhofft» sie 0' 1:1 «ezeichn.""-.�„�ankfurtcr Allee 117, einberufen worden. Diese "k a u s n» leimte wenig; denn es waren weniger streikende, wen-., Arbeiterinnen und Arbeiter, die anwesend ..� ���ommission hatte sich nämlich Tags vorher >dedesStreikszu erklären. Der �«sreljenberg gab die Gründe zu diesem Vor- Mstund»,,.«. Der eigentliche Urheber dieser jjie Masse[eic.cin Lewisscr Aoitz gewesen. Er hate � hlnter sich aebabt und vermocht, daß die Forderung wv..,'-aiKlUOTHMll 3u??ia gesehen, das En_____„ Kollege Greisenberg gab die Gründe zu dresem Varl l&L Lohnkommisston an. Der eigentliche' �/.�ndeii-Beivegung sei ein gewisser Boitz ge> iAiV« e&w s'ää».. wwg gj �-. Später habe derselbe abgeschwenkt, bis er am Montag Nachnuttag die Arbeit aufnahm. Es sei noch gar keine Ver- «s. vää 21! wäre der Streik noch zu Gunsten der Arbeiter beendet erden. Als der Streik erklärt wurde, sei seitens der Fabrikanten �neunstündige Arbeitszeit und eine 25 pCt. Lohnerhöhung an- ewoten worden. Die Kollegen hätten dies ausgeschlagen, weil g. fechten, daß sie unersetzlich wären und der Streik nur einige dauern könne. Das Kapital sei stärker gewesen. Die Mehr- der Kollegen wurde wankelmüthig. Der Streik wäre schon Ii? nerloren gewesen, hätten die Arbeiterinnen nicht zusammen W»n. Bei dieser Sachlage könne er Redner nur rathen, die I 'chfc'it"'«, x'?cl dieser Sachlage tonne er cneoner nur ralyen, uic . �nngskos aufzunehmen. Durch den Streik sei eine ieil llne iwfgehende C-rbitterung zwischen Kapital und Ar- debin � und diese Erbitterung werde wach Me" Sttof» ß?"' daß ohne jede Anregung im H e fai(0n 1 wieder ausbricht. Im Herbst in «iir», bleiben und es W erbst der ch t. Im Herbst in der Hoch- »»rck-,? c3 c'n leichtes sein, die Forderungen ®bet l' ,hren. Gs werden jetzt Maßregelungen vorkommen; bti'ir-, werden nach und nach verschwinden, wenn die Arbeit i:i, Lehe. Ter Streik habe 12 000 M. gekostet; Schulden seien �"zahlen. Jeder möge die Arbeit ausnehmen und zum Lohn- T0*|Vgv VTV V»»«V«»v-- Q**»*»-wv»/..—| Utih lleucni, damit die Gemaßregelten unterstützt werden können jed« 5!'°.».'m Herbst gerüstet dastehe. Jeder Arbeiter müsse 2 M., '»»!,,. /iierin 1 M. pro Woche zahlen. Bis zum Herbst möge Z)jj.>"ästig agitiren und die Streikbrecher bekehren. Nach kurzer . w„on wurde folgende Resolution einstimn.tg angenommen: K.Erwägung, daß ein großer Theil der Karlonarveiter und ' � �---'. rv �. 1 f.—-->»»» Of K*. i« 1 1 r* rt f rti Jeder'Arbeiter müsse 2 M., Y'y-neim i a/t. pro«ucaje zaycen. Bis zum Herbst möge S�fsästig agitiren und die Streikbrecher bekehren. Nach kurzer MEt.. MD m J eitennnen aus größeren Fabriken tie Arbeit bedingungslos W ilLissen der Kommission miigenounuen hat und stündlich J'J ihnen folgen werden, die'Aussicht auf eine erfolg- Le Beendigung des Streiks nicht vorhanden ig, Mtt stch die heutige Versammlung mit der von ß Kommission proklamirten Beendigung des Generalstreiks ein- ?ndc». Tie Versammlung verspricht aber, die Bewegung zu »en der Verkürzung der Arbeitszeit auf 8 Stunden nicht auf- Aen, sondern nach Kräften dafür zu agitiren. Ebenso er- i, stet die Versammlung, daß die Arbeitenden die Gemaßregelten «. lebet Weise unterstützen." Unter„Verschiedenem" theilte Herr 'stenberg mit, daß der Fabrikant Jacobsohn erklärt hat, er v.st nie das Anerbieten der neunstündigen Arbeitszeit und einer dz�höhung gemacht. Jeder möge versuche», Arbeit zu erhalten, die Lohnkommission in nächster Zeit festslellen kann, wer A,. ßeiuaßregelt zu betrachten und demgemäß zu unterstützen ist. der'Aufs orderung, dafür zu sorgen, daß die aus- k'"m(ung Ci':e" Ankommen, schließt der"Vorsitzende die Ver- �ni fand bei Bötzow unter Vorsitz des Herrn fot Ji«.., enie Versammlung der Geschäftsinhaber und In- Seim,,.' rn statt. Das Referat hatte Herr Adler. Er führte un- Ottia. loigeiides aus: Der heutige Kausmannsstand liegt der- Welho,!* wohl nun an der Zeit ist, etwas für Unh j,-, Ja thiin, und da ist in erster Linie die Sonntagsruhe, fett an* J?'1.''*'* e'neÄ l�en Gl erbelreibendeu> so viel es in -iMnrfce r,.nt h«,, vaß auch für die Geschäfts- in der Woche ist, an dem sie stchobet� Kegt, dazu beizutragen, sich>md Inhaberinnen ein Tag in der A-oche in, an or,,, Lchah fst1 fühlen. Wir wurden durMaus keinen materiellen tag re"J dadurch erleiden, wenn wir an Sonn- und Feiertagen schlj?stchcift von 10 Uhr Vormittags ab bis zum anderen Tag Ha*. w.rdcn, denn das Publikum würde seine Einkuuie dar- -&—»- � ei.. su., wenn es weiß, daß es ptachiuinags nichts Comt. e�? Siebt. In der Diskussion sprachen die Herren Le Ter Freuoenberg, Völkel und Riech im Sinne des Resereulen. e It'c» ex».------ ,«♦.»— x AM f\nX m it»fo(i ii(Söiin� �--------—— »Nd isi'f Perc bemerkte, nur der Straßenhandel müßte au Sonn- M.Udn» ßei' verboten werden. Hieraus kamen solgende Re- (ine ijJ.,'.' äa Absttuunung: Ich beanirage, daß dem B.moesralt f�hüi t ul unter.reilet ivird, dahin gehend, daß ein jedes Ge- On,«... �onn- und Feiertagen von 1u Uhr Vormittags bis zum früh geschlossen bleibt. Le Eontre. Tie zweite mit den » stugf. h'0n lantet; Tie heutige Versammlung erklärt sich wirken des Referenten einverstanden und erklärt, dafür zu lokal.' an Sonn und Feiertagen um 10 Uhr die Verkaufs- inen xl blossen werden. Otto Glück. Erstere wurde al.genom- stdviil» wurden die Herren Adler, Glück und Siecke ins die S�wählt, um für Sn, liesung der Geschäfte zu sorgen und �«lion dem Bundesrathe zu unterbreiten. Mter t?»r Gruingung der Sonntagsruhe - Kanfleuten macht jetzt einige Fortschritte. Am RlolfL 0 fand bei Weimann, Gesundbrunnen, eine össentliche gut ü.�lainmlung unter Vorsitz des Herrn Hintze statt, die so zun, flucht war, daß lange vor der angesetzten Zeit die Thüren polizeilich gesperrt wurden, da der Saal gefüllt war. � f•—».««A noii fe» gehilfen in Bezug auf die Sonntagsruhe uinfasse, erst am 1. Oktober in Kraft trete und die Beschäftigung der Handlungs- gehilfen an Sonntagen auf die Dauer von 6 Stunden, die an f den ganzen Tag vertheilt werden können, zulasse. Nach Schluß der Diskussion beschlossen die zahlreich Versammel- ten einstimmig, die Forderung der im kaufmännischen Gewerbe beschäftigten Personen nach Sonntagsruhe dadurch zu unter- stützen, daß sie von jetzt ab nur in den Geschäften kaufen, welche des Sonntags mindestens um 12 Uhr geschlossen werden und nach dieser Zeit ihre Angestellten nicht mehr beschäftigen. Weiter be- schloß man, nur noch das Vier des Münchener Brauhauses zu trinken. Diesem Beschluß war die Mehrzahl der Anwesenden schon zuvor gekommen. Man sah auf den Tischen weniger Bier- seidel, als Selterflaschen. Die zNetallschleifer Kerlin» hielten am G. d. M, im Lokale von Reyer, Alte Jakobstr. 83, unter dem Vorsitz der Kollegen Peto. Niemetscheck und Schwarz mit folgender Tages- ordnung eine Versammlung ab: Wie stellen sich die Metall- schlcifer Berlins den gemaßregelten Kollegen gegenüber? Diskussion. Verschiedenes. Sämmtliche Redner sprachen sich in anerkennens- werther Weise über die abgelaufene Feier des ersten Mai aus. Es würben nun die Werkstellen bekannt gemacht, in welchen die Kollegen ausgesperrt, resp. in einem Streik sich befinden und sind es folgende: Ludwig Löwe, Berlin und Martinickenfelde. Mix und Genest, Neuenburgerstraße. Gehrs u. Co., Wienerstraße. Iiakenius u. Co., Zimmerstraße. F. W. Müller, Mariannenstraße. I. Mehlich, Sophienstraße. Herrmann, Stallschreiberstraße. Keyling u. Thomas, Ackerstraße. Es wurde den Kollegen mitgetheilt, daß diese Werkstellcn so lange zu meiden sind, bis die Kollegen, welche vorher dort ge- arbeitet, wieder eingestellt sind. Es wurde ein Antrag angenommen, eine gemischte Kommission zu wählen, welche mit den betreffenden Fabrikanten unterhandeln soll. um eine gütliche Einigung zu erzielen, und wurden folgende Kollegen gewählt: Peto, Jarschel, Schwarz, Schöpfe, Kiesel. Kollege Hassebarth ermahnte noch die Kollegen, fest zusammenzuhal- ten und nicht voreilig in einen Streik einzutreten, sich erst organisiren, damit dieselben geschlossen dem Kapitalismus gegenüber treten. Ferner unterzog derselbe das bekannte rothe Plakat der Eisenindustriellen einer abfälligen Kritik, und machte bekannt, daß den Fabrikanten gestattet ist, schwarze Listen anzu- fertigen, den Arbeitern aber ist das verboten. Folgende Reso- lution wurde einstimmig angenommen: Die heute bei Reyer, Alte Jakobstraße 83, tagende öffentliche Versammlung der Metall- schleiier Berlins erklärt sich mit den ausgesperrten resp. streiken- den Kollegen solidarisch und verpflichtet sich, dieselben moralisch und materiell zu unterstützen, indem kein Kollege in einer Werk- stelle eher anfängt zu arbeiten, bis sämmtliche früher dort arbei- senden Kollegen wieder eingestellt sind. Mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung schloß der Vor- ptzende die Versammlung. Eine öffentliche, wieder stark besuchte Kerfammtung der Schlosser und Maschinenbauarbeiter, fand am 6. d. M. in Joel's Lokal statt, um Stellung zu dem zu Pfingsten in Weimar stattfindenden Schlosser- und Metallarbeiterkongreß zu nehmen. Nachdem ein Bureau aus den Kollegen Pieper, Bäthge und Röder konstitnirl war, trat man sofort in die Diskussion ein, an der sich die Kollegen Warneke, Röder und Bäthge betheiligten. Sämmtliche Redner traten in erster Linie für die Beschickung des allgemeinen Metallarbeiterkongresses ein und empfehlen zugleich den Delegirten Doppelmandate zu geben, damit dieselben auch den Schlosserkongreß besuchen können. Das Vorgehen der einzelnen, auf dem 88er Kongreß gewühlten Vertrauens- leuten wurde scharf verurlheilt. Als Art der Organisation wurde eine Zentralisation der einzelnen„Branchen" gänzlich ver- worsen und besonders das weitere Gründen von Fachblättern, als die Arbeiterbewegung schädigeno verurtheilt. Ebenso wurde die Zentralisation der Metallarveiter im allgemeinen, unter der heutigen Gesetzesauslcgung, verworfen. Desgleichen sprach man sich als vorläufig, und unter Berücksichtigung der örtlichen Ver- Hältnisse, gegen lokale Zentralisation aus, plaidirte vielmehr für trefflichen Ausbau der lokalen„Brancheii"-Organisationen, als vor der Hand für zweckmäßig. Daraufhin wurde ein Antrag an- genommen, den Kongreß durch 2 Delegirten zu beschicken, den- selben doppelte Mandate auszustellen und gebundene Man- date gegen Zentralisation zu geben. Als tägliche Speesen der Delegirten wurden|8 M. festgesetzt. Aus der Wahl gingen schließlich Warnecke und Bäthge hervor. Gleich- 'alls schritt man zur Wahl einer Kommission, die für Aufbringung ■tKois""� niuplen umreyren. Den Saal füllten zum großen lirenx Arbeiterfrauen, ihr Interesse für die Bewegung dokumen- hM. um den Vor"------- ...rn 2". fe« Vortrag des Kaufmannes Alb.' Auerbach zu NtldM." tn furäen Zügen, öfters von Beifall unterbrochen, eine °er j.£U"0 der elenden Lage der Handlungsgehilsen, namentlich Atzt•«otomalroaarengefchäiten gab und zum Schluß aufforderte, eb ocfrM?, Geschäften zu kaufen, die des Sonntags von 12 Uhr lisch'chlosstn werden, um jenen Proletarier hinter dem Laden- wr d-n P?. Brüdern im Rocke des Kapitals, wenigstens licht"halben Sonntag die Freiheit zu erringen, da das in Aus- »enellte Arbeiterschutzgesetz, das ja auch die Handlungs« der Gelder zu sorgen hat. Gewählt wurden Kubc, Stropp, Bralsch und Teßnow.— Darauf entspann sich unter Verschiedenem zu- nächst eine Debatte über den Boykott der Brauereien, welche die Forderungen der streikenden Brauer nicht bewilligt haben, die schließlich mit dem Beschluß endete, kein Bier aus diesen Brauereien mehr zu trinken. Nunmehr ging man zu den Maß- regelungen wegen der Maifeier über, die allenthalben sehr zahlreich stattgefunden haben. Alle Gemaßregelten wurden auf die öffentliche Versammlung sämmtlichcr Metallarbeiter am 7. d. resp. auf den in derselben über diese Angelegenheit zu fassenden Beschluß hingewiesen. Im Laufe dieser Debatte zeigte sich, mit welcher Unverfrorenheit die Herren Fa- brikanten die schwarzen Listen handhaben und wie sie gerade gegen die in ihrem Betrieb verunglückten, zu halben Krüppeln gemachten Arbeiter vorgehen, froh, um hier endlich einen Grund zu haben, dieselben zu entlassen. Doch die Herren mögen nicht zu früh triumphiren. Zum Schluß wurde noch bekannt gemacht, daß die nächste(beschließende) Versammlung des Fachvereins Dienstag, den 13. d., im„Königstadt-Kasino" stattfindet. Dir zn tzrute. Freitag Abend, angekündigte Arbeiter- Versammlung im großen Saale der Aktienbrauerei Friedrichs- Hain mit der Tagesordnung:„Die allgemeinen Maßregelungen", Referent Otto Hcindorf, kann nicht stattfinden, weil die Polizei- liehe Genehmigung hierzu versagt wurde. Frei» Ncrrinigung der K»if«nft«PerK«rlin» med zlmg»s«n>.»roße öffentliche Mllgllederveifaminlung am Sonnabend, den 10. Mal, Abends 8% Uhr, Im Lotale de? Herr» Scheffer, Jnselslr. 10. verein der ModeUtitchler Kerlins ,>»d Umgegend. Außerordentliche Lieneralversammlung cm Montag, den 12. Mai, Abends% Uhr, im verelns- lolal, Müllerstr. 178(Weddlng-Parl). Tagesordnung: 1. Wie stellt stch der Verein zu den aemaßregeiien Bereinsrnitglleder»? 2. Antrag des Vorstandes UNI Erhöhung der monatlichen Beiträge, s. Wahl eines Beisthers. 4. Ver- schiedenes und Fragekasten. Es ist Pflicht eines jeden Milgliedes, zu er- fcheinen. Außerdem wird auf§ 6 des VereinSstalutS oufmevffam gemacht. Achtung, illttaltfchUit'ec! Große öffentliche Versammlung fämmtllcher Melallfchleifer Berlins und Umgegend am yreitag, den O.Mai, Abends Uhr, in Jordan'S Salon, Neue Grnnstr. 28. «roß« öffrnttich« Arbr!tcrv»rf»mn>iung am Freitag, den 9. Mai, Abends 8 Uhr, im großen Saale der Altienbraueret Friedrtchshain(vormals Ltps), am KönigSthor. Koiioldeinolirntischrr&«(«- und Diokntir-Klud„SolTaUe". Freitag, den». Mai AdendS 8% Uhr, Cuvrqstraße 16, bei Ziemer. Säfte haben Zutritt. artet« N»r«inigu»g d»r Lohgerbrt und G,d«riuricht«r K«rlin« am Sonntag, den 11. Mol, Vormittags 11 Uhr, Versammlung Weinstraße 11 bei Feindt,(früher Bobert). Kranit»»- und Kt«rb«-Unt»rstni>ung« ftaft» Berliner Former-Bund (E. H. Nr. 20). Sonntag, den 11. Mai, Vorm. 11 Uhr, im Kastenlofal Schwedterstr. 23, 24:©eneraiocrfommtung. prrband der deuttchrn(öoid- und vilbernrb«it«r und verw. �« ruf» genossen(Zahlstelle Berlin). Der ArbeltSnachiveiS befindet stch beim Kollegen Robert Reiche, Prtnzefstnnenstr. SI(Ztgarrengeschästj. Der Nachweis ist geöffnet Wochentags von Morgens s bis Abends 9 Uhr, Sonntags Borm. von:<%— 10X Uhr. Tie Verniiltelung ist für Prinzipale wie Gehilfen eine unent- geiiliche. Das Bertehrslotal befindet sich beim Kollegen wrün, Sltfabelh- llraße 29. Freireliglöfe Gemeinde. Rosenlhalerstr. SS. Sonnlag den II. Mai, Voriniilags 10 Uhr. Vortrag des Herrn Dr. Bölfel über das Thema: „Solies Fluch und SotleS Sogen." Gäste sehr willkoinme». Am Himmels fahrtstage Ausflug des Jugendlehrers Herrn Dr. Wille mit den Schülern nach Schmargendorf. Treffpun« SchühenhauS pünktlich I Uhr. Zahlreiches Sr- fchetnen wird gewünscht. Belang-, Surn- niid gefellige Nereine am Freitag. Kaiser'scher Mönnergefangverein AbendS 9 Uhr Im Restaurant Tamm, Schönhauser Allee 28.- Gesangverein„Pausebeutel" Abend« s Uhr im Restaurant Henfel. Aierandrinenpr. 16.—„Liedertafel der Maier und verwandter Berufsgenoffen Abends 9 Uhr im Restauranl Kleine, Brandenburgstr. SO.— Buchbinder» Männerchor AbendS 8% Uhr bei Feuerstein, Alte Jakobsstr. 76.— Befaugverein „Flöterstche« Doppeiquariett" Abends» Uhr im Rostanrant Mufehold, Sands» bergerstr. 8i.— Gesangverein„Forlfchritt" AbendS" Uhr im Restaurant Blumenftr. 40.— Gesangverein„Echo 1872" Abends 9 Uhr Oranienftraße so. Neue Mitglieder werden aufgenommen.— Gefangvorein„Offlan" AbendS 9 Uhr, Dresdenerstr. 86 bei GustavuS.— Huppertstche Sänger-Bereinigung .Harmonie" Abend« 9 Uhr bei Niest, Weberfw.>7.- Gesangverein„Sängerhain" Abends 9 Uhr Adcibertstr. 21.— Liedertafel des Fachvereins der Stein- träger Berlins Abends 8 Uhr Große Hamdurgerstr. 4 Uedungssiunde.— We- sangverein„Ohnesorffe" Abends 9 Uhr, Restaurant Reyer, Alte Jakobstr. SS. — Gesangverein„Widerhall" Abends 0 Uhr bei Herrn Boge, Köpniilerstr. 191. — Gesangverein„Lorbeerkranz" 8% Uhr Restaurant Wetnslr. 11.— Arbeiter- Gesangverein„Nord" Uedungssiunde Abends s% Uhr im Restaurant Wnadt, Brunnenstr. 38. Stimmbegabte auch passive Mitglieder werden aufgenommen. — Geiangvereiu„Eollegia Abends von 9—11 Uhr bei Schuster, Oranienstr. 8. — Boigl'scher Diiellanlen-Orchesterverein, Uedungssiunde von 8%— 11 Uhr Abends im Louisenstädtischen Klubhaus, Annenstr. is, 1 Tr.— Berliner Turngenostenschafr(6. Männerablhe lung) AdendS 8% Uhr in der stadiischen Turnhalle, Wafserlhorstr. si.— Turnverein„Haienhaibe"(Männerabtheiiung) Ad. 8 Uhr Dicffenbachftr.«0— 61.- Turnverein„Froh u. Frei"(Männerabth.) Abends«jj Uhr Bergstraße 69.— Wtssenfchasllicher Verein für Rollpr'sche Stenographie AbendS 8% Uhr im Reüaurant Ziethen, Dorotheensir. si. Unterricht und Uebungsstunde.— Allgemeiner Arenbs'scher Sionographeiiverein, Adiheilung„Vorwärts". Abend« sij Uhr Im Reiiaurani Koll) Mariannen- piay 11.— Aren d«'Icher Elenographenverein„Apollobund" Abend« 8 Uhr im Renaurant Seqbetstr. 30.— ßlcre m ehemaliger Dr. Doebbeimicher Schüler Abends 9 Uhr im Reiiaur. KrebS.Frtedrichsir. 20s.— Zitherverein„Alpenveilchen" Abend« s/z Uhr im Reiiaurant„Wahlstaii" Bellealllaneestr. 89.— Rauchklub„Westend' Abends 9 Uhr im Hohen, ollerngarien Sioziiherstr. 27.- Rauchklub„Weichjel- blatl" Abends sz Uhr i»t Restaurant Ekaliherstr. 1476.— Rauchklub„Ohne Zwang" Abends s% Uhr»n Restauranl W. Späth Weinstr. 28.— Vereiil ehemaliger Schüler Oer 22. Gcineinocfchulc Abend« 9 Uhr Im Restaurant Schröder Steoliyeriir. 18.— Lese- und Dtskutirllub Herwegh Abends 8 Uhr im Lokale t.v �...11 Cito Linke, Forstersir. 46. Gäste, Herren und Damen, durch Mtt- t. Ziehtuig der 2. Klaffe 182. Könial Preutz. Lotterte. Zleduva vom» 3)al>89» vormittags. Hat»le Gewliii» Übet 1 05 Mark sin» oen oeiccnendea Rümmer« >» Patentöt e deige'»«. (Obne©eroabr.) 876 545 740 95 874 118 814 384 4W> 670*0,39 118 20 41 52 73 222 875 83 412 16 660 87 11501 975 93 3133 417 661 85 741 79 4"M 446 623 701 24 914 28 5205 15 411 14 633 709 25 992«148 49 86 608 636 939 64 96 7264 75 409 20 530 660 739 835 74 962 8054 98 178«34 87 332 566 616 924 41 1300) 49 67*136 48 246 420 63 97 548 98 779 97 99« "löoai 154 255 90 98 325 436 72 525 31 41 899 985 1 1020[150] 114 253 328 436 660 746 808 60 93 935 69 1)8014 50 156«05 657 65 754 8.81 97 1 3004 65 91 163 208 94 305[300J 11 650 59 710 829 903 14009 84 IIB 60«25 81« 466 70 608 12 39 8.85 969 94 15051 52 79 223«9 462 58« 2 60« 61 712 37 83"7 801 979 I«106 7 2 1 437 55« 708 20 820 929 90 1 7 0 i(54 329 71 608 Ii 18 19(1501>4.85 602 854 900 19 84 1*276 303 415«8 547 631 34 780 838 902 11)01.8 8l 444 »OO.ls«10 78 320 405 19 6.8 71 92*1101 66 614 709>56««362 73 436 672 33 923 80«3008 15 13" 207 315 427 60[300: 538 46 610 39>18 34 6««3.3«4319 48o 81 509 7: 90 647 741«51n8 253 il 3 10 93 407 541 77 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I.V.) 2o9 41 86 348 59 65 76 443 576 642 13001 93 728 858 914 40 9:5 1*7016-1 97 147 4 9 3:59 514 733 45-88 933 69 66 1*1015 41 109 200 415 32 763 912 43 1**08- 94 1-7 208 327 405 61 608 779 817 42 15*012 III 65 269 93 403 15 636 619 798 969 1 5 1035 81 196 275 328 641-9 706 906 15*134 214 317[30.] 438 89 556 765 83 811 15 982 l5ao«l 101 228 89 391 416 562 81 627 705 1150) 54 920 47 89 154522 95 666, 38 9. 964 1 5 5 221 332 92 455 519 766 76 78 946 51 90 I 53110 236 369 87 96 682 885 89 1 57431 550 682 713(2001 948 15104« 219 31 610 40 87 635 99 738 80 93 978 1 5*012 190 281 11501 367 794 81 926 13*289 93 332 54 469 667 689 738 51 72 932 1 3 1 030 47 299 315 ölV16««"«5 733 81 968 ,0"34* 59 469 6ti6 791 78 1Gft'>u9 M 35 4L 815 g 38 484�2% 67 813> 73194 246 51 312 407 70 960 1 7* 266 342 806 8 30 924 Ii* 41 r* 1 1 C 4l � Oed M.——* � �e% a.&« me\*»«%»£�7(5 71008 316 668 86 700 803 58 932 80 93.............."" � 88 «08%% H ä; R %%%%% 99 616 66..6- 746 855 85 902 86 113006 115 80 296 464 602 37 628 ä ,, wawa fltiebet«lngeftihrt, haben Zutritt.- Sozialdemokratifcher Lese- und Diskutir- llub Lassalle Abends a% Nhr ffiuortjftr. is bei Ziemer. Käste durch Mttaliedsr lonnen einzeführt werden.- Sazialdemokrarischer Lese- und Distulirtlub 1 Uhr in Poland's Lotal, Naunnnstr. 83. Sistung. Käste ��«�urch Mttalted-r-mgesuhrt werden.- Arbeir-rg-fangver-t»„Sofs- "unll Friedrichsbera bei Nensch, Frankfurter«haufsec- und Torsstraß-n-Eck-. Uebungsstunde. Ausnahme neuer Mitglieder.- Männcrchor der„Berliner Mechaniker Abends u Uhr im Restaurant Krüger, Franzstr. s.— Verein ehemaliger Schuler der aa. Geineindeschule Abends 8% Uhr Königstadt-Kastno, vf'Sfor'tftr- Aufnahm- neuer Mitglieder. Käste wtllkaimnen.— L-feklub "mmL Abends von s— Ii Uhr bei Schönfcld, Dtariendorferstr. lo. „Musterzeichner-Verband Deutschlands" Abends Uhr. Zum Schultheiß Lmdsverzerstr,??. VevmtM|kes. Der Kallua als Genuß- und Uahrnngornittel. Von allen Genußmltteln, auf welche der Mensch gleichsam iustinkt- mäßig hingeiviesc» wurde, hat keines außer dein Kakao die Eigen- schaft der direkten Ernährungsfähigkeit. Sie wirken aus der einen Seite nur durch Verlangsamung des Stoffwechsels, wodurch eine Verminderung des Bedürfnisses nach Nahrung und somit nur eine scheinbare Sättigung bedingt wird; auf der anderen Seite ist ihre Einwirkung eine direkte, wodurch eine erhöhte geistige Thätigkeit hervorgerufen wird. Der Genuß des Kakao oder des Kakaogetränkes, der Chokolade, hat eine Eigenschaft, welche dem Kaffee und Thee zc. vollständig abgeht. Währeno die letzteren nur den Stoffwechsel verlangsamen und bei mäßigem Genuß wohlthätig anregend auf das Nervensystem einwirken, ernährt die Chokolade direkt. Das nur in der Kakaobohne enthaltene, von Woskresensky entdeckte sehr stickstoffreiche Thsobromin, neben Pflanzeneiiveiß und Legumin, bilden mit dem in dem Kakao so reichlich enthaltenen Fette, der Kakaobutter, eine zur Ernährung des Menschen sich vorzüglich eignende Mischung. Da die direkte Er- nährungsfähigkeit der Chokolade zum größten Theil an dem Theobromin beruht und diese Substanz nur in dem Kakao vor- kamen, so kann selbstverständlich von einem eigentlichen Surrogate, welches die Chokolade vollständig ersetzt, keine NedeZ sein. Der hohe Gehalt an phosphorsanren Erden(Kalk und Magnesia), welche der Kakao als Älschenbestandtheile enthält, befähigt denselben ebenfalls, bei der Bildung der Knochen thätigen Antheil zu nehmen; es kann deshalb besonders der entölte Kakao bei der Kinderernährung mit großem Vortheil zur Anwendung kommen. Selbst bei Knochenkrankheiten(Erweichen der Knochen) hat man den Kakao bei der Kinderernährung mit gutem Erfolge angewandt. Der eigentliche Nährwerth der Nahrungsmittel steht mit dem Stickstoffgehalt in direktem Verhältniß, so daß der Stickstoffgehalt eines Stahrungsmittels den wahren Nähriverth anaiebt. Von allen Ländern konsumiren Spanien und Portugal den meisten Kakao nach Verhältniß der Kopfzahl; dann folgen Holland, Frankreich, England und Italien; hinter Deutschland steht nur Oesterreich im Konsums als zivilistrter Staat zurück. Es sieht zu erwarten, daß der Konsum in dem Maße zunehmen werde, als der Nahrungswerth des Kakao beziehungsweise der Chokolade be- kannter wird. VriefKsflen dev Aedakkiott Bei Anfraßen bitten wir die AbonncmenlS-QuUtung beizufügen. Anlwort wird nicht erthetlt.-j pußer. Berichte, die auf zwei Seiten geschrieben!� können bei dem überaus großen Stoffandrang von uns NM. rücksichtigt werden. Nach unseren vielfachen Bitten sollte o. jetzt Jeder wissen. Wir thun doch das nicht zu unserem gnugen.._- 34 We es uns scheint,»4° Karl Krger, Ackrerstr. Wie es uns Sie dem Vorstand des Metallarbeitervereins, dessen MitgW höchstwahrscheinlich garnicht sind, nur Knüppel zwischen die � werfen. Es haben, ivie wir Ihnen versichern können, letzten Zeit zwei Versammlungen des genannten Vereins's.1 funden, wo sie Ihre„gerechtfertigte Erwiderung" längst zum'Austrag bringen können. Die heutige Zeit mit ihrer_ gehenden gewerkschaftlichen Bewegung ist keineswegs dazu than, um persönliche Auffassungen oder Qucrtreibereren vurq Zeitungen zu ziehen.. Rlarie M. Lassen Sie die Wohnung vom Bez'rksph untersuchen. Wenn dieser sie, was mit Rücksicht auf das u l ziefer und den Rauch wohl möglich ist, für gesn erachtet, so können Sie vor der Ziehzeit ausziehen. Unserer heutigen Nummer liegt der Arbeiterschutz-Gesetzenü der sozialdemokratischen Partei bei, worauf wir unsere Lestr sonders aufmerksam machen. An die Ardeiterschast KerHns und Umgegend! Die Forderungen der Brauergesellen Berlins und Umgegend sind bis zetzt«och nicht unterschrieben und dauert der Streik fort. Laßt Euch nicht beeinflussen von unseren Gegnern, die den Streik als illusorisch hinzustellen suchen, sondern wendet uns Eure moralische Unterstützung noch weiter zu, indem Ihr kein Bairisch Bier Berlins mehr trinkt. Die Brauereien, welche bewilligen, werden bekannt gemacht. Bis jetzt hat nur Mümchener Brauhaus, Johannisstraße 18/19, unterschrieben. Die Kommission 291 der Braucrgesellen Berlins und Umgegend. Holz- und Kretterträger. Versammlung des Fachverems am Sonntag, den II. d. M., Nachmittags SVa Uhr, im Lokale Oranienstrasse Mo. 180, wozu alle Mitglieder nebst Familie eingeladen werden. Es findet nur ein Vortrag statt und hinterher gcmüthliches Zusammensein, verbunden mit Tanz, wofür Herren 50, Damen 20 Pf. zahlen. Um recht rege Be- theiligung ersuchen 193 C. Gefrois. F. Hoffmann. Vergolder u. Berufsgenossen. Große öffentliche Versammlung am Sonnabend, den 10. Mai, Abends 8V2 Uhr, in Feuerstein s Salon, Alte Jakobstrasse 75. 175 Tagesordnung: 1. Der Streik in Ottensen. 2. Verschiedenes. Tellersammlung findet statt. Oer Einberufer. ersucht 206 Der Vorstand. Verein zur Wuhrung der Anterchen der Steiutröger uud uemundter Verussgenosseu. MM" Mitgiiedev-Uersainlttlnng am Sonntag, den U.d.M., Vormittags II Uhr, in Seheffer's Salon, Inselstrasse No. 10. Tagesordnung: 1. Vereinsangelegenheiten. 2. Verschiedenes und Fragekasten.— Neue Mitglieder werden ausgenommen. Die Versamnilung wird präzise 11 Uhr eröffnet. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 213 Der Vorstand. Den Genossen von Berlin und Weißensee zur gefälligen Nachricht, daß infolge der Reichstagswahl und der Handlungsweise der Schtwanebeker Bewohner mir der Geschäftsbetrieb und der Aufenthalt daselbst unmöglich ge- macht worden ist, ich nunmehr nach Weissensce, Sedanstrasse 35 a, übergesiedelt bin. Liefere nun täglich nach Berlin. Bestellungen nehmen entgegen: Für YSrlnndbrunne»: Schuhmacher Brunn, Freienwalderstraße 34. „ Zvrddiirg: Oikow, Wiesenstraße 18. „ Rosenthaler und Schönhauser Dorstadt: Schankwirth Gnadt, Brunnenstraße 38. Außerdem befinden sich Verkaufsstellen bei Essbach, Brunnenstraßc Nr. 73a, part.; Harz, Deminincrstraße 4, pari.; Baabe, Granseerstraße 1 (am Arkonaplatz); Thal, Landsbergerstraße III, Keller; Bolz, Wiesenstraße Nr. 12, Keller; Münch, Straßburgerstraße 19, Keller. 209 _ H. Caspar, Bückermeister. Oeffentliche Versammlung der Kranergesellen m Verliu und Freitag, den 9. Mal, Abends 9 Uhr, im Münchener Brauhause, Johannisstraße 18— 19. Tagesordnung: Bericht über den derzeitigen Stand des Streiks. Diskussion. Verschiedenes. 200 Die Kommission der Brauergesellen von Berlin und Umgegend. Freie Vereinigung der Kanflente. Vrnsje##dcr#r(imii((iiiig am Freitag, den 9. Mai er., Abends BVa Uhr, im oberen Saale des Herrn Zemter, Münzstraße 11. Tagesordnung: 1. Diskussion über: Wie ist eine erfolgreiche Agitation den Handlungsgehilfen Deutschlands zu ermöglichen? 2. Ausnahme uer Mitglieder und Entrichtung der ruckständigen Mitgliedsbeiträge. Fragebeantwortung und Verschiedenes.- Gäste sind willkomiiien! Der wichtigen Tagesordnung halber bittet um zahlreiches Ericheinen 202 Der Vorstand. unter neuer 3 BümmMk und-Arbeitermell! Der Generalstreik ist aufgehoben, die Kontrole des Arbeitsnachweises, sowie die der Gemaßregelten befindet sich in Händen der Kommission, welche nach wie vor von Morgens 8— 12 Uhr und Nachmittags von 2— 7 Uhr bei Bolzmann, Andreasstr. 26, ist. Die Kommission ersucht dringend, alle Listen so schnell als möglich abzu- liefern. 20G empfiehlt Vereinsstempel, Quittungsstempel a t-a Ü Äu cca> 3 Da j Medaillonstcmpel mit Lassalle, Bebel, Lieb- 9. Srunnenstraffc v, knecht u. a. iu. zu ermäß. Preis. Monogramni- Schablonen, Thürschildcr, Gravirung von Inschriften. Entwürfe gratis sofort. 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I der Gewerbeordnung wird Folgeudes hur In Straf-, Versorgnngs- und Veschäftignugs- iniL r!% welche aus öffentlichen Witteln unterhalten oder f.-, vnuht werden, sind in erster Reihe gewerbliche Arbeiten �kivnen Bedarf, den Bedarf' des Reichs oder eines Gemeindeverbandes auszuführen. eines Der ml"auf gewerblicher Erzeugnisse für eigene Rechnung, für i?Mung des Reiches, eines Staates oder eines Gemeinde- ervandes darf nur zu den niarktmäßigen Preisen stattfinden. Artikel II. . Der§ 14 der Gewerbeordnung wird aufgehoben und 4 folgende Bestimmungen ersetzt: m§ 14. Wer den sclbstständigcn Betrieb eines stehenden Gewerbes anfängt, muß der für dm Ort, wo solches ge- Weht, nach den Bundesgesetzen zuständigen Behörde An- i'ge davon machen. Diese Anzeige liegt auch Demjenigen u. welcher zum Betriebe eines Gewerbes im Umherziehen befugt ist. Wer für eigene Rechnung oder für Rechnung Anderer ,. v im Auftrage Anderer ein Gewerbe betreiben will, hat ' Eröffnung des Gewerbebetriebs die Betriebsstätte des- ,, C,J' sowie jeden späteren Wechsel der Betriebsstätte Westens am Tage seinesEiutritts der zuständigen Behörde seines Wohnorts und dem Arbeitsamt seines Bezirks(§ 33) anzugeben. . Außerdem hat, wer Versicherungen für eine Mobiliar- ?St Jinmobiliar- Feucrversicherungs- Anstalt als Agent sV Unteragent vermitteln will, bei Ucbcrnahme der Agentur, n,,. Derjenige, welcher dieses Geschäft wieder anfgiebt, oder '"chcin die Versicherungsanstalt den Auftrag wieder entzieht, 'herhalb der nächsten acht Tage der zuständigen Behörde "uiez Wohnorts davon Anzeige zu machen. Artikel III. Ter Titel VII der Gewerbeordnung wird aufgehoben '0 durch folgende Bestimmungen ersetzt: m Titel VIIJ l, �.rhält nisse des gewerblichen und kauf- ?°Nnischen Hilfspersonals, einschließlich °v Le hrling�e. Dauer und Regelung ihrer Beschäftigung. § 105. Die Festsetzung der Verhältnisse zwischen den Unternchuicrn oder ihren Bevolliuächtigten einerseits und Ml» ge, verblichen Hilfspersonale andererseits ist, vorbc- Jülich der durch Reichsgcsctz begründeten Beschränkungen, ich öenstand freier llebereinkunft. Dos Hilfspersonal ist in der Wahl der Unternehmer U§ 106. In Unternehmungen, welche unter dies Gesetz bin-' bhrf die Arbeitszeit für alle über 16 Jahre alten . iSperi'oiicii vom Tage des Inkrafttretens dieses Gesetzes j. täglich höchstens 10 Stuudcn, an Souuabcndcn(Sams- «Ä'. Vorabenden der hohen Feste höchstens 8 Stunden, ,"chliesjlict) der Pausen, währen. % om 1. Januar 1894 an wird die höchstzulässige jl�it auf täglich neun, vom 1. J?nuar 1898 an aus Jl Stunden herabgesetzt. ota,.■ Arbeiten unter Tag(in Bergwerken, Salinen ec.) Betrieben, in denen ununterbrochen Tag- und Nacht- stattfindet, darf die tägliche Arbeitsschicht acht Stunden »Z, überschreite»; vet Arbeiten unter Tage ist hierbei die wauer der Ein- und Ausfahrt in die Älrbeit'szeit einzurechnen. �..�.ugelldliche Hilfspersonen im Alter von vierzehn bis uVgshn Jahren dürfen täglich nicht über acht Stunden be- ' lugt werden. beii.'vzcre Zlrbeitsschichtcn sind der freien Verabredung oer vertragschließeiiden Theile überlassen. bo»A.�a- Ju der Zeit vom 1. April bis 30. September »ov cm Arbcitsschicht für Betriebe nach§ 106 Absatz I nicht Morgens 6 Uhr, vom 1. Oktober bis 31. März nicht 7„s morgens 7 Uhr beginnen und muß spätestens Abends beendet sein. Zwei � 0er Arbeitsschicht müssen Pausen von mindestens ose'Stunden eintreten. Die Arbeitsstunden sind nach der H-, f. chvn Uhr zu richten und sind dem Arbeitsamt des der m �zuheigen. Das Verlassen der Arbeitsstätten während Pausen darf dem Hilfspersonale nicht untersagt werden. b°i--?as Arbeitsamt ist befugt, unter Zustimmung der Ar- oxi.�afumer(§ 134), für Betriebe, wo dies im Interesse tum j�vtheiligten liegt, den Beginn der Arbcitssckicht wäh- wem Eommerszeit eine Stunde früher zu gestatten, in enhi m r�alte die Arbeitsschicht eine Stunde früher zu hat. Ferner kann das Arbeitsamt unter Zustim- vilf � der Arbeitskammer die Verkürzung der Pansen bis gj Clne Stunde gewähren, uin einen entsprechenb früheren ' der Arbeitsschicht herbeizusütiren. der Arbeitsamt ist ferner befugt, eine Verlängerung tz,.-. gesetzlichen Arbeitsschicht um höchstens zwei Stunden qef, R und ails höchstens drei Wochen ausnahmsweise zu »In,",'venu Naturereignisse oder Unglücksfälle den regel- cv.si �Ntrieb unterbrochen haben. ih,(für Hitsspersoucn, die während der Mittagspause »> d �iung nicht erreichen können und das Mittagessen IW.6* Betriebsstätte eiuzunehnien gezwungen sind, ist der in i�Ahmer verpflichtet, außerhalb der Arbeitsräume und iur m �lten Jahreszeit geheizte Räumlichkeiten uueiitgeltlich g vfuguna zu stellen. »eri, f 07. An Sonn- und Festtagen ist gewerbliche Arbeit der q> 5'. Zwischen der Beeubigiing und dem Wiederbeginn iwe,-> niuß eine Ruhepause von 36 Stunden, und wenn iieo° Feiertage einander folgen, eine solche von 60 Stunden tch,,11" Ausgenommen hiervon ist die Beschäftigung bei Ver- . und Transport-Austalten, soweit sie den nothwendigen "leb derselben betrifft, bei Gastwirthschaften aller Art, öffentlichen Erholungs- oder Vergnügungs-Anstalten, sowie bei denjenigen Gewerben, die ihrer Natur nach einen ununterbrochenen Betrieb erfordern. Verkaufsstellen aller Art dürfen an Sonn- und Fest- tagen höchstens fünf Stunden geöffnet und müssen spätestens Nachmittags 4 Uhr geschlossen sein. Die nähere Zeitbeftim- mung steht der höheren Verwaltungsbehörde zu. Welche Tage als Festtage gelten, bestimmen die Landes- regierungcn. Das Arbeitsamt ist befugt, die Arbeit an Sonn- und Festtagen zeitweilig und ausnahmsweise zu gestatten, wenn Unglücksfälle oder Naturereignisse den regelmäßigen Betrieb unterbrochen haben oder der Betrieb sich zur Verhütung von Unglücksfällen als unumgänglich uothwendig erweist. Die Arbeit in den für Werktage vorgeschriebenen Schranken ist ferner gestattet, wo Märkte oder Messen in Sonn- oder Festtage fallen. Das Nähere bestimmt die höhere Verivaltungsbehördc. Hilfspersonen, die bei regelmäßigem Sonn- und Fest- tagsbetrieb beschäftigt sind, ist in der Woche eine ununter- brochene Ruhezeit von 36 Stunden zu gewähren. § 108. Tie Nachtarbeit ist verboten. Das Arbeitsamt ist befugt, unter Zustimmung der Arbcitskammcrn dieselbe zu gestatten: a) bei dem Betrieb von Verkehrs- und Transport- anstalteu; b) bei solchen Gewerben, die ihrer Natur nach Nacht- arbeit erfordern. Hilfspersonen, die eine volle Schicht bei regelmäßiger Nachtarbeit beschäftigt waren, dürfen in der daraus fol- genden Tagcsschicht nicht beschäftigt werden. Hilfspersonen, die bei regelmäßiger Nachtarbeit, aber nicht in volter Schicht beschäftigt waren, ist von dem Zeit- puukt der Beendigung oer Arbeit bis zu ihrem Wieder- beginn eine Ruhezeit von mindesteus acht Stunden zu gewähren. § 108a. Für Arbeiterinnen jeglichen Alters und männ- liehe Arbeiter unter achtzehn Jahren ist die regelmäßige Nachtarbeit verboten. Auch dürfen Arbeiterinnen jeglichen Alters iveder aufHochbautcn noch unter Tag beschäftigt werden. § 108b. Das Arbeitsamt ist befugt, Nachtarbeit vor- übergehend zu gestatten: a) wenn Naturereignisse oder Unglücksfälle den regel- mäßigen Betrieb unterbrochen haben; b) wenn Nachtarbeit sich zur Verhütung von Unglücks- fällen als unumgänglich nothwendig erweist. § 109. Wöchnerinnen dürfen vor und nach ihrer Niederkunft im Ganzen während acht Wochen nicht bcschäf- tigt werden und darf eine Kündigung oder Entlassung der- selben aus der Arbeit während dieser Zeit nicht stattfinden. § 109 a. Das Reichs-Arbeitsamt(§132) kann die Verwendung von jugendlichen, sowie weiblichen Hilfspersonen in Betrieben, welche mit besonderen Gefahren für Gesundheit und Sittlichkeit verbunden sind, gänzlich untersagen oder von besonderen Bedingungen abhängig machen. § 109b. Arbeitsmethoden, welche die Gesundheit der Arbeiter besonders schädigen, sind durch das Neichsarbcitsamt zu verbieten, sobald der Arbeitszweck auf andere Weise er- reicht werden kann. § 110. Ein Unternehmer, der mit Unterstützung von Hilfspersonen ein stehendes Gewerbe betreibt, ist zum Erlaß einer'Arbeitsordnung verpflichtet. Die Arbeitsordnung ist, nachdem sie dem Hilfspersonal zur Meinungsäußerung vorgelegt und durch Vermittelung des Arbeitsamts von der Arbeitskammer genehmigt worden ist, an einer dem Hilfspersonal leicht zugänglichen und in die Augen fallenden Stelle in der Betriebsstätte auszuhängen. § III. Die Arbeitsordnung muß enthalten: 1. die Bestimmungen der§§ 105— 121 dieses Gesetzes; 2. Bestimmungen über Anfang und Ende a) der Arbeitsschichten, b) der Pansen; 3. über die Zeit und Art der Lohnzahlung; 4. über die Dauer der Kündigungsfristen und die Art der 5lüudigung mit der Maßgabe, daß die Vcdin- gungen für beide Theile gleich sind und daß die Kündigungsfrist in der Regel für gewerbliche Hilfspersonen vierzehn Tage und für kaufmännische Hilfs- Personen einen Monat beträgt; 5. die vom Reichs-Arbeitsamt in Berücksichtigung der beson- deren Beschaffenheit des Gewerbebetriebs und der Be- triebsstätte erlassenen Anordnungen; 6. die Abrefse des Arbeitsamts und die bei demselben üblichen Geschäftsstunden; Geldbußen wegen Nichtbeachtung der Vorschriften der Arbeitsordilung dürfen fünf Prozent des durchschnittlichen Arbeitstagsvcrdicnstcs nicht überschreiten und zum Nutzen des Hilfspersonals zu verweuven. Beschwerden gegen die Arbeitsordnung oder deren Hand- habung sind bei dem Arbeitsamte anzubringen und durch die Arbeitskammer zu entscheiden. Von der Arbeitskammer nicht genehmigte Arbeitsord- nungen haben für das Hilfspersonal keine verbindliche Kraft. § 112. Die Hilfspersonen find verpflichtet, den Anord- nungen der Unternehmer in Beziehung auf die ihnen über- tragenen Berufsarbeiten Folge zu leisten; zu häuslichen Ar- beiten sind sie nicht verbunden. § 113. Eine gesetzliche Verpflichtung zur Führung von Arbeitsbüchern besteht nicht. Beun Abgänge können Hilfspersonen ein Zeugniß über die Art und Dauer ihrer Beschäftigung fordern, welches ans ihren Antrag vom Arbeitsamt kosten- und stempelfrei zu be- gläubigen ist. Dieses Zeugniß ist aus ihr Verlangen auch auf die Führung auszudehnen. Jede Kennzeichnung derZeugnisse, welche bewirken soll, daß der Inhaberin seinem Fortkomnie» behindert werde, istverboten. § 114. Die Unternehmer sind verpflichtet, dem gewerb- lichen Hilfspersonal den Lohn wöchentlich, dem kauf- männischen monatlich, ohne andere Abzüge, als auf Grund ausdrücklicher gesetzlicher Bestimmungeu zulässig sind, baar in Reichswährung auszuzahlen. Als Lohnzahltag gilt für das gewerbliche Hilfspersonal der Freitag und falls dieser ein Fcfttag ist, der diesem vorhergehende Werktag. Das Jnne- behatten verdienten Lohnes ist verboten. Bei Akkordarbeit, welche bis zum Lohnzahltag nicht zum Abschluß gebracht wer- den kann, ist dem Arbeitenden eine Abschlagszahlung zu ge- währen, wache miiidesleiis die Höhe des für die gleicheLeistung in der Betriebsstätte geltenden Durchschnittswochenlohnes erreicht. 6 115. Die Unternehmer dürfen ihrem Hilfspersonal die auf keine Waaren borgen oder ihren Waaren an Stelle von Ge- halt oder Lohn verabreichen oder verabreichen lassen. Dagegen können dem Hilfspersonal Wohnung, Fcuerungs- bedarf, Landnutzung, regelmäßige Beköstigung, Arzneien und ärztliche Hilfe, sowie Werkzeuge und Stoffe zu den ihnen übertragenen Arbeiten als Gehalt oder Lohn angerechnet werden, aber nicht höher als zu den Selbstkostenpreisen. § 116. Hilfspersonen, deren Forderungen in einer den §§ 114 und 115 zuwiderlaufenden Weise berichtigt worden sind, können zu jeder Zeit Zahlung nach Maßgabe des§ 114 verlangen, ohne daß ihnen eine Einrede aus dem an Zahlungs- statt Gegebenen entgegengesetzt werden kann. Letzteres fällt, soweit es noch bei dem Empfänger vorhanden oder dieser daraus be- reichert ist, derjenigen Hilfskasse zu, welcher die Hilfsperson angehört, in Ermangelung einer solchen Hilfsrasse einer anderen zum Besten der Hilfspersonen an dem Orte be- stehenden, von dein Arbeitsamt zu bestimmenden Kasse. § 117. Verträge, welche den§§ 114 und 115 zuwiderlaufen, sind nichtig. Dasselbe gilt von Verabredungen zwischen den Unternehmern und den von ihnen beschäftigten Hilfspersonen über die Entnahme der Bedürfnisse der letz- teren aus gewissen Verkaufsstellen. Keine Hilfsperson kann zu Beiträgen für sogenannte Wohl« sahrtscinrichtnngen(Betriebs-Sparkassen u. dgl.) verpflichket werden. § 118. Forderungen für Waaren, welche dem§ 115 zuwider geborgt worden sind, können von dem Gläubiger weder eingeklagt, noch durch Anrechnung oder sonst geltend ge- machtwerden, ohneUnterschied, ob zwischen den Betheiligten un- mittelbar eiltstanden oder unmittelbar erworben lind, und fallen dergleichen Forderungen der im§ 116 bezeichneten Kasse zu. § 119. Den Unternehmern im Sinne der§§ 114 bis 118 sind gleich zu achten deren Familienglieder, Gehilfen, Beauftragte, Geschäftsführer, Aufseher und Faktore, sowie andere Unternehmer, bei deren Geschäft eine der hier er- wähnten Personen unmittelbar oder mittelbar betheiligt ist. Unter den in§§ 114—118 bezeichneten Hilfspersonen werden auch diejenigen Personen verstanden, welche für be- stimmte Unternehmer außerhalb der Betriebsstätten der letzteren mit der Anfertigung gewerblicher Erzeugnisse be- schäftigt sind.(Heimarbeiter, Hausindustrielle). § 120. Die Unternehmer sind verpflichtet, bei der Be schäftigung von Hilfspersonen unter achtzehn Jahren ourch das Alter derselben gebotene besondere Rücksicht Gesundheit und Sittlichkeit zu nehmen. Sie müssen Denjenigen von ihnen, welche eine von der Gemeindebehörde oder vom Staate als Fortbildungsschule anerkannte Unterrichtsanstalt besuchen, hierzu die erforder- lichenfalls von der zuständigen Behörde festzusetzende Zeit gewähren. Wo eine landesgesetzliche Verpflichtung� zum Besuch einer Fortbildungsschule nicht besteht, kann dieselbe durch Ortsstatut vorgeschrieben werden. Soweit der Unter- richt in die Werktage fällt, darf derselbe nicht außer der nach den§§ 106 und 106a festgesetzten Arbeitszeit stattfinden. § 120a. Die Unternehmer sind verpflichtet, alle die- jenigen Einrichtungen herzustellen und zu unterhalten, welche mit Rücksicht auf die besondere Beschaffenheit des Betriebs und der Betriebsstätte zu thunlichster Sicherheit gegen Ge- fahr für Leben und Gesundheit nothwendig sind und durch Verfügung des Reichs-Arbeitsamts oder auf Anordnung des Arbeitsamts oder des Aufsicht übenden Beamten vorge- schrieben werden. § 121. Streitigkeiten der Unternehmer mit ihren Hilfs- Personen, die auf die abgeschlossenen Verträge, den Antritt, die Fortsetzung oder Aufhebung des Arbeitsverhältnisses, auf die gegenseitigen Leistungen aus demselben, aus die Er- theilung oder den Inhalt derZeugnisse sich beziehen, werden durch die ans den Arbeitskammern zu bildenden Schieds- geeichte(§ 137) entschieden. § 122. Die gewerbsmäßige Beschäftigung von Kindern unter vierzehn Jahren ist verboten. § 123. Ein Unternehmer, der jugendliche Hilfspersonen unter scchszehn Jahren beschäftigen will, hat vor dem Be- ginn der Beschäftigung dem Arbeitsamt eine schriftliche An- zeige zu machen. In der Anzeige sind der Betrieb, die Wochentage, an welchen die Beschäftigung stattfinden soll, sowie die Art der Beschäftigung anzugeben. Eine Aenderung hierin darf, ab- gesehen von Verschiebungen, welche durch Ersetzung behinderter Arbeiter für einzelne Arbeitsschichten nothwendig waren, nicht erfolgen, bevor eine entsprechende weitere Anzeige der Be- Hörde gemacht ist. In jedem Betrieb hat der Unternehmer dafür zu sorgen, daß in den Betriebsräumen, in welchen jugendliche Hilfs- Personen beschäftigt werden, an einer in die Augen fallenden Stelle ein Ve.rzeichniß derselben unter Angabe ihrer Arbeits- tage, sowie des Beginns und Endes ihrer Arbeits- zeit und der Pausen ausgehängt ist. Ebenso hat er dafür zu sorgen, daß in den bezeichneten Räumen eine Tafel ausgehängt ist, welche in der vom Reichs-Arbeits- amt zu bestimmenden Fassung und in deutlicher Schrift einen Auszug aus den Bestimmungen über die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter enthält. § 124. Ein Unternehmer, der Lehrlinge beschäftigen will, muß mit dem Vater oder Vormund des Lehrlings einen schriftlichen Lehrvertrag abschließen. Der Lehrvertrag ist auf Verlangen durch das zuständige Arbeitsamt steinpel- und kostenfrei zu beglaubigen und muß folgende Bestimmungen enthalten: a) über die gewerblichen Verrichtungen, in welchen der Lehrling zu unterrichten ist; b) über die Dauer der Lehrzeit, sowie die etwaigen be- sonderen Bedingungen, unter welchen der Lehrvertrag vor Ablauf der Lehrzeil einseitig aufgehoben werden kann; c) über Vereinbarung einer Probezeit, innerhalb welcher beiden Theilen der Rücktritt vom Lehrvertrage freisteht; ä) über die Höhe des Lehrgeldes, beziehentlich über dieunent- gelttiche Unterweisung oder den Lohil des Lehrlings. Die Lehrzeit niuß mindestens zwei Jahre währen und darf die Dauer von drei Jahren nicht überschreiten. Die Probezeit darf höchstens sechs Wochen dauern und muß in die Lehrzeit voll eingerechnet werden. § 125. Der Lehrherr ist verpflichtet, den Lehrling in den bei seinem Betriebe vorkommenden Arbeiten des Gewerbes in der durch den Zweck der Ausbildung gebotenen Reihen- folge und Ausdehnung zu unterweisen. Er muß entweder selbst oder durch einen geeigneten, ausdrücklich dazu bestimm- len Vertreter die Ausbildung des Lehrlings leiten. Er darf dem Lehrlinge die zu seiner Ausbildung erforderliche Zeit und Gelegenheit durch Verwendung zu anderen Dienst- leistungen nicht entziehen. Er hat den Lehrling zur Arbeit- samkcit und zu guten Sitten anzuhalten. Zu häuslichen Dienstleistungen ist der Lehrling nicht verbunden. § 126. Unternehmer, welchen die bürgerlichen Ehren- rechte aberkannt sind, dürfen, so lange ihnen diese Rechte entzogen bleiben, weder nüt der Ausbildung von Lehrlingen sich befassen, noch ist ihnen die Beschäftigung von jugend- liehen Hilfspersonen unter sechszehn Jahren gestattet. § 127. Ter Lchrvertrag wird durch den Tod des Lehr- Herrn oder Lehrlings aufgehoben. Der Lchrvertrag kann seitens des Unternehmers aufgehoben werden, wenn einer der in § 113 vorgesehenen Fälle auf den Lehrling Anwendung findet. Von Seiten des Lehrlings kann das Lehrvcrhältniß gelöst werden, wenn der Lehrherr seine gesetzlichen Verpsüch- tungen gegen den Lehrling in einer die Gesundheit, die Sitt- lichkeit oder die Ausbildung des Lehrlings gefährdenden Weise vernachlässigt oder zur Erfüllung der ihm Vertrags- mäßig obliegenden Verpflichtungen unfähig wird. § 128, Wird von dem Vater oder Vormund für den Lehrling oder, sofern der letztere großjährig ist, von ihm selbst dem Lehrherrn die schriftliche Erklärung abge- geben, daß der Lehrling zn einem anderen Gewerbe oder anderen Berufe übergeben oder behufs seiner Ausbildung eine Lehranstalt besuchen werde, so gilt das Lehrverhältniß, wenn der Lehrling nicht früher entlassen wird, nach Ablauf von vier Wochen als aufgelöst. Binnen sechs Monaten nach der Auflösung des Lehr- Vertrags darf der Lehrling in demselben Gewerbe von einem anderen Unternehmer ohne Zustimmung des früheren Lehr- Herrn nicht beschäftigt werden. § 129. Bei Beendigung des Lehrverhältnisses hat der Lehrherr dem Lehrling unter Angabe des Gewerbes, in welchem der Lehrling nntcriviesen worden ist, über die Dauer der Lehrzeit und die während derselben erworbenen Kennt- nisse und Fertigkeiten, sowie über sein Betragen ein Zcngniß auszustellen, welches vom Arbeitsamt kosten- und stempelfrci zu beglaubigen ist. § 130. Ausgenommen von den Bestimmungen der §§ 105 bis 129 sind: a) die Betriebe der Land- und Forstwirthschaft, soweit Maschinen und Motore nicht zur Anwendung kommen, b) die Dienstverhältnisse der den Gcsindeordnungen unter- stehenden Personen, c) der Betrieb der Seeschifffahrt, für welche besondere gesetzliche Regelung vorbehalten bleibt. Die Bcstimnmngcn des deutschen Handelsgesetzbuches und die Verordnungen für das Apothekergewerbe sind, so- weitste demJnhaltderZZ 103 bis 129 widersprechen, aufgehoben. Artikel IV. Der Titel IX der Gewerbeordnung ist aufgehoben und wird durch folgende Bestinimungen ersetzt: Titel IX. Reichs-Arbeitsamt, Arbeitsämter, A r- b c i t s k a ni n.i e r n und Schiedsgerichte. § 131. Die Ueberwachung und Ansführnng der in den§ 13a und 14, und den§§ 105 bis 130 dieses Gesetzes getroffenen Bestimmungen, sowie die Anordnung und Ober- leitnng von Maßregeln und Untersuchungen, welche das Wohl der in Betrieben irgend welcher Art beschäftigten Hilfspersonen einschließlich der Lehrlinge erfordern, steht dem Reichs-Arbeitsamt zn. Dasselbe hat seinen Sitz in Berlin. Die Organisation des Reichs-Arbcitsamts wird durch ein besonderes Gesetz geregelt. § 132. Dem Reichs-Arbeitsamt unterstehen die Arbeits- ämter,diednrchReichsgcsetz für das Gebiet des Deutschen Reiches in Bezirken von nicht unter 200 000 und nicht über 400 000 Einwohnern spätestens bis zum 1. Oktober 1891 einzurichten sind. § 133. Das Arbeitsamt wird gebildet ans einem Ar- beitsrath und mindestens zwei Hilfsbeamten; es faßt seine Beschlüsse und Entscheidungen kollegialisch. Das Reichs-Arbeitsamt wühlt den Arbeitsrath aus zwei seitens der Arbcitskammer(§ 134) vorgeschlagenen Bewerbern. Die dem Arbeitsrath in Ausübung seines Aussichtsrcchts zur Seite stehenden Hilfsbeamten werden von der Arbeits- kamnier und zwar zur Halste von den Unternehmern, zur Hälfte von den Hilfspersonen gcivählt. In Bezirken, wo Betriebe in erheblichem Maße vor- Händen sind, in dciwn hauptsächlich weibliche Hilfspersonen beschäftigt werden, sind auch Frauen zn Hilfsbcamtenzucrncnnen. In Bezug auf Invalidität und Pensionirung unter- stehen die Beamten der Arbeitsämter den für die übrigen Reichsbeamten giltigm gesetzlichen Bestimmungen. § 133 a. Die Beaniten des Reichs-Arbeitsamts und die Arbeitsräthe oder deren Hilfsbeamte haben das Recht, jeder- zeit Bcsichtigungeil der Betriebsstätten, gleichviel ob die Unternehmungen vom Staat, von Gemeinden oder Privatunternehmern betrieben werden, vorzunehmen und die ihnen für Leben und Gesundheit der Beschäftigten nothwendig scheinenden Anordnungen zn treffen. Denselben stehen bei Ausübung dieser Aufsicht alle amtlichen Befugnisse der Orts- Polizeibehörden zu. Soweit diese Anordnungen in den amtlichen Befugnissen der Aufsicht übenden Beamten liegen, haben die Unternehmer und ihr Hilfspersonal denselben unweigerlich Folge zu leisten. Gegen die Verfügungen und Anordnungen einzelner Beamten des Arbeitsamts steht dem Unternehmer oder seinem Vertreter binnen einer Woche der Beschwerdeweg an das Arbeitsamt offen; gegen die Verfügungen und Anordnungen des Letzteren der Beschwerdeweg binnen einer Woche an das Reichs-Arbeitsamt. Das Arbeitsamt ist verpflichtet, sämmtlichc Betriebe seines Bezirks mindestens cinnial jährlich zn besichtigen. Die Unternehmer müssen die amtlichen Besichtigungen zu jeder Zeit, namentlich auch in der Nacht, wo die Betriebe im Gange sind, gestatten. Die Aufsicht übenden Beamten sind vorbehaltlich derAnzeige vou Gesehwidrigkeiten, zur Geheimhaltung der amtlich zn ihrer Kenntmß gelangenden Geschäfts- und Betriebsverhältnisse der ihrer Besichtigung unterliegenden Betriebe zn verpflichten. § 133b. Die Ortspolizei-Behörden haben das Arbeits- amt in seiner Thätigkeit zu unterstützen und den Weisungen desselben Folge zu leisten.,, § 133c. Das Arbeitsamt organisirt innerhalb seines Bezwks den unentgeltlichen Arbeitsnachweis und bildet für diesen eine Zentralstelle. Es ist befugt, in den ihm passend er- scheinenden Orten für diesen Zweck Filialen zu errichten, welche, wenn kein gewerblicher Verband sich findet, der eine solche zu übernehmen bereit ist, die Ortspolizeibehörde zu übernehmen verpflichtet ist.. m § 133 d. Jedes Arbeitsamt hat allzahrlich emen Be- richt über seine Thätigkeit zu veröffentlichen, von dem die nöthigen Exemplare an die Mitglieder der Arbeitskanimer, das Reichs-Arbeitsamt und die Landes-Zentralbehörden un- entgeltlich zn verabfolgen sind. DerBerichtistvorderVeröffent- lichuiig der Arbeitskammer zur Genehniigung zu unterbreiten. Das Reichs-Arbeitsamt hat die bei ihm eingehenden Jahresberichte der Arbeitsämter alljährlich zu einein allge- meinen Bericht zusammenzustellen, der dem Bundesrathe und dem Reichstage vorzulegen ist. Die Berichte der Zlrbeitsämter und des Reichs-Arbeits- amts sind dem Publicum zum Sclkostenpreis zugängig zu machen. § 134. Für die Vertretung der Interessen der Unter- nehmer und ihrer Hilfspersonen, sowie zur Unterstützung der Ausgaben der Arbeitsämter tritt vom 1. Oktober 1891 ab in jedem Arbeitsamtsbczirk eine Arbeitskammer in Thätig- keit, die je nach der Zahl der im Bezirk vertretenen ver- schiedenen Betriebe ans mindestens 24 und aus höchstens 36 Mitgliedern zu bestehen hat. Die Zahl der Mitglieder für die einzelnen Bezirke bestimmt das Reichs-Arbeitsamt. Die Mitglieder der Arbeitskammer sind zur Hälfte durch die großjährigen Uiiternchnier aus ihrer Mitte, zur anderen Hälfte durch die großjährigen Hilfspersonen ans deren Mitte ans Grund des gleichen, unmittelbaren und geheimen Stimmrechts, unter Gleichberechtigung der Ge- schlechter, mit einfacher Mehrheit zn wählen. Jede Klasse wählt ihre Vertreter für sich. Die Dauer des Mandats der Mitglieder der Arbeits- kammcrn währt zwei Jahre. Die Mandatdauer beginnt und schließt mit dem Kaleiiderjahr. Bei der Wahl der Mitglieder der Arbeitskammern sind gleichzeitig in Höhe der Hälfte derselben Ersatzpersonen zu wählen. Ersatzpersonen sind diejenigen, die nach den Gewählten die meisten Stimmen haben. Bei Stimmengleichheit entscheidet das LooS. Die Festsetzung des Wahltages, der ein Sonn- oder Fest- tag sein muß, steht dem Reichs-Arbeitsamt zn. Dasselbe hat auch auf dem Vcrordnnngswege die Normen zu bestimmen, unter welchen die Wahlhandlung vorzunehmen ist. In den Wahlausschüssen müssen Unternehmer und Hilfs- Personen gleich stark vertreten sein. Die für die Abstimmung bestimmte Zeit ist so festzusetzen, daß Tag- und Nachtschich- ter sich an der Wahl betheiligen können. ' 135. Die Arbcitskammcrn haben zunächst den ihnen in den ZZ 106 a. 110 und 121 zugesprochenen Funktionen in allen das wirthschaftliche Leben ihres Bezirks berüh- renden Fragen mit Rath und That die Arbeitsämter zu unterstützen. Insbesondere stehen ihnen Untersuchungen zu über die Wirkung von Handels- und Schifffahrtsverträgen, Zöllen, Stenern, Abgaben, über die Lohnhöhe, Lebensmittel- und Miethprcise, Konkurrenzverhältnisse, Fortbildungsschulen und gewerbliche Anstalten, Modell- und Mustersammlungen, Wohnungsznständc,Gesnndheits- und Sterblichkeitsverhältnissc der arbeitenden Bevölkerung. Sie haben serner Beschwerden über Mißstände im gewerblichen Leben zur Kenntmß der bezüglichen Behörden zu bringen, Gutachten über Maßregeln und Gesetzentivürfe abzugeben, welche das wirthschaftliche Leben ihres Bezirks berühren. Endlich sind sie Berufungs- instanz wider die Urtheile der Schiedsgerichte.(§ 137). § 136. Den Vorsitz in der Arbeitskammer führt der Ar- beitsrath und im Behindernngsfalle einer seiner Hilfsbeamten. Der Vorsitzende besitzt mit Ausnahme der Fälle, in welchen die Arbeitskammer als Berufungsinstanz wider die Urtheile der Schiedsgerichte entscheidet, kein Stimmrecht. Stimmen- glcichhcit bei der Beschlußfassung gilt als Ablehnung. Der Vorsitzende ist verpflichtet, die Arbeitskammer mo- natlich mindestens einmal, unter Angabe der Tagesordnung, einzuberufen; er muß dieses außerdem thun, wenn mindestens ein Drittel der Mitglieder der Arbeitskammer dies beantragt. Die Arbeitskammcru geben sich ihre Geschäftsordnung selbst, ihre Sitzungen sind öffentlich. § 137. Schilfa Schlichtung der erstinstanzlichen Ent- fcheidung von Streitigkeiten zwischen Unternehmern und ihrem Hilfspersonal bildet die Kammer aus ihrer Mitte Schiedsgerichte, welche aus je zwei Unternehmern und zwei Hilfspersonen bestehen; sie bestimmt, in welcher Reihenfolge die Schiedsgerichte zu funktioniren haben, auch kann sie den Sitz der Schiedsgerichte aus verschiedene Orte des Arbeits- kammerbezirks vertheilen. Den Vorsitz im Schiedsgericht hat der Arbeitsrath oder einer seiner Hilfsbeamten. Die Geschäftsordnung für die Schiedsgerichte bestimmt die Arbeitskammer. Die Sitzungen der Schiedsgerichte sind öffentlich. § 137 a. Der Vorsitzende beruft das Schiedsgericht und leitet die Verhandlungen desselben. Das Schiedsgericht ist befugt, Zeugen und Sachverständige— auch eidlich — zu vernehmen und überhaupt alle diejenigen Erhebungen zu veranstalten, die es für die zu ertheilende Entscheidung für nöthig erachtet. Das Schiedsgericht ist nur beschlußfähig, wenn außer dem Vorsitzenden eine gleiche Anzahl Unternehmer und Hilssper- sonen und zwar mindestens je einer als Beisitzer mitwirken. Die Entscheidungen des Schiedsgerichts erfolgen nach Stimmenmehrheit. Die vorläufige Vollstreckung wird durch die Berufung(§ 138) nicht aufgehalten. § r37b. Versäumt der Kläger ohne genügende Ent- schuldigung den Verhandlungstermin, so hat er die daraus erwachsenen Kosten zu tragen, auch den Beklagten, wenn dieser vor dem Termin nicht mehr hat benachrichtigt werden können, auf seinen Antrag eine Entschädigung für Zcitversäumniß nach Höhe der Zengcngebührcn im Zivil- prozeß zu gewähren. Bleibt der Beklagte im Termin aus und begründet Kläger seinen Anspruch in genügender Weise, so werden die von ihm behaupteten Thatsachen als zugestanden angenommen. § 137c. Als Vertreter oder Beistände der Parteien dürfen in der mündlichen Verhandlung nur Verwandte, Angestellte und Bernfsgenossen zugelassen werden. § 1376. Nach Schluß der Verhandlung ist sofort das Urtheil zu fällen und den Parteien zu verkünden. Die Wirksamkeit der Urtheilsvcrkündigung ist von der Anwesen- heit der Parteien nicht abhängig und gilt auch derjenigen Partei gegenüber, die den Termin versäumt hat. lieber die Verhandlungen, den festgestellten Thatbestand und die Entscheidung des Schiedsgerichts ist ein Protokoll aufzunehmen. § 137e. Außer den in Z 137b gedachten Fällen dürfen Kosten nur fürZeugen und Sachverständigengebühren berechnet werden. § 138. Gegen die Urtheile der Schiedsgerichte steht den Parteien binnen einer Woche nach erfolgter Entschei- dung die Berufung an die Arbeitskammer zu; dieselbe erfolgt durch schriftliche Einreichung beim Schiedsgerichte. Die Bestimmungen der§§ 137a mit Ausnahme der Worte„mindestens je einer" in Absatz 2 bis 1376 gelten auch für die Verhandlungen und Entscheidungen der Arbeit! .... m gen#, 5,� ijic eujcuieix uuu vmujciiuuiuuuu 5ci. § 140. Das Reichs-Arbeitsamt ist verpflichtet, alljährl� einmal VertretersämmtlicherArbeitskammern zu einer allg»' nen Berathnng über die wirthschaftlichen Interessen zu berup Zu dieser allgenicinen Berathnng entsendet jede Arbeits!� mer je einen Vertreter der Unternehmer imd der Hilfsperson� Die Wahl der Vertreter erfolgt durch jede Klasse gesondsij Der Vorstand der Versammlung wird durch Mitgsi� «OtV•Sw'U Jr[lU JIV VvV � W|(l-tW v----- �! des Reichs-Arbeitsamt gebildet. Dieselben haben kein Stinw recht. Ueber ihre Geschäftsordnung und die Tagcsordmsi! der Sitzungen beschließt die Versammlung felbstständig; � Sitzungen sind öffentlich. § 141. Die Mitglieder des Arbeitskammertags erhalt Tagegelder und Entschädigung der Reisekosten. 8 142, Tie Unterhaltungskosten für die in den§5?. bis 140 genannten Einrichtungen trägt das Reich; sie r jährlich in den Reichsetat einzustellen. § 143. Die Vorbcreitnngsarbeiten für die Bildung� Arbeitsämter, die Anordnung und Leitung der ersten Wajpj zu den Arbeitskammern vollzieht der Bundesrath. io(A Artikel V. Die§§ 97 Ziffer 4, 97a Ziffer 6, 98a Ziffer 26, 100s sind aufgehoben. An Stelle des bisherigen§ 146 treten folgende stimmnngen: J _§ 146. Mit Geldstrafe bis zu 2000 Mark oder Gefängniß bis zu 6 Monaten werden bestraft: 1. Unternehmer, welche dem§ 108a zuwiderhandeln 2. Unternehmer, welche dem§ 122 zuwider Kinder vierzehn Jahren beschäftigen;, 0 Unternehmer, welche den aus Grund des§ 109» f trosfenen Verfügungen zuwider weiblichen oder juge»� sr�eint -otinta lichen Hilfspersonen Beschäftigung geben; 4. Unternehmer, welche der Bestimmung im§ Hst vtiiiiiiuiMiiVb, tvvtuyt vvv[ iiiuiiumy»»»» O � gegen die Eintragungen mit einem Merkmale �versey� welches den Inhaber des Zeugnisses günstig oder theilig zu kennzeichnen bezweckt; 5. Unternehmer, welche bei der Zahlung des Lohnes odf Gehalts oder bei dem Verkauf von Waaren an Hilfspersonen den§§ 114 und 115 zuwiderhandeln 6. Unternehmer, welche den nach§ 120a getroffen Anordnungen nicht Folge leisten; 7. wer§ 56 Ziffer 6 zuwiderhandelt. oder 109 d!» Iii 146 a. Mit Geldstrafe bis zn 1000 Mark Gefängniß bis zn drei Monaten werden bestraft: Unternehmer, welche den§§ 106, 106 a, 107, 108, oder der Aufforderung der Behörde ungeachtet Bestimmungen des§ 120 zuwiderhandeln; Tie nach§§ 146 und 146a erkannten Geldstrafen der in§ 116 bezeichneten Kasse zu. Im§ 147 wird Ziffer 4 ausgehoben. Im§ 149 erhält Ziffer 7 folgende Fassung: 7. wer es unterläßt, den durch die§§ 110, III, 123, für ihn begründeten Verpflichtungen nachznkonw. oder den§§ 126 und 128 zuwiderhandelt und für jeden Fall der Verletzung des Gesetzes. Der§ 150 wird aufgehoben.... An die Stelle der bisherigen§§ 152, 153, 154. folgende Bestimmungen: § 152. Alle Verbote und Strafbestimmungen. Unternehmer und Hilfspersonen wegen Verabredungen � Vereinigungen zum behuse der Erlangung günstigerer und Arbeitsbedingungen, insbesondere mittelst Einstellt der Arbeit oder Entlassung der Hilfspersonen sind anfgeh?� ,> § 153. Wer Andern durch Anwendung körperlw-jj Zwanges, durch Drohung, durch Ehrverletzung oder Verrusserklärung bestimmt oder zu bestimmen sucht. solchen Verabredungen oder Vereinen nicht Theil zu oder ihnen nicht Folge zu leisten, sowie derjenige, n>ci« mit Anderen vereinbart, Arbeitern deshalb, weil sie an s�jf Verabredungen oder Vereinigungen Theil nehmen oder genommen haben, die Arbeitsgelegenheit zu erschweren, nicht in Arbeit zu nehmen oder sie ans der Arbeit Z»» lassen, wird mit Gefängnißstrafe bis zu 3 Monaten bem> sofern nach dem allgemeinen Strafgesetze nicht eine har Strafe eintritt...z. Ist diese Vereinbarung unter Festsetzung einer Vertrag strafe geschlossen, so haben die Vertragsschließenden außer die Vertragsstrafe als Geldbuße verwirkt. Die Beitrcw� dieser Geldbuße erfolgt durch die Polizeibehörde"-i. � suchen der Arbeitskammer, welche auch über die Verwen beschließt...„„il § 154. Unternehmer und Hilfspersonen können Förderung ihrer gewerblichen Interessen in Vereinigt« zusammentreten. Vereinigungen, welche den Zweck haben r w:- cvr.-t-.-ixo----- e.t a) die Lohn- und Arbeitsverhältnisse, sei es auf dem 0% freier Vereinbarung oder der Gesetzgebung, zu reg v b) Fachschulen und Bibliotheken zur Förderung v � werblichen und geistigen Ausbildung ihrer Mug ins Leben zu rufen;, � c) Unterstützungskassen für Arbeitslose und 9� a# oder Erwcrbs-Genossenschaften zum Nutzen ihrer glicder zu bilden, sind den landesgesetzlichen Bestimmungen über das Wi Versammlungs- und Versicherungswesen nicht untern' Auf ihren Antrag sind solchen Verciiiignngen unle � von den Landesgesetzcn vorgeschriebenen Bedingungen porationsrechte zu erthcilen. S ch l u ß b c st i m m u n g: �» Dieses Gesetz tritt mit dem 1. April 1891 in Kral � Alle diesem Gesetze entgegenstehenden Bestimmung� Reichs- oder Laudcsgesetze sind aufgehoben. Urkundlich:c. Gegeben ec. Berlin, den 3. Mai 1890. A u e r. Bebel. Birk. V l o s. Dietz. Dreesbach. Förster tT.«arm.«eine. H i ck el. v eif+oir SIT} e il M o l k e n b it h r. Schmidt(Mittweida). w..j v. w u;.*_ g S ch w a r z. Seifert. Singer. Stadtha» llmar. M»1 „-.......... u•"(T**■•. u*- v- cv o e r G r i l l e n b e r g e r. Ha r in. H e\ ne. H i ck et, o, Skn nett. Liebknecht. Meister. M etz 9 Miß «Y\— U* I,- S ch ip'pel. Sch m i d t(Fraust».� Schnitze. �Schumach� Stelle. T u tz a u e r. Ulrich. V o Verantwortlicher Redakteur: Curt Kaakr in Berlin. Druck und Verlag von Mar Sading in Berlin SW., Beuthstraße 2. L