Arbeil-i ftrccfw Schieb isekoU Ghrlit illgcf beruft eitskav (erfoiu'i esonde� üglkW Stint» ordiM ig: 1 erhali� ,§§l* sie sin» )UIlg W Wahle- Ar. inv Kmmabeud, den 10. Mai 1890. 7. Jahrg. Hrgan für die Interessen der Arbeiter. Bg#####- e, loof ibe 3 Ct Ä ein: >x Ulltn .09a f 113 etil' zersehe"' er ncs ode- an � idcln; rosseiie" der«nl n fließe" »'•Ii rolBft & 5� MMWLWWVW Sonn- und Festlagen bis 10 Uhr Vormittags geonnct. -• Lernjprrchcr: Amt VI. Ztr. 410U.«-*" NedAkkion: VvttkhsstvÄße 2.— Expedition: Veukhstvotze 3. 1»a v'W tstellq s« r dtn« % O P C> b i "K Z delnolrvQki fä% e Seite Lolzn�enregung. L£e.Lohnkämpfe unserer Tage werden vielfach von T selbst, hauptsächlich aber in den Kreisen der ßalten I" rein materielle Kämpfe aufgefaßt. Wir %ikn-c Auffassung für eine einseirige und irrige und �ltinitZar, �utstehuug nur dadurch erklären, daß der a?ulaß des Lohnkampfes mit seinem Wesen in d»,. m suird. Die Ursachen der Lohnbewegung sind über o', 3� Su suchen in der Meinungs-Verschiedenheit Siebt �"lragen und die Frage der Arbeitszeit; allerdings offen.�uuch uoch mancherlei Vorkommnisse, die zu einem kö�."onflikt der Arbeiter mit den Unternehmern führen nr', t?'e Z- B. die Maßregelung des Vertrauensmannes dtina.» zuchthausartige Fabrik- oder Werkstatt-Ord- tin L' Aechtung der Arbeiter-Organisationen ic. Wenn titi g!e".e,r Konflikt der Arbeiter mit den Unternehmern, so tvi5' aus einem solchen Grunde herbeigeführt wird, % � er uns schon äußerlich als ein idealer und nicht Materieller Kampf entgegen. kuf r anch dem anscheinend ausschließlich materiellen ker m Ulohnt ein ideales Strehen inne und es ist .- /ur nach in jedem einzelnen Streitfalle wirksam, cL 3 oen Betheiligten zum Bewußtsein gelangt % Uschi. Es darf nämlich die Thatsache Hin 0 übersehen werden, daß der im staat- % �ben glücklich überwundene, vormärzliche Absolutis- H®uf sozialem Gebiete, vor Allem im Arbeitsverhält- i» JU'ch in schönster Blüthe steht. Der Unternehmer ist «»Geschäfte der gleiche Despot, wie es der Zar in W?uo ist. Der Unternehnier bestimmt für seinen Ge- W uaat die Arbeitszeit, die Höhe des Lohnes, die Ar- k �uung, vermöge seiner Machtstellung als Despot, �iili,» u«d willkürlich, ohne diejenigen, deren ganze Sie»s oon diesen Anordnungen abhängt, zu befragen. • diesen Absolutismus noch poetisch zu be- tG.« wie denn König Stumm im preußischen Staats- %. M gegen die Institution der Arbeiterausschüsse er- tl»lb' u>eil er den Arbeiter nicht des heiligen Rechtes be- hhe-, u-olle, mit seinem„Brotgeber" persönlich zu ver- foL,' Der Arbeiter weiß aus tausend praktischen Er- was er von diesen Phrasen, die für die Er- Wtvi' kes absolutistischen Arbeitsverhältnisses geredet - zu halten hat. VJ.'?esichts der Herrschaft des Absolutismus, der hons.. ut, im Arbeitsverhältniß, erscheint das Haupt- Manchestermänner vom„freien Arbeits- merkivürdiger Beleuchtung. Wo der l "•J_[29 ♦♦Sum Gjjjüt der Dame»." S[,ltü.. � 0 w a N von Emile Zola. Pg te �Übersetzung von Armin Schwarz. tli�uder � kräng freundschaftlich weiter in sie. Wenn sie Wik.!»g tr.ifoV» Hintergrund einer abseits gelegenen Ab- die � schicke m kurften sie unbesorgt plaudern. Allein den%'üc SroL?auI?ne sich an, davonzulaufen. Sie hatte iheilu«� emes Inspektors erkannt, der eben aus sk I" Ah /!fr Shawls trat. deg�b nisg/ ,l' aI!ur iRater Jonve, sagte sie dann beruhigt. i>l Ä�en was der Alte zu lachen hat, wenn er uns Beide 'st neh,».„ Ich an Ihrer Stelle würde mich vor ihm ZU fln kostv 3 kenn er thut sehr freundlich gegen Sic. Er l��andire� glaubt noch iimner, seine Soldaten gesucht 1001 in der That wegen seiner überstrengen g: sicher' wo Frauen angestellt waren, zeigte er sich N-ird"%un% fonte'ch ihn fürchten? fragte Denise. st- ' I'e hörten ihn sogleich einen Koinnns in der eine Theil nur diktirt und der andere Theil nur die Wahl hat, sich dem Diktat zu fügen, oder zu verhungern, da gehört in der That eine nicht geringe Verlogenheit und Heuchelei dazu, von einer„Freiheit des Arbeitsvertrages" zu sprechen. Es kann unter diesen Umständen aber auch nicht von einer sozialen Freiheit des Arbeiters die Rede sein. Er muß auf die Bethätiguug eines eigenen persönlichen Willens, der persönlichen Neigung, vollständig verzichten; thut er das aber nicht, strebt er nach Geltend- machung und Bethätiguug seiner Individualität und er kommt dabei mit der Willkürherrschaft des Geschäfts- despoten in Widerspruch, so wird er als widerspenstiger und renitenter Arbeiter, als Sozialdemokrat, auf die Straße geworfen. Und angesichts dieser Thatsachen, der vollstän- digen Ertödtung jeder individuellen Neigung und iudivi- duellen Freiheit besitzen die Manchesterleute k la Eugen Nichter den traurigen Much, zu behaupten, die Sozial- demokratie vernichtet die Individualität und strebe nach der Gleichheit des Zuchthauses. Das ist wissentliche Un- wahrheit, bösivillige Verleumdung; die Sozialdemokratie wäre gar nicht in der Lage, beim arbeitenden Volke die Individualität zu vernichten, weil eine solche thatsächlich nicht besteht. Hingegen haben wir heute schon die Herr- lichste der Sozialdemokratie angedichtete Zuchthausgleichheit, die stumpfe Sklaverei der Lohnarbeit, unter deren Druck 18 Millionen deutscher Arbeiter seufzen. Glücklicher Weise gelangen sie überall und immer mehr zur vollen Erkenntniß dieses unwürdigen Zustandes und darum überall die Lohnbewegungen, die nicht bloß nach materiellen Zielen streben, sondern zugleich eine energische Auflehnung gegen den unerträglich gewordenen Absolutismus der Unternehmerwelt bedeuten. Die Ar- beiter wollen die Phrase von der„Freiheit des Arbeits- Vertrags", soweit dies innerhalb der kapitalistischen Pro- duktion möglich ist, zur Wahrheit machen. Sie wollen mitreden und mitbestimmen bei der Festsetzung des Ar- beitslohnes, der Arbeitszeit, der Arbeitsordnung k. Darin liegt für uns eigentlich die große, die bleibende, kultur- geschichtliche Bedeutung der modernen Lohnkämpfe; darin liegt auch ihre große Bedeutung für den sozialen Emanzipa- tionskampf des arbeitenden Volkes. Und darum ist ein verlorener Streik für die Arbeiter nur eine äußer- liehe Niederlage; das demokratische, emanzipa- torische Moment, das dabei wirksam war und ist, behält in jedem Falle seineu unverkürzten Werth. Vom Standpunkte der allgemeinen, emanzipatorischen Tendenz der Arbeiterbewegung hat jeder Lohnkampf inso- fern noch besondere und weittragende Bedeutung, als er geeignet ist, das dem Arbeiter angeborene und anerzogene Mißtrauen in die eigene Kraft zu beseitigen Spitzcn-Abthcilung ausschclten, weil dieser es gewagt, auf die Rue Ncuvc-Saint-Ülngustin hinausznblickcn, wo ein Pferd gestürzt war. — A propos! sagte Pauline; suchten Sie nicht gestern Robincan? Ich glaube, daß er zurückgekehrt ist. Denise glaubte sich gerettet. — Ich danke; dann will ich einen Umweg durch die Seidcn-Abthcilung macheu. Eilenden Schrittes, als würde sie sich zu einer der Kassen begeben, ging sie in die Halle hinab. Es war 9-/4 Uhr; mau hatte soeben zur ersten FrühstückStafcl geläutet; die Sonne sandte ihre drückend heißen Strahlen durch das Glas- dach herein. Von Zeit zu Zeit wurde das Parquet von den Burschen bespritzt, was etwas Kühlung brachte. Die Kommis schienen zu schlummern; da und dort sah man eine vereinzelte Käuferin trägen Schrittes durch die Abthcilungen schleichen. Als Denise herabkam, maß Favier eben eine leichte Seide auf ein Kleid für Madame Boutarel ab, die Tags vorher aus dem Süden angekommen war. Seit Beginn des Monats kamen nur Provinz-Damen in grünen Kleidern und gelben Shawls. — Gestern tanter Auvergnatinen, heute lauter Proven- salinen, sagte Favier zu Hutin; ich habe schon einen Schwindel von diesen Weibern. Doch jetzt drängte Hutin sich vor; er war an der Tour und hatte die„hübsche Dame" eintreten gesehen, diese reizende Blonde, die in der Abtheilung so genannt wurde, weil man nicht einmal ihren Namen wußte. Alle lächelten ihr zu; es verging kaum eine Woche, in der sie nicht beim„Gluck der Damen" erschien, aber immer allein. Dieses Mal hatte sie einen Knaben von 4—5 Jahren mit. und ihm dafür Vertrauen in das eigene persönliche Können und namentlich in das Können und die Macht der Ar- beiterschaft als Klasse einzuflößen. Nichts vermag besser die bei vielen Arbeitern zum fatalistischen Dogma gewor- deue Phrase:„E s h i l s t j a d o ch n i ch t s!" mit Er- folg zu überwinden, als eine Lohnbewegung, in welcher jeder Einzelne so vielfältige Gelegenheit erhält, seine Kraft, seine Treue, sein Manneswort und sein Geschick zu er- proben und dabei die Ueberzeugung zu gewinnen, daß das Streben der Arbeiter nach besseren Zuständen doch hilft, wenn Alle fest zusammen stehen und gemeinschaftlich auf die Erlangung des gleichen Zieles hinarbeiten. Je mehr Einfluß auf die Gestaltung des Arbeits- Verhältnisses die Arbeiterschaft durch die Lohnbewegung er- hält, desto gründlicher kann mit dem kapitalistischen Absolutismus aufgeräumt und auch die Beziehungen zwischen Arbeiter und Unternehmer bis zu einem gewissen Grade nach demokratischen Grundsätzen geregelt werden. Dadurch wird die mit der Lohnarbeit verbundene politische und soziale Abhängigkeit in ihren schlimmsten Wirkungen gemildert, und der Arbeiter erlangt etwas mehr soziale Freiheit und soziale Selbstständigkeit. Mit der Einfüh- rung der demokratischen Gleichberechtigung zwischen den beiden Parteien des Arbeitsverhältnisses würde das Selbst- bewußtsein aller Arbeiter wesentlich steigen. Alle die ver- ächtlichen Auswüchse einer unwürdigen Knechtschaft, die Liebedienerei gegen den„Brotherrn" und die Fabriks- beamten, die Spionage gegenüber den Nebenarbeitern, der Verrath und die Verleumdung, sie würden wohl wegfallen oder eine wesentliche Einschränkung erfahren, wenn die Arbeiterschaft einmüthig und organisirt mit dem Kapita- listen gemeinschaftlich für alle die Arbeitsbedingungen festsetzen würden. Die Formen, wie sie der soeben von der sozialdemo- kratischen Fraktion des Reichstages eingebrachte E n t- wurf eines Arbeiter schütz- Gesetzes dafür vorschlägt, dürften die geeignetsten sein. Die soziale Emanzipation soll über dem Streben nach politischer Bethätiguug eben nicht vergessen werden, denn sie dünkt uns für die Zukunft eine nicht unwichsige Vor- bedingung. MorreMondenzen. Madrid, G. Mai.(Die Arbeiterbewegung in S V n n i e n.) Ohne jede Uebertreibung kann man behaupten, daß der 1. Mai nur in wenigen europäischen Staaten für die Arbeiterbewegung so ausschlaggebend gewesen ist, wie in Spanien. Den Umfang, welchen die Bewegung genommen hat, konnten selbst die Arbeiterführer nicht voraussehen, während die regierenden — Sie ist also verheirathet? fragte Favier, als Hutin von der Kasse zurückkam, wohin er ihr 30 Meter Satin- Duchesse getragen hatte. — Möglich, sagte letzterer, obgleich das Kind nichts be- weist. Vielleicht gehört es einer Freundin... Sicher ist, daß sie gemeint hat, denn sie ist ganz traurig und hat ge- röthete Augen. — Wenn sie verheirathet ist, so hat ihr Gatte sie viel- leicht mit Ohrfeigen traktirt, bemerkte Favier weiter. — Möglich, wiederholte Hutin, es wäre denn, daß sie die Ohrfeigen von einem Liebhaber erhalten. Dann fügte er hinzu: — Was geht es mich übrigens an? In diesem Augenblicke ging Denise durch die Seiden- Abtheilung; sie verlangsamte ihren Gang und blickte um sich her, um Robincan zu entdecken. Sic sah ihn nicht, ging in die Weißivaarcn-Abtheilnng und kam dann zurück. Die beiden Kommis hatten sie bemerkt. — Da ist ja schon wieder dieses Knochengerüst, mur- melte Hutin. — Sie sucht Robineau, sagte Favier, ich weiß nicht, was sie miteinander haben. Man erzählt, daß Robineau ihr eine kleine Nebenbeschäftigung verschafft habe, Kravaten zu machen. Hntin ersann rasch eine Bosheit; als Denise an ihm vorüberkam, hielt er sie plötzlich an, indem er sagte: — Suchen Sie mich? Sie erröthcte tief. Seit dem Abend in Joinville wagte sie es nicht nicht, in ihrem Herzen zu lesen, in welchem unbe- stimmte Empfindungen aufgetaucht waren. Sie sah ihn immer wieder in Gesellschaft jener Dirne mit den rothen Haaren und wenn sie in seiner Gegenwart Klassen deZ Landes derselben völlig rathlos gegenüber stehen. Nur wenige Tage vor dein 1. Mai hatte der Senat endlich das a l l g e m e i n e S t i m m r e ch t bewilligt, und heute schon ergreift die alten Parteien ein Entsetzen, wenn sie daran denken, welche Waffe durch dieses Recht den jetzt in Belegung gerathenen Arbeitcrumssen in die Hand gegeben ist. Schon nach dem heu- tigen Stand der Bewegung ift es unzweifelhaft, daß in etwa 15 Städten der östlichen Provinzen bei den nächsten allgemeinen Wahlen die Arbeiter die Majorität gewinnen müssen/ und auch im Nordwesten des Landes traten die Arbeiter nnt einer Ge- schlossenheit auf, die Niemand erwartet hätte. In der 15 000 Einwohner zählenden Stadt Bilbao umfaßte das Arbeiter- Meeting am 4. Mai 4000 Theilnehincr, und in Valladolid nnt etwa 40 000 Einwohnern zählte man 7000 manifestircnde Arbeiter. Die Bewegung beschränkt sich nicht nur auf die Städte, in der Südprovinz Andalusien, betheiligten sich auch in mehreren ländlichen Distrikten die Arbeiter an der Maifeier. Zwischen Antequera und Malaga ruhten die Arbeiten vom 1. bis 4. Mai auf allen Zucker- und Tabakplantagen; und auch hier forderte man einmüthig den Achtstundentag.— Im Allgemeinen , rt- X-I /% � CYt--- L~ 1 T L~ fl-----" ist die Arbeiterbewegung ihrer Parteistellung nach g e t h e i l t in Sozialdemokraten und A n a r ch i st e n; der Grund hierzu liegt darin, daß sich bisher die Bewegung nur in dem engen Kreise kleinerer Zirkel und Komitees abgespielt und mit Ausnahme von Barcelona eine Be- theiligung der Arbeitermassen noch nicht stattgefunden hatte. Nun aber ist die Forderung des achtstündigen Maximal- arbeitstages das gemeinsame und einzige Programm aller Arbeiter Spaniens geworden. Der Gegensatz besteht nur in Folgendem: Die Arbeiterausschüsse der östlichen Städte, besonders in Barcelona, Valencia, Alcoy und Malaga glaubten thörichter Weise einen Generalstreik für alle Gewerke proklamiren zu können, um auf die Weise zugleich den Achtstundentag durch- zusetze», während in den westlichen Städten, darunter auch Madrid, die Arbeiterführer sich p e t i t i o n i r e n d an die Re- gierung und an das Parlament wenden wollten. Die Führer in den Oststädten bezeichnen sich selbst als Anarchisten, die in den Weststädten als Sozialisten; in Madrid steht die sozialistische Liga dem anarchistischen Arbeitervcrbande gegenüber; in ihrer Taktik unterschieden sich beide Richtungen auch insofern, als die Anarchisten den 1. Mai unter allen Umständen als Arbeiter- seiertag festhielten, während die Sozialdemokraten ihre Kund- gedungen am darauf folgenden Sonntag veranstalteten. Die Anarchisten freuten steh nun, daß sie den zeitlichen Vorsprung hatten und die Arbeiter zuerst auf ihre Seite ziehen konnten; die Sozialisten aber hatten den Vortheil, daß die einmal schon in Bewegung gebrachten Arbeiter am 4. Mai sieh in um so größerer Zahl an den Versammlungen und Umzügen betheiligten. Was nun die A» s s i ch t e n des G e n e r a l st r e i k s betrifft, so liegen die Dinge so, daß in Catalonien und Valencia, welches die Sitze der entwickeltsten Industrie Spaniens sind, vom I. Mai ab Handel und Verkehr so gut wie aufgehoben ist. Die Besitzer der großen Webereien Catalonicns glauben zwar den Streik noch lange aushalten zu können, doch handelt eS sich hier bei der ausgedehnten Hausindustrie weniger um die achtstündige Arbeitszeit, als um die Erhöhung der Lohnsätze. Die lokalen Be- Hörden suchen auch zwischen den Streikenden und den Fabrikanten zu unterhandeln, was theilweise schon von Erfolg gewesen ist. Von den kleineren Fabrikanten und Handwerkern in den Städten haben auch viele bereits die achtstündige Arbeitszeit bewilligt. Die Bauhandwerker waren die ersten, welche dies in Bar- relona und Valencia durchsetzten. Die neuesten von dort ein- treffenden Telegranune melden, daß auch in den meisten Druckereien diese Forderung bewilligt wurde; theilweise schließen sich auch die Bäcker, Fleis cher, Schuhmacher und andere an. Die Nachrichten lauten allerdings vielfach widersprechend, so daß man«in klares Bild über die Gesammtlage noch nicht ge- Winnen kann. In den Minen di strikten des nordwestlichen Spaniens liegt die Bewegung in den Händen sozialistischer Komitees, welche an einen allgemeinen Ausstand nicht denken. Man sucht vielmehr über die Lage der Bergarbeiter zuvor eine umfassende Enquete zu veranstalten, um später die Forderungen der Bergarbeiter in ihrer Gesamnitheit dem Parlament zu über- Mitteln. In Madrid errangen die Sozialdemokraten am letzten ___*--------"«------»v. nv* a-_~ f* i*» � Sonntag einen bemerkenswcrthen Achtungserfolg; sie hielten ihre Versammlung am Vormittag 10 Uhr im Liceo Rius ab, . m demselbeii Lokale, in welchem am Donnerstag vorher die Anarchistische Gruppe ihr von 600 Arbeitern besuchtes Meeting veranstaltet hatte. Diesmal aber hatten sich etwa 4000 Arbeiter zur Versammlung eingefunden, von denen nur etwa die Hälfte im Saale Platz finden konnte, die andere Hälfte während der Dauer der Versammlung auf der Straße auf- und niederwogte. Die Versammlung wurde geleitet durch den Companero(Partei- genösse) Matias Gomez, welcher gleich zu Anfang die Er- tlärung abgab, daß das Meeting nicht den Zweck habe, den Generalstreik zu proklamiren, sondern eine friedliche Kundgebung zu Gunsten'der achtstündigen Arbeitszeit in Szene zu setzen. Zu der Versammlung seien alle Arbeiterorganisationen Madrids ein- geladen worden; viele von ihnen hätten sich jedoch in Rücksicht auf ihre Statuten nicht offiziell betheiligen können, doch hätten sie es ihren Mitgliedern überlassen, sich einzeln zu der Ver- f.______ r____„•____ n t______ r v-• noch immer zusammenfuhr, so geschah es mehr aus Unbehagen. Hatte sie ihn geliebt, liebt sie ihn vielleicht noch immer? Sie wollte über diese, für sie so peinlichen Dinge nicht länger nachdenken. — Nein, mein Herr, erwiderte sie verlegen. Er aber, an ihrer Verlegenheit sich weidend, sagte: — Favier, warte doch dem Fräulein mit Robrneau auf. Sie sah ihn an mit jener ruhigen und traurigen Miene, mit welcher sie die verletzenden Anspielungen ihrer Ge- nossinnen aufzunehmen gewohnt war. Ach, er war bos- hast und verletzte sie ebenso, wie die Uebrigen; es war ihr, als würde ein Abgrund zwischen ihm und ihr sich aufthun. In ihrem Antlitze drückte ein solches Leiden sich aus, daß Favier, sonst von wenig zartem Naturell, ihr zu Hilfe kam. — Herr Robineau ist im Rassortiment, sagte er, er wird zum Dejeuner sicherlich zurückkommen; Sie werden ihn Nachmittags finden, wenn Sie ihn sprechen müssen. Denise dankte und ging in die Konfektions-Abtheilung zurück, wo Madame Aurelie sie mit kühlem Zorn empfing. Wie, sie ift seit einer halben Stunde fort? woher kommt sie, gewiß nicht aus dem Atelier. Das Mädchen senkte den Kops und dachte darüber nach, wie hartnäckig das Unglück hinter ihr her sei. Es war Alles aus,, wenn Robineau nicht zu- rückkehrt. Sie faßte übrigens den Vorsatz, Nachmittags wieder nach ihm zu schauen. In der Seiden-Äbtheilung hatte die Rückkehr Robineaus eine ganze Revolution hervorgerufen. Die Abtheilung hatte gehofft, daß er, angewidert von den Verdrießlichkeiten, die man ihm fortwährend bereitete, gar nicht mehr zurück- kehren werde; und einen Augenblick war er, von Vingard noch immer gedrängt, sein Geschäft zu übernehmen, nahe daran, aus den Handel einzugehen. Die unterirdische Arbeit Hutins, die Mine, die er seit Monaten unter ihm grub, sollte endlich losgehen. Er vertrat seine Stelle, ivährend Jener auf Urlaub war und trachtete in jeder Weise, dem zweiten Kommis in den Augen der Chefs zu schaden und durch übcrnmßigen Eifer sich an seine Stelle zu setzen; bald entdeckte er kleine Unregelmäßigkeiten, die sich der Andere hatte zu Schulden kommen lassen; bald ersann er verschiedene Verbesserungen, bald wieder neue |ic k* lytcii•x'iuyuvutui ui�uu||Cii,|iu> gu vci oct- fammlung einzufinden. Hierauf ergriff Joss Villares als Vertreter der Metnllarbeiter-Union das Wort zur Begründung der Forderung des Achtstundentages. Nach ihm sprachen im Namen der Bauhandwerker die Gebrüder Hipolito und Saturnino Gon- zalez, sowie die Vertreter der Buchdrucker, der Papier- und Tabak- arbeiter. Alsdann betrat, von rauschendem Beifall begrüßt, der Genosse Jglesias die Rednerbühne, um in einer zündenden Ansprache die Nothwendigkeit sozialer Reformen und der Be- gründung einer starken Arbeiterpartei Spaniens darzulegeu. Nach anderthalbstündiger Dauer wurde die Versamnilung geschlossen, und die Arbeiter ordneten sich zu einem Zuge durch' die Stadt; voran schritt ein Musikkorps, darauf die aus 20 Personen be- stehende Kommission, welche der Regierung die Forderung der Arbeiter Madrids überbringen sollte. Die übrigen Theil- nehmer des Zuges, ber sich an allen Kreuzungspunkten der Straßen vergrößerte, wurden auf 6000 geschätzt. Vor dem Amts- gebäude des Ministerpräsidenten Saga st a wurde Halt gemacht, und die Delegation trat in dasselbe ein. Die Ar- beiter zogen dann weiter nach der Straße Del Turco, wo sie sich aufstellten und die Rückkehr der Kommission erwarteten. An der Spitze dieser hielt Jglesias eine Ansprache an S a g a st a, worin er erklärte, daß die Arbeiter Madrids sich zwar nicht der Hoffnung hingeben könnten, das Parlament werde den Achtstundentag in absehbarer Zeit zu einer gesetzlichen Institution erheben; dennoch aber müßten die Arbeiter von dem ihnen zustehenden Rechte der Petition Gebrauch machen und diese Forderung immer wieber stellen, bis auch die Regierung dieselbe berücksichtigen werde. Herr Sagasta antwortete in zuvorkommen- der Weise; die Regierung verdiene keineswegs ein solches Miß- trauen seitens der Arbeiter, sie beschäftige sich vielmehr sehr ein- gehend mit den sozialen Fragen, und selbst ber achtstündige Ar- deitstag erscheine nicht als eine völlige Unmöglichkeit, sobald nur die übrigen europäischen Staaten die gleiche Herabsetzung der Arbeitszeit vornehmen wollten. Der Ministerpräsident bedankte sich sodann für die Ruhe und die würdige Haltung der Mani- festanten. Jglesias erstattete darauf den Arbeitern Bericht über den der Kommission zu Theil gewordenen Empfang und forderte die Versammelten auf, von dem heutigen Tage an die spanische Arbeiterbewegung zu einer Macht werden zu lassen, welche ihnen nicht nur die Beachtung seitens der Regierung, sondern auch die Anerkennung seitens der Arbeiterparteien des Auslandes ein- bringen werde, das Meeting löste sich alsdann in voller Ruhe auf. Dolikislhe Itevevstchk. Kei der Kessirechung der Arbeiterschutzvorlage der Re- gieruug, hebt das hiesige Zentrumsorgan, die„Germania", das im übrigen mit seinem Beifall nicht kargt, hervor, daß ans Anfechtungen besonders die Bestimmungen stoßen dürften, die auf„Schutz gegen Kontraktbruch" gerichtet sind. Es handele sich hier um streitige Fragen:„Wenn durch diese Vorschriften nun auch in erster Linie die berufsmäßigen Streikagitatoren und die frivolen Streiks getroffen werden sollen, so läßt sich doch nicht verkennen, daß eine gründliche und vorsichtige Prüfung gerade hier, wo es sich um das Koalitionsrecht der Arbeiter handelt, geboten ist."— Das Zentrum hat in der That allen Grund, sich recht genau zu überlegen, ob es diesen Bestimmungen, welche die Koalitions- freiheit der Arbeiter vernichten, zustimmen soll. Es dürfte dadurch allen Kredit bei den Arbeitern, die ihm noch an- hängen, besonders in den Bergbaudistrikten, einbüßen. Dast das Sszialistongefetz endgiltig fallen gelassen wird, liest auch der„Hamb. Korresp." aus der Thronrede heraus. Er sagt:„Das Sozialistengesetz ist ebenso wie der Kanzler- Wechsel in der Thronrede mit Stillschweigen übergangen; für die endgiltige Absicht, es fallen zu lassen, spricht aber unzweideutig die Stelle, in der gesagt ist, daß der Kaiser in der gerechten Fürsorge für die Arbeiter die wirksamste Stär- kung der Kräfte erblicke, welche berufen sind, jedem Bruche der Rechtsordnung mit unbeugsamer Entschlossenheit ent- gegen zu treten. Das ist das repressive System, das nun- mehr dem präventiven des Sozialistengesetzes folgen soll." Dem allgemeinen Matzirrcht wird von der„Köln. Ztg." folgende Zensur ertheilt:„Ein ungerechtes und ver- nunftwidriges Wahlrecht hat den Herrschaften die Macht gegeben. Unser Staatsleben ist der dauernden Einrichtung eines Wahlsystems ausgesetzt, welche die Bildung verge- waltigt und die Entscheidung in den Willen roher und un- wissender Massen verlegt." 1887 war es„das deutsche Volk", welches mit der Minderheit der Stimmen dem Kartell zu seiner gröblich erschwindelten Mehrheit im Reichstag ver jetzt hat das Blättchen sich gewendet, das Kartell ist' Haupt geschlagen, also haben wir es mit„rohen wissenden Massen" zu thun., Menn der Herxog fällt, muß auch der Mantels — und was sonst noch an dem Herzog gehängt hat. zu einem der Anhängsel des Reichskanzlers a. D. unzweifelhaft verschiedene klein- und mittelstaatliche M»! ".'■'-- rvxr-rr.___ CHOJmftellPI nnzwerseiyasl verscyreoene nein- uno mueiiwuiiv�v.;.- Unter letzteren der Präsident des sächsischen MimM a.—_ m_ n.: ar>» f r NN!» unsere Leser W™ Herr v. Nostitz-ZZöallwitz. PZie war Herr v. Nostitz-Wallwitz einer der (Wwt v.„tv;.twwww,#*, w...vv Hänger des Sozialistengesetzes. Anfangs wollte er von � selben nichts wissen; allein es gelang Bismarck, den Q» 3 in ihm zu erwecken, daß das Königreich Sachsen w« l besonderem Grade durch die Sozialdemokratie W sei. Aus einem partikularistischen Saulus v> Herr von N o st i z- W a l l w i tz, der ein vöser Mann ist, gleich verschiedenen seiner„gemuthu� sächsischen Standesgenossen, zu einem Bismarck anbei Paulus, der, wie das überhaupt bei Nachahmungen in der Regel geschieht, das Original zu outriren WA oon Nostiz-Wallwitz war bismärckischer als Bismara in dem„gemüthlichen" Sachsen wurde bekanntermaßen r Sozialistengesetz rücksichtsloser gehandhabt als in' einem anderen der deutschen Bundesstaaten. g Als vorigen Herbst die Frage der Verlängerung, Verewigung des Sozialistengesetzes akut wurde, da w Herr von Nostiz-Wallwitz, der unter allen bundesstaa» Ministern am heftigsten für die Verewigung und s ch ärs u n g des Sozialistengesetzes eintrat. In tauchte der Plan der Deportation sämmtlicher sozi Führer auf; und bis zum letzten Moment X..........„.Ii fif Herr von Nostiz- Wallwitz mit Klauen und r' r._____„r„,. v;« Hfl S&m (HC(t'Ul ytllCUbt/y v�ugiuii{iciiy£| tc) V iv—'(ftill?1 Planke der Rettung— für das arg bedrängte•B10' Iii paar: Staat und Gesellschaft. Er erklärte, ohne Sozialistengesetz nicht regieren zu kön» Und nun ist der Vater des Sozialistengesetzes... das Sozialistengesetz ist gesallen, und Herr v. Nostitz-W�Z hat den Boden unter den Füßen verloren und wird fallen. Dessins. Uebrigens hatten Alle in der Abtheilung, von dem Lehrling angefangen bis hinauf zum ersten Kommis nur eine fixe Idee: den Kameraden, der vor ihnen stand, zu beseitigen und um eine Stufe vorwärts zu kommen, ihn aufzufressen, wenn er zum Hinderniß wurde. Hinter Hutin stand Favier und hinter Favier standen alle Uebrigen, eine ganze Reihe. Robineau war verdammt, man theilte sich schon in seine Knochen. Daher entstand auch ein allgemeines Murren, als der zweite Kommis zurückkehrte. Es mußte ein Ende gemacht werden. Die Verkäufer hatten eine so drohende Haltung angenommen, daß der Abtheilungschef, um der Direktion Zeit zu lassen, einen Entschluß zu fassen, Robineau in das Rassortiment gesandt hat. — Wenn man ihn behält, so gehen wir Alle fort, er« klärte Hutin. Diese Geschichte verdroß Bouthemont sehr; er sah gern heitere Gesichter um sich und diese finsteren Mienen um ihn her ärgerten ihn. Indessen wollte er gerecht sein. — Laßt ihn doch in Ruhe, sagte er, er thut Euch ja nichts. Da gab es nun viele Widersprüche. — Wie, er thut uns nichts? er ist ein unerträglicher, stets nervöser Mensch und so stolz, daß er über ihren Leib hinweggehen möchte. Das war die große Beschwerde der ganzen Abtheilung. Robineau war nervös, schroff und mißtrauisch. Man erzählte darüber viele Geschichten, angefangen von einem ganz jungen Verkäufer, der über Robineaus Benehmen krank geworden war, bis zu den Kundschaften, die er durch seine beleidigenden Bemerkungen gedehmüthigt hatte. — Kurz, meine Herren, ich kann da nichts thun, sagte Bouthemont; ich habe die Direktion benachrichtigt und werde sogleich mit ihr über die Sache sprechen. Man läutete jetzt zur zweiten Frühstückstafel, Favier und Hutin gingen hinab. Aus allen Abtheilungen kamen die Kommis durch den feuchten, fortwährend durch Gas er- leuchteten, engen Küchengang raschen Schrittes herbei. Am Ende des Ganges gab es einen Schalter, dahinter stand ein Koch und theilte die Portionen auS. Wenn er zuweilen ür sein geliebtes Sozialistengesetz die plan ehe de s ,f-f-' p' 1 L. r___"_ � 4* vc■ TlX Deutschland wird blos einen Minister a. D. mehr — vielleicht deren mehrere. Die berliner Arbeiterfchuü» Konfepen? wurde Landammaun Bluncer, einen» der Schweizer Abgeordnet Berliner Arbeiterschutz-Konferenz, in seiner Rede zur Ewii. der Glarner Laudsgemeinde erwähnt. Er drückte die zeugung aus, daß die Resoluttonen derselben,„wenn sie Z führung kommen, Millionen von Menschen eine Erleic? bringen und namentlich dem aufwachsenden Geschlechte Z komnien werden," und fuhr dann fort:„Der h. fchw/1» F Bundesrath hat seine Delcgirten dahin instruirt, jeweueu � � i- n--- h,_ w——------- v-o fr j Düsseldo: de» Berh den Herr dem Reli «chulinst Wors de Schulen, gemacht, "fchllchctl Unterricht % &?"< .®ftti frische Ichluaen, ®ä ist Gütlich, die nach ... Nor Sitte die bemerkt d vorchen Sie sord, .Au- >n„u deucht toi «merken: d'-Frei binWng ir, Änlcch d. mk de eihörmic % Ol r-- W kiBbel, W'teiner (e-uide d litten. zwei: %(t ui "eilen IIS»och «r W W auf jjett Scl fe , O- vi «tum Nu Bundesrath hat seine Delcgirten oayrn rnsirurri, nur die weitestgehenden Bestimmungen des eidgenössischen�" gesetzes in Vorschlag zu bringen, sondern auch"solche Äntw� anderer Seite zu akzeptiren, welche über dasselbe hiiw% i? Ich freue mich, das hier sagen zu können. Wie wir, selbst seit Jahrhunderten die politische Freiheit genießen, Jf weilen begrüßt haben, wenn andere Nationen sich frei und hängig machten, so begrüßen wir es heute mit Begeiifflc wenn auch andere, wenn alle Völker, erngedenk der Mem y würde und der unveräußerlichen Menschen«,' immer mehr von einer ungesunden Ausbeutung beitskräfte befreien können. Auch in diesem wollen wir Schweizer iminerfort in der Avantgarde „Man hat den Beschlüssen der Berliner Konferenz nicht n", recht den Vorwurf gemacht, daß dieselben keine bindende besitzen. Bei dieser ersten Konferenz, der ja aber weitere —«->• V"* �.-....___ weitergehende folgen werden, war einMehreres nicht zu e_ Hab aber schon dre Bereitwilligkeit zur Beschickung der K-"? Zeugniß abgelegt von den Gesinnungen der Regierungen�.,� M leqtdnet % 'itkereu Uten: Unten 'sc auch j�inn i ferner te U in QCUUtitp nwyv.vy. vv..«v............... a'"'• Vu." MNI durch die Verhandlungen selbst noch mehr die dringende barkeit und Nothwendigkeit bewiesen worden, allerorts 5 Gebiete des Arbeiterschutzes fortzuschreiten, und �1 auch nicht an positiven Zusicherungen von Seite großer � *1*<* L W._W____ f. f V:. f a ri-A /XI /**• A 4" r /I TllÜ* 1 staaten gefehlt. Und wohl die mächtigste Garantie für süllung der ausgesprochenen Wünsche in allen Ländern See.,,, wird sein, wenn die gesammte Ardeiterwelt nach altschweize"« Art mit aller Kraft, aber immer auf gesetzmäßigem Weist jene berechtigten Forderungen einsteht, bis sie erfüllt sind, x' Macht der Erde wird mehr im Stande sein, den Sieg he" des Schutzes der Arbeit aufzuhalten." Dem letzten Thnl Ausführungen stimmen wir vollkommen bei. g —*- �ffr.3 M- worden ist gen �nmmen?vxr vouxvtt»inr»»«, «reit die Kchuie schon der Kirche Ldrrli, t, beweift eine neuere Verfügung der Regieruae seinen mit der weißen Schürze bedeckten dicken Seite schob, konnte man in die Küche blicken., — Was giebt's denn heute? fragte Hutin,»ach üa Menü blickend, das oberhalb des Schalters aus a schwarzen Tafel zu lesen war. Aha: Rindfleisch nick» J piquante oder Rochen! Niemals ein Braten in � � Baracke! Das giebt ja nichts aus: ewig dieses E fleisch oder Fisch! — Der Fisch wurde gewöhnlich verschmäht?> verlangte jedoch Favier von dem Rochen, während Rindfleisch mit sauce piquante verlangte. Mck � mechanischen Handbewegung spießte der Koch ein Rindfleisch auf seine Gabel und begoß es mit einein � Sauce; und nun hörte man hinter Hutin Einen nac? Andern verlangen: Rindfleisch mit sauce piquante jeder ging mit seiner Portion weiter, den Arm vorsw» aus Furcht, an den Andern anzustoßen. Zehn Schritte fand sich ein anderer Schalter, wo kleine unverkorkte 6$ rfien mit Wein vertbeilt wurden. Dann begaben M chen mit Wein vertheilt wurden. 5— � Eine schöne Promenade, mit diesem Geschirr bel� brummte Hutin................ Wj Die Tafel für ihn und Favier fand sich am. Ende des Korridors, im zweiten Spetsesaal. vä/jvvv«Jts» OVV vvivww, Iiu giuvvvvik � j»' 1 Speisesäle glichen einander; es waren ehemalige Keu' Meter lang, vier Meter breit, die man mit Zement- — 1:__".................v.xl. Xt£» VVVWtCb VVVV WJKtm Vit UVU44«4IVV"U.("»/rlfl und so in Speiseräume umgewandelt hatte; allein die ll � keit durchbrach den Anstrich; die gelben m große gelbe Flecke; durch die engen Fensterlöcher, die I i der Höhe des Trottoirs auf die Straßen öffneten, ff W bleiches Licht herein, fortwährend verdunkelt h" Schatten der Vorübergehenden. Im Sommer wie im' erstickte mau da schier vor Hitze, die von Speiseist geschwängert, aus der Küche hereinströmte. tutin war mittterweile als Erster eingetreten- ische, der an einein Ende in die Mauer einfl war, sah man nichts als Gläser, Messer und welche die Plätze bezeichneten. An jedem Ende der stand ein Stoß Teller, in der Mitte lag ein groffv. Brot und darin stak«in Messer. Hutin stellte Flastv W eilten M chj »ielh ! : fl! ld-» belf'SrtL soll Olfen Geistlichen gestattet fein, je nach den(soll wohl heißen: je nachdem bei 2'' 1 dem Mlledt oder infolge seiner Gesinnung mißl ßcbuliiifn«»? der Schufkinder beizuwohnen. Ä ktorg xf' lSs?", haben daher aus Ersuchen des kirchlichen Mst- Thülen ah d" desselben entsprechend den Lektionsplan der Gleichzeitig wird noch darauf aufmerksam fi'vtbn a.» 0»B die zur Leitung des Neligionsunterrichts berufenen »nterri b?- �?oe, wenn sie dem schulpfanmäpigen Neligions- nldn 111 den dafür angesetzten Stunden beiwohnen wollen, Sdnirin?,, t, schd, von ihrem- Vorhaben dem Orts- oder Stadt- fewctim« s.3 A"Zelge zu machen. Da wäre ja eine Haupt- erfüllt Wrndthorst'schen Schufantrages thatsächlich schon erfüllt. . Ekitr ich!?» ßichöhwitß der Kierstener, etwa bis ans essenmu», dankenswerth, daß in dieser Weise bei Zeiten die die nJ* Aufmerksamkeit gelenkt wird auf die Steuerrechnung, N?..aaahme der Militarvorlage präsentirt werden kann. Mte t.!« �"oiniglieit und Streit in der Zentrumsfralttion enint," berichten gewicht. Die„Kreuz-Ztg." totche» 2 ü glauben, das freisinnige Blatt thate gut, das Kie fnvw.-«-hürspalten der Fraktiouszinnuer zu unterlassen. -l.,, AU fdir 511 rKpn�nhtimffi»« ß»S innv«» ifir nfiPr ;'cneicht ., ,1„„____.W Es wäre ihr aber doch nicht lieb, wenn über die augenblicklich in der Fraktion des Neichstags herrschende„Einigkeit" und die■ l'™ulDn Des Nelcp-ttags herrschende„Einigkeit und tliun'.�'�borselzungeu" zwischen denen„um Richter" und Irnckt noch mehr Details in die Oessentlichkeit ge- «MerkeÄ.« alS nian s'ch ohnehin schon erzählt.— Ebenso die p™ F'. wie diese Andeutungen,. ist. der Unistand, daß .-�renz- Zeitung" es ist, welche dergestalt für das Zentrum "nfßtingt ÄnlJ s �oichotag hat infolge der Parteiverschiebungen aus fcüiit° xfJ �?hten ein ganz anderes Aussehen erhalten. Die cil-iWmi Reichstags sind so geordnet, daß die Abtheilungen ,»•(-™l9 Jtach der Mitte auf die Rednertribüne und den Tisch et r auslauten; eS giedt sieben solcher Keile, von denen .nImi einen halbkreisförmigen Rundgang in zwei Theile lin&h? Pon diesen Keilen besehten den am weitesten nach j!,,.,.- �L'chen früher die Freisinnigen; jetzt wird er von unseren „»»».sen, den Sozialdemokraten beseht, die sonst im Hinter- Intte-, ar zweiten Keiles an einem der SäalauSglinge ihre' Plätze dcr. f der ersten Bank hat Herr von Vollmar seinen Platz, auf eernL ln®ebel und Froh nie, auf der dritten Singer, Grillen- erte» b?? Meister:c.— Die Freisinnigen, welche bisher den nid„ �. llnks besetzt hatten, nehmen jetzt den zweiten Keil ein ter ernen Theil des dritten Keiles, wofür sie den Mitgliedern fiüt. �prirtei Unterkunft bei sich eingeräumt haben, verr Richter jett"f r llnlen Ecke der vierten Bank des zweiten Keiles. >viibv.„?rader hat den Platz des Herrn Miguel eingenommen, ij,}• Rickert vor ihm Platz genommen hat. Herr Miquel eiiiin- dritten Keile, den die Nationalliberalen, bis aus ttüii„"on Freisinnigen besetzte Plätze, besetzt haben. Das Zen- >i-h f.'nmt den miltclstrn Keil voll ein und beansprucht auch bie J• l-?6" ganzen fünften Keil, von dem es einige Plätze an finb m«Partei und die Polen abgegeben hat. Im Zentrum D.. wohl die wenigsten Veränderungen vorgekommen. Neben «cn� �rit hat au Stelle des Freiherrn v. Fränckenstein der Ab- rinaw �®vaf Balleftrem Platz genommen. Tie Elsaß-Loth- ,{(�p waren heute noch nicht anwesend, sie scheinen im fünften bi* e neben den Polen untergebracht zu sein, wSlche wegen ihrer - A eAi*. Sohl etivas mehr Platz einnehmen als früher. Im d K j2i;en Keil auf den hintersten Bänken haben die fünf Sinti- istü? L ,en Platz genommen, vorn an als Flügelmann Herr Bockel, leih; ty. /wch schon früher dem Reichstage angehorte, daneben Zimmer- e,!■ Iii",m und Lievermann v. Sonnenberg; auf einer Bank dahinter jrt Iom•et, und Pickenbach. Die Deutschlonservativen und die Reichs- | l$tim.~at>c.n werft ihre Plätze behalten. Neu ist heute die Er- �i,'. �(le W Jintitig des Herrn v. Puttkamer, der an v. Hammerstein's %"r gewählt worden ist; er nimmt den ersten Platz der vierten zn ein, während vor ihm Herr v. Kleist-Retzow sitzt. Gras der Alterspräsident des Hauses, hat nach wie vor seinen 9 in der ersten Reihe behalten. U Um die zuitarbeiterschaft des Fürsten Bismarck bewerben fcj"och der„Vtew-Porker Staatszeitung" durch Vermittlung des 'llanifchen Gesandten zahlreiche amerikanische Monatsschriften Tageszeitungen per Post und Kabel.— Nächstens dürfte 'wie die„Freis. Ztg." boshaft meint, ein Jmpressario den m Bismarck zueiner fRuudreise in Amerika auffordern. h?/e Fürst Bismarck wirklich„gewerbsmäßig" unter Diejenigen � gehen,„welche ihren Beruf verfehlt haben"? Iw.Ala uuliebfnnten Aufdringling scheint selbst die konser- >tii Partei die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" zu betrach- »i,,.Ae„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" ist nunmehr ver- s ,"ßt worden, zu erklären:„Wir haben nicht den Anspruch er- h m, das offizielle Organ der konservativen Partei oder Frak- g.yfo zu sein; wir wollten nur der Zlbsicht Ausdruck geben im fer? 9 der ursprünglich von uns vertretenen Richtung der kon- W Partei in treuer Mitarbeiterschaft— gleich anderen "lervativen Parteiblättern— fördernd zur Seite stehen." Man denen «USwä {„J61 nieder; dann nahm er eine Serviette aus dem dazu Mw tuten. an der Mauer stehenden Kasten und ließ sich wind nieder. — Ich habe einen tüchtigen Hunger, brummte er. hii.r- Wenn man sehr hungrig ist, da giebt es gewöhuuch a Rechtes zu essen, bemerkte Favier, sich zur Ltnken «l8 niederlassend.. jm Die Tafel bevölkerte sich rasch; sie enthielt zweiand- ts Mzig Kouverts. Anfangs hörte man nichts als das Ge- j..,�pir der Gabeln und das hastige Kauen dieser kräftigen oJ®?1. Sinke, die bei ihrer dreizehnstündigen Arbeit stets v| bei Appetit waren. Ursprünglich durften die Kommis, \ eine Stunde Essenszeit gewährt war, ihren Kaffee orts nehmen; sie beeilten sich dann, ihr Diner m ä'8 Minuten zu beendigen und suchten ins Freie zu ge- 2%. Allein, es zeigte sich, daß sie von außen zerstreut �duckkamen und ihre Gedanken nicht auf den Verkauf ge- bi?, waren. Da beschloß die Direktion, daß sie das Haus iesT wehr verlassen dürfen; für drei Sous ward he*' ket es verlangte, eine Tasse Kaffee verabfolgt. Seit- fn»�09en sie das Dejeuner hinaus und beeilten sich nicht b,a ins Magazin zurückzukehren. Viele lasen während Essens ihre Zeitung, die sie zusammengefaltet an die orü Tn iehuten. Andere wieder unterhielten sich laut, so- sd.,?. ber erste Hunger gestillt war; man sprach von der Hechten Kost, von dem Gelde, das man verdient, davon, »tan n,an am letzten Sonntag getrieben und davon, was n am nächsten Sonntag treiben wolle. '"" mit Eurem Robineau? wurde Hutin von zweiten Abend ward besprochen. .__________________ Abtheilung gegen den hi�'nis beschäftigte alle Abtheilungen. Jeden Abe H,., Angelegenheit im Cafs Roch bis Mitternacht bqprocyeu. ßchNn, der mit seinem Rindfleisch zu thun hatte, begnügte ick.» Mi in sagen: 2" Robineau ist zurückgekehrt. Daun, nach einer Weile rief er wuthend aus: ef.T.�r Aber, sacredieu! Das ist ja Eselsfleisch. �st. meiner Treu! (Fortsetzung folgt.) ES ist sieht, auch das gehört zum Humor der Weltgeschichte, daß keine Partei das einstige offizielle Organ des Erkanzlers nunmehr als offizielles Parteiorgan übernehmen will. Es müssen kuriose Leute sein, welche zum 1. Juli noch auf die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" abonniren. Franstveich. Paris, 8. Mai. Deputirtenkammer. Leväque wiederholte seine in dem Schreiben gegen die Venvaltnng des Credit fonoier erhobenen Beschwerden; er beantragt die Ernennung einer Untersuchungskommission seitens der Kammer. Christophle sagt, die von Leveque gerügten Thatsachen hätten immer bestauven; dieselben beträfen namentlich die Ausgaben für Veröffentlichungen; der Credit foncior, welcher fortgesetzt Gelder ausnehme, müsse sich die öffentliche Meinung günstig erhalten. Seit zwölf Jahren sei die Geschäftsführung des Instituts eine korrekte und glückliche. Wenn die Kammer nicht genügend aufgeklärt sei, wenn sie eine Untersuchung wolle, so sei er bereit, diesem Wunsche nachzukommen, indessen müsse diese Untersuchung von kompetenten Persönlichkeiten ausgeführt werden, damit nicht der Kredit des großen Instituts geschädigt werde, in welchem enorme Interessen engagirt seien. Er fei bereit, sich hierüber mit dem Finanzminister zu verständigen. Nach einigen Bemerkungen des Finanzministers Rouvier und des Ministerpräsidenten Frey- einet nahm die Kammer nahezu einstimmig eine Tagesordnung an, in welcher gesagt wird, daß die Kammer auf die Wachsamkeit der Regierung zähle. Mehrere Abgeordnete wünschen eine parlamentarische Untersuchung. Die Regierung lehnte solche als unnütz ab, da sie bereit sei, eine Untersuchung durch ihre Beamte vornehmen zu lassen. Rußland. Zu der russischen B e ft e ch u n g s g e s ch i ch t e wird der „Köln. Ztg." aus Petersburg vom Mitttvoch gemeldet:„Das Ver- fahren gegen Schmid und Genossen ist eingesiellt und die Ange- klagten sind freigelassen worden, nachdem auch die zweite Unter- suchung nicht hinlängliche Beweise für den vollendeten Landes- verrath erbracht hat. Der„Negienrngs- Anzeiger" bringt einen Neudruck des unter Anderem auch Schmid's Verabschiedung ent- haltenden Tagesbefehls im Marine-Ressort vom 7. April, mit der Abänderung der Schmid betreffenden Stelle in schlichten Abschied ohne Beförderung, Ruhegehalt und Uniform. Der Kaiser, der ans den ersten Bericht i» dieser Angelegenheit seiner Zeit die Rand- bemerkung gemacht hatte, daß solche Leute gehängt oder erschossen werden müßten, äußerte seinen lebhaften Unwillen darüber, daß die ganze Angelegenheit vom Minister des Innern, Plehwe, un- nütz aufgebauscht worden sei, um e-n Gegengewicht für die von deutscher Seite eingeleitete Untersuchung gegen den Privat- serretär des russischen Marinebevollmächttgien in Berlin zu haben. Ueber die mehrgenannte Schrfftstellerin Maria Zebri- k o w a gehen der„Voss. Ztg." aus Petersburg nachstehende Mit- theilungen zu: Nach einigen Aussagen soll sie sich in der Festung (wahrscheinlich ist die Peter-Pauls-Festung gemeint), nach anderen in Voruntersuchungshaft befinden. Wie schon bekannt, kehrte sie, nachdem sie, im vorigen Sommer im Auslände weilend, ihren Brief an den Zaren im„Pester Lloyd" veröffentlicht und zahl- reiche Abzüge desselben an ihre Bekannten versandt hatte, nach Petersburg zurück, wo sie, wie nicht anders zu erwarten war, sofort verhaftet wurde. Jetzt soll sie demnächst nach dem Gou- vernement Olonetz verbannt werden, unter dem strengsten Verbot, fortan für den Druck literarisch thätig zu fein. Nach einigen, wenig glaubwürdigen Aussagen soll sie sich der Vollstreckung dieses Urtheils durch die Flucht ins Ausland entzogen haben. In der Gesellschaft findet ihr Brief eine getheilte Beurtheilung. Die Mehrzahl bezeichnet diese That als.„unsinnig", weil sie den Schritt für durchaus verfehlt, zweck- und erfolglos ansieht. Spanie». Madrid, 8. Mai. Tie Streiks in Barcelona und Valencia sind beinahe beendigt; der größte Theil der Streikenden hat die Arbeit wieder aufgenommen, einige Fabriken sind jedoch noch geschlossen. Der Streik dauert fort in Corunna und Alcoy, in Autequera hat er an Ausdehnung abgenommen. Frankreich Paris, 9. Mai. In Versolg des gestrigen Beschlusses der Kammer bestimmte die Regierung die Finanzinspektoren Äassat, Jacquin und Joly dazu, um die Untersuchung der Geschäfts- führung des Credit foncier vorzunehmen. gftlkaulanfretr. Sofia, 9. Mai. Der Anklageakt in dem Prozesse gegen Panitza erstreckt sich auf folgende Offiziere in Dispombilität: Panitza, Alexander Rizoss, Tateff, Slbalansky, Tschawdaroff, Nojarofs, Stainenoff, Stefanoff, ferner auf die Kapitäne Molloff und Kisfimoff, weiter auf die Bürger von Sofia Zlrnaudoff, Demeter Rizoff, Matheff und Kessimoff, endlich auf den russischen Unterthan Reserveoffizier Kolobkoff. Dieselben werden sämmtlich eines Komplots gegen die Person des Prinzen und einige Minister, in der Absicht einen Staatsstreich auszuführen, angeklagt. Der Slnklageakt erwähnt zunächst die bei Panitza mit Beschlag belegten kompromittirenden Papiere, sowie die Aussagen Panitza's und anderer Zeugen, und hebt sodann noch hervor, daß im Jahre 1887 Major Panitza, welcher sich in dienstlichen Angelegenheiten in Rustschuk befand, auf Ein- ladung des Sekretärs der russischen Gesandtschaft in Bu- karest, Vilianoff, nach Giurgewo begab, um mit letzterem Rücksprache zu nehmen. Panitza wurde Vilianoff von Kolobkoff empfohlen. Seit der Unterredung mit Vilianoff trat Panitza mtt der russischen Gesandtschaft in Bukarest in Unterhandlungen zu dem Zwecke, in Bulgarien einen Staatsstreich auszuführen, wobei Kolobkoff als Bevollmächtigter und Agitator auftrat. Der Anklageakte liegt ein Brief des Dragoman bei der russischen Gesandt- schast in Bukarest, Jacobson, an Kolobkoff bei, welcher die oben angeführten Thatsachen bestätigt. Die Korrespondenz zwischen Panitza und der russischen Gesandtschaft in Bukarest wurde durch Vermittelung Kolobkoff's und Anderer chiffrirt und unter An- wendung erdichteter Namen geführt. Die Anklage führt eine Reihe mit Beschlag belegter chiffrirter Briefe und Telegramme auf, deren Schlüssel gefunden wurde. Alrlreikevbsnregung. J« Stettin hat, wie die„Ostsee-Ztg." berichtet, der Arbeit- geberbund der Maurer- und Zimmergeschäfte Stettins und Um- gegend in einer Versammlung sich vorgestern mit der über den Arbeiterplatz des Zimmermeisters Hagenau von den Zimmer- gesellen verhängten Arbeitssperre und den hiergegen zu treffenden Maßnahmen beschäftigt. Es wurde einstimmig der Beschluß ge- faßt, vom nächsten Montag ab auf fämmtlichen Bauten, Zinimer- plätzen und Werkstätten die Arbeit einzustellen, fämmtliche Leute zu entlassen( I) und erst dann wieder einzustellen, wenn in einer neu einzuberufenden Versammlung des Bundes die Wieder- aufnähme der Arbeit befchlosfen worden ist. Ausgenommen von der Entlassung sind die Lehrburschen und betreffs der Poliere soll den Unternehmern die Entlassung oder Nichtentlassung frei stehen.— Der„Kölnischen Zeitung" wird aus Stettin unter dem 7. d. M. geschrieben: Auf Grund eines gegenseitigen Abkommens der Schiffswerften wurden dieser Tage auf den Werften von Bremerhaven solche Zimmerleute entlassen, die nach Ausbruch eines Ausstandes auf der Werft des„Vulcan" von Stettin nach dort gekommen waren. Hamburg. 8. Mai. Mehrere Firmen haben der Hafen- polizei Dampfer zur Verfügung gestellt(!), mit denen dieselbe alle genommen. Auf dem Lande streifen fortwährend größere Pa» trouillen umher.(!) Der Verein der Hamburger Spediteure hiel eine Sitzung ab, in welcher beschlossen wurde, die Ewerführer- Baasen bei der Beseitigung des Streiks energisch zu unterstützen. — LS Unternehmer haben 285 Maurern die Erhöhung des Minimallohns auf 65 Pfennig pro Stunde, sowie den neunstün- digen Arbeitstag bewilligt. Die Streikenden beschlossen, daß möglichst viele Gesellen abreisen, aber 13 bestimmte Städte in Deutschland meiden sollen. Der Ausbruch eines allgemeinen Streiks der Maurer wird am 12. d. M. erwartet. Die unter den neuen Bedingungen arbeitenden Maurer müssen zwei Wochen lang täglich 2 M., später 1 M. in die Streikkasse zahlen. Uordhause». Wie die„Mgdb. Ztg." berichtet, erklärt das dortige Komitee der Maurer in einer Bekanntmachung den Arbeit- geben: gegenüber, daß, wenn die letzteren am 19. Mai d. I. den gewünschten Löhn nicht bewilligen, die Arbeit eingestellt wird. Ans Mülltaufe» theilt die„N. Mülh. Ztg." mit, daß der dortige Ausstand der Zimmerleute und Schreiner seit vorgestern beendet ist. Von beiden Seiten, sowohl von den Unternehmern als auch von den Arbeitern, sollen Zugeständnisse gemacht worden sein. Rendsburg, 8. Mai. Im Güterdistrikt des südlichen fiolsteins treten nunmehr auch die ländlichen Arbeiter in die ohnbewegung ein. Auf mehreren Gütern und Höfen stellten die Tagelöhner die Arbeit ein, nachdem ihnen eine Lohnerhöhung von 3 M. auf 3 M. 80 Pf. oder 3 M. 50 Pf. nicht zugestanden worden war. Auch in mehreren ländlichen Ortschaften haben die Dienst- leute die Einfiihrung einer Arbeitszeit für den Sommer von 6 Uhr Morgens bis 7 Uhr Abends verlangt. Wenn sie sich dabei auch erboten haben, in der Erntezeit länger zu arbeiten, so verlangen sie doch für jede Heber stunde eine Vergütung von 75 Pf. Mervane, 9. Mai. Die Arbeiter der hiesigen Färbereien haben nunmehr fänimtlich die Arbeit niedergelegt. Soziole Ltelrerstrtzk. An all« Maurer Kerliua! Kollegen, zu verschiedenen Malen habt Ihr gelobt, thatkräftig dafür einzutreten, daß es eine bessere, straffere Organisattou unter uns geben soll, wie bisher. Ihr habt ferner beschlossen, daß Ihr alle sich im Lohnkampfe be- findenden Arbeitsbrüder unterstützen wollt, wozu wir auch foli- darisch verpflichtet sind. Zu diesem Zwecke habt Ihr Euch Ver- trauensleute gewählt, welche die Geschäfte der Kollegen regeln sollen. Es ist aber den Vertrauensleuten jede Möglichkeit, ihre obliegenden Pflichten zu erfüllen, abgeschnitten, wenn Ihr die- selben nicht unterstützt, und zwar damit, daß ein jeder für die Sammlungen zum Generalfonds eintritt, denn bisher ist nicht soviel Geld zusammen gekommen, daß unsere eigenen Ausgaben gedeckt werden konnten(z. B. Gerichtskosten u. f. w.) Nun mag sich ein Jeder denken, in welche Lage man oft versetzt ist. Alle Streikenden glauben, auf das Solidaritätsgefühl der Maurer rechnen zu dürfen. Diese Hoffnung geht aber fehl, weil keine Mittel zur Verfügung stehen. Mit Recht kann man uns leider den Vorwurf machen, daß wir wenig leisten. Darum, Kollegen, wenn Ihr wollt, daß dasjenige, was Ihr wollt, zur Durchführung gelangen soll, so ist es Eure unbedingte Pflicht, Listen für den Generalfonds zu nehmen. Tragt Euer Scherfletn in Massen bei, oder wenn Ihr es nicht wollt, so erscheint alle Mann für Mann in der nächsten Versammlung und beschließt, daß die ganze Sache aufgegeben wird. Doch das könnt und dürft Ihr nicht. Ich appellire nochmals an die älteren Kollegen, welche schon länger in der Bewegung stehen, uns loch zu unterstützen und den Jüngeren und Indifferenten die nöthige Aufklärung zu geben, damit wir unsere uns obliegenden Pflichten erfüllen können. Tie Verkehrslokale, in denen die Var- trauensleute freiwillige Beiträge zum Generalsonds entgegen- nehmen, befinden sich bis auf weiteres an folgenden Stellen: Südosten: 1. W. Kerstan kasfirt bei E. Schmidt, Skalitzerfir. 61, Keller. 2. G. Raschle kassirt Waldemarstr 61. Osten: 3. E. Gröppler kassirt bei Hinze, Krautstr. 42. 4. K Schulz kassirt der Böhl, Rüdersdorserstr. 8, Keller. Norden: 5. H. Schigolsky kassirt bei Rosenthal, Metzerstr. 23. 6. K. Markowsky kassirt der Bath, Gerichtstraße 19. Westen: 7. F. Pinkowsky kassirt der Grafunder, Schwerinstraße 9. 8. A. Bieneck kassirt bei Behland, Bülowstr. 52. Süden: 9. H. Klingenberg kassirt bei Zechlin, Hornstr. 11. Zentrum: 10. K. Lehmann tassirt bei Kuhlmey, Neue Friedrich- und Rosen straßen-Ecke. Moabit: 11. Millmg kassirt Sonnabends bei Holzbecher, stiathenowerstr. 39, und Mon- tags bei Vink, Birkenstr. 24. NB. Wir weisen nochmals aus den Antrag der Versammlung vom 10. April bei Buggenhagen hm, welcher besagt, daß ein jeder w Berlin arbeitende Maurer bis auf Weiteres pro Woche 50 Pf. zum Generalfonds beizusieuern hat. Es werden aber die Gelder nur in den detreffenden Lokalen entgegengenommen, nicht mehr in den Wohnungen, wie bisher. Geschäftsstunden find jeden Sonnabend und Montag, Abends von 8 bis 10 Uhr. Es wird gebeten. Obiges in den Baubuden vor- zulesen. Maurer Berlins, schließt Euch alle der Freien Vereini- gütig an! Mit kollegialischem Gruß Wilhelm Kerstan, Lübbenerstr. 4. Achtung l Metallarbeiter l Kollegen, schon zum w«der- holten Male hat ver Vorstand des Allgemeinen Metallarbeiter- Vereins Berlins und Umgegend an dieser Stelle sowohl, wie in jeder Versammlung, aus die vom Verem ausgegebenen Fragebogen zu einer Statistik sämmtlicherMetallarbeiter anfmerksam gemacht, und die Kollegen aufgefordert, diese Fragebogen wahrheitsgemäß auszufüllen und zurück zu liefern. Kollegen, es ist doch wohl jedem Metallarbeiter klar, daß die tieftraurigsten Zustände, wie sie sich in unserem einst so schönen Gewerk, durch die ungüustigsten Verhältnisse begünstigt, eingebürgert haben, nicht mehr so fort- bestehen können. Kollegen, um aber Forderungen stellen zu können, und die müssen doch in kürzest er Zeit gestellt werden, ist es unbe- dingt nothwendig, daß wir uns vorher genau von allen Uebel- ständen, die uns bedrücken, überführen, und wir auch dann unsere Forderungen darnach stellen können. Kollegen, bedenkt. Wissen ist Macht, nur die eingehendste Kenntniß unserer wirthschafttichen und gewerkschaftlichen Verhältnisse setzt uns in die Lage, unsere Forderung zeitgemäß zu stellen, und können wir infolge dessen der Oesfentlichkeit gegenüber schwarz aus weiß beweisen, so, Kollegen, bedenkt, ist die öffentliche Meinung auf unserer Seite, mit ihr muß in einem Kampfe unbedingt gerechnet werden, daher rufen wir Euch nochmals zu:„Metallarbeiter aller Branchen!" Ganz gleichgiltig, ob Ihr dem Metallarbeiter-Verein, einem andern Verein, oder zur Zeit keiner Organisation angehört, er- suchen wir Euch alle, die unsererseits ausgegebenen Fragebogen genau, wahrheitsgemäß und gewissenhaft auszufüllen, damit wir in der Lage sind, eine möglichst genaue Uebersicht der Arbeits- Verhältnisse in unserem Gewerbe zu haben. Fragebogen find zu haben und ausgefüllt zurückzuliesern der folgenden Kollegen: I. Hartmann, Reichenbergerstr. 73, v. 4 Tr.; P. Litfin, Reichen- bergerstr. 23, Hos 2 Tr.; O. Klein, Ritterstr. 15, im Laden; R. Unger, Kesselstr. 20;®, Wolf, ReiNickendorserstraße 14a; P. Hetz, Köpnickerstr. 151, v. 4 Tr.; E. Mengeler, Skalitzer- straße 147a: v. 4 Tr.; R. Rolack, Reichenbergerstr. 106a, vorn 8 Tr.; F. Hassebach, Urbanstr. 82, v. 4Tr.; W. Kurgast, Anton- straße 6; im Arbeitsnachweis, Wallstr. 7—8; in allen Versammlungen und in folgenden Zahlstellen des Sonnabends von 8 bis 9l/s Uhr Abends; Hensel, Prinzen- und Gitschinerstraßen-Ecke; Hasel, Barutherstr. 6; Ott, Dieffenbachstr. 89; Ohm. Nixdorf. ägerstr. 24; Ziemer, Cuvrystr. 16; Zöllner, Koltbuserstraße; ._-.l jjmiroen» . Jung- ._________... Oranien» straße 198. Die Fachkommission des Allgemeinen Metallarbeiter- Verein Berlins und Umgegend. I. v. Paul Hetz. 1 Achtung! Freunde und Kollegen, welche noch im Besch von Sammellisten der Lcdemrbcr und Bcrussgenossen sind, werden ersucht dieselben binnen 14 Tagen an den Borsihenden der Lohnkommission H. Ramm, Berlin, Biescnthalerstr. 24, zurücksenden zu wollen; da die Streikabrechnung veröffentlicht werden soll. Achtung k Lackivrr! Sämmtlichc Kollgen. die wegen der Feier des 1. Mal gemastregell sind, haben sofort ihre Adresse an Franz Müller, Schönleinstr. Lik. IV, einzusenden. In Kasel inublen die Spciiglergcscllc» infolge einer un- anilehinbarcn Werkstatlordnung die Arbelt niederlegen, um nicht ihre Würde als Mensch und Arbeiter zu verlehen. Es feiern 175 Mau». Zuzug. ist strengstens fern zn halten Nnternüiiung ist nothwcndig. Alle arbeiteitrcundlichen Blatter werden ersucht. hiervon Stotiz zu nehme». Kaiser, Rheingasse, Basel. rie Streikloinmission, Wirthschaft SpvelftlnQl. An der öffentlichen Bersammlimg der Drechsler und Berufs- genoffen vom 7. d. M, tagend in der ttönigsbank, Grone Frank- furtersiraste 117, zeigten die Drechsler aberinals ein Stück ihres Könnend, indeni sie nicht erschienen, sondern nur durch ganze 92 Mani> vertreten waren. Man wußte nicht recht, sollten die Stühle oder die Flammen im Saale gezählt werden. Fait ge- winnt es den Anschein, als sei mit dem Ermchen der Natur unter den Drechslern ein Einschlafen deS Bewußtseins ihrer Lage vor sich gegangen, oder hat vielleicht die Bekanntmachung der Bersainnuui'gs» nicht genügend stattgesunden" Werden die Aünonzc:' iii!„Berliuer Volksblatt" nicht gelesen? Die Kunst des Lesens seht Schreiber dieses bei allen Drechslern voraus In allen«sleiverben niacht sich ein Streben bemerkbar, aber mit dem Unterschiede, daß alle anderen Gewerbe dein Streben Besonnenheit imd die That folgen lassen. � gegen die Drechsler scheinen der alten Schule nicht.eins»" zu können. Jsi nicht gleich ein Erfolg zu verzeichnen, dann ha Jnteresic für Besserung der wirthschastlichen Lage ein Enoe. , Biel, sehr viel haben die Drechsler zu arbeiten, anderen Gewerben Sä-, ritt zu hallen und darum � wendig, so mit Geist und Herz bei der Sache zu sein, dop. guter Maiabend oder ein Mißerfolg keine Unterbrechung vcrursiV kann. tal Deshalb immer frisch auf dem Posten, damit „viel wollen, aber nichts thuu" seine Anwendung verliere. Es bedurste doch wohl blos dieser Anregung, um die Ks. saw.leit der Drechsler rege zu erhalten, oder sollte Schreiber geirrt haben?.. F. A. Rautenberg, Pniizesflmieilflr. Tljeatev. S o n n a b e it d, den 10. Mai. «pernhaua. Fidelio. Kchaiil'pielhana. Der Sturm. Lessing-Theater. Die Ehre. Irutschro Tlirater. Egmont. Kerliiicr Theater. Eva. Fricdrich-Wilhrlmlkiidt. Theater. Der ariiie Jonathan. MaUncr-Thentcr. Häuschen(Bölw). Hierauf, nen einstudirt: Guten Mor- gen, Herr Fischer. Aikiaria-Thenirr. Stanlei) inAsrika. Gstrnd-Theatcr. Der Scharsrichter von Berlin. Alestdeni-Theater. Mnrquise. Feilealtianre- Theater. Der Nau- tiliis. Kroll'» Theater. Martha. Central» Theater. Ein sedeles Hans. Adolf Vrnst- Theater. Der Goldfuchs. Vehr. Kichter'» Uariötö. Speziali- tätcn-Vorstcllung. Englischer Garten Direktion: C. Andress, Alexanderstraste 27c. EMmg lies Tgiilttlergilrtells mid M}\\t Täglich Auftreten erster Spezialitäten. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 5Vj Uhr. Entree Wochentags und Sonntags 80, 50 it. 75 Pf., im Borvcrkaus 30 u. 50 Pf. Der Garten ist an Vereine für Som- merfestlichkeiten mit Spczialitaten-Vor- stellung zu vergeben. Andress, Vtllblissement Buggenhagen am Moritzplatz> Täglich: Grosses Garten-Conoert. Direktion A. Riidinann. Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. Fiifi'/»A Wochentags 10 Pfg., rillu tt ßonn- und Feattaga 25 Pfg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren inestaurationSraumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhoser Export-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen. 041 F. MUller. Past age 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab Kaiser>Panorama. Nur stW diese"NU Woche: Vielen Wünschen entsprechend: 1. Reise d. Zlorwegen. 2. Reise d.®l»er- italie». Lago Maggiore u. Eomo-Seen. Eine Reise 20 Pf,,. Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. Jede Woche andere Reisen. NOilrllllt lllld Gartea zum Wusterhansener Bären Neue Jakobstr. 12. Aelteste Sehenswürdigkeit Berlins, Thurm aus dem 13. Jahrhundert. Jeden Sonn- und Feiertag: Großes Konzert. Entrde 10 Pf. Familien könnenKaffee koche». Vereins zimmer mit Piano und Kegelbahn. 1556 A. Wikary. Wannsee. Cafe Alsen. Zlri-ertrifft an Kliithenpracht Kvrrdrr. Jeder beeile stch, davon zu jiberzeuizen. Bolksbclnstigungcn aller Art. Zwei Säle, zwei Kegelbahnen, mehrere Gondeln und Kähne, Ausspannung für 100 Pferde stehen zur Verfügung. Vereinen dÄI" empfet,te"- am Das Lotai siegt Waffer und von Wald unigrenzt. 17 Hochachtungsvoll Robert Julius Bloch. NB.: Größere und klein. Sommer- Wohnungen zu verNlietheii. Den Genojsen entichlands! n die Berliner Maurer den Generalitreil Am 21 Mai 1880 proltamirten die Berliner Maurer den Generalstreik. um die neunstündige Arbeitszeit und einen Stundenlohn von 00 Psg einzuführen. Der Erfolg war nur thcilweise durchschlagend, so daß nnch Berlans von 7 Wochen beschlossen wurde, den Generalstreik auszuheben, für diese Forde- rinig jedoch die stabile Agilation z» erhalten. Das Unternehme: thum sucht nun durch allerhand Ränke die Forderung zu hintertreiben, nachdem es mit Einführung der Akkordarbeit lein allzu grobes Glück Halle, sucht sich dasselbe ans andere Weise zu rächen. Durck Aussperrung der besten imd lhatkrästigsten Kollegen suchen sie dieselben auszuhungern und mürbe zu machen, so daß wir daL Schauspiel erleben, daß die hiesigen Familienväter aus den Straßen arbeitslos umhergehen, und die Kollegen, welche a»S den Vrovinzialsiädlev Berlin förmlich Uberschwemmen, in Arbeit gestellt werden. Maurer Deutschlands! Sollte durch diesen Umstand unsere Forderung in diesem Jahre nicht durchgeführt iverden, so liegt die Schuld nicht an den Berliner Kollegen. Wir haben das ganze Frühjahr hindurch vor Zuzug gewarnt, nur glaubten, Euer Solidarilätsgcsuhl wäre durch die kräitige Agitation— welche über ganz Deutschland eiltfaltct worden ist— soweit geweckt, daß Ihr zu schähcir wüßtet, was es heißt, eine Forverung für Berlin durchzusetzen. Tie Faselei, ivelche besagt, die Berliner Maurer suchen ans der allgemeinen Ngitation mir ihre Sonderiiitcreiien herauszuschlagen, ist zu dumm, so daß wir hierüber kein Wort weiter verlieren. Zu beweisen, inwieweit die Berliner Maurer ihr Solidaritätsgefühl begriffen habe», ist überflüssig, wir werden, soweit es in unseren Kräften steht, für die Gcsaminthcit eintreten, das ist unsere Pflicht; aber wir können wohl auf Gegenseitigkeit rechnen, indem Ihr für uns und wir für Euch einzutreten- für vothiv'endig halten. Also nochmals- Haltet den Zuzug nach Berlin fern 1 Die neunstündige Arbeitszeit muß durchgeführt weroen! 223 Der Vorstand der Freien Vereinigung der Maurer Berlins und Umgegend. Im Auftrage: Julius Wernau, Zionskirch-Platz 2, 8 Tr. Arbeiterblätter ersuchen wir um Abdruck. Am Donnerstag, den 15. Mai(Himmelfahrtstag), veranstaltet der Fachverein der Papier-Ardeiterinnen Nl> limvlludter � Damen- Partie nach dem Grunewald. Treffpunkt: Morgens 8 Uhr am Anhalter Bahnhof. Nach- zügler(Damen und Herren) werden in Schmargendorf Nachm. 8'/- Uhr, er- wartet. Um zahlreiche Belheitigung der Damen, auch anderer Beru,e, ersucht 24g I. A. des Vorstandes z Marie Greifenberg. Grosse öffentliche Versammlung der Kau- und gewerblichen Hilfsarbeiter Schöuebergs und chngegeud am Mittwoch, den 14. Mai, Aljands 8 Uhr, In dar Schloss- Brauerci Schöneberg, Hauptstrassc 60— 63. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Ziele und Zwecke der Organisation. Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. 8. Wahl eines provisorischen Vorstandes. 4. Diskussion. 5. Verschiedenes.— Mitglieder iverden aufgenommen. Der Wichtigkeit der Tagesordmmg wegen ersucht zahlreichen Besuch Der Einberufer: R. Kauthack. Ulli 222 MW! RchltM imi) Helfer Berlins Aul) II##)! Eine große öffentliche Versammsiing tagte am Dienstag, den 6. Mai, in Feuerstein's Lokal und beschloß folgendes: „Dle Rohrleger und Heller erklären stch mit dem Lohntarif voll und ganz einverstanden und verpflichten sich, ferner ganz energisch an die Arbeitgeber heranzutreten, ob dieselben die Forderung unterschreiben wolle» oder nicht und schriftlich der AgitationS-Kommission zuzusenden. Wo dieses nicht geschieht, ist die Arbeit am Sonnabend, den 10. Mai, niederzulegen uiid nicht eher wieder auszunehmen, bis Alles bewilligt ist." Daher, Kollegen, rufen wir Euch nochmals zu: Haltet diesen Beschluß aufrecht und erscheint Alle, Manu für Mann, am Montag, den 12. Mai, Vormittags 9 Uhr, in der Versammlung bei Feuerstein, Alte Jakobstraße 75. Mit lollegialischem Gruß! 228 Die Agitations-Kommission. I. A.: Ose. Ficius, Langest?. 34. Große Versammlung alter Kartoilarbelteriaileil u. Arbeiter am Dienstag, den 13. Mai, Abends präzile 8 Uhr, im ge. Kaale der Kranerei Friedrichohain tfriiher Lipo) am Friedrichshai». Tagesordnung:. 1. Der Streik(Achtstuildcn-Bewegiing) der Kartonarbeiterinnen. Ncse- rentin Frau Marie Greifenberg. 2. Diskussion. 3. Tie Maßregelungen von Seiten der Kartonsabrikanten. 4. Verschiedenes.— Zu dieser Bersamm- lung sind alle Arbeiterinnen und Arbeiter aller Berufe eingeladen. 247 m Oer Einberufer. NB.; Die Versammlung ist genehmigt. empfehle bei Be- darf mein Herren- u. Knaben- 846 ■ Garderoben-Geschäft. WD Willi Pohl* EUsaoothkircbstr. "*«"*» Nr. 8 am Päppelpl Generalversammlung des Fachvereiiis der Wo- grHießeiiislhleiser u.Berilssg. Kanntag. den mittags 10 Uhr, bei Zrmtrr, am 11. d. Ml?.. Vör- Münz- straße 11. Tagesordnung: Kassenbericht. Vortrag: Welche Stellimg haben wir einzunehmen zu der zeyigen Situation in unserer Branche? Re- serent wird in der Versammlung be- kannt gemacht. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Die Prager sind hier- durch besonders eingelaoen. Um zahl- reiches Erscheinen bittet 227 Der Verstand. KlildttUM ii. Reisckorbe allergrößte Auswahl, über 200 Stück, billigste Preise, Inealidenetr. 105. Kachverrin der Lederarbeiter. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied Kolleg« Wilhelm Ziemann im Alter von 24 Jahren verstorben ist. Die Beerdigung sindet Sonnavenv, 10. Mai, Nachm. 6 Uhr, in Wilmersdorf statt. TrauerhauS Wilmersdorf, Berlinerstraße 25. Pots- damer Bahnhos Ab'ahrt 5,14 Uhr. 221 Der Vorstand. Allen Freunden und Genossen zur Tage ein Mchnchl. daß ich unt-r d-m Weiss- u. Bairisch-Bier-LokS' eröffnet habe. fügung. nebst Garten Naunyn-Strasse Vereinszimmer""..... Ho. 86 ...... i/ m m Fr. Tuben- 0eÄf( «.a S" emvin Ar« fcffioT Ten l�ivebcut nasse wu. uu rS(«itte% für Vorstände und Klubs stehen zur«L im� hi Empschle allen Freunden und Be- kannten meine DestiHation, Weiß- u. BiiirW-Bier-LM. Vereinszimmer für Slrbeitsnachiveis und Zahlstelle steht zur Verfügung. lUrangttllr. 84. 1804 Allen Freunden, Bekannte» und Ge »offen empfehle mein 1086 Weij- u. Bliirisch-Bier-Lokiil. Albert Nemitz, Verl. Andreasstraße. Ecke Gr. Franksurrerstraße. Gestremker! Wann's Euch g'iiiüthli unterholten wöllt's, so kommt's in die Kürassier- Stroßen auf Nr. 15» in die Ungarische Restaaration. Tie höchsten Wcancr Tanz wer'» aufgeführt.[725 Himbeersaft, dick m. feinst. Zucker eingekocht Liter 1,50 Rothmin, Portiveill, Flasche 1.50 Mellizivislher Unglirivei», Aluilrilllt incl. Flasche 75 Pfennige. ZMerMHommerMM�W. Beyer, Prinzessinnenstt. 15 Franz istfAstshails 0. Scint. Cliansseestraße14. 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Diirch die Ausmiethung aus meinem alten Wohnsitz(Brinlnenstraße) und durch lange Krankheit bei meiner starken Famili« Hab« ich wieder ein Barbier- Geschäft eröffnen müsse». Ich«in- pfehle mich hiermit wieder meinen alten Bekannten und Freunden und bitte um geneigten Zuspruch. 176 Carl Schade, Weinbergsweg Nr. 15 b. Drechsler und Berufsgeuosfell' Lille Diejenigen, welche«eg�» Feier des l. B!ai gemaßregelt w werden aufgefordert, hiervon At lung zu machen an ,, J. Hildebran« 218] U. iJL44M,C»W»—„ jj. Wienerstraße Nr. 62, H�IJ� Achtung, Drechslßf; Die Lokale, in denen Beitrügest'... Streikfonds entgegengenommen wee�" sind:.g Gründet, Dresdenersttaße (Plagens). Patzoldf Reichenbergerstr. 1. 3. 4. 5. Giersch, em,8eW(0& Thalke, Zosienerstr. Blankenburg, Sttall«1 / straße 68(Freithaler) NB. straße 68(F�..�...... Wir weisen hiermit � m. r r.- v__ Ol rtTlllUltT auf den Beschluß der Versal»!"� vom 14. April hin, wonach —------,..... 3,r: Drechsler verpflichtet, wöchentlich � zum Fonds zu zahlen. Es ist bracht, daß in allen größeren% stellen Vertrauensleute ernannt welche die Beiträge einkassiren uu» � nächsten Zahlstelle überinitteln.*4 erhalten dieselben für jeden ihrer Werkstelle Streikkarten, auf der Beitrag durch ein Werthzck? (Marke) quittirt wird. Beiträge t den nur in obige» Lokalen EonnntW SV* bis 10 Uhr Abends in E'Np! genommen. Kollegen, werdet alle glieder der Vereinigimg! Die LohnkommiseiOsx 9, K S in 1 K Achten | »?"■' W fea I Vereiuiguug der Drec Deutschlands. Ortsuerwaltung I, � Die nächste Versammlung fi»°e � 19. Mai statt. MW, Wiibmllirbeit� Die Kollegen werden ersuchst U Sonntag Vormittag zwischen 1�» 12 Uhr bei Gründet, Dresdenerist � Nr. 116, einzufinden behufs AusiM. in die neu gegründete Zahlstelle � Elfenbeinarbeiter. u Der prov. Vorstand. Georg Sste- und Achtung! Kartonarbeiterinnen Arbeiter I Den Arbeitsnachweis br*"- sich Andreasstrasie SO bei mau». Die äusltehendeu Listen st wir ebenfalls dort abzuliefern. 246 Die Kommission m Alte Stiefd Kiilbct'lvllgell. Btllillsjlllliiltt 182 Ad.— AnSlv., Siepar.». reell u. bll. LiiiscnnL> Das gr. Lager Andreasstr. nur Piano zu geben- n Flick, Boyenstt- 4' od.«. Anlcgerin.�'�. Ein Anleger..... verlangt Steindruckerei Naunynst� Steinmetzen(StST� W. deU'Amior Nach!., Luthersst. Für Maschineusaln Nieder-SchlesieB ik zum sofortigen Antritt tüchtige Hchlosier—_ sowie ein älterer Kchmie»,.gl welcher setbstst. aus dem Feuer kann. Bei vierwöchentt. Ärveit w � Reisekosten ersetzt. Meldungen" � Exp. d. Bl. unter L. O. T.Stuhlfl.v.Neumann.Skalitzerstt��i Süchtige Drechsler aisi ■----- i, m vi. dauernd C. Hoffmann, Dmierudo Stetig, find, ansk-•' H. Gutimann, Br>mne»sst�>/ b. �b, ftä' »k i % ton d- i Verantwortlicher Redakteur: Cur! Kaahe in Berlin. Druck und Vertag von Mar Kadtng in Berlin 8W„ Beuthstraße 2. Hierzu zwei Keilnd� dW* bW* riitfw14 fli' itßf ciber s« , 22. Nr. 107. Sonnabend, den 10. Mai 1890. 7. Jahrg. DnelmnenkSZIevichke. , 1V2 U h r. Voetticher, von 3. Sitzung vom 9. Mai m Am Tische des Bundesraths: v. geg�b�llbßg."�� und Schippel. litj'v9' �'Ugcr mit dem kurzen Hinweis darauf, das! es immer t Reichstages gewesen sei. die Mitglieder in rhrer Thätig- iihn, �"�ätngc nicht behindern zu lassen durch die Weiter- ti19 schwebender Strafverfahren.. rQ® W'rÖ 369611 016 Stinimen einiger Konservativen �wUnm �e�ntte genehniigt das Haus in erster und �Zweiter der auf oev„„«rneyniigr oas vaus in erster und ZI d-i<« u"3 Gesegentivurf, betreffend die Ergänzung des fei?., �enordnung für Zeugen und Sachverständige, dc dliiin Soldatenstandes ausgedehnt ivird, und tritt aU- 6. ln die erste Berathung des Gesetzentwurfs, be � w C � b ß n A v f* 4.. J�JScvichte. em. betreffend die begrüße die Vorlage mit großer 0 warn Med, J9 der-e_ j�ilichleit der erkennenden '"tiirpil.1?03 dem Arbeiterstande nützt. Im Einzelnen haben wir »»!, sch manche Ausstellungen und Wünsche. Nichtig sind die '»:>•.Farlage befolgten Grundsätze der Sachkenntniß und Un- «der m' Kostenlosigkeit desselben für Mtv/nk Grundsätze sind noch weiter auszuj riuillnkya,,— v-,________. Richter, der Schnelligkeit deS Vcr- " die Rechtsnchcnden, zugcsralten. Das dem X»» l•"J".«VV*;«vw.�vv vitkvjuyvui.it�v»i. vv»»i in-,! dren vorangehende Sühneverfahren»niß stärker betont � ClU�flebilbet merben bptt rfipitiifrhrn ßipmprbps | '£» -ln- J tei.;««« ausgebildet werde». In den rheinischen Gewerbe- werden etwa% aller Sachen durch bau Snhneveriahren wsmamm �k!!lnn einmal Fachgerichte, so'darf eine materielle Ate .»!<Ä findet� WK A llvä sk von Sach- und Fachverständigen vor- !a x• 3u erivägeii ist, ob die vorgeschlagene Be- , f.et Schiedsgerichte genügt. Tie Besetzung wird zahl- 1" viel-!!1 Luisse», damit, namentlich in größeren Städten mit *%ib 61 Industriezweigen, auch immer die erforderliche Fach- teu �.rwrhanden ist. Im Rheinland sind die Schiedsgerichte M-ssYeblich zahlreicher besetzt. Unter der Berufung an das W'wt wird das Ansehen der Geiverbegerichte sehr bald ' wenn häustger milde Urlheile dieser Fachgerichte vom "cht nach dem strengen ins umgestoßen werden sollten. mkreich ist die Berufung nur bei einem Streitgegenstand «he von 00 Fr. zulässig, und man beabsichtigt, diese ippellabilis auf 100 Fr. zu erhöhen. In Belgien ist die Ivgar 500 Fr., d. h. 99 pCt. aller Streits;? 6, c» werden ohne "9 erledigt. Auch die Zulassung von Rechtsanwälten muß auf- jrrf werden, denn bei diesen Fachstreitigkciten kommen >.1°. Schwierigkeiten sehr selten vor. Vielleicht ist es ferner Errichtung von Gewerbegerichten obligatvrisch zu Mich«' wenngleich ich mit der Vorlage auch für die fakultative z,. k'ii. Schärfer hervortreten muß der Charakter der suchte als Standesgerichte. Nach der Vorlage soll der t ch».,. weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer sein; es dürfte f. ob der Vorsitz nicht einem Fachverständigen zu a J.61' ist. Im Itheinland muß der Vorsitzende Arbeitgeber ?ild y9"W Arbeitnehmer haben nie daran Aich- � mich hier fakultativ zugelassen, so "r bj.�erbessening. Die Art der Wahl der Beisitzer können >. di-s-.n Ortsstatuten allein überlassen, wenigstens müsse» � o-h- 61116 gesetzliche Direktive hierfür geben. Vor Allem muß st» Zirk»'!116 Wahlrecht gewährleiüet iverden, einmal gegenüber fd s sngebern, damit diese die Wahlen nicht beeinflussen können st» Stz-If" der sozialdemokratischen Agitation gegenüber. Untc, - T" müssen möglichst alle Hanptgruppen der Gewerbe .wm. Bezüglich des Kostenpunktes freue ich mich, d"" �'"g hier vom fiskalischen Standpunkt abgekommen Anstoß gcnonimen. wäre das eine er- sozialdemokratischen Agitation gegenüber. Unter f�eten'�s" müssen möglichst alle Hanptgruppen der Geiverbc 2%((ii-l6111' lLezüglich des Kostenpunktes freue ich mich, daß xst Ls IUn9 hier vom fiskalischen Standpunkt abgekommen ist ,.!»»de«n- 61�1�661' s° billig ivie möglich machen ivill. Unter st>?u�! offen muß eigentlich kostenlos Recht gesprochen werden, "»?.) L.aä alte deutsche Recht vorschrieb.(Beifall im Zen- tei«.«wchstenS dürfen dem Unterliegenden die baaren Aus- fsl"1 fei, u6;''rbet werde», was möglichst auch zu vermeiden ist, Ut. mst. der kleinste Kostenbetrag wird wie eine Bestrafung ge- dstw de,? Ä11� Niüssen dann die Kosteu, wie in Rheinland, x w de,,. ch'doe'genossen nmgelegt werden, und zwar allein 2"es Ari, 36bern. Ein Arbeitgeber, der die volle Arbeit- krafl 111 Anspruch nimmt, muß auch für dessen volle f Hnri!Ie auskouuuen. Ter Lohn genügt nur für die » die. Bedürfnisse des Arbeiters, nicht aber auch -stge. �""llergewöhnlichen, wie zum Beispiel der Rechts- , S'% ,f!n. n für die Beisitzer dürfen nur an die Arbeitnehmer ts" Witt, I weht auch an die Arbeitgeber. Als Einigungs- .»»(„ dos Gewerbegericht nur bei partiellen Streiks snngireu i>>üd°/6 stehen jetzt aber der sozialen Frage der Massenstreiks !, itnbk-I welche das Eiuigungsanit kein geeignetes Organ .stlfften st,. 11 bin ich bereit, auch diese Seite der Vorlage nach -.st den, stozubauen, weil wir kein Gebiet vernachlässigen dürfen, v,* f.lrtö6 Lstbi„„l'J, Zur Beilegung der weite» Kluft zwischen Arbeit- S-»»er Arbeitnehmern, virken können. Die ZeutrnmSpartci d?»ld-n.!!"166 betont, daß mit materiellen Mitteln allein die C�eiit x„6'ächt zu bekämpfen ist. Wir muffen vielmehr >» t»rL-T 6 Religiosität und der Anhänglichkeit an das Barer- % G|( der ivieder Beruhigung und besonnene Stimmung «.J wdeiterkrelse hineinbringt.(Beifall im Zentrum.) »iixstdfien nächster Stelle ist die Erkenntniß durch- tzstst baß ohne die Liebesthätigkeit der Kirche !,> Mti-, �reichen ist. Was nützen alle mechanischen %;T%' S'»kd nstMliiJj1'. stellen, Staat und Kirche, Protestantismus und t,st»tkust11? Müssen sich verbünden, dieses Bündniß ivird aber "'»9 hj? sein auf dem Boden der vollständigen Gleichberech- 6'er Faktoren und der Anerkennung ihres gegenfeitigen gottgegebenen Wirkungskreises.(Unruhe bei den Sozialdemokraten.) In diesem Sinne komme» wir mit der Vorlage einen gewaltige» Schritt in der sozialen Reform vorwärts. Wir niüssen die Vor- läge so volksthümlich wie möglich gestalten. Bei der großen Ver- schiedenheit der geiverblichen Interesse", wird eine kommissarische Berathung nöthig sein, und ich beantrage namens meiner Fraktion die Uebcrweisung der Vorlage an eine Kommission von LS Mit- gliedern.(Beifall im Zentrüm.) Abg. Tuffaurv(Soz.): Gegenüber der Bemerkung des Vor- redners, über meine, die Nmsinrzpartei, möchte ich säst vorschlagen, den Vorsitz i?' den Gewerbegerichten den Ortsgeistlicheu zu übertragen(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten); das wäre dem Vorredner vielleicht das Allerliebste. Auch diese Vorlage bleibt aus halbem Wege stehen, ivie alle sozialpolitischen Gesetze der letzten Jahre: einerseits WoHlivolle» gegen den Arbciterstanb, andererseits ungerechtes Mißtrauen gegen denselben! An den Wahlen zu de» Schiedsgerichten sollen sich nur die bcthciligen dürfen, die das 95. Lebensjahr erreicht haben, und die Beisitzer der Schiedsgerichte sollen sogar 30 Jahre alt sein.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Es giebl ja sogar Reichstagsabgeordnete, die eben erst L5 Jahre alt sind; diese ivürden also in ihrer Heimath nicht Beisitzer in Schiedsgerichten sein können, obivohl sie Reichstagsmitgkieder sind.(Abg. Singer: Sehr richtig!) Für die preußischen Landtagswahlen genügt doch ein Alter von 24 Jahren, ebenso bei den Stadtverordnereinvahlen; in Süddeuisch- land ist man sogar mit dem 21. Jahre wahlberechtigt. Bei der Berliner Gemeindevertretung habe ich es durchgesetzt, daß man mit dem 21. Jahre zum Schiedsgericht wählen kann. Der Ober- Präsident verlangte aber 25 Jahre, obivohl für Leipzig, Frank- fnrt a. M. und andere Orte bereits 21 Jahre zulässig sind. In manchen Geiverbe-Schiedsgerichteu in Deutschland brauchen selbst die Beisitzer nur 21 Jahre alt zu sein, zum Beispiel in Offen- bach und Liegnitz; darauf will ich allerdings nicht pochen, denn mit 25 Jahren hat man doch noch mehr Lebenserfahrung. 25 Jahre sind aber vollkommen genügend für die Beisitzer. Eine große Zahl Arbeiter erreicht überhaupt nicht das dreißigste Jahr.(Große Unruhe.) Nach dem österreichischen Gesetz vom 14. Mai 1809 kann man schon mit dein 20. Jahre sich an den Beisitzcrwnhlen bctheiligen. In Leipzig und Frankfurt a. M. haben auch die Frauen das aktive, ivenn auch nicht das passive Wahlrecht, und das hat sich auch bewährt. Verlangt man Veriraucn von den Arbeitern, muß inan ihnen solches auch entgegenbringen. Ohne bedeutende Aenderungen ist die Vorlage für uns vollständig unannehmbar. Warum solle» die Geiverbegerichte nicht obligatorisch sein? Das Bedürfniß, Streitigkeilen zwischen Arbeitgebern und Arbeitiiehmeril zu erledigen, ist doch überall vorhanden; kleinere Gemeinden können sich, zur Errichtung eines Gewerbegerichts verbinden. Ich werde die obligatorische Einführung der Geiverbegerichte beantragen. Sehr befremdet hat mich die Bestimmung, daß nur Die gewählt werden können, welche in den letzten drei Jahren keine Unterstützung aus öffentliche» Mitteln erhalten haben. Warnin hier so ängstlich, wenn bei den Reickstagswahlen nur Ter von dem Wahlrecht ausgeschlossen ist, der in dein letzten eiiie» Jahre keine Armenunterstiitzung erhalten hat? Mir ist dieser Widerspruch unbegreiflich. Wozu ferner die schwerfällige Maschine der Berufung an daS Lanvgericht, wo diese Streitigkeiten möglichst schnell beigelegt iverden sollen? Bei den Landgerichten besieht auch Anivaltszwang, der Arbeiter kann sich aber i» den meisten Fällen keinen'Anwalt halten, während die Arbeitgeber diese Kosten nicht scheuen und immer die Be- rufung einlegen werden. Der Arbeiter kann zivar das Armen- recht für sich beantragen, aber für diese Wohlthat dankt die große Mehrzahl der Arbeiter, die zum Beivuhtsein ihrer heutigen Lage gekommen sind, denn durch das Armenrecht verlieren sie ihre stadtsbürgerlichen Rechte bei den Wahlen. Deshalb werde ich beantragen, die Berufung an die ordentlichen Gerichte gänzlich auszuschließen.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die Berufung an sich ist richtig, aber sie muß innerhalb der Geiverbegerichte selbst zu suchen sein, vielleicht durch Bildung eines anderen, aus anderen Personen bestehenden Senats. Wir haben noch mehr Bedenken gegen die Vorlage und werden deshalb auch noch Verveg'erungs- antrage stellen. Bieten Sie ivenigcr, als ivns schon in den Ortsstatuten verschiedener Städte zugelassen ist, so tritt eine Ver- schlechterung deS jetzigen Zustandes für die Arbeiter ein, bieten Sie mehr, desto besser. Das Wahlrecht muß auch de» Frauen ge- geben iverden, mindestens das aktive, ivenn auch nicht das passive. In Berlin sind 50—00 000 Frauen in der Industrie beschäftigt. Ich bitte Sie, der Vorlage in der Form, wie sie vorliegt, Ihre Zustimmung nicht zu geben.(Beifall bei den Sozialdemokraten). Abg. Klcni»n-Sachse>'(dkons.) hält es nicht für„othivendig, die geiverblichen Schiedsgerichte obligatorisch zu mache»; denn in weiten Landstriche» des deutsche» Vaterlandes bestehe gar kein Bedürfniß dafür. Von dem eigentlichen gewerblichen Schied?- geeichte früherer Auffassting sei wenig übrig geblieben, die gcwerb- licheil Schiedsgerichte ivürden eingefügt in die Justizorganisation, und daraus erkläre sich Manches, was der Vorredner getadelt habe. Daraus erkläre sich namentlich die Für- sorge für die Zusannncnsetzuug der Schiedsgerichte, deren Th.itigkeit ein Ausfluß der Justizhoheit des Staates sein solle. Auf die Schiedsgerichte ist das Verfahren der Zivil- Prozeßordnung übertragen worden mit einige» Aenderungen, welche in der Praxis in den letzten Jahren gewünscht worden sind. Aber die Fassung ist eine solche, daß nur ein Jurist sie verstehen kann; sie nnißte so umgearbeitet werden, daß auch ein Nicht-Jurist sich durchfinden kann, was jetzt bei der vielfachen Veriveisung auf andere Gesetze sehr schivierig ist. Die Schieds- geeichte als Einigungsämter sollen nur gewiffermassen ein mora- lisches Geivicht geltend machen können. Das ist nicht genügend. ' Abg. Wroev(Berlin): Es ist mir zweifelhaft, ob der vor- liegende Gesetzentwurf geeignet ist, die in unserein lliechtsleben »•** r? f. k ,%<«■*(>.*1____*# r'- ff«.& Xx«■„Tu,.•«.. x.k 4*„ Z geeignet. bereits vor, daß geivisse Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitern innerhalb der Schiedsgerichte oder durch die Gemeinde- bchvrden entschieden werden sollen. Tie Gewerbeordnung leidet nun aber an dein Fehler, daß sie nicht uinsassende Mittel schafft, die gewerblichen Schiedsgerichte herzustellen. Dazu sind besondere Statuten nöthig und diese bedürfe» der Genehinigung der Regienma. Diese Genehmigung ist in vielen und wichtigen Fällen versagt worden. Tie Berliner städtischen Behörden haben z. B. im'April 1888 den Entwurf zu einem Ortsstatut eilige- bracht und eist am 9. Dezember 1889 einen Bescheid erhalten, der alle möglichen und nnmöglichen Einwendungen enthielt und die Gemeinde zu neuen umfassenden Arbeiten zivang. Ein solches Verfahren der Staatsregierung ist schwer»n Einklang zu bringen mit den arbeiterireundlichen Gesinnungen, zu denen die Regimina sich bekennt. Zweifellos ist der ordentliche Rechtsweg für die Streitigkeiten zwischen Arbeitern und Arbeitgebern zu kostspielig und langlvierig. Ter Arbeiter, der vom Tagelohii lebt, muß schnell zu dem ihm gebührenden Gelde kommen. Dazu komint ein Anderes. Die Römer unterschieden zivifchen iiiclicmm und arbitrlum. Tos judicium ist die logische Subsnintion eines gegebenen Falles unter eine allgemeine Regel. Der arbiter steht mitten zwischen beide» Parteien und er macht sie auf dasjenige aufmerksam, was sie verabredet haben würden, wenn sie den Fall, der sie äugen- blicklich in Zwist gebracht hat, vorausgesehen hätten. Für Streitigkeiten zwischen Arbeitgeber» und Arbeitern eignet sich nur das Verfahren des arbiters. Es bedarf hier eines Mannes, der mit Kopf und Herz zwischen beiden Parteien vermittelt. Des- halb ist auch eine Theilnahme beider Theile an der Rechtsprechung erforderlich. Tie Theilnahme des Arbeiters hat den ethischen Vortheil, um einenJhne»(rechts) geläufigen Ausdruck zu gebrauchen, daß der Arbeiter als Rechtsprechender mit der Zeit das Maß der Verantwortlichkeit kennen lernt, ivelches jeder Obrigkeit obliegt. Tie Vorlage bemüht sich zivar, die vorhandenen Mängel zu heben, sie lehnt sich aber zu iveuig an das historisch Entivickelte, a» die Ortsstatuten der größeren Städte wie Breslau, Frankfurt a. M., Leipzig, Nürnberg, Stuttgart au. Der Verfasser dieses Gesetz- eutwurfes hat aus allen diesen Entwürfen blutwenig gelernt. Er schöpft seine Ideen lediglich aus der Tiefe seines Gemiiths, imd der Eutivurf sieht dieserhalb einem Homunkulus ähnlicher als einem lebensfähigen Wesen.(Heiterkeit.) Am Bedenilichsien ist mir, daß die Wahl des Vorsitzenden der Bestätigung durch die Staatsregieruug bedarf. Gerade an dieser Bestimmung ist 1373 das Gesetz, das dem Abschluß nahe war, gescheitert, und ich fürchte, daß es diesmal nicht anders iverden wird, ivenn die Negierung sich nicht eines Besseren besinnt. Ich will ja gern konzediren, daß der Vorsitzende die richterliche Quälifikation erworben hat, daß gegen seine bürgerliche Ehren- haftigkeit nichts vorliegt. Aber ivelcher Grund liegt vor, in unsere kommunalen Verbände, in unsere großen Städte das Miß- trauen zusetzen, daß sie nicht selber die geeigneten Beamten sinden werden, daß sie nicht die Ordnung der Wahlen aufrecht erhalten werden? In Bezug auf das Wahlrecht enthält der Entwurf manche lästigen Bestimiilungen. Meiner Uebcrzeugung nach muß auch den Frauen das aktive Wahlrecht gegeben werden. Sie auch zum passiven Wahlrecht zuzulassen, dagegen habe ich vorder Hand noch einige philisterhafte Bedenken.(Heiterkeit.) Die Zumuthuug, daß da, wo eine Innung sich austhut und ein Schieds- gericht bildet, daß große allgemeiue Schiedsgericht seine Thätigleit einzustellen hat, ist die Anwendung des verrufenen Grundsatzes: Willkür bricht Stadtrccht. Zu diesem Grundsatz bekenne ich mich nicht. In Bezug aus die Unentgeltlichkeit des Versahrens und den Ausschluß der Anwälte stimme ich mit Herrn Bachem überein. In Bezug auf die Einlegung von Ncchtsmittel» kommt wiederum der Gegensatz zwischen judicium und arbitrium zur Sprache. In der ersten Instanz soll ein arbitrium stattfinden, in der zweiten soll es sich in ein judicium umwandeln. Ich frage, wer würde schließlich Lust haben, an einem solchen Schiedsgerichte theilzu- nehmen, ivenn seine ganze Wirsamkeit keinen anderen Erfolg hat als den, daß ein Mann, der einer anderen Berusssphäre ange- hört, ihm schließlich sagen darf. Du hast eine Thorheit begangen! Wir müssen dem Arbeiter Vertrauen zeigen. Geben Sie den ar- bcitendcn Klassen nicht einen Gesetzentwurf, mit dem sie zufrieden sind, so geben Sie Ihnen gar nichts. Ich ivünsche, daß die Kommission mit Eifer und Lust an die Arbeit gehe.(Beifall links.) 'Abg. Miguel: Ich stehe dem Gesetzentwurf nicht so skeptisch gegenüber wie der Vorredner. Ter Entwurf ist insofern richtig konstruirt, als er auf der einen Seite es nicht dem guten Willen der Gemeinden überläßt, oo sie solche gewerbliche Schiedsgerichte einrichten wolle« oder nicht, auf der anderen Seite aber auch sich hütet vorzuschreiben, daß sie in jeder Ortschaft oder in denjenigen Theilen Teutschlands, ivo sie überflüssig sind, errichtet werden müssen. Der Vorredner hat die geiverblichen Gerichte als Schiedsgerichte charakterisirt, während sie ein Anderer Standesgerichte genannt hat. Beides ist irrig; ein Schiedsgericht setzt voraus, daß zivar Personen kich dem Urthcilsspruch eines Dritten freiivillig unterwerfen; da kann allerdings von einer Berufung nicht die Rede sei». Hier aber wird der einzelne Arbeilgeber oder der Arbeiter gar nicht gefragt, ob er sich dem Nrtheil dieses Gerichts uuterwerscn will; er ist dazu obligatorisch durch das Gesetz verpflichtet. Noch weniger ist eS ein Standesgericht; es ist gar nicht für einen bestimmten Stand konstruirt, sondern es hat eine beschränkte 5kou>pctenz über SKechtsstreiligkeite», die aus verschiedenen wirthschaftttchen Ver- hältniffe» resultiren. Der Vorsitzende kann aus jeden? Stande ge- nomine?? werden, die Beisitzer ans Arbeitgebern und Arbeitern, um dem Gericht daS nöthige Vertrauen zu sichern und um fachkundige Personen in gewerblichen Fragen zu haben. Wird ivirklich nach dem Vorschlage des Abg. Bachem nur den Arbeitern eine Vergütung für versäumte Arbeit gezahlt, dem Arbeitgeber aber nicht, so wäre damit der Todcskeim in das ganze Gesetz gelegt; die Rickter müssen unbedingt entweder keine Diäten oder beide Theile zwangsiveise Diäten bekommen. Was die Frage der Wahl des Vorsitzenden betrifft, so hat der Abg. Meyer an die Stelle der Bestätigung durch die Regierung die Rechtskundigkeit des Vorsitzenden setzen wollen; das wäre nock) schlimmer als die Bestätigung. Feine und schivierige Rechtsfragen iverden bei diesen Streitigkeiten nur in sehr seltenen Fällen vor- kommen; man wird sich im ivciteren Verlauf auf konstaute Sprüche des Gerichts berufen können, die, dem Arbeitgeber und den Ar- beitern zur öffentlichen Kenntniß gebracht, von diesen, wie es be- reits in Frankfurt geschehen ist, mit Dank aufgenommen werden. Auch ich glaube, daß man aus die Zuziehung von Rechtsanivälten verzichten kann. In Frankfurt u.M. wenigstens haben sich die Arbeiter ganz entschieden für den'Ausschluß der Rcchtsanivälte ausgesprochen. Es muß jede geiverbsmäpige Vertretung vor Gericht ausge- schloffen iverden.(Zustimmung). Es ist ivünschenswerth, daß in der Regel die beiden Theile persönlich vor Gericht erscheinen und sich gegenseitig persönlich aussprechen. Der lebendige Verkehr zwischen Arbeitgebern und Arbeitern wird dann zu einer Vcr- söhnung und zur Aufklärung von Mißverständnissen führen, welche in der Regel den ganzen Streit überhaupt erst herbei- geführt haben. Was die Kosten anbetrifft, so habe ich nichts da- gegen, wenn einzelne Kommunen die Kosten des Verfahrens auf ihre Kasse übernehmen ivvllen, wen?? ich and) nicht verkenne, daß bei einer obligatorischen Einführung dieser Maßregel manche Gemeinden sich gegen die Errichtung der Schiedsgerichte sträuben würden. In Bezug auf die Zulassung der Berufung kann ich mittheilen, daß ivir in Frantfllrt a. M. die Berufung ausge- schlössen haben und daß mir Klagen über verkehrte Urtheile infolge dessen bisher nicht bekannt geworden sind. Ob das aber überall der Fall sein wird, weiß ich nicht. Jedenfalls würde die Berufung bei geringfügigen Werthobjekten, also etiva bis 20 M., als sehr lästig empfunden iverden. Der Arbeiter muß schnell zu seinem Gelde kommen, das ist immer besser, als wenn in einzelnen Fällen nicht ganz nach dein Rechte verfahren wird. Es ist nun keine Frage, daß das Schiedsgericht an die Stelle der bestehenden ordentlichen Gerichte tritt. Diese beruhen sännntlich aus Er- nennung des Staates, und vom staatlichen Standpliiikt aus kann man sagen, wenn hier die Kompetenz der ordentlichen Gerichte beseitigt ivird und an ihre Stelle besondere Gerichte gesetzt wer- den, so hat der Staat mindestens einen Anspruch aus Bestätigung. Aber vom allgemeinen Standpunkt aus hat man gegen die Be- stätigung wohl einige Einwendungen. Ich glaube indessen nicht, daß diese Frage zu einer Aenderung des Gesetzes führen T föunte. Da, wo die Schiedsgerichte durch die größeren kommunalen Verbände eingerichtet sind, und in großen S�dten sind die nöthigen Garantien für die Qua- Ilfiration des Vorsißendcn vorhanden. Für die kleineren Geineinden liegt vielleicht die Gefahr vor, daß zum Vorsitzenden eyer ein Mann ernannt wird, der mehr die Interessen der Arbeitgeber, als die der Arbeiter im Auge behalt. Ich kann aber nicht zugeben, daß daraus im Allgemeinen dem Staate in Bezug auf die objektive Behandlung dieser Frage eine Gefahr erwächst._ Andererseits glaube ich, daß die Befürchtungen in Bezug ans die staatliche Bestätigung sehr übertrieben sind. Jeden- falls nehme ich lieber in den Kauf, daß die staatliche Bestätigung uothlvendig ist, als daß der Vorsitzende eine juristische Qualifi- kation besitzen muß. Wenn man die Berufung beibehält, wie es der Entwurf vorschlägt, so ist die Bestätigung überhaupt überflüssig. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß die Arbeitgeber im Anfang gewisse Besorgnisse hatten und den Gerichten kein rechtes Ver- krauen schenkten, daß aber dieses Vertrauen unter den Betheiligtcn sehr bald sich entwickelt hat. Wenn es gelingt, in ganz Deutschland alle gewerblichen Streitigkeiten auf eine rasche, billige, vertrauenerweckende, durch die Zustimmung der Arbeit- gcber und Arbeiter getragene Art und Weise des Gerichts- Verfahrens zu erledigen, so ist das ein so eminent großer Gewinn, dost. man über kleine subjektive Bedenken hinivegsehen kann. (Beifall.) Abg. lUintcrcr(Elsässer) begrüßt die Vorlage mit großer Freude, iveil sie die Bildung von Schiedsgerichten erleichtere; solche bestnudeii in Elsaß-Lothringen, aber sie konnten bis jetzt nur durch kaiserliche Verordnung errichtet werden uiid seien auch sonst an schwer zu erfüllende Bedingungen geknüpft. Besonders anerkcnnenswcrth ist der Versuch, die Schiedsgerichte zu Einigungsämtern zu machen. Wer die bedenklichen Arbeiter- ausstände gesehen hat, ivird jeden Versuch, hier Besserung zu schaffen, mit Freude begrüßen. Staatssekretär v. zlortti icher: Ich möchte Sie zunächst bitte», den zuerst von dem Abg. Tutzancr ausgesprochenen Ge- danken auszugeben, als ob aus dieser Vorlage von Neuem ein Mißtrauen der Regierungen gegen die arbeitenden Klassen sich ergebe.(Ruf bei den Sozialdemokraten: Doch!) Dieser Ruf ist der Ausdruck einer subjektiven Empfindung; die Regierungen werden erwarten dürfen, daß ihnen auch objektiv der Beweis gc- liefert wird, daß ein solches Mißtrauen in der Vorlage enthalten ist.(Sehr gut! rechts.) Allen diesen sozialpolitischen Entwürfen liegt lediglich die Tendenz zu Grunde, die Lage der arbeitenden Klassen zu verbessern; wir mögen darin ungeschickt gewesen sein (Heiterkeit und Zumfe bei den Sozialdemokraten), die Absicht, die Lage der Arbeiter zu verschlechtern und ihnen Mißtrauen entgegenzubringen, haben wir jedenfalls nicht gehabt, und sie liegt uns hier fern. Ich zweifle auch gar nicht, daß, wenn der Abg. Tutzauer mit uns erst längere Zeit gearbeitet haben wird, er selbst diese Anschauung zu korrigiren geneigt sein wird.(Unruhe bei den Sozialdemokraten.) Der Abg. Meher, dessen Ausführungen ich mit großem Interesse gehört habe, hat »ine historische Auseinandersetzung in Bezug auf die Unterscheidung zwischen judiomm und arbitrium gegeben und gemeint, daß es sich bei der vorliegenden Materie weniger um die Leistung eines Judicium, als um die Thätigkeit eines aibiter handelte. Er hat übersehen, daß es in diesem Punkte nicht allein darauf ankommt, lediglich zu vermitteln, sondern darauf, Streitigkeiten über Mein und Dein und zwar nicht bloß vermögensrechtliche Streitigkeiten, sondern auch solche, die eine sehr viel größere Bedeutung haben, zu entscheiden, insofern sie sich nämlich auf die Fortsetzung oder auf die Aufgabe übernonnnener Leistungen erstrecken. Ueberträgt man auf die gewerblichen Schiedsgerichte einen Theil der Funktionen der ordentlichen Gerichte, so muß auch ausreichende Sicherheit geschaffen werden, soweit dies mög- lich ist, daß die Urtheile dieser gewerblichen Schiedsgerichte ebenso unbefangen und objektiv gefällt werden, wie bei den ordentlichen Gerichten. Halten Sie aber an diesem Gedanken fest, dann können Sie nicht jede Mitwirkung des Staates auf dje Komposition dieser Gerichte ausschließe». Herr Miguel hat durchaus Recht, daß die Gefahr, die man in der Bestätigung des Vorfitzenden erblickt, durchaus überschätzt wird. Nicht politische Motive haben die Regierungen bestimmt, auf der Bestätigung des Vorsitzenden zu beharren, sondern lediglich die Betrachtung, daß der Staat die Ausgabe hat, dafür zu sorgen, daß auch in diesem Falle für die Objektivität und Sachgemäßheit des Richterspruches die größtmöglichen Garantieen geschaffen werden. Jch zweisie nicht, daß in einer ganzen Reihe von Städten und Kom- munenVorsttzende ohne staatliche Bestätigung ebenso gut und objektiv die Sache machen werden. Gleichwohl kann der Staat nicht dar- auf verzichten, daß er die Verantwortung, die er in Bezug auf die Rechtspflege trägt, auch möglichst wirksam zur Geltung bringe. Es ist mir bisher kein Fall bekannt, wo die richterliche» tunktio.en auf Organe übertragen worden sind, bei denen der tacck absolut keine Einwirkung hat. Deshalb haben wir fest- gehalten an den Vorschlägen des Entwurfs von 1878, dessen Verfasser ich übrigens nicht bin.(Abg. Meper-Berlin: Das glaube ich!) Der Abg. Meyer bemängelt, daß wir von der Enlwickc- lung unserer Schiedsgerichte nichts gelernt hätten. Was konnte die Regierung Besseres und Sicheres thun, als daß sie sich in der Hauptsache anlehnte an denjenigen Entwurf, der, abgesehen von einigen Meinungsverschiedenheiten, bereits 1878 den Beifll der überwiegenden Mehrheit des Hauses gefunden hat. In Bezug aus eine ganze Reihe von Details werden wir mit uns reden lassen. Wollen Sie z. B. eine Vorschrift haben, wonach das Verfahren kostenfrei sein soll, wenn die betr. Gc- meinden diese Kosten übernehmen, so werden die verbündeten Re- gierungen wahrscheinlich daraus keinen casus belli machen. Ebenso könnte ich den« Abgeordneten Tutzauer zustimmen, daß man die Berufungsinstanz in ein Kollegium verlegt, welches mit dem gewerblichen Schiedsgericht in eine Verbindung gebracht wird, so daß man also darauf verzichten könnte, die Berufung an die Landgerichte zu bringen. Was die Aussichten des Ent- wurfs betrifft, so habe ich aus allen Vorträgen die tröstliche Ueberzeugung gewonnen, daß alle Parteien ein lebhaftes Interesse an der definitiven Gestaltung des Entwurf haben und daß die Möglichkeit, sich über die Differenzen zu verständigen, nicht aus- geschlossen. Wir hoffe», daß dieses Gesetz, man mag vielleicht hier und da seine Wirkung überschätzen, jedenfalls dazu beitragen wird, daß die Streitigkeiten zwischen Ardeitgebern und Arbeitern in einer schnellen und die streitenden Tbeile bcsriedigenden Weise erledigt werden und daß der Abschnitt wegen der Einigungsämter, in dem er eine legitimirte Stelle schafft, in der die Streitigkeiten allge- meiner Natur zum Ausdruck gebracht werden können, die ganze Arbeiterbewegung in ein ruhigeres Fahrwasser bringt, was hoffentlich seine guten Früchte für den Frieden der Bevölkerung und die Wohlfahrt des Reichs im Gefolge haben wird.(Beifall.) Abg. Meyer(Berlin): Herr v. Boetticher hat mir die An- ficht untergelegt, daß Arbeiter und Schiedsrichter dasselbe seien. Das ist unrichtig. Der Arbeiter, imlLatcinischen arciter receptus, ist nicht immer Schiedsrichter, sondern znweilen auch Richter. Abg. Gberty(dfr.): Die bisherigen Schiedsgerichte, welche auf den Wahlen auf breitester Basis beruhen, haben zu Beschwer den und Klagen über Parteilichkeit keinerlei Veranlassung gegeben. Die Frage steht also so: Will man ein Gericht haben, welches das größte Vertrauen genießt, dann muß man die Wahlen in weitester Ausdehnung zulassen. Will man ein Gericht, wie die ordentlichen Gerichte, dann muß man die staatliche bureaukratifche Einwirkung zulassen. Wenn das Gericht das allgemeine Vertrauenge- uießen soll, dann muß die Wahlberechtigung möglichst ausgedehnlsein, auch aus die Frauen; dann muß man in Bezug auf die Rechts- mittel sehr vorsichtig sein, um die Schnelligkeit der Entscheidung nicht aufzuhalten. Politische Gründe sollen nicht zur Bestätigung geführt haben. Aber mißtrauische Wachsamkeit ist der beste Hüter aller Freiheit. Wir haben nach den Erfahrungen, welche wir gemacht haben, keine Veranlassung, auch nur einen Zoll breit ab- zuweichen von dem stüheren Verhalten. Wir haben keine Beran- lnsstmg, den Vorsitzenden einer kommunalen Einrichtung von der Bestätigung der Regierung abhängig zu machen. Die Personen, welche fetzt versichern, daß ihnen politische Gründe fern gelegen haben, sind vergänglich, und— gebrannte Kinder scheuen das Feuer! Die Einigungsämter tonnen nur dann wirken, wenn mehr Vertrauen zwischen Arbeitern und Arbeit- gebcrn vorhanden sein wird: deswegen ist es ziemlich gleichgiltig, wie die Vorschriften über die Einigungsämter ausgestaltet sind. Einige Kantelen müssen dagegen geschaffen werden, daß nicht durch landesgesetzliche Bestimmungen oder durch Forderung der Landes-Zentralbehörden Dinge erzwungen werden, welche den Gemeinden nicht gefallen. Die Vorlage wird darauf einer Kommission von 21 Mitgliedern überwiesen. Schluß 4 Vi Uhr. Nächste Sitzung M o n t a g 1 Uhr.(Nach- tragsetat.) Lolmlos. Gegeitüber drm gewaltig striizenden Uersichr erweisen sich auch bei dem leistungsfähigsten unserer Verkehrsmittel, der Stadtbahn, die Einrichtungen vielfach als nicht ausreichend. Be- ständig werden die Klagen über die Zustände auf vielen Stadt- bahnstationen zu Zeiten lebhaften Vergnügnngsverkehrs laut, und nur ausnahmsweise gewahrt man Maßnahmen der Bahn, solchen Ilebelständen Abhilfe zu schassen. Wie oft ist beispielsweise schon Klage geführt worden über die Mängel der Station Halensee, welche schon seit Jahren Ziel eines lebhasten Vergnügungsverkehrs war, neuerdings aber durch die Entwickelung der Kolonie Grunewald zu einer ganz ungeahnten Wichtigkeit gediehen ist. Aber nichts geschieht, um hier menschliche Zustände zu schaffen. Erst wenn ein großes Unglück sich ereignet hat, wird man amtlich entdecken, daß hier schleunige Abhilfe Noth thut, wird ein halbes Dutzend Entwürfe anfertigen, wieder verwerfen— wie bei den Bahn- Höfen Wilmersdorf, Schmargendorf und Schöneberg— endlich beim Landtage die Bewilligung der nöthigen Mittel beantragen und nach wiederum einigen Jahren glücklich mit einer neuen An- läge fertig geworden sein, die sich in demselben Augenblicke zu klein erweist, Ivo sie geöffnet wird, weil naturgemäß inzwischen der Verkehr wieder weit über das sauber veranschlagte Maß hin- ausgcivachsen ist. War's etwa nicht in Westend genau so? Es mag zugegeben werden, daß es schwer ist. ausreichende Vor- kehrungen für Zeiten ungewöhnlicher Beanspruchung zu treffen; aber diese Schwierigkeit muß überwunden werden. Man denke doch nur daran, wie der Verkehr etwa nach zwanzig oder dreißig Jahren sich gestaltet haben wird, wenn er sich in demselben Maße wie jetzt sortentwickelt! Wenn er jetzt schon nicht mehr bewältigt werden kann, wie soll es denn dann werden? Ter Fehler ist eben der, daß die Bahnvcrwaltung sich schieben läßt, statt selbst thätig vorwärts zu drängen, daß sie immer nur strebt, sich über den Augenblick hinwegzuhelfen, statt zu rechter Zeit mit weitem Blick und im großen Stile der Zukunft vorzuarbeiten. So lange Grund und Boden nocb reickilich und billig für neue GeleiSanlagcn und Vahnho>serweiterungen zu haben sind, hütet sie sich sorgfältig, Geld für dergleichen auszugeben. Ist dann Alles bebaut und der Werth des Landes verzehnfacht, dann kommt sie mit hohen Forderungen für Erweiterungsbauten an, weil es durchaus nicht mehr weitergehen wollte. 1888 hat der Landtag. die Mittel bewilligt für den Umbau der Ringbahnhöfe Schöne- für 10 Pfennig schüttete. berg, Wilmersdorf-Friedenau und Schmargendorf. Bis heutigen'* S!" Tages ist nicht nur noch kein Spatenstich zur Ausführung ge- schehen, sondern auch noch kein Abschluß von Bodcnerwerb er- folgt, obschvn das Land an diese» Bahnhöfen so zu sagen stünd- lich im Preise steigt. An Verhandlungen freilich hat es nicht gefehlt. Dicht am Bahnhose Schmargendorf steht ein schmuckes rothes Häuschen; ein Gärtner hat sich dort niedergelassen und 'ich eben mit Mühe und Sorgfalt den Garten hergerichtet. Nun er ein großes Stück davon abtreten. Das will er auch, er (ßittt schwarze Liste veröffentlicht das„Verbands-Ble� Deutschen Schneiderinnungen" von Zeit zu Zeit, worin w betischer Reihenfolge alle säumigen Zahler und faulen unter Angabe ihres vollständigen Vor- und Standes, Wohnorts und dergleichen mehr au Selbst die Summe,"~" K „. fgefuhrt Selbst die Summe, welche sie schuldig geblieben sind, mitangegcben. Jeder dieser auf der Schivarzen Liste SHiPl trägt außerdem einen oder mehrere der Buchstaben A, d, c ...'n t,, mehrere oer-ouuinccvr» r' u A, b, G, H oder J als besondere Signatur, und zwar bedem» Ist ohne Erfolg verklagt oder ausgepfändet. B: Hat sich I1 schwelgend ohne Zahlung entfernt. C: Hat die Verjährt nutzt. D: Ist insolvent oder nicht im Stande zu bqA ts.- Hat den Offenbarungseid geleistet. F: Die geg-nn'- Adrejfe ist unbekannt. G; Hat die versprochene Zahlung�- dem P. P. wird gewarnt. J: Hff, gehalten. H; Vor..............„_______ Zahlungsaufforderung erhalten und unberücksichtigt Einzelne Innungen bedienen sich nicht dieser Biichstaben-S'SQ sondern spezisiziren die einzelnen Fälle, beispielsweise:».1 in«» ir-a'i'o*"——--------- m.vfrfl'TÄ gebrannt. Erfolglos gepfändet, Soll nach Amerika sein, VsN n aber zahlt nicht. Schützt sich mit Verjährung, Verklagt, Frau zugeschrieben. Stellenlos, Schwindler, Sehr faul, V j •-..—... �,. a£0�11 v'�i barungseid geleistet. Dürfte Vorsicht am Platze sein, haus bestrast u. s. w. Die Mitglieder der Schwarze haus bestraft u.). iv. itne wlirgueoer oer... rekrutiren sich aus allen Lcbensständen, Kaufleuten, Handwenfff Beamten, Lieutenants a. D., Rentiers. Gastivirthen, §" u. Vgl. mehr. Einzelne derselben führen unter„Stand die Bezeichnung Hochstapler... 3» dem„großen Miiinenfunde" in Teltow? Berichterstatter an Ort und Stelle festgestellt, daß Bauhandwerker, welche bei dem Umbau des dem machermeister Krüger gehörige» Hauses, Lindenstras � dem ein Alter von mindestens 280 Jahren nochzw ist, arbeiten, unter dem Fundament am Dienstag Nachmittag nach Vesper den Münzenklumpen unter vermoderter Umd... und Glasgefäßüberresten mit dem Spaten trafen. Dieselben. ten das Geld für Blech und nahmen nur die weiß ö' Stücke als Andenken an sich, 4G Münzen behielt Stellmacher.' Krüger und ivarf sie sofort in einen Topf mit Wasser,„da>.. blank würden", und die anderen, einige 100 Stück— hon» Alt und Jung von Teltow auS dem Bauschutt, wohin pe �- beiter geworfen halten. Es handelt sich, nach den Schriftely.i. nifsen und Daten zu urtheilen, hier um ein zur Zeit des b � jährigen Krieges vergrabenes Kapital in Höhe von ca. A, nach unserem Geldc. Tie Münzen haben die Größe von ,�, stücken und Fünfzigpfennigstücken; diejenigen, welche � Berichterstatter zu Gesicht gekommen sind, bestehen aus«J11 V jedoch sollen auch„gelbe", also goldene, darunter gewest Nachdem die Fundgeschichte zur Kenntniß der Behörden L S ist, nehmen sich dieselben der Einsammlung der vertrödelten v stücke zu Gunsten des Eigcnthümers Krüger an.. 3w»i Fälle von Llergiftnugc» wurden in nerga> Nacht in die hiesige Charitee eingeliefert, Vergiftungen, d'. sich Geheimrath Gerhardt ausdrückte, in unserer Großstadt tu« J psychischen Gründen und infolge des gestörten Familienlebens, Nahrungsursachen zu geschehen pflegen. In dem einen ckj"" W zur Vorstellung kam, handelte es sich um eine 24 jährige srau, die aus dem zweiten der angegebenen Gründe hem* ckjj ihrem Leben ein Ende zu machen versucht hat. De»,'Lfl hierzu hatte sie, wie in Erfahrung gebracht war, schon W'jy faßt. Die unglückliche Frau hatte sich eine ziemlick) starke von Karbolsäure verschafft, in die sie ein Packet Schwest � ............. Nachdem der Phosphor aufgelo'A r-c—» W'-iaetitfen.t Ar?» und dann trank sie die Mischung. Ein sofort herbeigerusen.r Arzs Wt'1 " ifl i: fordert aber einen Preis, der ihn in den Stand setzt, sein Grund- stück ohne Opfer nach der anderen Seite hin wieder abzurunden. Ter Eisenbahnfiskus bot ihm nach alter Gepflogenheit zunächst ein Spottgeld und stieg dann allmälig in einer langen Reihe von Verhandlungsterminen bis auf ein Drittel oder die Hälfte der Forderung. Nun ist endlich das Enteignungsverfahren ein- geleitet, und der Fiskus wird schließlich zahlen müssen, was er gleich hätte bieten sollen, um die Sache kurz zu machen. Die Bewohner von Halensee und Grunewald haben kürzlich ein Bittgesuch an die Städlbnhn-Berwaltung gerichtet, dieselbe möge eine» der Züge, die jede Stunde an der Station Zoologischer Garte» oder Eharlottenburg umkehren, bis Halensee weiterlaufen und erst dort umkehren lasten, weil das Bedürfniß nach einer zweiten stündlichen Verbindung mit der Innenstadt— man denke beispielsweise nur an die Schüler, die für die Nachhause- fahrt jedesmal dreiviertel Stunden auf ihren Zug warten müssen — dringend geworden sei. Sie erhielten zur Antwort, es wür- den je nach Bedürfniß Sonderzüge abgelassen werden— als wenn man auf nicht fahrplanmäßige Züge(mit denen übrigens gerade in Halensee schon sehr lehrreiche Ersahrungen gemacht sind) irgend welche Rechnung bei einem regelmäßig fortlausenden Bedürfnisse setzen könnte. Ketrrst's»er SoiuEagsvuhe der in Gekchäftrn angr strlltrn jungen Leute theilen wir mit, daß sich die Kolonial- waaren-Händler E. R. Arndt, Arndtstr. 12 und Paul Hille Nach- solgcr, Bergmannstr. 14 dem Beschluß der Berliner Arbeiter nach- gekommen sind und ihre Geschäfte Sonntags von 12 Uhr ab schließen. Wir ersuchen nun alle Parteigenossen, streng an den gefaßten Beschlüssen festzuhalten und nur in den Geschäften ihre Frauen kaufen zu lassen, die sich uns angeschlossen haben; denn nur durch strenge Durchführung unseres Beschlusses können»vir einen Erfolg erwarten. Es ist wünschenswerth, daß diejenigen Kauflente, welche sich uns angeschlossen haben, von den Partei- genossen unterstützt werden, damit der Verlust, den sie dadurch haben, daß ihre Konkurrenten ihre Geschäfte offen behalten, wieder ausgeglichen wird. In rinrr Uotiz unstrcr vorgrstrigrn Uummer war der hiesige Verein„Berliner Berichterstatter" mit einer Aeußerung des„Lokal-Anzeiger" in Verbindung gebracht, die von einer „Gerüchtefabrik" sprach. Wir werden darauf aufmerksam ge- macht, daß der„Lokal-Anzeiger" mit dieser Aeußerung den Verein „Berliner Berichterstatter" nicht gemeint hat. Die Alitiengesellschaft für Druckicrei nnd Uerlag in Berlin will, wie die„Volks-Ztg." hört, liquidiren. Sie ist die Besitzerin der von Stöcker begründeten und bis vor Kurzem von Lenß redigirten Zeitung„Das Volk". Zum 30. Mai ist eine außerordentliche Generalversammlung einberufen, welche über die Liquidation Beschluß fassen soll. In der Bilanz vom 30. De- zember v. I. ist bei einem Aktienkapital von 60 000 M. ein Verlust von 55 972 M. aufgeführt. Die Aktionäre, welche den Hof- Prediger bei der Gründung des Blattes unterstützt haben, werden bei einer Auflösung des Geschäftes von ihrem Gelde wohl nichts wieder erhalten. Zum Aufsichtsrathe der Gesellschaft gehören die bekannten Antisemiten Gerold und Rappo. Kerichiignng. In unserer Nr. 104 vom 7. Mai hatten wir eine Notiz über die Feier des 1. Mai von Seiten der Lederarbeiter gebracht. Es war darin gesagt, daß der Wirth des Lokals, Köpe- nickerstr. 3, Haltestelle der Pferdebahn, Herr Schweitzberger, sein Erablissement beim Anblick der Festtheilnehmer in nicht mißzu- verstehender Weise geschlossen hätte. Herr Schiveitzberger ersucht uns um die Mittheilung, daß die Schließung des Lokals durch- aus nicht auf ihn zurückzuführen sei, sondern, daß er diese Maß- nähme auf„höheren" Befehl getroffen habe. Tie in der Notiz angedeutete'Annahme, daß Herrn Schweitzberger irgend eine bös- willige Absicht nahe gelegen hätte, ist daher als eine irrige zu bezeichnen. Brechmittel, aber ohne Erfolg, angewendet gegeben. Mit welcher Energie die lebensmüde Frau Entschlüsse blieb, geht daraus hervor, daß, als sie Charitee gebracht wurde, den Magenaussvülungen, nommen werden sollten, heftigen und erfolgreichen entgegensetzte. Für den Mediziner ist der„Fall" intereh die seltene Komplikation, welche sich durch das zweifW ergeben. J Der Anführer einer Lande juarndlicher welche seit einiger Zeit in der Umgegend von Berlin« wesen trieb, ist vorgestern in der Person des 17 Jahre aI» ,H Paul verhaftet worden. Eine Lokal-Korrespondenz meldet Folgendes: Die zumeist im Alter von 15— 17 Jahren Bagabonden erwarben sich ihren Lebensunterhalt durch 4'*« und Einbrüche, und ganz besonders hatte lltixdorf ui»�. Treiben der Diebesbande zu leiden; Morgens wurden Häusern die gefüllten Frühstücksbeutel geraubt, am Tag» � M möglichen Gelegenheitsdiebstahle ausgeführt und zu den»ZM Zeit von der Bande verübten Verbrechen gehören der ra»„I Uebersall auf eine in der Epäth'sche» Baumschule beschälst� beiterfrau, sowie ein mit seltener Frechheit ausgeführter K�ii in der Badeanstalt an der dortigen Chaussee.— Da% T-* und Gendarmerie eifrig auf die Bande fahndete, zogen die~ sich weiter von Berlin zurück, um in kleinen Dörfer' rollen zu geben. In dem Dorfe Glasow hatte der Ann»? ä Gesellschaft die Frechheit, in Anwesenheit des Eigenthu»' � ei» Gehöft einzudringen und dort eine Taschenuhr zf.�l Der beftohlene Bauer hielt den Strolch fest, auf ein 3*'.� letzteren aber drangen die Kameraden in das Haus und um ihr Oberhaupt zu befreien, mit Knütteln auf den B' Bei der Annäherung der durch den Tumult aufmerksam denen Knechte, ergriff die Bande die Flucht, nur P. km" gehalten und nach Berlin in das Unlersuchungsgesängmp gebracht werden. Bei dem Burschen wurden außer Zäfl Diebesgegenständen eine Anzahl Kupferdrahtschlingen vorgri über deren Gebrauch der Verhastete allerlei Ausflüchte. Z Es dürfte nunmehr wohl auch gelinoen, der verspreng» glieder der Bande habhast zu werden.., Diphtheritis, Scharlach und Masern treten 1*9"� in den umliegende, t Ortschaften in verstärktem MamMf/ So herrschen u. A. in Weißcnsce, Tegel, Friedrichsfelde dorf und Pankow die Masern. In Weißensee? 50 Schulkinder, in Tegel 30 von der Epidemie befallen, daselbst bei weiterem Umsichgreifen der Krankheit die. geschlossen werden dürften. Scharlach ist in großem A i in Rüdersdorf und Umgegend aufgetreten und sind JJ Todesfälle unter Schulkindern vorgekommen. Von der ist namentlich die Ünigegend von' Erkner und Friedriche� troffen und es sind dort seitens des Kreisphysikus geeig>» sichtsmaßregeln angeordnet worden. fc ,,Der entführte Datirnt," unter dieser Spitzma»� das„N. W. Tagevl." folgende Mittheilung: Vor angep� Monaten war der pensionirte Rektor eines Berliner GyM?' Herr Wilhelm F., wegen totaler Lähmung hier in der# J Prosefsors Trasche im Allgemeinen Krankenhause mtlöelW Der mehr als 60jährige Mann hat Geld and eine hübscP Z, und überdies eine Tochter, die hier als Lehrerin thälliL� ihrem Vater aber nicht in gutem Einvernehmen lebt. stand F.'s besserte sich so sehr, daß er dieser Tage da?/! haus verlassen sollte; eine noch junge Wärterin, die P., sehr angenommen hatte, miethete ihm eine PrivalwohM'.F die Quartiergebcrin sollte ihren Miether nun vorgestern Bevor sie aber noch ankam, hatte die Wärterin Alles F. reise des Mannes vorgekehrt und war mit ihm sortgel�jo wohin, weiß Niemand. Die Direktion des Allgemeinen y Q Hauses hat die Polizei von dem Falle glaubt, daß die Wärterin den alten" beabsichtigt. Wieder ist ein aus einem Elfenwerk«»erd%z. trug bei der Ausführung einer Schienrnliefr�,,- preußische Staatsbahnen zur gerichtlichen Verhandlung Vor einigen Jahren rief eine Verhandlung vor dem M in Osnabrück großes Aufsehen hervor, weil mehrere 3%) Meister und Arbeiter des Osnabrücker Stahlwerkes �[f Aufdrücken falscher Stempel Schienen, welch« von livtl vv».cvuywuifc»»"* alle in Kenntniß gest'Z� i Herrn meuchlings zu'. '1 ogar ein» fc»r v5 umfangreiche Vorbereitungen getroffen >es Werk»�» Werkstatt errichtet war, erklärten die Leiter hatten Tkf m-', fie keine Kcnntniß von dem Betrug gehabt brechen �uzfebe» n! als fehlerhaft verworfen waren, das runa a»n°°'' ��erfreien gegeben und sie unter die zur Abliefe- ber flffchmuggett hatten. Obwohl zur Herstellung sogar em- mnfangreiche Vorbereitungen getrofscn waren, desWerk Beamten und Arbeiter hätten freiwillig das Ber- -oiUi> hn?a5®en' um das Werk vor Schaden zu bewahren! ein Obw...?-!-!'uurde auf dem Eiscniverke in Horde eisen ,n»f� entlarvt, als er größere Mengen Stab- 'Unten hör ft?f?un dem zur Abnahme entsandten Be- ivar kou? �stenbahndirektion Magdeburg verivorfen worden halte Weife mit einem falschen Stempel versehen etwas hnnf?'v �iafem Falle wußte keiner seiner Vorgesehten gesent uer Mann hatte seinen guten Siamcn auf's Spiel sichtlichen rja§. Werk nicht geschädigt würde. Zu einem ge- niast nn u Zuschritten kam es nicht, weil der Uebelthätcr schien- welche ihm � �. stiug. wo cr mit Hilfe von Empfehlungen, hielt nerertwilligst ausgestellt wnrden, eine gute Stellung er- Eterkrah» Werkmeister auf der Gutehofsnnngöhütte zu santen„nx Duisburg Schienen, welche für untauglich be- Wette>»r ro T fccnl Abnahme entsandten Beamten dem rerseben ,, ��fugung gestellt waren, mit einem falschen Stempel beo SlitorrÜ•-,tntcv abgenommenen gemischt. Die Vorgesetzte» Treiben f„' hul eu natürlich von seinem betrügerischen nicht nJ T'L"bmß gehabt, und da steh dein Manne auch ..........-..........-■......"- i m eine Stellung im Auslände bot, so muß er (.-.....» uut einer Gesängnißstrafe von zwei Monaten büßen. in 5uoi.ps!" Al Kouponfäischrr-, Litstoorapl, Marsgrast bas VolL,,' hat sich, wie der dortige Anzeiger miltheilt, nicht,'/tungsmaterial dermaßen gehäuft, daß an seiner Schuld ton fnotttlL?" Zweifeln ist. Eine Begutachtung des Falsifikats aichp. �'%btget Seite ergab, daß die Rückseite deS Koupons »Das n.»!."khographirten Zeilen noch drei Zeilen mit dem Tert bnrck m.°?�""S°rechi deS Inhabers verlischt:c." enthält, welche trsien 1"� hergestellt sind, was für den Fachmann ans den Buch?Fch die Schärfe und Gleichmäßigkeit des Bildes der Bi!ch>-r. 5""-s"� den Laien aber daraus ersichtlich ist, daß die drei tW[!»r??'"'b den oberen lithograp Hirten Zeilen nicht Fiirbun» Bausen und auch durch' die weniger schwarze lrnckt c.' 0011„ letzteren abstechen, also unbedingt aiisge- Ä ho»", müssen. Man fahndete deshalb darnach, ob einVoiJ'''der eine kleine Bnchdriickerei-Einrichtung versügte, zusau,».?� Schristmaterial wie das, an? welchem besagte Zeilen mit ai si'w, besitze, und fand die Schrift endlich, noch d«»> versehen, in einein unscheinbare!' Pappkästchen, in >vncho x-"'ke Schriftmaterial aufbewahrt wurde. Anßerdeni »uj,.., zur Herstellung des Unterdrucks der ersten Seite be- klinii niT' eigenartiges Roth, au, gesunden. Ter Fälscher der?r nur Marggrafs gewesen sein, da er in seine», Geschäft verbokt�W war, der lithographiren konnte. Der in Fürstenberg siidri..�"ufbursche des M. ist ebenfalls nach Crossen überge- ""worden. initioi" /chwerer zlngliirltsfnli ereignete sich vorgestern Nach- inqr n»'.Spandauer Bock. DerLchähr. BrattburfcheAlwin B. w Fahrstuhl beschä,ligt. Oben angelangt, wollte er ab- «ermpe in ein Krankenhaus gebracht werden llinoni?� krauste Knst hatte der in einer bei Pankow bele- ü«m Oy,|fchaft ansässige Bauer M. schlachten lassen. Er war spliri» chter dabei behilflich gewesen. Einige Tage darauf ver- er ,» dem linken Arme heftige Schmelzen und bemerkte . eine kleine bisher unbeachtet gelassene Verletzung. Der �?nstatirte eine Jnfizirung mit Milzbrand und veranlaßt« Brill»r? berliner Krankenhaus aufzusuchen, jedoch verstarb der kiin" schon vor seiner Ueberführung an den verheerenden Wir- BJJ des Giftes. Ii**** Pferde zerfleischt! Ein entsetzlicher Unglücksfall hat lz,.� vorgestrige» Tage in der Roßschlächterei von G. in der >»dit?wstraße 9 zugetragen. Ter Besitzer derselben hatte vor »jj®in Tagen ein Pferd gekauft, welches ihm von vornherein sl,,,.'Schläger und Beißer" bezeichnet worden war. Die Ange- toJ'" des Roßschiachters gingen mit dem ungeberdiaen Thier« n�ieht vorsichtig»in, nur der löjahrige Sohn des G., welcher von de» gefährlichen Eige»scha,te» des Pferdes keine Ahnung trat vorgestern in den Stall, dast'elbe streichelnd und liebkosend. "chsten Augenblick jedoch hatte das Thier den jungen Men- an der Brust gepackt und zermalmte mit seinem Gebiß den orper des Beoauernswcrthen in der entsetzlichsten Weise. beauf das Hilfcgeschrci des Wehrlosen mehrere Personen in mit, a|i eilten, fanoen sie denselben bereits im Blute schwimmend Ter; sieischter Brust unter den Husen des Thieres liege d vor. LI"»ge Mensch ist so entsetzlich zugerichtet, daß an seinem Auf- gezweifelt wird._ Eb-io��sekommen. Längere Zeit bereits lebten die G.schen kii nft• m Unfrieden. Täglich fast kam es zu Zank und Streit, ii Thätlichkeiten ausarteten und be, denen Mann und W-tt, sc? 0lei�»schlagfertig" sich zeigten. Nachdem es» ot- Abend wieder zu solchen Szenen gekommen war, hatte der sich mit den Worten entfernt, daß er diesem Leben em de« wachen werde. Wirklich kam er mit einem Strick zurück, Schwüren seiner Frau als dt das Jenseits ihn besördern t etwas zu stark Math getrunken. klldigkeit übermannt, hatte er sich auf das Bett ge- schiin!."vier den heiligsten Schwüren seiner Frau als das In- & ,vent vormioü motohoa in hftä evonfoita ihn befördern werde. 1 Do bald''enttchla'ftn.""A5s"'er aW'«estem Morgendie �UQpn» v wwlü KlUimia t». Wv|*v..—•■'-d-. Lejch. w'eder aufschlug, starrte ihm die am Fensterkreuz Hangende ?>.i e»ner Frau entgegen: Sie war ihm zuvorgekommen. �rden. Ekelten zur Krustung des Flußbettes der Werden wahrscheinlich im laufenden Jahre zu Ende geführt deto r'...Der Oder-Spree-Kanal, welcher die Oder belLurpen- v>an ist schon jetzt vollständig f« n.i.?�n. werden jetzt für den Kanalbetrieb bereits solche von Zentner gebaut, die Berlin nach der Senkung des Spree- , sasuren können. Der Kanal hat 2'/» Meter T,efe und �Oüü% werden jetzt für den Kanalbetrieb bereits solche von e>tes n§fi ntr gebaut, die Berlin nach der Senkung des Spree- etzie v�asstren können. Der Kanal hat 2V2 Meter Tiefe und Dieter xK über 50 Kilometer; stellenweise liegt er über em w beho � als das umliegende Land. Es handelt sich um eine öberhamtendsten Wasserbauten, die in Deutschland ex, st, rem �preoi.r Furstenwalde werden die vielen Krümmungen des � Ivit öcveaelt �°hnk°!!l'ibrricht. Als am 8. d. Mts. Morgens der Kutscher "' w.r- tschwagen die Müllerstraß, entlang fuhr, der Nähe des Courbisreplatzes scheu und Wurde" das� Psero"'.Kutschwagen die Ä.« in W»W WMi HdeTl* zum 9. d. Mts. statt. ?lm fanden an drei Stellen kleinere Govichks-Iettung. Megrn Gefährdung eines Dnmpfstraflcnbalin-Trans- ports hatte sich gestern vor der Strafkammer des Landgerichts II. der Kutschet Gustav Richter zu verantworten. Mit einem Mörtel- ivagen fuhr Richter am IG. Oktober v. I., Abends 7 Uhr 25 Minuten, auf dem Kurfürstei»dam»i, zum besseren Fortkommen benutzte er ab und zu das Geleise der Dampfstraßenbahn. Ander Ecke der Fasanenstraße gerieth der Mörtelwagen mit eine». Dampf- straßenbahnwagen derartig zusammen, daß die Scheiben des letzteren klirrten und die Fahrgäste mit ihren Köpfen zusammen- stießen, so gewaltig war der Anprall. Glücklicherweise halte der Zusammenstoß keine ernsteren Folgen weiter, als eine leichte Be- schädigung der Brüstung des Dampfwagens. Vor Gericht erhob der Mörtelkntschcr den Einwand, daß der Maschinist bei An- Näherung des Dampswagens kein Glocken-Srgnal gegeben hatte. Der Gerichtshof erachtete dies für völlig gleichgiltig im vorliegen- den Falle, da dem Angeklagten nachgeiviesen ward, daß er, nach- dem er eine ganze Strecke bald auf, bald neben dem Geleise ge- fahren war, plötzlich, bei der Fasanenstraße angelangt, in dieselbe einlenkte, ohne sich umzuwenden und ans einen etwa hinter ihm daherkonnnendeii Wagen zu achten, zumal das Glocken-Signal hinter ihm gegeben war. Die Zeuge» bekundeten, daß Richter sich nicht ningesehen und darin fand der Gerichtshof auf Seiten des Angeklagten die strafbare Fahrlässigkeit, insofern als durch die- selbe irgend ein erbeliebigcs anderes Fuhrwerk hätte ebensowohl betroffen werden können. Der Staatsanwalt beantragte 7 Tage Gefängniß. Das Urtheil lautete auf 2 Tage Gesängniß. Soziols Ltebevkidjk. An die Maurer Dentschlands und der nngrrnzeuden Länder. Werthe Kollegen! Zwischen der hiesigen Gesellenschast und den Unternehmern unseres Gewerks sind ernste Differenzen ausgebrochen. Erstere hat folgende Forderungen gestellt: Nenn- stündige Arbeitszeit und 65 Pf. Stundenlohn. Die Unternehmer haben sich dahin geeinigt, diese berechtigten Forderungen der Ge- sellen nicht zu bewilligen, imb es dabei auf einen Ausstand an- kommen zn lasse». Die Gesellenschast hat selbstverständtich nach wie vor versucht, ohne ihrem Siechte und ihrer Würde etwas zu vergeben, den Ausstand zu vermeiden. Er ist aber durch schroff ablehnendes Verhalten der Unternehmer unverineidbar, durch diese geradezu provozirt worden. Die Maurerschaft Hamburgs muß nun zeige», daß ihre im Frieden erstarkte Organisation und Dis- ziplin auch im Kanipfe sich bewährt. Dazu aber ist erforderlich: Die strengste Abhaltung des Zuzuges nach hier. Die Maurer haben ein wohlbegründetes Siecht, diesen Anspruch zu erheben. Viele Jahre hindurch haben sie alle zu einem allgemeinen Ausstand führenden Differenzen zu vermeiden gewußt; sie haben sich im Interesse der kämpfenden Kollegen an anderen Orten, im Interesse der ganzen Bewegung alle mögliche Zurückhaltung auferlegt; auf Hunderttausende von Mark be- rechnen sich die Summen, die sie selbstlos, erfüllt von wahrem Solidaritätsgefühl aufgewendet haben zur Unterstützung streikender Kollegen und anderer Arbeiter allerorts, sowie sür die Förderung unserer gewerkschaftlichen Bewegung und der Arbeiterbewegung überhaupt. Stets hat die Hamburger Maurerschast sich als eine der festesten und zuverlässigsten Stützen dieser Bewegung erwiesen. Jetzt, wo sie selbst genöthigt ist, aus der Reserve herauszutreten, darf sie wohl mit vollem Rechte fordern, daß ihr der Kampf durch strengste Abhaltung des Zuzuges er- leichtert wird. Geschieht das, ivird diesem berechtigten Verlangen Rechnung getragen, so dürste der Streik sehr bald siegreich für die Gesellen beendet sein. Die hiesige Kollegenschaft wird dann um so nachdrücklicher und ausgiebiger wieder ihrer bewährten Opfersreudigkeit, im Interesse der auswärtigen Kollegen und der gemeinsamen guten Sache, genügen können. Jeder Sieg, jeder Vortheil, den die hiesige Maurerschast erringt, kommt dieser Sache zu Gute. Also, Kollegen und Freunde, trefft überall die geeigneten Vorkehrungen, jeden Zuzug nach Hamburg zu ver- hindern I Binnen wenigen Tagen müssen die Gewerksgenossen in Deutschland und den angrenzenden Ländern über die Situation hier am Orte unterrichtet sein. Von Bau zu Ba», von Stadt zn Stadt, von Land zu Land muß die Parole fliegen, daß kein Maurer nach Hamburg kommt oder sich durch Vorspiegelungen irgend welcher Art verleiten läßt, hierher zu kommen. Die Hamburger Maurerschast wird's Euch Dank wissen! Hamburg, 7. Mai 1890. Der Vorstand. Im Auftrage: H. Meyer. Achtung Glfenbeinarbeiter! Die Kollegen werden ersucht, sich Sonntag Vormittag zwischen 10 und 12 Uhr bei Gründet, Dresdenerstr. 116, einzufinden, behufs Aufnahme in die neu ge- gründete Zahlstelle der Elfenbeinarbeiter. Gern. Der Weberausstand in Gera hat eine Ausdehnung genommen, die vorher nicht geahnt war. Nachdem die Weber in Ronneburg, Mylau, Netzschkau und Elsterberg die Arbeit bereits niedergelegt haben, beschlossen die Greizer Weber:„Wenn bis Sonnabend, den 10. Mai, zwischen den Arbeitgebern und Ar- beitern in Gera eine Verständigung nicht erreicht wird, am ge- nannten Tage die Arbeit niederzulegen." Obiger Beschluß wurde telegraphisch nach hier gesandt und durch Extrablatt veröffentlicht. In Anbetracht der großen Bedeutung dieser Bewegung bitten wir dringend um Unterstützung. Das Komitee der ausgesperrten Weber Geras. I. A.: Max Seidel. VerkÄmtttlmtgen. Der Fachverein sämmtticher au Hot,l>earl»eitungs- Maschinen beschäftigten Arbeiter hielt seine Generalversamm- lung am Montag, den 5. Mai, im Königstadt-Kasino, Holzmarkt- straße 72, mit der Tagesordnung ab: Kassenbericht, Neuwahl des Gesammtvorstandes, sowie der Arbeitsnachweis-Kommission, Ver- schiedenes und Fragekasten. Der Kassenbericht des Vereins ergab einen Kassenbestand von 393.30 M. In den Vorstand wurden hierauf folgende Kollegen gewählt: I.Vorsitzender I. Rühl, 2. Vor- sitzender Koch, I. Kassirer R. Richter, 2. Kassirer Mathes, I. Schriftführer Kästener, 2. Schriftführer R. Schmidt, als Kon- troleure die Kollegen Feschner, Kränike, Benk. Nachdem sich die Anwesenden noch mit den streikenden Brauergesellen solidarisch erklärt hatten, wurde die Versammlung geschlossen. Eine öffentliche Versammtung der Metallarbeiter aller Branchen fand am 4. Mai, im großen Saale der Brauerei riedrichshain statt. Die Leitung der Versammlung wurde den ..ollegen Litfin, Stobsack, Unversährt und R. Beyer übertragen. Zum ersten Punkt der Tagesordnung:„Wie stellen sich die Metall- arbeitet Berlins zu den aus Anlaß des 1. Mai ausgesperrten Kollegen", nahm der Referent Kollege Hartmann das Wort. Der- selbe führte in eingehender Weise die Ursachen sowie die voraus- sichtlichen Folgen der Aussperrung an; der Vortrag wurde sehr beifällig aufgenommen. In der Diskussion, an der sich die Kollegen Rogatt, Pirch, Miller, Frenzel, Wegener, Klein, Stobsack. Otto, Gerlach, Schmidt, Körsten und Unger betheiligten, wurde der am 26. April erschienene Aufruf des ersten Vorsitzenden des Allge- meinen Metallarbeitervereins einer größtenlheils veisälligen Kritik unterzogen, im übrigen traten sämmtlicye Siedner für die lhat- kräftige Unterstützung der Gemaßregelten ein. Folgende Resolutton fand einstimmige Annahme: Die heute, den 7. Mai 1890, in der Brauerei Friedrichshain tagende öffentliche Versammlung sämnttlicher Metallarbeiter Berlins beschließt: 1. über alle Fabriken, in welchen dir Kollegen ziemlich einmüthig wegen der Feier des 1. Mai die Arbeit eingestellt haben. die Sperre zu verhängen; 2. bei allen Fabriken, in welchen nicht die Majorität der Kollegen gefeiert haben, von der Verhängung der Sperre abzusehen; 3. die gemaßregelten Kollegen moralisch und materiell zn unterstützen. Ein Antrag, wonach sich die Anwesen� den verpflichten, den Ausgesperrten niindestens 6 pCt. ihres Verdienstes zuzuwenden und diesen Beschluß auch unter ihren Kollegen Geltung zu verschaffen, wurde mit allen gegen 12 Stimmen angenommen; ein weiterer Antrag, die gemaßregelten Former dem Fachverein der Former und die übrigen Slietallarbeiter dem Allgemeinen Metallarbeiterverein zwecks Ausführung der Unterstützung zu überweisen, wird einstiinmig angenommen. Zum 3. Punkt der Tagesordnung, Wahl einer Kommission zur Entgegennahme von Beiträgen, zur Beschickung des Metallarbeiter-Kongresses zu Wei- mar werden die Kollegen Richard Beyer, Paul Hetz und Hassel- dach gewählt. Alsdann werden als tägliche Diäten für die Delegirten 3M. bewilligt. Zu Verschiedenem giebt folgende Resolution Anlaß z» einer aniniirten Debatte. In Anbetracht der die Allgemeinheit schwer schädigenden Beschlüsse der verbündeten Bairischbier-Brauereien, ivelche geeignet erscheinen, in der Zukunft der Berliner Arbeiter- schast in, allgemeinen und den Gastwirthen im besonderen große Nachtheile ziizusügen, beschließt die heutige Versammlung, so viel in ihren Kräften steht, dafür Sorge tragen zu wollen, daß in Zukunft nur das Bier derjenigen Brauereien getrunken wird, welche dem Kartell der Brauereien fernstehen. Dieselbe wird ange- nommen. Nachdem der Vorsitzende die Anivesenden ermahnt, nun auch die Beschlüsse der heutigen Versammlung hochzuhalten, schließt derselbe mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung die gutbesuchte Versammlung. Eine Lffenilichr Uerfanrittlung fämmtliche Arbeiter von Vlilffrlmodorf»ud zlmgrgrnd- tagte am Dienstag, den 6. Mai, in Pietsch's Volksgarten in Wilmersdorf, Berlinerstr. 40. Auf der Tagesordnung stand: Statutenberathung. Aufnahme netter Mitglieder. Wahl des Vorstandes. Verschiedenes. Beim 1. Punkt der Tagesordnung wurde von der Versammlung be- schlössen, dem Verein den Siamen„Freie Vereinigung sämnttlicher Handwerker tind Arbeiter für Wilmersdorf und Umgegend" zu geben. Nachdem die Statuten, die vorher von einer Kommission ausgearbeitet waren, von der Versammlung berathen und ange- nommen wurden, war der erste Punkt der Tagesordnung erledigt. Beim zweiten Punkt ließen sich 56 Mitglieder einzeichnen. Zum Vorstand wurden folgende Herren gewählt: 1. Vorsitzender Di. Meßmet, Tapezirer. 2. I. Orlop, Tischler. 1. Kassirer W. Collosser, Maurer. 2. C. Glüse, Maurer. I. Schriftführer E. Lück, Steinmetz. 2. C. Hochbaum, Zimmermann und als Bibliothekar W. Lindicke, Maurer. Als Sievisoren die Herren R. Collosser, Zimmermann und O. Lops, Tischler. Nachdem die Mitglieder beschlossen, an jedem 1. Mittwoch nach dem ersten und fünfzehnten im Vereinslokal Pietsch's Voltsgarten zu tagen und der Vorsitzende mit kurzen Worten zum gemeinsamen Handeln sowie zu reger Bctheiligung aufgefordert hatte, wurde die Versammlung geschlossen, Die hiesige Filiale de» Deutschen Schneiderverbande» hielt am 6. Mai ihre Versammlung in Gratweil's Bierhallen ab. Nach der Prüfung der Fachschüler, welche zur Zufriedenheit der Anwesenden ausgefallen ist, verliest Kollege Schulz die Ab- rechnung der Fachschnlkommission, welche mit Abzug des Gehalts der Lehrer einen Ueberfchuß von IIS M. ergab. Zum 2. Punkt ließen sich 19 Schüler zum neuen Kursus aufnehmen. Zum 3. Punkt verliest Kollege Glogowsky die Abrechnung vom Ver- gnügungskomitee, welche ebenfalls einen Ueberfchuß von 113,45 M. aufzuweisen hatte. Auf Antrag der Versammlung wurden 26,45 M. der Lokalverwaltung als Entschädigung bewilligt. Ein Antrag, einen Rendanten zur Verwaltung der überschüssigen Gelder zu wählen, wurde bis zur nächste» Versammlung verschoben. Unter„Verschiedenem" werden die Maß- regelungen und Streiks der Werkstellen Levy, Charlotten- straße 53, I, Lewin u. Ko., Friedrichstr. 79, Siesselroih, Taubenstraße 48 und Kronreich, Moabit, Spenerstr. 56, besprochen. Da die Forderungen, bestehend in zehnstündiger Arbeitszeit und Ab- schaffung der Sonntagsarbeit, wohl sehr geringe sino, werden die Kollegen, Stückschneider sowie Tagschneider, gewarnt, dort Arbeit zu nehmen, um den Arbeitern zum Siege zu verHelsen. Ebenso wird der Arbeitsvermittler beauftragt, daselbst keine Arbeitskräfte hinzuschicken. Auf Antrag derZBersammlung wurden den streikenden Schuhmachern und Kartonarbeitern je 80 M., ebenso den streikenden Kupferschmieden 80 M. bewilligt. Zum Schluß wer- den die Kollegen aufgefordert, am Sonntag Abend Annenstr. 9 bei Protz zum gemüthlichen Beisammensein so zahlreich wie mög- lich zu erscheinen. Eine öffentliche Versammlung der Filsschuharbeiter nnd Sereesvgenoffe» fand am Montag, den 5. Mai, Abends 8>/2 Uhr, in Mener's Lokal, Rosenthalerstr. 11/12, statt, die, der Mitgliederzahl entsprechend, sehr schwach besucht war. In das Bureau wurden die Kollegen Schmolling, Kutschkau und Dieck- mann gewählt. Auf der Tagesordnung stand: 1. Der Streik bei Bleschke. 2. Vortrag: Nutzen einer Organisation. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Zu dem ersten Punkte der Tagesordnung wurde nach kurzer Debatte die Sperre bei Bleschke aus- gehoben. Zum zweiten Punkt hielt Kollege Klinger einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag. Unter Verschiedenes wurde von der Streikkommission beantragt, die bisherigen Zahl- stellen eingehen zu lassen und nur in Werkstellen Beiträge ent- egenzunehmen. Auf Beschluß der Versammlung wurde Kollege inbben aus der Streikkommission ausgeschlossen und an dessen stelle Kollege Geisler gewählt. Nachdem sich die Anwesenden noch verpflichtet hatten, die Kaufleute in ihrem Bestreben auf Erringung der Sonntagsruhe zu unterstützen, wurde die Ver- sammlmig geschlossen. Der Fnchverei» der Stuckateure hielt am Montag, den 5. Mai, in Zemters Lokal, Münzstr. 11, seine übliche Versammlung ab ntit folgender Tagesordnung: 1. Anträge des Vorstandes. 2. Kassenbericht. 3. Wahl des Vorstandes und sämmtlicher Kom- Missionen. 4. Verschiedenes. Die vom Vorstande gestellten An- träge werden von der Versammlung angenommen. Unter diesen Anträgen ist auch einer, wonach die Bürgenstellung bei Ausnahine eines Mitgliedes wegfällt. Der hierauf vom Revisor Braun er- stattete Kaffenbericht stellt sich wie folgt: Einnahme: Bestand vom vorigen Quartal 72 M. 6 Pf., sonstige Einnahmen 146 M. 60 Pf., in Summa 218 M. 56 Pf.; Ausgabe: 194 M. 60 Pf., folglich Bestand 23 M. 96 Vf. Da Niemand gegen die Abrechnung Ein- spräche erhebt, so wird dem Kassirer Decharge ertheilt. Bei der nun stattsindenden Vorstandswahl wird zum 1. Borsitzenden Kollege F. Scherbing, zum 2. Vorsitzenden Kollege Schmiedel, als 1. Schriftführer Kotsicki, als 2. Schriftführer Kollege Kohn und zum Kassirer Kollege Klückmann gewählt. Zu Revisoren iverden die Herren C. Hosfmann, R. Daske, A. Mar- ker und Meyer, sowie zum Bibliothekar der Kollege Jänicke gewählt. Im„Verschiedenen" bringt der Kollege Hollazeck einen Fall zur Sprache, der für die Berliner Kollegen von Bedeutung ist, und von denselben die gebührende Beachtung verdient. Es ist dies eine Maßregelung eines Kollegen bei oer Firma Piehler in Moabit, welcher am 1. Mai nicht gearbeitet hat und folge- dessen dort entlassen worden ist. Zehn dort ebenfalls arbeiteuoe Kollegen erklärten sich jedoch solidarisch mit dem Gemapregelten und legten ebenfalls die Arbeit meder. Es dient dieses um so mehr zur Beachlung, als genannter Herr Piehler seine Leute mit Abschlagszahlungen von 6 M. und sogar 1 M. wöchentlich nach Haus» schickt. Der gerade anwesende Stadtverordnele Heindors unterzog diesen Fall einer gebührenden Kritik, und meinte, vaß es Ehrensache der Stuckateure sei, hierzu Stellung zu nehmen und zwar vor allen Dingen durch das„Berliner Volksblatt", um diesen Fall in die Oeffentlichkeit zu bringen. Dann wird der vorgerückten Zeit wegen die Versammtung geschlossen. Die in Bnchdruckereirn, Buchbindereien, Steindruckereien, Kartonsabriken beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen tagten unter Vorsitz des Buchbinder Marivitz am 5. d. M. im Böhmischen Ärauhause, um Stell», ig zur gemeinsamen Regelung der Arbeitszeit zu nehmen. Stetndrucker Sillier führte in seinem, mit vielem Beifall aufgenommenen Referat in klarer und über- zeugender Weise aus, zu welch absoluter Nothwendigkeit die Ver» kürzung der Arbeitszeit für die Gegenwart geivorden sei. Dir von der Rcgiernng veranlapte Arbeiterschuh-Konserenz Hobe zur Regelung dieser Frage nichts gethan, dies sei schon der Zu- sammensehiing zu nerdankcn, da nian praktische Arbeiter nicht zu- gezogen habe, ninsomehr sei es Pflicht der Arbeiter, die durch den Pariser Arbeiterkongrefl aufgestellte Forderung der gesetzlichen Einfiihrung des achtstündigen Arbeitstages mehr und mehr zur Verwirklichung zu bringen. In der. lebhasten und anregenden Diskussion sprachen sich alle Redner im Sinne des Reserenten aus und wurde auch darauf hingewiesen, daß die Verkürzung der Arbeitszeit nicht nur materielle Vorthcile für den Arbeiter be- deute, sondern auch durch die gewonnene Zeit zu seiner weiteren Ausbildung ihn unser aller Ziel, dem Sozialismus, näher bringe. Ein in der Debatte den Buchdruck-Maschinenmeistern gemachter Vorwurf, als ob sie sich zu der Punktirerinnen-Bewegung ab- lehnend verhielten, wird sowohl seitens des Maschinenmeisters Prescher, als auch der Punktirerin Frl. Vien energisch zurück- gewiesen. Nach Schluß der Diskussion gelangt ein Antrag des Buchbinder Tilgner zur Annahme: Das Bureau der heutigen Versammlung wird beauftragt, das entwickelte Programm im Auge zu behalten und die weiteren Schritte in dieser Angelegen- heil zu thun, eventuell steht dein Bureau das Recht der Kooptation zu. Unter„Verschiedenem" erregt die Maßregelung eines Arbeiters in der Luxuspnpierfabrik von Werner u. Schumann, der die Petition an de» Reichstag, betreffs Verkürzung der Arbeitszeit, zirkuliren ließ, den gerechte» Unwillen der Versammlung. Zur Annahme gelangen zwei Reso- lntione», nur Hüte mit der Arbeiter-Kontrolmarke zu kaufen' und den streikenden Brauern in ihrem Kampfe solidarisch zur Seite zu stehen und Bier aus den gesperrten Brauereien nicht zu kon- suniircn. Ferner wird ein Antrag angenoinmen, zum Schluß der Vecsammlung die Tellersammlung wieder aufzunehmen und den Ueberschuß den streikenden Kanonarbeiterinnen zu überweise». Mit einem kräftigen Appell an die Anwesenden, nur auf Arbeiter- blätter zu abonniren und einem dreifachen Hoch auf die Arbeiter- bewegmig schließt der Vorsitzende die ziemlich gut besuchte Ver- sammlung. Eine ra. 4000 Mann starke Uersammtung des Fach- vereino der Tischler tagte am 6. d. M. im große» Saale der Aktienbrauerei Friedrichshain. Einberufen war dieselbe Haupt- fächlich zu dem Zweck, die augenblickliche Lage in unserem Ge- werk eingehend zu erörtern, sowie unser Vorgehen in nächster Zu- kuuft zu präzisire». Das einleitende Referat hält Kollege Wiede- mann und führt etwa folgendes aus: Wenn wir uns zunächst die Frage vorlegen:„Haben sich die Bedingungen erfüllt, welche wir für eine siegreiche Lohnbewegung für unerläßlich hielten! und wie solche in den Generalversamnilungs-Beschlüsscn vom 18. März dieses Jahres wirklich enthalten sind, so müssen wir leider mit Nein antworten. Während in erwähnten Beschlüssen eine 10 000 Tischler unifassende Organisation als die wesentlichste Voraus- fetzung eines Streiks angesehen wurde, umfaßt der Fachverein lhatsächlich erst 7000 Mitglieder. Ein großer Theil von indiffc- reuten Kollegen steht uns also noch fern. Redner zögert keinen Augenblick, in die Oeffentlichkeit hinauszurufen, daß diese In- differentcn es sind, die uns hindern, einen Streik anzufangen. Aber selbst wenn dieses Hindernis; nicht bestände, so dürste sich doch wohl kaum jeinand zmde», der eine Lohnbewegung schon in diesem Monat erwartet hätte oder befürworten könnte. Denn sehen wir nicht, wie in Deutschland fast täglich die be- rechtigten Streiks unglücklich verlaufen und geschieht dies nicht meist aus Mangel an materielle» Mitteln? Auch wir sind auf uns selbst gestellt, weil ja bekanntlich die Tischler in 32 Städten Deutschlands theils im Streik liegen, theils solchen geplant haben. Es kommt also darauf an, einen eventuellen Streit möglichst schnell durchzuführen. Ein rascher Erfolg bei Streikbewegungen hängt aber nicht nur von einer guten Organisation ab, die allerdings in erster Linie erforderlich ist, eS gilt namentlich auch, die örtliche Geschäftslage in Betracht zu ziehen, und da muß denn leider konstatirt werden, daß letztere gegenwärtig keine gute genannt werden kann. Tann ließe sich auch in der Möbeloranche zur Noch etwas durchführen, was auch noch zweifelhast erscheint, so sieht es in der Baubranche geradezu faul aus, und dies rnuß vor allen Dingen berücksichtigt werden. Für heute kommt es nur darauf an, unsere Meinung zu vergleichen nnd zu berathen, welche Wege wir für die nächste Zukunft einzuschlagen haben. Ja der Diskussion bemerkt Kollege Glocke, daß es wohl keine Gewerkschaft giebt, die ein größeres Recht in eine Lohnbewegung einzutreten hätte, als gerade die Tischler. Die jahrelange und besonders im letzten Jahre riefen- hafte Agitation könnte uns zu den besten Hoffnungen berechtigen. Aber wenn auch der Verein in letzter Zeit mächtig angeschnwllen und mit Tausenden von Mitgliedern berathet und beschließt, so fehle einem großen Theile derselben doch noch die Ueberzeugung, daß die einmal gefaßten Beschlüsse mit aller Energie durchzuführen seien. Ties habe namentlich der 1. Mai gezeigt, an dein auch die Tischler die mehrfach öffentlich gefaßten Beschlüsse nicht durchweg gehalten haben. Redner spricht die Ueberzeugung aus, daß, wenn er heute für sofortigen Eintritt in einen Streik plüdirt hätte, man ihm zujubeln würde, allem man würde bei einer etwaigen Niederlage auch sofort bereit sein, ihm alle Verantwortung zuzu- schieben. Deshalb habe man nicht das zu sagen, wofür man vielleicht Beifall erntet, sondern einfach die Dinge zu schildern, wie sie sind, und diejenige Meinung auszusprechen, die durch die Lage der Dinge zur Ueberzeugung geworden. Ein Streik wird groß« Opfer fordern, wollen sie in einen solchen ein- treten, dann beschließen Sie, aber tragen Sie die Opfer bis zum letzten'Augenblick. Nach den; noch eine Reihe von Kollegen gesprochen, gelangte folgende Resolution nnt großer Ma- joritäl zur Annahme: Die heutige außerordentliche Generalver- saminlung des Fachvcreins der Tischler beschließt, im Sinne der am 18. März d. I. gefaßten Beschlüsse weiterzuwirken, d. h. die Organisation nach Kräften zu stärken. Ferner beschließt die Ber- sammlung in Anbetracht des augenblicklich flauen Geschäfts- ganges für die nächste Zeit von einem Streike abzustehen, jedoch die nächste günstige Geschästskoiifunktur unbedingt zu benutzen, um bessere Arbeitsverhüllnisse mit Energie und vollem Nachdruck zu erkämpfen; und gemäß der Beschlüsse vom 18. März dem Vorstande es zu überlassen, den Zeitpiinkt für Eintritt rn die Lohnbewegung festzustellen. Ferner ivird ein'Antrag ange- nommen, nach welchem die anläßlich der Maifeier gemaßregelten Kollegen zu unterstützen sind, und zwar Verheirathete mit 3 M. und unverhe»rathete mit 2,50 M. pro Tag. Ten streikenden Kollegen in Breslau werden 200 M. Unterstützung bewilligt. genau wissen, daß wir einig sind, und daß sie nachgeben müssen. Sie suchen aber unsere Einigkeit durch verschiedene Manipulationeil(falsche Gerüchte in den Blättern) u. s. w. zu zersplittern.'An uns ist es, ihnen zu zeigen, daß sie dazu nicht im Stande sind. Leider mag es wohl einige Hasensüße geben, die sich von den Herren heute fangen lassen und uiorgen einen Tritt erhalten. Nun laßt sie hinein- gehen! Sie können unser festes Band nicht zerreißen. Darum Kollegen, haltet fest znsannnen, so wird der Kampf nicht Wochen sondern nur Tage dauern.(Stürmischer Beifall.)— Sämmtliche Redner sprachen sich in demselben Sinne aus und das Resultat war überall dasselbe. Folgende Resolutionen wur- den einstimmig angenounnen: 1. An den Beschlüssen der Versanunlung von» 5. Mai wird unter allen Uin- stände» festgehalten und dem Verlange» der Fabrikanten, den vor- gelegteii Revers zu unterschreibem, nicht nachgekouiinen. Beabsichtigen die Fabrikanten uns durch Jungen zum Verrath an der Arbeiterjäche zu zivingen, so werden ihnen die Former und Berufsgenossen Berlins zeigen, daß sie auch fähig sind, für ihre Ueberzeugung zu hungern. 2. Die Former der Berliner Kunst- gießcreien erkennen die von der Streikkommission in einsin den Meistern zugesandten Zirkular enthaltenen Forderniigen vollständig für richtig an, da dieselben nicht mäßiger gestellt werden konnte, halten den jetzige» Zeitpunkt aber noch nicht für geeignet, sie auch wirksam und ganz durchzusetzen, da die Arbeit in den Monaten Mai, Juni, Juli vollständig darnieder liegt wegen Mangel an Aufträgen. Die Former der Kunst- gießereien verpflichten sich jedoch, dieselben Forderungen mit noch größerem Nachdruck zur geeigneten Zeit durchzusetzen, und ver- pflichten sich, die streikenden Kollegen thatkräftig und mit allen Mitteln zu unterstützen, um ihnen zu ihren gerechten Forderungen zii verhelfen. Zu Verscbiedeneni meldeten sich noch verschiedene Kollegen, die ans Unterstützung verzichteten. Kollege Franke aus Fürstenwalde berichtete noch, daß Arbeit von hier in Fürstenivalde verfertigt würde und die Kollegen gewillt sind, die 'Arbeit niederzulegen, wenn sie nicht zurückgeschickt wird. Nach Erledigung verschiedener Sachen schloß der Vorsitzende mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die gute Sache die vom besten Muthe beseelte Versaiitmlung. Giur öffrntliche Uersamminng der Rohrleger und Helfer tagte ain Dienstag, den 6. Mai, Abends 8 Uhr, in dem unteren Saale des Feuerslein'schen Lokales, Alte Jakobstr. 75, mit folgender Tagesordnung: 1. Verlesung der eingegangene» Zu- schriften. 2. Wahl von vier Mitgliedern zur Verstärkung der AgitatioilSkommissioii. 3. Wahl eines Telegirten zur Beschickung des Metallarbeiter- Kongresses. 4. Verschiedenes. Nachdem in das Bureau die folgenden Kollegen gewählt ivaren: I. Reckner, 1. Vorsitzender, Karpenkiel, 2. Vorsitzender, A. Becker, 1. Schriftführer, und O. Ficius, 2. Schriftführer, erhielt zum ersten Punkt Kollege Becker daS Wort. Nachdem er den Lohntarif verlesen hatte, verlas er dann die von drei Unternehmern eingegangenen Resultate, ivorüber sich allerdings ilnter mehrere» Rednern eine lebhafte Debatte entspann, und zwar wurde dabei die Firma David Grove sehr ins Licht gezogen, desgleichen die Firma Schulz, Mauerstraße. Die Firma Kreutzseld, Wiesenstraße, hatte sich voll und ganz mit den Forderungen einverstanden er- klärt. Zum Punkt U wurden folgende Kollegen gewählt: Habicht, Schninann, Ernst Tolksdorf, Ewald. Zinn Punkt 111 wurde Kollege I. Reckner einstinimig gewählt. Zum Punkt IV erhielt Kollege Krebs das Wort. Derselbe beklagte sich darüber, daß die Kollegen öfter Beschlüsse annehinen, die sie dann nicht halte». Kollege Becker machte hierauf auf die am Montag, den 12. Mai, Vor- mitragS 0 Uhr, im selbigen Lokale stattsindenden Versammlung aufmerksam. Hierauf schloß der erste Vorsitzende mit einein Hoch auf uiisere gute Sache die Versammlung uin 1% Uhr. Am 7. Mai hielt der Metallardeiter- Uerei« Berlins und Umgegend eine gut besuchte Mitglicderversanin,lung in Renz' Salon, Nauntznstraße, ab. Herr Gerisch hielt einen von der Ver- saminlung mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag über Schiller's Don Carlos. Punkt 2 der Tagesordnung wurde durch die Wahl des Kollegen Köhler als Hilfskassirer für den Süden er- ledigt. In Rückblick aus den 1. Mai führt Kollege Schräder aus, daß »ach seiner Meinung der Vorstand durch de» eingesandten Ar- tikcl im„Berliner Volksblatt" die Halbheit der Feier mit verschuldet habe, denn die Kollege» hätten sich hierauf gestützt und gesagt, daß der Vorstand selbst gegen die Feier sei. Redner wendet sich gegen die Verhängung von sperren, da dieselben einem Generalstreik gleichen würden. Die Kollegen Hartmann, Gerisch und Klein vertheidigen das Eingesandt, es sei hierin nur gesagt, daß»»an sich durch die rothe» Plakate nicht sollte provoziren lassen und schon vor dem 1. Mai zu feiern. Sämmtliche Redner fordern auf, durch reichliche Beiträge die 'Ailsgesperrten zu unterstützen und Alle Mann für Man» der Organisation beizutreten, um den brutalen Machinarionen der Unlernehmer einen festen Damm entgegenzustellen. Mit einein Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung schloß die Versammlung. Eine von über 4000 Personen besnchte Kersamm- Inno der Former und Kerufogrnoft'cn fand nuter Vorsitz des Kollegen Körftcn am Donnerstag, den 8. Mai, in der Brauerei Friedrichshain>nit folgender Tagesordnung statt: 1. Weitere Beschlußsasfung über den Streik. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zum ersten Punkt nahm Kollege Körsten das Wort und forderte etwaige Berichterstatter auf, sich hier anz»,- inelden, damit man ihnen bester aus die Finger sehen kann. Redner geißelte in scharfen Worten das Verhalten einiger Schand- blätter, die der Wahrheit in Bezug auf unsere Be>veg»ng nicht die Ehre gegeben haben. Das lieg« an den Bericht- erstattern, die im Solde des Kapitais zu stehen scheinen. Redner führte nun aus, daß die neun Tage, welche uns die Fabrikanten ausgesperrt haben, nun zu Ende sind und wir jetzl mit unserer Bewegung in ein ganz anderes Stadium ein- treten. Redner ermahnte in warinen Worten die Kollegen, jetzt als Männer in den Kanipf zu treten und treu zur Fahne zu halten. Sollten wir nun, nachdem wir nenn Tage sozusagen von den Fabrikanten ausgehungert sind, feige die Bedingungen der Fa- brikanten unterschreiben, sollen wir unter den alten Bedingungen »vieder die Arbeil aufnehmen? Nein, Kollegen, unsere Bedin- gungen, neunstündige Arbeitszeit, 15 pCt. Aufschlag, sind bei der heutigen Preissteigeriing der Miethen und Lebensmittel lächerlich geringe und doch werden sie von den Fabrikanten zurückge, Viesen. Die Herren rechnen aus ihren Geldsack. Sie sollten doch ganz Aiiltnno! ystzeleger»»d N»ls«r K«rli»« und Zl»>a«gr»d! Eine große östentliche Versammlung iagie am Dienstag, den«. Mai, in Fenerstein's Lolal und beschloß Folgendes:„Die Rohrleger und Helser erklären stch mit dem Lohnlarts voll und ganz einverstanden Und verpstichlen sich, serner ganz energisch an dle Ardeltgeber heranzutreten, ob dieselben die Forderung unterschreiben»vollen oder nicht, und schriftlich der AgitationS-ftonimission zuzusenden. Wo dieses nicht geschieht, ist die Arbeit am Sonnabend, den io. Mai, niederzulegen und nicht eher wieder' aufzunehmen, bis alles beivilligt ist." Daher, Kollegen, rufen wir Euch nochmals zu: Haltet diesen Beschluß aufrecht und erscheint alle Mann für Mann ain Montag, den 12. Mai, Bor- mittags n Uhr, in der Versammlung bei Feuerfteln, Alte Zakobsir. 7S. Mit tollegialischcm Gruß Die AgttattonS-Koinnitsfion. I. A.: Osr. FiciuS, Langestraße 34. Zioaiilirn- nnd Kterbeßafse der Ztletailarbriter(Sing. HilfSk. Nr. 29, Hainburg). Bcrsaininlung an» Sonnabend, den 10. Mai, AbendS 8 Uhr, im Lotale VolkSbrauerei, Alt-Moabit 47—49. Tagesordnung: I. Kassenbericht. 2. BorstandSwahl. 3. Verschiedenes. Tisch l»r-z>rr«in. Sonnabend, den 10. Mai, in„Sanssouci": Theater- Vorstellung und Ball zun» Besten eines ausgesteuerten hilfsbediirfttgen Kollegen. Anfang Abends 3% Uhr. freie Nerrinigung der Zuschneider, Porrichter nnd Ktepper. Sonnabend, den 10. Siiai, AbendS s Uhr, Versammlung bei Reyer, Alte Jatostr. H?,. Tagesordnung: Vortrag; Diskussion: Verschiedenes.— Gäste »villkoininen. Peraniignngsnerein„ztonsidentia". Sonnabend, AbendS 9% Uhr, im Restaurant„Zur guten Quelle", LandSbcrgerstr. 66(«orsthender: Adolf Borde, Thaerstr. 0) Aufnahme neuer Mitglieder. 3 Uhr, im Lokal Hernierschmidt, Perlebergerstr. 2». TageSordnnn»: W' stellen stch die Kollegen zur Gründung einer Filiale der freien Moabit? 2. Jahresabrechnung. 3. Verschiedenes. Ter Wichtigkeit deti» ordnung wegen ist eS Pflicht eines jeden Kollegen, zu erscheinen. vlascrgeseilen. Am Montag, den 12. Mai, findet in Feuersteiilli KnZ rant. Alte Jakobstr. 76. eine öffentliche«ersaminlung der iLlaserg-s-lstll l" Näheres durch Säulenanschlag. j fach verein siir Schlosser und Maschine,»banarbriter Kerl'l» ,, Zlmgrgend. Dienstag, den 13. Mai, Abends 3% Uhr, im S<>nfJS stasmo, Holzniarttstraße 72, beschließende Versammlung. TageSotl« l. Erhöhung der Beiträge. 2. Stellungnahme zur Wahl einer Ae: Kontrolkommission. 3. Aufnahme neuer Mitglieder nnd Sntrich»» Beiträge. 4. Verschiedenes und Fragekasien. Bei der Wichiigle t der r-, ordnung ist es Pflicht sämmllicher Kollegen, in dieser Verfain,»« erscheinen. Mitgliedsbuch lsgilimirk. AUgemrin» Kranlien-»nd Hterbrkass» der Metallätdjj (C. H. 29), sowie Kraulen- und Sterbekasse der Metallarbeiter»lb'l. Wahlllrriseo. Dienstag, den 13. Mai, Abends 8% Uhr, inWeunann � —'__.,.....•...... e___.. 1. � garten, Sesundbrunne», Milgliederversäinrnlnng. Tagesordnung: erstatlnng und Borftandswahl. 2. Vortrag des Herrn T. Becker, münderstr. is. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes und Fragelasten.««1�4 »euer Mitglieder. Um zahlreiches Erscheine» wird ersucht. c' Uerei»>ur Wahr»»« der Interessen der Stcintrnger H Ueriissgeiiossr». Miltglicderversammlung am Sonntag, den ll. Mao mittags II Uhr, in Schesser's Salon, Jnselstr. 10. Tagesordnung:'• 1 -V Ark «Uwen» Die Aitiou . Vor "«eine b, einSanaelegenhetten. 2.' Verschiedenes und Fragekasten. Meue Mitglieds _ 01........... r. f rt 1 1 IITlT» 8M*fS Till 01• wird gebeten. flolt- und Hrrtterträger. Versammmlung de« Fachverein» am Sonn- tag, den II. d. AI., Nachmittags 3% Uhr, im Lokale Oranienstr. 130, wozu alle Milglieder nebst Familie eingeladen werden. Es findet nur etil Vortrag statt und hinterher geinüthliches Zusammersein, verbunden mit Tanz, wofür Herren 60, Damen 10 Pf. zahlen. Uergoider»nd ßtrrufsgenossrn. Große öffentliche Versammlung am Sonnabend, den 10. Mai, Abend» 9% Uhr, in Feuerstein'« Salon, Alte Jakob- straße 76. «rstentlich» Uersaminlnng sämnitlicher MrtaUarbritrr der«0«-, Wasser- und?a»iz,>-Ari!iat»re» brauche am Sonnabend,»en 10. Mai, Abends 3X Uhr,"im Lokale Zeniter, Münzstr. lt. Tagesordnung: 1. Stellung- Metallarbeitet kongreb tu Weimar. Referent: Herr nähme»um allgemeinen------------.__-------------- Pirch. 2. Dislnsfton. 3. Eventuelle Delegirtenwaht. 4. Verschtedenes. Zur Deckung der Unkosten Tellersamntlung. Da es bedeutungsvoll ist, wa« wir für Männer znm Kongreß ichicken, so ist e» nothwendtg, tn großer Anzahl in dieser Versammlung zu erscheuten, damit auch wir Armaturarbetier zeigen, daß wir auf der Höhe der Zeit stehen und durch Organisation unsere traurige Lage bessern wollen. pit Uereinigung der vrrchsler Uentschland«, Ortsverwallung Berlin 3, hält am Montag, den 12. Mai, Abends 3\ Uhr, AndreaSstr. 20 eine Versammlung ab. Tagesordnung: i. Die Entstehung des Streiks. 2. DtSkufston. 0. Verschiedenes und Fragetaften. Nereintgung»rr Urrcholrr Urntichland«, Ortsverwaltung Berlin 2 (Stockbranche). Versammlung ain Dienstag, den 13. Mai, Abends 3 Uhr, In Deigmüller'« Salon, Alte Jakobstr. 48a. Tagesordnung: ,. KeschäsllicheS. 2.«assendericht. 3. Bericht über die Lohnbewegung und DlSkufston. 4. Verschiedene» und Fragekasien Mitaiirderoersammlnng der Maler, faäiirer, Anstreicher und ver- wardien Berussgenossen(Filiale e, Moabit) am Montag, den 12. Mai, AbendS den ausgenommen. Die Bersammlung wird" prazis'eTl Uhr eröffnet. reiches und pünliliches Erscheinen wird ersucht. Achtung! kcseiltnb»! In Ergänzung dieses vom 7. Mai in Zufammenkunfl bei Spiekermann Iheilt Leseklub„Natur" mit, daß"" „VormiilagS II Uhr" stattfindei. j Neinichendorf, Sonnabend, den 10. Mai, AbendS 3 Uhr, groß« A ltche Vorsammlung der Bau- und gewerblichen Hilfsarbeiter im SttW" Marliir. 1-2. —-•---—------ WeiS-nlee. Fachverein der Tischler Berlins und Umg-g-nd-»W . den ll. Mai, BormittagS 10% Uhr, im Lotale w» lung am Sonnta, straße loe zu Weißensee. Tiesang-, Turn- nnd gesellige Uerein» am Sonnabend:"'J,' verein„Harmonta" Abends 3 Uhr im Restaurant, Alte Jakobstr., Männergesangverein..Treue" Abends 9 Uhr>>n Restaurant AndreaSnra»« Plännergesangverein..Eralo" Abends 9% Uhr bei Echläwicke, Kleine c — Männergesangverein„Senefel er", Restaurant Zeuiter, Münzstr. UebunaSNnndc, Anfnahine neuer Milglieder.— Gesangverein»H??,». i Abends 9 Uhr Im Restaurant Lehmann, Kurfürstenftr. 31. EciangllU Lübeck'scher Turnverein(1. Lehrlings-Abiheitung) Abends 8 Uhr»''tzit* ■"---........... om-wv:--/; o»--.."0"'«J straße 67-58. Turnverein ,.Wedding",Panlstr. s, Männer-Abthestm� 14 Uhr Abends: desgl.. I. L-hrlingSabtheilnng � von j_ bl8_io — ArendS'sche Stenographenklasse des„Berliner Handwerlerverems Mi,» -----" �nrretmb, AbenW»X i Weichelt, Taubenstr. 45.— Verein der Restaurant Hillmann, Mantensselstrabe«3 Restaurant Poppe, Lindenstr. 100 Abend« 8,, Uhr bei Vaihinger. Dorotheenflr. 34.— Berein ehem. '-"4------ �- Q-- 84 Aem-indeschule Abe.idS 9 Uhr im Restaurant. Koppenstr. 68.- � ehem. M. C. Lulher'scher Schüler Abends vll Uhr im Restauranl« Ohmgasse 2.-. Rauchklub�„Portortco�«benl>Z�0Uhr W n »De> iötbetn, gerecht Kbi« Nach str in Vi ge Ii gl M sei) Herren Unsi , iraße 167 bei Schul,.- Raüchllub„Qualm" Abends« Uhr tm�ßl Tamm, Schönhauser Allee 28.- VergnÜLUNySveretn �.L.w)�i3� Ab-� ---------..,»VSVyiUMJJUUWWVfcV»«»--• VtBVTSl tm Restaurant Wibrecht, Annenstr. 9.— Taindouroercin„Sedan" Signiü' f � ''~■■''nähme neuer Mitglieder.- Tambout�ll � SitzUNg*—----—» Dirigent nnd Vorsiyender Fritz Laugant. 9 Uhr, Grüner Weg 9—10. Aufnahme neuer Wun"»"".—...gc-i'-i »?» fÄ 1=53%* i stark", gegründet 1S86, Dirigent zur Zeit H. Kamttng, Aufnah'N�� *1: Seelen" AbendS» Uhr im Restaurant Schuster, Oranienstr. 3.- verein HoSpicia Klein« Augustrabe 14 AbendS» Uhr. »«rn- u«d«rr.UiB.Jt.«ine am® 0 nn tag: Lübeck'scher SC® 58. - Bergnügungsverein„Fröhlichkeit"(gegr.tSSO) SlachmtltagS 6 Uhr Nr. 29 Versammlung. Gesang-, Tum- und gesellig» Vereine»tr. am Montag verein„Sängerlust" Abends o Uhr im Restaurant Landsbereg Liedertafel der Maler»nd verwandten Berussgenossen, Restaurant Franz-Grenadier-Plal, Nr. 7. Aufnahme stimmbegabter ßollegcn.- tllUijC f U.- VJ6V«»»»»VV«V|M«»övv.v..-„-......— 11»,* f)|W I Abends 3 Uhr tn der städtischen Turnhalle, Briherstr. ,� —*-»----- f,r i_.— w» n iftaM t«, diät* I»Äll — desgl. o. Männerabtheilung Turnhalle, Gubenerstrabe 6i. Abends 3 Uhr in der Lübeck'scher Turnverein Turnhalle, Guoenerirrapr 0,.— 1U1C. -sMMHMSSKSSMMeZ Niaurani � Kerein°Berliner Theaterfreunde Abends»Zz Uhr bei Lütows AdmiratI�,ziA --' �--- a.__„J WA 1%% N?t»% r�Zch�g:- Rauchttub Hellbtn»" innr mih« W SWMAMWMA Otto.—„Vergnügüngsveretn FreundeSIreue" Preuß, Prtnzenstr. 97. Gäste wllllommen." AbendS 8% Uhr im W VevttrifÄzkes. N-W-Vork. 8. Mai. Das Armen- und #...» �•-.», L. L.___. f �. Norivich(Neiv-Iork) ist gestern Abend durch. eine Feuers, zerstört worden. 13 Personen, darunter 11 Idioten, Flammen umgekommen. Dezreplhen. (MolfFs Telrgraphett-Knrrau.) .... Sar«»»». S. Mai. Die Besitzer fast sämmtlicher: tische find infolge der mißlichen Lage des Rieinendrehergeü � zu einer Veretnignng zusaminengetteken nnd haben sich bei- hohen Konventionalflrafe verpflichtet, vom 19. Mai ab nich� unter beftlmmten Minimallöhnen zu arbeiten. dev NednkkioU', Bei Anfragen bitten wir die AbonnementS-Quittung beizufügen. Antwort wird nicht erthetlt. Hempel. Von Ihrem Bericht ist uns überhaupt. bekannt. Senden Sie denselben nur ein, dann wird er f scheinen. Was heißt denn„bedienen"?... . I. N- Wer zur Tragung der Prozeßkosten vernrtht',, muß stets dem Gegner die Kosten für dessen Rechtsan>� statten. f. M. Wir können Ihren Wunsch nicht erfüllen. . G., Jossruerstraße. Wenden Sie sich mit Fragen an einen Gärtner. � . P. Vrrnzlauerstraß,. Lesen Sie doch Ihren%, kontrakt, darin ist sicher bestimmt, daß Sie die Wohnung' zeit zur Besichtigung bereit halten müssen. * I! (| 3' Verantwortlicher Redakteur: Curt Kaake in Berlin. Druck und Verlag von Ma» Fading in Berlin 8W., Beuthstraße 2. si 'S. änV'l Ä 1(1»» ,?f st , i. llegen ' WM 2. Nr. 107. Sonnabend, den 19. Mai 1899. ?♦ Jahrg. Neue GnthnUnngen über das Treiben der Unternehmev- KoaMionsn. zu nehmen.) � pwittoucu— #�0 'eiSt cä in den Satzungen;....... ta IS" afü»ääS äv«ä �ecn. Andernfalls"' 1 "nbcrpÄc. S:uJa� erachtet er es als Pflicht der Arbeitgeber, stich dw äs c. Bestrebungen der Arbeiter, welche darauf gerichtet ebww.K� ��edingungen einseitig vorzuschreiben, gemeinsam Sßni e'hren Folgen unschädlich zu machen." ) 9 2 der Satzungen sind zur Erreichung dieses Zweckes: R"d>e dem Verbände ungehörigen Werke verpflichtet, nreueude Arbeiter anderer Verbandsbetriebe so lange nicht su'hren Arbeitsstätten zu beschäftigten, als der von einem •orzirtsvemnc für unberechtigt erklärte Streik dauert. »Als unberechtigten Streik erachtet der Verband das »em einsame planmäßige Niederlegen der Arbeit zu dem Zwecke, die Erfüllung von Arbeitsbedingungen, welche urch die Arbeiter einseitig aufgestellt sind, zu erzwingen, gleichviel ob die Arbeitsniederlegung mit oder ohne Kontraktbruch erfolgt." Wnst® � bestimmt:„Ebenso wie gegen Streiks hat der Ver- Gferr!,, Thätigkeit auch gegen die von Arbeitern ausgehenden ."..t ä" richten." Streif n."6'61>lnd zur Genüge darüber unterrichtet, was die r"'Mnehmer in der Regel unter unberechtigten Bestre- Arbeiter verstehen, nämlich durchweg alle diejenigen welche sich mit den Sonderinteressen und der An- roirh ,e? iinternchnierthums nicht vereinbaren lassen. Da '"nfcero höchste Recht zum höchsten Unrecht gestempelt; insbe- 'n bekanntlich schon die bloße Absicht, über die Ar- liiiij.. �gungen mitreden zu wollen, sie in Wirklichkeit frei zu den Arbeitern als„Auflehnung" gegen die söge- ist jj;»Unternehmer-Autorität" ausgelegt. Die herrschende Regel Sleju' baß die Unternehmer den Arbeitern überhaupt nicht das tiitd'-B�fewnen. am Zustandekommen der w.Wen und daß diese Bedingungen einseitig �Arbeitsbedingungen DWDWWWMl'. und willkürlich die ihre wirthschaftliche Ueberlcgenhcit Unternehmern di, IN wachen, vorgeschrieben werden. Es giebt, der herrschen k&'?3el nach, keinen wirklich freien Arbeitsvertrag; jeden Ver- klji solchen ztz schaffen, vereitelt man den Arbeitern; so- W>!„.„'ezüglichc Fordernngen stellen oder Vo schlage machen, lstll �Unternehmerthum, das sei eine Verletzung seiner„Autori- seiner„Rechte". der Thatsachen und Satzungen ocs er- .......... ,,........................ von der Zurück- 5! solcher Arbeitsbedingungen ist, ivelche von den Arbeitern "8" aufgestellt werden. Danach sollen die Arbeiter über- Acht über den Unternehmern vorzuschlagende Bedingungen WU ev i----• v»»y»»-» ti.,, 0lwch ist es eine gröbliche Entstellung der »js schnöde Heuchelei, wenn in den Sah__ bi ji„, Unternehmerverbandes die Rede von der Zurück üssig machen dürfen. Denn— wohlgemerkt!— in den fon ist keine Einrichtung vorgesehen, welche eine wirk- �Asl»baru»g zwischen Arbeitern und Unternehmern er- sehen wir einmal zu, wie der Verband seiner stolz �WchtCU das„Wohl seiner Arbeiter zu fördern", ech(Zwecks besserer Geheimhaltung) mit der Schreib- S �.'s�IestellteS, von einem Hauptmatador des Verbandes, Körtlina in Hannover, unterzeichnetes„ver- artn. Zirkular an die Unternehmer übermittelt worden. % j zunächst zur Bekämpfung der Arbeitermanifestation Ach'it-. ,und zur Entlassung der an diesem Tage feiemden 5 ausgefordert. Dann berichtet Herr Körtling über einen .uvr.ner in seiner eigenen Fabrik, der vom Verbands- lAs.». SßClIö imhoro/�fv+i/nf'' rtvf'T/ivfmrtvSön ffli Ofltrfi IlrtTlP bPrFßtbß bßs S'*UtVV Ul viyvuv»» Quvut/ vw vv....---------- !%iren als." unberechtigt" erklärt worden sei. Auch habe derselbe be ti> neue Liste der noch streikenden Former und Ar- ,.au die Mitglieder zu vertheilen", was auch bereits ge- iei. Dann heißt es weiter: bchz," Mitglieder zu vertheilen", nZ H Wwm" a.�iter Fanatismus, welch niedrige Rachsucht gegen 5'Wen>,„1 allen und ehrlich für bessere Zlrbeitsbedingungen ein- z.üer xj,,.- spncht aus diesen Zeilen. Und der das schreibt, ist Ärbeuow, �m�er-Vereinig>ing, die angeblich das„Wohl ei» Doch.i.sondern will! s, sehr Lkommt noch besser! der Fabrikant Körtling nennt es i?- ein.'SK'tcS,eS Zeichen der Wirksamkeit des Vereins, s.stsolgr. Anzahl der bei ihm selbst streikenden Leute e Arbpit. Verthcilung der Streiklisten naturgemäß de» Stunden hat.'!" i�. Ate»- swche zynische Schadenfreude nicht jeden human denken- bi Siedstoi1 tu höchste Entrüstung versetzen? Ausgehungert, apN�Witem m uf®riocrb der Existenzmittel durch ehrliche Arbeit 9h SwV uf verlustig sollen die Arbeiter werden, die es Bs Und■ run0en Zu erheben und zu streiken. JWlino i~t,mcr"och Ungeheuerlicheres leistet der Fabrikant wit gi» � unter Hervorkehrung seines persönlichen Jntev ">-..— c o—.4- wi« t,«;*(%*** noff ruf f f tV y ' v, v...—— r--r——,—__ lhpjs! 2"?huw auf Leute, die bei ihm gestreikt. leÄ'lun» L** daß diejenigen„seiner Leute", die infolge der d»..ä,Arbeit„If schwarzen Listen„erfreulicherweise"„naturgemäß ApiTd npü'; Menden", beim Hannoversche» Magistrat Beschiverde leipn hatten, daß in den Entlassungsscheinen geheime !«;»(ben»».' durch welche ihrer Wiederaufnahme in anderen WS!.......... 'l8enbcv',«re,l?9e9eng'ettrbeitet würde. Daran schließen sich wörtlich von Hannover hatte die Leute abaewieken und auf den Rekurs mit ihrer ____ der Ar- das erstinstanzliche kein Arbeits- Zusätze nicht zu- weitere Berufung Wen �nKü ein7�unverzechliche Unterlassungssünde bezeichnen müssen! Die Red.), so ist dieser Entscheid rechts- kräftig geworden. „Es geht daraus hervor, daß die Entlassungsscheine eine Handhabe bieten können, um mit Leichtigkeit den guten Arbeiter von dem unruhestiftenden oder sozialistischen Arbeiter oder von einem Arbeiter mit sonstigen mangelhaften Eigenschaften sofort unterscheiden zu können.(!!!) „Ter Vorstand hat infolge dessen beschlossen, den Vereins- mitczliedern die Einführung von Entlassungsscheinen des beiliegen- den Musters dringend zu empfehlen und hält dieselben gegen Vergütung der Druckkosten zur Verfügung seiner Mitglieder. Der Vorstand bittet, um den Druck möglichst billig bewirken zu können, unter Benutzung des beiliegenden Beftellungsscheines um gefällige umgehende Angabe des Bedarfs an solchen Entlassungsscheinen und legt das größte Gewicht darauf, daß dieselben thunlichst sofort in allen Werken eingeführt werden. „Zur Erklärung dieser Entlassungsscheine diene Folgendes: „Die Entlassungsscheine sind in zwei Theile zerlegt, nämlich den eigentlichen Entlassungsschein und in das Arbeitszeugniß. Ein guter Arbeiter wird naturgemäß ein gutes Zeugniß erhalten und dasselbe nicht von dem Entlassungsschein trennen, sondern bei seiner Bitte um Aufnahme in eine Fabrik beides zusammen vorzeigen; der schlechte Arbeiter, welcher wegen sozialistischer Umtriebe, oder wegen Streik, oder wegen Unterschlagungen, Widersetzlichkeit gegen seinen Meister entlassen sein sollte, erhält den betreffenden Vermerk in seinem Arbeitszeugniß ausgestellt und wird naturgemäß dieses Arheitszeugniß von dem Entlassungs- Eh ein trennen und jedenfalls letzteren allein vorzeigen. Durch as Fehlen des Zeugnisses weiß deshalb der mit der Annahme der Arbeiter Beauftragte sofort, daß der betreffende Arbeiter sich irgend eines Vergehens schuldig gemacht hat, und wenn nicht dringende Umstände vorliegen, wird jede Firma naturgemäß(!!) nur solche Arbeiter annehmen, welche Ent- lassungsschein, verbunden mit dem guten Arbeitszeugniß, zu- sammen vorzeigen." Schließlich theilt der Fabrikant Körtling mit, daß bereits Schritte gethan seien, diese Entlassungsscheine allgemein einzu- führen. Die Entlassungsscheine, von denen uns ebenfalls ein Exemplar vorliegt, sind auf einem Quartblatt gedruckt wie folgt: Entlassungs-Schein für................................... "Wir theilen Ihnen hierdurch mit, dass Sie mit dem unsere heutigen Tage auf Kündigung aus dem Arheitsver- hältniss entlassen sind. ,«#«,##### den■••••• 13,■ bezeugen Arbeiis-Zeugnissp Dem......... gebürtig aus......... wir hiermit bei seinem heutigen auf seino' Kündigung hin erfolgten...... Austritt, dass derselbe seit dem...... bis....... in unserer Fabrik- Abtheilung... beschäftigt war. Derselbe war Mitglied unserer Krankenkasse. ......... den......... 18.. 1V2040. Wie man sieht, sind im Arbeitszeugniß sechs Zeilen Raum dafür vorgesehen, den Inhaber als sogenannten„guten" oder als sogenannten„schlechten" zu beleumunden. Wahrscheinlich, daß die ganz klein ausgeführten Ziffern links unten dem Zwecke be- sonderer Verrusscrklärung dienen sollen. Welch' anderen Zweck könnten diese Ziffern haben? Gegenüber den vom Fabrikanten Körtling angezogenen Ur- theilen des Hannoverschen Magistrats und Amtsgerichts und der darauf gestützten Behauptung, daß die Verrufserklärung der Ar- bciter in Entlassungsscheinen und Abgangszeugnissen gesetzlich zu- lässig sei, machen wir Folgendes geltend: Der§ 113 der Reichs-Gewerbeordnung bestimmt: „Beim Abgange können die Arbeiter ein Zeugniß über die Art und die Dauer ihrer Beschäftigung fordern. Dieses Zeugniß ist auf Verlangen der Arbeiter auch auf ihre Führung auszu- dehnen." Damit ist klar und bündig ausgesprochen, daß der Unter- nehmer gesetzlich nicht befugt ist, die Abgangszeugnisse zur Ver- rufserklärung der Arbeiter zu mißbrauchen. In dieser Rücksicht betrachtet der Gesetzgeber das Abgangszeugniß durchaus unter denselben Gesicb'spnnkten wie das Arbeitsbuch; die Bestimmung, daß die Arbeiter ein Zeugniß über Art und Dauer ihrer Beschäftigung fordern können, ist gerade deshalb in das Gesetz aufgenommen worden, um den Arbeitern Schutz gegen Verrufserklärung zu gewähren. Deshalb auch sind die Ur- theile des Hannoverschen Magistrats und Amtsgerichts, wenn- gleich„rechtskräftig" kür die davon betroffenen Personen, doch nicht rechtsgiltig für Arbeiter und Unternehmer überhaupt; ihnen stehen zahlreiche Urtheile anderer Gerichte, darunter auch der höheren Instanzen, direkt entgegen. Es ist ein gesetzwidriger Unfug, den die Unternehmerkoalition übt, indem sie die Entlassungsscheine dazu benutzt, mißliebigen Arbeitern die Beschäftigung unmöglich zu machen. Gegenüber diesem Unfug sollte die Gesetzgebung denn doch endlich entscheidende Stellung nehmen, umsomehr, als so viele Behörden selbst zu glauben scheinen, die Unternehmer seien damit in ihrem Recht. Wir sind überzeugt, daß diese Mittheilungen dazu beitragen werden, neue Tausende bis dahin indifferenter Arbeiter der Ar- beiterkoalition zuzuführen, welche berufen ist, Unternehmer-Ver- schwörungskünste der in Rede stehenden Art mit allen zu Gebote 'tehenden gesetzlichen Mitteln in entschiedenster Weise ebenso rück- fichtSlos zu bekämpfen, wie die Unternehmer die ihnen wegen Auftretens für berechtigte Interessen mißliebigen Arbeiter. Die Unternehmer haben den Kampf provozirt: Wohl, sie werden ihn haben, die gesammte Arbeiterschaft Deutschlands wird ihn führen gegen sie auf einem Boden, von dem sie nicht ver- drängt werden kann, aus dem Boden des Rechtes und Gesetzes. Der Unternehmerverband wird keine Freude haben an den Re- snltaten'der in dem Körtling'schen Zirkulär empfohlenen Maß- regeln zur Unterdrückung und Aushungerung ehrlicher Arbeiter, die siÄ in der Körtling-Sprache des„Vergehens" sogenannter „sozialistischer Umtriebe"(worunter man jedes Bestreben der Ar- bciter, bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen zu erringen, ver- steht), des Streiks:c.„schuldig gemacht" haben. Der Unter- nehmerverband wird erfahren, daß die Arbeiter nicht gewillt sind, dem Unternehmer mit ihrer Arbeitskrast auch ,hre politische Ueberzeugung und ihr menschliches und gesetzliches Recht, mög- lichst günstige Arbeitsbedingungen zu fordern, zum Opfer zu bringen. NB. Nachträglich erfahren wir noch, daß die Körtling'schen Zirkulare auch an die Innungen verschickt worden sind. Wir ein Bündniß mit den Großindustriellen einzugehen. Movresjrcmdcuzen. Hamburg, 8. Mai. Wir befinden uns hier gegenwärtig so zu sagen in einer gewerkschaftlichen Krisis. Was schon in letzter Korrespondenz vorausgesagt wurde, hat sich erfüllt. Die Bau- Handwerker sind infolge des Verhaltens zur Feier des 1. Mai, da sich am folgenden Tage allein 4000 Maurer von der Arbeit ausgesperrt sahen, sofort in die Bewegung zur Erringung des neunstündigen Arbeitstages getreten. Ihre Nebenforderung be- steht in 05 Pf. pro Stunde anstatt der bisher üblichen 60 Pf. Da die Bauunternehmer und Jnnungsmeister diese Forderungen kurzer Hand abgewiesen haben, befinden sich sämmtliche Maurer und Zimmerer, mit Ausnahme einer kleinen Zahl, im Ausstande. Mit ihnen die Bauarbeitsleute und Steinträger. Auf den Schiffs- werften sind die Metallarbeiter, Kupferschmiede ausgenommen, der großen Mehrzahl nach ausgesperrt. Zum Theil feiern sie freiwillig, da sie mit den ausgesperrten Kollegen gemeinschaftliche Sache machten. Es sollen ihrer ca. 1700 sein. Dann kommen die Ewerführer, welche infolge der Maßregelung nach dem 1. Mai gleichfalls eine Verkürzung der Arbeitszeit erstreben von 6 bis 6 Uhr anstatt wie bisher von 5Vs— 6 Uhr. Auch die Küper in den Spritfabriken sind theilweise ausgesperrt, theils streiken sie sreiwillig. Die Lohnkämpfe der Maler, sowie der Schuhmacher sind gleichfalls noch nicht zu Ende gediehen, so daß im Ganzen wohl gegen 15 000 Arbeiter sich in Hamburg-Altona im Ausstande be- finden. Natürlich reisen von den jungen Maurern und Zimmer- leuten viele ab, um die Zahl der Feiernden zu vermindern, doch können die Lohnkämpfe der Bauhandwcrker hier nur dann zu einem für sie befriedigenden Ausgange geführt werden, wenn der Zustrom anderer Arbeitskräfte möglichst abgedämmt wird. Die Unternehmer werden kein Mittel scheuen, um aus Oesterreich, Italien, Holland u. s. w. Arbeiter heranzuschleppen, wenn auch die Qualität derselben noch so unzureichend für den hiesigen Platz und die hiesigen Anforderungen ist. Die Hauptsache bleibt dabei, daß die Ar- beiter, insbesondere die Vauhandwerker Deutschlands jetzt der Hamburger Arbeiter- schaft treu zur Seite st ehe», vor allem nicht dem lockenden Rufe der Unternehmer hierher folgen! Wie schwer es den Arbeitern abseiten der Behörden gemacht wird, von ihrem Koalitionsrechte Gebrauch zu machen, davon sieht man wiederum ein Beispiel bei den Malern und Lackirern Altonas. Eine öffentliche Versammlung, um ihre Streikange- legenheit zu besprechen, wurde ihnen nicht gestattet und zwei Fach- Vereinsversammlungen, in welchen diese Sache erörtert werden sollte, verfielen der Auflösung sofort nach der Eröffnung und zwar auf Grund§ 8 des Sozialistengesetzes. Infolge dessen hat sich der Streik der Maler u. s. w. in Altona im Sande verlaufen, da eine Regelung desselben nicht möglich war. Der Atoniteur des Fürsten Bismarck, die hiesigen„Hmn- burger Nachrichten", und die„Kölnische Zeitung" sind sich arg in die Haare gerathen. Das Hamburger Blatt scheint sich als die treue Ratte beweisen zu wollen, welche selbst das untergegangen? Schiff noch nicht verläßt, es jerhält sich dadurch immerhin noch einige Bedeutung für die Oesfentlichkeit. In der Nummer vom 6. d. M. befindet sich folgender Passus: „Die„Kölnische Zeitung" nimmt für sich die Eigenschaft überzeugungstreuen Bekenntnisses zu den erprobten Grund- sätzen der Bismarck'schen Staatskunst" in Anspruch; nun, z u diesen Grundsätzen gehört vor Allem der, die Demokratie, die Richter'sche so- wohl wie die Bebel's che, und die Lügen, v o n w o s i e a u ch a u s g e h e n, unter a l l e n U Nl- ständen zu bekämpfen. Wir unsererseits werden diesem Grundsatze treu bleiben.(!) Wenn wir dabei die Unterstützung der„Kölnischen Zeitung" aus anderweitiger Rücksicht nicht haben, so kann uns dies schmerzlich sein, aber nicht von dein Wege der Wahrheit ablenken. Wir halten es für die Ausgabe derjenigen Presse, die sich selbst achtet, der Weltgeschichte ehrlich vorzuarbeiten, ihr ans der Gegenwart die Wahrheiten zu liefern, deren sie bedarf, aber keine bewußten Unwahrheiten. Wenn die „Köln. Ztg." glaubt, daß das Ausscheiden des bisherigen Reichskanzlers aus dem Dienst und die Ursachen, die das selbe herbeigeführt haben, ohne geschichtliche Bedeutung seien, so sind wir hierin ebenso anderer Meinung, wie bezüglich der Aufgabe, die der sich ihrer Verantwortlichkeit bewußten Presse zufällt. Unser Wahlspruch ist das bekannte Wort:„Greis' niemals in ein Wespennest, doch wenn du greifst, so greife fest." Die„Köln. Ztg." wird diese Festigkett nicht an uns ver- missen, w e.. n sie in dieser Tonart fort- fahren sollt e." Wenn die letztere Drohung zur Ausführung gelangt, kann die Welt etwas national-liberate schmutzige Wäsche zu sehen be- kommen. In Friedrichsruhe liegen davon gewiß ganze Berge! Siaziale UeUcvstiht. Nkassregelung. In der Metallwaarenfabrik von Butzke u. Co., Ritterstr. IL, waren die Arbeiter wegen der Feier des 1. Mai bis gestern ausgesperrt acwesem Als"dieselben gestern Morgen zur Arbeit kamen, wurden drei von ihnen so o.t ohne Angabe eines Grundes entlassen. Die Uebrigen sollen nachfolgen. Zuzug ist fernzuhalten. Maßregelung. Der in der Aktiengesellschaft Schäffer und Walker, Lindenstraße 18, seit 20. November 1875 beschäftigt gewesene Metalldreher F. Schiefke ist am Donnerstag den 8. Mai kurz vor Feierabend plötzilch entlassen. Als derselbe seinen Meister nach dem Grunde fragte, erhielt er zur Antwort, wegen Mangel an Beschäftigung. Sch. war der älteste im Saale unter 32 Kollegen, er durfte nicht einmal seine angefangene Arbeit fertig machen. Der Streik der Stockarb citer ist beendet, auch in der Fabrik von Eckersdorf. Jedoch müssen wir die Kollegen ersuchen, daß Anfragen in genannter Fabrik vorläufig zu unterlassen, weil nicht alle Kollegen, die dort beschäftigt waren, wieder eingestellt werden konnten. Diejenigen, welche noch Sammellisten in Händen haben, werden ersucht, dieselben, ob leer oder gezeichnet, sofort abzuliefern. I. A.: H. Stromeicr, Chorinerstr. 83. Berichtigung. Von der Firma Schmidt u. Komp., Bambus- Möbelfabrik, Dresdenerstr. 81, werden wir um die Mittheilung ersucht, daß dieselbe ihren Arbeitern den 1. Mai als Feiertag auf Anfrage nicht freigegeben hat. Die Firma hat den Arbeitern erklärt, daß, wer am 1. Mai feiert, auch am 2. und 3. Mai feiern müßte. Fttchoerem der Tischler. Sonnabend, den 17. Mai, im„Konzerthaiise Sanssouci", Kottbuserstraße Nr. 4a: Billets hierzu sind bei folgenden Herren zu haben: Fest. StaNschreiber- straße 43a; Millarg, Lehrterstr. 22 II; Apelt, Lehrtcrstr. 22; Mcnde. Wienerstraße 37 II; Schmidt. Fürbringerstr. 25, Hof I, bei Wiedcholz; Schade, Rudersdorfcrstr. Gl: Glocke, Lausitzerstr. 52 III; Wiedemann, Wendenstr. 2 IV; Dahlgrün, Adalbertstr. 9ü, Quergeb. IV, bei Boniba; Haberland, Relchenberger- straße 101 II; Miete, Adalbertstr. 0 IV; Manien, Kreuzbergstr. 9, Quergeb. III. Ferner sind auf allen Zahlstellen des Vereins Billets zu haben. Heute, Sonnabend: in Versammlung lalon, Heue Grün-Str Jordan s Salon, Heue Grün-Strasse Wo. 20. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn J. Türk. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten.— Neue Mitglieder werden aufgenommen. Oer Vorstand. Oeffentliche Versammlung ßfSetaiicsrisei-i:©� her As-, Wcher- llllh DlüWsllMiltllrell-Briülche am Sonnabend, den 10. Mai, Ab. SVa Uhr, im Lokale Zcmtcr, Münzstr. 11. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum allgemeinen Metallarbeiter-Kongreß in Weimar. Referent Herr IPirch. 2. Diskussion. 3. Eventuelle Delegirtemvahl. 4. Verschiedenes.— Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung. Da es bedeutungsvoll ist, was wir für Männer zum Kongreß schicken, so ist es nothivendig, in großer Anzahl in dieser Versammlung zu erscheinen, damit auch wir Armaturenarbeiter zeigen, daß wir auf der Höhe der Zeit stehen und durch Organisation unsere traurige Lage bessern wollen. 241 Große öffentliche Versammlung her Wim# Kerlins 11# Illing# 31. am Monlao, de» IL. lUai, Alidv. 8 Ahr, bei AoU, Adalbertstr. Tagesordnung: 1. Bericht der Lohnkommission über die Forderung der Grün- und Rohrarbeiter. 2. Stellungnahme znr diesjährigen Lohnfrage der Weiß-, Luxus-, Gestell- und weitereu Arbeiten in unserem Gewerbe. 3. Diskussion und V«r- schiedenes.— Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen.[232] Die Kommission... Große Versammlung W sWldmck«-» MhImmS füt Mmi Mkw-WrlMMq BttSlm- am Moittag, den 12» d» Rß»g Abends 8 Uhr, in der GambrintiS" Brauerei, Wallslrasse Mr. 46. «. sÄ?,6Äi4?»" NkMW-""" m'"', Um zahlreichen Besuch bittet..... 220 Der Vorstand. Roh Tabak. 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