Ar. ifts Sonntag, den 11. Mai 1890. 10. .) Ü i, 7. Jahrg. Jr Hrgan für die Interessen der Arbeiter. Das »Ätmssrs So im. und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. —--, Fernsprechrr: Amt VI.|lr. 4106.«- NrdÄÜkion: VenkhikrÄjlze S.— Expedition: VentMvn�e 3. � Wf der bayerischen Arbeiter � sichte der Fabrikin spebtoren- berichte für 1889. »nd m��eiterverhäktnisse in Oberbayern und Schwaben emtru sollen in unserem heutigen Artikel nach der Mi Quelle kurz erörtert werden. so ist 5 �Mächst die jugendlichen Arbeiter betrifft, .lchieden zu rügen, daß der Fabrikinspektor uns Forii� �) a m m t z a h l nicht angiebt, sodaß das für die idoJwri: Kapitalismus so wichtige Verhältniß der iverd-.- zu den erwachsenen Arbeitern nicht festgestellt J'uim. Die sächsischen Berichte bringen die tiid>!� sozohleN' und es ist dringend zu wünschen, daß slir alle Fabrikinspektorenberichte die Mit- aahrfür Fahr oMigatoHfch Hillen(w11 llnsere Regierungsstatistik weiß ja jeden m. umwalle und jedes Hektoliter Spiritus, jede CVl''"•••»»wv.v.. tkv �~ � �...— J--------- r f tn.i,"oheisen und jeden Doppelzentner Thomasphosphat- tz�.Lllr genau zu buchen, die Technik der statistischen Sy uugen ist so sehr entwickelt, daß diese kinderleichte stiorü. spielend gelöst werden kann, wenn unsere„Sozial- fei Cr0n nur will. Es hat beinahe den An- d°»'«.i-,°li ein gewisses Schamgefühl gewisse Leute da- k. schelte, öffentlich registriren zu lassen, wieviel kind- ?ff»i, eit�kräste in den Produktionsprozeß jährlich ein- .zur größeren Ehre des Gottes Mammon. IL, cc Münchener Aufsichtsbeamte giebt blos Mit- j>j"ugen über die Zustände in den von ihm revi- ' e u Anlagen. Darnach fanden sich unter 38 062 lern 2622 oder 6,8 Prozent jugendliche Arbeiter; oe» letzteren waren 445 oder 16,9 pCt. Kinder. Den 529 inspizirten Anlagen besaßen 230 Anlagen Miche Arbeiter, und zwar betrugen letztere: in 64 Betrieben bis zu 5 pCt. «"«"19" »'3 ,,""„9" »27„„„ 30„ "' 4""" 50" ?[r[) 3u den Betrieben mit mehr als 20 pCt. jugendlicher SltJ et«zahlten vorzugsweise Ziegeleien mit italienischen sbiel, � dann unter anderen auch einzelne textilindu- sollen. Das scharfe Auge der„Nat.-Ztg." aber enu. hierin schon ein weites Entgegenkommen, gegen welche-> 'ich am Ende sträuben würde; wenn es nicht eine gänzung" in den„durchaus zu billigenden stimmungen des Entwurfs über die Buße für K o n t r a» b r tt ch, über die Bestrafung der A u s f o r d e r u n 0' über die wirksamere Verhinderung der Ausüd eines Zwanges zur Theilnahme an Streiks, über strengere Zucht der minderjährigen Arbeiter.*. Programm der Sozialpolitik muß nach der„Nat.-O lauten:„Verständigung, wo sie möglich ist, Vechtnbct — Jetzt lachte der Patron, sagte Favier erstaunt, als die drei Männer vor der Thüre vorbei kamen. — Ah, Sacristi! fluchte Hutin; wenn sie dabei be- harren, Robineau zu behalten, so wollen wir ihnen die Hölle heiß machen! Bourdoncle schaute Mouret gerade in? Gesicht und schien bereit loszubrechen. Dann machte er eine gering schätzige Geberde, mit welcher er ausdrücken wollte, daß er endlich begreife und daß er dies blöd finde. Bouthemont hatte seine Klagen wieder aufgenommen: Die Kommis drohen auszutreten und es finden sich unter ihnen einige ausae- zeichnete. Allein was die Herrn nachdrücklich zu packen schien, war das Gerücht, daß Robineau mit dem Fabrikanten Gaujean-aus gutem Fuß stehe; dieser rede dem Robineau zu, erzählte man,'sich im Stadtviertel zu etabliren; er will ihm einen großen Kredit eröffnen, damit er das„Glück der Damen" in den Grund bohre. Man schwieg eine Weile. Ah, dieser Robineau trägt sich also mit Konkurrenzgedanken! Mouret war ernst gewor- den, er that sehr geringschätzig, konnte zu keinem Entschluß lommen, als wäre die Sache von keiner Wichtigkeit. Man wird schon sehen, meinte er; man wird mit Robineau dar- über sprechen. Und nun scherzte er mit Bouthemont, dessen Vater, vor zwei Tagen aus Rtontpellier angekommen, von Erstaunen und Entrüstung ergriffen ivar, als er die unge- heute Halle betrachtete, in welcher sein Sohn herrschte. Mau lachte noch jetzt über den guten Mann, der sofort sein Aplomb des Südländers wiederfand, über Alles schimpfte und zum Schluß erklärte, alle Modewaaren seien nur gut für den Straßenkoth. — Da kommt gerade Robineau, flüsterte der Abtheilungs- chef. Ich habe ihn ins Nassortiment geschickt, um einem Konflikt vorzubeugen. Verzeihen Sie, daß ich auf die Sache zurückkomme, aber die Dinge sind bis zu einem Punkte ge- diehen, daß etwas geschehen muß. In der That kam eoeu Robineau; er grüßte die Herren und begab sich in den Speisesaal. Mouret begnügte sich zu widerholen: Es ist gut, wir wer- den ja sehen. Und"sie gingen. Hutin und Favier warteten daß die Herren noch einmal vorüber kommen würden; als sie und Unterdrückung jeder Art von Ausschreitung... doppelten Grundzug muß alle praktische Sozialpolitu Zeit aufweisen."— Nach dem Herzen der Unternehmers eine solche Sozialpolitik sein, nach dem Herzen der Arbei ist sie nicht. Daß der frelstuuige Antrag in Kezug auf dleSteR' und Zollreform eine Halbheit ist, versucht die„Voss. Zl0-° bestreiten. Zunächst wendet sie ein, daß ein Antrag auf vollständige Aufhebung ver Getreide- und übrigen Lebensm: zölle nicht Annahme im Reichstag finden würde. Wir hä diesen Einwand, der die Abhängigkeit der Freisinnigen von Agrariern zugesteht, nicht envartet; ans diesem Wege kommis ganz folgerichtig dazu, alle eigenen Grundsätze preiszuge � Dann meint die„Vossische Zeitung", daß die Landwirthfch sich einmal auf die Getreidezölle eingerichtet hätte.\ daß es ungerecht sein würde, ihr den erhöhten® � für das Getreide zu entziehen, wenn sie ihre Eisengeräch« wie vor infolge des Zolles theurer bezahlen müsse. Inwiefern 9 sich denn die Landwirthschaft eingerichtet? Größere Produltio kosten hat sie nicht infolge der Zölle; die Löhne der land«" chaftlichen Arbeiter sind nicht erhöht worden. Wenn die g1"� Landivirthe aber infolge ihrer erhöhten Einnahmen sich 011 y mehrte Ansprüche und Ausgaben als Konsumenten 0�_ haben, soll deshalb etwa die Masse der Steuerzah'� dauernd im Stande halten, diese gesteigerten Ansprüche befriedigen? Der kleine Bauer hat einen Vortheil aus�. Getreidezöllen überhaupt nicht, es wird ihm also durch s, Aufhebung auch nichts entzogen. Warum will man denn übnS� den Eisenzoll nicht gleichzeittg ermäßigen? Soll, nachdem W und Eisenbarone ein Bündniß auf Kosten des Volkes gckÜ, haben, das Volk jetzt die Interessen der Verbündeten respesi� und ängstlich dafür sorgen, daß innerhalb des Bündnisse- Parteien gleichmäßig aus ihre Rechnung kommen? Dieses langen, welches die Freisinnigen ernsthaft stellen, bedeutet. vollständige Verwirrung der Begriffe. Die Agrarier haben� ein volles Recht, zu sagen, daß die Freisinnigen die Getreide zur Zeit als eine Nothwendigkeit anerkennen. Die„Boss. Ztg." behauptet weiter, und die„Freis. Ztg." es ihr vergnügt nach, es sei weit mehr eine Halbheit der Sozial-- kraten, den achtstündigen Arbeitstag nicht sofort zu verlangen, s�f erst, nachdem eine zehn- und neunstündige vorausgegangen ist. 0* jb sozialdemokratischen Vorschlage handelt es sich aber nicht, beim Getreidezoll um eine Wiederherstellung des früheren P teren Zustandes, welchen mächtige Interessengruppen rücksich und mit voller Verantwortung für die Folge durchbrochen b" � sondern um ein Neues, um eine Reform nach vorwärts, Sic.j mälig anzubahnen ist. Doch die„Voss. Ztg." versöhnt � schließlich wieder. Sie fragt: Wenn schon die Verkürzung � Arbeitszeit nur nach und nach erfolgen kann, um wie viel diese einschneidende wirthschaftliche Maßnahme(die Abschnn fjj der Lebensmittelzölle)? Die Einführung des Achtstunden"" aber sahen, daß sie fort waren, erleichterten sie ihr Herzscheint gar, daß die Herren von der Direktion jetzt alle* zur Mahlzeit herunter kommen, um ihnen die Bissen �„ zuzählen? Das wäre eine schöne Geschichte, wenn'. nicht mehr in Ruhe essen könnte. Die Wahrheit war,[( sie Robineau zurückkehren gesehen hatten und daß die- Laune des Patrons sie über den Ausgang des Kämpft-- � sie unternommen hatten, beunruhigte. Sie dämpft"' Stimmen und suchten nach neuen Klagen. � — Ich sterbe vor Hunger, sagte Hutin ganz Wenn man vom Tisch aufsteht, ist man hungrige» Zuvor. Und doch hatte er zwei Portionen Konfitüren 0*9% die seinige und die des Kommis, dem er seinen Reis o verkaufte. Plötzlich schrie er: ,W(/ — Ach was, ich gönne mir eine Zuthat! � bringen Sie mir eine dritte Portion Konfitüren! Der Kellner brachte die Desserts und hernach den Diejenigen, welche Kaffee nahmen, bezahlten sofort, 3 Sous. Einige Kommis waren aufgestanden und g, im Korridor umher, einen dunklen Winkel suchend, 10 fl„ rasch eine Zigarette rauchen könnten; andere saßen trag. � Tisch, der mit schmutzigen Tellern und Schüsseln o war. Sie rollten Brotkügelchen und kamen auf ch# � lichen Gespräche zurück. Deloche saß noch immer geiftsi � Wand gelehnt und verdaute langsam, die Augen aus Fensterloch gerichtet. Seine Zerstreuung nach dem Dep jp bestand jeden Tag darin, daß er die Füße der Leuw trachtete, die da oben auf dem Trottoir hm und her gu L derbe Schuhe, elegante Stiefel, feine Damenstiefeletten durcheinander. — Wie, schon? rief Hutin..„»» Eine Glocke ertönte am andern Ende des Koulotrs,(r mußte der dritten Tafel Platz machen. Einige BnrsM � schienen mit Wasserkübeln und großen Schwämmen, u» � mit Wachsleiuwand überzogenen Tische zu reinigen- � Säle leerten sich, die Kommis gingen wieder in ihre � theilimgen hinauf. Der Küchenchef hatte seinen PIW, � Schalter wieder eingenommen; mit seiner Gabel und ft il WWL-MSL TOirtst-mbüßt. o s m unter dem »Union"— hpW(Svcuje beschloß die Versammlung keine Folge zu aus n-P1116. Eingabe, betreffend die Einfuhr von Schlachtvieh wiesen' roUTÖe bcm Vorsitzenden des Bundesraths über- einst,»lu Zuudesrathr, so berichtet man der„Nat.-Ztg/', ist Spstir L Hauptarbeit für die gegenwärtige Reichstags- kün Zitham Erwartet werden nur noch die Nachtragsetats !g.°'k'�'litärverwalteing und bezüglich der Ausbesserung der ""wngehälter. „Si. ,, Kölnische Zeitung" von gestern Abend enthält, wie ' telegraphisch mitgetheilt wird, die Nachricht, daß man be- " i�t, um nicht nach Aufhebung des Sozialistengesetzes einen W großen Andrang von zurückkehrenden Ausgewiesenen nach min zu haben, damit beginnen würde, die Ausweisungen nach "nch zurückzunehmen. des deutsch-schweizerische» Uiederlasilungs- ,iuy?8*s. befindet sich trotz der sichtlich gebesserten Beziehungen mu? berden Nachbarstaaten heute noch auf demselben Punkte, im m f'e zur Zeit der letzten Erklärungen des Grafen Bismarck -d.�'chstage stand. Der Geschäftsbericht des schweizerischen �artements des Auswärtigen über das Jahr 1889, der soeben Sn*,-Berner Bundeskanzlei ausgegeben wurde, theilt über die l-in?/ lolgendes mit:„Am 20. Juli hat der k. deutsche Ge- b® n_auJi Weisung seiner Regierung den Niederlassungsvertrag im? Vprit 1876 sowie die Justizprotokolle vom gleichen Tage ."sw.21- Dezember 1881 gekündigt, und zwar ohne daß in von>; st�den Note Gninde angegeben wären. Seither ist weder n Oer einen noch von der anderen Seite die Initiative zu einer oJ»'5ung dieses Vertrages ergriffen worden, und wir sind iL,, g' was die Umstände diesfalls bringen werden. Gemäß .!?'*1 des Vertrages bleibt derselbe in Kraft bis zum Ablauf i„an nach der Kündigung. Er wird also mit dem 20. Juli MUlöllig." Die Vermuthung, daß der Verzicht des Schweizer tj,«„beSraths auf die Berner-Ardeiterschutz-Konferenz zu Gunsten utschlands die deutsche Regierung veranlaßt habe, ihrerseits Mite wegen Erneuerung des Vertrages zu thun, hat sich also, ba?>»Voss. Ztg." hervorhebt, nicht bestätigt. Ebensowenig h. f.01* Schwei, ihre abwartende Haltung aufgegeben und sie ge- ' dies nach dem amtlichen Bericht auch ferner nicht zu thun. kern, Schweiz der passive Theil in der Angelegenheit ist, da sie Kchss von einem Erlöschen des Vertrages geringere Nachtheile zu lachten hat, als Deutschland, und da sie endlich durch ihre be- .'ffnen Organe wiederholt erklärt hat, auch in Zukunft bei der- ffWi Auffassung zu beharren, welche der deutschen Regierung -zur Kündigung des Vertrages bot, so kann die Erneuerung d.L- tragsoerhältnisses überhaupt nur in Fluß kommen, wenn "wlsAerseits die Anregung dazu gegeben wird. ,. II» der Zaoler sttttistisch volkswirthschaftttchett GefeU- hielt Rathsherr A. Köchlin-Geigy einen Vortrag über„die W» und die Arbeiterfrage". Nach einer längeren Darlegung im? der Vortragende:„Haben die Streiks ihren Zweck erfüllt?" Jo gab daraus folgende Antwort:„Die Statistik kennt nur �Mahmsweise einen direkten materiellen Nutzen.... Es ist zA'g, daß nicht selten Sturm und Drang des Streiks die Er- lMng neuer Maschinen hervorbringt, welche Menschenarbeit d,.�üssig mache». Allein dies alles ist nur ein Theil der Wahr- J"- Der Vortheil liegt versteckter, mehr auf ethischem, als auf jWieUem Gebiete. Die Stellung der Arbeiter wird verändert, S1 anständigere Behandlung erzwungen, es iverden Mißbräuche ? Betriebes abgeschafft und dem Manchesterthum wird Einhalt ?vten. Die offiziellen Organe werden zu größerer Rücksicht � Billigkeit gewiesen, und schon die Furcht vor dem Ausstand i'tflt die Unternehmer vorsichtiger. Diese Wirkungen sind be- Sjlsnd Höher anzuschlagen als aller materieller Verlust."— 'sie Ansicht deckt sich vollkommen mit den Ausführungen unseres »ulrigen Leitartikels: Die demokratische Seit? der Lohnbewegung. 1, Stöltt, 8.Mai. Die Weltsirma Gebrüder Stollwerck hatte am liMai folgenden Ukas erlassen:„Es gereicht uns zur Freude, „„B von unserem Gesammtpersonal nur 2 Leute— 1 Schlosser 5?° 1 Beigehilfe— heute ohne Entschuldigung ausgeblieben sind. ?? hoffen und vertrauen, daß der alte Stamm, der treue Kern "lerer Mitarbeiter den guten Ruf des Gesammtpersonals stets Äi?.bewehrt, stand er bereit, der dritten Tafel mit sieisch& la sauce piquante und Rochen aufzuwarten. iol �ut'" und Favier, welche die Treppe hinaufgingen, ?en Denise herunterkommen. Herr Robineau ist zurückgekehrt, Fräulein, sagte VUtm mit spöttischer Höflichkeit. wen""X®1'si»och bei Tische, fügte der Andere hinzu, aber «N Sie es eilig haben, können Sie eintreten. si» Penise ging schweigend an ihnen vorüber; allein, als Slm. bem Speisesaal der Abtheilnngschefs und zweiten m"sins vorüber kam, warf sie einen Blick hinein. Robineau Niii ln ber That noch da. Sie ivird trachten, Nachmittags w'hm zu sprechen, dachte sie sich und setzte ihren Weg dea' Um zu ihrer Tafel zu gelangen, die am anderen Ende * Korridors lag. 'e Frauen speisten separat in zwei besonderen Sälen; etiem r-tlat ben ersten Saal. Es war gleichfalls ein llQH �er Keller, jetzt in einen Speisesaal umgeformt, doch vvm hier etwas mehr Komfort walten lassen. Der de» B Tisch stand in der Mitte; es war mehr Raum zwischen RcUf- Gedecken, und sder Wein war in Karaffen von sta� llenein Glas; an den beiden Enden des Tisches a[ eine Schüssel mit Rochen und eine Schüssel mit boeuf die®attce piquante. Kellner mit weißen Schürzen bedienten Ctflu�e«, was diese davor bewahrte, ihre Portionen am künde"bzuholen. Die Direktton hatte dies schicklicher ge- die Sie haben einen Umweg gemacht? fragte Pauline, bereits bei Tische saß und sich Brot abschnitt. Z Ja, ich habe eine Kundin begleitet. wit s Gg. Klara stieß die neben ihr sitzende Verkäuferin Öiek/i Ellbogen an. Was hat denn heute die„schlecht �'"fiite Sie benimmt sich so seltsam. Sie hat einen Hrim"ach dem andern von ihrem Liebhaber bekommen, mar sie durch alle Abtheilungen. gerannt, wie eine volfffT"uige, indem sie Kommissionen für das Atelier etwna ktfe, wo sie aber nicht erschien. Sicherlich, da geht iHo* bor. Und nun sprach Klara— wobei sie ihren ZjsM ohne Widerwillen aß, mit der Sorglosigkeit eines Gens, das früher mit ranzigem Speck genährt wurde— hochhalten wird und aufwieglerische Elemente(Hetzer) nicht auf- kommen läßt, die dem redlichen Streben und der allgemeinen Lage der Arbeiter mir Nachiheil bringen können. Wie von jeher, so liegt uns auch fernerhin das Wohl und Weh der guten Arbeiter am Herzen; wir sprechen damit Allen unsere Anerkennung für die ruhige und besonneneHaltung am heutigen Tage aus und überweisen dieserhalb der Unterstützungskasse des Geschäfts die Summe von 2000 M. Köln, I.Mai 1390. Gebr. Stollwerck."— Die Arbeiter müssen ganz gerührt sein über die Güte, denn es ist dies nicht das erste Geschenk, welches die Herren Gebr. Stollwerck der Kasse über- wiesen haben. Als vor einigen Jahren die Tochter des Herrn heirathete, wurde die besagte Kasse mit 0000 M. gegründet. Bei der Geburt des ersten Enkels wurden 1000 M. zugelegt. Wie der Elberfelder„Fr. Pr." aber von mehreren Arbeitern versichert wurde, ist noch keiner im Besitze eines Statuts und ebenfalls hat noch keiner Unterstützung erhalten. Es ist wirklich großmüthig, von dem Unternehmergewinn 2000 M. abzulassen für eine Unterstützungskasse, die einen sehr fraglichen Werth für sie Arbeiter hat. Es wird den Arbeitern damit klar gemacht, daß sie bei ihrem Lohne noch einer Unterstützung bedürfen, daß also der Lohn nicht ausreicht. Uom„Grbfreuud". Ausgewiesen aus den russischen Ostsee- Provinzen ist eine größere Anzahl deutscher Familien plötzlich und ohne jeden Grund. ZeugnißZWattg. Der Redakteur des freisinnigen„Schles. Tageblatts", Szafranszki in Schweidnitz, ist nunmehr verhaftet worden, nachdem er sich auch nach Verhängung einer Geldstrafe geweigert hat, denjenigen zu nennen, der ihm ein landräthliches Schreiben an den Provinzial-Steuerdirektor über den nachtheiligen Einfluß des Verfahrens bei der Rübenzucker- Besteuerung auf die ReichStagswahlen mitgetheilt hat. Ketzervichterei. Die mennonitische Gemeinde zu Heubuden in Westpreußen hat, der„Mattenburger Ztg." zufolge, den sich hier aufhaltenden Sozialdemokraten Buchhalter F. dadurch gemaßregelt, daß sie am Bußtage beschlossen hat, F. aus der Gemeinde auszustoßen, nachdem ihre Ermahnungen von demselben nicht be- achtet worden sind. Kambuug, 8. Mai. Dem Zigarrenmacher Hackelberg, sowie dem früheren Berichterstatter der„Bürgerzeitung", S. Levinson, welche vor drei Jahren auf Grund des Sozialistengesetzes von hier ausgewiesen wurden, ist auf ihr Ansuchen der Aufenthalt im Belagerungsgebiete gestattet worden. Das„Hamburger Echo" bemerkt dazu: Wir wissen nicht, ob die Betreffenden um Auf- Hebung der Ausweisungsordres nachgesucht haben oder ob man an zuständiger Stelle die Absicht hat, noch vor Ablauf des So- zialistengesetzes nach und nach die Ansgewiefenen wieder zurück- lehren zu lassen. Es dürfte sich aber bald zeigen, ob die letztere Annahme berechtigt ist; die Zahl der von hier Ausgewiesenen ist so groß, daß in kurzen Zwischenräumen die Aufhebungserlasse kommen müßten. Kochum, 9. Mai. Nach der„Wests. Volksztg." sind die Vor- sitzenden sämmtlicher Zahlstellen des alten Bergarbeiterverbandes von der Behörde angewiesen worden, alle Geschäftsbücher bei der Behörde einzuliefern. Herrn Klir, Bürgermeister von Finsterwalde, hatten wir zu Unrecht in den Verdacht gebracht, einen guten Witz gemacht zu haben. Er sendet uns nämlich folgende Berichtigung: „In Nr. 103 des Berliner Volksblattes vom 6. d. Mts. wird Seite 3 berichtet, daß entweder ich oder der Druckfehlerkobold, der im Niederlausttzer Anzeiger sein Wesen getrieben, einen guten Witz gemacht habe. Hierzu bemerke ich, daß lediglich ein Druck- fehler vorlag, welchen die Redaktion in der folgenden Nummer ihres Blattes berichtigt hat. Die weitere Angabe, ich hätte zum I. Mai er. eine Kompagnie Soldaten nach hier requirirt, ist eine Erfindung. Bei dem friedlichen und verständigen Sinn der hiesigen Arbeiter ist an eine solche Maßnahme hier nicht gedacht worden. Ein weiteres Eingehen auf die Sache halte ich für überflüssig. Finsierwalde, 9. Mai 1890. Der Bürgermeister Klix." Wir sind erschüttert, daß Herr Klix die Angabe, eine Kom- pagnie Soldaten sei nach Finsterivalde gegen die„störrischen Unternehmer", die am 1. Mai nicht arbeiten wollen, requirirt worden, für eine Erfindung erklärt. Es war wirklich nur eine Erfindung, wir müssen es gestehen. Schweix. Bern, 9. Mai. Gegenüber der Pariser Nachricht, daß die Schweiz das einzige Land sei, welches eine Fremdensteuer erhebe, wird zuständigerseits gemeldet: Alle Niederlassungsverträge mit dem Auslände beruhen auf dem Grundsatze, daß die Fremden in den einzelnen Kantonen ebenso behandelt werden, wie die einem anderen Kantone angehörenden schweizerischen Bürger. Diese können aber gemäß der Bundesverfassung Artikel 45 Absatz 6 am Niederlassungsorte nicht anders besteuert werden, als die Orts- bürger; es besteht somit keine besondere Fremdensteuer. Großbritannien. London, 9. Mai. Bei der Parlamentswahl in Bristol an Stelle des verstorbenen Gladstonianers Cossham wurde der Glad- von einem schrecklichen Drama, dessen Erzählung alle Zeitungen füllte. — Ihr habt doch von dem Mann gelesen, der seiner Maitresse mit einem Rasirmesser den Hals abge- schnitten? — Ei, er hat ganz Recht gehabt, bemerkte eine kleine Verkäuferin aus der Wäsche-Abtheilung mit sanftem, zartem Gesichte; er fand sie in Gesellschaft eines Änderen. Allein Pauline lehnte sich auf. — Wie, rief sie, weil man einen Herrn nicht mehr liebt, sollte dieser das Recht haben. Einem den Hals abzu- schneiden? Und indem sie sich unterbrach, wandte sie sich zu dem Kellner und sagte: — Pierre, ich vermag das Rindfleisch nicht hinunter- znwttrgen: sagen Sie in der Küche, daß man mir eine Omelette mache. Mittlerweile, bis die Omelette fertig wurde, aß sie Chokolade-Pastillen, die sie in der Tasche vorräthig hatte; es fanden sich eben bei ihr immer irgend welche Näsche- reien vor. — Allerdings, ein solcher Mann ist nicht sehr ange- nehm, bemerkte nun Klara ihrerseits; ja es giebt recht Eifersüchtige unter ihnen! Neulich erst hat ein Arbeiter seine Frau zum Fenster hinausgeworfen. Sie ließ Denisen nicht mehr aus den Augen und glaubte das Richtige getroffen zn haben, als sie das Mädchen erbleichen sah. Gewiß, diese so unschuldig Thuende zitterte davor, von ihrem Geliebten, den sie betrog, geohrfeigt zu werden. Es wäre drollig,_ wenn er sie gerade im Magazin züchtigen würde, wie sie zu befürchten scheine. Doch. jetzt nahm das Gespräch eine andere Wendung, man sprach von einem Stück im Gaiets- Theater, in welchem die kleinen Balleteusep besser tanzten, als die großen. Panline hatte ihre Omelette erhalten, die sie heiter verzehrte, indem sie sie ziemlich gut fand. — Geben Sie mir doch den Wein, sagte sie zu Denisen; Sie sollten sich auch eine Omelette bestellen, — O, ich habe genug an dem Rindfleisch, erwiderte das stonianer Sir Joseph Weston mit 4775 St. zum Mitglied? des Unterhauses gewählt. Der konservative Gegenkandidat Jnskip erhielt 1900, der Arbeiterlandidat Wilson 602 St. Frankreich... P a r i s, 10. Mai. Nach der„Estaffette" hätte der Minister des Innern den Entschluß gefaßt, gegen den italienisch-nationalen, separatistischen„Pensiero di Nizza" auf Grund des Gesetzes über die in fremden Sprachen erscheinenden, von Ausländem redi- girten Zeitungen vorzugehen und das Gesetz betreffend die Aus» Weisung von Ausländern in Anwendung zu bringen. Spanien. Madrid, 9. Mai. Senat. Senator Marcoarta entwickelte seinen Antrag in Betreff der Einsetzung eines internationalen Schiedsgerichts. Bei der Organisation, in welcher die sechs Großmächte einen europäischen Kongreß bildeten, seien die andern Staaten und 50 Millionen Europäer unvertreten. Dem gegen- über sei die Bildung einer Friegensliga zwischen Spanien und den Staaten zweiten Ranges ivünschenswerth und sollte man dies bei den 1892 abzuschließenden Handelsverträgen zur Geltung bringen. Der Minister des Aeußern, Bega de Armijo, antwortete, auch er wünsche ein internationales Schiedsgericht, er bedauere jedoch, daß zuweilen die Nationen, nachdem sie ein Schiedsgericht eingesetzt, dem Schiedsspruch keine Folge gäben. Spamen habe mehrmals ein Schiedsgericht angenommen und würde in gegebe- neu Fällen ein solches auch in der Folge akzeptiren, aber es sei nothwendig, daß auch die anderen Staaten in gleicher Weise ver- fahren. Er bedauere, daß Spanien noch nicht die Stellung ein- nehme, welche ihm nach seiner Geschichte und seiner Politik ge- bühre; er bitte den Senat, diesen wichtigen Antrag Mareoarta's in Erwägung zu ziehen. Rußland. Aus Petersburg wird der„R. C." unter dem 6. Max geschrieben: Kaum hat die Aufregung über die schmähliche Be- Handlung der in Kara gefangenen Frauen sich ein wenig zu legen begonnen, und schon dringt zu uns aus Sibirien die Kunde von einer neuen grauenerregenden That. Paul Orloff, einer der hervorragendsten russischen Revolutionäre, wurde vor mehreren Jahren in Kiew zu lebenslänglicher Deportatton nach Jakuck ver- urtheilt, weil er im Vereine mit mehreren Genossen 2 Millionen Rubel aus der Staatsbankkasse in Cherson entwendet hatte, um sie zu revolutionären Zwecken zu verivenden. Seit dieser Zeit be- wohnte Orloff im Gouvernement Jakuck einen sog. Ulas(An- siedelung), wo er sich durch seiner Hände Arbeit ernährte. Vor Kurzem verließ der Verbannte seine Behausung, um einen in der Nähe angesiedelten Genossen zu besuchen. Die Behörden, in dem Glauben, Orloff sei entflohen, beriefen die in der Nähe ansässigen Jakuten und erklärten ihnen kurz und bündig, daß sie entweder den Flüchtling— wenn auch tobt zustellen müssen, oder aber alle insgesammt straffällig werden. Die wilden Jakuten ließen sich dies nicht zweimal sagen und begaben sich auf die Jagd nach dem Flüchtigen. Als sie ihn, kaum eine Werst von der Ansiedelung entfernt, ruhig heimkehren sahen, warfen sie sich auf den Wehr- losen und schlugen mit ihren Knütteln so lange auf ihn los, ms er todt niedersank. Sodann schleppten sie die blutige Leiche zum Gouverneur. Balkanlii«d-v. Belgrad, 9. Mai. Gegenüber ßden Zeitungsmeldungen von einer vermehrten Thättgkeit bulgarischer Emigranten in Serbien und von einer baldigen Aktion derselben gegen Bulgarien ivird von maßgebender Seite konstatirt, daß die thatsächlichen Verhältnisse keinerlei Besorgnisse rechtfertigten, da von einer solchen vermehrten Thätigkeit nichts bekannt sei.— Das amtliche Blatt veröffentlicht das Gesetz, betreffend die Erhebung eines Steuer- Zuschlags für Heereszwecke im Höchstbetrage von 10 Millionen Franken, welcher mit G pCt. der indirekten Steuern erhoben iverden soll. Achtung! Graoeure, Ziseleure I Wir ersuchen die Kollegen, unter keinen Umständen in folgenden Fabriken zu ar- beiten: Spinn u. Sohn, Wasserthorstr. 9, und Hornemann, Neuenburgerstraße. Die gemaßregelten Kollegen werden ersucht, sich am Sonntag Vormittag von 10—12 Uhr bei Heindorf, Langestr. 70, einzufinden; auch sind daselbst Sammellisten für die am 1. Mai Gemaßreaelten abzuliefern und neue in Empfang zu nehmen. Außerdem theilen wir mit, daß in folgenden Werk- stellen die achtstündige Arbeitszeit bewilligt ist: Dönniges, Michaelkirchplatz 8; Gleier, Brandenburgstr. 27.— Wir ersuchen, an Unterzeichneten die Werkstätten bekannt zu geben, in denen die achtstündige Arbeitszeit bewilligt worden ist. Die nächste öffent- liche Versammlung findet am Dienstag, den 12. Mai, Abends 8Ve Uhr, in Feuerstein's Lokal, Alte Jakobstraße 75, statt. Die Agitationskommission. I. A.: B. Zack, Andreasstr. 63, 2. Hof, pari, links. (Privattelegramm des„B. V."). 4000 Weber strecken. Zuzug ist fernzuhalten. Mädchen, das, um kein Geld auszugeben, sich mit der Kast des Hauses begnügte, so unbefriedigend dieselbe auch war. Als der Kellner den Reis brachte, protesttrten die Fräulein. Sie hatten ihn vorige Woche stehen gelassen und hofften nun, daß er nicht wieder erscheinen werde. Bloß Denise aß in ihrer Zerstreuung und Verwirrung über die Geschichte des Jean. Älle Anderen ließen sich an- dere Speisen bringen, fast jede aß Konfitüren. Es gehörte übrigens zum nobeln Ton, sich für sein eigenes Geld zu ver- köstigen. — Ihr wißt doch, daß die Herren Kommis reklamirt haben, sagte die zarte Wäscheverkäuserin, und daß die Direktion versprochen hat... Man unterbrach sie lachend und nun sprach man von nichts mehr, als von der Direktion. Alle nahmen Kaffee. Denise ausgenommen, die ihn nicht vertragen konnte, wie sie sagte. Und nun verweilten sie bei ihren Tassen, die Wäsche- Verkäuferinnen in Wolle gekleidet, von der Einfachheit kleiner Bürgersfrauen, die Fräulein aus der Konfeltions- Abtheilung in Seide gekleidet, die Servietten am Kinn, um keine Flecke in das Kleid zu bringen, gleich vornehmen Damen, welche in einer launischen Anwandlung in die Küche hinabsteigen würden, um mit ihren Kammerfrauen zusammen zu speisen. — Still, flüsterte jetzt Pauline, da ist das alte Vieh! Es war der Inspektor Jouve. Er liebte es, so gegen das Ende der Mahlzeiten um die Fräuleins herum zn streichen. Uebrigens hatte er die Aufsicht in ihren Speise- sälen. Er trat lächelnd ein und machte die Runde um die Tische. Zuweilen ließ er sich in ein Gespräch mit ihnen ein und fragte sie, ob sie gut gesrühstüekt hätten? Da sie ihn aber fürchteten und er sie langweilte, trachteten sie fort- zukommen. Obgleich noch nicht für die nächste Tafel gelautet worden ivar, verschwand Klara als Erste und die Anderen folgten ihr. Bald blieb nur mehr Pauline mit Deinsen zurück. Panline schlürfte ihren Kaffee und aß dann den Rest ihrer Chokolade-Pastillen. (Fortsetzung folgt.) f Theater. Sonntag, den 11. Mai. Vvrrnlian». Der Ring des Nlbe- limgen. Dritter Abend: Götter- dämmerung. Montag: Das goldene Kreuz. SchanspirUsans. Wilhelm Tell. Montag: Der Winkelschreibcr. Vorher: Graphologie. Lesstniz-Theater. Die große Glocke. Montag: Der Fall Clömenceau. Deutsches Theater. Eginont. Montag: Die Stützen der Gesell- schaft. Kerliner Theater. Julius Cäsar. Montag: Wallenstein's Tod. Friedrich-IMUHet instädt. Theater. Der arme Jonathan. Montag: Dieselbe Vorstellung. all» er- Theater. Hänschen(Bebe). Hierauf, neu einstudirt: Guten Mor- gen, Herr Fischer. Montag: Dieselbe Vorstellung. Diktoria-Theater. Stanley in Afrika. Montag: Dieselbe Vorstellung. Gstend-Thrater. Der Scharsrichter von Berlin. Montag: Dieselbe Vorstellung. Nestdeuz-Theater. Marquise. Montag: Dieselbe Vorstellung. KeUealliauce- Theater. Der Nau- tilus. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kroll's Theater. Die Zauberflöte. Crntrat- Theater. Em ftdeleS Haus. Montag: Dieselbe Vorstellung. Adolf Trust»Theater. Der Gold- fuchs. Montag: Dieselbe Vorstellung. Gedr. Richter'» N aristo. Speziali- tätea-Vorstellung. Englischer Garten Direktion: C. Aiadrcss, Alexanderstraße 27 c. EröjsNllg des Smillllergartells und Bühne. Täglich Auftreten erster Spezialitäten. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 5V2 Uhr. Entree Wochentags und Sonntags SO, 50 it. 75 Pf., im Vorverkauf 30 u. 50 Pf. Der Garten ist an Vereine für Soin- merfestlichkeiten mit Spezialitäten-Vor- stellung zu vergeben. _ Andress. EtaUmellt Buggenliagen am Moritzplatz. Täglich: Grosses Gapten>Concert. Direktion A. Uödmaun. Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. Fnfi'MD Wochentage 10 Pfg., IjII 11 Co gönn- und Festtags 25 Pfg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren fliestaurationsräumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhofer l5xport-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen. 641 F. Müller. Variete-Theater, Hemannstr. 18(Hasenhaide) Neue Str. 18. Sonntag, den 11. Mai 1890; Eröffnung der 275 Sommer-Saison. Concert, Theater, Spezialitäten- Vorstellung und Ball. Anfang 4 Uhr.— Entree 20 Pf. Passage 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Nur BSS" diese"WB Woche: Vielen Wünschen entsprechend: I. Reise d. Uormegcu. 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Referent: RelchU S- Abgeordneter Alb. Schmidt. 2. Diskussion. 3. Wahl einer Agttan Kommission. 4. Verschiedenes. Reue Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen, o Deckung der Unkosten findet Tellersainnilung statt. Um zahlreichen»«l namentlich der Vergolderinnen der Glasbranche, bittet Die Einberuferui.____ Wander-Versammlimg des Fchvereins der Weber und veriNndten BernfsgeMeil am Dienstag, de» 13. Mai, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn wu» Brunnen st raße 33.. des Herrn F. B e r n d t über Zweck Diskussion. 3. Ausnahme neuer 4. Verschiedenes.— Die Kollegen orden Berlins werden dringend ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. 270 Der Vorstand« 3!el Tagesordnung: 1. Vortrag der Gewerkschaftsbewegung. 2. glieder und Entrichtung der Beiträge. 4. Verschiedenes. No' Fachverein der Tischler. Versammlung für den Keurk Süd- Osten am Montag, den 12. Mai, Abends SVa Uhr, in„Sanssouci"» Kottbuserstraße 4a., Tagesordnung: Vortrag. Diskussion. Werkstellenangelegenye» Verschiedenes und Fragckasten.... Gäste, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt, eint sammlung beginnt pünktlich. Der Bevollmächtigt*� Versammlung___ der Filiale I.(00) der Vereinigung denWer Maler& au» Dirnstag, drn 13. Mai, Abends 8V2 Uhr, in Koffmaun's Festsäien, Oranienstraße Nr. 180. Tagesordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten F. Z u b e i l über Gewerbesth» gerichte. 2. Diskussion. 3. Abrechnung der Fachschule. 4. Verschiedenes. 290 Die Bevollmächtigten« Fachverein der Tapezirer Berlins und Umgegend. Dienstag, den 13. Mai, Abends 8 Uhr, bei Fenerßt� Alte Jakobstraße Nr. 75: Mitglieder-Versammlnng. Tagesordnung:...-a-J, 1. Vortrag des Herrn Bölsche über Hypnotismns und Spirinsw 2. Diskussion und Fragestellung. 3. Vereinsangelegenheit und Fragekastew � In Anbetracht des hochinteressanten und lehrreichen Vortrages>> Pflicht eines jeden Kollegen, zu erscheinen. Aufnahme neuer Mitglieder. y sind willkommen. Der Vorstand«�, Achtung! Tabakarbeiter! lieber folgende Fabriken ist die Sperre verhängt: Carl Martienzen(wegen Mastregelung), 1. Geschäft: Weberär. 5, 2. ,, Friedrichstr. 97, 8.„ Sllexanderstr. 71, 4.„ Neue Promenade 1, 5.„ Gertraudtenstr. 20, 6.„ Belle-Allianeestt.93/99, 7.„ Dresdenerstr. 93, 8,„ Poststr. 16, 9. n Neue Königstr. 19c, 10.„ Andreasstr. 75, 11.„ Ehausseestr. 8, 12.„ Prinzenstr. 83, 13.„ Andreasstr. 59, 14.„ Friedrichstr. 204, 15.„ Spandau. Schmeisser(wegen Maßregelung). 1. Geschäft: Ehausseestr. 25, 2.„ Ehausseestr. 76, 3.„ Friedrichstr. 100. Naucke, vormals Schubert& Sohn (wegen Maßregelung), Michael- kirchftraße 6. 1. Geschäft: Dresdenerstr. 72/73, 2.„ Eharlottcnburg. Keilpfing, Elsafferstraße 8, Laden. Hübsch, Prenzlauerslraße 3. Ratke, Alt-Moabit S!r. 130. Carl Brunzlow(Inhaber August Deter) (wegen Maßregelung), Königstraße 23. Die Ueberwachnngs-Kommission 264 der Tabakarbeiter Berlins. Hut-Fabrik Kliicherstraste 11, Wilhelm Böhm. Sämmtliche Hüte mit Kontrol- marken. Große Auswahl bei bil- ligsten, festen Preisen. Großes Lager in Sonnen- u. Regenschirmen. Reellste Bedienung. 1521 Flchvttein der Lederarbeiter. Sonntag, den 12. Mai, Ab. SVs Uhr, Oranienstraße 180: Lcreins-Versamiklung. Tagesordnung: 1.„Was lehrt uns der 1. Mai?" Referent Herr Fritz Zubeil. 2. Ver- eliisangelegenheiten(Stellungnahme zur Lohnbewegung). Verschiedenes. Auf- nähme neuer Mitglieder. Gäste will- kommen. 980 NB. Der nnentgeltl. Arbeitsnachweis befindet sich bei H. Sperling, Luisen- User 22(Oranienplatz). Sprechstunden Abends 8— OVs, Sonntags Vormittags 10— UV« Uhr. Oer Vorstand. Sänger„Heiserkeit". Sonntag, den 11. Mai: ®rS8r8e8""onstre- Singen und Besprechung der Sommer- Land- partie. Alle Sänger von Süden-Westen sind h,erzu eingeladen. Ausnahme heiserer Sänger.[220] I. A.: Heiserkeit. WuWe Bersamlililg Feilenbauer BerM am Dienstag, den 13. Mai, Ab.* bei Meißner, Gartenstr. & Der»richtigen Tagesordnung ist das Erscheinen aller Kollegen � wendig. Der Ginker»� Ahkm. snr Berlin und Umg. Gr. WersammlwOP am Dienstag, den 13. Mai, Ab. 8'% im Wcddingpark, Mütlerstr.« Tagesordnung: 1. Vortrag des Stadtv. Herr: Nach dem 1. Mai. 2. Dwwl 3. Aufnahme neuer Mitglieder. schieden es und Fragen. Da die Statistik der Metall-r� am 1. Juni geschlossen wird, darauf aufmerksam gemacht, noch so viel als möglich zu be 295_ J. 91.: R. Fachv.d. Posaments und BerufsgenoM Montag, den 12. Mai, Abds. � in Feuerstcin's Salon, Alte Jakod! Tagesordnung: 1. Abrechnung vom Wohtthan. Konzert. 2. Vereins- Angelegt 8. Verschiedenes und Fragekaften�z!' Die Kollegen werden hierzu laden. Gäste willkommen.„d' 271 Der Vorsta�;; NB. Das für Sonntag in ei! genommene Vergnügen in Bierhallen, zur Feier des dreist � Bestehe» der Untcrstützungskasm nicht stattfinden._ brfrf Centrill-Krilnkeu- u. 0tcr ber Tislhler n. s. fy Gertt. Drrmaltnngo stelle 9*1 J Mitgliederversainin1!� tSST am Soimtag, den 11. Mab Vormittags liste Uhst � bei Gnadt, Brunnenstr- Tagesordnung: 1. 9lbrech»ung vom 1. 2. Verschiedeues.,. Mitgliedsbuch legitimirt. � reiches Erscheinen ersucht, Die Ortsverv/a"" Verantwortlicher Redakteur:(Citri Kaake in Berlin. Druck und Verlag von Mae Kading in Berlin SW,. Beuthstraße 2. Slrr«« ,wei Sonntag» den 11. Mai 1890. 7. Jahrg. it. BUmb -!«. ��"rbriter- K,Weg««g. Im August b. soll, , J Bekamitmachung des Vorsitzenden des(allen)-oer �anoes rhcinisch-wcstsnlischcr Bergleute zufolge, in Halle in Provinz Luchsen der 1. deutsche Bcrgarbeitertag statt sludcN' Alle Berufsaenossen Teutschlands werden ans �fordert, sich ans diesem Bergarbcitcrtage vertreten zn Jc 10000 Bergleute entsenden 1 Delegirten. Für als 10 000 Bergleuten wird ebensalls gewünscht. Am 13. Juni 1890 wird zu Dort- uainv in Westfalen zur Regelung dieses Bergarbeitertagc� «orbereitungstag abgehalten. e, Magdeburg. In einer öffentlichen, zahlreich besuchten ��"unlnng der Schnhinacher in Magdeburg, in ivclcher, ,_ bet„Magd. Ztg." entnehmen, auch viele Meister anir '...sl'. wurde beschlossen, den Lohntarif, wie er von der' «,,.'!'s>lon ausgearbeitet, vorden ist, zur Durchführung zu brmgei. " I diesen Beschluß wurde Seitens der Bteisier erwidert, daß Jic C" gethan hätten, um einen gütlichen'Ausgleich herbeizuführen mmmem n°rdiumg angenommen 3i( i'U im gThir i,""0'1 fnnd ain 8. d. M. eine Versammlung der noch die zJ, dssindliche» Tischler statt. Ter Vorsitzende thcilte, wie Ztg." berichtet, mit, daß die iil>crlvicgende Mehrzahl lheilg die beanstandete Fabrikordnung thcils zurückgezogen, lireitigen Paragraphen gestrichen habe. Mai. Die Besitzer fast sämmtlicher Niemen- zu ein», m. lge der mißlichen Lage des Riemendrehergewerbes �ehen c» Bereinigung zusammengetreten und haben sich bei einer »»ter.�ventionalsirase verpflichtet, vom 19. Mai ab nicht mehr ,, eiUmmten Miuimallöhnen zn arbeiten. llnia-tz.�k, 10. Mai. Die Schuhfabrikanten von Mainz und ihren erlassen eine öffentliche Erklärung,»ach der sie heute hiesia?.«?",. �en Arbeitern kündigen, weil ein großer Theil der slrejn f,.i,/ r gesetzwidrig(sehr gut! Red. des„B.%.") ge- niAt'■ Die Lohnkomuüssion erkennen die Schuhfabrikanten ihrer rn ,)??d wollen Unterhandlungen nur mit den Arbeitern �iablissenients, nicht mit dieser Kommission führen. die S," Dresden sind dem„Chemn. Tgbl." zufolge seit Montag »eil-> fd�r in einen Streik eingetreten und haben eine Reihe 'tbeif. ll'9en'"�iche sieh auf Löhnung, Arbeitszeit, Akkord- K- beziehen, aufgestellt. ül :, befind� w Uokolos. lch k* Arbeiter Kerlino! Wie Ihr alle wißt. sich �lruiergesellen im Ausstand. Sie haben erklärt, daß sie 2*� und ganz auf de» Boden der Arbeiterbewegung stellen I und baß es ihnen Ernst damit ist, wird jeder erkannt L der ihre Versammlungen besucht. Daß die gestellten For- �""gen gerechtfertigt sind, geht wohl zur Genüge daraus hervor, bereits mehrere Brauereien unterschrieben hatten, aber bis ?'iiie(„Münchener Brauhaus") sich unter der Ausrede zurück- gkn, daß ihnen ihre Unterschrift unter Vorspiegelung falscher fachen abgelockt wurde. Pflicht aller Arbeiter ist es, die .»ergesellen in ihre», gerechten Kampf zn unterstützen. Ar- lich°C �"lins, Ihr Alle habt wohl die Erklärung von sämmt- hiesigen Brauereien, mit Ausnahme der oben genannten, "»d x* S'bröeruiig der Brauergesellen voll und ganz bewilligt hat h>«s ,��°"llssiabrauerei,die aber nicht bewilligt hat, gelesen, in dtven »üd m>f Ehrenwort verpflichteten, keinen� 5t nHden hier Brauerei Bier zu liefern und tii,j8e(?Cn vergangen hat. einzustellen.. ßi�»�""uusforderung; nian will uns zwingen, Brauereien zu trinken; man wirft uns es. bx s?dsch»h hin und Pflicht aller klassenbewußten foto». aufzunehmen. Hier handelt es sich um C»ch r Kapital, hier Arbeit! Arbeiter �stllcn' Zuschauer bei Seite, so", >4; noch in Erinn den Saalinh und mit ihnen erleidet di WTm �ckenschläge; die Folg SGetr. �"geschränkt diesi mlunflen abha 1 m Uns—- � keinen Ku Parteigen ' beben eiter ist Macht- stellt Ihr die Brauer- rbciterschaft die ar nicht abzusehen. scharfer Kampf usgefochten worden ist. Partei- ftuek �Mammenstehen der iisoglich, daß wir jetzt nicht oke Willkür der Wirthe unsere .. �können, und Ihr werdet auch in ;J%i,•■"""�gedrungenen Kampfe fest zusanimenstehen. Wir 'voup.,--- v>v....r,v I'I"' reg ist' wir müssen über das Kartell den Sieg davontragen, y lUt ling__ f... v:. fo ficht UHÖ Wm Eine auseinander- s �bnz � der Tagesordnung: Wie stellen sich die Arbeiter it,*1® Wbjp ein Beschluß der Brauereien? einberufene Versamm- !Bv Unä Genehmigung nicht erhalten, daher sehe» ife*. haben h0.flt' ouf diesem Wege zu Euch zu sprechen. last aber te!ei1 SamPf nicht gewollt, er ist uns aufgezwungen ll»' Li, werden zeigen, daß wir nicht mit uns spielen erstr �""..David, Lübbenerstr. 25, Robert Nürnberg,~ An- .Mitglieder der Lokallommisiion. dem derselbe die den Urtheilen der Presse der bürgerlichen Par- teien diamental entgegenstehende Aeußerung des„Verl. Volks- blatt" vom 3. Mai über den großartigen Verlauf des'Arbeiter- sesttages wörtlich wiedergegeben hat, theilte er seinem Blatte seine eigenen Eindrücke mit, die er von diesem Volksfeste in Friedrichs- Hagen empfangen hatte. Die Zahl der dort versammelt geivesenen Theilnehmer, welche von der gegnerischen Presse auf keine 900 angegeben wurde, schätzt er aus nicht weniger als 8000. Trotz der großen Menschenmasse herrschte eine würdige Feststimmung und eine musterhafte Ordnung, welche sämmtliche polizeiliche Vorsichtsmaßregeln als gänzlich überflüssig erscheinen ließen. Am meisten imponirte dem Russen der Geist der Disziplin, welche ohne jede Knute unter der Masse geherrscht hatte. „Di» sollst kein Bier mehr trinken" sprach ein durch eine weiße Schleife im Knopfloch kenntlich gemachter Fest- ordner zn einem jungen Arbeiter, der im Begriff stand, des Guten zu viel zu thun und„ohne Murren" schob der Ange- redete das ihm eben gebrachte Glas Bier zur Seite und ließ sich statt dessen eine Selter kommen..... Interessant ist auch eine kurze Unterredung, welche der Berichterstatter mit einem der Fest- rcdncr im Waldschlößchen gehabt haben will.„Nun," srug der Russe den deutschen Arbeiter,„halten Sie den Tag für einen Sieg oder eine Niederlage der Arbeiterpartei?"„Eine seltsame Frage angesichts dieser imposanten Menschenmasse," erwiderte der Festordner.„Ich will jedoch diese Frage mit einer Gegenfrage beantworten: Wissen Sie, daß der heutige Tag im 6. Wahlkreise fast durchweg gefeiert wird und daß hier und da bereits auf den ersten Ansturm der Achtstundentag bewilligt worden ist? Wir haben uns für heute eine doppelte Aufgabe gestellt. Erstens einen internationalen Festtag zn schaffen und zweitens dieses Fest in würdiger Weise und musterhafter Ordnung zn feiern. Ich frage Sie nun, ob die beiden Aufgaben nicht glänzend gelöst wor- den sind?" — Allerdings... Aber Sie müssen doch zugeben, daß das erste Ziel nicht überall erreicht werden konnte. In den meiste» Werkstätten wird heute wie sonst gearbeitet und alle Maschinen sind im Gange!" — Nun, alle wohl nicht. Allein in Berlin ist der heutige Tag in 217 Werkstätten freigegeben worden. Auf einen Hieb fällt eben kein Baum. Nichtsdestoweniger wird der heutige Tag von 25 pCt. der gesammten Arbeiterschaft gefeiert. Aus Be- scheidenheit will ich jedoch diese Zahl aus 15, ja, selbst auf 10 pCt. herabsetzen, ist das für's erste Mal nicht ein glänzender Erfolg? Können wir für's Erste nicht damit zufrieden sein? Sind doch selbst die Herren Kapitalisten mit 10 Prozentchen zufrieden!... Im nächsten Jahre werden es 30, im dritten Jahre 50 pCt. sei», bis schließlich sämmtliche Arbeiter der zivilisirten Welt den 1. Mai feiern und diesen Tag zu einem wahren und echten Fest- lag machen werden. Die antisemitische» Zieichstngsnbgeordneten tratetvckm] einem der letzten Abende zu einer Konferenz zusammen, um sich über ihr Verhalten während der beginnenden Legislaturperiode zu besprechen. Ans dem uns zur Verfügung gestellten Protokoll dieser Konserenz geben wir im Nachstehenden das Wichtigste wieder: 'Aug. Dr. B ö ck e l eröffnet die Sitzung und erstattet zunächst Bericht über die Thätigkeit der antisemitischen Fraktion während der vergangenen Legislaturperiode. Herr Böckel schildert die Heiterkeitsersolge, die er mit jeder einzelnen seiner Reden errungen hat und weist als Trophäe die Präsidentenglocke vor, welche bei den fruchtlosen Versuchen des Präsidenten v. Wedell-Piesdori, ihn (Böckel) zn unterbrechen, entzwei gegangen ist. Zum Schluß macht Redner auf die fortschreitende Berjudnng des Reichstages aufmerksam; während der vorigen Legislaturperiode hätten nur zwei Juden im Reichstag gesessen, jetzt aber fei deren Zahl auf fünf angewachsen. Angesichts dieser Thatsache sei in Erwägung zu ziehen, ob nicht auch die antisemitische Fraktion dafür eintreten solle, daß den Mitgliedern des Reichstags Alimente zu bewilligen seien. Bei der Tiätenlosigkeit würden schließlich nur noch die reichen Juden ein Reichstagsmandat annehmen können, da es den auf anständige Weise(Bravo!) ihren Lebensunterhalt erwerbenden Männern nur schwer möglich sei, ihre Alimente aufzubringen. lieber diesen Vorschlag entspinnt sich eine längere Diskussion. geordneter Liebermann von Sonnenberg wendet ich gegen die Anregung Böckel's und erklärt es für besser, sich das zum standesgemäßen Leben nöthige Geld gegen Ehrenschein von Juden zu pumpen; auf diese Weise könne man gleichzeitig den Antisemitismus praktisch aus- "�'ülbg. Pickenbach bietet im Anschluß daran den Kollegen, falls sie Geld brauchen sollten, gegen Provision seine Dienste zur Verniittelung von Darlehen an. Zur Sache erklärt Pickenbach, daß auch er es nicht für nöthig halte, den Reichstagsabgeordneten Alimente zu bewilligen; man brauche sich ja nur Visitenkarten drucken zu lassen und diese in Zahlung zu geben. Er selbst habe diefes Mittel bereits als Stadtverordneter erprobt. Darauf wird dieser Gegenstand verlassen, und man ttitt in die Berathung dessen ein, waS in der gegenwärtigen Session seitens der antisemitischen Fraktion zu geschehen habe. In einer einleiten- den Anfprache fordert Abg. Dr. Böckel die Kollegen auf, furcht- los vorzugehen. Ein sehr nennenswerther moralischer Erfolg sei ja schon errungen, da die antisemitische Fraktion im Reichstag es bereits habe wagen können, bei der Wahl des ersten Präsidenten einen eigenen Kandidaten aufzustellen; zwar habe Herr Pickenbach vorläufig nur zwei Stimmen auf sich vereinigt, aber wenn man fest zusammenhalte, würde es möglich sein, daß der antisemitische ...... ntschaftskandidat in Zukuigt es auf nicht viel weniger als ein volles halbes Dutzend Stimmen bringe.(Beifall.) Ganz be- anders, so führt Redner weiter ans, werde die antisemitische Fraktion gegen die durch und durch verjüdete Sozialdemokratie Front machen. Die Antisemiten seien die Partei der verständigen Männer(Lebhafter Beifall), und sie hätten somit auch den Beruf, die deutschen Frauen und Jungfrauen gegen die jüdische Un- sittlichkeit, und die Heiligkeit der Ehe gegen den sozialdenwkrati- eben Umsturz zu schützen.(Anhaltender stürmischer Beifall.) Abg. P i ck e n b a ch spricht sich in demselben Sinne aus und schließt mit der Mahnung, daß die antisemitische Fraktion mit ihrem Pfunde wuchern möge.(Beifall.) Es werden sodann auf Grund eingezogener Erkundigungen einige Fälle mitgetheilt, in denen die jüdische Gemeinheit eklatant zu Tage tritt. So hat u. A. der Jude P. einem gewissen Dr. Z. Geld gegen wucherische Zinsen geliehen, und so hat ferner der Fude B. ein christliches Mädchen verführt und sich dann ge- weigert, Alimente zu bezahlen. Was den letzteren Fall betrifft, so wird als besonders charakteristisch daffir, wie wenig heilig den Juden die Ehe ist, hervorgehoben, daß der Jude B. sich in dem Alimenten-Prozeß durch seine junge Frau hat vor Gericht ver- treten lassen.(Hört! hört!) Diese und ähnliche Fälle sollen im Reichstage zur Sprache gebracht werden, und es wird auch vorgeschlagen, die hier aufgedeckten jüdischen Schänd- lichkeiten zum Gegenstande eines an das deutsche Volk zu richtenden Btanifestes zu machen. Gegen diesen Vorschlag wendet jedoch der Abg. P i ck e n b a ch ein, daß das Manifestiren doch eine recht bedenkliche Sache sei; er für sein Theil werde ich wohl hüten, zu manifestiren. Durch diesen unbegreiflichen Widerspruch des Abg. Pickenbach wird eine sehr erregte Dis- kussion hervorgerufen. Tie Gemüther erhitzten sich trotz der Geringfügigkeit des Gegenstandes immer mehr, und es kommt schließlich so weit, daß der Abg. Pickenbach„Jude" genannt wird. Eine Einigung ist nun nicht mehr zu erzielen, und die Versammlung geht in großer Erregung auseinander, nachdem jeder einzelne der'Anwesenden für sich eine Resolution angenommen hat, in welcher alle anderen Menschen als Juden bezeichnet werden. So iveit das Protokoll. Wie wir weiter vernehmen, wird die Vermittelung des Herrn Hofpredigers Stöcker angerufen werden, um eine Versöhnung herbeizuführen, Der Herr Hos- Prediger soll den drohenden Zerfall der antisemitischen Partei b e- schwören— man hofft, daß dann die bestehenden Be- fürchtungen sich nicht bewahrheiten werden. Das entfnhrte Kind der in der Bergniannflraße wohnenden Heno'schen Eheleute sollte, wie die Blätter meldeten, in der Nähe von Oranienburg bei einer daselbst umherstreifenden Zigeuner- bände gesehen worden sein. Wie jedoch aus unserem Nachbarorte amtlicherseits mitgetheilt wird, hat sich leider das Gerücht nicht bestätigt. Dasselbe ist nur darauf gerichtet, daß eine Zigeuner- bände in Gransee gesehen worden ist. Es ist übrigens durchaus nicht feststehend, daß die Kleine wirklich von Zigeunern geraubt worden ist, da an dem Tage des Verschwindens des Kindes Zigeuner in dem betreffenden Stadtviertel, wo die H.'schen Ehe- leute wohnen, also nach Tempelhos und Rixdorf zu, nicht gesehen worden sind. Der vor Jahresfrist aus Berlin unter Hinterlassung be- deutender Schulden flüchtig gewordene Rechtsanwalt S a l o m o n, dessen plötzliches Verschwinden von hier mit einem jungen Mädchen allgemeines Aufsehen erregte, ist, wie uns aus sicherer Quelle mitgetheilt wird, vor einiger Zeit auf seinen Irrfahrten in— Monaco angelangt und soll ein eifriger Besucher der dortigen Spielbank sein.— Von seiner Begleiterin hat S. sich schon längst getrennt; die Gattin des Flüchtigen, welche inzwischen die Zahnheilkunde erlernt, ist zur Zeit Inhaberin eines Zahn- ateliers. Zn einer„Liebes-, KeUigungs- nnd Kankfagungsver- lainmlnna" wurden die„gläubigen Christen" Berlins vorgestern durch Säulenanschlag nach dem Saale der„Christlichen Mission" auf vorgestern'Abend durch den früheren Stabskapitän der Heils- arinee, Fritz Schaaf, eingeladen. Gleichzeitig erging an die „modernen Heiden" eine Einladung zu den an anderen Abenden in demselben Lokale, Alte Jakobstraße, stattfindenden Bekehrungs- versammlimgen. Zu dem kleinen im Hofe eine Treppe hoch be- legenen Saale waren etwa 70 Personen, Frauen, Kinder, Männer und junge Leute, gekomme». Ein Schutzmann war auch anwesend und als Störungen befürchtet werden konnten, erschien noch ein ["zweiter im Saale. Die Mehrzahl der Versammelten war aus Spottlust gekommen. Frau Schaaf stinimte unter Violinenbe- glcitung nach einer weltlichen Melodie ein„Heilslied" an und schlug, heftig gestikulirend, den Takt dazu, was von einem Theil der Versammlung spottend nachgeahmt wurde. Der'Aufforde- rung zum Gebet folgten etwa 12 Anwesende, meist Frauen, welche niederknieeten. Die Rede des Herrn Schaaf wurde fort- ivährend durch höhnende Zwischenrufe unterbrochen. Er behauptete unter Aiidereni, daß der Geist Pauli auf ihn übertragen sei. (Oho! Au!) Die lebhafte Melodie des folgenden Gesanges veranlaßte einige der Spottlustigen:„Lotte ist todt" an- zustimmen. Schallendes Gelächter antwortete auf die Er- Zählung der Bekehrungsgeschichte der Frau Schaaf, worin sie erklärte,„ein gutes Mädchen" gewesen zu sein. Herr Schaaf glaubte, feiner Frau zu Hilfe kommen zn müssen und rief aus: „Ich bin froh, daß meine Frau ein gutes Mädchen war. Sie hat aber auch einen guten Mann bekommen; denn wenn ich nicht ein guter Mann wäre, hätte sie mich doch nicht genommen. Nicht wahr, Frau!?" Frau Schaaf:„Nee, sicher nich!"(Großes Ge- lächter.) Als dann ein„Bruder Miericke" von Herrn Schaaf das Wort zu seiner Bekehrungsgeschichte erhielt, arteten der Lärni, das Gelächter, die höhnischen Zwischenrufe noch mehr aus, so daß sich der Schutzmann zum Eingreisen genöthigt sah. Mit Lärm und Lachen entfernten sich endlich die meisten Äiiwesenden. ffii» Schleppdampfer als Zlfandodjrkt ist gewiß etwas Seltenes. Ein solcher wurde gestern aus der Spree vor dem Skalauer Thor durch den Gerichtsvollzieher versteigert. Der Dampfer diente bisher zum Schleppen von großen, mit Sand und Steinen beladenen Kähnen und dürste, auch nach erfolgtem Besitz- Wechsel die gleichen Dienste leiste». Z» ein»,» zlnfall hat die Eisenbahnbrücke an der Pank- straße Veranlassung gegeben. Freitag Mittag gegen 1 Uhr passirte die 13jährige Tochter des in der Müllerstraße Ob wohnenden Arbeiters Felbschlag mit ihrem 5jährigen Bruder den Viadukt ge- nannter Brücke, als der Knabe sich von der Hand der Schwester losreißend auf einen an der Brücke liegenden bei dem Er- Weiterungsbau der Verbindungsbahn gebrauchte» großen Stein kletterte; in diesem Augenblicke rollte mit donnerähnlichem Ge- ränsch ein Eisenbahnzug über die Brücke, wodurch der Kleine der- artig erschrak, daß er von dem hohen Stein herab auf das Skaßenpflastcr stürzte und aus mehreren klaffenden Wunden am Kopf blutend besinnungslos liege» blieb. Nach Anlegung eines Nothverbandes bei einem in der Nähe ivohnenden Arzt wurde der erheblich verletzte Knabe in die elterliche Wohnung geschafft. Auch eine Waifcier. Am Sonnabend, den 3. d. Mts., ging es im Lokale des Herrn Graul, Cnlmstraße 20, hoch her. Waren doch ganze 30 Mark zu verkneipen, und für 30 Märker kann man sich schon etwas leisten. Uno noch dazu hatte sich ein edler Wohlthäter gefunden, der diese 30 Mark zum Besten gab. Es war der Tischiernieister Reddemann aus der Groß-Görschen- straße 18, der sich mit seinen Gesellen einen besonderen Feiertag gestattete. Zwar hatte Herr Reddemann seinen Leuten nicht er- lanbt, am 1. Mai zu seiern, aber am 3. gab er ihnen 30 Mark zum Besten, weil dieser nicht der Arbeiter-Feiertag ivar. Es geht doch nichts über die Autorität. Dir Alitiengefellschnft Wir& Genest hat einem ihrer entlassenen Arbeiter folgendes Zeugniß ausgestellt: Berlin, den 10. Mai 1890. Zeugniß! Dem Mechanikergehilsen........ aus Wolgast bestätigen wir, daß er seit 6. Januar 1890 in unserer Werkstatt thätig gewesen ist. Er war mit der Herstellung elektri- scher Apparate beschästigt und hat die ihm übertragenen Arbeiten zu unserer Zufriedenheit ausgeführt. Durch seine agitatorische Thätigkeit. welche er, soweit es die Umstände gestattete», auch in den Fabrikräumen fortsetzte, hat er wefentlich dazu beigetragen, daß aus Anlaß des Verbotes der Feier des 1. Mai am 25. April in unserer FabrikZein Streik ausgebrochen ist und infolge dessen ent- lassen worden. Aktien-Gesellschast Mir& Genest, Telephon-, Telegraphen- und Blitzableiter-Fabrik. Die Direktion, gez. Genest. — Selbstverjtandlich wird dieses„Zeugniß" gerichtlich angefochten werden. Im Aoolagifche» Garte» sind in den letzten Tagen wieder- um einige höchst bemerkenswerthe und seltene Thiere eingetroffen welche der Besucher in der ehemals für Schlangen und vgl ver- wendeten, jetzt aber bekanntlich zur Aufnahme kleinerer und zarterer Saugethiere eingerichteten, östlichen Abtheilung deS kleinen Vogelhauses findet. Als Bekannten, den wir, obschon selten lebend ,» Zoologischen Gärten vorhanden, bereits srühcr hier beobachten konnten, sehen wir ein zweizehiges Faulthier, jenen seltsamen, lang behaarten grauen Burschen, den die stupende Langsamkeit der Bewegungen mit vollstem Recht seinen bc- zeichnenden Namen eintrug. Neu dagegen und im hiesigen Garten zum erstenmal zu sehen, ist der in der Nahe untergebrachte kleine Ameisenfresser aus Brasilien und Paraguay, ein Verwandter des durch den mächtigen buschigen Schwanz ge- kennzeichneten großen Ameisenfressers, von dem sich der erstere außer durch die geringe Größe durch einen größtentheils unbe- haarten Greifschwanz auszeichnet. Beide neue Anklömmlinge sind Mitglieder der von den Zoologen als„Zahnarme" be- zeichneten, schon in früheren Erdperioden eine wichtige Rolle spielenden Gruppe von Thieren, zu denen auch die in mehreren Exemplaren hier vorhandenen Gürtelthiere zählen und welche wir jetzt im Zoologischen Gartew in seltener Vollständigkeit ver- einigt finden. polizribericht. Am 8. d. M. Abends versuchte eine Frau in ihrer Wohnung in der Bergmannstraße sich mittelst Phosphors zu vergiften. Sie wurde noch lebend nach der Charitee gebracht. — Am 9. d. M. Morgens wurde ein Mann vor dem Hause Birkenstraße 3 von einem beladenen Steinwagen überfahren und am linken Unterschenkel so schwer verletzt, daß er nach dem Krankenhause in Moabit gebracht werden mußte.— Mittags ge- riclh vor dem Hause Holzmarktgasse Nr. 18—19 ein fünfjähriges Mädchen unter einen mit Mehlsäcken beladenen Arbeitswagen und erlitt so schwere Verletzungen am rechten Fuß, daß seine lieber- sührung nach der Universitäts-Klinik erforderlich wurde.— Nach- mittags fielen beim Spielen auf einem Sandhausen vor dem Hause Müllerstr. Nr. 1G6A. ein Ljähriges Mädchen plötzlich von dem Haufen auf den Straßendamin herab, geriech dabei unter eine gerade vorüberlommende Droschke und erlitt durch Uebersahren eine Quetschung der Brust und Lunge.— Abends siel bei einem dienst- liehen Gange auf dem Koppenplatz ein Schutzmann und bra' dabei das rechte Schlüsselbein, so daß er nach dem Lnzauel Krankenhause gebracht iveroeu mußte.— Zu derselben Zeit mochte ein Mann in seiner Wohnung in der kleinen FranksurhMraße den Versuch, sich mittelst Phosphors zu vergiften. Er irultde nach dem Krankcnhause am Friedrichshain gebracht.— vrf? zu derselben Zeit der Arbeiter Bacheina auf dem New HA Chausseestraße 74, beim Kalklöschen die Schütze des KalkkasOns von einem über denselben gelegten Brett ans öffnen wollte, fiel er infolge eines Fehltritts in den srischgelöschten Kalk und erlitt so schwere Brandwunden an, ganzen Körper, daß seine Ueberführung nach der Universitäts-Klinik erforderlich wurde. Der Zerr Krzirkvvovsteher. Ter Schankwirth Klink- müller befand sich am Nachmittage des 13. November vor. Js. allein in seineni Lokal, als ein ihm unbekannter Herr hineintrat, sich als Bezirkevorsteher vorstellte und erklärte, daß er im Auf- trage des Magisirats in dem Lokale Messungen vorzunehmen habe, da eine Anzeige eingegangen sei, daß es nicht die vorgeschriebene Höhe besitze. Dem Inhaber drohe eventuell Konzesnonsentziehung. Herr Klinknn'lller bekam keinen geringen Schreck und mit wechseln- den Gefühlen beobachtete er den Fremden, welcher während der Messungen bald ein befriedigendes Kopfnicken, bald ein bedenk- liches„Hm, hin" von sich gab, sich dann aber wie ein zugeknöpf- ter Beamter entfernte, ohne sich über das Ergebniß seiner Untersuchiiiig zu äußer». Der„Herr Bezirksvorsteher" begab sich dann znin Schankwirth Lachniann. Diesem erklärte er, daß er ihm eine Warnung zu erthcilen habe, es sei„oben" eine Klage darüber eingelaufen, daß schlechtes Publikum bei ihm ver- kehre. Lachmann ivußte, daß dieser Verdacht unbegründet war, er kannte zufällig auch den in seinem Revier»vohnenden Bezirks- Vorsteher und kam deshalb auf den Gedanken, daß er einem Schwindler gegenüberstehe. Er ließ einen Schutzinann holen und der angebliche Bezirksvorsteher entpuppte sich als ein gewisser Friedrich Rossow, welcher infolge der bei- den Besuche gestern wegen unbefugter Ausübung eines Amtes vor der dritten Strafkammer des Landgerichts I stand. Im Termine wußte der Angeklagte für sein eigenthüm- liches Verhalten keinen anderen Grund anzugeben, als daß es ihn kitzle, wenn er für eine wichtige, einflußreiche Person gehalten werbe. Er sei früher mal Waisenrath gewesen und seit jener Zeit komme es ab und zu über ihn, daß er sich als städtischer Beamter aufspielen müsse. Der Gerichtshof belegte den son- cerbaren Kauz mit einer Geldstrafe von 2» M. Einen iroittischen Krigrschmack hatte eine Diebesgeschichte, ivelche gestern zur Kenntnis! der 92. Abtheilung des Schöffengerichts gelangte. Als am Abende des 28. Januar d. I. die Restaurateurs- Ehefrau Springe über den Korridor ging, der das Gastzimmer von ihrer Wohnstube trennte, hörte sie aus dem letzteren Räume, obgleich derselbe vollständig dunkel war, das Klappern von Geld. Sie vermuthete Diebe und resolut wie sie war, ergriff sie einen Älusklopser und aetrat die dunkle Stube, swobei sie sich vor die Thür stellte, um den Eindringling am Entweichen zu hindern. Dann rief sie von dieser Stelle aus so laut nach ihrem Dienstmädchen, bis dieses es in der Küche hörte und mit Licht kam. Zunächst wurde festgestellt, daß die obere Koinmoden— Schublade aufgezogen und aus derselben ein Portemonnaie mit über IOO M. gestohlen war. Ter Dieb mußte sich noch im Zimmer befinden. Nun durchsuchten die beiden Frauen den ganzen Raum, blickten in die Betten und unter dieselben, aber es war niemand zu entdecken. Jetzt blieb nur noch ein kleiner Raum übrig, der an das Schlafzimmer stieß und in welchem die Wir- thin ihre Garderobe aufbewahrte. Ausjeinem Gestell'.hing ein Frauen- mantel und als der Raum erleuchtet wurde, bewegte sich der Mantel wie von einem leisen Zittern. Unter dem weiblichen Kleidungsstücke ragten ein Paar Mannesstiefel hervor.„Nun haben wir ihn!" rief die Wirthin, hob den Ausklopfer in der Rechten zum Zuschlagen bereit und riß mit der Linken den Mantel auseinander. Die Frauen waren nicht wenig überrascht, als sie in dein vor Angst bleichen und wie Espenlaub zitternden Menschen, welcher sich in den Mantel verkrochen hatte, den eigene» Hausverwalter erkannten. Derselbe gab zu, den Diebstahl ausgesichrt zu haben und lie,erte das Portemonnaie wieder aus. Es ivar der Buchhalter und Hausverwalter Wich. Schreiber, welcher sich gestern wegen dieses Diebstahls zu verantworten hatte. Er wollte die That in der Trunkenheit begangen haben. Ter Staatsanwalt beantragte wegen des ungeheuerlichen Vertrauens- bruchs eine Gesängnißscrase von sechs Monaten, der Gerichtshof hielt aber eine zweimonatige Gefängniß strafe für ausreichend. Ein zllirenliehliaber bedenklichster Art präsentirte sich gestern der zweiten Strafkammer des Landgerichts I in der Per- son des zwanzigjährigen Rudolf Berg, der trotz seiner Jugend bereits dreimal, zuletzt mit IVe Jahren Gefängniß vorbestraft ist. Tie Anklage legte ihm fünf vollendete und einen versuchten Diebstahl zur Last. In der Zeit vom 25. bis 31. März dieses Jahres erschien er in mehreren Uhren- und Goldwaaren- geschästen und äußerte den Wunsch eine goldene Uhr zu kaufen. Da sein Auftreten dasjenige eines Mannes war, dein das Tragen eines goldenen Chronometers wohl ansteht und die Zahlung eines noch so hohen Preises eine Lumperei ist, so trugen die be- treffenden Händler kein Bedenken, ihm eine'Anzahl Uhren zur Auswahl vorzulegen. Nach langem Hin- und Her- suchen pflegte er sich alsdann mit dein Ausdruck des Bedauerns zu entfernen, daß ihm die vorgezeigte Waare nicht konvenire. Nachträglich machte» die Verkäufer die Wahrnehmung, daß der noble Herr gleichwohl seine Auswahl getroffen hatte, wenn auch in einer Weise, die für sie wenig erfreulich war. Ter Versuch des Angeklagte», seinen ingeniöse» Plan, der ihm bisher durch- weg geglückt war, auch zur Erlangung eines goldenen Ringes in Amvendung zu bringen, schlug indessen fehl und überlieferte ihn dem Verhängniß. Er wurde zu drei Jahren Zuchthaus und den üblichen Nebenstrasen verurtheilt. Der Krimittalbeaiuto. Am 29. März d. I. erschien in einem Schanklolal der Klosterstraße ein Unbekannter und stellte sich der Wirthin mit wichtiger Miene als der Kriminalbeamte Braun vor, dem die Aufgabe zu Theil geworden sei, die Ver- Haftung einer gewissen Frau Silber vorzunehmen. Nachdem sie seine Frage, ob sie nicht vielleicht zufällig wisse, wo diese Person wohne, verneint hatte, stellte er ihr kraft seines Amtes eine Be- lohnung von baaren 23 M. in Aussicht, wenn sie ihm zur Fest- nähme der genannten Frau hilfreiche Hand böte. Tie Restau- rateurin schien von der Beamtenqualität ihres Gastes nicht völlig überzeugt zu sein; denn sie forderte ihn auf, ihr doch seine Marke zu zeigen, ivorauf ihr derselbe mit feierlicher Geberde betheuerte, es sei ihm bei Strafe verboten, die Marke den Blicken Unberufener auszusetzen. Weß Geistes Kind der Kriminalbeamte sei, das zeigte sich am folgenden Tage, an welchem derselbe unter recht verdächtigen Umständen ihr Lokal betrat. Zu letzterem führt eine Stufe, die mit einem Klingel- zug in Verbindung steht. Ter„Beamte" hatte es verstanden diese Stufe geschickt zu vermeiden, so daß, da die Klingel nicht anschlug, die Wirthin nur durch Zufall von seiner Anwesenheit Kenntniß erhielt. Tie geheimnißv olle Art und Weise, mit welcher er ihr Lokal gerade zu einer Zeit betreten hatte, wo sich kein Gast in demselben befand, der Umstand ferner, daß sich zu ihm alsbald eine äußerst verdächtige Gestalt gesellte, veranlaßte die Restaura- teurin, die VerjfMiing des Kriminalbeamten herbeizuführen, der sich auf derWache als ein vielfach bestraftes Individuum Namens Friedrich.Mebler entpuppte. Die zweite Strafkammer des Land- gerichts�pt die sich dieser Tage mit ihm zu beschäftigen hatte, verurjjjjfeme ihn wegen unbefugter Ausübung eines öffentlichen AiyM zu einer sechsmonatlichen Gefängnißstrafe. Der Staats- alt hatte ein Jahr beantragt. Ei» spannender Kriminal Zioinan lag einer Verhandlung wegen öffentlicher Beleidigung vermittelst der Presse zu Grunde, welche am Sonnabend vor der I. Strafkammer am Landgericht II 'tattfand. Der Herausgeber und Redakteur des in Kalkberge- Rüdersdorf erscheinenden„Nieder- Barnimer Anzeiger", Buch- druckereibesitzer Wirth, war wegen Beleidigung des Amtsvorstehers Herrn v. vtstss? jn Erkner.vom Schöffengerichte in Alt-Landsberg zu einem Monat Gefängniß verurtheilt worden und hatte dagegen Berufung eingelegt. Bei Beginn der Verhandlung stellte derVorsitzende Landgerichtsdirektor Gartz, folgende Vorgeschichte des Prozesses aus den Akten fest: In den Nächten vom 10. zum 11. Mai und 5—6. Juni v. I. wurden beim Lehrer Ashelm und beim Ma- aistratssekretär Köhler in Erkner Einbrüche verübt. Zunächst fehlte wie bei früher stattgefundenen Einbrüchen jeder Anhalt für die Thäterschaft. Bald nach dem letzten Einbrüche erhielt der Bestohlene, Sekretär Köhler von unbekannter Hand, jedenfalls von einem der Diebe, eine gestchlene Brieftasche mit Lotterieloosen, Jagdschein und anderen für jeden dritten werthlosen Papieren zurückgesandt. Die Papiere befanden sich in einem Kouvert, ivelches der Empfänger dem Amtsvorsteher zustellte, da anzunehmen war, daß die Aufschrift zur Er- Mittelung des Thäters beitragen konnte. Herr von Busse glaubte in der Adresse die Handschrift des Kaufmanns Adalbert Piahlkiwldes gegenwärtigen Gemrindnirnf efr"' von Erkner) zu erkennen, er samnielte mehrere von Mahlke an das Amt gerichtete Eingaben, und sandte dieses Faszikel mit dem Kouvert an die Staatsanwaltschaft am Landgericht 11. Diese Sendung ivar von einem Schreiben de dato 25. Juni 1889 des Amtsvorstehers begleitet, in welchem der letztere erklärte,„daß er die verstellte Handschrift, mit welcher die Adresse geschrieben sei, für die des Kaufmanns Mahlke halte. Sollte sein Verdacht durch das Gutachten des gerichtlichen Schreibsachverständigen bestätigt werden, bezw. die " andschrist auf der Adresse mit der in dem Faszikel befindlichen ingabe übereinstimmen, so würde sich sein Verdacht auch auf den Arbeiter Krittle ausdehnen, der in dem Hause des Mahlke wohne und mit diesem viel verkehre. Im bejahenden Falle würde es sich empfehlen, beide Personen zu verhaften und alsdann eine gründliche Haussuchung in den Wohnungen derselben vorzuneh- inen, wobei besonders darauf zu achten sein würde, daß die Ueberzüge von oen Sophas heruntergezogen würden, dort werde sich vielleicht etivas vorfinden. Mahlke und Krittle stünden '' m guten Leumunde, der Aufwand, welchen die Beiden' ikkkeven, erreWkk schon Jedenfalls seien die letzten beiden raffinirter Weise ausgeführt worden ebliebenen, die Thäler seien auch Staatsanwaltschaft übergab die Schriftproben an den Schreib- sachverständigen Kanzleirath Seegel, welcher die Schriftzüge trotz der Verstellung auf dem Kouvert für die des Mahlke hielt, gleich- zeitig aber entdeckte, daß zur Herstellung des Kouverts zweierlei Papier verwendet worden sei und auf de in einen Papiertheile, der aus gewöhn- lichem Kanzleipapier bestehe, befanden sich Schriftzeichen, welche von der Hand eines Kanzlisten oder Kanzleibeaniten herstammen müßten. Ueber letzteren befremdlichen Umstand sollte Amts- Vorsteher von Busse Aufklärung geben, derselbe that dies in der überaus einfachen Weise, daß die Handschrist zwar von dem Kanzleigehilfen Happel stamme, aber daß sowohl Mahlke wie Kröttke ab und zu im Amtsbureau verkehrten und wohl Gelegen- heit gehabt hätten, sich ein solches Schriftstück anzueignen. Nach dieser Auskunft wurde die Untersuchung eingeleitet und dieselbe dem Amtsrichter Jacobson in Alt-Landsberg übertragen, welcher in Austrage der Staatsanwaltschaft die Verhaftung der Verdäch- tigten vollzog. Die erste Vernehmung fand am 24. August durch Amtsrichter Fromniel statt, der am 6. September die'Akten an die Staatsanwaltschaft zurückgab mit dem Anheimstellen, die Untersuchungshaft aufzuheben. Die Staatsanwaltschaft war dagegen, bis am 21. September die Akten von Neuem an die Staatsanwaltschaft zurückkamen und die Entscheidung des Land- gerichts über die Fortdauer der Hast angerufen werden mußte, welches dann am 25. September die Haft aushob und die Einstellung des Verfahrens anordnete. Die Jnhastirten hatten genau 30 Tage in Untersuchungshaft gesessen.— So weit gehen die aktenmäßigen Feststellungen des Vorsitzenden. Wie diese Ange- legenheit die Berliner Presse mehrfach beschäftigt hatte, so hatte sich auch der Angeklagte in seinem Blatte damit defaßt. In der Nummer vom 14. November 1889 brachte der „Nieder-Barnimer Anzeiger" einen geharnischten Artikel, welcher die Angelegenheit von dem Gesichtspunkte auffaßte, daß die ganze Sache nur zu dem Zweck betrieben worden sei, um den Führer der freisinnigen Partei zu vernichten. Ter Artikel begann mit den Worten:„So ist denn die von Herrn Amtsvor.eher von Busse mit so großem Aplomb inszemrte Enbruchsaffaire im Sande verlausen und der gegen die freisinnige Partei in ihrem Führer gezielte Schlag war ein Schlag in das Wasser!" Des Weiteren wurde die Sache als_ das gemeine Bubenstück gewerbsmäßiger Ehrabschneider bezeichnet und das Bedauern ausgesprochen, daß solche Buben stücke nicht zur Bestrafung gezogen werden könnten. Herr v. Busse bezog den Artikel mit alten darin enthaltenen scharfen Bezeichnungen aus sich und stellte Strafantrag. Auch das Schöffengericht bezog den Artikel in seinem Lanzen Umfange auf den seit Jahren Bedenken. Einbrüche in genau solch wie die früher unentveckt jedenfalls identisch." Die Altgiitlägte aasoßucruch. Jnszeniren spreche, von ihm auf den Amtsvorfieher be- zogen worden sei, mit allen anderen Aeußerungen seien jene Subjekte gemeint, welche den Anitsvorsteher dupirt hätten. Der Verlheidiger, Rechtsanwalt Dr. Stadthageu beantragte von vorn- herein, daß die Sache zur erneuten Verhandlung an die Vor- instanz, jedoch von ein anderes Gericht zurückverwiesen werde, denn der Vorderrichter sei sehr wahrscheinlich befangen gewesen. Derselbe habe den gesammten Inhalt des Artikels a..f den Amts- vorpeher bezogen. Wenn das richtig wäre, dann müßte der Artikel auf alle Personen bezogen werden, welche in der Sache amtlich thätig gewesen seinen, die Staatsanwaltschaft, und in hervorragender Weise auf den An>V Fromme!, dann hätte derselbe aber in der Sache nicht er». dürfen. Da der Gerichtshof diesen Antrag auf Zurückverw« I ablehnte, so bot der Äertheidiger einen außerordentlich»in reichen Beweis dafür an, daß der Amtsvorsteher wirklich'«jj hässiger und vom amtlichen Standpunkte schwer tzualinz' Weise in der Sache verfahren sei. Durch die zahlreichen brachten Zeugen wollte der Äertheidiger unter Beweis p daß schon früher eine Beschwerde an die Regierung wege. gänzlichen Unfähigkeit des Amtsvorstehers gegangen' Auch in der Einbruchsäffäre habe sich derselbe nicht VI gemäß benommen. Bei dem Alshelmffchen Einbruch.htm Dieb Fußspuren im Garten zurückgelassen; der Amt wurde ausdrücklich auf diese Fußspuren aufmerksam c-., beachtete dieselben indessen gar nicht. Obwohl er spater der Nichtfeststellung der Fußspuren von der Staatsanwai 1� gerügt wirrde und obwohl sich bei dem zweiten Einbrüche.7, Köhler) wieder Fußspuren zeigten, beachtete er auch ctei- und zertrat sogar die deutlichste davon mit eigenen o � Hätte er die überaus großen Spuren gemessen un» � den Füßen der Verdächtigten verglichen, dann.j( das Resultat des Vergleichs jeden Untersuchungsrichter vo» Unschuld der Verdächtigten sofort überzeugt haben. stohlene Köhler hat selbst eine der Spuren aufgenommen. � den Akten eingereicht, welche mit den Füßen der Verdäcy nicht die entfernteste Aehnlichkeit hat. Der Amtsvorsteher, will der Äertheidiger weiter beweisen— hat ledigdign? politischem Haß gehandelt, das gehe aus den zahlreichen■« rungen des Llmtssekretärs Mündel hervor, welcher ein aus vorkomme»?» S'itbfifkl FI, llvtzbrm aber die rechte HM>. � Amtvorftehers war. Mündel war früher beim Berliner pv � Präsidium angestellt, wurde von seiner Frau geschieden � diese die eingeklagten Alimente in seinem Gehalte vollli � lassen wollte, da ließ er Amt, Pensionsberechtigung und AU Stich, meldete sich nach Dresden ab, zog aber statt defst. seiner Konkubine nach Erkner, wo er bei v. Busse Anstl fand. Zwar könne kein Beweis dafür erbracht werden, aber � — des Vertheidigers— persönliche Ansicht sei die, daß SR den Einbrüchen nicht ganz fern stehe. Dafür sprechen Peumr über Zeit und Stunde und Art der Einbrüche, die Mutw,. einer Zeit gemacht, als ihm eine amtliche Kenntniß von l A, Umständen noch nicht geworden sein konnte. Dafür ,|V ferner der Umstand, daß ein Theil des Beweisstückes, jenes Kouverts, von einem...........o—,- sehenen Kanzleibogen stammte, das Niemanden leichter zstga° war, als dem p. Mündel. Derselbe habe aber ausdrucku; � verschiedenen Person« erklärt, Mahlke sei zwar unschuldlg. t er müsse für die Siünden Schölk's büßen.(Lehrer Schäl ftüher Führer der fveisinnigen Partei in Erkner und Umgeg � Ter Amtsvorsteher habe übrigens verschiedene Zeugen bei welche ihm Verdachtsmomente gegen Mehtke haben sollten, diese mit zur Stelle gebrachten 0. � würden zedoch bekundsi, daß sie ihre Kenntniß nur von!"..,j Vorsteher oder seinem Sekretär Mündel hatten. Der Gettc? lehnte alle auf dieses thema probandum zielende B —:__. i_ if cl AlKm&ä ab, der Vertheidiger wies nach, daß die Entrüstung jes klagten über jene sensationellen Vorgänge durchaus berechtig � baß er derselben in scharfer Weise Ausdruck geben konnte, � baß nach dem Verhalten des Amtsvorstehers gar nichts■ leidigendes kür denselben in dem Artikel enthalten � selbst wenn der Artikel in ganzen» Umfange auf den Vorsteher bezogen werde. Schlimmsten Falles sei nur eine f, geringe Geldstrafe am Platze. Der Gerichtshof verkündigst langer Berathung den Beschluß, alle seitens der VerlHeitiiT durch Gerichtsbeschluß gemdenen Zeugen noch zu verneh".� Diese Vernehmung ergab dann auch ganz wunderliche Dinge. Amtsvorsteher v. Busse, welcher auf sein dringendes Bitten,? mit öffentlichen VernehmunAen zu verschonen, nicht hat bei der bei Mahlke vorgenommenen Haussui,, nicht nach den gestohlenen Kleidungsstücken gesucht, ftu. nur nach Papieren, im Selbstgespräch rufend:$ suche ja nur nach Papieren, nur nach Papieren!" Ob«r'. dabei politische Papiere suchte, dafür war kein Anhalt vorhan Der unschuldig in Untersuchungshast genommene Kauju Mahlke ist nach seiner Entlastung von den Bewohnern E»' aufgefordert worden, als Gemvindevertreter zu kandidiren, wollte ihm eine öffentliche ÄrRrtemwig-dmileil)' e» hu{"dies 91 und ist erst zum Vertreter, dann zum Gemeindevorsteher gewähtt den. Der Amtssekretär Mündel hat eine? Mrcnbsrttls er dein Rosenbaum in animirter Stimmung sein Herz ausschüttete,, seiner Macht in» Orte und über den Amtsvorsteher geprahft. seiner Macht im Orte»nid über den Amtsvorsteher gepray», erzählt, daß Mahlke nur aus politischen Gründen versetzt n> Ij und dann hinzu gesetzt:„Wenn Du von unserm heutigen Gesi � etwas verräthst, dann hebe ich die Hand und schwöre,»n ein frecher Lügner! An demselben Abend erlebte aber P � Rosenbaum noch ein merkwürdiges Abenteuer. Beim Verlalsti Lokales meinte Mündel:„Die Erkner dürfen mir nicht an den 4» Lc die schießiich alleüber denHausen!" und dabei schoß er einen Reo ab, den Lauf bedenklich aus Rosenbaum zuhaliend. Als ls.st.-st weiter ging, ertöntenoch ein Revolverschuß und eine Kugel psuj über seinem Kopfe durch die Blätter einer Kastanie. g, Genrebilder ergab die Beweisaufnahnie noch zahlreich. richtshof legte aber darauf kein Gewucht. Es könne dahin EL bleiben, daß der Sekretär des AmtAvorstehers ein verkoninst�, Subjekt war, da nicht erwiesen sei, oib der Amtsvorftcher o � wußte. Angenommen mußte werden, daß sich der erste wegen des Jnszenirens auf den Amtsuorstehex bezog und o vorwarf, sich bei seinen Amtshandlungen durch politische i, hässigkeit leiten zu lassen. Das sei ein sehr schwerer Von da aber der übrige Inhalt nicht aus den Amtsvorsteher vez werden könne, so werde die Strafe auf 14 Tage Gesa"» herabgesetzt. Sozittls Ilekrevftrltk. Achtung Metallarbeiter! Nachdem eine öffentliche��,,,! arbeiter-Versaminlung den Allgemeinen Metallarbeiter-Veren der Regelung der infolge des Maifestes nöthia gewor st Unterstützungen betraut hat, hat der gedachte Verein P'jW Bestimmungen getroffen: Die Gemaßregelten jeder Fabrck) unverzüglich zusammen zu treten und, soweit dies nicht o«-, geschehen ist, einen Vertrauensmann zu ernennen. Der Ver»?, mann fertigt über sämmtliche Gemapregelte serner Fabrik eu naue Liste an, ivelche nebe» Angaben über Namen, Stano � Wohnung jedes Einzelnen, auch Angaben darüber enthalten.,f( ob der Betreffende verheirathel oder ledig, ob er Organisation, und welcher er angehört. Diese\ z, sind so schnell wie möglich, spätestens bis M on ta g R z, mittag durch die Vertrauensmänner im Zeittral-Arbeil- weis, Wallstr. 7— 8, abzuliefern. Den Vertrauensmännern>o dann nähere Angaben darüber gemacht werden, an ll,C j* Orte und zu welcher Zeit am Dienstag die Unterstützunö d Empfang zu nehmen sind. Einzelne Gemaßregelte hnbost, ebenfalls, behufs Aufnahme in die Listen, im Arbeitsnachw» melden. Der Vorstand des Allgemeinen Metallarbeiter-Ve» I. A.: I. Hartmann. Mafiregrlung. Als die ausgesperrten Arbeiter der ck ,, Butzke u. Co. am 9. Mai die Arbeil wieder aufnahmen,*>" 4 Mann nicht mehr anfangen. Alle Diejenigen, welche noch Sammellisten oo, Lohiibeweguug der Schäftebranche in Händen haben,»veiH-,,i sucht dieselben an Herm. Krause, Alexandrineustr. 116 a, S flügel 1\ ,, abzuliefern. Gera, 8. Mai. Der Ausstand der Geraer Arbeitet Arbeiterinnen der mechanischen Webereien dauert noch innn- verändert fort. In den letzten Tage» sind auch die[i' Weber in die Bewegung eingetreten. Grund dazu ist, tw M BlllS liflUj >M m(P •bat« iiitf tellft :n W .(«!• 9\ N «KMSSSZWW v» Sammellisten zu beziehen. Vevsennmlizngen. r�ttt öffentliche Nersammlung nllcr in der lllirurgi- 5 fsK% N�dnnng lautete: I.Bericht unserer Lohnkomnustlon über >,' Stand unserer Lohnbewegung. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. <«',' Uhr wurde dieselbe durch Kollege Schmädicke crostnet. s�dcm die Bureauwahl stattgefunden hatte, ertheilte der Vor- Mnde. Kollege Behnke. obigen Kollegen das Wort zum I. Punkt . Sagesorbiumg. Kollege Schmadicke. als Leiter der-�ohn- �stllton, theilte der Versammlung mit. daß nur eine Werkstatt, o bist des Herrn Krüger, gezwungen war, die Arbeit am Mon- b., nicht wieder auszunehmen, da letzterer nur•> pCt. geben will. Es wurde angeführt, daß Herr Kruger !•."»>»»* uur aus dem Grunde nicht bewillige, um wieder wie cher die billigsten Arbeitskräfte zu besitzen. Allen lag noch sehr ".unsere im vorigen Jahre geforderte Lohnbesterung im®e- um®> auch bei dieser hatte der betreffende Fabrikant bewilligt, -.'"nach 4 Wochen, nachdem die energischen Leute aus der Werk- � lentfernt waren, wieder abzuziehen. Diesmal muß aber die >°l'dantät. in welcher die Arbeiter der Fabrik erscheinen. % erfreuen, nicht Einer ist von ihnen zuriickgeblicben, Z Zum Streikbrecher zu, verden. Klagen sind noch Mausen über die Fabrik des Herrn Keustheim, welÄ>er neun- TOidige(w-t.-z*....----- � � den S k." Arbeitszeit und 5 pCt.'Aufschlag bewilligt hat, aber t'ttt. geben müßte, da er erst lÖ'/e_ Stunde hatte arbeiten kann nicht gleich mit diesen Fabrikanten gesprochen fiailni-'•un. nut e'ner von den dort arbeitenden in dem hiesigen taite'P Da jetzt unsere Lohnkommission abgewirthschastet Rollend � k>ie Streikkommission gewählt. Es blieben dieselben stiit 8v;. uiit Ausnahme des Kollegen Fiehle, welcher ablehnte. dcnxm I°u ist Kollege Fiweg gewählt worden. Zum Verschie- üb k{Zifr8ehenb wurde zuerst durch eine Resolutton angefragt, ')etbwl,itn' welche den 1. Mai gearbeitet hatten, nicht ha ihres ftöhun? v j�er 1 M. an die Streikkommission zur Unter- �lion-rn streikenden geben sollten. Alle diesbezüglichen Reso- könnte. u>"rCien abgelehnt, erstens weil man niemand zwingen d,«�' zweitens weil dies " ut und wenig resp. weil man meistens Leute sind, garnicht solidarisch welche sehr in- gesinnt sind. Weitere Resolution/ bezugnehmend auf die Äufrechterhaltung � CTDbpvtpn(Ktoffiittrtort rmo ITobprrr.frffiiinnaf nmmifitnn foll die Laberten Stellungen, wie Ueberwachungskommission, hiesigen Fachverein geregelt werden.— Auch wurde... yzi..ausgesprochen, da einzelne Stahlinstrumcntenmacher an- Mckw"i�n, doch dafür einzutreten, daß dieselben nicht einen %cna gründen sollten, sondern dem unseren beitreten, da sie ität;.! cmen nur sehr kleinen gründen könnte», uns aber sehr ver- sej würden.— Allen mit dem Streik beschäftigten Kollegen �."uzeige gemocht, daß sie sich am Sonntag Aiorgen 10 Uhr " V Grenadierstr. 33, einzufinden haben. In erster Linie , tkassirer, die sehr für die Einziehung der 1 M., welche vorigen öffentlichen Versammlung beschlossen worden ist, an haben. öffentliche Versammlung der Krauergesellen m»o und Umgegend fand am 9. d. M. bei sehr zahlreicher U�ffl'gnng im Saale des Münchener Brauhauses statt. Herr w l e r erstattete Bericht über den Stand des Streiks und gab KM, daß die Brauergesellen auch gewillt seien, nochmals in jMndlungen mit den Arbeitgebern einzutreten. Am 3. d. M. fit- fonO in der Wohnung des Herrn Brauereidirektors js Ucke zwischen diesem und dem Branereidircktor Herrn o t, sowie Mitgliedern der Lohnkonimission die erste Be- statt und verlas Herr Richter das über die gepfloge- iv�arhandlungen aufgenommene Protokoll. Den Verhandlungen ».-«le ouesi(nurf.hrurfor Werner bei. Herr R ö s i ck e A auch Herr Buchdrucker.. SleUm 1® Auflösung der jetzt bestehenden Lohnkommission und die iafo«, U einer ans streikenden und arbeitenden Gesellen e- �omm'st"i.on an. �Hiermit erklärten_ sich P* e"en ,"icht einverstanden. Die Braueröücher seien g. abge>chasft. Der Arbeitsnachweis stößt nicht mehr �sellss, v-�iaud bei den Arbeitgebern und verlangen die "'•ffinn ,!,c iLerathung der Satzungen durch eine gemischte Kom- "ist, t-'®agen die Zentralherberge ist seitens der Arbeitgeber ii- St»»Zuwenden. Tie Arbeitszeit soll bei einfacher Kolonne ? siebe, � betragen, doch sollen nach Wunsch der Gesellen die tnken'»den des Sonntags bis 7 Uhr abgemacht sein. Be- das bei Herrn Röstcke der Punkt Minimallohn und x� a'an außerhalb der Brauereien, doch ist eine Einigung bildet �.Forderungen zu erivarten. Der einzige schwierige Punkt stllen->"�?�erung der Wiedereinstellung der streikenden Ge- Stesse' kmfch siud die Gesellen bereit, in diesem Punkte im In- t", Tiarfol Su«zielenden Einigkeit den Arbeitgebern Konzessionen stincn,«imv Hkrr Richter war der Meinung, daß der Streik "«st st,.,: m entgegengehe und ermahnte Referent die Kollegen, 5 Zeit auszuhalten. Herr Hilpert hielt es auch für bes L'; daß der Streik bald beendigt sein werde trotz jffbilb'et sn,l18aä", den die Brauerei besitzer und- Direktoren r'tch hip>?.";„ der aber sehr bald gesprengt sein dürfte "ch mit is.'/erstützung, welche die gesammte Arbeiterschaft den Nsi, f.f 7r solidarisch erklärt habenden Brauergesellen angedeihe» " ScfJrr•le Arbeitgeber es nicht vorziehen sollte», sich mit '" I cl all eil—..... cm.'.Zi.— r.jt,„ff»(Hrniiev: Uallen ®üte zu einigen. Würden sich alle Brauer gsteik ij� Uchaeßen, alle die Arbeit einzustellen, so würde der r"WtniM" 24 Stunden beendet sein; unter den obwaltenden {/che din;ien �ürde indessen alles aufgeboten werden, eine güt- i jfAmin» erzielen. Die Versammlung beschloß folgende /che'»Tie heute im Münchener Brauhaufe tagende öffent- k erklärt sich mit dem bisherigen Vorgehen der »stehen»"a einverstanden und wünscht deren weiteres Fort- ? t l n. In der folgenden freien Diskussion ermunterte Herr dt;—-%.«- WWU» folgenden freien......„---------- »sön U°...Ä ... !n r�an an .�»geren stehen, eine mehreren Orten welche im Ausstmide tzWM'e w,... Ausfuhrungen. Hieran schloß sich ÄÄf&'ÄÄÄ.Ä •biirx etben c'ru t eine Einigung mit den Arbeitgebern er- kast- a. in x.» m U1• die Kollegen wieder in Arbeit treten bei,""' die d.'- Brauereien die größte Manneszucht obwalten zu �ag-n.Ä�kltterung nicht noch zu vergrößern, sondern dazu �""'fotinn" i,n Weg zu ebnen zu einer starken und festen . be,!�,. n im Gauverein. Um sich der Seitens der Berliner Atzung würdig und erkennllich zu ammlung in einer gefaßten Reso- erschaft zu achten, keine Zigarren von Löser und Wolf oder Karl Martienzen, dagegen nur Hüte, die mit Zlrbeiter-Konttolinarlen versehen sind, zu kaufen. Mit einem dreifachen Hoch aus die Berliner Arbeiter wurde die Ver- sammlung geschlossen.— Den nothleidenden Brauergesellen waren seitens des Herrn Direktor Arendt(Münchener Brauhaus) per Tonne des in der Versammlung verzapften Bieres 15 M. ausgeworfen. Eine grosie öffentliche Versammlung sämmtlicher in den Glace- und Kartonpapier-Fabriken Berlins und Umgegend beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen tagte am Mittwoch, den 7. Mai, im Königstadt-Kasino, Holzmarktstraße 72. Die Tages- ordnung lautete: i. Vortrag des Herrn Fritz Krüger über:„Die Frau in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft." 2. Dis- kiission. 3. Wie stellen sich die Arbeiter und Arbeiterinnen dieser Branche zur Sonntagsruhe sowie anderen gesetzlichen Feiertagen. 4. Verschiedenes. Nach der Wahl des Bureaus nahm der Re- ferent das Wort und veranschaulichte den Anwesenden, daß die Frau in der Vergangenheit, da sie noch nicht unter der wirth- schaftlichen Ausbeutung stand, sondern nur fiir den Haushalt zu sorgen hatte, eine ganz andere Stellung eingenommen habe als diechentige. Die heutige Produktionsweise habe die Frau aus der Familie herausgerissen und auf den Arbeitsmarkt gebracht. Die Frau leistet jetzt>/? der ganzen Produktion; sie steht wie der Mann unter der schrankenlosen Ausbeutung des Kapitals, und es ist daher ihre Pflicht, sich zu organisiren, um mit dem Manne Schulter an Schulter zu kämpfen und sich in Zukunft die gleichen Rechte zu erwerben, wie der Mann. In der Diskussion sprachen Herr Zobel und Frau Habicht im Sinne des Referenten. Punkt 3 der Tages- ordnung wurde der Mitgliederversammlung des Fachvereins über- wiesen. Ferner wurde den Arbeitern und Arbeiterinnen ans Herz gelegt, nur das„Berliner Volksblatt" zu lesen, da dieses einzig und allein die Interessen der Arbeiter vertritt. Zum Schluß wurde noch die Resolution angenommen, daß alle Frauen nur von Kaufleuten ihre Maaren zu holen haben, die Sonntags Nach- mittag ihre Läden geschlossen halten. Hierauf wurde die Ver- sammlung vom Vorsitzenden mit einem Hoch auf die allgemeine Arbeiterbewegung geschlossen. Eine öffentliche Versammlung der Kisten iiiachn' tagte am 5. Mai bei Feuerstein. Zum ersten Punkt der Tagesordnung betreffs der Maßregelungen vom 1. Mai seitens der Fabrikanten referirte Kollege Tschernig. Von 500 Kistenmachern hätten 200 gearbeitet und 300 gefeiert. Von letzteren seien viele gemaßregelt. Eine Einigung konnte von der Kommission nicht erzielt werden. Redner unterzog die Hartnäckigkeit der Fabrikanten einer scharfen Kritik und betonte, daß die Behörde viel toleranter geivesen sei als die Fabrikanten. Redner verbreitet sich hierauf des längeren über die Bedeutung der achtstündigen Arbeitszeit. Währendoem wurde von den Fabrikanten, welche an demselben Abend eine Sitzung hatten, durch einen Boten ein Brief überreicht folgenden Inhalts:„Der Vorstand der vereinigten Kistenfabrikanten Berlins und Um- gegend theilt Ihnen hierdurch mit, daß der Beschluß vom 1. Mai 1890 voll und ganz ausrecht erhalten wird. M. Lachs. Göhls- borst" Ein Antrag, daß die Kommission von jetzt ab die Ver- Handlungen mit den Fabrikanten abzubrechen und ihr Mandat niederzulegen hat, wurde angenommen, ebenso wie ein Antrag, die heutige Versammlung wolle beschließen, daß kein Kistenmacher oder deren Angehörige das im Sommer stattfindende Bundesschießen besuche, zu welchem die Stadtverordneten-Ver- sammlung 40 000 Mark bewilligt, aber für die Kinder der frei- religiösen Gemeinde keine Schulräume zur Verfügung hat. Ein weiterer Antrag: Da in der Fabrik des Herrn Göhlsdorf in Rummelsburg 15 Mann aus dem Arbeitshause beschäftigt wer- den, eine Petition an den Magistrat einzureichen; sowie ein An- ttag, bei keinem Kaufmann etwas zu kaufen, der seinen Arbeitern oder Gehilsen nicht wenigstens den Sonntag Nachmitttag frei giebt, wurde angenommen. Eine öffentliche Schuhmacher-Versammlung tagte am Sonnabend, den 10. Mai, unter dem Vorsitz des Herrn Christensen, Referent Kollege Süßineper legte klar, daß trotz des langen und schweren Kampfes, welchen die Kollegen zum nicht geringen Theil aus ihre eigene Rechnung geführt haben, immer»och der Muth und die Solidarität die alten seien; unentwegt stehen die Schuhmacher der Friedrichstadt auf ihrem Posten, geivillt, ihre Forderungen zum Durchbruch zu bringen. Die Kollegen gehen nicht von der Ueberzeugung ab, daß ihre Forderungen ge- recht und nicht zu hoch gegriffen sind. Redner führte aus, daß schon mehrere bedeutende Geschäfte günstige Konzessionen gemacht hätten, dieses wäre ein Beweis, daß der Lohnkamps in sehr kurzer Zeit beendet sein wird. Die Kollegen sollen weiter fest stehen und der Sieg ist unser.(Großer Beifall.) In gleichem Sinne sprachen sich mehrere Redner aus, besonders Herr Christensen sprach lebhast für die Durchführung des Tarifs, da die Roth unter den Schuhmachern sehr groß sei in- folge der niedrigen Löhne und der vertheuerten Leoensmittel. Eine dahingehende Resolution wurde einstimmig angenommen. Die Werkstätten von Nagel, Mohrenstraße und Ewers, Jägerstraße sind noch als gesperrt nachzutragen. In Moabit hat noch das Geschäft von Emil Massing, Krupp- straße, bewilligt. Vir Mrchauiller und verwandten Kernfsgrnoffen Verlins und Umgegend waren am 8. d. M. wieder zahlreich im Konzerthause Sanssouci versammelt. Nachdem die Herren S ch ö n e m a n n, Pinn und Becker in's Bureau gewählt worden waren, erstattete der Vorsitzende, Herr Schöne mann, Bericht über die Verhandlungen mit den Prinzipalen namens des am 28. v. M. bei Buggenhagen gewählten Fünfer-Streik- ausschusses. Der Berichterstatter bemerkte vorweg, daß die Ver- treter der Arbeitgeber von den Verhandlungen befriedigt worden seien. Beide Kommissionen(Prinzipale und Gehilfen) haben in zwei Sitzungen über die Gehilfenforderungen verhandelt. Herr Direktor Löwenherz wurde zum Obmann gewählt und waltete seines Amtes zur allseitigen Zufriedenheit. Mit der Forderung der neunstündigen Arbeitszeit erklärte sich die Ar- beitgeberkommission einverstanden, da dieselbe im Gewerbe vorherrschend sei.(Von vorhandenen 100—110 selbstständigen Mechanikern haben sich 52 auf eine Anfrage der deutschen Gesellschaft für Optik und Mechanik für eine neunstündige Arbeits- zeit im Prinzip erklärt). Ausgeschlossen sind alle Ruhepausen. Die Forderung des Mindestlohnes von 21 M. pro Woche wurde seitens der Arbeitgeber prinzipiell anerkannt und den neu an- tretenden Gehilfen als Anfangslohn zugesichert, doch behielten sich dieselben vor, eben ausgelernten Gehilfen, welche nach vier- jähriger Lehrzeit noch nicht leistungsfähig sind und sich noch für zwei Jahre ausbilden wollen und sich mit weniger Lohn begnügen wollen, solchen zu zahlen(Junggehilfen). Die Forderung eines Lohnzuschlages von 25 pCt. für Ueberstundenarbeit wurde ohne Schwierigkeit bewilligt, sodann auch die Forderung eines Lohnzuschlages von 60 pCt. für Sonntagsarbeit, doch wünschten die Prinzipale von beiden die„freiwillige" Arbeit ausgeschlossen zu sehen, ein Beweis dafür, daß viele Kollegen freiwillig nach Feierabend und Sonntags arbeiten, um einen höheren Verdienst zu erzielen. Da die Befürchtung nahe lag, daß die Arbeitgeber einen Druck zur„freiwilligen" Mehrarbeit ausüben konnten, so standen die Vertreter der Gehilfen auf dem Standpunkt, daß eineAufsorderungdes Arbeitgebers zur Ueberstunden- oder Sonntagsarbeit(welche nur in dringlichen Fällen zulässig sind) in jedweder Form Zuschlags- pflichtig sei. Bei neuen Akkordarbeiten und ohne Verschulden des Gehilfen mißlungenen Akkorden soll der Mindestlohn von 21 M. pro Woche garantirt werden bezw. der den betreffenden Gehilfen gewährte Lohn. Das Kommissionsmitglied Herr Z o II er schloß sich in seinen Ausführungen dem Vorredner an, die Mittheilungen desselben ergänzend. Nach einer kurzen Diskussion gelangte sol- gende Resolution zur Annahme:„Die heute in Sanssouci jagende öffentliche Versammlung der Mechaniker und verwandten Berufsgenoffen Berlins und Umgegend billigt das Verhalten des Streikausschusses in der Lokal-Kommissionssitzung und hält fest an den Forderungen in der von der Lokalkommission gewählten Form."— Der dritte Punkt der Tagesordnung lautete: Die Arbeitseinstellung bei der F i r m a Mix und Genest, über welchen in ausführlichster Weise Herr T r i t t e l w i tz referirte. 120 Mann haben die Arbeit eingestellt, 4 Mann blieben dort und 18 Uhrmacher haben angefangen. Die Forderungen der dortigen Arbeiter decken sich mit den von der Allgemeinheit gestellten Forderungen und betreffen innere Fabrikverhältnisse, welche zu erfüllen versprochen wurde, was indessen nicht zur Thatsache wurde. Dazu kommt noch der 1. Mai, infolge dessen sich die Firma bereit erklärt hat, unter Ausschluß der„Hetzer" und„Agi- tatoren" nach dem 9. Mai die Streikenden wieder einzustellen. Diese bestehen aber auf Erfüllung ihrer Forderung, Entlassung der Streikbrecher und Wiedereinstellung der noch 80 Streikenden. Von weiteren Rednern wurde geltend gemacht, daß die Fabrik von Mix u. Genest(Haustelegraphen) eine der schlechtesten und darauf hingewiesen, daß gerade hier im Interesse der allgemeinen Lohnbewegung ein Exempel statuirt werden müsse. Die Versammlung erklärte sich mit den Streikenden soli- darisch, die Arbeitseinstellung für gerechtfertigt und ver- pflichtete sich, für die Streikenden moralisch und finanziell mit allen Kräften einzutreten. Zum Schlüsse wurde noch Allen die Unter- stützung der„Mai-Ausgesperrten" dringend ans Herz gelegt, sowie der Beitritt zum Verbände. Bezüglich der Frage, was nun in Sachen der Lohnbewegung weiter zu geschehen habe, welche wichtige Frage beinahe gänzlich unerörtert geblieben wäre, wenn sie nicht Herr Pinn noch unter den Rednern zu„Verschiedenes" ange- regt hätte, faßte die Versammlung folgenden Beschluß:„Die heutige Versammlung beauftragt den Streikausschuß, nach Ab- Haltung der Versammlung der Arbeitgeber(welche am nächsten Dienstag stattfindet) eine Liste derjenigen Prinzipale anzufertigen, welche unsere Forderungen nicht bewilligen. Eine spätere Ge- hilfenversammlung hat dann zu beschließen, welche Maßnahmen gegen diese Prinzipale zu treffen sind. Die Sammlungen zum Streikfonds sind fortzusetzen. Nachdem wurden Werkstattange- legenheiten erörtert und die Versammlung mit einem kräfttgen Hoch auf die Lohn- und Arbeiterbewegung geschlossen. tz!er»in zur Wahrung dir Int«rrsse» der Kackirer. Versammlung am Montag, de» in. Mai, Abends 8 Uhr, Blumenstr. 78. Taaesoidnung: i. Vortrag. Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht, s. Dis- kusston. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes. Lachoerei» der in Suchbiudereiru und vrruiandte» gltrirbe» de- fchnttigten Ardeiter. Montag, den 12. Mai, Abends% Uhr, Vereinsversammlung Annenstr. ic. Tagesordnung 1 i. Vortrag über die Marr'sche Werthiheoric. s. Verschiedenes und Fragekaslen. «rohe öffentliche ziersammiung der Schuhmacher am Montag, den ia. Mai, Abends«% Uhr, in den Bürgersäien, Tresdenerstr. so. Tages' ordnung: i. Die Erfolge unseres Stretls, und wie sind dteselben festzuhaltend 2, Verschiedenes. Das Erscheinen Aller ist noihivendig. Grosse öffentliche Nrrsammlung der KtrUmachrr Zerlins und Um- gegend am Montag, den 12. Mai, Abends 8% Uhr, Landsdergerftraße 87, bei Fenhke. Referent Reichstagsabgeordneter Herr Bruhns. Große Nersamuilung aller Kartonarbeiterinne» und Ardeiter am Dienstag, den 13. Mai, Abends präz. 8 Uhr, im groben Saale der Brauerei flriedrtchshain lsrüher Lip§) am Friedrichshain. Tagesordnung: i. Ter Streif. Die Achiftundenbewegung der Karionarbeiterinnen. Referentin: Marie Ereifenberg. 2. Diskussion. 3. Die Maßregelung oon Seilen der Äarton- fabrikanten.«. Verschiedenes. Zu dieser Versammlung sind alle Ar- beiterinnen und Arbeiter aller Berufe eingeladen.— Die Versammlung ist genehmigt. Lachverrin der Lederarbeiter. BereinSversaininliing Abends 8% Uhr, Oranteniir. 180. Tagesordnung: Was lehrt uns der i. Mai? Referent Herr Fritz Zubeil. 2. Vereinsangelegenheiten(Stellungnahme zur Lohnbewegung). 8. Verschiedenes. Aufnahme neuer Mitglieder. Säfte willlommen. Der UN- enlgeltltche ArbetiSnachivetS befindet sich bei Herrn Sperling, Louisenuser 22 (Oranienplatz). Sprechstunden Abends von 8— 0% Uhr, Sonntags Vormittags oon 10—11% Uhr. Kchäftedranchr. Montag, den 12. Mai, Abends 8% Uhr, Versammlung aller Arbeiter und Arbeiterinnen im Känigstadl-Kasino, Holzinarusirabc 72. Tagesordnung: Bortrag des Herrn W. Werner über die Bedeutung des acht- stündigen Arbeitstages.., Fachvrrein der zUetaUschrauben-, Fanondreher und Kertrfo- arnoffe«. Ordentliche weneraloersammlung am Sonntag, den li. Mai, VorinmagS 11 Uhr, bei Deigmülier, Alte Jakobstr. 48a. Tagesordnung: 1. Stand der Lohnbewegung. 2. Wie stellen wir uns zu dem von den Prinzipalen vorgelegten Schriftstütl? 8. Allgemeine Diskussion. 4. Ver- schiedenes._ Lese- und Dislnitirlilud„Morgenrotisi" Sitzung am Montag, den 12. Mai, Abends 8 Uhr, bei Scholz, Liebenwalderstc. 20. Gleichzeitig An- nahmestelle für gelesene Arbeiterblätter._,, Korbmacher Kertin» und zlmgrgend. Große öffentliche Versammlung am Montag, den 12. Mat, Abends 8 Uhr, bei Roll, Adalbertstr. 21. Hoiialdemokratischrr Waht»«r»in für Deltom-Keestlon- Ktorleom- Gharlottenburg.(Sroße Versammlung am Montag, den 12. Mai, Abends 8 Uhr, in der SambrinuSbrauerei, Wallstr. 48. Oer Verein Berliner Kausdienrr hält am Montag, den 12. Mai, Abend-, g Uhr, Reue Grünstr. 28, eine Mitglieder-Versammlung mit der Tagesordnung (stehe Inserat) ab. m. Der Lachvrrri» der Albninarbeiter hält am Montag, den 12. Mas, Abends 8': Uhr, in den Zentral-Fesisälen, Orantenstratze 180, seine Vereins- Versammlung ab. Tagesordnung: Verathung über Maßnahme zur»oetleren iiräitiqnng und Ausbildung des Vereins.. Versammlung der Lalstirer(Filiale 4) am Montag, den 12. Mai, Abends 8 Uhr, in Bener's Restaurant, Reue Grünstr. 14. Tagesordrmng: I. Vortrag. 2. Tie Aussperrungen in unserem Gewerk, eventuell Sieming- nahme Idazu. 3. Verschiedenes. Der wichtigen Tagesorbming wegen ist es Pflichl eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung zu ersrbetnen. Gaste will- kommen. Reue Mitglieder werden aufgenommen. Tie Versammlung wird pünktlich eröffnet., Grave»» und Ziseleure Merlin» und Umgegend. Bersammlung am Dienstag, den w. Mai, Abends 8% Uhr, bei Feuerstein, Alte Ialobnr.?>, Tagesordnung:, Wie verhalten wir uns den am 1. Mai Gemaßregelten gegenübe» � �„.�„rr Dienstmanner. Montag, den 12. Mai, Abends 8% Uhr, findet die regelmäßige Monalsversammmlung des Vereins Berliner Dienst- Männer fiir freiwillige Kraulen- und Srerbe-Unlerstützung Mauerstr. 88 im Wtrthshause von Hugo Rillor stall. Große Versammlung aller Kartonarbeiterinn»» und Arbeit«? am Dienstag, den 13. Mal, Abends präzise 8 Uhr, im großen Saale der Brauerei FrtedrichShain(früher Lips) am Friedrichshain. Fachverein der Tischler, Sonnabend, den 17. Mal, im Konzerthaalse „Sanssouci", Kotibuserstr. 4«: Tanzlränzchen. Achtung! Vereinigung der Drrcholer Deutschland«(OrtS- verwaltung 1). Die nächste Versammlung findet am iß. Mai statt. Große öffentlich» Versammlung der Kau- und gewerblich«» chilso- arbeiter Schöneberg»»nd Unigegend am Mittwoch, den 14. Mai, Abends 8 Uhr, in der Schloßbraueret Schöneberg, Hauptsir. cu— 63. Vrrimnttbranch»(Orlsverwaltung r>). Mitglieder- Versainntlung am Dienstag, den 13. Mat, Abends 8 Uhr, vet Bolzmann, AndreaSstr. 28. Tages- ordnung: l. Bortrag des Herrn Oslar Witzle. 2. DiSkusston. 3. Wie stellen wir unS zur SonntagS- und Rachfeierabend-Arbett. 4. Verschiedene«. DezrepHon. (Molffs Telegrapffen-Kureati.) Hamberg, 10. Mai. Die Schuppenarbeiter des Amerikaquai haben die Arbeit niedergelegt, da sie sich weigerten, die Schuten- arbeiten auszuführen, welche den Ewerführern zukämen. Greiz, 10. Mai. Die Arbeiter der hiesigen Webereien ver- langen eine zehnstündige Arbeitszeit, Wiederherstellung des Lohn- tarifs vom Jahre 1882 und eine besondere Lohnerhöhimg von 15 pCt. für komplizirte Arbeit, endlich die Einführung von Lohnbüchern. Der Verein der Fabrikanten geht hierauf nicht ein und lehnt es überhaupt ab, mit dem sogenannten Arbeiterkomitee, das aus Führern der Sozialdemokraten besteht, zu verhandeln; er ist jedoch bereit, mit einem aus den hiesige» Arbeitern zu wählenden Ausschuß in Verhandlung zu treten. Ein Theil der Arbeiter hat in- folge dessen die Arbeit niedergelegt. trov Nedaltkiim. Bei Anfragen bitten wir die«bonnementS-Quiitung beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erlheilt. Ulithelin. Wegen des zu viel berechneten Abonnements- betrages, sowie wegen der unpünktlichen Zustellung wollen Sie sich schriftlich an die dortige Postdirektion wenden, unsere Expe- dition kann m solchen Fällen keine Abhilfe schaffen. Alle anowiirtigrn Uostabonnrntrir machen wir auf obige Notiz aufmerksam. Alter Abonnent. Sie müssen in den ersten Tagen des Monats zahlen, sobald Ihnen der Spediteur die Quittung präsentirt. Fraternitö. Die Adresse ist: Jean Holze, Markenfabrik, Hamburg. Versammlung hes Vereins zur Wnhrnng her Znterejsen her Klnviernrbeittr und verwandten Kernfsgenossen am Montag, den 12. Mai, Abeitds 8 Uhr, in Deigmüller's Salon, Alte Jakobstraße Nr. 48a. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Bruno Wille:„Die Kommunisten-Gemeinde Jkaria." 2. Werkstattangelegenheiten.(Hierzu sind die Kollegen der Piano- fortefabriken von Neunlyer— Fraty u. Komp.— Pianofabrik Conkordia— P. S. Ecke und der Mechaniksabrik von Langer u.Komp. eingeladen; dieselben werden dringend ersucht, zu erscheinen.) 3. Vereinsangelegenheiten, Verschiedenes. L98 Oer Vorstand. Große öffentliche Versammlung siir saitmWe im Manrergewerde besGst. Kollege!! am Dieustag, de» 13. Mai, aibeiibs 8V2 Uhr. im Saale des Fol, mischen Krau«,auseo. Landsberger'Allee 11-13. Tagesordnung: 1. Der Werth der Verkürzung der Zlrbeitvzert. 2. Diskussion. 3. Ersatzwahl eines Delegirtcn für Herrn Hermerschmrdt. 4. Verschiedenes. Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. 2g2 Oer Einberufer. Fchvereill fit SMer unh Mschilltllbllll- Weiter Kertins und Zlutaegrud. Dieustag. drn 13. Mai, Abends 8Vf Uhr: Beschliessende Versammlung im Könivstadt-Kastno, Holzmarktstraße 72. Tagesordnung: 1. Erhöhung der Beiträge. 2. Stellungnahme zur Wahl einer Werkstatt-Kontrolkommission. 3. Aufnahme neuer Mitglieder und Entrichtung der Beiträge. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht sämmtlicher Mit- glicder, in dieser Versammlung zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimirt. Der Vorstand. 291 Große öffentliche Versammlung der Former n. Berufsgenossen am Montag, den 12. Mai, Nachm. 2'/: Uhr, im Böhmischen Brauhause, Landsberger Thor. Tages-Ordnnng: 1. Weitere Beschlußfassung über den Streik. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 262 Der Einberufer. GeseWst siir Verbreitllüg von VolkSbilhung. � Am Sonntag, den 11. d. M., findet seitens der Gesellschaft ein Ausflug nach Johannisthal statt. Abfahrt der Züge vom Schlesischen Bahnhof um 12,21, 1,21, 2,21 Uhr:c., vom Görlitzer Bahnhof um 12,35, 1,35, 2,15, 3,35 Uhr. Treffpunkt bis spä- testens 3 Uhr bei Mielenz in Johannisthal, vorm. Scnftleben. Um zahlreiche Betheiligung ersucht Der Vorstand. NB. Ilm Sonntag, den 18. d. Mts., Abends 8 Uhr, Versammlung im Lokale„Süd-Ost", Waldemarstraße. Gäste, Damen und Herren, willkommen. Freie Vereinigung der Schneider Berlins.; Grosse Schneider- Versammlung am Dienstag, den 13. Mai, Abends SVe Uhr, in Gratweil'o Bierhallen, Kommandantenstraße 77—79. Tagesordnung: 1. Die dem Reichstag vorliegende» Arbeiterschutz-Gesetze. Referent Herr Reichstagsabgeordneter Molkenbuhr. 2. Diskussion. 3. Vereins- angelegenheiten. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste willkommen. Auf- nähme neuer Mitglieder. Zahlreichen Besuch der Kollegen erwartet 296 Der Vorstand. NB. Die Versammlung ist genehmigt.— Alle Schneider heute Sonntag bei R e y e r, Alte Jakobstr. 83. D. O. Große öffentliche Weber- Versammlung für Rixdorf und Umgegend am Montag, den 12. Mai, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Koffmann, Bergstraße 133. 276 T» 1 Können die Z Lage vei sWw: 4. iB�cHwbeiW.- DieWnim lung ist genehmigt. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Gäste sind willkommen. Der Ginderufer. Fachvepein der Tischler (für den Bezirk Rixdorf und Umgegend). Mitglieder- Versammlung am Montag« den 12. Mai, im Lokale des Herrn Irrgang, Herrmannstr. 122 (an der Verbindungsbahn). Tagesordnung: 1. Recht auf Arbeit. Referent Emil Schade. 2. Dis- kussion. 8. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes.— Aufnahme neuer Mit- glieder.— Gäste durch Mitglieder eingeführt haben Zutritt. 278 Der VrvoUmächtigtr. Achtung! Bildhauer! j>Jn der Werkstatt Luxsen sind die Kollegen wegen der Feier des 1. Mai gemaßregelt worden. In folgenden Werkstätten bestehen Differenzen mit den Kollegen: Ferd. Vogts& Co., J. C.Pfaff, Gebr. Weinmann, Müller& Co., Stövesandt, Rosenow; serner machen wir auf die Deckadresse Köpnickerstr. 115, Quergebäude 3 Treppe, aufmerksam. 278 Wir fordern die Kollegen auf, die bei Ferd. Vogts& Co. arbeitenden Italiener gänzlich unbehelligt zu lassen. Die Kommission. Verein Berlim HaMiener. Montag, den 12, Mai, Abends 9 Uhr, Neue Grünstraße 23: Mitgliederversammlg. Tages-Ordnung: 1. Mittheilung. 2. Abrechnung vom zweiten Maskenball und vom 1. Oster- feiertag. 3. Aufnahme neuer Mit- glieder. 4. Referat: Unsere Sterbeunterstützung. Referent Kollege Kuhntke. 5. Ergänzungswahl des Festkomitees. 6. Verschiedenes und Fragekasten. 279 Sämmtliche Hüte mit Kontroimarken sind zu haben Andreasstraße 67 bei Cohn.[255 Vereiü im PmuMenleger Berlins unil llmgegeni!. Gfeneralversammlung am Montag, den 12. Mai, Ab. SVa Uhr, bei Herrn Feuerstein, Alte Jakobstr. 75. Tages-Ordnung: 1. Abrechnung vom 3. Quartal. 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten. Die Mitglieder werden auf§ 7 des Statuts aufmerksam gemacht. 274 Der Vorstand. Am 9. Mai verschied nach mehr- wöchentlichem Krankenlager unser Vercinskollcge, Herr 261 Öarl Baul, im 50. Jahre seines Lebens. Die Beerdigung findet Montag, den 12. Mai, Nachmittags SVa Uhr, von der Leichenhalle des Thomas-Kirchhofes in Britz, aus, statt. Um rege Theilnahme bittet Der Vorstand des Beerdignngsvereins Berliner Zimmerer. Plötz. Freie Vereinigung im Almiseure nni) Bernssgen. General- Her sa a*i roi Boa n n am Montag, den 12. Mai, Ab. SVa Uhr, in Reyer's Salon, Alte Jakobstr. 63. Tages-Ordnung: Wahl des Vorstandes. Vereinsangelegenheiten. 256 Der Vorstand. Der Streik in der Knopssnbrik von C.H.Rohll ist beendet. Wir ersuchen die noch ausstehenden Listen an Fr. Hcllwig, Waldemarstraße 41, Hof 4 Treppen, einzusenden. 199 Die Kommission. Die gegen den Arbeiter Wilhelm Kchmidt, wohnhaft Wienerstt. 19, ge- thane beleidigende Aeußerung nehme ich hiermit in allen Punkten zurück und erkläre denselben als einen Ehrenmann. Berlin, den 10. Mai 1890. 251 Ernst Krüger, Wienerstr. 19. ätoftiluil�ÄSt am hiesigen Platze bekanntlich Grösste Auswahl. (Bnrnntirt sicher brennende ZW T a l> n Ir e."WfS Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindlichen Rohtabake sind am 1653 Lager. A. Goldschrnidt, Spandauerbr. 6, am Hacke'schen Markt. 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Abends von 8—10 Uhr. Die 2. Beilage zum Berliner Nr. 10& Sonntag, de« 11. Mai 1890. 7. Jahrg. soziale UcltcvUrfif. LKH? ÄiÄe ÄS L Eisenbahnbetrieben beschäftigten Arbeiter aufzufordern, V* 1 Ort**»(»ml--. A_.---- W?--- f" A- mff m m>*•*£"*£• m. k �»%%»»/»»»* •r viri�iiüuijnoeirieoen oejcgajugieu wiücu« |9i The»l dazu beizutragen, die gesammte Kollegensthast zu emeln gemeinsamen Ganzen zu vereinigen. Dies kann nur durch ge- ac*�4 SB einem Orte zusammenfinden, u>n gemeinsam über Mittel und -ivege zur Verbesserung unserer Lage zu berathen. Nach Rucksprache mit verschiedenen st.« f.'»»« PU..N-!-»- gesetzt: t SbSÄÄ Dv**« sif «zielen. • Tie Nothwendigkeit der Organisation.§ 152 der Gewerbe- 4. Lbnung. B der Pensionskassen. 6 ml'-�nh'nng des Lohnes in jeder Woche. Tagesordnung wird bei Eröffnung des Kon- der gemacht. Diejenigen Kollegen, welche bezüglich wolle»?e!ffr??ttn9 noch besondere Wünsche und Anträge haben, uns bis spätestens 20. Mai Mittheilung davon mache». Ail-dr»� Kollegen Gelegenheit zu geben, ihre Meinung zum -er>»..,!? i» bringen, haben wir den Kongreß einberitsen. Wir i>erirJ„- daß sich alle Kollegen durch Telegirte auf oemsclven eine Kk, usst», mag auch der Ort noch so klein sein, alle müssen in t»,■ iS darin suchen, auf dem ersten wirklichen Kongreß aller bttWr � preußischen Betriebswerkslätten beschäftigte» Arbeiter und � stin. Wir machen Euch den Vorschla g, die rührigsten traat, �i'en Eurer Kollegen mit der Vertretung zu beauf- blrfw V... e Anzahl der zu entsendenden Vertreter zu bestimmen, selbstverständlich den einzelnen Orten überlassen. tled»» s empsehlen, den Telegirten kein gebundenes Mandat zu sondern denselben es zu überlassen, die Ansichten ihrer Te'eni»"(den ihren eigenen zur Geltung zu dringen, jedoch soll jeder Siim i,>ich betreffs der Organisationsjrage vergewissern, ob seine f0l''"schuf' für Zentralisation oder lokale Organisation ge- ci»Ufl"'It. Um die Mittel für eine Vertretung auszubringen, »im, 5 � s'ch an den einzelnen Orten freiwillige Sammluugen e e" Kollegen warzunehmen. dj. ,?°iiegeu! Scheut nicht die geringen Opfer, die Euch durch wir» s'dUug eines Telegirten auferlegt werten, bedenkt, daß durch eine Vereinigung sämmtlicher Beruftgenossen im i»it s'Nd, auch für uns bessere Lohn- und Arbeitst eding.ingen, tu.e"lem Worte, ein menschenwürdiges Dasein �r.'ngen. eioen igen Orten, welche trotzdem nicht im Stande sind, aus Ärtw? Niiueln eine» Telegirten zu entsenden, machen wir den zu tnft 8''ich durch einen Kollegen aus Magdeburg vertreten Üiikh»,»"'-.®'e'"ollen sich zu diesem Zwecke mit dem Kollegen in ck... Kohlmann in Magdeburg, STaiferftt; 109, vorn 4 Treppen, soin�fr"0 setze»- Die Vertreter sind in öffentlichen Ver- Nu« v!"gen zu wählen und haben sich dieselben ein Mandat 0en zu lassen, welches die Anzahl der auf dem Telegirten Irenen Stimmen enthält. Das Mandat ist vom Bureau der Kfr mlung jU unterzeichnen. Für Kollegen an Orten, wo kein (/?' Zu einer Versammlung zur Verfügung steht, genügt eine Östliche Vollniacht einer Anzahl(mindestens 10 Unterschriften) 5 Orte beschäftigter Berufsgenossen. Um eine Ueberficht der Mnehmer am Kongreß zu erlangen, ist es unbedingt noth- «"mg', daß die Anmeldung der Telegirten bis spätestens zum « Mai bei dem Unterzeichneten erfolgt. slw.. Angabe des Lokals, in welchem der Kongreß stattfindet, "»e die Zeit der Eröffnung desselben erfolgt später. Und somit, Kollegen alleroris, rüstet Euch zum Kongreß und wählt nur solche Leute als Telegirte, die Euer Vertrauen nach jeder Richtung hin besitzen. Auf zum Kongreß der Arbeiter der königlich preußischen Be- triebswerkstätten und verwandten Berufsgenossen am 1., 2. und 3. Pfingstfeiertage in Magdeburg. Mit kollegialischem Gruß R. Kohl mann, Kaiserstraße 109, vorn 4 Treppen. NB. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck ersucht. „Höhere Löhne oder Uerkürfnug der Arbeitszeit könne» wir nicht bewilliget», weil wir schon jetzt, mit ge- ringem Nutzen arbeitend, auf dem Weltmarkte mit anderen Völkern nicht würden konkurriren können," lautet die Redensart, mit welcher die Forderungen der Arbeiter abgewiesen werden. Es geht mit dieser Behauptung der Fabrikanten, wie es mit vielen ähnlichen geht, sie ist richtig und unrichtig, je nachdem man de» Begriff der Worte„geringen Nutzen" in dieser oder jener Weise deutet. Für die Arbeiter kann der Nutzen, welchen ein Fabrik- oder Handelsgeschäft abwirft, nicht gering erscheinen, wenn er die Lebenshaltung des Fabrikanten oder Handelsherren mitdenseinigenvergleicht. Da die Rechnungsbücherjener Herren dem Unberechtigten verschlossen sind, so bieten die vielen Rechnungs- abschlüsse des Jahres 1889, welche jetzt von den Vorständen der Aktiengesellschaften veröffentlicht werden, ein schätzenswerthes Material zur Beurtheilung der Rentabilität verschiedener ge- schästlichen Unternehmungen. Einen auffallend Hohen Gewinn haben die bergbaulichen"Unternehmungen eingebracht, es zahlen Lugauer Steinkohlen-Bauverein, Zwickau alte Aktien 12 pCt., Vorzugsaktien 27 pCt. Dividende; Dortmund-AiilerbeckerfBergbauverein I2pCt.; Dortmund Aylerbecker Aktienverein, Zeche Biargaretha 12 pCt., Köln-Mechernicher Bergwerksverein 16 pCt., Strontiamt- Sozietät Aktiengesellschaft 5 pCt.; Braunschweigsche Kohlenwerke, Stamm-prioritäts-Aktien 5pCt., Stammaktien 4 pEt. Divioende. Da den Aktienbesitzern außer den Dividenden das eingezahlte Aktien- kapital in Höhe des Nennwerthes ebeusalls, und zivar meistens mit 4 pCt. verzinst wird, so ist das Jahr 1889 als ein besonders segensreiches anzusehen. Nicht minder gut war dasselbe Jahr für die Metallindustrie. Aktiengesellschaft H. Mix u. Genest giebt 9 pCt., Maschinenbauanstalt Flöter in Gaffen 10 pEt., Ober- schlesische Eisenindustrie-Aktiengesellschaft für Bergbau und Hutten- betrieb 14 pCt., Maschinenfabrik Germania, vorm. I. S. Srnwalbe, Chemnitz 10 pCt.; Heinr. Lehmann und Komp., Altieugesellschast, Trnger-Wellblechfabrik und Signalbanaustalt 5 pCt.; Fa �anschmiede und Schraubeufabrik, Aktiengesellschaft, Stammprioritaten 7'/2, Stammaktien 2Vs pCt.; Aktiengesellschait für Verziukerei und Eisenkonstruktion ö'/e pCt.; Offenbacher Akliengeseuscbaft für Schriftgießerei und Maschinenbau 10 pCt.; Bergffch-M.wkische Jndustricgesellschaft Barmen BVa pCt. Dividende. Ebemalls günstige Abschlüsse erzielten die Aktiengesellschaft für Glas- industrie, vormals Siemens, Dresden, die Dividende beträgt 12 pCt.; Vereinigte Hansschlauch und Gummi- Maaren- fabriken 5 pCt., Superbivioende 7'/s pCt.; Roützer Zuckerraffinerie 7 pCt.; Vereinigte Halber Dampiziegeleien 10 pCt.; Chemische Fabrik Heinrichs hall 5 pCt. Einen hohen Ertrag brachten die Unternehmungen auf dem Versicher ngsgebiete: Viktoria zu Berlin, Allgemeine Versicherungsgesellschaft giebt 26Va pCt., Lebens-Pensions und Leibrenten-Versicherungsgesellschaft „Jduna", Halle a. S., 25 pCt.; Fluß- und Landtransportgesellschaft in Dresden 300 M. auf die Aktie: See-, Fluß- und Land- transport-Versicherungsgesellschaft„Agrippina" 45 M. auf die Aktie; Viktoria zu Berlin, Allgemeine Akttengesellschaft 18Vs pCt.; Dortmund, Westdeutsche Versicherungsbank 15 pCt.; Transatlantische Feuer- Versicherungsgesellschaft 15 pCt.; Berliner Speditions- und Lagerhaus-Aktiengesellschaft(vorm. Bartz u. Co.) 4'/s pCt.; Rheinisch- Westfälische Bank 9 pCt.;.Union", Bau- gesellschaft auf Aktien 6Vs pCt. Dividende. Wie bei den Bergwerksunternehmungen wird auch auf diesen Gebieten der Industrie und des Handels das eingezahlte Aktien- kapital in Höhe seines Nennwerthes verzinst, es stießt also in Gestalt der Zinsen dem Aktienbesitzer neben der Dividende eine Einnahme zu. Man niuß aber, um ein richtiges Bild von den Gewinnen zu erhalten, welche das Großunternehmerthum einheimst, die großen Summen ebenfalls in Betracht ziehen, welche als Reserven füv etwaige schlechtere Zeiten zurückgelegt werden, um dann auch an- gemessene Dividenden vertheilen zu können, und ferner die hohen Gehälter der Direktoren und die ebenfalls sehr bedeutenden Tan- tiömen der Aufsichtsräthe, die in den meisten Fällen mehrere Tausende betragen; es wurde, um ein Beispiel anzuführen, neulich in einem großen Blatte mitgetheilt, daß die Tantieme der Ver- waltungsräthe der Dresdener Bank höher sei, als das Gehalt des Fürsten Bismarck als Reichskanzler, welches 55 000 Mark betrug. In allen Vourgeoisblättern kann man täglich die Be- Häuptling lesen, daß an dem Streike, welcher an diesem oder jenem Orte ausgebrochen ist, nur die Agitatoren und Hetzer Schuld seien. Mit voller Berechtigung darf man sagen, daß an die Wahrheit dieser Behauptung Niemand, selbst die nicht, welche sie machen, glaubt. Agitatoren sind allerdings im Spiele, welche zur Unzufriedenheit reizen, es sind die Gegensätze zwischen einen» Leben voll Gennß und Ueppigkeit ohne Arbeit, wenn man nicht etwa Kouponabschneiden, Zinsen, Pacht undMiethe einsäckeln als Arbeit betrachtet, und einem Leben voll nie aufhörender Sorge um die eigene Existenz und die der Familie bei harter, die Gesundheit ruinirender, nicht selten den Geist tödtender Arbeit. Diese Gegensätze sind dem Proletarier durch den Augenschein, nicht durch Agitation, zum Bewußtsein gekommen, und werden nur aufhören, wenn jedermann arbeiten, aber auch jedermann den vollen Ertrag seiner Arbeit erndten, es keine Divi- denden mehr geben wird. An die Klempner Deutschlands. In einer am 3. Mai dieses Jahres stattgefundenen öffentlichen Versanunlung der Klempner von Dresden und Umgegend erstattete die Kommission, welche in einer vorhergegangenen Versammlung gewählt»vurde, um mit der Meisterschaft zu unterhandeln betreffs unserer Forde- rungen, Bericht über die Erfolge, welche sie gehabt hat. Wie ja vorauszusehen»var, hatten die Herren Arbeitgeber es unter ihrer Würde gehalten, mit der betreffenden Kommission zu unter- handeln, was natürlich eine nicht geringe Erbitterung unter den hiesigen Kollegen hervorrief, zumal die von uns gestellten Forde- rungen gewiß ganz gerechte»varen. Wir forderten einen Minimal- lohn von 35 Pf. pro Stunde für Werkstatt und 40 Pf. für Bau- Arbeit, eine zehnstündige Arbeitszeit, für Ueberstunden 25 pCt., jür Sonntags- und Nachtarbeit 50 pCt. Lohnzulage. Ferner sollten die Meister sämmtliches Werkzeug selbst beschaffen, auch sollten die Maßregelungen solcher Kollegen, welche für den Agi- tattonsfonds oder Streikgelder sammeln, ganz wegfallen, und zu- letzt forderten wir, daß seitens der Arbeitgeber der Arbeitsnachweis des Fachvereins der Blecharbeiter, welcher von letzterem am l. April d. I. gegründet wurde, zu benützen sei. Diese unsere Forderungen wurden eben nicht bewilligt, was zur Folge hatte, daß die Versammlung, welche nebenbei gesagt von 900— 1000 Klempnern besucht war, einstimmig be- schloß, die Arbeit niederzulegen, was anch am Montag, den 5. Mai, geschah. Kollegen, wir befinden uns also im Streik und bitten Euch in erster Linie den Zuzug nach hier möglichst fern zu halten, damit uns die fremden Kollegen unser» Kamps nicht noch erschweren. Wir appelliren an Euer Solidaritätsgefühl, und ersuchen Euch, daß Ihr uns in unserem gerechten Kampf nach besten Kräften pekuniär unterstützt. Kollegen,»vir versichern Euch, daß, wenn Ihr uns zum Siege verhelft, was auch gar nicht schwer halten kann, da die Stimmung unter den Kollegen eine gute genannt werden kann und bereits 38 Geschäfte bewilligt haben, daß es ausschlaggebend für ganz Deutschland ist. Also Kollegen, thut was Ihr könnt, und so rufen wir Euch zum Schluß noch zu: Heute mir, morgen Dir! Die Streikkommission. Alle Sendungen sind zu richten an Karl Richter, Dresden-A., Nestau- raut Elbberg 2. Alle arbeiterfreundlichen Zeitungen werden um Abdruck gebeten. � u. Bettfedern.! n�Urrbilligste Kszugsquellr! Allergrößtes Lager!"HU. dem ältesten Geschäft Berlins u C. H. Schäker. Promenade, Bahnhof � 'm Stadtbahnbogen, V r Spandauerbrücke 2 dort nur noch Engros- Lager). Vei%«"Unckst 1826. Lagers stehe gerne zu wirh auch wenn nichts gekauft ir-n T�ad. vers. nach Ausserhalb 1«; i»®c' Kassakäufen gewähre 40/0. Vrautbetten eine nützliche Zu- � Labe im Werthe von 4 M. iff* weh auf Tbeilzahlung I Eü M» füt 6 Hl. ä. 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Verschiedenes Mitglieder. Tagesordnung.. des Herrn C. Becker, Swinemünderftr. 16 und Fragekasten.— Quittungsbuch legitimirt. Aufnahme neuer Um zahlreiches Erscheinen ersucht 206 Der Vorstand. NB.: Wir machen darauf aufmerksam, daß Zahlstellen sich befinden bei Gnadt, Brunnenstr. 36 und bei L. Wieck, Birkenstr. 24, und werden Sonntags Vormittags daselbst Beiträge und Aufnahmegesuche entgegen- genommen._ Oeffentliche Versammlung simiiltWr Aioerkschofteil Berlins am Montag, den 12. d. M., Abends 8 Uhr, in Joel s Salon(früher Keller), Andreasstraße Nr. 21. Tagesordnung: 1. Wie stellen sich die Gewerkschaften Berlins zur Wahl einer Central- Streik- Kontrolkommission? Referent: Th. Glocke. 2. Wie stellen sich die Gewerkschaften Berlins zur weiteren Gründung von Fachpressen? Referent Jul. Wernau. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes.— Zahlreiches Erscheinen ist nothwendig. Der Einberufer: C. Thieme. 250 Allr» IfiMtn itt AM =&%(Ute«tiiit, K'.t Glas Zairisch Hier und kräftigen sw Frühstückstisch. nam Ein Vereinszimmer, geeignet zu Vor- standsfitzungen, Arbeitsnachweis und Zahlstellen, zu vergeben. 12 verschiedene Arbeiter-Zeitungen sowie der„Acht- stundentag liegen aus.[1064 W. Haugk, Weinstr. 22. Allen Freunde», Bekannten und Genossen empfehle mein 140 Weiß- iL BairU-Ner-LM. Carfi Stark, _ Temminer-Straße Nr. 10. SS Gai Wilh Herren- u. Knaben- 846 Garderoben-Geschäft. Dalin ElisahethkirchS' *«Hl, Nr. 8 am Pappelpl. Dio seit 1877 bestehende, weltbekannte Uhrenfabrik von ßlEax Busse 157 Invalidenstr. 157, MaShaul verkauft jetzt sänunilicho Uhren zu bedeutend herab- gl setzten Preisen. Für jede Uhr wild reelle Garantie geleistet. Grosse Abschlüsse mit Pforzheimer und Hanauer Fabrikanten| ermöglichen derselben Firma den Verkauf von Gold-, Silber-, Granaten- und Korallcmvaaren zu fabelhaft billigen Preisen. Specialität: Ringe. 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