M Übt« tefit» bie(f sB m# n b>- enbf i'h« Z bit ihn«» M# daB zS" linp!� lischt st ei«' jtnnt btn eilin« eraubt >r# joriint ruf i" ichnen- aß dt wu«� |0U' Nr. im Mitwochs den 14. Mai 1890. V. Iichrg. Hrgan für die Interessen der Arbeiter. Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. ____. Lern frecher: Amt VI.|lv. 41()6.,-- Medsktion: VeukMrMe S.— Expedition: VeutMeMe 3. �age der bayerischen Arbeiter lni lichte der Fabrikin spebtaren- berichte für 1889. in. n Pf iuä: IS neu' letts Haltung d->s->"2 a find i Kreise Niederbayern und O b e r p s a l z I\\J-—...- vr.n 1' Hunde- und besonders Pferdefleisch genossen. >». ,?gen und Grafenau ist die Ernährung größtentheils � i'tcher Natur. Im bayrischen Walde wird Fleisch iröd Sonntagen, unter der Woche dagegen nur an ikiin?�. Orten genossen, dagegen voluminöse Kost in der w'0ff«n Zubereitung konsumirt, wozu noch die Meh- Ls des Branntweingenusses kommt. Eine große Nolle im Walde auch die aus saurer Milch bereitete sog. °!yuppe". In Deggendorf hat der Konsum von Kaffee eyen Surrogaten in den lehren Jahren sehr zuge- .len." Gerade die Bezirke, welche eine lebhafte in- «.'we Thütigkeit entfalten, wo die Glashütten, die Zünd- W�briken, die hausindustrielle Betriebsform floriren, -'e" die oben gekennzeichneten trübseligen Zustände auf. sehnlich liegen die Verhältnisse in der Oberpfalz. De amtliche Quelle meldet:„Im Bezirksamt Vohen- JP ist die Ernährung ungenügend, namentlich erhalten Schulkinder Mittags oft nur trockenes Brot. Ueber %™enben Schnapsgenuß wird geklagt aus Burglengen- �4. berg, Beinlyries und Waldmünchen. In Wald- %("**) rc'v') uoch eine zweite Pferdeschlächterei er- »la�hält man diese Erscheinungen im Auge, so begreift .j°Uch,. warum in Niederbayern nnd der Oberpfalz «o�Us ein Ueberfluß an gut geschulten Arbeitskräften «r u ist", wie der Fabrikinspektor klagt.„In bei- nW« fsichtsbezirken", bemerkt er,„machte sich im ein Mangel an Arbeitskräften bemerkbar... iiunU)'" Auftrage des kgl. bayrischen Staatsministeriums des Un„" nach amtlichen Quellen hergestellt von Dr. v. Karschen- tabo'i- LP-». s. w. München, literar-artistische Anstalt von '..»Feuiaekon. p2 »Dum GUick der Damen." � RonianvonEmileZola. uiorisirte Uebersehnng von Armin Schwarz. �te��iu, mittlerweile war Bourdoncle aus dem Kabinet gc- mmm , 11 � gut, sagte er endlich. � er sich eben vor der Konfektions-Abtheckung ' trat er ein. Madame Aurelie war eben im Begriff, � Uff langer geduldet werden! ft'tadame Aurelie, rief Bourdoncle. #12## In den verschiedenen Betrieben der Eisenindustrie konnten theilweise die erforderlichen Arbeitskräfte nur durch An- gebot eines höheren Arbeitslohnes erhalten werden." Da liegt eben der Hase im Pfeffer; die Löhnung ist karg, die Lebenshaltung gedrückt, die Ausnützung der Arbeitskraft intensiv. So kommt es, daß die Industrie- arbeiter andere Bezirke aufsuchen, in denen die Bezahlung und die Arbeitsbedingungen bessere sind. Wäre die Organisation der Arbeiter in Unterbayern und der Ober- pfalz nicht eine verschwindend kleine und viel zu schwache, dann würde das Unternehmerthum schon längst gezwungen sein, größere Zugeständnisse zu machen. Aber die geschieht- liehe Entwickelung und die natürliehen Verhältnisse haben sich in die Hände gearbeitet, um das Proletariat zu Bo- den zu halten; die Industrie ist auf dem Lande, im Ge- birge, wie in den NiederungM in einzelnen weit von ein- ander entfernten Anlagen zersplittert, die Hütten und Sägewerke liegen als kleine Sultanate für sieh, abgesperrt vom Lufthauch des regen politisch-sozialen Lebens, der Zusammenhang ist deshalb nur sehwer herzustellen. In den Städten fängt es sich indeß zu regen an, so in Landshut, Regensburg, Amberg, und die glasindnstriellen Werke, so weltabgesehieden sie aueh Hansen, werden allmählich in die Glasarbeiterbewegung hineingezogen. Freilich rückt der Zeiger auf dieser Uhr nur mit ermü- deuder Langsamkeit vor, aber die Hochstuth des Sozialis- nnis wirft bereits die ersten kräftigen Wellen in die durch Dämme und Deiche vergebens gewahrten Gebiete des Zentrums. Auch Herr Dyck bezeichnet den Geschäftsgang der Industrie als einen guten, die Holzindustrie, die Hohöfen, die Eisen- und Stahlwerke hatten viel zu thun, die durch Ueberproduklion in Bedrängniß gerathenen Bronze- und Blattmetallindustriellen, die sich für ihre Verluste durch Lohndrückereien und Arbeiterentlassungen sehadlos hielten, „erholten" sieh wieder, trotzdem die Preistreibereien des Kupferrings sie einigermaßen angegriffen hatten. Von seinem pausbackig- rosenrothen Optimismus ist der Regensburger Fabrikinspektor, unstreitig der am wenigsten sozialpolitiseh geschulte der bayerischen Aufsichts- beamten, noch immer nicht genesen. Er schreibt frisch nnd munter;„Die Arbeitslöhne, die in den beiden Auf- sichtsbezirken nnt wenigen Ausnahmen als zufriedenstellend bezeichnet werden können, haben im Laufe des Jahres eine wesentliche Aenderung nicht erfahren." Unzmeifel- Haft sind die Löhne zufriedenstellend für die— Fabrikanten, die die günstige Konjunktur mit wohlfeilen Arbeits- kräften ausnützen können. Nun erinnere man sich, was derselbe Herr Dyck, auf der vorhergehenden Seite noch dazu, über den Mangel an Arbeitskräften gesagt hat; und durch„Angebot eines höheren Arbeitslohnes" konnte strophe. Endlich wandte Madame Aurelie mit feierlicher Miene sich um und sagte mit ihrer unerbittlichen Miene: — Fräulein Denise, gehen Sie zur Kasse! Der Befehl tönte ganz laut durch die jetzt leere Ab- theilung. Denise stand bleich und regungslos ohne ein Wort zu finden da. Endlich stanimelte sie: — Ich? Weshalb denn? Was habe ich gethan? Bourdoncle erwiderte hart, daß sie es wohl wisse, und daß sie besser daran thäte, keine Erklärung herbeizuführen; und er sprach von den Kravatten und fügte hinzu, es wäre eine saubere Geschichte, wenn alle diese Fräulein ihre Männer im Keller empfangen würden. — Aber es ist ja mein Bruder! schrie sie in der schmerz- liehen Entrüstung einer entehrten Jungfrau. Marguerite und Klara lachten, während Madame Frederic, sonst so diskret, ebenfalls mit ungläubiger Miene den Kopf schüttelte. Immer ihr Bruder! das wird schließlich zu dumm! Und nun blickte Denise Einen nach dem Andern an: Bourdoncle, der ihr vom ersten Tage augesangen feind- lich gesinnt war, um sich an ihrem Unglück zn weiden und von dem sie keine Gerechtigkeit zn erwarten hatte; dann diese Mädchen, die sie durch ihren neunmonatlichen Hcldcnmuth nicht gewinnen hatte können, diese Mädchen, die froh und glücklich waren, sie endlich los zn werden. Wozu sollte sie sich wehren; warum sollte sie sich hier länger aufdrängen, da Niemand sie will? Und sie ging, ohne ein Wort mehr hinzuzufügen. Sie warf nicht einmal einen Blick mehr auf diesen Salon, der so lange der Schauplatz ihrer Kämpfe ge- wesen. Allem, ans der Treppe angekommen, die in die Halle führte, fühlte sie, wie ein herber Schmerz ihr das Herz zu- wie er meldet, die Eisenindustrie qualifizirte Arbeiter fest- halten. Man erinnere sich an die aus amtlicher Quelle geschöpften Mittheilungen über den proletarischen Standard of life in Niederbayern, in der Oberpfalz, und dann be- wundere man die glückliche Gabe des Herrn Fabrik- inspektors, die düsteren Farben der Thatsachen fiir lichte, heitere Kouleuren zu halten und die erstaunliche Be- hauptung aufzustellen, daß Alles gut und schön sei. Trotzdem die Lebensmittelpreise Dank den Schutzzöllen be- deutend in die Höhe gegangen sind, wie uns ja klipp und klar der Münchener Kollege des Herrn Dyck gezeigt hat. Wahrlich, es giebt eine sozialpolitische Farben« Blindheit' welche für einen zum Schutze der Arbeiter bestellten Beamten noch gefährlicher ist, als die physische Farbenblindheit für den Lokomotivführer. Die Dyck und Genossen fahren die soziale Lokomotive in falsche Geleise. Die Widersprüche, in welche Dyck sich folgerichtig ver» wickelt, sind geradezu wunderbar. Er berichtet u. a.: „Eine bedeutende Zunahme von jugendlichenAr« b e i t e r n und Kindern hat ein großes Granit- werk zu verzeichnen, das die Zahl seiner älteren ge- schulten Arbeiter aus Maugel an solchen nicht vermehren konnte und sich daher veranlaßt sah, rechtzeitig für einen entsprechenden Nachwuchs zu sorgen." Dieser„Mangel" au erwachsenen Arbeitern schwindet in dem Augenblick, in welchem der Kapitalist menschenwürdige Löhne zahlt. Aber die billigeren Arbeitskräfte der Jugend treten an die Stelle der Männer, und es ist eben Dyckisch, zu glauben, daß die Absicht, einen tüchtigen Nachwuchs zu erzielen, der treibende Beweggrund bei der Anwendung von Kinder« ist, in solch' ungesunder, schwerer Arbeit, wie die Granit- werke sie fordern. Aecht altfränkisch ist es, wenn Herr Dyck mit beson- derer Vorliebe auf dem Steckenpferde:„Ausbildung der Lehrlinge", einher reitet. Unsere Zeit der großindustriellen Arbeitstheilung und Maschinenproduktion geht über solche Velleitäten zur Tagesordnung über. Der Lehrling macht dem jugendlichen Arbeiter, der qualifizirte Arbeiter dem die Maschinen bedienenden Handlanger mehr und mehr Platz; in den weniger fortgeschrittenen Gewerken mag dieser Zersetzungsprozeß noch nicht so schroff hervortreten, die Tendenz dazu ist naturgemäß gegeben und setzt sich durch. Gar eigen muthet es an, wenn man liest: „Sehen die Eltern nicht gleichgiltig zu, ob ihr Sohn nur zum Bierholen oder zu anderen Botengängen verwendet, sondern richtig in der gewerblichen Thätigkeit, für die sie ihn auszubilden wünschen, unterrichtet wird, wenn sich außer den Eltern noch Lehrer oder andere Protektoren für die Fortschritte der Jungen interessiren, was häufig der Fall ist, so wird der Arbeitgeber von selbst darauf hingelenkt, die Ausbil- sammen schnürte. Sie dachte plötzlich an Mouret und sagte sich, daß sie eine solche Entlassung sich nicht gefallen lassen dürfe. Würde auch er diese häßliche Geschichte glauben, dieses Rendezvous mit einem Mann in der Tiefe des Kellers? Bei diesen Gedanken ward sie von einer tiefen Scham gefoltert, von einer Beklemmung, die sie vordem noch nicht empfunden. Sie wollte ihn aufsuchen und ihm die Dinge erklären; denn sie wird sich gerne entfernen, wenn er nur die Wahrheit erfährt. Und ihre alte Furcht, das Beben, das sie in seiner Gegenwart stets erfaßte, kehrte plötz- lich wieder, zugleich mit einem lebhasten Bedürfniß, ihn zn sehen und das Haus nicht zu verlassen, ohne ihm zu schwören, daß sie niemals einem Manne angehört habe. Es war nahezu 5 Uhr und das Magazin hatte in den etwas kühleren Abendstunden an Leben gewonnen. Sie lenkte ihre Schritte nach der Direktion, allein, als sie vor der Thürs des Käbinets angekommen war, bemächtigte sich ihrer eine Traurigkeit. Er wird ihr nicht glauben, sagte sie sich, er wird lachen, wie die Uebrigen und diese Furcht raubte ihr den letzten Rest von Much. Es ist aus, sagte sie sich; es ist besser, wenn sie verschwindet. Und ohne auch nur Pauline oder Deloche von dem Vorfalle zu benach- richtigen, ging sie zur Kasse. — Fräulein, sagte der Beamte. Sie haben 22 Tage, das macht 18 Franks 70 Centimes. Dazu kommen noch 7 Franks Provision, ist das richtig? — Ja, mein Herr, ich danke Ihnen. Denise ging mit ihrem Gclde; da begegnete sie endlich Robineau. Er hatte bereits Kenntniß von ihrer Entlassung und versprach ihr, daß er die Kravatten- Händlerin wiederfinden wolle. Er tröstete sie mit leiser Stimme und dung der ihm anvertrauten jungen Leute zu überwachen, da doch nicht wohl anzunehmen ist, daß es ihm gleichgiltig sei, ob strebsame, brave Jungen nach abgelaufener Lehr- zeit seine Werkstätte, ohne die nöthigen Kenntnisse erreicht zu haben, verlassen." „Sticht wohl anzunehmen" ist, daß die Unternehmer etwas anderes als möglichst großen Profit herauszuschlagen versuchen durch die Ausbeutung der Lehrlinge, wo und wie es ihnen gerade zu Passe kommt. Was dann aus den Lehrlingen wird, ist Nebensache.„Nicht wohl anzu- nehmen" ist, daß ein ernsthafter Sozialpolitiker die kind- liche Auffassung des Herrn Dyck theilt, daß das„Pro- tektoren"thum hier etwas im Großen bessern könne, ganz abgesehen von den verderblichen Folgen der Vettern- und Gönnerwirthschaft. In den im Jahre 1889 von Herrn Dyck besuchten 542 Betrieben gab es 166, in welchen insgesammt 1032 jugendliche Arbeiter thätig waren. 1032 jugendliche Arbeiter, 1032„Protektoren", ein rührendes Bild. Es zeugt von dem guten Gemüth des Herrn Dyck, wenn er sich bereit erklärt, auch fernerhin „durch alljährliche Erkundigungen nach den Fortschritten der Lehrlinge etwas dazu beizutragen, daß die Fürsorge der Arbeitgeber sich mehr auf dieselben lenke." Wie schlecht muß es mit der„Fürsorge" bestellt sein, wenn es erst solcher künstlicher und dabei erfolgloser Reizmittel, wenn es der Protektoren, Fabrikinspektoren bedarf, um die Unternehmer dazu aufzurütteln. Eine volkswirthschaftlich sehr interessante und werth- volle Bemerkung über den Einfluß der verkürzten Arbeits- zeit auf die Produktion, macht übrigens Herr Dyck. Er sagt:„Wie schon erwähnt, hat trotz des günstigen Ge- schäftsganges sämmtlicher Industriezweige, eine nennens- werthe Vermehrung der Arbeitskräfte nirgends stattgefun- den; da nun aber auch beinahe in allen Betrieben von der eingeführten zehn- oder zehnundeinhalbstündigen Ar- beitszeit nicht abgegangen würde, um keine Unzufriedenheit bei den Arbeitern zu veranlassen, so mußten an die Ar- beiter größere Anforderungen gestellt, oder Vorsorge getroffen werden, daß durch verbesserte maschinelle Einrichtungen die Tagesleistung er- höht werde. Es ist beides geschehen und mit Hilfe der verbesserten Einrichtungen und der Sorge des Arbeit- gebers oder Werkmeisters für ein richtiges Ineinander- greifen der einzelnen Arbeiten war es den Arbeitern mög- lich, bei zehnstü»»viger Arbeitszeit erhöhte Ar- beitsteiltung und besseren Uerdtenst zu erzielen. Ich habe in diesem Jahre mehrfach die Gelegenheit gehabt, be- obachlen zu können, daß ein Arbeitgeber sehr viel zur Erhöhung der Tagesleistung eines gut geschulten Arbeiters beitragen kann, wenn er die Vorsorge trifft, daß der Arbeiter selbst keine Zeit verlaufen muß, um sich Werkzeuge, Rohmate- rialien oder Halbfabrikate zu holen, sondern ihm alle für seine Arbeit nöthigen Gegenstände durch Hilfspersonen überbracht und fertige Waaren abgetragen werden. Ar- beitgeber, die eine derartige Einrichtung getroffen haben, sind weit eher im Stande, die Tagesleistung eines tüch- tigen Arbeiters anerkennend beurtheilen zu können, als solche, welche nicht die geringste Vorsorge getroffen haben, dem Arbeiter Erleichterung zu verschaffeen. Diese versallen bei etwas erhöhten Anforderungen, die an das Geschäft gestellt werden, sofort ohne weitere Uebersetzung aus die Einführung einer verlängerten Arbeitszeit; würden sie Einrichtungen getroffen haben, wie jene, so würden sie gewiß gerne auf die theure oder geringe Mehr- 1 e i st u n g, die früher in Ueberstunden erzielt wurde, verzichten." Wärmer und besser kann der gesetzliche Zehn- stundentag nicht empfohlen werden. Die kapita- listischen Angstmeier, die den Normalarbeitstag verab- scheuen, weil er angeblich die Produktion hemme, können sehen, daß in kürzerer Zeit mehr und Besseres geleistet wird, als bei einem fast bis zur Staturgrenze ausgedehnten Arbeitstag. Und die Arbeiter erzielen, wie Herr Dyck ausdrücklich bezeugt, bei kürzerem Arbeitstag höhere Löhne; sie müssen und können, weil körperlich frischer, intensiver arbeiten. Die Jeremiade über die Wanderlust der Arbeiter und die Herrlichkeit der Seßhaftmachung am Schlüsse seines Berichtes hätte Herr Dyck sich und seinen Lesern schenken können. alle Schaffner und Lokomotivführer Portugals die Arbeit* stellen!' In Lissabon sind für die lausende Woche zahlreich--f' sammlungen angemeldet, und ein Jnformationsburea», taglich geöffnet ist. sorgt für die Durchführung der 0-1#,, Voraussichtlich werden nunmehr an jedem Montag oUg�fl Arbeiterversammlungen stattfinden, in denen die Führer der zelnen Geiverke über ihre Thätigkeit zu berichten haben. z?torrel4rondenze»r. Lissabon, S. Mai. Auch in Portugal hat die Arbeiterbewe- gung durch den I.Mai einen bedeutenden Aufschwung erhalten. In Lissabon und Oporto bestanden zwar schon seit mehreren Jahren sozialistische Klubs, welche auch bei den letzten Wahlen einen Einfluß auf die große Masse der Arbeiter zu gewinnen suchten, doch waren diese Bemühungen nur von geringem Erfolg begleitet. Die glückliche Durchführung einiger größeren Arbeitseinstellungen in Oporto war so ziemlich alles, was bisher die Arbeiterbewe- gung geleistet Halle. Dies aber ist mit dem 1. Mai anders geworden. Ter Gedanke, daß an ein und demselben Tage die Ar- beiter zweier Welttheile eine gemeinsame Kundgebung veranstalten sollten, noch mehr aber die auch hier offenkundig zu Tage tretende Furcht der besitzenden Klassen vor den angekündigten Arbeiterdemonstrationen, rüttelte die Arbeiter auf. So versam- inelten sich am Donnerstag Nachmittag vor dem Begräbnißplatz des Nordens über 2000 Arbeiter, welcher trotz aller Drohungen dieArbeit eingestellt hatten, um nach dem Grabe Josö Fontana's, des Begründers der sozialistischen Bewegung in Portugal, zu wall- fahren. Die einzelnen Klubs hatten prächtige Kränze und Blumenspenden gebracht und in feierlicher Stille zog man durch die Reihen der Gräber, brs sich die Masse um das Grab des Arbeiterführers sammelte. Hier hielten die Arbeiter Luiz de Figneiredo und Luiz de Juduibus Ansprachen, in denen sie zur Fortsetzung des durch den Verstorbenen begonnenen Werkes auf- forderten. Die anwesenden Polizeikommissare wollten die Reden verhindern, aber der laute und einstimmige Protest der 2000 Arbeiter zeigte den Herren, daß ein Bestehen auf dem Verbot be- denklich werden rönne. Nachdem die Gedächtnißfeier beendet, verließen die Arbeiter in kleineren Trupps den Friedhos und zogen nach den Versammlung- lokalen der einzelnen Klubs und Vereine, wo im engeren Kreise Vorträge gehalten wurden. Am 1. Mai erschien auch die erste Nummer eines eigenen sozialdemo- kratischen Wochenblattes, A Republica Social, welches von einer aus fünf bekannten Ardeitern bestehenden Kommission herausgegeben wird.— In Oporto war die Betheiligung an der Kundgebung eine weit größere. Da die Polizei auch hier jede Ansammlung von Arbeitern auf öffentlichen Plätzen untersagt und alle Kreuzungs- punkte der Straßen militärisch besetzt hatte, so fand das Meeting in einem Gartenlokal der Vorstadt unter einer Betheiligung von 8000 Arbeitern und etwa 2000 Arbeiterinnen und Arbeiterfrauen statt. Den Vorsitz führte der Weber Jos« da Silva Lino, welcher in seiner Erögnungsrede die Bedeutung des Tages nachwies und den friedlichen Charakter der Kundgebung hervorhob. Darauf wurde eine Resolution eingebracht, nach welcher eine Kommission zu ernennen sei, welche dem Zivilgouverneur von Oporto folgende Forderungen der Arbeiter zu unterbreiten habe: 1. Einführung der achtstündigen Arbeitszeit für alle erwachsenen männlichen und weiblichen Arbeiter, 2. Verbot der Frauenarbeit in allen Arbeitszweigen, die ein höheres Maß von kärperlicherAnstren- gung erfordern, 3. Beschränkung der Arbeit aller Minderjährigen im Alter von 14 bis 18 Jahren auf sechs Stunden, und 4. gänzliches Vervol der Beschästiguug von Kindern unter 14 Jahren. Die Diskussion über diese Forderungen zog sich niehrere Stunden hin, woran sich auch zwei Arbeiterinnen betheiligten; endlich aber wurde die Resolution einstimmig angenommen, und eine aus zehn Personen begehende Kommission überbrachte sie dem Ztvil- gouverneur, der die Uebersendung derselben an die Regierung versprach. Die Theilnehmer des Meetings folgten in kleineren Abtheilungen und aus verschiedenen Wegen der Kommission; nachdem sich diese ihres Auftrages entledigt, erstattete der Sprecher derselben vor dem Stadthause den Ar- beiter» Bericht, worauf diese unter Hochrufen auf die portu- giesische Arbeiterpartei und deren Führer auseinander gingen Am darauf folgenden Sonntag fanden zahlreiche Versammlunge in Oporto statt; es wurde in denselben beschlossen, systematisch durch Arbeitseinstellungen vorzugehen, um nach einander in den einzelnen Gewerten eine Verminderung der Arbeitszeit herbei- zufuhren. Auch in Vianna, der nordlichsten Hasen- und In- dnstriestadt Portugals wurden an diesem Tage Versammlungen abgehalten,, in denen ein Zusammengehen mit den Arbeitern Oportos beschlossen wurde. Alan kam nun überein, daß zuerst die Arbeiter und niederen'Angestellten der Eisenbahngesellschaften in die Lohnbewegung eintreten sollten. Die Forderungen derselben sind in präziser Form zu- sammengestellt und schon jeyt den Eisenbahndirektionen übersandt. Zur Beantwortung derselben ist den Direktionen vis zum 1. Juni Zeit gelassen; werben sie bis dahin den Ar- beitern nicht entgegenkommen, so sollen alle Eisenbahnarbeiter, London, 10. Mai. Das Meeting vom vorigen war wirklich ein großer Erfolg. Mit verschwindenden Au»n?, erkennt das die hiesige Presse an, und ihre Schätzungen uv zeigte sich sehr erzürnt. Welche Existenz! rief er aus, von der Laune solcher Leute abhängig zu sein; jede Stunde der Entlassiing ausgesetzt zu sein, ohne auch nur für den ganzen Monat Bezahlung fordern zu dürfen. Deuise ging hinauf zu Madame Cabiu und sagte ihr, sie werde wahrscheinlich noch im Lause des Abends ihren Koffer abholen lassen. Es schlug eben fünf Uhr, als sie sich auf dem Trottoir des Gaillouplatzes befand. Als Robinean Abends in seine Wohnung kam, fand er einen Brief der Direktion vor, in welchem er in aller Kürze verständigt wurde, daß man ans Gründen der Ordnung des Hailses genöthigt sei, auf seine ferneren Dienste zu ver- zichten. Er war seit sieben Jahren im Hause; noch diesen Stachmittag hatte er mit den Herren über verschiedene Steuerungen gesprochen; diese Entlassung war wie ein Beil- hieb. Hutin und Favier sangen Viktoria in der Seiden- Abtheilnng, ebenso geräuschvoll wie Marguerite und Klara in der Konfektions-Abtheilung, über die Entlassung Deinsens. Endlich wird ordentlich aufgeräumt, endlich wird Platz ge- macht! Nur Pauline und Deloche, als sie einander be- gegucten, tauschten einige Worte des Mitleids und Schinerzes über die Entlassung der so sanfte» und rechtschaffenen Demse ans. — Ach, sagte der junge Mann, wenn sie jemals ander- wärts reussirt, so möchte ich, daß sie hierher zurückkomme, f um allen diesen Taugenichtsen hier den Fuß auf denStacken ' zu setzen. Bei diesem Vorfall nahm Bourdoncle es auf sich, den heftigen Anprall von Seite Mouret's auszuhalten. Als dieser die Entlassung Denisens vernahm, ward er sehr aufgeregt. Gewöhnlich befaßte er sich sehr wenig mit dem Personal, diesmal glaubte er eine Einmengung in seine Macht er- blicken zu sollen. Ist er denn nicht mehr der Herr, rief er, daß man es wagt, statt seiner solche Befehle zu ertheilen? Alles müsse ihm vorgelegt werden. Alles, und wer es wagen wird, sich ihm zu widersetzen, den wird er zerknittern, wie einen Strohhalm. Es sei nicht wahr, daß dieses Mädchen gelogen. Dtese log nicht: er war sicherlich ihr Bruder; und es zeigte sich, vaß Campion, der Vorsteher der Versandt- Abtheilung, ihn thatsächlich erkannt hatte. Warum hat man sie also entlassen? Er gab die Absicht kund, sie wieder zurückzunehmen. Bourponele, stark in seinem passiven Widerstande, beugte den Nacken und ließ den Sturm sich austoben. Daun eines Tages, als er Mouret wieber ruhiger sah, sagte er in eigenthümlichem Tone: — Es ist für alle Welt besser, daß sie fort ist. Und Mouret, nachdem er eine Weile verlegen und roth da gestanden, erwiderte lächelnd: — Meiner Treu, Sie haben vielleicht Recht. Siebentes Kapitel. Eilten Augenblick stand Tenise ivie versteinert auf dem Pflaster, den heißen Strahlen der Nachmittagssonne aus- gesetzt. Es war erst fünf Uhr. Paris lag in dem kreide iveißen Lichte der sengenden Julisoilne mit ihren blendenden Reflexen.— Die Katastrophe war so plötzlich gekommen, sie war so brutal hinausgeworfelt worden, daß sie mechanisch ihre fünfundzwanzig Francs siebenzig Cent, in ihrer Tasche hin- und herdrehte und sich fragte, was sie nun ansangen. wohin sie gehen soll. Endlich ging sie quer über den Gaillonplatz, als ob sie in die Sine Lonis-le-Grand hätte gehen wollen; dann kehrte sie wieder um und ging gegen die Rue Saint-Stoch. Sie hatte indcß keinerlei Plan, denn an der Ecke der Stne Neuvc des Petit Champs blieb sie abermals stehen; dann betrat sie diese Straße, nachdcni sie sich unschlüssig umgesehen hatte. Durch die Passage Choiseul gelangte sie m die Rue Mon- signy und mit einem Male merkte sie, daß sie sich in der Rue Stenve Saint- Augustin befinde. Als sie hier einen Dienstmann erblickte, dachte sie an ihren Koffer; allein wohin sollte sie denselben schaffen lassen Es summte in ihrem Kopfe und sie fragte sich, stvoher all' die Roth gekommen, da sie ja noch vor einer Stunde ein Bett hatte, wo sie am Abend ihr Haupt zur Ruhe legen konnte? Sie blickte in die Höhe und betrachtete die Fenster des Hauses„Zum Glück der Damen". Die Inschriften der Fmnatafetn verschwammen vor ihren Augen. Ist es mög uch, so von einer Minute zur anderen hinausgestoßen zu Zahl der Theilnehmer gehen noch weit über die von nnrs� gebene Zahl hinaus— sie schwanken zwischen 300 000 und bb. Die Masse war eben so groß, daß es uns„Zivilisirten als. erging wie den Wilden, über die wir uns so erhaben. unser Zahlenbegriff verließ uns. 800 000— 400 OW—> — in der Theorie scheinen wir uns des Unterschiedes,"y diesen Zahlen liegt, klar bewußt, in der Praxis verschwimm � zu dem Einheitsbegriff einer unzählbaren Menge. Was beo Hunderttausend mehr oder weniger, wo wir aufhören zu ir1 I in unserer„Unendlichkeit"? Eine Reihe ebenso interessanter, wie für den Theilnehmer an der Demonstration bezeichnender Emz-m..Z wären noch nachzutragen. Dahin gehört zum Beisp'- Eifer derjenigen Vereine und Gruppen, die zu spät Park kamen, doch noch an der Abstimmung Theil ZU„ I Unbeirrt marsch irten sie auf die bereits verlassenen Platsorim� improvisirten ein regelrechtes Meeting, stimmten ab> dann befriedigt heim. Gar nicht in den Park gelangt» 7000 Theilnehmer zählende Zug der Angehörigen der Tru � gewerke. Er war bis zum Grosvenor Square gekommen, ihm der Strom der vom Haupt-Meeting Zurückkehrenden biepr setzung seines Marsches unmöglich machte. Was geschah- r 1„jj Rath eines anwesenden Polizeiinspektors wurde das M-'' Eingang einer Nebenstraße avgehallen, die Resolution ab und dann befriedigt„kehrtum" gemacht. Wie würde Polizeiinspektor eines jener Länder, wo die„Ordnung' in solchem Fall verhalten haben? Als von der Plattform herab, auf der sich U.A. und Friedr. Engels befanden— der Letztere sich allerdings die Zusicherung ausbedungen, mch' Reden gepreßt zu werden— der Russe ausführte, daß dieses glänzende Meeting auch aus russischen Arbeiter seine Ruckwirkung nicht verfehlen werde,.J unter Hinweis aus die russischen Verhältnisse, die englisch� beiter aufforderte, den Freiheitskampf in Rußland durch l thische Theilnahme zu unterstützen, da tönten ihm stur Beifall und begeisterte Zurufe aus der Menge entgegen. Ueberhaupt wurde von den meisten Tribünen der• � nationale Charakter der Bewegung energisch betont. UN � stark die Massen bereits für den Sozialisinus geivonnen st�"g weisen die Ovationen, die den als Sozialisten bekannten A- � gebracht wurden. Was ich im ersten Brief schrieb, wird � den bürgerlichen Zeitungen bestätigt, daß weitaus die gro?-? geisterung aus dem sozialistischen Flügel herrschte. Cunnn'S Graham, der einzige Sozialist im englischen Parlament,» buchstäblich aus dem Park getragen, John Burns wurv- wahren Salven von Applaus begrüßt, und lebhafte bezeugungen wurden auch den Avelings zu Theil, deren i$ Verdienst um das Zustandekommen des Meetings allgem-� erkannt wird. i* Bemerkenswerth ist, daß unter den Rednern für den 8 � liche« Achtstundentag sich auch drei ParlamentSkandidaU'' � Radikalen befanden, die Herren W. M. Thompson, R.»Ljli und B. F. Costellon. Die erste» Beiden kandidiren in � kreisen südlich der Themse, der Letztgenannte ist radikaler � didat für Chelsea, das früher der begabte, aber iniolg- A 1 Skandalprozesses vor der Hand unmöglich gewordene vir CRil Dilke vertrat, das aber bei der letzten Wahl mit schivachem�� den Konservativen in die Hände'ffel.' Herr Cosiellon wir-% so mehr Mühe habe», den Wahlkreis zurückzuerobern, sozialbeinokralische Föderation, der neulich von einem®1' eine größere Summe zur Verfügung gestellt worden>1� M in mindestens 12 Londoner Wahlkreffen eigene Kcm-v will anfzuslelle», auch Chelsea, obgleich es kein eigenß'S Arliciterbezirk ist, dazu ausersehen hat. Ihr Kandidat ist Hyndman, und es ist vielleicht nicht ganz zufällig, daß Organ„Justice" neulich, ohne ersichtliche Veranlaffung,* i Dille sehr herausstrich. Um aber zur Achtstnnden-Demonstration W2 zukehren, so ist allenthalben der Wunsch zum Ausdruck es möge das Zentralkomitee, das dieselbe so erfolgreich ins'yJ gesetzt, nun nicht auseinandcvgehen oder sich auf ein lagen, sondern die gelegentliche Organisation in eine da',-i verivandeln. Der Trades Council, das hat sich bei dieser heit wieder gezeigt, ist viel zu schwerfällig und, ganz a von seiner jetzigen konservativen Leitung, seiner ganzen fassung nach auch sonst nicht geeignet, daß man ihm eine energische Thätigkeit im Sinne faßten Resolutionen erwarten dürfte, andererseits werden in dieses ungeheure Paris, ohne Stütze, ohne quellen? Indessen mußte sie dock essen und schlafen- Straßen folgten einander: die Rue des MonUns, dft, Saint-Anne. So strich sie durch das Stadtviertel, C wieder zu dieser einen Straßenkreuzung zurückkehrend, ihr bekannt war. Zu ihrem Erstaunen sah sie sich wieder vor dem„Glück der Damen" und um sich"''li Banne zu entziehen, ivaudte sie sich nach der Rue v Michodiüre. u Glücklicherweise stand der Onkel Band» nicht ausjjj Schwelle; das„Alte Elbens" war wie ausgestorben 9 J seinen finsteren Auslagfenstcrn. Sie würde es nie(P.' haben, sich bei ihm zu zeigen; denn er that in der. Zeit, als würde er sie nicht kennen, mtd in dem RNlL das er ihr vorausgesagt hatte, wollte sie ihm nicht zur g fallen. Jetzt bemerkte sie plötzlich einen gelben ZettA � der andern Seite der Straße; daraus stand ssssäst� „Ein niöblirtes Zimmer zu vermiethen." An diese» öo wagte sie sich heran, denn das Haus schien ihr dM; Sie erkannte es auch bald mit seinen beiden niedrigen werken, seiner rostfarbenen Fassade, eingepfercht- dem„Glück der Damen" und dem ehemaltgen Duvillard. Auf der Schwelle seiner Regenschirm-Ha"/ stand der alte Bmirras mit dem Prophelenhaupt- p betrachtete mit der Brille auf der Nase den elfenbeiw.( Knopf eines Spazierstockes. Er hatte das ganze 90"'j,iV pachtet und vermiethete die beiden Stockwerke,»>» Theil des Pachtschillings hereinzubringen. — Sie haben ein Zimmer zu vermiethen, mein fragte Demse. Er erhob seine, von dichten Brauen beschatteten und war überrascht, als er sie vor sich stehen sah kannte alle Fräulein vom„Glück der Damen". WQyj er Denisen in ihrem ärmlichen Kleidchen, mit ihrem � schaffenen Aenßern eine Weile betrachtet hatte, sagte et' — Das ist nichts für Sie. — WaS kostet denn das Zimmer? fragte Denift — Fünfzehn FrankS monatlich. (Fortlebuna kolaü praktischen Engländer nicht in den Sinn, daß eine Bewegung mt* e nothwendig erkannte Sache mit einer Demonstration föAr!tUI iritweilig abbrechen soll. Und schließlich fehlt es that- Lf'r' an einer zusammenfassenden Organisation für die vielen Li»! m Gruppen, die den gesetzlichen Achtstundentag auf bnirta Programm haben. So ist denn in einer gestern stattge- m.rif1 Plenarsitzung des Zentralkomitees mit großer Mehrheit der ifn- o- Maßt worden, die Organisation ausrechtzuerhalten und em»© rutsprechende Verfassung zu geben. Auch wurde sofort m»;*. rmt||ion ernannt, die eine solche ausarbeiten und die Nu» � Schritte veranlassen soll. Weiter soll, wenn möglich, bm chesem Jahre ein großer nationaler Kongreß der An- fti Jr*.gesetzlichen Achtstundentages stattfinden, und volle Ein- ..""gkett herrschte darüber, daß die Maidemonstration im nächsten L srn• t'5oIt werden soll. Ob sie dann wieder den ersten Sonntag offen> 0ver i,?n 1- Mai selbst stattfinden soll, wurde einstweilen für, en, im großen und ganzen scheint große Stimmung ftV" Mai obzuwalten. fefien wird übrigens morgen wieder ein großes Meeting Eiken«.'?*war veranstaltet von dem allgemeinen Verband der etr ,n, m r')e'*er' e'nei der neugegründeten und vom neuen Geist W*. L l'�fchatttn. Die hauptsächlichsten Forderungen, für Organisation den Kampf eröffnet, sind: Eine Maximal- is... von 54 Stunden wöchentlich für Tagarbeit und 43 Nachtarbeit, doppelte Bezahlung für wöchentlich für bes �'LSarbeit, eine Woche Urlaub im Jahr. Außer den Leitern SoeK werden u. A. Burns, Cunninghame Graham, Frau Intim r' Mann und noch eine ganze Reihe bekannter Sozia- !Q. p sprechen. Ferner planen die Liberalen und Radikalen im RDhlILwrt den Teinperenzvereinen eine große Demonstration im Uber a"w gegen das von der Regierung eingebrachte Gesetz bau m zc. zu protestiren, weil dasselbe den Gemeinden »im* die bestehenden Ausschankkonzessionen ohne Entschädi- Nar?.��'(uheben, vorenthält. Auch dieses Meeting dürfte sehr Erh*»lucht werden, denn der Ruf„keine Entschädigung für die chankiorrthe" ist sehr populär. tiiffe das ju verstehen, muß man die ganzen hiesigen Verhält- Ausschankgewerbe kennen, muß man wisfen, daß die uinn dösigen Trinkgeschäfte, denn Wirthschaften kann man sie u.Tr nennen, den reichen Brauereibesitzern gehören, und muß be»» ,Deitet wissen, welche Verheerungen diese Trinkläden, in üb- getrunken und, weil nur gelrunken, auch schnell und ali/I!■cht viel, doch ist dabei zu bemerken, daß ursprünglich ein anderer «rbeilerkandidat aufgestellt war, der aber wegen Erkrankung seine Kandidatur zurückzog, und daß erst in letzter Stunde die Kandi- JZtur Wilsons in Vorschlag gebracht wurde. Unter diesen Um- �nden bedeuten die 602 Stimmen wenigstens einen Achtungs- �folg. . Zum Schluß wieder etwas für die löbliche Berliner Stadt- "ttordneten-Versammlung. « Aus dem„Berk. Volksbl." vom 9. Mai ersehe ich, daß Herr '£l- R e i ch n o w als Berichterstatter des Aueschusses der Stadt- �ordneten-Versammlung den Antrag der sozialdemokratischen «ladtverordneteu, dem Pächter des städtischen Anschlagwesens Bedingung zu machen, seine Seher nicht unter dem tarif- JrÜigen Mimmallohn zu zahlen, namens der liberalen Mehrheit t dem alten fadenscheinigen Argument abzulhun glaubte,„es e nicht Aufgabe der Stadt fein, sich in die Geschäfte eines atmannes einzumischen." Der Satz ist eigentlich schon mit Hinweis darauf abgethan, daß in dem Augenblick, wo Dland eine Sache der Oeffentlichkeit übernimmt, er aushört i Mer Privatmann zu sein. Aber die Praxis hat ihn ebenfalls Äst widerlegt. Namentlich hier, in der Heimath des„Manchester- glaubt kein Mensch mehr daran. In dem vorige Woche .�öffentlichen Bericht des Vorfitzenden des Londoner Graffchasts- % über das abgelaufene Verwaltungsjahr weist derselbe— 'w Roseberry— mit Stolz darauf hin, daß der Eonnty-E ouneil „bei allen Kontoaklen die Einrückung einer Klausel ver- langt hat, die für ordentliche Arbeitslöhne sorgt und Unterverpachtung verbietet." Früher wurde» die städtischen Arbeiter durch eine der Re- unterstellte Behörde, den Mettopolitan Board of Works Leitet. Seitdem vor einem Jahre an dessen Stelle eine städtische -.sslretuug, der Counch-Comieil getreten ist, hat sich die Lage der �tischen Arbeiter, wie folgt, gestaltet: , Die Arbeit s-stunden der Mechaniker:c., der Kanali- '»onsarbeiter und der Heizer sind von 72 Stunden pro Woche J!1 54 Stunden herabgesetzt worden. Die Löhne derselben sind, ° folgt, gestiegen: Mechaniker von 8V: Penee auf 9 Pence pro Stunde. �onalisattonsarbeiter„ 5„, 7„„„ Hc>zer„ 4Vs..„ 6„„ Außerdem ist die Arbeitszeit einer ganzen Anzahl von Ar- .„ern der Stadt, namentlich solcher, deren Arbeit besonders im- „"ßonehm ist, auf acht Stunden pro Tag herabgesetzt worden, i. 0 alle Angestellten, Arbeiter:c. der Stadt erhalten einen glichen Urlaub... Tmv*oti> Roseberry und die Mehrheit des County- Councils �Liberale, Herr Dr. Reichnow! Do-likische Das) der sozialdemokratische Arbriterschnb-©fsriz- Mwurf in seinen§§ 152 und 153 nicht gleiches Recht für JMigeber und Arbeitnehmer herbeiführe, sollen wir, der "'Neis. �g." zufolge, zugegeben habe». Bekanntlich haben v'! uur verlangt und verlangt der§ 153 des Antrages nur, K? os den Unternehmern nicht gestattet sein soll, die dir- hiiv an der Ausübung ihrer gesetzlichen Rechte(§ 152) zu N°Nn. Tie„Freis. Ztg." stellt es so dar, als ob der ei, die volle Koalitionsfreiheit der Arbeiter, dagegen zu'! beschränkte der Unternehmer wolle. Tie vorgeschkagene tJüchrSnkung der Koalitionsfreiheit der Unternehmer ent- Nst vielmehr der Beschränkung der Koalitionsfreiheit der Jb'Kter gemäß dem bestehenden§ 153, der sicher nicht fallen ' fogar noch verschärft werden soll. 8% der Meldung, daß die Regierungen Willens sind, den o. über die auf Grund des kleine,'. Belagerungszustandes Aus- tz'? ÄtÄ JÄ «S* Hamburg-Altona. Leipzig. Berlin, Frantfnrt-Offendach : soweit die Ausgewiesenen noch in Deutschland und lind, in ihren früheren Wohnort zurückzukehren, werden sie dort die Sicherheit künftig so wenig bedrohen, wie sie es vor ihrer Austreibung gethan haben. Wir müssen dabei bleiben, daß es das Beste wäre, das Ausnahmegesetz jetzt schon aus- zugeben, sei es durch förmliche Aufhebung, sei es da- durch, daß die Regierungen die Erklärung abgeben, keinen Gebrauch mehr von dem Gesetze machen zu wollen, womit die Erlösung der obengenannten Bezirke vom Ausnahmezustand verbunden sein müßte. Den gleichen Standpunkt vertreten zu unserer Freude auch die konservativen„Preußischen Jahrbücher", die gleichzeitig auch dem Nationalliberalismus, der neuerdings wieder ein„Weimern" gegen das allgemeine gleiche Wahlrecht angestimmt hat, folgende Lektion ertheilen:„Ganz nach dem Re- zept vom„beschränkten Unterthanenverstand" wird wie früher dem Bürgerthum von den Königen, so jetzt den Arbeitern von dem Bürgerthum die genügende„Intelligenz" zur Betheiligung am Staatsregimente abgesprochen. Wie der satte, faule, egoistische Bourgeois anders für die sozialen Reformen in Bewegung gesetzt werden soll, wird nicht gesagt." Anarchie«nd Sozialismus werden von den sächsischen Behörden schon heute sehr gern mit einander verwechselt. Einen neuen Beweis hierfür liefert nachstehender Bescheid, den die königl. Kreishauptmannschast Dresden an den Stadt- rath zu Pirna erließ auf eine Beschwerde betr. Versamm- lungsauflösung. Es heißt darin wörtlich: „Nicht mindere Rechtfertigung findet die zur Beschwerde gezogene Auflösung durch§ 9 Abs. 2 des Gesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 insofern, als die Begehung des 1. Mai 1890 als eines Arbeiterfeiertages ans einem Beschlüsse des in Paris abgehaltenen anarchistischen Arbeiter- kongresses beruht, somit aber die von der Versammlung ins Werk gesetzte Verhandlung dieses Gegenstandes der Förderung der auf den Umsturz der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung gerichteten Bestrebungen des ge- dachten Kongresses zu dienen bestimmt war." Also der Pariser Kongreß— anarchistisch! O weiser Richter! Weiser Dandel! Es wird fortgrhrtzt. Hiesige freisinnige Blätter drucken dem„Leipz. Generalanzeiger" folgende Notiz nach: „Oschatz, 6. Mai. Eine radikale Manier, einer Ar- beikseinstellung zu begegnen, hat nach dem hiesigen„Tage- blatt" ein Riltergntsbesitzer in der Nähe des Städtchens Mügeln bei Oschatz. Die dort in Diensten stehenden Polen, welche bei freier Wohnung und Kost einen Tagelohn von 80—120 Pfg. erhalten, ließen dieser Tage den gestrengen Gutsherrn um eine Lohnerhöhung bitten. Die Antwort, die dieser der Deputation erlheilte, bestand darin, daß er den Sprecher derselben tüchtig durchprügelte— und die Sachsengänger gingen nunmehr, ohne an Lohnerhöhung oder Arbeitseinstellung zu denken,'wieder an ihre Arbeit." Ohne jegliche weitere Bemerkung steht dieses Beispiel von Arbeitgeber- Menschenfreundlichkeit da! Wenn man nach dem alten Rechtssatz urtheilt:„Wer schweigt, stimmt zu"— muß man annehmen, diese Art Wirthschftskämpfe zu entscheiden durch Prügel— die natürlich der Arbeiter bekommt!— findet die Billigung der Herren von der freisinnigen Presse! Uach den»enen GrenziierstärNnngen Deutschlands im Elsaß folgen nun, entsprechend der Theorie von der Schraube ohne Ende, laut einer offiziösen Korrespondenz aus Paris in der Wiener„Politischen Korrespondenz" Grenzverstärkungen seitens Frankreichs. Es sind zwei Linienregimenter, das eine aus Mau- beuge, das andere aus Perpignan kommend, zur Verstärkung nach Toul dirigirt worden und dort auch schon eingetroffen. Ferner wurden das 8. und 23. Feldartillerie-Regiment nach Nancy, respektive Toul verlegt, um den Unterschied gegenüber dem lg. deutschen Armeekorps in Metz auszugleichen. Endlich sollen Verdun, Montmody und Longwy in Zukunft stärkere Besatzungen erhalten, der Woevre-Abschnitt durch einige Werke verstärkt und die Lücke zwischen der mittleren Mann und den Vogesen besser geschützt weiden. Zum Dynamitgejekz. In Herdecke a. d. Ruhr hat dem Schacbtineister P., dem Steinbruchbesitzer B. und dem Arbeiter T. ihre Gewissenhaftigkeit je 3 Monate Gefängniß eingetragen. Die drei Angeklagten haben 20 Dynamitpatronen eines Tages, anstatt in dem polizeilich konzessionirten Räume, in einem Keller auf- bewahrt, der ihnen sicher schien und Anderen unbekannt war. Die Patronen wurden gestohlen. Schwiegen die Leute, so war die Sache erledigt; sie machten aber Anzeige, nicht des Werthes der Patronen wegen, sondern damit diese nicht etwa mißbraucht würden. Der Dieb wurde nicht ermittelt, dagegen traf die Drei die genannte Strafe. Viel mehr Strafe hätte der Dieb auch nicht erhalten. Leipzig, Die Begründung des Verbots des Freidenker- Vereins„H u m b o l d t" lautet wie folgt:„Der hiesige Freidenker- verein„Humboldt", zu dessen statutenmäßigen Zwecken nach Bl. 5 die Pflege„einer freien Weltanschauung sowie„festes Eintreten für die Wahrung der vollen Glaubens- und Gewissensfreiheit" gehört, hat seit seinem Jnslebentreten im Oktober vorigen Jahres in den von ihm abgehaltenen zahlreichen Mitgliederversammlun- gen, wie der gesammte Inhalt dieser Akten ausweist, durch Vortrüge und Erörterung gestellter Fragen planmäßig darauf hin- gearbeitet, die Mitglieder und sonstigen Besucher der Versamm- langen, sowie auch außerhalb des Vereins stehende Personen mehr und mehr vom Glauben an Gott und von oer christlichen Kirch« abspenstig zu machen, jeden Sinn für Religiosität zu untergraben, die EinrichNmgen der christlichen Kirche herabzuwürdigen_ und lächerlich zu machen und die Irreligiosität und Unmoralität zu fördern. In der letzten Bereinsversammlung aber(vgl. Bl. 50 ff.) sind diese Ziele des Vereins in einer so unverhüllten nnd schamlosen Weise an den Tag gelegt worden, daß einzelne Aenßerungen der Redner sogar an den Begriff der kriminell strafbaren Gotteslästerung sehr nahe heranstreifen. Jedenfalls kann nunmehr kein Zweifel bestehen, daß zur Zeit der Hauptziveck des Vereins in der Verfolgung gedachter Bestrebungen besteht und, da diese sich als unstttliche Handlungen im Sinne von§ 20 des Vereinsgesetzes vom 22. November 1850 charakteri- siren, als ein gesetzlich unerlaubter sich darstellt. Auf Grund der gedachten Gesetzesbestimmung sowie auch im Hinblick auf de» Inhalt der Ministerialverordnung vom 10. März 1878(Sachs. Wochenblatt S. 65) ist deshalb der Freidenkerverein„Humboldt", wie hiermit geschieht, zu verbieten. Dem Vorstand ist solches zu eröffnen nnd lind diejenigen Gegenstände, welche zur Fortsetzung des Vereins dienen könnten, wie Vereinssiegel, Mitglieoskarien jc. zu beschlagnahmen. Das Polizeiamt der Stadt Leipzig. gez. Bretschneider." Gotha, 11. Mai. Der hiesige RetchSverein wird, dem „Goth. Tagebl." zufolge, nächstens eine durch den Fall Boshart veranlaßt« Petition au de» Steichstag abgehen lassen, in der um Erlaß eines zeitgemäßen und den Forderungen der Humanität entsprechenden Strafvollzug-Gesetzes gebeten wird. Es heißt in der Petition: An den Hohen Reichstag richten wir das ehrerbietige Er- suchen: bei der Hoben Reichsregierung ein Gesetz zu beantragen, durch welches fe,lgestellt wirb, daß unter Gefängnißstrafe nichts Anderes zu verstehen ist, als die Entziehung der Freiheit und der Beiziehung der Strafgefangenen zu ihren Fähigkeiten und Verhältnissen angemessenen Arbeile» und darüber hinausgehende Ein- scbränkuligeii und Maßregeln oeim Strafvollzug unzu- lässig imb, daß die Gefangenen auf eine den oben entwickelten Grund- sähen entsprechende Behandlung Anspruch haben und daß nach der oben entwickelten Richtung Unterschiede in der Behandlung der Strafgefangenen zu machen sind, je nach- dem sie wegen entehrender oder nicht entehrender Vergehen und wegen Preßvergehen und politischer Vergehen Strafe erleiden, durch welches ferner bestimmt wird, daß die nach dem Vor- stehenden festzustellende Gefängnißordnung in jedem Ge- fängniß anzuschlagen oder aufzulegen ist nnd daß dem Gefangenen gegen jede darnach unzulässige Behandlung die Beschwerde an das Strafgericht zusteht, dies auch in der Gefängnißordnung ausgesprochen wirb, durch welches endlich aus unabhängigen richterlichen Beamten bestehende Gesängnißinspektionen eingesetzt werden, die die Gesängniie öfters eingehend zu besichtigen, die Gefangenen über ihre Behandlung zu hören, etwaige Klagen zu er- örtern und auf Abhilfe zu dringen, auch über ihre Wahr- nehmungen an die Regierungen, den Reichstag und die Landtage unmittelbar zu berichten haben. Zugleich aber möchten wir anregen, der Gefängnißstrafe überhaupt eine andere Stellung im Strafsystem anzuweisen als jetzt. Denn es würde offenbar der Natur der Sache entsprechen, in allen Fällen, wo alternativ auf Geld oder Gefängniß und wo nicht ans Entziehung der bürgerlichen Ehrenrechte zu erkennen ist oder eine auffällige Rohheit»rengere Strafe erfordert, statt Ge- sängniß nur Haststrase anzuordnen. Großbritannien* Die gefälschten Parnell' scheu Briefe wollen noch immer nicht zur Ruhe kommen. Wie der„Sheffield Telegraph" mittheilt, wird in Kurzem ein Bericht veröffentlicht werden, wel- eher Ausklärungen über alle Transaktionen enthält, so weit die- selben die Unionisten angehen. Der Bericht werde Manches ent- hüllen, was bisher ein unaufgeklärtes Räthsel geioesen. Der ein- zige lebende Zeuge werde die Geschichte der Briefe aufdecken. Die Enthüllungen würden in der Juninummer einer der Monats- schriften publizirt werden. Kelgie«. Im belgischen Auswärtigen Amte herrschen er- bauliche Zustände. Noch heute verschwinden Schriftstücke und noch heute muß es dort eine Persönlichkeit geben, die dem Spione de Mondion Handlangerdienste leistet. Erst kürzlich hatte der Minister Fürst Ehiinay einen Brief des abgesetzten Nieter erhalten und ihn in seinem Arbeitszimmer aufbewahrt. Auch dieser Brief ist jetzt gestohlen und dem Staatsanwalt« per Post zugesendet worden. Die Handschrift des Umschlages erweist, daß sie von derselben Person herrührt, ivelche die übrigen entwendeten Dokumente ein- gesendet hat. Ob die im Auswärtigen Amte vorgenommene Haussuchung aus die Spur des Thäters geführt hat, darüber ver- lautet nichts. Odessa, 9. Mai. �Jn Sewastopol ist ein Jahr lang fort- gesetzter Diebstahl von Bomben aus dem Artilleriemagazin entdeckt morden. Ein Ingenieur, welcher noch vor 10 Jahren ein einfacher Arbeiter war, hat vor kurzem eine große Fabrik angelegt, und er lebte auf großem Fuße. Das war der Polizei verdächtig und dieselbe drang in die Fabrik ein, wo sie eine Menge Bomben, welche in den Regierungswerkstätten hergestellt waren, vorfand. Die Verhaftung des Ingenieurs führte zu der Entdeckung einer ganzen Bande Artilleristen und anderer Personen, welche an dem Diebstahl betheiligt gewesen sind. Der Brand eines wahrscheinlich ausgeplünderten Magazins und die Ermordung eines Artilleristen werben dieser Bande zur Last gelegt. Räthselhast ist nur, in welcher Weise die Bomben verwerthet worden sind. Afrika. Sansibar, 13. Mai. Nach einem Bombardement durch die deutschen Kriegsschiffe ist der berüchtigte Sklaven- platz Lindl am 10. d. Dt. von den Truppen des Reichs- kommissars Major Wißmann genommen und besetzt worden. ArvotkerLrenregTMM~ Hamburg, 12. Mai. Um 12V» Uhr Nachts wurde die öffentliche Gasbeleuchtung infolge des Streiks der Gasarbeiter eingestellt, nachdem bis dahin die Gasflammen nur nothdürstig gebrannt harten. Am Abend hatte die Stadtoerwaltiina der Gas- anstalt 100 Arbeiter der Straßenreinigung zur Aushilfe gesandt. Viele Läden hatten früher als sonst geschlossen. Die Direktion der Gasanstalt fordert die Konsumenten auf, im Falle plötzlichen Erlöschens der Gasflammen die Hähne sorgsam zu schließen. Im Stadttheater theilte der Regisseur dem Puolikum mit, falls die Beleuchtung plötzlich versagen sollte, sei für genügenden ander- iveitigen Ersatz gesorgt. Ueber den Streik der Hambnrger Gasarbeiter macht das„Echo" folgende Mittheilungen:„Auf den Gaswerken ist Streik ausgebroeyen. Gestern und vorgestern legten sämmtliche Arbeiter der Gaswerke, sowohl in Barmbek als auf dem Gras- vrook die'Arbeit nieder, weil Einzelne wegen ihrer Betheiligung an dem für diese Arbeiter gegründeten Verein gemaßregelt wurden. Der Direktion war es gelungen, andere Arbeiter anzuwerben, welche yeute in großen Trupps unter Bedeckung von Konstablern an die Arbeitsplätze geführt wurden. Die Anwerbung geschah durch den Bauübernehmer Paul Egler, welcher den Leuten gesagt hatte, sie sollten zum Röhre,»legen verwendet werden. Kaum waren diese aber vor den Gasanstalten angekommen und hatten durch eine kurze Bemerkung von dein Streik Kenntniß erhalten, als sie mit „Hurrah" Kehrt machten und die Stellvertretung der Streikenden veriveigerten. Andere Leute für diese Arbeit zu erhalten, dürste der Direktion sehr schwer werden, da jetzt in den in Betracht kommenden Kreisen der Streik bekannt ist; sie wird also die Maßregelungen zurücknehmen müssen, oder sich der Gefahr aus- seyen, daß der Betrieb stillsteht, ivas gleichbedeutend wäre mit dem Aufhören der Gasbeleuchtung." In Leipzig wurde, wie d,e„Leipz. Ztg." berichtet, am Sonnabend m einer Versammlung die Gründung eines Lokal- Vereins der Böttchergehilien beschloffen, da die Gündung einer Zahluelle des Bremer Unterstützungsvereins wegen des sächsischen Vereinsgesetzes nicht möglich war.— Die Klempnergehilfen hielten gleichzeitig eine Versammlung ab, in welcher die „Einigungskommission" berichtete, daß die Jnnunasmeifler die Forderungen der Gehilsen abgelehnt haben.— In der vorgestrigen Versammlung der streikenden Fetlenhauergehilsen wurde ein Brief der Arbeitgeber an die Lohnkoinmission verlesen des Inhalts, daß für Montag und Sonnabend die»eunstündige, für die übrigen Wochentage die zehnstündige Arbeitszeit bewilligt werde. Es würbe hieraus beschlossen, dieses Zugeftändniß an zunehmen, de» nunmehr ein Vierteljahr andauernben Streik für beendet zu erklären unv die nichtdeschäftigten Arbeiter zu unter- stützen.— Der vor drei Wochen ausgebrochene Streik der Holz- bildhauergehilfen wurde in seiner letzten Versammlung für beendet erklärt, da die Forderungen der Gehilfen— 8V» stundige Arbeitszeit, Abschaffung der Akkordarbeit— von fast allen Meistern bewilligt worden waren. 13. Mai. Gestern Abend ist, nachdem zehnstündige Arbeitszeit unv ein Mindest- Wochenlohn von 10 Gulden zugestanden worden, nach zehntägiger Dauer der Bäckerausstaud beendet worden. Die Gehilfen zogen von der Insel mit Musik in die Stadt ein. Prag, 13. Mai. Die Slreikbeivcgung geht hier in hohen Wogen. Vor den einzelnen Fabriken patroulliren Sicherheits- wachtleute mit ausgepflanztem Bajonet. Taufende von Streilendeu durchziehen in Sonntagskleidern die Straßen von Prag. Theater. Mittwoch, den 14. Mai Gperichnus. Die Jahreszeiten. Zum Schluß: Wiener Walzer. Kchanjpiettians. Ein Schritt vom Wege. Deutsches Theater. Egmont. Kertiner Theater. A tempo. Der Weg durch's Fenster. Hexenfang. Lesstng-Theater. Die Ehre. Friedrich-Milhelnrltädt. Theater. Der arme Jonathan. Maiiner-Theater. Bebe. Guten Morgen, Herr Fischer. Diktoria-Theater. Stanley in Afrika. Vstend-Theater. Der Scharfrichter von Berlin. Destdrni-Theater. Marquise. KeUealltanre» Theater. Der Nau- tilus. KroU'» Theater. Die Regiments tochter. Central- Theater. Ein fideles Haus. Adolf Ernst- Theater. Der Gold- fuchs. Gedr. Richter'« Uarlötö. Speziali- täten-Vorstellung. Englischer Karten Direktion: C. Andress, Alexanderstraße 27 c. EMmg W Slniliilergarteus rniii Vilhile. Täglich Auftreten erster Spezialitäten. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags bVs Uhr. Entree Wochentags und Sonntags 80, 50 n. 75 Pf., im Vorverkauf 80 u. 60 Pf. Der Garten ist an Vereine für Som- merfestlichkeiten mit Spezialitäten-Vor- stellung zu vergeben. Andress. EtaWmllt Buggeiiliagen am Nloritzplatz. Täglich: Grosses Garten-Concert. Direktion A. Rodmann. Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. Ftlh'PA Wochentags 10 Fig., IjIIIICc goim. nnd Festtags 23 Pfg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren Restaurationsräumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhofer Export-Bier, Seidel 15 Pr. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen. 041 F. Müller. Rastagr 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab Kaiser-Panorama. Nur stW diese-WM Woche: Vielen Wünschen entsprechend: 1. Reise d. Norwegen. Z. ersten M.: Eine Reise Steiermark— Gesterreich. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. Jede Woche andere Reisen. Geslhiistshiuls T. Keine. Chanffeestraße14.j Die schönsten Kinderkleiiler n.-Mäntel für Mädchen jeden Alters, sowie Morgenrölke, Nnterrölke, Blousen vnj> Tricottnillen auch im Einzelverkauf sehr billig!| Kassbestellangen u. Reparaturen werden prompt erledigt! Chansseestraße14. GesAstshans®. 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Die Herren-Fuss-Partie findet am Donner st ag(Himmehah � nach Picheisberge statt. Abmarsch 7 Uhr Morgens vom Brandenburgs Thor. Die Schöneberger und Wilmersdorfer Kollegen schließen sich 3 o. Morgens in Westend an. Hierzu ladet ein Albert Hempel. 1 .] D Am Donnerstag, den 15. Mai(Himmelfahrtstag), veranstaltet der Fachverein der Papier-Arbeiterinnen unb verwanöter Bernfsgenoffinnen Damen-Partie nach dem Grunewald. Treffpunkt: Morgens 8 Uhr am Anhalter Bahnhof. zügler(Damen und Herren) werden in Schmargendorf, Schützenhaus, mittags 3V2 Uhr, erwartet. Um zahlreiche Betheiligung der Damen, anderer Berufe, ersucht 248 I. A. des Vorstandes: Marie Greifenberg. Achtung, Rohrleger! tme otteniiicne Versammlung her Rohrleger nnb Helfer Berlins und\\0P findet heute, Mittwoch, den 14. Mai, Abends 8 Uhr, in Feu' stein e Lokal, Alte Jakobstrasse No. 75, statt. 861 Tages-Ordnung!.. 1. Die Lage unseres Streiks. 2. Verschiedenes.— Alle dtezen g Kollegen, wo der Tarif noch nicht bewilligt ist, sind hierdurch besonders geladen. Die Streik-Kommission. I. A.: F. Schuster Versammlung des Vereins znr Wnhrnng her Zntereffeu her und verwandter Berufsgenossen. ,, Freitag, de« 16. Mai d». Is.. Abend» 8 Uhr. i« gtutrßtVL Salon, Alte Iab-bstrasi- 75. Tagesordnung: 1. Werkstattangelegenheiten(Die Kollegen� der 4-�� fortefabriken von Neumeyer, Fraty& Co., Concordia, am Eek" �ittissen 1., Staa D Stol ,, Komi z"bert: % et M a: L°"isä A? 0 fltntUche tr. Langer* Co. werden ersucht, zu erscheinen). 2. Vereinsangelegenheit. Der Vorstand. Grosse öffentliche Versammlung her Danltnnläntel-Slhneiher n. d. Arbeiterinnen H.Vekleihni!� Jnhnftrie sKerren-, Dmenmntel- n. Wnflhe-Slhneihereij am Mittwoch, den 14. Mai ds. Js., Abends OVe Uhr, In He" Salon, Naunynstrasse No. 27. ,.t| T.-O.: Ist der Achtstundentag auch für die Frauen durchfuhr�. Refer. Stadtv. Fritz Zubeil. 2. Diskussion.— Zahlreiches Erscht' erwartet[312] Die Streik-Kommission. � i»IVVe i übe, A bei P Ire jnlich Mitglieher-Verfainlnluug des Vereins zur Wahrung der Interessen der Gast- n. Scliank- wirthe Berlins n. Umgeg. am Freitag, den 16. Mai, Nachmittags 41/a Uhr, beim Kollegen Grttndel, Dresdenerstraße 116. Tagesordnung: 1. Wie stellen sich die Mitglieder zur Gründung einer sreiwiliigen Unterstützungs- Kasse bei Slerbesällen. 2. Ausnahme neuer Mit- glieder. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Uin zahlreiches Erscheinen ersucht in Anbetracht der wichtigen Tages- ordnung 359 Oer Vorstand. Die Herrenpartie der Freien Vereinigung der Graveure u. Ciseleure findet am Himmelfahrts- tage nach Erkner statt. Abfahrt Friedrichstraße 7,33, Alexanderplatz 7,39, Schlesischer Bahnhof 7,46.[344 Fchvereiil her Steillhmlker Grosse Herren-Partie am Himmelfahrtstag nach Frtedrichshagen Treffpunkt präzise 7 Uhr Schlesischer .....■---—(chn, Bahnhof, oder präzise �«6 Uhr Bai hos Alexanderplatz. Nachzügler 2 Uhr Bahnhof Friedrichs- Hägen. 350 Der Vorstand. Atzein. Metatzrbeiter-Verein Berlins unh llmgegenh. Am Mittwoch, den 14. Mai, Abends 8 Uhr. im Königstadt Kasino, Holz- marktstraße 72 Grosse Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Wiedemann. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes und Fragen. In dieser Versammlung sind Sammel- listen und Fragebogen entgegenzunehmen und abzuliefern. 353 Oer Verstand. Eine Frau, welche ein Kind von 9 Wochen etwas mit nähren kann, vl. Avalbertstr. 8, 4 Tr. 360 Unser Kegelbruder Eckert Schiebt öfter über'» Höcker. Er wird's am Mittwoch besser matf STttnrtv»«■»» S»/» St 1)/'»*' 1»vi ot Orr Va rtlf 1 Wenn er die Mnrzweißen laßt auspa' Die gratulirenden Genossen: R. P. A. W. F. P. R. H.® H.V. L. G. R.L. I. G. Berliner KürschnC* Montag, den 12. Mai, starb langen Leiden unser Kollege Carl Schmidt im 45. Lebensjahre. Die BeerdtW findet am Donnerstag, den 15- (Himmelfahrtstag), Nachmittags 3„ von der Leichenhalle des St. Geotü.� kirchhoses in Weißensee aus statt. rege Betheiligung bittet.. 354 Das Komit«®* i» Meinen herzlichen Dank allen, welche meinen lieben unseren guten Vater, den Zimmer CaH Daul zur letzten Ruhe geleitet haben, bst g ders den Kollegen und Meister, I � dem Kerrdignngsoerein der? � liner Zimmerru, den Vluineml � "'- f.« dern und dem Herrn Prediger? w für die trostreichen Worte am u J; des Entschlafenen. Die trauernde Wittwe Bertha Däul nebst S«hi»f� Grabdenkmäler Marmor, Spit rniii fertigt zu den solidesten Preisen in A. Zabel, Schönhauser Allee� C. Mohn«»« aus 1 Stube m Hos II, Dalldorferstr. 19, verändert"'� halber zu haben. Zu erfr. im Lola��- FranzGleinert, Fenn- u. M ggf straßen-Ecke. Arbeitsmartt. E.Schuhmacher[.Alles v.Liegnitzer� Papierschläger, geübte,.�5 langt Vollmer, Urban str. l™ � Ein tücht. Präger wird sol-.�S- Gotthilf Fraenkel,(SngetMl� Geldschrank-Schlosser verlangt Schönhauserstraße 14. Tüchtige Drechsler aufGala� vl. dauernd G. Hoffmann, isa, >ies jNno CM ttTRci # & SÄ * wi ul & i ü d'al Stau Su e gm er bleibe, s ?rgert 1 >tte. i S:' I<°?» ?>»!> -(«U Site Sä Ss."' p Üf«? Verantwortlicher Sledakteur: Gurt Kitnltr xn Berlin. Druck und Verlag von Mar Kading in Berlin LW„ Beuthstraße 2. Hier«» zwei Keilas l «! i# l. Vellage zum Zlr. 110. Mittlvoch, den 14. Mai 1890. 7. Jahrg. V�vlmnenkSlreritfjke. Deutscher Reichstag. 9r � Sitzung vo m 13. Mai, IVs U h r. N ollV BundcZrathZ: v. Caprivi, v. B ötticher, .. 9, 0. Marschall, Graf B e r ch e»i u. A. .>e erste Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend den "�.�etat(4SV0000 M. für die Wahrung deutscher »xcH i.n. j., �. es"..*•-ow habe mir das Wort ci- Kben xL hohen Hause von einem Telegramm Kenntinp zu Bassels,, r!tnt gestern Abend aus Sansibar zugekommen ist. WSJnUtvt:«Lindi, den 10. Mai 1890. Nach wirksamer lud bpfT+ß„Carola" und„Schwalbe" Lindi genonnnen bemerke dazu, daß Lindi nach Kilwa der be- „.(9!� �brrt; 5a9eii ki4t MW "IilrA«lP*--■ � l�'�che/Gesellschast, mit sännntlichen Offizieren und Beamten Ä?#«bt, die 3; 4, 5 Jahre und länger sich an Ort und m �n�cn' und glaube, mich dadurch einigermaßen onentut in L Ich habe mich bemüht, möglichst mit nüchternen Augen ItnL■; unö wir immer die Einwürfe vorgehalten, die gegen die ütfi?wlpolitik und ihre Entivicklung gemacht werden konnten. w» uiir dadurch ein objektives Urtheil gcbiloet zu haben. auf den sachlichen Bericht, den ich zu erstatten habe, ein- U'wuchte ich um die Erlaubniß bitten, einen feierlichen und «uä., i)en Protest hier vor dem hohen Hause und ganz Europa Sachen gegeii das unqualifizirbare Wort des verstorbenen «-'"'scher, das so oft gegen die Kolonialpolitik in Älirika an- lind'st-„Wo in Afrika Wasser ist, ist das Land nngepnd. Cr20 kein Wasser ist. ist es unfruchtbar." Wir haben u, unserem L.'«leu Ostafrika keine großen Ströme, wir stehen darin zuriick bei» Kongostaat mit seiner reichen Bewässerung, wo Wasser in Ostasrika vorhanden ist, da ist das Land nicht so ungesund, sondern es bringt andererseits % � ÄuT ''"t fil, luuueui«a vltngt uuuei f"billigende Fülle tropischer Vegetation hervor. Ich idq i�'�ßer anführen, daß unsere Küstenlinie eine Strecke von Ite, t" Meilen, eine Strecke wie von Memel bis nach Hain- tfirl.'lchgt, und daß die Entfernung von der Küste bis zum ti� schkasce, der Grenze unseres Hinterlandes, über 1000 Kilo- % beträgt. Ich wende mich speziell an alle Herren Land- W'.'uan wird über ein solches Land nicht mit einem Schlag- Ifti,!?. n tonnen, man ivird nicht sagen können: der Boden Wi(ibat"der unfruchtbar; wir müssen da individualisiren. Stem'S Sanz kurz auf die Landschaften eingehen darf, die ich bort kennen gelernt habe— es sind daL nur die Küsten- VS?|ten, so kann ich zunächst bemerken, daß die nördliche Pro- .�ambara vorn Uniba bis zum Panganiftuß einfach als ein 'rs zu bezeichnen ist.(Hört, hört!) Ich habe gesehen das tand von Tanga, ferner den Boden bei Tangata, ich habe ' die reichen Zuckerplantagen am Panganiftuß und das Ihz�spolle Usainbaragebirge mit seiner herrlichen Vegetation «Rächten Bevölkerung. Die Landschaft, die sich südlich W, nämlich Useguas, habe ich kennen gelernt bei �-.beiden Gefechten mit Bana Heri, an denen ich % genommen habe. Die Landschaft machte auf mich ..-oeniger günstigen Eindruck; es sind die Dumpalme und , ozie vorherrschend und man kann schon daraus sofort ans .trockenen Boden schließen. Hier wird die Kulturarbeit erst letzen haben, wenn die anderen Gebiete besiedelt sind, und Ja lohnt, künstliche Brunnen zu machen. Es folgt weiter '"nah en bie Landschaft Usaranio mit Bagamoyo und Dar-cs- st boh Hauptorten. Da ist der Boden verschiedenartig; aber Vk, ,bie Freude gehabt, da zu sehen, daß bei Bagamoyo ein Seil», ttt in Angriff genommen wird, welches die Baum- Sa- r betreioen will und an dessen Spitze Emin Pascha i-iii. wird. Es ist dort ein Boden, der gerade für die Baum- x außerordentlich günstig ist. Bei Dar-es-Salaa»i st dj- m- i)errlichste Boden bis an die Küste heran; man braucht *%+ Pflanzen mit dem Spaten nur anzusetzen, um die besten zu erhalten. Endlich den Süden, der jetzt von Major besetzt wird, konnte ich nur bei einer Nekognos- iHtp Hrt» die ich mit dem Major Wißmann gegen Kilwa ?i!a°ij' o°m Wasser ans sehen, und da war hinter Kilwa ein Sin, �o»d mit herrlicher dunkler Vegetation sichtbar. Tie 3 hei' die dort früher in Kilwa und Lindi waren, bestätigen, öth„, ,der fruchtbarste Theil unserer Besitzungen sich befindet. "e, nach diesen Resultaten dürfen wir wohl ein für alle- '"S„ n Cinwand als abgethan betrachten, und jener Ausspruch Sin,* unbegreiflich von einem Forscher, von einem Gelehrten, T(fc..i°r wir nicht draußen dahin erklärt worden wäre, daß der SitaJF desselben, der Dr. Fischer, damals leberkrank, verstimmt, V und vor allen Tingen mit dem Dr. Peters verfeindet Sie e"|w junge Schöpfung, Ostasrika, er dadurch verunglimpfen 3ft-„ komme zur Sache und habe, abgesehen von den 1 Se>i! gen, die ja vor aller Augen klar zu Tage liegen, die St yi.des Majors Wißmann, unseres Reichskommissars, nach S»s,p Wnige» hin zu spezifiziren. Er hat sich große Ver- So» erworven dadurch, daß er erstens uns eine Mttster- stie sb�ußen geschaffen hat, ziveitens, daß er durch die An- Stationen die Küste unbedingt gesichert hat, und �Snd' büß er durch richtige Anordnungen den Gesundheits- Sit L. unserer Truppen außerordentlich günstig ge- �iiss.?... Meine Herren, der Reichskontmissar hat einen gelhan, indem er sich das Soldatenmaterial in deit p nie»..'6" uns Egypten holte. Ich habe da draußen— ich kann 1"ifeu anders bezeichnen— eine wahre Mnstertrnppe für asri- Nie x Prrhältnifte gesehen. Die Soldaten stellen eine Krieger- •-.Clne Klasse von Soldaten, wie wir sie in Europa nicht h, we«„«fö das Waffenhandwerk kennen, und die iin Sudan an ""lifw Gegner gewöhnt waren, als an die Mahdisten, die (Sreii?. Derwische, also an andere Gegner, wie wir sie an S 51"Iwsrlfonifchca Küsten in den viel weichlicheren Suahelis 3 vorfinden. Ich habe die Truppe in den Stationen, 1 �«".""k, im Gefecht, auf dem Marsche gesehen und kann nur 1 9t h» �""P sriu; sie gehorcht dem deutschen Kommando, hSt x!" deutschen Negleineut und führt die Gefechte, soweit das !ü%i„. dortigen Verhältnissen möglich ist, nach unseren Kriegs- S»gen. Was ihre Tapferkeil betrifft, so möchte ich nur S x7°rt anführen, was unsere Gegner, die Araber, »ij«1 deutschen Soldaten sagen. Da habe ich gehört, Shei,'"'igeiie Araber sagten: Die deutschen Soldaten "f �(rst ein furchtbares Feuer, dann setzen sie sich Horner |,e meinen damit das Aufpflanzeit des Seitengetvehres— nehmen den Kopf zwischen die Beine wie die Büffel, brüllen wie die Büffel und stürzen dann auf uns los, und diesem Ansturm kann Niemand widerstehen.(Große Heiterkeit.) Was die Tis- ziplin dieser Soldaten anbetrifft, so ist dieselbe ebenfalls muster- hast. Strafen kommen fast nie vor, da die Mannschaften leinen Alkohol trinken, Exzesse u. dergl. unbekannt sind. Die Disziplin in der Truppe hat sich sogar schon auf das Ällererfreulichste auf die Bevölkerung übertragen. Sie würden staunen, wenn Sie unsere deutschen Stationen in Ostasrika sehen, ebenso ivie ich er- staunt war, als ich zuerst den Fuß an das Land setzte. Sie finden im Gegensatz zu den unglaublichen Verhältnissen in der Araberstadt Sansibar, dein Schmutz und der Unordnung nach allen Richtungen, an der Küste die ausgezeichnetste Ordnung. Die neuen Orte, die sich dort wieder aufbauen— Bagamoyo hat jetzt schon 15 000 Einwohner, Tanga 4000, Dar-es-Salaam etwas mehr—, werden in schnurgraden Straßen gebaut nach vorgeschriebener Bauordnung. Die Hausbesitzer müssen die Straßen rein halten, um 0 Uhr, wenn die Sonne mitergeht, werden die Laternen angezündet. Gemig, es ist das eine Ord- nung, auch ohne berittenen Schutzmann, wie mir sie in der Hei- math gewohnt sind. Wenn diese Truppe uns nun schon absolute Sicherheit für die Verhältnisse draußen schafft und die Verhält- nisse dort ganz sicher begründet, so sind es um so mehr die be- festigten Stationen, die dort angelegt sind. Es sind im Norden bisher sechs Stationen fertiggestellt: Tanga, Pangani, Mkawadja, Saadani, Bagamoyo und Dar-es-Salaam, und es sind die siid- lichen augenblicklich schon im Bau, denn Kilwa wird sofort, nach- dem es besetzt ist, ebenfalls zur Station ausgebaut, und im Süden kommen noch Lindi und Mikindani hinzu. Diese Stationen sind unter Benutzung der vorhandenen Baulichkeiten eingerichtet: die täuser werden mit Mauern von SVe Meter Höhe umgeben. iese Mauern, für Geschütz- und Geivehroertheidigung eingc- richtet, bieten eine absolute Sturmfreiheit und Sicherheit, so daß sie für afrikanische Verhältnisse uneinnehmbar sind. Als Drittes möchte ich hervorheben den ausgezeichneten Gesund- heitszustand in der Trnppe draußen. Es ist das ein besonderes Verdienst des Majors Wißmann, der vom ersten Augenblick an, wo er das Land betrat, die Anordnung traf, daß die Europäer nur in steinernen Häusern zu wohnen haben, und wo solche nicht vorhanden waren, solche hergestellt werden müssen. Ich habe die Statistik der Truppe vom Beginn ihres Auftretens angeführt, und kann die einfache Zahl anführen: Von 248 Europäern, die im Laufe dieses Jahres hinansgesandt worden sind, sind 3 am klein- asiatischen Fieber gestorben. Ich weise darauf hin, was andere Nationen, Engländer, Holländer verloren haben. Dort sind ganze Generationen in Jamatka, Batavia u. s. w. in den ersten Zeiten vom Fieber dahingerafft. Nachdem also die Küste thatsächlich unter die deutsche Herrschaft gestellt und militärisch dauernd be- setzt ist, wird nun weiter das Innere in Angriff genommen werden. Dies darf jedoch nicht so aufgefaßt werden, als ob nun eine Er- oberuugspolitik getrieben werben würde. Es kann für uns nicht von Bedeutung sein, ob wir so und so viele Quadratmeilen mehr oder weniger im Besitz haben, wohl aber ist von Bedeutung, daß wir das Hinterland, natürlich in möglichst weitgehender Attsdehtning, uns sichern, um die wichtigen Produkte des Innern, das Elfen- dein, Kopal, Gummi und was von dort herkommt, unseren Küstenplätzen zuzusühren. Hierztt dienen die jetzt ansgesandte» Expeditionen. Ihr Hauptzweck ist, die Karaivanenstraßen und die im Innern befinblichen Missionsanstalten zu sichern. Eine dieser Expeditionen ist ja die vielbesprochene Expedition Emin Paschas. Wenn ich den Namen erwähne, so muß ich den Ge- nannten in einer Richtung nehmen, möchte ich sagen. Er wurde gestern hier als Militär hingestellt, ich habe mit Emin Pascha intim verkehrt, und ich rechne jene Stunden zu den interessan- testen, die ich draußen genossen habe. Wenn Emin Pascha diese Reichstagsverhandlnngen im Innern Afrikas lesen sollte, so wird er mir verzeihen, wenn ich ihn gegen den Vorwurf, daß er Militär sei, hier vertheidige. (Heiterkeit.) Emin Pascha ist ein vortrefflicher Charakter, ein durch und durch national gesinnter Deutscher, aber er ist auch durch und durch gelehrt, und zwar ein stiller Gelehrter, dem seine naturwissenschaftlichen und geographischen Forschungen über alles gehen. Gerade deshalb, wegen seiner langjährigen Thätig- keit im Innern Afrikas, hat ihn der Reichskommissar zu ge- ivinuen gesucht und ihn gewonnen, weil er in Emin einen gänz- lich friedlich gesinnten Alaun als Führer der Expedition fand. Unter dein Namen und mit dem Geschick Emins wollen wir friedliche Politik im Innern treiben. Emin hat durch seine fünf- zehnjährige Thätigkeit im Innern die fabelhafte Geduld gewonnen, um mit Negern ein Schauri durchzuführen; wo es sich oft um Kleinigkeiten handelt, weiß er 1, 2, 3 Tage zu verhandeln, wäh- rend einem andern Europäer die Geduld reißt. Gerade durch diese abgebrochenen Schanris, durch die Ungeduld des Europäers sind so viele Schwierigkeiten entstanden und so viele Kriege und Blntthateit in Afrika hervorgerufen. Wir hoffen gerade in Emin Pascha einen friedlichen Führer durch das Innere Afrikas gewonnen zu haben, und in diesem Sinne bitte ich seine Expedition auszufasjen. WaS die anderen Verhält- nisse in Ostasrika anbetrifft, so kann ich nur anführen, daß sich Handel und Wandel in fast staunenswerther Weise bereits belebt. Ich habe im Zollmagazin von Bagamoyo einen Vorrath von Elfenbein im Werthe von 200 000 M. gefunden, zu gleicher Zeit hat ein Mr. Slokes, ein früherer englischer Missionar, der eine Hänptlingstochter geheirathet hat und aus diesem Grunde im Innern eine große Rolle spielt, bei Wißmann gemeldet, daß er mit Elsenbein im Werthe von 100 000 M. demnächst in Saadani eintreffen werde. Inzwischen ist gemeldet, daß er dort einge- troffen ist. Das Elsenbein giebt 10 pCt. Zoll, es ist also ein iemlich reinliches Geschäft, was damit gemacht wird dadurch, daß es durch unseren Zoll geht. Neben diesen Zolleinnahmeu und dem Handel, der sich jetzt nach den unruhig geivesenen Zeiten entwickelt hat, geht die Planlagenarbeit vorwärts. Ich habe die Plantage Leba am Usainbaragebirge gesehen, Ivo fröhliche Arbeit herrschte und vollständiger Friede mit den Eingeborenen erzielt ist. Hinter Tanga am Sigiflnsse ist die deutsche Psianzergesellschast mit sichtlichem Erfolge thätig. End- lich ist Bagamoyo zu nennen, das ich mir vorhin schon als Baumwollplantage anzuführen erlaubte. Ich habe schließlich einen weiteren Kultursaktor zu erwähnen, den ich recht hoch stellen möchte, und das ist die Mission. Die evangelische Mission hat sich in Deutschostafrika noch keine Erfolge sichern können, da sie erst ganz kurze Zeit thätig ist. Sie ist an mehreren Stellen thätig, kann aber noch nicht auf Erfolge zurückblicken. Die katho- lisch« Mission ist seit 25 Jahren im Lande thätig, und zwar sind es die freies algeriens, die im Innern, und die Brüder der congregation du Saint-Esprit, welche an der Küste arbeiten. Die einzelnen Brüder sind zum größten Theil Deutsche, vom Rhein, Elsaß- Lothringen u. s. w. gebürtig, und haben beim Aufstande und jetzt immer ein ganz ausgezeichnetes Verhältniß zu unseren deutschen Ossizieren und Beamten unter- halten. Ich habe viel mit den Missionen und den einzelnen Brüdern verkehrt und habe den allerbesten Eindruck von der Thätigkeit derselben erhalten; speziell die Missionsanstalt von Bagamoyo ist geradezu eine Musteranstalt zu nennen Dort habe ich über 100 Negerknaben und 100 Negermädchen gesehen, die i zur Arbeit und zur christlichen Lehre angeleitet werden. Die Missionaire haben besonders die geschickte Hand, daß sie den Sieger nicht über seine Kulturstufe erheben, sondern ihn nur zu strenger Arbeit unter den bescheidensten Verhältnissen erziehen, so, wie es seiner Lebensweise und dem allgemeinen Nutzen entspricht. Diese Plissionsstation hat ferner einen'Pflanzgarten angelegt, der sämintliche tropischen Produkte, Tabak, Baumwolle, Kakao, Kaffee, Vanille, Indigo zieht und den Beweis liefert, was ans dem Lande zu machen ist, wenn diese kleinen Versuchspflanzen in großem Maßstabe fortgeführt werden. Meine Herren es steht einem Soldaten schlecht an, zu renomrniren, und es ist ein übler Standpunkt, die Zukunft zu prophezeihen; dennoch stehe ich nicht an, hier vordem hohen Hanse zu erklären, daß erstens die militärische Herr- schast an der Küste von Ostafrika absolut sicher und auf die Dauer begründet ist, und ziveitens, daß man jetzt schon die sichere Hoffnung aussprechen kann, daß jedes dort angelegte deutsche Kapital ungestört arbeiten und reichliche Zinsen bringen wird. (Lebhaftes Bravo rechts.) Abg. v. Rcnniglti«(nl.): Die Ausführungen von Herrn Major Liebert sind geeignet, diejenigen in ihren Entschließungen zu bestärken, die der Vorlage günstig gesinnt sind, besonders nach den Mittheilungen über die Sicherung an der Küste, die baldige allgemeine Pazifizirung und gedeihliche Handelsentwickelung ver- sprechen. In der gestrigen Diskussion haben sich nur zwei Redner gegen die Vorlage ausgesprochen, der Abg. Dr. Bam- berger, und dieser auch noch immerhin mit einer gewissen Reservirung, und ganz entschieden und prinzipiell nur der Abg. v. Vollmar. Die Gründe, welche der letztere angeführt hat, können auf die andere Partei einen erheblichen Ein- druck nicht gemacht haben. Er fürchtete, daß, wenn wir die Kolonialpolitik in Ostafrika fortführen, eine kriegerische Ver- ivickelung zu besorgen wäre, und daß wir dadurch in den großen kulturhistorischen, sozialpolitischen Aufgaben gehindert sein würden. Doch bin ich überzeugt, die Mehrheit des Hauses und die Reichs- regierung ist, was die Frage der Verwickelung anlangt, doch anderer Meinung. Wenn wir Verwickelungen besorgen können über koloniale und andere deutsche Interessen, so ist die Gefahr dann am größten, ivenn wir einen gerechtfertigten, erworbenen Besitz ohne Roth, ohne zwingende Gründe einfach aufgeben. Die Achtung, welche Deutschland in einem solchen Falle bei Gegnern und Freunden gewonnen, würde in demselben Maße herunter- gedrückt werden. Eine Politik, die so schwächlich ist, daß sie be- rechtigten Besitz ohne Roth und Zivaug einfach preisgiebt, würde dem Feinde keinen Respekt und dem Freunde kein Zutrauen einflößen. Was aber die inneren Verhältnisse anlangt, so ver- stehe ich Herrn von Vollmar nicht. In diesen letzten Jahren, in denen die Kolonialpolitik begonnen, die Forderungen für dieselbe vom Reichstage bewilligt wur- den, ist in überaus energischer Weise mit der Auf- wendung der bedeutendsten Reichsmittel für den schwächeren Theil der Bevölkerung in Deutschland sozialpolitisch gesorgt worden. Die paar Millionen, die wir zetzt und weiter für die Kolonial- Politik aufwende», können diese Ziele, die wir noch weiter ver- folgen wollen, nicht beeinträchtigen. Was den Abg. Bamberger anlangt, so will ich �anerkennen, daß im Ganzen sein Vortrag durchaus sachlich gehalten war in Vertretung des Standpunktes, den er und seine Freunde einnehmen. Er möge mir aber ver- zeihen, wenn ich mein Bedauern darüber ausspreche, daß er, etwas irritirt durch einen ziemlich harmlosen Zuruf von mir, davon sprach, daß die Wißmann'sche Truppe nun genug gesenkt und ge- brannt hätte. Ich hätte doch geglaubt, daß er nun zur Ent- schädigung für diese Aeußerung ein Wort herzlicher Anerkennung über den Major Wißmann, die Offiziere und Beamte hinzugefügt hätte, die dort für die preußische nationale Ehre mit Umsicht und Energie in verhältnißmäßig kurzer Zeit große Erfolge errungen und den ganzen Aufstand im Wesentuchen niedergeschlagen und diese Gegenden der Pazifizirung zugeführt haben.(Lebhafte Zu- stimntung.) Der Abg. v. Vollmar hat nicht unterlassen, indem er sagte, daß gewaltsame Mittel nöthig waren, einen solchen Ausstand niederzuschlagen, doch seine Anerkennung und Hochachtung vor den energischen Leistungen der Wißmann'schen Truppe auszu- sprechen. Wenn der Kollege Windthorst dann sozusagen für das ganze Haus den Ausdruck der Anerkennung hier zur Geltung ge- bracht hat für Major Wißmann, seine Offiziere und Beamten, so war er wohl berechtigt, im Namen des ganzen Hauses diese Worte zu sprechen, und ich möchte annehmen, daß auch der Abg. Bam- berger und seine Freunde sich dieser Anerkennung nicht entziehen werden. Herr Bamberger befand sich gestern in einem Wider- spruch. Cr konstatirte, daß der Reichskanzler sich nicht den kolonialpolitischen Forderungen, wie die Dinge liegen, verschließen und die Position nicht aufgeben könne, kam aber zu dem Schluß, seinerseits die ablehnende Haltung nicht aufgeben zu können. Wie kann er anerkennen, daß die Reichsregierung nicht gnderS handeln kann, und die nothwendigen Maßregeln nicht unterstützen? Er muß sich dann den Konsequenzen unterziehen, auch wenn er ursprünglich gegen die fkolonialpolitik gewesen ist. (Sehr richtig rechts und bei den Nationalliberalen.) Mit der Wieder- her.ellung der Ruhe ist Handel und Gewerbe wieder erwacht. Wie gewinnbringend der Handel dort sein muß, zeigt die geradezu eisersüchtige Art, wie England sich dort festzusetzen sucht. Ich erinnere an sein Vorgehen gegen Portugal. Alle handeltreiben- den Nationen betheiligcn sich an der Besitzergreifung von Afrika, und das ist natürlich. Je mehr das Innere des ungeheuren Erdtheils zumeist durch deutsche Forscher klargelegt ist— ich er- innere an die muthvollen Forscher Pogge und Flegel, deren Ge- beine in Afrika bleichen— hat sich die Auffassung verbreitet, daß hier ein Feld für organisatorische, humanitäre und christliche Thätigkeit sei. Verträge sind über die Humanistrung und Be- setzung des Kontinents abgeschlossen worden. Es wäre ein schlechtes Zeichen unseres Aufschwungs, wenn wir hinter den anderen Nationen zurückbleiben wollten. Ist, wie der Reichs- kanzler meinte, nach dem französischen Kriege eine gewisse Unbe- sriedigtheit des nationalen Empfindens eingetreten, so war es sehr gut, hierfür eine ziemlich harmlose Ableitung nach den Kolonien zu finden, die nichts als ein paar einzelne Millionen kostet. Dem Mangel jedes Chauvinismus bei Kaiser Wilhelm I und dem früheren Reichskanzler ist es zuzuschreiben, wenn der- artige Neigungen in Deutschland keine gefährlicheren Bahnen einschlugen, sondern daß sie sich lediglich auf koloniale Züge beschränkten. Mit der Philostrosität allein wird man nichts Großes beginnen und vollenden, auch die deutsche Frage hätte damit nie in Fluß gerathen können. Bei den englischen, spani- scheu und portugiesischen Kolonialunternehmungen war die Aussichtslosigkeit eben so groß, und wenn die Gebiete fruchtbarer waren, so waren doch der ganzen Zeitlage nach die Schwierig- leiten größer als heute. Die Sorge, daß wir in abenteuerliche Unternehmungen gerathen, ist auch durch die neue Expedition Emin Pascha's nicht begründet, der nur die Handelsstraßen sichern soll. Die von uns genehmigten Gesetze sprechen nur von der Unterdrückung des Sklavenhandels, die Sklaverei zu beseitigen, ist nur in Jahrhunderten möglich. Wirthschaftliche und humani- täre Interessen treffen für die Beseitigung des Sklavenhandels zusammen, dafür sind wir auch international engagirt. Für diese 'Aufgabe ist die Thätigkeit Emin Paschas von besonderer Vedeu- tung. Er scheint mir dem Ideal eines Philisters auf kolonial- ' politischein Gebiete nach seiner bisherigen Thätigkeit sehr nahe zu kommen; seine Ruhe, Gelassenheit und seine Erfahrungen werdenuns zu den Eingeborenen in ein gutes Verhnltniß bringen.— Die Vorwürfe gegen die ostafrikanische Gesellschaft sind allmülig verstummt Man hatte die Macht und den Fanatismus der Araber unter- schützt und gerade die deutsche Gesellschaft griff in die arabischen Interessen des Sklavenhandels ein; der aus 15 Jahre mit dem Sultan von Sansibar abgeschlossene Zollvertrag wird von großem Vortheile sich erweisen, er wird die finanzielle und wirthschaft- liche Grundlage bilden. Der Herr Reichskanzler hat davon ge- sprachen, daß eine Reichstruppe sich auf die Dauer nicht wird entbehren lassen. Dabei liegt es natürlich für alle Zeit fern, daß etwa Bestandtheile unserer Armee diese Truppe bilden, sie dürfte immer nur auf Werbungen beruhen. Den Missionaren ist es ge- langen, tüchtige Arbeitskräfte für die Plantagen zu gewinnen.— Die offene Aussprache des Herrn Reichskanzlers von gestern ist für die Freunde wie für die Gegner der Kolonialpolitik gleich be- ruhigend. Wir können daher in vollem Vertrauen die Vorlage bewilligen.(Beifall bei den Nationalliberalen.) Abg. Karth(dfr.): Wahrend wir gestern von Seiten des Bundesrathstisches aus dem Hause unsere Kolonialpolitik ganz nüchtern behandeln gehört haben, führen uns die heutigen beiden Redner, der Herr Major Liebert und Herr von Bennigsen, auf ein ganz anderes Gebiet, führen sie uns die alten Jllu- sionen wieder vor. Speziell die Rede des Herrn von Bennigsen zeigt uns, daß es im Interesse der Entwickelung des Deutschen Reiches doch außerordentlich wünschenswerth und zweckmüßig ist, daß für die weitere Gestaltung der Kolonialpolitik die An- schatzungen des Reichskanzlers, nicht die des Herrn v. Bennigsen maßgebend sind. Herr v. Bennigsen liebt es, wenn von kolonial- politischen Dingen die Rede ist, große historische Perspektiven zu eröffnen. Heute wie früher hat er auf das hingewiesen, was sich vor Jahrhunderten bei der Entdeckung Amerikas und der Er- schließung der neuen Welt überhaupt vollzogen hat. Aber es ist doch eine kaum zu bestreitende Thatsache, daß in der praktische» Politik niemals größere Jrrthümer begangen werden als dann, wenn man derartige historische Parallelen zieht zwischen heutigen Verhältnissen und den ganz anders gearteten früherer Zeiten. Zieht man das Auftreten des Herrn Ferry in Frank- reich heran, so findet man dort, abgesehen von Unter- schieden, die im Nationalcharakter begründet sind, un- ;ähr genau dieselben Erwägungen historischer, nationaler, politischer Natur, wie hier bei Herrn von Bennigsen. Zwea mäßiger wäre es doch, wenn man Vergleiche anstellen will, H rrn Peters nicht gerade mit Kolumbus zu vergleichen, sondern lieber Ostafrika und Tonktn in Vergleich zu stellen. Ich gebe bei dieser Gelegenheit Herrn von Bennigsen den Wunsch zu erkennen, in Zukunft diejenige Art von Zensur, die er auch heute wieder uns gegenüber für die Ausführungen Bambergens für nothwen- big gehalten hat, wegfallen zu lassen, oder doch nicht nur eine anoers pointirte Redewendung hervorzuheben, wo es viel ange- messener war, den ganzen Gedankengang Bambergers zum Aus- gaugspunkte der Betrachtungen zu machen. Herr Bamberger hat ausdrücklich auch folgenden Satz ausgesprochen:„In Afrika wird man unsere Kanonen, Hinterlader und Offiziere auch weiter re- spektiren, und wenn wir heule aus Osta-rika herausgehen, wird kein Mensch sagen, wir hätten aus Schwäche Afrika im Stiche gelassen." Mit großer Genugthuung konstatiren wir nach den gestrigen Ausführungen des Herrn Reichs- kanzlers, daß dieser keineswegs geneigt, eine Kolonial- Politik zu begünstigen, welche reichlich mit Illusionen ver- setzt ist. Er hat die Erwähnung, daß er nicht wohl aus Ressort- gründen ein Gegner der Kolomalpotitik ursprünglich gewesen ist, sogar zum Ausgangspunkt seiner Ausführungen geinacht. Ebenso hat Herr Windthorst gestern ausgesprochen, wenn wir heute tabula rasa hätten, würde er ganz entschieden nicht nach Afrika hineingehen. Sowohl Herr Windthorst wie der Reichskanzler haben damit den Standtpunkt nachträglich ganz entschieden ge- rechtfertigt, den die frelsinnige Partei von Anfang an eingenommen hat.(Sehr richtig! links.) Mit den ferneren Ausführungen des Reichskanzlers können wir nicht mehr so vollständig zusammen- gehen. Herr Bamberger hat gestern hervorgehoben, daß wir keineswegs an die Reichsregierung das Verlangen stellen, sie solle in brüsker Weise von heule auf morgen die ganze Kolonial- Politik abbrechen. Nein, es ist von uns vollständig anerkannt worden, daß dies eine Unmöglichkeit wäre. Aber etwas anderes ist es, ob man nun das weitere Vorgehen einrichtet mit Rücksicht darauf, daß man langsam wieder zurückgehen will auf den Aus- gangspunkt der Kolonialpolitik, nämlich darauf, daß man nicht das Reich als solches engagirt, sondern die Arbeit auf die Schultern privater Unternehmungen legt, oder ob man von der Idee aus- gehl, wir seien nun einmal soweit gegangen, zurück können wir nicht mehr, stehen bleiben auch nicht, deshalb müssen wir, wenn auch in der vorsichtigsten Weise, vorwärts gehen. Also der Reichskanzler wünscht seine Kolonialpolitik so einzurichten, daß sie, wenn auch in der vorsichtigsten Weise, vorwärts geht; wir wünschen sie, wenn auch in der vorsichtigsten Weise, langsam zu quittiren, die Regierung herauszuziehen und an die Stelle der Reichsregierung weite Privatunternehinungen zu setzen. Diese Entwickelung ist natürlich nicht von heute zu morgen möglich, sondern erfordert eine gewisse Zeit; sie ist auch nicht ohne Kosten möglich, die ich der Abkürzung wegen Liquidationskosten nennen möchte und die wir zu bewilligen bereit wären. Der Unterschied zwischen den Anschauungen des Reichskanzlers und den unsrigen ist nicht unerheblich uno bestimmt uns dazu, die sst/e Millionen abzulehnen. Wir können es mit unseren Anschaumigen nicht rerein- baren, für eineKolonialpolitik, die in dieser anderen Weise vorgezeich- i net ist, noch weitere Mittel zur Aufwendung zu bringen; wir sind aber jeden Augenblick bereit, wenn man den von uns empfohlenen Weg einschlagen will, die dazu erforderlichen Kosten auszu- bringen. Die Illusionen, von denen man bei Jnaugurirung unserer Kolonialpolitik ausgegangen ist, haben heute auch in starlem Maße aus den Ausführungen des Majors Lieberr ge- sprachen. Diese Ausführungen waren ein so recht deutlicher Be- weis dafür, wie faszinirend der Anblick tropischer Gegenden ist (Heiterkeit) und wie unendlich leicht es ist, beim Anblick blühender Palmen und schöner Natur an die wirthschaflliche Nutzbarmachung solcher tropischen Gegenden zu denken. Die wirlhschaftlichen Vortheile herauszuholen ist aber eine unendlich schwierigere Auf- gäbe, und bisher ist nach dieser Richtung kein Erfolg aufzuweisen. Wie weit Major Liebert in seinem Enthusiasmus geht, trat be- sonders am Schluß seiner Ausführungen hervor, wo er sagte, er tonne mit Sicherheit behaupten, dap das in den afrikanischen Besitzungen angelegte Kapital einen guten_ Nutzen bringen würde. Ich wollte nur, er könnte die ostafrikanische Ge- sellschaft und ihre Freunde davon überzeugen.(Sehr gut. links.) Dann brauchten wir nicht in den Beutel der Steuerzahler zu greifen und es ihr überlassen, mehr Leute heranzuziehen, die an die Rentabilität glauben. Ich bm gerade außerordentlich skeptisch in dieser Beziehung, ebenso wie zene Kapitalisten, die sich bisher geweigert haben, irge>idwie nennenswerthe Opfer für Ostasrika zu bringen. Von diesem stand- punkt würde ich es garnicht als Errungenschaft betrachten, wenn demnächst eine Vertragsklausel eingefügt würde, welche die ofi- afrikanische Gesellschaft verpflichten würde, in Zukunft, wenn fie einmal zu Geld kommen sollte, das zu ersetzen, was die Reichs- regierung bei der Pazifikatlon u.f.w. geopfert hat. Ich»m über- zeugt, daß die ostasrikanische Gesellschaft erst recht keinen Heller mehr bekommen würde; ich wünsche aber, daß die GefeUjchaft>o viel Freunde finden möchte, daß sie das Reich von der schweren Bürde, die es übernommen, entlasten kann. Im weiter gehenden Interesse des Reichs liegt es deshalb gar nicht, irgendwelche er- schwerende Klausel der Gesellschaft aufzuerlegen.— Geftern ist vorzugsweise die mehr ideale Seite betont worden: es handle sich nicht blos um Baumwolle, Tabak u. dergl� sondern auch um dre Unterdrückung der Sklaverei, zuin Mindesten des Sklaven- Handels, und um die Ausbreitung des Christenthums. Daß das Deutsche Reich sich an derartigen Fragen der Zivilisation de- theilige, ist es sich selbst und seiner Grütze schuldig. Etwas An- deres aber ist es, derartige Ideale anzustreben, und etwas anderes, zu bestimnien, ob das, was man aufivenden will, zu den Erfolgen auf diesem idealen Gebiet im Verhältniß steht. Bei Missionen muß man unterscheiden, einmal das dogmatische Ziel derselben und dann jenes Ziel, welches darauf ausgeht, den un- kultivirten Völkern gewissermaßen zu zeigen, wie man Zivilisation macht. Das Letztere ist keine spezifisch christliche Sache, sondern daran können sich alle Gebildeten betheiligen. Die Versuche aber, die Negervölker mit den Wohlthnten des Christenthums rn dogmatischer Beziehung vertraut zu machen, sind alle alle voll- ständig gescheitert. In Afrika kann die Bibel nicht entfernt die Konkurrenz aushalten mit dem Koran. Das ist eine Erfahrung, die alle Forscher gemacht haben. Ich erwähne nur Döllingcr, der in einer seiner akade- mischen Reden ausspricht, daß die dogmatische Kraft des Islam in Afrika seine größten Erfolge errungen hat, daß neben dem Islam das Christenlhum nicht aufzukommen vermöge. Andere Forscher haben berechnet, daß etwa 1 Million Menschen alljährlich als Bekehrte dem Islam neu zugeführt werden. Dem gegen über sind die Erfolge der Missionen wahrhaft minimal. Vauters in Brüssel, der auszeichnete Studien auf diesem Gebiete gemacht hat, hat nachgewiesen, daß die missionarische Thätigkeit an der afrikanischen Küste eine Jahrhunderte alte Geschichte hat, und daß das Christenthum trotzdem kaum einen Schritt weiter ge- kommen ist; kaum habe eine Mission einen Platz verlassen, so seien die Wogen deS Islam darüber hinweggegangen und hätten die Spuren christlicher Kultur verwischt. Aehnlich liegt die Sache in Bezug aus die Beseitigung der Sklaverei. Es ist dies e.ne humanitäre Aufgabe, die, wenn sie sich erfüllen läßt, große Aufwendungen an Kraft und Geldmitteln auf das Eni- 'chiedenste verdient. Aber man darf nicht vergessen, daß die Sklaverei in Afrika auf das Allerengste verwachsen ist mit den ganzen dortigen Kulturverhältnissen. Livingstone hat das in sehr drastischer Weise zum Ausdruck gebracht,'indem er 'agte: Die Sklaverei wird in Afrika nicht eher zu Ende kommen, als bis das ganze Zivilisationswesen aus einen anderen Fuß ge- kommen ist. Alle Bewegungen, die in Afrika zu vollziehen find, erfolgen durch lasttragende Menschen. Dieses Material muß des- halb so billsg als möglich beschafft werden. Das ist wesentlich die wirthschaftliche Ursache, weshalb sich die Sklaverei so lange in Afrika behauptet hat. Durch Erschießen eines Sklavenhändlers und durch kleine Polizeimaßregeln lassen sich wohl hier und da einige lokale Erfolge erzielen; wie dies aber auf einem so riesigen Gebiet einer solchen, durch Jahrhunderte hindurch erwachsenen Frage gegenüber von großer Bedeutung sein könnte, ist mir un- klar. Man unterschätzt die Bedeutung der Aufgaben, die dort zu lösen sind, ganz ungeheuer, wenn man glaubt, schon heute viel erreicht zu haben. Alles, was in Bezug auf das Christenthum und die Beseitigung der Sklaverei erfolgen kann, wird nur da- durch hervorgebracht werden, daß die gesammte Kulturentivickelung dieses Landes sich hebt, nur dann wiro man größere Erfolge auch auf idealem Gebiet erzielen können. Fabri weist deshalb mit Recht darauf hin, daß, wenn man der Sklaverei entgegentreten wolle, man dies nicht mit Schwert und Bibel erreichen weroe, sondern indem man eine Eisenbahn von der Küste nach den großen Seen einrichtet. Das ist durchaus logisch. Aus diesen Gründen er- heben wir auch bei dieser Station, die jetzt in der Kotonralpolitik betrieben.'wird, wieder unsere warnende Stimme. Man kann keptisch genug diesen kolonialen Ideen entgegentreten. Wir be- grüßen es zwar auf das Wärmste, daß der gegenwärtige Reichs- kanzler ein außerordentlich nüchternes Urtheil gegenüber diesen Dingen hat, aber trotzdem können wir unsere Haltung in Bezug auf die Kolonialpolitik einstweilen nicht ändern, so lange man nicht mit uns zu der Ueberzeugung gekommen ist, daß es noth- wendig sein wird, langsam das Reich aus Ostafrika herauszuziehen, und alles was dort gemacht werden soll, aus die Schultern der atunternehmung zu lege». Sind solche Gesellschaften in ifchland nicht zu schassen, so ist es besser, diese Unterneh- mungen aufzugeven. Einstweilen die Dinge in Afrika in Ordnung bringen und dann sehen, ob derartige tragfähige Kräfte sich finden werden, entspricht unfern Anschauu ngen von dem Wesen einer rationellen Kolonialpolttik nicht, und deshalb können wir auch für diese äste Millionen nicht stimmen.(Beifall links.) Abg. v. Kardorff(Rpt.): Herr Liebknecht hat gestern be- 'tritten, daß er jemals zum Kriege gegen Rußland provozirt hat. Er sagte aoer in der Sitzung vom 24. November 1885:„Unser russischer Nachbar geht gegen das Teulschthum gcwaltthätig vor; ivenn die deutsche Armee dafür sorgte, daß das Deutschlhum nach allen Richtungen gewahrt werde, dann würde die Erhöhung des Militärbudgets vielleicht besser gerechtfertigt sein; wie Rußland sich am Deutschthum vergreift, ist geradezu unerträglich geworden; ivenn die deutsche Regierung dagegen eingeschritten wäre, würde ganz Deutschland hinter ihr gestanden und die deutschen Jnter- essen gewahrt haben."(Abg. Liedknecht: Das ist doch kein Krieg!) Hören Sie doch nur weiter! Wenige Wochen darauf nahm ich Gelegenheit, dem Abg. Liebknecht entgegenzuhalten, daß er zum Kriege gegen Rußland gereizt habe; der Aog. Liebknecht hat aber aus diese meine Behauptung leine Erwiderung gemacht.(Ge- lächter bei den Sozialdemokraten; Abg. Bebel: 0 si taouisses! Heiterkeit.) Dem iflbg. Bebel bemerle ich, daß er selbst einmal Rußland als den Erbseind der deutschen Nation bezeichnet hat. (Abg. Bebel: Sehr richtig! Wiederholtes Lachen bei den Sozial-, euiokraten.) Abg. Fürst Aiadziivill: Ich widerstehe der Versuchung, an- knüpfend an die bemerkenswerthen Worte des Herrn Reichs- kanzlers, zu untersuchen, ob nicht das Bedürfniß,' nach 18TO/71 gewisse Brennpunkte für das nationale Empfinden zu haben, weit über Recht und Billigkeit hinwegschießend, in gewisser Beziehung die deutsche Politik in Bahnen georangt hat, welche einen großen Theil von vollberechtigten Mitangehörigen des Deutschen Reichs in ihren religiösen und zum Theil auch in ihren nationalen Empfindungen sehr schmerzlich berührt und verbittert haben. Ich möchte nur Namens meiner Fraktion erklären, daß wir jede Ge- iegenheit gern benutzen, um ohne eine kleinliche Politik von Rekriininalionen die großen Momente, die uns mit der großen Mehrheit dieses Hauses einigen, und dazu gehört diese Frage, betonen und an der Verwirklichung dieser großen Ziele mitivirken wollen.(Beifall rechts.) Es sind ohne Frage große humanitäre, ethische Ziele, die Bekämpfung der Sklaverei, der -schütz der befteyen. en, segensreich wirkenden Missionen, mit einem Ißorl, die Ausbreitung des Christeurhums, Ziele, denen wir durchaus zustimmen können. Wenn wir neben der internationalen Füriorge für die Ardeiter, velt auch diese Ziele gemeinsam mit oen anderen Völkern verfolgen, so muß auch der Frieden der Völker uno der Frieden im Innern sich befestigen. Die Mnßi- gung, mit welcher der Reichskanzler die Ziele der Kolonialpolitik abgefleckt hat, muffen wir durchaus anerkennen. Wir hoffen, dah es die Reichsregiernng verstehen wird, diese Grenzen ei,'zu- halten. Nothwendig wäre es auch, daß die Summen, die Kre- oite, welche gleichsam vorschußweise für die Erreichung der Ziele der Reichsregierung aufgewendet werden, nicht a fonds perdu gegeoen, sondern gleichsam als Grundschuld aus den dortigen Besitzungen eingetragen werden. Wir werden gleichfalls für die Kommisiwn stimmen.(Beifall.) Abg. Windthorst: Ich stehe nicht auf dem Standpunkt, daß man die Gesellschaften in Ostasrika sich selbst überlassen soll. Wir sind in diese Sache hineingekominen durch die Noch- wendigkeit der Unterdrückung des Sklavenhandels und durch die Nothwendigkeit, die Unbill, welche ver deutschen Flagge und dem deutschen Namen in Ostasrika z. ge<ügt worden ist, zu sühnen. Wir können unter keinen Umständen zugeben, daß an irgend einer Stelle der Welt der deutsche Name und die deutsche Flagge be- schimpft wird.(Beifall.) Nirgends würde oas zugegeben werden, und wo es geschähe, würde ich es tadeln.(Ruf links: Jn Samoa auch?) Ich würde im Uebrigen nicht das Wort genoninien haben, wenn nicht der Abg. Barth über die Missionen und die Sklaverei sich in einer Art geäußert hätte, die ich absolut nicht billigen kann und die, wenn sie wahr wäre, ganz unzweifelhaft weiten, des deutschen Volkes gegenüber das Ansehen und die Besew> der ganzen Bewegung vermindern könnte. Denn die Beseitigung. Sklaverei ist für Viele die Hauptsache. Der Abg. Barth hat G'ü die Erfolge der Missionen wären schwache gewesen.' in dieser Beziehung geschehen kann, hat die neuere ßW Brasiliens gezeigt. Ich kann aber nicht leugnen, daß, wen Sklavenhandel beseitigt und den Missionen volle Freiheit geg �s diese viel mehr leisten könnten. Ich verstehe nicht, wie der Barth dem Islam dieselbe zivilisatorische Bedeutung ben>» kann, wie dem Christenthum. Das Christenthum verlangt W• und Demüthigung, und ich bedauere, daß eine Konfession, w.. den Leidenschaften fröhnt, am meisten Anklang findet. Ts» eine der bedenklichsten Erscheinungen der Gegenwart. Ich?11� wenn der Abg. Barth sagt, die Mission hätte keinen Erfolg t habt, so beweist das, daß er keine Muße gehabt hat, Missiousberichte zu lesen. Er würde sonst gefunden habe»,_ die Missionen bereits gute Erfolge erzielt haben. Sie nrn, noch mehr leisten, wenn sie nicht unter die Gendarmen ocr, afrikanischen Gesellschaft gestellt würden. Haler denn ntcy, Neger gesehen, die bereits in Deutschland in Missionsanfialle zogen wurden.(Heiterkeit links.) Ihr Lachen beweist, dap � Herren sich um die Sache gar nicht gekümmert haben. I. richtig! im Zentrum und rechts.) Das Christenthum, wttcsi � mit seinen Freunden im Auge hat, ist weiter nichts, als e philosophische Form gekleidetes Heidenthum. Ein Chrffttn, ohne dogmatische Basis giebt es überhaupt nicht. Glauben J daß die alten Römer leichter zu bekehren gewesen waren die Neger? Wir können diese Gegenden nicht anders ero, als unter dem Zeichen des Kreuzes.(Beifall im Zentrum Abg. v. Uollmar: Ebensowenig wie durch die nation«� Auseinandersetzungen des Abg. von Bennigsen, ebensoioenia ick, mick durch die schönen Worte Windthorst's übet Elp!- Humanität für die Sache einfangen lasten, o „eitei und edläre, ich mich lhum und gehe noch ich die Frage wegen Christenthum und für nichts Anderes halten als für eine fahle convenue ... r\_. a.......v ff*' f-f'1___ a cir..�(�.4nn Ä' lw Zentrum und rechts), für ein schönes?iusy»»p'n-�, welches der Eine braucht, ohne daran zu glauben, und das, Andere hergiebt, ohne für die Sache vielleicht von'Anfang das mindeste Verständniß zu haben.(Erneuter Widerst» im Zentrum und rechts.) Uebrigens bemerke ich aus" Heiden zu nennen, gegen die, glaube' ich, selbst die benchw"'L Namen des Zentrnins kaum aufkommen werbe».(Heilerlcn den Sozialdemokraten.) Die Sklavenbefreiung halte ich m«> Abg. Barth ausschließlich für eine wirthschaftliche Frag« � glaube, daß das Christenthum in Afrika so wenig die Sklar. beseitigen wird, wie es sie in Europa beseitigt hat(Lachen), weil der Abg. Windthorst so unvorsichtig gewesen ist, au, Braß- so mache ich auf die merkwürdig« Thatsachs, -' �'.---- mit r hinzuweisen, merks am, dc.„.............. i*.........— Segnungen des Christenthums beglückt gewesen find � Sklaverei am Allerlängsten gedauert hat.(Zustimmung � den Sozialdemokraten.) Der Abg. Windthorst will J Missionar in die eine Hand die Bibel, in die andere ,, Schwert geben, warum nicht auch die Brandfackel? Ich Hat* immer geoacht, daß man religiöse Ueberzeugungen durch" � redung, aber nicht durch„schlagende" Gründe der gröbsten beibringen kann. Ich habe nichts dagegen, daß die Misfi'� »ach Afrika gehen und dort die Leute zu überzeugen suchen, ich auch keineswegs meine, wie es in dem Adg. vtöcker 3um,% in Ländern, welche so lange bereits niit druck kommt, daß so zu sagen Jagdgehege für die befw1 Konfessionen eingerichtet werden.'"........""" Windthorst' Parte, und Alles, die soziale Frage, vorgebrächt, die nicht hinein Wenn ein Mann nicht das Recht einzelnen Frage in WWW(Heiterkeit links.) Ter rsl hat in einem gewissen lehrhaften Tone gesagt, mJ nd ich hätten gestern nichts anderes als ihr Frage, vorgebracht, die nicht hinein g� cht das Recht hat, das Hineinmengen � alle beliebigen Diskussionen zu verurw dann ist es der Abg. Windthorst.(Sehr richtig! bei den s ffz demokraten.) Nichts im Himmel und auf Erden hat es alle diese 20 Jahre gegeben, wo der Abgeordnete Wwo» yi nicht sein Ein und Alles vorgebracht hat. Wer � Glashanse sitzt, soll nicht mit Steinen werfen! Ueber den den der Abg. Windthorst gegen uns anschlug, will ich heute>> sagen. Furcktsam sind wir nicht, Herr Windthorst weiß, ivir unfern Mann zu stehen wissen. Es war mir auch gs# tragisch, als Herr Windthorst auf eine Unterbrechung un» mit uns werde er schon fertig. Ich habe allen Respekt von ck jg Klugheit, aber mit uns werden Sie nicht fertig, ebenso' dj wie andere, vielleicht noch weniger. Herr v. Bennigsen hni die Widerlegung meiner Aeußerung über die möglichen»w � tionalen Verwickelungen sehr leicht gemacht, indem er einsah) � Spieß umdrehte; er hat nicht bewiesen, daß solche Verwickel � ausgeschlossen sind. Mit der Rechttnäßigkeit unsere« Befitzt � Afrika ist es, wie jedermann weiß, nicht weit her. pst Bennigsen trat auch meiner Auffassung über die sozialpolitischen Fragen entgegen und meinte, es seien bei uns � dafür schon bedeutende Aufwendungen gemacht worden. SDitt ruht ja der Utckerschieo zwischen uns und Ihnen; wir beham�A was auf diesem Gebiete geschehen ist, iit so gut wie und was die Arbeiter dabei bekonimcin müssen sie selbst (Abg. Bebel: Indirekte Steuern!) So viel steht fest, dafi auf'sozialistischem Gebiete geleistet worden ifi, von dessen-'Wp feit Sie sich erst überzeugen werben, wenn Sie einmal i®* energisch in die soziale Frage hineingehen, während Sie b>» U nur außen herumgegangen sind, in gar keinem Verhättnip.p zu dem, was hier direkt und greifbar aus den Taschen der# zahlet sür Osta>rcka ausgegeben worden ist. Wenn der itbg- nigsen meint, meine Ausführungen hätten aus das Haus hL# Eindruck gemacht, so beweist das gar nichts. Wir haben i � sehr viele Ausführungen gemacht, die keinen Eindruck n,»�. g und jetzt zeigt die Haltung der Mehrheit, daß sie sich mindestens in einem Jrrthum befunden hat. Herr o. Penn meinte, es wäre von mir sehr schön gewesen, daß ich im��F schied zu dem Kollegen Bamberger wenigäens meine Ane--� nung f r den Major Wißmann ausgesprochen habe. Ich � den Namen gar nicht genannt, sondern nur meine Hownw 6(( und Snmpalhie für die kühnen Männer, welche n", Erschließung jener Gebiete betheiligt seien, erklärt. Dazu g W, alleroings auch der Maj r Wißmaun. Ich habe sogar W großen Respekt vor der Art gewonnen, wie der Reia?sko»iw � die Dinge unternommen uno was er bis jetzt erreicht hat- � habe auch ein großes Jatereffe für diese Dinge, obgleich'pp Land gerade nicht für ein so großes Paradies ansehe und M Aufenlhalt dort nehmen möchte. Ich wünsche den mei Denen, die so sehr davon entzückt sind. Das beweist aver v � nichts im Sinne oes Herrn v. Bennigsen. Ich habe mich@2 die Vernieugung von religiösen, menschlichen, wissenschafu rp nationalen und wirthschaftliche» Motiven verwahrt. BchP. mich als Privatperson sogar an einer solchen KotonialgeseuM» betheiligen, aber doch entschieden gegen eine amtliche Kow Politik sein. Ebenso könnte ich als Anhänger einer Reliß gefellschaft gegen die Missionen sein. Die englischen � schottischen Geiellschasten betreiben auch Missionen, aber mit ihren eigenen Mitteln. Es handelt sich hier wesenttwi ji, wirthschajtlicye Beweggründe. Die wirthschafllichen Dinge® � an sich berechtigt sein, sie muffen aber ausschließlich � privaten Initiative und Spekulation uderlassen bleiben, iW unter Oberaufficht des Reiches, aber ohne daß sicy das � verbindlich macht. Wenn man jetzt amtlich für die ausge» � nelen wirlhschaftlichen Gewinne, die zu erwarten find, stty(fie® wie die Garantie zeigt, welche der Major Liebert dafür nimmt, daß das hineingesteckte Kapital in Zukunft sichere J � abwerfen würde, dünkt es ihm da nicht eigen thümlich, d»? Ä Millionen über Millionen nach Afrika sendet, um � Vortheile zu erreichen und seinen Markt auszu- s m der S»nrji:r>L*'*"/»l""�?"w.vtelu*"'"«K»«, V"»»»""8'........ nicht fn folf L Fatalismus aufslecken, der doch sehr chrlstllch ist. In der französischen Kammer wurden nämlichen Neden vor Und einigen d,e Rede Tagen die des Herrn v. Bennigsen könnte, ins S w' ort von Jules Ferry gehalten sein. Eine voraus berechnet werden, alle tlukälle müssen m u ausj .'«mai iZ°ben; ich lasse mich nicht schieben.' Wenn gehalten französische olitik nv man sagen muß en. ist ge- a-L.'"4 imu� muji H�icvelr. aöcnu iiuki'»ml einen L™ gemacht hat, braucht man nicht dem ersteMaischen Schritt n.™ Zweiten hinzufügen, daher sind wir gegMMe Borlage und S°Sen lebe Kolonialpolitik. W Bali«. �indthorst; Ich komme auf das rirchliche Gebiet des- n�.. w oft, weil fast alle menschlichen Verhältnisse mit dem kirch- . en Gebiet zusammenhängen.(Abg. S i n g er: Mit dem i aten doch auch!) Aber nicht mit dem sozialdemokratischen. etibtL mu� über seine Schmerzen so lange klagen, bis sie qba k 2�hört werden.(Ruf: bei den Sozialdemokraten: Wir Eon L sage ich nach der rechten Seite.(Heiterkeit). Die von n �n haben nicht von Schmerzen gesprochen, sondern in gemeinen Theorien. Ihre Schmerzen unterstütze ich, aber gz.s. gemeine Redensarten gehe ich nicht heran. Der Abg. von i>C.or.Hat meine Aeußerung über Bibel und Degen völlig falsch ch�wetirt: ich meine, daß man Niemanden durch Zwang zu auf v. 9 fen dleberzeugung bringen soll. Wenn irgendwo muß toktKk Gebiete volle Freiheit herrschen. Aber wenn in un- ZU. ren Gegenden mich Jemand hindern will, zu predigen und s? unterrichten, mich bekämpfen und vermchten will, dann muß » Degen daneben haben. Damit schließt die Diskussion. Persönlich bemerkt Gecen n?' f s'dknocht; Ich habe seiner Zeit keine Kriegserklärung der Ausland gewünscht, sondern nur gegenüber dessen anmaßen- so»«» Haltung einen offiziösen kalten Wasserstrahl, wie bot jM«" Frankreich die„Norddeutsche Allgemeine" enthalten koln». Gelächter, das den Aeußerungen des Abg. v. Kardorff �Ve, wirf, wohl auf ihn wie ein kalter Wasserstahl gewirkt Am«. Kardorff: Das Gelächter kam nicht ans dem ganzen «Sli sondern nur von den Sozialdentokraten, und da ist es er- •k l}ch- Seine damaligen Aeußertlngen sind von dem Reichstag A0 onfgesafjt worden wie von mir. �bg. Harth: Ich habe mich nicht für den Muhamedanismus „" gegen das Christenthum ausgesprochen, sondern nur historisch in'„.-"'Ustisch bewiesen, daß die Ersolge des Muhamedanismus �lrika außerordentlich groß, die des Christeulhums unendlich (iw. 9°wesen sind. Ich empfehle dem Abg. Windthorst, die Unter- DpMgen Jgnaz v. Döllinger's darüber zu studiren. Ter Nachtragsetat wird darauf der Budgetkommisston über- — Nächste Sitzung Mittwoch, 1 Uhr.(Militärvorlage.) S. A Im Rrichotag hat Abg. Stöcker folgende Anträge ein- Macht: IL, i) die verbündeten Regierungen zu ersuchen, in erneute Er- l?®u.ll9 ZU nehmen, ob und wie dem Handel mit Spiri- &"st en in den deutschen Kolonien durch Verbot oder Mschränkung wirksam entgegenzutreten sei; 1,. S2) die verbündeten Regierungen zu ersuchen, Maßregeln zu , llen, durch welche bei Festhaltung des Grundsatzes der Pietät gleichzeitige Wirten von Missionaren ver- edener Konfession in denselben Bezirken der deutschen �utzgebiete möglichst verhütet wird. ..., jjirt, Pitt in z,-Ur Hergarbriterbewrgung. Am letzten Sonntag fand .. Bockum eine außerordentliche Generalversammlung der Dele- «n des(alte») rheinisch- wensälischeu Betgarbeiter-Verbandes tn welcher an erster Stelle über das Verbandsorgan ver- bi.J.t wurde. Wir entnehmen einem Bericht der„Rh. u. 'iniS 9"" folgende Mitthciluug über die Verhandlung. Nach «T», früheren Beschluß soll die bisher in Zwickau gedruckte gtsleNi Bergarbeiter- Zeitung" in Rheinland-Westfalen her- �eickt. ni.ert)en- Nlehrere Verleger haben Anerbietungea eiuge- »ied' �ejeuige der Frau Jeup in Elberfeld wurde als die oou der Versammlung angenommen. Das Blatt soll SUi.1 orst vom 1. Juli(statt vom i. Juni) ab an dem neuen niz."göor.e erscheinen, und zwar bis aus Weiteres einmal C�ich; auch soll eine polnische Ausgabe veranstaltet wer- Seitens des Vorstandes wurde alsdann eine Revision w,. Statuts beantragt: die betreffenden Abänderungs- T-rl? g« sollen in einer der nächsten Nummern des die?°"dsorgans zum Abdruck gelangen. Die Versammlung sprach **NUichtiglUlg aus, 000t 0*0---|0is fort 4 t« e Ä- dieses revidirte Statut nöthigensäus so. "iiitscn» ,�ost treten zu lassen, event. aber daffelre auf dem �na?„ Bergarbeitertage als Normalstatut in Vorschlag zu %oi|iV_.®t_ne dritte Vorlage bezog sich aus die Errichtung von «ge tz�llstuaiistalten bezw. Verkausshallen' aus gemeinschaftlicher ftftlm 9«- Der Plan fand allerseits Anklang; es würbe be- iv-lZ�i?. die Errichtung genostenschastlicher Konsumanstalten, iu ip mindestens 3uo Theilnehmer um lassen sollen, energisch llm"'üou. Endlich wurde ein Antrag aus Bildung einer st,, ützungskasse für außer Arbeit gesetzte Bergleute genehmigt. Will" gesetzlichen Schivierigkeiten aus dem Wege zu gehen, stifti dlan dieselbe derart gestalten, daß die Höhe der Beitrags- ivz,. g s» das Belieden der einzelneil Ntitgtieder und die Ge- fta�u-ig von Unterstützunge» in das freie Ermessen des Vor- "loo gestellt sein soll. Der bezügliche Sayungsentwurs wurde "ommen und die Errichtung dieser Kasse fürs Erste in die von Schröder-Dortmund und Hön»i»gha>ls-Gelsenkircheii IUI i"1 Kydc-ZtarK wurde am Sonntag, wie die„Allg. Corr." »tu,* dm, mittheilt, eine Kundgedung von Eisenbahnbedlensteten sslrt.�.den Auspizien ihres Hauptverbandes zu Gunsten kürzerer wel�f zeit und höherer Löhne abgehalten. Das Meeting, an lv'�em sich etwa 16 UOO Personen bclheiligten, vettie, in größter W�ng. Es gelangte eine Resolution zur eiw.immigen solche erklärte, daß die Arbeitszeit ans 6s L-tunden in vernngert werden und eine wesenttiche Erhöhung �onlöhne herbeigeführt werden sollte. An. der der Ans Ärnnd des preßgesetzes ersucht uns Herr Philipp Schmitt um Aufnahme folgender Berichtigung: 1. es ist univahr, daß ich im Bureau der„Nordd. Allg Zeitung engagirt wurde, 2. es ist unwahr, daß Herr Schweinburg mir seine Mit. arbeiterschaft zusicherte. Herr Schmitt hat Recht: er ist in der That nicht im Bureau der„Nordd. Allg. Ztg." engagirt worden, sondern dieser weit- geschichtliche Vorgang spielte sich im Komtoir der Druckerei der „Nordd. Allg. Ztg." ab. Jedermann wird erkennen, daß das ein gewaltiger Unterschied ist, und daß Herr Schmitt nunmehr wie ein weißes Lämmlein vor seinen schwarzen Verleumdern dasteht. Herr Schweinburg dagegen sicherte in dem Expeditionslokal des„Volksfreund" in der Beuthstraße der ganzen Volksfreund. gesellschaft, in der sich auch Herr Philipp Schmitt befand, seine Mitarbeiterschaft zw— es stehen uns Leute zur Verfügung, die das vor Gericht beschwören werden. Die Wortklaubereien ziehen nicht mehr— aber wie steht es denn mit den Manuskripten resp. dem Papier aus dem Staats. Ministerium? Merkwürdig, sehr merkwürdig, daß Herr Schmitt in dieser Beziehung nichts zu„berichtigen" findet! Die Fokaikommifsto» ersucht uns um Aufnahme der 'olgenden Verhandlungen, aus denen genau der heutige Stand des Brauerstreiks zu erkennen ist. Die Angelegenheit nimmt das öffentliche Interesse in einer Weise in Anspruch, daß wir uns für verpflichtet halten, die Brauersrage eingehender zu skizziren, als es sonst wohl bei anderen Gewerkschaften der Fall ist. Der Lokalkommission ist es bisher unmöglich gewesen, in Versamm. lungen die nöthige Aufklärung über den Brauerstreik zu geben. weil von Seiten der Polizei bis jetzt bereits fünf Versammlungen verboten sind. Forderungen der Brauergesellen von Berlin und Umgegend 1. Unser Verlangen geht dahin, daß die Berliner Brauereien und der Umgegend sich ein für alle Male bereit erklären, mit der von den Brauergesellen von Berlin und Umgegend gewählten Lohn kommission über Arbeits- und Lohnverhältnisse in Verhandlung zu treten. Die Lohukommission betrachtet sich auf so lange Zeit als Vertreter der Brauergesellen Berlins und der Umgegend, bis durch eine allgemeine Bratierversammlung eine neue Lohnkom. Mission gewählt worden ist. Die Lohnkoinmission besteht gegenwärtig aus 12 Mitgliedern und zwar aus den Herren: L i e b e r i ch, als Vorsitzender, Hilpert, Hasch, Aug. Conrad, Koop,Bütt ner, Richter, Säbel, Schüffler, Wiede mann, Schneider und Kranz als Mitglieder. 2. Die jetzt in Berlin und Umgegend bei den Vrauergesellen eingeführten Branerbücher sind abzuschaffen und dafür Arbeits. zeugnisse einzuführen. 3. An Stelle des Zusprechens der Brauergesellen in den Brauereien von Berlin und Unigegend ist ein gut organisirter Zentral- Arbeitsnachweis einzuführen, von welchem die Brauer- gesellen zu entnehmen, steh die Arbeitgeber mit ihrer eigenen Namensunterschrift verpflichten. Beiderseitige, in jeder Beziehung kompetente Kommisstonen haben unter Zugrundelegung der eingereichten Statuten, die für den im Mai 1890 in Kraft tretenden Zentral- Arbeitsnachweis maßgebenden Statuten auszuarbeiten. 4. Eine Zentral-Herberge für Brauergesellen ist am 1. April 1891 einzurichten. 5. In allen Brauereien von Berlin und Umgegend ist eine lOstündige Arbeitszeit(ausschließlich 2 Stunden Ruhepausen) für jeden Arbeitstag einzuführen. Die Ruhepansen bestehen in: V: Stunde Frühstück und IVe Stunde Mittag oder Ve Stunde Frühstück, 1 Stunde Mittag und Va Stunde Vesper. Für die in Berlin domizilireuten Brauereien ist bei doppelter Kolonne die Arbeitszeit von 8—6 Uhr festzusetzen. Bei einfacher Kolonne kann die Ivstündige Arbeitszeit nur bis auf 14 Stunden ausgedehnt werden, einschließlich ffiuheprnisen, welche zusammen 4 Stunden betragen müssen. Für die Brauereien der Umgegend von Berlin können kleinere Verschiebungen in Bezug auf Schichtwechsel bei doppelterKolonne in der Weise stattfinde», daß entiveder von 7—7 Uhr oder aber weitgehendst von 8—8 Uhr gearbeitet wird. Demnach beträgt die Maximalarbeitszeit einer Woche sechzig Stunden bei doppelter Kolonne und 62 Stunden bei einfacher Kolonne. Die ganz nöthigen Ueberstunden sind an den Wocheutagen mit 60 Pf., an Sonn- und Feiertagen(gesetzlichen) mit 60 Pf. pro Stunde zu vergüten. Als volle Ueberstunde zählt jede Ueberarbeit, die länger als Vi Stunde dauert. 6. Die Entlassung der Brauergesellen in den Brauereien von Berlin und Umgegend hat nur von dem Braumeister zu erfolgen. Bei längerer Abwesenheit ist der jeweilige Vertreter hierzu be. rechtigt und verantwortlich. 7. Der monatliche, feststehende Minimallohn für einen Brauer. gesellen in den Brauereien von Berlin und Umgegend beträgt 120 Mark(in Worten: Einhundert und zwanzig Mark); muß jedoch aus Verlangen der BrauergeseUen jeder einzelnen Brauerei von Berlin und Umgegend an diese in wöchentlichen oder halb monatlichen Raten ausvezahlt werden. 8. Ein jeder Brauergeselle hat das Recht, auch außerhalb der Brauerei seine Schlafstelle zu nehmen. 9. Jeder Brauergeselle, der in einer Brauerei von Berlin oder Umgegend in Arbeil tritt, hat täglich 6 Liter gutes Bier, wie es zum Ausstoß kommt, zu erhalten. 10. Die Einstellung von Aroeitsleuten in den Brauereien von Berlin und Umgegend ist nur für solche Arbeiten zulässig, die nicht direkt zum inneren Brauereibetrieb gehören. 11. Sollten nachweislich Brauergesellen, welche für das Ge- samnitwohl der Berliner BrauergeseUen und die der Umgegend eingetreten sind, von den Arbeitgebern der Brauereien von Berlin und Umgegend gemaßregeli weroen, würde aus Anzeige solcher Fälle, nach genauer Untersuchung der Sachlage, die Lohnkoinmission die nöthigen Schritte veranla en. 12. Sollten etwa Brauere.en von Berlin und Umgegend diese Forderungen nach Bewilligung nicht strikte innehalten, so haben sich die BrauergeseUen die) er Brauereien an die jeweilige Lohn- kommission zu wnede», welche dann die nach genauer Unter- suchung nothwendigen Schrille veranlassen wird. Nachtrag: Diejenigen Vrauergesellen, welche die Arbelt in den Brauere.en von Berlin und Umgegend niedergelegt haben, sind auf ihr Verlangen wieder in ihre alte Arbeitsstelluug auszunehmen, die sie vor dem Ausstand innehatten und dafür solche BrauergeseUen, welche für diese während de» Ausslandes eingestellt wurden, soiveit nölhig zu entlassen. Sollte in Brauereien von Berlin und Umgegend während des Ausstandes der Betrieb eingeschränkt worden sein, so sind die Brauergesellen, welche gestreikt Häven, und wieder in dieselbe Brauerei ausgenommen werden wollen, als eingestellt zu be- trachten, und hat dann das Ausstellen von BrauergeseUen nach Maßgabe der Aneiennität zu erjvlgen. Die Lohnkommission ertaubt sich, als Vertreter der BrauergeseUen von Berlin und Umgegend vorstehende Forderungen vorzulegen. Die Unterschrift ist als Bewilli- gung der Forderungen der Vrauergesellen von Berlin und Umgegend anzusehen und verpflichtet auch, daß diese For- dernngen auch strikte erfüllt werden. Verlln, den 23. April 1890. Letzte Verhandlung der Lohnlom Mission der Brauergesellen mit dem Vertreter der Brauereien, dem Vrauereidirektor Rösicke. Anwesend die Herren: 1. Brauergeselle Lwbcr.ch � � Lohnkommission 3.' Säbel) der Vrauergesellen, 4. Buchdrucker Werner(von den ack 1—3 genannten Herren zugezogen)*),- G. Brauereidirektor Rösicke und 6.„ Arend. Herr Rösicke konstatirt zunächst, daß Herr Direktor Arend lhm mitgeiheilt habe, die Vertreter der Lohukommission der Brauer- gesellen wünschten noch einmal mit ihm in Verhandlung zu treten. Nachdem er den ü rigen Vertretern der hiesigen Brauereien hier- von Kenntniß gegeben habe, sei er bereit, in neue Verhandlungen einzutreten, iväre aber natürlich nicht in der Lage, bindende Er- klärungen abzugeben, müsse vielmehr die Entscheidung, soweit es sich um Fragen handele, die ihn nicht allein angingen, der Be- schlußfassung des Vereins der Berliner Brauereien vorbehalten. Der Vorsitzende der Lohnkommission, Herr Lieberich, erwidert hierauf, daß die Kommission stets zu Verhandlungen bereit und bemüht gewesen sei, den Frieden herbeizuführen, was Herr Rösicke auch in Bezug auf seine Person versichert und bewiesen zu haben glaubt. Die Vertreter der Lohnkommission legen die von ihnen zu- sammengestellten, dem Protokoll abschriftlich beigefügten zwölf Forderungen nebst Nachtrag vor. Dieselben werden vorgelesen und findet darüber eine Besprechung statt, deren Resultat das folgende ist: Ad 1 fragt Herr Rösicke, ob die Lohnkommission nicht bereit sein ivürde, den betreffenden Passus dahin abzuändern, daß die- selbe nach event. stattgefundener Einigung mit den Vertretern der Brauereien ihr Amt niederlegt und in einer zu diesem Zweck ein- zuberufenden allgemeinen Brauerversammlung eine neue Kam- Mission wählen läßt, welche alsdann als Ausschuß der Brauer- gesellen die in den vorgelegten Forderungen näher bezeichneten Aufgaben zu erfüllen hat. Die anwesenden Vertreter der Lohnkommisston erklären da- gegen, daß sie auf diesen Vorschlag nicht eingehen können, son- dern auf Erfüllung der Forderung, wie sie niedergeschrieben, bestehen muffen. Die Vertreter der Lohnkommission begründen dies dannt, daß sie nicht begreisen, warum sie ihr Amt freiwillig niederlegen sollten, nachdem der Friede geschloffen ist; es sei denn, daß der Wunsch hierzu von Seilen ihrer Kollegen ansdrück- lich in einer Versammlung oder aus ein* andere Weise genügend geltend gemacht wird. Zu Punkt 2 erklärt Herr Rösicke mit Zustimmung der Anwesenden, daß die Branerbücher bereits abgeschafft sind. Zu Punkt 3, betreffend den Arbeitsnachwels, bemerkt Herr Rösicke, daß die Mehrzahl der hiesigen Brauereien von vornherein bereit gewesen ist, einen solchen Zenlral-Arbeitsnachweis auf Gnind gemeinsamer Berathungen einzuführen und spricht die Ansicht aus, daß die Erfüllung dieser Forderung in der vorge- legten Form zu erreichen sein dürfte. Ter Vorsitzende der Lohukommission, Herr Lieberich, spricht namens derselben noch den Wunsch aus, daß dieser Arbeitsnach- weis baldmöglichst ins Leben gerufen werde. Zu Punkt 4, betreffend die Zentralherberge, bewerft Herr Rösicke, daß die Vertreter der Brauereien kein wesentliches Interesse an der Lösung dieser Frage haben, was von den anwesenden BrauergeseUen auch anerfannt wird. Zu Punkt 5, betreffend die Arbeitszeit in den Brauereien, spricht Herr Rösicke seine Ansicht dahin aus, daß diese Bedingung bereits in den meisten Brauereien ers.illt ist. Auf die Frage des genannten Herrn, ob die Lohnkoinmission damit einverstanden sein würde, daß die Ueberstunden auch»n den Pauschalbeträgen beim Monats- oder Wochenlohn verrechnet weroen können, erklären die Vertreter der Brauergesellen, daß sie ans genaue Jnuehaltuug der Bestimmungen zu Punkt 6 bestehen müssen, da dies auch im eigenen Interesse der Brauereien liege. Zu Punkt 6, betreffend die Entlassung der Brauergesellen, erklärt Herr Rösicke, da» seines Wissens die Frage schon jetzt so gehandhabt wird, wie sie hier zur Vorlage gebracht ist und glaubt versichern zu können, daß auch die Vertreter der übrigen Brauereien diese Forderung als eine berechtigte anerkennen. Zu Punkt 7, betreffend die Lohnverhältniffe der Brauer- gesellen, macht Herr Rösicke daraus ausmerksam, daß früher nur ein Monatslohn von 120 M. gefordert war. jetzt aber ein Minimal- lohn von 120 M. verlangt wird. Ter Vorsitzende der Lohnkommission erklärt in deren Namen, daß die Bezeichnung Minimallohn du Forderung nur dahin prä- zisiren soll, daß der feste Lohnsag von 120 M. ohne Rück ficht auf etwaige Tantiemen zu zahlen»st. Herr Rösicke äußert hierzu, daß seines Wissens schon jetzt in allen Berliner Lngerbiervranereien der Lohnsatz von 120 M. pro Monat resp. 28 M. pro Woche eingssührt ist, woraus die Ver- treter der Lohnkoinmission bemerken, daß dieser Lohn zum Theil nur unter Beibehaltung der früheren längeren Arbeitszeit bewilligt worden ist. Zu Punkt 8, betreffend das Recht der Brauergesellen, außer halb der Brauereien zu schlafen, erklärt Herr Rösicke, daß die Brauereien bei Erfüllung dieser Forderung in die schwierige Lage gebracht würden, daß die Gesellen nur theiliveise oder daß sie vielleicht nur zeitweise von diesem Recht, außerbald der Brauereien i schlafen, Gebrauch machen und somit die dafür hergestellten .siäume event. garincht ausnutzen würden. Die Vertreter der Lohnkommission bemerken hierzu, daß es den Brauereien unbe- nommen sein soll, den Gesellen die Wohnung ganz zu entziehen, 'ofern ste dafür ein« entsprechende Entschädigung zahlen. Zu Punkt 9 erklärt Herr Rösicke, daß der Haustrunk in dem verlangten Quantum nach seiner Kenntniß l» allen hiesigen Brauereien gewährt wird. Die Vertreter der Lohnkommisston geben dies fiir alle Brauereien nur in Bezug auf das Quantum, nicht aber hinsichtlich der verlangten Qualität zu. Zu Punkt 10, die Einstellung von Arbeitsleuten betreffend, ist Herr Rösicke der Ansicht, daß solche in den Berliner Lager- bieroranereieu nur in ganz vereinzelten Fällen und nur in Ermangelung von Brauergesellen gegenwärtig beschäftigt sind. Die Vertreter der Lohukommission erklären, mit dieser Vesttinmung nur vorbeugen zu wollen, daß für die Zukunft Brauergesellen nicht durch Arbeitsleute ersetzt werden. Zu Punkt 1 1, betreffend die Maßregelung der für das Ge- sammtwohl der BrauergeseUen Berlins und der Umgegend einge- tretenen Gesellen, bemerkt Herr Rösicke, daß dieser Punkt die Vertreter der Brauereien insofern nichts angehe, als dieselben ja auf die Thätigkeit der Lohukommission keine Einwirkung haben. Zu Punkt 12 bemerkt Herr Rösicke, daß auch diese Auge- legenhcit als eine solche zu bezeichnen sei, welche lediglich Sache der Gesellen bleibe, weil es fa diesen freistehen müsse, sich so oft an die Lohnkommisston zu wenden, als sie es für nöthig halten. Zu dem Nachtrag, welcher die Forderung der Wuderein- stellung derjenigen Gesellen betrifft, die die Arbeit niedergelegt haben, stellt zunächst Herr Rösicke die Frage, wieviel solcher Ge- sellen augenblicklich in Berlin noch anwesend sind. Die Vertreter der Lohnkommission erklären darauf, daß ste eine genaue Angabe *) Die Zuziehung des Herrn Werner hat ohne Vorwiffen der Herren Direktoren Arend und Rösicke stattgefunden; auch ist den- selben während der Verhandlung kerne Kenntniß davon gegeben worden, daß Herr Werner weder zur Lohnkommission noch über- Haupt zum Braugewerbe gehört. nicht machen können, daß aber die Zahl 200 bei Weitem nicht erreicht werden würde. Hierauf fragt Herr Nösicke, ob die Lohnkonnnission daran Ab. stand nehmen würde, daß auch solche Brauergesellen wieder ein- gestellt werden sollen, welche sich ihren Vorgesetzten gegenüber unpassend benommen haben. Die Vertreter der Kommission er- klären darauf, daß sie das insoweit zugeben ivollen, als ja die be- treffenden Gesellen selbst nicht den Wunsch haben dürften, in ihre frühere Stellung wieder einzutreten; jedoch könnten sie diese Aus- nahmen nur für die Brauereien gelten lassen, wo die in Frage kommenden Gesellen sich in gröblicher Weise gegen ihre Borge- setzten vergangen haben. Die Frage des Herrn Rösicke, ob alle ausständige» Brauergesellen sofort wieder einzustellen sind, wird von den Vertretern der Lohnkommission bejaht mit der Maßgabe, dclN dnaenen foiueit ofd Iint&mpnhin ipkf nvfteitenhß lNt»spsspn micis daß dagegen soweit als nothwendig jetzt arbeitende Gesellen aus- zustellen sind, jedoch nur aus der Zahl derer, welche nach dem Ausbruch des Streiks neu eingestellt sind. Auf die Frage des Herrn Rösicke wie es hiernach bei den- jenigen Brauereien gehalten werden soll, welche z. B. durch Be- endigung der Mälzungsperiode so wie so gezwungen sind, ihr Personal zu beschränken, erkläre» die Vertreter der Kommission, daß auch in diesen Brauereien die ausständigen Gesellen nur iuso- rveit einzustellen sind, als nach Ausbruch des Streiks neu eiuge- tretene Gesellen in der Brauerei beschäftigt werden. Die Ver- treter der Lohnkommisston setzen hierbei voraus, daß diejenigen ausständigen Brauergesellen, welche hiernach nicht sogleich An- stellung dekommen tonnen, das erste Anrecht auf späterhin frei- iverdende Stellen haben. In Rücksicht darauf, daß nach Ansicht des Herrn Rösicke die vorbezeichnete Forderung von den Brauereien schwerlich bewilligt werden würde, fragt derselbe die Vertreter der Lohnkommission, ob sie nicht bereit wären, diese Rachtrags-Forderung dahin umzuändern: daß die Vertreter der Brauereien nur verpflichtet sein sollen, die ihnen von der Lohnkommission als zum Ausstand ge- hörig bezeichneten Gesellen je nach Bedürfniß wieder ein- zustellen mit der Maßgabe, daß die Brauereien bei allen von jetzt ab erforderlich werdenden neuen Einstellungen die ausständigen Gesellen so lange in erster Reihe berück- sichtigen, bis sie sämmtlich rvieder Arbeit erhalten haben. Er empfiehlt diesen Vorschlag u. a. auch deshalb, weil dann die betreffende. i Leiter der Brauereien nicht in die Lage versetzt würden, durchweg dieselben Gesellen wieder einzustellen, die vor- her bei ihnen die Arbeit niedergelegt hatten und daß sie ferner alsdann nicht gezwungen wären, solche Brauergesellen ohne Weiteres zu entlassen, denen sie von ihren« Standpunkt aus da- für zu Dank verpflichtet sind, daß sie während des proklamirten Ausstandes bei ihnen die Arbeit aufgenommen haben. Die Vertreter der Lohnkommission erklären hierauf, daß sie nicht kompetent sind, hierüber zu entscheiden und dieserhalb erst ihre Kollegen befragen müssen. Herr Rösicke fragt schließlich, ob die Gesellen auf die Unter- zeichnung der früheren Resolution verzichten. Die anivesende» Vertreter der Lohnkommission bejahten diese Frage und erklären, sich sür den Fall einer Einigung dainit zufrieden zu geben, daß ein entsprechendes Protokoll von beiden Theilen unterzeichnet «vird. Vorgelesen, genehmigt, unterschrieben: Richard Rösicke. Fr. Lieberich. Wilh. Richter. K. Rat h m an», Protokollführer. Heute, an« 9. Mai 1890, Mittags 12 Uhr, erschienen in «neinem Privatbureau die Mitglieder der Lohnkommission, die Herren Lieberich und Richter, und erklärten, daß die gestrige Ver- sammlung der Brauergesellen beschlossen habe, auf den im Protokoll enthaltenen Forderungen, bezüglich der Wiedereinstellung der streikenden Brauergesellei«, zu beharre» und die Frage, ob sie eventuell bereit«vüren, auf den von mir gemachten Bermittlungs- Vorschlag ei,«zugehen, zu verneinen. Richard Rösicke. Der DathsKeUer, der mit Genehmigung der Stadtverord- neten-Versammlung bekanntlich von« 1. Oktober d. I. ab an den Restauratenr der Markthalle in der Dorotheenstraße, Herrn H. Falkenberg, für die jährliche Pachtsumme von 45 000 M. verpachtet wurde, ist,«vie aus einem Herr,« H. Falkenberg soeben zugegangenen Schreiben der Baupolizei hervorgeht, von dieser zu GastwirlhSzivecken nicht mehr tauglich erklärt«vorden, da der untere Rand der Fenster«velt über einen Meter über die Sohle (Fußboden) des Kellers hinausragt,«vas gegen die neuen bau- polizeilichen Vorschriften verstößt. Das Polizeipräsidium wird hiernach nicht in der Lage sein, einem bei ihm etwa eingehenden Gesuche des Herrn Falkenberg um die Schankgerechtigkeit im Ralhskellcr Folge zu geben. In betheiligten Kreisen ist man mit Recht auf de» A««sgang der Angelegenheit auf's Höchste ge- spannt. An Ketr«ff de» geraubten Kinde» Ken» neigt man jetzt immermehr der Ansicht zu, daß sich das 5lin0 oder dessen Leiche in Berlin befinden wird. Die sorgfältigsten Recherchen der um- liegenden Amtsbehörden bis in die«veiteste Umgebung haben absolut keinen Anhalt ergeben, daß das arme Wesen nach außer- halb verschleppt«vorden sei. Es fehlen, der„Post" zufolge, aber bis hellte überhaupt jegliche Spure» über den Verbleib des Kin- des. Dasselbe ist, wenn man die Aussagen des dreijährigen Schwesterchens der Verschwundenen als unbedingt glaubhast an- nimmt, daß nämlich die Kleine durch ein Weib sorlgesührt«vor- den ist, vielleicht auf Anreglmg eines Wüstlings geraubt«vorden. Es dürste sich empfehlen, daß das Publikum, wie es schon östers in dergleichen verivickelten Fällen mit Erfolg thätig gewesen, mit Ausmerksainkeit de» Raub verfolgt und auch die unscheinbarsten Verdachtsmomente der Kriminalbehärde anzeigt.— Frau Heno ist von der Reise, welche sie am Sonnabend nach Bötzow unter- nominell hatte, zurückgekehrt, nachdem sie sich davon überzeugt hat, daß das be« einem verdächtigen Ehepaar entdeckte kleine Mädchen ihre Tochter«licht ist. A,n Ln»d,t>ch«lia„al soll zur Verbesserung und Beschleuni- gilng der Schifsfahrt eine Anlage eines am Ufer laufenden Seil- zages, an welchem die vorbeifahrenden Schifte nach Belieben an- haken oder von dem sie sich ebenso vhne«veitere Unbequemlichkeit «vieder loslösen könne», hergestellt werden. Diese Einrichtung bietet einen gewissen Ersatz für die Ketten- und Schleppschifffahrl, «veshalb man schon daran gedacht hat, dieselbe auch aus der Nnterspree, sowie zur rascheren Verbindung Berlins»nit der Elbe anzliwenden. Die versnchsiveise erfolgte Einrichtung des Seil- zugcs hat sich bei dem Oder-Spreekanal erprobt. Auf de»» Dölthofsplatzr entfernt man jetzt die winterlichen Tannen der Mittelpartie, um nach dem Vorübergange der drei gestrengen Herren die sommerlichen Palmen an ihre Stelle zu setzen. Auch die Springbrunnen sollen in Gang komlnen. Man fährt zu ihrem Belage künstliche Tuffsteine auf.' Schon wieder ist über eine Klutthot?n berichten: Vorgestern Nachmittag um 3 Uhr>v,»rde an der Wohnung der Oranienstraße 3 wohnende» Frau Drucks, die von ihrem Manne geschieden ist, geklingelt und Einlaß im Namen des Gerichtsvoll- ziehers verlangt. Als Frau Drucks öffnete, drängte sich ihr Ehe- mann, den sie kurz vorher zur Zahlung der schuldigen Alimente aufgefordert hatte, durch die Thür in die Wohnung, schlug sofort aus seine Frau ein, und brachte ihr elf Stichwunden bei, von denen die eine««««r um Haaresbreite die großen Gefäße vermieden hat. Mit den Worten:„So, nun hast Du genug", verließ hierauf der Unhold die be>vußtlose Frau«md hat noch nicht festgenommen «verde«« können. Der jüngste Sonnt«, goverkehr war infolge des schonen Wetters ein so gewaltiger,«vie er seit langer Zeit nicht gewesen ist. Tie halbe Bevölkerung schien auf der Wanderung zu sein, und besonders nach Westen ergoß sich eine«vahre Hochfluth von Menschen. Sämmtliche Bahnhöfe waren überfüllt. Zu Taufen- den harrte» die Menschenmassen der Züge der Stadt- und R,ng- bahn, um die Wagenabschläge in, Sturm zu nehmen und sich zu fünfzehn und gar zwanzig Personen hinein zu drängen, so daß drinnen Alles in drangvoll fürchterlicher Enge saß und stand. Dampfbahnen, Pferdebahnen, Omnibusse fuhren voll beladen dahin. Am Brandenburger Thore standen lange Reihen von Krentseri«, die sich in wenigen Minuten füllten. Und zu alledem ein«vahrer Korso von Droschken und Privatwagen, die sich die Eharlottenburger Chaussee«md den Kurfürstendamm hin- unter zum Grnneivald ergoß. Auch an diesein Sonntage zeigte sich, daß die Verkehrsverhältnisse noch immer nicht genügen. Insbesondere ist die Stadt- und Ringbahn nicht in« Stande, den Andrang zu bewältigen. Es soll der Verwaltung hiermit kein Vorwurf gemacht«verde», erfordert doch die Sicherheit des Be- triebes, daß die Zahl der Züge nicht ins Un gemessene gesteigert und die Zahl der Achsen nicht über die äußerste Grenze ver- mehrt«vird. Die Leistungsfähigkeit einer solchen Bah«« ist eben außer von einem guten Maß nothivendiger Vorsicht abhängig von der Zahl der Geleise und von den Anforderungen des Extern- Verkehrs. Zivar beha pten„kühne" Eisenkonstrukteure, daß sich eine Steigerung der Leistungsfähigkeit durch Errichtung eines ziveiten eisernen Viadukts uiii vier Geleiseanlagen mit dem schon vorhandenen Viadukt ermöglichen lasse, da dieser für einen solchen Etagenbau genügende Tragfähigkeit besitze. Solche Hirn- gespinnste haben aber keine Aussicht auf Verivirklichung und bringen demgemäß keine Abhilfe. Der geivaltige Sonntags- verkehr kann überhaupt als für solche kostspieligen An- lagen nicht ausschlaggebend sein. An solchen sonntäglichen Sonimertagen hat eben einzusehen ein mobiles Wagenkorps, so etiva tausend zwanzigsitziger Kremser, welche in Summa 20 000 Personen befördern können. An solchen Fahrzeugen herrscht aber ziemlicher Mangel. Und«veit mehr wie auf Stadt- und Ring- bahn ist das Augenmerk zu richten auf die Vermehrung von Dainpfbahnstrecken, die von geeigneten Punkten der äußersten Stadttheile hinaus ins Freie führen. Was in dieser Beziehung bis jetzt oorhanden ist, kann nur als«venig ausreichend bezeichnet «verde««. Und endlich ist darauf hinzuiveisen, daß die Linien der Pferdeeisenbahn, insofern dieselben nach Westen führen, nicht ge- nügend in der Breite vertheilt sind, sondern in einen« Hauptzuge bis zmn Zoologischen Garten führen, so daß nothivendiger Weise eine oft einpsindsame Langsamkeit des Verkehrs eintreten muß und dem Publikum die Möglichkeit entzogen«vird, zu den anderen schönen Punkten des Westens zu gelangen. Auf einr»euliche Mittheil,«,«g der..Uolka-Ztg.", die«vir an dieser Stelle«viedergaben, schreibt jetzt die„Kreuz- eitung";„Sowohl die Zeitung„Das Volk", als auch die wuckerei derselben befinden sich nicht mehr in dem Besitz der „Aktiengesellschäst für Verlag und Druckerei"(Wilhelnistr. 30/31). Sie sind in das Eigenthum mehrerer Parteimänner übergegangen. Der Fortbestand des„Volk" ist gesichert. Die„Aktiengesellschaft für Verlag und Druckerei" dagegen ist in der Auflösung begriffen." Ein Wpfei* de»' Tumulte in Köpenick. Unter diesem Titel schreibt die„Volks-Ztg.": Der Maler Max Kloth fuhr am Abend des 22. März»ach Schluß der Arbeitszeit von Berlin nach Köpenick. Er ging zunächst in seine Wohnung auf dem Kietz und besuchte alsdann nach Erledigung einiger Einkäufe noch ein Restaurant. Das Lokal«var mit Schutzleuten gefüllt, und der Wirth trug Bedenken, ihm das verlaugte Glas Bier auszu- händigen. Kloth«vollte deshalb das Wirthszimmer«vieder ver- lassen,«vurde aber an der Thür von einem Schutzmann ange- halten, der ihm zurief:„Das ist auch ein Hallunke aus Friedrichs- hagen!"und ihm sofort die. vandschellei« anlegte. Gegen'.ä/s Uhr«vurde er«n das Köpenicker Amtsgefängniß abgeliefert,«vo ihn zivei Gen- darmen in Empfang nahmen, von denen der eine ihn mit den Worten empfing:„Gestehe, wer der Mörder des Gendarmen Müller ist!" Sieben lange Wochen hat Kloth darauf im Gerichtsgefängniß zu Köpenick verbracht. Die Zelle Nummer 7 mißt nur 23 Kubikmeter, und diesen engen Raum hatte er vierzehn Tage hindurch mit noch zivei anderen Gefangenen zu theilen. Am Freitag der vergangenen Woche wurde er endlich aus der Haft entlassen. „Was fange ich nun an?" frug er den Amtsrichter, der ihm die Freiheit«vieder zurückgegeben hatte. Ein Achselzucken war die alleinige Antivort. Vorhin saß das Opfer eines unbegründeten Verdachtes vor uns in der Neda tionsstube, bleichivangig, hohl- äugig und gebrochen. Was sängt der Mann an? fragen«vir unsere Leser. Vielleicht sinke«, sich unter ihnen einige, die ein Scherflein beisteuern können und mögen, die Nothlage des ent- kräfteten und arbeitslosen Mannes zu mildern. Die Expedition der„Volks-Zeitung" ist zur Entgegennahme etivaiger Gaben gern bereit. zlnte»' de«» perf»»«»», welche für das in Äerlin zu errichtende Bismarck-Denkmal größere Beiträge gezeichnet haben, befindet sich auch Professor Schivcninger mit 100 M.— Trotzdem scheint der eheuialige Reichskanzler seinein Leibarzt doch nicht ganz zu trauen, denn in seinem Testament soll sich eine letzt- «villige Verfügung finden,«welche es den weiblichen Mitgliedern der Familie Bismarck auf das Strengste untersagt, in Be- gleitung des Professor Schiveninger das Grabmal des ehemaligen Reichskanzlers zu besuchen. palizeiliericht. An« 12. d. M. Morgens sprang der in Groß-Schulzei«dorf bei einen« Bauern in Pflege befindliche und von dort entlaufene 12jährige Knabe Frödrich an der Schillings- brücke in die Spree, wurde jedoch noch lebend aus dem Wasser gezogen«md nach der Charitee gebracht.— Zu derselben Zeit wurde der Arbeiter Naujock in einer Kanalisationsgrube der Straße 8A, Ecke der Thurmstraße, beim Verlegen eines starken Druckrohres durch nachstürzendes Erdreich verschüttet««nd erlitt eine Quetschung der Brust, so daß er nach dem Krankenhause in den mußte.— Als Vormittags der Roll- Moabit gebracht«verde«, klitschcr Franke vor dem Hause Anhaltstraße 8 das Handpferd bei««« Ausgleiten durch scharfes?lnziehen der Leine vor dein Stürzen beivahren«vollte, verlor er das Gleichgeivicht und fiel von« Wagen, so daß ihm das Vorderrad über den rechten Fuß ging. Er erlitt dadurch eine so schivere Verletzung, daß seine Ueberführitng»ach der Charitee erforderlich«vurde.— Zu derselben Zeit stürzte der Arbeiter Wache auf dem Neubau Bad- straße 42/43 aus den« dritten Stock in den ziveiten hinab und erlitt dabei so schivere Verletzungen, nainent- lieh am Hinterkopf, daß er bald daraus verstarb.— Kurze Zeit darauf fiel vor de»« Hause Rosenthalerstraße 9 eine 72jährige Frau infolge eines Fehltritts und brach die Kniescheibe, so daß sie nach dem St. Hedivigs-Krankenhause gebracht«verde«« mußte.— Nachmittags«vurde ein Mann in seiner Wohnung am Molkenmarkt erhängt vorgefunden.— Zu derselben Zeit«vnrde im Landwehr-Kanal vor dem Grundstücke Plan-User Nr. 1 die Leiche eines neugeborenen Kindes aufgefuiiden.— Abends wurde ein Mann vor den« Hause Alte Schönhauserstraße 60 von einen« Omnibus überfahren und erlitt einen Bnich des linke» Oberarms, soivie eine schwere Verletzung des Kopfes. Er wurde nach der Charitee gebracht.— Zu derselben Zeit schlug vor den« Hause Brunnenstraße 129A infolge eines Streites der Arbeiter Fellborn dem Schlosser Lemke mit einer Flasche ins Gesicht und brachte ihn, dadurch eine so schivere Verletzung bei, daß er nach Anlegung eines Nothverbandes nach der Charitee gebracht«verde» mußte.— An« 13. d. M. Morgens«vurde vor dem Hause Fleniiningstraße 1 hinter dort aufgestellten Kanalisationsröhren die Leiche eines neu- geborenen Kindes aufgefunden. Drozest Wnrnebolb und(ßenofTtu.(Urtheilsverkündigung.) Die llrtheilsverkündigung in diese», Riesenprozeß fand gester» Vormittag iin kleinen Schivurgerichtssaale statt. Vorsitzender Landgerichtsrath Friedländer eröffnet die Sitzung«im 9 Uhr. Auf die Anfrage, ob noch einer der Betheiligten etwas zn sagen habe, erbittet sich Angeklagter Warnebold nochmals das Wort, um darauf hinzuiveisen, daß er nicht in diesem Saale sich be- fände,«venn er wirklich die ihn« zur Last gelegten Bergchen Verbrechen begangen hätte, denn dann«väre er sicher im«P geblieben und nicht 62 Stunden nach Berlin gefahren, um j ■'....."■"— Durch Verfügung dein Untersuchungsrichter zu stellen. maligen Chefs der Admiralität sei Lac, rc-- g Lieferung für die Marine bereits ausgeschlossen gewesen,. mühsam aufgebautes Geschäft sei dadurch mit ei nein ScY_ «vieder zerstört gewesen und er hätte sich auch im «vieoer zergor« geweien uno er ya««e fia« uiiuj u»■""'•" n,,.;, neues Geschäft gründen können. Er sei aber deshalb nach-s � gefahren, um vor seinen armen Kiildern nicht als Betrüge Urkundenfälscher erscheinen zu müssen. Er sitze jetzt bereit- CW»____ jL-•«>-- i-___ f____ t......-O f.. r 4- Q» CVDrtSilTTT linu 4V4.I.UJlWtJl|U«.(Vi;tV t«.(«»VI» sZ«v II. V Monate in Untersuchungshaft, kein Tag ohne Medizin uno un, seine Freisprechung.,«. Hierauf verkündet der Vorsitzende d n*, th e i l dahin: Haspelmath ist der Beihilfe zum Be nichtschuldig und deshalb freizusprechen, dagegen der, schuldig und zn 2 Jahren 3 M o n a t e n Gesang«'�. Anrechnung von 9 Monaten auf die Untersuchungshaft zu urtheilen. Außerdem ist er ans 3 Jahre für unfähig erklärt. de», öffentliche Aeinter zu bekleiden. Lax«st ganz l« ch I gesprochen worden.— Warnebold ist in 2 üg":.> Bestechung, in einem Falle des Betruges und in einen« Fau Urkllndenunterdrückung flir schuldig befunden und zu 2 � J 6 Monaten Gefängniß unter Anrechnung von 8.vto« ,J ans die Untersuchungshaft verurtheilt«vorden.— Luv«? 1 wegen Vergehens gegen§ 331 zu 1 Monat®«4 ,u"oe e verurtheilt, die ganze Strafe aber a«ls die Untersuchung? W,, 1 genielde gerechnet«vorden.— Angeklagter Graboivski ist ff e/» Schluß sprachen«vorden und den« letzten Angeklagten 3? j■. no«i« cki hat der Gerichtshof«vegen Vergehens gegen 6» 30 M. Geldbuße event. 10 Tage Gefängniß verurtheiu kasse sür verfallen erklärt. Schulimachrr. Durch einmüthiges Zusammenhalte � Kollegen der Friedrichstädtischen Geschäfte ist es gelungen,., Forderungen in folgenden Geschäften durchzubringen: Go«■■ Unter den Linden; Pristazy, Behrensiraße; Breitsprecher,, Wilhelmstraße; Denlyer, Charlottenstraße; Tearneborg, M • oriinnff smiiff«* StriiOiTirhftrnße. Die über diese w/'- Das Zentralbureau Alte straße; August Müller, Friedrichstraße. verhängte Sperre ist aufgehoben. Das«y'-f a# straße 83 ist ausgehoben. Weitere Auskunft ertheilt Joses «neier, Kronenstr. 63/69, Hof 2 Tr. m In der Aktiengesellschaft üchäffer& DJaldw* t,( für gemaßregelte Arveiter Entlassungsscheine ausgeserlig«, nummerirt sind. Es liegt die Vermuthung nahe, daß � Nummern mit den gleichlautenden Numlnern einer schwarzen �.., korrespondiren, welche von Seiten der Fabrikanten gegen» liebige" Arbeiter in Umlauf gesetzt ist. Kartonarbritrrinnen und-Arbeitern wird Arbeit» J gewiesen nur durch die Komiilission, Andreasstr. 26 be« mann. Achtung, Tischler! Folgende Werkstellen sind wegen regelung von Kollegen bis auf«veiteres zu � meiden (Aktiengesellschaft), Prinzen-Allee 73/76; Neumeier(Werkst« Klaviere), Briyerstr. 7..m Achtung. Tischler! Die Kollegen der WerkstelK Tischler! Die Kollegen der Werkstelle Prinzessinnenstr. 24, sind mit dem Meister«vegen der in Differenzen gerathen. Allen in der chirurgischen Krauche beschäftigte«-� »'«fogenofse» zur Nachricht, daß der Streik bei H. P' Artilleriestraße, beendet ist. Alle Forderungen sind beivimg«, Der Streik der Tischler Flensburg» dauert»>> ändert fort. Nicht« /Sl' VevsÄnrntluttge». * Eine Dersammlung der Dergolder tagte am abend, den 10. Mai, in Feuerstein's Salon, Alte JakoblPjj behufs Stellungnahme zu dem Ottenser Streik. Ins P»�. «vurdei« geivählt die Kollegen Möhring, Wilsky, Fries. Hältnisse in Ottensen, Wesseling und Niederbreisig wurde-L nügeiid detaillirt«md den betreffenden Kollegen 500, 30» � 100 Mark bewilligt. In diesen großen Summen liegt der S Beweis für die Rechtlichkeit des Streiks. Ferner wurden"- „Verschiedenes" den Kupferschmieden und Metallarbeiter«� 30 Mark bewilligt. Zum Schluß«vurde der Antrag, daß.>.■< durch den ersten Mai außer Älrbeit Gekommene«vie ein Streit zu unterstützen sei, einstimmig angenommen, sowie die Resolut' � betreffs der Berliner Brauereien und Cigarren- und T« firmen. Achtung, Notzrleger: Eine öffentliche Berfammlung der Rohrles' x!« fa*« HnSnf CITl 1 vn aATi Sam t J SJlfli/ Helfer Berlins und Umgeaend findet heute, Milnvoch, den 14 Mai,' 8 Uhr, in Feuerstein's Lolal, Alte Jaknbslrab- 75, statt. I. Die Lage unseres Streits. 2. Verschiedenes. Alle diejenigen >...... iltgt ist, find hierdurch befonvec- denen der Tarif noch nicht bewilligt geladen. Achtung! Volts-Tribüne Berliner Arbeiter-Kildunssverei»! Die in der, angekündigte Verfainmlung zmn«4. d. Mts. findet nicht fi-Z Lehmann, Schivedterstr. 23, fondern in der Aktienbrmierei Friedn»� (früher Lips), Abends 8% Uhr, stall. Referent ist Reichstagsadfleo Vrnhns aus Bremen. Alle Senoffen find hierzu eingeladen. Aufnah«" Mitglieder....* ilnlladiitlni)..tultioe A rüder", jeden Mittwoch, Abends Restaurant Liewald, Mariannenstr.«0. Baste willtomnien. Neue*' «Verden anfgenoimnen. ,.„..{i»/ Freie Bereinigung der Kanfieut». Tonnerstaa(Himmelfag.� den«s. Mai: Herrenparite nach Erkner, Kallberge Rüdersdorf ic. Bahnhof Alerande rptah Morgens s Uhr 5 Mi», präzise. Nachzügler Mittags I Uhr 10 Min. von« Bahnhof Aleranderplatz»ach srtiier- punft: Woltorsdorfsr Schleuse. ah'1'- fsrohe öffentliche>><««.,,»»Illing sür sämmtliche Zimmerer 1/ »nd Ztingegrnd am Mittwoch, den 14. Mai, Abends 8% Uhr, in Ma> fülen(früher He«, brich), Benlhflr. 20—22. Achtung! Den Mitgltedrrn der Zentral-Krankenkaffe der Maurer, �«1 Hauer:c.,_,,(9tuub'tctn zur Einlgtett", zur Nachricht, daß die Biliös, 3» nchit am Mittwoch, den 14. Mai, sondern am Freitag, den 16. Mai, 8«Ihr, Beuthslr. 20 stattfindet. «/«., UlUlllllUVl.•,"w, AUge,»einer WetaUnrdeiter-Perein Kerlin» und zlingegf«',/,.,/ Mitlwach, den«4. Mai, Abends 8 Uhr, in« Königstadl-stafino, Tagesordnung: I. Vorlrag�d.-s vsJPz 6s; fnafie 72, grobe Versammlung fnb baß H mann. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschieden � Fragefaste». Fn dieser Verfainmlung sind Sammellisten und Frage- Haben und können solche daselbst abaclieferk werden.„„w, SZeseUiger j,t»b„proietariat" lagt jeden Mittwoch, Abends 3' Lofal des Herrn Hctndorf, Langestr. 70. Gäste willkonunen.— Das a«» tag, de» 18. Mai, stattfindende Vergnügen im Reuslädler Volksgarti", lauerstrabe, ist Nnistände halber aufgehoben. jlrrband der deutsche»«Zold-«nd Silberarbeiter und gl Berufsgenossen.(Zahlstelle Verlin.) Miltlvöch, den«4. Mai, Abend« bei Feuerstein, Atte Jakabstr. 7«, Mitgliederversammlung...elftl), Stein»leben! Die Herren-Fnbpartte findet am Donnerstag(©in!!?„t6!S nach Pichelsberg.' statt. Abmarsch 7 Uhr Morgens vom Brande« gl Dhor. Tie Schöneberger und WilinerSdorfer Kollegen fchltebsn ft« Morgens in Westend an., Kachverein der Tischler für den Westen und Hallefchen Thor s,«' Mittwoch, de» i«. Mai. Abends 8% Uhr, in Habel'S Braueret, B«" straße 5—7, große Verfainmlung. Nerein der Ktenipner Kertin«»nd zlmgegend. Große Berfas"� -------' bei« 14. Mai, Abends 3 Uhr. in Joel'« Ealo», am Mitttvoch, straße 21. Verantivortlicher Redakteur: Gurt Knalle«n Berlin. Druck und Verla« von Ma» Kadiug in Berlin 8W., Beuthstraße 2, Depeschen. (zKolsfa Telegrapheit-Kuvea»«.). Kamburg. 13. Mai. Abends. Seit 6V: Uhr Abe>>°' die Gaslieseruiig«vieder aufgenommen. Die Direkt« � die Streikenden aufgefordert. innerhalb 24 Stunden j/ Anerkennung der Fabrikordnung wieder einzutreten, da m entlassen würben; es seien genügend Hilfskräfte vorhanden den gestrigen Tumulten waren die Gasarbeiter nicht bely Für heute Abend sind zwar Schutzvorkehrungen getroffen,> wird kein Exzeß envartet..»f Rom, 13. Ma«. Wie aus Avigliano gemeldet«vird,. dortige Kngelgießerei abgebrannt. Bei dem Unglücksfalle.V 14 Personen das Leben eingebüßt, mehrere sind verivlindetü�/ 2. Beilage zum Berliner Volks Nr. HO. Mittwoch, den 14. Ittrtl 1890, 7. Jahrg. (Kerittklv-Heikuirg. f1.t,vrut Warnung für Zimmerver»»i«thrr kann eine Ver- S*K« � ,enen' welche kürzlich vor der Kl. Abtheilung des MFngerichts stattfand. Die Zimmergesell P/schen Eheleute bpl Srn«'* wegen Vergehens gegen die Gewerbeordnung auf Kü�rÄ?�ank. Die Angeschuldigten haben gegenüber der 3imJ fer"? eine so große Wohnung gemiethteh daß sie zwei OlMmer an Einjährigfreiwillige abgeben können. Einer derselben dab"Zeigen Herbste mit seinen Wirthsleuten das Abkommen, u-E wm"ach dem Vormittagsdienst das Frühstück geliefert wurde Snmfv er so vorzüglich bedient, daß er noch mehrere seiner wsm" aufforderte, sich gleichfalls von den P.'sche» Eheleuten �Men zu lasten. So kam es. daß sich eine Zeit lang fünf *'Wucksgaste einfanden. Die Anklage erblickt hierin das Ge- pn�e ew�c Speisewirthschaft, welches der Steuerbehörde hätte '2%. werden müssen und der Staatsanwalt hielt nach .«er Beweisaufnahme die Anklage aufrecht, trotz- die � Beschuldigten versicherten, daß sie an dem Essen ii*« und keine Ahnung davon gehabt hätten, daß sie Sfrn- f.F wachten. Unkenntniß des Gesetzes konnte nicht vor i,™� schütze», der Staatsanwalt beantragte gegen den Ehe- „i!s das doppelte der Hintergangenen Jahressteuer 108 M. ttw 5e®.en die Ehefrau 20 M. Der Gerichtshof erkannte aber K.&.T �rechung, weil es sich uni eine aus wenigen Personen (2% geschlossene Gesellschaft handelte. Diese Anschauung � der Staatsanwalt nicht für zutreffend, er legte Berufung ein, beantragte im gestrigen Termine vor der zweiten Instanz die »lim fllbg derAngeklagten. Der Gerichtshof erkannte an, daß rtstgoi die Gewerbeordnung vorliege, erkannte aber . Freisprechung der Angeklagten, weck der Sachverhalt . äugend aufgeklärt schien. «erhört« Auitsüberfchveituuge» eine« Kchuhmannes gestern in einer Verhandlung vor der ersten Strafkamnier M?en Landgerichts I an's Tageslicht. Unter der Anklage der ,.�'d.gung und des Vergehens im Amte stand vor dem genann- Gerichtshofe der Schutzmann August Krahl, ein schon t. �er Beamter, welcher Jahre lang in der Berliner Schutzmann- P?!* beschäftigt ist. Es ist ein merkivürdiges Zusammentreffen, ..j.dtt gegen ihn auftretende Zeuge, der Buchbinder L i p p k e, itcher von den» Angeklagten auf's Aergste mißhandelt [Ja' �lbst der Sohn eines Schutzmannes ist und der Mre has Strafverfahren gegen seinen Kollegen ver- c,j öt hat. In der Nacht zum 21. September wurde der Zeuge JP?« wegen eines Straßenlärmes durch den Schuhmann Abi ß aus die Wache des Sö. Polizei- Reviers gebracht. hatte er die Schwelle des Wachtzimmers überschritten, «hn der dort diensthabende Slngeklagte in Empfang nahm "P.f os ort mit eine m F a u st s ch l a g tu's Gesicht be-- °wßte. Er redete den Sistirten auch ohne Weiteres mit„Du" s? und als sich dieser solches verbat, nannte er ihn einen„ver- Achten Lausejungen" tmd schlug wieder auf ihn ein. Dann 'We eine weitere Flulh von Schimpfwortcn, wie„Ludwig", -'Hund",„Lümmel" und als derselbe bemerkte, daß er ein anstän- Mensch sei und sich solche Behandlung nicht gefallen zu "Ken brauckc. reanete eS ivieder Obrfeiaen und der Anaeklaate «in •)«: brauche, regnete es tvied'er Ohrfeigen und der'Angeklagte te den Zeugen an:„Setze Dich nieder!" Als Lippke diesem ft-tehl nachgekommen war, sprang ihm der Angeklagte an den und drückte ihm mit dein Daumen die Kehle zu. Das ivar iii t Zeugen denn doch z» toll und er schlug nun selbst .K den Schutzmann ein. Die Folge davon ivar, daß er & K «n % d Oai ä«(K Hilfeleistung des als Telegraphist beschäftigten Schutzmanns ,'Kittel, welcher bis dahin dieser ganzen jetpöreuben Szene t h e i l n a h m l o s beigewohnt l t e, geknebelt wurde. Ja noch mehr: in diesem wehrlosen Wand stieß ihn der Schutzmann Krahl vom Stuhl herab, so $ er auf die Fessel fiel und sich die Hüfte verletzte. Dann Annandirte der Angeklagte wiederholt„Gerade Sitzen!" und der Zeuge dies nicht vermochte, drohte er, ihn mit dem ,, euziemer zu zerschlagen.— Diese Leidensgeschichte des Zeugen JJPpkc tonnte fast als die Ausgeburt einer erhitzten Phantasie »wen, wenn nicht drei völlig ciuwandssreie Zeugen den Lipple i,„. jenem Abend aus die Wache begleitet hätten Wort für Wort die Erzählung desselben be- KUgten. Sie bekundeten, daß Lippke auch nicht den geringsten Zln- K zu dem unerhörten Vorgehen des Beamten gegebe» habe und Jp der Angeklagte auch nicht einmal sich auf Trunkenheit be- Zlen könne. Außer dem Angeklagten war tm Anfang jener wlsne auch noch der transportirende Schutzmann, ein Nacht- "chter und der Telegraphist zugegen, die ersteren haben sich, .Zw) der Bekundung der Zeugen, sehr bald wieder entfernt, der t"'egraphist aber habe der ganzen Entwtcke- >,„®g beigewohnt und sich ganz passiv ver- Palten.— Der Staatsanwalt hielt, bei aller Eeneigheit, 5 das schwierige Amt eines Sicherheitsbeamten Rücksicht zu M«en. den hier vorliegenden Exzeß doch für emen % beispielloser Rohheit. Der Angeklagte Hobe ohne jede Mulasfung und ohne jede Spur einer Wtdersetzltch- des Zeugen denselben in einer geradezu empörenden Weise ..handelt. Er beantrage gegen den Angeklagten eine Gesammt- 3? le von K Monaten und 4 Wochen Gefängntp.— «.t» Beklagte legte sich den Ze genaussagen gegenüber gar nicht ' aufs Leugnen, sondern erklärte nur wiederholt, daß er Uch J. sen ganzen Vorfall nicht mehr recht besinne, ihn aber als Cfü'ich" z. gebe. Irgend einen Beivcggrnnd zu seinen Roh- »n, Vermochte der Angeklagte nicht anzugeben, er bat nur um (J�ernd, Umstände, da er schon 28 Jahre im Dienst sei.— Der ««mstshot sah bei der ganzen Sachlage auch nicht den geringsten d»t, u Kw Bewilligung mildernder Umstände, sondern verurlheilte Äiigetlagten zu 10 Bt o n a t e n Gesängniß. Baftale UOverstÄzk. zu Barmen, Köln. Düsseldorf, Lennep, Muhlheim a. Rh., lkoni �bach, Remscheid und Solingen" auch schon zu einer a\enä zusammengetreten, um Stellung dazu zu nehmen. de», llrtheil dieser Kollegien über den Enttvurf r Nel�>--e...„ c0o„ff, hviit" IUI am dem Urkheil dieser Kollegien über den Eickivürf wird.in einer svln,,.�'chotage zugegangenen„Denkschrift" zusammengesapt H agb in ben 1>Ht)eini|'d)eU Gewerbegertchten bereits vor- iZAWs? e" wsc zu ent- jr I �lso°flugs''an dieÄ/vision des Regierungsentwurfes. Schon gleich bei§ 1 zeigt die Revision, wo hinaus sie will. Während der Regierungsentwurf— der für uns in seiner jetzigen Forin schon wegen seiner gänzlich ungenügenden Berticksichtigmig der Interessen der Arbeiter, unannehmbar ist— bei der Errichtung der Gerichte auch die Arbeiter gehört wissen will, sagen unsere„Rheinischen Kollegien" ganz ungenirt; „Von der Errichtung sind sowohl Arbeitgeber der Haupt- sächlichen Gewerbezweige und Fabrikbetriebe in entsprechen- der Anzahl, als auch die Handelskammer zu hören." Kein Wort davon, daß auch die Arbeiter zu hören sind! Wozu auch? Die Rheinischen Unternehmer werden schon für die Ar- beiter„sorgen". Nur kein falsches Mißtrauen in die„christliche Nächstenliebe" der rheinischen Kollegien gegenüber ihren Arbeitern ge- setzt. Diese„christliche Nächstenliebe" ist so zweifellos, daß irgend welche gesetzlichen Garantien eine Beleidigung für unsere rheinischen Arbeitgeber wäre. Natürlich, Meister Reinicke fühlte sich ja auch schwer beleidigt, als die Gans seinen Versicherungen von Wohl- ivollen nicht glauben ivollte; er verzehrte diese Gans ja auch nur zur Strafe für das Mißtrauen— hätte sie ihm Vertrauen ent- gegengebrachr, so wäre sie allerdings auch verzehrt worden, aber mit Wohlwollen. Wie außerordentlich rührend dieses Wohlwollen der Rheim- scheu Arbeitgeber den Arbeitern gegenüber ist, zeigt uns auch noch die Begründung des Vorschlages zu§ 1, die Errichtung der Ge- werbegerichte nicht durch Ortsstatut nach Maßgabe des§ 142 der Gewerbeordnung vorzunehmen. Die Herren sind deshalb gegen diese Fassung des Entwurfs tveil „das Interesse der arbeitenden Klassen in den Gemeinde- Vertretungen nicht gentigend vertreten" ist. Und trotz dieser sehr löblichen Erkenntniß der Herren Ar- beitgeber wenige Zeilen später die schon oben mitgetheilte„Ver- bcsserung" des Entwurfs der Regierung durch Streichung des „Hörens" der Arbeiter, wodurch die Herren doch nur dokumentiren, daß sie es für überstüssig oder gar gefährlich halten, die Arbeiter über diese Materie auch mir zu hören? Gewiß eine nette Gesellschaft, diese„Rheinischen Kollegen", deren Arbeiterfreundlichkeil wir im Laufe der Besprechung ihrer Denkschrift wahrscheinlich noch öfters beleuchten müssen. Aufruf an die Uergolder und Kerufsgenossen Deutsch- laudo. Arbeiter! Kollegen! Wie Euch allen bekannt sein wird, liegen 3 Filialen des Verbandes im Streik: Niederbreisig, Wesse- ling, Ottensen, mit insgesamnit 87 Mann. In allen drei Orten ivurde die Forderung seitens der Fabrikanten an ihre Arbeiter gestellt, entiveder aus dem Verbände oder der Arbeit zu scheiden und in allen drei Orten wurde einhellig das letztere gewählt. An uns liegt es nun, den Kollegen zu beiveisen, daß wir auch im Stands sind, diesem Vorgehen die Spitze zu bieten. Arbeiter! Kollegen! Von Euch erwarten wir, daß Ihr gleich uns allen Eure Kräfte einsetzt, um dieses Verlangen mit dem nöthigeit Nachdrucke zurückzuweisen. Wir brauchen es Euch nicht zu bedenken geben, um was es sich in diesem Falle handelt und deshalb gebt so rasch und so viel wie möglich. Zeigt, daß die Solidarität bei Euch in hohem Maaße vorhanden ist! Einen jeden Kollegen muß es Ehrenpflicht sein, beizusteuern und diese drei Orte unter allen Umständen zu meiden. Die Vergolder und Berufsgenossen Berlins. NB. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Au di« Weber und Weberiunen Deutschland»! Der Ausstand der Weber und Weberinnen im Voigtlande ist ein all- gemeiner geworden. Auch die Greizer Weber sind nun ihren Geraer Kollegen zu Hilfe gekommen. 4000 Weber und Weberinnen legten heute in Greiz die Arbeit nieder, tveil die Greizer Fabrikanten die nothwendigen Waaren für die Geraer Firmen lieferten und uns die zehnstündige Arbeitszeit nicht be- willigten. Kollegen! Unsere Handlung geschah aus Solidarität für unsere ausgesperrten Kollegen in Gera; für unsere Brüder haben wir den Kampf aufgenommen und so richten wir die Bitte an alle Arbeiter und Fachgenossen, uns in diesem Kampfe zu unter- stützen. Helft uns, damit der Sieg aus unsere Seite fällt, denn unser Sieg ist auch Euer Sieg.— Alle Sendungen und Briefe sind zw richten an Karl Köppel, Pohlitzerstr. 82, Greiz im Voigtlande. Maffregrlnuge». Bei der Firma Butzke u. Comp., Aktien- Gesellschaft für Metallindustrie, sind vorgestern die Dreher Ferdinand Tieg, Bärwaldstr. 69, und der Schlosser Mar Dorn- busch, Ackerstr. 60 wegen der Feier des I. Mai noch nachträglich entlassen worden. Die Fabrik hatte am 9. d. M. mit der Arbeit begonnen, und zwar mit der Bedingung, daß niemand gemäß- regelt werden sollte. Trotz des Widerspruchs des Meisters wurden die beiden Maßregelungen vorgenommen. Das läßt tief blicken. Versntttinluttgen. Eine öffentliche Derfammlnng der chirurgischen Jnstrn- meutenmacher der Stahlbranche, Messerschmiede und Berufs- genossen fand am Donnerstag, den 8. Mai, Aoends 9 Uhr, bei Zemter, Münzstraße 11, statt. Tagesordnung; 1. Vortrag des Herr» Pirch über Organisation. 2. Diskussion. 3. Verschieoenes. Der Einherufer und zum Vorsitzenden erwählie Herr Georg Müller eröffnete die Versammlung und ertheilte zunachn dem Referenten das Wort. Derselbe schilderte in treffender und gewandter Weise die Entwicklung des Verhältnisses zwischen Kapital und Arbeit, hauptsächlich betonend, daß es nur durch g> te Organisation den Arbeitern möglich ist, sich den gebührenden Theil an dem Werths des geschaffenen Produktes zu sichern. Auch gelte dies für diejenigen Gewerke, welche jetzt noch so weit gut dastehen, wo von großer Noch, Elend, Frauen- uno Kinderarbeit nichts oder wenig wahrznuehmen sei. Es ist naturgemäß, daß der'Andrang zu folchen Gewerken sich stets steigern wird und daß sich gewiß auep schlimme Erscheinungen zeigen werden. Lebhafter Beifall wurde dem Redner für seine'Ausführungen zu Theil. Eine vor- geschlagene Resolution:„Die Versammlung möge beschließen, dem bereits bestehenden Fachverein aller in der chirnrgischen Brauche Beschästiglen beizutreten, rief lebhafte Diskussion hervor. Die Reoner sprachen in der Mehrzahl für den Anschluß, doch wurde auch die Gründupg eines eigenen Fachvereins angeregt. Bei der Abstimmung war die Mehrheit für den Beitritt zu der schon be- stehenden Vereinignng und zeichnete sich demgemäß in die Listen ein. Unter„Verschiedenes" wurden einige nebensächliche Punkte be- sprachen und hierauf die Versammlung geschlofseu. Nachdem die angestrebte Veretniguiig nunmehr durchgeführt ist, wollen wir hoffen, daß es dem Fachverein gelingen möge, die Jntercfsen seiner unter den verschiedenartigsten Verhältnissen arbeitenden Mitglieder zu vereinigen, zu wahren und zu vertreten. Eine öffentliche Devsainmtnng der Modolltifchler Kerlino und Ilmgegend tagte am 5. Mai er. im Restaurant „Wedding". Die Tagesordnung lautete: 1. Wie stellen sich die Modelltischler zu den auf Grund der Demonstration vom 1. Mai gemaßregelten Kollegen? 2. Diskussion. Ins Bureau wurden die Kollegen Gillkötter, Tech und Abraham gewählt. Kollege Pietsch bespricht die Großarttgkeit der Feier des 1. Mai und bemerkt, daß die bekannten rothen Plakate ein gut Theil dazu beigetragen haben, indem dieselben statt zu dämpfen, Oel ins Feuer gegossen haben. Redner bemerkt dann, daß der Gießereiverband beschlossen habe, am 9. Mai den Arbeitern einen Revers vorzulegen, wonach sich der Arbeiter verpflichtet, keinem Fachverein anzugehören. Redner warnt entschieden davor, die Unterschrift zu geben, da dieser Beschluß der Arbeitgeber nur mit 16 gegen 14 St. angenommen sei, außerdem einige Mitglieder schon ihren Austritt aus dem Fabrikantenbund angezeigt haben; so sei es für die Arbeiter eine Kleinigkeit, derartige Beschlüsse illusorisch zu machen. In der hieraus folgenden Diskussion bedauert Kollege Otto, daß die Versammlung so schwach besucht sei, namentlich von den Kollegen, welche am l. Mai gearbeitet haben. Kollege Kleinan bezweifelt, daß die Arbeiter den besagten Revers unterschreiben und kon- statirt, daß z. B. in der Kappler'schen Maschinenfabrik von 110 Arbeitern nur 6 keinem Fachverein angehören; dagegen wird von Eckert's Maschinenfabrik in Eckertsberg berichtet, daß bei der Abstimmung betreffs der Feier des l. Mai nur 13 Stimmen dagegen gewesen sind, daß aber am I.Mai früh 6 Uhr ein ansehnlicher Theil init Vergnügen den Zaun tiberstieg, um arbeiten zu können und Mittags 600 Personen bei der Arbeit waren. Ein Antrag, über diejenigen Fabriken event. Werkstätten, wo Maßregelungen vorgekommen sind, die Sperre zu verhängen, wurde mit geringer Majorität abgelehnt, dagegen verpflichteten sich die Kollegen, nir- gends in Arbeit zn treten, bevor die alten Arbeiter wieder ein- gestellt sind oder anderwärts Arbeit genommen haben.— Ein Antrag, diejenigen Kollegen, welche nach dem 9. Mai noch ausge- sperrt sind, materiell zu unterstützen, wurde einstimmig angenom- nien» und sollen zu diesem Zwecke Sammlungen vorgenommen werden. Mit der Aufforderung, sich reichlich daran zu bethei- ligen, wurde die Versammlung geschlossen. Don der Kleiiipnerinnung war eine Versammlung, zu welcher auch die nicht der Innung angehörenden Meister sowie die mitinteressirten Fabrikanten eingeladen waren, auf gestern Abends nach Mundt's Salon(Köpnickerstr. 100) einberufen. Es handelte sich um die Stellungnahme zu den Forderungen der Rohrleger und Klempner. Der Vorsitzende Obermeister Langen- b u ch e r und nach ihm mehrere Redner wandten sich gegen die Verkürzung der Arbeitszeit und gegen den Minimallohn. Er- regung, ja Wuth bemächtigte sich der Mehrheit der Anwesenden, als dann Herr Borchert, welcher 40 Gesellen beschäftigt, sich für die Forderungen der Arbeiter aussprach. Redner that aus der Unfallversicherungs- Statistik dar, daß das Jahreseinkommen der Klempner noch nicht 680 Mark betrage. Die Forderungen der Arbeiter seien gerecht, die Arbeiter hätten die Verpflichtung, sich einen stärkeren Antheil an den Kulturgütern zu erringen; er befürworte die An- nahine im Namen der Humanität. Er interessire sich seit vier Jahren für die Arbeiterbewegung, gegen welche die Regierung nichts vermocht habe und die über allen Widerstand hinweg an ihr Ziel gelangen werde. Jeder Satz des Redners wurde mit Lärm und Ausdrücken des Unwillens aufgenommen. Herr Kächler entgegnete mit den massivsten Schiiupfereien auf di« Arbeiter, welche er Faullenzer nannte, auf die Sozial- demokraten u. s. w. Da der Redner weniger sprach als brüllte, ja kaum noch Laute von sich gab, so blieb er vielfach unverständ- lich, was nicht hinderte, daß ihm starker Applaus gespendet wurde; übrigens bekräftigte er seine Sätze durch donnernde Schläge, welche er mit seinem Knüttel auf den Tisch führte. Unser Berichterstatter bemerkt, daß ihm ähnliches in einer Ar- beiterverfammlung nie vorgekommen ist. Ein folgender Redner wandte sich gegen die Agitatoren und Hetzer, die man vor allem los werden müsse. Der Obermeister der Rohrleger- Innung, Herr Sedlmaier wollte„Gewalt gegen Gewalt" setzen; die Rohrleger müßte auskontmen, da— Erdarbeiter und andere sogar mit stinszehn Mark pro Woche auskommen müßten. Die Rohr- leger, ausgenommen ihre Agitatoren, verlangten die zehnstündige Arbeitszeit, eine Mittheilung, welche die Mehrheit der Anwesenden vergnügt stimmte. Herr S ch>v a l b e sprach für die neunstündige Arbeitszeit, worauf' sofort ivieder Lärm, Ohos, Schlußrufe er- tönten; Redner war schließlich genöthigt, abzutreten. Die große Mehrheit beschloß endlich, jede Arbeitszeitverlürzung und jeden Minimallohn entschieden abzulehnen. Am Montag, den 1Ä. Mai, tagte«ine große öffentliche Ucrjanttninng der Rohrleger und Helfer Herlins und Umgegend, die sehr zahlreich besucht war. Auf der Tages- ordnnng stand: 1. Situationsbericht über unfern Streik. 2. Ver- schiedenes. Zu Punkt 1 verlas Kollege Karpenkiel die einge- lau jenen Briefe und es stellte sich Folgendes heraus: Bewilligt haben folgenoe Unternehmer: 1. H. Kreuzfeld, Wiesenstr. 3; 2. Peschke, Moabit, Stromfir. 20; 3. Th. Heun, Alexandrinenftr. III, 4. R. Zschetletschti), Fruchtstr. 36; 5. B. Baltzer u. Sohn, Holl- mannftr. 16; 6. W. Borchert, Wallstr. 71(schon seit Oktober bewilligt); 7. Bonrbil, Zossenerstr.(schon vom vorigen Jahre be- willigt). Zu Punkt 1 wurde der Antrag angenommen, über sämmtliche Werkstätten, wo die Kollegen die Arbeit niedergelegt haben, die Sperre zu verhängen.— Zum 2. Punkt Verschiedenes nieldete sich Kollege Reckner. Derselbe kritisirte die Stellung der Unternehmer den Arbeitern gegenüber. Er hob hervor, daß das Kapital sich heute vereinigt hat, um die Vestrebungen der Arbeiter zu unterdrücken. Es wurde folgende Resolution angenommen: icke heute in Feuerftein's Lokal, Alte Jatobstr. 76, tagende öffentliche Versammlung der Rohrleger und Helfer Berlins und Um- gegend beschließt, da es noch nicht möglich ist, eine genaue Ueber- jicht über die Lage unserer Arbeitsniederlegung zu schaffen, so wird die Streikkoinmisfion beaustragt, sobald als möglich eine öffeutlicye Aersammlung einzuberufeu, damit auch die arbeitenden Kollegen ihre Meinung äußern. Ferner beschließt die Versamm- tuug, daß kein Rohrleger und Helfer dahin zur Arbeit geht, wo dieselbe niedergelegt ivorden ist, resp. wo gemaßregelt worden ist. — Von verschiedenen Kollegen wurde die einstimmig» Annahme derselben emp; ohlen. Dann wurde eine Streiktommifsion gewählt und bekannt gegeben, daß das Bureau derselben sich Ritterftr. 112 bei Schmidt, Vormittags von 8—12 Uhr, Nachmittags von 2—6 Uhr befindet. Mit einem Hoch auf die Arbeiterbewegung schloß der Vorsitzende die Versammlung. Die Dnher Berlin» nnd Umgegend hielten am Montag, den 5. Mai, Abends 8 Uhr, im„Elysium", Landsberger Allee Nr. 39— 41, eine öffentliche Versammlung mit folgender Tages- orvuung ab: 1. Stellungnahme zum deutschen Maurerkongreß. 2. Abrechnung vom Generalfonds pro 1. Quartal 1390. 3. Ver- schiedenes.— Nachdem die Kollegen Dähne, H. Neumann und E. Simanowsky in's Bureau gewählt waren, stellt Kollege W. Vuchholz den Antrag, da die Versammlung so schwach besucht ist, den ersten Punkt der Tagesordnung zu vertagen, zedoch in nächster Zeit eine neue Versammlung mit demselben ersten Puntte der Tagesordnung cinznderusen. Der Anttag wird angenommen.— Zum 2. Punkt der Tagesordnung verliest der Kassirer der Ver- tranenskommission, Koilege H. Neumann, die Abrechnung vom l. Quartal 1890: Bestand vom letzten Quartal 1889 925 M., Einnahme 1. Quartal 1890 563 M., Ausgabe 1. Quartal 1890 1117,56 M., bleibt ein Bestand am 13. April 1890 370,45 M. Nachdem Kollege Kröbel erklärt, bei der Revision alles in bester Ordnung gesunden zn haben, wird dem Kassirer Dechcwge ertheilt. Zu Punkt 8 der Tagesordnung verliest der Borsigende Herr Dähne diejenigen Städte, in welchen sich die Kollegen im Streik befindeil, ebenfalls die hiesigen Gewerkschaften, welche pch im Streik befinden und fordert die Kollegen auf, die Streikenden nach Kräften zu unterstützen. Kollege I. Dietrich machte der Versammlung bekannt, daß in Hamburg seit dem I. Mai über 4000 Kollegen ausgesperrt sind und es daher doppelt unsere Wicht ist, in erster Linie unsere Kollegen, dann aber auch andere Gewerkschaften zu unterstützen. Es wurden der Geschäfts- leitung der Maurer Deutschlands in Hamburg 500 M. und den hiesigen streikenden Kartonarbeitern 150 M. bewilligt. Alsdann wurde folgender Antrag angenommen:„Die heutige öffentliche Versammlung der Putzer Berlins und Umgegend macht es sich zur moralischen Pflicht, daß es einem jeden Kollegen erlaubt ist, die Sammelkarte seines Nebenkollegen zum Generalfonds zu revidiren, damit man sich überzeugen kann, ob auch ein jeder Kollege seine Schuldigkeit thut. Ferner giebt Kollege F. Gräschke kund, daß er nebst scinen Mitkollegen auf dem Neubau des Herrn Scheidler in der Stendalerstraße, ebenfalls Kollege Tasch und Genossen auf dem Bau Hussitenstraße 14 betreffs des 1. Mai gemaßregelt sind. Dieses den Kollegen zur Nachricht. . Verein zur lüiihruitg der materiellen Interesse» der Hterntrager und verwandten Berufsgenoffen hielt am Sonntag, den 11. Mai, in Scheffer's Salon, Jnselstr. 10, seine regelmäßige Mitgliederversammlung ab mit der Tagesordnung: 1. Vereinsangelegenheiten. 2. Verschiedenes und Fragekasten.— Zu Punkt 1 wurde ein Unterstützungsgesuch der streikenden Kiipferschnnede verlesen und nach kurzer Debatte auf Grund des niedrigen Bestandes der Vereinskasse mit 80 M. bewilligt. Ferner wurde ein hilfsbedürftiges Mitglied, welches.,11 Wochen krank gewesen ist und dem vom Wirth mit Exmission gedroht worden, nachdem es sich verpflichtet hat, die Unterstützung in Raten wieder zurückzuzahlen, mit 40 M. unterstützt. Zwei andere Unterstützungs- gesuche wurden abgewiesen. Ein Antrag, in kürzerer Zeit eine Generalversammlung einzuberufen mit der Tagesordnung:„Veränderung des Namens des Vereins", wurde angenommen.— Hierauf wurde von dem ersten Vorsitzende» die Frage an die Versammlung gerichtet, wie der Vorstand bei einem Sterbefalle, welcher durch Selbstmord herbeigeführt wird, sich> zu verhalten hat; ob auch in diesem Falle einem Mitglieds die Ehren des Vereins zu Theil iverden dürfen. Diese Frage wurde von dem Kollegen Wernau motivirt. Es wurde von der Versanimlung angenommen, das der Vorstand zu prüfen hat, ob das Mitglied durch die heutigen verkehrten Verhältnisse in den Tod getrieben wurde oder nicht: falls das erstere der Fall ist, sollen ihm alle Ehren des Vereins zu Theil werden. Die Be- fchlußfassung zum diesjährigen Stiftungsfeste wurde bis zur nächsten Versamnilung zurückgesetzt. Von Kollege Unterlauf und Gaßmann wurde die Lohnsrage einer scharfen Kritik unterzogen und das Unterbieten der Kollegen gerügt. Von einem Kollegen wurde die Firma Held u. Franke gekennzeichnet, weil sie einen Kontrakt ausgearbeitet hat, welcher besagte, daß bei vorkommenden Unfällen die Arbeiter selbst für sich zu sorgen haben. Stimmt nun ein Arbeiter bei diesen humanen Herren die Arbeit auf, so überliefert er diesen Herren durch seine Unterschrist nicht nur seine physische Kraft, sondern er stellt die Zukunft seiner ganzen Familie aus's Spiel. Die Kollege», welche auf Grund des internationalen Pro- letarierfeiertages auf einem Neubau in der Schlesischenstraßevon dem Maurermstr. Ellroth gemaßregeltwurden, stellen denjenigen Kollegen, welche am 1. Mai die Arbeit anfgenommen haben, ein Mißtrauensvotum aus. Zu„Verschiedenes" wurde von Kollege Louis Steinberg folgende Resolution gestellt und von der Ver- sammlung angenommen:„In Anbetracht, daß sich die Berliner Brauergesellen im Ausstände befinden, in Anbetracht aber auch, daß sich die Berliner Brauereibesitzer den Forderungen der Brauergesellen ablehnend gegenüberstellen, werden sämmtliche Ar- beiter Berlins ersucht, die Forderungen der Brauergesellen insofern zu unterstützen, daß sie so lange kein Bairisch Bier trinken, bis die durchaus gerechtfertigten Forderungen der Berliner Brauergesellen voll und ganz von den Brauereibesitzern bewilligt find.«*' Hierauf wirrde bekannt gemacht, daß das Bier des Münchener Brauhauses getrunken iverden kann, da es die Forde- rungen bewilligt hat. Es wurde angeregt, bei Unglücksfällen auf den Bauten auf der Hut zu sein und es gleich an richtiger Stelle zu melden, um nicht seiner Rechte verlustig zu gehe». Kollege Gaßmann forderte die Versammlung auf, ausgiebigen Gebrauch von den Sammellisten für die streikenden Bauarbeiter Stettins, tambnrgs u. s.>v. zu machen. Hierauf erfolgte der Schluß der ersammlung. Nächste Versammlung am 8. Juni. Eine össentliche Uersammlung aller in der Tertil- indussrie lirjchättigtrn Arbeiter, behufs Wahl eineAgitations- lomitee über ganz Deutschland, fand am Donnerstag, den 8. Mai, im Elysium, Landsberger Allee, unter Vorsitz des Herrn Wenzels statt. Nach einem Referat des Herrn Scholz: Die Lage der Textilarbeiter Deutschlands und ihre zukünftige Agitation, wurde ein' Antrag dahingehend angenommen, von der Wahl für den heutigen Abend Abstand zu nehmen, mit der Motivirung, daß die Versammlung zu schwach besucht sei. Es wurde jedem Be- theiligten die Pflicht auferlegt, für den besseren Besuch der nächsten Versammlung mit aller Energie einzutreten. Unter Verschiedenem wählten die anwesenden Sticker Herrn Hörnig als Vertrauensmann. Dasselbe war von verschiedenen anderen Branchen schon früher in separaten Versammlungen geschehen. Das Vüreau der Versammlung forderte alle in der Textilindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend, wie Weber, Wirker, Färber, Spinner, Stricker, Posamentiere, Sticker, Raschmacher, Seiler, Handschuh- wacher, Appreteure und verw. Berufsgenoffen auf, zur nächsten Versammlung, zu welcher in der üblichen Weise eingeladen wird, zu erscheinen, damit nicht noch einmal die Wahl hinausge- schoben zu werden braucht. Die Berliner Delegirten, welche Ostern auf dem Delegirtentag in Apolda anwesend waren, haben den Austrag erhalten, so schnell als möglich, für das Zustande- kommen des dort beschlossenen Agitationskomitee mit aller Energie einzutreten. Also das nächste Mal alle auf zur Ver- sammlung. Am Donnevstag den 8. Mai, tagte im Restaurant„Königs Hof" eine öffentliche Stein metz-Versammlung, welche zahlreich besucht war.— 1. Punkt der Tagesordnung: Wie ver- halten sich die Berliner Steinmetzen zu dein Bunzlauer Streik. Es wurde von verschiedenen Kollegen klar gelegt, daß, wenn der Bunzlauer Streik zu Ungunsten der Gesellen ausfällt, es für uns schlechter wird; es ist also unsere Pflicht, die Bunzlauer Kollegen nach Kräften zu unterstützen. Zu dieser Versammlung ivurden zwei Meister eingeladen, welche Inhaber von Steinmetzgeschäften in Bunzlan sind. Dieselben ivaren auch erschienen. Zu diesem Punkt ergriff ein Meister das Wort und erklärte, daß oer Streik so gut wie aufgehoben sei, da nur noch 8 bis 9 Mann im Streik liegen. Diese Meinung wurde von verschiedenen Kollegen zurückgewiesen, da nicht 8, sondern 26 Kollegen noch streiken, ungeachtet derjenigen, welche von Bunzlan abgereist sind. Zu gleicher Zeit wurde den Meistern ans Herz gelegt, sich doch mit den Kollegen von Bunzlau zu einigen und dieselben nicht zu maßregeln, was sie nns auch zu- sicherten.— Ein Antrag wurde gestellt, dahin gehend, daß die Angelegenheit von Bunzlau bis Sonntag vertagt iverden sollte. Dieser wurde auch angenommen.— Im Punkt„Verschiedenes" verlas der Vorsitzende einen Brief von den Wiesbadener Kollegen, welche sich für die Unterstützung bedanken und um iveitere Hilfe bitten, da ihre Forderung eine gerechte sei. Diesem Briefe folgte eine längere Debatte, und zum Schluß wurde ein Antrag gestellt, welcher einstimmig angenommen wurde. Derselbe lautet:„Ich stelle den Antrag, daß Streikgelder nur aus Listen gesammelt iverden und der Generalfonds für sich bestehenjbleibt." Schluß der Versammlung ll3/4 Uhr. _ Cine gut besuchte Nersammlung de« Fachvereins der Gärtner Äerliu» und Umgebung tagte am 7. d. M. in Feuerstein's Salon. Auf der Tagesordnung stand: 1. Die wirth- schaftlichen Umwälzungen unserer Zeit und die Stellung des Pro- letariats. 2. Diskussion. 3. Fragekasten und Verschiedenes. Da der Referent Herr Alb. Auerbach am Erscheinen verhindert war, so hatte Herr Wilde das Referat übernommen. Reichen Beifall erntete Redner für seine trefflichen und lehrreichen Ausführungen. Eine Diskussion fand, um den Eindruck des Vortrages nicht zu schwächen, nicht statt. Unter Verschiedenem wurden noch die Zahl- stellen Weihensee, Pankow und Berlin Osten mit neuen Hilfs- kassirern besetzt. Mit einem warmen Appell an die'Mit- glieder, dahin zu ivirken, daß unsere nächsten Versammlungen ebenso zahlreich besucht würden, wie vor dem Streik, schloß der Vorsitzende die Versammlung. Am Sonnabrnb. den 10. b. M., fand;u Reinickendorf im Restaurant Seeschlößchen eine öffentliche Versammlung der Bau- und gewerblichen Hilfsarbeiter, statt unter dem Vorsitz des Herrn Stoib. Zum 1. Punkt der Tagesordnung erstattete Herr Gaßmann, ivelcher Reinickendorf und Umgegend auf dem Kongreß zu Hannover vertreten hatte, einen eingehenden mit großem Beifall aufgenommenen Bericht. Vom 2. Punkt der Tagesordnung, Gründung eines Vereins der Bau- und geiverb lichen Hilfsarbeiter, wurde wegen des sehr schwachen Besuchs der Versaunnlung Abstand genommen und die Kommission zur Aus- arbeitung des Vereinsstatuts beaufttagt, in kurzer Zeit wieder eine Versammlung zu diesem Zwecke einzuberufen. Einer strengen Kritik ivurde das Vorgehen des Herrn Lohrberg(Hannover), „Ausruf an alle nichtgewerblichen Arbeiter Deutschlands", unterzogen und eine Resolution, welche das Vorgehen des Herrn Lohr- berg verurtheilt und die Beschlüsse des Kongresses zu Hannover festzuhalten verspricht, einstimmig angenommen. Nachdem noch die Kameraden ersucht wurden, wenn sie ein Glas Bier trinken oder Ausflüge machen, das Seeschlößchen in Reinickendorf zu be- suche», da weit und breit in Reinickendorf sowohl wie in den umliegenden Dörfern kein Lokal außer diesem für die Arbeiter zu haben ist, schloß der Vorsitzende um ll'/a Uhr die Versammlung. Eine große össentliche Uersammlnng der Kchnh- nlacher fand am Montag Abend, von über 1000 Berufsgenossen besucht, in den„Bürgersälen" statt. Die Tagesordnung lautete: „Die Erfolge unseres Streiks und wie fiad dieselben festzuhalten?" Das Bureau bildeten die Herren Richard Baginski, Schulz und Niederau. Da der anfänglich bestellte Herr Referent Max Baginski nicht erschienen war, sprach über den ersten Punkt der Tagesordnung Kollege Süß m e y e r. Er schilderte den harten Kampf der Schuhmacher. Mit allen möglichen Mani- pulationen sei gegen die um die Besserstellung ihrer Lebenshal- tung Kämpsenden gearbeitet worden, ohne Erfolg allerdings. Denn im Allgemeinen sei doch ein erfreulicher Erfolg dieser Lohn- bewegung zu verzeichnen und ohne Zweifel werde das nächste Mal mehr errungen werden. Die Kleinmeister hätten vornehmlich einen schweren Stand gehabt. Vortragender mahnte am Ende seiner mit reichem Beifall aufgenommenen Ausführungen, sich allgemein dem„Verein zur Wahrung der Interessen der Schuhmacher" anzuschließen.— Einer regen Diskussion folgte die Annahme der folgenden Resolution: „Die u. s. w. Versammlung erklärt, den partiellen Streik weiterzuführen, bis auch alle diejenigen Kollegen, welche bisher noch nicht bewilligt erhalten haben, in Ar- beit stehen. Jeder Schuhmacher verpflichtet sich, pro Woche 1 M. zum Fond zu zahlen. Die Anwesenden ver- pflichte» sich. Mann für Mann dem„Verein zur Wahrung der Interessen der Schuhmacher" beizutreten." Mit einem brausenden Hoch auf die Bewegung schloß die Versammlung. Dir Mrtallj'chlrifrr Krrlino hielten am 9. d. M. in Jor- dan's Lokal, Reue Grünstr. 28, unter dem Vorsitz der Kollegen Peto, Niemetscheck u. Schwarz, mit folgender Tagesordnung eine öffentliche Versammlung ab: 1. Statutenberathung, 2. Vorstands- wähl, 3. Berichterstattung der Kommission, 4. Diskussion, 5. Verschiedenes. Die, Paragraphen der Statuten wurden nach der Ausarbeitung der Kommission angenommen, und wurde demzu- folge zur Wahl des Vorstandes geschritten, wobei folgende Kolle- gen gewählt ivurden: 1. Vorsitzender Oscar Schwarz, 2. Vorsitzender Oscar Peto, 1. Kasstrer Richard Niemetscheck, —-'-" slführer Franz Häuser, 2- 6chr#'k D itzenden die Kollegen Scheidhauer, p* � Herrmann Es trat nun eine Pause ein, wo M. Wilh. Stolp, 1.,,. �.. Paul Hamann; zu Beisitzenden die Kollegen Scheidhauer, und Hermann. Es trat nun eine Pause ein, wo,... großer Theil der Kollegen einzeichnen ließ. Zu 4>m H, legte Kollege Peto die Verhandlungen mit der rektion der Firma Ludwig Löwe u. Ko. klar, iutzew. anführte, daß die Direktion der Löwe'schen Fabrik an' ständigen Meister geschrieben habe, um die Schleifarbeit P halb der Fabrik anfertigen zu lassen. Zu diesem Zweck denn auch drei derselben erschienen, �dieselben Hutten �von�ff� Sorte ein fertiges und ein rohes Stück mit erhalten, uw WWIV Vt»» VWiW.....' C hij; Probe anzufertigen und einen Preis darauf zu machen; o» 5-.lt»«.»» � C.«..» S«»C« �»«.P«... C S»*/.«» i ♦ ni*.1 1 nfl t" iPltl'. selben aber einsähen, daß dies auf die Dauer nicht sein-. und sie nur dem Großkapitalismus ausHelsen sollten, foj# dieselben sich mit uns solidarisch, indem sie sich einig ivaren, die Firma Ludwig Löwe keine Arbeit anzufertigen. Folgend Resolution gelangte gegen eine Stimme zur Annahme: „Da die in der vorigen Versammlung gewählte Kmninii " rr.'i______ v».. o.:___ o..s.v. Q;;.«« it O.fl.("4' ff-W V»»«.V... ij ij/ y-» eine gütliche Einigung mit der Firma Ludw. Löive u. Eo. erzielen konnte, erklärt die heutige Versammlung die Sperre dieselbe zu verhängen und treten die Kollegen mit dem heu» Tage in einen Streik ein.; ferner stellen dieselben zuglei� Forderung einer 9stündigen Arbeitszeit; sämmtliche Anweie verpflichten sich dieselben moralisch und materiell zu stützen., si; Es wurde nun eine Streikkommission gewählt, welcher Regelung der Verhältnisse überlassen bleibt. Kollege Peto mahnte noch die Kollegen, recht fest zu dem neuen Ver«» stehen, damit auch wir in eine Lohnbewegung eintreten ton Mit einem dreimaligen Hoch auf das gute Gedeihen des Ver schloß der Vorsitzende die Versammlung.. Ä(|. Eine Witgliederv ersammlung de« Fachvere»»».- Tischler tagte am 10. d. M. in Jordan's Salon. t hielt einen beifällig aufgenommenen Vortrag über:»Die«» der ländlichen Arbeiter". In der Diskussion werden die ei führungen des Referenten durch verschiedene Kollegen, ivelche geschilderten Zustände aus eigener Erfahrung kennen, vollauf exilnt_(JJovMiiohonoS" Nrinnt oin rmil-isi-b SMr all»» ftätigt.— Unter„Verschiedenes" bringt ein Mitglied zur meinen Kenntniß, daß es in der Werkstatt des Tr Ranft anläßlich des I.Mai gemaßregelt worden sei. lern#! manfi amapncy oes i. wtm gemapregeu woroen iei. v- Schuld hieran trage das Verhalten seiner Werkstattkollegen, we Mitglieder des Gewcrkvereins sind und denen jedes solidar! Gefühl zu fehlen scheint. Als das Fachvereinsmitglied de oft gerügten Unsitte des sogenannten Einkeilens". nachkommen wollte, habe man ihn in jeder Weise hedra» Ferner gehen der Versammlung Mittheilungen zu, die 9, Schütz, Kasstrer der Ortskrankenkasse, in einem höchst fragwuro 9 Lichte erscheinen lassen. Genannter Herr hält es nämlich Ost. gemessen, den Meistern vertrauliche Mittheilungen über bei W in Arbeit getretene Gesellen zu machen. Diese Mitteilungen strecken sich über Befähigung, Führung und dgl. Die Tisch gesellen werden sich für ein solches Verhalten des Herrn 0� das einen äußerst denunziatorischen Charakter tragt, denn bedanken müssen. Alle Sehnsucht der Meister nach_ ältesten oder schwarzen Listen wäre ja auf einmal gestillt, ein derartiges Treiben allgemein würde. ** e«rn»0-, T»rn-»»> gtrcUipt Vetrtiiir am Mittwoch. aesaiigvercin„Juaendlust" Slbends 8% Uhr im Restaurant Passe», straße 162.— Männergesangverein„Cacilia" Abends 9 Uhr im Neilall Kvpenickerstr. I27a.— Gesangverein„Mannerchor Linde" Abends eis n»l c,. Restaurant Haller, Naunynsnabe 70.— Männergesangverein„Sangesl" —*......."-------- we»" Abends 9 Uhr im Restaurant Musehold, Landsbergerstr. 81.— Wesang� Große Hamburgerstr.> nack dein Ersten iNi.m: „Freya" Abends 8% Uhr im Restaurant Benelle. Huppertstche Sängerverelnigung jeden Mittwoch nach dem Ersten Abends 9 Uhr im Restaurant Heise, Lichrenbergerstr. 21.—»Sceger'schst sangvcrein" Abends 9 Uhr im Renaurant Wcnck, Blumenstraße es.— � verein„Schwungrad" Abends sü Uhr im Restaurant Sayin, Annenstr.>°> Männergesangvercin„Lorbeerkranz" Abends 9 Uhr im Restaurant 5°� Oranienstr. 190.— Gesangverein„Rord-Jubal" Abends 9 Uhr in Nitlers». 137« bei Greving.— Männergesangverein„Schneeglöckchen" » Uhr im Restaurant Toberstein, Mariannenstr. 81—32.— Gesang»'� „Sängerrunde" Abend! 8% Uhr Buckowerstr. 9.— Berein„SangeStrcu« ü Restaurant Henkel, Briiderstr. 28�1. Usbungsstunde von 8x— Ii Uhr — Gesangverein„Bruderbund" Abend« 9 Uhr bei Päholdt, Reichenbersts�. — Männergcsangverein„Schneeglöckchen" Abends o Uhr Sitzung im Aci .vuiiuiv.yv|svitvjvvit.i»i««wbi.w•>..t/v wit/mv«,, pt« rant Stehman», Melchiorslr. 16.— Gesangverein„Sud-Ost" Abends» Ziemer, Suvryflr. 16. Gäste willkomme».— Liibeck'schsr Turnverein(>- f lingS-Abtheilung) Abends 8 Uhr Elisabethstr. 67—58.— Turnverein Paiilstr. 9. Männerabtheilung von 8%— io)j Uhr Abend!; desgleichen i-Zw» lingSabtheilung von 8— 10 Uhr Abends.—„Mehr Licht", verein st11® und Ernst, Abends 8% Uhr im Restaurant Held, Fruchtstr. Schlesischer Bereln„Holtet" Abends 9 Uhr im Restaurant Gehrt, 1«! straße 106.— BergnügungSverein„Fröhlichkeit" Abends 9 Uhr im Reslgll. Säger, Gruner Weg 29.— Wissenschaftlicher Berein für Roller'scher ,i graphie Abend! 8% Uhr im Restaurant Beese, Alte Schönhanserstraß- Unterricht>lnd Uebungs stunde.— Roller'scher Sienographenverein Sü»1®, Abend! 8% Uhr im Restaurant Prinzcnstr. 97, Sitzung und Uebungöslu"��,! .tvvriv«« wti v tili t-vv| ttt vt vtt■» t � v 1 1 t{)v 1 1 1 v v■' r wt\>v.ii� vviiv wvt/vtityvi"»«i ArendS'scher Stenographen-Verein„Amicitta" Abends sx Uhr im Reställ. BchrendS, Schönebergerstr.».— ArendS'scher Stenozraphenverei» IIb- Abends s Uhr im vtestaürant„WilhelmSgartsn", Kochftr. 7.— Stenograph ......... Lindenstr. i°6..Un-Ai! Gesellschaft ArendS im Restaurant Burgergarten. licher Unterrichl und Uebung.— Berliner Rauchklud„Wränget .joge, iköpnickerstr. 191.— Rauchtlub„Havanna—» Abends 8� Uhr im Reftaurant Paeyoldr, Reichenbergerstr. is.— Raua � 9 Uhr im Restaurant „Gemuthlichkcit" AbendS s Uhr im Restaurant Achsel, Köpntckerstr. J, 6'' j). Rauchklub„Eolumbia" Abends Uhr im Restaurant Beyer. PrinzeusN' _ fuhtt>° � SlbendS 8% Uhr bei ffi. Thiel, Wienerstraße 63.— Gesangverein der Tap»„ Berlins, jeden Alittivoch Restaurant Seydelstr. 39, von 9—11 Uhr Aben° �1 UnterhallungSvercin„Harmonie". Sitzung Abend! 9 Uhr Dresdener Iir,.� bei Mendt.— Tambourvercin„Epelstor", sx Uhr. UebungSstunde bei�.�« RüderSdorferstr. 8. Aufnahme neuer Mitglieder.— Männergesang»- swvttDvvviKLfvi.. o. luiumw uuuet iüiuuiicuci.— i'/tuuiießV�i""«a � Liedes freiheit", Abends Uhr im Reftaurant Henke, Blumenstraße 8' � Flöter'schcr Gesangverein bei Musehold, Landsbergerstr. 81, Slbends 0 u» »artenklub„Kreuz-Tame", AbendS 9 Uhr im Restaurant Mönch, Lichten Friedrichsfelde, Prinzen-Allee 6. 8™ Soeben erschien: Berliner Arbeiterbibliothek, herausgegeben von Max Schippel. nr Serie II, Heft h-os Der Mythus m der Begriiuduug des Dentscheu Reilhes. Eine historische Skizze von Hans«I ü 1 1 s n— Rostock. Drei«: 15 Pfennige. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Zu beziehen durch die Expedition- Beuthstraße 3. Jede Uhr zu repariren und zu reinigen kostet bei uns unter Garantie des Gutgehens»nr 1 M. 50 Pf.(außer Bruch), kleine Reparaturen billiger. Lager aller Arten neuer und gebrauchter Uhren. Verkauf zu erstaunlich billigen Preisen. 159 E. 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