lio' i-ht ibf M »ie de» Brill. Donnerstag, de« 15. Mal 1890. t. Jahrg. Organ für die Interessen der Arbeiter. sgjwisipg A Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. mf Jnsertionsgebühr beträgt für die S gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Beuthstrage 3, sowie von allen Annoncen-Bnreaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittacw und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. -« Fernsprecher: Amt VI. Ztr. 4106.«- Vevsktion: Voulhflvütze S.— Expedition: Meuthsteotze 3. Dietz. Ftgnro: k.®er Hamburger Bartscheerer des Fürsten Bismarck -in��lpelhafter Gesell, der sein Handwerk, die Kunden ito tx isters über den Löffel zu balbiren, aber auch ßniÄ ��listeht. Immer frostiger weht es uns aus den Lf Wllungen" der neuesten Fronde an, und das Bischen S-"..»Hfcher Sonnenschein, das im Ansang noch über dem Nim Ädyll von Friedrichsruhe flimmerte, ist auf »an �wiedersehen dahin. Was der geschwätzige Figaro Gefb,» Bister in der letzten Zeit in die Welt hinaus- iinb• �at' n:'QV im Stile der Kellerromane gehalten, L sind gewiß, irgend ein Hintertreppenliterator, „Scharfrichter von Berlin", nach der Elle schreibt, iwl 11,11.Ulehr Geschick den eklen Seifenschaum geschlagen, !irvntei»Hamburger Nachrichten" ihren Lesern kürzlich itiot Zuchtlosigkeit in der bismarckischen Bedientenstube (Jv daß die schwere Hand des Herrn nicht mehr so ein- Ünb!0'e Zither; der Welsenfonds steht für dies Ge- (j. e kicht mehr offen, und so marodiren die Lakaien auf Faust, der abgehalfterte Pindter und der auf halbe gesetzte Schweinburg sind unter die Freibeuter ge- '(ßu und lauern vor der Schwelle der Gewalthaber 'heute, um zum mindesten den Abfall der Küche zu khhen. In Hamburg aber, wo der junge Ober- ?'°sus der Dynastie Bismarck das weiße Papier für den Dankten grrrroßen Staatsmann bereit hält, geht Jpifalls alles drunter und drüber. Wäre sonst möglich, daß die Schauermären von Mnarck dem Morphinisten" und der Abhub von jj�em Hoftratsch dem staunenden Publica als Beitrag .Geschichte der nachgerade ennuyant werdenden �zlerkrisis" vorgesetzt würden? Das heißt, die grell- ?te Wachsleinewand der Jahrmärkte, auf welcher dieser jener Lips Tullian von der Wiege bis zum Nicht- k/. abgebildet ist, für eine historische Darstellung und L ich�llen Weisen eines Bänkelsängers für den Inbegriff 1 Dichtkunst erklären. Was scheert es uns, was kümmert es die Kulturwelt, .Isehen von den Psychiatern, ob Fürst Bismarck mor- J�ifftichtig ist oder nicht? Wozu ein feierliches Dementi . gen einer Geschichte,„von der Niemand nichts weiß". ist? ?alb eine Berichtigung, wo gar nichts richtig zu stellen Zj.r®er, publizistische Barbier von Hamburg mag sich »tari stocken, des Schweißes der Gentlemen werth, er Üett e,e,nmnl ondere Ätachrichten und Ansichten, so über »»d �9 von Lauenburg im Schwange sind, kräftig Mit guten, vierschrötigen Gründen desavouiren. den-» � �mge wenige dieser anmuthigen Legenden, von "le Böswilligkeit keck behauptet, daß sie vor der Feuilleton. wa«irboten.l [33 L »»Zum Gluck der Damen." Roman von Emile Zola. Äutorisirte Uebersehung von Armin Schwarz. ieu verlangte nun das Zimmer zu sehen. Sie trat in (tos. vnklen Laden ein und da er sie noch immer erstaunt tais erzählte sie ihm, daß sie vom„Glück der Damen" �. getreten sei und ihrem Onkel nicht zur Last fallen(volle. entschloß sich endlich, den Schlüssel von einem Xig, Fl holen, das in einem Hintcrstübchen angebracht (omst ihm als Küche und Schlafstätte diente. Von hier Lhst man durch ein staubiges Fenster ans einen kleinen bti» n Hof blicken, in den das Sonnenlicht kaum einzu- gen vermochte. ljj. � Ich gehe voraus, damit Sie nicht fallen, sprach M den feuchten Gang betretend, der neben dem Laden hm �r hatte jetzt die erste Treppenstufe erreicht und ging bei, Jr indem er ihr fortwährend Warnungen zu Theil wer- ließ; Das Geländer läuft an der Mauer; bei dem »(iuf�JMbsatz ist ein Loch; die Miether lassen ihre Kehricht- " da stehen u. s. w. Nimmst im ersten Stock angekommen, konnte sie bei dem lk Lichte eines Fensters, das auf den Hos ging, die mit ihren geborstenen Stufen, die von Schmutz schärfsten geschichtlichen Kritik Stich hielten, seien den Guten zur Erbauung, zum abschreckenden Beispiel den Bösen kurz und bündig aufgezählt, milchweiße Perlen an der seidenen Schnur: Bismarck der Kanzler ließ es zu, daß Bismarck der Vater— sagen wir: Erfolg mit seinen„genialen Söhnen" hatte. Herbert, der es peinlich vermieden hat, in rühren- der Bescheidenheit seine großen Verdienste um Deutschland in die Oeffentlichkeit dringen zu lassen, Bill, der„ganz sicher ein Genie", kamen zu den höchsten Ehren und Wür- den, in Jahren, wo Andere noch unbesoldete Assessoren sind, wofern sie nicht durch das zweite Examen fallen, Daß der Leibarzt Bismarcks, der Friedhöfling Schwenninger Professor wurde, ist nur ein Schnörkel mehr im Kurialstiel bismärckischer Kanzlei. Bismarck ging gegen Geffcken vor, weil dieser das Tagebuch Friedrichs III. veröffentlicht hatte, Bismarck holte sich und der leider damals von ihm repräsentirten Staats- Verwaltung die furchtbare Schlappe im Morierskandal. Bismarck, der Latifundienbesitzer, Bismarck, der mit stattlichster Dotation Begabte, hat zugelassen, daß für ihn der Klingelbeutel umher ging und hat sich ein Rittergut schenken lassen. Bismarck hielt dem unglücklichen Lasker die berufene Grabrede und reagirte auf gegen ihn gerichtete Kritiken mit lithographirten Strafanträgeu. Bismarck wirthschaftete mit dem Schutzpatron der Schröder und Haupt, der Nckporra und Jhring-Mahlow, und ist deshalb in erster Linie für die Puttkamerei ver- antwortlich. Bismarck vereinbarte es mit seinem Amte als Lenker des Deutschen Reichs, als Chef des preußischen Ministe- riums, Privatgeschäfte mit dem Gemeinwesen zu machen, Bismarck lieferte Telegraphenstangen, Bismarck lieferte Papier für das Deutsche Reich. Bismarck hat mit dem Morphium der offiziösen Preßwirthschast, mit den Schlafpülverchen des bonapar- tistischen Regimes, mit Polizeispieß und Polizeisozialismus, das Volk einzulullen versucht. Bismarck hat auf die breiten Massen das drückende Joch der Schutzzöllner gewälzt, das Brot, das Fleisch, das Holz vertheuert, er hat die Schlotbarone, die Millio- näre aufgezüchtet. Bismarck, hat den Militarismus zu seiner Blüthe ge- bracht, der die Nation zum Uebermaß belastet. Bisniarck ist der Vater des Septennats. Bismarck hat deu kleinen Belagerungszustand zur christlich-gernnanischen Institution erhoben, eine Million Deutsche unter die Fuchtel des Sozialistengesetzes gestellt, Hunderte in das Gefäugniß und in die Verbannung geschickt. starrenden schwarzen Wände, die alten, schlecht schließenden, farblosen Thüren sehen. — Wenn noch eines dieser Zimmer hier frei wäre, sagte Bonrras, so wären Sie gut aufgehoben, allein diese Zimmer sind immer von Damen bewohnt. Im zweiten Stock war schon etwas Heller, und man konnte die Trostlosigkeit dieser Behausung deutlich sehen. Das erste Zimmer war von einem Bäckergehilfcn beivohnt, das zweite mar zu vermiethen. Als Bonrras geöffnet hatte, mußte er auf den Gang bleiben, damit Denise Platz finde, es bequem zu besichtigen. In einem Winkel neben der Thür stand das Bett und ließ gerade so viel Raum frei, um eine Person eintreten zu lassen. Am andern Ende des Zim- nierchens stand eine kleine Kommode von Nußholz, ein Tisch von schwarzem Fichtenholz und zwei Sessel. Wenn ein Miether zn Hause kochen wollte, so fand sich hierzu in dem Kamin ein kleiner Herd vor. — Mein Gott, sagte der Greis, es ist keine Pracht- wohnung, allein das Fenster geht auf die Straße. Mittlerweile betrachtete Denise überrascht den Plafond, auf welchem oberhalb des Bettes der Name„Ernestine" zu lesen stand. Offenbar hatte eine Mietherin mittelst des Rauches der brennenden Kerze ihren Namen hingemalt. Herr Bonrras meinte: — Ja; wenn man dieses Haus in Stand setzen lassen wollte, das würde viel Geld kosten... So ist das Zim- mcrchen beschaffen. — Ich werde hier gut aufgehoben sein, erklärte das Mädchen. Sie bezahlte die Micthe für einen Monat voraus und eine Stunde später ließ sie sich durch einen Kommissionär Bismarck war der ergebene, abgöttische Verehrer des zivilisationsfeindlichen Zarismus, dem zu Liebe er vierzig- tausend Polen über die Grenze jagte, nach denen heute die Agrarier des Ostens seufzen. Bismarck hat den Personenkultus überbyzantinisch in's Kraut schießen lassen, er hat geduldet, daß ihm, dem Lebenden Denkmäler errichtet werden. Bismarck ivar der Bannerherr der großen Bour- geoisie, die wohl weiß, warunl sie ihn antelegraphirt, an- singt, anschenkt, anehrenbürgert. Bismarck war der erbittertste, kleinlichste, gefähr- lichste Widersacher der Volksfreiheit, er war, wie Friedrich Wilhelm IV. von ihm gesagt hat, der blutrothe Reaktionär, der nach Blut riecht Das sind ein paar der im Volke umgehenden Bis- marckgeschichten. Der„Figaro" an der Elbe mag an ihnen sich mit Desaveus und Dementis bewähren, wir werden gerne darüber berichten, wofern er die Gegenbeweise bringt. Inzwischen mag er schaumschlagend noch so eifrig seinen Kunden erzählen, daß Fürst Bismarck„mit hoch- aufgerichtetem Haupte" in Varzin umherschreite. Was nützt dies, wenn das Haupt nur den Helm des Mambrino schmückt, ein simples Barbierbecken. Hoffen wir, daß der Hamburger Bartscheerer in sich geht und anfängt, vernünftig zu dementiren. Denn jetzt gleicht er' seinem phrygischen Kollegen, der, um das übervolle Herz zu erleichtern, in das rauschende Schilfgehüsch hinausschleicht und ihm sein Geheimniß an- vertraut. Und verrätherisch flüstern und rauschen die Binsen: Eselsohren hat König Midas. Mppvellrrmdettzew; Hamburg, den 12. Mai. Die Koalition der Unternehmer zieht ihre Kreise hier immer weiter und es ist offenbar darauf ab- gesehen, das Koalitionsrecht der Arbeiter illusorisch zu machen. Nachdem einige Fabrikanten, insbesondere der Spiritusbranche, mit Verboten gegen ihre Arbeiter, einem Fachverein anzugehören, vorangegangen sind, hat es die Direktion der hiesigen Gaswerke für zeitgemäß erachtet diesem Beispiele zu folgen und ö oder 6 Ar- beiter zn entlassen, welche sich um das Zustandekommen eines Fachvereins der Gasarbeitcr besonders bemühten. Die Folge davon war, daß die übrigen Arbeiter sich mit den gemaßregelten Kollegen solidarisch erklärten und die Arbeit einstellten, zumal an sie daS Ansinnen gestellt wurde, aus dem Verein auszutreten. Zugleich wurde uuter ihnen auch die Meinung zum Ausdruck ge- bracht, anstatt wie bisher in zwei Schichten, in Zukunft in drei Schichten täglich zu arbeiten, so daß auf jeden Arbeiter anstatt zwölf nur acht Stunden tägliche Arbeit kommen. Wer die fast unmenschliche und gesundheitsschädliche Arbeit vor den Retorten einer Gasfabrik kennt, muß zugeben, daß letzte Forderung, ihren Koffer holen. Es folgten nun zunächst zwei Monate schrecklicher Roth. Da sie für Psps die Pension nicht mehr bezahlen konnte, nahm sie ihn zu sich und ließ ihn auf einem alten Kanapee schlafen, welches ihr Bourras lieh. Sie brauchte täglich genau 30 Sous, die Miethe mit inbegriffen, dabei lebte sie selbst von trockenem Brot, um nur dem Kleinen etwas Fleisch geben zu können. Die ersten zwei Wochen gingen die Dinge noch leidlich; sie hatte ihre Wirthschast mit 10 Franks begonnen, später war sie so glücklich, die Kravattenhändlerin wiederzufinden, die ihr ihre 19 Franks bezahlte. Dann aber kam die vollständige Entblößung. Vergebens stellte sie sich in verschiedenen Maga- zincn auf der Place Clichy, beim„Bon Marchs", im„Louvre" vor, in der saison morte standen überall die Geschäfte still; man vertröstete sie auf den Monat Oktober; mehr als 5000 Kommis, die gleich ihr verabschiedet worden waren, gingen ohne Beschäftigung auf dem Pariser Straßcnpflaster herum. Jetzt trachtete sie, kleine Arbeiten zu finden; allein, da sie Paris nicht kannte, wußte sie nicht, wo sie anzuklopfen habe und nahm Arbeiten an, welche die Mühe nicht lohnten und die ihr auch nicht immer bezahlt wurden. An manchen Abenden gab sie Pepe allein eine Suppe zu essen und sagte, daß sie außerhalb des Hauses gegessen hätte. Zuweilen kam Jean in diese Behausung der Armuth und des Unglücks und klagte llch als Bösewicht an, der an all dem Unglück schuld sei; ie war dann genöthigt, zu lügen und ihren traurigen Zu- tand zu verheimlichen; ja sie fand sogar zuweilen Mittel, ihm ein Vicrzig-Sonsstück zuzustecken, um ihm zu beweisen, daß sie noch Ersparnisse mache. In der Gegenwart der Kinder weinte sie niemals. An Sonntagen, wo sie ein Stück Rindfleisch in ihrem Kamin kochen konnte, da war das enge
die übrigens noch gar nicht erhoben wurde, eine gerechtfertigte ist und daß die Behörden selber eine solche Ausnutzung menschlicher Arbeitskraft nicht dulden sollten. Die Direktion der Hamburger Gaswerke ist selbst bei der sogen. bürgerlichen Gesellschaft durchaus nicht beliebt. Die Einstellung nun der Gasaroeiter aber bi gt unsere Bourgeoisie ganz aus dem Häuschen! Gestern Abend schon konnten die Gaswerke die Stadt nicht mehr ausreichend mit Gas versorgen, und um Mitter- nacht mußten in vielen Stadtgegenden in den Wirthschaften Stearinkerzen und Petroleumlampen die Gasbeleuchtung, so gut oder so schlecht es gehen wollte, ersetzen. Auf alle Weise sucht nun die Gaswerks- Direktion, welche selber in leichtfertiger Weise diese Kalamität über Hamburg her- auf beschworen hat, Ersatz für die fehlenden Arbeitskräfte heran zu schaffen. Bcschästigungslose giebt es auch hier genug, aber so- bald dieselben hörten, warum es sich handelte, weigerten sie sich, Arbeit zu übernehmen. Nun wurden von der Straßenreim- die gungs-Brigäde eine bedeutende Mannschaft abkommandirt, die Hei- zungsarbeit in den Gaswerken zu übernehmen. Doch auch diese Leute, welche natürlich ihre städtische Anstellung nicht einbüßen wollten, haben die Arbeit verweigert. Allerdings soll man zu dieser Sklavenarbeit auch die nöthigen Kräfte und eine robuste Gesundheit mitbringen, sonst ist es unmöglich, in dieser Hölle stundenlang auszuhallen. Ob es nun gelingen wird, von auswärtigen Gasanstalten hilss- weise Arbeitskräfte zu bekommen, man spricht auch davon, daß Soldaten dazu abkommandirt sein sollen, ist bis jetzt nicht abzu- sehen und so geht Hamburg für die nächsten Nächte einer egypti- scheu Finsterniß entgegen, denn auch die Mehrzahl der Etablisse- ments mit elektrischer Beleuchtung setzen ihre Dynamomaschinen mit Gasmotoren in Bewegung. Eine große Störung erleiden gleichfalls die Geschäftsbetriebe mit Gasmotoren, insbesondere zahlreiche Buchdruaerelen. Alles das ist die Folge des Vorgehens des Unternehmerthums, die Ver- trauensmänner der Arbeitergruppen als Rä- delsführer anzusehen und in er st er Linie zu maßregeln und das Koalitionsrecht den Ar bei- tern zu rauben. Leider hat die Gasbeleuchtungskalamität gestern Abend in der Steinstraße, eine der volks- und verkehrsreichsten Straßen Hamburgs, zu allerlei Allotria der Straßenjugend geführt. Straßenjungen versuchten die noch halb brennenden Laternen auszulöschen und sobald es gelang, erscholl ein allgemeines „Hurrah". Andere zogen, als die Finsterniß immer größer wurde, mit Papierlaternen umher unter Ädsingung der„Wacht am Rhein". Die Polizei bemühte sich vergeblich, die Haufen der zu- sammenströmenden Neugierigen zu zerstreuen. Durch die Neben- gaffen konnte die übermüthige Jugend immer schnell vom Platze verschwinden, um mit„Hurrah" sofort wieder zu erscheinen. Schließlich richtete sich der Zorn der halbwüchsigen Bande gegen einige Wagen der Pferdebahn, welche rücksichtslos durch die an- gesammelte Menge fuhr, und durch Steinwürse wurden mehrere Fenster der betreffenden Waggons zertrümmert, auch sollen da- dura) einige Insassen der Waggons und ein Kondukteur, wenn auch nicht ernstlich, verletzt sein. Außerdem wurden, wahrschein- lich ohne Absicht, einige Ladenscheiben eingeworfen. Das Ganze war ursprünglich ein Ulk, der freilich� in einen nicht genug zu tadelnden groben Unfug ausartete. Die reaktionäre Presse wird wahrscheinlich nicht verfehlen, aus diesen beklagenswerthen Bor- kommnissen einen Landsriedensbruch oder so etwas Aehnliches zu konstruiren. Hoffentlich werden sich diese Szenen heute nicht wiederholen. VolttiMv Tteborflchk. Die schlimmsten Leinde de» Arbeiters sind endlieh entdeckt. Es ist zwar die„Köln. Ztg.", welche die Entdeckung gemacht hat, aber das hindert uns nicht, sie auch unseren Lesern mitzutheilen. Mögen sie sich daran erbauen. Die „Köln. Ztg." sagt also: „Des Aroeilers größter Feind ist weder die Maschine noch der Arbeitgebor, sondern der Arbeiter selbst, man soll nur die Sache mit rechten Augen ansehe. Kommt ein junger Arbeiter in eine größere Werkfiatt, so wird er geradezu gezwungen, au, ein Gewerksorgan zu abonniren, zu Gewerks- oder ähnlichen Kassen beizustevern, die Arhetterversammlnngen mit zu besuchen, überhaupt genau das zu thun, was die in der Werkstatt ton- angebenden Arbeiter, ihm sagen. Er wird dazu gezwungen, er mup es gegen seinen Willen, gegen seine Ueverze gung thun, sobald es von ihm verlangt wird. Wehe ihm, wenn er sich neigern, wenn er feiner Ueberzengung gemäß handeln wollte! Mau würde ihn einfach von allem Verkehr mit seinen Mit- arbeitern ausschließen, ihm heimlich und öffentlich allen möglichen Tort und Schimpf anthun, überhaupt nicht ruhen noch rasten, bis er wieoer aus der Werkstatt fort wäre, und kein Aiiltel unversucht lassen, ihn entweder nwzustimme» oder fortzubringen. Es ist da» eine Wahrnehmung, die in größeren Werkstätten mit häufigem Arbeiterwechsel täglich gemacht werden kann, wenn auch die Sache möglichst geheim angemacht wird. Der Arbeiter, dem es darum zu thun ist, eine lohnende Arbeit Kämmerchen von der Heiterkeit der sorglosen Jugend erfüllt. Mar dann Jean zu seinem Patron zurückgekehrt und Pops eingeschtafen, so verbrachte sie eine schlaftose Stacht in der Sorge über den morgigen Tag. Dazu gesellten sich noch andere Unannehmlichkeiten. Die beiden Damen, die im ersten Stock wohnten, empfingen häufig sehr späte Visiten; zuweilen irrte sich ein Herr und stieg bis zum zweiten Stock hinaus, wo er dann Dentsen's Thür mit Fanstschtägen bearbeitete. Da Bourras ihr gesagt hatte, sie tüöge sich nur ruhig verhalten und nicht antworren, ver- grub sie ihren Kopf in dem Polster, um die Fläche der Männer nicht zu hören. Dann wieder suchte ihr Nachbar, der Bäcker, mit ihr in Berührung zu treten; dieser kam erst am Morgen heim und lauerte ihr aus, wenn sie Wasser holen ging; er machte sich sogar Löcher in die Wand, um hinüber zu schauen, wenn sie sich wäscht; dies nöthigte sie, alle ihre Kleider längs der Mauer aufzuhängen. Noch immer litt sie durch die Verdrießlichkeiten ans der Straße, durch die fortwährenden Belästigungen seitens der Passanten. Sobald sie hinunter ging, um eine Kerze oder dergleichen zu kaufen, hörte sie auf dem schmutzige» Straßenpflaster hinter sich die Zudringlichkeiten des Gesindels dieses alten Quartiers; den keuchenden Athem und die rohen Worte gieriger Männer» die sie oft bis in den dunklen Hos des Hauses verfolgten. Eines Abends, an welchem Denise nicht einmal mehr Brot hatte, um es in Pöves Suppe zu schneiden, folgte ihr ein dekorirter Herr. Vor dem Hausgang angekommen, wurde er brutal und sie schlug in einer Anwandlung des Ekels ihm die Thür vor der Nase zu. Oben sank sie bebend aus einen Sessel. Der Kleine schlief. Was wird sie ihm antworten, wenn er erwacht und zu essen verlangt? Und doch hätte sie nur die Bewerbungen der Männer anzunehmen gebraucht und die Noth hätte ein Ende, sie besäße Geld, Kleider, ein schönes Zimmer. Das war so leicht und einfach; man sagt, daß alle Mädchen darüber einmal hinwegkommen müssen, da eine Fran in Paris von ihrer Arbeit allein sich nicht zu erhalten vermag. Allein ihr innerstes Wesen lehnte sich gegen eine solche Lebensweise auf; sie empfand keine Entrüstung gegen die Anderen, nur einen tiefen Widerwillen gegen AlleS, zu behalten, thut schließlich, was von ihm verlangt wird, er heult mit den Wölfen, um unter ihnen aushalten zu können. Und wozu diese Summen dienen, die man ihm so abpreßt, ist doch sehr leicht einzusehen. Woher kommen denn die Geldmittel, über welche die Parteileitung der Arbeiter in recht reichem Maße verfügt? Woher kommen die Mittel, die von auswärts den Streikkomitees zufließen? Es mag ja sein, daß mitunter auch ein Mann von Vermögen seine Silberlinge in die Partei- lasse fließen läßt, aber ein solcher Fall ist eine Ausnahme, das meiste stammt aus der schmalen Börse der Arbeiter und nicht Alles aus freiwillig gespendeten, sonoern ein gut Theil aus ihm durch die oben erwähnten Mittelchen abgepreßten Be- trägen. Man soll nur die Sache mit rechten Augen ansehen. Wäre es nicht wirklich besser, wenn die den Arbeitern „abgepreßten Beträge" zu einem Bismarck-Fonds oder zu einem Bismarck-Dentinal verwendet werden? Es wundert uns wirklich, daß die„Köln. Ztg." ihrer genialen Ent- deckung nicht diese naheliegende Ergänzung gegeben hat. Wirdrrum soll ein Ktiiill au« der Hismarm' scheu Erbj'chaftsmast'e beseitigt werden. Betreffs des Nieder- lassungsvertrages mit der Schwerz, welcher, unter dem 27. April 1876 abgeschlossen, am 20. Juli d. I. außer Krait tritt, soll nämlich, wie die„Nat.-Ztg." hört, nach einer dem Bundesrath zugegangenen Mittheilung zwischen den beiden Theilen die Neigung be when, einen neuen Vertrag zu vereinbaren, welcher im Wesentlichen dem ablaufenden entsprechen würde. Diesseits soll, wie es heißt, in einigen Punkten eine andere Fassung vor- geschlagen werden, welche eine Uebereinstimmung mit dem zwischen Frankreich und der Schweiz bestehenden Niederlassungsvertrage herbeiführen würde. In dieser Richtung sollen Verhandlungen mit dem schweizer Bunöesrathe eingeleitet werden. Voraussichtlich wird mit der offiziellen Kundgebung dieser Sachlage im Reichstage die dort eingebrachte Interpellation ihre Erledigung finden.— Eine solche Erledigung wäre zu begrüßen. Ein Wann nach dem Herzen der liberalen«Voss. Zeitung" ist Herr Constans, der gegenwärtige Minister des Innern in Frankreich, dessen Brutalität an die Polizei- minister des zweiten Kaiserreichs erinnert. Sie druckt näm- lich ohne Einschränkung folgenden„Eigenbericht" ihres Pariser Korrespondenten ab: Paris, 11. Mai. Die dreiste Behauptung einiger regie- rnngsfeindlicher Nörgler oder urtheilloser Beobachter, daß die Regierung sich mit ihrem Truppen- und Polizeiaufgebote am 1. Mai„lächerlich" gemacht habe, daß ihre Veranstaltungen, „komisch" übertrieben gewesen seien und daß der Verlauf Jj# gefürchteten Tages bewiesen habe, wie wenig das Volk daMii gedacht habe, die Ruhe zu stören— diese Behauptung hat gestern auch in der Kammer Vertreter gefunten. Menosse Thivrier, der Mann mit der Blouse, und der MarsoKer Sozialist Antide Boyer, ein Thor von der feierlichen, detlarnireu- den Gattung, beantragten eine Mißtrauen-kundgebung gegen den Minister Constans, der das ruhige, friedliche Volk mit seinen Polizei- und Soldatenangriffen„herausgesvrdert" Hube. Herr Constans antwortete, wie man es jan ihm gewohnt ist: kurz, klar, ruhig und kräftig. Er erklärte, es geve zwei Me- thooen, die Ordnung avjrecht zu erhalte». Man könne warten, bis lle gestört werde, und sie dann mit Anwendung von Gewalt wiederherstellen. Das koste immer Blut und könne unabsehbares Unglück herbeiführen. Oder man könne voraussehend und vorbeugend zum Schutze der öffentlichen Ruhe so gewaltige Vorbereitungen treffen, daß den ruchloseren Aufwieglern die Lust vergehe, sie zu ybren. Auf diese Weise genüge die Bereitschaft der Truppen, und man könne sich ersparen, sie einschreiten zu lassen. Er sei auf's Entschiedenste für die zweite Methode, und sie habe sich am I.Mai glänzend bewährt. In einer Provinzstadt habe der Bürgermeister Vorsichtsmaßregeln für unnöthig gehalten, und was sei die Folge gewesen? Es sei Blut geflossen— der ein- zige Fall im ganzen Lande an dem gesiirchteten 1. Mai. Die Kummer nahm Herrn Constans' Worte mit stürmischem Beifall auf, und es ereignete sich etwas, was seit elf Jahren nicht vor- gekommen ist: zwei Abgeordnete von der Rechten beantragten eine Tagesordnung, welche der Regierung das Vertrauen der Kannner ausdrückt, und diese Tagesordnnng wurde mit der gewaltigen Mehrheit von 894 gegen 56 Stimmen angenommen. Für Herrn Constans stimmte, außer den Republikanern, auch fast die ganze Rechte, gegen ihn, anßer einigen verbohrten Mitgliedern der äußersten Linken, blos die Boulangisten. Es ist gunz klar: für Straßenlärm hat die gegenwärtige Kammer nichts übrig, und eine Regierung, welche mit kräftiger Faust den Besen führt, der die öffeiitlüyen Straßen und Plätze rein- sogt, ist sicher, von der gropen Mehrheit bejubelt und gefeiert zu werden." Und dem dick aufgestrichenen Lobe dieser brutalen Nichtswürdigkeiten stimmt die„Voss. Ztg." schweigend zu? '«vi Daran hindert sie nicht ihre fortschrittliche Vergangenheit, von der deutschsreisinmgen Gegenwart mit Recht abgesehen? was unanständig ist und ehrlos. Sie machte sich vom Leben ihre eigenen Geoanken, eingegeben von der Logik, der An- ständigteit und dem Heldemmtth der Seele. Oft ging Denis« so mit sich selbst zu Rathe; und dabei tauchte in ihrer Erinnerung eine alte Romanze auf, ein Lied von der Braut des Seemanns, die durch ihre treue Liebe vor den Gefahren der Erwartung bewahrt wird. Ost hatte sie zu Valognes den sentimeutalen Refrain dieses Liebchens gesummt, wobei sie aus die öde Straße hinausschaute. Hatte denn auch sie eine Liebe im Herzen, daß sie so muthlg war? Sie dachte noch immer an Hutin, aber es war eine unangenehme Erinnerung. Sie sah ihn Morgens und Abends unter ihrem Fenster vorübergehen. Er war jetzt zweiter KommiS und ging nicht mehr in Gesellschaft der übrigen. Er schaute niemals auf und es war ihr, als würde die Eitelkeit dieses jungen Mannes sie schmerzen; sie blickte ihm nach, ohne Furcht, dabei überrascht zu werden. Und seitdem sie bemerkt hatte, daß auch Mouret jeden Tag vor- überging, befiel sie ein Zittern, sobald er dem Hanse sich näherte; sie verbarg sich mit hychklopfendem Herzen. Er brauchte nicht zu wissen, wo sie wohnte; auch schämte sie sich dieses Hauses und sie litt bei dem Gedanken, daß er eine üble Meinung bekommen könnte, obgleich sie wußte, daß sie einander wohl schwerlich wieder begegnen werden. Uebrigens stand Denise noch immer unter dem Eindruck der bewegten Existenz im„Glück der Damen". Eine ein- fache Wand trennte sie von ihrer vormaligen Abtheilung. Bn dem geringsten Geräusch von da drüben erbebte die alte Baracke, die an diesen Riesen geklebt war. Auch konnte Denise gewissen Begegnungen nicht ausweichen. Sie war schon zweimal mit Paulinen zusammengetroffen, die ihr ihre Dienste anbot, trostlos darüber, daß sie ihre Freundin unglücklich wußte; doch sie mußte Paulinen ihre Wohnung verheimlichen, um diese nicht bei sich em- p fangen oder bei Bang« gm Sonntag besuchen zu müssen. Noch mehr verheimlichte sie ihre Lage vor Deloche; er spähte ihr nach, kannte alle ihre Bedrängnisse, wartete ans sie unter den HauSthoren. Eines Abends wollte er ihr dreißig Franks aufdrängen, die Ersparnisse seines Bruders, wie er sagte. Diese Begegnungen führten dazu, daß sie fortwährend das Aber ,3 find ja nurÄrWer,_ 190 c»[IUU JU uuv Vit ryvw--- eofXWrt und da hat er volles Recht daraus, auch von den Bjap, der deutschfreisinnigen Bourgeoisie bejubelt und geiel£t werden. Der aus Deichstagskreilen geäußerte Wunsch, Berathungen des Parlaments in der zweiten Hälfte ve-% eine Pause eintreten zu lassen, die besonders einer gMv � Durcharbeitung der Gewerbeordnungsnovelle zu Gut« r» solle, scheint der Münchener„Allg. Ztg." zufolge in kreisen nicht das gehosjte Entgegenkommen zu finden. Wen g verlautet, Staatssekretär v. Bötticher unterstütze lebhaft m mühungen jener Mitglieder des Abgeordnetenhauses, rcem; Schluß der Landtagssession noch vor Pfingsten herbetzusue suchen. Man schließt aus dieser Unterstützung. Herr v.«o wünsche freies Feld für den Reichstag, um eine Vertagung selben im Juni unnöthig zu machen. Die Sozialdemokratie und die Ariegervereine sich ein Aujsatz der„Deutschen Krieger-Zeitung", m welchem folgender herrliche Satz findet:..... � �- „Die sozialdemokratischen Irrlehren, die chüm» � Gott wissen, die kein Vaterland kennen, die kein 0" Oberhaupt anerkennen, die den Umsturz der bestehenden eintt mt- und Anordnungen bezwecken und zur Gründung. möglichen neuen Weltordnung selbst vor Verbc e«' nicht zurückschrecken, sind für jedes gesund««� leben gär gefährliches Gift, und um einer Vlutvergt des ganzen Körpers und einem elenden Tode vorzuoe muß das vergiftete Glied abgehauen werden." Wir könnten uns zwar dabei beruhigen, daß wir solch« güsse einfach als eine der vielbeliebten„Kesernenhofbluthe« � trachteten, derbe Weidsprüchlein aus dem Munde Unteroffiziere, die oft durch ihre groteske und unfreiwillige. die Zeitungsleser höchlich ergötzen. Gleichwohl aber tst# fällig, in welcher Weise man sich von einer der stärksten Pa- des Reiches zu sprechen erlaubt. Namentlich der Ausdrua, „die Irrlehren selbst vor Verbrechen nicht zurückschrecken, dient hervorgehoben zu werden. Zunächst sind Irrlehren weder geeignet, Verbrechen zu begehen, noch vor ihnen zur schrecken; Ideen oder Lehren sind eben keine Personen. Am I � kleine Verstöße gegen die Logik der deutschen Sprache tonn � bei Knsernenhofblüthen bekanntermaßen nicht an. Aber diei zichtigung von IVe Million deutscher Wähler, daß sie mi Verbrechen in so enger Beziehung stehen, ist eben eine der v, drÄM, elenden Verleumdungen, mit denen die E ljKn Sache in Ermangelung echter, stichhaltiger .nfeindung schnell bei der Hand sind. W Aus Wuttz über den AusfaU der Hamburger UW j, schrieben dortige bürgerliche Organe, daß eine Menge demokraten zweimal und in verschiedenen Bezirken gewählt 9,„ Man hat nun auf dem statistischen Bureau die Wahlberechl aus den Listen alphabetisch geordnet und vier Leute entvec», thatsächlich doppelt gewählt haben, aber von diesen# steht fest, daß sie Anhänger der„reichstreuen" Parteien sino- ,� „reichstreuen" Blätter, welche in großer Zahl obige guvgen gegen die Hamburger Soziakoemokraten verbreitel�h� werden nun höflichst um Berichtigung gebeten—«uiui».-/ Mt! gebeiiS l Daß die„Hamburger Nachrichten" diesen Verl«aM_ reizen anführten, versieht sich bei der Sozialisten, eindschast jj marck's von selbst. Die vier„Ordnungssäulen" sind aus 0� § 108 des Strafgesetzbuchs angeklagt. � |l*«« indirekt« Steuern. Die Agrarier(VereiniguojL. Steuer- und Wirthschastsreforiner) unter Führung des Reichs abgeordneten Gra, v. Mirbach haben Resolutionen gefaßt, � denen hervorgehoben wird, daß direkte Steuern nur von geordneter finanzieller Bedeutung sein dürften; auch bei. höchsten Stufe» dürfe die Einkommensteuer nicht über 3 pCt. W j gehen. Der DeklaratioriSzwang sei nur insoweit zulässig, als anderweitige verläßliche Ermittelung des Einkommens llch!'- ermöglichen läßt. Die Hauptsache sei bei der direkten=11 nicht ein Mehrertrug, sondern Beseittgung der Doppeldesteu d. h. also Aufhebuug der Grund- und Gebäudesteuer. gramm läßt an Klarheit nichts zu wünschen übrig. "! Die Arbeite»- Schutzmarke, welche sich in A m«* als vortreffliches Kampfmittel der Arbeiter bewährt hat,'k auch in Deutschland«ingeftihrt worden, und zwar#*'5# von den Hut ni achern, deren amerikanische Kollegen Iii» 5# Union Label sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Union Label ist eine Schutzmarke, welche aus die Pro- n der fairlabor— d. h. der ehrlichen Arbeit— der orga". s i r t e n Arbeit zum richtigen, vereinbarten L; s a tz geklebt wird(in die Hüte, aus Zigarrenkisten u. s. wll' dem Kaufer über die Herkunft der Waare sichere Auskunft jj1, Eine Waare in den betreffenden Branchen, die kein Union trägt, ist von vornherein als das Produkt„fauler"("Lj d. h. unterpreisiger Arbeit gekennzeichnet. In Deutschland>. die Hutmacher durch die L u ck e ii w a l d e r A u s s p e r r ......--'&...... das fViL sehe also I zur Einführung des Union Label gedrängt worden, beiterschntzinarken" nennen. Wer einen Hut kaust, ob auch die Schutzmarke darin ist. Magazin bedauerte, sich fortwährend mit dem inneren beschäftigte, das dort geftihrt wurde, als ob sie das NW' nicht verlassen hätte. Niemand kam zu Deinsen. Eines Tages hörte p' ihrer Ueberraschung an ihre Thure pochen. Es war Coloind?� Sie empfing ihn stehend. Er stammelte verlegen Worte, befragte sie um ihr Befinden und sprach vom., Elbens." Vielleicht hat der Onkel Baudu, seine bereuend, ihn hergeschickt; denn er grüßte seine Nichte". immer nicht, obgleich er nässen mußte, daß sie im lebte. Als sie den Konwiis hierüber offen ward er noch mehr verlegen. Nein, nicht sein Patron ihn geschickt, sagte er, sondern er sei gekommen, um m» von Klara zu sprechen. Er faßte allmälig Math, fragu', um Rath, in der Meinung, daß Denise bei ihrer eheiuanS, Genossin ihm nützlich sein töinrte. Aber vergebens; zu l£l vi/v«vv||ltl»l/U»|VU» vvtvewkv« v VV\)VV, V> Verzweiflung machte sie ihm Vorwürfe darüber, daß � p_<____ e.r___ crw*»»w f___ c...'>___ f..« I U" wegen eines so herzlosen Mädchens©cuemeoe betrübe. V.......f..nuC. 5«»»»»» tJA /t 7**«f«<*.%f t« I* 1»* dennoch wiederholte er seine Besuche, glücklich darüber er mit Einer sprechen konnte, die mit Klara im näm Hanse gelebt hatte. Gegen Ende November war ihre Noth aufs gestiegen. Pape war an einer bösen Erkältung orkra>' sie hätte ihn mit Fleischbrühe nähren müssen und nicht einmal Brot. Eines Abends, als sie bitler schluchzte, in einem jener fürchterlichen Momente, die-. armes Mädchen in den Schlamm des Verdclv ,, oder in die Seine stürzen, erschien der alte Bourras einem Brode und einem Milchnapfe voll Fleischbrühe.., — Nehmen Sie, sagte er; das ist für den Weinen Sie nicht so stark, das genirt die übrigen MiW. Dann, als sie ihm schluchzend dankte, fügte er P™,, — Schweigen Sie doch!... Kommen Sie morgen mir; ich habe Arbeit für Sie....... � Bourras beschäftigte keine Arbeiterinnen mehr, das Haus„Zum Glück der Damen" den schrecklichen. gegen ihn führte, daß es eine Abtheil«ng für Sonn, und Regenschirme errichtete. Er machte Alles selber, seine Kosten zu verringern: Reinigungen, Ausvesserun die Näharbeiten.(Fortsetzung folgt.) U*
anl,eten Gewerken sei die Einrichtung aufs Beste M�ISST�-?��Srobartige Betrug kam bekanntlich am Tage nach ..Patriot«— � Oeffentlichkeit und mancher gute am Tage vorher„gut patriotisch" gewählt hatte, '' Ten, was für Gesindel sich unter den„guten Winkelmann und Jerusalem waren als„sehr in" bekannt.— Jetzt ist dem Gauner Winkelmann lieber als vor 8 Jahren„unser herrliches deutsches — Ob er jetzt auch noch singt:„Deutschland, Deutsch ' über alles!"?— Utandsbeck. Einen famosen Arbeitskontrakt nllthigt die Tamps-Kornbrennerei und Preßhesefabrik A. G.(vs>rm�.He>nrlch ') ihren jetzigen Arbeitern auf. Wir wollen dies Monstrum - f-«-v-*-" Helbinl eines stehenden Tage gegen einen Lohn von M.. r. pr° Woche ,, ITt hör»{TvJ—«a � �-----" führif or Dienst der Dampf- Kornbrennerei und Preßhefe- •(vormals Heinrich Helbing) getreten. Derselbe unter- wirft ftrf,~rIcn Stücken der'''— ießlich etwaiger verpflichtet sich, keinem Fächverein oder songigen g,«UCH-----1-er—---- D/ U--------- Z' rs,*■* J�ft sich in allen Stücken der ihm bekannt gegebenen Fabnk- �flvng einschließlich etwaiger Ergänzungen und Nachträge� zu , und verpflichtet sich, keinem Fachverein oder sonnigen unter anderen Namen bestehenden oder noch zu errichtenden Ar- beiterverbindungen beizutreten. Derselbe hat die Beiträge zu der Mnnsamen Arbeiterkrankenkasse regelmäßig am 1. eines jeden 'ouatsä pränumerando zu bezahlen. Das Dienstoerhältniß ist " �" des Unterzeichneten jederzeit mit einer Frist °°n Seiten von im CV rr H Wi» � Beitritts'zu einer verbotenen Vereinigung zur so- dem n �"((nssung berechttgt. Gleichzeitig hat die� Gesellschaft der iN Diethe dem von ihr gehörigen Hause. eine Wohnung zu zahlbar... überwiesen. Dieses Mieths- kündbar Seiten mit einer Frist von einem Monat -- cht jedoch ohne weiteres, sobald das Dienstverhältniß, sei (5 oyne weiteres. Ivoaio oas �ienirveryatlnip, t«! künde?�cherVeranlaffung es wolle, sei» Ende erreicht. Dessen zur Ur- IlHtbr'''' i,!?len Anstellungsvertrag eigenhändig unter- kC'ven, wogegen ihm ein gleichlautendes, von einem der Bor- �Ml'tglieder der Gesellschaft unterzeichnetes Exemplar aus ,�nbl,8t worden ist. Wandsbeck, den..... 18.. Eine Ur- Wllflß» t U_ 1______.« r i m#- L__ i � unterscheidet sich von diesem d�Ven.Schnftstück nur dadurch, daß der Arbeitersklave immer GeSerreich-Uttgarn. n,.¥« den Verlauf der Maiversammlung der Wie "r Buch drua er entnehmen wi �~" hat noch H entnehmen wir dem„Vorwärts" folgendes: keine solche Versammlung unter uns gegeben wie Die ältesten unserer Kollegen können sich nicht er- in einem Lokal weit über 3000 Personen, Setzer und «ine !?ar. folgten unserem Ruf. Mittelst Karten rieten wir so imposante Versammlung ein, wie noch keine da Ein Hochweiser Magistrat hatte serner den Beschluß der wilung vom L. Februar, am 1. Mai zu feiern, inhibirt. verlangte vom Obmann-Stellvertreter, die Gehilfen darauf in »"'gneler Weise aufmerksam zu macheu, daß sie mit de», Ruhen- Mn der Arbeit an dem ominösen Tag einen ungesetzlichen z,r'(t degingen. Der Obmann-Stellvertreler gab diesen Schritt jv9nnt in der Versammlung der feiernden Kollegen! Welche Anmacht uns gegenüber! Und welcher Ueberfluß an Fürsorge' z» ar am I.Mai haben nicht nur wir, sondern haben alle Arbeit! Mns bewiesen, daß sie alles selbst besorgen können, und W JW schlecht fährt, wer auf ihren Rath hört. Ter 1. Mai Jv erhe end, großartig. Er giebt uns Much und Kraft zu xaea Kämpfen. Er ist der Ansgangsp nkt einer mächtigen »Paganha für den gesetzlich festgestellten Achtstundentag, der �Wiedergeburt der Menschheit unumgänglich nothwendig ist. Frankreich. Paris, den 13. Mai. Deputirtenkammer. Der utirte Milleraud richtete eine Frage an den Minister ,,:M Absetzung eines Beamten der Lyon-Eisenbahn, weil der- hvi axg Kandidat für den Pariser Mnnizipalrath aufgestellt wor- C sei. Der Arbeirsminifter Guyot sprach die Meinung aus, i® die Eisenbahngesellschast ihre Rechte überschritten habe, er (Joe alles ihm Mögliche thun, um dieselbe zum Ausgeben ihres �rgriffs zu bestimmen. Milleraud''— S-. � dankte dem Minister für �uintt, hie Deputlrken Dumay und Treysas! verkangten hl uü lli �'"""derung der An, rage in eine Jnterpellatlon. �Whl*�4((denm,mfkr Sorge z» tragen, das- die politische "Atont® 9 der Elfenbahi.beamlen respektirt werde. Die be- .»re einfache Tagesordnung wurde mit 260 gegen 210 St. "tun£ dagegen eine von Guillanmon beantragte Tagesord- fCtirtst-?® Vertraue» zu der Erklärung der Regierung aus- wit großer Majorität angenommen. Das Gesetz betr. die . chistung von Eingriffen bei der Ausübung der Rechte der rjij-, vbeknmmern, welches seine Spitze gegen die Arbeitgeber A»/ wird angenoiilmen. Die Genehmigung durch den Senat m als zweifelhaft. Schweiz. m.JB*rn, 12. Mai. Nach heftigem Wahlkampf in der oberen �"tilnde erlag in der Stichwahl der Sozialdemokrat Reichel im. �31 Srinimen gegenüber dem freisinnigen Hirter, welcher rrhielt. Außeroeu» wurden in der Stichwahl Regierungs- Steiger, der sozialdemokratische Schriftsetzer Siebett- u, Polizeidirektor Scherz und weitere zwei Freisinnige in Lroßen Rath gewählt. r«th Italieu. am Kongreß der demokratischen Vereine, der in Rom abgehalten wurde und bei welchen an RAA nue vertreten waren, hat als demokratisches Programm 500 fol- See�katfächliche Unabhängigkeit der Richter; Diäten sür dte Ab- �."voneten; Ueberlragung des Rechts der Kriegserklärung und �-�viedensschlusses an das Parlament; Preß-, .'MMuIimrtSirpihotf•(StfHritnrt h(*r *'»ium»i»r"t.— 1---......---'7 r r Äereins- und Sistirung der Befestigungsarbeiten an der ?lle» �chen Grenze; Handelsvertrag mit Fraiikreich; Frieden mit Ott??. vnter Aufhebung der Tripelallianz; Herabsetzung �lis°,,.,.l.ar>schen Dienstzeit um ein Jahr; Verminderung der sü>it �sster um 82 000 Mann; Ernennung eines Bürgerlichen füllt»i:ii.u!?*2000 Aiann; ownennung eines-ourgrrnryrn NtW«B'Ktntster; Verbot an die Minister, mehrere Porte- .tt J.u haben und bei Vertrauensvoten mitzustimmen; Recht k? Kamm.»""*-">>>»»,...........,— Evesens. Crispi hat die Versammlung bekanntlich polizeilich l�sÄ."1'0''en' vorauf dieselbe unter Protest thr Domizil %! [ DetrlnmenkQrtfihes. Abg. Dr. Ztliquel ist bekanntlich Tab»? vur mit 18 Stimmen Majorität gewählt wor- '(wd bei seiner Wahl solche Unregelmäßigkeiten vor- gekommen, daß das Mandat angesochten wird. Wie seiner Zeit mitgetheilt,- hatten dies schon unmittelbar nach der am 20. Februar er. erfolgten Wahl des Herrn Dr. Miquel die Antikartell- wähler in einer großen Versammlung im Saalbau zu Kaisers- lautern beschloffen. Ein engeres Komitee in Kaiserslautern wurde mit der Feststellung der Thatsachen und mit Ausarbeitung des Protestes beauftragt. Das Komitee hat nunmehr diesen Wahlprotest am Mittwoch an das Präsidium des Reichstages abgehen lassen und man hegt nach der„Franks. Ztg." die sichere Erwartung, daß nach dem reichen Material, das der Protest durch Aufzählung aller möglichen Gesetzesverletzungen bietet, Miquel's Wahl zweifellos für ungiltig erklärt werden muß. Es möge genügen, mitzutheilen, daß der Protest 29 Beschwerde- punkte umfaßt, die theilweis ganz wunderbare Vorkommnisse enthüllen. Abgesehen davon, daß eine Menge von Leuten in die Wahllisten aufgenommen waren und auch gewählt haben, welche noch nicht das Alter von 25 Jahren erreicht hatten, daß in einem Fall sogar eine Ehefrau für ihren abwesenden Ehemann den Zettel abgeben durfte, daß Arbeiter durch Arbeitgeber, Angestellte durch ihren Oberbeamten bei der Wahl in unerhörter Weise be- einflußt wurden, hat man u. a. in einem Ort das Wahllokal be- reits um 5 Uhr Nachmittags geschlossen und einer Anzahl Wähler die Wahl unmöglich gemacht und in einem anderen Ort erst die um halb 7 Uhr eintreffenden Wähler abgewartet, damit diese für Miquel stimmen konnten. Eines der gemüthlichsten Vorkommnisse war aber jedenfalls das, daß in einem Wahllokal neben der Wahlurne die offenen Miquel-Zettel lagen und die hereintreten- den Wähler pflichtschuldigst diesen Wahlzettel nahmen und den Herrn Wahlvorstand getreulich übergaben. Arbsikerbsttregung. MlMDWßW» wurde durch Schutzmannschast zu Pferde und zu Fuß zerstreut. Um Mitternacht herrschte überall voll'............ .......... vollständige Ruhe.(Siehe Korrespondenz aus Hamburg.) In FrnnüfÄrt a. M. fand am Sonntag eine öffentliche Schnhmacherversammlung statt, in welcher mitgetheilt wurde, daß den Arbeitern der Frankfurter, Bockenheimer und • T-* C �. V ,« m_—.- s. a 2 f■. � w. es f_ rwr_'____ r.'t 1 Offenbacher Schuhfabriken wegen'des Ausstandes in Mainz gekündigt worden sei; die Schuhmacher beantworteten die Kündigung, der„Köln. Ztg." zufolge, mit sofortiger Niederlegung der Arbeit. Die Zahl der in den drei Städten Ausstehenden wird auf 5000— 6000 geschätzt. Aus Uuhrort schreibt man der„Rh.-W. Ztg.": Vor ettva 6 Jahren traten die dortigen industriellen Werke und Zechenver- waltungen das Abkommen, daß Arbeiter erst drei Monate nach Abgang von einer Arbeitsstelle auf einem anderen Werk in Arbeit genommen werden dürfen; nur Arbeiter, welche einen Ueber- gangsschein aufweisen können, werden sofort in Arbeit genommen. Die hiervon betroffenen Arbeiter erblicken in dieser Maßregel eine Beschränkung ihrer persönlichen Freiheit und haben in einer von ca. 200 hiesigen Schlossern, Drehern, Schmieden u. s. w. besuchten Versammlung am 11. d. M. beschlossen, gegen die genannte Ein- richtung zu protestiren und in der nächsten Zeit eine Petition an den Reichstag abzusenden. In Ueüfchkau wurde vorgestern, wie das„Chemn. Tage- blati" mittheilt, in einer Arbeiterversammlung den Beschlüffen des Fabrikantenvereins gegenüber beschlossen, bei den gestellten Forderungen(zehnstündige Arbeitszeil und 25 pCt. Lohnerhöhung) liehen zu bleiben. als Xlc&cfRrfzl. m KrauerstreiK. Man schreibt uns: Mit welchen ein unsere Arbeitgeh�r uns zu unterdrücken suchen, zeigt ieder einmal die vorgestrige Brauerversammlung, einberufen von dem Vorstand des Berliner Brauergesellen- Vereins, der gegen- wärtig etwa noch 300 Mitglieder zählt, während der Gau- min der Provinz Brandenburg deren über 800 zu verzeichnen hat die alle mit den Streikenden in Uebereinstiminung stehen. Nebenbei sind die Mitglieder des erstgenannten Vereins meist Vorder- burschen, also keine Arbeiter, können also auch nicht sali- darisch mit den Brauergesellen sein, sondern sind als ge- fügige Werkzeuge der Borgesetzten zu bettachten und ihr Thun und Treiben ist danach zu beurtheilen. Die gestrige Vec- sammlung zeigt, sowohl was Einberufung, wie auch Verlauf der- selben anbelangt, die Physiognomie eines künstlichen Machwerks. Was die Einberufung anbelangt, so ist dieselbe in der Einladung dermaßen gehalten, daß kein Streikender oder mit diesen gleich- gesinnter Brauergeselle den Saal betreten durfte. Gß hieß ausdrücklich, Nichtuiitglieder, welche in Arbeit sind, sonnen durch Vertrauensmänner eingeführt werden. Doch nahmen die Herreu Vorsitzenden, die zugleich als Thürwächter sunktlouirten, dem Bei- spiel der Arbeilgeber folgend, ihr Wort zurück und ließen selbst nicht einmal Mitglieder, die außer Arbeit stehen, eintreten; einige nur unter Abnahme des Versprechens, sich nicht zum Wort zu melden, um keinen Krawall, wie sie sich ausdrückten, hervorzurufen und die Ohren der mit eingeladenen Herren Arbeitgeber nicht durch Meinungsverschiedenheit zu beleidigen. Ein jeder Arbeiter, über- Haupt jeder rechtlich denkende Mensch kann demnach die Beschlüsse einer solchen Versammlung auf ihre Bedeutung prüfen und be- urtheilen. Wir selbst protestiren gegen die Beschlüsse dieser, aus etwa 200 sogenannten gutgefinutenBrauergesellen zusammengetrommelten Versammlung: 1 Weil dieselbe keine öffentliche allgemeine Brauergesellen- Versammlung war; 2. weil laut Aufruf nur 10 Brauereien von 82 hier bestehenden vertreten waren; 8. weil kein Gegner das Wort zur Berichtigung erhielt und 4. weil der Berliner Brauergesellen-Verein em Verguügnngs- Verein ist und deshalb die Beschlüsse nur zur Unterhaltung gesaßt werden konnten. Was die-Behauptung„zusammengetrommelt" anbelangt, so motiviren wir dies damit, daß von einigen Brauereien die gut- gesinnten Gesellen per Jagdwagen zur Versammlung als so- genanntes Stimm Material herangezogen wurden. Doch trotz dieses Mittels und trotzdem sogar in einer Brauerei die Nacht- arbeit eingestellt wurde, waren nicht mehr denn 200 Treugesinnte zusammenzubringen. Den dritten Grund können die unparteiischen Theilnehmer als richtig und maßgebend bezeugen. Die Beschlüsse selbst, die gefaßt wurden, sind, was den Arbeitsnachweis anbelangt, schon deshalb hinfällig, weil, wie oben bemerkt, die Versammlung meistens aus Arbeitgebern und Vorderburschen bestand, für die natürlich der Arbeitsnachweis keine Bedeutung hat. Auch den anderen Be- schlich, Nichtsolidarischerklärung mit den Arbeitern, verwarfen wir aus demselben Grunde. Uns steht ein Arbeiter, der selbst denkt, sich selbst leitet und sich selbst alles erringt höher als ein Vorderbursche und Ar- bester, der aus persönlichen Gründen sich leiten läßt und wartet, bis ihm etwas angeboten wird von den Brosamen, die von der Herren Tische fallen. Von nicht geringem Einfluß auf die Beschlüsse der Versamm- lung, eigentlich schon mehr geheimen Sitzung, mag auch die furcht- bare Drohung des Direktors der Schultheiß-Brauerei, Herrn Kommerzienrath Rösike gewesen sein, welche dahin lautete, daß er als Ehrenmitglied des Berliner Brauergesellen- Vereins aus- scheiden würde, sobald die Statuten desselven verändert würden. Es sind die Beschlüsse gewissermaßen nur Angstprodukte einer gefügigen Minderheit. Welche Gefahr für die Brauergesellen erwächst, wenn dl» jetzt noch streikenden 300 nebst ebenso viel Gleichgesinnten ia den Brauereien keine Organisation zu Stande bringen, ist nicht aus- zudrücken. Eine Organisation ist aber nur möglich, wenn die Forde- rungen der Brauergesellen Berlins und in der Umgegend voll und ganz bewilligt und die Streikenden wieder eingestellt werden. In allen deutschen Gauen regen sich die Brauergesellen, alle schauen aus Berlin. Unterliegen wir hier, so ist derBrauerstand aufJahre unter- drückt, siegen wir, so werden 40 000 deutsche Brauerges ellen der allgemeinen Arbeiterbewegung zugeführt. Wir bitten daher die Berliner Arbeiterschaft, uns ferner zu unterstützen, indem sie kein Vairisch Bier Berlins mehr trinkt, bis wir gesiegt haben. Der Dank der Vrauerschaft wird nicht ausbleiben. Bewilligt hat vis jetzt nur das Münchener Brauhaus, Johannisstraße 18/19. Wir bitten um gefällige Aufnahme dieses Protestes und zeichnen mit Hochachtung Die Lohnkommission der Brauergesellen Berlins und Umgegend. I. A. Fr. Liebreich. Achtung! Schlosser und Mafchittenbauardeiter! In der am Dienstag, den 13. d. Mtl., im Königstadt-Kasino, Holz- marktstraße 72 stattgefundenen beschließenden Versammlung des Fachvereins für Schlosser und Maschinenbauarbeiter Berlins und Umgegend wurde der Vorstand genannten Vereins beauftragt, die Unterstützung der wegen der Maifeier gemaßregelten Mit- glieder des Vereins selbst in die Hand zu nehmen, da die ander- weitige Unterstützung als eine ungenügende bezeichnet wurde und der Beschluß der öffentlichen Metallarbeiter- Versammlung vom 7. d. Mts., die gemaßregelten Metallarbeiter aller Branchen dem Allgemeinen Metallarbeiter-Verein zu überweisen, als nicht giltig erkannt wurde, da in diesem Falle eine Kommission aus den verschiedenen Branchen hätte gewählt werden müssen. Wir fordern daher alle Mitglieder des Vereins, welche wegen der Maifeier gemaßregelt und noch außer Arbeit sind, auf sich im Ar- beitsnachweis des Vereins, Dresdenerstraße 116 bei Gründet, von Morgens 9—12 Uhr zu melden. Daselbst, sowie bei allen Vor- standsmilgliedern sind Sammellisten zur Unterstützung der Ge- maßregelten zu haben. Wir richten an alle Kollegen die Bitte, die Sammlungen zu diesem Zweck nach Kräften zu betreiben, da- mit auch wir im Stande sind, unsere gemaßregelten und dadurch nothleidenden Kollegen hilfreich zu unterstützen. Der Vorstand des Fachvereins für Schlosser und Maschinenvauarbeiter Berlins und Umgegend. Karl Unverfärth, Naunynstraße 28. Die durch dir infolg« der Maifeier ftattgefundene Maßregelung dreier Arbeiter der Wollwaareipadrik von Laue 11. Ko., Grüner Weg 104, hervorgerufene Arbeitsniederlegung sämmtlicher Wirker und Wirkerinnen genannter Fabrik, 52 an der Zahl, ist von gutem Erfolg gekrönt gewesen. Im Anfang der vorigen Woche hatte Herr Laue noch erklärt, die drei„Auf- iviegler" unter keinen Umständen wieder einstellen zu wollan. Außerdem sollten die anderen in Gnaden wieder aufzunehmenden Ardeiter sich verpflichten, in Zukunft keine Versammlung mehr zw besuchen, die Fabrikordnung zu respektiren u. s. w. Auch lehnte Herr Laue einen Vermittelungsversuch seitens der Lohnkommission des Wirkerveröandes mit dem Bemerken ab, daß er sich in keine Unter- Handlungen einlasse. Indessen ließen sich die Arbeiter der betreffenden Firma hierdurch durchaus nicht in's Bockshorn jagen, sondern ver- hängten nunmehr selbst über ihren Chef die Sperre, indem sieeininüthig erklärten, nur mit Wiedereinstellung der Gemaßregelten und unter den alten Bedingungen die Arbeit wieder aufnehmen zu wollen. Gegenüber diesem entschlossenen Verhalten seiner Ardeiter und Arbeiterinnen, sowie der thatkräftigen Unterstützung, welche die- selben seitens des Berliner Wirkerverbandes und sämmtlicher Kollegen, die sich mit ihnen solidarisch erklärt haften, erhielten, sah sich Herr Laue denn doch genothigt, zu kapituliren. Am Sonnabend ließ er seinen, das Prinzip so hochhaltenden Arbeitern sagen, daß sie am Montag sämmtlich ohne Ausnahme und unter den alten Verhältnissen die Arbeit wieder aufnehmen könnten. Es blieb dem betreffenden Arbeitgeber aber auch in derThat nichts weiter übrig, da er keine anderen Arbeit- kräfte erhalten konnte. Der Sieg, der hier erfochten worden, ist für die Berliner Wirker von großes Bedeutung. Hinter Herrn Laue, welcher Jnnungsmeister ist, stand die gesauimte Jnnungsmeisterschaft. Diese Herren wollten mit der Aussperrung der Laue'schen Arbeiter dein Berliner Wirkerverbande einen schweren Schlag versetzen. An der Soli- daritüt der Wirker scheiterte dieser Versuch. Der Schlag wurde parirt und fiel desto wuchtiger auf Herrn Laue und seine Hinter- männer nieder. Hoffentlich werden die Herren Jnnungsmeister diese Niederlage nicht sobald vergessen, sondern dieselbe stets in guter Erinnerung behalten. Verfsmurlungen. Der Verein gewerblicher Hilfsarbeiter Keriins und Umgegend hielt am Dienstag, den 13. Mai, in Renz Salon, Naunyiiftr. 27, eine Generalversammlung mit folgender Tages- ordnung ab: 1. Kassenbericht. 2. Situationsbericht. 3. Neuwahl des gesammten Vorstandes. 4. Verschiedenes. Der Kassirer, Kollege Rosenow, verlas den MonatS- und Halbjahresbericht, welcher von dem Revisor Weese für richtig erklärt wurde. Dem Kassirer wurde infolgedessen Decharae ertheilt. Beim zweiten Punkt der Tagesordnung entwarf der Vorsitzende Kollege Schmidt einen Situationsbericht über die Thätigkeit des Vereins seit der Gründung desselben. Die ansehnliche Mitgliederzahl oon ziemlich 2000 beweise, daß auch die gewerblichen Hilfsarbeiter die heutige Zeit begriffen hätten und mit an der Spitze der Arbeiterbewe- gang marschiren wollten. Zwar würden unsere Reihen nach dem 1. Mai bedeutend gelichtet werden, jedoch dürsten sich die zielbe- wußten Arbeiter nicht daran stoßen, denn neue Kämpfer werden wieber eintreten. Redner schloß mit den Worten: Darum fest zusammen halten, so die Jungen wie die Allen, dann ist uns der Sieg gewiß! Beim dritten Punkt der Tagesordnung Neu- wähl des gesammten Vorstandes wurden folgende Kollegen gewählt: W. Schmidt, 1. Vorsitzender; F. Hauser, 2. Vorsitzendar; H. Borchert, 1. Schriftführer; Born, 2. Schriftführer; W. Vogol, 1. Kassirer; R. Menke, 2. Kassirer; Riebe, Dirschka, Brandt alS Revisoren. Bei„Verschiedenem" wurde ein Antrag eingebracht, die ausgesperrten Anilinarbeiter zu unterstützen. Kollege Günther ist gegen Unterstützung aus Vereinsmitteln, befürwortet aber, die öffentliche Sammlung auf Listen weiter zu führen und dies den Anilinarbeitern zu überweisen. Ferner bedauert Redner, daß Kollege Schmidt, der in einer öffentlichen Versammlung gewerb- lichcr Hilfsarbeiter als Delegirter zum Bauarbeiter-Kongreß in Hannover gewählt wurde und infolge dessen gemaßregelt ist, noch immer nicht unterstützt ist. Redner beantragt deshalb, den Kollegen aus Vereinsmitteln zu unterstützen. Ein weiterer Antrag, die gemaßregelten Vorstandsmitglieder zu unterstützen, wurde dem Borstand überwiesen. Hierauf wurde noch ein an den Herrn Rosenow gerichteter Brief verlesen, der von den gemeinsten und niederttächtigsten Schimpfreden strotzte und von der Versammlung mir Pfuirufen beantwortet wurde. Kollege Menke sprach über die Eisengießerei von Gehrs u. Ko. in der Wienerstraße, wo verschiedene Kollegen wegen der Feier des 1. Mai gemaßregelt wurden, unter anderem die Kollegen Menke, Vogel und Schönfeld. Diese Firma hat sich 'ogar nocü erlaubt, den Gemaßregelten ihr ferneres Fortkommen ladurch zu erschweren, daß man auf dem Entlassungszeugniß be- merkte, daß der Entlassene wegen Feierns des 1. Mai entlassen sei. Es wird jedoch dagegen Klage geführt werde». Da die Tagesordnung hiermit erschöpft war, machte der Vorsitzende noch bekannt, daß am Sonntag, den 18. Mm, eine öffentliche Ver- sammlung der gewerblichen Hilfsarbeiter in der Reischach'schen Brauerei in Sttalau stattfindet. Hierauf Schluß der Versamm- lung um 12 Uhr mit einem dreifachen Hoch aus das Gedeihen des Vereins.
Theater. Donnerstag, bsn 15. Mai. Gp-richans. Don Juan. Freitag: Der Trompeter von Säk- kingen. Kchaufpietstans. Der Sturm. Freitag: Romeo und Julia. Deutsches Tstcater. Faust's Tod. Freitag: Mein Leopold. Kerliuer Tlirater. Julius Cäsar. Freitag: Ein Tropfen Gift. Kessing-Tsteater. Die große Glocke. Freitag: Der Fall Clemenceau. Friedrich-Witstelnrllädt. Theater. Der arme Jonathan. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Mallnrr-Theater. Bebe. Guten Morgen, Herr Fischer. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Viktoria-Theater. Stanley in Afrika. Freitag: Dieselbe Vorstellung. vsteud- Theater. sUnser lachendes Berlin. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Nestdens-Theater. Marquise. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Kellealliaur«- Theater. Der Nau- tilus. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Kroll'« Theater. Zaar und Zim- mermann. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Tentrat- Theater. Ein fideles Haus. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Adotf Ernst- Theater. Der Goldfuchs. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Gedr. Richter'« Uaristö. Speziali- täten-Vorstellung. Englischer Garten Direktion: C. Andrcss, Alexanderstraße 27c. WWW KS TmmMtm «»i> 0iiiii(. Täglich Auftreten erster Spezialitäten. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 5Vä Uhr. Entree Wochentags und Sonntags 30, 50 u. 75 Pf., im Vorverkauf 80 u. 50 Pf. Der Garten ist an Vereine für Som- merfestlichkeiten mit Spezialitäten-Vor- stellung zu vergeben. Andress. EtllbWement Buggenhagen am Moritzpiatzi Täglich: Grosses Garten-Concert. Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. F.ntrPA Wochentags 10 Pfg., IjIIIX t t" gönn, und Festtags 25 Pfg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren Restaurationsräumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Auoschank von Patzenhofer Export-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen. 641 F. Müller. (H flerrmannstr. Vartätä-Theater. isenhaide) 18— Nene Strasse 18. Donnerstag» den 15. Mai(Himmelfahrtstag). In dem vollständig neuen, schattigen Garten: 275 Concert, Theater und Specialitäten-Vorsteilnng. Vollständig neues Programm. W> Im grosten Saale: Ball. HB Anfang 4 Uhr._ Entree 20 Pf. Passage 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Nur HWr diese>WW Woche: Vielen Wünschen entsprechend: 1. Reise d. Norwegen. Z. ersten M.: Eine Reise Steiermark— Gesterreich. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. Jede Woche andere Reisen. Ceslhiistshlllls T. Heine. IChattsteestvaße14.i Die schönsten Kinderkleider n.-Miintel für Mädchen Jeden Alters, sowie Morgenröcke, Unterröcke, Blonsen nnö Tricottailleu | mich int Einzelverkauf sehr billig!! I Massbestellungen u. Reparaturen j werden prompt erledigt I Chanffeestraße14� CesUftshans 0. Heine. Geschäfts-Eröffnung. Allen Genossen und Freunden, sowie einer geehrten Ni ......, Nachbarschaft zeige hier mit ergebenst an, daß ich am 1. d. M. Markusstrasee 10 ein Uhrengeschäft eröffnet habe. 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IV, beiBomba� Haberland, Reichenberger- straße 161 II; Micke, Adalbertstr. 9 IV; Manien, Krenzbcrgstr. 9, Quergeb. Ferner sind auf allen Zahlstellen des Vereins Billets zu Häven. Um zahlreichen Besuch wird ersucht. Morgen, Freitag, Abends 9 Uhr: Sitzung derWerkstatt-Konteolkolttlnisfion in Jordan s Salon, Neue Grünstraße 28. Die Kollegen derjenigen Werkstellen, wo Maßregelungen stattgefunden, werden hiermit eingeladen. Die Angelegenheit der Werkstatt Neumeier wird in dieser Sitzung geregelt. Hr Sesollöem Bttchtililg! Wie die Werkstatt-Kontrolkommission in Erfahrung gebracht, fertigt die Werkstatt Limou& CO., Haidestraße, Arbeiten für die Werkstatt Kapler(Aktiengesellschaft) an. Die Kollegen der Simon'schen Werkstatt werden zu obiger Sitzung eingeladen. 398 Der Vorstand. Großes Wotzlthätigkeits-Concert» Gesangs- und komische Vorträge ngs- und komische Vorträge NM Sonnabend, den 17. Mai, Abends 8Vs Uhr, in Joäl'a Salon (früher Keller), Andreasstraße 21, 386 ür den Jahre lang arbeitsunfähigen Weber Otto Pilkenroth, veranstaltet vom Rauchklub Kernspitze. Billets sind zu haben bei: Glistav Tempel, Breslauerstr. 27; Albert Böhl, Rüdersdorferstr. 8; Fritz Höhne, Eldcnaerstr. 2; Karl Meyer, Markus- Betheiligung..... 'traße 18. Um recht rege Betheil, gung bittet Der Vorstand. Mliemn kr Bürsten- u. Pinselmacher Berlins n. Uingegenö. General- Versammlung am Sonntag, den 18. Mai, Vormittags lOVe Uhr, bei Feuerstein(Tunnel), Alts Jakobstraße Ztr. 75. Tagesordnung: 1. Die Gewerbe- Schiedsgerichte. Referent: Stadt- verordneter F. Zubeil. 2. Diskussion. 8. Bericht des Vorstandes und der Revisoren. 4. Wahl des gesammten Vorstandes und der Revisoren. 5. Verschiedenes und Aufnahme neuer Mitglieder.— Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand.[388 Versammlung"WG des Senilis zur Wchuug der Jutercheu der Sliiiembeiter und verwandten Berufsgenossen am Freitag, den 10. Mai d«. I«., Abend« 8 Uhr, in Feuerstein'« Salon, Alte Jakobsteastr 75. Tagesordnung: 1. Werkstattangelegenheiten.(Die Kollegen der Piano- fortefabriken von Neumeyer, Fraty& Co., Concortlia, Ecke, Langer A Co. werden ersucht, zu erscheinen.) 2. Vereinsangelegenheit. 349 Oer Vorstand. Große öffentliche Versammlung der Bau- und gewerblichen Hilfsarbeiter für Rixdorf und Umgegend am 15. Mai, Uormittag» 10 Ve Uhr, im Fokale de« Serrn Kummer, Hrrliurrstrahe 100. 370 Tagesordnung: 1. Berichterstattung der Statutenberathungs-Kommission. 2. Zweck und Ziele der Organisation.(Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht.) 3. Wahl des Vorstandes. 4. Ausnahme von Mitglieder». 5. Verschiedenes.— Zur Deckung der Unkosten eine Tellersammlung. Um zahlreiches Erscheinen wird dringend ersucht. Der Einberufen H. Jaursch. Fachverein der Süetaliarheiier in Gas-, Masser» und Dauipfarmaturen. Sonnabend, den 17. Mai, Abends SVs Uhr, in, Lokale des Herrn Zemter, Münzstraße Nr. 11: MitgUeder-Nersammlmlg. Tagesordnung: des Herrn Kanitz über Rheninatismus und deren natur- 1. Vortrag � �--------..,, gemäße Behandlung. 2. Diskussion. 3. Viertchahres-Abrechnung. schiedenes und Fragekasten.— Gäste sind willkonimen. 4. Ver- 367 Der Vorstand. Grosse öffentliche Versammlung kr Former und BmWnossen am Freitag, den 16. Mai, Abends 7 Uhr, bei Joel(früher Keiler), Andreas st raße Nr. 21 i. Tagesordnung: Die Lage des Streiks und>vie stellen wir uns gegen das Verhalten der Eisenindustricllen? 2. Stellungnahme zu», Kongreß. Referent: Reichstags- Abgeordneter Th. Schwartz. 8. Wahl der Delegirten. 382 Der Einberufer. Bmi» pt 9l#iii@ der jemertliit« VerWiiiße der Äff« Krrlin» und Umgegend._ Sonntag, den 18. Mai er., Vormittags 10 Uhr, im Koingstadt-Kafin», Holzmarktstraße Nr. 72 Ordentliche Mitglieder-Vers ammlung. Tagesordnung: 1. Neuwahl der Rechtsschutzkommission. 2. Fest- setzung der Wanderunierstützung. 3. Beschlußfassung über Errichtimg von Zahlstellen event. Wahl der Hilfskassirer. 4. Verschiedene Vereinsangelegen- heilen.— Neue Mitglieder werden aufgenommen. Äe neuen Statuten können in Empfang genommen werden. Oer Vorstand.[380 , 6Wkr! Sstm! Laut Beschluß der. vorgestrigen Schneiderversanivl lung ist über die Firmen E. Levy, Charlottenstr. 5o( und Sonst, Neue Grünstr. 15, die Sperre verhäng und bitten wir, den Zuzug strengstens fernzuhalten. 399 Der Vorstand der Freien Vereinigung der Schneider Berlins. Achtung S IVIoabiter ÜHaupeH Dir Unterstrich,»rtrn ersuchen eine« jeden iu Moabit wohnk'' den Kollege», de« Sonntag« Morgens zur Frühsprache in o» Lokale Wilsnackerstrasse 63 stch einfinden j« mollen. ß' Geist der Geselligkeit n, pflege»,««» gegenseitig zu unterstinss gegen Uersklavung und Unterdrückung soll der 3 weck de« 0'8'" feitige» Verkehr» fein— deshalb folgt unserm Uns! Wlilling, Vertrauensmann. 356 Otto Redmann, Uathenomerstraßr 75. � Zahnärztliche Poliklinik, Chausseestrasse U- Meine Poliklinik für Zahnleidende ist mochentäglich von 8— 10 Ufjr®ct. mittags. 12-1 Uhr Mittags, 4-6 Uhr Nachmittags geöffnet. Kehandl»«» und Zahnziehen unentgeltlich. Für Plomben und kiinstl. Zähne'vere dieselben Beträge berechnet wie im Universitäts-Jnstitut. Dr. Erich Richter, approbirter Zahnarzt._ ..... Fabrik-Preise ''weil directer Bezug u. Umgehung des Zwischenhandels. FHode- Neuheiten für die Frühjahrs- und Sommer- Saison int U leider- Stoffen. t Reichhalt. 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Goldschmidt, Spandauerbr. 6, am Hacke'schen Markt. An alle Freunde und Genossen richte die Bitte, ihre Einkäufe in Zukunft nur an Wochentagen oder Sonntags Bormittags bis 16 Uhr zu besorgen, da mein Geschäft an Sonntage» von 10 Uhr ab geschlossen bleibt. 1. Simon, Jnh. Adolf Adler, Mrfierstralse 33. gMT Putz-, Posamentier-, Weiß- und Wollwaaren, Wüsche, Trikotagen und Korsets. 253 Spiegel und i Polstenvaaren. eigener Gr. Lager, bill. Preise. Fabrik. Emil Heyn, Brunnenstraße 28, Hof parterre. Theilzahlung nach Uebereinkunft. Todes-Anzeige. Nach kurzem Krankenlager starb 13. d. M. unser innigstgeliebter Vater, Schwiegersohn und Schwai g der Restaurateur Julius KaddatZf im 33. Lebensjahre. Die Beerdigung findet heute,®jjj nerstag, Nachmittags 4 Uhr, Trauerhaufe, Wiener str. 50, aus, 11 dem Emmauskirchhof statt. Um stilles Beileid bitten Die trauernden Hinterbliebene� der 373 Am Dienstag, den 13. Mai- Nachmittags 4 Uhr, verschied nach längerem schweren Leiden, unser Vereins-Mitglied Restaurateur Julius Kaddatz, Wienerstraße 60, in seinew 33. Lebensjahre. Wir rufen ihm ein«Ruhe sanft" zu. Der Verein zur Wahrung, der Interessen der Gast- un» Schankwirthe Berlins n. Omfl' NB. Die Beerdigung finde am Donnerstag, Nachmittag 4 Uhr, vom Tranerhause aus, st«"- Wir ersuchen um rege Bethciug� Genoffen ß, Genosse, � Allen Freunden und Nachricht, daß unser Restaurateur Julius Kaddatz�, am 13. Mai an der Proletari heit verschieden ist. � Wir verlieren in ihm einen Wir verlieren m ihm einen � Kämpfer für Freiheit, Wahrheit Recht. Die Donnerst� Nachmittag 4'Uhr, vom Trauer Beerdigung lim«»>,»»-- Uliä Wienerstr. 50, aus, nach Friedhof in Britz, statt. Um recht zahlreiche bitten..„er Die Genossen des 4. Berk Reichstags wähl kreise� Unterstützungsbund der Hausdiener Berlins. OTm 511/ntitrtrt npvitnrh nilfCt Am Montag verstarb unser Julius Mansche,. clit im Alter von 32 Jahren. Ehre je � Andenken. Mfl, Die Beerdigung findet Donne I � Nachmittags 4 Uhr, von der-s halle desJerusalemerkirchhofs aus. statt. Um recht zahlwche �-, ligung bittet Der Grabdenkmaler @10) m liirinor,£pit nnl) fertigt zu den solidesten Preisen 111 A. Zabel, Das gr. Lager Andrenvstr-> Verantwortlicher Redakteur: Kurt KnaKe in Berlin. Druck und Verlag von Mo« Kitding in Berlin SW„ Beuthstraße 2. Hier.'» zwei Keilas�' L
t l 1. Beilage zum Berliner Boll Nr. III. Donnerstag, den 15. Mai 1890. V. Jahrg. » » i .WAßMWM VAvlAnrenksberiÄlke. Deutscher Reichstag. 6. Sitzung vom 14. Mai. Tagesordnung: Heeresvorlage. ; Tische des Bundesraths: v. C c Maltzahn-Gültz. Frhr. du Vernoi- Graf v.Hoh Bänke des Hcru,-----•/--— i-w—," Kigkeit des zu berathenden Gegenstandes envarten sollte. T-.chident v. LrveOom eröffnet die Sitzung um IV« Uhr. ."Uf der Tagesordnung steht die erste Berathung de »'irtzes, betreffend die Friedenspräs enzstark 'deutschen Heeres. zur Einleitung in die Berathung ergreift das Wort k �siegsminister w. Derdn; Die Militärverwaltung befindet C. n Begründung von MUitärvorlagen in einer schmierigen , I-es ist absolut unmöglich, daß man der ganzen Welt seine »chten für die Zukunft darlegt, die nöthige Slusklärung kann J"1 der Kommission gegen werden. In diesem Falle befinden auch heute. Der Schwerpunkt der Begründung der Bcir �«egt in den Rüstungen der Nachbarstaaten. Die nähere Be xandung der Vorlage uuiß in der Kommission erfolgen und die �'-uing hofft, daß es ihr gelingen wird, die Nothwendigkeit Erläge nachzuweisen.(Beifall.) �«g. Gros von Ulaltkr: Meine Herren, es kann Befremden daben, daß neue und erhebliche Opfer für militärische Zwecke 'i-wert werden eben jetzt, wo anscheinend der politische Horizont 'st von drohenden Wolken als selbst noch kurz und zuvor u wo wir von allen auswärtigen Mächten die bestimmte Vev Gerung ihrer friedlichen Absichten haben. Dennoch wollen Sie i| 1 Schatten, mit wenigen Worten auf den Grad von«ichcrheii %%%,.....-..... Mj»,' s�iung aufgehellt worden, daß alle unsere militärischeii Vor- uns aus diesen Umständen hervorgehen unlängst, meine Herren, ist von jener Seite des " wiederholt die Be- Noch allerdings von der äußersten Linken, «? Tlut'm Interesse der besitzeuden Klasse erfolgen und k" A 6'e Fürsten sind, welche die Kriege hervorrufen; ohne Bf" Völker in Friede und Freundschast neben- Was nun vorweg die besitzende Klaffe betrifft, ((.IT k>as ist jedoch eine sehr große, sie umfaßt in geivissem i» JL.�-chezu die ganze Nation, denn wer hätte nicht etivas «iiios.(Sehr richtig!) Tie besitzende Klasse hat ja aller- % em Interesse an allen Einrichtungen, welche jedem seinen izA Sewährleisten. Ilber, nieine Herren, die Fürsten und über- ij' Regierungen sind es wirklich nicht, welche in unseren lA die Kriege herbeiführen.(Sehr gut! rechts.) Die Zeit der �Ikxf ge liegt hinter uns, wir haben letzt nur noch den Wtf e8 ,lu& e'uen solchen mit allen seinen unabsehbaren Folgen ich."zubeschwören, dazu wird eine irgend besonnene Regierung (x M schwer entschließen.(Sehr gut!) Nein, meine Herren, b, le»ieiite, welche den Frieden bedrohen, liegen bei den I i— fV-------«j..*».i c � �Ct)irf= Versuche, n. vjjv...| w,... w v.i.v B eg erung ihrer Lage �"reichen, eine Besserung, die durch organische Gesetze X auf dem allerdings langsamen unv mühevollen KT der Arbeit herbeigeführt werden kann.(Sehr gut! Bravo h Von außerhalb sind es gewisse Natio- und Rassenbestrebunge», überall die Unzufrieden- bAtoit dem Bestehenden. Das kann jeder Zeit den Aus- eines Krieges herbeiführen, ohne den Willen der Regie- lö", und auch gegen ihren Willen; denn, meine Herren, eine �-fUng, welche nicht stark genug ist, um den Vollsleidenschasten L. den Parteibestrebungen entgegen zu treten; eine schwache S'rung ist eine dauernde Kriegsgefahr.(Sehr gut! rechts.) C.B'aube, daß man den Werth und den Segen einer starken hffFang nicht hoch genug anschlagen kann.(Bravo!) Nur �"arke Regierung kann heilsame Reformen durchführen, nur hix. starke Regierung kann den Frieden verbürgen. Meine täjf-?< wenn der Krieg, der jetzt schon mehr als zehn Jahre lang iits-'o Damoklesschwert über unseren Häupteni schwebt, wenn (L,"rieg zuni Ausbruch kommt, so ist seine Dauer und sein Hü» � abzusehen. Es sind die größten Mächte NtoM gerüstet wie nie zuvor, gegen einander iti oen lüsen ,tXm'• keine derselben kann in einen oder in zwei Feld- 1° vollständig niedergeworfen werden, daß sie sich für Stiehl en erklärte, daß sie auf harte Bedingungen h A W*""ber ur in auf- wenn auch erst nach Jahresfrist, um den Kampf zu to-ifeiaiHf,■eine Herren, es kann ein siebenjähriger, es kann ein 'anb f. j8et �rieS werden— und wehe dem, der Europa in k�avo h( der zuerst die Lunte in das Pulverfaß schleudert' k. f'elt m. Herren, wo es sich um so große Dinge 1 l'ch handelt um, was wir mit schweren Opfern s'""5 den Bestand des Reiches, vielleicht UNI die d"salls gesellschaftlichen Ordnung und der Zivilisation, Aas dj. M Hunderttausende von Menschenleben, da kann aller- i?.�schei„i.�l�age erst in zweiter Linie in Betracht kommen, ?...!» ri�«l„ledes�pekuniäre Opfer im Voraus gerechtfertigt. Es ''" worden, daß der Krieg lind daß wir unsere meine " ja laves pekuniäre Opfer im Vorm slbä».Alig, was hier mehrfach betont w Man.A'. und abermals Geld fordert,— Herre» ,"'41 vor der Zeit zu Grunde richten sollen. Ja, 1» d>ilji-'., hatten wir die sehr großen Ausgaben nicht gemacht für � ß e""----— Äci rlH der . für welche der Patriotismus dieses Hauses li-"a»>as. die Mittel geivährt haben, so ivürden .,#a, aiz.."Are Finanzen heute sehr viel günstiger ier,ds,- A gegenwartig der Fall ist. Aber, meine Herren, die L"den®;A' J,ai'äjWe. hätte nicht verhindert, daß wir bei man- Uten; �'der>tandsin,tteln heute am Tage den Feind iin Lande föi. �rt, 3® Won und auch jetzt noch ist es nur das £>0.)'"-lches die Schwerter in der Scheide zurückhält. a*>»-~. ,er, Feind im Laude— nun, wir haben das zu An- Ag des Fe'no im«anoe— nun, wir yaoen oas zu«n ""loiin? 6 Jahre lang getragen, und Kaiser Na A' 3sti(r; A.- sich rühmen, aus dem damals kleinen und armen Lande i�t vi»!«?, herausgepreßt zu haben.— Ter Feind imLande würde k,1 Sahte 1 Sen', 06 Reichsbank oder Privatbank. Sahen Ivir doch ,Aa � v/ä, als er schon im vollen Abzüge war, wie in Hani- Aall.*** 3 eine französische Stadt— ein französischer Mar- S'ab im«bschied die Hamburger Bank in die Tasche steckte. Der Ast tin. �ande würde schnell init unseren Finanzen ausräumen. <> ,' aiii Allenstarkes Deutschland hat es möglich machen kön- Ahre r,;'-"•en Verbündeten den Bruch des Friedens so lange Ahl.'äurch hinzuhalten. Meine Herren, je besser unsere Streit- wM'et"Ifer und Lande organisirt ist, je vollständiger aus- in eicht x breiter für den Krieg, um so eher dürfen wir hoffen, nAerni-AL" Frieden noch länger zu bewahren oder aber den A'avo'i die Zukunft wird lehren, wer mehr im Kunstgewerbe leisiett überbürdete und schlecht bezahlte oder der ausgeruhte»no W bildete Arbeiter._ Don der Direktion des Wünchener Kranstausto', halten wir folgende» Schreiben: In der erpen B«»" Ährer werthen Zeitung vom 14. d. ist unter Rubrik„Zur bj«. bewegung" eine die unterzeichnete Brauerei angehende Mittheu" enthalten, der unsererseits widersprochen werden muß; uaq'' selben sollen wir infolge der starken Nachfrage nach u»P Biete die Aufträge nicht mehr zum kleineren Theil aussud können, und daher unsere Lteserungen 6 oder 7 auswärüS Brauereien mit übertragen haben.„ Diese Mittheilung kann Ihnen nur von einer Seite gangen sein, die uns nicht wohl will und die, wie schon osl'N" geschehen ist und für die Folge auch nicht ausbleiben dürfte,". uns Nachrichten verbreitet, die geeignet stnd, uns in der Oesi' lichkeit und in den Kreisen unserer Abnehmer und Konsuwe"" In Wahrheit hat bis jetzt jeder, der unser Bier verlas solches erhalten. Eine Uebcrtragung unserer Lieserungen an wältige Brauereien ist dahin richtig zu stellen, daß wir von s" auswärtigen nicht zum Bierring gehörigen Brauerei J) Tausend Tonnen Bier käuflich erworben haben, um allen an' herantretenden Anforderungen prompt gerecht zu weroen. Wir bitten um gefällige Aufnahme vorstehender Beticbtiri und empfehlen uns hochachtungsvoll Münchener Brauhaus Gesellschaft. Arendt., v Wir erhnlteir folgendes Scheeiben: Als langjäh� Abonnent las ich heute jtüh im„Volksblatt" den Venast den Brudertodtschlag und möchte Sie höflichst bitten, mir%% jeilen Raum zu gewähren.— Ich, Unterzeichneter, habe" ltejte Schwester der Brüder Sackewitz zur Frau, bin(cho � Schwager der Elfteren und fühle mich deshalb veranlaß!,, die Churaktcre der beiden Bruder etwas milzutheilen, da ich Recht und Wahrheit strebe. Ter verheirathete Bruder, A Sackewitz, welcyer gestochen hat, kann nur als gewaltthaui»,� '- und vertraglich- � i schildert werden und nicht als nüchtern, solid.......... habe IVe Jahr mit ihm zusammen aus einem Flur, Slromsck gewohnt, und bin wegen seiner und seiner Frau Zanksuckf dem Hause gezogen, was iu-irth und Mielher bezeugen low„i Ich habe dort manches erlebt. Er hat sich unter Anoerew gescheut, sich vor meine Wohnung zu stellen, und mich und'w',', Familte Mordbrenner-Gesellschaft zu schimpfen und zu daß er den Ersten, der herauskommt, niedersiecheu würde. Stach% l&x hat sich nicht gescheut, mich, seinen Scyivager, ohne Jvp Veranlassung auf offener Straße(Birken- und Steno" siraßen-Ecke) zu überfallen und mit dem sogenannten G-'W-p schläger über den Kops zu schlagen, wobei icy eS nur meiner p und Geistesgegenwart zu verdanken Nur möchte ich hare, noch er- >wändtheit�������»>�WH��WBW�>WW>W ich nicht zusammenbrach. Nur möchte ich.gp' wähnen, daß er auch schon mit Gefängniß y Korperverleyung, verübt an seiner Schwiegermutter, straft ist. Auch kann ich nicht glau.en, daß er schwäcver» der erstochene Bruder; denn er hat seine beiden jüngeren öfters, und das legte Mal am 18. Ja uar d. I., als!»> burtstag war, Hinaue geworden und dann die Eckbenthur nagelt. Noch will ich erwähnen, daß die Eltern alte ord*» j,« rechtschaffene Leute sind. Jedoch war dem August Sacken• � Wohnung der Eltern in letzter Zeit verboten, weil er seine Ellern schlecht betragen Halle. Richard Nilsche, Lübeckerstr. 4u.., m'ch Dem MoUtereibrsther Hrno ist am Ttenstag ftP jährige Tochter Alma durch die Polizeibehörde zu Mar- ,�,i zurüagegeben worden. An dem Körper des Kinc es � jit Spuren erheblicher Mißhandlungen wahrnehmbar. Entstime» p, die 22 Jahre alte unverehelichte Marie Siecke aus Man welche die Thal eingestanden hat und verhastet i't.. jit' gesteht außerdem ein, daß sie am Dienstag Nachmittag f* beiter srau aus Berlin auf dem Tempelhofer Felde dazu" � hat, ihr einhalvjähriges Kind, welches sie im Wagen w fahren versprach, anzuvertrauen, und daß sie dieses mordet hat, indem sie demselben Erde in den Mund stopi' �iil ®iiw verheerend- Feurrsbrnnst wüthete am~ m-pi» in Rirdorf auf dem Grundstück in der Knesebecksiraße, aus% sich die Möbelfabrik von Fricke beftndet, deren Inhaber� � Familie fernab auf einer Vergnüg.. ngstour weilte, um erwurde das Feuer bemerkt und die Siixdorser, sowie Britz� wehr alarunrt. Obgleich beide mit größter Umsicht und.p-l an die Bekäinpsung des vernichtenden Elements das Feuer dermaßen um sich, daß nach einer vergeblichen Ringens die Wehren der weiteren Nack 1"r Löschhilse herbeigerufen werden mußten. IVVIVW» ump.v.M-...J) den« gegen 5Va Uhr noch die Tempelhoser, �aN MV '"-ch. dl «LMii? S» 6' �ebaudelhetle unbrauchbar gemacht waren» dursten
c,lJn Herr deZ FeuerZ fühlen. Aber noch vier Stunden»er- im'cu e�er auswärtigen Lösch Hilfen nach Hause fahren konn- icht rcrgedl'ch� ��'��"L�ursache des Feuers' forschte man bis d» i-lL5>er Tischlerei von Zlohde, Wrbrrstr. 5s» wurde t..J'''V1 als Feiertag sreigegeocn, doch fanden sich zwei Kol- A." �slcye arbeiteten. Obwohl auf die Frage an Herrn Rohde Jorfni' Maßregelungen, wie sie die Tischlermeister beschlossen, � Antwort:„Nach dem Quatsch der Innungen h. ,,'ch mich nicht"— gegeben wurde, wurde doch nach Fertig- Arbeit ein Kollege, welcher die Sache mit angeregt ohne Angabe des Grundes entlassen. Volneibrricht. Am 13. d. M. Mittags wurde ein Mann üh»£t vaufe Schönebcrger-User 19 von einem Kohlenwagen nn* x f0 bedeutend verletzt, daß er mittelst Droschke an Xx ��'��bkenhause gebracht werden mußte.— Als l Tage Nachmittags eine Frau vor dem Hause it ir"« wC�et'tr. 2.a den Fahrdamm überschritt, fiel sie zur Erde, ein»»i, 1 D0n einem Geschäftswagen überfahren und erlitt roiirs» r k""9 des Fußes. Nach Anlegung eines Nothverbandes erli? �'hrer Wohnung gebracht.— Zu derselben Zeit ftiMn» Arbeiter Lacher aus dem Holzplatz Reinickendorfer- lew.n. x t beim Ausstapeln von Holz dadurch eine schwere Ver abs»?" linken Auges, daß von einem Holzscheit ein Spahn na*?"0 Ji"'? das Auge traf. Lacher wurde mittelst Droschke "ach der kömglichen Klinik gebracht. Gevirkxks-�eikitNgi mir?$?!' flch a» meine Frau verjreift, der verjreift sich an anu L& indem ick ihr natierlicher Schutz un durcy't Standes- Ml,»!. x��"?öen dazu injesetzt bin. Ick kann wenigstens eenen »ich äV feine Frau mit Juckpulver instreuen läßt, für—" voll der Herr M., der sich wegen „ mittelst eines gefährlichen Werkzeugs und hinterlistigen Ueberfalls auf der Anklagebank l» Tx-'°lä er sich aus die wider ihn erhobene Be- •MOigung äußern sollte. Vors.: Daraus wird Niemand klug. Ihrer s�l' Sie wollen behaupten, Sie hätten sich für haben i»a defand, Sie wollen behaupten, Sie hätten sich für eine frau widerfahrene Unbill rächen wollen, aber jedenfalls bch.'"x�e einen völlig Unschuldigen erwischt, wie die Zeugen »ifcbt?erden.— A n g e k l.: Die Zeugen können mir jar- .meine Frau hat ihn janz jenau an den rothen Halsduch den un die hat zwee scharfe Oogen. Aber mit ielln«. ulner is det wirklich eene Schande, det sowat L.'en wird, da sollte sich die Polizei mal rinlejen. Vors.: die J): das denn eigentlich für eine Juckpulvergeschichte, gehört Ittai? Jux �nche?— A n g e k l.: Allemal, denn det is ja Aull,»:. ursächliche Zusammenhang jewesen, wie der ig �'Wachtmeister ooch in't Protokol jeschrieben hat.— aber„.Das wird er wohl nicht geschrieben haben, »...Wählen Sie mal kurz den Vorfall.— An- «lir n 0.t,e r Meine Frau is'ne leidenschaftliche Dänzerin, schall nie alleine danzen, sondern blos in meine Jesell- sie fx � fot mein Deel danze nich, aber ick sehe ferne zu, wenn Tai.» mit die Beene gistiknliren. Höchstens mal en langsamen mit � 0 1 f-: Aver Angeklagter, verschonen Sie uns doch wiell�ren Betruchtungen ü.er den Tanz, dazu haben wir Mi» x Zeit.— Angekl.: Is jut, Herr Jenchtshof, ick fmx..bei det verflixte Juckpulver ansangen. Also wir b» M n Shlvesterball bei König in der Badstraße un meine Frau jm.sii, wahrendem ick usit'n Paar Kollejeii Schafskopp spiele. a �nem Male kömmt meine Frau rin un hat en janz rothen >xj?°°n't Danzen und flüstert mir in die Ohren, ick soll mal Hill in eene Ecke jeh». Ich dhue det ooch un hier zeigt sie w, ihren Hals so hinten in'n Nacken und sagt, M.fniUe doch mal zusehen, ob da wat zu sehen ich det dhäte ihr da so furchtbar jucken. Na, hi. 5* denn och zu, kann aber mscht nich entdecken un saje, ih hi' det wird ivoll blos die Hitze vou't Danzen sind. Sie jeht h» in'n Saal un ick sehe mir ooch wieder hin. Nach'ne Unx kommt sie wieder an meinen Stuhl, diesmal mit'n x' totyeren Kopp UN is voller Jiftigkeit.„Komm mit nach Hause!" bi,, sie,„aber en bislen plöylich, ich bleibe keene Minute mehr »Is Dir nicht recht unwohl V" frage ick, sie gicbt aber keene Mivort un zeht schon immer rin in die Jarderobe.„Nu kiek L mal meinen Hals an" sagte sie, un ick sehe denn nu zu tfiicn Schrecken/ det der janze Nacken en jliehendes Feier is. lofn �?it, sage ick, det is woll so'ne Art Nothlauf? Ach wat �./iauf, Juckpulver>s et, wat inir so'n infamigter Schweinhut s Genick zestreut hat, und von det vilie Reiben ivird det lh! schlimmer, det is reene weg nich zum Aushalten / dabei lovfen ihr vor lauter Jucken und Wuth / sshräuen man immer so über die Backen. Ick war sprachlos, lai C1!E mir aber un lasse mir an't Bi.sset en' Nordhäuser feoen, die H äste von ausdri.ike u» ihr mit die andere Hälfte det x. me auskühlen dhue. Aber det bremite immer Völler un wir i| fj1' uns an un jehen rails.„Weesre denn nich, wer et jewesen itfis sdnge ick.„Janz jenau weeß ick et nich," Meente sie,„aber ih»; be, oet is der Schneider mit den rothen Schlips jeweseu, der die %»- lta mit mir jedauzt hat. Er lachte immer so, wenn er sah, i»'n& niir immerzu den Hals rieb." Ick wollte ja wieder rin hu �nal und ihn zur Rede nellen, aber meine Frau wollte det die ick zu heftig werde. Us der Straße jehe ick an ihr iwU1,ul?e nn mauje mein Taschenbuch naß un lese *** int Jenick, wat die Hitze denn ooch en bisken linderte, bei'» det alle Paar Miauten wiederholte. Wie ick nu so »m,... hlen bin, jeht en Mensch vorieber, der en rothen«hlips iz x, 6 un ick frage meine Frau: Tu kiek Dir den mal an, c// der Kerl? Sie sieht ihn sich so von uiuen an weil sie sich »/.�bcken mußt, un si.gtj: Ja, so sah er aus. Nu konnte ick 8i„.�ch länger halten, von det Reiben juckte mir det in die ihi» t un n>at wahr is, is nicht jelogen, ick jing fchnesi hiuter W un wischte ihm eens nul'u Stock über. Vors.: Iibra« � haben ihm eine nicht unerheoliche Wunde bei- so,,«../ Und dabei ist der arme Mensch das Opfer einer Per- well,, �'nechFlung geworden, der gar nicht aus dem Balle ge- le»i>t;— Angekl.: Ich verlasse mir auf meine O rau, die niit den sie eenmal gedanzt hat. der»p�sh die Beweisaufnahme wird thatsächlich fesigcüellt, daß >Nd x//handelte völlig unschuldig war an dem �u�pulrernnsug »b At b�"9�lagte soll seine Uebereilnng nnt einer Geldstrafe von soziale Llcb-rstcht. mmmm Arbeiter! Gesinnungsgenossen! Die Schwierigkeiten Nicht verkennend, muß erwogen werden, daß die Frage eine zeitgemäße ist, um der arbeiterfeindlichen Koalition des Üuternehmerthums mit Erfolg begegnen zu können, und so glaubt man, in An, betracht der immer häufiger vorkommenden erfolglosen Streiks in der Wahl einer Streik-Kontrolkommission ein Mittel gefunden zu haben, den Auswüchsen der kapitalistischen Produktion mehr gewappnet gegenüber zn stehen. Das Büreau der Versammlung: Aug. Taeterow, Mauerstr. 9, v. III. Carl Thieme, Ruppinerstr. 3. E. Wiedemann, Wendenstr. 2. IV. auch Wallur. 7/8, part. links. Dir Tischlrrgrsellen aus der Werkstatt von G. Uanffi Pallisadenstr. 77—78 ersuchen uns auf Grund des§ 11 des Preß gesetzes um folgende Berichtigung: In Nr. 104, zweite Beilage des„Berliner Volksblatt" ist ein Artikel enthalten, daß Kollegen aus obiger Werkstatt, welche dem Fachverein angehören, wegen der Maifeier gemaßregelt wor den sind, und diese Maßregelung sei hauptsächlich durch die Agi tation der Gewerkoereinler hervorgerufen worden. Es sei hierdurch richtig gestellt, daß überhaupt Niemand gemaßregelt worden ist. Die Kollegen Buttgereit und Rogge find deshalb entlassen, weil sie am 28. April blau gemacht haben, letzterer schon am 27. April Vormittags, dagegen Fülz wegen ungenügender Leistung. Hintze ist es gänzlich unbekannt, daß er entlassen werden soll, und hat erst am 7. Mai einen neuen Akkord angefangen. Ferner ist zu berichtigen, daß nicht 26 sondern nur 5 Gesellen dem Gewerkverein angehören, einer gehört dem Verband an, die übrigen sind gänzlich unorganisirt. bchme�nmme,'.sehung° aus� Milgttedern aller ffiewerke vorzu- in nächster Zeit Stellung z» nission(2 bis mwmm Verscuntttlunaen. Mue grosse öffentliche Versammlung siimmtlicher Graveure und Ci sei eure Berlins und Umgegend tagte am Dienstag Abend in Feuerstein's kleinem Saale. Die Tages- ordnung lautete: 1.„Wie verhalten wir uns den am 1. Mai gemaßregelten Kollegen gegenüber?" 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Das Büreau bildeten die Herren Schimansky, Reinhold Kühn und v. Wubla. Das Eingangsreferat gab Herr Blümke. Er führte nach einer Erklärung der Ursachen der Feier des 1. Mai an, daß wegen der Feier desselben eine Anzahl von Kollegen gemaßregelt worden sei. In der am 17. April an gleicher Stelle tagenden Versammlung seien 800 Kollegen anwesend gewesen, die mit überwältigender Mehrheit die Feier des 1. Mai beschlossen hätten. Heute, wo es sich darum handle, Stellung zu nehmen für die Opfer der Sache der Arbeiter, hätten sich nur etwa 70 Personen eingesunden. Dies sei tief bedauerlich. So wenig von den Kollegen seien gewillt, die Konsequenzen des gefaßten Beschlusses zu tragen. Die Fabrikanten hätten unter ich einen Verband geschlossen, der in Bezug auf Zusammenhalt den Gehilsen Muster fem könne.— Eine außerordentlich rege Diskussion folgte dem Vortrag. An derselben nahmen in überaus eifriger Weise auch einige Kleinmeister Theil. Einer derselben. Herr Sieb mann, führte aus, wenn er einer der Gemaßregel- len wäre, würde er mit Entrüstung die Annahme irgend welches Obolus" zurückgewiesen haben. Die Unterstützungen seien Lappalien" und würde damit noch mehr Haß und Zwietracht ,esät. Er hält es für weit wichtiger, daß die gemaßregelten stollegen sich nach etivas Anderem unisähen. Es ward ihm von mehreren Seiten in trefflicher Weise entgegnet. Nicht„Bettelei ei die Unterstützung. Man gebe das Geld»m Namen aller Kollegen. Der Kleinmeister sei weit abhängiger von dem Kapitalisten, als die Gehilfen. Wenn er keine Arbeit habe, sei er nicht im Stande, sich zu ernähren. Die Kleinmei'ler erhielten sich lediglich durch die klägliche Ausbeutung der Lehrlinge. Kleimneister N ö s l e r glaubt, daß die Gemäß- regelten einen großen„Unsinn" begangen hätten. Es sei von den Führern der Arbeiterpartei die Parole ausgegeben worden, daß nur da, wo sich dies unter Vermeidung von Konstiktea lhun lasse, gefeiert werden solle. Linn möchten doch jene, die nicht danach gehandelt, selbst die Folgen davon tragen. Es hätte dre zanze Feier überhaupt gar keinen Sinn gehabt.— Den wiederholten Angriffen der Meister gegenüber blieb die Versammlung völlig ruhig. Ein Antrag, dahingehend, dem Meister Rösler der immer und immer wieder das politische Element in die De- batte zieht, das Wort zu entziehen,>ve»n dies noch einmal ge- 'chehe,>vard einnimmig abgelehnt. Nachdem noch mitgetheilt, daß die im Ganzen etwa 14 bis 16 Eemaßregelten schon mit 180 M. unterstützt worden und die Unterstützung in Höhe von 12 M. pro Woche auch serner erhalten sollte», nahm die Versammlung ein stimmig folgende Resolutionen an: „Die Versammlung beschließt, auch fernerhin alle in- folge der Feier des 1. Mai Geniaßregelten zu unterstützen." „Die Versammlung beschließt, kraftig zum Beitritt zur „Freien Vereinigung der Graveure und Ziseleure" zu wirken." Eine üffenttiche Dersnmmluug für sämmtliche im Wnurrrgewerb» bessi.iiftigiri» Jollrgrn wurde am 18. d.M. im Saale des Böhmischen Brauhauses atgehalte». Das Bureau der Versammlung bildeten die Herren Kerstan, Karl Schulz und S ch i g o l s k i. Vor Eintritt in die Tagesordnung stellte Herr August Dietrich den'Antrag, dem gefaßten Beschlnsse gemäß kein Bier zu trinken. Neber diesen Antrag entspann sich eine längere Debatte, in welcher von verschiedenen Rednern her vorgehoben wurde, daß man die Brauer ivohl moralisch unter- tützen wolle, daß aber dieser Beschluß in Rücksicht auf die Ge- werkschaftsbeiregung nicht ausrecht zu erhalte» sei. Die Versamm- lung ging schließlich über den'Antrag Dietrich zur Tages- ordnung über. Nachdem noch Herr Weise die Mitglieder der 'reien Hilsskasse ersucht hatte, am Freitag Abend in der Ver- ammlung Benthstraße 20 recht zahlreich zu erscheinen, wurde in die Tagesordnung eingeirelen. Zunächst hielt Herr Stadver- ordneler H e i n d o r f einen Vortrag über den Werth der Verkürzung der Arbeitszeit, diese Frage vom physi- chen, pekuniären und moralisch-sittlichen Standpunkte aus be- leuchtend. Der Vortragende erntete für seine Darlegnngen den reichsten Dank der Bersannulung. An der Diskussion betheiligte sich nur Herr Dietrich, worauf die Diskussion geschlossen w.irde. Der nächste Punkt der Tagesordnung lautete:„Ersatz- wähl eines Delegirten an Stelle des Herrn H e r m e r s ch m i d t", welcher sein Mandat(zum Kongresse) niedergelegt hat. Hierzu stellte Herr Däumchen den Antrag, keine» Delegirten zu wählen, bezw. die Zahl der gewählten Delegirten(iö) zu verringern, seinen Antrag begründend. Dieser Antrag fand seitens des Herrn Weiße eine energische Befür- wortung, während die Herren Kupke, Kerstan, Wernau, Scheel, Rückert u. A. sich ebenso energisch gegen den Antrag aussprachen. Herr Wernau unterbreitete der Versammlung auch die Grunozüge eines neuen Organisationsplanes für die Maurer Teutschlands. Eine Debatte knüpfte sich daran nicht. Ter Antrag Dietrich wurde hierauf abgelehnt und wählte die Versammlung zum Delegirten Herrn Wolf(Putzer), da Herr Wernau abermals aolehnte.— Die streikenden Gewerkschaften sollen nach Maßgabe der vorhandenen Mittel Unter- stiitzuug erhalten. Ginr«ffentttche Schuhmnchervnfitmmluna tagt« am 12. d. M. in den Bürgersälen, Dresdenerslr. 96, mit der Tagesordnung: Die Errungenschaften des Streiks und wie sind die- selben festzuhalten? Referent Kollege Süßmeier. Der Referent führte ungefähr folgendes ans: Wenn wir uns den Verlaus unserer diesjährigen Lohnbewegung näher betrachten, so müssen wir uns sagen, daß wir mit den Errungenschaften zufrieden sein können. Z'var Häven wir nicht den Erfolg zu verzeichnen, den wir errungen hätten, wenn alle Kollegen nnmüthig und that- kräftig für unsere gerechten Forderungen eingetreten wären, doch Vortheile sind auf der ganzen Linie zu verzeichnen. Inder dritten Klasse, d. h. in gewöhnlichen Geschäften, waren es leider noch eine ganze Anzahl von Kollegen, welche es nicht wagten, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, sondern sie arbeiteten ruhig weiter, was daraus zu erklären ist, daß sehr viele von diesen Kollegen infolge ihres schlechten Verdienstes, sowie ihrer erbärmlichen Lebensweise leider moralisch vollständig versumpft sind. Andere thaten es wieder aus Mitleid, da sie sahen, daß ihre Arbeitgeber ebenso am Hungertuche nagen, wie sie selbst. Doch kann es uns ganz gleich sein, ob einige Dutzend Kleinmeister ruinirt werden oder nicht, wir kämpfen um ein menschenwürdiges Dasein und was dabei fällt, das mag fallen. In den besseren Geschäften war der Kampf hingegen ein recht heißer. Diese mit Kapital arbeitenden Hos- und sonstigen erlauchten Schuhmachermeister mit ihren riesengroßen vergoldeten Firmenschildern konnten wohl unsere Forderungen bewilligen, doch trotzig stützten sich diese Herren auf ihren Geldsack, spekulirend auf den Hunger ihrer Arbeiter. Doch die Herren hatten sich ver- rechnet. Waren sie trotzig, so waren es ihre Arbeiter nicht minder, und man sah, wie diese Herren auf der einen Seite immer wüthender, aus der anderen Seite immer weicher wurden, und so können wir zu unserer Genugthuung heute konstatiren, daß durch das stramme und feste Ausharren der Arbeiter die Forderungen fast in allen Geschäften erster und zweiter Klasse durchgesetzr sind. Um nun diese Er- rungenschasten festzuhalten, ermahnt der Referent alle Anwesenden Mann für Mann sich dem Verein zur Wahrung der Interessen der Schuhmacher anzuschließen, und auch stets, wo es auch sei, ob im Keller oder fünf Treppen hoch, eifrig zu agitiren, damit kein Mann fehle auf dem Kampfplätze, dann würden wir nicht allein das Errungene festhalten können, sondern wir werden unserm Ziele„Befreiung der Arbeit vom Drucke des übermächtigen Kapitals" immer näher kommen. Eine Resolution, den partiellen Streik so lange fortzusetzen, bis auch die Letzten beivilligt, ferner die noch im Ausstande befindlichen Kollegen thatkrästig zu unter- stützen, wurde einstimmig angenommen. Cinr gut besuchte Versammlung der Freie» Vev- einigung der Keifeusteder und Berufsgenosten tagte am Sonnabend, den 10. Mm, in Scheffer's Saal, Jnselstr. 10, mit der Tagesordnung: 1. Die Bedeutung des'Achtstlindentages. Referenl: Herr Paul Heitmann. 2. Diskussion. 3. Bericht der Revisoren und des Kassirers. 4. Aufnahme neuer Mitglieder. 5. Wahl eines Bibliothekars und Ausgabe der Arbeiterbibliothek. 6. Verschiedenes.— Zum 1. Punkt,„Die Bedeutung des Acht- stundeutages", legte der Herr Referent klar, von welchem Nutzen eine Verkürzung der Arbeitszeit für Leben und Gesundheit ist, und erntete dafür von sämmtlichen Anwesenden stürmischen Beifall. Zur Diskussion sprachen mehrere Kollegen im Sinne des Refe- reuten. Es ließen sich 16 Kollegen einschreiben. Kollege Nickel wurde zum Bibliothekar gewählt. Vom Vorsitzenden wurve noch- mals ermahnt, überall zu agitiren, daß die noch säumigen Kol- legen dem Verein beitreten mögen. Daraus schloß der Vorsitzende die Versammlung mit einem Hoch auf die mternationale Arbeiter- oewegung. Dir Kchaftrarbrttrrinne« und.Arbeiter hielten am Montag, den 12. d. Miß., eine öffentliche Versammlung unter oem Vorsitze des Herrn Wutlke ab. An Stelle des nicht er- schienenen Herrn Werner referirte Herr Krause über die Bedeu- tung des achtstündigen Arbeitstages. Die Versammlung erklärte in einer Resolutton ihr Einverpändniß mit den Ausführungen des Referenten und die Absicht, mit allen Kräften für die Durch- führung des achtstündigen Arbeitstages einzutreten. Zur Schlich- tung von Streitigkeiten zwischen Arbeitern und Unternehmern wurde eine Kommission, bestehend aus vier Herren und drei Damen gewählt und zwar die Genomen Feske, Spercer, Niemann, Kiekant, Frau Lezinsky, Fräulein Timm, Fräulein Easper. Frau Lezinsky äußerte bei der Annahme der auf sie gefallenen Wahl, daß ihr dies ein Zeichen für die An- erkennung der Gleichberechtigung der Frauen sei. Fräulein Timm sprach bei Annahme der Wahl die Versicherung aus, die über- nommene Verpflichtung nach Kräften zu erfüllen. Auch Fräulein Easper versicherte das übernommene Amt gewissenhaft zu er- füllen.— Die Versammlung verpflichtet sich dann noch, so lange kein Bayerisch Bier zu trinken, bis die Forderungen der Brauer- gehilfen beivilligt seien.— Ferner wurde beschlossen, am zweiten Pfingstfeiertage, Morgens 5 Uhr, im Neustädler Volksgarren sich zum gemüthttchen Morgenkaffe einzufinden. Darauf wurde vre Versammlung um UV» Uhr geschlossen. Der Zutereffenverein der Duchdrnckei-Hilfsarbeiter S erlins und Umgegend hielt am Sonntag, den 4. Mar er., oei Feuerstein seine erste ordentliche Generalversammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Mittheilungen. 2. Ausgabe der Statuten ,md Quittungsbücher und Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Wahl des Gesammtvorstandes und der Revisoren. 4. Verschieoenes und Fragekasten.— Nach Erledigung der ersten Punkte ivurde zur Wahl des Vorstandes geschritten und als erster Vor- ltzender O. Kruger, zweiter Vorsitzender H. Jahns, erster Kassirer F. Favroweki, zweiter Kassirer R. Schulze, erster Schriftführer W. Fa'orowski, ziveiter Schrift; ührer O. Bleich und als Beisitzer sie KollegenDahmen, Teichertund E.Fabrowskigewählt. Zu Rem- oren die Kollege» H. Freienstein, Emil Meyer und M. Ackermann. Inter Berschieoenes nahm der Vorsitzende Gelegenheit, einen Fall zur Sprache zu bringen, der einer Maßregelung recht ähnlich sieht. In der Büchsenstein'schenBuchdruckerei war seit Jahren der Hilfsarbeiter Freienstein beschäftigt; derselbe nahm vor einigen Wochen Gelegenheit, ein ihm zugegangenes Zirkular, betreffend die Ein- ladung der Buchdruckerei-Hilfsarbeiter Berlins an einem der Pfeiler im Saale anzuschlagen. Jedoch mit des Geschickes Mächten ist kein ewiger Bund zu flechten; dieses alte Wort sollte sich auch hier wieder bewahrheiten. Denn der gestrenge Herr Ober- Maschinenmeister dieser Druckerei sah dieses Anscylagen des Kirkulars für ein Vervrechen an, und mit den Worten:„Haben ssie das angeklebt, denken Sie, dies ist eine Litt aß- fäule?" und noch Weiteres mehr, entfernte sich derselbe, um am Sonnabend dem genannten Hilfsarbeiter durch den Ma- chinenmeister die Kündig»g zugehen zu lassen. Sache der neagegründeten Vereinigung wird es nun sein, entschieden gegen ein solches Gebühren einzelner Maschinenmeister Front zu machen und dazu ist es dringend nöthig, daß sich sämmt- iche Buchdruckerei-Hilssarbeiter dem Jnteressenverein anschließen. Nachdem noch bekannt gegeben, daß der erste gesellige Abend mit Damen am Sonntag, den 18. Mai, Abends 6 Uhr, bei Feuerstein, und die nächste Versammlung am Sonntag, den 15. Juni, ebendaselbst stattsindet, schloß der Vorsitzende die Aersainmlung mit einem dreifachen Hoch auf das fernere Gedeihen des Vereins. Drr Verband deutscher Mechaniker und vtvw. Ke- rnfsgeuoffen hielt_ am 7. Mai eine Mitgliederversammlung ab. In derselben hielt Herr Berndt einen Vortrag über„die Ursachen der Arbeiterbewegung". Referent legte in klarer Weise alle die einzelnen Faktoren, welche den Arbeiter aller Kulturländer im der an Großartigkeit einzig dastehenden Bewegung gedrängt laben, auseinander. Die wahren Ursachen dieser Be- wegung sind denn auch nicht nur dem Arbeiter, sondern auch höheren Spitzen der Gesellschaft längst bekannt. Es sind einzig und allein die herrschenden Produkttons- Verhältnisse, welche den größten Gewinnantheil aller erzeugten Arbeit in die Taschen nur einiger Wenigen fließen läßt. Und lange man nicht diese Thatsache aus der Welt schafft, so ange man nicht der arbeitenden Bevölkerung die Arbeitsmittel als Gemeingut ubergiebt. so lange wird man auch mit dem Arbeiter nicht friedlich leben können. Mögen auch die Ziele der Arbeiteroewegung manchem unerreichbar erschienen, so kann man doch siegesbewußt das Ende derselben abwarten. Der genossenschaftliche Geist, welcher alle Arbeiter der Erde beseelt, wird die Menschheit dahindrängen, um Hand anzulegen an die Aeuderung des heuttgen Produkttonssystems. Nach Beendigung
des interessanten Vortrags stinnnte die Versammlung einem Antrag bei, die Versauunlung zu schließen, um einer Versammlung der Metallarbeiter beiivohnen zu können. Drr Allgrutrine Arl>ritcrin»env«r«i»r siimmtlichrr Kerufazwrigc Krrtins und zlmgrgrnd hielt am 8. d. M. in Rixdorf im Barta'schen Lokal, Bergstr. 120, eine Versammlung ab. Auf der Tagesordnung stand: 1. Vortrag des Herrn Stein- mar über„Die heutige Stellung der Frau in der Gesellschaft." 2. Diskussion. 8. Errichtung einer Filiale. 4. Aufnahme neuer Mitglieder. 5. Wahl des Vorstandes zu der Filiale. 6. Verschiedenes. Als die Versannnlung um 9 Uhr eröffnet wurde, nahm Herr Steinmar das Wort zu seinem Vortrag, in ivelchem er die Stellung der Frauen schilderte, und meinte, das? die Frau noch zu wenig Rechte besitze. Hierbei forderte der überwachende Bc- amte die anwesenden Damen auf, den Saal sofort zu verlassen, was auch geschah. Hierauf nahm Herr Litsin das Wort und meinte, daß wenn der erste Punkt erledigt und eine Filiale der Arbeiterinnen errichtet werden sollte, so müßten doch die Damen zugegen sein, worauf dieselben wieder den Saal betrete» durften. Es fand dann eine Pause von 10 Minuten statt, worauf die Vereinsstatuten verlesen und die Vorstandswe.hl vorgenommen wurde. Es wurden folgende Damen in Vor- schlag gebracht und einstimmig gewählt: Frau Kritschke, Bevoll- mächiigle; Frau Tiedc, Kassirerin: Frl. Höhne, Schriftführerin. An der Diskussion betheiligte sich Herr Litfi», indem er den ersten Mai schilderte und meinte, daß außerhalb Berlins an diesem Tage mehr Vergnügen war, als in Berlin. Hierauf löste der über- wachende Beamte die Versammlung auf' und forderte die An- wesenden auf, den Saal in 10 Minuten zu verlassen. Kartonarbeiterinurn und-Arbeiter» wird Arbeit»achgewiesen nur durch die Kommission, Andrcasstr. so bei Bolzmann. Kerrin zur Wasirung drr Anteresien der Klavierarbriter und vor- wandter Vemfsgenossen. Versannnlung am Freitag, den 16. Mai, Abend» e Uhr, in Feuerstein'» Salon, Alte Jalobstr. 75. Tagesordnung: i. Werl- ftattangelegenhette».(Die Kollegen der Pianofortefabrilen von Neumeyer, Fraty u. Ko., Concordia,(ide. Langer u. Ko. werden ersucht, zu erscheinen). it. Veretnsangelegenheit. Allgemeitte Kranken- und Sterbekais« der UletaUarbriter. (ffi. H. 29 und 89, Hamburg.) Filiale Berlin 6. Sonnlag, den 18. Mai, Vormittag» 10% Uhr, ISartenstr. 123, bei Krüger, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: l. Kassenbericht. 2. Verschiedenes. Säminttiche Albumarbeiterrinne» werden freundlichst ersucht, am Sonnabend, den 17. Mai, Abends 8 Uhr, in Möivc's Gesellschaftshaus, Fichtestr. 29, zahlreich erscheinen zu wollen. Es sind« daselbst eine grobe Abendunterhaltuna mit Kränzchen statt. Eintrittskarten a au Pf. im Lolal. Tes guten Zweckes halber wird gebeten recht vollzählig zu erscheinen. Damen und Herren als Gäste willkommen. Wald- und Sitberpolirrrinnen Krrlino. Sümmlliche in diesem Fach beschäftigten Damen werde» gebeten, mit Angehörige», Freunden und Bc- kannten am Sonnabend, den 17. Mai, Abends von 8X Uhr an, iiu Gefell- schastshaus von Möwcs, Fichtestr. 29, zu einer gemüthltchen humoristischen Abenounterhaltung und Kränzchen eines guten Zweckes halber recht zahlreich erscheinen zu wollen. Eintrittskarten pro Stück 30 Pf. im Lokal. Uirei» zur Wahrung der Anteresien der Klavierurbeiter. Die zum Mourag, den 12. Mai, einberufene Versammlung wurde noch in letzter Stunde polizeilich verboten. Verein zur Wahrung drr Znterelfe» der Gast- und Schankniirth« Serlina und Zimgegend. Mitglteder-Versammlung am Freitag, den 16. Mai, Nachmittag»«.? Uhr, beim Kollegen Gründe!, Dresdenerstraße 110. Tagesordnung: 1. Wie stellen sich die Mitglieder zur Gründung einer freiwilligen Unterstützungskasse bei Sterbefällen. 2. Aufnahme neuer Mstglieder. 3. Vereins- angelcgenheiten. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Um zahlreiches Erscheinen wird in Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ersucht. Da» Arbritanachweiabnreau de» Verbände» der Vrrgolder, «oldleiftenarbeiter und Verufagenosilen(Filiale Berlin) bestndet sich Schillingstraße 36» und slndet die Adresienausgabe für Mitglieder und Nicht- Mitglieder unentgeltlich statt, und zwar von jetzt ab den ganzen Tag bi» 9 Uhr Abends. Die Mitglieder sind verpflichtet, nur.den Arbeitsnachweis zu be- nutzen. Gesang-,«»rn- und gesellig» Perein» am Freitag,»aiser'scher Männergesangverein Abend« 9 Uhr im Restaurant Tamm, Schönhauser Allee 28.— Gesangverein„Pauscbcutel" Abends 8 Uhr im Restaurant Hensel, Alerandrtnenstr. 16.—„Liedertafel der Maler und verwandter Berufsgenosfen" Abend»« Uhr im Restaurant Kleine, Brandenburgstr. 60.— Buchbinder- Männerchor Abends H% Uhr bei Feuerstein, Alle Jatobsstr. 76.— Gesangverein „Flöter'sches Doppelquartett" Abends 9 Uhr im Restanrant Musehold, Lands- bergerstr. 31.— Gesangverein„Fortschritt" Abends 0 Uhr im Restaurant Blumenstr. 46.— Gesangverein„Echo 1872" Abend» 9 Uhr Orantensiraßo 36. Neue Mitglieder werden aiifgenommen.— Gesangverein„Ossian" Abend» » Uhr, Dresdenerslr. 85 bei WustavuS.— Huppert'sche Sänger-Vereinigung „Harmonie" Abends o Uhr bei Niest, Weberstr. 17.— Gesangverein„Sänger- hatn" Abends s Uhr Adalbertftr. 21.— Liedertafel des Fachvercins der Stein- träger Berlins Abends 8 Uhr Grobe Hamburgersir. 4 Uebungsstunde.— Ge- saugveretn„Ohnesorac" Abends 9 Uhr, Restaurant Reyer, Alle Jakobstr. 83. — Gesangverein„Widerhall" Abends s Uhr bei Herr» Boge, Köpnickerftr. 191. — Gesangverein„Lorbeerkranz" 8% Uhr Restaurant Wetnstr. 11.— Arbeiter- Sesangveretn„Nord" UebungSstunde Abends 8% Uhr im Restaurant Anadt, Brunnens». 38. Stimmbegable auch passive Mitglieder iverden aufgenoinme». — Gesangverein„Eollegia" Abends von 8—11 Uhr bei Schuster, Oranienstr. 8. — Voigt'scher Dtlitlanten-Orchesterveretn, UebungSstunde von 8%— 11 Uhr Abends im Louisenfiädtischen Klubhaus, Annenstr. 10, 1 Tr.— Berliner Turngeiiossenschaft(5. Männerabthe.lungs Abends 8.v; Uhr in der städtischen Turnhalle, Wassel thorstr. 31.— Turnverein„Hafenhaide"(Männecabtheilung) Ab. 8 Uhr Tiefsenbachstr. 66—61.— Turnverein„Froh n. Frei"(Männerabth.) Abends 8% Uhr Bergstraße 69.— Wisseiischastlicher Verein für Rollec'sch.' Stenographie Abends 8% Uhr im Restaurant Ziethen, Torotheenstr. 31. Unter- richt und Uebungsstunde.— Allgemeiner Arends'scher Stenographenverein, Abtheilnng„Vorwärts". Abends«'s Uhr im Restaurant Kall, Mariannen- platz II.— Arends'scher Slenographenverei»„Apollobund" Abends 8 Uhr im Restaurant Seydelstr. 36.— Verein ehemaliger Dr.Docbbelinscher Schuler Abends 9 Uhr im Restaur. Krebs, Friedrichslr. 20?.— Zilherverein„Alpenveilchen" Abends 8sz Uhr im Restaurant„Wahlstatt" Bellcallianceflr. 89.— Rauchllub„Westend" Abends 9 Uhr im Hohenzollerngarten Sleglitzerslr. 27.— Rauchklub„Weichsel- blatl" Abends 8% Uhr im Restaurant Slalcherstr. 1472.— Rauchtlub„Ohne Zwang" Abends 8% Uhr im Restaurant W. Spälh Weinstr. 23.— Verein ehemaliger Schüler der 22. Gemeindeschnle Abends» Uhr im Restanrant Schröder Sieglltzerstr. IS.— Lese- und Dlstutirllub Herwegh Abends 8 Uhr im Lolale des Herr» Otto Linie, Forsterftr. 46. Gäste, Herren und Damen, durch Mst- glieder eingesuhlt, haben Znlritt.— Sozlalvemolralischer Lese- und DiSlurir- ilub Lasialls Abends 8% Uhr iluvryftr. 16 bei Ziemer. Gäste durch Mitglieder lönne» eingeführt werden.— Sozialdemotraiiicher Lese- und Diskulirtlub Aorwärls Abends 8jc Uhr in Poland's Lolal, Nauiiynstr. 83, Sitzung. Gäste lönnen durch Miiglieder eingeführt werden.— Arbeitergesangveretn„Hofs- nnng" Fricdrichsberg bei Reusch, Frankfurter Ehausfec- und DorfsttaKen-Ecke. UebungSstunde. Aufnahme neuer Mitglieder.— Männerchor der„Berliner Picchäntler" Abend« 9 Uhr im Restaurant Krüger, Franzstr. 8.— Verein chemalrger Schüler der 23. Geineindefchuls Abend« vis Uhr Sönigsladt-Kasino, Holzmarktsir. 72. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen.— Lesetlub „Karl Marx" Abend« von«— H Uhr bei Schonfeld, Marisndorferstr. 10. „Musterzeichner-Verband DeuischlandS" Abend« 8% Uhr. Zum Schullheiß Landsbsrgerstr. 73. SzrveihfÄeil. Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit Raum dafür abzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeine» Jnleresses zur Versiigung: sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mildem Inhalt desselben identiflzirt zu werden. An alle nichtgeiverblichen Arbeiter Deutschlands! Der in Nr. 95 d. Bl. erschienene Artikel unter„Sprechsaal" zwingt mich, so unlieb es mir ist, die Spalten des Blattes mit solch einer Sache in Anspruch zu nehmen, da Ton und Inhalt eine Erwiderung herausfordert. Zunächst hat es mich befremdet, daß die Herren Unterzeichner glauben, Ursache zu haben, sich mehr mit meiner Person als mit der Sache selbst zu beschäftigen. Für mich handelt es sich bei meiner Erwiderung nicht darum, den Herren Unterzeichnern eine bessere Meinung von meiner Per- son beizubringen, sondern den im Allgemeinen betheiligten Kollegen Klarheit, soweit dieses nothivendig ist, zu geben. Wenn die Herren sich zunächst darüber beklagen, daß wir die Gelegenheit haben vor- übergehen lassen.auf dem hier stattgehabten zweiten Kongreß der Bau- arbeiter vertreten zu sein, so ist es für uns bislang Grundsatz gewesen und wird es auch bleiben, daß da, wo wir nicht geladen sind, uns auch nicht aufdrängen. Hiermit erhalte ich nun Ge- legenheit, den wesentlichsten Jrrthum, welcher in dem Artikel ent- halten ist, richtig zu stellen, indem ich die Herren darauf auf- merksam mache, daß laut„Bauarbeiter" Nr. 10 vom 8. März d. I. nur ungelernte Bauarbeiter, als Erdarbeiter, Ziinmererarbeits- leute, Steintrüger, Aiaurerarbeirsleute eingeladen waren. Hier- aus gdht nun wohl klar hervor, daß wir nicht annehmen konnten, daß auch andere Branchen dort zugelassen werden würden.' Ter ganze Verlauf des Kongresses, dem ich theilweise beiwohnte, hat mir die Ueberzeugung beigebracht, daß eine derartige Ber- schmelzung der verschiedenartigsten Interessen bei der Mehrheit oer Herren Dclegirten nicht geivünscht wurde. Zu Diesen rechne ich die Herren Krüger und Schmidt(Berlin), welche mir er- klärten, daß sie nur gezwungen am Kongreß theilgeuommen hätten und Gegner der Verschmelzung beider Vereinigungen seien. Die Resultate, welche der Kongreß erzielte, richten ihr Augen- merk im Wesentlichen auf die Förderung der Interessen der Bau- arbeiter und es herrschte nur eine Stimme darüber, soweit von Verschmelzung die Rede war, daß hierbei nur die kleinen Orte in Betracht zu ziehen seien. Der ganze Verlauf der Verhandlungen hat uns die Roth- wendigkeit erst recht vor Augen geführt, mit der an uns er- gangenen Ausforderung zur Einberufung eines Kongresses aller nichtgeiverblichen Arbeiter hervor zu treten. Damit kann und soll dem Kongreß der Bauarbeiter kein Vorwurf gemacht sein, da derselbe nur über die Interessen dieser Branche berathen und be- schließen wollte. Auf die Schmeicheleien, welche mir durch die Herren Artikelschreiber an den Kopf geworfen werden, näher einzugehen, irst W läßt mein Anstand nicht zu und liberlasse ich Jj» Urtheil hierüber Jedem bei dieser Frage Jnteressirteü.-B 'verde es über mich ergehen lassen, mir Motive zu unterschied!' welche uns vollständig fern gelegen haben, indem jeden'Augenblick i» oer Lage sind, den Beweis zu erbringe». der Gedanke, einen Kongreß aller uichigeiveri lichen Llrdciler f; zuberufen, schon viel früher bei uns vorhanden gewesen ist. der Bauarbeiter-Kongreß einberufen war; und selbst in Bo»' sind in dieser Beziehung noch andere Ansichten Vorhände», tt-' sie die Herren Artikelschreiber haben. Im Uebrigen sagt hier ein gängiges Sprichwort„man fi# feinen hinter den Ofen, wenn man nicht schon selbst BafsinW' steckt hat." Hiermit habe ich auch zugleich die Auzapfung des Hern' W. Gaßmann im„Arbeiter" zurückgeiviesen, für seine Hinweis'»'!! auf das Gesetz—— danke ich. Mit kollegialischem Gruß Aug. Lohrberg, Hannover, Klosiergang 4. Vevtttifrtzkes. Ei» Frnilltfnrter Urchtsanmakt führt, wie der dortig „Herold" schreibt, zur Zeit drei Prozesse, deren Akten die na«' folgenden sonderbaren Bezeichnungen haben; Schivarz ko»»» Weip, Hahn kontra Höring und Gottfried Keller kontra Juli'* Casar. Beinerkenswerth dürfte es auch sein, daß der letzte n' diesen Streitsachen abgehaltene Terunn damit endete, daß der du Verhandlung führende Amtsrichter sich veranlaßt sah, den s# ehremverthen Herrn Julius Cäsar vor die Thür zu weisen. Depeschen. (Klohss TrlrgrnpIfen-Knt'Linl.) Hambnrs. 14. Mai. Die Gasanstalt hält den B-w» durch von auswärts herangezogene Hilfskräste und durch Stra?cn reinigcr ausrecht. Bon den Streikenden ist in der denselben g' stellten Frist Niemand zurückgekehrt. Viele derjenigen Arbrne' welche von den beim Bau des Nord-Ostsee Kanals beschäsl'b«' zur Aushilfe herangezogen waren, haben die Arbeit w>e° aufgegeben, weil sie die Hitze und die schwere Arv nicht aushalten konnten. Man befürchtet, daß immer voch �' Mangel an Gas eintreten werde, da wenig Vorrath vorhande• Ter Senat hat auf Ersuchen der Maurermeister und ZiiN'"� meister möglichstes Entgegenkomme» hinsichtlich der Abliefern s der Bauten, sowie hinsichtlich der festgesetzten Konventionalstra. und der zurückzustellenden Submissionen angeordnet. Rom, Mittwoch, 14. Mai. Nach später eingegangenen.'ä-r richten aus Avigliano beträgt die Zahl der bei dem Brande« dortigen Kugelfabrik umgekommenen Personen 19, unter die!. der Direktor der Wurfgeschoßabheilung. Außerdem wurden Personen schwer und 13 leicht verletzt. Nur das Laboratorw' für Wurfgeschosse ist abgebrannt, die Magazine und Depots P unversehrt geblieben. Vurefknlten der VcdtiKkirm. Bei Anfragen bitten wir die Zlbonnemenls- Quittung beizufügen. Brtep «nnvort wird nicht erlheilt.. Stellmacher. Auf zwei Seiten geschriebene Berichte bri»� wir grundsätzlich nicht mehr. Lithograph F. L. Wir danken Ihnen sehr für Ihre lichen Mittheilungen, von denen wir aber, um unsere Leser»' allzusehr mit dem Burschen zu langweilen, augenblicklich" keinen Gebrauch machen wollen. Vielleicht gelingt es uns, Menschen doch noch zu einer Klage gegen uns zu drängen, � dann werden wir Ihrem schätzenswerlhen Material die" sprechende Verwendung sichern. Mciffgrrber Derartige Abrechnungen veröffentlichen L. grundsätzlich nicht im redaktionellen Theil unseres Blattes. müsken Sie in dieser Beziehung auf den Jnseratentheu weisen. Große öffentliche Versammlung aller in her Mujikillßntmentellbraillhe besAstigten Arbeiter (Klavier-, Klaviatur-, Mechanik- und Harmonika-Arbeiter) am Montau, den 19. Mai, Abends 8 Uhr, in Lehmann* Salon, Schwedterstraße 23. 385 Tagesordnung: Zweck und Ziele der Geiverkschaftsorganisationen und welcher schließen wir uns an?— Um möglichste Verbreitung dieses und um regen Besuch bittet Der Einherufer. Allgemeiner Metallarbeiter- Verein Berlins und Umgegend. Montag, den 19. Mai, Abend« 8 Uhr: Ausserordentliche General- V ersammlung in joel's Saal(früher Keller), Andreasstraße 21. Tagesordnung: 1. Antrag des Borstandes, welcher lautet: 20 M. Entschädigung für den ersten Vorsitzenden, 20 M. für den ersten und 10 M. für den zweiten Kasstrer als Mankogelder. 2. Bestätigung der Bevollmäch- tigten. 3. Verschiedenes.— Es ist Pflicht sämmtlicher Mitglieder, zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimirt.(397) Oer Vorstand. Oeffcntliche Versammlung der Schrauben- und Fagondreher am Freitag, den 16. Mai, Abends 8 Uhr, in DeigmUller's Salon, Alte Jakobstrasee 48a. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Referent: Herr Z u b e i l. Centralkrankenkasse der Maurer, Steinhauer zc., gen. „Grundstein zur Einigkeit". Ansserordentl. Mitgliederversammlung am Freitag, den Iß. Mai, Abends 8 Uhr, im Industriegrbäude, Beuthstr. 20, Tages-Ordnung: 1. Wahl der Deleairten zu der am 28. bis 28. Juni stattfindenden Generalversammlung. 896 2. Annahme von Anträgen zur Statutenberathung. 3. Berichterstattung der Revisoren über die vom Jahre 1884 eingezogenen Bücher. 4. Wahl eines ersten Schriftführers. 5. Verschiedenes in Kaffenangelegen- heilen. Der sehr wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines zeden Mit- gliedes zu erscheinen. Im Auftrage: Karl Weiße, Tegelerstr. 27. Wiliz! MckWleistr! iimmil. MiiWklsu Müis und Umgegend am Frvitas, Iß. Mai. Abds. 7>/2Uhr, in.Iordan's Kalo«, Neue Grünstr. 28. Tagesordnung: 1. Vortrag über: Gewerkschaftliche Organisation.(Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht.) 2. Diskussion. 372 3. Die Lage unseres Streiks. 4. Verschiedenes. Pflicht eines jeden Kollegen ist es zu erscheinen. 372 Der Ginbernfer. Gut gehendes Uestauraut mit Damenbcd., Gegend Schönhauserthor, lst and. Unternehmeushalber sof. z. vk. Näh. bei H. Müller, Auguststr. 47n p. Sozialdemokratischer Lese- und Diskutirktub..Lastalle" amFreitag, den 16. d. Mts., Abends 8V2 Uhr. Adalbertstraße 8, bei Schneider. Gäste haben Zutritt. Zahlreiches Er- scheinen erwartet Der Vorstand. Aerein zur Wahres her ziltere>s.h.Ktrl.Klll>Mbeiter. Mitglieder- Versammlung am Sonnabend, 17. Mai, Ab. 8V2 Uhr, bei Gnadt, Brunnenstr. 33. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Pirch, über: Das Recht auf Arbeit. 2. Diskussion. 3. Wahl des 1. Schriftführers. 4. Verschiedenes. 384 Das Erscheinen der Mitglieder ist Pflicht. Gäste sehr willkommen. Der Vorstand. Freunden und Genossen, sowie Lesern dieses Blattes empfiehlt sich bei Bedarf Franz Ebel, Schuhmacher-Meister, 381 UanKon» bei Verlin, 4. Kreuzstraße 4. 8W Bestellungen nach Maaß, sowie Reparaturen schnell u. gut. Wichtig für den ,,Nord-Ke»irk". Chausseestr. 83, vis-ii-vis d. Liescnstraße. UReellste und billigste Einkaufsquelle für Tlhllhivllllrell jeher Art. Durch Mietheersparung und eigene Fabrikation der Obertheile und Unter- boden biete ich jeder Koukurrenz die Spitze. Reparaturen vom besten Kern- leder sofort. 392 0. Füse, Chausseestr. 83, a. d.Liesenstr. Allen Scliulimacheni empfehle ich meine Schästefnbrik nebst Lager.— Bestellungen»ach Maaß reell und billig. 379 Paul RÜhl, Naunynstr. 74, H. pari. ür jede vorkommende Ar- —.,.7----- oeit, für Modell, Bau und Möbel, Glaserei, Einrahm. aller Arten Bilder, Schleifen u. a. m. Tennuiner- straße 4, W. Abraham, Querg. pt. H Ein tafelf. piauo für 60 M. zu vcrk. a n d t k e, Challffeestr. 31, H. 2. E. 11, Zur geWigen AechtW! Am Sonnabend, den 17. d. Mts., findet in meinem Lokal Adlershof, Bismarckstr. 28a, Einweihung meines neuen Restaurants statt, und lade alle meine werthen Gönner, Freunde und Bekannten hiermit ganz ergebenst ein. Hochachtungsvoll und ergebenst Q. Kleinschewsky, Restaurateur. 391 Adlershof, 28a. Bismarckstraße 28a. Laffalle-, Marx-, Bebel-, Liebknecht-, Singer-Köpse, als Cig.-Spitze, echt Meersch., a 1,50 M. und besser. Wieder- Verkäufer Prozente. 1205 B. Günzel, Brunnenstr. 157. Bitte Ich« Sie! 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Prinzessinnenstr. 31(Cigarrengei'v Ter Nachweis ist geöffnet Woäst',,-», von Morgens 9 bis Abends � ,,w, Sonntags Bonn, von SVa— lO/"...�« Die Vermittelung ist für Prn'i wie Gehilfen eine uuentgcltlichk- Ucrkrhrolokal befindet sich ngl Kollegen Grün, Elisabethstr.-„.M Der Vorstand der Zahlstello,®��' Kartonarb eiterinnell und-Arbeitern � wird Arbeit nachgcivieson durch die Kommission, stralie 36 bei Kolzmann« Berantwortlicher Redaktiiir; Enrt Kaake in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kading in Berlin SW., Beuthstraße 2.
Jft 2. Beilage zum Berliner BolNlatt Nr. III. Donnerstag, den 15. Mai 1890. 7. Jahrg. ß,-• unp uirun £SÄ© Ä or �ie v«rflosse«e Gartenbau-Ausstelluua scheint in i Zuordnungen und in der obersten Leitung ihrer Verwaltung an M-tW Mängeln gelitten zu haben; wenigstens ist es sonst >st>t erklärlich, daß dieses ganze Unternehmen, nach allem, was S darüber in der Tagespr-ste fand, den Charakter einer ober- > ucyuch geordneten Sammlung von Gartenprodukten trug, unter ßch.ju theure und luxuriöse Ziergewächse die Hauptrolle spielten. sich aus einigen genauer unterrichteten daß auf dieser Ausstellung auch andere Dinge A llelen gewesen sind, die wohl geeignet waren, das Jntereste X.. N Kreise in Anspruch zu nehmen. So finden wir in -.Naturwissenschaftlichen Wochenschrift" eine Mittheilung über in„Bemstein-Ausstellung", welche von dem westprenßischen Mvwzialmuscum eingerichtet war und die naturgeschichtliche .mstehung des Bernsteins veranschaulichte. Zu Beginn der �rrtiärzeit, also bald nach der drittletzten groben Umwälzung uierer Erdoberstäche grünte in dein jetzigen Küstengebiet von r-'": und Westpreußen, sowie in dem angrenzenden Theile des H ri ,'on'5cr Ostsee bedeckten Bodens, der B e r n st e i n w a l d, oetcher vornehmlich aus Kiefern und Fichten zusammengesetzt Blüthen, Blätter, Zweige und Aststücke dieser Bäume nebst »Waldungen in vergrößertem Maßstabe waren auf der Älus- Uchung niedergelegt. Diese Nadelhölzer enthielten, ähnlich wie »...chucn verwandten der Gegenwart, in allen Theilen ein dünn- Mgos Harz in reichlicher Menge, welchem die Hauptmasse des �tischen Bernsteins ihren Ursprung verdankt. Dieses Harz trat m �analen der Nadelhölzer auf, welche in senkrechter und wagerechter 5'chtung das Holz durchsetzten, dann aber auch in einem zwischen °'m Holz und' der Rinde des Baumes besonders vorgebildeten «ewebe. In letzterem bildeten sich, nachträglich durch Er- oartzing, falls das Harz im Innern verblieb, flache Stücke, welche �ch Zersetzung des umgebenden Holzes frei wurden und die ge- Mwärtig als sogenannter Fliesen- oder Plattenbernstein in den J; udel kommen. In den meisten Füllen aber trat das Harz M Außen, infolge von Verletzungen der Rinde, die in jedem «aide durch atmosphärische Einflüsse(Baumschlag, Wind- °"lch, Blitzschlag), durch Insekten und Parasiten hervor- Musen worden. Es versetzte sich mit dem Inhalte der ver- eisten Zellen des Baumes und quoll als trübe, zähe Masse in 110,1 Tropfen oder knollenförmigen Stücken aus Astlöchern ich anderen Oessnungen hervor und erhärtete sich dann weniger M mehr. Durch Einwirkung der Sonnenwärme wurde eS ge- SJoIjcn und wieder geklärt, floß in dünnen Lagen auf der Ober- ,chhe der Aeste oder des Stammes entlang, wodurch bei Wieder- ??wng dieses Vorganges lamellenartig zusammengesetzte Stücke, im Handel als„Schlauben" bezeichnet werden, entstanden, N? es zog sich nach Art der Eiszapfen von den Zweigen chsten lang herunter. Dabei tropfte es auch mtf den SUBlui chO verband hier die lockere Masse des Bodens zu einein festeren chioilde. das später ganz hart ,vurde und den Benrstein- Firniß Megeben hat. Alle diese Vorgänge waren auf der Ansstellnng Kreils durch Original- Bernstcinstücke, theils durch Abbildungen ( Anschauung gebracht. Wenn während des Ausflusses von nvem Harze kleine Thiere, Insekten oder Pflanzentheile durch f*11 Wind angeweht wurden uno kleben blieben, so konnten sie und Boden Ml einen nachfolgenden Fluß bedeckt und eingeschlossen werden. Mrdurch ist von der Natur also etwas Aehnliches bewirkt wor- als man sonst auf künstlichem Wege durch Einbetten pflanz- oder thierischer Stoffe in Kanada-Balsam erreicht' aber P* Dauerpräparate der Natur können von keinen künstlichen ?srtroffen werden. Auf diese Weise sind nicht allein Lüchiedene Organe der Bernsteinbäume selbst, sondern ) zahlreiche Reste anderer Gewächse, welche damals innerhalb außerhalb des eigentlichen Bcrnsteinwatdes vorkamen, mit r Lebenssrische und in einer Vollkommenheit erhalten, welche Wanderen von der Vorwelt auf uns überkommenen Pflanzen- Ben, die meist versteinert gesunden worden, nicht bekannt ist. j1' Untersuchung dieser im"Bernstein vorgefundenen Pflanzen Jltrcfte hat erueben tinfi sur SRerni'ieinieit Valmen.»ablreickie ei'"efte hat ergeben, daß zur BernsieinzeÜ Palmen, zahlreiche ..Aenarten. Magnolien, Camelienarten und dergl. mehr, in Efe?11 Gegenden blühten. Ein Hauptbestandtheil dieser Ge- �ch? S.u® 0et Bernsteinzeit war durch Abbildungen veranschau- »Nk»>>m Allgemeinen erinnert diese vonveltliche Pflanzenwelt . Ostsee-Gegend zumeist an diejenigen Pflanzengatlungen, heute noch in Ostasien(namentlich in Japan) und Nord- '«v«a gebeihcn._��____ (*. 8'*» öffentliche Auschlagwefen in hiesiger Stadt soll, wie w'tgetheilt, vom 1. Juli d. I. ab wiederum auf 10 Jahre iioirt vergeben werden. Tie Bedingungen liegen im Rath- Lr- Zimmer 37, während der Bureaustunden zur Einsicht aus. ZMustige haben ihre Offerten schriftlich und versiegelt mit der hMrift:„Angebot zur Pacht des öffentlichen Anschlagwescns" b's spätestens 28. Mai d. I. einschließlich. Mittags 12 Uhr. zuMeben. Die Eröffnung der Angebote wird am 29. Mai d. �., D:, a8ä 12 Uhr, in Gegenwart der erschienenen Submittenten im K mwer 63 des Rathhnnses erfolgen. Die Auswahl unter den .ffwden bleibt vorbehalten. Es wird, wie bereits gemeldet, an- -.P gestellt, auch Angebote für ganz oder theilweise erleuchtete Ichlagsäulen einzureichen..ri feit.=fr Kchlensenbau am Ostende des Mühlendammes ist AtiÜ!. 1,08 Fiskus in Angriff genommen worden. Eine mühsame n,? 1 bildet der Abbruch der dort vorhandenen mächtigen, brnuJ* Steine starke Gewölbe, durch welche das östliche Gerinne N-A.'siioß. Mehrere Dampframmen sind in Thätigkeit, um die lerti Jvr die Spundwände einzurammen. Sobald diese letzteren y.. g3�stellt sind, kann mit dem Ausheben der Schleusenkammer ij..3�Znugen werden. Die an dem Dammmühlengebäude sich hm- Seite der Kammer wird nicht eine Futterwand von (oli11 sondern eine solche von eisernem Psahlrost erhalten, da den urcd die allzu große Nähe des Gebäudes bedingt ist. Auf ivei-x fccn Jnselcnocn am oberen und unteren Schleusenlopf nh.K Wei Heine Gebäude für den Schleusenwärter, für Zoll- iialt.'�g«. f. w. ausgeführt werden. Erfreulich wäre es, wenn jen~ Abbruch der alten Gebäude des Polizeipräsidiums an i>k»�,fffielle eine breite Uferstraße angelegt und das Bestreben "(u würde, dieselbe bis zur Waisenbrücke durchzuführen. Grunewald wird nicht nur an Sonntagen, sondern »ian Ehrend der Woche von den Berlinern aufgesucht Wohin ialil kommen mag, so findet man sicher eine größere An- »ef, 0o,i Ausstiiglern. Der Aufenthalt ist aber auch viel ange- Gegenwärtig werden die im vorigen Jahre ["�aebanW""'"-.KV.«.......... n?9»n n.WM®(en bei Sankt Hubertus an den Usern mit An- Abs bn, /5den und in regelmäßigen Linien mit Schilf demlanzt. �ottenft«.1 ,e,te, Hubertus! ees sind in größeren Mengen „chft 3,,. angefahren, o.e an den ansteigenden Partien dem- btrayn PnÖen- Der westlich anstoßende Dianasee hat d�cher ,,'-'(ikolcmie hin eine kleine Ausbuchtung erfahren, in .arten•0t, räcm Mandarinen-Enten, Fuchs-En len und andere �asse.!,.Avg(s(tzl wurden, die sich zetzt lustig auf dem klaren beid»..'bieget tummeln. Bei dem schmalen Wasserarm zwischen genannten Seen werden jetzt die Vorbereitungen zum «n««S Ä: W.» inch«-- M,-»-»- wegen nicht wie ursprünglich geplant, aus Stein, sondern aus Eisen hergestellt werden, dagegen eine Spannweite von 30 Metern erhalten soll. Westlich der ganzen Anlage der Villen- ' ilomc wird jetzt durch 70 Mann ein weiteres Fenn ausgebaggert, is im Laufe von fünf Monaten zu einem See(Dianasee) mit mehreren Inseln umgewandelt werden soll; das Moorwasser wird durch eine Säugpumpe abgeführt, vermöge deren die Flüssigkeit durch einen kleinen Kanal in ein benachbartes Fenn abfließt. Die bei dem Ausheben gewonnene Masse wird neuerdings sortirt und theilweise als Gartenboden, vorwiegend aber zur Fabrikation von Torfsteinen verwendet. Auf de» Foldrru und»amentlich an Megrainen blüht jetzt eine Pflanze, das Frühlingskreuzkraut, Genecio vernalis, gegen welches vielfach amtliche'Verordnungen erlassen werden. Sehr mit Unrecht! Man verwechselt nämlich die Wucherblume, Chrysanthemum sogetum, mit dem Kreuzkraute. Erstere wird allerdings nicht selten durch ihr massenweises Auftreten zur wahren Landplage, letzteres dürfte sich kaum je zur Landplage auffchwingen. Vielmehr ist dies mit dem scharfen Berufungskraut, Krigeron acris, der Fall. Dasselbe macht sich in der Umgegend Berlins, nament- lich da, wo Ländereien parzellirt werben und infolge dessen brach liegen bleiben, in unheimlicher Weise breit. Wir sahen wiederholt Felder, welche so dicht von demselben bestanden waren, wie der beste Gctreideacker mit Halmen. Die Millionen und aber Millionen feiner, mit den besten Flugam-araten ausge- rüsteten Samen werden im Herbste vom leisesten Windhauche entführt und jeder bringt im nächsten Jahre eine Pilan.e, welche Hunderttausende von Samen trägt. Da die Pflanzen sehr rasch wachsen, sind sie im Stande, das Sommergetreide zu unierdrücten und besonders in Haferfeldern richten sie bedeutenden Schaden an. Einigermaßen reines Stroh ist von einem Acker, der von dieser Pflanze behastet ist, nicht zu erhalten. Die Besitzer solcher brachliegenden Ländereien, auf welchen diese Pflanze wächst, sollten von Amtswegen angehalten werden, das 5irat!t noch vor der Blöthe abzumähen und zu verbrennen. Nur dadurch kann dem Ueberhandnehmen derselben einigermaßen vorgebeugt werden. Uoit einem heillosen Schreckten sind in diesen Tagen Hunderte von unbescholtenen wohlsituirten Bürgern ergriffen worden. Dieselben erhielten, wie die„Post" meldet, folgende be- denkliche Vorladung:„In der Strafsache wider Sie ist zu Ihrer verantwortlichen Vernehmung ein Termin vor dem Kriminal- Kommissarins N. N. p. P. angesetzt worden. Kgl. P. P. Kriminal- Abtheilung." Hat man auch ein ganz reines Gewifen, der Schrecken bleibt doch nicht ans, wenn man solch ominöses Schreiben erhält. Bei all diesen in den letzten Tagen abgegangenen Schreiben handelt es sich um— eine Kontravention, Spielen in einer ver- otenen, ausländischen Lotterie. Die sächsische, braunschweigische, hamburgische Lotterie gehören bekanntlich zu den„ausländischen." — Da die Strafe für dieses Vergehen mit einigen Mark Geld- büße abgethan ist, so ist die Aufregung, welche bei Verschiedenen sogar Krankheitserscheinungen nach sich gezogen hat, unbegründet. Die dm©iomönnev, Mamertus, Pankratius und Ser- vatius, die gestircbtcten Feinde der Gärtner, haben sich diesmal außerordentlich milde erwiesen. Der Sonntag galt als der heißeste Tag in diesem heißen Frühjahre und nun kam der Montag und überbot ihn noch an Hitze. Das Einzige, was an die Herrschast der drei Frostigen mahnte, war der ledhafte Wind, der in den späteren Nachmittagsstunden des Sonntags wehte. Sonst aber hielt sich das Wetter ausgezeichnet. Am Montag dagegen herrschte beinahe vollständige Windstille. Gegen die Mitte Mai stürmt gewöhnlich der kalte Nord zum letzten Male über unsere Fluren, daher sind auch die drei genannten Herren so in Verruf gekommen. In Pommern und Mecklenburg darf der 12. Mai, Pankratius, als Hauptkältetag angesehen werden. In der Mark, in Sachsen und in Schlesien' ist der 13. Mai, Servatius, der kälteste Maitag, während in Westfalen und am Rhein der Höhepunkt auf Boni- fazius, den 14. Mai, hinausgeschoben wird. Selbstverständlich halten sich die drei Gestrengen nicht streng an diese Daten. Hoffentlich vergessen sie auch in diesem Jahre, wie im Vorjahre, ganz ihr Erscheinen. Spuliliiiabr Karl WoUeu aus Resau hat seine ihm zuerkannte vierwöchentliche Strafe, wie aus Potsdam geschrieben ivird, bisher immer noch nicht angetreten. Für ihn soll ein Gnadengesuch beim Kaiser durch Vermittelung seines spiritistischen Beschützers, des Assessor a. D. Puls in Berlin, eingereicht sein. Von spiritistischer Seite will man, wie es heißt, die Wiederauf- nähme des Prozesses beantragen. Seit vorgestern früh ist da» zmeijährige Töchterchen Martha der Frau Salemo, Weißensee, Sedanstraße, verschwunden. Das Kind trug ein weißes LHeid mit rother Schärpe, weiße Schürze und schwarze Strümpfe, hat hellblondes Haar und blaue Augen. Der Ciseleur Paul Arendt, Göbensiraße S, welcher nach einem amtlichen Bericht am 3. d. M. den Ziseleur Ploca auf dem Flur des Hauses Waiserihorsir. 9 durch Messerstiche verletzt haben und infolgedessen verhaftet worden sein sollte, ersucht um die Mittheilung,>.aß er mit dem Thäter nicht identisch ist. Nach ein- gezogener Erkundigung wird seine Angabe auch von amtlicher Seite bestätigt; der Ploca hat mit Bestimmtheit erklärt, daß Arend nicht der Angreifer gewesen ist. Drrmuihlich in einem Anfalle von Geistesstörung hat in der Nacht zu vorgestern ein Patient des Charitce-Kranken- Hauses seinem Leben ein gewaltsames Ende gemacht dadurch, daß er sich aus dem Fenster des im dritten Stockwerk gelegenen Krankensaales auf den mit Steinen gepflasterten Hof hinabstürzte. Es war der Maler B., ein 32jähriger verheiratheter Mann, welcher seit etwa 10 Tagen sich in der Charitee in Behandlung befand. B. hat, wie gesagt, die unselige Thal ohne Zweifel in einem Anfall von Geistesstörung vollbracht; denn er hat in den vorhergegangenen Tagen öfters den anderen Kranken und dem Wärterpersonal gegenüber wirre und unverständliche Reden ge- führt. Doch war sein Benehmen im ganzen ein derartiges, daß man ärztlicherseits keine ernstlichen Besorgnisse hegen zu müssen glaubte. In der letzten Nacht nun erhob sich B. ganz leise von seinem Lager und schlich, ohne von den übrigen Patienten bemerkt zu werden, nur mit einem Hemd bekleidet, in die neben dem Kranken- zinnner gelegene Küche und machte von hier den tödtlichen Sprung in die Tiefe. Der Tod scheint aus ver Stelle eingetreten zu sein. Man kann sich den Jammer und die Verzweiflung der jungen Frau B. denken, welche zufälliger Weise in einer Kassenangelegen- heit am vorgestrigen Morgen nach dem Krankenhause zu kommen halte, wo sie von dem traurigen Ende ihres Mannes in Kenntmß gesetzt werden mußte. Der Direktio» de» Ostend- Ehrater» ist endlich das Handwerk gelegt worden. Herr Krauts darf in dem Scharfrichter- stück, das seit Wochen aus jener Bühne in Szene geht, nicht mehr austreten; die Polizei hat es verboten. Da hiermit das Ostend- Theater seiner vornehmsten künstlerischen Stütze beraubt ist, so darf angenommen werden, daß die dramatische Sudelei selbst nun- mehr auch bald von der Bildfläche verschwinden wird. Auf dem Hau der Herliner Wassermerlre in Friedrichs- Hägen wurden wegen der Feier des 1. Mai 12 Arbeiter gemaßregelt. Als der Arbeiter Blumschetn erklärte, auch nächstes Jahr am 1. Mai wieder zu feiern, wurde derselbe vom Bauführer ISiSÄÄ des ehrenwerthen Herrn Bauführers Bauer. Soziale In der Alttiengrsellfchaft Schäffer& Malckier finden fortgesetzt Maßregelungen statt. Dieselben müssen auf die Feier des 1. Mai zurückgeführt werden. Die Denkschrift der..Dheinischei» Kollegien" fährt in ihrer„Verbesserung" des Entwurfs für die Gcwerbegerichte fort. Im§ 8 der Vorlage verlangt die Regierung, zur Wählbarkeit als Gewerberichter, daß der Gewählte das 30. Lebensjahr zurück- gelegt, für sich und seine Familie in den letzten drei Jahren keine Ärmenunterstützung erhalten, und seit mindestens zwei Jahren in dem Bezirke des Gerichts Wohnung oder Beschäftigung gehabt hat. Demgegenüber verlangen nun die Verfasser der Denkschrift, daß auch eine d r c ij ä h r i g e Wohnung oder Be- schäftigung in dem Bezirke des Gerichtes als Voraussetzung zur Wählbarkeit festgesetzt worden. Was mit dieser Bestimmung erreicht werden soll, liegt auf der Hand. Die Rheinischen Kollegien wollen alle„unruhigen 5töpse", die an das„Wohlwollen" der Arbeitgeber nicht glauben, von der Wählbarkeit zum Gewerberichter so viel als möglich fern halten. Tie Herren wissen recht gut, daß bei unseren gegen- wältigen Produktionsverhältnissen, namentlich für klassenbeivußte Arbeiter, eine Stabilität ihrer Beschäftigung nur sehr selten ist. Darauf spekuliren sie und hoffen, durch diese„Verbesserung" vorwiegend hübsch folgsame und geduldige Arbeiter, mit denen sie bei einigem Geschick im persönlichen Verkehr ohne Schwierig- leiten„arbeiten" könnten, als Gewcrberichter zu erhalten. Dies geht auch aus der Begründung dieses Vorschlages sehr deutlich hervor, denn ganz ungenirt heißt es da, daß die Herren glauben, „daß ein zweifähriger Wohnsitz nicht genüge, um die er- forderliche Erfahrung zur Ausübung des Richteramtes zu sammeln, daher drei Jahre in Ansatz zu bringen seien: mehr aber noch dasselbe, weil dann die bei geringer Frist nothwendigen, sehr umständlichen Er- kundig nngen über zugezogene Personen im Wegfall kommen." Für wen anders, als für den Arbeiter sind diese „Erwägungen" bestimmt? Für Arbeitgeber werden sie fast immer gänzlich bedeutungslos sein und nur für Arbeiter werden sie ge- braucht werden. Mit einer recht großen Portion Unverfrorenheit verlangen die Rheinischen Geivcrbckollegicn die Aenderung des§ 10 der. Regwrungsvorlage. Dieser bestimmt, der' Vorsitzende sowie dessen Stellvertreter dürfen weder Arbeilgeber noch Zlrbeitcr sein; sie werden durch den Magistrat oder die Gemeindevertretung bezw. die Vertretung des Kommunalverbandes gewählt. Demgegenüber schlägt die Denlschrift einfach vor: „Den Vorsitzenden oder dessen Stellvertreter wählt das Kollegium ans seiner Mitte, und zwar aus der Reihe der Arbeitgeber." In der Begründung dieses Vorschlages heißt es, daß die Herren Verfasser „in der Bestimmung, daß der Vorsitzende weder Arbeitgeber noch Arbeiter sein kann, ein völlig unberechtigtes Miß- trauen gegen die« r st e r e n" erblicken. Also nur ein Mißtrauen gegen den Arbeitgeber, nicht aber auch gegen den Arbeiter, erblicken die Herren in' der bezüg- lich en Bestimmung? Das ist gewiß bezeichnend, zumal es dann noch weiter heißt, daß die Vorsitzenden Arbeitgeber in Frankreich und der Rheinprovinz mit größter Unparteilichkeit ihres Amtes walten und weit davon entfernt seien, ihr Spezialinteresse zu wahren. Was man von dieser Lobeshymne auf die Unparteilichkeit der Arbeitgeber zu halten hat, zeigen namentlich die Berhandlun- gen bei den in Frankreich und der Ztheinprovinz vorgekommenen Streikes. Die Herren kannten da nur ihre Spezialinteresseii und suchten diese durchzusetzen, ganz unbekümmert um das Schicksal der Arbeiter. Und gerade von diesem Gesichtspunkte aus erhält der Vorschlag eine sehr ernste Bedeutung, denn nach der Regie- rungsvorlage hat das Gewerbegericht auch als Einigungsamt bei Streiks und Aussperrungen zu fungiren. Würde nun in diesem Ealle etwa von einem stark bei dem Streik interessirten Arbeitgeber als orntzenden des Gewerbegerichtes, eine Fassung zu Gunsten der Arbeiter zu erwarten sein? Der Mensch ist eben Mensch und seine Spezialinteressen liegen ihm doch näher als die Interessen seiner Gegner. Es wäre also verfehlt, würde der Vorschlag der Rheinischen Kollegien zum Gesetz erhoben. Den einzig richtigen Standpunkt in dieser Frage hat der Entwurf des Arbeiterschutzgesetzes der sozialdemokratischen Fraktion eingenommen. Darauf muffen wir bestehen und den Vorschlag derselben durchznbringen suchen. verlÄ»»rn»luttge»». Die Nereinsvrrsammlung der Filiale 1U Ost der Vereinigung der deusschen Maler, Lackirer, Anstreicher und ver- ivandten Berufsgenossen tagte am 6. Mai, Abends 8Va Uhr, in Henke's Salon, Blumenstr. 88. Auf der Tagesordnung stand: 1. Vortrag des Herrn Julius Türk über den Achtstundentag. 2. Diskussion. 8. Filialangelegenheit. 4. Verschiedenes. Zum ersten Punkt der Tagesordnung referirte Herr I. Türk über den Achtstundentag. Referent erntete reichen Beifall; der Vorsitzende dankte im Namen aller Versammelten dem Redner für seinen guten gediegenen Vortrag. An der Diskussion nahm Niemand theil, um den Vortrag nicht abzuschwächen. 3. Filialangelegenheit: Kollege Richaro Lindau verliest den Fachschuluuterricht. Es sprechen mehrere Redner über die Fachschule, es kam aber zu keinem Resultat. Kollege Worfchatt stellt den Antrag, dem Aus- schuß einen eingeschriebenen Brief zuzuschicken, weil derselbe nicht geantwortet hat auf den Brief, den der Vorsitzende abgeschickt hat. Kollege Wentker stellt den Zusatzantrag, gleich dem Ausschuß mit in dem Brief zu schreiben, daß der Hanptkassirer noch nicht abgerechnet hat und demselben eine Rüge zu ertheilen. Kollege Popken srägt an, wie es mit der Stteikprüfungstommission steht. Dieselbe soll nicht mehr existiren und doch ist dieselbe ge- wählt worden. Wentker meint, wir sollten uns darüber nicht auflehnen, denn käme es zur Urabstimmung, so wurden wir den Kürzeren ziehen, denn die kleineren Filialen würden dagegen stimmen. Der Vorsitzende macht bekannt, daß die Filiale Moabit ihr Stiftungsfest am 10, Mai abhält und ladet die Kollegen ein, recht zahlreich zu erscheinen. In Betteff unseres Stiftungsfestes wurde es dem Vorstand überlassen. Von Kollegen Wenkter wurde angeregt, daß man doch die Kassenstunden auch noch am Freitag versuchsweise wieder eröffne; die Vertrauensleute zur Erhebung der Beiträge waren dazu bereit. Es wurde bekannt gemacht,
daß die neuen Streikknrten für Nichtmitglieder erschienen und die- selben bei Kollegen H. Kube abzuholen sind. Der Vorsitzende er- ------ �* f=\""'----- muntert die Kollegen, recht rege zum Streikfond zu sammeln. Da weiter� nichts vorlag, schloß der Vorsitzende die Versammlung. Cine Generalversammlung des Fachnereins l»er Metallschranben». Farondreher n>»d Kernfogenossen Berlins fand am Sonntag, den 11. Mai in Deigmüller's Salon, Alte Jakobstr. 48a, statt. Die Tagesordnung lautete: Der Stand unserer Lohnbewegung. Wie stellen wir uns zu dem, von den Prinzipalen vorgelegten Schriftstück? Kollege Hirsch warf einen Rückblick auf den Verlauf der Bewegung. Nachdem die Kollegen 3 Wochen Mann für Mann für Durchführung unserer Forderungen eingetreten sind, nahmen die Kollegen von Lüben u. Buhse die Arbeit auf. Hierdurch sahen sich die meisten Kollegen anderer Werkstätten veranlaßt, ebenfalls die Arbeit auszunehmen, trotzdem der Sieg in kurzer Zeit der unserige gewesen wäre. Nicht allein, daß hierdurch 120 unserer thatkräftigsteu Kollegen aufs Pflaster geworfen sind, haben auch diejenigen Fabrikanten, welche unsere Forderungen bewilligt haben, ihre Bewilligung zurückge- zogen. Kollege Treuherz führte an, daß es zweckmäßig wäre, den Verein einen anderen Namen zugeben, um den Kollegen, welche den Revers der Fabrikanten, betreffs Ausscheidens aus dem Fachverein unterschrieben haben, Gelegenheit zu geben, wieder als Mitglieder einzutreten. Sämmtliche Redner traten dem entgegen und wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: Die heutige, von hundert Mitgliedern besuchte Versammlung beschließt, den Fach- verein in alter Weise bestehen zu lassen. Den in Arbeit getretenen Kollegen wurde dringend ans Herz gelegt, der Gewaßregeltcn zu gedenken und rege für die Agitation einzutreten, da wir fest ent- schloffen sind, unsere Forderungen ausrecht zu erhalten. Auf An- rcgting des Kollegen Magnus wurde dem Vorsitzenden ein Vertrauensvotum auegestellt. Nachdem der Vorsitzende noch bemerkte, daß der Streik nicht eher für beendet zu erklären ist, bis sämmt- liehe Kollegen untergebracht seien, wurde die Versammlung mit einem Hoch auf den Fachverein geschlossen. Am Sonnabend, den 10. Mai, tagten in öffentlicher |terla»n»hmg bei Zemtrr, Münz ffr. 11, die Metallarbeiter in Gas-, Maffer- nnd Aampfarmatnren behlffs Stellungnahme zum allgemeine» Metallarbeiterkongreß in Weimar und eo. Delegirtenwahl. Referent war Herr Pirch. Derselbe führte ans, daß der zu beschickende Kongreß einem Beschluß des vorigen Metallarbeiterkongreffes zufolge entstanden sei, nachdem die Zahl der organisirten Metallarbeiter von ca. 9000 auf ca. 35 000 gestiegen sei. Redner besprach die Hauptaufgaben des Kongresses an der Hand der Tagesordnung desselben. Die Frage, ob lokale oder zentrale Organisation wird, wenn auch das Sozialisten- geseh, wie man wohl annehmen darf, fällt, immernoch auf lokale deantwortet werden müssen, so lange das preußische Vereinsgesetz nicht entweder gefallen oder abgeändert ist, speziell der§ 8 desselben. Hierbei unterzog Redner das Kartell der Fabrikanten einer scharfen Kritik, deren Vorgehen doch mindestens mit dem§ 153 der Gewerbeordnung kollidire, sogar von einem Gericht gutgeheißen wurde. Sehr wichtig sei die_ Wanderun terstützung besonders jetzt nach dem ersten Mai. Auch nur daran, daß noch eine große Zahl von Arbeitern mit einem Brett vor dem Kopf herumlaufen. Außer diesen Punkten standen noch die wirthschaftliche Lage der Metallarbeiter und der inter- nationale Arbeiterschutz auf der Tagesordnung, was ja alles ein reiches Feld der Thätigkeit für die Delegirten abgebe. Er seiner- seits sei der Meinung, daß die Bildung allgemeiner Arbeiter- vereine erstrebt werden müsse. In der Diskussion standen sämmt- liche Redner auf dem Standpunkt des Referenten und wurde noch hervorgehoben, daß die Delegirten besonders auf eine Regelung der Streikangelegenheiten hinivirken sollten, denn so wie jetzt, ginge es nicht weiter, und fand eine Resolution, dem oder die Delegirten mit einem Doppelmandat auch für den even- tuellen Branchenkongreß zu betrauen, einstimmige Annahme. Aus der hierauf vorgenommenen Wahl gingen die Kollegen Prinz und Ehrlich hervor. Zur Deckung der Kosten wurde eine Kom- Mission von drei Mitgliedern gewählt. Bei Verschiedenem kommen noch Maßregelungen zur Sprache, unter anderen ist ein Kollege, der als sehr tüchtiger Arbeiter bekannt und schon 15 Jahre bei Schäffer und Walker thätig war, plötzlich wegen ,, Arbeitsmangel" entlassen worden. Auch wurden verschiedene Mißstände genannter Firma gerügt, die das allgemeine Staunen der Versammlung Hervorriesen. Kollege Ehrlich fordert auf, recht fleißig für die Ge- maßregelten zu sammeln und mögen sich letztere an den Allge- meinen Metallarbeiterverein wenden, wohin sämmtliche Gelder fließen und sämmtliche Gemaßregelten gleichmäßig unterstützt werden sollen; ferner gab derselbe bekannt, daß um Sonnabend, den 17. d. M. im selben Lokale der Fachverein unserer Branche seine Mitgliederversammlung abhält. Eine große öffentliche Uersammlnng der Former und Äerufsgenoffen tagte, von etwa 2000 Personen besucht, am Montag von Nachmittags 3 Uhr an im„Böhmischen Brauhause". Die Tagesordnung lautete„Weitere Beschlußfassung über den Streik; Diskussion; Verschiedenes". Den Vorsitz führten die Herren Kersten, Stobsack, Tauschet und S ch narchen- d o r f. Es ward in der regen Diskussion bittere Klage über die Streikbrecher vornehmlich der Firmen Eichels und Bachmann sowie Rösemann und Kühneinann geführt. Die von vielen Seiten aufgestellte Frage nach Streikunterstützung ward voin Präsidium dahin beantwortet, daß bei dem nun 14 Tage lang währenden Streik man nicht sofort von allen Seiten mit den Geldsäcken angelaufen kommen werde. Beinahe 2000 Kollegen seien zu unterstützen und auf Jeden sollen 10 M. Streikunterstützung pro Woche entfallen. Dies sei keine geringe Summe. Nur der vielleicht 20. Theil der Kollegen, jener, die es überall seien, habe sich zum Streikbrecher gemacht. Seitens der Kommission sei beschlossen worden, daß von nun an jeder Bc- dürftige, der dieselbe begehrt, Streikunterstützung erhalte in Höhe von 10 M. pro Woche. Das standhafte Verhalten eines Kollegen, der, iin 65. Lebensjahre stehend, bereits 43 Jahre lang in einem Geschäfte arbeite und bald sein fünfzigjähriges Bcrufsjubiläum feiere, sich indessen trotz alles Zuredens nicht zum Streikbrecher hergegeben habe, ward rühmend hervorgehoben. Mit einem brau- senden Hoch schloß nach Annahme einer Resolution, dahingehend, unentwegt an den einmal aufgestellten Forderungen— wie be- kannt: 15 pEt. Aufschlag und neunstündige Arbeitszeit— festzuhalten, die imposante Versammlung. Eine ont bcluchtc öffentliche Nrrjammlung der Mriß- gerber und Ker>»fsgrnoffen tagte am Sonnabend, den 3. d. Mts., in Weimann's Volksgarten(Gesundbrunnen). Die Tages- ordnung lautete: 1. Tie Bedeutung des Achtstundentages. Refe- reut O. Thierbach. 2. Diskussion. 3. Hegermann'sche Angelegenheit. 4. Verschiedenes. Nachdem die Herren Brinkinann, Engel und M. Arendt ins Bureau gewählt waren, legte der Referent in treffender und vorzüglicher Rede die Bedeutung einer verkürzten Arbeitszeit für die gesammte Kulturwelt klar. Die Diskussion wurde nicht ausgedehnt, da der Vortrag auf allen Gebieten ein ergiebiger war. Folgende Resolution wurde ein- stimmig angenommen: Nach dem Referate deS Herrn Otto Thierbach, mit welchem sich die Versammlung einverstanden erklärt, beschließt die Versammlung: 1. In Erwägung, daß die heutige anarchische Produktions- weise die Maffenarmuth und schließlich die vollständige Degene- ration des Volkes im Gefolge hat.— 2. In Erwägung, Produktionssystem daß dieses planlose Verkürzung der Arbeitszeit resp. einen nur durch die gesetzlich einzuführenden Normalarbeitstag geändert werden kann, für den._ Maximalarbeitstag von acht Stunden mit aller Kraft zu agi»� Es kam nun die Maifeier zur Sprache, die in so würtsS Weise begangen worden ist. Auch kann von schwarzen und Maßregelungen nicht die Rede sein, da am Freitag"9" jegliche Störung die Arbeit wieder aufgenommen wurde,„ j Kollege Müller führt nun die Einleitung der Hegermann M Angelegenheit zur Diskussion, legte den reinen Sachverhalt w» und wurde demgemäß folgender Antrag akzeptirt: „Der Streik in der Hegermann'schen Fabrik ist mit heutigen Tage als beendet zu betrachten. Die Sperre wt:o' lange aufrecht erhalten, bis die uns störenden Elemente aus � Fabrik entfernt sind." Die Handschuhmacher waren stark vertreten; Herr Wasera führte im Namen derselben Beschwerde über die nicht quittirK Gelder in der Abrechnung vom vorigen Jahre. Wir wissen, � wir von keiner Seite etwas zu erwarten haben, darum nehwr» wir gemeinsam den Kampf auf gegen das Kapital. Wir ha� nicht 12 M., sondern laut ausgestellten Quittungen 100 SN K Unterstützungen aufgebracht. Sie können uns das nicht u&» deuten, denn wir werden dadurch vor der Oeffentlichkeit m e>' schlechtes Licht gestellt und wünschen, daß die wirkliche Sunt>» veröffentlicht wird.. Es gelangte schließlich noch eine Resolution zur Annahws- „Die heutige tit Weimann's Volksgarten tagende öffentliche Wf' sammlung der Weißgerbcr und Berufsgenossen möge im Jickets" der streikenden Brauer Bcrlin's beschließen, nur Bairisch f1'; jto vom Münchener Brauhaus zu trinken, wo solches nicht am V,,..> ist, nur Weißbier." Der Vorsitzende, Kollege Brinkmann, sch"� die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die international Arbeiterbewegung. I Der Fachvrrein der Posamentiere und aenoffe» hielt am Montag, den 12. d. SR., seine regelmaM Mitgliederversammlung ab. Zu Punkt 1, Abrechnung vo>° Wohlthätigkeitskonzert, wurde ein Neberschuß von 133 M. 75# konslalirt. Auf den 4. Theil dieses Ueberschusses machte der sangverein Bretzelschluß für seine Mitivirkung Anspruch, welod� eine lebhafte Debatte hervorrief, die mit der Annahme folgen� Eintrages endete: Ten Gesangverein zu ersuchen, sich mit 20."> zufrieden zu geben. Ferner wurden noch folgende Anträge ang> nommen: 1. Kollege Metzko mit 15 M. zu unterstützen. 2. Herrn Karl Röhden aufzufordern, den Saal zu lassen. 3. So lange kein Bairisch Bier zu trinken, bis die Dffss lenzen der Brauergesellen mit ihren Prinzipalen beig'' legt sind. die trotz der Maifeier eingetreten gelehnt. Ein Antrag, diejenigen aus dem Fachverein auszuschließ�- te Für Kollege Merk, der im Lause dieser Woche abreist, �. � mehrfach«! Versammlungsbeschlüsse nicht für etrcten sind, wurde nach lebhafter Debatte a wur? ein anderes Mitglied in die Arbeitsnachweis-Kommission ft/4* f+frtfeo IQ Xltt � Der Arbeitsnachweis staurant. befindet sich Oberwasserstraße 12 Kiimmtlichr z>r»ch«l«r und K»ruf«genoss«n KerUn» werden ; Sonnabend, den 17. Mal, Abends 8 Uhr, bei MoweS, zu einer mtl Kränzchen, zahlreich e bendZ im Lolal zu haben erscheinen zu wollen. . Damen und Herr«» am lichen lablartcn a eo Pf. sind' Waste ivilUominen. SänimtUchr«ravenre und Ziseleure Herlin'a werden Eonnavend, den 17. Mai, Abends von s Uhr an in Möwe's illeieui«' � haus, Fichlcstr. 29, zu einer humoristischen Abendunterhaltung, verbünd« � Kränzchen, zahlreich erscheinen zu wolle». EintrtttSlarten a so Ps. im Damen und Herren als Bäste willtommen..Wi Lachoerri» der Tischler. Sonnabend, den 17. Mal, im Koiizew" „Sanssouci", Kottbuserstr. i a: Tanzkränzche». Ausstellimgspark Hasenhaide. Donnerjwg, den 15. Mai: Erste WersteHunsg derLstllfrlkliilischellWiikllmbll-Krieger 16 Eingeborene aus dem Kitui-Lande in der Nähe des deutschen Schutzgebietes in Ostafrika. Produktionen in heimischer Kriegführung� Tänzen, Sitten, Gebräuchen etc. Täglich großes""MZ Doppeg�Cieiicert b e i freiem Gmtritt. Volksgarten in Wilmersdorf, mitten int Dorf gelegen. 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