I». US. Sonnabend, de» 17. Mai 1890. 7. Jahrg. Hrgan für die Interessen der Arbeiter. * »scheint c.r T„v, Das..Berliner Volksblatt" r mtt»Sonntags- Blatt" 10 Pf. Poslabonnemcnt 3.30 Mark pro Quartal. Nter» m der Po,tzeitungspreisliste für 1890 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) "Uvand, taglich durch die Expedition, für Deutschland und Oesterreich-Ungarn _« Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Jnsertionsgebühr beträgt für die Sgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Verfammlungs- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SWV Beutbitrahe 3, sowie von allen Annoncen-Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. -*-» Fernsprecher: Amt VI.|tr. 4106.«-*- Redaltkion: VeukhZkvatze S.— Expvdrkion: VeukMvMe 3. �erlovens MeUosmüh'. erste Mai hat dem Sozialistengesetz den Kj!':0B gegeben und wenn das sein einziger Erfolg -'. 1° wäre das genug. All' die geheimen und offenen omi rr6 k®1-' Reaktionäre, Heulmeyer, Angsthuber und Hasser sind zu Schanden geworden. Das Aner- �schreiben des Amtshauptmanns zu Leipzig an die m(3en Arbeiter bezüglich ihrer Bemühungen um Aufrecht- fei) � ber Ordnung beweist, daß ein anderer Wind »G beginnt die Einsicht Platz zu greifen, daß es !»{''"% zeitgemäß ist, eine große Partei, die einen L bedanken vertritt, mit Ausnahmegesetzen, Polizei- mr Un� Unterdrückungsmaßregeln zu verfolgen. Hit. 16 weit diese Einsicht durchdringen wird, das wissen Bezeichnend genug ist aber, daß sich in diesem k lick eine Menge von Stsinnien erheben, die fordern, ÜJ ,tnQIi das Sozialistengesetz nicht bis zum 30. September feren lasse, sondern sofort aufhebe. Da sich diesem auch konservative Stimmen anschließen, so ist anzu- daß eine Auchebung des Gesetzes kaum auf h BPtuch stoßen würde. Vielleicht bei den National- 'fet �te stch gegenwärtig in trauriger und hoffnungs- L Anbetung der hinterlassenen Werke ihres gestürzten Lottes gefallen. fu Aienn es wahr ist, daß jetzt schon die Ausweisungen Mgig gemacht werden— in Hamburg soll 2p ein Anfang gemacht worden sein, was wir nicht glauben, denn der in weiteren Kreisen bekannt ge- t" e Senator H a ch m a n n dürfte es damit nicht so ben, so begreifen wir nicht die spießbürgerliche % gewisser Blätter vor einer„m assenhaften '|K'eht" der Ausgewiesenen. Man bedenke doch, «� meisten Ausweisungen erfolgt sind, als Herr von «rlkamer im Zenith seiner Macht stand und als Knappe Bis m a r ck s dessen„Ideen" mit rücksichts- �rfe ausführte. Die Ausweisung kann nach dem "stengesetz Personen treffen,„von denen eine Ge- £tbUn9 der öffentlichen Sicherheit und ! � d u n g zu besorgen i st", die Verhängung des v*. vorausgesetzt. Man würde staunen, wenn man die Personen sähe, die alle der„Sicherheit und Ord- gefährlich sein sollen! Die meisten derselben sind «iii»tlnmal vorbestraft, also nicht einmal im polizeilichen "verdächtig"; sie tragen aber alle die gemeinsame l;..- für die Sache der Sozialdemokratie— und zwar sie J�lichem Wege— gewirkt zu haben. Da mußten Hie»-• Plele von ihnen werden nicht mehr zurück- UtUe cv' �ine große Zahl hat sich fern über dem Ozean in �Interessensphären hineingelebt. Manche sind verdorben Zenilletott. twa«ertotw.)_[34 »»Zum Glück der Damen." Aut Roman von Emile Zola. lorisirte Uebersetzung von Armin Schwarz. S# e/j1)6 Kundschaft hatte übrigens dermaßen abgenommen, Äjsx Ml manchmal an Arbeit fehlte. Er mußte daher für Ms er sie in seinem Laden installirte, so zu sagen M lassx � �onnte stine Miethcr doch nicht Hungers njeim �erl>e•öhnen täglich vierzig Sons geben, sagte ' kjst Sie etwas Besseres finden, werden Sie mich S& mutete ihn und beendigte ihre Arbeit so rasch, / stfevlegcnheit kam, wo er eine andere für sie her- Essern Mte. Es gab Seidenblätter zu nähen, Spitzen aus- ih,/ Die ersten Tage wagte sie kaum aufzublicken, weil istilw" ihrer Näbe wuüte. mit seinem Löwcnkopfe, seiner � seien, sagte er. oder gestorben im Elend, getrennt von den Ihrigen, hilflos umherirrend. Die Anwendung des Sozialistenge- setzes hat manche Tragödie gestaltet, die das große Publikum nicht kennt. Die Herren Junker haben auch mehr als einmal im Reichstage mit Hohngelächter geantwortet, wenn die traurigen Schicksale der Ausgewiesenen geschildert wurden. Nun, das Hohngelächter wird den Herren jetzt wohl in der Kehle stecken bleiben. Wenn man das Sozialistengesetz jetzt schon aufheben will, so haben wir selbstverständlich nicht daS Mindeste da- gegen einzuwenden. Das Gesetz ist tobt und es zu be- leben, wird den Nationalliberalen so wenig gelingen, als sie mit diesem Experiment an ihrer eigenen Partei einen Erfolg zu erzielen vermögen. Aber man wird uns nicht übel nehmen, wenn wir ein wenig mißtrauisch sind; wir können auch nicht aus unserer Haut heraus und es muß uns ein wenig stutzig machen, wenn wir so viel Liebe sehen, bei Leuten nament- lich, die uns so sehr verfolgt haben. Wir wissen nämlich sehr wohl, daß so Manche die Abschaffung des Sozialistengesetzes nur verlangen, weil sie von der öden Weisheit des Herrn Puttkamer erfüllt sind, daß nämlich Maßregeln, die nicht die gewünschte Wirkung erzielen, einfach zu ver- schärfen seien. Wenn man damit auskommen könnte, hätte die gesammte Weltgeschichte wahrscheinlich einen anderen Verlauf genommen. Wir haben von nationalliberaler und freikonservativer Seite vernommen, daß man die Ausweisung für„unnütz", die Expatriirung aber für sehr ersprießlich hält. Ohnehin sind wir überzeugt, daß die konservativen Elemente mit aller Ge- walt darnach streben werden, sich für den Fortsall des Sozialistengesetzes durch eine Einschränkung des allgemeinen Wahlrechts zu entschädigen. Diese Träume sind zwar noch Träume; wir aber haben allen Grund, wachsam zu sein. Das sogenannte freisinnige Bürgerthum hat zwar öffentlich gegen das Sozialistengesetz Opposition gemacht; innerlich war ihm dasselbe gar nicht so unangenehm. Dies brach durch, als 1884 die Verlängerung des Sozialisten- gesetzes durch die Freisinnigen bewirkt wurde. Professor Delbrück, obschon ein ganz konservativer Mann, hat dieser Tage in den„Preußischen Jahrbüchern" das treffende Wort gesprochen, daß wie einst dem Bürgerthum von der absoluten Monarchie, so heute den Arbeitern vom Bürge rthum die zur Bet Heiligung am Staatsregiment erforderliche Jntelli- genz abgesprochen werde. Dies ist durchaus wahr. Wer sich davon überzeugen will, der lese nur auf- merksam die„Freis. Ztg." des Herrn Eugen Richter, Denise fuhr immer erschrocken zusammen, wenn er auSrief: — Die Kunst ist begraben, hören Sie?.... Man findet keinen sauber gearbeiteten Rcgeuschirmknopf mehr! Man macht noch Stücke, aber keine Griffe mehr!.. Zeigen Sie mir einen schönen Griff und ich zahle Ihnen zwanzig Franks! Darin lag sein Künstlerstolz: kein Arbeiter von Paris vermag einen solchen Griff zu schnitzen wie er, so leicht und so solid zugleich. Er schnitzte besonders schöne Knöpfe, mit außerordentlicher Phantasie: Blumen, Früchte, Thiere, Köpfe,— Alles mit lebenswahrer Treue. Dazu genügte ihm ein kleines Federmesser; man sah ihn oft den ganzen Tag, die Brille ans der Nase, an Äuchsbaum- und Ebenholz- stücken herumhantiren. — Diese Stümper— sagte er oft— glauben einen Regenschirm gemacht zu haben, wenn sie ein Fischbeingerüst mit Seide überziehen! Und ihre Griffe kaufen sie großwcise — Alles Fabrikarbeit!.... Und solche Leute bringen Alles an den Mann! Die Kunst ist begraben; glauben Sie mir! Denise beruhigte sich mit der Zeit. Er hatte einge- willigt, daß Pöps in den Laden herunterkomme, um zu spielen, denn er liebte die Kinder. Wenn der Kleine auf allen Vieren herumkroch, konnte man'sich in dem engen Laden kaum mehr bewegen, wo sie in ihrem Winkel bei ihren Ausbesserungsarbeiten saß, während der Alte sich hin- ter dem Anslagefcnster mit seinen Schnitzereien beschäftigte. Jeder Tag brachte die nämlichen Arbeiten und das nämliche Gespräch. Bei der Arbeit kam er immer wieder auf das „Glück der Damen" zu sprechen und auf seinen Zweikampf mit demselben. Er bewohnte seit 1845 das Haus, das er wo die sozialistischen Anträge mit jener süffisanten und vorlauten Manier behandelt werden, welche die Hohl- köpfigkeit der betreffenden Herren Kritiker zu verbergen be- stimmt ist. Man erinnere sich an die Haltung der„Frei- sinnigen Zeitung" gelegentlich des ersten Mai und man wird in die Falten der Bourgeoisseele blicken können. Hier herrscht dasselbe Urtheil gegen die Arbeiter, wie bei den Junkern; nur ist es mehr auf die Idee von der Bedeutung und Macht des Besitzes gegründet, während bei den Junkern das Kastenbewußtsein dominirt. Das Junkerthum ist anmaßend in seinen Ansprüchen an die Gesetzgebung; die Bourgeoisie ergänzt, was die Gesetz- gebung ihr an Zwangsmaßregeln gegen die Arbeiter nicht bietet, durch private Verabredungen. Strenge Straf- bestimmungen gegen die Arbeiterverbindungen, Kontrakt- bruch und Lohnbewegungen würde sie mit ungetheiltem Jubel begrüßen. Unter diesen Umständen kann man es uns nicht ver- denken, wenn wir skeptisch sind. Die Arbeiter mögen auf der Hut sein, damit sie nicht aus dem Regen in irgend eine Traufe kommen. Wir kennen die demagogischen Künste unserer Feinde. Dieselben werden sich nicht entblöden, wenn das Sozialisten- gesetz abgelaufen sein wird, sich damit zu rühmen, daß sie es nicht verlängert haben. Dann wollen wir aber den Herren Konservativen, Nationalliberalcn und anderen Vater- landsrettern vorrechnen', wie oft sie für die Verlängerung des Gesetzes gestimmt haben. Das Gesetz muß fallen, weil es den Grundstein der Bismarckschen Politik bildete. Hier heißt es: Wenn der Herzog fällt, muß auch der Mantel nach. Und deßhalb ist das Gesetz hinfällig; was einzelne„wohlwollende" Politiker dazu sagen, ist an sich ganz gleichgültig. MsrveMondenzsn. Paris, den 10. Mai. Seit den letzten vierzehn Tagen mani- festirt sich in allen Industriezentren Frankreichs eine so allge- ineine und umfassende Streikbewegung, wie man sie seit Jahren hier nicht gesehen. Wie eine Epidemie meist nicht nur an und für sich von Bedeutung ist, sondern auch als Symptom ungesunder physischer Lebensbedingungen, so wohnt den ohne vorhergegangenes Einvernehmen der Arbeiter durchaus spontan und allgemein aus- gebrochenen Streiks nicht nur als Thatsache, sondern ganz be- sonders als Symptom eine große Bedeutung inne. Sie sind Hand- greifliche Symptome dafür, daß trotz alles Geplärrs von der tarmonie zwischen Kapital und Arbeit die Dinge faul sind im taate Dänemark der kapitalistischen Ordnung. Und dieses Symptom ist doppelt überzeugend Dank der Universalität, mit der es in allen Ländern auftritt, in denen das kapitalistische System herrscht. Die französische Bourgeoisie möchte es allerdings nicht als vertragsmäßig auf dreißig Jahre in Pacht genommen. Er be- zahlte achtzehnhundert Franks Pacht und da er für die vier Zimmer beiläufig tausend Franks einnahm, kam ihm der Laden aus achthundert Franks zu stehen. Das war nicht theuer, er hatte wenig Unkosten und konnte folglich lange aushalten. Wenn man ihn hörte, konnte man an seinem endlichen Siege nicht zweifeln; er wird gewiß das Ungeheuer auffressen, versicherte er. Plötzlich unterbrach er sich und rief auS: — Haben Sie solche Hundeköpfe, wie dieser da? Und er zwinkerte mit den Augen hinter seinen Brillen- gläsern, um den Doggenkopf besser besichtigen zu können, den er geschnitzt hatte. Pepe, entzückt über den Hundskopf, richtete sich auf, stützte die beiden kleinen Aermchen auf die Kniee des Alten und schaute gleichfalls auf. — Wenn ich nur das Leben fortbringe, fuhr der Alte fort, so kümmere ich mich nicht um den Rest, die Lotter- buken haben mich allerdings um meinen Gewinn gebracht, aber wenn ich nichts gewinne, so verliere ich auch nichts oder nur sehr wenig und ich bin entschlossen, eher meine Haut dabei zu lassen, als nachzugeben. Dabei fuchelte er mit dem Federmesser herum und die langen Haare flatterten um seinen Kopf. — Indessen, bemerkte Denise sanft, ohne die Augen von ihrer Nadel zu erheben, wenn man Ihnen eine ansehnliche Summe anbieten würde, so wäre es vernünftig, dieselbe an- zunehmen. Doch da brach sein grimmiger Eigensinn los. — Niemals! und wenn man mir den Kopf unter das Beil legte, ich würde Nein'sagen! Mein Vertrag währt noch 10 Jahre und vor zehn Jahren sollen sie das Haus nicht haben und sollte ich zwischen meinen vier leeren schwerwiegende Anzeichen ökonomisch unnatürlicher Verhältnisse gelten lassen, daß gegenwärtig Streiks ausgebrochen sind in den Kohlenbecken des Tepartements des Pas-dc-Calais, des Gard, des Slllier, in den Zentren der Wollen- und Baumwollenindustrie von Lille, Roubaix, Tourcoing ec., in den Spinnereien der De- parlements'Gard, Jsere, Loire, in den Sitzen der Seidenweberei um Lyon herum und noch an vielen anderen Orten. Die den? Kapitalismus mit Leib und Seele verschriebene Presse ist mit Dampfkrast an der'Arbeit, die Ausstände, denen zufolge allein in den nördlichen Tertilzentre» gegen 130 000 Arbeiter feiern, als das Werk„sozialistischer Agitatoren von Profession" hinzustellen. » � a?»«Y".— Of— f. �* x.- f"-— i----- � Sie sucht noch nachträglich den Arbciterfelertag vom 1. Mai und die mit ihm zusammenhängende Agitation bei dem Philister- thum anzuschwärzen, indem sie der Hauptsache nach ihn für die ausgebrochenen Ausstände verantwortlich wacht, diese als Ausfluß und Konsequenz der Mani- festation aiuzusassen heuchelt. Was insbesondere den höchst be- deutenden Streik der Spinner, Weber:c. von Noubaix, Lille, Tourcoing, Armentiöre anbetrifft, so tischen die kapitalistischen Organe die Fabel auf, welche auch per Draht dem Ausland servirt wird, daß„fremde Rädelsführer", nämlich belgische Sozia- listen den Ausstand in einer geheimen Versammlung, welche— der Spießbürger liebt die Romantik— bei Nacht und Nebel an der belgischen Grenze stattgefunden, beschlossen und durch„reich- lich mit Geld versehene, seitdem verhaftete Emissäre" unter den sonst„so vernünftigen" französischen Arbeitern angezettelt hätten. Natürlich ist diese von der„wachsamen und scharfsich- tigen" Polizei entdeckte und von denkfaulen Zeilenreißcrn mit romantischer Sauce begossene Ursache der großen Ausstände der reinste Schwindel. Wie fast stets in ähnlichen Fällen so sind auch diesmal die„Rädelsführer" und Urheber der Streiks einzig und allein die keine Grenzen kennende Prositwuth, die schonungsloseste Aus- beutung seitens der Fabrikanten. Die Emissäre, welche überall die Ausstände anblasen, entpuppen sich als übermäßig lang aus- gedehnte Arbeitszeit und ivahre Hungerlöhne. Die Forderungen der Streikenden sind deshalb auch in allen Streikzentren, in allen Industriezweigen die nämlichen. Ohne jede vorausgegangene Verständigung zwischen den Ausständigen verschiedener Lokali- täten und verschiedener Jndustrieen lautet oas Losungswort überall: Verminderung der Arbeitszeit und Erhöhung der Löhne. In den meisten Fällen steht sogar die erstere Forderung in dem Vordergrund, wie überhaupt die meisten Streiks schon der Jahre 1830 Und 1687, nämlich 45 auf 100 eine Verkürzung der Arbeits- zeit bezweckten. Die Thatsache beweist, wie nothwendig und richtig es ivar, daß die Sozialisten den Achtstundentag zum Angelpunkt ihres Minimumprogramms gemacht. Die in den Spinnereien, Webereien. Färbereien:c. von Roubaix, Lille, Tourcoing, Armentiöre und der respektiven Umgegend dieser Städte beschäftigten Arbeiter traten nach dem 1. Mai in Ausstand, ilm die zehnstündige Arbeitszeit an Stelle der zwölfstün- digen und eine Lohnerhöhung von 15 pCt. durchzusetzen. Die BougeoiSpresse erklärte diese Forderungen für„unbestimmt",— „die Streikenden wüßten selbst nicht, was sie wollten", hieß eS,— zum Theil auch für„unglaublich anmaßend". Die Ausständigen sahen ihre Zahl bald von 80 000 auf 70 000, 100 000 und mehr wachsen. Ihre Haltung war im Allgemeinen ruhig, die Hetzereien etlicher Anarchisten harten durchaus keinen Erfolg, dagegen ver- ursachten die brutalen Provokationen der in großen Massen nach den Streikrevieren beorderten, zum Theil in den Fabriken ein- quartirten Truppen verschiedene Unruhen und Störungen der Ordnung. In verschiedenen Fällen ward festgestellt, daß die Soldaten in Destillerien und Kneipen tüchtig gezecht, ehe sie über die wehrlose Menge herfielen, Kinder und Frauen über den Haufen ritten und ähnliche stoatsrettende Heldenstückchen begingen. Natürlich ward die manifestirte Brutalität nachträglich durch allerhand Schaiiermärchen über Abrichten und Haltung der Streikenden zu entschuldigen gesucht. Etliche einge- ivorfene und zerschlagene Fenster(zum Theil übrigens von den Soldaten zertrümmert) wurden zu regelrechten Belagerunge» von Fabriken aufgebauscht zc. Es ward das Gerücht in der Presse kolportirt, die Streikenden hätten beabsichtigt, die großen Wasser- iverke des Lys, welche Roubaix und Tourcoing mit Wasser ver- sorgen, zu erobern und zu zerstören, um in der Folge in den genannten Städten alle Arbeit auf mindestens einen Monat anzuhalten. Natürlich— Herr Andrieur hat offenbart, wie das zugeht— ivard der„teuflische Plan" bei Zeiten entdeckt und konnte durch Entsendung von Truppen nach dem bedrohten Punkte vereitelt werden. Unterdeß ward der„bedrohten Freiheit der Arbeit" zu Liebe, und auf die angeführten und ähnliche Räubergeschichten gestützt, über das Streikrevier wenn auch nicht äs jm-uo so doch de facto der Belagerungszustand verhängt. Gendamerie- und Militär überall, dazu Verhaftungen von Streikenden beim kleinsten Anlaß, Verhaftungen der bekanntesten Genossen der Gegend ohne jeden Ablaß. So' wurden in Roubaix Genosse Carelte, in Lille Genosse Telory als angebliche„Rädelsführer" der Streiks ver- haftet und behaussucht, mußten aber nach einem Tag freigelassen iverden, da sich ergab, daß ihre agitatorische Thätigkeit in durchaus keinem ursächlichen Zusammenhang mit den Ausständen steht. Der Liebes Müh'— die Sozialisten für den Streik verantwortlich machen, ihre Organisationen stören, ihre Organe unterdrücken zu können— war also wieder einmal umsonst verschwendet. Selbstredend haben die Sozialisten von Lille und Noubaix ver- sucht, die durch den Streik geschaffene Situation agitatorisch und propagandistisch auszunutzen, ganz besonders haben sie den Aus- ständigen die Nothwendigkeit der festen Organisation nahegelegt. Aber sie sind auch stets und überall für die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung eingetreten. Auf Vorschlag der sozialistischen Organisationen geschah es auch, daß die Streikenden eine Delegation wählten, welche durch Berathuug mit einer Delegation der Fabrikanten eine Verstän- digung herbeiführen sollte. Nach verschiedenen Zusammenkünften erklärte die Delegation der Arbeiter, daß sie ihr Mandat nicht erfüllen könne. Die Fabrikanten stimmten wohl im Prinzip durchaus der Forderung auf Beschränkung der Arbeitszeit und Lohnerhöhung zu, wollten aber in ver Praxis nichts davon wissen, bis nicht eine internationale oder wenigstens nationale Regelung der betreffenden Arbeitsverhältnisse zu Stande gekommen sei. Ja, sie erklärten sich mit den Forderungen einverstanden, ohne den alten landläufigen Kohl über die ökonomische Unmöglichkeit dieser Reformen auszuwärmen. Sie beschlossen serner sogar, eine besondere Delegation an den Minister des Handels und der Industrie zu entsenden, um die öffent- lichen Gewalten aufzufordern, die Initiative zu einer internationalen Regelung der Ar- Veitszeit zu ergreisen. Das Unternehmer- thum selb st säiigt also unter dem Drucke der Ar- beiter und der Situation an, für die Sache einer internationalen Arbeits-Gesetzgebu, ig zu p l ä d i r e n. Diese Thatsache ist für Frankreich durchaus neu und hat ihre große Bedeutung. Das internationale Prinzip triumphirt iniiner mehr auf der ganzen Linie. In der Praxis soll es natürlich unterdeß mit Arbeitszeit und Lohn beim Alten bleiben,„damit nicht die Konkurrenz die gesamnite Textilindustrie von Nordfrankreich ruinire." Unterdeß beivirkt schon die bloße prinzipielle Zustimmung der Fabrikanten zu den Forderungen der Arbeiter einen Umschivung in der söge- nannten öffentlichen Meinung. Blätter und Persönlichkeiten, welche sich bis jetzt beim bloßen Gedanken einer Reduzirung der Arbeitszeit durch internationale Verträge und so weiter be- kreuzten, erklären sich über Nacht einverstanden damit, seitdem es ihnen die Herren Unternehmer erlauben.„La Petite Presse", der„Temps" sind für eine zehnstündige Arbeitszeit, das royalistische Tageblatt„Le Soleil" und der betannte Bonapartist Cassagnac treten sogar für den Achtstundentag ein.— Die Mehr- zahl der streikenden Textilarbeiter hat in Erwartung der ver- sprochencn Reformen die Arbeit wieder aufgenommen. Das totale Ende des Ausstandes wird aber wohl erst im Laufe der Woche erfolgen, nach dem Fest zu Ehren des Patrons der Textil- induftrie, das in Roubaix und Umgegend unter reger Theilnahme der Bevölkerung gefeiert wird. Die sozilistischen Deputirten Baudin uno Ferroul haben während des Ausstandes in Lille und Roubaix große, von Tausenden besuchte Versammlungen abge- halten. Sie forderten die Arbeiter zur Wiederaufnahme der Arbeit, aber auch zum entschiedenen Festhalten an ihren Forde- rungen auf, denen sie durck, ihre Organisation erhöhten und pla' müßigen Nachdruck verll.yen sollen. Die'Aufforderung zi Grünoung voii Syndikatskammern ward überall mit stürmischer Zustimmung seitens der Streikenden deantwortet. Wänden Htmgers sterben. Sie sind schon zweimal ge- kommen, uiil mich einzufädeln, sie boten tmr 12 000 Franks für mein Geschäft und für die noch rückständige Dauer meines Vertrages 18 000 Franks Ablösung, zusammen 80 000 Franks. Aber nicht für 60000 Franks gehe ich auf den Handel ein. Ich habe sie in meiner Gemalt und werde es noch erleben, daß sie vor mir am Boden liegen. — 30 000 Franks sind eine schöne Summe, bemerkte Denise, Sic köniltcil sich dann etwas weiter etabliren. Und wenn diese Leute das Haus ankaufen würden? Bourras, der eben die Zunge seines Hundekopfes fertig gebracht hatte, saß eine Weile in Sinnen versunken, dann erwiderte er: — Das Haus ankaufen? damit hat's keine Gefahr; sie sprachen auch im vorigen Jahre davon, das Hans raufen zu tvollen und boten 80 000 Franks, das Doppelte dessen, was es heute werth ist. Allein der Hauseigen- thümer', ein ehemaliger Obsthändler, ein Gauner, wie sie selbst sind, wollte noch mehr herausschlagen; übrigens fürchten sie sich vor mir, sie wissen gut, daß ich noch weniger nachgeben werde, als der Hausherr. Nein, nein, ich bin da, ich bleibe da. Der Kaiser mit allen seinen Kanonen vermag mich von da nicht hinauszubringen. Denise wagte es nicht mehr, ihm ztt widersprechen. Sie fuhr fort zu nähen, ivährcnd der Alte noch immer vor sich hinbrnmmte: Man sei erst am Beginn des Kampfes, es werde noch schönere Dinge geben, er habe Ideen, welche ihre Regeitschirm-Abtheilung wegfegen werden. Und im Grunde seiites Eigensinnes grollte die Entrüstung des kleinen Fabrikanten gegen die brutale Konkurrenz der Bazar- artikel. Mitteltveile war Pepe dem Alten auf die Knie ge- klettert, er streckte die Händchen nach dem Hundskopf aus und sagte: — Gieb mir's. — Sogleich, mein Kleiner, erwiderte der Alte mit einer Stimme, die plötzlich einen milderen Klang ange- nommen hatte. Er hat noch keine Augen, ich muß ihm jetzt Augen machen. Polikisifto Uob-rstüstk. Der Herenkejsel am Salkan. Bösartige Dünste steigen wieder aus dem fatalen Hexenkessel empor; es wird etwas zusammengebraut. Was es ist, weiß man Nicht, man weiß nur, daß es nichts Gutes sein kann. Wenn der Zar den Serben Gewehre und Batterien schenkt, so hat das etwas zu bedeuten, und das Gegengeschenk wird in allerlei Verpflichtungen bestehen, welche Serbien auf sich genommen hat. Heute ist Serbien der Vasall und Freund Rußlands, wie es einst Bulgarien war; morgen kann es Feind des Moskoiviterthums sein, wie es mit Bulgarien gegangen ist. giebt in Europa kein erbärmlicheres Schauspiel mitan- zusehen, als wie die kleinen Valkanstaaten in dem großen russischen Jntriguennetz hin- und her geschüttelt werben. Nur wenige Jahre sind verflossen, seitdem der russische Rubel und die russische Perfidie Serben und Bulgaren gegen ein- ander hetzten, daß sie sich zerfleischen mußten; heute ist man schon wieder nicht weit davon entfernt. Steht man auch nicht vor einer unmittelbaren Krisis, so kann aus dem Ge- schenk des Zaren an die Serben Jedermann leicht den Schluß ziehen, wie es aus— sieht. Daß die ewigen Verwickelungen auf dem Balkan, die immer und immer wieder durch russische Jntriguen herbeigeführt werden, eine Gefahr für den europäischen Frieden sind, bedarf bei der heutigen,|)o gespannten Situation keines weitereiiBeweises. Tausend Vorschläge sind aber gemacht worden, den Balkanstaaten die nothtvendige Ruhe für eine ge- Dann, in der Arbeit fortfahrend, wandte er sich von Neuem zu Denise: — Hören Sie schnaufen und brausen neben mir? das ist es, was mich am meisten wüthend macht, daß ich sie fort- während im Rücken habe und ihr Gesumme und Gebrause hören muß. Sein kleiner Arbeitstisch zitterte davon, sagte er. Sein ganzer Laden wird davon erschüttert. Er verbringt ganze Nachmittage ohne eine Kundschaft, während vor dem„Glück der Damen" die Menge sich drängt. Von diesem Gegen- stände sprach er unaufhörlich, vom Morgen bis zum Abend. Wieder ein guter Tag! rief er oft aus; heute gab es ein höllisches Getrappel hinter der Mauer: die Seiden- Abtheilimg mag zehntausend Franks eiiigenommen haben. Dann kam zuweilen ein froher Tag; die Mauer blieb ruhig, ein Platzregen hatte die Einnahme hinweggespült/ So gab ihm das geringste Geräusch, der schwächste Hauch Anlaß zu etidlosen Kommentaren. — Hören Sie, jetzt ist Jemand drüben ausgeglitten; ach wurden sie sich nur sämmtlich die Hälse brechen! Das sind Damen, die jetzt da drüben streiten. Um so besser, um so besser. Hören Sie, wie die Packete in den Keller hinunter- fallen, es ist ekelhaft! Denise sprach nicht gern von diesen Dingen, denn er erinnerte sie dann immer an die unwürdige Art, wie sie entlassen worden war. Auch mußte sie ihm zum hundertsten Mal erzählen, wie sie in die Konfektions-Abtheilung einge- treten war, was sie anfangs zu leiden hatte, dann von dem ungesunden Zimmerchen, von der schlechte» Kost, von dem fortwährenden Kampf der Kommis und der Verkäuferinnen untereinander; und so sprachen die Beiden vom Morgen bis zum Abend von nichts als von dem Magazin. — Gieb her, wiederholte Pepe, die Händchen aus- streckend. Der Doggenkopf war jetzt fertig, Bourras betrachtete sein Werk mit der Freude eines Kindes. — Nimm Dich in Acht, er wird Dich beißen; da hast Du, unterhalte Dich damit, aber zerbrich ihn nicht. derhliche innere Entwickclung zu schaffen, allein gege« russischen Rubel, wenn er einmal auf Reisen helfen die schönsten politischen Ideen nicht. land korrumpirt die Bewilligung der Donaustaaten seiner perfiden Politik der Verwirrungen; um dies zu hindern, müßten die Balkanländer sich zu einer mäch Initiative aus eigener Kraft aufschwingen und diese scheinen sie eben nicht mehr zu besitzen. Der vielgepn Berliner Vertrag wurde seinerzeit als ein#' werk diplomatischer Kunst bezeichnet. Heute, da dieser trag schon mehrfach durchlöchert ist, kann Jedermann sehen, wie mangelhaft seine Grundlagen sind; die a1 in diesem Vertrage die Balkanfrage gelöst war, ganz von selbst mit sich, daß weitere Verschiebungen M Veränderungen erfolgen mußten. Der Berliner Vertrag"n gar kein Meisterstück, sondern nur ein Nothbehelf. J Als in Berlin die orientalische Konferenz versaKi»°1 war, da war es Zeit, jene Konföderation d er»ch kanstaaten zu begründen, die heute so eifrig � langt wird. Aber der Staatsmann, der nicht zugebend daß die Theilung Polens ein Unglück für enropa ist, konnte sich auch mit der schöpfe�.. .......'- � und daH iln dm Krik . Art, /'I bracht And Idee einer Donan-Förderation nicht befreunden r VtttVV V VV................--------. gar nicht daran, während die Risse und Sprünge rn.'? neuen Balkangestaltung mühsam überklebt und ceiill1™ wurden, um bald wieder zum Vorschein zu kommen. Der günstige Moment für die Schaffung der Föderation ist versäumt worden, auch eine der vielen Wj...... fachen, die uns abhalten, die Bismarck'sche äußere Polm beivundern, die hier ein gewaltiges Bollwerk gege» russischen Eroberungspläne hätte schaffen können.. Die Balkanvölker sind in sich gespalten und unchW alles ist durchseucht mit Verrath, Spionage und Jn�sj Ein russischer Agent, R i st i c, ist zum Regenten™ Serbien geworden, eine Thatsache, die allein hinreicht.. von der augenblicklichen Unmöglichkeit eines gegen Rnpsjj gerichteten Donaubundes zu uberzeugen. Der russische, fluß ist in den Balkanländern gar groß und die unam™ lichen Verschwörungen— wie die des Majors PanN beweisen nur zu gut, wie thätig die Agenten% lanvs sint). So jpto Rußland immer ein Land am Balkan ö* nichrn ausspielen und damit die Kraft des GW lahmMn können. olgende Schriftstücke werden unZ aus dem Wahles ederbarnim mitgeteilt; wir geben denselben die reW erbreitung und glauben, daß der sozialdemokratische i ist, welcher diese lustige Blüthen polizeilicher Allgetvalt f zeitigt hat. % "sehe» �eichbl Französisch-Buchholz, 10. März l8 Dem Arbeiter..... am.... in D. geboren. hierunter bescheinigt, daß derselbe seit 1. Juli 1889 � gewohnt, in dieser Zeit nicht bestrast ist, aber iw! ziald.emokratischen Sinne agitirt hat- Führungsatte st. Der Amtsvorste� Unterschrift- Abschrift. Polizei-Verwaltung. Joum.-Nr.... Liebenwalde, 24. April Es ist amtlich festgestellt worden, daß bei Geleg' der letzten Reichstagswahlen die Arbeiter(folge» Namen), welche dem Kriegerverein angehören, d Verhalten sich als Anhänger der Sozialdemokratie haben. Dieselben haben sich dadurch mit dem» gedanken und den Prinzipien des Kriegervereins,* die Pflege, Bestätigung und Stärkung der Liebe unV(| für Kaiser und Reich ausdrücklich als Vereinsziveck Statut aufgenommen hat, in Widerspruch gesetzt»» j Verbleiben als Mitglieder im Kriegerverein ist st1" unzulässig. Den Vorstand veranlassen wir daher Eingangs namhaft gemachten Mitglieder aus dem auszuschließen und, daß dies geschehen, uns späteste»' zum 10. Mai er. anzuzeigen. Dann, zu feinem früheren Gegenstand zurückle> streckte er drohend die Faust gegen die Mauer aus. Dieses Haus sollt Ihr nicht haben und wen» Eue'' s Sie wußte % das ganze Stadtviertel an Euch reißet! Denise hatte jetzt ihr tägliches Brot. dem alten Regeuschirmhändler tiefen Dank, der seinem rauhen Aeußeren ein gütiges Herz verbarg- s}ii war ihr sehnlichstes Verlangen darauf gerichtet,, 0 wärts Arbeit zu finden, denn sie sah, ivie er allerlei � Arbeiten für sie erfand, und begriff, daß er he Ruin seines Geschäftes einer Arbeiterin nicht bedurs � sie nur aus reiner Barmherzigkeit beschäftige. Soven' � sechs Monate und man war in der saison morte des-w angelangt. Sie war in der größten Sorge darüber,1 � "4vi oirto finhoit mitrho �.Ii bis" zum' März eine Stelle finden würde, als eines t im Monat Januar, Teloche, der sie unter emem wartete, ihr einen Rath gab. Warum geht sie Robincau? dort braucht mau vielleicht Leute? Robinean hatte sich im September entschloffen, e schäft Vinyards anzukaufen, allerdings in größter Aug!{ bei die 60 000 Fr. seiner Frau einzubüßen. � 40 000 Fr. für die Seidenhandlung bezahlt»iid�tnii�if ; jf.- or» rvrvrt O-.-. 1----—- �----'— � � 0 lichen 20 000 Fr. unternahm er nun das Geschäft. wenig, aber hinter ihm stand Gaujean, der# ijfs langfristigen Kredit unterstützen sollte. Seit sel'ie.t würsniß mit dem„Glück der Dainen" träumte letzte p nichts Anderem, als davon, Konkurrenzgeschäfte gfö � Koloß zu errichten; er glaubte, der Sieg sei mogOA�.M man in der Nachbarschaft mehrere Geschäfte für täten errichten würde, wo die Kundschäften eine reichst-! "— tetchcn Fabrik»� fl wähl von Artikeln fänden. Nur die»----- Lyon, wie Dumonteil konnten sich den Forderung großen Magazine fügen. Sie begnügten sich damit,» mit den Aufträgen der großen Häuser ihre Werkstnj� schäftigen konnten und entschädigten sich durch den an oen kleineren Häusern. Allein Gaujean stand fest aus den Beinen wie Dumonteil. (Fortsetzung folgt.) z-n ii en ZU «r# M«; rt.-? s(| en [flitt !s ig en' &, ffi .•tleiPl B-W Sitil Geschieht dies nicht, so sind wir nicht in der dem Kriegerverein künftig öffentliche Aufzüge un Trogen von Gewehren zn gestatten, auch wird die nehmigung zur Führung einer Fahne dein Kriegerverein entzogen werden. Die Polizei-Verwaltung. Unterschrift. S#anb des wiegctueteins hier. den Arbeiter. Liebenwalde, 26. April 1890. hier. Abschrift hiervon erhalten Sie mit dem Bemerken zur Nachricht, dap Sie auf Grund der vorstehenden Polizei- Verfügung aus dem Verein hiermit ausgeschlossen werden. Der Vorstand des Kriegervereins. Sechs Unterschristen. � $ie§ die uns vorliegenden Schriftstücke; man kann daran» - wllSr 1 wie man in den Polizeikreisen Niederbarnim's von.der J1--I �Berechtigung der politschen Parteien denkt. Äir hören, daß gegen den Polizeigewaltigen von Französisch- iholz Beschwerde geführt ist, und daß sein Kollege in Lieben- J®>e Gelegenheit bekommen wird, die Bekanntschaft des Staats- "Wlts, bei welchem bereits Strafantrag gestellt ist, zn machen. A"ch dem Minister deS Innern ist Kenntniß gegeben worden »J« der Art und Weise, mit der man sich in Liebenwalde von jj�izeiwegen in das Vereinsleben mischt und die amiliche Stellung 1 gebraucht, um zu einem Vertragsbruch und zu einem Unge- Zf en � $9 he nm i-l' (fll. ch-p # I C®e®cn i,'e besetze, die derartige Ausschließungen nicht zu- »irb aufzufordern. Gegen den Vorstand des„Kriegervereins" .....'�ße erhoben werden, falls er nicht innerhalb der ihm n Frist von einer Woche seinen Ukas selbst aufhebt. Hh sozialdemokratische Arbeiterschutz Ciesetzentmurf er„Franks. Ztg." eine vorläufige, durchaus fachliche föiut,to8liti8- Sie sagt u. a.:„Derselbe kommt mit der Halste " o-,i Ccii ,,,"J'veniger aus als die Regierungsvorlage, und regelt doch GaM)r als diese." In Bezug auf die Gewerbeaufsicht und '.Verwaltung(Neichsarbeilsamt zc.) sagte sie:„Man muß diiias;® lassen, daß sie die Gewerbeaufsicht, welche aller- btt V,u. Deutschland in kläglichem Zustande ist und auch von »ird �erungsnovelle reichsgesetzlich rn diesem Zustande gelassen ' gründlich resormiren wollen." fa rillvoller" Sozialpolitiker. In der„Deutschen c-�iW>luug" stellt der nationalliberale Reichstagsabgeordnete Ifffeulauser Betrachtungen an über die Sozialoemokralen. Der den anmuthigen Titel:„Ter Terrorismus der _..��""etschnmie Lügen werden, so schreibt das Hamburger m?on einem Konsortium von Berichterstattern auswärtiger s. über die Hamburger Krawalle in der Steinstraße in die �_______ n_____ xP-j e f:____ vi« r«*i_ ii* in" � »i? ' JD» et,� A ivie Nl "SlGsT f. u vv v*» vv»..»»» w» w,___| �.ymaustelcgrapchrt. Hauptsächlich scheinen die Sensations- "ach verschiedenen Anzeichen von einem Journalisten iilljjz. v.e"- dessen Unbefangenheit durch keinerlei Sachkenntniß ,3jef Theilweise dürste auch der ungeheuerliche Bericht der ch.f.ew" daran schuld sein. In der„Kreuz-Zeitung" lesen wir: Bßu» Abend um 11 Uhr sammelte sich infolge des Ausstandes �J�beiter der Pöbel an, der unter wüstem Geschrei die 'l durchzog. in die Omnibusse eindrang und Ladensenster Rwi,.. Polizei erwies sich als ohnmächtig. Die Aus- >>�, agen konnten erst durch Einschreiten des Militärs unter- Ztg." ist noch genauer informirt; rasten Unruhen in der Steinstraße g, Dfcöv|1 a-nuciuuu;. i/imi Konstablerkorps mit blanker Waffe ifde gemacht; Schlächterläden wurden geplündert, stimmt- neuster der öffentlichen Gebäude an der Barkowstraße zer- ert. Die Ruhestörer waren durchweg halbwüchsige Tage- „Barkowstraße" soll natürlich der berüchtigte Barkhof "d statt öffentlicher Häuser werden„öffentliche Gebäude" cheinlich Rathhaus w.)' dorthin versetzt. Das„Berl. Tagebl." 'ch folgende Thatsache von wahrhaft welterschütternder Beden- fetegraphireu: Hamburg ist jetzt völlig ohne Gas. Der General- Ger", welcher nicht durch Dampf, sondern nur durch einen K. gedruckt wird, kann infolge dessen nicht erscheinen. L." wurden Konstablermassen telegraphisch beordert, um die c>s,"gULanslalt im Vorort Barmbeck zu schützen." Die Quelle �.Telegramms ist sehr leicht aniti o-**%v»r»ivv»t vvn vrrtvt; werden." Tie„Köln. Ztg." i vPttd telegraphirt:„Hochernsten � � gegen Mitternacht vom Kousta « W zu � errathen. Wir haben aus bald |pwrf0r',%vöv,*¥n" ............... Presse zu berichten wissen, daß Hamburg in hellem und die Kanonen der Stintfangbatterie ihre Verderb- � �ck�kung thaten! felstMvrwGn.f. d> S-, 13. Mai. Der Vorstand der deutschen �aUe erläßt einen Aufruf zur Bildung einer ein- 'ziaih. Partei aller Ordnungsfreunde von Halle gegen die Demokratie.- Viel Glück diesem löblichen Thun l Ikttvnljen kamen am Mittwoch Abend in Hamburg »>e sej�'weder der Steiustraße vor. Das„Echo" schildert Dermaßen:„Wieder waren es halbwüch>ige Junge», die �ifeii wachten und nach den Pferdebahnwagen mit Steinen '"ejoifi, Dst Polizei war aber diesmal vorbereitet und schritt "ntunter auch wohl zu energisch ein. Koustabler zu Trost,""gen auf dem Fahrweg vor, wahrend die Berittenen das Nioi,, entlang sprengten und alles niederritten, was nicht «.'tenss'. Die Menge, soweit sie nicht in den Höien und Neben Ben verschwand, würde aus dem Steiathor ge- effzt-ä Pei der Gewerbeschule und dem Berliner Bahnhof Aiedeni. m'ele die Böschung hinunter und es sind ver- , f>reii»„> erletzungen vorgekommen, welche die Ueberführung der '! der Kurhaus nöthig machten. Da die 5tonstabler ikbe».stachen Klinge zuschlugen, hat es viele blutige Köpfe ge- WffonL, eider sind auch verschiedene Personen in Mitleidenschaft ?»d-„....�vrden, welche an den Exzessen ganz unbetheiligt waren EfStniiL! 9"der gezwungen die Steinstraße passirten. Diesen L war das Auftreten der Polizei durchaus nicht am Andererseits muß aber auch dringend davor gewarnt den nächsten Abenden, wenn es nicht unumgänglich % m •xm de" % N �Q!ic, arJ®01.das Auftreten der Polizei durchaus nicht am tJJjjpn, je�n,'st, die Steiustraße zu passiren. 6s ist voraus zu Nfn wirrer von uns gekennzeichnete Janhagel den Unfug wieder- rWnui C'. und wenn sich noch Neugierige einfinden, so ist der L'v'fBet fertig. Insbesondere die Arbeiter warnen wir i eibe» Neugier nachzugehen, denn, wie die„Hamb. Nachr." >.>11»taß die blanke Klinge arbeitete, wurde von jedem fried- in �lser mit Freuden begrüßt" "ft u r Einem Laternenanzünder, üikT�en' ml-'11 mr"""�e von diesem zu Boden geworfen und fleif,'"ertet.'t Nummer des Tapseren hat sich der Mann leider -- M,'vnnen. So wird ihm auch eine Beschwerde nichts '&en're drei rI•linS"achträglich bekannt wird, sind durch Stein- n.. c_aieiben von Pierdebahnwagen zertrümmert worden, »n.--» Spiegelscheiben eines Restaurants und eines Verhaftet wurde eine ganze Anzahl von Leuten, ' cha hriger Knabe, in dessen Taschen man Kieselsteine ——— c v»«vrobf ninrhon "reilj s. unter„Arbeiterbewegung"). Hamburg, lieber den Verlauf des Streiks der Gasarbeiter .erfährt das„Ecko" authentisch Folgendes: Im Laufe des -gestrigen Tages(Mittwoch) haben auch die Maschinisten, Hand-, werker und einige Platzpoliere der Gaswerke die Arbeit ntej"—' gelegt, weil ihnen zugemuthet wurde, die Arbeit der Streck zu vorrichten und einer, der sich weigerte, plötzlich entlgMi und durch einen Konstabler hinausgeführt wurde. Man tot nun zu dem Aushülfsmittel gegriffen, polnische Arbeiter vom Skord-Ostsee- kanal zu requiriren. Dieselben, etwa 50 an der Zahl, sind auch eingetroffen und in der Barmbecker Anstalt gleich kasernirt worden. Speisen und Getränke erhalten sie dort, auch Matratzen für sie wurden herbeigeschafft. Aber auch diese Polen werden bereits schwierig, nachdem sie die Sachlage gemerkt haben, und es ist nicht ausgeschlossen, daß sie zu den Streikenden übergehen. Die auf dem Gaswerk auf dem Grasbrook Arbeitenden werden eben- falls reichlich mit Speisen und Getränken versehen. Jetzt spart die Direktion kein Geld, handelt es sich doch um die Bekämpfung der Arbeiter. Sonst war sie noch nie so freigebig. Alles wird aber nichs nützen; die Streikenden, lauter ruhige, besonnene Leute, sind fest entschlossen, anszuhalten. Keiner von ihnen ist auf die durch Plakate ergangene Aufforderung der Direktion eingegangen; die„bekannte Fabruordnung" enthält nämlich das Verbot der Zugehörigkeit zu einem Verein. Fragt denn Direktor Herr oder Herr von Haase seine Arbeiter auch, ob er einem Verein bei- treten darf? Lobenswerth ist die musterhafte Ruhe und Ord- nung der Streikenden die unter keinen Umständen den gesetzlichen Weg verlassen werden. Sie hoffen übrigens, daß auch die Straßenreiniger ihnen nicht länger hinderlich im Wege stehen weiden.— Wir freuen uns, konstatiren zu können, daß„Corre- spondent" und„Fremdenblatt" die Sachlage durchaus objektiv schildern und deswegen auch ihre Artikel sympathisch für die Streikenden klingen. Mit vollem i echt wendet sich das„Fremden- blatt" scharf gegen den Pacht-" Gaswerke und verlangt Ueber- nähme derselben in den Staatsbetrieb. Darin find wir mit ihm völlig einverstanden! OeKerrelch.Uttgitrtt. Prag, 15. Mai. Auf Grund eines Beschlusses in der Ver- trauensmänner-Versammlung der streikenden Arbeiter beginnen morgen Verhandlungen zwischen den Fabrikanten und ihren Ar- beitern. Im Falle einer Einigung soll Sonnabend die Wieder- aufnähme der Arbeit erfolgen. Die Arbeiter haben ihre For- derungen auf neunstündige Arbeitszeit und SOprozentige Lohn- erhöhung ermäßigt. Die heutigen Arbeiterversammlungen wurden von der Polizei verhindert. Budapest, 13. Mai. Der ungarische Handelsminister übersendete die Beschlüsse des vorjährigen Internationalen Ar- beiter-Kongresses sämmtlichen Handels- und Gewerbekammern mit dem Auftrage, ihm motivirte Gutachten einzureichen, inwieweit diese Beschlüsse mit Rücksicht auf die ungarischen Verhältnisse ausführbar feien und ob daraus Nutzen zu ziehen wäre. Grsßbritannlen. London, 15. Mai. Unterhaus. Unterstaatssekretär Fer- gusson theilte auf eine issnfrage mit, Stanley habe mit den Häupt- fingen im Innern Afrikas in seinem Namen Abmachungen ge- troffen, aber nicht unter der Autorität der englischen Regierung. Im östlichen Sudan herrsche noch große Unsicherheit uno Roth, Abtheilungen der Derwische beunruhigten fortwährend die dortige Gegend durch Einfälle. Die Handelskompagnie im Sudan habe mit den Häuptlingen vorläufige Abmachungen getroffen behufs des Baues von Baumwolle und der Oeffnung der Handelsstraße nach Berber. Was die Proklamation der britisch-ostasrikanischen Gesellschaft vom 3. Mai angehe, so werde durch dieselbe die Sklaverei in einem gewissen Areal des Gebietes der Gesellschaft und in einem Umkreise von zehn Meilen verboten. Die Prokla- mation berühre jedoch nicht die Sklaverei, wie sie jetzt bestehe. Frankreich. Paris, 14. Mai. Der Minister des Innern Constans ist mit der Ausarbeitung eines Gesetzentwurfs beschäftigt, welcher bezweckt, einen Pensionsionds zu schaffen für Arbeiter, welche eine bestimmte Reihe Arbeitsjahre hinter sich haben oder wegen Schwäche arbeitsunfähig werden. Der Gesetzentwurf ermächtigt die Arbeit«, Einzahlungen bei den Versicherungsgesellschaften au; Gegenseitigkeit oder bei ähnlichen Gesellschaften zu machen, denen seitens des Staates eine Subvention bewilligt werden würde. Italien. Rom, 14. Mai. Während der heutigen Sitzung der Depn- tirtenkammer warf eine etwa fünfzigjährige Persönlichkeit, Namens Beeeatini, aus der Provinz Florenz, von der Galerie aus ein Aktenbündel in den Sitzungssaal und rief die Deputirten an, ihm Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Beeeatini wurde verhastet und erklärte bei dem durch die Quästoren mit ihm vorgenommenen Verhöre, daß er Beschwerde erheben wolle, weil er vo» den Ge- richten der Provinz Forli abgewiesen worden sei. Nach dem Ver- höre wurde Beeeatini freigelassen. Spaniel». Madrid, 14. Mai. In mehreren Bergwerken in der Um- gegend von Bilbao haben die Arbeiter die Arbeit eingestellt. Tausende von Bergleuten begaben sich zu den Gruben und ver- anstalteten eine Demonstration zu Gunsten des achtstündigen Ar- beitstages. Auch die Arbeiter der unweit Bilbao gelegenen Eisengießerei haben heute Nachmittag die Arbeit niedergelegt; dieseloen zogen nach benachbarten Fabriken, um die dortigen Arbeiter zu veranlassen, sich dem Ausstande anzuschließen. Tie zur Zerstreuung der Ansammlung abgesandte Abcheilung der Bürgergarde schoß auf die Arbeiter. Ein Arbeiter wurde ge- tödtet, mehrere sind verhastet. Infolge des Zunehmens der Be- wegung hat der Zivilgouverneur die Leitung an die Militärve- höroen abgegeben und ist der Belagerungszustand proklamirt worden. Au; mehreren Lokalbahnen ist der Verkehr eingestellt. In den Bergwerken der Provinz Cordowa ist ebenfalls die Arbeit eingestellt worden. Bilbao, 15. Mai. Im Laufe des Nachmittags fand ein Konflikt zwischen den Truppen und den Streikenden statt, wobei einer der letzteren gelödtet und mehrere verwundet wurden. Gegen 8 Uhr Abends ivar die Ruhe wiederhergestellt. Sämmt- liche Bergwerke und die meisten Eisenwerke Bilvao's sind jetzt geschlossen. SalkilttlÄKdev. Sofia, 15. Mai. Das Kriegegericht in dem Panitza- prozeß hielt heute eine formelle Sitzung und vertagte sich bis Montag, um den Vertheivigern Zeit zur Vorbereitung zu lassen. (Siehe auch„Pol. Uebersicht".) Amerika. New-Fjork, 14. Mai. Der juristische Vertreter der ver- urtheilten Chieagoer Anarchisten Schwab, Neebe und Fielden ist um Wiederaufnahme des Prozesses eingekommen, weil seine Klienten ungesetzlich in Haft gehalten würden. Einem Telegramme des„Reuter'schen Bureau's" aus R i o de Janeiro(Brasilien) vom 15. er. zufolge, sind dort Nach- richten aus Porto Alegre im Staate Rio Grande do Sul einge- gangen, daß daselbst Ruhestörungen ausgebrochen seien. Eine am 13. er. abgehaltene Volksversammlung sei von der Polizei nicht ohne Blutvergießen zerstreut worden, die Truppen hätten mit dem Volke gemeinsame Sache gemacht. Die Ruhe sei schließlich wiederhergestellt worden; jedoch sei der Gouverneur des Staates genöthigt worden, abzudanken. Die von dem Finanzminister er- laffenen neuen Bankgesetze sollen die Hauptursache für die Stühe- störungen gebildet haben. Äommumrkos. Eine neue epochemachende Maßnahme auf dem Gebiete der Gesundheitspflege für die Stadt Kerlin ist in Vorbereitung begriffen. Im neuen Polizeipräsidialgebäude am Alexanderplatz trat am Dienstag unter dem Vorsitz des Stellver- treters des Polizeipräsidenten, Oberregierungsrath Friedheim, die kgl. Sanitätskommission zu der bekanntlich auch Delegirte unserer Kommunalverwaltuug gehören, zusammen, um die Frage be- treffend die Anstellung von Gesund heits-Aufsehern in der Stadt Berlin zu berathen. Den Berathungen lag eine Denkschrift des Regierungs- und Geh. Medizinalraths Dr. Pistor zu Grunde. In erster Linie handelt es sich um die Ueberwachung gesundheitlicher Räume zum Bewohnen, sowie um eine genaue Kontrole von Werkstätten, namentlich solchen zur Herstellung von Lebens- und Genußmitteln. Auch die ge- sundheits-polizeiliche Aufsicht der Pflege der sogenannten Haltekinder wurde in den Bereich der Diskussion gezogen, desgleichen die sachverständige Ueberwachung der Sauberkeit in Höfen sowie endlich die Kontrole der Ausführung der vorgeschriebenen Desinfektion. Von allen Seiten wurde in der eingehenden Berathung anerkannt, daß es im höchsten Maße wünschenswerth sei, gerade auf dem Gebiete der sachverständigen Ueberwachung der Wohnungsverhältnisse in Berlin mit neuen positiven Schöpfungen hervorzutreten; über die Mittel und Wege gingen die Meinungen jedoch noch auseinander, im allgemeinen aber wurde der Wunsch ausgesprochen, in Anlehnung an die bestehende Organisation der Polizei(Revier- Polizei) diese neuen Einrichtungen ins Leben zu rufen. Der ge- sundheits-polizeiliche Dienst wird durch praktisch geschulte Unter- beamte in einer größeren Anzahl englischer Städte wie London, Liverpool, Manchester, Birmingham, Bristol, neuerdings auch in Wien mit großem Eriolge geübt. Eine Subkommission wurde er- nannt, um die weiteren Schatten vorzuberathen. Depkattnnlttttgvn. Eine mittelmäßig besnäzte Uersammlnng des Fach» Vereins der Tischler für den KrnrK Rirdorf und Kritz fand am Montag, den 12. Mai, Abends 8'/e Uhr, im Lokale des Herrn Jrrgang, Hermannstr. 122(an der Verbindungsbahn) statt. Anf der Tagesordnung stand: 1. Das Recht auf Arbeit. Refer.: Emil Schade. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Da Herr Schade verhindert war, zu erscheinen, so hatte Herr Koblenzer das Referat übernommen. Der Bevoll- mächtigte eröffnete die Versammlung um 9 Uhr und spricht sein Bedauern aus, daß die Kollegen ans dem Viertel der Knesebeck- straße so wenig, ja fast gar nicht erschienen sind, denn durch die traurigen Zustände, die da herrschen, müssen doch endlich die Kollegen zur Einsicht kommen und sich etivas mehr an der Sache betheiligen, woraus er zum ersten Punkt der Tagesordnung dem Referenten das Wort ertheilt. Der Referent schilderte in seinem Vortrage die jetzige Lage des Arbeiters im vollsten Lichte. Zum 2. Punkt„Diskussion" bespricht Herr Mainz das Vagabunden- thnm und die Handwerker auf der Landstraße. Zum 8. Punkt Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes macht Herr Czarnitska darauf aufmerksam, daß alle Unregelmäßigkeiten der Werkstätten in Betreff des längeren Arbeitens an die Werkstatt- Kontrolkom- Mission bei Ihm, Bergstt. 35, 3 Tr., zu melden sind. Schluß der Versammlung lO'/a Uhr. Die Perlmntteearl» eiter Kerlkn« haben am 13. Mai so recht gezeigt, wie warm sie sich für ihre Vereinigung interessiren. Wahrhaft beschämend war es, als der Vorsitzende die VersamM- lung nach 9 Uhr eröffnen mußte bei 23 Kollegen! Wenn man bedenkt, daß diese Organisation erst drei Monate besteht, und dann schon solche Lauheit konstatiren muß, so muß man sich wirklich fragen, war eine Organisation in unserer Branche noth- wendig oder liegen die Verhältnisfe bei uns so glänzend, daß wir eine Ausbesserung unserer Lage gar nicht nöthig haben? Als diese Anregung zur Organisation vor drei Monaten gemacht wurde, konnle man annehmen, daß die Perlmutterarbeiter aus dem Schlaf, welchen sie während der drei Jahre geschlummert haben, erwacht sind, erwacht zu dem Bewußtsein, vor drei Jahren ist unsere Organisation durch die Lauheit der Kollegen ins Wasser gefallen, sorgen wir dafür, daß es uns diesmal nicht wieder so geyt. Man glaube ja nicht, wenn man seine Beiträge pünktlich giebt, daß man dann seiner Pflicht genügt hat, hier gilt es von >edem Einzelnen, welcher sich der Vereinigung angeschlossen hat, durch rege Betheiligung zu zeigen, daß es ihm ernst ist um die Organisation. Ter Vorstand allein kann brennende Fragen in unserer Branche nicht beseitigen, wenn die Mitglieder der Ver- sammlung fern stehen. Kollegen, laßt diese Zeilen nicht vergeblich geschrieben sein, zeigt in der nächsten Versammlung, daß ihr am Pfatze seid. zpir erhalten folsettde» Schreiben: Berlin, den 15. Mai 1890. Unterzeichneter bittet Sie, Nachfolgendes in der nächsten Nummer des„Berliner Volksblatt" aufzunehmen: In der zweiten Beilage Ihrer Zeitung vom Donnerstag, den 15. Mai. befindet sich ein Versammlungvbericht der Filiale Hl (Ost) der Vereinigung deutscher Maler, Lackirer ic. Derselbe entspricht durchaus nicht der Wahrheit. Soweit sich derselbe mit meiner Person beschäftigt, muß ich im Interesse unserer Organisation Folgendes berichtigen: In dem Berichte heißt es: „Kollege Weutker stellt den Zusatzanttag, gleich dem Ausschuß mit in den Brief zu schreiben, daß der Hauptkassirer noch nicht abgerechnet hat und demselben eine Rüge zu ertheilen."— Ich habe nur auf Befragen eines Mitgliedes über die Uebergabe der Hauptkasse Änsklärung gegeben, jedoch keinen Antrag gestellt, am allerwenigsten aber von einer Rüge gesprochen. Ich kann nicht dulden, daß Aeußerungen, welche ich durchaus nicht gethan habe, auf meine Person übertragen werden. Hochachtungsvoll H. W entler, Memelerstr. 61. ««roua-,®urn- tiiib aep-UIs» pertinc am Sonnabend: Gesang- verein„Hannonta" AbendS s Uhr im Reftauranl, Alts Jalobftr. ss.— ---... gf.«v* � � v* iv t b i v v en V j* t M änncrgcsangveretn„Treue" Abend« 9 Uhr im Nesmurant Andreasilrnße 9.— "'„verein„Eralo" Abends 9% Uhr bei Cch-amicie, Klein- Kursir. i. _ änaoerein„Eenesel er" Resiaurani Zemier, Munzstr. n, 9 Uhr U-bungSstundi, Ausnahme niuer Mtlglicdcr.— Sesanaverein„Harmonia" i* i 41) SU.»», e.:..et. 7.. � r—------•»* i— MÄnnergesanp — Männergesa Abends» Uhr im Restaurant Lehmann, Kurfürsten str. in. Gcsangitunde.— Lübect'scher Turnverein(i. LehrnngS-Abtheilunq) Abends 8 Uhr Eltsabeth- ftraße 57—53. Turnverein„Wedding", Pankstr. s, Männer-Abthellüng von 8% bis j XXhT � 0- o- f., i..-.'-'--—.- — Arcndsy Uf)t SOPh.l----. J-----„WH.»MV V»V...Vvfl 8 Uhr im Louisen städtischen Btcrhause, Adiniralsir. 88.— Theater- und Vcr- gnUguns!«acsellschafl,Ar°ue" Abend««x Uhr in Bovert'« BaNsalon, Weinstr. N. — Privat-Theat-rges-llschast„Echneegloitch-n", Abends 9 Uhr in V-ilinS Bierhaus Velcranenstr. 19.—(Äeselliuteasliub„Lustig" Abends 9% Uhr im Restaurant Weichen, Taubenstr. 46.— Verein der Taubensrsunds Abend« ssl Uhr im Restaurant Htllmann, Mantsusfelstrabs«8.— Dänischer Verein„Fieyä" Abends 9 Uhr im Restaurant Poppe, Ltndenstr. 100.— Verein der Würltcmbergcr Abend« 8% Uhr bei«aihinger, Dorolheenstr. 84.— Verein ehern, Schüler der 84. Eemeindeschuie Abends 9 Uhr im Restaurant, Koppenstr. 68.— Verein ehem. M.&. Lutherstcher Schüler Abends 9% Uhr im Restaurant Bormann Ohmgasse i.— Rauchllub„Portortcv" Abends 9 Uhr bi« 11 Uhr KSpittckcr- straßc 167 bei Schulz.— Rauchllub„Qualm" Abends 6 Uhr im Rcstccurank Tamm, Schönhauser Allee 28.— BergnügungSverei»„Lustige 18" Abend« 9 Uhr im Restaurant Albrccht, Annenstr. 9.— Tamboui verein„Sedan" Sitzung Abends 9 Uhr, Grüner Weg 9—10, Aufnahme neuer Milgiieder.— Tanibourveretn Merz Innig", Abends 8 Uhr, Sitzung im Restaurant Sirastburgerstraste 6, Verein„Felsenfest", Sitzung 8% Uhr, Wotstsnburgerstr. 64, Dirigent und Vorsitzender: A. Friese. Aufnahme neuer Mitglteder.— Bergnügungsverein„Lustige Seelen" Abends 9 Uhr im Restaurant Schuster, Oranienstr. 8.— Vergnügungs- verein Hosptcla Kleine Buanftraße 14 Abends 9 Uhr. Eunt-»nd ocprlligr v-rei»- am Sonntag: Lübcck'schsr Turnverein (:. L-hrlingSabtheilung) Abends 0 Uhr Estsab-thstrah- 57—68.— Turnverein ttt. 2« Versammlung. Theater. Sonnabend, den 17. Mai. Gpernhans. Fra Diavolo, oder Das Gasthaus zu Terracina. Kchanspielhaus. Verlorene Liebes- müh. Deutsches Theater. Der Sohn der Wildniß. Kerliner Theater. Kean. Lessing-Theater. Eine alltagliche Geschichte. Hierauf: Ritterdienste. Friednch-WilhelmKädt. Theater. Der arme Jonathan. MaUurr-Theater. Häuschen(Bebe). Guten Morgen, Herr Fischer. DiKtoria-Theater. Stanley in Afrika. Ostend- Theater. Unser lachendes Berlin. Destdenz-Theater. Marquise. KelleaUiaur«- Theater. Der Nau- tilus. Krolt'v Theater. Der Freischütz. Central- Theater. Ein fideles Hans. Adolf Ernst- Theater. Der Gold- fuchs. Gebr. Richter'» Nariötö. Speziali- täteu-Vorstellung. Englischer Garten Direktion: C. Andress, Alexanderstraße 27 c. Wnung lies SmUMtens Ns Bühne. Täglich Auftreten erster Spezialitäten. Ansang Wochentags 8 Uhr. Sonntags öVe Uhr. Entree Wochentags und Sonntags 80, 50 u. 75 Pf., im Vorverkauj SO u. 50 Pf. Der Garten ist an Vereine für Som- merfestlichkeiten mit Spezialitäten-Vor- stellung zu vergeben. Andres#. EtllWmllt Buggenliagen am Moritzplatz. Täglich: Grosses Garten-Concert. Direktion A. Uödniann. Dienstag und Freitag: Valzer-Abend. Fnh'pa Wochentags 10 Mg., lilllltL gönn, und Festtags 25 Pfg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren Reftaurationsräumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhoser Export-Bier, Seidel 15 Die oberen Säle Ps. bleiben bis auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen� - Müller. 641 F. Vari6t6-Theater. (Hasenhaide) Herrmannstr. 18— Nene Strasse 18. Zonnabeud, den 17. Mai: In dem vollständig neuen, schattige: Garten: 271 Concert, Theater und Specialitäten-Vorstellang. Vollständig neues Programm. » Im grohe« Saale: Ball, ßg Anfang 4 Uhr._ Entree 20 Pf. Passage 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Nur smr dies-"WB Woche: Vielen Wünschen entsprechend: 1. Reise d. Norwegen. Z. ersten M.: Eine Reise Steiermark— Gesterreich. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. Jede Woche andere Reisen. a || GesUjtshNs�Heille.' 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Produktionen in heimischer Kriegführung, Tänzen, Sitten, Gebräuchen etc. WM" Täglich großes 19 si p p e B-C o bi c©s4 1 Sozialdemokratischer Wahl verein des II. Wahlkreises. Die Zahlstellen befinden sich bei: K. Böhland, Restaurant, Bülow- straße 52. E. Wilschke, Cigarren- Geschäft, Junkerstraße 1. H. Scheuer, Restaurant, Gncisenau- 428 und Schleiermacherstraßen-Ecke. Der Vorstand. bei freiem Eintritt. Allgemeiner deutscher Sattlerverein (Mitgliedschaft Berlin). Sonnabend, den 17. Mai, Abends 3Vs Uhr, bei Beyer, Alte Jakobstr. 83: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Täterow über: j Die Gewerlschastsvewegung und deren Bedeutung für die Kultnrentwickelung. " Diskussion. 3. Verschiedenes. kt Grosse öffentliche Versammlung SteiMllcker, Lithsgra?§e!l und Berufsgenossen am Ulontag, de» 19. Ulai, Abends 8V2 Uhr, km Köhmischen Kranhauke, Landsberger Allee Nr. 11—13. Tagesordnung: Vortrag des Neichstags-Abgeordncten Lithographen Schmidt über: Unsere Stellung zur Ardeiterfrage in der Gegenwart und Zukunft." 2. Dis- kussion. 3. Verschiedenes. 436 Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Um recht zahlreichen Besuch bittet Der Einberufer. 1. Fachverein der Tischler. __ Sonnabend, den 17. Mai, im„Konzerthanse Sanssouci", Kottbuserstraße Nr. TT anz-lCipäaizchena 4a Billcts hierzu sind bei folgenden Herren zu haben: Fest, Stallschreiber- straße 43a; Millarg, Lehrterstr. 22 II; Apelt, Sebastianstr. 27/28; Mende, Wienerstraße 87 II; Schmidt, Fürbringerslr. 25, Hos I, bei Wiedeholz; Schade, ~---- Bf III: r'' Rüdersdorferstr. 64; Glocke, Lausitzerstr. 52 III; Wiedemann, Wendenstr. 2 IV; Dahlgriin, Adalbertstr. 96, Quergeb. IV, bei Boniba; Haberland, Reichenbcrger- straße 161 II; Miele, Adalbertstr. 9 IV; Manien, Kreuzbergstr. 9, Quergeb. III. Ferner sind auf allen Um zahlreichen ahlstellen des Vere.ns Billets zu haben. esuch wird ersucht. lZesellshast für Mmhuig Am Sonntag, den 18. d. M., Abends 7Va Uhr, im Lokale„Süd-Ost", Waldemarstraße 75: Vortrag � des Reichstagsabgeordneten Wurm über:„Uollloernährung u. Uolhs- einkommen Gäste, Damen und Herren, will- kommen. 409 Der Vorstand. NB.: Am 2. Pfingstfeiertag findet seitens der, Gesellschaft ein Ausflug nach Stolpe an der Nordbahn statt. dentschtr Korbmaßer (Filiale Berliu). Montag, den 19. Mai, Abds. 8 Uhr, Adalbertstraße 21 bei Roll: Versammlung. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines zeden Kollegen, zu erscheinen, 422 Der Vorstand. Fachverein dm Feiienhauer. Sonntag, den 18. Mai, Vorm. 11 Uhr: BersmmlVg im Lokale des 432 errn Meissner, Gartenstraße 162. Der Vorstand. Gentraiverein deutscher Böttcher. Sonntag, den 18. Mai, Vorm. lOVa Uhr: Kersommlmtg bei Heise, Lichtenbergerstraße 21. Tagesordnung: Das Resultat unserer Lohnbewegung und Verschiedenes. Das Erscheinen aller Mitglieder wird erwartet. 427 Oer I. Bevollmächtigte Allgemeine B Schriftgiesser- Versammlung am Montag, den 19. Mai, Ab. 8 Uhr, in GratveU's Bierhallen, Komman- dantenstraße 77—79. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Verschiedenes. Erscheinen aller ist unbedingt noth- wendig. 423 Die Kommission. Aufforderung! Rohrleger! Diejenigen Kollegen, welche noch im (auf Listen und Besitz von Geldern Karten) sind, werden äufgeforvert, die- selben umgehend abzuliefern im StreiScburcau Ritterstr. 112 bei Schmidt. Dasselbe ist zu diesem Zweck täglich bis Abends 9 Uhr geöffnet. 419 Die Streikkommission. Zahlstelle III. der Vereinignng der Drechsler Deutschlands. Sonntag, den 18. Mai, Vormittags 11 Uhr, in Reyer's Gartensaal, Alte Jakobstraße 83: Mitglieder-Versammlung. T.-O.: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Wahl des Vorstandes. 3. Werkstattangclegenheiten. 4. Ver- schiedenes.— Alle Kollegen werden ersucht, pünktlich zu erscheinen. 426 Der provisorische Vorstand. Verein der WMuhlirbeiter und VernMllWn. Sonntag, den 18. Mai, Vorm. lOVa Uhr, bei Zemter, Münzslraße 11: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vierteljahres-Abrechnung. 2. Der Streik in der Fabrik von Gustav Remane, Rheinsbcrgerstr. 24. 3. Vor- trag des Herrn Paul Litfin über den Achtstundentag und seine Bedeutung. 4. Diskussion. 5. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bittet 393 Der Vorstand. Achtung, Bildhauer! Donnerstag, de» ÄÄ. Mai, Abends 8 Uhr: Delegirtenversammluiig bei Kestner, Annenstraße 16. Tagesordnung: l. Der Werth des Delegirtenwesens. 2. Werkstattangelegenheit. 8. Verschiedenes. Wir ersuchen die Kollegen, dafür zu sorgen, daß bei dieser Versammlung sämmtliche Werkstätten vertreten sind. 426 Die Kommission. Den Genossen empfehle bei Be- darf mein Herren- u. Knaben- 846 HB Garderoben-Geschäft.(_ Wilh Pahr EUsabothkircbstr. W im. r dlll, Nr. 8 am Pappelpl. 404 Der Vorstand. Versammlung des Verbundes der Vergolder, Goldleisienllrbkiier n. Vernssg. (Filiale Berlin) am Montag, den 19. Mai 1890, in Scheffer's Salon, Jnselstraße 10. Tage: ordnung: 1. Zweck der Organisation. Ref.: Stadirath Aug. Dreesbach, Reichs- tag§-Abgeordneter. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Verschiedenes. Zahlreichen Besi ch erwartet 406 Der Vorstand. Fachverein der Rohrleger. Sonntag, den 18. Mai, Vormittags 11 Uhr, in Feuerstein'# Salon, Alte Jakobstraße 75: G cneral- V ersammlung. Tages-Ordnung: 1. Geschäftsbericht des 1. Vorsitzenden. 2. Vicrteljährlicbcr Kassenbericht. 3. Bericht der Arbeitsnachweis-Kommission. 4. Neuwahl der ausscheiden- den Vorstandsmitglieder. 5. A fnahme neuer Mitglieder. 6. Verschiedenes und Fragekasten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 434 Der Vorstand. Empfehle allen Genossen meine Gloserei, Tchßel- nnd Vildcr- einraijmnnjl. Verkauf von Bildern bewährter Volks- münuer. Besonders empsehlenswerth Sinnsprüche. Neu: Bebel u. Liebknecht, Pendant 37: 51 cm hoch. 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Um zahlreiche Betheiligung'j Der Vorstaim' Grabdenkmäler m lurinor, 0pit und fertigt zu den solidesten Preisen Zahei, in Schönhauser Allee 1- Preisen, 1048 > u. empfiehlt zu reellen, billigen sämmtlich mit Arbeiter-Kontrolnlllrke. E. Bergmann, Hut-Fabrik Oscar Lisko�i Oranienstrasse 47 a, Ecke Lnckauer straße. Sämmtliche Hüte mit Arbeiter- KontrolmarK? %uf A ynr Daran J'e.dcr '%|ctzt. M Richen. D St nott � h m N hl des ix feil? 5 Vmbu: Hut-Fabrik G. D u n s 5 n 0 Dresdenerstraße Nr. am Kottbuser Platz. Sämmtliche Hüte mil Arbeiter-Kontrolmarls!! Dig Berliner ßnt-Fsb 431 Invalidenstrasse 148, empfiehlt ihr großes Lager FilZ' Strohhüte. Nur bestes Fabruck billigsten Preisen mit Kontrolmr" Am«* Ht s I ? dü! f, v». iigebe n D?i> mit Kontrolmarke bei Rud. Beisse, Estausseest'' (an der Panke) »S-W unter Garantie des Gut- und#43 gehens. Kl. Reparaturen entsp.°- Lager aller Arten Obren, Gola Silborwaaren. zlanttynstr G. 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Ä«inf D'e aer Bericht der Reichsschulden-Kommission. an®' • ö'' uueriDiejen. ßri.??"» wird die erste Berathung des Gesetzes, betreffend die des deutschen Heeres, echt(Soz.): Die Vorlage muß von militä- W,','.„„�dlchaftlichen und politischen Gesichtspunkten aus ge- % t?den. lieber die militärischen Gesichtspunkte will ich eingehen, weil meine Kenntnisse hierfür nicht EL,, i"- Ich erkenne auch an, daß in der Militärverwaltung "" Se,"bt wird,_ ja er .-.------ ich glaube sogar, daß für das %"".l1 cht einmal genügend ausgegeben wird. Es fragt sich bw Militarismus in seiner heutigen Gestalt über- Iii.,,,"?thwendig ist. Mögen die Lasten noch so drückend sein, Ä der Beweis gebracht wird, daß diese Ausgaben IiIm,"Ifjg stnd zur Sicherheit des Vaterlandes, dann, verde ich Nnnen htzlich~ ßut n''e i~ber ändere für diese Vorlage zu m s>aben. Vor Allem fallen die politischen Gesichtspunkte birjs!�"ncht. Gegen diese Vorlage hätte eigentlich Niemand bil r.ch" sprechen können, als es der Feldmarschall Graf Moltke � dieselbe in benrimdeit. aetban bat.( iinslim- Verjuch, dieselbe zu begründen, gethan hat.(Zustim- Er sagt uns, alle Regierungen, namentlich auch >e. irk1 ,it '»tloft»® unseres negativen Votums. Die Begründung der tüftetp chgt, weil Frankreich und Rußland imnier mehr �enn""d parat seien, müßten auch wir weiter rüsten. über diese Vorlage angenommen ist, dann haben uni Wochen später die Franzosen und Russen abermals Inn.,' und dann muß nothwendig wieder eine solche Vor- 60 kommen, und so stehen wir wieder auf dem alten Fleck. «,* Jst der Militarismus eine Schraube ohne Ende, � ln einem Lande schärfer angezogen, dann folgt das im. nach. Steigt ein Volk auf der Leiter des Militarismus ,'n die Höhe, so klettert das andere nach, und so geht es in ubelnde Höhen hinauf. Ist das Krästeverhältniß dadurch ein '«tfip' Das Volk wird erschöpft, und wir sind ebenso weit wie 'dft' b.b- der angebliche Gegner ist immer so weit wie wir L."n bischen weiter. Kann es so weiter gehen? Tie Steuer- , des Volkes ist bis aufs Aeußerste angespannt; bei den bz�eu wurde überall über die Lasten des Militarismus und / J h>if. fitere Anziehen der Steuerschraube geklagt. Auf meiner (J UP i Hj1? durch Amerika habe ich erfahren, daß die meisten ausge- oerten Deutschen wegen des Sozialistengesetzes, der allge- ."in politischen Zustände und der deutschen Militärverhält- zur Ausivanderung veranlaßt wurden. In finanzieller Be- "8 zeigen unsere Militärausgaben eine lawinenartige Pro- oii. 1872 haben wir für Militärzwecke 336 Millionen :fleben, 1882/83 528 Millionen und in den fol- 'Ii Jahren 536, 574, 607, 646, 775 und jetzt Millionen Mark, wozu noch die einmaligen Aus- hinzukommen, so daß wir fiir dieses Etatsjahr über eine rde für Militärzwecke ausgeben. Es ist unmöglich, daß in /Iben Verhältniß die Kraft des Volkes steigt. Es muß einmal Zeitpunkt kommen, wo das Volk die Last nicht mehr tragen und zusammenbricht. Die Regierung hat jetzt selbst das Unat durchbrechen müssen. Früher hieß es, ohne Septennat 'wir nicht durch, und jetzt sagt man, die Franzosen mit Wj"' Parlamentsheer seien besser gerüstet als wir. Man giebt kju, daß ein Parlamentsheer besser sein kann, als ein Sep- sn O'sheer. Herr Graf Stolberg erklärte allerdings, was für die CgWen gut sein könne, sei noch nicht für die Deutschen gut, �Patriotismus der Franzosen bewillige leichter die Mittel zur i�digung des Vaterlandes als der Deutsche Reichstag. In Vn• 011 i die Vertheidigung unseres Vaterlandes wird keine 6*,,„hinter der anderen zurückstehen. Den Parteien ans jener '(LJ, steht es am schlechtesten an, den Patriottsmus anderer lln. W. in Frage zu stellen. Nach der Niederlage von Jena bin, 1 rs nicht Männer des Volks, sondern Diejenigen, die "4''Sim» fcn Stolberg-Wernigerode nahestehen, die jeden Patrio- x vermissen ließen. Der Kriegsminister machte den Einivand, ins,,!.®8 französische Parlamentsheer von 1848 den Staatsflreich iiiM gemacht habe. Ich halte dieses für eines der größten Lechen der neueren Geschichte. Aber es war damals ke,ne (in die aus allgemeiner Wehrhaftigkeit beruhte, sondern nur m ifi x�eldnerheer. Das heutige Parlamentsheer von Frankreich n.#! bewaffnete Volk in höherem Maße als bei uns. Ich sage, � iM CC 0>n Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. ' verblutet sich die Nation finanziell. Die besten Kräfte bji je"* inf Ceäm ,.t,e9 verblutet sich die Nation stnanzieu.%»e oesien»iu,»- jlv'1%(r ,. Oä werben ausgesaugt, alle Kulturarbeit wird vernachlasiigt selx.-, owaffnete Friede ist ein ebenso großes Uebel als der Krieg ün L" Graf Moltke wein nicbt. ob der nächste Krieg 7 oder !», ich� Hi n, ni Ä 4 „....MWWW...... tne9 äO cl', Graf Moltke weiß nicht, ob'"der nächste Krieg 7 oder �r«f dauern»verde. Ich bin kein Militär, aber ich sage: lolrJ... Moltke ist vollständig im Jrrthum. Ein Krieg mit »ich», Massen, wie sie jetzt ins Feld gestellt werden, kann "leinte v �l'e' uoch weniger 30 Jahre dauern. Fürst Bismarck werde so lange dauern, bis einem ber nächste Krieg...... W WWW Tie»�führenden Völker oas Blut abgezapst ist,„saigne ä blanc �l>n»."zosen schießen aber ebenso gut»vie die Deulschen, das de„, studet auf beiden Seiten statt, und der Unterschied zwischen »i,...Finger und dem Besiegten ist nicht sehr groß. Wir haben dst, ben» Krieg von 1870/71 ebenso gelitten»vie die Franzose», nr».°g°r noch schneller einen»virthschastlichen Aufschwung ge- "än.!, haben. Und dieser Krieg war ein Kinderspiel gegen den den(vi- Der Militarismus an sich soll nothwendig sein,»un lchoii» sden zu erhalten. Ich leugne, daß er eine solche Bürg- jiifJr, lO- Herr v. Bennigsen hat uns ja bei der Kolonialdebatte ilet.!S"den, daß ohne die„harmlose" Kolonialpolitik die deutsche �n»>, ft möglicherweise in viel gefährlicheren Ausbrüchen ge- �enn? loi" würde. Damit konnte nur der Krieg gemeint se»n. d«,," solche Gefühle vorhanden sind, ist auch die Versuchung da, inim Blasien Gebrauch zu machen. Die deutsche Politik soll duz" eine Politik des Friedens geivesen sein. Man sagt, frii„, putsche Kaiserreich sei der Friede, wie man es von den, i»°ck, �en Kaiserreich gesagt hat. Die Bismarck'sche Politik »nnpK ich als Friedenspolitik nicht ohne Anführungszeichen StfnMin. Sie hat die Kriege von 1804, 1866 und 1870 herbei- "lir in Seitdem ist allerdings kein Krieg geführt. Es»var aber Ä,.'" allen offiziellen Kundgebungen friedlich, aber in der ofsi- "d„Poosse, in einem Organ, von dem selbst Bismarck zugab, iür dasselbe schreibe, ist Woche für Woche. Monat für "»r-i., der Krieg eröffnet worden. Wenn man fremde Nationen mite Wasjerstrahlen erbittert, ist keine friedliche Stimmung möglich und keine Bürgschaft des Friedens geschaffen. Der neue Reichskanzler sagte uns, die offiziöse Presse habe»venigstens den Vortheil, daß man Dinge»viderrufen könne, die vorher geschrieben seien. Da sieht man,»vie hier genau das Gegentheil von Dem gesagt»vird,»vas Thatsache ist. Ein solcher Unfug darf nicht ge- duldet»verde», und es ist eine der dankenswerthen Handlungen der neuen Regierung, daß sie möglichst mit diesem Unfug auf- geräumt hat. Man hat ja geltend gemacht, die Regierung könne für derartige Dinge wie die Auslassungen der„Nordd. Allgem. Zeitung" k. nicht verantwortlich gemacht werden; aber haben Sie es denn den Parteien gegenüber nicht ganz ebenso ge macht, wie die Franzosen es den Deutschen gegenüber gethan haben? Wir haben uns über unsere Politik hier im Reichstage des Oefteren ausführlich ausgelaffen; jedesmal aber, wenn eine anonyme Aenßerung eines»inbekannten Mannes, in einem Blatt, das unserer Partei zugerechnet»vurde, Ihnen paßte, da hieß es stets: Das ist das Richtige, so denkt in Wahrheit die sozial- demokratische Partei;»vas sie im Reiche sagt, ist eitel Heuchelei. Genau so haben die Franzosen von den deutschen Offiziöse» gedacht. Ich komme nun mit einigen Worten auf Herrn von Kar- dorff's Ausfall gegen mich beziiglich Rußlands. Die Haltung gegen Rußland, diese partie honteuso der deutschen Politik, habe ich hier»viederholt in schärfster Weise angegriffen. Daß ich einen Krieg gefordert habe,»st natürlich nicht richtig;»vas ich aber schon 1867 hier gefordert habe, ist, daß die deutsche Regie- rnng die Deutschen im Auslande schützt und nicht mißhandeln laßt durch ausivärtige Mächte. Gelegentlich des orientalischen Krieges habe ich darauf hingewiesen, daß wenn Deutsch- land damals Rußland ein Quod non zugerufen hätte, die Russen nicht in Rumänien einmarschiren durften, sie sich hätten fügen müssen. Denn sie waren völlig in die Sackgasse gerathen und konnten nur im Vertrauen a»>f die Kon- »ivenz der deutschen Regierung diesen Schritt unternehmen. Nicht einen Schuß hätte uns dieser Erfolg gekostet. Aber diese Konnivenz zeigte sich bei allen Gelegenheiten; den Russen wurde der deutsche Geldmarkt von Amtsivegen eröffnet, das deutsche Kapital in gefährlichster Weise engagirt; die Grenzsperre und ihnliche Chikanen, alles ließen wir uns von Rußland gefallen, and wo sich irgend Gelegenheit bot, nahm Rußland sie»vahr, ans einen Schabernack zu spielen. Wie hat man in Rußland die Deutschen behandelt! Und was war unsere Antwort? Man oerband sich mit Rußland und jagte die Russen aus Deutschland hinaus. Kurz, in jeder Weise»nachten wir uns den Russen dienstbar. Da habe ich allerdings erklärt, wenn man überha»ipt die Politik der kalten Wasserstrahlen für noth»vendig hält, so be- diene man sich ihrer gegen Rußland, gegen den Friedensstörer par excellence. Aber das ist ja das Schlimme, in Frankreich entwickelt sich Alles mehr und mehr zur Demokratie; darum war es den früheren Machtinhabern oon jeher ein Dorn im Auge, während Rußland, die Macht der Knute, ihnen politisch sympathisch ist, geivissermaßen ihr politisches Ideal vertreten hat. Darum die Liebedienerei gegen Rußland, darum die Politik der kalten Wasserstrahlen gegen Frankreich. Geiviß ist»»nsere Lage Rußland gegenüber schivierig, aber weshalb? Die beiden ersten Kulturvölker Europas, Frank- reich und Teutschland, stehen sich feindlich gegenüber, sie haben sich»»einander verbissen; sie halten sich zivar noch nicht gerade am Kragen gepackt, aber sie stehen sich gegenüber wie zwei Fechter, jeder den Moinent erspähend, ,vo er den anderen überfallen, ihin den Gara»ls machen kann. Alles, was der Kultur in beiden Ländern zum Opfer gebracht werden könnte, ist allein den Rüstungen geividmet, und»vährend diese beiden Staaten ihre Kräfte gegenseitig gebunden haben, da kann sich in der That der russische Barbar als Schiedsrichter aufspielen,»»nd die velitsche Regierung traut sich nicht, gegen seine Anmaßungen Front zu machen. Wir brauchen die großen Rüstungen,»veil die Nationen gegeneinander verhetzt sind. Der künftige Krieg ist keine Nothivendigkeit; die Verhältnisse, welche die jetzige Lage herbeigeführt haben, sind unnatürlich, zum Theil künfl- lich erzeugt, zum großen Theil das Werk der Bismarck'sche» Politik(Gelächter rechts), welcher früher allseitig zugejubelt wtirde. Glauben Sie,»venn 1866 Deutschland nicht zerrissen worden wäre, daß der Krieg 1870 gegen Frankreich gekommen wäre? Nie und nimmer. Die Art, wie diese Kriege entstanden sind, bringt uns auf ein Kapitel,»velches wir vielleicht in einer späteren Session einmal für sich behandeln werden. Jedenfalls steht eins fest: zwei Nationen, welche beide den Frieden wünschen müssen, müssen jetzt alle ihre Kraft zum Zweck des Krieges konzentriren. Dann muß Wandel geschafft werden. Zwischen Frankreich und Deutschland liegt Elsaß-Lothringen. Ich will nicht auf die Annexion ein- gehen, Frankreich hat gerade so»venig ein Recht auf den Besitz Z- P.v cY______ s>---- w,-» S*.»(SkATt»?*.. Dingen sich selbst. Aber ich will in diese Wunde nicht hinein greifen; mit der Zeit wird sie ja verharschen. Wenn die bis- herige Politik der Verhetzung aufhört,»venu allmälig freund- schaftliche Beziehungen zwischen beiden Nachbarvölkern, welche sie so nöthig haben, eingetreten sind, wird auch die elsässische Frage einen freundlicheren Charakter annehmen. Sind erst in beiden Ländern die demokratischen Prinzipien zum Durch- br»lch gekominen, dann existirt von selbst keine lothringische Frage mehr, dann kann ein freies Land»vie Elsaß-Lothriiigeu nicht mehr den Zankapfel ziveier freier verbündeter Völker bilden. Aber cie Politik der Verhetzung nach außen und nach innen muß auf- hören. Aeußere und innere Politik sind von einander nicht zu trennen; und es war vielleicht der größte Fehler der Freisinnigen, daß sie diese Trennung für möglich hielten, die ausivärtige Politik des Fürsten Bismarck billigten, die innere bekämpften. Beide haben zu einander gehört und einander gedient. Es»var dieselbe Politik von Blut und Eisen, nach innen Bergeivaltigung, Unter- »verfung, Knechtung jeder anderen Meinung, nach außen Ver- hetzung und diplomatische tours de tbree, welche allerdings in letzter Zeit nicht inehr verfangen haben. Sind»vir de»in unter den» Regiment des Fürsten Bismarck, Hand auf's Herz, nur einen einzigen Tag politisch zur Ruhe gekommen? Jeder, der anderer Meinung»var, als der Fürst Bismarck, war ein Reichsfeind. Nun, hier sitzen die Reichsseinde massenhaft, in großer Majorität; das deutsche Volk besteht a»is Reichsfeinden! Schon daraus ergiebt sich ja der Zusanunenhang, wenn man sich vergegenwärtigt, wie diese Denunziationen, diese Verhetzungen, diese Brandmarkungen vom Auslande aufgenommen»vurden. In Frankreich glaubt man, die Sozialisten sind Reichsfeinde, die übrigen größten Par- teien Deutschlands, die Fortschrittler, das Zentrum, sind Reichs- feinde, dazu die Lothringer, die Polen,— ja da ist ja drei Viertel der deutschen Nation reichsfeindlich, und kann nian im Ausland vor einem solchen Lande Respekt haben? Ist es nicht ein wahrer Hohn, mit solchen Anklagen zu kommen,»venn man sie nicht ernst meint? Und ,ucim man sie ernst meinte, welches Zeugniß stellte man dem Vaterlande aus? Ein solches Reich war doch nicht werth, zu bestehen; denn die Stärke eines Landes besteht ja nicht in seiner Armee, sondern in der Eintracht»»nd im geschlossenen Fnsamuienhalt der Völker. Ein leuchtendes Beispiel dieser Art bat Nordamerika gegeben, als es vor 30 Jahren Krieg zu führen gezwungen war. Die Kraftanstrengungen, die damals der Norden machen mußte, sind noch von keinem Volke in Europa seitdem erreicht»vorden. Also Umkehr ist nöthig, mit der bisherigen Politik geht es nicht weiter. Die neue Regierung ist vor eine sehr schivere Aufgabe gestellt. Die Hinterlassenschaft Äisinarck's zu ordnen, ist außerordentlich schwer, und ich habe die Männer nicht beneidet, welche den Muth hatten, die Erbschaft zu übernehmen. Aber ebenso außerordentlich günstig ist auf der anderen Seite die Position der neuen Männer dadurch, daß in den 25 oder 26 Jahren des Bismarck'sche» Regiments kein Mensch in Deutschland mit Ausnahme einer winzigen Minorität, deren Jnteressenpolitik durch ihn gefördert worden ist, zufrieden war. (Sehr richtig! links.) Alles athmete erleichtert auf als er ging (sehr richtig! links) und schon am 20. Februar, am Wahltage, konnten Sie den Pulsschlag des Volkslebens fühlen, der es aus- drückte: Weg niit dem Fürsten Bismarck, weg mit seinem System. Was einige Wochen später erfolgte, seine Entlassung, ist»vohl die Vollstreckung dessen, was das Volk ain 20. Februar durch sein Votum ausgesprochen hat. Dankbar ist also jedenfalls die Ausgabe einer Regierung, die sich sagen kann, jede Verände- rung»vird vom Volke als eine Verbesserung betrachtet werden, denn Schliimneres als bisher, mehr Unterdrückung, mehr Korruption nach allen Richtungen(große Unruhe rechts) ist nicht denk- bar, und dieses Gefühl, das den Abgang des Fürsten Bismarck als eine Erlösung ansah, kann die Regierung für sich unzweifel- Haft nutzbar machen. Zum Frieden nach innen ist ja jetzt ein Schritt geschehen; an der Thronrede ist das Schönste das,»vas nicht darin steht, das Sozialistengesetz. Das Sozialistengesetz, »velches so viel Unzufriedenheit und Erbitterung erzeugt hat, wie kein anderes in der Welt,»vird von der Regierung ausgegeben, es gleitet sang- und klanglos in den Sumpf hinein, in den es gehört. Eine Sozialreform läßt sich mit Ausnahmegesetzen nicht. durchführen. Das gelang auch dem revolutionären Despotismus Katharina II., Joseph II. und Friedrich II. von Preußen nicht, und die Revolution in Frankreich»väre nie und nimmer gekom- men,»venn der Absolutismus begriffen hätte, daß die Völker nicht voin grünen Tische beglückt»verde»» können. Die Regie- rling hat ja die Sozialreform zu ihrer Hauptaufgabe erklärt. (Der Präsident ersucht den Redner, zur Sache zu sprechen.) Uin diese Aufgabe zu erfüllen, ist es dringend nothwendig, den Frieden nach außen zu erhalten, und die Stimmung in Europa ist»veit friedlicher als früher. Es muß also mit dem System des Militarismus gebrochen werden. Es»st früher schon auf einen internationalen Kongreß hingewiesen»vorden, welcher auf internationalem Wege eine Entlastung der Völker vo»» den Mili- tärlasten herbeiführen soll. Wir haben nun neulich eine Art von Friedenskongreß gehabt in dein internationalen Arbeiterkongreß. Beriefe die deutsche Regierung einen Kongreß, welcher sich mit der Aufgabe beschäftigte,»vie die Militärlast dem Volke abge- nomine» werden kann, so würde das Deutsche Reich an der Spitze der Zivilisation»narschiren, was bisher nicht der Fall»var. Der Feldmarschall Gras Moltke sagte, nur die begehrlichen Klaffen des Volkes bedrohten den Frieden. Wenn darunter die Arbeiter gemeint sein sollen, so thut es mir sehr leid, daß Graf Moltke nicht auf unseren» internationalen Kongreß in Paris im vorigen Sommer war(Heiterkeit), er hätte da sehr viel ge- lernt(Lachen rechts), er würde dann jedenfalls seine vor- gestrige Rede nicht gehalten haben. Die Blüthe der Arbeiter aller Länder hat sich einstimmig für eine Abrüstung, Abschaffung der stehenden Heere und für ein Milizsystem erklärt. Die Arbeiter wollen den Frieden, denn sie verspritzen in einem Kriege am meisten ihr Blut und bringen die meisten Opfer. Den Krieg will nur eine kleine Minorität, in Frankreich wie in Deutschland die sogenannten Chauvinisten. Die sitzen zum Theil hier, allerdings in sehr reduzirter Anzahl; sie sind es,»velche 1887 in die Kriegstrompete gegen Frankreich stießen, welche die Leidenschaften ent- flammen»vollen. Das deutsche Volk hat am 20. Februar bewiesen, daß es mit diesen Ehauvinisten nichts zu thun haben »vill; es hat nur einige»venige hergeschickt, damit diese erzählen können von der Niederlage, die sie erlitten haben.(Heiterkeit.) Einen bestimmten Vorschlag in Bezug auf die Abrüstung mache ich nicht. Ein solches Vorgehen hier, ohne daß die Sache im Volke Wurzel gefaßt hat, wäre sinnlos, und um bloße Demonstrationen zu machen, dazu ist unsere Partei_ zu stark geworden. In anderen Ländern ist das Bedürfniß nach Frieden genau so groß»vie im deutschen Volke. Ich habe mich persönlich in Frankreich davon überzeugt und auch den nicht arbeitenden Klassen den Puls gefühlt. W»e kann auch ein Kulturkampf einen anderen Wunsch haben, als den Frieden ausrecht zu erhalten? Der Krieg ist eine Brutalität, ein großartiges Verbrechen an der Menschheit. Der Militarismus tödtet sich selbst; die moderne Wissenschaft, sein Knecht, zerstört selbst die Waffen, die sie ihm an die Hand gegeben hat. Ich habe im Namen meiner Partei zu erklären, daß»vir, getreu unserer prinzipiellen Haltung, gegen diese Vorlage stimmen werden; wir sind auch nicht dafür, daß sie»n eineKoinmission geht; denn technische Gründe können uns in unserer Meinung nicht erschüttern. Der Militarismus selbst muß fallen. Wir handeln hier iin Einklang mit unseren Wählern und mit der Mehrheit des deutschen Volkes. Das Votum des 20. Februar dieses Jahres lautete: Bruch mit dem System des Fürsten Bismarck! Bismarck ist fort, nieder mit seinen» System, nieder»nit der Blut- und Eisenpolitik, und nixder mit dem Militarismus.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. v. Kardorff(Rchsp.): Die Rede des Abg. Liebknecht beivahrheitet den Spruch:„Nichts Neues unter der Sonne!" Seine Rede hat frappante Aehnlichkeit mit den Aussprüchen des Revolutionärs Robespierre. Hoffentlich»vird er dessen Macht nicht einstinals bekommen.(Heiterkeit rechts.) Das deutsche Volk wird niemals vergessen, daß es dem Fürsten Bismarck Einheit reiheit und Vaterland verdankt.(Lebhacker Beifall rechts.) Die ankdarkeit gegen den Fürsten Bismarck ist in die weitesten Volks- chichten gedrungen.(Widerspruch bei den Soz.) Herr Liebknecht >ätte sich den Abzug des Fürsten Bismarck aus Berlin ansehen ollen.(Lachen bei den Soz., Abg. Singer: Bestellte Arbeit! Große Unruhe rechts.) Gott sei Dank giebt es noch Millionen treuer Herzen in Deutschland, die nieinals vergessen werden, was Fürst Bismarck geleistet hat.(Beifall rechts. Lachen bei den Soz.) Wer drängt denn zun» Kriege? Wir nicht! In Rußland aber ist es die panslavistische Partei. In Frankreich hat man einen Mann wie Boulanger auf den Schild gehoben, eine direkte Kriegsgefahr für uns. Und gerade Anhänger der franzö- Ischen Sozialistenpartei sind Streiter für Boulanger geivesen. Lachen bei den Sozialisten.) Auch heute wieder verlangt >err Liebknecht Einmischung in russische Verhältnisse. Zas würde uns eine sehr schroffe Zurückiveisung eintragen.(Sehr richtig! rechts.) Herr Richter hat in Fortsetzung des vom Abg. Bamberger neulich angeschlagenen Tones sehr maßvoll gesprochen. Das giebt uns die Hoffnung, daß auch die freisinnige Partei für die Vorlage der Regierung stimmen wird.(Abg. Bebel: Na, na!) Herr Richter sprach von der Entivöhnung vom bürgerlichen Berns durch die Mililärzeit. Aber für eine große Menge von Perionen, die unter den Arbeiterklassen stehen, bedeutet die Mili- tärzeit eine Hochschule für Disziplin und Arbeitsgeivohnung. (Lachen bei den Sozialdemokraten.) Herr Payer hat dieselbe Rede gehalten, die wir früher schon oft gehört haben. Er scheint die Zeit, in der er nicht im Reichstag war, rignmcn der Zwischenzeit ohne AnfnierksainI an den großen Ereignissen der Zwischenzeit ohne Äufmerksainkeit vorüdergegaugen zn sein. Er Hagle besonder» über die großen Lasten/ Nun, diese haben wir Laiidwirthe doch in erster Linie gefühlt, und doch sind ivir dem Fürsten Bismarck, dem großen Hort der Laiidivirthschaft (Lachen links) sehr dankbar, daß er 20 Jahre lang c3 verstanden hat, durch diese Lasten den Frieden zu bewahren.(Beifall recht?.) Abg. Ijanel(dfr.): Ich kann dem Herrn Abgeordneten Lieb- knecht nicht zustimmen in der Würdigung, welche er den Verdiensten des Fürsten Bismarck hat angedeihen lassen. Fürst Bis- marck war zwar der schärfste Gegner der Partei, welcher ich an- zugehören die Ehre habe, und niemand wird vermuthen, daß ich von meiner Opposition das Mindeste zurücknehme. Wenn ich die gewaltigen Verdienste anerkenne, welche Fürst Bismarck sich um Deutschland erworben hat(Bravo! rechts), um die Herstellung der Einigkeit und in der Art und Weise, wie er das neuge- schaffcnc Reich in das europäische Konzert eingeführt und zum Hort des Friedens in Europa gemacht hat.(Lebhaftes Bravo! rechts.) Wenn Herr Liebknecht unserer Politik Liebedienerei gegen Rußland vorwirft, so frage ich ihn: was denkt er denn eigentlich über die auswärtige Politik des von ihm so gelobten demokratisch regierten Frankreich, welche sich darauf zuspitzt, uns bei Rußland den Rang abzulaufen?(Sehr gut!) Auch was er über Elsaß- Lothringen gesagt hat, kann ich nicht billigen. Das kann er viel- leicht seinen jüngeren Gesinnungsgenossen plausibel machen; aber ich_ wundere mich, daß er als mein Altersgenosse so wenig in der französischen Literatur der zwanziger bis sechziger Jahre bewandert sein sollte, daß er nicht Victor Hugo, Masset, Tissot und Andere kennt, in deren Schriften der Ruf:„Wir müssen unsere natürlichen Grenzen, die Rhcingrenze, wieder haben! Revanche für Waterloo! wiederhallte. Jetzt ist die Parole nur ein wenig anders, sie spitzt sich eben auf Elsaß-Lothringen zn.(Sehr richtig!) Wir protestiren ferner dagegen, daß die Herren Sozialdemokraten sich als die alleinigen Vertreter des Volkes austpielen. Wir sind alle Volksvertreter und haben ebenso wie sie den Anspruch und die Pflicht, an der sozialen Frage mit zu arbeiten.'Anerkennen werden aber alle Parteien den Grund- gedanken der Rede des Herrn Liebknecht müssen, daß daS gegenwärtige furcht vare Rüsten zum Kriege der Vernunft des mensch- lichen Geschlechts wenig Ehre macht.(Sehr wahr! links.) Freilich ist mit einem solchen Gedanken praktisch nichts zu machen; aber wenn die Entwickclung der Völkergemeinschaft zu einer dauern- den Abrüstung führen würde, dann würde der Monarch, die Nation, der Staatsmann, welche dieses Ziel erreichen helfen, sich ein Lob erwerben, größer als es je der größte Feld- Herr sich erworben hat.(Sehr wahr! links.) Ich kann nur wünschen, daß diese Rede des Abg. Liebknecht in Frankreich, in Italien, in allen Ländern mit parlamentarischer Vertretung ge- halten würde, um eine Verständigung unter den Völkern über die Abrüstungsfrage zu erzielen. Was die Vorlage selbst anlangt, so hat uns der Herr Kriegsminister die Zusage ertheilt, daß wir klar sehen sollen, welche Forderungen uns noch bevorstehen, nach Maß- gäbe eines neuen Organisationsplanes. ES werden aber in der Kommission nicht nur Dinge der Technik, sondern auch die finanzielle Seite zur Sprache kommen müssen. Ein Oraanisations- plan erfordert als sein nothwendiges Korrelat einen Finanzplan. Das scheint mir umvidersprochen bleiben zu müssen, daß die unteren Volksklassen am schwersten von der Militär- Pflicht betroffen werden. Wir müssen auf die Schaffung eines verantwortlichen Reichsministers Bedacht nehme». Das kann durch eine kaiserliche Kabinetsordre geschehen. Es muß Vorsorge getroffen werde», daß ohne Billigung oder Zllstimmung des betreffenden Ressortministers des Reichs- kanzlers niemals dem Kaiser Vortrag halte und ebenso ist der Kriegsminister durch eine Ordre anzuweisen, daß er in organische Verbindung mit den anderen Minister» tritt und sich dem alige- meinen Votum derselben unterordnet. Wir schieben für die Fragen, welche mit der Technik zusammenhängen, der Militär- Verwaltung die Verantwortlichkeit zu. Die Situation ist für einen gewiffenhasten Kriegsminister drückend, denn die Verantwortlich- keit des Parlaments schwächt sich naturgemäß bei einer solchen Behandlung ab. Was die Ablehnung der Verkürzung der Dienst- zeit betrifft, so ist dieselbe in den Motiven ungenügend begründet und wir werden in der Kommission uns nähere Ausklärung er- bitten müssen. Was die Frage der Dienstzeit anbetrifft, so geht die Forderung unserer Partei nur auf möglichste Verkürzung der- selben. Der einjährig- freiwillige Militärdienst zeigt, daß bei einer gehobenen Bildung auch die Zeit von einem Jahre zur Ausbildung hinreicht. Wie läßt sich beweisen, daß von einem Jahre Dienstzeit sofort ein Sprung aus drei Jahre nothwenbig ist? Wir haben eine so weit verbreitete Mittelbildung in Deutschland, daß es möglich sein muß, eine große Zahl von Dienstpflichtigen in weniger als drei Jahren kriegstüchtig auszubilden. Wcr glauben, der Wider- stand dagegen entspringt mehr aus politischen Reminiszenzen; ich hoffe, man wird sich jetzt hiervon frei machen und rem fach- lich verhandeln. Die Vorlage werden wir gewissenhaft prüfen, eine deftnitive Stellung können wir zur Zeit noch nicht nehmen. (Beifall links.) Reiskanzler v. Capvivi; Wenn die auswärtige Politik hier gestreist worden ist, so kann ich mich einer Schilderung der poli tischen Lage um so eher enthalten, als die Thronrede das, was darüber zu sagen ,vüre, in klaren und verständlichen Worten aus gedrückt. Im Gegensatz zn dem, was der Herr Abgeordnete Liebknecht geäußert hat, muß ich anerkennen— und dankend an- erkennen— daß die Erbschaft, die ich von meinem Amtsvorgüngcr in Bezug auf die äußere Politik übernommen habe, die denkoar glücklichste ist.(Bravo!) Ich habe Verhältnisse vorgefunden, die fürs Erste mich zu keiner Älttion, zu keiner persönlichen Theil nähme zwingen, weil die Verhältnisse so klar und ein fach liegen, daß sie weiterlaufen können.(Bravo!) Wir stützen unsere auswärtige Stellung einmal aus unsere eigene Kruft, die wir, um unsere Bündnisse zu erhalten, nicht hoch genug steigern können; dann vertrauen wir auf feste Bündnisse, um so niehr, als sie sich immer mehr auch in der Stimmung der Bevölkerung einleben.(Bravo!) Wenn nur der Herr Abgeordnete Liebknecht den Rath ertheilt, ich sollte in der auswärtigen Politik„abwiegeln", so ist das mir unmöglich, da ich nicht wüßte, wo au, gewiegelt worden wäre. Ich kann die Dinge nur laufen lassen, wie sie gelaufen sind, und meinem Vorgänger dafür nur dankbar sein.(Bravo!) Im vorliegenden Falle handelt es sich nicht um die Nähe eines Krieges, sonoern nur um die Schwere eines Krieges, welcher vorgeveugt werten soll. Fürst Bismarck hat in seiner großen Neve im Jahre 1837 die Lage ge- schildert, die bei uns eintreten würde, wenn wir geschlagen wür- den. Es liegt heut nicht um ein Jota anders. Es würden dann auch die Herreil Sozialdeniokralen nicht geschont werden, auch ihnen würde bis auch Weiße zur Ader gelassen werden Herr von Kardorss nöthigt mich noch zu einer Bemerkung in Bezug auf die Broschüre, die er erwähnt hat und von der er die Voraus- fetzung ausgesprochen hat, daß der Verfasser einen tiesen politischen Einblick gethan haben müßte. Nach meiner Kenntniß der Akten des Auswärtigen Amtes muß ich dieser Voralissetzung aus das Entschiedenste widersprechen. Wer die Lage unseres Lan- des einigermaßen kennt, wird wissen, daß wir 80 Jahre nach der Besitzergreifung noch nicht dahin gekommen sind, die Provinz Posen so zu geriuanistren, wie Biele es wünschen, und wie es früher von der Regierung angestrebt worden ist. Noch heute haben wir wendische Enklave», noch heilte wird in Lithauen und Masuren die NachmütagS-Predigt in einem nichtdentschen Idiom gehalten. Wenn der Bcrfasser Lust hat, zu geriuanistren, so ist also innerhalb unserer Grenzen noch ein weites Feld dafür übrig (Sehr richtig!) Ferner sei unsere Küste an der Ostsee zu kurz Ich habe mich fünf Jahre als Chef der Admiralität fleißig mit der Verthcidignng der Ostsceküste beschüstigt und bin n,e aus den Gedanken gekommen, daß dieselbe zn kurz sei.(Heiterkeit.) 'Alis dem Handelsstande sind von Stettin bis Meinet Klagen an mich gekommen; sie klagen aber nicht, daß sie nicht noch mehr Konkurrenten haben, sondern daß es ihnen an Hinterland fehle. Also einen so tiesen Einblick in die politische Läge zeigt der Verfasser nicht. Der Herr Abg. Hänel hat das Verlangen nach einem Neichsministeriüm ausge- prochen. Er sprach von dem Verhältnisse des Rcichschatzamls zum Kriegsminister und bezeichnete das als ein planloses Arbeiten. Dem möchte ich widersprechen. Es wird im Reiche so planmäßig gearbeitet ivie in Preußen. Was an mir liegt, so bin ich unter allen Umstanden bereit, die Verantwortung, die mir die Reichs- Verfassung auferlegt, zn tragen. Was den Organisationsplan de- trifft, so hat der Herr Kriegsminister nur von Grundzügen ge- sprachen und uns nur eine Perspektive in die Zukunft eröffnet; von festem Plane kann nicht die Rede sein, da die verbündeten Regierungen sich noch nicht schlüssig gemacht haben. Jm Wesent- lichen decken sich die Anforderungen, welche Herr Hänel an einen olchen festen Plan stellt, mit dem des Herrn Abg. Richter. Es kommt auf drei Dinge heraus: zuerst Durchführung der all- gemeinen Wehrpflicht. Ich glaube, jeder Soldat würde darin mit ihm überstimmen, und wir würden lieber eine starke als eine schwache Truppe in der Hand haben. Das würde eine Erhöhung der Präsenzstärke um 50 pCt. bedeuten. So groß ist die Zahl der waffenfähigen jungen Männer, die nicht eingc- rückt werden können, weil uns Stellen dafür fehlen. Das Drückende dieser persönlichen Last ist zn schroff dargeuellt worden. Es wird mir deshalb ein Zurückgehen auf die historischen Ver- Hältnisse erlaubt sei». Es ist bekannt, daß das preußische Wehr- gesetz vom 3. September 1814 die Basis unserer militärischen Verfassung gebildet hat.§ 3 dieses Gesetzes bestimmt, daß die Stärke des stehenden Heeres und der Landwehr nach der Bevöl- kerungSziffer sich zu richten hat. Die Präsenzstärke basirt auf dem Gesetz von 1887 und beträgt 468 400 Mann bei einer Bevölkerung von 46 850 000. Das ist also 1 pCt. der Bevölkerung. So ist der gegenwärtige Zustand, und wenn man von einer zu starken Mehrbelastung redet, so mi ßte nachgewiesen werben, daß der Prozentsatz früher ein erheblich niedrigerer gewesen ist. Das ist aber mcht der Fall. 1816, also unmilleldar nach einem das kleine Preußen erschöpfeuoen Kriege, betrug der Prozentsatz 1,25, also Vi mehr als heute. Allmälig ist es bis auf 0,79 Prozent im Jahre 1850 gesunken und zwar in den unglückseligen Tagen von Olmütz. Jeder kennt die Nachtheile, welche der damalige Mangel an Schlag- ertigkeit zur Folge gehabt hat. Ich wiederhole noch einmal: das Jahr mit der niedrigsten Präsenzstärke ist das in politischer Bezieyuug unglücklichste, dann steigt allmälig der Prozentsaß wieder im Jahre 1860 auf 1,10 pCt., 1861 auf 1,12 pCt. Nun hatte man unmittelbar nach dem Kriege das Gefühl, daß der Staat nicht so bald wieder zu militärischen Leistungen werde herangezogen werden, und so ging die Präsenzzisser allmälig wieder au; 0,94 pCt. im Jahre 1879, einen gleichen Prozentsatz zeigte das Jahr 1880. Heute also sind wir noch nicht auf dem Standpunkte, den wir im Jahre 1816 eingenommen hatten. Wenn Sie die jetzige Vorlage annehmen, so ist meine Ueberzeugung, daß nach der Volkszählung im Herbst dieses Jahres wieder ein Satz von 1 pCt. erreicht werden wird; das kann man doch nicht eine übermäßige Belastung der Bevölkerung nennen!(Sehr richtig! reckts.) Das Ausland hat uns mit unserem Prozent- 'atz allmälig wieder in die Höhe getrieben, und es fragt sich nun, ob wir uns auch weiter noch Mann für Mann von dem Ausland zu einer Vermehrung drängen lassen sollen, oder ob wir eine derartige Organisation treffen sollen, daß im Falle eines Krieges alle Waffenfähigen auch im Stande sind, ihre Waffen auszunutzen. In dieser Beziehung sind die Regierungen wohl eins mit dem Herrn Abg. Richter, der durch ecne voll- ständige Durchführung der allgemeinen Wehrpflicht die volle Aus- nüyuug der Waffenfähigen erreichen will. In der That können wir bei einer beschrankten Leistungsfähigkeit unsererseits nicht stehen bleiben. Das Halten von stehenden Heeren ist ungefähr zu vergleichen mit einer Versicherung, zum Beispiel gegen Feuer. Beides ist eine unproduktive Ausgabe, die man eben vermeiden würde, wenn man die Gewähr dafür hätte, daß es nicht brennen wird.(Sehr ricbtig!) Je besser aber der Staat sich vorsieht— und das ist der Vorzug gegenüber anderen Ver.cherungen— um so mehr wird die Gefahr eines Krieges überhaupt hintan ge- halten.(Sehr richtig! rechts.) Wenn also in ciger späteren Session die Regierung mit noch weiteren Entwürfen vor Sie hintritt, so bitte ich Sie, sich durch dieselben nicht erschrecken zu lassen. Nun tritt bei Mehr, orderungen für das Heer— wir wissen das ja aus der Konfliktszeit— gewöhnlich der Gedanke einer Reduktion der Dienstzeit. Ich theile die Ansicht des Herrn Hänel insofern, als die Frage der zwei- oder dreijährigen Dienstzeit ein parlamentarisches Schlagwort ist, ohne daß dabei militärtechnische Rücksichten ins Auge ge.afit werden. Bei einem Theil der Die- »enden haben wir ja faktisch die dreijährige Dienstzeit nicht, die- selbe jedoch prinzipiell aufzugeben, möchte ich nicht rathen. Ver- gleichen Sie einmal die alle Flinte mit dem Gewehr Modell 1888. Wie verschieden diese sind, so verschieden sind auch die Ansprüche, welche damals und heute an die Soldaten gestellt worden. Früher wurde nach einer Scheibe geschossen, und wenn dieselbe abge- schössen war, da war die einzige Frage, ob die Flinte gestoßen habe oder nicht.(Heiterkeit.) Heule verschießt der Äuszu- bildende 150 Kugeln, er muß sich sagen können, welche Flug- bahn sein Geschoß nehmen wird u. s. w. Kurz, die Schwierig- keilen in der Ausbildung sind ganz kolossal gewachsen. Ich möchte behaupten, selbst die Physiognomie Berlins beweist Ihnen das. Der spazierengehende Soldat ist an den Wochentagen von den Straßen Berlins verschwunden, höchstens sehen Sie denselben noch SonntagL und dann auch nicht in so angenehmer Gesell- 'chast, da es ihm an den Wochentagen an Gelegenheit fehlt, Be- kanntschaftcn anzuknüpfen.(Heiterkeit.) Sie alle aber werden mit mir darüber einverstanden sein, daß eine Armee ohne Tis- ziplin nicht das Geld werth ist, das sie kostet. Tie Armee ist nutzlos, welche nicht zu jeder Zeit zn jedem Dienste zu verwenden ist. Derart muß die Disziplin sein, daß die Armee, ohne zu resteltiren, ihrem Führer in den Tod folgt. Es ist das eine Leistung, wie sie nirgendwo sonst im Staatsleben ver- langt wird. Auch aus diesem Grunde könnte ich einer Aenderung der Dienstzeit nur sehr schwer zustimmen, welche die Disziplin gefährden könnte. Tie Disziplin aufrecht zu erhalten, ist ungleich schwerer, als früher. Wir dürfen die Agitation einer Partei im Lande nicht vergessen, welche bis jetzt allerdings noch keinen Ein- fluß aus die Armee gehabt hat, in deren Folge aber die Zucht- losigkeit der Jugend zunimmt, mit der wir für die Folge zu rech- neu haben.(Sehr wahr! rechts.)� Wenn dies zngcgcoen wird, knecht über das Wirken des Fürsten Bismarck aefagt hat, beurtheilen, überlasse ich Jedem, denn mir fehlt der ya'ssf'' tarische Ausdruck für den Grad des in jener Rebe dew«P» Taktgefühls. Herr Liebknecht hat ferner den deutschen AW_ seinem Verhallen im Jahre 1806 angegriffen, ich(in)#' Z, die Lektüre neuerer Geschichtswerke z.- B. Treitschke, welcher k Legendenbildung zerstört hat. Herr Hänel hat hervorgehow- der Kommission»mffe von Negierungseite ein Finanzplan'• gelegt werden. Dann gehört aber das ganze Gesetz r Budgetkommission, und wann die mit der Erwägung der c-------- sollte ist nicht dV durch e>° sammle» Reichsfinanzlage fertig werden sollte, sehen. Ferner scheint mir es gesetzlich nicht zulässig, d# � einfache kaiserliche Kabinetsordre eine Verantworurailei Rcichsministern zu schaffen. Wenn wir nun auch nach oer g � politischen Lage nicht zweifeln dürfen, daß sie eine ftredl? � so können wir deshalb doch nicht auf die Vorlage verz/ Wer aber wird als Garant auftreten können für die Sw französischer Chauvinisten und des heiligen Bußlands, v. Payer und Herr Liebknecht werden es nicht thun.(Sehr ri i ,,f Tie> Ausführungen des Herrn Richter gegenüber der s' unserer Militürausgaben weise ich auf die französischen» � lichen und außerordentlichen Ausgaben der letzten � JahreZ hin, welche sich aus 5 Milliarden unb| 8 J'1( belaufen. Ferner beträgt unser Militärbudget im Att Jahre allein 85 Millionen weniger als das Frankreichs., Rußland sind leider authentische Zahlen nicht bekannt.. man die Artillerie in's Auge faßt, deren Vermehrung j geplant wird, so kann man nicht daran denken, im eine plötzliche Vermehrung eintreten zu lassen, denn die � bildung für diese Massen ist eine viel zu schwierige. ,°A hatte Deutschland 340 Batterien, Frankreich 446, im Jatzre Frankreich 461 Batterien, während wir nach dieser läge immer erst 434 Batterien haben werden. stehen wir unserm Gegner in den Bespannungsverhau erheblich nach. Was die Verkürzung der Dienstzerr � langt, so möchte ich darauf hinweisen, daß schon>rv Leute nicht ganz drei Jahre, sehr viele aber nicht 0an' Jahre dienen. Die Herren von der Volksvarlei wollen nu Dienstzeit für die Infanterie allein verkürzen. Dabei' aber die ländliche Bevölkerung zu kurz, welche ein gra# J tingent zur Kavallerie stellt. Zum Schluß will ich noch den geschmähten Kartell-Reichstag in Schutz nehmen. Das eine- '--*■--- j---— I.*. mn«rt«(S-rhr, f timrt M fcifll dienst hat er sicher gehabt, daß er zur Erhaltung vc- u—. beigetragen hat. Fast alle Blilitärvorlagen sind mit einer artigen Majorität theilweise sogar en bloc, wie die Geweni läge, angenommen worden, und das hat sicher zur Beruhig 1 der Gemüther auch im Auslande beigetragen.(Beifall red# Abg.»«rtfhrti'ff bemerkt, er Haue dem Verfasser ,------- keine tiefere Einsicht znsprect� sondern nur sagen wollen, daß er Kreisen nahe gestauten haben scheint, in denen bestimmte politische Strömungen W bar waren. Mv Die Vorlage wird an eine besondere Kommission von 2» gliedern überwiesen. Hierauf weroen die Mgg. Hammacher, Kochhann und« Buffe zu Mitgliedern der Rerchsschuldenkoininisiion und die Letocha. Kropatscheck und Meher-Berltn zur Verstärkung OT Kommission gewählt. "—-•-—------ bei® Nächste Sitzun werbe-Orvnung.) 1 Sonnabend schluß 5 Uhr. 1 Uhr.(Abänderung Z)c»rl«nrenkttviHlhes. Uon den deutschfreistnnigen Abgeordneten D�-% Eoerty, Dr. Hänel, Dr. Schneider und Schräder, unterstuy» � 40 anderen freisinnigen Abgeordneten, ist ein Jnitiativan ä beim Reichstag eingebracht. Der Antrag besteht in eine>n y dem ersten Antragsteller verfaßten Gesetzentwurf, belreffeno� eingetragenen B e r n f s v e r e i n e, welcher nach Art del j, nostenschasts- und Hilf-kasjengesetze Normativbeslimmiingess�j stellt, durch deren Eraiilung Vereinigungen,„welche die ü j rnng der Berufsinteressen und gegenseitige Unlersnitzung j Mitglieder bezwecken", die Rechte der jurislischen Person erb»» können. Die Hauptbestiinmungen des Entwurfs lauten:.«p Die Berussvereine können ihren Mitgliedern nainentW# währen: l.Unen"■" M beitsnachweisung Erwerbslosigkeit, sowie vei'.uroeiisureuigreuen;%)........ in sonstigen Nothfällen; dieselben können auch auf die Faw' ungehörigen der Mitglieder ausgedehnt werden; ö. ach und beruiliche Bildung durch Vorträge, Diskussionen, Unlerr# kurse, Bibliothek und Zeitschristen, insbesondere Förderung � körperlichen, technische», geistigen und sittlichen Ausbildung� Lehrlinge und jugendlichen Arveiter; 6. Vertretung der ä und Interessen der Mitglieder, insbesondere durch Errichtung Schieds- und Einigunsamtern. Die Beriissvereine können ferner für ihre Mitgff' p, 1. Kassen zur Unterstützung der Mitglieder und ihrer Angel,#.; in Fällen der Krankheit, der Invalidität, des Allers, des 2. Sparkassen, Erwerbs- und Wirthschaftsgenossenschasten gründen. Für die in diesem Paragraphen bezeichneten und Genossenschaften sind besondere Statuten auf Grund gesetzlichen Bestiminuiigen zu errichten; die Verwendung� Geldern derselben für Zwecke des Berufsvereins ist unzulä I: so kann von einer prinzipiellen Verkürzung der'Dwnuzcit nicht die Rede sein. Die dritte Forderung, welche gestellt wird, ist die jährliche Bewilligung der Präsenzliste. Es ist die» nicht eigent- lich eine militärische, sondern mehr konstitutionelle Frage, über welche sich an und für sich reden läßt. Ich gebe zu: wenn einmal die Durchführung der allgemeinen Wehr- Pflicht in die Hand genommen wird, so dürfte man vielleicht von der siebenjährigen Periode abgehen. Mit dem Steigen der Bevölkernng würde sich dann auch die Präsenz- stärke ändern. Nach meiner persönlichen Ansicht könnte sich dann vielleicht eine fünfjährige Periode in Ucbereinstimmung mit der Legislaturperiode und den Volkszählnnge» empfehlen. Jedenfalls ist das keine Frage, von der das Sein oder Nichtsein des Heeres abhängt.(Hört! hört! links.) Ich hebe hervor, daß ich nur meine persönliche Ansicht ausspreche, aber nicht dazu befugt bin, Ihnen seitens der verbündeten Regierungen irgend welche Zuge- ständnisse zu machen. Im Uebrigen weiß ich, daß die Vorlage in der Koinmission bestens vertreten sein wird und hoffe aus An- nähme derselben.(Beifall rechts.) Abgeordneter Freiherr von ZAantruifel: Ich kann er- klären, daß die Dankbarkeit in der deutschkouservaliven Partei nicht ersterben ivird für das, was Fürst Bismarck für uns, das Vaterland, für uns alle geleistet hat. Was Herr Lieb- Uoltnles. Die ruchlosen Thaten der Kindesräuberi« Deeckie an« Zilaricndorf lassen sich nur aus einein*7�5 zustande oder aus einem angeborenen moralischen Defekt erl> � Auf letzteren läßt das ganze Aeußere schließen. Sie ist eine» � lich krchtig gebaute Person mit dunkelblondem Haar Augen, macht Aussagen, die einander widersprechen, scheint l ruhig zu sein. Das Heno'sche Kind erklärt sie gestohlen*"0 weil sie„Kinder so lieb habe", und dem armen kleinen Ii „habe sie den Mund gestopft, weil er gar so arg schrie".® klärte sie vorgestern bei ihrer ersten Vernehmung vor dem a anmalt im Aintsbureau zu Tempelhof. Die Verbrecher' �j> 22 Jahre alt und gab bei ihrer Verhaftung an, daß sie® � rathet sei, doch bald stellte es sich heraus, daß diese BeHann � wie noch manche andere Angabe, die sie machte, zu der-)e, heit im Widerspruche steht. Thatsache ist jedoch, daß die A � die nach allen Mitlheilungen, welche über sie bekannt von Kindheit an ein nichtsnutziges Wesen gewesen ist,# Zeit zu einem Steinsetzer it. in der Flensburger Hierselbst in sehr vertraulichen Beziehungen gestanden �, ierselbst in sehr vertraulichen Beziehungen gestanden Zu ihm kam sie am 30. vorigen Monats mit Kinde. Es war die kleine Alma Heno, und die Reecke bei. daß sie das Mädchen aus einer Waisenanstalt erhalten G#.# adoptiren wolle. K. scheint diese Erzählung geglaubt zu v, f. Vier Tage lang hat sich die Reecke mit der kleinen Alma v aufgehalten, den sie als phren Bräutigam betrachtete; da' sie mit der Kleinen zu ihrer inMariendors ansn! Mutter gegangen. Ter Mutter hat sie erzählt, datz Kleine eine Tochter ans einer früheren Ehe der K. zum 10. d. M. ist die kleine Heno, mit gelegentlichen' �1 brechungen, welche ihre Entch hierin mit ihr zu Besucht gpi Orte selbst den tzte, bei der Mutter der Reecke geblieben � 10. d. M., nach einigen Angaben erst am 11., ist die Neea dem Kinde bei dem Bauern Th., in Tempelhof erschiene'�(l auch dort die Kleine für ein Kind K.'s ausgegeben und v � dort zurückgelassen mit der Bitte, es einige Zeit zu beaussid) Dann ließ sie sich bis vorgestern Nachmittag 1 wieder sehen. Wo sie in der Zwischenzeit » f r.. Ii!» ienö : (C i tu cr K jtfl ionf M ÜJt»» j-f rrK« > k btm nü- r6®' daß man nicht sofort der Ortspolizei Anzeige oon �.Erscheinen eines fremden"'' M vorläufig nicht feststellen lassen und unerklärlich eines fremden Kindes gemacht hat. Als die L m"vrgestern Nachmittag wieder erschien und die kleine Heno cug|,eijJon ansichtia wurde, brack das Kind in lantes Schreieit �weisen, die kleine Alma nicht nur geschlagen, sondern"zrauch einer Stricknadel die Ohrläppchen durch, tochen und ihr d e ?fcn crktzRÄ trfw lim«™ Bnt. den Mord an einem kleinen Knaben beging- 35tm �"d hieß Richard Karbauin, war sieben Monate alt und der mzige Sohn des Schmiedes Adolf Karbaum, der mit seiner m®en Frau eine Wohnung in der Arndtstraße inne hat. �-le j�cke knüpfte auf dem Felde mit Frau Karbaum an, was °durch erleichtert wurde, daß letztere sich, infolge e.nes unaluck- UMZZWch Md darauf gemacht ivi.rde. als man den kleinen Jungen, voll- M'men entkleidet, den Mund voll Gras und Sand getopft, au [tffttiben. Alma Heno wurde der Reecke überg-ben, die sich mt : t\=' s ar H'■-mSm f t verdächtig e es Gendarmen- ungen von dem � ne iu otm sernoe geioinmen jei.»le yttvai Ausflüchte, die dem Manne verdächtig erschienen, uild ..'iier lenkte die Aufmerksamkeit eines Gendarmen auf die Person. messen waren auch schon Meldungen von dem Verschwinden m'schen Knaben eingelaufen, und da in Mariendorj i Verdacht rege wurde, daß das Mädchen, welches die v,""" bei sich hatte, die kleine Heno sein könne, und der Wagen, "w die Reecke mitgebracht hatte, der Beschreibung entsprach, die l�. rdaum gegeben hatte, so wurden beide Eltcrnpaare veran- SL' s°fort nach Martendorf zu komme». Tort fand Frau Heno Me vermißte Tochter und die Reecke gestand sogleich, de» kleinen ««romn ermordet zu haben, ohne jedoch irgend welche andere Mnde für die That anzugeben, als, wie oben schon mitgetheilt, r nichtige Ursache, daß das Kind geschrieen habe. Als Alma «u?'hten Ellern zurückgegeben wiirdc. trug sie Kleider, die 0,7* ihr und auch nicht dem Karbauni'schen Kinde gehörten. N Grund dieses Umstandes fürchtet man, daß die Reecke viel- 'ncht noch andere Kinder getödtet und beraubt haben könnte. m.Sir Kadrzeit brgiuiit. Gestern wurden bereits folgende ?�eanstallen geöffnet: Das neu erbaute Schwimm- und Bade- osim für weibliche Personen an der Lessingbrücke in Moabit, ol>s Schwimm- und Badebassin für männliche Personen an der fiotfem und an der Schleusenbrücke, das Schwiminbassin unter ? Schillingsbräcke(abwechselnd für beide Geschlechter), ferner -'�Badeanstalten für männliche Personen an der Waisen-, I itaiiT'"8* ond Schleusenbrücke, an der Burgstraße und am Rord- ®dif' för weibliche Personen an der Waisen-, Schilling- und r.°?�senbrücke. Das neu erbaute Schwimm- und Badebassin an Moabiter Brücke(Bellevue) wird demnächst eröffnet werben. folgende Kchwindetannonze wurde bei der„Voss. Ztg." . iUbringen versucht:„Personalkredit erhalten selbstständige Per- j. fn jeden Standes, namentlich Industrielle, Kaufleute, Beamte, ».Were, Grundbesitzer, Kavaliere zc. streng diskret, von 500 bis «, M. zu 6 pEt. ohne Vormerkung. Nähere Auskunst ertheilt I, V Name) Budapest; mit drei Retourmarken versehene An- fl�Sen werden prompt beantwortet." Die drei Retourinarken sind �Hauptsache; es läppert sich, und die Dummen, denkt der Herr Budapest, werden nicht alle. jj Heltlame Zaungälte. An dem Bauzaun, der den Aqua- rMs-Zteubau, Ecke der„Linden" und der Schadowstraße, um- kW, haben thatenlustige und talentvolle Schüler des Professor pherheim das obere Schutzdach absonderlich geschmückt. Eine K höchst merkwürdige Gemäldegalerie ist da erstanden— bii £[t des„Aquariums", diese eigenartige, bunte, abenteuerlb'' r(t Prangt nun in Bildern am Zaun. Mit der„Zeitungs«jne Btnnt die lange Reihe, mit jenem unglücklichen Thier, arffi das ni>lofc.n 3a&ren erbarmungslos Jagd gemacht wird, das uoch immer nicht sterben ivill. Dann kommt ei« lange, >». Kringelte und gebogene Schlange, welche sich durch die große ' die sie trägt, als Brillenschlange zu erkennen giebt. Ein Bild zeigt allerhand liebliche Amphibien beim Kegelspiel, - wer ein anderes die verschiedensten Geschöpfe des Thier- lliordseebade": m der Milte sitzt der Herr ein �aunkömg, wie nian wohl glauben sollte, i�ern ein dickwanstiger Wasservogel— und vor flu» cn'en f'ch die langbeinigen Frösche im Kopfsprung. Ob das sei» auf den„Taucher" oder auf den„Blinden König" hlt'.' ist nicht angegeben. Run kommt ein weinendes fin»' das seine Thränen in einer Flasche sammelt; offenbar sinb f16"® Auffassung des alten Liedes„Ich und mein Fläschchen ein» lll,1T1et beisammen". Aus einem anderen Bilde sieht man Kn, geschmackvolle Gesellschaft beisammen, Austern, Kaviar- llnn? und Riesenstör, wundervoll appetitlich und einladend. .dann kommt— auf der Seite der Schadowstraße— das CTchfste und Lustigste.„Eine Krähe hackt der andern die Augen n»?...uus", sieht unter dem Bilde. Zwei gemüthvolle, menschlich hz�ustig dreinschauende Krähen sitzen im Schnee und hacken— (gpW sonderbar!— kick, tbatkachlick, die Äluaen nicht aus. Und U'i- ff f"D VVV%V4V,,V'�«»» vv»yv»*•••»—- it sonderbar!— sich thatsächlich die Augen nicht fein»■ n st® hier die beste Gelegenheit, in oes Wortes schönstem wi,,,, 61116,1 Streit vom Zaune zu brechen! Das Bild ist mit Mrm�iiem Humor gemalt. i- h'tQßll Drtur, foKui»_« sich regt in dem k«!..Srr jinnd als£e[ It QU vu/tu.• i-..... Roch allerlei giebts an dem merk- _, m,. f**„ 1 t-- ff 4* m m»4 — zum Schluß eine sidele Kneipsitzung von Salamandern und Molchen und sich regt in dem furchtbaren Höllenrachen._ ff!.,Srr Kund als Lrbrnvrrtt-r. Eine sehr aufregende Szene b»,,, 6!>ch am Himmelfahrtstage, gegen IL Uhr Rtittags, auf � �paudauer Schifffahrtskanal unweit der Seestraße ab. Eine yZchlierfrau H., Wilsnackerstraße wohnhaft, ging dort auf dem Ufuademvege mit ihren Kindern, einem Knaben, Otto, 0 Jahre St',""em vierjährigen Mädchen und einem Säugling, den pe ich büM Q06n fuhr, spazieren. Plötzlich wurde dem Knaben Otto U, ,7'.einen heftigen Windstop der Stohhut vom Kopse gerilien u» ds6 leichte Kopibedeckung kollerte, die steile Böschung hinab, W.hallsam dem Wasser zu. Der Knabe war seinem Hute nach- fitpn r. unö schließlich, als er ihn erhaschen wollte, zum Ent- „'! fetner nachschauenden Mutter, durch einen Fehltritt kopiuber «tJ6 kühle Fluch gestürzt. In diesem kritischen Augenblick kamen fin».. �6i lunge Leute, anscheinend Studenten, des Wege�, welche %i. � großen prächtigen Bernhardiner Hund mit sich führten. c- Gefahr, in der der Knabe schwebte, erkennend, wurde der UMWMW MM"— r.f&ffor. hpm'uker. rü'ihlWo X.k'r!«.""11""1**™1"......... v,-..,. , nbe ,,,'ir schwamm mit seiner Bürde majestätisch dem Ufer- , k hw- 1* gerettete Knabe war bewußtlos; er hatte eine n,,,-0m.�a"66 flefchluckt, erholte sich indeß bald wieder und ** der Mutter von einem hilfsbereiten Arbeiter fksc-�.. st66 �iswerke nach der elterlichen Wohnung getragen. N S).i».-h'3e Hund war auf Geheiß seines Herrn noch einmal 66 gegangen und hatte auch den auf der Wasserfläche wimmenden Strohhut zurückgebracht. In einer nachbar- lichen Restauration erhielt„Sultan" als Belohnung für seine brave That einen reichlichen Leckerbissen. Dir Lokalliommifsiott von Ftiedrichshagen giebt den Ausfluglern unserer Parteirichtung hiermit bekannt, daß auch der Pachter des Restaurants„Müggelschlößchen", Herr P. Zibolsky, jetzt seinen Saal zu Versammlungen giebt und das„Berliner VolkSblatt" auslegt. Desgleichen liegt bei W. Beerenstecher, Stehbierhalle, das„Berliner Volksblatt" aus. Die Zrnnrrri„Gniilbriiius" in Charlottenburg verweigert unter allen Umständen so lange ihren Saal zu Ver- sammlungen, bis die Sperre über das Bayerische Bier auf- gehoben wird.« Polimbmchk. In der Nacht zum 13. d. M. vergiftete sich ein Dienstmädchen in der Wohnung seiner Herrschaft in der Oranienburaerstraße mittelst Schiveselsäure und verstarb am Tage darauf im städtischen Krankenhause, wohin es gebracht worden war.— Am 14. d. M. gegen Abend gerieth ein dem Trünke er- gebener arbeitsscheuer Arbeiter in der Simeonstraße wohnhaft, mit seiner Ehefrau in Streit. Letztere ergriff dabei einen Feuer- haken und brachte ihrem Mann mit demselben derartige Ver- letzungen am Kopfe bei, daß er nach der Charitee gebracht wer- den mußte.— In der Nacht zum 15. d. M. entstand auf dem Grundstück Luckauerstr. 13 in der Wohnung des Fleischermeisters Lövy dadurch Feuer, daß das Dienstmädchen ein brennendes Licht neben das Bett gestellt hatte und ohne zu löschen eingeschlafen war. Das Mädchen erlitt erhebliche Brandwunden und wurde nach dem Krankenhause Bethanien gebracht. Außerdem fanden am 14. d. M. noch an zwei Stellen kleinere Brände statt.— Am 15. d. M. Morgens wurde in der Spree, an der Oberbaumbrücke, die Leiche eines unbekannten, etwa 40 Jahre alten Mannes, und im Spreekanal, nahe der Sckloßbrücke, die Leiche eines etwa 50 Jahre alten unbekannten Mannes ausgesunden.— Als Vormittags der Droschkenkulscher Thorwest mit seinem Gefährt den Hof des Grundstücks Hochstraße 35 verlassen wollte, wendete da-Z Pferd plötzlich um, so daß er vom Bock fiel. Thorwest blieb mit einem Fuß am Trommelleder hängen, schlug mit dem Kopf auf das Pflaster und erlitt hierbei so schiverc Verletzungen am Kopfe, daß er nach dem Augusta-Hospital gebracht werden mußte, wo er bald darauf verstarb.— Nachmittags wurde in der Spree, gegen- über dem Hause Neichstags-Ufer 3, die Leiche eines neugeborenen Kindes aufgefunden. Sozinle MoXrevstchk. Mrtnllarbritet' Krillns! Die Opfer, welche der 1. Mai uns auferlegt hat, lassen sich jetzt erst in ihrer ganzen Tragweite erkennen, nachdem die Kollegen, von der Roth gezwungen, sich an uns um Unterstützung geivandt haben. Trotzdem uns 3000 Mk. zur Verfügung stände», sind wir nur im Stande gewesen, den Verheiratheten 6 M., den Unverheiratheten 4 M. auszuzahlen, weil die Zahl der Gemaßregelten eine so große ist. Doch oo auch die Zahl groß ist, wie verschwindend klein ist sie gegen die Zahl derjenigen, die sich so oft verpflichtet haben, den 1. Mai zu feiern, aber durch die Verhältnisse gezwungen waren, ihr Versprechen nicht zu halten, sollte sie nicht auch das gleiche Schicksal treffen. Aber gerade unter denjenigen findet man nicht die Theilnahme, welche man zu erwarten berechtigt ist. Kollegen! Es bandelt sich hier nicht um einen Streik, über den die Meinung vielleicht »och getheilt sein kann, sondern gewissermaßen um einen Ver- tilgungskrieg, den das vereinigte Kapital gegen die sich nicht be- diugungslos unterwerfenden Arbeiter führt! erlahmt oaher nicht in Eurem wenn auch schon so oft in Anspruch genommenen Opsermuthe! Wo es Euch nicht gestattet ist, in Fabriken zu sammeln, werdet Ihr schon Mittel und Wege finden, Euer Scherf- lein zu entrichten, wenn Ihr nur Willens seid, etwas für Eure Kollegen zu thnn. Agitirl daher und sammelt, so viel Ihr könnt, damit die jetzt schon herrschende Roth nicht noch größer werde. Sammellisten sind bei dem Kassirer Otto Klein, Ritterftraße 15, und Gustav Wolff, Reinickendorserstr. 14a, sowie auf die be- kannten Zahlstellen zu haben, etwaige Anfragen an Joseph Hart- mann, Reichenbergerstr. 73 zu richten. Ter Vorstand des Allge- meinen Metallarbeiter-Vercius Berlins und Umgegend. DersontUilungrn. Für fämmtliche Ziutmrrer Kerlins und Umgegend war am 14. eine öffentliche Versammlung nach Mai's Festsälen(früher Heydrich), Beuthstr. 20, einberufen worden. Der wichtigen Tagesordnung ivegen hatten sich die Kameraden, trotz des überaus schlechten Wetters, doch ziemlich zahlreich einae- funden. Die Versammlung, welche das Lokal gefüllt hatte, be- traute den G e s e l l e n- A u s s ch u ß mit ihrer Leitung. Vor Eintritt in die Tagesordnung beantragte Kamerad S e i t z t, den zweiten Punkt der Tagesordnung als ersten zn verhandeln. Dieser Antrag wurde durch Mehrheltsbeschluß abgelehnt und blieb somit die Tagesordnung wie festgesetzt bestehen. Der erste Punkt lautete:„Abrechnung der Bewegungvon 1880." Als erster Redner nahm hierzu das Wort Herr I ä ck e l, die Abrechnung verlesend. Dieselbe ergab eine Gesammt- elnnayme von 4787 M. 25 Pf. und eine Restforderung der Berliner Zimmerleute an Herrn Jäckel von ziemlich 3000 M., welche Herr Jäckel in kürzester Zeit zu tilgen versprach. Kamerad Lehmann brand- markte in unziveideutigsler Weise das Verhalten des Herrn Jäckel und stellte nochmals den f. Z. in der Brauerei Friedrichs- Hain mit schwacher Mehrheit abgelehnten Antrag, dahingehend, Herrn Jäckel aller Aemter zn entkleiden und ihn für unwürdig zu erklären, fernerhin ein'Amt in der Arbeiterbewegung zu be- kleiden. Der'Antrag lautet wörtlich:„In Anbetracht, daß es bewiesen, daß Herr Jäckel: 1. Die Bücher während der Revision gefälscht hat: 2. 3449 M., welche bis zum 1. Dezember eingegangen sind, nicht gebucht hat und anzunehmen ist, daß Jäckel dies absichtlich gethan hat, entsetzt die heutige Versammlung denselben aller Aemter, ivelche derselbe von den Berliner Zimmerern inne hat und erklärt denselben für jetzt und in Zu- knitsl für unwürdig, irgend ein Amt in der Arbeiterbewegung zu bekleiden."— Dieser Antrag wurde nach eingehendster Erörterung der Angelegenheit mit allen gegen eine Stimme angenommen. Ferner gelangte einstimmig folgender Antrag zur Annahme:„Die heutige öffentliche Versammlung beauftragt den Gesellenansschuß, sämmtliches noch in den Händen des Herrn Jäckel befindliches Material sofort in Empfang zu nehmen und den Tag zu bestimmen zur Zurückzahlung des bewlißten Geldes." Auch wurde beschloffen, die nunmehr dritte Abrechnung drucken zu lassen.— Nach Erledigung dieser Angelegenheit gelangte der weite Punkt der Tagesordnung:„Der Hamburger immererstreik und ivie verhalten sich die Ber- iner Zimmerer dazu?" zur Verhandlung. Der von tamburg erwartete Referent war nicht erschienen, so erstattete amerad Ortland Bericht über den Hamburger Streik, sich seiner Aufgabe in ausgedehntester Weise erledigend. An den Bericht knüpfte sich eine lange und lebhafte Debatte, in welcher ausnahmslos die energischste Unterstützung der Hamburger Käme- raden befürwortet wurde. Das Gleiche galt für Stettin. Die Ver- sammlung beschloß mit allen gegen eine Stimine, daß am Sonn- abend alle arbeitenden Kameraden für die ausgesperrten Hamburger Kameraden 1 M. zu zahlen haben. Das Weitere bleibt dem Gesellen- Ausschusse überlassen. Zu diesem Zwecke wurden Sammellisten verausgabt. Auch wurde es jedem arbeitenden Zimmergesellen zur Ehrenpflicht gemacht, zum Generalfonds beizusteuern und zwar wieder regelmäßig, nachdem Jäckel beseitigt worden sei, um die Frage:„Wie schützen wir unsere Platz- deputirten?" welche den dritten Punkt der Tagesordnung bildete, in geeignetster Weise durch Unterstützung der Gemäß- regelten zu lösen. In einer schließlich noch zur Annahme gelangten Resolution verpflichteten sich die Anwesenden und ihre Familien, das bevorstehende Schützenfest(Bundesschießen), zu ivelchem die Stadtverwaltung, die für die Kinder der Mitglieder der freireligiösen Gemeinde keine EchulräuMe hat, 40 000 M. bewilligt hat, nicht zu besuchen. Mit verschiedenen Bekannt- machungen schloß die Versammlung. Eine öffentliche Dersaniinlüng der Kartonarbeiterinnen und Arbeiter tagte am Dienstag Abend im großen Saale der Brauerei Friedrichshain, um der gcsammten Arbeiter- schuft Berlins einen genauen Bericht über den Verlauf und Aus- gang des Streiks zur Kenntniß zu bringen, weshalb auch dieselbe ganz speziell dazu eingeladen war. Herr Greifenberg als Vor- sitzender und zugleich Einberufer nimmt zuerst das Wort und spricht sein Bedauern über die geringe Anzahl der Anwesenden aus. Er hätte versucht, die Genehmigung einer öffentlichen Volks- Versammlung zu erhalten, um die obengenannte Sache zur Er- ledigung zu bringen, aber dreimal sei die Genehmigung abgelehnt ivorden, so daß er gezivungen gewesen sei, dies unter dem Vorwande einer öffentlichen Versammlung der Kartonarbeiter und-Arbeiterinnen zu ermöglichen. Frau Greifenberg als Refe- rentin giebt dann zunächst ein klares Bild über die einzelnen Details des 3i/swöchentlichen Streiks. Erst hätten die Arbeiter für sich allein vorgehen wollen, aber durch das energische Vor- gehen der Arbeiterinnen, durch die eigenmächtige Aufstellung ihrer Forderungen, sich zu einem Kompromiß herbeigelassen, ivobei sie behaupteten, daß durch die Arbeiterinnen der Streik illusorisch werden würde. Die Zeit aber hätte gezeigt, daß der Streik ge- rade durch die Arbeiter zu Wasser geworden. Die Arbeiter seien es gewesen, welche zuerst ihr Versprechen, ohne daß die Arbeite- rinnen eine Ahnung gehabt hätten, gebrochen haben. In den vorangegangenen Versammlungen hätte man darüber abgestimmt, ob die Forderung eine acht- oder neunstündige sein sollte und nur durch die Einwirkung der Jacobsohn'schen Arbeiter seien die acht Stunden durchgegangen; die Minderheit hätte sich aber solidarisch erklärt und sich der Majorität angeschlossen, und heute müßte man die traurige Thatsache konstatiren, daß es gerade einzig und allein die Jacobsohn'schen Arbeiter gewesen sind, ivelche den Streik zu Grunde gerichtet haben. An der weiteren Dis- kussion betheiligten sich die Herren Thamm, Kog- mann. Möglich, Kurth, Fäffe, Siegsried, und die Damen Dallmann, Gubela, Hocks. Ein Angriff auf die Kommission von Seiten anderer Gewerkschaften, daß es unrecht gewesen sei, die gebotenen neun Stunden nicht angenommen zu haben, wird zurück- gewiesen, da die Kommission überhaupt nicht anerkannt worden sei, folglich könne man auch auf Bedingungen nicht eingegangen sein, die jeder der Fabrikanten den Arveiter» allein ohne die Ar- beiterinnen angeboten hätte. In der weiteren Diskuffion wird von verschiedenen Seiten zu Muth und Ausdauer ermahnt, sich trotz der Niederlage treu und einig zusammeuzuhalteii, wenn der Sieg auch kein pekuniärer wäre, so hätte doch der Streik seinen Nutzen darin, daß hunderte aus dem Schlafe geweckt worden wären und so zu der Erkenntniß ihrer Lage gelangt wären. Herr Greifenberg bedankt sich vorläufig für die so zahlreich eingelaufenen Unterstützungen und ermahnt trotz des Verlustes, die bestehenden Organisationen nicht untergehen zu lassen, sondern sie um s» mehr hoch und theuer zu hallen. Folgende zwei Resoluttonen werden angenommen: 1. Die heutige in der Brauerei Friedrichshain öffentlich tagende Versammlung der Kartonarbeiter und Arbeiterinnen erklärt, in Zukunft für unsere bekannten Forderungen weiter zu agitiren, sie erklärt ferner unsere Orgauisatton hoch zu halten und treue Mitglieder derselben zu sein. L. Um einer wirklichen Verhungerung der Gemaßregelten vor- zubeugen, verpflichtet sich ein Jeder und Jede der heute in der Brauerei Friedrichshain Anwesenden nach Kräften in die Unterstützungskasse beizutragen. Der Allgemeine Wetallarbeiter-UereiN hielt am Dienstag, den 13. Mai, im Restaurant Wedding eine Versammlung ab, welche durch einen Aorttag des Herrn Vogtherr über das Thema: „Nach dem 1. Mai" eingeleitet wurde. An der Diskussion be- theiligten sich die Kollegen Klein, Nikolaus und Unger, welch»«s den Metallarbeitern ans Herz legten, für ausreichende Unter- stützung der Opfer des 1. Mai Sorge zu ttagen, da die Fabrikanten dieselben in solch' rücksichtsloser Weise ver- folgen, welche auch nur annähernd auszuüben, den Ar- beilern mit Polizeimaßregeln verwehrt würde. Es wurde ferner die Zersplitierung gerügt, welche besonders unter den Me- tallarbeitern Platz gegriffen hat; die, anstatt sich immer fester zu vereinigen, von den großen Organisationen abfallen, wie es von den Klempnern geschehen ist und in jüngster Zeit von den Schleifern und Drehern versucht wurde; wo es doch angesichts der Kapitallisienringe so sehr geboten ist, mit großen geschlofjenen Massen in's Feld zu tteten. Unter Verschiedenem wurde der Brauerstreik in Erwägung gezogen und der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß es den Brauern gelingen möge, ihre Forderungen durchzudringen; zu gleicher Zeil aber auch die Erwartung aus- Sesprochen, daß die Brauergesellen fernerhin nicht mehr die sipselmütze anlegen, sondern sich der Arbeiterbewegung anschließen werden. Dabei wurde die bornirte Hetzerei gegen den Boykott seitens der Arbeiter, welche sich einige Kapitalistenblätter zu schulden kommen lassen, einer abfälligen Kritik unterzogen. Eine Frage, wie sich der Verein zur veabsichttgten Gründung des Drehervereins stellt, wurde durch eine scharfe Verurtheilung des Vorgehens einiger Personen durch mehrere Kollegen erledigt. lieber die Frage, wie sich die Metallarbeiter zum Bismarckdenkmal stellen, ging die Versammlung zur Tagesordnung über. Nachdem noch einige Fragen in Vereinsangelegenheiten erledigt worden waren, machte der Vorsitzende auf die Statistik aufmerk- sam, welche am 1. Juni geschlossen wird und forderte zu eifrigen Geldsammlungen für Gemaßregelte und zur Beschickung des Metallarbeiter-Kongresses zu Weimar aus. Mit einem Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung sqloß die stark besuchte Versammlung. Ein« gut befnchteltNtglleder-Vri'snmmlnng de« Fachvereins der Aibumnrbrit«« tagte am 12. Mai in denZenttal- "sestsalen. Auf der Tagesordnung uand: Maßnahme zur weiteren üsbildung und Krästigmig des Vereins. Referent führte aus, daß die Lage der Albumarbeiter uiit eine der schlechtesten sei. Die vom Verein angestrebte Be>vegung zu Gunsten des neunstündigen Arbeitstages sei durch dieSchuld der meisten Arbeiter als gescheitert zu betrachten. Die Vortheile daraus kommen nur den Fabrikanten zu gute. Die Albuinarbeiter haben denselben so recht mal ihre gänz- liche Ohnmacht, ihre gänzliche Uneinigkeit gezeigt. Redner schilderte die Zustände in den Werkstätten und schloß mit einem ivarmen Appell an die Albumarbeiter, fest zum Verein zu stehen. In der Diskussion wurde ausgeführt: der Einzelne habe noch nicht seine Pflicht erfüllt, wenn er sich der Vereinigung anschließe, jeder müsse ein Agitator für die Organisation sein und immer neue Mitglieder für dieselbe heranzuziehen suchen. Die Vortheile, welche der Verein biete, sind immerhin bedeutend gegenüber den geringen Beiträgen, besonders soll der unentgeltliche Rechtsschutz fleißig benutzt werden, es kämen oft Fälle vor, wo die Ar- beiter ihr gutes Siecht nicht verfolgten, nur weil ihnen d,e hierauf bezüglichen Gesetze nicht genügend bekannt seien. wurde ferner eine regere Benutzung des Arbeitsnachweises empfohlen. Die Arbeitslosenunterstützung könne erst dann segens- reich wirken, wenn die große Masse der Albumarbeiter dem Verein angehöre. Hauptaufgabe der Vereinigung müsse stets sein, das Verständiliß und Interesse für die wichtigsten Lebensfragen der Arbeiter zu erwecken. Ein« dieser Aufgaben sei die Erreichung einer kürzeren Arbeitszeit. In allen Kreisen, in allen Parteien der heutigen Gesellschaft würde diese Frage oiskutirt. Namhafte Per- fönen, die sonst der Arbeiterbewegung feindlich gegenüberständen, lat'6"-}6 Berechtigung der achtstündigen Arbeitszeit anerkannt. Selbst die Regierung hätte sicy genöthigt gesehen, ein Arbeiter- schutz-Gesctz einzubringen, leider fehle die Hauptsache darin, der Maximalarbeitstag. Sie überläßt die Regelung dieses wichtigsten Punktes der jfreien Vereinigung. Dadurch, daß wieder und im- mer wieder diese Fragen diskutirt würden, könne die große Masse auigeklärt und das Verständniß für ihre eigenen Lebeusinteressen geweckt werden. Diese Zlufklärungen seien werth- voller wie mancher Streik, der doch stets eine zweischneidige Waffe sei. Man solle sich hüten vor Streiks, wenn nicht eine feste Vereinigung und eine gesüllte Kasse vorhanden wäre. Mit einer Resolution, worin die Nothwendigkeit einer Organisation anerkannt wurde, schloß die Versammlung. Der KerUner Mirkergesellen-Derband hielt am Mon- tag, den 12. Mai, in Feindes Salon, Weinstr. II, eine Versamm- lung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Wie stellt sich der Ver- band gegenüber der Maßregelung bei der Firnia Laue u. Ko. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Da der durch die Maßregelung dreier Arbeiter(die angeblichen Aufwiegler zur Be- theiligung an der Maifeier) hervorgerufene Streik in- zwischen zu Gunsten der Arbeiter beendet und dieselben sämintlich am Montag früh unter den alten Bedingungen die Arbeit wieder ausgenommen haben, so war dieser Punkt erledigt. Dieser Streik hat den Herren Jnnungsmeistern, welche sich die größte Mühe gaben, den Vestrebungen der Arbeiter entgegen zu arbeiten, wieder einmal gezeigt, wie durch die Einig- keit und das Solidaritätsgesuhl der Arbeiter eine geschlossene Masse gebildet, mit welcher sie zu rechnen haben. Die Firma B. A. Wolff Nachfolger, wurde einer scharfen Kritik unterzogen. Im Verschiedenen wurde ein Antrag angenommen betreffs Abhaltung eines Sommerfestes für Mitte Juli und wurden die Kollegen Kirschbach, Zenncr, Krause, I. Janz, Roselt, Schräder und Matthci als Vergnügungskomitee gewählt. Da nichts besonderes mehr vorlag, wurde die Versamm- lung geschlossen. Der Intruessenverein der Kistenmacher hielt am 12. Mai bei Heydrich, Beuthstr. 22, eine Versammlung ab mit der Tages- ordnung: Vortrag von Fritz Krüger und Diskussion über Land- Partie. Der Vorfftzende nmchte bekannt, daß der Referent am Erscheinen verhindert ist, deshalb wurde in den zweiten Punkt der Tagesordnung eingetreten. Es wurde beschlossen, eine Krcmserpartie zu machen. Ort und Zeit zu bestimmen, wurde dem Vorstand überlassen. Zu„Verschiedenes" macht der Vorsitzende bekannt, daß sämmtliche Mitglieder der Schiedskommission ihr Mandat niederlegen und alle Verhandlungen mit den Fabri- kanten durch deren schroffes Vorgehen abgebrochen sind, und weist auch zugleich die Vorwürfe zurück, daß sich Mit- glieder oer Schiedskommission durch die Fabrikanten haben kaufen lassen, da durch Rücksprache mit dem Fabri- kantenverein sich die Unwahrheit dieser Vorwürfe heraus- gestellt, und kein Geld an irgend ein Mitglied der Schieds- konmnssion ausgezahlt worden ist. Hierauf wird folgender Antrag angenommen: Die Versammmlung wolle be schließen, kein Bier mehr zu trinken von Brauereien, die ihren Arbeitern nicht den nöthigen Lohn verabreichen, welcher zu ihrem Levensunterhalt nothwendig ist. Ferner wird bekannt gemacht, daß noch Listen vom Generalstreik der Kislenmacher im Umlauf sind, und werden daher andere Gewerkschaften ersucht, auf dieselben nicht zu zeichnen. Hierauf Schluß 11 Uhr. Die sich eine» gnten Desuch» erfreuende Derein»- nersammlnng der Lederarbeiter beschäftigte sich am Montag vorwiegend mit den zu treffenden Maßnahmen zur Fortführung der weiteren Agitation für die wahrscheinlich rn den nächsten Monate:» ihren Ansang sindende Lohnbewegung. Nach sehr eingehendem Meinungsaustausch beschloß die Versammlung, unter Anerkennung einer sich für 25 pCt. Lohn- erhohung und Wahl einer Lohntarstkomunssion aussprechenden Resolution, die fernere Agitation weiter durch Abhaltung von öffent- liehen Versammlungen zu beleben, deren nächste wahrscheinlich 14 Tage nach Pfingsten stattfinden wird. Großen Anklang fand auch die beantragte Gründung eines Streikiouds, zu welchem jeder Ko'lege einen Mindestbetrag von 4u Pf. wöchentlich zu entrichte» hat. Mit tiefem Bedauern nahmen die Vereinsgenossen Kenntniß von dem am Mittwoch, den 8. Mai, nach längerem Leiden erfolgten Tode des Kollegen Wilhelm Ziemann und ehrten das Andenken deffelben durch Erheben von den Sitzen. Auf den bei Sperling, Oranienplatz, sein Domizil habenden, auch für Nichtmitglieder völlig uneittgeltlichen Arbeitsnachweis wird hier zum wiederholten Male hingewiesen und um fleißige Benutzung gebeten. Daselbst können Beitrage entrichtet werben, auch erfolgt dort die Ausnahme neuer Mitglieder. Nächste Versammlung Mittwoch, den 23. Mai. Mir rrhalte» folgende» schreiben: In voriger Num- mer wurden die Graveure und Ziseleure ersucht, an einem Ver- gnügen bei Möwes, Fichteslraße, theilzunehmen. Zu bemerken ist, daß dieses Vergnügen weder von der Freien Vereinigung der Graveure und Ziseleure noch vom Agitationskomitee arrangirt ist. Ergebenst R. Tieke, Koppenstr. C5. Kifchlerv«»!». Heule Abend» Uhr Kottbuserstr. la: Cerfammtuug. Tagesordnung: Borlrag. Erledigung eine» Unlerstützungsgesuchi». Vereins- Jägern. Kranke»- und slerbeliasse der Metallarbeiter(E. H. M und 89, Hamburg), Filiale Berlin 1. Sonnabend, den 17. Mai, Abends s Uhr, Lichlerfclderstr. s bei Winter: Milgltederverlanunlung. Taielbst tan» die Jahresabrechnung entgegen genommen, sowie Beiträge aezahlt werden. Die Mitglieder werden ersucht, mehr auf die erste Seite deS Mitgliedsbuches zu achten. verein Kerliner ztagelfchmiedr. Borsammlung am Sonntag, den 18. Mai, Vormittags tozj Uhr, Lichtenbergerstr. ai. Tagesordnung! I. Unler- stiitzungssondS. a. Beschlußfassung über daS diesjährige SitstungSsest. 3. Wahl der Echrtstführer. 4. Verschiedenes.— Kollegen alS Eäste haben Zutritt. Mitgliederversamniluns de» verein» der Einleber(Tischler) im Vereinslokal, Neue Friedrichstr. 44. Tagesordnung: Innere VereinSangelegen- heiten und Fragciasien. Achtung, Elsenbeinarbeiterl Sonntag, den 18. Mai, Vormittags II Uhr, stndet Alte Jalobstr. 83 bei Rener eine Mitgliederversammlung statt, woraus alle Kollegen aufmerlsam gemacht werden mit der Bitte, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Grffentliche Versammlung s!i»»»tlich«r Arbeiter nnb Arbeiterinnen der zv.ischebranche(Kragen, Manschetten, Oberhemden tc.) am Montag, den 19. Mai, Abends 8 Uhr, in der Brauerei FriedrichShatn(früher Lips) vor dem KönigSthor. TageSoidnung: i. Die wirthschaftliche Lage der Arbeiter und Arbeiterinnen und daS KoalitionSrecht. Referent: Kansmann Albert Auerbach. Korreferenttn: Frau Apotheker Emma Ihrer aus Bellen, a. Tis- kusston. 3. Verschiedenes. Freireligiöse(gemeinde. Rofenthalerstraße 38. Sonntag, den 18. Mai, Vorm. 10 Uhr, Vorlrag deS Herrn E. Vogtherr über„Fichls'S Bestimmung des Menschen". Waste sehr willkommen.— Montag, den 18. dS., AbdS. 8 Uhr, beschltebende Gemeindeversammlung. «rohe öffentliche Versammlung aller in der Mnstiiinffrnmenten- branch» beschäftigten Arbeiter(Klavier-, Klaviatur-, Mechanik- und Sarmonika-Arbeitcr) am Montag, den 18. Mai, Abends 8 Uhr, t» Lehmann'» Salon, Schwedtorstr. 23. Allgrmeinrr Metallarbeiter- Nerein Berlin» und Umgegend, Montag, den 19. Mai, Abends 8 Uhr, Auherordenllchi weneralversammlung in Joel'S Saal(früher Keller) Andreasstr. 21. Achtung, Uohrleger und Helfer! Am Montag, den Iß. Mai, Vorm. 9 Uhr, stndet eine große öffentliche Versammlung in Feuerstein's Lokal, Alle Jakobstraße 76, statt. Tagesordnung:>. Situationsbericht unseres Streiks. 2. Wahl einer Werkstatt» und Bauten-Ko.nrolkommission. 3. Verschiedenes.— ES ist Psttcht eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Fachverei» sämmtlicher an Hol>bearbeitung«maschinrn beschäftigter Arbeiter. Mitgliederversammlung am Montag, den 19. Mai, Abends»x Uhr, in Eäger's Lokal, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1. Vortrag deS Herrn Franz Berndt über die Ursachen der Verbrechen. 2. Dislusston. 3. Innere verband der deutschen Gold- und Silberarbeiter und verwandten B»rnf«oe»ossrn(Zahlstelle Berlin). Ter ArbeilsnachwctS befindet stch beim Kollegen Robert Reiche, Piinz-ssinnenstr. 31(Zigarrengeschäft). Der Stachweis ist geöffnet Wochentags von Morgens 9 bis Abends 9 Uhr, Sonntags Vorm. von 9�— ioX Uhr. tu Vcrmilteiung ist für Prinzipale wie Gehilfen eine UN- entgeltliche. DaS Verkehrslokal bestndet sich beim Kollegen Brün, Elisabeth- straße 29. Kartonarbeiterinnr» n»d-Arbeitern wird Arbeit nachgewiesen nur durch die Kommisston, AndreaSstr. as bei Bolzmann. Nerei» ,nr Wahrung der Interesse» der Perliuer Knopfarbeiter. Mitgliederversammlung am Sonnabend, den 17. Mai, AbendS 8% Uhr, bei Gnadt, Briinnenstr. 33. VereinSangelegenheiten. 4. Verschiedenes und Fragekasten.— Gäste sind will kommen. Neue Mitglieder werden ausgenommen. Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird ersucht. Fachverei» der Metallarbeiter t»«»#-, Wasser- und Dampf- arinatnren. Sonnabend, den 17. Mai, Abends 8% Uhr, im Lokale des Hemi Zemter, Münzstr. 11, Mitgltederversammliing. TageSoidnung: 1. Vortrag des Herr» Caniß über Rheumatismus und deren naturgemäße Behandlung. 2. Diskussion. 3. Vterteljahrs-Abrechnung. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste find willkommen. «rahc Massenversammlung aller Handlungsgehilfen und Gehilfinnen am Dienstag, den 20. Mai er., Abends 9 Uhr, in der Brauerei FriedrichShatn (Lips). Tagesordnung: 1. Welche Forderungen stellen wir an den Retchslai? Referent: Albert Auerbach. 2. DtSkussio». 8, Verschiedenes. ES ist Pstichr «roh» Uersammlnng schtnrnbauarbeiter K»rti»s d.» Fachverein« fär&kWssMr nnd Umgegend am Montag, den 1890, Abends 8% Uhr, in K-llerS Salon, Berastr. 88. Tag..—.. trag des Herrn Gerisch über:„Der Soldalenhandel im Mittelalter•. nähme neuer Mitglieder und Entrichtung der Beiträge. 8. Verschied!� Fragekasten. Im Interesse des Vortrage« und der j-ht so starken«' in unserem Bewerb« ist es Pflicht eines jeden Kollegen, in der zu erscheinen. Vers: Vernriflstzkes. Kreslitu, 16. Mai. Wie die meldet, ertranken gestern an der 36 Personen. r Ä »r Zwischen Koulanger und seine Getreuen ist das Tasel� ----* t.* roie es 1 k vollständig zerfchnitten: der tapfere General hat, wie es ig allen politischen Aspirationen entsagt und zieht eine behagliche M. it oder ohne Würde, allen zu erkäiiipsenden Würden bei Af J >r. Dem„Gaulois" entnehmen wir noch einzelne charakttilst� mit vor.-------------■L..., Einzelheiten über den letzten Besuch der Herren—„ Raquet, Derouläde, Laisant und Le Hsrisss bei Boula»S Der General erwartete sie an der Landungsstelle und erm. ihnen lächelnd er wisse wohl, warum sie gekommen rcftt sie wollten ihn aus der Villa Sainte Brelade wieder nach � Gasthofe„zum goldenen Apfel" zurückführen; aber Villa gefalle ihm und er have das Wirthshausleben I bandle sick um etwas i J verhehUe Als Anderes, er um hörte, es handle sich um -J..... seine Rückkehr nach Paris, nicht sein Erstaunen über einen solchen Einsall:„Sie wollen. Constans ausliefern? Das grenzt an Verrath!... J, Freunde sind eines solchen unfahtg." Dabei blieb es, a» Angelegenheit im Kabinet Boulanger's ernstlich erörtert wun Derouköde gerieth außer sich über den Mangel an Verstänt" für die Lage, welcher aus den Worten Boulanger's und sajjte es offen heraus, der General müffe pause. uung »rau, �htei % 5" * fol Mcht. nach �oliz, "omni eines gmg. irvnE wissen, was Soldatenmüth sei, aber er und seine wüßten besser, wie Bürgermuth sich bekunde.—„Das bei wU' fuhr Boulanger auf.„Das kann ich nicht dulden."—®et( lüde erhob sich, ging hinaus und spazierte auf und' bis Boulanger, dein die anderen Sendboten in's ........'- herein� komiu? wissen geredet hatten, ihn bat,) wieoer bis zur Dinerl v»», o***"--,'„nlM Das Diner verlies noch ä'� aller HandlungSgehllfen und Gehilfinnen, für diese Versammlung recht rege zu agtttren. Die Versammlung ist genehmigt. Frei»«emrindr in Friebrichohagen. Sonntag, den 18. Mai, Nach- mittags 3 Uhr, im GesellschaftShause von F. Kestin. Vortrag de« Herrn Dr. Wille über„Freie Genieinden." Gäste, Herren und Damen, sehr willkommen. Feselilnb„Peine". Jeden Sonnabend nach dem I. und 16. jeden Monat«, 8% Uhr, Lese-Abend, bei Zechltn, Hornstr. 11. Kranken- nnd«egräbnihkasse de« verein» sämmtlicher Perufo- klassen(Verwaltnngs stelle 3). Atttglteder-Versammlung, Sonnabend, den 17. d. M., Abend« 8 Uhr, Brunnenslr. 36a. Gäste willkommen. Uerrinion»» der Urecholrr Urntfchland». Berlin 4(Norden). Versammlung am Sonntag, 18. Mai 1880, voimtlaq« 10% Uhr, bei Gnadl, Brun- nenslr. 38. Dagesordnung: l. DiSkusston über die JnvaltditätS- und Alters- verstcherung. 2. Endgilkige Festsehung der VersammlunaSkage der Verwal- lungSstclle. 8. Verschiedenes und Fragekasten. Im Jnlereffe der verwaliungS- stelle ist daS Erscheinen Aller nothwendig. zefe- nnd DioKutirKlub Feuer dach. Heute, Sonnabend, den 17. Mai, Abends 8\ Uhr, im Lokale des Herrn Schröder, Retchenbergerjlr. 24. Gäste haben Zutritk. Zahlreiches Erscheinen erwünscht. Uerband der PorirUanmalrr und Kerufsgenossen Kerlin«, Mon- tag, den 19. Mai, 8% Uhr, bei Feuerstein, Alte Jalobstr. 76. Tagesordnung: I. Geichäflllches. 2. Vortrag über die Vorthsile einer Organisation. Referent: Herr Stadtverordneter Zubetl. 8. Diskussion. 4. Verschiedenes. Gäste willkommen. AUaemeinr Kranken- nnd Kterdrkass» drr Metallardritrr.(E. H. 29, Hamburg, Filiale Berlin 6.) Versammlung Sonnabend, den 17. Mai, Abends o Uhr, Münzstr. 11, bei Zemter. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Verschiedene«. Achtung. Große Versammlung de« Sozialdemokratischen WahloereinZ des ersten Berliner Reichstags-Wahlkretse« am Monlag, den 19. Mal, Abend« 8 Uhr, im Lolale deS Herrn May, früher Heydrich, Beulhstr. 22. Tagesordnung: 1. Vorstandswahl. 2. Der neue Arbetterschuh-G-setzentwurs. Referent: terr Reichstagsabgeordneter Molkenduhe. 3. Dislusston. 4. Verschiedene« und ragetasten. Gäste haben Zutritt. «rostrs WohtthätiflK-its-Konsect, Gesangs- und komische Vorträge am Sonnabend, den 17. Mai, Abend» 8% Uhr, in Joel'S Salon(früher Keller), Andreasstraße 21, für den Jahre lang arbetisunfähtgen Weber Otto Pillen- roll), veranstaltet vvm Rauchklub»ernspiße. Blllels find zu haben bei: Gunav Tempel, BreSlanerstr. 27; Albert Böhl, RüderSdorferstr. 8! Fritz Höhne, Sldenaerstr. 2; Karl Meyer, MarluSstr. 18. Fachverrin der Kiirsten- und pi»s«lmach»r Kerlin« nnd Umgegend. General-Versammlung ani Sonnlag, den 18. Mal, Vormittag« 10% Uhr, bei Feuerstein(Tunnel), Alte Jalobstr. 76. Fnchverrin drr Ki schirr. Sonnabend, SanSsouei",»ottbuserftraße Nr. 4»: Tanz-k folgenden Herren zu haben: Fest, Stallschreiberffr. straße 22, 2; Ap-It, Sebasttanstr. 27—28; Mende, Wtenerstraße 87, 2; Schmidt, türbringerstr. 26, Hos 1, bei Wicdeholz: Schade, RüderSdoi serstr. 64; Glocke. ausitzersirabe 62, 8: Wiedcmann, Wendensiraße 2, 4; Dahlgrün, Adalbert� straße 96, Quergib. 4, bei Bvmda; Haberland, Reichenbergerffraße ISI, 2; Miele, Adakb-Asiraße 9, 4; Monicn, ttreuzbergstraße 9, Quergeb. 8. Ferner sind auf allen Zahlstellen deS Verein» BillelS zu haben. Um zahlreichen Be- such wird ersucht. vrrrin inr Pegelung der gewerblichen Perhältniss« der«Spfer Krrti»» nnd Umgegrnd. Sonntag, den 18. Mai er., Vormittag« 10 Uhr, im«öntgstadt-Kastno, Holzmarktfttaße Nr. 72. Ordentlich« Milglieder-Ver sammlung. Zimmerleute! Sonntag, den 18. Mai, Vörm. losj Uhr, Versammlung der Fr. Vereinigung der Ziminerer Berlin» und Umgegend in Orschcl.s Salon. Sebastianstr. 39. Tagesordnung: I. Vortrag des Herrn W. Werner über; „Ist cfi möglich, die geworkschastliche Bewegung von der politischen zu trennen 1 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist zahl- reiches Erscheinen erwünscht. Jeder hat Zutritt, ob Mitglied oder nicht. Man frühstückte und pärlamentirte ohne irgend etwas zu erreichen. Das T_____ gut, weil die Tischgenoffen sich enthielten, über ernste-... zu sprechen. Nach dem Gasthofe zurückgekehrt, sendeten die® l dem General ihre Entlassung als Mitglieder des Natio" Komitees, welche er nächsten Morgen nicht annehmen zu w" ------ Ä?-«—---- f. r. vso ab■ id, den 17, Mai, im„Konzerthause !»-Kränzchen. Btllet« hierzu sind bei schreiberftr. 43a; Millarg, Lehrtererklärte. Seine Einladung zum Frühstück Zehnten� jw jid � H machten sie allein einen Ausflug nach Gtiernsey, von � � des Abends nach Jersey zurückkanien, aber sich nach Lonoo» H schifften, ohne den General zu besuchen. Rochefort empfing.� wie man schon weiß, und die Herren traten unverrichteter die Heimreise an. Deprsrhcn. (Molff'» Selegraphen-Kureau.) Dlien, 16. Mai. In der Zigaretten-Papiersabrik von H mann u. Honus streiken 200 Arveiterinnen.— In der 3" [pinnerei Simering haben, trotz des ge. eigen Beschlusses, solü —*- 00" iltrheit aufgenoini"� streiken, heute"880 Arbeiter die Arbeit In der Mittagsstunde hatten sich eine Anzahl We'terslrerf«, ,.»»>> etnrtofomTnoTt mplrfiß biß AUt zumeist Frauen und Kinder, angesammelt, welche die zur Gehenden vor dem Fabrikgebäude verhöhnten, jedoch von herbeigeholten Wache zerstreut wurden. I b- Dviefkasken dev Medaktiott. Bei Lnsragen bitten wir die AbonnementS-Quittung beizufügen. Brff Antwort wird nicht ertheilt. Dirliiebchen 41. Wenn Sie ohne Ihr Verschulden Luxnsscheibe zerschlagen haben, brauchen Sie dem Wirth nur Werth einer gewöhnlichen Scheibe zu ersetzen. Frau au» dem Dolke. Aus der Karte geht hervor, Sie den Herrn, dem Ihre Neugierde gilt, persönlich kennen.. den Sie sich doch direkt unter Nennung Ihres mens an ihn. Das ist der beste Rath, den wir Ihnen 8' können. t Dachdecker. Berichte, die auf zwei Seiten geschrieben r können wir nicht aufnehmen., ,- ®. S. Hteiumek, Kavelbergerstr. Von Ihrer E'vl dung ist uns nichts bekannt. Wiederholen Sie dieselbe. Wilhelm K., Lud bener ftr. Wenn Sie eine ano«p.> Karte erhalten, so thun Sie sehr Unrecht daran, daß Sie" über einen solchen Lumpen ärgern. Wersen Sie dieselbe wohin sie gehört, aber die Oeffentlichkeit interessirl das abs« nicht. S. Zichmut niiii(toten zum Wusterhausener Bären Neue Jakebsti*. 12. Aelteste Schellswürdigkeit Berlins, Thurm aus dem 13. Jahrhundert. Jeden Sonn- und F e i e r l a g: Großes Konzert. Entree 10 Pf. Familien können Kaffee kochen. Vereins zimmer mit Piano und Kegelbahn. 1S56 A. Wikary. H. Stramm, 123. Rittersir. 823, verbunden mit Frcindenlogis. Herberge und Arbeitsnachweis des Ver- eins der Klempner. Empfehle meinen allbekannten vor- zugliche» PVUIistück-, Mittag- und Abendtisch. Sonstige Speisen und Getränke in bekannier Güte. 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Personen, mit dein Knüppel geschlagen werden Aeu»»"' � Dreher B., welcher hinter Ihnen ging, hat diese oxs.,�chg vernommen und zur Anzeige gebracht." Ich gebe zu, tbon 76n,e,l'e. diese ganz allgemein gehaltene Aeußcrung ge- - Ju haben, antivortet Bock."„Es ist aber sehr wahr- daß Sie damit den streikenden Former G. zu tfotfÄrf r? t 9!eittu gegen Nichtstreikende aufreizen wollten, sr. aaflich hat später der Former G. einen nichfftreikenden ig"er angehalten und Schuft titulirt. Es wird daher gegen GÜ"j* Genossen eine Anklage wegen Verletzung des§ 153 der bje erbeordnung eingeleitet werden."„Ich kann unmöglich für o-.„Handlungen Dritter verantwortlich gemacht werden", cnt- Bock,„ich bitte daher mich zu entlassen, damit ich noch qv r e diff- mein Mittagessen einzttnehnien." Beck.�ssr Wunsch sollte aber nicht in Erfüllung gehen, sondern m«."Wicke mit knurrendem Magen eine Zelle beziehen, bis er bie% wc dem Polizeilieutenanl vernommen wurde, der ihm iibfrf.'t?""g wachte, daß er nunmehr nach dem Polizeipräsidium tioti«» werde. Bock ergab sich in sein Schicksal und bat nun, iWip �.'hw gestatten, in Begleitung eines Beamten in die lieb....buruckznkehren, damit er wenigstens Rock und Stiefel an- in«/?-dnne. Aber auch diese Bitte wurde abgelehnt und Bock Sckn.i, ckwen Weg nach dem Alexanderplatz unter Eskorte eines Mfiwnnnne§ Pantoffeln und Blouse zurücklegen. Im Polizei- Fjck°ww warteten seiner neue Enttäuschungen. Bock hatte mit Zu m l darauf gerechnet, bald vernonimen und dann entlassen '"der Stunde auf Stunde verrann, die Qual des H sp* wurde unerträglich, das Taschengeld in Höhe von »»t i�wgen ,««« bxxxits cutf dem Polizeibureau beschlag- flrfB?, worden, aber er wurde nicht zur Vernehmung vor- «vr e Endlich 12>/s Uhr Nachts wurde er halb ohnmächtig junger und ohne vernommen zu sein, in eine Einzelzelle sizW.perrt. Am Mittwoch Morgen, nach fast vierundzwanzig- fofn. 9?m Festen, erhielt Bock wieder die erste Nahrung. Dann biüi � bekannte Bad, nebst obligater Desinfektion der Klei- dein', Ickd Nachmittags per grünen Wagen die Einlieserung in dan»« �"�""g�g�wgniß in Moabit. Wieder ein Bad und �nehnmn� e"m" Einzelzelle. Auch der Mittwoch verging ohne «.Lii�w Donnerstag tauchte in dein Gehirne des Bock, der ver- »oll-~fe seine Geisteskräfte anstrengte, um sich aus seiner qual- jUen Sittiatton zu befreien, die unbestimmte Erinnerung auf, zMdivo einmal gehört zu haben, daß jeder Jnhaftirte innerhalb /wndzwanzig Stunden vom Richter vernommen werden müsse. � ächtete daher an den Aufseher das Gesuch, ihn zur Vernetz- dem Richter vorzuführen, erhielt aber die Antivort, er ?e nur hübsch warten bis er an die Reihe komme. Und bei er Antwort blieb es auch den ganzen Donnerstag, was den , � bald zur Verzweiflung brachte. fei-t«freitng Mittag wurde er endlich dem Richter vorge- k"/ und wie oies nach Lage der Sache gar nicht anders sein kJcks, nach kurzem Verhör in Freiheit gesetzt. B. eilte nun, so rhw seine pantoffelbeschwingten Füße es gestatteten, zu £3" Familie zurück, die Tage banger Sorge verlebt hatte. Als 4m m;"w Dienstag in der Fabrik erschien, wurden ihr nebst In»,, Gelbe und. den Sachen ihres Mannes auch dessen Ent- ' ein von dem Mitinhaber der Firma überreicht, der sich � i � C\i.-... A.A....-... W. Ä.... f. f S." A• A 4 A " in dunklen Andeutungen erging, daß wohl die verdiente »ern 1 ausbleiben werde u. s. w. Man kann sich ungefähr 4i->», welche Qualen die arine Frau erduldete, welche von �»Nte Ausschluß über das Schicksal ihres Mannes erlangen 9ewJ?tm vergangenen Mittwoch stand min vor dem Schöffen- sei». Termin in dieser Sache an und B., der im Bewußtsein «vn». Unschuld auf jeden Entlastungs- und Vertheidigungs- �en ft,. verzichtet hatte, wurde richtig wegen Vergehens gegen 'ittf,?-. ber Gewerbeordnung zu acht Tagen Gefängnip ver- den Ust während dem Former G. vierzehn Tage zuerkannt wur- iiiit' Ties der einfache Sachverhalt, wie er uns glaubwürdig »Unl �lt wurde, unsere Leser mögen sich nun selbst einen Kom- r dazu machen. sind„Laren"? Diese Frage hatte am Mittwoch die plo,..-»askaminer am Landgericht 11 in einem Beleidigung«- ibtilvi bes Rektors Böhm an der Gemeindeschule zu Mitten- «Ulm!, gegen de» Maurergesellen Friedrich Schulz daselbst zu be- oj«."Uen. Der Beklagte erzählte, daß seine Frau am 27. Febr. . Entschuldigungszettel für seinen erkrankten Knaben an den nnx.,,!; geschickt habe. Derselbe habe den Zettel durch einen soll- ea Schulknaben mit dem Bemerken zurückgeschickt, der Zettel heb. est orthographisch geschrieben werden. Am anderen Tage tffiK 3 folgenden Brief an den Rektor geschrieben:„Ten ersten Th». Pdigungszettel haben Sie zurückgeschickt, jetzt schicke ich Oick-l'! den zweiten, und wenn Sie noch einmal solche Faxen Bei'}' so muß ich es der Schuldcputation melden. Worte„Faxen" habe er sich gar nichts Schlimmes Beklm. bas komme im Leben sehr häusig vor. Der beleidigte Nur f gab zu, daß er den ersten Zettel zurückgeschickt habe, aber tojtus*1 ii'm derselbe unzureichend erschien, da er keinen Aus- ' iri,,"der die Art der Erkrankung gab. Da er der Handschrlft ■..............------ 9-lien dem "iinä"'{rn"\..... WW..... I j? zweifellos eine Beleidigung. ES stehen dem ,,-53. ganz erhebliche Mildcrungsgründe zur Seite. P?? Veüelmtt der Ordnung zu sein, daß der Rektor eine 4-r en iL.%"9'vie die in Rede pehende, durch einen fremden n-Z'r s„i.-?chen, ,leP- Es war seine Sache, den Knaben, wen» �fQc;L«I,e4n selbst zu re'ktifiziren, zumal die «"K-S ä&TS; letzung ist der Rektor in keiner Weise befugt." Soziole Mevevfichk. Zu dem Unwesen dev Arbrikerstantiuett schreibt man der„VolkZ-Ztg." aus dem renßischen Jndustriebezirke: Nach den Bestimmungen des§ 115 der Reichs-Gewerbeordnung ist der Ar- beitslohn„baar in Reichswährung auszuzahlen". Auch dürfen den Arbeitern keine Maaren kredltirt iverden. Es sind jedoch eine Menge Ausnahmen gestattet, durch welche die Absicht der Eingangsbestimmungen des genannten Paragraphen einfach illu- sorisch wird. Eine der schlimmsten Folgen dieser Ausnahmen bildet das Ueberhandnehmen des Kantinenwesens. Fast in jeder größeren Fabrik, auf Bauten u. s. w. werden neuerdings Kan- tinen errichtet, welche den Arbeitern Speisen und Getränke zum anbeblichen Selbstkostenpreise übermitteln. Thatsache ist jedoch, daß die Arbeiter die Waaren in den Kantinen theurer als ander- wnrts bezahlen müssen, und ebenso ist es offenkundig, daß einzelne Unternehmer die Bewirthschaftung der Kantinen dem Meistbietenden überlassen. In beiden Fällen ivird den Bestim- mungen des§ 115 zuwider gehandelt. Man hütet sich allerdings, die Sache öffentlich zu betreiben; alle diese Manipulationen gehen„unter der Hand", aber deswegen desto sicherer vor sich. Tie behördliche Kontrole ist ohn- mächtig, weil das gegenseitige Interesse beider Kontrahenten, des Fabrikanten und des Kantineninhabers, Schweigen gebietet. Welche verheerenden Wirkungen dieses Kantinenwesen mit sich führt, davon hat der Fernstehende kaum eine Ahnung. Die Fabrikräume sind Tag und Nacht streng abgesperrt. Jedes Be- dürsniß während der Arbeitszeit ist nur in der Kantinenwirth- schast zu befriedigen. Der geringe Lohn reicht kaum hin, den Lebensunterhalt zu beschaffen; hier aber kommt zum Bedürfniß noch die Gelegenheit. Von einer Woche zur anderen geräth der Arbeiter in drückendere Abhängigkeit, welche am empfindlichsten auf der sehnsüchtig auf den Wochenlohn harrende» Familie lastet. Dem Kantineninhaber erwächst keinerlei Gefahr, weil der lohn- auszahlende Beamte für dessen Schadloshaltung zu sorgen weiß. Noch verheerender wirkt die Einrichtung, wenn außer Nahrungs- und Genußmitteln auch noch andere Gebrauchsgegenstände verab- folgt werden. Mit der freien Entschließung des Arbeiters ist es dann vollständig vorbei. Wenn nun dieses Kankinenwesen dem Arbeiter nur Nachtheilc bringt, so wirkt es andererseits auf das übrige Wirthschaftswesen nur zerstörend. Der freie Gewerbe- betrieb verliert jedwede Kundschaft. Die Konkurrenz mit der Kantine hört auf. Der Profitwuth de? Unternehmers ist dadurch das letzte Hinderniß aus dem Wege geräumt. Heute schon kann man die Wahrnehmung machen, daß in den Fabrikvierteln der kleine Gewerbebetrieb fast aufgehört hat. Eine nrne Ulnstregelung, die fünfte infolge der Feier des 1. Mai, ist am Mittwoch von der Firma Butzke u. Co., Ritter- ttraße 12, vollzogen worden. Der Gürtler B. ist am genannten Tage plötzlich entlassen worden. Achtung! Eraveure und Eiseleure! Kollegen, da in der letzten öffentlichen Versammlung der Beschluß gefaßt worden ist, die am 1. Mai gemaßregelten Kollegen soviel wie nur möglich zu unterstützen, so fordern wir Euch nun auf, diesem Beschluß nachzukommen und für die Gemaßregelten zu fammeln. Sammel- listen sind am Sonntag Vormittag von 10—12 Uhr bei Heindorf, Langestr. 70, zu haben, auch werden daselbst gesammelte Gelder entgegengenommen und die Unterstützungen an die Gemaßregelten ausbezahlt. Die Agitationskommisston. I. A.: B. Zack, Andreas- 'traße 63. (örvit, 14. Mai. Der Ausstand der Geraer Weber scheint seinen Höhepunkt erreicht zu haben. In Greiz, Mylau, Netzschkau, Elsterberg, Reichcnbach und Ronneburg haben die Weber eben- falls die Arbeit niedergelegt, um den Geraer Fachgenossen den Kampf zu erleichtern. Ihre Forderung gipfelt ebenfalls in der zehnstündigen Arbeitszeit. Zirka 15 000 Arbeiter kämpfen um diese gewiß bescheidene Forderung. Sehr bezeichnend ist es nun, wie sich die Fabrikanten hierzu stellen. Während in Greiz, sowie im übrigen Boigtlande der Verkürzung der Arbeitszeit die dor- tigen Fabrikanten keine besonderen Schwierigkeiten in den Weg legen, wollen die Geraer Fabrikanten, die sich sonst immer als die humansten ausposaunen ließen, kein Jota nachgeben. Diese humanen Fabrikanten verweisen uns stets auf den Reichstag, dieser werde Alles zu unserer Zufriedenheit regeln. Nun, wir stehen fest und werden ausharren. Sendungen und Briefe sind zu richten an Emil Vogel, Karlftr. 1, Gera. VevsÄntttrlttttgon. Eine grosie öffentliche Uerfammlung der Kau- und gewerblichen Hilfsarbeiter Kchönebergs und Umgegend tagte am Mittwoch, den 14. Mai, Abends 8 Uhr, in der Schloß- brauerci Schöncberg, Hauptstr. 60—63. Die Tagesordnung lautete: I. Bericht der Kommission. 2. Zweck und Ziele der Organisation. 3. Wahl eines provisorischen Vorstandes. 4. Dis- kusfion. 5. Verschiedenes. Mitglieder werden aufgenommen. Den Vorsitz führten die Herren Kanthack, Fröhlich und Klinge.— Zum ersten' Punkt der Tagesordnung berichtete als Kommisstonsmitglied Herr Berendt, daß Statuten ausgearbeitet und verlesen worden sind, die vom Vorsitzenden einzeln nochmals verlesen und mit ge- ringer Abänderung einstimmig angenommen sind. Bei der Wahl eines provisorischen Vorstandes wurden gewählt: als erster Vorsitzender Herr R. Lungwitz, als zweiter Vor- itzender Herr C. Fröhlich, als erster Kasstrer Herr A. Beierling, als ziveiter Kassirer Herr H. Grepke, zum I. Schriftführer H. Berendt, zum 2. R.Klinge, zu Revisoren wurden die Herren H. Stolt, Tascher und Müller gewählt.— Alsdann wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: 1. Die am 14. Mai tagende öffentliche Versammlung der Bau- und gewerblichen Hilfsarbeiter von Schöneberg und Umgegend befchließt, kein Vamsches Bier aus den Brauereien zu trinken, welche die gerechten Forderungen der streikenden Brauergesellen nicht bewilligt haben. 2. Nur von den Kaufleuten zu kaufen, die an Sonntagen von 10 Uhr ab ihr Geschäft geschlossen halten. Beim Punkt„Verschiedenes" wurde von Kollege Klinge aufge- fordert, die noch nicht eingelaufenen Kongreßlilien auf schnellstem Wege an die betreffenden Vertrauensleute abzuliefern, und noch bekannt gemacht, daß die Hamburger, Altonaer und Stettiner Kollegen im Streik sich befinden; dieselben sind nach Kräften zu unterstützen._ Nie Freie Vereinigung der Fohgcrbor und Feder»«- richtrr Krrlino hielt am Sonntag, den 11. Mai, eine gut be- suchte Versammlung ab. Die Tagesordnung war: Vortrag des Herrn Max Baginski über Gewerkschaftsorganisation und Ver- schiedenes. Da Herr Baginski nicht erschienen war, referirte Herr Krause über dasselbe Thema; derselbe erntete großen Beifall für seine sachgemäßen Ausführungen. Ter Vorsitzende Busse verliest ein Schreiben der Elmshorner Kollegen, worin diefelben auf- 'ordern, sie thatkräftig zu unterstützen, da ihre Forderung, zehn- stündige Arbeitszeit, gewiß eine sehr bescheidene ist, jedoch können sich die Fabrikanten nicht dazu verstehen, da sie nicht begreifen können, daß die Arbeiter solche Forderungen an sie zu stellen wagen; leider haben sie es fertig gebracht, dem Leiter der Lohn- kommission 14 Tage Gefängniß, und den anderen Mitgliedern zu 10 Mark Strafe zu verhelfen. Der Vorsitzende ersucht die Kol- legen, sich etwas mehr an den Sammlungen zu betheiligen. Kol- lege Neumann bittet ebenfalls die Kollegen, die Sache zu der ihrigen zu machen, da es doch ivohl an der Zeit ist, daß die Kollegen in den Provinzen sich ausraffen und bessere Lebensbcdin- gungen sich zu erringen suchen, denn so lange die Arbeiter in den Provinzen noch 12—14 Stunden arbeiten bei dem wenigen Verdienst, können wir in den großen Städten auf keinen großen Erfolg rechnen, da die Konkurrenz zu sehr dabei in Frage kommt. Weiter macht der Vorsitzende bekannt, daß der zweite Vorsitzende, Kollege Furcht, in der Römer'schen Fabrik gemäß- regelt ist. Die Versammlung nimmt davon Kenntniß und wird die Sache anderweitig geregelt werden. Drei Unterstützungs- gesuche waren eingegangen, von den Metallschrauben- und Faz-on- drehern, Kupferschmieden und Schuhmachern. Beschlossen wurde, den Schuhmachern 50 M. zu bewilligen, die Anderen mußten ab- schläglich beschieden werden, da wir fortwährend Unterstützungen gezahlt haben und jetzt die Elmshorner Kollegen unterstützen müssen, außerdem noch Gemaßregelte zu unterstützen haben. Ein Gesuch von einem alten Kollegen um Unterstützung mußte ilner- ledigt bleiben, da der überwachende Polizeibcamte es nicht erlaubt hatte. Derselbe wollte sogar einen Beamten zur Ueberwachung im Garten aufstellen, falls imch der Versammlung gesammelt werden würde.— Zum Schluß wurde ein Antrag gestellt, ein Sommervergnügen zu veranstalten, und wurde ein Komitee aus Personen bestehend gewählt. Große öffentliche Versammlung der Glasergesellen Kerlins und Umgegend. Dieselbe tagte am 12. Mai in Feuer- stein's Restaurant. Die Versammlung zeigte, daß auch beiden Glasern die Organisationsfrage immer mehr Anklang findet. Zeit wird es auch, denn die Glasergesellen befinden sich auch nicht in der besten Lage und was speziell die Bauglaser sind, so werden dieselben wohl am schlechtesten von allen Bauhandwerkern be- zahlt. Bei Punkt 1 der Tagesordnung:„Aufnahme neuer Mitglieder", meldeten sich wieder 40 Kollegen, so daß die junge Gesell- schaff jetzt schon 160 Mitglieder zählt. Bei der flauen Geschäfts- zeit doppelt bemerkensiverth. Aus Punkt 2 der Tagesordnung: „Vorlage der Statuten", ist zu entneymen, daß die Glasergesell- schast Berlins und Ilmgegend", so ist der Name des Vereins, folgende Ziele verfolgt: Regelung der Lohnfrage, des Herbergs- wesens und des Arbeitsnachweises, außerdem bietet sie ihren Mitgliedern belehrende Vorttäge und Rechtsschutz. Auch die Unter- stützung des Fachblattes„Der Glaser" wird sich die Gesellschaft angelegen sein lassen. Zu wünschen ist es nur, daß alle noch fernstehenden Kollegen sich davon überzeugen, wie nothwendig es ist, sich als Mitglied einzuzeichnen, denn nur dadurch ist es möglich, daß die Glasergesellen ihre Lage verbessern. Eine öffentliche Uerfammlung der Rohrleger und Helfer Berlins und Umgegend tagte am Mittwoch Abend, von etwa 200 Personen besucht, bei Feuerstein. Die Tagesordnung lautete:„Die Lage unseres Streiks. Verschiedenes. Das Bureau bildeten die Herren Becker, Karpenkil und H o l z h o ff. Das Eingangsreferat gab Herr Becker. Er theilte mit, daß in folgenden Werkstätten die Kollegen fest an ihrem Schwur gehalten und einmüthig die Arbeit niedergelegt hätten: B. E. Götz, Pätzold, Gries und Vrösicke. In 20 Werkstätten sei die Arbeit nur von einzelnen Kollegen niedergelegt worden. Die Gesammt- zahl der streikenden Kollegen beträgt etwa 150. Zu den die Ge- Hilfenforderungen bewilligenden Firmen seien zwei hinzugetreten. Dem Streikbureau sei mttgetheilt worden, daß zwei Kollegen als Streikbrecher aufgetreten seien. Im Allgemeinen könne eine ganz genaue Uebersicht des Streiks noch immer nicht gegeben weroen. Darauf ward die Jnnungsversammlung der Klempner, die sich auch mit den Rohrlegern unberechtigter Weise beschäftigt, kritisirt. Alle Redner, die sich an der darauf folgenden ausgedehnten Dis- kusfion betheiligten, zeigten sich über das Auftreten der Ober- meister Langenvucher und Sevlmeyer auf's äußerste empört. Sie erklärten, daß derartige Schimpfereien, wie sie von den Genannten in Bezug auf die Arbeiter gebraucht worden, ganz unmöglich in einer Arbeiterversammlung hätten vorkommen können. Nicht unter den Arbeitern, sondern unter jener Klasse seien die ange- führten„Faullenzer" zu suchen. Diese„Jnnungsversammlung" ward übereinstimmend als eine„Radauversammlung" denkbar schlimmster Art bezeichnet. Folgende Resolution gelangt« darauf einstimmig zur Annahme: „Die u. st w. Versammlung erklärt sich mit der am 12. Mai in Mundt's Salon tagenden Versammlung der Klempnerinnung in keinem Punkte einverstanden. Sie erklärt im Gegentheil, sich zu bemühen, die von den Legern und Helfern aufgestellten Forde- rungen auf gesetzlichem Wege voll und ganz zur Durchführung zu bringen.". Ein später noch der Resolution beigefügter Nachsatz, der mit großeni Beifall begrüßt ward, besagt: „Die Versammlung spricht der Klempnerinnung über« Haupt das Recht ab, über die Rohrleger zu urtheilen." Eine lebhafte Debatte rief die folgende Resolution hervor: „Die Versammlung erklärt sich mit der Führung des Streiks voll und ganz einverstanden und verpflichtet sich, an den gestellten Forderungen unentwegt festzuhalten. Die Rohrleger verpflichten sich, mit den Arbeitgebern in Unterhandlung zu treten. Wenn bis Sonnabend, den 17. Mai, die Forderungen nicht bewilligt worden, soll am Montag darauf die Arbeit niedergelegt und im Ausstande beharrl werden, bis die Forderungen bewilligt werden." Es ward von mehreren Seiten darauf hingewiesen, daß es sich in einigen Werkstätten lediglich um vier Stunden die Woche handle, daß die Arbeitgeber den Arbeitern oftmals auf halbem Wege entgegengekommen und„wir sind Kausleute, die ihre Waare „Arbeit" einfach auf den Markt bringen." Dieser Standpunkt ward indessen einhellig verworfen und am Ende gegen zwei Stimmen die Resolution angenommen. Unter„Verschiedenes" wurden noch einige die Allgenieinheit weniger iuteressirende An- gelegenheiten zur Sprache georacht. Der Furt, verein der Tischler für denKezirk Südosten hielt am Montag, 12. Mai, in Sanssouci, Kottbuserstr. 4 a, eine Versammlung ab. Der zum ersten Punkt der Tagesordnung an- gekündigte Vortrag mußte ausjallen, weil der Referent nicht erschien. Zu Werkstattangelegenheiten gab eine lebhaste Debatte das Vorgehen einzelner Meister den Kollegen gegen iiber, welche den 1. Mai gefeiert hatten. Die Kollegen der Müller'schen Werkstatt, Prinzessinnenstr. 24, empfehlen die genannte Werkstatt zu meiden, weil sie dort wegen der Arbeitszeit mit dem Meister in Differenzen gerathen sind. Die schon so oft gerügte Unsitte des Einkeilens wurde nochmals näher beleuchtet und scharf kritisirt, weil dadurch nur die Disharmonie herbeigeführt wird. Es wird daher, als Pflicht jedem Kollegen ans Herz gelegt, dafür einzn- treten, daß dieser gegenseitigen Ausbeutung ein Ende gemacht wird. Der Bevollmächtigte ermahnt, daß die Versammlungen zahlreicher besucht sein mögen, da doch die Bezirksversammlungen eingerichtet sind, um jeden Kollegen recht bequem zu machen, die Versammlung besuchen zu können. Bad Weddingplatz Reinickendorferstr. 2a. Soolquelle Marie, Filiale vom Admiralsgarten- Komfortobel eingerichtete Badeanstalt. 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Zur Deckung der Unkosi« eine Tellersammlung. Um recht zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. Frau Gubela, Forsterstraße 57 I. rniö Bretterträger! Monatsversammlnug des Fachvereins findet am Sonntag, den 18. d. IM., Vormittags 10 Uhr, im Lola 1 -"intaf }«}(, Die regelmäßige Lokal- Wasserthorstrasse 68 statt. Tagesordnung I. Vortrag über dß Bedeutung des Achtstundentages. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Verein- angelegenheiten.— Die Mitglieder werden ersucht, alle zu erscheinen un diejenigen Kollegen mitzubringe», die dem Verein noch nicht angehören. 429 Oer Vorstand�. Große öffentliche Versammlung sämmtlilljer in EisenbahnwerWtten nnd öeren vnterßW Betrieben besEstigten Arbeiter Berlins uns Umgeges am Sounabeud, de» 17. Mai, Abends 3 Uhr, in der Brauerei Tivo''' Lichterfelderstraße 11(nahe am Kreuzberg). Tagesordnung: 1. Stellungnahme zum Kongreß, event. Wahl der Delegirien zu 2. Verschiedenes. � In dieser Versammlung liegen die Petitionslisten betreffs Auflösung PensionSkaffe aus. Noch se! bemerkt, daß der letzte Zug von Schöneberg n» Westend Abends 11 Uhr 19 Minuten abfährt. Zur Deckung der Unkoj» findet Tellersammlung statt. Oer Einberufer. � ki Große öffentliche Versammlung geiverblicheil.Warbeiter Berliiis unb Umgegevb am Sonntag, den 18. Mai, Vormittags 10 Uhr, in der Gräflich Reischach' schen Sraurrei in Stralau Tagesordnung: 1. Die Situation nach dem 1. Mai. Aug. G ü n t h e r. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Sämmtliche Arbeiter sind zu dieser Versammlung eingeladen. Um reiches Erscheinen bittet Oer Einberufer ik; , Dil s tv"änu Mion %n w teilen; Ci Großes Wotzlttzätigkeits-Conrert Gesangs« und komische Vorträge Meiner werthen Kundschaft die erg Mittheilung, daß mein Geschäft an Sonn- nnd Feiertagen geschlossen ist. G. Brucklacher, Oranienstr. 45, Messerschmied. 362 Gesangs, und komische Vorträge am Sonnabrnd, drn 17. Mai, Abends 8V2 Uhr, in JoHI'e (früher Keller), Andreasstraße 21, für den Jahre lang arbeitsunfähigen Weber Otto Pilkenroth, veransv vom Rauchklub Kernspitze. Billets sind zu haben bei: Gustav Tempel, Äreslauerstr. 27; Böhl, Riidersdorserstr. 8; Fritz Höhne, Eldenaerstr. 2; Karl Meyer, Ma straße 18. Um recht rege Betheiligung bittet Oer Vorstand. Achtung! Arbeiter des Süden Berlins! Gelesen? Arbeiterblätter zur besseren Agitation in den Provioi werden in folgenden Sammelstellen entgegengenommen: Otto Klein, Ritterstraße 15, im Laden, J C. Retzerau, Heim- und Bergmannstraßen-Ecke, im Restaur. Amih® Paul Sucker, Fichtestraße 26, im Laden. H. Werner, Biilowstraße 64. P. Schröder, Kreuzbergstraße 15. � NB. Diejenigen Genossen der Provinzen, welche Arbeiterblätter L Vertheilung in ihren Kreisen zugesandt haben wollen, mögen ihre Adressen Herrn Otto Klein, Eigarrenhändler, Berlin S., Ritterstraße 15, abgeben. 412 Die Kommission. I. A.: Otto Klein, Ritterstr. 15- � Ullis. I Tischler. Auf den Zahlstellen des Vereins wer- den jeden Sonnabend, Abends von 8V2 bis 10 Uhr Beiträge entgegengenommen und neue Mitglieder aufgenommen, dieselben befinden sich in folgenden Lokale»: 1. Friedrlchsbergersfr. 25 b. Schmidt, 2. Skalitzerstr. 107 bei Kunstmann, 3. Bellealliauceplatz 6 bei Hilscher, 4. Zionskirchplatz 11 bei Hohn, 5. Schleiermacher- n. Gneisenaug tr.- Ecke bei Scheuer, 6. Bülowstr. 52 bei Böhl and, 7. Dresdenerstr. 116, 8. Lübecker- und Thurmstr.-Ecke bei Jahnke, 9. Langestr. 70 bei Heindorf, 10. Rixdorf, Bergstr. 7 bei Duschek, 11. Fennstrasse 4a bei Krüger, 12. Görlitzer- und Sorauerstrassen- Ecke, 13. Weissensee, 14. Eelforterstrasso und Ecke Prenzlauer Allee. Der Arbeitsnachweis befindet sich WaUftralle 7/8. Derselbe ist geöffnet an Wochentagen von Morgens 7 bis Abends 7 Uhr, mit Ausnahme der Mittagsstunden von 12—3 Uhr, an Sonnlagen von 9 bis 11 Uhr Vormittags. Daselbst werden auch Mit- glieder aufgenommen. Der Vorstand. Alle Differenzen zwischen Arbeit- gcber nnd Arbeiter müssen, bevor eine Arbeitseinstellung stattfindet, erst auf den» Arbeitsnachweis bei Herrn Wiedemann, oder bei dem bevollmächtigte» der Merk- statt-Hontrol-Kou, missto», Herrn Koblenzer, Adalbertstrastr 96, angemeldet werden. Verein d. Sattler •tag, den 20. Mai, 9� in DeigmUller's Sah"" K.c C Fachgenossen. Am Diens S'/a Uhr, in Alte Jakobstraße 48a: IfepsammlunU' T.-O.: Volksernährung und SBV lismus. Referent Herr Grün« ,, Diskussion. Verschiedenes.— Um reBesuch bittet Der Vorstart®',� Die auf Grund des internation�, Feiertages gemaßregelten Mitgl'� werden ersucht, zu erscheinen.__ � üllgtm. Mktdmbcitn-M' Bnli»S uiii llnijfjfni Illb fen zw 4» Sonnabend, den 17. Mai, 9Ö*j ,j 8 Uhr im„Seeschlösschen Reinickendorf, Markstraße 2: Grosse Versammln# Tagesordnung: 1. Vortrag des Hrn. Paul L'*'„ 2. Diskussion. 8. Aufnahme Mitglieder. 4. Verschiedenes.— recht zahlreiches Erscheinen bittet 417 Der Bevollmächtig�/ Allen Freunden und Genossen, A meiner werthen Nachbarschaft ewp! � meiv Cigarren- und Taba�l schäft, und mache darauf au!� � sam, daß mein Geschäft an So»»' ,t Festtagen von 2 Uhr Nachmittag-.( schlössen ist. Sammelstelle gAkpul Arbeiterblätter. Franz Noffke, Borsigstr. 1- * W % % s tibi Meinen Kollegen und Genosse� pfehle meine Wasch- und P* Anstalt. A. Ziska, Pankstraße u Verantwortlicher Redakteur:(Cia't Knalle in Berlin. Druck und Verlag von Mn» Kading in Berlin 8W.. Beutbstraße 2.