Zr. 115. «(» tiB # jt» # linifl iiltH mMi[ eini' jintp « P 0* M N«. :e fi4 tlei«' leim de« fOtdf >i-s- A ey II. leiitf s-l» ?s Mittwoch, d-n 31, Mai 1890. 7. Jahrg. berliner VlllksblM. Hrgan für die Interessen der Arbeiter. �r,_ Das„Berliner Volksblatt" i»?»"«glich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. AbonneinentspreiS für Berlin frei Z. Haus vierteljährlich 3,30 Mark, monatlich 1,10 Mark, wöchentlich 28 Pf. Einzelne Nummer S Pf. antags-Nummer mit dein«Sonntags-Blatt" 10 Pf. Postabonncment 3,30 Mark pro Quartal. h.(Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1890 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) Kreuzband, täglich durch die Expedition, für Deutschland und Oesterreich-Ungarn - 3 Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Jnsertionsgebühr beträgt für die S gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VerfammlungS- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin Sw., Beuthstraße 3, sowie von allen Annoncen-Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. ♦ i Fernsprecher: Amt VI. Ur« 4106.»# Nevnktion: Veukhptraße s.— Expedition: VenkMenße 3. r! Aper- ,lu«gl -h 20. 19c, TVio zivilistrk tutet». die Zeitungen ging vor kurzem die frohlockende achricht, daß ein großer Theil der„Reservation", d. i. frut Indianern belassene Land, für die Bleichgesichter � Jossen worden sei. Wie nun der weiße Bruderjür Dothen gesorgt hat, ergiebt sich aus folgenden Mit- ,10» l!"I gen' welche wir nach"dem„Wanderer", einem katho- icheii Blatt der neuen Welt, wiedergeben. m. Die Turtle Mountain-Chippewas sind die rechtmäßigen sicher von 11 Millionen Akres meist sehr fruchtbaren ell"??.' Man hat ihnen seitens der Vereinigten Staaten es dieses Land wider ihren Willen und ohne Entschädi- II ng genommen und weiße Ansiedler wohnen jetzt darauf. e diesen Chippewas gebliebene kleine„Reservation" wird o ungefähr 400 Vollblut- und Halbblut-Jndianerfamilien �«?hnt. Nur ein Drittel dieses Landes ist pflügbarer Mirieboden, das übrige aber mit Steinen und Sünipfen .deckt. Auf diesem elenden Landstücke sollen 1930 Mvianer als Mündel der Vereinigten Staaten sich ehrlich wahren! j. Nachdem der Bund sie des größten und besten Theils 5e3 Landes beraubt hat, läßt er sie vor Kälte und •pger in der Wüste umkommen. Man erwartet von ,2'h daß sie sich durch Landbau nähren; aber der Bund ( ihnen keine Geräthe zu diesem Zwecke. Vater Stephan d Missionär und Agent des katholischen Jndianerbureaus Washington) schickte ihnen im Frühjahr letzten Jahres Ii j Pflüge. Mit diesen haben sie im vorigen Jahre Akres jungfräulichen Bodens gepflügt. Eme Dresch- #ine haben sie ebenfalls von Vater Stephan. Dieser loh sie auch mit Hauen an Stelle der gekrümmten Entwurzeln, mit denen sie vorher ihre Kartoffelfeldchen bellten. Erst im Januar jetzigen Jahres haben sie vom S_�nd 20 Pflüge erhalten, von denen sie im Frühling en Gebrauch machen werden— wenn sie noch leben. » e soll aber der Indianer ohne Ackergeräthe, ja fast M Saatfrucht und dazu noch in Fehljahren, wie .Z zwei letzten, eine Ernte erzielen? Selbst die �'»igsten dieser indianischen Bauern leiden an allem �Ngel. g, Wild und Fische giebt es nicht mehr in dieser J;üend, Arbeit für andere auch nicht. Das einzige �werbsmittel der Chippewas in diesem Winter ist Holz- ei*auf; sie schlagen das Holz in den Bergen, schleppen ai aus einer Entfernung von 8 bis zu 15 Meilen nach und dort bekommt der fleißige Indianer für das Ccht große Klafter guten Eichenholzes die große Summe 011— 75 Cents; aber nicht baar, sondern in Waare � dem Dorfladen. ilP Feuilleton. verboten.) [37 «• „ZUIU(0 Iii dt der Damen." . RomanvonEmileZola. �utorisirte Uebersetzuug von Armin Schwarz. to, Die Sache hatte ihre Richtigkeit, die Zessionsurkunde -i-ags vorher unterschrieben worden. Das kleine Hau» eingeklemmt zwischen dem«Glück der Damen" und ej,,'iöotel Duvillard, angeklebt wie ein Schwalbennest tu L? Mauerspalte, mußte hinweggefegt werden an dem Tage, % Magazin sich bis zum Hotel Duvillard vergrößern vnd dieser Tag war gekommen. Der Koloß rüttelte an wJch'vachen Hinderniß, umzingelte es mit stlnen Maaren- M»M »SS Zuweilen erhalten einige der Indianer vom Bund „Rationen" auf der Unter- Agenttir in Turtle-Mountain. Eine volle Ration besteht aus 10 Pfd. Mehl und 2 Pfd. sehr fetten Schweinefleisches alle zwei Wochen für jeden Voll- und Halbblut. Obgleich sie aber gegenwärtig außer solchen Rationen gar keine Nahrung haben, bekommen sie keineswegs alle eine volle Ratton, einige nur eine halbe und sehr viele gar nichts. Vater Stephan weist aus den Büchern des Unter- agenten nach, daß in den zwei ersten Wochen dieses Jahres nur für 599 unter den 1930 Bewohnern der Reservatton Rationen verabfolgt wurden; in der zweiten Hälfte des Januar für 557; in den ersten zwei Wochen des Februar für 997; während des Restes des Februar nur für 535; für die erste des März 90 Säcke Mehl und 8'/« Faß Schweinefleisch. Schuld des Unteragenten ist dies nicht; er folgt einfach den Weisungen seiner Oberen. Als im letzten Jahre die Sterblichkeit unter den In- dianern schrecklich war, durfte der Unteragent keinen Sarg liefern, ja nicht einmal einen Nagel zur Anferttgung eines solchen. Die Schwestern der katholischen Mission in Turtle- Mountain gaben über 3000 Fuß Holz zur Verfertigung der nöthigen Särge her. Von den katholischen Indianern allein, deren Zahl ungefähr 1300 beträgt, starben über 100 in den letzten 18 Monaten, und zwar die Mehrzahl in- folge von Hunger und Kälte. Die Zahl der Todesfälle würde noch größer sein, wenn die Schwestern die frieren- den und hungernden Kinder nicht mit Kleidern und Nah- rung versorgt hätten. Das Elend dieser Chippewas, an dem sie keinerlei Schuld tragen, ist unbeschreiblich. Kurz vor der An- kunft des Bischofs Shanley und des Vaters Stephan fan- den zwei Fälle von unzweifelhaft nachgewiesenem Hunger- tod statt. Was die kurz vor der Ankunft der beiden Priester erfolgten zwei schrecklichen Todesfälle betrifft, so waren die Opfer: der Indianer Sun Dance Maker und seine Frau; erst starb letztere, 13 Tage darauf der Mann. Vier Zeugen, nämlich Mostwosatisis, Foolish Boy, Pierre La Verdure und Louis Belgarde, schilderten diese Fälle über- einstimmend, und es unterliegt nach ihrer offenbar durch- aus wahren Darstellung keinem Zweifel, daß das Ehe- paar buchstäblich Hungers gestorben ist. Als die Vier gefragt wurden, warum sie als Nachbarn den Hungernden und Sterbenden nicht geholfen hätten, erfolgte die für die ganze Sachlage bezeichnende Antwort:„Wir hatten nichts, das wir ihnen hätten geben können; wir hungerten selbst." Viele andere Indianer können jederzeit dasselbe bezeugen. So tritt der zivilisirte Weiße als„Verbreiter der Es war jetzt der Zeitpunkt, in welchem Mouret dem alten Bourras neue Propositionen machen ließ; man wird den Betrag vergrößern, man wird ihm sein Geschäft und seinen rückständigen Pacht um 50 000 Franks ablösen. Und dieses Angebot vergrößerte nur noch die Wuth des Greises. Er refnsirte unter zornigen Flüchen. Diese Leute müssen das Geld stehlen, daß sie ihm 50 000 Franks für eine Sache an- bieten, welche nicht mehr als 10 000 Franks werth ist. Und er vertheidigte seinen Laden, wie ein ehrbares Mädchen seine Tugend vertheidigt, im Namen der Ehre, ans Respekt für sich selbst. Dcnise sah Bourras ungefähr vierzehn Tage hindurch sehr zerstreut. Er ging fieberhaft erregt hin und her, maß die Mauern seines Hauses ab, betrachtete dasselbe von der Mitte der Straße aus, mit den Mienen eines Architekten. Dann, eines Morgens, kamen Arbeiter. Es galt einen entscheidenden Kampf, er hatte die kühlte Idee, das„Glück der Damen" auf seinem eigenen Terrain zu schlagen, indem er dem modernen Luxus Konzessionen machen würde. Die Kundschaften, die ihm seinen dunkeln Laden zum Bor- wurf machen, werden sicherlich wiederkommen, wenn sie seinen Laden frisch und hell herausgeputzt finden werden. Bor Allem wurden die Löcher und Sprünge verputzt und die Fagade frisch gemörtelt. Sodann wurde alles Holzwerk grün ange- strtchen, der Luxus wurde so weit getrieben, daß sogar das Firmenschild vergoldet wurde. 3000-Franks, welche Bourras als eine letzte Hilfsquelle sich bei Seite gelegt hatte, wurden durch diese Ausgaben verschlungen. Ueberdies war das ganze Stadtviertel revoltttionirt. Alan strömte herbei, um ihn zu betrachten, inmitten dieser Pracht, wie er dabei den Kopf ver- licrt und seine alten Gewohnheiten nicht wiederfindet. Er schien nicht mehr bei sich zu Hause zu sein in diesem glän- Kultur, menschlicher Gesittung und christlicher Religion" den armen, beklagenswerthen'Naturvölkern entgegen. Wir dürfen uns keinen Augenblick darüber täuschen, daß unser Kolonisiren in Afrika um keinen Deut besser ist! Wißmanns Pulver und Blei, Flinten und Kanonen sind unseres Erachtens auch keine Kulturmittel, ebensowenig wie die Wörmann'schen Dampfer mit Schnaps besrachtet. Man muß auf dem Steinwärder in Hamburg gesehen haben, in welchen Massen die Korbflaschen gefüllt, gepackt und verfrachtet werden, um die Heuchelei der deutschen Kulturmission in Afrika zu erkennen. Und wer giebt dem Europäer ein Recht auf das Land der Schwarzen? Auf die Früchte ihres Bodens, auf die Metalle ihrer Berge, auf die Jagdthiere aller Art? Wir nehmen ihnen ihr Land, ihre Nahrungsmittel, ihre Freiheit, ihr Leben— und nennen das zivilisiren und kultiviren. Wir haben keine Ursache, uns gegen die Indianer vernichtenden Uankees zu brüsten. Unsere„Kulturverbrei- tung" wird genau dieselben Folgen haben, wie die ameri- kanische„Erschließung der Reservattonen", d. h. die Aus- rottung der Eingeborenen. Merkwürdige Humanität I Von unseren eigenen Opfern zu Gunsten weniger Interessenten ist im Reichstag genügend gesprochen worden. Moere£i»tmt»sttist». Fondon, den 18. Mai 1890. Neben der Zunft ~....... ja überal _ JH, der Erfinder der verschiedenen Universalheilmittel, die ja'überall in der Reklame Großes leistet, giebt es wohl kaum einen Geschäftszweig, in dem hier mehr auf Anzeigen verivendet wird, als von Seiten der Vertreter der großen Seifenfabriken. Es klingt geradezu un- glaublich, wenn man die Summen nennen hört, welche diese Leute für die Anpreisung ihres Fabrikats ausgeben, und doch müssen dieselben wohl richtig sein, denn in jeder Zeitung, jedem Unter- Haltungsblatt, jeder Revue fällt das Auge auf die Setsen-Jnserate, und auf der Straße machen uns alle möglichen und unmöglichen Anschläge von allen möglichen und unmöglichen Plätzen auf diesen nützlichen Hausartikel aufmerksam oder' richten gar die verblüffende Frage an den nichtsahnenden Spaziergänger: „Guten Morgen, hast du N. N.'s Seife gebraucht?" Vor einiger Zeit kaufte eine dieser Seifenfirmen von einem der ersten hiesigen Maler ein Bild um 2000 Pfd. Sterling und verwendete nicht weniger als ISOOOPsd. Sterling darauf, es in unzählbaren Abdrücken zu vervielfältigen, eine andere Firma, die einen Affen als Marke fährt, erfreute im vorigen Sommer die Besucher etnes bekannten Vergnügungslokals durch eine ganze Affenausstellung, die ihr, ich weiß nicht, wie viel gekostet hat, wieder andere suchen durch Stiftungen, Preisausschreiben:c. dem Publikum ihr Fabrikat an- zupreisen. Sie müssen wohl dabei ihre Rechnung finden, denn fast noch fabelhafter als das, was man von den für Reklame be- stimmten Ausgaben der Seifenfabrikanten hört, klingt das, was man von ihren Einnahmen erfährt. Von den— ich glaube sechs — Theilhabern einer dieser Firmen soll jeder Einzelne ein Ein- kommen von jährlich 80 000 Pfund Sterling beziehen. zendeit Rahmen, inmitten dieser zarten Farbentöne, immer geschäftig mit seinem großen Bart und seinen langen Haaren. Die Passanten blieben auf dem anderen Trottoir erstaunt stehen, um ihn zu betrachten, wie er mit den Armen fuchtelt und seine Regenschirmgriffe schnitzt. Und er betrieb Alldies mit einer fieberischen Hast, er fürchtete etwas zu verderben und stürzte sich immer mehr in diesen luxuriösen Handel, von welchem er nichts verstand. Gleichwie bei Robineau, war nun auch bei ihm der Feldzug gegen das„Glück der Damen" eröffnet. Er war mit seiner Erfindung, dem„Regenschirm mit Abzugsrinne" hervorgetreten, welcher später so populär werden sollte. Ucbrigens wurde seine Erfindung sofort durch das„Glück der Damen" vervollkommnet und nun entwickelte sich ein Kampf um die Preise; er hatte einen Artikel zu 1 Frank 95. Cent, in Zanella mit Stahlmontirung,„unverwüstlich" — wie die Etiquetten besagten. Aber er wollte seinen Konkurrenten hauptsächlich mit seinen Griffen schlagen: Griffen von Bambus, Horn, Olivenhotz— alle erdenklichen Sorten von Griffen. Das„Glück der Damen", wo die Kunst weniger zu Hause war, verlegte sich mehr auf die Pflege des Stoffes; rühmte seine Alpaccas und Mohairstoffe, seine Sergen und seine Taffette und das „Glück der Damen" behtelt den Sieg. Der Greis wieder- holte verziveifelt, daß die Kunst begraben sei und daß er nur mehr zu seinem Vergnügen Griffe schnitzen könne, ohne Hoffnung, dieselben auch zu verkaufen. — Es ist mein Fehler, rief er Deuisen zu. Warum habe ich auch Schundartikel zu 1 Fr. 95 Cent, verkauft? Dahin führen die neuen Ideen, ich wollte das Beispiel dieser Räuber nachahme» und nun gehe ich dabei zu Grunde. Ter Monat Juli war sehr heiß. Denise litt dadurch viel , I I I 1 1 Einer dieser Seifenmillionäre nun Hot in letzter Zeit dadurch von sich reden gemacht, daß er in Arbeiterversammlungen an der Seite vön Männern wie Cunningham Graham zc. aufgetreten ist. Dies geschah u. A. in Liverpool während des Dockerstreiks, sowie in verschiedenen Versammlungen der neuen Trades- Unions. Auch soll Herr Hudson zum eingegangenen„Labour Elector in Beziehung gestanden haben, und Thatsache ist, daß derselbe Woche für Woche eine Annonze für Hudsou's Seife brachte, die in gleichem Umfange sonst nur in Blättern zu finden ist, die ihre Leser nach Zehntausenden oder Hunderttausenden zählen. Ob wir es hier wirklich mit einem„bekehrten Kapitalisten", wie Cunningham Graham ihn in Liverpool nannte, zu thun haben, oder welche Gründe sonst Herrn Hudson veranlassen, sich der Oeffeiitlichkeit als Freund der kämpfenden Zlrbeiterschast vorzustellen, mag dahingestellt bleiben, mich beschäftigt hier nicht seine Person, sondmi— der Seifenfabrikant. Denn schon macht eine zweite Scifensirnia in der Arbeiter- bewegung von sich reden. Herr Lever, Mitinhaber einer Seifen- fabrik, deren Produkt unter dein schönen Namen„Sonnenlicht- Seife" in den Handel kommt, hat der vor anderthalb Jahren ge- gründeten Geiverkschaft der Arbeiterinnen in den Waschanstalten ein prächtiges Banner zur großen Achtstunden-Demonstration ge- schenkt und bei der Uebcrreichung eine Ansprache gehalten, in der er seine Sympathie mit den Bestrebungen der Arbeiter- schaft auf's Wärmste betheuerte. Daß ein Seifenfabrikant darauf bedacht ist, sich bei den Wäscherinnen einen guten Namen zu machen, ist an sich zu naturlich, um besonderer Erwähnung zu bedürfen, daß es aber jetzt auf diesem Wege versucht wird, ist sicherlich ein bemerkenswerthes Zeichen der Ziit.— Das von dem Zentralkomitee für die Achtstundendemon- stration ernannte Subkomitee zur Ausarbeitung der Statuten für die zu schaffende dauernde Organisation— bestehend aus Doktor Edw. Aveling, W. Thorna, Copsey, I. Wardle und I. Williams t_____: ia--- /z~;i------»",,-, �...-— -_ U'-- sZ.7--/ �" r I"Vf•VI* V»»UV•yj. ftu&wkww*» — gat bereits eme Sitzung gehalten und beschlossen, dem Statuten- eine zusannnenfassende Darstellung der Ereignisse seit dem OM nvpw tinm ti htm a oyi cVrtfwoä x»-* oam«-« mit entivurs eine„—,| � � �,»�1...«....�.... j �. Pariser Kongreß vom Juli vorigen Jahres, sowie die ganze, auf den Arbeiterschutz bezügliche Resolution des Kongresses voraus- zuschicken, sowie eine Begründung der Nothwendigkeit fortgesetz- ter Aktion zu deren Verwirklichung. Am nächsten Freitag schon hofft es den Entwurf dem Plenum des Zentralkomitee vorlegen zu können, und nachdem derselbe dort durchberathen, soll dann eine allgemeine Delegirtenversammlung sämmtlicher hiesiger Klubs einberufen werden. Ueber die'Aufnahme des Projekts läßt sich natürlich schwer etwas voraussagen, es läßt sich nur wünschen, daß dieselbe eine giinstige fein möge, denn, wie die Sache von dem Komitee gedacht wird, würde die neue Organi- sation in der That die Grundlage für eine wirkliche, auf vorge- schrittenem Standpunkt stehende Arbeiterpartei abgeben. Und das Bedürfniß nach einer solchen macht sich mit jedem Tage mehr bemerkbar. Eine interessante Nachricht kommt aus der Grafschaft Nottinghamshire. Der dortige Bezirk Rushcliffe ist im Parlament durch den Liberalen John Ellis, Bankdirektor und Kohlengruben- besitzer, vertreten. Bor etwa drei Wochen nun hielt Herr Ellis in Hucknall, der liberalen Hochburg des Distrikts, eine Ber- samnllung ab, in der er seinen Wählern Bericht über seine varlamentarische Thätigkeit abstattete, um, wie sonst, nnem glänzenden Vertrauensvotum nach Westminster zukehren. Aber ach, es sollte diesmal anders kommen. Herr Ellis wurde von den anwesenden Bergleuten über seine Stellung zum Achtstundengesetz mterpellirt und, da er eine ausweichende Antwort gab, ein Antrag eingebracht und mit großer Majorität angenommen, daß in Zukunft kein Vertrauen in Herrn Ellis gesetzt werden könne, so lange er nicht für das Achtstundengesetz für Bergarbeiter eintrete. Darob großer Lärm, aber in einer Mittwoch vor acht Tagen abgehaltene» großen all- gemeinen Bergarbeiterversammlung, veranstaltet vom Bergarbeiter- verband von Nottinghamshire, wurde dieser Beschluß nur in noch schärferer Form bekräftigt.„Viele Politiker", führte der Vor- sitzende aus,„rufen den Arbeitern zu, sie sollen den Achtstunden- tag durch ihre Organisationen zu erlangen suchen, aber wenn die Arbeiter in dieser Weise den Krampf aufnehmen, dann sind jene die Ersten, die über sie losziehen und erklären, daß sie nicht nur die Bergwerksindustrie zum Stocken bringen, sondern auch andere Geschäftszweige schädigen. Nun, die Bergleute wollten Niemand Schaden zufügen, und daher verlangen sie vom Parlament ein Achtstundengesetz". Und der Referent hielt der Behauptung des Herrn Ellis, es gäbe keinen Präzedenzfall eines Parlamentsakts über die Arbeit erwachsener Männer, unter großem Beffall die Frage entgegen, was denn dieser Herr und die übrigen Gegner des gesetzlichen'Achtstundentages zu dem Parlamentsbeschluß sagten, Angestellten in den Verwaltungsämtern f*,__ p.rrp.j t'«--*•- r*•»/•< vw V ijvrv*.y Vil i der die Arbeitszeit gutgeljeiß Nachdem noch der famose Bericht des parlamentarischen Ge- werksschastsloinitee, betreffend die Abstimmung über die Acht- stundensrage, die gebührende Kritik erfahren, wurde folgende Reso- lution einstimmig angenommen: in ihrem engen Zimmcrchen unter dein Schieferdach. Darum, wenn sie ihr Magazin vei"" Bourras und anstatt gleich hmauszugehen, gtu verließ, holte hinaufzugeh« Tuilerien-G> sie :fer Pe sepe bei Herrn „i sie ein wenig frische Luft schöpfen in den Duilerieii- Garten, bis die Gitter- thürcn geschlossen wurden. Eines Abends, als sie unter den Kastanienbäunlen waudelte, blieb sie plötzlich betroffen stehen: sie glaubte einige Schritte vor sich Hutin zu sehen. Ihr Herz pochte heftig; es war nicht Hutin, sondern Mouret, der am linken Ufer der Seine dinirt hatte und sich jetzt be- eilte, sich zu Fnße zu Madame Desforges zu begeben. Bei der plötzlichen Bewegung, welche das Mädchen machte, um sich abzuwenden, erkannte er sie, obgleich die Nacht schon hereingebrochen war. — Sie sind es, Fräulein? Verwirrt durch seine Herablassung, mit der er sie er- kennen»vollte, fand sie keine'Antwort, — Sie sind noch imvler in Paris? fragte er weiter. — Ja, mein Herr. Sie wich langsam zurück, wollte grüßen, um ihren Weg fortzusetzen, aber er folgte ihr unter dem dunkeln Schatten der alten Kastanien. Es herrschte angenehme Kühle in dem Garten, ans der Feme hörte man das frohe Ge- plander und Gelächter spielender Kinder. — Ist das Ihr Bruder? fragte er aus Pepe deutend. — Ja, mein Herr, erwiderte sie von Neuem. Sie erröthete und erinnerte sich der abscheulichen Erdichtungen von Marguerite und Klara. Ohne Zweifel be- griff Mouret die Ursache ihres Erröthens und er fügte in lebhaftem Tone hinzu: — Hören Sie, mein Fräulein, ich habe mich bei Ihnen zu entschuldigen; ja, ich wäre glücklich gewesen, Ihnen früher sagen zu können, wie sehr ich das Unrecht bedauerte, welches gegen sie begangen wurde. Man hat Sie in leichtfertiger Weise eines Fehlers beschuldigt... Aber schließlich ist das Unrecht geschehen und ich wollte Ihnen nur sagen, daß jetzt in unserem Hause schon Jederinann weiß, von welcher zärt- liehen Liebe Sie für Ihre Brüder erfüllt sind. In diesem Tone fuhr er fort und war von einer respekt» „Die heutige Versammlung der Bergarbeiter von Hucknall Torkard und Umgegend verpflichtet sich, von der Forderung eines Achfftundengesetzes für Bergleute nicht abzulassen, und beschließt ferner in Zukunft nur noch für solche Parlaments- kandidaten zu stimmen, die in diesem Sinne zu wirken bereit sind." Man sieht, die Sache wird Ernst. Es wird bei der nächsten Wahl für eine erhebliche Anzahl liberaler Größen heißen: Friß Bogel oder— verschwinde. Bei dieser Gelegenheit sei übrigens nachgettagen, daß der am 6, Mai in Ost-Brüssel mit so glänzendem Mehr ge- wählte Liberale Weston sich ausdrücklich für das Acht- stundengesetz erklätt hat, während der„Ärbeiterkandidat" Wilson sich mehr als gewunden über dasselbe ausdrückte. Unter diesen Umständen, und Angesichts der Thatsache, daß Wilson im Wahlkreis ganz unbekannt war, seine Kan- didatur erst in der letzten Stunde aufgestellt worden war und nur ein Theil der organisirten Arbeiter sie angehört hatte, muß es als ein Wunder erscheinen, daß er es überhaupt auf die mitgetheilte Stimmenzahl brachte. Sein relativer Erfolg ist ein Beweis, wie günstig die�Stumnung unter den Massen einer leistungsfähigen Die Liberalen erfüllen die Luft mit ihrem neuen Feldgeschrei: „Keine Entschädigung für die Schankwirthe! No compensation!" Ich habe schon ausgeführt, daß und warum der Ruf sehr populär ist. und bei der zweiten Abstimmung desZLokalabgabeugesetzes hat es denn auch an Ueberläufern aus dem konservativen und unionistiscben Lager nicht gefehlt. Ueberhaupt scheint es in dem Lager oer Regierungsparteien nicht zum Besten zu stehen, so daß vorigen Mittwoch die Parnelliten bei der Berathung ihres Antrags, aus dem irischen Kirchenfonds IVs Million zur Errichtung von Wohn- Häusern fiir die Landbevölkerung zu bestimme», trotz heftigen Widerspruchs der Regierungsvertreter bei der Abstimmung Sieger blieben. Freilich nur durch Ueberrumpelung, aber daß eine solche möglich war, ist bereits eine moralische Niederlage für die Regierung. Um die Sache ein bischen auszugleichen, hat Herr Gladstone am vorigen Montag im Cobden-Klub eine echte Freihandelsrede alten Stils gehalten und darüber gejammert, daß man in Australien und Amerika nicht nur auf gewöhnliche Maaren, sondern auch auf die Waare Arbeitskraft Schutzzölle lege, nämlich Schutzgesetze und Abgaben gegen die Ein- Wanderung der chinesischen Arbeiter eingeführt habe, deren ganzes Vergehen darin bestehe, daß sie weniger Bedürfnisse hätten und 'ür weniger Lohn viel mehr arbeiteten, als die übrige Arbeiter- chaft. Ungeschickteres hätte der alte Knabe kaum lagen können, denn die Australier werden sich nach solchen Aeußerungen des Zukunftsministers die Sache mit der großen Föderation aller britischen Kolonien doppelt überlegen, und die englischen Arbeiter sind ebenfalls durchaus nicht darauf versessen, mit den Chinesen im Punkte Bedürfnißlosigleit zu konkurriren. Herr Gladstone sah sich denn auch veranlaßt, zwei Tage nachher den Blättern eine Erklärung zugehen zulassen, er habe erfahren, daß die Maßregeln gegen die Chinesen sich auch darauf stützen, daß dieselben überall, wo sie sich in Massen niederlassen, die sittlichen Zustände be- drohen, Laster schlimmster Art und Krankheiten verbreiten zc., und das ändere natürlich die Geschichte. Dieser Rückzug macht jedoch das gesagte Wort nicht ungeschehen, dasselbe wird in Arbeiter- kreisen sehr lebhaft besprochen, und die Kommentare sind nicht grade schmeichelhaft für den„{jranck old man". Madrid, 17. Mai. Die gegenwärtige Lage der Arbeiter- bewegung ist folgende: Der unter der Führung der anarchistischen Komitees in den beiden Ost Provinzen Katalonien und Valencia versuchte Generalstreik ist nach zweiwöchentlichem Bestehen, wie vorauszusehen, ohne großen Erfolg für die Arbeiter beigelegt worden. Es inußten auch die anarchistischen Führer erkennen, daß ein derartiger Versuch, drei- bis vierhunderttausend Arbeiter länger als eine oder zwei Wochen im Streike zu er- halten, nicht glücken kann. Immerhin haben die Bauhand- werker, die Hafenarbeiter, die Schriftsetzer und zum Theil auch Manufakturarbeiter einzelne Erfolge zu verzeichnen, die große Mehrzahl aber mußte die Arbeit zu den früheren Bedingungen wieder aufnehmen. Die Haltung der Regierung und der Militär- behörden war im Ganzen eine neutrale, und manche Generale haben sich große Mühe gegeben, zwischen beiden Parteien einen friedlichen Abschluß zu erreichen, General Blanco, der in Bar- celona den ganzen Tag über mit den Deputationen der Arbeiter und der Unternehmer verhandelte, hat sich dabei keineswegs den Dank der letzteren erivorben, so daß der Herr um seine Ab- berufung von dem wenig erfreulichen Posten nachgesucht haben soll. Das zweite Streikgebiet ist der Süden Spaniens, die Pro- vinzen Murcia und Andalusien, wo der Generalstreik nicht völlig zum Durchbruch kam, sondern die einzelnen Gewerke nach einander die Arbeit einstellten. Hier ist besonders bemerkenswerth, daß sich in dem mittleren Andalusien die ländlichen Arbeiter zu Tausenden der Bewegung anschlössen, und in der letzten Woche sind auch die ersten Arbeitseinstellungen aus den Bergwerks- distrikten von Huelva gemeldet worden. Das dritte Gebiet sind endlich die baskischen Provinzen im Norden, wo kurz vor dem Himmelsahrtstage etwa 20 000 Grubenarbeiter die Arbeit einstellten. Dieser Ausstand kam eigentlich etwas unerwartet. vollen Höflichkeit, an welche die Verkäuferinnen vom„Glück der Damen" seinerseits nicht gewohnt waren. Die Ver- wirrung Denisens stieg immer höher, aber ihr Herz war von einer ungekannten Wonne erfüllt. Er wußte also, daß ie sich Niemandem hingegeben habe! Beide schwiegen jetzt kill, er ging an ihrer Seite her, indem er seine Schritte nach jenen des Kindes regelte. Und unter dem tiefen Schatten der alten Kastanienbäume erstarb das ferne Geräusch der Stadt. — Es erübrigt mir heute nichts weiter, als Ihnen eine Rehabilitirung anzubieten, Fräulein, fuhr er fort; natürlich vorausgesetzt, daß Sie zu uns zurückkehren wollen. Sie unterbrach ihn mit einer fieberhaften Hast. — Das kann ich nicht, mein Herr, sagte sie; ich danke Ihnen sehr, aber ich habe anderwärts Beschäftigung gefunden. Er wußte es wohl; man hatte ihm bereits mitgctheilt, daß sie bei Robinean war. In ruhigem Tone, auf dem Fuße einer liebenswürdigen Gleichheit sprach er mit ihr von Robinean, dem er volle Gerechtigkeit widerfahren ließ: er sei ein Mann von lebhafter Intelligenz, nur etwas zu nervös. Robineau werde sicherlich von einer Katastrophe betroffen werden; Gaujean habe ihm ein Unternehmen an den Hals geladen, bei welchem sie Beide die Knochen lassen werden. Durch diese Familiarität gewonnen, ließ nun auch Deuise sich gehen und ließ merken, daß sie dem Kampfe, welcher sich zwischen dem Großhandel und dem Klein- Handel entsponnen habe, auf Seite der großen Magazine stehe. Sie erwärmte sich, führte� Beispiele an und zeigte sich vollkommen unterrichtet über die Frage, gleich wie sie ver- nünfttge und neue Ideen an den Tag legte. Er war be- zaubert und hörte ihr überrascht zu; er wandte sich zu ihr und trachtete im Dunkel deS Abends ihre Züge zu erkennen. Sie schien noch immer die Nämliche mit ihrem einfachen Kleidchen und ihrem sanften Gesichte, aber aus dieser Ein- fachheit und Bescheidenheit strömte ein unnennbarer Zauber aus, dessen Macht er unterlag. Gewiß: Die Kleine hatte sich zu einer Pariserin umgeformt, sie in zur Frau geworden In Bilbao, der Hauptstadt des Distrikts, hatte das w Komitee die Bewegung gut geleitet; es hatte über du trn. 'Arbeiter in den Grubenbezirken umfangreiches Material ye-R und wollte zuvor den Cortes eine Denkschrift- übermittelu. 1 Streik proklamirt werden sollte. Die Forderungen der Gn> arbeiter wurden in einem Manifest, das in etwa 50000 g plaren in der ganzen Provinz verbreitet wurde, in den« Hauptpunkten zusammengefaßt: Achtstündige SchichtW«; Beseitigung der obligatorischen Arbeiterwohnuugen. Die W. welche meist nur nochdürftig eingerichtete Hütten sind und 1 Familienleben der Arbeiter unmöglich machen, waren dur� bisher sehr lange Arbeitszeit bedingt, so daß eben Forderungen ini engsten Zusammenhange miteinander s Der Streik aber brach aus, ehe eine feste satton und eine Unterstützungskaffe geschaffen tonnte; die an die früheren Revoluttonszeiten der Karlyh- bungen gewöhnten Basken glauben auch diesmal durch eu unerwartetes Vorgehen und vielfach auch durch Zerstör««?�. Ziel zu erreichen. Leider war die Folge, oaß sofort etliche t«. Mann Soldaten dorthin entsandt und das Standrecht u°er Provinz verhängt wurde. Inzwischen haben jedoch die\ n wieder aufgehört, viele der Streikenden haben w-' itvtS Ktov miß(1110)_ Arbeit wieder aufaenoinmen, und es wird hier wie auch �. .'it—r---.fr?---—.a k:. CC....fr..f Av t, It IUI en .WWW..._ in einem von vilemanv erivarlelen Maße aufgerüttelt übrigen Theilen Spaniens die weitere Entwickelung der ArW"- bewegung davon abhängen, ob die von sozialistischer Seit-.'s -----------»-t--'".— jvSm werden ruf des gonnene Orgauisation diw Arbeiter in ruhiger Weise durc. "i1;'-;...-r'6 bisherige Epoche, welche unter dem achtstündigen Arbeitstages die Arbeiterwelt ganz Spanu i von Niemand erwarteten Maße aufgerüttelt hat�ms nothwendigerweise bei der mangelnden politischen und Sl-i« ZtalMfiho TtclicrNcht Ueber de» Fortschritt der Arbeiten zur EiiisühnMS � Alters- undJnvaliditätsgesetzes wirdosstziös M des berichtet:„Die Organe, denen die Jnvaliditäts- und Auer». *' CE) 0X1 III Cl �———---■-*"■*•«£.«.3 Fttlh iß". anjc Nei itt« f,-C- IV VVIVVI»«-"V. CJfX ubertragen ist, die Versicherungsanstalten, stnd ju Itujciuuy if., v.t ganze Reich ihrer Zahl und ihrem Umjange nach bestimmt, die Mehrzahl derselben ist sus foiwrcat. Taw. ist oicch bereits der Sitz i Organisation gegeben. % ..... jfs&S orst&nbe unh etW" ist der"Rohmen für die darum handeln, an die Einrichtung der—,__________ dieser Anstalten zu gehen. Die Beamten, welche die& des Vorstandes der Versicherungsanstalten zu leiten haben,*?'. von dem Kommunalverbande beziehungsweise der Landesregiew� ernannt. Dagegen werden die Ausschüsse durch Wal)' zusammengesetzt, und zwar sind diese Wahlen' Vorständen der im Bezirke der Versicherung an st alt vorhandenen Krankenkassen'„ stände:c. und soweit die versicherten Personen pl dense- nicht gehören, den Vertretungen der weiteren Kommunalveroa übertragen. Daß man schon für die nächste Zeit an die«01 reitungen für die Bildung der Ausschüsse wenigstens in ¥teU|L denkt, beweist der neuliche Erlaß derjenigen ministeriellen kannttnachung, durch welche den Kreis-(Stadt-) AusfaPli die Kompetenz zur Vornahme der Wahlen, soweit es 1 um die nicht zu Krankenlassen zc. gehörigen handelt, überttagen wird. Neben der Bildung der Organe. Versicherungsanstalten wird für die nächste Zeit die Anfstebs� der Statuten der leyteren in's Auge gefaßt werden müssen. VI. für soll ein Normalstatut als Muster angeferttgt werden." Arbeiten sind hierzu im Reichsversicherungsamle bereits weil 9 fördert. Es würde dann, von nebensächlichen Punlten abgese?" nur noch die Errichtung von Schiedsgerichten sowie die Regsu' des Verfahrens vor ihnen und dem Reichs-Versicherungsanin°- erledigen sein, um die Organtsationsvorarbeiten im großen 0% beendigt zu sehen. Die Regelung des Verfahrens vor" das Verfahren bezügliche dieser Hinsicht, die estaltung der Quittungskarten ...»..»/—» Zu dem Verfassung eine arbeiten werden allerdings noch mancye anoere, nrnrnauw? u erledigen sein. Eine der wichlW.„» gegenwärtigen ötano oer-Lorarvenen für oie amrcyiuyr»"» Gesetzes vom 22. Juni 1889 behaupten können, daß nunmeh* JL gründete Aussicht vorhanden ist, das Jnvaliditäts- und versicherungsgesetz werde für den Anfang de» nächste« gänzlich in Kraft gesetzt werden"können."') aldemokratischen Aittrag. wonach tt/L estimmung aufgenommen werden soll, •) Die Arbeiter haben allen Grund, sich mit de» � stimmungen des Geseyes genau vertraut zu machen.., j,, empfehlen ihnen dazu die im Verlage von I. H. W.®'e®»n Stuttgart erschienene, von Bebel und Singer mit Erläuteru»» versehene Textausgabe des Gesetzes; Preis 50 Pf. und war mit ihren besonnenen Reden und ihren sch"' Haaren geeignet, einem Manne den Kopf zu verwirren. � — Wenn Sie eine der Unserigen sind, sagte er loop, warum bleiben Sie bei unseren Feinden? Man hat mir m erzählt, daß Sie bei Bourras wohnen?-- r. — Das ist ein braver, würdiger Mann, murmelt« U — Lassen Sie gut sein, er ist ein alter Narr, der w nöthigen wird, ihn zu ruiniren, während ich ein Verim'ö darauf opfern wollte, mich seiner zu entledigen. Vor% ist Ihr Platz nicht bei ihm, denn sein Haus hat einen»v Ruf, er vermiethct es an Personen., �„ Doch er merkte jetzt, daß das junge Mädchen in«« legenheit komme, er beeilte sich hinzuzufügen:_% — Man kann deswegen dennoch ehrbar bleiben� das Verdienst ist nur um so größer, wenn man arm ist-. Sie gingen wieder einige Schritte schweigend neb(»«' ander her, dann fuhr Mouret fort:.? — Wollen Sie meine Vermittlerin bei dem Alten ft"; Ich hatte ohnehin die Absicht, ihm morgen ein 'Angebot zu machen und diesmal einen von 80 000 FraiilS''' Reden Sie mit ihm, machen Sie ihm begreiflich, daß er«in Selbstmord begeht. Er wird Ihnen vielleicht Gehör ken, da er Freundschaft für Sie fühlt und Sie werden*9 einen wahrhaftigen Dienst erweisen., — Es sei, crividerte Denise lächelnd. Ich werde D Bestellung ausrichten, aber ich zweifle an dem Erfolg. n Und nun schwiegen sie ivieder. Keiner von hatte mehr etwas zu sagen. Mouret versuchte vom öf' Baudu zu sprechen, aber er unterbrach sich sofort,.oIvr:e sah, daß das Mädchen davon unangenehm berührt sei- schritten nebeneinander dahin und kamen endlich in der' tung der Rue de Rivoli in eine Allee, wo es noch hell Als sie aus deni dunkeln Schatten der Bäume hervortra'' war es ihnen, als würden sie plötzlich erwachen. Er beO*'!' daß er sie nicht länger zurückhalten könne. — Guten Abend, mein Fräulein! — Guten Abend, mein Herr! (Fortsetzung folgt.) Ii ��chktag die Möglichkeit giebt, Kommissionen zur i-.."/uchung sozialer und ökonomischer V er- z,, l*} f f« einzusetzen, bemerkt die nationalliberale„Münchener "' Der Vorschlag der sozialdemokratischen Fraktion wird Sommv-6 weiteres abzuweisen sein. Für die Mnsetzuna von (miw"l0.nen' denen nicht die Berathung von Gesetzesvorlagen, d,e Untersuchung bestimmter ivirthschaftlichcr Fragen ob- Znsoll, liegt kein Anlaß vor.(? Red. des„B. V.") Dagegen Frage zu erwägen sein, ob die mit konkreten gesetzgebe- Kommissionen, wie z. B. die Kommission, welche die �ungs-Novelle zu bearbeiten haben wird, nicht zur soll-n'g fachmännisch erfahrenen Personen befugt werden ''•• Der Vorschlag, Fachleute von den Reichstagskom- leifK» vernehmen zu lassen, hat manches für sich, und es ist di- daß die Regierung und die großen Parteien auf sick'���demokratische Anregung eingehen."— Aehnlich äußern |1(9»°ch Blätter anderer Partewichtungen. plötzliche« Rückkehr der Ausgewiesenett in jetzt Masse soll dadurch vorgebeugt werden, daß schon wie man schreibt— nach und nach denselben die »»wv �stattet werden soll: Diese Maßregel— voraus- V>i«t daß die Mittheilung wahr ist, was»vir bezweifeln purste als verfehlt anzusehen sein. Denn, wie der froml hervorhebt, haben die meisten Ausgewiesenen in �?den Städten sich festen Wohnsitz erworben, welchen sie flu, diertel- oder halbjährliche Kündigung nicht verlassen oen meisten würden demnach zu Iohanni kündi- !,,s.»ud könnten erst zum 1. Oktober zurückziehen; andere, lacii �bjährliche Kündigung haben, könnten erst zu Ostern K' Zurückziehen, denn sie könntennicht doppelte Miethe zahlen. ., �°lles Drittel der Ausgewiesenen wird überhaupt nicht lolil r"' �eKn Pe Huben sich in fernen Städten durch U"UNgeS Ringen gesicherte Stellung erworben und werden 'e. silcht plötzlich aufgeben. Gleichfalls werden die Aus- Menen, welche in England und Amerika weilen, nicht ssoynch zurückkehren, wenn sie überhaupt zurückkehren. Bei Mutigen lebhasten Lohnbewegungen wird die Rückkehr .„-.Ausgewiesenen in die Belagerungsgebiete gar nicht groß Zm�llen. Die Rückkehr der Ausgewiesenen dürste sich, selbst sofort alle Belagerungszustände wegfielen, naturgemäß vM allniälig gestalten. Und bis sämmtliche Ausgewiesene, - �.iurückkehren wollen, zurückgekehrt sind, dürfte bei so- l rnger Aufhebung der Ausweisung ein Zeitraum von min- siens dreiviertel Jahren verstreichen. ..... �i>,iftrrKristngerUchte.Die„Freis.Ztg." verzeichnet einvor- » fc? ln Abgeordnetenkreisen aufgetauchtes Gerücht, daß Minister linii S01''m Begriff stände, seinen Abschied einzureichen, und »Avsrr Miquel als sein Nachfolger in Aussicht genommen sei. von einem Rücktritt des Staatssekretärs v. Stephan aus »politischen Gründen die Rede. i.s.Nrber den neuen deutsch»schwesterij'chen Uieder- JinngvvertfaB macht der Berner Korrespondent des„B. T." L,, Mittheilungen:„Für die Unterhandlungen über einen itz* Niederlassungsvertrag zwischen Deutschland und der Schweiz »unmehr eine Basis gewonnen. Nach einer Note, welche die Jmsche Reichsregierung an den Bimdesrath gerichtet hat, itinrtn die Deutschen, welche sich in der Schweiz niederlassen n,.iin'»uf eineni Jmmatrikulationsscheine versehen sein, sicher von der hiesigen deutschen Gesandtschaft ausgestellt Ein Deutscher, der diesen Jmmatrikulationsschein nicht »q'»»gf, hat kein vertragsmäßiges Recht, in der Schweiz seinen Ä»9»iitz zu nehmen. Durch den Jmmatrikulationsschein wird in Lrsi» einzelnen Falle dottunentirt, daß der um daS Recht der .Überlassung sich bewerbende Deutsche ein deutscher Reichsange- Mger und im Besitze des Heimathschcines und unbescholtenen '"lundes ist. Die Schweiz behält sich vor, Deutsche zu dulden, en vorgeschriebeickn Jmmatrikulationsschein nicht besitzen; .... Recht, das Asylrecht, wird durch genaue Redaktion der ein- ffi" Bestimmungen klargestellt werden. Für die Schweizer, -"che sich in Deutschland niederlassen wollen, gelten die bis- -isigen Grundsätze. Sie müssen einen Heimathschein und Zeug- I»Sr»ber den Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte wie über ihren Nbescholtenen Leuniund vorweisen. Dabei wird der Schweiz das ?sicht vorbehalten, ebenfalls Jmmatrikulationsscheine einzuführen, Welche uon der schweizerischen Gesandtschaft in Berlin auszustellen foren. Ueber die Hauptpunkte des neuen Vertrages scheinen die Mtrahenten jetzt schon einig zu sein. Die Verhandlungen wer- sin durch Bundesrath Droz und durch den hiesigen deutschen Ge- '»»dten geführt." Au» der Arbeitsordnung des Barons Stumm in Neun- [sichen ist folgender Art. 36 bemerkeiisiverth:„Allen Meistern »d Arbeitern ist es untersagt, gegen einander gerichtliche Klage r führen oder sich zu verheirathen, ohne dem Chef der Firma '!* Absicht vorgetragen zu haben. Zuwiderhandlungen werden Mt 8—io M. bestraft und tritt unter erschwerenden Umständen � Kündigung ein." o Wie man zlnterstützungsgclder vertheUt. Die königl. LMralstelle in Stuttgart hatte der Geineinde Wangen 19 000 M. Hagel beschädigte zugewiesen, mit der Bedingung, daß das �sitd nur an Leute, die unter 4000 M. Vermögen haben, vertheilt Mden möge. Dem hochwohllöblichen Gemeinderath von Wangen isilen dies, da er sich größtentheils aus wohlhabenden Männern »ufammensetzt, ungerecht und man berieth sich hin und her, wie ek sich einrichten ließe, daß den„Besseren" auch etwas von dem die„bedürftigen" Hagelbeschädigten bestimmten Gelbe zu- Minen zu lassen. Da aber lange kein Ausweg gefunden werden .»nie, begab man sich in corpore in das neben dem Rathhaus m'sijene Wirthshaus, um allda beim Weine weiter zu berathen. M stehe da, der Wein that seine Schuldigkeit. Der Rath be- ffWvß, das Geld, welches für arme Hagelbeschädigte gesammelt ,»»den war, auch unter die Wohlhabenden zur Vertheilung zu vsi»ge>i. Auf die Anfrage beim königl. Oberamt hieß es, man m'vst höchstens um ein paar hundert Mark über die angegebene i�si'ze hinausgehen. Dessenungeachtet erhielten Leute nnt Gech Mark Vermögen von dem für die„Armen" gesammelten r, Ileber da» Klima in Gstafrika schreibt ein Bremer „»ufmann, der Ostafrika aus mehrjähriger Anschauung kennt, rnpenüber den Behauptungen des Majors Liebert im Reichstage, °»b die klimatischen Zustände daselbst für den Weißen durchaus »»gesund sind. Der Gewährsmann findet es unverzeihlich, Aeuße- f»»gen zu machen, daß das Klima in Afrika durchaus erträglich loü. Als Beispiel führt er folgend� Einzelheiten an: Im Jahre hatten wir in Sansibar bei einer europäischen Kolonie von Seelen nicht weniger als 5 Todesfälle, also gerade 25 pCt., ™»mtlich infolge klimatischer Krankheiten. Man muß an den .»»sserreichen Distrikten nahe der Küste gewesen sein und gesehen Üben, wie groß die Sterblichkeit dort bei den Missionaren u.s.w. 5 Man muß gehört haben, wie schwer die Weißen unter den somatischen Verhältnissen im Innern zu leiden haben, un, energisch ??gegen zu protestiren, daß hier Aeußerungen gemacht werden, ■si in guten, Glauben hingenommen werden und dazu beitragen ?»'sen. den Glauben an ein Eldorado zu erwecken, welches doch 'cht vorhanden ist. W A»f Grund de» K-,ialistr»grs-tz«« verbietet die Ham- ,''»ger Polizeibehörde die ohne'Angabe des Druckers und Ver- sigirs dort erschienene Druckschrist:»Phrasen und Schlagworte sogenannten Ordnunasparteien.. Ei» Rath- und Hilfsbuchlein 2 den„beschränkten Unterthanenverstand". Aon einem söge- n»ten Umstürzler". Gesterreich-Attgarn. v. Wien. 18. Mai. Die demokratische Partei unter Führung * Abgeordneten Dr. kronawetter hat sich hier neu organisirt und ein neues Programm verkündet. Hiernach verlangen die Demokraten: 1. Allgemeines, gleiches, direktes Wahlrecht für alle Verttetuiigskörper.' 2. Freies Vereins- und Versammlungsrecht und Aufhebung aller die Preßfreiheit beschränkenden Normen. 3. Völlige Gewissensfreiheit, Trennung der Kirche vom Staat und der Schule von der Kirche. 4. Allgemeine, gleichartige Schul- pflicht und Uebernahme der Normalgehalte der VolkS- und Bürgerschullehrer durch den Staat. 6. Anstrebung von Maßnahmen und Gesetzen, welche jeden Staatsbürger in jeder Be- rufsklasse gegen den Druck übermächtiger wirthschastlicher Jnter- essengruppen schützen und jedem derselben die Erfüllung seiner Wünsche nach einer menschenwürdigen Existenz und nach geistiger Fortbildung ermöglichen. 6. Verstaatlichung des Versichcrungs- wesens, der Montan-Jndustrie, Einführung einer progressiven Einkommensteuer bei Freilassung des standesgemäßen Existenz- Minimums und Aufhebung der die nothwendigsten Lebeilsbedurfnisse betreffenden Verbrauchsabgaben. 7. Herstellung des nationalen Friedens: a) durch Einführung nationaler Kurien in denVertrewngs- körpern mit gemischten Nationalitäten; b) durch Anerkennung der Gleichberechtigung der nationalen Sprachen im Verkehre der Parteien mit den Behörden und der Behörden mit den Parteien und Forderung der Kenntniß zweier im Reiche üblichen Sprachen, wovon eine die deutsche ist, von Seiten aller politischen und richterlichen Beamten in den gemischtsprachigen Verwaltungs- und Gerichts-Bezirken; c) durch Förderung des Unterrichts in einer zweiten im Reiche üblichen Sprache in der Volksschule, in den Bürger- und Mittelschulen. 8. Erleichterung der drückenden Mi- litärlaste», Herabsetzung der Dienstzeit und allmäliger Uebergang zu einem die Volkskraft schonenden Wehrsysteme. Großbritannien. Oberflächlicher kann man kaum über den Sozialismus urtheilen, als es der englische Premierminister Lord Salisbury in der letzten Sitzung des Oberhauses gethan hat. Er meinte nämlich nach dem Bericht des„W. T. B.", daß das Wort Sozialismus etwas be- deute, was der Staat unternehme» solle und was eigentlich die In- dividuen selbst thun sollten, und dagegen nulsse man auf der Hut sein, denn iveiin dem Staate Lasten aufgebürdet würden, die dessen Kräfte überstiegen, so würde eine nicht aufhörende Quelle von Ausgaben und von Korruption geschaffen werden. Die Sorge um Menschenleben und besonders um das Leben von Frauen und Kindern könne man jedoch nicht Sozialismus nennen. Manche sozialistischen Projekte würden, falls sie zu Thatsachen werden sollten, die heftigste Reaktion hervorrufen. Immerhin würde durch die sozialistischen Projekte das Bor- handensein von Nebelständen angedeutet, wie sie die bezüglichen Erlasse des deutschen Kaisers erwähnt hätten, und man sei ver- pflichtet, gegen diese Uebelstände Abhilfe zu suchen und zu finden. — Mit solchen manchesterlichen Verschwommenheiten wird Herr Salisbury bei den«nalischen Arbeitern kein Glück haben. London, 20. Mai. Die Sitzung des Unterhauses dauerte von gestern Nachmittag 3 Uhr bis heute früh gegen 4 Uhr; trotz- dem ivurden nur zwei der ftüher vertagten Paragraphen der Budgetbill erledigt. Der Kanzler der Schatzkammer Goschen er- klärte, die Regierung sei entschlossen, trotz der Obstruktion ihre Vorlagen durchzuführen. London, 19. Mai. Unterhaus. Unterstaatssekretär Fer- gusson erklärt in Beantwortung einer Anfrage, die Einflußsphären Englands und Deutschlands in Ostaftika seien noch nicht geogra- phisch definirt; das in der Depesche Lord Salisbury's an den englischen Botschafter Sir Malet in Berlin vom 2. Juli 1887 erwähnte Einvernehmen sei in seinen Bestimmungen allgemein ge- wesen. Es sei ihm Nichts davon bekannt, daß die Ueberlassung des Landes der Baumangwatos an Deutschland bei den Be- sprechungen in Berlin sich m Erwägung befinde; die Besprechungen zwischen Sir Percy Anderson und dem deutschen Geheimen Legationsrath Dr. Krauel bezögen sich auf Fragen in Ost- und Westafrika und seien durchaus vertrauliche; eine Vorlegung der bezüglichen Schnststücke sei daher jetzt unthunlich. In zeder der Abmachungen, welche die Interessen der britischen Kolonien in Afrika berührten, werde den Ansichten dieser Kolonien volle Rück- ficht getragen werden. Schw-de« und U»rW-gen. Das norwegische Storthrng hat den Antrag auf Einführung des allgemeinen Stimmrechtes mit alleil gegen 37 Stimmen verworfen. Von der äußersten Linken, welche 37 Mitglieder zählt, haben 11, von der„gemäßigten" Linken, die 22 Mann stark ist, 17 für die Ablehnung ge- stimmt. Italien. Man schreibt uns aus Mailand: Die Regierung hat dieser Tage ein neues unerhört brutales Mittel in An- ivendung gebracht, um einen„unberechtigter Weife" ausge- brochenen Streik zu unterdrücken. Die Arbeiter der Eisen- bahnstrecke Parma— Spezzia hatten bei der Statton Borgallo mit der Forderung einer Lohnerhöhung die Arbeit eingestellt, da sie bei den Tunnelarbeiten, wo sie täglich IL— 14 Stunden im Innern des Berges beschäftigt sind, nur den ge- wohnlichen Tagelohn von 2,30 Frks. bis 3 Frks.(also 1,85 M. bis 2,40 M.) erhielten. Der Unternehnier, welcher befürchtete, die Arbeit nicht zur kontraktmäßig festgesetzten Zeit vollenden zu können, wandte sich deshalb sofort tele- graphisch an den Ministerpräsidenten Crispi, welcher auch schleimigst Linicntruppen und Gendarmerie nach dem Bezirk abgehen ließ. Beim Eintreffen des Militärs wurden sogleich fünfzehn der Streikenden, welche man als die An- führer bezeichnete, verhaftet und zu Zweien an einander geschlossen zu Fuß sechs Kilometer weit nach Pontremoli ins Untersuchungsgefängniß abgeführt. Die übrigen Ar- beiter verhielten sich völlig ruhig, doch erklärten sie, die Arbeit nicht eher wieder ausnehmen zu ivollen, als bis ihnen die geforderte Lohnerhöhung bewilligt sei. Darauf hin ließ der Kommandant der Truppen die Kantinen schließen und befahl den Kaufleuten des benachbarten Ortes strengstens, den Streikenden keine Lebensmittel mehr zu verkaufen; mehrere im Ort aufgestellte Militärposten mußten die strikte Befolgung dieses Befehls überwachen. Die Arbeiter haben sich brieflich an den Abgeordneten Maffi gewandt, der ihnen versprach, Herrn Crispi in der Kammer über diesen Fall zu interpelliren. Afrika. Algier, 20. Mai. Gestern plünderten Araber am Markttage in Guelma israelitische Berkaufsläden und über- fielen die Besitzer, welche sich widersetzten, so daß Militär einschreiten mußte. Drei Araber wurden getödtet, ein Polizei- agent verwundet und etwa 100 Verhaftungen vorgenommen. Aehnliche, jedoch minder ernste Vorgänge sollen in den letzten Tagen auch in Constantine, Jemappes und Oued- Zenati vorgekommen sein. Itack drm vom Senior««Konvent des Reichstags ge- faßten Beschluß werden die Plenarsitzungen erst am 9. Juni wieder beginnen, während die Kommissionen bereits acht Tage früher, am 2. Juni, ihre Arbeiten wieder aufnehmen. Die Wahlprüfungs-Kommisston de« Reichstag» er- klärte die Wahl des Abgeordneten Dr. v. Bethmann- Hollweg(5. Potsdam, Reichspartei) für ungiltig, doch wird sich die Kommission nochmals mit derselben zu beschäftigen haben, da seitens des„Patriotischen Vereins" zu Freienwalde a. O. ein Gegenprotest eingelaufen ist, in welchen« u. A. verlangt«vird, die Kommission möge jeden bei den Akten befindlichen Stimmzettel aus seine Giltig- keit prüfen. Für giltig erklärt wurden die Wahlen der Abgeordneten Leemann(11. Württemberg, Mtl.), Pause (7. Merseburg, dfr.), Kauffmann(5. Wiesbaden, dfr.), v. Sperber(4. Gumbinnen, kons.). Ueber die Wahlen der Abgeordneten Leemann und Panse soll dem Hause schrist- licher Bericht erstattet werden. Dur Einigkeit I« der deutschfreistuttlgen Partei. Das Zentralkomitee der deutschfreisinniaen Partei war gestern im Reichstage beisammen und wählte mit 6 gegen 5 Stimmen an Stelle des Abg. Richter den Abg. Dr. Schräder zum Borsitzenden des engeren Ausschusses. Kam bürg, den 19. Mai. Zum Streik der Gas- a r b e i t e r. Bon den alten Arbeitern hat bis jetzt Niemand die Arbeit wieder aufgenommen, da sie auf ihrer Forderung, daß ihre entlassenen Kollegen wieder zur Arbeit zugelassen«verde««, m«d daß die Direktion der Gaslverke von der von ihnei« ver- langten Unterschrist der bekannten Fabrikordnung Abstand nimmt, bestehen. Die Arbeiten werden noch immer von polnischen Ar- beitern, welche vollständig in der Gasanstalt beherbergt und be- köstigt werden, ausgeführt. Die Zugangsstraßen zu der Gas- anstatt sind durch Konstabler abgesperrt, um zu verhüten, daß die Arbeiter mit de«« Streikenden»n Berührung kommen.— Dem Solidaritätsgefühl mit den anderen Arbeitern gab der Buchdruckerverein von Hamburg-Altona dadurch Ausdruck, daß in einer eigens dazu einberufenen außerordentlichen Generalversammlung gestern einstimmig beschlossen wurde, den im Kampfe befindlichen Gewerkschaften sofort 1000 M. zu überweisen. Gleichzeitig«vurde beschlossen, während der Dauer des Massenstreiks von den Mitgliedern eine wöchentliche Extrastcuer von 25— 50 Pf. zu erheben, deren Erttag(welcher sich wöchentlich auf 300—350 M. belaufen dürste) als laufende Unterstützung an die derselben be- dürftigen Gewerkschaften allivöchentlich abzuführen ist. Die be- willigten Summen wurden noch gestern einigen Gewerkschaften übermittelt. In der Motivirung des Antrages war ausdrücklich die vollständige Solidarität ausgesprochen und betont, daß es sich jetzt um keinen Lohnkampf mehr handelt.— Dreitausend italienische Maurer sollen nach einem Gerücht, das auch schon in die hiesige Presse übergegangen ist, aus der Reise nach Hamburg sich befinden. Wir glauben, daß einige Nullen zu viel ge- setzt worden sind, oder daß die Notiz in die Blätter lanzirt ivurde, um die hiesigen Maurer zum Nachgeben zu veranlassen. Der Schreckschuß wird aber nicht die gehoffte Wirkung haben. In Gera faßte eine Versammlung von Bürgen« und Ge- schäfrsleuteu eine Resolution, welche entschieden gegen die Groß- fabrikanten für die ausständischen Arbeiter Partei ergreift.— Dw letzte Versammlung der Weber sprach sich nach längerer Debatte einstimmig dahin aus, die Arbeit unter den von den Fabrikanten gestellten Bedingungen aus keinen Fall wieder auf» zunehmen. m � Leipzig, 19. Mai. In einer vorgestern Abend im Wald- schlößchen in Gohlis abgehaltenen Versammlung der Ziegelei» arbeiter wurde die Gründung eines„Vereins zur Wahrung der Interessen der Ziegeleiarbeiter und verwandter Berufsgenossen von Leipzig und Umgegend" beschloffen und das im Entwurf vor- liegende Statut angenommen. Frankfurt a. M., den 19. Mai. Eine gestern hier statt- gehabte von Angehörigen aller Gewerkschaften zahlreich besuchte Versammlung beschloß gemeinsam und mit allen Mitteln für die Interessen der aemaßregelten Schuhfabrttarbeiter(mindestens 4000) einzutreten. Eine von der Versammlung erwählte Kommission »vird über die weiteren Maßnahmen zu berathen haben. Der seit dem 24. April bestehende Ausstand der Schuhmachergesellen wurde, nachdem alle Geschäfte die Forderungen bewilligt haben, von heute ab als beendet erklärt. Aus Pilsen»vird der„Voss. Ztg." telegraphirt, daß vorgestern früh auf der Pankraz-Zeche, im Humboldtschachte und bei den Schachten der Prager Eisenindusirie-Gesellschaft die Arbeit ein- gestellt wurde. Im Zieglerschacht fuhr die Belegschaft ein, schloß sich aber kurz darauf dein Allsstand an. Bei den Schachten der Pankraz-Zeche rissen feiernde Arbeiter das Feuer unter den Dampf- kesseln heraus. VersÄmmlungen. Der sozialdemokratische Wahlverein des ersten Berliner Reichstags-Wahlkreises hielt am Montag Abend eine zahlreich besuchte Versammlung im Lokale des Herrn Mey, Beuthstr. 22, ab. Auf der Tagesordnung standen: 1. VorstandSivahl; 2. Ein Vortrag des Reichstags-Adgeordneten Molle,»buhr: Ueber den neuen Arbeiterschutz-Gesetzentwurf. Zunächst erstattete der Vorsitzende, Herr Wiemer, einen befriedigenden Bericht über die Thätigkeit des Vereins, dann wurde seitens des Kassirers, Herrn Pfuhl, der Kassenbericht verlosen, gegen welchen Emiväiide nicht erhoben wurden. Dem Kassirer wurde Decharge ertheilt. Hierauf schritt man zur Neuwahl des Vorstandes. Herr Wiemer wurde eiustimmig zum ersten Vorsitzenden wiedergewählt, zum zweiten Herr Feste: zum ersten Schriftführer Herr Wach, zum zweiten Herr T h i e l e r t; zum ersten Kassirer Herr Pfuhl, zum zweiten Herr F e l d in a n n und als Beisitzer wurde Herr Ruft gewählt. Ferner wurden zu Revisoren gewählt die Herren K u b a t und H e r r m a n n. Nach Beendigung der Wahlen er- hielt Herr Molken buhr das Wort zu seinem Vortrage. Redner sprach sich in dem höchst interessanten vielfach von leb- haften« Beifall unterbrochenen Referat folgendermaßen aus: In der letzten Zeit ist ein Umschwung in der söge- nannten öffentlichen Meinung eingetreten, es ist nämlich mehr wie früher in den Vordergrund gedrängt worden, in welcher Weise die Arbeitersrage zu regeln sei. Bor Kurzem las man noch in verschiedenen Zeitungen, daß den Arbeitern eigentlich durch die Unfallversicherung und Jnvalidengesetz Genüge geschehen se«; erst später lilußte man anerkennen, daß die Arbeiter denn doch noch andere Bedürfnisse haben und jetzt spricht alle Welt vom Ar- beiterschutz. Einer»vill immer noch mehr thun als der Andere, Jeder glaubt das richtige Rezept für den„Schutz" zu besitzen. Dieser Umschwung ist, abgesehen von den Kundgebungen einzelner Huinaiiisten, die eS zu allen Zeiten gegeben hat, aus das euer- gische Eintreten der Arbeiter sür ihre eigenen Interessen zurück- zuführen. Früher traten aus Mangel an Subsistenzmittel Hunger- Perioden ein, welche schwer zu beseitigen waren, heute haben wir solche Perioden aus Ueberfluß, und das können wir abivenden. Redner ging nun zu einer eingehenden Besprechung unserer ivirth- schaftlichen Verhältnisse über, schilderte das Handwerk und dessen Vorfall, die ungeheueren technischen Fortschritte auf allen Ge- bieten, die Krisen, deren Ursachen und Wirkungen, die wachsende Arbeitslosigkeit, welche selbst in der flotten Geschäftszeit nicht tmehr verschivinde und bezeichnete es als den Grundgedanken einer Schutzgesetzgebung, erst einmal Arbeit für alle Arbeiter zu schaffen und dafür zu sorgen, daß die Ar- beitslosen nicht zu Lohndrückern werden. Leider ist der vor- liegende Entwurf der Regierung durchaus ungenügend; er bietet nicht einmal den Kindern ausreichenden Schlitz und läßt der Sonntagsarbeit eine Reihe von Hmterthüren offen. Hier will der sozialdemokratische Entwurf einen Riegel vorgeschoben wissen; es ist in ihm Nämlich die Bestimmung vorhanden, daß den Ar beitern, deren Arbeitskraft man angeblich Sonntags nicht ent behren kann, in der Woche ein voller Ruhetag geivährt werden soll. Dadurch dürfte der Sonntagsarbeit nach Möglichkeit die Spitze abgebrochen werden. Ein anderer Punkt des Regierungs- entwurfes will sogar den Arbeitern unter 21 Jahren das Verfügungsrecht über ihren Lohn kürzen, was nicht einmal den vollen Beifall der Nationalliberalen gefunden hat. Herr Stumm war freilich ganz begeistert für diese Idee. Nicht minder unannehm- bar ist der Entwurf betreffend die Einführung von Gewerbe- Schiedsgerichten, weil er diese Gerichte nur fakultativ zulassen, das Wahlrecht erst mit 25 Jahren gewähren und die Wählbarkeit erst an das Alter von 80 Jahren knüpfen will. Die Ar- beiterinnen sollen bekanntlich ganz übergangen werden. Demgegen- über fordert unser Entwurf: Regelung der Gefängnißarbeit, einen Normal-Arbeitstag, der zunächst 10, später aber nur S Stunden betragen darf, gänzliches Verbot der Kinderarbeit, wirkliche Sonntagsruhe, Abschaffung des Trucksystems, Einführung von Arbeitsämtern und unbeschränktes Koalitionsrecht. Wir wollen den heimischen Markt für unsere Industrie erweitern, indem wir die Arbeiter und Arbeiterinnen theilnehmen lassen an den Genüssen der heutigen Kultur. Es soll das arbeitende Volk nicht mehr entbehren, was zum menschlichen Leben nothwendig ist. Wenn die Arbeiter durch die Koalitionsfreiheit sich eine bessere Lebens- stellung erringen, erobern sie unserer Industrie ein weit größeres Absatzgebiet, als die Wißmann'schen Truppen in Ostasrika. (Stürniischer Beifall.) Inzwischen war von Herrn Mohrbach folgende Resolution eingebracht worden: „Die am 19. Mai in Mcy's(Heydrich's) Saal tagende Versammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins für den 1. Berliner Reichstags-Wahlkreis erkennt in vollem Ein- verständniß mit dem Referenten die Schäden der heutigen kapitalistischen Produktionsweise und fordert, um die Folgen derselben wenigstens etwas zu mildern, die sozial- demokratische Fraktion auf, energisch für eine durchgreifende Arbeiterschutz-Gesetzgcbung einzutreten." Diese Resolution wurde einstimmig angenommen. Bon einer Diskussion wurde angesichts des wirkungsvollen Vor- träges Abstand genomnien. Nachdem noch auf den Brauerstreik, sowie auf die von den Zigarrenarbeitern gesperrten Geschäfte hingewiesen worden war, schloß der Vorsitzende die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf den Verein. Der Allgemeine Arbeiterinne,»verein sämmtlicher Kernfszmeigr Berlins und Unigegcud hielt am 19. d. Mts. unter Vorsitz von Frau G u b e l a in der„Königsbank" eine von Damen und Herren besuchte Versamnilung ab. Auf der Tages- rdnung stand als erster Punkt ein Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille, welcher über„Jugenderziehung" zu sprechen gedachte. An seiner Stelle hielt indessen Herr B ö l s ch e einen aufklärenden Vortrag über den Zuf am m e n h a n g zwischen Gehirn und Seele. Der geistvolle Vortrag sand eine verständnißvolle Würdigung seitens der Versanimelten, die in dem gezollten Beifalle einen lebendigen Ausdruck fand. Von einer Diskussion über das Gehörte wurde Abstand genommen. Nach einer stattgehabten Pause behufs Aufnahme neuer Mitglieder gelangte der 4. Punkt der Tagesordnung,„Einrichtung einer Filiale ffür den Osten", zur Verhandlung. Frau Gubela begründete diesen Antrag in eingehender Weise, den Arbeiterinnen ihre Pflicht, sich der geschaffenen Arbeiterinnen- Organisation anzuschließen, in beherzigender Weise vor Augen und zu Gemüthe führend und die Hoffnung aussprechend, daß die Filiale für den großen Osten groß und stark werde und dazu bei- tragen möge, die Arbeiterinnen endlich aus ihrem Schlummer zu erwecken. Die Gründung einer Filiale für den Osten wu r d e beschlossen und gewählt zur Bevoll- Kassirerin Fräulein Ganz, Der Vorstand des Ver- aftragt, den Vorstand des Vereins der kaufmännischen Angestellten zu veranlassen, dafür Sorge zu tragen, daß in den kaufmännischen Geschäften bezw. in den Schaufenstern in sichtbarer Weise Tafeln angebracht werden des Jndalts: Um den Angestellten die Sonntagsruhe zu sichern, bleibt das Geschäft an Sonn- und Feiertagen von 10 Uhr Vormittags ab geschlossen, um den Arbeiterinnen diese Geschäfte in sichtbarer Weise kenntlich zu machen. Im Weiteren wurden die Arbeiterinnen und Arbeiter ersucht, das Lokal von Bolle, Neu- städter Bolksgarten, bis auf Weiteres zu meiden, da mit dem betr. Wirthe bezüglich der Bayrischen Bierfrage Differenzen be- stehen. Zun, Schlüsse gab die Frau Vorsitzende bekannt, daß am 29. d. M. bei Scheffer, Jnselstraße 10, Generalversammlung stattfindet und daß der Verein(mit allen Filialen) am zweiten Pfingstseiertage einen Ausflug nach Wilinersdorf(Volksgarten) veranstaltet(das Nähere hierüber wird noch im„Berliner Bolls- blatt" bekannt gemacht), zu recht reger Theiluahm« beiderseits die Mitglieder auffordernd und dieselben ermunternd, mit Lust«i Liebe für die Offenbachcr Frauenkasse zu agittren. Die freie Dereinignug der Knn und gewerblichen Hilfsarbeiter für Kirdorf und Mmgegend hielt am Donners- tag, den 15. Mai, eine große öffentliche Versammlung ab. Die Tagesordnung lautete: 1. Bericht der Statutenberathungs-Kom- mission. 2. Zweck und Ziele der Organisation. 8. Wahl des Vorstandes. 4. Aufnahme neuer Mitglieder. 5. Verschiedenes. Den Vorsitz führten die Herren Müller, Stamnitz und Kramer. Nachdem Herr Jauersch die Statuten verlesen hatte, wurden die- selben einstimmig angenommen. A?f Antrag des Herrn. wurde ein provisorffcher Vorstand von 3 Personen gewählt, ni.- berechtigt ist, der Behörde das Statut einzureichen und v glieder aufzunchmen. Es wurden folgende Herren gewatm. erster Vorsitzender Herr Müller, als Kassirer Herr Jauersch als Schriftführer Herr Kramer. Dieser Antrag wurde noch � den Herren Renntyaler und Gutsch befürwortet. Als He" g erläuterte, weshalb wohl die Bersammlung so schwach j I, war, wurde dieselbe bei einer Aeußerung desselben von dein n wachenden Beamten geschlossen. Eine Uerfammlung Deutschlands(Ortsverwaltung...... gender Tagesordnung: 1. Vortrag über:„Die Entstehung. Streiks". Referent: Kollege Rautenberg. 2. Diskuspon. u.. J---------~ Rautenberg erntet- g Entstehung d«® jijl: der Uereinlguug der Dk-ch«!� tung III) tagte am Montag nnl y cht allein auf materielle Gründe zurück, sondern es eyr sittliche Gründe, welche die Arbeiter dazu treiben, zu verbessern. Von einer Diskussion»vird Abstand genom Unter„Berschiedenes" wird mitgetheilt, daß in der Werklteu- � Schaffet, Äeinstraße 9, die neunstündige Minimallohn von 24 M. bewilligt ist und vom 1 Kraft getreten ist. Es erstattete dann Kollege Gutscy die bisherige Thätigkeit der Agitattons-Kommission. Die#0 L der Werkstatt von Pfaff erhielten eine Rüge, besonders die Weisniann und Howald, welche recht eigenthümliche Aeußer& über die Bestrebungen des Vereins gethan haben, �icht,;. erging es den Kollegen Schröder, Ernst Schmidt und Km welche in der Werkstelle bei Bischoff, Krautstraße, arbeiten. An die Mechaniker und Kerufsgenossen Kerlin« Umgegend. Kollegen! In der am 8. d. Mts. stattgeb öffentlichen Versammlung der Mechaniker und Berufvge Berlins und Umgegend habt Ihr den Bericht des Stteikausl�.� — nach welchem ca...... anerkennen— über hört und die von — nach welchem ca. 52 Prinzipale unsere Forderungen'w. die Berhandlungen der Lokalkommis!' letzterer festgestellte Form unsere rungen akzeptirt. Ihr habt des Weiteren die Strerkkoiiiin> über beauftragt, nach Abhaltung der Ärbeitgeberoersaminlung. welche inzwischen am 13. d. M. stattgefunden� hat-��euie iL, sere irsan findet am' Mittwoch, den 21. Mai 1890, Abends 8 Uhr, liche Gehilfenversaminlung einzuberufen zur Beschlußfassung.� Mahnahmen gegen diejenigen Prinzipale, welche unsere 0.�, rungen nicht bewilligen wollen. Diese entscheidende VersanM Böhmischen Brauhause, Landsberger Allee 11—13, statt. Theater. Mittwoch, den 21. Mai. vpernhnu». Die lustigen Weiber von Windsor. Kchrtttfpirlhitua. Der Sturm. Krrliner Theater. Kean. Drutfchea Theater. Ein Erfolg. Lrsstng-Theater. Eine alltägliche Geschichte. Hierauf: Ritterdienste. Friedrich-Wilhelmltiidt. Theater. Der arme Jonathan. Malluer-Theater. Hänschen(Böbs). Guten Morgen, Herr Fischer. Viktoria-Theater. Stanley inAfrika. Gstend- Theater. Lohengrin. Kestdenz-Theater. Marquise. LrlleaUianre- Theater. Der Nau- ttlus. KrvU's Theater. Die weiße Dame. Adolf Crnst- Theater. Der Gold- Gedr. Richter'« VarittS. Speziali- täteu-Vorstellung. Englischer Garten Direktion: C. Andvcss, Alexanderstrahe 27 o. ErGW des SmAMtens itiii) Siijiie. Täglich Auftreten erster Spezialitäten. Ansang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 5V2 Uhr. Entree Wochentags und Sonntags 30, 50 u. 75 Pf., im Vorverkauf 30 u. 50 Pf. Der Garten ist an Vereine für Som- merfestlichkeiten mit Spezialitäten-Vorstellung zu vergeben. Andreas. EtMjseNttNt Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Grosses Carten-Concerl. Direktion A. Ködmann. Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. Vnivun Wochentags 10 Pfg., üillli cc sonn- nnd Festtags 25 Pfg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren Restaurationsräumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzeuhoser Export-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bts auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen. 641 F. Müller. Vari6t6-Theater. (Hasenhaide) Herrmaunstr. 18— Nene Strasse 18. In dem vollständig neuen, schattigen Garten: 275 Concert, Theater und Specialitäten-Vorstellung. Vollständig neues Programm. >W Im große»» Saale: Sali, ßg Anfang 4 Uhr. Entree 20 Pf. Passage 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Nur BWr diese-MW Woche: Vielen Wünschen entsprechend: 1. Netsc d. Korwegen. Dritte Wanderung durch den Harz. Eine Reise 20 Pst, Kind nur 10 Pst Abonnement 1 M. Jede Woche andere Reisest._ Steuer- Reklamationen,,.. jeder Art, Prenzlauerstr. 46, Hof Rechtsbureau. ätä' [418 Ausstellimg spark Hasenhaide. 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Um eine solche bei mir allmälig ein- zuführen, werde ich mein Gigarren-Geschäft in der Srunnenstr. 122, Ecke Anklamerstrasse, versuchsweise Sonn- und Feiertags vorläufig um 6 Uhr Abends schließen.— Da der Sonntag Nachmittag bisher der Haupt- Geschäststag war, so werden es die Parteigenossen verstehen, wenn ich sie dringend bitte, mich in der übrigen Zeit kräftiger als bisher zu unterstützen, damit der Ausfall dadurch ausge- glichen wird. 524 Gleichzeitig mache auf meinen von jetzt ab Sonnabends stattfindenden grossen Gelegenheitskauf aufmerksam. Durch bedeutende Baar- einkaufe bin ich in der Lage, folgende niedrigste Preise zu offeriren: 75 Mark-Eigarre für 5 M., 60 Mark- Eigarre für 4 M. und 50 Mark- Eigarre für 3,80 M. per 100 Stück. Hochachtungsvoll Clara verw. Willi. Hasenclever, 1. Geschäft: Chausseestrasse 49/50. DGWWllS S» Seine. Chansseestratze14. 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Tagesordnung; 1. Stellun�nahme�ur Arbciter-Streikkontrol-Komimsr� gnaymezu 2. Wie stellen sich die Sattler zur Fachpresse? 631 8. Diskussion und Verschied Oer Einberufer. Aufruf! Rohrleger uni> Helfer Berlins! Kollegen! Wir ersuchen Euch ein- dringlich, der Streikkommission sofort anzumelden, in welchen Werkstätten die Unternehmer Lohnerhöhungen bewilligt haben und in welcher Höhe; es ist dieses dringend nothwendig. Mel- düngen sind im Streikbureau Ritterstrasse 112 bei Schmidt zu senden., 518 Die Kommission. Achtung, Bildhauer! Donner»tag, den 22. Mai. Abends 8 Uhr: Delegirtenversammlung bei Keffner, Annenstraße 16. Tagesordnung; I. Der Werth des Delegirtenwesens. 2. Werkstattangelegenheit. 3. Verschiedenes. Wir ersuchen die Kollegen, dafür zu sorgen, daß bei dieser Versammlung sämmtliche Werkstätten vertreten sind. 425 Die Kommission. am hiesigen Platze bekanntlich Grösste Auswahl. Garantirt sicher brennende MV Tabake. WA Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindlichen Rohtabake sind am 1653 Lager. A. Goldschmidt, Spandauerbr. 6, am Hacke'schen Markt. wen Sattlrrst, insbesondere legen in den Treibriemenfavr>.� Nachricht, daß am 19. ct." L lege Paul Neumann an Allen Sattlern, insbesondere Koll ur ..ollege W--------------... Proletarierkrankheit verstorben tit. Die Beerdigung findet Donnerl den 22. er., Nachm. 4 Uhr, von der v„ des Zionskirchh. zu Weißensee aus! Die Kollegen der TrelbriemenlaB% Sorge& Schma. Grabdenkmäler Mit fertigt zu den solidesten Preisen A. Zabel, _ Schönhauser All-e�. S! Kein Laden � abrikation. 25 ZtgfK Garantie rein amenkann s. Rippentabak 2 Bid. 60 f Achtung. Nur eigene Fabrikation, 25 1 Matt. Tabake. 234 «■-'HlSjsi- Kottbuserstraße 4, Himbeersaft, � dick m. feinst. Zucker eingekocht Liter 1,50 Rothiveill, Portivck, Flasch- 1.50 Mehizikislher Usgllmeill, Mllitrilllk incl. Flasche 76 Pfennige. zMtt,L«st,PMAMMN Franz Beyer, Prinzessinnenstr. 15 Ein Genosse sucht irgend eine Be- schästigung. Adreffen abzugeben an die Expedition dieses Blattes. 529 WWkllllll, Werkzeilge, Haus- uns Kuiheugeral� E. Vogtherr, Berlin c;i Landobergerstr. 64, amAlexand _(Sonntags geschlossen.)��' Lassalle-, Marx-, Bebel-, Liebln-�! Singer-Köpfe, als Eig.- Spitze, � Meersch., k 1,60 M. und besser. Verkäufer Prozente. ,.7 Günzel, Brunnenstr.�__> -------- B. Ich erkläre Rob. Becher, daß ich nur Entlassung nichts z.i thun habe.- s{t man wegen ungenügender Leistung� j, dergleichen entlassen wird, ist y �,1 einfacher, zu sagen, ein Kollege� mich aus der Arbeit gebracht.. � die Beleidigung anbetrifft, so 9� eben Leute, die man nicht vor � '""im W. Das gr. Lager > Andreaoss�. � Soeben erschien Der ivahre Nr. 100.„ Zu beziehen durch die Exp� Beuchstraße 3. Verantwottlicher Redakteur: Kurt Saake in Berlin. Druck und Verlag von Mo» Fading in Berlin SW.. Beuthstraße 2, Hier«» zwei FrilaS i I K nft W 4' IUP U I. Beilage zum Berliner Bolksblatt. Nr. 115. Mittwoch, den 31. Mai 1890. y. Jahrg. e- DAvletNtenksbevizkzke. Deutscher Reichstag. « 10. Sitzung v o m 20. M a i, 1'/2 U h r. Verlü'.Vche des Bundesraths: von Bötticher, von psch, v. Oehlschläger. Graf Lerchenfeld u. 21. d e r Berathung über die Abänderung der<- AlinxLt" K,.n 9'vird fortgesetzt. Ifwu,. nn �inchtigter preußischer Handelsminister v. Ker- WiüUJJl*m Herren, nachdem ich die Redner der verschiedenen "itim S I!.Parteien des Hauses über den vorliegenden Gesetz- teel 9.et)oct habe, darf ich ,vohl konstatiren. daß die Aufnahme driick f; lm ��gemeinen keine ungünstige ist. An diesem Ein- 6ti[|pn.''uen auch die 2lnsführuiigen des Herrn 2lbgeordneten mit einom gestrigen Tage nichts ändern. Denn er hat sich Mit.. unwichtigen Thcile des Gesetzentwurfs einverstanden MfiöMV. ö ein Führer der sozialdemokratischen Partei nicht standen n«lt �eu Bestimmungen eines Gesetzentwurfs einvcr- «rsüllt ii?*n.»n, der nicht alle Forderungen der Sozialdemokratie Ich Wi 1- ein.e natürliche Thalsache, auf die man gefaßt sein mußte. hiitci, f.- mi.r wohl im Augenblick versagen, auf die Einzel- gestrigen Anführungen einzugchen; wir werden ja in Woimn°m0'!�fowthungen Gelegenheit haben, auf dieselben zurück- diu,>»,' ,?■. Wenn er aber im Slllgemeinen gesagt hat, daß er 'om /u°�rath vorzuwerfen habe, daß er die kaiserlichen Erlasse dem N„ �?uar d. I. nicht zur Ausführung bringe, wenn er Eesekl�.?-Uth vorgeworfen hat, daß er bei Aufstellung des kreist ulwurfes sich habe beeinflussen lassen von der Ilnternehmcr- kiiW? con �"r Unternehmergeist in dem Sinne, wie er ihn "& w muß ich das auf das 2lllcrentschiedcnsie zurückweisen. «riaffe oder der Erlaß Sr. Majestät vom 4. Februar d. I., InjÄ;;; e§ hrer ankommt, ist an den preußischen Handelsminister «b e.r. giebt demselben auf, einer Prüfung zu unterziehen, �üi,,.�>tl»»nungcn der Gewerbeordnung den Interessen und Ijch der Arbeiter nach allen Richtungen, so weit das mög- fi.., Uno foiDpit hif» PphonSttifevpfiPT» hf»r �rthliffviP hrtS r»Ps "'"st ich das auf das"Allerents chiedcnste der le 'sch ftdjt,' llnd soweit die Lebensintercssen der Industrie das ge in h0„' gerecht werden; er giebt ihm auf, nach Formen zu suchen, lÜber Arbeiter durch gewählte Vertreter und die Arbeit- Ijch.. gemeinsam über ihre gemeinsame» Angelegenheiten in sried- (,*, �kise berathen. Wenn in dem vorliegenden Gesetzentwurf lliedt �Anforderungen der Sozialdemokratie befriedigt sind, so in rJ«? meines Erachtens in keiner Weise das Recht, Ichneßen, daß die kaiserlichen Erlasse nicht ausgeführt wich, _ Der Redner der sozialdeinokratischen Partei kann Am» Trachtens höchstens den Schluß ziehen, daß die Erwä- !>>>lt ,.?> über die von Sr. Majestät intendirten Maßnahmen «»J'"ach nicht abgeschlossen sind, oder daß diese Erwä- Ii*, J" dam Resultat geführt haben, daß bei dein augenblick- Sstiir-i"Nd der Dinge weitere gesetzliche Vorlagen an den üditÜ® nicht zu bringen sind. Ich möchte mir gestatten, ihn Dinge weitere gesetzliche �lag nicht zu bringen sind. Ich möchte „u/Mpt darauf aufmerksam zu machen, daß es in Preußen d,»«""gängig ist, eine Bestimmung Sr. Majestät einfach unter L"chch sollen zu lassen. Wenn ein verantwortlicher Minister, zn" die Ausführung königlicher Bestimmungen übergeben ist, der T?""ng ist, daß dieselben zur Zeit oder überhaupt nicht zur •.�"Hrung kommen könne», so hat er seine Bedenken Sr. Ata- kjv vorzutragen, und kommt er mit diesen Bedenken nicht Ion»/' f0 wird nicht die belrestende Bestimmung Sr. Majestät, Et der betreffende Minister fallen, d. H. er wird einem Planne t n ZU machen haben, der geeigneter ist, den Allerhöchsten Witten L Aiajestät auszuführen. Die Behauptung ferner, daß die »?'kruchmerpresse und der Unternehmergeist, das heißt doch im des Herrn 2lbg. Grillenbcrger, ein ausbeutender, Hab- ?'ger, geivinnsüchtiger, riickfichtsloser Geist aus die Bestimmun- : ig dieses Gesetzentwurfes von irgend einem Einfluß gewesen sei, C' meine Herren, ist ein Vorwurf, der sich nicht als eine Ueber- M,ug dorstxgt, sondern als eine Behauptung, die jeder that- Michen Grundlage überhaupt entbehrt. Tie verbündeten Re- Hungen haben diese» Gesetzentwurf ausgestellt, weil er ihrer ""0 nach den vorhandenen Bedürfnisten nach allen Rich- $ flest entspricht: sie sind unbeeinflußt geblieben von politischen «»t dimeinungen und politischer Parteiprefse, und ich muß, wie . idgt, de» Vorwurf des Herrn Abg. Grillenberger ger-ade so dMckivcisen, wie ich den Vorwurf zurückweisen würde, daß die s, füerpresse oder sozialdemokratische Organe ans den Entschluß J:. Regierung bei Ausstellung dieses Entwurfes von Einfluß ge- i st" seien. Im AUgemeiuen also darf ich konstatiren, daß der u!!"urf eine günstige Ausnahinc iui Hause gesunden hat, und daß die f irniing moyl berechtigt erscheint, es werde in den Koinnrissions- «chlhungen über die Punkte, welche heute noch streitig sind, eine £"gu»g erzielt werden und schließlich ein Gesetzentwurf zu ,,®"be konnnen, der einen entschiedenen Schritt aus der Bahn �.„ständiger sozialer gleform bedeutet, einen Schritt, den die ver- hl» Regierungen mit Ihne», meiue Herren, in der freudige» t-i��eugung zu thun bereit find, daß mit demselbeii ein er! mg- B ersuch, den sozialen Frieden anzubahnen u»d zu wahren, L'"cht wird, ohne daß gleichzeitig die Grundlage jeder gewerb- ern.?,'- Thätigkeit, die Sicherheit der Industrie und ihrer'Arbeiter R"i'4 ersmüttert oder gefährdet werde. Diese Sicherheit, meine in-.r1?"''st überall und unter allen Umständen festzuhalten und Me nvthwendigcr Weise bei'Aufstellung des Entivurfes einer " leitenden Gedanken sein. Ich sehe darin nicht einen Vor- gl. st wie der Herr 2lbg. Grillenberger, soiidern ich meine, kein »>i,�"iwurf, der im Interesse unserer sozialen Reform gemacht io. kann dieses leitenden Gedankens entbehren, srs ist be»,»st schwer und eine nicht blos für die Herren Sozial- ftj?iiate» überaus angenehme Beschäftigung, zu Gimflen der sxi,. ichränkung der 2lrbeitcrverhältuisse nach Art und Dauer Vor- ri*??1 äu"wchen; es ist aber nicht so leicht, die Grenze uberaU zii s'2 abzustecken, bis zu welcher die Sicherheit, über die ich mir in freche» gestattete, gewahrt wird. Es mußte deshalb e»>c Wältige Prüfung dahin stattfinden, welche Bestimmungen, bi:- W«»,ö den Arbeilerfchutz, dein bestehenden Rechte zugefügt wer- sz?,'ou»ten, nnd ob diese Bestimmungen auch überall den thal- ij�lichen Verhältnissen entsprechen. Denn nur aus diesen kam, !ruÄ? ar Äjrt in«/'"Ö hat seitens der verbündeten Regierinigen itat'fl6!""'' %CI�" des Reichstags gefunden hat „»slluise der internationalen tagt,"ladung Sr� Majestät des die im März d. I. des Bundesraths oder durch königliche Verordnung die beschränk kenden Bestimmungen des Entwurfs auf andere weniger Zweifels- freie Gebiete auszudehnen, sobald die Nothivendigkeit und Durchführbarkeit solcher Anordnungen sich ergeben. 2Ils ziveifellos nothwendig und ausführbar erschien zunächst in Ueber- cinstimmung mit den früheren Beschlüssen des Reichstags die Sicherung der Sonntagsruhe für die 2lrbeitcr und die weitere Einschränkung der gewerblichen Thätigkeit der Kinder und Frauen. Die verbündeten Regierungen glauben in den Bestimmungen des Entwurfs, die sich auf diese Verhältnisse beziehen, überall den Boden der Sicherheit der Industrie und ihrer Arbeiter gewahrt und nirgends verlassen zu haben. Wir wollen deshalb mir Ihnen dafür sorgen, daß die Ruhe vor der Wochenarbeit, das Sammeln von Kräften zu der neuen 2lrbeit den Arbeitern an Sonn- und Festtagen gewahrt, und ihnen die Möglichkeit gegeben werde, ihren religiöse» Bedürfnissen gerecht zu ivcrden, den Gottesdienst zu besuchen, daß ihm die Möglichkeit gewährt werde, das Familienleben im Kreise der Seinen zu pflegen. Wir wollen mit Ihne» dafür sorgen, daß die körperliche und geistige Entwickelung der Kinder des Arbeiterstandes besser wie bisher geschützt werde, damit sie, wie wir Alle wün- schen, dereinst kräftige und tüchtige Staatsbürger, gesunde und sorgsame Mütter und Frauen werden. Wir wollen mit Ihnen dafür sorgen, daß nicht nur der schwächeren Kon- stitution der Frauen die nörhige Rechnung getragen wird, daß nicht nur die kostbare Gesundheit der Frauen aus dein 2lrbeiter- stände, auf der das Wohl der künftigen Generation und damit die Kraft des Vaterlandes beruht, besser als bisher gewahrt werde, sondern wir wollen auch dafür sorgen, daß der veredelnde Geist des Familienlebens, der Segen des häuslichen Herdes, der heute ernstlich bedroht erscheint, dem Arbeiter und den Seinigen gesichert bleibt.(Bravo!) Ich nehme an, daß in allen diesen Beziehunge» zwischen den Mitgliedern des hohen Hauses und den verbündeten Regierungen volle Ubereinstimmung besteht, und ich zivcifle auch nicht, daß es in den Kominissionsbcrathnngen ge- lingen wird, über das Maß der Zlusnahinen, die zu gewähren sein werden, und über die Stelle, welche diese'Ausnahmen zu bestimmen haben wird, eine Einigung zu erzielen. Denn das sind nicht prinzipielle Fragen, am allerwenigsten Fragen der Macht zwischen Reichstag und Bundesrath, das sind reine' ZweckmäßigkeitSsrage», und ich nehme des- halb an, daß sie in der Kominission ihre Lösung finden können. Es sei mir nun gestattet, ganz kurz auf einige Ausführungen des Herrn Abg. Schräder nnt einigen Worten einzugehen, der der Meinung war, daß die größere Sachverständigkeit zur Feststellung dieser Ausnahnim innerhalb des hohen Hauses und nicht beim Bundesrath sei. Ich ,nuß gestehe», ich bin nicht ohne Zweifel, ob er ganz Recht hat in dieser Beziehung. Wenn ich vor die Frage gestellt iverde, wer von Beiden der Sachverständigere ist, über die Gestaltung der 2luSnahmen zu entscheiden, so wollen Sie mich entschuldigen, wenn ich sage: nach meiner Meinung an sich keiner von beiden. Denn es handelt sich hier nicht um eine Sachverständigkeit, die daraus hervorgeht, daß man die allge- meinen Lebensverhältnisse richtig beurthcilt, sondern um eine ganz pczielle technische Sachverständigkeit in einem einzelnen Fall. Nur der Mann, der im Betrieb einer Eisenhütte, einer chemifchen Fabrik oder Tcxtilfabrik ganz genau bekannt ist, wird in der Lage sein, festzustellen, welche Ausnahmen von dem Gebot der Sonntagsruhe in den betreffenden Fabriken gemacht werden müssen. Ich habe einige Erfahrung in dieser Beziehung. Die Düsseldorfer Regierung, der ich früher angehört habe, hat sich der Mühe unterzogen, eine Anweisung zu geben, in ivelcher diese 'Ausnahmen geregelt sind. Ich will nicht etiva behaupten, daß ich infolge dieser'Arbeit irgendwie Sachverständiger bin, ich habe aber daraus eben erfahren, daß ich trotz einiger Erfahrung nicht Sachverständiger bin. Beide, sowohl Reichstag wie Bundesrath, würden in die Lage kommen, sachverständige Personen zu befragen, und da meine ich, ist der Bundesrath günstiger situirt sowohl in Bezug auf die Ausivahl der Sachverständigen, als auch in Bezug auf die Zeit, die ihm dazu zur Verfügung steht. Indessen sind das Fragen, über die wir in der Kommission Verständigung er- zielen werden. Nicht so leicht wie über diese Frage wird sich eine Einigung erzielen lassen über andere Bestimmungen des Entwurfs. Es find das namenllich die§§ 125 und 158. Ich möchte hier nicht auf die Einzelheiten der Bestimmungen eingehen und alle Einivürse, die gemacht sind, zu widerlegen versuche». Aber das wollen Sie mir gestatten doch zur Erwägung zu gebe», daß, wenn man in den Grenzen des'Ausführbaren für das Interesse der Arbeiter nnd ihres Schutzes in diesem Cntwutfe orgt, es doch auch recht und billig erscheint, solchen Ausschrei- tungcn gegenüber gesetzliche Bestimmungen zu treffen, die sich in der letzten Zeil, namentlich gelegentlich der großen Slrbeitsein- stellungen in immer zunehmendem Maße und in einer das öffent- liche'Wohl gefährdenden Meise bei einem Thcil der 2lrbciter gezeigt habe». Ich meine die sichtbar zunehmende Zügellosigkeit der jugendlichen'Arbeiter, die Vcrgeivaltignng derjenigen'Arbeiter, die sich an einem Streik nicht betheiligen wollen, durch ihre ans- itändige» Genossen und die leider fast zur Regel gewordene völlige Nichtachtlliig der vertragsmäßigen oder gesetzlichen Kündigungsfrist bei Sliedcrlegung der Arbeit. In letzterer Beziehung bin ich in der Lage, Ihnen einige Zahlen mitzutheile». Ich habe versucht, mir eine Ueversicht über die'Arbeitseinstellungen seit dem 1. Januar v. I. zu verschaffen. Die Uebersicht ist noch nicht vollständig, giebt aber immerhin ein Bild aus flu Regierungsbezirken der preußischen Monarchie. In diesen 30 Regierungsbezirken haben seit dem I. Januar 1880 bis Ende 2lpril 1890 im Ganzen 574 große ge- iverbliche'Arbeitseinstellungen stattgefunden, d.h. solche, bei denen mehr als 10 Arbeiter belhciligt waren; in diesen 574 Großbetrieben oder Handwerkezweig umfassenden Zlrbeitseinstellungen waren 234 961 Arbeiter ausständig, und von diesen waren 206 895 Arbeiter oder mehr als 87 pCt. kontraktbrüchig. Ich meine, diese Zahlen geben zu denken, sie liefern den Beweis, daß die Heiligkeit des gegebenen Wortes und des Vertrages völlig außer Beachtimg in wetten Kreisen unserer'Arbeiterschaft gekommen sind, und zivar in so iveitem Maße, daß das öffentliche Interesse in äußerstem Grade dadurch geschädigt erscheiut. Und ivenn das der Fall ist, so hat nach niemer Auffassung die Gesetzgebung dasselbe Recht und dieselbe Pflicht, solchen'Ausschreitungen entgegenzutreten, wie sie das Recht und die Pflicht hat, den 2lusschreituugen gegenüberzutreten, die sich auf die'Ausnutzung der 2lrbcitskraft des Arbeiters beziehen.(Sehr gut!) Nun, meine Herren, ge- statten Sie mir noch mit, venigen Worten auf einzelne'Aussüh- rangen zurückzukommen, die iu ihren'Anforderungen über das hinausgehen, was der Gesehentwurf bietet. Sie bc- ziehen sich vor allen Dingen auf den Maximalarbeitstag. Meine Herren, der Maximalarbeitstag ist meines Erachtens ein völlig diskutirbarer Gegenstand, und ich meine, auch an, gestrigen Tage von einem unserer bedeutendsten'Arbeitgeber gehört zu haben, daß er auf deinsclben Standpunkte steht. In Teutschland besteht nicht die Auffassung, daß die Regelung der'Arbeitsverhältnisse des er- wachsenen männlichen 2lrbeiterS prinzipiell ausgeschlossen sei. geht schon daraus hervor, daß wir auch die Regelung der Sonn- tagsrnhe auf den erwachsene» männlichen 2lrbeiter erstreckt ivifsen wollen, während das in denjenigen Hände», die prinzipiell auf einem anderen Standpunkte stehen, z. B. in England, Frankreich und Belgien, nicht der Fall ist. Die Unterlassungssünde, deren die verbündeten Regierungen sich dadurch schuldig gemacht haben sollen, daß sie keine Bestimmung über den Maximalarbeitstag in den Gesetzentwurf aufgenommen haben, rechtfertigt sich durch die Erwägung, daß die augenblicklichen Verhältnisse es nicht durchführbar erscheinen lassen, die Arbeitszeit des erwachsenen männlichen Arbeiters auf eine bestimmte Stunden- zahl zu beschränken. Da die Forderungen in dieser Beziehung wesentlich auch von dem Herrn Vertreter der Sozial- demokratie gestellt worden sind, so gestatte ich mir, auch darauf eine Antwort aus Arbeiterkreisen zu geben. In Belgien hat die sozialistische Llrbeiterpartei vor dem 1. Mai d. I. an die katho- tische Arbeiterpartei dieses Landes die 2lufsorderulig gerichtet, sich an einer Demonstration für den achtstündigen Normalarbeitstag, oder wie es besser heißen sollte, Maximalarbeitstag, zu bethei- ligen. Die katholische?lrbeiterpartei, die nach meiner Kenntniß der Dinge der sozialistischen weder an Zahl noch irgendwie sonst nachsteht, hat es abgelehnt, sich an dieser Demonstration zu be- theiligen, mit dem Bemerken, daß die Frage der gleichmäßigen Einschränkung des 2lrbeitstags auf acht Stunden eine verwickelte sei und daß es erforderlich sei, sich durch eine eingehende Unter- fuchung über die Verhältnisse der Industrie Rechenschast zu geben und zu erforschen, ob nicht durch d,e Festsetzung einer gleichmäßigen Dauer des Arbeitstags »ach allen Richtungen hin ein den, gewollten entgegen- gesetztes Resultat erzielt wird, indem die Existenz einer großen Zahl von industriellen Etablissements, in denen die Arbeiter Be- schüstigung finden, bedroht wird. 2lus dieser wichtigen Frage des achtstündigen Arbeitstages entspringen zwei weitere: die Frage der Anforderungen des Budgets des Arbeiterhaushalts nnd die Lage der gewerblichen Unternehniungen gegenüber der auslän- dischen Konnirrenz. Es ist klar, daß eine internationale Konferenz der erste Schritt sein müßte auf dem Wege der gesetzlichen Rege- lung des Arbeitstages. Meine Herren, Sie sehen, die belgischen 2lrbeiter stehen in dieser Beziehung ganz genau auf dem Stand- punkte, den die verhündeten Regierungen bei Gestaltung dieses Entwurfs eingenommen, d. h. sie wollen nicht die Sicherheit ver- lieren, daß die Industrie in ihrem Lebensinteresse nicht auf den Kopf getroffen wird, sie wollen nicht die Sicherheit verlieren, daß das Budget des Arbeiters nicht in einer Weise geschmälert wird, die es nicht vertragen kann. Und nun nieine ich, die letztere Erwägung ist auch für uns ini gegenivärtigen Augenblick besonders ernst zu nehmen, da wir dazu übergehen wollen, durch Verbot der Sonn- tagsarbeit, durch Einschränkung der Frauen- und Kinderarbeit eine wenn auch nur vorübergehende Schmälerung des Arbeiter- biidgets hier nnd da vorzunehmen. Die Sicherheit, meine Herren, die die verbündeten Regierungen für wünschenswerth halten müssen, ist namentlich auch der ausländischen Konkurrenz gegen- über nicht gewahrt, die Verhandlungen und die Entstehungs- geschichte der internationalen Konferenz haben auf das Deutlichste bewiesen, daß in denjenigen Ländern, mit denen Deutschland vor allen andern auf dem Weltmarkte konkurrirt— weit inehr wie mit Oesterreich und der Schweiz— nämlich in Frankreich, Eng- land und Belgien z. Z. keine Neigung besteht, die Arbeitsverhäll- nisse des erivachsenen männlichen Arbeiters durch Gesetz zu regu- liren. Dazu kommt ferner, daß wir in dxm Gesetzentwurf Ihnen vorschlagen, den Maximalarbeitstag für die Frauen und zwar sowohl für die erivachsenen wie für die jugendlichen zu bestiinnien. Warten wir doch ab, ob diese Be- stimniung nicht dieselbe Wirkung haben wird, wie in England. Es ist in diesem Hause häufig auf die Verhältnisse in England exemplifizirt und angeführt worden, daß die Verbältnisse der Arbeiter dort günstigere seien als bei uns. Man iveiß sehr wohl, daß dort nicht ein Gefetz die Arbeitszeit der männlichen Arbeiter geregelt hat, sondern nur die der Frauen, der geschützten Personen, und daß sich hieraus durch die Gewohn- heit und gute Sitte die Dauer für die Arbeitszeit des männlichen Arbeiters geregelt hat. Warten wir ab, ob sich nicht dies Re- sultat auch bei uns herausstellen wird. Mir scheint es richtiger, diesen Weg einzuschlagen, als den nicht unbedenklichen Weg, heute durch ein Gesetz einen Maximalarbeitstag der männlichen Ar- beiter anzustreben. Unter diesen Umständen erschien es den ver- büudeten Regierungen nur niöglich, in§ 120e ihres Entwurfs die Möglichkeit vorzusehen, der übermäßigen und gesundheits- ividrigen Ausnutzung der Arbeitskraft des Arbeiters entgegen zu treten. Mir scheint, daß diese Bestinimung auf demselben Boden steht, wie die Beschlüsse, die der Reichstag früher in dieser Be- ziehung gefaßt hat. Er ist immer von der Erwägung ausgi- gangen, daß bei Begrenzung der Zlrbeitszeit des erwachsenen Arbeiters es sich darunl handelt, die übermäßige Ausnutzung seiner Gesundheit zu schützen, und man ist weiter davon ausgegangen, daß es sich nicht empfiehlt, für alle Industriezweige eine gleichmäßige 2lrbeitszeit festzusetzen, sondern daß jeder Jndustrieziveig für sich anzusehen sei und für jeden Jndustrieziveig daS Recht der zulässigen Arbeitszeit besonders ge- regelt werde. In beiden Richtungen giebt der§ 120 die vollständige Gewähr, daß dem vorhandenen Bedürfniß Rechnung getragen ,vird. Haben die Herren Bedenken, diese Befugnisse in die Hände des Bundesraths zu legen, so glaube ich, daß auch in dieser Beziehung eine Verständigung in der Konimission sich er- zielen lassen wird. Dann,» e.ne Herren, sind noch einige andere Acußerungen abgegeben, die ich mit einigen Worten behandeln möchte. Der Herr 2lbgeordnete Hartmann hat darauf hinge- iviesen, daß durch die Beschräntnng der Kinderarbeit noth- wendigeriveise eine Llnzahl von Kindern in die Hausindustrie hiniibergedräugt werden würden, und daß die Verhältnisse dieser Kinder sich dadurch nur ungünstiger gestalten würden, als sie augenblicklich sind. Cr hat aber seine Bedenken gegen diese Vor- schristen in der Erwägung fallen lassen, daß in den Motiven des Gesetzentwurfes darauf hingewiesen ist, daß mit der Zeit es nothwendig werden wird, auch die Verhältnisse der Hausindustrie der'Aufsicht durch die Fabriklnspektoren zu unterziehen, und er hat daran die Erwartung gekniivft, daß die Zahl der Fabrik- inspektoren vermehrt werden würde. Meine Herren, für das Königreich Preußen kann ich Ihnen in dieser Beziehung in 2lus- ficht stellen, daß eine Vermehrung der Fabrikinspektoren erfolgen ivird(Bravo!): das königliche Staatsministernnn ist überein- stimmend der Meinung, daß nach Lage der jetzigen Berbältnisse ur Erfüllung der großen und vielfach neuen'Aufgaben, die de» sabrikinspektoren gestellt sind, eine erhebliche Vermehrung des Fabrikinspektorats unerläßlich sein wird.(Bravo!) Daß das nicht von heute zu morgen geschehen kann, das wissen Sie, meine Herren; es handelt sich vor'Allem darum, in der'Auswahl der betreffenden Personen vorsichtig zu sein und keinen Fehlgriff zu mache». Das ist keine leichte Zlufgabe, insbesondere deshalb, weil zur Zeit noch alle Vorschriften über die Vorbildung und Qualität dieser Herren fehlen; ob und wie in dieser Beziehung noch Wandel zu schaffen ist, das unterliegt weiterer Erwägung. Dann, meine Herren, ist noch gesprochen worden über einzelne Be- stimmnnaen der'Arbeitsordnung, insbesondere auch darüber, daß Arbeitgeber gestaltet sein soll, in seiue Arbeitsordnung die Beffinunung aiifzünehmen, daß der Lohn des minderjährigen Älrl'eiters nicht an ihn, sondem an seine Eltern, seinen Vormund zu zahlen ist. Es ist die Vesorgniß ausgesprochen worden, daß nach derartigen Vorschriften die jugendlichen 2lrbeiter aus m solchen Fabriken hinausgehen und an anderen Stellen ihre Ar- beit suchen würden. Meine Herren, ich glaube, Ihre Besorgniß ist unbegründet. Zunächst ist, Gott sei Dank, bei einer größeren Zahl der Eltern aus dem Fabrikarbeiterslande der Wunsch vor- handen, ihre Kinder in diejenigen Fabriken zu schicken, wo auf Zucht und Ordnung gehalten wird; und dann hat die Praxis gezeigt, daß derartige Bestimmungen dem betreffenden Fabrik etablissement in keiner Weise schädlich waren. Ich darf mich da auf die Slnskunft des Herrn Abgeordneten Hitze be- ziehen, der genau vertraut ist mit den Verhältnissen einer Fabrik, in der ähnliche Bestimmungen seit langer Zeit und mit ausgezeichnetem Erfolge bestehen; ich kann die Herren ferner darauf verweisen, daß vor einiger Zeit ein Verein von Arbeitgebern, der linksrheinische Verein fiir Ge- mcinwohl, der alle oder wenigstens eine sehr große Zahl von Spulern und� Webern des Gladbacher Handelskannilerbezirks um- faßt, dazu übergegangen ist, ein Normalstatut für Arbeitsordnungen zu entwerfen, in dein Bestimmungen Aufnahnie gesunden haben, die sich auf eine gewisse Disziplin beziehen, auch die Be- stimmung, daß der Lohn nicht an die jungen Arbeiter bezahlt werden soll; und alle diese Bestimmungen haben bei den Herren, die mitten im Leben stehen, nicht das mindeste Bedenken hervor- gerufen; sie sind nicht der Meinung, daß dadurch ihre» Fabriken rrgend eine Schädigung erwachsen wird. Dann möchte ich noch einige Worte sagen über die Besorgnisse, die an die zu weiten Kompetenzen der Polizeibehörden in§§ 120a ff. des Entwurfs vorgesehen werden. Sie gestatten mir, in dieser Beziehung dar- auf aufmerksam zu machen, daß diese gesetzliche Bestimmung absolut keine Aenderung gegenüber dem bisherigen Zustand bedeutet. Heute wird im§ 120 der Gewerbeordnung bestimmt, daß die geiverblichen Unternehmer verpflichtet find, besondere Einrichtungen zu treffen zum Schutze der Gesundheit und des Lebens der Arbeiter mit Rücksicht auf die besondere Beschaffen- heit des Betriebes. Der Bundesrath hat die Befugniß, allgc- meine Anordnungen zu treffen, wie diese Einrichtungen herzustellen sind, und ivenn der Blmdesrath diese Anordnungen nicht trifft, so ist es den Landes- Polizeibehörden überlassen, das zu thun. Meine Herren, genau so steht die Sache auch heute; der Bundes- rath wird, wie bisher, allgemeine Anordnungen treffen, wie diese Einrichtungen herzustellen sind, und wenn er sie nicht unter seine Kompetenz zieht, wird dies die Landespolizeibehörde thun und wird ihrerseits allgemeine Vorschriften machen. Auf Grund dieser allgemeinen Vorschriften werden dann die örtliche» Polizeivcr- waltungen, sicher in der Regel infolge einer Anregung deS Jabrckinspektors, ihre Anordnung an das betreffende Fabrik- etablissement richten. Eine Aenderung an dem bisherigen Znstand tritt nur insofern ein, als die Aufgaben der Polizei überhaupt, gegenüber den Etablissements, die für Leben und Gesundheit der Arbeiter bedenklich sind, näher und eingehender spezialisirt sind, und ich kann nur erwähnen, daß diese Bestimmungen wesentlich mit auch auf einer Anregung des preußischen Staatsraths beruhen, der es für dringend nothwendig gehalten hat, näher zu detailliren, auf welche Weise den gesund- heilsgefährlichen und lebensgefährlichen Einrichtungen in manchen Fabriketabliuements entgegen zu treten ist. Nun, meine Herren, schließe ich mit dem Wunsche, daß Sie, wie es auch der erste Herr Redner in der Generaldiskussion gethan hat, den Entwurf einer wohlwollenden und sachgemäßigen Prüfung unterziehen, da- mit das Resultat, welches den verbündeten Regierungen bei Auf- stellung des Entwurfs vorgeschwebt hat— das Resultat nämlich, daß ein friedliches Berhältmß zwischen dem Arbeitgeber und Ar- beitnehmer, diesen beiden für das Vaterland so überaus wichtigen Klaffen unserer Mitbürger, möglichst sicher, in möglichster Ueber- einstlmmung mit ihnen und, das möchte ich doch besonders betonen, — möglichst bald erreicht wird.(Bravo). Die verbün- beten Regierungen sind der Meinung, daß sie in dem vorliegenden Gesetzentwurf sowohl den Interessen der Arbeiter, als auch der Arbeitgeber in vorsichtiger und objektiver Weise Rechnung getragen haben, daß deshalb beide, soweit sie Mit- Glieder dieses Hauses sind, gern und willig an der Ausgestaltung ieses Gesetzentwurfes mitarbeiten können, und daß Arbeitgeber sowie Arbeitnehmer, wenn demnächst die Bestimmungen dieses Gesetzentwurfes Gesetz geworden sein werden, an der Ausführung derselben sich mit voller Kraft betheiligen sollten, um sie in ruhiger, verständnißvoller und friedliebender Weise ins Leben überzuführen. Tie verbündeten Regierungen wissen sehr wohl— und sie wissen cs zu ihrcm Bedauern—, daß ein Theil unserer Arbeiterschaft ihren wohlwollenden Absichten, wie auch den wohlwollenden Ab- sichten des Reichstages, mit Mißtrauen gegenübersteht; sie wissen auch, daß bei einem Theil unserer Arbeitgeber, namentlich in der letzten Zeit, sich oie ernste Besorgniß gezeigt hat, die für das Wohl der Arbeiter geplanten Maßnahmen möchten U weitgehend, zu überstürzt und die Sicherheit der In- uftrie nicht genügend wahrende sein. Ter Herr Abgeordnete Miquel hat auch i einerseits auf diese Besorgnipe hingewiesen und bemerkt, daß sie weniger vor Thatsachen beziehen, als vor einem dunklen Etwas, aus dem alles Mögliche sich entwickeln könnte. Ich meine, in diese Dunkelheit ist Licht gebracht, und i meine, die Bestimmungen des Gesetzentwurfs weisen nach, da, beide, Mißtrauen wie Besorgnisse, unbegründet sind. Ich glaube, Ardeitgeber und Arbeitnehmer können sich vertrauensvoll unter die Fahne schaaren, die in fester und entschlossener Hand in der sozialen Reform unserem Vaterland vorantragen wird, und sie können, unter dieser Jahne geschaart, versuchen, besser sich zu ver- tragen, als sich zn fchlagei», womit sie ihrem eigenen Interesse und dem Interesse des Vaterlandes am besten Rechnung tragen wür- den.(Lebhaftes Bravo.) Abg. Lirbermaun von Konnenberg(Antisemit, beim Be- treten der Rednertribüne von den Sozialdemokraten mit leb- hasten Aha!- Rufen empfangen): Wenn Sie mit einem so neu- gierigen Aha! mich bei meinem ersten Austreten aus dieser Tri- düne empfangen, so hätten Sie das Vergnügen schon früher haben können. Sie brauchten mir nur bei der Militärdebatte das Wort nicht abzuschneiden.(Unterbrechungen links; Ruf: Ein netter Anfang!) Gewiß ist das ein netter Anfang!(Ruf links: Ein lieber Mann! Hetterleit.) Es liegt nicht in meiner Absicht, Ihnen eine lange Reoe zu halten; ich beschränke mich auf einige Bemerkungen zur Frage der Sonntagsruhe. Die Partei, die mich gewählt hat, kann von keinen» Mitglied dieses Hauses an Hoch- schätzung der Sonntagsruhe übertroffen werden. Aber wir können uns der Furcht nicht«ntschlagen, daß,»venu nicht zu den Be- stimmungen der Vorlage noch gleichzeitig»veitere reichs- oder landesgesetzliche Lorschriften»nd eine erweiterte Sonntagsfeier der tandelsgeschäste eintritt, den Arbeitern von der ihnen zugedachten onutagcruhe nur wenig zu gute kommen wird. Eine solche ge- setzliche Erweiterung der Sonntagsruhe der Geschäfte ist durchaus nothwendig. Zu einer ordentlichen Sonntagsruhe gehört auch ein Sonnabend, an dem die Arieit möglichst zeitig geschloffen worden ist. Wer um 6 Uhr Morgens naa, langem Nachtdienst seine Sonntagsruhe antritt, ,vird wenig davon haben; er wird den Tag zum größten Theil ver- schlafen, wie es auch an einem Wochentage geschehen würde. Vielleicht ist es ein Druckfehler im Gesetz- entwurf, daß die Ruhepause frühestens um 0 Uhr am Abend vorher zu beginnen hat. Es kann doch den Arbeitgeber»» nicht vorgeschrieben werden, wann er den Arbeitern srühestens sreigiebt; es kann sich höchstens darum handeln, wann er ihnen spätestens freizugeben hat. Ein zweiter Punkt, auf den»vir die Aufmerksain- keit des Reichstages lenken möchten, sind die Bestimmuugcn über die Sonntagsruhe der Handlungsgehilfe». Ich empfehle in dieser Beziehung die Petitkon des Verbandes der deutsche» Ha,»dlungs- gehilsen dem Wohlwollen der Kommission»md der Reichsregieru»«. Aber selbst in dieser Petition sind die Verhältnisse der Detail- geschäste zu»venig berücksichtigt. Die kleinen Geschäfte, die ohne Gehilfen arbeiten, könne,» den großen Geschäften, für deren Ge- Hilfen die Arbeitszeit 5 Stnnden am Sonntag nicht überschreiten darf, eine sehr große, vielleicht nicht zu ertraaeude Kou- kunenz bereiten, indem sie eventuell genöthigt smd, ganz % zu schließen, während die Inhaber der kleinen Geschäfte es nicht thun. Hier müßten also Vorschriften getroffen werden, daß mindestens alle Geschäfte der gleichen Branche dieselbe Geschäftszeit beobachten. Die rastlose Erwerbssucht der Einzelnen muß eingeschränkt werden zum Besten derjenigen, welche die Sonntagsruhe dringender nöthig haben; und das geht nur durch die Gesetzgebung. Ich bin für diese Forderungen seit 10 Jahren eingetreten. Eine größere geschäftliche Ruhe am Sonntag ist aber auch thatsäckilich möglich. Zu verhungern und zu verdursten braucht Niemand; aber das Vaterland»vird da- durch nicht in Gefahr gerathen, wenn Jemand, der vergessen hat, sich am Sonnabend mit Zigarren zu versehen, nunmehr bis zum Montag warten muß, oder sein Nikotinbedürfniß durch eine An- leihe bei Bekannten deckt. Tie große Agitation in der Presse gegen die Ausdehnung der geschäftlichen Sonntagsruhe geht wesentlich von den Inhabern jüdischer Geschäste aus.(Unruhe links. Sehr»vahr! rechts.) Das ist ein rein sachliches Argument; denn die Inhaber dieser Geschäfte, welche Sonnabend ohnehin schließen, müffeii befürchten, daß ffe nun noch einen Tag für ihr Geschäft verlieren könnten, und da man ihnen doch nicht gut gestatten kann, daß sie Sonn- tags allein offen haben, so müffen die christlichen Geschäfte nachfolgen. Entweder also berufen die Herren durch ihre Rabbiner einen Kongreß zusammen, der beschließt, die Feier des siebenten Tages auf den christlichen Sonntag zu verlegen, oder sie be- queinen sich unseren Staatseinrichtungen an. Das deutsche Volk aber erhebt den Anspruch an die Regierung und die Volksver- tretung, daß man ihm seinen delitschen Sonntag möglichst ganz und voll zurückgiebt. Die Staatsbetriebe sollen nach einem Aller- höchsten Ausspruch Musteranstalten werden. Ich wünschte nur, daß kein Unterschied gemacht»vürde zwischen den Staatsanstalten und den Beamten im sonstigen Staatsdienste. Letztere kommen hierbei immer noch etwas zu kurz. Der Postdienst könnte z. B. noch erhebliche Einschränkungen erfahren; Herr V.Stephan»vürde bei seiner großen Befähigung auch in dieser Beziehung die Roth- wenoigkeit davon dem Publikum leicht klar machen. Der Packet- verkehr könnte unterbleiben, Drucksachen und Kreuzbänder, soweit sie nicht bis Sonnabend Abend 10 Uhr bearbeitet»vorden, könnten bis Montag liegen bleiben, auch die Schalterstunden könnten beschränkt»verden; nur Brief- und Geldsendungen»vären zu be- stellen. In Städten mit starker jüdischer Bevölkerung werden die Postbeamten sehr überlastet dadurch, daß die lüdischeu Empsäuger von Geld und eingeschriebenen Send»lngen am Sonnabend nichts annehmen,»veil sie nicht schreiben. Da sollte doch angeordnet werden, daß diese Werthsendungen unter dieser Voraussetzung erst am Sonntag präsentirt»verden. Zum Schluß noch einige Be- merkungei» gegen die Ausführungen des Abg. Grillenberger. Seine freundliche Einladung zun» nächsten Sozialistenkongreß hier in Berlin nehme ich für meine Person dankbar an.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Ich hoffe aber, daß Sie dort unter an- deren Formen tagen»verden, als Ihre Anhänger im Lande sie handhaben, die in den letzten Wochen acht oder neun Mal unsere Versammlungen durch»vüsten Lärm gestört und zum Theil ge- " rcngt haben.(Zuruf links: Sie hauen.sie ja doch heraus!) ein, in solchen Massen können w»r sie nicht hinanshauen. (Heiterkeit.) Auch in einem zweiten Punkte stimme ich mit Herrn Grillenberger vollständig überein. Es betrifft das die Betonung der unersättlichen Begehrlichkeit und Profitivulh der Arbeitgeber, die sogar für ihre Zwecke die Gesetzgebung mißbrauche». Wir bitten Sie aber dringend, in dieser Beziehung keine Ausnahmen zu statuiren. Wir werden stets auf Ihrer Seeite fechten,»venu es z. B. gelte» sollte, arme Näherinnen vor Ausbeutung zu schützen(Sehr gut! rechts) und ihnen Ersatz an- zubieten in einem Nebenerwerbe, den ich hier nicht näher charak- terisiren kann.(Unruhe links; lebhafte Zurufe: Ehrenscheine, Alimente!) Auf diese unparlainentarischen Zwischenrufe kann ich Ihnen im Rahmen der Vorlage nicht antworten; wenden Sie sich persöhnlich an mich, ich werde Ihnen die Antwort nicht schuldig bleiben.(Zustimninng bei den Antisemiten.) Sehr überrascht hat mich schließlich der Ausdruck seiner großen Freundlichkeit für unsere Bauern. Es ist außerordentlich schön, daß er auch auf unsere Landwirthschaft die Schutzgesetze ausdehnen will, wenn auch unsere Bauern, Gott sei Dank, dieses Schutzes jetzt noch nicht so bedürfen, wie andere Klaffen. Ich weiß nur nicht, wie er mit dieser An- schauung zu seinem Parteigenossen Engels steht und zu dessen bekannter Aenßeruiig, daß das Kapital, welches mit dem Klein- gewerbe, dem Bauernstand u. s.iv., rasch ausräume, damit eigent- lich eine Kulturmission erfülle. Unsere Bauern bedanken sich sehr dafür, sie haben noch ein ganz bedenkendes Existenzbedürfniß. Aber dankbar sind wirJhnen für solche Offenheiten; wir werden damit um so leichter erreichen, Ihnen große Klassen der Be- völkernng wieder zu entreißen, die diesinnl für Sie aus Unzn- sriedenhett gestimmt haben,»md weil sich leine Partei fand, die ihnen auf den» Boden der Monarchie zu Hilfe kommen wollte. Unsere Partei wächst zu immer größerer Stärke, sie wird diese Aufgabe lösen. Ich hoffe, daß der Reichstag möglichst einmüthig die Vorlage aimehmen»verde, welche nach der erforderlichen Um- gestaltung wohl ein Ecksrein zu dem Gebäude des sozialen Frie- dens werden kann.(Beifall rechts.) Abg. Hirsch(dsr.): Die plötzliche erhebliche Verkürzung der Arbeitszeit, w»e sie von den Sozialdemokraten gefordert»vird, würde für unser» Industrie zu erheblichen Nachtheilen führen. Vorgestern ist behauptet worden, die Masse der deutschen Arbeiter stänoe ans dein Standpunkte des achtstün- digen Normalarbeitstages. Das bestreite ich entschiede». Irrig ist es auch, wenn Herr Grillenberger behauptet, daß der Unter- nehinergewinn genügend sei, um den Ausfall zu decken. Er ist in den bekannten Fehler gefallen, unter Arbeitgeber immer an Großkapitalisten und große Aktiengesellschaften mit hoher Divi- dende zu denken, während die große Masse der Betriebe unbe- achtet bleibt. Er, der selbst Unternehmer ist, wird von sich selbst kaum zugestehen, daß er so kolossalen Profit zieht. Andererseits haben die Ausführungen des Abgeordneren für Ottweiler gezeigt, wo hauptsächlich solche extreme Gescnnungen genährt werden. Er hat sich allerdings darauf bezogen, daß auch er auf dein Boden der Gleichberechtigung steht; was»ch aber in seinen Ansführnngen gehört habe, war das gerade Gegentheil. Es war, als ob das Gespenst des Feudalisinus vor mir aufgestiegen wäre: Herrenrecht für Unternehmer, Leibeigenschast für die Ar- beiter! Er beansprucht strengste Disziplin über den Betrieb hinaus. In Ergänzung zu seinen Ausführungen berichten die Zeitungen heut, daß nach der Fabrikordnung eines Eisenwerkes u. A. den Arbeitern das Heirathen ohne Konsens des Unternehmers verboten sei!(Hört! Hört!) Solche Auffassung steht mit dem Geiste der kaiserlichen Erlasse im stärksten Widerspruch Aus solchen Vorgängen ist die Verbitterung der arbeitenden Klaffen zu erklären. Es ist nur ganz konsequent, wenn er von irgend einer Organisation der Arbeiter irichts wissen will: die Mächtigen sollen sich orqanisiren, die Schwachen aber vereinzelt bleiben. Das ist das„Divicke et impera" der sozialen Frage. Was nun die Vorlage selbst betrifft, so kann auch ich»nur die Verquickung zweier ganz verschiedener Theile beklagen. Arbeit- geber und Arbeitnehmer sollen mit gleichem Maß ge- inessen werde». Was Herr von Stumm mit besonderer Betonung hervorgehoben,„die Anerkenwung der Geiverk- vereine sei gerade in England stark im Abnehmen, und es werde jetzt schon behauptet, die Trades Unions.schädigten nicht nur die Unternehmerintereffen, sondern die Gesammtindu strie" ist von berufenster Seite— im Blaubuch über Untersuchung des Niederganges des Gewerbes 1886, Bd. VI, S. 21 für„nichtig und unbegründet" erklärt worden. Die größten Streiks haben in Landestheilei» stattgefunden, wo keine Arbeitacorganisation be- stand, so bei den Bergarbeitern, beim Bauhandwerk. Ja, glaube, es giebt keine besseren Mittel, den Kontraktbriuck, zu beseitigen, als die gesetzliche Anerkennung der Gewerkverane. Was den Arbeiterschutz anbetrifft, so freue ich mich, viele» Bestimmungen zustimmen zu können. Ersttebenswerth wäre die Ausdehnung der Schutzzeit bis auf 18 Jahre, mit 14—16 Jahren sind, jugendlichen Arbeiter meist noch Kinder. Alle Schutzbestimiw_ sind nur todter Buchstabe ohne energische Aufsicht. Nach � Worten des Herrn Handelsministers können wir ja h«? J Besserung hoffen. Ich möchte aber durch Reichsgesetz g«# Aussicht festgestellt haben. Dazu ist vor Allem Wj» ■-............."«A!1. JL* hnnh OTf mehrung der Fabrikinspektoren nöthig, vielleicht durch® kräfte, Arbeiter, auch Arbeiterinnen. Ferner ist wohl Kompetenz der Inspektoren zu erhöhen, endlich dürfte es nf' der Zeit sein, die Institution der Inspektoren zur MM,. zu machen. Die Oberaufsicht des Reiches könnte vie WwP". dieser Einrichtung nur fördern. Wenn mit dem Schutzgew Reiches sich die freiwilligen Anstrengungen der Arbeiter verbi �' dann wird der Frieden auch im Innern unseres Vaterlandes� gestellt werden., Abg. Hitze(Ctr.): Einzelne Bedenken gegen die Vor. möchte»ch doch noch äußern. Der Schutz des Sonntags wa l uns stets das Erste. Wir sind über die Bestimmungen der. läge erfreut, nur gegen die Begrenzung des Sonntag»_ 24 Stunden— von 6 bis 6 Uhr—»nöff® � uns»venden. Wenn der Sonntag seinen Z®*®,... füllen soll, muß die Ruhe vor der Arbeit 36 St" � betragen. Hierbei möchte ich auch zur Erivägung 8 Z ob nicht ein Verbot der Nacharbeit möglich.niare. Bezug auf Frauen- und Kinderarbeit unterscheidet sich oor wurf von den Beschlüssen des Reichstages darin, daß er str ......"* zehnstündigen Arbeitstag leiÄ„�a"c" ben zehnstündigen airoeu»»«». was»ch für unbedingt nöthig hallen würde. Erfreulich»! Begrenzung der Arbeitszeit für Arbeiterinnen überhaupt aus� —..... m--<------■ an™— üben rages an ,lcy nrn,»»vpeyen, aizepiuen uuci.m lung gern. Ich glaube, wir werden sogar in absehbarer Zen einen zehnstündigen Arbeitstag kommen. In Bezug aus Fortbildungsschulen stimme ich dem Entwurf« darin bei, oa? Arbeitgeber angehalten sein sollen, den jugendlichen Aroei, Zeit zum Besuch derselben zu geben. Anders mit den H*" L tungsschulen, gegen welche wir vor Allem konfessionelle "" �.....'- WÜNschkN � % denken haben, denn ein katholisches Mädchen nicht in eine protestantische Haushaltungsschule zu.,- Außerdem wäre es wohl nicht angebracht, wenn Mab?' die schon elf Stunden in der Fabrik beschäftigt W' dann noch 2— 3 Stunden zwangsiveise eine Haushaltungsschu»- sucken sollen. Zum Schutze der jugendlichen Arbeiter geyört �.,� die Aufrech terhaltuug der elterlichen Autorlwt. und die � gehenden Bestimmungen begrüßen wir natürlich mu u.k,ti --------,..Sa-nideü Durch Stärkung der elterlichen Autorität wird auch jede U,...a-�ste Schutzwall gegen d»e �?zm" j Was die Lohnverhältnisse dnbetttjff.J, Autorität gestützt, der beste Schutzwall gegen die Sozial kratie.(Bravo! rechts.) Was die Lohnverhältnisse anbetr�. � genügt vielleicht auch eine Anzeige an die Eltern, wieviU Kinder verdient haben. Ob die in die Borlage aufgenoin«s_ Maßnahuien gegen den Kontraktbruch angezeigt sind, läßt M zweifeln. Das Ziel ist das richtige, ob d»e Mittel, ist eine a". Frage. TaS Sozialistengesetz hat gezeigt, dap durch maßregeln manche Arbeiter Sozialdemokraten wurden, die sonst nicht geworden wären. So weit ich die Sache»mmj. kann auch hier nur Abhilfe durch Arbeiter- Ott � sattonen geschaffen werden. Damit komme ich aus Frage der gewerkvereinlichen Organisation. Meiner � KUA'KHÄÄUlLk sr rsrL Wegen der Möglichkeit eines Frieds «ÄÄ&S» SS St Veranlass.' als Vermittlu" unorganisirte Krieg. schlusses verdient die Organisation stimmung über den Erlaß von Arbensoronungeu qum»-•„ wichtig, da Unklarheiten oft schon zu Streiks BeraulaffuiiJ v geben haben. Auch Arbeiterausschüsse können als VerinittuujL organe zwischen Arbeitgeber und Arbeitern eine wichtige spielen. Vielleicht könnte man auch die Bemessung der St»� die ja im Interesse der Arbeiter verivendet werden solle»,"L Kontrole der Arbeiter stellen. Auch für die Arbeilskammern,. doch wohl infolge der kaiserlichen Erlasse eingerichtet müßten, wenigstens in Preußen wären die Ausschüffe von keit. In Bezug auf die Vorschriften über die gesundheitu� Verhältnisse wäre vielleicht zu envägen, ob hier nicht die 2#% —<£af3 »iit daß, genossenschaften mit herangezogen werden könnten. Aufsicht auch auf Gewerbetreibende ausgedehnt wird,»st zu billigen. Ich schließe mit der' der Kommissionsberathung etwas für das Väterland hervorgehen möge.(Beifall im Zentrum.) — �•—-■---•---- Af. f t Ich eil(kons.): Von einer Arbeiter!�. I nun erst reden, da die Handwerk« einbeioaen sind. Wenn»ch weilergetch •34 Aug. Dr. Kropatschelr(kons.): Gesetzgebung kann man nun erst red Hauswerkstätten mit einbezogen sinv. Wenn Wünsche als Abg. Dr. Hartmann äußere, so. für meine Person. Solche Klagen und Sorge»», wie dustriellen jüngst laut werden ließen, wurden seiner England viel lauter geäußert. Wie es dort geschehen, �»ro aber auch bald bei uns zu der Ueberzeugung gelangen, da? � der Einführung des Gesetzentwurfs der Industrie kein«cy ,» geschieht. Sie liegt vielmehr im Interesse der Arbeitgeber I die durch eine verständige Beschränkung der Arbeitszeit"N winnen können. Eine ganze Reihe Arbeitgeber haben die, mungen der Vorlage schon freiwillig eingeführt. Dadurch s" legt sich auch,»vas Herr Singer, als ihm das Treiben gc)% sozialdemokratischer Führer nahestehender Geschäfte vorgey,. ivurde, sagte, daß nämlich der einzelne nichts zu bessern veri Den Arbeitern gegenüber darf man doch nicht vergessen, da?. � eimnal— es mag das hübsch sein oder nicht— das stllgu Wahlrecht haben und nebenher seit Jahren die allgemeine A*, pflicht besteht. Der Arbeiter ist daher über die wesen» Punkte zu hören, und das geschieht am besten durch dieArbe»• ausschüsse. Hinsichtlich der Arbeiterorganisationen theile ich die Wünsche des Abg. Miquel. Wenn man diese Organisation. fchrtn ff A mfivhpn nißT» fötrrtrfipfHmmim/Km CcilIlDllvf�. I schon hätte, würden viele Strasbestimmungen des Entwurf» fallen können; inzwischen könne er die Strafen für die Verl«' � zum Kontraktbruch und die Exzesse dabei keineswegs al» u, ''-.......-'"•" wlage erstrebe � Die Zusrieden�i „ Die Vorlage erstrebe. eu kaiserlichen Erlassen vorgesteckten Ziele. DieZusrieden?.� der Arbeiter wird freilich durch die Gesetzgebung allein. n'?. letzung der Gleichberechtigimg ansehen �' �— �—-- fP— f- P?-.--——.---• a— erreicht werden, wenn nicht zugleich das Verhalten der geber z. B. hinsichtlich des Luxus ein anderes werde. Alle � formen sind indessen vergebens, wenn nicht das Christi'"'' wieder Boden gewinnt im Volke.(Beifall rechts.) Abg. Kinger erklärt bei der iStimmung des Hauses weil in der späten Stunde eine gründliche Erörterung nicht ist' möglich ist, auf das Wort verzichten zu»vollen, da in der zn�L,, und dritten Lesung und auch be» den» sozialdemokratischen jj, trage Gelegenheit sei, auf die Ausführungen des Mu'isters J"1'" zukommen. Damit schließt die Diskussion. Personlich bemerkt Abg. v. Ktamm i Wer mich alS Gegner der kaiserlichen Erlasse hinstellt, hat meine AnsführMb. mcht verstanden. Ter Abg. Hirsch nennt mein S»istem der 0', sorge für die Arbeiter ein solches der Leibeigenschaft u"v a( Fcudalisinns. Dieses System hat aber meine Arbeiter vor Ansbeutni'.g durch ge>vissenlose Agitatoren beivahrl. Meine?, ff�tm» ist durchaus nicht bei Strafe verboten zu Heiratben! »st»hnen nur vorgeschrieben, vor ihrer Verheirathung ihr* ficht nur mitzutheilen, und die Unterlassung dieser Anzeige'.. allerbuigs unter Strafe gestellt.(Lachen links.) Diese%% fou stattfinden, damit ich eventuell zu frühzeitige Heirathen, x meideil kann.(Zustimmung rechts.) Fügt der Arbeiter sich Vorschrift nicht, so würde er nicht bestraft, sondern ich stelle>t nur unter Umständen die Frage, willst Du die Bestimmung( Men.ober die Arbeit verlassen. Dadurch verhindere ich, Vf. ständen durchführen. rang ist von dem Nutzen dieser Bestimmung überzeugt un» k wird gewissenlosen Agitatoren, wie ich! meckil will, nicht gelingen, Unzufriedenheit WM dem Abg. Hirsch be- unter meine Leute zu mit 3 bis 10 M.'besträst, H.. «tmerkuna Darauf wird die Vorlage an eine Kommisjwn von-6 JJut- Gedern überwiesen... � � cn, A�f'dent u, Lrvrtzow theilt mit, daß ein Antrag des Abg. ZSckel aus Einstellung des Gerichtsverfahrens m versch,-denen L°ar nicht für zulässig halte, ihn aber doch morgen auf die Tagesordnung setzen wolle.„ Schuß 5 Uhr. Nächste Sitzung Mittwoch 1 Uhr.(Antrag 51�.; Interpellationen Bamberger(Strafvollzug); Baumbach schweizerischer Niederlassungsvertrag); Anträge llimtelen(Zu- nellungswesen); Rickert(Wahlprüfungen). °chw' cToli a lc 5. snndheits-Auts'cher Wie bereits erwähnt, sind neu- dnn n.' ,"°Uzei-Präsidialgebäude Berathungen über die Anstellung ien �Mudheits-Aussehern in der Stadt Berlin gepflogen wor- kher®te Ausbildung und Verwendung dieser Gesundheits-Auf- ü,,.'chjd nun in folgender Weise vorgeschlagen: Personen, deren K°°rlasstgkeit ziveifellos ist, würden für jenen Dienst nach be- ,i'"tten� Grundsätzen durch einige dazu besonders befähigte Be- L �htzstter theoretisch vorzubilden und für den praktischen Dienst aufrZ. M"- Diese gesammle Vorbildung würde unter Ober- xjllchtdes Regierungs-Medizinalrathes zu erfolgen haben, damit »..später stattfindenden örtlichen gesundheitspolizcilichen Prüfungen st.I.'ubglichst einheitlichen Grundsätzen für die ganze Stadt Berlin '«finden könnten. Nach beendeter Ausbildung müßten die An- »il e'ne theoretische wie praktische Prüfung nach näher zu be- L. ssdei, Grundsätzen vor dein Stadtphysikus ablegen, nach d-u �stehen ein Befähigungszeugniß crtheilt wird, auf Grund „üen das Probejahr anzutreten fern ivürde. Derartige vereidete -Wmte würden in disziplinarer Beziehung dem zuständigen s.°nze>haupt>nann, in technisch-dienstlicher Angelegenheit dem zu- anvigen Bezirksphysikus beziv. dem Polizeipräsidium zu unter- „Ä fein und sich dauernd lediglich dem Aufsichtsdienst über ge- »ndheitswidrige Zustände der erwähnten Art zu widmen haben. bezüglichen Anzeigen finden auf Formularen statt, wäh- die gesammte dienstliche Thätigkert in ein Tagebuch ein- LrPßen werden muß, welches von dem zuständigen Physikus und �.Polizeihauptmann in bestimmten Fristen eingesehen und gc- »"ruft wird. Die Drsetatlon hat infolge des in diesen Tagen nieder- Wängenen Regens ganz außerordentliche Fortschritte gemacht. Spargel, Spinat, Frühsalat wachsen außerordentlich rasch; Radies- grüne Ziviebeln sind in wenigen�Tagen jM» Frührettige und oppelt so groß geworoen, wie voroem. �paime uei auiiuet- ßsiten zeigen jetzt über 1 Meter Länge und starken Aehrenansatz. Kirschen, frühen Pflaumen und Birnen haben eine in dieser tfn kaum jemals gekannte Größe erlangt. Nußbäume und Mzien, die hartnäckigsten der blühenden Baumarten, sind zum JMpen gekommen. Im""''—-:- �'sblatt" Bluinengarten und auch einige Nosen erblüht. sind Lilien, Jasmin, , Bei jedem Friihiiiigoregrn, der über Berlin hernieder- ei>. b�bcn unsere Pferdebahnwagen eine Art von Wasserprobe .»iulegen, die sie stets nur äußerst mangelhaft bestehen. Besonders L Hagen hatten die Fahrgäste wieder am Montag früh. In önk ber großen Deckwage» der Linie Ripdorf-Spittelmarkt Herten die neu eintretenden Fahrgäste drei, vier Mal ihre Plätze, d? SA 9* überzeugen, daß man auf allen Plätzen von dem durch trt(v e rieselnden Rcgenwasser zu leiden hatte. Der Schaffner .»uete mit dem Hinweise, daß das nur ganz unbedeutende Risse x» der Decke sein könnten, die bald verquellen würden..Den LPNgästen blieb natürlich weiter nichts übrig, als sich an diesem genügen zu lassen und zum Schutze des Halses gegen die �abfallenden Tropfen den Rockkragen in die Hohe zu schlagen. Krwrilr dafür, daß dir Untersuchung de» 5'Pschr», welches für Private und für Gast- und Speisehäuser hJ'�sthaft in Berlin eingeführt wird, dringend nothwendig ist, ~�°ffintlicht die„®. Fl.- Ztg." das Zirkular eines Herrn ückerstraße 6a. In diesem Zirkular werden die Land- Provinz davon benachrichtigt, daß Herr K. den aller schlachtbaren Viehgattungen, e?uch welche nicht öffentlich auf hiesigen Markt gebracht werden ouSf� übernimmt. Wörtlich heißt es dann:„Ich weiß als tmi �chtdwirth, daß in dringenden Fällen die Landschlächer so laiche Preise zahlen, daß es oft vorgezogen wird, das Fleisch O.°°rgraben. Diesem Nebel will ich abhelfen, indem ich mich wWe. möglichst anständige Preise zu bezahlen, in keinem Falle Forderungen zu verlangen und nie Erpressungen vorzunehmen, leider fast imnier in solchen dringenden Fällen geschieht. taufe auch bereits in der Rothlage ge- lA» a ch t e t e s V i e h." Da kann nian den Berliner Fleisch- »— M wiflnfcfttiL ein Ar- ünx" an der Fennbrücke von einen, Geschäftsivagen überfahren am rechten Arm und Bein so schwer verletzt, daß er nach Pharitee gebracht werden mußte.— Vormittags siel der .. hx,n h)ir»ueue' Rückerstraße 6a, » che der Brovini dai Ankauf ei?» Bieres Vley. �a rann>uu» um U-tn aus vollem Herzen„Guten Appetit!" wünschen. . Volizribrricht« Am 19. d. M. Morgens wurde ...% Qu Xßr Stonnf der pon ihm vor dem Grundstück Bülowstr. 66 von dem Ichren„�l"hrten, mit Steinen beladenen Wagen, wurde über- daraus. �"tt so schwere, innere Verletzungen, daß er bald chche o'Prb-— Mittags wurde auf dem Grundstück Unterbaum- '"fflehmK Ce,che �ines unbekannten, etwa 56 jährigen Mannes ZNittaa« �""d'iach dem Schauhause geschafft.- Als Nach- rchdsk-.� 14 jahriges Mädchen in der elterlichen Wohnung, dirte hnu�xl �34, Petroleum in das Heerdfeuer goß, explo- an der w und erlitt das Mädchen so schwere Brandwunden . �-«ruft und den Unterarmen, daß es nach dem Krankenhause Qoif oen"niwalRen, uup„.—,----------. Seriem �a,n gebracht werden mußte.— Zn derselben Zeit dis j�. Arbeiter vor dem Hause Ceydelstr. 18 beim Besteigen chter h»s m?'a�rt befindlichen Arbeitswagens mit dem Fuße n,?: J®®rberrab und wurde dabei so bedeutend verletzt, daß �"ede-- Ehrung nach der Eharitee erforderlich wurde.— Abends n Mann in seiner Wohnung in der Sivinemünderstraße vorgesunden. Geriilhks-Ieikung. Gin«nschiildig Uertirtheiltev hat durch eine auf Anord- nttng des Reichsgerichts eingesetzte abermalige Verhandlung seiner Angelegenheit gestern seine Unbescholtenheit wiedergewonnen. Der hiesige Uhrenfabrikant Moritz K o h n ivar, wie damals be- richtet wurde, an, 18. Januar er. von der 1. Straflammer hiesigen Landgerichts I, wegen versuchter Erpressung zu 8 T a g e n G e f ä n g n i ß verurtheilt worden. Der Angeklagte, welcher mit dem Juwelier S. Cohn in Bremen in Geschäftsverbindung stand und an denselben eine Forderung von 5162 M. hatte, erhielt Anfangs Januar ein gedrucktes Zirkular, daß sein Schuldner die Wechselverbindlichkeit nicht habe erfüllen können und sich der Konkurs nur vermeiden lasse, wenn die Gläubiger ein Mora- torium von 3 Monaten gewährten. Auf Wunsch der Familie habe ein bestimmter Herr die einstweilige Verivaltung des Ge- schäfts übernommen und dieser stellte ein Vergleich von 40— 5vpCt. unter sicherer Bürgschaft in Aussicht. Der Angeklagte war über diese Nachricht aufs Höchste erregt und schrieb sofort an den Schwagerseines Schuldners, Herrn Samuel in Bremen, enien Eilbrief, worin erbe- hauptete, daß er sich nur durch falsche Vorspiegelungen des Herrn S. Cohn bezüglich seines Vermögens zu so hohem Kredit habe verleiten lassen. Bevor er gerichtliche Schritte unternehme, wolle er dem Adressaten doch die Sachlage mittheilen und sei bereit, 75 pCt. unter seiner— des Samuel— Bürgschaft zu akzeptiren. In diesem Briefe hatte die Strafkammer den Thatbestand der ver- suchten Erpressung erblickt und, wie mitgetheilt, erkannt.— Das Reichsgericht dagegen hat auf die vom Rechtsanwalt Dr.Fried- mann eingelegte Revision das Urtheil aufgehoben und die Sache zur abermaligen Verhandlung an die Strafkammer des Land- gerichts II verwiesen unter dem Hinweise, daß es eine erneute eingehende Prüfung verdiene, ob unter den obwaltenden Um- ständen jener Brief als versuchte Erpressung anzusehen sei. Die Strafkammer des Landgerichts II hat diese Frage gestern verneint und der Angeklagte wurde daher von Strafe und Kosten frei- gesprochen. Dust KirchHofsdrebstäHle gerichtsseitig eine besonders strenge Beurtheilung erfahren, beivies eine Verhandlung, welche gestern vor der 99. Äbtheilung des Schöffengerichts stattfand. Auf der Anklagebank befand sich die verehlichte Emilie Klein, welche am Nachmittage des 14. November v. I. dabei betroffen wurde, als sie einen kleinen Oleanderbaum nebst dem Topfe von einem Grabe auf dem Sophien-Kirchhof aushob und sich damit entfernen wollte. Darüber zur Rede gestellt, behauptete sie, von einer Frau, mit der sie vor Jahren zusammengewohnt, beauftragt worden zu sein, den Oleander von dem bezeichneten Grabe zu holen, um ihn vor dem Erfrieren zu schützen, sie verwickelte sich aber dermaßen in Widersprüchen, daß sowohl der Kirchhofs- Inspektor bei dem ersten Verhör, wie auch gestern der Gerichts- Hof die Ueberzeugung von ihrer Schuld geivonnen. Sie wurde zu sechs Wochen Gefängniß verurtheilt. Aus dem Schiedsgericht für Uufallfacheu. Der Hobler K. verunglückte am 10. September v. I. dadurch, daß er mit seiner rechten Hand in die Schneidemaschine gerieth und ihm dabei die drei letzten Finger abgeschnitten wurden. Bon der Anputation der verletzten rechten Hand hat bei dem glücklichen Verlauf der Heilung Abstand genommen werden können, doch ist auch der Zeigefinger zu lOpCt. bewegungsunfähig. Am 11. Febr. dieses Jahres ist K. aus der ärztlichen Behandlung entlassen wor- den, und hat ihm die B e r u s s g en o ss e n s ch a st für die ? Holzindustrie von da ab die volle Rente auf 55 pCt. der- elben geschmälert. Gegen den dahingehenden Bescheid der Ge- nossenschaft legte der Verletzte durch den Rechtsanwalt Dr. Fla tau Berufung ein, welche gestern vor dem Schiedsgericht für Unfallsachen zur Verhandlung gelangte. In, Termine begründete der als Substitut des Anwalts fungirende Redakteur I. Fränkel die gestellten Anträge: 1. Die volle Rente bis zum 11. April er. und 2. von da ab 66% pCt. zu gewähren." etiva wie folgt: Mit der Beendigung des Heilverfahrens sei der Verletzte fast niemals in der Lage, die ihm verbliebene Erwerbsfähigkeit auszunutzen. Vielmehr gehöre dazu eine gewisse Vorbereitungszeit, um erst die verstümmelten Glieder und die unverletzten Körpertheile an einem gegen früher veränderten Gebrauch zu gewähren. Vorliegend sei diese Zeit auf 2 Monate zu berechnen. Die Höhe der Rente anlangend, geivähre das Reichsvcrsicherungs-Amt für den Verlust der rechten Hand 66% pCt. Diese,» Verlust sei die Verstümmelung der- selben gleich zu achten. Das Schiedsgericht berieth längere Zeit und erkannte alsdann auf Zurückiveisung der Berufung, ohne besondere Gründe dafür zu publiziren. SoziMe Ltovevstchk. Zur ABieitseittstelliiNg im„Kerliner Lokal-Anjeigev" erhalten'wir folgendes Schreiben: Auf die von Herrn Scherl, deimVerleger des �.Berliner Lokal-Anzeiger", auf unseren Bericht eingegangene„Berichtigung" haben wir Folgendes zu erwidern: -„Die Setzer haben sich allerdings am 7. d. M., nach vorherigen Verhandlungen mit Herrn Scherl, in welchen derselbe erklärte, am Montag, den 12. d. M., 15 Setzer und die anderen bald- möglichst ivieder einzustellen, bereit erklärt, die Arbeit wieder aufzunehmen. Daß man unter dem„baldmöglichst" nicht etwa die Zeit eines Jahres und noch länger verstehen konnte, ist wohl selbstredend. Am Montag wurde aber durch die Redewendungen des Herrn Scherl den Setzern klar, daß die Aussicht,, alle aus- stehenden Kollegen im„Lokal-Anzeiger" wieder unterzubringen, eine Legende sei. Herr Scherl wollte nur in sich das größte Vertrauen gesetzt haben, den Setzern aber in keiner Weise eine bindende Zusage machen. Daß Herrn Scherl eine schriftliche Er- kkärung abverlangt werden sollte, müssen wir, als der Wahrheit widersprechend, zurückweisen.— Die Setzer haben, durch ihr großes Vertrauen, welches sie in Hern, Scherl setzten, in dem guten Glauben, daß die Sache sich für sie zum Besten Aller regeln würde, jenes zweite von Herrn Scherl bezahlte Inserat auf ihre Schultern genommen, welches der Wahrheit geradezu ins Gesicht schlug, um in Ruhe die Sache beizulegen.— Was weiter die Be- richtigung des Herrn Scherl betrifft, daß er während der Ver- Handlungen nie verlangt habe, die Setzer sollen aus dem Verein austreten, so bemerken wir, daß Herr Scherl sogar behauptete, ihnen mehr bieten zu könne», ivie der Verein! Y--- Er würde sogar, wenn sie es ivünschten, dieselben mit einer Mark pro Woche Beitrag versichern!!!— Auf alle anderen Berklausu- lirungen des Herrn Scherl müssen wir verzichten. Wir werden nicht ermangeln, von erner baldigst einzuberufenden öffentlichen Sitzung Herrn Scherl Kenntniß zu geben und sollte es uns sehr angenehm sein, denselben in unserer Mitte berichtigend über die „Differenz zwischen den Setzern und dem„Berliner Lokal-An- zeiger" eingreifen zu sehen. Achtung, Ulctniinrbeiter! Aus Anlaß der Maifeier sind in Hamburg bedeutende Aussperrungen und Streiks entstanden. Es wird daher dringend ersucht, den Zuzug auf das Strengste fern zu halten, um so mehr, als die Hamburger Kollegen sich bereits darüber beschwert haben, daß sich Berliner Kollegen haben als Streikbrecher benutzen lassen. Die Berliner Kollegen sind den Hamburgern um so mehr eine Bethätigung des Solidaritäts- gefühls schuft» g, als wir bisher bei allen Ausständen auf eine thatkräftige Hil,e der Hamburger Kollegen haben rechnen können. Ferner wird ersucht, die Bronzearbeiter, als wie Gürtler, Dreher, Drücker w. den Zuzug von der Bronzewaarenfabrik Frister, Jnh. Hegewaldt, Ritterstr. 46, fernzuhalten, da Differenzen wegen der Fabrikordnung ausgebrochen sind. Der Vorstand des Allgemeinen Metallarbeiter-Vereins. Josef Hartmann. �dlW'8 Graveure und Ziseleure Kn-lin« und Um- gegend 1 Kollegen! Da noch 8 Kollegen(2 unverheirathete und l verhe,ratheter) zu unterstützen sind, so ersuchen wir die Samm- lungen»och weiter zu betreiben. Sammellisten sind zu haben am Sonntag Vormittag von 10—12 Uhr im Lokale des Herrn Hein- dorf, Langestr. 70; bei Herrn Schwahn, Wasserthorstr. 14, und beim Unterzeichneten; auch sind daselbst gesammelte Gelder ab- zuliefern und werden am Sonntag Unterstützungen ausbezahlt. Die Agitationskommission. I. A.: Bernhard Zack, Andreas- straße 63, 2. Hof part. links. VevlÄmmlrmigim. Der Fnchverei» der Gas-, Masser- und Heiznugsrohr """ 1 hielt an, Sonntag, den 18. Ma r- teger und Berufsgenossen Berlins chielt an, Sonntag, den 18. Mai seine Generalversammlung in Feuerstein's Salon, Alte Jakob- straße 75, mit folgender Tagesordnung ab: 1. Geschäftsbericht des ersten Vorsitzenden. 2. Vierteljährlicher Kassenbericht. 3. Be- richt der Arbeitsnachweiskommission. 4. Neuwahl der ausscheiden- den Vorstandsmitglieder. 5. Aufnahme neuer Mitglieder 6. Verschiedenes und Fragekasten. Vor Eintritt in die Tagesord- nung wurde das Protokoll der letzten Bersaninilung verlesen und angenommen; alsdann erstattete der Vorsitzende zum ersten Punkt der Tagesordnung seinen Geschäftsbericht; während seiner Thätig- keit seien 10 Versammlungen abgehalten, in 3 von denselben wurden Vorträge über wissenschaftliche und auch gewerk- schaftliche Sachen gehalten, außerdem fanden zwei General- Versammlungen statt, aufgenommen wurden in dieser Zeit 71 Mitglieder. Punkt 2. Vierteljährlicher Kassenbericht: die Einnahme betrug inkl. Bestand vom 1. Quartal bis 27. April 208,25 M., die Ausgabe 98,25 M.. so daß ei» Kassenbestand von 110 M. verbleibt. Nachdem die Revisoren erklärt, die Kasse für richtig befunden zu haben, wurde dem Kassirer Decharge ertheilt. Nachdem die Kommission zur Zufriedenheit ihren Bericht über den Arbeitsnachweis gegeben, wurde zur Erledigung des vierten Punktes übergegangen. Gewählt wurden zum ersten Vorsitzenden Kollege Julius Reckner, zum zweiten Schriftführer Herrn. Muller und zum zweiten Kassirer Oskar Krohn. In die Kommission wählte man die Kollegen Kothe, Tanzmann, Ficius und Schuster. "unkt 6 wurde während einer Pause von 10 Minuten erledigt. �uin 6. Punkt übergehend gelangte der Antrag,„die Streikenden und Geniaßregelten des Fachvereins vom heutigen Tage, 18. Mai ab, so lange von den Beiträgen zu entbinden, bis der Streik beendet ist," zur einstimmigen Annahme. Ferner erklärten die Fachvereinsmitglieder, da nicht in Arbeit zu treten, wo die Sperre verhängt resp. gemaßregelt ist, sei es der den Kupferschmieden, Metallarbeitern oder Unternehmern Gas, Wasser u. s. w. Der Rohrleger Louis Lehmann und Helfer Jobisch, beide bei der Firina B. C. Götz in Arbeit, wur'- den den Mitgliedern angelegentlichst empfohlen; dieselben hatten mit ihren sämmtlichen Arbeitskollegen obiger Firma, infolge Nichtbewilligung des Lohntarifs, die Arbeit niedergelegt, aber schon nach drei Tagen kehrten sie mit noch einigen Kollegen zur Arbeit zurück und wurden Streikbrecher. Auf Antrag einiger Kollegen wurden diese beiden Kollegen aus dem Verein ausgestoßen. Kollege Reckner machte darauf aufmerksam, daß der Arbeitsnachweis nach Ritterstraße 112 verlegt sei, und zwar aus dem Grunde, weil der bisherige Arbeitsnachweiser sich weigerte, in seinem Lokal Ar- beiterblätter auszulegen; er ersuchte nun die Mitglieder, recht rege hiervon Gebrauch zu machen, nicht mehr die einzelnen Werk- stätten abzulaufen, sondern sich nur dem Nachweis zuzuwenden. Ein Unterstützungsgesuch der streikenden Forrner fand dahin seme Erledigung, daß denselben 20 M. aus der Vereinskasse bewilligt wurden. Nachdem noch von einigen Kollegen die letzte Radau- Versammlung der Klempner geschildert worden, machte der Vor- sitzende auf die am 8. Juni stattfindende Fachvereinsversammlung aufmerksam und schloß hierauf die Versammlung. Eine öffeutlichr Uersammlung gewerbliche» Hilfsarbeiter K erlitt» und Umgegend tagte am Sonntag, den 18. Mai, Mittags 12 Uhr, ,n der Gräst. Reischach'schen Brauerei in Stralau, unter Leitung der Herren Maaß, Böhlandt und Borchert, mit der Tagesordnung: I. Situation nach dem 1. Mm. Referent Herr Aug. Günther. 2. Diskussion. Der Referent wies in seinem beifällig aufgenommenen Vortrag zunächst auf die Aus- saugung der 95 pCt. Arbeiter durch 5 pCt. der besitzenden Klassen hin, indem bei übermäßig langer Arbeitszeit erbärmlich niedrige Löhne gezahlt würden. Die Regelung der Arbeitszeit müsse auf internationalem Wege erzielt werden, und daß dies möglich sei, beweise z. B. erstens die Post; denn man kann einen Brief eben so sicher von Berlin nach Australien, wie nach Stralau oder Rummelsburg senden. Zweitens die Genfer Konvention; mag der Soldat im Kriege noch so wuth- und mordentbrannt sein, sobald er das rothe Kreuz im weißen Felde sieht, weiß er, daß er dahin nicht schießen darf. Und diese beiden Institute sind ans internationalem Wege geregelt. Daß die Arbeiter aller Länder die Regelung der Arbeitszeit auf 8 Stunden wollen, haben sie am 1. Mai, trotz dem Geschrei der Bierphilister und Angstmeier bewiesen, indem Tausende und aber Tausende diesen Tag als inter- nationalen Arbeiterieiertag hochhielten. Bezugnehmend auf bos Großkapital führte Redner an, daß beispielsweise lnKöln40 Familien, die alle unrer sich verwandt sind, ein Gesammtvermögen von 1381 Millionen besitzen, ganz abgesehen von Rothschild, Bänder- bilt und anderer Größen der Geldaristokratie. Dies beweise, daß sich das Kapital in immer engere Kreise konzentrirt, während der Arbeiter und Kleinmeister immer mehr ausgesaugt und letzterer nur dazu ist, um dem Großkapitalisten Arbeiter für seine maschi- nellen Betriebes auszubilden. Zum Schluß kommt Referent noch auf das Alters- und Jnvaliden-Versicherungsgesetz, mit welchem man dem Arbeiter eine Wohlthat glaubt bewiesen zu haben, aber es ist einfach hinfällig, wenn man sagt, daß Arbeiter 70 Jahre alt werden. Unter diesen Umständen werden sehr wenige in den Besitz der Rente von 83% Pfennig kommen. Referent schließt mit den Worten: Hoffst Du auch bis ans Grab, kein Retter kommt herab von Himmelshöh'n. Willst Du, ein frei Geschlecht, nicht länger bleiben Knecht, niußt für Dein gutes Recht Du selber steh». In der nun folgenden Diskussion spricht zunächst Herr Hilpert(Brauer). Derselbe legt die Forderungen der Brauer- gehilfcn klar und ersucht, dieselben dadurch moralisch zu unter- stützen, daß man kein Bairisch Bier von den Brauereien trinke, welche die gerechten Forderungen der Gehilfen noch nicht bewilligt haben. Denn durch die Unterstützung der gesammten Arbeiter- schaft ist ihnen der Sieg gewiß. Außerdem sehen 40 000 Brauergehilfen Deutschlands auf Berlin, durch den Sieg der Berliner Brauer werden der Arbeiterbewegung diese 40 000 zugeführt, während in, entgegengesetzten Falle die Organisation auf lange Jahre hinaus lahm gelegt ist. Herr Maaß spricht über die Ver- Hältnisse in Mecklenburg, besonders der Stadt Malchin, wo im Allgemeinen eine Arbeitszeit von 16—18 Stunden vorherrschend ist. Hier hatte sich ein Verein gewerblicher Hilfsarbeiter gebildet, der aber durch allerhand Chikanen und Geivaltniaßregeln unter- drückt wurde. Man ging sogar so weit, daß die Stadtverwaltung Plakate anschlagen ließ mit dem Inhalte, wer dem Verein an- ehört, bekommt keine städtische Arbeit mehr und dem Vorsitzen- en Maaß wurde seine Existenz so untergraben, daß er der Stadt den Rücken kehren mußte. Herr W. Schmidt ersucht, die Brauer in ihrem Kampf moralisch zu unterstützen, denn der Sieg der- Brauer bedeute einen Sieg der gesammten Arbeiterschaft. Herr Brandt kritisirt das Verhalten derjenigen Arbeiter, die, den'ge- faßten Beschlüssen entgegen, immer noch Bairisch Bier trinken. Herr Bollmann verurtheilt das Verhalten derjenigen Arbeiter der Berliner Messingwerke, wo ungefähr% der dort B-schäf tigten für den 1. Mai gestimmt haben und nur zwei Mann haben gefeiert. Herr W. Schmidt theilt mit, daß der Verein ge- werblicher Hilfsarbeiter am zweiten Pfingstfeiertag eine Partie nach Johannisthal unternimmt. Außerdem theilt er noch mit, daß das Mitglied des Vereins gewerblicher Hilfsarbeiter, Herrn. Losiler, nach langem Krankenlager gestorben ist und die Beerdigung desselben am Dienstag. Nachmittags 5 Uhr. stattfindet, er bittet um zahlreiche Betheiligung. Das Andenken an den Verstorbene» wird von der Versanunlung durch Erheben von den Plätzen ge- ehrt. Der Referent, Herr Günther, spricht in seinem Schlußwort noch gegen die Ueberstunden- und Sonntagsarbeit, weist serner auf die zahlreichen Maßregelungen hin, indem man die söge- nannten Aufwiegler und Agitatoren auf die Straße wirst, aber es treten immer wieder neue Kämpfer in unsere Reihen. Hierauf wurde folgende Resolution einstimmig angenonnnen. Die heutige Versanunlung der gewerblichen Hilfsarbeiter beschließt, von nun an von den Brauereien, welche die gerechten Forderungen der Brauergehilsen noch nicht bewilligt haben, kein Bairisch- Bier zu trinken, weiter beschließt sie, unter ihren engeren Kreisen ebenfalls dahin zu wirken. Außerdem wurden zwei weitere An- träge, keine Hüte ohne Kontrolmarken zn kaufen und aus keinem Geschäft zu kaufen, welches Sonntags nicht um 10 Uhr geschlossen tch etnftumma angenommen. Da hiermit die Tagesordnung er- schöpft war, schloß der Vorsitzende die Versammlung um 2 Vi Uhr mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Arbeiter- bewegung. FaHu-r-in für Schlosser«nd Maschinenbauer 9«a11'....fe,ne erste beschließende Mitgliederversammlung rm„Konigstadt-Kasino" ab. Zum ersten Punkt der Tagesordnung wurde nach längerer Debatte der Monatsbeitrag von 20 auf nn% Der 2. Punkt: Stellungnahme zur Wahl einer 1' tm-1 �on,m*f''on' wurde ebenfalls nach längerem„Für" und„Wider" und nachdem besonders die bestehende Lohnkom- Mission von beiden Seiten in Betracht gezogen ivordcn war, für die Wahl einer Werkstatt-Kontrolkommission erledigt. Gewählt wurden Hartlieb, Schubert, Günzel, Schlickert und Rein. Unter «Verschleoeiies" erfuhr zunächst der Beschluß der öffentlichen Metallarbeiterversammlung vom 7. Mai eine abfällige Kritik. Es wurde konstatirt, daß dieser Beschluß eine Schiebung dar- muß, um die für lokale Fachorganisation einstehenden Metallarbeiter mit allen Mitteln und um jeden Preis für die Ära der Organisation wie sie sich im Allgemeinen Metallarbeiter- verein kund giebt, Zugewinnen. Dies ging daraus hervor, daß einige Mitglieder des Fachvereins für Schlosser zc., die am I.Mai gemäß- egelt und nun laut Beschluß der öffentlichen Metallarbeiter-Versamm- lung sich uin Unterstützung an den damit beauftragten Vorstand des Metallnrbeiter-Vereins wandten, unter allerlei Vorwänden zurück- gewiesen wurden. In Anbetracht dieses beschloß die Versanim- lung, den Beschluß der öffentlichen Metallarbeiter-Versauiinlung nicht anzuerkennen, vielmehr den Vorstand zw beauftragen, selbst Sistcn für die gemaßregelten Schlosser undMaschinenbau-Arbeiter auszugeben und die Unterstützung zu regeln. Sodann entspann sich eine längere Debatte über die Werlstatt von Spengler, Alte Jakobstraße, woselbst ebenfalls 3 Kollegen gemaßregelt waren, und die übrigen einmüthig die Arbeit niederlegten, da der Herr Spengler vorher wußte, daß seine Arbeiter aiii 1. Mai feiern würden uiid nichts dagegen einwendete, hierauf aber die drei Kollegen entlassen wollte, während die übrigen weiter arbeiten koiinten. Es wurde nunmehr beantragt, die Sperre über diese Werkstatt zu verhängen, da schon einige organisirte Kollegen die Plätze der Streikenoen eingenommen haben. Zu dieser Ange- legenheit wurde �schließlich folgender Vermittlungsantrag an- genommen: Die Versammlung beschließt, von der Verhängung der Sperre abzusehen, sie erachtet es aber als die moralische Pflicht jedes Kollegen, diese Werkstatt zu meiden, in Anbetracht der sonverbaren Umstände, unter welchen diese Arbeitsnieder- lcgung vor sich gegangen ist. Von einer Sperre über die Werk- statten, wo sonst noch Maßregelungen wegen des 1. Mai stattgefunden habe», wurde Abstand genommen.— Zu bemerken wäre noch, sdaß der Inhaber des Lokals schon vor Eröffnung der Versammlung deni Vorstand kund that, daß sein Selterwasser aus- gegangen sei und man möchte sich doch nun mit Bayerisch- Bier begnügen. Der Vorsitzenoe überließ es jedem Einzelnen nach seinem Geschmack zu handeln. Und so sah man denn zwischen(den noch dagewesenen� Selterflaschen und Bayerisch-Bier-Gläsern, auch ganz leere Tische, wo die Kollegen trotz Ermangelung des ersten, das zweite verschmähten. Eine sehr gut besuchte Uersammlnng der tertil- �' Arbeiter und Arbeiterinnen tagte anl 19. d. M. m Viktaria-Park(Frankfurter-Allee) unter dem Vorsitz des Herrn Menzels. Das Referat hatte der Reichstagsabgeordnete Harm übernommen, das Thema lautete:„Die Lage der Textil- arbeiter in Deutschland und ihre zukünftige Agitation". Der Redner gab zu Eingang seiner Freude Ausdruck, hier unter alte» Bekannten, niit denen er selbst als Weber zusammen gearbeitet habe, zu weilen und mit ihnen zu diskutiren. Die Textilarbeiter machen einen großen Prozentsatz unter den Arbeitern Deutsch- lands aus. Es war bisher nicht möglich, eine geeignete Organisation zn gründen. Aber gerade heutzutage wird durch die Ver- vollkommmung der Technik ein Zustand geschaffen, bei welchem der Einzelne nichts mehr ansrichten kann und die Organisation dringend nothivendig wird. Eben weil die Weber in der Haus- industrie so tief in ihrer Lebenshaltung zurückgegangen sind, ist die Organisation schwer, denn wo die Roth anfängt, hört die Mmineswürde auf. Redner skizzirte hierauf den llebergang von der Haus- zur Fabrikindustrie. Auch der Minister von Bötticher gab zu, daß diese Eutwickelung zu rasch vor sich gegangen sei. Infolge derselben werden die Frauen und Kinder mit zur Arbeit herangezogen, nicht um die Existenz der Familie zu erhöhen, sondern nur um sie zu ermöglichen. Gezwungen vergiften die Eltern das Leben der Kinder; dafür ist niemand anzuklagen als die moderne Produktionsweise, sie schafft solche Zustände. Diese sind so empörender Ratur, daß die Regierung selbst sich veranlaßt gesehen hat, Kinder unter 12 Jahren in Schutz zu nehmen. Diese Zustände schaffen auch das Vagabundenthum, gegen das die Stöcker, Bodelfchwingh und Strausberg moralisch zetern, ohne seine sozialen Ursachen zn kennen. Wären die genannten Herren unter eben solchen Umstünden aufgewachsen, wer will wissen, ob es nicht statt 200 000 Vagabunden deren dann 200 003 gäbe? Der ökonomischen Entwicke- lung muß die Arbeiterbewegung prompt folgen. Sie hielt sich, als Laffalle 1663 austrat, in einem nationalen Rahmen. Sie»mßte international werden, je niehr die Produktionsbedingungen inter- national wurden. Ist es denn möglich, den Gegnern Zugestünd- nisse abzuringen? Seil der kaiserlichen Botschaft veranstalten die Parteien ein sörniliches Wettrenne» um die Besserstellung der �Arbeiterklasse. Das Krankenkassen-, das Jnvaliditätsgesetz sind solche gezwungene Zugeständnisse, wie ungenügend sie auch sind. Genau genommen beginnt die Sozialpolitik aber erst mit dem Eintreten des Staates zum Schutze der wirklichen Arbeiter, der Arbeitskräftigen, Gesunden. Hier vermag die Arbeiterklasse allein bessere Zustände zu erkämpfen. Die Achtstuudenbeivcgung ist vom internationalen Arbeiterkongresse angeregt worden und sie wird die Gegner alsbald zu Zugeständnissen nöthigen. Der Achtstunden- tag ist nicht die Wünschelruthe, mit der die soziale Frage gelöst wird. Dazu bedarf es anderer Reformen. Aber jedenfalls wird die Lage der Arbeiter gebessert. Nur die wachsende Arbeiter- bewegung ist iin Stande, eine Milderung und später eine Be- seitigung der jetzigen Roth herbeizuführe». Es scheint so, als ivenn die Hansindustrie in der Texlilbrnnche dem Untergange geweiht wäre. Ich würde mich freuen, wenn die Hausindustrie schon jetzt nicht mehr bestände. Es ist bitler, doch es ist so. Orgamsationen vermögen die Arbeiter aufzuklären und zum Klassen- bewußtsein zu erziehe». Es handelt sich nicht um uns, sondern um unsere Rachkoinmen. Thun Sie, was in Ihren Kräften steh:! (Anhaltender Beisall.) In der Diskussion sprachen die Herren H e i n d o r s, W e i g e l und Hübsch. Als ersterer Redner die Wahlen berührte, wurde er von dem überwachenden Beamten wegen der Anwesenheit von Frauen ersucht, das politische Gebiet zu vermeiden. Stadtv. Heindorf widerlegte hierauf den Beamten mcker Berufung auf das Vereinsgesetz. Ten zweite» Punkt der Tagesordnung bildete die Wahl einer Agitationskom- Mission für ganz Deutschland. Es wurden hierzu gewählt: von den Weber» Herr Richard Kurtze(Weberstraße 15a), von den Strumpfwirkern Herr Karl Hübsch(Meinclerstraße 40, Hof parterre) und von den Posamentirern Herr Karl H o s s in a n n (Dresvenerjtrape 18). Unter Verschiedenem wurde beschlossen, das Bier der vereinigten Brauereien nicht zu trinken. Herr L e h- mann macht auf den Streik der Weber in Gera, Greiz u. s. w. allsmerksam, man solle die Feiertage benützen, um recht viel Geld für die Streikenden zusanlnienzubriirgen. Herr Paul Meyer fordert auf, nächste Woche in einer Versammlung zu erscheinen, in welcher die Weber einen oder mehrere Delegirte in die Streik- kontrol-Kommission wählen würde». Mit einem begeisterten drei- fachen Hoch ans die moderne Arbeiterbewegung wurde die Ver- sannnlung geschlossen. Der Derein zur Wahrung der Interessen der Berliner Knopfarbeiter hielt seine Mitgliederversammlung am Sonnabend, den 17. d. M., bei Gnadt, Brunnenstr. 38, mit folgender Tagesordnung ab: 1. Vortrag des Herrn Pirch über das Recht auf Arbeit. 2. Diskussion. 3. Wahl des ersten Schrift- führers. 4. Verschiedenes. Zum ersten Punkt der Tagesordnung hielt Herr Pirch einen mit großem Beifall aufgenommenen Vor- trag. Der zweite Punkt ivurde von der Tagesordnung abgesetzt, da eine Diskussion nicht beliebt wurde. Zum dritten Punkt wurde das Mitglied Wilhelm Prinz zum ersten Schriftführer ge- ivählt. Unter Verschiedenein kamen an die Fabriken die Petitions- listen, betreffend die Beschlüsse des internationalen Arbeiter- kongresses vom vorigen Jahre, zur Bertheilung. Darauf wurde ein Antrag gestellt und angenommen, nach welchem in den Knopf- fabriken die Sammlungen vorläufig noch fortgesetzt werden mögen, da noch drei Mann außer Arbeit sind. Es wurde von sämmt- lichen Rednern plädirt, das es unsere Pflicht sei, du-se Kollegen zu unterstützen und daß, wenn ein Jeder pro Woche 10 Pf. zeichnet, dieselben reichlich unterstützt werden können. Nachdem noch einige weniger wichtige Angelegenheiten erledigt waren, machte der Vorsitzende daraus aufmerksam, daß in der nächsten Zeit wahrscheinlich eine öffentliche Versammlung sämmtlicher Knopfarbeiter stattsiuden wird, um zwei Vertreter zur Streik- Kontrolkommission zu wählen, und bat derselbe um recht regen Besuch derselben. Darauf Schluß der Versammlung. Ieutral- Kranken- und Sterbe- Dnterstiihungskasse der deutschen Zimmerer(Eiygeschr. Hilsskasse Nr. 2, Filiale Berlin). Am 7. Mai tagte die ordentliche Generalversammlung im Saale des Herrn Feuerstein. Der Vorsitzende eröffnet die Sitzung um SVe Uhr. Nachdem noch ein Führer der Rednerliste gewählt war, wurde in die Tagesordnung eingetreten, und hier- ans das Protokoll der letzten Generalversammlung verlesen, welches unverändert angenommen wurde. Der 2. Punkt, Ab- rechnung pro 1. Quartal 1890, ergab in Filiale Berlin eine Mehrausgabe von rund 1060 Mark, dieses Mehr ist wohl am meisten der Jnfluenza-Epidemie zu verdanken, und wird in an- deren Städten ebenfalls Mehrausgaben im Gefolge gehabt haben. Was die Leistungsfähigkeit der Kasse betrifft, so dürfte die Ab- rechnung pro 18ö9 maßgebend seiix, dieselbe schloß mit einem Ueberschuß von 14 000 Mark, das Baarvermögen der Kasse be- trägt 66 576 Mark. Ob die Ortskrankenkassen ebenso leistungs- fähig sind, kann man wohl aus guten Gründen bezweifeln, jedenfalls würden mindestens die Mitglieder erheblich am Geldbeutel geschädigt werden. Was nun speziell die Krankenbücher der Orts- krankenkaffe anbetrifft, so muß sich doch jeder vernünstig denkende Zimnierer sagen, daß er anstatt eines Krankenbuches, das von den Jnnungsmeistern so sehnsuchtsvoll begehrte Arbeitsbuch in Händen hat, denn ein jeder Arbeitgeber hat das Recht, in die betreffende Wochenrubrik seinen Namen als Quittung einzu- schreiben. Wie es nun im Baugewerbe nicht anders sein kann, hat ein Geselle, und ist er noch so tüchtig, oft das Pech, nur als Aushilfe benutzt zu werden und dies kann ihm in eineni Jahre 5 bis 6 Mal passiren, so hat er eben in seinem Buche die Unter- schriften seiner Arbeitgeber verzeichnet, und liest der betreffende Arbeitgeber das öftere Wechseln der Arbeit, so sagt er sich ein- fach, der ist nicht zu brauchen; dieses Buch nennen die Mitglieder der Ortskrankenkasse das Krankenkassenbuch! ja es ist mehr wie krank.— Doch hiermit nicht genug, es existirt unter den Jnnungs- meistern eine sogenannte schwarze Liste; um diese noch vervoll- ständigen zu können, machen die Herren nach Entlassung eines mißliebigen Gesellen noch einen Nadelstich in die betreffende Rubrik, und ist dieser Geselle der schwarzen Liste einverleibt. Ein Räthfel wird es wohl bleiben, warum die Berliner Zimmerer nicht ohne Unterschied der freien Hilfskasse angehören, da ihnen gerade hier die besten Chanzen geboten werden. Man kann wohl behaupten, daß es gerade in Berlin noch zu viel Zimmerer giebt, die sich zu der Klaffe zählen, die nicht alle werden. Giue Krtteralurrj'ammlung deo Lnchvereins ittv Dürsten- und Dinselmacher Kerlino und Dmgrgend fand am Sonntag, den 18. Mai, bei Feuerstein mit folgender Tages- ordnung stait: 1. Tie Gewerbe-Schiedsgerichte. Referent Stadt- verordneter Fr. Zubeil. 2. Diskussion. 3. Bericht des Vorstandes und der Revisoren. 4. Wahl des gesämmten Vorstandes und der Revisoren. Der Referent>var nicht erschienen, deshalb wurde gleich zum 3. Punkt der Tagesordnung übergegangen. Der Vorita, id berichtete über die Vereinsthätigkeit im verflossenen Halbjahr. Der Kassirer Lindemann berichtete über die Kaffenverhältniffe, und da nach Ausspruch der Revisoren alles stimmte, so wurde hierauf dem Kassirer Techarge ertheilt. In de» Vorstand wurden wiedergewählt die Kollegen Siegmund, Soyka, Seidel und Lindemann, neugewählt wurde Kollege Loose. Der Vorsitzende, F. Bauer, lehnte seine Wiederwahl aus Gesundheits- rücksichten ab. Als Revisoren wurden gewählt die Kollegen Neu- bert und Carl Köhler. Unter Verschiedenes fand eine längere Auseinandersetzung statt über die Petition, welche wir an die Herren Minister für Handel und Gewerbe und des Innern in Betreff der Bürstenfabrikation in den Arbeiter-Kolonien znsenden hatten. Herr Herz beginnt eine Auseinandersetzung über die in Leipzig erscheinende„Bürsteninacher-Zeitung", wobei man länger venveilt. Kollege Kaiser bespricht die schlechten Löhne und schlechte Arbeilserutheilung in linkerem Gewerbe und ersucht um Einführung einer genauen Statistik über Löhne, Arbeitsbedingungen und Arbeitsräume. Siegmund schließt sich den Ausführungen des Vorredners an, und stellt den Antrag, Fragebogen für diese Statistik anfertigen zu lassen, um dieselben unter die Kollegen zu vertheilen. Der Antrag wird angenommen. Um 1 Uhr 30 Minuten schloß der Vorsitzende mit einem dreifachen Hoch aus die moderne Arbeiterbeweg..ng die gut besuchte Versammlung. «rofte öffentliche peeN.ininlnng der Müller und verwandte» Aer»s»o»»off»n am Mitlivoch, den 21. Mai er, Abends 8% Uhr, in Schefser'S Salon. Lachverein der Steindruriier und Ltt>i»graph«n Herlin«. Umstände halber stndcl die nachsle iVereinsversainmluna erst am Donnerstag, den 20. Mai. statt. «Srofte öffentliche zierkammlung de« Kolialdeniastratischen zvaiil- verein» fiir den Ä. Wahlkrei» am Mittwoch, den 21. Mai, Abends 8% Uhr, in HabsNs Brauerei, Berginannstrahe. Grolle öffentliche per saniiulnng der Former»»d Kernfogenoffe» am Mttlivach, den 21. Mai, Nachmittags Iii Uhr, im„Eiskeller", ilhaustee- strahe. perein der Klempner Kerlin»»nd zlingegend. Ruherordentliche Generalversammlung am Donnerstag, den 22. Mai, Abends 8 Uhr, im ttöing- stadl-itaslno, Hol»marrisir. 72. Tagesordnung: 1. SraanzungSwahl des Bor- standcs»nd der ltommlsstonen. 2. Befprechuag ü er Erhöhung des Eintritts- gcldes. 8. Verschiedenes und Fragetasien. Geselliger Kind„proirtartat" tagt jeden Mittwoch Abend tm Lokale de« Herrn Heindorf, Langestr. 70.— Am zweiten Pfinasiseiertag findet«ine Fuhpariie»ach Friedrichshagen statt. Sammclplah: Weberwtefe am Frank- furter Thor und Memelerstraßen-Ecle. Abmarsch pruz. 0 Uhr früh. Für Nachzügler: Ftscherhütte, FrtedrtchShagen. Gaste ivrllkomme». Wrihensre. Lachvrrrin drr Tischler Kerli»»«nd Zlnigrgend. MM- woch, den 21. Mai. AbendS 8% Uhr, tm Lokale LangshanSstr. io» zu Reu- Weistcnsec: Versammlung. peednnd deutscher Mechaniker nud vrrw. K,rut«g«noffen. Zahl- stelle Berlin. Die ordentliche Milglieder-Bersamminng am Mittwoch, de» 2t. Mai, fällt aus. Beiträge werden entgegengenommen im Arbeitsnachweis, Annenstr. 10, und beim iiafsirer 91. Weinerl, Grünlhalerftr. 63, jeden Abend von 8%— 9% Uhr, Sonntags Bormiltags von 11—12 Uhr. Achtung! Rohrleger and Helfer Berlins! Eine große öffentliche Der- lamm lung sindet am Donnerstag, den 22. Mai, Abends 8 Uhr, in Feuersteins Salon. Alle Jalobstr. 76(Oberer Saal), statt, Tagesordnung: I. Situalions- berichl unseres Streiks. 2. verschiedenes. ES ist Pflicht und Ehrensache tn dieser Versammlung zu erscheinen. Olrffentlich« Keesnuiinl»»» der Freien N»r»inl«nn« der Maurer Herlin» NN» Kmgrgend. Donnerstag, den 22. Mai, Abende 8% Uhr, bei Orschcl, Sebastianslr. so. Da acSordnuna: 1. Zn welcher Weise w.rd von den Berliner Maurern den Beschküfsen Rechnung getragen, sich einheitlich zu or- gantsiren. 2. Allgemeines und Fcagekasten. Maurer, Putzer und all« Maurcrgewerbe beschäftigten Kollegen sind zu dieser ij-esammiuna emgn Grff-ntiiche zier kammiung sämmtlicher in der Wollbrano, � schästigte»(Arbeiterinnen am Miltwoch, den 21. Mot, Abends SZ US, Jordan's Salon, Neue Griliifir. 28. Große öffentliche Uersammiung der Mechanik«- und � nossr» Herlin» und Ztmgegend am MilNooch, den 21. Mai- Abends im Böhmischen Brauhause, Landsberger Allee Nr. 11—18.... nfir. Tischler. Heute, Miltwoch. den 21. Mat, Abend»« G In Fachvrrein der i Jordan'« Salon, Neue Grünstr. 28, Borstandssitzuna. Grsang-, Turn- und grsellig» pereine am Mittwoch.- aesangverein~----- WM"" IM------ siraße 162.- Köpenickerftr. Reslauraul Haner, rcunnonirrnve'.......] Abends 9 Uhr im Restaurant Mnsehold, Landsbergerstr. 31.—.._ „Frer,a" Abends 8!j Uhr im Restaurant Venecke. Große Hamburg«!». � tuppert'sche Sängervereintgung jeden Mittwoch nach dem Ersten im-ff—. deich« 9 Uhr tm Restaurant Heise, Lichrenbergerftr. 21.—„Seeger w sangverein" Abends 9 Uhr im Ri'laurant Wenck, Blumenstraße«6.—»n_ verein„Schwungrad" Abends 9% Uhr im Restauranl Sahm, Annen, ir.,� Männergesangvercin„Lorbeerkranz" Abends 0 Uhr im Restaurant � Dranicnstr. 190.— Gesangverein„Nord-Jubal" AbendS 9 Uhr tn» BierhauS, Beteranenstr. 19.— Aesangverein„Unverzagt" AbendS 9 uyr � nickerstr. 127a bei Greving.— Männergesangverein„Schneeglöckchen" � 9 Uhr im Restaurant Doberstein, Martannenstr. 31—32.— Eesang Kr ytesiauuirn joiuueiiu. zo i. uun � — Gesangverein„Bruderbund" AbendS s Uhr bei Pägocht, Reichender!. — Männergesangverein„Schneeglöckchen" AbendS a Uhr Sitzung tni rant Siehmann, Welch iorstr. is.— Gesangverein„Süd-Ost" Abends 9 u» Ziemer, ttuoajitr. 16. Gäste willkommen.— Lübsck'scher Turnverein 6., lingS-Ablheilung, Abends 8 Uhr Slisadethstr. 67-68.- Turnverein Panlstr. 9. Männerabtheilung von 8%— 10% Uhr Abends; desgleichen lingsabtheilung von 8—10 Uhr Abends.—„Mehr Lichi", Verein für« und Ernst, AbendS 8% Uhr im Restauranl Heid. Frucht,». Schlesischer Verein„Hottet" Abends 9 Uhr im Restaurant«ehrt, slraße 100.— Vergnügungsverein„Fröhlichkeit" AbendS 9 Uhr tm»slW Säger, Gruner Weg 29,— Wissenschaftlicher Verein sür Roller ,cher_4 4l graphie Abends 8� Uhr im Restauranl Beese, Alle Schönhauserstta« Unterricht»nd UebungSstunde.— Roller'scher Slenographenveretn oiio-P_ Abends 8% Uhr im Restauranl Prinzenstr. 97, Sitzung und UebungchMN., OlrendS'scher Stenographen- Verein„Amicitia" AbendS 8� Uhr»rn Resla Behrends, Schönebergerstr. 6.— Areuds'scher Steuogruphenverein»09 Abends 9 Uhr im Restaurant„Wilhelmszarten", kochslr. 7.— Stenograph p Gesellschaft ArendS im Restaurant Bürgergarten. Lindenstr. 105. Wiens licher Unterricht und Uebung.— Berliner Rauchtlub„Wrangel» gn' 9 Uhr im Restauranl Foge, Köpnickerstr. 191.— Rauchklub„Havanna AbendS stz Uhr im Restaurant Paetzoldt, Reichenbergerftr. 16. � Rauw__ „Gemüthlichteil" Abends 9 Uhr tm Nestaurant Achsel. Köpnickerstr. 1°»� Rauchtlub„Eolumbia" Abends s\ Uhr im Restaurant Beyer. Prmzenlir. - Rauchklub„Frisch gewagt" Abends 8% Uhr im Restaurant Tempel. lauerstr. 27.— Rauchtlub..Vulkan" Abends 0 Uhr>m Restaurant Gräsestr. 82.— Friedrichsberg. Rauchklub„Nordstern", Lippe'S R°''?u 0, Friedrich-Karlstr. 11.- Bergnügungsverein„Fröhlichleu", ,g°srundet � AbendS o Uhr, Grüner Weg 29.—„Pollack-Elud-Sintracht", jeben MMw � AbendS ex Uhr bei G. Thiel, Wienerftraße 68.- Sesangvereiu der Tapti__ Berlins, jeden Miltwoch llleftaurant Seydelstr. 30, von 0—11 Uhr Aveno» Nnterhaltuugsverein„Harmonie". Sitzung Abends 9 Uhr Dresdenern bei Mendt.- Tambourverein„Erelstor", s\ Uhr. UebungSstunde bei-0 � RuderSdorferstr. 8. Aufnahme neuer Mitglieder.— Männergesangv» „LiedeSsreiheit", AbendS ex Uhr im Restaurant Henke, Blumenstraße_ Flöler'scher Gesangverein bei Piusehold, Landsbergerstr. 31, AbendS 9 lw � Kartenklub„Kreuz-Tame", AbendS 9 Uhr tm Restaurant Mvnch, Lichteno Friedrichsfetde, Prinzen-Allee e. VsvmiKltzkes. Krlsingfors, 19. Mai. Unweit der Eisenbahnstation Kaipia6 ist eine Pnlverfabrik in die Lust geflogen. Fünf Personen wnr getödtet und der die Fabrik umgebende Wald in Brand geffyj Das in dem Walde gelegene Pulvermagazin ist hierdurch l1 gefährdet.,„..tt |le«>- Uork. 18. Mai. Hier eingegangene Depeschen a Havana berichten von einer daselbst gestern Abend stattgehllv„ schrecklichen Explosion. In einem Kurzlvaaren-Magazm expwvi ein Faß mit Schießpulver, wodurch das Haus vollständig i stört, 22 Personen, darunter der Konsul von Venezuela und» Chefs der Feuerwehr getödtet und gegen 100 Personen verivun sein sollen. Die Katastrophe habe große Bestürzung in Hav» hervorgerufen. DezseHlhen. (Wulff« Telearaphen-Knrea».) KerUu, 20. Mai. Die Gesandtschaft der Vereinigten Staall von Brasilien in Berlin erhielt ein Telegramm von ihrer gierung vom heutigen Tage, nach welchem die in Teutschla verbreitete» Nachrichten über Ausstände und revolutionäre weguugen in dem Staate„Rio Grande du Sud"(Brasilien)°. vollständig erfunden und jeder Begründung entbehrend, bezeich" werden. Drag. 20. Mai. Wie die Blätter melden, ist das gegen die streikenden Arbeiter in Paukraz bei Nürschau et«». schritten, wobei fünf Personen getödtet und mehrere verivuno wurden. VvwfItsfien der Vedttkkion. Bei Ausrasen bitten wir die AbonnemenlS-Quiltuug beiznsügen. Briestl Anlworl wird nicht erlheilt. j K. K. Es ist sogar sehr wahrscheinlich, daß Sie eiugezofst werden. C. Eckardt. Wenden Sie sich an den Verleger. C. I. Dülkirrstr. Wir können Ihnen keine Ausku»! geben. F. K. I. Das wissen wir nicht. c. A. K. 354. Unterricht in der Stenographie ertheilt Strahlendorff, Neue Roststr. 17, I. Ein Lehrkursus kostet 10' Tie Unterrichtsstunden finden nach Uebereinkommen mit oben S nanntem Herrn statt. E. lOOO. l. Ja. 2. Dazu ist er nicht verpflichtet. 3. 3 A. K. 10. Ihre Anfrage ist dlirch eine Antwort, die? einigen Tagen einem anderen Fragesteller gegeben ivurde, erled>g- Sie brauchen nur den Werth einer gewöhnlichen Scheibe» ersetzen. V. D. 1. Lassalle fiel im Duell. 2. Religionslos. H.K. Mstr. Für Ihre Zwecke wäre das Köhler'sche Wör» buch, das iin Verlage von Reclam, Leipzig, erschienen ist, D geeignetste. Driicktrustraße 9, Hierzu können Sie den Unternehw' nicht zwingen...... D. K. Zu einer sofortigen Exmission ist der Wirth w di sein Falle nicht berechiigt. Wenn Sie die Waschfrau sür ch� vergeblichen Weg haben entschädigen müssen, so können Sie vo dem Wirthe Ersatz verlangen., D. F. K. 1. Sie sind durchaus nicht verpflichtet, sich (ich trauen zu lassen. 2. Das Kind darf Ihnen nicht vorenthw" werden. 3. Ja. W. K. 58. Ihren Mädchennamen. K. G. K. Die Adressen sind uns unbekannt. ET. Schwand. Der Betreffende ist steuerfrei, muh Miethe zahlen.., ©. K., Nranienstraße. Die Zahlen werden sich sch� genatl ermitteln lassen. Uns sind sie nicht bekannt. Auusg.richt Widerspruch gegen den Zahlungsbefehl erheben.... Tegelerstr. 5». Wenn die Strafe bereits rechtskräftig>>' muß er sie auch wahrend der Session abbüßen. Abonnent Hohenstei«. 1. Der Impfzwang gilt auch �' 2. Das wissen wir nicht. K. K. Im Falle einer Ehescheidung hat der unschuld'S Theil von dem anderen den vierten, in einigen Fällen nur M sechsten Theil des Vermögens zu beanspruche», ivelches der schulb>ö, Theil zur Zeit des ersten, die Scheidung aussprechenden UrtheO" besitzt. Verantwortlicher Redakteur: Eurt Laak» in Berlin. Druck und Verlag von Wa» Kading in Berlin SW., Beuthstraße 2. IIS "p Nr. 115. Mittwoch, den II. Mai 1890. y. dLoluilrP. der Fru.?��u>ahrung feuergefährlicher Stoffe und wegen Siche- Ii",*2.. selben gegen Entilünduna. Äierber aekört die Aufüchts- ,,, u'O�"••»g«»»»vj. t�/»vv«yvv yvvfvfc* v»v.**-»"II"—/" iefnuh". 5 2(1s« von Qelen, Spirituosen, Sprengstoffen u. f. w. �aiite» Aufmerksamkeit der Feuerpolizei erfordern diejenigen kmnJl'? welchen größere Menschenmassen sich zu»et- tiitlnR. �Aegen, dazu gehören Kirchen, Schulen, Theater, >rw,!..- �nsernen und andere Gebäude. Die Feuer- (2. beioI3l das Prinzip: jedes Feuer nuch begrenzt, tr-.x,. 0o!}, seinen Endpunkten aus gleichzeitig bekämpft Hierdurch soll zunächst das Fortschreiten verhindert »nd!!' v.r®2 Vordringen nach dem Herd geschieht schrittweise siä��ude stets so statt, daß die abgelöschten Theile einen voll- iild«, also gegen Wiederentzündung geschützten Raum L Stets wird auf sicheren Rückzug bedacht genommen. da? niissm hält sich in den Grenzen der Nothwendigkeit und (tan,, re'Pen wird nur im Nothfalle und mit Maß vor- ltaih*??"' Die Feuerrettung hat in erster Linie die Rettung 4«r f* Menschen, in zweiter die Bergung von Sachen Ausgabe. Ter Werth der Sachenrettung gipfelt in Mung unersetzlicher Gegenstände, als Urkunden, Kunst- �»stände, Bibliotheken k. Zu den Rettungsgeräthen gehören »,."'ter und das Seil. Tie heutige Technik hat Vorrichtungen dnn Uach« Art geliefert, mit denen das gefahrlose Herablassen «rin, scheu und Sachen aus der Höhe in möglichster Kürze fei eii. kann. Besondere Lösch- und Rettungsapparate bst nr.®ic Schutzanzüge gegen Hitze und Rauch, ferner - �....... nach dem System Stüde und die Das Springtuch, zu welchem man lm äußersten Rothsall greift, ist bei der Berliner ��heltslaternen. F.. km äußerstem % n im Gebrauch, ebenso der Flinker'sche Rettungsapparat, d��etiie ohne Ende genannt. Dagegen bedient sie sich nicht w Atttiuigsschlauches und de- Rutschtuches.— Das Feuermelde- fd[** mit fcillCF1 smof>\afirtffov* ¥*/*+ Sti» rtftnftirtffon V°L�-itlgt. seinen öffentlichen Meldestellen hat die günstigsten . ckigt. Wird die Berliner Feuerwehr sofort von dem ruch eines Feuers benachrichtigt, so ist sie im Stande, «.??halb tü Minuten nach erfolgter Meldung auf iich Endstelle einzutreffen. Im Ganzen hat Berlin gegen W-��en. Von allen Feuerwachen gehen besondere �»���"linien aus, in welchen eine größere oder geringere kelegraphischen Feuermeldern geschaltet sind. Die «N e!V"5de-Apparate enthalten ein Uhrwerk, welches durch Ziehen W cMen Handgriff ausgelöst werden kann. Durch die Bewegung vi,., erkes wird die Herbeirufung der Feuerwehr bewirkt. Das Werk setzt nämlich 4' W WMMWW■ Wen besetzte Scheibe in . Fht nämlich..eine mit schmäleren und breiteren ilfii»setzte Scheibe in Umdrehung, welche an einer Feder !>iiii nnd durch Bewegung der Scheibe auf dem Papier- eines in der Feuerwache aufgestellten Morse- Appa- L' kürzere und längere Striche erzeugen. Da alle ale einer Linie verschiedene Zeichen haben, so kann der » egraphift der Feuerwehr an den Zeichen erkennen, welcher «karat der Linie in Bewegung geseht ist. In der neueren Zelt W die Behörde fort, aus den Straßen zum Gebrauch für das Utlkum Feuermelder in eisernen Gehäusen aufzustelleu, welche ih i Ziehen an einem Knopf iir Bewegung gesetzt wer- A können. Nachdem ein mit einer Glasscheibe be- Schlüssel durch Zerschlagen der Scheibe zugäng- »>,, gemacht worden und zum Ausschließen des Apparates de- iJ: worden ist, wird der Knopf sichtbar. Diejenige Person, 'iiin6 derartigen Apparat in Bewegung gesetzt hat, muß k.'Rß Silli n i tjf.AM Olrtn rturröfrtiirtf 1 ff nhpV hlei Keldung auf einem Zettel hinterlassen. Berlin besitzt Lr. 800 Feuerineldestellen. An Straßenbrunnen. Anschlags- 'ni,,.' st. s. w. sind die nächsten Meldestellen angegeben. Ferner Ww' em Poltzeibureau gemeldet werden, serner in Kasernen, ■Ftau' überhaupt bei jedem Geschäststreibenden, der an das Vu, netz angeschlossen ist. Hier und da findet man auch in der Häuser Apparate ausgestellt, deren Kosten die dMbefitzer tragen.— Zu"den 5 Komgagnien, beziv. 17 Zügen i.' tcJ Feuerwehr gehören zur Zeit: 1 Branddirektor, 1 DI 7 Inspektor.'~"" 249" e WW PHHH der ' 5 Brand- Inspektoren, 7 Brandmeister, 24g Mvebel, 63 Ober- Feuermänner, 8 Ober- Maschinisten, 489 Spritzemnänner und 16 Musiker, Butin �5Pfe- Das der Verwaltung zur Ver- ° L�stellte Pferdematerial(116 Thiers) ist ein durchaus Die Pferde haben kräftige Brust, sind gut gebaut und Kopten Theil mecklenburgischen Schlages. Die Größe Der Preis nhu.VI»»»»»cuuu»»Iii ÄJuiuHuiu,»» Mark. Das �ch.tlit besitzt 11 Handdruck- und 6 Dampfspritzen. Das KNjlerkorps und die Feldwebel sind permanent im Dienst. Die S.nschast hat 48 Stunden Wachtdienst, darauf 24 Stunden k.;.' Ein Theil der Ober-Feuermänner und Feuermänner an Ruhetagen den Sicherheitsdienst in den größeren üipkern. Die ganze Mannschaft ist indessen verpflichtet. den dienstfreien Tagen jeden Dienst zu leisten, zu sie kommandirt wird. Das monatliche Gehalt ffn-z Bierde ist durchschnittlich 1,74 Meter. »■ 3 Pferdes betrügt im Durchschnitt 1200 Vochem ��pritzcnmänuer" beträgt 75 bis 100 M.. bei den Feuerwehr- � nnern 115—123 M., bei den Oberseuermänner» 131—143 M. litf, eingerichtete Samariterdienst bewährt sich ganz vorzüg- An Hilfsmitteln hat diese Truppe sechs kleine Apo- Ä>,-? von welchen jede der 5 Kompagnien bei ihrem «Is rucken eine mit sich führt, während die sechste lt,,,., Reserve dient. Eine solche Apotheke enthält: eine ' uiß f HC.» � O» t f<>***»Motif it tt rt DOU Äall5 lasche Kognak, icheeren, Ver- der Schöneberger- u, iche Karbollösung, eine Zusammensetzung Richer, Leinöl und Timol für Brandwunden, eine I. A, MM.1" /�, v*_ f �. 1 i* M N- und Hoffinannstropsen, Salmiakgeist, u. s. w. Auf den Feuerwachen in dr» Utw�muerstraße sind seit Kurzem Kraukeiistnben eingerichtet, �vnei, Straßen- Unsällen vom Publikum benutzt werden Al« �" r I �—...... s. w. Auf den Feuerwachen in gefleiaertstep Heiligkeit und»er- in„� �»ndhaftiglleit muß Berlin nach den Darstellungen y�beh*!.!" Missloil dem Zureisenden erscheinen. Der erste Serr;' 15,'■'m. ouf den letzten großen Eisenbahnstatione» sitf, l" 4" Theil wird, ist ein Händedruck der inneren Mission, in � Reisenden liebevoll annimmt. Man denkt im Itupee Wo L Frankfurt an der Oder— wir nehmen an, der Fremd- »,... nirfiM nfS nn hie als Tin die waren; plötzlich Ns"" V"«UV,»- PH m..... n dem Osten des Gleiches— an nichts, Ngt'ir Spritzkuchen, die ehedem so berühmt war« ~ ty. das offene Wagensenster ein„christlicher— 'in, in welchem alle Hospize, Konventikel, Theeküchen, in denen der sündige Mensch vor den scheußlich drohenden Ge- fahren Spreebabels sicher ist, gewissenhaft aufgeführt sind: aus einer Liste der„Sehenswürdigkeiten", welche den Wegweiser ziert, wie ein Berliner Brief der„Bresl. Ztg." ausführt, alles lassen, was für einen Besucher christlich-sozialer Versamm- lung?n kein Interesse hat. Eine Geschichte im Traktätchenstil, die leider so kurz ist, daß sie in Fürstenwalde schon nicht mehr wahr > t,— so schnell liest man sie,— erbaut den sündhaften Fremd- li: in hohem Grade; dazu treten einige statistische Angaben über die' Ausbreitung der Wirksamkeit der englischen Bibelgesellschaft, uiid.Oi in denn der moderne Mensch, der seinen Fuß m die deutsche Rcichshauptstadt setzt, hinlänglich gefeit gegen alle Fuß- angeln, weiche der wilde Geist der Zerstörung und Untergrabung der" Sittlichkeit in dem Sodom an der Spree und Panke heimtückisch gelegt hat. In Aukinipfting an die Schmindelaunome, die wir kürzlich veröffentlichten, wird geschrieben: Die Schwindler von Pest sind aber geradezu eine Gefahr für die Geschäftswelt des Deuffchen Reiches, ebenso wie für das Privatpublikum. Gerade vor Jahresfrist befand ich mich in Pest, um dort die polizeilichen Einrichtungen und die Kriminalverhältnisse kennen zu lernen. Ich wurde bei diesem Unternehmen in srenndlichster Weise von der Polizei unterstützt und was ich in Folgendem mittheile, beruht auf direkten Angaben der Oberhauptmannschaft(Polizeipräsidium) von Pest. Die Polizei von Pest ist den deutschen Zeitungen außerordentlich dankbar, welche auf Budapester Schwindler auf- merksam machen und vor ihnen warnen, weil die Polizeibehörde dadurch eine Unterstützung erhält, die ihr die ungarische Gesetz- gebung leider versagt. Betrug■>d Schwindel aller Art gehören in Ungarn zu den Antragsdelikten, d. h. die Behörde kann gegen einen Schwindler erst einschreiten, wenn gegen ihn der Straf- antrag eines Geschädigten vorliegt. Selbst wenn die Polizei ge- nau weiß, daß unter ihren Augen notorische Schwindler ihr Wesen treiben, kann sie doch nicht ohne Weiteres einschreiten, sondern muß sich erst einen Strasantrag beschaffen. Dies ist aber nicht so leicht, wie man glaubt. Während meiner Anwesenheit in Pest wurde z. B. ein Berliner Vergnügungsreisender von Bauernfängern im Kartenspiel vollständig ausgeplündert und um seine ganze Baarschaft, bestehend aus tausend Gulden, gebracht. Natürlich wendete er sich an die Polizei, diese legte ihm das sehr übersichtliche Verbrecheralbum vor und der Berliner Landsmann erkannte sofort die Leute, die ihn gebauernfängert hatten. Die Polizei versprach dem Geschädigten, alles aufbieten zu wollen, und bat ihn gleichzeitig dringend, einen Strafantrag stellen zu wollen, wenn es gelänge, die Gauner festzunehmen. Ter Berliner versprach dies auch, als ihm aber wenige Stunden später die ergriffenen Gauner vorgestellt wurden und ihm die Polizei vor allem neunhun- dert Gulden aushändigte, die sie noch bei denBauernfängern gefunden hatte, erklärte der Berliner, er wolle mit der ganzen Sache nichts mehr zu thun haben, verweigerte den Strafantrag, reiste schien- nigst ab und— die Polizei mußte die Bauernfänger wieder laufen lassen. Diese Abneigung der Geschädigten gegen Straf- antrüge erklärt sich dadurch, daß die meisten die Umständlich- leiten einer Untersuchung oder eines Prozesses insbesondere in fremdem Lande scheuen, und sehr oft verhindert sie auch die Scham über ihren„Reinfall" die Gauner anzuzeigen. Die Pester Polizei führt unter solchen Umständen einen sehr ungleichen Kampf mit dem Gaunerthum und kann es■ trotz aller Anstrengungen nicht verhindern, daß auf dem Gebiete der„fraudulosen Gebah- rung" d. h. des Schwindels und Betrugs im Verkehrs- und Ge- schäftsleben die Budapester Gauner Großartigeres leisten, als ihre Kollegen in anderen Großstädten. Um so mehr aber sollten deutsche Zeitungen diese Gauner nicht durch Annahme von In- seraten schützen, sondern sie mit voller Namensnennung an den Pranger stellen. Das Publikum aber sei vor- sichtig gegen die ungarischen Inserate aller Art, die sich auf Geldvcrkehr, Geschäftsagenturen, besonders aber auf Stellenver- mittlung beziehen. Gerade die Stellenvermittler haben Deutsch- land schon um Tausende von Mark betrogen. Als es vor zwei Jahren gelang, zwei solcher Stellenvermittelungsgeschäfte in Pest aufzuheben, fand man viele Hunderte von deutschen Postamvei- sungsabschuitten, laut deren die Gauner, welche natürlich nie daran dachten, eine Stelle zu besorge», von deutschen Reflektanten Geld als Vorschuß erhalten hatten. Manche Betrogene hatten so- gar wiederholte Geldeinsendungen gemacht. Von maßgebender be- hördlicher Seite wurde mir in Pest gesagt, es empfehle sich für deutsche Geschäftsleute, sich nie mit einer Budapester Firma in Geschäftsverbindung einzulassen, bevor man sich nicht an sicherer Stelle über die Bonität erkundigt habe. Pest besitze natürlich eine große Anzahl sehr achtbarer Firmen, diese könnten aber nur gewinnen, wenn das deutsche Publikum vorsichtiger gegen Buda- pester Offerten würbe, da dann den Gaunern am leichtesten das Handwerk gelegt werden würde. Zcngen rine« Selbstmordes waren am Sonnabend Nach- mittag im Schildhorn mehrere Unteroffiziere. Dieselben hörten in der Nähe des Langmeier'schen Lokals kurz hinter einander den Knall dreier Schüsse. Sie eilten an den Ort der That und sahen einen jungen Mann, der eben noch die Waffe gegen sich gerichtet hatte. Sie entwanden ihm den Revolver, und in demselben Augenblick sank der Lebensmüde auch schon zusammen. Der Un- glückliche blutete aus drei Wunden; eine Kugel war ihm in den Kopf gedrungen, zwei in den Unterleib. Der Selbstmörder, ein Gewindeschneider Bernhard Lanz aus Berlin, wurde schein- bar entseelt auf einen Vierwagen gelegt und in das Span- dauer Krankenhaus gebracht. An fernem Auskommen wird gezweifelt. Immer ärgerer zlnfug wird mit de» Uetiungs- bällr» getrieben. In den letzten Tagen sind zehn solcher Bälle nach einander theils gestohlen, theils ins Wasser geworfen, theils zerschnitten worden. Es wäre sehr erwünscht, wenn das Publikum den Rettungsbällen größere Auf- merksainkeit schenkte und Uebelthäter der verdienten Bestrafung zuführte. Seriin wird bald durch zwei Zlferdebahulinien mit Spitndrt» verbunden werden. Die eine soll im Anschluß an die bis zum Spandauer Berg führende Charlottenburger Pferdebahn die Chaussee entlang bis in die Milte der Stadt angelegt werden, in Verbindung mit einer Linie, die ganz Spandau durchschneiden wird. Diese Bahnstrecke beabsichtigt die Stadt selbst zu bauen. Das zweite Unternehmen, ivelches von jenem getrennt ist, hat der Kaufmann Haberkor» in Berlin, der Besitzer von Valentinswerder, projektirt. Diese Bahnlinie nimmt ihren Ausgang an der Ber- liner Brücke in Spandau, geht die Berliner Chaussee entlang, berührt Haselhorst, Saatwinkel, Tegel und hat dann Anschluß an den Norden Berlins. Die erste diesjährige Uegatta des„Schmöchwisier Segler Uereiiis" fand am Sonntag auf dem Seddin-See bei Schmöckwitz statt. Tie Bahn war von Scholands Gesellschasts- haus in Schmöckwitz bis nach Stobinswall bei Gosen und zurück nach dem Langen See. Es starteten 19 Boote, von denen der „Avgo"(Besitzer die Herreu Mehrke u. Co.) als erstes durchs Ziel ging und somit auch den ersten Preis, ein werthvolles Trinkhorn, errang. Den zweiten Preis erhielt das Boot des Herrn Moll„Seddin". Bei der zweiten Tour nach Gosen brach dem mitbetheiligten Segelboot„Vergißmeinnicht" der Mast und das Flaggenboot„Neptun" kenterte bei der Rückfahrt nach Schmück- witz. Glücklicherweise gelang es den drei Insassen, sich zu retten; zwei hielten sich an dem noch einige Fuß aus dem Wasser ragenden Mast fest, bis Hilfe herbeikam, und der Dritte schwamm dem nahen Ufer zu. Das gesunkene Boot ist y»ch flftjjmfelben Tage wieder gehoben worden. Nerpchwundene Akte» auf dem Teltawer Landraths- amt. Nachdem kürzlich auf dem Potsdamer Landgericht die Mertens'schen Strafakten verschivunden sind, wird jetzt ein ähn- licher Fall aus Teltow berichtet. Der Weber S. aus Nowawes hatte, weil er glaubte, daß ihm widerrechtlich Krankengeld von der dortigen Webergesellen-Krankenkasse entzogen werden �sollte, darüber Beschwerde geführt. Er wartete 2>/3 Jahr auf Antwort von der Regierung, und als diese nicht eintraf, ersuchte er noch- mals um Bescheid. Darauf erhielt er folgende Antwort:„Auf Ihre Eingabe vom 25. März d. I. erwidere ich Ihnen, daß Ihre Beschwerde vom 14. November 1887 nach Ausweis der dies- seitigen Akten unter dem 16. desselben Monats dem königl. Land- rathsaint des Kreises Teltow zur Berichterstattung zugestellt wor- den ist. Ob die Sache seitens des Landrathsamts weiter verfolgt worden ist, läßt sich jetzt nicht mehr feststellen, da die Vorgänge bei der genannten Behörde bedauerlicher Weise nicht aufzustnden sind. Da Sie es nun unterlassen haben, im Laufe der Zeit eine Entscheidung herbeizuführen, sehe ich mich jetzt in Rücksicht auf den inzwischen verstrichenen Zeilraum außer Stande, in der Sache etwas zu veranlassen. Der Regierungspräsident." Gcriehks-Beitung. Die mangelhafte Ueberwachung de» der Abdeckerei überwiesenen Fleisches, welche schon zu mehrfachen Beschwer- den und Erörterungen in der Stadtverordneten-Versainmlung Veranlassung gegeben hat, wurde gestern auch gerichtsseitig in einer Verhandlung festgestellt, welche vor der ersten Strafkammer des Landgerichts I stattfand. Auf der Anklagebank befanden sich der Schlächter Karl Wilhelm Köhler und der Kutscher Roggen- duck, welche des gemeinschaftlichen Diebstahls in vier Fällen be- schuldigt waren. Dem Erstgenannten wurde außerdem Vergehen gegen das Nahrungsmittel-Geseh in drei Fällen zur Last gelegt. Beide Angeklagte ivaren geständig. Bekanntlich beziffert sich daS Fleisch, welches jährlich auf Grund der thierärztlichen Unter- suchungen als zur menschlichen Nahrung ungeeignet erklärt und ver Abdeckerei überwiesen wird, nach Hunderten von Zentnern. Die Ueberführung nach der Abdeckerei' geschieht in folgender Weise: Das beschlagnahmte Fleisch wird auf dem Viehhofe ge- ivogen und auch die Gattung und Stückzahl auf einen Schein vermerkt, der dem Führer des Abdeckereiwagens eingehändigt wird. Ter Wagen bildet einen verschließbaren Kasten; ist derselbe ge- füllt, so hat der auf dem Viehhofe Dienst habende Schutzmann den mit einem Vorlegeschloß versehenen Kasten zu schließen. Auf der Abdeckerei hat derjenige Beamte, der das Fleisch abnimmt, den Kasten mit einem zweiten Schlüssel zu öffnen, und seiner Instruktion gemäß soll er den Inhalt mit dem ihm übergebenen Schein vergleichen und sich durch die Gewichtsprobe davon übet- zeugen, daß ein Abgang unterwegs nicht stattgefunden hat. Wie der Präsident, Landgerichtsdirektor Schmidt, betonte, sind die ge- meingefährlichen Diebstähle nur dadurch möglich gewesen, weil auf der Abdeckerei bei Abnahme des Fleisches in höchst nach- lässiger Weise verfahren wurde. Der Angeklagte Roggenbuck er- klärte, daß nur in seltenen Fällen eine Nachwägung des Fleisches vorgenommen wurde, und deshalb sei er darauf eingegangen, als Köhler ihm den Vorschlag machte, den Wagen unterwegs zn berauben. Köhler hatte bemerkt, daß der Deckel des Kastens so schlecht schloß, daß man ihn etwa handbreit hoch- heben konnte und dieser Spalt genügte, um Streifen des Fleisches aus dem Innern hervorzuziehen. Auf dem langen Wege von dem-Viehhofe bis zur Abdecker«! giebt es genug unbewohnte und verkehrsarme Strecken zu passiren, an einer solchen erwartete Köhler den Wagen mit einem Sack und führte den Diebstahl aus. Köhler gab zu, das Fleisch zu drei verschiedenen Malen an arme Leute verkaust zu haben, zum Theil habe er selbst davon genoffen, und daraus gehe wohl zur Genüge hervor, daß er es nicht für schädlich gehalten habe. Bei dem Geständniß der Angeklagten bedurfte es nur der Vernehmung des städtischen Fleischbeschauers Kottie, welcher Köhler beim vierten Male ertappte. Er hielt es für zweifellos, daß schon der erste Diebstahl nicht hätte unentdeckt bleiben können, wenn der Beamte auf der Abdeckerei seine Pflicht gethan. Der Staatsan- ivalt beantragte gegen Köhler neun Monate Gefängniß und ein- jährigen Ehrverluft, gegen Roggenbuck vier Monate Gefängniß. Ter Gerichtshof ging bei der großen Gemeingefährlichleit jund Niederträchtigkeit, die in der Handlungsweise der Angeklagten liege, über das beantragte Strafmaß hinaus und erkannte gegen Köhler auf 1 Jahr, gegen Roggenbuck auf 6 Monate Gefängniß. Außerdem wurde gegen beide Angeklagte auf je 1 Jahr Ehrverlust erkannt. Sozittle Itelicrstttjk. A» die Maler«nd Anstreicher und verwandten Berufs« genossen! Kollegen, wie Ihr alle wißt, tobt seit 6 Wochen der Lohnkampf in unserem Gewerbe in Hamburg. Zur kurzen Aus- klärung folgendes: In diesem Frühjahre war der bisherige Lohn- tarif abgelaufen. Und die Herren von der Innung erklärten kurzweg, mit der Gehilfenschaft nicht verhandeln, sondern sie(die Jnnungsmeister) würden die Regulirung des Lohnes selbst be- sorgen, das heißt, die Herren würden jetzt die Löhne nach ihrem Belieben zahlen. Kollegen! Ihr seht also auch hier, wiederum >var es die Innung, welche von ohen herab in jeder Art und Weise der Hamburger Kollegenschaft den Kampf aufgedrungen hat. Nun, die Kollegen Hamburgs konnten sich vieses Ansinnen jener Jnnungshelden nicht gefallen lassen und nahmen den Kampf jetzt ihrerseits ganz energisch auf. Da die Organisation in Hanl- bürg eine gute ist und die dortigen Kollegen von einer selten zu sindenden großen Opfermüthigkeit beseelt sind, so waren die Erfolge von vornherein gleich bedeutende. Der Sieg schien auf Seiten der Arbeiter gesichert; da trat ein zweiter Feind auf, der Jndifferentismus. Den Jnnungspatronen war es ge- hingen, durch ihre Agenten, welche sie nach allen deutschen Städten gesandt hatten, dort durch schöne Versprechungen u. s. w. fremde Arbeitskräste nach Hamburg zu ziehen. Und zu unserer Schande sei's hier gesagt: Gerade Verlin hat sich hierin großartig gezeigt. in de» letzten Tagen sind größere Trupps von Gehilfen von hier nach Hamburg angeworben und auch hingefahren. Kollegen! WaS dieses bedeutet, das ivißt Ihr wohl. Der Sieg der dortigen Kollegen wird dadurch in Frage gestellt; aber nicht nur dieser Punkt ist es, nein, die ganze Orgauisatto» steht auf dem Spiele. Gerade unsere Organisation ist es ja, welche den Jnnungshelden den Kopf schwer macht, und sie scheuen ja selbst nicht die er- bärinlichsten Denunziationen gegen uns. Nun Kollegen, wir wollen aber die Scharte wieder auswetzen, nicht wir wollen die Hand dazu bieten, daß der Kampf unseren Brüdern in Hamburg schwer gemacht wird, dadurch, daß von hier Gehilfen nach Hamburg gehe». Darum Kollegen laßt Euch nicht durch schöne Versprechen der Peters und Kon- sorten(Jnnungs-Arbeitsnachweis), Oranienstr. 105, verleilen, nach Hamburg hinüber zu gehen und dann der Jnnungsgesell- schast die Arbeiten fertig zu machen. Wir haben kein Interesse daran, diese Herren in ihrem Kampfe gegen unsere Kollegen zu unterstützen. Wollen sie die Forderungen unserer Kollegen nicht anerkennen, so mögen sie die Folgen dieses so leichtsinniger Weise heraufbeschworenen Kampfes auch tragen, und gehen Einzelne auch dabei zu Grunde. Wir aber»vollen unsere Kollegen da- durch unterstützen, daß wir den Zuzug nach Hamburg fernhalten. Thun wir dieses, Kollegen, dann ist der Kampf in kürzester Zeit entschieden und der Sieg ist aus Seiten der Hamburger Kollegenschaft. Und deren Sieg gegen die reaktionären Be- strebungen der Innung ist auch unser Sieg. Darum nochmals, Kollegen, haltet den Zuzug nach Hamburg fern! Mit kollegialem Gruß Die Kommission. Im Auftrage: Gustav Link. Aufruf a» die Rohrleger und Helfer Kerlino l Kol- legen! Wir ersuchen Euch eindringlich, der Streikkonnnission sofort anzumelden, in welchen Werkstätten die Unternehmer Lohn- erhöhungen bewilligt haben und in welcher Höhe, es ist dieses dringend nothwendig. Meldungen sind im Streikbureau, Ritter- straße 112 bei Schmidt, zu machen. Achtung, Klempner I Die Jnnungsbrüder fangen an, sich in rühren und machen Front gegen uns. So sind in der Werk- tatt von Kunitz, Bauklempnerci, mehrere Kollegen entlassen wegen Zugehörigkeit zu unserm Verein und der Feier des 1. Mai. Herr Kunitz sagte, sie wären schon zu lange bei ihm, sie sollten nun gehen und andere Buden rebellisch machen. Wir freuen uns, daß mit den drei Entlassenen gleich vier andere Kollegen die Arbeit niedergelegt haben. I. A.; P. Selchow, z. Z. Vorsitzender. Gera, 19. Mai. Die Aussperre der hieiigen Webereiarbcitcr und Arbeiterinnen dauert noch inimcr fort. Die gegnerischen Mittheilungen, daß viele Arbeiter die Arbeit aufgenommen hätten, ist falsch. Rur ein sehr kleiner Theil, der gegenüber den Tausenden gar nicht in Betracht komint, hat zu arbeiten ange- sangen. Die Haltung der Ausgesperrten ist sehr gut. Aber die Roth wächst. Und es ist dringend nöthig, daß zur Linderung derselben etwas geschieht. Die Unterstützungen, welche von aus- wärts eingegangen sind, entsprechen weder dein Unifang noch der Bedeutung der Bewegung. Von einzelnen Orten abgesehen, hat sich die Teztilarbeiterschast noch sehr lässig gezeigt. Auch die in Berlin. Es ist ja richtig, die Streiks sind ganz besonders in unserer Branche sehr zahlreich in diesem Frühjahr aufgetreten, andererseits muß aber auch zugegeben werden, daß der Geraer Ausstand von größter prinzipieller Bedeutung ist. Wir ersuchen deshalb alle unsere Kollegen, das bisher Ver- säumte schleunigst nachzuholen. Alle Briefe und Sendungen sind zu richten an Emil Vogel, Gera, Reuß, Karlstr. 1. VorsÄnttnlunge». Daa schließe» der Gefchäfte an Sonn- und Feiertage» bildete in der am Montag Abend in Heusel's Salon, Jnvalidenstr. 1 a, tagenden Versammlung von Geichäftsinhabern und-Inhaberinnen den Gegenstand lebhafter Erörterungen. Die meisten Redner traten der von dem Einberufer Herrn Adler, Meher- ftraße 33, in einein längeren Vortrag ausgeführten Ansicht bei, daß die Frage der Sonntagsruhe mir durch gesetzlichen Zwang geregelt iverden könne, da alle bisherigen Versuche, auf dem Wege freier Vereinbarung diese Frage zu lösen, auf das Kläglichste ge- scheitert seien. Der von Herrn Adler gemachte Vorschlag, beim Reichstage eine diesbezügliche Petition einzureichen, dabingeheiid, daß das Schließen der Geschäfte niit Ausnahme von Apothelen und Gastwirthschaften an Sonn- und Festtagen von Mittags 12 Uhr ab gesetzlich vorgeschrieben werde, wurde mit Beifall ent- gcgengenommen. Nur erklärte die Mehrheit der Vertreter der Kolonialivaarenbranche, daß sie eine solche Petition nur dann unter- stützen könnten, wenn für sie das Schließen der Geschäfte erst von 2 Uhr ab gefordert würde. Zugleich wurde von mehreren Seiten in Anregung gebracht, künftig dahin zu wirken, daß schon vom zweiten Pfingstfeiertage an auf Grund gegenseitiger Vereinbarung für die Sommermonate die Sonntagsruhe inne gehalten werde. Es fehlte indessen nicht an solchen,"die sich von einem derartigen Vorgehen wenig oder gar keinen Erfolg versprechen. Zum Schluß wurde von der Versammlung folgende Resolution mit großer Majorität angenommen:„Die am Montag, den ID. Mai, u. f. w. tagende Versammlung der Geschäftsinhaber und In- haberinnen richtet an den hohen Reichstag hiermit die ergebene Bitte, im Interesse der Sonntagsruhe eine Schließung sämnltlicher Geschäfte, mit Ausnahme von Apotheken und Gastwirthschaften an Sonn- und Feiertagen von 12 Uhr ab, dagegen der Geschäfte der mit Lebensmitteln HiiN- delnden von 2 Uhr ab yerbeistihren zu wollen. Motive' Durch die Konkurrenz gezwungen sind fast sämmtliche Gesch.gtsinhaber veranlaßt, ihre Verkaufsräume nicht nur an den. Wochenlagen von früh S Uhr resp. 7 Uhr bis Abends 10 auch 11 Uhr geöffnet zu halten, sondern auch Sonntags mit wenigen Ausnahmen die- selbe Zeit. Es ist denselben also jede Zeit zur Ruhe und Er- holung genommen. Da aber die Sonntagsruhe nur auf gesetz- lichem Wege durchführbar ist, da ferner die Nothwendigkeit der- selben von allen bethciligten Seiten anerkannt wird, wie auch die 1885 stattgehabte Enqueie beweist, so hofft die Versammlung, daß ihre Bitte Berücksichtigung finden wird." Die Duhre Krrlins»nd Umgegend hielten am 19. d. M unter' Vorsitz des Herrn Dähne ini Königstädtischen Kasino eine öffentliche Versammlung ab und erörterte dieselbe in erster Linie die Frage:„Wi e stellen sich die Putzer Berlins zu den im Lohnkampfe befindlichen Kollegen außerhalb?" Hierzu bemerkte der Vorsitzende, daß die Lage der Putzer in Alldeutschland eine gedrückte sei, so daß sie trotz Fleiß und Anstrengung nicht vermöchten, allen an sie heran- tretenden Ansprüchen gerecht zu iverden. Da die Verhältnisse außerhalb Berlins, in der Provinz, noch viel schlechtere sind, als hierorts, so hat Berlin unter dem Zuzuge der nach Verbesserung ihrer Lage sich sehnenden auswärtigen Arbeitskräfte zu leiden. Im eigenen Interesse der Berliner Kollegen liege es daher, diejenigen auswärtigen Kollegen, welche zum Klasienbewußtsein gelangt und in einen Lohnkampf eingetreten sind(zur Zeit gegen 15 deutsche Städte), mit allen zu Gebote stehenden Mitteln nachdrücklichst zu unter- stützen. Wenn die Lage der auswärtigen Kollegen eine bessere würde, so würde dadurch auch die•eigene Lage der Berliner 5tol- legen verbessert werden. Nach einer kurzen Berichterstattung über die vorliegenden Verhältnisse in den Städten, wo, freiwillig oder unfrenvillig, eine Arbeitseinstellung der Maurer erfolgt ist, for- derte Redner zur thatkräftigen Unterstützung der im Ausstande befindlichen auswärtigen Kollegen auf. Dieser Aufforderung schloß sich Herr Dietrich in wärmster Weise an, auch seinerseits die- selbe' in beifälliger Weise begründend. Zu diesem Punkte der Tagesordnung wurde folgende Resolution beantragt:„Die heutige Generalversamulung der Putzer Berlins und Umgegend erklärt: In Anbetracht der in ganz Deutschland herrschenden traurigen Lage in unsere»» Berufe, welche nur zu beseitigen ist, indem immer weitere Kreise der Kollegen in die Agitation und Organisation für die Verkürzung der Arbeitszeit, sowie Besser- stellung der Löhne herangezogen werden, erklären wir S Leitung "mpfe zu der% unters uns mit dem Bestreben d- Teutschlands, alle Maurer in.MW I M„ solidarisch und verpflichten i;r- näüig zum Gener' der Putzer Berlins und Umgegend beizusteuern." Diese. lution gelangte nach Schluß der Verhandlu'.gen über die» gelegenheit, in denen auch die Putzer an den gefaßten sich der großen Organisation der Maurer Berlins amilss j Widerspruch gegen die angebliche„Bevormundung". Auch" � sich Redner nicht befreunden mit der geäußerten Ansicht, � die Delegirte gewählte» Putzer von den Maurern, als von wählt, besolden zu lassen und warnte er ernstlich davor,-•f,ci sammtorganisation der Berliner Maurerschaft zu schädigen..O Dähne äußerte sich dahin, daß die von den Maurern gewn� Delegirte» für die Putzer mit gebundenen Händen auf dem» gresse erscheinen würden, brachte besonders Herrn Dies,. kein volles Vertrauen entgegen und beklagte auch, daß bezug ü der Delegirtemvahl kein offenes Vorgehen obgewaltet( und rechnete es der Berliner Maurerschaft nicht zur EM'i daß sie sich durch 15 Delegirte auf dem Kongresse vertreten(1 um vermöge der Stimmenzahl eine Pression auszuüben.* Buchholz sprach sich in scharser Weise gegen die vgllzo«: Delegirtenwahl aus, betrachtete die Kongreßsrage als eine° ständig getrennte und wünschte eine eigene Vertretung der auf dem Kongresse. In einer sehr langwierigen Debatte flj die einschlägigen Verhältnisse weiter eingehend erörtert un® L ----.....'m------- fFitt gtst?? auch Herr Wernau thatkrästig in dieselbe ein. Ein irrw Antrag, die gewählten Delcgirten nicht anzuerkennen und s Telegirten für die Putzer zu wählen, wurde abgelehnt, du ä, wählten Delegirte» wurden anerkannt, doch von einer besl>ns.j Auftraaertheilung Abstand genommen. Herr Dähne erklärt� durch die Rechtfertigung des Herrn Dietrich zufriedene — v nahm sein Mißtrauensvotum zurück. Herr Dietri� und mujm iri"-uiipuuuciiBvuiuMi jmuu. Vvi.i seinerseits die bindende Erklärung ab, auf dem Kongresse, M r auf dem von Herrn Wernau ausgearbeiteten Orgamsasiv. plan, für das Gesammtinteresse der Maurer Deutschlands w> zu wollen. Der dritte Punkt der Tagesordnung lautete:»*<• einzelnen Maßregelungen seitens der Inn»' m erster nach dem I.Mai und deren Folgen."-" hierüber gepflogenen Verhandlunge» konnte unser BerichtesiM, nicht mehr beiivohncn, da er durch die Erfüllung''r"'a � Auftrages daran verhindert war. eines K Uutr i>ein ster geht, was weilj laute leder auch und zunp Zun und Schi gelel seien Jnti Str, Vera oder da i %a iu i TM __ Reimickendorf crstr. 2a, WV Soolqnollo Marie, Filiale vom Adiniralsgarion- Bad. Komfortabel eingerichtete Badeanstalt. Abtheikmg füs" Herren und Oamen. Wannenbäder für Herren und Damen. Tagesbillet 30 Pfg. 6 Abonnements-Billets a Bad 3BVs Pf. Natürliche Soolbäder für Herren und Damen. Tagesbillet M. 1,25. Abonnement 6 Billets ä 1 931. Russisch-römische Bäder. Tagesbillet 1,25, Abonnement 6 Billets a 1 M. Montag und Donnerstag von 8 Uhr früh bis 1 Uhr Mittags nur für Damen. Volks-Brause-Bäder Billet 15 Pf. Die Direktion des Admiralsgarteu-Bad. 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Allgemeine Versammlung an» Mittwoch, den 31. Mai, Abends 8 Uhr, in DeiginnUer's Kalo», Alte Jakob straße Nr. 48». Tagesordnung: 1 Bericht über den Stand unserer Lohnbeweguich. 2. Verschiedenes. Bei der Wichtigkeit dieser Versammlung ist das Erscheinen eines jeden Schriftgießers nothwendig.[521] Der Einberufer. Große öffentliche Versammlung sammMachea* Schmiede Berlins und Umgegend neter ersucht Tagesordnung: 1. Ter Ulchtstiindentag. Referent: Stadtverord- F r. Z u b e i l. 2. Verschiedenes.— Um recht zahlreiches Erscheinen Der Einberufer. Oeffeniliche fersammlimg der Töpfer NM 33. Mai. Abrnda SVe Zkhr, 526 SÄS" kr» ein» Frauke(Kioniarchohöh-) in Charlottrnbnrg."MI Tagesordnnna: 1. Errichtung einer Filiale der Zelitral-Kraiiken- 2. Wahl einer Komulission und Aufnahme und Begräbnißkasse. der Mitglieder. 8. Verschiedenes. Zahnärztliche Poliklinik, Chausiicesirasse la. 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Eventuell Wahl des 4. Ausnahme neuer Mitgliedtt�� von Vertrauensleuten zur trolkommission. 6. Verschieden� � Dieser wichtigen Tagesordnung» tt werdeii Kollegen und Kollegin' � sucht, zahlreich und pünktl'« 5 erscheinen. f. Der Einher«� I Mitling, MMbritel'' Kollegen! Die am 7. d. M- öffentlichen Metallarbeiter- luiig in der Brauerei gewählte Konnuission zur � nähme freiwilliger Be'" schickung des Allgem. Kongresses zu Weimar nwcwra nochmals bekannt, daß zu d>e>� Bous ä 10 Pf. bei den Unters � zu haben sind und auch willige Beiträge von densel gegengenommen werden. � Wir hoffe», daß Ihr zahlreu? Gebrauch niacheu werdet. �„ iK Ptnl Hetz, Köpuickerslr. 1%. st Richard Beyer, Grüner �° � Franz"Lsselbacii, Kottbuser Nr. 36-37, v. 4 Tr. Dettfeder» VerantworUicher Redakteur: Curt Kaakr in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kading in Berlin SW., Beuthstraße reell und billig„zer>' H. Marcus, »i8c I Mi I m Sp tict 8ef( Hoc «in tor bei ihr So vr I dl % hl ei