Nr. 11?. Freitag, den 23. Mai 1890. ?. Jahrg. Hrgcm für die Interessen der Arbeiter. Jnsertionsgebühr beträgt für die S gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VersammlungS. Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin Sw., Bcuthltrabe 3, sowie von allen Annoncen-Bnreanr, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- nnd Festtagen bis 10 Uhr Nornnttaas geöffnet. -4.-» Fernsprecher: Amt vi. Ur. 4106,•» Nedaltkion: BeukhfivMe S.— Sxpedikion: VeukhÜvMe 3. Eine inkeeeMtnke Getnerve � Skntistit?. 3.;. 3n den meisten Industrieländern Europa's weist zur i,0cl. � Handwerk trotz des Aufschwunges der Industrie die a lmmer eine bedeutende numerische Stärke auf und »>it d �me der Zahl der Handwerker hat im Allgemeinen Kali Vermehrung der Bevölkerung gleichen Schritt ge- sch* ��was anderes ist es freilich mit der wirth- iliWi■ K i ch e n Bedeutung des Handwerks, die unter der Npi'%'ellen Entwicklung stark gelitten hat und noch immer � herabgedrückt wird. tz. Basel ist unlängst eine statistische Untersuchung ju... Verhältniß des Gewerbes zur Bevölkerung und die Entwicklung des Gewerbes selbst seit 1779 vor- 3\.®'nmen und das Resultat derselben veröffentlicht worden. � wach betrug in der Stadt Basel die Zahl der Meister Wgenden Handwerken: Auf einen Meister jedes Handwerks entfallen im �chschnitt Einwohner er f.er Wer leider bmacher '»er Durchschnitt ist somit das Zahlenverhältinst der händigen Handwerksbetriebe zur städtischen Bevölkerung �«erlaufe des letzten Jahrhunderts immer günstiger ge- fy.d«», d. h. es hat sich die Zahl der Konsumenten, � im Durchschnitt aus einen Meister kommen, trotz � Schwankungen vermehrt. Eine Ausnahme bilden L me Schreiner. Die Schuhmacher wiesen 1888 aller- Noch mehr Meister auf als 1779, hingegen ist die k � seit 1860 von 324 aus 224, also um ein volles 'dert zurückgegangen. bedeutende Verschiebung weist auch das Zahlen- inj,,$ der Arbeiter zu den Meistern auf. Leider ver- J e,n wir hier Spezialangaben, an deren Stelle eine all- fL e.lne Durchschnittsrechnung geboten wird, die jedoch �"falls geeignet ist, einiges Licht hierüber zu verbreiten. I. entfielen auf je 100 Meister 1837: 173, 1847: 192, : 303, 1870: 221 und 1888; 185 Gehilsen und kus verboten.) [89 »Int» Gluck der Damen." Roman von Emile Zola. Autorisirte Uebersetzung von Arn» in Schwarz. schien wie ans einein Traum zu erivachen, sie er- öivi, ihic Küsse, ohne ein Wort zu finden. Tie beiden !l»tt« küßten dann Pepc, der seine Aermchen ausgestreckt und die Versöhnung»var vollständig. Wohlan, es ist 6 Uhr, gehen»vir zu Tisch, sagte u; Warum hast Du Jean nicht mitgebracht? leg. � Er hätte»nitkomnien sollen, murmelte Tenise ver- lth habe ihn heute Morgens gesprochen und er hat 1% sr?*. Wir brauchen indessen auf ihn nicht zu warten, Katron ivird ihn zurückgehalten haben. flluim �du wandte sich jetzt nach dein dunkeln Hinter- e des Ladens und sagte: »„z Konimen Sie, Colomban, Sie können gleichzeitig mit Mfen, es wird ja Niemand kommen. Fenise hatte den Kommis gar nicht bemerkt. W» Tante erklärte ihr jetzt, daß sie den anderen Ver- tofw un.� das Fräulein entlassen hatten müssen. Die Ge- ri»ch gingen so schlecht, daß Coloinban allein genügte, verbringe ganze Stunden, ohne etivas zu thun z»» sfe-i�u dem kleinen Speisezimmer brannte das Gas, ob- '•'UV im Sommer war. Es fröstelte Tenise, als sie �k, von der Frische,»velche von den Wänden auszn- Lehrlinge. Nach diesen Angaben gestaltete sich das Ver- hältniß bis 1860 günstig, von da ab weist es einen be- ständigen Niedergang auf, der 1888 fast wieder die niedrige Ziffer von 1837 erreicht. Hierin zeigt sich wohl die Wirksamkeit des industriellen Mommts. Die große Zahl der Kleinhandwerker arbeitet allein, eine weitere größere Zahl derselben mit nur einem Gehilfen; diejenigen Kleinbetriebe, die 5 bis 10 Arbeiter beschäftigen, bilden einen kleinen Prozentsatz des ge- sammten Handwerkerstandes. Betriebe, die mehr als zehn Arbeiter beschäftigen, werden in der Regel nicht mehr handiverksmäßig geführt, sondern es zeigen dieselben mehr oder weniger den industriellen Charakter in Forin von maschinellen Einrichtungen. Arbeitstheilung zc. In Bezug auf die wirthschaftliche Bedeutung weisen Handwerk und Industrie rücksichtlich der Zahl der Geschäftsinhaber das umgekehrte Verhältniß auf. Die kleine Anzahl Fabrikanten prodilzirt niit einer verhältnißmäßig kleinen Anzahl Arbeiter ebenso viel, oder noch mehr Waaren, als die große Zahl Handwerker mit ihrer großen Zahl be- schästigter Arbeiter. So z. B. wird in Deutschland an- genonnnen, daß zirka ein Fünftel(ungefähr 20 000) der Schuhmachergehilfen in den Fabriken beschäftigt ist; da mit Hilfe der Arbeitstheilung und der Maschine schon heute ein Fabrikschuhmacher 5 bis 6 Mal so viel erzeugt, wie ein im Handwerk beschäftigter Schuhmachergehilse, so dürften die 20 pCt. Fabrikschuhmacher das gleiche Quau- tum Schuhivaaren oder noch darüber erzeugen, wie die 80 pCt. Gehilfen. Zur Würdigung der wirthschaftlichen Bedeutung des Gewerbes einerseits und der Industrie andererseits ist es unerläßlich, den Antheil der beiden Pro- duktionskategorien an der speziellen nationalen Waaren- erzeugung genau oder annähernd festzustellen. Unter diesem Gesichtspunkte berrachtet hat für die nationale Produktion eine neu errichtete Schuhfabrik mit 100 Arbeitern wohl die gleiche wirthschafrliche Wichtigkeit wie 500 neu etablirte handwerksmäßige Alleinbetriebe. Wir anerkennen die bedeutsame Stellung des der Zahl nach starken Handiverks im ökonomischen Leben voll- auf an, aber wir übersehen dabei nicht, daß es mit ihm beständig niedergeht nnd daß es nicht vermag, sich gegen- über der siegreich vorwärts dringenden Industrie zu be- haupten. Die große Zahl der Geiverbetreibenden täuscht uns nicht über ihre sehr beschränkte und begrenzte Pro- duktion hinweg, die unablässig noch mehr verringert wird.. Nebrigens halten»vir uns überzeugt, daß nach und nach auch die numerische Stärke der Handwerker Einbuße er- leiden und sie auch in dieser Richtung empfindliche Schivächung erfahren»Verden. Ob bis dahin, wenn die heutige tapitalislische Produktionsform durch eine andere strömen schien. Sie fand den nämlichen runden Tisch wieder, die Gedecke auf der Wnchsleimvand, das nämliche kleine Fenster, welches Licht und Luft aus dem u,»sauberen kleinen Hof einpsing. Nnd es dünkte ihr, als hätten auch alle diese Dinge ein kümmerlicheres Allssehen angenommen gleich dem Laden. — Vater, fragte Genevieve aus Rücksicht für Tenise, soll ich das Fenster schließen? Es kommt ein übler Geruch aus dem Hose. Er roch nichts und blickte seine Tochter überrascht an. — Schließe das Fenster,»venu Du»villst, sagteer; aber es wird uns an frischer Lust mangeln. In der That erstickte man schier in den» Zimmer. Es »var ein einfaches Familiendincr. Nach der Suppe begann der Onkel„von den Leuten da drüben" zu reden. Anfangs zeigte er sich sehr geduldig und gestattete seiner Nichte eine abiveichende Meinung. — Mein Gott, Du bist ja frei und darfst diesem Hause die großen Schabraken halten. Jeder hat scme Jdee, meine Tochter... Nachdem es Dich nicht mit Widerivillen er- füllt hat, vor die Thür gesetzt zu»verde», mußt Du wohl Deine geivichtigen Gründe haben, diese Leute zu lieben und wenn Du zu ihnen zurückkehrst, so grolle ich Dir nicht im Geringsten darüber. Und Niemand von uns, nicht wahr? — O nein, flüsterte Madame Baudu. Tenise sagte ruhig ihre Meinung her, wie sie sie bei Robincau hergesagt hatte; sie sprach von der natürlichen Entwickelung des Handels, von den Anforderungen unserer Zeit, von der Größe dieser neuen Schöpfungen, von dem wachsenden Wohlstande des Publikums. Baudu hörte ihr erstaunt zu, und als sie geendigt, sagte er kopfschüttelnd: ersetzt werden wird, das Handwerk noch eine größere oder kleinere Zahl Angehörige besitzt oder überhaupt noch existirt, vermögen wir freilich nicht zu sagen. Sei aber dem wie immer, das Handwerk dürfte bei Einführung einer neuen Produktionssorm auf keinen Fall eine fühlbare Schwierigkeit bieten. polikifcho Meberfichk. Ihrem Schmrri über den Fort fall des So« lialistengesetzes giebt die„Köln. Ztg." bei jeder Ge- zegenhect Ausdruck. So sagt sie gelegentlich einer Be- sprechung der im Schooße der deutschfreisinnigen Fraktion vorhandenen Gegensätze:„Die deutschfreisinnige Partei fühlt das Bedürfniß, zu den nationalen Interessen und ihren be- rusenen Vertretern in ein naturgemäßeres Verhältniß zu kommen. Sie erträumt deshalb zwischen den neuen und den alten Männern einen Gegensatz, der ihr diesen Frontwechsel erleichtert. Bedauerliche und von allen ein- sichtigen bürgerlichen Kreisen einmüthig verurtheilte Regierun gsentschließungen» wie der Verzicht auf das Sozialistengesetz, haben ihr diese Taktik, der Regierung eine schwächliche Hinneigung zum Deutschsreisinn, eine Abwendung von de»» System Bismarck anzudichte»», erleichtert."— Die„Köln. Ztg." sollte sich doch allmälig beruhigen. Die Regierung ist wahrhaftig klüger berathen, als die„einsichtigeil bürgerlichen Kreise", we»»» sie auf das Sozialistengesetz verzichtet. Zlrber nicht genügende Wahrung de» Unternehmer. Interessen in den Arbeiterschutzgesetz-Debatten des Reichs- tages beklagt sich die„Leipziger Zeitung". Sie findet, daß „für den Schutz der Arbeitgeber gegen Mißbrauch des KoalitionSrcchtes" Niemand eingetreten sei, als„der deutschkonservative Redner"(Hartmann). Und Serr v. Stumm? Als Trost bleibt dem schmerzbewegten rgan der sächsischen Regierung nur folgende Drohung übrig: „Wenn für solche Thatsachen(der häufige sog. Koutrakt- bruch bei Streiks ist gemeint) der Liberalismus aller Schar« tirnngen, die Sozialdeniokratie und das Zentrum nur Redens- arten zur Verfügung haben, so mögen sich die Arbeiter nicht wundern, wenn die Arbeitgeber sich in Ermangelung gesetz- lichen Schutzes künftig selb st zu schützen suchen. Niir wird dieser Schutz für die Arbeiter empfindlicher aus- fallen, als der gesetzliche, den ihnen angeblich„arbeiter- freundliche" Parteien versagen, und er wird, fürchten»vir, nicht immer so gehandhabt werden, daß er, wie es die Regierungsvorlage beabsichtigt, nur die Schuldigen trifft. Die öffentlichen Hetzer werden straflos ausgehen und die Verhetzten werden durch Verdienstlosigkeit büßen müssen. Wie so häufig, wird daher der Liberalismus auck» diesn»al ivieder am meisten denjenigen schaden, denen nützen»vollte." e»: — All dies ist Phantasmagorie. Der Handel ist der Handel: dabei bleibt's. Ich gebe zu, daß sie reussiren, weiter nichts. Ich glaubte lange Zeit, daß sie die Hälse brechen werden und wartete geduldig darauf. Nun wohl: es scheiict, daß heutzutage die Diebe sich Veruiögen machen, während die ehrlichen Leute elendiglich verkümmern. Ja, soweit sind lvir gekommen, daß ich mich vor den Thatsachen beugen muß! Und ich beuge mich! Mein Gott, ich beuge mich!... Eine innere Wnth war allmälig in ihm erwacht. Er schwang die Gabel und rief: — Aber ich bleibe aus meinem Posten bis zum letzten Athemzuge! Niemals wird das„alte Elbeuf" eine Konzcssion machen; es kann an Altersschwäche sterben, es wird mir eine Freude sein, mit ihn» zugleich unterzugehen! Ich habe Bonrras gesagt:„Nachbar, Sie paktiren mit den Charta- tauen! Ihre Aiistreichereien und Ausbesserungen süld eine Schande!" — So iß doch! sagte Madame Baudu, die besorgt wurde, als sie ihn sich dermaßen aufregen sah. — Ich will, daß meine Nichte meine Losung kenne! rief er. Ich rühre mich so wenig von meinen» Platze als diese Wasserflasche. Mögen sie reussiren: ich bleibe da als Protest! Die Magd brachte jetzt ein Stück Kalbsbraten. Er zer- legte es mit seinen zitternden Händen, aber er hatte nicht mehr den sichern Blick, niit welchem er die einzelnen Portionen abwog. Das Bewußtsein seines Niederganges benahm ihm seine frühere Sicherheit eines respektirten Patrons. Es war ihm,»oie er gesagt, nur eine Kraft geblieben: die Kraft, an seinen Ideen hartnäckig festzuhalten, deii Fall seines Hauses abzuivartei» und keinen Schritt myh rechts oder links zu Die angedrohte Waffe ist für die Unternehmer zweischneidig genug, zumal wenn die Arbeiter, wie es bereits geschieht, sich auch auf den Kampf gegen UntcrnehmerkoalitioNen einrichten. Die prinzipiell ablehnende Kaltnng, welche die Sozial- demokraten der neuen Militärvorlage gegenüber einnehmen muhten, hat, wenn es dessen überhaupt noch bedurft hätte, durch den bisherigen Verlaufs der K o in m i s s i o n s s i tz u n g e n nach jeder Richtung die vollste Rechtfertigung gefunden. Wie auS den Sluslai jungen und Geständnissen des Kriegsministers und seiner militärischen Kollegen hervorgeht, handelt es sich um eine groß- artige, durchgreifen de Reorganisation der Armee auf breiterer Basis als hisher. Die Unzulänglichkeit des Militarismus ist jetzt offenbar; im Rahmen des stehenden Heeres können nicht die fiir den„Krieg der Zukunft" erforderlichen Massen untergebracht werden. Es ist nothwendig, die Idee der a l l g e m e i n e n W e h r h a f t i g k e i t, d. h. der allgemeinen Volksbewaffnung durchzuführen. Dies geht aber nicht auf dem Boden des Militarismus. Nur die allgemeine Volksbewaffnung kann die erforderlichen Massen für die Vertheidignng liefer», dann ist es aber auch vorbei mit dem Militarismus. Jeder Versuch, den Militarismus mit der allgemeinen Wehr- hastigkeit zu verbinden, kann nur ein n n e n d l i ch k o st- spieliges Provisorium zur Folge haben, ohne daß der b e a b s i chtigte Zweck erreicht wird. Also Bruch mit dem System des Militaris- mu s. Sein» Steifleinenen hat Herr Max Hirsch, der jetzt nach seinein letzten Auftreten im Parlament beinahe anfängt, ein großer Mann zu werden, wieder einmal aufmarschiren lassen. Die Gewerkvereine der Niederlausitz haben nämlich am Sonntag einen Delegirtentag in Kottbus abgehalten(wie viel Mitglieder vertreten waren, wird leider verschwiege») und dabei einstimmig folgende Resolution gefaßt:„Wir halten fest an den bewährten Grundsätzen der deutschen Gewerkvereine, daß die Arbeitsverhältnisse unmündiger und weiblicher Arbeiter durch die Gesetzgebung geschützt werden müssen, daß aber die Regelung von Ar- beitszeit und Ärbeitslohnerwachsener Arbeiter Sache der Arbeiterorganisationen bleiben muß. Wir weisen daher jede Einmischung der Gesetzgebung in die Ar- beitsverhältnisse erwachsener Arbeiter energisch zurück, verlangen dafür aber die gesetzliche Anerkennung der Berussgenossenschaiten der Arbeiter."— Es muß auch solche Käuze geben! Zur Einigkeit im dentfchfreistnnigen Lager. Die ge- wöhnlich gut injormirte„Köln. Volksztg." veröffentlicht folgendes Berliner Telegramm:„Die NichtWiederwahl Engen Richter's zum Vorsitzenden des engern Parteiausschusses wird auf persönliche und taktisch« Gründe zurückgeführt und als Vorläufer einer neuen Sezession betrachtet, wenn die Vcrmittelungsversuche, welche im Gange sind, scheitern. Als Gegner Richters werden genannt: Rickert, Hänel, Barth, Brömel, Schräder. Die frühern Sezessio- nisten beherrschen die Ausschüsse, während Richter zweifellos über die Mehrheit der Fraktion verfügt. Man spricht auch von poli- tischen Meinungsverschiedenheiten."— Auch das Organ Richters, die„Freif. Ztg." äußert sich sehr bitter über die Richtwiederwahl Eugens. Am Schluß eines längeren Artikels sagt sie: Seine Nichtwiederivahl als Vorsitzender bedeutet die Entfernung nicht aus einer Arbeitsstellung, aber allerdings aus einer Ehrenslellung der Partei, dem einzigen Amt eines Vorsitzenden, welches Abg. Richter in der freisinnigen Partei bisher bekleidet hat. Ob diese von sechs Abgeordneten beivirkte ENtfernnng aus dem Amt den Wünschen der Gesammtpartei entsprochen hat, steht dahin." Der Abschluß»ra«cnen IHederlnssungo-Devtrages mit der Schweiz ist nach offiziöser Mittheilung der„Politischen Korrespondenz" aus Berlin noch vor dem Ablauf des geltenden Vertrages, also vor dem 20. Juni, mit Sicherheit zu erivarten. Die vom Neicho-Devstcherungsftuite ausgearbeitete Statistik für das Jahr 1887 gewährt unter anderem auch einen Einblick in die Vertheilung der der Unfallverficherung unter- liegenden gewerblichen Betriebe und der in diesen beschäftigten Personen auf die einzelnen Bundesstaaten. Von den Äetrieven entfielen, wenn nur diejenigen Bundesstaaten in Betracht gezogen werden, welche mehr als 5000 derselben umfaßten, auf Preußen 55,77 pCt., auf Bayern 11,35 pCt., auf Sachsen 8,72 pCt., auf Württemberg 4,60 pEt, auf Baden 4,12 pCt., auf Hessen 2,85 pCt. und aus Elsaß-Lothringen 2,10 pCt. Etwas anders gestaltet sich das Verhältniß, wenn man die Versichertenzahl_ auf die Staaten vertheilt. Danach kamen auf folgende Bundesstaaten mehr als 50 000 Versicherte, und zwar auf Preußen 58.92 pCt. fäinmtlicher Versicherten, auf Bayern 7,24 pCt., aus Sachsen 12,81 pCt., auf Württemberg 3,13 pCt, auf Baden 3.38 pCt., auf Hessen 1,90 pEt., aus Hamburg 1,40 pCt. und auf Elsaß-Lothrmgen .3,84 pCt. Nach der Zahl der gewerblichen Versicherten steht demgemäß Bayern an dritter, Württemberg erst an sechster Stelle. Auch über die durchschnittlich in einem Betrieoe be- schästigte Zahl von Versicherten giebt die Statistik Auffchluß. Im Deutschen Reiche ivurden in je einem Betriebe durchschnittlich 12,09 versicherte Personen beschäftigt, dagegen in Preußen 12,72, in Bayern 7,71, in Sachsen 17,77, in Württemberg 8,23, in Baden 9,91, in Hessen 8,06, in Hamburg 17,27 thlin, um diesen Fall auszuweichen. Pepe glaubte, der Onkel sei zornig und schickte sich an zu weinen; man mußte ihn dadurch besänftigen, daß man ihm von den Biskuits gab, die zum Dessert bereit standen. Der Onkel dämpfte nun die Stimme und versuchte von anderen Dingen zu reden. Er sprach von den Demolirungs-Arbeiten, billigte die Er- öffnung der Rue du Dix Decembre und meinte, dieselbe werde den Handel des Stadtviertels beleben. Und das führte ihn wieder auf das„Gluck der Damen". Immer kam er mit einer krankhasten Hart- näckigkeit auf den nämlichen Gegenstand zurück. Man lebe jetzt fortwähreild in einer Staubwolke und verkaufe gar nichts mehr, klagte er, seitdem die Materialienwägen die Straße versperren. Es sei übrigens lächerlich, mit Gewalt groß iverden zu wollen; die Kundschaften werden sich gar nicht mehr anskennen; warum baut man nicht lieber gleich ganze Hatten? Und trotz der flehenden Blicke seiner Frau, trotz der inneren Anstrengungen kam er nun ans den Um- sah des Magazins zu sprechen. Es sei unbegreiflich, meinte er; in vier Iahren habe dasselbe seine Umsatzziffer verfünf- facht; der Konsum betrug ehemals 8 Millionen jährlich, während er jetzt die Ziffer von 40 Millionen erreicht. So viel habe die letzte Inventur ausgewiesen. Das sei etivas Unerhörtes, dagegen könne man nicht ankämpfen und das Haus schwelle iinmer mehr an; gegenwärtig gebe es daselbst tausend Angestellte und jetzt kündigt es sogar 28 Abtheilungen an. Diese Ziffer von 28 Abtheilungen war es besonders, was ihn außer sich brachte. Gewiß gebe es darunter einige doppelt, aber es gebe auch mehr neue; z. B. eine Abtheilung für Möbel und eine Abtheilung für„Pariser Artikel". Hat man je gehört:„Pariser Artikel"! Wahrlich, diese Leute sind nicht stolz; sie werden schließlich noch Fische verkaufen! — Wenn Du aufrichtig sein willst, kannst Du sie un- möglich vertheidigen, sagte er dann zu Denisen gewendet. Was würdest Du von mir halten, wenn ich in meinen Tuch- Handel eine Abtheilung für Casseroles errichten würde? Du würdest sagen, ich sei ein Narr, nicht wahr? Gestehe, daß Du sie nicht achten kannst! Denise sah ein, daß man mit Vernunftgründen nicht und in Elsaß- Lothringen 22,05. Demnach sind also in Elsaß- Lothringen und Sachsen die Betriebe durchschnitt- lich am umfangreichsten, in Preußen und Hamburg kommt der durchschnittliche Umfang dem Durchschnitt für das Reich nahe, Baden, Württemberg,"Hessen und Bayern weisen dagegen durchschnittlich wesentlich kleinere Betriebe auf. Im Zusammen- hange mit der Feststellung der durchschnittlichen Größe der Be- triebe wird in der Statistik die Frage erörtert, ob diese Größe auf die Häufigkeit der Unfälle einen Einfluß ausübt. Da stellt sich denn heraus, daß, während auf je 1000 Versicherte im Deutschen Reiche durchschnittlich 4,14 entschädigte Verletzte entfallen, diese Zahl sich für Preußen aus 4,44, für Bayern auf 4,60, fiir Sachse» auf 3,14, für Württemberg auf 4,18, für Baden auf 3,75, für Hessen auf 3,59, für Hamburg auf 6,82 und für Elsaß-Lothringen auf 2,97 beziffert. Danach würde sich also ein besonders günstiges Verhältniß für die Reichslande und für Sachsen ergeben, also für diejenigen Reichsgebietstheile, in welchen die durchschnittlich größten Betriebe vorhanden sind. Es würde dies den Schluß nahelegen, daß die Unfallgefahr mit dem durchschnittlichen Umfange der Bettiebe in umgekehrtem Ver- hältniß steht, jedoch weisen die obigen Zahlen andererseits auch nach, da keinesivegs da, wo die kleinsten Bettiebe austreten, auch immer die Unfallgefahr am größten ist. Die Statistik des Reichs- versicherungs-Amtes behandelt denn auch die Frage als offene, und hält für weit einflußreicher auf die relative Zahl der Un- fälle den Umstand, ob in einem Staate überwiegend gefährlichere oder minder gefährliche Industrien betrieben werden. In Sachsen und in den Reichslanden finden sich denn auch namentlich hervor- ragend die verhältnißmäßig mit nur geringer Unfallgefahr ver- bundenen Textflaewerbe vertreten. Zu der DIrnarsttznng des Sundesraths wurde der Beschluß des Reichstages betreffend die Vorlegung des Entwurfs einer Militär-Strafprozeßordnung dem Vorsitzenden des Bundes- raths überwiesen und dem Entwurf einer Verordnung vom 14. April 1888 betreffend die Abänderung und Ergänzung der Ausführungsbestimmungen zu dem Gesetze über die Kriegsleistnngen zugestimmt. Mit den Mahlpriifungen scheint man diesmal doch etwas prompter vorgehen zu wollen. Der stenographische Reichstags- bericht vom 16. Mai weist die Verlesung von 53 geprüften Man- baten auf. Hoffentlich kommt der Fall der Herren Websky, Leuschner:c. nicht wieder vor. Bekanntlich saßen die Herren drei Jahre lang im Reichstag, redeten und stimmten und es wurde ihnen vor Schluß der Vorstellung das zu Unrecht verwaltete Amt emes Volksvertreters abgesprochen. Auf den gefahrvollen Kuppelungs- und Fahrkarten» Auffichtsdienft im Eisenbahndienst macht die„Frkf. Ztg." aufmerksam. Bekanntlich macht das Einhängen der Kuppelung das gefährliche Betreten und Treten zwischen die Geleise erforderlich. Abhilfevorrichtungen sind nur in der Form von Seitenkuppelungs- konstruklionen in großer Auswahl vorhanden. Trotzdem wird z. B. auf den preußischen Staatsbahnen die Einführung der Seitenkuppelung aus verschiedenen, kaum stichhaltigen Gründen amtlicherseits iveder unterstützt, noch ernstlich versucht: man be- schränkt sich meist darauf, den Mehraufwand als Hinderungs- grund anzuführen, ganz wie Fabrikanten, die im Arbeiterschutz säumig sind. Aehnlich steht es um den gefahrvollen Dienst, welcher mit der Fahrkarten-Aufsicht verbunden. In voller Fahrt, bei Regen und Frost, hat der Beamte das Wagentrittbrett zu be- schreiten, um dem reisenden Publikum die Fahrkarten zu koupiren und abzunehmen. In verschiedenen auswärtigen Staaten hat man schon seit Jahren diesen ebenfalls mit Lebensgefahr ver- bundenen Dienst abgeschafft; warum sinnt man nicht endlich auch bei uns in der Aera des Arbeiterschntzes auf Abhilfe? Grosienhaii!. Folgendes Schriftstück sei hier zur Beurthei- lung der Oeffentlichkeit übergeben: Der Stellmachermeister Krüger aus Liebenow hat vom 1. Juli 1889 bis heute auf hiesigem Rittergut als Stellmacher und Vogt in Arbeit gestanden. Er war wäh- rend dieser Zeit geschickt, ehrlich, fleißig und nüchtern, allerdings hat er nicht verstanden, sich den gehörigen Respekt zu erhalten, was ich auf seine sozialdemokratischen Ansichten zurückführen muß. Entlassen ist er, weil er gegen meinen ausdrücklichen Befehl am l. Mai gefeiert hat. Linz, den 2. Mai 1890. R. Schultz, Inspektor." Krüüger hat es nicht verstanden, sich den gehörigen Respekt zu verschaffen, heißt mit anderen Worten: er war human mit den Leuten, die ihm unterstellt ivaren. Wie herrisch diese Leute sonst behandelt werden, geht schon aus dem Wortlaut des vor- gedruckten Attestes hervor. Ein Vogt, der ein Vorgesetzter ist, empfängt in echt feudalistischer Manier Befehle, die er natürlich in strengerer Weise an seinen Unterstellten vollziehen soll— recht nach dem Geist der sächsischen Gesindeordnung. Durch die freund- liche Uebermittelung der Rittergntsverwaltung gelangte die hiesige Zlmtshauptmannschaft in den Besitz des„Geheimnisses" von Krügers sozialdemokratischer Gesinnung. Die Amtshauptmann- schaft hatte nichts Eiligeres zu thun, als die Sache dem— Militärverein anzuzeigen. Der Militärverein glaubte nach einer solchen gewissermaßen dringlichen und zwingenden Anzeige nichts Besseres thun zu müssen, als Krüger aus dem Verein auszu- mehr viel ausrichten könne. Sie begnügte sich daher, ver- legen zu lächeln. Er aber fuhr fort: — Kurz, Du bist für sie. Wir werden nicht weiter darüber reden, denn es ist unnöthig, daß wir uns deshalb über- werfen sollen. Das fehlte uns noch, daß sie Unfrieden zwischen mir und meiner Familie stiften sollen. Kehre zurück zu ihnen, wenn es Dir gefällt, aher erzähle mir nichts mehr von ihren Geschichten. Es herrschte wieder Stillschweigen. Da es in dem engen Räume zum Ersticken heiß geioorden, mußte die Magd ein Fenster öffnen und der feuchte Gestank drang wieder herein. Man brachte geschmorte Kartoffeln und Jedermann nahm schweigend davon. — Sieh' Dir diese Beiden an, sagte Baudu wieder, in- dem er mit seinem Messer auf Gcnevicve, und Colomban zeigte. Frage sie, ob sie dem„Glück der Damen" wohlge- neigt sind? Auf dem gewohnte» Platze, wo sie seit zwölf Jahren sich täglich zweimal zusammenfanden, saßen Colomban und Genevieve und aßen still und gemessen. Keiner von Beiden sagte ein Wort. Er saß mit der plumpen Gemüthlichkeit seines breiten Äntlitzcs da, hinter welchem er die innere Flamme seiner Leidenschaft verbarg, während sie bleich, den Kopf vorgeneigt unter dem schweren reichen Haar- wuchs, wie von einem geheinicn Kummer verzehrt, still da saß. — Das verflossene Jahr war ein unglückliches, erklärte der Onkel, und wir müssen ihre Heirath noch weiter ver- schieben. Frage sie nur, was sie von Deinen Freunden da drüben halten? — Ich kann sie nicht lieben, Base, erwiderte Genevieve, aber es denken nicht alle Leute so wie ich. Und dabei schaute sie auf Colomban, der mit verlegener Miene Brodkügelchcn rollte. Als er die Blicke seiner Ver- lobten auf sich ruhen fühlte, stieß er einige heftige Redens- arten aus. Eine schmutzige Boutique! Einer ein größerer Schurke, als der Andere! Eine wahre Pest für das Stadt- viertel! — Ihr hört ihn! schrie Baudu entzückt. Den werden schließen. Solche Ausschlüsse scheinen epidemisch?u wtt ■wvtvvyv( vty* vi]| v( vy v i» k v• v �- y v_,> w obschon— wenn nicht die Einbuße der gesteuerten Beichel diesen Vereinen solche Ausschlüsse als sehr ungehörig uiw- beutend erscheinen ließ— kein Hahn sonst danach" Wer sich lächerlich machen will, mag dies zum GandulM Menge thun. Allein, dieses Vorgehen der königlichen Anll-h i Mannschaft ist doch derart, daß gerade dieser Fall eine W" Bedeutung gewinnt. Das Ausschließungsdokument fü�AL..,,. einer„glaubwürdigen Mittheilung der königlichen AmL 0 f Mannschaft", nach welcher Krüger sich„in der jüngsten den gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokrane theiligt habe". Diese Art, durch Behörden auf private Berein i» wirken, ist ja höchst sonderbarer Natur und wird Verar!a>I,- geben, im sächsischen Landtage einmal wieder die Schranle« Kompetenz dieser Behörden genau zu erörtern. Salle a. S. Die neueste Amvendung des„Groben-stnD dürfte in Kivsendori bei Meuseli Naumburg-! den sein. Gegen _'♦ äac neuen*»uuweuvuuu ve»„---- Paragraphen" dürfte in Zipsendorf bei Meuselivitz geleistet w°. i den Redakteur des Naumburg-Weißensels-Zr>d legen der nachfolgenden, dem Blatte eingefano« _-ie Untersuchung wegen groben Unfugs eingeleu i .Zipsendorf, 16. März. Die Wahl macht Manchem gar« ■-r-a— y.j--- i t._f,—.nifprffl Qual, auch dieses Sprüchwort haben wir hier in unserm als auch in Broßen genau kennen lernen müssen. Es erhielt"a hier Hoffmann 99 Stimmen und da Ivir Arbeiter hier l0 lich geschlossen nach unserer festen Ueberzeugung gewählt y so venveigern uns die Broßener und Zipsendorfer Bauern � Quark und auch das Sauerkraut, leider können doch oj"[ wohllöblichen Bauern ihren Quark und ihr Sauerkraut„ allein essen, folgedessen lassen dieselben das Zeug aus dem � in Meuselwitz durch ihre Bediensteten oder durch Handel-- ausbieten. Arbeiter, laßt doch einmal den Bauern suhlen, schließlich der fette Quark sauer wird und die betteffenden B würden die Köpfe bei der nächsten Wahl noch viel diaer kommen. Arbeiter, merkt Euch in Zipsendorf diejenigen uno sucht den Fleischermeister Julius Seifert und den Restaur Graf etwas besser und tragt nicht Eure sauer verdienten Grci/ zu solchen Leuten, die Euch nur kennen, wenn sie Euch»raw können, nicht aber, wenn es heißt mit einzutreten für Eure essen. Laßt den Bauern ihren Qualk selber essen. Was die Wahl uns bringt. In Zipsendorf und Broßen Verweigern unverdrossen Die Bauern uns den Quark, Nein, das ist wirklich stark. Sie sprechen unverhohlen, Ihr könnt den Quark euch holen Bei'm Hoffmann an der Saal', Ach! das ist eine Qual. Wie wird es nun einst werden, Wenn hier auf dieser Erven, Der Bruder Sozialist Gar keinen Quark mehr ißt. Es muß der liebe Bauersmann Mit Günther gar am Ende dann» Den guten, fetten Quark Selbst essen, das war stark. Will man etiva dadurch beweisen, daß der Paragraph auf jeden Quark paßt? Aus Kurhessen, 19. Mai. Zur„Bekämpfung des ist im Kreise Schlüchtern vom Kreisausschuß beschlossen wot° � 1) denjenigen Handelsleuten, denen eine wucherische, unreelle � betrügerische Handlungsweise glaubhaft nachgewiesen ivirI. Sparkassenkredit zu versagen, 2) an alle Orts-, Gerichts' � Polizeibehörden das Ersuchen zu richten, von wucherisch«� trügerischen, unreellen Handlungen Einheimischer dem Kre«% fchuß Mittheilung zu machen, 3) in Erwägung zu ziehen, ov>>, alle Diejenigen zur öffentlichen Kenntniß zu bringen sind, der Sparkassen kredit entzogen ist.— Der Verein gegen den' im Reg.-Bez. Cassel wird in Erwägung ziehen, inwiefern diese Anregung aus Schlüchtern für die ganze Provinz nu machen läßt. Mas die Rrmscheider Sozialdemokraten doch f&Lw,. und gefährliche Menschen sein müssen, zeigt folgende der„'Lui Ztg." entnommene Nachricht:„Remscheid, 18. Mai. Welche-ll« es in unfern von der Sozialdemokratie durchseuchten Jvt#„, bezirken kostet, für die Polizei zuverlässige und erprobte B«a �| namentlich solche für den Außendienst zu erlangen, beweist,.j- Thatsache, daß sich für eine hiesige ausgeschriebene WIy sergeantenstelle mit 1320 M. und eine Schutzmannsstelle, 1120 M. Gehalt nicht ein älterer Militärbewerber hat. Manche Behörden wollen die Wahrnehmung 8#' u, haben, daß ältere Unteroffiziere und andere Zivilvers berechtigte lieber eine schlecht besoldete Stelle annehmen, als j sie sich dem in hiesiger Gegend sehr mühevollen und 4 zahllosen Unnannehmlichkeiten, nicht selten mit Gefahren für, und Leben verknüpften Polizeidienst widmen."— Die dock L Sozialdemokraten müssen doch noch schlimmer sein als die w> Jndianerstämme Amerikas. Der Dolizeiprästdent von Serli« verbietet den Bd. der sozialdemokratischen Bibliothek. P.%„ „grobe UnM sie niemals in ihre Geivalt bekommen! Ja, � wackerer Freund, Du bist der Letzte; Solche werden v']' mehr geboren. Allein Genevieve mit ihrem strengen und fch% erfüllten Gesichte ließ Colomban nicht aus den Augen. ifL Blicke drangen ihm bis in das Herz und setzten ihn in legenheit, so daß er seine Schmähungen noch verdopp° Ntadame Baudu betrachtete die Beiden mit besorgten Blw.. als würde sie da ein neues Unglück voraussehen. einiger Zeit lebte sie in fortwährender Angst über die»w ihrer Tochter. Sie sah sie zusehends sterben.,,.-J — Der Laden ist ohne Aufsicht, sagte sie endlich,', erhebend, um dieser Szene ein Ende zu macheu. Seist' Sie nach, Colomban; ich glaube, es set Jemand geko»»'', Jedermann erhob sich. Baudu und Colomban mit einem Makler, welcher gekommen war, um träge entgegeuzuuehinen. Madame Baudu führte Pepc'.r| um ihm Bilder zu zeigen. Die Magd hatte den ' am Fenster Denise Die saß sinnend rasch abgeräumt. Denise saß sinnend am Fenster blickte in den kleinen Hof hinaus. Dann, als stf L umwandte, sah sie Genevieve noch immer auf ihrem si1 vor der mit Wachsleinwand überzogenen Tafel fitzen. — Dn leidest, Base, sagte sie..„s Genevieve antwortete nicht. Sie blickte nnverwanoi einen Sprung in der Wachsleinwand, mit welcher der überzogen war. Dann blickte sie auf und begegnete,. thcilnahmsvollen Antlitz Denisens. Sind denn alle Uevi ff,, bittere Zähren. Zo' — Mein Gott, ivas ist Dir? rief Denise verstört. ich Jemanden rufen? Genevieve hielt sie zurück und stammelte: an — Nein, nein, bleibt! Mama darf nichts wissen. � � � darfst es erfahren, aber die Anderen nicht. Es ist tfltt«i willkürlich gekommen, ich schwöre Dir's; ich glaubte, �:,,i allein. Jndeß: ich fühle mich schon erleichert; ich nicht mehr.(Fortsetzung folftt*/ Gest-rr-ich Ungarn. v_...., Dn aus der Disputation zwischen dem Nadnalen Harles Bradlaugh und dem Arbeiterführer John Burns uberden gesetzlichen 8stundigen Arbeitstag nichts werden wird, so hat Undman Bradlaugh aufgefordert, in der St. James Halle °>sentlich über das Thema zu debattiren. Hyndman stellt die % wie folgt:„Daß die gesetzliche Einführung emes acht- wmdigen Arbeitstages oder von 48 Stunden die Woche als Maximum der Beschäftigung für Erwachsene in allen Fabriken, Werkstätten und auf Stutzen arbeitenden Geschäften sich als werth- olles Palliativmittel unserer gegenwärtigen industriellen Anarchie Eversen wird." Bradlaughs Gegenthese lautet:«Daß es wimsuzensiverth ist, daß alle Lohnarveiter so wenig Stunden als Möglich des Tages arbeiten, soweit es verträglich ist mit emem Einbringenden Industriebetrieb; daß die Begrenzung auf acht stunden des Tages für viele Industrien in Enaland verHang- '"Booll werden würde; daß die Arbeitszeit in zeder Industrie durch versöhnliche Berathungen zwischen Arbeitgebern und Arbeit- Uihmern oder deren Vertretern festgesetzt werden sollte.' Brad- rjugh fordert ferner Hyndman auf, eine Bill zu entwerfen über w Angelegenheit, welche dem Parlament vorgelegt werden sollte. Die Angestellten der S ü d- L o n d o n Pferdebahn hlelten am Sonntag eine Versammlung ab, um zu entscheiden, S, 5* sofort einen Streik beginnen sollten, oder Nicht. Ihre Forderungen sind, daß ein Kutscher 5 sb. und ein Kondukteur f. sl». 6 d. erhalten soll, daß die Arbeitszeit auf 12 Stundeil tag- M beschränkt wird(inkl. 2 Stunden für Mahlzeiten) und alle �ußen in Wegfall kommen. Der anwesende Ardeiterfnhrer Zohn Kur»» mahnte dringend vor dem ubermuthigen spiele» mit Streiks ab. Ausstände würden nicht durch hohle ■■- darzulegen. Die Versammlung folgte dem „r, km 50 00O in dem Sinne zu revidiren, daß �Nde«,� Bürger die Aushebung 1 1 Aufft.rrm, einzelner Artikel der Bundesverfassung, sowie obald ein �Berfassungsbestimmungen verlange» können. schweizerische Bürger die Aufhebung oder w—r\ bestätigte der Ministerpräsident, indem er seinem Bedauern . � UlP rinuimtffo /%/*(% X/»(* f /> i» f(Slotfor* ber'o- Vorkommnisse Ausdruck gab, daß sowohl auf Seiten Wlhf, Uppen als auch auf Seiten der Bevölkerung mehrere ge- J?« und verwundet wurden. Die Truppen seien unausgesetzt ko>n.Zuwürfen empfangen worden. Es sei eine Enquete- �Mission abgesandt, auch feien Unterstützungen vertheilt worden, ���würden folgen; er hoffe, die Konflikte würden sich nicht Frankreich. « Der Gesetz» orschlag über die Aufsichtsvertreter der �-rgleute, welcher seit einigen Jahren schon 5—6 Mal den Weg fvischen Kammer und Senat zurückgelegt hat, wurde vorgestern j i*1 Fassung des Kammerausschusses vom Hause mit 404 gegen . Summen angenommen. Da aber der Worilaut der Kammer- ilafsung in einigen Punkten von dem vom Senat beschlossenen "iveicht, so kehrt das Gesetz wieder an den Senat zurück. Der Kanimerausschuß für die Arbeitergesetz- is�b u n g beschloß gestern das Verbot, Frauen, jugendliche Per- !?>en und Kinder an Sonn- und Festtagen zu deftigen, sowie das Verbot der Anstellung von Kindern unter Jahren zu öffentlichen Aufführungen zu befürworten. . Bekanntlich ist die Wahl in St. Dis, wo der Voulangist Oberst Pico t über Jules Ferry siegte, Gegenstand einer ttrlamentarischen Untersuchung. Der Untersuchungsausschuß hat pUmehr festgestellt, daß seitens P i c o t s Bestechung, Verleum- -Mg, Druck auf die Wähler, Drohungen, Verläumdunge», Wahl- Löschungen und unehrliche Kniffe angewendet worden sind. Die C�hl wird daher voraussichtlich von der Kammer verivorsen "ttden. Halland. ZV.Haag, 21. Mai. Nach einer hier eingegangenen amtlichen M>ung haben die Atchinesen am 14. d. Mts. Benting(in der �he von Edi), ivelches gänzlich verlassen worden war, geuom- �in; die Holländer versuchten vergeblich mit 800 Mann den wieder zu nehmen und verloren dabei 3 Todte und 24 Ver- unbete; die Verluste der Atchinesen betrugen 14 Todte und 15 irwundele. x>.. H a i n e- S t. Gt�nife, 21. Mai. Die heutige Itzling des internationalen Bergarbeitertages in Jolimout wurde um 10 Uhr Morgens eröffnet. Zunächst wurden Mlreiche Glückivunschtclegramme von belgischen und aus- aildischcn Vereinigungen verlesen. Aus Frankreich sind sun Delegirte erschienen. Der Präsident(ein Engländer) Uibt Keimtniß von einer amtlichen Bekanntmachung ans -"seuluchen, durch welche den Bergleuten unter Androhung ,0b drei Monaten Gefänguiß verboten wird, Beiträge be- Entsendung von Delcgirten nach Jolimout zu sammeln. ir Kongreß beschließt einstimmig eine Protestresolution. nommen, wonach durch Ortsstatut vorgesehen werden kann, daß Kosten in geringerem Betrage oder gar nicht erhoben werden. Die Kommission wird bei ihrem demnächstigen Wiederzusammen- tritt(am 3. Juni) den vom Einigungsamt handelnden dritten Abschnitt der Borlage berathen. Wege» der bisher schon statt gehabten zahlreiche» Abänderungeii der Vorlage, und da für die zweite Lesung deren noch weitere zu erwarten stehen, ist schon jetzt eine Redaktionskommission gewählt worden, welche aus den Abgg. Dr. Bachem, Dr. v. Cuuy, Dr. v. Giese und Dr. Meyer besteht. Zum Berichterstatter für das Plenum ist Hr. Dr. Bachem erwählt worden. astlilitiU'Kommisstan. Nachdem wir über die Vorgänge in der Militärkommission kurz berichtet hatten, lassen wir nunmehr in Rücksicht auf die materielle Bedeutung der Angelegenheit die Erklärungen des Kriegsministers in ihrem ganzen Zusaininenhange folgen:„Für die weitere Organisation und Ausbildung der Armee, so drückte sich Herr v. Verdy aus, wären nur zwei Wege offen: entiveder der Weg der Nachahmung, der bisher inne ge- halten worden, oder der für eine mächtige Nation allein richtige Weg einer selbstständigen Durchfiihrung des Scharnhorst'schen Ge- dankens, des Volkes in Waffen. Spezielle Pläne lägen noch nicht vor, weshalb sich auch die Kosten der Durchführung des Ge- dankens noch nicht berechnen ließen. Nach seiner Ansicht würde man staffelweise vorgehen müssen. Das Hauptaugenmerk wäre darauf zu richten, die jetzt bestehenden Organisationen in der be- zeichneten Richtung auszugestalten durch die Erhöhung der Friedenspriisenz in den Kadres. Die Zahl der Dienstpflichtigen, welche zur Zeit nicht ausgebildet würde, berechnete der Kriegs- minister auf 64 500 Mann. Zur Verfügung ständen drei Jahr gange der Zurückgestellten mit je 11 500 Mann, also im Ganzen 34 500 Mann, außerdem ein Jahrgang der bedingt Tauglichen mit 20 000 Mann.(Mit Berücksichtigung der in der jetzigen Vor- läge verlangten Erhöhung der Rekruteneinstelluiig um etwas über 6000 Mann würden also noch immer 48 000 Mann zur Einstellung übrig bleiben.) Was die jetzige Vorlage beträfe, so sollte mit derselben nur der erste Schritt gethan werde», um das un- crläßlichste Vedürfniß zu befriedigen und die vorhandenen Truppen körper normal zu organisiren. Zur Zeit wäre die Ersatzreserve noch nicht zu entbehren. Die spätere Organisation werde diese aber beseitigen. Der Kriegsminister schloß mit der Versicherung, er würde der Glücklichste von Allen sein, wenn es am Ende des 19. Jahrhunderts möglich sein sollte, die Abrüstungsfrage zu lösen." Die Mahlprüfungs- Kammmisston de» Reichsiags hat über die Wahl des Slbg. Leemann(natlib.) im 11. Wahlkreis des Königreichs Württemberg Bericht erstattet, gegen welche folgender erhebliche Einspruch vorliegt:«Gegen die Wahl des Herrn Regierungsraths Julius Leemann im 11. württembergischen Wahlkreis erhebe ich Einspruch. Am Wahltag hat der ergebenst Unterzeichnete Christtan Zimmermann, Küfer in Schwabach, Ober- amt Weinsberg, einen auf Oskar Galler lautenden Wahlzettel dem Schultheißen Weibler als dem Wahlvorsteher übergeben. Bei der Zählung stellte es sich heraus, daß auch nicht ein einziger Zettel auf Gatter in der Urne war. Der Schultheiß wußte, daß ich Galler wählen werde und hat meinen Zettel durch Befühlen er- kannt; als ich das Rathszimmer verließ, hielt der Wahlvorsteher den Zettel noch in der Hand und zwinkerte den Beisitzern mit den Auge» zu. Ich kann meine Angaben beschwören. Schwabach, 25. April 1890. Verehrungsvoll Ehristinn Zimmermann." Die Behauptung des Einspruchs geht hiernach dahin, daß in Schwab- dach eine Wahlfälschung vorgekomnien sei, welche, wenn sie sich bestätige» sollte, zu einer Kassiruiig des ganzen Wahlakts in Schwabach führen würde. Daselbst sind 77 Stimmen, alle auf den Regierungsrath Leemann lautend, nach Ausweis des Wahl- Protestes abgegeben worden, so daß, wie der Bericht ausführt, selbst eine Ungiltigkeitserklärung des Schwabacher Wahlakts aus das Resultat der Wahl ohne Einfluß sein würde. Dagegen er- scheine es nothwendig, die schwere Beschuldigung gegen den Schultheißen Weibler zu Schwabach, sich gegen§ 108 des Strafgesetzbuchs vergangen zu haben, zu untersuchen und zu dem BeHufe außer dem Beschiverdesührer die vier Beisitzer und den Protokollführer zeugenoidlich zu vernehmen. Die Wahlprufungs- Kommission beantragt daher: 1) die Wahl des Abgeordneten Leemann im 11. Wahlkreise des Königreichs Württemberg für giltig zu erkläre», 2) den Herrn Reichskanzler zu ersuche», die Untersuchung der in Schwabach behaupteten Wahlfälschung durch gerichtliches Ver- fahren zu veranlassen und von dem Resultat der Untersuchung dem Reichstage Kenntniß zu geben. Auch gegen die Wahl des Abgeordneten Pause- Merse- bürg(dfr.) ist ein Protest eingegangen, worüber die Kommission bemerkt: Wenn die Angaben richtig sind, wären zwei Personen zu Unrecht in die Wählerliste aufgenommen und hätten ihr Wahl- recht ausgeübt. Wenn ein Einspruch gegen die irrthümliche Ein- tragung der beide» Personen nicht rechtzeitig erhoben ist. so be- fand sich der Wahlvorstand später nicht in der Lage, dieselbeu von der Wahl auszuschließen. Eine besondere Prüfung im vor- liegenden Falle eintreten zu lassen, liegt aber kein Grund vor, da durch eventuelle Ungiltigkeitserklärung der beiden Stimme» das Resultat der Wahl nicht geändert wird. Die Wahl- prüfungs-Kommission beantragt hiernach: die Wahl des Abge- ordneten Pause im 7. Merseburger Wahlkreise für giltig zu er- klären. Ii» Ueichokage hat der Abgeordnete Siegle, unterstützt von Mitgliedern der nationalliberalen Partei, folgenden Antrag ein- gebracht: Der Reichstag wolle beschließen, den Reichskanzler z» ersuchen, statistische Aufnahmen, über die Lage der arbeitenden Klassen, inc besondere überÄrbeitszeit, dieLohnverhältnisse uudKosren der Lebenshaltung der Arveiter in den verschiedenen Berufs- ziveigen vornehmen zu lassen. Eine Intrup rtlatio» hat der Abg. Richter mit Unter- stühung ans der freisinnigen Partei eingebracht:„Wie denkt der Herr Reichskanzler über die Aufrechterhaltmig der ne eren Be- stimmiinge» über die Paßpflicht und die Ausenthullsbeschränkungen im Elsap?" ZInvln>ttc»rknois»hes. lo,, Zirichatagvkouttnissto» zur Vorberathung der Vor- 6p£ �Eessend die Gewerbegerichte, hat in Anwesenheit� der n>n„ n Bundesrathsbevollmäcbligten Geh. Räthe Lohman», Hoff- inj,, �»d Landmann am Dienstag Abend und Mittwoch Bor- (S i'P ihre Berathunge» des zweiten Abschnitte-- des Entwurfs yLf'— 54) beendet. Das Ergebniß der in etivas raschem Zeit- die S�pstogenen Berathungen ist geivesen, daß in erster Lesung w. Vorlage mit folgenden hier besonders hervorzuhebenden Nzch�aKcheu Aenderungen angeuominen ist: Es sollen Recytsau- -liv,, solche Personen, welche die Besorgung ,re»lder Rechts- tfzL. egenheiten gewerbsmäßig betreiben, von der Zulassung zum Wirf?! ii ausgeschlossen sein. Ferner ist die in der Vorlage ohne su�stcht auf die Höhe des Streitgegenstandes z geladene Beru- lt*. Q" das Gericht nur»och für Streitgegenstände von von und mehr Werth zugelassen; in allen Sachen flerL geringerem Werth ist die Entscheidung des Gewerbe- Mts endgiltig. Ob es bei dieser Begrenzung der Be- ig'ung nach oben hin verbleibt, ob also nicht eine»och weitere vo,?°"Z"ng vorzuschlagen, muß der Berathung in J'vetter Lesung ein» Ä?lteii bleiben. Keinensalls aber wird in der Komiilisnoil W Mehrheit für eine weitere Zulassung der Bernfnng, als bei lo» Ä.orhin nicht übermäßig zahlreichen Streitgegenständen von flibv und darüber, zu finden sein. Was die Kosten des Ver- (Je-hs angeht(die Vorlage sieht als Mindestbetrag Eine Mark du �oein Streitgegenstand von 100 Mark vor, dann au steigend iu So M.)— so ist ein Antrag des Abg. Dr. Meyer ange- ZU'beikevbomeynnN. In den königlichen Artilleriewerk- zusolge der Tageslohn um 15 bis Spandau, 22. Mai. statten soll dem«W. T. 9 20 pCt. erhöht sein.### jfambnrg, 22. Mai. Die hiesige Handelskammer lehnte das Ersiuyen der streikenden Ewersührer, mit dem Vorstand über die Ursachen des Streiks zu verhandeln, entschieden ab. Die Ewer- sichrer ersuchen die hiesigen Gewerkschaften schleunigst um Geld- Unterstützungen, da sie mittellos seien. Main», 20. Mai. Sümmtliche hiesige Schuhfabriken hatten ans heute Morgen ihre Arbeiter zur Wahl eines Arbeiteraus- f chuffes eingeladen, um mit diesem, statt mit der Lohiikommission, die zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern schwevenden Diffe- renzen zu begleichen. Von sämmtlichen Streikenden hat nicht ein einziger diesem Rufe Folge geleistet; das Streikkomitee verössent- licht heute durch Plakate einen Ausruf, in welchem es heißt, daß die'Aufforderung der Fabrikanten nur eine Falle sei, welche den Arbeitern gelegt iverden sollte. Die Interessen der Arbeiter kön- nen durch die Lohnkonunissioii geregelt werden. Köln, 21. Mai. Am Sonntag beschäftigten sich die Schuh- inachergesellen in einer öffentlichen Versauunlung im«Schlitze»- Hanse" zu Ehrenfeld mit den Verhältnissen, unter denen sie zu leiden haben. Herr Fischer schilderte die Lage der Schuhmacher- gesellen als eine gegenüber den Verhältnissen der säinintticheii übrigen ge>verblichen Arbeiter höchst ttanrige. Der wöchentliche Durchschnittslohn derselben betrage 9 bis 10 M., wovon sie sich noch ganz oder weiiigstens zum Theil beköstigen müßten. Als Schlaskammer iverde ihnen in der Regel eine erbärmliche Dach- kämm« angewiesen und dabei müßten sie von morgens früh oft bis Nachts 12 Uhr und länger arbeiten. Um diesem menschen- unwürdigen Zustande ein Ende zu machen, verlange nian eine». Mindestlohn von 15 M. wöchentlich und eine tägliche Arbeitszeit von höchstens 11 Stunden. Schließlich wurde folgenve Resolution angenommen:„Die am 18. Mai im Schützen Hause zu Ehrenfeld tagende Schllhiiiacherversammlung erklärt sich mit den Äusfüh- ruilgen des Reserenten einverstanden und beschließt, an dein von der Kölner Lohnkommission aufgestellten Lohntarif festzuhalten, mit der Kommission sich solidarisch zu erklären und mit derselben Hand in Hand zu gehen."— Eine für die streikenden Schuhmacher in Mainz während der Versanimluiig veranstaltete Geldsammlung wurde von dem Ueberwachungsbeamten verboten. Kitdjkock(Kreis Saarbrücken), 21. Mai. Der bergmännische Rechtsschutzverein hat beschlossen, eine Eingabe an die Bergwerks- direktion gelangen zu lassen, in der eine gründliche Reform des Knappschaftswesens verlangt wird und die von der Bergbehörde geplanten Neuerungen auf dem Knappschaftsgebiete als unan- nehmbar bezeichnet werden. Die Hauptforderungen der Bergleute lauten: 1. Sofortige Neuwahl der Knappschaftsältesten bei gleich- zeitiger Herabsetzung ihrer Zahl; 2. zu Knappschaftsältesten sollen Bergleute nicht unter 30 Jahren gewählt werden, dieselben sollen Bergleute bleiben und nicht Beamtenqualität erhalten; 3. die Wahl des Arztes soll in Krankheitsfällen den Knappschaftsmit- gliedern frei stehen; 4. die Knappschastskasse soll von der Unfall- lasse getrennt werde»; 5. nach dreißigjähriger Arbeitszeit soll die Pension für den invaliden Bergmann 45 M. monatlich bettagen. — Diese Forderungen sind in mehreren gut besuchten Versamm- lungen einstimmig angenommen worden. VersÄtntttlmrgen. Die Mechaniker und Kerufsgenosse» Kerlin« und Kmgegend hielten am 21. d. M. im Saale des Böhmischen Brauhauses eine öffentliche Versammlung ab behufs weiterer Berichterstattung des Fünfer- Streikausschusses und Stellungnahme gegen die Prinzipale, welche die Forderungen der Gehilfen nicht bewilligen. Herr Schöne mann nahm vor seiner Berichterstattung Gelegenheit, die Kollegen aufzufordern, nur Arbeiterblätter zu lesen, da in mehreren hiesigen Tageszeitungen über die Beivegung falsche und schädigende Nachrichten veröffent- licht worden sind. Eine genaue Statistik derjenigen Prinzipale, welche bewilligt haben, konnte noch nicht vorgelegt werden, doch konstatirte Herr Schönemann, daß oie bisher erzielten Erfolge zu- friedenstellend seien. Die Nachfeierabend- und Sonntagsarbeit sei fast gänzlich gefallen, die tägliche neunsttindige Arbeitszeit sei u» Großen und Ganzen eingeführt und der Minimallohn von 21 M. in verschiedenen Bettieben eingeführt. Ain 13. d. M. hat eine Versammlung der Arbeitgeber stattgefunden, welche die Forderungen der Gehilfen anerkannte,«dem Drängen der Gehilfen nachgebend". Etwa 10 bis 20 Arbeitgeber würden nach einer Mittheilung des Herrn Direktor Löwenherz nicht geneigt sein, die Forderungen zu bewilligen, unter diesen auch das Stadtgeschäft von Siemens. Sämmtlichen Arbeitgebern soll seitens der Deutschen Gesellschaft für Optik und Mechanik mittelst Zirkular bekannt gegeben werden, daß die Forderungen mit dem 16. Juni d. I., bezw. mit der Woche, in welche der 16. Juni fällt, in Kraft zu tteten haben. Zu bemerken ist, daß der Arbeitsnachweis der Gehilfen seitens der Prinzipale aner- kannt wird, nur, daß sich diese eine Konttole vorbehalten haben, welche durch die Ortskommisston ausgeübt werden soll. Der Berichterstatter hielt es für unerläßlich, daß in denjenigen Betrieben, welche am 16. k. M. die Forderungen nicht bewilligen, eine Arbeitseinstellung zu erfolgen habe. Bei der großen Minderheit der in Betracht kommenden 'Arbeitgeber war Herr Schönemann der Meinung, daß der Kampf nicht lange dauern könne. Lebhaft beklagte Redner die Lauheit der Kollege» im Siemens'schen Stadtgeschäft, dach hoffe er, daß sich dieselben wieder aufraffen werden. Zum Schluß ermahnte Redner die Kollegen dringend, sich einer Organisation anzuschließen, da nur dadurch die gemachten Errungeiischaften bei schlechter Geschäftskonjunktur aufrecht erhalten werden können. In der folgenden Diskusston wurde besonders hervorgehoben, daß die Finna Siemens die Forderungen bewilligen wurde, sobald die dort beschäftigten Arbeiter diese Forderungen stellen würden und ivurde dies als ein Ansporn für die dortigen Kollegen er- achtet, diese Forderungen zu stellen und sich der Lohnbewegung anziischließeil. Auch wurde dringend vor Zuzug nach der Fabrik von M i x u. Genest gewarnt. Herr P i r ch nahm Äeran- lassnng, darauf hinzuweisen, daß ttotz Organisation und Lohn- kämpfe die Forderungen der Arbeiter erfolgreich nicht aufrecht zu erhalten seien, daß dies vielmehr nur möglich sei durch eingreifende gesetzliche Bestimmungen und daß demzufolge ein Still- stand in der Arbeiterbewegling, ein Ausruhen auf dem Errun- genen nicht Platz greisen dürfe und könne, vielmehr ein stetiges Vorwärtsstreben nöthig sei. Nach Schluß der weiteren Diskussion faßte die Versamililuiig folgenden Beschluß:«Die am 21. Mai im Böhmischen Brauhause versammelten Mechaniker und Berussgenossen Berlins und Umgegend verpflichten sich, von der Geschäftswoche an, tn welche der 16. Juni fällt, nur tn den Werkstätten zu arbeiten, wo die Forderungen der Gehilsen in der von der Lokalkomniission vorgeschlagenen Form eingesührt sind; insbesondere auch den von den Prinzipalen anerkannten Arbeitsnachweis in Anspruch zu nehmen. Des Weiteren verpflichten sich die Versainmelten, die dadurch eventuell arbeitslos werdenden Kollegen nacb besten Kräften zu unterstützen und ohne Ausnahme einen wöchentlichen Beitrag von 50 Pf. pro Mann zum Stteik- fonds zu leisten. Die Streikkommission hat die Firmen, welche unsere Forderungen nicht einführen wollen, in einer im nächsten Monat statlsiiidenden Gehilsenversammlung bekannt zu machen." Bich wurve über die Fabrik vo» Mix u. G e n e st die Sperre verhängt und verpflichteten sich die Anwesende», die Fabrik so lange zu meiden, bis die dortigen Mißstände ge- regelt sind. In die Streik-Kontrolkommission delegirte die Ver- lammlung die Herren Schöne mann, Thomä und den Vor- sitzenden der Versammlung, Herrn T r i t t e l w i tz. Die Versammlung schloß mit einem Hoch auf die internationale Ar- eiterbelveguiig. Vvirfkctlken dev VetrAkkion. Bit Antrage» dttten mit die Abonnemenls-QuUIung betjusügeii. Briefliche Antwort wird nicht erldeitt. Stiller. Wenn Wochenlohn ausgemacht ist, so kann der- selbe auch dann ausgezahlt werden, wenn wegen gesetzlicher Feier- tage nicht an sechs Tagen in der Woche gearbeitet worden ist. A. F. Die Fabrikkrankenkasse muß ein Statut haben, dessen — uns allerdings nicht bekannter Inhalt über den von Ihnen angegebenen Fall entscheidet. Steindrniker. Ihre Annahme ist richtig. Bitte über eine solche Versaimnlungsanzeige„Annonze" zu setzen, dann wird die Retaltion dieselbe stets der Expedition zugehen lassen. F. S. 100. Insoweit die Schulden des Sohnes zur Be- streitung seines nothivendigen Lebensuiiterhaltes gemacht sind, ist der Vater desselben zur Bezahlung derselben verpflichtet. A'. Kirdorf. In der Regel kennt der Richter weder den vorgeladenen Zeugen persönlich, noch weiß er etwas von dessen Vorflra en. Wenn der Zeuge, was übrigens selten geschieht, nach seinen Vorstrasen befragt wird und wissentlich eine unrichtige Ant- wort giebt, so macht er sich des Meineides schuldig und kann mit Zuchthaus bis zu 10 Jahreu bestraft werden. TlMter. Freitag, den Lg> M a i. (OpriHljana. Ein Maskenball. Hchan Ipielliaus. Die Räuber. Äcrliner Tlirater. Kenn. Drntsches Theater. Götz von Ber- lichingen. Lesstug-Thrater. Die große Glocke. Fried rich-W i l h el>» städt. T heater. Der arme Jonathan. Wallnrr-Theater. Häuschen(B�be). Guten Morgen, Herr Fischer. Uiktoria-Theater. Stanley inAsrika. Kstend- Theater. Lohengrin. Restdeuz-Theater. Marquise. ztetlrallianre. Theater. Der Nau- tilus. Kroll'» Theater. Die weiße Dame. Adolf Gruft- Theater. Der Gold- fuchs. Kaufmaun's Uariötö. Große Spezialitäten-Vorstellung. Englischer Garten Direktion: C. Andres«, Alexanderstraße 27o. Eröisllllng dtS SmUMtens imii Buhne. Tägllcli Auftreten erster Spezialitäten. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 5V2 Uhr. 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Größter und schönster Saal Johannis- thals, serner große Kaffeeküche, Aus- schank, Kegelbahn, Schaukel direkt;im Walde gelegen. Dem geehrten Ausflüge machenden Publikum bestens empfohlen. 554] Achtungsvoll C. Ludwig. Große öseiitliche Bersomiilloilg sämmtlicher Arbeiter Kerlins und Umgegend heute, Areitag, de« 23. lui, UendS 8 Uhr, in JoeB's Salon9 MreHrlihe Nr. 21. Tagesordimng: Noch einmal die Streiks und inwieweit sind die Arbeiter verpflichtet, dieselben zur Durchführung zu bringen? Referent: Herr Lmil LolisUe. Dis- kussion. Verschiedenes. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung wird jeder Arbeiter ersucht, diese Versammlung zu besuchen. Der Einberufer. 1. Bezugnehmend auf die Tagesordnung der Versamm- tung sämmtlicher Gewerkschaften, welche heute Abend in Jovl's Salon, Andreasstraße 21, stattfinden soll, bitten wir die Arbeiter Berlins, sich zahlreich in derselben ein- zusinden. Werner. Insinger. Heindorf. Heute, Freitag, den 23. Mai, Abends 9 Uhr, in Hab el' s Brauerei, Bergmannstraße: Wntliche Ackiter-BersmiillW. Tagesordnung: Berichterstattung über die Differenzen zwischen den Setzern und dem„Berliner Lokal-Anzeiger". 2. Dm#««. Sämmtliche Arbeiter sind hierzu freundlichst eingeladen. Die Versammlung ist genehmigt.[651] 1. Der Einberufer. Grossen Atisffliig hts Ugemim Arbeitttlilm-Vettlils smmtl. Berüsszioeige Kerliu» nnd Umorgrnd, soivie sämmtlicher da»»» gehörenden Filiale« am 26. Mai(2. Pfingtsfeiertag), Morgens 7 Uhr, nach beut Wilmersdorfer Volksgarten, Berlinerstraße 40. Fahrgelegenheit von jeder Stadtbahnstation bis Schmargendorf, von dort 10 Minuten. Verbindung vom Spittelmarkt bis Golzstraße mit dem Omnibus, oder von der Zwölf-Apostel- kirche mit der Dampfbahn nach Wilmersdorf. Nachzügler werden bi? 1 Uhr dort erwartet. Andere Vereine werden hiermit eingeladen. Um recht zahlreiche Betheiligung bittet 662 Der Vorstand. Frau Gubela, Forstersir. 57, 1 Tr. RemEckendonf. Restaurant Seeschlösschen, Markstroße 1-2. 527 Am 3. Pstngstfeirrtag veranstaltet der Nrbeiter-Männergesangverein..Meiste Rose" ein Grosses Vokal- und Instrumental- Früh-Concert. Anfang 5 Uhr. Entree 25 Pf. Achtung J Da dieses Lokal von den Genossen zu unterstütze» ist, so werden hiermit Genossen und Sangesbrüder freundlichst eingeladen. Fahr- gelegenheit vom Pferdebahnhof Gesundbrunnen und Wedding. Ecke Gericht strape per Kremser von 4Va Uhr früh an. Der Vorstand. Restaurant Seeschlösschen, Reinickendorf, Markstrasse 1—2. Am 1. Pftugstfeiertag: Wes ausgeführt von einer 30 Mann starken Kapelle unter Leitung des Musikdirektors mamm J F. Schäfer, Pankower Allee 41. Elenossrn! Wo becommt man g,«te Speise» nnd guten Trank? Beim Wen-Mjlller,Nell-WtUllstt König-Chaussee 40. Auch können Familie» Kaffee kochen. Volksbl., Wahre Jakob»c. liegen aus. Große Vereins- zimmer. 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Ihrem verehrten Vertreter Herrn Arthur Stadthagen, f zum heutigen Geburtstage(bal® Genesung hoffend) senden die 9_ lichsten Glückwünsche Die Sozialdemokraten Weissen»® Versammlung des Lese- und DiskutiHri1"16 viHeine" in Rixdorf am Sonntag, WAS Barta. Bergstraße 120. Tagesordnung- 1. Wissenschaftlicher Vorttüg. $er Slrang»od; Wt%� Referent FÄtz Kruger. 2. Diskussio»' — Gäste, Herren sowohl wie Dame»' haben gegen vorherige Lösung->»- Einlaßkarte Zutritt. Billets sind � den Mitgliedern zu haben. 050 Oer Vorstand�, Grahdenkuüiler tn Mnrnlor, Syenit fertigt zu den solidesten Preisen A. Zabel,, Schönhauser AUee�A. Bierlokal sämmttiche™ III Empfehle mein Arbeiter- Lesezimmer;. werkfchafts-Organe liegen aus Emil Böhl, 854,_ Frankfurter Allee Cigarren eigener Fabrik von � A. Richter, Landsberger Allee flr. 14� empfiehlt allen Freunden und Genoth feine preiswerthen 5«. 6 Pf.-Eigatt� Keule � Brust 45 u. 60, ,, u. 55 Pf.-, frisch Auguststraße 60a im Keller. ""Ttii , u. 55 Pf. 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Flasche. heben /�"""luiig ehrt das Andenken der Verstorbenen durch Er- den S?tze„. tali kn.- �t in die Tagesordnung werden einige Natu- ''illtionsa'.....--......■• gesuche geschästsordnungsmäßig erledigt. i ,--------------„,. der Straßen zur oder Umpslasterung zu prüfen hatte, erstattet �4 den Stadtv. L a n g e r h a n s. Er hat einige Ab- welche den Stadtv. L an a er.,-----„,....... bj»(n;,l9en an dem Plane des Magistrats vorgenommen, w T der Versammlung finden. Elin"äffe zum Neubau einer Turnhalle beim Köllnischen �'um wird genehmigt. Wis»°» Erwerbung eines zur F r e i l e g u n g der Straße 49 •»ichkri,-1 und Liebenwalderstraße erforderlichen Terrains V�ichlossen. erkauf des hinter den Grundstücken Neue Jakob- "ihniigt und 14 belegenen städtischen Grundstücks wird ge- Skizze zum Neubau der Markthalle in der Wörther- � wird zugestimmt. Siir��en wird die Skizze zu dem Neubau einer höheren fo-be m auf den, Grundstücke Bellealliancestr. 80, da mehr- '°iesen Stellungen laut werden, einem Ausschuß über- Projekte zu dem Neubau einer Markthalle in der Eisen- dft.eines Anstaltsgebäudes für jugendliche Epileptiker bei �ttde �alt zu Biesdorf und einer Gemeinde-Doppelschule m..genehmigt. die«r'e Anfrage des Stadtv. Naß und Genossen, betreffend syft.,. Ausführung der Kanalisation im zehnten Radial- vz>n(-Schönhauser Allee), die eine Verzögerung erlitten, wird Ciw. tbaurath H o b r e ch t dahin beantwortet, daß die jitü.'�gleiten jetzt überwunden seien und die Hausanschlüsse qv 2? gewährt werden würden. b.z i* Vorlage betreffend die Benutzung der 1. Etage isia,* ommunalhauses P o st st r a ß e 16 und des vom Zu überweisenden Gebäudes Mühlendamm 83a, bezw, U,. l zu städtischen Büreauzwecken, sowie die Instand- ""Urnen �äume Hause Mühlendanin, 83 a wird ange- Atagistrat beantragt, der Elisabethgemeinde-zu>Berlin zur Er- einer neuen Kirche Terrain am Rande des Hum- Tu,«"Hains, und zwar da, wo die Grenzstraße in die >..»"unenstraße einmündet, unentgeNlich zur Verfügung zu »dem Humboldthain nicht" nur nicht abträglich"(?) sein. ihm gerade„einen recht schätzenswerthen Anziehungspunkt" i«, T- Es fehle— heißt es in der Begründung— an monu- 'süfK Bauwerken ,n der dortigen Gegend ganz, und die Kirche Aii ''&!) mWta: w�'adtv. Vogtherr: Die Vorlage unterscheidet sich von anderen �angegangenen dadurch, daß zum ersten Male eines Kirchen- Hit wegen die Axt an die Bäume eines öffentlichen Parkes, der (.»«roßen Kosten hergestellt, gelegt werden soll. Die Begrün- ' 8 der Vorlage durch den Magistrat ist in jedem Satze an- "»r. Der Begehrlichkeit von kirchlicher Seite muß Wider- I? geleistet werden. Ein Anziehungspunkt wird die Kirche N werden, die einem Platze, der seinem Namen nach an die LrUg mahnt, nicht so zur Zierde gereicht, wie sein frisches Alle übrigen bürgerlichen Kreise sind genöthigt, sich nach � Decke zu strecken; hat die Gemeinde nicht genügend Geld, jJ'tf) den Platz zu kaufen, so möge sie eine weniger kostbare »tnk bauen und das ersparte Geld zum Kauf des Platzes ver- lfn• Oder sie kann auch auf dem jetzt so beliebten y!* einer Lotterie sich das Geld verschaffen. Wer zudem kirchen- Ik�mg ist, mag diese Vorliebe auch voll bezahlen. Die öffent- mn'"ätze sollen der Allgemeinheit dienen, sie sollen Erholungs- L.* für die arbeitende Bevölkerung sein. Gerade der Humboldt- w war zu diesem Zwecke bestimmt. Als er in's Leben gerufen öib>i füllte, hieß es in der Begründung mit dünkelhafter Ueber- daß sein Anblick und der Aufenthalt in ihm die arbeitende Vierung über die Sorgen um die materielle Existenz erheben C, ,e Rohheit mildern sollte.(Redner wird vom Vorsteher zur Cr?* und wegen des Ausdrucks„dünkelhafte Ueberhebung" zur C""ng gerufen.) Unsere Pflicht ist es. kostbares städtisches °�ähum vor solchen Beraubungen zu schützen.(Unruhe.) >>..»er Antrag des Magistrats wird ohne weitere De- le genehmigt. �amit ist die Tagesordnung erschöpft. Muß 63/4 Uhr. folgt eine nicht öffentliche Sitzung. Ztokerfes. anfÄ Pe de cachet. Von allen Waffen, die das alte feudale .../wesen gegen die revolutionären Geister schwang, waren die t,, S de cachet. die aebeimen Verbaftsbefehle am meisten ver- d'-'". cachet, die geheimen Verhaftsbefehle am meisten OiiC** und gefürchtet. Wie in späteren Jahren große Staats- heb-i-! �hre lithographirten Strafanträge, so hatten die Macht- »Ur v, feudalen Regimes ihre Blankets vorräthig, in welche Name des zu Verhaftenden eingetragen zu iverden w,?'. um sofort zur Ausführung zu gelangen. Naturgemäß Vt v§ hauptsächlich Vertreter des Bürgerthums, die durch Sirii,,°ber Schrift an den Grundlagen der alten Weltordnung "tockt hatten, welche durch die Verhaftsbefehle unschädlich ge- ««F- wurden. Bürgerliche Dichter und Schriftsteller haben denn hiw. � ClIIPTI vilTivfoTtAf+ort fWrttTTrtTl K a allen Tonarten, vom rührseligsten Roman bis zur beißen Satire, gegen derartige Verhaftungen geeifert, und d,e ... �„�.geschildert, welche die Unglücklichen zu erdulden hatten, W*. N Verhaftsbefehle mitteii aus dem Leben herausgerlsten, und M n..erkermauern in Sicherheit gebracht ivurden. Nachdem aber ?n>am"�"thu>n zur Macht gelangt ist, und sich durch, die jstbrxj'paiionsbestrebungen des vierten Standes in ferner Exiltenz �erhg-, f'eht, beginnen seine Vertreter mit wahrer Jnbruiist für b»»/"»befehle zu schwärmen. So fordert in der„Elsenzeltung .... S-vfcü 9i':»"Veme zu schwärmen,.......-..- . llblutbourgeois ein Gesetz,„nach welchem jeder r n U n t e r s u .-reich-?.. d m 0,e arbeiten wollen, iä ch r i g �rffch ein t, an�re Ar� UMMMMW Das ist deutlich ge- MAMW ist, niöge der folgende Vorfall dienen. Am 25. v. Mts. legten in der Telegraphenbauanstall von Mix u, Genest hier die Arbeiter die Arbeit nieder. Zu den Streikenden gehörten auch die Metall- arbeitcr Ullrich und Milis, die sich nach drei Tagen, am 28. April Mittags, auf der Straße trafen, und da sie nach einer Richtung zu gehen hatten, ge.neinsam eine Strecke Weg zurücklegten. Die Unterhaltung drehte sich,.vie dies in der Statur der Sache lag, um den Streik, seine Aussichten, seine Folgen u. s. w. Bei dieser Gelegenheit gedachte der U. auch init einigen kräftigen Worten der etwaigen Streikbrecher. Am folgenden Morgen ging U. nach der Fabrik, um seine Sachen und seinen rückständigen Lohn zu holen. Kaum hatte er jedoch dem Meister H. sein Anliegen vor- getragen, als dieser„raus, raus" rief, und'selbst dem Ausgange zustürmte. l>., der sich dieses Benehmen nicht recht erklären konnte, folgte kopfschüttelnd, sollte aber nicht weit kommen, denn beim Ausgang ans der Fabrik wurde er verhaftet. Auf der Polizei- ivache klärte sich der Sachverhalt dahin ans: M. hatte die Ar- beit wieder aufgenonimen und die Worte, die U. Tags zuvor zu seinem ehemaligen Kollegen gesprochen hatte, sollten darauf be- rechnet gewesen sein, dem M. die Wiederaufnahme der Arbeit zu verleiden. U. bestritt natürlich ganz entschieden diese ihm unter- schobene Absicht, wurde aber auf der Polizeiwache behalten und Nachmittags per grünen Wagen nach dem Polizeipräsidinm über- führt. Spät in der Nacht fand eine Vernehmung statt, über die ivir für heute uns jeder Aenßerung enthalten.vollen. Nach der Vernehmung war U. vor Hunger einer Ohnmacht nahe, denn außer dem halben Milchbrod, das er zum Morgenkaffee ge- gessen, hatte er den ganzen Tag über nichts genossen. Endlich uni 12V2 Uhr Nachts wurde ihm eine Zelle angewiesen. Ilm anderen Morgen wurde das bekannte Brod verabfolgt und U. Mittags iviederum durch den grünen Wagen nach Moabit trans- portirt. Die Nacht zum 1. Mai verbrachte U. mit noch 2 In- haftirten in einer Kellerzelle. Am 1. Mai wurde ihm eine Einzel- zelle angewiesen, aber erst am 2. wurde er dem Untersuchungs- richter vorgeführt. Nach Verlesung der Anklage machte U. zwar den Versuch, die Sache von seiner Seite richtig zu stellen, hatte damit aber wenig Erfolg. Es wurde vielmehr die Fortsetzung der Haft beschloffen und U. für Fluchtverdächtig erklärt, obgleich er seine Wohnuug niemals für längere Zeit verlassen hatte und der Ernährer seiner alten Mutter war. Um wenigstens die letztere über sein Ausbleiben zu beruhigen, bat U., nachdem die Verlängerung seiner Haft beschlossen war, sofort ain 2. um die Erlaubniß einen Brief schreiben zu dürfen, diese Erlaubniß wurde richtig bereits am 6. ert heilt, so daß der Brief am 8. in die Hände des Adressaten gelangte. Mittelerweiler hatten aber die Anverwandten des U. Tage quälender Sorge um den verschollenen Sohn und Bruder verlebt, bis es ihnen nach langer Mühe gelungen war, festzustellen, daß derselbe sich im Unter- suchungsgefängniß zu Moabit befand. Hierauf zahlte der Bruder des U. sofort 5 Mark ein, damit sich der Jnhaftirte diejenigen Erleichterungen der Hast verschaffen könne, die regleinentn.äßig gestattet sind. Von diesem am 5. Mai eingezahlten Gelde wurden dem Jnhaftirten am 10. die ersten Vergünstigungen zu Theil. Am 10. begab sich, wie niitgetheilt wird, der vom Bruder des U. ange- nommene Rechtsanwalt H. nach Moabit, wurde aber mit dem Bemerken abge.viesen, daß die Sache noch nicht spruchreif sei. Ebenfalls am 10. wurde dem Jnhaftirten durch die Klappe seiner Zellenthür ein Schriftstück zugeschoben, in dem ihm mitgetheilt wurde, daß laut Beschluß vom 7. Mai das Hauptverfahrcn eröffnet und die Verhandlung am 12. stattfinden werde. Aus der Außen- seile trug das Schriftstück folgenden Vermerk: „Nachstehendes Schriftstück mit Abschrift dieser Zustellungsurkunde habe ich heute hier im Auftrage des königlichen Amts- gerichts 1 Abtheilung 93 Hierselbst, zum Zwecke der Zustellung an den Arbeiter U., zur Zeit hier in, Untersuchungsgefängniß in Untersuchungshaft befindlich, diesem in Person übergeben und auf Verlangen vorgelesen. Der Angeklagte befragt, ob und welche Anträge er in Bezug auf seine Vertheidigung für die Haupt- Verhandlung zu stellen habe, erklärte.Nichts." Das war dem Jnhaftirten denn doch zu stark, und er ließ sich sofort dem Gerichtsschreiber vor- führen, nm energischen Protest gegen den zitirten Vermerk einzu- legen und es nach langem Hin- nnd Herredcn durchzusetzen, daß ihm gestattet wurde, eine Rohrposlkarle an seine Verwandten ab- zusenden mit der Mittheilung, daß die Verhandlung bereits am Montag stattfände, und mit der Bitte, einen Vertheidiger zu stellen. Am 12. erschien denn auch, eine Stunde vor der Ver- Handlung, der Rechtsanwalt H., um noch schnell Einblick in die Akten zu nehmen. Die Verhandlung selbst gestaltete sich äußerst kurz und einfach. Der Hauptzeuge M. erklärte unter Eid, daß der Angeklagte U. nur ganz allgemein mit ihm gesprochen, und in keiner Weise auf ihn eingewirkt habe. Ter Angeklagte wurde darauf freigesprochen nnd die Kosten der Staatskasse auferlegt. — Zwei Dinge sind es, die bei Betrachtung dieses Prozesses be- sonders in die Augen springen. Hoch klingt das Loblied, daß der bürgerlichen Weltordnung von den Vertheidigern derselben ge- sungen wird. Alles, was vordem war, wird grau in grau genialt. Und in der That, wenn man eine Parallele zieht zwischen dem Prozeß des bekannten Beaumarchais, der vor hundert Jahren auf Grund eines lettre de caches in die berüchtigte Bastille ge- worfen wurde, und dennoch nicht nur in der Lage war, während seiner Hast die beißendsten Pamphlete gegen seine Ankläger zu schleudern, sondern auch täglich so und so viel Stunden in Freiheit zubrachte, um Vertheidigungsmaterial herbeizuschaffen— und dem Prozeß eines Arbeiters am Ende des 19. Jahrhunderts, dann muß man in der That mit Wagner im„Faust" sagen, daß wir es doch zuletzt herrlich weit gebracht haben. Eine andere Frage ist, wie es überhaupt möglich ist, daß solche Prozesse, wie der oben geschilderte, zu Stande kommen können. Da werden da oder dort einige, vielleicht nicht ganz parla- mentarische Aeußerungen ausgetauscht, bei dem Weitererzählen fallen auch einige Brocken in die gierig gespitzten Ohren irgend eines Aufsehers, Meisters oder dergleichen. Flugs wird ein Schriftstück aufgesetzt, der erste Erzähler wird zitirt, und ohne zu verstehen, daß die Aeußerungen in der Form, wie sie da nieder- geschrieben sind, in der That Strafbares enthalten, sagt der Betreffende in seiner Bestürzung zu allem Ja und Amen. Nun wird das Schriftstück der Behörde eingereicht nnd der gewaltige behördliche Apparat setzt sich in Bewegung. Geht man zu passender Zeit einem solchen mythischen Gebilde etwas energisch zu Leibe, dann zerplatzt das Ganze wie eine Seifenblase. Und nun bedenke man, was eintreten würde, wenn der in der„Eisenzeittmg" gemachte Vorschlag zum Gesetz erhoben würde; wenn„Jedermann" wegen„Belästigung" eines nicht streikenden Arbeiters berechtigt wäre, Strasanträge zu stellen. Wir würden Zuständen entgegengehen, gegen welche die Periode der lettres de caches als goldenes Zeitaltar erscheinen würde. Einverstanden, wenn auch in etwas anderem Sinne, sind wir mit den Ausführungen der„Eisenzeitung", daß der gegenwärtige Zustand mit Rücksicht auf unser„aufgeklärtes" Zeitalter als „kläglich" bezeichnet werden muß. Die Lokalkommisston von Pankow ersucht um Auf- nahnie des Folgenden. Zum bevorstehenden Pfingstfest ersuchen wir die Berliner Genossen, Pankow möglichst zu meiden, da kein Gastwirth sein Lokal zu einer Versammlung hergiebt. Das Volksblatt liegt nur aus beim Gastuurth Vorchardt, Schulzensir. 28. Aehnlich liegen die Verhältnisse in Schönhausen; hier hält nur der Gastwirth Müller, Kaiserin-Augustastraße das Volksblatt. Achtung Arbritev! In Schöneberg steht den Arbeitern weiter kein Saal zur Verfügung wie die Schloßbraucrci. Wir bitten die Genossen, während der Feiertage ihre Erholung dort zu suchen. Es findet am 1. Feiertag ein Frühkonzert daselbst statt. Die Lokalkommission I. A. Alb. Schmidt, Nollendors- straße 18, Drr Arbcijrr-Vesaugvcrein„Ljost'».»»»" zu Friedrichs- berg veranstaltet an, Montag, dem 2. Pfingstsciertag, im Konzert- park Viktoria(früher Ostendpark) Frankfurter Allee 72—73 ein großes Vokal- und Jnstrumentalkonzert. Alle Freunde eines wirk- lichen gediegenen Vergnügens sind hierzu freundlichst eingeladen. Au Schmnchplnken besitzt jetzt Berlin, wie wir aus dem soeben erschieneneu zweiten Theil des Verwaltungsberichts für die Jahre 1882—1838 ersehen, eine Fläche von 34Vs ha, das heißt lOVe ha mehr, als gegen Ende deS Jahres 1881, wo sie 24 ha bedeckten. In derseiben Zeit sind die Baunipflauzungen an den Straßen um 6532 Stück Bäume vermehrt ivorde». Das Materia. für diese Schmuckaulagen ist aus den städtischen Baumschule und namentlich ans dem Plänterwald bei Treptoiv entnomme" worden. Es bestand in gegen 2 Millionen Gehölzexcmplarc" verschiedenster Art und Größe, deren Werth auf ca. 400 000 M zu schätzen ist. Auch die Spielplätze für die Jugend sind wesent- (ich vermehrt worden. Im Treploiver Park ist eine große Fläche dafür bestimmt, ähnliche große Spielplätze bestehen in Friedrichs- und Humboldtshain in einem Umfange von 1,6 ha und bezw 2Vs lia; kleinere auf dem alten Sophien- und Jakobykirchhof,. auch in der Umgebung mehrerer Kirchen und auf breiten Alleen. Während der 7 Jahre ist für die Unterhaltung sämmtlicher der städtischen Garteudeputation unterstellten Schmuckaulagen eine Summe von 1 725 029 M. verausgabt worden, also durchschnitt- lich jährlich 287 505 M. Dir grösttru Umwälz iingru an dcv Uatsdamer Kahn gehen jetzt in Zehlendorf nnd Groß- Lichterfelde vor sich. In beiden Orlschasten handelt es sich nm eine Herstellung der Unter- führung der Hauptverkehrsstraßen, nnd so sind denn die meisten Erdarbeiter an diesen beiden Punkten beschäftigt. Sehr schwierig und den Verkehr hemmend wird sich in Zehlendorf die Ausschach- tung nach der Haupt- und der Teltowerstraße hin gestalten,»nd ist es nicht ausgeschlossen, daß hier für einige Zeit der ganze Äerkehr gesperrt und nur eine Nothbrücke für die Fußgänger offen bleibt. Auch der neue Bahnhof soll noch in diesem Jahre sin Angriff genommen werden; er wird seinen Platz von der rechten Seite von Berlin aus, also schrägüber dem jetzigen Bahnhof er- halten, und wesentlich der Bahnhofsaulage in Steglitz gleichen. Groß-Lichterfelde hingegen dürfte wohl keinen neuen Bahnhof er- halten. Die Jnnenrauine des jetzigen werden gegenwärtig reno- virt und genügen im Uebrigen vollständig für diese Station, aus der selten oder nie ein eigentlicher Massenverkehr zu bewältigen ist. Neben dem Bahnhos wird sauch hier mit allen Kräften an der Straßenunterführung gearbeitet. Die neue Bahnböschung ist jetzt ebenfalls zum größten Theil fertig gestellt. Einen besonders schnellen Fortgang der Arbeiten aber nimmt man in der Nähe ves Potsdamer Bahnhofs in Berlin selbst wahr. Hier ist die neue Anlage für den Stadt- nnd Ringbahnverlehr im Rohbau zum größten Theil vollendet. An den mehr als dreißig Bahn- bogen, die hinter dem Güterbahnhof erbaut sind, kann man be- reits die neue Fahrstraße verfolgen, die später die Stadt- und Ringbahnzüge von der Büloivstraße bis zu ihrer Einfahrt in den Potsdamer Bahnhof zurücklegen werden. Auch das neue Bahn- gebäude am Hafenplay ist im Rohbau fertig. Hoffentlich trägt die endliche Beschleunigung der Arbeiten dazu bei, daß die Bau- thätigkeit in den betreffenden Vororten, die durch die llngeivißheit über die künftigen Verhältnisse wesentlich beeinträchtigt wurde, sich wieder vortheilhaft hebt und belebt. Der Saateiistaud in der Hingebung Berlins ist in diesem Jahre bereits sehr iveit vorgeschritten. Roggen hatte schon zu Anfang Mai Nehren augesetzt und steht schon nahezu in Blüthe, während auf einigen günstig gelegenen Feldern bereits„blühende Saat" zu finden ist. Allgemein hofft man mit der Ernte Ende Juni bis An angs Juli beginnen zu können, ebenso vorzüglich und ergiebig fällt Weizen aus. Auch die Obsternte verspricht in diesem Jahre eine recht gute zu werden, nach den Fruchtunsäheu zu schließen, welche der Baumblüthe gefolgt sind. Die Pauke! Die Panke muß wieder einmal gerann-. werden. Der Polizeipräsident erläßt folgende Bekanntmachung: „Im gesundheitspolizeilichen Interesse muß eine erneute Räumung der Panke erfolgen, ivelche auch diesmal, und zwar unter Vor- behalt aller Rechte der Stadtgcmeinde an die Verpflichteten, durch den hiesigen Magistrat bewirkt werden wird. Die Eigenthümer der an der Panke belegenen Grundstücke werden daher auzgefordert, den mit der Räumung beauftragten Personen den Zutritt, beziehungsweise die Zufahrt zu dem Flusse zu gestatten und über- Haupt das Räumungswerk nach Möglichkeit zu fördern." Pilz-Fälschungen. Wie das Igl. Polizeipräsidium warne- o mittheilt,, verdeu hier vielfach als„getrocknete Morcheln" nicht echte Morcheln, sondern die ihnen äußerlich ähnlichen Lorcheln feilgehalten, deren Genuß, besonders wenn denselben alte, ausge- wachsen?, wurmstichige und faule Exemplare beigemengt sind, leicht für die Gesundheit gefährliche Folgen haben kann.— Ebenso werden als gettocknete„Champignons" außerordentlich häufig nicht diese, sondern die zerschnittenen Stiele und Hüte des Steinpilzes nach Entfernung der Röhrenlamellen verkauft, welchen gelegentlich auch giftige Pilze, wie der„Hörnling", der„Knollen- blätterschwamm" n. a. beigemengt sind. Es wird daher die größte Vorsicht nicht nur beini Einsammeln, wobei alle verdorbene» und schädlichen Exemplare fern zu halten sind, sondern auch für den Genuß derartiger Pilze anzuivenden sein, und es empfiehlt sich, die frischen wie die getrockneten Pilze durch kochendes und kaltes Wasser zu reinigen und eventuell aufzufrischen, uni alsdann alle ungesund aussehenden Stücke zu entfernen. Hierbei sei demerkl, daß das Fleisch des eßbaren Steinpilzes nach dem Trockne» weiß bleibt, während seine gefährlichen Nebenarten blau zu werden pflege». Die wichtige Frage der Abwehr gegen die Krlästl- gnng durch Uanch und Unk in den Städten ist neuerdings allerorten in lebhaften Fluß gekommen, seitdem der Verband der Architekten- und Ingenieur- Vereine diese Angelegenheit zur Be- Handlung in seinen Arbeitsplan aufgenommen hat. In Sachse» sind seitens der Staatsregierung 7000 M. für praktische Versuche zur Verfügung gestellt worden, in England hat sich mit großen Mitteln ein Verein gebildet, welcher rauchverzehrende Vorkehrungen für die Feuerstätten der großen Werke prüfen und Verbesserungen durch Preisausschreiben anstreben soll, und in Wien ist ebenfalls ein Ausschuß von Heizingenieuren und praktisch erfahrenen Tech- nikern eingesetzt worden, der unlängst ein Gutachten erstattet hat. Es geht daraus hervor, daß man dort ebenso wie in Berlin die Sache noch nicht für spruchreif ansieht, zumal die weitergehenden Ermittelungen für bestimmte Städte zu dem Ergebniß führten, daß in Orten, wie beispielsweise Dresden, Basel und Gera die Rußbelästigung durch die Stuben- und Küchenfeuerunge» kaum geringer sein dürfte, als diejenige aus Fabrikschornsteinen. Bei den großen Feuerungsanlagen der Fabriken wird die richtige Be- Weifung der Größe der Heizfläche als Hauptsache hingestellt, im Uebrigen aber zugegeben, daß gewisse Uebelstände bei dem heu- tigen Stand der Heiztechnik wohl nicht völlig zu beseitigen sein werden. So erwartet Fr. Siemens eine vollkommene Rauchver- Hinderung nur bei allgemeiner Einführung der Gasfeuerung mit zentraler Gaserzeugung. Der trkite Ziest»er ehemaligen ,,R?ttigsmaner" ver- schwindet nunmehr von der Bildflüche. Es ist dies das an der Ecke der Kalandsgafle und Neuen Friedrichstraße belegene Ge- bände, welches zur Zeit niedergerissen wird, um einem palast- artigen Neubau Platz zu machen. Ebenso werden jetzt die uralten Gebäude in der Neuen Friedrichstraße von der Kaiser-Wilhelm- straße bis zu der Gemeindeschule Nr. 27—31 niedergerissen, um Geschäftshäusern Platz zu machen. Erkrankungen an Brechdurchfällen kommen in den ver- schiedenen Stadttheilen bei der jüngst eingetretenen Hitze jetzt schon vor. Es ist daher an der Zeit, die Mütter zur Vorsicht zu ermahnen. In den seltensten Fallen tritt die gefahrvolle Krank- heit plötzlich auf, sondern sie bildet sich erst durch Vernachlässigung einfacher Magen- oder Darmkatarrhe, deren Ursprung wiederum häusig in der schlechten Beschaffenheit der Milch zu suchen ist. Die Mütter glauben jedoch an die alt hergebrachte Weiber- geschichte, daß die Durchfälle mit dem Zahnen der Kinder zu- sammenhängen und daß dieselben um keinen Preis unterdrückt werden dürfen. Diese Ansicht ist grundsalsch und trägt leider die Schuld, daß jährlich Tausende der Kleinen dem tückischen Brech- durchfall erliegen. Gerade beim Zahnen der Kinder bilden sich durch die krankhafte Speichelvildung Katarrhe, die nicht vermach- lässigt werden dürfen. Es ist rechtzeitig nicht nur in diesem Falle, sondern überhaupt dann die Hilfe des Arztes in Anspruch zu nehmen. In der Kerlin-r Medizinischen Gesellschaft stellte vorgestern Abend u. A. Privatoozent Dr. Uhthoff eine junge Dame vor. Die Patientin hatte im Oktober vorigen Jahres in Hannover starkes Fieber bekommen und auf Anrathen von Be- kannten ziemlich beträchtliche Dosen von Chinin eingenommen. Infolge dessen trat eine derartige Verminderung des Seh- Vermögens ein, daß die Dame auch jetzt noch sehr wenig sehen kann. Es erregte dieser Fall ganz besonderes Interesse, weil in unseren Ländern, wo der Chiningenub nur sehr gering ist, solche Erscheinungen zu den Seltenheiten gehören. Sehr interessant war ein Vortrag von Dr. Bröse über die Verwendbarkeit der von Dynamomaschinen produzirten Elektrizität zu medizinischen Zwecken. Der Redner erläuterte die Methode, nach welcher es möglich ist, den beispielsweise von den Elektrizitätswerken nach der Taubenstraße geleiteten sehr starken Strom so zu modifiziren, daß er vermittels eines im Zimmer aufgestellten Apparats jederzeit zu medizinischen Zwecken verwendet werden kann. Es wird gar nicht lauge dauern, bis man in jedem Krankenhause einen solchen Apparat hat, um den zur Beleuchtung bestimmten Strom auch für andere Zivecke dienstbar zu machen. Eine Ginrichtnng»er alte»» Kerliner MocheirmarKte, der Handel mit gekochtem Kaffee, schien seit der Eröffnung der Markthallen beseitigt zu sein. Das Bediirsniß für dieses Getränk ist aber auch bei den in den Markthallen ausstehenden Hand- lerinnen ein so ausgesprochenes, daß sich die Markthallen-Ver- waltung diesem Handel nicht länger hat widersetzen können. Seit� einigen Tagen und Zlnschläge in den Markthallen angebra folgenden Inhalts:„Ter Handel mit gekochtem Kaffee im Us hergehen in den Markthallen ist nur gegen Entrichtung_/nce Geoiihr von i M. 25 Pf. pro Person und Tag aestatwr'— Auch in der heißen Jahreszeit ist gekochter Kaffee, kalt �nassen, ein erfrischendes uno deshalb bei den Händlerinneii/beliebtes Getränk. 7 Dir Kakruplagr greift in unserer Stadt iitlmer weiter um sich und namentlich haben darunter die Parkanlagen zu leiden. Im Bethanien-Park ivar es vor einigen Jahren gelungen, durch die Anbringung von Brutkästen einige Nachtigallen-Pärchen dort zur Ansiedelung zu bewegen; im vorigen Jahre nistete nur ein Nachtigallen-Pärchen dort, in diesem Jahre keines. Dafür amüstrl sich aber allabendlich die liebe Jugend damit, Katzen, die sich dort auf den Bäumen herumtreiben, mit Steinwürsen zu ver- jagen. Aehnlich liegen diese Verhältnisse im Schlesischen Busch und im Treptower Park, wo wegen des Fehlens der zur Raupen Vertilgung nölhigen Vögel ganze Strecken in den Angflanzungen von Raupen kahl gefregen stnd. Auch hier haben die zahlreich umherstreichenden Katzen die nothwendigen und nützlichen Vögel verscheucht. In der Stadt selbst verursachen die Katzen nicht wenig A erger. Ein Fleischermeister in der Sebastianstraße ver- scheuchte vor einigen Wochen eine fremde Katze aus seinem Vorraths- keller. Eine ältere Dame, deren Mitgefühl für das Thier dadurch lebhast erregt wurde, erzählte diese furchtbare Schandthat ihren katzenbesitzenden Nachbarinnen und als diese, die Frühlings- neignngen ihrer Hausthiere nicht kennend, dieselben einige Tage lang vermissen, dä erzahlten sich die Spatzen von den Dächern, daß es mit der Wurst des Fleischermeisters nicht richtig fei und bezeichnete dieselben analog dem bekannten„Hotteh.." mit„Miau". Ter Fleischermeister suchte diese Klatschereien eine Zeit lang zu ignorireu. Als aber die Andeutungen immer dreiner wurden, beschritt er den Weg der Verleumdungsklage. Inzwischen haben sich einige der vermißten Katzen bei ihren Besitzerinnen auch wieder eingefunden nach ivochenlanger Abwesenheit. Ohne Zweifel haben die räuberischen Thiers mährend dieser Zeit in oen nächsten Parkanlagen dem Vogelfänge neben anderen Dingen obgelegen. So lange diese sich frei umhertreibenden Katzen nicht einfach weg- gegangen oder grtövtet werden dürfen, so lange wird man Sing- vözel für unsere Parkanlagen dauernd nicht gewinnen. In»ein oft bcriitzrckeu Mordprozrfz Ziethen-Elberfeld ist am Mittwoch dem Vertheidiger des Ziethen, Fritz Fried mann, der Beschluß des Strafsenats des Oberlandesgerichts zu Köln übermittelt worden, welcher darauf hinaus kommt, daß auch auf die letzten neuen Anträge hin das Wiederausnahme-Versahren abgelehnt ist. Mit diesem Beschluß dürste die Angelegenheit als erledigt zu betrachten sein. Zwei Knaben ertrunken! In Tempelhof sind gestern Mittag zwei Knaben, mit Namen Hartwig und Specht, beim Baden im Höst'schen Teich ertrunken. Beide standen im Alter von ungefähr 12 Jahren. Die Leichen der ertrunkenen Knaben wurden nach Verlauf einer halben Stunde herausgefischt. Wieder- belebungsversuche blieben leider erfolglos. Zkeber ei» DistoleudnrU, das am Dienstag Morgen gegen C Uhr in der Jung>ernhaide ansgesochten wurde, schreibt man dem„D. T.":„Auf meinem Spaziergang heute Morgen nach Saatwtnkel wurde ich zufällig Zeuge eines PistolendueUS. Es war gegen halb 6 Uhr. Ich schlenderte guten MntheS durch die Jungfernbaide in der Nähe der Schießstände der Garde-Füsiliere, da hörte ich ein Kommando und dann zwei Schüsse. Ich schlich mich näher und sah gerade noch, wie die Paukanten frisch ge- ladene Pistolen erhielten. Die Sekundanten zogen sich zurück und nach abermaligem Zählen ertönten zu gleicher Zeit zwei Schüsse. Genau konnte ich bemerken, wie der eine der Paukanten, ein Herr in graublauem Anzug mit großem rothblonden Schnurrbart, zu sammenzuckte und die Pistole fallen ließ. Sowohl die Sekun oanten, als auch der Gegner, ein kleinerer Herr in dunklem Geh- samen Gäste durchs Fenster gesprungen und hatten einen Baum erklettert, von dem sie gutwillig nicht herunterwollten. Es blieb nichts übrio, als Gewalt anzuwenden, und nach hartnäckigem Widerstande gelang es endlich, die windigen Gesellen festzunehmen. Sie wurden sofort als stark verdächtig in de» Alt-Landsberger Thurm eingeliefert und mit Handschellen versichert. Man merkte alsbald, daß man es mit. sehr„gerissenen Brüdern" zu thun hatte. Der Eine, welcher im Parterre untergebracht war, machte sich mit Aufbietung aller Kräfte von den Handsesteln frei, und zwar so gewaltsam, daß Fleisch und Blut daran haften blieb. Als der Wärter die Zelle ausschloß, stieß der Gefangene ihn mit einer Eisenstange zurück und entwich so schnell, daß man ihn nicht mehr einzuholen vermochte. Ein berittener Polizeibeamter setzte alsdann dem Flüchtigen nach. Nun sah man sich auch ver- anlaßt, dem zweiten lockeren Vogel auf die Bude zu rücken. Man fand diesen Gefangenen in eifrigster Arbeit. Er hatte bereits den Ofen abgedeckt und war eben dabei, durchs Rohr in den Schorn- stein zu steigen, und auf diesem luftigen Wege zu entschlüpfen. Der pfiffige Plan wurde indeß noch rechtzeitig vereitelt. Die beiden Burschen hatten, nach ihrer Kleidung zu urtheilen, keines- wegs das Aussehen vagabondirender Gesellen. Doiitkibrricht« Am 19. d. M. Abends fiel ein zwei- jähriges Mädchen beim Spielen auf dem im vierten Stock bele- gelten Treppenflur des Hauses Potsdamerstr. 138 durch die Sprossen des Geländers etwa drei Meter tief hinab und erlitt einen Schädelbruch, an dessen Folgen es nach kurzer Zeit verstarb.— Am 20. d. M. Nachmittags wurde der Arbeiter Schweizer beim Einfahren eines mit Kisten hochbeladenen Wagens in den Thorweg des Grundstücks Zimmerstr. 83 gegen einen Borsprung der Decke gedrückt, so daß er bedeutende innere und äußere Ver- letzungeir- erlitt und nach der Charitee gebracht werden mußte. Arn 21. d. M. Abends fiel ein Mann vor dem Grundstück Pank- straße 8 beim Besteigen eines in der Fahrt jbefindlichen Möbel- wägens von demselben herab und erlitt durch Uebcrfahren eine Quetschung des reckiten Knies.— Im Lause des Tages fanden an fünf verschiedenen Stellen kleinere Feuer statt. Gevidjks-Bcikttng. rock und weichem braunen Hute, sprangen hinzu. Es muß nur ein leichter Streifschuß am rechten Ann gewesen sein, denn der Verletzte blieb ganz ruhig stehen und ließ sich einen leichten Ver- band anlege». Dann gingen die beiden Gegner Arm in Arm und in ziemlich heiterer Sttmmung vom Platze." Ei» orhrimniszvoller Kesuch hat dieser Tage die Be- wohner unseres Vorortes Alt-Landsberg in Aufregung versetzt. Als in der Nacht um 12 Uhr der Knecht des Ackerbürgers K. nach Hause kam, hörte er in seiner Stube ein Geräusch, als ob sich dort Jemand zu schaffen machte. Auf seine Frage:„Wer ist da?" wurde ihm erwidert:„Ick bin et ja!" Zugleich sah er zwei ihm unbekannte Männer sich durchs Zimmer bewegen. Schleunigst rief er noch Jemanden zu Hilfe, während er von außen die Thür verschloß. Inzwischen waren die beiden seit- Do» der Firm» Jantts und Friedrich, Friedrichsiraße, sind vier Arbeiter gemaßregelt worden,- weil sie am 1. Mai feierten. Drei davon beanspruchten ein Zeugniß, welches sie er- hielten, jedoch den Passus enthaltend, daß die Entlassung erfolgt sei, weil sie am I. Mai nicht gearbeitet haben. Die Arbeiter ivurden daraufhin beim Gewerbegericht klagbar, auf Ausstellung eines anderen Zeugnisses und Entschädigung für jede» Tag der Verzögerung. Die Prinzipale wurden beim Termin zur Aus- stellung eines anderen Zeugnisses verurtheilt. In Betreff der Entschädigung wurde den Arbeitern erklärt, eine besondere Klage beim Amtsgericht einzureichen, jedoch nur, wenn sie den Beweis lie ern könnten, daß sie aus das betreffende Zeugniß keine Arbeit erhnU�ckf'ttber auf ein anderes Zeugniß eingestellt worden wären. TWr zur Belehrung für Genossen, die m eine ähnliche Lage Athen. „zlnbrgrrisiich l" So hatte die„Vossische Zeitung" einen Leitartikel in ihrer Nummer vom 28. Januar d. I. überschrieben, durch welchen sich der Herausgeber der„Staateu-Korresondenz", Herr S ch u n k, beleidigt fühlte und deshalb eine Privatklage gegen den Chefredakteur Friedrich S t e p h a n y angestrengt hatte. Letztere beschäftigte gestern die 98. Äbtheilung des hiesigen Amtsgerichts.— Es war zur Zeit, als der ireikonservative Abgeordnete Prinz zu Schönaich-Carolath im Reichstage so kräftig das Streberthum gegeißelt und damit in der bis dahin ihm be- freundeten Presse einen Sturm der Polemik entfesselt hatte. Auch die„Staaten-ltorrespondenz" verspottete den Prinzen wegen der angeblichen Händedrücke, welche der Abgeordnete Dietz dem Prinzen gespendet haben sollte uno wegen des zustimmenden Augen- blinzeln eines freisinnigen Volksvertreters und da diese Auslassung der„Staaten-Korrespondenz" in der Kreuzzeitung ab- gedruckt wurde, zog die„Vossische Zeitung" gegen diese Art des Kampfes zu Felde. In dem betreffenden Artikel war nun auch von„anrüchigen Korrespondenzen" und von„einer Korrespondenz, über deren Charakter in der Presse wenig Meinungsverschiede»- heit herrsche" die Rede und diese Ausdrücke bezog Herr Schnitt auf sich und fühlte sich dadurch beleidigt.— Herr Stephany bestritt zunächst die Aktivlegitimation des Privatklägers, weil eine Zeitung, und auch eine derartige 5korre;poi'.denz ein uupersön- sicher Begriff fei. Er selbst habe in seiner bekannten Klagesache gegen den Prof. Ad. Wagner vom Kammergericht die Be- lehrung erhalten, daß eine Zeitung als solche nicht beleidigt werden kann und der verantwortliche Redakteur nur dann klagen könne, wenn der Angriff deutlich er- kennbar gegen seine Person gerichtet oder er der Verfasser des kritisirten Artikels gewesen ist. Die betr. Entscheidung, welche die Frage der Aktiv-Legitimation klipp und klar entscheide, stehe im 5. Bande der Kammergerichts-Entschei- dungen abgedruckt und passe genau aus diesen Fall. Im Uebrigen habe es sich in dem Artikel der„Voff. Ztg." gar nicht um die „Staaten-Korrespondenz" als solche gehandelt, sondern um einige in derseluen veröffentlichte Artikel, welche stigmatisirt werden sollten, weil sie dunziatorischer Natur sind. Nur dieses Genre von Artikeln, welche er für schimpflich halte, habe er der Oeffent- lichkeit gegenüber kennzeichnen wollen.— Rechtsanwalt R ä y e l l hielt das kammergerichtliche Erkenntniß nicht für zutreffend, da Herr Schunk gleichzeitig Herausgeber und Redakteur der „Staaten-Korrespondenz" sei. Er meinte, es sei klar, daß der Kläger persönlich getroffen werden sollte, weil dem Verklagten ein Organ, welches konservative Blätter unterstütze, jedenfalls nicht angenehm gewesen sei und in dem Artikel daher nicht nur eine politische, sondern gewipermaßen auch eine„ge- schastliche" Gegnerschaft zum Ausdruck komme.— Vertheidiger Rechtsanwalt Dr. Llsco hielt die rechtlichen Bedenken des Ange klagten für durchaus zutreffend. Nach dem Kainmergerichts-Er- kenntniß sei es gar nicht zweifelhast, daß der Kläger keine Aktiv- Legitimation besitze, um so weniger, als die„Staaleu-Korr." in dem ganzen Artikel überhaupt nicht genannt sei. Daß Herr Schunk diese Korrespondenz nicht allein herstelle, derselbe viel- mehr Mitarbeiter habe, liege auf der Hand, sei auch durch die f. Z. von der„V.-Z." veröffentlichte Einladung zur Mitarbeiter- schaft", deren eine sogar an einen Anarchisten in London ge- gangen war, klar gelegt worden. Auch die selbstständige Verfasser- schaft des betr. Artikels in der„Staaten-Korrespondenz" werde Herr Schunk nicht behaupten können, denn der Stil dieses Ar- tikels sei durchaus fehlerlos und steche vortheilhaft von dem Stil in der erwähnten Einladung ab. Im übrigen sei eS durchaus richtig, daß die„Vossische Zeitung" nur die denunziatorischen Artikel der„Staaten-Korrespondenz" gewissermaßen stigmatisiren wollte und dazu gehörte auch der äußerst denunziatorische Artikel gegen den Prinzen Schönaich-Carolath. Auch gegen andere Personen habe die Korrespondenz des Klägers denunziatorische Artikel gebracht, so zum Beispiel gegen den Redakteur der„Volks-Zeilung", Dr. Mehring, auf dessen baldigst nothwendige Ausweisung die Behörden aufmerksam ge- macht wurden. Dr. Mehring habe einen Artikel, welcher diese Thatsache festnagelte, mit den Worten geschloffen:„Ein nettes Schmterle, nicht wahr?", von der Staaten-Korrespondenz sei aber kein Schritt unternommen worden, um gegen Dr. Mehring vor- zugehen. Um so mehr müsse deren plötzlich erwachte Feinfühlig- keit überraschen. Das Schöffengericht erachtete den Angeklagten der Beleidigung für schuldig und verurtheilte denselben mLOM. Geldbuße event. 3 Tagen Haft. Der Gerichtshof hielt es sn zweifellos, daß mit der„anrüchigen Korrespondenz" die Staaten- Korrespondenz gemeint sein sollte und erachtete den Redakteur und Verleger zur Anstrengung einer Beleidigungsklage in demselben Maße für be ugt, wie etwa den Inhaber einer beleidigten Firma oder eines Instituts. „Äeme Dosen ohne Dorne»",.so konnte der Ha � mann Karl Friese, welcher sich gestern wegen Vetr t � Anklagebank befand, seufzen. Karl Friese, welcher sqo � AW iiSi* der mal itllU UVIULIIIU] t l|l/ Vj* vv»r uvvuvv*...' sr* r f' � kiltlMHC e äs»-• hat. Er geht im Sommer mit einem Koro von Wen die Straßen, hat keine feste Wohnung, sondern wdhnt ms', miether bei einem Kellerbewohner. Er hielt suy aber s Höherem geboren, machte sich selbst zu einem„Kunst- Höherem geboren, machte sich selbst zu einem„»mw- � delsgärtner" und bestellte als solcher bei einer großen � lange firma in Cannes eine Sendung von Rosen. wärtige Firma war sich nicht ganz klar„dar Herr Karl Friese ohne Weiteres einen gropeie verdiene, sie bat um Referenzen und ohne%„ besinnen, gab der Angeklagte den Gärtner Lc> gff- der Bellealliancestraße, den Hoflieferanten Thiel»« lieferanten Bock als solche aus. Er hoffte, daß der S 8 Namen den Franzosen so imponiren wurde, daß sie vo g- Nachfragen abstehen würden und er hatte sich"ffS.._ ßZ täuscht. Aus Cannes trafen hier für den Handel»�„ st«, Friese mehrere Sendungen Rosen im Werths von 4� ä w welche der Angeklagte schleunigst für 180 M. vcrglber M Finna in Cannes das Nachsehen ließ. Dieselbe nam der Staatsanwaltschaft in Anspruch und Herr Fnefe i � dieses geglückten Schwindels gestern znOMonaten v> niß und 1 Jahr Ehrverlust verurtheilt worden. ,n A�TtlCmTS. vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts 1. � � klagte gab unumwunden zu, während der WahlbewegU B � hie aUrlMpr heS 4 sgablkreises" auf osten liagie gao uuumiuuuutu zu, ivuut-»"" yyyy----- c"jiffcntUU;"' flugblätter„An die Wähler des 4. Wahlkreises" auf oße ��, Straßen und Plätzen vertheilt zu haben. Der Vertheidigc, "' Ljd daß die Bestimmungen des f J auwalt Heine, macht geltend, daß die Bestimmungen«r i je listengeseyes über die Vertheilung von Druckschriften ou', § 43 der Gewerbeordnung, der von der Verbreitung vo;_ fachen bei Wahlen zu gesetzgebenden Körperschaften spnqr. � hoben seien. Das Landgericht II habe bereits m diese erkannt. Er beantragte Freisprechung. Der Gerlchttyo L ,, sich diesen Ausführungen nicht an. sondern verurtheilte den � os cm ß5i>rhftrnf(> nher 5 Taaen Gelananiß uno„ � pcy Viesen-uussupruugcn rnun UN,•„ p,i klagten zu 25 M. Geldstrafe oder 5 Tagen Gefangmß uno � Kosten des Verfahrens, mit der Motivirung, daß der S � Gewerbeordnung die Bestimmungen des Sozialistengeicpe � aufhebt, da letzteres erst in jüngster Zeit erneuert worden h folglich neuer ist, als die Gewerbeordnung. urtheil ist eingelegt. Revision Sozial- ll-li-rstcht lassen worden. Unter diesen befinden sich verheirathete, Ajf Jahre dort beschäftigt waren und ihre besten Kräfte dem gewidmet hatten. Ter Grund für diese Maßnahme darin, daß weibliche Arbeitskräfte an Stelle der MännIWsi' � gestellt werden. Und der Grund hierfür ist wieder in Des" nehmergrundsatz zu finden, daß weibliche Arbeitskräste billig wie männliche..«««tjfiv A» die Tischler K-rlins. Kollegen!.'"ÄP Tischlerverscnnmlung vom Montag, den 19. Mai. V I. die Sammlung für die auswärts streikenden Tischler e ntAti lands wieder auszunehmen. Es ist für uns Berliner- ß# von Wichtigkeit, daß»vir die auswärts streikenden Kollegen stäken, um ibnen zur baldiaen Durchführung ihrer g si Uli stützen, um ihnen zur baldigen Durchführung ihrer»»u- � Forderungen zu verhelfen, um sie dadurch an den OTt'„(aljefl Arbeitsstätte sich befindet,' zu fesseln und nicht die veran daß sie nach Berlin ziehen. Die meisten unverheiralheten reisen von den Orten, wo gestreikt wird, fort, um bab-'-siW streikenden Kollegen zu entlasten, damit sie dem Unterneyn. � 1? av /> i f f■» i** v-y o ti Frtrfnott Sflrtit TtTPlfCItÖCU �'...ifft 2 urch, GeHilst .I« Sflahr darmc die °urch i jabutd durch 1 Wchw fchästZ, pi im f°lg «tr Mg So Sie po, (üÄ iugehen „ Etz portofre Da siir d< üü"' itet ttU) Öls fe oh! cn ÜT gegenüber länger ausharren können. Vo» den streikenden � I ......'*'' iders hervorzuheben; ihre Forde sind dieBreslauer besonders müssen unbedingt zur Durchführung gebracht werden.� p Ferner darum unser ganzes Augenmerl dorthin zu richten. Zuzug fern zu halten au folgenden Orlen: Altenburg, Bielefeld, Breslau, Eileuburg, Flensburgs Grabow, Hameln, Hannover, Helmstedt, HtldeSheii Gaarden, Lauenburg, Leipzig, Ludivigshafen. Mannheim, Spremberg, Weimar, Wolfenbuttel. cxWck Kollegen, zeichnet recht fleißig auf die von der v Kommisston ausgegebenen Listen und liefert dieselben s� ßj! möglich an die Ausgeber ivieder zurück. Denn was�m D m Ii Oppelnerstr. 3 Tr.; Fl Rüster, Lausttzerplatz 2. Hos 2 Tr; R. M n n-- Da wir ebenfalls vor einer Lohnde' Lehrterstr. 22, 2 Tr. stehen und nachher auch auf Unterstützung von außen 0,lCjrfii5 unsere Forderungen voll und ganz zur Durchs � a"4' stützen. I. A.:.R. Millarg, Tischler, Lehrterstr. 22, 2 wir Uli" find, um zu dringe», so ist es unbedingt nothwendig, daß. die auswärts streikenden Kollegen materiell und niorausip .... g--'"' ler, Lehrterstr. 22, 2 25. Metallarvetter aller Hiermit zur �Nachricht, daß die Statistik am 1. Jum gesi' ivird, und ersuchen alle Kollegen, welche noch leinen Frag ausgefüllt haben, dieses jetzt noch zu thun, auch diejenige», noch im Beütz von Fragebogen sind, gleichviel od bei tei»> �•itnnnlrf WpvttAii-viiv IHfi• Qltpf 2-1 j Jungnick, Bernauersir. 103; Viel, Birkenstr. 24; Heiurichsplatz; Herschleb,?ldalbertstr. 4. Die Fachkb" � des Allgemeinen Metallarbetter-Vereins Berlins und U»>S I. A.: Paul Hetz. A'tfvif»»( rtiitinUichf Metallschleifer«»» Dernfsgeuofseu. Laut Beschluß der öffentlichen Versa» der Metallschleifer vom 20. d. M. ist der Streik bei der»ßjp Ludw. Löwe& Co. von Seiten der Schleifer für beender worden, gezwungen durch den Jndifferentismus einzelner. sowie eines KleinmeisterS, welcher die Zlrbeit außer de»'* anfertigt. Sinn, Kollegen, wohl selten haben wir gefeb8 sipsi eine Branche in einer Fabrik(71 Mann) eimnllthig ihre 0' t{jf Beschlüsse aufrecht hielt. Unbekümmert um die Folgen, daraus entstehen mußten. Nun, Kollegen, es ist daher Pflicht und Schuldigkeit, die Streikenden moralisch und»ff«is zu unterstützen, damit dieselben, da sie für die Allgeineinb �i! getreten sind, auch voll und ganz einsehen, daß die 0%OI% W'' der Kollegen das zu würdigen weiii. Also nochmals...» tragt Euer Scherflein dazu bei, damit die gemaßregelten � xp des 1. M a i nicht mit Sorgen der Zukunft entgegen gehe'' lUißt, auch Ihr, die Ihr heute arbeitet, könnt morgen die Lage kommen, arbeitslos zu sei», und auch Euch»»'„ fr dann über die dringendsten Sorgen himveghelsen. AnfrnS� zu richten an Ose. Schwarz, Falkensteinstr. 9, I; i %ti. «ine I v"1 c/. 1 Ks % »en Ü 1 % metscheck. Skalitzerstr. 18. Arbeiterfteundliche Blätter «fS-Es»bsssj' .'sNWssLt« W»» WchtllNl Unsicherheit entstehen, ob man seine kontraktlichen Ver rechtzeitig wird erfüllen können. jedenfalls wäre es ein unverzeihlichem unverzeihlicher Leichtsinn eines Ge- 'sobuM' Krtet II,«-» mm'•««» Pjf™ gafeäsesiss ,-mg-h--. c..»w f<»i % anliegende Postanweisung 6 M. ein unter genauer und beut. «cher Angabe Ihres NamenS und ihrer Wohnung, sc «eneiat� Angabe über die Zahl der Arbeiter, ...-r lägen. sowie unter welche Sie be- Sie Postanweisung an das Komitee eingeht, erhalten l- eine Mitgliedskarte für den freien Verein der Arbeitgeber ' x= Farnuilar zur Anmeldung, sofern Arbeiter im Lause «.! �?i)reZ bei Ihnen streiken sollten, 4? o Zuweisung zur Ausfeniauug dieser Anmeldung. secks an.che des Jahres werden Ihnen dann mindestens noch iiigehen Bedarf aber öfter Berichte des Komitee's portofrei �rtostei�ge ��iben an das Komitee erbitten wir gleichfalls Das Komitee der freien Vereine der Arbeitgeber. R. Graß mann. �as Zirkular hat folgenden Wortlaut: ifii- x.- An die geehrten Arbeitgeber das Zumnergewerve in den großen Städten Deutschlands . und den deutschen Städten der Nachbarstaaten. >«x.. neuester Zeit sich stets mehrenden Streiks und die in- MI i. ?0f,""• Andrerseits bieten diese Streiks und die dadurch erzielten ■. gen Arbeitern keine Vortheile. Denn wenn alle von x w läinmtlichen Gewerben steigen, ohne daß mehr Waare «». oem Arbeiter oeliekert wird, so muß aucd der Preis der folüß X0pp v)*-1* fivV»uvyfcv»» vv»i wv<.vfcvv*»«»w vxv»♦»- it., lich stets steigernden Ansprüche und Anmaßungen der ....... Arbeitgeber eine Quelle zahlreicher wachsender Kosten und Be- viele Geschäfte die größten Gefahren "ccpc nieyr auuuic eiyuucu, m»«i ciyi Hiöbii., lind diese Streiks für viele Arbeiter ein Unsegen, ge- viele b?«!1? an Müßigang und lockern die Sitten, kurz find für ' Arbeiter eine Quelle des Ruins. lind diese Streiks, und die daraus entstehenden Ar- 'cht w �n auch für den Staat und die ganze Kulwr von Üt elf" unterschätzender Gefahr, und ist es für den Staat, wie r'oeit». xlätzenden, für jeden Arbeitgeber, wie für jeden fleißigen Ist is., vve Pflicht, diesem groben Unfug« der Streiks mit aller iv berjjj'� �"«rgte entgegenzutreten und ihm ein schnelles Ende 5�?,"?. unterzeichnete Komitee der freien Vereine der Arbeit- i'Ww x' c® lur oie erste und unerläßlichste Pflicht jedes Arbeit- ?.ltlcn groben Unfug der Streiks, der ihm schon jetzt \ q) Hunderte bis Tausende kostet, für die Gewerbe fü WUt kunft unmöglich zu machen und er schlägt Ihnen ics- t,or' der bereits in mehreren Gewerben mit glänzen- Ii pb'ge angewandt wurde und sich bewährt hat, und der ?> Ar' Geiverbe einen sicheren Erfolg garanlirt, wenn sich ühsz. �vn Arbeitgeber Ihres Gewerbes z» einem freien Vereine !'%.�"werbes zusammenthnn. Die Kosten betragen dafür nur 'Ehrlich, ein Betrag, welcher den großen Vortheile» gegen- 1%' Welche der Weg bietet, gar nicht in Betracht kommen unterzeichnete Komitee der freien Vereine der Arbeit- Joti deshalb alle Arbeitgeber Ihres Geweroes in den Städte» Mtsa.« �us 20 OOÜ Einwohner» in Deutschland und in de» �ivein- x übte» der Nachbarstaaten aufgefordert, dem freien e �r Arbeitgeber für Ihr Gewerbe beizutreten. jto x!e gegenwärtigen Streiks haben allein dadurch eine Macht, �Uiisis Arbeiter desselben Gewerbes in den großen Städten >hrez chunds den an entern einzelnen Orte streikenden Arbeiter» st ni) �v'verbes Unterstützungen senden, durch welche diese wäh- »im, 7 Streiks erhalte» werden. Wollen die Herren Slrbeitgeber Sei>ex lsvgenivirken, so kann es nicht genügen, daß sich die Aroeit- % m"'M Ortes vereinigen(zinnal eine solche Vereinigung wegen ™>et i rtcn&»nd sonjiigen Sonverinteressen an demselben Orte lvitd.�u erreiche» ist und keine Aussicht auf lange Dauer bietet), »� müssen sich die Arbeitgeoer desselben Ge-verbes in alle» " Teutschlands und in den deutschen Sridten der »iü f., /i™ allen zu einem freien Verein« zusammenschtießen; nur TiVm vcin �at cine Macht. r'Btnftl auf den Streik an einem Orte wird dann der ' sei 061 Arbeitgeber desselben Geweroes in ganz Deutsch- 5t»iltnQt �i�ßkied des freien Vereines, bei dem die Arbeiter J�stn das Geschäft s perren, oder auch bei dem ein Arbeiter . � � auffordert, gleichzeitig mit ihm zu kündigen, bez. tri».?, ft*" verlassen, um Hähern Lohn oder anoere Vortheile ?ts C| eri' meldet den betreffenden Arveiter bei dem Komitee x"um Konnte« bei dem Eintritte in den Verein zu Formulare mit Eintragung der erforderlichen Li»- Mrrlw' Koimtee trägt die streitenden Arveiter in eine Steina xew' sendet dieselve an sämmtliche Mitglieder des freie» Jstchfl;.,, er Arbeitgeber stir das betreffende Gewerbe unter der st'ei, w'?g' diele Listen nur als Privatbrief, nur für ihren 'Art gehenden Antworten der Mitglieder des Vereins mehr als ein Drittel für die Streichung aussprechen. Jedes Mitglied des freien Vereines Ihres Gewerbes erhält jährlich mindestens sechs Mal, nach Bedarf auch öfter, portofreie Berichte. Es ist dem Komitee der freien Vereine der Arbeitgeber gelungen, die erfahrensten und tüchtigsten Kräfte für die Jnter- essen der Arbeitgeber zu gewinnen. Der freie Verein wird demnach zunächst alle Streiks, welche ebenso die Interessen der Arbeitgeber, wie die der fleißigen und tüchtigen Arbeiter verletzen, unmöglich zu machen suchen; demnächst aber wird er auch untersuchen und nachweisen, wie die Interessen der deutschen Gewerbetreibenden und Arbeiter weiter gefördert und gehoben werden können. Die demnächstigen Be- richte werden weitere Mittheilungen darüber bringen. Das Komitee der freien Vereine der Arbeitgeber. R. Graßmann. hsp," äs aS"».« a VevsÄmntlnngen. In» grolzen Kaale der Krauerei Tivoli fand am Sonn- abend, den 17. Mai, eine öffentliche Versammlung sämmtlicher in preußischen Staalseisenbahn-Werkstätten und den unterstellten Betrieben Berlins und Umgegend beschäftigten Arbeiter statt, um Stellung zu nehmen, zu den am 1., 2. und 3. Pfingstfeiertage stattfindenden allgemeinen ersten Kongreß obiger Arbeiter. Es wurde, nachdem der Vorsitzende den Ausruf des Kollegen Kohl- mann, betreffend die Beschickung des Kongresses durch Delegirte vorgelesen, die Bethciliguug als unbedingt erforderlich empfohlen und von der Versammlung einstimmig angenommen. Nachdem noch ein Redner die Mißstände in den Königl. Eisenbahn-Werk- stätten gründlich klargelegt und die Tagesordnung des einzube- rufenden Kongresses wesentlich erläutert hatte, wurden noch zu der bereits festgesetzten Tagesordnung folgendePunkte aufgesetzt und ange- nommen: 1. Abschaffung der Akkordarbeit. 2. Abschaffung des Kolonnensystems. Alsdann wurde zur Delegirtenwahl geschritten. Ge- wählt sind für die Berliner Eisenbahn-Werkstätten 4 Delegirte. 1. Kollege Schüßler; 2. Kollege Röseler; 3. Kollege Levit; 4. Kollege Müller. Genannte Herren nahmen die Wahl unter der Versicherung an, daß sie nach guten» Gewissen und in jeder Beziehung die Interessen der Arbeiter vertreten»vollen.— Die Versammlung war schwach besucht und ist der Grund hierfür»vesentlich darin zu suchen, daß die Maschinen- inspektoren verschiedener Werkstätten bei Besuch der Versammlung mit Entlassung gedroht hatten. Mit welcher Energie die Werkstättenvorstände das Zustande� kommen dieses Kongreffes überhaupt bekämpfen, dafür mag folgender Vorfall dienen. Der zu dem Kongreß gewählte Kollege Röseler wurde Grund dieses aus der Werkstatt der Königl. Ostbahn sofort und ohne Kündigung entlassen, trotzdem derselbe dem Maschinen-Jnspektor gegenüber versicherte, nur die von den Arbeitern der Konigl. Ostbahn-Werkstatt gestellte Forderungen zu vertreten. Ein Antrag, das Bureau der Versammlung zu ersuchen, unter sich einen Kassirer zu wählen, welcher die freiwilligen Bei- träge zur Deckung der Unkosten für diesen Kongreß an sich nimmt, fand sofort Erledigung, indem Kollege Röseler dazu gewählt wurde.— Da infolge der Delegirtenwahl zur Beschickung des Kongresses von dem Maschinen-Jnspektor der Königlichen Ostbahn den Art eitern ein Zirkular folgenden Inhalts zur Uuterschr»ft vorgelegt wurde: 1. Die Arbeiter der Königliche»» Ostbahn sind mit der Beschickung des Kouareiles nicht eiuvernauden. 2. Die Sammlungen srei- »villiger Beiträge unter Androhung der Entlassung verböte»», — so sind alle Geldsendungen, auch anon»ime, an unseren der- zeitlgen Kassirer Herrn Otto Röseler in Friedrichsberg, Friedrich Karlslraße 18a, sooald als möglich zu richten. Alle arbeitersreund lichen Blätter»Verden um Abdruck gebeten. Gesellschaft für Urrbreitung vo« VvlkvliUdung. Die am Sonntag, den 18. Mai, Abends, tagende Versrnrnnlirng der Gesellschaft im Lokal„Süd-Ost", Waldemarstr. 76, erfreute sich eines Besuchs von ca. 400 Personen, darunter in zahlreicher Vor- tretung die Frauen.— Ten Vortrag des Abends über: „Volksernährung und Volkseinkommen" hielt der Reichstagsabgeordnete W u r m. Der Referent erörterte eingangs seines Vortruges zunächst den Begriff Volk." Hier zeigte sich »tun, daß zu allen Zeile», insbesondere bei dem alten Kultur- volle, den Römer»», die Bezeichnung„Volk" gleichbedeutend war niit der großen ar, eiteuden, hungernden Klasse der„Plebs." Mit glänzenden Schallspielen wurde zu jene» Zeiten das darbende Volk über sein Elend hiniveg getüuscht. Und wenn heute dich- tende Philosophen, schwürinend« Idealisten behaupten:„Die Zeiten Häven sich geändert, wären bessere gelvorden", so sei dies weiter nichts wie ein leerer Wahn! Nicht die Poesie des Philosophen, nicht das Tranmgebild des Jdealiüen, kam» und dars uns als Beantwortung der Frage dienen: W i e lebt das Volk? sondern allein die Lehren der realen WissM� schaft; sie lerne»» uns in der uilgeschmiukten Wahrdeit die»Wmt- »vorlung der Frage verstehei»:„Wie lebt das Volk?" Än Be- anttvorlung dieser Frage übergehend zu dein erne» Thej�ves Vor- träges„Bolkseruährung" erläuterte der Referent tZ�eingehender Weife zunächst die v»er organischen Elemente aß Zufammen- setzuug des menschlichen Körpers und welcber Prozentsatz wird von dein einzelne» Element gebraucht um lesen zu können. Ein Wahngevilde ist es, ivem» behauptet»vird, die Ersetziing des Ver- vranches des nothivendigsten Elements: Der Sauerstoff, die Luft, kostet dem Volke nimts. Die Wissenschaft giebt eine andere Antwort und zwar, wird uns das er orderliche Quantum Luft von pro Tag 85 000 Liter, erst enthaltend i» einem Raum von 35 Ku ikmeter pro Kop>, äußerst theuer, uird ist für die arbeitende Bevölkerung überhaupt nicht zu haben. Man vergleiche nur einmal oie wisieuseyastliche,» Zahlen mit dem wirklichen Rauminhalt unserer Wohn-, Schlaf- ober Arbeiteräume. Ein gleiches Zazit ergeben die nothwendigen Ergänzungen des Verbrauchs der anderen Elemente,»relche allein durch eine gute Ernähru gs- »veise des Körpers ergänzt»verde» können. Ein Haupteriarder- ,»iß bei der Ernährung ist die Zuführung der erforderlichen Menge Eiweißstones, durch den Genuß vo» Fleisch, Hülset»»rüo-,te und Mehl. Doch diese in erster Reihe zur Vollsernäh- rung erforderliaien Nahrungsmittel sind bei der großen Maff« des arbeitenden Volkes ein seltener Gast, zur Ergänzung dienen deshalb die sogenannten„Volksnahrungsinittel", als: Kartoffel, Gemüse und Früchte. Die Kartoffel hat nun als Nahrungsmittel in diesem Falle ihren Beruf verfehlt, denn sie enthält nur 1 pEt. Eiweißstoff und das zu verzehrende Quantum davon »vürde bei Erzielung von mir 60 Gramm Eiweiß st off(100 Gramm sind zur Ernährung ersorderlich) pro Tag 12 Pfund betragen. Eine Leist,»ng betreffs der Verdauung, die»vohl kein Mensch fertig bringt. Die Gemüse enthalten 2— 8 pCt. Eiweißstoff und diene» hauptsächlich zu einer besseren Verdauung anderer Nahruugsmittel. Die Früchte, das Paradepferd der Vegetarier, haben als Nahrungs- mittel noch»veniger Werth»vie die Kartoffel, sie enthalten z. B. im Apfel nur Es pEt. Eiweißstoff und man müßte davon 24 Pfd. verzehren pro Tag, um leben zu können. Die Logik der That- sacyen, unterstützt durch die Forschungen der Wissenschast, lehrt uns nun, daß die Volksernähnmg eine äußerst ungenügende ist, und die Statistik der Sterblichkeitsziffern erbringt in trockenen» Zahlenniaterial den Beiveis, daß es gerade die arbeitende Be- völkerung ist,»velche ain»»eisten darunter leidet. Doch hier fehlt leider den heutigen maßgebenden Gesellschastsklassen das Interesse, eine Besserung zu schassen. Nur einmal, bei der Ernährung des Soldatenstandes, zeigt sich jenes Jnterefse doch wohl nur oeshalb, weil bannt die Interessen jener Gesellschastsklassen gewahrt bleiben. Im weiteren Verlaus seines Vortrages kam der Referent zu der Frage:„Was k o st«t die V o lks ern ä hru ng?" Auch für die Beantwortung dieser Frage können wir uns auf die Erfor- schungen der Wiffenschast stützen. So hat unter anderen For- scher» Professor Freund den Satz aufgestellt, daß allein die Roh- Materialien für die Mittagsmahlzeit einer Person, als: 50 Gr. Fettstoffe, 160 Gr. Fleisch u. s. w. 88—40 Pfg. kosten, rechnet man hierzu den Preis der Zubereitung, so ergiebt sich die Summe von 65 Pfg. für die Mittagsmahlzeit einer Person als Mindest- ausgäbe. Doch nicht allein nur die Wissenschaft, auch private Unternehmungen versuchen, ein Normalmaß für die Ansprüche der Volksernährung festzustellen. So hat unter anderen der Fabri- kantenverein in Mainz durch seinen Sachverständigen Dr. Mein- Hardt einen Normalsatz aufstellen lassen. Dr. M. hat nun gebunden, daß die Ernährung der Menschen sich in drei Sätzen befriedigen lasse, und zivar sind unbedingt erforderlich: a,) für 800 M., b) für 1200 M., c) für 1500 M. pro Jahr und einzelne Person; von dieser Summe sollen je60pCt. auf die Ernährungs- weise verivendet»verden. Diese Zahlen stimme» annähernd mit den Forderungen der Wissenschaft überein betreffs der Ernäh- rungsweise. Jedoch dürften die verbleibenden 40 pCt. für andere Bedürfnisse des Menschen, besonders in den Großstädten, nicht reichen; da hier schon die Wohnungsmiethen einen sehr hohen Prozentsatz von den verbleibenden 40 pCt. beanspruche». Doch aus andere»» Boden, die Forderungen Wissenschaft direkt ignorireno, bewegen sich die Bestrebungen einer besonderen „Humanität".— Man versucht, durch Errichtungen von „Volks- K a f f e h ä u s e r n",„A r b e i t e r k o l o n i e n", „Volksküchen", die Volksernährung zu befriedigen. Ja, eine Broschüre,„Häusliches Glü et", empfiehlt nach einer salbungsvollen Einleitung die Bereitung einer Mittagsmahlzeit nach Rezept für je eine Person mit 10 Pf.; der besonderen Billigkeit»vegen ist noch die Bereitung einer Mahlzeit für gleich 4 Personen empfohlen mit abwechselndem Tages-Kllchenzettel, wobei dann„S ch w e i n s k n ö ch e l", Wurstbrühe u. f. w. die Hauptbestandtheile der„guten" Volksernährung bilden. In dem Jahresbericht der„Berliner Volksküchen" von 1882 sagt Frau Lina Morgenstern:„Das Essen ist derartig kräftig zubereitet, daß unsere Gäste in der übergroßen Mehrzahl nur Ve Portion bedürfen." Beweis: Verkauf im Jahre 1882 240 000 ganze Portionen und Eine Million und einige Hundert» tausend halbe Portionen. Die Untersuchungen der Wissen- schaft haben nun ergeben, daß das Essen der Volksküchen statt der erforderlichen 100 Prozent, nur 35 Prozent Eiiveißstoff enthält. Also: Nicht die kräftige Kost der Volksküche läßt eine Million Menschen, Arbeiter, im Jahre auf die ganzen Portionen verzichten, sondern tiefer liegende soziale Mißstände und Ursachen. DieseUrsachen erläuterte derReferent nun, übergehend zu den» zweiten Theil seines Vortrages:„Volkseinkommen" in eingehender Weise. Auf der Grundlage der Steuerstatistiken der deutschen Staaten entrollte der Referent ein überaus trauriges Bild über„Volks- einkommen", die trockenen Zahlen dieser Statistiken sagen und bekräftigen vieles, warum und weshalb die Volksernährung nicht einmal den billigen Forderungen der Wissenschaft entsprechen kann. Einige Beispiele: Sachsen 1882: 68 pCt. der Steuerzahler versteuern ein Einkommen von unter und bis 800 Mark im Jahre. Nehmen»vir nun an, die Forderungen der Wissenschast verlangen für Sachsen 1250 Mark pro Kopf und Jahr zur Volksernährung, so bleiben in Sachsen 80 pEt. unter den» Niveau der selbst voit dem Fabrikantenverein in Mainz zugegebenen Forderung an die Volksernährung. Preußen 1375: 6Vi Millionen ganz von Steuern befreit und l3Va Millionen Steuerzahler mit eine»» ver- steuerten Jahreseinkommen von 420 Mark.—-- O e d e Wirklichkeit! Sie möge endlich die noch zur Zeitmaß- gebenden Staats-Gesellschaftsklassen zur Abhilfe mahnen, wodurch einzig und allein durck die Einführung einer der Gesammtheit dienenden Sozialreform, insbesondere durch Einführung des von der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion eingeorachten „Arbeiterschutz-Gesetzes." Und so lange von jener Seite nichts geschieht, da ist es insbesondere die Pflicht der ar» beitenden Bevölkerungsklassen, weiter wie bisher mit aller Energie für ein gutes Recht zu kämpfen! Mit einem diesbezüglichen Appell an die Anwesenden schloß der Referent seinen lb/fftündigen Vortrag. Reicher, nicht enden- »Vollender Beifall war der Tank der Versammlung. An der darauf stattfindenden äußerst regen Diskussion oetheiligten kich die Herren Grundmann, Schleyner, Löschte, Frau Reißner und Andere. In seinem Schlußwort gab der Referent noch, angeregt durch die Diskussion, einen kleinen Ueberblick über Unternehmerprofit und Arbeitslohn als Beitrag zur Volksernährung. Auf der einen Seite 67 pEt. als ziemlich müheloser Gewinn, aus der anderen Seite nur 43 pCt. vom Werth des Arbeitsprodukts als Arbeits- Hungerlöhne. Schluß der Aersaminlung llVe Uhr. Hierauf fand dann das übliche gesellige Beisammensein statt.— Am 2. Pstngst- feiertaa findet ein'Ausflug mit Fainilie nach Stolpe an der Nord- bahn statt. Abjflhrt vom Stettiner Bahnhof 7 Uhr 23 Minuten Morgens. Färmle diejenigen, welche erst mit den Zügen 12 Uhr 35 MinulMT» Uhr 30 Minuten, 2 Uhr 80 Minuten und 4 Uhr 33 MiMRn fahren, gilt als Rendezvous Restaurant Borgfeldt m Fahrpreis 4. Klaffe 40 Pf. Zu diese»» genußreichen fing sind Gäsle, Herren und Dainen, bestens eingeladen. Gin« Versammlung sümmtlcher in der WoUt.'ra«che beschiistigten Arbeitmnnen tagte am Mittwoch Abend m Jorvan's Lokal, Neue Grünsrr. 28, um einen Vortrag des Stadtv. He indorf über:„Die Stellung der Frau in der Industrie" zu hören und die Konstituirung eines Vereins der Wollarbeilerinnen zu vollziehen. Der Re>erenl schilderte zunächst die Stellung der Frau in der Vergangenheit und wies darauf hin, daß man dem »veiblichen Geschlecht von je her eine untergeordnete Rolle zugewiesen habe. Auch heute nehme die Frau im Gesellschaftsleben nom lange nicht den Platz ein, der ihr gebühre. Durch die ökono- mische Entwickelung sei die Frau aus der Häuslichkeit, dem früheren Wirkmigslreis herausgerissen und in den Dienst der Industrie gestellt worden, wo sie gezwungenermaßen die männliche Arbeilskrast verdrängen müsse. Die weibliche Arbeitskraft wurde allmälig ein bedeutender Faktor im Jndustriegelriebe und die Folge»var, dag auch die Fragen das KoalttionSrechl für sich in Anspruch zu nehmen suchten und daß bei ihnen der Gedanke nact) Gleichberecytigung mächtiger als jemals in den Vordergrund trat. Schon in den siebziger Jahre»» traten die Frauen mit diesem derecktigien Gedanken an die Oesfenllichkeit, es gelang ihnen m ch, lebenskräftige Organisationen zu schaffe»,»velche aber später als„geslihrkich" angesehen und durch Prozesse zerstört»vurden. Doch mit dem Anschwellen der»uodernei» Arbeiterbeivegung ist auch bei den Arbeiterinnen das Streben nach Gleichberechtigung und Verbesserung ihrer Lage wieder ledendig geworden, die Frauen haben uiisere wirlhschaftlichen Verhältnisse erkannt und die Frucht dieser Erkennt,»iß sind die Vereinigungen der Ar- beiterinnen. Auch uiiter den Frauen ist der Jndifferentismus im Schwinden, sie haben begriffen, daß die Gesetzgebung berufen ist, bessere Zustände anzubahnen und auch ihnen Gerechtigkeit zu schaffen. Leider wird hierzu die Mehrheit der Gesetzgeber noch nicht geneigt sein, das beweisen uns die geplanten Geiverbe- Schiedsgerichte, welche die Frau von der Gleichberechtigung aus- schließen wollen. Man wird sich aber aus die Dauer den Rufen der Arbeiterinnen nicht mehr verschließen können; Aufgabe der- selben muß es sein, durch Auskläruug, Verbreitung einer guten Literatur und politischer Blatter,»vie das„Berliner Volksblatt", die„Volkstribüne":c. den Ruf zu vernärken und die Masse der Frauen für diese Bestrebungen heranzubilden, sodaß endlich d»e Be- sreiung des Proletariats und damit auch die Befreiung der Frau aus ihrer untergeordneten Stellung stattsiudeu kann.(Stürmischer Beifall.) Znr Tikkussion sprachen Herr Bri>lg»nann und Frau Leuschner, welche beide mit»varmen Worten für die Gleich- berechtigutig der Frau iin wirthschaftlichen und politischen Leben eintraten und die'Amvesenden anfforberten, sich vollzählig der Organisation anzuschließen. Das vorliegende Statut wurde ohne Widerspruch angenommen. In den Vorstand des Vereins»vur- de», geivählt: Frau Nicolay, als erste Vorsitzende; Frau Felder, als zweite; Fräulein H i l l e als Schristjührerin; Frau Schubert als Remsorin und Fräulein Hoff mann als Rem dauttn. Nach einem krustigen Schlußwort des Resereitten wurde den streikenden Textilarbeitern Ueberfchuß der Tellersammlung noch der Antrag angenommen, und-Arbeiterinnen Gera's den zu überiveisen. Eine große öffentliche Nersainmlnng sämmtlicher in der Musik-Jttstrumentenbranche beschäftigte» Arbeiter tagte am Montag, den 19. d. M., in Lehmanns Salon, Schwedterstr. 23, unter Aorsitz des Kollegen Julius Mayer. Tagesordnung: Zweck und Ziele der Gewerkschastsorganifation und welcher schließen wir uns an? Referent Stadtveroroneter Zubeil. 2. Diskussion. Da der Referent nicht erschienen war, übernahm Kollege Spar- seid das Referat und wies die Nothwendigkeit der Organisation ausführlich nach. Das könnte am besten daraus ersehen werden, daß in den Werkstätten, in welchen die Kollegen noch keiner Or- ganisatio» angehören, thatsächlich die schlechtesten Löhne gezahlt werden. Redner hebt hervor, daß der Verein zur Wahrung der Interessen der Klavicrarbeiter und verwandten Berufsgenossen die geeignetste Organisation für die in der Musikinstrumenten- brauche beschäftigten Arbeiter sei und fordert alle An- wesen den auf, soweit sie noch keiner Organisation angehören, sich demselben anzuschließen. Reicher Beifall wurde dem Redner zu Theil. Nach dem ersten Punkt trat eine Pause ein, während welcher sich 54 Kollegen in den Verein aufnehmen ließen. An der Diskussion betheiligten sich die Kollegen: Bloßies, Riediger, Blücher, R. Schmidt, Mayer und Thierbach und sprachen sich im Sinne des Referenten aus. In seinem Schlußwort macht Referent noch bekannt, daß im Norden eine Zahlstelle eröffnet ist bei Gnadt, Brunnenstr. 33 und regelmüßige Vereinsvcrsammlungen in der Gegend stattfinden. Alsdann wird folgende Resolution angenommen:„Die heute in „Lehmanns Salon" tagende Versammlung sämmtlicher in der Musik-Jnstrumentenbranche beschäftigten Arbeiter erklären sich niit dem Referenten einverstanden und verpflichten sich, dem Verein zur Wahrung der Interessen der Klavierarbeiter und ver- wandten Berufsgenossen in Masse beizutreten und so zur Hebung der materiellen Lage beizutragen." Der Vorsitzende, nacht noch bekannt, daß die nächste Vereinsversammlung für den Norden am Sonnabend, den 31. Mai, stattfindet. Eine allgemeine Schriftgirßrv-Zlerfammlnng war am Mittwoch Abend nach Deigniüllcr's Salon einberufen worden, um im letzten Augenblick das Verhalten ani kommenden Tage zu bestimmen, da eine am vergangenen Montag tagende Versamm- hing beschlossen hatte, wenn bis dahin noch immer die Prinzipale sich weigern, mit der auf dem letzten Schriftgießerkongreß einge- setzten Zentralkommifsion zu verhandeln, a>n 22. Mai er. ein- müthig die Arbeit nieder zu legen. Der Saal war bis aus den letzten Platz dicht gefüllt. Den Vorsitz führte Herr Bergmann. Es ward nach längerer Diskussion für und wider schließlich mit V t ¥% AI f a a«* CYYl aI* a! � 2 y____ w_ p_. i*.................. überwältigender Mehrheit folgende Resolution angenommen: „Die Versammlung erklärt: Nachdem die Prinzipale durch ihr unmotivirvares Verhalten jeden Versuch, den auf dem Tele- girtentag neu ausgearbeiteten Normaltarif auf dem Wege der Unterhandlung einzuführen, fühlt sich die Versammlung veranlaßt, die Berliner Schriftgießerschafl aufzufordern, Donner st ag, den 22. Mai er. die Arbeit niederzulegen. Als Streikkommission fungirt die Zentralkominission und sind sämmt- liche Verhandlungen mit ihr zu führen." Eine öffentliche Kchneiderverfammlung tagte am Montag, den 19. Mai, bei Beyer, Neue Grünstraße 14, mit der Tagesordnung: Die gemaßregelten Kollegen der Firma C. Lewy, Charlottenstraße 58. Die Arbeitsverhältnisse dieser Firma wur- den ausführlich erklärt und man kam zu der Ueberzeugung, trotzdem Herr Lewy alles, sogar die Presse in Bewegung setzte, die Forderung seiner Arbeiter zu vereiteln, derartiges besonders zu kennzeichnen. Folgende Resolution gelangte zur Annahme:„Die heutige öffentliche Schneiderversammlung erklärt sich nnt den ge- maßregelten Kollegen der Firma C. Lewy, Charlortenstraße 58, solidarisch und verpflichtet sich, dieselbe» materiell nach besten Kräften zu unterstützen; auch erblickt sie in dem Vorgehen dieser Firma denjjefte» Beweis, die moderne privatkapitalistische Pro- duktionsweise mit aller Kraft und Energie zu bekämpfen, und den KollegOr den Anschluß an die bestehenden Organisationen zu . i, damit wir im Stande sind, vereint dem Unternehmer- thM die Spitze zu bieten." Die Kewegmig unter den Zllätterinnen zur Erringnng erer Lohnbedrngungen, die vor etwa vier Wochen ihren ersten 'Anfang nahm und die Fabrikanten dazu brachte, sich zu vereini- gen, um„die unberechtigten Forderungen der Arbeiterinnen zurück- zurückzuweisen," hat Fruchte getragen, die Seitens der Prinzipale gewiß nicht erwartet wurden, als sie jede Lohnaufbesserung ver- weigerten und den Ukas erließen, daß jede Arbeiterin, die zum Kampf gegen das Unternehmerthum einem Verein beitritt, ent- lassen wird. Es sind in Berlin etwa 2500 Frauen und 2o0 bis 300 Männer in der Wäschebranche beschäftigt. Fast alle von diesen gaben sich am Montag ein Stelldichein im Konzertsaale der Lips'schen Brauerei am Friedrichshain. Die Versaninilnng,' die von Herrn Möhring geleitet wurde, war wahrhast imposant: über 2500 Personen, fast alles Frauen, füllten den Saal. Herr Auerbach sprach über:„Die wirthschastliche Lage der Ar- beit-.r und Arbeiterinnen und das Koalitionsrecht". Wir leben, so sagte der Referent, in einer Zeit der Aufregung, der wirth- schaftlichen Gefahren. Heut hat der Großkapitalismus die Macht >vil sich gerissen und Mann und Frau unter sein Joch gebeugt. Einmal unter diesem Joch, ist es nicht so leicht, dasselbe abzu- schütteln. Diese Zeit ist noch fern. Es erscheint deshalb geboten, den Druck zu erleichtern. Das einzige Gut, das die Arbeiter- Haben, ist ihre Arbeitskraft. Haben sich die Unternehmer genug Paläste aus dem Ertrage dieser Arbeitskraft gebaut, dann kennen sie den Arbeiter nicht mehr. Haushälterisches Unigehe» mit der Arbeitskraft ist die erste Pflicht des Arbeiters. Er muß eine Verkürzung der Arbeitszeit erstreben. Die ivirthschast- liche Kraft des Arbeiters ist im Kampfe mit dein Unternehmer zu schwach. Der Staat muß im Weg« der Gesetzgebung dem Schioachen helfen und den gesetzlich verkürzten'Arbeitstag ein- führen. Redner legt eingehend den sozialdemokratischen Arbeiter- schntz-Gesetzentwurf klar und entivickelt das Programm des inter- nationalen Arbeiterkongresses zu Paris, zu gleicher Zeit den Gesetz- entivnrf der Regierung krikisircnd. Gerade in der Wäschebranche ist eine Verkürzung der Arbeitszeit, eine Verbesserung der Löhne am nöthigsten. Die Arbeit sei aufreibend und gesundheitsgefährlich. Die Löhne seien zum Theil so niedrig, daß damit der Levens- unterhalt nicht zu bestreiten sei. Resorinen seien nothwendig. Wollten die Arbeiter und Arbeiterinnen sich zusammenschließen, dann sei viel zu erreichen, denn es sei Mangel an guten Kräften. Die Drohung der Fabrikanten, organisirte Arbeiter zu entlassen, sei nichts als ein Schreckschuß. Sie können sich nicht an das Plättbrett stellen; sie können ohne Arbeiter trotz ihres Kapitals nichts verdienen. Redner erläutert in verständlicher Weise den Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit und unsere Endziele. Dieses Endziel ist zn erringen, sei ein thatkrästiger und gesunder Arbeiterstand von Nöthen. Es sei deshalb der erste Schritt: Ver- kurzung der Arbeitszeit und Lohnerhöhung.(Lebhafter Beifall.) In der Diskussion wurden von Kollegen Möhring, Grashold und Koopmann die spezielleren Zustünde in der Wäschefabrikation vor Augen geführt und kritisirt. Eine größere Fabrik schließt mit ihren Lehrmädchen einen Vertrag ab, nach welche»! letztere sich verpflichten müssen, 8 Jahre ununterbrochen in der Fabrik lhätig ,u sein, wenn sie nicht wollen, daß ihr eingezahltes Lehrgeld von 12 M. dem Fabrikanten verfällt. Gewöhnlich halten Lehnnädchen den Dunst_ und_ Dampf in der vie Plättstube anfänglich nicht ans. Sie koinmen am dritten Tag nicht wieder und ihre 12 M. haben sie verloren. Das fei moderne Leibeigenschaft. Tie Arbeitszeit werde oft bis 10 Uhr ausgedehnt, oft auch noch zu Hanse gearbeitet, um nur den nothwendigsien Lebensunterhalt zu verdienen. Mittagspause kennen die Plätterinnen fast gar nicht nicht. Wollen die Fabrikanten Ruhe und Frieden in den Fabriken, dann mögen sie durch eine Kominission behufs Ausbesserung der Arbeitsverhältnisse mit einer Kommission der Arbeiter verhandeln. Die Fabrikanten hätten dadurch keinen Nachtheil. Die Konsumenten würden die Mehr- kosten tragen. Folgende Resolutionen wurden einstimmig ange- uoinmen: Die heutige imposante öffentliche Versanunlnng der Wäschearbeitcr und Arbeiterinnen verpflichtet sich, mit allen Kräften dahin zu wirken, daß sämmtliche jetzt bestehende Ausnahmebe- stimmungen für die Arbeiterinnen beseitigt, daß vor allen auf sanitärem Gebiete Verbesserungen eingeführt, unter anderem, daß gesunde Arbeits-, sowie Ankleideräume geschaffen werden. Ferner verpflichten sich die Anwesenden dahin zu wirken, daß von Ge- seheswcgen für die Arbeiterinnen zur Regelung ihrer Arbeitsver- Hältnisse auch weibliche Fabrikinspektoren angestellt werden, und die Kinderarbeit in allen Betrieben abgeschafft wird."„Die heute tagende Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten, sowie der einzelnen Redner einverstanden und ver- pflichten sich die Plätterinnen dem neu gegründeten„Verein der Plätterinnen Berlins", die Näherinnen dem„Allgemeinen Ar- beiterinnen-Verein sämmtlicher Berufszweige" und die Zuschneider dem„Verein der Wüschcznschneidcr" beizutreten, um so geschlossen Mitglieder der modernen Arbeiterbewegung zu werden." Man verpflichtete sich noch, die Kaufleute in ihrem Bestreben zur Erringung der Sonntagsruhe zu unterstiitzen und überwies den Ueberfchuß der Tellersammluna dem Verein der Plätterinnen. Dann schloß die von gutem Geist getragene Versammlung mit einem Hoch auf die Beivegung. Der Lachvrrei» der Herliner Stnchateure hielt am Montag, den 19. Mai in Zemler's Lokal seine regelmäßige Ver- sammlnng mit folgender Tagesordnung ab: 1. Abrechnung des Vergnügungskomitees. 2. Neuwahl der Kommissionen. 3. Vor- lesung des Kollegen Brachvogel. 4. Verschiedenes. Stach der Protokol- Verlesung werden 13 Kollegen als Mitglieder aufgenommen. Nunmehr erfolgt die Abrechnung durch Kollegen Marker vom Maskenball. Die Einnahnie beträgt 137,60 M., der eine Aus- gäbe von 94,40 M. gegenübersteht. Das zweite Vergnügen er- giebt eine Einnahme von 36 M., Ausgabe 39,55 M. Bevor zur Wahl der Arbeitsnachweis-Kommission geschritten wird, berichtet 5kollege Brachvogel über die Thätigkeit derselben. Bei 31 Prinzipalen haben TO Gehilfen Arbeit erhalten, und fordert die Kollegen zur regen Betheiligung auf. Die Wahl der Kommission fiel auf die Kollegen Brachvogel, Schmittchen und Kruse. Vorder Wahl des Vergnügungskomitees wird ein Antrag verlesen, welcher dahin lautet, das ständige Komitee aufzuheben und nur im Bedürfnißfalle ein solches zu wählen. Derselbe wurde abgelehnt. Es sind mithin folgende Kollegen gewählt: Schnchart, Prechelt, Hoffmann, R. Schulz und Frentsche. Die Wahl der Untersuchungskommission siel ans die Kollegen W. Leue, Montag und Großmann. Der dritte Punkt wird der vorge- rückten Zeit wegen zurückgestellt. Der Vorsitzende Kollege Scher- bing verliest nunmehr einen Brief ans Hamburg, welcher Haupt- sächlich an die Solidarität erinnert, und Absender namentlich vor Zuzug warnt. Ein zweiter Brief ist von den Formern und verwandten Berufsgenossen. Herr Rohland, Former, erstattet der Versammlung Bericht über die Lage derselben, und wird vom Kollegen Braune der Antrag gekeilt, 75 M. Unterstützung zu de- willigen Ter Antrag wurde angenommen. Kollege Jänicke fordert die Vertrauensleute auf, in nächster Zeit eine öffentliche Versammlung einzuberufen behufs Stellung- nähme zur Streik-Kontrolkominission. Kollege Braum empfiehlt den Mitgliedern, sich doch recht rege an unseren Agitationsfonds zu betheiligen, da derselbe von wesentlicher Bedeutung ist. Nach einigen unwesentlichen Debatten wird die Versammlung um ll'/e Uhr vom Vorsitzenden ge- schlösse». Mitsliederversammlung de» Uereino zur Regelnug der gewerbliche» Uerhältniffe der Töpfer Kerlino und Umgegend, abgehalten am 18. Mai, im Königstadt-Kasino, Holz- marklstraße 72, mit der folgenden Tagesordnung: 1. Neuwahl der Nechtsschntzkommission. 2. Festsetzung der Wanderunter- stützung. 3. Beschlußfassung über Errichtung von Zahlstellen ev. Wahl der Hilfskassirer. 4. Verschiedene Vereinsangelegenheiten. Im ersten Punkt der Tagesordnung machten die Herren Stäge- mann und Thieme noch einige Mittheilungen über die Thätig- keit, den Werth und Nutzen des Rechtsschutzes. Es wurden neu gewählt als Kommissionsmitglieder die Herren Glas und Krause. Im zweiten Punkt„Festsetzung der Wanderunterstützung" wurde ein Antrag angenommen, ivelcher dahin zielt, daß für die organisirten Kol- legen an Wandernnterstüyung freies Stachtlager und 1,50 M. in Baar ausgezahlt wird, für mcht organisirte freies Nachtlager und 50 Pf. Im dritten Punkte, Errichtung von Zahlstellen, wurden Zahlstellen ernannt im Norden, Osten, Westen, Moabit und Wedding für Berlin; für die Umgegend Ripdorf und Steglitz. 'Als Hilsskaffirer wurden gewählt die Herren Larson, Dornbusch, Meidle, Zahrt und Graf, für Ripdorf Herr Wolff. Im vierten Punkt wurde ein von Herrn Pierow gestellter Antrag angenom- nicn in dem Sinne, daß die Miigliederversananln. g für jeden Monat die Höhe der Krankennulerüützung beschließen möge und für diesen Monat pro Woche 2 M. zu bewilligen. Nach Er- ledigung dieieo Punktes wuroe die Versammlung geschlossen. Eine öffentliche Uersammlung der Steindruliier, Litliograplir» und Krrufogenoffen fand am 19. Mai im Böhmischen Arauhause statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Reichstags-Abgeordneten Lithographen Schmidt über:„Unsere Stellung zur Arbeiterfrage in der Gegenwart und Zukunft." 2. Diskussion. 3. Verschiedene?. Referent wendet sich kräftig gegen die Branchenorganisation soivie gegen Ausschüsse. Aehnlich äußern sich noch die Kollegen Gent, Schöpke und A. Schulz in der Diskussion, besonders der Letztere erklärt sich noch gegen die Arbeilerausschüsse, da die Mitglieder derselben selten leoensläng- lich im Geschäft verbleiben inio gegen das von den Chefs beliebte Vorgehen[gegen die Merkantildruckereien, weil hierdurch möglicherweise noch eine neue Branche, organisation entsteht. Da Kapital und Industrie international sind, kann auch nur eine Organisation im Großen durch Verschinelzung geschaffen werden. Egoismus und Dünkel müssen verschwinde», menn etwas Praktisches für die Interessen der Gesainintheit entstehen soll. Unter „Verschiedenes" beklagt Kollege Wisch, Lithograph, den Eigen- dunkel der Fachgenosse», welcher einzelne Staturen gcradezu sklavisch beherrscht. Er weist darauf hin, daß solche Locken- jünglings-Känstler schon für 12 Mark die Woche zu haben sind und sogar dadurch Familienväter gezivungen sind, unter ähn- lichen Verhältnissen zu arbeite». Stach einer Pause von zehn Minuten stellt Kollege Gent den Antrag: Tie Fesie der dein- nächst stattfindenden 10. deutschen BundeSschießerei nicht zu de- suchen. Die Geschichte kostet uns 40 000 M., welche nach seiner Meinung besser zur Aufhebung der Miethssleuer Verwendung gefunden hätten. Herr Köpften(Former) erwähnt die Freudens- und Leidens- gesckichte des 1. Mai. Die Former haben fest gestanden, von ca. 2000 Kollegen haben 26 ober 27 gearbeitet, daher ist der Haß der Fabrikpaschas um so größer. 146 Firmen haben die Aussperrung bis zum 31, Mai verlängert. Selbst am Rhein und in Süddeutschland giebt's keine Arbeit. Redner ist der Ueberzeugung, daß Stiemaiid an die Lvkal-Anzeiger-Eute glaubt, , vonach die Former 26 000 Mark aus England erhielten,Zund und bittet um Unterstützung welche ihm vom Vorsitzenden unserer- feite zugesagt wird. Kollege Sillier macht bekannt, daß die nächste Fachvereins- versanunlnng erst am 29. Mai stattfindet. Nachdem noch der Vorsitzende aufgefordert für die Idee der Arbeitervereinigung weiter zu wirke», wird die Versammlung U'/e Uhr geschloffen. Der Allgemeine zUetallarbeiter-Uerrin Kerlin« und Umgegend hielt am Dienstag, den 20. Mai er., in der Volks- braueret, Alt-Moabit, eine Versammlung ab. Dieselbe war nur schwach besucht und zwar, wie viele Kollegen versicherten, aus Grund einer Verwechselung mit der für denselben Abend geplanten Aersainmlung im Nenstädter Volksgarten,»velche nicht stottfinden konnte und infolge desien durch die Zeitung abgesagt worden war. In'Anbetracht dessen sah die Versammlung von der Anhörung des eines . cirages ao unv schritt zur Wahl eines BevollmächW� Kassirers und eines Schriftführers für Moabit Vertrages ab und und eines Schrlflfuyrers zi lottenburg. Es gingen ans derselben in obenstehender- � folge die Kollegen Schiefel, Riefe und Cigorsky hervor. A f 1 A.« AkM AV>>«> A fst VA 4 A VA A 1 � Tt rt OY* 1 1 YY VY fsi f P 1 Tt Dlß f�Wem ernmhnk» h�e Wege» Ung» und Akin von Moabit und Charlottenburg zu regem Anschluß an den«9- ein und zu eifriger Agitation für unsere Sache, damit die MG' in diesem Stadttheil stattfindende Versammlung sich eines besfi Besuches erfreuen möge. „9(9 U-bri»?"r Mahrnug der Interessen der« und Schanlrnnrttze Kerlina und Unrgegcnd hielt B 16. Mai seine regelmäßige Mitglieder-Versammlung beim KoU° Gründel, Dresdenerstraße 116, ab. Auf der Tagesordnung I', i cm:, ci.n— cij. k;„... iStm-hcs obCt Wie stellen sich die Mitglieder zu. einer Sterbe-�� stützungskasse. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. s,,„na legenheiten. 4. Verschiedenes. Zum 1. Punkt der Tagesoi betheiligten sich an der Debatte hierüber die Kollegen V Gnadt, Hangk und wurde nach längeren! Für und Ww? Berathiin gskommission gewählt, welche diesbezügliches zu° hat. In die Konimission wurden folgende Kollegen 0C'" L Henke, Gnadt, Luhm, Haugk und Hoffmann. Zum 2. Punkt n folgende Kollegen aufgenommen: C. Witscho, Kl. Hamburgeri Nr. 27; E. Steginanli, Köslinerstr. 21; G. Schulze, Remsbe g straße 51, und A. Biesenthal, Wienerstraße 21. Zum r Vereinsangelegenheiten sprachen sich verschiedene Kollege! § 100 in Betreff der Jnnungsivirthe aus. Gleichfalij•, noch von den Kollegen Nürnberg und Henke ausmerlsain ge> doch den Versaininlungsbeschluß vom 25. April ausreckst a, halten. Zum 4. Punkt Verschiedenes wurde vom Jou e Spindler darauf hingewiesen, daß doch sämmtliche Mitgliede OS-AMAlvAÄjfi-f�A•>» V&MAMV O f f• 4%•«Y 1» iT P» A» YY /Y 0 Y1 l Vereinsliste in ihrem Lokal sichtbar aushängm� sollet. � nächste Versamniliing findet am 20. Juni beim Kollegen Blumenstraße 38, statt. Die Freie Uereinigung aller i» der chirnrg>l�., Kranche beschäftigten Krrnfsgenossen tagte am T'enl. den 20. Mai, bei Seefeldt, Grenadierstraße 33. Auf ber 4.0S- ordnnng stand als erster Punkt Vortrag be? Herrn B. WM U die Kominunistengeiiieinde„Jkaria". Sein»/«stündiger Von wurde mit großeni Beifall ausgenommen. Der 2.%, mit war der BÄckst Üb» die nur«nfh hti> STOarfftrtft.OSrmt ffimithetin. VüClCtjC I[ im ist nur noch die Werkstatt des Herrn Kunstheim, welche Unklaren befindet. Kollege Edert ist gewillt, diesen Zusm � , v;____• v____... v____ A_____ ry a. Um!« a.v.4a«. u. L beendige», indem er dein Herrn Fabrikanten nochmals auseinandersetzen wird. Wir können mit Stolz aus»n. Vereinigung sehen. Bei Herrn Krüger ist bewilligt wo neunstündige Arbeitszeit lu pCt. Ausschlag, soivie Sonnad� eine halbe Stunde früher Feierabend. Bei Herrn Anton m stündige Arbeitszeits, 5 pEt. Lohn- und Akkordausschlag und schaffnng des Tampsgeldcs._ Unter Verschiedenem kamen die Strafgelder zur SPTL Es wurde vom Vorsiandstisch aus daraus hingeiviesen, andere Kassenregelung eintreten würde, auch daß es uothwe> wird, unsere seit vier Jahren bestehenden Statuten umzuäno.. Weiter wurden die Mitglied» gebeten, sich über das Lehrm'-. uinvesen in unserer Branche zu informiren und Mittel und A'sv, zu finden, dem' abzuhelfen. Es finden einige Fabrikanten O praktisch, ihre Lehrlinge immer noch 10 Stunden arbeiten zu% und dann noch viel von denselben anzustellen.— Allen-1 gliedern die Anzeige, daß unsere Versanimlungen von jetzt s>� v Uhr angesetzt werden und präzise 8V« Uhr eröffnet werden- A»ß»eoed»ntlich« zuitoliider-ziersauimliing btt tlay« btv Jtlaurtr, gttinl)au-Zt dr» Arbeitcr-lliefangverein» f £rrich*b»t a am Monlag, den 2S. Mai(2. Pstngsifetertag),"» park Butor, o( früher Ostendpart), Franlsurler Allee 72—7». SroßeS Vck� Jnstruinenial-tkonzert»nler L-tlung de« Herrn MusttdiretlorS ffi. W% de» Dirigenl-n de» Ardciler-iSefangvereins„Hoffnung", Herrn H. 9a«f, Ä>n Saale: lirostcr Früh-Tanz. Die Kaffeeluch« tst den geehrten Tain«" 6 Uhr an xeaffucl. Für gute« Weihbier ist gesorgt. Anlang des � Herr» H. 6 Uhr. Billel« mit Programm» 20 Pf. Billei« sind zu haben tm Böhl. Tab Komitee. Achtung! Scfeklub« I Am 2. Pstngsifeiertage Familien-AuSflug r � klube„siatur" nach Hohen-Neuendorf. Trefspunli>2 Uhr Slen.ner Die Mitaüeder aller LefetlubS stnd herzlich enigeladen.,, Zithrr-Nerei»„Aipenvrilch«» Dirigent Sil. Sturm. Abend» UebungSabend tm Anhallmer, Temp-Ihofer-Ufer. iSäfle willkommen.. Frrirrtigiose VZriimnd«. Rofenthalerstr. 38. Am 1. Pstngst", BormillagS io Uhr, hüll Herr Dr. Bruno Wille den Festvortrag, am»• läge Herr Dr. Böltel. Paste stnd sehr willkommen. P, «xrangvtrtin„Fr»i>a" törofcc»£cul)-Aon(»rt. Montag, den-' V (2. Pstngsifeiertag), im vokale de» Herrn Lehmann, Schwedterstr.' Lasteelüche tst von 5 Uhr an geöffnet, tintree 30 Pf. Anfang 5 Uhr. � stnd bei folgenden Herren zu haben: Brückner, Lolhringerftr.»'!. y, Weinbergoweg i; Hafeiicleve.', BrunnenfN. 122; Snadl, Brunnenstr.»i st' Oer«, Antlainerstr. to; Schulz,«artenstr. 70; Beyer,®r. Hamburger! Hostinann, Straubbergerslr. 86...„.„lliÄ? Achtung zUetaUarbeiter! Kollegen! Die am 7. Mat tn der llsts» � Melallarbetler-Bersammlung tn der Brauerei Friedrichshain geiral«.- »»sston zur Snlgegennahme sreüvilliger Be.IrÜge zur Beschickung de»~»st INllllON zur«ingegriiauome licnoniiger-or.iiagr zur-o-ioeiauiig r, Meiallarbeiter-KongresteS zu Weimar macht h.erdnrch nochmal» betalw' zu diesem Zweck Bons a lo Pf. de« den Unterze.chneien zu habe» find» f A«vf»t AA fr Aitn 1 1((. io{Woifrrtno nnn ftonfol hott•>ntiY#/YoniYk>11 mtllUCn C sonstige freiwillige Beiträge von denselven entgegengenoinine»— M Kollegen! wir hoffen, bah Ihr zahlreich Gebrauch davon machen wervei. � Hey, Kopnlckersir. 160, vorn« Dr.; Richard Beyer, Gruner Weg"' rechlS 4 Dr.; Franz Halselbach,«ottbuserdainm 3»— 37, vorn 4 Dr.. gWC fariiotttin der in Pnchbindereien und veno. Prtrirbrn tigtrn Arbeiter. Den Kollegen hierdurch zur Nachricht, daß die nächsten BereinSversaiiunlungen den 2». und den 81. ausfallen. T lC.„.nr ist an beiden Sonnabenden>>n Arbeilsnachwc.», Dresdenerftr.>w»; Äo zu nehmen. Born 7. Juni finde» die Beifammlunge» regelmäßig jeden abend im Luisenstädlischen Klubhaus, Annenfir. 16, stall...„«ist? «Ziof e offrnttich» Perfaluinl»»» rämmtlicher Arbeiter Perl! Ztmgege»». Heute Freliag, den 23. Mal, Adends 8 Uhr, in Zoe!» AndreaSfrr. 21. Tagesordnung: t. Noch einmal die Streiks und tinr� r Berfämmlung sich zahlreich emiustÄsÄ «ige ziereinr am Freitag. SWi' Uhr tm Restaurant Dann», Sa>s kot.toTM OfhAvtS.«. fi nr»v i in VlJoi'.miiai* sind die Arbeiter verpstlchtet, dieselben zur Durchführung zu bringen.*' � ßnnii Sckade. DtStuffion. 2. Uerfd)i<�eucsS.(£8 werden hl**?-«»i ilvctch emzuii e i I a g. ii« .w... Damm, Allee 28."— Gesangverein„Pauscbeuiel" Abends 8 Uhr im vlestaurau�*��st Herr Gmil Schade. Tlslllffio». 2. Berschtedencs. Arbeiter Berlins ersucht, in dieser (Belang-, 8«rn- und grfrUi Dlännergesangverein Abends s M vluvc ZC.— Wtswiiy wtstut„-fstuufiumict«tveuwv o«.»yi im VI�I44.4..- ,Ais0I!, Aleranditneustr. 15.—„Liedertafel der Maler>uid verwandier Berus«,!. Abends 9 Uhr im Reiiau.ant Kieme, Brandendurgsir. 30.—<■ Männerchvr Abends 8). Uhr bei Feuerstein, Alle JalobSstr. 75.— Gest» 9,� „Flöler'scheS Doppelqnarlett" Abends 9 Uhr im Restauranl Musehold, bergerstr. 31.— Gesangveiein„Fortschrin" AbendS 9 Uhr im"''Lje Blumenstr. 40.— Sesangverein„ffcho 1872" AbendS 9 Uhr Ora.neust Alitglieder werden aufgenommen.— Gesangverein„Offia»„>/ Reue Mitglieder werden aufgenommen.— ,,�i'— o Uhr, Dresdenerftr. 86 bei GuflavuS.— Hupoert'fche Sänger- „Hainlvnie" Abends 9 Uhr bei Rieft, Weberlir. 17.— Besangverei»» gib' hmn" Abends 9 Uhr Adaibertflr. 21.— Liedertafel des Fachveieins 9« Häger Berlins Abends 8 Uhr(Sioße Hamburgerfir. 4 llebungSstu««-'.� fangveiern„Ohncforge" Adends 9 Uhr, Nestanrani Neyer, Alle 3«„,«c.!',' zangoerern„«�yneiorge«oenos o nyi, vieiialnani lneycr,»ur o-- — Sefauguevcin„Widerhall" Abends 9 Uhr bei Herrn Boge, Köp»>»«!kheilst — Gesangverein„Lorbeertianz" 8); Uhr Restauranl Weinstr. tt. STt— r„«AVA««* CT\. V.i\.n 37 v 9fv«a.«V.. CVr l.. � r, Im.* 11> �.,A,irnm Gesangverein„Nord" UeduiigSstünde Abeiids«i, Uhr im Nestanrani r�si Brunnenstr, 88. Stmnndegabte auch passive Mitglieder werde» ansg.".»r. .,,. r\, i____*...........,.—_i.____ r>i*n!l4»' II jüiuuuciiiii:. öc.«suimucegRüie aury pauioe jueugueoev wemju uuib- — Gesangvere»!„Gollegia" Abends von 9— li i-.hr bei Schuster, vrr», Turnhalle, Wasterthorftr. 31.— Turnverein„Haienha.de"(Männerabw.pi Ab. 8 Uhr Tiesfenvachstr. 30— 31.— Turnverein„Froh u. Frei" AbendS 8', Uhr Bergsliaße 69.— Wistenfchasliichec Bereu: ftir Stenographic-AbendS 8% Uhr nn Restaurant Ziethen, Torolheensir. richt und UebungSsiunde.— Allgemeiner ArendS'scher SteiiogiiW/' htflOikitnA«IrttiYirivtÄ" f)fh*ii>chstr. 208.— Zilhervecem.Aipeaveilchen .......~-.m ua_ VkfniiiitffuD GWWWM des Herrn vlio Linie, Forsterstr. 45. Gasie, r e uaesührl, haben Zutritt iassalle Abends 3'; Uyr«»vrystr. is bei Ziemer. _ m. U Herren und Damen, haben Zutritt.— Sozialdeuivkralischer Lese-»»!>.,, Ii« 1 ds s-; uyr(Invrystr. is bei Ziemer. Gäste durch%% können eingefühlt weiden. Sozialdemokraiifchei- Lele- und D>«' Hub BoiavariS Abends 8!s Uhr in Poland's Lokal, Staunynstr. 33, SiOnüßge« lhiiueu durch Mitglieder«ingesühit werden.— Mannerchor der»-ji'j. Mechaniker" Abends 3 Uhr im Restaurant Krüger, Franzsir. ehemaliger Schüler der 23. Geiiiemdeschiiie Abends 9� Uhr Königst« g(i«g Holzmarllfir. 72. Ausnahme neuer Milglieder. Giisie willlommen.' „Karl Marz" Abeiids von 9— Ii Uhr bei Schonseid, Martendorf... „Miiüei-zeichncr-Beii-and Deutschiando" Abends 8jj Uhr. Zum LandSbergerstr. 73, VeranUvortlicher öledakteur: Euvt Kaatl» in Berlin. Dmck nnh vierkaa uan Ula« sZadi»« in Berlin SW. Beutbktrnb« 2. �6« L