Kr. Hg. So««i»beui», den 24. Mai 1890. 7. Jahrg. Hrgan für die Znierefsen der Arbeiter. WKKWm Jnsertionsgebühr Betragt für vre 5 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VersammlungS- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden Bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Beuthstrabe 3, sowie von allen Annoncen-Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen Bis 1 Uhr Mittags und von 3-7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen Bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. *•» Fernsprecher: Amt VI. Ur. 4106.« Nednkiwn: Veukhfivaße s.— Expedition: VeukMeaHe 3. Ä Ntnderflevbltchkeik «Ufr Lndnstvie tu vor je,j- Deqenerirung der Arbeiterklasse infolge der im- lier% und immer intensiver austretenden Ausnützung i»d �tskrast des Einzelnen findet ihren Ausdruck unter auch in der zunehmenden Kindersterblichkeit. duft.! ,?�suchllngen darüber sind in verschiedenen In- Mon gemacht und durch Zahlen nachge- (w: � Horben. Auch in der Schweiz hat man sich schon V e m't'3'e''er Seite des sozialen Lebens beschäftigt. iW jcm veröffentlichte der amtliche Statistiker des ita. y3 A a r g a u, Herr N ä f, eine kurze Abhandlung Ion r, r Angelegenheit, hauptsächlich den genannten Kan- berücksichtigend. s�i, �ausgeschickt sei, daß gegenwärtig in Europa durch- L!"ch etwa Vio aller lebend geborenen Kinder bereits des ersten Monats, 1/5 vor Ablauf des ersten k'Lahres und etwa 1/3 im Laufe der ersten 5 Lebens- sterben und kaum 7 von 10 erreichen ihr sechstes .rj �lahr. Die einzelnen Länder und die verschiedenen ..°te eines und desselben Staates zeigen aber sehr er- We �"terschiede. Es schwankt in den europäischen � r,*1 die Säuglingssterblichkeit zwischen 9 und 32 pCt. F-ebendgeborenen und zwischen 14 und 44 pCt. der °?>mtsterblichkeit. Der Kanton A arg au zeigt gegenüber der Ä folgende Verhältnisse: tr Die Sterblichkeit beträgt im ersten Lebensjahre in bitten: überhaupt ehelich unehelich 1876—80 1881—85 1876—85 1882—85 18,97 16,17 17,67 15,41 25,64 %=. 18,80 17,12 17,98 16,27 25,04 äüitft' 1876 ist die Säuglingssterblichkeit etwas un- in, Wer als das schweizerische Mittel, llngünftiger als k. �gau steht sie in den siantonen Zürich, Üri, Schmyz, (i„i,.meiburg, Solothurn, Baselstadt, Appenzell I. Rh. htt; e,n Maximum von 26,16), St. Gallen, Thurgau, � und Neuenburg. Mr den Zeitraum 1876— 1885 zeigt sich in den ein- »a'. Bezirken des Kantons Aargau folgende «ttay Erblichkeit im ersten Lebensjahre. Von je 100 Qofi»euen Kindern starben im ersten Jahre: IzV Ö"1 18, Lenzburg 14,1, Brugg 14,3, Kuln, jtew' Aarau 16,7, Rheinfelden 19, Zurzach 19,5, Brem- Rn,' 20,6, Muri 20,8, Laufenburg 21,5, Baden 23,2; "ton 18 pCt. flnei MllS, Der Aarauer Arzt, Dr. Wydler, wies nach, daß 65—70 pCt. aller im ersten Jahre Gestorbenen einerund derselben Krankheit erliegen und diese Krankheit ist der Magenkatarrh. Die Ursache liegt nach ihm im mütterlichen Unverstand bei der Ernährung der Kinder, Mangel an Einsicht alter Hebammen, auch Gleichgiltigkeit. Die neueren Untersuchungen ergeben die gleichen Ur- fachen. Im Jahrbuck für Äiationalökonomie und Statistik nimmt Pfeiffer'an, daß 40—70 pCt. aller im ersten Lebensjahr sterbenden Kinder an Verdauungsstörungen zu Grunde geben. Das größte Kontingent hierzu stellen die Päppelkinder. Böckh berechnet, daß pro Mille der im gleichen Alter lebenden Kinder im ersten Lebensjahre sterben: eheliche tkinder uneheliche Kinder mit Muttermilch ernährt,, 7,4 11,0 mit Ammenmilch„.., 7,7— mit Thiermilch„... 42,1 68,2 mit Thiermilch und Milch- surrogalen...... 125,7 128,9 Aus der Arbeit von Böckh geht hervor, daß nicht nur die Muttermilchkinder in Ansehung der Sterblichkeitsver- Hältnisse vor den anders genährten ungemein bevorzugt sind, sondern auch, daß dieser Vorzug wesentlich in dieser Ernährungsweise selbst seinen Grund hat. Mögen die heilsamen Bestrebungen fortgesetzt und erweitert werden, welche die Untersuchung und Kontrole der zum Verkauf gebrachten Milch, der Beschaffenheit des Wassers, eine Kontrole der Milchsurrogate zum Zwecke haben; am nütz- lichsten würde es doch sein, wenn in möglichst großem Um- fange die Muttermilch-Nahrung selbst wieder an die Stelle künstlicher Ernährung gesetzt werden könnte. Es liegt offenbar kein Grund vor, den Müttern a b- sichtliche Kindervernachlässigung vorzuwerfen, sondern es müssen wirklich besondere Verhältnisse hier schäd- sich einwirken und da kommen die Arb ei tsverhält- nisse zuerst in Betracht. Betrachten wir die Erwerbs- Verhältnisse der einzelnen(aargauischen) Bezirke und die Rolle, welche die weibliche Bevölkerung darin spielt, so löst sich das Räthsel sofort. Leider sind die Resultate der Volkszählung von 1888 noch nicht soweit verarbeitet, daß sie als Anhaltspunkt dienen können und wir müssen des- halb auf die Volkszählung von 1880 zurückgehen. Aus dieser ergiebt sich nun folgendes: Von 100 erwerbenden(männlichen und weiblichen) Personen sind in der Industrie beschäftigte weibliche Per- sonen: Bremgarten 30, Kulm 22, Muri 21, Lenzburg 20, Baden 19, Zofingen 18, Aarau 17, Rheinfelden 12, Laufenburg 12, Brugg 9, Zurzach 8 und Kanton 17. Diese Zahlen sprechen deutlich. . Feuillekon. *»•rtoten.J_ »>?nm Glück der Damen." Roman von Emile Zola. utorisirte Uebersetzung von Armin Schwarz. c§ kamen neue Anfälle über sie und ihr schwacher - c' 9*>var als würde die schwere Last ihrer !- de- Haare ihrpu schwachen Racken niederdrücken. Da 'c' ein- r" Kopf auf beide Anne znrückgeneigt hatte, �'"t N if H?�rnadel heraus und ihr reiches Haar umlloß t�Ultev,'c!I'ei1 dunklen Schatten ihren Nacken und ihre ?sichei> �Deuifc bemühte sich, ihr leise Trostworte znzn- Ale i e nestelte ihr das Leibchen ans, damit sie sich v e Ar.« vmr betroffen von der Magerkeit des Mädchens. i�le'dv� hatte die platte Brust eines Kindes. Denise % fterff prächtige schwere Haar in einen Knoten zusammen "h'gen � wieder fest, um gleichsam die Leidende zu be- bin �h danke Dir, Du bist zu gütig, sagte Genevievc. 3t u istcht sehr dick, nicht wahr? Ich war früher stärker, t'ttiia V n abgemagert. Mache mein Kleid wieder zurecht, "icl:i'l,,te meine Schultern sehen. Ich verberge sie ihr, A. Ei-• Mein Gott, ich bin nicht gesund. ii° ffJl wiederholte diese Worte mit resignlrter Stimme. l,,We ��r vorüber, sie schluchzte nicht nnh', doch saß wf iB..b°brochen aus ihrem Sessel und blickte starr Kousine. Nach einer Weile fragte sie sie Sage mir die Wahrheit, liebt er sie Denise fühlte alles Blut in ihre Wangen steigen. Sie begriff, daß es sich um Colomban und Klara handle und that, als wäre sie von der Frage überrascht. — Wen denn? meine Liebe. Genevieve schüttelte ungläubig den Kopf. — Lüge nicht, ich bitte Dich. Thue mir den Gefallen, mir endlich die Wahrheit zu sagen. Du mußt es wissen, ich fühle es. Du warst die Kameradin dieses Weibes und ich habe gesehen, daß Colomban Dir folgte und mit Dir leise sprach. Er hat Dir gewiß Aufträge für sie gegeben, nicht wahr? Sage mir die Wahrheit, ich beschwöre Dich! Es wird besser für mich sein. Niemals war Denise in einer so grausamen Verlegen- heit. Sie senkte die Augen vor diesem stummen Blick,.der Alles crrieth. Endlich faßte sie sich soweit, um sie auch jetzt noch täuschen zu wollen. — Du bist es, die er liebt, sagtegsie. Genevieve machte eine verzweifelte Geberde. — Es ist schon gut. Du willst mir nichts sagen. Es ist mir übrigens gleichgiltig, ich habe sie ja gesehen. Er geht auf das Trottoir hinaus, um hinaufznschauen, sie aber lacht von oben auf ihn herab wie eine Dirne....... Sicherlich haben sie außerhalb des Hauses Znsammen- fünfte. — Gewiß nicht, ich schwöre Dir's, rief Denise fort- gerissen, durch das Verlangen, ihr wenigstens diesen Trost zu gewähren. Genevieve athniete tief auf und ein Lächeln umspielte ihre Lippen. Endlich sprach sie mit schwacher Stimme: — Ich möchte ein Glas Wasser. Verzeihe, daß ich Dich bemühe. Da, im Büffet steht Wasser. Und sie leerte ein Glas auf einen Zug. — Ich habe immer Durst, bemerkte sie. Zur Nacht- Das gleiche Verhältniß zeigt sich, wenn der Antheil der in der Industrie beschäftigten weiblichen Personen an der Gesammtzahl der erwerbenden weiblichen Personen er- mittelt wird. Von 100 erwerbenden weiblichen Personen sind in der Industrie thätig: Bremgarten 72, Kulm 65, Muri 62, Baden 57, Zofingen 56, Lenzburg 55 Aarau 54, Rheinfelden 40, Brugg 33, Lausenburg 32, Zuv zach 27, Kanton 50. Der ungünstige Einfluß der industriellen Beschäftigung auf die Sterblichkeit der Säug- linge in den erstangeführten Bezirken ist demnach unbo stritten. Wie bekannt, ist dies die S tr o h in d u str i e, welche als H a u s i n d u st r i e betrieben wird. Die ständige Beschäftigung läßt den Müttern nicht hinreichend Zeit zur gehörigen Wartung und Pflege der Kinder. An die Stelle der natürlichen Nahrungsmittel treten bedenk- liche Surrogate. Soll hier eine gründliche Besserung eintreten, so hat nicht nur die öffentliche und private Gesundheitspflege noch Manches zu thun, sondern es muß mit der s ozial- politischen Gesetzgebung eingegriffen werden. ZdolikiMs Xlelrevlrchk. Grgen die Anarchist«« sollen internationale Ab- machungen im Werke sein, wie die Blätter zu melden wissen. Die Nachricht taucht Jahr für Jahr mit großer Regel- Mäßigkeit auf, Jahr für Jahr mit imnier weniger Grund, denn der Anarchismus ist augenblicklich so gut wie todt. Die Vermuthung liegt also nahe, daß man andere Leute als die Anarchisten gern treffen möchte. Vor einiger Zeit hieß es, Frankreich gedenke den europäischen Regierungen derartige Vorschläge zu unter- breiten. Wie es scheint, hat der napoleonifche Polizeipräfekt, der gegenwärtig Minister des Innern ist, der schneidige Herr Constans, an solche Maßregeln auch wirklich gedacht; aber seine Kollegen wollten besonders seit der großen I.Mai- Polizeiblamaae nicht recht mit. Nun heißt es, die belgische Regierung bereite ein Rund- schreiben vor. Dem belgischen König haben die Sorgen um den verkrachten Congostaat, bei dem sein Vermögen flöten gegangen ist, doch soviel Muße gelassen, daß er nach London reisen und mit Salisbury über diese„brennende" Frage konferiren konnte. Erfolg scheint er nicht besonders gehabt zu haben. Salisbury verspürte wenig Lust, eine Beschränkung des englischen Asylrechtes, auf welches jeder Brite stolz ist, dem Parlament vorzuschlagen. Das Schiff der Tory-Regierung ist so leck, daß es den Sturm der nächsten Wahlen nicht aushalten wird; wie sollte es da noch eine solche Belastung ertragen? zeit erhebe ich mich häufig von meinem Lager, um zu trinken. Neues Stillschweigen. Dann fuhr Genevieve mit sanfter Stimme fort: — Du weiß es ja, ich habe mich seit sechzehn Jahren mit dem Gedanken an diese Heirath vertraut gemacht. Ich trug noch kurze Kleider, als Colomban schon für mich be- stimmt war und ich erinnere mich nicht mehr, wie die Dinge gekommen sind. Da wir immer zusammen- lebten, immer in diese vier Wände eingeschlossen waren, Einer neben dem Anderen, ohne daß es jemals eine Ab- wcchslung gegeben hätte, mußte ich schließlich ihn vor der Zeit als meinen Gatten betrachten. Ich wußte gar nicht, ob ich ihn liebe; ich war ein Weib: Das ist Alles; und heute will er mit einer Andern seiner Wege gehen. Ach, mein Gott! daS bricht mir das Herz. Es ist ein Leiden, das ich früher nicht gekannt habe. Es packt mich in der Brust und im Kops, dann packt es mich im ganzen Körper, ich fühle, daß es mich tödtet. Und von Neuem füllten sich ihre Augen mit Thränen. Denise fragte sie, von tiefem Mitleid ergriffen: — Und vermnthet die Tante etwas? — Ich denke: ja; sie vermnthet die Wahrheit. Was Papa betrifft, ist er von dem schlechten Geschäftsgang zu sehr gepeinigt und er weiß nicht, welchen Kummer er mir verursacht, indem er diese Heirath immer wieder ver- schiebt. Mama hat mich wiederholt befragt, denn sie ist über meinen leidenden Znstand beängstigt. Auch sie selbst war niemals stark und öfters sagte sie mir:„Mein armes Kind Du bist recht schwach." Und dann: In diesen feuchten Gcschäftslädcn kann mau sich ja nicht entwickeln. Allein, sie scheint zu finden, daß ich allzu rasch abmagere. Betrachte nur einmal meine Arme..... Charakteristisch aber ist es, daß gerade Belgien der- artige Schritte unternimmt und zwar in einem Augenblick, wo in Deutschland, wie so ziemlich sicher ist, das Sozialisten- gesetz fallen wird. Belgien versteht sich allerdings auch vor- züglich auf eine solche Polizeirettung der Gesellschaft. Seit Jahr und Tag ist es mit Erfolg bemüht, die soziale Frage durch Züchtung von Lockspitzeln und mit Kanonen und Flinten, durch Herrn Pourbaix und General van der Wmissen zu lösen. Von einer internationalen Fabrikgesetz- gebung will es nichts wissen, wohl aber von einer inter- nationalen Spitzel- und Polizeiwirthschaft. Noch einmal die„KuchKehr der Ansgemiesenen." Durch die Zeitungen ging kürzlich die Notiz, die Behörden in den kleinen Belageningszustandsgebieten dächten schon jetzt daran, die Ausgewiesenen nach und nach wieder zurückzulassen, damit bei Aufhebung des Belagerungszustandes bez. des Sozialisten- gesetzes der Zudrang kein zu großer sei. Diese Notiz rührte offenbar von Personen her, die mit den thatsächlichen Verhält- nissen nicht genauer vertraut sind, sonst würden sie wissen, daß von einer solchen„Befürchtung" nicht die Rede sein kann. Um nur ein Beispiel anzuführen, so ist nach einer genaueren Durch- ficht der Liste der aus Leipzig und Umgegend binnen 9 Jahren ausgewiesenen Personen, deren Zahl rund 165 beträgt, es die volle Hälfte, von welcher eine Rückkehr unter keinen Um- ständen zu erwarten ist. Die einen sind gestorben, die andern verdorben, eine größere Zahl ist ausgewandert und befindet sich in Verhältnissen, die keinen Grund geben, an die Rückkehr zu denken; wieder andere haben sich anderwärts eine Existenz ge- gründet und denken nicht daran, sie aufzugeben. Hält man nun ferner fest, daß auch ein Theil der Ausgewiesenen im Laufe der Jahre wieder zurückkehren durste und der andere Theil aus Arbeitern besteht, die in den verschiedensten Gegenden sich zerstreut haben, so dürfte das Resultat sein, daß wenn schließ- lich Ende Juni der Leipziger Belagerungszustand aufhören sollte- es leine 20 Personen sind, die dauernd dahin zurückkehren. Ganz ähnlich liegen die Verhältnisse in den übrigen Belagerungszu- standsgebielen. Wenigstens die Hälfte der Hamburg-Altonacr Ausgewiesenen wanderten nach Amerika aus und sehr wenige von diesen dürften amene machen im Laufe der Jahre zurückzu- kehren. Von dem übrigen Theil gilt, was von den Leipziger Ausgewiesenen gesagt wurde, und die gleichen Verhältnisse sind für Berlin und Umgegend, Frankfurt a. M.:c. vorhanden. Es wird sich zeigen, daß die Aufhebung, richtiger das Ver- löschen deS kleinen Belagerungszustandes sich mit einer Ruhe vollzieht, die unfern Gegnern selbst überraschend fein dürfte, und am besten zeigt, wie außerordentlich unnütz dies« harte Maß- regel war. Kao letzte Kismarck'sch« Reptil. Die„Hamb. Nach r." fühlen pch nicht wohl in ihrer neuen Rolle als Pindter's sel. Erven. In einem Artikel klagen sie, daß sie„nicht geglaubt hätten, isolirt zu sein in der Bereitwilligkeit, einen Mann zu ver- treteil, denen politische Auffastungen und Bestre.alngen heute ohne Zwei el dieselben sind, wie zur Zeit, als er im Amte war." Sie h tten geglaubt, daß auch andere Blatter, die früher ihr un- bedingtes Vertraneu zum Fürsten Bismarck in enthusiauischer Weise bekundet hätten, sich auch jetzt noch desselben angeiiommen hätten. Das Blatt verwahrt sich alsdann gegen ae Annahme, daß es in Friedrichsruh reoigirt würde.„So sehr dem großen Staatsmann, besten politische Ansichten durch seine Entlassung aus den Aemterii nichts von ihrer Wichtigkeit und Bedeutsamkeit verloren habe», daran liegen muß, mit seiner Meinung gehört zu werden, sobald es nach seinem Ermessen nöthig ist, so ivenig kann von ihm erivartet oder verinuthel werden, dap er auf die ailtäg- siche Preß> ehandlung der schwebenden Fragen irgendwelchen Ein- fluß auszuüben sich berufen glauben soltte." Die„Freist Ztg." macht dem gegenüber den vernünftigen Vorschlag, das Hamb rger Blatt möge die vom Fürsten Bismarck stammenden Artilel durch ein besonderes Zeichen der Welt zeimttich mache». Damit wäre wirklich auen Tyecken geoient. Neutsch» schweizerischrr Nirderlastungo vertrag. Wie «in Telegramm aus Bern vom 23. d. M. meldet, ist der Bundes- rath'Dr. Droz vom Bundeerath ermächtigt worden, den revi- dirten deutsch- schweizerischen Niederlassungsvertrag zu unterzeichnen.— Das ist vas Ende des einst von Bismarck mit großem Geräusch in Szene gesetzten diplomatischen Feldzuges gegen die Schweiz. Di- Uerrohnng unserer stubirevdrn Iugrud gehört u den häßlichsten, aber auch charakterislischsten Auswüchsen es Systems Bismarck. Servile Geschichtsfälscher und K Schwadroneure der niedersten Sorte'.nurden der Jugend als wissenschaftliche Musterarößen hünustelU,— Alles wurde vom Standpunkt chauvinistischen Slreoerthums aufgefaßt, der Glaube an das Ideal verhöhnt und kuechtselige An- betung der Gewalt und der Gewalthaber für die höchste Pflicht der Staatsbürger im Allgemeinen und der studiren- den Jugend im Besonderen erklärt. Der Antisemitismus faßt Wurzeln auf allen deutschen Hochschulen, und ein nationaler Normalstudent theilt seine Zeit in die zwei Hauptbeschäftigungen; Juden und Bier zu vertilgen und zu schlafen. Als Nebenbeschäftigungen sind noch zu erwähnen eiil Bischen Fechten und„Pauken", die Herstellung eines glatten Nackenschcitels, was keine ganz leichte Sache sein soll, und endlich in den zwei letzten Semestern ein Bischen studiren, damit das Examen bestanden und die Pforte einer Staatspfründe oder eines sonstigen Aemtchens geöffnet werden kann. Wenn man von denjenigen Studenten absieht, die als solche nichts von sich merken lassen und, ohne jegliches Interesse an öffentlichen Dingen, pflanzenartig vegetiren und für's Examen„ochsen", kann man getrost sagen, daß vorstehende Schilderung auf neun Zehntel der oeutschen Studiosen der Aera oder des Systems Bismarck paßt. Der Aufschwung des politischen Lebens, welcher in der Wahl des 20. Februar seinen Ausdruck fand, scheint zum Glück auch unsere Universitäten ergriffen zu haben. Bon verschiedenen Seiten erhalten wir Mittheilungen dahin gehend, daß es sich in der studircuden Jugend zu regen anfängt, und daß die edleren Naturen gegen die herrschende Strömung Front zu machen beginnen. Wir können diesen Bestrebungen nur unsere lebhafteste Sympathie entgegen bringen. Wir über- schätzen zwar keineswegs die Bedeutung der studirenden Jugend, allein es muß unbedingt zur Gesundung unseres politischen Lebens beitragen, wenn wenigstens ein namhafter Bruchtheil der srndirenden Jugend sich von dem streberhaften Chanvinislnus befreit und dem Kultus des Schönen und Guten sich zuwcuöet, der allein der Jugend würdig ist und bisher so gut wie ausschließlich in der Jugend der Arbeiter- klaffe zu finden war. Antisemit«» unter sich. Bon dem antisemitischen Reichs- tngsnbgeordnelen Böckel ist der Führer des Antisemitismus in Willen, Dr. med. König, wegen eines im„Märkischen Tageblatt" erschienenen Artikels interpellirt>vorden, in welchem der Reichs- tage abgeordnete Pickenbach ein„Halsabschneider" nnd der Reichs- tagsabgeordnete Böckel ein„Unglück für unsere Bewegung" genannt wurde. Böckel hat in einer Zuschrift von König eine Erklärung auf Ehrenwort verlangt, ob er mit jenem Artikel nichts zu thun habe. Daraus hat König, nach der„Rh. Wests.-Z.", erwidert, daß er der vom„Märkischen Tageblatt" über die Wahl des Herrn Pickenbach geäußerlen Ansicht so lange beitrete, bis Herr Pickenbach durch einen gegen Herrn Stengel angestrengien Prozeß den Beweis erbracht habe, daß er von letzterem Herrn verleumdet worden sei. Darauf er- schien im„Reichsherold" ein Angriff auf König, in welchem es hieß:„Den Aerger des Herrn Dr. König wird man begreifen, wenn man bedenkt, daß der Wahl in einer Zuschrift aus Witten Herrn Dr. Bö.kel eine Kandidatur Dr. Königs für Gießen warm empfohlen worden war. Für Dr. Böckel ist aber eine Kandidatur Dr. Köuigs überhaupt unmöglich, seitdem Dr. König in Gelsen- kirchen Dr. Böckel gegenüber erklärt hat, daß er im Falle seiner Wahl sich der konservativen Partei anschließen würde." König hat daran hin die Erklärung abgegeben, daß ihm nichts davon bekannt sei, daß irgend ein übereifriger Parteigenosse ihn als Kandidaten für Gießen empfohlen. Der Kundcornth faßte in der am 22. d. Mts. unter dem Vorsitz deS Vize-Prä»deuten des Staatsministeriunis, Staats- sekretärs des Innern Dr. v. Böttichcr abgehaltenen Plenarsitzung über den dem Kaiser wegen Wieoeraesetzung der Stelle des Reichs- bank-Präsideute» zu untorbreiienden Vorschlag Beschluß. Dem Entwurf einer Verordnung zur Ergänzung der Verordnung, be- treffend die Abänderung und Ergänzung der Ausführungsbestim- »mngen zu dem Gesetze über die Kriegsleistungen und den An- trägen des Reichskanzlers, betreffend die ans den Eisenbahnen Deutschlands noch vorhandenen Abweichungen vom Normalprofil des lichten Raumes, und wegen Abänderung des§ 27 der Bahnordnung für deutsche Eisenbahnen untergeordneter Bedeuttmg wurde die Zustimmung ertheilt. Tie Vorlage, betreffend die Ver- einbarung eines internationalen Uebereinkommens über den Eisenbnhnsrachtverkedr und der vom Landesausschuß von Elsaß- Lothringen abgeänderte Entwurf eines Gesetzes für Elsaß- Lothringen über die Zwangserziehung wurden den zu- ständigen Ausschüssen zur Vorberathung überwiesen. Der vom Reiche lag angenommene Gesetzentwurs, betreffend die Ergänzung des§ 14 der Gebührenordnung für Zeugen und Sachverstäichige wird dem 5daiser zur Vollziehung vorgelegt werden. Dem Vor- sitzenden des B..ndesralhs wurden übergeben ein Schreiben des Präsidenten des Reichstags, Betreffe»�«» BeAluß Sie ergriff wieder die Wasserflasche. Denise wollte sie verhindern, zu trinken, allein sie ließ sich nicht abweyren. — Nein, laß mich, ich bin durstig. Denise umarmte das unglückliche Mädchen nnd suchte noch immer sie zu trösten. Eolomban werde sie gewiß Heirathen, sagte sie, dann wird sie gesunden nnd glücklich sein- Doch plötzlich wandte sie sich um, der Ontel rief ihren Namen. — Jean ist da, komm doch! Es ivar in der That Jean, der ganz athemlos gelaufen kam, um zu Mittag zu essen. Als man ihm sagte, daß acht Uhr vorüber sei, war er ganz erstaunt. Unmöglich! meinte er. Er komme jetzt von seinem Patron. Man machte sich über ihn lustig. Er habe gewiß über das Bincenneser Ge- hötz einen Umweg genommen, sagte man. Aber als er sich seiner Schwester nähern konnte, flüsterte er ihr ins Ohr: — Es war diesmal eine kleine Wäscherin. Ich hatte einen Wagen auf die Stunde genommen. Gieb mir hundert <�C'U Er ging einen Augenblick hinaus, kam aber bald wieder zurück, um zu Mittag zu essen, denn Madame Baudn wollte nicht, daß er, ohne mindestens.eine Suppe zu essen, wieder fortgehe. Genevieve war still und bleich wieder zum Vorschein gekommen. Colomban saß schlummernd hinter einem Pult. Der Abend floß still und traurig dahin; man hörte nichts, als die Schritte des Onlels, der in dem leeren Laden hin- und herging. So flössen Wionate dahin; Denise kam fast jeden Tag, um Genevisve einen Augenblick aufzuheitern; allein im Hause Baudu wurde das Leben immer trauriger. Die Ver- qrößerungsarbeiten da drüben waren für sie eine fortwährende Qual, welche sie ihren Ruin nur noch schmerzlicher empfinden ließ. Wenn auch hier und da eine Stunde der Hoffnung, eine unerwartete Freude kam, so genügte das Geräusch der abgeladenen Ziegel, das Durchsägen der Steine, oder der bloße Ausruf eines Maurers, uin ihnen die Freude sofort wieder zu verderben. Uebrigens war das ganze Stadtviertel durch diese Vergrößerungsarbeiten in Aufregung gerathen. Hinter der Einplankung, welch» die drei Straßen umgab, wegen Vorlegung des Entwurfs einer Militär-SttmpruW— und ie vom Reichstag der Reichsregierung zur Erwagunz wiefenen Petitionen früherer kurhessischer Oisiziere und■ö wegen Gewähryng der kurhessischen Wittiven-Staatspenston.. Eingabe wegen angeblicher Verletzung der Anstellimgsgrl für Militäranwärter beschloß die Versammlung eine Fv g■ zu geben und lehnte einen Antrag auf Ermächtigung JF'- rechtlichen Verfolgung einer Beleidigung des V»nvesratys die Presse ab. Vom l. Juli dieses Jahres ab soll eine portostuse von 5 Pfennigen für Drucksachen tm von 50 bis einschließlich 100 Gramm eingefuh" Der Reichskanzler wurde ermächtigt, Ausnahmen von Verbote der Ein- und Durchfuhr lebender Schafe au*. OCIUIUC HCl Villi- Hill- i-uiu�uyi, IVI'VI.VII WM.,-,.<»(,;«»» reich-Ungarn und aus Rußland hinsichtlich«nzelner TY Znchtzwecken zuzulassen; ferner bayerischen� Wirthschast��� i» den Grenzbezirken, welche während des Sommers Weiden auf österreichischen Hochalpen mit ihren Schafhecr ziehen, die Zurückführung derselben nebst den während der zeit der Heerde zugewachsenen Lämmern unter geeignete lrolmaßregeln zu gestatten. Zwei Jnnungsverbände ery"�. � Befähigung, unter eigenem Nanien Rechte, insbesondere lhum und andere dingliche Rechte an Grundstücken zu en-. Verbindlichkeiten einzugehen, vor Gericht zu klagen und Eine Erschwerung des Ginjährig-Freiwilligenbl�� so verlautet, soll auch mit den neuen militärischen Plane knüpft sein.— Wird die Bourgeoisie auf eine solche Beschs ihres Vorrechts eingehen?# Wenn politische Gefangene noch so lange bei, büßuug von Freiheitsstrafen eine ähnliche monschenuniv,■ Behandlung erfahren sollen, wie die Opfer, deren Leideiw� � im Reichstage erzählt wurde, bis ein Reichsgesey über den zug von Freiheitsstrafen zu Stande gekommen sein wird, t*-j, den nock viele Kornestbräne» von Männern stießen, die fu � hat Üeberzeugung schmähliche Behandlung erdulden müsten. Staatssekretär des Reichsjustizamts, Herr von Oehlschlag-u die Interpellation Bambergens, die nach einem solchen® � vollstreckungsgesetz fragte, mit allerlei Zuvorkommenheit � formale Seite der Sache erschöpfend beantwortet:„Die gest» Regelung des Strafvollzuges wird auf Seiten der vervun � Regierungen als ein im Interesse der vollen Einheillichw � die Sache hat ihre Schwierigkeiten, juristische und Strafrechtspflege zu erstrevendeS Ziel inS Auge gefaßt aber w-? stssi das Gechhl, daß in absehbarer Zeit an ein Gesetz, das den man weiß nicht, welches die größeren' sein würden, ab« hatte,, meint die„Franks. Ztg.", nach der Rede des Slaalssen��� Vollzug regelt, nicht zu denken ist. Auch noch einen ändert«,� druck gewann man aus dieser Rede, sowie aus der der I. scheu Herren Pro essor v. Bar, Professor v. Marquards«» Klemm: Man ist zivar einig darin, daß die sog. politische» � sangeuen nicht wie genieine Verbrecher behandelt_ tn\ sollten, aber wenn es dazu kommen sollte, dieses Prinzip � Aenderung des Strafgesetzes und durch ein Strafvollzuggeies � Geltung zu britigeu, so würden sich die Herren Juruun', schwer einigen. Es war daher sehr geschickt und klug,&a? Bamberger in der Rede, mit der er die Interpellation begru». auch darauf aufmerksam machte, daß im Weg* der®ei:'uLut durch Aenderung der Ber>oaltungspraxis schon Gutes � und den schlimmsten Mißbräuchen vorgebeugt werden könnt- � zweiter kluger Manu, Herr Windthorsi, war auch der M«' � daß durch regleinentäre Vorschrisien zunächst Abhilre� werden kann, und er hat als das geeignetste Mittel -—�fohlen, daß man zeden einzelnen Fall tMwJjjJjA politischer Gefangener möglichst an die Oeffenw� treffend empfohlen, Behandl m Behandt ng potttycher Gesangeuer mogucyst an ote bringen soll. Das hat erst jüngst gehoben und wird auch � fünft helien; denn die Brutalität, ganz gleich, ob sie von sP � oder niederen Beamten ausgeübt wird, verlrägt das Licbs,. Oeffentlichkeit nicht. Deshalb war auch schon die Berh von Nutzen, selbst wenn durch sie nichts anderes erreicht sollte. Denn darüber täusche man sich nicht, wir werden noch vielemal vergrößern und die Marine nicht minder, wir dafür Milliarden und für die Verbreitung der Humanität �■ ■.......-......- sielw'-.J afrika ansehnliche Millionen ausgeben, ehe wir uns an rige Ausgabe wagen werden, die Bollziehung der Freihett»! gesetzlich zu regeln. Frankfurt a. M.. 22. Mai. Die heute eröffnete DelV�j Versammlung des Zentralverdandes deutscher Industriell« schästigte sich mit dem Gesetzentivurse betr. die GewerMg«!� und sprach sich namentlich dabin aus, daß die genannten Ge � obligatorisch sein müßten, ketne direkten Wahlen(■(U sie stattzufinden hätten, und eine Exemtion von StaatSbew � unzulässig sei. In Bezug aus den Entwurs eines Gefetze-- ,>i Abänderung der Gewerbeordnung erklärte sich die Versaw?P,s init den§§ 105a— h einverstanden, sprach sich aber nur f»„x! Neujahrstage, wie an einzelnen Wocheniesttagen zu gew� � zwölf stündige Ruhepausen(!) aus. Dte w §§ 107, 110, 113 und 134b enthaltenen Beschränkungen> wenn zulässig, obligatorisch zu machen. Für dte in den SS � bis 1206 erwähnten Polizetbehörden wird die zuständig« � wältungsbehörd« als Instanz vorgeschlagen. Den durchs §§ 125 und 138 gewährten Rechtsschutz erklärte dt« herrschte eine fieberhafte Tdätigkeit. Obgleich der Architekt sich der vorhäudenen Battlickikeiten bediente, öffnete er sie von allen Seiten, um sich besser einrichten zu können; und in der Mitte, in dem ungeheueren Raum, den die Höfe lieferten, erbaute er eine Zentralgalerie, geräumig ivie eine Kirche, welche durch eine Ehrenpforte in der Mitte der Fagade in die Rue Neuve St. Augustin münden sollte. Die Anlage der Souterrain- Lokalitäten hatte Anfangs große Schwierigkeiten bereitet, denn man war auf Durchsickerungen ans den Kanälen gestoßen und auf angeschivemmlen Boden. voll mit Mettschercknochen. Hernach erweckte die Bohrung des Brunnens die Neugierde der Nachbarn, eines Brunnens von hundert Nieter Tiefe, welcher fünfhundert Liter in der Minute liefern sollte. Jetzt erhoben sich die Mauern schon bis zum ersten Stock; Battgerüste und Zitmncrplätze umzingelten diese ganze riesige Insel; unaufhörlich hörte man das Kreischen der Aufzüge, welche Ziegel und Steine hinausschafften, das geräuschvolle Abladen von Eisenträgern, das Geschrei der zahllosen Arbeiter, begleitet von dem Getöse der Spitzhacken und Hämmer. Was aber die Nachbarn am meisten betäubte, da3 ivar der Lärm der Maschittett; Alles ging mit Dampf, schrille Pfiffe tönten durch die Luft; bei dem geringsten Windstoß flog eine ganze Wolke von Kalkstaub auf, um sich dann, gleich einer Schneeschicht auf die Dächer der benach- bartcn Häuser zu legen. Die Familie Bandu sah mit Ver- zweisinug, wie dieser unerbittliche Staub überall eindrang, durch noch so fest geschlossene THttren und Fensterläden, wie er die Stoffe beschmutzte und bis in ihre Velten den Weg fand; der Gedanke, daß sie diesen Staub schlucken müssen, daß er noch ihren Tod herbeiführen werde, vergiftete ihr Dasein. Es sollte übrigens noch schlimmer kommen. Im Sep- tember entscbloß sich der Architekt, auch bei Nacht arbeiten zn lassen, weil er fürchtete, nicht rechtzeitig fertig zu werden. Es wurden mächtige elektrische Lampen angebracht und das Getöse nahm kern Ende mehr; zur Abendzeit kamen neue Arbeitergruppen, man hörte nicht mehr ättf zu hämmern, zu säge» und zu schreien. Und nun mußte die Familie Baudu selbst den Schlaf missen und wenn die Ermüdung sie ttberwälUgie, wurden sie von Alpdrücken geplagt. sie dann mit nackten Beinen das Bett verlteßen, um in i» j Fieber einige Kühlung zu finden, und durch den hinansblicklen, da standen sie entsetzt vor der Vistoll„ „Glücks der Damen", welches im nächtlichen Dunkel siaiü. wie eine riesige Esse, in welcher ihr Ruin geschmiedet lv» Die halbfertigen Mauern tmt den Fensterlöchern waren � dem blauen blendenden Lichtstrahle der elektrischen Law � beleuchtet. Es schlug ztvet Uhr, dann drei und vier und inmitten des unruhigen Schlafes des Stadtviertel'--* z es da ein ununlerbrochenes Gewimmel von dunklen w in dieser ungeheuren, von mondschetnarltgettt Lichte bei« teten Werkstatte. Wie Onkel Baudu vorausgesagt hatte, so war es: den kleitteu Handel des Stadtviertels wurde aberuntls ei? Glück der Da�. fürchterlicher Stretch geführt. So oft das„ neue Abtheilnngen errichtete, gingen einige Krämer der-(( gebung zu Grnnoe. Das Unglück breitete sich aus, mast � die ältesten Häuser krachen. Niademotjelle Takut, die W;1' ti Händlerin von der Passage Chotseul war even fallU j worden. Der Handschnhhändler Quinette konnte sich böcki � iinrh forhS'Wnn.ifp fviTtPii* VVUirflpUÖ, noch sechs Monat» halten; Bevor» und Schwester, Witf'puff � Händler in der Rue Gaillon ytelten sich zwar ausrecht- JP sie zehrten offenbar an den Ersparnissen aus bessere».!)�.,«, 4 Zu diesen seit langer Zeit vorausgesehenen Niederlagen jetzt neue Niederlagen; die Abtheilung für„Pariser Att � bedrohte einen Galanterie- und Spielivaareny.inoler*n.„ji Rue Saint-Roch Namens Deslignieres, einen dicken, scheu Mann; die Abtheilnng für Möbel war ein � ji gegen die Atöhelhändler Piot et Rivotre, deren Mag«Z>' der Passage Saint Anne jetzt schlafen konnten. Man besi«� sogar, daß der Galanterieivaarcithändler Deslianiere- � einem Schlaganfall belrossen werden könnte; denn � ans der Wuth nicht mehr heraus, seitdem das„®lil Damen" Portemonnaies mit dreißig Prozent Rabatt j kaufte. Die Möbelhändler waren ruhiger, sie schtellt» a nur lustig zu machen über diese„Bandelkrämer"," unterfangen. Tische und Schreine zu verlausen. (Fortsetzung folgt.) sie; Nr, i ..._ y für ungenügend,(!) namentlich die Eintreibung s,,,« d ten ohne gesetzliche Verhängung für unmöglich. ßj" 137, welcher bestimmt, daß über 16 Jahre alte Ar- imnnen, die ein Hauswesen zu besorgen haben, eine halbe SWr"r01 �er Mittagspause zu entlassen sind, beschließt die �.ss��bing, daß diese Vergünstigung nur aus Antrag der be- 9 ugten Arbeiterinnen{!!) zu gewähren sei. Für die durch§ 188a l>°!>»���ewöhulicher Häufung der Arbeit vorgesehene Aus- J1"9?kr Arbeitszeit während 40 Tagen im Kalenderjahre mZr" G0 Tage vorgeschlagen. Zum§ 153 spricht sich die -�mmlung für wesentliche, noth wendige Verschär- L �° u d e r Strafvorschriften aus(!!) und faßt end- ordn �ischluß, die in den§§ 134a— g erwähnten Arbeits- SST ohne(!) Mitwirkung der Arbeiter festsetzen zu große Bescheidenheit kann man den Herren Unter- (S-f!, auni vorwerfen. Ihr Bemühen, der Arbeiterschutz- ldtlr9� ü"9 Steine in den Weg zu rollen, tritt in diesen Be- deutlich hervor. Hierzu gesellt sich das edle Bestreben, itm�. ter vom Mitreden auszuschließen, ihn rechtlos zu c„?er" und die Streiks mit drakonischen Strafen zu bekämpfen. fi# n? te Beschlüsse im Wortlaut vorliegen, kommen wir auf ' noch zurück. Sachlrn, 23. Mai, wird uns geschrieben: In ein! �scn sich Bäckermeister und Gehilfen, welch' letztere c* Zlemlich gute Organisation besitzen, seit Jahren in den K aren Die Mehrheit der Bäckergehilfen tritt den Meistern, �uthendc Jnnungszöpfe sind, stets entschieden entgegen . namentlich weigert sie sich, den sogenannten Gesellen- s. �u)uß für die Innung zu wählen. Bestand dieser dennoch, !...�präsentirte er nur eine ganz kleine Minorität der Ge- ?M«n, die unmündig genug ist, sich von den Meistern ins nehmen zu lassen. Gestern machten die Jnnnngs- !»eister abermals einen Versuch, einen solchen Gesellenaus- Ii« Wege zu bringen und hatten zu diesem Behnfe .Versammlung der Gehilfen einberufen. Aber obgleich »n m hervorragendsten Jnnungslichter unter den Meistern ist Aiuhe gaben, die Gehilfen zur Wahl zu bewegen, .neben ihre Versuche resnltatlos. Die Verhandlungen wur- . sn schließlich so stürmisch, daß der Obermeister Hauswald � Versammlung schließen mußte. , In unfern Industrie bezirken sieht man den Bestre- Zungen der Schützzöllner in den Vereinigten Staaten,. die nolle auf Maaren abermals bedeutend zu erhöhen, mit ßroßer Unruhe entgegen. Chemnitzer Fabrikanten tragen sich Kreits mit dem Gedanken, falls, wie allgemein befürcktct wirt), die Anstrengungen der Schutzzollpartei in der Union «vn Erfolg begleitet sind, ihre Fabriken nach dort •st v erlegen, also das zu thun, was zahlreiche Crim- nntschauer und Werdauer Tuchfabrikante» schon vor zehn ?ä%en thaten, als damals Rußland mit einer so bedeuten- °cn Erhöhung seiner Zölle vorging, daß die Einfuhr un- st°glich wurde. Der Schlag würde für die sächsische und ll�iell die Chemnitzer Industrie ein schwerer sein, und doch ?stB mit diesem Schlage gerechnet werden, da es kein Ge- Mnniß mehr ist, daß die amerikanische Konkurrenz alles Aufbietet, auch dre besseren Artikel, die man bisher noch Ausland bezog, im Lande selbst zu fabriziren. P,. Auch im Voigtland ist man enttäuscht, weil der flotte Geschäftsgang, den man sich für den Sommer in der Mckerei- und Gardinenfabrikation versprochen hatte, auf '"9 warten läßt. Grakbritannken. -v London, 22. Mal. Im Unterhaus lehnte der Unter- Mansekretär Fergusson bei der Debatte über die Kredite des ,'Usgabe-Etats ein: Diskussion über die mit Teutschland Hinsicht- Afrika's schwebenden Unterhandlungen ab und stellte in Ab- sste. daß England in Opfer gewilligt; man müsse anerkennen, andere Stationen ähnliche Beürebungen hätten wie England, dieselben achten. England habe nur daraus zu sehen, das seine wirklichen Interessen vernachlässigt würden, und daß ? bort, wo es Rechte habe, diese nicht ausgebe. Die Unterhand- »"gen werden in freundlichem Geiste und mit gegenseitiger Kwng und Verttauen gesührt, hervorgerufen durch frühere Er- Urungen und gekrönt durch den merkwürdigen Erfolg der Ueralionen Englands und Deutschlands an der Ostküfte Arika's.— Im weiteren Verlause der Debatte erklärte Unter- Staatssekretär Fergusion, die Frage bezüglich Lamu's sei einem T�tedssvrnch unterbreitet worden, der zu Gunsten Englands Mgesaüen sei: hinsichtlich' � �" Li96 Politik Englands un �llung. Frankreich. p Paris, 22. Ma,. Die Devutirienkammer hat psnat bereits genehmigte neue Preßgesetz mit 847 Gtunmen abgelehnt. Äelaien» �Saine-St. Pierre. 22. Mai. In der heutigen Vor- �ntagssitzuiw des internationalen Bergleiitetageo ,n Jolunont g.nrdsa die neueintreteuden österreichischen Tetegirten begrüßt. Zodann wird der Vortrag über Belgien fortgesetzt. Der belgische ».�garbeiierverband zählte bis zun» 25. Dezenioer v. I. 40 CKK) ?neder. Am 1. Mai hatten 80 000 Bergarbeiter gestreikt. Bon ""glscher Seite wird das Verbot der Frauenarbeit in den Berg- �tken, der Achtstundentag und ein Lob» von 5 Franks verlaugt. 17 Der deutsche Dclegirte Schröder hielt einen Vortrag, m dem lur«ine allgemeine Vereinigung aller Bergleute eintritt. Basly ."gl den Verla, t der'ranzösifchen Bergarbeiter vor und stellt fest, daß ."lpe brauch are Gesetzentwürfe zu Gunsten der Bergarbeiter von der lfst'zönschen Depurirtentammer angenommen worden seien. Der . Iterreichische Delegirle verliest soeben seinen Bericht, woraus über n Achtstundentag verhandelt wird.. b« H a, n e- S t. Pierre, 22. Mai. In der scchtten Sitzung nfo internationalen Bergleutetages verlas der Vorsitzenbe ein fgriißungstelegrannn der sächsischen Bergarbeiter, das mit Beifall ['l, genommen wurde. Der Kongreß nahm eilluiminig eine Refv- wslyn an, welche die prinzipielle Nothivendigteit der Fortsetzung bi Achtstundenarbeit für die Bergleute aller Länder beront. Für yie_____ �______ a____ I*i4\ Wir ie W ?,?bon begeben. elt Manda's und Patla's bestände die und Teutschlands in gegenseitiger Ent- das vom gegen 180 H., bift ilch.,.i,IIW5tlWfcm4 w........-----"" b; Regelung der Frage auf legislativem Wege sprachen flch nur onglifchen Telegirten aus.— Ter englische Delegirle Ermv- l b, Mitglied des Parlaments, hat sich Krankheits Halver nach N'don begeben. Tefeet, Schriftführer der belgischen Bergar- i''er, hjxtt in warmen Worten eine verniittelnde Ansprache, !?. ber er i'"<■■1 er von der Absicht der deutschen Reichsregierung sprach, "n Reichstag Schutzgesetze[üi die Bergarbeiter zu deaiitragen. , Mailand. 22. Mai.��Jn' Revenna streiken 800 Reis- "binnen und 200 Handlanger. In Luga fanden heftige Tu- stl'e statt. Die Streckende» sttirmten das Munizipmm. Die .schreitenden Truppen wurden mit Steinwürsen emp angen. "Hauptmann blieb todt. Die Truppe gab Feuer und traf � junges Mädchen, eine alte Frau und einen Aiann, Überhaupt i■Pttsonen. Die Währung unter den Reisbauern ist ungeheuer. � Streikenden verlangen Erhöhung des Tagelohns um 2o Een- »WW sich und seinen Wählern die Geimgihuting eines Pro- testes gegen Gerichte und„Volks"oeriret ng zu ver- schaffen. Selbstverständlich b'eibt seine Lage dieselbe; er darf den italienischen Boden nicht betreten, ohne sofortige Fest- nehmung zu gewärtigen. Tagegen ist ihm und seiner Partei am letzten Son.ck ig ein neuer Triumph zu Theil geworden, indem bei einer Ersatzwahl im zweiten bolognesischen Wahlkreise(Jmola) der Siame Costas mit mehr als 4200 Stimmen abermals siegreich aus der Urne hervorgegangen ist. Slls erwählter Abgeordneter für Ravenna kann Costa diese Wahl nicht annehmen, und sie muß als nichtig erklärt werden. Die Folge wird wahrscheinlich eine abermalige Wiederwahl sein, denn den Sozialisten der Romagna genügt es vorläufig, aus diese Weise den„Ordnungs- Parteien" entgegenzutreten. Salkauliittder. Neber eine grope Prügelei'in der griechischen Kammer erhält die„Allg. Ztg." einen längeren Bericht, welckiem wir folgendes entnehmen: Ähthen, 14. Mai. In der gestrigen Sitzung der Kammer ist es zu höchst aufgeregten, ja zu geradezu skandalösen Szenen gekommen. Ein Abgeorc neter der Opposition beantragte die Feststellung der Nichtbeschlußfähigkeit des Hauses. Die Liste wird verlesen, und es wird die Beschlußfähigkeit fest- gestellt. Nach einer Viertelstunde— es haben sich inzwischen zwei Abgeordnete entfernt— wird derselbe Antrag gestellt. Auch die neue Verlesung der Liste ergiebt Beschlußfähigkeit. Gegen Ende der Verlesung entfernen sich wieder zwei Abgeordnete. So- fort stellt ein Abgeordneter der Opposition zum dritten Mal den- selben Antrag. Da erhebt sich aus den Reihen der Regierungs- partei eine Stimme, welche dem die Liste verlesenden Beamten zuru t, er möge doch hübsch langsam lesen, damit inzwischen die Partei- freunde herbeikommen können, denn gegen das schamlose und unerträgliche Vorgehen der Gegner müsse man mit gleichen Waffen an- kämpfen. Diese beleidigenden Aeußerungen giebt der entrüstete Antragsteller mit Zinsen zurück, und die beiden feindlichen Ab- geordneten gehen mit Stöcken auf einander los, werden aber durch die her. eieilenden Freunde oder Kollegen auseinander gehalten. Der Antragsteller ist in diesem A genblick der einzige im Saale befindliche Abgeordnete der Opposuion, alle anderen haben, um die Nichtbeschlußfähigkeit künstlim her eizuführen, den Sitzungs- räum verlasien. Jetzt kommt ei..e kleine Zahl derselben herbei, und während die Ruhe einigermaßen wieder hergestellt ist und mit Verlesung der Liste fortgefahren wird, ruft einer der eben Herbeigeeilten:„Wir werden Euch durch immer neue Anträge doch an der Weiterarbeit verhindern." Darauf wieder eine belei- digende Aeußerung aus den Reihen der Regierungspartei, und diesmal gelangen die neuen Gegner wirklich aneinander und schlagen sich die Köpfe blutig mit den Stöcken, welche die Abgeord- nete bei sich zu tragen pflegen. Nun entsteht allgemeine Empörung, das Publikum drang i sich in den Saal, und nur indem der Vorsitzende die Sitzung schleunigst auflöst, gelingt es, den allgemeinen Tumult allmalig zu beschwichtigen. VarlirmenterriMios. Dem Reichstage ist, wie bereits erwähnt, eine vom Kaiser- lichen Statistischen Amt ausgearbeitete Zusammenstellung des Er- gebnisses der Reichstagswahlen im Jahre 1890 vorgelegt worden. Hiernach waren im ganzen Deutschen Reich bei einer Bevölkerung von 46 835 704(gemäß der Volkszählung vom 1. Dezember 1885; 10145 877(gegen 9 769 802 im Jahre 1887) wahlberechtigie Wähler vorbanden und wurden bei den ersten Wahlen 7 228 542(7 540 938 im Jahre 1887) giltige, 83 117(29 772) ungiltige Stimmen abgegeben. Von diesen fielen(in Klammern fügen wir die Zahlen der Wahlen von 1887 bei) auf die Teutschkonservativen Deutsche Reichsparlei., Nationalliberalen.,,, Deutschfreistnnigen.,. Zentrum....... Polen.###*### ozialdrmokratrn,. olkspartei...... Welsen....... Dänen....... Elsasser....... Antisemiten...... Unbestimmt...... Zersplittert...... Es haben im Ganzen 71,6 pCt. gegen 77,5 pCt. im Jahre 1887. 895 103 482 314 1 177 807 1 159 915 1342113 246 776 (1 147 200), (76V 389), (1 677 979), (973 104), (1 616 222), (219 973), 1427�08 Cttma*), (88 818),. (112 827), (12 360), (233 685), 147 570 112 675 13 672 101 156 47 536 59 740 14 870 (50 427), (K 826), der Wahlberechtigien gewählt, Arbeiküvbewesrmg. Hamburg, den 28. Mai. Eine beinahe unglaubliche Mel- dung wird durch das„W. T. B." aus Hamburg verbreitet. Tie dortige Polizeibehörde, die schon verschiedentlich sich in den Streck der Ewerführer eingemischt, hat ihrem Vorgehen, mit dem die „Bosse" natürlich sehr einverstanden sind, die Krone ausgesetzt. Sie hat nämlich die Streikkasse der Ewerführer, sowie sämuitliche Akten des Streikkomilee's beschlagnahmt. Aus Grund welchen Gesetzes wird vorstchiigenveise nicht gesagt. Weil nur 150 M. in der Kasse waren, welche der Polizei in die Hände fiel, ver- breitet das„W. T. B." sofort das Gerücht, daß größere Unter- schlagungen stattgesunden hätten, natürlich in der Absicht, den 'Arbeitern in der öffentlichen Meinung zu schaden. Charqtteristisch ist der Schlußsatz des Telegramms:„Der Streck der Ewersührer dürfte damit als beendet anzusehen sein." Möglich, daß dieser Zweck erreicht wird, aber stolz brauchen die Herren auf einen solchen Sieg nicht zu sein, der nur der Beginn neuer, erbitterter Lohntämpse ist. Reber die Einmikchnng der Hamburger RoUset in den Streck der Ewer, ührer schreibt das„Echo":„Die Ewer, ührer, in den letzten Wochen doch einigermaßen oaran gewöhnt, Käme- raden arretirt und eingesperrt zu wissen, wurden doch etwas aus der Fassung gebracht, als gestern(Mittwoch) Abend in ihrem Sireikbüreau 10— 12 Kriminalbeamte erschienen und auf Grund eines von der Staatsanwaltschaft ansgesertigten Hastbeiehls den Strelkkassirer Tacneken festnahmen. Noch größer wurde ihr Erstaunen, als die Polizei oeamten zwei im Lokale de- sindliche Kipen beschlagnahmten und mitnähme». Letzteres cot einige Schwierigkeiten, denn der eine Kasten war sehr schwer, aber nicht etwa von dem darin befindliche» Geld. Ter„Kindersarg", wie ihn die Leute wegen seiner Form nennen, ist nämlich eine aus dem siebzehnten Jahrhundert stammende massive Truhe von Eichenholz, in welcher sich der sogenannte „Willkomin", einige Blechbüchsen und sonstige Vereinsulensilien besinden. In der anoeren Ki,re sollen stch Bücher und Schrift- stücke, sowie der Baarbesiand der Kranken- Unterstützungskasse (ca. 120 Vi.) befinden. Jedenfalls wird nun am Sonnabend die Behörde auch dafür sorgen, daß die Kranken zu ihrem Recht kommen I den Leute» kann doch die ihnen zukommend� Unter- ftützung nicht versagt werden. Ein kleiner Wandschrank, in welchem Bucher w. des Ewerführervereius aufbewahrt sind, wurde versiegelt. Heute(Tonnerstag) Morgen war abermals Polizei- liehet Besuch im Bureau, bei welcher Gelegenheit die Versiegelung des Schrankes noch etwas verbessert wurde. Alle Fragen, warum die Verhaftung des Slreikkassirers und die anderen Maßnahmen erfolgten, blieben unbeantwortet. Es ist auch Niemand im Stande, irgend eine V'ermuthung, die wahrscheinlich wäre, auf- zustellen. Allen ist die Maßregel der Staatsanwaltschaft uner- klärlich. Natürlich werten darüber Ansichten laut, die man am besten nicht wiederaiebt. Hoffentlich wird sich die Sache schleu- »igst aufklären." In Moerane fand, wie das„Chemn. Tgbl." mittheilt, am Montag eine Versammlung der Appreturarbeiter statt, zu welcher auch die Arbeitgeber eingeladen und sämmtlich erschienen waren. Nach längerer Aussprache einigte man sich über folgende Forde- rungen: Loh erhöhung um 20 pCt., Regelung der Arbeitszeit von Morgens L Uhr bis Abends 7 Uhr, Abschaffung der Sonntags- arbeit te. Hinsichtlich der Ueberslunden sind die Arbeiter bereit, zum Uebergange für die laufende Saison im Nothwendigkeitsfalle pro Tag 2 Stunden zu arbeiten, unler 100 pCt. Lohnerhöhung; diese Forderungen, welche zum 15. Juni in Kraft treten sollen, werden schon jetzt gestellt, um den Chefs genügende Zeit zu gönnen, sich mit den Fabrikanten ins Einvernehmen wegen höherer Appreturlöhne te. zu setzen. Diese Bedingungen sollen in aller 9tuhe durchgeführt werden. Königinhof in Böhmen, 23. Mai. Im Semic- und Jser- thale ist der Streik beendet und das Militär zurückgezogen. Im Rürschauer Revier herrscht vollständige Ruhe. In Rewrastte-on-Tyne fand, wie die Londoner„Mg. Corr." berichtet, am 20. d. M. eine Besprechung der Eisen- und Stahlfabrikanten mit Vertretern ihrer Arbeiter statt. DieFabri- kanten, besonders die Stahsschmelzhüttenbesitzer verlangen eine Lohnherabsetzung von 10 pCt. Stach längeren Verhandlungen wuroe beschlossen, daß dieselbe am 2. Juni in Kraft treten soll. Vevlnittittluttgen. Der Uerband der deutschen Gold- und Kilver- arveiter und venu». Herufogenossen hielt am Mittwoch, den 14. Mai, in Feuersiein's Restaurant, Alte Jakobstr. 75, eine gut besuchte Mitgliederversammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Vortrag des Stadtreroraneten Voiglherr: Nach dem 1. Mai. 2. Tiskuspon. 3. Verschiedenes. Referent löste seine Ausgabe in zirka einpündigem Vortrag unter großem Beifall der Bersamm- lung. In der Diskussion kamen die wegen der Feier des I.Mai eingetretenen Maßregelungen zur Sprache. Unter anderen wird ein Geschäft im Zentrum Berlins angeführt, in welchem 4 Kol- legen geinaßregelt worden sind. In den Eicklassungszeugnissen ist direkt angeführt, daß genannte Kollegen wegen der Feier des 1. Mai— welcher von der Firma als Feiertag nicht, anerkannt wurde— ihre Entlassung erhalten haben. Einer der Entlassenen ist wegen des Zeugnisses klagbar geworden. Hierauf erhält der Referent das Schlußwort, in welchem er, an Obiges anknüpfend, ausführt, wie vortheilhast eine starke Organisation sich diesen Maßregelunge» gegenüber erweisen wurde, welcher sämmtliche Kollegen und Berufst genossen angehörten. Dadurch würde jeder einzelne Kollege gestärkt, weil er die Masse hinter sich habe, welche für ihn eintritt. Andern- theils werden sich die Prinzipale dann auch hüte», derartige drakonische Maßregeln zu ergreifen. Im Weiteren führt Redner aus, man solle sich nicht dem sogenannten Bertrauensdusel hin- geben und glauben, alles Gute komme von oben. Alles, was wir wollen und wo wir hinstreben, könne nur durch unserejeigene Kraft entuehen. Hieraus kommt die Maßregelung des Borfitz«n- den der hieugen Zahlstelle zur Sprache. Derselbe ist wegen seiner Thätigkeit im Verband außer Stellung gekommen und kann auch bei der größten Mühe keine andere bekommen. Hierzu stellt Herr Henning den Antrag, dem Vorsitzenden für seine pekuniären Verluste» welche ihm durch die Maßregelung zugefügt worden sind, eine wöchent- liche Entschädigung zu geivahren. Derselbe wird einstimmig ange- »ommen. Souann stellt Herr Lindemann den Antrag, in nach per Zeit ein Sommersest abzuhalten. Herr Günther stellt hierzu den Auttag, ein Vergnnguugskomilee zu wählen. Beide Anträge wer- den a>, genommen und werden dem letzleren zufolge gewählt die Herren Wagner, Henning, Lindeinann, Schilling, Kropf, Ptatscbinski »ud Urbatz. In Betreff des Arbeitsnachweises wird vom Kollegen Reiche angeführt, daß von 68 Stellensnchenden 62 Goldarbeiler sind. Schluß der Versammlung 12 Uhr Nachts. NB. Die nächste Versammlung findet Dienstag, den 10. Juni, in Keuerstein's Restaurant, Alle Jakobstr. 75, statt. Der Fachuerrin sämmtlicher an Holzbearbeitung»- Maschinen beschäftigten Arbeiter hielt am Montag, den 19. Mai, in Suger's Salon, Grüner Weg 29, eine gut besuchte Mitgliedervcrsaiuml.mg ab. Auf der Tagesordnung stand; 1. Vortrag des Herr» Fr. Berndt über:„Ursachen der Ver- brechen." 2. Tt-.kusston. 8. Innere Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Bevor in die Tagesordnung eingetreten wurde, verlas der Schriftführer das Protokoll von der Generalversammlung und da kein Widerspruch erfolgte, wurde dasselbe für richtig erklärt. Hierauf erhielt Herr Fr. Barndt zu seinem Vortrag das Wort. Derselbe hielt stch an die Ausführungen des sranzösischen Schriftstellers Quetetel, welcher sagt:„Die Gesellschaft birgt in sich selbst die Keime aller Verbrechen, die begangen werden. Sie selost bereitet sie aus irgend eine Weise vor und der Verbrecher ist blos das Werkzeug, das sie ausführt. Jede Gesellschaflssorm bedi. gt eine gewisse Zahl und Art von Verbrechen, die nvthwendig aus ihrer Organisation hervor gehen. Redner führte unter andern als hauptsächlichen Grund, woourch die meisten Verbrechen entstehen, an, daß die heutige Gesellschaftsordnung die mei e Schuld trägt, sowie die immer mehr und mehr sich überhafiende Produktionsweise und das nur durch Ab- änderung der heutigen Gesellschastsoronung die Verbrechen ver- mindert werben, sogar ganz verschwinden würden. Verschiedene Politiler führen die Ursachen der Verbreche» aus den Genuß von Alkohol zurück, was jedoch falsch ist, der Konsum des Brannt- weinS hat nur deshalb zugenommen, weil die heutige Ernährungs- weise es dahin geführt hat.— Reicher Beifall lohnte de» Redner am Schluß seines einstündigen Vortrages.— An der Diskussion delheUigten stch verschiedene Kollegen, welche sich im gleichen Sinne des Referenten äußerten. Zu Punkt 3 der Tagesordnung: Innere Vereinsangelegenheiten wurde der Kassenbericht bis zur nächsten Geueralversammlung, welche am 2. Juni d. I., Landsbergerslr. 87, stattfindet, vertagt und bleiben auch bis dahin die alle» Konttoleure in ihre Funktionen. Unter Verschiedenes theilte der Vorsitzende mit, da sich unser jetziges Vereinslokal als zu klein erwiesen hat, so hat er sich nach eine,» anbere» Lokal umgesehen und empfahl den Mitgliedern das Lokal Lanbsbergeruraße 37 als ständiges Vereinslokal, was nach kurzer Debatte akzeptirt wurde. Ten streikenden Formern wurden 60 M. und einen verunglückten Kollegen 20 M. aus der Bereinskasse bewilligt. Sodann wurden noch folgende Holzbearbeitnngs- Fabriken welch» noch über 10 Stunden luglich arbeiten, namhaft gemacht. Röhn, Friedenstraße 85, Hagenow u. Bierbrauer, Eliabeth-User 11, S ch a dorn, Rel..,e»iergerstraße 67, Dittmar, Engelufer 16, Keßler, Lausitzerstraße 22, Heine, Manteuffelfiraße 57, Naöhke, Palliuadeimr. 77. 78; F e n g l e r, Britzersir. 19; Paul, Reichen-- bergerltt. 57; Werkmeiilir, Schmidtstr. 8a; Panzer, vor dem Schlesische» Thor; B l i e s n e r, Lausiyerstr. 22. Daß es eine unbedingte Nothwendigkeit ist, daß wir eine Verkürzung der Arbeitszeit erstreben muffen, das beneist wieder, baß die Firma Hagenow».Bierbrauer eine Holzbildhauer- Maschine zur Probe aus Milivaukee in Amerika in ihrer Fabrik aufgestellt habe, welche in ganz kurzer Zeit die zarteste» Bildqauer- arbeiten herstellt, wodurch wieder Arbeiter auf das Slraßenpftaster ge- ivorien werden. Ferner ging noch ein Antrag ein, die gemäß- regelten Kollegen des 1. Mai so lange vom Verein zu unter- stützen, bis sie wieder Arbeit haben. Da sich Niemand weiter zum Wort meldete und die Tage- ordnung erschöpft war, so schloß der Vorsitzende um 12V# Uhr die Verjammlung, Theater. Sonnabend, den 24. Mai. GperitlMia. Der Seeräuber. Kchanspiell»a«». Die Geier � Wally. Ärrtiner Theater. Die Räuber. Deutsches Theater. König Richard der Dritte. Lesstug- Theater. Der Fall Clö- menceau. Lriedrich-Wilhelm/tädt. Theater. Der arme Jonathan. MaUnrr-TI>eater. Hänichen(Bobs). Guten Morgen, Herr Fischer. Uiktoria-Theater. Stanley inAfrika. Ästend- Theater. Lohengrin. Keltde«;-Theater. Marquise. KeUealliauc«- Theater. Der Nautilus. KroU'o Theater. Lucia von Lammer- inoor. Adolf Ernst- Theater. Der Gold- fuchs. Kaufmann'» UariötS. Große Spe- zialitaten-Vorstellung. Englischer Garten Direktion: v. Andres», Alexanderstraße 27 0. Eröftuilg des SommcrprtcttS Ulli! Bßhlte. Tlglich Anftroton erster Spezialitäten. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags öVe Uhr. Entree Wochentags und Sonntags 30, 50 U: 75 Pf., im Aorverkau, 30 u. 50 Pf. Der Garten ist an Vereine für Som- mersestlichkeiten mit Spezialitäten-Vor- stellung zu vergeben. Andres#. Variötö-Theater. (Hasenhaide) Herrmannslr. 18— Nene Strasse 18. In dem vollständig renovirten Garten: 275 Am 1., 2.». 3. Dsingstfeiertag: Großes Konzert, Tßeoter, Tpezialitiiten-Vorstellung nnd SB Bs L# neue» Programm. Anfang 4 Uhr. Entree 25 Pf. Kinder frei! Passage 1 Tr. 0 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Nur _~ diese"KS® Woche: Vielen Wünschen e»tspre6)end: 1. Reise Pormege». Dritte Wanderung durch den Ziarx. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. Jede Woche andere Reisen. Etnblijscnlent Buggenhage« am Moritzplatz. Täglich: Grosses Garfen-Concert. Direktion A. Nödmanir. Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. ViifWin Wochentags 10 Ptg., Ivt gönn- und Festtags 25 Ptg. Bei lnigünftiger Witterung in den unteren Restaurationsräumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhoser Export-Bier, Seidel 15 Pr. Die oberen Säle bleiben bcs auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen. 641 F. Müller. Anglers Ruh% Zelllendorf, Alsenstrasse. Am zweiten Feiertag: 573 GrossesFrnh Concert, ausgeführt von der Kapelle des Herrn Müller in Teltow.— Anfang 5 Uhr. Zu recht zahlreichem Besuche ladet er- gebensteinW. Oehmigke, Reäaurateur. Wannsee. Cafe Aisen# Größtes Lokal, höchst romantisch im Wald und am Wasser belegen, Stühe des FlenSburger Löwen, empfiehlt Vereinen feine großen Säle, Kegelbahnen, Kähne und Volksbelustigungen aller Art zur gefälligen Benutzung. Küche, Keller gut, solide Preise. R. Bloch. ioSiannisthals Ludwig' ßter und schöns s Salon. Größter und schönster Saal Johannis- thals, ferner große Kaffceküche, Aus- schank, Kegelbahn, Schaukel direkt im Walde gelegen. Dem geehrten Ausslüge machenden Publikum bestens empfohlen. 554] Achtungsvoll C. Ludwig. Ansstellongspark Hasenhaide. O stafrUmm sche W akamha-Krieger aus dem Kitui-Lande, nächst dem deutschen Schutzgebiete. Grosses Doppel-Concert. Tyroler Sänger. SflST Eintritt frei."MD 540 An den 8 pstngsttagen; Grosses Früh-Doppel-Concert. leue Welt. Bergschlossbrauerei, Hasenhaide. 677«pfSfliX: Eröftuilg der Spezialltlitell-Böh«e. Äin 1, unb 2, giüeiton ßfingstfeiertag: riuli vülltülis Pfingstfeiertag: Früh-Concert. P%gX: Früh-Ball. Pstngstfeiertägl' Concert, Specialitäte«, Bai champetre. MM: Monstre- Feuerwerk. Neil! Musizirende Bomben. Neue Arena am Ausgange des Stadtbahnhofs„Bellevue". Bahnhof„Bellevue". AllCCif olllinn Bahnhof„Bellevue". Flensburger Straße. AUöölCilUlig Flensburger Straße. der Menges,schen Somali-Truppe aus Ost-Afrika. 18 Männer, 5 Frauen, 4 Kinder, Waffenschmiede, Bogenschützen, 5 Reit- Jagdpferde, 6 Strauße, eine Heerde ostafrikanisä siegen und Antilopen. dromedare, 8 6 Strauße, eine Heerde ostafrikanischer Schafe, Reichhaltige ethnographische iammiung. Vorführungen von Dromedar- und Pferdereiten, Bogen- schießen, Lanzemversen, von Kampfspiclen, Kriegstänzen, Lagerszenen, Karawanenzügen jc. Pfingstsonntag und Montag, früh 6 Uhr: Vorführungen der Somalis nnb Früh-Concert. Nachmittags- Vorsuhrungen 5, 6 und 7 Uhr.— Großes Concert. Entree: Tribl.nenplatz 1 M., Stehplatz 50 Pf.— Büffet am Platz. NB.: Die echten Ost-Afrikaner befinden sich nur in der neuen Arena am Stadtbahnhof„Bellevue" Wolksgarten in Wilmersdorf. Am I. und 2. Pfingstfeiertag• Grosses Concert und Specialifäten- Vorstellung im prachtvollen schattigen Garten. Auftreten von Künstlern nur ersten Ranges und der kleinen Anna Fiedler aus Charlottenburg als Gast. Am 2. und 3. Pfingstfeiertag im ff. Saal i Großer Dali. 3 Kegelbahnen, Familien-Kaffeeküche, Ausspannung etc. Nächste Stahtbahnstation: Schmargendorf. Dampsbahn von der Zwölf-Aposlelkirche(Kurfiirstenstraße). Um zahlreichen Besuch bittet 884 F. Pietsch. Von Echnrlottenlinrg(Bismarck- und Wilmersdorserstraßen-Ecke) fährt Nachmittags um 1, 3, 5 u. 7 Uhr ein Kremser bis zum Volksgarten._ ii. Reisckörbe allergrößte Aiiswahl, über 200 Stück, dilligste Preise, Invalidenstr 105. MT Destillation,"PSB 20 Jahre bestehend, ist wegen'Alters des Besitzers billig zu verkaufen bei Knaust, Bernauerstr. 120. 588 An die Arbeiter Berlins! Ä Von dem Bestreben beseelt, den Berliner Arbeitern echtes Bayerisches Bier zu einem he* deutend billigeren Preise, als bisher üblich, zu- gänglich zu machen, habe ich mit der großen und leistungsfähigen Export-Bierbrauerei von Ei?ora& Meyer in FKrth bei Nürnberg in Kayern bedeutende Abschlüsse gemacht. Der Ausschank des Bieres beginnt am 2. Mingst- f eiertage und zwar zunächst in den Gastwirth- schaften von Zubeil, Gnadt, Brunneilstrlijje 38, Eiuraberg, AilklMerstrche 49, GründeS, IrtsZitiitrßrlisie 116. Auftrüge, die ich besonders von Fabriken, Werk- stätten 2C. eventuell erwarte, sind an meine Adresse, ILettumstr. 24, 3 Treppen, zu richten. Ich liefere das Vier in Original- Gebinden von 15 Liter an. G&sstaw Hering, Schriftsetzer. .. Y V-... T. Sie bei Ihren Einkaufen streng reell bedient fei«, f» bemnhe« Sie stch f« aer, Seriin N., Eefundbrnnne», Kadstraße 18, Ecke der Stettinerstraße, zalteitelle d. 1 Sie finden selbst in überraschender Auswahl: Eltg. tamp'ii-NoMnziige 27, 30, 36—40 III. Arg. JWst-AnW«'ÄH: Elrg. Sm«tt-Plilet«!s�.KK Arz. Aosshosr»«.■>,»■ äußerst billig! Beizende Knaben-Anzüge(iir jedes Alter V0n Grosses Stofflager zu Bestellungen nach Maß: Eigene Werkstatt im Hause. Bitte genau auf Firma und Hausnummer zu achten. au. K. Scharnow's B ffi ■n älteste und anerkannt leistungsfähigste o Ahren-Fabrib|l En gi'os Berlin S., Export" g Nranieustr. 152, Ecke Moritzplatz, B bestehtseit l800. Anerkannt beste Bezugsgu. R jj Nickel-Remontoir-Uhren von 10—15 SOt. 3 o Silr erne Remontoir-Uhren v. 17 M. an Ssr Goldene Damen-Uhren.. v. 20 M. an 5. c do. Ancre-Herren-Re-%» montoir-Uhren... v. 50 M. an � � Regnlateure..... v. 8 M. an>7 z do. in polirtem Nuß- o 2. baum-Gchäuse, ca. 1 Mir. e 5. laug, 14 Tage gehend. v. 14 M. an~ e Wecker-Uhren in verschied. 3 Mustern...... v. 3,50 M. an r Bitte genau auf die alte Firma: WOBT Oranienstrasse 152"ÖQB vis-ä-vis von Lo e ser u. W o l f f zu achten. 051 »onnrag, den 1. PstngstfeierküS stöh- Ulis i m Ä.«nd 3. Feiertag: tierzu ladet ergebenst ein h Schensch� Reichsgarten, latidW; Neu! Neu l- Kaiser Wilhelms-B� R i x d o r f,- Canner Chaussee, hinter der Gasanst Am 1. und 2. Pfingstfeiertag: Früh-Concert«� Mp- Anfang 5 Uhr. Beginn des Nachmittags-Concertsltl� .>m 2. und 3. Feiertag: B a U'.|; Schöner Aufenthalt, reine Luft, sst�, tiger Garten. 2 Kegelbahnen, Scb stand zc. Neu eingerichtete Kaffeek�.� Kadeanstalt mit SchwiinuibaU� Nestamünt un!» Clnte» ztnn Wusterhausen er Barel1 Neue Jakobstr. 12., Aelteste Sehenswürdigkeit Ber!» Thurm aus dem 13. Johrhun. Jeden Sonn- und' Feiertag' Großes Konzert. Entrdo 10 Pf. j,,! Familien können Kaffee kochen. Vcr zimmer mit Piano und Kegelbad' 1556 A. Wikarl- Empsehle allen Freunden und kannten meine Destillation, Weis!- ii. BllW-Bier-L Vereinszimmer für Arbeitsnach und Zahlstelle steht zur Verfüg-�3' Carl Ulrächi _ �Orangelstr. 84. Besireächerf eil Wanu's Euch g'muthli unte wüllt's, so kommt's in die Kura� Straßen auf Nr. 15a, in die Restauration. Die höchsten Tanz wer'n aufgeführt. Veranttvortlicher Redakteur: Eurt Pauste in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kading in Berlin S\V„ Benthstraße 2. Hier.'u eine Keilas-' l »r. 118. Soiulobrnd. de» 34. Mai 1890. 7. Jahrg. Lslrnlss. die Arbeiter bis z» ihrem 81. Jahre nicht "rdi>u> d e its l o hn verfuge» dürfen? Die von den Dd.,." Regierungen dem Reichstag vorgelegte Arbeiterschntz- diait j 9®' über die soeben die Generaldisknssion beendet ist, «!«ii»»..'�em§ 134 b, der von de» Bestimmunge» der Arbeits- Z. �.den Fabriken handelt, eine sehr merkwürdige, aber lharakteristische und durchsichtige Bestimmung: .»Durch die Arbeitsordnung kann bestimmt werden, daß eer von minderjährigen Arbeitern verdiente Lohn an deren «Uern oder Vormünder und nur mit deren schriftlicher ochlinnmmg unmittelbar an die Unmündigen ausgezahlt "stsü und daß der minderjährige Arbeiter nur mit aus- �ctli.. er Zustimmung seines Vaters oder Vormundes � mndigen darf." llt das Ka inetüück. W mnn diese Beäimmung im guten Sinne auffassen, so hk�T�t»verden, um eine Stärkung der väterlichen k m J" herbeizuführen, um dem Vagabondenthum der Jugend, ka«, a? ,ullfl und der Znchtlosigkeit vorzubeugen und um den i°.,. heiler an seine Familie zu fesseln. Ci,„"c kommt es oft genug vor, daß der„junge Arbeitet'— bu, U) Jnchta t heiter— sobald er irgend der väterlichen Zucht- H,»''{noachseii ist, sich um V ter und Mutter nicht mehr schert, verspielt, vertrinkt, in allerhand Lasier verfällt und '):iil,?' Und moralisch verlumpt. Zlber man täusche sich nicht. ■■ t'0~'e Elemente Heben drakonische Fadrikordnungen gewiü tuch.., S>e würde» sich nicht, wie es der väterlich Herr von Stumm meint, mit dem Theil ihrer k#.% ben ihnen der Vater zuweisen wird, begnügen, I, eil. ße wurden Eltern Eltern, Fabrik Fabrik sein lm- besten Fall anderwärts Arbeit nehmen,»vo sie ihren H,, ovsbezahlt erhalten, oder, wenn sie solche nicht bekommen, üolajenthum versallen. Und will man hiergegen einen >».v- dann suche nian ihn in der Bildung, in der Auiklärung, Alebe» der Arbeiter amilien. Ties suche man zu be- Vrickt» 9tuä oiner gut genährten, wohnlich und gemüthlich ein- �ülh, Foviilie, die genug Geld besitzt, den Kindern eine gute kdung zu gewähren, und soviel Zeck, ihnen eine sorgfältige tctsJun0 geoen zu können, wird selten ein Bagobonv her- Ko* v Wohl aber aus einer im Elend verkommenden, ! rih in, srierenden Familie, wo Vater und Mutter um «o Jp Zur Arbeit gehen und um 9 Uhr zurüctkoinme», Ia-" Kinder im Schmutz erstarren»ind sich Tags über ohne % ,0�ne Wiehre und Ermahnung, aber auch fast ohne Rah- k, Q1Jf der Gasse herumtreiben müssen.— Hier liegt der 5 hter die Wurzel des Uebels, hier helse man! bj*" nicht alle jungen Leute sind so geartet. Wieviel kranke '.Wieviel alte Rt..lter werden von ihren Söhnen in Liebe �.Zärtlichkeit, soiveit die schwachen Mittel reiche», ohne �weise Lohnzahlung an die Eltern erhalten oder unterstützt! c klaubt man, daß es auf diese braven Söhne besonders wohl- , und ermuthigend wirken würde, wenn man ihren gute» " s so verkennt und ihnen das, was sie freiwillig vielleicht Krude» geben, durch Gesetzesparagraphen abpreßt! Oder �an gm geartete Kinder ur schamloseslen Ausbelitung an JL'rrliunpte Wuplinge ausliefern, deren einziger Verdienst | vesteht, die Kinder— und vielleicht gerade deshalb— er- .lä Häven?, lf0» wo die Bestimmung eine scheinbare Berechtigung hätte, i fum langen Leute herzlos gegen ihre Eltern oder leichtsinnig l iv„, äsderlich sind, würde sie geradezu dem oralisirend wirken, Üiäoi e„jugendlichen Arbeiter" durch sie aus die Landstraße und �gavoudeuthum geiioßen würden; liebevolle und fleißige n!/1' die ihren Eltern dankbar sind, und ihre Kindespflicht er- �."-würden durch die Bestimmung verbittert; und Leuten äliiii�r. die, zum eignen Arbeiten zu faul, von Schweiß und W'hrer Kinder leben wollen, wäre die Bestimmung ein grau- s unrecht und ein Rückschlag in die Sklaverei,— nur noch lojer als diese, da es sich um die eigenen Kinder handelt.— �z.�es sind die Erwägungen, wenn man die Beslun- tm guten Sinne auffaßt. Aber wir fassen pe Vi, �9 guten, wir fassen sie im schlechten ».�heiligen wollen, gegen den Kontraktbruch u. s. w., und »>i!»�3°ordueter des katholischen Zentrums hat es w>t aller iltx. chenswerthen Offenheit herausgesagt:»Durch Stärkung der bisi. Aen Autorität ivird auch jede andere Autorität gestutzt, der Vl.?chuhwall gegen die Sozialdemokratie". Es ist das a»iitrel'<"ic e ,%>at. das iiian treffen will, dessen beste Kampfer fallen 'tzi».' vber nicht Auae in Auae. im offenen Kampf und mit�ge- Vu-'�dev nicht Auge in Äuge, im offenen Kampf und mit V'albV- inßCn' svudern— durch vergiftetes Wasser!— «KW über sein Selbsterivorbenes lJt das Mark aus den ift&pm Oft if, V1 das Marl aus den Knochen yerausgrzu»i". »ich, �"sssweisen Lohnanszahlung an die Eltern und Vormunder ktii.n �einzelt bliebe, sondern daß sie acht Tage nach Fiilrall- 'iSufhiv� Gesetzes auf allen Arbeitsordnungen(Grillenberger sagt ü>. �ousordnungen") prangen ivürde, dasür wird gesorgt wer- verfügen darf, herausgezogen WMWWM EWWWM " frÄäö" b Angelegenheit haben, also weder die eine noch die andere Be- Häuptling beiviesen werden kann, so niag es genügen, des Doktor Hirsch Angabe etwas näher zu betrachten. Wie der Reichskanzler Herr v. Caprivi in der Reichstags- sitzung am 16. Mai bei der Berathung des Gesetzes, betreffend die Friedenspräsenzstarke des Heeres angegeben hat, basirt die Prä- senzstärke des Heeres auf dein Gesetze von 1887 und beträgt 468 400 Mann bei einer Bevölkernng von 46 850 000, also 1 pCt. der Bevölkerung. Von diese» 468 400 Mann, welche sämmtlich dein Arbeiterstande angehören, denn die Einjähng-Freiwilligeil sind in jener Zahl nicht einbegriffen, ivird jährlich ein Drittel entladen und kehrt zu seiner bürgerlichen Beschäftigung zurück. Dieses Drittel beträgt 156 000 Mann. Da diese Leute voUkommen kräftig und ohne körperliche Fehler sind, so kann man wohl annehmen, daß sie das fün'zigste Lebensjahr erreichen. Da die Einstellung in das Heer mit dem vollendeten 20. Lebensjahre beginnt, so sind bis zum 50. Lebensjahre 29 Jahrgänge vorhanden, welche mit 156 000 multiplizirt die Snnnne von 4 524 000 Arbeitern ergeben. Fünf Prozent dieser Arbeiter, also 226 000 Personen, sind arbeits- los, mit anderen Worten, dem Verhungern täglich ausgesetzt, denn die Erniahnnng an die'Arbeiter, für Zeiten der Roth zu sparen, ist Faselei, ebenso wie die Behauptung, daß die Arbeitsverhält- niste bestere geworden seien. Um dem Einwände zu begegnen, daß diese Vercchunng nicht berücksichtige, daß viele der entlassenen Soldaten selbslständige Kleinhandwerker werden oder zu dem ländlichen Arbeiterstande zurückkehren, sei bemerkt, daß die Kleinhandwerler in keiner besseren Lage als die Arbeiter sind, da jene heut fast ausnahmslos für Groß- geschäste arbeiten, die Stapelartikel gar nicht mehr macheu la en, fondern nur für die Saison Austräge geben; ilnter den ländlichen Arbeitern herrscht aber periodenweise ebenfalls'Arbeitslosigkeit, hauptsächlich infolge der Ein ührung der Dreschmaschine. Wenn die Gutsbesitzer über Arbeitermangel klagen, so stellt sich dieser allerdings in der Erntezeit bei Vielen ein, er ist aber die Folge davon, daß der Arbeiter nach der Ernte keine Beschäftigung mehr findet und deshalb Kanal- und Eisenbahnbau aussucht, bei wel- chem er regelmäßigere'Arbeit findet. Wie die Statistik über die Frauenarbeit ergeoen hat, sind 5 000 000 Weiber als Arbeiterinnen beschästigt, was von den Arbeitern gesagt worden ist, trifft auch für sie zu. Roch schlimmer aber stellt sich die heutige Lage der Arbeiterschaft dar, wenn man bedenkt, daß in vielen Fainilien der Mann oder das Weib die einzigen Ernährer sind, und daß init ihnen Kinder und'Alte hungern müssen. Ob Herr Dr. Hirsch bei seiner Behauptung von den 5 pCt. Arbeitslosen der Trag- weite derselben sich bewußt gewesen ist? Bei folchcn Zuständen drängt sich dann doch die Frage auf, wie ivird sich die Zuknnst gestalten. Leicht ist die Antwort ge- geben: entweder die stiegierung ergreist rechtzeitig energische Maß- regeln, um der Arbeitslosigkeit zu wehren, oder die Roth nimmt so überhand, daß deren Folgen den Wohlhabenden bedenklich er- scheinen, und nian dann gezwungen das thun muß, welches früher freiwillig gelhan, viel Unglück verhütet haben würde. Alle Ge- setze auf sozialem Gebiete werden erfolglos bleiben, wenn sie die Magensrage nicht lösen. An erster Stelle wird immer die Ver- kürz'ung der Arbeitszeit als probates Mittel sich erweisen, und dann dürste es wohl angemessen sein, genau zu untersuchen, ob die Einfuhr chinesischer und indischer Kuli und die Einwanderung italienischer Arbeiter zu gestatten ist, denn Jnternationalitnt kann nur zwischen Völkern herrschen, welche auf annähernd gleicher Kulturstufe stehen. Es ist nicht denkbar, daß der deutsche Ar- beiter nach China oder Italien geht, um dort Arbeit zn suchen. JJehnfs Herl'eifiihrnng eine« allgemeine»»nd gleich- mäffige» Ochlieffens der Geschäfte an So»»-»nd Feiertage» ist auch für den Stadttheil Berlin N. eine Bewegung im Gange. 400 Geschäftsinhaber des Nordens haben sich bereits schriftlich verpflichtet, vom 1. Juni bis 1. September er. an den Sonntagen von Mittag ab ihre Geschäfte geschlossen zu halten. Eine größere Anzahl der Geschäftsinhaber hat aber noch immer nicht daran Theil genommen und zwar nach Ansicht der Leiter der Bewegung hauptsächlich aus dem Grunde, weil es in Anbe- tracht der Ausdehnung des Nordens geradezu unmöglich ist, jedem einzelnen Geschäftsinhaber das betr. Zirkular zur Unterschrist vorzulegen. Wir machen deshalb an dieser Stelle gern darauf aufmerksam, daß die betr. Zirkulare in folgenden Geschäften zur Unterschrift ausliegen: Adolf Adler. Metzerstr. 93; Julius Jaeoby, Brunnenstr. 2; Gustav Lamm, Brunnenstr. 164; Gustav Sabor, Jnvalideustr. 159. Dav Kerliner Kanalilationswerk. welches im Jahre 1873 für einen verhältnißmäßig kleinen Theil Berlins in Angriff genommen wurde, dürfte der Hauptsache nach im Jahre 1892 vollendet sein— mit alleiniger'Ausnahme des Radialsystems XI, für welches ein Projekt bis jetzt noch nicht vorliegt. Dieser nord- östlichste Theil des Stadtgebietes ist verhältnißmäßig noch sehr schwach bevölkert und hatte bei einer Flächenausdehnung von 427 Hekt. bei der letzten Volkszählung nur 667 Einwohner. Seit der Ende 1889 erfolgten theilwcisen Inbetriebsetzung des Radial- sustemS X fungircn die 5kanalisationswerke bereits für zirka 4000 Hekt. Fläche, das ist für zwei Drittheile des ganzen Stadt- gebietes. Ende des Jahres 1888 waren für Berlin und die der Berliner Kanalisation angeschlossenen Gebiete von Charloltenburg und Sckiöneberg 126 084 Mtr. gemauerte Kanäle, 441 883 Mir. Thonrohrleitungen und 71 343 Mtr. Druckrohrleitungen hergestellt und eS wurden 18 221 bebaute Berliner Grundstücke durch die Thonrohre und Kanäle entwässert. Zur Unterbringung der Abwässer standen 3606 Hekt. aptirtes Land auf den Ricselgütern zur Verfügung. Die Kosten der Herstellung des ganzen WerkeS haben bis zum Schlüsse des Etatsjahres 1888/89 69 261 848 M. betragen. Air städtifchr Zvrrnanstalt in Dalldorf besitzt auch eine Bibliothek, welche sich zahlreicher Zuwendungen aus den weitesten Kreisen zu erfreuen hat und diese Theilnahme gewiß im höchsten Maße verdient. Die Bibliothek ist bereits auf 1465 Bände angewachsen. Da der Abgang der Bücher bei der Art der Leser ein verhältnißmäßig großer ist, so kann diese Bändezahl dem Be- dürsniß doch noch nicht genügen. Am bevorzugtesten sind die illnstrirten Zeitschriften, von denen alte und neue Jahrgänge nicht genügend vorhanden sein können. Auch für die Lektüre der Tagesblätler ist gesorgt, seitdem auf Antrag der Anstallsdirektion die königliche Direktion der Stadt- und Ringbahn die Stations- Vorsteher der Stationen Charlottenburg, Grunewald und Schlesischer Bahnhos angewiesen hat, die von den Reisenden ge- kauften und in den Eisenbahnwagen zurückgelassenen Zeitungen zu sammeln und durch Vermittelung städtischer Boten der Irren- anstalt zuzuführen. Durch diese Einrichtung wird das Material zur Unterhaltung der Kranken, besonders der Genesenden, in zweckmäßiger und kostenloser Weise vermehrt. Wir wenig Nüchstcht an riusrlnrnHtrllendevStadtbali» vuf das Interesse der Fahrgäste genommen ivird, davon konnte ich mich, so schreibt man der„Boss.Ztgck, am Dienstag wieder überzeugen. Die'seit einiger Zeit schon veröffentlichten Fahrpläne zwischen Halensce, Grunewald und Grünau, aus denen ich mir Notizen machen wollte, fand ich als Aushänge an den Glasscheiben links vom Aufgang zur Stadtbahn auf dem Bahnhof Zoologischer Garten, der nur der nächste Stadtbahnhof ist, aber gegen andere, in erster Linie gegen den der Friedrichsstraße, in Bezug auf Be- nachrichtungen an das Publikum mangelhaft erscheint. Während z. B. der Friedrichstraßen-Bahnhof alle auf dem Stadtgeleffe fahrenden Züge nicht nur unten gleich links vom Eingange, sondern auch oben auf dem Stadtgeleisebahnsteg durch Anschlag des Fahrplans zu Jedermanns Kenntnißnahme bringt, findet sich auf dem Stadtbahnsteg des Zoologischen Gartens kein anderer Plan als der des inneren Stadt- und Ringbahnverkehrs und der Verbindungen mit Spandau. Wer sich über den Grüne- waldverkehr Rath erholen will, muß nach unten gehen, und findet die Bekanntmachung endlich beim Abstieg am rechten Fenster der Treppe zum Stadtbahnsteg am duukelsten Ort auf dem im Ganzen sehr dunklen Bahnhof. Es kommt noch hinzu, daß die schwarze Schrift auf rothem Papier gedruckt ist. Es war mir in der sechsten Stunde am Dienstag Nachmittag unmöglich, an diesem dunklen Ort die mir gerade vor Äugen liegenden Fahrpläne in den Zahlen zu entziffern. Sollten die Herren Beamten, welche die Aufsicht über sie Stadtbahn am Halteort„Zoologischer Garten" haben, noch nicht bemerkt haben, daß sie die dunkelste Stelle für die wichtigen Bekanntmachungen gewählt haben? Rings herum sind helle Wände genug vorhanden und mit dem Bekleben der Wände mit Bekanntmachungen wird es ja sonst im Bahnverivaltungsverkehr nicht so streng genommen! Heit einiger Zeit hat sich in Aerlin die Sitte einge- l'iirgrvt, besonders imposante Gebäude nicht allein mit einer Kuppel oder einein Eckthurme, sondern auch mit einer Uhr zu versehen. Es würde das eine vollkommene Neuerung sein, wenn die Besitzer der Uhren sich auch zu der Ueberzengung aufschwingen könnten, daß die Aufgabe einer Uhr darin besteht, die richtige Zeit anzugeben. In Wahrheit sind wir in dieser Beziehung außer- ordentlich schlimm daran. Unsere Privatuhren wetteifern mit den Kirchenuhren um Ungenauigkeit und erreichen an Unzuverlässigkeit beinahe die Uhren an den Uhrenläde». Und das will viel sagen. Denn die Uhrmacher scheinen keine Ahnung davon zu haben, daß sie, iuden» sie eine Uhr als Schild an ihre Läden anbringen, auch dem Publikum gegenüber eine Verpflichtung übernehmen. Es ist schon schlimm, wenn die Uhren der verschiedenen Uhrengeschäfte unter einander oft weit mehr als sünf Minuten differiren. Was aber soll man dazu sagen, wenn ein Uhrmacher es über sein Ge- wissen bringt, eine Uhr draußen, eine drinnen im Schaufenster anzubringen, die fortwährend Jahr ein, Jahr aus mit einander in Streit liegen. In der Friedrichstraße zwischen Leipziger- und Kockstraße ffihrt der Weg an drei Uhrgeschäften vorüber. Die Strecke ist nur 3 Minuten lang, aber wenn man den Uhren glaubt, braucht man oft zehn Minuten dazu. Die Normaluhren, die der Obhut der Sternivarte unterstehen, sind zwar absolut zuverlässig, soweit nicht unabwendbare, dann aber sofort wieder beseitigte Störungen eingreifen. Aber es sind ihrer zu wenige, und mit der Errichtung der inzwischen städtisckerseits bewilligten Uhren geht es zu langsam vorwärts. Die Gleichgültigkeit der Uhrmacher im Allgemeinen gegen die Korrektheit ihrer Schali-Uhren geht so- weit, daß bedeutende Abweichungen selbst in der unmit- telbaren Umgebung der Normal- Uhren zu finden sind. Aller- diiigs, es kann Seitens der Schuldigen als mildernder Umstand geltend gemacht iverden, daß es am grünen Holze nicht viel besser zugeht und daß z. B. die vielbesprochene Wettersäule auf dem Schloßplatz von wissenschaftlicher Seite übereinstimmend als ein Schildaer Stücklein bezeichnet wird. Äber es wäre doch ivohl zu verlangen, daß die falschgehenden Uhren entweder in richtig gehende verwandelt oder ganz kassirt würden. Eine falsch gehende Uhr nützt uns nicht so wenig wie „der Mantel, wenn er nicht gerollt ist", sondern sie schadet. Sie führt irre, sie hat oft schlimme Folgen im Geleite. Und wie kurzsichtig ist der Uhrmacher, der nicht seine geschäftliche Ehre darin setzt, bis auf die Sekunde korrekt zu sein. Wie kann er erwarte», daß nian ihm seine Taschenuhr anvertraut, wenn er seine eigene Uhr nicht einmal in Ordnung zu halten weiß. Da geht seit einiger Zeit durch die Fachblätter der Uhrmacher eine 'Anregung über die Neueintheilung der Zifferblätter und die Folgen der Einführung der nach 24 fortlaufenden Stunden zählen- den llhre». Auch auf die längere Dauer, während welcher die Uhr nicht aufgezogen zu werden braucht, wird Gewicht gelegt. Das Publikun, wird ganz gerne auf jede andere Neuerung ver- zichlen, wen» die eine Neuerung eingeführt würde, daß die Uhren nach dem jetzigen System richtig gehen. Denn das ist und bleibt die Hauptsache bei der Uhr, sie ist es für die Taschenuhr; sie ist es zchntausendfach für die Uhr, an der Zehntausende täglich vor- übergehen. Zn» Strom des Lebens.„Wenn Könige fallen, so ist das tragisch, der Untergang des Bürgers ist nur ein Trauerspiel". Diesen Satz lasen wir kürzlich in einem Organ, das neben ver- schämter Judenhetze auch in christlicher Sozialreform macht. Freilich, wenn die Gewaltigen der Erde von Schicksalswettern ge- rüttelt werden, dann sind tausend geschäftige Zungen bereit, der Atit- und Nachwelt haarklein zu verkünden, welche Leiden Serenissimus zn erdulden hatte. Aber wer fragt nach den Leiden jener Tansende, über welche die ökonomische Entmickelung eben so gleichgiltig hinweggeht, wie der Wind über den Wüstensand weht? Wer zählt sie, die mißhandelt, enterbt und freudelos durch diese Welt gewandelt? Wohl tauchen sie für einen Augenblick aus dem Strom empor, starren uns mit Blicken an, aus denen eine ganz Welt voll Jammer spricht, und sinken zurück, um nie wieder aufzutauchen. Es sind die Namenlosen, von denen Nie- mand weiß, woher sie kommen und wohin sie gehen. Unendlich viele sind unter ihnen, die es sich früher, in besseren Tagen nicht träumen ließen, daß auch sie einst den Boden unter den Füßen verlieren würden. So führte uns der Zufall gestern mit einem alten Bekannten zusammen, der früher als wohlbestallter israelitischer Klempner- meister in Br. gelebt hatte. Sein Geschäft war im Lause der Zeit zurückgegangen, bis er, unfähig, der Konkurrenz die Spitze zu bieten, es ganz aufgeben mußte. Nach langen Jahren der Selbstständigkeit mußte er nun versuchen, als Lohnarbeiter sein Brot zu finden. In Br. gelang dies nicht, er ließ daher seine Familie zurück und ging, ausgerüstet mit folgendem Empsehlungs- schreiben des Rabiners auf die Wanderschaft: „Hierdurch bezeuge ich dem Herrn F., daß derselbe in seinem Handwerk der Klempnerei stets fleißig und nüchtern gewesen ist. Er ist ein frommer und gottesfürchtiger Mann gewesen, den leider schwere Schicksalsschläge getroffen und arm gemacht haben. Seit vielen Jahren ist er ein Bürger hiesiger Stadt und möchte sein Heil anderswo versuchen, und so bitte ich die Gutherzigen und Edlen nieiner Glaubensgenossen, sich des würdigen und bedrängten Mannes anzunehmen." Aber nirgends wollte es dem F. glücken, ein Unterkommen zu finde», wer wird auch einen alten Mann in Arbeit nehmen, wenn zahlreiche junge, kräftige Leute zur Verfügung stehen. Die Uilterstütznngen flössen auch spärlich und der ehemalige Repräsen- tant des goldenen Mittelstandes lag an seinem Lebensabend arbeits- und ezistenzlos als Proletarier auf der Landstraße. Einer von den Vielen,„deren Untergang nur traurig, nicht tragisch ist." elbige in einem sachlich als unrichtig behaupteten Richlerurtheile allerletzten Ausspruch treffen wolle zur Bestimmung dessen, was staatlicher Seits exekutiv eingehalten wer-en soll. In Richterurlheilen von öffentlichem Interesse liegt ein solches Gnadengesuch im öffentlichen Interesse selbst; und in der That ist es ein Prozeß dieser Prozeß aus dem Spuke von Resau, der für gar Viele schon verhängnißvoll ge- worden und sür ihr Leben wichtigue Folgen gehabt hat! Denn was giebt es Wichtigeres für den Menschen, als wenn er muß abthun seine ganze materialistische alte Auffapung vom Dasein, sich muß gleichsam umdenken zu einem neuen Sein! Ich dars nicht indiskret werden und Namen nennen: es sind— um eine Hin e schwer beugsamer Personen zu bezeichnen— gelehrte Aerzte, Physiker, Mathematiker, Juristen gewesen, die sich Häven wenden müssen; a. er meine seltsamste Erfahrung ist die mit einem beut- scheu Kriminalinen im Juslizdieusl, der urplötzlich in der Seance als Medium selbst erstand unter eritauulichen Manipulationen, die von ihm ausgingen. Und es wird dieser Jurist seiner Zeit unentwegt mit sich und der ihm jetzt heiligen Sache des Spiritis- mus hervortreten. Wer heutzutage vom Spiritismus nicht Notiz nehmen mag, gerüth in die Gefahr der Juoolenz. Berlin, den 20. Mai 1890. Egbert Müller. Der Frirdrichvllai« feiert am 80. Mai das Jubiläum seines fünfzigjährigen Besteheue. Zur Zeit seiner Anlage befand er sich am äußersten Ende der Stadt; hinter ihm dehnte sich das weile Feld bis nach Weißensee. Stach kaum sünfzig Jahren aber ist ein ganzer Stadttheil enluanden; auf den früheren Kartossel- feldern erheben sich hohe Miethikaseraen an breiten, lustigen Straßen. Der Hain, welcher das Grab der Ntärzgesallenen birgt, ist ein Segen für den Osten. Die Anwohner ergeyeu sich in demselben naa) gelhaner Arbeit. Tie Sträucher s. enden ihren Duft und das Gezwitscher der Vögel ersreut das Oyr. Durch die Anlage von Höhen und Tiefen ist dem Park ein romantischer Zug verliehen tvordeu; das Auge ruht wohlgefällig aus den Rasen- stächen, die alleroings einer besseren Pflege be-ürsen. Auch den Wegen mßte eine bes'ere Pflege z gewandt iver eu, da sie an manchen Stellen ausgetreteu sind und der dieselben einfassende Rasen verschn unden ist. Dir(strönnuun der neue« pferdebahnlinle vom Kri- minalgericht nach Eharlottenvurg(Knie), welche bereits zum lö. ds. Mls. in sichere Aussicht genommen war, hat nur de-halb noch nicht stattfinden können, weil das Polizeipräsidium in Berlin den eingereichten Fahrplan immer noch nicht genehmigt hat. Ter Berliner Pserdevahu-Geseaschast erwächst dura) diese Berzögeruug ein ganz bedeutender Schade», da das nöthige Bedienungspersonal bereits zum 15. ds. Mt-. engagirt und auch der erhöhte Pferde- bestand vorhanden ist. Nach dem zur Genehmigung eingereiastea Fahrplan solle» die Wagen von» Pierde-isisenbaynhof Charlotten- durg bis zum Kriminaigericht durn, gehen, während die Linie nach dem Lützmvplatz erst am Knie beginnt. Billets sür diese Linie sollen bereits vom Pserdo-Eisenbahnhos aus gelöst weroen können, so daß hier das System der Korrespoiidenz-<>ahrkarteii zum ersten Male zur Anwendung kommt. Ter Fahrpreis vetragl sowohl für die gauze Streite Bahnhof- Lützowpiay, als auch für die neue Strecke Bahnhos-Kriminalgericht nur 20 Pf. Tqra» der In irgree. Einem Bismarktreuen Lübecker Blatt eutuimnit der„Reichs>rennd" die trostreiche Nachriazt, dap Tyras der Jüngere, ein Sohn des Bismara'fcheu Tyras, ein durch Größe und durch Ebenmaß seiner Glieoer«ich auszeichnendes prachtvolles Thier, denen Eigeuthümer der Geh. Kommerziell- rath von Bleichröuer ist, sich von dem hundelieohaoeiiden hohen Adel und verehrlichen Publikum seit 15. Mai in der Eharlotlen- burger Flora als Theilhaber der großen internationalen Hundes Ausstellung beurniK eru läßt. E» ist ein Trost für das ar Berlin, daß wenigstens die Dynastie Tyras noch in seinen Maseru fortlebt. f Ein»«nie Ginrichtiingi bemerkt man seit einiger Zeit bei einigen Baäivaare.. yanblerii, vie ihr G es.hast in o, jenen Hans- sturen betreiben. Während die Backivaaren dort früher ans Tischen frei ausgelegt waren, so daß sie dem Stauve der Straße ausge- setzt waren, sieht man seit einigen Wochen, beispielsweise in der Jerusalemer-, in der Königgraper- und auch in cet Pol-dam'er- siraße die Backivaaren in niedrigen Glasschränken ansvewahrt. Tie Gelegenheit zu bequemen Einkauf von Backivaaren ist dem Publikum gewiß erwünscht, aber von den frei an der Straße, 0|t in geringer Höhe vom Fußbooen liegenden Borr.lhen zu kaufen, trägt docy ivohl Mancher Bedenken. Tie neue Eiurich- tung i erdieal bes. ege» weitere Verbreitung. Ein»«»heimliche Eutdecknug machte am vorigen Sonn- tag ein Arveiter im Seddiu-See vor dem Seeglerschippchen in Schmöckwitz. Dort siel nämlich einem Berliner Bankier, beim Heranziehen seines Bootes an's User, ein werthooller B ri l la n t- ring in's Wasser und der erwähnte Ar eiter, ein tüchtiger Schwimmer, erklärte sich bereit, nach dem Ring aus dein See- gründe zu suche». Er entkleidete sich zu diesem 3 weck und tauchte unter. Als er den sehr schlammigen Grund absuchte, bemerkte er, zwischen alten Pfählen eingeklemuit, ein Gerippe, welches das eines menschlichen Wesens zu sein schien. Entsetzt schnellte er empor, ohae den verlorenen Ring ge, unden z» Häven. Od das Skelett wirtlich ein menschliches oder nur ein thierisches ist, muß dahin gestellt bleiben, da der Taucher es an seinem Platz ge- lassen hat. Da» Unwetter vom 19. Mai hat nach den der„Fr. O. Z." zugehenden Berichten die ganze Provtnz Braudeuvurg heimgesucht. Ter heftige Hagelschlag hat verschiedene Kreise arg betro,|Cn. Am Scyarnlutzetsee und zwischen Psaffendors unv Alt- Golm im Kreise Beesioiv-Storkow kam so viel Eis herunter, daß gauze Kober voll Hagelkörner gesammelt werden konnten.— Im Kreise Kalau dedecUe» Hagelkörner in der Größe von Haselnüffen und darüber in einer Höhe von 5 Elm. das Erdreich. Die Gegend glich vielfach eucer Wtnrerlandschast. Aus den Feldern wurden Halmfrüchte strichweise ,n Grund und Boden geschlagen. Besonders arg mitgenommen sind die Dörfer Slödritz, Wilmers- dorf und Alteno. Im Kreise Lübbe» haben besonders die Feld- marken Ltwolz, Hartmannsdors und Schiepzig gelitten, da die Schlössen dort anhaltend dicht und in bedenklicher Größe gefallen sinv. In Uctro wüthete das Unwetter derartig, daß am Eisen- bahndamm der Strecke Uckro-Dahme hunderte von Meter zerstört worden sind. Sehr böse heimgesucht ist auch der Kreis Leb»?. Aus de» verschiedensten Theilen dieses ÄreiseS wird gemeldet, daß Hagelkörner in der Größe von Taubeueiern heruieöergekvmnieu sind, die üppigen Saaten zerstörten. Bäume zerschlugen und fuß- hoch den Erduoden bedeckten. Weil und breit sind die Erntehoss- uungeii vernichtet. Ein nichtswiirdiAcr|t»l,n>|h-eich hätte am Mittwoch Abend auf der Verbindungsbahn leicht zu einer Eisenbahn- Katastrophe führen können. Als abends gegen 7 Uhr zwei Arbeiter die Knesebecksiraße in Rirdors passirlen, sahen sie aus dem unweit davon belegene» Bahnkörper der Vervindungsbahn eiiieu Menschen stehen, der sich in ausfallender Weise an den Ge- leisen zu schaffen machte. Sie glaubten anfänglich mit einem Sethstniordknndic ate» zu thun zu baden, der sich von dem jede Minute daselbst eintreffenden Personenzuge überfahren Innen ivollte, gewahrten jedoch bald, daß der Betreffende in gewissen Entfern» ugen große Steine und Eisenstücke auf den Schienen niederlegte. Run holte einer der Augenzeugen einen Bahn- beaiuten, ivährend der Andere Jagd auf den Attentäter machte. I» aller Eile wurden die Steine von den Schienen entfernt und kaum war dies geschehen, als auch schon der fällige Zug heran- brauste und die gefährdete Stelle passirte. Es gelang auch, den Burschen zu fassen und in demselben wurde der bei einem Bäcker- meiner in der Knesebeckstraße konditionirende 10 jährige Lehrling Emil H. ans Berlin rekogaoszirt, der die That auch eingestand. H. wurde ins Untersuchuugsgesängniß geschafft. Ei» mörderischer Ueberfall, über welchen jetzt er'l Näheres bekannt wird, ist in der Stacht zum Montag in einem Waloe unweit Groß-Beften au der Görlitzer Babn verübt ivor- den. Dort wurde, wie ein Berichterstatter aus einem Vorort uns meldet, blutüberströmt mit acytzehu Mepersticheu im Körper ein Artillerie-Unterosstzier, welcher auf dem Durchmärsche begriffe» war und in Grop-Beüen Quartier genommen hatte, aufgefunden. Derselve ivar von Knechten in großer Mehrzahl an einsamer Waloesstelle auf seinem Wege über allen ivorveu und trotz seiner kräftigen Gegenwehr schließlich unterlegen. Nach seiner Auf- findung m r. e er zunächst nothdürflig verbunden und nach Ber- lin ins Lazareth transportirt. Die Thäter und bereits festgestellt worden. Wie es heipt, soll Eifersucht das Motiv der rohen That gewesen sein. I» der Heno'sche« Kindearanb-AMre ist am Donners- tag, Vormittags 10 Uhr, vor dem Untersuchungsrichter, Land- gerichtsrath Dr. Friedverg, im Moabiter Jnstizgeoüude die Vernehmung von Zeugen begonnen. Ter Gendarmen-Wachtmeister Höhne, als erster Zeuge, hatte zu seinem früher abgegebenen Be- licht sowohl in der Heno'scven Kindesraub-, wie in der Ikarbaum- schen Mordsa.ye nur noch hinzuzufügen, daß es nachträglich gelungen ist fesizustellen, daß die Necke am Sonntag, den 11. Mai, also einen Tag später, als sie das Heno'sche Kind in Tempelhof bei de» Thalheim'schen Eheleuten müergebracht hatte, mit dem.Kinde auf dem Arm in dem Posamentiergeschäst der Geschivifter Voigt zu Tempelhos erschienen ist und für das Kind Kleinigkeiten ge- kaust hat. Von diesem Geschäft ans begav sich die Kindesräuberin nach dem Boegner'schen Geschäft im Tor je, ebenfalls mit dem Kinde auf dem Arm, und kaufte dort einen Guttapercha-Kamm. Sowohl im Boegner'schen wie in dem Voigt'schen Geschäft hat die Necke angegeben, daß das Heno'scve Kind ein von ihr ange- nominenes Kind aus dem Waisenhanse sei. Die Vernehmung, in welcher ferner noch Frau Noack darüber gehört wurde, in welcher Verfassung ihr die kleine Heno an dem Abend übergeven worden, als die Necke in Mariendorf verhaftet wurde, dehnte sich bis gegen IVe Uhr ans. Die Necke selbst, an deren Unznreckninngsfähigkeit nicht mehr gezweifelt werden kann, wird ärztlicherseits beobaastet. Die Vernehmungen der Zeugen werden am Sonnabend sortgesetzt werden. Hmnsdoi'f, so wird uns geschrieben, ist nicht zu besuchen, da dort von vier Lokalen kein einziges zu Häven war. Dolizeibericht. Am 22 sten d. M. Vormittags wurde vor dem Hause Stromstraße No. 23 ein dreijähriges Mädck'en von einem Pferdebahnwagen überfahren uno erlitt einen Bruch des linken Unterarmes und dreier Finger der rechten Hand. Das Kind wurde nach dem Krankenhause in Moabit gebracht.— Zu derselben Zeit sprang ein Mann vom Alerander-U er in den Humboldthasen, wurde jedocy wieder aus dem Waner gezogen und nach der Eharilee gebracht.— Mittags stürzte ein vjahriger Kn ibe aus dem Fenster der im zweiten Stock des Hauses Tresckowstr. No. 83 ieleaenen elterlichen Wohnung aus den Hof hinab und erlitt eine Gehirnerschütterung, so dap er nach dem Krankeahause am Friedrichshain gebracht werden mußte.— Nach- mittags fand im Kenelhanse der Kriegs-Akademie, Torotheenür. Nr. 56. 59., bei der Probeheiznng eines neuen Dampjke els eine Explosion statt, wobei der Monteur Littel durco den ausürömenden Dämpf Brandwunden am Kopf und an den Händen erlitt, so daß seine Ueberführung nach dem Augnsta-Hos. itat erforderlich ivnrde. — Im Laase des Tages fanden an zive».Stellen kleinere Brande stall. levidpks-.Beikuttg. Eine» Einblick in die Knchenverchältniss« der Eharitee «währte eine Verhandlung, welcve gestern vor der Iii. Stra.kammer des Landgerichts I. stattfand. Die in dem Institut seit jait zehn Jahren aagestellt gelvesene Köchin, Lieüauratenrsiviltive Anna M elzer. befand sich wegen fortgesetzter Diebstähle und die Schneiderin Auguste K r a k a t wegen gewohnheitsmäßiger Hehlerei auf der Anklagebank. Tie erste Angeklagte hatte den sogenannten„Herrentisch" in der Eharilee zu besorgen, eine Mit- tagstasel, an welcher gegen hundert höhere Beamie uno Aerzte der Anstalt lheilnehmen. Sie bezog einen Lohn von monatlich 60 Mark bei freier Wohnung und hatte außer.. ein die Erlaubnip, für sich und ihr Kind den Beoars von den übrigdleibenoea Speisen z i entnehmen. Diese Erlaabnig soll die Angeklagte nickt nur i» der ausgedehntesten Weise gecniabrauckt, sondern a ich mit den ihr zur Zuvereitnng gelieserren Biktnalien einen kleinen lebhaften Handel für eigene Rechnung betrieben haben. Schon vor Jahre» ivar der Direktion eine Anzeige zugegangen, das die Angeklagte Durchstechereien betreibe, da die Anzeige aber anonym geschehen, legte man weiter kein Geivicht au| diesel.e und ertheilte der Verdächtigten nur eine Verwarnung. Im Februar d. I. lies wie- darum eine Anzeige ein, worin behauptet wurde, daß die Koch- sr.iu Aielzer allwo.c e. tlich an einem bestimmten Abe» e an der Ecke der Komntuuikation am Ne. eii Thor mit der Schneiderin Krakat zusammentreffe, um derselben die im Lause der Woche gestohlenen Biktnalien zu verlaufen. Tie Beobachtung wurde nunmehr vorgenommen und beide Angeklagten wurden angehalten, nachdem der Handel soeben beendet war. Frau Krakat hatte von der Frau Melzer für 6 M. 50 Pf. folgende Gegenstände erhalten. 5 Pch. Rindfleisch, 4 Pfo. Schweiuesteisch. 2'/e Pfd. Kalbfleisch, drei Brathechte und 4 Pfd. Butter und Talg. Nach der Anklage soll dieser Handel seit ungefähr zwei Jahren betrieben worden sein, die Beschuldigten widerriefen ihr früher angelegtes Gestäud- niß im Ternune aoer insoweit, als sie nur zehn bis zwölf Fälle zugeben wollten. Beide Angeklagten wollten nicht gewußt haben, daß sie etivas Unrechtes begingen, die Angeklagte Melzer glaubte über das durch ihre Kochkunst Ersparte frei verfügen zu können. Oekonomie-Jnspektor Hirschmann bekundete, daß niemals Klagen über zu kleine Portionen seitens der Tischgäste eingelaufen wären, aber nie und nimmer könne die Rede davon sein, daß die Melzer sich im guten Glauben befunden, es sei sogar streng verboten, von den übrig gebliebenen g e k 0 ch- ten Eßwaaren etwas aus der Anstalt hinaus zu schaffen. Der Staatsanwalt beantragte gegen die Melzer neun Monate Gefängniß, gegen die Krakat, deren Hehleret als gewerbs- und gewohnheitsmäßig angesehen werden müsse, eine Zucht- haus st rase von anderthalb Jahren. Der Verthei- biger, Rechtsanwalt Leopold Meyer, hatte mit seinen Aus- führungen, daß eine wiederholte Hehlerei mit einer und da Person noch nicht als„gewohnheitsmäßig" anzusehen sin WJ der Gerichtshof lheille feine Anfsassnng und belegte lesti' gellagte gleichmäßig mit je 0 Monaten G e f ä n g»> Vovfnttttttlunsett. I Die Freie Uereinigung der Maurer Berlii� � zlmgegeud hielt am 22. d. At. bei Orschel eine orbenllW', gliederversaminluiig ab behufs Erörterung der Frage:- kommen die Berliner Maurer den gefaßtes'., s ch l ü s s e n, sich einheitlich zu oig(llU,'11 öil nach?" Ueber diese Frage hielt Herr Wernau Vornnz' genügendste Llntwort war hierauf der Besuch der Vers»«�? zu welcher alle im Maurergewerbe beschäjtigte» Kostegeci' � laden— aber nicht erschiene» waren, lieber die fand eine lebhafte und langwierige Aussprache statt,>n>�7. besonders darauf hingewiesen ivnrde, daß es endlich aihd»? wäre, daß sich die Spezialvereine, namentlich die Unttt'!"- L vereine, auflösen, um in der Freien Vereinigung anlMK, Auch wurde die Hauptschuld an den jetzigen überaus uugu>I � Verhältnissen den Poliren beigemessen. Tie Versamnstm>iL, schloß schließlich: 1. Der Vorstand wird ermächtigt, oh»® ficht auf andere Vereins beslrebungen innerhalb unseres Versammlungen einzuberufen an Tagen, wel he demselben= eignetsten erscheinen. 2. In nächster Zeit»och einmal ei« blatt an sämmtliche im Maurergeiverbe beschäftigten 80W8_ erlassen.— Bezüglich der Biersrage wurde beschloffen, sc kein Bairisch Bier zu trinken(ausgenommen Münchencr haus), bis die Brauereien die Forderungen der Branergestiu willigt haben.. Ein» sehr zahlreich besuchte öffentliche Ja«® Krrlin er Bildhauer fand am 20. Wiai bei Köpnickerstr. 100, statt. Ins Bureau wurden die Kollege» Plage und Bar�nhn gewählt. Ter Referent, Stadl», b Zubeil, welcher-> er„Was lehrt uns der 1. Mai?" ressl, sollte, war veehinoert zu erscheinen und wurde zum 2. Togesordiiung übergegangen, in welchem Kollege Dapom° 1 Thema behandelte. I», dritten Punkt„Werkstattang�'d heilen" wurde die Angelegenheit der Sireik-Koutroltomu.ii!�". � besprochen und wurde» hierzu die Kollegen Buda und Sen� Telegirte geivählt. Tann gab Kollege Barduhn den Berickl'A die Niederlegung der Arbeit in der Werkstatt von Götze, strape 25 und erwähnte, daß dort schon mehrere Kollegen% u» ,, aus Akkord haben angefangen zu arbeite». Herr Götze,»e'% der Versammlung amuesend war, hatte sich kurz vor Pen»"' ,1 seiner Angelegen yeit entfernt. Kollege Buda ermahnte die doch an dem Beschluß feitzuhalten, daß die Ledigen unvttjjD „... e„rii>ae All ein & «ffli K den I Bro & itn n den % Ober sirn In, tS % in? Bs abreise». Im 4. Punkt,„Verschieb enes", gas Kollege den Bericht der Kommission, verlas einen Bock ,,, Agenten(der für Ferd. Voigts u. Comp', die 3'* besorgt hat), der die Ko»u»isj>on ersucht, die Lersch"» beschließen lassen zu wollen, ob bei Voigts weiter geiweu'{ oder nicht. Hieraus wurde einstimmig beschlvsfe», auch Jota nachzugeben. Dann wurden de» streikenden Formet» lins 100 M. bewilligt. An Stelle des Kollegen Weber,»' aus der Kominisston ausgeschieden war, wuue Kollege»»*• wählt. Entlassen wegen Feierns am I.Mai sind die Kolleg 1 Larsen, sowie Kollege Schneider bei Lessing. Zum Schluß Kollege König den anwesenden Gauvereins- Mitgliedern � daß am 3. Pfingstfeiertag eine Exkursion nach dem PolyM' in Charlottenbnrg stattfincet.. A, Friedrichohagr». In einer am Sonnabend, den 1'' Z.< stattgehabten öffentlichen Bersammlnug wurde nach eiiie»».< rate des Herrn Aug. Meyer beschlossen, einen Slrbeüco» verein für den Hiepgen Ort zu gründen. Behnss Ausa»''y> der Statuten w rde eine Kommission von 7 Mann Ss äp- 1 Eine Resolution, nach welche» die hiesigen Arbeiter b» �1! gehen der Friedrichsh gener Kaui.aanuschach, betregs.>.1-, schliepung der Geschä te von 2—6 Uhr, unterstützen, � genommen. In ausgelegte Listen zeichneten sich nach S4' t der Anwesenden ein. I Lacho-r-i» der«üdiltr. itie am 81. d. M. für Weigeusee »erfaimnlung mit der TageSordccuug c„Tic Acdrasltzi-c, und die Hai die polizrilich« Genehmigung nicht erhallen. Kchiihmnchrr! Am 8. Pfingstfeiecla», früh 1\ Uhr: Landpac Familt» nach Schildhorn. Trefspunti: Bor dem Brande»burg«r Thdu Zahlreiches Erscheinen ermiinschi. i' Achtuno! Im Jnleress- der gemabregeften Schrauben- Fasond"«-Ii suchen wir, bis Sonnabend Abend 7 Nhr sämmtitche gc;-.chnc!c Lc'U Jakobstr.«9 abzutieser». Auch find daselbst Listen in empfang zu"t". esroßc»penNichr y-riaimulitug für zniinurr»»d Frn'l's.li Sonmaa, den 8S. Mni, Nachmlilags» Uhr, in. Lokale des Herrn o.,, «lixdorf,«ii-sebccksirabe: ffenvorlra\ des Herrn Sir. Bölte! ans f'»'.,'*"" Slactiljev: IScnNilhlicheS Beisammensein. Hierzu iadel ergedenst ein:»' stand der Freien iSeme»de zu Ripdorf. a n» ttriiciistendort. Prstanrau» HreschlSHchrn, Ztlnrlistraße l r.'l 2. Pn igstfeieclag o-raiistailer der Arbeiter-Miicmer ccsangvr em„Wecki! e.n Srob-s Vota!- und, znnrumenlal-FriNi-ironzerr. Anfang n Nhr. Achlung! Ta d escs Lolai von den Benosten zu»nielflnhe» ist, F Fefe hiermit fflenoffen und Sangcsbrüdsr freundlichst«u> eladen. Fnhrr.-n- p vom Pfe.debahnhof Btfunbbnmnen und Wedding, Scts Terichisstra-". Kremser oo» f, Uhr früh an. zpersammlung de» Kef«-«»dl 5i«kutU-hlub»„Heine" In am Sonntag, den 26. Mai(i. Pstngstseierrerg), Bo.minags n Uhr, ll» des Herrn Barla, Bergirr. I2v. Pereinil,»»« der?c«ch»l-r»entlistla»»«, O'lsverwallung}■ sammlung am Dienstag, de» 27. Mai.«ormttta s lu Uhr, in SabM«■-> Haus, Annen>r. is. TageSo dnnng; r. Rültist.ck in die Arde.le Referent: Paul Liistn. Distusflost. s.«ersch.edenes 'sllt, ic'iZZ'! un» Fram'".',.». Erscheinen sämmtlicher Mitglieder erwünscht. Ectiegennahme von!>k sowie Ansgnbi der Fnchz.'tiung, j.den Sonnabend Abends von.ji in den Zahlstellen Siecihenbsr„erstr. iL rundes. is bei Pugoi» un» DceSSeneriN «roijrr Ztiisstng des A»s«ni»inen Ztrbeil»rin»«»-z>erei>>e tichee �criino»»» Itingesr»», sowie sämmiiccher �!. hörenden Filialen am-e. Mut<2. Psingstseieriag), Marge, s: Nh.'st., Kssü Wilmersdocker AoltSgarieu, Veritnersrr. 40. Fahr.ielegenhcN von j.'b-st«ck, bahnstalion bis Schmurg ncdo s, von dorr>o Mtnmen. BerbtndUM! Spillelmarki bi» Eolzstr.ige>»!> dem Omnibus, oder von der Zrrrsti'' j ich tirche mit der Dampjbghn nach Wiluiersdocs. Nachiu ler werde» dort erwartet, hl di e V.rein« werden hiermit eiagelgde». Um rechl i'"'. Beiheiligling wirst g. beten. «estnnr.cnt hretcht I. Pfingslseierlag: iL rn 39 Mann starke>«kaville nn.i.r Leilnng...........W_____.v......, stattet von der Aeseilschnki.Zulun'.". Nasseneröfsnung ist»Hr. Anst)' zc Eniree 26 Ps. Bei ungünstiger Waierung slndet da« stg.czeri in K;.L,o flnit. Tie ftnffectüctie ist geössnei. Bier« sind von ansjerhald. Pief'.Zt'! Verbindung vom Wevdiug bis vor'« Lokal. Tg den Ar bestel l, in Rcstws'epc'ch weiter fein Lokal zur Berstigung steht, werde» die Bcnofse» ersucht, zu erscheine». s»cs»»st-, Annn- n»c> oekelllit» ytrtint am Sonnabend! verein„Hanno ia" Abends 8 Uir im Ue caimut, Aste Zgiob iA Männergesangverein„Treue" Abends 9 Uhr im Restaura,>1 Ali» rgsüf?.,.,!. ; c O.i tmc lyciueu yic.mu«tui�vtuyciie**11* ww-- u listeten., a, reschtoljisten,!t«!>ii.!ie»sto>k, ztlnrststrgst« l'ü.,, i' Broste« Jiistruiiiinlai-Fi iih«o izec c, ausgeführt.y welle nv.i.'V Leitung des Musildi eliors Herrn Psh,- z'.i-' Männergefgngverein„Erato" Abends Uhr bei Schläwicke, Kleine K># j'.i — Männergeiangvereist„Senesel«r� Restaurant Zemler, Münzstr. ��-�B�i Uebunasstunde, Aufnahme neuer MNglteder.— iS.sangvercin AbendS o Uhr im Restaurant Lehmann, Kurfürsten ikr.»I i" Lübeck'scher Tnruoerecn(i. Lehrlings-Rbihestungs Abends 8 straste 67—68. Turnverein„Wedding", Pantstr.», Älänner-Aviheiiun.l"s' 10% Uhr Abends; desgl. i. Lehriinasabtheiiimg vo, 8 bis ro Uhr iL. r — Arends'sche Stenographenktaste de»..Berliner Handwerkerverei's'Z eX llhr Sophienstr. 15.— Thealer- und verguügu» csoereins„ikarim«'' zp s Uh. im Louisenftädlischen Bierhause, Admirninr. 18.— Theener- � gnügungsaesellschafi„Treue" Abends«st Uhr i» Bgdcri's ztallsalo i, We>i(.„eck — Privai-Thealergesellschast„Schneeglöckchen", Abends n Uhr in Benins's" Veleranensir. ig.— Beselltgke lsklnd„Lnslig" Abends 9'; Uhr im r ch Weichelt, Tanbenstr. es.— Berein der Taubensreunde Abends L pich Restaurant H.ilmann, Mantensselstrahe 66.— Tänisch.r Berein„F ccin'„..gst 9 Nhr im Reslanrant Poppe, Lindcnstc. los.— Berein der tBürin'1'' ,. Abends 8% Uhr bei Baihinger, Doroihee cstr. 6«.— Berein ehem. S«l"Ju,|iJ «z.«emeind. schule Abends» Uhr im Resiaurani, Koppensir. 56.-st ,,,.i ehem. M. tt. Luiher'scher Schüler Abend» Uhr im Restanm»! Bfsi.g.Z! Ohmgasse 2.— Rauchllub„Poriocico" Ab-.ids 9 Uhr bis Ii Uhr tsi.'Z.ntt strahe 167 bei Schulz.— Rauchllub„Qualm" Abends« Uhr Ii» Uen"" Tamm, Schönhauser Hilles 28.— Bergnügungsverein„Lustige is" Avenich Z Tamm, Ecyonyaufev vmee ss.— is vlv, oi?-1 h tm Restaurant Alvrecht, Annenstr.s.— Tamdourveretn„Tedan-Giyuna> 9 Uhr, Grüner Weg»— 10, Aufnahme neuer Mitglieder.— Tamoo» b«" a•......-"•--♦2-------» Ctralljurgci l1.1" „Her, Innig", Abends 8 Uhr, Sitzung im Dirigent und Borfitzender Fritz Luugant.— stark", gegründet 188«, Dirigent zur Zeit Restaurant Slrabburgcc. Tambourverein„ii'nig'su„pi-' H. Kämling, AuinahiNs , UCUlUIIVd A.V.V, f- 0—»e.d gröblichst beleidigt und thätlsch uiig:n worden, da inir teiu anderer Weg offen steht, so war ich g �vungen, der Slaarsc wa�schast hiervon Anzeige zu machen. Carl Röhden, Posamentier, Clatitzer Straße 20. VviefA riefen der M, dstlition. Bei Anfragen bitten xd'~ die Abonnements� Quittung beizufügen, vriefliche Antwort wird nicht crthtilt. I. Keiilchel, /armer. Begnügen Sie sich nur„bei öOstündig-r Arbeitszeit wöchentlich mit Ihren 60 bis 80 M." und schtiurfen Sie icht auf Ihre Kollegen. Mir haben keine Veranlass» z, Ihrem Teschreibsel eine größere Oeffentlichkeit an- edeihen zu lassen; es ruht auf dem untersten Grunde.uisei"• Zapierkorbes. Wenn Sie in der That„ein alter Abonnent" unseres Blattes wären, so müßten Sie wissen, daß die Former ihr gutes Recht vertheidigten und daß sie warm für die allge- meine Arbeitersache eingetreten sind. Das allerdings scheint Ihrem engen Gesichtskreis unersindlich zu sein. K. N. HO. Es heißt: inwendig. C. P. Ihre Arbeit wird uns angenehm sein. Vielleicht überlassen Sie uns diejenigen Theile, welche Sie bereits fertig gestellt haben, zur Einsicht. Wenn Aendermgen nothwendig sind, so macht sich das vor Schluß der Arbeit leichter, als wenn Sie dieselbe bereits beendet haben. |I. K., Ilrbanstrasie. Ein wenig Geduld. F. Ü. 100. Die Eltern sind ersatzpflichtig. K. 11. Anua. Das können wir doch wirklich nicht wissen. 0« K. 83. Wir wissen kein Mittel. »i ükiw il-S--' ']t i': [eucii ...Nlt. ,i--- 'S A- S- eia>«r 0**1 iVj f>1 0 'W Si nid- Detii| ß K P''] fA % i & % % Hirt1 .i' UV Bctfln gtilierlilichcr Hilfsarbeiter. wosse Landpartie nach Johannisthal . am zweiten Pfingstfeieriage. zg,. Abmarsch spätestens 8 Uhr vom Restaurant Kimpel, Alter Treptower der Verbind ngsbahn. Treff für Nachzügler: Restaurant Senkt» „'n Johannisthal. 596 �v.berillBlllljbillbereitltM �.Betriedell besij. Arbeiter. da« 1" o[le0en hierdurch zur Nachricht, d«n o, folgenden Versammlungen Ji. i""6 0811 bl. ausfallen. -psttung ist an beiden Sonn- Älrbeitsnachweis Dresdener- aeo-n'n den Geschäftsstunden ent- i» nehmen. 579 Iunr 7- Juni finden die Versamm- .Loi? FWk'üßig jeden Sonnabend im sirAnf-äolischen Klubhaus". Annen- Oer Vorstand. 574 e slirVerbreittlug m L Äolksbilbülz. > �.Zweiten Pflngst eiermg: 5' M'MUMilg Stolp üf,.. an der Rorddahn. ki 7 o�L der Züge vom Stett. Bahn- I«ni. �r Morgens. Für aue U.1««. welche mit den Zügen 12,35, tefÄindfin Xr.®tpche. Oer Vorstand. h,-.. 7' Die Sonntags- Vorträge fallen ■vjKeiib des Monats Juni au»._ lüi"'1' 1 Achtung! Lildhaner! , �'l folgenden Werlstätten sind unsere .'Gerungen nicht bewilligt: sä. Vogts* Co., J. C. PfaH, �ar. Weinmann, Groschkns, JJövesandt, Larsen, Götze, s�chtftraße 25. I �ictadre ien sind: Für J. C. Pfaff: Phickerstr. IIS, Querg. III. I t Für Groschkns: Freitag, Goilnowstr. 19. MBtroem oestehen noch Differenzen ' Oer A-erkuatt Jahn, Besselstraue. ai> d ersuche» die Kollegen, sich strenge A.,.d/e KteUrnoermiitcUing der Mlfen, Anneubr. 16, zu halten. h,.e>- andere illrdeitsuchen führt zu �"kräglichkeiten. ___?ie Kommissta«. . Vereinigung � Drechsler Deutschlands. j. t«, swerwaltw ig i. S?»dfäiumiung am Dien mg, den ��>i, Vormittags lu Uhr in Sahm's »aang, Aunenstr. IG. Erscheinen summtlicher � nicht 575 Mitglieder Schuhmacher! 2. pfingstfeiertag früh 7>/iUlir LaMdpar&hge Familie nach Schildhorn. v.�sesspunkt om Brandenburger Thor. tabak-LM. ---0 Sumatra-Decke 165—280 Pf., ■;">»il.Umblatl 110 und 105 Pf.. . a-Umbl. 85 Pf., Java-Oecke :_-'-W Pf. per Vi ftgr. zollfrei, � 1-ötaiil-iiinl., Domingo, Seedleaf, k-i!-. Havanna, Mexico ferner >,'[che'and deutsche Cigarren und -i-�-kchÄU "K- T. Baurmeister, Mamburg, �__ A u g u st a st r a ß e 2a._ %■?,?en Freunden und Genossen von und Umgegend zur Nachricht, r. r"'■) meine 245 Kme«- iinli ZM-FM fcefin' illpril d. I. ab Grünflr. 34 sia'»»1, G. Holtmann, Cigarren- m Want. Vi v,ttük, Grunftr. 34. Jede Uhr zu repariren und zu reinigen (außer Bruch) kostet bei mir unter Garantie des Gutgehens 1,50 Mark. Lager aller Arten Uhren und Gold- waaren zu den billigsten Preisen. W. Ml, TASw Wichtig für den..Uord Ärzirk". Chausseestr. 83, vis-ä-vis d. Liesenstraße. Reellste und billigste Einkaufsquelle für EWmmi jeber Art. Durch Miethsersparung und eigene Fabrikation der Obertheile und Unter- hoben biete ich jeder Konkurrenz die Spitze. Reparaturen vom besten Kern- leb er sofort. 392 O. Fase, Chausseestr. 33, a. d.Liesenstr. I OnztrT«issbare iJuMmissbaW Unzerreissbare Unzerreissbare Unzerreissbare Unzerreissbare Unzerreissliare Unzerreissbare Unzerreissbare Unzerreissbare Unzerreissbare Unzerreissbare 675 Den Parteigenossen zur Nachricht, daß ich in Jobannistbal ein MMwailM-RtsW eröffnet habe, nicht wie irrthnmlich eine Zlnnonce im„Volksblatt" sagte, vormals Senstleben. 584 Flaschenbier-VerkaufdesMiinchrnrr Branhaa.ses; auch habe ich dem W usch der Vereine Rechnung getragen und Bier für ste in Gebinden entnoininen. Fritz Mielenz. An alle Freunde und Genossen richte die Bitte, ihre Einkäufe in Zukunft nur an Wochentagen oder Sonntags Vormittags bis 10 Uhr zu besorgen, da mein Geschäft an Sonntagen von 10|lijr ab grlchlossrn bleibt. J, Simon, 3� Adolf Adler, ZUrberstraife 33. Pug-, Posainentier-, Weiß- und Wolln aaren, Wäsche, Trikotagen und 5korsets._ 253 Himbeersaft, k dick m. fenist. Zucker eingekocht Liter 1,50 Aüthlvtlil, Portlvtill, Flasche 1,50 NcbijinijiStt Ungllmm, RlNlrgük incl. Flasche 75 Pfennige. Franz Beyer, Prinzessinneastr. 15 Cohn's Hosenfabrik Paliisadenstr. 7, verkauft Hosen von 1 Mk. an, Anzüge von 2,50 M. an, sowie Garderoben aller Art nach Maaß. Werkstatt im Hause. Flicken und Rester aller Art spottbillig. Z Albert Auerbach, Berlin S., Kottbnser Damm 7, nahe der Kottbuler Sriiciie. Sibüh- llnb Etitsel-Aßtt fiir Herren, Damen und Kinoer. UerUe Bedienung, Feste preise. Empfehle mein gut sortirtes Cigarren-, Tabak- und Cigarretten- Geschäft 1660] V. Lindem um, Heimstr. 24. Unfenn dicken August Gutläie ein donnerndes Hoch zu seinem Wiegen feste, d«ß alle Kasten krachen. 605 Die Kollegen von Oben: M. R. P. E. Allen Genossen empfehle mein[571 Weiß- uub BairWier-LM. Emil Koepnick, Schillingstr. 80a, Ecke Magazinstraße. Allen Freunden, Bekannten und Ge- nossen theile hierdurch mit, daß ich Oramenstr. 197'a. Heinrichspl.) ein Weiß- Nll Äckislhbier- Lokal übernommen habe. 685 Zum Frühschoppen am 1. und 2. Pfingstfeierlag lade ich alle Freunde ergevenft ein._ J. Mohn. einen zahlreichen Freunden, Kol- egen und Bekannten, sowie meiner werthen Nachbarschaft die ganz ergebene Anzeige, daß ich am heutigen Tage in der Neue Rossstrasse 1920 eine 586 ZMation uitl) Siehliierhalle eröffnet habe. Helles Lager- und pabenhofer Ki-r, sowie ff. Meiste halte bestens empfohlen. Max Sudikatis,Nene Roßftt. 19/20. Wllatio« und Reßamnt M. Bemdt, A. Kowald Nachf. Oranien- n. Alexaudrinenstr.-Ecke. empfiehlt seinen vorzüglichen Frühstück», Mittag- und Abend- «izeb in allbekannler Güte.„Berliner Bols-'blatt",..Bolkszcitung",„Volks- Tribüne;c. liegen aus. 1088 Wamst H. Stramm, 123. RiHerstr. 123, netbunt«» mit Fremdenlogis. Herberge und V.weilsnachweis des Ver- «ins der Klempner. Empfehle meineii alsvlkä»»ken vor- züglichen Frübattiok», MittTZ�und Abendtisch. Sonstige Sveise.' und Gettänke in bekannte,- stZiite.-sstei Zimmer, passend zu Z a h l st e l l- n und �Arbeitsnachweis stehen ur Verfügung._ 1071 Erbten AolÄiiiilstt Kor» ä Fl. excl. 75 Pf. Stri. Kttnik-Kimtl 90 Ps. SiislKtlimitiir,"""Wr""" ititrtnt M"- empfiehlt die Groß- Destillation von Lettau& Keil, an der Ziosenthalerstraße. Geschästsschluß Abends 8 Uhr. EM»""KÜ®" Herren- u. Knaben- 846 ZD Garderoben- Geschäft. IViUh Polir EliBabethBroksi;', t« dill. 4 ctUl, Nr, 8 am Pappeligl. Kleider-Stoffe, besonders elegante Neuheiten in den deutbar schönston Husiern zu selten billigen Preisen bei 171 Z. ALEXANDER, 102. Gr. Frankfwrte:#tr. lOSi. _(Ecke der Krautsiraße.) gut kochenoe Hülsenfriichte, alle Mü.'len- sabrikate, Käsfee, Zucker, Cholol.tt>e, Vogelfutter, Taubenerbsen, empfiehlt die Mehthandluiig von H. Maihiees, 70. Grüner Weg 70. _ nahe der Koppenstroße.__ Empfehle den Lesern des„Volks'olatt" � Uhren-Lager und meine Reparatur-Werkstatt. M. Klein, Neue Eoohetr. 35. Ein Karoussai mit gutem Stand ist Krankheit halber zu verkaufen. 539 Glaab, Gerichtsstr. 76. E. IM. Wilsohke& Co., Cwter null SStmtt lügiirr». empfohlen. 600 Möbel auf Theilzahlung LothrlMjir. 71 Hugo Lewent. Nur Hüte mit Arbeiter- Kontrol- Marke! in allen neuen Facons und Farben empfiehlt die Hutfabrik von v. GOTTMANN, Gr. Frankfurterstr. 130(alte Nummer 128), zw. Koppenstr. und Ostend-Theater. Zahnärztliche Poliklinik, Chausseestrasse 1a. Meine Poliklinik für Zahnleidende ist wochentägiich von 8— 10 Uhr Vormittags, 12—1 Uhr Mittags, 4—6 Uhr Nachmittags geöffnet. Kehanblung und Zahnziehen»nentgetttich. Für Plomben und dunstL Zähne werden dieselben Beträge berechnet wie im Universitäts-Jnstitut. 383 Dr. Erich Richter, approbirter Zahnarzt. Achtung S Allen Freunden, die sia> am ersten Psingstseiertag zum Früh-Concert in W. Schouert's Ostvahn-Park treffen wollten zur Nachricht, daß das Tressen erst am zweiten Feiertage stattstndet und zwar zum Fr h- Eoncert in der Akttenbrauerei Friedrichshain, früher Lips.[597] Mehrere Freunde. Jede Uhr zu repariren und zu reinigen kostet bei uns unter Garantie des Gutgehens nur 1 Jtt. 50 Pf.(außer Bruch), kteine Reparaturen villiger. Lager aller Arten neuer und gebrauchter Uyren. Verkauf zu erstaunlich billigen Preisen. 159 C. Rothert A Stolz, Uhrmacher, Aubreaostr. 62, Chausseestr. 78, Alt» Schiinhaulcrltr. Ä5. Freunden und Be.ainuen,|onue meiner werthen Nachbarschaft empfehle bei Bedarf meine 162 Cigarren Geschäfte. Eig. Fabrikate. Verl. z. Engros-Preisen. E. Storde. Allen Freunden und Eenonen, iowie meiner werthen Nachbarschait empiehle iinn» Cigarren- und Tabakge- »nhnjt, und mache darauf auin.af- fam, da mein Geschäft an Sonn- und Festtage» von 2 Uhr Nachmittags ge- ''chlossen Samm.xistxflx gelesener Arbeiterbl�dter. 411 Franz M0.*fke, Borst gstr. 10a. vM Den Kollegen zur Erinnerung, daß die Sperre über die Golbkeisten- Fabrik, Köpnickerstr. iOSa, sortvesteht. 572 Die Streikkommlssion der Vergolder. Die Beleidigung, die ich wider Herrn Petz gethan nehme ich hiermit zurück. 576 W. Manegold, Sralttzerstr. 145. Die Beleidigung gegen Frau Kröaiug nehme ich zurück. 593 _ A. Pommer. Lesern dieses mein Schuh- und .«gast Atratt, Landsberger, iraße 103. Allen Genossen und Blattes empjehle i> Slieset-Lager 591 Achtung 2 Meine Destillation ist sof. billig zu verkaufen. 589 Passend für Gerber. Sommerfeld, Wrietzenerstr. 6. Allen Freunden u. Genossen empiehl. mein Cigarren-Geschäft nebst Z-i- tunga-Kpedition. 5.4 Fr. Schutz, Wendenstraß,% gegenüber dem Eöclitzer Baduhof Grabdenkmäler in Momor, Zstoii lllih Gmit erttgi zu ven solioesten Preisen ui A. Zabel, Eck' önhauser Allee 163. Spiegel und � Pulstenvaaren.* eigener Gr. Lager, bill. Preise.| Fi k.£inil Heyn, Bn....enstraße 28, Hos parterre. Thttlzahlung nach Uebereintunst. Resterhandlung. Ausuahinsweise billige Burschen- und Knaven-Anzüge, sowie Diester aller Art.[496 Karle, zvaldemarstr. 66. Jl«lit«ba( am hiesigen Platze bekannrlich Grösste Auswahl. OSai-autirt stcher brennende RRSST Tabake."ssSPS Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Haiuel befindlichen Rohlabake sind am 1653 Lager. A. Goldschmldt, Spandauerbr. 6, am Hacke'schen Markt. Durch die Ausmiethung aus meinem alten Wohnntz(Brunnenslraße) und durch lange Krankheit bei meiner starken siamilie habe ich wieder ein Rarbier» Geschäft eröffnen müssen. Ich empfehle mich hiermit wieder meinen alten Bekannten und Freunden und bitte um geneigten Zuspruch. 176 Carl Schade, _ Weinbergsweg Rr. 15 b. Schuhwaaa�en, gediegene Handarbeit, äußern billig, emps. Zeigermann, Schuhmacher- meifter, Priuzenstr. 37. Sonntags nur bis 10 Uhr geöffnet. 239 Tischlerei mit guter Kundschaft Krankheit halber so ort zu verkaufen Kommandantenstraße 36, Hof 2 Tr. FnchsnmUach, da für mein Fuhrwerk zu leicht, billig zu verkaufen, ein- und zweispäunig ge- fahren, flott, Mf. 500.—* 8— 2 Uhr. Rur selbst Reflektirende erbeten Motten- markt 6, Möoel-Magazin._ 682 Das gr. Lager Berlins > Andreasftr. Ä3. 2 Bettstellen mit Federboden billig Breslauerstr. 3a, Verwalter._ 869 Möbl. Schlafstelle Manteuffelstr. 102. 678 Krüger. Freundl. Schlafstelle für 2 Herren zu veruiiethen Nollendorsstr. 18 bei 680_ A. Schmidt. Vorderzimmer, 2senstr., leer oder auch möolirt, an 1 oder 2 Herren zu veruiiethen Lonisen-User 18, vorn 2 Treppen._ 5M Skalitzerstr. 129, Qgb. pari.. Garleb' anssicht bei Ww. Gebhardt, srdl. möbl Zimmer(sep.) 3 M. 6i)4 Freundliche Schlafstelle Frankfurter- Allee 109, vorn 4 Tr. bei Zöllner. ArbtilMartt. Tücht. G r av entgeh, a. Dnrchhruch arb. vl. Fr. Hönniges, Michaelkirchplatz 8. Kartonarbeiterinnen und -Arbeiter! Die Kommission und die Zlrbeitsver- Mittelung befindet sich von jetzt Blumen- straße 38 bei Henke. 64: Das Arbeisnachweisbureau, des Verbandes der Vergolder, Goldieistenarbeiter und Berufe genossen(Filiale Berlin) befindet sich Schillingstrasse 30a und find die Adreffenausgabe für Mitglied. und NichtMitglieder unentgeltlich stai und zwar von jetzt ab den ganzen Tag bis 9 Uhr AdendS. Die Mitglied sind verpflichtet, nur den Arbeitsnack weis zu benutzen. 321 _ Achtung! Schlossbrauerei Schöneberg. Sonntag, den 85. Uta! lt. pfingkfeiertag): Grosses Früh-Concert ms Besten erkrankter Mitglieder des ünierstütznngsvereins der Maurer des Westen Berlins. Biilets sind bei folgende» Herren zu haben: Karl Franke. Zielen- straße 4• Karl Schröder. Alvenslcbenstr. 19; Fritz Wolf. Steininetzstraße 58; August Orlowskn. Bülowstr. 50; Franz Blinde, Bahnstr. 17(Schöneberg); Julius Raabe, Büloivstr. 04; Schäfer. Bülowstr. 33; Restaurateur Böhland, Bülowstr. 52; Gustav Jachmann, Steinmetzstr. 57; Restaurateur Graffunder, Schwerinstr. 9; Antrick, Cigarrengeschäft, Steinmetzitr. 60(am 1. Pfingstfeiertag Morgens 4 Uhr geöffnet). ..... Anfang 5 Uhr. Entree 25 Pf. Bei ungünstiger Witterung stehen innere Räumlichkeiten zur Verfügung. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Großes Früh Concert dtö Ardnikr-GrsliWtteiiis „ßchuU" z« FrikdriDittg am Montag, den 26. Mai(2. Pfingstfeiertag), im Concertpark Viktoria(früher Ostendpark), Frankfurter Allee 72—73. Großes Uokul- u. Instrumental- Co ucert unter Leilung des Herrn Musikdirektors E. Thamm und des Dirigenten des Arbeiter-Gesangvereins„Hoffnung", Herrn«. Langhans. Im Saale: Grosser Früh-Tanz. Die Kaffeeküche ist den geehrten Damen von 5 Uhr an geöffnet. Für gutes Weißbier ist gesorgt. Anfang de« Eonreet« 3 Uhr. Killet mit Urogramm ä SO Uf. Killet» find zu habe» im Restaurant Böhl. 533 Das Komitee. Fach verein der Tischler. Dienstag, den 27. Mai(3. Pfingstfeiertag): Familien-Ausflug ttch GrilM-FriMchshM (Arbeiterbillrts zu 30 Uf.) üge vom Görlitz et Bahnhof Morgens 6,35 und 7,35. om S ch l esisch en Bahnhof Morgens 5,21, 6,21 und 7,21, Montag, den 16. Juni, in der ,606 Neuen Melt, Hasenhaide 36«: X. Stiftungsfest Konzert, Ball, Auftreten des gesanunten Künstlerpersonals. Abeads grosses Feuerwerk. Biilets hierzu sind ans den Zahlstellen des Vereins, sowie bei folgenden Herren zu haben: Fest, StaUschreibcrstr. 43a; Millarg, Lehrterstr. 22 II; Apelt, ._ v, jVyLVlVVt-x-jat J MU&wayy � vt; fc 4VV n 1.. J Sebaiiianstr. 27/28; Mende, Wienerstr. 37 II; Schmidt, Fürbringerstr. ü5, >?of T, bei Wiedeholz; Schade, Rüdersdorferstr. 64; Glocke, Lausitzeritr. 62 Iii; WtKiemann Weadenstr. 2 IV; Oahlyrüu, Adalbertftr. 96, Quergeb. IV, bei Bomba; Habcrland, Reichenbergerslr. 161 II; Micke, Avalbertstr. 9 IV; Moniea, 5kreuzbexgstr. 9, Quergeb. III. Üiä zahlreichen Besuch wird ersucht. Die Zahlstellen befinden sich in folgenden Lokalen: 1. Friedrichs- bergerstr. 25 bei Schmidt, 2. Skalitzerstr. 107 bei Kuustmann, 3. Bellealliance- platz ö bei Hilscher. 4. gjonskirchplatis 1t bei Hohn, 5, Schlciermaeh-r- n. Haelsenanstr.-Ecke bei Scheuer, 0.}i iowstr. 52 bei Höhland, 7. Dresaeuer- .trasse 116, 8. Lübecker- uud Thumstr.-Eckc bßl Jahake. 9. Langostr. 70 Jeindorf, 10. Ripdorf, Bergsir. 7 bei Duschek, U Feansir.r.« 4« hei Kröger, 12. Gorliizcr- u. Soranerstr.-Eoke, 13. Weissenses,■ j!' J! Ciiarlolt�nstr,, i jke bei Klebs, 14. Bellorterstrasae und Ecke Prenzläl,"r Alice,_ Der Arbeitsnachweis befindet sich WaUslrnffr 7/8.!. eiielbe i'. geöffnet an Wochentagen von Morgens 7 bis Abends 7 Uhr, mil•miuahinc der Mittagsstunden von 12— 3 Uhr, an Sonntagen von 9 bis 11 Uhr Vormittags. Daselbst werden auch Mitglieder aufgenomnien. Die Mitglieder werden ersucht, ihre Beiträge regelmäßig zu zahlen, da allwöchentlich«ine größere Summe an Gemaßregelte gezahlt werden muh. Der Vorstand. Mitggelschlosz bei Friedrichshägen Allcn Pfingstausflüglern empfehle mein so herrlich am Wald und Wasser g siege ws Lokal, Volksbelustigungen aller Art, gute Speisen, Helles Lagerbier ■>r.o.iter 15 Pf. Die Kaffeekäche üeht den geehrten Damen von 8 Uhr Stach uitt gs ab zur Benutzung. 001 Personen faßt, zu Partien. u9 Gleichzeitig empfehle mein Lokal, welches Zum Lokal gehören 30 Morgen Haide. Freundlichen Gruß Paul Zibolsky. Große Versammlung des Vereins gewerblicher Hilfsarbeiter für Johannisthal und Umgegend am Nienstag, de» 87. Mai d. I., Vormittag« 10 Uhr» im Lokal de« Herr« Zennrberg in Iohannivthal. Tagesordnung: 1. Die Arbeiterschutz-Gcsehgebung vor dem Deutschen Reichstag. Referent: Wilhelm Werner— Berlin. 2. Diskussion. 3. Ber- schiedenes. 595 Der Vorstand. �chinngS KerUner Arvetter-Kildnngs Auf Grund der in der letzten Versammlung ersolc -Herein. ,......._ erfolgten Anregung und den mehrfach ausgesprochenen Wünschen vieler Mitglieder Rechnung zu tragen, hat der Vorstand in seiner letzten Sitzung beschloffen, am 2. Pfingstfcicr- tage einen Ausflug mit Familie nach dem Restaurant„See- schlösachen" in Reinickendorf zu veranstalten. Treffpunkt 2 Uhr Nachmittags im Restaurant Gnadt. Alle Genoffen, Freunde und Gönner sind zur Betheiliguug eingeladen. 570 I. A.: T. Kaasch, Fürstenbergerstraße 11, Zur bevorstehenden Saison erlaube mir hierdurch auf mein reich- so>" haltig sörtirtes Lager in Herren- w= Knaben-Garderobe zu außergewöhnlich billigen Preisen aufmerksam zu machen. Gleichzeitig empfehle mein als prompt und reell bekanntes Bestellungsgeschäft einer gütigen Beachtung. J. Krakauer, ßemn- utiii Knaben-Ardttöbe, RlXdorf, Bergstrasse 22, MRkßl Spiegel und Polster-Waaten, äbä v R' Aj reelle Maarr zu soliden Ureisrn. Ganze Ausstattungen jflBH'n Mahagon'r u. Uuhbanm; Kiichenmöbel m großer „pf, tW. Franz 1'utzauer, Piist- im) Mobeilillllren, Trauorhüte in großer Auswahl Marie Panknin, No. 91, Adaiberistrasse No. 91, Ecke Granienstrahe.[963 Kekanntmachnng! Die Herren- und Knaben-Garderoben sowie das Stofflager aus der Louis Zadeck'schen Concursmasse 22 fall täglich von 0—1 Uhr Vormittag«. 3—7 Uhr Nachmittag» int bisherigen Grschäktslokal 7. Spandaner Brücke 7 zu festen Taxpreisen ansverkauft werden. Der Verwalter« Wckbabnvttblubvng uch jeder Richtung. Schnis- und Stiefel-Waarenlager von 315 Ernst Grossmann, 65a Maldemarstr. 65a(zwischen Mariannenplatz und Mante.sssistraß?). Grofie Auswahl. Neellc Bedieunua, Solidarität! W Arbetterk Nur Hüte, ! Marke welche neoenstehende! unter beut Schweißleder tragen, bieten Garantie, daß den Berfertigern gerechte» Lohn wurde! »»-Kauft ttttc Hüte mit dieser Marke! TS 3n folgenden Geschäften sind Hüte mit Kontrolmarben zu haben: H. Aerisens, Prinzenslr. 28. L. Asch, Rixd orf, Bergstr. 120. C. Adler, K ö p e n i ck, Böttcherstr. R. Auioni, Chausseeslr. 60. F. Bay, Frankfurtcriir. 66. R. Beisse, Chausseestr. 70. C. Böttcher, Friedrichshagen, Berlinerstraße. E. Bergmann, Marlgrafenstr. 98. 0. Böttcher, Lichtenbergerftr. 1. A. Bracklow, Lothringerstr. 27. H. Bodinus Nig., Potsdamerstr. 129. A. Binn, Landsbcrgerstr. 43. W. Böhm, Blücherstr. 11. A. Becker, Reinictendorferstr. 14a. G. Dunsing, Dresdenerstr. 6. H. Diederich, Oranienstr. 9. „ Mariauuenstr. 43. A. Dröbeljahr, Weinbergsiveg 3a. Paul Dreuske, Oranienstr. 172. H. W. Dencker, Köpnickerstr. 9b. F. de Roche, Aorkftr. 8. Ä. Ernst, Barnimstr. 17. A. Fuchs, Mauteuffelstr. 85. „ Skalitzerstr. 39. 0. Gottmann, Fraukfnrterstr. 130. G. Gross, Frankfurter Allee 167. Theodor Gerlach, Linienstr. 39. H. Geisslor, Wilsnackerstr. 46. P. Grund, Bruunenstr. 136. F. Bannt, Große Fraukfnrterstr. 145. H. Hase, Jnvalidenstr. 129. E Hunger, Badstr. 44. L. Hammer, Köpnickerstr. 171. M. Hansel, Wadzeckstraße. F. Julov, Pankow, Breitestr. 24, P, Polvcigt, Bülowstr. 18.(Eingang Frobenstr. 12.) C. Rättig, Fehrbellinerstr. 88. Runz 4 Böhme, Oranienstr. 6. E. Rieck, Badstr. 64. E. Rasonack, Poststr. 17. E. Radlow, C harl Ottenburg, Berlinerstr. W. Röhricb, Frankfurter Allee 18a, BI. Roscuthal, Bruunenstr. 21. A. Rossdentscher, Waldemarstr. 63. 0. Räder, Fürstemvalderstr. 2. E. Samuel, Bellealliancestr. 95. E. Sarscb, Stralauerstr. 13—14. A. Limbeck, Fischerstr. 8. C. Sarsch, Fehrbellinerstr. 56, W. Itottier, Nostizstr. 20. W. Sy, Bruunenstr. 139. Ä. Schumann, Gerichtstr. 17. 0. Schulze, Fehrbellinerstr. 93. A. Schlegel, Brnnnenstr. 33. Rud. Schmidt, Chansseestr. 6. C. Schulz, Zionskirchplatz 6. 6. Schwanoberger, Greifs, valderstr. 54. C. Schwanikow, Jnvalidenstr. 21. E. Schmidt, Louisenstr. 45. 0. Schüssler, Rosenthalerstr. 50. 0. Jörs, Pankstr. 5a. P. Kunz, Prinzen-Allee 87. J. Kossner, Koppenstr. 74. A. Kehr, Köpnickerstr. 126. G. Köpke, Prinzen str. 60. „ Potsdamerstr. 126a. W. Kliem, Bernauerftr. 108. J. Kock, Kastanien-Allee 80. G. Kneoke, Andreasstr. 24. „ Aleranderstraße 37. Ph. Knill, Rheinsbergerstr. 50. A. Lemke, Schönhauser Allee 138/139. 0. Liskow, Oranienstr. 47a. A. Lissmann, Gerichtstr. 7. A. Lange, Brnnnenstr. 186/137, R. Lenz, Waßmannstr. 21. H. Meissner, Neue Hochstraße 48. C. Möwos, Andreasstr. 51. C. Music, Potsdamerstr. 37. E. Müller, Jnvalidenstr. 117. E. Müller, Dreysestr. 14(Moabit). Ä. Nauen, Wrangelftr. 99. F. Sporrentor, Poststr. 16. C. Streblow, Brückenstr. 15a. J. Stobey, Oranienstr. 170. P. Slockmar, Grüner Weg 72. P. Stahl, Grüner Weg 37. A. Vierow, Alte Schönhauserstr.(Ecke Münzstr.) L. Vetter, Alerandrinenstr. 99. A. Weiss, Reinickendorserstr. 6. C. Wanke, Rixd orf, Bergstr. 9. A. Wittenbecher, Moabit, Birkenstr. 9. 0. Wirthschafter, Brunnen str. 125. W. Zapol, Skalitzerstr. 131(neben Frister u. Roßmann). Victor Krull, Stralsunderstr. 11. P. Hansen, Münchebergerstr. 26. E. Ditimar, Ackersir. 6»a. Rud. Weidner, Dresdenerstr. 100. Renz& Böhme, Potsdamerstr. 104. Rieh. Neubauer, Alte Schönhauserstr. 59. C. Töpfer, Andreasstr. 77. W. Hildebrandt, Schönhauser Allee 4. A. Weimann, Wil-nacteritraße Nr. 64 (Moabit). 0. Mühlberg, Biesenthalerstr. 18. A. BirkenfeSd, Blumeniir. 54. Wittwe Hoimeister, Moabit, Thurmstraße 10. S. Seckeier, Strelitzerstr. 9. A. Grafiert, Rummelsonrg. L. Spiegel, Rosenthalerstr. 40. Filz- und Seideuhfiie (nur mit Arbeiter- Kontrohntf� ( neuester Faxens in großer Ausir»? i empfiehlt zu billigen Preisen Gari Haetti� 11126 H u t m a ch e r. Fehrbellinerstr. 88, part. llm-. (vis-ä-vis der Apotheke). Qtvnlihflta in nrnaeAr AUSWaiU' P. Diedeincb (Gegründet 1874) l1" 1. Gesch.: Oraniensirasse No. 9 2. Mariannenstr.43 EckeSkalitz«� z,„ iBariauaoiisu.tJ Vivi-w-., Gröhte Answ. in Filz- n. Seideilbm« mit Arbeitrr-Kontrolnrnrkf� Bitte genau auf Hausnummer z. Hut-. Oscar LiskoWi Oranienstrasse 47 a, Ecke Luckauerstraßt- Sänimtliche Hüte mit Arbeiter- Kontroliiiarkej Hut-Fabrik G« 0 u n s d n Dresdenerstraße 3!r. 6 am Kottbliser Platz. Sämmtliche Hüte m»t ArWer-KwiWmmg �tint «oitniogj 6 mMliidt H# mit Konirolmarke«g bei Rud. Bcisse, Chausterpk. (an der Pauke). J Zum ff m Ray Nur Hüte_. mit Arbeiter-Lrontrolmarkt' Größte Auswahl in StrohhüB| efalijttpwst 131, � Wilhelm Zapel, Hutmacher�, Jiniet Mich !°,etiva l°lgen■ 4ttl, wi, f »zuneb ? m en »it 1 5 ' ,�01, bei gib- u. Seidenhute empfiehlt zu reellen, billigen PttjU sämmtlich mir � Atbeiter-Kostrolimck.„ E. Bergmann, Jjm Met Hut-Fabrik Klncherltraffe 11, Wilhelm Bö% Sämmtliche Hüte � u>it Kontc*j[, Sffiiy machen die Genossen ganz besonders auf die von uns veröffentlichten Geschö i te ausmerlsam, und bitten dringend, genau darauf zu achten, dnh dir Murtzr nicht erst beim Kaufen eingeklebt wird. Die Arbeiter-Kontrol-Kommission. I. A.: C. Keti-.pe, Georgenkirch-Platz 8. 587] Große Auswahl bei -■ Großes Lag? marken. ligften, festen Preisen. in Sonnen- u.Regenichirmen. Ree«» � Bedienung K s itlnOujfU- pSiltcl-» lacket« in oen schönste' I Fa<;ons und reizenden Siß- sowie Kleidet 1 in allen Größen I empfiehlt l außerordenUi») l billig_ l M.Meyersteiii| Rosenthalerstr. Nr. 45 neben der Rothel] Anptbefe. Die von mir auf mehreren Auktionen gekauften eleganten Tamen-Umhänge, Regen -roinenaden- Mäntel, Damen- l' inderkleider.Herren-Sominer-Pale.n' und Knabea-Anzüae. einzesi' verren- und Knaoea-Anzuge, Jaquets, Hosen, Westen, Uhren, Ae.' Ringe, Stiefeln it. s. w. verkauje um vis Pfingsten damit zu räu>ne», erstaunlich billige". Preisen, Neander-Stra se 1 Eckr Sckmidittnl» Bitte genau auf xu num 306] Namen zu achten. ind Allen Genossen emp t.xe n' Sclmliwaareu-Ges M 18 Skalitzerttrasse A. Keinem »Ild Älz ; 'Z >1 du T die % Sit I te vi ve c Berantwottlicher Redakteur:®«rt Kaaste in Berlin. Druck und Verlag von Mar Fading in Berlin SW., Beuthstraße 2.